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Full text of "Internationales Centralblatt für Laryngologie, Rhinologie und Verwandte Wissenschaften"

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Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, Rhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 

Unter ständiger Mitarbeiterschaft 

von 

L.Bayer (Brüssel), A. J. Brady (Sydney), A.Brindel (Bordeaux), A^Bronner (Bradford), 
H. Barger (Amsterdam), A.. Cartaz (Paris), 0. ChiariCWien), J. Donelan (London), 
G. flnder (Berlin), Gontier de la Boche (Toulon), F. Hanszel (Wien), H. Hecht 
(München), P. Hellat (St. Petersburg), G. Jonqni^re (Bern), Ino Knbo (Fukuoka), 
J« KatKenstein (Bwlin), F. Klemperer (Berlin), A« Knttner (Berlin), G. H« Lefferts 
(Keir York), F. H'Bride (Edinburgh), Emil Mayer (New York), E. J. Moure 
(Bordeaux), E« t. NaTratil (Budapest), Oppikofer (Basel), Parmentler (Brüssel), 
P« Basg($ (Challes), A. Bosenberg (Berlin), E. Schmiegelow (Kopenhagen), 
0. Seifert (Würzburg), A. t. Sokolowskl (Warschau), E, Stangenberg (Stockholm), 
Tapia (Madrid), Logan Turner (Edinburgh), E« Waggett (London), C« Zamiko 

(Hamburg) 

herausgegeben 

▼on 

Sm FELIX SEMON 

London. 



VieimndLz^wanzigrster Ja.h.rg-a.ng'. 

(Janaar— December 1908.) 



Berlin, 1908. 
Verlag von August Hirschwald. 

NW. Unter den Linden 68. 




OOT 261912 





Inhalt. 

!• ILjeita.i"tikel. soit« 

Die rhino-laryngologische Literatur des Jahres 1907 6 

lot ernationaler Laryngo-Rhinologen-Congress , 155 

J. Sendziak: Die Entwickelung der Laryngologie und Rhinologie bei den 

einzelnen Nationalitäten 163, 228, 287 

Der erste internationale Laryngo-Rhinologen-Conrgress 221 

Rückblicke auf den I. Internationalen Laryngo-Rhinologen-Congress 337, 386 

A. Jnrasz: Die internationalen Laryngo-Rhinologen-Congresse 381 

Die Schicksale der Laryngologie in Heidelberg 473 

!!• R-eferate. 

s. 6— 32, 61—88, 105-133, 175—202, 241—268,302—329,345—374,392-418, 
429-454, 479— 506i 525—552, 565—595. 

III. K^i^itikeii und. Bespx*eeh.rii:igrei:i. 

Lambert Lack^' The disease of the nose and its accessory sinuses. 

Besprochen vbn'P. Mc! Bride 33 

K. Goldmann uVd,G. Killian, Ueber die Verwendung der X-Strahlen 
für die Bestinrmung der nasalen Nebenhohlen und ihrer Erkran- 
kungen. Besprochen von A. Kuttner 89 

G. Besold und H. Gidionsen, Pathologie und Therapie der Kehl- 

kopftuberculose. Besprochen von A. Kuttner 89 

E. J. Moure und A. Brind.cl; Guide pratique des maladies de la 

gorge du larynx, de^ weilles et du nez. Bespr. von Broeckaert 134 

Uffenorde, Die Efktankungen des Siebbeins. Besprochen von A. 

Kuttner .,..,. ...v 186 

John Johnston Kyle, Ä'manual of diseases of the ear, nose and 

throat. Besprochen von Emil Mayer 139 

Chevalier Jackson,. Tracheo-Bronchoskopie, Oesophagoskopie und 

Gastroskopie. Besprochen von EmilHayer 269 

B. Brück, Die Krankheiten der Nase und Mundhöhle sowie des Rachens 
und des Kehlkopfes. Besprochen von A. Kuttner 418 

Leo Katz, Die Krankheiten der Nasenscheidewand und ihre Behand- 
lung. Besprochen von Otto Preer 506 

Rabot, Sargnon und Barlatier, Retrecisseoient du larynx et de 
ia tracbee consecutifs au tubage et a la tracheotomie. Besprochen 
von Pieniazek 552 

J. Hofbauer, Larynx und Schwangerschaft. Bespr. von A. Kuttner 555 

IV^. CongT-ess- und. GesellscliaftsbeiTiclite. 

79. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte in Dresden vom 16. 

bis 18. September 1907. Bericht von H. Paulssen (Dresden) . . 36 
Gesellschaft sächsisch -thüringischer Kehlkopf- und Ohrenärzte. Sitzung vom 

i. Mai 1907. Bericht von A. Barth 60 

Londoner Lar>-ngologi8che Gesellschaft. Sitzungen vom Januar Februar, März, 

ApriL Mai 1907. Bericht von E. B. Waggett 93, 522 

Spanische medieo-chirurgische Academie. Sitzungen vom 9. und 25. Februar, 

4. Mära, 20. April, 8. Juni 1907. Bericht von Tapia 98 

Pariser laryogologiscbe Gesellschaft. Sitzungen vom 11. Januar, 17. Februar, 

12. April, 12. Juli. 8. November, 6. Decembcr 1907. Bericht vön 

A. Cartaz 140, 558 




007261912 



Inhalt. 

I. I^eita.rtilz:el« soite 

Die rhino-laryngologische Literatur des Jahres 1907 6 

Internationaler Laryngo- Rhino logen- Congress , 155 

J. Sendziak: Die Entwickelung der Laryngologie und Hhinologie bei den 

einzelnen Nationalitäten 163, 228, 287 

Der erste internationale Laryngo-Rhinologen-Conrgress 221 

Rückblicke auf den I. Internationalen Laryngo-Rhinologen-Congress 337, 386 

A. Jurasz: Die internationalen Laryngo-Rhinologen-Congresse 381 

Die Schicksale der Laryngologie in Heidelberg 473 

II. R^eferate. 

s. 6—32, 61—88, 105-133, 175—202, 241—268,302-329,345—374,392-418, 
429-454, 479— 506i '525—552, 565—595. 

