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I 



A N G L I A. 



ZEITSCHRIFI^ 



FÜB 



EN&LISCHE PHILOLO&IE. 



^ I 



UNTER MITWIRKUNG VON EWALD FLUUEL 

HERAUSQEGEBEN 
VON 

EUGEN EINENKEL. 



NEBST EINEM BEIBLATT HERAUSGEGEBEN VON Bf AX FR. MANN. 



BAND XXIII. NEUE FOLGE BAND XL 



HALLE A. S. 

MAX NIEMETEB. 

1901. 



I 



VERZEICHNIS DER MITARBEITER. 

Um dR8 nächste verzeiohnii so genaa »li möglich za machen , bitten wir um freundliche 
anterstUtznng der faohgenosien, nnd gelegentliche einsendnng von adreflSTcaünderangen. 



Dr. August Aiulrae inWilhelmshaven. 
Dr. Philipp Aronsteiu, Oberlehrer in 

Myslowitz, 0. S. 
Dr. B. A8smann,0berlehrer in Dresden. 
Dr. G. Baist, Univ.-Prof. in Erlangen. 
Dr. W. M. Baskervill, Prof. in Nash- 

ville, Tenn. U. S. A. 
M. Bech, Oberlehrer in Metz. 
Dr. GustAV Binz, Professor an der 

Universität ""Basel, 8 Leonhards- 

graben. 
W. Bernhardt in Bonn. 
Dr. F. A. Bilackbum, Univers.-Prof. 

in Chicago, 111. 
Dr. K. Borchard in Halle a. S. 
Dr. Karl Borinski, Privatdozent, Mün- 
chen, Kaulbachstr. 58. 
Dr. Th. Borkowski in Berlin, Gross- 

Görschenstrasse 17. 
Dr. Edwin W. Bowen, Prof. in Ban- 

dolph Macon College, Virginia. 
B. Boyle in St. Petersburg, Deutsche 

Hauptschule zu St. Petri, Grosse 

Stallhof Strasse, St. Petersburg. 
Edgar Elliott Bramlette in Austin, 

Texas, U. S. A. 
H. Brandes inBerl. W., Frobenstr. 27. 
Dr. A. Brandl, Univers.-Prof. in 

Berlin. 
Dr. P. Branscheid in Bärge i. Schles. 
Dr. H. Breymann, Univers.-Prof. in 

München. 
Dr. Rudolf Brotanek, Beamter der 

k. k. Hofbibliothek, Wien I, 

Josefsplatz 1. 
Dr. B. ten Brink, Univers.-Prof. in 

Strassburg i. E. f 
Dr. E. Brugger in Berlingen, Canton 
Thurgau, Schweiz. 



Dr. K. D. Bülbring, Univer8.-Prof. in 
Bonn. 

Dr. Otto Bundt, Leipzig, Stern war- 
tenstrasse 45. 

Dr. B. Buss in Leipzig, f 

Dr. R. Carl in Leipzig. 

Dr. George Caro, Heidelberg, Kaiser- 
strasse 9. 

Dr. F. Charitius in Jena. 

Dr. J. L. Cheney in Chicago, Hl., U. S. A. 

0. Collmanu, Oberlehrer in Posen. 

Dr. Alb. S. Cook, Prof. in Yale Uni- 

versity, New Haven, Connecticut. 
W. A. Craigie, M. A., Danemead, 226 

Iffley Bd., Oxford. 
Dr. J. H. Cramer, Düsseldorf, Grafen- 

bergerstrasse 30. 
Dr. W. Creizenach, Univers.-Prof. in 

Krakau. 
Dr. Francis J. Curtis, 34 Queen's Ter- 

race, Ayr, Scotland. 
Dr. H. V. Dadelsen in Gebweiler. 
Dr. N. Delius, Univ.-Prof. in Bonn, f 
Dr. C. Deutschbein, Prof. in Zwickau. 
Dr. W. Dibelius, Berlin, Grosslichter- 
felde (Ost), Hobrechtstr. 10. 
Dr. A. Diebler, Oberlehrerin Chemnitz. 
Dr. F. Dieter in Berlin, Greifswalder- 

strasse 1. 
R. E. Neil Dodge, 78 E, 55 St., New 

York City. 
Dr. E. Döhler in Dessau. 
F. Dönne in Frankfurt a. M. 
Allison Drake, Columbia College, 

Neu York City. 

Dr. H. Düntzer, Prof., Bibliothekar 
in Köln. 

Dr. A. Ebert. Univers.-Prof. in 
Leipzig, t 

Dr. H. Effer, Oberlehrer in Düsseldorf. 



rv 



VERZEICHNIS DER MITARBEITER. 



Dr. E. Eineukel, Univers. - Prof. in 
Münster i. W., z. Z. auf Urlaub 
in Halle a/S., Seydlitzstr. 16. 

Dr. W. Ellmer in Weimar. 

Dr. K. Elze, Univ.-Prof. in Halle a. S. f 

Oliver Farrar Emerson, Prof. in West- 
ern Reserve University, U. S. A. 

Dr. Wilh. Ewig, Kiel, Muhliusstr. 17. 

Dr. H. Femow in Hamburg. 

Georg Fiedler, Prof. in Birmingham. 

H. Fischer in Konstantinopel. 

(Deutsche Schule.) 

Dr. R. Fischer, Univers.-Prof. in 
Innsbruck. 

F. G. Fleay in London. 

Dr. E. Flügel, Professor an der Le- 
land Stanford University, Palo 
Alto, California (erhält alle Zu- 
sendungen nach 1. Juli 1892 ent- 
weder direct per post, oder durch 
Herrn Max Niemeyer, Verlags- 
buchhändler, Halle a/S., oder 
durch Herrn Dr. Felix Flügel, 
Leipzig-Gohlis, Wilhelmstr. 

Dr. E. Förster z. z. in Berlin. 

Dr. Max Foerster, Univ.-Prof. in 
Würzburg. 

Dr. A. Fritzsche , Prof. und Rektor 
in Borna. 

Dr. Hans Füchsel, Berlin, N, Novalis- 
strasse 1, II. 

Dr. J. Fred. Fumivall, 3 St Geor- 
ge's Square, Primrose Hill, Lon- 
don NW. 

Dr. H. Gabler, Oberlehrer in Chemnitz. 

Dr. Paul Geissler, Oberlehrer in Pirna, 
Nicolaipark. 

Dr. Eduard Gerber, Mühlheim a/Rh., 
Frankfurterstrasse 38. 

Dr. H. Gering, Univ.-Prof. in Kiel. 

Dr. 0. Glöde in Doberan i. M. 

Dr. Julius Göbel, Prof. in Leland 

Stanford Jr. University, Palo 

Alto, Cal., U. S. A. 

Dr. F. Görbing, Stendal, Frommha- 
genstrasse 4. 

Dr. 0. Goldberg in Zittau. 

Dr. H. Goldhan, Realschuldirektor 

in Aue i/S. 



Frau Prof. Marie Gotheiu in Bonn 

a/R., Göthestrasse 5. 
Dr. A. Graf in Flensburg. 
Dr. Chr. Grein, Prof., Archivar in 

Hannover, f 
Dr. F. Groschopp in Marknenkircheu 

im Voigtl. 
Dr. Gruber, Gymnas.-Lehrer in Ber- 
lin N., Prenzlauer Allee 220. 
Dr. F. K. Haase, Oberl. in Dresden. 
Eleanor P. Hammond, University of 

Chicago, Dls., U. S. A. 
Dr. J. A. Harrison, Prof. in Lexing- 

ton, Va., U. S. A. 
Dr. M. Hartmann, Prof. in Leipzig. 
Dr. E. Hauff e in Greif swald. 
Dr. E. Hausknecht, Prof., Director 

der Ober-Realschule zu Kiel. 
Dr. K. Helm, Heidelberg. 
H. R. Helwich in Oberdöbling bei 

Wien. 
Dr. J. Hein in Berlin, Lieben walder- 

strasse 82. 
Geo. Hempl, Univers.-Prof. in Ann 

Arbor, Mich., U. S. A. 
Dr. P. Hennig, Oberlehrer in Dresden. 
Dr. E. Henrici, Aguas Zarcas de Costa 

Rica. 
Dr. W. Hertzberg, Prof., Director in 

Bremen, f 
Dr. W. Heuser, Oberlehrer am Gym- 
nasium zu Aurich. 
Dr. F. Hicketier in Berlin. 
Dr. E. Hönncher, Oberl. am Real.- 

Gymnas. zu Zittau. 
Dr. 0. Hofer, Oberlehr. a. D. in Leipzig. 
Dr. F. Holtbuer in Leipzig. 
Dr. A. Holder, Prof., Oberbibliothekar 

in Karlsruhe. 
Dr. A. Hohlfeld in Heidelberg. 
Dr. £. Holthaus in Köln. 
Dr. F. Holthausen, Univers.-Prof. in 

Kiel, Holtenauerstr. 110, in. 
Dr. K. Horstmann, Prof., d. z. London. 
Dr. H. Hupe, Oberlehrer in Lübeck, f 
H. Jellinghaus, Realschuldirektor in 

Segeberg (Holstein). 
Dr. J. Kall in Wien. 



VERZEICHNIS DER MITARBEITER. 



V 



Wilh. Kalbfleisch, LehramtsacceMist 

in Giessen, Ludwigstar. 57. 

Dr. P. Eamann in Leipzig. 

Dr. Karl Kiesow in Hamburg. 

Dr. F. Kluge. Univers.-Prof. in Frei- 
burg i. Br. 

Dr. J. Koch in Berlin. 

Dt, B. Köhler, Oberbibliothekar in 

Weimar, f 
Dr. E. Koeppel, Univers.-Prof. in 

Strassburg. 
Dr. Otto Kötz inZwickau (Realgymn.). 
Dr. Max Kolkwitz, Charlottenburg, 

SchiUerstrasse 75. 

Dr. Wilh. Kollmann, Leipzig, Brüder- 
strasse 31. 

Dr. H. Kräger, Privatdozent an der 

Universität Zürich. 

Dr. Emil Krausser in Mannheim, U r>. 2. 

Dr. H. Krebs, Taylorian Institution in 
Oxford. 

Dr. G. Krüger, Oberlehrer in Berlin, 
Bendlerstr. 17. 

Dr. P. Lange, Oberl. in Würzen i;S. 

J. Lawrence in ükley near Leeds. 

Dr. Elizabeth Mary Lea, Tedstone, , 
Delamere Rectory, Whitboume, | 
Worcestershire. 

Dr. P. Leffevre in Halberstadt. 

Dr. A. Leicht, Oberlehrer in Meissen. 

Dr. K. Lentzner, Oxford. 

Dr. F. A. Leo, Prof. in Berlin. 

Dr. B. Leonhardt, Oberlehrer in 
Annaberg. 

Alex, von Wolffersdorflf-Leslie, Lin- 
coln University, Lincoln, 111., 
U. S. A. 

Dr. S. Levy, Univers.-Prof. in Strass- 
burg. 

Dr. F. Liebermann , Prof. in Berlin 

Bendlerstrasse. 
Dr. H. Logeman, Univers.-Prof. in 

Ghent, 153 Bagattenstraat. 
W. S. Logeman in Bock Ferry bei 

Liverpool. 
Dr. 0. Lohmann in Lüneburg. 
Dr. H. LOschhom in Berlin W., Gen- 

tinerstraase 41. 
Dr. F. Ludorff in Bonn. 



Dr. G. Lüdtke in Berlin. 

F. Lüns, Cand. in Wesel 

Dr. K. Luick, Univers.-Prüf. in Graz, 

Wartingergasse. 
Dr. G. £. MacLean, Chancellor of tlie 

University of Nebraska, Lincoln, 

Neb., Ü.S.A. 

Dr. M. Mann in Leipzig, Christian- 
strasse 17. 

Alfred v. Maunz, Oberstlieuten. a. D., 
Berlin W., Kleiststrasse 34, IIL 

Dr. E. Menthel in Elberfeld. 

W. Merkes in Bonn. 

Dr. H. Meurer, Prof. in Weimar. 

Dr. Th. Miller, Lektor an der Univer- 
sität Strassburg. 

Dr. L. Morsbach, Univers. -Prof. in 
Göttingen. 

Dr. W. Mushacke in Bonn. 

Dr. W. Nader, Prof. in Wien. 

Dr. A. Napier, Univers.-Prof. in Ox- 
ford (Merton College). 

Dr. ß. Nuck, Oberl. in Berlin N., 
Prenzlauer Allee 3. 

Dr. E. Peters, Oberi. in Berlin NW., 
Klopstockstr. 23. 

Dr. Petri, Glauchau, Wettinerstr. 11. 

Dr. J. Phelan in LouisviUe, Ky., 
U. S. A. 

J. Platt in London. 

Dr. A. Pogatscher, Universitäts-Prof., 

Prag II, Taborgasse 38. 
Mrs. Const. M. Pott in London. 
Dr. L. Proescholdt, Direktor in 

Friedrichsdorf im Taunus. 
Dr. K. Regel, I*rof. in Gotha. 
Josef Reinius, Fil. Kand., Stockholm 

Luntmakaregatar 5. 

Dr. 0. Reissert in Hannover. 

Dr. A. Renm, Oberlehrer in Dresden. 

Dr. D. Rohde, Oberlehr, in Hamburg. 

Dr. F. Rosenthal , Direktor in Han- 
nover. 

Dr. Chas. Hunter Ross, Alabama Po- 
lytechnic Institute, A. & M. Col- 
lege, Aubum, Alabama, U. S. A. 

Dr. R. Rössger in Leipzig. 

Dr. K. Sachs, Prof. in Branden- 
burg a. H. 



VI 



VERZEICHNIS DBS UTTABBEITEB. 



P. Stthleuder, Oberlehrer Id Bautzen. 
Dr. J. Sahr, Oberlehrer in Dresden N., 

Förstereistrasae 2. 
Dr. Gr. Samizin, Univers.-Prof. in 

Breslau. 
Dr. W. Sattler, Oberlehrer inBremen. 
Dr. P. Saaerswin, Ruichenbach i. V. 
Dr. J Schipper TJuir-Prof. in Wien : 

Xni, 16, El^Blergaase 23. 
Dr. G. Schirmer in Zürich, tilUroisch- i 



atrasBe 23. 



Dr. Otto B. Schlüter, Hartford Pu- , 

blic High School , Hartford Ct., ' 

U. S. A. I 

Dr. Schmidt -Wart«nberg, Univers.- 
Prof. in Chicago, U. S. A. \ 

Dr. .Alexander .Schiiiiiit, Director in : 

Königsberi,'. | ] 

Dr. 0. SchCpke in Dresden. ] 

Dr. A. SchrBer, Univera.-Prof. in | 
Freibnrg im Breisgan. 

Dr.K.J.Schröw,UniT -Prof. ii. Wien .f j 

Dr. W. Schomanu In Elberfeld. 

Dr. E. Sievers, Ümivers.-Prot, in Leip- ! 

aig-Gohlis, Pfllit^str 2ß. | 

Dr. W.W.Skeat, UniTers.-Prof. in : 
Cambridge. 

Miss L. Tonlmin Smith, Librarian of 
Alil.l(■h.'-t^rl^,ll-.^.,^ I ParkTer- 

y:<.'<^. l'KlV.ld. 

Dr. W. Sepp in Marburg. 

Dr. E. Stichler, Oberlehrer in Dübeln. 

F.H,si."l-l.r.liii);-.ikrK.v California. 

Dr. F. ILSir.iIiiiiuiii iii Kuln. f 

Dr. A. Sturrafela in Giessen. 

Dr. H. Suchier, Univers.-Prof. in 
Halle a. S. 

Dr. Ä. E. B. Swaen in Almelo (Hol- 
land), ^Vie^d^?nBche S^truat. 

Dr. H. Sweet Jii Lotwtnu, 

Dr. George Tum !■ DU, OSttiugen. 

jTr.ÖTanger Prof.iuCbarlottenboTg. 

Dr. E. TeicIiKiann, Oberl. in Aachen, 
Karlsgrabeu &(i. 



Dr. Q. T. Thistletbwaite, Univers.- 
Prof. in Glasgow, 45 Cecil St., 
Hillliead. 

Dr. N ■\^' Tlioma.», 3 Hanover Sq., 
Lundon. 

H. Thureiu, Prof., Oberl. in Berlin N., 
Chaussecatr. 4u. 

A. To<U, Iteallehrer iu Butxbach (bei 

Giesäen, (Wetzlaratnk^se ] 34. 
Dr. M. Trantmann, Univera.-Prof. in 

Bonn, Lfinigstrasse. 
Dr. £. Uhlemaim in OäuabrUck. 
Dr. H. Varnhagen , Univers.-Prof, in 

Erlangen. 
F. Vogea, Cand. in GGttingen. + 
Dr. Erich Vollmer, Berlin SW., Mar- 

1ieiiiei.ke]ilal7. S. 
Dr. G. Wack, Ordentl. Lehrer am 

Kgl. Uüui- und Keal-GjmnaBinm 

in Ki>lbcr}f. 
Dr-AlbreclitWiigiicr, Univers.-Prof. 

in Halle a. S., Heiurichstr. tl. 
Dr. W. Wagner, J'rof. in Hamburg, f 
.4mold Wall, M. A., 45 Panton St, 

(.'ambridgfi, England. 
Dr. K. Weiser in Ciemowitz. 

B. W. Wells , Professor in Sevanee, 
Tennessee, U. S. A. 

Dr. J. Wiohmann in Lnilwiji>liwt. 

Dr. W. Wilke in HaUe a. S. 

Dr. H. Willert in Berlin NO,, Kaiuer- 

stfa«>e4i;45. 
Dr. B. Winter, Leipzig, Hanptmann- 

Dr. Th. Wissiuauii in Wiesbaden, f 

Dr. H. Wood, Ünivera.-Pruf. in Balti- 
more, Md. U.S.A, 

Dr. J. Eriiat WüLäug in Bonn a/Rh. 

Dr.B.PWiUker Univers.-Prof. iu 
Leipzig-Gohlis, BismaTcksti', ü. 

Dr. AI. Würzner, Prof. in Wien. 

Dr. F. Zamcke, Univerft-Prof. in 
Leipzig, t 

Dr. W. Zeitlin in Gomel in Busalmd. 

Dr. U. Zemial , Oberl. in Berlin N., 
GarteuBtmsse 20. 

Dr. A. Zetzsche in Anerbach. 

Dr. J. Znpitza, Univers. -Prot, in 
Berlin, f 



BAND-INHALT. 



Seite 

F. G5rbing, Beispiele von realisierten mythen in den englischen and 
schottischen balladen 1 

Benno Leonhardt, Die textvarianten von Beanmont and Fletchers 
yjPhilaster, or Love Lies A-Bleeding" etc., nebst einer zasammen- 
stellang der aasgaben and litteratar ihrer werke. IV. The Maid^s 
Tragedy 14 

J. Doaglas Brace, TheMiddle English metrical romance "LeMorte 
Arthnr'' (Harleian MS. 2252): Its soorces and its relatiou to Sir 
Thomas Malory's "Morte Darthar" 67 

Leo Wiener, Engl, rununage, Franz. maquignon, mctquiUer, maa- 
que etc. 101 

Leo Wiener, Boman. ogro, orco 107 

E. Einenkel, Das indefinitam. V 109 

F. Holthaasen, Za alt- and mittelenglischen dichtangen. XIL . . 123 

H. Schmidt-Wartenberg, Das Newberry manaskript von James 
Thomsons jagendgedichten 129 

Wilhelm Dibelias, John Capgrave and die englische Schrift- 
sprache. 1 153 

Ewald Flügel, Chaacer's kleinere gedickte, n. Anmerkongen 
zom text 195 

Ewald Flügel, Zu Chaacer's prolog za CT 225 

C. Alp honso Smith, A Note on the Concord of CollectiTes and 
Lidefinites in English 242 

F. Holthaasen, Zu alt- and mittelenglischen dichtangen. Xm. . 249 

Alois Pogatscher, Unaasgedrücktes sabjekt im Altenglischen. . 261 

Alois Pogatscher, Die englische (S/e-grenze 302 

Alois Pogatscher, Das westgermanische deminntivsaffix -inkü . 310 

J. Perry Worden, Longfellow's Tales and their Origin .... 316 

Wilhelm Dibelias, John Capgrave and die englische Schrift- 
sprache, n 323 

Henry Marvin Beiden, Poe's Criticism of Hawthome .... 376 



Vm BAKB-mHALT. 

Seite 

F. Gör bin g, Die bailade The Marriage of Sir Gawain (Childl. 31; 
Haies & Fnmiyall, Percy^s Folio Ms. I. s. 103) in ihren beziehungen 

zu Chaucers Wife of Bath's Tale und Gowers erzählung von Florent 405 

John Louis Haney, The Color of Coleridge's Eyes 424 

Wilhelm Dibelins, John Capgrave und die englische Schrift- 
sprache. III 429 

G. P. Thistlethwaite, Ueber die spräche in Tennyson*s "Idylls of 
the King'' in ihrem Verhältnis zn Malory's Morte d' Arthur and 
Mabinogion 473 

F. Holthausen, Zu alt- und mittelenglischen dichtungen. XIY. . 516 

N.W. Thomas, Zur etymologie von Maske 517 

Hermann Suchier, Romanger 521 

G. Krüger, Zu A Note on the Concord of Collectives and Indefinites 

in English 523 



DEM UNERMÜDLICHEN FÖRDERER UNSERER FACHWISSENSCHAFT 

FREDERICK J. FURNIVALL 



zu SEINEM 75. GEBURTSTAGE 



IN STETER DANKBARKEIT 



GEWIDMET 



VON DEN HERAUSGEBERN DER 
ANGLIA 



BEISPIELE VON REALISIERTEN MYTHEN 
IN DEN ENGLISCHEN UND SCHOTTISCHEN 

BALLADEN. 

(Zu g^niide liegt Childs sammluiig.) 



Der eigentümUche Vorgang in der volkssage, der uns am 
eclatantesten im Beowulf entgegentritt, die Vermischung von 
mythen und historisch-poetischen elementen, lässt sich auch in 
den englischen und schottischen bailaden verfolgen. Natürlich 
wird es bei dem grossen Zeitraum, der zwischen dem verfall 
heidnischer Vorstellungen und der entstehung der bailaden 
liegt, kaum möglich sein, gestalten geschwundener götter aus 
menschlichen balladengestalten herauszuschälen — man müsste 
denn den von der neueren forschung im gefolge Mannhardts 
verworfenen weg einschlagen, den J. Grimm zur erklärung der 
gestalt Robin Hoods gegangen ist — , aber die mythischen 
gestalten, die in den bailaden selbst noch leben, die zahlreichen 
geister der sogenannten niederen mythologie, sind in ver- 
menschlichter gestalt der gegenständ einer ganzen reihe von 
bailaden. Der drang nach klarheit und begründung, der 
neben dunklem aberglauben und festhalten an unverstandenem 
unverkennbar in den bailaden wie in aller volkspoesie herrscht, 
bisweilen auch die wachsende einsieht, mögen es bewirkt 
haben, dass in zahlreichen fällen das mythische mehr oder 
minder abgestreift, die sage realisiert wurde. Andere ähnliche 
nicht mythische balladen dürften dabei auch nicht ohne ein- 
fluss gewesen sein. Allerdings wäre es wohl möglich, dass in 
einzelnen fällen umgekehrt mythische gestalten auf grund 
ihrer beliebtheit erst später eingeführt wurden. Daher, sowie 

▲nglU. N.F. XI. 1 



2 F. GÖRBIKay 

auch aus räcksicht auf die möglichkeit selbständiger ent- 
stehung y wird man eine mythische ballade erst auf ihre ur- 
sprlinglichkeit prüfen müssen, bevor man von ihrer realisierung 
sprechen darf. 

Die ähnlichkeit zwischen mythischen und nichtmythischen 
bailaden ist bisweilen derart, dass sie als verschiedene f assungen 
derselben sage erscheinen. Zwei beispiele dieser art bieten 
die bailaden Child I, 4 und 41. 

In A und B der Ball. I, 4 wird erzählt , wie ein elf ein 
mädchen entführt, um es zu töten, wie er bereits sieben ge- 
tötet hat, aber ihrer list erliegt und selbst sterben muss. In 
den folgenden fassungen wird ganz dasselbe behandelt, sodass 
ihre Zugehörigkeit zu den ersten ohne zweifei ist, aber an 
stelle des elfen finden wir einen menschen, Talse Sir John', 
*a Woody knight', *a false priest' (IV, s. 442) etc. Nichts an 
ihm ist elflsch, dass er aber aus dem elfen der ersten fassungen 
hervorgegangen ist, wird wahrscheinlich durch die von Child 
in seiner einleitung zusammengestellten zahlreichen Versionen 
dieser ballade bei anderen Völkern, in denen ebenfalls mythische 
beziehungen vorhanden sind. In einer grossen anzahl derselben 
trägt der entführer züge, die an ein übernatürliches wesen er- 
innern. Er verlockt in den meisten fällen das mädchen durch 
seine zauberhafte musik. In vielen der lieder, in denen das 
mädchen dem entführer das haupt abschlägt, redet das abge- 
schlagene haupt. In einigen fordert es das mädchen auf, in das 
hom des getöteten zu stossen, augenscheinlich um seine freunde 
herbeizulocken, wie es in einer niederdeutschen fassung that- 
sächlich geschieht (Ch. I, s. 486 A etc.). Das hom ist also ein 
zauberhorn, wie das des elfen (cl Diss. s. 10). In einigen 
sagen ist der entführer übernatürlichen ureprungs (Ch. I, s. 50 ff.). 
Blutige quellen entspringen vielfach da, wo der mörder haust. 
In einer deutschen fassung befindet sich die blutquelle vor 
dem eingang in den wald — nach Child am unrechten orte. 
Wenn wir uns aber erinnern, dass in „Thom. Rymer" die 
blutigen quellen vor dem elfenlande lagen, so können wir in 
dieser läge der quelle vielleicht erst recht ein zeichen 
dafür erblicken, dass der wald einmal als elfenbehausung ge- 
dacht ist. 



') GOrbing, Disa. Hai. 1899. 



MYTHEN IN DEN BNOL. ü. SCHOTT. BALLADEN. 3 

Aus dem namen des entffthrers auf seine person zu 
schliessen, ist immer gewagt. Jedoch wäre es nicht unmöglich^ 
dass dän. Hollemen, Oldemor, hell. Halewyn, norweg. Bulleman 
irgendwie mit Holda (norw. dän. HuUa, Huldra, Huldre, Gr. 
D. M. I, 225) oder hyldemoer, das nach Grimm (J). M. I, 877) 
ebenfalls eine bezeichnung Holdas ist, nach Mannhardt (Baum- 
kultus der Germ. s. 10 f.) den dem Holunder innewohnenden 
baumgeist bezeichnet. Dän. hyldemänd, Island, huldumenn 
(Gr. ibidem) liessen sich vielleicht ebenfalls heranziehen. 

WiUkür der erzähler hat augenscheinlich bei den namen 
am meisten gewirkt. Dem beiden wurden vielfach beliebte 
namen beigelegt. Darauf weist schon das vorkommen des 
namens Roland (Ch. I, s. 25 f.). 

Aehnlich wie der elf in „Lady Isabel and the Elfknight^ 
ist Hind Etin (I, 41), der elfische riese (et Diss. s. 19), reali- 
siert Nur tritt seine mythische natur noch deutlicher in 
allen fällen hervor. Er ist in A zu des königs ^cupbearer' 
(A15), in C zu 'Hastings the groom' geworden. Dabei trägt 
er in A alle züge des elflschen riesen. In G ist die reali- 
sierung weiter vorgeschritten. Nur ein zug deutet noch an 
dem entführer auf mythischen Ursprung: er entführt das 
mädchen in einem nebel. Auch die siebenzahl der kinder ist 
beibehalten. Nicht unwichtig ist es, dass in den von Child 
(I, s. 361) angeführten entsprechenden sagen anderer ger- 
manischer Völker immer elfische wesen auftreten, sodass wir 
hier mit Sicherheit die mythische sage als die ursprüngliche 
ansehen dürfen. 

Als ursprünglich mythisch, also zusammenhängend mit 
den ältesten Vorstellungen, treten die bailaden „Lady Isabel 
and the Elfknight^' und „Hind Etin^ an die spitze des balladen- 
cyclus, dem sie ihrem hauptmotiv nach angehören; das ist 
der grosse kreis der entführungsballaden. „Lady Isabel and 
the Elfknight" ist insbesondere der mythische typus jener 
bailaden, in denen sich der entführer als falsch und räuberisch 
herausstellt, während Hind Etin die mythische Verkörperung 
der weniger grausam gearteten entführer ist. 

Jedoch würde es verfehlt sein, wollte man etwa die 
sämtlichen entführungsballaden auf ihre mythischen ver- 
wandten zurückführen, vielmehr ist es sehr wahrscheinlich, 
dass sie selbst von nicht unbedeutendem einfluss auf diese 



4 F. OÖBBING, 

gewesen sind. Immerhin ist nicht zu verkennen, dass in 
einigen dieser bailaden sich züge finden , die man ohne 
Schwierigkeit auf mythischen Ursprung zurückführen kann. 

Der räuber, *banisht man', 'outlyer bold', der im walde 
mädchen überfällt und ihnen die wähl stellt zwischen tod und 
schände (1, 14), erinnert lebhaft an den grausamen Elfknight 
Er tötet die drei Schwestern, die ihm nicht zu willen sind. 
Nach den einen fassungen ist der räuber der bruder seiner 
Opfer, und er tötet sich selbst, als er dies erkennt. Nach E 
ereilt ihn die räche durch den zufällig herbeieilenden bruder, 
bevor er die dritte Schwester getötet hat. Besonders erinnert 
an die elfenballaden der umstand, dass der räuber in A und 
C die mädchen beim blumenpflücken überrascht, wie Hind 
Etin und der Elfknight. Das eingreifen des bruders in E 
erinnert an die ausländischen der englischen ballade I, 4 
parallelen lieder, in denen der bruder das mädchen aus den 
bänden des mörders befreit oder wenigstens räche übt (Ch. einl. 
zu I, 4). 

Die raublust des elfen aus der ballade I, 4 finden wir in 
„ Young Andrew" wieder (1, 48). Andrew, der Hochländer, wie 
er für eine ganze reihe entführungsballaden typisch ist (z. b. 
9, 222, 223, 224, 225, 258), ») vei-führt eine junge Engländerin 
und verspricht ihr die ehe. Er entflieht mit ihr, nachdem 
sie ihm einen grossen teil von ihres vaters gut gebracht hat. 
Unterwegs beraubt er das mädchen, selbst das hemd lässt er 
ihr nicht, und schickt sie nackend heim. So fordert der elf 
I, 4 die entführte auf, schmuck und kleider abzulegen, bevor 
er sie töte. Aehnlich wie der räuber (1, 14) dem mädchen 
die wähl zwischen tod und schände stellt, so lässt hier Andrew 
die entführte entscheiden, ob sie auf seines Schwertes spitze 
sterben oder nackend heimkehren will. 

Das geraubte gut ist für des Schotten frau bestimmt. 
Das erinnert an Quintalins mutter, die unter dem mühlrad 
haust, und in deren höhle man den schmuck der von ihrem 
söhne beraubten mädchen findet (Ch. I, s. 50). Aehnlich ist 
vielleicht die gestalt der schönen frau aufzufassen, die in 



") I, 9. A 35. Scot8 were never true, nor never wiU be. 

B 14 She ifl not the first that the Scots have begoild. 



MYTHEN TS DEN ENOL. TT. SCHOTT. BALLADEN. 5 

dem ostpreossischen „Schön Hannchen^ den ränber und die 
entfahrte unter einem rosenstrauch erwartet (Ch. V, s. 207). 

Die ballade „Young Andrew" bildet ein Zwischenglied 
zwischen „Lady Isabel and the Elfknight" und „The Fair 
Flower of Northumberland". Diese ballade läuft ganz ähnlich 
wie „Young Andi*ew", nur im eingang ist ein neues motiv 
hinzugekommen: Der Schotte ist der gefangene des vatera 
der entführten. Er gewinnt ihre liebe, wird von ihr befreit 
und reitet mit ihr und einem guten teil von ihres vaters 
gut davon. 

Eine erinnerung an Hind Etin enthält die gestalt der 
ballade II, 102, in der Robin Hoods geburt erzählt wird. 
Der Verführer ist, wie Etin, diener des vaters der verführten. 
Das schwangere mädchen wird von ihm in den wald ent- 
führt, wo sie gebiert. Vielleicht ist es nicht zufällig, dass 
Kobin Hood, der Outlaw, der so manchen zug der waldgeister 
an sich trägt, hier einen an einen elfen erinnernden vater 
hat, aber ebensowohl ist es möglich, dass wir in der ballade 
ein reis jener beliebten gattung haben, durch die „Hind Etin" 
beeinflusst ist, deren gegenständ die liebe eines edlen mäd- 
chens zu einem manne niederen Standes bildet (z. b. 100, 109, 
232, 269). 

Bemerkenswert ist die ballade IV, 200: „The Gypsy 
Laddie". Eine vornehme dame wird durch den gesang der 
zigeuner aus dem haus gelockt und von ihnen bezaubert, 
sodass sie haus und gatten verlässt und sich einem zigeuner 
ergiebt. 

Child zeigt in der einleitung, wie die namen der betei- 
ligten Personen in die ballade hineingekommen sind. Daraus 
geht hervor, wie das volk seine sagen an näher stehende per- 
sonen und ereignisse anknüpft, die ursprünglich mit der sage 
nichts zu thun hatten. 

Es würde etwas kühn sein, zu schliessen, dass die zigeuner 
in ähnlicher weise in die ballade eingedrungen wären, da sie 
dem späten Volksglauben näher standen als die elfen, aber 
immerhin ist eine starke ähnlichkeit mit den elfischen balladen 
unverkennbar. Der bezaubernde gesang und der zauber, mit 
dem die dame umsponnen wird, sodass sie das rauhe Zigeuner- 
leben dem üppigen leben im schlösse ihres gemahls vorzieht, 
entspricht ganz dem zauber, den die elfen auf den menschen 



6 F. GÖRBINOy 

aasüben. Die menschen, die in der elfen gewalt geraten, 
können sich von ihnen nicht frei machen, und der erdhanfen, 
in dem sie mit den elfen feste feiern, erscheint ihnen ein 
prächtiges schloss (Grimm, Jr. E.-M. — Diss. s. 6, 10 ff.). 

Wenn es erlaubt ist, einen Vorgang in der poesie eines 
Volkes durch entsprechende Vorgänge bei fremden Völkern zu 
illustrieren, so könnte man darauf verweisen, dass in einem 
sttdslavischen liede ganz ähnlich die zigeuner für die elfen- 
ähnlichen Yilen eingetreten sind (Erauss, Volksglaube und 
religiöser Brauch der Südslaven. Darstellungen aus dem Ge- 
biete der nichtchristl. Religgesch. H, s. 73). 

Aehnlich wie der ^entführer' würde sich die gestalt des 
in den bailaden so beliebten ^Outlaw' mit elflschen wesen in 
parallele setzen lassen. Da jedoch bei dieser balladenflgur 
die verschiedensten einflüsse in betracht zu ziehen und die 
meisten elemente ihrer Zusammensetzung nicht mythisch sind, 
fällt ihre behandlung nicht in den rahmen dieser abhandlung. 

Eine erinnerung an die weissagende nixe, die zwar in den 
bailaden nicht auftritt, aber sonst in der germanischen sage 
als weissagende, ratende und helfende 'Merminne' eine häufige 
gestalt ist (Grimm, D. M. I, 360 f.), könnte man in der 
Wäscherin erblicken, die Wallace die mitteilung von der an- 
wesenheit seiner feinde, der Engländer, im nahen Wirtshaus 
macht (ni, 157). Auch die nixe in „Clerk Colvill" wird 
waschend angetroffen. 

Eine ballade, in der die bösen eigenschaften der elfen auf 
eine weibliche gestalt übertragen zu sein scheinen, ist „Lord 
Randar' (1, 12). Nach A beginnt die ballade : 

1. '0 where ha you been, Lord Bandal, my son? 

And where ha yon been, my handsome yonng man?' 
'I ha been at the greenwood; mother, mak my bed soou, 
For Tm wearied wi huntiiig, and fain wad lie down/ 

2. 'An wha met ye there, Lord Bandal, my son? 

An wha met yon there, my handsome yonng man?' 

'0 I met wi my tme-love; mother, mak my bed soon, 

For Fm wearied wi hnntin, an fain wad lie down.' 

Darauf fragt die mutter, was ihm die liebste vorgesetzt 
hat, und muss nach der Schilderung des sohnes Vergiftung 
konstatieren. 



MYTHEN IN DEN ENGL. ü. SCHOTT. BALLADEN. 7 

Das zusammentreffen mit der liebsten im walde passt 
wenig zu der yergiftung. Entweder ist hier der wald zum 
Schauplatz der handlung gemacht einfach auf grund der Vor- 
liebe, die er in den bailaden geniesst, oder, was wahrschein- 
licher ist, es liegt eine Vermischung der sage, von der ,,Clerk 
Colvill'' (L, 42) eine probe bietet, mit den mannigfachen ver- 
giftungsgeschichten vor. Dafür spricht, dass wir sowohl 
fassungen haben, die mit A congruieren (D. E. F.), als solche, in 
denen lediglich die Vergiftung geschildert wird. Es ist wohl 
anzunehmen, dass ursprünglich die geliebte, die den tod ver- 
ursacht, eins jener elfischen wesen ist, wie sie so häufig in der 
volkssage dem mit ihnen umgehenden menschen zum verderben 
gereichen. Später jedoch, da der glaube von den tödlichen 
eigenschaften der elfen dem volke femer gerückt war — nur 
ein beispiel (Clerk Colvill) findet sich davon in den balladen — , 
begriff man nicht mehr, wie berührung oder anblick der ge- 
liebten tödlich wirken könne, und erklärte den tod realistisch 
durch Vergiftung, wobei die zahlreichen wirklichen vergiftungs- 
geschichten hilfreiche band leisteten. Die äusserliche ähnlich- 
keit mit einer stelle in C der bailade „Clerk Colvill" 

I, 42. C 8. mother, mother mak my bed, (do. A 13, B 10) 

ist vielleicht nicht zufällig. 

Die von Child I, s. 375 analysierte norwegische sage 
könnte uns veranschaulichen, wie die ursprüngliche fassung 
von „Lord Bandal" gewesen sein mag. Dort reitet Olaf in den 
wald zu den elfen und erklärt ihnen, dass er sie von jetzt 
an meiden muss, weil er heiraten will. Die elfen strafen seine 
treulosigkeit , indem sie ihm gift reichen. Auch hier wie in 
der anderen norwegischen fassung, in der die elfin dem ge- 
liebten ein Schwert in das herz stösst, ist schon realisierung 
eingetreten, denn die elfen bedürfen sonst dieser hilfsmittel 
nicht, um ihren willen auszuführen. 

Vielleicht ist es eine ähnliche Vorstellung wie in diesem 
balladencyclus gewesen, die der ballade „The Cruel Brother" 
(1, 11) zu gründe liegt. Dort ersticht ein bruder die Schwester 
in dem augenblick, als sie sich vom pferde beugt, ihm den 
abschiedskuss zu geben — ganz ähnlich wie umgekehrt die 
elfln in der eben erwähnten nordischen ballade — , weil ihr 
bräutigam versäumt hat, ihn um seine einwilligung zu der 



8 F. aÖRBINO, 

Vermählung der Schwester zu bitten. Wenn auch vielleicht 
das versehen des liebhabers ein arges war (et Ch. I, s. 1422), 
so ist doch der mord kaum verständlich. Bedenklich ist auch 
das fehlen direkt entsprechender ausländischer fassungen. Un- 
möglich wäre es jedenfalls nicht, dass der bruder an die stelle 
eines verschmähten liebhabers getreten wäre, und da die braut 
trotz der wunde im herzen noch einen ziemlichen weg reitet, 
liegt die Vermutung nahe, dass die wunde nicht von einem 
gewöhnlichen messer herrührt. So reitet auch der von den 
elfen verwundete Olaf in der norwegischen sage heim, bevor 
er stirbt (Ch. I, s. 375). 

Eine beziehung zu dem wilden Jäger kann man in der 
bailade „Lord Thomas and Lady Margaret" erblicken (IV, 260). 

Lord Thomas zieht auf die jagd, Margaret, seine geliebte, 
folgt ihm, der jagd zuzusehen. Als er, sich über die linke 
Schulter umsehend, sie erblickt, ruft er seinen jägem zu: 

A3 ^Go hnnt, go bunt that wild woman, 
CK) hant her far from me!' 

Sie wird über berg und thal getrieben, bis sich ein junger mann, 
der des weges geritten kommt, ihrer annimmt und sie auf 
einem pferd davon führt, unter der bedingung, dass sie sein 
weib wird. Die fassung B weicht etwas ab, insofern als das 
mädchen mit hunden zur Stadt hinaus zum meere gehetzt wird 
und der retter ein schiffskapitän ist. 

Soweit der erste teil der bailade. Im zweiten abschnitt 
hat sich das blättlein gewandt. Thomas kommt als bettler 
vor Margarets haus in der absieht sie zu entführen, wird von 
ihr bewirtet und dabei vergiftet. 

Die Vermutung, dass der zweite teil nicht eigentlich zu 
der bailade hinzugehört, liegt nahe. Er bildet ein conglomerat 
aus entführungs-, verwandlungs- resp. verkleidungs- und ver- 
giftungsmotiv. Der kontrast der beiden teile könnte wohl die 
hinzufügung der fortsetzung veranlasst haben. Dass die hin- 
zufügung völlig unvermittelt geschieht, könnte die Vermutung 
bekräftigen. >) Typische phrasen im zweiten teile von B deuten 
auf den einfluss anderer bailaden. 



*) Der versuch eines Übergangs in B (str. 11) erscheint nicht ur- 
sprünglich. Der name Arrandella weist auf nicht yolkstümlichen einfluss. 



BfYTHEN IN DEN ENGL. ü. SCHOTT. fiALLADEN. 

Der erste teil der ballade bildet ein abgeschlossenes ganzes. 
Er gehört in die kategorie der lieder, die im Deutschen durch 
„Die schwarzbraune Hexe" vertreten sind (Wunderhom [Keclam] 
s. 26, Uhland, Volkslieder I, 240, Böckel, Oberhessische Volks- 
lieder s. 47, D). In diesen liedem jagt und erlegt der Jäger 
mit seinen hunden ein schwarzbraunes mädchen, das bei 
seinem homruf aus dem busch hervorspringt. Wahrschein- 
lich liegt der englischen ballade das gleiche motiv zu gründe, 
und der umstand, dass Margaret die geliebte des Jägers ist, 
beruht auf der späten bemühung, verständlichen Zusammen- 
hang in die erzählung zu bringen. 

Es ist derselbe Vorgang , wie er nach J. Grimm in der 
erzählung Boccaccios von dem gespenst, das seine einstige 
geliebte jeden freitag jagt und von seinen hunden zerfleischen 
lässt, weil sie ihm treulos den tod bereitet, und der ganz 
ähnlichen sage aus Northamptonshire (Laistner, Rätsel der 
Sphinx n, s. 248) vorliegt. 

Die mythische entsprechung dieses Sagenkreises bildet die 
sage von dem wilden jäger, der die moosweiblein, holzweiblein, 
saligen fräulein verfolgt und tötet oder als Grönjette die 
wasserfrau erlegt (Grimm, D. M. I, 359; II, 787 f.; Mannhardt, 
Germ. Mythen 711, 201, 260, Laistner, Rätsel der Sphinx II, 
240 ff., 283). 

Dass dieser mythus bei der bildung der sage von dem 
menschlichen jäger wenigstens nicht unbeteiligt war, wird 
durch verschiedene züge der nichtmythischen erzählungen 
wahrscheinlich. 

Die gestalt des grausamen Jägers in den deutschen liedem, 
der ohne weiteren grund ein mädchen zu tode hetzt, ist nicht 
recht verständlich, zumal sonst in der volkspoesie der jäger 
ein zwar etwas rauher aber den mädchen gegenüber fast zärt- 
licher geselle ist, der von dem ritter der pastorellenpoesie 
manchen zug trägt. Nicht minder befremdlich ist die gestalt 
des schwarzbraunen mädchens, das gleich einem wild aus dem 
busch springt und sich schneller zu laufen getraut als die 
hunde. 



*) Vielleicht nicht nnwichtig ist das vorkommen der jagd nach dem 
weibe in dem „Chevalier du Papegan" (ed. Heuckenkamp, Halle 1697) 
SS. Vn f. der inhaltsang.j s. 3 des textes, 



10 F. GÖRBIKG, 

In der englischen ballade treten zwai* die beziehungen 
zur mythe nicht so klar hervor, denn die jagd ist motiviert, 
aber die gestalt des mädchens trägt ganz die züge der schwarz- 
braunen hexe. Sie wird bergauf bergab gejagt, und doch 
entgeht sie den Verfolgern. Vielleicht ist auch die bezeichnung 
als ^wild woman' (A 3) für ihre natur nicht bedeutungslos. 
In B ist aus wild woman entsprechend der realisierenden 
tendenz dieser fassung 'vile whore' geworden. 

Der retter des mädchens ist vielleicht bloss eingeffihrt, 
um die folgende erzählung von der Vergiftung anknüpfen zu 
können, aber es liegt auch die Vermutung nahe, dass hier eine 
Verderbnis der ursprünglichen sage eingetreten ist. Anstatt 
der Wendung, nach welcher der jäger die verfolgte erreicht 
und auf seinem rosse davon führt, ist hier erzählt, wie der 
retter mit dem mädchen davon reitet. Dass der retter sofort 
bereit ist, eine vertriebene zu heiraten, ohne zu wissen, mit 
wem er es zu thun hat, ist mindestens stark phantastisch. 
Die Wiederkehr der typischen phrase bei der entführung durch 
den retter 

A 8. Then he set her on a milk-white steed, 

Himself npon a gray, — (cf. Child, Einl. zn 260.) 

ist ein zeichen, dass die ballade unter dem einfluss der ent- 
führungsballaden gestanden hat, und unter dem einfluss dieser 
erzählungen könnte es wohl gekommen sein, dass für das davon- 
führen durch den jäger, wie es z. b. in der sage von Grönjette 
geschieht, die Wendung der ballade eingetreten ist. Die ver- 
schiedenen deutschen sagen, in denen der vom wilden jäger 
verfolgten ein helfer zur seite tritt, könnten jedoch auch auf 
einen andern weg zur erklärung dieser merkwürdigen flgur 
weisen. Einwirkung der „Lorinnenehe" und der erlösungs- 
sagen ist nicht unwahrscheinlich (Laistner, Bätsei der Sphinx 
n, 240). 

Auf die sage von der gejagten meerfrau könnte besonders 
der umstand weisen, dass in B das mädchen zum meere gehetzt 
wird. Jedoch ist die fassung B soweit von dem mythus ent- 
fernt, dass man eher annehmen möchte, sie sei bei der reali- 
sierung desselben nicht ohne einfluss gewesen. Will man 
jedoch auch sie auf den mythus zurückführen, so könnte man 
den kettenden schiffiskapitän als den erzählungen entlehnt be- 
trachten, zu denen Bonnie Annie (I, 24) gehört. 



MTTHEN IN DEN BNOL. ü. SCHOTT. BALLADEN. 11 

Aehnlich den entftthnmgsballaden lässt sich aus den 
balladen noch eine gmppe aussondern, deren ursprünglicher 
typus zwar nicht direkt mythisch ist, aber doch den mythen 
so nahe steht^ dass ihre betrachtung hier wohl angebracht ist 
Es sind die zahlreichen verwandlungsballaden. 

Auf der einen seite stehen diejenigen, in denen wirklich 
verzauberte menschen erlöst werden, auf der andern die 
balladen, in denen die Verwandlung sich nicht auf den körper, 
sondern nur auf das gewand erstreckt. 

In den mythischen verwandlungsballaden — wenn eine 
solche dehnung des begriff es 'mythisch' erlaubt ist — ist zu- 
meist^ in den nicht mythischen stets mit der entwandlung eine 
liebesgeschichte verknüpft. 

Vielleicht die älteste der mythischen verwandlungsballaden 
ist „The Marriage of Sir Gawain^ (I, 31), die ballade, in der 
erzählt wird, wie Gawain ein altes hässliches weib heiraten 
muss, die sich auf dem brautbette in ein junges schönes 
verwandelt. Sie war von der Stiefmutter verzaubert. Das 
gleiche motiv findet sich in „King Henry" (I, 32). Dort ver- 
wandelt sich ein übernatürliches wesen von abschreckender 
gestalt und fürchterlichen eigenschaften in ein schönes weib, 
nachdem sie Henrys lager geteilt hat. Erlösung aus dem 
Zauber der Stiefmutter durch den geliebten behandelt „Kemp 
Owyne" (I, 34). In „Allison Gross" (I, 35) ist es die elfen- 
königin, die den von der hexe verwünschten erlöst. Das gegen- 
stück dazu bildet „Tam Lin" (I, 39), deren gleichnamiger held 
von der geliebten aus dem banne der elfenkönigin erlöst wird. 
Verzauberung eines geschwisterpaares durch die Stiefmutter 
und erlösung des bruders durch die entdeckte zauberin ist der 
gegenständ der ballade „The Laily Worm and the Machrel of 
the Sea" (I, 36). 

Die verwünschten haben entweder tierische gestalt (I, 36), 
oder sie sind wesen von so entstellten formen, dass sie einem 
ungeheuer mehr gleichen als dem menschen. 

Hier knüpfen die beziehungen der nicht mythischen ver- 
wandlungssagen an. In diesen tritt der liebhaber in lumpen 
als betüer oder doch ärmlich gekleidet auf, gewinnt das ge- 
liebte wesen und wirft dann das entstellende gewand ab. 
Das ist das hanptmotiv in allen diesen balladen. Nur behand- 
lang und ausgang sind öfter verschieden, 



12 P. GÖBBIKG, 

In „The Jolly Beggar" (V, 279) kehrt ein bettler bei einer 
frau ein, die drei töchter hat. Er schläft auf einem lager aus 
heu und stroh hinter der thüre. Als eine der töchter die 
thttre zuschliessen will, ergreift er sie, und sie ist ihm zu 
willen, da sie ihn nicht erkennt, sondern meint, er sei ein 
vornehmer herr. Als sie schliesslich ihren irrtum bemerkt, ist 
sie höchst aufgebracht. Der bettler stösst in ein hom, und 
seine diener, 24 ritter, eilen herbei. Er lässt seine lumpen 
fallen und ist Hhe brawest gentleman that was amang them a'. 
Er verlässt die verführte, weil sich ihr arger sinn heraus- 
gestellt hat. 

Anders verhält sich das mädchen in „The Beggar-Laddie" 
(V, 280). Sie folgt dem schäfer, der um sie wirbt, nachdem 
sie ihre seidenen gewänder abgelegt hat. Zwar befällt sie 
schäm, wenn sie mit dem geliebten durch eine Stadt wandert, 
aber sie verlässt ihn nicht. Schliesslich kommen sie zu einem 
Schlosse, wo sie von dem bruder des bettlers und einer schar 
schöner damen empfangen und als herrin begrüsst wird. 

Will man in diesen beiden bailaden beziehungen zu mythen 
suchen, so könnte der umstand, dass das auftreten des lieb- 
habers in bettlerkleidung nicht begiündet wird, zu der annähme 
führen, es liege eine ähnliche gaukelei vor, wie wir sie so oft 
in den elfensagen finden. Das schloss, zu dem das mädchen 
in der bailade (V, 280) geführt wird, könnte an das schloss 
in der elfenballade (I, 38) erinnern (Diss. ss. 6, 9). Wie der 
dichter in dieser bailade auf einem freien platze die elfen- 
königin mit 24 damen trifft, so treten hier den ankömmlingen 
24 ritter und ebensoviele damen (nach C 48 damen) im schlösse 
entgegen. Jedoch können diese anklänge auch nur äusser- 
licher natur sein, und für die Verkleidung dürfen wir wohl 
den grund annehmen, den „Lizie Lindsay" giebt, wenn man 
nicht etwa diese begründung auf spätere realisierende tendenz 
zurückführen will. 

In „Lizie Lindsay" (IV, 226) legt Sir Donald, ein schot- 
tischer edelmann, auf den rat seiner mutter ärmliche kleidung 
an, um ein mädchen zu finden, das ihn um seiner selbst 
willen liebt. Er gewinnt in Edinburgh Lizies liebe und führt 
sie heim. 

Mit ihrer absichtlichkeit der Verkleidung bildet diese 
bailade den Übergang zu den Verkleidungsballaden, deren haupt- 



MYTHEN IN DEN ENGL. U. SCHOTT. BALLADEN. 13 

motiv die Verkleidung ist, wie wir sie schon im King Hörn 
finden (z. b. 1, 17; V, 266, 303; H, 105, 103). 

Eine bailade, in der das mädchen verkleidet ist, ist „The 
Knight and the Shepherd's Daughter" (ü, 110). Ein ritter 
verführt im walde ein junges mädchen wider ihren willen. Sie 
verklagt ihn beim könige, und er wird verurteilt, sie zu hei- 
raten. Geld, das er ihr an stelle der ehe bietet, schlägt sie 
aus. Die trauer des ritters über die heirat mit der vermeint- 
lichen Schäferin verwandelt sich in freude, als sich die hohe 
abkunft des mädchens herausstellt. 

Die bailade hat, wie Child mit Motherwell bemerkt, zahl- 
reiche beziehungen zu „The Marriage of Sir Gawain", oder viel- 
mehr zu den bearbeitungen, die dieser stoff durch Gower und 
Chaucer erfahren hat; die einzelheiten der kongruenz sind in 
Childs einleitung festgelegt. 

Ein direkter Zusammenhang der bailade mit der mythischen 
entwandlung lässt sich jedoch nicht erweisen. Sie bildet eine 
Verschmelzung eines der hauptmotive der altfranzösischen 
pastoreilen, das auch sonst oft in den bailaden verarbeitet 
ist (z. b. 111, 112, 108, 236, 46), mit dem motiv der nicht- 
mythischen Verwandlungsballaden. 

Eine ballade, die zwar nicht zu den Verwandlungsballaden 
gehört, aber insofern mit ihnen in beziehung steht, als in ihr 
das auch in den Verwandlungsballaden (besonders „The Marriage 
of Sir Gawain" und „King Henry") hervortretende motiv der 
hässlichen liebhaber verarbeitet ist, ist „Kempy Kay" (I, 33). 
Es wird geschildert, wie ein hässlicher bursche von riesigem 
körperbau ein ihm äquivalentes mädchen heimführt. Die 
Vermutung liegt nahe, dass wir in den beiden verlobten my- 
thische wesen zu erblicken haben — auffällig ist die ähnlich- 
keit mit dem zauberwesen in „King Henry" — , deren über- 
menschliche oder vielmehr unmenschliche eigenschaften nach 
der lächerlichen seite hin ausgebeutet sind. Jedoch ist es 
auch möglich, dass einfach eine humoristische Übertreibung 
menschlicher hässlichkeit vorliegt. 

Halle a/S. F. Görbin o. 



DIE TEXTVARIANTEN VON 

BEAUMONT UND FLETCHERS „PHILASTER, 

OR LOVE LIES A-BLEEDING" etc., 

NEBST EINER ZUSAMMENSTELLUNG DER AUSGABEN UND 

LITTERATUR IHRER WERKE. 



IV. 

THE MAID'S TRAGEDY. 

Colman, Weber, Darley, Dyce, Oliphant, Boyle und Fleay 
bezeichnen diese tragödie als das gemeinsame werk Beaumont's 
und Fletcher's, während die „Commendatory Verses" von H. 
Howard, Thomas Stanley, Robert Herrick und Edw. Waller 
nur von Fletcher, die John Earle's nur von Beaumont als Ver- 
fasser dieses Stückes sprechen, i) Das titelblatt der beiden 
ältesten quartos enthält die namen der dichter nicht, alle 
nächstfolgenden nennen beide als autoren. Als zeit der ent- 
stehung^) des dramas setzt Dyce 1609; angeführt wurde es 



^) Doch ist dem nrteil solcher freunde kein wert beizulegen; vgl. 
CampbeU's Specimens of the British Poets etc., hsg. von Cnnningham 1841, 
p. 87. Jener äussert: „Fletcher's admirers warmly complimented his 
originality at the expense of Beaumont^ und dieser: „Commendatory poems 
at the best reflect very little of real opinion, and when brought into 
biography are more apt to mislead than to inform. ^ 

') Daran knüpft sich bekanntlich die erzählnng Füllers: „[Beaumont 
and Fletcher] meeting once in a Tavem [jedenfalls Mermaid Tavem] to 
contriye the mde draught of a Tragedy, Fletcher undertook to kill the 
King therein; whose words being overheard by a listener (though his 
Loyality not to be blamed herein), he was accused of High Treason, tiU 
the mistake soon appearing, that the plot was only against aDrammatick 
and Scenical King, all wound off in merriment.^ Worthies (Northampt.) 
ed. 1662, p. 288. Vgl. ebenso: „Winstanley's English Poets.*' Darley 



BBimO LEOmSARDT, THE MAID^S TBA6EDT. 15 

zum ersten male nach Malone und Weber 1610; nach Darley 
und Fleay vor 1611. Das stttck erfreute sich lange zeit 
grossen beifalls, selbst nach der „Restoration^ wurde es gern 
gesehen ; Mr. Hart spielte die rolle des Amintor, Major Mohun 
die des Melantius und Mrs. Marshall stellte Evadne dar. In- 
dessen soll noch Karl IL eine weitere aufführung der tragödie 
in ihrem ursprfinglichen gewandte verboten haben ; wenigstens 
behauptet dies Langbaine,^ während Fenton*) sagt: „ — I have 
been assured by my friend Mr. Southeme, that in the latter 
end of that reign he has seen it acted at the Theatre Royal 
as it was originally written by Fletcher (!) , but never with 
Waller's alterations." Jenes angebliche verbot erwähnt Cibber^ 
„as a circumstance, that common fame has delivered down to 
US." „For what Reason" fährt er fort, „the Politicks of those 
Days have only left us to guess. Some said, that the killing 
of the King in that Play, while the tragical Death of King 
Charles the First was then so fresh in People's Memory, was 
an Object too horribly impious for a publick Entertainment 
What makes this Conjecture seem to have some Foundation 
is that the celebrated Waller, in Compliment to that Court, 

alter'd the last Act of this Play Others have given 

out that a repenting Mistress in a romantick Revenge of her 
Dishonour killing the King in the very Bed he expected her 
to come into, was shewing a too dangerous Example to other 
Evadnes then shining at Court in the same Rank of royal 
Distinction; who, if ever their Consciences should have run 
equally mad, might have had frequent Opportunities of putting 
the Expiation of their Frailty into the like Execution. But 
this I doubt is too deep a Speculation, or too ludicrous a 
Reason to be relied on; it being well known that the Ladies 
then in favour were not so nice in their Notions, as to think 
their Preferment, their Dishonour, or their Lover a Tyrant: 



(Works of B. & FL, 1840, p. XXI) weist im anschluss hieran auf etwas 
ähnliches in „The Woman-Hater^ hin, wo „LaEarillo an epicure, from his 
▼agne talk to a friend about g^otesqne means to come at the head of an 
'nmbrana-fish', is accosed by Intelligencers of a plot to 'kill the dnke\ 
his sovereign prince." Vgl. akt I, sc. 3, IIIs n. IVs. 

^) „Account of English Dramat. Poets'', p. 212. 

^ „Obserr. on Walter's Poems^, ed. 1744, p. dxiii. 

•) „Apology**, etc. ed. 1750, p. 282. 



16 BENNO LEONHABDT, 

Besides, that easy Monarch loved his Eoses without Thorns; 
nor do we hear that he much chose to be himself the flrst 
Gatherer of them." Es ist indessen nicht ganz unwahrschein- 
lich, dass in der that das verbot der aufführung erlassen 
worden ist , wenn man bedenkt , dass es Karl 11. doch nicht 
angenehm sein konnte, zufällig in der person des königs in 
diesem stücke die eigne woUust verkörpert zu sehen. >) 

Der Schauspieler Betterton spielte zum letzten male — 
drei tage vor seinem tode — die rolle des Melantius am 
25. April 1710. Theobald^) versichert uns in einer fussnote 
zu der streitscene zwischen Melantius und Amintor im dritten 
akt: „I have always seen it received with vehement applause." 
Weber ^) sagt, dass das stück nicht mehr gespielt worden sei, 
als 1764 Baker's Biographia Dramatica (Companion to the 
Playhouse) erschien. Dagegen wissen wir, dass es, von dem 
Schauspieler Macready verändert und von Sheridan Knowles 
mit drei neuen scenen ausgestattet, in den jähren 1831 und 
1835 im „Drury Lane Theatre", 1834 im Dubliner theater und 
1837 mit erfolg im „Haymarket Theatre" aufgeführt wurde. *) 
Scharf getadelt wird die tragödie von Rymer *) und Theobald, 
die den dichtem ausserdem vorwarfen, dass sie dieselbe nach 
dem Schicksal der Aspatia benannten — , Hazlitt ®) hält sie für 
„one of the poorest of their pieces", Hallam ') zählt sie „among 
the best" und Dyce ^) „regards it as the greatest tragic effort 
of Beaumont and Fletcher, notwithstanding the undeniable 
faults of the story." Interessant ist das urteil des deutschen 
Übersetzers, von Gerstenbergs, vgl. s. 27 ff. 

Der erste druck des dramas fällt in das jähr 1619; 
leider war derselbe in der bibliothek des Britischen Museums 
nicht vorhanden, so dass ich ihn nicht benutzen konnte; wenn 
ich trotzdem einige lesarten daraus anführe, so sind dieselben 



*) Vgl. 8. 9, Macready's vorrede. 
«) „The Works of B. und Fl." etc. 1750. 
4 „The Works of B. & Fl." etc., Edinb. 1812. 
*) Vergleiche s. 26. 

^) „Tragedies of the Last Age considered and examined etc." 1692. 
Siehe s. 58. 

*) „Lectures on the Dramat Lit. of the Age of Elizab.", 1840, p. 135. 
') „Introd. to the Lit. of Europe", 1843, vol. m, p. 99. 
•) „Works etc." I, xxxi. 



TBXTVABIANTBN. IV. THE MAID'S TBAGBDY. 17 

der ausgäbe von Dyce entlehnt, welchem diese erste quarto 
zu geböte stand. Ich habe den zweiten druck aus dem jähre 
1622 meinen Untersuchungen zu gründe gelegt, aus dessen 
titelblatt (vgl. „newly perused, augmented, and inlarged") 
hervorgeht, dass der erste unvollständig und lückenhaft ge- 
wesen sein muss. Beide haben einen und denselben Verleger. 
Wahrscheinlich ist das Verhältnis zwischen diesen beiden 
quartos dasselbe wie das zwischen den beiden ersten ausgaben 
Philaster's. Der titel des ersten druckes ist nach Dyce: 

„The Maides Tragedy. As it hath beene diuers times 
Acted at the Blacke-Friers by the Kings Maiefties 
Seruants. London. Printed for Francis Constable and 
are to be sold at the white Lyon ouer against the 
great North doore of Pauls Church 1619. 4«." 

Ich bezeichne diese ausgäbe mit a. 

Der zweite druck stammt aus dem jähre 1622. Der 
titel lautet: 

„The Maids Tragedie. As it hath been diuers times 
Acted at the Black-Friers by the Kings Maiefties 
Seruants. Newly perufed, augmented, and inlarged, 
This fecond Impreffion. 

London, Printed for Francis Conftable, and are 
to be fold at the White Lion in Pauls Church-yard. 
1622." 

Das titelblatt dieser quarto, die ich b nenne, enthält einen 
holzschnitt, welcher darstellt, wie Amintor Aspatia in die 
brüst sticht. 

Die dritte quartausgabe, c, zeigt dasselbe bild und ge- 
hört dem jähre 1630 an. Sie führt den titel: 

„The Maids Tragedie. As it hath beene diuers times 
Acted at the Black-Friers by the Kings Maiefties 
Seruants. 

Written by Francis Beaumont, and John Flet- 
cher Gentlemen. 

The third Impreffion, Reuifed and Refined. 

London, Printed by A. M. for Richard Hawkins, 
and are to bee fold at his Shop in Chancery-Lane neere 
Serjeants-Inne. 1630." 

AngUft. N. F. XI. 2 



18 BENNO LBONHABDT. 

Nach dem personenverzeichnis 9 erklärt der Verleger, weshalb 
dem stücke kein prolog vorausgeht: 

The Stationers Cenfure. 

„Grood Wine requires no Bufh, they fay, 

And I, No Prologue fuch a Play: 

The Makers therefore did forbeare 

To haue that Grace preflxed here. 

But ceafe here (Censure) leaft the Buyer 

Hold thee in this a vaine Supplyer. 

My Office is to f et it f orth 

Where*) Fame applauds it's^) reall worth." 

Diese verse, welche in b und jedenfalls auch in a fehlen, sind 
in allen folgenden quartos enthalten. 

Der vierte druck, d, mit demselben bild versehen wie b 
und c, trägt die Jahreszahl 1638. 

„The Maides Tragedie: As it hath beene divers times 
Acted at the Black-Friers by the Kings Maiefties 
Servants. 

Written by Francis Beaumont, and John Flet- 
cher Gentlemen. 

The fourth Impreffion, Revifed and Refined. 

Printed by E. G. for Henry Siepherd, and are to 
be fold at the figne of the Bible in Chancery lane. 
1638." 

Der fünfte druck zeigt ebenfalls den erwähnten holz- 
schnitt und trägt die Jahreszahl 1641. Ich bezeichne ihn 
mit €. Der titel lautet: 

„The Maids Tragedie. As it hath beene Divers times 
Acted at the Black-Friers, by the Eings Majefties 
Servants. 

Written by Francis Beaumont, and John Flet- 
cher Gentlemen. 



*) Hinter den hanptpenonen des Stückes sind m diesem exempl&r des 
Brittischen Museums yon unbekannter hand die namen der betreffenden 
darsteiler eingeschrieben. 

») „i. e. whereas". (W). 

>) Druckfehler, aUe folg. drucke: „tts**. 



TEXTVARIAKTBN. IV. THE MAID'S TRAöBDT. 19 

The fifth Imprefsion Reyifed and Beflned. 

London Printed by E. P. for William Leake, and 
are to be fold at bis fhop in Chancery-lane, neere 
the Rowles. 1641." 

Den sechsten druck bilden zwei quartansgaben ; die 
eine, /i, enthält das bild^ und stammt ans dem jähre 1650. 
Mit ihr beginnt eine bessere Interpunktion, auch tritt das 
apostroph an seine richtige stelle. Sie ist betitelt: 

„The Maids Tragedy, As it hath been divers times 
Acted at the Black-Friers, by the King's Majefties 
Servants: Written by Francis Beaumont and John 
Fletcher, Gentlemen. 

The fixth Lnprellion, Eevifed and Corrected exactly 
by the Original. London. Printed for William Leake, 
at the Crown in Fleet-street, between the two Temple 
Gates. 1650." «) 

Die andere quarto dieses druckes entstand im jähre 1661, 
ich nenne sie f^. Hier fehlt das bild. 

„The Maids Tragedy, As it hath been divers times Acted 
at the Black-Friers, by the Kings Majefties Servants. 
Written by Francis Beaumont, and John Flet- 
cher, Gentlemen. The fixth Imprelfion, Revifed and 
Corrected exactly by the Original London, Printed in 
the Year 1661." 

Der siebente druck in quarto, ^, ohne bild, gehört dem 
jähre 1686 an.») 



^) Dyce bemerkt 1 312 irrtümlich, dass dieser dmck kein bild enthalte. 
') DaB Britische Mnsenm besitzt zwei exemplare dieser ausgäbe. 
*) Dieser dmck lag mir als nnmmer 6 in einem qnartband yor, der 
noch folgende stücke enthielt: 

1. Circe, a Tragedy by Charles D'Avenant, L. L. D. 1685. 

2. The Prophetess [by Beaumont & Fletcher]. 

3. Amphitryon; or The Two Socia's, a Comedy by Mr. Dryden. 1690. 

4. The Songs of Amphitryon , with the Musick. Compofed by Mr. 

Henry Pyrcell. London 1690. 

5. All for Love, or the World well Loft, a Tragedy written in 

Imitation of Shakespeare*s Stile, by John Dryden. 1678. 
7. The EngliTh Frier: or The Town Sparks, a Comedy by Mr. 
Crowne. 1690. 



20 BEimO LBONHARDTy 

„The Maids Tragedy, As it hath been Acted at the 
Theatre Royal, By Their Majef ties Servants. Written by 
Francis Beaumont i 

and > (xentlemen. 

John Fletcher, ) 
London, Printed for R. Bentley and S. Magnes in 
Ruffel-rtreet in Co vent- Garten. 1686." 

Der achte druck in 4<>, aus dem jähre 1704, gleichfalls 
ohne holzschnitt, von mir mit A bezeichnet, führt den titel: 

„The Maids Tragedy, As it hath been Acted at the 

Theater Royal, by their Majefties Servants. Written by 

Francis Beaumont 

and 

John Fletcher, 

London: Printed for Richard Wellington at the 

Dolphin and Crown at the Weft-End of St. Paul's 

Church-Yard. 1704." 

Sämtliche quartos sind nur in akte eingeteilt 

Ein weiterer druck des Stückes liegt in der folioaus- 
gabe vom jähre 1679 vor, welche uns bereits unter dem buch- 
staben B bekannt ist. Dieser druck enthält weder den er- 
wähnten holzschnitt noch „the Stationer's Censure". 



Gentlemen. 



8. Annys Mirabiliß. The Year of Wonders, M. DC. LXVI. An 

Hiltorical Poem. 
Also a Poem, Astraea Hedyx, on the Happy Beftoration and 

Return of his Late Sacred M^efti Charles the Second. 
Likewise a Panegyrick on His Coronation. 
Together with a Poem to My Lord ChanceUor Prefented on 

New-Years-Day 1662. By John Dryden, Efq. 1688. 

9. The Hind and the Panther, a Poem in Three Parts. The Second 

Edition. 1687. 

*) Potter erwähnt in seiner „Bibiiography of Beanmont and Fletcher" 
(vgl. Angl. N. F. Vn. 8. 542 ff.) noch eine quarto aus dem jähre 1717 : „The 
maid's tragedy. . Written by Mr. Francis Beaumont and Mr. John Fletcher. 
London, printed for J. T. and sold by J. Brown at the Black Swan without 
Temple-Bar. 1717. 4°"; femer einen druck in 16**: „The maid*s tragedy". 
(No. 18 of the English iibraiy. Zürich, 1881—84). Beide drucke sind mir 
leider nicht bekannt geworden. Es bedarf wohl kaum der erwähnung, dass 
das stück noch in vielen sammelausgaben („Select Plays") Verbreitung ge- 
funden hat, vgl. Anglia. N. F. YIL s. 39 ff. 



TEXTVARIANTBN. IV. THE MAID^S TBAGEDT. 21 

Von den sogenannten auszfigen und bearbeitungen (alter- 
ations) sind zu erwähnen: 

1. „The Testy Lord, a droU", in Kirkman's Wite, or 

Sport upon Sport, vgl. Anglia N. F. VII, s. 50. Der 
inhalt bezieht sich auf Calianax, Aspatias vater. 

2. „The Maid's Tragedy Altered. With fome other Pieces. 

By Edmund Waller, Esq. 

Not before Printed in the feveral Editions of his 
Poems. London, Printed for Jacob Toni on, at the 
Judges Head in Chancery Lane, near Fleet-ftreet, 
1690." 

Dieser bearbeitung geht folgender prolog voraus: 

Scarce fhould we have the boldnefs to pretend 

So long renown'd a Tragedy to mend: 

Had not already fome deferv'd your praife 

With like attempt. Of all our eider Plays, 

This and Philaster have the lowdeft fame: 

Great are their Faults, and glorious is their Flame. 

In both our Englifh Genius is expreft: 

Lofty and bold, but negligently dreft. 

Above our Neighbours our Conceptions are: 
But faultlefs Writing is th' effect of Care. 
Our Lines reform'd and not compos'd in hafte; 
Polifht like Marble, would like Marble laft. 
But as the prefent, fo the laft Age writ; 
In both we find like negligence and wit. 
Were we but lefs indulgent to our faults, 
And patience had to cultivate our thoughts; 
Our Mufe would flourifh, and a nobler rage 
Would honour this, thad did the Graecian Stage. 



*) Potter erwähnt an steUe dieses dnickes einen anderen aus dem 
jalire 1690: 

„The second part of Mr. Waller's poems. Containing his alteration 
of the Maids tragedy, and whatever of his is yet nnprinted .... 
London, printed for Tho. Bennet, at the Half-Moon in St. Pauls 
Churchyard. 1690. 8*^'', mit der bemerkung: 

„Only the last act of the alteration, which gaye to the play 

a happy ending, is printed.^ 



22 'bbnno LEONHABDT9 

Thus f ays our Author, not content to fee 
That Others write as carlelly as He. 
Tho he pretends not to make things compleat; 
Yet to pleafe You, he'd have the Poets f weat. 

In this old Play, what's new we have expreft, 
In rhiming Verse, diftinguiDTd from the reit: 
That, as the Roan its hafty way does make, 
Not mingling Waters, thro Geneva^s Lake: 

So having here the different ftiles in view, 
You may compare the former with the new. 

If we lefs rudely fhall the Enot unty, 
Soften the rigour of the Tragedy: 
And yet preferve each perfons character: 
Then to the Other, This you may prefer. 
'Tis left to you: the Boxes and the Pit, 
Are f overaign Judges of this fort of Wit. 
In other things the knowing Artift may 
Judge better than the people: but a Play, 
Made for delight, and for no other uf e, 
If you approve it not, has no excufe. 

Das stück ist ohne personenverzeichnis , nicht in akte und 
scenen eingeteilt und schliesst mit folgendem 

Epilogue, 
Spoken by the Eing. 

The fierce Melantius was content, you fee, 
The King fhould live ; be not more fierce than he. 
Too long indulgent to fo rüde a Time; 
When Love was held fo capital a Crime, 
That a Crown'd Head could no compaffion find; 
But dy'd, because the Eiller had been kind. 
Nor is't lefs ftrange fuch mighty Wits as thofe 
Should ufe a Style in Tragedy, like Profe. 
Well founding Verfe, where Princes tread the Stage, 
Should fpeak their Vertue, or defcribe their rage. 
By the loud Trumpet, which our Courage aids, 
We leam that sound^ as well as fenfe, perfwades. 



TEXTVARUNTEN. IV.[tHE MAID'S TRAGBDT. 23 

And Verses are the potent charms we oTe, 
Heroic Thonghts and Vertue to infufe. 

When next we act this Tragedy again, 
Vnlefs you like the Change, we fhall be flain, 
The innocent Afpafia's Life or Death, 
Amintor's too, depends upon your breath. 
Excefs of Love was heretofore the caufe; 
Now if we dye, 'tis want of your applaufe." 

Nach dem titelblatt dieses bandes finden wir folgende notiz : 

„Most of the foUowing Pieces, being unflnifh'd, were never 
intented to be publifh'd; but that a Perlon^ who had borrowed 
a Manufcript Copy of them, took upon him to print them. 
The Copy from which they were printed, was very Lnperfect; 
and there being noe means left to f upprels them, it was thought 
fit to suffer them to be more correctly printed from the laft 
and trueft Ciopies." 

Auf den epilog folgt die bemerkung: 

„Mr. Waller in his first Thoughts of Altering this Play, 
pitcht upon a defign of making Evadne go among the Veltals. 
But conüdering, that the Perlons in this Play are fuppos'd 
to be Heathens, who never admitted any but pure Virgins 
among their Veftals, he changed his defign.^ 

3. „The Bridal. A Tragedy in five Acts. Adapted for 
Representation (With three Original Scenes, Written 
by James Sheridan Knowles, Esq.) From the Maid's 
Tragedy, of Beaumont and Fletcher, as performed at 
the Theatre Royal Haymarket. 

Correctly printed from the Prompteres Copy with 
Remarks, the cast of Charakters, costume, scenic 
arrangement, sides of entrance and exit, and relative 
positions of the dramatis personae. 

niustrated with an engraving, by Pierce Egan the 
Younger, from a drawing taken during the represent- 
ation. London: Chapman and Hall, 186 Strand." 



*) Siehe: „The Acting National Drama, vol. I, edited by Benj. Webater, 
Comedian, London 1837.'' 

Potter führt nicht diesen, sondern folgenden druck an : 



24 BENNO LEONHABDTy 

Das bild bezieht sich auf akt IV, scene 1. 

Dem stück geht eine vorrede von W. C. Macready voraus. 
Aus derselben hebe ich folgendes hervor: 

„In the catalogue of Beaumont and Fletcher's works, the 
Maid's Tragedy has always ranked, if not first, among the 
very first: for many years it retained its popularity on the 
stage, being ' frequently acted, and with the greatest applause'. 

In the preface to the edition of their plays 1711, it is 
mentioned, that after the Restoration, Hart and Mohun were 
the Amintor and Melantius, and Mrs. Marshai the Evadne, 
and their efforts in thofe parts are spoken of as 'deservedly 
famous'. Betterton succeeded Mohun as the representative of 
Melantius, and for the ref t of his life it was esteemed one of 
his most flnished Performances. For some years the play was 
withdrawn from the stage, in obedience to an interdict laid 
on its representation by Charles II, whose licentious habits 
must have made the application of that part of the moral 
particularly distasteful, which points to the *unlooked for, 
sudden deaths' of *lustful kings' as a heavenly Visitation. 
Waller strove to set the favourite play upon the stage again 
by the Substitution of a more courtly termination; and tapered 
down the grand and massive proportions of this noble work 
into a sickly and fantastic form; the several parts so finely 
discriminated, and yet so harmoniously blended, in the nervous 
verse of Beaumont and Fletcher, losing tone, form, and all 
distinctive qualities in Waller's feeble rhyme. It is more than 
probable, that Waller's alteration was never brought on the 
stage; that it was not permitted to retain possession of it, 
is proved by the testimony of Southeme, who in the latter 
part of Charles the Second's reign had seen the play acted, 
as it was originally written. With Betterton, whose death 
was accelerated by his exertions in the part of Melantius, 



„The bridal. A tragedy in five acts, adapted for representation 
(with three original scenes, written by James Sheridan Knowles, 
Esq.) from the Maid's tragedy of Beaumont & Fletcher. As per- 
formed by Mr. Macready. With the stage business, cast of cha- 
racters, relative positions, et«. New- York, TVilliam Taylor & Co. 
N. D. 12°'^ mit dem hinweis auf 

„y. 6 (no. 45) of The modern Standard drama .... Edited by 
Epes Sargent New York, Samuel French. N. D. 12«", 



TBXTVABTANTEN. IV. THE MAID'S TRAGEDT. 25 

the last in which he ever appeared, the Maid's Tragedy seems 
to have died, as an acting drama; yet surely none of the 
plays that have occupied its place (after those of Shakspeare), 
can hold comparison with it for variety and truth of character, 
for simplicity and power of language, for poetry and passion !" 

Macready erzählt darauf, dass er schon seit langer zeit 
dem stücke seine aufmerksamkeit geschenkt hätte, und eine 
aufführung desselben wünschte, besonders auf anregung seines 
freundes Shiel, welcher die beurbeitung unternahm, aber nicht 
zu ende führte. Er wendete sich sodann an Sheridan Knowles. 
„He", so fährt er fort, „embraced the proposal with his habitual 
ardour, but in a few weeks abandoned it under the persuasion, 
that the beauties and deformities of the work were inseparable, 
— that the grossness, which deflled it, was an integral part 
of it, and could not be removed without injury to the effect 
of what remained. 

My expectations were thus again disappointed , but my 
judgment was not convinced. To me, the mistake of our great 
poets seemed not in the outline, but in the Alling up of the 
Story; the offensive situations and language being neither 
essential to the delineation of character, nor conducive even 
to an effect of contrast. — They are in fact disfigurements 

of a splendid picture There is not a gross or licentious 

expression necessary to the deeply tragic situations, with which 
it abounds. Its simple story of slighted love and devoted 
friendfhip, of criminal passion and its awful penance is blurred 
and blotted by the wanton and capricious indelicacies of 
language, and strainings at effect, that are scattered over it. 

These superficial blemishes removed, a picture of human 
nature in its grandeft bearings, and its saddest liabilities, 
Stands before us; in the back-ground of which, justice, like 
a portentous Ihadow, or like its own imbodied idea in the 
Eumenides of Aeschylus, appears to mete out with even band 
to every offender his füll and fearful amount of retribution. 

With these impressions, and a strong sense of the grand 
and terrible moral of the fable, I was led to a frequent re- 
consideration of its development^ and, on my engagement by 
the gentleman renting Drury-Lane Theatre in September, 1831, 
a method of altering the catastrophe was suggested to me by 
an incident in one of Lord Byron's poems." Er machte sich 



26 ' BBNNO LEONHABDT, 

nun selbst an die umarbeitnngy konnte aber nicht weiter und 
wandte sich daher noch einmal an Sheridan Enowles, „who, 
approying the plan engaged to fumish the three new scenes >) 
reqnired in the projected alteration.^ In dieser neuen gestalt 
wurde das stttck gespielt „at Drury Lane Theatre in October, 
1831." Macready berichtet dann weiter: „it was brought 
on the stage during my engagement at the Dublin Theatre 
in the autumn of 1834 with a success, that strengthened my 
confidence ; and on my retum to Drury-Lane Theatre in 1835. 
For its eventual production at the Haymarket Theatre, I am 
indected to the decision and enterprise of Mr. Webster. 

The welcome, with which this attempt to replace on the 
scene the poetry et Beaumont and Fletcher, has been greeted 
in the theatre and by the press, is most grateful to me, not 
merely as justifying the faith I have held, but as affording 
a promise of success in the appropriation of our stage to its 
legitimate and noble purposes." — 

An Übersetzungen besitzen wir zwei deutsche und eine 
französische. Die eine von den deutschen verdanken wir 
von Gerstenberg, dem Verfasser der tragödie „ügolino". Sie 
ist betitelt: 

„Die Braut, eine Tragödie, von Beaumont undFlet- 
cher. Nebst kritischen und biographischen Abhand- 
lungen über die vier grössten Dichter des älteren 
brittischen Theaters und einem Schreiben an den 
Herrn Kreis-Steuer-Einnehmer Weisse in Leip- 
zig. Kopenhagen und Leipzig 1765, verlegts Gabr. 
Christ. Rothens Wittwe und Profft." 

Die beigefügten abhandlungen bestehen aus den Über- 
setzungen der vorreden Sewards und Sympsons, den bemer- 
kungen Dr. Langbains über Beaumont und Fletcher und Peter 
Whalleys aufeatz über Ben Jonsons genie. Die vier gi'össten 
dichter des älteren brittischen theaters sind nach Gerstenbergs 
ansieht Shakespeare, Johnson, Beaumont und Fletcher. Am 



Hier die amnerknng: „The second scene of the fint act, the second 
scene of the fourth, the second of the fifth to Eradne's confeaeion of 
Aspatia's innocence, and the speech of the King, that doses the first scene 
of the third act, are from the pen of Mr. Sheridan Knowles." 



TBXTVABIAKTBN. IV. THE MAID's TRAGEDY. 27 

schluBS jenes Schreibens begründet er die aufnähme der er- 
wähnten abhandlangen damit, dass er sagt: „Die Werke 
meiner beiden Dichter stehen ohnediess mit den Werken des 
Shakespear und Johnson in einem so genauen Verhältnisse, 
dass sie einander wechseLsweise erläutern und aufklären.^ In 
dem betreffenden schreiben an Weisse spricht sich Gersten- 
berg über das wesen des Dramas aus. Unter anderem äussert 
er, dass die Deutschen erst Johnson, Beaumont und Fletcher 
hätten studieren sollen, bevor sie sich Shakespeare zuwendeten. 
Ueber das stück selbst sagt er: „Wenn ich das übersetzte 
Drama, die Braut, für unsere Bühne umarbeiten sollte, so 
würde ich sehr bescheiden damit verfahren. Den brittischen 
Zuschnitt würde ich ihm lassen, aber die Charaktere und 
Situationen müssten, wenn ichs in meinem Vermögen hätte, 
besser zusammen gruppiren. Aspatia sollte die Hauptperson 
in meinem Trauerspiele seyn, weil sie die rührendeste ist, (wo 
ich nicht sehr irre, werden Sie darinn ziemlich das Urbild der 
Bichardsonschen Clementina finden); ich wollte sie aber in 
ein näheres Verhältniss mit ihrem Amintor setzen, und dieser 
junge Mann sollte mir in der Scene des letzten Acts, da er 
sie in ihrer Verkleidung ersticht, keine so kalte Rolle spielen. 
Der alte Calianax möchte mir immer der alte drolligte Lord 
bleiben, der er im Originale ist; ich würde nicht befürchten, 
dass mein Trauerspiel durch seinen Humor unförmlich würde ; 
aber ich würde ihm eine wärmere und wirksamere Zärtlich- 
keit für seine Tochter einflössen ; er sollte mit ihr leiden ; recht 
oft sollte er mit ihr rein aus dem Herzen weinen (wie er 
im fünften Act thut); und mein Zuschauer sollte den ganzen 
Squire Western, mit dem er so viel Aehnlichkeit hat, auch 
von der väterlichen Seite — in ihm kennen lernen. General 
Melantius ist ein trefflicher Mann; nur finde ich seine Kriegs- 
list, dem alten Calianax das Fort aus den Händen zu spielen, 
seiner unwürdig, und sein ganzes Betragen im vierten Act, 
da er sich so meisterlich vor dem Könige zu verstellen, und 
seinen geschworenen Feind zu stürzen weis, scheint mir mehr 
schlau als edel zu seyn, und mit seiner offenen freyen art zu 
handeln nicht recht übereinzustimmen. Evadnen würde ich 
triftigere Gründe zu ihrer Gemüthsänderung beyzubringen 
suchen, als die der Bruder ihr geben konnte ; diese Bekehrung 
ist allzu plötzlich und verräth das Bedttrfniss des Dichters, 



28 BENNO LEONHABDT, 

Die Maskerade möchte stehen bleiben, weil sie doch nur 
eine Hof belustigung ist ; ich würde aber wünschen, dass meine 
Maschinen mehr Würde, als im Originale hätten, üeberhaupt 
wollte ich beflissen seyn, meinen Plan so anzuordnen, dass die 
Characters besser hervorstechen, sich in einem hellem Lichte 
zeigen, und die abgezielten Wirkungen des Mitleidens und 
Schreckens sicherer erreichen könnten: Der fünfte Act sollte 
mein vorzügliches Augenmerk sein. Das Schrecken sollte 
darinnen zu seiner äussersten Höhe steigen, meine Personen 
sollten weniger reden, um desto mehr zu handeln, was sie 
aber redeten, sollte unmittelbar auf das Herz des Zuschauers 
treffen. Dass ich die artigen Scherze der Dula und die ün- 
flätereyen des Königes etc. ausstreichen würde, brauche ich 
wohl nicht zu erinnern. Die Verfasser lassen sich mit den 
Sitten ihrer Zeit entschuldigen : aber für uns sind dergleichen 
Züge unverzeihlich. Hätte ich nicht geglaubt, dass es meine 
Gränzen überschreiten hiesse, so hätte icli sie sogleich weg- 
gelassen. Dass sie inzwischen keinen schädlichen Eindruck 
machen können, schliesse ich aus der Stelle, die ihnen die 
Verfasser angewiesen haben, und aus ihren fürchterlichen 
Folgen. In der Sprache meines Werks würde ich die Natur 
mehr zu Rathe ziehen ; sie sollte das wahre Erhabne, das sich 
durch keine poetischen Meteoren, durch keine gezierte Wen- 
dungen ersetzen lässt, weniger verfehlen; sie sollte edel, aber 
simpel und empfindungsvoll seyn, und dem shakespearschen 
Stile, die Herr Seward so reizend mit den azurnen Körpern 
der Engel vergleicht, wodurch die ganze Seele hin- 
durch scheint, näher kommen. 

Wenn wir auf diese Art das brittische Drama zu nutzen 
suchten, würden wir nicht viele unserer bisherigen deutschen 
Originale entbehren können?" — 

Die andere deutsche Übersetzung hat Kannegiesser ge- 
liefert : 

„Beaumont's und Fletcher's dramatische Werke, heraus- 
gegeben von Karl Ludewig Kannegiesser. Berlin bei 
Friedrich Braunes 1808. 2 Theile." 

Ihr geht weder ein vorwort voraus, noch ist sie mit irgend- 
welchen kritischen bemerkungen versehen. 



») Siehe Angiia. N. F. VII, s. 42. 



TEXTVARIANTEN. IV. THE MAID^S TBAOEDY. 29 

Die französische Übersetzung führt den titel: 

„La Pucelle, Tragödie en un Acte, par Fletcher" 

und ist erschienen in „Le Theätre Anglois, Tome IV. Londres 
1746, 120." Der Übersetzer ist P. A. de La Place. 

Zeichen und abkürzungen. 



a = 


qnarto 1619. 


B = 


= foHo 1679. 


D = Dyce. 


b — 


n 


1622. 






Th — Theobald. 


c = 


n 


1630. 






M Mason. 


d — 


» 


1638. 






Mi — Mitford. 


e 


n 


1641. 






W — Weber. 


fi - 


n 


1650. 






Da Darley. 


A- 


n 


1661. 






C Colman. 


9 — 


n 


1686. 








h — 


» 


1704. 









Das Personenverzeichnis lautet in b: 

Speakers. 

King. 

Lisippys brother to the king. 

Amintor.') 

Evadne, wife to Amintor. 

Melantiys 1 

Diphilvs J ^rot^®"') ^ Evadne. 

Aspatia troth-piight wife to Amintor. 

Callianax an old humorous Lord, and father to Aspatia. 

Cleon \ ^ , 

Strato / öentiemen. 

Diagoras a feniant. 

Antiphila 1 . . ^ , 

Qi- . 4x } waiting Gentlewomen to Aspatia. 

Dyla a Lady.*) 

Night 

Cinthia 

Neptyne ^ ^^^''^' 

E'olys 



Dieses stück scheint insofern mehr eine bearbeitnng als eine Über- 
setzung zu sein, als der titel nur yon einem statt yon fünf akten spricht. 

') Li allen übrigen alten drucken wird hinzugefügt „a noble 
Gentleman''. 

*) So nur b und c, alle übrigen: „brother" .... 

*) So nur in b und B^ in allen anderen „Olimpit^s'' u. „Olimpitis". 

*) Diese bezeichnung fehlt nur in h. 

D hat natürlich das ganze pers.-yerz. modernisiert; er zählt zunächst 
aUe männlichen und dann alle weiblichen Charaktere auf, erwähnt als 



30 BENNO LBONHABDTy 

* 

Actus 1. SccBn. 1. 

321) „EfUer Clean, Strato, Lisippvs, Diphüvs," D: „An Apartment in 
ihe FaHace'*; er erwähnt die beiden hier zuerst genannten an letzter 
stelle. 

„. . . . What thit^ß of a maske . . .'^j so b, c, d; die übrigen: „what 
thinkTt thou of a Maske". D nnd die anderen neueren hsg. setzen 
nach dem yorschlag von Seward „, , the masque", da ja nur die im 
stücke zur darstellung kommende gemeint sein könne. 
„A8 iodl 08 masks can he.^ 

„As masks can he?", so ausser h nur noch a nach D; alle übrigen: 
y^maske" {c, d, e) und y^mask" (f, g, h und B); dass der plural richtig 
isty geht aus den worten Stratos hervor: „they must . . .*^ 

322) „home to Bhodes'*; nach D fehlt in a: „to Rhodes*'. 

„. . . giue thee a welcome aboue his", so b,c,d,e und D ; alle übrigen : 

„. . . aboue this", 

„, , . my minä^s ihe fame ü", bis hierher haben h, c, d und e prosa, 

mit den verszeilen beginnt zugleich eine neue seite; die übrigen 

alten drucke, auch B, setzen prosa bis: „Uü Ke let it goe^, D und 

alle neueren hsg. setzen yon anfang an yerse, weichen aber in der 

anordnung teilweise von einander ab. 

„T ioas tu" ziehen f, g und h zur vorhergehenden zeile. 

328) „Is my Kings ßrict command*', nach D setzt a: „straight**, so auch 
die hsg. von 1778 und Th, welcher sich überhaupt an a hält. 
„Tis true, Mdantius"; D mit a: „Tis most true . . .'^ 
„. . . folemnäie"; D mit a: „solemnities". 
„Yes, I haue giuen caufe to thofe ihat 

Enuy my deeds abroad", so alle alten drucke ausser a; D und a: 
„Yes, and haue giuen caule to thofe that here 
Enuy « 

324) Die alten drucke: „Enier Afpatia, pafpng by"; nur a und Th: 
„. . . passing unth attendance"; D: „. . . passing over the atage". 
„You are mißaken, for fhe is not married" ; D setzt mit o : „. . sir . ." 
statt „. . . for . . ." 

„That bearea the light about her . . ,", so ausser b noch a nach M, 
alle übrigen und Di „. . . aboue her . . ." ; 3f ist diese stelle nicht 
recht verständlich, er schlägt daher vor zu lesen: „That bears the 



„Characters in the Masque** ausser den obengenannten noch „Sea-gods" 
und giebt zum schluss den ort der handlung an: „Scene, The City of 
Bhodes". Hinter „Lysippus" setzt D\ „his brother^, nach „Calianax" 
nur: „father to" . . ., nach „Evadne": „sister to Melantius% hinter 
„Aspatia": „betrothedto Amintor", nach „Antiphila" u. „Olympias" : 

„attendants to" , nach „Dula": „attendant to Evadne". 

Ausserdem führt er noch an „Ladies* und vorher: „Lords, Gentlemen, 
Servants", etc., lässt aber die bezeichnung nach „Cleon", „Strato" und 
„Diagoras" weg. 



TBXTVARIANTBN. IT. THE MAID'S TBAGBDT. 31 

UghbUn^s power, [and] strikes dead**, nnd fügt hinzu: „The words 
^strikea dead\ in the first line, and ^flashes^ in the la^t, seem to 
confinn this coigectore''. Die lesart „c^aue her*' ist jedenfaUs die 
richtige, obgleidi a und b später (327) wieder setzen: 

„ : thy fifter, 

Accompanied with graces abotU her.'' 
825) n* • • ^ f<**re Euadne"; nur ft lässt „faire*' weg und zieht wie d^ 
g nnd h „Your vertuous fifter^ zur yorhergehenden verszeile. 

„Peoce of Jieart 

But ihU ", ^ ff 9 luid h eine yerszeüe. 

„If I cotUd caü ü . . .'^y in a nach D „. , , CotUd I btU . . .'^ 
„. . . . holds he ftü Jus greatnes? with the king?^, so nur h; alle 
übrigen drucke: „• • • • ^^ greatnesa with the hing?** D und die 
neueren hsg. beginnen mit „His greatness . . ." einen neuen yers. 
„Yes, but thts Lady wcUkes", so nur b ; alle übrigen drucke beginnen 
mit „walkes*' die folgende yerszeile; ebenso schliesst b den fol- 
genden yers mit „on the earth** und die nächsten mit: „. . . delight" 
und „. . . /iifl o/" flowers,'' 

„Änd when fhe seea . , .", a nach D: „where, when . . .^ 
„. . , in courfe ...''; M: „Means in their tum, one after the other'' 
und yerwelBt auf eine spätere stelle, wo Afpatia sagt: 

„Let my hier 
Be bome by yirgins that shall sing, by course, 
The truth of maids, and peijuries of men.'' 
326) „She haa a brother . . ," Hierzu sagt 1%: „The critics in all ages, 
upon dramatic poems, haye laid it down for a rule, that an incident 
should be prepared, but not preyented; that is, not foreseen, so as 
to take off the surprise: For then the whole pleasure of the incident 
is pall'd, and has no effect upon the audience or readers. These 
preparatiyes, theref ore, must seem by chance to the spectators, though 
they are always designedly thrown in by the poet. "In multis 
csconomia comicorum poetarum ita se habet, ut casu putet spectator 
yenisse quod consilio scriptorum factum sit": says Donatus upon 
Terence. This is the most artful preparation, that I remember in 
all Beaumont and Fletcher*s plays, for an incident which is in no 
kind suspected. Melantius says, he has a brother of Aspatia under 
his command, most like her in the softness of face and feature. 
This brother neyer appears in any scene through the play : But when 
Aspatia comes in boys clothes to fight with Amintor, to obtain her 
death from his band, and teils him, 

"For tili the chance of war mark'd this smooth face 
With these few blemishes, people would call me 
My sister's picture; and her, mine; in short, 
I am the brother to the wrong'd Aspatia;" 
this fore-mention of the brother, here, makes the incident the more 
probable, and striking ; as Amintor must haye heard of such a brother, 
and could haye no suspicion that he was going to draw his sword 
against Aspatia. The audience are equally amused with the fallacy." 



\ 



32 BENNO LEONHASDTy 

„I might runne fiercely, not more haftüy^ ; die lesart in Coleridge^s 
Bemains, ü. 293: 

*I mtght ran wöre flerceiy, not more hastily' 
bält D mit recht für ganz unnötig. 

„Cuts off my loue" ziehen f, g und h zur vorhergehenden yerszeile. 
„. . . thine ifmocence", so b, c und D\ alle übrigen: „thy innocence". 
„I am poore in words . . .^ so a, b, c und D ; alle übrigen : . . . but 
poore". 

„Of widowed mothers"; Th druckt des verses wegen: „. . . mothen 
too"\ doch unnötig, wenn man „¥ridowed^ dreisilbig liest 
y^Of mariage bed . , .", von d an; „marriage. 

327) „. . . fickle . . .*', so nur b und D; a: „crueU"; alle übrigen: „picke**' 
und: „fick^. 

„. . . graces about her*^, so nur a und b: alle übrigen: „aboue^, vgl. 
note zu 324. Th druckt: „far above her", doch nicht nötig, da "Ä«r" 
betont ist, vgl. Philaster, V 5 nach D : „As any man has power to 
wrong me" 

Nach „We*U aU attend you" setzen Th und D: „[Ezeunt Lysippus, 
Cleon, Strato, Diphilus, and Servant" ; doch lässt Th den diener weg. 
Zu dieser stelle sagt die ausgäbe von 1811: An explanation of this 
and Melantius's speech seems requisite. News being brought that 
the masquers wait, Lysippus is calling on the Company, and Amintor 
says, "We'U all attend you". They depart, and Amintor, tuming 
to Melantius, continues, "We shall trouble you with [beg you to 
partake of] our solemnities". "No", replies Melantius; "though you 
may laugh at my being so uncourtly, you must ezcuse me: But I 
have a mistress to bring to your diversions." He then enters into a 
digression about this mistress ; tili recollecting that it was necessary 
for Amintor to attend the ezhibition, and for him to fetch the lady, 
he Interrupts himself with "But I detain you, and neglect my own 
engagement.^' 

Nach „. . . troiible you" setzen b und c irrtümlich einen punkt; die 

Interpunktion der lUtesten drucke ist stets sehr mangelhaft 

„. . . my rüde cariage'^, ab d: „carriage". 

„, , . but I haue a miftre/Je^, so nur b ; alle übrigen und D setzen : 

„yet^ statt but 

„. . . (hat I can chaUenge", so nur b ; alle übrigen und D : „. . . chal- 

lenge tn't"; a nachD: „challenge genüemen^, Th druckt: „There's 

no place I can challenge gentle in't^. 

Nach „my way lies" haben alle alten drucke: „Exit"-, Th und D: 

„Exeunt severaUy". 

828) 1): „Scene IL — Ä Hau in the Palace, with a Gdüery fuü a 
Spectators," „Cälianax and Biagoras discovered" ; die alten drucke 
und so andere hsg.: „CaUanax with Biagoras". 

„. . . very weU faid". B bemerkt hierzu: It has never been remarked, 
I believe, that this expression is frequently used by our early writers 
as equivalent to "well done'\ Cälianax is here commending Diagoras 



TEXTVARIANTEN. IV. THE MAID's TRAGEDY. 33 

for having foUowed his direction to look to the doors better." Com- 

pare John Davies of Hereford; 

"Now wipe thine Nose (sweete Babe) vpon tby sleene: 
Wbat, wilt, I faitb? Why, weU seddy I perceiue 
Tb* wilt do as tbon art bidde/' etc. 

The Scourge of Foüy, p. 102." 

„the fhow f th the Court", so nur in bj ein drnckfehler; alle übrigen 

f th* Court." 

„One may fweare his heart out wiih fweanng", so alle qnartos ausser 

a, welche „. . sweat out . ." setzt, und die ausg. v. 1811. B: „., tcear 

his heart out . ." und so D; die hsg. v. 1778: „wear out his heart". 

„. , . looke, tooH who wiü" ; d und alle folg. „. . . to*t ..." 

„My Lord, I fhaü neuer keepe them ott(", so D und andere, c und 

alle folg. alten drucke: ,,. . I unU . ." 

„üe he tudge by aü the Company^, so irrtümlich 6; c: „iudgde", alle 

übrigen: „, . judged". 

„a worfe face theti I^, von c ab: „. . than I". 

„Office, I woüld I could put it off*. "The syllable off reminds the 

testy statesman of his rohe, and he carries on the image." Coleridge^s 

Bemamsy 11. 293. (D). 

„. . they ha' nere küled . ."; so bis d und D; Ton e an: „they fmd . ." 

„amongft Ikem", nur B und D: „among". 

329) Codes. D: „Sometinies written coads^ — is a vulgär ezclamation 
frequently found in old plays: its etymology, about which Mason 
and Weber puzzle themselves, is hardly worth an enquiry." M: 
„, . I suppose it to be used instead of Gods, Godsl to avoid impiety." 
„I muß attend the King^, so alle alten drucke und D, welcher be- 
merkt : „Theobald, by reading ^upon the King", ezhibited this speech 
as verse, — which, I think, it originally was." 

„Tu wait on you again", nach D hat hier a die bühnenanw. ^Eocit 
Melantius* Lady other dore'\ D setzt nach Diag: „[opening another 
doorY, nach „. . . my lord Meiantius" : „[Exeunt Melantius and 
LadyY, nach „De fcratch them for you": „[Shuts the door.]^, und 
nach „and ?Mng^: „[Knockitig withinY. 

„I, do your heads itch?^, so alle alten drucke; D und andere hsg.: 
„No! — do your . ." 

„, , , he wouid run raging amofigft them, and breake a dozen wifer 
heads than his oum in the twinckUng of an eie" ; von d an : „among 
them". D giebt hier folgende bemerkung Webers: „This practice 
was propably not uncommon in the days of Fletcher. At the ez- 
hibition of Shirley's masque, called the Triumph of Peace, at court, 
in the year 1633, Lord Pembroke, who, along with the office of 
Galianax, had the same vioience of temper and weakness of intellect, 
broke his staff over the Shoulders of Thomas May, the celebrated 

330) poet. The story is related in Strafford's Letters, and by Osbome in 
his Traditional Memoire. The latter uses the very words of our 
poets, as he observes that Pembroke 'did not refraine, whilst he was 
chamberlaine, to break many tciser heads than his owne\^ und fügt 

AngU«. N. F. XI. 3 



34 BENNO LEONHARDT, 

hinzu (qy. Sir Walter Scott?). — See my Account of Shirley, etc. 

(prefized to his Works), p. xxvii. I possess a copy of 4to. 1638| on 

the margin of which, opposite to the present passage, is written in 

an old hand ''Pembrocke*'. 

„. . mme oume poore child"j von c an : „my . . ." 

„. . your tongue too^, e und alle folgenden sowie D: „, . to^. 

331) „I Pmü forjei this place"; alle alten drucke hier prosa; D und die 
neueren hsg. verse; D fügt mit a nach fhall, womit er den yen 
beginnt, „gtüte" ein; die yerse schliessen mit fafety, weeke und thee. 
Nach Th setzt er dann im zweiten yers „thorough" statt der lesart 
der alten drucke „throagh**. 

„Bäte Ihe King", so alle alten drucke; a, D und Th: „Bäte me 

the king". 

„They /Tioö be hraued", so b, D und die neueren hsg. c—g: „hrcm'd'*, 

B: „brain'd" und h: „branded". 

„Would that blood^'y B wii ai „, , (he , ,'' 

„What vMe iniurie^; so alle alten drucke und D; die hsg. yon 1778: 

„vile".; D: „When this play was written, vtld appears to haye been 

the most common form of the word: but both forms are sometimes 

found in the same piece; as, for instance, in Comt^copiae, Fasquü^s 

Night-cap, etc. 1612. p. 28 u. 55." 

Zu der bühnenanw. Lords and Ladies bemerkt t): „Perhaps the 

entrance of Lysippus, Diphilus, Cleon, and Strato is not marked 

because they assisted in the Performance of the Masque." 

332) „. . Hee fhciü not haue mine hand", von e an und D: „my". 
„To force you too't", von d an und D: „to't", 

„Begin the Maske" ziehen die drucke von f an zur yorherg. zeile. 
Becorders] i. e. Flageolets (2>). 

„Äppeare, no longer thy paJe visage fhrowde", hier erinnert D an 
eine stelle in Milton's Comus: „Stoop thy pale yisage through an 
amber cloud." 

333) „' ' thy ßluer Homes", e: „home" und yon f an: „hom". 

„quite through a doud", so alle alten drucke und D; C schlägt 

„quick" für „quite" yor. 

„Enter Cynihia. Qy. "Descend"? Night and Neptune rise." (D). 

„Uow duü and blocke am I etc.?" M: Both the sense and the 

grammar require that we should read „beauties", instead of „beauty" 

in the second line — unless we transpose the two last Couplets, and 

read the passage thus: 

"How dull and blacke am I! I could not finde 
This beautie without thee, I am fo blinde. 
Back my pale leruant, for thefe eies know how 
To Ihoote farre more and quicker rayes then thou. 
Me thinkes they fhew like to thole Ealteme ftreakes, 
That warne ys hence before the moming breakes.'' 

334) „Yet whiTft our raigne laßs, . . ." ; nach D fehlt diese stelle bis zum 
schluss „. . . ynquiet eyes"^ in a; die hsg. yon 1778 setzen sie als 
fussnote und behaupten irrtümlich, dass sie auch in b fehle. Ausser- 



TEXTVARIANTEN. IV. THE MAID's TBAGEDY. 35 

dem kOnnen dieselben nicht glauben, dass sie von einem der beiden 
dichter geschrieben worden ist, da sie im vergleich zu den übrigen 
teilen der masqne nicht „the least poetic fire, nor ingenions imagery" 
enthalte. 

„. . and wifh ^e mtght^; in b dmckfehler: „. . and with . ." 
„then call . / fehlt nach D in a, auch Th druckt diese worte nicht; 
D glaubt „mit recht'' und hält „thine owne Endimion^ für das objekt 
von „produce". 

„Änd of this long night let htm make this day^ ; a nach D : „And 
of ^ long night let him make ihy day*'; alle übrigen: ;,And of 
this . . . make a day'^. D hält „And of bis . . a day'^ für die rich- 
tige lesart und verweist auf die vierte zeile der nächsten rede: 
„Turne Gods to men, and make an houre an age". 
335) „. . a noble memoty^j so alle alten drucke, die hsg. von 1778 und 
W, D und Th mit a : „a noWcr . ." 

„. . (% furges laid away^. Seward liest „lade'* statt laid und so 
drucken Th und die hsg. von 1778. M: „Mr. Seward's remark on 
this passage is, that the old copies read laid away, which appears 
to him to be scarcely sense. He says that Neptune, in leaving the 
ocean, is never supposed to bring the surges with him, or to lay 
them aside, but barely to leave them. The word lade, he says, will 
signify bis parting the waves with bis trident, to give him a free 
passage, which is an image quite poetical; and therefore he reads 
lade instead of laid, and is foUowed by the Editors of 1778. I cannot 
agree with Sewanl, that to convert the trident of Neptune into a 
ladle, is an image quite poetical: besides to lade does not mean to 
part water or any other liquid, but to bale or throw it out. I have 
no doubt but we ought to adhere to the old copies, and read . . . 
laid away'' : That is being laid aside. A similar ezpression occurred 
but ten lines before, where the Night says to Cynthia, 
„Ou Latmu8 top thy pale beames drawne away.'^ 
„Let loofe thy fubiects . . .", D mit a: „. . his lubiects"; D: "His 
subjects'' means, the subjects of iElos, who in the preceding line is 
termed ''the Wind" : compare the nezt speech, and the stage-direction 
which foUows it." 

„. . for our intentions", so 6, die übrigen: „intention**. 
„the glad ^otres", erst in B tritt die Schreibweise „bouglis^ auf. 

„Thefe are our muftcke: next ihy xcatrie race 

Bring on in couples ...'', 
nach D setzt hierfür a: 

„Bid them draw neere to JMue thy watrie race 

Led on in couples". 
Obwohl D „bring" druckt, so zieht er doch led vor, da „brings" in 
der übernächsten zeile steht. In der ausg. von 1811: „It has been 
suggested to us, by a gentleman whose judgment we have the 
greatest reason to rely on, and whose assistance we are happy to 
ei\joy, tl^at this passage wants explanation. We apprehend it means, 
"Bring on in couples your watiy race, naXads, tritons, etc., adomed 

8* 



36 BENNO L£0NHABD1\ 

with the riebest Ornaments your waters natorally produce, or which 
wrecked vessels can fumish them with." So afterwards, in Neptnne*8 
Charge to ^olos, he says, "Teil them to put on their greatest pearls, 
and the most sparkling stone the beaten rock breeds^ 

33C) „Ho, the wind 

Commanding Eolus^, 

Th: „All the editions have mistaken the Intention of the anthors 
here. Tis well known .£olas, in poetic fable, was the master and 
Controller of the winds; which he was snpposed to keep bound in a 
cave, and to let loose npon the ocean as he was commanded by 
Neptnne. He is therefore called here the wind-commanding JSolns; 
a Compound adjective which must be wrot« with a hyphen^ as I have 
reformed the text. The editors were led into a mistake by the word 
being divided, and put into two lines for the preservation of the 
rhyme. I ought to take notice, for two reasons, that both Mr. Seward 
and Mr. Sjrmpson joined with me in starting this correction : Becaose 
it is doing justice to the sagacity of my friends ; and, besides, it is 
certainly a great confirmation of the trath of an emendation, where 
three persons, all distant firom one another, strike out the same 
Observation." D: Theobald's successors adopted the hyphen. Bat 
compare the second line of the preceding speech, where ^^olos is 
called "the Wind" — , which these gentlemen strangely overlooked." 

„Favonim^ -j in b irrtümlich „Fanonios": 

Nept Doe great maßer of ihe floud, and du below 
Thy füll command hos taken. 

Eol Ol the Maine 

Neptune. 

Nept. Heere. So alle alten dmcke, nnr a: „Doe maister of ihe 
floud^j lässt also „great" ans, and von c an finden wir „Hoe" statt 
„0!" Th verändert die anordnnng und setzt: 

„Nept Do. 

JEol. Great master of the flood, and all below, 

Thy fall command has t^en. — Ho! the Main! 

Neptune ! 

Nept. Here. So auch D und die hsg. v. 1778, welche bemerken 
"for our Authors could not mean to make Neptune call ^olns 
^master of the flood'." 

Seward liest: Nept. Do 

Were master of the fiood, and all below 
Thy fall command has taken. ^ol. Ho! the main! 
Neptune! — Nept. Here. 

D erwähnt noch: „The words, 

"Great master of the flood and all below, 

Thy füll command has taken", 
are assigned by Heath to Cynthia", she perceiving the approach of 
the milder winds set at liberty by JSolus. lost as she has said this, 



TEXT VARIANTEN. IV. THE MAID^S TRAGEDY. 37 

MoIhb who has not yet retnrned from executing his Orders cries ont 
*Ho, the Main!» etc." MS. I^oies. 

337) „Äic wiü not long he ihence, . . ,"; a, D und Th: „I will not . . ." 
In allen alt<^n drucken: Song; D: „First Song, during which Proteus 
and other sea-deities ent^r.'^ 

„The beaten roeke breeds, tiü fhts night is done^; in der ausg. von 
1811 steht irrtümlich „the old quarto*8 read, beatingl Nein, wir 
finden auch da „heaten". Dagegen sagt M: „We shonld certainly 
read, teiU, this night, instead of tiü, which is not sense. The same 
expression occurs in the last stanza of the following song, where 
Cynthia says: „. . . (eZ2 to all". Teil und tili sind von den damaligen 
setzem in der druckerei oft verwechselt worden. D setzt daher 
auch n/eS". 

„Cynthia, to thy power and thee^, von c an: „. . , and thetn^, 

338) n^nd leau*ft their bluPies . ., so alle alten drucke, ausser a: „. . their 
lo/Jes^ und so D, da hlufhes in der ühemächsten zeile steht. 

„Great queen of us , . .", diese verse bis „Fll lead the way" fehlen 
in a. In allen anderen drucken lautet der anfang derselben: 

"Great Queene of vs and heauen, 

Heare what I bring to make this houre a füll one, 

If not her measure." 

D bildet daraus zwei verse, deren ersten er mit „bring" schliesst 
und bemerkt: „The words "If not her measure" were thrown out of 
the text by Theohald, — and, as f ar as the metre is concemed, it 
was certainly an improvement. "Some carefol annotator", he says, 
"had made a marginal quaere at the close of the second song, If 
not her measure, i. e. Whether this measure is not to be sung hy 
Cynthia; as it undoubtedly is: but the note of reference to this 
quaere being forgot, it was mistaken at press for a part of the text 
and casually clapt to Neptune^s speech." Theobald had forgotten 
that measure meant a dance, not a song; and, if we suppose that 
the words in question are not a portion of the text, the prohability 
would be that they are a corruption of "If not here, measure", i. e. 
If the present speech and the two next Speeches (none of which are 
found in 4to. 1619) be omitted by the actors, let the measure be 
danced here. In the Postscript to vol. I. of ed. 1750, Seward proposed 
to read "If not o'er — measure"; and observes "as to the Inter- 
ruption of the measure, such intercalations of words between verses 
are used by our authors. Thus [in The Faühfui Shepherdess, towards 
the end of the last act] 

*we have perform'd a work 
Worthy the gods themselves. 
Sat Come forward, maiden; do not lurk\ 

The hemistich is an intercalation ; the liberties in measure taken by 
our old dramatic poets being quit« houndless." The Editors of 1778 
and Weber adopted Seward^s needless alteration, "over-measure". 



88 BENNO LEONHARDT, 

The meauiug of Neptuue's Speech is clearly this : — Great queeu of 
U8 and heaven, hear what I bring, endeavonring to make this hour 
a fall one, though perhaps what I bring may not completely fill up 
her measore. The prononn her is frequeutly applied to hour by our 
early writers. 

339) „TÄy tunes . .", so alle alten drucke. D nach Sewards verbesserong: 
„TJie . ." Seward: The old editions read Thy tunes, which is plainly 
an error of the press. The meaning of the passage is briefly this: 
Neptune teils Cynthia, that in order to add to the celebrity of the 
present hour, he has brought those airs, with which Amphitrite 
was wont to be delighted, as the prelude to a storm; and which, 
accordingly, he Orders bis tritons to play. 

„my Ämphärites^, von c an: „Amphitrit«", so auch D und die 
neueren hsg. 

yjWhen they will äance^j so alle alten drucke; D mit Seward „when 
she . , ,**, so auch M. 

„, . , (18 the fayles^f so alle alten drucke ; doch oiSenbar ein druck- 
fehler für „as s^ fayles'^, so Seward, D und M, 

„Muficke to lead . . .", so alle alten drucke, doch ebenso irrtfimlich! 
D : „the eye of the original compositor having caught that word in 
the latter part of the line"; er druckt nach dem Vorschlag von 
Heath: „lay". 

D fügt zu der bühnenanw. der alten drucke „A meafure^ hinzu: 
„Neptune leading it''. 

„The Sea goes hie", so b, c, d und D; von e an und die hsg. von 
1778: „The Sea« goe (/"und die folg. „f^o") hie (g und h „high'^y 

„Defcend with all the gods, and aü their power 

To ßrike a Calme, 
Cinth. A thanks to euery one, and to gratvHate 

So great a feruice , . .", 
so alle alten drucke ausser a und D: 

340) „. . . We thanke you for this houre: 

My fauour to you du. To gratulate ..." 

Th: „As the rhymes are here interrupted, something must be lost; 
a defect which is not to be supplied by coi\jecture^ ; er liest aber 
trotzdem: 

„Descend with all thy Gods, and all their power, 

To strike a calm. Cinth. We thank you for this hour. 

My favour to you all. To gratulate 

So great a Service, etc.'' 

Die hsg. von 1778 bemerken hierzu: „We have followed the old 
copies ; firom which we uever chuse to depart as Mr. Theobald of ten 
does, without any authority, without improving the poetiy, or adding 
to the sense." 

„. . wipu for, no ebbe fhdU dare", a und D: „. , and no " 
„. . your dwetting"^, von c an und D: „.. dwellings^ 



• • 



TEXTVAEIANTEN. IV. THE MAID's TRAGEDY. 39 

„. . your gouemmeni^t a und D: „goyerumeuts^ ; letzterer verweist 
darauf, dass Cynthia vorher „all the gods'' anredet. 
In den alten drucken die btthnenanw. : „Neptnne dercends, and the 
Sea Gods*'; D: „Nepttme descends with Proteus, etc. Ezenut Favo- 
nius and other Winds." 

„Änother wild fire''\ Th: ''This allndes to the fable of Phaeton'\ etc. 
„Änd aü faü drencM", ab e irrtftmlich „. . fdlfe'', 
, . but I farget . ., ab c und die hsg. von 1778: „. . forgoL^ 
yjBetioeene our fect and vs", so alle alten drucke ; Seward verändert 
fect in „sei" und so I>; „our set, i. e. our setting, or going down*'. 
Die hsg. von 1778 sehen die notwendigkeit einer ändemng nicht ein 
und folgen den alten drucken. M spricht sich folgendermassen aus : 
„This passage, also, is nonsense, as it Stands. Seward proposes to 
amend it by reading, Between our set and us . . . which is evidently 
right. The last Editors [of 1778] follow the old copies, which they 
say only iniply, by an extravagant compliment, that the brightness 
of the Court transcends that of the Sun, and is more repugnant to 
Night and her attendants than even the splendour of the day. The 
compliment mentioned by the editors was certainly intended, and 
will still remain, though Seward's amendment should be adopted: 
but it is impossible that the words, * between our sect and us', can 
sigfuify 'more repugnant to me and my attendants'; they will equally 
imply any other meaning whatsoever. But though I agree with 
Seward in reading set insteat of sect, I cannot approve of bis ex- 
planation of the pässage. He says that the Night and Cynthia both 
talk of the moming's approach, and that they must go down; tili 
Cynthia finds out that it was only the rays of light shot firom the 
King's court which they mistook for the day-break: but this was 
not the case; they were not mistaken ¥rith respect to the approach 
of day; for Cynthia says, 'The day breaks here', pointing to the 
east; and, at the same time, shews old Night that there was a 
greater light shot from the south, which stood between them and 
their point of setting, and asks, which way she would go in this 
dilemma; to which Night replies, that she will vanish into mists; 
and Cynthia says, 'I into day', which was then at band." 
341) „The day breakes Jiere^f so alle alten drucke und D; die hsg. von 
1778 und W drucken : „The day-breaJ^s . . ." 
„and yon fame fiaßing ßreame^ ; f und die folgenden sowie Th 
irrtümlich: „. . . yon some ...''; a hat hier richtiger: „. . . yon fun- 
flarmg ftreame'', und so D; die hsg. von 1778 und W: „. . . sun- 
flaring beam'* „forgetting that 'stream' had been used by poets in 
the sense of ray even from the time of Chaucer; 

"Tho ben the sonnes stremesj soth to sain." 

The Monkes Taie, v. 14672, ed. Tyr. (I>). 
„. . . fay, which way wilt thou goe'', so alle alten drucke, und die 
hsg. von 1778 sowie W. D: „Which way wilt thou go? say^, da 
diese zeile mit den beiden nächsten ein reimpaar bildet. Th: „Say, 
Witt thou go? which way?"* 



40 BENNO LEONHABDTy 

j^Were ii my case"\ B irrtümlich: „. . . may cafe". 
y^my Kingdomes**, c nnd die folgenden: „. . . kingdom**. 

n. 

342) Die alten drucke nnd die hsg. von 1778: „Euter Evadne, Alpatia, 
Dula, and other Ladyes"; D: „Scene L — Ante-room to Ev<idn^8 
Bedrcluimher, Enter Evadne, Aspatia, Ihda, and Ladies. 

„Dula. I p^ould he fair merrier Madam, if it were toith me 

As it in toith you". 
„Euad. Why, how now wench?" 
So alle alten drucke ausser a, welcher nach Dulas worten einfügt: 

„Euad. Howes that? 

Dula. „That I might goe 

To hed with him with credit that you doe.*' 
So D und alle neueren hsg.; nur heginnen diese den zweiten yers 
der ersten rede Dulas mit „With me*'. Th (und ihm schliessen sich 
Weher und die hsg. von 1778 an) glauhte, dass Dula hier die erste 
Strophe einer hallade sänge und gestaltete daher die stelle so: 

„Dtda. I should he merrier far, if 'twere [Singing. 

With me a% His toith you. 
Evad. Hov/6 that? 
Dula. That I migM go to bed toith him 

Wi ih credit that you do:" 

Th wurde zu dieser ansieht vielleicht durch den reim „you-do'^ ver- 
anlasst; aher dann müsste man auch die ührigen gereimten verse 
als teile dieser hallade ansehen! 

343) „Tis againft my toiü" etc.; alle alten drucke legen diese werte 
Duia in den mund, ausser a; dieser setzt „Firft Lady, und so D. 
„You*re beft to practife^ ; M: „That is , You had hetter practife : 
you*re is a contraction of you were. So, in Cymheline, Pisanio says 
to Imogen, 

„Madam, youVe hest to consider". 

nWm make you liudier . . .", von d an : „. . . lively**. 

„. , . or his heart ake", von /i an: „. . . to ake". 

yyMadam weele dooH . . .*', von d an: ;,. . . do*t". 

„She wiü plucke doume a ßde, etc.", so alle alten drucke, und D, W. 
Die hsg. von 1778. „. . . aBide*^, M: „The allusion is to a party at 
Cards, and" Dula refuses to take Aspatia for her partner, hecause, 
as she was not used to play, she would make her side the loser. 
So, in the Silent Woman, Centaure says of Epicene, 

"Yes, faith, Madam, Mavis and she will set up a side^\ 
And in Massinger's Unnatural Comhat, Beigarde says to Malefort, 

„. . . And if now, 
At this downright game, I may hut hold your cards, 
I'U not pull down the side.** 
I)\ „To set up a side meant to hecome partners in a game, to pHuck 



TEXTVABIANTEN. IV. THE MAID'S TBAGBDY. 41 

or puü doum a side, to cause the loss of the ganie by ignorauce or 
treachery: see Gifford's note on Massinger's Works, i. 150. ed. 1813." 
„Euad, Wliy doe.^\ a fügt „I prithee" hinzu, und so Th und D. 
Nach „But I cotdd run my Countrey*' fehlt in b und c der punkt. 

344) „My night, and (dl your hands . . ."; a: „^ight^ und so Th, D: 
„rite^, 

„For I haue loft none . . .*', von e ab : ;,. . . left", 

„Äfpat Wotdd I cotdd, then I Pioxdd . . ."; von c an: „. . . fhoidd 

I . . .*' und so die hsg. von 1778; Di „Wo\dd I could! 

Then shoiUd I . . ." 

345) „Äfpat Lay a garland . .; hier giebt D die bühnenanw. „[singing.", 
ebenso weiter unten, wo die alten drucke über das lieid setzen: 
„Song^; derselbe ist wie das nächste lied von B an petit gedruckt. 
„. . . a very prety one", von d an : „. . . pretty". 

„. . . Zay lighüy . . .", so alle alten drucke; D und die hsg.: „. . lie^. 
„. . . genüg earth^, von d an: „genUe . . .", und so D und die hsg. 
von 1778; letztere drucken überdies das lied so: 

„Lay a garland on my hearse 

Of the dismal yew ; etc. etc." 
„. . . And teach you . . .", von c an fehlt „and^, und so D und die 
hsg. von 1778. 

346) „. . . 6y courfe] i. e. by tums" (D). 

„You^le finde W . . ." ; nur a : „He^^ finde . . .", so auch D und die 

hsg. von 1778. 

Nach „not he denied^ setzt D als bühnenanw. „kisses Amintor,^ 

„. . . . thu8 I winde my felfe ...."] It would seeni that Aspatia 

carried a wiUow-garland, and that she here suited the action to the 

Word." (D.) 

„. . . refut^d] i. e. rejected" (D). 

„Her griefe Pioot . . .", nur a „A grief . . .", so Th und D. 

347) „Mine eies runne . . .", nur a: „. . . rain^ und so Th und D. 
„. . . fnou*d me too*t . . .", von d an: „. . . to't." 

„And Hwas ihe king that forß me"; nur a: „. , . enfor&d" und so 

Th und D. 

„. . . remembrance" ist hier viersilbig zu lesen, W druckte daher 

„rememberance". 

„The vapors of ihe night wiU . . .", nur a : „. . . pwXL . . .", und so 

Th und D. 

„And let vs loofe our fdues . . ." ; M: „We must read /ose ourselves, 

iustead of loose." I>: „. . . lose . . .", die hsg. v. 1778: „. . . loose." 

348) „Now pretüy . . .", von d an: „prettily". 
„WTiat looke likes you"] „l e. pleases" (D). 

„. . , du ddights 
This World can yeeld ..." 
D: „Theobald printed 

"all delights 
This World can yield, or hopeful people feign 
Are in the life to come'' — 



42 BENNO LEONHABDT, 

(alle alten drucke: „Or^) Bat tlie text requires no such alteration, 
Evadne meutions firstj all the delights which are actaally to be foimd 
iu the World, secofidlyy those which exist in the imaginations of 
hopeful people, thirdly, those in a futnre life.^ 

3^9) „/ wonnot ftoeare . . .", von d an: „. . . i wiü not . . ." 
„I wood thou wotddß", von fi an : „I would . . .^ 
„. . . and doo^t"; von c? an: „. . . do't." Die werte „WithotU this 
meanes" ziehen die drucke von fi an zur vorhergehenden zeile. 
„Ä inaid enhead, ÄmMoTj at my yeares?^ Th bemerkt hierzu: 
„Mr. Rhymer, (iu his Trcufedies of the last age consider'd and ex- 
amin'd by the practice of the ancienis) not without justice exclaims 
against the effrontery and impudence of Evadne's character. Bat as 
the colouring of his critical reflections is generally so gross and 
glaring, I shall refer those readers, who have curiosity enough, to 
his book, without quoting from him on this subject," und Mr. Seward: 
„Mr. Theobald allows the justice of Mr. Rhymef s ezdamation at 
the efirontery and impudence of Evadne's character; as if the poets 
were not as sensible of it as Mr. Bhymer, and had not suffidently 
punished her for it. The anger of these gentlemen at the characUr, 
is the very passion designed to be raised by it; but they mistook 
the ohject of their anger and were as much in the wrong as an 
audience would be, who were violently angry with a good player 
for representing Macbeth, Jago, or Bichard, as such consummate 
villains. The questions which a critic should ask are, tohether the 
charcicter is naturcd? and whether proper for the steige or not? As 
to the first; Nature, we fear, gives but too many sad examples of 
such effrontery in women, who, when abandoned to their vioes, are 
observed to be sometimes more reprobate in them than the worst of 
men. Beside this, there is a remarkable beauty in the effirontery 
and haughtiness of Evadne's character; she has a famüy likenesa to 
her brother; she is a femcde Melantius depraved by vidous love. 
And if there are any of her ezpressions which seem now too gross 
for the stage, it is sufficient to say, they were far from being thonght 
gross in the age they were wrote." 

„Thy naturaU temper . . .", nur a: „Her . . ." und so D; derselbe 
giebt hier die btthnenanw. „[Äside." 

r» • ' I fpeake the truth?^^ erst von d an F, in den älteren drucken ., 
ich habe schon früher bemerkt, dass die Interpunktion in den frühesten 
ausgaben sehr mangelhaft ist. 

„Amintor. Will you not lie with m« . . . ; nur a setzt hier unmittdbar 
vorher „l8 this the truih^, so auch Th und D, 
„To night? you taike m if I vjotdd hereafter^ ; nur a fügt hinter 
as if „you thougM^ ein; daher Th und D: 
„To night! 
You tcdk as if you thougJU I . , ,^ 

350) „, . . thy bed, but euer^ ; von d an: „. . . bat for ever'' und so die 
hsg. von 1778. 
„Is flefh fo earMy . . .'^ Th druckt: „. . . earthyJ' 



TEXTYABIANTEN. IV. THE MAID'S TRAGEDY. 48 

„Shaü know theres not an altar that wiü fmoke^] a: „Shall kuow 
this: not an altar ihen will fmoke"^, mid so Th und D, 

351) yylf Ms he true** ziehen die ausgaben von fi an znr vorhergehenden 
zeile. 

„ — Why 18 this night (o ccUme? 

Why does not heaven fpeake in Üiunder to rs, 

And drovme her voice?^ 
Th glaubt, dass hier die dichter folgende stelle in Senecas Hippo- 
hftus vor äugen gehabt haben: 

„ — Magne regnator Deum, 

Tarn lentus audis scdera? tarn letUus vides? 

Ecquando saeva fnlmen emitt^s manu, 

Si nunc serenum est?" 
„Such vowes as thofe . . .", nur a: „. , . as that^ und so Th und D. 

352) „That truß du our reptUation"; von c an: „. . . fruit out all . . .", 
und so D und die hsg. von 1778. 

„When I call back . . .", diese worte geben die alten drucke in prosa, 
D und die hsg. von 1778 in versen wieder. 

„I fUepe, and am too temperate, come to bed! 

Or by thofe hairs . . .", 
so die ältesten drucke und die neueren hsg., auch D ; die ausg. ab e 
schliessen die erste verszeile mit „or by'' und beginnen die zweite 
mit „Those". 

353) „. . . in ihai facred name", a, D und Th: „. . . facred word^. 
„What Diueü hath put it . . .", ab c ohne „hath'*^ und so D und die 
hsg. von 1778. 

„More honorable^ ziehen die ausg. ab fi zur vorhergehenden zeile. 
„What a ftrange thing . . .", a, /i und D lassen „a" weg. 
„Am fory for", von /i an: „sorry". 

354) „To rid] i. e. despatch" (D). 

„Wiü thruß me irUo action, /Äat my /le/%", W und die hsg. von 1778 
setzen „thaugh" statt that; „Tho' my nature, says Amintor, could 
brook the ii^jury, my honour would oblige me to revenge it". 
„. . . That I hnow ihis^, von d an : „knew" und so D und die hsg. 
von 177a 

„I ?Mue loß one dcsire"; a, Th und D: „lefi", M: „The desire that 
Amintor had lost, or left — for it is indifferent which of these words 
shall stand, as they both imply the same sense — was that of going 
to her bed. To leavCf in the time of our Poets, meant, to give away, 
or to part ¥rith. So Portia says, in The Merchant of Yenice, speaking 
of the ring she had given to Bassanio, 
'And here he Stands, 

I dare be swom for him, he would not leave it, 

Nor pluck it from his finger, for the wealth 

That the world masters.' 
And Julia says to Protheus, in The Two Gentlemen of Verona, 

/It seenuB you lov'd her not to leave her token'/ 



44 BENNO LEONHASDTy 

355) „ noio I refolue] i. e. uow tbat I am couvinced. Weber (D). 

M: „ According to the explanation of the last Editors, Amintor means 
to say, I resolve that even the regal power shoold not indnce me 
to partake of your bed now, as the king has dishonour'd yon. If 
this be the meaning, it is strangely expressed: bat the tme ex- 
planation is that of Theobald, who says, that now I resolve^ means, 
uow I am convinced which is prefectly agreeable to the langnage 
of the time. (Es folgen beispiele aus Othello, Henry VI, und The 
Captain.) And Doctor Johnson teils ns, in bis Dictionary, that one 
of the senses of the verb to resolve is to be settled in an opinion.^ 
„. . . maried people^, von e an „married". 

„Ä8 euer louing bride", a und D: „. . . longing bride." 

D: „Scene IL — An Apartment in the howe of Caiianax. Enter 

Aspatia, Antiphila, and Olympias" 

356) y^The double tongue (hat did it, 

Make a faith out of the mirades of ancient louers, 
Did you nere loue yet wenches? fpeake Olitnpias, 
Such as fpeake trtUh and di'd inH 
And like me beleeue aU faithfuH, and be miferable, 
Thou haft an eaße temper, fit for ftampe^, 
so alle alten drucke, ausser a: 

„The double tongue ^at did it, 
Did you ere loue yet wenches, fpeake Olimpas, 
Thou haß a metled temper, fit for ftamp." 
Th nahm folgende Umstellung vor, die von D und den hsg. von 1778 
angenommen worden ist: 

„The double tongue that did it; make a faith 
Out of the miracles of ancient lovers, 
Such as spake truth, and died in't; and, like me, 
Believe all faithful, and be miserable. 
Did you ne'er love yet, wenches? Speak, Olympias: 
Thou hast an easy temper, fit for stamp.** 
„Such as fpeak€ ...^, so alle alten dsucke; D und andere richtig 
„. . . spake", nur W: „^eaJc", 

„At leaß, bee more then I was ", von hier ab geben b und die 

folgenden drucke diese stelle bis „come, lets be lad m> girles'' in 

prosa wieder; in a fehlt sie ganz. Die neueren hsg., auch D, 

bringen verse und zwar schliessen diese mit be füre, life to, the lea, 

he rores, failes, the funne, Autumme, loue, bofomes, louers, kiTTe, 

but man, my girles. Von hier ab stimmen die alten mit den neuen 

drucken wieder überein. 

„the light giues life", von c an: „the light giues liffM*^, und so die 

hsg. von 1778. 

„the ruin*d marchant", von d ab: „. . . merchant". 

„two dead cold Afpicks" ; „These mnst not be two distinct epithets, 

but one Compound adjective with a hyphen , dead cold, i. e. cold as 

death: for if the aspicks were dead, how could the kiss of them do 

any hurts?'' (Th\ daher D und andere: „deoct — cold*^. 



TEXTVARIANTEN. IV. THE MAID^S TRAGEDY. 45 

357) Jhe Nymph Aenones", von f» an: „Oetione" und so die neneren 
ausgaben. 

„Juft aa thifie does^j so b; c: „thine eyes doea^, nnd erst von d an: 

„thine eyes doe'^j and so die neneren ausg. 

„BtU tJiey are dU os iü", so alle alten drucke und die neueren hsg., 

ausser I>; er setzt „evtl" nnd bemerkt: „From acomparison of many 

passages in our early plays there can be no doubt that transcribers 

sometimes wrote, ''iU" and sometimes "evil" ¥rithout any regard to 

the verse." Th setzte des verses wegen: „. . . as ill, Ay," 

„, . . you fhcUl not goe fo"] „i. e. You shall not escape so. Here 

Aspatia addresses Theseus: compare the preceding speech.'^ (2>.) 

Seward und die hsg. von 1778 setzen des verses und des besseren 

Verständnisses wegen: „. .. go on so." 

358) „Doe that feare to ihe life, wench", so alle alten drucke ausser a: 
„Doe that feare hrauely, wench'' und so Th und D. 

„the unlde Hand", d. i. Naxos, wo Theseus Ariadne verliess, mit deren 
Schicksal Aspatia das ihrige vergleicht. 

„I ftand vpon the fea hreach now, and ihhike"] a: „Suppose I ßand 
vpon ihe hreach now", D und die neueren hsg.: „Suppose I ftand 
upon the sea-beach now." Mr. Seward bezeichnet diese stelle als be- 
sonders poetisch. „This is one of those passages, where the poets, 
rapt into a glorious enthusiasm , soar on the rapid wings of fancy. 
Enthusiasm I would call the very essence of poetry, since, without 
it, neither the happy conduct of the fable, the justness of characters 
or sentimeuts, nor the utmost harmony of metre, can altogether form 
the poet. Is is the frequency of such noble flights as these, and 
their amazing rapidity, that sets the immortal Shakespeare above 
all other dnunatic poets ; and suffers none of our own nation in any 
degree to approach him, but Beaumont and Fletcher." 
„. . . and mine haire . . .", so alle alten drucke, D und die hsg. von 
1778. M: „We should surely read hair, instead of air, as in the 
second folio!" 

„I'eU that I am forfaken", so D und die hsg. von 1778 und alle 
alten drucke, ausser a. Diese quarto liest dafür: „Be teares of my 
ßory"] Th verbessert diese lesart und liest: „Be teachera of my 
ftory". Nach M liest a : „Be tracers of my ftory" (?). 
„. .. looke, looke wenchea"; a, Th und D: „fee, fee wenches"; vgl. 
vier Zeilen vorher: „ — to make me looke", 

359) „Make a dumbe filence . . .", von c an: ". . . a duU filence", und so 
D und die hsg. von 1778. 

„. . . a fudden fadneffe" ; Th nur : „a fadneffe" des verses wegen. 
„Whai are you growne fo reafty"? Th: „The old man, in this 
allusion, compares these young wenches to lazy, resty mares, that 
want to be rid so many heata" 

„you want heates", so b und die neueren ausg.; c, d nnd e\ „heares" ; 
fi : „want eares", d. h. zwischen „want" und „eares" ist eine lücke : 
im druck ist eben das „h" verloren gegangen; infolge dessen alle 
folgenden ausgaben: „eares". 



46 BENNO LEONHARDT, 

„We fhdU haue fome of the Court hoyes doe that ofßce"; a, D und 
die hsg. von 1778: „. . . boyes heat you PiorUy". 

„. . . . in griefe, 

Shee 18 forfaken^, 
so die alten dmcke und die hsg. von 1778, welche nach grief „:^ 
setzen ; D zieht auf Vorschlag Masons „in grief zur folgenden zeile 
und bemerkt: „In grief that, or becanse she is forsaken. The modern 
editors have misnnderstood the passage.'^ 

III. 

360) D: „Scene I. — Änte-room to Evadne^s Bed-chaniber," 

„No, its ada . . .^, so alle alten dmcke, ausser a: „Nane, . . ."; desgl. 

Th und D. _ 

I Strato 

Nach „before them" giebt D die bühnenanw.: „\_Knock8 at the door". 

„Whofe ihere", von d an richtiger: „Who*8 . . ." 

„. . . no readier] i. e. no more drest" (D). 

„Ifaith"", so 6; alle übrigen alten dmcke: „Ifaith**; gvi.h: „Ffaith^f 

nnd so die neueren hsg. 

361) „A PwU command . . .", so alle quartos, nur B: „He . . ." nnd so 

die neueren hsg. 

„ShaU we be merry?'^^ diese worte fehlen in den alten drocken von 

e an. 

y^As if Pie had drunke^ ; W und die hsg. von 1778 setzen : „. . . had 

drank^. 

„Ha, Jie does not . . ." ; a: „Ha, does he not . . .^ und so D. 

„That was fo rüde . . ." ; nur B lässt „/b" aus. 

362) „And euery iU, Buf", ab A : „. . . But — ". 

„. . , no more embrace me" ; mit diesen werten beginnt D eine neue 
verszeile. Die hsg. von 1778 dmcken: „No more; embrace m«", 
„which", wie 2) bemerkt, „the conte&t, I think, proves to be wrong. 
Amintor has taken hold of Melantius, and is eaxnestly gazing on 
him, when these words are spoken. So in the next scene Melantius 
says to Amintor "Out of my bosom"!" 

„A carries on him"; nur B: „He . . .", und so die neueren hsg. 
„enow for me^, in b irrtümlich mit kleinem anfangsbuchstaben, ob- 
gleich auch damit der vers beginnt; von d an: „Enough'*. 
„Beieeue me this is complement too . . "\ e: „. . . this eomplement 
too**; von fi an : „. . this complemenfs too . .", und so die neueren hsg. 

363) „P^rh""] die hsg. von 1778: „Fish!"* D: „the former is not un- 
common in old plays, — especially, in those of Middleton. 
„Ifaithf", alle übrigen: „I faith*", nur flf und ä: „Ffaith**. 

„Diph. Lets fee you waXke, 

Euad, By my troth, y'are fpoild"; 
so alle alten dmcke, D und Th. Die hsg. von 1778: „As it is im- 
possible the words thus given to Evadne should be spoken by her, 
we have varied from the copies, by giving them to her brother." 



TEXTYARUNTEN. IV. THE KAID'S TRAGE DY. 47 

Sie drucken daher: 

„Diph, Lefs see you waXk, Evadne. By my troih, 
you*re spotTd,** 
Anch W hat diese ändenmg angenommen. D fragt mit recht: „Bnt 
why is it impossible that the words which all the old eds. assign to 
Evadne shonld be spoken by her? She has already chid Diphilos — 
„Fie, how yon talk!" and when he continnes to jeer her, she ex- 
claims: „By my troth, yon're spoil'd.^ 

864) „Ämintar ioy on ioy . . ."; ab /l werkwürdigerweise: „. . . joy on, 
joy . . ." 

„Indeed fhee tooke but Utile" ^ d—fii „I deed ", von /i an: 

„I! 'deed**; D und die neueren hsg.: 

„Äy, 'deed, 

She took but litüe.'' 

865) „Ämintor wert thou . . ."; nur B hat hier verse, und zwar beginnt 
der zweite mit „Tiü**; D beginnt denselben mit „Thou tcert^ und 
die hsg. von 1778 setzen: 

„Ämintor wert 

Thou truly honest Hill thou wert marritd?'* 
„She is m quicke as you deliuered"\ M: „Whe should read: She's 
quick, as you deliver'd.'' 

„But prethee, I fhotdd thinke by her blocke eie"; es ist interessant 
die urteile einzelner herausgeber und kritiker über den Charakter des 
kQnigs zu hören. Th: „Tina kiug is a very vicious character 
throughout ; first, in debauching the sister of his brave and victorious 
general; and then in marrying her to a young nobleman of great 
hopes, his generalis darling friend ; and forcing him to break a con- 
tract made with the daughter of his constable, or keeper of his 
citadel. But why is his character so monstrously overcharged, that 
he should, to the impeachment of common decency, question the 
abused husband about his wife*s complexion and vigour in coigugal 
caresses; and then withdraw her, out of the husband's hearing, to 
sift whether she had not submitted to let him pay the rites of a 
husband? This is a piece of conduct so flagrantly impudent, that, 
abandoned as we may be in private enormities, even our worst rakes 
would shew so much deference to the fair sex, as not to let it pass 
without a rebuke.*' Seward dagegen: „Mr. Theobald is much 
mistaken in his impeachment of the king's character. — He says, it 
is monstrously overcharged with vices. But does not history afford 
US a hundred instances of such royal monsters? Indeed, when a 
vicious king is once persuaded that he has a divinity about him, that 
protects his vices and exalts him above the reach of law or justice, 
there is no wonder that he should abandon himself to all manner 
of enormities.'' M: „Theobald censures our Authors, as having 
monstrously overcharged the character of the King, by the flagrant 
impudence of his conduct in this scene; ui^justly, however, in my 
opinion. The King is indeed a very vicious character; but his 
conduct in this scene is natural and consistent, not merely an 



48 BENNO LEONHABDT, 

nnnecessary and wanton exertion of impndence. Evadne had swom 
to him that her hnsband should not eig'oy her; bat, from what had 
passed between him and Amintor, he sospects that she had not kept 
her Word, and is determined to discover the truth, which he conld 
only leam from themselves." 

^For which the thanks is yours . . .", so alle alten dmcke und 1), 
Th. Die hsg. von 1778 und W: „. . . are yours". 

„I doe not like ihis; aU forbeare the roome 

Butyou Ämintor and your Lady, I haue fotne fpeecfi wiüi 

You Uiat may concerne your after liuing treö"; 
80 die alten drucke; die hsg. von 1778 schliessen die verse mit this, 
Amtntor, with you & weü; D: 

„I do not like ihis. — AU forbear the room, 

But you, Ämintor, and your lady. 

[ExeurU aU b}tt ike king, Ämintor, and Evadne, 

I have 8ome speech with you, tJiat may concem 

Your after living weU.^ 
3G6) „A will 7wi teil me . . .", nur B: „He . . .". 

„As one that to fulfiU your wiU and pleafure^; a: „. . . to fulfill 
your pleafure" und so D und Th, 

„So great, that me thought they did misbecome^ ; von c an : „. , . they 
did not weü become"] D und die hsg. von 1778: „So great, me- 
thought, they did not well become,^ 
367) „I woidd not ftaine^ und „l'o punifh thee^ ziehen die alten drucke 
von fi an zur vorhergehenden zeile; D beginnt im letzten falle den 
zweiten vers mit: „It is m me . . .". 
„I Iiannot^, so irrtümlich alle quartos; B: „I ha* not^. 

„A lies"" \ ry TT U 

„A does not^ | J nur B: „He . . .«. 

„He proue it fo, I did not only /7mn him . . .", von e an fehlt 

„only^, und so in der ausgäbe von 1778. Die alten drucke schliessen 

diese verse mit „bafely and^, „for a night^ und „with him" ; D mit 

„J^e does", „proue it fo", und dann wie die vorigen. 

„, . . biU vrge not"-, c und d: „, . . but vrge mee not", von e an: 

„. . . me . . ." ; die alten drucke schliessen diese verse mit „blow," 

und „trtte", D und die hsg. von 1778 mit „no man", „if I were" 

und „true", 

„With expectation and defire", nur B: „. . . deüres". 

„BiU ruine thee for euer? if he had not kild thee^ 

He could not beare it thus, he is as we^, 
so alle alten drucke; M: „The obscurity of this passage is entirely 
owing to the false punctuation, which in Theobald's edition is bad, 
but in the last (1778) rather worse. We should strike out the 
parenthesis in the third line, and point the passage thus: 

„But ruin thee for ever, if he'd not kill'd thee? 

He could not bear it. — He is as we," 
And the meaning is this: The king teils Evadne that he could not 
believe she had ventured to teil her husband that she would never 



TBXTVABIANTEN. IV. THE MAID^S TRAGBDY. 49 

close with him, as she expresses it; for that if such a declaratiou 
had been made to Amintor in bis heat of blood, be wonld certainly 
bave roined her for evcr, that is, maimed or defaced her, if be did 
not kill her. He conld not snppose that Amintor wonld bear snch 
an iiynry with so mach temper, as be had the same feelings that 
the king himself wonld bave, or any other man that was so wronged. 
The Editors (1778) forget that it is nsnal for sovereigns to speak 
of tbemselves in the plnral nnmber." Die bsg. von 1778 dmcken so : 
„Bat min tbee for ever? If be had not kill'd tbee, 
He conld not bear it tbns — (be is as we) — " 

n. s. w. 
D wie -Äf, nnr setzt er nach tbns „:" nnd keinen „— ". 

368) ». . . I can blot thee with . . .", von d an fehlt „mth^y und so die 
bsg. von 1778. 

„ingenious'* , so alle alten drucke; die hsg. von 1778: „ingenuous''. 
D: „But there is no misprint here: that ingeniaus and ingenuity 
were formerly nsed for ingenuous and ingemwusneaa appears from 
innumerable passages of our early writers. 
„Oh God^f so a und b; c: „Oh Heauen^f d und die folgenden: „o 

„In heü for ihis^\ so B nnd andere, die alten drucke ziehen „in 

heü^ noch zur vorhergehenden zeile. 

„tDÜhout diftafle^j in den quartos bis e einschliesslich fehlt das e in 

distaste." 

„Tho ihis wilde woman^, so alle alten drucke und Th; die bsg. von 

1778 „rife"; D: „viW, vgl. zu p. 331. 

„It is not deaih, . . .", so alle alten drucke; die hsg. von 1778 und 

D richtiger: „Is it not death?^ 

369) „Vfüeffe I fend your liues ...'', so die alten drucke und die hsg. 
von 1778, Sympson: „To send people's Livea througb all the land 
is certainly a very odd and unprecedented expression. The poets, 
doubtless, must bave wrote limhs, i. e. Unless I bew you to pieces, 
and send your quarters, (as is done by malefactors) througb the 
kingdom, to let your subjects know my injuries, and the justice of 
my revenge: Your bare deaths cannot satisfy me." Die bsg. von 
1778 bemerken hierzu: „We must differ from Mr. Sympson, even in 
the first Observation of bis we meet with. To send their Lives 
througb all the land, means, to send an acconnt througb the land 
of their vicions mode of life, and criminal connection." M verwirft 
diese erklärung und schliesst sich Sympson an, „The dispersing and 
exposing the limbs of the criminals is considered as an aggravation 
of their punishment, and what Amintor had in contemplation, was 
not to display the justice of bis cause, but the exemplary manner in 
which he had reveuged it.*^ D druckt ebenfalls „limbs" und ver- 
weist auf die worte Amintors p. 353: „No, let me know the man 
that wrongs me fo: 

That I may cut his body into motes, 
And fcatter it before the Northren winde«** 

AnglU. N. F. XI. 4 



50 BENNO LEONHARDT, 

Im mannskript stand jedenfalls „lims", welches der setzer für 
„liues" las. 

„. . . but there is 

Diuinitk about you, that ftrikes dead 

My riftng paffions^ ; 
Th verweist hier an! die folgende stelle in Hamlet: 

„Let him go, Gertmde; do not fear onr person; 

There's such divinity doth hedge a hing, 

That treason cau bnt peep to what it would, 

Acts little of his will." 
„. . . a midtitude of^, in den drucken von d an beginnt „o/^ den 
folgenden vers. 