III. ICiTitikeii nnd. Bespx*eeh.iii:igrei:i. 

Lambert Lack^' The disease of the nose and its accessory sinuses. 
Besprochen vbn'P. Mc.lBride 33 

E. Gold mann uVid^G. Killian, Ueber die Verwendung der X-Strahlen 
für die Bestiimnung der nasalen Nebenhohlen und ihrer Erkran- 
kungen. Besprochen von A. Kuttner 89 

G. Besold und H. Gidionsen, Pathologie und Therapie der Kehl- 

kopftuberculose. Besprochen von A. Kuttner 89 

E. J. Moure und A. Brindel; Guide pratique des maladies de la 

gorge du laryux, de^ weilies et 3u nez. Bespr. von Broeckaert 134 

Uffenorde, Die Efkfankungen des Siebbeins. Besprochen von A. 
Kuttner . , . . , , .../.• 136 

John Johnston Kyle, A'manual of diseases of the ear, nose and 

throat. Besprachen von Emil Mayer 139 

Chevalier Jackson,. Tracheo-Bronchoskopie, Oesophagoskopie und 

Gastroskopie. Besprochen von Emil Mayer 269 

B. Brück, Die Krankheiten der Nase und Mundhöhle sowie des Rachens 
und des Kehlkopfes. Besprochen von A. Kuttner 418 

Leo Katz, Die Krankheiten der Nasen Scheidewand und ihre Behand- 
lung. Besprochen von Otto Freer 506 

Rabot, Sargnon und Barlatier, R6trecissement du larynx et de 
la trachee consecutifs au tubage et a la tracheotomie. Besprochen 
von Pieniazek 552 

J. Hofbauer, Larynx und Schwangerschaft. Bespr. von A. Kuttner 555 

IV. Congnress- und. Gresellselxa.rtsbex*ich.te. 

79. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte in Dresden vom 16. 

bis 18. September 1907. Bericht von H. Paulssen (Dresden) . . 36 
Gesellschaft sächsisch-thüringischer Kehlkopf- und Ohrenärzte. Sitzung vom 

4. Mai 1907. Bericht von A. Barth 60 

Londoner Laryngologische Gesellschaft. Sitzungen vom Januar, Februar, März, 

April, Mai 1907. Bericht von E. B. Waggett 93, 522 

Spanische medico-chirurgische Academie. Sitzungen vom 9. und 25. Februar, 

4. März, 20. April, 8. Juni 1907. Bericht von Tapia 98 

Pariser laryngologische Gesellschaft. Sitzungen vom 11. Januar, 17. Februar, 

12. April, 12. Juli, 8. November, 6. December 1907. Bericht von 

A. Cartaz 140, 558 



— 4 — 

11. Ueber die Behandlang der Yerbiegungen und Auswüchse der Nasen- 
scheidewand mittels Electrolyse. XII. Gongr. für innere Medicin. 
1893. Berl. klin. Wochenschr. 1893. No. 19; Deutsche med. Wochen- 
schrift. 1893. No. 17. 

12. Weitere Erfahrungen über die Behandlung der Unregelmässigkeit der 
Nasensoheidewand mittels der electrisch getriebenen Sägen. 1896. Bd. V. 

13. lieber die Nachbehandlung nach Operation der verbogenen Nasenscheide- 
wand. Münch. med. Wochenschr. 1898. No. 28. 

14. Diagnose des Kehlkopfcarcinoms. Verhandlung, d. Internat. Gongresses. 
Paris 1900. 

15. Ueber die Behandlung des parenchymatösen Kropfes. Deutsche med. 
Wochenschr. 1884. No. VIII. 

16. Ueber frühzeitige Diagnose und Behandlung der Aortenaneurysmen. 
1899. 

17. Die Beziehungen der Laryngologie zur Gesammtmedioin. Festrede bei 
der Versammlung süddeutsch. Laryngol. 2. VI. 03. 

18. Krankheiten der oberen Luftwege. 1894, 1897, 1903. 

19. Zahlreiche oasuistische Mittheiluugen in den Verhandlungen der Natur- 
forscherversammlungen, internationaler Gongresse, Congresse für innere 
Medicin etc. 



— 5 — 



II. Adalbert von Tobold t- 

Nur karze Zeit ist es Adalbert von Tobold, wohl dem Senior 
der Laryngologen der Welt, vergönnt gewesen, die Feier seines 
80. Geburtstages zu überleben. Am 22. December 1907 ist er nach 
kurzem Leiden sanft entschlafen. 

V. Tobold, geboren am 22. November 1827, gehörte zu den 
ersten Pionieren der Laryngologie. Nachdem er sich ursprünglich zum 
Chirurgen ausgebildet hatte — er war Assistent B. v. Langenbeck's 
gewesen — -, widmete er sich der neuen Wissenschaft sofort nach ihrer 
Entstehung und war Jahre lang neben dem verstorbenen Waiden- 
burg der bekannteste Kehlkopfarzt Berlins. In seine erste laryn- 
goskopisohe Zeit fallen verschiedene casuistische Mittheilungen und 
die Construction zahlreicher Instrumente und Beleucbtungsapparate. 
£r besass eine Sammlung selbstgefertigter vorzüglicher plastischer 
Nachbildungen von krankhaften Zuständen des Kehlkopfs. Aus seinem 
Hauptwerk, dem „Lehrbuch der Laryngoskopie und Kehlkopfkrank- 
heiten", hat die Mehrzahl der älteren Fachgenossen reiche Anregung 
und Belehrung geschöpft. Später erlaubte ihm wohl seine aus- 
gebreitete Praxis wenig Zeit zur wissenschaftlichen Thätigkeit. Im 
Jahre 1887 war er unter den Aerzten, die im Beginn der Krankheit 
des damaligen Deutschen Kronprinzen consultirt wurden. Er sprach 
sich mit Bestimmtheit für den krebsigen Charakter des Leidens aus. — 
Seitdem ist er wenig in die Ooffentlichkeit getreten. — Er war Geheimer 
Medicinalrath, Professor und Ritter zahlreicher hoher Orden. — Dem 
liebenswürdigen Manne bleibt ein Gedäohtniss unter den Vorkämpfern 
der Laryngologie gesichert. 

Felix Semon. 



— 6 — 



III. Die laryngo-rhinologisclie Litteratur 
des Jalires 1906. 



Länder: 



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Nordamerika 

Deutschland 

GrüssbrilanDieii und Cüloiiien 

Fraukruich 

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Belgien 

Italit^n , 

HolJarjd 

Spa^uieu 

Russland 

Sk.-vudinavien 

Polen 

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41 

13 

10 

4 

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172 


101 


113 


58 


59 


51 


55 


47 


39 


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1 I 2 

1 I 1 

2 -- 



Zusammen . 



156 571 371 I öl 503 67 96 



541 

323 

226 

18S 

106 

92 

77 

61 

ßO 

46 

42 

37 

30 

16 



1845 



Die statistische Zusammenstellung giebt zu besonderen Bemerkungen keine 
Veranlassung. Es ist eine kleine Zunahme der Arbeiten zu constatiren. 



IV- Referate. 

a. Allgemeines, obere Luftwege. 