„. . . ihere wert thoufands fooles^; nur /*, und B: „. . . thotisand'*^ 
und so D. 

370) „Within Vie Hand" ziehen die drucke von /i an zur vorhergehenden 
zeile. 

„It wert no credit for me^; so alle alten drucke; M ist im Irrtum, 

wenn er glaubt, dass in den alten drucken „J/^ statt ,,1^ steht, er 

sagt, „we must read, It were . . ., as in Theobald's edition". 

„NOf for I beleae ihee honeß^y so alle alten drucke; D: ;,believ'd**. 

„the slight alteration which I have made seems absolutely necessary. 

Theobald endeavoured to rectify the inconsistency of the speech by 

printing *art* instead of *wert' in the next line." 

„as ihou wert valiant" ziehen die alten drucke zur vorherg. zeile. 

„Be priuate in it^ ziehen die drucke ab fi zur vorherg. zeile. 

„Ä baud, hold, hold . . .", JB nur einmal „hold", 

„1 am refolute] i. e. „I am convinced" (M), In demselben sinne 

begegneten wir resolved im 11. akt. 

„Änd fo I kaue you^ ; in den drucken ab e fehlt „T*, 

„You muß needs . . .", ab d ohne „needs^. 

„Prethe", von /i an: „Prethee". 

371) „Enter Melantius." Hier D : „Sccm IL — Ä Roon in the Paiace," 
„. . . Why? wiU thou doate . . ,", so die alten drucke, welche diese 
Worte des Melantins in prosa wiedergeben. I> und die hsg. von 
1778 drucken : „Why wilt thou . . ." und setzen verse, jener schliesst 
dieselben mit „thy felf ", „to bed", „things", thoughts" und „can be" ; 
diese mit thy life, looking to, not mee, waighty und can be. Th 
setzt des verses wegen: "to thy bed". 

372) „In Single figJU, you'le giue ground . . .", die alten drucke ab e lassen 
„giue" weg; fx und die folgenden ziehen „Come, draw" zur vorher- 
gehenden zeile. 

„I would giue hälfe . . .", die alten drucke prosa; D und die hsg. 
von 1778 verse, welche enden mit „land^, „a little" j „Am" und 
wierce/"; e und die folgenden lassen „him" nach „hold" weg. 
Nach „all ouer this" in den alten drucken: „Exit Calianax"; 1): 
„[Aside — takes up his doak, sheaihs his sword, and exit" 

373) „Afflicts me now" ziehen f\ und die folgenden zur vorhergehenden 
zeile. D giebt hier die bühnenanw. „[Aside". 



TEXTVARIANTEN. IV. THE MAIDS TBAGEBY. 51 

„For we wert tcant to Charge our foules . . .^j so alle alten drucke. 
Th: „This is flat nonsense by the mistake of a Single letter. The 
slight alteration I haye made (er setzt „chatige") gives us the tme 
meaning. So in J. hing and no hing: 

* . . . or f or honesty io interchange my bosom with . . . ' 
And again, 

'And then how dare yon offer to change words with her? 
Mr. Seward and Mr. Sympson concnrred with me in starting this 
emendation." 

„Ä fadneffe here? what caufe^, so alle alten dmcke; D: „I haye 
Httle doubt that the anthor wrote, 

"A sadness here, Mdantim! what cause*' etc." 
374) „Jneuitoö^ colour^] nur a: „Immutable", und so die hsg. von 1778. 
D und TT: „inevitable" ; Th: „Itumitable** ; er bemerkt: „This epithet, 
I know, signifies, not to be avoided, not to be eschewed] but I don't 
remember that it takes in the idea of not to be resisted] which is 
the sense required here. The old quarto of 1619 has it. Immutable 
colour, — but metre and emphasis prove that to be a corrupted 
reading; out of which, I dare be confident, I have extracted the 
genuine lection: Inimitahle colour; i. e. a complectiou not to be 
paragon'd by nature, nor imitated by art. We may easily account 
for the depravation at press. The hand-writing in those times was 
almost universally what we call secretary : And their Ts were wrote 
without tittles over them. Let us then see how minute is the 
difference betwixt the two words, and how liable they might be to 
be mistaken one for the other: 

Immitable 
Immutable." 
M: „immutable is evideutly the worst of the three, as it iigures the 
metre, and a fixed colour in the cheeks was never considered as an 
excellence. The best and most poetical of all these readings is the 
old one „tnevitabU** . Inevitable means not only unavoidable, but 
irresistable ; in which last sense the word is used here. So Dryden, 
in bis tale of Palamon and Arcite, says: 

'But even that glimmering servM him to descry 
Th' inevitable charms of Emily.' 
The Word inevitable in Latin had the same Import as we find from 
the foUowing passage in the first Annal of Tacitus : ' Sed Marcellum 
insimulabat [Crispinus] sinistros de Tiberio sermones habuisse: in- 
eviiabile crimen, cum ex moribus principis foedissima quaeque deligeret 
accusator, objectaretque reo.' It is evident in this passage that in- 
evitabile crimen does not mean an accusation that could not have 
been prevented, but one from which, when preferred, it was im- 
possible to escape." 

„Äppeare another" ziehen ft und die folg. zur vorherg. zeile. 
„Or told my friend a lied", nur B: „, . , he lied." 
375) „. . . know what that is", so alle alten drucke und I>; die hsg. von 
1778: „. . . what U is.« 

4* 



52 BENNO LEONHABDT, 

„See how you plaid toith friendpiip ..." Th: „The quarrelling 
sceue, which is now Coming on, has been the snbject of mnch 
criticism and controyersy. Some have cry'd it up aboye that cele- 
brated quarrel in Enripides's Iphigenia at Aulis, betwixt Agamemnon 
and bis brother Menelaus: And otbers have decried it, as egregioosly 
faulty in the motiyes, and progress; the working up, and declination 
of the passions. For my own part I will yenture to be no farther 
an nmpire in the case, than in prononncing that I have always seen 
it received with vehement applanse ; and tiiat I think it very affect- 
ing on each aide." 

y.You ha loß a friend" ziehen /i und die folgenden zur vorher- 
gehenden zeile. 

„. , . and cut throiLgh thy foea", so alle alten drucke und D und die 
hsg. von 1778; W: „. . . my foes". 

„What it is" ziehen /i und die folgenden zur vorhergehenden zeile. 
„. . . if?ie fcape^'y /i und die folgenden: „. . . efcape". 

376) „How' 8 this?'', e und die folgenden: „How, ihisl'' 1) und die hsg. 
von 1778: „How is this?"* 

„. . , and ftrike the brand^, so alle alten drucke; D und die neueren 

hsg. : „and stick . . .". 

„Not on thee did Hhine anger goe . . .", c und die folg. : „. . . anger 

fweü^f und so D und die neueren hsg. 

„As troubled water s^, statt dessen e und die folgenden: „As the 

wilde furges^f und so D und die neueren hsg. 

„This is bafe" ziehen fi und die folgenden zur nächsten zeile. 

377) „Amin, Then I draw^y hier D: [Drawing bis sword, und später 
nach j^ardan me my friend" [Sheaths bis sword, ebenso nach 
„. . . lofe mB fhortly^. 

„And I ßiaU doe a fotde act on my felfe^; nur B: „. . . a foule 

action my felfe". 

„quick] i. e. alive" (D). 

„That drew her too% e und folg. : „. . . to*t,^ 

378) „. . . and on my horrid point", c und folg.: „. . . its horrid . . .", 
und so D und die neueren hsg. 

„I haue quite vndone my fame^ ; Theobald here (as in fifty other 
places) silently endeavours to restore the verse: 

"Amin. I have quite undone 
My fame. 

Mel. Dry up thy wateiy eyes awhile^ (D), 
„awhile" findet sich in keinem alten druck. 
„All tlkat Uiris World . . .", in /l und den folgenden fehlt „ihai^. 
„To giue it back^ ziehen fi und folg. zur vorherg. zeile, desgleichen 
später „If I doe ftir?^ Hier bemerkt D zu „xoiih ihine^i «Pro- 
bably the poet wrote thine own**. Theobald printed: „equal then 
with thine". 

„Take to thy weapon^\ hier B: [Braws his sword; nach „Mel." 
879) „[Brawing his sword^j und später, vor „I will be kild firft" „[Shea- 
thing his 9word\ 



TBXTVARIANTBN. IV. THE MAID^S TEAGEDY. 53 

380) „I Piaü neuer doo't"*; d: „. . . do't'*. 

„As weU as I cotdd^] c und folg. haben dafür: „To my heßpower'^, 
nnd so D und die hsg. von 1778. 

„Thou comft as fent"; Th: „This is, as ^Horace says of himself, 
Brevis esse laboro, obscurus fio. The meaning is, thon com'st as 
critically, as if I had sent for thee." M: „That is, as if you were 
sent on pnrpose. Theobald censnres this expression as obscure; bat 
the Word as is frequently nsed by onr anthor[s] in the sense of as 
if. So, in the Eider Brother, Miramont says, 

"Tho, I speak no Greek I love the sonnd on't; 

It goes on thondering, as it coi\jured devils*'." 
„fpleenes] i. e. mirth, — of which the spieen was snpposed to be the 
seat« (D). 

381) „That was fpoke according to our ftraine [;] come, ioyne (c und 
folg.: „Ioyne") Ihy hands to mtne"-, a lässt „to mine" weg, daher 
auch Th; „perhaps rightly", sagt D, welcher übrigens diese stelle 
so ordnet: 

„That was fpoke 

According to . . .", 
ebenso die hsg. von 1778. 
„Shaü lay before thee^ ziehen fi und folg. zur Torherg. zeile. 

382) „See [,] tohat ftarts you make into your hatred to my 
loue and freedotne to you, 

I come with refolution to obtaine a fute 

Of you,% 
a: „. . . your idle hatred . . .", und so Th und D; letzterer ordnet 
diese stelle dadurch, dass er den ersten yers mit „you make^^ den 
zweiten mit „my loue^^ den dritten mit „refolution^, den yierten mit 
„of you^ schliesst; /J und folg. ziehen „of you^ zur Torherg. zeile, 
desgl. „Into my fiands^. 

„BiU there is a reafon . . .", die ältesten drucke haben hier zwei 
verse, von welchen der erste mit „I would", der zweite mit „daughter^ 
endet, d und folg. setzen prosa. D : drei verse, welche mit „reafon", 
„king" und „daughter" schliessen. 
„But I am arm*d"f hier D: „[Äside, and exit." 

IV. 

383) D : „Scene L — The ÄpaHment of Evadne."" 

Evadne and Ladies discovered. Enter Mdantius, 
Die alten drucke: „Enter Melantius, Euadne, and a Lady,"* 
„In my blunt eie me thinks you look Euad/ne^, so die alten drucke 
und D; die hsg. von 1778: „. . . you look, Evadne — ", haben also 
die stelle gar nicht verstanden. 

„Come you would make ", W merkwürdigerweise: „ you 

iwB . . .« 

„You fhdU if you command wc", so alle alten drucke; Th: „i. e. 

If you bid me blush, I shall. Evadne is very obsequious in this 



54 BENNO LEONHABDT, 

condescenslon : but this, I dare say, was not the Poets* intentions. 

They meant she shonid say : ''Nay, if you commend me, I am bashfnl, 

and shall ^blnsh at yonr praiees'. And this is confirmed by what 

Melantins immediately subjoius to if 1) und die hsg. yon 1778: 

„commrad". 

„Break into commendations^ ^ so nur hj alle Übrigen: n. . . . cwn- 

mendcUion^ und so I> und die übrigen hsg. 

„miüan — skins^] „Mentioned agaiu in Valenttniany act II. sc. 2., — 

are sapposed by Nares to mean 'fine gloves manofactored at Milan \ 

Gloss. in 17." (D). Diese stelle steht überdies in fi und den folg. 

in prosa. 

384) „Such a fad commendations ...'', so m a—e; in ^ und den folg. 
jedoch: „. . . commendation,^ 

„Tis yet in Üiy repentance . . ."; so auch D und die hsg. von 1778; 
c und die folg.: „. . . thy remembrance." 

„. . , at thefe yecres, through aü"; c und die folg.: „, . . thorough 
all", und so 1) und die hsg. von 1778. 

„I vnderßand ye not^] c und die folg.: „. . . you'^f so auch D und 
die hsg. Ton 1778. 

„TÄy body is too litüe for the ßory, 
The lufts of which tooiUd fiü another wotnan, 
Though Pie had twins within her.^ 
Th: „This is mock-reasoning, and prima fade shews its absurdity. 
Surely, if a woman has twins within her, she can want very little 
more to fill her up. I dare be confident, I have restored the Poets* 
genuine reading [^As though 8h*ad twins within her"]. The pro- 
priety of the reasoning is a conviction of the certainty of the 
emendation." Die hsg. von 1778: „It is evident he [Theobald] has 
misunderstood our authors: they do not mean an internal, but an 
extemal Alling. Your whole body, says Melantius, is so far from 
being large enongh to contain an account of your lusts, that, if it 
was wrote all over, three would still remain enough of the story to 
Cover the body of another woman , even though she were swelled 
with twins. Either way, however, it must be allowed, the thought 
and expression are rather uncouth." W: „The last editors, supposing 
the bodies of Evadne and the other woman, who was swelled with 
twins, to be scribbled over with the story of the former, is an ad- 
mirable travestie of the poets* meaning, and would not disgrace the 
pages of Cotton, Brydges, or Scarron. Theobald's comment bids 
fairest to be the true explanation." D: „The meaning of the passage 
is probably this: — the overflowings of thy lust would be sufficient 
to inflame another woman though she already had twins in her 
womb." 

885) „. . . iheres your way"^ ; c und die folg. : „there {»ea . . .", und so D 
und die hsg. von 1778. 

„Radier to grapple with the plague, or ftand"* ; diese zeile fehlt in B. 
„Where there was people", so alle alten drucke und D ; die hsg. von 
1778: „. . . were people." 



TEXTVARIANTEN. IV. THE HAID's TEAGEDY. 55 

386) „Be ßride a hiüow . . .", so alle alteu drucke u. TT; B u. die hsg. von 
1778 richtiger: „Bestrid'^y vgl. in der nächsten zeile tood statt foe. 
„. . . or made heauens fire his food"^ ; nnr a hat hier die richtige 
lesart: „foe^, und so I>. 

„. . . will fooner fnatch meat^ ; diese stelle in den alten drucken in 
prosa; V und die hsg. von 1778 verse und zwar schliessen dieselben 
mit „faue thee", „dare not", „fpeake loud", „teil me", „dares moit", 
„feruice", „Lyon", „about thee", „vertue" und „canker". In a fehlt 
diese stelle ganz; c und die folg. setzen: „. . . fetch meat" und so 
die hsg. von 1778; diese und W setzen auch: „Who has undone . ." 
statt „has . . .", wie die quartos lesen, welches so viel ist wie „/» as", 
vgl. B: „Ä'os"; D: „He has . . ." Die hsg. von 1778 bemerken: 
„that it should be who, and that Melantius is still questioning 
Evadne about the destroyer of her innocence, is not, we think, to 
be doubted." 
„canker] i. e. a wild rose, or dog-rose" (D). 

387) „. . . . weakne/Jes of nature" , hier 1) : „[Draws his su)ord.'\ nach 
„. . hend yet^^ „:[Kneds^^ und gleich darauf nach Mel. „[Baising J^er].** 

388) „. . . can you he forry9^^\ a und D: „. . . very forry". 

,fWould gods thou hadß . . .^S c: „. . . th'adß"; d und die folg.: 
„<Ä' hadft . . ." 

t,Äny loofe fiame hereaftet*^ ziehen d und die folg. zur vorherg. 
zeile, desgl. ,;Fo kiü ihis baß King?"' 

389) „. . . ihaudß ßnooiher htm" ; fi und die folg. „tÄoti'd . . ." ; W: „thou 
shouldst . . .", D; „. . thou^dst . ."; die hsg. von 1778: „thoud^st . ." 
„. . . ihou fhaU not liue", nur in b irrtümlich : „thou fhaU . . .*' 

„. . . giue me thy hand^j so alle alten drucke ; die hsg. von 1778 

verweisen auf das folgende „And both to heauen held vp^' und setzen 

„. . . hands*'; D: y,hand[sY^, 

Nach „Here I floeare it" setzt D: „[Kneels" und nach Mel. „[Bais- 

ing her" 

„Bare ßep . . ."; d und die folgenden: „Dare«". 

„Oods where haue I beene . . .", c: „O^ und d und die folgenden: 

„Oh where haue . . .", und so V und die hsg. von 1778. 

„Would dare a woman] i. e. would scare, would fright her out of 

her wits to commit'^ (TA). 

390) „This is no new way to heget more forrow", so alle alten drucke 
ausser a: „This is a new way to beget more sorrows"; so B und 
die hsg. von 1778, nur dass diese „sorrow^' drucken; sie bemerken: 
„It [^no'] is undoubtedly sense, but that which we have followed 
is more elegant^* 

„a handrwolfe"] „means a tamed wolf" (}V). 

„. . . prethee doe not mocke me"; B: tdP^ay thee . . " 

„at the higheß fet"] „i. e. at the highest stake'' (TT). 

„That ßeight contrition, that; no ßcrifice"; c und d: „. . . contrition 

ihats; no . . ."; e und die folgenden: „. . . contrition, thats no facri- 

fice''; dies ist natürlich die einzig richtige lesart („. . . that's no''), 

so alle neueren hsg. 



56 BENNO LEONHABDT. 

„Would there wert any fafetic in thy fex^^ : Th : „i- ©• wiJ security, 
any trust, or belief, to be reposed in them." 

391) „. . . to ihat dull calamitie"] /", nnd die folg.: „to the dull . . ." 
j.Knowes to be tougJier^^j so alle alten drncke; D nnd die hsg. von 
1778 : ,,Know . . /* 

„To aü infuing eiea"; so alle alten drucke und die hsg. von 1778; 
V nach dem Vorschlag Wehers : „. . . infuing ages.^^ 

392) „Made for heauens honors " Af: „We should read 'heauen's 

honour^', aber D sagt: „No, no." 

„TiU I am wattr*^ gehört in /i und den folg. zur vorherg. zeile. 
„My honour faües no furlher^^; /i und die folg., sowie D und die 
hsg. von 1778: „. . . no farther." 

393) „Tiü fhe haue trted . . ."; d und die folg.: „. . . Pi'ave . . ." 
2>: „Scene IL — Ä Hau in the Palace. 

A Banquet spread, 

Hautboys play wiihin. Enter King and Calianax, 

Die alten drucke (natürlich ohne angäbe der scene und des ortes): 

yJ£oboyes play witkin. 

Banquet Enter King, Calianax}'' 

„and then fcape?^^, e und die folg.: „. . . efcape,*^ 

„Not in the Court" ziehen fi und folg. zur vorherg. zeile. 

„. . . You would a trufled me"\ nur Bi „. . , ha* , , ."; D und die 

hsg. von 1778: „. . . have." 

394) iiÄnd wiU ftiü . . ."; diese stelle ist in den ältesten drucken in prosa; 
ab fi zwei verse; der zweite beginnt mit „You haue ...."; ganz 
ebenso verhält es sich mit der stelle 

„How no more? . . ."; hier beginnt der zweite vers mit „Not I." 
y^We meane to quifem" ziehen /i und die folg. zur vorherg. zeile. 
„To fight for . . ,", so alle alten drucke und D; die hsg. von 1778: 
„Do fight for . . ." 

395) „King. Reach ftie a boule of wine: Mdantius, (hau art fad. 
Ämint. I fhoiUd be ...'*; so alle alten drucke, ausser a, welcher 
statt „Amint." „MeV*^ setzt. Th (und ihm folgen B und die hsg. 
von 1778): 

yyKing, Beach me a bowl of wine: Melantius, thou 
Art sad. 

Mü, I fhould be . . ."; 
er bemerkt: „I have a^justed the metre, which was confüsed; and 
by the assistance of the old quarto in 1619, affixed the reply to the 
right character. The king addressed himself to Melantius; and what 
impertineuce it is in Amintor to take his friend's answer out of bis 
mouth." Die hsg. von 1778: „We have no doubt but the answer 
belongs to Melantius; not only for the reason Mr. Theobald gives, 
which has some force , but because the king has just told Amintor, 
that 'the banquet was for him', and asks, *who has brought a 
merry tale about him?* and then immediately addresses Melantius, 
telling him ^he is sad'; to which it is natural for Melantius to 
reply." M\ „— as Melantius was the person to whom the King 



TEXTVARIANTEN. IV. THE MAID's TBAGEDY. 57 

addressed himself, the reply »hoiild come from him. Be^ides, it was 
the King's intention to sonnd him, and discoyer from liis behaviour, 
whether the Information of Calianax was true ; he, therefore, accnses 
him of sadness or gravity, the natnral disposition for a man to be 
in who had formed some deep design." 

Nach „Such a you are^^ giebt D die bUhnenauw. „[Aside", nach 
„fair Euadne^^ „[DrmÄ»", nach „Calianax" „\Apart to Ämi" (hier 
steht in den alten drucken „afide^')j nach „I Warrant you" „[Äside", 
und nach „my loue" „[DrtnkSy and tken haiids the cup to Evadne.^^ 
„. . . I Warrant you" fehlt in e und den folg. ; es heisst da : Ye fhall 
haue it foundly?, doch setzen g und h einen punkt statt ?. 
„A fatdt, twere pitty^^y ziehen /i und die folg. zur vorherg. zeile ; 

396) desgl. „No Ofxe aliue^\ „And he hos kept it treQ", „Since he com- 
manded" und „I fhould ha fed as mtich*^ {B und die folgenden: 
„. . . faid^^). 

„Wert he knowne, vnpofftble^^ \ D: 

„Were he knoum, 

Unpossible**; 
die hsg. von 1778: „Impossible^^, D: „The latter form indeed occurs 
in act V., sc. 2. ; but our early writers did not confine themselves 
to the use of a Single form of a word. Todd (Additions to Johnson^s 
Dict,), among other passages quoted for an example of "nnpossible", 
cit«s St. Matt. XIX. 26., where, he observes," in modern editions of 
the Bible the word is finically altered to „impossihle^^, 
„. . . commanded^^; Th und die hsg. von 1778 fügen ganz willkürlich 
„it" hinzu. 
„King. You are not merry, hroHier drinke wine, 

Sit you aU ftiU, Calianax Afide," 

so die alten drucke; D: 
;,You not merry. 
Brother, drink wine. Sit you all still. — Calianax, 

[Apart to him"; 
ebenso die hsg. von 1778; nur setzen sie nach „still" „!". 
„. . . truß thus^f so alle alten drucke; D: „this*^ unter hinweis auf 
die Worte des kdnigs zu beginn dieser scene: „I cannot teil how I 
fhould credit ihis'^ und die des Calianax (s. 397) „—this he did Tay." 

397) „A muß, if he teere guilty"\ nur Bi „He mnft . . ."; D und die hsg. 
von 1778 beginnen den zweiten vers mit „If he were gtulty." 
yjMuch leffe of you" ziehen f und folg. zur vorherg. zeile , ebenso 
die Worte „I neuer knew" und (s. 398) „You are well fatisfied." 

398) „Eaters and tdlkers", nur a : „Facers and . . ." ; ebenso D und die 
hsg. von 1778, welche bemerken : „Moft of the latter editions concur 
in this reading; which is evidently corrupt. Facers and facinga 
are words used by our Authors to express shanieless people and 
effrontery." 

yi(for you ought to dooH)"] /*» und die folg.: „. . . doH". 

JCis ßrange a fliould beheue . . .", nur B: „— he fhould . . ." 



58 BENNO LEONHABDTy 

i,ins life^'; d und die folgenden: „in his , . ,^^\ D und die hsg. von 
1778: „ms . . ,''. 

399) „ro ihifike an act on Üiat . . ." ; so nur in b, wo das „i" in „action" 
dem Setzer augenscheinlich herausgefallen ist; alle übrigen: ,r • • • 
action ihai^, 

„Änd reapt ilie fruit in peac&^. Seward ganz willkürlich „And they 
have reapt the fruit of it in peace", und so Th. M: „The last Editors 
(von 1778) approve of this amendment (Seward^s) as judicious, though 
they haye not ventured to adopt it; but the prcsent reading is the 
true one. Melantius means to say, not in piain prose, but in poetical 
language, that, had it not been for his sword, tiie people could 
neither haye ploughed the ground, or have reaped the fmits of it 
(Melantius usw.)^^ So, in the Captain, Jacomo says: 

„Do you not teil men sometimes of their dulness, 
When you are grip'd, as now you are, with need? 
I do, and let them know those silks they wear, 
The war weaves for them! And the bread they eat, 
We sow and reap again, to feed their hunger; 
I teil them boldly, they are masters of 
Nothing, but what we fight for/^ 
„— my toiü as great"; fx und die folg.: „— is great". 
„ — haue the fort*^ ; hier auch die alten drucke : „Apid&* ; B : „[Apart 
to him}^ 

400) „He wiü forpweare it" und ,jl pitiie him" ziehen fi und folg. zur 
Yorherg. zeile. 

„Ä pittie a pox . . .'*, c und folg. nur „Pittie a . . ." und so D: 

„Pity! a pox upon you!", die hsg. von 1778: „Pity? a . . ." 

„Mel. Marke his difordered words . . ."; c und folg. legen diese 

stelle dem ),King'' in den mund. 

„Both you and me to forgiue . . .", c und folg. : „Both you and me 

too to . . .", und so D und die hsg. von 1778. 

„Caliancuc the King beleeues you; . . .", die alten drucke schliessen 

die verse mit „go", „vp", „hope", „ftUl" usw.; die neueren hsg. 

setzen: „Calianax, 

The King . . ." 
und schliessen diesen vers mit „home", die nächsten wie oben. 
„Why fhould you truft"; d und folg.: „Why would . . ." 

401) „Bot/i with him, and without him . . .", so alle alten drucke, und so 
die hsg. von 1778; D: „Both with *em and without 'em". The mis- 
print of him for *em is a not uncommon one in early dramas." 
„And you Euadne, let me take thee in my armes, Mekmtius ^ 
beleeue ihou art as tJwu deferueß to be, my friend^; so die alten 
drucke; die neueren hsg. ordnen diese verse wie folgt: 

„And youy Evadne, — Let me take 

Thee in my arms, Mekmtius^ and bdieve 

Thou art usw." 
Am schluss dieser stelle geben die alten drucke die bühnenauw.: 
„Exeunt omnes. Mafient Md. dt Cal.*'\ D: „Exeuni aü exa^t . . /' 



TEXTV AMANTEN. IV. THE MAID'S TRAGEDY. 59 

^jFor I hegin to forget ...''; Th setzt nach angäbe Masons irrtüm- 
lich: „For ay begin". 

402) „Thts I call hurt'', so a, 6 und I>; c und folg.: „This in aü hurt"; 
ein versehen des setzers, der das darauf folgende „All*^ in der rede 
des Calianax sah; gleichwohl setzen auch die hsg. von 1778: j,aU"; 
doch vergleiche die vorausgegangene frage des Calianax : „/ prethee, 
whcU doft thou caU hurt?'' Diese worte, sowie „Thy wonied ftate" 
und „To campaffe" ziehen fi und folg. zur vorherg. zeile. 

„I wotdd reuenge of thee"; die hsg. ven 1778: „o" thee". 

„Thou fhait haue the Fort"; nur a, Th und D: „Mdantius, 
thou . . ." 

403) j,Mel. Heele huy that knowledge vcry deerely: Diph. 

What newes with thee? Enter Diphilus", 

so a und b; in c, d und e ist „Diph." weit von „deerely'^ abgerückt, 
in fi und den folg. fehlt es ganz. D und die neueren hsg.: 
,,Mel He'ü huy 

Thdt knowledge very dearly. 
Be-enter Diphilus. 

Diphüus, 
What new8 with thee?". 

„Mel. Away and vfe him kindly. 
Col. Toudi not me etc.", 
diese rede geben die alten drucke in prosa; Th: 
„Mel. Away, 

And use him kindly. 
Col. Touch not me; I hate 

The whole strain of you. If thou foUow me", et€. 
D und die hsg. von 1778: 

„Mel. Away, and use him kindly. 
Col. Touch not me; 

I hate the whole strain. If thou follow me" 
und schliessen die nächsten verse mit „fort" und „yourfelues". 

yyThis is a night, fpight of Aftronomers" , e und folg.: „. . . in fpight 
{B: ,/piU") of". 

„Äftronomers] i. e. astrologers" (2>). 

404) „5o pleafing, hdp me", „To hell for euer" und „Befenfeleffe" ziehen 
fx und folg. zur vorherg. zeile. 

Nach „— 9wear vengeance?" setzt D: y,[Ä8ide*', nach „ — my fdfe 
dUme,": „[Draws lüs sword", nach „I cannot teil": „[Lets fall his 
sword," und nach „— up for thee" : „[Takes up the sword, and gives 
ü to Ämintor*'. 

„In that vild woman"] BO a, b und 2); e und folg.: „— vile . . ." 
und so die hsg. von 1778; vgl. anm. zu s. 331 (I>). 

405) „Headlong vnto ßnne . . ." so alle alten drucke; Seward erlaubt 
sich hier eine gewaltsame abänderung: „Headlong to (in, and yet 
itself 28 not onef'^ ,,an amendment not absolutely neeeesaryi but 



60 BENNO LBONHARDT, 

well-imagined, and probably the trne readiiig" (M). Seward's Vor- 
schlag befolgen Th und W; die hsg. von 1778 ebenfalls: ,,Headlong 
io", behalten aber „nofÄi'w^f" bei. 

Act V. 

D: ^^Scene L — A Boonie in the Falace. 

Enttr Evcuhie and a Gentleman of Hie Bed-chamber.^* ; 
die alten drucke nur: „EtUer Euadne and a OenÜeman^^. 

„Tis all I dare doe Madame, but the King toiü 

Wake and ihen^^; 
d lud folg. geben hier prosa; a: „. . , and then, methinks — '^ und 
so D, der den ersten vers mit »King** schliesst 
Nach ,yl am gone^^ geben die alten drucke: „Exif*; D: „Exeuni 
severaUy"; die hsg. von 1778: „Exit-King a-bed^^, denn auch die 
alten drucke setzen zu beginn der rede Evadnes „King a bed". 
D bemerkt hierzu: ,,80 wretched were the appointments ofour early 
theatres, that when the Gentleman had left the stage, and a bed 
containing the sleeping King had been thrust on, the audience were 
to suppose that they beheld the royal bed-chamber." 

406) D: „Scene U. — The Bedrchamber, The King discovered in bed 

asleep,'* 
„Of a loft virgin^^', a: „. . . rtHu«". 

Mit „Be flefh . . .** beginnt in den alten drucken eine neue vers- 
zeile; 1) und die neueren hsg. schliessen damit die vorherg. 
„An age cannot preuent 'w"; a: „ — repent^^ und so D, die hsg. von 
1778 und Thy der die Verbesserung als seine eigene angiebt! d und 
folg.: „— preuent *em". 

„yet I muft through 'w" ; d und folg. : „through 'em". 
„Ile Piape hia fins — *S so a, b, und 2>; c und folg., sowie die hsg. 
von 1778: „De Piake . . ." 

407) „So, if he raile me not from my refoluUon^ 
I fcUl be ftrong enough. 

My Lord the King, my Lord, a fleepes, 

As if he meant to wake no more, my Lord, 

Is he not dead aiready? Sir, my Lord", 
so b; a: 

„So, if he raile me not from my refoluUon 

As I bdeeue I fhaU not, I fhaU fit Mm. 

My Lord the King, tisw,; 
nur JB: ,^ fleepes". Th und ihm folgen die hsg. von 1778 und V: 

„l fhall be ftrong enough. — My lord the King! 

My lord! — Ue sleeps, as if he meant to wake 

No more. — My lord! — Is he not dead aiready? — 

Sir! my lord!" 

„Whofe Ihat?''; d und folg.: „Who'« . . ." 

„. . . tie me to you, by my loue^^ erst d und folg. setzen »?** nach 

„you" statt „,**. Th Ändert „loue" in „life**, wahrscheinlich weil 



TEXTYABUNTEN. IV. THE MAID^S TRAGEDY. 61 

„lone" in der übernächsten zeile wieder Torkommt („queene of 

loue"'). 

„Ile he thy Mars ... .". Th: „The allosion here is to the words 

of Ovid in the foorth book of bis Metamorphoses , where Mars and 

Yemis are caugbt in coigunction by a subtie net which her hnsband 

Vnlcan had bonnd over them, and exposed them to the yiew of 

the gods: — 

— - Tnrpes jacuere li^ti 

Tnrpiter, atque aliqms de Dis non tristibns optet 

Sic fieri turpis." 

Die Worte „. . may fee^^ schliessen die verszeile in den alten drucken, 

die neueren hsg. beginnen damit die nächste und letzte. 

408) jyThere thou Puiit knato . . .", e und folg. : „There you fhall . . ." 
Nach ^^And you muft hUed^^ setzt I): ^^[Vraws a knife.'^ 

„. . . to looke thofe torments^^ ; Th : „Look occurs in the line im- 
mediately preceding ; and the repetition of it is no manner of elegance. 
Besides, to look those torments, is no English expression: It must 
either be seek or brook^^; die hsg. von 1778 bemerken hierzu mit 
recht: „Look, from the days of our Authors down to our own, has 
frequently been used for look for, or seek. With respect to the 
elegance, it is our proyince to give our Authors* own words, not 
(supposing we could) to Substitute better.^' 

409) „My totiffue fhaü reach^^ ; e und folg. : „. . . fhall te(icli^^ ; auch hier 
giebt Th „reach^* als seine eigene Verbesserung! 

„A thing out of the ouercharge of nature^^ ; /\ und folg. : „. . . the 

overchange . . ." 

„Thou keptst me braue . . ."] „i. e. in fine apparel, etc." (D). 

„. . . and whorde me^^, so alle alten drucke und 1), ebenso in der 

übernächsten zeile: 

„And whorde me fUW^; die hsg. von 1778 setzen in beiden fällen 

„whor'd'se". 

Nach „my Lord Amintor^^ setzt D: „[Stabs htm" und nach „Oh! 

410) 1 die", „[Dies"; die alten drucke nur nach „. . . of women": „[Kils 
him." 

jjFirst Gent 
See. Gent."; 

so 2>; die alten drucke setzen hier nur die ziffem: 1 und 2, ebenso 

die hsg. von 1778. 

„Lies ftiü" ziehen /i und folg. zur vorherg. zeile. 

411) „TJie innocence of this ad" ; /i und folg. : „The innocent". 

Mit „. . . muft Ihaue" beginnt B eine neue verszeile, während die 
alten drucke diese zur vorherg. ziehen. 

D: „Scene IIL — Before the Citadel; a— d geben „Enter Melant. 
Diph. Calia. on the walls" und so D ; e und folg. : „. . on the waU"^ 

412) „We could a wifht you . . .", /i und folg. : „. . . could have" und so 
die neueren hsg. 

„Cal, Weü thou art . . ." ; diese stelle steht in prosa in den alten 
drucken; die neueren hsg. zwei verse, deren erster mit „ihough" 
schliesst 



62 BENNO LEONHARDT, 

„. . . pray Jieaueti"; nur a: „pray to . . ." und so D. 

„When Urne was . . .", diese zeile schliessen die alten drucke mit 

^jciares", die neueren mit jjfight". 

Nach „rafcaü'' setzt D: „[^/tWc". 

„. . thofe teares . ." ; c und folg. : „wÄofe . ." und so die hsg. y. 1778. 

yyÄnd hy hie friendfhip . . .", nur a: „And heg bis . . ." und so D; 

d und folg.: j^and by . . ." 

„Bafe ftaitie of tchore . . .^S diesen vers schliessen die alten drucke 

mit „worfe^^ und den nächsten mit „my fdfe^^, die neueren mit yjihe 

ioy^^ und „(Äii« I'*. 

413) „—I Äaue /lun^ . . ." ; /i und folg. : „— have I . . ." 
i^Who, I?^^ ziehen die alten drucke mit zur folg. zeile. 
,^You wud draw^^, nur B: „you'd . . ." 

„ — fo I may he free^^\ e und folg.: „. . . freed^^, und so Tä. 
jjAU vp again . .*S fi und folg. : „Aü again . .^^ 

„Mdantius, wriie inthaiOiy choic&^\ so die alten drucke ; die neueren 

beginnen mit den beiden letzten Worten den nächsten vers; D giebt 

als bühnenanw: ^^[Throtcs a paper to MdanUtis.^^ 

„It was our honours . . .", fi und folg.: „. . . honoiir^^. 

„No gain^\ fy und folg.: ,;Not gain" und so die neueren hsg. 

„. . . our pardons^* ; e und folg. : „. . . pardon^^. 

„You difdainCd vs aU but now, CcUtancL^'; so die alten drucke, die 

neueren beginnen mit „but now^^ eine zweite yerszeile. 

414) I>: „Scene IV. — Änte^ooni to Amtntor^s Apartments» Enter 
Aspatia in male apparel, and wiih artifickU scars on her face.^^ Die 
alten drucke nur: „Enter Afpatia in m^ms appareW, 

„Griefes on me", so d und folg., a, b und c: „Grefes". 

„And pui a womans harV^ ; c und folg. : „. . . heart'^ 

,,. . . and laugh at aP^, d und folg. : „. • * ^^ ^"• 

„. . . to doe me tJte faire office^^; /*, und folg. nur: „. . , the ofßce^^. 

„To helpe me to your Lord^^\ nur B: „. . . to you Lord." 

„2'o fpeake wiih him^^ ziehen fi und folg. zur yorherg. zeile. 

„Sir, becaufe you are . . .^S diese stelle steht in prosa in den alten 

drucken; a und b : „I would bee loth to dday you longer^^ ; c und folg. 

lassen „(o" weg und yon e ab heisst es: „, . . you any longer^^ I> 

setzt zwei verse, deren erster mit „I tcoutd^^ schliesst; die hsg. yon 

1778 geben hier auch prosa und setzen „any longer^'. 

„It Pwü become you tliough . . ."; nur B: „, . . tho*^^, 

„Sir, he wiU fpeake with no body^^; nach diesen worten finden wir, 
wie i) bemerkt, in a: 

„But in particular I haye in Charge, 

About no weighty matters^*; 
diese rede fehlt in den übrigen alten drucken. Th bemerkt hierzu: 
„These words, which shew an impertinence so common in all seryants, 
and a desire of sifting into eyery body's business, are only to be 
found in the first quarto in 1619"; er und die hsg. yon 1778 geben 
diese stelle aber in prosa wieder, ygl. oben; den diener in prosa 



TEXTVARIANTBK. IV. THE MAID^S TRAGEDY. 63 

sprechen zu lassen, scheint in der that die absieht der dichter ge- 
wesen sn sein. 
Nach yfieip me to htm" D: „[Gives money". 

415) „There is a vild , . ,"; d und folg.: j^vüe" nnd so die neueren hsg. 
(vgl. 8. 331). 

yyMore then in women"; nur /i: „womon" und so D. 

jfAppeare thus to me, are harfh and rüde" ; „Theobald for the metre 

printed 'are aü harsh', and so his snccessors. But 'appear' is fre- 

quently used as a trisyllable^' (D). 

jyEnter AmnUor and his man"y so die alten drucke und die hsg. 

von 1778; D: „. . . . toiih Servant". Hinter „Leaue vs" setzt er: 

j,[Exä Servant." 

Mit „P^auld bury . . ." beginnen die neueren hsg. eine neue vers- 
zeile; die alten drucke ziehen diese zur vorherg. 
„For Uü ihe chance of warre . . ." ; /i und folg. : „. . . the cJtange 
of . . .". 

„, , , let me hiffe^'' ; hier D : „{Kisses her hand." 

„. . . here I ftand 

That did it, wotdd he covM not (/)". 
Heath {MS. Notes) proposes to read '^Here he Stands"^ etc. Of the 
words, ^Would he could not!' Weber attempts a most absunl ex- 
planation. The text may be corrupted; yet in a preceding part of 
the play we find a passage somewhat similar^' (D); vgl. Illa: 
Amintor. ,,. . . I bear my griefe 

Hid from the world, how art thou wretched then? 
For ought I know, all husbands are like me." 

416) ,,. • • ^^ ^^ ^^^ or^ ahotie"\ hierzu bemerkt Thx ,,How nobly, 
and to what advantage, has Shakespeare expressed this sentiment 
in his Hamlet! 

. . . And that should teach us, 

There's a divinity that shapes our ends, 

Bough-hew them how we will." 

The hafeneffe of the iniuries . . ." ; f\ und folg. : „. . . of the injuric" 

und so die neueren hsg. ausser 1) und Th. 

„To end our difference"; D: „[Draws her sword." 

417) „. . . teares into my eies . . .'S d und folg.: „. . . into mine . . " und 
so D. 

„Ere I retum*d"j „Will neuer hazard it" und „Vpon thy felfe" 
ziehen fi und folg. zur vorherg. zeile. 

„You muß be vrg'd" etc., in den drucken bis mite schliesst die erste 
verszeile mit „vnciuiüy wiih" und die zweite mit „aa you"; fi und 
folg. beginnen die zweite mit ,,dare"; D und die hsg. von 1778 
schliessen dieverszeilen (4) mit i,vrg^d"i „those"^ „as you" und „thus". 

„I prethee . . ."; /i und folg. nur: „PretÄ««**. 

„, . . ihat I can indure^^\ B irrtümlich: „. . . indute". 

„. . . nov) fhew" ; hier D : „[Draws his sword," 



64 BENNO LEONHARDT, 

„2'hou haft no houre to ZtW; c und folg.: „. . . no hanour"; die 
alten drucke geben hier die bühnenanw. : „Tliey fighV^ ; D fügt der- 
selben hinzu: j,Ä8paUa is wounded^^. 

418) „For me to die as her&^ (hier D die bühnenanw.: „[Faüs^^), j^But 
not her mifchiefes^^ und „2'Äa< I am ftaid'^ ziehen /i und folg. zur 
vorherg. zeile. 

^^And found one . . ." ; fx und folg. : „. . . found out one", so die 

neueren hsg., ausgen. 1) und die von 1778." 

„. . . a continued iW^ ; e und folg. : „a continuaU . . " 

419) jjVioletvÜy fhed.'', so alle alten drucke; Th willkürlich: „Maß 
violentl}'". 

„. . . an wiknowne Wildemeffe^^ ; „"This is a word here appropriated 
by the poets to signify WHdemesSj from the verb bewüder. Milton 
seems so have been pleased with the liberty of using it in this sense, 
as he has copied it in bis „Paradise Lost^^ ; B. IX. V. 245. 

' These paths and bowers doubt not but our Joint hands 

Will keep from wildemess with ea8e\" 
Theobaldy . . . who appears to have forgot that Shakespeare had used 
the Word in that sense, Meas. for Meas. act m. sc. 1." (D). 
„ifc may not part^^ ; hier D : „[Anbete" und beginnt die verszeile 
mit jjÄnd take me . . .^^ 
„Take me home^^ ziehen fi und folg. zur vorherg. zeile. 

420) „There is no end of womans reafoning^^ ; /i u. folg. : „. . of womens . ." ; 
die alten drucke geben die bühnenanw. : Jeaues her^^ ; I> : „[ReUrmgt^^ 
und hinter Euad.: „[rising'', 

„. . . loue me now agatne^^, e und folg. : „once^^ statt ^ynow^^. 

„. . . wiU die for thee'^; hier die alten drucke: ,jKül8 her /e//c", D: 

„[Stabs herseip^. 

„I Jiaue not fucfi another fault . . ." ; /*! und folg. : „, . fuch a fault.*^ 

421) „Staid my courfe . . . ; c und folg. : „Did ftay my . . .", und so die 
neueren hsg. 

„Thou art ihere . . ." : c und folg. : „TÄ'art . . ." 
„I am Afpatia yet^^ und „From thee^^ ziehen /i und folg. zur vor- 
hergehenden zeile. 

„I fhaü füre liue . . .'S so a, b, Th und X). c, d, sowie die hsg. von 
1778 und W: „I IhaU fure^i^ liue" ; e und folg. : „I fhaU live . . ." 
„The World wafUs lines to excufe thy loffe^^j so alle alten drucke, 
doch ist „lines" offenbar verdruckt, es muss „liues'^ heissen. Seward 
setzt ganz willkürlich für „lives to excuse" ,,lives to expiate^^ und 
Th schlägt vor zu lesen : „limits to excuse" ; aber die hsg. von 1778 
sagen mit recht: „From Mr. Theobald's alteration we dissent, because 
limits is so very different from lines, and from the same reasoning 
we object to Mr. SewanVs word ea^iate, Our Authors were often 
defective in their measure, often redundant; and we find this line 
less exceptionable than multitudes which might be instanced." Da- 
gegen M: ,,Seward proposes to read expiate instead of excuse, which 
is so great an improvement both of the sense and the metre, that 
I should not hesitate to adopt it. Amintor considen the destruction 



TEXTVASIANTTEN. IV. THE MAID^S TBAGEDT. 65 

of Aspaüa as a crime so great that it coold be expiated only by 
sacrifice, and that all the lives in the world were insnfficient for 
that pnrpose. The expiation of crimes by sacrifice was not only the 
doctrine of the Pagan world, but is the fonndation of Christianity 
itself. Theobald's first idea, the reading of limiU instead of lives 
was yery iU-conceived, and his explanation of it ridicolous." 
„Giue me fhine hand, mme hands grope vp d^ daum^^i d und folg.: 
jj. . . thy hand" und so die neueren hsg.; die hsg. von 1778 und W 
ansserdem: „. . . my hands"; a: ,,. • • nune eyes grow yp & downe." 

422) yySJte ficounds^^t so /i und folg. und D; a—e: „She founds^^f offenbar 
ein druckfehler; die meisten neueren hsg.: y^swoons", doch vgl. 
Fletcher's Faithful Sh^herdess, lUi: 

„I take thy body from the ground 

In this deep and deadly swoundJ^ 
fiHelpe, for Gods fake . . ." ; c und folg. : ,^or heatien's fake" und 
so die neueren hsg. 

,,. . . yet ihere nothing ftirs"; d und folg.: „yet there*8 . . .", und so 
die neueren hsg. 

jjSorne hidden power teUJier, Amhitor ccUs^^; fx und folg. fügen nach 
her j^thaV'^ ein. 

,,. . . if ihere he any life . . ." ; e und folg. lassen „any^'' weg. Zu 
dieser stelle bemerkt W: ^^These lines form the best comment upon 
the common direction in old plays» to bend the body of a dying or 
dead person." 

jy, . . and Und forih some feto yeeres^^, so nur a und b ; c und folg. : 
,,. . . and lend for . . ." und so die neueren hsg. 
Nach „with thee, loue^^ die alten drucke: ,yKü8 hm felfe^^; D: „Stabs 
himself.*^ 

Die alten drucke : „Enter SeruanP^ : D : „Re-enter . . .", doch hat er 
hier die worte desselben auch in prosa wiedergegeben wie jene. 
„Oh God, helpe, helpe Q", so a und b und W-, c und folg.: „Oh 
heauen^^ und so X) und die hsg. von 1778. 

„Strat O ihere, ihere^^ so alle alten drucke. Die hsg. von 1778: 
„We cannot believe our poets intended these words to be spoken by 
Strato. Strato is following Lysippus into the room, yet is the first 
to give Information of what that prince must have seen before him. 
The Speech appears to us to belong to the Servant ; to whom there- 
fore we have assigned it." 

423) „That lüüe word was worih ", so alle alten drucke ; Th des 

verses wegen: „. . . more worth". 

„My laß is faid'^j so a, b und die neueren hsg.; c und folg.: „My 

fenfes fade^^. 

,^ach „besom^* D: „[Dies^^; und nach 

424) „but no more^^: „[Offers to stab himsdf^» 

„, . . and am friends with you^^ ; a : with you aU now^^ und so D. 
Diese rede des Cal. ist in den alten drucken in versen gedruckt, 
wenigstens sind die worte, welche eine neue zeile beginnen, mit Ma- 
juskeln geschrieben; seine vorige rede dagegen steht auch in prosa 

AngUa. N. F. XI. 5 



66 BENKO LEONHARDT, THE MAID^S TRAOEDT. 

wie bei D und den anderen hsg. Die zeilen beginnen mit: „Does^^, 
j.I kfww"f „Groume^^i „You haue^^ und „Quickiy*^, Am ende D: 

„ — Qy. Were not this and the preeeding speech of Calianax 

originally verse?" (D). 

„Js not my hands a weapon f?u»rpe enough^^; fi und folg.: j,. . . my 

hand"', d und folg.: „a weapon good enongh", und so D; die hsg. 

von 1778 und W: „«Äarp". 

„. . . from God are feni" ; c und folg. : ^^from heauen . . .** und so D 

und die hsg. von 1778. 

Am schluss: D: „[Exennt"; die alten drucke: „F*m«". 

Bemerkt sei, dass^ wie 2'h erwähnt, Rymer in seinen j^Criticisms on 

Tragedy^' Beaumont und Fletcher den Vorwurf macht, dass sie das 

stück nicht nach derperson des kOnigs benannten; „as the moral is 

a lesson on the dangers attending incontinence, the play ought to 

take its uame from the king: Whereas the whole distress of the 

Story lying on Aspatia being abandoned, and the gross iigury done 

to Amintor, the moralj that we have, is in no kind to the purpose. 

Amintor is every where, indeed, condemning himself for his perfidy 

to his betrothed mistress; and inculcating, that the Heayens are 

strict in pnnishing him for that crime; and so we have another 

morcU in the body of the fable." Gegen diesen Vorwurf nimmt Seward 

die Verfasser des Stückes in schütz, während die hsg. von 1778 Rymer 

und Theobald beipflichten. 

Aknaberg. Benno Leonhardt. 



THE MIDDLE ENGLISH METRICAL ROMANCE 

^LE MORTE ARTHUR" (HARLEIAN MS. 2252): 

ITS SOURCES AND ITS RELATION TO SIR 

THOMAS MALORY'S "MORTE DARTHUR". 



I. 

In Dr. Sommer's discossion of the sources of Malory's 
Morte Darthur which constitutes Vol. IH of his edition >) of 
that work he betrays an inconsistency of view in regard to 
the relation of the Morte Darthur to the Middle English 
metrical romance "Le Morte Arthur" 2) contained in the Har- 
leian MS. 2252 (British Museum) which will be sufficiently 
manifest on comparing the foUowing passages: — 

1. "The twentieth and twenty-first books [i. e. of Malory] 
are a prose rendering of the English metrical romance, "Le 
Morte Arthur'', as given in the Harl. MS. 2252 ; ^) the Lancelot 
[i. e. the Old French prose-romance called the Vulgate-Lancelot] 
may occasionally also have been used" (p. 11). 

2. "In the English metrical romance, "Le Mort Arthur**, 
as preserved in the unique Harl. MS. 2252, we possess a Version 
which Stands in the same relation to Malory's source as that 
does to the Prose-Lancelot ; and of this Malory was aware. 



^) Le Morte Darthur by Syr Thomas Malory: The original edition of 
William Caxton now reprinted and edited by H. Oskar Sommer, Ph. D. 
London, 1889—91. 

*) Edited by Dr. Fumiyall and pnblished by Macmillan & Co. London 
and Cambridge, 1864. 

*) This Statement has been copied by the editor of the ''Morte Dar- 
thur" in the Temple Classics series. See Bibliopraphical Note, PartlV, 
p. 315. Only it has been quallfied there by the words ''in great part'\ 

5* 



68 J. DOUaLAS BRUCE, 

for, in liis last two books, he often makes free use of the 
very words of the English poem" (p. 220). 

Dr. Sommer does not anywhere, as far as I can discover, 
express definitely his view as to the relation of Malory's source 
to the Prose-Lancelot, but it seems evident from his discussion 
pp. 273 — 275 that he regards this source as primarily based 
on the latter, so that the present passage, I take it, has the 
same meaning as the foUowing: 

3. "The Vulgate-Lancelot (P. L.) is the source for the 
first part 11. 1 — 1181, up to the gap [i. e. to the point in the 
Harl. MS. where one or more leaves are missing] whereas for 
the remainder of the poem, 11. 1316 — 3969, from the gap to the 
end, the poet used the same source as did M. for the two last 
books of his rifacimento^^ (p. 249). 

As wü\ be observed, according to the first of these passages, 
the last two books of Malory are a direct prose rendering of 
the English metiical romance ; according to the passage quoted 
under the heading 3 (and I might add others, as on pp. 250, 
269, 275) the books in question are derived not directly from 
the metrical romance, but simply from a common source, al- 
though the phi-aseology of Malory's work is often influenced 
by that of the English romance. 

Leaving aside, for the present, the question of the influence 
which the phraseology of the metrical romance may have 
exercLsed over Malory's own, there can be no doubt that the 
last of the views cited above is the correct one and that the 
twentieth and twenty-first books of the Morte Darthur are 
not a prose rendering of the romance of the Harleian MS. but 
are simply derived from the same French original as the latter 
part of that romance.') To one who is familiär with the 
Old French Arthurian prose romances it will be obvious on the 
comparison of almost any passage of Maloiy with the corre- 
sponding passage of the English metrical romance that so 
exact a rendering of the spirit and method of the French 
romances (take, for example, the inteiminable dialogues) is 
far more likely to be due to Malory's customary close adherence 



^) Dr. W. E. Mead in his Selections from Morte Darthur (BostoD, 1897) 
pp. 305 ff. has come to the same conclnsion bnt he discnsses the matter with 
reference to the phraseology alone. 



THE ME. METBICAL BOMAKCE ^LE MOBTE ABTHUb". 69 

to bis Originals than to a transformation on bis part in the 
dii-ection of these romances of the naivet6 and often ballad- 
like simplicity of the *English Le Morte Arthur. Apart from 
the markedly fuUer treatment of material common to both — 
a matter to which Dr. Sommer himself frequently refers (as 
pp. 252, 255 et passim) — I would now call attention to what 
is more signiflcant as disproving the dependence of Malory on 
Le Morte Arthur — namely, a list of passages peculiar to 
Malory — only the most salient ones — which have nothing 
corresponding in the English metrical romance. In his detailed 
comparative study of the Old French Vulgate-Lancelot, Ma- 
lory's Morte Darthur and the romance of the Harleian MS. 
Dr. Sommer has himself noted some of these variations at 
different points in the course of his comparison and throughout 
this portion of his work (pp. 249 — 275) adopts the view — 
evidently just as it will appear, I believe — that Malory's 
last two books and the romance of the Harleian MS. are 
derived from a common source. After having myself made an 
independent comparison of the works concemed I bring these 
passages together in this place in order to render it clear that 
the above view is the correct one, and consequently that the 
last two books of Malory cannot be regarded simply as a prose 
rendering of the English metrical romance. Whilst recognising 
the difficulty of drawing a line between mere amplification and 
more distinctive additions I offer the foUowing passages in 
Malory as those of most importance in this connection. I cite 
according to Sommer's edition (Vol. I) and add also references 
to the parts of the narrative of the romance in the Harleian 
MS. (= MH.) where the wanting passages would naturally 
occur. The pages of the latter are given according to Fumi- 
vall's edition. 

1. The long conversation between Lancelot and Guinevere 
when the former has been espied in the queen's Chamber 
(pp. 801—802) — MH. p. 72. 

2. The latter part of Lancelot's speech to Agravain and 
his knights whilst Lancelot is still in the queen's Chamber 
together with the reply of Agravain and Mordied (pp. 802 — 
803) — MH. p. 73. 

3. Lancelot's parting with Guinevere after he has slain 
Agravain and his knights (p. 803) — MH. p. 73. 



70 J. DOUGLAS BBÜCE, 

4. Lancelot's interview with the knights who assemble 
to join him after the affair with Agravain (pp. 804—807) — 
MR p. 75. 

5. The latter part of Arthur's speech on his being told 
that Guinevere has been carried off and that his knights have 
been slain (pp. 811—812) — MH. p. 78. 

6. Lancelot's long speech in excose of himself when he 
brings Guinevere back (p. 824) — MH. p. 96. 

7. Lancelot's final conversation with his knights before 
leaving Arthur's kingdom (pp. 828—829) — MH. p. 99. 

8. Lancelot's consnltation with his knights before going 
out to meet Gawain at the siege of Benwyk (p. 834) — 
MH. p. 112. 

9. Gawain's death-bed conversation with Arthur and his 
letter to Lancelot (pp. 841—843) — MH. p. 127. 

10. Lancelot's speech on hearing of the revolt of Mordred 
(p. 852) — MH. p. 145. 

11. The Visit of Lancelot to Gawaine's tomb (p. 853) — 
MH. p. 146. 

12. The waming which Lancelot receives in a vision to 
go to Guinevere, together with her death and burial — (pp. 
856—858) — MH. p. 156. 

13. Hector's lainent over Lancelot (p. 860) — MH. p. 160. 

Hjiow, not only do none of the passages just cited have 
anything to correspond to them in MH., but, with the exception 
of 6 and 9, they have nothing to correspond to them in the 
Vulgate-Lancelot, and even in the case of 6 and 9 the corres- 
ponding passages of the Vulgate-Lancelot could not be taken 
as fumishing more than mere hints for the passages in 
Malory.O Either we must explain them then as additions 



>) In the Vulgate-Lancelot, corresponding to 6, Lancelot reminds the 
bing of the latter^s debt to him from the tune that ^'Galehaut 11 sires des 
lontaignes Ules devint vostres liges" and of how mnch the kingowed him 
on that occasion. Lancelot says he reminds Arthur of this not from fear 
but to recall to him the affection he should feel for one who has done so 
much for him. Lancelot also reminds Gawain of how he had delivered 
him from the "doleronse tour" and "karados le grant^\ Gktwain replies 
that Laucelot has done nothing for him "que vos ne maues mult chier 
yendu al daarainier" (British Museum MS. Additional 10294, 78«, cols. 2—3). 
There is no mention in the passage of ""Syr Turquyn'^ and altogether it is 



THE HE. IfETBICAL BOMANCE ^LE HORTE ABTHUB^ 71 

made by Malory to the story which, according to the flrst of 
Dr. Sommer's suppositions (p. 11) he derived from MH., or we 
have the alternative possibility that they are derived from 
the lost romance which in his discussion on pp. 249 — 275, 
Dr. Sommer snpposes as the common source of MH. and of 
Malory. Considering Malory's method of regularly condensing, 
or, to use Caxton's own term, "reducing" his Originals rather 
than expanding them, it is in the highest degree improbable 
that within the compass of these two books he shonld have 
invented so many distinctive additions as those enumerated 
above. This is particularly true, I think, of the episode 
numbered 12 which seems to me to be quite beyond Malory 's 
capacity for independent invention. 

If we tnm now to consider more closely the passages 
numbered 6 and 9 I believe that this view will be strongly 
confirmed. The passages in question, althoogh, as I have al- 
ready stated, they do not appear in the same form in Malory 
as in the Vulgate-Lancelot are yet undeniably connected with 
the corresponding passages of the latter romance. On what 
theory are we to explain the relation of the passages in Ma- 
lory with the passages in the Vulgate-Lancelot, if we accept 
the view that in his last two books Malory was only giving 
"a prose rendering of the English metrical romance, Le Morte 
Arthur"? We should have to suppose that in the course of 
his paraphrasing the English romance he tumed aside in these 
instances to the Vulgate-Lancelot and adopted hints from it, 
altering and expanding his original. Now, to this course of 
procedure, not very probable in itself, there is absolutely 
nothing similar in those portions of Malory's compilation for 
which his sources are known and in which his method of 
dealing with his Originals can be determined. But there is 
no need for perplexing ourselves with these improbabilities, 
if we suppose^ as Dr. Sommer has himself done in his detailed 
discussion (pp. 249 — 275) that Malory did not draw his material 
directly from MH. but from a romance which was the common 



mach less elaborate than Malory. — Corresponding to 9 in the Vulgate- 
Lancelot, on his death-bed Gawain speaks to Arthur and sends a verbal 
message to Lancelot, asking him to yisit his tomb (ibid. 88*>i Col. 1), but 
there is no mention of a letter. 



72 J. DOUGLAS BRUCE, 

source of both (p. 249) — a modification, as he takes it, of the 
Vulgate-Lancelot (p. 273). It is not surprising, under that 
supposition, that passages resembling those in the corresponding 
narrative of the Vulgate-Lancelot should appear in Malory 
and if they are absent from MH. this is due to the extreme 
condensation which that poem exhibits almost everywhere in 
its treatment of the story as compared with Malory. 

It is of at least equal importance to add that not only 
do we find passages of considerable length like the above- 
mentioned wanting in IIH. which Malory has derived in a 
modified form from the Vulgate-Lancelot through his source, 
but in several places briefer passages also. The improbability 
in the case of these is, of course, all the greater in proportion 
to their brevity. It is very unlikely that Malory would have 
tumed aside from paraphrasing the English romance in order 
to cull fi*om the Vulgate-Lancelot such passages for Insertion 
in the course of his narrative, going to the trouble, moreover, 
of modifying them considerably in some instances, whereas 
all would be piain, if we supposed that he derived them from 
his source, since it is certain that that source was a systematic 
recasting of the Vulgate-Lancelot, or, an independent Version 
of the same material. I subjoin a number of the passages in 
question which I have noted together with the parallel 
passages in the Vulgate-Lancelot. Quotations from the latter, 
here as throughout this article, except where the contrary is 
expressly stated, are given according to the text of Add- 
itional MS. 10294 (British Museum). Eeferences are also 
added to the corresponding passages of the printed edition 
of 1513 (PL.). 

1. When Lancelot having retumed the queen to Arthur 
is about to go away into his own kingdom Malory says: 
"Thenne syr launcelot syghed and there with the teres feile 
on his chekes and thenne he sayd thus: Alias moost Crysten 
Realme whome I haue loued aboue al other realmes and in 
the I have geten a grete parte of my worship and now I 
shalle departe in this wyse. Truly me repenteth that euer 
I came in this realme that shold be thus shamefully bannysshed 
vndeserued and causeles but fortune is so varyannt and the 
whele soo meuable etc." (pp. 826 f.). 

In the Vulgate-Lancelot, Lancelot is no longer in the 



THE ME. IfETBlOAL BOMANGE ^LE MOBTE ABTHUB^. 73 

presence of Gawain and the king and bis court but on tbe 
seasbore wben be tbus apostropbizes Logres: 

"Et qwont il i furent venu si commencba lajicelot a 
regarder la terre et le pais ou il auoit eu tantes bonors que 
onques vns sels cheualiers autant nen ot. II cowmencba a 
muer sa color et a ieter souspirs grans et merueilleus. Lors 
li commencbent li oeil a larmoier trop durement. Et qwant 
il ot grant piece este en tel maniere si dist basset que nus 
qui en la neif estoit ne lentendi fors seulement bobort. ba! 
dolce terre fait il delitable, debonaire et ioieuse et plaintiue 
de toutes boineurtes et en qui mes esperis et ma vie remaint 
outrement, benoite soies tu de la boucbe ihesn cWst, &c. 
(78^ col. 2 = PL. 179\ col. 1). 

2. A little furtber on in tbe same scene Lancelot replies 
to Gawain: "Well and I bad wyst of tbis sborte comynge I 
wolde baue aduysed me twyes or tbat I bad comen byder; 
for and tbe quene bad be soo dere to me as ye noyse ber I 
durst baue kepte ber from tbe f elausbyp of tbe best knygbtes 
vnder beuen" (p. 827) — MH. p. 97. 

In tbe corresponding interview in tbe Vulgate-Lancelot, 
wbicb, of course, goes before Lancelot's apostropbe to Logi*es, 
Lancelot speaking to tbe king says: "Sire sacies vraiement 
que se iou amasse la roine de fole amor ensi comme li desloial 
de vostre cort le yos ont fait entendant, Ion ne la vos 
rendiste des mois (77**, col. 3) [or as tbe printed edition of 
1513 gives tbis corrupt clause of tbe MS. ie ne la \ous 
rendisse düng mois" (178^, col. 2)]. 

3. Tbe foUowing sentence occurs in Malory in bis des- 
eription of tbe combat between Lancelot and Gawain at tbe 
siege of Benwyk: 

"For as tbe frenssbe book saytb Syr Launcelot wende 
wben be feite syr Gauwayn double bis strengtbe tbat be bad 
ben a fende and none ertbely man" (p. 835) — MH. p. 113. 

In tbe Vulgate-Lancelot wben Lancelot notices tbe revival 
of Gawain's strengtb about noon be says: "Par foi iou ne 
kerroie mie que eis bons ne fust dyables ou fantosme" (84^, 
col. 2 = PL. 186^ col. 2). 

It is wortby of note bere tbat Malory's citation of tbe 
"frenssbe book" as bis autbority is plainly correct — an Ob- 
servation wbicb in instances where we are witbout sucb 



74 J. D0UGLA6 BRUCE, 

evidence regardiug the text of bis French source shoald make 
US cautious in accepting Dr. Sommer's opinion (p. 263) that 
in this pari of Malory's work the phrase is often used to 
mislead. 

4. The letter to Lancelot which Gawain writes on his 
deathbed concludes with the words: "And I requyre the, moost 
famous knyghte of the world, that thou wylt see my Tombe" 
(p. 843) — MH. p. 124. 

Compare with this the corresponding passage of the verbal 

message in the Vulgate-Lancelot : "Si Ü dite que iou li 

cri merci. Et iou deproi a dieu que il le gart de mescheance 
et si li pri quil viegne veoir ma tombe quant il saura que ie 
serai trespasses" (88**, col. 1 = PL. 192% col. 1). 

The passage which I now cite does occur substantially in 
MH. but there is a signiflcant difference of detail It is as 
foUows: 

5. "And sone as syr Bedwere had loste the syght of the 
baarge [which bore away the dying Arthur] he wepte and 
waylled and so sook the foreste and so he wente al that nyght 
and in the momyng he was wäre betwyxte two holtes höre 
of a chapel and an ermytage" (p. 850) — MH. p. 143. 

In the Vulgate-Lancelot it is told of Lancelot that after 
the battle with the sons of Mordred he came to this same 
place. The words are: "En tel ire et en tel duel ceualcha 
toute la nuit ensi comme auenture le menoit. Car il naloit 
nule fois le droit chemin. AI matin li auint quil troua vne 
montaigne plaine de reces ou il auoit . j . hermitage asses loig 
de toutes gens. H tome cele part son frain et pensa quil iroit 
veoir cel lieu por sauoir qui i repaire. Si va tant contremont 
le sentier quil est venus el lieu la li hermitages estoit qui 
estoit asses poures, si i auoit vne chapele petite et anchiene 
(95^ col. 1 = PL. 201*, col. 1). 

It is evident that the passage applied to Bedivere in 
MH. and Malory was derived by their common source from 
the passage in the Vulgate-Lancelot which relates to Lancelot 
or its source. But the mention by Malory of both a chapel 



*) The sonrce of Malory and MH. was obyicosly not directly dependent 
on the romance which we call the Vulgate-Lancelot for the story of Ar* 
thnr's death. That source and the Vulgate-Lancelot were for this part^ 



THE MB. HETBICAL BOMANGB ^LE HORTE ARTHUR*^. 75 

and a hermitage just as we find them in the Yulgate-Lancelot 
shows that he drew directly from his source and not from MH., 
for in the latter there is no mention of the hermitage, although 
a hermit does appear in the chapel (1. 3528) as in Malory. 
It wonld, of course, be absurd to suppose that Malory, had 
he been paraphrasing MH., would have gone back to the 
Vulgate-Lancelot for so slight a difference of detail when the 
passage in that romance does not even occur at a con^esponding 
point in the order of the nan ative and as we have seen is 
connected with a different character. 

If Malory, then, as I have endeavoured to show, derived 
his material not from MH. bat simply from the same source 
as the author of that romance, the very similar and occasion- 
ally coincident phrases which Dr. Sommer cites in the course 
of his discussion, pp. 250 — 272, would have no significance. 
Even granting his contention that Malory derived them from 
MH. we should have here merely an occasional borrowing of 
phrase on the part of the former. There can be no doubt, 
however, that this view is erroneous. The similarities and 
occasional coincidences in question are only such as must occur 
in the case of two writers foUowing closely the same original 
and should have no weight when set against more fundamental 
variations. The matter has been made the subject of a special 
discussion by Dr. W. E. Mead in his Selections from Morte 
Darthur (Boston, 1897) pp. 305 ff. and with his conclusions I 
entirely agree. 

n. 

Although the view as to the relation of Malory's last books 
and the metrical romance which is expressed in the third of 
the passages quoted at the head of this article is substantially 
correct, it should be pointed out nevertheless that Dr. Sommer 
is mistaken in assuming that the line of division in the latter 



at least, both worked up firom stiU earlier sources. It makes no difference, 
however, with respect to the present argoment whether we regard the 
relation as one of direct dependence or not. 

>) The reader to whom both the MSS. and the early printed editions 
of the Lancelot romance are not accessible may be referred to Dr. Sommer's 
analyeis of this part of the narrative in his edition of Malory , Vol. m, 
jn?.265ff. 



76 J. DOUGLAS BBUCE, 

between the two parts in wliich different sources are foUowed 
coincides witli the gap in the Harleian MS.*) It is not at 
1. 1318 that the poet began to use the same source as Malory 
but at 1. 1672 , or, to State the matter conversely, it is onlt/ 
the twentieth and twenty-first books of Malory which are 
drawn from the same source as the latter part of the metrical 
romance, not any portion of the eighteenth, as would be the 
case, did the parallelism begin at 1. 1318, and as Dr. Sommer 
has stated in his general summary of the sources of the 
Morte Darthur (p. 10). The lines in question, 1318—1671, 
deal with the episode of Mador de la Porte. He has accused 
the queen of having poisoned his brother with fruit at a dinner 
and she is condemned to be bumt if no Champion presents 
himself to defend her. The queen begs the chief knights at 
court to undertake her defence and they refuse but flnally 
Bors agrees to do so if no better knight appears. Bors and 
Lionel meet Lancelot by chance in the forest and teil him 
of the queen's danger. He presents himself on the appointed 
day, flghts with Mador and vanquishes him. The squires 
having been put to torture, the real criminal is discovered 
and executed. 

Apart from the very impoitant difference that in Malory 
the episode of Mador de la porte occurs at a different point 
in the order of the nan-ative (see Sommer pp. 220 f.) the chief 
variations between the account of these incidents in MH. as 
compared with Malory are as foUows: 

1. We have in MH. two sepai'ate appeals of Guinevere 
to Bors before he consents to defend her, viz. D. 1340 ff. and 
1422 ff. whereas in Malory there is only one (pp. 731 f.). 

2. In MH. (1357 ff.) the queen also appeals to Gawain, 
to which there is nothing corresponding in Maloiy. 

3. The circumstances of Lancelot's meeting with Bors 
in the forest are different in the two works. In MH. Bors 
and Lionel have gone forth to offer up their orisons at a 
chapel in the forest before the battle (1459 ff.) and meet 
Lancelot riding there by chance. In Malory (p. 732) Bors 
being alone goes forth on purpose to seek Lancelot. "Soo 
thenne Sir Bors departed secretely vpon a day and rode vnto 



Dr. Sommer repeats his Statement to this effect on pp. 251 and 275. 



THE ME. BfETBICAL ROMANCE ^LE HORTE ARTHUR". 77 

sire Lanncelot there as he was wyth the heremyte Sir Brastias 
& told hym of all theire adaentore." 

4. The scene and speech of the queen in her Chamber 
alone when she laments the absence of Lancelot. 11. 1404 ff. 
Not in Malory, pp. 730 ff. 

5. In MH. they sit at the "borde" before the battle 
(1504 ff.), of which there is nothing in Malory (pp. 733 f.). 

6. In MH. both Mador and Lancelot are anhorsed in 
their encounter (1584) ; in Malory only Mador, whilst Lancelot 
of his own accord after the first encounter descends from his 
steed (p. 735). 

7. In MH. Mador asks Lancelot to reveal to him his 
name (1604 fi); there is nothing similar to this scene in Ma- 
lory (pp. 736 f.). 

8. In MH. the sqoires are put to the torture and in this 
way the true author of the death of Mador's brother is forced 
to confess his crime (1648 ff.). In Malory it is the "damoysel 
of the lake", Nymue, who reveals the criminal (p. 737). 

Now in regard to all the points just enumerated in which 
MH. differs from Malory, with the exception of 8, a comparison 
shows that it Stands in close relation to the Vulgate-Lancelot, 
so that there cau be no doubt that these features of the 
metrical romance are derived ultimately from that work (or 
its source), although several of them, as will be seen, have 
undergone transposition or alteration in the process. In fact, 
whilst differing markedly fiom Maloiy as the above enumer- 
ation sufficiently shows, the relation to the Vulgate-Lancelot 
is just the same as that of the wliole preceding poilion of 
the romance down to 1. 1318 — a relation not of direct 
dependence, as I shall try to show later on in detail, but of 
ultimate derivation from it through an intermediate version of 
this part of the Lancelot-story based on that romance or its 
souice of the same general natuie as the common source of MH. 
11. 1672—3969 and the last two books of the Morte Dai-thur. 

I will take up the points in their order: 

1. In the Vulgate-Lancelot as in MH. there are two 
separate appeals to Bors. First, on the retum of Bors to court 
from seeking Lancelot, the queen who is delighted to hear 
of his arrival has an interview with him. She teils him of 
the poisoning incident of which he says he has heard nothing 



78 J. DOUGLAS BRUCE, 

(67% col. 3 — 67^ col. 1 = PL. 164», col. 2 — 164^ col. 1). 
In the midst of the dialogue thus begnn, we have the f ollowing : 
"Bohort fait la roine a qui que iaie failli de secors, a vos ne 
faudrai ie mie, ce sai ie bien. Dame fait bohor^ ia diex ne 
mait SB vos ia a moi troueres secors de cette chosa Car puis 
que vos maues tolu celui que ioa amoie comme mon signor et 
mon cousin, lou ne yos doi pas aidier, mais noire de tot mon 
pooir" etc. (67^ col 1—2 = PL. 164*», col. 1). Bors in the end 
leaves the room without having granted her request and the 
queen breaks out into lamentation. The king is mnch con- 
cerned on Guinevere's account and solicits aid from the knights 
but without success. He finally advises the queen to seek the 
help of Bors and Hector. (Lionel is not mentioned). She 

sends for them and they come The queen makes her 

second appeal and then ^Quant bohoi*s yoit la roine si esmaie 
et si angoisseuse, si len prent trop grans pites, si la relieue 
esraument et li dist tot en plorant. Dame or ne yos esmaies 
mie. Car se yos naues dedens demain tierce millor secors que 
Ie mien, Je sui eil qui por yos enterrai en camp enconti^ 
mador (68^ col. 1 = PL. 165*, col. 2)". There are slight differ- 
ences of detail, of course, between MH. and the French romance, 
as, for instance, the second interview with Bors according to 
the latter is due to Aithur's Suggestion, of which nothing is 
Said in MH. (1422 ff.). She "wente" to him, moreover, according 
to MH., whereas in the Vulgate-Lancelot she sends for Bors 
and Hector (68*, col. 1). In the main matter of the two 
separate appeals, however, the two agree and stand in obvious 
contrast to Malory. 

2. In MH. an appeal is also made to Gawain (by the 
queen) 11. 1357 ff. to which there is nothing corresponding in 
the Morte Darthur. In the Vulgate-Lancelot we find again 
this appeal (with Gawain's answer) — only it is there ascribed 
to the king, as indeed earlier in MH. 1. 1325 the king is said 
to have sought the assistance of Gawain as well as that of 
other knights. In the Vulgate-Lancelot the king first aproaches 
other knights (not named) of his court, but they refuse. "Ains 
dist chascuns quil ne sen entremetra ia. Car il seiuent bien 
tuit que la roine a tort et mador droit." Then the king 
tums to Gawain. But he replies: "Sire ie sui prest de faire 
vostre volente, se vos me creantes loialment que yos me 



THE ME. METBICAL ROBCAKCE ^LE MORTE ARTHUR". 79 

conseiUerois a droit. Car yos saues bien que madame ochist 
le cheucUter dont ele est apelee" (67^ col. 3 = PL. 164*», col. 2). 

3. In the Vulgate-Lancelot Bors and Hector (who here 
takes the place of Lionel) do not go forth to the forest to 
say their orisons before the battle, as indeed the whole ac- 
coont of their meeting with Lancelot goes before the story 
of the queen's appeals to Bors to ondertake her cause and it 
is only on his retum from the forest that she makes her flrst 
appeal. Nevertheless, in the Vulgate-Lancelot as in MH. the 
meeting occurs as both parties are riding in the forest, and 
in this the two differ from Malory. 

Lancelot has been at a hermitage in the forest waiting 
for the wound to heal which he had accidentally received 
from one of the King's huntsmen. Riding out into the forest 
one day he meets a knight who teils him of the incident of 
the poisoned fruit, Mador^s accusation against the queen and 
her peril. After a time Lancelot takes leave of the knight 
^et sen part de lui pensant a la roine. Mais il not gaires 
cheualchie qtiant il encontra bohor^ et hestor et .ij . escuiers 
auoec eis. Et quant il se furewt entrecontre si sentrefirent 
mtilt grant ioie, lors conterent a Ismcelot les noueles de la 
roine. Et il lor dist quil les savoit ia etc." (67*, col. 1—2 = 
PL. 163^ col. 2). ») 

4 This lament of the queen whilst alone in her Chamber 
is not in Malory but is found in both MH. and the Vulgate- 
Lancelot. There are differences of detail between the two 
latter both as regards the circumstances and the speech itself. 
In the Vulgate-Lancelot for example the queen does not go 
to her Chamber to utter the lament, being already there. She 
has just made her flrst appeal to Bors which he has refused. 
^Et qtiant il [i. e. Bors] est issus de la chambre et ele voit 



PL. (163^, col. 2) makes Hector first meet Lancelot and accompany 
him back to the hermitage. When riding ont some days later after Lan- 
celot's wonnd is healed they meet Bors who is seeking for Lancelot. Of 
the fonr remaining MSS. in the British Museum which coutain this part 
of the Vulgate-Lancelot only Royal 14. E. iii (ibb'^j col. 2) agrees with 
Additional 10, 294 in its account of this incident. The rest agree with PL. 
via: Royal 19. C. xüi (338», col. 2), Royal 20. C. vi (161»>, col. 2), Add. 17443 
(84^, col. 1). As will be observed MH. agrees with the first group. 



80 J. DOUGLAS BRUCE, 

quele ne trouera riews qui la recomfort, si conimencha . j . duel 
si grant et si merueilleus com sele veist deuant li mort la 
riens el monde quele plus amast et dist a baise vois, ha! 
biaus dols amis, ore puis ie hien dire que eil del parente le 
roi ban ne mamoient se por yos non. Car il me sont failli 
qwant il qwfdent que yos me soies falis (67**, coL 2 — PL. 
164^ col. 2). 

5. This feature of MH. is transferred from the passage 
in the Vulgate-Lancelot where Mador first made his accusation 
against the queen. It is not found in PL. but appears in the 
MS. Add. 10294 as will be seen from the foUowing quotation. 
When Mador has learned accidentally of his brother's death 
he grieves greatly over it. "En tel maniere fait Mador mtilt 
grant duel et atent tant que la messe fu cantee. Et quant 
il sot que li rois artus estoit assis al mangier si sen part 
de la tombe son frere tot plorant et yint en la sale deuant 
le roi. Et parla si haut que tot eil qui en la sale estoient 
le porent entendre et dist" ete. (65», eol. 3). The eorrespond- 
ing ineidents in Malory are differently related (pp. 728 ft), 
Mador being there present at the dinner when his "eousin" 
is poisoned. 

6. This passage in the Vulgate-Laneelot is as foUows: 
(Mador has been unhorsed) "Et qwant Ismcelot le voit a pie 
si li est auis que sil le requeroit a eheual quil en seroit trop 
blasmes, si deseent et laisse aler son eheual quel part quil velt, 
puis traist lespee et gete lesen sor sa teste si voit requerre 
mador" ete. (68^ eol. 2 = PL. 166% eol. 1). 

7. In the Vulgate-Laneelot as in MH. at the end of the 
eombat between Laneelot and Mador there is a seene in whieh 
the latter learns who his Opponent really is, but in the Vul- 
gate-Laneelot it is not by direetly asking his name. The 
words of the Vulgate-Laneelot are: "Quant Mador entent la 
debonairete et la franehise que eil li offre, si cownoist tantost 
que eest laneelot, si saienoille deuant lui et li tent sespee 
si li dist. Sire tenes mespee" ete. (68*^, eoL 3 = PL. 166*, 
eol. 2). 

8. Nothing is said in the Vulgate-Laneelot of the fate 
of the poisoner of Mador's brother after the queen's aequittal, 
so we have no indieation eoneerning the origin of this feature 
of MH. 



THE ME. METBICAL ROMANCE "lE MORTE ARTHURE 81 

Now, the main incidents of the narrative covered by lines 
1316 — 1671, although individually presented with marked 
differences in the three versions, MR, the Morte Darthur 
and the Vulgate-Lancelot, are nevertheless fundamentally the 
same in all three. In all the queen obtains a Champion with 
difficulty, Bors finally consenting to espouse her cause, if no 
better knight presents himself ; then there is a meeting between 
Bors and Lancelot in a forest when the latter promises to 
appear at the appointed time to defend the queen; he does 
appear, vanquishes Mador and thereby fiees the queen. 

As we have seen, in its treatment of these incidents all 
variations which MH. shows as contrasted with Malory, except 
the last of those enumerated above, are obviously connected 
with passages in the Vulgate-Lancelot and there can be no 
doubt that in this section of the story it is more closely 
related to this latter work than to the Morte Darthur. The 
alterations and transpositions of material, however, are such as 
to render improbable the supposition that the author of MH. 
drew directly from the Vulgate-Lancelot. The problem here, 
however, is the same as in the case of 11. 1 — 1161 which come 
up later for discussion. 

IIL 

But the assumption of Dr. Sommer which I have endea- 
voured to refute in the above section — to the effect, namely, 
that lines 1318 — 1671 of MH. as well as the remainder of the 
poem are drawn from the same source as that which Malory 
used for his last books — has tempted him, as I shall try to 
show, into still further errors. 

To explain certain "anomalies in the narrative" of the 
Harleian MS. Dr. Sommer in a letter to the Academy of Nov. 15. 
1890, the substance of which he has repeated in a note to 
his Studies on the Sources of the Morte Darthur (pp. 11 f.), 
proposed a rearrangement of the portions of this romance 
which deal respectively with the episodes of the Fair Maid 
of AscaJot and Mador de la Porte. I quote from the note 
just referred to: "LI. 832 — 951 are as they now stand mis- 
placed; they belong to the episode of ^Gueneuer and Mador 
de la Porte'; they interrupt the episode of 'Launcelot and the 
fair Maiden of Ascolot'. If 11. 952—1181 are inserted after 

AngUa. N.F. XL Q 



82 J. DOUGLAS BRUCE, 

1. 831, tlie flrst mentioned episode is continued and completed. 
This deficiency has escaped Messrs F. J. Furnivall (edition of 
le Morte Arthur, 1864), 6. Ellis (Specimens of early Englisb 
Metrical Romances, London 1805, vol. iii (sie), pp. 306 — 387) 
and H. G. Ward (Catalogue of the Romances in the MSS. of 
the British Museum, pp. 405—6). These gentlemen only State 
that the Harl. MS. lacks one or two leaves after foL 102 [where 
the gap in the MS. occursj. 

"I have satisfled myself by an examination of the binding 
of the volume which contains 'Le Morte Arthur' that the MS. 
wants one leaf." 

After entering into details to prove this he continues: 
"The gap which is caused by the deficiency of the folio can 
be flUed up as nearly as possible by 11. 832—951, which are, 
as above stated, misplaced. By transposing these lines into 
the gap after fol. 102, the episode of "Guenevere and Mador 
de la Porte" becomes a complete whole if we omit U. 912 — 
927, because they are to a certain extent repeated by 11. 1318— 
1331 (comp. e. g. 11.916, 917, and 919 to U. 1318, 1320 and 
1321) and also U. 928—951 as being an apparent contradiction 
to 11. 1467—1503. 

"How did this confusion arise? I venture to think that 
I can satisfactorily answer this question. The poet, while 
transcribing the French prose into English verse, flnding that 
he had so far abandoned his source that it was impossible for 
him to connect his narrative with the ensuing events, rewrote 
a part of his work, and very likely marked the portions 
which he wished to be omitted. The scribes afterwards 
neglected or did not understand his indications, and so the 
Harl. MS. contains a cortain portion twice, which varied only 
in the end. Thus, the folio missing after 102 evidently con- 
tained 11. 832—911 + two lines rhyming with U. 1318 and 
1319 — and completing U. 1318—1323 to a stanza of eight 
lines — or eighty-two lines, the exact number of lines con- 
tained by several folios of the Harl. MS. 

"If these proposed emendations are accepted, the episode 
of "Guenever and Mador de la Porte ** would consist of (1) 
11.832—910; (2) two lines + 1318—1671 and thus arranged 
would be in accordance with the account given of this episode 
by the various MSS. of the Lancelot in the British Museum, 



THE ME. METBICAL ROMANCE ^^LB MOBTE ABTHUB". 83 

and with that of Malory's "Le Morte Darthur", book XVm, 
chaps. iii to viii." 

Now, these arbitrary changes which Dr. Sommer proposes, 
involving the transposition and Omission of whole passages, 
are totally oncalled for. Notwithstanding the erroneous Im- 
pression which the last paragraph quoted above might produce, 
it is only in Malory that the entire story of the poisoning 
and Mador de la Porte is told at one Stretch from beginning 
to end (Book XVIII, chaps. iii— viii) without interruption. In 
its interweaving of this episode with that of the Fair Maid 
of Ascalot MH. only foUows the same order as the Vulgate- 
Lancelot, just as we find it in the printed edition of 1513. >) 
Some incidents foond in the Vulgate-Lancelot are, of course, 
omitted here as eveiywhere in the more Condensed narrative of 
the English romance (as indeed the author of the latter is 
not likely to have worked directly from the Vulgate-Lancelot) 
bnt in this characteristic arrangemeut of the two episodes in 
their relation to each other MH. and the Vulgate-Lancelot 
agree. To render this clear I subjoin a Condensed Synopsis 
of the narrative in PL. 159^ col. 2 — 163", col. 1, bracketing 
the portions omitted by MH. or its source.*): The dinner is 
given, Mador's brother is poisoned [and the news is brought 
to Arthur. He goes to the room where the dinner has taken 
place and sees the dead body. He condemns the deed, bids 
the men care for the body and returns to his palace]. The 
queen grieves greatly. The knight is buried and an inscription 
put on the tomb. Three days later Mador comes and no one 
dares teil him. The following day he goes to the church and 
reads the inscription. He goes then to Arthur amidst his 
barons and accuses the queen. Arthur sends for the queen. 
She asks for a respite in order that she may obtain a Champion 
and Mador agrees. [Now follows the story of L's accidental 



1) All fiye MSS. of tlie British Mnsenm ennmerated above — in the 
note on p. 79 — interweave the two episodes in the same way , bat they 
break the episode of Mador de la Porte stiU forther by inserting the story 
of Lancelof s accidental woonding and Bors' going forth to seek him jnst 
after the inscription has been put on the tomb of the dead knight and 
before Mador himself has appeared on the scene. Compare Add. 1029^ 
(64*, col. 3 — 65*, col. 2). 

*) For a faller Synopsis see Sommer, pp. 227 f. 

6* 



84 • J. DOUGLAS BRUCE, 

wounding and how Bors goes forth in search of him.] The 
boat with the maid's body comes down the river. It is 
visited by the King and Gawain and the lettei' is read, 
Gawain acknowledges that he has reported falsely concerning 
Lancelot and the Maid. Guinevere laments that Lancelot will 
not rescue her (Guinevere). The Maid of Ascalot is buried. 
The Mador episode is now resumed and told to the end. 

If this is compared with MH., 11. 832—1181 and 1318— 
1671 its agreement with the latter as to the order of the 
narrative is obvious at once, and needs no further discussion. 
Within the portion of the Mador-episode, covered by 11. 1318 — 
1671 there are differences between the Vulgate-Lancelot and 
the English metrical romance which I have pointed out in 
the second section of this article, but these have nothing to 
do with the relative order of the episode of Mador de la 
Porte and the Fair Maid of Ascalot, which is here the question. 
In conclusion, then, if the 11. 832 — 951 "Interrupt the episode 
of Launcelot and the Fair Maid of Ascalot" they only do 
what the corresponding passage in the Vulgate-Lancelot does — 
along, it might be added, with still other material. The whole 
of Dr. Sommer's proposed changes should be rejected then as 
unnecessary. 

IV. 

In the note which I have quoted above from his Studies 
on the Sources of Malory Dr. Sommer, still laboring under the 
Impression that 11. 1318 — 1671 are derived from the same source 
as Malory's last two books — consequently from a source 
different from that of the lines that go before the gap in the 
Harl. MS. — has rejected 11. 912 — 927 "because they are to 

a certain extent repeated by 11. 1318—1331 and also 

11. 928 — 951 as being an apparent contradiction to 11. 1467— 
1503". As far as the first of these cases is concemed an 
examination of the passages in question will show that the 
resemblance is really between 11. 915 — 919 on the one hand 
and 1318—1323 on the other. Here we have a genuine case 
of repetition, but this fact is no reason for rejecting either 
passage any more than it would be in the case of the passages 
IL 1412-2414 and 11. 1568—1571, where the simüarity is just 
as great. The remaining lines in the passage here cited by 



THE ME. METBICAL KOMANOE ''lE MOBTE ARTHUR^ 85 

Dr. Sommer 11. 191—927 and 11. 1324—1331 do not resemble 
each other closely. LI. 920 — 921 only repeat what was just 
Said in 11. 912—913. LI. 922—923 are not clear but at most 
could only be taken as a vague anticipation of the scene in 
which the king seeks a Champion for the queen. LI. 924—925 
repeat 11. 918—919. LI. 926—927 belong to the particular 
Situation and have nothing to correspond to them in the 
passage 11. 1318—1331. 

Let US tum now to the case of apparent contradiction 
between 11. 928—951 and 1467—1503. Dr. Sommer has later 
on recurred to this subject on p. 250. After pointing out 
features in which that part of MH. which goes before the 
gap agrees with the Vulgate-Lancelot as against the Morte 
Darthur, he there says: "I will now add some of the con- 
tradictions between the first and second parts of MH., 11. 944 — 
948. MH., (in harmony with PL.) teils how the news of the 
queen's misfortune comes to Lancelot where he is ill; later 
on 11. 1484—1495, MH. (in harmony with M = Malory) says 
that Boors teils Lancelot of the queen's dangerous position. 
Line 844, MH. (like PL.) speaks of 'frute'; later on 1. 1653, 
the fruit is specifled as an ^appele' (as in M)". 

With reference to the second of these points it is Singular 
that Dr. Sommer should not have observed that only two lines 
below the line from which he cites the word "frute" viz: in 
1. 846, we have already the speciflcation of this fruit as "An 
Appille", so that in this respect there is certainly no con- 
tradiction between the portion of the romance which precedes 
and that which follows the gap. But the apparently more 
serious case of contradiction between 11. 928 — 951 on the one 
hand and 11. 1467 — 1503 on the other can be easily explained, 
I believe, by a reference to the Vulgate-Lancelot, which, if 
not itself the immediate source of MH. 11. 1 — 1671, gives us 
at any rate the main outlines of that source. It is better to 
consider the whole passages 11. 928—951 and 11. 1467 — 1503 
between which Dr. Sommer in the first of the places cited 
above has asserted that a contradiction exists rather than the 
narrower limits 11. 944—948 and 11. 1467—1503, for the latter 
cannot be separated from their context. 

E^ading 11. 928 ff. without reference to their soui-ce we are 
surprised to leam that word conceming Queen Guinevere's 



86 J. DOUGLAS BBUCE, 

troubles should come to Lancelot "There as he seke I-woundyd 
lay" (1. 934), for wheu we last saw him in the romance (U- 
780 ff.) he was in the füll vigour of health, having some time 
before recovered from the wound (1. 552) which he had received 
in the toumament at Winchester. Bat as a matter of fact 
the poet here has gone so far in the condensation of the story 
of his source that he has become unintelligible without refer- 
ence to that source. The wound from which Lancelot is said 
in 1. 934 to be suffering when news comes to him of the queen's 
perilous Situation is in reality a second wound — namely, 
that which he accidentally received, according to the Vulgate- 
Lancelot from one of the king's huntsmen (64*, col. 3 — 64*», 
col. 3) — only the author of the metrical romance has not 
taken over from his source the original account of this 
wounding. ^) Furthermore it will be observed that Lancelot 
in MH. as he lay thus sick from a wound was under the care 
of a hermit (1. 953) of whom nothing hitherto had been said; 
but on tuming to the Yulgate-Lancelot (as may be seen from 
Dr. Sommer's Synopsis, p. 227) Lancelot after being wounded 
by the huntsman is under similar care. That the passage in 
MH. is ultimately derived from the stoiy of Lancelot's ac- 
cidental wounding in the Yulgate-Lancelot is confirmed by 
the Observation that they correspond exactly in the order of 
incidents as we find them in the printed edition of 1513. 2) 
Now, according to the Vulgate-Lancelot it is indeed whilst 
he is living with the hermit and waiting for his wound to 
heal that he first hears of the poisoning incident and Mador's 
charges against the queen (66^ col. 3 — 67*, coL 1 = PL. 
163% col. 1 — 163^ col. 1). He leams it from a knight whom 
he finds sleeping in the forest by a fountain. 

But the above is not the only passage in the Vulgate- 
Lancelot where the news of Queen Guinevere's peril is told 
to Lancelqjt whilst he is in the forest. At the close of ^the 
scene with the knight whom he finds by the fountain he rides 
away and meets Bors and Hector. They greet each other 



^) In Malory (Book XVIII, chaps. xxi and zxii) we find the same story 
bnt with important differences of detail. 

') The MSS. in the British Mnsenm, as I have pointed ont above 
(p. 83) differ here as regards order from the printed editions. 



THE MB. METKICAL ROMANCE "lE HORTE ARTHUR^ 87 

joyfully and "lors conterent a l^ncelot les noueles de la roine" 
(67% col. 1 = PL. 163% col. 2), although it is true that we 
have added immediately "Et il lors dist quil sauoit ia". Now 
this scene of the meeting of Bors and Hector with Lancelot 
in the forest which we find in the Vulgate-Lancelot is 
evidently the original of the corresponding meeting of Bors 
and Lionel with Lancelot under similar circumstances in MH. 
11. 1467 ff., although the author of the latter has transferred 
it to a later point in the order of the narrative. There can 
be no doubt then that to this conception of a new relation of 
Guinevere's troubles which occurs at exactly the corresponding 
point in the scene in the Vulgate-Lancelot is due the second 
account which Lancelot receives in MH. of the same events. 
His inquiry couceming the queen is conventional as is shown 
by its identity with that in 1. 679 , and it is to be noticed 
besides that on hearing this second account he expresses no 
surprise such as would have been called for if the author of 
MH. had really conceived of this as the first report that 
Lancelot had heard of Guinevere^s misfortunes, and such as 
we may be sure that this writer with his fondness for depicting 
scenes of grief and lamentation would have added. It will be 
granted then, I believe, that the apparent contradiction between 
the two accounts in MH. (11. 928—951 and 1467—1503), both 
of which are derived ultimately from the Vulgate-Lancelot, is 
due to just such an awkwardness on the part of the poet of 
MH. in recasting his original for the second account as I have 
shown him to have been guilty of, to an even grosser extent, 
in the case of the first account. We have therefore no reason 
to infer from the above passage (11. 928—951 and 1467—1503) 
that the source of IL 1318—1671 is different from that of 
11. 1—1181, viz: the portion of the metrical romance which 
goes before the gap in the Harleian MS. 

V. 

The soui-ce of MH. U. 1672—3969 is unquestionably the 
same as that of Malory's twentieth and twenty-first books, but 



The printed editions and MSS. as I have already in part pomted 
out in the not« p. 79 di£fer mach in regard to this episode, hat in all 
Lancelot is in some form or other told again of Gnineyere's periL 



88 J. DOUGLAS BRUCE, 

let US examine Dr. Sommer's Statement that the "Vulgate- 
Lancelot (PL.) is the source for the flrst pai% 11. 1—1181" 
(p. 249). He says still further with reference to this polnt 
"A minute examination of the flrst part of MH. discloses 
several points which do not agree with PL., bat they are of 
very secondary importance, and can be explained, without 
exception, as the poet's modiflcations of the source in order 
to adapt his material to the exigencies of his metre; thus 
in his tendency to avoid proper names, he gives no names 
for the localities where the events he relates take place'' 
(p. 250). 

How Wide of the mark this Statement of the relation of 
MH. (11. 1 — 1181) to the Vulgate-Lancelot is will be sufficiently 
evident from the results of a comparison of the two which I 
now submit. The references are as usual to Add. MS. 10294 
and the printed edition of 1513, but the reader will find a 
very füll analysis of this part of the Vulgate-Lancelot in 
Dr. Sommer's work (pp. 221 ff.). I leave aside very many 
differences of detail and content myself with pointing out the 
variations of most importance. I purposely omit to note the 
occurrence of material in the Vulgate-Lancelot which is not 
reproduced in MH., since condensation is obviously the conscious 
aim of the author of the English romance, as appears from 
the comparison with Malory, and such variations are therefore 
without significance. In the foUowing the Vulgate-Lancelot 
is cited as VL. 

IL 1—176. 

The opening scene of MH. with the conversation of Ar- 
thur and Guinevere as they lie in bed together has nothing 
to correspond to it in VL. The alarm which the queen feels 
(11. 69 ff.) on flnding that Lancelot has staid behind when the 
rest have gone to the toumament does not appear in VL. 
although we find the same trait in the corresponding scene 
in Malory (Book XVIII, chap. viii). In VL. much stress is 
laid on the fact that Lancelot travels only by night so as to 
avoid recognition, whereas in MH. he "hastis bothe night 
and day" (1. 91). In the scene at the house of the Lord of 
Ascalot (11. 153 ff.) Lancelot does not ask any such question 
as U. 155 f., but inquires immediately after armour, The lord 



THE ME. METBICAIi ROMANCE "lE MORTE ARTHUR". 89 

in his aiiswer grants the request and mentions that his other 
son is going to the tournament. For the rest, apart from 
the introduction of Galehode (1. 43) and tlie Substitution of 
Yvain for Gyfflet (106 ff.), for tlie part of the narrative covered 
by 11. 1—176 MH. and VL. agree in a general way very well. 

177—216. 

In VL. (54% col. 3 — 54^ col. 1 = PL. 145», col. 2), Lan- 
celot consents to wear the sleeve of the Maid of Ascalot at 
the tournament just as in MH., but the whole scene with 
which this is connected in MH. has nothing corresponding 
there , as may easily be seen on ref erring to Dr. Sommer's 
analysis. As a matter of fact this scene, with the Maid's 
declaration of love, which the author of MH. inserts here, has 
been anticipated from a much later passage in VL. (62*', cols. 
2—3 = PL. 158*, col. 1) and connected here with the sleeve 
incident with which it originally had nothing to do. Moreover, 
even in the later passage the brother of the maid is not 
present. This trait is probably derived from another scene 
where the maid confesses to her brother her love for Lancelot 
(59* col. 1 = PL. 152*, col. 1). ») 

217—311. 

In VL. (5i\ col. 2 = PL. 145^ col. 2) Lancelot sends his 
own squire to ascertain who make up the two parties at the 
tournament. Moreover, this scene (11. 221 ff.) in VL. comes in 
after Lancelot and the young knight have established them- 
selves at the house of the latter's aunt. In VL. there is 
nothing similar to the young knighf s Suggestion, 1. 232. 
Galehod who throughout this tournament is in MH. an im- 
portant personage is not mentioned in VL., nor is Yvain who 
in MH. takes the place of Hector. On the other band to 
Hector in MH. is given the honor of wounding Lancelot al- 
though according to VL. this belonged to Bors. 



Some traits of the scene in MH. may be taken from stiU another 
passage (58*>, col. 3 = PL. 151^, col. 2 — 152», col. 1) where the maid, dressing 
herseif in her best, appears before Lancelot and asks him whether a knight 
wonld not be "mnlt vilains" who wonld refose her love. In that scene 
as in MH. 11. 202 ff. Lancelot insists that his heart is no longer "en sa 
baillie". 



90 J. DOUGLAS BRUCE, 

312—391. 

In VL. (55% cols. 2-3 = PL. 140% col. 2) Lancelot con- 
tinues the battle after receiving bis wound. He does not leave 
the field until the defeat of the opposite party is assured. 
They do not stop at all until they arrive at the aont's and 
there they send simply f or one leech — namely, an old knight. 
King Arthur does not remain in Winchester a month — on 
the contrary, it is stated that he lef t on the next day. Nothing, 
moreover, is said about heralds' being sent forth to proclaim 
the tournament — at Tenebore according to VL., not Winch- 
ester — and the wounded Lancelot hears of this proposed 
event not from a herald, but from a squire of Northumberland. 
The threat of the surgeon to leave, which in VL. he never 
carries out, does not occur there until after the swooning of 
Lancelot. In this part of the story there is much in VL. 
which does not appear in MH. 

392-504. 

In VL. the squire rides to Tenebors. When handing 
wine that night at the dwelling of the king of Norgalles to 
Gawain, the latter observes him smiling and questions him, 
which leads to a reply (59% col. 1 — PL. 153*, col. 1) like 
that in H. 400 ff. In this scene, however, in VL. neither Ar- 
thur nor Yvain appear. In contradiction to 1. 416, in VL. 
(59% cols. 2—3 = PL. 153% col. 2) the tournament does come 
off at Tenebors. L. 422 according to which Arthur expected 
to find Lancelot with Guinevere at Camalot on his retum is 
also totally inconsistent with the conception of VL. — for 
there the king knows all along that Lancelot is the knight 
who received so serious a wound in the tournament LI. 428 ff. 
are obscure, but at least they introduce something f oreign to 
VL. into the narrative. In VL. Bors and his Company, which 
here includes Gawain, find Lancelot in the court and not on 
the walls (60% col. 3 = PL. 154% col. 2). According to VL. 
it is Bors who has wounded Lancelot, not Hector. Taking this 
difference into consideration, notwithstanding much additional 



1) This threat is fonnd in PL. : "Et pnis que a mon conseil ne vonles 
faire ie Yons laisseray da tont et yous et yostre compaignie" &c. (152^, 
col. 1), bat is wanting in Add. 10294. 



THE ME. MBTRIOAL ROMANCE "LE MOUTE ARTHÜR". 91 

differeiice of detail the scene, 11. 164 — 503, is substantially the 
same as the corresponding one in VL. In this section also 
much is wanting in MH. whicli we find in VL. 



504—551. 

This is totelly different from VL. (62^ cols. 1—3 = PL. 
157*» — 158*), for there Lancelot returns with Bors and the 
rest to the court. They have accordingly no occasion to report 
to the queen (11. 520 ff.) concerning Lancelot's whereabouts and 
condition, or to ride to the forest to give the same report to 
the king (11. 582 ff). LI. 536—539 would be impossible to a 
person following VL. As I have already had occasion to say, 
in that work the king has all along known that the knight 
who received the wound at the tournament was Lancelot. 
Li VL., f urthermore, Gawain is not represented as being with 
the king. He was with Bors when Lancelot is discovered 
and accompanies them back to court. LI. 540—551, therefore, 
have nothing similar to them whatever in the corresponding 
part of VL. 

552—569. 

The changes as regards both incidents and order are so 
great in this part of MH. that it is difficult to keep up the 
comparison with VL. LL 552 ff., however, are evidently con- 
nected with the passage in VL. (62^ cols. 2— 3 = PL. 158% 
col. 1) where Lancelot has a heart-rending interview with the 
Maid of Ascalot and then rides off to Camalot accompanied 
by Bors, Gawain and the rest. This interview, as I have 
already pointed out, was used by anticipation for 11. 183 ff. 
LI. 556 ff., in which the maid asks for a token from Lancelot 
and receives his armor are inserted in order to lead np to 
11. 583 ff., bat they do not correspond to anything in VL., 
for there the armor was, of course, not left at the maid's 
request, bat simply because Lancelot having taken the armor 
of the young knight in order that he might ride disgoised to 
the tournament at Winchester was compelled to leave his 
own behind. That passage, moreover, occurs very much further 
back in the naiTative. 



92 J. DOUGLAS BRUCE, 

570—665. 

Gawain's visit to Ascalot which is here given in MH. has 
been transferred from a much earlier part of the narrative 
inVL. (56% col.l - 57% col.1 = PL. 147% col.2 — 149% col. 1). 
The episode in MH. is very much Condensed but is otherwise 
substantially the same. The circumstances of this visit, 
however, in accordance with its different place in the narrative, 
are conceived in an altogether different way in MH. from 
what we find in VL. In the latter Gawain is not engaged 
in a search for Lancelot at the time. He is simply retuming 
with Arthur from the toumament at Winchester and is quart- 
ered for the night in the house of the Lord of Ascalot. 
Several incidents in the narrative which foUow the account 
of Gawain's visit are not used in MH., but U. 624 — 665 which 
relate how Gawain told the queen that Lancelot was in love 
with the Maid of Ascalot and her despair on hearing this are 
transferred also from this earlier passage in VL. (57% col. 3 
= PL. 150% col. 2 — 150% col. 1). There is nothing in VL., 
however, to correspond to U. 660 ff. according to which Guine- 
vere takes to her bed from grief. 

665—831. 

To this whole passage there is nothing corresponding in 
VL. The meeting of Lancelot with Lionel and Hector in the 
forest bears some resemblance to a passage in an altogether 
different part of VL. — viz: where Bors and Hector come 
on Lancelot in the forest and teil him of Mador's accusation 
against the queen and her peril in consequence. Cp. above 
p. 11. In YL., as will be remembered, Lancelot retums to 
conrt with Bors and Gawain (n. b. as compared with 1. 705) 
and their Company (62% col. 3 — 63\ col. 1 = PL. 158% col. 2) 
but the queen, thinking that he has been false to her with 
the Maid of Ascalot, refuses to see him, so he goes away and 
does not appear again there until he comes as her Champion 
against Mador. Moreover, Lancelot does not see the king at 
all in VL. as he is made to do in MH. (11. 704—711). He 
expressly refuses to wait until the king has retumed from the 
forest. We see then that the whole account of Lancelot's 
retum to court and his interview with Guinevere in MH. has 
nothing to correspond to it in VL. By ransacking the latter 



THE ME. METRICAL ROMANCE ^L£ MORTE ARTHüR'\ 93 

from one end to the other we can find parallels to Single lines, 
as for instance to IL 798 f. 

"And hyr they cnrsyd for bis sake 
That euyr loue was them by-twene" 

"si ne se seiuent (i. e. Bors, Lionel and Hector) a quoi prendre 
foi-s que cliascons maldist leare qae onques Isincelot acoi/ita la 
roine" (58% col. 3 = PL. ISl**, col. 1). They occur, however, 
in scenes whicli are not connected with this. 

How little Arthur's lamentations on hearing of Lancelot's 
depaiture (11. 808 ff.) are due to the Suggestion of VL. will 
appear from a comparison with the corresponding passage in 
that work: "Asses fu ses (i. e. Arthur's) cüers en diuerses 
pensees. Car il li estoit aois qtie se IdLUcelot amast la roine 
de fole amor si comme on li metoit sus il ne poroit la cort 
eslongier en nule maniere ne metre arriere dos comme il f aisoit. 
Et cest vne chose qtn mult metoit le euer le ix)i a aise" (64% 
col. 1 = PL. 159% col. 2). 

832—1181. 

Apart from the usual omissions which, as I have shown 
above (pp. 85 ff.) obscure the course of the narrative in certain 
points, these lines agree closely with YL. as it appears in the 
printed edition of 1513 >) (159% col. 2 — 163% coL 1). This is 
the only part of MH., 11. 1 — 1671 where we observe any such 
close agreement with VL. Especially as regards U. 960 — 1095 
describing how the dead body of the maid with the letter in 
her band is borne down the river undemeath the window of 
the tower at Camalot, and also giving the contents of the 
letter, the author of MH. in composing this passage must have 
had the corresponding passage of VL. before his eyes. Com- 
pare for instance 11. 1034 — 1036: 

''And found a pure fuUe Riebe a Rigbte 
Wytb gold and perlis ]>at was I-bente; 
AU empty semyd it nogbt to sifirbt** 

with 

^Et Vit pendre a sa seinture vne bource moult belle et 
riebe laqwelle bien ne estoit vuyde comme il sembloit" (PL. 
162% col. 2). 



>) I bave akeady called attention to tbe Variation of tbe MSS. (p. 83 
note). 



94 J. DOUOLAS BRUCE, 

1318—1671. 

It will now be evident that these lines stand in about 
the same relation to VL. as 11. 1—831 , showing the same 
alterations and transpositions of incidents with one important 
addition, viz: 11. 1648 — 1671. I have already pointed out these 
changes in the third section of this article so it is not necessary 
to go over the ground again here. 

From the number and character of the variations which 
I have noted above it is piain, then, that the points in which 
MH. and YL. do not agree are by no means "of very secondary 
importance" as Dr. Sommer (p. 250) would have us believe, 
and in the light of the comparison of the two works which 
I have just offered, his further Statement that these differences 
"can be explained, without exception, as the poet's modifications 
of the source in order to adapt his material to the exigencies 
of his metre" borders closely on the ludicrous. 

This relation of MH. to VL., such as we have seen it, 
can be explained in only one of two ways: 

1. Either the author of MH. simply read over the Vulgate- 
Lancelot and having obtained the general outline of his story 
from it sat down to compose his poem independently with only 
occasional recurrence to the original such as we note especially 
for 11. 960 ff. 

2. Or we must assume that the immediate source of MH. 
11. 1—1671 is not VL. but some other Version of this part of 
the Lancelot story based upon it and standing in somewhat 
the same relation to VL. as the common source of Malory, 
Books XXI— XXII, and MH. 11. 1672—3969. Like the latter 
this hypothetical source for 11. 1—1671 would be a recasting 
of the coiTesponding portion of VL. or of its source, and to 
it then in the main would be due the transpositions, alter- 
ations and additions of material which make it so difficult 
to fix any connection between various parts of MH. U. 1—1671 
and VL. 

For my own part, I feel no doubt that the second of 
these suppositions is the correct one. This conviction is based 
on a consideration of the relation of MH. to its source in the 
only part of the poem where we are able to establish the 
nature of this relation^ viz : in that portion which corresponds 



THE ME. METRICAL ROMANCE ^LE MORTE ARTHüB^ 95 

to Malory's twentieth and twenty-flrst books, 11. 1672—3969. 
Now, leaving aside the greater condensation in the narrative 
of MH., the agreement between this work and Malory both 
as to incidents and the order of their arrangement is, for this 
part of the narrative, of the dosest kind, as may be seen even 
from Dr. Sommer's comparison pp. 250 — 272, and offers a 
striking contrast to the relation of VL. and MH. 11. 1 — 1671 as 
I have set it forth in the discussion above. But if Malory 
did not derive his story from MH., as I believe has been 
sufficiently proved in the first section of the present artide, 
this doseness of agreement must evidently be dne to the f act 
that both works foUow dosely, though independently, their 
conunon source. 

But let US examine this question more in detail. If we 
omit material which Malory (deriving it doubtless from his 
soui'ce) has and MH. has not (see pp. 69 f.) and which in view 
of the obviously systematic condensation of MH. is without 
signiflcance, we have the foUowing vaiiations of MH. from 
the last two books of the Morte Darthur. 

I. Transpositions. 

In maiked contrast to the relation of 11. 1 — 1671 to YL. 
there is only one transposition of any importance in MH. as 
compared with Malory and that at the very end of the 
naiTative, where the author being in a hurry to conclude his 
poem suppresses the story of how Lancelot and his fellows 
went to Almesbury and fetched the dead queen's body to 
Glastonbury (Malory, Book XXI, Ch. XI) but further on 
(IL 3954—3961) after describing Lancelot's death relates in 
the briefest way that his companions did this. There can be 
no doubt that Malory and not MH. here accurately represents 
their common source. 

Besides this, I note the foUowing unimportant trans- 
positions. 

1. In MH. 2964 ff., where the knights ascribing war and 
strife to Arthur express their preference for Mordred*s rule, 
we have the passage at the very beginning of Book XXI, 
Chap. I in Malory combined with a few lines occurring some- 
what further on in the same chapter (p. 840). 



96 J. DOUGLAS BRUCE, 

2. The fact that Gawain received his mortal wound 
in a boat or ship, though in Malory (p. 841) it is related 
at the proper place, is not expressly stated in MH. until 
later (11. 3132 f.). It is nevertheless implied in l. 3072 whicli 
doubtless preserves an expression of the original romance. 

II. Additions. 

1. The scene in which Gawain laments over the body 
of his slain brothers (11. 1994 — 2005). — At the corresponding 
point in Malory (p. 813) there is no similar scene, for King 
Arthur says that he has had them interred beforehand, 
anticipating the grief which the siglit of their corpses would 
cause Gawain. But MH. here evidently foUows the source 
more closely than Malory, for the same scene is found in VL. 
(71'», col. 3 — 72% col. 2 = PL. 172*, cols. 1—2). It is too 
long to give in füll. The foUowing sentence, however shows 
the parallelism : Gawain having been told by the king of 
the death of Gaheriet swoons, but when he comes to himself 
"cort graut aleure la ou il voit gaheriet son frere gesir 
mort si le tolt au roi et lestraint encontre son pis si le 
commence a baisier. Et el baisier quil fait a si graut duel 
al euer quil ne se puet tenir en estant si chai tantost 
atot gaheriet et int graut piece en paumison." Later on 
he sees the other brothers and laments similarly over them. 
MH. and Malory may foUow here slightly diKerent versions 
of their common source but in any event we may say it 
is certain that the passage is not an indepeudent addition 
of MH. but occurred in its source at this point of the 
narrative. 

2. The account of the squire who brought to Lancelot 
the news of the sorrow at court because of the death of 
Gaheriet and the other knights together with the account 
of the assembling of Lancelot's host, 11. 2014—2043. In 
Malory (p. 814) there is no mention of the squire and the 
assembling of the host; it is simply said that Lancelot 
"purveyed hym of many good knyghtes for with hym helde 
many knyghtes and some for his owne sake and somme for 
the quenes sake". In VL. we have the squire or as it is 
Said ^'vns varles qui estoit a hestor des mares qui a la cort 
le roi artu repairoit souent" (73», col. 1 = PL. 173*, col. 1) 



THE ME. METRICAL ROMANCE "LE MORTB ARTHUR". 97 

and the assembling of the host is also described — only 
there is no mention of Lancelot's followers being sapplied 
especially by ladies whose lands he had defended. There 
can be no doubt then that in the present passage MH. in 
varying from Malory only foUows more closely their common 
source. 

3. The sending of a damsel to King Arthur before the 
siege of Joyous Gard with the offer from Lancelot to defend 
the queen's reputation in combat (11. 2040 — 2083) is peculiar 
to MH. and is not found in Malory (p. 815). Nevertheless at 
this point in the narrative, there is an exactly similar episode 
in VL. (73^ col. 3 — 74^ coL 1 = PL. 174*, col. 1 — 174S 
col. 2) — only there is no mention of the dwarf or of the 
maid's apparel. Here again MH. doubtless reflects their common 
source more accurately than Malory, the latter having omitted 
this passage, I suppose, because of the similar one pp. 831 ff. 
in which the feature of the dwarf appeai'S, probably taken 
from this earlier scene. 

4. The details conceming the truce which was conflrmed 
between the King and Lancelot (U. 2330—2351) are omitted 
in Malory (p. 822). There is nothing exactly similar in VL. 
(77*, col. 3 — 77^ col. 1 — PL 177»», col. 2 — 178% col. 2) but 
these details belong naturally to the Situation and Malory has 
no doubt Condensed his original. 

5. The details of the damseFs dress — 11.2613—2619 
are not in the otherwise corresponding passage of Malory 
but they are distinctive and were evidently drawn from the 
source. In VL. (79% col 3 = PL. 180% cols. 1—2) there is 
nothing similai'. 

6. The Speech of the damsel 11. 2653—2667 is not given 
in Maloiy. It is not connected with the corresponding 
passage in VL. either. Nevertheless the germ of this pas- 
sage is evidently the speech of Lancelot to Gawain in VL. 
(83'', col. 1 = PL. 185% col. 1) in his interview with the 
king and Gawain where he says that in order to have 
peace with Arthur "iou vos iurerai sor sains orendrot se 
\os voles que iou men irai de la cite de gaunes demain 
ains eure de prime nus pies et en langes tos sels sans 

AiiglU. N.F. ZI. 7 



98 J. DOUGLAS BBÜCB, 

cotwpaigne en essilg" &c. Here again then it seems evident 
that MH. reflects the original more closely than Malory. 

7. The final reply of Arthur to Lancelot*s messenger 
IL 2692—2696 is not in Malory. VL. is too diflerent in this 
part to fumish any parallel. In Malory it is Gawain who 
replies (p. 832) and in the same general spirit. The differ- 
ence is not a very great one and after all probably amounts 
simply to a Substitution of the one character for the other. 
LI. 2711—2736 also contain some fuller details in MH. 
and in Malory 832 f. but they are too vague to be of any 
importance. 

8. The battle of Barendowne is described at some length 
in 11. 3094—3117 though in very general terms. In Malory 
(p. 843) it is simply said that a great battle took place there, 
whilst in VL. there is nothing parallel to this battle. The 
details in MH. are so vague that the question has little 
importance. Nevertheless , considering how little independent 
material the author of this work usually adds to his source, 
it is likely that he foUows in a general way the original. 
In the passage foUowing on this 11. 3120—3129, we have also 
a description somewhat different in detail from Malory p. 843 
but the differences are without signiflcance. LI. 3198 1 do 
not have anything in Malory (p. 844) to correspond to them 
nor in VL. (89S col. 1). 

There are a few additional points besides those just 
enumerated which require brief notice. 

1. In placing the scene of Sir Lucan's death before the 
altar, 1.3439, MH. evidently brings over a detail from its 
original which Malory (p. 848) omits, for in VL. it is said 
„Et li rois entre en la chapele si se met deuant lautel a 
ienols et commenche ses proieres teles comme il les sauoit" 
(93**, col. 1 = PL. 198% col. 1). He is kneeling on the same 
Spot when Lucan embraces him and dies from the violence of 
the embrace. 

2. In 1. 3471 Sir Bedivere on retuming the second time 
to the sea with the sword, Excalibui', casts in the "scauberke" 
instead. Although not in Malory (p. 849) , this trait was 
evidently in the common source of MH. and the Morte Darthur, 
for at the coiTesponding point in VL. (93^, col. 3 = PL. 198^, 



THE ME. METRICAL ROMANCE ^LE MORTE ARTHUR^. 99 

col. 1) we have: "Et lora sapense quil i getera le feure. Lors 
i gete le feure esralment." 

3. In Malory (pp. 853 f.) it is described how Lancelot 
retnrning to Arthur's kingdom after the latter's death went 
forth to seek Guinevere. This passage is so Condensed in 
MH. (11. 3606 ff.) that the special object of his search is left 
obscure. We have, nevertheless, in 11. 3618—3621, describing 
how Lancelot came on the nunnery to which Guinevere had 
retired, a feature of their source probably which Malory 
(p. 854) has omitted. • He simply says "atte last he cam to a 
nonnerye". In VL. Lancelot does not go forth on this search, 
so there is nothing in that work that at all corresponds to 
the present passage. 

It will be Seen from the comparison with Malory which 
I have now concluded that MH. 11. 1672 — 3969 , apart from 
the Omission of certain material, follows closely throughout 
their common source. As I have pointed out, there is only 
one important transposition in the whole course of the nar- 
rative and the reason for this Single instance is clear. 

The author indeed in his desire to hasten to the end of 
his work goes as near omitting the entire episode in question 
as it was possible for him to do. On the other hand, this 
same comparison renders it doubtful whether the author of 
the 11. 1672—3969 has made a Single addition of the slightest 
importance to the material derived from his original. Con- 
trast this State of things with the relation of 11. 1 — 1671 to 
the Vulgate-Lancelot and it will appear impossible that the 
same writer in passing from one source to another should 
at once change his method of work so completely. The in- 
ference then is irresistible that 11. 1 — 1671 of the English 
metrical romance are not derived directly from the Vulgate- 
Lancelot, but, as I have already said, from some version of 
this part of the Lancelot - story which Stands in the same 
kind of relation to the Vulgate-Lancelot as the common source 



>) It is noteworthy that we do not find in this division of MH. any 
Substitution of one character for another, whereas in the first division we 
have Yyain playing the part of Gyfflet in VL. in the scene where Arthur 
observes the disgmsed Lancelot Qh 95 ff.) and Hector that of Bors in the 
scene, U. 301 ff. where Lancelot is wounded. 

7* 



100 J. DOUGLAS BRUCE, "lE MORTE ARTHUR**. 

o£ Malory, Books XX and XXI, and MH., U. 1672-3969. It 
was doubtless closer however, to the Vulgate-Lancelot than 
the latter source. That it cannot be identical with the source 
of Malory for the corresponding part of the naiTative is evident 
from the many points enumerated by Dr. Sommer (pp. 249 — 
250) in which whilst agreeing with the Vulgate-Lancelot it 
differs from the latter. ^ 



>) The diiference is greater, it seems to me, than Dr. Mead (Selections 
from Malory p. 295) supposes. 

Bryn Mawr, Pa., U. S. A. 

J. Douglas Bruce. 



ENGL. RUMMAG E. FRANZ. MAQUIGNON, 
MAQUILLER, MASQUE ETC. 



Das Century Dictionary setzt als etymologie des ersten 
Wortes roomage an und giebt die folgenden bedeutungen dafür : 
verbum: I. trans. 1. To adjust the roomage or capacity of 
(a ship) with reference to the cargo; arrange or stow the 
cargo of (a ship) in the hold ; especially clear by the removal 
of the goods. 2. To move to and fro the contents of, as in 
search; ransack, etc. 3. To set in motion; stir; hence, speci- 
fically to mix by stirring or some other foim of agitation. 
4. To bring to light by searching. IL intrans. 1. To aiTange 
or stow the cargo of a ship in the hold. 2. To search nar- 
rowly. 3. To make a stir, bustle or disturbance. Nomen: 
1. The act of rummaging, in any sense; the act of searching 
^ a place, especially by tuming over the contents. 2. A stirring 
' or bustling about; a disturbance; an upheavaL 3. Lumber: 
rubbish. 4. Rummage säle, a Clearing out sale of unclaimed 
goods at docks, or miscellaneous articles left in a warehouse. 
Für rummager finden wir daselbst die folgende deflnition: 
1. One who arranges or stows the cargo on a ship. 2. One 
who searches. 

Für I 2, 4 und II 2, wie auch für rummager 2 sind nur 
späte belege gegeben, während 1 und 4 des nomens rummage 
gar nicht belegt sind. Für die anderen sind die ältesten 
quellen Hakluyt (I 1, n 1 und rummager 1) und Shakespere 
(nom. 2). Gleich im anfange stossen wir bei der etymologie 
von roomage auf Schwierigkeiten. Erstens lässt sich die silben- 
kürzung, die durchaus nicht neueren Ursprunges ist, schwerlich 
erklären, da room als besonderes wort schon im secbszehnten 



102 LEO WIENEB, 

und siebenzehnten Jahrhundert gerade wie heute lang aus- 
gesprochen wurde (Bullokar, bei Ellis). Dann auch mttsste 
man ein wort rooni von ähnlicher bedeutung als rummage 
voraussetzen, um das letztere überhaupt möglich zu machen. 
Dass ein solches wirklich existierte, erfahren wir aus Henry 
Manwayring's Seamans Dictionary, London 1670, p. 86, doch 
ist die form desselben nicht rooni sondern rum. In dem ein 
jähr später erschienenen Etymologicon Linguae Anglicanae 
von Stephan Skinner finden wir dasselbe wort, doch ist dem 
Verfasser das Verhältnis zu room nicht geläufig, denn er setzt 
dafür ^a Teut. räumen, räumen^ an. Mit ausnähme dieser 
zwei fälle scheint rum nirgends vorzukommen, und es sieht 
aus, als ob dies nur eine rückbildung sei, um sich die endung 
age zu erklären, denn man fühlte sich geneigt, rummage als 
eine auf englischem boden entstandene form anzusehen. Bei 
den wenigen Zeitwörtern, wie voyage und cdbbage, bei denen 
grundf ormen ohne age fehlen, liegt augenscheinlich eine herüber- 
nahme der französischen nomina in age vor; sonst besitzen 
wir eine ziemlich grosse anzahl von neubildungen auf age, 
durchweg haupt Wörter, die sich meistens auf die Schiffahrt 
beziehen; eine solche liste finden wir z. b. in 'Expeditions to 
Prussia and the Holy Land made by Henry Earl of Derby 
(afterwards King Henry IV) in the Year 1390—1 und 1392—3. 
Beeing an Account kept by his Treasurer during two Yeara. 
Camden Society 1894'. Hier finden wir mittelalterlich latei- 
nische Wörter, oft in ihrer englischen form, wie batülagium, 
betieragium (trinkgeld), celera^um, couperagium, fraghtage 
(frachtsporteln) , fumagium (geld für brodbacken), pontage 
(brückenzoU), hcrhurgagium^ kranagium, nauagium, portagium, 
potagium, rollagium (ausgäbe für f ässerroUen) , skyppagium, 
diskippagium (landung), stowagium, strycage, tractagium. In 
dieser gnippe wäre ein zeitwort rummage ein unikum. Wir 
müssen uns also nach einer andern erklärung umsehen. Was 
den Schiffsausdruck anbetrifft, so haben wir im Französischen 
ein Zeitwort arrumer, arrimer und ein hauptwort arrumage^ 
arrimage in ganz genau derselben bedeutung wie das englische 
rummage ; aus dem Franz. stammen auch die spanischen Wörter 
arrumar und arrumcye. Godefroy giebt recht viele belege für 
die Zeitwörter ariner, arriner, arrimer, aruner, arruner, arunner, 
airrunner, von denen die ältesten bis in das vierzehnte jähr- 



ENGL. BUMMÄGE, FRANZ. MÄQUIGNON ETC. 103 

hundert hinauMeigen , mit der bedeatang ^arranger conven- 
ablement, ranger la cargaison dans la cale de la nayire\ 
Für arrimage giebt (Jodefroy die älteste quelle vom jähre 
1398, doch finden wir für rummage eine noch ältere in dem 
obengenannten expeditions to Prussia, wo die folgenden drei 
posten zu lesen sind: 1. Una cum roUagio, kranagio, et con- 
ductione unius boot ad ducendum dicta dolia vsque ad nauem 
et pro runagio dictorum doliorum per compotum secum factum 
apud Boston, p. 19. 2. Et pro cariagio XX doliorum vsque 
nauem iij s. iiij d., p. 157. 3. Clerico panetrie per manus 
Bicardi Couper pro hopes et pro strycage et stouwage xij 
doliorum vini et floure x s. vj d. Et pro runagio xxiiij do- 
liorum et j pipes ij s. vj d. p. 23. Die herausgeberin des 
buches annnotirt runage — 'appeai^s to mean the same as 
rollage'; es ist aber ganz klar aus dem ersten belege, dass 
rummage gemeint ist und nicht 'roUage', das ja dem kranagium 
und runagium vorangeht. Die form runage beweist zugleich, 
dass man zu jener zeit von einer abstammung des Wortes 
von roam gar keine ahnung hatte; es ist einfach ein fran- 
zösisches fremdwort, welches allein vielleicht auf ein deutsches 
rum zurückgeht. 

Dieser nautische ausdruck konnte gut als grundlage für 
die anderen bedeutungen dienen, denn von dem begriff 4n 
Ordnung bringen' ist es nicht schwer auf 'suchen, stöbern' usw. 
zu kommen. Wahrscheinlicher aber ist es, für die sekundären 
bedeutungen kontaminationen aus zwei andern quellen anzu- 
nehmen. In dem dialekte von Bas-Maine (Glossaii*e des Parlers 
du Bafi-Maine, par G. Dottin, Paris 1899) finden wir auch 
jetzt noch ramager mit der bedeutung von ' umrühi*en ' (ramäoje, 
remuer un liquide dans un vers; secouer; faire du bruit), 
während im Altfranz, ramage verschiedene bedeutungen hatte, 
von denen einige mit engl, rummage vollständig übereinstimmen. 
Dieses wort ramage, ramatge ist vom ML. ramaticum, welches 
zuerst so viel hiess als 'die von dem pächter gezahlte gebühr 
für das recht reisig zu machen und zu sammeln' (Ducange); 
dann 'das sammeln des reisigs' und 'das reisig selbst'. Der 
ramageur war der förster, der die gebühr erhielt (ältestes 
citat bei Ducange vom jähre 1378). Man sieht leicht, dass 
der englische ranger ein dem französischen ramageur iden- 
tisches amt bekleidete, und die abstammung des ersteren von 



104 LEO WIENEB, 

dem letzteren ist nicht aasgeschlossen. Eine analogie für diese 
derivation sehen wir in damage und danger, die beide auf eine 
form damin + Suffix (aticum und iarium) zurückzuführen sind. 
Eine sekundäre form ramalia, ^ reisig ', hat sich im Englischen 
eingebürgert und wird erwähnt unter ramelle im Catholicon 
Anglicum (mit notiz von dem herausgeber, der noch andere 
fälle giebt), romell und ramyll in North Biding Rexord Society, 
vol. I N. S. p. 155. Dieses wort hat sich auch verallgemeinert 
in der bedeutung von *schutt, kehricht, ausschuss'; und kommt 
dialektisch oft vor (cf. Catholicon Notiz). Bummage, nomen 3 
und 4 gehört ohne zweifei dieser gruppe an, und verbum I 3 
hat grosse ähnlichkeit mit Bas-Maine ramager, das zuletzt auf 
ramaticum ^) bezogen werden muss. 

Als dritte quelle der kontamination mag auch gedient 
haben das mittellat. romagium 'pilgerfahrt nach Rom', dann 
'Pilgerfahrt' im allgemeinen, * vagabundieren'. Im Catholicon 
ist romagium überaetzt dui*ch romans, während im Promptorium 
Parvulorum sive Clericorum ein engl, romawnce für romagium 
gegeben wird: das sind einfach sekundäre foimen für romage 
mit derselben bedeutung. Im Franz. finden wir romevage und 
ähnliche formen dafüi*, im Catal. romiatge, und im Ital. kommt 
schon früh romeaggio in der allgemeinen bedeutung von va- 
gabundieren vor. Das altengl. rome-runners , schot. rome- 
raJcaris beweisen, wie das wallfahren nach Rom in üblen ruf 
geriet, während rummers äbout (bei Francisque-Michel) gleich 
ist mit 'vagabundi'. Jedenfalls zeigen die engl citate, dass 
das lat. romagium nicht unbekannt war, und so kann es leicht 
mit gewirkt haben bei der sinnesentwickelung von rummage. 

In Domesday Book of St. Paul's (Camden Society 1857) 
wird im jähre 1222 ein pächter zu Kensworth erwähnt unter 
dem namen John Rumangur de Dunstaple. In dem Cartulaiy 
of the Monastery of St. Frideswide at Oxford (Oxford 1895) 
finden wir zwischen 1200—1210 einen Alanus Romanger, 
Romangere, Rofnanger, Lerumangur. Der französische artikel 



') Von derselben abstammung ist auch engl, rammage ^ wild (wie die 
Waldvögel) \ In Jamieson^s schottischem Wörterbnche steht für rammaschey 
a4j. coUected Fr. ramass4, was falsch ist, wie ans dem belege zn sehen ist : 
there eftir i herd the mmonr of rammasche fonlis and of beystis that maid 
grite bür. 



ENGL. EUMMÄGE, FRANZ. MÄQUIGJ^QN ETC. 105 

bei dem letzten weist darauf hin, dass der f amilienname irgend 
eine bescMftigung bezeichnet. Förster können die zwei nicht 
gewesen sein, denn ein solches amt bekleideten zu jener zeit 
nie kleinpächter. An eine Schiffsbeschäftigung ist wohl kaum 
zu denken, da es nirgends ersichtlich ist, dass die arbeitsein- 
teilung so weit fortgeschritten war, um aus dem stauen eine 
spezielle beschäftigung zu machen. Erst ende des sechszehnten 
Jahrhunderts wurde eine klasse von Bummagers geschaffen, 
wie aus der genauen aufzählung ihrer pflichten in zwei bei 
Hakluyt aufgeführten stellen zu ersehen ist. Bei dem analogen 
familiennamen Le Palmer konnte Lerumangur gut ein Wall- 
fahrer gewesen sein, und das stets vorkommende n vor der 
endung gur wäre nicht befremdend, wenn man romans und 
romawnce aus romagium berücksichtigt Doch ist noch ein 
anderer fall wahrscheinlicher. Wir finden nämlich in Dan 
MicheFs Ayenbite of Inwyt (s. 44 von Richard Morris' aus- 
gäbe) in pe ejtende boj Of Auarice als sünde erwähnt (pe 
sixte is): hede ]>e zofnesse of ]>e J?inge fet me wyle zelle ase 
doj? pe romongours of höre, d. h. nicht die Wahrheit von dem 
sagen, was man zu verkaufen hat, wie pferdehändler thun. 
Ronwngour kann keine korruption von horstnonger sein, denn 
dann ist of hors pleonastisch ; wenn man aber den letzten satz 
liest ase dof pe romongours (hede pe zofnesse) of hors, so 
kann romongour überhaupt nicht ein pferdehändler sein, son- 
dern etwa ein betrügender pferdehändler. Dies finden wir 
auch bestätigt, denn im franz. original steht dafür, nach 
Morris' angäbe maskignons, was dem modernen maquignon 
gleich ist. Als familiennamen ist aber 'Schwindler' undenkbar, 
folglich muss rontanger eine andere bedeutung gehabt haben. 
Ich stelle hier die hypothese auf, es wäre gleichbedeutend mit 
' Zigeuner' und will im folgenden dieselbe zu begründen suchen. 
Die hypothese ist gewagt, da es nach Paul Bataillard (Journal 
of the Gypsy Lore Society, April 1889) keinen dokumentierten 
beweis giebt, dass die Zigeuner vor 1417 Westeui'opa erreicht 
hätten ;i) doch da er selbst geneigt ist, eine viel frühere ein- 
wanderung anzunehmen und durch eine solche annähme meh- 



>) Es ist mir seither gelnngen, in Roger Bacon^s 'Opus Mi^ns* (Oxford 
1897, vol. II, p. 211) die anwesenheit der Zigeuner in Westeuropa im jähre 
1266 zu konstatieren (cf. The Nation, Dec. 21, 1899). 



106 LEO WIENEB, 

rere etymologien klar werden, so will ich sie der gelehrtenwelt 
zur diskussion überweisen. 

Förster hat schon längst (ZfRPh. III, p. 565) eine form 
tnasquiUer für maquiller entdeckt nnd mit recht darauf hin- 
gewiesen, dass es mit nuiscurer, entalemaschier nicht von 
mascliera getrennt werden kann. Er hätte noch masquier 
'sich schwärzen' und masquülier * beschmieren' (beide bei 
Grodefroy) anführen können, um seine annähme stichhaltig zu 
machen. Durch dieses maskignon, das bisher den philologen 
entschlüpft ist, müssen auch fiuiquignon und maquereau, die 
man beide vom deut. Makler abstammen liess, zu derselben 
gruppe gezählt werden. Es fragt sich nun, wie können sich 
all diese Wörter aus masque entwickelt haben? Zuerst muss 
bemerkt werden, dass kein triftiger grund vorhanden ist, le 
masque von la niasque zu scheiden. Beide fussen auf masca 
'hexe, menschenfressendes ungeheuer' der longobardischen 
gesetze. Vielleicht geht dieses masca zurück auf hebräisches 
masik 'schadenbringer, teufel', denn die jüdischen Masikim 
scheinen eben solche geister zu sein wie masca. Bei dem 
ersten erscheinen der Zigeuner in Europa wird man sie mit 
ebenso vielen verschiedenen namen versehen haben wie heute. 
Sie wurden wahrscheinlich auch damals für wilde menschen 
gehalten und mit Ungarn, Tartaren und so weiter identifiziert, 
aber keine benennung passte besser auf sie, als masca 'hexen- 
meister, hexe', denn als wahi*sagerinnen und hexen änd ja die 
Zigeunerinnen noch immer verpönt. Wie das mummenspiel 
aufgekommen ist, ist schwer zu entscheiden, doch merkwürdig 
ist, dass die vermummten der deutschen fastuachtspiele sich 
'wilde männer', 'homines vagi' nannten, dass die maskierungen 
in Italien und Frankreich immer schwarz gewesen sind, also 
um ein wildes volk, wie es die Zigeuner gewesen sind, dar- 
zustellen, dass in Russland diese vermummten geradezu Zi- 
geuner Wessen (Tichonravov, Soöinenija, vol. ü, p. 55). Wenn 
man Godefroy's belege für masdMrer, mascurer, maschourer usw. 
liest, so kann man sich leicht überzeugen, dass diese Zeit- 
wörter, wie auch die oben erwähnten masquier und masquilUer^ 
ausschliesslich 'das gesiebt schwarz anstreichen oder an- 
schmieren' heissen. 

Seit alters her stehen auch die Zigeuner als pferdehändler, 
und zwar betrügende, und kuppler in schlechtem rufe. Wenn 



BOMAN. OGBO, OECO. 107 

also anzunehmen ist, dass masca auf Zigeuner angewandt 
wurde, so ist es nicht schwer zu verstehen, wie masJdgnon 
und maquereau, das ich nicht von mascarel trenne, * Pferde- 
händler' und ^kuppler' sein sollen. Das engl, romtynger aber, 
welches für franz. maskignon steht, ist vielleicht gar ein 
beweis dafür, dass das moderne Roniuny, wie sich die Zigeuner 
selbst nennen, schon damals bekannt war, und romanger ist 
eine Zusammensetzung, wie Roniany clial * Zigeunerherr'. Die 
kleinpächter des dreizehnten Jahrhunderts waren entweder 
ansässige Zigeuner oder pferdehändler, oder stammten von 
solchen ab. 



Eine analogie dazu bildet 

ROMAN. OGRO. ORCO. 

In den romanischen sprachen und im Englischen bedeuten 
die verschiedenen formen dieser gruppe soviel als * menschen- 
fressendes ungeheuer'. Littr6 verwirft die ältere etymologie 
von Hungams wohl des nasals wegen und stimmt denen bei, 
die ogro als eine Verstellung von orco aus dem lat. Orcum 
ansehen. Eine solche Umgestaltung und Personifizierung der 
höUe ist bei dem analogischen ^ Hades' durchaus nicht be- 
fremdend, doch ist die ableitung von orcum für ogro etwas 
gezwungen, und ist das fortleben eines klassischen aberglaubens 
schwer zu beweisen. Eher liegen hier zwei besondere ab- 
stammungen vor. Die mittelalterlichen giiechischen Chronisten 
waren mit den nomadischen stammen der Ugeiii und Uigani 
gut bekannt, denn sie erwähnen oft völkeinamen, von denen 
der letzte teil ugar oder uigar ist, unter den räuberischen 
horden, die die grenzen des byzantinischen reiches bedrohten. 
Der stamm der Ungarn nannte sich selbst magar und war mit 
all den tatarisch-ugrischen Völkerschaften verwandt, die von 
zeit zu zeit Europa überschwemmten. Man schauderte vor 
ihnen, und da man noch der hunnischen Überfälle eingedenk 
war, so hielt man sie für abkömmlinge derselben, und die 
Chronisten nannten sie Hunn-ugarm, woraus sich wohl das 
spätere hunganis entwickelt hat. Das deutsche ^Hüne', das 
früher einen Ungarn bedeutete, ist ein weiterer beweis dafür, 
dass Hunnen und Ungarn nicht von einander geschieden wurden. 



108 LEO WIENEB, BOMAN. OGEO, OBCO. 

Man stellte sich diese wilden horden, besonders im westen, als 
mensclienfressende ungeheuer vor, und selbst im osten dienen 
die verschiedenen finnisch-ugrischen völkemamen als ausdrücke 
des ungeheuerlichen: so der Finne bei den Angelsachsen und 
noch heute bei den Russen; so der Tatare auf der Balkan- 
halbinsel und selbst bei den Romanen, wo man kinder mit den 
menschenfressenden Tataren schreckte (L. Shaineanu, Romania 
XVm, 494 ft). Allgemein bekannt ist ja der witz des mittel- 
alters (bei Littre unter Tatare), dass die Tataren in den Tar- 
tarus hineingehörten, aus dem sie entschlüpft seien, und daher 
soll sogar die form Tartare entstanden sein. Tartaro war also 
im Westen *hölle' und zugleich * wildes raubvolk', ^menschen- 
fresser'. Wie leicht konnte sich daraus der parallelwitz orco 
für 'hölle' und * wildes volk' daselbst entwickeln, wo beide 
Wörter sich erhalten haben, oder wo orco besser bekannt war 
als tartaro\ Für die form ogro aber liegt kein gewichtiger 
grund vor, die alte etymologie von hungarus, d. h. in seiner 
form ugar, ogar, wie es bei den Chronisten vorkommt, zu ver- 
werfen. Somit fussen beide benennungen auf verwandte völker- 
namen, die lautähnlichkeit aber ist eine ganz zufällige. 

Habvabd Univebsity, Cambbidge, Mass. u. s. a. 

Leo Wieneb. 



DAS INDEFINITUM. 

(Sieh band XXI, lieft 1, 3 n. 4 nnd band XXII, heft 4.) 



TU. Das Indeflnitum swelc. 

§ 96. Swelc mit seinen jüngeren formen findet sich zu 
aller zeit als Substantiv wie als adjektiv in gewöhnlichem ge- 
brauche. *) Doch hat dieser gebrauch nach einigen selten hin 
nicht unbedeutende einschränkungen erfahren. 

Eine dieser einscliränkungen betrifft das im persönlichen 
sinne substantivierte swelc. Als Subjekt wie als objekt bezw. 
als teil einer adverbiellen bestimmung kommt dasselbe schon 
im AE nur selten vor. Im plural lässt es sich noch öfter 
beobachten, aber vom NE an nur selten ohne nachfolgenden 
relativsatz. 

ae. Öonne pitvcp pcet Gode unriht pcet he swelce fttcetice Boetb. 348, 24, 
IIu he mid searuwe stoylce acwealde Ps. 108, 16, Stoylcra sipfcet Rä. 20, 9. 

frme. Ne beo pu nawiht öffnet for pinen p fareÖ forÖ in an hand- 
hunle, for wiÖ swucche pu schalt buggen 7 bi^coUn pe endelesse blissen 
Eath. 1618, Porphire .... ferde pider i pe nHii, 7 8v>%teche wiÖ him of his 
men p he wel trnste on ibid. 2190, Alle pa patt lofenn Godd .... Bwiüke 
sindenn Criatesa foUc Orm 2251 n. ö. 

me. And seide to stoiche that suffre wolde (hat etc. Piers PL 10149 u. ö., 
Ayein stoiche Salomon speketh ibid. 9701. 

ne. such I vnü luive, whom I am sure he knotos not from the enemy 
Sh. AU's m 6, 24, No little part Of such as have been constds Ben Jonson, 
Sejanos 1 1, Receive him therefore in the Lord with aü gladness and hold 



^) nnd zwar in der bedentnng von lat. talis! Grein's ansatz = qtiis- 
que bemht anf einem einzigen belege : godfremmendra swilcum Beow. 299 
nnd ist deshalb schon fraglich. Bei genauem znsehen erweist sich jedoch 
dies swikum als relativ, wie es unten §§ 97 nnd 111 belegt ist, des ge- 
naueren jedoch nicht hier sondern unter dem kapitel vom relativ behandelt 
werden wird. 



110 E. EIWEKKBL, 

such in reputation Phil. 2, 29 , Adtdation ever foUows the ambttious, for 
such dlane receive most pleasure from fiattery Goldsm., Vicar 3. 

mod. Such as I are free in spirit when our litnbs are chained Scott, 
Q. Durw. 16, 1. 

§ 97. Im Singular scheint jedoch das geschlechtig sub- 
stantivierte pronomen kaum vorzukommen, ausser als prädikat 
oder relativ (sieh § 98). 

ae. swelc eower swelce htm selfum Öynce Öast he wisust sie Cora P. 
202, 19, tnid swelce hragle he ineode, mid swelce gange he ut Leges 
Aelfr. 58, 11. 

frme. He someyiede fcerd, sundc nes noeuere ecer on erde Laj. 1 177. 

me. pan sal par rise in />at siquar A soru, suilk was never ar Anti- 
crist 205. 

§ 98. Als prädikat ist jedoch das geschlechtig substan- 
tivische swek im plural wie im Singular ganz gewöhnlich. 

ae. se pe swylc byÖ, he etc. Ps. 23, 5, hu he wolde, äcet mon him 
tniUsode, gif he swelc (i. e. ein ungläubiger) wccre Cura P. 100, 12, se se Pe 
swelc ongieten sie Pcet he Öa crmftas hcehbe etc. ibid. 58, 9 , ^oik is se 
Wisdom, Pcet etc. Boeth. 382, 5, swelc Öcet folc biÖ, sweHc biÖ se sacerd 
Cura P. 132, 6y J^e ne maig hi geseon swylce swylc heo is Solu. 180, 18, 
swdc wes peaw hira Andr. 50, J^eora peawas sint swelce Boeth. 26, 7, 
swcdce (i. e. gode dt fcegere) hi woldan beon ibid. 66, 14, eala Pcet ure tida 
nu ne mihtan weorÖan swüce ibid. 74, 6, ac pa unrihtwisan ne beoÖ na 
swylce Ps. 1, 5. 

frme. Bi-hold up to heuene .... and td Pe sterres .... for swich 
shai ben pin of spring OEH. n 153 aus sie erit semen tuum; his hced 
[B J^eer] wes stoulc swa beoÖ gold wir Laj. I, 300, and swukhe weoren his 
dede ib. 280. 

me. heo schuüe be such, l>at no prince dorre hem forsake Bob. of Gl. 
p. 112, If he be sucJie as I hym holde Ipom. 625, She was right swich to 
Seen in hire visage Äs etc. Ch. IV 335, They him bisoughte Ofherberwh and 
of ese .... 'If Hier be eny, Swich as it iSj yit schtd ye have your part' 
id. n 128, Discret he was . ... He semede sudi ib. 11. 

ne. such is the simplicity of man Sh., L. L. L. 1 1, 219, His behaviour 
is such that etc. Field., J. Andr. 4, 6. 

mod. Such Jms been the perplexing ingenuity of commentators that etc. 
Irving, Columbia II, His misery was such that etc. Macaul., HistofE. 
n, 193, You are our eider brother — as such we view you Thack., H. Esm. 
8, 4 ; such is life, such is the aase, to continue such etc. Such the master, 
such (he servant nicht entwickelt aus dem AE (Cura P. 182, 6), sondern 
gebildet nach tel mattrej tel valet. 

Anm. : Dieses zeigt sich auch im Afrz. vous serez tels que je pensse, 
souverains de tous les atUres Froiss. X 83, 27. 

Auch im Wechsel mit one wie z. b. in: If 'Zack* is not yet a master, 
she is on the way to become such Acad., 21 Oct., 99, p. 455. 



DAS INDEFINITUM. 111 

§ 99. Substantiviert in abstrakt neutralem sinne ist das 
pronomen in den ältesten perioden der spräche ganz gewöhn- 
lich, scheint jedoch gegen die neuzeit hin sich nur noch in 
prädikativer Verwendung zu finden. 

ae. gif we Öonne scomüid, pcet we to uncuöum monnum stcek sprecen, 
hu dürre we Öonne io Gode swelc sprecan CuraP. 62, 7, ne biß sioylc 
cwenlic ßeaw Beow. 1940, ne biß swylc earges siÖ ib. 2541 ; häufig besonders 
hwcet swylces, (n)a}viht «wylces o. ä. 

frme. aü swiüc annd swiUc comm Sannt Johan To shuBwenn Orm 9381. 

me. pe godmen aal suilk se be wroght, ßai sdl be studiand in ßair 
thoght Queper ßat he be crist or nai Anticrist 181 , And if he noii with 
any gin ßai ßow my body ße with syn Or ondene litßng to me bede, He 
will be wrath for stoilk, in dede Life of St. Cecilia, MS. Cott. Tib. E VE E v.70. 

Lo ! stich it is for to be recheles Ch. m 247, Lo ! stich it is a miüer 
to be faU id. U 134. 

mod. stAch OS ü is Vi.^. 

§ 100. Da in der prätikativen Verwendung, wie sie in 
den letzten beiden §§ behandelt ist, die bedeutung des pro- 
nomens sich der eines adverbs {swa, so) nähert, so kann es 
nicht wunder nehmen, wenn such gelegentlich an stellen er- 
scheint, auf welche so von anfang an ein alleiniges anrecht 
hatte. 

So erscheint es mundartlich an stelle der gradationspartikel so vor 
mtAch : such much for AnnandcUe FVs Dict. s. y. 

So erscheint es mundartlich (Leicestersh.) in einer der im Gmndriss 
§ 147 X besprochenen nahe verwandten redensart and so : I won't stay here 
haggling aü day and such Halliw. Dict. s. y. (wenn dies nicht yon der 
unten § 105 (s. oder) behandelten yerbindung abgeleitet ist). 

Es könnte auch an die stelle yon so getreten sein in der yerbindung 
such like, doch liegt hier wohl analogiebildung zu such other etc. yor, sieh 
unten § 103. 