1) A. A. Coolidge Jr. und H. A. Barnes. leue Fortsckritte il der LuryigO- 
lOgiO. (Rocent prOgrOSS in LaryBgOlOgy.) Boston Medical and Surgical 
Journal 2. Mai 1907. 

Es wird besprochen: Aetiologie der Septumverbiegungen, die Skiagraphie 
als Hilfsmittel bei Diagnose und Behandlung der Nebenhöhlenerkrankungen, die 
Bakteriologie des Pharynx, die malignen Larynxerkrankungen ; Aetiologie und 
Pathologie der Sängerknötchen, die Gastroscopie mittelst einer Modifikation der 
Bronchoskopie, die Gefahren des unvorsichtigen Adrenalingebrauchs. 

EMIL MAYER. 



— 7 — 

2) Jonathan Wiight Die phygiscken Praceaie der Immiuiittt nnd lofeetten. 
(The physieal precesses of immimity and infeetion.) N. Y. Medkai Record. 

2. März 1907. 

Verf. ist der Ansicht, dass die meisten pathogenen Organismen durch den 
Oropharynx und Nasenrachen in den Organismus eindringen ; er widmet seine be- 
sondere Aufmerksamkeit dem Kampfe zwischen diesen Mikroben und den natür- 
lichen Schutzkräften des Organismus. Unter diesen räumt er eine hervorragende 
Rolle der Bewegung der Flimmerepithelien, ferner dem von oben nach unten 
fliessenden Strom seröser Flüssigkeit und der Osmose ein. Verf. wendet sich da- 
gegen, dass man durch excessive Curettage, die Nebenhöhlen des natürlichen 
Schutzes entblösst, den sie in den Flimmerepithelien besitzen. Er ist auch der 
Meinung, dass die Nebenhöhleneiterung, die man in mehr als der Hälfte aller 
Fälle von Pneumonie findet, auf eine Lähmung der Cilien zurückzuführen ist. 

LEFFERTS. 

S) Hermann H« Biggs, William H. Park und N. B. Potter. Zusamnenfassmig 
der üntersnehnngen ttber Opsenlne, ansgeftthrt anter den Anspielen der Cem- 
Biasion für die Erforachnng der Respiratlonaerkranknngen des lew Terker 
ttesnndheitsdepartenents. (A snmmary of the stndles on epsenins carrled 
ent nnder the anspices of the comiiissien for the InvesUgation of respira- 
tory diseases of the low York Board of Health.) N. Y. Medical Journal 

15, Juni 1907. 

Die Schwierigkeiten bei der Bestimmung des opsonischen Index bestehen in 
dem Zählen der Bacillen, ferner in der Schwierigkeit eine Reinkultur von den 
Mikroorganismen zu erhalten, mit denen der Patient inficirt ist. Die Bestimmung 
des opsonischen Index alle zwei oder drei Tage ergab irrthümliche Information. 
Die Variation des normalen opsonischen Index lag in sehr weiten Grenzen. Die 
Fälle, die am häufigsten durch Behandlung mit Bakterienvaccine beeinflusst wurden, 
waren solche mit Staphylokokkenabscessen. Fälle von Stirnhöhlen- und Siebbein- 
eiterung wurden zuerst gebessert, später trat jedoch Rückfall ein. Im Ganzen 
scheint nach Ansicht der Vcrff. die Behandlung mit Bakterienvaccine nicht im 
Stande, auf therapeutischem Gebiet revolutionär zu wirken. lefperts. 

4) Charles G. Kerley. Der fragliche Elnflnss sogenannter dlathesischer Zn- 
stilndo bei Hals- nnd lasenkrankhelten des Kindes. (The qnestionable in- 
flnenee of so called dlathetic conditions In diseases of throat and nose In 

Chlldren.) N. Y. Medical Journal. 24. August 1907. 

Die früher vielgenannte „scrophulöse" und „strumöse^* Diathese sind durch 
Entdeckung des Tuberkelbacillus aus ihrer Position verdrängt worden. Nach An- 
sicht des Verf. haben am Zustandekommen adenoider Vegetationen drei Factoren 
den grössten Antheil: die Gewohnheit des Saugens, der reichliche Zuckergebrauch 
(?) und die allen Kindern gemeinsame Neigung des lymphatischen Gewebes zur 
Erkrankung. lefferts. 



~ 8 — 

5) H. T« Hoilmann. AiigMi-, Okron-, lasen- und lalskrankkeUea bei an Lepra 
leidenden Personen. (Diaeaaea ef tlie eye, ear, neae and threat aneng per- 

aena aflieted Witll lepreay.) N. Y. Medkal Journal 26, Octöber 1907. 

Lepröse Nasenaffectionen: In 75 pCt. aller behandelten Fälle bestand 
eine vollkommene Perforation des Septum, in vielen Fällen das völlige Fehlen des 
knorpligen und knöchernen Septams, ein ähnliches Bild wie bei tertiärer Syphilis. 

Lepröse hypertrophische Rhinitis: Die Schleimhaut ist hochgradig 
hypertrophirt und die Muscheln vergrössert, so dass völliger Verschluss der Nase 
resultirt. Diese Fälle bluten leicht. Nur in einem der beiden bakteriologisch 
untersuchten Fälle wurde der Leprabacillus gefunden. Therapie: Eucalyptolspray 
mit nachfolgender Aristolinsufflation. 

Lepröse atrophirende Rhinitis: Die atrophische Rhinitis der Leprösen 
unterscheidet sich nicht von der gewöhnlichen Rhinitis atrophicans. 

Nasale Neurosen: Um das Vorhandensein von lepröser Neurose des N. 
olfactorius festzustellen, untersuchte Verf. 100 schwere Fälle von Lepra und fand 
bei 21 völlige Anosmie. Unter 50 leichten Fällen fand Verf. keinen mit Anosmie. 

Antrumerkrankungen: Es bestehen in einigen Fällen entzündliche Pro- 
cesse der Highmorshöhle. Verf. führt dies auf eine Periostitis des Alveolarfort- 
satzes zurück, die veranlasst sein soll durch die bei den Leprösen sehr häufigen 
Zahnaffektionen. 

Tonsillen: Verf. hat bei den Leprösen eine eigen thümliche Tonsillen- 
erkrankung constatirt. Sie beginnt gewöhnlich mit der Bildung von kleinen, gelb- 
lich-weissen Lepraknoten in der Tonsillarsubstanz der Tonsillen, die sich dann 
entzünden und leicht geschwollen werden. Diese Vergrösserung nimmt zu und 
eine fibröse Veränderung greift in der leprösen Tonsille Platz. In weit vorge- 
schrittenen Fällen constatirt man also stark vergrösserte mit Lepraknoten durch- 
setzte Tonsillen. 

Pharynx: Fast bei allen untersuchten Patienten fand sich eine Hyper- 
ästhesie bei Berührung. Unter 100 schwer Erkrankten konnten 8 süss von sauer 
oder bitter nicht unterscheiden, 10 hatten nicht die Empfindung von heiss und 
kalt im Munde. Lepra des Pharynx beginnt in der Form kleiner Knötchen, die 
eine entzündliche Reaction in den umgebenden Geweben hervorrufen mit nach- 
träglichem Zerfall und mehr oder minder ausgesprochener Ulceration. Oft machen 
diese Ulcerationen Perforationen des weichen Gaumens. 

Larynx: Unter den ältesten diagnostischen Zeichen der Lepra figuriren 
Heiserkeit und Stimmverlust. Die Lepraaffection wird gewöhnlich von Nase 
und Rachen fortgeleitet oder sie kann auch als Complication einer vorge- 
schrittenen Lepra ohne Befallensein des Pharynx auftreten. Man findet Hyperämie 
der Schleimhaut an den Aryknorpeln und aryepiglottischen Falten, die frühzeitig 
mit kleinen gelb-weissen Lepraknoten durchsetzt werden, die dann zerfallen. Die 
Epiglottis verliert ihre Beweglichkeit und die Taschenbänder werden geschwollen 
und verdecken die wahren Stimmbänder. In einigen Fällen wurden lepröse Ulce- 
rationen der Epiglottis selbst constatirt. In manchen anderen Fällen findet man 
kleine Knötchen im Arytanoidalraum und an beiden Stimm- und Taschenlippen. 



— 9 — 

In der Mehrzahl der Fälle besteht Hyperästhesie des Kehlkopfs. Die BehandluDg 
bestand in Eacalyptol spray nebst Einblasung von Orthoform, in anderen Fällen 
von Localapplioation von 5 proc. Protargollösung. lefpbrts. 

B) Theodore W. Sehaefer. Die Vonuureiiiigiuig der Luft in unseren Städten 
dnrek Sckwefeldiezyd als Ursache ?on Respiratienserkranknngen. (Tke cen- 
tamlnatien of the alr ef onr ciUes with snlphnr diexide the canse of respi- 

ratery disease.) N. T. Medical Becord. lO. August 1907. 

Verf. hält die Vernnreinigung der Luft mit Sohwefeldioxyd für eine der 
wichtigsten Ursachen für Asthma; die Aufmerksamkeit der Hygieniker sei noch zu 
wenig auf diesen Punkt gerichtet. lefferts. 

7) T. D. Crothers. Bnife Wirhnngen Ten Alkehel nnd Sitten anf die eheren 
Lnftwege. (Seme eleets ef spirit and dmg taking en the npper air passages.) 

K F. Medical Becord. ä. Juni 1907. 

Es ist eine Ausnahme, wenn man Personen findet, die an spirituöse Getränke 
oder Tabak gewöhnt sind und keinen Catarrh der oberen Luftwege haben. Eine 
sehr gefährliche Drogue ist das Cocain; die Gefässparalyse, die der Anwendung 
dieses Mittels in der Nase folgt, breitet sich nach unten auf Pharynx und Larynx 
aus. Gleichfalls sehr schädlich ist der Taback und die schlimmste Form seiner 
Anwendung ist die Cigarette, weil wegen der unmittelbaren Nähe des Mundes alle 
Verbrennungsprodukte und Gase in directen Contact zur Schleimhaut gelangen. 
Morphium und Opium haben keinen specifischen directen Einfluss auf die oberen 
Luftwege, ausser den eines Narkotikums. lefferts. 

S) Polanskl. Die krankhaften Teründemngen in läse, Bachen nnd Lnft- 
rihre, welche im Lanfe der Inllnensa entstehen. (Zmiany cherebowe eras 
pewiklania w nesie, gasdrieli i tchawicy priy inilneniie.) Pam. Tow. Lek, 

1907. 

Verf. theilt eigene diesbezügliche Beobachtungen mit, die er im Laufe der im 
Jahre 1906 in Warschau herrschenden Influenza zu beobachten Gelegenheit hatte, 
besonders werden vom Verf. die Sinuskrankheiten hervorgehoben, welche bekannt- 
lich meistens Ursache von chronischen Sinuseiterungen sind. Besonders macht er 
auf die klinische Thatsache aufmerksam, dass der grösste Theil der acuten Sinus- 
erkrankungen spontan heilt und es geschieht dies in diesen Fällen, wo die 
Ostia (maxillare und nasofrontale) eine breite Verbindung zum Hauptnasengang 
haben. Was nun die Therapie derartiger Sinusiten anbelangt, so genügt 
meistens schonende Therapie und höchstens eine totale oder partielle Resec- 
tion der Mittelnasenmuschel. In chronischen Fällen (am öftesten der Eiterung 
der Kieferhöhle) muss eine Radikaloperation ausgeführt werden (Verf. zieht die 
Luc-Cadwell'sche Methode vor). Was den Kehlkopf anbelangt, welcher sehr oft 
bei der Influenza afficirt wurde, so kommen meistens Chorditen mit sehr charakte- 
ristischem Aussehen vor, mit Krustenbildung, welche trockenen Husten und Atem- 
not hervorrufen, üefter wurde auch Laryngitis haemorrhagica beobachtet und 
einige Male Laryngitis.submucosa acuta mit Abscessbildung. 

A. V. 80KOLOWSKI- 



— 10 — 

9) Westenhoeffer (Berlin). Deber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse 
ven der ttbertragbaren Oenickstarre. Berliner kiiii. Wochenschr. No. 39 u. 

40. 1906. 

Von den ausführlichen Erörterungen über das Thema sei an dieser Stelle 
erwähnt die Ansicht des Verf., dass in jedem Falle von acuter Genickstarre eine 
entzündliche Veränderung des Rachens, insbesondere der Rachentonsille besteht, 
dass diese Entzündung auf die Umgebung (hintere Nasenabschnitte, Nebenhöhlen, 
Rachenraum, Gaumentonsillen) übergreifen, aber nach kurzer Zeit verschwinden 
kann, so dass in älteren Fällen nichts mehr davon nachzuweisen ist. Aus dem 
Rachensecrete, nicht aber immer aus dem Nasensecret, lassen sich in Genickstarre- 
fällen Meningokokken züchten. 

Die Frage nach der Entstehung der Meningitis beantwortet Verf. dahin, ,,dass 
eine lymphogene Infection, insbesondere den Nervenbahnen entlang nach aufwärts 
durch von wandernden Leukocyten eingeschlossene Meningokokken nicht ausge- 
schlossen ist, dass dagegen die hämatogene Infektion der Hirnhäute die wahr- 
scheinlichste ist." Eine vergi'össerte Rachentonsille bei Kindern, eine grössere 
persistirende bei Erwachsenen prädisponirt für die Erkrankung. 