§ 101. Das bei massbegriffen verwendete substantivische 
neutrum stvik (ein solches) entspricht unserem * (eben) so viel '. 

ae. Huntes seadtes swilc swa masge mid feower ftngrum geniman 
Leechd. n 130, 2, Stiodc swa biß ßreo beana ib. 228, 5, Medmicd pipores 
and oßer sicüc cymenes ib. 256, 5 = und ein anderes ebensolches (quantum) 
kttmmel; feowertig daga, nihta oder swilc Gen. 1383, frcet folces Denigea 
ßftyne men and oder swylc ut offerede Beow. 1583. 

Daher mit kardinalzahl statt multiplikativzahl (sieh Grund- 
riss § 178 c) = '2 (3 usw.) mal soviel'. 



112 E. EINENKEL, 

ae. Mealwan seawes ßry lyüe boüan gemengde wiß swilc tu tcceteres 
Leechd. 1 214, 15, Genim mnes, and eles swilc healf ib. 180, 11 = ' halb so 
viel Öles als wein \ SeUe htm iwa stoylc swylce man est htm nime ib. 400, 18. 

Daher noch me. Vor hü hadde suche priiti men as were in höre aide 
Bob. of Gl. 439 ans quoniam tricies plures erant coeteris; suche, dessen e 
metrisch nicht gemessen wird und grammatisch keine geltung hat, ist 
nentrom und men steht, wie so oft, für den alten genitiv-plnral ; The 
sunne is Jte^ere t/uin the mone more than suche threo thcm hü heo hwnne 
to (he mone Pop. Treat. p. 134, Wel mo thider gotJif ic wene, ^e mo than 
such tene ibid. ; As thoghe therthe envye wolde To he gayer than the heven, 
To ?Mve moo floures, swicfte seven As in the walkene sterres he Ch. V 167. 

Dasselbe kennt auch das Afrz., nnr dass es sein iant [flektiert !] nach- 
stellt: Lors fut li rois detis ians espris De corouQ qu'ü ainc n'oi esU Raonl 
deHond., GanYainöl2. 

§ 102. Der attributive gebrauch von swek ist zu allen 
Zeiten so gewöhnlich und bietet des interessanten so wenig, 
dass wir uns hier darauf beschränken, die fälle zu besprechen, 
in denen swelc das attribut anderer adjektivischer pronominen 
ist, oder zugleich mit diesen als attribut anderer regentien 
fungiert. 

Zunächst die Verbindung, in welcher swelc das attribut 
bildet zu dem zahlworte an als regens. 

Wie aus der erörterung zu dem indeflnitum an § 18 her- 
vorgeht, ist ein ae. *swek an bisher nicht gefunden worden 
und man könnte deshalb vermuten, dass das bei Orm 11595 
zum ersten male beobachtete stvillk an nach dem muster der 
ae. ceghtvylc an und nan an (§ 22) bezw. von deren jüngeren 
formen gebildet ist. 

Wie lange dieses stvillk an bestanden hat, lässt sich mit 
Sicherheit nicht bestimmen. Bei Ch. findet es sich als stvich 
oon ganz gewöhnlich. Da jedoch nach Spies, Studien zur Gesch. 
d. engl. Pron. § 242 many one, dessen weiterentwickelung die 
gleiche ist, noch anfang des 16. jahrhunders nicht selten zu 
beobachten ist, so dürfte anzunehmen sein, dass auch sticJir one 
noch um diese zeit bestanden hat. Dass Spies nichts davon 
erwähnt, ist kein beweis für das gegenteil, da er ja auch über 
die neuere Verbindung sucJi a one sich ausschweigt. Eine von 
diesen beiden formen muss ja aber in der von ihm behandelten 
zeit existiert haben. Das ist doch ganz klar. (Wie ich soeben 
sehe, hat die ca. 1530 entstandene ausgäbe von Lord Berners' 
Huon pp. 287 und 505 such one, während die dritte ausgäbe 



DAS INDEPINITUM. 113 

[von der zweiten ist kein exemplar erhalten] vom jähre 1601 
an diesen stellen such a one bietet.) 

Auf jeden fall, lange vor dem aussterben der alten formel 
such one, ist die neue formel such a one in gebrauch gekommen, 
deren artikel sich daraus erklärt, dass das regens one irgend 
einem anderen, appellativischen, regens gleichgesetzt wurde, 
dessen artikel genau wie im falle von many nicht vor das 
attributive such, sondern hinter dasselbe gestellt wurde. Diese 
Stellung war nicht immer in gebrauch gewesen. Das AE kannte 
den unbestimmten artikel bei swelc überhaupt nicht. Und im 
Frme. begegnet er zunächst in der bei allen attributen üblichen 
Stellung, so bei Laj. of ane swulche bare II 89, a swulc mon 
III 270 u. ö. Aber obgleich die alte Stellung sporadisch noch 
ende des 13. jahrh. vorkommt, so bei Rob. of Gl. a such child 
2717, findet sich doch die neue fügung schon einmal bei La^amon 
swilc a sunc II 368 und einmal bei Orm swillc an mann 12393. 

Auf diese weise erhielt auch das regens an seinen artikel 
und zwar in seiner noch heute üblichen Stellung. In meiner 
Wortstellung II Anglia XVIII p. 165 bemerkte ich, dass äwcä 
a one sich erst aus ne. zeit belegen lasse. Dies ist ein irrtum. 
Wie der beleg Such an on as is of gode maneres Maundev. 
p. 287 beweist, gehört die neue formel bereits dem ausgang 
des 14. Jahrhunderts an. 

§ 103. Während such (a) one nur in substantivischer Ver- 
wendung sich findet, wird such an other, PI. such other, sowohl 
als Substantiv wie als adjektiv gebraucht. Die spräche kennt 
diese Verbindung jedoch erat seit me. zeit. Das AE setzt, wie 
wir § 105 sehen werden, dafür off er swelc. 

me. Beneficis, and dignitis, prelacyeSj and suche other Rel. Ant. 1 4iy 
Thtse worden and such other sayde sehe Ch. m 44. 

*Have ye kepyd me none other blyssing ..,.?* — ^Sich an oiher 
have I none' Town. Myst. p. 43. 

spme. Kokett or such an other man Paston L. m p. 100, ihe feste 
was there so grete, tJiat such another was not seen hyfore that tyme 
Blanch. 195, 32. 

ne. with these wordes and such other y^ lady was apeasyd Bemen' 
Hnon p. 215, who is so good that . . . there is not such another in all the 
worlde ib. p. 308, such another sleep, that 1 might see But such another 
man Sh., Ant. & Cleop. V 2, such another proof Sh., Gent. 1 1, 97* 

mod. Such another chance may not present itself for months again 
Thack., H. £sm. m 10. 

AnglU. N. F. ZI. 8 



1 14 E. EINENKBL, 

§ 104. Auch das pleonastische such like (richtiger wäre 
so like aus ^swa-lic, vgl. das schon me. veraltete J>ys-lic !) findet 
sich in substantivischer wie in attributiver Verwendung, doch 
ist es noch viel jünger als such an other. Die erweiterung such 
other like ist vermutlich aus kreuzung von such like mit such 
other entstanden. Such like wird, wie es scheint, nur in 
pluralischem sinne gebraucht. 

ne. TJiese affectuouse wordes , , . I desyre, I fere, I pray god, and 
stid^e other lyke he very apte for a prefctce Cox's Rhethoryke p. 54, as it 

is the comon phrase of scripiure to saye Spiritus sanctificatioms 

mth many sich lyke Joy, Ap. 88, ihese or suche other lyke were hys wordes 
Latimer Sermons 50, Beads, and such like New Cnstom 28, viriue, yotUh, 
liberaility, and such like Sh., ?. 

Änd such lyke myrye trickes Bale Kynge Johan 77, These and such 
Uke opinions More, Utopia 104, Änd even with such like valour men hang 
and droum Their proper sdves Sh. , Temp. m 3 , Many other such like 
things Mark. 7, 8. 

mod. such like == ' dergleichen \ 

§ 105. Als regens von oäer, manig, sunt und cenig, oder 
als mitattribut mit diesen zu einem anderen regens ist swelc 
nicht selten anzutreffen. 

o5er: ae. medmicd pipores and oßer svoilc cymeties Leechd. 256, 5 ; 
Hig worhton oöer sunk ping Ex. 7, 11 ans fecerunt quaedam similiter; 

Öa com utufemetlic ren eft wearÖ oder swelc ren Oros. 4, 10 , pa se 

ren ablon, hie foran eft togcedere, 7 eft wearÖ oper swelc ren ibid. 194, 20, 
on swdcum 7 on oprum swelcum Icenum Boeth. 128, 9. 

me. Concurbites and alembikes ecke, And othere suche Ch. m 53, And 
herbes coiUhe I teile eek many oon, As egrimoigne^ vcdirianf and lunarie, 
And othere suche ibid. 

spme. And I preye you to recommaunde me to . . . , my fdaws the 
souideours, aiid all othre suche as ye shäl seme gode Fast. L. HE p. 97. 

ne. TJ^ese and many other such noble condycyouns Fl.'s Leseb. p. 210, 
sir Beynolde Cobham and other sttche as be about tlie prince ibid. p. 310, 
mnoiher such offence Sh., Meas. II 3, 14. 

Später scheint oOier bei der anfzählnng in der regel zn fehlen: 
mod. aü sorts of ^varmins' pole cats, wizzleSj stoats and stuih 

Mätmer, Gramm. 111284, it*s Budyard this, and Kipling that, withpoems, 

taUs, and such Acad., 21 Oct. 99 p. 444. 

maneg: ae. Gepyld and ryhtwisnes and wisdom and manege sweke 
erasftas Boeth. 34, 6. 

ne. ... fayre vertues, wherof there be many sucJie Bemers* Huon p. 287. 

Bum: ae. ? 

me. som manere jalousye Is exeusable .... and som swich fantasie 
With pieti so weU r^essed is Ch. IV 267. 



DAS nn)EFINITUM. 115 

me. for the true deciaian of some stich controversies os etc, Fl.'s 
Leseb. p. 315. 

ffinigr: ae. ? 

me. ? 

ne. ihey . . . are aU fdls iraytours; aU noble men ought not io byleue 

ony sucihe Bemers' Hnon p. 239, ihe shyppe , tliere was fieuer Jcyng 

nor emperour ihat euer sawe any such ib. p. 456, tJ^e feaste was suche ^lat 
no man as ihen leuynge had sene any suche ibid. p. 579, whose eares I 
perceiue to glowe, a^id Inertes to he greeued ai ihat which I haue already 
vttered, not that amongst you there he any such (wie er sie vorher geschil- 
dert), hut ihat in your sexe tfier shouid he any such Lyly, Euph. p. 30. 

Für none such sieh nan § 24. 

§ 106. Als regens vom attributiven demonstrativ oder 
als mitattribut mit demselben zu einem anderen regens ist 
swelc bisher nur in ae. zeit einige male nachgewiesen. Die- 
selbe Verbindung, die offenbar als * dieser derartige' oder 
* dieser sogeartete ' zu verstehen ist, war früher schon aus dem 
Gothischen bekannt, letztere würde aber, für sich allein, 
keine bedeutung haben, da sie nichts anderes zu sein braucht, 
als das ergebnis eines regelwidrigen Zugeständnisses an den 
woillaut der griechischen quelle. 

Afidnimaip nu ina in fraujin miß aUai fahedai jah pans svaieikans 
sverans hdbaip Phil. 2, 29 aus xovq xoiovxov<;\ pize svcUeikaize ist piudan- 
gardi gups Lnc. 18, 16 ans xtav yaQ xoiovxtov iaxlv 17 ßaaiXela xov ^€oi\ 

Hält man aber jetzt die ae. belege, die eine derartige 
entstehung nicht gehabt haben können, damit zusammen, so 
wird einem doch der gedanke nahegelegt, dass man es weder 
in dem goth. falle mit einer nachbildung fremder ausdrucks- 
weise, noch im ae. falle mit einer launenhaften schnell kom- 
menden und schwindenden kaprice der spräche zu thun hat, 
sondern mit einem dem Germanischen überhaupt angehörigen 
idiom von hohem alter. Nicht ganz unbedenklich ist jedoch, 
dass bis jetzt in den übrigen germ. dialekten entsprechendes 
sich nicht hat finden lassen. 

ae. gif hwa sie ahisgod mid hwelcum scyldum , ge Öonne pe gasüice 
sifidofi, gel(FraÖ da stcelcan mid mandwcertiesse gaste Cnra P. 158, 10} oß 
eac da swylcan mon sceal forsian ibid. 264, 17, Öa swelcan we magon eaira 
betest geryhtan ibid. 292, 22. Dasselbe anch beim attribnt: he gyfÖ oelcre 
.... swilca gyfa; Öa swilcan gifa hine purfon ncefre forlcetan Solu. 192, 3. 

Nähere parallelen zu der vorerwähnten Verbindung bietet 
der gebrauch des mit swelc formell wie inhaltlich nahe 

8* 



116 B. EINEKKEL, 

verwandten pyslic, das gleichfalls das demonstrativ (wie es 
scheint nur das erweiterte) zu sich nehmen darf: hvam heoö 
das Öyllecan gclicran? = quibus isti sunt similes? Cura P. 
226, 23, pes pyllica sy gemyngod Reg. Bened. 48, 6. 

Das me. the whiche kann dagegen nicht in betracht 
kommen, da es nichts als eine nachbildung des afrz. U quel ist. 

§ 107. Eine eigentümliche Verbindung geht die me. form 
von swelc mit den kardinalzahlen ein, deren erklärung schon 
viel kopfzerbrechen verursacht hat. Diese Verbindung ist 
bisher nur dreimal bezw. viermal belegt: 

me. It is a ihynge wel bei ihan stekke fyve Gh. IV 158 = besser 
(angenehmer, erwünschter) als fünf solche (wie der vorerwähnte glücksfaU 
des abznges der Griechen), God hdp me so, I knmre iiat Bwidie tweye 
ibid. 160 = ich kenne nicht zwei solche (wie den vorgenannten Troilns). 

spme. and as for III beda of asiate, no kyng crystyned can schew 
sych III Paston L. p. 405. 

ne. Vgl. When Huon saw Üiai he had slayne Hie ,V . yonge gryffons 
he Hhonkyd oure lord god for ihe greise Üwi lie had seni hym as io ouer- 
come suche . V . terryble beasiis Bemers' Hnon p. 432. Daneben in gewöhn- 
licher Stellung : he haih sauyd you oui of . II . suche (hdfes (i. e. die vor- 
erwähnten Perelous Gulf und Gulf of Ferse!) ib. p. 461. 

Ein Altengländer würde diese begriffsverbindung wahr- 
scheinlich partitiv gefasst, also *swelcra fif, gesagt haben. 
Aber abgesehen davon, dass bis jetzt swelc in dieser Ver- 
bindung im AE nur einmal entdeckt worden ist, und zwar 
nicht einmal abhängig von einem echten sondern nur einem 
indefiniten numerale (heht htm swelcra ma brengan Cura P. 
8, 14), so ist es doch sehr fraglich, ob man swichc fyve aus 
einem ae. *swclcra fif ableiten kann. Denn wenn auch im laufe 
des ME die f unktion ae. partitiver genitive oft genug verkannt 
worden ist, ein voranstehender genitiv ist meines wissens 
immer als genitiv in erinnerung geblieben und demgemäss 
schon früh mit den neuen mittein, d. h. durch die analyse, ver- 
deutlicht und ausgedrückt worden. Der fall, in welchem die 
verkennung bereits im AE erfolgte (sieh Grundriss § 142 g), 
kann gegen das eben gesagte natürlich nichts beweisen. 

Anderseits ist an der möglichkeit einer attributiv gefassten 
Verbindung im AE, also ^sweke fif nicht zu zweifeln. Aber 
erstens ist bisher ein beleg dafür noch nicht gefunden und 
zweitens würde, wenn ein solcher wirklich sich fände, derselbe 



DAS mDEFINTTUM. 117 

die Worte in umgekehrter Stellung aufweisen */?/* swelce, denn 
wenn auch Stellungen wie cenige twegen, da oöre twegen sich 
finden, es heisst stets o^er swelc, manege swelce (sieh § 105). 

Es wäre nun wohl denkbar, dass das ME von sich aus 
diese attributive Verbindung entwickelt hätte und zwar nicht 
sowohl wegen der in dieser zeit sich vollziehenden Um- 
stellung derartiger Verbindungen (ae. oßer swelc, me. such 
other), sondern in anlehnung an das durch analogie an ae. 
ceghwüc an erreichte swilc an, such an. Hatte man erst ein 
stich on, warum hätte man nicht nach seinem muster ein suche 
tweyCy suche five bilden können? Das war in der that möglich, 
aber ich fürchte, man würde damit zu viel beweisen. Denn 
es war nur zu gut möglich, zu naheliegend, nach dem muster 
des beliebten such on attributive Verbindungen von such mit 
anderen Zahlwörtern zu bilden. Und nun halte man damit 
die thatsachen zusammen : drei armselige belege in der ganzen 
me. Periode! 

Nein, mag nun in su^h on schon frühe das zahlwort als 
solches gar nicht mehr empfunden worden sein, jedenfalls ist 
es von suche tweye etc. das muster nicht gewesen. Damit aber 
wären wir mit den etwa in frage kommenden einheimischen 
mustern zu ende. 

Unter fremden analogen ausdrücken empfehlen sich nun 
unserer beachtung in erster linie die altfranzösischen aus der 
Verbindung von tcl bezw. itel mit einem zahlwort gebildeten. 
Ich habe belege davon zui' erklärung des me. ausdrucks an- 
geführt in meiner Wortstellung II a. a. o. p. 149, sowie im 
Gnuidriss § 184 |9. Und wirklich kann ein zu dem me. smche 
fyve formell besser stimmender ausdruck, als er vorliegt etwa 
in dem belege Fuis le dist Carles qu'il n'cn espargnat nul, 
Tels IV cenz i troevet entur lui Rol. 2092 nicht wohl gefunden 
werden, denn tel erweist sich durch seine flexion als attribut 
von IV cenz ebenso wie swiche durch sein metrisch vollgemessenes 
-e als attribat von fgve sich erweist. Ausserdem war, nach den 
zahlreichen belegen zu urteilen, der ausdruck im Afrz. so be- 
liebt, dass er der beachtung d. h. der nachbildung seitens der 
Mittelengländer kaum entgehen konnte. Trotzalledem ist der 
afrz. ausdruck, wie er von mir a. a. o. und von Tobler in Zs. 
m 146 und von Gessner p. 33 und Schuhmacher p. 23 belegt 
isty sicherlich nicht das muster des englischen ausdruckes ge- 



118 . E. EINENKETi, 

wesen, denn so sehr die beiden ausdrücke sich decken in 
formeller beziehung, in ihrem logischen gehalte stehen sie weit 
von einander ab : In den me. belegen hat swiche eine deutliche 
bezlehung zu einem vorgenannten Substantiv, in dem einen 
falle thynge, in dem anderen Troilus, in dem dritten bed^ of 
astate. In all den bisher bekannten afrz. belegen dagegen ist 
tel völlig beziehungslos gebraucht. Was auch immer ursprfing- 
.lich seine geltung in diesem ausdrucke gewesen sein mag, in 
der von uns erreichbaren zeit ist tel so völlig bedeutungslos, 
dass es fehlen könnte, ohne dass der sinn der ganzen phrase 
dadurch eine änderung erführe. Allerdings scheint es gelegent- 
lich soviel wie unser * ungefähr ' heissen zu sollen, wie z. b. in 
dem belege: car vous saves comment nous sommes menet et 
ctstraint de vivres] et il i a tels trente mille testes en ceste ville 
qui ne mengierent de pain, passet a quinse jours Froiss. X 217, 2, 
aber diese bedeutung ist nicht unumstösslich sicher, wir ver- 
muten sie lediglich auf grund der erwägung, dass der Sprecher 
doch unmöglich die genaue zahl der in der Stadt vorhandenen 
Seelen wissen konnte. Auf jeden fall könnte auch dieses bei- 
spiel für unseren zweck nichts nützen. 

Glücklicherweise jedoch giebt es belege, die nicht bloss 
formell, sondern auch inhaltlich zu den me. belegen stimmen. 
Ich fand deren zwei gelegentlich einer genaueren lektüre von 
Froissarts Chroniken, es wird ihrer aber sicherlich noch mehr 
geben. Die ich fand, sind die folgenden: 

et (U coem) fu plus Itis de le prise et saisine de Haimbon que de 
tels quarante castiaus qui sont en Bretagney car il y a bonne viüe et 
grosse et bon pari de nier Froiss. n 98, 19 , vous estes constüies dous roy 
de Navare qui vous degoit et en deceveroit teU soixante que voua estes 
ib. V 181, 5. 

Auf den ersten blick könnte man das telz des ersten belegs 
füi* eben so beziehungs- also bedeutungslos halten, wie das der 
bisher bekannten belege. Aber bei genauerem zusehen erweist 
sich das wörtchen hier doch als sehr nötig. Durch tel wird 
hier auf das schloss von Haimbon deutlich zurückgewiesen, 
denn an und für sich war die einnähme dieses Schlosses dem 
eroberer ebenso viel wert, wie das eines einzelnen anderen, es 
war ihm aber mehr wert als vierzig eben solcher Schlösser, 
weil es anders als die gewöhnlichen Schlösser eine reiche Stadt 
und einen bequemen hafen beherrschte. lieber das zweite 



DAS mDEFnmruM. 119 

beispiel braucht man nicht viel worte zu verlieren, da hier 
telz ganz augenfällig auf das folgende que voas estes hinweist, 
welches ohne jenes indefinitum gar keinen sinn hätte. 

Formell vne inhaltlich stimmen also diese belege mit den 
me. völlig überein. Ob dieser afrz. ausdruck aber für den me. 
ausdruck vorbildlich wurde, ist darum noch nicht bewiesen. 
Dass der das bedeutungslose tel aufweisende formell ganz gleiche 
afrz. ausdruck im ME keine nachahmung fand, obgleich er 
doch ganz im gegensatz zu dem eben belegten so beliebt und 
viel gebraucht war, scheint dagegen zu sprechen. Dagegen 
liesse sich jedoch erwähnen, dass wir gar nicht wissen, ob 
nicht noch viel mehr beispiele des mit dem me. identischen 
ausdruckes sich finden würden, wenn man nur eifrig danach 
suchte (stellt sich doch nach meiner erfahrung der gebrauch z. b. 
des afrz. pronom absolu als ein sehr viel ausgiebigerer dar, als 
die zahlreichen monographien über diesen gegenständ vermuten 
lassen!) und ob nicht auf diese weise der eine ausdruck sich 
als ebenso beliebt herausstellen würde wie der andere. 

Freilich wie die beiden afi'z. ausdrücke sich genetisch zu 
einander verhalten, das zu entscheiden, muss den Romanisten 
überlassen bleiben. 

§ 108. In der bedeutung 'ein gewisses', 'irgend ein nicht 
näher bezeichnetes' ist das ae. sweh nicht nachzuweisen. Das 
me. ne. mod. su(Ji, das diese bedeutung sehr oft zeigt, hat die- 
selbe zweifellos vom afrz. tel übernommen, dass in dieser funk- 
tion lediglich eine fortsetzung des lat. talis in demselben sinne 
•ist. Die bisher beigebrachten afi"z. belege weisen tel recht selten 
in substantivischer Verwendung auf. Da jedoch lat. talis in 
diesem sinne oft auch attributiv gebraucht wird und nfrz. tel 
desgleichen {II est alle s^etäblir dans teile ville; farriverai ä 
teile epoque u. ä.), so wird zweifellos auch afi-z. tel sicli öfter 
so gebraucht finden. Dasselbe gilt umgekehrt von smh, das 
sich in älterer zeit bisher nur als attribut hat finden lassen. 

afrz. Les ungz cryoient: "ilz saiüent par unc teUe port^*; (Faultres 
disoient aultres par olles effrayees Comm. I p. 185, le Boy dict ä monseigneur 
U contiestable: **Tirez avec ce que vous avez de gens en iel etidroict: car 
silz doibvetit venir, c'esi leur chemin" ibid. 

Tex done boen comoü autnU Qui ne savroit conseiüitr lui Chev. an 
Lyon 2533, l'els se fait mire qui lor ment, Et teils lor dist quü »et fisique 
Baonl deHond.j Gauv. 1846, et plusieurs dietU: **Tei ne me cetera riet\s'\ 
Mais si feront, f^ilz soiit telg comme je dis Comm. I p. 83. 



120 E. EINENKEL, 

me. faddir dere, As in sawU he is ded, but were, And with iheffis in 
sie a hyU As prince is dtceUand to do lU Barb. , Legg. 58, 417 aus pater 
sancte, in anima mortum est et in tcUi monte cum latronibus degit, quorum 

ipse princeps est ; dt sad, fra ^ov pat It tuk he One sike a day ine 

sik a place ib. 62, 641 ; To pleyen aite dys in such a strete Ch. n 137, But 
in the gardyn yonde, at such a place, Ye wot right wd what ye byhighie me 
id. m 20, And bryngeth hir to such a place anoon ibid. 24 , a lettre that 
Ector hadde hym sent to axen red, If swich a man was worthy to ben 
dede, Noot I nought who etc, id. IV 222, for she and she spak swich a word 
ibid. 224, And moste at swiche a temple aXlone wake ibid. 247. 

ne. if you repay me not on such a day, in such a place, such sum 
Sh., Merch. 1 3, 147. 

Dem nfrz. monsieur un tel entspricht: this might be my lord such a 
one, that praised my lord such a one's horse, when he meant to beg it id., 
Haml. V 1, 92. 

mod. erhalten Mr, Such a one, 

§ 109. Ueber die Verdoppelung von afrz. tel im gleichen 
sinne, die ursprünglich den zweck gehabt zu haben scheint, dem 
einfachen tel als eine art plural zu dienen, lässt sich ähnliches 
sagen: Auch sie kann ich, während such and stich fast nur 
attributiv gebraucht wird, bis jetzt nur in substantivischer Ver- 
wendung nachweisen (vorher war sie ganz unbekannt !) ; da sie 
aber im Nfrz. in attributiver funktion sich findet (avoir une 
teile QU teile qudlite; par teile et teile raison u. ä.), so wii*d sie 
in dieser funktion auch schon in älterer zeit vorhanden sein, ob- 
gleich uns dies eigentlich nicht zu kämmern braucht, da bis jetzt 
such in der Verdoppelung mit Sicherheit doch nicht vor der ne. 
zeit nachgewiesen ist. Doch vgl. unten § 110 einen beleg bei Ornu 

afrz. *Qui estes vous, signeur, qui me cognissiis?* Li dessus dit 
signeur se nommerent et disent: *Nous sommes tdz et tdz' Froiss. in 144, 14, 
*Qui est ce lä qui nous approce de si pr^ a ceste heure?* Li contiestables 
de France respondi: 'Ce sommes nous vo amit, telz et telz, qui volons 
passer parmi ceste viüe ib. V 150, 24, si en parlhrent ensavible pluiseurs fois 
en disant 'Nous savons nos compagnons prihs de ci et si vaiüans gens que 
telz et tdz' et les nommoient ib. 8, 14. 

Anmerkung. Das Afrz. verdoppelt anch das entsprechende adverb, nm 
denselben gedanken aaszudrücken : si demanda as Chevaliers .... comment 
li ordenance de leurs gens se portoit Chil Ten recordkrent le verite, et li 
disent: *Ensi et ensi est . . . .' Froiss. m 178, 1; dies ist vom Englischen 
nicht nachgeahmt, vielleicht aber vom Deutschen: 'es ist so und so*. 

me. ? 

ne. at such and sttch a sconce Sh. H. V, m 6, 75, how I wouid think 
on him at certain hours such thoujhts and such Cymb. 1 3, 28, / wiü write 



DAS INDEFINITUM. 121 

all doxcn: Such and such piciurea, there the windotc; such The adarnment 
of Jier bed; tJie arras, figures, Why, such and such ibid. 11 2, 25. 

mod. And, if stiU free, that such or such a lover Mighi please perhaps, 
a virtuous toife can quell Such (= solche) thoughts Byron Don J. 1 78, That 
the monJcs were of such and sucJi a genus, such and such a numher Carl. 

Fast and Pres. 2, 2 ; i/ you see Mr. SO'and'So*s name in the h'st yau 

will he sure to come on Mr, What dyoucäüem's. If Lord and Lady Blatik, 
of Such and such Castle Thack., Newc. 3, 167. 

§ 110. Allerdings kommt eine Verdoppelung von swclc 
auch schon früher, ja in ältester zeit vor, aber diese mit der 
vorbesprochenen zusammen zu werfen, wäre ein grosser irrtum. 
Denn während tel et tel ein echtes indefinitum ist = * der und 
der' = *ein gewisser', ist dies alte swek and swelc ein echtes 
demonstrativ im sinne von * dieser und jener' = *alle diese', 
^ alles dies'. Demgemäss kommt dies swelc von anfang an nui* 
in substantivischem gebrauche vor und zwar in persönlichem 
sowohl wie in abstrakt neutralem sinne. 

ae. Hwcdl nu hceleba fela swelces 7 swelces swiöe wundrad Boeth., 
Metra 28, 49 = wundern sich über dieses und jenes (der vorerwähnten 
wnnder des himmels!); Swylcum 7 swylcum Öu meaht sweotole Ofigitan 
fxxt poes lichoman listas 7 crceftas of pcsm mode cumaÖ monna gehicelcum 
ibid. 26, 107 = mit hilfe der vielen vorerwähnten beispiele ! ; Be swilcum 
and be stcilcum pu mtht ongitan fiost se crceft pces lichoman bid on pam 
mode Boeth. 38, 1. 

frme. All pe^gre lac wass swillc annd siciüc Orm. 1006 i. e. die vor- 
envähnten geschenke; AU stoiUc annd swillc comm Sannt Johan to 
shcewenn ibid. 9381, d. h. all die vorerwähnten gnaden und wohlthaten, die 
Christus der menschheit bringen würde ; For swillc annd swillc was Drihhtin 
lap Saducetcisshe leode ibid. 9749 i. e. aus den eben auseinander gesetzten 
gründen. Annd scggest swillc amid swillc was Pu ibid. 1512, ich kann hier 
nichts finden, worsxif swillc deutlich hinwiese, es könnte also 'der und der' 
zu übersetzen sein. In diesem falle würde jedoch dieser beleg im ME. 
ganz allein stehen. 

me. Joseph soght on me in bour, Pat suikeftd fals, pat fole lichour, 
AI suilk afid suilk, sir, was pe scam pat lie can sehe on mi licam Cursor 
M. 4413 bezieht sich auf das vorherige he wald haue forced me und the 
wilani Pe quilc he soght on his lauedi. 

§ 111. Das attributive swelc steht im AE stets vor seinem 
regens, auch dort, wo es auf einen folgenden nebensatz hin- 
weist, also alle Veranlassung vorlag, das pronomen nahe an 
diesen heranzui'ücken. Man könnte vermuten, dass, da die 
konjunktion in den meisten fällen wieder swelc war, das AE 
nur deshalb der nachstellung aus dem wege ging, weil es eine 



122 E. EINSNKEL, DAS INDEFINITUM. 

doppelsetzong dieses wortes yermeiden wollte. Aber in dem oft 
belegten falle, in welchem swek als prädikatives snbstantiv 
gebraucht wird, scheut die spräche vor einer doppelsetzung 
dieses wortes so wenig zurück, dass sie sie auch dort anwendet, 
wo sie sie leicht vermeiden konnte, dass sie also eine gewisse 
ueigung zu ihr zu haben scheint. Diese Vermutung ist also 
sicher irrig. Von den sämtlichen 29 belegen des attributiven 
swelc in Wülfings Aelfred-Syntax und den 12 belegen in Bos- 
worth-Tollers AS. Dictionary zeigt nur je einer das attribut 
in der nachstellung. Wenn sich also vom ME an die belege 
für die nachstellung häufen, wenn in einigen fällen das attri- 
butive such so gewohnheitsmässig vor der den nebensatz ein- 
leitenden konjunktion steht, dass es mit dieser im laufe der 
ne. zeit zu einer einheitlichen konjunktion verschmilzt, dann 
wird man wohl nicht fehlgehen, wenn man in dem störenden 
bezw. fördernden elemente das afrz. tel vermutet, dessen be- 
handlung in allen stücken die gleiche ist. 

Mit dentlicher beziehnng auf den nebensatz, meist bei anfzählnng: 

ae. ßam he s{c)ealde suinne dcä ecra gifa swilcra swilce nu tcisdom is 
7 rihtwisnes 7 olh-e manega pe us lang &incd to rimanne Solil. 191, 35, 
Öa com leoM awilc stca hi cer ne gesawon Aelfric's Hom. n 29, 263. 

afrz. Diex leur done hon vent, tel com d eis conveni Yilleh. 133, 
pluiseur hon Chevalier d'Äriois et de le conti de Ghines, telz que messires 
Emouh d^ Autrehen, messires Jehans de etc, etc. Froiss. IV 1, 5 u. ö. 

me. He graunted htm a day such as him leste Ch. n 284, Ile tcas a 
dedly creature sudie as god hadde formed Maond. 5. 

spme. 7ie wolde make block his vysage, or of coloure suche tJuU Üie 
foUce of tJiat contrey had Ivers atte that tyme Cax., Blancli. 98, 20, that = 
of thatj vgl. Gruudriss § 167 a. 

Mit beziehnng anf neben- (consecntiv-) satz: 

afirz. par mi le cors ot quime plaies tis, de la menor morist uns 
amirez Bartsch, Chrestom. p. 65, 20. 

me. r/i€ tchos welfare and liele eke, God encrece In honour suche 
that uptcard in degre llit grow dlwey, so that it never cese Ch. V 56, 
Wyth hele swych, but that ye yeven me The same heie, I sdiol noofi lide 
have ibid. 59. 

(Fortsetzung folgt.) 

Münster im November 1899. E. Eikenkel. 



zu ALT- UND MITTELENGLISCHEN 

DICHTUNGEN. 

xn. 



60. Salomo und Saturn. 

Die neue ausgäbe von Assmann-Wülker im 3. bände der 
'Bibliothek der ags. Poesie' s. 304 ft giebt mir zu einigen 
kritisch-exegetischen bemerkungen Veranlassung. 

V. 11. eines oÖÖe dshte eorlscipes 

Das metrum und der sinn verlangen die einsetzung von offäe 
vor eorlscipes; vgl. auch den vorhergehenden vers! 

V. 34. Fracod hS hiÖ Öonne ^ fremede frean mlmihti^um. 
Das metrum verlangt natürlich celmiht^um. 

V. 107. Bonne hine forcinnaÖ Öd drican ^etuinnas, 
N 7 sa[m]od : ce^hwceäer hren^eÖ 
Grein erklärt im Sprachschatz einleuchtend forcinnaÖ als lese- 
fehler für forcunmö] aber auch drican kann nicht richtig sein. 
Mit bezug auf v. 119, wo die buchstaben Q und U als frotm 
folcto^an bezeichnet werden, möchte ich drican in dnlican = 
cynlican bessern. — Trotzdem Sievers die korrektur Greins: 
JV" 7 [0] für 'metrisch falsch' erklärt hat, behält sie der neue 
herausgeber ruhig bei! Das einfachste ist, statt 7 (= ond) 
das fehlende einzusetzen, wobei wir mit Umstellung den tadel- 
losen halbvers 0, N samod erhalten. 

V. 163. meces mdsröo : foröon nctni^ man 
seile oft oröances üt abredan 
Man erstaunt, wenn man in den anmerkungen liest, dass schon 
Grein richtig seile (= scyle) zu v. 163 gezogen hat. Warum 
der herausgeber diese einzig richtige versabteilung aufgegeben, 
ist um so unverständlicher, als das vorwort 'möglichstes fest- 



124 F. HOLTHAUSEN, 

halten an Greins text als prinzip dieser neubearbeitung an- 
giebt. — Auch v. 16 ist die richtige Wortfolge: ^ehrydded st, 
die Rieger hergestellt hatte, nicht in den text gesetzt. 

V. 167. Pater noster j Öcet Palnitreow 
biddan mid blisse, etc. 
Der sinnlose und metrisch falsche vers 167 ist nach v. 39 leicht 
herzustellen: man lese s^palmtwi^ede statt Palmtreow\ 

V. 180. möd^Uatve man middan^eardes rcestvum 
^eivesan ymhe hira wisdöm: etc. 
Der erste vei-s ist offenbar zu lang; rceswum gehört wohl zu 
einem zwischen v. 180 und 181 fehlenden langvers. 

V. 213. Filistina, freond Nebrondes, 
Grein hat richtig erkannt, dass in Nebrondes der hebr. Nimrod 
steckt; ich meine, dass wir dafür auch wirklich Netnbrodes zu 
schreiben haben, vgl. fceder Nebröffes, wie Cosijn und Sievers 
Beitr. XIX, 450 das sinnlose fcederne breöer Gen. 1628 scharf- 
sinnig verbessert haben. Sollte übrigens nicht auch hier 
Nembrodes zu lesen sein? 

V. 235. weallas blican 7 hiera winrod lixan, 
södfcestra se^n? etc. 
Grein fasst winrod als wyn-rod *crux laetiflca', wovon der acc. 
natürlich -rode heissen müsste ! ! Es ist wohl bloss füi* touldor 
(einsilbig) verschrieben. Vgl. darüber Sievers, Beitr. X, 482, 
Anm. 1. 

V. 251. öwt mc ^esenie snoterra nionn. 
Das metrum verlangt snotterra, vgl. Sievers, Beitr. X, 508. 

V. 276. öoit hine sc möde^a heht Melotes bearn 
Lies möd^a. 

V. 286. ac him on liand ^ikö heardes 7 hnesces. 
Der herausgeber erwähnt nicht, dass Rieger in der Z. f. d. Ph. 
VII, 11 richtig ^an^eö für ^ced fordert, das übrigens auch in 
unkontrahiertes ^AeÖ gebessert werden kann. 

V. 309. mid Öd frcecnan feonde tö willan. 
Der erste halbvers ist unvollständig und vielleicht nach Gen. 
689 zu mid Öd frecnan \fyrd\ zu ergänzen. 

V. 337. nervend of niehtes wunde ? Ac sce^e me, hwmt 

ncerende wceron! 
Grein hat im Sprachschatz s. 290 nagende mit fragezeichen 
als negiertes part. präs. von wesan erklärt (vgl. den artikel 



zu ALT- UND MITTELENGLISCHEN DICHTUNGEN. 125 

neom), was doch schwerlich angeht. Sollte nicht nearwende 
dafür zu lesen sein? Der sinn des verses bleibt mix- aller- 
dings dunkel. 

V. 339. scire ^eondsctnan ? forhwdm hesceadeÖ Mo 
Das metrum verlangt besceadweä; vgl. Sievers, Beitr. X, 506. 

V. 394. nedhtes ne Öyd crasfte tyÖ, 
Dieser ganz unmögliche vers ist wohl so herzustellen: 

neahtes ne äy[e]ö, [nearo-]crcefte työ. 

V. 463. 7 him hebead bearn heofonwara. 
Ich ergänze diesen mangelhaften vers durch einschiebung von 
bealu, acc. pl. n. des adj. (gehörig zu bearn) nach him, 

V. 475. Is Öonne on disse foldan fira denis 
coröan cynnes, ödra de man dge, 
dead ahcede, cer se doe^ cyme, 
ö(Bt sie his cdlendcwide arunnen. 
Statt man in v. 476 ist wohl mit Bouterweck ääm oder ein 
synonymer ausdruck (z. b. oroff) zu setzen ; vor deaö v. 477 
gehört ein relatives de ; v. 478 ergänze ich das adv. cldne vor 
arunnen, 

V. 480. ceghwylc[um men \\ e]n^el onsended dryhten 

M etc. 

Mit onsended ist offenbar die erste langzeile zu ende und 
dryhten he , , . ist der anfang der zweiten. 

GoTENBüRG, 2. September 1899. 

61. Generydes ed. Wright. 

E. E. T. S., 0. S. 55 u. 70. 

Bereits in „Göteborgs högskolas festskrift, tillägnad konsul 
0. Ekman", Göteborg 1898 habe ich beitrage zur textkritik 
dieser romanze veröffentlicht, die sich auf die ersten 2869 verse 
beziehen. Ich lasse hier den schluss folgen und hoffe dadurch 
die wertvollen arbeiten von Zupitza (Anglia 1, 481 ff.), Zirwer 
(Engl. Stud. 17, 23 ff.) und Kölbing (ib. 49 ff.) nicht unwesent- 
lich zu ergänzen. Eckige klammem bedeuten ergänzungen, 
runde dagegen vorgeschlagene auslassungen. 



^) Als sonderabdrnck ist meine abhandlnng bei Wettergren & Kerber 
mit dem titel : „Beiträge znr textkritik der mittelengl. Generydes-romanze 
(ed. Wright)^ erschienen. 



126 P. HOLTHAUSEN, 

V. 2871. Änd wJianne [that] thcy teere aU to-geder mett. 

V. 2874. Thanne was fher loy \ful gret], I yow he-hight, 
K will [grete] loy lesen, was einen schlechten vers ergiebt. 

V. 2891. Änd to the kyng he spake in (e)speciaU, 

V. 2894. To (di)stroye the Cite {it) is noo grete empri[se]. 
K. druckt als besserung : {To dt)stroye, was aber wohl nur ein 
versehen ist; er hat auch schon richtig it getilgt, aber das 
von Wr. aus entrepri ergänzte Schlusswort des verses nicht 
beanstandet. Entreprise jedoch fiberfüllt den vers, weshalb ich 
emprise dafür vorschlage. Wenn man town statt dte schreibt, 
kann it übrigens bleiben. 

V. 2911. For in wurchippe and (iw) knyghtoode sekerly. 

V. 2941. Thanne the kyng ofTrace putt hymself in prese. 
Zi. setzt richtig Grece für Trace ein, doch verlangt der rhythmus 
auch noch, putt vor the kyng zu stellen. 

V. 2963. Äbell that was of Ferse the ban\y]ere. 
Diese in v. 2014 überlieferte form des Wortes ist auch v. 2105, 
2128 und 2213 einzusetzen; im letzteren ist Ser zu streichen 
und that vor was zu ergänzen , wodurch er = v. 2963 wird. 
Hierdurch erledigt sich mein Vorschlag in der genannten f est- 
schrift. In v. 2055 lautet die form baneer, 

V. 2977. Änd many [a] lorde [wa]s slayn on etiery side. 

V. 3009 f. Whom that euer he mette vppon the grene, 

[Down] from his sadill he wente quyte and clene. 
Im ersten verse stelle ich um: he euer und im zweiten, nach 
ergänzung von down: wente he. 

V. 3013. Eche for his parte [a]quyte hymself füll wele. 

V. 3020. Ther wepons fowle [were\ and \right\ ill farytig. 
K hat schon richtig were ergänzt. 

V. 3052. Änd claue his hede streyte down [on]to tJie brest. 

V. 31 19 ff. his land and [eke] hymself where euer hee goo, 
and [as] for the accompleshment also, 
Because I wold {(hat) it shuld be endid sone. 
K. hat schon richtig v. 3119 land in men gebessert 

V. 3130. \Änd] for this cause he gaue sone his assentt. 

V. 3146. In token of pece [did take] for ther viage, 
Kölbings tok genügt nicht I 



ZTT ALT- UND MITTELENaLISCHEN DICHTUNGEN. 127 

V. 3161. Betwix theni (bothe) myght the sauner haue enälyng], 
Wr. hat des reimes wegen an end in endyng gebessert, doch 
ist auch bothe zu streichen. 

V. 3189. (Änd) my moder is a quene in certayn[te]. 
Certaynte ist schon von Wr. gebessert. 

V. 3195. Thanne was he gladde and verily (welT) content. 
V. 3277. Whanne he departid (ther) was grete lievynes, 
V. 3291. Kyng Bellyn rideth (in) to the feld ahne, 
V. 3320. Änd in like wise the dtezens {euer)ychon. 
V. 3341. {Thu shallt wele) knowe that I am not come[n] 

on massage, 
V. 3375. '7 know\ quod he, 'that on lyve I may skape. 
Lies: that I on lyve, 

V. 3390. Füll hevy was Clarionas (thanne) also, 
V. 3407. Änd after gaue it (on) to Generides, 
V. 3461. He lay not long but riseth fayre and still. 
Der reim auf feil verlangt well statt still, 

V. 3463. To kyng Bellyng, and toke hym be the reyne. 
Der könig heisst sonst Bellyn, Belyn, Belen, Belleyn etc., stets 
ohne g am ende. 

V. 3484. For of his fayling ther he was füll woo. 
Lies falling, vgl. v. 3476 : and ther he lay, 

V. 3485. Generides was noo thyng (ev)iU apayde. 
V. 3523. Änd cleue hi^ hede [a] down and hurt hym sore, 
V. 3549. They mett hym all with a [right] hevy cherc, 
V. 3570. Änd thankid hym in füll [e\speciall wise. 
Schon Wr. hat specially in speciall gebessert. 

V. 3591. The lordes all went home (in) to ther contre. 

V. 3640. (Änd) pcraventur souner so fnay it be, 

V. 3698. Be-cause ye knowe so will this [your] contre. 

Die ergänznng ist nicht ganz sicher, aber ein einsilbiges wort 

fehlt gewiss; will ist = well. 

V. 3717. (Ser) luell the knyght came in-to the Citee, 
V. 3786. Secre[t]ly, that no man [may\ yow aspye, 
V. 3844. To the cit6 streight he toke the waye. 
Lies anon statt streight. 

V. 3847. Of ser Yuell and (of) fayre Clarionas. 

V. 3859. [Änd] dU these thoughtez, lote ihem ouer-slidel 



128 F. HOL'fHAUSEN, ZU ALT- ü. MITTELENGL. DICHTUNGEN. 

V. 3863. To ser Yuell [füll] streight uppon the felde, 
V. 3887. As for this day to travell more and lesse. 
Lies or statt and, 

V. 3920. In his hames slepyng [fuU\ still opece, 
V. 3923. Rememb\e]ryng the seruice day by day, 
V. 3937 f. Owt of the logge, [as] she sleppe still alway, 

And to {ser) Yuell delyueryd hir ageyn, 
V. 3948. Butt al [a\way he led ifayre) Clariona^, 
Schon K. hat a[way] ergänzt. 

V. 3960. Of Mirabell [füll] sone he had a sight 
V. 4007 f. [And^ Mirabell tJianne made noo ta^-yeng, 

Butt to the sowdon (she) toke the [redy] waye. 

K. will right vor waye ergänzen. Vgl. zu meiner besserung 

V.3706! 

V. 4025. And brought fro yow a streyt comaund[e]fnent 
V. 4031. And nere [was] nyght, wherefore lie thought it best 
V. 4049. Aftur (ser) Yuell Generides is goo, 
V. 4051 f. And as for yow, to take the enterprise, 

It shall [not] nede, if his Uff may endure. 

Durch diese einfache ergänzung erledigen sich Kölbings 

besserungsvorschläge zu den beiden versen. 

V. 4059. Thanne seid he (this) to Miräbell: 'I you prae, 
V. 4071. And to the Citee-ward the Sowdon ganne hym dresse. 

Lies he statt the sowdon. Soll letzteres bleiben, dann ist 

citee-ward durch town zu ersetzen. 

V. 4099. XV tynies she swounyd in his sight. 
Lies: she swounyd XV times, 

V. 4119 f. Owt of danger I wold be (and) in surete? 

'Surete?' quod Jie, 'drede yow no maner thyng!' 
Bei Setzung des fragezeichens liinter surete ist es unnötig, dies 
wort mit K. in surely zu ändern. Statt yow lies ye, 

V. 4162. By fortune suche (before w)as neuer sene. 
Da die reimwöiter certayn und trayn sind, haben wir statt 
sene wohl sliall come agein zu schreiben. 

(Fortsetzung folgt.) 

GoTENBUEG, 4. Oktober 1899. 

F. HOLTHAUSEN. 



DAS NEWBERRY MANUSKRIPT 
VON JAMES THOMSONS JÜGENDGEDICHTEN. 



Die Newberry bibliothek zu Chicago beherbergt unter 
ihren schätzen ein manuskript von einigem interesse: eine 
kopie von Jugendgedichten des dichters der Jahreszeiten. Es 
gehörte Mher dem jetzt verstorbenen bibliophilen Henry 
Pi-obasco in Cincinnati, dessen wertvolle Sammlung im jähre 
1890 durch kauf in den besitz der Chicagoer bibliothek über- 
gegangen ist. Dort hat es im Schaukasten des museums seinen 
ungestörten ruheplatz gefunden. 

Das manuskript, 20 x 29 ctm. gross, ist mehr defekt als 
es der schöne marokkoeinband vermuten lässt. Es fehlen 
mehrere Seiten vom text und die ränder und ecken sind zum 
teil vor dem einbinden arg mitgenommen. Den zwei vorsetze- 
blättern neueren datums folgt das ursprüngliche deckblatt mit 
der aufschrift: "Juvenile Poems wrote by James Thomson, 
Author of the Seasons, at the age of 1 . years." Die zweite 
zahl ist bis zur unleserlichkeit ausradiert, doch lässt der rest 
eines vertikalen Striches die zahl 4 ergänzen; hierzu stimmt 
die gelegentliche erwähnung dieses datums als der abfassungs- 
zeit einiger Jugendgedichte. Die selten des eigentlichen textes 
sind von 1 — 54 paginiert ; p. 28 ist aus versehen ausgelassen. 
Verloren sind leider zwei blätter, pp. 42 — 45 enthaltend. Auf 
Seite 55 befindet sich ein index mit angäbe der Seitenzahl. 
Das manuskript ist sehr sauber geschrieben; der erste teil 
zeigt eine sorgfältigere schrift als das ende. Der index ist 
von derselben hand, aber sehr flüchtig geschrieben. 

Die kollektion enthält die folgenden gedichte : no. I, lipon 
Beauty, p. 1 ; no. II, A Pastoral betwixt David and Thirsis, p. 5; 

AnglU. N. F. XI. 9 



130 H. SCHMIDT-WARTENBEBG, 

no. in, To bis Mistress upon receiving a Flower from her, p. 7 ; 
no. IV, Psalm 104 pai-aphrased, p. 7 ; no. V, The Yielding Maid, 
p. 12; no. VI, Upon Marlefleld, p. 12; no. VII, A Complaint on 
the Miseries of Life, p. 14; no. VIII, A Poetical Epistle to Sir 
William Bennet of Grubbat, Baronet, p. 15 ; no. IX, Upon May, 
p. 16; no. X, Upon the Hoop, p. 16; no. XI, A Hymn to God's 
Power, p. 17; no. XII, A Pastoral betwixt Dämon and Celia 
Parting, p. 19; no. XIII, The Moming in the Countiy, p. 21; 
no. XIV , A Pastoral betwixt Thirsis and Corydon , p. 22 ; 
no. XV, A Desciiption of a ten o' clock of night in the Town, 
p. 24; no. XVI. The Fable of a Sick Kite and its Dame, p. 25; 
no. XVn, Upon Miss Elizabeth Bennet, p. 26; no. XVIH, A 
Pastoral Entertainment described, p. 28 ; no. XIX, Upon Hap- 
piness, p. 31 ; no. XX, An Elegy upon Parting, p. 39 ; no. XXI, 
The Fable of a Hawk and Nightingale, p. 40; no. XXII: Nach 
dem register beginnt das gedieht auf seite 42 und enthält eine 
weitere f abel : [The Do]g and a Piece of Flesh. Das folgende 
gedieht ist ein poöme d'occasion, dessen titel ich f olgender- 

massen ergänze : [Upon a Flower givejn me by p. 43 ; 

no, XXIV, Upon a Sparkler, p. 46; no. XXV, A Song, p. 47; 
no. XXVI, Song of Salomon, chap. I, v. 7, p. 47; no. XXVII, 
A Dialogue in Praise of the Pastoral Life, p. 48 ; no. XXVIII, 
A Pastoral, p. 50 ; no. XXIX, An Elegy upon James Therbum 
in Chatte, p. 52. 

Die autorschaft der gedichte steht ausser zweifei. Was 
die echtheit der angeblichen originalhandsehrift betrifft, so 
lassen sich genügend gründe anführen, um jeden iiTtum ans- 
zuschliessen. Die reihe der besitzer der handschrift lässt sich 
mühelos, dank den eintragungen und beigehefteten dokumenten, 
feststellen. Am weitesten zurück datieren zwei briefe, die 
ausser der herkunft der handschrift auch sonst so viel des 
interessanten enthalten, dass wir sie hier vollständig abdrucken. 

London, 30th September 1818. 
My Lord: 

A respectable young man who served his apprenticeship 
to Messi-s. Falder in Bond Street, and recently commenced 
business as a Bookseiler on his own account at No. 39 Crawford 
Street, Montagu Square, has put into my hands a Ms. coUection 



If EWBBRBY HS. VON JABIES THOMSONS JUGENDGEDICHTEN. 131 

of juvenile pieces attributed to Mr. James Thomson, the author 
of the seasons. I am instmcted that this Ms. was written by 
the poet, and presented to the then Duke of Montrose, and his 
brother, Lord George Graham, either by Mr. Thomson or Mr. 
Mallet. It has been bestowed upon Mr. W. Goodhugh by Miss 
Graham, grand-daughter to Lord Graham, a Single lady, rather 
advanced in life. 

I have been encouraged to address your Lordship by a 
very old friend of mine, and whom (!), I believe, either personally 
or by connection, is known to your Lordship; — Mr. Robert 
Gibson, Timekeeper maker, formerly of Jedburg, now of 
Hampstead. That gentleman suggested that, as your Lordship 
was peculiarly liable to f eel an interest in whatever concemed 
the memory of the Bard, you might not be disinclined to 
counteuance Mr. Goodhugh's intention of Publishing a süperb 
edition of The Seasons, combining the best pieces or passages 
contained in this Ms. coUection, and every interesting fact 
connected with the life of the poet, that can be collected. 

It is to soUicit of your Lordship to contribute towards 
the completion of a new and more complete life of Mr. James 
Thomson that I have ventured on this intrusion. 

If your Lordship could f umish a drawing or print of the 
monument you caused to be erected in Ednam kirk: of the 
kirk itself, or, if it be yet Standing, of the Mause wherein 
the poet was bom, they would fumish acceptable embellish- 
ments ; and if you have any original anecdot^s, characteristical 
traits, letters, or poems, yet unpublished ; any miniature picture, 
whence a plate might be engraved, your Lordship may depend 
that great care should be taken of the same, and every thing 
returned safe, you might please to lend. 

These poems are twenty-nine in number, amongst them 
is an elegy on Mr. James Riddel, and another on Jamie Ther- 
bum of Chatto, — the former was a fine young man, and a 
pleasing poet, the latter a drunken sot: if it could be as- 
certained when either of those persons died, it would explain 
the date when those elegies were written. 

As your Lordship will naturally feel moi-e interest for 
the fame of the poet, than the interest of the tradesman, 
I take the additional liberty of adding that Mr. W. Goodhugh 
is a liberal-minded, cultivatc^ young man, whom the temptation 

9* 



132 n. SCHMIDT-WAUTElfBBttG, 

of gain could not lead to any act derogatory to the high 
character of the bard. 

Entreating your Lordship to pardon tlie intrusion on the 
part of a stranger I have the honor to be 

My Lord, 

Your Lordship's 
Most obedient and most humble servant 

J. Brown. 



No. 39, Crawford Street, 
Montagu Square. 



No. 2 Swaine's Lane 
Highgate, 17th Oct. 1818. 



My Lord: 

You have conferred lasting pleasure by your kind reply 
to my letter of the 30th ulto. As no one has equal Claims to 
public homage for having paid such public honors to the fame 
of the most amiable bard of Ednam, I had determined upon 
dedicating the intended edition of Thomsons Seasons etc. to 
your Lordship, and I thank you for the intimation that such 
a tribute would not be contemned. I doubt not but the interest 
of the young Bookseiler will be materially promoted by the 
sanction of a name so illustrious and patriotic. 

Mr. Goodhugh , to save capital , intends to publish the 
memoir and criticisms of Johnson, Wharton, Aikin, Anna 
Seward, etc. flrst ; and if possible, to get that part of the work 
out by Christmas. — May I — without offence presume to 
say that I think a portrait of your Lordship, and a facsimile 
of your handwriting, would very materially increase its interest 
with the public; and still further, a brief sketch of your 
Lordship's public life? K you would condescend to forward 
a Portrait^ it shall be engraved by an eminent artist, and the 
picture punctually returned. And if you would favor me so 
far as to write a few lines, it shall form the subject of the 
facsimile plate. 

Your Lordship mentions a miniature picture copied from 
an original picture of Thomson, which you have transmitted 
to the Society at Ednam. If your Lordship should approve, 
probably those gentlemen would lend that miniature in time 
to have an engraving made to serve as the flrst frontispiece 



NEWBEBRY MS. VON JAMES THOMSONS JUGENDOEDIOHTEN. 133 

to this volume. It would be highly gratifying if we conld 
procure an original letter, whereby to obtain bis signature 
for the engraver. 

I am very anxious to glean further particulars of the 
poet's parentage and family. Can your Lordship inform me 
of the period of the deaths of Thomson's parents; — when bis 
brother died, and where his father was born? — Sir George, 
otherwise Lord Littleton, and the Reverend Mr. Mitchell were 
appointed executoi-s, by the last testament of Mr. James Thomson. 
Amongst his papers there probably was abnndance of precions 
materials that onght to have been edited and transmitted to 
posterity. Has your Lordship ever made any inquiry as to 
the fate of those relics? Can yon afford any clue whereby 
it may be traced? 

Youi' Lordship mentions having seen some juvenile poems 
attributed to Thomson. If it would not inconvenience your 
Lordship too much, perhaps you would choose them to be 
coUected and transmitted. You spell the name of Thomson's 
early fiiend and patron Biccalton. Murdoch, and every 
biogi'apher who have wi'ote of Tliomson since his decease, 
have speit that parson's name differently and no doubt 
erroneously. 

The Editor of a new weekly publication has intimated 
that a clergyman in the vicinity of Eelso has in his pos- 
session a considerable coUection of unpublished juvenile poems 
by Thomson. The Reverend Mr. Lundi may perhaps be able 
to give an opinion on the credit due to this assertion. I thank 
your Lordship most respectfully and sincerely for the trouble 
you have bestowed to obtain the objects stated in my last 
letter. Under your Lordship's correct eye, I have no doubt 
but it (the Monument on Ednam Hill) vn\] be classical and 
appropriate. I have often contemplated with wonder and 
delight the magniflcent colossal gi*oupe of Edward and Eleonora, 
modelled by Mr. Charles Rossi, R. A., in his younger days. 
This great artist was ever an enthusiastic admii^er of Thomson, 
and he selected that fine national subject in consequence of 
having read his play. The model is still in Mr. Rossi's pos- 
session. More recently he has again had recourse to his 
favorite bard, and has modelled another work of art — Celadon 
and Amelia. I have no hesitation in saying that his exquisite 



184 H. SCHMIDT-WARTENBERG, 

model equals the flnest productions of ancient Greece — and 
far — very far exceeds any thing produced by the modern 
school of sculpture. Your Lordship, if you never saw the 
great Swedish sculptor, Sir J. T. Sergell, R. P. S. has probably 
heard of bis fame. I have been in bis model-chamber at 
Stockholm, and have seen his principal labors; tbey have 
certainly very great merit, the most beautiful is his Cupid 
and Psyche. Till I saw the Celadon and Amelia of Rossi 
(which is to be executed in carrara marble) I thonght Sergel's 
Cupid and Psyche the flnest specimen of modern sculpture. 
I do not know if any design has been presented, or artist 
engaged, for the intended monument to the memory of Thomson; 
nor has Mr. Rossi authorised me to mention his name or his 
work to your Lordship ; but as that artist offered mauy years 
since, not only to form a design for an appropriate monument 
for Thomson, but to give his own labor gratis, if any gentleman 
contributed the materials and pay for laborer's work, I thought 
it an act of justice to name him. At the same time I am 
sure he would not enter into competition, nor, in any way, 
interfere, if any artist has been consulted. 

Thomson's last poem in our Ms. collection is an elegy to 
the memory of Ja . . Therburn of Chatto , wherein he says : 
"and now the curl lyes dead." It may thence be inferred 
that the elegy was written immediately on his death. Perhaps 
if the Registers of Kelso or Jedburgh were examined, this point 
could be ascertained 

To the Earl of Buchan. 

Die von Goodhugh beabsichtigte Veröffentlichung ist nicht 
zu Stande gekommen; aus welchem gründe ist nicht ersichtlich. 
Dass Lord Buchan sich auch femer dafür interessierte, steht 
ausser frage. Wahrscheinlich ist Goodhugh auf Schwierigkeiten 
philologischer art gestossen, die ihn sein anfänglicher enthu- 
siasmus nicht ahnen Hess. Erst im jähre 1827 nahm er in 
seinem buch: "The English Gentleman's library manual; or 
A guide to the formation of a library of select Literature, 
accompanied with original notices, biographical and critical, 
of Authors and Books.. London.", eine beschreibung des ma- 
nuskripts nebst kurzen proben auf; das dort gebotene ist hin- 
reichend den soeben geäusserten verdacht zu bestärken: Willkür 



NEWBERRT MS. VON JAMES THOMSONS JUGENDQEDICHTEK. 135 

in der wiedergäbe des textes, auslassung des schwer lesbaren 
mit entschuldigung von mäusefrass, sowie gelegentliches ver- 
lesen sind seine schlimmsten fehler, und wir können nur seinen 
gesunden geschäftssinn loben, der im verkauf des manuskripts 
schliesslich mehr profit entdeckte als in einer kritischen 
ausgäbe. 

Im jähre 1825 veräusserte Goodliugh, wie er auf p. 288 
seines buches erwähnt, das manuskript. Das erste vorsetze- 
blatt trägt den vermerk eines späteren besitzers: "These 
original Poems of James Thomson, the well known author of 
the Seasons, and hitherto unpublished, were kindly presented 
to me by my old and much valued friend Henry Colbum of 
New Burlington Street." Die nächste zeile ist radiert; nach 
einer eingeklebten, wahrscheinlich aus einem antiquarkataloge 
stammenden notiz lautete die stelle: "This ms. cost him twenty 
guineas". Unterzeichnet ist die eintragung: "William Upcott. 
London Institution. April 23. 1828." Wann es in die biblio- 
thek von Sir John Dashwood King übergegangen ist, lässt 
sich nicht entscheiden; seine karte befindet sich auf dem innen- 
deckel. Nach dem jähre 1860 muss es wieder zum verkauf 
angeboten sein, denn um diese zeit begann Henry Probasco 
seine kostbare Sammlung. Einige auf den texträndern ein- 
getragene namen deuten darauf, dass die handschrif t gelegent- 
lich Verehrern des dichters leihweise überlassen worden ist, 
was unberufnen bänden gelegenheit gab schreibversuche an- 
zustellen. 

Des dichters handschrift als beweis anzuführen, sehe ich 
mich bei mangel an Schriftproben ausser stände. Mir steht nur 
der namenszug unter seinem der ersten Aldine ausgäbe (1830) 
beigegebenen bildnis zur Verfügung und dieser zeigt allerdings 
eine frappante ähnlichkeit mit den schriftzügen des manuskripts. 
Schwerer wiegt der umstand, dass das manuskript sich in den 
bänden von Thomsonkennem befunden hat, denen handschrift- 
liches material zugänglich war und denen nie der leiseste ver- 
dacht der unechtheit aufgestossen ist. Weitere beweise Hessen 
sich aus der art der niederschrift selbst beibringen; ich ver- 
weise dafür auf die anmerkungen. 

Die gedichte der vorliegenden Sammlung sind erst zur 
hallte bekannt gemacht. Nicht veröffentlicht sind bis jetzt 



136 H. SCHMIDT-WARTENBERG, 

die folgenden: nos. V, XII, XV, XVI, XVn, XXI, XXII, 
XXin, XXIV, XXVI, XXVII, XXVin; no. XXII ist verloren, 
sowie der grössere teil von no. XXIII. Die andern T^iirden 
zuerst in die Aldine aosgabe vom jähre 1830 aufgenommen, 
mit ausnähme von no. III und XIX, die zusammen mit dem 
gedieht "On a Country Life" bereits im jähre 1720 in der 
"Edinburgh Miscellany" erschienen waren. Ein genauer ver- 
gleich der textausgabe mit unserer handschrift ergiebt folgende 
fakten. Das manuskript hat als vorläge gedient, und zwar ist 
die abschrift zu einer zeit genommen, als die handschrift noch 
in besserer Verfassung war. Das beweist der vollständige 
lückenlose druck an stellen, die im manuskript jetzt völlig 
abgestossen sind, während andererseits bei geringeren, leicht 
zu ergänzenden Ificken keine Verbesserung vorgenommen ist. 
Die abschrift muss aus den jahi*en 1825 — 28 stammen, denn 
im letztgenannten jähre war die handschrift schon sauber 
gebunden. Der text ist häufig fehlerhaft, änderungen sowie 
auslassungen sind nicht selten, gelegentlich allerdings aus ge- 
schmacksgrfinden entschuldbar. Die zwei in der Edinburgh 
Miscellany befindlichen gedichte sind in dieser fassung direkt 
herubergenommen; auch Goodhughs exzerpte sind ohne vergleich 
des manuskripts einfach kopiert Was die späteren ausgaben 
anbelangt, so gelang es mir von den ca. fünfundzwanzig Ver- 
öffentlichungen nur zwei aufzutreiben, die Aldine ausgäbe vom 
jähre 1860 und einen amerikanischen abdruck der Biverside 
Press. Eine vergleichung der texte zeigt, dass spätere heraus- 
geber das manuskript eingesehen haben, ohne ihre aufgäbe 
irgendwie gewissenhaft zu nehmen. In der späteren Aldine 
ausgäbe wird auch der name des sorglosen kopisten genannt: 
"The foUowing 14 pieces were first published in the Aldine 
edition of Thomson. They were obtained by Sir H. Nicolas 
from a manuscript in the poet's own writing, containing as 
many of his early poems as he could recoUect, which he 
presented to Lord George Graham." (vol. 2, p. 136). 

Wann wurden diese gedichte verf asst ? Diese frage lässt 
sich genauer nicht beantworten. Nur eines ist von' H. Nicolas 
datiert^ das gedieht an Sir William Bennet, welches im alter 
von vierzehn jähren geschrieben sein soll. Der herausgeber 
war in seiner anmerkung zu diesem gedieht vorsichtiger. Er 
sagt: "This was written at a very early period of Thomson's 



KEWBERRT MS. VON JAMES THOMSONS JüGKNDGEDICnTEN. 137 

life, probably before he was sixteen." Des dichtei's neuster 
biograph L6on Morel (James Thomson, sa vie et ses oeiivres. 
Paris, 1895) geht auf die frage nicht weiter ein. Die jugend- 
gedicht€ betreffend sagt er: "Quelques-unes de ces piöces ont 
6chappe k Tautodaffe annuel parce que leurs destinataii'es les 
ont conserv6es. La plupart ont 6t6 rappel^es ä la vie dans 
la circonstance suivante: apr^s 1726, Thomson, li6 d'amiti6 
avec le jeune lord George Graham, fut prie par lui d'6crire 
et de lui donner ceux de ses poemes de son enfance dont il 
avait pu conserver le Souvenir. II s'ex6cuta avec bonne humeur 
et avec cette t6nacit6 de memoire dont un po6te fait preuve 
meme envers les plus d6daign6es de ses productions. Une 
petite-fiUe de ce premier possesseur, miss Graham, fit don du 
recueil ä lord Buchan ; celui-ci le communiqua ä Mr. William 
Goodhugh qui ins6ra plusieurs de ses piöces dans The English 
Gentleman' s Library ManuaV (1. c. p. 20 anm.). Aus welchen 
quellen Morel schöpft, ist mir nicht bekannt, und so weiss 
ich nicht, auf wessen rechnung diese poetischen floskeln zu 
setzen sind. Wahr ist in dem ganzen passus nur das datum, 
denn um diese zeit beginnen die engeren beziehungen zu der 
familie Montrose, und ausserdem hätte Thomson vor diesem 
jähre wohl kaum ein freundschaft^bündnis mit dem jüngeren 
Schüler Mallets eingehen können. Als dedikationsexemplar 
wird der dichter kaum die handschrift angefertigt haben, 
wegen des nicht besonders erbaulichen inhalts von no. XV. 
Aber selbst, wenn wir diesem umstände als ausfluss der lihido 
juvenilis wenig beweiskraft beimessen, so bestimmt uns doch 
ein umstand, die niederschrift vor das jähr 1720 zu setzen: 
die zwei in der Edinburgh Misc^llany erschienenen gedichte 
zeigen in unserer handschrift einen weniger gefeilten, früheren 
text. Es müssen also die ersten neunzehn gedichte vor 
dem zwanzigsten lebensjahre des dichters niedergeschrieben 
sein, und da die übrigen genau denselben ductus tragen, so 
können wir sie, ganz abgesehen von inneren gründen, ihnen 
getrost anreihen. Es scheint mir die annähme am meisten 
Wahrscheinlichkeit für sich zu haben, dass die gedichte 
zwischen den jähren 1716 und 1719 entstanden und gegen 
ende dieser periode niedergeschrieben sind. Wahrschein- 
licher ist es auch, dass Mallet die Sammlung als an- 
denken in verwahr genommen und später seinem hohen 



138 H. SCHMIDT-WA RTENBEBa, 

gönner als Originalhandschrift des nunmehr berühmten dichters 
überlassen hat. 

Dass diese Jugendgedichte litteraiischen wert besitzen, 
wird niemand behaupten. Immerhin sind sie für die erkenntnis 
des entwicklungsganges dieses eigenartigen dichters von inter- 
esse. So beweisen die bisher unveröffentlichten gedichte, dass 
Thomson sich mit Theokrit eingehender beschäftigt hat, als 
man anzunehmen berechtigt war, dass er ihn getreuer nach- 
geahmt hat, als irgend einer seiner Vorgänger. Sein r6pertoire 
wird durch einige versuche in der fabeldichtung erweitert, in 
der wir wohl den einfluss Ramseys erkennen müssen, mit 
dessen technik die anfange von Thomsons dichterischem schaffen 
eine so frappante ähnlichkeit zeigen, dass es sich der mühe 
verlohnen würde, diesen spuren weiter nachzuforschen. 

Ich gebe im folgenden den text der gedieht« genau nach 
dem manuskript; nur die Orthographie ist modernisiert. Die 
schon bekannten habe ich nach dem text der ersten Aldine 
ausgäbe mit der handschrift genau verglichen und die Varianten 
verzeichnet. Gelegentlich ist auch die ausgäbe vom jähre 
1860 (A 60) und die ausgäbe der Riverside Press (R) hinzu- 
gezogen worden. 

I. 

Upon Beanty. 

T. 13. flocks. — T. 21. lays. — Nach t. 23 : That aü ascent to human 
foot denies \ in A 60 korrigiert — Nach v. 26: 

.... ioith a wcUl a garden's fenc'd about 

at ^ door a passage got. 

T. 27, 28. sides : Mdes. — Die hiemach in aUen ausgaben sich findende 
lücke erklärt sich durch den zustand des ms.; die versanfänge sind abge- 
rissen oder abgenagt. Nur das folgende lässt sich lesen: 

p. 2 meeting in the spacious plains below 

nited stream they gently flow 

mes it wanders thro' the fields 

ks refreshing moisture yields 

ars and with impetuous force 

drives down its rapid coorse 

mostly gUdes away 

th it chrystal streams array 

ter woven boughs 

admit bis golden beams 



NEWBERRY MS. VON JAMES THOMSONS JUOENDGEDICHTEN. 139 

and gild the glist^ring palace Stands 

rodnct of laborions hands 

ardens ever verdant groves 

es of many yoathfnl loves 

and seqnestred shades 

and twisting woodbine made 

ngs and cooling brooks bestow 

es mortals have below 

a transcript is 

ere wrap'd in heav'nly bliss 

sultry heat is free 

p. 3. Nor ever thro' it wintry wedge 

Nor scorching dronght nor are deInges here. 

V. 44. does anstatt do, — v. 73. polisfies, — v. 84. these statt those. — 
Y. 85. Der erste bnchstabe abgerissen, vor dem here stand ein to oder t 

n. 

A Pastoral betwixt David and Thirsis. 

Zwei verse, die zur Vervollständigung der antwort des Thirsis ab- 
solut notwendig sind, fehlen in den ausgaben. Vor v. 9 findet sich in 
unserm ms. folgendes: 

Whiff tnUy, David! Fd he glad to know 
The meaning of ihe thing cts weU as you, 

m. 

To his Mistress upon receiving a Flower from her. 

V. 2. When statt Ere. — vv. 3 und 4 umgestellt. — v. 7. bright statt 
etUivening. — v. 11. 'Mong men I scarce my spriüess seif do rank. — 
V. 13. And neW'Sprung life beats thick in ev'ry vein. 

IV. 

Psalm 104 paraphrcTsed. 

V. 8. makes. — v. 43. ms. bietet ein schwer zu lesendes riveled. — 
V. 46. meads. — v. 47. wantonnes and feeds. — v. 69. she statt die. — 
V. 109. He statt His, — v. 111. lay. — v. 118. ms. hat me anstatt des sinn- 
störenden one. — Von diesem gedieht teilt Goodhugh folgende verse mit: 
V. 1—12, V. 66—71, V. 88—91, v. 111—112. 

V. 

The Yielding Maid. 

p. 12. As once I walked early in the mom, 

While glisVring dew the Valleys did adom, 
I in a grotto heard an am'rous swain 
Thus in soft language to his fair complain: 
^'Thy heart, Delia, 's harder than a stone 
"While thus in moving accents I bemoan, 



140 H. SCHMIDT- WARTENBERa, 

"While thus I die, enamonr'd with your charms, 
"Deny'd all access to your blissfall arms; 
"A balmy kiss is all that I implore. 
'^Grant this, my sweet, and I will a8k no more." 
"Ye whining fool, reply'd ehe, what's a klBS 
"Unless attended by a dearer bliss! 
"Do not, rash swain, a tender maid betray; 
"I dread the eyent of this tempting play." 
Then he drew nigh and sunk npon her breast; 
With wreathing arms he clung abont her waist. 
And to conclude, the yielding maid exgoy'd, 
And six years' virtue in a trice destroyM. 

VI. 
lipon Marlefield. 
Das manuskript bietet zu korrektoren keinen anlass. 

vn. 

A Complaint on the Miseries of this Life. 
T. 1. ms. hat fälschlich A statt J. — y. 3. stuff'd statt fiü'd. 

vm. 

A Poetical Epistle to Sir William Bennet of Grabbat, Baronet. 

V. 6. wiih dimne Virgil. — Die lesart der Aldine ausgäbe hat schon 
die wiedergäbe in Goodhughs bnch. Hiermit stimmt auch die Interpunktion 
überein , was auf benutzung der ausgäbe schliessen lässt. In v. 5 weicht 
letztere jedoch ab. 

IX. 

Upon May. 

T. 5. colours. — y. 6. Anstatt unodoraus stand ursprünglich infecting 
im ms.; dies wort ist ausgestrichen und rank misty an den rand gesetzt. 

X. 

Upon the Hoop. 

y. 9. the spacious globe. — - Nach y. 12 ist folgender yers in den aus- 
gaben ausgelassen : ^Your canting stuff their fatne toiü ne'er impair" — 
y. 13. arms anstatt charms, — y. 15. tartana combine. — Alle diese ab- 
weichungen finden sich in GK)odhughs ausgäbe, nach der Nicolas seine 
abschrift jedenfalls genommen hat. 

XI. 

A Hymn to God*s Power. 

Dieses gedieht befindet sich unter den yon Goodhugh publizierten; 
yon ihm ist die sechste Strophe übergangen, die sich ^uch in spftteren 
ausgaben nicht yor^dett 



NEWBRBBY MS. VON JAMES THOMSONS JUGBNDGEDICHTEN. 141 

Ye dreadfid monftters of the deep 
Fraise your creatar God 
Whüe an the hoüing tide you leap 
Baising the ooze and mud. 
Verbessert ist Goodhnghs lesefeliler you in yon^ siebente strophe. 

XU. 

A Pastoral betwixt Dämon and Celia Parting. 

Dämon, 
p. 19. How shall we part? Part! Death is in the sonnd, 
And spreads despair and horrour all aronnd. 

Celia. 
Yes, we mnst part! Enyions fate commands. 
Then, o fond Dämon, let's anlock our hands, 
Let^s arm onr minds with patience 'gainst this ill; 
Tho' we be absent, we*ll be constant still. 
If e*er we meet, as meet I hope we shall, 
Into our minds with pleasore we'U recall 
How we beneath this ancient oak did weep, 
Were vex^d to see onr lambkins sport and leap, 
When we were sad — Dämon, TU say they knew 
Our pleasures and delights that wonld ensne, 
When you again should clasp me in yonr arms, 
Where VW be safe from all affrighting harms. 
Immortal pow'rs, patrons of yirtuoas love, 
The tedions interfering time remove! 

Dämon. 
I cannot thee, my dearest Celia, leave! 
See, how with sorrow thy fair bosom heaves! 
What, if some dire mishap should thee befall? 
In yain thou would for absent Dämon call. 
Poor hapless virgin, Damen will not hear. 
He told me this, you'U say and drop a tear. 
Dearest, to part with thee would be unkind 
To whom Love^s sacred vows me strictly bind. 
It is not safe t'expose a tender maid 
To rüde world — Do not me then persuade. 
p. 20. 111 droop, 1*11 die to be left here alone. 

Just as a mateless dove makes endless moan. 

Wlien you^re away with fruitless flames I bum, 

And ev'ry thing about me seems to moum. 

I often think I see your heav^nly face, 

Then grasp the form that mocks my fond embrace. 

Ah! poor deluded Dämon! then I cry — 

Ah! poor deluded Dämon! echoing hills reply. 

Most pleasing objects but accent my woe, 

And muBt we part, again oh, Celia, oh! 



142 H. SCHMIDT-WARTENBERQ, 

Celia. 
Dämon call forth the man and don^t torment 
Me with imaginary ills: the event 
Will give your melancholy fears the lie. 
Me thinks I thro* the Bollen gloom espy 
Me and my Dämon met in this sweet grove, 
And all dissoly^d in extasies of love. 
T'exasperate my griefs will be unkind; 
Give then your fears and sorrows to the wind. 
With wonted conrage farewell, Celia! cry; 
Farewell, my shepherd Dämon, Fil reply. 

Dämon. 
Heroic maid! You force me to give way; 
Yet the sad moment still I wonld delay. 
Just so my ruefnl eyes I cast on you 
As the inhabitants of Greenland do 
Upon the sun while just upon the brink 
p. 21. He from their doleful regions down doth sink; 
The mshing tears do dim their fainting sight, 
They dread the horrours of a six-month-night. 

Celia. 
But when the cheerful long'd for mom doth spring 
With pales of joy the gladsome regions ring; 
Remember this, and with a lover^s grace 
Your groundless fears forget in my embrace. 

Dämon. 
Farewell, and by this sacred kiss I swear, 
While I have breath to thee I will adhere. 

Celia. 
Farewell, and by my maidenhead I vow, 
I will devote my love and it to you. 

xm. 

The Morning in the Country. 
v. 3. lark ; pay. — v. 4. salutes. — v. 9. hens. — v. 17. himself he lays. 

XIV. 
A Pastoral betwixt Thirsis and Corydon. 
y. 54. confesa anstatt compress. 

XV. 

A Description of ten o'clock of night in the Town. 

p. 24. Then druuken sots do reel and stagger home. 
Then in the wynds from open Windows come 
.... petuous jaws of nasty thick and thin, 
on the causey makes a hideous din. 



NEWBERBY MS. VON JAMES THOMSONS JUGENDOEDICHTEN. 143 

p. 25. At once a fop it powders and perfames, 

And spoils the labours of the finest loonis; 

The half drown^d bean recoy'ring smells, goes niad, 

And damns her for a vile, eternal jade. 

Others more eantions running scream and cry: 

"For God^B sake, hold your hand tili I be by!" 

XVI. 
The Fable of a Sick Kite and its Dame. 

p. 25. A rayen that had oft with hideoos croak 
Giy-n diyine presages from the hoUow oak, 
That some disaster from times hidden womb 
Wonld shortly spring, some drawing near their tomb — 
This watch of death himself death seemed to threat. 
Sick to some gloomy yanlt he did retreat, 
Where bis sad dame moom'd bis approaching fate. 
Quoth he: 'Giye o'er thesfe] fruitless moumful moans, 
' Fate's strong-wronght chain will ne*r be broke with groan[s]. 
'Go rather supplicate the pow'rs diyine; 
'Of my frail life they can protract the line. 
*If they command fate will, yea, mnst obey. 
*0 then to pray'rs, to pray'rs do not delay! 
The wretched dame reply*d with moumful cries, 
And fruitless tears came trickling from her eyes: 
'Accurs'd of heay'n, just reason Pye to fear, 
*The angry, injnred go<ls will not giye ear. 

p. 26. *The sacred spoils Pye from their altars bome — 
* Justly, justly then I am forlom ! * 

xvn. 

Upon Miss Elizabeth Bennet. 

The fable<l nine TU tmst no more! 
Thy') iuspiration TU implore, 
Since you Eliza can inspire 
My bosom with poetic tire. 

I feel my languid spirit» rise, 
All melancholy yapour(8) flies; 
Each lowly featnre charms anew, 
When I your fair idea yiew. 

Yonr fair idea still I find 
The object of my waking mind, 
And still in yiew the same I keep 
When Vm oppressM by heayy sleep. 

Your yarious beanties who can teil! 
The pow'r of langnage they exccl. 

1) ms. their. 



144 H. BCIIMTDT-WABTENBBRa, 

Whoe'er wonld know how fair you b«, 
As I have done, must go and see. 

Bid ah! rash men beware and fly 
The killing glauces of her eye. 
Can yon behold a nymph so fair, 
Can yon behold, and not despair? 

p. 27. Love walks the mazes of yonr hair, 
Of ey^ry ringlet makes a snare, 
Therby to catch th'nnwary heart, 
And for its folly make it smart 

Beanty in all her pomp array^d 
Hath fix'd her throne on yonr fore head, 
Atteuded by each love and grace 
That Sport npon the ample space. 

They cnnningly in ambnsh lie, 
And shoot destmction from yonr eye; 
Yonr looks they pierce my very sonl 
As lightuing darts from pole to pole. 

The snowy lilies droop their head, 
Beside thy whity skin they fade! 
And faintly looks the blnshing rose 
When thy fair cheek(fl) beside it glows. 

An endless störe of balmy kisses, 
For mortal men too mighty blisses, 
Upon yonr porple lips do glow, 
And breathing odonrs 'ronnd yon flow. 

What cmel charms yonr breast» display! 
Alas! — I die, I faint away, 
Whene'er I view before mine eyes 
Yonr heaving snowy bosom rise. 

p. 29. Yonr waist grows bcantifully less, 
Is Blender almost to excess; 
From thence a spacions hoop extends, 
Grows broader still as it descends. 

Let snilen, gloomy mortals rail it, 
And matrons ont of spieen miscall it; 
So dogs bark at the silent moon, 
While she regardless still shines on. 

Yonr graceful motion charms the eye. 
In ev'ry step ther*s harmony. 
Etemal mnsic 's on yonr tougne, 
Transporting as the muses' song. 



NEWBERBY MS. VON J^MSS THOMSONS JUaENDOEDIOHTEN. 145 

Wbat brightest liues that can be writ 
Can ever sparkle like your wit! 
Yonr inind^s tUe virtnes' chaste abode, 
A dwelling worthy of a god. 

All that*s attractive in you fonnd — 
And rising beanties veil yon 'round — 
Witb fatal certainty yon dart 
Like porcupines from ev'ry part. 

While yon like to a harmless lamb 
Are peacefnl, nndistnrbed, and calm, 

think what torments we eudure 

what admits no cnre. 

p. 30. WbeneyV yon walk to take the air 
Tbe scene appears serenely fair; 
The winds and brooks their passion show, 
More gently whisper, and more sweetly flow. 

A sndden yerdnre clothe[sJ the meads, 
The flow'rs erect their blooming heads. 
They think it*s flora, and arise; 
Bnt when yon go, the landescape dies. 

Eliza, time will neither spare 

The hero nor the tender fair; 

With age hell come, too snre he'll come, 

And mdely blast your youthful bloom. 

Then shun the coqnette's dull delays. 
Too late who mourns her bypast days! 
But ey'ry stealing hour improve, 
And mark it with the joys of love. 

Refüse the limber bean's desire; 
He*8 Yoid of sense, of life, and fire. 
The bluBt'ring Hector r»ther frights 
Than gives the tender maid delight. 

The rural squire will tease your ear 
With what dog-boys and grooms should hear, 
With horses, hounds, who has the start 
Of others by the pint or qnart. 

p. 31. But may a polite, well-bred youth, 
A man of virtne and of truth, 
Who's always pleasant, always glad, 
Be the blest partner of yonr bed. 

May Hymen pour bis soft delights 
Upon your happy days and nights! 
May all the kinder pow'rs above 
Bemain propitious to your loye! 

▲uslU. N. F. XI. 10 



146 H. SCHM IDT-WABTENBEBO. 

xvni. 

A Pastoral EBtertainment described. 

V. 5. ye pow'rs fast; das letzte wort ist schwer zu lesen. — v. 6. 
revels. Nach v. G an der seite ergänzt: 

At a ricJh feast keeped each revolvhig year 
Their fleecy care when joyfvi shepherds sHiear. 
V. 7. neighVring lands. — v. 8. prize. — v. 10. drovc statt drive, — Nach 
V. 22 an der seite hinzugefügt: 

Wiih native incmse aü the air perfnmes, 
Benexcing wiih iis genial breath tÄc blooms. 
V. 28. beedies. — v. 29. plac'd anstatt place. — v. 30. their (ther!) statt 
the, — - V. 31. product statt produce. — Nach v. 33. ()f horrid crimes oc- 
casiotiing the birth. — v. 35. mea^id^rs statt meadows, — v. 37. country, 
— V. 42. was statt were. — v. 43. Nach creation ist folgendes zu lesen : 
's bloo . . . ; in R. richtig ergänzt. — A 60 hat nach dem ms. genau kor- 
rigiert, nur der etwas versteckt hinzugefügte vers nach y. 33 ist übersehen. 

XIX. 

Upon Happiness. 

Dieses gedieht erschien nebst no. UIj sowie einem nicht in dieser 
kollektion vorhandenen ('Ou a country life') in der Edinburgh Miscellany, 
1720. Diese publikation hat für die Aldine ausgäbe den text geliefert, 
wie sich aus zahlreichen lesarten ergiebt, sowie aus t. 101, der in dem ms. 
fehlt. Da die unter no. III aufgeführten Varianten hinreichenden beweis 
für das gesagte bieten, so scheint eine angäbe der lesarten in diesem ge- 
dieht nicht vonnöten. 

XX. 

An Elegy upon Parting. 

V. 1. ay 'ticas faretceH — v. 3 — 13 sind nicht mehr vollständig vor- 
handen, die zeileuanfänge sind abgerissen und die fehlenden stellen von 
Nicolas nach eigenem gutdünken stillschweigend ergänzt. So ist v. 11 vor 
places noch fuU zu erkennen; v. 12 muss es heissen: often heard statt oß 
I Juard; v. 13 ist das now gegen den text zugesetzt. — v. 17 hat unser 
ms. 'In vain I to the smiUng fidds me hie\ — v. 21. pleasureSy yields. — 
V. 23. who für which. 

XXI. 

The Fable of a Hawk and [a] Nigtingale. 

p. 40. When silent night o'erspread her sable 

And veiled the beauties of the purple sp 

No breath of wind now whispered thro' th 

No noise at land nor murmurs in th 

Lean whores [wolves ? ?J forgot to howl at night .... 
p. 41. No wakeful dogs barked at the silent moon, 

Nor murmuring ghosts that glide with horrour by 

To view the cavems where their bodies lie, 



NEWBEBBY MS. VCN JAMES THOMSONS JUQEKDGEDIOHTEN. 147 

The ravens perch and no presages give, 

Nor to the Windows of the dying cleave, 

The owls forgot to scream, no midnight sound 

Oaird drowsy Echo from the hoUow gronnd, 

But all with sleep's enchanting fetters bouud, 

A nightiugale tnn'd her melodious throat; 

The echo answer'd from the neighb'ring grotte. 

Sweet Philomela sung with such delight 

As sooth'd the uative horronrs of the night. 

Amphion sang not sweeter to his herd, 

When summon'd stones the Theban turrets reared. 

She rais'd her voice so high, and snng so clear, 

The fawns came sendding from the groves to hear, 

And all the bending forrest lent an ear. 

Such mosic wonld have charm'd the infernal gods, 

And banished horronrs from the dark abodes. 

A hnngry hawk, the tyrant of the wood, 

.... er on death and meditating blood, 

drous swiftness out his airy way, 

lomel harmonionsly did pay 

her safety thro* the bypast day. 

rd, in his fierce tallons caught, 

ring thonghts then come to nonght. 

thoa*rt nothing but a throat! 

XXTTT. 
[Upon a Flower giye]n me by — . 



p. 46. Then softly on it she impressed a kiss, 

Which heay'd and sweird to meet the Coming bliss. 

In my possession, when it feit no more 
Th* euliv'ning tonch that qnicken^d it before, 
Its sprightly red and florid bloom decay'd, 
Which to th^ admiring eye it had display'd; 
A perfect emblem of my monmful case, 
When I no more behold her heav'nly face. 

XXIV. 

Upon the Sparkler. 

p. 4G. Yon*re cast into a divine monld; 

Yonr hair excells the bnmished gold. 
What stabbom heart of brass or steel 
Bnt wonld the piercing light'ning feel 
That's darted from yonr radiant eyes! 
Who dares behold them snrely dies. 
Whene'er I rashly yiew'd the same, 

10* 



148 H. SCHMIDT-WARTENBEBQ, 

A stidden 8hiv*riiig seiz'd my frame. 
I Btood amazed, and conld not move; 
Twas then I feit the pow*r of loye. 
ForeTer blessed be the day 
Yonr heav*nly form I did survey, 

Which kindled in me such a 

That can my wildest passion 

Tlio' all my neires were ra 

If you were kind Pd not 

Amid etemal frost and snow 
With boming love to you I'd g . . 
p. 47. I love, I love! I cannot teil 

How mach I loTe, I love so well! 
Sure, layish natore did bestow 
Her blooming measnres upon you. 
The varioos charms that others share 
In you alone united are, 
In you, the fieurest of the fair! 

XXV. 

A Song. 

y. 1. ms. hat keine Ittcke, die der erste heransgeber annehmen muss, 
nachdem er v. 2 arrays in always verlesen hat. — Nach y. 9 ist 'H^T^m 
youth does move* ausgestrichen. — y. 11. your Ist Übergeschrieben. — 
y. 12. Das erste wort ist yerstUmmelt; das in allen ausgaben sich findende 
O ist zweifellos falsch, es hat ein längeres wort dagestanden. — y. 13. Vor 
To ist noch ein d und die obere schleife you l zu sehen; es ist wohl 
yidd anzusetzen. 

XXVL 

Song of Salomon, chap. I, y. 7. 

p. 47. [Teil me, O thou] whom my soul loyeth, where 
[thou feedest, tr]here thou makest thy flocks to 
[rest ai noon: for] why should I be as one that 
[turneÜ^ <mde hy tjhe flocks of thy companions. 

to teil me where 

g flocks you tend 

gilds the moming air 

extend. 

p. 48. Teil of what eyer yerdant groye 
You make a cool retreat, 
When from his azure seat aboye 
The sun darts raging heat 

Upon what silyer curreuf s brink 

Do you repeat your lays, 

\Miile it supplies your flocks with drink, 

And murmurs forth a bass? 



NEWBEBRY MS. VON JAMES THOMSONS JUaENDOEDICHTEN. 149 

Wherefor shonld I, poor forlorn I, 
Thro' neighb'ring pastnres rove? 
Fm snrely not forsaken by 
The constant swain I love. 



xxvn. 

A Dialogne in Fraise of the Pastoral Life. 

Dämon. 

In pastoral lays TU sing the happy 

Contented masters of the peacefnl 

The whole worlds heir disda 

The lowing ox and tend the ble 

Ev'n Abel worthy of a bett 

Who feil alas! by bloody ea 

Thirsis. 

In tents of old the patri 

And nnknown lands a 

p. 49. Attended by, and tending of their flocks 

They passed thro' wastes and unfreqnented rocks. 

Dämon. 
From mling over bmtes npon the piain 
Jessides rose o'er Israel to reign, 
Who*) for a scepter and a crown of gold 
The better sheep-hook of the shepherd sold. 

Thirsis. 
The joyful news were first to shepherds told, 
Watchiug by night their weak, defenceless fold, 
That from on high was sprang a blessed mom, 
For lo! the promised') Savionr was born. 

Dämon. 
I love the cottage and the conntry fare,') 
The yarious producta) of the teeming year; 
In the clear silver brook I love to spy 
The headlong monntains, and the downard sky, 
To tend my flocks^) npon the smiling plains, 
And joiu the choms of the conntry swains. 

Thirsis. 

d land and the shady grove 

11 cooings of the tnrtle dove 

to hear soft music die 

from off the hazel-tree 

the steepy diff ascend 

b a hideons height depend. 



^) Ms. Ho. — ') Ans blessed korrigiert. — *) Diese sechs verse druckt 
Qoodhngh p. 293 ab. — *) Goodhngh: jproducts. — *) Goodhngh: flock. 



150 • H. SCHMIDT-WARTENBBRG, 

{Da]mon. 
p. 50. The shepherd's life is free from anxions cares;^) 
His innocence no sndden mischief fears. 
He fears no slanght'ring gvais nor thirsty') blades, 
He knows uo wars bnt with the country maids. 

Thirsis. 
Soon as the rosy, cheerfol moming Springs, 
And the shrill lark(s) her') early mattins sings, 
Awakeued by the crowing cock from sleep 
I leave my cottage, and unfold my sheep. 

Dämon. 
When the meridian sun darts boming rays. 
And all the fervours of the day displays, 
I leave the open plains, and seek the shade, 
Ev^n such as this by spreading beeches made. 

Thirsis. 
In the mild ey'ning whose dim, dnskish light 
By slow advances introdnoes night, 
I fold my bleating flock with t^nder care 
And to my humble peacefnl hat r 

xxvm. 

A PastoraL 

Menalcas. 

Why, Dämon, why do you y 

With what sad, luckless e 

Who always ns'd melodionsly 

Upon your chanter all the 

And at the ev'ning with a 

p. 51. To dance with Phillis on the flowry green? 
Now on a dreary bed of moss reclin'd, 
Yon sigh nnto the sympathizing wind. 
Your once loy^d crook lies in a careless plight, 
And fawning Fray is banish'd from your sight. 
Yonr flock neglected straggles o'er the piain, 
And all bespeak a melancholy swain. 

Dämon. 
Do not, Menalcas, to my mind recall 
What once alas! I was bnt no more shall. 
To endless sorrow I myself devote, 
A joyless life shall be my fatnre lot. 
My tunefal chanter I to yon beqneathe, 
For never after this I'll on it breathe. 



^) Es sind zunächst die zwei ersten verse von Thirsis rede geschrieben 
aber wieder ausgestrichen. — ') Ms. 'thristy'. — >) Korrigiert aus *their'! 



i 



NEWBERBT MS. VON JAMES THOBI80K8 JUGENDas DICHTEN. 151 

The fatal cause of this my Btubbom vow 

Freely, Menalcas, TU declare to you: 

The faithless Phillis left me here alone, 

The lovely PbilUs is for ever gone! 

Some happy Bwains the yielding nymph embrace 

Fm cast oft, alas, alas ! 

Menalcas. 

Phillis prov'd to you unklnd, 

ir and loving nymph youll find 

shall join your willing hauds 

t of your fertile lands 

1 spin of softest wool 

linnens when they're foul 

of their milky load 

n to calfs deflrand 

p. 52. Green whey from off the snowy cnrds will drain, 
And from sweet cream will yellow butter gain, 
But most of all will in the silent night 
Soothe all your cares with amorous delight. 
Arise, arise! forget your sullen grief 
Since you at band may have such sweet relief. 
Fair Amaryllis as the blushing rose, 
Sweet as the lily that in Valleys grows, 
The pride, the boast, and beauty of the plaiu, 
Will not young Damon's proffer'd love disdaiu. 

Dämon. 

Fair Amaryllis name not unto me, 
For cruel Phillis, Fll love none but thee! 
By Pan, by Faunus, by those sacred groves 
That have been conscious to our mutual loves, 
Retum, retum! I Charge you to retum! 
Till then I like a mateless turtle moum. 
In this sad plight tili then I sobb and sigh, 

If never here your faithful swain 

Menalcas, go, go teil the cruel 

My moumful case, but do n 

XXIX. 

An Elegy upon James Therburn in Chatte. 

Dieses gedieht, das einzige im schottischen dialekt verfasste, oder 
wenigstens erhaltene , wurde zuerst von GK>odhugh , p. 292 , veröffentlicht ; 
Strophe 5 und 6 ist dabei übergangen, und auch sonst sind der willkür- 
lichen änderungen viele, v. I, 2, ilka korrigiert aus every. — v. I, 3, ms. 
Therburn has run his mel[ancholy rcLce?] — v. I, 4 ist ausgelassen, trotz 
der Strophenform! Im ms. ist noch toi zu lesen. — v. III, 5, ms. com*d 
für come, — v. TVj 1, ms. Had /*e had but a gtü or twae-, die mir zur 



152 H. SCHMIDT- WARTENBERG; NEWBERRT IfS. ETC. 

yerfttgnng stehenden ausgaben ändern hier eigenmächtig. — v. IV, 2, ms. 
no statt nae. — Nach v. lY, 4 ist eine lücke, die yon keinem heransgeber 
yerrollständigt ist; im ms. ist noch folgendes zu lesen: 

elam wae 

* . . . . greet and rave. 

Ebenso ist auch der nächste abschnitt verstümmelt; die verse sind snr 
zweiten hälfte erhalten: 

alian stont 

ad mony bont 

ammer ont 

ndas I have't 

ths whirFd about 

he conceiv'd. 

V. V, 1, ms. fouk. — V. VI, 5, sie korrigiert ans such. — v. VII, 1, ms. 
eüermair, — v. VII, 2, ms. haith. — v. VII, 4, ms. freie. — v. VH, 5, es 
steht deutlich: And may no wand^ring night (krught?) 

FiFiELD, Wis., den 1. Nov. 1898. 

R Schmidt -Wartenberg. 



JOHN CAPGRAVE 
UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 



Einleitimg. 

L 

(§ 1) Obgleich die akten über die entstehung der eng- 
lischen Schriftsprache noch keineswegs geschlossen sind, lassen 
doch die ergebnisse der bisherigen forsehung vermuten, dass 
ffir die bildung einer gemeinsprache vor allem drei faktoren 
in betracht kommen : die Oxforder gelehrtensprache, deren sich 
Wycliffe zu seiner bibelübersetzung bediente, die mundart 
Chaucers und der dialekt der Londoner Urkunden. Die spräche 
Wycliff es stellte Koch *) in den Vordergrund ; über die dialek- 
tischen eigentümlichkeiten ihres lautbestandes hat Gasner 
eingehende Untersuchungen angestellt. 2) Wycliffe schreibt 
nicht die spräche seiner heimat Yorkshire, sondern offenbar 
die mundart Oxfords, seiner Universität; unter dem einfluss 
dieser hochschule stand die gelehrtenwelt Englands und durch 
sie auch die niedere schule; Wycliffes bibel erlangte noch im 
14. Jahrhundert grosse Verbreitung : so konnte die spräche von 
Oxford in weiten kreisen eingang finden und für die bildung 
der Schriftsprache bedeutungsvoll werden. Die Wichtigkeit 
von Chaucers Sprachgebrauch betonte vor allem ten Brink. ^) 
Nicht nur Chaucers unmittelbare schüler, unter denen nament- 
lich Lydgate für die folgezeit massgebend wurde, richteten 



Historische Grammatik der englischen Sprache, Kassel 1882, 1 19. 

') Beiträge zum Entwickelongsgang der englischen Schriftsprache auf 
Gfimd der me. Bibelversionen , wie sie auf Wycliffe und Pnrrey sorück- 
gehen soUen» Nürnberg 1891. 

") Chaucers Sprache und Verskunsti Leipzig 1884, Einleitung. 



154 WILHELM DIBELIÜS, 

sich nach ihm, sondern auch seine nachahmer aus nördlichen 
gegenden zeigen in ihren reimen den einfluss des meisters. 
In demselben sinne wie Chancer wird Gower gewirkt haben, 
der neben jenem als litteraiisches vorbild gepriesen wurde; 
in sprachlicher hinsieht unterscheidet er sich ja nur in ge- 
ringfügigen punkten von seinem Londoner freunde. *) Bei der 
eifrigen förderung, der sich die kunstpoesie im fünfzehnten 
Jahrhundert unter den gebildeten erfreute, konnte die spräche 
Chaucers und Gowers auch über die kreise der dichter hinaus 
als muster dienen. Einen dritten faktor stellte Morsbach ^) 
in den Vordergrund, nämlich die spräche der Londoner Par- 
laments-, Staats- und geschäftsurkunden. Es lässt sich nicht 
verkennen, dass die Londoner Schreiber sich bemühten, zwischen 
mittelländischen formen aller art und dem dialekt der haupt- 
stadt zu vermitteln. Die meisten formen des heutigen Englisch 
sind hier schon vorgebildet, und die bedeutung, die das öffent- 
liche Urkundenwesen für alle bevölkerungsklassen besass, lässt 
diesen dritten faktor besonders wichtig erscheinen. Wie 
immer aber diese einflüsse gewirkt haben mögen, als das er- 
gebnis der entwickelung wird gegen ende des jahi^hunderts 
die neue Schriftsprache bei dem ersten buchdrucker Gaxton 
greifbar, 3) wobei sich zeigt, dass seit der zeit Wycliffes und 
Chaucers eine starke zunähme nordmittelländischer formen 
stattgefunden hat. 

(§ 2) Mitten in die Zwischenzeit zwischen Chaucer und 
Caxton fällt die Wirksamkeit des Augustinerpro vinzials John 
Capgrave (1394—1464), von dem uns zwei umfangreiche werke 
erhalten sind, eine in Chaucers königsstanze abgefasste, in vier 
handschriften überlieferte legende: The Life of St. Eitherine 
of Alexandria (her. v. Horstmann, EETS 100) und eine prosa- 
chronik : The Chronicle of England (her. v. Hinge^ton , Rolls 
Series I (London 1858), die uns in der Originalhandschrift vor- 
zuliegen scheint (vgl. meine dissertation : John Capgrave und 
die englische Schriftsprache, Berlin 1899, s. 7f.). Er selbst 
bezeichnet Lynn in Norfolk als seine heimat, hier ist er nach 



>) Vgl. Fahrenberg, Zur Sprache der Confessio Amantis, Archiv fttr 
neuere Sprachen LXXXTX 389. 

*) Ueber den Ursprung der neuenglischen Schriftsprache, Heilbronn 1888. 

') Vgl. Eömstedt, Die englische Schriftsprache bei Caxton, Göttinger 
Preisscbrift und Dissertation 1891. 






JOHN CAFGRAVE UND DIE ENGLISCHE 8CHBIFTSFBACHE. 155 

Bales angaben geboren und gestorben, nnd zweimal, 1406 nnd 
1446, muss er, nach einigen stellen seiner werke zu schliessen, 
in Lynn gewesen sein; dort hatte er wohl seinen ständigen 
Wohnsitz. Er stand zeit seines lebens in nahen beziehongen 
znr gelehrtenwelt , studierte auf einer der beiden grossen 
Universitäten, 1421 auch in London, wurde doktor der theologie 
und soll nach einer glaubwfirdigen Überlieferung in Oxford 
eine zeit lang theologie gelehrt und die bibel erklärt haben. 

Dass er mit den akademischen kreisen in regem verkehr 
blieb, wird durch seine eifrige wissenschaftliche thätigkeit wahr- 
scheinlich gemacht. Eine grosse menge lateinischer theolo- 
gischer werke trägt seinen namen (vgl. die aufzählung der er- 
haltenen Schriften Diss. s. 6 ff . ; auf s. 8 sind die Zeilen 6 — 8 zu 
streichen); meist sind es kommentare zu verschiedenen teilen der 
heiligen schrift. Auch wo er sich von der theologischen arbeit 
zu historischen Studien oder zur dichtung wendet, verrät fast 
jede Seite den akademischen theologen : gelehrte disputationen, 
apologetische vortrage, Visionen und wunder aller art nehmen 
in der Eatharinenlegende einen breiten räum ein; unerhörte 
mirakel, die auch den störrigsten Lollarden von der Wahrheit 
der kirchenlehre Überzeugen mussten, begegnen in seiner 
Chronik auf schritt und tritt, und während er sich gewöhnlich 
streng auf das mitteilen von thatsachen beschränkt, tritt er 
wiederholt aus dieser Objektivität heraus, wo einen ketzer 
oder Juden das wohlverdiente gottesgericht ereilt hat. 

Auch dem hofe stand Capgrave nahe. Seinen Genesis- 
kommentar widmete er dem herzog von Gloucester, und im buche 
De illustribus Henricis' wird Heiniich VI. überschwänglich 
gelobt — die stelle scheint in demselben jähre geschrieben zu 
sein, wo der könig Lynn besuchte. Dies hinderte ihn aber 
nicht, nach dem stürz der Lancasters seine chronik Eduard lY. 
zu widmen und seine begeisterte lancastrische gesinnung mit 
tiefer ergebenheit fOr das haus York zu vertauschen; in der 
mitte der vierziger jähre ist ihm Heinrich IV. gerecht und 
fromm, zwanzig jähre später ein eindringling, dessen Irrtümer' 
jetzt durch Eduard IV. wieder gut gemacht werden sollen. 
Höfischen einfluss verrät auch das versmass seiner Eatharinen- 
legende; es ist Chaucers königsstanze, deren nachbildung ihm 
jedoch nur mit durchbrechung fast aller rhythmischen regeln 
möglich wird. 



156 WILHELM DIBELTUS, 

Beziehungen zwischen Capgrave und der englischen Ur- 
kundensprache seiner zeit sind nicht bezeugt ; als hoher geist- 
licher wird er jedoch auch sicherlich mit ihr in berfihnmg 
gekommen sein; hatte doch die kirche bereits damals ange- 
f angen, zu Urkunden aller art sich des Englischen zu bedienen. 

Wir werden demnach erwarten können, dass in Gapgraves 
Schriften sich vor allem der akademische, dann der höflsch- 
litterarische Sprachgebrauch seiner zeit widerspiegelt; doch 
wird auch auf berährungspunkte mit der offiziellen Urkunden- 
sprache zu achten sein. Eine eingehende Untersuchung seiner 
laut- und formenlehre empfiehlt sich auch aus methodischen 
gründen: wir sind in der glücklichen läge, den Sprachge- 
brauch der Chronik, eines wahrscheinlich im originalmanu- 
skript erhaltenen prosawerkes, mit den ergebnissen der reim- 
kritik vergleichen zu können ; dieser im Mittelenglischen wohl 
einzig dastehende fall wird vielleicht überhaupt auf das Ver- 
hältnis zwischen Schreibung und ausspräche im 15. Jahrhundert 
einige Schlüsse erlauben. 

n. 

(§ 3) Was den gang meiner Untersuchungen anbetrifft, 
so will ich versuchen, Capgraves Sprachgebrauch darzustellen 
auf grund seiner metrischen Katharinenlegende (Eath.) und der 
Prosachronik (Chr.), sodann vergleiche anzuschliessen mit der 
spräche der Oxforder gelehrten — denn im 14./15. Jahrhundert 
war Oxford bei weitem die bedeutendere Universität, konnte 
also eher als Cambridge die werdende Schriftsprache beein- 
flussen — , der höfisch-litterarischen kreise, der Urkundenprosa 
Londons und einiger anderer bezirke des südlicheren Englands, 
endlich mit der Umgangssprache von Capgraves heimat. 

(§ 4) Für die Oxforder gelehrtensprache in der zweiten 
hälfte des 14. Jahrhunderts war mir die Wycliff esche Bibel 
massgebend. Eine nahezu erschöpfende darstellung des voka- 
lismus ihrer germanischen bestandteile fand ich in der oben 
erwähnten schrift Gasners; ich hatte seine Untersuchungen 
auch auf die übrigen laute und die formenlehre auszudehnen. 
Nach seinem vorgange behandle ich zunächst die ältere fassung 
a, die 1383/4 entstanden sein und fast zur hälfte von Wydiffe 
selbst herrühren soll, nach ihren drei teilen: K* (Baruch von 
11120 ab, Ezechiel 11—25, XXXn 24 — schluss, Daniel— 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 157 

Markus IV), K* (rest der Evangelien, paulinische Briefe, He- 
brfterbrief, Apostelgeschichte I— XXVIII 15; Lukas und Jo- 
hannes sollen nicht den Originaltext bieten), M (rest des neuen 
Testamentes) und A (Ezechiel 1 26 — XXXn 23) , sodann die 
einheitlich Überlieferte fassung b; ein a oder b hinter einem 
bibelzitat bezieht sich also auf die eine der beiden Versionen. 

(§ 5) Für die Oxforder Sprachüberlieferung zu Capgraves 
zeit glaubte ich das berühmte werk des bischofs Beginald 
Pecock (etwa 1395 — gegen 1460), TJie Repressor ofover mucJi 
hlaming of the clergy, als quelle benutzen zu dürfen. Zwar 
hatte Pecock auch beziehungen zum hofe — Capgraves pro- 
tektor herzog Humphrey begünstigte ihn; aber zu Oxford 
stand er doch jedenfalls in einem weit engeren Verhältnis. Dort 
studierte er und wurde fellow von Oriel College, später auch 
doktor der theologie; mit der Universität wird er durch seine 
ununterbrochene gelehrte thätigkeit in steter Verbindung ge- 
standen haben, und dass der dort empfangene Unterricht 
nicht nur äusserlich gewesen ist, zeigt die syllogistisch-rheto- 
rische fonn des Repressor, sowie Pecocks umfassende kenntnis 
theologischer werke und theologischer kämpfe des frühen mittel- 
alters. Zu dem inneren wert des Repressor gesellt sich seine 
gute Überlieferung. Die handschrift trägt das datum des 11. Nov. 
1457, d. h. des tages, an dem Pecock und seine ankläger vor 
den erzbischof geladen waren (vgl. die ausgäbe von Babington, 
Rolls SeriesXIX, London 1860, s.LXn, XXXVIIf.); der heraus- 
geber vermutet mit guten gründen (s. LXni) , dass die zahl- 
reichen korrekturen zum gi-ossen teil von Pecock selbst her- 
rühren; doch auch mit der möglichkeit wii*d zu rechnen sein, 
dass Pecock selbst der Schreiber gewesen ist; wenigstens sind 
auf Seite 546 einige zeilen zweimal in verschiedener fassung 
niedergeschrieben, ein verfahren, dass einem abschreiber schwer 
zuzutrauen ist. 

(§ 6) Um Capgraves Verhältnis zur höfisch-litterarischen 
spräche seiner zeit beui'teilen zu können, war es vor allem 
nötig, die werke der Chaucerschule zu untersuchen. Fol- 
gende vorarbeiten konnte ich benutzen: 

Chaucer: ten Brink, s. o. § 1 (t. Br.) — Kittredge, Ob- 
seiTations on the Language of Chaucer's Troilus, Chaucer 
Society XXVIII (Kittr.) — Cromie, Ryme-Index to the Elles- 
mere Ms. of Chaucer's Canterbury-Tales, ebd. XLV — Marshall 



158 WILHELM BIBELIUS, 

und Porter, Ryme-Index to the Ms. Texts of Chaucer's Minor 
Poems, ebd. LXXX. 

Hoccleve: Vollmer, Sprache und Reime des Londoners 
Hoccleve, Anglia XXI 201. 

Lydgate: Schick, Ausgabe des Temple of Glass, EETS 
LX, s. LIV (über Metrik und Flexionslehre). — Schleich, Aus- 
gabe der Fabula Duorum Mercatorum , QF 83 , s. XXX. — 
Steele, Ausgabe der Secrees of old Philisoffres von Lydgate 
und Burgh, EETS LXVI, s. XVm (über Metrik). 

Bokenam: Hoofe, Lautuntersuchungen zu Osbem Boke- 
nams Legenden, Englische Studien Vin 209 (über Lautlehre). 

Richard Ros: Gröhler, Ueber Richard Ros' metrische 
Übersetzung des Gedichtes von Alain Chartier 'La belle dame 
Sans mercy', Breslauer Diss. 1886 (bietet nur einige beispiele 
für eine reihe metrischer und sprachlicher fragen). 

Roman vonPartenay: Hattendorf, Sprache und Dialekt 
des spätme. Romans von Partenay, Göttinger Diss. 1887 (leider 
ei-schwert die unhistorische einteilung des Stoffes die Übersicht). 

Palladius: Struever, Die me. Uebersetzung des Palladius, 
Göttinger Diss. 1887 (kaum zu benutzen, da der verf. zwischen 
versinnerem und reimen nicht scheidet). — Auch der von 
Lodge , Cromie und S. J. H. hergestellte reimindex am ende 
der ausgäbe des Palladius (EETS 52, 72) war nur mit grosser 
Vorsicht zu benutzen. 

Karl von Orleans: Münster, Die Lautverhältnisse in der 
me. Uebersetzung der Gedichte des Herzogs Karl von Orleans, 
Programm der 7. städtischen Realschule zu Berlin, 1894. 

(§ 7) Zur richtigen Würdigung der sprachlichen Verhält- 
nisse in den werken der Chaucerschule erschien es angezeigt, 
auch die werke der volkstümlichen litteratur des 15. 
jahihunderts kurz zu berücksichtigen. An vorarbeiten standen 
mir zur Verfügung: 

Editha und Etheldreda: Heuser, Die me. Legenden 
von St. E. und St. E., Göttinger Diss. 1887. — Fischer , Zur 
Sprache und Autorschaft der me. Legenden St. E. und St. E., 
Anglia XI 175. 

(§ 8) Ueber die Urkundensprache des 14. und 15. Jahr- 
hunderts besitzen wir nur zwei arbeiten: 1. Morsbachs oben 



JOHN CAPaKAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 159 

angeführte schrift über die ältesten Londoner privat-, staats- 
und parlamentsarkunden ; der kürze halber fasse ich alle drei 
klassen als * Londoner Urkunden ' zusammen. Morsbachs Unter- 
suchungen waren auf die romanischen bestandteile der Ur- 
kunden auszudehnen; dazu konnte ich jedoch nur benutzen 
die Londoner Gilden (LG) und Testamente (W), sowie die 
'Petition of the Folk of Mercerye' (M). — 2. eine disser- 
tation von Ernst Schultz: *Die Sprache der English Gilds aus 
dem Jahre 1389. Ein Beitrag zur Dialektkunde von Norfolk', 
Jenaer Diss. 1891. Schultz behandelt darin die Satzungen der 
handwerkergilden von Norwich (N), Lynn (L), Bishop's Lynn 
(EL), West Lynn (WL), North Lynn (NL), Wyggnale (Wy), 
Est Wynch (EW) und Oxeburgh (0), ferner eine spätere Nor- 
wicher Urkunde aus der zeit Heinrichs V. Seine Untersuchungen 
waren ebenfalls auf die romanischen Wörter auszudehnen. 

Da mir jedoch das so gesammelte material zu weiteren 
Schlüssen nicht ausreichend erschien, habe ich mich bemüht, 
auch die übrigen verlässlich herausgegebenen englischen 
Urkunden des 15. Jahrhunderts in meine Untersuchungen mit 
einzubeziehen. Leider konnte ich das spärliche material nur 
um folgende stücke vermehren: 

(§ 9) 1. Staatsurkunden aus der regierungszeit Eduards V. 
und Richards III. (1483—85) in ^Grants etc. from the Crown 
during the Reign of Edward V.', her. v. Nichols, Camden Society 
1854 (E) und * Letters and Papers illustrative of the Reigns of 
Richard ni. and Henry VII.', her. v.Gairdner, Rolls Series XXI V, 
1861 , Bd. 1 (R). Beide werke enthalten abdrücke aus dem 
Harl. Ms. 433, einem sog. *docket-book', d. h. einem buch, das 
von allen ausfertigungen der königlichen kanzlei gleichzeitige 
abschriften bietet. Nur die vom könige kommenden Schrift- 
stücke sind berücksichtigt worden, nicht dagegen der übrige 
inhalt der handschrift und alle anderen Urkunden, da herkunft 
und Überlieferung bei diesen dokumenten ziemlich unsicher sind. 

(§ 10) 2. Vier umfangreiche testamente aus Suffolk in 
*Wills and Inventories from the Registers of the Commissary 
of Bury St. Edmund's and the Archdeacon of Sudbury' her. v. 
Tymms, Camden Society 1850, s. 15—68. Die in betracht 
kommenden Urkunden sind in den jähren 1463, 1467, 1479 und 
1480 in verschiedenen Suffolker Ortschaften verfasst und einige 



160 WILHELM BIBELIUS, 

jähre später (1467, 1470, 1481, 1482) in das register der kanzlei 
von Bury St. Edmunds eingetragen worden. Da unser text 
nicht auf den originalen, sondern den abschrif ten beruht, ordne 
ich die zitate nach dem datum der letzteren. 

(§ 11) 3. Einige im original überlieferte Norfolker Ur- 
kunden der weiter unten zu besprechenden Paston Letters, 
nämlich a) eine anklageschrift gegen die landfriedensbrecher 
Heydon und genossen (PL 1 189 — 91). Gegen sie wurde 1451 
in Norfolk verhandelt; also wird die Urkunde trotz fehlender 
datierung diesem jähre zuzuteilen sein, b) Testament Sir John 
Fastolfs (I 460—63), aus Castre in Norfolk vom 3. November 
1459 datiert, c) Aufnahme des besitzstandes desselben Fastolf 
(I 467 — 75), jedenfalls unmittelbar nach seinem tode, also 1459, 
angefertigt, d) Testament des Nicholas Pickering (ü 224 f.) aus 
Filby (Norf.), aus inneren gründen dem jähre 1465 zuzuteilen, 
e) Testament der Margaret Paston (HI 281 — 89), aus inneren 
gründen sicher in Norfolk verfasst, vom 4. Febr. 1482 datiert. 

(§ 12) 4. Die Verfassung der Stadt Worcester, (1467), 
nach dem originalms. (s. 348) her. v. L. Toulmin Smith in 
^English Gilds', EETS XL, s. 376—409. 

(§13)* Nur selten zitiere ich folgende kürzere dokumente: 
a) Südenglische Urkunden in *The fifty earliest english Wills', 
her. V. Furnivall, EETS 78. Da der text dieser stücke auf 
ziemlich gleichzeitigen, aber in der hauptstadt angefertigten 
abschriften beruht, entnehme ich ihnen nur einige mit * be- 
zeichnete, seltene formen, deren vorkommen zeitlich bemerkens- 
wert ist. b) Eine Urkunde aus Canterbury von 1435, nach dem 
original her. v. Sheppard in 'Literae Cantuarienses', Rolls Series 
LXXXV, Bd. ni, 1889, s. 165—67. c) Satzungen der gerber- 
und der bäckergilde aus Exeter, 1481 und 1483, anscheinend 
nach dem original her. v. L. Toulmin Smith, a. a. o., s. 331 — 37. 

(§ 14) Als quelle für die Umgangssprache Norfolks im 15. 
Jahrhundert glaubte ich die von Gairdner herausgegebenen 
Paston Letters (Westminster 1897, 3 Bde.) benutzen zu 
dürfen. Etwa tausend briefe und Urkunden aus der zeit von 
1417/19 bis 1506 sind darin enthalten, weitaus die meisten 
davon in englischer spräche abgefasst. Etwa die hälfte aller 
stücke ist im original auf uns gekommen; die übrigen sind 
gedruckt nach Fenns fünfbändiger ausgäbe von 1787—1823, 



JOHN CAPGKAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 161 

die, wie eingehende Stichproben Gairdners gezeigt haben, 
trotz vieler mängel die Orthographie des Originals mit pein- 
licher genauigkeit zu wahren sucht. Fast alle briefe be- 
ziehen sich auf die familie Paston, die im 15. Jahrhundert eine 
gewisse lokalberühmtheit besass. William Paston, der älteste 
dieses namens (1378 — 1444), wurde im jähre 1429 Judge of the 
Common Pleas, sein enkel John im jähre 1463 in den adelstand 
erhoben. Mehrere Pastons scheinen die Oxforder Universität 
besucht zu haben, einer unter ihnen, John der jüngere, besitzt 
eine stattliche Sammlung von handschriften, unter denen werke 
Chaucers, Hoccleves und Lydgates, sogar Ciceros angeführt 
werden ; auch mit den Londoner hofkreisen standen alle glieder 
der familie in enger beziehung. Wir werden also wohl ihre 
briefe als quellen für die Umgangssprache der gebildeten kreise 
Noiiolks ansehen dürfen, die jedoch selbst wieder mannigfache 
einflüsse aufgenommen haben kann. Von William Paston, dem 
richter (IWiP), und seiner gattin Agnes (AP; aus Hertford- 
shire gebürtig) stammen nur wenige stücke der Sammlung; auch 
ihre söhne William (2WiP), Clement (CIP) und John (IJP, 
1421 — 1466) sind spärlich vertreten, ebenso die tochter Eliza- 
beth (ElP), die mit einem Norfolker grundbesitzer , Robert 
Poynings, verheiratet war. Sehr zahlreich sind dagegen briefe 
von Johns gattin Margaret (MP, gleichfalls aus Norfolk stam- 
mend) und den söhnen beider, die seltsamer weise den gleichen 
namen John (2 JP und 3 JP) führten ; dazu kommen noch einige 
schreiben von 2JP's söhnen Walter (WaP) und William (3WiP) 
und 3JP's f rau Margery (MgP). Ausser den Pastons haben noch 
viele andere, zum teil geschichtlich bedeutsame persönlichkeiten 
zu unsrer Sammlung beigesteuert; hier sind besonders wichtig 
Sir John Fastolf (F) und William Worcester (Wo). Ersterer 
(1378 — 1459) — bekannt durch die anleihe, die Shakespeare 
an seinem namen gemacht hat — war ein freund der Pastons, 
ebenfalls in Norfolk ansässig; Worcester (auch Botoner ge- 
nannt), zu Bristol im jähre 1415 geboren, war einer von 
Fastolfs dienstleuten ; da er einige geschichtliche Schriften ver- 
fasst hat, dürfen wir auch wohl bei ihm eine höhere bildung 
voraussetzen. 

Die Paston Letters sind schon einmal von R. Blume sprach- 
lich untersucht worden in einem programm der Bremer real- 
schule beim Doventhor (Die Sprache der Paston Letters, Bremen 

AngU«. N. F. XI. II 



162 VtTLBRIM DIBELTUS, 

1882). Blume behandelt jedoch nur formenlehre und syntaz; 
ausserdem ist sein verfahren überhaupt stark angreifbar; 
er betrachtet nämlich die zeitlich und örtlich so stark aus- 
einandergehenden stücke der Sammlung als ein einheitliches 
ganze, ohne auf die Verschiedenheit der Schreiber und auf die 
verschiedene gute der Überlieferung rücksicht zu nehmen. Ich 
glaubte daher die Paston Lett^rs noch einmal methodisch 
untersuchen zu müssen und gebe bei jedem zitat Schreiber und 
Überlieferung an (jede nicht durch Originalbriefe zu belegende 
form ist in klammem eingeschlossen). In erster linie be- 
nutze ich die briefe der Pastons und ihrer freunde Fastolf 
und Worcester, da wir diese genau lokalisieren können, auch 
über die sprachlichen einflüsse, denen die Verfasser ausgesetzt 
waren, einige Vermutungen wagen dürfen. Nur in zweiter 
linie ziehe ich auch die übrigen Schreiber heran, deren Wohn- 
sitz sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bestimmen lässt; 
vor jeder form steht der name der grafschaft, der sie zuzu- 
teilen ist (Norf., Suff., Wilts). Nur aushilfsweise sind briefe 
berücksichtigt, für deren herkunft wir keine rechten anhalts- 
punkte besitzen; beispiele aus ihnen sind mit * bezeichnet; 
formen, die erst unter Heinrich Vn. begegnen, wo der einfluss 
der buchdruckersprache sich bereits fühlbar macht, sind mit f 
versehen. 

(§ 15) Zum schluss soll endlich eine durchgehende ver- 
gleichung mit Caxton nebst gelegentlichen ausblicken auf das 
16. Jahrhundert Capgraves Stellung zum heutigen Englisch be- 
leuchten ; meist werde ich mich mit Verweisungen auf Römstedts 
arbeit begnügen können. 

(§ 16) Abkürzungen. 

(Ueber klammern, steine nnd kreuze Tgl. §§ 18, 14.) 

AA = Lydgates S. Albon und Amphabel, nach der ausgäbe von S. Albons 
her. y. C. Horstmaun in der Festschrift zu dem ÖQjährigen Jubiläum 
der KCnigstädtischen Realschule zu Berlin 1882. 

Abr. Ib. = Abraham and Isaac, a Mystery Play, Anglia VH 316. 

Ä = Lydgates Äsopus, her. v. Zupitza, Archiv f. n. Spr. LXXXV 1. 

AG = Lydgate'B Assembly of Gods, her. v. Triggs, EETS LXIX. 

A P = Agnes Paston, s. § 14. 

Ass.L = *The Assembly of Ladies', in 'Chaucerian and otherPieces' (Snpple- 
mentband zu Skeats Chaucerausgabe), Oxford 1897, s. 380. 

Audelay = The Poems of John Audelay, Percy Society XIV. 

Audelay XIP = Audelay's XI Pains of Hell, EETS 49, anhangH. 



JOHN CAPQRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 163 

Bab.B = The Babees Boke, in ^EarlyEngliBh Meals andMannen^ EETS 32, 
8.250. 

BC = Caxton*8 Book of Curtesye, her. v. Fnmivall, EETS m. 

BCL = Ballade in Commendation of onr Lady, in Chalmers 'The Works 
of the English Poets', London 1810, 1 546. 

BE = Caxton's Blanchardyn and Eglantine, her. v. Kellner, EETS LVIII. 

Bery ü = The Tale of Beryn, Chancer Society 17, 24. 

BL = Bishop's Lynn, s. § 8. 

Bl.Hayles = 'Legende vom heiligen Blut zn Hayles' in Horstmanns Alt- 
englischen Legenden, Nene Folge, Heilbronn 1881, s. 275. 

Bokenam = Osbem Bokenams Legenden, her. y. Horstmann, Heilbronn 1883. 

t. Br = ten Brink, s. § 1. 

Brompton = Brompton's Paraphrase on the seven penitential Psalms, 
Percy Society VU. 

Burgh == Lydgates undBnrghs 'Secrees of old Philisoffres*, her. y. Steele, 
EETS LXYI, vers 1492 bis schlnss. 

C h r. = Capgrayes Chronik, s. § 2. 

CL = *The Court of Love' in 'The Poetical Works of Geoffrey Chaucer', 

her. T. Morris, Aldine Edition, lY 1. 
C 1 e g e s = 'Sir Cleges* in Webers Metrical Romances, Edinburgh 1810, 1 331. 
C 1 P = Clement Paston, s. § 14. 

Cobsam = Cobsam, The Wright's chaste Wife, EETS 12, 84. 
Cromie s. § 6. 

Di SS. = meine Dissertation 'John Capgrave und die englische Schrift- 
sprache ^ Berlin 1899. 

Dor. = 'Dorothe* in Horstmanns Sammlung Ae. Legenden, Heilbronn 
1878, s. 191. 

E = Urkunden Eduards V., s. g 9. 

Ed. = 'S. Editha sive Chronicon Vilodunense', her. y. Horstmann, Heil- 
bronn 1883. 

Ed w. = *0n the Recovery of the Throne by Edward IV' in Tolitical Poems 
and Songs', her. y. Wright, Rolls Series XIV, 11 271. 

EFr == Lydgates S. Edmund und Fremund in Horstmanns Ae. Legenden, 
Neue Folge, Heilbronn 1881. 

ElP = Elizabeth Poynings, geb. Paston, s. § 14. 

Eth. = Vita S. Etheldredae Eliensis, bei Horstmann a. a. o. (1881) 282. 

EW = Est Wynch, s. § a 

F = John Fastolf, s. § 14. 

Fahrenberg = F., Zur Sprache der Confessio Amantis, Archiy f. n. S^. 

LXXXIX 389. 
Fischer s. § 7. 

FIL = 'The Flower and the Leaf in Morris' Chancerausgabe IV 87. 
Fuhr = F., Lautuntersnchungen zu Stephen Hawes' (Gedicht 'The Pastime 

of Pleasure', Marburger Diss. 1891. 

Gasner, s. § 1. 

Gen. = Generydes, EETS 50, 70. 

G i 1 e 8 == Lydgates S. Giles bei Horstmann a. a. o. (1881) 871. 

11* 



164 WILHELM DIBKLIUS, 

GR = Marienlegende vom guten Bitter und seinem eifenttchtigen Weibe, 

bei Hontmann a. a. o (1881) 329. 
Gröhler 8. §6. 
GW = Lydgate^s Guy of Warwick, her. v. Znpitsa, Wiener Akademie 1873. 

Hattendorf s. §6. 
Heuser s. §7. 

Hoelper = H., Die englische Schriftsprache in Tottels Miscellany und 
Tottels Ausgabe TonBrookesRomeus und Juliet, StrassburgerDiss. 1894. 
Hoofe s. §6. 
IJP, 2 JP, 3JP = John Paston I, H, m, s. § 14. 

Kai. = Lydgates Kalender in Versen, Archiv f. n. Spr. LXXX 14. 

Kath. = Capgrayes Katharina, s. §2. 

yKath. = Volkstümliche Fassung der Katharinenlegende (S. Kateryne) 

bei Horstmann a. a. o. (1881) 260. 
Kittr. = Kittredge, s. § 6. 
KOrl. = Poems written in English by Charles Duke of Orleans, Rox- 

burge Klub 1827. 

L = Lynn, s. § 8. 

Lamb. = Gedichte des Lambeth Ms. 853 in 'Political, religious and Loye 

Poems' (I) und 'Hymns to the Virgin and Christ' (11), EETS 15, 24. 
LC = Literae Cantuarienses, s. § 13. 
LEP = 'Libel of English Policy' in ' Political Poems and Songs', her. y. 

Wright, Rolls Series XIV, H 157. 
L G = Londoner Gilden, s. § 8. 

Lon. = Lonelich's Holy Graal, EETS XX, XXIV, XXVm, XXX. 
Luick = L., Untersuchungen zur engl. Lautgeschichte, Strassburg 1896. 

M = Petition of the Folk of Mercerye, s. § 8. 

2M = Lydgates Fabula duorum Mercatorum, QF 83. 

Mank. = 'Mankind', her. y. Brandl, Quellen des weltlichen Dramas yor 

Shakespeare, QF 80, s. XXI, 37. 
M arg. = Lydgates Margaretenlegende (S. Margarete) bei Horstmann a. a. o. 

(1881) 446. 
yMarg. = yolkstümliche Margaretenlegende (Mergarete) ebd. 236. 
Marshall-Porter, s. §6. 
MgP = Margery Paston, s. § 14. 

MMgd = The Lamentation of Mary Magdalen' bei Chalmers, a. a. o. 532. 
Morsbach, s. § 1. 
Münster, s. §6. 
MP (Chaucer) = A Parallel-Text Edition of Chaucer's Minor Poems, 

Chaucer Society XXI f., LVII f. 
MP(Hoccleye) = Hoccleve's Minor Poems, EETS LXI. 
MP (Lydgate) = Lydgate's Minor Poems in 'Chaucerian and other Pieces' 

(Supplementband zu Skeats Chaucerausgabe), Oxford 1897, 245—298. 
MP (Paston Letters) = Margaret Paston, s. § 14. 

N = Norwich, s. § a 

Nature = N., bei Brandl a. a. o. XXXTTT, 73. 

NL = North Lynn, s. § 8. 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 165 

Nun = 'Why I can't be a Nun' in 'Early English Poems and Lives of 

Saint8\ Philological Society 1862, 188. 

= Oxeburgh, b. § 8. 

Ow. M = Owen Myles, Engl. Stnd. IX 1. 

Pall. = Palladins on Hnsbondrie, EETS52, 72. 

Part. = The Romance of Partenay or Lnsignan, EETS 22. 

PL = Paston Letten, s. § 14. 

PlSa = The Play of the Sacrament, Philological Society 1860/1, 101. 

Princ. Cr. = 'De principio creationis mnndi' bei Horstmann a. a. o. 
(1881) 349. 

PrL = Pride of Life, bei Brandl a. a. o. Vm, 1. 

PS = Lydgate's Minor Poems, Percy Society ü. 

B = Urkunden Richards m., s. § 9. 

Rem. L = 'The Remedy of Love' bei Chalmers a. a. o. 588. 

RF = Cazton's Reynard the Fox, in Arber^s English Scholars Library I. 

R m. A u f. = Romanze Ton Christi Auferstehung, Archiv f. n. Spr. LXXIX 441. 

ROmstedt s. § 1. 

RPr = Hoccleve'R Regement of Princes, EETS LXXn. 

Ryman = Die Gedichte des Franziskaners Jakob Ryman, Archiv f. n. Spr. 
LXXXIX 167. 

Schick, Schleich s. §6. 

Schöneberg = Seh., Die Sprache John Skeltons in seinen kleineren 

Werken, Marburger Diss., 1888. 
Schultz s. § 8. 

ScPh = Lydgates und Burghs Secrees of olde Philisoffires, EETS LXVI. 
XVSigna = 'Quindecim Signa ante diem Judidi' in 'Hymns to the Virgin 

and Christ', EETS 24, s. 118. 
Sopp = S., Orthographie und Aussprache der ersten ne. Bibelübersetzung 

von William Tyndale, Marburger Diss. 1889. 

Stat. Jer. = 'The Stasyons of Jerusalem' bei Horstmann a. a. o. (1881) 355. 

Steele s. §6. 

Suff. = Suffolker Testamente, s. § 10. 

TGl = Lydgate's Temple of Glass, EETS LX. 

Th = Lydgate*s 'Storie of Thebes' in Chancer's Works, her. v. Thynne, 
London 1561. 

ü n z. T. = ' A Tale of an incestuous doughter' bei Horstmann a. a. o. (1881) 884. 

Vollmer s. §6. 

W = Londoner Testamente (Wills), s. § 8. 

Wade = Thomas Beket, epische Legende, von Laurentius Wade, Engl. St. 

m409. 
WaP = Walter Paston, s. § 14. 
Wille = W., Die Orthographie in Roger Aschams Toxophilus und Schole- 

master. Marburger Diss. 1889. 

IWiP, 2WiP, 8WiP = WiUiam Paston I, H, m, s. § 14. 

WL = West Lynn, s. § 8. 

W = William Worcester, s. § 14. 

Wolf. = The Legend of ss. Wolfade and Ruffyn, bei Horstmann, a. a. o. 
(1881) 586. 

Wy = Wyggnale, s. § 8. 



166 WILHELM DIBELIU8, 

(§ 17) in. 

Zur ennittelung von Capgraves Sprachgebrauch stehen 
folgende mittel zur Verfügung: 

1. Reimkritik. 

Capgrave reimt im allgemeinen rein ; er gestattet sich nur 
folgende freiheiten: 

1. Konsonantismus, hym : kyn 1 440, tyme : lytie U 1205, 
questyon : dorne III 323 (zehn reime von m : n). — degrees : 
Grees (eigenname) III 552, wyse : nyse (ne. nice) TL 491, 1191, 
ipryce II 1119, 1145, V 540, also drei reime von eis, da die 
heutige sonderung beider laute bereits vor verstummen des 
end-6 eingetreten sein muss. — chaunbre : Älysaundre I 743 
(eigenname). — Statt feerde (: eriJie) V 7 ist vielleicht feerthe 
(ae. fSorda) zu lesen, für world (: lord) I 938 sicher word ein- 
zusetzen. 

2. Vokalismus. Kürze : länge, vgl. is : tvys I 50, forber 
< beran : frz. tcerre I 74, made : hadde I 498, II 1469, tale : 
bale : wale < ae. weall II 639. — Reime von f : p und p : p 
sind ziemlich häufig (s. u.); reime von e : i und u : o sind viel- 
leicht rein (s. u.). 

(§ 18) Dass Capgrave zu den besser reimenden dichtem des 
15. Jahrhunderts gehört, ergiebt sich aus folgendem Verzeichnis 
ungenauer reime, das ausserdem in der folge eine Scheidung 
zwischen reimfreiheiten und sprachlich bemerkensweilen er- 
scheinungen ermöglichen soll. (Reime von e : i und ö : ü 
werden später besprochen ; bindungen von p : f und jj : p, die 
auch bei Chaucer möglich wären, sind nicht aufgeführte Die 
Suffixe -ie und -e werden anscheinend nur bei Hoccleve ge- 
schieden.) 

1. Chaucerschule. 

Hoccleye: mm, clothes : loihed, lesche : tcrecdie, youthe : yove the; 
^:f, p:p sehr selten (Vollmer 201 fif.)i greatar : bere : dere MP 107/345. 

Lydgate: m ; n AG 862, 1218, 1336, p : k ScPh 11, 2M 203, TGl 125 
u. ö., ng:ndAQ2ßO, rm : rw TGl 858, pticiTQllOn, ifc:ctTh356d, 
diizULP 253/274, rdi : n ScPh 744, rs : 8 ScPh 174; founder : treasure : 
laboure AA TU 1487 n. dgl, länge : kürze (frz.) AA m 1689, ft : t AG 757; 
f : ^ reime scheinen selten zu sein, solche von p : p dagegen häufig. 

Bnrgh: m : n, mm, femer reime von snffizen, vgl. Steele XX. 

Bokenam: fdas : was iplaa VI 377 n. dgl; reime YOtk ^ : f und Q : p 
sind nicht zahlreich. 



JOHN CAPQBAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 167 

CL: rtird 148. 

Eem.L reimt rein. 

Abs.L: vpan : (üone 83 Q. ä. 

FL: (J : (J ld2(?) u. ö., u : l (Suffixe) 113. 

Fall. : « : A; 8. 263 des reimindex, d:t2^9, 8:d 321, st : xt 289; kttrze 
: länge 333, 345(?). 

Bab.B reimt rein. 

E d w : k:p 279, kürze : l&nge 277, prynce : comence 280, (J : (J 271 ff. 

LEP: ?:p 115(?), 186(?), 196(?). 

Gen. : sis 2106 n. 0., länge : kürze 680, f : ? 2711, 4855, 5083 n. 0., 
ö : ü 1749. 

B P a r t : Verschiedene konsonantische ongenauigkeiten und soffixreime 
(Hattendorf 11 fif.). 

KOrl: 8t : ft 111; snffixreime 10 u. ö., ^ : f 150, 2 : 1( 194. 

Nun: m : n 118; f : f 25, 336, Y : 2$ 299. 

BCL reimt rein. 

MMgd: 8 : v 533b; gane: f?pon 536a, : p 535b. 

Der: m : n 267, 295, Theophle : aples (!) 297, baptüed : glanfied 337; 
^ : ^ 341, u : u 274. 

Wade reimt snffixvokale anch unter dem hauptaccent mit einander 
und mit ähnlichen betonten vokalen, femer 8 : z 359, 709, 870, fl : x^ 639, 
t:pt202, p:v 1605; kürze : länge (?) 202, 487, 2291, f : ? 195, 867, 1150. 

(§ 19) 2. Volkstttmliche litteratur 

(reime von suffixvokalen sind häufig). 

Lon.: minXV 350, XVI 33, XKXll 270 u. ()., fiidXY 513, fn6 : 
nd XXm 543, nd : ng XXEI 723, XXIV 17, XXX 555, rd : rt XXVHI 361, 
pt : ft XXTTT 403; t?ppon : 80«tf < sunu (kurz?) XVm 239 usw., began 
: men Xm 847, ia XXÜT 523, 558, XXXH 419 u. ö., ^:f XV 714, XVm 
267, XXXIV 16 u. ö., (> : (J Xm 209, XVH 33, XXIV 115 u. ö. 

Cobsam: min 72 u. ö., ^ : / 202, /) : t; 633, A; : t 223 u. 0., t : d 265, 
tu2 : tt^ 220 u. ö., nt : mp 553, (^ : p 81 u. 0. 

Cleges: i : k 373, rd : rt 499; «on^i : &am2 < bmda : /otid : lend 
(leihen) 111. 

Beryn: w : n 73, 297, 2361 u. ö., p : A; 677, 2393, 2799, k : t 611, rs : s 
971 u. ö., wt : nt 3811, nt : n8 2703; kürze : länge (?) 393, 3279, ^ : ^ 1327, 
2141, p : p 325, 2056 u. ö., ü : e 3763, ^ : 1 2655? 2141? servid : «en^vul 3163. 

Unz. T.: d :/> 45, in : n 150, kürze : länge 197? 

GE: m : n 142 u. li., ngind 349, rp : rt 226. 

TMarg: <2 :/> 148, 496, m : n 600, nd : n^ 270; on : «tone 258 u. 0., 
# : ? 589. 

vKath.: m : n 255, 310, t : & 247, scAatne : and me 249. 

OwM: t : ^* 175, ^ : 8 (?) 3, c2l : cl 447, v :p 571, 661; kürze : länge 3, 
35, turne : mone A 5. 

Rom. Auf (yers 450—521 verderbt): m : n 119, 345, X; : t 132, 330, 
/> : V 194 u. 6., mö : tkJ 163, i^ : % 68. 

£d: tfi : n 3519, p : t 522 u. oft, t:k 1181, p : X; 8357 u. (S., k:d 3028, 
<l : b 3983 u. ö., t :p 1716, /*:/) 3364, 8: seh im u. ö., pi : (« 450 u. ö., 



168 WILHELM DTBELIÜS, 

8 : 8t 2309 u. ö., rt : rd 2591 n. ö., nd : nt 4843, suche : chy^rche 214, iotcard : 
8hoH 3607; kürze : länge 2568, ^ : ^ 134 u. oft, ö : l 79 n. ö., « : ö 1334, 
^ : ^ häufig, 8. Fischer 190 ff. , /»us : trou 2635, dode < c2y<ie (!) : hlode 3743. 

Eth.: p : i 622, /*: /) 919, 8 : 8ch 333, m : n 599, tki : w6 671 u. ö., 
n : Y 392, i : ^ 398 u. ö., u : S 658, S : 1074; ^ : ^ ziemlich häufig, dodde 
< (feod (!) : god 383. 

Wolf. : w : n 247, 261, u : c 319, sone : retome (sinn?) 173. 

Bl. Hayles: m : n 109, 234, k : t 245, v :p 373. 

Stat. Jer.: m : n 35 u. ö., p:t 113 u. ö., t : d 125 u. ö., h:d 341, 
« : ifc 671 u. ö., w6 ; ti^ 543; kürze : länge 747, ^ : f 478, 801. 

Lamh.: w : n II 54/414 u. ö., «:|?n83/21, Ä;:tn89/21, 8 :-? H 67/279, 
rdirtl 165/75; f (i?) : ü H 56/489, f : ? ü 6/12 u. ö., () : p H 36/40 u. ö., 
g : I n 80/41 u. ö., a:eU 41/10, o : a n 26/141 , berid (ae. 6«r<m) : deied 
n 48/218, Virzin« : Ihesus U 5/41. 

XVSigna: /> : v 53, 178, »y : H 194, »wf : n^f 61, 90, ren : (om 140. 

Princ. Cr.: ß:v 143, « : Ä 259, n : n^ 199. 

Brompton: mini, 

Audelay: m : n 77, 80, ngitik 61, 64; suffixvokale wie hei Wade; 
f : ? 12 u. ö., (> : p 2 u. ö., t : g 14, 25, u : l 33, 75 (: «?), ^«?« inf. : ibtOM7 : 
laue << ae. 2a^u 44, 8i8t (zu «eon) : curst (zu cur^tan) 6, ma886 : tDor8e 79, 
worcÄ -< wyrcian : cherche : grocHie < frz. gratichier : 8orche -< cherchier 38. 

Ryman: s : -5 LXXXIV 4, p : p XI 6, CXLVII 2. 

Ahr. Is. (text und reimstellung oft sehr unsicher): m : n 432. 

PlSa (reimstellung oft unsicher): m : n 780, p : & 978, k : t 210, nt : 
tnp 385 ; kürze : länge 217, a : e 270, i : e 222, 524, thus : Crosse 729, world 
: so2t{ 101. 

(§20) 2. Rhythmische kriterien 

kommen nur bei der lehre von den flexionsvokalen in betracht, 
um festzustellen, ob Capgi'ave das unbetonte e im versinnem 
noch tönend gebraucht. Indessen ergeben sich auf diesem wege 
nur sehr unsichere Vermutungen, da Capgi-aves rhythmik ausser- 
ordentlich unregelmässig ist. Vgl. darüber Diss. s. 10 ff. 

(§21) 3. Orthographie. 

Auch vorausgesetzt, dass Capgraves Chronik wirklich in 
der Originalhandschrift auf uns gekommen ist, werden phone- 
tische Schlüsse aus seiner Orthographie — ebenso wie bei den 
meisten me. denkmälem — nur mit vorsieht zu ziehen sein. 
Denn Capgrave bedient sich keiner folgerichtigen Schreibung; 
er bezeichnet nur gelegentlich die länge von vokalen, verfähit 
ziemlich willkürlich bei der anfügung eines end-e, unterscheidet 
nur ausnahmsweise zwischen geschlossenen und offenen lauten, 
zwischen stimmlosem und stimmhaftem s usw., wie noch ein- 
gehender gezeigt werden soll. 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 169 

Erster teil: Betonte vokale. 

(§ 22) I. Quantität. 

Durch die reime ist die quantität der vokale nicht mit 
voller Sicherheit zu erweisen, da Capgrave wiederholt kurze 
vokale mit langen bindet. So lässt sich die quantität von ae. 
end€ aus reimen wie ende : Jceendc Pr 138, 179, : meende II 1008, 
nicht ermitteln, zumal daneben auch reime mit commende (III 
7 u. ö.) u. dgl. zu belegen sind. 

Jedoch giebt die Schreibung der prosa einige anhaltspunkte. 
Und zwar finden sich folgende arten von 

Bezeichnung der quantität: 

(§ 23) 1. Doppelschreibung ist häufig in Chr. , vgl. preest, 
heed < heafod, sheep, flood, hool usw.; beispiele s. Diss. s. 13 f.; 
ähnlich sind die Verhältnisse in den übrigen quellen. 

(§ 24) 2. Diphthongische Schreibung ist selten. Es findet 
sich : ie für f : believe 278 neben byUve 81. — 6y für f : reydy 
68 neben redy 156 u. ö., wlieyihir 209, ceysed 92, pleysauns 51. 
— ei für e = germ. ä : their 48. — ea für f : great 52, 86, 
bread 151, seal < frz. seel 162, pleasauns 223, 303 u. ö., mea- 
sured 82 neben gret 131 u. ö., bred 181 u. ö., sei 183. — ea für 
e = germ. ä : gear 138, 144. — ou für ü : ground 233, pound 
222, 227, 236 u. ö., wounded 280, toumbe 180; aber auch nach 
frz. art für ü in coumforting 11, 15, 161 u. ö., noumbir 13, 
31, 58 u. ö. 

(§ 25) Einige dieser diphthongischen Schreibungen finden 
sich auch sonst im 15. Jahrhundert (ie für p s. u. bei e). Die 
handschrift K* der Bibel bietet ei für p in seik < seoc Matth. 
XXV 36, 43, XXVI 41, für f in emly 2 Makk. XIH 16, die 
jüngere f assung seyn < seof Luk. VII 22 und weilde < tcealdan, 
gewieldan Luk. XVIII 18. Für f (jedoch meist nur für altes üo) 
erscheint ea sehr häufig in K^ (und zwar gleich oft im Alten 
Testament, wie im Matthäus, was Gasner s. 129 übersieht), vgl. 
dead{e) Baruch VI 17, Hosea XIII 1, 1 Makk. II 38 u. oft, slea 
Hosea 11 3, Amos II 3, Habak. 1 17 u. ö., ^ea 1 Makk. X 33, 
2 Makk. IV 47, great Dan. XI 36, femer dread 2 Makk. XV 18 
und seaU (frz.) Dan. VHI 26, XH 4, XIV 10 u. ö., wo kein 
etymologisches ea vorliegt. Aus den anderen teilen der Bibel 
kann ich nur belegen slea Ezech. XXX 15 a^ eat Luk, XV 24 a, 



170 WILHELM DIBELIU8, 

jümsaunt Offenb. XVII 17 b. — Gelegentlich bieten auch die 
Urkunden ei, ey für p, ?, so erscheint in London heyn < h&m, 
leise < leosan (Morsbach 59, 60), pUyse W 115/10, in Soffolk 
deyling 1481 : 60, in Norfolk geyderd zu ae. gadrian, gcedrian 
Gilden 117, ^eire < geär ebd. 122; ea findet sich häufig für 
frz. f, so erscheint in London seal(l) W 79/27, 83/4 u. ö., ease 
R 45 u. ö., meancs R 19 u. ö., peax R 16 u. ö., reason R 12, 
danach auch reaporte (!) R 76, in Norfolk peas 1451 1 190, ea$, 
reame, meane 1459 I 461, season ebd. 462; nur ausnahmsweise 
findet sich ea in den germanischen Wörtern heah (Morsbach 44), 
greai(ly) R 57, 74, 75, deale u. ä. R 69, 76. 

Für ? wird auch in den Paston Letters gelegentlich ei, ey 
geschrieben, vgl. freir < frz. frere 3JP III 219, beyth Wo 1 371, 
leys < leosan MP II (373), heyn MP H (363), Norf. II 16, prey^ 
*in 239, für f < r- in seyth < ae. si])])an + an. sl])an MP II 239, 
für ? in wheyiher MP 11 (364), enseylyd MP II 179, pleysyd = 
please it MP II 183, xvcyre < we^-ian MgP III (215). Die Schrei- 
bung ea für ? (auch f ?) ist in germanischen wölteni selten, 
sie erscheint bei 2JP : yea in 100, year III (33), sogar einmal 
head < ae. Aßd ! III (95), wenn richtig überliefert, 3JP : eate TU 
12, deale HI 109, dreave (??) < drifon Pt.Pl. m (53), femer 
in dealed *III 227, great *tm (326), ureaZc *tni 367, in roma- 
nischen dagegen überall, vgl. seal(j) IWiP I 30, IJP 11221, 
2JP ni 103, easly 2WiP 1 516, please u. ä. MP H 20, IJP 1 276, 
2JP III 84, 3JP III 12, EP m 279, meane u. ä. 2WiP HI 112, 
IJP II 220, 2JP m 84, pleages (ne. pUdge) MP HI 134. — 
Auch bei Caxton (Römstedt 4) beschränkt sich diese Ortho- 
graphie fast ausschliesslich auf romanische Wörter. 

(§ 26) Die Urkunden und die Paston Letters kennen noch 
einige längezeichen, die bei Capgrave nicht in gebrauch sind. 
Für a wird nach art des nordens ai, ay geschrieben in faire 
< farag MP IH 134, sayff < frz. sauf MP 11 (226), ayfhe < 
ad *I (526) — haith Suff. H 199, hayth Norf. I (150) stehen 
wahrscheinlich nicht für *häth, sondern sind Schreibungen wie 
demith neben gesprochenem detnth — ebenso oy für e^ in hoyd < 
höd (Morsbach 48), toy < ttva Norf. Gilden Wy 117, in den 
Paston Letters tvhoys (zu ae. htca) 2 JP III 127, 128 u. ö. , hays 
*m 211, whois *n (44), thois 2JP H (374), loyfe <lafMP 
in (37), broyder Wo I (414), auch foyle (ne. folly) Wo I 405? 
Femer sind zu erwähnen ye für f (nur bei SJP) : lyek Hl 109 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGM8CHE SCHRIFTSPRACHE. 171 

u. oft, pyekyd III 50, hyeer < Aferra III 57 usw. — auch fyynd 
< findan MP II 21 — 06 für ö> : loese 3JP III 41 , soel (frz. 
seul) * + in 323, ähnlich payeid 3 JP III 48, eay für $ in seayson 
EP m 279, oa für ? nur in oath *I (40). 

ou für ^ s. § 28 und bei ö. 
(§ 27) 3. Hinzufügung eines end-6 tritt in Chr. noch 
weniger konsequent ein, als bei Langland (vgl. Klapprott, Das 
End-6 in W. Langlands Buch von Peter dem Pflüger, Text B, 
Göttinger Dissertation 1890), vgl. drede Chr. 55, dred 75; 
housc 148, ÄÖW5 40; torote 6, wrot 64; hiUe 150, brenn 233, 
thann 248; e steht auch gelegentlich in fällen wie fadere 71 
(fader 71), devele 74 {devel 79), spirite 42, Stevene 73. Das 
end-6 sagt also über die quantität nichts sicheres. 

00 für M, das bei Tottel nicht selten ist (Hoelper 9) scheint 
vorzuliegen in tvoond < wunden EP III 27, wooU 3JP HI 41. 

Bestimmung der quantität: 

(§28) 1. Länge vor dehnenden konsonantengruppen 
ist in weitem umfange erhalten. Darauf deuten Wycliffes 
Schreibungen feeld, doumb, loond, loonge, boord^ moume (Gasner 
14 ff.), bei Pecock formen wie feeld 28, 29, 169 u. ö., wißdeli 72, 
oold 5, eeldir 106, 107, 108 u. ö., eende 41, 54, 64 u. ö., boond 
100, 316, 397 u. ö., boundis 56, 70, hoond 150, leemed 9, 131, 
143 u. ö., weeme 137, 146, 147 u. ö., clieest 137. Bei Capgrave 
finden sich in diesen fällen keine längezeichen, bis auf outv^ ü\ 
auch in den Urkunden sind sie selten. Morsbach belegt nur 
aus den parlamentsurkunden goold, unsoold, eende, loongeth 
(s. 19), dazu wroung G 48, in den späteren Schriftstücken findet 
sich nur liemed R 58 ; von den Suffolker testamenten bietet 
nur das von 1467 soold 31, 40, yeerd 20, 22, boord 23, woord 43; 
in Norfolk erscheinen eendyn, pound, amoungea, wroung, tounge 
(Schultz 6, 11), goold 14591468; häufiger sind längebezeich- 
nnngen dagegen in den Paston Letters, vgl. boold EP III 280, 
woold MP m 30, EP m 27 u. ö., Jcowmb MP I (68), fyynd < 
findan MP II 21, weent 2JP IH (120), seende F 1 174, woorthe, 
woord 3JP m 31 u. ö., foorthe 3JP HI 150, 157, woorchypfuU 
EP ni 280 ; dazu einige male om f ür ö> (s. Übergang von ö>ü)\ 
auch bei Caxton sind belege nicht selten (Römstedt 7). 

Aus der relativen häufigkeit der längebezeichnung Schlüsse 
apf grösseren oder geringeren umfang der dehnung in den 



172 WILHELM DIBELIUS, 

einzelnen denkmälern zu ziehen, halte ich für gewagt; doch 
ist immerhin bemerkenswert , dass hier wie in fall 2. die 
Orthographie der Oxforder den frfih-me. quantitätsverhältnissen 
am nächsten steht. 

(§ 29) 2. Länge vor einfachen auslautenden konso- 
nanten wird gegen ausgang der me. zeit häufig durch kürze 
ersetzt, und zwar scheinen auslautende konsonanten in dieser 
Stellung dehnung erfahren zu haben; die doppelte länge wird 
dann schliesslich entweder durch die alte vokalische länge 
+ konsonantische kürze oder durch vokaUsche kürze + kon- 
sonantische länge ersetzt worden sein. Vgl. Brugger, Anglia 
XV 316 ff. 

Bei Wycliffe finde ich Verdoppelung des konsonanten nur 
einmal in tenn (Gasner 6), das bereits bei Orm mit kürze zu 
belegen ist, und in stinne < söna (vgl. komparativ sunner) 
1 Makk. III 46, bei Pecock in atwynne < on tweonum 33, 34, 51, 
wo kürzung vor schwerem suffix denkbar ist, dem romanischen 
Worte appmre < frz. empeirer 305 und in nwrre < niära 65. 
Chaucer hat kürze in ten, above, dove und den Partikeln hut 
und US (t. Br. §67, 35«), Capgrave schreibt sumtymme 150, 
camme (ae.c(7m) 31, Bannes {dkH. Danir) 111, hedded (enthauptet) 
276, wette < wmt 35. Die Londoner Urkunden bieten nur stoll 

< stdl und mit doppelter länge weell (Morsbach 18), gegen 
ende des Jahrhunderts woodd(es) R 80, woddes R 83, die Suf- 
folker testamente rooffU82: 53, holte < hol 1470: 45, 1482: 
55, solle < säwol 1481 : 58 — doch noch Jieem < heom 1467 : 
25 — , die Norfolker Gilden nur das romanische frutte (afz. 
fruyt 111), Worcester dorre{s) 387, 405; Caxton hat nur wette 

< wmt, swette < swCBt (Morsbach, Gr. s. 67). 

(§ 30) Zahlreich sind beispiele dagegen in den Paston Letters: 

a) Auf die möglichkeit, vokal oder konsonant lang zu 
sprechen, deuten woott < wät EP +in 383, leeffe < UBfan 2JP 
m 139, deall < dcBlan *m 227, feell{e) < ßlan 2JP HI 114, 
128, 130, heelle < JubHu) 2JP IH 117, weell 2JP IH 115, 178, 
187 u. ö., hooll < hol 2JP m 114, 130, scoolU 2JP m (39), fooU 
2JP in 102. Weniger sicher ist dies bei grytte < gr&>te MP 
n (290), styll < stelan aP l (541), dyell < dmlan 3JP m 41, 
unü < wel 2WiP I 516, chyff < chiefMP U 251, weysse < wUse 
MgP ^m 325, wo bei der entstehung von y und ey noch länge 



JOHN CAPQRAVE UND DIB ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 173 

vorhanden war, die kürzung jedoch bereits eingetreten sein 
kann. 

b) Auf kürzung des langen vokals deuten «) vor stimm- 
losem verschlusslaut cheppe (billig) 2JP HI 100, deppe < deop 
AP I 216; grett < great 2WiP 1 516, 2JP IH 164, MP 1 81 u. ö., 
bette < beatan MP III 44, gettyn < giet^in MP II (132), latte 
(ne. late) MP HI 45, lette < Wan MP II 187, wett < *W€eten (?), 
ae. tvitan MP II 240, 3JP m 218 u. ö., wott < wät MF U 242 
(schon bei Orm mit kürze), wrott < wrät MP 1 82, 3JP 111216; 
sahkes < sacu, seJcke < seoc MP III 30, bocJcs (ae. böc) IJP 11 
(236, 237) ; in taJcie (Pz.) MP III 44 kann ae. kürze bewahrt 
sein, ß) vor stimmhaftem verschlusslaut dedde < dead MP 11 
(372), liedde < hed 2JP HI 104, hodde < höd MP H (132), u;odd 

< wöd MP ni 135, modder < müdor MP II (140), wo auch 
an kürzung vor schwerem (?) suffix gedacht werden kann. 
y) vor reibelauten cheff < cliief MP IQ 193, lesse < UosaÖ 
MP m 45, *ni 211, wisse < tvisan IJP 1518, casse < frz. 
cos CIP n259, 2WiP 1(494), MP in29, Hesse < frz. at^e 
CIP n 42 , pesse (peace) 3JP III 41. d) vor liquiden d€ll(e) 

< dmUn 3JP II (388), III 43, JielU < hml MgP + IH 325, Iwll 

< hol 2JP m 86, wylle < hwtl AP I 216, seile < frz. seel 
2JP n 295; ferr < fceran MP H 186, herre < Äl^ra» CIP H 
(42), t<;errc < wcSron MP 11 195. e) vor nasal efnme < «am 
MP I (48). 

Häufig sind beispiele für doppelschreibung des konsonanten 
und reime mit alter kürze im 16. Jahrhundert, auch bei Wör- 
tern, die in der ne. Schriftsprache mit länge erscheinen, wie 
great, deal (Fuhr 28), grcat, keep, son (Sopp 19, 32), shapen, dare 
(Wille 14), stroJce, came, whole, soul (Hoelper 10 ff.). 

(§ 31) 3. Ae. kürze vor einfachen auslautenden kon- 
sonanten erscheint in einigen fällen mit den zeichen für 
langen vokal; auch vokalische + konsonantische länge ist zu 
belegen. Vgl. meen < men Suffolk 1467: 37, Norfolk 1482: 
282,284, fethirbeed Suff. 1467: 23, seet < seted 1467: 19, ebs. 
Pecock3, 486, sniook<SLe. smocc PL *I (134); ähnliche auf- 
fällige Schreibungen (beedds, deepth, tveept u. ä.) bei Sopp 16. 
Wahrscheinlich entstand diese oi*thographie aus gelegentlich 
gesprochenem hhn, dM, grU usw. für geschriebenes heem, deed, 
greet; vgl. auch oo für ü (§ 27). 



174 WILHELM DIBELIÜS, 

IL Qualität. 

1. a-laute. 

Ae. ce und früh gekürztes (b; dazu ae. a in 
geschlossener silbe und frz. a. 

(§ 32) 1. Ae. cB ergiebt in unseren quellen gewöhnlich a. 
Jedoch hat Wycliffe auch wJienne (nur in a), gedere neben 
gaderCy stets iogedere und togidere, femer whether (Gasner 
102 ff.); Pecock togidere (s. bei c-lauten), whether 149, 150 u. ö., 
stets than{ne) 1, 11, 32 u. ö., whanne 2, 5, 7 u. ö. und masse 
460, 549, 563. 

Chaucer bietet togidre, whether, -nesse, -chestre (t. Br. 
§ 48 ni) , thenne neben thanne (Cromie) , messe neben masse 
(Cromie , Kittr. s. 6) , ebs. Gower , soweit belege vorhanden 
(Fahrenberg 390). Von den Chaucerschülem hat Hoccleve 
messe, thenne und thanne (Vollmer 204 f.); Lydgate mcLSse 
(: passe Giles 225) und messe (: gesse : dresse PS 54, ebs. bS/bl), 
auch cristmasse (: passe Kai. 356), then (: men AA HI 1444 u. ö.) 
neben than (: man AA III 884 u. ö.), gres (vgl. an. -gresi) : 
hetiynes AG 1069; Bokenam stets a ausser in myhyJmesse 
(: ientylnesse I 671), auch hat frz. cachier in anlehnung an 
streechen (vgl. Pt. caught, straught) ein Prs. kecche entwickelt 
(: wrecche < wrecca I 491, : feche IX 798, X 419). Bemerkens- 
wert ist noch wesshe < wascan, tvmscan : disshe < disc 
KOrl. 194. 

Auch in der volkstümlichen litteratur finden sich masse 
und messe, than und the^i, jedoch anscheinend nur when. 
Auch thon (dann) scheint vorzukommen, vgl. than : trone (frz.) 
Ryman LIX 4. Ausserdem begegnen in e-reimen shall (: teU) 
Beryn 874, die entsprechungen von ae. basd, hcefde, pcet, *l€ecc 
(zu Iceccan, ne. latch), fcest, wass in Ed. Eth. (Heuser 2, Fischer 
176 ff.), sodann hadde (: forhleed Pz.) Lamb. 1141/14, secke< 
ae. scece, sacc : wrccke < ae. tercpc : necÄ^e < ae. hnecca Lamb. 
II 76/589, agast (: wyst : caste < an. Ä:e5to : prest Pz.) PlSa 227. 
Gelegentlich reimt ae. wces in ne. art mit frz. Crosse (vMarg. 
322, Ed. 1541, 1546, Audelay 57). 

Capgrave bietet in reimen a (masse nur I 723 : lasse : 
passe), doch thenne (: brenne II 31) neben thanne (: ian I 414, 
n 156, : banne I 620); in Chr. schreibt er a ausser in messe 
73, 84, 86 u. ü. , {Cristmesse 145, Ualowmesse 2bß, Myhümesse 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 175 

272, 310, 316 u. ö.) neben masse 77, 136, 152 u. ö. {Cristmasse 
183, 184, 203 u. ö.), whethir u. ä. 146, 178, 304, hed < hcefdon 
307, Jek (ne. Jack) 237, gres 180,215; stets hat er than{ne) 
68, 80, 145 u. ö. und whan(ne) 147, 149, 188 u. ö.; togider siehe 
unter 6-lauten. 

Die Londoner Urkunden schreiben a, ausgenommen messe 
neben häufigerem masse, then und when neben den entspre- 
chenden a-formen, togydere^ seltener iogeder, sowie whether 
(Morsbach 27 ff.), femer ihet <p(Bt W 102/14, 24; gegen ende 
des Jahrhunderts scheint whcfi (nur so R 19, 23, 44 u. ö.) allein 
gebraucht zu werden; die ne. Scheidung zwischen then und 
than ist noch nicht eingetreten; vgl. RH, 13, 17, 57. Die 
Suffolker testamente haben stets messe (1467: 17, 18, 21 u. ö.), 
auch candümesse (1467: 30), Michemesse (1481: 56), immer 
thanine) 1467 : 18, 20, 26 u. ö. und whan(ne) 1467 : 17, 22, 31 u. ö., 
e jedoch auch in festnyd < gefcestnod 1467: 35. In Norfolk 
dagegen sind doppelformen üblich, wie in der hauptstadt, so 
masse und (häufiger) messe, than und tJien, wlian und whcn 
(nie e in der grossen Urkunde und den späteren Schriftstücken !), 
togedir und togider, auch gaderen und gederen, sowie whethir 
(Schultz 5 ff.) , wie in den Paston Letters erscheint femer 
lh)os für (BS Güden 98, 101 , ebs. in Essex 1417/18 : *39/24. 
Worcester bietet Mihelmas 399 , then 377, 378, 380 u. ö., when 
377, 382, 397, gederynge u. ä. 387, 392. 

Die Paston Letters zeigen etwa gleich häufig masse EP 
in251u. 5. und messe AP l 217 n. 6. , auch in nebentoniger 
Stellung: Cristemasse IWiP 1 25, Ch-ystmesse 2JP III 127, Halow- 
mass 3JP IH 140, Halowmesse MP H 242 u. ö. 2WiP und IJP 
haben stets than, whan, z. b. 11 109, I 252, II 209; I 515, n 
209 bis auf when IJP I 348 ; F tJian I 92 u. ö., then I 93 u. ö., 
whan I 92 u. ö., when 1 172 u. ö.; MP than (als) I 81, 112 u. ö., 
(dann) 1 111, 178 u. ö., then (als) 11 179, 184 u. ö., Üien (dann) 
nur n 179, 184, whan 11 20 u. ö., wheti 1 538 u. ö. 2JP schreibt 
öfter ihan Ul 84, 85, 86 u. ö. als then III 130 u. ö., öfters when 
ni 101, 187 u. ö., whan II 295. 3JP hat bis auf than (als) 
m 41, 265 stets tlien TU 20, 31, 41 u. ö., wlien IH 41, 187, 
188 u. ö. Mit e erscheinen femer gedere MP II 178, sodann 
wetehe u. ä. < wwcca MP U (362), IH (36), 2JP H (327), 3JP 
n (299) u. ö. und eshe < assc Norf. I 510, die auf ae. umlauts-cp 
zurückgehen, das im Me. oft mit e wechselt, sodann gresse 



176 WILHELM DIBELIUS, 

3JP m 7, 8, wasche < Pz. w(escen, wascen Norf. 1 124, seck < 
scecc, sacc MP 11 179 und einige fälle, die wohl als südliche ent- 
lehnungen anzusehen sind : fcder < fceder MP II (125), ebs. wohl 
feydr Norf. I (284), Uhc (ne. lack, ndd. Iah, an. lalcr) 2JP 11 (321), 
pekthred 2JP III (16) zu an. 2>aÄA:i (ae. *p(Bcc wie a^c?), heihe 

< hcefö CIP I (540), fest < fcest fasten 3JP IH (53), hed < 
geheefd *n 48, w^e^ Norf. II (91), whet < hwcet *I (95). Umge- 
kehrt steht a für e in zastyrday < giestran dceges MP I 81 ; 
für das unbetonte ae. ces schreibt 2JP II (40) einmal osse, 

Caxton hat a, ausser in togydre, retdies < ae. rcecc, wliether, 
then neben f Aan (sonderung wie im Ne.), when neben häufigerem 
wha7i (Romstedt 9 f.). 

(§33) 2. Für fi'üh gekürztes ce begegnen doppelformen: 
Wycliffe hat lesse, selten (nie in b) lasse; leeste (Superlativ), 
laste (verb) , vgl. Gasner 79, 12 ; Pecock lasse 44, 45, 50 u. ö., 
leest{e) (sup.) 22, 140, 147 u. ö., lest < py Icespe 127, 149, 199 u. ö. ; 
Chaucer lesse (t. Br. § 11^) und lasse (Cromie; Marshall-Porter 
130), leest (sup., vgl. Cromie), lasten (verb; t. Br. § 12 /;); Hoc- 
cleve neunmal lesse, einmal lasse (vgl. Vollmer 204) ; Lydgate 
lasse (: solus : enhrace : was PS 80, : asse PS 191, : passe AA II 
1480) und lesse (: goddesse AG 306, 1264, : dresse : duresse AG 
536), leste sup. (: heste (frz.) : heJieste AG 480), laste (verb, : faste 

< fcest 2M 876), Bokenam lesse (: wytnesse 1 1061). — Aehn- 
lich schwanken die volkstümlichen dichter; leste < VBst^in 
erscheint im reim zu reste : weste : beste Lamb. II 69/350, 
: feeste (ne. feast) ebd. 87/26, bemerkenswert ist ausserdem bei 
Ryman tvreth < wrcBppu : deth LXI 10 u. ö. 

Capgrave bietet in Kath. Uisse (: passe I 540, 725, : cas 

II 235, 441, : bras IV 487) und lesse (: -nesse III 1411, 1419 u. ö., 
: gesse IV 1820, : confesse V 144), daneben wolü ungekürzt hes 
(: Epiphanes, freilich nui* eigenname I 636); für den Superlativ 
nur leste (: feste : este IV 124, 242, : beeste V 630, : areest Pz. 

III 277 mit bedeutsamer Schreibung) , für das verbum last 
(: fi'Z. waste V 480) und leste (: beeste < ae. betst IV 1350). — 
Chr. schi-eibt lasse 152, 200, 236 und lesse 77, 144, 255, at tihe 
leest 67, lasted 30, 149, 236 u. ö., evyrlastyng 3, 4, lested 25, 50, 
183 u. ö., evyrlestyng 82. 

Die Londoner uikunden zeigen lasse, lesse, last (verb), 
lest (konjunktion und Superlativ, vgl. Morsbach 45); gegen ende 
des Jahrhunderts findet sich nui* noch lesse R 48, 82, nathelesse 



JOHN CAPGBAVE UND DIE ENGLISCHB 8CHBEFTSPUACHB. 177 

E 70, 73, lest{e) (Superlativ) E 20, R 55, 57. Die Suffolker testa- 
mente bieten nur die spärlichen belege les$€r(e) 1467 : 38, 40, 
kssyd 1481 : 59, leste (sup.) 1467: 40, 42, 1481: 62, laste (verb) 
1467 : 25. In Norfolk erscheinen lessid, lasten^ testen (Schultz 
15), lesse{r) 1459 I 473, 474, in Worcester vnlasse 408 und auf- 
fallender weise einmal at the laste (mindestens) 402 neben 
teste 393. 

Die Paston Letters kennen nur lesse MP 11 197, 2JP IQ 
101, 3JP m 32 u. ö., lest (sup.) u. dgL 2JP m 222, IJP II 209, 
3JP in 31 u. ö. — Caxton hat einmal less^ sonst lasse, für den 
Superlativ nur teste (Römstedt8). 

(§ 34) Eine besondere gruppe bilden die schwachen präterita 
mit gekürztem ^, die gleichfalls doppelformen aufweisen. 
Wycliffe hat meist e, seltener a (Gasner 12); bei Pecock ist 
a \rad 19, lad 20, sprad 29, drad 249 u. ö.) etwas häufiger als e 
{red 59, led 109, spred 216, sdied 563), nur mit e erscheint ae. 
löefde, gclcefd 90, 106, 113 u. ö. Chaucer hat meist a, seltener e 
(Morsbach, Gr. s. 132), Gower häufiger lefte als laß (Fahren- 
berg 407) ; Hoccleve neigt zu Chaucer, er zeigt ladde und ledde, 
radde und redde, dradde und dredde (Vollmer 220), aber nur 
spradde (: hadde MP 229/372), shadde (: hadd<: MP 23/489), 
bestadde (: hade RP 3957), thraste (: faste : caste MP 171/879, 
233/495), doch nur byreft (: eft MP 124/395) und left (Vollmer 
220); Lydgate schwankt, er bietet a in ladde (: sadde EFr 1 825, 
: hadde EFr II 294, : lad (pt.) EFr IH 1231 usw.), rad (: sad PS 
257 u. ö.), drad (: mad Th 361d), sJuid (: sad Th 374d), e in 
redde (: spcd PS 104), spredde (: tcedde Kai. 58), left (: reft : eft 
AG 562) ; Bokenam kennt nur a : lad(: glad I 820, : made VI 
320 u. ö.) , sprad (: lad (pt ; kaum 6 < ae. bead) III 651 , XI 
496 u. ö.), berafth (: wycchecrafth HI 864, VI 215). In der volks- 
tümlichen litteratur erscheinen meist doppelformen. 

Capgrave hat nur e, vgl. in Kath. led (: sped IV 955, 
: fledde IV 1484, : bedde IV 2088, : sped : fl^d V 1689); — in 
Chr. led 5, 11, 46 u. ö., red 2, 140, 272, dred 39, spre^l 185. 

FUr die Londoner Urkunden führt Morsbach (s. 44 ff.) an 
dradde, rad, redd, left; aus späterer zeit kann ich nur belegen 
redd R 12, belefl E 20 ; auch in den anderen Schriftstücken sind 
die beispiele spärlich. Suffolk bietet clade 1467: 17, redde 
1467: 19, left 1467: 40; Norfolk cladde, led (Schultz 14 f.), redde 
1459 I 462 ; Worcester radde, redds (u. ö.) 402, Uft 399. 

▲nglU. N. V. XI. 12 



178 WILHELM DIBELIU8, 

Die Paston Letters zeigen meist e-fonnen, so led MP n 
184 u. ö., red AP I (220), 3 JP HI 43 u. ö., left 2WiP n 109, 
MP II 179, 3JP m 110 u. ö., delt 3JP ni 41 u. ö. Mit a sind 
zu belegen clad IWiP I 30, daltc < gedcBld 2JP III 188 u. ö^ 
overladd F 1 172, rad Wo I 404, Norf. I (301), dradde Wilts 
m416, *I386. 

Caxton schwankt zwischen radde und redde (Romstedt 8). 

(§ 35) Ae. a in offener silbe (ausser vor nasalen) er- 
scheint stets als a bis auf ein haue (ae. *hafian, habban) in 
den Norfolker Gilden BL 87 (Schreibfehler?). 

Ae. a vor nasalen. 

(§ 36) 1. Ae. a vor einfachem nasal erscheint als a bei 
Wycliffe, abgesehen von zweimaligem tnany (in b) neben many 
(Gasner 85 f., 102), Pecock (auch manie 336, 364, 379 u. ö.), 
Chaucer (t. Br. § 48 11, 255), Gower (Fahrenberg 390), Hoccleve 
(Vollmer 204) , Lydgate (jedoch vereinzelt I cofi : hegon < 6c- 
gunnen Th. 373 a), Bokenam (Hoofe 213) und den übrigen 
Chaucerschälem. In den yolkstflmlichen dichtungen finden 
sich öfters o-reime, so toomman : vppon Lon. XIX 83, can : an 
Beryn 2146, hegan : done (pz.) Unz. T. 258, man : sone < sunu 
Stat. Jer. 679, einige fälle auch in Ed. Eth., s. Heuser & 12. 

Capgrave dagegen liat im reim nur a : name : hlame : dorne 
ni 303, lame : fame 1 145, shame : fame IV 1259 u. ö., lane : 
Octauyane IV 1876, man : can: am Y 522, man : ihan I 732, 
wanne pt. sg. : Joanne I 595 usw. Auch in Chr. schreibt er stets 
game 178, name 54, 57, 67 u. ö., schäme 116; man 35, 49, 51 u. ö., 
began 23, 30, 36 u. ö., ran 133, wan 24, 32, 210 usw. Nor 
neben many 1, 4, 27 u. oft erscheint auch mony 186, 209, 217 
(vgl. ony). 

Die Londoner Urkunden haben gleichfalls a bis auf ein 
monnys (Morsbach 28 f.), auch aus späterer zeit kann ich nur 
a belegen {many E 11, 18, 19 u. ö.), ebenso zeigen die Suffolker 
und Norfolker Schriftstücke nur a (many Suff. 1467 : 17 u. oft, 
PL 1451 1 190 u. oft); doch einmal mon in den Gilden (Schultz 5). 

In den Paston Letters ist ebenfalls a die regel. Aus- 
nahmen sind in offener silbe nome * I (383) , in geschlossener 
con tt. ä. AP I (220), MP H (192), m (131), ElP I (435), mon^ 
Unc. I (97), *I (345 u. Ö.X begoon (pt. sg.) Norf. H (146). Auf 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIPTSPBACHE. 179 

angleichung an eny (vgl. mony, ony) wird beruhen m€fiy(e) 
MP n 180, 2JP m (58). Ueber mann vgl. § 38. 

Caxton hat meist a, vereinzelt auch o (begon, ranne), vgl. 
Römstedt 9 f. 

(§37) 2. Ae. a vor gedecktem nasal erscheint bei 
Wycliffe als o, jedoch schreibt er einmal hand in a, fast stets 
hange und bis ani ein thonkyngis in a stets thanh (Gasner 101 f.). 
Ebenso hat Pecock Jiond 2 u. ö., lond 174 u. ö., stände 129 u. 5., 
bände ft. Sil; tonjf 359 u. ö., streng 2b7\L(i.j trrongf367u.ö., lomb 
527, wonibis 305 ; doch einmal hand 259, stets hange 166, 197, 
238 u. ö. und thanh u. ä. 387, 543, 563. Ebenso bieten o Chaucer 
(jedoch auch hand, t. Br. § 13^, anm. 2 und stand — auch 
land? — vgl. Cromie, wände, vgl. Marshall-Porter, thatik s. 
t Br. § 12 jS^), Gower (auch thonk, Fahrenberg 400), Hoccleve 
(ausg. hand, land, stant, thank, Vollmer 204), und Lydgate 
(hoful ipond < pund PS 174), lange : stränge ipralange AA II 
1361, sänge pt. sg. : tange PS 25); Bokenam hat bis auf hande 
: husbande nur selbstreime (Hoofe 213). Auf a deutet dagegen 
vnderstand : garland Bem.L 538 a. Auch die volkstümlichen 
dichter haben einige a-reime, so vndirstande : vyaunde Lon. 
XVIII 0, hande : *camand (Ms. camyng) Beryn 3417, hand : 
vndirstande : bände < bönda : pleyande Lamb. II 53/377, lande : 
kavenande Audelay 30. 

Bei Capgrave scheinen die reime teils auf a, teils auf a 
zu deuten. Für a vgl. lande : bände < bunden I 660, 926, 
hande : bände I 663, 929, II 1132, lande : sande < sand Sendung 
: fände < fundan (oder fand in nördlicher weise?) Pr. 191. 
Für a scheinen zu sprechen fände : lyuand II 11, hande : 2. III 
235, ebs. undyr stände III 896, stände IV 74, lande HI 1180; 
Ihande : weeldand V 992. ng und nÄ; erscheinen nur in selbst- 
reimen wie I 443, II 310. — Die prosa bietet a und a : 1) vor 
nd: lond 1, 23, 24 u. ö., ande (atem) 66, sand 160, bandis 36, 
fand 2, 30, 90 u. ö., band (pt.) 78, landed 145, 219 — hand{is) 
27, 33, 85 u. ö., stand 51, 83, undirstand 2, 99 (fast stets Tni/- 
land 239, 242, 243 u. ö., aber auch Yngland 239, 263; meist 
Yrlond 137, 250, 257 u. ö., aber auch Yrland 1, 184, 247 usw.); 
2) vor ng : gang < gang 78, tcrang{is) 30, 106, 140 u. ö. ; sangis 
40, lang(e) Adj. 10, 29, 30 u. ö., sträng 93, 124, 133 u. ö., 
among{is) 2, 6, 12 u, ö., lange (verb) 1, langyn 36 — Äon^f pt. 

12* 



180 WILHELM DIBELIUS, 

39, 86, 117, sprang 23, 62, hang pz. 238, 278, 307, hangen pz. 
287, 316; 3) vor nJc stets a: thank 2, 285; 4) vor nib steht 
nuro: lonib 145, wombe 147, 167. — Cauntirbuf-y s. §38. 

In den Londoner ui*kunden findet sich vor ng fast überall 
a, vor den übrigen konsonantengruppen — freilieh sind nur 
vor nd genügende belege vorhanden — schwanken a und o 
(auch in land, standan), und zwar sind in den privaturkunden 
die o-formen, in den (meist jüngeren) Staats- und parlaments- 
urkunden die a-formen häufiger (Morsbach 61 ff.). In späterer 
zeit ist a vor nd die regel; so hat R (und ebenso E) lofides 
mir 83, 84, sonst stets land 12, 14, 17 u. ö., handes 71, 72, 
82 u. ö., Stande 87 u. ö., tvithstande 58, notwithstandyng 11 u. 5. 
Vor ng dagegen ist o das gewöhnliche: long B 27, amonges 
E 24, toronged R 70, daneben sträng R 33 — hange ist nicht 
belegt. Vor nk steht a: tliankes E 11, thanke R 68 u. ö. — Die 
Suffolker testamente bieten in der regel lond u. ä. 1467 : 24, 
1470: 47, 1481: 56 u. ö. und stonde 1467: 18 u. oft, stondyng 
1481: 55 u. oft; mit a begegnen nur landys 1470: 47, stände 
1481: 57, notwithstandyng 1481: 59; stets erscheint mit a 
handys u. ä. 1467: 27, 1481: 57, 1482: 54 u. ö. Vor ng steht 
durchweg o\ lange 1467: 24 u. ö., songe (sbst.) 18, amonges 16, 
jedoch stets a in hange u. ä. 1467: 15, 35, 1482: 53; präterita 
mit a oder o kommen nicht vor. Für a -\- nib erscheint nur 
das beispiel combe 1467 : 15. — Die Norfolker Gilden haben vor 
nd häufiger o als a, vor ng stets o\ jedoch nur hand und 
einmal belegtes hang (Schultz 6). Aus späterer zeit ist 
hinzuzufügen hangyng 1482 PL HI 285, Jiangeth 286. Aus 
Worcester kann ich belegen lond{es) 390, 394, 404 u. ö. , stonde 
390, 395, 402 u. ö., hande{s) 378, 386; longe 400, amonge 380, 
381, 385, stronge 377. 

In den Paston Letters herrscht starkes schwanken. 1) Vor 
nd steht a durchgängig in hand{es) F I 92, MP 11 20, IJP 
n 219, 2JP m 117, 3JP m 57 u. ö., nur MP schreibt einmal 
Handys H 202. Für land und standan sind doppeUormen ge- 
bräuchlich: F bietet lande{s) I 93, 321 u. ö., land I 93, 94, 
und stets stand I 94, 338 u. ö. , Wo nur lond I 370, 375 u. ö., 
stand u. ä. I 370, n 174, EP landes Ul 252, land(des) UI 
278, 279, undyrstand HL 279, MP nur land I 209, 11 178 u. ö., 
aber gleich häufig stand u. ä. n 179, 186 u. ö.^ und stand u. ä. 
1 82, 537 u. ö., IJP nur land I 275, 11 210 u. ö., seltener un- 



JOHN CAPGBAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 181 

dyrstonde 11 (28), notwithstondyng I 276 als standyth TL 221, 
undirstand II 219, 220, notwythstandyng I (295), 11 219, 2JP 
nur lond€(s) HL 21, 117 u. ö., aber Ingelande HI 188, etwa 
gleich häufig (undre)stond u. ä. HI 86 , 87 und (undre)stande 
XL ä. m 161, 166 u. ö., 3JP lond m 41, 43, 57 u. oft, lands 
ni (133), stets {undyr)stand HI 31, 41, 42 u. ö. Zu erwähnen 
ist noch wand (pt. zu windan) 3JP Hl 20. 2) Vor ng er- 
scheint meist ö, so in among MP II 86, longe IJP 11210, 
stronge 2JP HI 86, wronge 3JP HE 144; a findet sich einmal 
in Strang *I (345) und bis auf hongyd *I (134, 135) stets in 
hange u. ä. F 1 171, Wo I 371, 2WiP m 113, MP H 83, IJP 
I 276 u. ö. ; präterita mit ng sind nicht zu belegen. 3) Vor 
nJc findet sich a in thanJc{e) MP H 186, IJP I 349, 3JP IE 8 
u. ö., in thonh * U 379. 4) Vor m6 belege ich comb MP 11 
176 u. ö., Jcotvmh MP I (68), lambe 2.JP HE (153). — aunswer 
usw. s. § 38. 

Bei Caxton schwanken a und o vor nd in demselben worte ; 
vor ng herrscht a in verbalformen, o in nominibus; vor nk 
steht einmal o, sonst a, vor m& a und o (Bömstedt 10 f.). 

(§ 38) Französisches a vor gedecktem nasal wird in 
unseren quellen häufig durch au wiedergegeben. Wycliffe 
schreibt seruaunt Matth. X 24 u. ö., aungel Matth. XI 10, 
laumpis Matth. XXV 1, chaungynge Matth. XVI 26; Pecock 
coniaunde 126, chaunge 107, chaumbir 150, laumpis 169, gouer- 
naunce 112 (ensamplid 311, grantid 504, gouernance 112), 
ähnlich Chaucer, vgl. t. Br. § 70. Capgrave bietet plesauns 27, 
servaunt 32, aungell 27, chaunbir 134, seltener tn^ton^ 91, 
angeüis 108, chambyr 200. 

Die Londoner Urkunden schreiben meist seruaunt W 15/20, 
substaunce W 131/23, straungers M 10, selten ^ertmnt W 114/11, 
maintenance LG 4, später ebenfalls häufiger jFVat«nca B 20, 
o&^ervaunce B 53, straungers B 17, commaundeÜh B 17, als 
ignorant B 11, servantes B 15, cammandeth B 16. Aus Suffolk 
belege ich grawunte 1467: 25, aungellys 39, chambyr 22, aus 
Norfolk oräenatinee Gilden 21, suffy saunt 54, straunge 58 usw., 
selten rentanan/ 24, «nayn^enanca 74; ^enaun^ PL 1451 1 190, co- 
maundment 1 191, braunches 1459 1 473, chaumber 1482 m 288. 

In den Paston Letters sind etwa gleich häufig recomaund 
U. ä. IJP I 233, 2JP ni 103 und recummand u. ä. IJP n 209, 



182 WILHELM DIBELIUS, 

2JP II 295, straunge MP HI 63 und stränge MP II 188, graunt 
IJP II 222 und grantyd IJP I 232. 

Auch in germanischen Wörtern wird gelegentlich a vor 
gedecktem n durch au bezeichnet, so erscheint bei Capgrave 
Cauntirburtj 139, 140, 147 u. ö., ebs. in einer Kenter Urkunde 
LC 165, 166, 167, ähnlich awnswere Exeter 333, haunde Essex 
1417/18: * 39/24. Die Paston Letters bieten aunswer u. ä. F I 
418, 1 WiP 1 25, MP n 184 u. ö., Kawmbrege (Cambridge) MP 1 82, 
aungyr < an. angr 3JP III 50, sogar mann < an. man 2JP II (41). 

Ae. a vor sc. 
(§ 39) a + sc entwickelt sich in der Bibel oft zu ai, so 
finden wir dort aische, waissclmi (Gasner 101). In derselben 
weise hat Pecock aischis 230, waische u. ä. 124, 127, 468 u. ö. 
Unsre anderen quellen kennen diese entwicklung nicht, wayshyth 
MP n 202 ist eine ganz vereinzelte form der Paston Letters. 

Ae. (B, a + jf. 
(§ 40) Hier ist zu erwähnen, dass fär ae. dceg neben regel- 
mässigem day auch die aus dem plural entwickelte form datce 
vorkommt, vgl. dawe (dat. sing.) : lawe < lagu : watoe {= mhd. 
mnd. wage zu ae. wagian) Kath. V 653, wohl ebenso dawe (dat.) 
: Arawe Lon. XVI 852, dey (acc.) : drawe (pz.) Rom. Auf. 115, 
deys : lawys (oder < frz. leiT) ebd. 143, dawis : lawis Beryn 733. 
Ebenso erscheint zu fain < fangen die nebenform fawe (: felawe 
Hoccleve MP 180/56, : lawe Lon. XV 382, : drawe inf. : sawe < 
sagu : lawe Lamb. 11 96/28). 

Für die Weiterentwicklung des alten a + g sind charak- 
teristisch die reime cause : place Gen. 192, : purdiase 5201, 
saal < sawol : male (männlich) Beryn 2682, wolil auch (trotz 
unbetonter silbe) felas : was : plas Bokenam VI 377. 

Von der nordenglischen monophthongierung des ai finden 
sich nur sehr wenige spuren in unseren quellen, höchstens daly 
MP II 26, R 13, forsad Norf. 1459 I 460 (vgl. auch die § 26 
angefühlten fälle von ai furo). Nicht hierher gehören Schrei- 
bungen des 16. Jahrhunderts wie (Ascham) faireweU neben fare- 
well, salyng neben saylyng, dalie neben dailie, und umgekehrt 
laidie neben ladie, quasy neben quaisie (zu an. kveisa geschwür) 
— vgl. Wille s. 13 — ; sie sind daraus zu erklären, dass ä und 
ai bereits zusammengefallen waren. Ansätze dazu scheinen 
sich übrigens bereits in unseren quellen zu finden (s. § 46 &.). 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 183 

Ae. ea (a). 
(§ 41) 1. Ae. ea (a) vor gedecktem r wird bei Wycliffe 
im allgemeinen zu a; indessen schreibt die Bibel tnerewis (zu 
mearh) , merJcid (s. u.) , weywerd und stets berd (Gasner 123). 
Pecock bietet neben sonstigem a einmal scherpli 149 und berdis 
119, 120. Chaucer hat o, jedoch ernte, fern, yerd, berd (t. Br. 
§ 48 IV 7), Qower, soweit belege vorhanden, stets a (Fahrenberg 
397); Hoccleve stimmt zu Chaucer (Vollmer 208); Lydgate 
hat hard (: awayward : Riehard Eal. 95), toward (freilich un- 
betonte Silbe; : Standard EFr DI 524), berde (: swerde : aferde 
AG 628); Bokenam bietet a, ausgenommen merk (Hoofe216), 
das jedoch durch ae. formen mit ie beeinflusst ist Auch die 
übrigen Chaucerschiller und die volkstümlichen dichter zeigen 
meist a, doch ist e wahrscheinlich in seherp : herte < heorte 
GR226, XV Signa 194 mark : astert Beryn 612 (oder r-einfluss?) 

Capgrave hat keine beweisenden reime ; merke (sbst.) richtet 
sich nach ae. gemierce, miercels (: werke TU 63, V 213, 1221 u. ö., 
merkis : derkis IV 822, V 1972) ; gere entspringt aus einer Ver- 
mischung von an. gerun und ae. gearu, *geare (: feere V 169, 
: chere : lere IV 1012 , : feere : rere V 1318). — Chr. bietet 
meist a : arme(s) 106, 160, mark (münze) 158, 160, 183, sparkis 
25, hard 246, 303, wardes 193, 201, scharp{ly) 246, 265, 278, 
marked 238, wamed 185, 304, 307; jedoch berd{is) 64, 105, 
heried < *heargian 312, heruest 181, yerd 140 — auch gere 
298, merk 6, merkyd (ae. ^miereanf) 155, 160; erchbischop 192 
(auch in den brief en und Urkunden) geht auf ercebiscop zurück. 

Die Londoner Urkunden haben a, aber fast immer yerd 
und einmal hermes (ae. hearm), vgl. Morsbach 50 f. Belege aus 
späterer zeit sind marcs E 21 , yerde R 16. Die Suffolker 
testamente bieten marke u. ä. 1467: 19, 1470: 48, 1482: 51 u.ö., 
yeerd 1467 : 20, 22. In Norfolk erscheint ebenfalls a (Schultz 
17); aus späterer zeit kann ich nur belegen mark u. ä. 1451 
PL 1 190, 1459 1 461, 1482 III 286, 287 und dreimaliges merk(e8) 
1482 m 286. 

Die orthograpliie der Paston Letters zeigt gewöhnlich a; 
e erscheint in zerde < geard (hof) AP I (219) , — yerde u. ä. 
(mass) MP I (355), 2JP III 86 (16, 224) usw. ist aus ae. gierd 
abzuleiten — neben yard{s) MP II 215, Norf. I 510, merMß) 
Nori in 168 , * I (133 u. ö.). Durch nebentonigkeit wird zu 
erklären sein to yow werds 2JP II (300), ähnlich Nort H (91), 



184 WILHELM DIBELIÜS, 

+ 3WiP III 345, der < dearr Devon I (86), *II (51), (her MP II 
187, 195, (226); auch dor MgP III (215). 

Caxton hat a, ausgenommen herdcj yerde, speriel, gere, 
merke (verb), ermen (Römstedt 9). 

(§ 42) 2. Ae. ea (a) vor gedecktem l ergiebt fast überall a. 
Beryn reimt jedoch haltte : selue 2064, 2178. Feiner ist ae. 
a, ea + Id zvi ä, ö + Id geworden (beispiele siehe § 44) ; bis- 
weilen erscheinen daneben formen mit e (eld, teld, seid usw.), 
die jedoch meist auch analogisch entstanden sein können (vgl. 
eider, teilen, seilen). Beispiele finden sich bei Wycliffe (Gasner 
122 f.), Pecock {eelde 269) und (selten) bei Chaucer (t. Br. §48 
IV /3). Von den Chaucerschtilern und volkstümlichen dichtem 
des 15. Jahrhunderts zeigen e nur das Lamb. Ms. (olde : tveeldc 
< getoieldan : ^eelde imper. : hoold 11 60/65) und Capgraves 
Chronik: eld 1, 20, 40u.ö., /eW39, seldhQ, 146, 180; daneben 
erscheinen ebenso häufig die entsprechenden e-formen. Ae. 
healdan ist in Chr. nur mit o und a (vgl. § 44) belegt. Von 
den Urkunden bieten nur die Norfolker Gilden einige 6-formen 
(Schultz 5). In den Paston Letters finde ich telde 2WiP I 86, 
teld AP I (248), MP H (131) u. ö., tellyd AP I (255); die letzte 
Schreibung deutet auf anlehnung an tellan. Caxton hat stets 
(Römstedt 20 f.). 

Für die entwicklung eines u vor gedecktem l, wie sie 
u. a. durch Tyndales Schreibungen caulfe, haulfe (Sopp 7) be- 
zeugt ist, finden sich in unseren quellen nur ganz vereinzelte 
belege : fawyll < feallan, liawiU < heall MgP + III 326. 

(§ 43) 3. Für ae. ca (a) vor A (k) + s finden sich doppel- 
formen mit a und e: Bei Wycliffe lautet das verb waxe und 
häufiger wexe, stets erscheint axe < ae. eax (Gasner 124). 
Pecock hat waxiden 243 , sonst wexe u. ä. 334, 339, 342, sbst. 
wex 197, 237, Chaucer flex, wex, tcexen und tcaxen (t. Br. § 48 
IV tJ), Hoccleve einmal i€exe (Vollmer 208); für die anderen 
dichter fehlen mir belege. Capgrave bietet in Eath. wax 
(sbst.) : ax (inf.) IV 34, in Chr. wax (sbst.) 168, 221, 266, 
(inf.) 300, ax < eax 240, exe 241. Die Londoner Urkunden 
.zeigen wax und wex für das sbst. (Morsbach 52), so auch 
später wexe E 69. Suffolk bietet wex (sbst.) 1467: 17 und 
Vax (sbst.) 21, Norfolk wax (sbst.; Schultz 17) und wexe (sbst.) 
1482 PL III 282, axes 1426 PL 1 12. Aus den Pa^ston Letters 
sind zu belegen wax (sbst.) MP I (48), III (36), 3JP III 41, 48, 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHBIPTSPRACHE. 1 85 

wexe (sbst.) +*m 334, wax (verb) MP H 82 (63, 309), 3JP 
in (56), waxeih MP 11 (419), waxyn *I (285), pollexis (ne. pole- 
axes) MP II 215, exe Norf. 1 125, ax *I (133). Caxton hat 
wexe (verb), wexynge, waxid (Eömstedt 9). 

Ae. ä, sowie ea (ä) + Id. 

(§44) Wycliffe bietet meist o (Gasner 116); doch finden 
sich auch thou wast < ae. tcäst Dan. X 20 a und ganynge (ae. 
gänian) 2 Makk. VI 1 8. Stets o haben Pecock, Chaucer (t. Br. 
§ 29, 49), Gower (Fahrenberg 393), Hoccleve (Vollmer 206), 
Lydgate (Schleich 2M XLI) und Bokenam (Hoofe 223). Da- 
gegen erscheinen in der volkstümlichen litteratur manche bei- 
spiele von unverdumpftem ö. So bei Cobsam mare : fare < 
faru 149, 287, ebs. 245, Beryn lord : ward 3053, GR sore : 
care 210, Ow. M more : care 112, Stat. Jer. stone : same 121, 
ebs. mare 178, 369, rase pt. 512, Lamb. Ms. 11 sore : care 4/11, 
ebs. 95/12, mare 23/40, 25/115, Audelay fere : care 18, ebs. sare 
45, gase (gehst) 68, gast 80, lord : forward^ : retvard 12 (aber 
hrd : word : reward 13, 24 u. ö.). 

Capgrave bietet in Kath. fast stets o, vgl. oone : doone 11 
1168, more : before : forlore Pr. 198, moo : doo 1 453, j^öö5< : 
hoost I 301, ?ör(fe : acorde JH 195 usw., — holde : 5CÄuW I 728, 
bolde : ääöWc : tc;öZ(fe I 516 usw. In nördlicher weise erscheint 
a in lare : wäre < wilSron : are (sind) 11 1391. — Auch Chr. 
zeigt meist o, z. b. anon 136, 157, 169 u. ö., more 2, 160, 162 
u. ö., mo 172, 254, 264 u. ö., most 183, 219, 244 u. ö., lord 1, 
4, 51 u. ö., — old 21, 60, 97 u. ö., boMly 52 u. ö„ hold{e) 78, 
118, 223 u. ö., told 58, 116, 139 u. ö., sold 146. Jedoch er- 
scheint a in hali (vgl. halidom, hal^ien) 65 (auf derselben seite 
auch holy), und häufig in hald 50, 130, 144, 158, 165, 204, 
haldyng 261. 

In den Urkunden von London (Morsbach 42 f. , ebenso in 
späterer zeit), Suffolk und Norfolk (Schultz 13, 6) , erscheint 
stets 0, nur in Norfolk gelegentlich up-haldene (Schultz 5), 
qwam < hwäm BL 78 und haly < hälig 1459 I 470. 

In den Paston Letters sind o-f ormen nicht selten : F schreibt 
hald u.a. 194, 172, 173, 175, IWiP wham 130, 2WiP with- 
haldyn I (494), MP wham III 63, hame II (74, 309), HI (37), 
I wat n 217, hal 1 (48), hald I (220), salde pz. I (531), 2JP 
strake pt. sg. in 104, wateth er weiss III (15), 3JP thase pron. 



186 WILHELM DIBBLIUSy 

III 49, wratJie < gewrüpian, gewrcB^an HI 57, stake pt. sg. in 
219, strake pt. sg. II (318), stanys II (318); ferner kommen vor 
aytJie < äd *I (526), hak < häl *I (95), awnly < e^nZtce Line. 

I (97), anely * H (51). — Caxton hat o (Römstedt 20). 

(§ 45) Eine Sonderstellung nimmt die lautgruppe a + w ein. 
In einer ganzen reihe von werken des 13. und 14. Jahrhunderts 
wird ä stets zu ö, verbindet sich aber mit einem folgenden to 
oft zu au ; so in den mittelkentischen denkmälem, den Sprich- 
wörtern Alfreds, in Floris und Blaunscheflur, Sir Orfeo, Amis 
und Amiloun (vgl. Brandl, Anz. f. d. Altertum XIU 95 und 
Knigge, Zur Sprache des Gaweindichters, Marburger Diss. 1885, 
s. 32 ff.), ähnlich in Ai'thur und Merlin (Kölbings ausgäbe XXV). 
Bei unseren autoren ist ow das gewöhnliche; jedoch schreibt 
Wycliffe auch knawelichidc u. ä. (Dan. VI 10a, IX 4a, XTTT 
14 a), Pecock auch naust 417, 419, 466 u. ö., au^t 488; bei 
Hoccleve findet sich noght und naught, dazu nat (Vollmer 213, 
215), bei K Orl. aught und ought (= ähte), naught und nought 
(= näwiht, Münster 13). Gen. reimt vnknotoe (Ms. -yng) : 
drawe 3396. Aus der volkstfimlichen litteratur sind zu er- 
. wähnen nowht : taivht < tcehte Lon. XV 608 , sa4il < säwol : 
male (männlich) Beryn 2682, lowe < lägr : saxce (sah) Ow.M. 
Seite 8, B 25, know : saw Nun 209, ^rawc < J>rätcan : plawe < 
an. plaga spielen : lawe : drawe Lamb. II 44/111, knowe : laue 
< an. lagu : xvitMraw : lowe < an. lägr Audelay 25. 

Bei Capgrave erscheint cnatoat^ meist als ktwwe (: growe 

II 524 u. ö.), jedoch auch im reim mit lawe : pauwe < afrz. poue, 
poe? V 137 und drawe V 1281, säwol als soule und saule (: Gaule 
— eigenname — II 323), (n)awiht als (n)ought (: thought : baught 
V 1150 u. ö., : brought IV 1030, : sought V 1479, 1481) und 
nawght (: mysdraught : taught I 821, : caught : laught IV 2060, 
: taught IV 2234). Chr. schreibt meist o, so knowe 156, 275, 
310 u. ö., rowe 172, owe 258, owne 184, 227 u. ö., soule o. ä. 
153, 199, 210, nowt 270, doch naw^ 281, aute 167, 171. 

Die Londoner Urkunden der älteren zeit haben bis auf 
einmaliges sauUs und häufigeres nat nur o-diphthonge (Mors- 
bach 73, 83) ; später findet sich auch knawe{n) E 74, B 13, 
kfiawlage R 1 1, neben knowe u. ä. R 23, 69, 83 u. ö., knowlage RH, 
auTne R 75 neben owe 12, ou;en E 64, owne E 33, 39, 40 u. ö., 
aught < ähte R 44 , na^ R 73 neben not R 11; 13, 16 o. oft, 



JOHN CAPGBAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPBACHE. 187 

latve < an. lägr R 19. Aus Suffolk belege ich soule 1467 : 30, 
41 u. ö., knowith 1467: 41, otcnc 23, 30, not 15 u. oft, nat 27, 
1482: 51, aus Norfolk soule und (selten) saulesj otven und ein- 
mal awe, nought, naught und not, nat (Schultz 14), aus Wor- 
cester owne 381, owith 380 u. ö., lowe 395, 404 und latve 395 ; 
aus Exeter sawles 336. 

In den Paston Letters ist ou bei weitem das häufigere. 
au enscheint in awne < agen 2WiP I 516 (493), 3JP II (343), 
atcyn Norf. 1 199, aivyth (ae. ah) MP I (67), II (226), awght 
u. ä. < ahie MP I (224), IJP I 252, 2JP HI (118 u. ö.), aught 
< awiht IWiP I 25, 2JP m 130 u. ö., sUwe < släw 2JP II 
(374), slaughthe < *släwf = sUBtvf 3 JP HI 157, sawle < säwol 
MP II (227) , knawe Line. I (97) , femer in unbetontem nat 
2WiP I 516, IJP n 219, 2JP H 295. Wie hier au und ou 
neben einander stehen, wird auch gelegentlich au für festes 
ou eingesetzt , so in thaught < gepoht * HL (203), dawztyr < 
dohtor * I (525), auch für ow < fl in mthaught < wip ütan Norf. 
n (50). Aehnlich schreibt Skelton sought und saught (Schöne- 
berg 20), Tyndale hawe, nawe für ae. hü, nü (Sopp 29), Ascham 
doughter und duughter (Wille 62), Tottel daughter, braught, 
wraught (Hoelper 34). 

Caxton hat nur o, sofern nicht kürzung oder analogie- 
wirkung vorliegt (Römst^dt 20, 8) ; doch findet sich noch bei 
Tyndale otone, aune (Sopp 30). 

(§ 46) Wann der Übergang des ä- zu CB, f stattgefunden 
hat, ist bisher noch nicht sicher festgestellt worden. Einerseits 
giebt du Guez (1532) bereits dem a- den lautwert des frz. e 
(jedenfalls in Wörtern wie pere, mere) , und auch Palsgrave 
(1530) scheint neben der guten ausspräche (ö) eine vulgäre 
(wohl ob) zu kennen, andrerseits sprechen auch gewichtige Zeug- 
nisse für erhaltung des ä bis ins 17. Jahrhundert. Luick (Anglia 
XIV 268 ff., Untersuchungen §264 f.) folgert aus den wider- 
sprechenden angaben der grammatiker, dass der lautwandel des 
a in den verschiedenen dialekten zu verschiedener zeit st^t- 
gefunden habe, und zwar habe im norden a um die mitte des 
16. Jahrhunderts bereits die stufe ^ eiTeicht, im Süden und osten 
im ersten viertel des 17. Jahrhunderts, im mittellande noch später. 
Es scheint, als ob a in den südlicheren dialekten Englands 
bereits im 15. Jahrhundert den laut ^, die Vorstufe von f, er- 



188 WILHELM DIBELIUB, 

reicht hatte. Dafür sprechen einige reime südlicher und mittel- 
ländischer denkmäler des 15. Jahrhunderts, die z. t. gar keine 
vokalisch ungenauen reime enthalten; vgl. mad < gemacod : 
siede < stMe Lon. XXX 277, heheue (sbst. zu ae. *hihaf%an, 
hihabban) : beleue < geUafa Ow. M. 49, Square : bere (int) 
Stat. Jer. 419, named (oder ae. ndSnian?) : demed Princ. Cr. 249, 
blame : attaine Brompton 7 ; algat : wayt Audelay 47, gladis < 
gladaö : glydis < glldcö Audelay 45. Dazu Capgraves reim 
haue : laue < IcBfan HI 428 ? 

(§ 47) Auch in der prosa begegnen einige Schreibungen, 
die auf einen veränderten laut des ö- schliessen lassen. Cap- 
grave schreibt einmal seme = ae. same, an. samr 60, die 
Paston Letters nicht nur heve IWiP I 20 u. ö., ye, they (her 
(not) = ne. you dare MP II 187, 195, (226), die sich durch 
unbetontheit erklären Hessen, sondern auch mclce (ae. macian) 
3JP II (392), seve (frz. saaf) Norf. 11 (9) auch 6 < ae. Ä (vgl. § 44); 
wie Tcneleehe 2JP II (340), scry MP 11 (384), underst€nd{e) 2JP 
II (368), Norf. II (351). Unsicher sind Iwe(e)t < ic wät 2JP 
m (60), 3JP m 41, weit 3JP HI 68, tvett AP I (89), u;ety(h 
2JP m (94), *ra (182) = wät, wäteth? — auch anbildung 
an den plural *weetc < witon und den Infinitiv wete ist möglich 
— , wheys (genetiv zu ae. hwa) 3JP + III 365, whem 2JP 11(380) 
= wham § 44 — oder < ViwcSs, hwiX^? — , mere < müra 
Norf. n (119) — oder nach mm neben fnä, mmst? — , helengyng 
2JP n (415) — nach me. bilenge? — ; auch wird umgekehrt 
bisweilen a für f geschrieben : spake(n) pz. AP I (248) , Norf. 
II (15), *n 214, mate < niete (meat) *I (133), forgate (imper.) 
MP II (342), zastyrday (gestern) MP I 81, brak{e) (inf.) 3JP 
m (53), F I (170) — plase (gefallen) 2WiP I 86 ist nicht aus 
frz. plaisir, sondern dem konj. place abzuleiten — . In Essex 
erscheint hely < *hallice 1417/18, *41/1. Aehnlich hat später 
Tyndale mane < ic m(Bne, mate < mete, I spake < sprece 
(Sopp 19). 

(§ 48) Luick hat (§ 282 u. ö.) nachzuweisen gesucht, dass 
die monophthongierung von at > f mit der entwicklung von 
ö- > f gleichen schritt hält. Wie für jene lauterscheinung, so 
scheint es auch für diese im Me. bereits einige anhaltspunkte 
zu geben. Vgl. attaine : blatne Brompton, wayt (ne. waii) : 
algat (ne. algate) Audelay (s. § 46), may : degre : be Audelay 44 
(lautwert «/? : p/f, I?), betrayd : bred < bread 70, waye < weg ; 



JOHN CAPQBAVE UND DIB ENGLISCHE SCHRIETSPBACHE. 189 

me : betraye Gen. 989, auch hreyne < bregen : pelycane Stat. Jer. 
339 ?. Capgraves wayr (: fayr : repayr) I 96 Hesse sich zur not 
auch von afrz. gayoir (pf erdeschwemme) statt von ae. wer (wehr) 
ableiten. Aus der prosa vgl. ressyng (an. reisa) MP II 242, 
umgekehrt zweimaliges gayt für gietan {*g?t) * III 227 ; auch 
granes E 72 neben graynes 71 für ne. grain? 

2. e- und i- laute. 

(§49) Uebergang von i > e, 

Ae. i erscheint in offener silbe häufig als e. Nach Luick 
ist das e als lang anzusehen und zeichen eines ursprünglich 
nördlichen lautwandels, der sich jedoch auch in südlicheren 
gegenden bisweilen finde. 

Wycliffes Schreibung e für i ist mit dem von Luick auf- 
gestellten gesetz nicht zusammenzubringen; bei ihm scheint 
nicht die Stellung in offener silbe, sondern die nähe eines 
labials oder nasals massgebend zu sein (vgl. Gasner s. 108). 
Pecock bietet zwar vfidimemm u. ä. 452, 562, 563 u. ö., aber 
nicht nur vndimymers u. ä. 452, 476, sondern auch smgil 184, 
356, leggith < licgö 29. Dagegen erinnern einige reime unsrer 
quellen an nördliclie Verhältnisse. Chaucer hat einmal liden : 
abiden : yeden (t. Br. § 326), Hoccleve leue < lifian : greve 
(Vollmer 205) — ein ähnlicher reim bei Lydgate ? (s. ' Qualität 
der flaute') — , Bokenam wete < witan : stveie 1 1088, wrete pz. 
: swete 1 1087, sniete pz. : wetc < wceted IX 1032, ebs. I 580, 
X 848 , im Palladius erscheint steTce (st. pz. zu stician) : hreke : 
speek 126/625, bei K. Orl. wete < witan : swete : biliete usw. 185, 
bei Lonelich smette < sniiten : sette pt. XXII 96 (doch vgl. bei 
den beiden letztgenannten die i : c-reime § 18, 19). 

Capgrave reimt einmal quekc < cwician : seeke < secan : 
Ueke < Ixcian IV 1801 ; ob hende : eende V 290 (bindan oder 
bendan ?) und leue < lifian : ycuc (s. § 52) hierher gehören, 
ist fraglich. Häufig wird dagegen in Chr. e statt i geschrieben, 
vgl. abedyn (pz. zu äbidan) 185, cenews (ae. sinu) 34, eyeledis 
168, leue < lifian 13, 23, 32 U.Ö., smet<snüten 61, spete< 
spitu 198, weke (< weoce?) 205, wete < witan 180, 191, 234 
{wite 135), wretin 125 (writin 314), liedir < hider 67 und thedir 
< pider 175. 

In den Londoner Urkunden ist e für i- selten, nur leue, 
sekerly, hedir, dazu für i in geschl. silbe candelstekes, shelingworth 



190 WILHELM DIBELIU8, 

belegt Morsbach (s. 32 f.) ; gegen ende des jahrhonderts erscheinen 
wedowe R 32, leve R 69. Dagegen sind derartige Schreibungen 
häufig in Suffolk, vgl. leve u. ä. 1467: 36, 1470: 45, 1481: 62, 
1482: 51 usw., spetes 1467: 23, wretyn 1467: 16, 19, 24 u. ö., 
in geschlossener silbe nur enner < innera 1467 : 19 (vgl Wy- 
cliffe), ebs. grendyll (mtthle, zu grindan) 31 und wele 17, 18; 
1482: 51 (s.u.). Ebenso zahlreich sind sie in Norfolk, vgL 
Schultz s. 6, aus späterer zeit seker 1451 PL I 191 und die 
partizipia wreten u. ä. 1451 PL 1 189, 1482 III 282 , torefhyn 
(zu wn])an) 1459 PL I 468, 470, — doch hese (his) 1451 I 
189, 190 (s. u.). Auch in rein südlichen Urkunden des 15. Jahr- 
hunderts ist e für i- zu belegen, vgl. wete, levyth Canterbury 
165, 166, wete Exeter 332, 335. 

Die Paston Letters bieten häufig e für t in offener silbe, 
so in den infinitiven leoe (ae. lihhan, Ufian) MP III 24 , 3 JP 
m 198, wete u. ä. MP I 81, IJP 1 232, 2JP HI 84, 3JP m 
198, EP in 279, dem pt. pl. abedyn MP 1 111, den partizipien 
levyng < Ubbende, lifiende IJP IE 211, abedyn IWiP I 30, «n- 
chedyn (zu cfdan = chide) 3JP HI 50, dreve IJP I 349, redyn 
2WiP I 515, wretyn F I 418, 2WiP I 87, MP I 82, IJP I 233, 
2JP m 198, 3JP m 8, EP in 27 usw. Obgleich e keines- 
wegs regelmässig für X- eintritt (vgl. writen IWiP I 20, IJP 
n 221, rydyn MP 11 185, wyhc unter 'w-einfluss'), wird c- in 
diesen fällen wirklich einen lautwandel des i bezeichnen ; dafür 
sprechen einmal die Schreibungen dreave < pt. pl. drifon 3JP 
III (53), ähnlich seyth (s. u. und § 25), wohl auch weit < wiian 
(s. § 30 b) , das doch ebenso wie greit, leite, helle usw. einen 
^-laut voraussetzt; femer die grosse Seltenheit von e für « in 
geschlossener silbe. wele < willen MP II 65 wird auf ae. formen 
wie nelle neben nylU^ welle neben willen zurückgehen, thredde 
IWiP 1 26 seinen vokal an Ihre angeglichen haben, hes MP 11 
216, 217 durch unbetontheit zu erklären sein. So bleiben nur 
noch thengges MP III 29 (vgl. reng, weengis, brenge in der 
Bibel), sliefft 3JP III 216 (sbst. zu ae. säftan; vgl in der Bibel 
sweftly), sJiep <scip (vgl. scipes, scipu) 2JP II (100) und sethe u. ä. 
MP I 538, n 99, in 125 u. ö., seyth MP n 239, das auf *8ißan 
(Vermischung von ae. sippan und an. si])an) zurückgehen wird. 

Auch Caxton schi*eibt häufig wete, smeton, wreten usw. 
(s. Römstedt 13 f.). 



JOHN CAPGBAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIETSPRACHE. 191 

(§ 50) Beachtenswert sind die i- : ^-reime bei Bokenam und 
Capgrave in Verbindung mit der Schreibung e {ea, ey) für t- in 
Capgraves chronik, den Suffolker und Norfolker Urkunden und 
den Paston Letters. Dies deutet doch darauf hin, dass im 15. 
Jahrhundert die nördliche Vertretung des X- durch e auch in Nor- 
folk und Suffolk eingang gefunden hatte. Dass das nördliche 
e dagegen im südöstlichen England allgemein üblich gewesen 
wäre, ist bei der spärlichkeit der t- : ^-reime bei Capgrave 
wenig wahrscheinlich. 

Ae. «c, ii, 

(§ 51) 1. Ae. ie hat bei Wycliffe i und e ergeben, er schreibt 
seile und ^7/^ < ae. siellan, syllan neben häufigerem sellan, 
Herde und hirde < ae. hierde (Gasner 127 1). Pecock hat fast 
nur t, so hild, hildid, hilding zu ae. hiehlan (ausgiessen) 89, 
323, 350, 356, sille u. ä. 287, 288, 468 u. ö. ; hierher wohl stume 
< stieme 146; Chaucer kennt nur e, sofern nicht andere ein- 
flüsse im spiele waren (t. Br. § 48 Y). Auch sonst zeigen alle 
quellen gleichmässig e ; vielleicht liegt i vor in seil : will Beryn 
3907 (doch vgl. § 19), auf hiere, hiera wird zuiückgehen hur 
B 32, 33, wo jedoch die unbetontheit des wortes den laut mo- 
difiziert haben kann; femer sylle u. ä. Worcester (381, 384, 391 
u. stete; hur 376, 377, 378 u. ö.) und bei Fastolf PL I (155). 
Eine Sonderstellung nimmt ein ae. siex und die davon abge- 
leiteten Wörter ; hier hat Wycliffe six und sexe, sixte und sexte 
(Gasner 127 f.), Pecock six 14, Chaucer six (t. Br. § 10 a), Cap- 
grave sex (Chr. 2, 3, 12 u. ö.), sexte (53, 95, 96 u. ö.), sexti (2), 
die Paston Letters sexe MP I (438), six * III (308), sext IJP 
n (236), * II (7), Caxton six und sexte (Römstedt 12). 

(§ 52) 2. Ae. ie. Hier schreibt Wycliffe vor dehnenden 
konsonantengruppen stete e {gelde, sheld, gerd, auch einmal 
gestis\ bis auf ein ^ilde der älteren fassung; in offener silbe 
giue (fast nur in a) und ^eue, stete gete, fordete (Gasner 128 f.). 
gete ist jedoch nicht beweiskräftig; denn da der anlautende 
konsonant auf an. einfluss beruht, ist auch für den vokal 
beeinflussung durch an. geta nicht ausgeschlossen. Pecock hat 
einmal gildith 356, ghis < giese (ja) 521, ^iue 168, gestis < 
ae. giestas 521, gelde 140, sonst stete gist(is) 284, 406, 521 
u. ö., seue 2, 5, 7 u. ö., gete 164, 271, 345 u. ö., fordete 165, 
l^igete 487. Chaucer und Gower schwanken, für giefan ist bei 



192 WILHELM DIBEL1U8, 

beiden in den reimen nur i zu belegen, für gietan nur e ; sdeld 
erscheint bei Chaucer mit e (vgl. Cromie, Marshall-Porter; 
Fahrenberg 398). Hoccleve hat gete, weniger sicher Pz. (?) 
foryite (Vollmer 208), ferner shedd : heeld MP 163/672; Lyd- 
gate bietet foryeuc (: leue sbst. : my scheue AG 522), foryeie 
(: entrete AG 239, 1287, : Ute pz. : wcte < wmt AG 527), gete 
(: swete Kai. 269, : mete < metton AG 1032, : whete < wSBt : 
counterfete AG 1335, : entrete usw. AG 215) und häufig sheelde 
(: feeUe Th 366 a, 368 d, 370 d u. ö., : heheUe Th 367 a, T61 
248 , 2 M 395 u. ö.) ; bei Bokenam finde ich nur gete : mete 
in 440. In der volkstümlichen litteratur sind für giefan eben- 
falls e- und i-formen, für gietan und scield nur e-formen sicher 
nachzuweisen, giest erscheint einmal im reim auf mist Beryn 
461 (vgl. § 19!); doch reimen sehr viele denkmäler f:i und 
bieten daher keine sicheren belege. 

Capgrave scheint i und c zu kennen. Die reime zeigen 
e in geue : heleiic : refe III 1318, : reprexie II 1322, : preve IV 
706; andererseits yetie : leue Qifian) HI 1336, IV 833, V 1606; 
da ae. i nur in einem sicheren falle {queke : seke) mit e reimt, 
ist hier vielleicht yiue : liue zu lesen. Auch ist beeinflussung des 
Vokals dm^ch an. gefa nicht ausgeschlossen, ebenso in gete (: ete 
: grete Pr 95 , : bete V 1225). — Die Chronik zeigt ebenfalls 
beide vokale : gyve 58, 75, 95 u. ö., givere 9, gyver 95, s'ivyng 
104, if 79, 135, 187 u. ö. — geve 10, s^vyng 83, gete 300, 301, 
seUe 295, 313. 

Die Londoner ui*kunden haben häufiger e als t, stets yeten, 
geten (Morsbach 56 f.); gegen ende des Jahrhunderts sind zu 
belegen yelde R 81, yelding E 71, 78, yeve E 2, R 15, 16 u. ö., 
geve R 57, 69, 77 u. ö., geven (pz.) R 11, gyven (pz.) E 72, R 12, 
yeft E 68, yiß E 77. Suffolk bietet yeve 1467 : 19 u. ö., 1481 : 
61 u. ö., geve 1467: 16 u. ö., 1481: 55 u. ö., nui' einmal give 
1481: 66, ferner get 1467: 19, yif<gief 1467: 21, 28, 30, 34 
u. ö., if 1467: 22 u. oft, yef 1481: 62, Norfolk jiWc, gilde, sel- 
tener ^elde, gelde (sbst.), ^erde, meist e für ffiefan, meist i für 
gief (Schultz 19) , aus späterer zeit kann ich hinzufügen yifte 
1465 PL n 224. Worcester zeigt geve 388, 405, yf 376 u. oft 

In den Paston Letters ist e bei weitem das gebräuchlichste. 
F hat meist geve 1 (317, 376, 420 u. ö.), selten yife I 323 u. ö., 
gyf I 92, MP nur geve U 25, 65, 177, yeve I 258, II 186, 201, 
yef{f) II 188, m 135, IJP yeve 1 233, geff 234, forgeve 1 275 u. ä., 






JOHN CAPQRAVE UND DIE ENGLISCHE 8CHB1PTSPRACHE. 19S 

2.JP dagegen seltener geve TU 104, gevyn in 128 usw. als 
gyffe HI 115, gyve III 188 usw., 3JP give nur in 180, geve 
in 7, 44, 50 u. oft. Das Substantiv ist nur als gyf(f)t 2JP 
m 21, 199, 3JP m 57 zu belegen. — ae. gietan wird bei MP 
selten durch gyte wiedergegeben, so n 178, 179 (184, 291), sonst 
lautet es stets get(e), so MP 1 257, II 107, 2JP in 86, 3JP msi, 
EP in 27, geet MP m 135, forye{e)te F 1 173, 373, MP II 187. 
ae. giestran- erscheint bei MP in yisterday u. ä. I 109 (236, 
268 u. ö.), yiaterevyn I 81, yesterday u. ä. 1 180, 538, II 178 u. ö., 
zastyrday I 81. 2JP schreibt nur yistercUiy{e) m 38, 91, 98 
u. ö., 3JP nur yesterday Hl 144, 149 u. ö. — sdeld ist nur als 
sheeld 2JP m 101 zu belegen, gicldan als yeld 2JP in 220, 
3JP n (355), yeldyng F I 320, gief als yfMPU 178, 179, 
203 usw., iflf) 2JP m (33, 152), MgP ni 294 usw., yiffe 
MgP in 294, zyflf) MP n 203, 204, gyf AP I (89), yef nur 
F I 93, dazu eyf IJP n (28)? 

Caxton schreibt sheld, geue und giue (Römstedt 12, 14). 

(§ 53) Ein i findet sich im Anglischen oft in der form ging 
(nach gingra, gingest gebildet?) = ws. geong. Auch im Me. 
ist ging neben geong häufig, aber nicht nur in mittelländischen 
und nördlichen, sondern auch in rein südlichen reimenden denk- 
mälern. Es findet sich bereits im Beues of Hamtoun (: gadling 
2989, in sämtlichen handschriften), in der kentischen disputa- 
tion Jesu (: teehing 51, : connyng usw. 96), in den gleichfalls 
kentischen denkmälem Alexander (: thing 919, 922), Richard 
Löwenlierz (: hing 924), Sieben Weise (: king 1029), und dem 
— kritisch herausgegebenen — Arthur und Merlin (: king 257, 
270). Häufiger ist es im südöstlichen mittellande, so im König 
Hom (: bringe 283, ähnlich 129, 582, 1041, 1210, 1311), König 
von Tarsus (: ping 1, ähnlich 371, 951, 1093), Euphrosyne 
{: pinge 63, ebs. 150, 305), Robert von Sizilien (: kyng 4), 
femer in einigen südlicheren, nicht genau zu lokalisierenden 
denkmälern des 14. Jahrhunderts: Belagerung von Troja (vgl. 
Zietech41), Oktavian (: castynge usw. 897, ebs. 1293, 1804) 
und Myrc (: rynge 1963). Auch dem westen ist es nicht fremd, 
vgl. Kölbing, Ausgabe des Tristan (s. 206) und Marina 54 
(: pyng), Canticum de Creatione (nordw. fassung, Horstmann 
1878, 124) 1063 (: kyng). Häufig ist ging begreiflicher weise 
auch im nördlicheren England. Hier erscheint es im Amis 

▲nglU. N.F. XI. 13 



194 WILHELM DIBELIUS, JOHN CAPGRAVE ETC. 

und Amiloun (: hing 652, ebs. 1713, 1738, 1965 u. ö.), bei Robert 
Mannyng (: kynge 787, ebs. 1230, 1980, 2370 u. ö.), im Cursor 
Mundi (: fostring 3224, 8419), den nördlichen Legenden (: thing 
106/83, ebs. 139/133, 157/97, 159/7 u. oft), den Yorkspielen 
(: bryng IX 139, XII 92, ebs. XH 38, 215, XIV 96), Ywein und 
Gawein (Schleich XII), den schottischen Legenden (: thyng 
Machor 333), im Thomas von Erceldoune (: Jcinge 419), Christo- 
phorus (: thynge 383), der Belagerung von Mailand (: kynge 299), 
Oktavian (: tdücynge 1, ebs. L 734, C 1567), Ipomedon A (Kölbing 
CLXVin) und den Towneleyspielen, allerdings einer schlechten 
quelle (: king VII 146, IX 217, ebs. X 242, 266, 340). 

(§ 54) Gehen wir jetzt zur zeit Chaucers und seiner nach- 
folger über, so finden wir keine belege in der Oxforder ge- 
lehrtensprache und den meisten werken der Chaucerschule ; 
sing erscheint nur bei Bnrgh (: reseyvyng 1853), Bokenam 
(: hryng IX 438, : ping VI 199, ebs. VU 95 u. oft) und im 
Babees Boke (: lemynge 27). Häufiger Lst es in der volks- 
tümlichen litteratur, so bieten beispiele Lonelich (: king XIV 
352, : vndirstondyng XXVII 24), Cleges (: kynge 505), vMarg 
(: spendynge 40), Stat. Jer. (: king 175, ebs. 715 u. ö.), Lamb. 
Ms. (; syng : ping 1 199/503) und Nun (: levyng usw. 192). 

Capgrave hat ging in Kath. sehr oft, : spryng : pyng I 
411, : ihyng : nwrowyng III 130, : thynge : hyng IV 1922, : 
thyng usw. IV 1136, V 1447, : -ingie) III 1097, IV 62, 116G, 
1358, V 1461. Chr. schreibt dagegen nur yong 47, 55, 68 u. oft, 
yonger 126, 189, 195 u. oft, youngcr 84, 186, 193, gongest 232. 
Auch die Paston Letters, die Urkunden und Caxton zeigen 
kein einziges t. 

In den reimenden denkmälem des nördlicheren Englands 
jedoch findet sich ging auch im 15. Jahrhundert, so im Toirent 
von Portugal (: nothyng 169, ebs. 1828, 2565, 2669), im Kind 
von Bristol (: blessynge 5), bei Wyntoun (: kyng II 647 u. r>.), 
Harry dem Minsti*el (: henyng < benin) I 201 und im Lancelot 

(: kyng 2868). 

(Fortsetzang folgt) 

Berlin (Gkoss-Lichtebfeloe). Wilhelm Dibelius. 



CHAUCER'S KLEINERE GEDICHTE. 



n. 

Anmerkungen zum tezt. 

1. Znr Compleynte to Fite. 

Text. Der Globe Chaucer fügt zwar zu den sechs von 
ten Brink behandelten texten, noch die von Furnivall in den 
Odd Texts zugänglich gemachten Harl. 7578 und Longleat 258, 
benutzt aber nicht das Pliillipps Ms. 9053, welches von Furn. 
bereits 1886 in den More Odd Texts gegeben, und daselbst 
charakterisiert wurde als "alter'd copy of Shirley's Harl. 78". 
Dieses PhillippsMs. ("ab. 1450") hat keinen selbständigen wert, 
und somit ist seine lesart *vertuous' leider keine grosse stütze 
für ten Brink's emendation, welche Furn. freilich 1. c. als lesart 
'abominable' nennt. Das Phill. Ms. hat die meisten kompro- 
mittierenden stellen des Harl. Ms. 78 , z. b. v. 1 : so yoer 

[woer]; 82: shal may; 84: persones; 101: nought that lith 
therto etc., und weicht, abgesehen von orthographischen Va- 
rianten und noch schlechterer metrik nur in folgenden versen 
von seiner vorläge ab: 

3 pev\ om. 8 by lenkej?e] bethynk' 13 alle] om. 
17 coloure] colowrs 18 myn Jen on hir 23 falle] 
befalle 25 any] my 28 vs pleyne] compleyne 
31 but' only] oonly but 33 al] om. 35 or] of 
37 pere stooden loust^lyj stooden there boistously 
43 Confederd'] Considred 73 vnto] to 87 for- 
toone I^an] fredom that' 88 \>e] om. 104 wooj 
my wo 115 foo] a foo. 
Zu anfang der fünften strophe kopiert der Schreiber vom 
Phill. Ms. V. 22 nochmals, da er aber sah, dass *ded' nicht 

13* 



196 EWALD FLÜGEL, 

reimt, fügte er Hruly' hinzu (welches nun reimt auf I, sod- 
ainly, busily). Dies praktische verfahren bei der textver- 
besserung giebt nun eine Strophe von acht versen! In v. 97 
kopiert er das im Harl. Ms. über 'sore' korrigierte ^pejTie', 
was aufs neue seine abhängigkeit zeigt, und zugleich das 
spätere datum des Phill. Ms. beweist 

Titel. Der titel ist auch im Globe Chaucer (wie bei 
Skeat): 'The Compleynte unto Pite' (nach Bodl. Ms. 638). 
Der titel, welchen ten Brink und Furnivall gewählt haben: 
C. to Pite, wird allerdings nirgends als titel gefunden, scheint 
aber euphonischer und wird durch v. 5. 44 gestützt 

Pite. Der gedanke, dass Pite "tot" sei, findet sich 
zwar nicht mit diesem worte ausgesprochen bei Eustache 
Deschamps, *) wohl aber spricht derselbe davon, dass Pite 
untergegangen : 

Honneur amour courtoisie 
Pit6, largesse est perie 4, 18;') 

bei ihm schläft und schlummert Pite: 

Mais, en pensant, Paour trop me traveille 
D'avoir reffus, et, se Piti6 sommeille 
Je suy perdu 3, 295. 

Die stelle : Pitez dort (ib. 38) bezieht sich nicht auf die grau- 
samkeit der geliebten, sondern des siegers nach der Schlacht, 
und in ähnlichem sinne greift Occleve das von Chaucer ganz 
anders gebrauchte bild auf: 

Alias! I See routhe and pitee exilede 
Out of this lande; alias compassioun 
Whan shulle ye three to us be reconcilede? 

Pitee is beriede, I trowe, be my trouthe; 
If she be dede God have hir soule I prey . . . 

He that pretendethe hym of most nobley 



>) Nach der ausgäbe der SociStö des Anciens Textes Fran^ais citiert 
') Was würde wohl Sandras aus einer solchen steUe gemacht haben, 
der die etwas kühne behauptnng wagt: La Complainte de la Piti6 se 
rattache compl^tement an genre de G. de Lorris (Etade 107). — D. ruft 
ans (2, 177): Justice, eqait4 est morte || Baison Charit^ ne porte || Nulz, pit^ 
ne congnoissance. 



GHAUCER'S ELEIKEBB 0BDICHTE. 197 

If he hir lak shalle wite and knowe 
That crueltee hir foo may but a throwe 
Hym suffre for to live in ony welthe 
But ever after in sorowe and unwelthelO 

De Keg. Princ. 32. 

Der gedanke eines kampfes zwischen Piti6 und Dangier ist 
bereits im RR. zu finden, vgl. Michel 1, 357 (v. 11498): 

Franchise et Pit6 s'offeront 
Contre Dangier, et l'asserront '-^) 

in der Übersetzung (5865): 

Fraunchise shall fight and eke Pit6 
With Daunger tali of cruelte; 

femer bei Deschamps 3, 327 : 

mais se Pitig retarde 
De rebouter Dangier le dangereux 
Par Doulx Espoir qui soit en m'avant garde 
Je muir pour vous, riens n'est qui m'en retarde. 

Vgl. Mercil. Beaute 16 : For Daunger halt your Mercy in 
his cheyne. (Beaut6 ist hier mit D. im bunde und hat Pite 
aus dem herzen gejagt). 

Für die wichtige rolle, welche Pite bei Chaucer spielt, 
genüge einstweilen ein hinweis auf die in Skeat's Glossar an- 
gefügten stellen; in den werken seiner Zeitgenossen begegnen 
wir der gestalt der Pite sehr oft. Als auslese sei aus 
Machault, Deschamps und Gower angeführt: 3) 



^) Vgl. Deschamps 3, 37: Homme piteox ne muert de cruel mort || Mais 
li crueax .... 

>) Vgl. auch die bei Skeat (Ch. W. 1, 460) angeführte steUe. 

') Eine yoUständigere sammlnng gehört ins Wb. — Ich möchte hier 
nur noch auf eine ganz besonders interessante bedentong von pitie in 
Chrestien's Erec aofinerksam machen: Beim abschied des jungen recken 
weint yater und mntter (sie thnn es nicht bei Hartmann 1455 ff.!): 

tex est amors tex est nature 
tex est pitiez de norretore 
y. 1455 plorer les fesoit la pitiez 
et la douceurs et ramistiez 
qn'il auoient de lor enfant (ygl. 1461). 



198 EWALD FLÜOEL, 

I. Machaul t (Oeuvres 1849; Dit duVergier; p. 13): 

1. Ma gracieuse Dame . . . 

souverainne est de biaute 
Enrichie de loyaute 
De haute noblesse par6e 
De sens, d'onneur enlumin^e, 
Fine douceur, grace, pite, 
Franchise et döbonnairete 
Kegnent en li: bonte Tafflne 
Et loyal amour la doctrine 
Avec raison et courtoisie . . . 

2. Nach dem Diex d'Amours kommen (p. 25) die De- 

moiselles : 

Voloirs, Pensers et Dous Plaisir 

Loiautfe C61ers et D6sir 

Grace PitiÄ et Esperance 

Souvenir Franchise Atemprance . . 
deren feinde: 

Cruautes Durt6s Doutance 

Honte Paour. 

n. Für Deschamps ist Pite ein geläufiger begriff, er er- 
wähnt sie überaus häufig, mit und ohne bezug auf die liebe; 
a) Ohne bezug auf liebe: 
1, 170: Droit, Raison, Justice sind krank, 

Mais je sgay bien qui les garroit . . . 

Congnoissance . . . Verite . . . Piti6. 
2, 35 : Force et Pite tout le cercle avironne <fec. 
2, 119: L'un de Tautre ait pitiä, compassion 

Pour acquerir regne perpetuel . . . 
2, 150 (an den Duc d'Orleans) : 

toutes vertus comprandre, 

Estre piteus ou il cherra pardon, 

Si que de mal ne vous puist nul reprandre . . . 
2, 125: Piti6, pour Dieu! va ma requeste offrir, 

Empetre moy pardon de mes meffais. 
2, 214 : Verite, Pit6, Largesse. 
6, 115: Pit6 qui fait les frans cuers esmouvoir 

A charite et a misericorde &c. 
9, 77 : Et s'il [nämlich der ritter] avoit les oeulx mouilliez 

De Pit6 &c. 



CHAUCEB's kleinebe GEDICHTE. 190 

b) Mit bezug auf die liebe; personificiert. 

3, 327 : Helas ! Piti6, secours au douloureux . . . 
351: Donc convient il que Pit6 vous ravoye 

A doulz espoir qui repart 

Maint langoureux . . . 
347: Or vueille Amour, Pitie, Raison, Droiture 

Desir, Plaisir, Espoir, Sens et Valour, 

Doulx Souvenir, veoir ce que j'endure . . . 
377: Doulce Pit^, sequeur au langoureux 

Qui mon pesant de lermes vueil ouvrir 

Rendre mon corps ou Service amoureux . . . 

Fay, s'il te piaist, mesmaulx aneantir; 

Oste de moy Desespoir qui me tance . . . 
383: Fay que Piti6 vueille garder 

Et bon espoir reconforter 

Mon plaint piteux;^ 

Car se Dangier le despiteux 

Me nuist . . . 
384: Se Piti6 n'est, de mort suy apress6 . . . 
4, 175: Long temps a mon euer gemy . . . 

Jusqu'a cy 

Que Pitez est devalfee, 

Qui a des loyaulx mercy &c. 

c) 3, 300 ist besonders interessant wegen der identification 
von Pitie und der geliebten: 

H61as! Pitie, sanz vous le euer me part 
Vueilles mouvoir celle doulce figure, 
Se vous pouez, qu'elle soit de ma part 
Tout vostre suis, sanz nulle mespresure; 
Adonc arez allegä mon ardure 
Se vous faictes qu'elle m'ayme, par m'ame: 
Car euer et corps sera, tant que je dure 
En bien amer ma belle et bonne dame. 

IIL Aus Gower sei angeführt, Conf. Am. 1, 270: 

who that wole maister be 
He mot be servaunt to pite. 



>) Vgl. 3; 298 : Entendez ma piteuse complainte. 



200 EWALD FLÜGEL, 

ib. 3, 192 : fro thy Wratli in all my thought 

To thy Pite stant min appele. 
ib. 3, 197 : Pite men sain is thilke rote 

Wherof the vertues springen alle 
198: For Charite the moder is 

Of Pite. 

IV. In demselben mehr theologischen sinne (s. u.) ver- 
wendet Occleve das wort: 

(De Keg. Princ. 108) : 

Pitee nought elles is I undirstonde 
But gode wille inwarde of debonaire hert 
And outward speche, and werk of man to fonde 
To helpe hym that men seen in myschief smert. 
Wozu die randglosse: Scriptum est, Pietas est ex benigne 
mentis dulcedine grata omnibus auxiliatrix . . . 
ib. 115: Pitee shalle soule of man to God presente 
And God that yave us ensaumple of pitee 
To pitous folk salvacioun shalle be. 

Vgl. Desch. 3, 37 ; 2, 119 &c. 

V. Auch im volksliede treffen wir Pite personiflciert, vgl. 
Mätzner, Altfrz. Lieder 29 : 

Kien ne men puet partir ne desevrer 
Mais jou li pri ken sen euer lait entrer 
Pite, par coi aucune confortance 
Men puist venir sans sa deshonoui*ance 
ib. 59. Sen li avoit tant pit6 con biaut6. 

VI. Einen weiteren Untergrund bietet Dante's bekannte 
stelle, Convito 2, 11: Pietä la quäle fa risplendere ogni altre 
bontä col lume suo. Perche Vii-gilio d'Enea parlando in sua 
maggior loda pietoso il chiama: e non e Pietä quelle che 
crede la volgare gente, ciofe dolersi dell' altrui male; anzie 
questo un suo speziale effetto, che si chiama Misericordia; 
ed e passione. Ma Pietade non 6 passione, anzi una nobile 
disposizione d'animo, apparecchiata di ricevere amore, miseri- 
cordia, e altre caritative passioni. 

Bei Brunetto Latini sind die beiden begriffe streng 
geschieden, vgl. Tesoro (volg. da B. Giamboni 1532. 1839; 2, 191. 
202) L. Yllj 51. 6X. Johannes Baibus de Janua definiert 



GHAUCEB'S kleinere GEDICHTE. 201 

in seinem Catholicon (1286; ed. 1483 s. v. Pius): Hie nota quod 
Pietas dicitur aliquando donum Spiritus sancti . & tunc in hoc 
differt a misericordia . quia misericordia studet ad releuandas 
miserias proximorum . ex hoc quod sunt coniuncti vel con- 
sanguinei . vel familiaritate . vel saltem nature similitudine 
in Omnibus aliquid humanum pro mensura accipiens . sicut alie 
virtutes . Sed pieta[ti]s donum' mouetur . ad repeujandas 
eorum miserias ex aliquo divino . scilicet in quantum sunt fllii 
dei . vel diuina similitudine insigniti . Unde et magis proprie 
nomen pietatis habet quae diuinum quid sonat . quamuis et 
ipsa misericordia . secundum augustinum . X . de ciuitate dei . 
more vulgi magis pietas dicatur . quod immo accidit . quia ea 
sibi deus quasi sacrificio placari testatur . Unde et philosophus 
dicit in quarto ethicorum quod dona habent aliquid simile 
deo sacratis . 

VII. Die theologische basis ist die Zugehörigkeit des 
Spiritus Pietatis zu den sieben gaben des heiligen geistes, 
Is. XI, 2: Et requiescit super eum Spiritus Domini: Spiritus 
sapientiae et intellectus, Spiritus consilii et fortitudinis, Spiritus 
scientiae et pietatis, et replebit eum Spiritus timoris domini . 
Schon in dem Neuen Test, sind die anspielungen hierauf zu 
finden (Tit. 1, 1 : secundum fidem electorum et agnitionem Veri- 
tät is, quae secundum pietatem est; 2 Petr. 1, 6. 7 etc.), bei den 
kircheiivätern sind sie unzählig (vgl. Migne Index), und so in 
der weltlichen litteratur (vgl. Dante Convito 4, c. 21, Deschamps 
9, 213; Lydgate JIP 9. etc. etc.). 

VIII. Sollte auf die lateinische Vorgeschichte des wortes 
eingegangen werden, so müsste auf die erweiterung des wort- 
begriffes hingewiesen werden, den die kaiserzeit brachte, und 
der mit Sueton und Plinius zuerst belegt wird. Die (auch von 
Joh. Baibus angeführte) stelle aus Augustin. De Civ. Dei X, 1 
ist sehr wichtig: Pietas quoque proprie Dei cultus intelligi 
solet, quam Graeci tvotßeiav vocant. Haec tamen et erga 
parentes officiose haberi dicitur. More autem vulgi hoc 
nomen etiam in operibus inisericordiae frequentatur ; quod ideo 
arbitror evenisse, quia haec fieri praecipue mandat Deus eaque 
sibi vel pro sacrificiis vel prae sacrificiis placere testatur. — 
Diese christliche erklärung des vulgaridoms wird auf Sueton 
und Plin. keine anwendung finden, aber immerhin wird man 



202 EWALD PLÜGEL^ 

diese "neue" bedeutung die christliche nennen dürfen, denn das 
christliche mittelalter gab ihr fast die alleinherrschaft. Auch 
die höfische Schattierung der bedeutung in den liebesliedem 
ist nur eine weitere entwickelung der "christlichen". 

T. 36. Herse ist nicht nur die schranke um die bahre, 
sondern auch die aufbahrung; 1. für die erste bedeutung 
vgl. das testament der Margaret de Courtenay (f 1391, Bigelow 
Bohiin Wills 639) in der Übersetzung : And I will for my herce, 
and pray niy executors that there be no other herce around 
me except bars to save the people in the press from härm, 
and two tapere each of five pounds, the one at my head the 
other at my feet, without torches or other light or work of 
carpentry around me. 

2. Für die zweite bedeutung, welche später in den sinn 
der 'bahre' selbst übergeht, vgl. die bestimmungen im testa- 
mente Kichard's II (bei Rymer Foedera 3, 4, 158; 16. April 
1399): Cuius quidem Sepulturae seu Funeris nostri Exequias 
more Regio volumus celebrari. Ita (videlicet) quod pro prae- 
dictis Exequiis IV Herciae, Excellentiae convenientes Eegali, 
pro eodem Funere nostro honestius exequendo, in locis sub- 
scriptis per Executores nostros congrue praeparentur : Quorum 
siquidem Duae Quinque Luminaribus et venustis ... in Duabus 
Ecclesiis principalioribus . . . Tertia vero cum totidem Lumi- 
naribus ... in Ecclesia S. Pauli . . . Quarta, Maior et prin- 
cipalior & honorificentior, Luminaribus insignibus, & Eegali 
Celsitudini congruentibus, copiose referta, & honorifice omata, 

apud Westmonasterium debite coUocetur Volumus 

quod IV locis insignioribus huiusmodi Hersiae per IV 

dies continuos cum praemissis Solemi)nitatibus ordinentur .... 
unä existente Hei*siä solempnissimä &c . 

V. 38. Zu der liste der 'Vertu es' vgl. die oben aus 
Macliault angegebene stelle, ferner aus Deschamps 3, 377: 
Jeunesce avec Plaisance, Honte et Paour; 3, 386 (nicht alle- 
gorisch): Honneui-, deduit, es tat, force et vaillance || Beaute 
de Corps, jeunesce &c ; 3, 347 (allegorisch) : 

Or vueille Amour, Piti6, Raison, Droiture, 
Desir, Plaisir, Espoir, Sens et Valour, 
Doulx Souvenii-, veoir ce que j'endure &c. 



CHAUCEE^S KLEINERE GEDICHTE. 203 

Die z. t. langen listen 2, 35 (XU, flenrs de grant auctorite); 
44; 214 erwähnen von Chaucer's *Vertues' höchstens 'Honneur'; 
1, 81 Bonte. 

Gouernaunce, ist hier als 'self-control' erklärt (Skeat) 
es ist wohl eher dasselbe wie 'Conduite' (vgl. La Cume de 
S. Palaye). 

Honestee, wird von Sk. als 'honourableness' erklärt; es 
ist wohl eher, wie im Altfranzösischen, hoher rang, würde. 
Es wird als 'Honneur', dignitö erklärt von La Cume, der als 
beispiel anführt (Leg. Th. de Canterb.) : huem de grant honeste 
von hohem rang, grosser würde. Diese französisch-englische 
bedeutung wird auch durch latein. dokumente englischer her- 
kunft bewiesen, z. b. Plurima etiam ibi committuntur enormia 
quae Regalis honestas cogit nos dare silentio (1371. Rymer 
Foedera 3, 2, 179); in den Statuten von King's College Cam- 
bridge (1380) wird bestimmt: quod nullus dictorum Scolarium 
contra Honestatem Clericalem sotularibus utatur Rostratis 
(1. c. 3, 3, 95) = gegen die würde des klerikers, entgegen dem 
was seiner Stellung, seinem rang, angemessen ist; das adj. in 
demselben sinne : Item quod quilibet Scolarium . . . sibi fleri 
faciat Robam Talarem, decentem et honestam pro statu 
Clericali (1. c). 

Ln Phil. Soc. Dict. ist, wie übrigens auch bei *Honour' 
(welcher franz. begriff z. t. die erbschaft des ags. är übernahm), 
die historische sowohl wie die logische anordnung mangelhaft, 
und die bedeutung: Honourable position or estate; high rank; 
respectability erst mit einem belege von 1509 (Fisher: 
straungers of honeste) eingeleitet. 

Nicht hieher gehörig sind solche beispiele wie Brun. 
Latini (bei LaCurne): honeste n'est autre chose que honor 
estable et permanans ; Dante Convito 2, 1 1 : Cortesia e onestade 
e tutt' uno. 

V. 39. Beautee ist auch sonst der feind der Pite, vgl. 
Mercil. Beaut. 14 &c. 

y. 68. Vgl. Deschamps 2, XXVII : Gentilesse, Honneur et 
Courtoisie; 213: Honeur, Humilite, Dougour et Courtesie. 

v. 59. Sheweth . . . Your servant. Hier vermisst man 
einen ausdrücklichen hinweis, dass diese satzverrenkung der 



204 EWALD FLÜGEL, 

(urspr. latein., und französ.) aktensprache angehört, dass also 
der unglückliche liebhaber seine *Bill' in bester fonn — we- 
nigstens was das exordium anbetrifft — abgefasst hat. Vgl. 
u. a. Proceedings in Chancery: 

1. Henry VI (3, XXIX) : To the most reuerent fader in 

Grod John archebisshop and cardynall of York, chaim- 
celer of England SHEWETH vnto your gret wisdome 
Edmond diike of Somerset, Alianore his wyf, John erle 
of Shrovesbury howe that 

2. ib. XXXII: To the füll noble and right gracious lord 

erle of Salisbury, chaunceller of Englond SHEWETH 
and pytuysly compleynyght to yo' good lordship, John 
Chambre squyer that 

3. ib. XL : To the right reverend f adyr in God 

SHEWETH unto your gracious lordeschip youre pore 
and contynueU orator, that . . . 

4. ib. XLI: MOST humbly shewith unto yo' gode and 

gracious lordship (&c, vgl. XLV, LIII, LIV, LXIX, 
LXX). 

5. ib. LI : Besecheth mekely . . . 

6. ib. : Humbly besechen 

7. ib. XII: Prayeth mekely a poore fehle man Thomas 

Yatte . . . 

8. ib. XVII: Compleyneth your pore orator John ßredhill 

9. ib. III (unter Henry V) fi-anzös. : Supplie tres humble- 

ment Elizabeth 

Aus den Kolls of Pari. (Rot. Pari.): 

10. a. 1423, 4,255: Prien the wise and worthi Communes 

11. ib. 257: Besechen mekely the Communes . . . 

12. a. 1425, ib. 289: Shewyu and besechyn füll benignely 

your trew humble Liegies the Comens of this present 
parlement. That 

13. a. 143G, ib. 499: Sheweth Humfray Duc of Gloucestre 

. . . Unto the Speker and all the wise and discreete 
Comunes . . . That . . . 

14. a. 1410 , ib. 3, 635 (französ.) : Supplient les Chivalers 

Esquiers ... q' . . . 

Vgl. aus späterer zeit Flügel, Ne. Leseb. 1, 332 : Humble 
shewith vnto yotir grace .... und die in der anm. dazu 531 



GHAUCEB'S kleinere GEDICHTE. 205 

ans den Paston Letters beigefügten stellen. In den mit 
Pleaseth your Moost excellent Maieste to be advertised, Pleasetli 
yt yower honorable Maystershyp to be advertysed (1. c. 350. 
355. 356) ist nach latein. brief- und aktensprache (Placeat . . .) 
übersetzt. 

Bereits in angels. dokumenten finden sich häufig solche 
anfange, wie : Her cy\> on f ysum gewiite hu ... , Her swutela]? 

on }?isum gewrite hu [auch J?*] Her is geswutelod on 

f isum gewrite hu . . . 

Die in den Petitionen so häufig vor gestellten "Humbly" 
könnten wohl nahelegen, auch bei Ch. 'Humblest of lierte' auf 
den 'Servant' zu beziehen, das 'Highest of Reverence' wäre 
dann = "in tiefster (höchster) ehrfurchf (Reverence würde 
keine Schwierigkeiten bieten). In diesem falle wäre freilich 
der zwischen geschobene vokativ "Benigne flour &c" eigentüm- 
lich ; ich glaube Humblest of herte &c könnte sich schliesslich 
auch auf die angeredete person beziehen (A notre Sr le Roy . . . 
supplie le Priour . . . que &c). — Ich nehme an, dass Kochs 
Übersetzung: "0 zeige deine königlichen gaben dem knecht", 
eine allzu freie ummodelung der Chaucer'schen worte ist, und 
nicht auf einem missverständnis beruht. 

V. 65. Regalye von Sk. mit 'rule, authority' erklärt; ist 
königliche würde, prestige etc. Vgl. Rot. Pari. (1377) III, 15: 
Le Roi le voet bien a cause de son tendre age, salvant toutdys 
sa Regalie en toutes choses ; ib. HI, 355 (1397) : Sauvant au 
Roy sa Regalie & Liberte & le Droit de sa Corone. 

Y. 92. Herenas. Vertuouse. Die alten ausgaben: 
Speght, Urry, Chalmers [und Moxon's unter Tyrwhitt's namen 
gehende ausgäbe von 1843] lesen: thou Herenus Quene; die 
Aldine Ed. (6,288): thou hevenes quene; Funiivall (1871): 
thou he[v]enus quene; ten Brink (1874?): Have niercy on me, 
vertuouse queen; Skeat (1888): thou Herenus (in der anm. 233: 
the fact is that Herenus is a mere error for Herines or 
Herynes; Skeat 1894: thou Herenus quene [nach der an- 
merkung 275 existieren seclis lesarten von sechs Mss.!]. 

Die vollständigen lesarten aller zugänglichen (und be- 
kannten?) Mss. sind: 

Fairfax 1440—50: thou herenus quene 
Tanner 1440?: thou herenus quene 



206 EWALD PLÜQBTi, 

Bodley 1460/70: thou herenus quene 

Cambr. ?1460: thou herenus quene 

Trin. Coli. ? 1460— 70: thou heremQ quene 

Longleat : thou heremus [od. herenius?] 

quene 
Hart. 7578 (ab. 1450): Haue mercy oon me therfor 

Vertoues Queene 
Harl. 78 (1450): ye vertuouse qweene 
Phillipps (?1450): ye vertuous qwene. 

Die Erinnyen *) scheinen mir noch immer nicht recht hieher 
zu passen; die stelle in 'serenous' umzuwandeln, und damit 
Chaucer's Vocabular mit einem neuen wort zu beschenken 
(Globe Ed.), ist zum mindesten ein wagstück. Mir würde 'thou, 
my hertes quene ' besser gefallen ; einstweilen giebt Harl. 7578 
einen glatten vers und einen guten sinn. Pite wäre dann die 
achte der Vertues (der sieben gaben des hl. geistes etc.). — 
Deschamps erwähnt die Furien 1, 251; 6, 58 (les Eaiges; Des 
trois Baiges — aber oline den leisesten Zusammenhang der- 
selben mit Pite). 

Man könnte, wenn Pite durchaus als herrscherin dunkler 
mächte betrachtet werden soll oder muss, auch an Erebus, 



*) Ch. kannte freilich das wort Herynes (Troil. 4, 4, 22): 

ye herynes nyghttes donghtren thre 
That endeles compleyne[nJ euere in pyne. 

Im Boeth. 3 M 12 (37) übersetzt er jedoch : nltrices scelenim dee : the three 
goddesses, Fnries, and vengeresses of felonyes that tormenten and agasten 
the sowles by anoy, woxen sorwfnl and sory, and wepen teres for pitee 
(bei Orpheus* spiel). — Diese stelle bringt pietas mit den furien auf die- 
selbe btthne, und «war zeigt sie die furien von pietas besiegt. — Die stelle, 
welche Sk. aus Statins beibringt, personificiert allerdings Pietas, aber sie 
beschreibt das klägliche unterliegen von Pi etas, die flucht derselben yor der 
Erinnys — welche wohl kaum den gedankeu in Ch. erwecken konnte, dass 
er sie die kOnigin (befehlerin) der furien nennen könnte. Eine stelle, wo 
Pietas als künigin der Furien vorkommt, ist noch nicht beigebracht. — 
Wenn Sk. sagt (W. l, 459): "By comparison of this passage (v. 57) with 
1. 92, it becomes clear that Chaucer took bis notion of personifying Pity 
from Statins*'; und MP. 233: "Ch. found this name precisely where he found 
bis personification of Pity viz. in Statins", möchte ich antworten, dass die 
französischen dichter Pite fleissig personificierten , und dass sie dem eng- 
lischen Schüler wahrlich näher lagen, als Statins; dass viel eher die fran- 
zösischen dichter es sind "where he found bis personification of Pity*'. 



CHAUCEB's kleinere GEDICHTE. 207 

Herebus denken, und Tietas' dann im sinne von 'Gratia' 
nehmen; vgl. Bocc. De Geneal. Deorum I. c. XVI De Gratia 
Herebi et Noctis filia: Gratiam esse quandam liberae 
mentis affectionem, maiorum potissime in minorem qua nullo 
praBcedente merito indulgentiae beneficia et obsequia, etiam 
non petentibus impenduntur. 

Wenn man an Lydgate's Hymn to the Virgin (Rawlins. 
Ms. C. 48) denken würde: Queene of hevyns, of helle eke 
empresse, würde die gefahr einer blasphemie zu nahe liegen. 

2. Zu Adam scryveyne. 

Eine note über die englischen antiquarii, scriptores, escrip- 
vains de forme etc. wäre sehr nötig, aber bis wir einen eng- 
lischen Wattenbach haben, schwierig kurz zu fassen. Vgl. 
einiges material bei Wattenbach, Schriftwesen 467. 478 ff.; 
über die Escriveners de Tixt schöne citate bei Miss T. Smith 
York Plays XXXIX; über die von adligen gehaltenen privat- 
schreiber und Illuminatoren Bigelow Bohun Wills, American 
Hist. Rev. 1896, 420. 

Chaucer hat das wort scr. nur einmal, und dann das adj. 
scrivenish einmal (Troil. 2, 1026). 

Ueber die unzuverlässigkeit der Schreiber klagt Cliaucer 
nicht allein. In PPL C. XII, 97 hören wir von Clergy als 
grundgelehrt: for doctor he is yknowe || And of scripture pe 
skylful • and scryuaynes were trewe (d. h. treu in ihren 
abschritten). Als hauptsünde der Schreiber führt Dan Michel 

— nicht wie Chaucer die *rape' — sondern die 'Avance' an, 
geldgier, welche allerdings jener hast zu gründe liegen mag! 

— Ayenbite 44 (wo von Av. die rede): pe vifte mauere is: 
oj^er I?ing zelle: l^anne me he)? y sseawed beuore: ase Aope 
Hse scriueyns )?et ssewep guode lettre | ate ginnynge . and 
efterward | makep wycked — sie haben also die ersten folien 
schön, deutlich und sorgfältig geschrieben und hinterher sudeln 
sie das übrige Ms. zusammen, dies ist dieselbe Vorspiegelung 
falscher thatsachen wie beim rosskamm, und wie beim tuch- 
händler. — Bereits Petrarca beklagt sich bitter De Remed. 
Utr. Fort. 1, 43. Gaudium rühmt sich: Libri innumerabiles 
sunt mihi! Worauf Ratio scharf erwiedert: Et errores in- 
numeri, quidam ab impiis, alii ab indoctis editi . Uli quidem 



208 EWALD FLÜGEL, 

religioni . . . hi natiirae . . . , omnes aut^m uero aduei*si, inque 
Omnibus & praesertim primis ubi majoribus ag^tur de rebus, 
& uera falsis immixta sunt, perdifficilis ac periculosa discretio 
est. Vt ad plenum auctorum constet integritas, quis scrip- 
toruiu inscitiae inertiaeque ined[ebiturj ^) corrumpenti omnia 
miscentique ? — Und ähnlich klagt Boccaccio^) im Epilogus 

zu De Montibus , Silvis Maribus (ed. 1532 f ol. 503) : eo 

deuenimus, ut qui literae seu characteris formam apte calamo 
deducere nouerint, illosque congnie inuicem iungere, temerai-io 
ausi nil aliud intelligentes se scriptores audent profiteri, & 
apposito precio scribere quorumcunque uolumina, quod etiam 
turpius, relictis colo textrinisque persgepe ausae sunt, & audent 
mulieres, & sie dum potius uisa quam intellecta designant, 
quandoque uacillante memoria, & nonnunquam dum ex non 
intellectis multa superflua arbitrantur & auferunt, aut casu, 
aut eoruni permutant iudicio, eo ante alia itum est, ut si 
orthographia deiecta, diphthongi aut sublatae, aut debitis 
priuate notulis, punctatio omnis omissa, & signa perdita, 
quorum opere locutionum uariationes percipi consueuere, ac 
insuper opere talium diminutis, aut additis aut permutatis in 
dictionibus literis, alit^r hodie legantur, quam ueteres illustres- 
que scripserint autores necesse est, & quod longe peniiciosius 
est, 5) huiusmodi scriptores aduertant se minus recte pinxisse, 
ne delentes errorem maculam operi suo iniecisse uideantur, 
ultro prsetereunt, coirectis pulchros praeponentes Codices. 

Chaucer wird wohl nicht viel von den halbgelehrt^n 
absclireiberinnen gelitten haben, aber dass sein text unter 
all den übrigen von Boccaccio verwünschten fährlässigkeiten 
gelitten hat, ist sicher. Sein köstlicher fluch auf Adam zeigt, 
dass auch er, wie Petrarca und Boccaccio*) von den gleichen 
Unannehmlichkeiten des renaissancezeitalters betroffen wurde. 



*) Vgl. Wattenbach 1. c. 485. Die treffliche Bai<eler ausgäbe 1554 hat; 
roeditabitur ; eine sonst sehr schlecht« incnnabel (o. o. und j.) hat fol. 49^: 
medebitur (nnd Mnsaniac* statt 'inscitiae'; im niichsten satz: refinxernnt, 
statt reflexeruut der Basler ausgäbe). — Vgl. Hieronymus b. Wattenb. 322: 
imperitiae . . . incnriae. — Ein älteres kapitel über Schreiber, das ich bei 
Wattenbach nicht angeführt finde, ist in Vinc. Bellov. Spec. Doctr. VI, 57: 
De peritia vel indnstria scribendi. — *) Vgl. Wattenbach 1. c. 

^) Der alte drucker hat nicht viel von Bocc. profitiert, er druckt: 
peniiciosius, esto . . .! 

*) Und lange vor ihnen Aelfric, Hom. 1, 8. 



CHAUCEE'S kleinere GEDICHTE. 209 

Es ist auffallend, dass Richard de Bury in seinem Philo- 
biblon über die abschreiber nichts zu klagen weiss, sein 16. 
cap. 'Quam sit meritorium libros novos scribere et veteres 
renovare' hätte ihm doch leicht gelegenheit dazu geboten. 

Y. 3. Vndör l?y long lokk^s [ pbwe most haue pe 
sc alle. Diese 'Scabies' hatte der arme tropf vielleicht schon 
so me so — Richard de Bury nennt mit schlimmen Wortspiel 
Scabies et pustulae characteres clericales, Philob. c. 17; und 
Petrarca , der Remed. 2, 85 (ed. 1554, 202) einen dialog über 
Scabies giebt, litt selbst daran Epist. Rer. Sen. HI (fol. 856). 

3. Zu ^Trnth'. 

Y. 1. Fle fro pQ pres ... y. 4. Prees ha}?e envye. 

ten B.: Weich dem pöbel aus . . . Neid folgt der menge; 
Koch: flieh vor der menge zur Wahrhaftigkeit . . . Die menge 
neidet. Skeat im Glossar MP. erklärt Prees v. 4: the throng 
of courtiers. 

Skeat's erklärung ist die richtige, aber die altfranzös, 
Wörterbücher sollten in reichlicheren belegen auch für dieses 
wort klarheit schaffen. Ich finde Presse weder bei Machanlt, 
noch bei Deschamps») und Froissart^) in diesem sinne, ent- 
nehme aber Hildebrands köstlichem artikel über "dringen, 
ein kleines nachspiel, aus dem kampfleben" (zuerst Germania 
10, 129; dann in den Gesammelten Aufsätzen 61 ff.) den nach- 
weis auf Haupt's Zeitschr. 10, 494 , wo "la presse" im tech- 
nischen sinne des mhd. gedranc vorkommt.^) 

Der sinn von Chaucers werten ist demnach der: Fliehe 
das gedränge bei hofe, wo die falschheit und lüge herrscht; 
halte dich zui- Wahrheit und armut. Ch. will wie Walther 
ausrufen : 



6, 279 fönt tel presse — von den Cahymans und Coquins (in and 
an) der kirche. 

>) Die beiden im glossar von Kervyn de Lettenh. angeführten steUen 

bezieben sich auf das kampfesgetümmel ; so die meisten stellen bei La Game. 

*) Ans Chrestiens Erec. y. 4711. 4843 (granz est la presse . . . moQt 

fn granz la presse). — Zu Hildebrands mhd. beispielen könnte man noch 

fügen Walter 28, 15 (auf Leopolds heimkehr vom hl. lande) : 

ir Sit wol wert daz wir die gloggen gegen iu Hüten 
dringen unde schowen aJs ein wunder komen sL 

▲ngUa. N. F. XI. 14 



210 SWALD flOobl, 

ich hin gedrnn^n unz ich niht m& dringen mac (20, 7), 
und nun rette ich mich zu mir selbst, zur Wahrheit und weis- 
heity zu gott! — Das ist das thema und der gedankengang 
des gedichts. 

Für die geschichte dieser Schattierung des wortbegriffs 
von Press, vgl. die Neuengl. Leseb. 1, 404 aus Skelton's Garland 
angeführten stellen: Fama beruft eine Versammlung durch 
Aeolus den herold: 

V. 237: Let hym blowe now, that we may take a vewe 
What poetis we haue at our retenewe 
To se if Skelton wyll put hymselfe in prease 
Among the thickeste of all the hole rowte . . . 
All orators and poetis shulde thider go before 
With all the prese that there was lesse and more ; 

und femer Garl. v. 455 : 

With all the prese that there was lesse and more; 

ib. V. 338. 445 : enthält eine Schilderung des prozesses ! 492 ; 
Colin Cloute 1041 ; Elynour 174; Bowge 71 etc. 

Wenn demnach the press den hof bedeutet, konnte man 
Chaucer's gedieht mit den zahlreichen absagen an den hof 
vergleichen, die von seinem Zeitgenossen Eustache Deschamps 
verfasst sind, und die das thema variieren, immer wieder 
kehrt in denselben der gedanke wieder, dass der hof der herd 
der lüge und des neides ist; vgl. Resolution de quitter la 
cour 1, 148 ; Qui au jour d'ui veult a cour demourer || Bien se 
gart qu'il n'ait riens retenu|| De Verite 1,177; vgl. 1,171; 
182; 231; 232; 237; 2,94; 108; 5,202; Conseil de fuir la 
cour 5, 289 ; 5, 284 ; 5, 202 ; Entendez (a vous qui a court 
alez II Aprenez hardiment a mentir 5, 808; 6, 6; 13; 135 etc. 
S. auch Occleve's auf Seneca (De Benef. L. 7) basierte worte 
De Regim. Princ. 70: The most lakke that the lordes hau 
grete || Is of hym that her sothes shulde hem teile. 

Wenngleich Ch. vieUeicht nicht wie Sir Thomas More 
von sich selbst sagen konnte: In aulam invitissimus veni (ap. 
Stapleton 230), so ward er doch mit den jähren satt der lüge, 
der streberei, der fruchtlosen versuche zu "verbessern", zu 
reformieren (v. 8. 11. 12. 16), auch fühlte er, dass der weit- 
verbesserer bei sich selbst, zu hause, in seinem eignen herzen, 
anfangen sollte (v. 13. 19). Dies ist männliche resignation, 



CHAUCBB'S kleinere GEDICHTE. 211 

und nicht unmännliche weltflucht — wie Furnivall's worte 
tadelnd zu verstehen geben. 

T. 2. SufBse etc. Die lesarten der 18 Mss. lassen sich 
leicht in zwei gruppen teilen , 1. die eine konstruiert Suffise 
("persönlich") mit unto, to ; 2. die andere ("unpersönlich") ohne 
Präposition. Da die lesaiten bei Skeat unvollständig gegeben 
sind; und der benutzer kein bild der Sachlage gewinnt, da der 
Globe Chauc. überhaupt sechs Mss. gar nicht kennt, sei hier 
ein überblick gegeben. Die Mss. sind wie in meinem Chaucer- 
Lexicon geordnet: 

1. Add. Ms. 10340 (erstes drittel des 15. Jahrhunderts). 

2. Gg 4. 27 1430—40. 

3. EUesmere fly-leaf ca. 1430. 

4. Cotton Cleop. D. VII ca. 1430. 

5. 6. [Shirley's] Trin. Coli. R 3. 20 ca. 1460—70. 

7. Arch. Seiden B. 24 (schottisch) 1460—70. 

8. Cambr. Univ. Lib. KK 1. 5 1450—60. 

9. Corpus Christi ca. 1440. 

10. Phillips Ms. ca. 1450. 

11. Hatten I , , . 

12. Arch. Seid. B. 10 / "^^' ***^' 

13. Harl. 7333. 

14. 15. Fairfax 16 ca. 1440—50. 

16. Lansdowne 699. 

17. Add. Ms. 22139 ca. 1440. 

18. Caxton's druck. 

Von diesen gehören zur ersten gruppe 14 Mss. + Cax- 
ton: Suffise vnto thi good (mit orthogr. Varianten) 3. 5. 6. 
7. 8. 9. 11. 12. 13. 15. 18; femer (suffise to thi good) 16; 
(suffise vnto l?yn pyng) 2; (suffice vnto thi thing) 4; (sufflce 
vn-to thi lyuynge) 17. 



^) "^Tempesi the nought etc.'' was not Chancer's main message to the 
English folk of his time or onn. ""Sit still, ontside the strnggle of life, 
and let wbo likes, make the crooked straight** was not the maxim of 
(^hancer's busy life, bat just an expression of a thwarted time ... P. T. 
Introd. Die anffassnng des Wortes * Presse' ändert auch hier den Stand- 
punkt. Cb. will nicht die weit zn yerbessem aufgeben, sondern die hQflings- 
welt ; seine ziele liegen auf anderem felde. 

14* 



212 EWALD FLCGEL, 

Zur zweiten gruppe: dreiMss. (sufflse fmowen I?ing) 1; 
(sufflse the thyne owne) 10; (sufflce the thy good) 4. 

Also die überwältigende mehrheit guter Mss. haben die 
eine lesart, während in der that drei eben so gute Mss. — 
aber nur drei Mss. — eine andere lesart bieten. Die lesart 
der minorität hatte es mir von jeher angethan, sie ist ver- 
ständlich, in gutem Englisch (und gutem Lateinisch ent- 
sprechend) ; die lesart der majorität scheint zum mindesten in 
schlechtem Englisch. Der sinn ist ja für beide fälle klar, i) 
aber keinesfalls "simply'V) wie Skeat erklärt: Be content 
with thy property etc. Sk. fügt hinzu: Of course this use of 
suffice unto (be content with) is peculiar; but I do not see 
why it is not legitimate. Wenn er freilich hinzufügt: The 
use of savour in 1. 5 below is at least as extraordinary, so 
ist dies eine merkwürdige erklärung: ignotum, wenn auch 
nicht per ignotius, so doch per ignotum. Die einzige von Sk. 
angeführte stelle aus Boethius 2, pr. 5 erklärt gar nichts, denn 
snffise ist daselbst in der gewöhnlichen '^unpersönlichen'' kon- 
struktion gebraucht. 

Ich suchte nach beispielen der eigentümlichen "persön- 
lichen'' konstruktion, und fand zunächst im Grower die folgenden: 

1. My sone, as I the rede this, 
What so befall of other weie 
That thou to loves best obeie 

Als fer as thou it might suffise (Conl Am. 1, 89.) 

2. That he by day in other wise 

To Stele mighte nought suffice, ib. 2, 358. 

3. Though that thou be of litel wit 
It is no great merveile as yit 

Thin age may it nought suffise ib. 3, 290. 

4. His cokes ben for him affaited 
So that his body is awalted 



^) nnd allerdings nicht der, den Koch MP anführt: Devote thy seif 
entirely to one thing, even if it is not yery important in itself (instead of 
honting after a phantom). Kochs Übersetzung trifft das richtige: 
Genüg dir kleines gut. ten Brink: Mit deinem loos zofüeden, ob 
anch klein. 

«) Ch. W. I, 551. 



CHAUCER'S KLEIKEBE GEDICHTE. 213 

That him shall lacke no dellte 
Als ferforth as his appetite 
Snffiseth to the metes hote ib. 8, 22. 

Ferner fand ich in Occleve das folgende citat, De Reg. 
Princ. 193: 

Men wynne goode, and to the worlde leve it shalle; 
Unto the pytte gothe not but the careyne, 
And though golde were grave therwithe alle, 
Nought myght it helpe; bethe not goldes thralle 
Sufficithe to your goode, ye prynces bothe, 9 
Withe pees and rest arme you and clothe. 

Diese citate, die wohl noch vermehrt werden könnten, 
wenn auf dem gebiete der Me. lexicographie eifriger gearbeitet 
worden wäre, bewiesen mir zuerst das wirkliche vorkommen 
der konstruktion in Chaucer's zeit, 2) aber erst die folgende 
stelle macht die quelle der konstruktion klar, die auch in 
Chaucer's zeit nicht geläufig war : ein latinismus, oder vielmehr 
die mehr oder weniger geschraubte Übersetzung eines Wort- 
spiels von Seneca ins Englische. 

Gower sagt Cont Ann. 2, 393 : 

It helpeth more a man to have 
His owne good than for to crave 
Of other men and make him bonde, 
Wher elles he may stond unbonde. 
Senec counseileth in this wise 
And saith: But if the good snffice 
Unto the liking of the will 
Withdrawe thy lust and hold the still 
And be to thy good suffisaunt, 
For that thing is appurtenaunt 



') Occleve redet an "of France and Engelonde cristen princes." — 
Die erste hälfte ist natürlich citat, und zeigt die lesart von den\jenigen 
Ms., in dem Occleve selbst Chaucer's gedieht las; oder hörte er die 
Worte vom "meister'* selbst? 

*) Die Breslauer diss. von Tiete, Lexicalisches bei Gower, schweigt 
über unser wort. Meine eigne Gower Concordanz ist noch nicht fertig 
alphabetisch geordnet. — Auch in latein. dokumenten findet sich solcher 
satz wie: cum ipse nuper de Guerra per Scotos Inimicos lostros captos 
fnerit & ad gravem Redemptionem positus, & ad Redemptionem illam sol- 
vendam non sufficiat Rymer 3, 1, 131 (1356). 



214 EWALD FLÜGEL, 

To trouthe ') and causeth to be fre 

After the reule of charite 

Which flrst biginneth of him selve. 

Wozu die randglosse giebt: Seneca. Si res tue tibi non suf- 
flciant, fac ut rebus tuis suföcias. 

Dies ist also die quelle zu Chaucer-Gower's eigentüm- 
lichem wort, ein lateinisches Wortspiel im Englischen nach- 
geahmt (von wem wohl zuerst?). Es ist eine stelle, welche 
auch die lesart der majorität glänzend rechtfertigt ; wenigstens 
für die wohl ursprüngliche redaktion des gedichtes. Denn 
dass Chaucer's gedieht nicht von v. 1 — 28 in einem gusse 
entstand, zeigt ja schon der nur in einer handschrift aufbe- 
wahrte Envoy, der wie ein späterer zusatz erscheint — viel- 
leicht vom letzten krankenlager des dichters zu einer schon 
früher verfassten ballada Sollte also nicht vielleicht die 
lesart der vorzüglichen Cotton- und Phillipps-handschriften 
auch "echt" sein, eine spätere feile darstellen, ein heraus- 
drängen des bestechenden aber unenglischen klassischen Wort- 
spiels aus dem gedieht, einen entschiedenen f ortschritt im 
ausdruck ? 

Der gewöhnliche sprachbrauch des Wortes sufflse, suffisaunt 
findet sich bei Gower z. b. 1, 153 ; 81 ; 3, 98 ; etwa« mehr auf 
der grenze steht 1, 14; Wycliffe De Officio Pastor, eh. 26 
(p. 446) ; Occleve 158 [What kjmg that dothe more excessive 
dispences || Than his lande may to suffice or atteynej; Earl 
Rivers, Dictes, Prol. bei Blades, Caxton 191 etc. etc. Der begriff 
der genügsamkeit häufig bei Boethius (3 pr. 3 ; Pr. 3 ; Pr. 9) 
und Seneca; auch Deschamps gedichte sind voller bezüge auf 
Süffisance (2, 4), und von beispielen der "unpersönlichen" kon- 

struktion des verbs: 1, 128; 204; 2, 8 (Homs vertueus 

Souffiselui); 2,95; 101; 112; 146; [123]; 267; 4,220 [Fol est 
s'il ne luy suffit A dire voir] ; 247 ; 5, 243 [Grant richesse est 
que d'avoir souffisance]; 293; 6,36; 186; 252 [vivre du sien 
1,141; 3,119] etc. — In eigentümlicher Weiterbildung der 
bedeutung ins konkrete: cum sufficientia hominum ad arma, 
Rymer Foedera 3, 3, 184 (1385). — Merkwüi'dig ist die be- 
deutung des adj. in folgendem beispiele: genügend (gehörig) 

^) Also auch hier der sosammenhan^ mit 'Trouthe'. 



CHAUCEB's KLSINSBE GEDICHTE. 215 

reich, repräsentativ, genügende (finanzielle) Sicherheit bietend : 
Item est Acorde que le Roi de France dedeinz Tres Moys 
apres ce q'il serra partis de Caleys, Rendra a Caleys en Ostage 
Quatre Persones de la Ville de Parys & deux Persones de 

chascune des Villes dont les nouns s'ensuent Les plus 

snffisantz des dites Villes, pur rAcomplissement de cest 
present Traitie (Rymer Foedera 3, 2, 92 ; 1364). 

T, 3. tlkilnesse, vgl ein anderes bild bei Occleve De Reg. 
33: Welthe is fülle slepir; beware lest thow falle. 

V. 4. wele blent' oueral; vgl. die reminiscenz bei Occleve 
De Reg. 48 : how me bleut prosperitee. — Als kuriosum sei 
Urry's lesart angeführt (548): wele it brent over all. 

V. 6. Beule weel pi seif etc. 

1. Fünf Mss. haben *RuleO (1. 8. 10. 12. 16). 

2. Vier Mss. *werke (2. 3. 4. 17). 

3. Sieben Mss. *do (5. 6. 7. 11. 13. 14. 15). 

4. Zwei Mss. Rede (9. 18). 

Vgl. zur besten lesart die reminiscenz in Dunbar (Schipper 
no. 70 ; p. 326) : He rewlis weill that weill him seif can gyd. 
— Deschamps seufzt 1, 154: Nulz au jour d'ui ne puet regle 
tenir. 

V. 7. And troa)>e [}>e] schal delyuere etc. [*pe fehlt nur 
in 1. 2. 3. 4J. Vgl. die Proverbs von Lekynfeld, Anglia 481 : 

Esperaunce in trouthe and verite 
Yea trouthe shall delyuer the. 

Wycliffe predigt über Wahrheit, nimmt aber den text aus 
Joh. 8, 46, und übergeht 8, 31. 32. Si vos manseritis in sermone 
meo, vere dicipuli mei eritis, et cognoscetis veritatem, et veritas 
liberabit vos, Joh. 8, 32. 

Es wäre anziehend zu vergleichen, welche rolle Truth bei 
Langland, Wycliffe, Chaucer und Gower^) spielt. — Auch 
Deschamps 3) erwähnt Verite oft, am interessantesten ist die 
stelle 3, 85, welche eine merkwürdige parallele zu PPL dar- 



1) Den Stern werde ich fUr das Chane. Lex. einführen in der beden- 
tnng "mit abweichungen in der ortographischen gestalt des wertes". 

*) Conf. Am. 1, 16: For tronthe mot stände ate laste; 3, 151 etc. 

») 1, 197. 212; 2, 80. 171 [Le noble Lay de Verite]; 3, 71. 85. 143; 
4, 117; 6, 60; 58; 173; 9, 145 etc. etc 



216 EWALD FLÜGEL, 

stellt: der dichter sucht die Wahrheit a Komme, en Lombardie, 
en Prusse et en Russie etc., vergeblich, 

Mais en querrant me dist un charruier 

Que querrez vous ? Vous perdez vostre paine . . . 

Car pour certain eile s'en est partie 

Et SQay de vray qn'elle est en ciel ravie! 

V, 8, Tempest pe nonst*. Skeat's anm. 1, 551 : "Chaucer, 
as Koch says, obtained this curious verb from tjie third line 
of section F of the French poem from which he translated 
his ABC". Koch sagt nichts derart, er citiert die stelle von 
G. de Deg. als parallele. — Vgl. auch die stellen aus Froissart 
bei Kerv. de Lettenh. 19, 449; und bei Du Gange s. v. Tem- 
pestare (Icellui Jehan fust tellement esmeuz, eschauffez et 
Tempestez, brief von 1375 etc.). Es scheint eine gewöhnliche 
französische phrase zu Chaucer's zeit gewesen zu sein, und ist 
hier (und Boece 2, pr. 4) ein Gallicismus. 

An die phrase selbst erinnert Dunbar's vers (1. c. 6): Als 
trubill nevir thy seif, sone, be no tyd || Vthiris to rewill, that 
will not rewlit be, und an 

V. 10 erinnert ib. For hie vertew may stand in law estait. 

V. 17. Here is non home . . . For}?e pylgryme torpe 
. . . Knowe pi contre. 

Zu den bereits von Koch und Sk. citierten stellen aus 
Boethius 4 pr. 1 (und m. 1) sei noch hinzugefügt, Boece 1 Pr. 5 : 
a wrecche and exiled . . . f er fro thy contree , thou nart put 
out of it; but thou hast failed of thy weye and gone amis 
(dies beleuchtet auch Truth v. 20J ... yif thou remembre of 
what contree thou art bom [diese letzte hälfte auch bei Sk. 
552, mit vergleich von ER 5(559] . . .; ib. 3 Pr. 12: see eftsoues 
thy contree ; ib. 5 Pr. 1 : by which wey thou mayst come ayein 
to thy contree. Das klassische alter tum lieferte für Boethius 
solche stellen wie Cicero Somn. Scip. c. 7 : igitur alte spectare 
si voles , atque hanc sedem et seternam domum contueri . . . ; 
und aus einer stelle Augustins ei-sehe ich, dass Plotinus 
[Enn. 1, 6, 8; 2, 3] dasselbe bild gebrauchte; De Civ. Dei IX, 17: 
Ubi est illud Plotini ubi ait: Fugiendum est igitui- ad ca- 
rissimam patriam, et ibi pater, et ibi omnia. 

Für Chaucer, der den gedanken der himmlischen heim- 



CHAUGEB'S kleinere GEDICHTE. 217 

Stätte der seele auch sonst noch ausdrückte, i) dürfte wohl 
hauptsäclilich Boethius die quelle dieses gedankens sein, wenn- 
gleich er auch an die bibel denken mochte, 2) die besonders 
bekannte stelle Joh. 14, 2 : In domo patris mei mansiones ^) 
multae sunt. 

Den nahe verwandten gedanken der pilgerschaft finde ich 
bei Boethius nur gestreift, *) nicht näher ausgeführt, er ist 
mehr biblisch. Schon im A. T. findet sich Ps. 118, 54: in loco 
peregiinationis meae; 1 Paral. 29, 15: Peregrini enim sumus 
coram te, et advenae sicut omnes patres mei; u. a. m. Im N. T. 
Ebr. 11, 13; quia peregrini et hospites sunt super terram; 
1. Petr. 2, 11: advenas et peregrinos. 

Dunbar ahmt wohl Chaucer's worte nach, wenn er sagt 

(Schipper no. 91 ; p. 387) : 

Walk furth pilgrame quhill thow hes dayis lycht 
Dress fro desert, draw to thy dwelling-place ; 
Speid home .... 

(Vgl. auch Uhland's Volksl. 335). 

Anders gewendet, aber von gleichem sinn, sind Walther's 
Worte (Ijachmann 101, 22) : ich wil ze herberge vam. 

V, 18. For}?eI beste out» of pi stal. Skeat: "The word 
beste probably refers to the passage in Boethius where wicked 
men are likened to various animals, as when the extortioner 
is a wolf , a noisy abusive man is a hound &c. bk. IV. pr. 3. 
The Story of Ulisses and Circe foUows, bk. 4. met. 3." 



*) Am ende des Troilus (V, 1837: Repeyreth hoom from worhlly 
vanitee || And of your herte iip casteth the visage || To thilke God .... 
Ch. mochte dem gedanken auch in Dante begegnet sein. 

*) Die Worte des ags. Seefahrers (117): Utan we hycgan hwspr we 
hani agen || and ponne gepencean hu we }7ider cnmen gehen wohl kaum 
anf Boethius zurück. Alfred vermeidet bei der Übersetzung der oben an- 
geführten stellen das wort *ham', er gebraucht eard (4 pr. 1; 1 pr. 5), epel 
(4 m. 1), cyÖÖ (5 pr. 1). — Sonst ist harn in ags. poesie häufig gebraucht 
für gottes reich, vgl. die beispiele bei Grein 2, 9. — Für spätere zeit vgl. 
Vices & Vertues 23: öe mugen bringen ham to )>in eardo Öar 6u gescapen 
were. — Für das PhSD. fangen die belege für diese bedeutung von *home* 
mit 1303 an. 

*) Lindisf. und Rushw. haben hier hamas meniga (monige), Cor- 
pus und Hat ton: manega eardung-stowa (eardingstowe). 

*) 2 Pr. 5 (203) : entred in the path of this lyf a yoide wayferinge man 



218 BWAU> FLÜGEL) 

Das tertinm comp, liegt hier nicht in den leidenschaften 
des menschen, die in der von Sk. angeführten stelle mit dem 
'Charakter' verschiedener thiere verglichen werden, sondern in 
dem von Boethins oft ausgesprochenen gedanken der Ver- 
wandtschaft der menschen- und tiematur, aber mit betonung 
der göttlichen eigenschaften des menschen; >) alle jene stellen 
mögen die Chaucer'sche anschauung beeinflusst haben. 

1 Pr. 6 (62) : remembrestow that thou art a man ? . . Axestow 
me nat whether that I be a resonable mortal beest ? 

2 Pr. 5 (146) : a man that is a devyne beest by merite of his 
resoun . . . whan it forleteth the knowinge of it seif, than is 
it brought binethen alle bestes. 2 Pr. 6 (82): ye erthe- 

liche bestes 2 Pr. 7 (36) : the f erthe partye [of this 

worlde] is enhabited with livinge bestes [animantibus] 

3 Pr. 3 : ye men that ben ertheliche beestes ... [4 Pr. 4 (426) 
in anderem sinne] 5 Pr. 4 (224) : man is a resonable two-f oted 

beest 5 M. 5 der vergleich mit den niederschauenden 

tieren und dem menschen, der in die höhe schaut. 

An biblischen parallelen kommt mir nur Jac. 8, 2 in den 
sinn, 2) welche bei Wicliffe lautet: If ony man offendith not 
in Word, this is a parfyt man; forsothe he mai with a bridel 
lede aboute al the body. For sothe if we putten to horsis 
bridles in to mouthis for to consente to us, and we beren ther 
with aboute al the body of hem. Aeusserlich, wenigstens, passt 
diese stelle besser zu der im Ashmole Ms. 59 Gower zuge- 
schriebenen "Bailad moral of gude counseyl": Passe forthe 



') Gerade die erhöbung des tierbegriffes, die wir bei dem Schüler des 
Boethius treffen, unterscheidet diese stelle von den zahlreichen stellen, an 
denen mensch und tier verglichen wird, bei den moralpredigem, die nicht 
bei Boethins gelernt hatten. Vgl. Dan Michel Ayenbite 51; Rob. Brunne 
Handiyng Synne 225 etc. Es giebt aber auch ti'eiere betrachtung, vgl. 
schon den ags. Boethius 160 (zusatz zu 3 Pr. 12), den grundgedanken von 
Alanus De Planctu Naturae; den dichter von Christ's own Complaint (Fum. 
Pol., Bei & Love Poems 185): 

Alas for woo! whi is a man 

Weel worse )>an a beeste vnresonable? 

Alle bestis sipen )>is world bigan 

In Kindli worchinge been durable 

Saaf oonly I, of wittis wan . . . 
*) Denn die stelle Tit. 1, 12 über die Kreter als xaxa &7iQia passt 
nicht hieher. 



GHAUG£K'S kleinebe GEDICHTE. 219 

}>ou pilgiime and bridel well thy beest (vgl. Karl Mayer, 
Gower's Beziehungen zu Chaucer, p. 72; neuerdings auch von 
Förster im Archiv). 

V, 19. Die lesarten der handschriften zerfallen in zwei 
gruppen; die minorität 1. 2. 3. 4. 10. 17 liest: 

*Knowe J>i contre loke vp }>onk god of' al; 

die majorität 5. 6. 7. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 18 liest: 

*Looke vp on hye and thank god« of al, 

wovon sich noch eine kleine gruppe abzweigt: 

(8) lyft wp thyne Ene and thank &c ['Ene' aus hye, ye] 

(9) Lyfte vp thy hert and thanke &c. 

NB. Wenn Sk. W. 1, 553 aus Eatis Raving p. 10 citiert : 
*Lyft wp thyne Ene and thank thi god of al', so citiert er das 
Cambridge Ms. KK 5 von Truth, oben als no. 8 angeführt. 

Die lesart der minorität scheint die spätere, verbesserte; 
dieselbe gruppe steht auch v. 20 zusammen, und repräsentiert 
auch da die edlere, reifere fassung des gedankens. 

loke vp. Vgl. Boethius 1 m. 2 (32): Alias! now lyeth he 
empted of light of his thought ; and his nekke is pressed with 
hevy cheynes; and bereth his chere enclyned adoun for the 
grete weighte, and is consti'eined to looken on the fool erthe ! . . 
3 m. 9 (42): fader, yive thou to the thought to styen up in 
to thy streite sete, and graunte him to enviroune the welle 
of good .... 4 Pr. 4 : men . . . han hii- eyen so wont to the 
derknesse of erthely thiuges that they ne may nat liften hem 
up to the light of cleer sothf astnesse ... 5 Pr. 2 (40) : for 
after that they han cast awey liir eyen fi*o the light of the 
sovereyn soothfastnesse to lowe thinges and derke ... 5 M. 4 
(40): som tyme it heveth up the heved, that is to seyn, that 

it heveth up the entencioun to right heye thinges 

[5 M. 5, s. oben ; bereits von Sk. citiert]. — Chaucer könnte 
sehr wohl auch an Cicero Somn. Scip. c. VII gedacht haben, 
s. oben zu v. 17. 

Zur phrase selbst vgl. Handlyng Synne 11403: opunly 
pyn herte vp lyfte; Lydgate's Story of Thebes (Chal- 
mers 1, 571): Lift vp your head, be glad, take no son-ow. 



220 EWALD FLÜGEL, 

V. 20. Die lesarten der handschriften zerfallen in zwei 
gruppen; die minorität 1. 2. 3. 4. 10. 17 hat: 

* Holde J>e heye weye 

Die majoiität (nicht nur 'some' wie Sk. sagt) 5. 6. 7. 11. [12 
Weye] 13. 14. 15. 16. 18 + 7. 8 hat: 

*Weyve py loust. 
Vgl. zu V. 19. 

V. 20. Holde pe Iieye weye. ten Br. : Den graden weg 
such dich empor zu ringen! Es bedeutet: Geh den sicheren 
erprobten weg! Schweife nicht ab vom wege! (Nicht etwa: 
Gehe den weg, den die menge geht; das wäre gegen den geist 
des gedichtes.) Der high way war der sichere, unter des 
königs besonderem schütze stehende weg, der weg, der sicher 
zum ziele führte, ^ zur "herberge", zur himmlischen heimat. 
Eine direkte erläuterung dieser stelle sind die worte in Ratis 
Raving 111,355 (ed. Lumby 100): 

And quhen tway ways hapnis the 
Tak sykyr and lat wnsykir bee. 

Auch Eustache Deschamps hat die phrase in einer Mora- 
lit6 (3, 391) : 

Quiers le Dien vray 
Fuy joye et glay 
tien droite route. 



') Vgl. die beispielsammlnng im PhSD., zu denen noch gefügt seien 
das interessante Statut über les hauts chemins 13 Edw. I (1285), femer 
Pollock-Maitland Hist. Engl. Law 2, 453. 462 : Often the appeUor is supposed 
to say not mercly that he was in the king's peace, but also that he was 
on the king's high-way when he was assaulted . . . appellors have been 
snifered or encouraged to declare that deeds were done on the high-way 
which really were done elsewhere . . . Dazu ans Bracton : sicnt ivit in 
pace domini Regis in chimino domini Regis. Aus Rymer's Foedera 3, 1, 92 
(1353): Quia Alta Via quae se ducit a Porta vocata Temple barre usque 
ad Portam Abbatiae Westmonasteriensis; regins Stratos, ib. 3, 1, 176 (1358). 
Französ. la haute rue [de Fletestrete en Loundres, Petition v. jähre 1383, 
Rot Pari. 3, 179J. Für die übertragene bedeutnng wäre diese Chaucer- 
steUe als älteste anzufügen , oder die latein. aus Bury's Philobibl. c. 12 : 
antiquata volumina emendatis codicibus renovare studuimus, ut stratxis 
regias sterneremus, quibus ad artes quascunque nostri futuri scholares 
inoederent inoffense. 



CHAUCER'S kleinerb GEDICHTE. 221 

Zu den bei Koch und Sk. citierten stellen Boethius 3 M. 11, 

4 Pr. 1, 4 M. 1 seien hinzugefügt 1 M. 7 : Tu quoque si vis &c, 
forthy yif thou wolt loken and demen sooth with cleer light, 
and holden the wey with a right path, weyve thou joye, dryf 
fro thee drede, fleme thou hope, ne lat no sorwe aproche . . . 

1 Pr. 5 : thou hast f ailed of thy weye and gon amis 

3 Pr. 11: mediae veritatis viam [gänzlich anders bei Chaucer]. 

5 Pr. 1 : by which wey thou mayst come ayein to thy con- 
tree . . . [the thinges] ben . . . diverse somwhat fro the path 
of my purpos, and it is to douten that thou ne be maked 
wery by misweyes, so that thou ne mayest nat suffyce to 
mesuren the right wey. 

Chaucer hätte wohl auch streight für 'heye' einsetzen 
können (wie ten Brink übersetzt), und wäre dann näher an 
die biblischen parallelen gekommen. Parallelen, die er nicht 
notwendigerweise im äuge zu haben brauchte, die er vielleicht 
gar nicht kannte. 

Jes. 35, 8: Et erit ibi semita et via, et via sancta vo- 
cabitur; non transibit per eam poUutus, et haec erit vobis 
directa via, ita ut stulti non errent per eam [Wycl. 1: 
and this shal be to you a straft rijt weie, so that foolys 
erre not by it; Wycl. 2: this schal be a streikt weie 
to you]. 

Jer. 31, 21: Statue tibi speculum, pone tibi amaritudines, 
dirige cor tuum in viam rectam in qua ambulasti, revertere, 
virgo Israel , revertere ad civitates tuas [Wycl. 1 : rijt reule 
thin herte into an euene weie, in whiche thou hast go; 
Wycl. 2: dresse thin herte in to a streikt weie, in which 
thou sedist]. 

Prov. 16, 17: Semita justorum declinat mala; custos 
animae suae servat viam suam. 

Gen. 18, 19: ut custodiant viam Domini et faciant Judi- 
cium et justitiauL 

2 S a m. 22, 22 : Quia custodivi vias Domini , et non egi 
impie a Deo meo. 

Ps. 17, 22 (18, 21): quia custodivi vias Domini, nee impie 
gessi a Deo meo. 

Ps. 106, 4: Erraverunt in solitudine inaquosa: viam civi- 
tatis habitaculi non invenerunt . . 7 : Et deduxit eos in viam 



222 SWAIiD FLÜGBIi, 

rectam ut irent in civitatem habitationis ... 40 : errare f ecit 
eos in invio, et non in via . . . 

Weiter ab liegen solche stellen wie : Ego sum via veritas 
et vita (Crist seolf is J>e weie, Old Engl. Hom. 119); Dens 
qui est Via Veritas et Vita, York Manuale 104; Vias tnas 
Domine demonstra nobis et semitas edoce nos, Rituale Bo- 
manum 214; viam veritatis aperire volentes, Corp. Jur. 
Canon. 2, 1138. 

Zu dem Wortlaut vgl Occleve De Bjog. 79 : And yf I not 
the wey of reson holde; Eatis Kaving 11: crep furcht one the 
way, was aus dem citat der Gude and Godlie Ballates ed. 1578 
erklärt wird (p. 119): keip furth the hie way. 

V. 20. lat' pi gost' J>e lade. Vgl. GaL 5, 16 : spiritu am- 
bulate . . (18) quodsi spiritu ducimini, non estis sub lege . . 
Eom. 8, 4 : non secundum camem ambulamus [= Wey ve thi 
lust], sed secundum spiritum ... 14 Quicunque enim spiritu 
Dei aguntur, ii sunt filii Dei . . . 

V. 22—28. Es ist sehr erfreulich , Skeat's Verteidigung 
dieser strophe zu sehen : "It exists in one copy only ; but there 
is no reason at all for considering it spurions" — wenigstens 
ist noch kein grund vorgebracht worden, ten Brink (Lb. 2, 
214) lässt den Envoy einfach weg, Koch (Grit. Ed. MP 1883, 
24) betrachtet ihn als 'spurious', verweist auf Anglia Anz. 4, 
106, wo er "vorläufig" hindeutet, dass Chaucer's Balladen 
"entweder nur drei Strophen enthalten, oder wenn eine vierte 
vorhanden ist, diese sich direkt an eine bestimmte person 
wendet", dass "überdies diese stanze gedankenarmer" sei als 
die vorhergehenden. 

Ch. adressiert die ballade an sich selbst, und würde wohl 
kaum *L'enuoy a Chaucer' darüber haben setzen wollen! Der 
Envoy selbst übrigens mag später zu datieren sein als der 
hauptteil des gedichtes, dessen quellen selbstgewonnene lebens- 
weisheit und reminiscenzen aus Boetliius sind. Der Envoy, 
der keine Boethius - reminiscenz enthält, ist das produkt 
einer religiösen Stimmung, einer religiösen erhebung, >) wie 



^) Diese religiöse stimmnng scheint manchen gelehrten nicht recht in 
das bild zn passen, das sie sich von Ch. konstruiert haben. Vgl. ten Brink's 



CHAüCEB'S KLEINEEB GEDICHTE. 228 

sie sehr wohl die letzte krankheit des dichters verklärt 
haben mag. 

T. 22. räche. Ich verstehe noch immer die gründe nicht, 
die den dichter bewegten, das wort hier einzufügen. War 
seine zeit wirklich so naiv wie Beda's, welcher das claene 
neten eodorcende kein lächeln abgewann ? Bezieht sich vache 
auf die seele? War * vache' überhaupt ein englisches wort 
zu Chaucer's zeit? Dachte Cbaucer an Arnos 4, 1: Audite 
verbum hoc, vaccae pingues, quae estis in monte Samariae; 
quae calumniam facitis egenis, et confringitis pauperes; qui 
dicitis dominis vestris: Afferte et bibemus [Wycl. übersetzt es 
ze fatt kyen]. 