ALB AN CS (ZARNIKO). 

10) von Schrötter (Wien). Eine neue Belenehtnngsart von CanUen nnd HVhlen. 

(B. Franke 1 (Berlin) zu seinem 70. Geburtstage gewidmet.) Berliner Min. 
Wochenschr. No. 47. 1906. 

Das Prinzip der neuen Beleuchtungsart ist die Fortleitung des Lichtes durch 
einen Glasstab. Ebenso leitet auch die Wand einer Glasröhre das Licht. Der 
Autor nimmt nun eine Glasröhre von 1 — 1,3 mm Wandstärke mit oben grösserer, 
nach unten allmählich abnehmender Dicke, giebt ihrem proximalen Ende eine 
konische Gestalt und bringt an ihrer oberen Fläche ein ringförmiges Glühlämpchen 
an. Dadurch erscheint das distale Ende einer selbst 40 cm langen Röhre schön 
leuchtend. 

Zweckmässig wird das Rohr innen abgeblendet, und die Lichtquelle mit einem 
Metallmantel verdeckt. 

Durch die intensive Beleuchtung am Rohrende eignet sich diese Methode be- 
sonders für operative Eingriffe und Extraktion von Fremdkörpern. Die Vortheile 
des Apparates sind leicht ersichtlich. albanus (zar^^iko). 

b. Nase und Nasenrachenraum. 

11) Reinhard (Köln). Ein Beitrag in den Besiehnngen zwischen den Krank- 
heiten^der läse nnd des inges. Zeitschr. f. kUn. Med. Bd. 62. 1907. 

Bei einer 71 jährigen Frau wurde eine ausgedehnte Geschwulstbildung des 
Gesichtes mit Vortreibung des rechten Bulbus, Geschwüre am harten Gaumen, 
Perforation desselben und Verstopfung der Nase constatirt. Da durch eine Schmier- 
kur wesentliche Besserung erzielt wurde, nahm man Syphilis au. Es trat jedoch 
später eine Zunahme der Geschwülste ein, die Section ergab, dass es sich um 
Cylindrom handelte. Seifert. 



— 11 - 

12) A. Onodi (Budapest). Die SekstöniBgeii und Erblindnng naialen Ursprungs, 
bedingt dnreb BrlnranlLnngen der hinteren lebenhthlen. FraenkeVs Archiv f, 

Laryngoiogie, Bd. 17. S. 260, 

Ausführlicher Bericht über das gesamte Material, das Verf. durch eine Um- 
frage bei einzelnen hervorragenden Ophthalmologen, durch das Studium der 
Literatur und durch seine bekannten eigenen Untersuchungen über den Zusammen- 
hang zwischen Sehstörungen und Erkrankungen der hinteren Nebenhöhlen zu- 
sammenbringen konnte. f. klemperer. 

13) Otto Mayer (Graz). Bin Beitrag inr Kenntniss der SehsUning und Brblin- 

dang naaalen DrspmngS. Wimer Min. Wochenschr. No. 31. 1907. 

Im beschriebenen Falle handelt es sich um eine alte Frau, welche seit 
mehreren Jahren an Symptomen von rechtsseitigen Nebenhöhleneiterungen litt. 
Im Anschlüsse an eine acute Exacerbation trat plötzlich Erblindung rechts, lang- 
same Abnahme der Sehschärfe links ein. Nach Eröffnung der Kiefer- und Keil- 
beinhöhle rechts, sowie der hinteren Siebbeinzellen besserte sich das Sehvermögen 
links fast bis zum normalen, rechts bestand wahrscheinlich schon Atrophie des 
Opticus. Ursächlich kommt für die Sehstörung in diesem Falle nur das Empyem 
der Keilbeinhöhle und der hinteren Siebbeinzellen in Betracht. chiaki. 

14) Halle (Berlin), Bxteme eder interne Operatien der lebenböbleneltenmgen. 

Berlin. Hin. Wochenschr. No. 42, 43 und No. 29 Vereifisbeilage. 1906. 

Für die Therapie der rhinogenen Empyeme hält Verf. die normale Respiration 
durch die Nase für einen wichtigen Factor, indem durch Erzeugung eines negativen 
Druckes in der Höhle eine Absaugung von Secret und durch Absaugen der feuchten 
Luft in der Höhle eine Austrocknung derselben zustande käme. Zugleich träte 
damit die desinficirende Kraft der trockenen Luft in Wirksamkeit. Erforderlich ist 
demnach vor allem Herstellung normaler Atmungsverhältnisse in der Nase und 
Abschwellen der Ostien der Nebenhöhlen für die Therapie der Empyeme. 

Im speciellen Falle des Empyems der Kieferhöhle eröffnet Verf. die Höhle 
mit der Fraise vom unteren Nasengang, wenn eine Rückbildung zur normalen 
Schleimhaut in der Höhle zu erwarten steht; sonst Empfehlung der radicalen Ope- 
ration von der facialen Seite. 

In die Stirnhöhle glaubt Verf. ohne Schwierigkeit in der Mehrzahl der Fälle 
mit einer Sonde gelangen zu können, ^indem man dem ausströmenden Eiter 
folgt." 

Um endonasal den Ausführungsgang der Stirnhöhle zu erweitern, führt Verf. 
auf dem Wege der eingedrungenen Sonde einen Schützer ein (eine biegsame me- 
tallene Halbrinne von der Form der eingeführten Sonde), welcher den Zweck hat, 
sich nach hinten der Tabula interna und lateral der Orbita anzulegen. Dringt 
man jetzt genau entlang dem Schützer mit einer elektrisch betriebenen, bohrenden 
Fraise „nach vorn und oben", so kann man „in der Richtung nach vorn und medial 
ohne jede Gefahr nach oben gehen und den von der Spina naso-frontalis interna 
gebildeten Boden so weit öffnen", dass man für eine vorn abgestumpfte Fraise eine 
genügend grosse Oeffnung erhält, welche dann die gesetzte Oeffnung noch ent- 
sprechend erweitern kann. 



— 12 — 

Ueber die Operation der Stirnhöhle von aussen stellt Verf. die allgemein ge- 
bräuchliche Indication auf. 

In der Discussion zu dem Vortrag, die zugleich eine Kritik der empfohlenen 
Behandlung der endonasalen Eröffnung der Stirnhöhle mit der Fraise enthält, 
äussern Senator, Ritter, Peyser, Bognar ihre Bedenken gegen die Anwen- 
dung der Fraise zur Anbohrung der Stirnhöhle von innen wegen der grossen Ge- 
fahr der Verletzung der Tabula interna und wegen der Schwierigkeit, die Stirn- 
höhle wirklich zu sondiren. 