Deschamps 2, 248 *) citiert aus Lmocenz in (De mis. &c 
c. 3) von Eccles. 3, 18 : Unus est enim hominum et jumentorum 
interitus et aequa utriusque conditio. 

Die oben aus Boeth. 4 Pr. 3 angeführten gedanken, finden 
auch in Dante's Convito 2, 8 ihren wiederhall : Chi dalla ragione 
si parte e usa pur la parte sensitiva, non vive uomo, ma vive 
bestia; siccome dice quello eccelentissimo Boezio, asino vive. 

Die erklärung, dass das wort hier in einer fast rührenden 
naivetät gebraucht ist, scheint noch die beste, und wird ausser 
durch die stelle aus Beda, noch, und zwar ganz besonders 
gewichtig, durch Walther's wort (Lachra. 123, 36) gestützt : . 

Heiliger Krist . . . 

ich was mit sehenden ougen blint 

und aller guoten sinne ein rint, 

swiech mine missetät der weite lial. 

mach e mich reine 

e min gebeine 

versenke sich in daz verlorne tal. 

V. 24. crye hym mercy. Ein Gallicismus? Vgl. die 
beispiele bei Mätzner; cryed hym mercy and grace, Rot. Pari. 
(1397) 3, 379 &c. 

Zur Sache vgl. den oben von Walther citierten Spruch: 

Meisterhafte Worte LG. 2, 213. — Für mich erscheint Truth, und der würde- 
YoUe ansdruck der religiosität darin ein schwerer beweis gegen die echt- 
heit der Preces de Chaucer. 

^) 9, 159 : Femmes com yaiches a moison ; 3, 58. 



224 EWALD FLÜGEL, CHAUCEB'S KLEINEBE GEDICHTE. 

Heiliger Krist . . . 

gip mir den list 

daz ich in kurzer frist 

alsam gemeine 

dich sam din erweiten kint. 

Chaucer's Stimmung ist ähnlich der Walthers "am abend 
seines lebens", wie Uhland sich so schön ausdrückt: "Das 
irdische schwindet ihm, so wie beim sinken der sonne die 
thäler sich in schatten hüllen und bald nur noch die höchsten 
gipfel beleuchtet stehen ... Er will sich hinüber retten in 
das heilige." (Walther v. d. V. 143. 145.) 

Y. 26. Drawe unto him. Kaum eine reminiscenz an 
Boeth. 3 M. 10 : Huc omnes pariter uenite capti &c, eher eine 
an Math. 11, 28: Venite ad me omnes qui laboratis &c. 

Stanfoed Univebsitt, Cal., August 1899. 

Ewald Flügel. 



zu CHAÜCER'S PROLOG ZU C. T. 



I. vv. 218. n. 252^. nL 252^. IV. Die dauer 
der reise von London nach Canterbury. 

I. T. 218 ff. 

[215] And wel biloned | and famulier was he 
With frankeleyns | ouer al in bis contree 
And[eek] with worthy wommen of the tonn 

ffor he hadde power of confessioun 
As seyde hym seif | moore than a Curat' 
ffor of his ordre | he was licentiat' 
fful swetely | herde he confessioü &c. 

Mit der feinsten Satire berührt Ch. hier *) den alten streit 



1) Ch. spielt darauf an u. a. auch in der Sompnour's Tale 106 (D 1816) 
Thise coratz | been fnl necligent and slowe 
To grope tendrelj a conscience 
In shrift^ in preobyng* is my diligence etc.; 
vgl. ib. 302 (D 2008): 

This euery lewed viker or person* 
Kan seye | how Ire engendreth homycide etc., 
und das geständnis des Thomas 394 fr. (D2094): Nay quod the sike man | 
by Seint Symon || I haue be shrynen this day | at my curat || I haue hym 
toold hooly al myn estat || Nedeth namoore | to speken of it seith he etc., 
worauf der Frere sprachlos vor ärger — sein neid lässt ihn gar nicht auf 
diesen punkt eingehen! — seine schamlose bettelei fortsetzt. — In der 
Persones Tale (am ende des zweiten teiles; Aldine Ed. 3, 360; I 1009) 
wird davor gewarnt die beichte zu teilen, und von mehreren beichtvätem 
jedem etwas zu beichten, aber sonst dem beichtkind ausdrücklich erlaubt 
(by licence of thy curaat) zu einem anderen (als dem zugehörigen orts-) 
geistlichen zu gehen (to . . an honeste prest where thee liketh) — in dem 
ensprechenden absatze des Ayenbite (p. 175) ist übrigens von dieser er- 
laubnis nichts zu finden; vgl. die steUe aus Handl. Synne weiter unten. 

AngUa. N. V. XI. 15 



226 EWALD flOoel, 

zwischen pfarrer und Frater, dessen angelpunkt nicht sowohl 
die predigt und das begi*äbnis, *) als die frage der beichte 
bildete. Das war der pnnkt, wo des pfarrers einfluss am 
wichtigsten wurde, und derjenige punkt, wo die doppelzüngig- 
keit der kirchlichen gesetzgebung nicht nur der öffentlichen 
Sittlichkeit am meisten schadete, sondern auch die kirchliche 
autorität selbst am schwersten gefährdete. Ch. giebt uns seine 
eigne Stellung zu erkennen, nicht in der ziemlich plumpen 
weise, wie er es einst im Rosenroman, ^) seinem vorbilde fol- 
gend, gethan hatte, sondern in seiner späteren weise, mit un- 
endlich feiner, souveräner satire, die in dem Zusammenhang 
und der logischen Verknüpfung der Sätze beinahe ebenso liegt, 
als in den gewählten ausdrücken. Warum war der frater so 
beliebt im ganzen lande, vertraut mit den fi*eisassen (und deren 
frauen — dass lässt uns Gh. nur ahnen) und all den ^bessern" 
weibem jedes ortes, den er besuchte? — Weil er einmal ein 
so liebenswürdiger beichtvater war, dann aber, weil seine 
beichtbefu^nis so viel grösser war, als die des pfarrers — so 
sagte er wenigstens selbst Ob dies letztere nun einen 
leisen zweifei an der richtigkeit, oder wenigstens an der aus- 
dehnung, an dem umfang seiner speziellen beichtbefugnis ent- 
halten mag, oder nicht, Ch. fügt hinzu, dass er wirklich 
licenciatus seines ordens war, ein mann also 'maturus mo- 



^) Es ist bemerkenswert, dass Ghancer diese wichtigen punkte im Pr. 
nicht bertthrt; welch feine malice hätte er über die predigften der false 
cronyclis and fablis, der poisies and newe fyndynges (wie Wydüfe sie nennt) 
einflechten können ! Auch in der Sompnonr^s Tale, die ja auch die predigt 
des frater schildert, bekommen wir kein pröbchen seiner predigtanekdötchen 
und histörchen, die den fratres ein volles haus brachten. Vgl. auch Gower's 
zom gegen diese sermones fratrum Yox Clam. 240 (4, xxii). — Das begräbnis 
berührt Ch. ebenfalls nicht; vgl. Jacke Vpland (Speght 348»>) v. 13: 
Why make ye men beleeue, that he that is buried in your habit etc., vgl. 
Wycl. etc. etc. 

') Vgl. RR. 6362 (Thurghe my pryueleges aUe . . I may assoile and 
I may shryue || That no prelat may lette me . . I not no prelat may done so || 
But it the pope be and no mo || That made thilk establisshing); 6383; 
6387 (Thanne haue I pryuylegis large || That may of mych thing discharge) ; 
6441 (Thus may he shryue hym that forsaketh || His paroch prest and to 
me takith) ; 6462 (I wole haue the fat sheepe || Let parish prestis haue the 
lene); 6847 (of the Pope I haue the bull); 6874 (And make them trowe 
bothe meest and leest || Hir paroch prest nys but a beest || Ayens me and 
my companye) &c. 



Zu CHAUOEB^S PROLOG Zu C. T. 227 

ribos', wie eine päbsüiche bulle sagt, der mit einer licenz — 
litterae testimoniales — vom orden ausgeschickt war. Er 
scheint übrigens meist allein gewandert zu sein, nicht zu 
zwei, wie seine regel ihm vorschrieb, — auch nach Canterbury 
zog er allein. 

Wenn die bestimmung des vierten Lateranischen concils 
(1215), welche das dogma von der beichte überhaupt erst 
formulierte, ihrem Wortlaute nach durchgeführt worden wäre, 
würden nie Streitigkeiten zwischen pfarrgeistlichen und bettel- 
mönchen über die beichte entstanden sein. Denn die bestimmung 
desselben besagte, dass ohne des proprius sacerdos einwilligung, 
ein anderer geistlicher keine absolution erteilen könne. Nun 
waren aber gewisse fälle der absolution (atrociora quaedam 
et graviora crimina) ausserhalb der machtbefngnis der ge- 
ringeren geistlichen, den höheren und höchsten reserviert, und 
über diese konnten die letzteren derart verfügen, dass ein 
bestimmter kommissar an ihrer stelle entschied: das war der 
licentiatus,*) dem sich der arme pfarrgeistliche fQgen musste. 



^) Vgl. Wadington's Manuel 10123 (licenciez, nicht im engl.)» W. 
drückt sich vorsichtig aus über die grenze der machtbefugnis des pfarrers, 
jedoch scheint er den 'privilegierten' beichtbeftignis zuzugestehen auch 
ohne die erlaubnis des pfarrers — wenn sie nur licenz haben: 

Tuz qe vnt ordre de prestrage 

Ne sunt mie oelement sage 

Ne chescun n'ad nient le poer 

Chescun home confesser. 

Vostre prestre parochien 

Vous purra assoudre bien 

E nul autre sanz cunge 

Si il ne seient priuilege 

Cum sunt austins prechurs et menurs, 

Euesques qe sunt greignurs, 

E ki de euz sunt licenciez .... 

Robert of Brunne (11605) erwähnt die 4icentiaten' nicht: 

And alle prestes haue nat powere 
For to assoyle pe ryjt clere, 
But hyt be yy parysshe preste, 
Or haue hys leue at pe ieste, 
Or at fy parson or vycary, 
For pese haue of py soole mayBtry; 
Aske hem leue, and haue no gylt. 
And shr3rue fe pan where fon wylt. 

15* 



228 EWALD FlUOEL^ 

Auch wenn er sich übrigens nicht gefügt hätte, oder nicht 
hätte fügen wollen, hätte widerstand zn Chancer's zeit nicht 
viel genützt: denn eine extravagante des Bonifacins YIII. 
{1294 — 1303) concedierte den licentiaten auf päbstliche auto- 
rität hin beichtbefugnis , auch wo untergeordnete geistliche 
(praelati etc.) die erlaubnis verweigert hatten ; eine schändliche 
bestimmung, welche eine extravagante Benedicts XL (1303 — 4) 
in womöglich noch ungeschminkteren Worten wiederholte. Erst 
das Tridentiner concil beseitigte diese missstände und machte 
dem unwürdigen streite ein ende. — Daher das verhältnis- 
mässige stillschweigen der reformatoren über diesen punkt. 

Ehe einige der wichtigeren dokumente folgen, sei auf die 
Stellung hingewiesen, die Wycliffe und einige andere von 
Chaucer's Zeitgenossen in der beichtfrage einnahmen. 

Wycliffe spricht sehr häufig von dem streit zwischen 
pfarrer und frater, zu den bei Matthew 549 angeführten stellen, 
vgl. Arnold 3, 299 (J>es weiward and coveitous conf essouris) ; 
374 2). 393^422 etc.; im Trialogus IV c. 35 (ed. Wirth 1754; 
290; übersetzt von Vaughan206) etc. 

Gower berührt im 18. cap. des vierten buches der Vox 
Clam. nicht ohne humor diese frage (Hie loquitur de fratribus 
illis, qui propter huius mundi famam, et ut ipsi etiam quasi 
ab Ordinis sui jugo exempti ad confessiones audiendum 
digniores efficiantur, summos in studio scholae cathedi'as 
affectant). 

Jacke Vpland wirft nur kurz die frage auf (16; Speght's 
Chaucer 346»>; Wright's Pol. Poem. 2, 22): 

Why coueit ye shrift, and burying of other mens parishens, 
& none other sacrament that f alleth to Christian f olke ? Why 
busie ye not to heare t[he] shrift of poore folke, as well as 
of rieh lords and ladies, sith they mow haue more plentie of 
shrift fathers than poore folke mow? 



Von den grossen dogmatisohen kttmpen sei hier nur auf Richard 
Fiteralph, erzbischof von Armagh, hingewiesen, nnd sein Defensorium cu- 
ratorum contra eos qui privilegiatos se dicont (1357), darin die achte und 
nennte Propos., vgl. Lechler WycL 56. 57 (London 1884) ; eine steUe daraus 
citiert auch Matthew 224. 

*) Vgl. daselbst die engste paraUele su Chaucer's Worten: And )>ei 
cryen faste 'pdX I'ei haf more power in confesdoon ]>en ol'er coratis. 



zu CHAUCER^S PROLOQ Zu C. T. 229 

lieber die beichte bei den fratres hören wir im zweiten 
liede gegen die Friars (Brewer Monum. 601): 

Ich man that here shal lede his life 
That has a faire doghter or a wyfe 
Be war that no frer ham shryfe 
nanther loude ne still, 
Worte zu denen Gower 1. c. die weitere ausführung giebt. 

Ferner im dritten liede (1. a, auch in Wright's Pol. Poems) : 

Thai say that thai distroye synne 
And thai mayntene men moste therinne 
For had a man slayn al his kynne 

go shryue him at a frere. 
And for lesse then a payre of shone [vgl. PPL] 
He wyl assoil him clene and sone 
And say the synne that he has done 

his saule shal neuer dere . . . 
Thai trauele jeme and bysily 
To bryng doun the clergye 
Thai speken therof ay vilany [vgl. R. of the R.] 

and therof thai done wrong 

Bot now this londe so segh [negh?] soght is 

That vnnethe may prestes seculers 

Gete any seruice for thes frers (Brewer 605). 

im vierten (Brewer 608): 

With an and an /, for sixe pens er thai fayle 
Sie thi fader rape thi modre and thai wyl ye assoile . . . 

In PPl. B m 35 (C IV 38; A m 36) ff. erhalten wir eine 
beichtscene, die mit der ganzen gewalt von Langland's Schil- 
der ungskunst den confessoure coped as a Frere vorführt: 'for 
a seme of whete' wird Mede für alle Sünden Vergebung ver- 
sprochen; sie kniet und beichtet: Thanne he assoiled hir sone • 
and sithen he seyde || We hau a wyndowe a wirchyng • wil 
Sitten vs heigh || Woldestow glase J>at gable • and graue J>ere 
inne H name || Siker sholde )>i soule be * heuene to haue &c. 

Die Streitigkeit wird nicht mehr berührt in Myrc's In- 
structions for Parish Priests. Der grund dazu mag die ge- 
wissermassen schlaue naivetät ihres Verfassers sein. Vgl. p. 24 
(ed. Peacock 1868): 



230 EWALD FLÜQEL, 

[v. 787 De modo andiendi confessionem] 

V. 812 Fyrst J>ow moste aske hym pen, 
Whefer he be J?y paresschen, 
And xef [ajvnswere and say nay, 
Theche hym home fayre hys way, 
But he schowe pe I wryten 
Where by J>ou myst wel I wyten 
pat he hath leue of hys prest 
To be I schryue where hym lust. 

Nun folgen die fälle, in denen ein pfarrkind nicht ver- 
pflichtet war, bei seinem pfarrer zu beichten . . . ^ef hys prest 
as doctorus sayn || By any of hys paresch haue layn &c ; aber 
jeder priester kann die beichte hören eines scoler, flotterer, 
passyngere, jemandes den er selbst "acorset has", eines 
kriegers, der in die schlacht zieht^ eines sterbenden — welcher 
jedoch im falle der genesung anzuhalten ist, zu seinem 'owne 
curatour' [sacerdos proprius] zu gehen. 

And schryue hem newe to hym to 
And take he penaunce newe also, i) 

[867] But 3ef pe sjmne be so stronge^) 
To J>e byschope J>at hyt longe . . . 

Von den kirchenhistorischen dokumenten seien die fol- 
genden belege ausgewählt: 

I. 

Conc. Lateran. IV. (1215)^) c. 21 wiederholt in den Decretal. 
Gregor. IX. Lib. V. Tit XXXVIII. De Poenitentiis c. 12: Omnis atrinsque 



>) Vgl. dagegen Extrav. Commun. Lib. V. Tit. VII c. 1 : nee confessi 
ipsis fratribns peccata illa de quibus confessi sunt eis et absolnti poenitentes, 
de Ulis sacerdotibus propriis teneantnr, (sicnt etiam non tenentor,) itemm 
confiteri, non obstante constitutione generalis concilii, quae sano intellectn, 
(ne sequatur absurdum . . . quod liberatus debitor adhuc ad solvendum re- 
maneat obligatus) intelligenda est . . . 

^) 1. c. Incendiarios, eosque, qui tarn enormibus sunt irretiti peccatis, 

quod ea rationabilis consuetudo praescripta canonice in episcopatibus ali- 

quibus resenravit episcopis, simüiter non admittant; quam consuetudinem 

ex causa, quae juste ad id animum nostrum movit, solummodo circa volun- 

tarios homicidas, falsarios, ecclesiarum immunitatis et libertatis ecclesiasticae 

violatores et sortilegos approbamus. [Ein ausnahmefall ist imminente todes- 

gefahr.] 

•) Vgl. Wycliffe*8 scharfen kämpf dagegen, De Confessione 328 etc. 
(Matthew). 



zu CHAUO£R*S PROLOG ZU C. T. 231 

sexns fidelis postquam ad annos discretionis pervenerit omnia sua solns 
peccata saltem semel in anno fideliter confiteatnr proprio sacerdoti et 
iniunctara sibi poenitentiam propriis Tiribns stndeat adimplere ... Si qnis 
antera alieno sacerdoti Toluerit insta de caoaa saa confiteri peccatai 
licentiam prins postulet et obtineat a proprio sacerdote, quam alit^r ipse 
illum non possit absolvere vel ligare . . . (Corp. Jor. Can. 2, 852.) 

n. 

Extravag. Commnn. Lib. m. Tit. VI. c. 2. Corp. Jor. Can. 
2, 1188 (Bonifac. VH! 1294—1303). 

... Ab olim siqaidem inter praelatoB et rectores, sen sacerdotes ac 
clericos parochialium ecclesiamm per diversas mnndi proyincias constitutos 
ex nna parte, et Praedicatomm et Minornm ordinum fratres ex altera, 
(pacis oemulo satore zizaniae procnrante,) gravis et periculosa disoordia 
exBtitit snscitata super praedicationibns fidelinm popolis faciendis, eorum 
coufessionibus audiendis, poenitentiis iniungendis eisdem et tomnlandifl 
defunctomm corporibns, qni apnd fratmm ipsorum ecclesias sive loca nos- 
cnntur eligere sepultoram. Nos autem pii patris more landabili moleste 
ferentes incommoda filiorum reducentes ad exactoe considerationis examen, 
ac intra pectoris clanstra sollicite revolventes quam sit plena pericnlis . 
statuimus et ordinarans, ut dictorum ordinum fratres in ecclesiis et locis 
eorum, ac in plateis comraunibus libere Taleant clero et populo praedicare 
ac proponere verbura dei, hora illa duntaxat excepta in qua locorum pnelati 
praedicare voluerint .... In ecclesiis autem parochialibus fratres Uli nuUa- 
tenus audeant vel debeant prsedicare vel proponere verbum Dei, nisi fratres 

praedicti a parochialibus sacerdotibus invitati fuerint seu petita 

licentia fuerit et obtenta .... 

Statuimua etiam et ordinamus ut in singulis civitatibus et diocesibus, 
in quibus loca fratmm ipsorum consistere dignoscuntur .... provincialis 
Praedicatomm ... et custodes Minomm ad praesentiam praelatomm eorun- 
dem locomm se cx)nferant . . . humiliter petituri ut fratres qui ad hoc electi 
fuerint in eorum civitatibus et diocesibus coufessiones subditorum suomm 
confiteri sibi volentium libere valeant ... Ac deinde praefati . . . provin- 
ciales ... eligere studeant personas sufficientes, idoneas, vita probatas, 
discretas, modestas atque peritas ad tarn salubre ministerium et officium 
exsequendum .... [extra civitates et dioceses in quibus fuerint deputatae 
per quas eas voluraus et non per provincias deputari, coufessiones nulla- 
tenus auditurae]. . . . Si vero praelati praefatis fratribus, ad confessiones 
andiendas electis huiusmodi exhibere licentiam recusarint: nos exnunc ipsis, 
ut confessiones sibi confiteri volentium libere licitcque audire valeant, et 
eisdem poenitcntias imponere salutares, atque eisdem beneficium absulutionis 
impertiri, gratiosc concedimus de plenitudine apostolicae potestatis. Per 
huiusmodi autem concessionem nequaquam intendimus personis seu firatri- 
bus ipsis ad id taliter deputatis potestatem in hoc impendere am- 
pliorem quam in eo curatis vel parochialibus sacerdotibus est a iure con- 
cessa, nisi forsan eis ecclesiamm praelati uberiorem in hac parte gratiam 
specialiter ducercut facieudam [endlich wird auch die teilung der einnahmen 
zwischen Eom, dem gemeindegeistlichen und den ''brttdem'' geregelt]. 



232 EWALD FLÜGEL, 

m. 

ib. Lib. V. Tit. VH. c. 1 [2, 1211 Benedict 11, 1303—4]. 

In ecclesüs antem parochialibns fratres ipsi, inyitis eornm rectoribns 
sen sacerdotibus (nisi jassi a anperioribna eornndem), non andeant prae- 
dicare . . . 

Electi ... ab eisdem fratribns ad andiendas confessiones et poenitentias 
iniungendas libere anctoritate apo6tolica absqne licentia dioecesa- 
nornm et aliornm praelatornm inferiorum exemptomm et non 
exemptornm , qnibns snbsnnt, qni ad confitendnm accednnt, audiant eis 
peccata sua confiteri volentes . . . 

Per hoc antem non intendimns, qnod saepe dicti fratres, qni ad hoc 
eligentnr officium exercendnm plns habeant in andiendis confessionibns et 
poenitentiis ininngendis qnam parocbiales sacerdotes noscnntnr habere, sic- 
qne de casibns episcopis et snperioribns qnos inferins adnotamns, ac sedi 
apostolicae reservatis se nnllatenns intromittant. Observent ergo sollicite 
dicti fratres ne ad confessiones recipiant criminosos criminibns pro qnibns 
sollennis est poenitentia indicenda, modo eodem excommnnicatos respnant, 
et clericos qni propter delictnm irregnlaritatem aliqnam incnrremnt 

IV. 

Canon, et Decret Conc. Trident Sessio XIV. c. Vn. De 
casunm reservatione. 

Qnoniam igitur natura et ratio indicii illud exposcit, nt sententia in 
subditos dnntaxat feratnr, persnasnm semper in ecclesia Dei fait, et veris- 
simnm esse synodns haec confirmat, nuUins momenti absolntionem eam esse 
debere, quam sacerdos in eum profert, in quem ordinariam aut subdelegatam 
non habet iurisdictionem. Magnopere yero ad Christiani populi disciplinam 
pertinere sanctissimis Patribus nostris yisum est, ut atrociora quaedam 
et graviora crimina non a quibusvis, sed a summis dnntaxat sacerdotibus 
absolverentnr, unde merito Pontifices maximi pro suprema potestate sibi 
in ecclesia universa tradita causas aliquas criminum graviores suo potuerunt 
peculiari iudicio reseryare . . . (mit dem zusatze: ut nuUa sit reservatio in 
articulo mortis atque ideo omnes sacerdotes quoslibet poenitentes a qni- 
busve peccatis et censuris absolvere possunt). 

V. 

De modo licentiandi fratres (Bulla Bened. Xn a. 1336 § 9; 
Bullarium Komanum 4, 395). 

Ut antem in fratribus dicti ordinis debita gravitas et maturitas vigeant 
et discursus*) arceantur, providimus salubriter ordinandum quod nullus 
frater extra locum fratrum mittatur vel ad eundum licentietur, nisi matums 
moribus vel cum maturo socio et honesto; nee detur alicui socius ab ipso 
petitus, sed socius de quo expedire videbitur praesidenti; nee extra civitatem, 
villam, castrum vel oppidum, in quo fratres morantur ad alia loca fratrum 
ituri licentientur sine literis testimonialibus obedientiam vel licentiam con- 



^) Dies ist Gh)w^'s circuitus, circu9iire etc, 



zu CHAüCBB's PROLOG ZU C. T. 233 

tinentibns, in quibns secnndnm locomin distantiam, personanun ac negocii 
qualitatem certns redeundi terminns a concedente licentiam vel dante 
obedientiam praefigatur ; nee alicni huiusmodi licentia concedatur sine causa 
insta et rationabili, quam is qni dat licentiam SBxtimet esse Teram. 

Cum aat€m alicni dabitnr licentia ingrediendi civitatem, yillam, 
castram vel oppidnm, nbi fratres morantnr, is qni licentiabit enm, inquirat 
de loco vel locis, de persona sen personis in qnibns et cum qnibns frat«r 
licentiandns habebit aliqnid expedire; et prsefigat sibi certam horam infra 
quam redire ad locum de quo egreditur teneatur. 

II. v.262fc. 266. 

252^ [Hengwrt Ms.] 

And yaf a c'^'teyn ferme | for the graimt' 
256 His purchaas | was wel bettre than his rente. 

Skeat erklärt dies 5, 28: purchas = proceeds of his 
begging. What he acquired in this way was greater than 

his rent er income For rente see 1. 373 ["ffor catel 

hadde they ynogh and rente" Ellesm.]. 

Worin sollte eine rente, ein 'income' (Sk.) für den bettel- 
mönch bestehen? Was er für den orden erbettelte, hatte er 
diesem auszuliefern (rendere, reddere), eignen besitz irgend 
welcher art erlaubte seine regel nicht, konnte ^ er nicht haben 
(etwa: verpachteten landbesitz etc.). 

Die thatsache ist, dass rente 256 dasselbe bedeutet, wie 
ferme 252^, und dass Chaucer sagen will, dass der hallunke 
nicht alles an den orden ablieferte, er brauchte ja doch geld 
für die schönen messer, die tabernen und die frauenzimmer, 
er hatte ja auch sein gewissen beruhigt, indem er dui'ch die 
runde pachtsumme gleichsam dem orden genügte, ^) und seiner 
Verantwortlichkeit sich ledig glaubte. Der frere, will Ch. 
sagen, behielt noch von seinem erbettelten ») ein schönes Sümm- 
chen (wel bettre) übrig über seine pachtsumme. 



>) Natürlich gehörte unser frere nicht zu den Gaudentes s. u. (die- 
selben erscheinen mir so wie so apocryph, und ihr name mehr wie ein 
scherz, nach dem Ordre de bei eise, der regula Bnmelli (statt Benedict!, 
üower Vox244). 

*) Und dem orden gebührt in der that mehr als die hälfte des tadeis, 
wegen der Zulassung eines solchen Instituts. Es sind "die Verhältnisse", 
die 'gelegenheit' — die den dieb ' machen M 

*) Spei man erklärt Purchacia] A Gall. pourchasser, quod quis suä 
industria assequitur ; vgl. u. a. belegen bei Wycl. (3, 299) : And herefore of 
fals purchas, of wickid extorsion and robberie come)? nevere restitucion . , • 



234 EWALD FLÜUEL, 

Dass rente und ferme das gleiche bedeutet, geht hervor 
aus folgenden dtaten: 

1. Du Gange s. y. Benda, Rendua,^ Benta citiert eine 

Charta a. 1355: Meliorabitur ferma sive Benda 
dicti Prioratus pro premissis; femer einen Contrac- 
tus Monialium ann. 1403: Tradiderunt et concesse- 
runt ad Bendam sive firmam^) et titulo Bendae 

tradiderunt omnes proventus et gausidas perti- 

nentes ad dictum monasterium. 

2. Bolls of Parliament») HI, 179 (a. 1383; Petition 16) 

des Prior of the Hospital of St. John of Jerusalem): 
A N''® S^r le Boy supplie le Priour de l'Hospital de 
Seynt Johan de Jerlm en Englife q com il aut'foitz 
pursuist 5 Bille a v're fs gracious S"rie pm* estre 
descharge de la ferme de XV s". pur queux il est 
distreint en TEscheker, queux ces p^decessours soloient 
paier annuelment a Vous pur dieux forges edifies p 
les Templeres en my de la haute rue de Fletstrete 
en LoundreSy lesqueux dieux forges furent abatuz ore 
tard f) les rebelies en temps de la leve, issint q le 
dit Priour ne puet nul profit prendre de yceles ne 
unqs prendre y j) cause q les ditz forges ne poient 
estre releves en nul mane: Le quel Bille fuist endoce, 
q le dit Priour duist pursuer pur av' conge de redifier 
les ditz places, & celes redifies q fuse de lors tenuz 
paier la dit rent; & com le dit Priour [Be- 



>) ib. Renduaiis pecunia qusBvis quse ezsolvitor quotannis. « 
') ib. s. y. Firma : censas sive reditus annnus ob Firmam debitns . . . 
Yectigal, tribntnm exactio ; s. v. Firmagium : Vectigal tribatam ... Firma, 
pro reditu pecnniario ... Gall. fermage. — Halliwell hat Ferme: 
a rent in Heu of all other pajments. — Vgl. certas Pensiones, Portiones, 
Firmas ac Pecunianun Snmmas eisdem Abbati & Conventni debitas, 
By mer Foedera 3, 2, 89 (1364); Firmae ex hniosmodi proveuientes maneriis, 
ib. 3, 2, 179 (1371); Annuum Redditum, ib. 3, 1, 63 (1351); 3, 2, 79 (1363); 
Decimas, Redditus, Censas, i b. 3, 2, 88 (1364) etc. 

^) Die Rot. Pari, sind ToUer Petitionen etc., die sich auf Rentes, 
Rentz etc. beziehen, und soUten lexicographisch reichlicher ausgebeutet 
werden. Das obige citat ist älter als die im Ph SD angeführten belege. 
Daselbst ist übrigens wie auch sonst nicht selten die in England zu frühest 
nachweisbare bedeutung nicht an erster stelle gegeben (sondern hier an 
dritter). 



zu chaucer's pboloo zu c. t. 235 

sponsio:] & le Roy ent s'vy & paie de sa rent 

de surseere del levee & demande du dit rent ... 

3. Gleichbedeutend mit ferme und rente war *a certaine' 
(als subst.), vgl. Jacke Vpland 27 (Chaucer ed. 
Speght 849): Why shall some sect of you freers pay 
ech a yere a certaine to her generali prouinciall or 
minister, or eis to her souereines. 

Im elften Paragraphen fragt Jacke Vpland (348*»): Why 
heire you to ferme your limitors, giuing therefore each yeare 
a certain rent, and will not suffer one in anothers limitation, 
right BS yee were your seines lords of countries? Worauf 
Daw Topias (Wright Pol. Songs 2, 78) antwortet: We leten 
thou seist to lymytours al this rewme to ferme as that we 
were weiders and lordes of alle? 

Diese stellen erklären die Chaucerschen Zeilen schönstens, 
die letzten zeigen auch die allgemeinheit der Unsitte, der 
unerhörten, schamlosen nichtachtung der regel des hl. Franciscus. 
Denn die regel des hl. Franciscus stand unerbittlich gegen jede 
ferme, rente, überhaupt gegen jede finanzielle Operation irgend 
einer art. Die Prima Regula sagte: Regula et vita istorum 
fratrum haec est, scilicet vivere in obedientia et in castitate 
et sine proprio (1); ... Nee accipiant aliquam pecuniam nee 
per se nee per interpositam personam (2) . . . et possint pro 

labore accipere omnia necessaria , praeter pecuniam (7) 

Oaveant sibi fratres ubicunque fuerint . . . Quod nulluni lorum 
sibi approprient nee alicui defendant (7) ... NuUus fratrum 
ubicumque sit, et quocunque vadit, aliquo modo toUat nee 
recipiat nee recipi faciat pecuniam aut denarios .... nuUa 
ocoasione, nisi propter manifestam necessitÄteYn infir- 
morum fratrum . . . et si forte, quod absit, aliquem fi^atrem 
contigerit pecuniam vel denarios colligere vel habere, excepto 
solummodo prsedicta iufirmorum necessitate , omnes fratres 
teneant eum pro falso frati-e et füre et latrone et loculos 

habente, nisi vere poenituerit*) (8) Fratres tamen in 

manifesta necessitate leprosorum^) possunt pro eis quaerere 

^) rhaucer*s frere würde sich nicht viel aus der poenitenz gemacht 
haben, und anch über den dieb nnd ränber vermochte er sich hinweg 
zu setzen. 

') Denen kam unser frere nicht zu nahe! 



236 EWALD FLÜGEL, 

eleemosynam. Caveant tarnen multum a pecunia. Similiter 
caveant omnes fratres ne pro aliquo turpi lucro terras cir- 
cumeant. 

Und in der Regula Secunda (c. 4): Quod fratres non 
recipiant pecuniam. Praecipio firmiter fratribus universis, ut 
nullo modo denarios vel pecuniam recipiant per se vel per 
interpositam pei*sonam. Tamen pro necessitatibus infirmorum 
et aUis fratribus induendis ^) per amicos spirituales ^) ministri 
tantum et custodes solicitam curam gerant secundum loca et 
tempora et frigidas regiones,^) sicuti necessitati viderint ex- 
pedire, eo semper salvo, ut, sicut dictum est denarios 
vel pecuniam non recipiant ... Fratres nil sibi appro- 
prient, nee domum nee locum nee aliquam rem (6; vgl. übrigens 
auch die schöne CoUatio V : De sacra paupertate). 

Vgl. Wycliffe's Übersetzung der regel (ed. Matthew 40), 
seine 50 Heresies of Friars (ed. Arnold), seinen Tractatus 
de Pseudo-freris (Matthew 296) *) und unzählige andere Streit- 
schriften, über ihre art und weise einen 'scarioth' (= die 
interposita persona)^) mitzuschleppen und 'gold and money', 
nicht aber *an halpeny or f erfing' anzunehmen, allerdings nicht 
mit der band, sondern wij? a sticke or m\> gloues & a grete 
cuppe of gold (!), vgl. Wycl. Comment. on the Testament of 
St. Francis (Matthew 49 etc. etc). Gegenüber diesen heuchlem 
sind die Fratres Gaudentes doch wenigstens noch ehrliche 
leute, vgl. Ducange s. v. . . . ita . . quidam appellati ex Mino- 
ritis qui plus justo licentius vivebant . . . Fuere autem haec 
Franciscanorum Monasteria olim<^) arctiori regulae non astricta; 



^) NB; den zusatz. 

') Dies ist keine interposita persona! 

*) Dies war ein aUerdings nötiger znsatz znr ersten regel. 

*) many beren heuy pat freris ben clepid psendo or ypocritis ante- 
cristis or fendis or ony siehe name; psendo als Schimpfwort findet sich 
anch in Jack Upland^s Beply (Wright Pol. Poems 2, 55): thou and other 
psendo || han marrid hem in the way. 

') Dieser arme scarioth war oft ein knabe 'stolen fro is eldris by 
pefte' (1- ^')i 6^^^ Sünde der fratres, gegen die Wycliffe unzählige male 
eifert, anch Gower (Vox 237), Jack Vpland (14), die Chancer aber un- 
beachtet lässt; sie wurde erst 1402 vom Parlament yerpöhnt (Rot. Pari. 
ni,502). 

^ Wie eine ausrede des schulbuben ! Wie und wann waren solche 
Verhältnisse möglich! 



zu CHAUCEtfS PROLOG ZU C. T. 287 

Gaudentes vocant qui etiam bona propria, census et red- 
ditusi) habebant. 

III. Y. 262«. 

252 c [Hengwrt] 

Noon of bis bretheren | cam ther in his bannt'. 

Dieser * bannt' war sein spezieller *limit' zum abbetteln, 
welches selbst später ^to limit' hiess.*) Obgleich die reiche, 
den freres feindliche litteratur voller belege für das wort limitour 
ist, vgl. Wy cliff e, ^) Langland, *) die Lieder gegen die Fratres, *) 
bis herab auf die reformatoren,<^) verhält sich die katholische 
litteratur ziemlich schweigsam demselben gegenüber. Ducange 



*) Dies sind einkünfte von grundbesitz, oder 'fre annnel rentis of 
lordis cooferis' (Wycl. 3, 397), *a rente to Anticrist or his officeris' (Wycl. 
ed. Matth. 80). 

') Vgl. das citat aus John Northbrook's Treatise [against Dicing 
Dauncing vaine Playes etc. 1577) b. HaUiwell: They go ydeUy a limitinft: 
abrode, living npon the sweat of other mens travels. — Dies betteln selbst 
wurde auch Limitacionn genannt, Tgl. as he goth in his limitacioon, im 
munde der frau von Bath, und : A limitour of the Gray Eriars, in the time 
of his limitation, Latimer Senn. 1, 524 (Parker Soc.). — In anderem sinne 
gebraucht Wycl. das yerb 331 (ed. Matth.) : who euer he [der pabst] lymytip 
[die specielle erlaubnis erteilt] to here confessioun of pis man etc. 

•) U. a. vgl. Of the leaven etc. 5 (Matthew): jif pei ordeynen 
ydiotis to ben lymytours f^t bestkunnyn begge; 50 Heresies etc. (Arnold 
3, 376): pese coveytouse foolis . . . pat ben lymytoures etc. 

*) PPl. BV 138 bei Skeat 

*) Vgl. den iSong on the Friars 11 in Brewer's Monumenta : bewar 
ay with the lymitor and with his felawe bathe || And thai make maystries 
in thi baur it shal turne thee to scathe; Halli well (Dict. s. v.) citiert aus 
Ms. Cantab. Ff. 1. 6, f. 156: 

The lymytour that vesiteth the wieffis 
I wys a mane of him ynough may leere 
To geve pynnys gerdyllis and knyeffis 
This craft is good. — 

') Vgl. oben Latimer, und ausserdem bereits von Skeat angeführten 
citat aus Tyndale^s Obedience etc. (1,212: as Friars send their limiters to 
gather their brotherhoods), aus desselben Ans wer to More (3,61): the 
limiter's saying of In principio (vgl. v. 254); und aus der Practice of 
Prelates (2, 177) : Which drone-bees as soon as they had leamed their craft 
and had bullt them goodly and costly nests, and their limiters had divided 
all countries among them to heg in, and had prepared livings of a certainty 
though with begging: then they also took dispensations of the pope for 
to live as largely and as lewdly as the monks. 



288 EWALD FLOaXL, 

hat weder Limitatio, Limitator, [Limltor], und mir ist es nicht 
gelungen, einen urkundlichen beleg für solchen merkwürdigen 
pachtyei*trag zwischen einem Uimitour' und seinem orden zu 
finden.') 

Viel zu allgemein ist die belehrung in F. G. Lee 's Glos- 
sary of Liturgical and Eccles. Terms, p. 180: Limitour or 
Limiter. A begging or mendicant friar who had a formal 
license to beg for his Order within a particular limit granted 
by the head of his religious house, and countersigned by the 
bishop of the diocese [dies ist ein wichtiger zusatz !], in whose 
Jurisdiction he had assigned to him a certain limited district. 
Dieses herumstreichen, herumbetteln innerhalb einer ge- 
wissen grenze (limit), einer provinz etc. hiess circumire, die 
handlung auch circuitus und wird auch von Gower wieder- 
holt gegeisselt. Vgl. Vox Clam. 238. 241. 242: Hie loquitur 
qualiter isti Fratres Mendicantes mundum circumeundo am- 
plioresque quaerendo delicias de loco in locum se transferunt, 
und darauf kommen einige feine yerse, die nicht ohne humor 
sind: 

Judaeos sparsos fratrum dispersio signat, 
Quos modo per mundum devius error agit; 
Iste nee ille loco stabilis manet, immo vicissim 
Se movet, et varia mutat ubique loca 
Sic in circuitu nunc ambulat impius orbis 
Nee domus est in qua non petit ipse locum . . . 

Hoc lego, quod raro crescit quae saepe movetur 
Planta, sed ex sterili sorte frequenter eget: 
Non tamen est aliqua quin regula fallat in orbe 
Motio nam fratris crescere causat eum. 

Sic ubi se volvit frater, sibi mundus abundat, 
Quidquid et ipse manu tangit adhaeret ei. 
[p. 238] "Mundum circuitis" dixerat ipse Dens 

niud erat dictum PharisdBis, et modo possum 
Fratribus haec verbä dicere lege nova. 

Auf die eif ersucht, mit welcher der frere seinen haunt, 
seinen limit selbst gegen die eignen Ordensbrüder bewacht. 



>) Wadding^'B grosses werk ist mir nicht zugänglich. Für autoritative 
belege aus dem latein. würde ich sehr dankbar sein. 



Zu OHAITCER'S PROLOG Zu C. T. 289 

wird u. a. auch in der Sompnour's Tale ergötzlich hinge- 
deutet (247; D 1954): The frere answerde | o Thomas dostow 
so? II What nedeth yow j diuerse freres seche &c; und die letzt- 
willige bestimmung des sike man Thomas (432; D 2132): 

. . . thou shalt it haue anon 

On this condicion | and oother noon 

That thou departe it so | my leeue brother 

That euery frere | haue also muche as oother 

This shaltow swere | on thy professiofl &c. 

lY. Die dauer der reise Yon London nach Canterbury 

bei Frolssart. 

Wir vei-danken Furnivall den nachdrücklichen hinweis 
darauf, dass eine pilgerschaft von London nach Canterbury 
drei oder vier tage dauerte (Temporary Preface 12 ff.). F. 
basiert seine angäbe auf Stanley's Historical Memorials of 
Canterbury, und den daselbst verwerteten bericht über die 
reise der königin Isabella (1357) und des könig Johann (1360, 
zu letzterer wird von F. auch Douet d'Arcq citiert). 

Das von F. beigebrachte material wird auch durch meh- 
rere stellen bei Froissart gestützt, welche die gleichen halte- 
plätze wie F. erwähnen, und ungefähr die gleiche Zeitdauer 
angeben. Für gewöhnlich scheint London resp. Eltham von 
Canterbury aus am abend des dritten tages en-eicht worden 
zu sein, und waren die halteplätze Rochester (16, 221 und 
15, 144: Ospring) und Dartford. Dies scheint die reise ä pe- 
tites journees gewesen zu sein, und es war möglich, die reise 
kürzer zu machen : Der graf von Ostrevant z. b. braucht nur 
zwei tage: Er reitet mit seinem gefolge — offenbar sehr ge- 
mächlich — von Canterbury nach Rochester, aber dann in 
einem tage von Rochester nach London (wo er vielleicht spät 
in der nacht erst ankam). Und die mutter des königs legt 
mit ihrer begleitung zur zeit der Jack Straw Unruhen die 
ganze strecke von Canterbui-y nach London in einem tage 
zurück; das war freilich mehr eine flucht, als eine reise. 

Hier seien die hauptstellen angeführt. 

I. Bei Schilderung der "Depart des Hainuyers" 1327 er- 
fahren wii*, dass diese "se d^partirent de Eltern et ja estoit 
tout tart et vinrent jessir k Dardeforde, et ä Tendemain k 



240 EWALD flDgel, 

Rocestre et au üers jour ä Saint -Thomas de Cantorbie." 
(Chron. ed. K. de Lettenh. 2, 95.) 

n. Nach ihrer ankunft in England reist die junge königin 
Philippa, gemahlin Edward's HI., von Canterbury nach Eltham 
in drei tagen pec. 1327, od. Jan. 1328): "Tant. esploita la 
Jone roine d'Engleterre [Philippe de Hainaut , gem. Edw. Hl] 
et sa compagnie que il vinrent en la chitä de Cantorbie et 
alferent veoir le corps saint Thomas et i fissent lor offrande, 
et puis pass^rent oultre, et par toutes les viUes oü il passoient^ 
on lor faisoit feste et honnour, dons et pr6sens, et passferent 
k Rocestre et puis ä Dardeforde et vinrent k Eltem, et \k 
s'arestferent (Chron. 2, 196). 

in. Vom April 1357 (Chron. 6, 18): Or vinrent li rois de 
France et li princes et leurs routes k Saint-Thomas de Can- 
torbie oü il flsent leurs offi'andes, et y reposferent un jour. 
A Tendemain il chevauci6rent jusques k Rocestre, et puis re- 
posferent li. Au tierch jour il vinrent k Dardeforde, et au 
quart jour k Londres ... 

IV. Vom März 1390 (N. St.), Chron. 14, 257: Or passa le 
jeune conte d'Ostrevan par ung jeudy, et vint k Douvres et 
Ik se tint tout le joui* jusques k Tendemain et vint k Cantorbie 
le venredy, et ala veoir la flerte de saint Thomas k euer jeun, 
et y fist offrande belle et riche, et li se tint tout le jour 
enssieuvant, et i l'endemain il vint i Rocestre: ce fut le sa- 
medy. Et pour ce que il menoit grant route de chevalliers 
et d'escuiers, pour leur arroy, il chevauchoit i petites joum6es 
et i Taise des chevaulx; et le dimence apres messe il se d6- 
party de Rocestre, et s'en vint disner i Dardeforde, et puis 
monta tantost apr^s disner et se mist au chemin pour estre 
ce dimence i Londi-es pour tant que ce jour la feste*) se 
commeuQoit. 

V. Von dem französischen gesandten erfahren wir (Chron. 
16, 221) , dass sie "se departirent i tant de la court du roy 
et vindrent ce jour gfesir i Dardeforde et Tendemain i Es- 
pringue, et puis i Saint Thomas de Cantorbie, et de li ils 
vindrent i Douvres . . ." 



^) £s war dies Les joates de Saint-Inglevert, welche am montag 
darauf, 21. März, begannen, vgl. p. 415. 



zu CHAüCER's PBOLOG ZV C. T. 241 

VL Ueber die eilige flucht der alten königin vor Jaque 
Strau, Jehan Balle, Wautre Tillier und ihren genossen 1381 
erzählt 9, 391 : En che jour que ses mescheans gens de la 
cont6 de Kent venoient ä Londres, retoumoit de Cantorbie la 
m6re dou roy d'Engleterre , la princesse de Galles, et venoit 
de p61erinage. Sy en fu en trop grant aventure de estre 
perdue par eux; car ces mescans gens saloient sur son char 
en venant et li faissoient moult de desrois: de quoy la bonne 
dame fu en grant esmay de ly-meismes que par aucune 
cose il ne li fesissent violensse ou k ses damoiselles. Toutes 
fois Dieux Ten garda, et vint en un jour de Cantorbie ä. 
Londres, ne onques ne s'osa anuitier sour le chemin. 

Vn. Für die Zeitdauer ohne wert ist der bericht über 
den könig von Frankreich, der am 3. Jan. 1364 Boulogne ver- 
lässt, drei tage in Canterbury bleibt, darauf nach Eltham 
geht, und von da nach zweitägigem auFenthalt am 14. Jan. in 
London eintrifft (^est fist tant par ses joum6es qui estoient 
petites, qu'il vint a Eltern"); auch Froissart's eigne reise 
(1395?) gewährt wenig anhaltspunkte. Er geht von Canter- 
bury nach Espringue ["et lä me logay"], reitet dann "devers 
la cit6 de Rochestre pour venir k Eltem", des englischen königs 
"manoir ou lieu royal, que on dist Eltern, k sept lieues englesces 
de Londres et aussi de Dardesorde" reitet aber durch des 
königs eigne route beeinflusst, einen umweg. 

Stanford Univbbsity, Cal., Sept 1899. 

Ewald Flügel. 



AnglU. N.V. XI. iß 



A NOTE ON THE CONCORD OF 
COLLECTIVES AND INDEFINITES IN ENGLISH. 



The accepted view in regard to the concord of collective 
nouns is thus stated by Paul: ^So sind ferner überhaupt die 
sogenannten KoUektiva zusammenfassende singularische Be- 
zeichnungen für Mehrheiten: Da nun die Auffassung einer 
Masse als Einheit oder Vielheit so sehr vom subjektiven Be- 
lieben des Sprechenden abhängt, so kann seine Auffassung 
auch in Widerspruch geraten mit derjenigen, welche durch 
die grammatische Form des gewählten Ausdruckes angezeigt 
ist, und diese Abweichung der subjektiven Auffassung doku- 
mentiert sich dadurch, dass sie statt des grammatischen 
Numerus die Kongruenz bestimmt, was dann zum Teil auch 
Abweichungen im Genus zu Folge hat. 

Der häufigste Fall ist, dass auf ein singularisches Kollek- 
tivum ein Plur. folgt. In unserer gegenwärtigen Schrift- 
sprache, die ja überhaupt sehr stark von grammatisch- 
logischer Schulung beeinflusst ist, ist diese Erscheinung sehr 
eingeschränkt. Aber noch im vorigen Jahrhundert ist sie 
häufig wie im Griech. und Lat. und noch jetzt im Engl."*) 



^) Prinzipien der Sprachgeschichte (8d. Ed.) p. 247. Ramsey 
(Text-Book of Modern Spanish §1452) says that ""Spanish ideas of 
congroitj do not permit a coUective noon, though denoting a pluralitj, to 
be accompanied by a plnral verb or a^jective in the same clause". Whitney 
(German Grammar §322,2) corroborates Paul's view in regard to the 
nsage of modern German : " A collective nonn in the singolar takes a verb 
in the Singular much more strictly than in English". In French, says 
Harrison (French Syntax g 188, (1)), "A coUective neun in the smgular 



C. ALPHONSO SMITH, CONCORD OF COLTiEGTTVES ETC. 243 

English grammarians add nothing to what Paul has here 
laid down. "Collective noiins", says Sweet (Syntax § 1972), 
^can always be regarded as logically equiyalent to plorals of 
individual noans, and hence are often nngrammatically as- 
sociated with words that imply plurality". In other words, we 
may say "The army of the queen mean to besiege ns'' 
(in Henry VI; I, 2,94) or "means to besiege us" according 
as we think of army as designating an aggregate or a 
plurality. 

This will, of course, be conceded; but grammarians have 
taken no note of the uniform transition of coUectives from 
the Singular to the plural concord. If we follow the collective 
a little further into the sentence or paragraph, we shall find 
that it breaks up into its constituent parts. The transition 
is, in English, from Singular to plural, never, so f ar a^ I have 
observed, from plural to Singular. 

The collective army, for example, exhibits in Shakespeare 
five instances of numei^l transition, and in each case the 
Singular concord expands into the plural: 

Bard. ^'The army is discharged all and gone. 

Fal. Let them go." 2 Hen. IV; IV, 3, 137. 

^'Our army is ready; come, we'U after them/' 

3 Hen. VI; 1,1,256. 

Dick. "My lord, there's an army gathered together in Smithfield. 
Code. Come, then, let*8 go figbt with them.'' 

2 Hen. VI; IV, 6, 13. 



takes the verb in the plnral when the items or individnals composing it 
are emphasized. A gcnitiye plnral nsnally follows the snbject in such cases". 
In Gildersleeve's Latin Grammar (§211, (a), Note), I find the first 
mention of a transition from Singular to plnral: ^Horace nses regnlariy 
the singnlar with a collective, while Vergil varies, often employing first 
a Singular and then a plural verb with the same Substantive (as A. II, 64)." 
The passage referred to is, 

*'Undiqne visendi studio Trojana jnventos 
Circumfusa ruit, certantqne illndere capto." 

Compare also the foUowing passage firom Statins (Thebais V, 488— '89): 

''Fremit impia plebes 

Sontibus accensae stimulis, facinusqae reposcunt." 

And this from Xenophon (An ab. IE, 1, 6): 

Tö oxifiitvfAu inoQlliExo alxov, xontovteq tovg ßovQ xal Svovq. 

16* 



244 C. ALPHONSO SMITH, 

^'A fearfol anny, led by Caius Marcius 

Associated with Aufidins, rages 

Upon our territories; and have already 

Oerbome t h e i r way." Cor. IV, 6, 75. 

' Bru. ^Comes bis anny on? 

Luc iL Tbey mean tbis nigbt in Sardis to be qnarter'd/' 

J. C. IV, 2, 27. 

Other examples are: 

"Ond SB dsl pe pSbr aweg c5m wurdon on flgame generede" (A. S. 
Cbronicle). 

'*SB bere swor \mt ble woldon" (ib.). 

*'P8et folc 88Bt and arison" (Ex. XXXTT, 6). 

In a famons passage in tbe Preface to tbe Cnra Pastoralis, 

Alfred advises tbat ^'Eall sTo giognö pe na is on Angelcynne sIen 

tQ liornonga oöfsste, 8e bwTie Öe ble*' etc. 

^'Pat israeli88be folc was walkende toward iernsalem ... Ac efter 
]>an pe bie weren wnniende in iernsalem . . . l'o bie forleten godes 
lore" (Old Eng. Hom. 11,51). 

^'As lewed peple dem et b comnnly 

Of tbynges tbat been maad moore snbtilly 

Tban tbey kan in bir lewednesse comprebende.'' 

(Cbancer, Sqnire*s Tale, 221—224.) 

"Our clnb bowever bas freqnently cangbt bim tripping, at wbicb 
times tbey never spare bim." (Addison, Spectator, No. 105.) 

^'Tbe stork-assembly meets, for many a day 
Consulting deep and varions ere tbey take 
Tbeir ardnoos voyage tbro' tbe liquid sky.'' 

(Tbomson, Autumn.) 

"And tbis House does most bumbly advise and supplicate bis Ma- 
jesty . . . And tbis House desire to offer tbe most dutiful assurance to 
bis M^jesty tbat tbey will, in due time, cbeerfully coöperate." 

(Cbatbam, Concerning Affairs in America, Nov. 18, 1777.) 

** 'Parliament', tbey assert, 'was too basty, and tbey ougbt . . . to 
bave proceeded witb a far greater degree of deliberation'. Tbe direct 
contrary. Parliament was too slow. Tbey took fourscore years to de- 
liberate on tbe repeal." (Burke, Speecb at Bristol.) 

^'A nation will always be most attacbed to tbat portion of its former 
bistory wbicb deyelopes a State of tbings . . . similar to tbeir own." 

(Giles, Bede: Preface.) 

'^'Tbe House of Commons bas now given its final dedsion witb 
regard to tbe merits and demerits of Mr. Hastings. Tbe grand inquest of 



CONCOBD OF COLLECTIYKS AND Iin>EFINITES IN ENGLI8H. 245 

England have delivered their charges, and prefenred their impeach- 
mentV (Erskine, In the Stockdale Gase.) 

^'Each Honse shall keep a Journal of its proceedings, and from time 
to time pnbliflh the same, excepting snch parte as may, in their jndgment, 
reqnire secrecy." (Constitntion of the U. S., art I, sec 5.) 

^'Is the abolition party less nnmerons or inflaential, orhaye they 
lesB influence with the two great parties of the North?*' 

(Calhonn, On the Slavery Question, 1850.) 

"For fonr years this Ministry has literally waded in blood; their 
hands are literally dripping and reeking with blood." 

(Bandolph Churchill, On the Egyptian Crisis, 1884.) 

''Bat this people who knoweth not the law are cnrsed.'* 

(Gospel of John Vn, 49. The constmction is the same in the 

Authorised and Bevised Versions.) 

^'For my people is foolish, they haye not known me." 

(Jeremiah IV, 22, A. V.: same constmction in B. V.) 

"Forasmuch as this people refuseth the waters of Shiloah that go 
softly, and rejoice in Bezin and Bemaliah's son.'' 

asaiah Vm, 6, A. V.) 

The same constmction is employed in all the other English versions 
of this passage. The B. V. has ^'hath refosed . . . and rejoice"; Cover- 
dale, Matthew, and Cranmer, ^'refnseth . . . and pnt their delite''; the 
Genevan Version, ^'hathe refosed . . . and reJoyce". ^) 

The principle, therefore, may be stated as foUows: The 
normal tendency of the collectiye that is singalar in form is 
from unity to plnrality. Though the collective may, at the 
outset, represent a plural conception, its Singular form enables 
it for a Short while to hold its own as a sing^ar and, to 
keep its dependencies sing^ar; bnt as it begins to share in 
the activity of the sentence, and as attention becomes more 
and more centred upon it, disintegration sets in. It escapes 
from the thraldom of its Singular form, and its dependencies 



>) Fitzedward HaU (On Some Points of Usage in English, 
Am. Jour. Phil, m, p. 432, Note 15) commenting on the syntax of these 
renditions of Isaiah VIII, 6, says that ^Euphony may have prompted this 
kind of irregnlarity, alike with them [the Jacobeaji reyisers] and with some 
of their precnrsors ... In the sixteenth Century, and even later, writers 
at times indulged in the like of 'refnseth . . . and rejoice', conaidering 
one exhibition of the longer termination as enongh for both verbs." 

In reply to this, I would ask (1) Why is this nomeral transition fonnd 
only with collective«? (2) Why is it always firom singnlar to plnral? 



246 C. ALPHONBO SHITH, 

all become plural. This is but an illustration of the psycho- 
logical law that to visualize a concept is, at the same time, 
to indiyidualize it. 

In my illustrative sentences, I have taken care that the 
initial unity of the collective shall be evidenced by some 
dependency (verb or pronoun) following the collective. A 
preceding this, that, a (an), or one does not show that 
the collective is Singular in sense. Numerous sentences such 
as, "This same crowd now went wild with delight and threw 
up their hats in an abandon of excitement", might be cited; 
but they do not evidence a transition of number, because 
this, that, &c are consistent with a collective conceived as 
plural in meaning. Cf. 

^'Pifl wird of engeles metten him." 

(Story of Genesis and Exodus, 1. 1790.) 

"Thns this folk bitrayen innocence." 

(Chaucer, Canon's Teoman's Tale, 1.897.) 

"This fair many [= crowd] were compeUed." 

(Spenser, Britomart, Litchfield's ed. p. 85, 1.7.) 

"Ronen hangs her head for grief 
That such a valiant Company are fled.*' 

(1 Henry VI; m,2,124.) 

"When in the conrse of human events it becomes necessary for one 
people to dissolve the political bands which have connected them with 
another.*' (Declaration of Independence.) 

"When a people auf f er in yain, let them curse themselves." 

(Bulwer, Bienzi 2, 8.) 

"This family were situated in the Notch of the White Hills." 

(Hawthome, The Ambitious Gaest.) 

Such sentences as these, therefore, have been excluded, 
because they exhibit no transition. This, that, &c agree 
with the fonn of the collective, not with its content The 
content is all the while plural, es is shown by the sequent 
concord. In other words, it may be said that these pro- 
nouns (this, that, a, an, one) are indeclinable before 
coUectives Singular in form; such combinations as these host, 
those army, &c being never used, even though host and 
army be plural in content. The same is true of demonstra- 
tives in Latin and Greek; they become plural only when the 



CONCOBD OF COLLEGTIVES AND INDEFINITES IN ENGLISH. 247 

noun to which they point is plural in form as well as in 
fnnction. 

Nor have I included sentences in which the transition 
to the plural may have been occasioned by a plural partitive 
genitive immediately following, my desire being to present 
such sentences as show the psychological trend from unity to 
plurality uninfluenced by formal environment. Such a sentence, 
for example, as, ^There is a class of words having . . . such 
subtle functions and various meanings that they deserve 
separate treatment", cannot be relied upon as an Illustration 
of the sing.-plur. process, "of words" being a disturbing element. 

The same trend from Singular to plural is seen in the 
concord of indefinite and distributive pronouns. Paul^) omits 
to mention this tendency when he says "Abtrakt gebraucht 
ist das Wort eigentlich keines Unterschiedes der Numeri fähig. 
Da aber der äusseren Form nach ein Numerus gewählt werden 
muss , so ist es gleichgültig welcher Die meisten indo- 
germanischen Sprachen haben zur Bezeichnung der Allgemein- 
heit ein singularisches und ein pluralisches Pronomen neben 
einander (jeder — alle). Diese können leicht eins in das 
andere übergehen." 

But if it were a matter of indifference (gleichgültig) which 
number is used, why do we not sometimes find a change from 
plural to Singular in the concord of these words ? Why is it 
always from Singular to plural? It is because these words 
are more plural in sense than singular; but, their form being 
Singular, they are held for a while in this number. Just as 
a Single note may be Struck with increasing rapidity until 
the separate sounds seem to blend into one continuous sound; 
so each, everybody, everyman, each one,&c, as thought 
is more and more centred upon them, tend more and more to 
become an exact equivalent for all men. And as water does 
not flow up hill, so these words do not again become singular, 
for they have found their syntactical level. 

Only a few illustrations need to be given: 

Senator Hoar writes of a new edition of Milton, "It not only will 
roake everybody who owns it read Milton*B Poems again, bnt wiU give 
them the sight of many other jewels.'^ 



*) Prinsipien p. 249. 



248 C. ALPHONSO SMITH, CONCORD OF COLLBCTITES ETC. 

"All that can possibly be done for any one who wants ears of wheat 
is to show them where to find grains of wheat/' 

(Bnskin, Selections L, p. 305.) 

"Whosoeyer hath any gold, let them break it off/' 

(Exodus XXXn, 24.) 

'^And )>onne rldeO Sic hys weges mid 8ftm fSo, and hyt mütan 
habban eall." (VoyageB of Ohthere and Wnlfstan, 1. 156.) 

^'It is impossible that the work of so imposing a writer shonld have 
passed throngh the hands of every man and women of bis time who has 
even the hnmblest pretensions to cnltivation, withont leaying a very decided 
mark on their habits both of thonght and expresdon." 

(Morley, Macanlay p. 4.) 

^'Eyery English man and woman has good reason to be prond of 
the work done by their forefiathers in prose and poetry." 

(Stopford Brooke, English Literature p. 1.) 

I am conyinced that the absenoe in English of a gender- 
less pronoun of the third person singolar has facilitated the 
nse of their in such sentences as the two last quoted; but 
my object has been to show that the transition from singolar 
to plural in such constructions is the expression af a psycho- 
logical principle that operates independently of gender. A 
genderless pronoon may or may not be a need of the English 
language; the transition of indefinites and collectives from 
nnity to plorality flnds its explanation in the natnre of 
thonght itseli 

Louisiana State Univebsity, Baton Rouge, La. (U. S. A.). 

March 30, 1899. 

G. Alphonso SMriH. 



zu ALT- UND MITTELENGLISCHEN 

DICHTUNGEN. 
XTTT. 



61. Generydes ed. Wright. 

E. E. T. S., 0. S. 65 n. 70. 
(Fortfletzung.) 

y. 4206. So [for] to gide them thei wer toeti apayde. 
K. hat for eingesetzt; ans dem zosammenhang ergiebt sich 
aber auch die notwendigkeit, gide in gile zu verwandeln. 

V. 4287. In Ynd I was goten in (very) certente. 
V. 4368. Quod she onto the Idvendir {fhanne) ageyn, 
V. 4368. That I forgete hym {not) neyther day ne nyght 
V. 4380. Your hirtiU witt I were he-cause of [p^ight 
K. hat mit recht an der lesart light anstoss genommen, aber 
plight ^risk, danger' scheint mir die Schwierigkeit zu beseitigen. 

V. 4387. Haue here my hande for a surete. 
Lies greter statt a (vgl. v. 2264 : For grete suerte), 

V. 43931 A hirtitt, like as she before [had] hight 

[Änd\ whanne the day was passid and it was nyght 
V. 4403. They \soon\ wolle shende oure purpose euery dele, 
V. 4412. Äs no ihyng were, füll sofft and [ehe] demure. 
V. 4426. Wiih that the Idvender putt hym abaJc aye. 
Lies awaye statt abak aye, 

V. 4452. 'I graunV, quod he, 'will ye da as ye saye\ 
Am ende dieses verses ist das fragezeichen des herausgebers 
in einen punkt zu verwandeln. 

V. 4462. Where is your maister ?' quod she, 'will ye me teil ?' 
Lies do statt unll ye und setze punkt statt fragezeichen am ende. 



250 F. HOLTHAUSSN, 

V. 4480. ThcU ye shall inpert me so in this case. 
Lies: That ye shcM so impert me. 

y. 4508. With you to go att your commaunö{e]ment' 

V. 4516. (Now) what nedith long processe of pis nuUer? 

V. 4521. JEuer wayteng {whjinne) ihe Idvender shuld hryng. 

V. 4541 f. Buit I shcUl do my pow[e]re and tny myght 
Uym for to take, etc. 
Lies Hern Hhem' statt Hym, vgl. das thei des folgenden yerses. 

y. 4547. After Generides tohe the toay (fuU) right. 
Stelle um: (he way toke und streiche fuU, 

y. 4553. The whiche füll oft hath made me affrayde. 
Lies my hart statt me oder ergänze sore darnach. 

y. 4572. Uys stede he delymeryd to Natanell 
Ich bessere: delyueryd he. 

y. 4585. Shall he neuer he trete, I yow promys! 
Ich stelle um: Neuer shaU he he 

y. 4591. 'He will sie yow, ye may wele understonde. 
Lies: yow sie. 

y. 4600 t Thanne uppon his stede Upt Generides, 

Behynd hym was sett Clarionas his lady dere. 
K streicht Thanne im ersten, was sett im zweiten yerse; ich 

möchte lesen : Uppon his stede thanne lept und in der 

zweiten zeile auch noch hym tilgen. 

y. 4606. (Euer)ychone [now] talkyng of ther aventure. 

y. 4626. (Yet) therof she made non opyn tokenning. 

y. 4640. I doo none oiher hut myn (owen) defh awayte, 

y. 4658. To hir anon {thanne) answerd Clarionas. 

y. 4675. My hert (h)is her(i)s, my trowth and my ceruice. 

V. 4690. Your fayre hehest[es] aU now may I rewe. 

y. 4695. The pece is [füll] sone made hetwix you twayn. 
Besser wird der yers noch durch eine Umstellung: is made 
[fuU] sone. 

y. 4733 f. To endure so with good contenuaunee 

Iahe [on] to other made thei (füll) assuraunce. 
Im gegensatz zu E. möchte ich die direkte rede mit graunt 
in y. 4732 schliessen und nach diesem einen punkt setzen. 
V. 4733 wird gebessert durch die Umstellung : so to endure. 

y. 4736. Of the sowdon and of (fayre) Clarionas. 

y. 4753. Bight fayre havenys (aU) redy ganne iJiei fynd. 

y. 4755. All atte ther ease, was no man [that] seid nay. 



ZX7 ALT- UND MITTBLBNGLIBCHBK DICHTUNGEN. 251 

V. 4767. Save one, tohiche was füll stränge and [ehe] myghty, 

V. 4776. Whiche with a hnyght was playeng att[e] chesse. 

V. 4781. Toumys and castelys are yelde to his hand. 
Lies yelde are. 

V. 4813. Änd toke good hede hough \fhai\ ihey made ther feld. 

V. 4827. A semely knyghty a man of grete pou^e]re. 

V. 4839. Syr Darell toke the stede and led hym to Pe ost, 
K. streicht and led hym, ich setze right daf&r ein. 

V. 4840. The toder part avaunc^d] them anone. 

V. 4842. Kyng Lamedon was (iher and) formest of (et^er)- 
K. will bloss and streichen. {ychon. 

V. 4857. Thanne he toke [to] the kyng in fhis maner. 
K's ergänzung ist gewiss richtig, aber statt toke ist nicht mit 
Wr. toldy sondern spoke zu setzen. 

V. 4961 f. Ser Ysores he that tyme come [he] was, 

And with grete payne down ofhis hors [a]light. 
Die Streichung von And im zweiten verse, die K. vornimmt, 
ist nicht zu billigen, während seine ergänzung [a]light gewiss 
richtig ist. 

V. 4995. Of hir maners [right] soft and eke demure, 
y. 5032. That in knyghtwoode are like [on]to them twayn. 
V. 5035. (Yett) of them hothe I wote not whiclhe is he, 

K. streicht yett und ergänzt two vor / wote\ es muss dafür 

aber twain heissen! 

y. 5041. (And) if it myght he soo thanne wold I fayn, 
K. streicht richtig and, dann wird aber der vers zu kurz. Ich 
schiebe deshalb noch right vor fayn ein. 

y. 5046. ^Sygrem', she saide, 'canne ye teUe me eny ihing. 
Lies me teile a statt teUe me eny, 

v. 5058. And p[r]fnce of Cesare by (Ms en)hGritaunce. 

v. 5063. '(Ser) Darelt he hight\ quod he, 'this is certayn\ 

y. 5114. And saw all fhis [on]to hir grete plesaunce. 

V. 5127. TJwrough the hede [füll] streyght in to the brayn. 

v. 5139. Engyins grete were purveyd for the nonys. 
Lies engynis, 

V. 5187. And ayre [on]to his lande, I yow behight. 

y. 5191. Butt my conseite [now] wiU I teile yow playne, 

y. 5209. For the whiche doughter I yow require. 
Der reim auf mater verlangt ein andres reimwort weshalb 



252 P. HOLTHAUSEN, 

auch E.'s einschiebong von now vor / nicht genügt. Ich 
schlage vor: I require yow \here\. 

y. 5211. {To) hir anon answerd Luddas ageyn. 
Man lese : Änon hir answerd . . . 

V. 5280. And his doughter also, (fayre) Clarionas. 

V. 5300 t Into the lande of Ferse tcithoute (eny) delay, 
(For) to make a feld and wynne it by batell, 
K. hat nur For gestrichen; den reim hat Wr. hergestellt, 
indem er unter delay im glossar bemerkt: ^it must be a 
mistake for fayle^\ — Wir haben dann natürlich auch bcUail 
zu schreiben! 

V. 5387. Oenerides alway {now) rememb\e\ryng. 
Ich streiche mit dem fragment (vgl. s. 225) now und schiebe 
im letzten worte -e- ein. 

V. 5388. Complayneng greÜy (pf) his ut^tabünes. 
Auch hier gewähii; das fragment, das of auslässt, einen besseren 
vers, vgL dazu v. 6836, wo complayn ebenfalls mit dem ob- 
jektsacc. verbunden wird. 

V. 5492. *T(9 Luddas and speke for the ryng. 
Man lese ask hir statt speke. 

V. 5502. {It) was his desire and his comyng certayn. 
E. streicht It, lässt aber das sinnlose comyng stehn. Ich 
möchte praying dafür setzen. 

V. 5509. So partyd she and gretly complayneng. 
Lies füll statt and? 

V. 5530. It to perfourme he haih made {füll) covenaunt. 
V. 5536. And whoo that take on hym that enterprise. 
Der Zusammenhang fordert toke. 

V. 5571 f. Gwynan the kyng is ther with grete pow[e]re, 

They ben accordid {all) bofhe in on maner. 
V. 5574. The kyng is weddid {on) to Clarionas. 
V. 5590. The same day thei were weddid {füll) sekyrly. 
V. 5603 f. Whanne she hym sawe, she was right wele apayde, 

And herd hym speke, thanne very glad was she. 
Statt And herd ist doch wohl To here zu schreiben. 

V. 5617. Butt now I prae yow, teUe me [soon],' quod she. 
Auch all würde zur ausfüllung des verses passen. 
V. 5623. He wiU non oüher but {fayre) Clarionas. 
V. 5627. Holde on your way [naw\/ quod she, 'stiü opece. 



zu ALT- UND MirrELENGLISCHBN DICHTUNGEN. 253 

V. 5635. No Üiyng [forsooth] so meehe, sifh he was boore. 
K. schiebt that nach sith ein, das dem yerse nicht genagt 

y. 5682. Oenerides hnowe tvele that is was his. 
Lies hnewe. 

V. 5705. [Änd] so ferre fourth he was on his iumay. 
And ist aus dem fragment zu ergänzen. 

V. 5722 1 Thanne Darell came in and knelid on his Jene, 
And thus 1^ saide onto (fayre) Clarionas. 
Im zweiten yerse fehlt fayre auch im fragment ; im ersten hat 
es die bessere lesart: When he came in, he knelid . . . 

y. 5738 f. 'Now good madame', [quod he]j 'why say yow soo ? 
My message is to yow in {e)speciaU. 
Im ersten yerse hat schon Wr. quod he nach dem fragment 
ergänzt; er hätte auch mit diesem ye statt yow schreiben 
sollen. Im zweiten yerse lies speciaUl 

y. 5767 f. And gave (ser) Darell anone his welcomyng. 

What tidynges now', quod he, 'da yow \me\ 

bryng?' 
K hat me eingesetzt. Mit dem fragment ist ausserdem ye fflr 
yow zu lesen. 

y. 5774 1 And of vitayle thei liaue but easy störe, 

Nor non may liauCj to say yow ferthermore. 
Das haue des zweiten yerses ist gewiss Wiederholung nach 
dem ersten. Ich möchte yet dafür setzen. 

y. 5786. Teil hym (so), DareU, in eny maner wise. 

y. 5794. Mirdbell is homewdrd in hir iumay. 
Durch einsetzen der lesarten des fragmentes: MirabeU [home] 
warde gothe on hir jumay erhalten wir einen yiel besseren yers. 

y. 5795. Ser Darell and she mette togeder now. 
Durch Umstellung: She and ser Darell wird der yers glatter; 
für now hat schon Zi. des reimes wegen new eingesetzt. Das 
fragment bietet a newe. 

y. 5799. Ser Amelok came (pwt) of the citee of Vice. 
Man lese des rhythmus wegen mit dem fragment iawn 
statt citee. [DesgL y. 5778 1, ygL nachtrag 1] 

y. 5832. A wise man and \a\ sadde in euery case. 

y. 5839. The spere ranne down by Oenerides side. 
Der yers yerlangt Umstellung: Oenerides byside. 



254 T. HOLTHAÜSEK, 

Y. 5882. To graunt fhem iruse [as] far ij monethis day, 

V. 58881 Beticix {he die and me ij monethys day, 

(Änd noto) I mU goo see Ciaritmas, 1 say. 
Im ersten yerse lies taton statt cite, im zweiten ist nicht bloss 
mit K now^ sondern auch noch And zu streichen. 

V. 5894 t Or (pught) it he long, I rnll he here agayn, 
And if ther forhine eng hast [fna]y nede. 
Die hs. hat hasty. 

y. 5900. / wold üiey were wamyd toith me to goo. 
Man stelle um: fhey wamyd were. 

y. 5913. AU discomforOd in (right) grete hevynes. 

y. 5924. (And) so came he in to Perse the redy waye, 

y. 5960. 'NoWy Madame^ ihanne seid [sir] Generides. 

y. 6048. And whanne ther felawes [aU\ toere taJce and slayn, 

y. 6057 f. For here toe do hutt lese oure men (euer)ychon,^ 
Too Monpersone the kyng withdrew hym yan. 
Der reim men yerlangt J>en am versende. 

y. 6061. And wery them, withynne a short space. 
Der yers ist zu kurz, aber leicht durch ersetzung von short 
durch litil zu heilen. 

V. 6069. [And] with these wordes thoughtfuU in a-hrayde, 

V. 6083. Ther mette thei hothe toithoute tJie prese. 
E. ergänzt two nach hothe, was dem vers jedoch nicht genügt. 
Ich schlage alone vor. 

v. 6084. And shortly [now] the processe for to make. 

V. 6087. And layde {euer)ychone on other stroJces grete, 
Wr. will euerych lesen; besser scheint mir, euer zu streichen. 

V. 6100. Generides wrothe was in his numer. 
Lies: was wrothe. 

V. 6102. Rememb[e]ryng whidie was to hym soo dere. 

V. 6107 f. (And) the helme to-hrast that toas [fult\ good 

and strong, 
A qudrter of ü feU [tJi4r] uppon the grene. 

V. 6115. WhcU maner a man, he ye? I prae yow, say! 
Das sinnlose komma nach man ist zu tilgen. 

V. 6129. ShaU I neuer the sowdon trohill more. 
Man stelle um : I neuer shall 



zu ALT- UND MITTELEHOLI80HBN DICHTUNGEN. 255 

V. 6141. (Änd) as for my part natc ther-with I haue doo! 
Besser : haue I doo. Wenn wir me statt my part schreiben, 
kann And bleiben. 

V. 6144. Thanne were thei glad, his men in (es)$peciaU. 
y. 6166. He told them all in to (fayre) Clarionas. 
K. hat schon richtig in in on gebessert. 

y. 6182. And euer in ane she thought [hir] still opece. 
Lies it statt she. 

y. 6276. To Mountoner he taJee ihe way fall right 
Lies toke statt tdke. 

y. 6280. Hynhself anon goihe (vn)to Clarionas. 
K. bessert richtig ahn. 

y. 6285. [For] she had so meche hevynes in störe. 

y. 6290. Thanne unst he wele it was (fayre) Clarionas. 

y. 6305. Generides füll redely ther (he) was. 

y. 6306. Ther was kyssyng, butt noo wordes were seid. 
K. will feie nach Jcyssyng ergänzen, wodurch ein sehr holpriger 
yers entsteht. Es genügt, butt wordes noo zu schreiben. 

y. 6317. Ye wend (that) I had he weddid in certayn. 
y. 6357. Butt (of) his werhyng ser Darell knew it well. 
y. 6402. Of tyme[s] past füll sore he doth repente. 
Of tymes past kommt anch in y. 6543 yor. 

y. 6414. Bothe ye and I haue done ferre amys. 
Lies ferly statt ferre. 

y. 6422. / take noo hede of all this werk iefore. 
Lies toke statt täke. 

y. 6424. And though that I shuld suffer [now] meche more. 
y. 6429. And to ser Darell Charge hym [for] to goo. 
Zi. hat schon richtig diarge aus chargid gebessert. 

y. 6445. The mayde Lucidas now heder me sent. 
Lies heder now me oder me now heder. 

y. 6457 f. Off these tidynges was he weU contente, 
And part aiso as for his hartes ease. 
Statt part ist wohl payd zu lesen ? 

y. 6464. Off (ser) Amelok and of his repentaunce, 

y. 6469. Ser\ quod Darell, 'and that in suche [d\ wise. 

y. 6476. Off his wordis Oenerides was (fall) fayn. 

y. 6495. (For) to haue my pardon of Oenerides. 



256 F. H0LTHAU8EN, 

V. 6501. For more vntrew {(her) was neuer non levyng, 

y. 6503. My Ufe tooü novo endure hutt short space. 
Auch hier ist, wie in v. 6061, litü für short zu setzen. 

V. 6507. Bemefnb[e]ryng fhis mater euery dele, 

V. 6522. His aunccetours were men of grete pow[e]re. 
Lies auncestaurs. — Potoere erfordert der reim: manÄ^. 

y. 6523. Änd of princes he is descendid {fuV) right 

V. 6527. And [if\ ye he \cX\so agreyd ther-to. 
Durch K's einsetzung von well yor (her wird der vers nicht 
korrekt. 

y. 6529. 'Syr\ quod she^ 'at ü plese you [for\ to da, 

y. 6533. I am hooly atie your cominaund[e]tnent 

y. 6537 t Of (ser) Amekik, and in what plight he lay; 

*And (his \alsoY quod he, 'heprayde me (to) say. 
y. 6568. That of all this I (may) haue forgevenesJ 
y. 6594. For this I haue [now] promysed for certayn, 
y. 6604. And ouer-[th]warte his body ther [s]he lay. 
Die hs. hat wharte. Schon Wr. hat she gebessert 

y. 6616. Save euer more was (ser) Darell in hir mynde. 

y. 6624. Füll vmb[e]ly besechyng yow of grace. 
Zi. bessert richtig yow in him; das metrum verlangt vmbely 
wie in y. 6567. 

y. 6649. Thanne was (he lande in \righ(\ grete hevynes. 
y. 6658. Now late vs leue them [ther] in rest and pece, 
y. 6671. Thus were thei all att his commaun(Jl[e]ment 
y. 6741 f. And uppon that A streight commauncl[e]ment, 
Gevyng them charge to teil hym all (he case. 
Statt A lese ich by und streiche das komma am ende des 
yerses ; das folgende Gevyng ist wohl in And gave zu bessern, 
ygl. y. 6739 : he bad. 

y. 6745. For hevy tidinges came to sone alway. 
Lies come statt came. 

y. 6778. / am redy at your (owne) commaund[e]ment. 

y. 6826. Wherefore I prae (yow) do my eraunde. 
Wr. schlägt yor, den schluss des yerses zu bessern : my eraunde 
to do. Aber dazu ist noch yow zu streichen, sowie for yor to 
einzuschieben, um einen tadellosen yers zu erhalten. Man 
lese also : Wherefore I prae my eraunde [for] to do. 



zu ALT- UND MITTELBNGLIBCHBN DICHTUNGEN. 257 

y. 6841 f. Yet vnst he not {(hat) it was Clarionas. 

Fram hir he went \fult\ streighi onto the hyng. 

V. 6865. I am a toaman of [right] ferre contre. 

y. 6892. Änd atte his hartes rest in (e)^eciaü, 

V. 6919. Änd oiher [of] grete estate ther tvere [yet] moo. 
E. ergänzt of und verwandelt estaHs in estate ; dann wird aber 
die ergänzung von yet oder stiU vor moo notwendig. 

y. 6943. [And] fewe compleyntes or non (hat men myght 

here. 

y. 6953. Änd maryed hym [on]to the mciii]de MirdbeU. 

y. 6956. Äbought the toton a dosen myle[s] fre. 

y. 6963. The whiche was faXlyn on[to] Perce he eschete. 
E. bessert das in der Überlieferang in tOj doch der yers ver- 
langt onto, 

y. 6966. In hym, all [as] myn auctour [doth] reherse. 
Schon Wr. hat as ergänzt. 

y. 6969. Vn-to (he Idvendir weddid {(her) he was, 

y. 6976. Änd, for to seie yow in {shorte) conclusion. 

y. 6989. The remenaunt grew [on]to grete honour. 

y. 6994. He graunt vs [cfe] a place perpetwül. 
E. ergänzt may yor graunt^ doch möchte ich lieber eTce nach 
US einschieben und des reimes auf dwell wegen perpeUiell 
schreiben. 

Es dürfte vielleicht von Interesse sein, die lesarten^ des 
in bruchstücken erhaltenen druckes (s. 2241) mit denen der 
hs. zu vergleichen, um den textkritischen wert der beiden 
Überlieferungen festzustellen. 

In folgenden versen ist die lesart der fragmente die 
bessere: 2021 (wo e& me so statt so it der hs. bietet Ich 
möchte den vers : Of your lordshipe ye list so it avaunce jetzt 
anders als in der festschrift emendieren, nämlich: If[(hat] 
your lordshipe list me so avaunce, wobei ich Eölbings besserung 
von Of zu If beibehalte). — 2022. — 2026 {füll zu streichen). 
— 2036 {grete vor perlys einzusetzen, wodurch K's einschie- 
bung von un(h nach and überflüssig wird). — 2067. — 2073. 



1) In der tabeUe sind eini^ drnckfehler: statt 2056 lies 2055, it „ 
unter 5345 1. 5350. 

AnglU. N. F. XI. 17 



258 F. HOLTHAUSEN^ 

— 2345. — 5359. — 5372. — 5374. — 5383 (wenn die hs. 
OS he hat, wie s. 225 angegeben wird, hätte der heraosgeber 
euer in eckige klammem einschliessen mässen ! Oder liegt ein 
versehen vor?) — 5387 (1. rememl{e]ryng). — 5388 (his statt 
of his). — 5390. — 5394 (a fehlt). — 5705—06. — 5716. — 
5721—23. — 5725. — 5737—38. — 5758. — 5761. — 5763. 

— 5768 (j/e). — 5770. — 5785. — 5789. — 5794-96. — 5799. 

In einer reihe von fällen sind die lesarten beider texte 
gleich gut, in vielen fällen jedoch ist die des fragmentes ohne 
zweifei die schlechtere. 

Nachtrag. 

V. 154. / canne not saye \ifow], deme ye as ye list 
V. 2044. With lordes dbought hym in euery rome. 
Dieser, in dem festschrift-au&atz auch nicht erwähnte ab- 
scheuliche vers ist leicht durch die Umstellung hyni dbought 
zu heilen. Vgl. wegen der Umstellung der präposition Mätzners 
Engl. Gram, n», s. 527ft 

V. 2087. The IXte ward the hyng of Capadoce, 
Man setze hatdil, da ward zu kurz ist. 

V. 5778 f. Generides lithe atte citee of Vice, 

Whiche is the strongeth citee of all the land. 
In beiden versen ist town für citee zu schreiben. Strongeth 
hat Wr. im glossar richtig in strongest gebessert. 

Zur quellenfrage. 

Obgleich es mir so wenig wie Zirwer gelungen ist, die 
unmittelbare quelle für die beiden Generides -romanzen zu 
finden, möchte ich doch wenigstens auf ein paar neue inter- 
essante parallelzfige in der persischen und slavischen litte- 
ratur hinweisen. 

In den versen 36 ff. der strophischen dichtung wird er- 
zählt, wie der könig Auferius von Indien sich eines tages auf 
der jagd verirrt und zu einem einsamen hause gelangt, in dem 
eine Jungfrau nebst ihrer zofe und einem alten weisen manne 
wohnen. Freundlich von der ei^steren aufgenommen, erfährt 
er, dass sie eine königstochter ist und dass er mit ihr in der 
nacht einen beiden erzeugen soll. Nachdem dies geschehen, 
nimmt er abschied und auch sie kehrt in die heimat zurück, 



zu ALT- UND MITTBLENaLISCHEN DICHTUNGEN. 259 

WO sie heimlich einen sehn, Generides, gebiert, der erst als 
Jüngling von seiner mntter durch fragen erfährt, wer seine 
eitern sind und sich dann aufmacht, um seinen yater zu suchen. 
Ein ring, den Auferius der königstochter beim abschied ge- 
schenkt hatte, wird von dieser ihrem söhne gegeben, um sich 
dadurch beim vater zu legitimieren. — Später kämpft Gene- 
rides in dem kriege des sultans gegen den könig von Egypten 
gegen seinen vater. 

Diese erzählung erinnert stark an die sage von Bustem 
und Sohrab in dem Sdiah name des berühmten persischen 
dichters Firdusi. W. Wollner hat die episode in den Indo- 
germ. Forsch. IV, 452 1 erzählt , wonach ich den Inhalt kurz 
widergebe. 

Rustem gerät auf der jagd in die Stadt Semengan, wohin 
einige Turanier sein ross gebracht hatten, wird vom könig auf- 
genommen und bewirtet und des nachts von der königstochter 
in seinem gemache aufgesucht; sie erklärt ihm ihre liebe, 
wünscht sich einen söhn von ihm, der ihm gleich würde und 
wird gleich darauf mit Rustem vermählt, nachdem er beim 
vater sofort um sie geworben hatte. Am morgen nach der 
brautnacht verlässt er die junge gemahlin und schenkt ihr 
einen onyx, den er am arme trägt: wenn sie einen söhn ge- 
bäre, solle sie ihm denselben am arme befestigen. Sohrab, ihr 
söhn, der sich schon im alter von drei jähren in ritterlichen 
spielen übt, verlangt, als er zehn jähre geworden, den namen 
seines vaters zu wissen. Als er ihn erfahren, zieht er aus, um 
ihn zu suchen, fällt aber im kämpfe mit demselben. 

Ursprünglicher erscheint in einem punkte die erzählung 
der serbischen heldensage, wie sie Yuk in seinem wörter- 
buche erzählt, vgl. Wollner a. a. o. s. 453 f. : 

Yisoki Stefan, der söhn des fürsten Lazar, kommt auf der 
rückkehr aus Russland mit einem beere durch Budim (Ofen) 
und macht dort nachtquartier. Die madjarischen grossen 
wünschen, dass er ihnen einen tüchtigen nachkommen hinter- 
lasse und senden nachts ein schönes mädchen zu ihm, mit 
welcher er einen söhn und eine tochter erzeugt. Zum abschied 
giebt er ihr einen ring und zieht weiter nach Serbien. Sie 
nennt den knaben bei der geburt Janko, der bald alle kinder 
im springen, raufen, schleudern und rennen übertrifft. Da sie 
ihn bastard spotten, verlangt er von seiner mutter den namen 



260 F. HOLTHAÜSEN, ZU ALT- ü. MITTELBNaL. DICHTUKOEN. 

des Vaters zu wissen; sie giebt ihm den ring und er erkennt 
aus der inschrift, dass er der söhn eines königs ist. Später 
geht er nach Serbien und kämpft mit den Türken um sein 
väterliches erbe. 

Endlich findet sich in kaukasischen sagen (s. a. a. o. 454) 
der zug, dass die persische königstochter nachts zu Rustem 
kommt und nicht nachlässt, bis er Uiren wünsch erfüllt. Diesen 
zug hat offenbar Firdusi geändert, da er nicht wollte, dass 
Sohrab ein bastard sei; aber warum brauchte er dann seine 
mutter zu bedrohen, wenn sie ihm nicht sagen will, wer sein 
vater ist? Nach Wollner hat schon V. Miller die ursprüng- 
lichkeit der serbischen und kaukasischen Überlieferung, gegen- 
über der persischen darstellung in diesem punkte erkannt. 

Wenn auch dieser hinweis kein direkter gewinn für die 
englische litteraturgeschichte ist, dürfte er doch von nicht 
geringem sagengeschichtlichem Interesse sein. 

GoTENBüBO, 4. Oktober 1899. 

F. HOLTHAUSEN. 



UNAUSGEDRÜCKTES SUBJEKT 
IM ALTENGLISCHEN. 



In den * Bonner Beiträgen 'zur Anglistik IE' (1899) fordert 
Trautmann für Beowulf 68. 286. 300. 470. 567 im anschlusse 
an mehrere seiner Vorgänger die einscMebung eines Personal- 
pronomens; dasselbe thut Holthausen in seinen recensionen 
im Beiblatt der Anglia X 266 ff. (Januar 1900) und im Litte- 
raturblatt vom Februar 1900 sp. 61. Dies veranlasst mich, 
einige schon vor jähren (vgl. Göttinger Gel. Anzeigen 1894 
p. 1015) gesammelte auf Zeichnungen mitzuteilen, welche ich* 
zumeist deswegen zui'ücklegte, weil Cosijn in den Beitr. 20, 110 
die absieht äusserte, über Setzung und auslassung des pro- 
nomens im Altenglischen zu handeln, und weil ich dem nun 
leider geschiedenen trefflichen kenner altenglischen Sprach- 
gebrauchs hierüber gerne das wort lassen wollte. 

Es ist nicht meine absieht, die durch den titel dieser 
Skizze angedeutete erscheinung in ihrem ganzen umfange zu 
behandeln, vor allem nicht, den durch zeit und darstellungs- 
f orm (poesie und prosa) veranlassten unterschieden nachzugehn ; 
ich will durch mitteilung einer reichlicheren beispielsammlung 
zunächst nur die schon von anderen erkannte thatsache, dass 
im Altenglischen nicht bloss im haupt- sondern auch im neben- 
satze das Subjekt unausgedrückt bleiben kann, zu allgemeiner 
anerkennung bringen und im anschlusse hieran einiges zur 
erläuterung dieser und verwandter erscheinungen beitragen. 
Die anordnung des Stoffes ist lediglich durch praktische rück- 
sichten bestimmt 

Anglla« N.F. XI. ig 



" '• -* 



262 ALOIS POGATSCHER, 



i '.-' 



1. Untergeordneter satz. 

Ich gebe zuerst nach fttgewörtem gereihte belege. 

Nach der: 

1. nysse ic ^earwe he ödsre \r6de\ rilit, dr me rümran 
^epedht Jmrh Öä mderan mihi on mödes peaht, wisdom on- 
wrdk El. 1241 (nicht ganz sicher). 

Nach sif'- 

2. üt, lytel spere, gif J^er inne sy! ^heraus, kleiner speer, 
wenn du drinnen bist!' Segen gegen Hexenstich, Bibl,^ I 317, 
6.. 15; dass hier 'du' zu ergänzen ist, ergiebt sich deutlich aus 
vers 17: nt, spere; nces in, spere! 'heraus, speer, sei nicht drin, 
Speer!', wo der speer direkt angeredet wird; auch Kögel, Ge- 
schichte der deutschen Literatur I 89. 93 ergänzt 'du'. Im 
verse 12: üt, hjtel spere, gif hü Imr inne sy stammt die ein- 
schiebung von hit wohl erst aus späterer zeit; auch liier war 
ursprünglich wohl pü gemeint. 

3. «s?/ mon liafaÖ spere ofer eaxle, and liine mon on 
dsndseÖ, gielde pone wer bütan tcite; gif beforan eugiim dsndse 
(sc. mon hiene), gielde pone wer: 'wenn er sich vor seinen 
äugen spiesst'. Aelfred's Gesetze p. 90, 36 § 1 aus Wülflng, 
Syntax I 336. 

3 a, gif nasu celcor sceard weord, gehwylc VI sciW gebek; 
gif direl weorp, VI scilV gebete. Aethelb. Ges. 49. 

4. Scege Adame, hwilce pu gesihde Jujefst, purh minnc 
Cime crcdfta. gif giet purh cüscne siodo Idest mina Iura, Ponne 
gife ic him pces leohfes genog. Gen. 618. 'wenn er (Adam) 
fUrderhin keuschen sinnes meine Weisungen befolgt'. 

5. gif heora hwylc füllice oöpe gymeleaslicc mynstrcs ping 
behwyrfe, sy him gesiyred; gif betan nele, underlicgge hc riht- 
Ucre prmle. Reg. Ben. 56, 12 hs. F gegenüber dem gif hc 
bctan ncle der drei andern hss. 

6. gif Ponne he his dgenum dorne behebt, pcet hc ecdlu ping 
gehcaldan wille. Reg. Ben. 99, 8 hs. A gegenüber dem gif hc 
Ponne der vier andern hss. 

7. gifPcenne dhwcenne pis behdt dbrycÖ, wite he, pcet he . . 
Reg. Ben. 99, 21 in vier hss. gegenüber dem gif he ponne von 
W 98, 21. 



UNAUSQEDKÜCKTES SUBJJSKT IM ALTENQLISCHEN. 263 

Nach M: 

8. Ncenis manna is, Omtte dreccan mas^ oOOe Hm ivite, 
hü drymlice, p4oda bcUdar, gdsta ^eocend, J4ne gife adelest 
Andr. 548. 

9. Nolde ic sweord heran, wctpen to tcyrme, gif ic 
uoiste hu wid Ödm dsläcean elles meahte gylpe wiögripan. 
Beow. 2520. 

Nach hw(kr (vgl. }(kr) : 

10. ^a SGst he cet beode, ncefde pd cet honda, hwctr ficet 
hröhte Idc s^liealdan scolde; sende J>d in his bösm: ^qui cum 
sedens ad mensam non haberet ad manum, ubi oblatom sibi 
munus reponeret'. Beda ed. Miller 156, 28. 

Nach hwcBt: 

Vielleicht die stellen Jul. 707 und Christ 803; vgl. unten. 

Nach hivy: 

11. ic wundrige^ htvi (sc. ^li) swd spece. Sol, 176, 9 aus 
Wülfing, Syntax I 336. 

Nach nü: 

12. Sleaä synnigne ofer seolfes müö folces gewinnan, 
nü to feala reordap ! Andr. 1301. 

Nach siödan: 

13. Egsode eorl[as\ syOÖan ärest toearff feasceafl funden, 
Beow. 6. 

14. Ealodrincende öder scedan, ]>€Bt hio Uodbecdwa las 
gefreniede, intvitnifa, syÖÖan ärest wearö gyfen goMhroden 
;:eongum cetnpan. Beow. 1947. 

15. Denum eallum wces . . . toeorce on möde, 

syöpan Aescheres on Imn Jiolmclife Jiafelan metton. 

Beow. 1421. 

16. Cristenra weox word and tvisdom, syOdan wuldres 
pegn, aij>elcyninges dr eagum sdwon, Andr. 1678. 

17. N6 hira Jirym dlceg camprcedenne , ßonne cunibol 
hneotan, syÖÖan hie gedceldon. Andr. 5 ; vgl. anmerkung zu 
no. 156. 

18. Ue manegum wearö geond middathgeard mannum to 
hroöer, wer^eodum to fjormce, syÖÖan wcepen dhöf toiÖ heuere 
dum, El. 17. 

18* 



264 ALOIS POGATSCHER, 

19. Cyning wcbs dfyrhted, egsan ^eädad, siÖÖan elpeod^e, 
Huna ond Hreda li4ire sceawedon. El. 57. 

20. äfd wws orcndswe idese siöfcet, sidöan wdk^es welm 
werode ^esöhte. El. 230. 

21. ]>d wms modgefnynd myclum ^ehlissod, inbryrded 
breostsefa, sydöan heacen gesell hdli^ under hrusan, El. 842. 

22 se Öe in NdearcÖ dfeded wces, syÖÖan furtum 

weox of cildhdde, symle cirde to him cbhte tmne. El. 914. 

23. Seegas ne gceldon, syOÖan andstcare edre gehyrdon. 
El. 1002. 

24. FhÜippus . . . ]>anon ece lif ]>urh rode ctcedlm ricefie 
sesohte, syÖöan on galgan in '^earapoltm dhangen wces, Schicks, 
der Ap. 40. 

25. Lyt Öü gemundest, to hwan Jnnre sdtole ]>ing siJpan 
wurde, syÖöan of ItcJwman Iceded wcere. Rede der Seele 21 
Verc; die Exeter-hs. hat si])]>an heo. 

Nach swd: 

26. ffus glcawUce gdsigerynum scegdon sigerofum, swd 
fram Siltiestre Icerde wceron, El. 190. 

27. Opöost öj^er com gear in geardas, stvd nü gyt doeÖ. 
Beow. 1134; 

28. [dagegen: Meiod eallum weold gumena cynnes, stvd 
he nü Sit doeÖ, ib. 1058. 

29. Wolde dorn godes dcedum rcedan gumena geJiwylciim, 
swd he nü gen döeff. ib. 2859. 

30. Älwalda fec göde forgyld^ , swd he nü gyt dyde. 
ib. 956]. 

Nach pd: 

31. Matheus se godspellere us sdsde on Öysum godspelle, 
J)cet üre hellend Crist, Öd öd [he\ her on life wces .... Ass- 
mann, Angels. Homilien 49, 2 ; das he fehlt in hs. N. 

32. And hd eall Jtys gewryten atid gefylled hßfdon, hig 
üp dryson and])d cartan, ])e hig gewryten hcefdon, J)dm ealdrum 
dgeafon, Nicod. Evang. in Bright, Anglosaxon Eeader 139, 28: 
*und als sie [Carinus und Leuticus] all dies geschrieben hatten'. 

33. Miht Öü, wis hceleÖ, wordum gesecgan, maga mode rof, 
tncBgen J)d he cyöde deormöd on digle, Öd mid dryhten oft, 
rodera rädend runc hesdeton? Andr. 626: 'wenn ihr oft mit 
dem herm ratschlag hieltet'. 



UNAÜSGEDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 265 

Nach pAr (vgl. hwdkr) : 

34. ... to ^esecanne sinces hryttan, Higeldc Hrepling, 
Jfctr (et Mm wunade selfa mid ^esiöum. Beow. 1923. 

35. Weard mapelode, ddbr on wiege scet, ombeht unforht 
Beow. 286. 

[Dagegen : 

36. Wtcinga dr wordtim mcelde cbrcende to pdm 

eorle, pder he on öfre stod. Byrhtn. 28. 

37- Adam mapelode, pdkr he on eoröan stod. Gen. 522. 

38. Wende hine wrdämöd, pcer Mpcet wifgeseah. Gen. 547. 

39. Hirn pd beoma breogo, pdsr he on bolcan scet 

Andr. 305. 

40. pdm cdsere, Peer he on cordre swcef ... EL 70. 

41. (kghwylc man, sy pcer eoröan, Peer he sy . . . Blickl. 
Hom. 129, 33]. 

42. Oft mon f6reö feor fei tüne, pcer htm wdt friond 
unwioiodne. Gnom. Ex. 146. 

43. hie god geseod. On pcere gesihöe wesad ealle geleaf- 
fülle . , . . hie d motan mid him gefeon, pdkr leofaÖ and rixaö 
d büton ende on ecnesse. Amen, Blickl. Hom. 13, 29; derselbe 
schluss mit he : pcer he leofap etc. ib. 39, 6 ; 83, 8 ; 97, 5. 

44. äd öe Dduid poet iseah, öd het he wurcean cenne 
seolfrene höp of Prtttigce pundon and bi^meoöian abutoen Post 
treotv tvidneoöan past, ffcer on Öreo töwcaxen wces. Napier's 
Koodtree 22, 10. 

Nach pwt, pcette, pe ^dass; das': 

45. htm on mod bearn, poet healreced hdtan wolde, me- 
docern micel men getvyrcean. Beow. 68. 

46. swylcum gifepe biÖ, pcet ])one hilderces lidl gedigeÖ. 
Beow. 300. 

47. [Vgl. dagegen: hwoepre me syfepe weard, poet ic 
dglcecan orde gcrcehtc, Beow. 556]. 

48. Nis eow forbod4in, pcette cehta habban, Blickl. Hom. 53, 27. 

49. öreo pinc sint neodbelicefe ödm eagan elcere sdxvle; 
an iSj pcet Ml sien. Alfred's Blooms, Engl. Stud. 18, 341, 42. 



') Ich glaube, dass meine auffassong dieses verses ganz gut vereinbar 
ist mit der bemerknng von Sievers, Beitr. 9, 137; auch ich lehne die heran- 
ziehung der Variation omheht unforht als Subjekts des /ic^r-satzes ab und 
halte ausserdem auch das fie für entbclirlich. 



266 ALOIS POQATSCHER, 

50. cristenra cwen Cyridcus bced, ])cet hire ])d ^ina ^dstes 
mihtum ymb wundonvyrd willan ^efylde. El. 1070. 

51. ffd P<6r ByrhtnoÖ ongan beomas trymian . . . and 
bced, pcBt hyra randan rihte heoldon, Byrhtn. 20. 

52. ic ^e . . . biddan tviUe, Poet me ^cet ^oldhord, ^dsta 
sojfppend, geopenie; El. 791. 

52 a. hSt P6 sod beodan, beam tväldendes, ficet ]>e bürge 
pd. Jul. 266 aus Kellner's Outlines p. 172. 

58. nänig j^cet dorste deor genipan swdesra gestöa nefne 
sinfrSga, ficet hire an doeges ^agum starede. Beow. 1935; hier 
folge ich der erklärung von Cosijn, Beitr. 19, 454: * Keiner 
wagte es, ausgenommen als gatte, sie öffentlich mit den äugen 
anzuschauen '. 

54. pa^t sceU ctgldwra mann on moldan, ponne ic me 
tiBlige^ findan on feröe, Poet fram fruman cunne eall pd earfeffo, 
Andr. 1485. ^Das soll ein klügerer mann auf erden, als ich 
mich halte, im geiste finden, dass er (nämlich) vom anfang 
alle die leiden kenne'. Grein s. y. frumal) giebt pcet mit 'qui' 
wieder, was weder als Übersetzung noch als erklärung gut ist ; 
Cosijn, Beitr. 21, 18 erklärt: poet L e. swd degleaw Poet (he). 

55. Vgl. Ne meahte he oet his hige findan, pcet he gode 
tvolde geongerdöme , Peodne Peowian. Gen. 267 , wo h6 nach 
Poet in der hs. von gleichzeitiger band fibergeschrieben ist. 

56. pd fundon hie opre fioc-rdde, pcet rdd üt wid Lyg- 
ttines Chron. 917. 

57. Wardum cwcedon, Pcet mid pdm hceleäum hdeman 
wolden. Gen. 2458. 

58. Hwcet, he drihten pd openlice cydde on pdm worde, 
pd he cwoep, Poet an sunnandoes of deape drXse, pcet se sccter- 
nesdcss bip P(B8 sunnandasges, sippan hü non bip, Wulfst. 222, 
26, ^Als der herr sagte, dass er am Sonntag vom tode erstanden 
seiy that er mit diesem werte deutlich kund, dass der samstag 
zum Sonntag gehört^ sobald es mittag ist'. 

In abhängiger rede kann im Germanischen das in der 
späteren entwicklung zur konjunktion gewordene demonstrative 
oder interrogative bindeglied auch fehlen: 

59. cwoeö^ he güäcyning ofer stoanrdde secean wolde. 
Beow. 199. 

60. cwcetf, he pone güOmne gödne teaide, Beow. 1810. 



UNAÜS6EDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 267 

61. cwoeö, he on nier^enne meces ecgum ^etan wolde . . . 
Beow. 2939. 

62. cwceff, htm tweo ])uhte. Gen. 276. 

63. ic wdt, ine waldend ^od dboljen wyrÖ, Gen. 551. 

64. we . , . . wolduriy pü Pe sylfa ^esdive. Guthl. 439. 

65. äd PcBs frics^an ongan folces dldor, sigerof cynin^ 
ofer sid weorod, wcerc Peer cenig yldra oööe ^n^ra, El. 159. 

Da nun ausser der konjunktion auch noch das Subjekt 
des abhängigen satzes unausgedrückt bleiben kann, so ent- 
stehn gelegentlich knappgedrängte satzformen, welche den 
herausgebem nicht immer deutlich waren. So hat Wtilker in 
Gen. 17 durch misverständnis eine ganz unleidliche pause im 
halbvers geschaffen; die stelle hat zu lauten: 

66. Pegnas prymfceste peoden heredon, sce^don lustum lof 
heora liffre^an, demdon, drihtnes du^epum tvärcn swiÖe 
sesälse: *sie glaubten durch die gaben des herm gar selig zu 
sein'. Wie die eben angeführten und zahlreiche andere fälle 
zeigen, ist die pause zwischen haupt- und objektsatz im 
innem des halbverses durchaus verstattet. Genau wie dieser 
vers ist gebaut 

67. ctvcedon, holdlice hyran woldon, Andr. 1639; 

68. ivilt pii, füs hcele, frefndne nwnnan hiddan, Pe ^e- 
secge Wunder der Schöpfung 4. 

69. me pineö swide dysi man pe wilnat, ficet hine eallun^a 
on^ytan swilcne swilc he is, pd htvÜe Pe we on Pysse teorlde 
heod (tve ist zu ergänzen). Sol. 180, 23 aus Wülfing, Syntax 1 336. 

70. Swide dysi^ is se man and dyrsPi^ se Pe syn^aÖ 
^elome beforan ^odes ea^an . . . and he Panne forscamaö, pmt 
hit dnan men andette, Angl. 12, 513 unten. 

71. E^eslic is to witanne, Poet oft doÖ tö mane^e, pe 
dreo^ad pd yrmffe, Pa:t seeotaÖ to^cedere and dne cicenan ^e- 
mcenum ceape hiegaÖ ^emdkne, Wulf st. 161, 5 var. in E und I. 

72. Aet nextan, Öd Öd he ^efredde his deaffcs nealdecun^e, 
pd het he hhn his seax drcecan to scrcadigenne cenne ceppel, 
and hine sylfne hetelice Oyde, pcet on him dewehte, Hom. I 
88, 10. 

73. Se dlysend pysses mennisean cynnes hine sylfne ^e- 
eapmedde, Pcet of hehpe pces fcederlican Prymmes to eorpan 
dstd$. Blickl. Uom. 65, 31. 



268 ALOIS POOATSCHER, 

74. ac on mer^enne mecum wunde he yÖ-ldfc uppe Icegon 
sweordum dswefede, Poet syöfian nd ynib brontne ford 6rim- 
liöende lade ne letton. Beow. 567. 

74 a. Pcet ]^ü mütsise mi ]iearfendum, J>CBt unsceli^ eaU 
ne fonveorfe. Jul. 450 aus Kellner's Outlines p. 172. 

75. 8ipd Mm ^od ealle ^d toweardan Jnng onwredh, JxBt 
him wdßron swd cüöe swd ]>d andweardan. Goodwin, Guthl. 
62, 16. 

76. ^if hwdm fionne ISofre sy, Post hi rdede ]>onne M teste, 
rdde stod, ficet opre mid ^ehlyde ne geunstiUe. Reg. Ben. 73, 13 
hs. F. 

77. ac se se Öe unwcerlice Öone wuda hiewÖ ond $ud his 
friond ofslieM, him hiÖ ntdöearf ÖcBt he fUo tö ddra dreora 
burga dnre, Öcet on sumere Odra weoröe ^enered. Cur. Past. 
167, 17 Hatten Ms.; Cotton he. 

78. Ictf US 6cne ^efean wuldres ^tnes, ^cet ^ec weordien, 
Christ 160 ^dass wir dich preisen'. 

79. AHs and wirce üs godas, puet faron beforan üs ^qui 
nos praecedant' Exod. 32, 1. 

79 a. fcBt Jm nyme pe Iddmenn of minum ^eferum, pcet 
Pe wegas unssigean. Gen. 33, 15. 

80. send Pinne pone hdlgan gdst, pcet dwecce ealle pd pe 
an pisse wcetere syndon. Blickl. Hom. 247, 24. 

81. Min dr\hten, send me Pinne engel of heofonum on 
fjrenum wolcne, Pmt pd embgange eaUe pds ceastre, pcet ne 
magon geneosian for pcem fyre. Blickl. Hom. 245, 29. 

82. ic Ismael estum wille bletsian nü, swd pü bena eart 
pinum frumbearne, pcet feorhdaga on woruldrice wom gebide. 
Gen. 2358. 

83. pd he eae geceas Pe dyselice and ndhtlice gepühte 
synt, pcet pd Pe mid ofermettum hy sylfe for dht teliap, didele. 
Reg. Ben. 138, 30. 

84. nü ge rape gangap ond findap gin pd pe fyrngewrttu 
Purh snyttro crceft seiest cunnen, deriht eower, pcet me and- 
sware Purh sidne sefan secgan cunnen. El. 375. 

85. ge nü hraöe gangadj sundor dsecap pd Öe snyttro 
mid eow mcBgn ond modcrceft meiste hcebben, pcet me pinga 
gehwylc priste gecyOan, El. 409. 

86. ne we on dknise wisan witegan habbaO, Pcet üs and- 
gytes md cefre secgen. Psalm 73, 9, 



ÜNAUSGEDRÜCKTB8 SUBJEKT IM ALTENOLIBCHEN. 269 

87. p<Bs heriges kam eft ne com änig t6 Idfe, 

Pceite siÖ heora secgan moste. Exod. 509. 

88. Cosijn, Beitr. 20, 105 vergleicht hiemit aus Oros. 206, 9: 
p<Bt dar ndn tö Idfe ne wearff, Jxjet hii to R6me gehodode, 

89. "^drmundy godes ffegen, find pcet feoh .... and fere 
hdm ])(Bt feoh, pmt he ndefre nabhe landes, ficet hi hü odldede, 
ne foldan, JxBt hit oäferie, ne hiisa, Post he hü o9healde, Segen 
zur Wiedererlangung gestohlenen viehs, Bibl.* I 325, 11. 

90. ]}d gelamp htm, fcet his lif wearÖ geendod and fcerlic 
ende an becöm pisses hknan lifces] pd wces his nehmdga sum 
and his worldfrSonda, pcet hine swypor lufodeponne cenis öpor 
man. Blickl. Hom. 113, 9: *da war es seiner nahen verwandten 
einer, der . . .' [Zur erklärung des pcet Tgl. 

91. pär is mid Estum an mckgö, Post hi magon cyle ge- 
wyrcan Oros. 21, 13 aus Wülflng I 409, wozu Einenkel, Anglia 
Beiblatt V 236; femer 

92. pcer pry wderon on Pces pSodnes byrig eorlas IsraMa^ 
pcet hie d noldon hyra p4odnes dorn pafigan onginnan. Dan. 
189 und siehe die folgenden beispiele]. 

93. gyf hwylc man sy, pnet ne eunne his pdter noster and 
his credan, beo he swyde geornlice embe pcet hi hit leomige. 
Wulfst. 136, 12. 

94. [Vgl. gif hwd s^, pcet h6 nü gyt ne cunne, hi hit 
leornige swype georne. Wulfst. 801, 30]. 

95. Hwd is moncynneSj pcet ne toundrie ytnb pds tolitegan 
tungl? Metr. 28, 6 und ähnlich 28, 40. 

96. Hwd is on weorulde, pcet ne wdfige büton pd dne 
Pe hit der wisson? Metr. 28, 18. 31. 

97. hwd is Pcet de cunne ortfotic clene nymöe ice god? 
Sat. 17. 

98. Hwd is defre, pcet hcebbe swd Jiearde heortan, Pcet he 
ne nußgc him ondrcedon pd toweardan witu? Wulfst. 140, 3. 

99. Hwylc is of m, drihten, pcet hcebbe swd hwite sdule 
swd peos hdlige Marie? Blickl. Hom. 147, 18. 

100. Hwylc man is, pcet mcege driman eälle pd sdr and 
pd brocu pe se man to gesceapen is? Blickl. Hom. 59, 33. 

101. Hwylc is manna, pcet feores neote and hwcepere on 
ende dead ne gesceawige? oöde hwylc manna is, Pcet his dgene 
fr am helle loctim sdwle generige? Psalm 88, 41. 

102. Nis ndn man, Pcet ne s^ synful Wulfst. 96, 2, 



270 ALOIS PO0ATSCHEB, 

103. [Vgl. . Nceni^ forpum wces, pcet he cewiscnwd eft 
siöade hean hyhta Uas. GuthL 896]. 

104. Nis JiSah dmi^ man, J>cette edlles swd ]}ms gerddscipes 
swd bereafod si, JxBt he . . . Metr. 22, 49. 

105. Nis dmi^y ]>(Bt him syÖÖain wiöstanden möge. Napier's 
Boodtree 34, 12. 

106. Nmnig manna is under heofonhwealfe hodeda cynnes, 
Öcette dreccan mce^ oÖÖe Hm tvite . . . Andr. 546. 

107. Nis ncenig man, ßcet ])d toundor eaUe dsecg^an mcege. 
BUckl. Hom. 219, 25. 

108. Nis nceni^ man, j^cet dsec^^an mc^e ])d miltsa and 
pd hifan ]>e he unÖ pis mennisce cyn ^ecypde. Blickl. Hom. 103, 19. 

109. pd scende dryhten .F. deor up of se, and nes ceni^ 
man, poet hiom wipstandan mihte. Wolfst. 221, 31. 

110. Nis pcet ponne n(6ni^ man, Peel purfe Pone deopan 
Stund pces hdtan le^es and pces heardan le^es gesecean. Blickl. 
Hom. 103, 14. 

111. dcet ndre nAnis manna middan^eardes, Öcet meahte 
Odra twega tuion dspyrian. Sal. u. Sat 434. 

112. Nis dbnis fnan, pcet dteüan mcege Öd toi edlle Öe 
man habban sceal Gerefa, Angl. 9, 264. 

113. On pis ylcan geare com se stranga winter mid forste 
and mid sndwe, pcet nces ndn man pd on liue, Post mihte ge- 
munan swd strangne winter swd se wces» Chron. 1046 C. 

114. Ndn man ncefö pdera mHUa, pcet Öder änise wyrne 
dö. Wulfst. 138, 7 = Bibl.2 II 261, 147. 

115. Ne wass cenig pdra, Pcet me pus priste swd pü nü 
pd, hdlig, mid hondum hritian dorste. Jul. 511. 

116. No^ cenig pdra, Post mec pus hecddlice hendum hi- 
legde. ib. 519. 

117. Fea cenig wces montia cynnes, Post minne pcer on 
dncede eard behcolde, Rats. 61, 4. 

118. iVi^ eefferus se swifta wind, pcet swd fromlice mvsg 
feran ceghwcer. Rats. 41, 69. 

119. Nefst Öü nenne freond Pe pe wyUe faren to, Öcet 
efre wule lokien , hü pe pet hüs pe likie , Öost cefre undon Öe 
wule Öd dure. Das Grab 19. 

120. Flyhö se frofur aweg, ne byö Peer fultum ndn, Pcet 
wiö pd biteran ping gebeorh mwge gefremman. Wulfst. 139, 13 
= BibL^ II 267, 223, 



UNAÜSQEDRÜCKTBS SUBJEKT IM ALTEKGLISCHEN. 271 

121. pder hi hcefp weaUendene U^ and weana md 

]>onne ckni^es mannes ,^em€< s^, pmt hie driman nuB^e. Blickl. 
Hom. 63, 1. 

122 wctana md ponne hit ini^es mannes kernet sie, 

Jfcet hit dsec^an me^e, Wulfet. 226, 7. 

123. Frunan [sc. die apostelj mdran pinges Jnmne dbnges 
mannes ^ernet wckre hir an eorffan, pcßt hit witan mihte. BlickL 
Hom. 117, 21. 

124. [Vgl. Üre drihten his fichn hdlgum sasgde, pcet pcet 
heora gemet ncere, pcet hie pcet toiston. ib. 119, 9. 

125. d^htvylces mennisces monnes ^emet is, pcet he Sanctus 
Johannes lifes toeorpun^a ^esec^an mm^e; ib. 163, 86. 

126. ^if hit sie mannes ^emet, pcet hd ctrieean hdl^ian 
sceöle ; ib. 205, 23]. 

127. Nces pd monna ^emet ne m^B^en en^la ne wite^ena 
Word ne wera snytero, pcet eow mihte helpan nimde hctlend ^od, 
Sat. 493. 

128. l^ces dn ctlpi^ hide ne dn ^yrde landes ne furöon 
.... dn oxe ne dn eil ne dn stein nces belyfon, pcet nces gescet 
an his gewrite. Chron. 1085 E. 

129. ffd Öe he wces fomiah cet Pces scrcefes durce, Od 
wurden pd ^yrdce pe he on hondce hcefde an swd mucele brune, 
pcet biforcen alrce pdre ferde isihffe bewende in tö pdm scrmfe. 
Napier's Eoodtree 20, 11. 

130. ^if fri^man swd frosc sig, Post pcet fcesten tobrece 
oppe his celmessan rihilice nd belaste . . . Wulfet. 173, 28; zwei 
andere hss. haben pcet he pmt fossten; ib. 172, 2. 

131. Hwd is swd heardheort, pcet ne mce^ wepan swykes 
un^elimpes? Chron. 1086 (1087) Plummer p. 218 oben. 

132. Nis ndenis swd snotor ne swd crceftig ne pces swd 
gleaw nympe god seolfa, pcet dseegan mce^e swegles lioman. 
Sat. 351. 

133. We biodaö on godes (Blmihti^es naman, pcet ndn 
man swd dyrsti^ ne sy, pcet on ^ehddodre nunnan cÖÖe on 
myneeenan ^ewifige. Wulfet. 271, 23. 

134. Of pdm dcB^e nces ndn mon swd durstig, pcet his 
cetrinam durste, Napier's Roodtree 26, 11. 

135. Nis deni^ swd mdkre ne swd hdli^es Ufes, pcet döar 
ddera penun^a [i. e. der taufe und der eucharistie] gegödian 
oÖOon ^emycclian mce^e. Wulfet 34^ 10. [Nicht g^anz sicher.] 



272 ALOIS FOGATSCHER, 

136. N(B8 se flota swd ran^, ne se here swd stran^^ 
ßcet on An^elcynne des him gefetede, pd hwile Pe se oepela 
cyning cynestol gerehte. Chron. 975 D. E; Plummer p. 121. 

187. N6 PcBS fröd Uofa/f gumena bearna, pcet pone grund 
wite. Beow. 1367. 

138. Forpon ndnig fira Pces fröd leofaÖ, pcet his mcege 
äsprinse purh his cegne sp4d tmtan. Wunder der Schöpfung 77. 

139. Hwd is ponne pces ferögleaw oppe pces fela amne, 
Pcet cefre mcege heofona Mdhpu gereccan ? Dom. 30. 

140. Nis cenig nü eorl under lyfte, secg searoponcol to 
Pces swide gleaw, pepcet dsecgan meege stindhuendum. Christ 221. 

141. Forpon nis cenig pces hör sc ne Pces hygecrceftig , pe 
pin fromcyn mcege fira beamum sweotuU gesipan, Christ 242. 

142. Hwylc is hceUpa pces horsc and Pces hygecrceftig, 
Pcet Pcet mcege dsecgan. Rats. 2, 2. 

143. Ponne pdm synfullum pinceff, pcet ndn wiht ne sy 
Pces hdtes ne pces cealdes ne pces heardes ne Pces hnesces . . . ., 
Pcet hig Ponne mihte fram üres drihtnes lufan dsceddan, 
Wulfst. 185, 2. 

144. Nü ic bidde Öone waldend, se de Öds woruld gescxop, 
pcet ne sy ndn io Pces cwidol wif ne to pces crceßig man, pcet 
dwendan ne mcege word pus gecwedene. Segen gegen ver- 
zaubertes Land, Bibl.« I 316, 64. 

145. Nces ndn pces stronglie stdn gefcrstnod, pidh he wcere 
nUd ime eall ymb fangen, Pa^t mihte pdm miclan mcegne toiä- 
habban. Sat. 519. 

146. Ncenig mon seo to Öon gedyrstig, dcette Öds hdlgan 
bioc dseUe oöde döeode from Cristes drcan. OET. p. 175, 16. 

147. gif ponne cenig man purh deofles seanea to pon 

beswicen sy^ pwt hyt gedyrstlcece Christophorusfragment, 

Anglia 17, 121, 13. 

148. ic toene, Pwt ndn man ne si to pdm dysig, pcet for 
öi unrotsige Blooms, Engl. Stud. 18, 342, 25. 

149. Ne mihte earmsceapen dre findan, freode cet pdm 
foke, pe him feores wolde, ealdres geunnan. Andr. 1130: * Scho- 
nung bei dem volke, dass es ihm das leben, das dasein gönnen 
wollte'; anders Grein, Dichtungen; ich fasse pe ^dass' als ein- 
leitung eines exegetischen satzes, der den inhalt des voraus- 
gehenden Substantivs ausdeutet; vgl. Dan. 607; Beow. 1334. 2606. 



UNAÜSGEDRÜCKTE8 SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 273 

150. ponne M his hldfordes hyldo sel^feöy feet hine of 
pdm lendum hieran wille. Höllenl 68. 

151. purh pd lufe he beging tö Jiealdenne stvylce ^ecyndeUce 
and getvunlice pcet ('das was er') der hutan midan e^e heaidan 
ne mihte. Reg. Ben. 32, 1 hs. F. 

152. wS ^elyfad edll Jxet Öcet witon 'alles was wir wissen' 
Sol. 173, 12 aus Wülfing, Syntax I 336. 

Nach Pces Pe : 

153. Eine ^eeodon to Öces pe eorla hleo^ ^eon^ne ^üöcyning 
godne ^efrünon hringas dcelan. Beow. 1967. 

154. hreper innan stoearc, Jiyge hreowceari^, Pces Pe his 
hldford ^eseah ellorfüsne, Guthl. 1026. 

155. he Öd ^jt lifde (efter amdlefan ^earum dces Öe wces 
bebyr^ed. Shm. 82, 15 [nach BT. p. 850J. 

156. [Matheus] gode Pancade Pces de hie onsunde dfre 
moston $es4on under sunnan. Andreas 1012. Für diese stelle 
und für Beow. 1875 nimmt Kluge, Beitr. 9, 190 (vgl. auch 
Angl. 13, 341; 14, 141) an, ^es^on bedeute 'sich wieder sehn'. 
Wenn sich diese annähme nur auf diese beiden stellen stützt, 
ist sie überflüssig; denn an beiden kann hie (Beow. 1875 h(e 
statt he mit den herausgebem) akkusativ nach nicht ausge- 
drücktem Subjekt sein. Aehnliches gilt von dd^lan El. 1286 
(vgl. die anmerkung zu nö. 176), für welches Grein im Sprach- 
schatz unter 6) 'passiv: geteilt, verteilt werden' und ebenso 
Zupitza im glossar zur Elene 'teilen, sich verteilen' ansetzt; 
hierher gehört auch Andr. 5 no. 17, welche stelle Grein im 
Sprachschatz übersehen hat An allen vier stellen reicht die 
gewöhnliche transitive bedeutung vollständig aus. 

Nach pe rel. pron. : 

157. Hwcer com ('wohin ist gekommen') seo frwttvodnes 
heora hüsa .... oppe edl se wela pe Mm dceshtvämUce ^esam- 
nodan md and md ? Blickl. Hom. 99, 29. 

158. p(Bt hors pe an rdd, ndtöpasshtcön on pone rihte wceg 
faren wolde: 'das pferd, auf dem er ritt' Napier's Roodtree 20, 6. 

159. For pdm hdlig ^od wolde, Pmt htm eoröe and uproder 
and sid woRter ^eaeted tourdey tooruld^esceafte on wriöra ^eld, 
pdra Pe forhealdene of Wo sende. Gen. 102: 'Weltgeschöpfe 



274 ALOIS PO&ATSGHER, 

zum ersatze für die verrucliten, die er als abtrflnnige aus dem 
himmel geworfen hatte'. 

160. Unsicher: Hwwt, ic hwile nü heiliges Idre^ leoffs^id- 
dinga lof Pees Pe wohrte wordum wemde, wyrd undyme. Andr. 
1479: Tandem eins quod ille fecit' Grein Spr. n 574, 4. 

Nach for pdm fe: 

161. pd cwckdan hie io eaUum foke : '^efeop ^d and wyn- 
sumiap, for Pon Pe miete mundboran ^egearwod hdbhad\ Blickl. 
Hom. 191, 35. 

162. pd clypode se cdsere hine and dxode^ hwi he nolde 
offrian pdm godutn for his sige and swipost for pdm Pe his 
wif and Ms cäd fanden hwfde. Aelfric's Lives of Saints III 
214, 401 : 'und zumeist dafür, dass er\ 

Nach pSah pe : 

163. Sceolde Idndaga äpeling dkr^od endegebidan, tvondde 
UfeSy and se wyrm somod, pdah Öe hordu^elan heolde lange, 
Beow. 2344. 

164. N6 Ö^ Ar he Pone heaöorinc hatian ne rneahte UUfum 
dwdum, peak htm leof ne wees. Beow. 2467. 

165. [Vgl. N6 Ö^ är swna sinum syUan wolde, hwatum 
HeorowecMrde, pidh he htm hold w(6re, breostgetvddu. Beow. 2161]. 

Nach Penden : 

166. oPp€ei him eft ornooc hedh Heodfdene; heold penden 
lifde, gamol ond güöreoww, ghede Scyldingas. Beow. 57. 

167. Ee wees Uof gode, foröon he sibbe gesMis dreah . . . 
hleotvfe^frum peaht, hdr Penden Ufde. Gen. 2740. 

168. . . . neorxna wong, p(kr him ndbnges waes eades ons^n, 
penden eces word, hdlges hleoporcwide heäldan tooldan on pdm 
niwan gefean. Phon. 398. 

Nach ponne : 

169. Meeg ponne on pcem golde ongitan "^eata dryhten, 
geseon sunu Hreöles .... paet ic gumcystum gödne fände biaga 
bryttan, breac ponne moste. Beow. 1487. 

170. pdm bid lorcecsid witod, ivtte geopenad, Pe pdra 
[gefeana\ sceal fremde weoröan, hian hwearfian, Ponne heonon 
gangep, Andr. 891. 



UNAÜSOEDRÜCKTBS SUBJEKT IM ALTENaLISCHEN. 275 

171. JM Öds fupglas hat pdm cedekstan earöcynin^a 
. .. . on his hridels dön miare to midlum. Peet manigum scedll 

nuire tceorfan, Panne tet scecee mid Py oferstoiöan mce^e 

feonda gehwylcne, El. 1178. 

172. ponne ic si^edrihten, mihti^ne ^od maeSlan ^eh^rde 
stran^re stenvne ond mc hir stondan het, his lebodu heäldan, 
ond mi pds hryd for^eaf . . . Gten. 525. 

173. Mee^ sc man be^ytan, s6 Pe his möd^effanc celtawe 
byP and Panne Purh his w^ehy^d ta pissa hdU^ra helpe ge- 
liefed and hiara Hsene ful^dä, stvd Peas bac sck^aÖ. Dial. 
Greg. Angl. 3, 71. 

174. Efne mine ia^an synt ealra ^eUcast panne esne 
biff, panne andrysnum his hldfarde hA'eff and cwSmeÖ, Psalm 
122, 2. 

175. Se Pe pd deiran wicpenun^a ^eendad heebbe, panne 
he [fehlt in hs. T] üt af pdere tcicpenun^e fcere, cwepe pis fers. 
Reg. Ben. 59, 22. 

176. sceal deshwylc Öder . . . riht ^eh'^n . . . purh Pces 
deman müd . . . . , panne an prea ddleÖ in fyres fen^ falc dnra 

^ehwylc. El. 1286: 'aus des richters mond, wenn er '; 

s. anmerkung zu no. 156; oder wenn man an Zupitzas stärkerer 
Interpunktion vor panne festhält und den zweiten satz als 
hauptsatz fasst, gehört dieser zu ni 1 b /3. 

Die durch die vorstehenden beispiele, deren zahl sich leicht 
erheblich vermehren liesse, veranschaulichten erscheinungen 
sind von herausgebem, grammatikem und kritikem verschieden 
behandelt und gedeutet worden. Der treffliche Grein hat das 
in solchen Sätzen besonders häufige pcet schwankend einmal 
(n 568, 3 unten) als relativpronomen, in andern fällen (11 572, 
573) als konjunktion erklärt. Wttlftng, Syntax I 407 (so auch 
Plummer, Clu-on. I, 390, spalte b und Trautmann, Bonner Bei- 
träge II 169) sieht in pcet ein relativpronomen, das sich auch 
auf masculina und feminina beziehen könne, wogegen Ein- 
enkel, Anglia, Beiblatt 5, 235 mit recht die schon früher von 
Klinghardt und Lohmann ausgesprochene ansieht vertritt, Pwt 
sei nichts weiter als die gewöhnliche konjunktion. Dass diese 
ansieht auch früher schon die weitaus überwiegende war, er- 
giebt sich aus der thatsache, dass sehr viele herausgeber und 
kritiker bis auf den heutigen tag das nach dieser und ahn- 



276 ALOIS POÖATSCnER, 

liehen konjanktionen * fehlende' Personalpronomen alsergänzung 
in den text setzen. ' 

Wie steht es nun mit dieser 'erganteung' des pronomens? 
Auch hier schwanken oder schwankten die ansichten bis zu 
völligen gegensätzen. Während Trantmann, Bonner Beiträge 
n 128 behauptet, dass in Beow. 68 him on möd hearn, pect 
healreced hätan wolde .... men gewyrcean das Subjekt des 
nebensatzes nicht fehlen könne und deshalb nach pect ein he 
in den text zu setzen sei, meint Einenkel, Anglia 17, 121, 13, 
in dem satze j^if ponne cenig man Purh deofles searwa tö Pon 
beswicen sy, Pcet hyt gedyrstldbce sei die Setzung des pronomens 
he nach pcet nach den regeln der altenglischen syntax geradezu 
falsch; aber die seitherigen Veröffentlichungen Einenkels, so 
Grundriss 1923 ff., P 1123 ff. zeigen, dass er heute an dieser 
ansieht nicht mehr festhält. 

Dass das pronomen im altenglischen nebensatze nicht aus- 
gedrückt zu werden braucht, beweist die stattliche menge der 
vorgeführten belege, die den gedanken ausschliesst, in all den 
angeführten fällen sei das pronomen zufällig vom sclireiber 
ausgelassen worden. Hier hat schon vor zwanzig jähren 
Lohmann, Anglia 3, 130 das richtige gesehen. Aber noch 
mehr: Lohmann hat dort auch auf ähnliche erscheinungen im 
Althochdeutsehen verwiesen, die bereits von Erdmann (1874) 
in seinen 'Untersuchungen über die Syntax Otfrids' I § 272. 
274 behandelt waren. Seither ist diese frage für das Deutsche 
von verschiedenen forschem und für einzelne perioden beson- 
ders eingehend erörtert worden von K Kraus , Deutsche Ge- 
dichte des zwölften Jahrhunderts (1894) p. 88—98 und 142— 
146, wo auch weitere litteratur verzeichnet ist 

Auch das Altsächsische kennt diese erseheinung. A. Behr- 
mann's arbeit über 'die pronomina personalia und ihren ge- 
brauch im Heliand' 1879 ist mir nicht zugänglich; aber ich 
sehe, dass Heyne in seinem glossar zum Heliand ^ y. he 
(8. aufl. 1883 p. 223) erwähnt, dass der nominativ des Singulars, 
seltener der des plurals, bisweilen vor dem verbum ausgelassen 
sei, und hierfür belege giebt; und 0. Behaghel behandelt in 
seiner grundlegenden Syntax des Heliand (1897) alle einzelnen 
fälle. Ich gebe einige wenige beispiele. 

Nach ihat: nis an thesaru tmeroldi enig manno so spaki, 
(hat ihero Icrono mugi endi gitellien 4245 (Behaghel § 456) ; 



UNAUSGEDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 277 

im uiios uuilleo mikil, that seggean mtiosti 872 Gott., ähnlich 
5272 Gott, an welchen beiden stellen Sievers das pronomen 
einschiebt, welches die andere hs. bietet. 

Nach than: (hon uuUUa/n te iuuuomo herron helpono bid- 
dean, than dot gi . . . 1573 Mon. ; Gott, hat than gi. 

Nach huo : that siu uualdand Crist gisundan gisauui, endi 
sagda huo iru seWo gibod 5943. 

Dass auch im relativsatz das Subjekt unausgedrfickt bleiben 
kann, zeigt m scal neoman lioht, (he it ha^ad, liudiun demean 
1405, wenn dessen ^ »^ mit Behaghel § 456 B I b, § 463 G 
als = relat that zu fassen ist. 

Dass in den uns beschäftigenden fällen die Setzung des 
pronomens durchaus zulässig, ja das gewöhnliche ist, weiss 
jeder leser alter texte und zeigt auch ein blick airf unser 
material. Besonders lehrreich sind hier jene texte, von denen 
uns mehr als eine handschrift überliefert ist ; hier weichen die 
einzelnen handschrif ten nicht selten an derselben stelle in der 
Setzung oder auslassung des subjektpronomens von einander 
ab. Vgl. Gur. Fast. 167, 17; Wulfst. 172, 2: 173, 28; Eeg. Ben. 
32,1; 56,12; 59,22; 99,8; 99,21: 98,21 und s. Schröer's 
einleitung p. 33; Rede der Seele 21; Assmann, Hom. 49, 2; 
Heliand 872. 1573. 2991. 5272 usw. Ebenso beweiskräftig sind 
jene stellen eines und desselben textes, wo die nämlichen 
oder ganz ähnliche Wendungen einmal mit, ein andermal ohne 
pronomen erscheinen, z. b. BibU I 325, 10. 12: 11; ^if hwylc 
man sy, pect ne cunne Wulfst. 136, 12: gif hwd sy^ pcet he 
ne cunne ib. 301, 30 usw., worüber mehr belege in meinen 
obigen materialien. 

Hieraus erhellt also, dass in der litterarischen zeit des 
Altenglischen in derartigen untergeordneten Sätzen beides, nicht- 
setzung und Setzung des pronomens, nebeneinander üblich war. 
Aehnliches gilt für das Altsächsische zur zeit des Heliand. 
Und da die nichtsetzung des Subjekts in den jüngeren perioden 
des Englischen mehr und mehr eingeschränkt wird, darf man 
wohl die Vermutung wagen, dass an manchen stellen, wo unsere 
aus späterer zeit stammenden abschriften älterer werke ein 
pronomen bieten, das original keines hatte, ohne dass im ein- 
zelnen falle ein beweis möglich wäre. 

AngUft. N.F. XI. 19 



278 ALOIS P0QAT8CHER, 

2« Fttnf hauplfSUe ausserhalb der parataxe. 

Aus den vorstehenden angaben ergiebt sich der zwingende 
schluss, dass — zunächst in den durch meine beispiele ver^ 
tretenen fällen — die ersparnng des Subjekts nicht eine einzel- 
sprachliche, sondern eine gemeinwestgermanische erscheinnng 
ist Ja noch mehr. Beschränkt man sich nicht auf die von 
mir Torgeführten fälle, sondern zieht alle verwandten that- 
sachen heran, so wird man gewahr, dass die von Kraus in 
seinem genannten buche vorwiegend für das Mittelhochdeutsche 
aufstellten regeln für die ersparung des pei*sonalpronomens 
in ihren hauptformen auch für das Altenglische gelten, dass 
also diese ersparung einen gemeinsamen Ursprung hat. Dies 
möchte ich im folgenden in kürze nachweisen. 

Nach der darstellung von Kraus p. 88—98 ergeben sich für 
die ersparung des Subjekts folgende fünf möglichkeiten : 

I. "Das fehlende pronomen steht, gleichfalls als 
Subjekt, in einem vorhergehenden (1) oder folgenden 
(2) satze, der dem des pronomens entbehrenden satze 
übergeordnet (a), untergeordnet (b) oder beigeordnet 
(c) ist." 

IIa) hemanesumwearÖmannumt6hr6der,sydÖanw(kpen 
dhöf wid hettendum no. 18 oben p. 263 ; ferner no. 9. 14. 23. 
24 27. 31. 35, 42. 53. 54. 68. 70. 71. 73. 77. 83. 84. 85. 87. 
88. 89. 90. 93. 95. 96. 97. 98. 99. 100. 101. 102. 104. 105. 106. 
107. 108. 109. 110. 111. 112. 113. 114. 115. 116. 117. 120. 127. 
128. 130. 131. 132. 133. 134. 135. 136. 137. 138. 139. 140. 141. 
142. 143. 144. 145. 146. 147. 148. 151. 152. 155. 161. 162. 163. 
167. 170. 174. 175. 

Manchmal (vgl. unten IIb) entbehren sowohl der voraus- 
gehende übergeordnete wie der nachfolgende untergeordnete 
Satz des ausgedrückten Subjekts; dies dann, wenn der über- 
geordnete satz den vorangehenden satzgruppen nach III oder 
par. I oder par. III (p. 287 und 289) angefügt ist: wordum 
cwdedon , Öoet mid pdm hwleöurn hchnan wolden. Gen. 2458 ; 
düs ^leawlice ^dst^er^um scc^don sigerofum, swd fram Siluestre 
lärde wAron. El. 190; so noch no. 10. 13. 66. 67. 76. 153. 
166. 169. Dan. 219 u. a. 

IIb) piah hü [sc. das feuer] wiö ealla si eft ^emefiged 
weoruld^esceafta, ])eah waldan ne möt, pcet . . . Metr. 20, 129. 



UNAUSGEDRÜCirrES SUBJEKT IM A1.TENGLISCHEN. 27d 

Hierher gehört der sehr häufige fall, wo — oft nach einem 
bedingnngssatze — das verbum des hauptsatzes im konjunktiv 
mit adhortativem sinne steht : powne seo modor ^eßle, pwt Pcet 
beam $i etvic, gd ponne io cyriccm, and panne hio töfaran Pan 
iveofode cume, cwepe Ponne . . Bibl.^ I 327, 18 ; gif kis hwd sie 
lustfuU mdre to witanne, sece him ponne selfPwt, Oros. 100, 27; 
^f hyra hwylc ^euntrwnad bip, Pwt he ciricean ^tgdn ne nuege, 
do his andetnesse on Pan huse, pe he on tounap. Beg. Ben. 
140, 20 ; ^yf fri^man swd frtec sy, Pcet he pcet fieaten dbrece . ., 
gebete pmt WuUst. 172, 4; 309, 18 usw., besonders häufig in 
den gesetzen. Nicht beachtet sind hier die fälle mit voraus- 
gehendem oder folgendem se pe ... Am häufigsten steht so 
das verbum des hauptsatzes in der 3. sing.; aber auch andere 
formen kommen vor: ^if wSpis dliwar töbrecon, beton efl söna. 
Assmann, Hom. 11, 284; söna swd hy fram primsan^e Jansen, 
wyrcen löcahwcet pearf sy. Reg. Ben. 73, 9 ; 73, 12 ; 74, 4 ; ^if 
hi hwylcne cuman ^emeten, freien hine eaömodlice. Eeg. Ben. 
87, 3 ; ähnlich 95, 3 usw. Häufig schwanken die hss. in der 
Setzung des pronomens; die einen bieten es, die anderen nicht, 
ohne feste regel: Reg. Ben. 78, 19: 79, 19; 84, 19: 85, 19; 102, 4: 
103, 4 usw. Ueber die entsprechende erscheinung im Altsäch- 
sischen vgl. Behaghel, Syntax p. 298. 

Manchmal (vgl. oben IIa) entbehrt sowohl der voraus- 
gehende untergeordnete wie der nachfolgende übergeordnete 
satz des Subjekts; in diesem folle kann dieses für den voraus- 
gehenden satz nach III erschlossen werden, und für den nach- 
folgenden satz gilt gewöhnliches durchlaufendes Subjekt. So 
vielleicht in no. 22 : se Öe in Ndzareö dfided toces. syÖSan 
furpum weox of cildhdde, synüe eirde to him dßhte mine; doch 
ist hier auch eine andere auffassung möglich, worüber unter 
m 1 p. 283. 

I 1 c) Für den fall, dass in beigeordneten Sätzen bei 
Wiederholung der konjunktion das pronomen des vorhergehen- 
den Satzes erspart wird, ist mir kein beispiel zur hand. Häufig 
dagegen ist liier parataktische Verbindung (vgl. Kraus p. 91. 
141—6), worüber unten p. 287. 

I 2 a) and pd eaU Pys ^ewryten and gefylled hcefdon, his 
üp dnjson. Bright, Ags. Reader 139, 28. 

19* 



280 ALOIS POQATSCHER, 

I 2 b) pd cwmd Judas: Hcebbe hire, pcet heo ha fad. Gen. 
38, 23 ; m6 pincd steife dysi man pe wihiat, Jnei hine eallun^a 
on^ytan swilcne swilc he is, pd hwüe Pe toe on pysse worlde 
MoÖ, wo we erspart ist; Sol. 180, 23. In anderen fällen wie 
ha^fdon stourd nacod, pd wit on sund reowun Beow. 539 oder 
ae seege me nü, syf Äe ^od sy, hwa^t i4i pence oppe htowi ic dö 
Blickl. Hom. 179, 27 'wenn er Gott ist, sage er mir nun' ist 
auch eine andere anffassung der fügungsweise zulässig. Ent- 
sprechendes im Altsächsischen bei Behaghel p. 298. 

12c)? — Die entsprechende parataktische fügung ist 
nicht selten ; Tgl. unten p. 288. 

II. ^Das fehlende pronomen ist zu ergänzen aus 
einem casus obliquus des vorhergehenden (1) oder 
folgenden (2) satzes, der dem des pronomens entbeh- 
renden satze übergeordnet (a), untergeordnet (b) oder 
beigeordnet (c) ist; die ergänzung erfolgt aus einem 
pron. poss. («), pers. (ß) oder aus einem subst. (7)." 

n 1 a a) ? 

II 1 a |3) him on möd beam, poit healreced hdtan wolde 
men ^ewyrcean no. 45; femer no. 17. 43. 48. 52. 52 a. 74a. 78. 
157. 159. 168. Entsprechendes im Altsäclisischen bei Behaghel 
§ 456 B n a. 

II 1 a 7): Denum eaüum wces weorce on möde, syöpan 
.äilscheres liafelan metton no. 15 ; purh pws deman müÖ, ponne 
on preo dceleÖ folc dnra gehwylc no. 176; ferner no. 1. 12. 16. 
20. 25. 34. 44. 49. 50. 51. 56. 75. 79. 79 a. 80. 81. 82. 86. 121. 
122. 123. 129. 149. 150. 164. 

n 1 a d) Die ergänzung erfolgt aus einem pronomen in- 
deflnitum, ein fall, den Kraus nicht verzeichnet : swylcum ^ifepe 
bidy Pcet pone hilderces hol ^edi^eö no. 46. 

II 1 b a -h ^) ^f his sdule ^yUas operum monnum di^le 
b4oÖ and him sylfum eüöey mid his andetnesse onwreo öd his 
abbode. Reg. Ben. 72, 5. 

n 1 b y) ^f Pr£l Pa^ne pegen dfylle^ liege (k^lde ealre 
his mckgde, Wulfet. 162, 8; gif f^n mwgp g^igep, cecyn gcr 
ciapod sy 'wenn jemand eine Jungfrau [zur ehe] kauft, sei sie 
durch [brautjkau^eld [giltig] erkauft'. Liebermann, Gesetze 
der Ags. 7, 77. 



UNAUSGEDRÜCKTB8 SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 281 

n 1 c a) his forme ^efeohi wws wiÖ Aihcfiiense ond hie 
oferwonn. Oros. 110, 32 aus Wttlflng I 834. 

II 1 c /9) ne synt mi winas cü^e, ni ^dtr dniges todt 
hceleda ^ehy^do. Andr. 199. 

II 1 c /) hi^ ^esdwon tfvegen YstMikelithce we^farende 
men cuman of G<üaad and Iceddon wyrtsemang on hira olfen- 
dutn, G^n. 37, 25 ; ^onne sona pdm Uchaman hiÖ Idölic legerbed 
^e^ynved and in pd&re eealdan foldan gehrosnaö. Wulfst 187, 
12; ic sende to eow heomendne ren and swcflene leg arid eow 
fordcd and eowre bearn. Wulfst. 232, 2 ; J^eet pdm banan ne 
weard hleahtre behworfan, ac in helle ceafl siÖ dsette. Andr. 
1703; gif men ferlice wyrde unsofte oöÖe sprecan ne mwge, 
hdlga him Öis wwter. OET. 176, 12; gif men his leoöu acen 
odöe ongeflogen sy, genim fifliafe Öd wyrt Leechd. I 86, 21; 
ne sceamige dtnigum men for his ylde, ac do, stvd him Pearf is, 
Wulfst. 39, 14; warnige PeaMmePere se abbod, Pwt he ndtohwon 
of ndnum cüpum mynstre munuc ne und^fo to wununge, bütan 
hit his abbodes gepafung sy and him pees getcrit S(ende mid 
stvtitelunge *es sei denn mit einwilligung seines abtes und dass 
dieser ilim hierüber eine schriftliche anzeige schicke' Reg. 
Ben. in, 12 in 4 hss.; W hat and he. — In der Eeg. Ben. 
86, 17 ist die rede davon, dass geschenke, die einem kloster- 
bruder zugeschickt werden, nur mit erlaubnis des abtes an- 
genommen werden dürfen : and se bröpor, Pe swyU Idc tö dsend 
byd, for pdm ne geunrötsige, p6 Idbs Öe hS diofle purh pa^t dknigne 
intingan sylle, and tö mycelne gefian on his unrötnysse hebbe: 
*ut non detur occasio diabolo [orig.] und damit dieser [der 
teuf el] nicht zu grosse freude über seine betrübnis habe '. Der 
letzte teil, der freier zusatz zum originale ist, steht so in allen 

5 hss. Femer: ponne ic sigedrihien mceölan g^iijjrde 

strangre stemne and [er] mi her stondan hit, Gren. 525. Die 
fälle II 1 c 7 und nie« verbindet folgender beleg : ponne 
hätep Sanetus Michahel se heahengl bldwan pd feower beman 
wt pissum feower endum middangeardes and ['sie', die trom- 
peten] dwecceap ealle pd Itchoman of deape, peak Pe hie [akk.] 
ckr eorpe bewrigen hcefde oppe ['sie' nom.] on wtetere ddruncan 
oppe [' sie ' akk.] i4?üdeor dbiton oppe fuglas tobikron oppe fixas 
töslitan oppe ['sie' nom.] on dknige wisan of pisse worlde 
getciton. Blickl. Hom, 95^ 12 ff, Die ergänzun^ des Subjekts 



282 AL0I8 P06ATSCHBR; 

erfolgt aus einem gliede, das der fanktion nach dem genitiy 
eines relativpronomens gleichwertig ist, in no. 178. 

n 2 b a) hwearf pd In bence, pdr hyre byre tcdkron, Beow. 
1188: unsicher, da nach p. 290 das Subjekt durch bloss para- 
taktische anreihung vermittelt sein kann. 

II 2 b ß) Alfred kyning hdteÖ ^retan . . . ond Öe cyöan 
hate, P(ct me com swiöe oft on ^emynd . . . Cur. Past. 3, 2 aus 
Wülflng I 335. Ein analoger altsächs. fall bei Behaghel p. 298, 
1880 Cott. 

Zusatz zu den /-fällen. Aus dem yokativ eines Sub- 
stantivs kann ein Subjekt *du' oder 4hr' erschlossen werden. 
Um nach diesem gesichtspunkt zusammengehöriges nicht aus- 
einanderreissen zu müssen^ stelle ich hier fälle zusammen, die 
nach dem Schema eigentlich an getrennten stellen zu behandeln 
wären, wenn man mit Behaghel den Vokativ als selbständigen 
Satz auffasst. üt, lytel spere, ^if her inne sy! no. 2; ndsnis 
manna is, dcette dreccan mcp^ oöde Hm wite, hü Örymlice, peoda 
bealdor, ^dsta ^eocend, J>{ne ^ife ddelest! no. 8; übrigens steht 
hier öfteres pü in den unmittelbar vorausgehenden Sätzen. 
Se hdlga Andreas : . . . . ^eseah scip on pcem tvarPe and Pry 
weras onpdem sittende^ and he , . , htm tö cwap: bröpor, hwyder 
wylle f6ran mid Pys fnedmyclum scipe ? Blickl. Hom. 233, 3 ; 
hier scheint jedoch die form wylle ein (vielleicht ausgefallenes ?) 
folgendes $e erwarten zu lassen. 

m. "Diese fälle haben das gemeinsame, dass das 
pronominale Subjekt ergänzt werden muss aus einem 
vorhergehenden (1) oder folgenden (2) satze, der zu 
dem des pronomens entbehrenden keine grammatische 
beziehung hat; das ergänzende wort des andern satzes 
ist entweder pron. pers. (a) oder subst. (b) und steht 
entweder als subjekt («) oder im obliquen casus {ß).'^ 

III 1 a a) Öd Öe h6 pd 6a oferfaren hefde, Öd wolde he 
forÖ on his we^ to Uierusdlem; ac pect hors de on rdd, ndto- 
Pceshwön on Pone rihte we^ faren wolde. Napier's Rood- 
tree 20, 6 no. 158. 

Wenn in zwei auf einander folgenden gleichartig gebauten 
(z. b. je aus einem unter- und einem tibergeordneten satze be- 
stehenden) satzgeftigen eines oder beide Subjekte der gleich- 



UNAUSGEDRÜCKTK8 SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 288 

artigen Sätze dieselben sind (parallelsubjekte), so brauchen 
sie im zweiten Satzgefüge nicht wiederholt zu werden: sif 
nasu (Ä) (elcor sceard weorÖ, gehwylc VI scilV ^ebete (B); 
gif (Ä) öirel weorp, (B) VI scilV gebete. Aethelb. Ges. 49; gif 
mon (Ä) hafaö spere ofer eaxle, and hine (reflex.) man (B) 
on dsndseä, gielde (Ä) Pone wer butan wüe; gif {B) beforan 
eagum dsndse, gielde {Ä) pone wer, Aelfreds Ges. 36 § 1. Auch 
das parallele reflexivum hine bedarf nicht der Wiederholung 
(parallelobjekt). Hierher gehört vielleicht ein fall mit 
durchaus identischer subjektvorstellungy jedoch umgekehrter 
abf olge der glieder des zweiten satzgefflges : feala me se holend 
hearma gefremede, niöa nearolicra, se Öe in NdzareÖ dfeded 
wces; syddan furtum weox of cildhdde, synüe drde tö him dkte 
nitne. El. 912 ff.; über eine andere auffassung dieser stelle 
vgl. oben unter 1 1 b p. 279. Nicht in beiden teilen, sondern 
nur in einem teile des zweiten Satzgefüges ist das Subjekt 
parallel und daher erspart : im untergeordneten satze : gif heora 
hwylc füllke off])e gymeleasUce mynstres fing behwyrfe, sy him 
gestyred; gif bctan nele, underlicgge he rihtlicre preale. Reg. 
Ben. 56, 12 hs. F; gif he ponne gyt purhivtinaff, yinbe fcower 
monöas sy him eft pes yleca regol gerced; gif J>onne be his 
dgenum dorne behebt, ])(Bt he etc. Reg. Ben. 99, 8, wo andere 
hss. gif M ponne lesen ; siO^an he underfangen sy and innan 

cirican gebröht, behdte he, pcet he ; gif fcenne dhwcenne 

])is behdt dbryed, wite he, poßt Äe . . . . Reg. Ben. 99, 21. Das 
parallelsubjekt des übergeordneten satzes ist nicht wiederholt : 
spna stvd hy [sc. pd gebröffra] fram primsange gangen, wyrcen 
[subjekt nach IIb erschlossen] löcahwost ponne pearf sy; 
.... cefter Ödm rcedan heora bee oÖ middceg, Äefter middcege, 
siödan hy gereorde beoÖ, gdn tö hyra reste [subjekt nach IIb]; 
.... wyrcan syddan, ^cet neod sy, od äfen. Reg. Ben. 73, 10 ff. ; 
doch entspricht dieses beispiel nicht ganz der obigen regel. 

III 1 b j9) S(zge Adame, hivylce pü gesihöe Jhcefst. gif giet 
purh cüscne siodo Idkst mina Idra, Ponne gife ic him pces leohtes 
genog. Gen. 618 (oder zu II 2aiS?). Hieher ferner no. 72. 
171; vielleicht 176. 

III 2 a a) Stod under linde under leohtum scylde, pAr Öd 
mihtigan wif hyra masgen berdddon and hy gyllende gdras 
scendan. ic him oöerne eft wiüe scendan, Segen gegen hexen- 



284 AJ^OIS POQATSCflBR, 

stich, BibL^ I 317, 7: 4ch stand unter der linde'; könnte auch 
zu V gehören, fid wms modsemynd myduin ^eblissod, hige 
onhyrded Purh J>cet hdli^e trio^ inbryrded hriostsefa, syÖÖan 
}>6acen ^eseh hdU^ under hrusan. he mid handum befen^ .... 
EL 842; vielleicht ist aber schon aus mod^entynd^ hi^e, breostsefa 
eine Subjektvorstellung zu erschliessen. Ganz so Guthl. 1026 : 
hreper innan swearc^ hy^e hreotoceari^, pies Pe Ms hldford 
geseah ettorfwne, he ßcBs onbtkru habban ne weahte. Zugleich 
hieher und zu m 1 a a: s6 toces hetera donne ic! siödan pd 
fäMe feo pingode; sende ic Wylfingum ecdde mddmas. Beow. 
471; doch vgl. unten p. 298. Nicht sicher: ic wundri^e^ hwi 

swd spece. ^epenc nü Soliloq. 176, 9 * warum du so 

sprichst'. 

JSI2hß) [Maihius] ^eseh pd under stvegle swdksne gefSran, 
hdli^ hdU^ne: hyht toces ^enitoad. drds pd togenes, gode pan- 
cadepass Öe hie [akk.] onsunde dfre mosiongesion under sunnan. 
syb wces genuine bdm pdm gebröörum, Andr. 1012 s. unter 
no. 156; es wäre aber auch Zugehörigkeit zu IV möglich. 

rV. Diesen fall formuliere ich etwas anders als Kraus: 
Ein plurales pronominalsubjekt ist dem voraus- 
gehenden ZU entnehmen (1) aus einem kollektivum 
im Singular; (2) aus zwei (oder mehreren) personal- 
bezeichnungen, die entweder (a) alle ausdrücklich 
genannt oder (b) nur durch eine einzelne angedeutet 
sind. Umgekehrt kann vielleicht (3) ein singulares 
pronominalsubjekt aus einem pluralen erschlossen 
werden. 

IV 1) se göda heap ongan singan and god hergan and 

räddan godspel and sädon Wulfet. 236, 3 ; 237, 20 ; ic 

geseah swd micele menigu standende cetforan godes prytnsetle 
and sungon. Hom. I 538 aus Napier's Diss. p. 65 ; Jiy ilcan sipe 
för se here of Hunta/ndune .... and worhton Pcet geweorc (Bi 
Taemese forda and hit budon and byüedon usw. Chron. 921 ; 
so häufig bei here und sonst; weitere belege bei Wülflng 1 334 f. 

IV 2 a) he sende .... and gyrnde fuUumes, and him com 
tö fultum of cücen lande, and ferdon and ofslögon and aweg 
drifon .... Qiron. 1086 ed. Plummer p. 221 ; ntcegen samnode, 
cdfe to cease. cyning wcds dfyrhted, stÖÖan elpeodge sceawedon. 



UNAUSGEDRÜCKTE8 SUBJEKT TM ALTENGLISCHEN. 285 

El. 58 ; pd andsivarode Lia and Rachel and etvädon. Gen. 31, 
14; Liber Josue 8, 14; vgl. auch Kocli II § 299; Wlilflng 
1334 f. 

IV 2 b) Miht du, wis hwledj fvordum gesecgan mtegen [die 
wunder], pd hd cjjöde diormod an di^le, Öd mid dryhten oft 
rüne hesAton? 'wenn ihr oft mit dem heim zu rate sasset' 
Andr. 626: 'ihr' d. i. du und die anderen apostel und jUnger, 
die aber im vorausgehenden nirgends erwähnt sind. Aehnlich : 
M . . , forhead^ pcet hiene mon ^od Mte, su>d ndn cynin^ nolde, 
pe är Mm wces^ ac woldon [nämlich die könige, die vor ihm 
waren], p€et mon to kirn gAmde and htm ofrede. Oros. 254, 9 
aus Wttlflng I 385. 

? lY 3) Bdwulf dac wolde mid his eorldöme [mit den leuten 
seiner gra&chaft] forösdn* Ac pd cctstehnenn . . . and eac pcet 
landfolc heom tö^änes cömon and hi ealle geleiten, pcdt ht 
[Rawulf und seine leute] näht ne dydon. ac was fce^en [sc 
Bdwulf], ptet he i6 scypum mtfiiah. Chron. 1076 D; freilich 
machen sich hier auch andere arten von beziehungen geltend : 
I2b oder HI? "Zerlegung eines kollektivsubjekts"? 

y. "Daspronomen kann fehlen, ohne dasssich aus 
einem satze der Umgebung eine ergänzung darböte." 

nü scylun herbem hefaenricaes uard. Caedmons Hymnus 1 ; 
hwceöre ^Ü sceolon lythim sticcum UcÖworda dM furöur reocan, 
Andr. 1487 'jedoch werden wir noch in kleinen stücken einen 
teil der lieder weiter berichten'; voraus geht ein den Verfasser 
bezeichnendes ic. 

Regelmässig fehlt das pronomen in der adhortativfom 
wuton uton : wuton wuldrian weorada dryhten. Hymnus, BibL^ 
n 224, 1. Sehr selten erscheint das pronomen: ah wuton we 
Post nü ^eornlice gemunan. Blickl. Hom. 125, 3; uutun ue geonga 
Joh. Lind. 14, 31; häufiger im Me. vgl. Stratmann-Bradley 
s. V. Uten. 

Vgl. femer gumena ndt-hwylc Beow. 2233 : sceaöona ic not 
hwylc Beow. 274 ; sonst ist die form ohne ic gebräuchlich : 
s. ndt'hwdr ndt-hwost ndthwylc in Grein's Sprachschatz. Ebenso 
ahd. mhd. ne-weiz-wer ne^umss-wae neie-wSr nete-wae neis-wd 
usw. Grimm III 72 f. ; as. nit'{h)uuanan Hei. 556. 

In den altenglischen rezepten finden sich häufig verba in 
der 3. sing. konj. mit adhortativbedeutung, zu denen regelmässig 



286 AL018 P0GAT8CHBR, 

ein auf den kranken bezfigliches 'er' zu ergänzen ist. Dieser 
fall gehört hieher, weil die sabjektyorstellung im vorhergehen- 
den meist gar nicht ausgedrückt ist : ^elie^e nptceard 

hcßbbe him Ar on müäe huteran . . . dsitte Ponne üplang, hnige 
J>onne forö. Leechd. III 2 ; wyl lonc^e and hdtne ete * koche 
(all das) lang und dann esse er es ' Leechd. III 20, 27 ; ähnlich 
22, 26: ete . . drince\ 28, 10; ^e^inge .III, mcessan 'man lese^?) 
28, 16 : sin^e man dne mcessan 6, 31 ; syle hdt drincan .... 
stonde gode hwik 28, 5 usw. 

Die im vorstehenden nach Kraus gegebene gruppierung 
in fünf hauptfälle ist wie jede derartige einteilung nur ein 
notbehelf und will natürUch nicht als v/issenschaftliche er- 
klärung gelten. Nicht immer schliessen diese fünf fälle sich 
gegenseitig aus, so dass neben dem ausdrücklich statuierten 
falle nicht auch beziehnngen nach einem andern stattfinden 
könnten; nicht immer erschöpfen sie die möglichkeiten. So 
liesse sich beispielsweise als ergänzung zu II eine unterart 
ansetzen, wo das Subjekt aus einem in einem casus 
obliquus stehenden gliede seines eigenen satzes zu 
erschliessen wäre, da dieses glied räumlich der ersparungs- 
stelle noch näher liegt als ein hilfswort, das in einem andern 
Satze steht: ^if Ms sdule ^yltas opertim monnum dtgle beoff 
and him sylfum cüöe, mid his andetnesse onwreo Öd his abbode. 
Reg. Ben. 72, 5 , oben zu n 1 b gestellt ; nceni^ manna .... 
dreccan mm^, hü Örymlice, peoda bealdor, pine gife ddkUst 
Andr. 548 , oben II vokativ p. 282 ; syÖÖan furpum weox of 
cildhdde, symle cirde to him cehte mine, El. 915, vgl. oben p. 283; 
tMsibbe hire , pcet Mo Jiafaö öen. 38, 23 , oben I 2 b ; hreper 
innan swearc, pces pe his hldford ^eseah eUorfüsne. Guthl. 1026, 
oben III 2 a a. 

Das wesen der sache bleibt, dass das subjekt nicht aus- 
gedrückt zu werden braucht, wenn die Subjektvorstellung dem 
hörer aus dem zusammenhange genügend deutlich vorschwebt ; 
das wird aber dadurch erreicht oder befördert, dass in der 
nähe der ersparungsstelle das subjekt selbst oder auf die 
Subjektvorstellung bezügliche hinweise auftreten ; und das auf- 
treten dieser hilfsbeziehungen einigermassen zu ordnen, ist der 
zweck der fünf fälle. Die hauptquelle für erschliessung eines 
Subjekts liegt in dem dem hörer bereits mitgeteilten^ ab$o dem 



UNAÜSGEDRÜCKTE8 8TJIUEKT IM ALTENGLISCHEN. 287 

Yoransgegangenen ; dass aber auch jene Unterabteilungen in 
unserem Schema zulässig sein müssen, wo das Subjekt aus 
nachfolgenden hilfsbeziehungen geschöpft oder durch sie in 
neuerliche erinnerung gebracht wird, erhellt aus den belegen 
unter par. I 2 p. 288. 

Um für die inhaltlosen zahlen charakteristische bezeich- 
nungen zu gewinnen, könnte man vielleicht folgende namen 
verwenden : 

I unausgedrücktes durchlaufendes Subjekt; 

n „ obliquus-sub jekt ; 

in „ aussen- oder (bei par. m p. 289) fem- 

subjekt; 
IV „ kollektivsub jekt ; 

V „ sttttzeloses Subjekt. 

3. Parataxe. 

Auch die parataktisch (par.) ohne ausgedrücktes Subjekt 
gefügten sätze lassen sich in die fälle I — IV einreihen; da 
hier jedoch naturgemäss die fälle I und m sich häufig be- 
rühren und oft zusammenfallen, stelle ich diese beiden unter- 
schiedslos unter par. I zusammen und bezeichne mit III eine 
etwas abweichende gruppe. 

par. 1 1 ]>d scei he cet beode , nwfde ßd cet honda. Beda 
ed. Miller 156, 28 ; oft Scyld Scefinj monegum mcegßum meodo- 
seÜa ofteah. E^sode eorl[a8\. Beow. 6 ; nü we sdkliöend secgan 
wyllad feorran cufnene, ßcct we fundiap Ui^eUic secan. Wdkron 
her tela wiüum betoenede, Beow. 1820 ; ]>wt ic ^umcystum gödne 
funde bea^a brytian, breac Jxmne moste. Beow. 1487 ; ungemein 
häufig in der dichtung wie in der prosa. 

Hieher gehören die fälle mit adhortativem konjunktiv, 
der leicht concessive bedeutung annimmt: nö he on holm losaß 
ne on foldan fcepm, . . . ^djxkr he toille, Beow. 1394; swd sceal 
god scyrman his hldfordes [seines herren gutj hedldan, dö ymbe 
his d$en swd swd hi wylle, Qerefa, Angl. 9, 260; swd %s eac 
on lichaman sc Uessa num betöre nUd gesundftUnysse Jtonne ae 
unhdla bio, and hwbbe [mag er auch haben] on his wtestme 
Golian mycelnysse, Assmann, Hom. 40, 411; geöenee he simle, 
sie sud (cdele sud unccdele suw&er he sie. Cur. Fast 85, 14 ; 
d^hwylc man, sy fictr eoröan pder he s^. Blickl. Hom. 129, S3 ; 



288 ALOIS P0GAT8CHER, 

beo si furdor on (klcere endebtfrdnysse, .... si^ stoylcere ylde 
odde ^epincde swylce he si^. Reg. Ben. 114, 15 hs. W, die an- 
deren hS8. 8^ he Sfvylcre, — Hüru unrihtUce mdst dsle ößeme 
ceftan hiawed mid scandlican onscytan, dö mdre, ^yf he mmge 
Wulfst. 160, 5 ; hiemit vgl. die französische wendung on ne 
peut plus 4m höchsten grade, aufs äusserste'. 

Femer: her on p^s geare ^eför Äelfred, wces cct Baffum 
^erifa, Chron. 906 (907) ; dagegen hCr geför Denulf, se wces 
on Winteceasire hiscop. ib. 909; ähnlich 910; on pdre ilcan tide 
wurdon twcgen CB])elingas df Hemde of Scip])ian, Plenius and 
Scolopetius wceron hdtene Oros. 44, 25 aus Wülflng I 334 ; an 
peodwita wws on Brytta i{dum, Gildas hatte. Wulfst. 166, 3 
var.; his fceder wces Enklise, Bdulf hatte, and woss geboren 
on Nordfolc, Chron. 1075 E; se cristena cyn^, Anphos wces 
^ehdten, hi sende . . . Chron. 1086 Plummer p. 221 ; natürlich 
kann bei hatte usw. auch ein relativpronomen als Subjekt 
stehn, besonders wenn dem Substantiv ein demonstrati^nm 
vorausgeht: on ddkre b6c de Morales Job hatte. Cur. Past. 
107, 18; ebenso ib. 213, 4; 271, 2; 295, 5; 409, 32; 445, 20; 
Gen. 38, 2. 6 usw. Beachtenswert ist, dass bei solcher namen- 
nennung im Altsächsischen niemals ersparung des Subjekts 
eintritt: uuas thar en gigamalod mann . . . Zadmrias \mas 
hie hetan Hei. 72 u. a., worüber Behaghel, Syntax p. 287. 

par. I 2 : htm am on last, ßran^ pystre genip. Gen. 139 ; 
hwilum of heofnum hdte scineff, blicÖ ])eos beorhte sunne ; GeiL 
810; der me Idre onlds Jfurh leohtne Jidd ^amelum tö geoce, 
gife unscynde mas^encynin^ dmcet, El. 1246. 

par. II 1 a /) wiU pü, füs hcele, frenidne monnan biddan, 
pe ^esec^e no. 68. 

par. II 1 c /i^) me näwßer dea^, sec^e ne steige, Christ 190 
^ mag ich es sagen oder schweigen ' ; is seo wyrd mid eow open 
ortete, magan eagum nü geseon sigores god, Andr. 759. 

par. nie/) under ]>chn tw(kni cansuhim, Tita ond Publia 
hdtton, Oros. 70, 8; he Iceg mid Ldtinus wife, Lucrettie hatte, 
Oros. 66, 31; se fceder hire sealde dne ])eowene, Bdla hätte; 
Gen. 29, 29 ; he gestrynde . . . dne dohtor, Dina hatte ; Gen. 30, 
18; mid heora cyningum, Rofdgotu and Eallerica wceron hdtne, 
Boeth. ed. Sedgefield 7, 2; Od sio cwm bebead ... . dras fysan 
ricene tö rdde, sceoldon Romwarena hldford secean. El. 982; 



üNAüS6EDRfjCKT£8 SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 289 

^if ic (Bnigne eUenrofne ^emete mediane metodes cempan wiö 
flänprcece, nele feor ponan bügan from beaduwe . . . Jul. 384. 
Hieher stelle ich auch die nach Zupitza anvollständig über- 
lieferten, aber mir vollständig erscheinenden verse El. 212 ft : 
Pd W(B8 Crtstes hf pdm cdsere on firhösefan, forÖ gemyndi^ 
ymb ]>cet märe treo ond pd his mödor het . . . : aus dem dativ 
cdsere ist das Subjekt des folgenden satzes zu entnehmen, und 
wces ist beiden Sätzen gemein; so schon Körner, Einleitung n 
276; Öis mcBg tö heortho^e ceghwylcum bisceope; bepence hine 
seome bepdm pe hetville. Wulfst. 177, 8. Entsprechendes im 
Altsächsischen bei Behaghel § 437. 

par. ni. Da, wie oben angedeutet, die nach art von III 
parataktisch gefügten sätze häufig mit I zusammenfallen und 
deshalb oben unter par. I mit behandelt sind, möchte ich unter 
par. in jene nicht seltenen fälle zusammenfassen, in welchen 
das nicht ausgedruckte Subjekt seine quelle nicht in einem in 
der näheren Umgebung, sondern in einem femer stehenden 
nomen oder pronomen hat: unausgedrttcktes fernsubjekt. 
Im Christ 664 ff. heisst es bei auf Zählung der von Gott den 
menschen yerliehenen gaben : sumum wordlape wise sendef an 
his nwdes jemynd nach par. I ; dann folgt eine reihe unab- 
hängiger Sätze mit anderem Subjekt von yers 666 bis 673, 
dann wird wieder das Subjekt von 664 aufgenommen, jedoch 
nicht ausgedrückt: sumum wi^es sped ^iefeÖ cet güpe. In 
Blickl. Hom. 189, 4 ist Neron das Subjekt eines satzes ; darauf 
folgen von zeile 5 bis 16 verschiedene sätze mit anderen Sub- 
jekten, und zeile 17 fährt fort: Pa heht Petrus and Pdulus on 
bendum healdon, nämlich Nero. Aehnlich liegen im Andr. 382 ff. 
zwischen der erwähnung des Andi^eas 383 und der aufnähme 
dieses Subjektes in on^an pd gUawUce ^ingran sine wordum 
tryniman 427 mehr als 40 verse, in denen die mannigfaltigsten 
Subjekte aufeinander folgen.') 



*) Mit rückflicht auf diese bekannte erscheinnng halte ich manche 
Ton herausgeben! gemachte änderongen fär Überflüssig; so (ygl. Heinsel 
ZfdA 33 Anz. 191) Zupitza's ändenmg £1. 59 von he zvl pe: ''in der ags. 
poesie moss der bezog des pronomens oft erraten werden, noch mehr als 
im Mhd."; man übersetze 'dass jener \ nämlich der im verse 49 erwähnte 
Hnnenkönig, was durchaus zulässig ist, und die stelle ist vGllig deutlich. 
Ebendort yerweist Heinzel auf Beow. 1900, wo A^ « BiounUf, der 1880 
zuletzt genannt ist; so 2490 hi s= Mygdäc 2484. Nicht selten setzt man 



200 ALOIS POGATSCHER, 

Diese erscheinimg einer mehr oder minder weitgehenden 
bezdehung eines snbjektes von fernher tritt besonders gerne 
auf, wenn nach episoden, wie reden, eingeschobenen liedem, 
erwägnngen, erwähnnng von nebenumständen n. a. die eigent- 
liche erzählung neuerdings einsetzt In nicht wenigen fällen 
wird man beobachten können, dass die Subjektvorstellung des 
parataktisch gefügten satzes zugleich den mittel- oder aus- 
gangspunkt der episode bildet So geht dem verse ^ewdt Öd 
neosian, syjiöan niht becöm, heahan hüses Beow. 115 die er- 
zählung des Ursprungs der bösen geister von Cain voraus zum 
zwecke der erläuterung des wesens Grendels. Nach der rede 
der Wealh)?6o : onfohpissum falle, freodrihten min Beow. 1169 ff. 
wird mit den Worten hwearf pd bi bence 1188 berichtet, dass 
sich die Sprecherin der vorausgehenden rede niedersetzt; 
ebenso nach der rede bruc ffisses bea^es, JBiowulf leofa 1216 — 
31 : eode pd tö seile 1232 und so nicht selten. Auf die künde 
davon^ dass Constantin nach dem Gotte des siegreichen kreuzes- 
zeichens forsche, jubeln die Christen in der hoffnung, dem 
kaiser das geheimnis des erlösungswerkes enthüllen zu dürfen ; 
bericht über dieses erlösungswerk El. 176 — 188; darauf: Öus 
gUawlice ^dst^erynum scegdon si^erofum 189. 

par. lY 1) dd wces mödi^ra mosten on luste, ehton elpeodoL 
EL 139 ; auch auffassung nach n möglich. 

par. IV 2) ^ewiton him ]}d feran, nämlich der Strandwächter 
und Beowulf mit seiner schar; Beow. 301; dk^hwosder ö ferne 
earme bepehte, cysUm hie (sich) and clypton. Andr. 1016. 

4. Relativsatz mit fibergeordnetem schaltesatz. 

Eine gruppe für sich bilden jene gewöhnlich mit pe ein- 
geleiteten relativsätze, in welche ein übergeordneter satz ein- 



bei derartig springendem snbjekt Zwischensätze, besonders kürzere, in 
klammem, um hiednrch gewissermassen die continnit&t des Subjekts auf- 
recht zu erhalten; aber die oben angedeuteten umfänglicheren Unterbre- 
chungen lassen die berechtignng dieses Verfahrens als zweifelhaft erscheinen. 
Vgl. femer: pctr mane^um wearÖ möd onlihted, hige onhyrded purh hts 
hdU^ ioord, syddan coÜenferÖ (d. i. Thomas) cynin^es brööor äwehte for 
weorodum wundorcrcefte Purh dryhtnes mihi, pcet he (d. i. des kdnigs brader) 
of deciäe aräs, geong and piÖhtocBt and htm vxbs Gad nama-, and Öd pdkm 
folce fearg s^ealde (sc Thomas) sin cet scecce. Fat. Ap. 58; vgl. noch Rede 
d.s. 130-33; Gen. 699 -702. 



ÜNAUSQEDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTENOLISCHEN. 291 

geschaltet ist. In diesen ist vielfach das sabjekt scheinbar 
nicht ausgedruckt. Den bau solcher sätze behandelt u. a. 
Wiilfing , Syntax I § 302 ; ^) allein seiner auf£assung von der 
entstehung dieses baues kann ich nicht beistimmen. Zu dem 
material Wülfings steure ich vorerst belege zumeist aus spä- 
terer zeit bei 

he dhefO hine sylfne ofer ealle ])d, Öe hcefene nien cwdedon, 
Pcet sodas beon sceoldan. Wulfet. 197, 17; ]>d swaöo .... Öe 
ic (er sas^de, JxBt pder (kr est on ffchn marmanstdne ^emited 
W(6ron. Blickl. Hom. 207, 12 ; fela Jxira foridt^a, ])e Crist sylf 
foresdde, JxBt cuman scolde. Wulfst. 19, 1 = 151, 52; ealle pd 
tdcno and pd fareh^acno, pd ^e her üre drihten ckr iöweard 
scegde, J>a3t der döntes dce^e jeweorJ>an sceoldan. Blickl. Hom. 
117, 31; sS de Sonne rihtne ^eliafan hceß and his ealles ^el^ß, 
])(BS de ic rehte, fast durh ^od ^eweard and ^yt ^ewurÖan sceal. 
Wulfet. 28, 16; pd ndmen hi ßd tnen, }>e hi wenden, d(Bt dni 
^6d hefden Chron. 1137; mani^es manncs wise bid, pcet Mmle 
symU tö his nehstan sprecan pd word, Pe he winp, pcet htm 
leofoste syn to ^ehyrenne. Blickl. Hom. 55, 20; cwced, dcet on 
Sdlomones ternple dn treow wäre, pcet he wende, Pcet ffertö 
mihte. Napier's Roodtree 30, 27 : * ein bäum , der sich — wie 
er glaube — dazu eigne ' ; ponne pü ceni^ pin^ begite, pces pe 
pü wene, pcet me lycige. Gen. 27, 3 ; pd men, Pe hie ongeaton, 
pcet wiöerwea/rde wceron godes beboda: *die — wie sie er- 
kannten — ' Blickl. Hom. 135, 12; älc mynetere, Pe man tihd, 
pcet fals feoh sUge. Aethelred's Gesetze III Schmidt 216, 8: 
'jeder münzer, den man bezichtigt, dass er falsches geld 
schlug'; gif preost Ödeme unwamode Idkte dass de h6 wite, dwt 
him hearmian mlle, L. N. P. L. aus BT. s. v. hearmian ; hwcet 
on fanden eowre yldran Purh dsnig ding on me, pass de heom 
dühte, past ful riht ncere ? Wulfst. 49, 7 = ' quid invenerunt 
patres vestri in me iniquitatis ? ' Jeremiaa 2,h\ ac sud he wierd 
seif to dcBS onlicnesse, de dwriten is, dcet gesio celce ofermetto. 
Cur. Past 111, 21; eine Cotton-hs. hat dcet he. 



>) Vgl. Mäteiier, Gramm, m 560f.; Paul, Mhd. Grammatik' § 389, 2; 
Kellner, Outlinea 69 f., dessen erkläning mir aber nicht richtig erscheint; 
Behaghel, Syntax des HeUand §447; die entsprechende afrz. Erscheinun- 
gen bei Tobier, Vermischte Beiträge snr franz. Grammatik 1886, p. 102—110, 
auf die mich mein kollege Rolin verweist. 



292 ALOIS POGATSCHER, 

In den vorstehenden beispielen erscheint nirgends in dem 
mit pmt eingeleiteten aussagesatze ein Personalpronomen als 
Subjekt, und ich habe mir auch keinen derartigen fall notiert. 
Nun ist dies aber thatsächlich möglich, und Wülfing führt 
p. 415 unter b) mehrere derartige fälle vor, *) z. b. : in Ödkre 
cyricean seo civen jewunode hire gebiddan, de we (kr cwcsdon, 
JxBt hio cristen wdere. Beda 488, 2 ; he for tö ßchn hearge, ße 
Esypte scedon, Pcet he wAre Amones heora^odes, Oros. 126, 3. 
Diese letzte form fasst Wülfing als die ursprüngliche auf und 
lässt jene ohne Personalpronomen durch wegfall des pronomens 
aus dieser entstehn. Ich glaube, dass die thatsächliche ent- 
wicklung gerade umgekehrt war, dass also die knappere form 
ohne Personalpronomen die ältere, und die breitere mit dem 
Personalpronomen die jüngere stufe darstellt. Der das re- 
gierende verbum (oder den einem solchen gleichwertigen aus- 
druck) enthaltende satz ist ursprünglich wohl bloss einge- 
schaltet, und ß(Bt hat ursprünglich wahrscheinlich noch rein 
demonstrative bedeutung gehabt Nach meiner auffassung 
war also die erste stufe der entwicklung diese: der mann, 
weldier (du weisst das) tot ist Allmählich aber verlor der 
eingeschaltete satz den Charakter einer blossen einschaltung 
und gewann mehr und mehr das wesen eines übergeordneten 
Satzes, von welchem nun der relativsatz abhängig wurde ; und 
in demselben grade verlor das Pcet sein demonstratives ge- 
wicht und wui'de endlich zur reinen konjunktion. Hiedurch 
entstand eine zweifache verschränkung: erstlich wurde das 
relativpronomen in den übergeordneten, und dann die neu 
entstandene konjunktion Post in den nunmelir untergeordneten 
satz eingegliedert. Dies ergiebt die zweite entwicklungsstufe, 
auf welcher das Altenglische in der regel stehen geblieben 
ist : *se man, de J)ii wdst, ])Cdt dead is. Vom Standpunkt des 
Sprachgefühles späterer zeit ist das Subjekt hier nicht aus- 
gedrückt; der historischen entwicklung nach ist es aber in 
fe enthalten. Endlich war noch die weitere änderung möglich, 



>) Leider lässt sich über das liäufigkeitsverhältiiis dieser zu der ge- 
wühnlichen form in den werken des 9. Jahrhunderts nichts aussagen, weil 
das im übrigen mit so grossem fleisse zusammengetragene material WUlfings 
doch unvollständig ist; nach diesem scheint die Cura Pastoralis keinen 
hieher gehörigen fiall zu enthalten; jedoch führe ich oben einen aus 111, 21 
und Kellner, Outlines 70 einen andern aus 156, 5 an. 



UNAUSGEDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTEXGL1SCHEN. 293 

dass der mit pmt beginnende untergeordnete satz ein inner- 
halb seiner eigenen neuen grenzen ausgedrücktes Subjekt er- 
hielt Auf dieser stufe, die aber im Altenglischen nicht die 
gewölniliche ist, stehn die Sätze bei Wülfing p. 415 sub b) und 

der folgende aus dem Heliand 911: tliai bam godcs, that 

liudi saytlun, that he scoldi an thesa uuerold cuman == dem 
obigen satze : an treotv, pcet M wende, pcet [hit] dcrto milde. 

Aber diese fügung ist nicht von vorneherein auf relativ- 
sätze beschränkt, wenngleich sie thatsächlich fast nur hier 
ei'scheint; denn der relativcharakter ist hier nur etwas zu- 
fälliges. Im allgemeinen darf sie überall da erwartet werden, 
wo ein eingeschalteter satz sich zum übergeordneten ent- 
wickelt. Hier ein beispiel. In einer aufzählung der thaten 
des Antichrist in Wulfstan 195, 18 ff. heisst es unter anderm : 

1. he dej) pcet fyr cymÖ fcerlice ufan; 2. wceter he deÖ 

pcet yrnd on^ean stream 196, 5 : ' Feuer lässt er plötzlich aus 
der höhe kommen . . . Wasser lässt er bergauf fliessen'. In 
ihrer vorliegenden litterarischen form erscheinen diese beiden 
Sätze ganz vei-schieden gefügt; der satz 1. beginnt mit dem 
hauptsatze he de/) , darauf folgt ein durch pcet öingeleiteter 
Objektsatz mit dem subjekt fyr, in 2. dagegen erecheint wmter 
als Objekt von ded an der spitze, und der folgende unterge- 
ordnete satz entbehrt anscheinend seines Subjekts. Auf eine 
ältere entwicklungsstufe zurückgedacht sind die beiden Sätze 
jedoch völlig gleich gebaut mit dem einzigen unterschiede, 
dass in 2. der durch die aufzählung veranlasste gegensatz 
die Voranstellung von wceter hervorgerufen hat : *) dadurch 
rückt he deÖ Ixjet (mit natürlich noch demonstrativem Jmt) 
an die zweite stelle und wird ein schaltesatz: icceter {he diö 
Pcet) yrnd onzean stream; und auf dieser stufe erhält der satz 

*) Wie im heutigen Deutschen so treten auch im Altenglischeu in 
folge eines gegensatzes stark betont« Satzglieder an die spitze des satzes: 
done un^edyldc^an Öomw swiÖe hjtel seür bdbre cosfun^a mcp^ onhreran, 
. , , ac done yfelan fofstrddan millan folniali nun whul iie mcp^;; äwec^^an. 
Cur. Fast. 224, 4 ; ic äsende ofer eow mancioetüm awl orfctoealm, strä pari 
fjä hjhbendan uytoii, he hwan lUg Ufiaf ly aml pä ddadmi man nät, hü man 
delfe, Wulfst, 296, 14. Homfeoh gekiste man dighicylce giare he Fcires 

Wfessan; cyn'csceai geld'stc man to Martines m(F8san; sidha^lwessan 

gehyrad pwt man geUdste and Uohtgefieot ge1(6ste man iö Ciiates 

ma^ssan usw. Wulfst. 311, 1—14. 

AnglU. N. F. ZI. 20 



294 ALOIS POGATSCHEB, 

oder vielmehr der ganze typus (ganz wie oben die relativ- 
sätze) seine ausstattung an ausgedrückten bestandteilen , die 
er behält, auch nachdem sein bau durch verschränkung und 
Verschiebung ein anderer geworden ist. Vgl in der anmer- 
kung den satz: pd deadan man ndt, hü man delfe. Nahe 
liegt die annähme , dass später solche Sätze wie poit dead is 
oder ])cet yrnö on^can stream hinsichtlich ihres scheinbar un- 
ausgedrückten Subjekts vom Sprachgefühl den anderen pwt- 
sätzen mit wirklich unausgedrücktem Subjekte gleichgestellt 
wurden. 

5. Unpersönliche konstrnktiou. 

Das Altnordische verwendet bekanntlich in grossem um- 
fange pei'sönliche verba in der 3. sg. in unpersönlicher kon- 
struktion, die man im Deutschen durch eine fügung mit 'man' 
oder durch eine passive wendung wiedergiebt : veizttt hre rista 
sJcal? veiztu live rata sJcal? veiztu hve fd skal? usw. Häv. 
142 ; her he fr upp ok seg^ir frd Peim manni, er . . V(jls. cap. 1 ; 
svd rar sjdnnn, sem i ropru s^'i cap. 17. Ist diese konstruk- 
tion nun im Westgermanischen überhaupt und im Alteng- 
lischen im besonderen nachzuweisen? Kögel, Geschichte der 
deutschen Litteratur II p. 71 bemerkt, dass ihm keine west- 
germanischen analoga zur band seien, steht aber nicht an, 
im hinblick auf das Altnordische diese konstruktion durch 
konjektur auch für das Altenglische zu gewinnen. Sievei'S, 
Anglia 13, 11 bespricht zwei stellen aus Cynewulf: pcer sccal 
forht moni^ . . . tveri^ bidan, htvast htm cefter dcedum deman 
wylle torddra wita Christ 803 ; cyning hiÖ rede . . . . : donne 
synnum fdh E, W ond U dcle bidaö, hwcet him cefter dcedum 
deman tcille lifes iö leane Jul. 707, lässt die frage jedoch 
offen, ob man an beiden stellen 'Gott' (cynin^ Jul. 704 = 
Christ 797) als Subjekt oder sonst eine unpersönliche kon- 
struktion annehmen wolle; ausserdem verweist Sievers auf 
einige stellen im Heliand. Toller vergleicht im ae. Wörter- 
buch s. V. secgan V die wendung hit se^p on hocum mit an, 
segir 'man sagt'. 

Ich glaube auch, dass das Altenglische thatsächlich reste 
dieser einst wohl urgermanischen konstruktion bewahrt hat, 
und meine diese reste in zwei gi'uppen von erscheinungen zu 
erkennen. Die erste gi'uppe wird gebildet durch formelhafte 



UNAUSGEDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 295 

Wendungen, welche in der regel auf den inhalt eines Schrift- 
stückes, eines dokumentes, einer predigt usw. weisen und 
höchst wahrscheinlich eben in folge ihrer formelhaftigkeit die 
alte konstruktion beibehalten haben. Gewöhnlich stehen diese 
Wendungen am eingange von Schriftstücken, als eine art 
rubrum; aber sie finden sich auch im Innern. 

We Icornedon, and on Jxjem sodspelle ctvid, ])cet se Drihtnes 
'^äst .... Blickl. Hom. 133, 36. Pcßt ^aldor, Jjcet her cefter 
ctveöy man sccal sin^an. Bibl.^ I 326, 4. Her cyÖ ymhe J)d 
hal^an, pe on Än^elcynne restad. Liebermann, Die Heiligen 
Englands I 1 . Her us cy]) , ])ost se ^odspellere scede , hü .... 
Blickl. Hom. 23, 12 (nicht am anfang, sondern in der mitte 
einer homilie). Her cy]) on ])ysum getvriie, hü .... Thorpe, 
Diplomatarium Anglicum p. 288. 301. 338. Men pd leofcstan, 
her US mana]) and myne^ap on pissum bocum and on pissum 
hdl^iwi ^ewrite he , , , . Blickl. Hom. 161, 1. Uer on^ynd he 
cristendome. Wulfst. 65, 14 Überschrift. Her ongintf, men Öd 
leofestan, ymb ürcs drihtnes cerend^ewrite. Wulfst. 226, 12. 
Her on^inö emhe pises middaneardes yldo. Anglia 11,6. Her 
on^inneö scc^an he pdm ^odes sancium, pe on Engla lande 
cerost rcston, Liebermann, Die Heiligen Englands II 1. Her 
onfjinnwd to swc^wn he pdm treoive, pe Öeo rode wces of 
iwroht Napier's Roodtree 2, 1. Ueberaus häufig ist die formel 
her se^(f, hü oder pect . . ., her se^<f on pissum bocum, pcet . . . 
Blickl. Hom. 45, 3; 55, 1; 65, 28; 229, 1. 4. 5. 8; Bright, Anglo- 
saxon Reader 113, 1; Wulfst. 205, 5; 215, 15; Anglia 11,5; 
Assmann, Ags. Hom. 199, 126; vgl. Wülker, Grundriss p. 487 ff. 
^ehyrap nü, hwcet her se^p on pissum hocum he , . , Blickl. 
Hom. 137, 20. hi swylc ^ehlöt ond swylc morö donde wceron, 
swylc her der heforan scede, Oros. 40, 26 aus Wülfing I 336, 
dessen ^sc. tc" jedoch nicht richtig ist. Auch ohne her ist 
diese formel geläufig : ponne sce^p on pissum hocum, pcet .... 
Blickl. Hom. 41, 3; 41, 23; Assmann, Ags. Hom. 151, l. sa^ad 
htron, Pcet .... ib. 199, 144. pd an^an drehten selfa dihtan 
Pcet ^cwrit, Pe her nü forp sos^ep, Wulfst. 222, 3. Her swutelaÖ 

on öisiim ^eivrite, pcet Thorpe, Dipl. Angl. p. 300. 312. 

320. 324. 328. 331. 336 und oft. 

Gerne tritt in diese Wendungen ein hit ein, das aber 
jüngeren Ursprungs ist: of pcem ilcan (oleum fortvurdon lytle 

20* 



296 ALOIS POGATSCIIER, 

(BYf swd hü her beforan sce^df, ni^anticne Jnincl M monna 
Oros. 128, 24 bei Wülfing I 350, worüber Einenkel, Anglia, Bei- 
blatt 5, 235 ; swd swd hit Mr hufan sos^Ö, Thorpe, Dipl. Angl. 
230 ; swd hit cer beforan cwosÖ, Sclimid, Gesetze p. 140 § 1 ; 
weitere belege bei Bosworth - Toller sec^an V, welche sich 
leicht vennehren lassen: Wulfst 194, 13; 213, 14; 302, 19 
und sonst noch sehr häufig. Diese fügung lebt noch heute 
fort in der Wendung it says in the Bible. Auch die von 
Sievers, Angl. 13, 11 aus dem Heliand angeführten beispiele 
haben mit einer ausnähme (3268) bereits das zugesetzte it: 
(al) so it (im) an ira etma giböd, Heyne hat die konstruk- 
tion missverstanden, da er in seinem Glossar-^ für gibiodan 
die bedeutung *befehl sein, geboten sein' ansetzt. 

Die zweite gruppe setzt sich aus spärlichen und zum 
teil recht unsicheren einzelfällen zusammen. Zunächst drei 
fälle mit dem verbum mceg: 1. ])cer mw^ nihta gehwcem niö- 
wundor seon, fyr on flode, Beow. 1365; 2. nü mce^ cunnian, 
hwd cene sy. Byrhtn. 215; 3. öd ondsworadon hie mee and 
scegdon, pcet ncere mdra we^ ponne meahte on tyn da^um 
geferan. Epist. Alex. Anglia 4, 160, 579. In 1. ist 'man' völlig 
sicher; in 2. könnte, da der satz in einer rede Aelfwines 
steht und im folgenden zweimal ic erscheint, dieses in unseren 
satz hinüber bezogen sein; aber der sinn des Satzes ist doch 
wohl nicht *ich will jetzt erfahren, wer tapfer ist', sondern 
wohl allgemeiner 'nun soll sichs erproben, wer tapfer ist'. 
Auch an einwirkung der altnordischen konstruktion wird man 
kaum zu denken haben. In 3. ist mir ein 'man' wahrschein- 
licher als ein aus mec zu erschliessendes ic. 

An der stelle im Beowulf, wo der einbruch der mutter 
Grendels in die halle berichtet ist, wird dargestellt, wie alles 
aus dem schlafe auffährt und nach den waf fen gi'eif t : dd wces 
on liealle heardecg to^en, sweord ofer setlum, sidrand nianig 
hafen handa fcest; heim ne ^emunde, byrnan stde, pd hine sc 
bröga angeat 1291; hier hat das fehlen eines ausgedrückten 
persönlichen Subjekts mehrere herausgeber zur änderung von 
pd hine in pc hine 'wen' veranlasst, aber ohne not: 'des 
helmes gedachte einer nicht = keiner, der grossen brünne, 
wie ihn da der schrecken befiel'. Ganz so gebaut ist eine 
stelle im Neunkräutei*segen : 



UNAUSGEDBOCKTES SUBJEKT IM ALTENGLISCÜEN. 297 

^emyne pü, mce^äe, hiccet pü dmeModcst, 
htccet dfii ^ecendadcst cet Alorforda: 
Pcet ncefre for geflo^e feorh ne ^esealde, 
sypöan him nwn incd^Öan tö mete ge^yrede. 

Bibl.2 1 322, 25. 

* dass niemals einer durch ansteckung sein leben verlor, wenn 
man ihm zuvor kamillen eingab'; auch die passive wendung 
ist hier zulässig: *des helmes wurde nicht gedacht, wie einen 
da . . . ; nie ging ein leben verloren, wenn man einem . . . '. 

Zur erklärung dieser beiden fälle möchte ich zunächst 
erwähnen, dass B. Schrader in seinen ' Studien zur AelMcschen 
Syntax ' p. 41 auf die wiederaufnähme des unbestimmten ae. 
man *man' durch he aufmerksam gemacht hat: nis nd ^enöh, 
Pcet man his nextan göd do, buton he hine lufi^e swd sivd 
hine sylfne. Aelf r. Hom. n 340 ; pd leohtan gyltas sind ydeU 
sprceca and past man on cete and on wdte underfo mdre ponne 
his lichaman neod sy etc. ib. II 590 ; und durch häufige der- 
artige Verbindung von man mit he his him hine erwarben 
diese letzteren wohl allmählich selbst die bedeutung von * man, 
einer, jemand': nis nd fulfremedlic fela cehta tö forlcetenne, 
büton he ^ode fol^ige ib. I 394. Bei androhung der strafen 
f iii- entheiliger des sonntags heisst es Wulfst. 223, 33 (ähnlich 
212, 26 ff.): ic Panne wille forhceman ealle eower ^6d and ealle 
pd pe an unrihtum Hdum yfel ivyrcap, oppe he an pdbm dege 
öperne sivin^^cep, oÖde he hüs feormap oppe lUdfes bakep oPpe 
swcrep oppe cnytt, oppe he hine bapap, oppe he hine efcsep, 
oppe he hine scirp, oppe he undlefedlice an pdm de^e ge^eä, 
past he werig bip, oppe he dkni^e unrihtnesse an pan düs^e 
^efremep : * mag einer nun .... oder einer ' usw. Dieser ge- 
brauch von fie his etc. she ist auch bei Chaucer nicht selten; 
so tritt im prolog des ablasskrämers ein durch kein voraus- 
gehendes Substantiv vermitteltes him lie auf: 

For whan I dar non other weyes debate, 
Than wol I stinge him icith my tonge smerte 
In preehing, so tliat he sJial nat asterte 
To been defamed falsly, if that he 
Hath trespased to my brethren or to me. 
For though I teils noght his propre name etc. 

C412ff. 



298 ALOIS POOATSCHER, 

AI were it good no womman for fo touclie, 

He niente as in his hed or in his couche, 1) 88 ; 

hier geht Äe auf Paulus (I Cor. VII 1) und his ist = ne. one's] 
so noch öfter. Dieser gebrauch nun muss wohl zu jener zeit 
entstanden sein, wo ae. man noch die voUbedeutung *mann' 
hatte; da aber nach ausweis der allitteration schon im Beo- 
wulf schwachtoniges man 'man' (1175. 2355) und auf solches 
'man' bezogenes he erscheint: hit ^edefe hi(f, Jtcet man his 
winedryhten wordum herge 3175, so liegt die entstehung dieser 
nebenbedeutung von he vielleicht noch vor der zeit des 
Beowulf. 

Wie nun die beiden fälle, von denen vdv ausgegangen 
sind, zu deuten sind, ist schwer zu entscheiden. Man kann 
sie zu II 2 b /? stellen ; aber auch dann bleibt mir das ge- 
fühl, dass diese fügung mindestens durch einen rest von 
erinnerung an die schwindende unpei-sönliche konstruktion er- 
leichtert war. 

Was ich sonst für diese ei'scheinung angemerkt habe, be- 
steht nui* in ganz unsicheren fällen, die eher bestütigung von 
anderer seite erheischen als geben können : Andr. 952 scvl =^ 
'wird man'? Andr. 1080 ff. sw^don päm folee, pint öder fearr- 
cundra, ellrcordigra ceni^ne tö Idfe in carcerne cwicne ^emette, 
wo man vielleicht abweichend von Sievers, Beitr. 1(5, 551 
(Cosijn's Vermutung Beitr. 21, 14 scheint mir ganz unan- 
nehmbar) durch haplographie entstandeneu ausfall von ne 
nach civicne und impersönliche konstruktion annehmen könnte: 
cwicne ne ^cmvttc 'dass man keine seele vorfand'; die ak- 
kusativkonstruktion wäre wie in an. her hcfr upp sogu und 
ähnl. ; auch Beow. 470 ? anders oben p. 284. Das metrische be- 
denken, welches Sievers gegen ceni^ne io Idfe Andr. 1081 
äussert, wäre — die zulässigkeit dieser konstruktion voraus- 
gesetzt — vielleicht nicht so schwerwiegend als das gegen 
eine dreifache änderung des textes, welche durch den Vor- 
schlag von Sievei-s nötig wird. Aus solchen stellen der gesetze 
wie ^if Jiüman of dslwhöy XX scilV. Aethelb. Ges. 54 wage 
ich keinen schluss, weil bei der knappen, oft nui' tarifartigen 
aufzälilung nicht selten vollständige sätze gar nicht beabsich- 
tigt sein mögen; doch kann ich mich beim lesen von stellen 
wie cild bimian Örite^um nihta sie ^efulwad; ^if hit stvd ne 



UNAUSGEDBCCKTES SUBJEKT IM ALTEKGLISCHEN. 299 

sie, XXX sali ^eMie Liebermann , Ges. 90, 2 nicht des ein- 
dnicks erwehren, dass dieser satz (so wie die ganze Umgebung) 
vollständig und zu ^ebete ein Subjekt 'man' zu ergänzen ist; 
aber diese frage bedarf noch einer gi-ündlicheren untereuchung. 
Auf die vereinzelte stelle in Aelfr. Hom. II 356, 1 him tcces ^esced, 
Jxet hi [da ^ehytlu] wceron gemynie dntim siifere, and hine eac 
namode bei Schi-ader p. 41 lege ich kein grosses gewicht. 

So dürftig nun und zum teil sehr unsicher diese reste 
auch sein mögen, das eine lassen sie meines erachtens doch 
erkennen, dass die unpersönliche konstruktion im Altenglischen 
einst üblich war; freilich scheint sie im grossen und ganzen 
schon vor der litterarischen zeit ausgestorben zu sein, und 
möglicherweise hat das aufkommen des unbestimmten man in 
den westgeimanischen dialekten ihr grossen abbrach gethan. 

Prag, 16. Mai 1900. Alois Pogatscher. 



Mach trag zu p. 273 no. 156. Aus der mir früher ent- 
gangenen bemerkung von Cosijn, Beitr. 21, 8 zu Andreas 5 
ersehe ich, dass bei Wulf st. 204, 24 ^cdcelan im sinne von 'sich 
trennen' und^c/wt'to« 'sich treffen' gebraucht ist; danach wäre 
vielleicht thatsächlich auch ein geseon 'sich wieder sehn' mög- 
lich; freilich bleibt dabei das so überaus spärliche vorkommen 
dieses intransitiven gebrauchs etwas auffällig. 

p. 297 ff. : vgl. auch Cosijn , Beitr. 19, 452 : **AJ hat öfters 
die bedeutung von mon, hwä = 'einer, mau', auch wo mon 
oder hwd nicht vorausgeht, sondern sich aus dem Zusammen- 
hang leicht ergiebt"; so z. b. Schmid, Gesetze 20, 2. 

Nach einblick in den kürzlich erschienenen 3. band der 
'Vergleichenden Syntax der indogermanischen Sprachen' von 
Delbrück ist mir die auffassung dieser ganzen erecheinung 
nicht mehr zweifelhaft, die sich nun in einen grösseren Zu- 
sammenhang einordnet. "In den unzähligen Vorschriften des 
indischen rituals wird die person, an welche die Vorschrift 
sich richtet, nicht genannt, sondern es wird als bekannt voraus- 
gesetzt, dass es sich um den hausvater, den Opferveranstalter, 
den priester handelt" p. 127; ganz so in der gesetzessprache 



300 ALOIS P0GAT8CHER, 

im Griechischen und Lateinischen p. 128. Ganz dasselbe zeigen 
nun häufig auch die altenglischen gesetze, in denen also die 
zahlreichen sätze mit ^ebdte oder solche wie cyninscs fedesl 
XX scillin^a for^clde Aethelb. Ges. 12 *ein königskostgänger 
(Liebermann) ist mit 20 Schillingen zu entgelten' nun wohl 
als vollständig zu gelten haben. Dies wird bestätigt durch 
die von mir oben p. 285 f. angeführten , nur nicht mit den 
vorliegenden in engeren Zusammenhang gebrachten belege aus 
den altenglischen recepten, wo ein gedanke an unvollständige 
Sätze nicht aufkommen kann. Wie frei die spräche in solcher 
Unterdrückung eines nur aus dem allgemeinen Zusammenhang 
zu entnehmenden Subjekts ist, zeigt die wendung he deofes 
onfcnse, ond hine öonne forlcete *vom einfangen eines diebes, 
und [wenn man] ihn nachher entwischen lässt ' Lieb. Ges. 22, 36 
(vgl. 22, 35) , wo abgesehn vom allgemeinsten Zusammenhang 
die Subjektvorstellung nur mittelbai' durch das Verbalsubstantiv 
onfmis geboten ist, insofern das einfangen einen einfangenden 
voraussetzt. 

Die allgemeine regel fonnuliert Delbrück so: "In den- 
jenigen sprachen, welche die dritten personen des verbums 
ohne hinzugefügtes Subjekt überhaupt gebrauchen können, 
kann das persönliche Subjekt, wenn es als allgemein bekannt 
gelten darf, fehlen. Man stellt sich unter dem nicht genannten 
Subjekt entweder eine gewisse kategorie von personen vor (er), 
oder menschen im allgemeinen {man). In beiden fällen kommt 
sowohl der singularis als der pluralis vor." Dass auch im 
Altenglischen unter umständen der plural auftritt, zeigt das 
beispiel : ^if oxa oöres monnes oxan ^ewundi^e, ond he Öonne 
dead sie, hebyc^en ])one oxan ond hcebhen Mm ^cet weorÖ ^e- 
mcene: *wenn ein ochs den ochsen eines andern mannes ver- 
wundet und der [verwundete] dann tot ist, mögen beide 
heiTen jenen [stössigen] verkaufen und sich den preis gemein- 
schaftlich behalten ' Lieb. Ges. 34, 23 ; ebenso das obige aus 
Gros. 254, 9 p. 285 unter IV 2 b). Es berührt sich also die 
sogenannte unpersönliche konstruktion mit den oben p. 284. 285 
als IV und V angesetzten fällen sehr nahe, ja geht in V völlig 
auf. Wie man sieht, haftet diese fügung, die einst wohl in 
weiterem umfange galt, am längsten 1. in formein wie her 
ctjö und 2. an der 3. sg. konj. mit adhortativem sinne, die 
überhaupt genie ohne ausgedrücktes Subjekt erscheint. 



UKAUSOEDRÜCKTES SUBJEKT IM ALTENGLISCHEN. 301 

Fragen wir nach dem grade der dentlichkeit, mit welcher 
die Subjektvorstellung in so gebauter rede dem sprechenden 
oder hörenden zum bewusstsein gekommen sein mag, so ist 
es nach Delbrück p. 129 möglich, dass in manchen fällen 
überhaupt nur noch ein Vorgang dargestellt ward, innerhalb 
dessen Subjekt und prädikat sich nicht sondern lassen. Daher 
dürften die von uns erklärern hinzugedachten Subjektvor- 
stellungen zuweilen zu scharf und bestimmt sein. So verstösst 
es zwar nicht gegen die thatsachen, wenn wir Beow. 470 ein 
ic hinzudenken, vielleicht aber wohl gegen die grammatische 
anschauung des urtexts, die das handelnde Subjekt an dieser 
stelle zunächst in schwebe lässt und nur den Vorgang an sich 
ausdrückt, und wir kommen vielleicht der Wahrheit am 
nächsten, wenn wir übersetzen : ' später wurde die fehde durch 

sühngaben beigelegt; ich schickte nämlich '. Nicht mehr 

eine frage der blossen dentlichkeit der Subjektvorstellung, 
sondern ein wirklich sachlicher unterschied hängt an der 
deutung von Beow. 2547: ne meahte horde neah unbyrncndc 
ceni^e hwile dcop ^cdy^an for dracan lv^c\ ist hier 'er', d.i. 
Beowulf, Subjekt oder ein allgemeineres *man', also bereits 
handlung des beiden oder noch Schilderung des allgemein 
zuständlichen ? 

Die voi-stehenden bemerkungen ergeben wohl auch eine 
bessere als die p. 297 versuchte erklärung füi- da^ im sinne 
von * einer, jemand' gebrauchte he\ es ist nur ein frei und 
lose verwendetes *er', d.i. *der, den es eben angeht'. 

19. Sept. 1900. A. P. 



DIE ENGLISCHE ^/Z:^- GRENZE. 



Bei dem versuclie, die Verteilung von ae. ä me. f und 
ae. e me. ? aus geim. w zu umgienzeu, hat man — so viel 
ich weiss — bisher ein zeugnis nicht beachtet, welches füi* 
sich allein verlässlichere aufschlüsse zu gewähi*eu vermag, als 
manche andere zusammen genommen. Es sind dies die mit 
ae. stnet zusammengesetzten Ortsnamen, welche häufig punkte 
an Eömei'strassen bezeichnen wie Siratford, Straf ton u. a. Da 
die entlehnung von strftU in die kontinentale zeit der Angel- 
sachsen zurückreicht und dieses wort mit allen ein germ. ie 
enthaltenden die dialektische Scheidung mitgemacht hat; da 
ferner das im Mittel- und Neuenglisclieu als ä oder c er- 
scheinende ergebnis der kürzung des langen vokalem vor mehr- 
facher konsonanz einen sicheren riickschluss auf die vormalige 
ce- oder (T-qualität erlaubt; da weiterhin der jedesmalige ort, 
für welchen ein einstiges w oder c so ei-schlossen werden darf, 
durch die bekannte läge solcher punkte ganz genau bestimmbar 
ist; und da endlich durch isolieining der bedeutung jede ana- 
logische einwirkung ausgeschlossen ist und zudem die erheb- 
liche zahl derartiger Ortsnamen auf ziemlich weite strecken 
hin die konstruktion einer Scheidelinie verstattet, so bieten 
diese namen ein wertvolles hilfsmittel zur klärung einer 
schwierigen frage der englischen lautlelu*e. 

Ich lege zunächst das material vor, das ich aus Cassell's 
Gazett^ier of Great Britain and Ireland VI 83 ff. unter gelegent- 
licher benützung von Philip's Handy Atlas of the Counties of 
England mit genauer angäbe der grafschaften, in welche die 
einzelnen orte gehören, zusammenstelle. 



ALOIS POGATSCHER, DIE ENGL. ^ jE' QBEJiZE. 303 

1. S trat fi cid Morthner, S(outh) W(est) Berkslüre. 

2. Stratßeldsayej N(orth) Hampshire. 

3. Stratfield Turgis, N Hampshire. 

4. Stratford, S W Essex. 

5. Stratford, E(ast) Bedfordshire. 

6. Fcnny Stratford, N Buckinghamshire (Cassell II 413); 

wie 10 lind 16 an der Watling Street gelegen. 

7. Stratford'le-Bow, Middlesex (I 296). 

8. Stratford Marsh, S W Essex. 

9. Old Stratford, S W Warwickshire. 

10. Old Stratford, S Northamptonshire ; durch eine brücke 

über den Ouse mit Stony Stratford 16 verbunden. 

11. Stratford-on-Avon, S W Warwickshire. 

12. Stratford-on-Slancy, W Wicklow, Irland. 

13. Stratford St Andrew, S E Suffolk. 

14. Stratford St. Anthony, od. Stratford Tony, S E Wiltshire. 

15. Stratford St Mary, S E Suffolk. 

16. Stony Stratford, East und West, N E Buckinghamshire 

(VI 73); s. no. 10. 

17. Stratford-under-the-CaMle, S E Wiltshire. 

18. Water Stratford, N W Buckinghamshire (VI 319). 

19. Stratton, N Bedford, IV2 englische meilen sttdöstl. von 

Biggleswade an einer Römei'strasse; fehlt bei Cassell. 

20. Stratton, N Goniwall. 

21. Stratton, Mid Dorsetshire. 

22. Stratton, S E Gloucestershire. 

23. Stratton Audley, N E Oxfordshire. 

24. Fast Stratton, W Hampshire. 

25. Stratton Hall, S E Suffolk. 

26. Lony Stratton, oder Stratton St Mary, S Norfolk. 

27. Stratton-on-tlie-Fosse, E Somei-setshire. 

28. Stratton St Margaret, N Wiltshire. 

29. Stratton St Michael, S Norfolk. 

30. Stratton Strawless, N Norfolk. 

31. Upper Stratton, N E Wiltshiie. 

32. West Stratton, Mid Hampshire. 

33. Strvatham, N E Surrey. 

34. Streatliam Castle, S W Durham (bei Philip). 

35. Streatlam and Stainton, S Durham. 

36. Strcatley, W Berkshire. 



804 ALOIS POGATSCHEB, 

37. Streatley, S Bedfordshire. 

38. Streetliay, S E Staffordshire. 

39. Sfrcethorpe oder Edenthorpe, W Eid. Yorkshire (ü 331). 

40. Streethouses, W R Yorkshire. 

41. Sircetlam, N R Yorkshire. 

42. Stredly, N Warwickshire (bei Pliilip, fehlt bei Cassell). 

43. Strefford, S Shropshire = Stretford J?r(idge? oder 

Brook ?) auf der karte bei Cassell no. XI. 

44. Stretford, Mid Herefordshire. 

45. Stretford, S E Lancashire. 

46. Strethall, N W Essex. 

47. Stretham, N Cambridgeshire. 

48. S tretton, E Rutland. 

49. Stretton, S W Staffordshire. 

50. Stretton, N Cheshire. 

51. Stretton, E Staffordshire. 

52. Stretton, N E Derbyshire. 

53. Stretton, 8 W Cheshire. 

54. Stretton Baskerville, E Warwickshire. 

55. Stretton-en-le-Field, S Derbyshire. 

56. Stretton Grandison, N W Herefordshire. 

57. Great Stretton oder Stretton Magna, S Leicestershire. 

58. Little Stretton oder Stretton Parva, S Leicesterehire. 

59. 2/e/rte Stretton, S Shropshire. 

60. Stretton-on-Dunsinore, E Warwickshire. 

61. Stretton-on-the-Foss, 8 Warwickshire. 

62. Stretton Sugwas, Mid Herefordshire. 

63. Stretton-imder-Foss, E Warwickshire. 

64. Stretton-with-Wetmoor, E Staffordshii'e. 

65. Chureh Stretton, 8 Shropshire (ü 28). 

66. All Stretton, 8 Shropshire (1 39). 

In diesen namen begegnet in Zusammensetzungen mit field, 
ford, ton aus ae. tun, hall, liam aus ae. häm das ae. sträBt in 
den gekürzten formen strät- und stret- ; daneben erscheint streat- 
oder Street- in 33 — 42. Die erörterung dieser letzteren formen 
macht mir einige Schwierigkeit, da ich ihre ortsübliche aus- 
spräche nicht kenne; aber in 38 — 42 weist die schi*eibung ee 
wohl auf länge des vokals; Streailam 35 düiite sich mit 
Streetlam 41, und Streattey 36, 37 mit Streetty 42 etymologisch 



DIE ENGLISCHE ^/i^- GRENZE. 



305 



(und auch lautlich?) decken. Sicher kenne ich nur die aus- 
spräche von Streatham 33 bei London: sir^tom; aber hier 
scheint die Schreibung auf jüngere, erst ne. kürzung, und zwar 
aus e = me. ? zu weisen ; es ist möglich , dass durch frühes 
verstummen von h die ursprüngliche Quantität des vokals länger 
bewalirt geblieben ist. Diese mir unsicheren fälle 33—42 lasse 
ich ganz bei seite; sie scheinen alle die länge des vokals bis in 
nach -altenglische zeit bewahrt zu haben und gehören ausser- 
dem zum grösseren teile gebieten an, welche für die bestimmung 
der grenzlinie nicht in frage kommen. Vielleicht auch steckt 
in dem einen oder andern dieser fälle eine neubildung. 

Ordnen wir die übrigen namen nach strät- und strU-tormen 
und nach gi-af Schäften, so erhalten wir, im Südwesten beginnend : 



strät" 



stret' 



Com wall 


20 






1 




Somersetshire 


27 






i 




Dorsetshire 


21 










Wiltsliire 


u, 


17, 


28, 31 






Hampshire 


2, 


3, 


24, 32 






Gloueestershire 


22 










Warwickshire 


9, 


11 




54, 


60, 61, 63 


Oxfordsliire 


23 










Nortliamptonshire 


10 










Buckinghamshire 


6, 


16, 


18 






Berkshire 


1 










Middlesex 


7 










Essex 


4, 


8 




46 




Suffolk 


13, 


15, 


25 






Norfolk 


26, 


29, 


30 






Bedfordslüre 


5, 


19 








Cambridgeshii-e 








47 




Bntland 








48 




Leicestershire 








57, 


58 


Staffordshire 








49, 


51, 64 


Derbyshire 








52, 


55 


Clieshire 








50, 


53 


Shropshire 








43, 


59, 65, 66 


Herefordshire 








44, 


56, 62 


Lancaflhire 








46 





806 ALOIS POGATSCHER, 

In dieser tabelle sind einige Grafschaften gar nicht ver- 
treten; so Devonshire, SuiTey, Sussex, Kent, Worcester, Hert- 
fordshire, Huntingdon und andere mehr nördlich liegende. 
Für Devonshire ist der ausfall nicht sehr bedeutsam; nahe 
seiner grenze liegt Stratton 20 (etwa IV2 meilen von Bude 
Haven) an einer Römerstrasse und — abgesehen von anderen 
Zeugnissen — ist es von vorne herein einigermassen wahr- 
scheinlich, dass die für Cornwall und Somerset giltige lautform 
auch Devonshire zukommt. Wichtig ist das fehlen von Zeug- 
nissen für Surrey (ausser Streatluxm, worüber p. 305), Sussex 
und Kent; dieser ganze südöstliche teil muss daher für meine 
Untersuchung ausser betracht kommen. Weniger in Hertford- 
shire und Huntingdon, mehr in Worcester wird die gi-enzlinie 
unsicher bleiben. Stretford 45, vier englische meilen süd- 
westlich von Manchester im südöstlichen Lancashire, ist von 
allen namen der nördlichste. 

Ueberblickt man unsere tabelle, so sieht man sofort eine 
ganz bestimmte und feste Verteilung der strät- und der stref- 
formen. Nur strät- haben Cornwall, Somerset, Dorset, Wilt- 
sliire, Hampshire, Gloucester, Oxfordshire, der südlichste 
an Buckingham grenzende teil von Northampton, Bedford, 
Buckinghamshire , Berkshire , Middlesex , Suff olk , Norfolk ; 
diese bilden das ä- gebiet. Nur stret- haben Cambridgeshire, 
Rutland, Leicestershii-e, Stafford, Derby, Cheshire, Sliropshire, 
Herefordshire, Lancashire; diese liegen im elf- gebiet. Sowohl 
strät- wie strct- erscheint in Essex und Warwick; hier geht 
die grenzlinie durch diese grafschaften. 

Versuchen wir nun, auf grund des vorgeführten matei-ials 
eine grenzlinie zu ziehen, so ist es natürlich, dass eine solche 
linie weder eine scharfe noch eine fehlerfi-eie sein kann. 
Verstattet man sich aber eine gewisse, wohl nicht allzu grosse 
f ehlergienze , indem man den abstand zwischen strät- und 
s/re^/-orten einfach halbiert und die Scheidelinie in der mitte 
durchzieht, so bekommt man eine wenigstens annähernd 
sichere grenzzone, und nur im sinne einer zone, nicht 
einer scharfen linie möchte ich den folgenden vei-such einer 
abgreuzung aufgefasst wissen. Selbstvei-ständlich kann die 
wirkliche Scheidelinie einmal näher an einem strät-, ein ander- 



DIE ENGLISCHE ^"/i?- GRENZE. 307 

mal näher an einem siret-orie liegen oder einen solchen be- 
rühren, besonders wenn starke natürliche gi^enzlinien wie flüsse 
nnd ähnliche gegeben sind. 

Eine nach diesem gesichtspunkte gezeichnete linie, irgendwo 
zwischen SwafDiam und Thetford in Norfolk einsetzend, läuft 
nun durch folgende punkte: Thetfbrd — Bury St. Edmunds 
(Suffolk) — Sudbury — Chelmsford (Essex) — Hatfield (Hert- 
fordshire — Caxton westlich von Cambridge — St. Neots 
(Huntingdon) — Northampton — Banbury (Oxfordshire) — 
Chipping Norton — Stow-on-the-Wold (Gloucester) — Chipping 
Campden — Warwick und von hier vielleicht gegen Droitwich 
oder Kidderminster zum Sevem und diesen abwärts zum 
Bristol Canal. 

Hierzu ist folgendes zu bemerken. Die einkerbung der 
linie nach Süden über Chelmsford und Hatfield ist nicht ganz 
sicher, weil sie sich nur auf S trethall 46 und Stretham 47 
(dieses an der Römerstrasse von Cambridge nach Ely) stützt 
und für diese namen vielleicht das oben p. 305 über Streatham 
33 bei London gesagte gilt; jedoch zeigen 46, 47 eine andere 
Schreibung als 33. Dagegen ist die zweite einkerbung nach 
Südwesten über Chipping Norton und Stow-on-the- Wold , die 
vielleicht noch etwas mehr gegen Woodstock und Cheltenham 
ausgreifen könnte, sicher bezeugt durch die namengruppe 6, 
10, 16, 18 und 23 in Buckingham, Südnorthampton und Oxford 
im Osten, durch Stretton-on-theFoss 61 im Südwesten, und 
durch Old Stratford 9, Stratford-upon-Ävon 11 im nordwesten. 
Der grund des auftretens dieser nach Südwest vorgeschobenen 
5^;T/-form ist leicht einzusehn: wie schon der name Stretton- 
on-the-Foss besagt, liegt dieser ort an dem nach nordosten 
laufenden Foss Way, und offenbar hat diese Römerstrasse 
entlang eine einwanderung nach Südwesten aus dem (J-gebiet 
her stattgefunden (vgl. Stratton-on-thc- Fasse 27 an der süd- 
westlichen fortsetzung derselben Strasse). Der Severn als 
westliche und südwestliche grenzlinie wird w^ahrscheinlich 
durch Siretford 44, Stretton Svgwas 62 und Stretton Gran- 
dison 56 in Hereford einerseits und Straf ton 22, zwei meilen 
nordwestlich von Cirencester an der Ermine Street andrerseits, 
sowie als starke natürliche Scheidelinie. 



308 ALOIS POOATSCHEB, 

Im vorstehenden sind Schlüsse nur aus den angeführten 
Ortsnamen gezogen. Vergleicht man nun den lauf der stratj 
stretAime mit den von früheren forschern gewonnenen ergeb- 
nissen, so zeigt sich — so weit ich sehe — , dass unsere linie 
dem bisher erkannten nirgends widerspricht, sondern diesem 
bestätigt und in einigen vielleicht niclit unwesentlichen 
punkten ergänzt. Sie lehrt, dass namentlich an zwei stellen 
das <^-gebiet stark ins mittelland übergreift, nämlich in Bed- 
ford und Buckingham und in Norfolk und Suffolk; für beide 
landstriche sind die Zeugnisse verhältnismässig reichlich und 
völlig sicher. Für Ostanglien hat man schon früher cB ver- 
mutet, worüber Morsbach, Schriftsprache 154. Ich möchte 
hier nur hinzufügen, dass das schwanken Orms zwischen ^ar 
und ger, rccdenn und redenn, drcvdefin und dredenn, sparhe 
und specJie usw. mir nur durch Carstens' annähme verstündlich 
wird, Orm habe eine grenzmundart gesprochen, wo ö? und e 
sich mischten. Dies ist um so wahrscheinlicher, als in zwei 
fällen bei Orm als kürzung dieses vokals a erscheint: ma^^lic 
ae. mcB^l) (woneben meghe ^verwandte' aus "^me^e für ws. 
niäise) und radde 6496 Morsbach, Me. Grammatik p. 133; 
wenn daneben als ergebnis der kürzung sonst e auftritt, 
weist dies abermals auf mischung: Orms heimat kennen wir 
nicht; ebensowenig den lauf der te/^- linie von Thetford in 
Norfolk nach dem norden oder nordwesten hin. Auch für 
London stand m schon früher fe^t; vgl. Morsbach ib.; nun 
kommt noch das zeugnis von Siratford 4, nur 2'/4 englische 
meilen ostnordöstlich, und Stratford-lc-Bow 7, nur drei meilen 
östlich von der St. Paulskirche gelegen, hinzu. Hierdurch 
wird zugleich die brücke zwischen Ostanglien und der brei- 
teren fläche des «-gebietes im Süden und Südwesten her- 
gestellt, wo das eigentliche Westsachsenland natürlich durch- 
aus m hat. Yviv die Zugehörigkeit Gloucestei's zum te-gebiet 
ist Robert von Gloucester (Pabst p. 26) ein sicherer zeuge. 

Den versuch, eine zusammenhängende grenzlinie zwi- 
schen m und € zu ziehu, hat bisher — so weit mir bekannt — 
nur Luick in seinen 'Untei^suchungen' § 193 ff. auf ginind der 
mundartlichen Sammlungen von EUis unternommen; .allein art 
und umfang dieser materialien haben für unsere beiden laute 
nicht überall scharfe ergebnisse vei-stattet. Für das, was 



DIE ENGLISCHE ^7^- GRENZE. 309 

Luick § 201 von Ellis' bezirk 28 sagt, dass dort noch spuren 
von cB vorzukommen scheinen, bietet mein material keinen 
anhält, da westlich, nordwestlich, nördlich und nordöstlich 
von S trat fard'upon- Avon nur Ä^r^f- formen erscheinen; wohl 
aber deckt sich Luick's Wahrnehmung von cg- formen im 
südlichsten teil des bezirkes 29 ganz mit meinen beobach- 
tungen. 

Eine ähnliche Untersuchung der Ortsnamen auf -ehester, 
-easter aus lat. castra bereite ich vor. 

Prag, Pfingsten 1900. 

Alois Pogatscher. 



Angli». N. F. ZI. 21 



DAS WESTGERMANISCHE DEMINUTIVSUFFIX 

•INKIL. 



Das material für dieses sufflx findet sich bequem bei Kluge, 
Nominale Stammbildungslelire^ § 63 verzeichnet; hierzu habe 
ich nur weniges zu bemerken. Mir scheint, dass das von Kluge 
als frühester altenglischer beleg herangezogene fornattidi 
'cyprinus' Ep. GL 179 (in Kluge's Ags. Lesebuch 2 p. 2; fehlt 
bei Sweet OET.) auszuscheiden ist, da sich mehrerlei Schwierig- 
keiten einstellen. Erstlich weicht die Schreibung fometed cli 
im Corp. 61. C 974 ab ; sodann ist die deutung der auf fome 
folgenden silben unsicher. Holthausen hat im Litteraturblatt 
1890, 445 forneied cli in drei teile zerlegt: forne als glosse zu 
cyprinus, ted für ced c§d verschrieben als zum vorhergehenden 
cumba . navis gehörig, und cli als dittographie des in Ep. auf 
cyprinus unmittelbar folgenden clintis; die deutung der zwei 
letzten teile bezeichnet er aber Anglia 21, 242 selbst als nicht 
ganz befriedigend, und man wird die des ersteren wenigstens 
wohl aufgeben müssen, da nach Napier, J6PH. II 362 ein ae. 
ced ^boot' unverbürgt ist. Kluge möchte fomaeticli aus fome 
+ deminutivem t wie in ae. linete 'hänfling' § 60 anm. 1 + 
unserem sufflx -inkil entstanden denken; allein in diesem falle 
stünde unser wort ganz vereinzelt, weil alle anderen bildungen 
dieser art im altenglischen ausnahmslos die form -incel mit 
erhaltenem n aufweisen. 

Der Ursprung unseres sufflxes ist dunkel; beziehungen zu 
lat. -ctdus 'uncultis lehnt man wolil mit recht wegen mangeln- 
der lautverscliiebung ab; dagegen erfreut sich J. Grimm's 
meinung ITC 681, wonach -inlcil aus einer Verbindung der für 
sich allein schon verkleinernde bedeutung enthaltenden ger- 
manischen konsonanten k und l erwachsen ist, des beifalls 
namhafter forscher. Nun fragt es sich aber, woher das 



POGATSCHER, DAS WESTGERMAN. DEMINÜTIVSÜFFIX -INKIL, 311 



element -in- stammt. Kluge § 64 sieht darin einen rest bjrpo- 
thetischer w- stamme. Dieser auffassung scheinen mir jedoch 
Schwierigkeiten entgegen zu stehen, mag man die vermuteten 
w-stämme nun vom Standpunkt der Zusammensetzung oder der 
Weiterbildung beurteilen. In der Zusammensetzung waren nach 
Brugmann II 26. 320 die w-stämme schon seit urindogermani- 
scher zeit durch o- stamme vertreten, weshalb denn auch im 
gotischen der typus gumu-hinds die regel ist, welche auch 
für das westgermanische gilt: ae. ^um-cynn, as. gum-hmni 
usw. In alter Weiterbildung wäre nach Brugmann n 322 t 
für n-stämme die schwächste Stammform zu erwarten, die 
thatsächlich auch z. b. in ahd. -bim ^bärin' aus *bir-n-i 
neben ber-o -in *bär', hliu-mun-t *ruf', urgerm. *jiuu-un-^ojs, 
got. nam-n-jan usw. erscheint. Allerdings finden sich auch 
bildungen wie ahd. gartinäri ^gärtner', wo es den anschein 
hat, als ob irgendwie eine zum gen. dat. sing, gartin stim- 
mende form zu gründe läge (und Brugmann II 98 scheint dies 
in der that anzunehmen); allein einerseits besteht keine not- 
wendigkeit, das ahd. suffix -inäri in unmittelbare beziehung 
zu den n-stämmen zu setzen; wir haben ja, wie Kluge § 10 
lehrt, andere anknüpf ungspunkte: erstlich Wörter wie mulinäri, 
firinäri, waganäri, wo das n aus anderen quellen stammt, und 
sodann die verbalbildungen auf -inön wie ahd. weidinön, wo- 
von weidinari, welche doch wohl in formen Avie got. pmdanön 
aus piudans eine ganz befriedigende erklärung finden; nach- 
dem aber einmal aus solchen quellen ein suffix -inäri geschöpft 
war, mochten sich fi-eilich gerade w-stämme einer ableitung 
hiermit leicht fügen. Anderereeits ist -inäri eine junge, einzel- 
sprachliche bildung, aus welcher für das ungleich ältere -inkil 
nichts folgt. 

Vielleicht waren es erwägungen solcher art, welche Wil- 
manns II 322 veranlassten, für das element -in- eine andere 
erklärung zu suchen. Diese findet er in dem deminutiven -in, 
und das ahd. -inkll{n) besteht für ihn demnach aus tn-\-k+il-\-tn, 
enthält also das verkleinernde -zw zweimal. Diese deutung hat 
ihrei-seits wohl Kluge wieder nicht befriedigt, da er in der 
zweiten aufläge der Stammbildungslehi-e noch bestimmter als 
in der ei-sten seine frühere auffassung ausspricht. 

Der mangel einer aussergermanischen entsprechung und 
die eben erwähnten Schwierigkeiten, namentlich aber die that- 

21* 



312 ALOIS POÖATSCHEK, 

saclie, dass -mJcU nur im westgermanischen auftritt, haben mir 
nun die Vermutung nahe gelegt, es könne nach art der Ver- 
wendung von got. haidus, dönis u. ähnl. als westgerm. sufflxe 
auch hier ein noch wohl erkennbares, erst innerhalb der west- 
germanischen entwicklung zum suffix gewordenes selbständiges 
wort vorliegen, und dieses glaube ich in ae. wincel 'kind' zu 
erblicken, welches, selbst dunklen Ursprungs, im altenglischen 
spärlich belegt ist (zweimal der plural winclo), aber in einer 
ablautsform (s. Kluge-Lutz) noch in me. wenche(l), ne. wench 
'dirne' fortlebt. Dieses wort will ich nun nach bedeutung 
und lautform als mit -inkil identisch zu erweisen versuchen.^) 
Hinsichtlich der begriffskreise lassen sich die ableitungen 
mit 'inh'l in drei gruppen teilen: 1) personenbezeichnungen, 
2) tiernamen, 3) sachnamen. In der ersten gruppe, welcher 
Worte wie ae. piowincel, hwfitncel, wielincel 'junger sclave', 
afries. wescnclin 'waise', ahd. eni(n)Jclt(n) 'enkeP zufallen, liegt 
westgerm. ^tvinJäla- noch in seiner ursprünglichen bedeutung 
'kind' vor, auch das genus ist selbst für persönliche bezeich- 
nungen im altenglischen, wo offenbar der ursprüngliche zu- 
stand noch am besten bewahrt ist, dasselbe wie bei wincel, 
nämlich neutrum, und in der ai-t seiner bildung deckt sich 
Jnowincel ganz genau mit got piumagiis *ein knabe, der knecht 
ist'. Dass in -inkü das Substantiv *winkila- steckt, ergibt 
sich vielleicht auch aus der bedeutung unseres Wortes enkel; 
denn wäre 'inkil von allem anfang an nur das verkleinerungs- 
suffix gewesen, so müsste ahd. eninklln, da es von ano 'gross- 
vater' stammt, eigentlich 'gi'ossväterchen' bedeuten. Wie denkt 
man sich aber ein solches 'gross Väterchen' in die bedeutung 
'enker übergegangen? Schon Grimm hat im Wörterbuch die 
Schwierigkeit gesehen; Kluge verweist in seinem Wörterbuch 
unter eiikel auf lat. avuncultis mit dem bedeutungswechsel von 
'gross Väterchen' zu 'oheim' und, was näher liegt, auf ein ver- 
einzeltes deutsches Ähnlein = 'enkel'; aber es ist doch kein 
zweifei, dass die bedeutung sich viel leichter ergibt, wenn 
wir ein westgerm. compositum "^ana-winhila- aufstellen dürfen, 

*) Auf die frage, ob die composita mit -inkil fürs altenglische als 
j(o-Btämrae anzusetzen sind, gehe ich nicht ein, da sie für meine zwecke 
belanglos scheint, und verweise nur auf Sievers, Beitr. 9, 234 und Ags. 
Gramm. § 248 anm. 4; die form -il der endung ist durch me. wenchel ge- 
sichert. 



DAS WESTGERMANISCHE DEMINÜTIVSUPFIX -INKIL, 313 

welches von vorne herein ein ^kind in seinem Verhältnis zum 
grossvater', also genau ^enkeP bezeichnet. 

Dass diese bildungen in die früheste westgermanische zeit 
zurückreichen, wird dui'ch die Übereinstimmung der dialekte 
in ihrem gebrauche verbürgt; zugleich ist zu beachten, dass 
alle westgermanischen dialekte mit ausnähme des altenglischen 
das wort ^winkila' verloren haben, was wieder auf höheres 
alter der Zusammensetzung weist. Aber eben dieser Schwund 
des selbständigen wortes mag seiner herabdrückung zum suffix 
ungemein günstig gewesen sein, indem es in der composition 
der anlehnung an ein simplex entbehrte und so die lautliclien 
Veränderungen unbeeinflusst vor sich gehen konnten. Hier- 
durch wird die möglithkeit für frühen abfall des anlautenden 
w geschaffen; ob er gemeinsam oder einzelspraclilich vollzogen 
ist, wird nicht leicht zu entscheiden sein; vielleicht lässt sich 
der Übergang von germ. e zu i in nhd. birJcel als anrede eines 
baren bei Fischart und etwa auch der i-umlaut in tvilincel, 
cninJdin für die Chronologie verwerten. Dass w nach konsonant 
in verdunkelter composition vor i schwinden konnte, wii'd er- 
wiesen füi'S altenglische durch oiciere, enitre ^einwintrig, ein- 
jährig' aus germ. *aiiia-ivintrns Sievers § 178 anm. 3, fürs 
althochdeutsche durch die eigennamen auf -mi aus mni 
Behagliel, Grundriss I*^ 717; für das afries. wesenclin darf 
vielleicht auf fälle wie ondscre = ae. andswarii und sin-kele 
'immerwährende kahlheit' aus *kalwl verwiesen werden, wo 
nach Helten p. 74 § 85/ und ^ das w in schwachbetonter oder 
tonloser silbe nach s und vor i ausgefallen ist. Das früheste 
Zeugnis für unser suffix, mineclino als name des kleinen fingers 
in der Lex Salica, weist bereits den Schwund auf. 

In mineclino ist aber nicht bloss das w, sondern auch das 
n von *ivinkila' geschwunden, und je nach dem auftreten oder 
fehlen des n können wir zwei formen unterscheiden: 1) -inkil, 
2) -ikiL Die erste steht ausnahmslos im altenglischen (viel- 
leicht durch das hier allein fortlebende wincel beeinflusst?), 
wo nui' das auch sonst verdächtige fornaeticli ihrer entbehrt, 
und in afries. wesenclin, in mnl. schimmink^l, volencel; die zweite 
erscheint ausser in mineclmo in as. nessikll(n)j döniklln; das 
althochdeutsche hat beide foimen ohne unterschied. Offenbar 
liegen hier scheideformen vor, die unter verschiedenen laut- 
lichen bedingungen entstanden sind, und zu ihrer deutung 



314 ALOIS POGATSCHER, 

werden wir an E. Schröder's erklärung von alid. honag, cunig, 
2)hcnni(j Zeitsclir. f. d. Alt. 37, 124 ff. anzuknüpfen haben, der 
zufolge der nasalschwund in der nachtonigen silbe sich am 
frühesten einstellt, wenn im silbenanlaut n steht: *die tendenz, 
in nachtonigen silben die lautgruppe n ^- kons, um den nasal 
zu erleichtem, durchzieht unsere ganze Sprachgeschichte (vgl. 
öbet, (lotset im schwäbischen und andern dialekten), aber voran 
gehen immer die fälle, wo die suffixsilbe durch wurzelhaftes 
n eingeleitet wird'. Dieser trefflichen erklärung habe ich nur 
beizufügen, dass sie in noch weiterem umfange gilt als Schröder 
annimmt, denn die neigung zu dissimilierender Unterdrückung 
des n greift über das deutsche gebiet hinaus und darf wohl 
als gemein-westgermanischer zug angesehen werden, wenn auch 
die durchführung einzelsprachlich gewesen sein mag. Genau 
wie unser ^winkila- hat *aina'Wintrus in ae. enitrc sowohl tv 
wie n eingebüsst; für honig ist im altenglischen überhaupt 
keine form mit n mehr überliefert, da schon Ep. 615. 830 und 
Corp. 1214. 1512 nur hunces, huni^ kennen; wenn pennis ei'st 
in jüngerer zeit für älteres pcnnins auftritt, so darf man 
gewiss, wie Schröder dies für pfcnning thut, an einfluss der 
übrigen münznamen auf -in^ wie cdseriu^, sciüin^, fcor^lhi^ 
denken, welche die lautgesetzliche Wirkung gestört haben; 
auch ae. cyni^ begegnet einmal. Gros. 182, 29, aber der Schwund 
des n ist hier durch die früh in der schi-eibung und gewiss 
noch früher in der ausspräche auftretende form cyns Cosijn 
I 188 verdunkelt. Ebenso sind im altsächsischen die foimen 
huneg, honcg die regel; vgl. Holthausen, As. Elementarbuch 
§ 193. Wegen des friesischen verweise ich kurz auf Helten 
§ 108 anm., wo -ing mit -ig wechselt. Aber selbst über das 
westgermanische hinaus begegnet diese erscheinung im ost- 
nordischen, worüber man Noreen in Paul's Grundriss I^ 607, 
Altschwed. Gramm, p. 246 und Kock, Beitr. 23, 517 nachsehe; 
icli hebe hier besondei's das constante altschwed. honagh, hu- 
nagh heraus. 

Hiemach mussten also westgerm. formen von der gestalt 
*ana'tvinkila ^enkel' über *aninkil, ViöninJcil ^hühnchen' und 
ähnliche mit n vor -inkil lautgesetzlich zu -ikil führen; trat 
diese lautgi*uppierung nicht ein, so blieb 'inkil, und in der 
folge wurde wie sonst in solchen fällen häufig entweder eine 
dieser fonnen verallgemeinert wie -incel im altenglischen, wo 



DAS WESTGERMANISCHE DEMINÜTIVSüFFIX -INKIL. 315 

daher stdnhiccl 'steinchen', iünincel 'gütchen' neben hüsincel 
'häuschen', rdpincel 'schnür' erscheinen, oder beide formen 
untei-schiedslos neben einander gebraucht wie im althoch- 
deutschen. Demnach ist der frühe ausfall des n in minedino 
um so weniger befremdlich, als dieses wort ausserdem, wie 
durchaus die ahd. as. afries. bildungen, durch das antreten des 
deminutiven -Ina- noch ein drittes n erhalten hat: *minninkilina, 
Ist diese deutung richtig, so ist mit dem erscheinen von mmc- 
clino in der litteratur auch die zeit des Vollzuges der beiden 
besprochenen lautlichen Veränderungen von *winkila- wenig- 
stens für ein gebiet annähernd datiert. 

Wann die schiebt der tiernamen, die besonders im alt- 
hochdeutschen reichlich vorhanden sind, aufgetreten ist, ob 
gleiclizeitig mit oder nach den personenbezeichnungen, lässt 
sich nicht bestimmen; wohl aber darf man annehmen, dass die 
Schicht der sachnamen die späteste ist, weil sie am wenigsten 
allgemeine ausbreitung gefunden hat. Wenn nun aber schon 
im Coi-pusglossar ae. cofincel 'pistrilla' erscheint, so kann da- 
raus der sichere schluss gezogen werden, dass in England 
spätestens um 700 der m-sprung unseres Suffixes völlig ver- 
dunkelt war und dieses als wirkliches deminutivsuffix gefühlt 
und hinfort auch für sachnamen productiv wurde. Vielleicht 
hat zu seiner Verbreitung auf westgermanischem boden stellen- 
weise der anklang an die als Verkleinerungssuffixe geläufigen 
konsonanten Je und l mitgewirkt, in denen selbst unsere Sprach- 
forscher den keim dieses gebildes zu sehen vermeinen. 

Prag, 14. Juli 1900. Alois Pogatschee. 



LONGFELLOW'S TALES AND THFXR ORIGIN. 



Hermann Varnhagen, in bis painstaking and nieritonous 
book, Longfellow's Tales of a Wayside Inn und ihre 
quellen nebst nachweisen und Untersuchungen über 
die vom dichter bearbeiteten Stoffe, (Berlin, 1884,) was 
the fii-st, I believe, to inquire into the original sources of 
these stories; but Professor Varnhagen not only yielded to 
the weakness of many German scholai^, in their zeiil to 
discover something, and accepted conclusions which the facts 
at no time have waiTanted, but he did not have access to 
material which has since come to light. 

Two errors may be pointed out. On p. 91 , in discussing 
'*The Poet's Tale: Chai'lemagne", Professor Varnhagen says: 

Diese geschichte berichtet der mönch von St. Gallen im 
2. buche seiner GestaKaroli imperatoris (Monum. Germ, 
hist. II 759). HieiTiach bei Grimm, Deutsche sag.^ II 102; 
Menzel, Deutsche dicht. I 49 ; Uliland, Sehr. z. gesch. d. dicht, 
u. sage II 91. Vgl. auch G. Paris, Hist. po6t. de Charlem. 
330 und Nyi-op, Oldfr. heltedigtning 170 anm. 2. Eine 
metrische deutsche bearbeitung lieferte Simrock, Kerl, heldenb. 
47 und Geschichtl. deutsch, sag. 92. 

L's. quelle ist der mönch von St. Gallen. Ueber des 
dichters verhältniss zu diesem text« ist nur zu bemerken, dass 
er den Franken Otker des letzteren, neben welcher form sich 
auch Odger oder Ogger findet, durch einen Dänen Olger er- 
setzt hat, wobei ihm offenbar die aus den altdänischen Volks- 
liedern bekannte persönlichkeit des Olger Danske vorgeschwebt 
hat ; vgl. Udr. danske viser I 35 und 49 ; Grund tvig, Danmarks 
gamle folkewiser I 231 und 384. 



J. PERBY WORDEN, LONGFELLOW's TALES AND THEIR ORIGIN. 817 

And Professor Vamhagen adds this note: 

: Ueber die sage von Olger Danske vgl. die von Nyrop 
a. a. 0. 460 erwähnten monographieen. 

This proves, however, as will be seen at a glance, no 
direct connection between the Monk of St. Gall and Long- 
fellow, and it does not teil us where Longfellow gathered the 
stuff for IUkS poem. Fortunately, the key is at band. Since 
the publication of Professor Vanihagen's work, the authentic 
biography of Longfellow has been issued, and there (III., 200) 
we leani for the flrst time that on May 12, 1872, Longfellow 
entered this in bis diary: 

Wrote a short poem on "Charlemagne" fi'om a story in 
an old chronicle. De Factis Caroli Magni, quoted by Cantü, 
Storia degli Italiani, ii., 122. I fii-st heard it fiom Charters 
Perkins^) in one of bis lectures. 

Two days afterward he ^vrote to bis friend George 
Washington Greene, for a while United States Consul at Rome: 

I also wrote a poem on the descent of Charlemagne into 
Italy, f rom an old Latin ('hronicle, — a very striking incident. 
It will find a place, — indeed, has already foiind a place, — in 
Michael Angelo; you will not see how nor where, bnt I do.') 

We thus see that Longfellow got the story from Cantü, 
and the narrative he refers to is republished as follows in 
the Storia degli Italiani, per Cesare Cantü, Quarta 
Edizione riveduta dalP Autore, Volume Secondo, Ca- 
pitolo LXVIIL, p. 365, (Torino, 1894): 

Oggero il dauere, stato gi-ande nel regno dei Franchi, era 
rifuggito a re Desiderio. Quando intesero che il tremendo 
monarcha calavasi in Lombardia, essi due salirono sopra ec- 
celsa torre, donde veder lontano e d'ogni parte; ed ecco da 
lungi apparire machine di gueiTa, quante sarieno bastate agli 
eserciti di Dario o di Cesare. Desiderio cliiese ad Oggero: 

•) Life of Henry Wadsworth Longfellow, with Extracts from bis 
.Tonmal8 and Correspondence. Edited by Samuel Longfellow. Boston, 1896. 

*) Charles C. Perkins, American art critic, 1823—1886. 

*) Longfellow did not pnt this story in his dramatic poem on Angelo, 
which was published in the Atlantic Monthly, 1883, after his death. 



318 J. PEBRY WORDEN, 

Carlo e con quel grande stuolo? — No, rispose egli. Poi 
vedendo iiinumera oste di gregarj, raccolti da tiitte le parti 
del vasto inipero, il Longobardo disse ad Oggero : Sicuramente 
Carlo si avanza trionfante in mezzo a quel la folla. — Non 
ancora, ne apparirä si tosto, rispose raltro. E che farem 
dunque, ripigliö Desiderio inciuieto, se egli viene con maggior 
numero di guerrieri? — Voi vedrete quäl e allorclie arriverä, 
ripete Oggero: ma che fia di noi l'ignoro. E nientre dis- 
correvano mostrossi il corpo delli guardie che mai non conobbe 
riposo; a tal vista il Longobardo, preso da terrore, esclamö: 
Certo questa volta e Carlo. — No, rispose Oggero, non ancora. 
Poi vengono dietro vescovi, abbati, i cherici della cappella 
reale e i conti; e Desiderio, non potendo piü ne sopportare la 
luce del giorno ne affrontare la morte, grida singliiozzando ; 
Scendiamo, nascondiamoci nelle viscere della terra, lungi dal 
cospetto e dalPira di si terribile nemico. Oggero tremante, 
sapendo a prova la potenza e le forze di Carlo, disse: Quando 
vedrete le messi agitam di on'ore nei campi, il Po ed il 
Ticino flagellar le mura delle cittä coi fiotti annereti dal feiTO, 
allora potret6 credere che Carlo aii'ivi. Fiuito non aveva 
queste parole, che si cominciö a vedere da ponente come una 
nube tenelvosa soUerata da borea, che converti il fulgido giorno 
in orride ombre. Ma accostandosi Timperatore , il bagliore 
di sue armi mandö sulla gente chiusa nella citta ima luce piü 
spaventevole di quäl si fosse notte. Allova comparve Carlo 
stesso, uomo di ferro, coperto la testa di morione di ferro, la 
mani da guanti di ferro, di ferro la ventriera, di ferro la 
corozza suUe spalle di marmo, nella sinistra un lancione di 
ferro ch'ei brandiva in aria, protendendo la destra all'invin- 
cible spada ; il disotto delle coscie, che gli altri per agevolezza 
di montare a cavallo sguarniscono fin delle correggie, esso 
l'aveva circuito di lamine di ferro. Che dirö degli scliinieri? 
tutto Tesercito li portava di ferro. Non altro che ferro vede- 
vasi sul suo scudo; del ferro aveva la forza e il colore il suo 
cavallo. Quante precedevano il monarca, quanti venivangli a 
lato, quanti il seguivano, tutto il grosso dell'esercito avevano 
armi simili, per quanto a ciascuno era dato; il ferro copriva 
campi e strade; punte di ferro sfavillavano al sole; il ferro, 
si saldo, era portato da un popolo di cuore piü saldo ancova. 
II barbagli del ferro diffuse lo sgomento nelle vie della cittä : 



LONOFELLOW'S TALES AND TIIBIR ORIGIN. 819 

Quanto ferro! deh quanto ferro! fu il grido confuso di tntti i 
citta dini. La vigovia delle mura e dei giovani si scosse di 
teiTore alla vista del ferro, e il ferro confuse il senno dei 
vecclii. Ciö che io, povero scrottore balbeticante e sdentato, 
feci prova di dipingere in prolissa desciizione, Oggero lo vide 
di un'occhiata, e disse a Desiderio : Ecco quello che roi cercate 
con tanto affano; e casco come corpo morto.^ 

Cantü gives liis authority for this story in tlie footnote 
of four words, De factis Caroli Magni; and Longfellow's 
equal brevity in his diary reference niakes it seem very 
doubtful if ever he saw the original Latin clironicle. 

Another mistake of Professor Varnhagen is in his judgment 
regarding the personalities of the characters represented in 
these naiTatives. "The Tales of a Wayside Inn" are told 
by seven persons, — the Landlord, a Student, a Spanish Jew, 
a Sicilian, a Musician, a Theologian and a Poet, — and con- 
ceming these Professor Varnhagen says: 

*OPie einzelnen eraählungen, aus welchen letzteres besteht^ 
erschienen zuerst in verschiedenen Zeitschriften. Ei'st später 
vereinigte L. sie durch den rahmen. Als vorbild werden ihm 
hierbei die Canterbury tales vorgeschwebt haben. Doch lag 
eine äussere veranlassung vor. Frau Tucker-Ma^chetta lässt 
in ihrem buche The home life of Longfellow (New- York 1882) 
212 den dichter selbst davon erzählen : Mr. Monti ») and his 
friends used to steal away every summer for their vacation 
to the little town of Sudbury, not far from Boston, and they 
had such fine times among themselves, I really thought tliat 
I should like to join their party to pass my next summer. 
They insisted on my Coming, and I was so charmed with the 
place that I immediately conceived the poem, *The Tales of 
a Wayside Inn'. Three pairs of lovers used to steal in and 
out of the old tavern, and three modest fiancees would 
regularly come to the trysting-place in the vine-embowered 
garden. Later on the same three couples were married in 
fine style, and took each other for better or worse. One was 
Monti and his wife, the other was the poet Theophilus Pai-sons, 
and the thii-d couple was Dr. Parsons' sister and her fiancfee. 



Professor Loigi Monti, Italian instmctor at Harvanl. 



320 J. PEBRY WORDEN, 

To the above Professor Vamliagen appends the following 
note, 

\Hier scheint eine Verwechselung vorzuliegen. Theophilus 
Parsons war ein juiist und professor in Cambridge, während 
wohl der dichter Thomas William Parsons gemeint ist, dessen 
name auch Underwood a. a. o. und Kennedy 94 nennen, 

and procceds: 

Von diesen personen hat Longfellow, wie er a. a. o. eben- 
falls selbst erzählt, zwei unter die dramatis personae seiner 
dichtung aufgenommen , Monti und Th. W. Pai-sons ; jener ist 
der junge Sizilianer Signor Luigi, dieser der dichter. Hinzu- 
gefügt hat er fünf weitere peraonen: den wirt des Red Hoi-se 
mit namen Lyman Howe, einen Studenten, wobei er einen 
fi-eund Henry Wales im äuge gehabt hat, einen musiker, 
womit der Däne Ole Bull gemeint ist, einen theologen von 
der univei-sität Cambridge, Mass., wobei er an den professor 
Daniel Treadwell gedacht hat — diese mitteilungen macht er 
selbst — Tucker-Macchetta 214 — und endlich einen spa- 
nischen Juden. Der letztere, über welchen L. auskunft zu 
geben vermieden hat (vgl. ebd.), scheint ein gebilde der Phan- 
tasie zu seiib 

And to this Professor Vanihagen adds these two notes: 

Auch hier wird ein Irrtum vorliegen, denn Daniel 
Treadwell war professor der physik und mathematik in 
Cambridge. Nach Underwood a. a. o. hätte L. seinen bruder 
Samuel oder einen professor Trowbridge im äuge gehabt-^ 

Vgl. auch Underwood 206. Kennedy 94 dagegen sagt, es 
sei ein gewisser Edulei, a Boston Oriental dealer, gemeint,^ 

This might be accepted as conclusive if we did not have 
better evidence from Longfellow himself. On December 28, 
1863, Longfellow ^vi'Ote to Miss F — as foUows: 

The Wayside Inu has more foundation in fact than you 
may suppose. The town of Sudbuiy is about twenty 
miles from Cambridge. Some two hundred years ago, an 
Euglish family, by the name of Howe, biült there a country 
house, which has remained in the family down to the present 
time, the last of the race dying but two yeai^ ago. Losing 
their fortune, they became inn-keepers; and for a Century 



LONGFELLOW'S TALES AND THEIR ORIGIN. 321 

the Red-Horse Inn has flourished, going down from father to 
son. The place is just as I have described it, though no 
longer an inn. All this will account for the landlord's coat- 
of-arms, and his being a justice of the peace, and his being 
known as "the Squire", — things that must sound stränge 
in English ears. All the characters are real. The musician 
is Ole Bull; the Spanish Jew, Israel Edrehi, whom I have 
Seen as I have painted him, etc. etc. 

Further than this, the Rev. Samuel Longfellow, the 
brother and biographer of the poet, says in his Life of Long- 
fellow (m., 2.): 

"All the characters were real, but they were not really 
at the Sudbury Inn. The poet was T. W. Parsons, the Trans- 
lator of Dante; the Sicilian, Luigi Monti; the theologian, 
Professor Treadwell of Harvard; the Student Henry Ware 
Wells. Parsons, Monti and Treadwell were in the habit of 
spending the summer months at the Sudbury Inn. On this 
very slender thread of fact the flction is woven. The tales 
are drawn from various sources." 

Longfellow refers to the Spanish Jew also by name twice 
in the "Tales". In the prelude, at the beginning of Part 
Second, he writes: 

The breakfast ended, each pursued 
The promptings of his various mood; 
Beside the fire in silence smoked 
The tacitum, impassive Jew, 
Lost in a pleasant reveiy; 
While, by his gravity provoked, 
His Portrait the Sicilian drew, 
And wrote beneath it, "Edrehi, 
At the Red Horse in Sudbury". 

Again at the beginning of the first interlude in Part 
Third, Longfellow says: 

Edrehi, forbear tonight 
Your ghostly legends of affright. 
And let the Talmud rest in peace; 



322 J. PEBRT WORDEN, LONGFKLLOW's TALES AND THEIR ORIGIN. 

Spare us your dismal tales of death 
That almost take away one's breath; 
So doing, may your tribe increase." 

Finally, the fact seems to have escaped the attention 
of Professor Varnhagen that the song of the Cobbler of 
Hagenau, in the Second Part of the "Tales of a Wayside 
Inn", is old, having been quoted by Longfellow, probably 
from the " Eccentricities of John Edwin", publislied in Eng- 
land in 1791. 



See S. Longfellow's Life of H. W. Longfellow, m., 205. 

Paris, May, 1900. 

J. Perry Worden, Ph. D. 



JOHN CAPGRAVE 
UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 



Lange e- laute. 

(§55) Quellen des me. e. 

Ae. Sy eo, te, ea, cB haben im Me. meist e ergeben; doch 
haben sich z. T. auch andere laute abgezweigt. 

(§ 56) ae. eo. 

Ae. eo hat sich in einigen Wörtern (eode, geotan, sceotan, 
ceosan, leosan) nicht nur zu e, sondern auch (über eö) zu ö 
entwickelt, ^ode < eode ist bei den dichtem des 15. Jahr- 
hunderts häufig, so sode : good : stode Dor. 301, ebs. RemL 540 b, 
Wade 1713, 1889,2013, Unz.T. 86, Stat. Jer. 288, 602, Lamb. I 
189/334. ,Zu geotan hat Pecock einmal s^äting 138, zu sceotan 
ebs. schuiing 120, dazu schotyng Chr. 250 und in den Paston 
Letters schote, schete MP I (83), s(c)hotyng 3JP 11 (398, 400), 
shote * HI (182). ceosan, leosan erscheinen bei Capgrave stets 
als chese 163, 169, 233 u. ö., lese 123, 138, 176, meist ebs. in 
den Londoner Urkunden (doch einmal lose Morsbach 60, losyng 
R 17 neben chese E 63), in Suffolk {chese 1467 : 22 u. oft, lese 
1467 : 38 u. ö.), Norfolk (Schultz 20) und Worcester {chese 386, 
lese 387 u. oft). Die Paston Letters schreiben sdiese MP H 
(364), chesyth u. ä. Norf. HI (169), H (27) u. ö., lese F I (227), 
MP m 62 u. ö., * I (215) u. ö., los{e), hose, hese MP H 185, 
IJP n 210, 3JP III 31, 41 u. ö. 

Bemerkenswert sind noch störe < steorian Suff. 1482: 78, 
hewU < heoUon WaP III 248, ebs. huld MP H (191). 



>) Fortsetznng aus heft II s. 153—194 dieser Zeitschrift. 



324 WILHELM DIBELIU8, 

(§ 57) ae. te. 

Neben c?, das in allen quellen gewöhnlich für ^e eintritt, 
findet sich gelegentlich ?, so in hüyuyng Pecock 150, slyue < 
slicfe 231 (erhöliuug des f > t?), ebenso sclyue : dlyve Beiyn 
1356, ähnlich 2289, 2389 u.ö., nyxte (nähe des gutturals?) in den 
Londoner und Norf olker Urkunden (Morsbach 61 , Schultz 21), 
hyr{e) — wohl sicher aus p entwickelt — in den Paston 
Lettei-s : F I (131, 310), MP n 188, Wo I 405 (424), slyvys 
MP II (190). 

(§ 58) Abweichend ist nur die entsprechung von ae. gieta. 
Hier ist / die regel , so bei Wycliff e (Gasner 128) , Pecock 
{sit 1, 15, 16 und immer), Chaucer (vgl. Cromie und Marshall- 
Porter), Hoccleve (Vollmer 209). yet > kommt vielleicht vor bei 
Lydgate {^cte : fete AG 567 neben ^it : quyt 2 M 447 u. ö.), 
im Beryn (^it : set Pt. 1385) und Stat. Jer. (^ite : bede < gebed 497), 
doch sind auch ungenaue bindungen denkbar. Capgrave reimt 
gytte : wytte : it III 486, hat aber in Chr. stets s^t 1, 7, 18 u. ö. 
Die Londoner Urkunden zeigen nui- yet (Morsbach 57) , doch 
findet sich später auch yit R 18 neben yet E 75, R 20, 22 u. ö., 
die übrigen dokumente bieten keine belege. In den Paston 
Lettei-s wird meist yet geschrieben, so IWiP I 25, 2WiP III 
259, MP 1 179, IJP I 233, 3JP HI 7, nur 2JP bietet fast stets 
yit m 87, 100, 101 u. ö., selten MP II (208), HI 135. 

ae. ea, 

(§ 59) Neben ae. ws. slean erscheint einige male das nord- 
humbrische släj vgl. slo : atwo Lydgate MP 282/36, : mo KOrl 
200, : wo vMarg. 375, : thoo vKath. 331, : aho Unz. T. 124, 
: twoo ebd. 141, : tho Lon. XIX 134, ebs. XV 44, XXIX 344, 
XXXIV40. 

ae. öB. 

(§ 60) Wo ae. (B im Me. durch a, ö vertreten wird, sind z. t. ae. 
nebenformen massgebend gewesen, wie in dole (ae. ycdal neben 
dcBl)j sclopc (: cope Beryn 454; auch sonst ae. släpan neben 
sliBpan) ; vielleicht ist ebenso zu erklären laue (ae. Wfan ; da- 
neben durch labialeinfluss *läfan ?) : haue Kath. III 430 (oder 
? : ä-reim?). In anderen fällen wii*d analogiewirkung vor- 
liegen, wie im Superlativ most, der aus dem komparativ tiiore 
erschlossen ist, so wie umgekehrt das Anglische einen komp. 
m(B nach dem Superlativ bildet. 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHBIPTSPBACHE. 325 

Besonders wichtig ist die entwicklung des ^ in ae. (Bnig, 
IcBian und P(Br, htvlBr, tvlBre usw., cSr. 

(§ 61) (Bnig hat sich im Me. regelrecht zu eny entwickelt; 
durch angleichung an one, ones ist jedoch ony, aus einer früh 
gekürzten form *(ßnig ist any entstanden. Wycliffe verwendet 
in K^ meist eny, seltener ony und any, in K^ und M, sowie 
in b ist dagegen ony die regel (Gasner 87) ; Pecock schreibt 
fast stets eny (5, 6, 7 u. sehr oft), eeny 346, any nur 62, 90, 99. 
Chaucer kennt any (t. Br. § 255) und eny (Cromie) , Capgrave 
nur ony (10, 86, 179 u. ö.) bis auf any 98, 213. Die älteren 
Londoner Urkunden bieten alle drei formen (Morsbach 44 ff.), 
später erscheinen nur any E 22, 32 u. oft, B 11, 23 u. oft und 
eny E 22, 79, B 19, 23. In den Suffolker testamenten sind zu 
belegen any 1467: 17, 1470: 47, 1481: 57 u. ö. und (nicht ganz 
so oft) ony 1467: 21, 1481: 55 u. ö.; in den Norfolker gilden 
alle drei formen, eny am seltensten (Schultz 14), in den spä- 
teren Urkunden oft any 1451 1 191, 1459 I 461 (u. oft in dieser 
Urkunde), ony 1451 I 189, 1465 H 224, eny 1459 I 468, 1482 
ni 286 ; Worcester bietet eny 382, 383, 387 u. oft, any 387. In 
den Paston Letters herrscht, grosses schwanken, any ist im 
allgemeinen am häufigsten; IWiP (1 19, 20, 26), IJP (1 233, 234, 
252 u. ö.) und 2JP (II 295, HI 84, 86 u. ö.) verwenden es aus- 
schliesslich, die anderen Schreiber bedienen sich auch der formen 
ony (so 2WiP I 87, MP 1 178, 179, 257 u. ö., 3JP HI 50 usw.) 
und eny (so EP HI 278, MP HI 193, 3JP UI 12, 21, 42 usw.), 
bei 3JP ist eny sogar am beliebtesten. Caxton hat ony und 
häufiger eny (Bömstedt 19). 

(§ 62) Auch ae. UBtan hat nebenformen mit a ergeben, die 
vielleicht als neubildungen nach dem früh gekürzten imperativ 
lat < ket aufzufassen sind. Die Oxforder gelehrtensprache und 
fast alle dichter kennen nur leten, bis auf latun pz. 2Eor. XI 33; 
auch einige Chaucerhandschriften bieten einmal taten, latyn ftkr 
das pz. perf. (t. Br. § 132), Capgrave zeigt je einmal den impe- 
rativ lat 2 {lete 125) und das pz. late 214. Die Londoner Ur- 
kunden haben a nur im imperativ lat . (Morsbach 45) ; in spä- 
terer zeit ist lat(€) E 54, E 62, 77 u. ö. häufiger als let E 64, 
65, 68 u. ö. Auf kOrzung deutet latting B 13, 14, 24 u. ö. Die 
Suffolker testamente kennen nur e-formen, die Norfolker gilden 
(Schultz 15) auch late. Ziemlich häufig ist a in den Paston 
Letters, vgl. late, latte u. ä. AP I (88 u. ö.), CIP II 19, MP 1 109, 

AbkIU. n. r. XI. 22 



326 WILHELM DIBELIUS, 

II 84, 176, 2JP III 100, 160, 187 u. ö^ bei den meisten Schreibern 
sogar das übliche. Caxton bietet in RF öfter late llj 13, 14 
usw. als lete, 

(§ 63) ae. ficer, hwier, wcBron u. ä^ wr haben formen mit e, 
a und entwickelt, die, wie ich in meiner dissertation s. 25 ff. 
gezeigt zu haben glaube, in reimenden denkmälem aller dialekte 
zu finden sind. Wycliffe kennt nur e-formen (Gasner 117), ebenso 
Pecock (tlier 72, 107, 111 u. 5., where 68, 100, 119 u. ö., eer 
56, 57, 100 u. ö.), Gower, Chaucer und die meisten seiner 
Schüler (doch uore : before Lydgate AG 773 ; were : bare (adj.) 
PS 72) ; dagegen haben die volkstümlichen dichter auch oft 
a und (belege s. Diss. 30 f.). Auch bei Capgrave sind die 
nebenformen häufig; so bietet er tJiare (: tvare adj. : sare HI 
1187, : care IH 273), wäre (: are : lare II 390, : care : fare II 
1454, : bare adj. IV 264) und wore (: sore II 157, : nwre I 427, 

III 403, : bore I 63). Jedoch überwiegen tJiere (: bere pt. pl. : 
he^e (adv.) Pr 152, : here (vb.) III 1299 usw. und were (: feer (ce) 
I 249 u. ö., : Äer H 422, IV 1749; ere (: lere III 1387, : bere 

IV 665, : feere (cB) V 310) und where (: anstvere II 1042, : here 
adv. V 574) sind nur mit e zu belegen. 

Chr. hat fast nur e: were 43, 44, 55 u. ö., there 45, 49, 50 
u. ö., er(e) 271, 282, 309, where 45, 47, 52 u. ö. Mit o kommt 
allein vor or 38, 90, 105, 138, 224, 248, 271, 292. 

Selten sind die a, o-formen in der Urkundensprache. Sie 
erscheinen in den älteren Staats- und parlamentsui'kunden, nur 
sehr selten (or W 1/8, 87/7 wie in Chr.) in den Londoner 
privaturkunden (vgl. Morsbach 46), sie fehlen in den Schrift- 
stücken aus späterer zeit. Nicht nachzuweisen sind sie ferner 
in Worcester und Suffolk, in Norfolk nur ganz selten {wliar- 
yourgU Schultz 14, or PL 1482 m 287). 

Auch die Paston Letters bevorzugen entschieden das c. 
Daneben findet sich — wie in Chr. — häufig or, so MP 11 65, 
EP UI 279, IJP I 234, 2JP HI 85, 3JP IH 6. Anderer a und 
o-formen bedient sich sonst nur MP: war II 26, 176, 262 u. ö., 
war 1 109 und ar IU.124; ausserdem erscheint wäre (u. ä.) 
ausnahmsweise bei2WiPI87, 1(803), 2JPn(40), 8 JP HI 
(175), tSWiP III 389, MgP tm 349, *m 212, t*in 334, 335, 
884, wharfor MP H (419), 3JP H (304), ar *n (103), ihar 3JP 
(EP?) m269. 

Caxton hat im allgemeinen ther, were, where, er neben or 



JOHN CAPGRAVE ÜITD DIB ENGLI8CHB SCHBIFT8PBACHE. 827 

wie Capgraves Chronik (Bömstedt 19) y doch finde ich auch 
zweimal wäre BF 22, 100. Im 16. Jahrhundert belegt Smith 
thare, Gill thore als nprdliche dialekteigentümlichkeit (Ellis 905). 

Qualität der ^-laute. 

(§64) Chaucer scheidet im allgemeinen streng zwischen 
beiden qualitäten. Wo bei ihm etymologisches f im reim mit 
f erscheint, mag teils der mangel von reimwörtem mit ? die 
Ursache gewesen sein (evere und nevere, ? im wortauslaut, vgl. 
indessen die auf p deutenden entsprechungen von s(S in ne. 
mundarten bei Luick § 350), oder es lagen doppelformen vor, 
die sowohl f wie ? ergeben mussten (eie, cheke, heete, biheete; 
need?), oder schliesslich konnte f durch anbildung an ähnliche 
formen mit f entstehen (sbst. leve, bileve). f und f findet sich 
femer bei einigen Wörtern, deren vokal auf ae. (B < germ. ai 
+ i{ce^) beruht (Jeden, clene, lene, menen, leren, wo das e vor 
dental steht) ; schon in ae. zeit setzte sich für dies ce im Ken- 
tischen allmählich e fest. Noch stärker schwanken die Wörter, 
deren e sM ce = ahd. a («*) zurückgeht, das nur im West- 
sächsischen als cB, in allen anderen dialekten als e erscheint. 
Vgl. t. Br. § 23—25. 

(§65) Gower scheidet die beiden qualitäten fast ebenso 
streng wie Chaucer (nur ae. sceran und sprecan kommen einige 
male im reim mit f vor) ; jedoch bindet er <B^ meist mit f, wie 
es der spräche seiner kentischen heimat entsprochen haben wird. 
^2 reimt mit f und ? (vgl. Fahrenberg 390, 395 ff., 399 f.). 

(§ 66) Auch Hoccleve hält beide qualitäten des e streng 
auseinander. Nur zweimal bindet er f < ae. e mit f (stede : 
yede, spere : prisonere); cB^ und ce^ jedoch reimen bei ihm etwas 
häufiger mit f, als bei Chaucer. Vgl. Vollmer 201 f., 205 ff. 

Ausführlicher muss ich auf die reimtechnik Lydgates, 
Bokenams und Capgraves eingehen. Ich führe nur solche 
reime an, die bei Chaucer unmöglich wären. 

Lydgate. 
(§ 67) 1. ae. e- wird anscheinend nur mit etymologischem 
? gebunden. Wenn die form unniete wiederholt im reim mit f 
erscheint, so wird sie nicht von ae. ungemete, sondern ae. un- 
geniCBte (ahd. unmozt) abzuleiten sein; bedreede (: feede EFr 
1 1088) geht wohl nicht auf hedreda, sondern auf bedrida 
(i > f ?) zurück. 

22* 



328 WILHSLK DIBBLIUSy 

2. ae. ea reimt stets mit ? in einigen Wörtern, in denen 
ein d auf das e folgt: ded : speed GUes ö7, : hlede AA lEI 
310 usw^ Ud : A^ed (^) EFr 1 942, : sped EFr III 567, : swete 
Th 359 d usw., red : hed (ed) : Äeed (e) EFr II 793, : spede MP 
263/596 , : mede (e) PS 93 , ferner in reve < reafian : beleve 
PS 57. 

3. Bei frz. e ist die einzige abweichung der inf. enquere, 
requere^ der f haben sollte, aber an den Indikativ mit ^ an- 
geglichen sein wird, wenn Lydgate nicht die form reqmre 
(vgl. § 108 b) verwendete, die wiederholt in den handschrif ten 
vorkommt. Beispiele EFr HI 722, AA I 518. 

4. ae. «^ reimt gewöhnlich mit (f. Vgl hete < hmtu : 
sw€ie MP 246/28 u. ö., : fleeie < fleotan : meete < metan GW 
32, 4; ÄÄ^de : wedß (ß) AA HI 544, : bkede : heede (e) PS 235; 
sprede : «pecdc PS 105, : brede < fer^du : hede {e) ScPh 1143, 
: hed€{e) Th367a; del : itiwZe TGl 1282, : feh MP 252/238, 
: tohele Th 364 c u. ö. Ein reim mit ? ist ieache : preache AA 
n 190, in 91 , weniger sicher (vor dental) hete < hcBtu : en- 
treate AA II 1761. 

5. ae. cB"^ erscheint als f fast stets vor dental: deede : 
succede u. ä. EFr I 585, : hede (^) AA HI 834 u. ö., : hlede AA 
ni 444; dieed : heed (e) : seed < smd EFr I 285, : speede EFr 

1 916 u. ö., : proeede u. ä. EFr III 1077 u. ö., : meede (ü) TGl 
413 u. ö.; rcede : hlcede GUes 129 u. ö., : succeede u. ä. EFr III 
300 u. ö., : speede A A I 484 usw. ; threde < Prced : hede (e) Ä 
497; tvede : hede (e) : mede (e) MP 296/26, : blede AA HI 1155, 
: siede (e) Th 365 a u. ö. Diesen fällen werden noch folgende 
hinzuzufügen sein, in denen e < aß auf solche Wörter mit 
6^1, m reimt, die bei Lydgate nur in ^-reimen nachzuweisen 
sind : deede : leede EFr 11 298, : spreede EFr I 310, : deede (ea) 
AA II 1409, : sheede EFr II 412, AA I 709; dreede : hed (ea) 
EFr I 846 u. ö., : u^ede < tvcBd : spreede AA 11 787 u. ö.; med 

< m^d : rede < read : sprede ScPh 1369; lete : hete < hestu 

2 M 259 ; tvete < wcBt : hete < hmtu : swete MP 267/39. Auch 
vor anderen konsonanten erscheint oft f: yeer : cheer Giles 106, 
: heer (e) EFr III 330, : appere : chere AA HI 1606 usw. ; ther 
: eher : iier (ß) EFr II 905, : prayer AA HI 970; were : y-fere 

< gefera MP 283/66. 

Mit ? wird schwankendes e vor dental gebunden in dreed 
: hed < heafod : led < lajid EFr HI 642, doch ist es wohl nur 



JOHN CAPORAVE UND DIB ENOLT8CHB SCHBIFTSPRACHE. 329 

znf all, dass lead nicht im reime mit f belegt ist. Hftnfig^r ist 
$ Tor anderen konsonanten: ihere : ere < eare EFr DDE 1273, 
Udie : teehe EFr m 90, ScPh 1235, : wreche MP 276/42, specke 
: teache AA m 1460 ix. ö. 

Bokenam. 

(§ 68) ae. ^- reimt mit ?, nur zweimal mit p (mere < ae. 
mere : trz. entere HL 459, dwere : chere I 269); ae. ea stets mit f. 
Bei ? afrz. herkonft ist nur der reim enquere inl : here V 11 
ananffihren , vgl. darüber den das § 67, 8 gesagte. Dagegen 
reimt e < CB^ gewöhnlich mit sich selbst oder mit f (belege 
s. bei Hoofe s. 228) ; mit etymologischem $ finde ich nur zwei 
reime: lere : ere < eure VI 219, whete < kw(Bte : bete <b&itan 
XI 287. Auch e < a^ erscheint fast stets im ^-reim, sicher 
drede, toede, leie, strete, eue, slepe, lecke, specke^ fere, yere, 
höchstwahrscheinlich auch here ptpl., Üiere und wercj vgl. 
Hoofe 227 1 Fttr ? finde ich nur die beispiele fere : per : tere 

< tear YHI 1301, : bere < beran Pr. 149, : anstvere I 249 u. ö., 
: sere < searian I 554. 

Capgrave. 

(§ 69) Hier sind weit erheblichere abweichungen Tom reim- 
gebrauch Chaucers festzustellen. Nur für ae. ^ findet sich 
kein reim, der nicht auch bei jenem möglich wäre. 

1. ae. ^- reimt in folgenden fällen mit ß: siede : bede < 
beodan II 116, : procede IV 819, speke : sehe < secan 1 138, 
529, bere : here Pr 149, : daunger HI 304, : maner in 1472, 
dwere : here < her 1 178, II 172, 290 u. ö., : dere < deor TL 577, 
dere < derian : dere (eo) III 1816, gere : cheere : lere IV 1012, 
answere : dere < deor HI 248. 

2. ^ fi'z. Ursprunges: mene < meien : qweene TU 563, 
disese : pkse : fese = fyse < ^^n IV 1913, Qrees (eigen- 
name) : degrees III 553, reme < reatme : blaspheme I 287. 

3. e < dB^ reimt stets mit f, nicht nur in fällen, wo auch 
Chaucer f-reime hat, sondern auch in folgenden : sprede : mede 

< med I 510, deh : feel III 564, IV 1096, : wheel II 789, sweepe 
: weepe : iteQ)c V 1572 , rered : cÄered IV 723. Nur folgende 
reime deuten auf ?: lere : ere < öare III 1148, «te^e^ < stoöHan 
: ^^c V 1960, teche : jprccÄe HI 746, IV 461, 1778; dazu eere 

< ier : 6crc IV 665 (doch siehe unter 1). 



330 WILHELM BIBKLIUS, 

4. e < iS^ reimt häufiger mit p als mit f. Vgl. 

a) p-reime: dede : spede 1 170 u. ö., iprocede IV 1564 u. ö.; 
drede : yede H 291 u. ö., : spede 1 146, : heede (e) TU 749 ; rede : 
hede (e) HI 475 u. ö., : ^ede I 464, : feede V 905 usw.; sleepe : 
Jceepe : creepe V 712 ; eue : beleue V 1540 u. ö., : prette : renieue 
n 662 usw.; there : infere II 400 u. ö., : pere (frz.) II 976 u. ö., 
: (JÄereIV605usw.; bere < ftd^ron : 7iere(e) Pr 151, III 967; ger 
< geär : here (e) II 550, IV 1877 usw. Hierher werden noch 
folgende reime gehören : dede : lede V 977 u. ö. , drede : lede 
(: ^ede) II 291 u. ö., eu^ : leite (erlaubnis) : repreue III 431 u. ö., 
there : lere TV 177, feere : lere I 250 u. ö., were : leere I 806, 
da lede, leue und lere bei Chaucer, (und seinen schOlem) auch 
mit ? reimen. 

b) f-reime : dede : dede (ea) II 923, drede : hed < hmfod : 
ded < (fead IV 508 , seed : bred < bread V 897, 5^re^e : bete : 
trete III 1293, : grete IV 1739; slepe : Äepe : ?epe (inf.) V 292, 
euyne < ^fen : ewene < c/H m 362, speche : /ecÄß : preche III 
747, fecÄc : preche TV 1470, tterc : fere (cS) : bere < bera V 
1241, /cere : eere < ftire V 724; zweifelhaft sind (vgl. 1) there 
: dwere IV 260, 302, : bere inf. V 287 u. ö., : answere IV 1634, 
: ^ere : bere inf. I 653 u. ö., were : dere < derian TL 611, : bere 
inf. in 153. 

(§ 70) Eine zusammenfassende betrachtung der reime von p : f 
zeigt, dass unsre autoren, Capgrave wohl ausgenommen, die 
beiden f-qualitÄten zu sondern bestrebt sind. Wo daher für 
etymologisches f häufig ? erscheint, wird nach einem laut- 
lichen gründe zu suchen sein. Vor dental scheint bei allen 
dichtem der ae. cB^ entsprechende laut (bei Lydgate auch e < 
ea?) stark nach p zu neigen (vgl. die erhöhung von ? zu i 
in dieser Stellung). Derartiges f statt f zeigt sich auch bei 
einigen nördlichen dichtem und im 16. Jahrhundert; in einigen 
nördlichen mundarten der neuzeit sind noch heute spuren davon 
vorhanden (Luick § 349). Wenn Gower für cB^ auch vor anderen 
konsonanten fast immer p zeigt, so ist es möglich, dass wir 
bei ihm kentisches e < ae. cB^ vorauszusetzen haben. Auch 
bei den entsprechungen für ö5^ liegt es nahe, an mundartliche 
Verschiedenheiten zu denken. Wenn auch die reime me. dichter 
keineswegs immer die alte Scheidung zwischen westsächsischem 
f und anglischem p wiedei-spiegeln, so zeigt doch die trennung 



JOHN CAPGRAVE ÜNB BIB ENGIJSCHE SCHRIFTSPRACHE. 331 

beider laute in den na mnndarten (Luick § 348) , dass der 
unterschied auch in me. zeit bewahrt gewesen sein muss. 
Daher wird es kein zufall sein, dass wir ^ bei den mittellän- 
dischen dichtem Lydgate und Bokenam finden, ^ und ^ bei 
den Londonem Chaucer und Hoccleve ; wenn der Kenter Gower 
sich hier von den dichtem der hauptstadt nicht untei*scheidety so 
wird daran zu erinnern sein, dass er auch sonst manche her- 
vorstechende eigentümlichkeiten seines heimatsdialektes auf- 
gegeben hat, der ja von allen englischen mundarten am ehesten 
von der spräche der hauptstadt verdrängt wurde. 

Im 16. Jahrhundert scheint für (Je^ ebenso wie für «* meist 
? üblich geworden zu sein, wie die orthoepisten bezeugen ; nur 
für Wer, Uech, seed, speech, tveed findet sich auch der f-laut, 
auf den ja die ne. Orthographie deutet. 

Beeinflussung von e- und i-lauten durch 
benachbarte konsonanten. 

(§ 71) 1. In der nähe von palatalen und dentalen neigt 
me. g zu i. Wycliffe hat togider und sonst oft i vor ng, nk 
(Omaner 104, 106), femer Jcyuere (vgl. § 125) und birst < 
beorstan Hos. XIV 7 a. Pecock schreibt togidere 44, 93, 110 
U.Ö., Ynglond 358, 370, 487 neben England 306, 436, 516, 
ynic (frz. enque) 39, stide 196, 366, 367 u. ö. Chaucer hat 
nur togidre (t Br. § 48 III). Capgrave bietet togidir (Chr. 
2, 20, 34), Inglond und Ingland (119, 122, 124), aber nur 
Englisch (126, 133, 179), einmal schippardes < scBaphierdas 155, 
ryveling (frz. reveller) 236. Auf ae. ongegn, engen scheint 
agyn Chr. 80 zu beruhen, das auch sonst vorkommt (: dyn < 
dyne De virtute missamm , EeL Ant. I 63 , wohl ebs. agayn : 
Apolyne Sult. v. Bab. 2103). Gtemein me. ist silk < seohc (dazu 
ae. siUen, an. silhi) Chr. 122. 

Die Londoner Urkunden haben häufiger togidre als togcder, 
öfter England, englyssh als die entsprechenden t-f ormen (Mors- 
bach 30 ff.) ; gegen ende des Jahrhunderts sind nur zu belegen 
togedir u. ä. R 11, 12, 14, England 11, 13, 18 u. ö., EingUnd 68, 
kyrcheffes < covrechief73. In Suffolk erscheinen togedyr 1467: 
43, 1482 : 53, togidre 1467 : 20, Ynglond 1481 : 65, whansumiuer 
1481 : 60. Die Norfolker gilden haben seltener i als Capgrave, 
nur togider neben häufigerem togeder, einmal Ingeland (Schultz 
7 f.), in Worcester erscheint dyker < decuria 384. 



332 WILHEIiM DIBELIUfi, 

Die Paston Letters schreiben gewöhnlich togedyr u. ä., so m 
40, 102, selten togydre, so 2JP II (415), fast stets Inglonde \l ä^ 
z. b. IWiP I 29, 2JP m 137, 3JP HI 43, Englonde nur F I 92, 
2JP m 160, femer sUpherd MP II 196, cusyn MP H 203, 
äbryggyd (frz. ahregier) 3 JP TU 196 ; whyder < hwcePer WaP 
m 247, whyther 2JP H (395), HI (59), Wyndenesse day = 
ne. Wednesday MP U 249, will < tvel 2WiP I 516, II 109, 
I (297), hirtely < geheorütce Norf. HI 277, arystyd < frz. arester 
* II (118). 

Caxton hat zuweilen i vor nX; in frz. Wörtern (Römstedt 12). 

(§ 72) 2. Einfluss eines benachbarten h zeigt sich in ae. 
hiscop, das gelegentlich mit u erscheint, so in btisshop (Mors- 
bach 33), busshoppees Suff. 1467: 19, busdiopp WaP HI 246, 
ArchehussJwp MP II (373). — Wo sich sonst u für i findet, 
wird M7-einfluss (§ 74) obwalten, oder die unbetontheit des 
wertes den vokal verdumpft haben, so in fhus 1459 Norfolk 
(PL) I 461, vielleicht auch in dem reime is : thys < Ptis Part. 
295 und den von Heuser s. 12 aufgeführten fällen. 

(§ 78) 3. r-einfluss wird für Wycliffe und Chaucer ange- 
nommen in den beiden Wörtern tarien und warien < ae. wiergan 
(Gasner 106, t. Br. § 48 V) ; jedoch ist tnrien wohl an frz. targier 
angebildet, für warien ist beeinflussung durch das Substantiv 
ae. wearg (an. wargr) möglich. Doch kommt r-einfluss bei 
Wycliffe vor; die ältere fassung bietet warst (Gasner 128), 
harden < hterdon Dan. III 7, auch saruuuntis Dan. III 93, 
marueilis Joel 11 26, parfourmynge u. ä. 2 Makk. III 8, 23 ; die 
jüngere nur parfonnynge 2 Makk. HI 8. Aus Pecock gehört 
hierher höchstens marchant 166, wo indessen, wie bei den meisten 
fällen von vortonigem e + r das a aus dem Frz. herüberge- 
nommen sein kann. Bei Chaucer zeigt sich beeinflussung durch 
r in harwede < hergode, haare < heorr (an. hiarri), vgl. t. Br. 
§ 12 anm. 2, und niare < ^miere (Cromie). Aus den werken 
seiner schüler kann ich nur belegen warkes < ae. weorc : derkes 
: sparkes < ae. spcarc Lydgate AA HI 1314, herre < heorr : 
unharre usw. EFr III 1202, femer im reim zu dem eigennamen 
Marke ae. deorc Kai. 171, weorc 279; liert < heorte : deparie : 
pari Gen. 5849, : smarte < smeart : departe Wade 109, ähnlich 
1373, vgl. auch 1212. Häufig sind dagegen derartige reime in 



JOHN CAPGRAVE UND DIE BKQLISC&E 8GHRIPTBPRACHE. 338 

der volkstümlichen litteratnr, vgl. nur ioherste : faste Lon. XXV 
364, heri < heorte : parte inf . Beryn 2397, wäre frz. : bare adj. 
Cleges 16. 

Capgraves reime zeigen nur e, doch schreibt Chr. marveloas 
40, quarel 282, carl < ae. ceorl, (aber an. karV) 133, 151, 155, 
marches < merscfis sümpfe 165, Claremount 301, neben mer- 
velous 47, 90, sterres 10, 25 usw. 

Aus den Londoner Urkunden gehört hierher vereinzeltes 
warkes (Morsbach 67) , wohl auch quarester (zu queer < euer 
chor) W 105/17, gegen ende des Jahrhunderts erscheint 
ausser warkes E 63, ebs. 68, 69 auch hart < heort E 78 Qiert 
77), hart < heorte R 32, ebs. E 75, 76. Die Suffolker testa- 
mente zeigen sarmon 1467: 17, parformyd 1467: 40, die Nor- 
folker gilden far, farthynge, parsones, obsaruaunces (Schultz 
6, 18), die Verfassung von Worcester parelle \l ä. 382, 385, 
mares 384. 

In den Paston Letters ist a < e sehr häufig. 2WiP schreibt 
hartely, hare < hieran I 86, hard{e) I 87, 516, CIP arde < hierde 
I (541), MP parson 11 179 u. sehr oft, hard TU 124, far < feorr 
in 124, ward = werd < weorold DI 126, marys (ae. *miere) 
II 183, IJP hartyly II 209, qwarell 1233^ 2JP hart II (367), 
3JP murvayU ITE 257 , EP assartaynd HI 280 usw. Aus der 
wechselnden Schreibung mit er und ar in diesen Wörtern er- 
klärt sich auch das schwanken zwischen bergayn 2 JP ni 85, 
86, 87 u. ö. und bargayn 2JP III 223 < frz. bargaignier, (oder 
schon af z. mit e ?) pert und part (teil) 3JP HI 50, femer depert 
< frz. departir 3JP III 109, 110, depertyng III 289. Bemerkens- 
wert ist noch marier 2JP (DI 33) zu mery < ae. myrige. 

Bei Caxton hat die verdumpfung noch weitere fortschritte 
gemacht (vgl. Römstedt 11). 

(§ 74) 4. w-einfluss. Wycliffe kennt beeinflussung des 
e in worthy und world, wo nur die o-formen, in work (in b 
nur zweimal), wors, warst, warshipe und einmaligem suster, 
wo neben den verdumpften formen auch werk, wers (in b nur 
einmal), werst (nie in b), wirshipe (nie in b), sistir (an.) vor- 
kommen; ae. sweord erscheint nur mit e. Verdumpfung von 
ae. i ist eingetreten in woke (neben nur in a belegtem weeke), 
wamman (neben seltenem wymman der jüngeren fassung) und 



334 WII4HBLM DIBELIUSy 

wol (nach pt. wolde?) o. &. (ausnahmsweise anch teil u. ä.). YgL 
Gasner 79^ 125 f^ 109 f. Pecock hat ebenso wie die Bibel nur 
swerd 71, worihi 65, 90, 150 u. ö., world 90, 107, 119 u. ö., 
jedoch auch stets verdumpfung in wors(e) 48, 54, 286 u. ö., 
worschip 100, 149, 154 u. ö., womman 196, 226, 227 u. ö^ 
wommen 119, 124, wole 7, 15, 52 u. ö., tvoU 12, 150, 172 u. ö^ 
nur selten in worching 153, 157, 257, worchith 223, worcher 
427; häufiger sind die entsprechenden e-formen, so 137, 224, 
258 — 223, 264, 828 — 224, 4SI, stets erscheint e in werk 
35, 39, 69 u. ö. — Chaucer bietet worth, tvorthy, world, aber 
werk^ swerd, einmal soster, sonst sister (t. Br. §15^3), stets 
wersCt werst (Morsbach, Schriftspr. 156), neben wihe vielleicht 
auch wowhe (t. Br. § 85 a), neben wil auch wol (t. Br. § 197). 
Für Gower belegt Fahrenberg werst, werk, will, worth (s. 400). 
Hoccleve hat werse, swerd, wilt und wole (Vollmer 209), stets 
werlce{s) : derJce MP 28/86, 123/363, : derkes 80/192. FOr Lyd- 
gate kann ich belegen worse : curs < ae. curs : purs : hors 
PS 53 , wors : hors Th. 356 c , sonst nur e-reime wie werse : 
reherse AG 405, workes : Clerkes AA HI 1093 (a? vgl. § 73), 
swerd : afferd GW 50, 1 ; AG 625 u. ö., : crthe PS 209 ; Bokenam 
hat swerd und werk (Hoofe 220). Dieselben formen herrschen 
auch in der volkstümlichen litteratur. 

Capgrave hat in Kath. verdumpfung nur in word < worold 
(: lord I 938) und wurst (: durst III 350), sonst werke (: clerke 
n 742, in 36 u. ö., : merke III 62, ebs, 1041), wers (: rehers 
I 476, IV 192) und wcrre < an. werri : frz. werre : ferre < 
feorr I 758). — Chr. bietet stete wonian 149, 168, 176 u. ö., 
World 11, 12, 17 u. ö., worth 168, 221, 313, worchip 158, 175, 
179 und swerd 83, 93, 117 u. ö., sistir 149, 157, 172 u. oft, 
Wicetir u. ä. < Wigorna ceastcr 267, 292, 308 ; die Schreibung 
schwankt zwischen werk 152, 162, 240 u. ö. und work 145, 199, 
wers 141, 297, werst 186 und worse 251. — Verdumpfung von 
i ist zu erweisen in wtist < "^gewist zu pt. wiste : must Kath. 
DI 420 (aber wgst : euangelyst III 1440) und wolkom Chr. 248 
(hier aber stets wist 211, 213, 283 u. ö., weke 205). 

Die Londoner Urkunden zeigen weke, wyke, einmal woke, 
worst, World, wortli^ worschepe, will und woll, wull, wommanj 
suster und einmal sister (Morsbach 64ff.), in den Schrift- 
stücken aus späterer zeit kommen hinzu werk{e) E 73, 74, 
workes 67, swerdes R 17. In den Suffolker testamenten er- 



JOHN GAPGRAVE UND DIB BNGLI8CHB 6GHRIFTSPRAGHE. 335 

scheinen 1467 wyke 18, 22, 28, mü o. ä. 17, 18, 27 u. ö., 
tcoll 40, toamman, wommen 17 n. ö., werk 20, 87, 89 o. ö., 
vers 37, swerd 41, tvurshippe 17, susttfr Sl, 33, im jähre 1481 
wole 61, 62, 63, tverkes 66, 67; Worcester bietet werkedays 395, 
sworde 389, tvorshtppe 385, 407, u;o!te(n) 380, 394 neben wyüe 
401, wekeley 401. Aus Norfolk bel^ Schultz (18, 41) tvü, 
einmal wolen, swerd, werkys, worschipe u. ä., worthi u. ä., syster, 
selten suster, werld, aus dem 15. Jahrhundert kann ich hinzu- 
fügen wall 1451 PL 1 189, wuU 1482 PL m 282, 283, 284 (oft), 
wers 1451 PL I 191, warldly 1459 PL I 460. 

In den Paston Letters herrscht grosses schwanken. IWiP 
und IJP schreiben Je einmal u?erld I 26, 11 210, MP werd TL 83, 
262, m 62, World U 26, IH 135, 3JP nur warld lU 6, 32, 41 
u. ö. Zu ae. weorß bietet MP wyrskipful u. ä. 11 178, 183 u. ö., 
worchepfuU u. ft. 1 177, II 211 u. ö., wurshyp, wurchepfull MP 
I 202, n 214, m 135, IJP nur worchepfuÜ I 233 und wurchep 
n 209 , wurchepfull I 275 u. ö. , 2JP worshypfuU HI 84, 127, 
wershypfuU U (367) und wyrshypfull HL 99, 103, 114, 3JP 
worchepfuU III 12, werchepfuU IQ 140, 265. Zu ae. sweostor 
erscheint soster 2JP IH 104, suster u. ä. F I 314, 2WiP I 
516, 2JP III 102, 166, 3JP m 43, dafür isa an. syster u. ä. 
EP m 251, MP m 45, 3JP m 155 u. ö. Ae. wiersa lautet 
werse u. ä. MP I 179, II 65, 83 u. ö., IJP 11 209, 3JP m 69, 
dazu werst 3JP III 57, MP II 83, 216 , w(>rs{e) erscheint nur 
MP II 26, III 194. Stets verdumpft ist ae. wifman : wornan 
MP II 202 usw. Besonders gross sind die Verschiedenheiten 
bei ae. willan, wall, wole u. a. werden bevorzugt von MP 
(n 65, 83, in 135 u. ö.), IJP (I 233, 349, II 219 u. ö.) und 2JP 
(in 84, 86, 87 u. ö.); doch will u. ä. MP II 179, 187, 196 u. ö., 
IJP II 233, 2JP ni 100, 116, 166; 3JP dagegen bedient 
sich meist der »-formen (III 7, 31, 41; III 41, 43). Durch 
f<7-einfluss sind femer zu erklären wüUe < *ivil (=^ wyUe 
s. § 30bd) < hwil 2WiP I (303) und wut < wot (= wott 
s. § 30ba) < wät MP m 24. Nie verdumpft sind werk MP 
n 217, IJP I 252, 3JP m 144 u. ö., wyke MP H 178, 202 
u. ö., weke u. ä. MP HI 63, IJP H 209, 2JP HI 161, 3JP HI 
7, 31. Ae. sweord erscheint nur 2JP III (40) als sworde. — 
Hierher towylemonüi < iwelf, monap ? MP II (384) oder nach 
§ 71 zu beurteilen (o übergangslaut) ? 

Caxton hat stets worth, worihy, worship, world, suster, 



386 WILHELM DIBELIUS, 

neben worse nnd warst anch tcerse und werst, stets swerd, 
werk] woll ausnahmsweise neben wil (Römstedt 121). 

(§ 75) 5. Beeinflussung von e durch folgendes sc ist — wie 
bei aische, waischen (s. § 39) — eingetreten in fleisch (< flesh 
= ae. flcSsc), wie Pecock stets schreibt, so 118, 341, 492 u. ö., 
fleischli 15, 135 u. ö., threisching <])erscan ebd. 388. Er stimmt 
in diesem punkte mit Wycliffe flberein (Gasner s. 117). ünsre 
übrigen quellen kennen derartige formen nicht. 

(§ 76) 6. Nicht gerade häufig ist die entwicklung eines 
parasitischen i in der Verbindung e + gutturalem nasal. Sie 
erscheint bei Wycliffe (Gasner 106 f.) , Chaucer (t. Br. § 167), 
Lydgate {meynt zu mengath : feyrU : ateynt AG 361, ebs. EFr 
I 926, MF 252/229 und dreynt m drencan : complaynt AA II 
1492, Bokenam (bkynte zu ae. blencan : feynte < frz. feini 
1657), femer bei MP: streynkyth, streynth < *8treng}an U 
239, Freynche < Frencisc II 21. 

(§ 77) 7. Gutturalverbindungen. 

Ae. ^ + g, cg hat im allgemeinen ei ergeben, doch ist für 
ae. weg auch einige male die form tpy zu belegen. Vgl. bei 
Lonelich weye : velonye XIII 533, ebs. XIV 157, 798, in Ei 
Eth. away : remedye (Fischer 203). Aus früherer zeit füge Ich 
hinzu awy : hy XI Pains of Hell (EETS 49, s. 151) 160, owy : 
aspie Lai le Freine 302, wey : Normaundy Ferumbras 3999, 
awey : lady, cry Belag, v. Troja H 579, 618; aus der prosa 
wye < weg MP HI 25. Ob auch seye : certeynlye Lonelich 
XXV 435 u. ö. hierher zu stellen ist, scheint mir fraglich; 
*sye kann hier auf lautgesetzlichem (vgl. § 71) siggen beruhen 
mit anlehnung an die 2. 3. sing, wie lye auf liggen. 

Für ae. gelegen findet sich loy(e)n Suff. 1467: 22, 23. 

(§ 78) m.e + ^ 

hat eine dreifache entwicklung gehabt: im Norden verflüch- 
tigte sich der spirant, im mittellande und Süden verband er 
sich mit e entweder zu dem monophthong i, oder zu dem 
diphthong ei, Ueber die Verbreitung des nördlichen e sind wir 
jetzt ziemlich genau unterrichtet, dagegen herrscht über das 
Verhältnis von i zu ei in den einzelnen Wörtern, mundarten 
und Sprachperioden noch ziemliche Unklarheit, so dass eine 



JOHN CAPGRAVE UKD BIB BNOLIBCHE SCHBUTTSPRACHE. 337 

eingehende antersachung über diesen ponkt nicht ganz äber^ 
flüssig sein dürfte. 

(§ 79) me. e + ^ geht zurück auf eine Verbindung von g 
mit 1. ae. e, &>, le, 2. ae. ea (^, 3. ae. ä^, das jedoch nach 
Luick (§ 308) eine Sonderstellung einninunt, 4. an. ce, 5. an. csy. 

(§ 80) 1. ae. e, €0j U + g. 

a) Im Me. findet sich nur ein beispiel für ae. e + g: 
wryen, wreyen < wregan. (Die entsprechungen von ae. twBgen 
und begen sind nicht beweiskräftig, da daneben auch tw(Bgen, 
bäSge vorkommen), Belege: wregenn, wreghenn (iweg^enn, 
be^genn) bei Orm, forwreiefi Juliana (beie, beire zu begeti^ 
Stodte 49), wreien Ancren Riwle (s. Stratmann) , biwreie : pleie 
König Hörn 868, wraye, wrayep, wryep Dan Michel 175, {tweie : 
corteisie Beues 1184, beige : preise beute : pleige < plegan 
SüdL Legenden 85/50, 54), wriged : espied Euphrosyne 386, 
wray : pai (*Äf6?) : nmladye : fleye < fieogan Hom Childe 489, 
biwraid : layd ebd. 527, wrye : weye Mannyngs Chr. 1105, 
wryed : lyed {Uogan) Nördl. Leg. 69/394 Chaucer hat wreyen 
(t. Br. § 41 g), aber auch bewrye (: trechery : pye (Elster) Pari. 
F. 847) , femer iweyne, iweye (t. Br. § 247), Hoccleve byivreye, 
tweye, tweyne (Vollmer 213), Qenerides bewrayed : sayde 3885, 
ähnlich 4389, aber auch bewrye : hartely : soberly 4155, MMgd. 
bewray : away 533 a, (twaine : certain 532 b) , K Orl. biwried : 
Wide : side : aspide (Münster 16), biwray ; say 21, ebs. 295, 
CL bewraye : saye : frz. gay 807, bewrye : erye 1358, Lonelich 
bewreye : seye XVUl 188 (seye reimt jedoch auch mit -ly s. 
§ 75), GR bewrye : sey (inf.) 165. — Capgrave schreibt bewreyed 
194, 298. 
(§ 81) b) Sie. CO + g giebt fast stets i. 