Senator erwähnt einen Fall, wo die Trephine einen falschen Weg nach 
vorn, aus der Nase heraus, einschlug, allerdings ohne weitere Complication. In 
einem zweiten Falle aber trat nach Verletzung der Tabula interna durch die Fraise 
consecutive tödtliche Meningitis ein. 

In Bezug auf die anderen Forderungen des Vortr. bei Behandlung der Em- 
pyeme herrscht im Allgemeinen Uebereinstimmung. albanus (zarniko). 

15) Max HaUe. Aeusere oder innere Operetten bei lebenUUeneiterong. (Bx- 
temal er internal eperatten fer snppnratten ef Uie aeeessery naial ainnsee.) 

The Laryngoscope. Febrtuir 1907. 

Cfr. das vorhergehende Referat. emil mayer. 

16) J. A. Sincky. Einige psychische Sympteme infeige Erkrankung der lasen- 
nekenhihlen. (Seme mental symptems dne te disease ef nasal accessery 

Sinnses.) N. Y. Mcdical Record. 24. November 1906. 

Verf. meint, dass eine Anzahl von Fällen von Melancholie und Suicidium, die 
im Verlauf der Influenza berichtet werden, auf die Erkrankung der Nebenhöhlen 
zurückzuführen sei. In den 9 Fällen, über die Verf. berichtet, waren die Sieb- 
beinzellen ausgedehnt erkrankt. Verf. ist der Meinung, dass für die Majorität der 
Fälle im Siebbein die Ursache für die Infection der Stirn-, Oberkiefer- und Keil- 
beinhöhle zu suchen sei: er betont, dass frühzeitige Amputation des vorderen 
Drittels der mittleren Muschel die Nothwendigkeit späterer radicaler Operationen 
vermindert. Ob die hier in Frage stehenden Zustände bedingt sind durch den 
intracraniellen Druck, durch directe oder indirecte Meningealreizung, gestörte 
Hirncirculation oder Toxaemie bleibt dahingestellt. Thatsache ist, dass in diesen 
Fällen Ventilation der verschlossenen Sinus oder Heilung der Eiterung die Psychose 
beseitigt; andererseits verschlimmert die Eiterretention die psychischen Symp- 
tome oder Recidiv der Eiterinfecfion wird von Rückkehr der Psychose begleitet. 

LEFFERT8. 

17) M. Well (Wien). Bemerknngen üker die Anwendung der Sangtherapie bei 

laseneitemngen. TFiene?- med. Wochenschr. No. 26, 27. 28. 1907. 

Nach Anführung aller Methoden der Saugtherapie entwickelt der Autor auf 
Grund seiner Experimente in ausführlicher Weise die Art der Wirkung und kommt 
zu dem Resultate, dass er die Anwendung der Luftverdünnung in der Nase und 
den Nebenhöhlen höchstens zu diagnostischen Zwecken empfehlen könnte. Vor 



— 13 — 

der Anwendnng dieses Verfahrens zwecks Therapie von Naseneiterungen möchte 
der Verf. eindringlichst warnen. e. chiaui. 

18) R. Sondermann (Dieringhauseu). Wettere Briakraigeii mit seiiem lasen- 

savger. Fränkd's Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. S. 425. 

Verf. bespricht die Einwände, die gegen seine Saugbehandiung erhoben 
worden sind und berichtet über weitere günstige Erfahrungen, die er mit der- 
selben bei acuten und chronischen Erkrankungen der Nase und ihrer Nebenhöhlen, 
besonders bei Ozaena gemacht hat. k. klemperer. 

19) A. Onodi. Beiträge rar Kemitiiias der laaennebeBhoUen, Arch. f. Amt. 

(m. Physiol). 3. u. 4. H. S. 216. 1907. 

Zusammenfassende Ergebnisse der Untersuchungen Onodi's über Bau und 
Ausdehnung der Kieferhöhle, Stirnhöhle, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen. 

J. KATZEN8TEIS. 

20) Franke! (Berlin). KrankeBYentelliug. (Hypereatesia dea Oberkiefera.) 

Berlin&r klin. Wocheitschr. No. 9. Vereinabeilage. 1906. 

Verf. erinnert zunächst an ein früher demonstrirtes 12jähriges Mädchen, die 
an Leontiasis ossea der Knochen des Gesichtes der Ober- und Unterkiefer, litt. 
Heilung nach Inunctionen von Hg. 

Beim vorgestellten 44jährigen Patienten, bei dem sich die Erkrankung im 
Ansohluss an eine Verletzung der Wange entwickelt hatte, sieht man jetzt, wie 
eine beigefügte Photographie erkennen lässt, eine starke Auftreibung der Processus 
nasales der beiden Oberkiefer, die so stark ist, dass die sonst grosse Nase, von 
vorn gesehen, glatt erscheint. Die Erkrankung erstreckt sich auch auf das Os 
palatinum und in die Kieferhöhle hinein, wie eine Röntgenaufnahme lehrt. Voll- 
kommene Nasenstenose, Thränenträufeln. Verwachsungen zwischen Septum und 
lateraler Nasenwand. 

In der Discussion erwähnt Grunmaoh (Berlin) einen ähnlichen Fall, von 
dem er ein stereoskopisches Röntgenbild demonstrirt. albanus (zarniko). 

21) Mnrayaiia (Japan). Bin Fall Yen nbrema angtemateaan der OberkieferhSUe. 

Zeitschr. f. Oto- Rhino- Laryngologie. December 1906. 

Ein SOjähriger Reishändler litt seit 10 Monaten an rechtsseitiger Nasenver- 
stopfung, schleimigem Nasen ausfluss und Anschwellung des Oberkiefers. Es entstand 
eine Fistel zwischen den beiden oberen Prämolarzähnen. Wegen Verdacht auf 
Zahncyste öffnete man probeweise die Oberkieferhöhle von derFossa caninaaus, und 
fand eine rundliche blutende, weiche Tumormasse. Nach Kocher machte man 
die Höhle vom Gesichte aus breit auf und excidirte die ganze Tumormasse, die 
aus dem Periost der medialen Höhlen wand herstammte. Mikroskopische Befunde: 
Im bindegewebigen Stroma sieht man Blutansammlung. Grosse Aehnlichkeit mit 
dem Granulationsgewebe beim Empyem. ii^o kubo, 

22) Tnea. OberUefertimer. (Tanear da aiaxUlaire aapMenr.) La FolidiniqM. 

No. S. 1907. 