Zeit vor Chaucer: Die Katharinengruppe hat drehen < 
dreogan, reliest (Superlativ zu hrßoh), aber auch dreien, fleide 
(pt. zu fleogan) — nach *dr^gde, fl^gde? — , flih < fleogan, lihin < 
leogan (Stodte 47 ff.), die Ancren Riwle (Mätzner) driein) 24, 2; 
39, 2, Ken 25, 3, die Predigten des Laud Ms. 483 ligere (Cohn 
18), Layamon ligen, lugen in der älteren, lege in der jüngeren 
f assung (s. Glossar), Orm leghenn, fleghenn, dreghenn (eba), Dan 
Michel lyege, lyegep, lyegere (ebs.), J>e idegen vlyep s. 58, ulyinde 
< fleogende 71. Die ersten beweisenden reime (bis dahin nur 
reime mit eo, ea + g, h) tauchen am ende des 13. oder anfaug 



838 WILHELM DIBBLIüSy 

des 14. Jahrhunderts auf. Vgl. für den Süden und das südliche 
mittelland : Magdalena (EETS 87) lie : Betanie 48, drie : lecherie 
78, Alexander flye < fleo^e : foUe 420, Rieh. Löwenherz flyes 
(sbst.) : galyes (galeren) 2502, ebs. 2917, Arthur u. Merlin 
ly^e : signifie 1625, Mittelländische fassung der sieben Weisen 
lye : prophecye 1988, Otuel lye : Oarsie 339, Euphrosyne drye : 
J^y^^ < higian 399, Margarete (Horstmann 1881) Ue : drie : siruye 
(ne. destroy) 205; Vernon Legenden (Horstmann 1878) fliges 
(ae, fleoge) : anuyges 55/846, Ms. Harl. 2253 lye : Prye < *prfes 
127/40, drege : Marye 197/25, Arthur lye : avowirye 27, Be- 
lagerung von Troja lye : sinefye L 237, Libeaus Desconnus lye 
(Kaluza LXXX), Oktavian fly (verb) : sky 196, lye : marchalsye 
: Asye 1388, Ferumbras flye (sbst.) : crye 4930, Myrc iyc : 
enuye 1288. 

Häufig sind beispiele auch im nördlichen mittelland und 
norden seit etwa 1300: Mannyng dreye : Ytalye Chr. 745, lyed : 
prophesied 2236, Minot flye (sbst.) : hye < higian I 24, //yc (v.) 
: Normundy : lye < leogaÖ : forpi VII 70, ebs. IV 73, nörd- 
liche Legenden flie : mightie 79/319, Ywain und Gkiwain fly : 
nygiVfnancy 804, nordwestl. Canticum de Creatione flye : enuye 
179, lye : »ikerlye 553, 909, ebs. 997, Belagerung von Mai- 
land dry < dreogan : / 755, Holand und Otuel flye (v.) : jplyc 
(frz.) 543. 

Wyeliffe, Chaucer und Hoccleve haben i-foimen (vgl. 
Gasner 132, t Br. § 21 f, Vollmer 213), ebenso Lydgate (lye : 
flaterye MP 258/423, flye < fliege : -ly MP 295/14 u. oft), die 
übrigen Chaucerschüler (z. b. K. Orl. lye : humbly, dry : cry, 
vgl. Münster 19) und die volkstümlichen dichter z. b. Wolfad 
lye : defye 141, Cobsam lye : by 447. 

Capgrave bietet lyge (: hardylye II 130, ebs. IV 966, 1372 
u. ö.) und flye (: lye : ydolatrye V 600, ebs. 11 208, IV 332). 

(§ 82) Selten oder nie erscheint neben lye, flye eine form 
mit ei Den reimen lain : again Cursor Mundi 1549, : pain 
5281, layne : fayne Cristophorus 151, layne : playn : fayn (}en. 
810 (ebs. 717, 772, 4885, 4992), leyne : twayne : peyne Hoccleve 
MP 110/16 liegt offenbar ae. liegnan (oder an. leyna?) 'leugnen' 
zu gründe ; wenn Lonelich einmal lye : seye < secgan XXII 92 
reimt, so sei an die bei ihm häufigen bindungen von -ly : seye 
u. ä. (s. § 77) erinnert, auch kann um diese zeit bereits ein 
sekundäres ley < ly entstanden sein ; Caxtons Schreibung leye 



JOHN CAPGBAVE UND DIlfi ENGLISCHE SCHRIFT8PBACHE. 339 

neben It^e (Römstedt 23) mag durch gesprochenes hyc, ye für 
geschriebenes Jieye^ eye (vielleicht in Verbindung mit ae. Uegnan, 
an. leyna) veranlasst sein ; fieye : weye < weg Robert Mannyng 
13872 beruht auf an. flwja. 

(§ 83) c) Bjß. te + ^ (anglisch e + ^) hat sich im Me. er- 
halten in biegan beugen, Uegan binden, hleg heu, lieg flamme. 
Die belege sind spärlich. Mätzner und Stratmann zeigen t- 
und 01-formen; in der Katharinen- und Julianenlegende er- 
scheinen beten u. ä. , leie u. ä. (Stodte 49). Die Ancren Riwle 
hat (Mätzner) beie 28, 11, tcide (s. Stratmann). An beweisen- 
den reimen kann ich nur anführen leye : eie < ege Poema 
Morale 280, tye : chyncherie Hocdeve RP 171/4744, leye : seye 

< secgaÖ Bokenam XII 447, tye : tyranny Dor. 155, iyne < 
itegan : wijn : pyne : fyne Lamb. II 25/103, wohl auch alye 

< on lege : wonderfully usw. Audelay XI P 30, vptyed : wyde 
Torrent 2658. 

(§ 84) 2. ae. ea, anglisch und spätwestsächsisch e + g. 
Hier kommen in betracht ae. eage, heah, neah, femer (selten) 
beah (ahd. bouc)y breag, leah, dffagian und die präterita der 
cM-reihe. Die handschriften des Poema Morale bieten e^e, 
he^e u. ä., auch heie (Lewin 18 f., 24). Die werke der Eatha- 
rinengruppe haben ehe, heh, hei, neh (Stodte 45, 50), die Ancren 
Riwle (Mätzner) eu; 8, 12; 10, 12 u. ö., heih 24, 2, heie 26, 13; 
30, 1, neiJi 14, 18; 22, 7 u. ö., fei < leah 31, 17, beih (pt. zu ae. 
bügan) 23, 2 , Dan Michel (s. Glossar) e^e, he^e, nie^ u. ä., Orm 
e^he, e^hne, eh(h)ne, heh, heghe, Jhehhre, iie{h)^hesst, nch{h), 
neh(h)ghenn, neghenn (s. Glossar). Die i-eimenden denkmäler 
aus frühme. zeit binden m + g, h mit sich selbst^ eo, e, le + g, 
sUv.gr und desen\ beweisende reime begegnen erst seit der mitte 
des 13. Jahrhunderts, jedoch noch nicht in denkmälem des 
reinen Südens. Vgl. aus der zeit vor Chaucer: 

Seele und leib (Mätzner) ey^e : seyse < secgan : Uye < 
lecgan : wey^e < weg 127, Sieben Weise (mittelländische fassung) 
eye : fysenamye 1073, ebs. 1969, hy^e : scky < an. sky 334, 
ebs. 1883, nee < nedh : wyly 1396, Otuel he^e : vileinie 357, 
ebs. 671, Guy of Warwick highe : Guye 1131, C 204, Marga- 
rete (Horstmann 1881, s. 489) eie : struye (distroy) 207, Robert 
von Sizilien ei^e : maystrye 343, ege : se^e < gcsegen pz. 415, 
Ms. Harl. 2253 heyse : crie : chiualerie Böddeker 142/69, heh : 



340 WILHELM DIBBLIUS, 

feh < f^h (ei) 188/30, Vernonlegenden (Horstmann 1878) ei^e 
: sHhe < sitgan 18/610, ebs. 39/268 u. ö., heig : outerly 65/246, 
njfs : ÄarcK 57/950, ebs. 993, Arthur fltf <fleh: wysely 69, Be- 
lagerung von Troja hy : cry H 1163, fley < fleah : awey H 
1251, ehester Äy, ny^e (Münster 25), Ferumbras eye : vyümye 
2255, hye : bye 1179, Oktavian ye : i^6 : marchalsye : .i^e 1S88| 
ebs. 1413, Libeaus Desconnus i^e, hi^e (Kaluza LXXX), Myrc 
ye : rybawdye 62. 

Im nördlichen mittellande belege ich aus Havelok hey : 
fri < /r^o 1071, Amis und Amiloun eyge : hendy : felonie : 
aspie 698, ebs. 2272, nördl. Kindheit Jesu I eye : heye : sey^e 
< secge : weyge 289, dye < deagian : seye < secgan 596, Ro- 
bert Mannyng ye : / Med. 101, ebs. 189, 643, 809, 811, hy : 
mercy Med. 24, ebs. 310, 380, 397, Chr. 2698, 2452, nygh : 
gladlygh Med. 90, ebs. Chr. 1654, Tristan Jiye (Kölbing LXVI); 
der Gaweindichter hat ebenfalls nur t , vgl. Hupe EETS 101, 
163, das nordwestliche Canticum de Creatione dagegen neben 
eye : descrie 719, hy : mälady 597, ebs. 694 auch heye : preye 524. 

Im norden hat der Cursor Mundi eie : seie < seon, vnsi^- 
tüige (wohl t) 6705, ei : away 13547, hij : merci 1275, wohl 
ebs. : ae. seon 7445, 10596. Richard Rolle reimt ^ + ^ an- 
scheinend nur mit sich selbst Die Yorkspiele bieten e {egJme 
: mene : wene : hydene X 288, hye : he : free XTV 10; oder 
^/i-reime?). Seit Barber ist hier e die i^egel; ausnahmsweise 
findet sich i in Roland und Otuel (hye : velanye usw. 174, 
: frz. plye : nye : flye < fleogan 546). 

(§ 85) Wycliffe schreibt €(e)^e, ei^e (K^ A) , ige (nur so 
in b), his, lieig (K), (vgl. Gasner 130), Pecock ige 212, 314, 272 
u. ö., hige 191, 205, 245 u. 5., nyg 171, 182, 208 u. ö., Chaucer 
hat ye, hy, ny, neigh, neygheboures (t. Br. §2l€, 219, 246), 
ebenso zeigen fast alle Chaucerschüler ausschliesslich t, so 
Hoccleve in MP ye : edifie 133/640, ebs. 15/206, 96/20 u. ö., 
hy : hesely : soothly 72/2, ebs. 14/194, ny : honestly 156/456, 
Lydgate eyge : Eniilie TGl 105, ebs. 262, AG 378 u. ö., highe : 
folge 2 M 399, ebs. 243, AG 803 u. ö., ny : redyly : hy < hintan 
AG 768 , Burgh eye : partye : envye 2594, doch Bokenam ye 
und eye, heye, wohl auch hye (Hoofe 252), K.OrL ye, hye, ny 
(Münster 15), Dor. hie : ydolatrie : nye : lye < licgan 130, nye 
: stedefastly 91, Wade hy : progeny 1773, ebs. 1985, 2076, nye : 
dmunccry 387, ebs. 1983 u. ö. 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE BCHRIETSPBACHE. 341 

Auch die meisten denkmäler der yolkstflmlichen litteratur 
haben nur i, so Unz. T. ee < Sage : Mary 197, GR hy : Mary 308, 
Rom. Auf. ey^e : sene 40, Ed. Eth. Äy, ny (Fischer 203), vMarg. 
Jiye : melody 588, vKath. hye : Companys 372, Bl. Hayles ney 
: truly 302, Stat. Jer. hye : crye 209, ebs. 111, 789 (: seon)^ 
Audelay nye {sage) : purgatore : se < söB iS, eyne : sayne < 
gesiene : sene < seon 45 , hye : Mary : hody 48 , Ryman ey : 
mekely CXCII 3, hy : Isay CCXXVIII 11, Abr. Is. eyne : fyn 221; 
nur Lon. kennt neben hye : crye XIV 652, nye : aspie XIH 10 
auch eye{n) : 5eye(») < 5«c<7an (doch vgl. § 77) XXIII 259, 
XXVn 329, PlSa bietet nur hey : praye : seye < secge 508. 

Capgrave hat je einmal leye < bmg : wey : seye < secgan 
I 774, eye : sey < secge II 6, sonst nur i-formen, z. b. ye:lye< 
licgan IV 687, : sacrifye IV 387, hye : fepZye II 1387, : ladye : 
magnyfye HI 873, : cry : malencoly V 1600 u. oft, nye : why 
1 517, : I III 127, : by IV 1261, in Chr. yse < eage 251, eyne 
31, 46, 78, hi{e) 23, 36, 56 u. ö., Imj 44, 92, heyer 220, ny{e) 
1, 11, 24 u. ö.; die cy-formen der prosa müssen indessen nicht 
notwendig einem ei-laut entsprechen. 

In den Paston Letters begegnen ie 2JP III 130, iee 3JP 
m 58, 68, hey < Sage Norf. III 71, high MP II 217, hyghe 2JP 
m 86, hy F I 321, hyeer 3JP HI 57, hygliest 3JP HI 144, 
Imjne < hcahnian MP II 176, nye 3JP m 259, nygh F I 314, 
nyghe 3.IP III 73, ney MP 11 195, nyer MP II 197, nyglhest 
3.TP in 140. Die Londoner Urkunden zeigen hye, heye u. ä. 
und nyebourus, neybourus u. ä. (Morsbach 71), gegen ende des 
Jahrhunderts higJie R 69, heygher E 39, nigh, nygh R 14, 17, 
die Suffolker Testamente nur high 1467: 15, die Norfolker 
Gilden heye (Schultz 20), ebs. heyer 1451 PL 1 189, aber high 
1482 III 284, Caxton hat eye, hie, liege, nyhe (Römstedt 23). 

Im nördlichen England des 15. Jahrhunderts wird ea + 
g, h gewöhnlich durch e vertreten, doch finden sich daneben 
audi die südlichen formen. Vgl Ipomedon B hije : folge 473, 
Sultan von Babylon eye : daye 2793, hye : rcdyly 1336, ebs. 
2548, ny^e : sory 1556, ebs. 697, 2657, Jakob I eye, hye (im 
V-reim, vgl. Wischmann 7), Henrison hie ; spcdilie 186/133, 
ebs. 187/162. 

(§ 86) 3. ae. 0ß + 9 scheint ausschliesslich ai ergeben 
zu haben; genügende belege hat bereits Fischer (Anglia XI 

Anglia. N. F. XI. 23 



342 wiLHüLir DiBteLitrs, 

204) beigebracht. Doch ist diese yerbindung fast nur in No- 
minibns ausreichend zu belegen, deren lautgesetzliche entwick- 
lung durch analogiewii'kung gestört sein kann, vgl. Luick § 308. 
ai erscheint demnach auch bei Wycliffe (Gasner 118), Chaucer 
(t. Br. § 41 6), Qower (Fahrenberg 401), Hoccleve (keyeipreye 
MP 46/88, ebs. 48/24, 57/25, 100/144) und Capgrave, z. b. ikeffe 
: weye I 71, II 1231, gray : icay V 435, ieyes Chr, 200, 248, 
288; doch nyhyng zu hnmgan (wiehern) Chr. 50! Die Pftston 
Letters zeigen gray 3JP IH 12, key{is) MP H 84, III 24, 
3.TP III 7, 20, die Londoner Urkunden grey, keyc (Morsbach 70), 
die Suffolker Testamente keye 1467: 22, 29; einmaliges kye der 
älteren Londoner Urkunden wird analogische Schreibung sein, 
wie Caxtons leye statt lye, 

(§ 87) Eine besondere entwicklung haben gehabt die ae. 
formen cSgPer, nieg^er < ^ägehwceper^ da sie spät ae. auch ^^per, 
*ncSper ergeben konnten, femer formen ohne umlaut *ägj>er, 
*nägpe^', *äperj ^nnj>er daneben bestanden haben. Wycliife 
hat ether, tietlier (fast stets so in b), seltener citlier, neithtr 
(in b nur ein eithir), einmal notlier in a (Gasner 118), Pecock 
oft either 8, 17, 70 u. ö., neither 14, 20, 28 u. ö., einmal outhir 
395, Chaucer nur eZ-formen (t. Br. §255), Capgrave efftJUr 
298, 309, eydir 208, neithtr u. ä. 10, 28, 76 u. ö., cfhir 201. 
Sehr mannigfaltig sind wieder die Verhältnisse in den Paston 
Letters: F hat atJür I 94, AP edyr, otvihjr I (88), IWiP nother 
I 26, 2WiP nether I (303), MP meist owthcr 11 239, 241, IH 
29 u. ö., nowthyr 1 178, 179, 11 83 u. ö., doch auch eytJier IH 44, 
n (341), neyther III 193, IJP oufher II 219, nowtJier II 221, 
2JP nowthe^' III 84, 86, eyther TL (322, 367), neythyr II (246), 
3JP stets neythyr u. ä. III 7, 41, 158 u. ö. Die Londoner Ur- 
kunden kennen other, nother, nouther und either, neither, einmal 
nethir (Morsbach 70 ff., 83); gegen ende des jalirhunderte sind 
nur ez-formen zu belegen: either R 13, 14, 20, aither(e) E 15, 
18,21, R76, neither R 70. Die Suffolker testamente bieten 
neyiher 1467: 26, 88, 39, die Norfolker gilden zweimal ethir, 
sonst eyther u. ä. (Schultz 15), die späteren Norfolker Urkunden 
nur eyther 1451 : 1 189, eitJier 1482: III 284, 287. Caxton hat 
häufig neyther und nether^ selten nother (Römstedt 24). 
Hier sei erwähnt ou^hwere < CBghfOOSr Pecock 6, 26, 47. 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENOLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 343 

(§ 88) 4. an. sUtgr wird in me. bandschiiften sly und sley 
geschrieben (vgl. Stratniann), beweisende reime sind höchst 
selten. Vgl. slygh : annye (ennut) Alexander 9, sleih : vsuri 
Yisio Pauli (EETS 49, 223) 125, sUis : weye Gregorius 97, sleie 
: trete < trega Dame Siriz (Mätzner 1 103) 159. Chaucer hat 
sly (t. Br. § 21e)y ebs. die Chaucerschule {sly : testifie GL 19), 
Cobsam slye : sykerly 305, Pecock sli^li 194, Capgrave sly 
Chr. 126, 169, slye : crye Kath. IV 369, V 467. 

(§ 89) 5. an. dcryja hat im Me. ebenfalls l- und ^/-formen 
entwickelt. Die Anci'en Riwle schreibt deien, Orm degenn. 
Ein beweisender reim erscheint im König Hom (deide : 
preide 1207), sonst sind bis zur mitte des 13. Jahrhunderts 
nur zahlreiche selbstreime zu finden. Sodann belege ich 
Will. V. Shoreham deyde : seyde 124, Richard Löwenherz 
dye : eye < ege 601, südöstliche fassung der Sieben Weisen 
dee : Company 103, ebs. 295, 345, 379 u. ö., Otuel deye : vileynie 
1188, 1193, ebs. 1366, 1701, Guy of Warwck Gier. v. Zupitza) 
dye : folie 630, : irulye C 1351, {deye) : weye A 443, ebs. A 475, 
A 1351 , südöstl. Assumptio Maiiae (Engl. St. VIII 427) die : 
profecie 264, 552, ebs. 330, 332, Gregorius dye : treye < tregian 
: pleye : way 734, Margarete (Horstmann 1881, 225) dye : heye 

< higian 310, Psalter der Muttergottes (ebd. 220) deye : daye 

< dceg 195, deien : seien < secgan 217, Robert v. Sizilien 
deye : seye < secgan 433, Ipotis dye : Caluarie 568, : tveye 312, 
Barlaam u. Josaphat (Horstmann 1875, 215) dye : sikerlye 489, 
Ms. Harl. 2253 deye : crie : chiualerie Böddeker 142/68, Vemon 
Legenden (Horstmann 1878) dyge : any^e < frz. cnnui 81/1138, 
ebs. 76/894, 87/1480, 1512, Ferumbras dye : lye < licgan 2444, 
ebs. 1861, Libeaus Desconnus die (Kaluza LXXX). 

Aus dem nördlichen mittelland und norden führe ich an: 
Havelok deye : preye 168, Nördliche Kindheit Jesu (Horstmann 
1878) A dey : hey (sbst zu higian) : cry : sekerly : Mary 57, 
deyse : fellonyse 172, dey : plcy : wey : prcy^e 458; B day : 
felany 196, day : clergy : Synay : crye 234, Robert Mannyng 
dye : fey])fullye Med. 250, ebs. 207, Clir. 2790, deye : seye Chr. 
1084, 2216, 2708 usw.; Med. 94, 837, deide : seyde Chr. 850, 
Med. 1048; Castelford meist die, einmal de (Pemn 23), Gawein- 
dichter dyse : sorquydry^e : tryge < fi-z. frier Perle 306, dyed 
: tryed : asspyed usw. 705, nordwestl. Canticum de Creatione 

23* 



S44 WILHBLM DIBBLIÜfl, 

deye : sege < secgan 65, 366, 511, ebs. 358, nördliefae Legenden 
dy : as$p9 80/150, ebs. 72/558, 75/727 u. ö., dyed : eried 33/428, 
die Yorkspiele dye : 1 IV 69, V 89, : almyghty : I : forihy X 
189, : mercy X 262, : erye usw. XI 289, : / : fatdassy usw. XTTI 
144, Ywain u. Gawein dy : ch&mhy 982, ebs. 1168, 1648, 3834, 
Job. d. Evangelist dye : byvisw. 18, ebs. 112, Belagerung y. 
Mailand neben häufigem'^ auch dy : cheualry 1185, Eoland 
u. Otuel (kein e) dy : dogheiy {doughiy) 833, ebs. 137, 180, 1026 
u. ö., Ipomedon A dye, aber meist dee (Kölbing CLXni). 

Wycliffe schreibt dye und deye (Gasner 120), Pecock die 
296, 355, 375, Chaucer hat dye und deyen (t. Br. § 21f, 41^), 
ebenso Hoccleve (Vollmer 212), Lydgate (die : fantasie usw. 
TGl 514, ebs. TGl 1000, 2M 822 usw., deye : Uye : obeye 2M 
771, ebs. TGl 587, MP 260/518, deyde : abreyde (ae. abregdan) 
245/17) und Bokenam (Hoofe 252). Die übrigen Cfaaucerschttler 
und die volkstümlichen dichter haben fast stets i, auf ee deuten 
nur die reime dye : praye GL 584, dey : sey < secge Princ Cr 132, 
Beryn 1372. 

Capgrave hat in Kath. dye (: miserye V 1753, ebs. 11 1448, 
V 999) und deye (: leye : seye V 226, ebs. II 670, 713, IV 938 
u. oft); auch Chr. zeigt dye 178, dyed 71, 137, sowie dey 179, 
deied u. ä. 5, 27, 72 u. oft. 

Die Londoner Urkunden schreiben oft dye, je einmal öfcy^r, 
deyth (Morebach 71), später je einmal dye R 69, deye R 26; 
aus Suffolk belege ich die 1470: 48, deye 1467: 26, 1481: 57, 
aus Norfolk dye 1482 PL III 286, 287, aus den Paston Lettera 
dye F I 93, 3JP IH 58, dyeih 3JP HI 259, dyed 2WiP I 516, 
EP m 280, IJP II 219, 2JP m 178, 3JP ÜI 259, nur d€y{e) 
MP m 23, 3JP II (304), deyid ebd. Caxton hat ebenfalls dye 
und deye (Römstedt 23). 

Auch im nördlicheren England kommt neben e auch i 
und (selten) ai vor. Vgl. Chaucers träum died : hied (ae. hi^ian) 
400, 533, Torrent v. Portugal dye : enetny 1572, Sultan v. Ba- 
bylon dye : waye 2282, Kind v. Bristol dyed : abide : wide : 
cryde 231, ebs. 341, 455; Jakob I hat deye und dye (Wisch- 
mann 7), Lancelot deid : denyed 215. 

(§ 90) Die vorstehenden belege lassen nun erkennen, dass 
früh me.e-i-^ in der lautgruppe « + ^ anscheinend (nyhtfng 
bei Capgrave ?) allgemein zu ai geworden ist^ in der lautgruppe 



JOHN CAPaBAVE USD DDE BNGLISCHB SCHRIFTSPRACHE. 345 

eo -h g anscheinend (dreim^, fleide in der Katharinengrappe?) 
allgemein zu i, dass aber in. aJIen übrigen Verbindungen doppel- 
förmen entstanden sind. (Von den nördlichen e < e + ^ sehe 
idh hier ab.) Dialektische yerschiedenheiten la^en sich nicht 
nadiweisen; eher kßnnte man einen zeitlichen unterschied ver- 
muten, da die ältesten me. denkmäler^ so ymt das ^ nicht 
noch erhalten ist, nur ai, dagegen nie i haben (Poema Moralß, 
Ancren Biwle, Juliane, Hörn, Orm). Wenn jedoch die spä- 
teren dichter fast durchweg die t-fonnen bevorzugen, so wird 
der grand wohl nur in deren ausserordentlich leichten reim- 
barkeit (vgl. frz. ^ie) zu suchen sein. 

(§ 91) Eine erkl&rung der doppeUormen ist schwierig. 
Einmal ist immer mit analogie und Bjstemzwang zu rechnen, 
dem fast alle hierher gehörigen Wörter (nomina und verba;, 
über erstere vgl. Luick § 308) unterliegen, femer sind eine 
reihe altnordischer 6^- formen in betracht zu ziehen. Die 
scharfe Scheidung zwischen ßo + ^ (i) und cB + g (ai) könnte 
zu der phonetisch haltbaren Vermutung führen, dass P + ^>i 
wurde und ? + ^ > ai; abweichende formen {wregan, biegan, 
iMitgan mit ai) Hessen sich durch analogie der präterita *wr^gde, 
Hegde erklären ; jedoch ist die entwicklung von €a + g,h mit 
dieser annähme schwer vereinbar. Hier haben wir im späten 
Ae. überall meist e -\- g^ h\ aber gerade im frühesten Me. 
ziemlich häufig ai. Besser passt Lnicks erklärungsversuch 
(§ 165 ff. u. ö,), silbenauslautendes ^ habe sich mit e zu ai ver- 
bunden, anlautendes s dagegen zu i. Diese hypothese lässt 
sich mit dem (fast?) ausschliesslichen i für eo + ^ und dem 
(fast ?) ausschliesslichen ai fxoc m + s vereinigen ; in ersterem 
falle kommt nur ein substantivum in betracht (fieoge), und dies 
konnte nur i ergeben; die verba dreogan, fleogan, leogan mussten 
ebenfalls i-formen entwickeln; höchstens hätte im Westsäch- 
sischen aus der 2. und 8. pers. sing, ein ai entstehen können; 
in nominibus wie cBg, clceg, grmg dagegen — verba mit (B 
kommen kaum vor und die entwicklung von s^g^er ist unsicher 
— konnte das ai des nominativs (u. akknsativs) leicht das i 
in anderen kasus verdrängen (Luick § 308). Auffällig bleibt 
jedoch die entwicklung von A» + <?; hier wären nur ie < eage^ 
hejf, nep < heah, neah zu erwarten, und eie, hy, ny lassen sich 
nur schwer mit Lnicks annähme erklären. 



316 WILHELM DIBELIUS, 

8. Me. B + tc. 

(§ 92) a) ae. eow wird in mittelenglischer zeit einerseits 
zu ftt, andererseits (wohl durch überwiegen des zweiten, dunk- 
leren elementes) zu öu. Für manche Wörter entstehen dadurch 
parallelformen, so treuthe und trouthe, reuthe und roufhe, treweti 
und trowen usw. Wycliffe kennt nur ew-formen (Gasner 133) ; 
einmal jedoch ei-scheint truewe Off enb. XXII 6 a. Pecock bietet 
gleich häufig treuth{e) 10, 11, 38 u. ö. und troxithe 10, 11, 38 u. 5., 
je einmal trutJie 363 und truthis 22, nur trowe 12, 66, 67 u. ö. 
Chaucer hat beide formen (t. Br. s. 39). Im 15. Jahrhundert 
reimt eow häufig mit frz. tV, wodurch wohl eine zwischen dem 
diphthong iu und einem u haltigen monophthong liegende aus- 
spräche angedeutet wird (auf diphthongische ausspräche des 
frz. ü in ne. weise scheint zu deuten exskeus PL 11 [27]). Die 
Chaucerschüler zeigen eow meist in selbstreimen, seltener in 
reimen, die auf den lautwert ou deuten, so Lydgate trouth : 
slouth < sUßwä AA n 87, ScPh 665 u. ö. — ebs. Capgrave Kath. 
V 915 — , rotJie < *reotvff : sloihe Th 360 c {pu : ft*?), Bokenam 
trowe : sowe (ae. säwan) 11 431, ebs. K Orl. (Münster 19). 
Häufiger sind reime mit frz. w, sowie frz. esckever, sivre, bloi 
{blou). Hoccleve bietet trewe : eschetve (Vollmer 214), Lydgate 
reneive : lesu AA III 1579, brewed : ensued ebd. lH 1688, ähn- 
liche fälle Bokenam (Hoofe 243) und Part. (Hattendorf 32). 
Weitere reime erscheinen in KemL : vntruc : issae : eschue 542 a, 
ebs. 538 b, hue < JiCow : value 540 b, Ass. L. knew : blew < bhi 
: sew < sivre 114, ebs. 258, 310, 330, BC trewe : sewe 503, newe 
: eschewe : remeve (natürlich = remiier, nicht removoir) 12, ebs. 
293, MMgd hew ; lesu : / knew 537 b, ebs. 532 b, renew : eschew 
537 b, Dor. trewe : IJiesu 54, 296. Auch in der volkstümlichen 
litteratur sind beispiele häufig. Vgl. Beryn newe : blewe < 
bloi 1733, treive : esdiewe 2618, Edw. trewe : Ihesu 282, Lamb. 
Ms, newe : vntrewe : vertu : eschewe : pursua : remewe < remuer 
1 105/74, ebs. 193/388, II 12/26, 20/64, Brompton untrewe : 
renewe : esscJiewe : pursewe 25, 43, Byman hue : vertue XV 3, 
ebs. XII 8, XIV 2 u. ö. 

(§ 93) Für auslautendes üotv nimmt ten Brink (s. 39) den 
lautwert u an, auf den allerdings schon Orms Schreibung ^w) 
für cow deutet. Dazu würden passen reime wie yow : now, 
hoiv, tou < töh bei Bokenam (Hoofe 245), you : ye mowe < 



JOHX CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIPrSPBACHE. 347 

mugon Bab. B. 153, yow : ae. hU, nü, mugon, frz. vceu K Orl. 
(Münster 19), ^etoe : howe Beryn 2113, : notve 1679, 2525, : vowe 
3050, : tnotc^ 3105, ^ou : how : now : prow^ < frz. prou Lamb. 

II 50/284; irew : now < nü Gen. 2583, 5793. Da indessen 
weder die ne. entsprechungen, noch die angaben dergramma- 
tiker auf ein reines nie. u für -eow deuten, wird wohl für das 
unbetonte fürwort (^w eine Sonderentwicklung anzunehmen 
sein. Der reim irew : now wird dann wohl, wenn er nicht 
unrein ist, den lautwert om < Bow : om < ^ haben, der übrigens 
auch in den übrigen fällen möglich ist. 

(§ 94) Capgrave reimt (^ow häufig mit frz. w, vgl. nexce : sewe 
m 309, trewe : Ihesu : grciv < greow ITI 1117, re^ieu-e ipursue 

IV 2148, grew : Ihesu IV 1974, ebs. IV 323, 1323, 1999, 2327, 

V 215. Demgemäss schreibt Chr. bisweilen eiv für frz. ü, so 
dew 51, dewti 172, endetcid 151, issew 42, porsewe 129, Hewe 
Hugo 196, tctvhel < tuelle, toaüh 199. Die ae. Wörter zeigen ew, 
so trew 4 u. oft, ireuth 27, 50 u. ö., doch stets foure 46, 47, 
53 u. ö. Bemerkenswert ist eu für festes ou in Schrcuisbury 

< Scrohhesburh 282 neben Schrouyslmry u. ä. 157, 166, 282. 

Die Paston Letters und die Urkunden schreiben fast stets 
ew, eu ; abweichend sind trow(e) < treowian IIP II 85 , 2JP 

III 87 (stets so), trowthe 3JP III 43, stuard(c) Wo I 369, 405, 
(416), *ni 334, Seint Ändrues *I 287; tnie u. ä., trotcthe, foure 
u. ä. in den Londoner Urkunden (Morsbach 75), hruynge, true 
in Suffolk 1470: 46, 1481: 64, trouth Worcester 405. 

(§ 95) b) ae. mw, eaw hatte noch im 16. Jahrhundert den 
lautwert fw, doch hat sich auch hier ein ou abgezweigt. 
VP'ycliffe hat bis auf ein strotce der älteren fassung stets av 
(Gasner 131), Cliaucer beide diphthonge (t. Br. s. 39), die 
Chaucerschüler bieten neben häufigen selbstreimen auch solche 
mit eow und frz. ü, vgl. few : untrue EemL. 538 b, shcwe : 
shrewe < screaw : grewe (pt.) ebd. 541b, few : Ikncw AssL 
489, shewe : vertue : rewe < hr^otvan Bab. B. 51, fewc : rewc 

< rcBwe : remewe < refuuer Pall. 138/927, sheiv : vertew : Jcnew 
Wade 439; vgl. auch oben slouth : trouth usw. Aus der 
volkstümliclien litteratm* seien erwähnt few : Ihesu Nun 41, 
trew : rew < hrCowan : Ihesu : sehe < sceawian ebd. 152. Cap- 
grave hat stet« scheivkl 5, 31, 130 u. ö., fenier rowe 1 ; die 
Londoner uikuuden fetce, shewe, shawc (Morsbach 74), später 



348 WIIiHJBliM BIBELIUS, 

shewe B 15, 17, 22 n. ö., ebs. in Norfolk (Schultz 20), ans den 
Paflton Letters belege ich slww o. ä. Wo I 353, IJP n 210, 
2JP n 295, EP III 278 usw., ämyd MP 11 (124), shrowe < sor€aw 
2JP in 86 neben häufigem shrewe 2 JP m 102 u. ö. Caxton 
hat ewy doch slouth und strawe (Bömstedt 25). 

üebergang von f zu i 

(§ 96) Der Übergang von ?> % wird durch die zahlreichen 
reime von f : i und die Schreibungen von • für ^ in denkmälem 
des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich gemacht. 

(§ 97) Ein derartiger reim findet sich bereits bei Gower 
(ae. Uc : ae. secan^ Fahrenberg 397). Von den Chaucerschülem 
reimt Lydgate sehr häufig ^ : i ; zu den von Schleich s. XXXIX 
angeführten fällen finden sich gegenstücke fast in allen werken 
Lydgates. Weiter belege ich (dichtungen, die ^ mit i binden 
oder sonst im reim bedeutende vokalische ungenauigk^ten 
zeigen, sind nicht berücksichtigt): GL ehe : like 561, degree : ye 

< eage 132 (das nördliche e < e + ^ \&t auch im 15. Jahr- 
hundert nicht im südlicheren England zu fijiden), AsaL. del 

< dcsl (wohl () : wü sbst. 227 , Gen. eye : certeynte : be 688, 
MMgd iyen < eagan : Icene 533 a. — Auch in der volkstümlichen 
litteratur sind beispiele häufig. Vgl. a) mit aa €o : lielde pt : 
myU Cleges 55, tyne < teona : pyne GR 291 , the <peök Stat. 
Jer. 29, ire : crye ebd. 166; hier ist auch t < kentischem %o 
denkbar, aber nicht wahrscheinlich, weil zwei der drei an- 
geführten denkmäler auch i<e zeigen, b) mit ae. ie: beleue 
: wyue vMarg. 484, hier ist i < le möglich, aber aus analogem 
gründe nicht wahrscheinlich, c) mit ae. ö u. afz. e: see (pt. zu 
seon) : thee : me Clßges 281 (auch smyght < smiian : seyd = sede 
289?), spede : dbyde Cobsam 615, hynde< gehende : fyndeVr^z.T 
191, Asye :]^e vMarg. 178, se (pt. zu seon) : he ebd. 328, feld : 
chyld ebd. 101, 396, see (pt. pl.) : mande Stat. Jer. 49, se (inl) 
: hye < heali ebd. 790. 

Aehnlich hat auch Capgrave leke <Uc:eJce JII 504, 605, 
seeke IV 1748, 1804. Nicht für voU beweisend halte ich fälle 
wie empere (i) ; peere IV 210, desyre : powere DI 510, martire 
: ere : Ure Pr 74 u. ä.; hier steht i in Suffixen und konnte in 
nebentoniger Stellung zu 9 abgeschwächt werden; es ist denkbar, 
dass die vokale solcher suffixe auch in betonter Stellung ins 
schwanken gerieten. 



JOHN CAPGRAVE UND DIB BIfaLIBCHE SCHRIFTSPRACHE. 349 

(§ 98) Ich glaube nicht, dass diese verhältnissmässig zahl- 
reichen f : f-reime nur als reimfreiheiten anzusehen sind. Mag 
auch ihre absolute zahl nicht gerade sehr gross sein, so sind 
sie doch relativ ziemlich häufig, wenn man bedenkt, dass sie 
nur den wenigen denkmälem mit guter reimtechnik entnommen 
sind; es wäre doch auffällig, dass gerade diese art ungenauer 
reime besonders beliebt gewesen sein sollte. Ausserdem zeigen 
die häufigen Schreibungen von i für ^ (s. § 99 f.) in dieser zeit, 
dass f dem alten i mindestens sehr ähnlich gewesen sein muss; 
das ae. ^ in diesen reimen wird also wohl einen dem früh me. 
i sehr nahe kommenden, oder mit ihm identischen lautwert ge- 
habt haben. Was nun die geltung des ae. i in diesen reimen 
anlangt, so hat Luick (§ 181) wahrscheinlich gemacht, dass 
nicht j zuerst zu ei vorrflckte und dann p zu f, sondern dass 
die diphthongierung des t durch den lautwandel des f veran- 
lasst wurde, i kann aber unmöglich zu ei geworden sein, 
nachdem f bereits den vollen i-laut erreicht hatte, weil sonst 
das neue % gleich dem alten hätte diphthongiert werden müssen. 
Der Übergang des t zu ai, et muss also in eine zeit fallen, wo 
f einen zwischen f und f liegenden lautwert besass ; d. h. in 
unseren ? : f-reimen kann auch das % nicht mehr intakt gewesen 
sein. Ungenau sind die f : i-reime also jedenfalls, aber die 
Unreinheit ist sehr gering, wenn man ihnen den lautwert f : 9i 
giebt, sie verschwindet fast gänzlich, wenn man für altes f die 
Vorstufe des i, den monophthong f/f, für altes t die Vorstufe 
des at, den zweigipfligen monophthong (mit ansatz zur diphthon- 
gierung) n annimmt. Zur zeit, wo die Paston Letters ge- 
schrieben wurden, die so viele i für f enthalten (vgl. § 101 f.), 
dürfte diese erste stufe wohl schon überwunden gewesen sein; 
setzen wir sie ein menschenalter früher an, so kommen wir 
in die zeit Gowers und finden dort als einzigen vokalisch un- 
genauen reim in einem höchst umfangreichen werke tic : secan. 
Obgleich es natürlich unmöglich ist, in diesem einzelnen falle 
mit Sicherheit den lautwert : %i anzunehmen (vgl. besonders 
§ 105 ; auch die unvollkommenheit der Paulischen ausgäbe ist 
zu berücksichtigen), so deutet doch dieser reim im Zusammen- 
hang mit den eben angestellten erwägungen darauf hin, dass 
zur zeit der Confessio Amantis die me. längen bereits auf dem 
wege zu ihren früh ne. lautwerten begriffen waren ; wir würden 



350 WILiHBliM DIRELIüSy 

also den beginn der ersten yokalTerschiebung noch ins 14, jahr- 
hnndert zu setzen haben. 

(§ 99) Schreibungen von t f ür p sind selten bei Pecock : 
atwyn u. ä. 11, 32, sijk < seoc 194, 218, 264 o. ö. (vgl. § 101 b), 
dide < dcBd 159, relifis<fTZ. relieflU, auch britheren 492, 493, 
543, das auf alter kürze beruhen kann. Capgrave bietet nur un- 
sichere fälle : scryves 246 neben schreves 269 (ae. s&lrger&fa) kann 
durch Synkope und metathesis aus schirreve entstanden sein; 
bei rydy = ae. gerade, ahd. J)ireiti 294 ist frühe kürzung denk- 
bar. Auch die älteren Londoner Urkunden haben nur byn und 
sike, tithes, betwyn, prist, die auch schon früher mit (ken- 
tischem ?) i vorkommen (Morsbach 59 f.). Wahrscheinlicher ist 
der lautwert i in relyvcd W 114/15 (frz. relever), femer in 
pyndlte E 73, besiged E 20 , recived R 48 der jüngeren Staats- 
urkunden (dazu byn E 31, ryves < gerefan — vgl. seryves? — 
E 54, 57), intirmeni < enterrement Suffolk 1467: 17, 24, wohl 
auch in thir < f^a (oder *Ji?ra zum sing, pere ? vgl. Sievers 
§ 337, anm. 3) 1481: 58, 63 (dazu fysympyl 1467: 31, 32, 
prist(es) 1481 : 56, 58 , 1482 : 51). In Norfolk erscheinen die 
unsicheren fälle fyse < ßos Gilden 60, mesclnf 38, femer aber 
ich{e) PL I 461, 1482 HI 282 u. ö. 

(§ 100) Nicht für sicher halte ich ferner die Schreibung ie 
für f, die auf frz. einfluss beruhen kann. Beispiele sind believe 
Capgrave Chr. 278, bien < beon, Melden < hcoldon, liiere < her 
in London (Morsbach 47, 59, 60), liemed R 58, priest in Suffolk 
1467: 38, 1481: 61 u. ö., fryerejs 1481: 55, bien Schultz 20, 
aus den Paston Letters appiere Wo I (343), bie < b&im 
Norf. I (319). 

(§ 101) Häufig sind dagegen beispiele für den Übergang von 
? zu i in den Paston Letters. Jedoch scheide ich zunächst aus 

a) alle fälle, wo i aus ^ entstanden sein kann: byn F I 92, 
AP I (255), 2WiP I (302), styU < stelan CIP I (541), gryUe < 
gretan MP U (290), ckyff< chief MP U (251), EP 1 65, hrytheren 
2JP III (15), bytte < beoton * I (40), fyrsenesae (frz. fiers) 2JP 
n (374), bryff < brief * I (57). 

b) alle fälle, wo i möglicher weise auf kentischem to statt 
öo bemhen könnte, obgleich dies % in Norfolk kaum zu erwarten 
ist: byen < beon AP I (88), syyng < seon MP II (192), syke 
<8eoc MP III 61, 2,TP HI 117, 3JP III 259 u.oft, prisi{e) 
2Wü^ I (303), MP n 179 — pmstes MP H 197 — , fye < fto 



JOHX CAPOBAVE UND DIE EM0LI8CHE SCHRIFTSPRACHE. 351 

MP I (206), attcyen < an ttveonum 2JP III 104, 199 u. ö., 
hetwyn 2JP HI 116 u. ö., knywe < cneöw{on) aiP in 164, 222, 
, lyepe<Meöp 2JP HI (235), hild<heöld Norf. I (315), hjse 
<leösan * in (308). 

Demnach bleiben noch folgende fälle als sicher übrig: 

(§ 102) a) etymologisches f: MP fyle < felan II 178, 195, 
196, hyr{e) < her II 178, 185, 198 u. ö., lyte < pt let U 185, 
spyde < sped n 188, 198, 202 u. ö., symyth, symyd (ae. seman) 
n 185, 186, 202 u. ö., wyry < werig U 188, kypc u. ä. < cepan 
n 187, 197, 198, dymeth (ae. dman) n (193), hyde < hed II 
(291), agryed {trz.agreer) II 179, (191), appyr{e) < appareir 
n (189, 193), chyre < chiere IL (225), — IJP nur agry IT 
(28) — 2JP besyche < besecan u. ä. IL (92, 93, 416), hydc < 
hed IL (417), qwyen < cwen ILl (17, 83), appyr IL (416), 
fryer III (235), qtvyr < euer Hl (16). — Femer kommt hinzu 
ryves (ae. gerefa) *III (108); nach scryves? (vgl. § 99). 

b) schwankendes e (in Suffolk meist f) : ryed < rdsdan 
3JP III 41, thir <PiBr MP II (76, 142), shype < sceäp MP II 
185, 196, 201, thyme < anglisch petn neben p{Bni (Sievers 
§ 337, anm. 4) * II (320). 

c) etymologisches f : dyell < d(Blan (in Suffolk meist f) 
3.n^ in 41, hjve < leaf (erlaubnis ; schon bei Chaucer oft f), 2 JP 
m (153) ; ichc < cele 2WiP II 109, 2JP ni 128, 3JP n 41 u. 6. 

Bei Caxton ist ie, ye, i, y für f ziemlich häufig (Röm- 
stedt 17); dagegen wird im 16. Jahrhundert, wo der Maut für 
( von den orthoepü^ten ausdrücklich bezeugt ist, trotzdem faßt 
nie i geschrieben, etwas häufiger ie, das sich ja bis heute er- 
halten hat. 

Uebergang von i<eL 

(§ 103) Wahrscheinlich deuten die § 97 aufgefülirten reime 
von f : % auch auf die diphthongierung des i. Sonst wttsste 
ich aus werken des 15. Jahrhunderts nur anzuführen myn : 
pyne : fyne : lyne < gelegen K Orl. 115, ctssigned ijoyned Edw. 
273 , einige beispiele aus Ed. Eth. (by : wey, lay ; sydc : Uydc, 
by : prey frischer 202, 205, auch enmyge : obey^e Ed. 851 !) — 
ebs. smyght < smltan : seyd < scegde Cleges 289 (oder: 8(Bde?)y 
fynde : yschent Audelay 8? — und aus Capgrave avayle : 



852 WILHELM DIBELIÜ6, 

peraylc Kath. V 1014, wo jedoch reim zweier unbetonten suffixe 
mögUch ist. 

(§ 104) Wichtiger sind einige Schreibungen der prosa. Cap'^ 
grave bietet sweire < escuyer 284, mateynes 127 (freilich in 
fakultativ nebentoniger silbe). Eine Urkunde von Herefordshire 
hat schon 1389 die wichtigen beispiele toeyf < wlf W 25/22, 
*seynge < singan 25/11, die Suffolker testamente aweys < 
frz. oüis 1467: 33, die Norfolker gilden seynge < singan 84, 
die Paston Letters abeyd < äbtdan MP II 26, deseyre < desirer 
IJP I (430), tveysse < tvlse MgP III 825, auch voysyt < visUer 
3 JP n (283) ? Dass dagegen neben dem diphthongierten vokal 
der ursprüngliche gesprochen werden konnte, machen destire 
*1 (442), Glouceterschure Chr. 189 wahrscheinlich. Hierher 
werden auch gehören die Schreibungen von e für betontes t. 
Vgl. bei Capgrave: scJiere < sinr 248, 258, Erlond u. ä. 85, 117, 
271 u. ö., Erischman 234 neben YrUnd u. ä. 137, 247 u. ö. (Oft 
belegtes Ser < frz. sire mag als proftlitische silbe vor eigen- 
namen den ton verloren haben, threes < pries 3 an three an- 
geglichen sein.) Die Suffolker testamente schreiben kche < Vic 
1467: 16 und shere < sdlr 1481: 56, die Paston Letters Uke 
TL ä. < ftc 2WiP I 86, MP II 176 u. ö., IJP I 349, 2JP TL (245), 
lehyth u. ft. 2WiP II 108, MP 11 21, IJP 11 209 u. ö., ahedyn < 
ahidan 2WiP I 515, redyng (ae. redende) CIP II 259, wret^ < 
wrlte MP I (76), nebers (ae. nmhgehUr) MP 11 (194), tedyng 
(an. tlpindi) 2WiP I (296), mene < min Norf. I 70, Erland 
* I (336), schere < sclr WP 1 179 f. u. ä. 

Caxton hat einmal leke und desered (Römstedt 20); Tyndale 
druckt dehey^ ihey<pin, dazu heyred <hgr€d, bey<bycgan 
dreye < drffge (Sopp 22) , bei Tottel findet sich einmal wheile 
(Hoelper 27). 

(§ 105) Was den beginn der diphthongierung des f betrifft, 
so haben die erwägungen von § 98 gezeigt, dass er jedenfalls 
noch ins 14. Jahrhundert zu setzen ist. Die Herefordshirer 
(Londoner? vgl. § 13 a) und Norfolker formen f^eyf, seynge von 
1889 bieten hierzu eine willkommene bestätigung; sie sind 
femer ein indirekter beweis dafür, dass das f schon damals 
einem dem i sehr nahe kommenden lautwert gehabt haben wird. 
Der beginn der vokalverschiebung wird dann wohl noch etwas 
früher anzusetzen sein, als die dort angestellten Überlegungen 
es verlangten. 



JOHN CAPGRAVE UND Dl£ BNGLI8CHE SCHRIFTSPRACHE. 353 

Besonderheiten französischer e-laute. 

(§ 106) 1. Afz. message, messagier erscheint in den Paston 
Letters mit a in der Stammsilbe, vgl. nxassache MP II 99, 
massanger MP 1 177, massenger MP HI 61, 2.TP III 117, 166, 
masenger WaP HI 225, ebs. in einer Norfolker Urkunde mussage 
1451 PLI 191. 

(§ 107) 2. Für normannisches S < laL e + n, das in der 
Schriftsprache Üblich geworden ist, erscheint in den Paston 
Letters bisweilen das spätere zentralfrz. ä, vgl jantylman MP 

1 (268), EP I (71), IJP I (295), 2JP II (41), jantylwoman EP 
ni 278. In einer späteren Staatsurkunde findet sich Franehe 
(ae. frendsc) E 2, jedenfalls unter einfluss des sbst. France. 

(§ 108) 3. Die komposita von tenir erscheinen in unseren 
quellen nicht nur mit e, sondern auch mit ey^ das auf einer 
anbildung an frz. -ieyne < -tingere beruht. Wycliffe hat sogar 
fast in allen teilen der Bibel überwiegend formen mit ey, vgL 
susteyne Dan. XI 15, conteynynge 1 Makk. XY 2 , perteyneden 

2 Makk, IV 28 , susteyne Rom. XV 1 , conteynen 1 Kor. VII 9, 
ahsteyneth 1 Kor. IX 25, susteyne{den) Ezech. XXII 14, in den 
teilen nach M jedoch kann ich nur die drei «-formen ahstene 
1 Petr. Ulla, sustenynge Jud. I 7 a und stistenyd Off enb. 11 3 a 
belegen. Sonst finde ich e nur dreimal (conieenynge Dan. III 
97, canteneih 1 Makk. XII 7 und perteneth Mark. IV 38) in der 
älteren und einmal (perteneth Apost. XXIV 25) in der jün- 
geren fassung. 

Auch bei Pecock überwiegen im allgemeinen die ej^-f ormen. 
Vgl. conteyned 143, 262, 304 u. ö. (kein e) , dbsteyne 491, 493, 
559 u. ö., ahstene 78, 188, 228 u. ö. {e häufiger als ey\ menteyne 
69, 116, 236 u. ö.y maifUeyners 549, meyntene vl ä. 68, 89, 115 
u. 5. (e häufiger), perteyne u. ä. 32, 98, 228 u. ö., nur einmal 
perienyng 47 j nur stisteyne u. ä. 98, 115, 370 u. ö. 

Ghaucer und Hoccleve verwenden nur die ursprünglichen 
e-formen, vgl. Cromie und für Hoccleve susteene : greme MP 
5/148, ebs. MP 36/362, 127/475, BP 1224, 2806, 5144, mayntene 
: kene HPr 91/2514, MP 11/86, ohteene : weene MP 159,552, 
231/435. Aus Lydgate kann ich nur einen ziemlich sicheren 
reim mit ey nachweisen : ohieyne : reyne (frz. regnier) AG 2085 ; 
unsicher ist menteyfi : peyn : ageyn AG 747 (= menteen : pine 



354 . WILHELM DIBBLIU8, 

sbst ZU ae. ptnian : aseen?), sonst erscheinen e-tormeriy vgl. 
mainteine : su^teine : greene Ä 195, PS 137, absteine : vndene 
Th 860 a usw. Die übrigen Chaucerschüler scheinen nur ey 
zn kennen, doch sind belege nicht häufig und unsicher, so 
stisteyne : peyne Bokenam XI 338, sustaine : faine < fcBge» 
MMgd 587 a, eb& 532 b, susteyn : complayne : certayne Gen. 
1062. In der volkstümlichen litteratur sind beispiele ebenfaUs 
selten; die reime deuten auf ey und e, vgl. Lonelich susteyne 
: eampleyne XVHI 271, XXHI 599, ebs. XXVIU 383, XXX 
208 u. ö. (doch v^. § 109) , daneben sosteyne : seyne < seon 
XXX 385, Beryn susiene : deme 3767. 

Capgrave kennt beide formen. Vgl. in Kath. susteene : 
beene : queme V 376, ebs. lY 1062, 1340, 2328, susteyne : 
oerfeyn : seyn < secgaf V 984, ebs. V 640, 1121, in Chr. 
meynien(eä) 218, 258, 277 u. Ö., meynteyn n. ä. 8, 97, 278 u. 0., 
conteyned 172, susleyneiß) 68, 130, 225, 280. 

In den Londoner Urkunden finden sich ebenfalls e und ey^ 
vgl. meyntene LG 6, 7, 9 u. ö., confeynyng W 99/5, meynteigne 
u. ä. M 16, 17, susteyne M 8; in den späteren Staatsurkunden 
ebs. appertene E 16, contenyng E 12, sustene E 34, mayntene 
R 70, pertenyng R 20 ; apperteyne E 16, conteigned E 73 u. ö., 
reteigned E 20 u. ö., susteine E 33, deteigne R 71, perteynyng 
RH u. ö. Nur ey erscheint in Suffolk, vgl. conteynyd u. ä. 
1470: 50, 47, 1481: 59u. ö., perteynyng 1467: 43, 1470: 45, 
1481: 61 u. ö., doppelformen in den Norfolker Gilden, vgl. 
fn€ynten(en) 14, 40, 43 u. ö., susten 114, mey{n)teyn nur 62, 88; 
dagegen bieten die Norfolker Urkunden der Paston Letters 
nur maynteynyth 1451 I 190, perteyneth 1459 I 462. In 
Worcester finde ich meyntend 382, maynteyne 389, apperteyn- 
ynge 383, 407. 

Auch die Paston Letters bieten beide formen, vgl. meynten 
XL ä. MP I (200), II 83, (189, 208, 341), Norf. 1 510, meynteyn{ed) 
F I 172, 174, MP II 83, ahsteyne * U 380, conteyned F I 418, 
conteynyng * II 223, aperteineth Norf. I 312, opteyned * I 402. 

In Caxtons RF finde ich tnayntene 65. 

(§ 108a) 4. Afz. ei < vlt. e ist, soweit es nicht za e 
monophthongiert wurde, im Me. nach normannischer art er- 
halten. Doch finden sich auch einige belege für zentralfrz. 
oi < ei (Behrens 138), so devoyr u. ä. MP 11 (142), HI 02, 



JOHN CAPORAVE UND DIB BKOLTSCHB SCHRIFTSPRACHE. 355 

IJP n (237), proye < praeda^ Mvair, royame, moyan (Röm- 
stedt 26). 

(§ 108 b) 5. Frz. qvi^erre erscheint im Me. mit e und i. Aus 
der Bibel belege ich enquijridt Dan. II 14 a, enquere (int) Apg. 
XXin 20 b, J requyre Phil. IV 17. Pecock hat nur requirid, 
reqwiriik 9, 17, 92 n. ö., enquiraunce 134, Chaacer dagegen stets 
enquere, requere (t. Br. § 68/9), auch bei seinen schülem er- 
scheinen meist 6 -formen (vgl. §§ 67, 3; 68, doch auch § 97); 
i finde ich in require inf . : desyre Dor. 804. Capgrave kennt 
nur requirith Chr. 88, inquiring 79, inquired u. ä. 51, 116 u. ö., 
ebs. die Londoner testamente: / require W 89 H, 107/30. Die 
Londoner ui-kunden späterer zeit dagegen haben neben require, 
enquire (inf.) E 69, E 16, 57 n. 0. , (konj.) R 57 auch enquere 
(inl) E 85, (konj.) E 86, requiereth R 70. In Suffolk ist fast 
nur i ttblich: i require 1467: 19, 1482: 54 u. ö., inf. 1482: 51, 
konj. 1481: 67 u.ö., requireth 1467: 29, required 1481: 59 usw.; 
seltene ausnähme ist requerith 1467: 30. Die spärlichen be- 
lege aus Norfolk lauten inquere u. ä. (inf.) 1451 I 190, 191, 
requere (inf.) 1459 I 461, I require 1482 Hl 280, required 1459 
I 463; in Worcester erscheint enqucred 388, requireth 395 u. ö. 
required 377 u. ö., require (inf.) 387 u. ö., (konj.) 391 u. ö. In 
den Paston Lettera haben nur e IJP: enquere inf. III (429), 
I requer III (430) u. ö. und 3.7 P : / reqwere III 68 , enqwer 
(imp.) in 82, (inf.) III 49, enqivcryd UI 49 u. ö,; 2,JP dagegen 
neben requer (imp.) II (414), inqueryd U (40) auch enquire 
(imp.) III 86, F etiquere (int) I 94 u. ö., inquire (inf.), requyre 
(imp.) I 174 und MP enquere I (355), inqueryd II (32) usw^ 
require (inf.) 11 21, requyryng II 201 usw. 

(§ 109) 6. Frz. ai, ei eracheint im Me. — z. t. in anglo- 
normannischer art — oft mit dem monophthong e. Die Bibel 
bietet an bemerkenswerten fällen pereeuyda Mal. III 16 a, 
oheschide IPetr. III 6a, disperide 2Makk. IX 18b; Pecock 
schreibt apperre < frz. empeirer 305, conceueden 90, perceue 9, 
reeeue u. ä. 68, 69, 71, prenU prentid (zu frz. etnpreinte) 18, 38. 
Hierher werden auch zu stellen sein die reime treyne : Jceem 
(pt. sg. zu cuman; Ms come) Stat. Jer. 106, faynt : lent : went : 
entent usw. Lamb. II 79/16, eyre (frz. air) : were Dor. 139, 
conceüe : mete < ae. mete : ete B. Gurt 248 , preise (zu a&. 
preiser) : pleise usw. (frz. plaisir) Part. 1518 , certeyn : Heyn 
< heonon Lon. XXI 308 , attayne : ayene : meane (frz. meien 



856 WILHELM DIBELIüB, 

Edw. 278, ataine : blame : schäme : same Brompton 7 (mit 
Übergang des a zn $?), und aus Capgraves werken com- 
sde : feie : stek II 459, counceled u. ä. Chr. 55, 64, 256, 
merveled 58 (doch kann auch germanische betonung mit Schwä- 
chung des suffixvokals vorliegen), egel, egil (frz. aigU 273X 
ple(e) < plait (daneben plet) 222, 235, pleted 29, 156, recei>yed 
200, mehir (frz. maire) 243. Die Londoner Urkunden bieten 
ordene W 2/8, 65/2, constrene E 72, fenyng R 58, auch reeived 
R 48, die Suffolker Testamente pere neben peyre 1467 : 40, die 
Norf olker Gilden ordened 84, 85, enplede (frz. plaidier, daneben 
pUdier) 84, 96, die Verfassung von Worcester receve 403. In 
den Paston Letters begegnen receve u, ä. 2WiP I 515, MP 11 
178, 188, 196 u. ö., perseoe + 3WiP HI 362, feüi MP H 187, 
2JP n (416), preyng (orthographisch statt preyyng ?) Norf. (?) 
I (384) — vgl. seyng sagend MP 11 215, 216 u. ö. — , stretly 
*in (310), mester, measter u.a. *in 226, 227, 228 neben 
maister, master MP 11 85 u. ö. 

3. 0- und u-laute. 

ae. ö (und früh gekürztes ö). 

(§ 110) ö erscheint vor gewissen labialen konsonanten (b, 
m, w) im Me. bisweilen als ü (Morsbach Gr. § 120, anm. 3). 
So finden sich im Beryn die reime tooll (will) : fuU 3145, 
: ptdl < pullian 3615, tvors : purs (frz.) 2954, 3688, : curs < 
cursian 8884, bei Capgrave Munday 179, 273, in den älteren 
Londoner Urkunden gelegentlich umU, umr{hy, tourskipful (Mors- 
bach 64 f.), in den jüngeren Staatsurkunden ausserdem yuven 
(pz. ptw von giefan) E 61, 64, 76 und furth(with) E 8, 20, 40 u. ö., 
R 15, wo ae. fkirpor eingewirkt haben kann. Das Suffolker 
Testament von 1467 bietet bürde 28, ctippeburd 25, tourshippe 
17, ebs. wohl auch wourld 19, 88, eine Norfolker Urkunde von 
1482 wulle PL UI 281, 282, 288. In den Paston Letters er- 
scheinen wiM MP II 249, III 23, 25 u. ö., IJP I 288, 276, 
wurcJiepfuU u. ä. (s. § 74). Auf frz. (norm.) regelrechtem u 
beruhen recumntend 2WiP I 86, gouvemaunce Wo I 858. Bei 
anderen Wörtern kann ausser ü aus gekürztem ö auch (wahr- 
scheinlicher) ü < p vorliegen : tourd u. ä. 2WiP I (302), 515, 
MP I 113, Norf. m 168 usw., wurthe IJP m (429), wuid(e) 
AP I (255), 2WiP I 87, MP II 249, (373), III 24, IJP I 233, 



JOHN CAPGKAVE UND DIB BNGUSCHB SCHRIFTSPRACHE. 357 

Norf. I 193. Ferner erscheint ti in dem satzonbetonten upun 
IJP I 233. 

(§111) Zu ae. bröhte belegt Morsbach einmal die form 
breite (6r. § 120, anm. 2) ; eine ähnliche form scheint za gründe 
zn liegen dem reim hrowghte : cawhte < ^cahte Lon. XVm 57. 
Ungenau d&rften sein howght < bohie : nowght < naunhi : 
tawght < tmhie : thawght < Jfohte PlSa 722, becau^ht : bott^ht 
Rom. Auf. 200. 

(§ 112) In den Paston Letters sind noch auffällig hist (ne. 
you losi) MP n (373) — hierher auch mast < möston IJP 11 
(237)? — , femer werd < word MP m 63, II (62, 132, 225 u. 5.), 
IJP n (237), 2JP n (246), Norf. II (206) — ebs. Mant 576 — , 
derst < dorsie MP II 201 (251), scliertly (ae. sceort 2JP 11 (374), 
Thersday < Pöresdceg MP 11 (259), ähnlich für frz. u bergeys 
< borgeois 3JP HI (53, 55). Die häufigkeit dieser formen 
deutet darauf hin, dass bereits im 15. Jahrhundert neben der 
modifikation von e auch eine solche von o bestand, dass also 
die ausspräche von ne. word, durst älter sein wird, als man 
gewöhnlich annimmt. 

ae. ü. 

(§ 113) 1. In offener silbe bieten viele ma handschriften 
statt u; auch finden sich in den meisten nördlichen, auch 
manchen mittelländischen denkmälem reime von ü- : er, die 
zuletzt von Luick durch einen Übergang von ü- > ö erklärt 
worden sind. 

Ob Chaucer wirklich laue : behaue gereimt hat, ist frag- 
lich (Luick § 507); auch unter seinen schülem haben nur 
wenige derartige reime; wone, das bei Hoccleve und sonst mit 
ö gebunden wird, wird wohl aus an. wani abzuleiten sein 
(Morsbach Gr. § 122, anm. 2). Sichere fälle bieten nur Lydgate 
{com inl : doon pz. AG 1218), Bokenam (Hofe 222), Court of 
Love (s. § 125), der roman von Partenay (Hattendorf 25), und 
Karl von Orleans (Münster 12). Auch in der volkstümlichen 
litteratur sind sichere beispiele verhältnismässig selten. Vgl. 
Lonelich come pz. : dorne XVIII 319, sone < sunu : dane pz. 
XXVII 85, 8ome < suma : coni pt XXV 214, XXX 56, 440, 
Cobsam bycome pz. : home (p ? vgl. § 119) 404, some : erame < 
(^runujL : mone (ne. moan) : do(ne) 375, Beryn son < sunu : daan 
884, icofiie : liome 1008, : ilome u.a. 329, 1311, : criatendom 

AngUm. M. F. XL 24 



858 Wn.HBÜM DlBEtTtr», 

2747 , : wisäom 4021 , Ow. Miles cumme : Iwme B 66, Ryinan 
dboue : behove : l&ve LXXV 1, aboue : dove tanbe (< *dufa? 
vgl. Luick § 552) : behove LXXXIX 1, hue : motte (oder p?) 
ebd. 2 , sonne < sunu : done XCI 3 , abotie : loue : proue 
(oder f ?) XCVI 7, sone < stmu : done : wonne pz. (t) CLX % 
Abr. Is. sann < sunü : goon < gan (p ? vgl. § 119) 420, PI. Sa 
oome : uoysdom (fakultativ unbetont) 427 ; einige beispiele auch 
in Natui-e (ßrandl XXXV). Aehnlich reimt Capgrave loue : 
rofe in 1283, : behouc Pr. 41 , I 755, : aboue : behaue (: loue) 
TL 251, 940, 1860, come : sone < sma II 869, sone < sunu : 
dan{e) III 1401, IV 1681 usw. ; auch loue : aboue t haue (p zu 
ae. haf = ne. hover I) 11 16, 912. 

Die Orthographie der prosa bevorzugt für ü- überall die 
Schreibung o ; jedoch scheint hierffii' nicht immer die Stellung 
in offener silbe massgebend zu sein (vgl. § 114). Stets findet 
sich bei Wycliffe (ausser häufigem cume in K», s. Gasner 112), 
Pecock (z. b. corne 76, undirnome 456, shoned zu ae. scunian 
227, sones 173, loue 431), Capgrave (z. b. conie 12, some (pl.) 44 
— summe 10 u. ö. — , somyr 281, son 19, above 10, hve 3, 
walnotes 312), in den Londoner uitonden (Morsbach 35), 
ebenso gegen ende des Jahrhunderts {come R 24, some R 19, 
above R 46, love R 23, auch somme R 14 u. ö., comme R 61, 
son, sonne < sunu R 44, selten summe R 79, luff R 48), 
den Suffolker Testamenten (z. b. come 30, söne 37, aftowc 46, 
woodes 61), den Norfolker Gilden (ausser einmaligem missumr, 
wo u in unbetonter silbe steht, s. Schultz 11), den spä- 
teren Norfolker Urkunden {somcr^ above PL I 462, sone 
in 285), der Verfassung von Worcester {come 381, somer 385), 
den Pa&ton Letters (z. b. come IWiP I 26, IJP I 518, 2JP 
ni 102, 3JP III 12 usw., mydsomer u. ä. MP II 176, IJP I 
519, 2JP m 86 usw^ sone 2WiP I 87, IJP H 210, 2JP ÜI 
117 usw., woodc XL ä. MP II 176, 2JP III 139, 3JP III 31 usw., 
abave MP II 185, IJP I 252, 2JP HI 86 usw., love MP 1 179, 
IJP I 276, 2JP III 103 usw. — ausnahmen s. § 114; ao 
findet sich in saon < sunu 2JP in (59), soom < suina Nor! 
I 510 (vgL § 27?) — und bei Caxton (Römstedt 15 f.). 

(§ 114) In den Paston Letters erscheint einige male au 
fttr ^ : aboufe F I 94, eaum{e), ekoulle < seulon MP n 240, 
soume MP U 241. 



JOHN CAPGBAVE UND DIB ENGLiaGHB SCHRIFTSPRACHE. 359 

(§ 115) 2. In geschlossener ^ilbe reimt u nur höchst selten 
mit ö; ich finde nur die beispiele sonne < sunne : mencione : 
ebne < gedän Wade 2249, teannc < gewunnen : done Byman 
XXI 3, CLX 2, wo für dön wohl die ausspräche *dun anzu- 
nehmen ist. Die prosa dagegen hat auch hier oft o. Die 
Bibel bevorzugt o nach to und verwendet es ziemlich häufig 
vor nasal (Gasner lllf.)i P^cock schreibt meist o in dieser 
Stellung (numke 460 , bondepz. 297, doch sungun 201, aber 
auch fortheriih 263, 304), ebenso gewöhnlich Capgrare : wonne 
185 u. ö., unmderes 14 n. ö., dranchin 74 u. ö., songen 78, 
tonge 6 u. oft , mankis 99 u. oft, jedoch auch öfters hunte 132, 
nunnes 308, wunne 155, sunne 51, tunne 51, dsundir 11, &e- 
gunne 4, wunÄ; 94, ^unj)f6 137 ; femer steht o vor r in Dorham 
192, worned 46, «?öÄc sbst 35 u. ö., trost 2 u. ö. Die Lon- 
doner Urkunden haben meist o vor nasal und nach v, to 
(Morsbach 34 ff.), ebenso die jüngeren Staatsurkunden none < 
nunne E 2, tonne < iunne E 77 u ö., woUes < wulle E 78), Die 
Suffolker Testamente bieten nonnes (ae. nunne) 1482: 50, monh 
1467 : 16, «on(^(/e ebd. 17, doch nunne u. u. 1467: 35, 1481 : 55, 56; 
in den Noi*folker Gilden scheinen o und u unterschiedslos zu 
wechseln (vgl. Schultz 10). Die Paston Letters schreiben wie 
Capgrave som (ae. sum, aber auch suma, sume u. ä.) MP II 179 
{sum MP n 203), rönne F I 418, sonne (ae. sunne) MP 11 
196, hond 2JP II 210, 3JP IE 41, fond MP I (207), 3JP HI 
256, owdrc 2JP ni 103, 5ondery MPI 110, u;oKsbst. 2JPn211, 
auch hosbond MP l 81 u. ö., trost IJP I 275, horte < frz. hurt 
2JPinil4 — u selten in Lundon 2WiP 187, 515 f.! — ; auch 
Caxton bevorzugt o in der nähe von nasal und v (Römstedt 151). 

(§ 116) Die Schreibung o für u in prosaischen denkmälem 
wird anders zu beurteilen sein, als die Schreibung » für e 
(§ 50). Letztere findet sich fast nur in offener, erstere 
dagegen ebenso häufig in geschlossener silbe. Sie lässt sich 
daher nicht mit Sicherheit auf eine lautveränderung des u 
zuiückführen, sondern kann ebenso gut schreibereigentümlich- 
keit sein. Dass aber das nördliche ? für «- im 15. Jahrhundert 
auch in südlicheren gegenden (darunter Norfolk und Suffolk) 
vorkam, scheinen die reime von ü : p- zu erweisen. 

(§ 117) Einige male erscheint m für ii (vgl. § 114): wounum 
Suff. 1467: 17, poule < pullian Norfolk 1459 PH 462; in den 

24* 



300 WILHELM DIBELIUS, 

Pa«ton Letters finde ich nur oundyrstond *I (75); dazu viel- 
leicht ous * n 213, woulde, wourde, wourshipful, wourld (s. § 110). 

00 für ü (vgl. § 113) findet sich in hoot < hiU < heütan MP 

1 178. — Ziemlich häufig steht auch w tnr u: ws, wp, cwm 
MP m 24, stwfe {u < er!) III 25, swster CIP II 19, worchypfwl, 
mwclie, cwntre, xwld CIP I (540 f.). 

(§ 118) Auffällig sind sendry (ae. smidry) 2JP II (374), 
retemed *I 73, herte (ne. hurt) MP 11 (386), vgl. darüber das 
§ 112 gesagte — hierher auch trmd < turned : ende Beryn 
2038 ? — ; femer vus <asMPH (386), Wolinster = ne. Ulster 
Chr. 175, mast < must? (ae. moste) IJP II (237). 

ae. ö. 

(§ 119) 1. g und p werden weit weniger streng geschieden 
als ? und ? (§ 64 ff.). Chaucer bindet nicht ganz selten etymo- 
logisches ö und ^ im reime, doch wird in den meisten fällen 
erhöhung des p zu ? eingetreten sein. Sicher ist dies (z. t. 
nach ausweis des Ne.) in den fällen, wo vor p ein w ausge- 
fallen ist, so twäy hwä, swä (ähnlich in wä, cnäwan?) und 
(nach dem Lautstande vieler ne. mundaiten) in ae. gan, häm, 
vielleicht auch in *bäpä (ne. hoth). Ungenaue reime scheinen 
zu sein sotlie : wrotlie, to : mo, f eigner doon : -?w. Fast die- 
selben fälle finden sich auch bei Gower. Vgl. t. Brink § 31, 
Cromie, Fahrenberg s.393f., Luick §§ 112, 143. Reime von 
ttvo, toho mit $ sind in den werken dei* Chaucerschüler häufig. 
Hoccleve bindet ausserdem einmal done mit allone RPr 5447, 
bei Lydgate reimen die präterita der ct-reüie mit denen der 
ß-reihe, so abood : stood (: blood) EFr III 624, 1083, 1189, 
AA n 1625, in 93, ferner ahood : blood Ä 293, knowe : blowe 
EFr n 673, äbrode : stode AA HI 121. Bokenam bindet sowe 
< säwan : groioe H 445, knowe : blowe HI 97, before : loor < 
lär : stvor : moor III 770. Die übrigen Chaucerschüler und 
die volkstümlichen dichter gestatten sich im allgemeinen die- 
selben freiheiten. Für Capgrave vgl. goo : (J)er)too : doo I 422, 
gon : idoon I 766, goo : thertoo : moo V 620, : too < twä : 
ondoo IV 1899, dioo : fro < an. fra I 456, : moo : soo I 452, 
doone : öone IE 1169, woo : agoo : vnto Pr. 221, knoio : growe 
n 524> 538, IV 696. 

(§ 120) 2. Auf den Übergang von 9 > ü scheinen einige 
reime von Q x ü zm deuten, die wohl ähnlich zu beurteilen sind 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 361 

wie die bindungen von f : f, da ^ und ö sich meist parallel 
entwickeln; allerdings sind im gegensatze zu jenen die bei- 
spiele recht spärlich. Vgl. lioode : coode < cuj^e Lydgate PS 
104, slioon : doun < ae. dun, soivn (frz.) PS 152, 154, growe : 
ahtve < dlouer, flowe : avotve, growe : ynowe < genöh (doch 
auch growe : knowe, sowe, throice) Palladius (s. Eeimindex), 
growe : inowe Dor. 238 , femer im schlecht reimenden Beryn 
groice : howe < hUgarh 1066, gonse < gos : Jiouse < hüs 428, 
sodann mit dem lautwert U : U noch 7nust < w^5^ : tust Bo- 
kenam XII 304, Lon. XXVII 109, mut < müt : foot : I put 
K. Orl. 232. Aus Capgrave gehört vielleicht hierher hehom : 
laue (§ 115) : shoue < seufan V 1845. 

(§121) Die prosa bietet ebenfalls nui' spärliche und z. t. un- 
sichere belege. Pecock schreibt loundage (ae. hönda) 454, 
houndis (ae. hond) 33, 56, 70 u. ö., hotmdis (ae. hond) 30, 
knouwing (p? s. § 119) 429, 5CÄMZd(; 184, 472, 487 u. oft (< nh. 
scalde? s. Sievers § 423 anm. 1), schtiting (ae. sceotan) 120, 
^utting (ae. geotan) 138, ww5^ 87, 89, 101 u. oft, Capgrave 
schuld 149, 155, 157 u. oft, s(c)hould 177, 285, woulde 120. 
Die Londoner Urkunden haben nur die sehr zweifelhaften fälle 
shuldc und muste (Morsbach 148 f.), ebenso später shuJd R 19, 
24, 49 u. ö., must R 22, in Suffolk erscheinen wourshippe u. ä. 
1467: 18, 40, 41 u. ö., wourdis 1467: 18, shulde u. ö. 146?: 18, 
27, 1481 : 57 u. oft, must 1467 : 26, 31, in Norfolk doun < dön, 
amounges, wroung (Schultz 6, 11), shulde 1459 PL I 461, 463, 
in Exeter down < gedön 381. Doch scheint auch ou für p zu 
stehen in outJie <aJ>R 12, houly < Ml Suffolk 1481 : 57, sowie 
(afz. sol ne. sole) 1467 : 45, 49. Aus den Paston Letters belege 
ich mut < möton MP III 25, mutte < möt Norf.(?) III 291, must 
2JP II 295, humc, humward < harn (s. § 119) Norf. 1 195, II 
(148), dazu scliuU u. ä. 2WiP I 515, II 109, MP II 184, 2JP H 
(370), wulde, wurd, wurthe (s. § 110), auch churily < ae. sceort 
AP I (219)? ou erscheint in goud(e) MP I (355), * I (95), coume 
< cönwn MP II 240, kowmb < comb MP I (68), woulde MP II 239, 
240, 241 u. ö., wourchipful MP 11 238, wourde U 239, choulde 
MP II 238, 239, 240 u. ö. (doch vgl. § 110, 117), dazu shwld 
MP III 24, mwste < moste CIP II 19, htvm < hwäm s. § 117, 
124 a und mit sicherer länge sshuwlde MP I (438). Gelegent- 
lich scheint ou auch für ? zu stehen, vgl. / aboude Norf. 11 
(15), outke < adlSi 12, soule u. ä. Suff. 1467: 37, 38, nowne 



362 " WILHELM DIBELIÜS, 

< ndn Norf. n (146), 'pout <potian (ne. ptif) Norf. I 70, ebs. u 
in Jiuld < healdad MP 11 (191) — vgl. Morsbach Gr. § 118, 
amn. 4 — und wut < wat MP III 24. 

(§ 122) Ans den reimen und Schreibungen des 15. Jahr- 
hunderts lässt 9ich also ein sicheres urteil aber das vorrUck^i 
des jJ > ti nicht gewinnen. Da jedoch die er-laute sich ge- 
wöhnlich mit den 5-lauten parallel entwickeln, wird wohl für 
das ^ im 15. Jahrhundert bereits ein dem u sehr nahe kom- 
mender laut anzusetzen sein. 

(§123) Auffällig sind in den Paston Letters die Schrei- 
bungen / dewe < ic dö MP I 112, gyudenesse *III 239, die 
an nördliche formen erinnern, femer ether < ö^er MP Öl 44, 
Wo I 414, de < döp 2JP m (121); hierher auch die § 47 
erwähnten formen whem, kneleche? 

ae. ü. 

(§ 124) Nach analogie der f : ^reime werden wir die § 120 
genannten bindungen von ö und ü auch als beispiele für die 
diphthongierung des u anzusehen haben. Femer werden hierher 
zu stellen sein einige fälle, wo ? mit ae. u (lautwert *d»c) 
reimt: knowe : hotve < bügan Lon. XV 63, : dbowe < ähugan 
Lam|). n 97157 , groun (sbst. zu ae. gränian) : toten < tun 
Beryn 2407, wohl auch reime von ae. u + dehnender kon- 
sonanz (ne. au) : ae. a, o + dehnender konsonanz, wo reime von 
ou < u : (ö oder ö) möglich sind : pond < pund : hond, 
bonde < bunden : londe, honde bei Lydgate und Capgrave 
(vgl. § 37) , femer botinde (ae. bunden) : honde Wade 1009, 
fände (ae. funden) : lande, stände Pall. s. 266 f., : hnde LEP 
173, ibonde : londe vMarg. 349, : sonde : londe Eyman LXXVI 4, 
fonde pz. : londe Princ. Cr 182, grounde : hond Stat. Jer. 451, auch 
down : wonde < tvandian PlSa 140, gownd (ne. gown) : stronde 
Beryn 3311 (s. bei -d); weniger sicher (U:9T) beispiele wie 
tonge : strong RPart 1491 , : long : among : gong Nun 208, 
: hnge Cleges 349, : wrong Audelay XI P 113, : song : strong 
: longe Lamb. 11 114/18, moumed : homyd Beryn 151. 

In der prosa ist die Schreibung ou für ü regelmässig; da 
sie jedoch schon seit dem 13. Jahrhundert gebräuchlich und 
französischen Ursprungs ist, beweist sie nichts für die diphthon- 
gierung. ö für ü (vgl. e für t) ist nicht ganz selten ; ich finde 



JOHN CAFGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHBIFTSPBACHE. 363 

hosil < hüsl Pecock 461, 563, ho(o)silid 35, 135, hoseled Capgrave 
Chr. 99, sondith (ne. sounds) ebd. 10 , wlio < hü ebd. 14, 28, 
91 u. ö., rome < rüm E 46 — eb& Mank. 320, 617 — pondage 
zvi pünd E 78, ton < tun Suffolk 1481 : 62 (strich über dem n!), 
ho < hü ebd. 1467: 34, 39, ton(e) < iün Norf. Gilden L 58, 
Wy 111, don < dün MP II 217, ho{o) < hü MP I 112, Til 30, 
WaP m 248, roofne < mm 2JP III 137. Für die diphthongie- 
ning beweisend dürften sein abaught < on beütan MP II (362), 
withaught < tcidütun (s. § 45) mit au für ou und ou für u. 

(§ 124a) w für ü steht gelegentlich in den Paston Letters: 
hwsis MP I (82), zw < eow, ctvnsel, vwche save MP I (67) u. ö., 
yw; MP III 25, hcd < cü^e MP I (68), hw < hü MP II (131) ; 
für frz. ü (ausspräche = ne.? vgl. § 92) in swyr (ne. sure), 
dwryng 3JP HI 49, swte (ne. suit) 3JP II (392), dwe 1 WiP I 30. 

Besonderheiten französischer o- und w-laute. 

(§ 125) 1. Einige afz. verba {movoir, prover, covrir) haben 
im Me. doppelformen entwickelt, je nachdem der vokal der 
stammbetonten oder der endungsbetonten formen {ue, o) vor- 
herrscliend wurde. 

In der Bibel erscheint movoir fast überall mit o. Vgl. 
mouyng u. ä. Matth. XXVm 2 a, Mark. XIII 8, XV 29, mouyngis 
Luk. XXI 11, moued Joh. V 4, vnmouable 1 Kor. XV 58, moue 
Offenb. II 5, fnauyd VI 13, mouede Ezech. XXXI 16 usw. ; ab- 
weichend sind nur meuyd Luk. VII 13 a, meue Mark. XVI 3 b, 
metiyng Arnos 1 14 a, Jak. III 4 b. Bei prover überwiegt in der 
älteren fassung ebenfalls der o-laut; vgl. reprou€(d) Matth. 
XVIII 15, Maik. Vm 31 , reprouydc Mark. XVI 14, prouyng 
IPetr, 1 7, proued Offenb. III 18 usw.; e erscheint nur in 
repreue (sbst.) Baruch VI 71, Mattlt XI 20 (verb), 1 Tim. V 20, 
repreuede 2 Makk. IV 33, repreuynge 2 Makk. VII 24, repreued 
Luk. IX 22, repreiiable 2 Kor. XIII 5, 6, 7. Die Ezecliiellücke 
bat uui' den beleg repreueden XX 24. Die jüngere fassung 
dagegen kennt fast nur e: reprcuydc 2 Makk. IV^ 33, rexneef 
Matth. XI 20, reprcuc MattL X VIU 15 , prcu^d Offenb. III 18 
u. oft, seltene ausnahmen mA proued u. ä. Köm. XIV 18, 1 Kor. 
XI 19, reinoue 1 Kor. 1 19. Für covrir überwiegt in K', K^ und 
A das e (und r < r) : vnJcetiered Dan. XIII 32, keuere Hab. II 1 7, 
rekyucrden 2 Makk. II 23, keuerid u. ä. Matth. VI 29, Rom. IV 7, 



364 WILHELM DIBELIU8, 

keiterynge Ezech. XXVÜI 13, leucred XXIV 7, selten daneben 
coaered u.a. Baruch VI 12, 57, discouerede Ezech. XXIQ 18. 
M dagegen hat stets oouerith Jak. V 20, couering 1 Petr. II 16, 
oouerid Offenb. VII 9 usw. Die jüngere fassung bietet bis auf 
einmaliges coueriden Hebr. XI 34 nur formen wie diskyuered 
Ezech. XXni 18, keuered Matth. VI 31, kifuerid 2 Kor. IV 8. 

Pecock hat nur o-formen wie nwve 42, 74, 238 u. ö., protie 
2, 3, 40 u. ö., improue(d) 5, 70, reproue 70, 119, 137 u. 5., 
couere u. ä. 119, 146, cotiercheef u. ä. 121, 123, 124 u. ö. 

Die dichter dagegen bevorzugen meue und pi-ette, Chaucer 
hat nur e (t. Br. § 67 (J, Cromie), Gower e und o (Fahrenberg 
403), Hoccleve nur meue (: preeue : hyUeue MP 12/140, : greve 
KP 3018, ebs. KP 3184, 3878) und preue (: Q>e)leue MP 74/55, 
ebs. MP 37/389, 87/367, RPr 4393 u. ö.), Lydgate meue (: releue 
EFr I 1086) und preue (: heleue AA II 371, 1561, : greeve : 
heleeve 2 M 618, shyrreue EFr HE 1113 u. ö.), Bokenam remeue 
(: releue : leue (erlaubnis) I 512, : (be)leue < gelle fan Pr. 112, 

I 1065) und repreue (: beleue IV 14). Auch bei den übrigen 
Chaucerschülem herrschen die e-formen; o finde ich nur bei 
K. Orl. (Münster 16, nie e) und in approve, reprove (sbst.) : above 
: love CL 96, 488. In der volkstümlichen litteratur wird eben- 
falls e bevorzugt, vgl. meve : beleve Lonelich XXVIII 166, 
preve : beleve ebd. XXI 274, meve : mysdieve : greve : beleve 
Brompton 41, reprevyn : levyn < gelle fan ebd. 31, tneeue : 
greue : bileeue : myseJieeue Lamb. I 195/429, repreef : greef : 
hef < gelte fa : clieef ebd. I 189/335 , reprevyng : levyng (l-) 
Audelay 38; o- formen erscheinen nur bei Audelay {prove : 
behove 79) und Ryman (move : love LXXXTX 2, proue : huc 
: cAoue XCVI 7. — covrir ist selten im reim z. b. recure : 
assure : auenture Lydgate AA II 178, ebs. AA II 897, 1857 
u, ö., recovere : overe : Dovere LEP 158. 

Capgrave nimmt eine bemerkenswerte Sonderstellung ein; 
er hat nur meue (: leue TU 542), remeue (: eue : preue U 660, 
: beleue IV 1252), aber preue sbst. (: beleue in 713 u. ö.) u. verb, 
(: ^eue IV 707, : Eue WL 651), repreue (: leue U 813, : yeue 

II 1323, : eue \ leue m 432), dispreue (: beleue) IV 1576 und 
praue (: laue : behoue 11 781 u. ö., : behaue HI 671, : ofcöiic 
rV 1620), reproue (: behoue : loue V 571), in Chr. ebenso meved 
u. ä. 152, 177, 219 u. ö., remeve(d) 151, 202, 208 u. ö.; apprevid 



JOHN CAPORAVE UND DIE XMaLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 365 

280, prove(d) 191, 195, 235 u. ö., reproue 247; cure< covrir 62, 
ovircured 203, recured 118 u. ö. 

In den älteren Londoner Urkunden erscheinen nnr mevabh 
u. ä. W 82/24, 107/27 u. ö., und {re)proued u. ä. M 17, 24, 30 
u. ö., ferner (re)couered W 65/12, 133/15, 18, LG 5, couerlit W 
101/20, 21 und rekeuered W 42/28, keuering W 80/12, Jceverlet 
W 41/24. Die späteren Staatsurkunden dagegen bieten für 
movoir e und o : meove E 74, remeve E 20, meovyng R 53 und 
move{d) E 5, R 23, 32 u. ö., remove R 48, reniowed R 79 — 
zweifelhaft ist der lautwert von remoeved R 17 — für prover 
nur approwers E 69, approweä R 80, für covHr finden sich nur 
recovere (sbst.) R 75. kyrcheffes R 73. Ebenso zeigen die Suf- 
folker Testamente remeve u. ä. 1467: 36, 88, 40, removyd 1467 : 
15, proved 1482: 55, approue 1481: 59, kevvr 1467: 37, keverid 
1467 : 20, 23, 25, keveryng 1467 : 22, 23, 25 u. ö., cou'lyte u. ä. 
(caverlet) 1467 : 22, 34, 1482 : 53, recou'e (= ne. recovery) 1470 : 
48, curyd 1467: 19, 42, ctiryng 1482: 54. Aus Norfolk kann 
ich anführen memd 1459 PL I 460, mevabill ebd. 461, proved 
u. ä. Gilden 55, 69 u. ö., PL I 462, discurete Gilden 55, 79, 
recured 41, kever (sbst.) 1459 I 469, 470, 471 u. ö., cover (sbst.) 
ebd. 474, 475, 1482 PL in 285, 286, 287, {un)covcrcd 1459 I 
470, 474, 1482 III 285, 286, covering ebd. 286, aus Worcester 
reproofe (sbst.) 392, proued 396, 397 u. ö., approved 388, 407, 
remove 398, discotiere 387. 

Aehnlich wie Capgrave stehen die Paston Letters. Sie 
bieten fa^t nur meve u. ä. EP HI 27, MP 1 109, III 24, 2JP HI 
82, 140, meof{f)e F I 171 u. 6., Wo I 370 usw. — moove, 
movyd u. ä. erscheint MP n 179, 196, 2JP II (370), Wo I 370, 
* IT 379, 380 — aber preue und proue : F hat prove I 322, 
Wo pref{f)e I 370, 404, 11 175, doch approwenient I 370, MP 
2)reve n. ä. I 81, 259, II 176, preve (sbst.) III 135, pravyd u. ä. 
II 186, 196, IJP preve (sbst.) I 349, j^rove (v.) II 210, 2JP 
preve (v.) III 188, 222, prove (sbst) III 166, 3JP provyth III 
178. Für covrir hat F recuvere I 372, Wo reoHvered I 853, 
MP discuyryd I 259, recure I 112, 2JP recuveryd III 114, 
coveryng II (294), III (148), descmeryng U (300), 3JP oncoverd 
ni 144, recover lU 155 ; einmal erscheint rekever * I (421). 

Caxton schreibt tneue und motce, preue und prove (Röm- 
stedt 19), ferner couere RF 71, 89, 114. Noch Tottel hat move 
und meve, femer proove, vgl. Hoelper 28. 



366 WILHELM DIBELIDS, 

(§ 126) 2. Auch afz. pueple hat doppelformen ergeben. Die 
einzelnen teile der Bibel weichen hier stark von einander Ab ; 
K> hat stets pepU (Matth. IV 16, XII 46, XIH 2 u. ö., Luk. 

I 68, II 10), K^ bietet keine belege, die übrigen handschriften 
haben stets puple IPetr. n 9, 2Petr. II 1, Jud. 5; Ezech. 
ni 5, Xn 19, Xin lO, die jüngere fassung immev puple a. a. o^ 
Pecock stets peple (1, 4, 8 u. oft) , ebs. Chancer (t. Br. § 67 d) 
Capgrave wieder j;iip76 (Chr. 17, 18, 19 u. stets). Die Paston 
Letters schwanken ; doch ist peple u. ä. das gewöhnliche : F 
schreibt peple I 172, MP meist pepyll 1 179, 11 65, 82 n. oft, 
people n 216, peopell U 216, aber auch pupyll IL 26, I (269), 
LTP puple I 348, 3JP peoptjll III 144, pepiÜ 11 (3, 4), dazu 
popell Norf. I 510. Die Londoner Urkunden schreiben nur 
pepul u. ä. W 79/20, 102/14, 106/14 , people E 20, R 12, 17, 
die Suffolker Testamente pepil(r) 1467: 19, 27, die Norfolker 
Urkunden peple N 23, pepin{e) 1459 I 461, 1465 II 224, 
Worcester people 383, 388, 389, ebenso Caxton peopU (Röm- 
stedt 19). 

(§ 127) 3. Neben der gewöhnlichen afz. form crois ist nach 
Belirens s. 157 auch das seltenere eroce ins Englische gedrungen; 
daneben findet sich cröss, das auf an. hross beruhen wird. Die 
Bibel schreibt cross{e) Matth. X 88 a, XVI 24, XXVH 32, 40, 
42, Mark. XV 21, 32, Luk. IX 23, seltener cros Mark. VHI 34, 
XV 30 a, croos Matth X 38 b, Pecock Crosse 113, 199, 200, 202 
u. oft, cros 112, 113, 166 u. oft; Chaucer hat cröis und cros 
(t. Br 8 90/, 218), Hoccleve crais (: vois MP 7/230), Lydgate 
Crosse (: lossc AG 1595), und croos (: loos Marg. 178, : aros EFr 

II 428, PS 99), Wade reimt crosse : purpose 22, In der volks- 
tümlichen litteratur ist am häufigsten crois (: vois Lon. XXI 
90 u. ö., Stat. Jer. 19, Audelay 62 u. ö., Lamb. II 48,216, : noys 
Bl. Hayles 62), seltener crosse (: lossc Audelay 26, 61; vgl. § 32, 
: ihiis PlSa 731). 

Capgrave reimt croys : voys V 234, 1130, 1746, croos : 
cloos IV 309, schreibt aber nur cros 94, 135, 136 und crosse 
106, 138, 141 u. ö. In den Londoner Urkunden eracheinen cros 
W 82/10, Crosse 101/21, 113/4, im Suffolker Testament von 
1467 cros 20, 26, 39, croos 43, in den Norfolker Gilden crouche 
(ndd. rrwce) 54, 83, Crosse 22, später crosse 1459 PL I 471, 473, 
in Worcester crosse 376, Grascroys (gnadenkreuz) 395; die 



JCHN CAPGRAVE UND DTE ENGLTSCHK SCHRIFTSPRACHE. 367 

Paston Lettere bieten crosse 2WiP I (303) und cros Norf. I 
536 (S22) ; aus Caxton belegt Römstedt s. 26 crosse. 

(§ 128) 4. Die Wörter ne. form, (ad)orn, court, die (nach der 
herkömmlichen annähme) im Zentralfranzösischen o, im Nor- 
mannischen u haben, erscheinen in unseren quellen meist in 
doppelt ormen. Wycliffe hat z. b. fourme Dan. 1 4a, XIII 31a, 
2 Makk. DI 8a (b : forme), fourmyde 2 Makk. VII 23, anourneden 
Matth. XXV 7 a, otimed Luk. XI 25 a, XXI 5a, 1 Tim. ü 9a, 
ourne Tit. 11 10a, ournyng 1 Petr. HI 3, ourneden 1 Petr. HI 5, 
Pecock fourme 47, 288, 456 u. ö^ forme 108, 473, 556 u. ö., ourned 
193, ournamentü 406, court 9, 17, Capgrave nur forme 88, 104, 134 
u. ö., omamentis 222, doch neben cort 153, 244, 277 u. ö. auch 
eourt 170, 176, 184 u. ö., die Londoner Urkunden fourme W 77/10, 
E 19, 21, R 68 u. ö., perfourtne \l ä. LG 3, E 75, R 69, er^fourmed 
M 52, E 71, R 67, refourmed E 74, neben fami^ W 91/20, 96/3, 
132/12, E 33, 47, 50 u. ö., conforme(d) E 75, R 50, 72 u. ö., en- 
formed u. ä. R 19, 74, 75 u. ö., performyng R 74, 75, court{es) E 69, 
R 45, 79, 83 u. ö.; die Suffolker Testamente furme u. ä. 1470: 48, 
1481: 61, 1482: 50 u. ö., /b(ö)mc 1467: 20, 39, 1481: 55u.ö.; 
in Norfolk finde ich fourme 1459 PL I 462, forme 1459 I 461, 
performyng ebd. 460, eouTrte Gilden 71, in Worcester forme 
392, court{e) 394, 395, in den Paston Letters infurmyd 2WiP 
I 515, forme MP II (189), 2JP III (15), 100, enformyd u.a. 
F I 171, 175, IWiP I 25, MP I 259, II 196, 197 u, ö., äJP 
n (370), 3JP m 109, 155, 159, meist coort, cort u. ä. MP II 
178, 195, 239 u. o., 2JP II 295, (246), III 261, 3JP III 31, 40, 
48, EP III 27, selten court{e) MP II 216, 240, Norf. I (193). 

(§ 129) 5. Frz. oi (uf) hat sich in unseren quellen meist 
unverändert erhalten; doch begegnet in den Norfolker Gilden 
neben noyse 81 auch nowse 72 und in den Paston Letters 
auch spoled (ne. spoiled) * II 16, ähnlich Ponyngs für den sonst 
Poynyngs geschriebenen eigennamen * I (526). Frz. coissin, 
coussin erscheint in den Londoner Urkunden als cosyonys W 
91/9 und quisshonus 102/1. Frz. destruire scheint bei Wycliffe 
formen mit ü, i und oi entwickelt zu haben. Vgl. in a: distruye 
Amos II 3, Ezech. VI 4, XIU 14 u. ö., distruyede 2 Tim. 1 10, 
distriyng Obadja 13, distrycd(e) Hebr. XI 28, Apg. in 23, 
desiricr Offenb. IX 11, destryed Ezech. XXX 4, distroye{de) 
Hebr. II 14 u. ö., Apg. VIII 3, XIX 27 u. ö.; die jüngere 



368 WILHELM DTBELIÜS, 

fassung hat distruyeä{e) Ezech. VI 6, Apg. VIII 8, sonst a. a. o. 
stets t-fonnen. — Auffällig ist paumtements = ne. appointments 
MP II (386). 

Ne. sirumpet lautet bei Capgrave strympet 52, $trumpet(tis) 
55, 134. 

4. ae. y. 

(§ 130) Bei Wycliffe wird ae. p, g sowohl in offener wie 
in geschlossener silbe meist durch i, y vertreten; nur selten 
erscheint e für p als entsprechung von ae. scyttan und an. hylja 
{beeide Arnos IX 11, Nahum IH 14, Sach. VI 12, 1 Makk. X 10 a 
u. ö.) in beiden f assungen ; in der älteren ausserdem für ae. yfd, 
bysig, styrian (steriden 1 Makk, EL 35 a), u (nur in a) f ür ae. 
%!?«, cyrice, fyllan (fulfuüe 2 Makk. XI 17 a), byrne (brunston 
Offenb. XIV 10a, XIX 20a, XX 9a, XXI Sa, Womton 
XXXVm 22 a^, byrgean, gyrdel. Ae. fnyccl lautet meist myche, 
seltener moche (labialeinfluss). Für y steht ausnahmslos i, y. 
Vgl. Gasner 114 ff., 121 f. 

(§ 131) Bei Pecock ist für p gleichfalls i die regel, e und 
u sind noch seltener als bei Wycliffe. 

a) In offener silbe steht stets i in yml 48, 94, 109 u. oft, 
bme u. ä. 53, 195, 377 u. ö., chirclie 2, 27, 32 u. oft, stirid 82, 
35, 171; neben nüclie 2, 3, 4 u. oft auch mache 130, 428; ein- 
mal buried 28. 

b) In geschlossener silbe nürt in biclipping 271, lift 530; 
Jcnyt 82, 233, rische u. ä. 166, 230 ; brigge 338, 368 ; synne 2, 
114, 119 u. ö., thinne 184; fulfiUe 7, 32, 35 u. oft, gilti 2, 3, 
105 u. oft, Ml 174, 197, 234; birthe 28, 248, 268, birthen u. ä. 
19, 155 u. ö., firste 15, 18, 22 u. oft, wirche 50, 154, 223 u. oft 
{worching u. ä. 153, 157, 223 u. ö.); e neben i in kessid^n, kis- 
siden 270, Ms^ing 270, 273, 555 ; beldingis 198, bilde 183, 365, 
442 u. oft, vngerd 135, girdel u. äi 135, 166 ; w ist zu belegen in 
lustith 155, 311, wo das sbst. ae. lust massgebend gewesen ist 

Für y erscheint stets i in pride 154, 158, 228 u. 5., litle, 
litil 65, 107, 184 u. oft, fi^r 99, Unde (sbst.) 6, 8, 18 u. oft, mynde 
4, 111, 114 u. oft. 

(§ 132) Weit zahlreicher sind die e- formen bei den dich- 
tem. Chaucer scheint zwar im allgemeiner häufiger i zu 
haben als e (vgl. Morsbach, Gr. 174 gegen t. Br. §48 XI), 
aber auch e ist recht häufig, sowohl in offener, wie in gfe- 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCURIPTSPRACHB. 369 

schlossener silbe; u erscheint in mury, -bury, thursi, hurden] 
mycel ist als mtLchc{l) zu belegen. Für y steht fast regel- 
mässig i; selten erscheint e in feer, Gower stimmt trotz 
einiger abweichungen im einzelnen (u. a. gelegentlich e für 
cynde, mynde) mit Chaucer überein. Vgl. t. Br. § 48 XI, 15 d, 
23 anm., Morsbach, Gr. 174, Fahrenberg 391 ff., 397. 

(§ 133) Hoccleve bedient sich der c-formen seltener. Mit 
e sind zu belegen ae. ästyricm ; lystan, bispytian, scyttan (Voll- 
mer 206 f., 208), ferner myrige (: blakberie : myserie RP 4716, 
ebs. KP 1476) und hyrne (: gaveme RPr. 4716). 

(§ 134) In Lydgates reimen ist dagegen e sogar häufiger 
als i. Für p finde ich a) in offener silbe cherche (: serche < 
cherchier PS 135) und mit ü murye : furye (sufftxreim ?) PS 206. 
b) in geschlossener silbe nur e in shette (: leite EFr n 661), 
lest (: rest : best TGl 485), bregge (: abrigge < abregier PS 5), 
mell (: teil Ä 388, 458), sherte (: smerte Th 367 c, PS 139, ebs. 
PS 250), werche (: serche AA II 1527), e neben i in Jcnette 
(: set EFr I 940, MP 271/171, 2M 427, ebs. EFr IH 288) und 
knyt (: wytte PS 35), senne (: renne : brenne 2M 68, ebs. 2M 725?) 
und synne (: begynne PS 165, ebs. AG 1857), nur i in kysse 
(: lysse < liÖsian AA II 659, TGl 1221), thynne (: ynne : tcynne 
AG 1997), AyZfe (: spylle : stylle : wylle PS 224). — Dagegen ist 
y meist durch i vertreten, so in pride (: syde : abyde AA III 
1062), hyde (: 6e5j/d6 MP 248/89), kij>e (: 5i^c TGl 194), kynde 
(: behynde : /ywde AA I 249), wmde (: behynde : fynde EFr II 
86), aßre (: conspire EFr 11 173) usw.; auf c deuten die 
reime hyvys : levys < Zea/* ScPh 1366, mynde : cncte (: ^nd) 
TGl 732, 1241, AG 1778, 1923, 1932, PS 75, fire : ^ere TGl 
474, : duunger 632, affyre : deere 2M 91, TGl 1362; femer 
beruht auf ae. e der reim draie {dryge trocken) : saie < secgan 
Th 356 d neben drie : Malencolie Th 368 b. Trotz Lydgates 
f : l-reimen sind formen wie mende, hevys, feer bei ihm als 
sicher anzunehmen, da sie durch ähnliche fälle bei Bokenam 
und in der prosa von Suffolk und Norfolk gestützt werden. 

(§ 135) Bokenam hat für y sehr selten e (scyttan, lystan), 
für y dagegen häufig (oft für ae. cynd(e), mynd, stets für fyr), 
vgl. Hoofe 221, 238 f. 

(§ 136) Bei den übrigen Chaucerschülem herrsclit wieder 
i für p und y, c finde ich nui* in den reimen stirre < styrian 



370 WILHELM DIBELIUS, 

: clere : ^re GL 1068, stered : couered : fered Part 2217, hnit 
: leset BCL 547 b, fyüe : welle Wade 430, Stent < styntom : 
ment (pt. zu miBnan) ebd. 1183, : augment ebd. 1272. Auf fi^ 
deutet der reim hude : multitude Gen. 1560. 

(§ 137) Häufiger erscheint e für y in der volkstftmlichen 
litteratur (die folgenden belege für p und ff stammen nur 
aus denkmälern, in denen i und g, bezw. i und f nicht ge- 
bunden werden), vgl. Lonelich kynde : ende XXVIII 8, : kende 
XXin 603, mynd^ : ende XXXIII 545, : comende pz. (ms. cö- 
menge) XXX 556, fer : (her XVI 185, Cleges stynte : hent : 
ment : sent 129, : ioent : veraniend : sent 180, Beryn (doch vgL 
§ 19) lest : 6e^ 228, 1899, : prest (ne. press) 1821, m«cÄ : fec*« 
3477, shert : Äer^ 1292, 1397, myrffi : derth (ne. dearth) 3678, 
/ir5^ : rcÄ^ 2413, 6R fyre : chere 390, Stat. Jer. hylle : wde 
(adv.) 247, Rjonan /ere : dere : 6crö < hmr : here LXXXIV 7, 
PlSa fyre : wera 692, : auter 905. Auf den lautwert ü scheint 
zu deuten crouch < crycc : huche (frz») Beryn 2509. 

(§ 138) Capgrave hat für p meist t, für ff auch häufig e. 
Für ^ steht nur i in Äyd pz. (: hyd < biddan II 321), Jcyn (: Äyw I 
441 u. ö., ebs. I 750, 11 1210 u. ö.), synne (: wynne V 267 u. ö., 
ebs. Fr. 160, 1 167, 797), dynde pt. (: fynd^ III 49), gylte (: spilt 
V 1721), fyste (< ff : wyste 11 250, 852, ebs. III 460), e neben 
% in 2e£^ (: best (frz.) II 822, ebs. 1 19, DI 261) und Ufst (: wist 
IV 435, 2281), nur e in Ä«me (: eteme V 182, 438, ebs. IV 
1587, 1622), stere (: here V 493, ebs. V 1398, H 454). Für ff er- 
scheint nur i in hyue (: iywc : thryue IV 2), prycte (: syd^ II 79 u. 5., 
ebs. V 679, 1108), hyde (: asyde IV 1605), t und 6 in kynde sbst 
(: /yndc I 791 u. 8., ebs. IV 1682, V 909), vnkynde (: hynd^ IV 
1684), keende sbst. (: eende UI 238, 760), keende adj. (: €0nde Fr« 
138 u. ö.) ; mynde (: hlynde H 468 u. ö. , eba II 1468, IV 1927), 
meende (: ende II 1008 u. ö., ebs. III 1489, V 1313); fyre, fyred 
(: desyre(d) HI 591, 627, IV 1886 u. ö.), fere (: cÄere V 293, ebS. 
Pr. 158, V 1357), hyre (: empyre : syre frz. Pr. 144), Jieere (: were 
1 264, ebs. II 115, 623), myre (: mi)yrc : syre 1 572 u. ö., ebs. II 186, 
1046, 111628), mere (: here : nianere II 880); nur e in strepe 
(: ciepc III 1093) und fese < /y^'an (: plese : disese IV 1916). 

(§ 139) In Chr. ist e für y ebenso häufig wie i, u dagegen selten. 

a) In offener silbe steht nur i in mylle < mylen 159, stets 
e in Jiepis (ae. hype) 82, evel u. ä. 13, 45, 46 u. ö^ pelou} 114, 



JOHN CAPGRAVE ÜHD DIB BNGLT8CHB SCHRIFTSPRACHE. 871 

siereiiT) 255, 299, 302 u. ö., meryQy) 247, 277 u. ö., mech 1, 2, 
8 u. oft, niechü 210, e, i und u in benj u. ä. 75, 103, hyry iL ä. 
75, 76, 107 u. oft, buried u. ä. 31, 75, 258, cherdi 76, 85, 124 
u. oft, chirch 69, 130, church 54, 241 — ded 26 u. oft kann auf 
ae. dßde neben d^ck beruhen — , nur i und w in bisi u. ä. 11, 
13, 89 u. ö., busy 118, JByry 129, Cauntirbyri u. ä. 129, 149, 
273, Canterburi u. ä. 96, 139, 140 u. ö., Salesbury 199, 257, 275. 

b) In geschlossener silbe steht stets s in spitie 177, Jcisse 
\L ö. 97, 177, bigge (an. %ffß;a) 76, 80, 153, kyn 58, 62, 128 u. ö., 
synne u. ä- 5, 6, 15 u. oft, Westminster 174, 258, 272 u. ö., 
Ymbir dayes (ae. ymbe-ryne) 69, bylid 85, s'«^ 192, 218, first 
15, 229, 293 u. ö., birih 241, flfird u.a. 118, 177, girdill u.a. 
177, 222, e und i in kß 43, 139, fe/U 83, bregge 218, inflr^c 
295, 300, Cawbi-igige) 222, 227, 230, werfÄ 145, myrth 71; nur 
e in sihettc 124, Ze«^ 75, Lenneis) 1, 276, 277 u. ö. 

Für y steht stets i in jprwfc 205, 245, 285 u. ö., lys < Igs 
(Läuse) 112, imi 11, 205 u. ö.; i und e in (oii)Ay»d(c) 56, 275 
u. ö., kynde (sbst.) 26, 97, 142, onkeende, unkeendely 275, mynde 
2, 3, 12 u, oft, mende 198, 204, /ire 6, 9, 31 u. oft, feer 8, 297, 
hired 52, 235, 252, hercs < hyr 250, /*«rcd 70, nur c in 5<epiZ 260; 
dreid (ae. drygan) wird ebenfalls hierherzustellen sein. 

(§ 140) In den Londoner Urkunden wird ^ in offener 
Silbe meist durch «, in geschlossener meist durch t vertreten; 
e findet sich stets für ae. yfel, cycene und einmal belegtem 
pylwe, gewöhnlich für byri^atiy häufig für cyrice, styrian ; fyrsi, 
'tnynsier, gelegentlich auch für bysig, fyllan\ mit u erscheinen 
oft ae. cyrice und fyrst, seltener -byrig, gelegentlich styrian, 
cyssan, fyllan; dazu u in Itist (v.), nach dem sbst. gebildet. 
Ae. mycel lautet in den privaturkimden meist fnoche u. ä., 
selten muchcy in den Staats- und parlamentsurkunden meist 
much{e), weniger häufig mocli{e), noch seltener miche und meche. 
Für y steht nur i, bis auf dreimaliges mende. Ygl. Morsbach 
37 ff., 49; Gr. 1731 

(§ 141) Aus späterer zeit sind zu belegen a) cvyll R 53, 
cherche R 1 2, churche R 70, 88, siwre < styrian E 5 ; nwche 
R 19, 24, 33 u. oft; much(e) E 39, 40, R 14 u. 5., b) Canibrigge 
E 46, 62, 63, kynnesmen R 68, 69, 75 u. 5., buylding u. ä. E 
73, 74, 75, first R 11, 12, 18 u. ö., fürst R 11, 44, 55 U.Ö., mynchyn 
< ^myncinne Nonne E 76, 77, mynte R 45, milnes R 84; hist (v) 



372 WILHELM DIBELIUS. 

R 68, 75, shertes R 73, letj < hycgan R 26; c) litilU R 33, 79, 
hjen R 80, hinde (sbst.) R 32, hyndnesse R 68, unhyndeness 
R 32, mynde R 12, 16, 18 u.ö.; erhebliche Veränderungen haben 
also nicht stattgefunden. 

(§ 142) Aehnlich sind die Verhältnisse in Suffolk. a) In 
offener silbe steht nur e in hechene u. ä. 1467 : 22, 32, 1470 : 
45, 46, steryd 1467: 15, 37, 39, e und i in cherche 1482: 50, 
51, 53 u. 0., häufiger chirche 1467 : 17, 21, 38 u. ö., 1481 : 55, 
67 u. ö., e und u in beryed u. ä. 1467 : 15, 16, 1482 : 50, luryed 
XL ä. 1481: 55, 1482: 51, nur w in Bury 1467: 15, 25 u. ö., 
1481: 55 u. ö., dazu mekyl{r) 1467: 24, 38, 47, 48, sonst nur 
mache 1467: 18, 19 u. ö., 1481: 67. b) In geschlossener silbe 
findet sich stets i in kyn{rede) 1467 : 17, 39, 1470: 48, sille 1467 
15, mille 1482: 53, bildid u. ä. 1481: 65, 66, pilve u.a. 1467 
23, 25, 34, gilt (pz.) 1467 : 15, 41, i und e in Cambridge 1467 
17, breggis 1467: 46, Cambregge 1481: 56, fulfille u.a. 1467 
21, 24, 1481: 60 u. ö., ftdfellyd 1470: 47 (zweimal), girdyl 
1467: 16, 41, gerdiU 1467: 41, nur e in shertys 1467: 34, pet 
<pytt 1467: 15, i und u in fyrst(e) 1467: 16, 37, 1470: 45 u. o., 
fursi 1481 : 55, 65 ; auf e beruht femer bey < bycgan 1467 : 26. 
c) Für y sind zu belegen litel 1467 : 16, 20, 25 u. ö. , mynde 
1467: 15, 18, 25 u. ö., 1470: 45 u. ö., 1481: 55 u. ö., kee$i < cy 
(kühe) 1482: 53, fcer<fyr 1467: 21; dazu dreyinge < drygan 
1470: 46, drye 21. 

(§ 143) Die Norfolker Urkunden bieten V, 6, und w; je- 
doch ist i fast überall (ausser in Lenne, be^-ying, Caunterbury) 
die regel, für ff erscheint nie ein anderer laut; ae. mycel lautet 
medie, mechil, mekil, in der grossen Urkunde mikil und moche. 
(Schultz 11 ff., 17). Die späteren dokumente liaben einige e und u, 
die in den Gilden nicht zu belegen sind: church 1459 PL I 462, 
sterid ebd. 460, neben einmaligem mecJ^ 1451 1 189 schreiben sie 
auch much ebd. 460, 461, 7nikeli62, moche 1482 PL II 1286. — 
Die Verfassung von Worcester hat evylle 385, moclie 402, 
brugge 396, 397, fürst 376, 390, 391 u. ö., first 402; hijre u. ä. 382, 
392, hyred 392, 395, fuyre 382, 385, huydes (ae. hyd) 396, fyÜh 396. 

(§ 144) In den Paston Letters ist e für y ziemlich häufig. 

a) In offener silbe ist nur e zu belegen in evyll u. &. 
2WiP I 515, MP I 81, IJP I 232, 3JP III 49 u. oft, kechyn 
3JP III 150, meist e, doch auch i in bcsy 2WiP I (302), MP 



JOHN CAFOBAVE UND DIB ENOLISCHB SCHBIFTSPRACHE. 37B 

II 183, 2JP ni 104, 3JP ni 7 u. ö., besynes IJP U 209, 2JP 
n (371), 3JP m 218 u. ö.; bysyer MP 11 195, bysi/nes u. ä. 
AP I (423), 2JP II (300), IH (118) u. ö., mery MP I (115 u. ö.), 
IJP II 211, 2J1> II (375 u. ö.), MgP m 293, merry 8JP II 
(121); myry{er) 2JP lU 199, 3JP IJl (35), *I 384, e, t und u 
in cfierdiie) IWiP I 25, 26, AP I 217, Norf. I 318; ehyrche 
MP II 241, 242, m 124, 3JP HI (46); church MP H (193, 
251), steryng MP U 186, HI 30, Norf. II 76, * HI (183, 186); 
styryng * IH 184; störe (=«?), * I (153), c und m in heryed 
u. ä. AP I (422), 2JP ni 117, 261, 8JP III 48; huryed 2JP 
m (224), Bery Norf. III (320), Caunterbery n. ä. MP HI (131), 
2JP III (17), 3JP II (399, 400X Btiry * I 141, 161, II (95) u. ö, 
Cantcrbury u. ä. F I (411), IWiP I 25, 2JP IH (89) usw, 
nur i in myllys MP I (531), mylUr MgP HI 292, MP I (531). 
— Sehr verschieden sind die entsprechungen von ae. mycel. 
F hat mech 1 (419), moche I 91, 92, 93 u. oft, muehe 1 378, 
nViP mecJie I 29, AP meche 1 (114, 270), mycJie I (428), Wo 
niochic) I 353, 405, 433, 2WiP mecJte 11 109, niyehe I 516, 
moche II 109, muche III 113, MP meist mych{e) I 179, H 83, 
204 u. ü., seltener moch(e) I 113, II 26, 195 u. ö., femer meche 

I 111, 112, II 242, mykyle II (386), IJP meist «loc/» 11 209, 
210, 219 u. ö., femer meche I 348, mych I 276, 2JP ebenfalls 
meist mocJie II 295, III 117, 118 u. 0., seltener myche III 114, 

II (41, 244 u. ö.), mech(e) II (327, 370, 374), 3JP meist myche 

III 12, 13, 49 u. oft, moche III 109 u.ö., EP nur mjch(e) I (71), 
III 2ö0, WaPa mych UL 246, viysch 247; erwähnenswert ist 
noch mekel *I (534). 

b) In geschlossener silbe ist i die regeL So erscheint 
nur i in pittis AP I (59), kyn, kynysman, kynred u. ä. IWiP 
I 19, 2WiP I (297), MP II (140, 364), IJP H (28), 2.JP H 
(368), synne 2JP IH (121), bylie 2JP II (339), bildyng Norf. 
I 510, gylty MP II (364), hillx * III (181), kyll < cyln Nort I 
196, schyrte u. ä. MP III 30, 3JP III 7, firsis < fyrs, ne. fur»e 
IJP I 252, hyrdyllys < hyrdel MP II 85. e und i ist zu be- 
legen in LeyMfi) 2JP II (100, 101), Lynne F 1 171 u. ö., MP 
I 202 u. 0., fulfyllc u. ä. FI 91, 372, 2JP III 164, fuUefeüe u. ä. 
Norf. I (284, 311), byrthe * I (159), berÜte MP I 259; brygg\L&. 
2JP III (17), aiP III (35), Norf. II 60, Cambryg, Cambrigge 
u. ä. 2WiP I 86, 87, MP II 188, IJP I 519 u. ö.; bregg *n 
(57), Caumbrege u. ft. AP I (422), MP I 82, nur e in shet{t(i) 

AnglU N. V. XL 25 



374 WILHELM DIBELIUS, 

3JP m 7, *I 287, *ni (182,), Wesimenstyr 3JP H (400), 
i, e und u in fyrst u. ä. F I 91, MP I 537, LTP n 219, 2JP 
m 130, 3JP III 13 usw.; ferst MgP HI 295; fursi{€) AP I 
(39), IJP I 348, II 210, i und u in dyd 2JP III 114, 3JP HI 
68 u. oft; dud * HI 227, e und u in enchis < ynce AP I (59); 
unce AP I (255), nur u in ruschis < rysce MP 11 176; schliess- 
lich lyst u. ä. MP II 184, IJP II (237), 2JP lU 100, 3JP U 
(152) u. ö., lest * in (203) ; — lusi(e) Devon I (85), Wilts IH 
416, 417. 

Für y ist 6 seltener als bei Capgrave. Stets erscheint t 
in lytyll u. ä. MP II 83, IJP I 276, 2JP IH 100, 3JP III 43 
u. ö., fyer *I (351), fyre *III (182), hycr 2JP HI 261, 3JP 
m 110, hyryd 2JP III 115, MP n (63); neben hjnde (adj.) 
2JP m 114, 3JP III 178, iyndnesse 3JP III 13, onlyndnesse 
MP m 30 steht keynd (adj.) MP III 30, neben mynd(e) AP 
n 71, 2JP III 129, 3JP in 159, EP m 278 u. oft auch mend 
u. ä. MP in 29, n (362), + 3WiP in 352, 361, Nort + HI 379. 

Trotzdem die orthographischen eigentümlichkeiten der 
Paston Letters (vgl. §§25, 101 f., 104) es nicht gestatten, in 
jedem einzelnen falle die ausspräche der Schreibung gleich- 
zusetzen, wird doch wohl i für y die regel gewesen sein, e eine 
seltene ausnähme, die jedoch durch analoge formen der übrigen 
ostmittelländischen quellen gesichert wird. 

(§ 145) Bei Caxton ist für ^ in offener silbe c, in ge- 
schlossener i die regel ; u findet sich nur selten (burye, burthcn, 
bules] femer forst statt fürst RF 16); ae. mycel lautet gewöhn- 
lich modie, selten mykyl Fflr g erscheint stets i bis auf ein 
Jcene (Römstedt 14, 20). 

(§ 146) Ueberblicken wir noch einmal die entsprechungen 
von ae. y, so fällt zunächst auf, dass der laut u ausserordent- 
lich selten ist. Ueberall ist er nur sporadisch vertreten, ver- 
hältnismässig häufig noch bei ae. byrgean, Byrig, bysig, fyllan, 
fyrst, hype, an. hylja, wo durch nähe einer labialis der vokal 
gerundet sein kann, ferner bei ae. cyrice. Für g findet sich u 
nur in Worcester, wohl auch bei Lydgate und im Generides. 

e dagegen ist weit häufiger. In offener silbe ist es z. t 
die regel, ist aber auch in geschlossener nicht selten, so dass 
e<p nicht mit dem aus f- entwickelten identisch sein wird. 




JOHN CAPGRAVE UND DIB EKQLISCHE SCUBIFTSPRACnE. 375 

Die dialektischen verscliiedenheiten zwisclien südöstlichem 
c und südwestlichem u sind zum grössten teil geschwunden, 
doch erinnert noch an die früh-me. Verhältnisse die Seltenheit 
von e bei Wycliffe und Pecock und die fonn fuyre in Worcester. 
Fast ganz untergegangen ist das westliche u (nur fuyre, huydes 
und churche lassen sich mit einiger Sicherheit darauf zurück- 
führen), während das östliche e grössere widerstandski'aft ge- 
zeigt hat. Dabei beschränkt sich e keineswegs auf den reinen 
Süden ; anscheinend ist es vielmehr in der hauptstadt (Londoner 
Urkunden, Chaucer, Hoccleve) etwas seltener als im südöstlichen 
mittelland (Suf f olker Testamente, Lydgate, Bokenam, Capgrave) ; 
namentlich zeigt sich dies in formen, wie niende, keende, fer, die 
in Suffolk und Norfolk entschieden häufiger sind als in London. 

(Fortsetzung folgt.) 

Berlin (Gross-Lichtebfeloe). Wilhelm Dibelius. 



25* 



POE'S CRITICISM OF HAWTHORNE. 



Tlie following pages contain the result of an attempt to 
ascertain the significance of a few words in one of Poe's 
critical articles, preserved in the various editions of hLs 'coni- 
plete works'. Notmthstanding the opinions of men so well 
qualified to speak on the matter as Professor Richardson and 
Professor Woodbeiry, most readers of Poe are inclined to 
pass over his work as a critic with a smile or a shrug. 
They transfer the well known weaknesses of his moral cha- 
racter to his intellectual character, although they would scout 
as naiTOw the application of the same rules of judgment to 
his fiction or his verse. They hold, that is, — although they 
niight resent so bald a Statement of their position — they 
hold that l)ecause Poe was intemperate in the matter of drink, 
he must have been intemperate in his judgment of a book; 
that because he was not very scrupuloiis in business matters, 
he must have been unscrupulous in what he said of contem- 
porary literature. In Short, they are very ready to put the 
Stigma of insincerity on all that he did except what they 
distinguish as his 'Art'. This attitude is neither just to Poe 
nor profitable to those who assume it. Poe himself believed, 
apparently, that his critical work was his most important 
contribution to American letters. Many of his reviews are 
beyond doubt the product of close thought and earnest feeling: 
and the thought and feeling of Edgar Poe in a matter of 
literature is worth considering. Especially wiien he delivers 
himself on a contemporary whose name is great among us 
still, as in the pages on Hawthorne that appear in his 
collected works, are we interested to know what he had to 
say. Hawthoi-ne was looked upon by Poe in the light of a 
rival: we cannot therefore expect impartiaJity in what Poe 



H. M. BELDEN, POE's CRTTICISM OP HAWTHOBNE. 377 

says of him, bat we may expect appreciation, eamestness, and 
insight. 

The criticism of Hawthorne to be found in the various 
coUected editions of Poe's works^) is not at first sight very 
encouraging to believers in Poe's critical powers; it seems a 
hopeless tangle of contradiction. At first he lands Hawthorne 
as * original in all points'; a little later we read: 'The fact 
is, he is not original in any sense.' The contradiction, however, 
is explained if not removed when we learn (as we do from 
the notes in the Stedman and Woodberry edition) that the 
traditional critique is a mere piece of editorial joinery. The 
part in which Hawthorne is declared to be 'original in all 
points' was, in its first estate, a review of the 'Twice Told 
Tales' published in Graham's Magazine for May, 1842; the 
part in which Hawthorne is denied any originality was first 
printed in Godey's Lady's Book in November, 1847, and is 
primarily a review of the 'Mosses fi'om an Old Manse'. It is 
not my purpose here to explain why Poe changed his mind 
about Hawthorne between 1842 and 1847; it is sufficient to 
know that he did, and that the apparent absurdity of the 
'critique of Hawthorne' is rather the work of the editors 
than of Poe. It does not necessarily damage our faith in his 
critical ability to find that he has changed his mind about a 
contemporary after five years. In the 'Mosses' Hawthorne 
had carried to its füll development his method — exemplified, 
indeed, but much less strongly, in the 'Twice Told Tales' — 
of moral symbolism. Furthermore, our belief in the 'origina- 
lity' of a writer is very likely to be conditioned on our 
ignorance of some other writer. Which of us has not, at 
some time or other in his reading, come across the original 
of an earlier Standard of originality? This, it would seem, is 
what Poe did. Some time between 1842 and 1847 he disco- 
vered, or so he believed, that what had seemed original in 
Hawthome's style was nothing more nor less than imitation 
of the German Tieck. 

The Charge of plagiarism is not expressly made, but 
nothing in the way of implication could be plainer. He is 



») Ingram (4th edition, Edmburgh, 1890) vol. IV, pp. 213—227. — 
Stedman and Woodberry (Chicago, 1895) vol. Xn, p. 19 ff. 



378 HENRY MABVIN BELDEN, 

arguing, in his review of the "Mosses", against Hawthome's 
originality, and at the same time trying to justify his own 
utterances in the review of the "Twice Told Tales" five 
jeai-s before: 

"In one sense, and in great measure, to be peculiar is to 
be original; and than the true originality there is no higher 
literary vlrtue. This true or commendable originality, however, 
implies not the uniform, but the continuous peculiarity — a 
peculiarity springing from ever active vigor of fancy — better 
still if from ever present force of Imagination, giving its o\mi 
hue, its own character, to everything it touches, and, especially, 

self-impelled to touch everything The f act is, that 

if Mr. Hawthome were really original, he could not fall of 
making himself feit by the public. But the fact is, he is not 
original in any sense. Those who speak of him as original 
mean nothing more than that he differe in his manner or tone, 
and in his choice of subjects, from any other writ^r of their 
acquaintance — their acquaintance not extending to the German 
Tieck, whose manner, in some of his works, is absolutely 
identical with that habitual to Hawthome. But it is clear 
that the element of literary originality is novelty. The element 
of its appreciation by the reader is the reader's sense of the 
new. Whatever gives him a new, and, insomuch, a pleasurable 
emotion, he considers original; and whoever fi'equently gives 
him such emotion, he considers an original wiiter. In a word, 
it is by the sum total of these emotions that he decides upon 

the wiiter's claim to originality These points properly 

underetood, it will be seen that the critic (unacquainted with 
Tieck) who reads a Single tale or essay by Hawthonie, may 
be justified in thinking him original ; but the tone, or manner, 
or choice of subject, which induces in this critic the sense of 
the new, will — if not in a second tale, at least in a third 
and in all subsequent ones — not only fail of inducing it, but 
bring about an exactly antagonistic Impression." i) 

The Intention of the passages in which Tieck is mentioned 
— two within a page — is plainly to insinuate that Haw- 
thome's peculiar style is borrowed from that of the German 
story-writer. The Insinuation is of interest not only for 

«) Ingram, pp. 222—223. Sted. & Woodberry, pp. 21—22. 



POe'S CB1TICI8M OF HAWTHOBNB. 379 

Hawtliorne, but also for Poe. Hawthorne is a very proble- 
matic figure in the short history of American letters; he 
belonged to no clique or school, had so far as we know no 
literary antecedents with which bis work can be closely 
connected, no master to whom he can be referred. He is as 
individual a flgure as Poe himself. This fact gives value to 
any Suggestion that associates his work with that of earlier 
writers. 

But it is of at least equal signiflcance for Poe. What 
did Poe know about Tieck? Was he in a position to say 
whether Hawthorne's style resembled that of the German or 
no ? Had he anything like a critical knowledge of the German 
romanticists ? Or was it merelya haphazard fling, a thmst 
in the dark ? Inasmuch as Poe's comment on Hawthorne has 
been before the public for flfty years and no one (with an 
exception or two to be considered presently) has seen fit to 
take it up seriously, it must have been assumed that Poe did 
not know what he was talking about. But such an assumption 
we are not warranted in making without a pretty thorough 
review of the matter, and that, so far as I know, has never 
been attempted. If there is any truth in the Charge, how 
comes it that writers on Hawthorne have either disregarded 
it altogether, or have contented themselves with simply pooh- 
poohing it, or at most have offered such very blundering 
explanation as Mr. Lathrop did in his "Study of Hawthorne" ? 
If, on the other hand, it was mere wanton malice, assertion 
without foundation, on Poe's part, would not that justify us 
in putting down Poe's criticism as mere sleight-of-hand, without 
sincerity and theref ore without worth ? These seem to be the 
homs of the dilemma, by which either Hawthorne is a plagiarist 
or Poe is a literary mountebank. A somewhat detailed study 
of the current literature of that time, however, has led me to 
a belief which lets us out between the homs. I believe it 
can be shown that, though Hawthorne in no sense owed his 
style to Tieck, yet Poe was honest and not without some 
excuse in his Charge. 

The dosest reader of Hawthorne who has never had the 
idea presented to him will be surprised at the notion that 
Hawthorne owed anything to Germany. There is extremely 
little allusion to German literature in his works. Goethe is 



380 HENRY MARVIN BEI.DEN, 

mentioned once or twice, but not in a way to sliow that the 
American was familiär with anything more than bis ^eneral 
fame. It is hard to believe that if Hawthorne was really 
strongly influenced by Tieck bis name or some reference to 
bis writings would not bave found its way into Haw1;borne's 
tales, or at least into sucb critical sketcbes as "Tbe Hall of 
Fantasy" and "P/s Correspondence". But tbe only mention 
of Tieck's name is in bis Journal — a passage wbicb will be 
considered presently, and wbicb certainly does not confirm 
Poe's innuendo. 

But tbe negative evidence is mucb stronger tban tbis. 
We bave every reason to believe tbat Hawtborne was not 
sufficiently acquainted witb tbe langnage to bave been in- 
fluenced by anytbing Tieck wiote in tbe original Grerman. It 
is true tbat we know but little of Hawtborne's reading. Tbe 
ten years of seclusion in tbe old bouse in Salem in wbicb, as 
Hawtborne wrote in bis Journal, "fame was won", are pretty 
nearly a blank to us as far as bis reading, or indeed bis 
intellectual development generally, is concemed. As be bimself 
bas Said: "So far as I am a man of really indi\idual attri- 
butes, I veil my face". ^) Yet tbe occasional glimpses of ligbt 
tbat we do get on tbe matter are pretty conclusive against 
bis baving bad anytbing like a mastery of German before 
1843; and by tbat time tbe "manner" of tbe book to wbicb 
Poe's criticism refers was fuUy formed. In tbe year 1838, 
before sbe became engaged to Hawtborne, Sopbia Peabody 
wrote to ber sister Elizabeth : "Mary invited bim to come 
witb bis sister on Saturday and read German; but it seems 
be does not want to go on witb German"; and again, later in 
tbe same yeai*: "He said be wisbed be could read Gennan, 
but could not take tbe trouble". Tbese two quotations -) prove 
beyond any reasonable question tbat Hawtborne could not read 
German in 1838. Sopbia Peabody, bowever, wbo became Mrs. 
Hawtborne in 1842, before tbe "Mosses" were written, was 
of a family tborougbly devoted to tbe "new views", Emerson, 
and Transcendentalism generally, wbicb involved a great 



>) "Mosses from an Old Manse", The Old Hanse. 

>) From Julian Hawthorne's "Nathaniel Hawthorne and his Wife", 
vol. I, pp. 185, 192 (Boston, 1889). 



poe's criticism of hawthorne. 381 

enthusiasm f or German literature and philosophy ; and it would 
not be unnatural to expect to find Hawthorae, in the days of 
bis betrothal to the gifted Sophia and frequent conversation 
with her "strong-minded" sister Elizabeth, led to the serious 
study of German, in which case Tieck might very likely be- 
come a favorite. Certainly the union between himself and his 
wife was more sympathetic, intellectually, than is the case in 
most marriages. But those who know how extremely inde- 
pendent and self-guided Hawthorne was in matters intellectual 
and aesthetic will not be surprised to find that the en- 
thusiasm of the Peabody household f or German thought made 
very little Impression on him. Such at least is the conclusion 
I draw from the only other mention of the study of German 
that appears in Hawthorne's remains or in the various Haw- 
thorne biographies. I refer to the entry in the "American 
Note-Books", April 8 — 11, 1843, where he writes that he was 
busying himself, during his wife's absence from home, with 
Bürger's "Lenore" and with an "interminable tale of Tieck's". 
What it was he does not say : only that he worked at it with 
the help of a phrase-book, and that it bored him dreadfuUy. 
Whatever interest in Tieck this may show, it surely shows 
one thing: that Hawthorne had not, in April, 1843, a good 
reading knowledge of Gennan. He may have acquired such 
knowledge later (though we have no reason to suppose he 
did); certainly the "manner" of the "Mosses", whether by that 
term we understand the verbal style or the method of moral 
symbolism, was not leamed after 1843. "Young Goodman 
Brown", for instance, was first printed in 1835: "M. du Miroir" 
in 1837 ; "The New Adam and Eve", "The Bosom Serpent", 
"The Celestial ßailroad", "The HaU of Fantasy", and "The 
Birth-Mark", in 1843. All the variations of manner, if there 
are any, to be found in the "Mosses" are represented by these 
tales and sketches; and it is to the "Mosses" that Poe's cri- 
ticism refers. Such resemblance, then, as Poe may have had 
in mind, could not have been the result of reading Tieck in 
the original.*) 

That Hawthorne learned and practised a "manner" "iden- 
tical" with that of Tieck by means of translations from his 

>) See Lathrop*8 explanation of this passage, below. 



382 HENRY MARVIN BBLDEN, 

allpffed model no one familiär with the processes by which a 
style is formed will readily be persuaded. A good many of 
Tieck's stories had been translated before 1843. A search 
through the British Museum catalogue and the principal 
libraries of the United States reveals some six volumes of 
translations wlioUy or partly from Tieck, beginning with "The 
Pictures, and The Bet rothing", and including a translation of 
"Fermer der Geniale", London, 1837; besides "Pietro of 
Abano" in Blackwood*s for August^ 1839, and "The Super- 
fluities of Life" in Fraser's for April and May, 1842. Some 
of these — "The Pictures", such tales as "The Bunenburg", 
"The Elves", "The Goblet", in Carlyle's "Gennan Romance", 
and "The Old Man of the Mountain", "The Love-Charm", and 
"Pietro of Abano", in a volume published in 1831, do contain 
fleeting suggestions of Hawthorne, glimpses, that vanish when 
we try to fix and realise them; enough, perhaps, to suggest 
Hawthorne to the random reviewer, but far indeed from enough 
to justify the language of Poe's review. 

In fact, to one who has read any considerable part of 
Tieck's twenty-eight 16mo. volumes, it is rather surprising to 
find his name mentioned in connection with Hawthorne's. 
Seidom are two writers of flction in the same age more unlike 
in habits of thought and methods of literary workmanship. 
The clearest mark of Hawthorne's artistic sense is the absolute 
unity of purpose in everything he ever wrote. His theme is 
always Single and he works it out without looking to the 
right or to the left. No lover of Hawthorne will need proof 
of this. Tieck, on the other hand, is in the highest degree 
inconsequential and slipshod. The reader often wonders where 
he is going, whether the writer himself knows where he is 
going, or why he lingers so long on the road. In his long 
Ufe as a man of letters Tieck had, it is true, many changes 
of aesthetic doctrine, many dif f erent "manners" ; but this fault 
mars all of them more or less. Both writers employed the 
supematural as an dement in their art; but Hawthorne, as 
the keenest analyst of his style ^) has pointed out, "delighted 
to let his tales waver between reality and unreality; he revels 



>) Anton Schönbach, "Beiträge zur Charakteristik N. HawthomeV, 
Engl. Studien, vol. VU, p. 301. 



poe's criticism of hawthoene. 383 

himself and expects his reader to revel in this dreamy sense 
of being afloat — one lias but to thnist forth one's foot to 
be on firm land again" : while "in Tieck's tales tlie portrayed 
and the portrayer are always filled with the same mood ; once 
the real is forsaken it is forsaken altogether and throughout 
the Story". Again (to mention one other only of the points 
of difference between the two), Tieck is polemical, always 
aiming his satire at the literary or social fads of the day; 
Hawthorne is moral, and his moral is as good and as appli- 
cable now as it was when the stories fii-st appeared. The 
ephemeral, satirical note is indeed not often heard in the prose 
fairy tales of the "Phantasus", which in point of artistic unity 
are the least faulty of Tieck's work, and in which he most 
often suggests Hawthorne to the modern reader; yet the 
differences in moral purpose and in the treatment of the 
supernatural between these and the "Mosses" put identity of 
manner out of the question. 

So it would appear that there is no foundation in fact 
for Poe's Charge. Hawthorne, when he wrote the tales after- 
wards coUected in the „Mosses", did not know Gennan well 
enough to have caught a manner from Tieck; and the tales 
themselves bear, to such of Tieck's work as was populär in 
Poe's time, no sufficient resemblance to Warrant the insinuation. 
Did Poe, then, write those lines in his review merely at a 
venture ? Did he write something that he knew was not tme, 
or something that he knew nothing about ? Magazine reviewers 
have been known to do such things. But if lie did, he falls 
to the level of mere magazine reviewers, and his criticism, 
being without sincerity, deserves no critical attention. 

Such a conclusion those who understand the workings of 
Poe's mind will be very unwilling to arrive at. Poe was too 
acute an analyst of literary workmanship, too much an artist 
in style himself, for us to cast aside what he says without 
careful investigation. Doubtless he was not too scrupulous 
when he wished to "smash" an author; doubtless his scholar- 
ship was superficial and his utterance sometimes hasty; but 
he knew genius when he saw it and treated it with all the 
sincerity his nature was capable of, and he did see it in 
Hawthorne. There is, moreover, a definiteness about Poe's 



384 HENRY MARVIN BELDEN, 

language that makes it hard to believe he did not have some 
deflnite recollection in his mind. 

]Mt. Lathrop, at least, in his "Study of Hawthorne", seems 
to have feit that Poe's insinuation called for serious treatment, 
and he attempted an answer. The attempt was not, however, 
very successful. He was confldent that Hawthorne did not 
owe his "manner" to Tieck; bat he had observed the mention 
of Tieck in the "American Note-Books" and it occurred to 
him that Hawthorne, so far from having leamed anything 
from the German before Poe's criticism was made, was led 
by that criticism for the first time to examine the author he 
was, in so pointed a fashion, accused of imitating. So ex- 
plained, the entry in the "Note-Books", instead of giving in- 
dependent confirmation of Poe's Charge, becomes an argument 
against it. Hawthorne did not know Tieck — so Mr. Lathrop 
argues — and never would have looked into him if Poe had 
not nosed out a scent of plagiarism from him in Hawthome's 
tales ; then (i. e. af ter reading Poe's criticism, and so, of course 
after writing the tales Poe was criticising) he made the effort 
to get hold of Tieck recorded in the "Note-Book" entry — not 
before.') This would be highly satisfactory were it not for 
a few matters of chronology which, though he could not have 
been ignorant of them, he most unaccountably disregarded. 
The "Note-Book" entry is dated April 8—11, 1843; Poe's 
innuendo was made in what, even if Lathrop did not know 
that it first appeared in Godey's for November, 1847, was 
yet most plainly a review of the "Mosses", and these were not 
published under that name until 1846. It was an odd mistake 
for Hawthome's son-in-law and devoted admirer to make. 

The only other writer who has given the matter serious 
consideration, so far as I have been able to find out, is Professor 
Schönbach in an article in Englische Studien, voL Vn., 
entitled "Beiträge zur Charakteristik Nathaniel Hawthome's", 
— the most scientific and satisfactory study of Hawthorne's 
literary method that has ever appeared. Of Poe's Charge he 
says: "Poe's notion, which has been so persistently repeated 



1) J. P. Lathorp, A Study of Hawthorne. (The passage stiU Btands 
unchanged in the "Little Classics" edition, Boston, 1891, p. 207.) 



poe's cbiticism of hawthorne. 385 

since, that Tieck was Hawthorne's model, is to me on internal 
grounds highly improbable", and gives as liis reason the dif- 
ference in the treatment of the supernatural by tlie two writers, 
which I have quoted in an earlier paragraph. He suggests 
that he may have been influenced by Balzac, and Walter Scott, 
and at a later time by Dickens; but not by Tieck. 

Neither the American nor the German critic, then, gives 
any support to Poe's notion, or any justification of his utterance; 
the truth of it is denied, and the honesty of it left open to 
suspicion. Was not Poe a monomaniac on the matter of pla- 
giarism ? And is it not the simplest way out of the dif ficulty 
to assume that, wishing to deny Hawthorne all oiiginality, he 
feil upon the name of Tieck as that of a writer but little 
known to American readers, one to whom the origin of Haw- 
thorne's manner could be assigned without danger of detection 
of the lie? To answer this question in the negative it will 
be necessary to enquire briefly into the means at Poe's command 
of knowing Tieck's manner. Tieck was too prominent a figure 
in the literary world of that day, however thoroughly forgotten 
he may be now, for Poe, who was a (luick and hard-working 
man of letters, to be without some notion of his work. But 
first a mistake common to all who have written on the matter 
since Poe's death must be corrected. Poe was not the origi- 
nator of the idea. 

Professor Schönbach speaks of "Poe's belief, which has 
been so of ten repeated since, that Tieck was Hawthome's model". 
I have not f ound it very often repeated since ; but I have f ound 
it in various forms in earlier reviews. The earliest Suggestion 
of a resemblance that I know of was made in an article on 
"American Fiction" in The Foreign and Colonial Quar- 
terly Beview for October, 1843. Of Hawthorne the reviewer 
says: "A whole volume of collected Miscellanies of gi-eat ex- 
cellence is here before us. We mean JIr. Hawthorne's 'Twice 
Told Tales', which will one day be naturalised into our library 
of Romance, if truth, fancy, pathos, and originality have any 
longer power to diffuse a reputation. He has cauglit the true 
fantastic spirit which somewhere or other exists in every 
Society, be it ever so utilitarian and practical, linking the seen 
to the unseen, the matter-of-fact to the imaginative. To such 
a mind the commonest things become suggestive; the oldest 



386 HENRY MABVIN BELDEN, 

truths appear clad in a garment of grace and pleasure 

As a recounter of mere legends, Mr. Hawthorne deserves high 
praise. He reminds us of Tieck, in spite of the vast difference 
in the material used by tlie two authors". This article was 
reprinted in Littell's Living Age for the 19th of October, 
1844; and the part given above was quoted in a paper on 
Hawthorne in The Democratic Review for April, 1845. 

A few months lat^r, in an article on "American Humor" 
printed in The Democratic Review for September, 1845, 
Hawthorne's name is again coupled with Tieck's: "The Tieck 
of this American lit^rature of ours (though the gayer fancy 
of the German is clouded in his case by a slight tinge of the 
gloom of puritanical New England, in itself one of the sources 
of romantic interest and in his case of the softest tinge and 
mildest hues) has shown gleams and streaks of humor in his 
tales, his best writings by far". 

In the foUowing year The Athenaeum, in a review of 
the "Mosses" printed in the number for August 8, 1846, has 
the following: "We have elsewhere») said that they resemble 
Tieck's faiiy tales, in their power of translating the mysterious 
harmonies of Nature into articulate meaning. They may claim 
kindred, too, in their high flnish and purity of style, with the 
Genevese novels of the late Töpffer". 

All these forms of the same idea, it will be observed, were 
put forth before Poe's criticism, which was published in Go- 
dey's for November, 1847. After this the idea seems gradually 
to have been abandoned, as English and American critics be- 
came better aquainted with Tieck and got a better insight 
into Hawthorne's genius. Lowell has a passing allusion to it 
in the "Fable for Critics";^) a review printed in Littell's 
for April 3, 1852, from The New Monthly Magazine, re- 
peats almost the words of the writer in The Athenaeum; 
a paper in the Revue des Deux Mondes for the same year 
(1852) repeats the Suggestion of resemblance to Töpffer, but 



Where, I cannot teil. Not inTheAthenffinm; no reyiew or 
notice of H/s work in The Athenseum before this has any inention 
of Tieck. 

-) "A Jühii Bunyau-Fouqu^, a Puritan Tieck." 



POB^S CKITICISH OF HAWTHOUNE. 387 

has Nodier's name in place of Tieck's; The National Ma- 
gazine for January, 1853, says: ''Saving certain shadowy re- 
semblances to some of the Germans, his manner of working 
out a Sketch is unlike that of any other author". And so the 
notion fades away. The strongest expression of it is in Poe's 
review of the "Mossfe". 

Poe may have seen all the notices antecedent to his own 
criticism that I have cited; the two in The Democratic 
Eeview he can hardly have failed to see, for he was writing 
for that magazine himself only the winter before. That the 
quotation from The Foreign and Colonial Quarterly in 
The Democratic Review article was what put the idea 
into his head is strongly confirmed, to my mind, by two facte. 
The first is, that in a passage on Hawthome in the second 
\ instalment of Poe's "Marginalia", printed in The Democratic 
•- Eeview for December, 1844, — four months only before the 
article in question appeared — there is no allusion to Tieck, 
Poe writes there: "Mr. Hawthome is one of the very few 
American story-tellers whom the critic can commend with the 
hand upon the heart. He is not always original in his entire 
theme (I am not quite sure, even, that he has not borrowed 
an idea or two from a gentleman whom I know very well, 
and who is honored in the loan)^ — but, then, his handling 
is always thoroughly original. His style, although never 
vigorous, is purity itself. His Imagination is rieh. His sense 
of art is exquisite, and his executive ability great. He has 
little or no variety of tone. He handles all subjects in the 
same subdued, misty, dreamy, suggestive, innuendo way, and 
although I think him the truest genius, upon the whole, which 
our literatui*e possesses, I cannot help regarding him as the 
most desperate mannerist of his day'\ He adds as a Post- 
Script that the chief idea in "Drowne's Wooden Image" is 
"precisely that of Michael Angelo's couplet, borrowed from 
Socrates : 

'Non ha rottimo artista alcnn concetto 
Che nn marmo solo in se non circunscriva.' " 



*) Meaning himself — in his review of '^Twice Told Tales" he ac- 
cnses H. of stealing the dimax of ^'Howe's Masqaerade" from his own 
"Wüüam Wilson". 



388 HBXBY MABVIN BELDEK, 

Hawthorne is still to him "the truest genius wliich our lite- 
rature possesses" ; but the sameness of tone in his tales begins 
to weary his critic's versatile mind, and lie is called a "des- 
perate mannerist" and accused of borrowing — plagiarism was 
already pretty nearly an id6e fixe in Poe by this time — 
from Poe himself and from Socrates through Michael Angelo! 
Not a word of Tieck, It is certain that the idea had not 
entered Poe's head up to the end of the year 1844. 

The other fact is this : that in the criticism of the "Mosses" 
in which the idea is advanced Poe gives a list of reviews of 
Hawthorne which does not include the one in The Demo- 
er atic. "I can call to mind", he says, "few reviews of Haw- 
thorne published before the "Mosses". One I remember in 
Arcturus (edited by Matthews and Duyckinck) forMay, 1841; 
another in the American Monthly (edited by Hoffman and 
Herbert) for March, 1838; a third in the ninety-sixth number 
of the North American Review". The precise manner of 
this list sliows — if there is any need of showing it after the 
two reviews of Hawthorne that he had already printed — that 
Poe kept close track of the growth of Hawthorne's reputation. 
Is it likely that he was Ignorant of the long and appreciative 
review written (if we may judge fi'om one of O'Sullivan's 
letters to Hawthorne) ^ by Duyckinck himself, and printed, 
four years nearer to the the time of Poe's writing than any 
in his list, in the best literary magazine of the country, to 
which Poe was himself at the time a contributor ? Poe must 
have Seen it; and the only reason to be given why he does 
not mention it here is that it contained the liint for the Charge 
of Imitation of which he purposes to make the coup de grace, 
the finishing touch to his condemnation of Hawthorne. 

It seems clear, then, that Poe got the notion from the 
article in The Demo er atic; certain, at least, that he did not 
have it just before, and that he did have it after, tliat article 
appeared. His language, however, is very much stronger than 
that of the English critic. The latter says: "He reminds us 
of Tieck"; Poe says: " — Tieck, whose manner, in so nie of 
his works, is absolutely identical with that habitual to 



») March 21, 1845 — see ^Nathauiel Hawtborne and bis Wife", I, 
p. 285. 



POE's CBITICI8M OP HAWTHORNE. 389 

Hawthorne". We wonder which of Tieck's works he meant; 
whether he was familiär enough with the Gennan writer to 
distinguish his diff erent styles : in Short, what he knew about 
Tieck and about German literature generally. 