Tumor im Bereiche der rechten Wange, vom Alveolarfortsatz des Oberkiefers 



— u — 

ausgehend, hatte das Antr. Highmori eingenommen und sich bis in die Orbital- 
höhle fortgepflanzt. Entfernung mit theilweiser Resection des Oberkiefers. 
Incision nach Liston-Nelaton, in der Trendolenburg'schen Lage; mit nicht 
sehr reichlicher Blutung. Der histologische Untersuchung der glatten, kugeligen, 
gleichsam abgekapselten Geschwulst, deren Consistenz fibrös und die Farbe weiss- 
lich ist, ist bis jetzt noch nicht vorgenommen worden. bayer. 

23) Kronhelmer (Nürnberg). Ueber Kiefercysten. Deutsche med. Wochenschr, 
No. 7, 1906. 

Nichts Neues. zarniko. 

24) Ludwig Nenfeld (Posen). Tiibercidose, SyphlUs nnd KieferhShloieiteiUBg. 

Fra^nkeVa Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. 8. 215. 

Bericht über einen Fall yon tuberculöser Eiterung der Kieferhöhle und einen 
Fall von Empyem der Highmorshöhlo infolge gummöser Erkrankung ihrer facialen 
Knochen wand. f. klemperer. 

25) K. M. Menzel. Experimentelle KieferhSUenspttluigeii. t\aenkeV8 Archiv 

f. Laryngologie. Bd. 17. S. 371. 

Auf Grund einer von Lermoyez geäusserten Annahme, dass nämlich durch 
forcirte Spülungen der Kieferhöhle von einer Cowperöffnung aus der Wasserstrahl 
und mit ihm infectiöses Material durch den Hiatus semilunaris in die Stirnhöhle 
gelangen könne, stellte Verf. Spülversuche an Schädeln mit wässeriger Eosin- 
lösung an; das Eosin imbibirt die Gewebe und hinterlässt unzweideutige Spuren 
seiner Anwesenheit, so dass der Weg der Spülflüssigkeit nachher sicher zu con- 
statiren ist. Es ergab sich, dass selbst bei forcirtester Spülung die Flüssigkeit 
nicht aus der Kieferhöhle in die Stirnhöhle dringt; auch ins vordere Siebbein- 
labyrinth drang in den meisten Fällen nichts ein, nur in einem kloinen Theil der 
Fälle fand sich in der unterhalb der Insertionslinie der mittleren Muschel 
gelegenen, der Bulla ethmoidalis entsprechenden Partie derselben, etwas cosin- 
gefärbte Flüssigkeit. f. klbmperer. 

26) Pietri. Deppeltes intmmempyem und Brenchltis. (Sinnsltel mazillaire 

denble et brenchite.) Gazette hehdomad. des Sciences m^dicales de Bordeaux. 
No, VIIL 1907. 

Die Bronchitis, die ähnliche Erscheinungen, wie eine Lungenphthise zeigte, 
wird vom Verf. einzig auf das doppelseitige Empyem zurückgeführt, brindel. 

27) Yillemonte-Laclergerle. Ocvlo-erbitale CempUcatien der OberkieferhSUen- 
empyeme. (Cemplicatiens ocnle-erbitairea des ainnsites mazillairea.) Th^e 

de Bordeaux. 1906. 

Die schwerste Complication ist die Orbitalphlegmone; ferner kommen vor: 
Keratitis, Iritis, Netzhautablösung, Neuritis, einfache Gesiohtsfeldeinengungen, 
Thränenträufeln, Dacryooystitis. Die Heilung des Antrumempyems rouss der 
geeigneten Behandlung der Augenkrankheit vorausgehen. brindel. 



— 15 — 

28) Texier (Nantes). Deliar die käsigen OberkieferMIdeiUliniMiten; Symptome 
nnd Magnose. (Dea sinuites maziUaires easieiises. Signea et dlagneatie.) 

La Fresse Otdartpigologiqxie Beige. No. 2. 1907. 

Mittheilang auf der VersammluDg der Belg. otorhinolaryngolog. Gesellschaft 
am 10. Juni 1906; vergl. den diesbezögl. Bericht. parmentieu. 

29) Paragre« Daa kiaige lighmoralifihlenempyem. (La aianaite mazillaire 

oaaieiiae.) These de Bordeaux. 1907, 

Verf. unterscheidet zwei Formen, die freie Verkäsung mit geringfügiger 
Reaction seitens der Schleimhaut und die wuchernde Form, bei der die Symptome 
ausgesprochener sind und die Veränderungen in der erkrankten Region oft denen 
ähnlich sind, wie sie durch maligne Tumoren hervorgerufen werden. Die Be- 
handlung besteht in der Function vom unteren Nasengang aus mit nachfolgender 
aseptischer Ausspülung. brindel. 

30) Oheyalier Jackson. Diejeaige HighmorahiUonoperation, die vna die beaten 
Beavltate gegeben hat. (The mazillary ainaa Operation that haa yielded me 

the boat reanlta.) The Laryfigoscope. 1906. 

Nach Abtragung des grössten Theils oder der ganzen mittleren Muschel und 
Amputation der ganzen unteren Muschel, von der nur ein langer streifenförmiger 
Stumpf stehen bleibt, wird die normale Antrumöffnung bis zum Nasenboden herab 
erweitert. Von der Weite der so gemachten Oeffnung hängt der Erfolg der Ope- 
ration ab. Man soll möglichst eine Verletzung des Ductus nasalis vermeiden. 
Nach hinten muss die Oeffnung bis zur hinteren Grenze der Highmorshöhle er- 
weitert werden, so dass vollkommene Drainage besteht, ohne „Tasche" bei der 
Rückenlage. Dann wird von der vorderen Wand auf oralem Wege soviel entfernt, 
dass man mit dem Finger eingehen und alles Erkrankte entfernen kann. Das 
normale Flimmerepithel ist zu schonen, alles Erkrankte ist zu entfernen. 

KMIL MAYER. 

31) Oresco (Bukarest). Die Inanfflation von Saneratol nnter Drnck bei der 
Behandlnng der OberkieferhShlonempyeme. (L'inanfflation d'ozygine aena 

^preaaion* dana le traitement dea empyömoa ainnaitea mazillairea.) Anmles 

des maladies de roreille. No. 11. 1907. 

Verf. hat bei 11 Kranken Ausspülungen der Höhle mit nachfolgender Ein- 
blasung von Sauerstoff unter Druck angewandt; 3—11 Sitzungen genügten in 
allen Fällen, um die mehr oder minder eingewurzelte und fotide Eiterung zum 
Verschwinden zu bringen. brindel. 

32) L. Mader Hünchen). Radiotherapie bei chroniachen KieforhShlonentiün- 

dangen« Fi'aenkel's Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. 