To the question whether Poe knew German it will pro- 
bably never be possible to give a definitive answer. There is 
at least a marked absence of any proof that he did. It is 
held by some that his "Tales of the Grotesque and Arabesque" 
got their peculiar title, if nothing eise, from the "arabesken" 
of the German romanticists, and the "House of Usher" has 
been likened to Hoff mann's "Das Majorat" ; but the former is 
merely a matter of name that might be leamed from a book- 
cover, and as to Hoffmann, he was more translated and better 
known in both England and France, with the literatures of 
both of which countries Poe was undoubtedly familiär, than 
any other German author. In what we know of Poe's life 
there is nothing to show that he read German, and there is 
much reason, in his lack of regulär education and his hurried, 
hand-to-mouth career, to believe that he never undertook what 
in those days even more than now was an arduous task, the 
acquisition of that language. He could make effective use of 
a name now and then, or of an occasional phrase, but there 
is nothing to Warrant the belief that he knew German well 
enough to detect the "manner" of a German book. 

From the beginnings of literary criticism, however, there 
have been other ways of getting at the significance of a 
f oreign author than the direct and arduous one of reading him 
in the original. An aura of second and third hand knowledge 
surrounds every star in the literary firmament, even every 
considerable gas-light in our sublunary world of magazines and 
reviews. Who is there that has not formed some idea, more 
or less distinct, of the work of men whose books he has never 
opened? To an irregulär and haphazard genius like Poe's, 
especially, fed upon scraps from periodicals, will sometimes 
come, through these intermediary influences, flashes of insight 
that outrun the steps of the careful scholar. So we are brought 
to the second question: What means had a man not master 
of German of knowing the character of Tieck*s work? This 
opens the way to a wide field of research and one of great 
importance to the Student of American cidture — namely, the 

Angii». M.F. xr. 26 



390 HENRY MAKVIN BELDEN, 

kind and degree of interest in German literature feit in tliis 
country in the thirties and forties. A thorough study of tlie 
periodicals of the time, English and American, will throw niucli 
liglit upon it. I can give but a hasty sketcli liere. 

It was a part of our inheritance from the mother country 
that Americans kept sight somewhat carefuUy of the develop- 
ment of French art and thought. At no time were we al- 
together Ignorant of what was doing in the land of Voltaire 
and Rousseau, of Beranger, of De Tocqueville, of Fourier and 
Saint-Simon. But we inherited no such feeling of intellectual 
communion with Germany. England knew practically nothing 
of German romanticism tili Mme. de Stael opened a vista 
with her "De TAllemagne". About the same time Coleridge 
began to show the influence of Richter and Schlegel as 
well as of Schiller and Kant; and in 1827 Carlyle published 
his specimens of "German Romance". America lagged behind, 
as is always the case with a civilization cut from the 
parent stem and set in new ground; the "Pantisocracy" 
of 1795 finds its echo in the "Brook Farm Community" 
of 1841, and Carlyle's "German Romance" was reprinted for 
the American public in the same year. AVlien the English 
periodicals were on a footing of familiarity with the work of 
the Schlegels and after three different volumes of translations 
from Tieck had appeared in London, the American reviews 
— mere distant echoes of the English magazines — were 
noticing Horn's "ümriss" and playing timidly about the edges 
of "Wilhelm Meister" and "Wahrheit und Dichtung", leviathans 
from a distant sea. But a few years later all this was 
changed. 

There were in the twenties and early thirties two distri- 
buting points in this country for foreign culture, Boston and 
Philadelphia. In the latter city was published The American 
Quarterly Review, which contained, between 1827 and 1831, 
six articles on German literature: one on Horn's book, one on 
Wieland and Lessing, two on Taylor's "Historie Survey of 
German Poetry", one on Dwight's "Travels in the North of 
Germany", and one on Bouterwek's "Geschichte der deutschen 
Poesie und Beredsamkeit". The last mentioned has a super- 
ficial account of Herder, the Stolbergs, Schiller, the Schlegels, 
Tieck, Novalis and Goethe. The character of the whole paper 



POE'S CRITIC18M OP HAWTHORNE. 891 

is well illustrated by what the reviewer says of Tieck: "Of 
Tieck we can observe tliat he is an industrious and gifted 
adherent of the school of the Schlegels ; eminently romantic. 
His Genoveva is the best of his poems, which aim at a 

general interest His brightest poetical side is polemical. 

Whilst the Schlegels criticised, he T\Tote humorous and ironical 
dialogues, poems, and tales ." It is evident that the reviewer 
here is dealing with a subject which is new to his readers, 
and with which he himself is not too familiär. In 1836 there 
was published in Boston a translation of Heine's "Zur Ge- 
schichte der neueren schönen Literatur in Deutschland"; in 
1837, in the same city, a volume of translations from Van der 
Velde: and in 1841 "Miniature Romances from the German" 
(translations from Fouqufe), "Fragments from German Prose 
Writers" (a volume of "choice extracts") by Sarah Austin, and 
a reprint of Carlyle's "German Romance". The same year the 
Langleys, in New York, published a translation of Friedrich 
Schlegel's "Lectures on the History of Literature", and with 
this the tide of German romance may fairly be said to have 
set in. New York is now added to the list of distributing 
centres, and soon becomes the most active of all. The De- 
mocratic Review, probably the best American magazine of 
the time, settled there after some years of stniggling existence 
at the national capital. Space in its pages had been given 
from the flrst for translations from German authors; and be- 
ginning with 1842 almost every number for six years had a 
tale or verses or both from the German, or an article on some 
German writer. Some of the selections, of course, were from 
authors long since forgotten — Harring, Stolle, and Madame 
Schopenhauer, mother of the philosopher, and "many more 
whose names on earth are dark" by this time. Uliland, Schiller, 
and Zschokke seem to have been the favorites. Of Tieck I 
shall si)eak presently. 

The acqnaintance with German letters indicated and 
fostered by this magazine excitement was to be sure pretty 
irregulär and superficial. The Southern Review — which, 
being published in Charleston, was somewhat removed from 
the high roads of foreign influence that ran through Phila- 
delphia and Boston — has in its number for January, 1845, 
an article on Hauff, in which the writer introduces his topic 

26* 



392 HENRY MARVIN BELDEN, 

with the following: "An acquaintance with the literature of 
Germany is becoming quite fashionable in our day; and in 
addition to the high intellectual gratification which it ministers, 
it is nearly indispensable to the reputation of those who move 
in our literary circles." This is delightful in its naivete, 
and speaks volumes for American ignorance of German lite- 
rature at that time. Yet that the northern cities were not so 
very far ahead of Charleston is piain from the following 
"Prefatory Note" to a series of translations from the German 
classics begun in The Democratic Review for June, 1848, 
more than three years later : "Western Europe, more especially 
Germany, is daily drawing nearer to us in commercial, poli- 
tical, and social affinities, and the taste which of late years 
has rapidly gained strength for her literature, has not been 
gratified by populär republications of her eminent writers. In 
some degree to meet this apparent want we intend to give 
some of them." The tide was running high by that time, 
There were reaJly two currents: that of German philosophy, 
popularised by the Transcendentalists about 1840, and that of 
German romanticism, the advance wave of which was feit in 
Longfellow's "Hyperion" in 1839. The romanticism was more 
intelligible than the philosophy and spread more rapidly. 
Besides, it had a philosopher of its own, who, introduced to 
the English-speaking world by so interesting a person as 
Mme. de Staäl, came in course of time to have an established 
place among our theorisers upon art. Friedrich SchlegeFs 
lectures were published in New York in translation in 1841; 
and in 1844 an edition "with preface by Prof. Frost — for 
the use of Schools" — was announced. America can hardly 
have been altogether Ignorant of German romantic literature 
by that time. If we are to judge by magazine activity we 
shall set the year 1840 as about the time interest in German 
literature began to be populär in this country. 

Besides what was printed in America, our public then 
kept closer track of the Euglish periodicals than has been 
necessary since we have had a literature, or at least adequate 
literary magazines, of our own. In 1844 The Living Age 
began its long career of usefulness; and before that, in the 
golden days of Blackwood's and Fraser's, eveiy magazine 
Office and almost every man who pretended to literary culture 



poe's cbiticism op hawthorne. 393 

snbscribed to or had the use of one or more of the English 
reviews. In them, as I have said, there was a more intelligent 
acquaintance with German literature, and especially an earlier 
interest shown in the developments of romanticism , than in 
American pnblications. If we watch the chief English ma- 
gazines from 1830 to 1847 we shall see that the central figure 
of German literature in those days, in the eyes of Englishmen, 
was Ludwig Tieck. De Quincey began with a translation of 
"Liebeszauber" printed in Knight's Quarterly Magazine 
in 1825; many translations in book form foUowed, some of 
which have been mentioned in an earlier paragraph. Fraser's 
for November, 1831, has an appreciative review of ^The Old 
Man of the Mountain, The Love Charm, and Pietro of Abano", 
which had lately appeared in English dress. Blackwood's 
for February, 1833, has a füll critical resum6 of "Bluebeard", 
with long passages in translation. The issue of the same 
magazine for September, 1837, has a review of "Dichterleben". 
The Foreign Quarterly Review for July, 1S38, has an 
article on Tieck's "Novellen"; so has The Monthly Review 
for April, 1841, accompanied by an excellent estimate of Tieck's 
literary worth. The year 1845 saw three different pnblications 
of translations from Tieck in London: "The Rebellion in the 
Cevennes", "Tales from the Thantasus'", and "The Roman 
Matron". Evidently there was a strong wave of interest in 
Tieck about the year 1845. His later work, the novellen, 
had won for him from German critics the enviable title of 
"successor to the throne of German letters", left vacant by 
the death of Goethe a few years before. He was become the 
representative figure, to the outer world, of current German 
literature, just as Maupassant was to us of French literature 
a few years back. Poe's activity as editor and promoter of 
magazines must have brought him in touch with this wave; 
and when it was suggested to him that Hawthorne — "the 
truest genius which our literature possesses", the writer who 
more than any other in America challenged Poe's critical and 
artistic faculty — resembled the German celebrity, then at 
least, if not before, Poe undoubtedly took Steps to ascertain 
the character of Tieck's work. If, as I believe, he could not 
readily approach him in the ori^al German, there were still 



394 HENRY MABVIN BELDEN, 

open to him the second and third hand ways — translations 

and reviews. 

It has already been said, in the discussion of Hawthonie's 

possible indebtedness to Tieck, tliat there was nothing to 

justify Poe's innuendo in such of Tieck's writings as had been 

translated up to 1843. Of the three translations tliat were 
published in London in 1845, two ("The Rebellion in the 

Cevennes" and "The Boman Matron") are regulär historical 
novels and nowise suggestive of Hawthome ; the third ("Tales 
from the Thantasus'") was but a new translation of stories 
that had already appeared in Carlyle's "German Romance". 
With the exception of a reprint of Carlyle's book, no volunie 
of translations from Tieck had been published in this country. 
In 1845, however, a rendering of one of his tales did appear 
in The Democratic — a rendering which is almost startling 
in its resemblance to the "Mosses", and which, I believe, Poe 
had in mind when he wrote his review. It will be considered 
at the close of this paper. In the mean time it will be worth 
while to see what Poe may have gathered as to Tieck's style 
from some of the critical articles mentioned above. It is to 
be remembered that Poe was a life-lpng magazine worker, 
and that no source of inf ormation about German wiiters would 
more readily suggest itself to him than the famous Black- 
wood's. If he consulted the flies as far back as 1833, he 
found Tieck characterized in language that sounds now far 
more appropriate to Hawthome. This does not mean that 
Hawthome and Tieck are alike, but only that the imperfection 
of critical Vision and still more of human language makes the 
reflection presented in a criticism so vague that the reader 
unconsciously gives it definite features from the gallery in 
his own brain. Poe fllled in the outlines from Hawthome, 
whom he knew, instead of from Tieck, whom he did not know; 
and the image seemed definite and congi'uous. Tieck's fame 
is faded now, and I have no doubt that modern readers will 
find a good characterisation of Hawthome in the following 
criticisms of the once famous German. 

In Black wo od's for February, 1833, appeared an article 
on "Bluebeard. A Dramatic Tale, in Five Acts. By Ludwig 
Tieck", which contains the following analysis of Tieck's 
method : 



poe's criticism of hawthorne. 395 

But it naturally occurred to him tliat it would be 

quite possible to combine the charm of a nui-sery fable, and 
all the dreams and associations of childhood, witli scenes of 
interest which might find an echo in the bosom of manhood, 
with passions and incidents such as this visible diurnal sphere 
affords; — and thus 

^To clothe the palpable and the familiär 
With golden exhalations of the dawu.* 

"In Tieck's view, the marvellous of the Nursery Tale was 
to be reduced as nearly as possible to the Standard of common 
life; no longer to remain the moving principle of the story, 
but only occasionally to manifest itself in fitful glimpses, suf- 
ficient to remind the reader or spectator that an invisible 
agency, like a thread of silver tissue, pervaded and ran through 
the whole web of human existence. The main interest was 
to rest on human passions, crimes or follies, and the ever- 
springing changes which the ordinary course of real life ex- 
hibits. The difficulty, therefore, was in such a case to find a 
subject which should possess the airy charm of a Nursery 
Tale, and yet where the human interest should not be entirely 
merged in the allegorical or the marvellous; — some neutral 
ground on which infancy and manhood might shake hands; 
and where the influence of the good and evil passions, which 
sway the heart within, should blend and harmonise naturally 

with the agency of spells or spirits from without The 

gi-eat aim of Tieck throughout is evidently to keep down the 
marvellous as much as possible, so as even to render it doubtful 
whether there be any marvel in the case after all; to pitch 
everything on a subdued and natural key, and to produce his 
cata.^trophes by motives and incidents arising naturally out of 
the contrasted characters of his piece." 

This recalls to the mind of the English reader nowadays 
a sentence from the preface to "The House of the Seven 
Gables": ''He [the writer of romance] will be wise, no doubt, 
to make yery moderate use of the Privileges here stated, and, 
especially, to mingle the marvellous rather as a slight, delicate, 
and evanescent flavor, than as any portion of the actual dish 
offered to the public." But Hawthorne's theory and practice 
of the marvellous in fiction long antedat« "The House of the 



896 HENRY MABVm BELDEN, 

Seven Gables." Already in "Twice Told Tales", in the old 
legend of the Great Carbuncle, we note the purpose "to keep 
down the marvellous as much as possible, so as even to render 
it doubtful whether there be any marvel in the case after 
all". In almost all the tales and Sketches that make up the 
two volumes of the "Mosses" Hawthoine has sought, in most 
cases successfully, for his subject "some neutral ground on 
which infancy and manhood might shake hands, and where 
the influenae of the good and evil passions which sway the 
heart within, should blend and harmonise naturally with the 
agency of spells or spirits from without". 

Blackwood's for September, 1837, has a review of 
"Dichterleben", preceded by a general estimate of Tieck's work 
in which the foUowing passages are found: 

"Tieck's proper field lies either in the poetical treatment 
of chivalrous and devotional legends, or in the marvels and 
traditions of Fairyland and romance. His *Genoveva' and his 
'Emperor Octavian', though both in linked sweetness (too) 
long drawn out, are beautiful specimens of the art of revi^ing, 
in modern form, the spirit of the middle ages. A soft, luxuiious 
grace, a play of gentle, kindly feeling characterise them. They 
call US back in manhood to the recoUections of childhood, like 
old songs which we have been accustomed to hear in in- 
fancy He views these legends as embodying, in shadow^y 

emblems, the universal tendencies and passions of men; deep 
lines of primeval feeling and Imagination appeared to be visible 
to his eye, and often a vigorous moral, couched under the 
playful Cover of the marvellous, 

« 

" dottrina che s'asconde 

Sotto Tvelame degli versi strani/^ 

Hence he does not, like Musaeus, make use of them as vehicles 
of Satire, nor invest them with the slightest coloring of the 
ludicrous. He throws himself back with seriousness and belief 
into the days of Fairyland, and communicates something of 
the same air of genuineness and reality to his delineations. 
He throws into his legends a spirit of love and devotion, or 
mild wonder, which imparts to them a Singular charm, and 
invests what would otherwise be regarded as merely childish 
with solemnity and significance," 



poe's criticism or hawthorne. 397 

Might it not be truly, even happily, said of Hawthorne 
that he viewed his legends as "embodying, in shadowy 
emblems, the universal tendencies and passions of men" — 
emblems far more truly "shadowy" than any conceived by 
Tieck? Are not his tales characterised by "a soft, luxurious 
grace, a play of kindly feeling" ? Is it not the plainest mark 
of Hawthorne's stories that they have "a vigorous moral, 
couched under the plajrf ul cover of the marvellous" ? — though 
it is not always playful, for at times "he throws into his 
legends a spirit of love and devotion, or mild wonder, which 
imparts to them a Singular charm, and invests what would 
otherwise be regarded as merely childish ^ith solemnity and 
signiflcance." 

In The Monthly Review for April, 1841, is an article 
on Tieck's "Novellen", which are as little like Hawthorne's 
tales as could well be imagined. Yet they are described in 
the foUowing language: 

"In these tales, regarded as modeis in Germany, the 
Englishman will frequently be Struck by the absence of the 
qualities he has been accustomed to consider the most essential 
in fictions pui-porting to treat of real life. He will find in 
them indeed wit, humor, fancy, subtlety of thought, felicity of 
language, and pervading them all, rather dimly feit than 
practically impressed, a kindly spirit of moderation in judgment 
and feeling, that, were it less obscurely transcendental — 
would it but more invest itself in the forms of palpable reality 
— would win from us the gracious names of common sense 
and charity. But this high praise is marred by the want of 
living interest in the narrative. Tieck holds up to nature no 
mirror reflecting with life-like accuracy the forms, the actions, 
and the passions of this busy world; he neither unlocks the 
deep fountain of our tears, nor agitates us with inextinguishable 

laughter The truth is , the story is with Tieck for 

the most part a matter of minor consideration ; what wonder 
is it then if it should be of still less importance to the reader? 
Its principal use is to serve as a vehicle for light Sketches of 
character, and witty sallies, and above all for discussions and 
dissertations on philosophy, literature, and art. Such a form, 
it is obvious, can have but few intrinsic charms; it imposes 
on the author difficulties to be overcome, rather than it rids 



398 HENRY MARVIN BEIiDEN, 

him, in attracting the reader's attention; and herein lies the 
peculiar triumpli of Tieck's genius, that lie does throw a grace 
over this unpromising form, and by tlie influence of a style 
in the highest degree clear, racy, and tinged with the warm 
colors of a poetic fancy, engage and long sustain the reader's 
interest. To this may perhaps in some measure be attributed 
the excessive praise bestowed by some English critics on Herr 
Tieck's later tales. Our admiration of them is somewhat akin 
to what we accord to the clever Performances of the Italian 
fantoccini; the actors are bat puppet s ; in the language they 
are supposed to utter we recognize the voice of the man in 
the box, under all the disguises it assumes, and our admiration 
of the skill evinced in making the most of such imperfect 
mechanism induces us to overvalue the intrinsic merit of the 
exhibition. The Germans indeed seem to consider the action 
of the puppets as more natural than nature itself ; — according 
to them truth abides alone in the conceptions of the poet's 
mind, and the phenomena of actual life are but its travestie." 

Compare with this what Hawthome says of his own 
wi'itings in "Rappaccini's Daughter" : "His A\Titings, to do him 
justice, are not altogether destitute of fancy and originality; 
they might have won him greater reputation but for an in- 
veterate love of allegory, which is apt to invest his plots 
and characters with the aspect of scenery and people in the 
clouds, and to steal away the human warmth out of his con- 
ceptions.'' 

If Poe read these reviews without reading the books that 
were the sul)jects of them, he would naturally conclude that 
Hawthorne had all the characteristics of Tieck's style. In 
fact, it requires a considerable familiarity both with the 
märchen and the novellen on the one hand and with 
Hawthorne's tales on the other to understand how it can be 
that these estimates of the German author are just and fairly 
adequate, and yet tliat his style and method, in the books 
here spoken of, are nowise "identical" with the style and 
method — with the "manner" — of Hawthorne. If Poe had 
read the novellen he knew that they were very different 
indeed from the "Mosses"; nor can he have had in mind any 
of the legends of the "Phantasus", not even "The Elves", 
when he wrote of "some" of Tieck's work as identical in 



poe's cuiticism of hawthokne. 399 

manner with Hawthorne's. But the notion, suggested by an 
earlier critic and greatly strengthened — for a reader un- 
familiar with Tieck — by the reviews I have quoted from, 
gets form and substance from a tale of Tieck's tliat Poe in 
all likelihood did read — the little translation in The De- 
mocratic already mentioned. 

In The Democratic Review for May, 1845 — the next 
number after that in which Poe first saw Tieck's name as- 
sociated with Hawthome's, as I have shown above — the 
thirteenth article in the table of contents is "The Friends, 
from the German of Lndwig Tieck". Poe, with tlie notion 
fresh in his mind that Tieck was the source of what had 
given him the "sense of the new" in Hawthorne's work, would 
be sure to read a story beaiing Tieck's name and appearing 
in the same magazine from which he had received the notion. 
It is a fairy tale, allegory rather, of no very great significance, 
yet remarkably suggestive of Hawthorne's symbolical tales. 
It runs, briefly, as follows: 

A young man, Ludwig, going to visit his dearest friend, 
who lies at the point of death, falls a^leep in the forest on 
the way. "He f orgot that it was Spring ; that his friend was 
ill; he listened only to the wondrous melodies whose echoes 
flowed upon him, as from distant shores, the wild est tones 
blending with those most familiär, and his whole soul was 
changed. From the deep perspective of Memory, from the 
abysses of the Past, arose Images that once had fiUed him 
with delight or anguish, those uncertain, formless phantoms 
which so often flit around the brain and overwhelm the senses 
witli their perplexing voices. The spoils and puppets of his 
childish days danced before him, covering the green sod, so 
that he no longer saw the flowers beneath his feet. His 
first love encircled him with the beamings of its early dawn, 
and caused its sparkling rainbows to fall upon his eyes; his 
fii-st sorrow passed by and threatened, at the end of life, to 
meet him in the self-same shape. Ludwig sought to detain 
these shifting fancies, and in their magical enjoyment to 
remain conscious of himself , but in vain. liike the grotesque 
pictures in story books, suddenly opened and then in a moment 
closed again, these appaiitions appeared to his soul, fleeting 
and unstable." — In his dream he continues the journey. 



400 HBNRT MAEVIN BELDEX. 

The glory of evening has flUed the heavens and night is 
Coming on, when a half-remembered figure appears before him 
on the path, and he is impelled to follow it. Thus he is led 
into Fairyland, a land of butterflies and flowers, of splendor 
and song, with a great palace in the midst. He is welcomed 
by gracious female forms into a life which is the realisation 
of his most ethereal imaginings. 

"Art thou content?" the fairest of the ladies asks him. 

"'Oh, how uuspeakably happy I am', cried Ludwig; *my 
wildest dreams receive their accomplishment ; my boldest 
wishes stand fulflUed before me, and I live in their reality. 
How it has come to pass, I cannot myself imagine; enough 
that so it is\ 

"'Is this life', asked the lady, 'so different from thy for- 
mer life?' 

" 'The former life,' answered Ludwig, 'I can myself hardly 
remember. It has merged itself in this present golden ex- 
istence, after which all my thoughts, all my anticipations, so 
f ervently aspired ; whither all my wishes flew, which I longed 
to seize in imagination, and detain by violence, in my inmost 
thoughts; but its image remained ever stränge — concealed 
in clouds. And have I finally attained it? Have I won this 
new existence, and do I hold it as my own?'" 

Ludwig lives on in his dream of Fairyland. "At times 
it seemed as if the crowing of a cock were heard near by; 
then the whole palace quivered and his companions grew 
suddenly pale." At such times Ludwig dimly remembered the 
World he had left behind him, and his sick friend. Once he 
asked the fairy ladies if they could not eure his friend by 
their arts. 

'**Thy desire is already accomplished,' they said. 
"'But,' said Ludwig, 'permit me one other question.' 
"'Speak on.' 

"'Falls there no gleam of love into this wonderful abode? 
Is there no place for friendship amidst these bowers? In 
yonder world the sunda\^Ti of love was too soon obscured, and 
men used to speak of it as a fable, but methought that in 
such a paradise as this it would live forever.' 

"'Thou art longing then again for tjie e^rth?' 



U ( 



POE'S CRITICISM OP HAWTHOBNB. 401 

"^Nevermore,' cried Ludwig, *for long ago in that cold 
World I sighed for friendship and for love, but they came not 
at my call. The desire for these sacred feelings must supply 
in me the place of the feelings themselves, and therefore when 
I turaed my Steps to such a place as this, I trusted to find 
both united in beautiful hannony.' 

"Tool!' answered the lady, 4n the Barth thou didst 
desire the Earthy, nor didst thou know thine own heart 
when thy wishes drew thee hither. Thou hast exalted thy 
lower passions, and thy nobler aspirations and passions are 
debased.'" 

Ludwig is then given his choice between staying with 
the f airies and retuming to the earth ; and chooses to remain. 
One day, wandering in Fairyland, he meets a stranger who 
Salutes him with the words, "It is good to me to see thee 
once more." 

I know thee not,' said Ludwig. 
That may well be,' he replied, *but once thou didst 
right well; I am thy sick friend.' 

"^Impossible! Thou art wholly a stranger to me.' 

"'Simply for this reason,' said the Unknown, 'because 
to-day, for the first time, thou seest me in my true shape. 
Hitherto thou hast found in me only a reflection of thyself. 
Thou dost right to remain here, where there is no friendship, 
no love; where all is Illusion and a show.' 

"Ludwig sat down and wept. 

"^Wherefore weepest thou?' asked the stranger. 

"*Is not this reason enough for tears,' answered Ludwig, 
Hhat thou art the Friend of my Youth? Oh, let us go back 
to the dear, dear Earth, where once again we may know each 
other, although in borrowed shapes; where we may possess 
the sweet Illusion of Friendship. What do I here?' 

"*What will it avail?' said the stranger. *Thou wilt 
straightway wish thyself back again. The earth is not splendid 
enough for thee, its flowers are too little, its songs are in- 
harmonious ; not so richly there does the light blend with the 
shadows; the blossoms wither soon and fall; the birds are 
thinking of their death and sing but sorrowfully. But here 
all tliings are in fadeless beauty.' 



402 HENRY MAKVIN BKLDEN. 

'''Oll, I will be content,' cried Ludwig, between bis bot 
gusbing tears, 'only return witb me and be once more my old 
friend — let us escape from tbis desert, let us flee from tbis 
splendid exile/" 

At tbis point be wakes from bis dreani to find bis friend 
bending over bim. He bas unexpectedly recovered, and jour- 
neying to nieet Ludwig on tbe way, finds bim asleep in tbe 
forest. 

"'Ab,' said Ludwig, 'I do not deserve your love.' 
"'And wby not?' 

"'Because, just now, I doubted your friendsbip.' 
"'But tbat was only in a dream.' 

"'Itwould be Strange enougb,' said Ludwig, tbougbtfully, 
'if, after all, tbere were sucb tbings as fairies.' 

"'Tbat sucb tliings do exist,' answered bis friend, 'tbere 
can be no doubt. But tbat is only a fiction wbicb represents 
tbem as deligbting to make men bappy. Unconsciously to 
ourselves, tbey plant witbin our bearts tbose exaggerated 
fancies, tbose supernatural longings, wbicb prompt us to mis- 
antbiopic musings, and to despise tbis beautiful eartb witb all 
its rieb blessings.' 

"Ludwig answered bim witb a pressure of tbe band." 

It seemed best to give tbis little moralised fairytale at 
some lengtb, tbat tbe points of resemblance between it and 
Hawtborne's eai'ly tales migbt be perceived at once. "Die 
Freunde" is by no means a cbaracteristic piece of Tieck's work. 
It represents, according to Haym, tbe transition from bis earliest 
imitative period to tbe romantic style w^bicb bis name stood 
for fifty years later, wben tbis translation was made for The 
Democratic. How tbe translator cbanced upon just tbis piece, 
so different from tbe märcben for wbicb Tieck was famous 
and from tbe novellen wliicb German critics so bigbly es- 
teemed, is not easy to see. But in so doing be cbanced upon 
a piece wbicb bears an unquestionable likeness to Hawtborne's 
moralised legends tbat Poe was criticising. It is not tbe 
allegory only; otbers bad written allegory long before. It is 
tbe psycliolog}»^ tbat underlies tbe allegory, tbe practical moral 
for tbe conduct of tbe soul, tbat makes tbe resemblance almost 
startling. How often in Hawtborne's tales and essays ai'e we 



POe's CßlTICISM OF HAWTHORNE. 403 

warned against the egotism of tlie fancy! — agaiiist "those 
exaggerated fancies, tliose supernatural longings which prompt 
US to misanthropic musings, and to despise this beautiful earth 
witli all its rieh blessings!" Remember "The Bosom Serpent", 
"The Virtuoso's CoUection", "Young Goodman Brown", "The 
Hall of Fantasy". These are the dosing words of the last- 
mentioned sketch : "I looked back among the sculptured pillars 
and at the transformations of the gleaming fountain, and almost 
desired that the whole of life might be spent in tliat visionary 
scene where the actual world, with its hard angles, sliould 
never rub against me, and only be viewed through the medium 
of pictured Windows. But for those who waste all their days 
in the Hall of Fantasy, good Father Miller's prophecy is al- 
ready accomplished, and the solid earth has come to an untimely 
end. Let us be content, therefore, with merely an occasional 
Visit, for the sake of spiritualising the grossness of this actual 
life, and prefiguring to ourselves a State in which tlie Idea 
shall be all in all." It so happens, also, tliat the translator 
has given many of his sentences a tum that makes them sound 
as though Hawthorne had written them. No wonder Poe, with 
this in his mind, wrote that Tieck's "manner, in some of his 
works", was identical with that habitual to Hawthorne. 

My purpose in this paper has been to establish Poe's 
sincerity as a critic, not his competency. There is little like- 
lihood that Hawthorne ever read "Die Freunde" in the original 
German, or that his style was affected by it if he did; cer- 
tainly the style of the "Mosses" was not affected by a trans- 
lation that appeared in 1845. He may have read, in translation, 
some of Tieck's better known tales before 1843, may even have 
been in some slight degree influenced by them; but' the Imita- 
tion which Poe undoubtedly meant to Charge him with remains 
unproved and highly improbable. His interest in Tieck in the 
spring of 1843, indicated by the passage in the "Note-Books", 
has not yet been explained. Perhaps it needs no further ex- 
planation than is afforded by the general interest in Tieck feit 
at that time by English men of letters ; perhaps it was aroused 
by a coupling of their names in some review earlier tlian that 
in The Foreign and Colonial Quarterly. At any rate it 
argues not for but against Hawthorne's familiarity with German 
at the time the "Mosses" were written. Yet Poe — not ad- 



404 H. M. SELBEN, FOE's CKITICI8M OF HAWTHORNE. 

mitted to Hawthorne's laboratory, and familiär oiily with the 
finished product; apprised by earlier reviewers of some simi- 
larity between Hawthorne and Tieck; forming liis notion of 
the latter at third band from the criticisms I have quoted; 
and, finally, chancing upon this translation of "Die Freunde" — 
might in all honesty and with very little exaggeration say that 
"Tieck's manner, in some of bis works, is absolutely identical 
with that habitual to Hawthorne". 

ÜNivERsiTY op Missouri. Henry Marvin Belden. 



DIE BALLADE 
THE MARRIAGE OF SIR GAWAIN 

(Clüld I. 31 ; Haies & FurnivaU, Percy's Folio Ms. I. s. 103.) 

in ihren beziehongen 

zu 

CHAUCERS WIFE OF BATH'S TALE UND GOWERS 

ERZÄHI.UNG VON FLORENT. 



Zwei in der volkstümlichen poesie beliebte motive sind es, 
die in der ballade *The Marriage of Sir Gawain' zu einer 
romantischen erzählung verknüpft sind, das motiv der rätsel- 
frage und die Verwandlung eines alten hässlichen weibes in 
ein junges schönes, oder nach der auffassung der ballade, die er- 
lösung eines verzauberten mädchens. Verknüpft sind die beiden 
motive derart, dass nur die verzauberte die rechte antwort auf 
die rätselfrage geben kann, was ihr macht über den zu ilirer 
erlösung nötigen mann verleiht. 

Dies gerippe finden wir in sämtlichen verwandten erzäh- 
lungen wieder, sowohl in der von Child I s. 289 analysierten 
romanze von Gawain und Dame Ragneil als bei Gower und 
Chaucer. Die von Child I s. 292 angeführte isländische sage, 
die in der hauptsache nur das zweite motiv enthält, gehört 
in den kreis der ballade *King Henry' (I 32). 

Die ballade ist nicht vollständig erhalten, aber der inhalt 
der fehlenden stücke lässt sich zumeist aus dem Zusammenhang 
ergänzen. Sie muss sich, abgesehen von einigen unwichtigen 
punkten, inhaltlich mit der romanze gedeckt haben. 

Wir werden, wie nur noch in zwei balladen der Childschen 
Sammlung (1.29; 30), in das reich des königs Artus geführt. 
Artus trifft im walde einen 'bold barron', der ihn zum kämpf 
herausfordert. Der könig nimmt den für ihn ungünstigen 
kämpf nicht an, sondern verpflichtet sich zur lOsung eines 
▲ngiu. v.r. XI. 27 



406 !•. GÖRBING, 

rätseis. Dies besteht in der frage, was die weiber am lieb- 
sten haben. Kann er die rechte antwort nicht bringen, 
so soll er sterben. Artus macht sich auf und sammelt ant- 
worten, aber die rechte ist nicht dabei. Das erfährt er von 
einem hässlichen alten weibe, die ihm begegnet, als er zur 
bestimmten frist wieder zu seinem bedränger reitet. Sie ver- 
spricht dem könig zu helfen, wenn sie Gawein zum gemahl 
erhält. Das bewilligt Artus ohne weiteres und er erhält die 
antwort, die ihm das leben rettet. Die ritterpflicht erheischt 
einlösung des Versprechens, und Gawein wird mit der alten 
vermählt. Im brautbett verwandelt sie sich in ein schönes 
junges weib. Darauf stellt sie ihrem gatten die frage, ob er sie 
in dieser gestalt bei tag oder nacht wünsche. Gawein wünscht 
sie zueilt schön bei nacht, aber als sie da klagt, sie müsse 
sich nun verbergen, wenn andere damen zum feste gehen, 
überlässt er ihr die entscheidung. Dadurch wird sie aus dem 
zauberbann, in den sie durch ihre Stiefmutter versenkt ist, 
erlöst. Der schluss schildert Gaweins und des hofes freude. 

Die art der Schilderung in der bailade ist eine grob 
humoristische. Schon der umstand, dass der unbesiegliche 
könig Artus sich einem gewaltigeren beugen muss, mag für 
das gefühl des volkes etwas spasshaftes enthalten haben; es 
mag darin für die hörer derselbe kitzel gelegen haben, wie in 
den erzählnngen, in denen Robin Hood einem grossen herren 
etwas auswischt. Das scherzhafteste jedoch sucht die bailade 
augenscheinlich in dem gegensatz zwischen dem alten häss- 
lichen weibe und dem ihr bestimmten herrlichen gatten. 
Hässlichkeit reizt den spott, und gerade der spott niederster 
Ordnung hat die unteren Volksschichten von jeher belustigt. 
Daher sind denn auch die details in der beschreibung des 
weibes nicht gespart (str. 16/17). Mit welcher behaglich- 
keit die balladensänger bei der Schilderung hässlicher wesen 
verweilen und welchen scherz die beschi^eibung des liebes- 
glückes solcher geschöpfe den hörem gemacht haben muss, 
beweist die ballade *Kempy Kay' (Child I 33). Nun sind in 
*Kempy Kay' liebhaber und liebhaberin gleich hässlich und 
mit denselben abstossenden eigenschaften ausgestattet; viel- 
leicht ist es für das volk noch spasshafter gewesen, zu hören, 
wie Gawein, der herrliche ritter, in das brautbett gelegt wird 
mit einem geschöpfe, bei dessen hässlichem anblicke dem könig 



DIE BALLADE THE MARRtAGE OF SIB GAWAIN. 401 

der gi-uss auf den lippen erstarrt (19), dessen gemahl zu sein 
dem ritter Kay schlimmer ei'sclieint als der tod. Die an sich 
schon deutliche komik wird noch durch die ermunterung her- 
vorgehoben, die Artus in seiner rolle als interessierter elie- 
stifter seinem vetter Gawein zu teil werden lässt. Vermutlich 
füi-chtet er, Gawein werde bei der näheren besieh tigung der 
alten in seinem entschluss, sie zu heii*aten, wankend werden 
und ermutigt und tröstet ihn daher mit den werten: 
"For a litle foule sight and misliking" (39) 

Leider fehlt die fortsetzung. 

Es ist das dieselbe humoristische ironie, als wenn es in 
'Kempy Kay' heisst: 

I. 33. A. 8. He led his dochter by the hand, 

His dochter ben brought he: 
'0 is she not the fairest lass 
That's in great Christendye?' 
9. Ilka hair intil her head 
Was like a heather-cowe, 
And ilka louse anunder it 
Was like a bruckit ewe. etc. 

Aber nicht bloss humor liegt in der Schilderung, sondern 
es werden auch höhere gefühle erregt. Ein gewisses mitleid 
mit Gawein muss den liörer trotz aller komik einfassen. Ga- 
weins freundestreue gegen Artus und die ritterlichkeit, mit 
der er sein scheussliches gespons behandelt, sind erhebende 
momente, und das motiv der bösen Stiefmutter muss neben 
seinem hauptzweck, die neugier fiber das wesen der alten zu 
befriedigen, wie so oft dazu herhalten, Unwillen und absehen 
gegen die zauberin und mitleid mit der misshandelten zu 
erregen. Schliesslich geht das lachen über die komischen Si- 
tuationen, teilnähme, mitleid und zom auf in der freude über 
die glückliche lösung. Und als ob das vergnügen des hörers 
durch die bestätigung, dass andere seine fi*eude teilen, noch 
gehoben werden sollte, sehliesst die ballade mit der Schilderung 
des jubeis am hofe. 

Sie arbeitet also nicht mit so einfachen mittein wie 
jene gruppe von liedem (an deren spitze man 'Edward' 
gestellt hat), ^ welche die erzählnng lediglich durch sich selbst 

£. Schmidt, Forschg. zur neueren Litt-Qesoh. 1896 8. 29 ff. 

27* 



408 P. GOEBING, 

wirken lassen. Wir können sie daher auf eine höhere, der 
kunstpoesie näher stehende, stufe der entwicklung stellen. 
Versmass jedoch und stil im engeren sinne tragen die merk- 
male, die man als beweis für die Volkstümlichkeit eines liedes 
anzusehen pflegt 

Das versmass ist das der rhythmisch losen septenare. 
Die verse sind paarweise gebunden, meist durch reime, zu- 
weilen durch assonanz. Zweimal sind sie ganz unverbunden 
(9 u. 23). VerSchleifungen und doppelte Senkungen sind selu- 
häufig. 

Was den stil anbelangt, so existieren ja bislang noch 
keine einschlägigen Untersuchungen über die bailaden, aber 
was sich in aller volkspoesie findet, Wiederholungen, ausführ- 
lichkeit in nebensachen, formelhafte ausdrücke, treffen war 
auch in 'The Marriage of Sir Gawain'. Nicht unbemerkens- 
wert ist vielleicht das zweimalige auftreten jenes Charakte- 
ristikums der altfranzösischen epen, die Wiederholung des 
Schlusses einer Strophe im eingange der folgenden (1 — 2, 6 — 7). 

Eine besonderheit bildet das häufige auftreten der allitt«- 
ration, und zwar ist es nicht nur die auch anderwärts in den 
bailaden häufige allitteration stehender oder typischer phrasen 
wie z. b. * Standing stiffe and strong' (9. 23), *For he was stiffe 
and strong withair (11), 'gentle Gawain' (?) (8. 40. 41 etc.), 
sondern beinahe in jedem verse befinden sich einfache oder 
mehrfache stäbe. Gewiss mag eine ganze reihe dieser stäbe 
auf Zufall beruhen, aber in den meisten fällen tritt die allitte- 
ration so hervor, dass sie augenscheinlich beabsichtigt ist. 

Z. b. 1. -Kinge Aithur liues in meny Carleile 
And ^eemely is to ^ee, 
And there he Aath with him Queene Genever 
That 6ride soe tright of Wee 

2. And there he /tath with [Aim] Queene Genever 
That tride soe tright in &ower, 
And all his &arons a&out him «toode, 
That were both st\tte and stowre.'^) 



>) 'In stori stif and stronge'. Syr Gawayn and the Grene Knyjt 34. 
«) Zu vgl. Skeat, An Essay on Alliterative Poetry. Percy's Folio Ms. 
ed. Haies u. FnmivaU m s. XYII ff. 



DIE BALLADE THE iMARBIAGE OF SIR GAWAIN. 409 

Die art der allitteration, die sich der Zerlegung des sep- 
tenars anpasst, ist die bei weitem häufigste. Jedoch sind auch 
vei*schiedene fälle vorhanden, in denen die beiden teile des 
septenars durch allitteration gebunden erscheinen: 

7. And there cäme to him his cözen Sir Gawaine, 

That was a c&rteous knight; 

17. A wörse formed lady than shee w&& 

Neuep man saw with his eye. 

44. And then be^päke him gentle Gawaine, 
/Said, Lädy, thdt's but 5kill; 
And becaüse thou art my owne lady, 
Thou shdlt haue oll thy will. 

53. I am (/lad as (/risse wold be of raine, 
Great ioy that I may take. 

Aehnlich in Strophe 2. 11. 22. 24. 26. 30. 33. 43. In den meisten 
dieser fälle sind drei stäbe vorhanden, von denen zumeist zwei 
in dem ersten teile des septenai*s stehen, doch auch das um- 
gekehrte some 2 + 2, 1 + 1 kommt vor. 

Dieses häufige vorkommen der allitteration legt, die Ver- 
mutung nahe, dass die bailade in die fi*üheren epochen der 
balladendichtung hinaufreicht, vielleicht der direkte nachkomme 
einer älteren mittelenglischen romanze ist und daher eine 
fassung der sage giebt, die, wenn sie auch selbst nicht die 
ursprüngliche ist, doch der ursprünglichen sehr nahe steht. 
Wie eine bekräftigung dieser Vermutung erscheint es, dass 
die romanze, welche Child in das 15. Jahrhundert setzt, in 
allen wesentlichen punkten mit der ballade übereinstimmt, so 
übereinstimmt, dass Madden sie als ihs original der ballade 
bezeichnete (Child I. s. 289). 

Es wäre daher wohl möglich, dass diese fassung der sage 
die Gower und Chaucer bekannte gewesen ist, und wenn sich 
auch nicht der strikte beweis erbringen lässt, dass sie die 
quelle der dichter war, so ist doch ein vergleich ihrer erzäh- 
lungen mit der ballade in verschiedener hinsieht lehrreich. 

Uebereinstimmung herrscht bei allen dreien in den haupt- 
punkten: Errettung eines dem tode verfallenen rittei-s durch 
beantwortung einer rätselfi'age mit hilfe eines alten weibes, 
die der ritter heiraten muss, und Verwandlung der alten in ein 



410 F. GüUUING, 

junges schönes mädchen in der brautnacht. Die rätselfrage 
ist bei allen gleich: 

Gower, Conf. Am. ed. Pauli s. 92, zeile 5 f. : 

What all woman most desiren 
This woU I axe — 

Chaucer, W. of B. T. 49 : 

Wliat thing is it that wommen most desyren? 

Ball. Str. 4: 

And bring me word what thing it is 
That a woman will most desire. 

Die antwort auf diese frage, die im gründe genommen 
ebenfalls bei allen dieselbe ist : ' Das weib begehrt am meisten 
herrschaft in der liebe ' (ten Brink, G. d. E. Litt.), bildet in allen 
drei erzählungen gleichsam das motto, so dass man meinen 
könnte, die geschichte wäre erfunden, um ihre Wahrheit zu er- 
weisen. In der bailade tritt dies allerdings nicht besonders her- 
vor, aber indem Gawein durch die befolgung der in der antwort 
enthaltenen Weisheit sein Unglück zum glück wandelt, seine 
verzauberte gattin erlöst, wird der horer oder leser ohne 
weiteres auf den Zusammenhang der ganzen erzählung mit 
der antwort hingewiesen, ohne dass die ballade dadurch zur 
tendenzerzählung würde. 

Dazu hat Gower den Stoff der sage verarbeitet. Ihm dient 
sie lediglich als ein "great ensample" dafür, dass 

Obedience in love availeth, 

Wliere all a mannes strengthe faileth (s. 89. 7. 15), 

oder wie es am Schlüsse der erzählung ausgedrückt ist: 

Thou shalt unto thy love obeie 
And folwe her will by alle weie. 

Denselben gedanken bringt Chaucer zum ausdruck, aber 
nicht indem er den etwas plumpen, durch die anläge der 
Conf. am. allerdings entschuldigten, weg Gowers wählt, die 
quintessenz lehrhaft vorauszuschicken, sondern dadurch, dass 
er seine erzählung der frau von Bath in den mund legt, dem 
heri-schsüchtigen liebeslüstemen weibe, die mit ihren fünf ehe- 
männern nur dann in glück und zufiiedenheit gelebt hat, wenn 
sie ihr in allen stücken unterthan waren. 



DIE BALLADE THE MABBIA6E OF SIR GAWAIN. 411 

Der hauptsächlichste unterschied der drei dichtungen liegt 
in der art der auffassung des Stoffes und der darstellung. 

Entsprechend seiner absieht, an dem Schicksal Florents 
die Wahrheit eines Satzes zu erweisen, ist Gowers erzählung 
durchaus lehrhaft ernst und zwar in so einseitiger weise, dass 
selbst die von natur komischen Situationen durch die art seiner 
darstellung verdeckt werden. Chaucer dagegen, dem die er- 
zählung selbst zweck ist, hat den stoff zu einer launigen, 
witzigen geschichte verarbeitet, und dementsprechend ist die 
darstellung heiter und humorvoll, ohne jedoch geradezu anek- 
dotenhaft zu werden. Chaucer steht somit hierin der fassung 
der volkstümlichen sage am nächsten. 

Aus dieser vei'schiedenen behandlung des Stoffes erklären 
sich die inhaltlichen abweichungen der drei bearbeitungen. 
Will man die fassung der bailade als die m-sprüngliche an- 
sehen, so lassen sicli für die änderungen der beiden dichter 
aucli giünde littemrischer kritik heranzielien. 

Die wesentlichste abweichung liegt in dem ei-sten teile 
der drei erzählungen, in dem die Stellung der rätselfrage be- 
handelt wii'd. In mehr romanzenhafter als volkstümlicher 
weise <) geht die bailade von der pei-son aus, die im mittel- 
punkt der kreise steht, in die sie uns führen will, von dem 
könig Artus. Ei- lebt herrlich und in freuden mit seiner 
gemahlin inmitten seiner ritter, bis ihn das Unglück in der 
gestalt des verhexten ritters ei-eilt. Dann erst kommen wir 
ZU der eigentlichen, mit der auslieferung Gaweins an das alte 
weib beginnenden erzählung. Eine derartig breite, unsach- 
liche einführung der rätselfrage, durch die der eigentliche held 
noch dazu in den hintergrund gedrängt wird, wäre für die 
Schöpfung eines kunstdichters nicht geeignet gewesen. Es wäre 
daher begreiflich, dass Chaucer und Gow^er hier änderungen 
eintreten Hessen. Bei beiden steht im mittelpunkt der er- 
zählung und des interesses der eigentliche lield. Er ist dem 
tode verfallen und gewinnt leben und weib. Bei Gower ist 
es der ritter Florent, der neffe des kaisers Claudius, bei Chaucer 
ein lusty bacheler vom hofe Arthurs. 

Florent hat einen ritter erschlagen und ist in die ge- 



*) Vgl. Syr Crawayu aud the Greue Kuight; The Türke aiul Gowin, 
Percys Fol. Ms., Haies n. FunuyaU I s. 90 £f. 



412 F. GÖRBING, 

fangenschaft der verwandten desselben geraten. Diese ver- 
langen nach blutrache, aber Florents hohe abkunft hindert 
sie an offenem vorgehen. Daher bedienen sie sich der hilfe 
eines alten weibes, der grossmutter des erschlagenen. Diese 
verspricht ihm, dass keine räche geübt werden soll, wenn er 
die bekannte, nach ihrer meinung augenscheinlich unlösbare, 
frage beantwortet. Als entgelt für diese vorgebliche gnade 
fordert sie Straflosigkeit, falls er dui'ch nichtbeantwortung der 
frage ihrer sippe mit seinem leben verfällt. Seiner littera- 
rischen existenz nach ist Florent der bekannte ritter der 
romanzen: Er ist hofmann, von grosser macht, ritterlich, ver- 
liebt, abenteuerlustig, tüchtig im kämpf. 

Der beinahe düstere ernst, der über dieser einführuug der 
rätselfrage lagert, erscheint fast als eine bestätigung dessen, 
was Gower am schluss seiner erzählimg sagt, dass sie von 
clericis niedergeschrieben sei. Zu dem Inhalt der ganzen er- 
zählung aber und besonders zu der rätselfi*age selbst steht 
diese motivierung des abenteuers mit der verhexten alten in 
keinem Verhältnis. Die Situation des jungen ritters gegenüber 
dem alten weibe ist komisch, und die komik lässt sich duixli 
ernste behandlung des Stoffes zwar dämpfen aber nicht besei- 
tigen. Der versuch, ihr ein ernstes gepräge zu geben, ist eben 
so verfehlt, als es zu keinem ziele führen würde, wollte man 
z. b. etwa das letzte rendezvous der frau Ford mit Falstaff in 
den Merry Wives of Windsor einer tragischen behandlung unter- 
ziehen. Ein altes weib, das heiraten will, ist immer lächer- 
lich, auch in dem rahmen der tragischsten erzählung. Gower 
hat zwar das mögliche gethan, um der Situation da^ lächer- 
liche zu nehmen, aber die fassung der bailade und die erzäh- 
lung Chaucers dürften nicht vorhanden sein, sollte es ihm nur 
annähernd gelingen, den leser darüber hinwegzutäuschen. Um 
nun den beiden in diese Situation zu fülireu, hat ihn Gower 
halb an den galgen gebracht : Damit Florent das abenteuer mit 
der alten erlebe, hat ihn der dichter dem blutdui-st seiner feinde 
ausgeliefert. Allerdings motiviert er das eingehen Florents auf 
die heiratsanträge der alten durch seine verzweifelte läge: 

'That chese he mote one of the two 

Or for to take her to his wife 

Or elles for to lese his life. 

(Conf. am. Pauli s. 95. 7. 6.) 



DIE BALLADE THE MARKIAGE OF SIR GAWAIN. 413 

Aber so triftig diese motivierung ist, sie wiegt den Zwiespalt 
der geftthle, in den der leser durch die verquicknng von ernstem 
und lächerlichem versetzt wird, nicht auf. 

Humoristisch wie das abenteuer mit der alten ist auch 
die rätselfrage, denn in der frage nach dem höchsten begehr 
der fi'au wird niemand etwas anderes als einen scherz suchen. 
Sie klingt, als wäre sie einer heiteren t^nzone entnommen, 
und es ist kein übler witz von dem spielmanne — denn von 
einem solchen rührt die erzählung jedenfalls her — , die frage, 
auf die jeder eine antwort weiss, oder doch zu wissen glaubt, 
zum gegenständ einer hochnotpeinlichen erörterung zu machen. 
Unverständlich aber ist es, wie ein kunstdichter diesen scherz 
zu dem Werkzeug von meuchelmördem machen konnte, um so 
weniger erklärlich, als es ja der fragenden alten vollkommen 
freistand, auch die rechte antwort als falsch abzuweisen. 
Thäte sie das in Gowers erzählung, so würde eine bittere 
ironie in ihrem verhalten liegen, da sie aber trotz ihrer meuch- 
lerischen absiebten eine ehrliche haut ist, kann man ironie zu 
Gowers entschuldigung nicht heranziehen. 

Wenn Chaucer, vne vermutet worden ist, Gowers erzäh- 
lung benutzt hat, so muss er die schwächen derselben erkannt 
haben; bei ihm steht der humor der Schilderung und die mo- 
tivierung in vollem einklange mit der komik der Situationen 
und dem scherzhaften inhalt. Zwar ist es auch bei ihm ein 
dem tode geweihter, dem die frage vorgelegt wird, aber nicht 
um ihn zu vererben, sondern um ihn zu retten, wird sie ge- 
stellt, und es ist nicht der unglückliche ritt€r, der beinahe 
schuldlos in das Unglück gerät, wie bei Gower, sondern ein 
missethäter, dessen vergehen noch dazu ganz im rahmen der 
erzählung steht. Es ist auch nicht der abgedroschene ro- 
manzenheld, sondern eine der mittelenglischen litteratur we- 
niger geläufige und darum um so interessantere erscheinung, 
der ritter der ft-anzösischen Pastorelle. ^) Der held der lustigen 
französischen Schäferdichtung, der die Schönheit geniesst, wo 
er sie findet, mit oder ohne ihren willen, der lüsterne hofherr, 



^) Ob direkter einflnss des Französischen vorliegt, oder ob Chaucer 
etwa durch eine yolkstümliche dichtung ähnlich der bailade 'The Knight 
and the Shepherd's Daughter' (Child IT. 110) beeinflnsst ist, ist nicht zu 
entscheiden. 



414 F.JGÖBBING, 

der den reizen schöner landmädcken nicht \\iderstehen kann, 
ist in des königs Artus märchenland versetzt. Nach englischem 
recht geht es ihm hier an den kragen : Für die Vergewaltigung 
eines mädchens wird er zum tode verurteilt. Das ist zwar 
recht aber hart, und die damen von Artus hof haben ein ein- 
sehen. [Sie kennen des weibes begehr, und die moral der 
Schäferin in der altfranzösischen Pastorelle, die sagt: 

'Feme qiii n'ottroie 
Tel jeu et tel joie 
De den soit honie' 

(Bartsch, Altfr. Rom. u. Past. IL 19.) 

ist auch die ihre. Das hat der der volkstümlichen englischen 
poesie bekannte knabe mit dem mantel, der nur dem reinen 
weibe passt, und dem hoin, aus dem kein hahnrei trinken kann, 
ohne sich zu beschütten, gezeigt. Sie wissen, was es mit der 
gewalt, die der junge mann gegen das mädchen gebraucht liat, 
auf sicli hat. Daher bitten sie den könig solange, bis er ihnen 
den Sünder ausliefert. Vielleicht würden sie ihn gleich laufen 
lassen, wenn sich das mit ihrer ehre vertrüge, und wenn sie 
auch innerlich dem Sünder milde gestimmt sind, äusserlich 
müssen sie den anschein gestrenger frauen wahren.] Ein jähr 
lang muss der ritter durch den gedanken an den drohenden tod 
büssen : Er muss ausziehen, die antwort auf die rätselfrage zu 
suchen. Von ihrer beantwortung soll seine begnadigung ab- 
hängig sein. Wir begleiten ihn nicht mit den traurigen ge- 
danken auf seine ausfahrt wie Florent, denn während Florent 
der sichere tod bevorsteht, falls nicht ein ganz besonderes 
ereignis eintritt, können wir sein Schicksal getrost in Genevers 
und ihrer damen bände legen. Und sollte er dennoch sterben, 
so ist ihm nur recht geschehen. So geht von der lustigkeit, 
die über dem ganzen lagert, nichts verloren, und wir können 
uns frei von anderen empfindungen der witzigen entscheidung 
der königin freuen, die dem fi^auenverführer die frage stellt, 
deren antwort nur aus dem intimen verkehr mit frauen 
gelernt werden kann. Der fi^auenkenner wird heiter sich 
seiner eignen erfahrungen erinnern — wir können uns vor- 
stellen , wie das gesicht manches der zuhörenden Canterbury- 
wallfahrer sich zu einem kundigen lächeln verzieht — , und 
der unerfahrene wird nicht uninteressiert der antwort auf die 



DIE BALLADE TUE MARBIAQE OF BIB GAWAIN. 415 

für die Psychologie der frau so wichtige frage entgegen- 
sehen. 

Ein nicht unerheblicher unterschied besteht auch in der 
einführung der helferin und in der art, wie sie ihr abkommen 
mit dem ritter trifft. 

In der bailade tritt sie Arthur auf einem moor entgegen. 
Der lächerliche effekt ihrer hässlichkeit wird voll ausgebeutet. 
Sie grüsst den könig: 

But King Arthur had forgott his lesson, 
What he shold say againe. (18) 

Ihre übernatürliche herkunft tritt sofort zu tage, denn sie 
kennt augenscheinlich Arthurs leid, und dass sie 

'betwixt an oke and a greene hoUen' (15) 

sitzt, wird in den kreisen, in denen die ballade mit so vielen 
anderen geisterballaden heimisch war, sicher als ein zeichen 
übernatürlichen wesens aufgefasst worden sein. Arthur traut 
jedoch augenscheinlich ihrer übermenschlichen begabung nicht 
recht, denn bevor er seinem bedränger ihre antwort giebt, über- 
reicht er die von ihm und Gawein aufgezeichneten lös^ungen. 

Gowers erzählung steht hierin der ballade ziemlich nahe. 
Florent trifft die alte im walde *under a tree'. Sie ruft ihn 
an und kündet ihm, dass er ohne ihre hilfe dem sicheren 
tode entgegengehe. Sie hilft ihm gegen das versprechen, sie 
zu heiraten. Wie Artus giebt Florent vor der antwort der 
alten seine eignen antworten. Der hauptunterschied von der 
ballade und Chaucer liegt wiederum in der ernsthaftigkeit der 
Schilderung. Die detaillierte beschreibung der alten fehlt hier, 
dagegen ist eine psychologische motivierung des entschlusses 
Florents, ihr zu willfahren, versucht. Er verfällt bei 
der anküudigung der alten in tiefe gedanken, reitet fort, 
kehrt wieder, schliesslich bestimmt ihn die erwägung, dass 
sie bald sterben und bis dahin sich leicht vor der weit 
verbergen lassen werde, zur annähme ihrer bedingung. Diese 
scene ist nicht ungeschickt geschildert und in ihrer realistik 
bemerkenswert. 

Bei der art, wie Gower die alte einführt, taucht in dem 
leser die frage auf, mit was für einer ki^atur er es zu 
thun hat, und der dichter lässt ilm in ungewissheit darüber 
bis zum schluss. Vielleicht hat Gower damit die absiebt 



416 F. GÖEBING, 

verfolgt, die ent Wandlung der alten um so überraschender 
zu gestalten, wahrscheinlicher ist bei der Übereinstimmung 
mit der bailade, dass er darin einfach seiner quelle folgte. 
Chaucer hat diese ungewissheit vermieden, und die erzäh- 
lung hat dadurch gewonnen. Schon die einleitung deutet 
an, dass wir die bekanntschaft der elfen machen sollen, und 
der ritter trifft nicht unvermutet im walde die alte, sondern 
er sieht von ferne einen elfenreigen; er reitet darauf zu, in 
der hoffnung, noch die rechte antwort zu finden, aber im nu 
sind die tänzerinnen verschwunden, und nur ein altes häss- 
liches weib ist zui*ückgeblieben. Sie giebt ihm die rechte 
antwort, aber nicht schon jetzt verlangt sie das versprechen, 
sie zu heiraten, sondern sie fordert nur, dass er ihr den 
ersten wünsch erfülle, den sie nach dem ei-weis der richtigkeit 
ihrer antwort stellen wird. Indem der ritter ahnungslos 
darauf eingeht, geniesst der leser hernach das vergnügen, 
den lüstling gründlich hineingefallen zu sehen, als die alte 
plötzlich heii-at verlangt. 

Die einlösung des vei-sprechens giebt der bailade gelegen- 
heit zu humoristischer darstellung: Die ritter der tafeirunde 
reiten in den wald und finden die hässliche alte, ohne zu 
wissen, dass Gawein ihr zum gemahl bestimmt ist. Kay 
witzelt über sie, indem er die komische Situation andeutet, 
die sich ergeben würde, wenn einer das weib küsste. Als 
dann Gawein die eröffnung macht, dass einer von ihnen sie 
heiraten müsse: 

Then some tooke up their Äawkes in Aast, 

And some tooke up their Äounds, 
And some sware they wold not marry her 

For citty nor for towne. (38) 

Gower benutzt die Situation, um recht eindringlich dar- 
zulegen, in welch unglücklicher läge sich Florent befindet. Er 
schildert jetzt ausführlich die abschreckende hässlichkeit des 
weibes. Florents herz will brechen, als er sich anschickt, sie 
aus dem wald davon zu führen. Es ist die bittre arzenei, die 
sich der vorausgenommenen süssigkeit des wiedergewonnenen 
lebens gesellt. 

He drinketli the bitter with the swete, 

He medleth sorwe with liking 

And livetb so as who saith dying. (s. 99, z. 23 ff.) 



DIE BALLADE THE MARRIAGB OF SIR GAWAIN. 417 

Chancer hat diese Situation, die im ganzen doch nur eine 
Wiederholung des ersten Zusammentreffens ist, vermieden. Er 
lässt das weib, sobald der ritter die frage beantwortet hat^ 
plötzlich erscheinen und der königin ihr begehi- nach lieirat 
vortragen. Die Wirkung ist dadurch um so drastischer. An- 
schaulich ist dann das sträuben des eben befreiten und in 
neues unglück gestürzten, bevor er auf das unweigerliche ver- 
langen der alten eingeht, geschildert. 

Die beschreibung der hochzeit ist in der ballade verloren. 
Gower und Chaucer lassen sie mit jammer und leid im ge- 
heimen stattfinden. Bei Gower geht vorher eine Schilderung, 
wie Florent das weib heimlich in sein schloss bringt, und 
auch die hochzeit ist des näheren beschrieben, ohne etwas zu 
bieten, was sich der leser nicht viel schneller selbst ausmalen 
könnte, als er es liest. Chaucer erspart uns diese ebenso 
wenig unterhaltende als für den gang der erzählung unwichtige 
Schilderung. Er sagt nur, dass es dem ritter schlimm zu mute 
war, und geht sofort zu dem brautlager über, auf dem sich 
die Wandlung vollzieht. 

In der ballade ist von dem brautlager nur der teil er- 
halten, in dem die endgiltige Wandlung vor sich geht. Wie 
aus Str. 45 hervorgeht, hat die braut ihre hässlichkeit bereits 
abgelegt, als sie Gawein die fi'age stellt: 

*Wether thou wilt haue me in tliis liknesse 
In the night or eise in the day.' (40) 

Es ist wohl als witz aufzufassen, wenn Gawein sie schön 
in der nacht wünscht *\Vhen I with thee shold play' — , bevor 
er auf ihren einspruch ihr die volle entscheidung überlässt 
und dadurch volle entwandlung herbeiführt. 

Gower ergeht sich bei der Schilderung des brautlagers in 
poetisch breiter ausführlichkeit Nach einigem zögern von 
Seiten Florents wird das paar zu bett gebracht. Er wendet 
sich ab, um ihrem hässlichen anblick zu entgehen ; sie hat ihn 
wider seinen willen in die arme geschlossen und bittet ihn, 
sich ihr zuzuwenden. Halb bewusstlos kommt er schliesslich 
ihrem wünsche nach und erblickt ein schönes weib von 18 
Jahren. Sie fragt ihn wie in der ballade. Er denkt hin und 
Iier, und da er zu keinem resultate kommt, überlässt er ihr 
die entscheidung, ja er will, dass sie sein leben lang seine 



418 F. 6ÖRBING, 

heiTiii sein soll. Wie er zu dieser Unterwürfigkeit kommt, ist 
nicht recht ei-sichtlich. Die motiviei-ung ist allein in der ten- 
denz zu suchen. Die Verwandlung ist wie in der ballade. 

Chaucer liat die Situation auf dem brautbett in zwei 
lichtungen ausgenutzt. Sie giebt ihm willkommene gelegen- 
heit, seinen humor spielen zu lassen, und er stürzt den ritt«r 
noch einmal tief in sein ungemadi, um ihn dann um so 
wirkungsvoller zum glück zu führen. Der gatte wälzt sicli 
ruhelos auf dem lager, ohne an seine neuen pflichten zu denken. 
Die alte lächelt dazu und macht ihm Vorhaltungen: 

Is this the lawe of king Arthures hous? 
Is every knight of his so dangerous? 

(W. of B. T. 233/34.) 

Sie hält ihm vor, dass er ihr sein leben verdankt, und fragt, 
ob sie eine schuld gegen ihn habe, dann will sie dieselbe gut 
machen. Schuld hat sie nach des ritters meinung, und zwar 
eine gi*osse: Sie ist alt, hässlich und von niederer herkunft. 
Ueber diese schmach will ihm das herz brechen. Die alte 
beginnt darauf eine lange mit zahkeichen citaten gespickte 
moralpredigt, in der sie nachweist, dass der rechte adel nicht 
angeboren ist, sondern erworben wird; femer hebt sie den 
unwert des reichtums hervor und tröstet ihn über ihre häss- 
lichkeit damit, dass er dafür ihrer treue sicher sein wird. 
Ten Brink meint, die durchaus tüchtige moral dieser langen 
pi^edigt fliesse mehr aus dem herzen des dichters als aus dem 
der frau von Bath, „doch wir halten Chaucer seine naive 
tendenz zum lehrhaften nicht weniger gern als Shakespeare 
zu gute". Jedoch ist auch eine andere erklärung dieser 
langen explication möglich. Die länge können wir ohne 
weiteres, ebenso wie die frühere einschaltung der Midassage, 
auf die rechnung der geschwätzigen frau von Bath setzen, die 
von dem, in das sie sich einmal festgeredet, nicht loskommt, 
wie sie in der einleitung zu ihrer erzählung klar zeigt. 

Sollte der Charakter der erzählerin gewahi't werden, und 
Chaucer spricht im prolog selbst aus, dass jeder nach seiner 
art erzählen soll, so mussten ilire hauptsächlichsten charakter- 
züge auch in der erzählung hervortreten. Darum erzählt sie 
etwas pikantes, ihre ehetheorie scheinbar beweisendes, zum 
teil in geschwätziger weise. Die moral mag dem innein des 



DIB BALLADE THE MARRTAGE OF SIR GAWAIN. 419 

dichters entsprungen sein, sie steht aber auch nicht im 
gegensatz zu der gestalt der frau von Bath. Es ist die 
moral der leut« aus dem volke: Tüchtigkeit geht über adel, 
armut ist keine schände und hat auch ihre voiteile. An- 
stoss könnte man vielleicht an der kolossalen belesenheit 
der erzähl erin nehmen, die Ovid, Boethius, Valerius, Seneca 
citiert. Aber erklärlich ist auch das: Es ist die frucht ihrer 
fünften ehe. 

Für den gang der erzählung ist diese auseinandersetzung 
zwar hemmend, aber nicht ganz unvorteilhaft. Ebenso wie 
bei der einschaltung der Midaslegende steht eine bedeutende 
Wendung bevor, und wenn auch durch die Verzögerung nicht 
gerade Spannung eiTegt wird, so wird doch der f ortschritt 
nach dem nihepunkt mit um so grösserem interesse aufge- 
nommen. Femer wird im interesse des lesers dem jungen 
ehemanne durch die auseinandersetzung so recht zum be- 
wusstsein gebracht, dass er nun lebenslang an die hässliche 
kreatur gebunden ist, er wird gleichsam noch einmal auf die 
folter gespannt, und das hat der taugenichts verdient, aber 
er wird auch weich gemacht, so dass seine schliessliche 
Unterordnung unter den willen des weibes verständlich ist, 
zum mindesten verständlicher als bei Gower, bei dem sie sich 
höchstens durch den niedergedrückten seelenzustand Florents 
erklären lässt. 

Die entwandlung erfolgt bei Chaucer etwas anders als 
bei Gower und in der ballade. Gower hat die Stiefmutter 
der balladenfassung beibehalten. Er war dazu gezwungen, 
wollte er den leser nicht gänzlich über die natur der alten 
im unklaren lassen. Die bedingungen sind dieselben wie in 
der romanze und wie sie vermutlich auch in der ballade 
gewesen sind: Das mädchen ist so lange verzaubert, bis sie 
die liebe des besten ritters gewonnen hat und volle gewalt 
über ihn. 

Chaucer konnte die vermutlich schon damals viel be- 
nutzte Stiefmutter fallen lassen, denn im verlaufe der er- 
zählung ist die elflsche natur der alten genügend klargestellt. 
Dementsprechend ist auch ihre entwandlung nicht abhängig 
von dem verhalten des gatten. Als er über ilire hässlich- 
keit und niedere abkunft klagt, spricht sie es deut- 
lich aus: 



420 F. GÖRBINa, 

^Now, sire', quod she, *I coude amende al this, 
If that me liste, er it were dayes three — ' (250) 

Sie bleibt auch hässlich bis nach der entscheidenden frage, 
während sie bei Gower und in der ballade schon durch die 
bertihrung im bett entwandelt und durch die Unterordnung 
des mannes ihre entwandlung nun dauernd wird. Stellt sie 
also nicht, um ihre entwandlung herbeizuführen die frage: 

Thees now', quod she, 'oon of thise thinges tweye, 

To han me foul and old til that I deye, 

And be to yow a trewe humble wyf, 

And never yow displese in al my lyf, 

Or elles ye wol han me yong and fair — ', (363 ff.) 

so kann sie es nur zu dem zwecke thun, ihren gatten zu 
prüfen. Dass er, der mädchenjäger, nicht die Schönheit wählt, 
sondern seiner frau überlässt, das zu wählen, 

— which may be most plesance, 
And most honour to yow and me also, 

ist ein zeichen, dass er gebessert ist, und der gebesserte ver- 
dient von dem hässlichen weibe erlöst zu werden. 

Aehnlich dem schluss der ballade schliesst Chaucer mit 
einer kurzen Schilderung der freude des jungen ehepaares. 
Gower widmet dem nur zwei zeilen, um dann sofort seine 
moral zu ziehen. 

Auch Chaucer weist gleichsam noch einmal auf die haupt- 
gedanken hin, indem er die frau von Bath schliessen lässt 
mit den Worten: 

(W.B.T. 402ff.): 

— and Jesu Christ us sende 
Housbondes meke, yonge, and fresshe abedde, 
And grace t'overbyde hem that we wedde. 
etc. 

Ueberblicken wir die drei fassungen der erzäblungen im 
ganzen, so bemerken wir, dass Gower trotz seiner abweichenden 
art der behandlung des Stoffes der volkstümlichen fassung am 
nächsten steht. Ein sachlicher unterschied besteht eigentlich 
nur in bezug auf die einführung der rätselfrage und den beiden, 
sonst finden wir alles der ballade eigne wieder. Da wir nun 
sowohl die art der bearbeitung, wie diese änderung auf kosten 



DIE BALLADE THE MABBIAQE OF SIE GAWAIN. 421 

des dichtere zu setzen triftige gründe haben, so ist die Ver- 
mutung nicht von der hand zu weisen, dass die ballade die 
Gower bekannte fassung der volkssage fortpflanzt. Den aus- 
gang der ballade von Artus auf gi'und der fassung Gowere und 
Chaucers als nicht ursprünglich anzusehen, wie Child es will, 
haben wir keinen grund, zumal die romanze aus dem 15. Jahr- 
hundert genau so verfährt wie die ballade. 

Ob Chaucer die volkssage oder Grower benutzt hat, ist 
bei der freien überlegenen art seiner behandlung nicht zu 
entscheiden. Da er aber ganz im gegensatz zu Gower und 
übereinstimmend mit der ballade den humor der erzählung zur 
geltung bringt, so dürfen wir wohl annehmen, dass er die 
volkstümliche bearbeitung gekannt hat. 

Vergleichen wir die erzählungen der beiden dichter ihrem 
litterarischen werte nach, so ist Chaucer unbedingt der preis 
zuzuerkennen. Gower hat zwar nicht ungeschickt, wenn auch 
nicht überzeugend, die moral, auf die es ihm ankommt, aus 
der erzählung herausgearbeitet, und trotz des tendenziösen ist 
seine erzählung im ganzen fesselnd, aber einmal verträgt der 
Stoff eine tendenziös-ernste behandlung nicht, und dann hat 
Gower das überflüssige beiwerk der volkstümlichen fassung, 
das weder für die erzählung noch für die moral von bedeutung 
ist, nicht abgestreift. Chaucer dagegen hat sich augenschein- 
lich von seiner vorläge vollkommen frei gemacht. Unpassendes, 
hemmendes ist bei ihm nicht vorhanden; bei Gower und in 
der ballade nicht vorhandene züge sind hinzugefügt. Die 
komposition ist dem Stoff vollkommen angepasst, jede einzelheit 
liegt im rahmen des ganzen. Was seine erzählung aber be- 
sonders auszeichnet, ist die technik der daretellung; alles ist 
in inneren Zusammenhang gebracht, trefflich motiviert, kunst- 
voll und eindringlich geschildert, und über dem ganzen schwebt 
der überlegene chaucerische humor. Trotz dieser kunstvollen 
darstellung aber ist es dem dichter gelungen, den Charakter 
der volkstümlichen, halbgebildeten erzählerin mit ihrer argu- 
mentationsweise zu wahren. 

Einer erörterung bedarf noch die antwort auf die rätsel- 
frage (et s. 410). 

In der ballade lautet sie (28): 

— a woman will haue her will, 
And this is all her cheef desire. 

AngU». N. F. XI. 28 



422 F. QÖRBINO, 

Bei Gower (s 96 z. llff.): 

— upon this molde 
That alle women levest wolde 
Be soverein of mannes love, 
For wliat woman is so above 
Slie hath as who saitli all lier wille, 
And elles may she nought fulftlle 
What thinge her were levest liave. 

Bei (liaucer (W. B. T. 182 ff.): 

'Wommen desyren to have sovereyntee 
As wel over hir liousbond as hir love, 
And for lo been in maistrie him above. 

Wie die frage, so ist auch die antwoit in der bailade ein 
witz, ein spiel mit einem zweideutigen ausdruck. Was Gower 
und Chaucer in längerer ausführung darlegen, liegt in den 
Worten "a woman will have her will". 

Der ursprüngliche sinn der Worte ist klar, der nebensinn, 
der ihnen innewohnt, wird deutlich, wenn wii- ihren gebi*auch 
an anderen stellen betrachten. 

Childll. A. 7ff. heisst es: 

The youngest daughter that same night, 
She went to bed to this young knight 
And in the moniing, when it was day, 
These words unto him she did say: 
^Now you have had your will' quoth she, 
*I pray, sir knight, will you many me?' 

ChildnilO. A. 4: 

He took her by the middle so small. 
And laid her down on the piain. 
And after he had had his will, 
He took her up again. 

Derselbe gebrauch von *wiir tritt schon im Hom auf, 
V. 369 ff. (haue ihc of him min wille). Der sinn dieses verses 
wird erläutert durch v. v. 303 f., 715 ff., 725 ff., 741. 

Auch im Deutschen findet sich dieser naheliegende Euphe- 
mismus. In dem mittelhochdeutschen gedieht, *Die listigen 
Weiber' (v. Lassberg, Liedersaal III s. 12), sagt die treulose 
gattin von der nacht, die sie in der laube mit ihrem freund 
verbuhlt hat (255 ff.): 



DIE BALLADE THE MARRIAGE OF SIR GAWAIN. 423 

Ltttzel slieff ich al die nacht 
War diu weit alle min 
Mir kont nimer bafz gesin. 
Untz der han krat 
Vil wol ich da hat 
Min willen gehapt. 

Im Französischen finden sich gleichfalls ähnliche aus- 
drücke. Z. b. sagt in einem liede des XV. Jahrhunderts der 
Verführer zu dem mädchen: 

'Faites tout a ma requeste'. 
(Gaston Paris, Chansons du XV*' siöcle no. VII.) 

Und in einem anderen lied (43) derselben Sammlung klagt 
ein unglücklicher liebhaber: 

En desconfort je suis 

Quant la belle ne fait a mon tallant. 

In einer durch eine handschrift des 13. Jahrhunderts über- 
lieferten pastoreile sagt die Schäferin zum ritter: 

'Or descendeis, 

Se vos voleis, 

Sor Terbe ke poent drue; 

De moi fereis 

Vos volenteis 

Onkes ne fui vencue.' (Bartsch 11. 9.) 

Dass Gower und Chaucer den im volke sicher im ganzen 
umfange deutlichen ausdruck: *a woman will have her will', 
weiter ausgeführt haben, ist begreiflich, da die Zweideutigkeit 
in diesem Zusammenhang für den, der die Volkssprache nicht 
kennt, nicht deutlich hervortritt, aber der eigentliche witz ist 
dadurch verloren gegangen. Gower macht wenigstens den 
versuch, ihn zu wahren, indem er hinzufügt: 'She hath as 
who saith all her wille' (cf. s. 28). Das 'as who saith' ähnelt 
dem altfi-anzösischen *Li vilains dit', mit dem Sprichwörter ein- 
geführt zu werden pflegen, und scheint andeuten zu sollen, 
dass der damit eingeführte ausdruck vulgär oder allgemein 
gebräuchlich ist (cf . Conf . am. s. 99, z. 24 : And liveth so as 
who saith dying. Ed. Pauli). 

Hallk f. Göebing. 



28* 



THE COLOR OF COLERIDGE'S EYES. 



In the biographical and critical material on Samuel Taylor 
Coleridge there are a number of interesting references to the 
color of bis eyes. As a matter of fact, Coleridge's eyes wei*e 
evidently grey in color, according to the testimony of those 
who knew him best, and who saw him most frequentlj'. 
Wliether or not those eyes could run the gamut of shades 
expressed in the following quotations, is a question for the 
ophthalmologist to decide. We must simply accept each 
Statement upon the authority of the man or woman who 
made it. 

(1) "The deep eyes, of a light hazel, were as füll of 
sorrow as of inspiration." 

Carlyle, Life of Sterling (Lond. 1871) p. 47. 

(2) ". . . . large, projecting eyebrows, and bis eyes roUing 
beneath them like a seA with darkened lustre." 

Hazlitt, The Liberal m, (1823). (Quoted by Campbell in hiä 
Life of S. T. C, p. 82.) 

(3) "His [S. T. CVs] eye is large and fiiU, and not very 
dark, but grey — such an eye as would receivefrom 
a heavy soul the dullest expression ; but it speaks eveiy 
emotion of his animat^ mind : it has more of * the poet's 
eye in a fiue fienzy roUing' than I ever witnessed." 

Dorothy Wordsworth, in Christopher Wordsworth's Memoirs 
of W. W., vol. I, p. 99. 

(4) "Eyes not merely dark, but black, and keenly pene- 
trating." 

Hey. Leapidge Smith. (Qaoted by Emest Hartley Coleridge in 
The Letter 8 of S. T. C, (Lond. 1895), vol. I, p. 180—181, 
note; and referred to Leisnre Hour, 1870, p. 651. This 
reference is incorrect, as the article found there is Whately's 
""Personal Eecollections of the Lake Poets.'' 



JOHN LOUIS HANBT, THE COIiOR OF COLERIDGE'S EYES. 425 

(5) "His [S. T. C.'s] eyes were as wonderful as they were 
represented to be, — light grey, extremely prominent, 
and actually glittering: an appearance, I am told, com- 
mon, among opium-eaters ." 

Harriet Martinean, Antobiography, (Boston, 1877), vol. I, 
p. 299. 



(6) "A pair of stränge, brown, timid, yet eamest looking 
eyes." 

Carlyle, quoted inFroude'a Carlyle, (1795—1835), vol.I, p. 179. 

(7) "Noticeable man with large grey eyes." 

Wordsworth. — ^Stanzas written in my Pocket Copy of Thom- 
son's 'Castle of Indolence'" (Poetical Works, ed. John 
Moriey, p. 182). 

(Note. — Hall Caine, in bis Life of S. T. C, (Lond. 1887), p. 104, 
donbts the identification of S. T. C. as tbe ^'noticeable man". 
Bnt see tbe Letters of S. T. C, (e<l. E. H. Coleridge,) vol. I, 
p.345,note; ab)o De Quincey, Coleridge and Opinm Eating 
(Works, 1863 vol. XT, p. 108). 

(8) "His large grey eyes, at once the clearest and the 
deepest that I ever saw." 

Henry Nelson Coleridge, Memoir of S. T. C, (Works of 
S. T. C, ed. Sbedd, vol. HI, p. 655). 

(9) "A Short, thick old man, with bright blue eyes and 
fine clear complexion." 

Emerson, English Traits, (1892) pp. 13—14. 

(10) "From Wordsworth we leam (what afterwards my own 
experience verifled), that his [S. T. C.'s] eyes were lai'ge, 
and in color were grey." 

De C^incey, Prefatory Note to ''Coleridge and Opium 
Eating" (Works, 1863, vol. XI, p. VII). 

To this half score of references drawn from prominent 
writers, all of whom knew Coleridge personally, may be added 
the following, quoted by E. J. Annstrong from the Quarterly 
Review: — 

(11) " the quick, yet steady and penetrating greenish- 

grey eye." 

Armstrong, Essays and Sketches, (1877), p. 55. 

The dozen may be completed by an apocryphal allusion 
from William Winter: — 



426 JOHN LOUIS HANEY, THE COLOR OF COLERIDGE'S ETBS. 

(12) "As you ramble in that neighborhood, your fancy will 
not fail to conjure up bis placid flgure, tbe silver hair, 
tbe pale face, tbe great, luminons, cbangeful blue 
eyes/' 

Winter, The Grave of Coleridge in bis Shakespeare^s 
England (1897) p. 230. 

Cbangeful eyes, indeed, if all tbe above testimony be true. 
Most modern writers on Coleridge speak correctly of bis grej^ 
eyes, — for example, Brandl, in bis S. T. C. und die eng- 
liscbe Eomantik, (Lady Eastlake's translation, (1887) pp. 49 
und 346). 

Tbis subject is undoubtedly a trivial one. It matters 
little to tbe literary bistorian wbetber Coleridge's eyes were 
grey er black, brown or blue, hazel or green; bat sucb 
coUocations of evidence often warn biograpbers to treat more 
circumspectly our material concerning a great writer's person- 
ality, as described by bis friends or contemporaries. 



John Louis Haney. 



Univbbsity of Pennsylvania, 
Philadelphia Pa« 



JOHN CAPGRAVE 
UND DIE ENGLISCHE SCHKIFTSPRACHE. 

Zweiter teil: Vokale ausserhalb des accents. 
(Minder- und schwachbetonte vokale.) 

I. Die RufflxTokale im allgemeinen. 

(§ 147) Der starke hauptaccent des Englischen liat bewirkt, 
dass im laufe des 14. und 15. Jahrhunderts die meisten vokale 
der nebentonigen silben sich zu einem i?- laute abschwächten. 
Aehnlich klingende suffixe reimen mit einander und werden in 
der Schreibung häufig vertauscht. 

(§ 148) Im reim äussert sich dieser lautwandel bereits bei 
Gower {sely : imvete Fahrenberg 403), nicht bei Chaucer, 
jedoch bei den meisten seiner schttler. Hoccleve bindet die 
ableitungssilbe ae. -dorn mit ic am, ein zu frz. averti gebildetes 
Substantiv mit ae. me (Vollmer 215); Lydgate verfährt in 
diesem punkte anscheinend korrekt ; dagegen sind bei Bokenam 
reime mit schwankendem sufflxvokal nicht ganz selten (Hoofe 
238), ebs. bei Capgrave, vgl. meny < viesniee : hardy : folye 
m 439, ähnlich III 543, IV 432 , beute : see (= sy, ae. seaJ^) 
II 1310. 

(§ 149) In der prosa zeigt sich das schwanken der sufflx- 
vokale bereits bei Wycliffe in sämtlichen teilen der Bibel. 
K» schreibt mone(e) statt nwney 1 Makk. VIII 26, Matth. XXV 
18,27, venc statt venay Ezech. XLIII 13, Dan. n9, batet 
statt bateil 2 Makk. ^T[II 20, K^ prynei u. ä. statt priue Rom. 



») Fortsetzung ans lieft II s. 153—194 und heft III s. 323—375 dieser 
seitschrift. 



428 WILHELM DIBELIÜS, 

II 16, 2 Kor. XII 4, Eph. V 12, vern 1 Tim. V 16, Hebr. X 22, 
comyn statt comon, comoun Apg. 11 44, X 28, trauele(n) statt 
traueilen 1 Thess. V 12, 2 Tim. 11 9, IV 5 (oder nach § 109 zu 
beurteilen?), M trauelis Offenb. XIV 13, die Ezechiellücke 
monee XVI 36 , verre XVIII 8. Besonders häufig sind bei- 
spiele in der jüngeren f assung : nauei statt nauie Dan. XI 40, 
trau€l(e) Eph. IV 28, 1 Thess. 13,2 Thess. HI 8 u. ö., very 
1 Tim. V 3, 1 Petr. V 12 u. ö., comyn Apg. IV 32, V 18, counsel 
statt counseil Apg. V21, XXHI 20 u. ö., batel Offenb. IX 9, 
Xn 7, 17 u. ö. Statt der gewöhnlichen Schreibung morowe, 
narotve findet sich moru Offenb. XXII 16a, Apg. XXVIII 23a, 
naraw Ezech. XL 16b. 

Pecock bewahrt im allgemeinen die etymologische Schrei- 
bung der Suffixe. Formen wie seeldem < seldan 77, mony 540, 
557, Collage 112 sind ziemlich seltene ausnahmen. Grösser 
sind die abweichungen bei Capgrave. Er schreibt schippardes 

< scüaphierdüs 155, lynand < llnen 62, 138, 308, tvoUand < 
tvnllen 308, stets Jcyngdam (ae. -dö^in) 22, 23, 24 u. ö., tcisdam 
40, fredam 51 ; meny < mesniee 123, 131, 155, prosperity 136, 
Surry 160, aber Surre 32, 53 u. ö., Jule 232, certyn 150, 223 
neben certeyn 9, 161, 162 u. ö., gardeyn 33, orgoun, orgones 

< Organ 8, 96, pleasuns 146 neben pleasauns 223 u. ö., diartour 

< cliartre 265, Tempuli 65. In den älteren Londoner Urkunden 
sind die alten endungen meist unverändert erhalten (doch 
fredam, sayenge, priuele n, s., , s. Morsbach 77), später jedoch 
findet sich bereits felosship K 47 , ane < cenig K 53 , colUtge 
E 46 u. ö., certen E 58, pleasire E 61, powair E 61, sattan, 
sattayn, säten < satin E 73 und öfters partizipia prs. wie 
cnsueng E 19, oheieng 50, lyeng 51. Auch die Suffolker testa- 
mente bieten häufig formen wie tvysdum 1467: 40, feiaas 42, 
mony 24, pleeser 27, commen < frz. commun 1481 : 60 usw., die 
Norfolker gilden dagegen nur sehr selten felas 30, 37 u. ä. 
In der verf. von Worcester erscheint vitelle 383, comyn 386, 
fellyship 381, churche yordes 393, priuylages 393. Sehr stai'ke 
freiheiten finden sich in den Paston Letters ; ich führe nur an 
worshopeful IWiP I 29, knowlage 2WiP II 109 u. ö., forOi- 
woth(i) IJP I 252, feluchep IJP H 211, feythfoly WaP m 
247, to morawe 2JP III (59), leysor < leisir (frz.) 2JP III 129, 
femer maney, aney, herteley < -ig, -llc MP II 241 , 242 , pe- 
sibiley II (362), Jcoseyn (eiy < f?) MP HI 30, exameynd U 



JOHN CAPGKAVE UND DIR ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 429 

(364), wycheyd < wyscte MP II 242, towscheyng II (363), xm- 
dreschryf, undrchryf, undresehef < sclrgerefa MP 11 238. 
Auch bei Caxton schwanken die suffixe ziemlich stark, s. Röm- 
stedt 27 f. 

(§ 150) Statt des o in flexionssilben erscheint in dieser zeit 
liänfig i, seltener andere vokale. Bei Wycliffe ist dies / ganz 
gewöhnlich (auch doith, goith] Gasner 134), ebenso bei Pecock: 
clerkis 29, hondis 29, ferthir 2, bettir 78, vttrist 101, cUpid 101, 
folewith 97 ; auch doith 148 u. oft, goith 197 u. oft, seltener bei 
Chaucer, obgleich auch er nicht ganz selten werkis : derk is 
u. ä. reimt (t. Br. § 328). Gower kennt solche reime noch 
nicht (Fahrenberg 402), bei Hoccleve sind sie häufig (Voll- 
mer 215), seltener bei Lydgate (z. b. boundis : ground is 
EFr in 635) und Bokenam (garlondys : hys X 277, wurdys : 
seek is VIII 623; hierher sowkyn : knelyn : Mawdelyn VIII 
1095?). Capgrave bietet zwei derartige fälle: Janjs : trete is 

I 55, dcdys : niede is T 624; in Chr. schreibt er mit Vorliebe 
fadir 28, garlondis 22, heestis 16, hillis 17, killid 25, hdllowid 
46, sendith 1, ofßr 1 usw. neben dowteres 31, wordes 32, 
dured 29. In den Londoner Urkunden wird meist e, selten i, y, 
vereinzelt o, u geschrieben (Morsbach 79), in späterer zeit 
fast ausschliesslich e verwendet. In Suffolk dagegen erscheint 
gewöhnlich ?, vgl. syluir, hedys, ouyr 1467 : 15, comyn (pz.), 24, 
fallith 26, brethryn 30, monyth 1470: 45, doch knyves 1467: 15, 
appultre 1470, 46. Etwa gleich häufig sind e und i in den 
Norfolker gilden , vgl. exctisyd, escused 30, offeren, offcryn 31, 
bretheryn, systeryn 30, bre])ren, sistren 46 usw., selten 
nsud 27, bretherun, ststertm 110, sshullonSb, sworon 36. In 
Worcester überwiegt c bei weitem; aber auch happenitJi 392, 
rcqnirith 400, (aftur 377) usw. sind nicht ganz selten. Da- 
gegen ist i die regel in den Paston Letters, vor allem bei 
MP {howsys m 29, heryn 1 109, levyn I 110, yovyn II 215, 
brokyn III 29), 2JP (bretheryn Hl 139, letteris III 87, castyth 

II (375), ffettchyd HI (15), comyn III 139, ftefiro^yn HI 188) 
und 3 JP (retcardys, frendys HI 7, mevyd, comyth, fallyn TU 43) ; 
nur F schreibt seltener wretyn, sendis I 94 als writen I 94, 
begeten 1 93 usw. Caxton hat oft i, vgl. Römstedt 27, 45 ff. 

(§ 151) Von den Suffixen romanischen ui-sprunges sind noch 
besonders zu erwähnen -o», -oun, -or, -our. Neben norman- 
nischem 'oun, das im früheren Me. fast allein gebräuchlich ist, 



430 WILHELM DIBELIU8, 

findet sich in unsren quellen aucli das zentralfi'z. -on. Bei 
Wycliffe kommt es nur ganz vereinzelt vor : generation Matth. 
XII 42, legions Matth. XXVI 53, prison Luk. XXHI 19; die 
jüngere fassung hat nur -oun. Bei Pecock ist die zentralfrz. 
endung schon etwas häufiger (comon 1, reson 75, sermon 112, 
affecdon 113 usw., stets persoon 1, 2, 3 u. ö.), jedoch weit in 
der minderheit gegenüber dem normannischen sufflx (z. b. 
comoun 4, resoun 75, scrmoun 113). Selten ist sie bei Chaucer 
(t. Br. § 71) und Hoccleve (Vollmer 216), häufiger bei Lydgate 
{resoun y occastfoun : shoon PS 150, persone : allone EFr III 
307); bei Bokenam erscheint nur -oun in beweisenden reimen 
(Hoofe 241 ; wenn wir überhaupt reime von -oun : ae. -ün und 
'On : ae. -ön, -an in der zeit des Überganges von ü > ou und 
ö > u für beweisend ansehen können), wobei zu beachten ist, 
dass 'On entschieden mehr reimmöglichkeiten bietet, als -oun. 
Dagegen deuten einige bindungen der übrigen Chaucer- 
schüler auf die zentralfi'z. endung, vgl. insiruccion : don 
Rem. L 540 b, mentione : anone Wade 28 u. oft, person : alone 
Gen. 497. In der volkstümlichen litteratur scheinen beide 
Suffixe häufig zu sein, so erscheinen reime mit -on und -oun 
bei Lonelich (reson : anon XVI 230, regiown : adown XVIII 
80 usw.), im Lambeth ms. (persoone : oon II 101/16, (issump- 
cioun : adown II 56/474 usw.) und bei Audelay (relegyon : 
anon 17, : adoune 18 usw.); wenn in einigen denkmälern 
eins der beiden suffixe zu fehlen scheint, ist das vielleicht nur 
Zufall. Auch Capgrave verwendet beide endungen, vgl. de- 
twcyon : doon IV 545, condusyon : doon : soon IV 2081 usw. 
gegenüber discrecyon : tonn V 1245, oryson : doun V 1352 usw. 
Ebenso schreibt Chr. annotacion 36, iranslacion 54, reheUion 
62, nacion 64 — devocioun 9, ordi7%acioun 10, temptacioun 21 ; 
hier ist -on entschieden häufiger. In den Londoner Urkunden 
herrscht durchaus das letztere suffix (so incamacion W 1/2, 
mencion LG 3, reason R 12); seltene ausnahmen sind 
deuouaciouns W 81/11, conuersacioun 105/3, mcamacioun 
131/24, enchesoun LG 7, 10, in den späteren Staatsurkunden 
entencioim R 53, pcrsonnc R 74; auch in den Suffolker testa- 
menten erscheint -oun nur in coniown 1467 : 17, pencyotcns 26, 
ohlaciouns 1481 : 55, reparaciouns 62, sonst stets -on^ wie z. b. 
sermon 1467: 17, resurreccion 22, öbligaoion 25. Dagegen 
haben die Norfolker gilden fast stets -oun, z. b. processioun 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHBIFTSPRACHE. 431 

N 19, deiwcioun L 45, ptirificadoun BL 89; -on erscheint als 
seltene ausnähme in N (ascension 37), L (gähn 63. sustentacion 
67) und BL {gaUn 88); nur Wy bietet kein -aun, sondern 
sauacion 111, leuadon 113, fundado^i 115, 116); die späteren 
Urkunden haben jedoch bereits fast stets -on, z. b. oppression 
1451 I 191, mansion 1459 I 460, deUberacion 1482 III 281, 
doch obligadoun 1451 I 191; ebenso Worcester nur exaltacion 
376, cxccucyon 377, eleccion 379 u. ö. Auch die Paston Letters 
bevorzugen die zentralfrz. form. Die meisten Schreiber kennen 
überhaupt nur -on, so hat MP extarcion I 178, informacion 
I 179 usw., IJP possession 11 209, direccion II 220 usw., 2JP 
obligaciotis III 21, inquisicions HL 22, 3JP accyons III 20, 
mocyon ebd.; nur 2WiP bedient sich regelmässig der nor- 
mannischen endung: reasoun ITL 112, obligadoun 113 und F 
gebraucht sie nicht selten {obligadoun I 174, discredoim, ac- 
doun I 175). Caxton hat nur -on (Eömstedt 28). 

(§ 152) Ebenso wechseln im Me. häufig die sufflxe -or und 
'our, zunächst in frz., dann aber auch in lateinischen lehn- 
wörtern; indessen ist wohl überall -our das übliche (bis auf 
tresor, wo das -or zum stamme gehört). So schreibt Wycliffe 
stets trespassour Köm. II 25, odour 2 Kor. II 14, errour Jak. 
y 20 usw., Pecock laboiir 105, colur 432, aber fauore 542; 
Chaucer (t. Br. § 73) und die übrigen dichter haben nur -our 
(soweit nicht durch sufflxtausch neben honotir auch honlire er- 
scheint, vgl. z. b. Vollmer s. 217); auf o deuten nur die reime 
honoure : sore, before Wade 623, 704, tresorc : beforc Bl. Hayles 
128. Auch Capgrave bietet laboure 1, coloiire 8, errouris 12, 
tresourc 227, doch meist tresore 130 u. ö. Die Londoner Urkun- 
den haben exccuiors W 42/23, secutoris 80/12, confessors 92/8, 
sonst stets executour W 17/13, 67/18 u. ö., laboure 67/19, 
sauyoure 88/1 usw., später umgekehrt tresourc R 22, colour 68, 
doch meist Frotector 11, orator 32, favor 44, Jionnor R 69, 
counsdllor R 75, die Suffolker testamente stet^ successours 
1467 : 15, executours, diawntours ebd. 16, die Norfolker gilden 
(beispiele spärlich) prechours 14, fauour 52, spätere Urkunden 
derselben gegend prior, Idborcn 1451 I 191, favore 1459 I 462, 
sonst st<*ts labours 1459 I 461 , sensour 471 , prechours 1482 
III 284, die Paston Letters ebenfalls meist -our (so priour 
IWiP I 30, labowr MP II 241, favour IJP I 252, difsJionour 
3,TP III 159), nui' äJP hat regelmässig proctor, execuior II 295, 



432 WILHELM DIBBLIUS, 

lahore III 100 usw., selten findet sich labor(e) bei audei-en 
Schreibern, so 2WiP U 109, MP II 21, IJP I 275, 3JP HI 7; 
auch Caxton bietet -our (Römstedt 28). 

(§ 152 a) Das suffix -our hat bei Capgrave auch frz. amieure 
angenommen, vgl armoiire 11, 250, 310. 

Wie bei Chaucer, so wechseln auch bei Capgi-ave die suffixe 
'hed und -hod : fdlshed 248, kynrcd 273, maydenhod, prestod 280. 

II. Abfall des -e in flexionssilbeu. 

(§ 153) Etwa gleichzeitig mit der abschwächung der suffix- 
vokale begann das end-e der fiexionssilben in grösserem um- 
fange zu schwinden. 

1. Nomina. 

(§ 154) Schon in der Bibel ist -e häufig in dreisilbigen, 
jedoch auch bereits in zweisilbigen wiirtern gesch^vunden, 
namentlich im dativ sing. (vgl. die umfangi-eiclien beispiel- 
sammlungen bei Gasner 36 ff.). Aus Pecock belege ich einer- 
seits clialeng 152, mediq/n 160, rchilc 145, retd 134, 180, 
andrerseits chirch 184, eend 41, sotd 115. caus 342. Bei Chaucer 
ist apokope des -e im versinnem sowohl bei dreisilbigen, wie 
bei zA^'eisilbigen Wörtern häufig, bei germanischen Substantiven 
weit seltener als bei romanischen; im reim pfiegt er das -e 
zu bewahren (t. Br. §219, 223, 256 ff., 260 C, 261, 327). Die 
Chauc^rschüler stehen dagegen sämtlich auf einem vorgerück- 
teren Standpunkt. Besonders tritt dies hervor bei Capgrave; 
vgl. grace : was I 953, lyne : cosyn II 96, peyne : seyne < 
secgan V 660 , celle : feile < feil (feil) III 156 , tynie : pyh 
gryme < pelerin III 177, tene < teona : sene < seon Pr. 186 
u. a. m. Auch in Clir. ist auslautendes -c in germanischen und 
romanischen w^örtern abgefallen, vgl. peyn 265, torch 257, 
wcrr 256 usw., lech 135, sun < stmne 126, tym 45, tong 103. 
In den ältesten Londoner Urkunden ist das -e in höherem 
masse als bei Chaucer und Wycliffe erhalten; häufig ist die 
apokope nur im adjektivum (und adverbium) ; zweisilbige sub- 
stantiva ohne -e sind überhaupt nicht zu belegen (Morsbach 
22 ff.). Die späteren Schriftstücke zeigen noch keinen fort- 
schritt ; das -e ist öfters geschwunden nur in einigen dreisilbigen 
romanischen hauptwörtern : natur R 82, indcntur R 45, maner 
R 49, pleasur R 68 usw. Auch die Suffolker und Norfolker 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFT8PBACHB. 433 

Urkunden stehen auf demselben Standpunkt (in den gilden nur 
ausnahmsweise pouert 16 u. ö., petfn 18, thrid, faurt 47, 116); 
dagegen sind in den Paston Letters zweisilbige nomina mit 
ai>okope nicht ganz selten, vgl. mor IJP I 232, rewll I 234, 
werr II 209, tym MP I (68), 3JP HI 8, larg MP IH 125. 
Römstedt behandelt diesen punkt nicht. 

2. Verba. 

(§ 155) In der 1. person sing, des präsens ist das aus- 
lautende e in der Bibel gewöhnlich bewahrt. Ausnahmen sind 
in der älteren fassung susteyn 2 Makk. VI 30, trist ebd. IX 27, 
sei Luk. Xin 5, delyuer Joh. XSIJI 39, thunh Philipp. H 17, 
cum Ezechiel XXXVI 8, in der jüngeren sey Luk. XII 51, 
Joh. Vni 46, trust Gal. V 10, schew Apg. XVII 23. Pecock 
bewahrt stets das -e. Bei Chaucer ist Apokope im vers- 
innern nicht selten, auch im reim einmal {feel : weel) zu be- 
legen (t. Br. § 261, 327); ein derartiges beispiel (say : may) 
erscheint auch bei Gower (Fahrenberg 405). Für Hoccleve, 
Lydgate und Bokenam sind mir sichere fälle nicht bekannt, 
dagegen reimt Capgrave beleue : preue sbst. I 833, bring : 
^-yng : ping III 1026, Icen : meti IV 514, ly : forby II 1034. 
Die rhythmik scheint in einigen fällen für erhaltung des -e 
zu sprechen, so in laue IV 903. Die spärlichen beispiele von 
Chr. zeigen im allgemeinen noch das -e {make 51, mete 147, 
turne 213 usw.), abgefallen ist es in want, send 1, Jiold 141. 
In den ui*kunden sind fälle von apokope verhältnismässig 
selten, so in London (Morsbach 133; die späteren staats- 
urkunden bieten keine belege), in den Suffolker testamenten 
(prey, tendyr 1467: 33, pray, put 1481: 60, publissh 6bj 
adnull 67, reuok 1482: 50, ordeyn 54), wo die ursprüng- 
lichen formen etwa viermal so häufig sind, und in den Nor- 
folker ui'kuuden der Paston Letters (die gilden enthalten 
keine beispiele), wo das eine bequeth 1482 III 283 u. oft acht 
e-formen gegenübei*steht. Worcester hat stets das -e bewahrt. 
Ueberall (bis auf mak, bequeth [Morsbach 133] und bequeth der 
Norf. gilden) ist das -e erhalten, wo durch seinen abfall eine 
tonsilbe mit langem vokal das aussehen einer geschlossenen 
annehmen würde und nicht durch doppelschreibung oder 
andere mittel die länge des vokals angedeutet ist, so beqwethe 
Suffolk 1467: 15, make 1467: 42, betake, make Norl 1482 lU 281. 



434 WILHELM DIBELIUS, 

In den Paston Letters ist die apokope recht gebräuchlich, 
und zwar sind die verkürzten formen etwa ebenso häufig wie 
die unverkürzten; nur F und Wo, in geringerem masse auch 
2JP, pflegen die endung -6 zu bewahren. Als beispiele für 
apokope mögen dienen F undrestand I 172, trust I 398, Wo 
pray I 370, knote I 433, IWiP thanh I 19, prey I 26, 2WiP 
wryt I 87, comand I 515, MP send I 109, desyr I 113, IJP 
besech I 276, merveyll U 220, 2.TP Uef III 104, heer in 127, 
3JP know ni 257, teil HI 57. Doch auch hier bewahren in 
dem oben erwähnten falle die meisten Schreiber das -e; nur 
MP hat auch kep III 24, wen lU 126 usw., 3JP tak HI 110, 
gret III 198 usw. Bei Caxton ist endungslosigkeit nicht 
häufig ; RF bietet nur counseil 53, sorotv 59, her 92 gegenüber 
30 6-fomien. 

Konjunktiv sing, präsentis. 

(§ 156) Die ältere fassung der Bibel zeigt apokope in 
wirship Ezech. XL VI 9 , cum Ezech. XLVII 20 u. ö. , ihenk 
Jonas I 6, help 1 Makk. III 53, deem Joh. XII 47, conuert 
Apg. in 26, 02)yn (öffnen) Ezech. XXI 22; die jüngere hat 
das -6 überall wieder hergestellt. Aus Pecock kann ich 
belegen worschip 154, turn 495. Bei Chaucer fällt das -6 nicht 
ganz so häufig wie im indikativ; jedoch sind im reim zwei 
apokopierte formen zu belegen (t. Br. §261, 327), ähnliche 
Verhältnisse herrschen bei Gower, der auch im folgenden sich 
nicht von Chaucer unterscheidet (Fahrenberg 405). Bei den 
Cliaucerschülern sind sichere beispiele kaum zu finden; nur 
aus Capgrave kann ich anführen ban : can : fnan V 1657, 
dazu bring, pay 195, strangil 128 gegenüber zehn konjunk- 
tiven mit -e. Die Londoner Urkunden haben das -e bereits 
in einigen fällen abgeworfen (u. a. einmal mak\ Morsbach 134 ff.), 
in weiterem umfange die späteren Staatsurkunden, vgl. pardon 
R 24, acertain 25, determyn 57, graunt 59, rest 73 ; allerdings 
sind die vollen formen etwa fünfmal so häufig (stets speke 
R 50, kepe 53 usw.). Ein ähnliches Verhältnis besteht in den 
Suffolker testamenten {sey 1467 : 17, pay 22 , vowchesauf 27, 
kappen 1482 : 57, let 59 u. ö., dysceess 78 ; doch chese 1467 : 22, 
forbede 37. Ziemlich selten (doch häufig in Wy) ist apokope 
in den Norfolker gilden (auch mak; Schultz 37 ff.), den spä- 
teren Schriftstücken dei'selben grafschaft (folow 1451 I 189, 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHBIFTSPBACHE. 435 

stand 1459 I 462 ; sieben -c-formen), der grossen ui'kunde von 
Norwich (absent 448, tnak 450 ; 21 mal -e) und der Verfassung 
von Worcester (by, becom 382 , put 383 , forfett, liappen 386, 
constreyn 392, cast 398 ; : -6 = 1 : 4). In den Paston Letters 
hen-scht ziemliche Ungleichheit. MP, F, Wo setzen gewöhn- 
lich das -c; bei 2JP ist überhaupt kaum ein sicheres beispiel 
für apokope zu finden; bei IJP sind beide arten etwa gleich 
häufig; 3JP dagegen zieht die verkürzten formen vor. Als 
beispiele für die letzteren mögen dienen : pay F I 92, sei I 93, 
defend, set Wo 11 174, bryng MP II 244, yef 11 188, com II 
187, thynJc IJP I 252, hold II 209, heer 2JP III 105, help 
3 JP III 42 ; l-ep III 7, sped HI 50. In Caxtons RF erecheinen 
help 13, stamer 64, daneben etwa 20 -e-formen. 

Pluralis präsentis ind. und konj. 

(§ 157) Bei Wycliffe ist apokope des -e seltener als im 
Singular. In a erscheinen öfters shul (ind.) Bar. VI 53, Dan. 
XI 27, Matth. XVI 28 u. ö. und cum (konj.) Bar. IV 4, Joel 
III 9, 1 Makk. XII 17, femer je einmal ordeyn (ind.) 1 Makk. 
Xin 38, bryng (ind.) Ezech. XLIV 7, draw (konj.) Matth. 
XIII 29 , in b nur know (konj.) 1 Joh. V 20 ; auch Pecock 
hat nur einen verkürzten konj. plur. Jcun 394. Bei Chaucer 
sind endungslose formen im reim noch gar nicht zu be- 
legen; auch im versinnern scheinen sie selten zu sein (vgl. 
Kittr. § 96 X). Auch aus Hoccleve kann ich nur anführen 
den reim varie : contrarie : aduersarie MP 11/85, aus Lydgate 
discusse : asinus Schick LXXI, aus Bokenam call : eniperiall 
III 16, i)ursu : Jhesu I 594, ken : men VI 481, hye < higian 
: skye < sky XI 589. 

Weit häufiger sind dei-ai'tige reime bei Capgi-ave, z. b. 
look : book : sook (sbst.) Pr. 5, tcene : bene (inf.) I 964, sitte : 
ivytte (sbst.) II 835, ken : mene (men) II 1354, bryng : kyng : 
lemyng IV 991, etwa ein dutzend sichere fälle. Dass -c im 
vei*sinnern noch tönen konnte, scheint die metrik in haue II 
837, III 766 u. a. fällen zu erweisen. Auch in Chr. ist 
apokope nicht ganz selten, vgl. die indikative clater 121, hold 
78, knowbO, long 186, ar 17 und die konjunktivformen meynten 
277, com 288; jedoch sind die ursprünglichen formen etwa 
siebenmal so häufig (z. b. ind. clepe 211 u. oft, make 2 u. ö., 
wnte 85 u. ö^ rede 6 u. ö., konj. breke, make 21 1, nede 290). 



436 WILHELM DIBELroB, 

In den Urkunden ist auslautendes -c gewöhnlich erhalten. 
Morsbach (s. 135 ff.) erwähnt für London nur wenige fälle von 
apokope (in den parlamentsurkunden einmal tak); gegen ende 
des Jahrhunderts stehen etwa 20 indikativen und 14 konjunk- 
tiven mit -e (stets bere R 22, make 46, tcüce 02, hepe 71) nur 
die indikative pray, (rtist, woll R 15, 16 und die konjunktive 
deliver 13, put 14, accept 72 gegenüber. Die Suffolker testa- 
mente bieten für den Indikativ vlwt pay 1467: 19, für den 
konjunktiv reward 1467: 20, set 24, put 1470: 47, remayn 47, 
auch hep 47, restrayn 1481: 59, stond 66, gegenüber 9 in- 
dikativen und 16 konjunktiven mit -e (dai'unter kcpe 4, nmke 
48 u. ö., breke 67). In den Norfolker gilden findet sich nur die 
endung -e(n), vgl. Schultz 37 ff. ; die grosse Urkunde zeigt nur 
schul 444, aber auch fast keine -e-f ormen ; die späteren Schrift- 
stücke derselben gegend haben stets die endung bewahrt In 
Worcester sind endungslose konjunktive forfett 377, put 379, 
graunt 386, hold 387; daneben zehnmal -e (darunter lese 377, 
make 380 u. ö.). 

In den Paston Letters kennt IWiP nur die ursprünglichen 
formen, F, Wo und 2JP bevorzugen sie bei weitem, MF und 
3JP bedienen sich etwa gleich häufig beider arten; bei IJP 
ist apokope das übliche. Ein unterschied zwischen beiden 
modis lässt sich nicht beobachten; doch sind sichere beispiele 
für den konjunktiv nicht häufig. Beispiele für den Indikativ: 
F nur liang 1 171, mow I 314, ar I 398, doch conw I 398, iake 
I 417, Wo nur know l 404, MP thynk I 178, her HI 124, 
IJP ha/f I 233, desyr I 348, doch fere I 349, cotm TL 209, 
2JP Icet III 100, know III 117, nur einmal gret III 103, auch 
ar III 165, 3JP begyn III 7, fyud III 20, auch mct III 13, 
spek III 40 usw.; für den konjunktiv F nur spek I 93, make 
I 94, IJP set II 209, spar ebd., doch take, fare ebd., breke U 
219, 2JP stets take HI 85, maJce III 105 usw., 3.TP wyll III 7 
(beispiele spärlich), MP wyll I 258 (ebs.). 

Bei Caxton sind endungslose formen ebenfalls seltene aus- 
nahmen ; in RF finde ich nur die indikative comfort 66, ar GS, 
101, felawship 99 (verb!), fal 114; dagegen mehr als 50 fälle 
für -e. 

Imperativ. 
(§ 158) Füi' den imp. sing, sind die belege so spärlich, dass 
ich nui- die beispiele aus Capgraves werken anführe: fange : 



JOHN CAPGBAVE UND DIE ENGLISCHE SCHBIFTSPRACHE. 437 

lange : wrong IV 2042; say 173, pray 211, turn 173, ^eld 313, 
hold 2i8 — take 59, leie 125, sese 125, rise 156; come 156, 
iMve 173. 

Für den imp. plur. iBuden sich dagegen mehr beispiele. 
In der Bibel ist -e meist erhalten ; ausnahmen (nur in a) sind 
heer Ezech. XXXIV 9 u. ö., huriown < bourgeonner XXXVI 8, 
bring ebd., cum XXXIX 17 ; bryng Mark. XI 2, send XXV 30, 
depart XXV 41, dwell Joh. XV 4. In Chr. sind zu belegen 
lat 2, f/wni 3, put, set 124, Änou; 275, behold 298, ord^y» 128 
— serve 3, 5Äe^/e 3, wedde 124, reseyve 2; beleve, clepe 3, tete 
131, ZoÄe, Zörc, maie 3, ^/jcde 167. In den Urkunden sind die 
beispiele (nie apokope) höchst spärlich. In den Paston Letters 
bevorzugen MP und 2JP die ursprünglichen formen, bei F 
sind beide arten gleich häufig, bei IJP und 3JP ist apokope 
gebräuchlicher. Beispiele: F let, com fort I 175, doch foryete 
I 173, MP thynk II 178, byd 203, auch bewar HI 63, IJP help 
I 276, dowt II 209, 2JP send, comon HI 101, opyn (öffnen) 
III 166, doch tdke IH 102, dose IH 166, 3,JP let IH 13, 
pardon IH 179, auch tak HI 111, spek III 163. Bei Caxton 
ist das -e meist erhalten (etwa 25 mal in RF) ; verkürzt sind 
byd 71, herken 81 u. ö., hold 103, let 93. 

Infinitiv. 

(§ 159) Im Infinitiv apokopiert Wycliffe auslautendes -c weit 
häufiger als in den anderen modis; aus allen teilen der Bibel 
lassen sich zahlreiche beispiele anführen ; allein die handschrif t 
M meidet die verkürzten formen fast ganz (nur put Offenb. 
XXII 18) ; auch sind sie in der jüngeren fassung weit seltener 
als in der älteren (vgl. Gasner s. 23 ; je einmal spek 1 Makk. 
IX 55 a, tech ITim. II 12 a). Aehnlich bietet Pecock ein 
dutzend endungsloser Infinitive, so coment 29, point 236, sett 
78, know 125, lack 507, deem 106, auch forber 78. Bei Chaucer 
begegnen nach t. Br. § 261, 327 (dazu Kittr. § 119 X) endungs- 
lose formen nur im versinnem, und auch hier selten; doch 
scheint ken < an. kenna : ten MP 13/438 das -e verloren zu 
haben. Bei Gower ist ebenfalls apokope im reim zu belegen 
(Fahrenberg 405). Hoccleve hat einerseits beqwethe (: sie 
the EPr. 1966) mit tönendem -e, andrerseits faill : trauaill MP 
122/347, : gouernaill 169/824, auaill : trauaill 185/186, wo 
apokopierung eingetreten sein wird. Häufiger sind derartige 

AnglU. M. F. XL 29 



438 WILHELM DIBELIUS. 

reime bei Lydgate: (liscHS$(e) : Severus AA III 1365, 1604^ 
ebs. niys : ywys AG 880, fyght : hiyf/ht AG 973, com : d^n 
pz. AG 1218, nndirstond : Und ScPli 208, shout : out Th 375 c 
usw. Aelmlicli bietet Burgli befal : natural : <?r/waZ 1782, fight 
: light : s-'ight 1972 und (nocli öft^r) Bokeiiam rcn : mcn Pr. 
49 u. ö., mys : ys I 627, rest : best I 1129. passe < ^a^.scr : 
iva^ : 5ofeas IV 212 usw. 

Bei Capgi-ave ei-sclieinen etwa 7ü infinitive mit apoko- 
piertem -c , z. b. lere : crc < cBr Vr. 73 , tcan^ : stant (steht) 
I 66, last : agast I 355, falle : 5CÄaM I 501; enhrace : was I 
897, comende : «'end < uencd II 22, /by« : «eyn < secgan : 
pleyn II 999, acord : /ord : record sbst. IV 2223. Erhaltung 
des -e wird durch rhythmische gründe walirscheinlich gemacht 
in avayle IV 96, chaunge IV 1823. Die Chronik bietet ziem- 
lich oft endungslose formen, z. b. ash 127, hring 49, ^ro?<? 280, 
favour 241, renouns 297 (0 : -e = 2:3); doch finden sich uui' 
ganz selten formen wie bewar 56, ses (ne. cease) 310, allein cw» 
127 u. oft ist ziemlich zahlreich belegt (also = cum?). 

In den Londoner Urkunden sind verkürzte formen nicht 
ganz selten (Morsbach 135 ff. ; auch bcr, wer, mak in den Staats- 
urkunden) ; in späterer zeit erscheinen z. b. bring K 15, send 
19, favor 32, plcas 24, doch stets Icepc, mähe K 12 usw. (0 : -e 
=:r 2 : 5). In Suffolk herrscht das Verhältnis : -e == 1 : 4, und 
zwar nehmen die endungslosen formen gegen ende bedeutend 
zu. Beispiele : 1467 bey 26, prey 36, put 36, auch desses 48 ; 
1481 seil 66, syng 65, rcmayn 58, auch byqueth 66, purchas 58, 
relles 66. In den Norfolker gilden herrscht starkes schwanken : 
N hat nur -e (und -en), in NL hat -e bei weitem die melirheit, 
in L sind die apokopierten formen schon liäufiger, in BL fast 
so liäufig wie die unverküi'zten, in Wy fast allein gebräuch- 
lich (Schultz 36 ff.). In der grossen Urkunde zeigt sich ein 
vei'liältnis von 1 : 7 (endungslos sind z. b. hold, sing 445, i)ay 
446, send, somoun 449), in den späteren Schriftstücken ein 
solches von 1 : 2 (vgl. sJiul, hold 1451 I 189, stablissh 1459 
I 460, sey 1482 III 285, doch öfters here, bere 1465 II 224 usw.), 
in Worcester ein Verhältnis von 1 : 5 (vgl. com 380, forfet 
377, ordeyn 385, travers 394, doch stets kepe, male 
377 usw.). 

In den Paston Lettei-s kennt IWiP apokope gar nicht; 
bei F, IJP und 2JP ist sie selten, häufiger bei Wo, 2WiP und 



JOHN CAPGBAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFrSPRACUE. 439 

EP, bei MP und 3 JP sind verkürzte und ursprüngliche formen 
etwa gleich gebräuchlicL Beispiele : F meynteyn, thynk 1 172, 
doch stets ivryte 173, hepe, speke, tdke 174, Wo Iryng, beer, 
laugh, doch take, niahe, prefe I 404, 405, 2WiP bryng, send I 
515, einmal mak I 516, doch make, speke I 516, MP com 1 111, 
inqwer I 538, häufig spek, brec I 258, her I 178 usw., IJP 
hold I 252, desir I 232, auch abyd 348, los II 210, 2JP begyn 
allow, undrestond III 87, auch ber HL 104, tnak 11 295, 3JP 
keep, get, borow, pay, gadyr IH 41, oft mak, tak III 41 usw. 
— Auffällig ist dem gegenüber die geringe anzahl endungs- 
loser formen bei Caxton; in RF finde ich nur furilier 119, 
lyghi 22, reward 106, accomplyssh 43 u. ö., fyl < fyllan 26; 
auch abyd 93; daneben auf 15 selten über 80 Infinitive mit -e. 

Starkes Präteritum. 

(§ 160) Bei Wycliffe ist apokope im plural des starken 
Präteritums sehr selten ; in der älteren fassung erscheinen nur 
took Luk. XXin 26, sy^ Joh. VI 26, cam Ezech. XXHI 17, 
in der jüngeren nur stood Dan. XII 5, cam Mark. III 8. 
Pecock bietet stets die ursprünglichen formen, so knewe 14, 
abode 19, toke 30. Bei Chaucer kommt apokope öfters im vers- 
innern vor; einmal wohl auch im reim bei einem konjunktiv 
prät. (vgl. t. Br. § 261, 327, Kittredge § 109 X). Von den 
Chaucerschülern reimt Bokenam fei : perpetuel I 496, Capgi-ave 
iver : chaunsler : hyer < ae. hyr I 263, chees : douteles Hl 860, 
knetv : sew < seow pt. sg. IV 1382, lay : day V 318. In Chr. 
verhalten sich die endungslosen formen (z. b. ^old 187, found 
211, begun 161; doch ete 10, forsoke 44 usw., oft com, cam 12, 
18 usw.) zu den ursprünglichen etwa wie 1:3. In den Lon- 
doner Urkunden (belege sehr spärlich; ebenso in den übrigen 
Schriftstücken) ist endungslosigkeit belegt in drogh (Morsbach 
142), die späteren Staatsurkunden zeigen nur die drei beispiele 
teere K 18 u. ö., feile 22, yave 61, die Suffolker testamente 
holpe 1467 : 28 und cam 38. Die Norf olker gilden bieten nm* 
bcgunne, die grosse Urkunde bore (Schultz 40), die späteren 
dokumente derselben gegend einmal wer 1459 I 463 neben 
were ebd. 461, 463, 467. In den Paston Letters sind beispiele 
beider arten (allerdings nicht häufig) zu belegen; apokopiert 
sind z. b. bei MP welk I 111 (starke form zu ae. wealcan), 
sey I 113, nicht selten auch wer I 111, rod II 239, bei 2JP 

29* 



440 WILHELM D1BBLIU8, 

(er scheint die -6-formen zu bevorzugen) w^oof, weer HI 101, 
bei 3JP (fast stets apokope) fyll m 43, drew III 256, auch 
let m 216. Bei Caxton ist das Verhältnis beider arten wie 
: -€ = 1 : 3; beispiele ftii' apokope sind sprang , fand 97, 
saw 92; je einmal wer 113, cam 97. 

1. 3. pers. sing, des schwachen Präteritums. 

(§ 161) Die endung -e wird bei Wycliffe gelegentlich — 
jedoch fast nur in K> — abgeworfen, sowohl bei verben mit 
erhaltenem, wie bei solchen mit synkopiertem mittelvokal 
(Gasner 29 f.). Pecock bietet zu nicht synkopierten wöileni bis 
auf ordeynede 492 nur e-lose präterita, zu den synkopierten er- 
scheinen weit häufiger muste 25, ov^te 35 usw. als must 463, out 
218 usw. Bei Chaucer ist apokope in den nicht synkopierten 
formen die regel, tritt aber auch bei den synkopierten bisweilen 
ein (t. Br. § 194, 261) ; im reim scheint das -e jedoch noch meist 
erhalten zu sein. Jedoch schon Hoccleve reimt weni{e) : ent- 
ent(e) MP 225/254 u. ö., Lydgate hat denselben reim AA III 
1551 u. ö., ferner bethought : h'ought (pz.) AG 1051 , sought : 
thought (sbst.) : nought ebd. 1236. Bokenam reimt mit entent 
die präterita sent III 776 u. ö. , ment VI 1038 usw. , femer 
seyd : leyd pz. XI 500, sowt : bowt pz. XII 206 usw. Auch 
Capgrave bietet verschiedene beispiele: sent : Clement Pr. 34, 
Igst : wyst : fyst TU 457, und im reim zu entent die präterita 
lent 1 131, hent I 787. In Chr. ist -e grösstenteils verstummt, 
so in fled 91, left 69, met 102, auch mad 69 u. ö., ded 26 u. ö. 
neben fledde 79, lefte 281, mette 208 ; Verhältnis von : -e = 
3:1. Auch in den übrigen prosaquellen ist apokope relativ 
häufig. Füi" die Londoner ui-kunden vgl. Morebach 147 f.; 
g^en ende des Jahrhunderts findet sich einmal myghte B 83, 
sonst stets ivcnt 12, h<id, sent, cowd 24 usw. In Suffolk da- 
gegen sind etwa gleich liäufig shuld 1467 : 24, bougth 1470 : 47, 
wold 47, did 1467: 25 und shulde 1470: 48, wolde 1467: 28, 
liadde 1467 : 28. Für Norfolk finden sich nennenswerte belege 
nur in den Urkunden der PL; liier sind ebenfalls spent, met 
1451 I 191, Said 1459 I 460 und shulde 1459 I 460, wolde, 
hadde ebd. 461 etwa gleich zahlreich. In den Paston Letters 
ist apokope das übliche; nur MP weist eine ziemliche anzahl von 
-c-präteritis auf; 3JP bedient sich überhaupt nur der verkürzten 
formen. Belege: F ought, lent 1 174, MP told, wold I 81, auch 



JOHN CAPGRAVE UND DIE BXGLI8GHB SCHBIFTSPBACHE. 441 

oft nutd I 178, myt < mihte I 113, yed, ded 11 85, IJP shuld 
I 252, seid U 220, 2JP wend III 87, myght HL 101, 3JP sent 
III 7, kowd m 41. Bei Caxton herrscht umgekehrt zwischen 
den beispielen ftir apokopierung (h<id, wold, myght 6) und er- 
haltung des -e (stets made 17, cryde 19 usw.) das yerhältnis 
von 2 : 3. 

Plural des schwachen Präteritums. 

(§ 162) Im allgemeinen lässt sich vom plural dasselbe sagen 
wie vom Singular. Für Capgrave führe ich noch die fälle von 
endigungslosigkeit im reime an: soute < suhton : oute < ätciht 
I 13, rowte < röhton : notvte < nätciht 11 462, dwrst : wurst 
< tvierst III 349. In Chr. findet sich ausnahmsweise eine 
nicht synkopierte fonn auf -e : infamyde 170, ebs. bei Pecock 
lyueden 376. Zufall wird es sein, dass in den Suffolker testa- 
menten keine apokopieile -c-form erscheint, sondern nur 
s(c)huldc 1467: 32, 1481: 57. Wie beim Singular, so hat auch 
liier Oaxton das -e gewöhnlich bewahrte 

Partizipium präteriti. 

(§ 163) In der Bibel ist apokope des -c eine seltene aus- 
nähme; ich kann nur belegen aus der älteren fassung found 
Dan. Xm 63, 1 Kor. XV 15, Offenb. XIV 5, com Joh. VI 25, 
hold Ezech. XXI 11; aus der jüngeren say (pz. zu seon) 
j\Iatth. IX 33. Bei Pecock sind vier beispiele zu finden: 
tak 57, Iwld 144, fou^t 514, bound 534, 556. Häufig ist die 
apokope dagegen bei Chaucer, jedoch nur im inneren des 
verses ; hier zählt -e bei verben mit ursprünglich kurzer wurzel 
nie als silbe (t. Br. § 260 /). Bei seinen schülem zeigt sich 
der abfall der endung bereits im reime, zwar noch nicht bei 
Hoccleve, aber bei Lydgate (fal : original 2M 290, bound(e) : 
founde pt. sg. AA III 904, hefall : all sg. Th 360 c) und Bo- 
kenam {com : mm VIII 38); Capgrave bietet bounde : grounde 

III 1407, falle : sdtalh sg. HI 977, boore : störe < fz. estor 

IV 244, hong : long : wrong IV 1852 und einige andere fälle; 
der abfall des -e ist abei* weit seltener als im infinitiv. In 
Chr. sind die endungslosen foimen (&otin(2216, draxv 173, droncli 
133, found 31 u. 0., hang 188, undirstand 121, throw 63; 
auch com 1 u. oft, smet (ae. smltan) 178, tak 229, gov 287 
(ae. giefan)j brok 211, wo jedoch alte kürze vorliegen 



442 WILHELM DIBBLIU8, 

kann; cum trotz § 113?) ebenfalls verhältnismässig selten und 
sie verhalten sich zu den ursprünglichen wie 1 : 8. In den 
Urkunden ist apokope noch weniger beliebt. Morsbach (s. 142 f.) 
führt nur hoond, houncl an, gegen ende des Jahrhunderts findet 
sich understand E 74. Die Suffolker testamente bieten kein 
einziges beispiel, die Norfolker gilden (L) fotmd (Schultz 40). 
Die grosse Urkunde hat stets -c, die späteren Schriftstücke 
nur behold 1459 I 461, Worcester nur found 397 u. ö. In den 
Paston Letters zeigen sich wieder beträchtliche Verschieden- 
heiten. IWiP, 2WiP und 2JP haben nie apokope des -e, aber 
auch formen mit -e sind nur seltene ausnahmen. F hat nur 
wenige beispiele für apokope: com, wryt I 171 u. ö., luüd 

I 173, MP etwa gleich häufig lotend 11 21, stand LI 179, 
auch com 11 186 u. ö., spoh I 257, lor HI 24, iah II 268 
(vgl. Capgrave) und die entsprechenden -c- formen, ebenso 
Wo (nur ryd I 370, tvryt I 375 u. ö.), IJP etwas häufiger 
apokope: gef I 234, lehold I 252, wret II 211, jedoch nur take 

II 211 u. ö. 3JP dagegen schreibt nur je einmal bownde III 
290, bonde III 68, sonst stets spook, drownJc, holp HI 41, auch 
spoh ni 21 usw. Caxton hat in RF nur einmal found 99; 
in BE sind mir aufgefallen com 85, 3, fal 19, 27. 

(§ 164) Eine zusammenfassende betrachtong der fälle von 
apokope in verbalformen wird zunächst zwischen dichtem und 
Prosaikern zu scheiden haben; zu einer vergleichung beider 
giiippen reicht das material nicht aus, zumal wir bei den 
dichtem meist nicht in der läge sind, reimgebrauch und ge- 
brauch im versinnem neben einander zu stellen. Bei Cliaucer 
und Gower ist apokope bereits zu belegen, sie beschränkt sich 
jedoch fast ganz auf das innere des verses; Hoccleve steht 
ihnen noch sehr nahe, Lydgate dagegen verwendet verkürzte 
formen bereits häufig im reim, und noch mehr nahem sich 
Bokenam und Capgrave dem ne. Sprachgebrauch. Bei den 
Prosaikern fällt zunächst auf, dass -e in Wörtern wie ly, keej), 
sety Tcept weit häufiger abgestossen wird als in formen wie 
kep, her, hewar usw. ; d. h. -e wird hauptsächlich als dehnungs- 
zeichen verwendet, fällt daher leicht, wenn der vokal der 
Stammsilbe kurz oder seine länge anderweitig bezeichnet ist; 
verhältnismässig selten wird es fortgelassen, wenn ohne das 
-c zweifei über die quantität des vorhergehenden vokals 
entstehen können. Daraus ergiebt sich natürlich, dass wir 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHEIETSPRACHE. 448 

aus der Setzung oder fortlassung des endvokals nicht entnehmen 
können, ob es im einzelnen falle noch tönend gebraucht 
wuixle oder nicht. Doch lässt sich für das verstummen 
des -e in den einzelnen flexionsformen vielleicht eine relative 
Zeitbestimmung gewinnen. Es ist auffallend, dass fast alle 
quellen im Infinitiv und im schwachen Präteritum auffallend 
häufig, im starken partizipium auffallend selten die apokope 
anAvenden. Dies legt den schluss nahe, dass diese erscheinung 
auch einen lautlichen hintergrund liat, dass also im schwachen 
Präteritum und im infinitiv das -e früher, im starken parti- 
zipiuni später veistummte, als in den anderen formen. Beim 
Präteritum der schwachen verba erklärt sich dies leicht durch 
ersetzung des pluials durch den Singular; wenn beim starken 
Zeitwort apokope weit seltener ist als beim schwachen, so 
wird dies damit zusammenhängen, dass dort die beiden numeri 
meist durch den ablaut getrennt waren; wo dieser unter- 
scliied nicht vorhanden oder beseitigt war, ist apokope auch 
ziemlich häufig; die beispiele der Bibel scheinen darauf zu 
deuten, dass in formen wie took, cam der abfall des -e in 
diesem t«mpus begann. Dass -e im infinitiv verhältnismässig 
früh verstummte, ist gleichfalls verständlich; beginnt doch 
hier auch der abfall des auslautenden -n (vgl. Sievers § 188, 2). 
Dunkler sind die Verhältnisse beim starken partizip; hier 
beruht die erhaJtung des -c vielleicht auf derselben tendenz, 
die im norden zur differenzierung zwischen infinitiv und par- 
tizip geführt hat. 

Vergleichen wir femer die einzelnen denkmäler mit ein- 
ander, so fällt zunächst auf, wie selten die jüngere fassung 
der Bibel das -e fallen lässt. In der Oxforder gelehrtensprache 
scheint also eine konseiTative richtung auf die Orthographie 
einfluss gewonnen zu haben; Pecock wird von ihi' beherrscht; 
hei ihm Lst -c seltener apokopiert als in der älteren fassung 
der Bibel; dagegen zeigt die (allerdings etwas spätere) Ver- 
fassung von Worcester wieder häufiger die verkürzten formen ; 
sie steht ziemlich genau auf dem Standpunkte der etwa 
gleichzeitigen Suffolker Testamente. Innerhalb der östlichen 
giuppe macht im gegensatz zu Oxford der abfall des -c 
schnelle fortschritte. Wenigstens ist in London im 14. Jahr- 
hundert apokope seltener als dort, nimmt aber bis 1483 
stark zu; über die Veränderungen in Norfolk lässt sich 



444 WILHELM DIBELIU8, 

etwas bestimmtes nicht sagen. Bemerkenswert ist aber 
der umstand, dass das -e in den späteren Norfolker Ur- 
kunden im ganzen häufiger ist als in den Suffolker testa- 
menten (vgl. 1. pers. sing., plur. prs.), während die geogra- 
phische läge das g^enteil erwarten liesse, auch häufiger 
als bei Capgrave. Die erste thatsache ist ein neuer beweis 
dafür, dass die häufigkeit des -e in unseren denkmälern mit 
seinem lautwert nichts zu thun hat; die zweite erklärt sich 
wohl zur genüge durch die konservativen neigungen, die in 
jeder Urkundentradition zu herrschen pflegen. 

Beachtenswert ist schliesslich noch die Seltenheit der 
apokope bei Caxton. Zwar bedient er sich der verkürzten 
formen etwas häufiger, als die Oxforder, aber doch weit sel- 
tener als die etwa gleichzeitigen Urkunden der hauptstadt. 
Bei ihm scheint eine ähnliche konservative tendenz zu herr- 
schen, wie wir sie in der jüngeren bibelfassung und bei Pecock 
beobachtet haben. 

(§ 165) Dass das end-e im 15. Jahrhundert in der Umgangs- 
sprache des südlicheren Englands noch tönend gebraucht 
zu werden pflegte, ist wenig wahrscheinlich. Die häufigkeit 
der apokope im familiären stil der Paston Letters und die 
neigung, das -e lediglich als quantitätszeichen zu verwenden, 
sprechen stark dagegen. Wenn Lydgate (vgl. Schick LXX ff.) — 
ebenso Hoccleve — und vor allem der nördlichere und spätere 
Capgrave Wörter wie iqpe, lepe noch zweisilbig gebrauchen 
(bei letzterem ist dies nicht einmal über allen zweifei erhaben), 
wird dies wohl eine altertümelnde rhythmische freilieit sein, 
die durch Chaucers vorbild gerechtfertigt erschien. Dass -e 
jedoch unter gewissen umständen immerhin noch hörbar sein 
konnte, scheinen Schreibungen wie senttee MP I (48), dedcc 
(pl. zu dead) MP 11 384 zu erweisen ; ebs. wrongee (kj.) Pecock 
70, quykee (inf.) 327, lothee < läpian 342, lassee (kj.) 345. 

m. Vortonige vokale. 

(§ 166) Hier ist nur zu erwähnen das präteritalpräfix ge-. 
Dieses ist im norden stets abgefallen, meist auch im mittel- 
lande, hat sich dagegen im Süden vielfach erhalten. Die Ox- 
forder bedienen sich seiner sehr selten (z. b. yclepid Pecock 16) ; 
Chaucer dagegen häufiger (t. Br. § 196) ; auch Lydgate ver- 
wendet es öfters (Schleich LVIH); ebenso scheint Capgrave 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 445 

y- im verse zu brauchen, da drei der vier handschriften 
von Kath. (ausg. A 20, die durch nördliche eigentümlich- 
keiten auffällt) ibound, ifalle usw. schreiben, in Chr. findet 
sich jedoch kein beispiel. In den Londoner Urkunden sind 
derartige formen ziemlich selten, in den Staats- und par- 
lamentsurkunden fehlen sie fast ganz (Morsbach 78) ; aus den 
übrigen Schriftstücken kann ich nur anführen inenied u. ä. Norf. 
gilden (Schultz 38), yckosen, yfound Worcester 395, 404. In den 
Paston Letters erscheinen nur ibounde ElP I (435), yivreton * II 
(248), jhad * I (132), a leed < gelmdd MP H 20. Bei Caxton 
ist jfedagegen verhältnismässig zahlreich (Römstedt 47) ; noch 
heute ist i- in Wiltshire und Somerset ziemlich häufig (vgl. 
EUis 58, 148 u. ö.). 

IT. Synkope von mittelvokalen. 

(§167) Wycliffe schreibt perschiden Offenb. XVm 14 a, 
pershidist Ezech. XXVI 17 a, nurchid Jak. V 5, nursche 1 Thess. 
II 7 b, Pecock philsophic 232, 233, 411, pMlsophiris 14, was 
für einen vom Ne. abweichenden accent spricht, Oapgrave 
harn u. ä < fz. haron 187, 193, 283 u. ö., vilens adj. 122, 
%yaensly 233, hanchid 187, 194, enmy 2A:2, 287, norchid 30, 41, 
43 u. ö., perch{id) = ne. perish 8, 313, puncJie, pundiid 65, 91, 
262 u. ö. (punished 37). 



Dritter teil; Konsonanten. 

I. Labialreihe. 

P 

(§ 168) wird bei Capgrave einmal {worchiphing 21) durch 
ph vertreten, wodurch wohl die scharfe aspiration des ver- 
sclüusslautes ausgedrückt wird (vgl. § 175). Schon ae. ist es 
gefallen in salm 1 Kor. XIV 26, Apg. XIII 33 u. ö. Vgl. dazu 
psall, psuld (!) für ae. sceal, sceolde PL *in 221. 

Keine beispiele finden sich in unseren denkmälem für die 
ne. erweichung des p zwischen vokalen und nach stimmhaftem 
konsonant, wie sie Ellis aus Hampshire und Oxford belegt, 
vgl. odhinjddn < opinion, ghCdU < spriBc spräche, lyafdntdr = 
carpenter 103, 105, 128; auch fasg^n tüedi = Paschal Tuesday 
in Norfolk 277, 



146 WILHELM DIBELIUS. 

b 

(§ 169) ist verstummt in ae. climhan (auch dimmiun) nach 
ausweis der reime dyme : tyme Capgrave Kath. Y 241, : ryme 
: tyme III 1250 und der Schreibungen clymyng Chr. 29, dämme 
(pt.) bei Caxton (Römstedt 30). — In ae. lihban erscheint für 
das bb tiberall die Spirans der ae. parallelform lißmi; doch 
findet sich noch der reim Hb : slb < sibb PrL 350, Hb 405. — 
Zu frz. combrcr, renumbrcr erscheinen ohne übergangslant 
acomered C/hr. 122, comorotvs 117, rcmefnraunce MgP III (215), 
vgl. Behrens s. 170, Suchier, Aucassin 60 f. u. ne. tsimor u. ä. = 
diamber in Somerset und Devon (Ellis 89, 162), umgekehrt 
hamberes < hamor Chr. 8, romher (komp. zu ae. rüm) Pecock 78, 
79, omber<hamor inWorcester (Ellis 113). — Spirantisch ist h 
geworden in ne. marvilz (marbles) Oxford und Devon (p]llis 120, 
158 anm.), zum halbvokal in tviskot (basket) Hereford (Ellis 74). 

(§ 170) ist im anlaut meist erhalten (einmal dafür ph in 
phdaschep Suffolk 1481 : 58). Selten ist für ae. fdan in süd- 
licher art v(c)ele F I (155), 171, 175, Wo I 353, II 174 — dazu 
weld < feld * in (308), vgl. § 171 — , wozu London und Caxton 
gegenstücke liefern (Morsbach 103, Römstedt 30). Ne. finden 
sich vis, voTxS, vorlc, vaf, vit usw. für fish, fox, fori', fat, fcct 
nur noch in Somerset und Devon (Ellis 154, 161). 

(§ 171) Im inlaut zwischen vokalen ist /' bereits zur ae. 
zeit stimmhaft gewesen. Hier wird indessen die spirans oft 
durch den halbvokal w ersetzt. So schreibt Capgi'ave noicil 
< nafela Chr. 82, umgekehrt avayte 317 — ähnlich die reime 
have : wHhdrmve Beryn 1258, shouell < scofl : oule < üle : 
de foule Pall. 31/837? Die Ijondoner ui'kunden haben einmal 
havne < heofon (Morsbach 103), später auch approwers E 69, 
II 81, approtved R 80, remoived R 79, die Suffolker testamente 
owyr 1467: 19, leivyt (ae. IcBfan) 17, gratce grab (sLe.grafan) 28, 
abotve 31, hiywes 41, woyde (fi'z.), awoydid 39, wochesaf {frz.) 
17, awaylle 21, woyde 1481: 58, tvexing (frz.) 59, yewyng 
1482: 77; umgekehrt veryd < uerian 1467: 15, neve < neow 
20, 21, ovener (zu Ggan) 17, vexe (sbst.) 17, vax (sbst.) 21, 
grovyng 1481 : 57, shevyd 58. Aehnliche beispiele finden sich 
in den Norfolker Urkunden (Schultz 26), in den dramen PrL, 
Mank. (Brandl XI, XXII 8) und den Paston Letters, vgl. 



JOHN CAPGRAVE UND DIE ENOLISCIIB SCHRIFTSPRACHE. 447 

ower F I 93, sawyng 2WiP I (493), getve MP HI 23, lewyn 

< lifiaöy lihhaÖ MP HI 24, lelowyd 2JP m (88), a wayll 
(ne. avait) MP HI 24, welvet EP III 27, alowe Norf. I 182, 
walwe < frz. value ebd., umgekehrt kueuc < cneowon MP II 
240, avayte ebd. 249. Auch Caxton schreibt mowe, wyage 
(Römstedt 19, 31), Tyndale ye lotve, beletveth, m tcayne, um- 
gekehrt vaye, vyll, revarde (Sopp 33). Auch in den heutigen 
mundarten des Südostens (Kent, Essex, Suffolk, Norfolk) A\ird 
V oft durch w vertreten (EUis s. 132 u. ö.). 

(§ 172) Die lautverbindung vn hat sich zu mn assimiliert 
in comenaunt Chr. 214, Norfolk N 34, 36, IJP II 186, comp- 
naunt *I 391. Als Übergangsstufe kann *mn vorgelegen haben 
in ne. Jifebm, sehn < seofon, lebni, lehn u. ä. < endlufon, ibmin 

< wfnung in den meisten mundarten des südlicheren Eng- 
lands (EUis 47, 55f., 88, 106, 109 usw.). 

Verstummt ist v in halpenny Morsbach 108, Suffolk 1467 : 
ir>, 17, auffälliger weise dagegen erhalten in hcfd place (haupt- 
ort, Wohnort) Suffolk 1467 : 20, 21, 22 u. oft. Abgefallen ist 
es fenier im auslaut in kcrcJie < corre chief (: pouerte) Bokenam 
Xm 488, ha < Viafian Chr. 300, a Chr. 7, 13, 85, Suffolk 
1467: 32, 2WiP I 86, MP I 109, 110, 112 u. ö., mysell < -seif 
Caxton EF 56, ebs. ne. he, a, ee u. ä. < *hafian Ellis 48, 
124, 158, 161, 209, ne. noch in le < Imfan, dell < delfan, ahu 

< ahufan Wexford (Ellis 28, 30, 31), den < dufa Cambi-. 
(Ellis 250). 

Bemerkenswert ist v schliesslich in erdqwavc (erdbebeu) 
Chr. 163, 164, 238 u. ö., wohl urverwandt mit ae. civacian, 

er. 

(§ 173) In den meisten grafechaften des südlicheren Englands 
zeigen die heutigen mundarten oft abfall eines anlautenden w 
in ae. trid, wifnian, willan, wudn, wulf, wundor usw. (Ellis 
s. 32, 45, 151, 280 usw.), vgl. hierzu aus den Paston Lettei-s 
ote < wat MP n 196, Oman *I (343), owclie save (w < v) 
MP I (68), fenier alke < wealcan RF 20, umgekehrt Wohter 
(ne. Ulster, kelt. Vlagh) R 71, 76, woothe<aÖ EP III 278, 
VHS < üs MP II (386), vgl. ne. wun < an usw. Ae. hwä scheint 
wie im Ne. (dort ebs. hon < htccenne Somerset, vgl. ICUis 152) 
sein w verloren zu haben, vgl. hoo < hwa AP I 217, MP 11 
(364) , hom < hwüm Norf. I (340), hos (ae. htcces ; ne. tvhose) 



/ 



418 WILHELM DlBEUUSj 

l.TP I 275, II 210, umgekehrt tcho < hfl Chr. 28, 91, 99 ii. ö., 
tvhou 234. Im in- und auslaute finden sich Schreibungen, die 
auf den lautstand des heutigen Schriftenglisch schliessen lassen: 
anserd < anstcarode 3 JP III (54) , sord < sweord * I (74), 
Ino I (389), II (68) — vgl. dazu know : doo Edw. 271, ovei- 
ihrow : also Edw. 275 — , Icnoith u. ä. * II (51, 103), unknoon 
*I (389); auch sor < sivor AP I (219). 

Umgekehrt ist w vor r erhalten in Somerset, vgl. f>rffä 
(ne. tvrcathe), vro^t) (ne. wrong), vrait (ne. write, ivright) EUis 
153, 154, 155. 

II. Dentalreilie. 

t 

(§ 174) wird gelegentlich durch d vertreten. Nur ortho- 
graphisclie angleichung an andere präterita liegt vor in sende{n) 
Pecock360, 364, 376, spend{\iz) Pecock370, 371, send IIP II 201, 
EP m 27, 3.TP III 25G. Auffälliger sind acoundifh, acoundid 
Capgi'ave Chr. 12, 311, comfordyn Norf. L 50, dydynges EP 
in 251. Vgl. hierzu ne. jeopardy und hud, soAvie aus mund- 
arten des südlicheren Englands (Somei-set, Hampshire, Surrey, 
Sussex, Suffolk, Kent) tvoder < wcefcr Ellis 88, 90, zdonaist 
(astonished) 101, ednots (streich) 105, edrddndzr {stranger) 106, 
zdöf (stuff) 107, saderde (saturday) 109, 134, 281 , lidl (little) 
133, 142, bod9m (bottom) 151, baddr (butter) 155. 

(§ 175) Häufiger steht th für t (s. § 168), wodurch wohl 
eine stark aspirierte ausspräche des t angedeutet wird. In 
London erscheinen tho (= to\ the thod^r (Morsbach 105), in 
Suffolk smythe < snütan 1467 : 28, in Norfolk tJiorches < torche 
L 48. Häufig sind solche Schreibungen in den Paston Letters, 
vgl. thrysty MP II 109, conseyth IJP I 232, foothe 2JP HI 86, 
writh 3JP III 269, besonders oft bei 2WiP, vgl. cerfhefieng, 
ahotcthe, wrytJie I 515, tvathe, lathc I 516, doicthe II 109. 
Nicht mit Sicherheit hierherzustellen sind Capgraves cathologe 
98 (vgl. xar in catholic) und eigennamen wie Athlantis 83, 
Pathmos 60 usw. Im 16. Jahrhundert bietet Tjmdale thotidied, 
mnther, teather, authum (Sopp 34). Auch die ne. dialekte 
zeigen beispiele für st-ark aspiriertes t, so belegt EUls s. 30 f. 
aus Wexford mit th ne. heart, out und beast, aus Northampton 
s. 216 ne. tea, 

(§ 176) Häufig ist auslautendes t abgefallen, nicht nur in 



JOHN CAPGRAVE UND DIB ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. ' 449 

» 

Seyn John, Seyn Benet usw. bei Capgrave 66, 91, wo seynt 
als unbetonte vorsilbe zu betrachten ist, sondern auch in 
formen wie Braban Chr. 206, 209, 312 (vgl. dazu Braban : 
man : pliesycyan u. ä. PlSa 531, 564) , Johan ]>e Bahtis Norf. 
gilden N 27, langes (sup.) Wy 112, femer mygh < mihte MP 
II 187, 2JP m 139, 3JP in 151, nex MP II 198, grettes (sup.) 
AP I (255), withow IJP 1 233, waran IJP II 211, testamen 2JP 
II 295, excep 2JP III 86, comandmen 3JP III 159 — dazu der 
reim *torou (Ms. wrougte) : *tou < töh (Ms. tou^te) Beryn 
1829? — ; die ne. mundarten bieten liierzu zahlreiche gegen- 
stücke, vgl. aus Hertford, Norfolk, Wilts und Somerset neJcs 
Ellis 199 u. ü., las 274 u. ö., bms (best) 154 u. ö., darnis (earnest) 
56, tras (trust) 56 ; besonders häufig sind beispiele in Norfolk 
(Ellis 274). Auch die übrigen dentale sind im auslaut oft ver- 
stummt (§ 179, 186, 191, 196). — Inlautendes t ist unterdrückt 
in morgage MP III 136, I (69), H (386). 

Das ne. t fehlt noch in auncien (ne. ancient) R 76. 

Als übergangslaut erscheint t in chaunstre (= chaneery) 
AP I (219). 

d. 

(§ 177) Anlautendes d ist spirantisch geworden in l^e thar 
< dearr MP U (123), ther MP U 187, 195, (226), wie im 
heutigen Englisch in Gloucester (Ellis 121) to die, in Oxford 
(Ellis 124) directly, in Wexford dirt, door (Ellis 31) mit spi- 
rantischem anlaut erscheinen. 

(§ 178) Intervokalisches d wird bei unseren autoren bereits 
zur Spirans geworden sein. Zwar sind reime wie moder : other 
Lydgate PS 73 (: brother), Bokenam III 75, Capgrave I 179 
(: ae. ßper) usw. nicht vollbeweisend, da auch oder, broder 
vorzukommen scheinen (s. § 182); jedoch schreibt EP moiJ^er 
in 279, MP gathering H 2