M. probirte zuerst die Glimmlichtbestrahlung, ohne wesentliche Erfolge zu 
erzielen. Er ging dann zur Behandlung mit Hochspannungsfunkenlicht über, 
welche bessere Resultate zu versprechen scheint. Die vorliegende Arbeit ist in 
der Hauptsache der Beschreibung der von M. zur Belichtung der Kieferhöhle con- 
struirten Apparate gewidmet. p, klempbrbr. 



— 16 — 

33) John antmaD. Biiseittges lebenkSklenenpyen mit compUeirendem Orbltal- 
abace», (Unilaterale empyema of the aceeaaory alnnaea of tbe noae cen- 

plicating erbital abaceaa.) The Laryngoscope. December 1906. 

Untersuchung des Augenhintergrundes zeigte Hyperämie des Sehnerven. Aus 
der Nase floss übelriechender Eiter. Probepunction der Highmorshöhle war positiv. 
Am nächsten Tage Radikaloperation, Fortnahme der vorderen Wand und Aus- 
spülung der Höhle. Am nächsten Tage wurden die Siebbeinzellen untersucht; 
man fand sie voll übelriechenden Eiters und den Knochen nekrotisch. Ausräumung 
des Siebbeins. Der Abscess am inneren Augenwinkel warde eröffnet und eine 
Oommunication zwischen der Oeffnung in der äusseren Wand und dem Siebbein ge- 
schaffen. Heilung. emil MAYEn. 

34) L. B. Cnlbertaon. Bericht ttber xwei Fälle ven Badicaleperatlon der fligh- 
merahtUe und dea Slebbelna. (Beport of two caaea of radical Operation ob 
the nazillary aiana and ethmoid.) The Larytigoscope. October 1906. 

Einer der beiden Fälle endete tödtlich. p^mil maybr. 

35) F. Kretsehmann. Znr flaehbohandliug der aufsemeiaaelten KieferhShlo bei 

ChrOBiacher Siliaaitia. Manch, med. Wochen sehr. No. 26. 1907. 

Unter Hinweis auf die Ruckbildungsfähigkeit der auch hochgradig ver- 
änderten Schleimhaut empfiehlt K. die Schleimhaut bei der Radikaloperation der 
Kieferhöhle zu erhalten. Er operirt nach der Denker' sehen Methode, jedoch mit 
folgenden Abweichungen: Die untere Muschel wird erhalten, die laterale Schleim- 
hautauskleidung des unteren Naseoganges wird nicht als Lappen in die Kiefer- 
höhle hineingeklappt, sondern im Gebiet des entfernten Knochens gleichfalls voll- 
kommen abgetragen. Die orale Wunde wird nicht primär vernäht, sondern in 
toto etwa 4—5 Wochen offen gehalten und von hier aus die Höhle nachbehandelt. 
Polypöse Schleimhaut-Excrescenzen werden mit der Schlinge abgetragen, Leisten 
mit der scharfen Zange abgekniffen, Cysten gespalten, ülceration oder Ex- 
crescenzen mit Argent. nitr. in Substanz geätzt. So lange noch stärkere Schwellung 
der Schleimhaut besteht — Tamponaden behandlung, später mit 2 — 3proc. Argent. 
nitr. Tägliche Ausspülungen der Höhle nimmt der Patient selbst vom Munde aus 
vor. Anschliessend Betrachtungen über die Beziehungen des Thränennasencanals 
und das Verhalten der Zähne des Oberkiefers in der Umgebung des Operations- 
gebietes. HECHT. 

36) Sagebiel (Stettin). Ueber die Therapie der KieferhShleneitemngoii. B&rl. 

Uin, Wochenschr. No. 44, Vereinsheilage. 1906. 

Vortr. fordert für das acute Empyem möglichst conservative Behandlung, bei 
chronischem Empyem möglichst weite Oeffnung im mittleren Nasengang und Ent- 
fernung alles Krankhaften aus der Höhle von der Fossa canina aus ; diese an- 
gelegte Oeffnung wird sofort wieder geschlossen. 

In der Discussion stimmen Alsen, Sprenger, Rothholz diesem Vor- 
gehen zu. 

Der erstere nimmt bei der Operation des chronischen Empyems fast die ganze 
laterale Nasenwand einschliesslich der unteren Muschel fort, ohne dass er danach 
Borkenbildung in der Nase zu beobachten hatte. albancs (zarniko). 



— 17 — 

37) A. Denker (EriaDgeu). lv UliealepentteB tes ekreiischeii KieferkCUei- 

OBfrem. Fraenkd'8 Archiv f. Laryngologie. Bd. 17, S. 221, 

Verf. berichtet ausführlich über 3 Fälle, in welchen er ein eigenes Operations- 
Terfahren angewendet hat. Dasselbe ist aaf der von Luc-Boenninghaus an- 
gegebenen Methode aufgebaut und erlaubt wie diese eine radikale Freilegung 
sämmtl icher erkrankten Kieferhöhlen wände. Es besteht in der Fortnahme des 
vordersten Theiles der knöchernen lateralen Wand des unteren Nasenganges, durch 
welche der primäre Verschluss der oralen Wunde und die Nachbehandlung von 
der Nase aus ermöglicht wird. — Als Vorzug seiner Methode gegenüber der 
Fried rieh 'sehen Operation hebt Verf. hervor, dass man nicht von aussen her 
die Skelettheile freizulegen braucht, sondern submukös operiren kann. Die Ope- 
ration ist nach Verf.'s Erfahrung keine Erschwerung gegenüber den bisher ge- 
bräuchlichen Methoden, sondern eher eine Erleichterung; sie lässt sich bei einiger 
Uebung in etwa 30 Minuten ausführen. p, kleuperer. 

38) Wilb. Gresskepff (Osnabrück). Bie VertadeiniiK der Killiai'BCkei Cantte 
flbr die Spttimi der lieferkikle ¥em mitQeren lasengange ans. Mit i Abb. 

Manch, med. Wochenschr. No. 29. 1907, 

An der Kill i an 'sehen Canüle ist an deren Abbiegungsstelle am Nasen- 
eingang ein solider fester Handgriff angebracht, der es ermöglicht „die Canüle 
sowohl fester und ruhiger zu halten, als auch bei etwaigem Durchstossen der 
dünnen Knochenlamelle grössere Kraft anzuwendend^ hecht. 

39) Heary B. Beettcker. Blii Trelkart-Bekrer fftr das Anbnm. (A trecar- 
peilted antmm drill.) The Laryngoacope. October 1906. 

Mit dem Instrument, dessen Beschreibung Verf. giebt, ist er im Stande, an 
jeder Stelle der äusseren Wand in weniger als einer Minute eine Oeffnung in die 
Highmorshöhle zu bohren. kmil mayeu. 

40) Helbroek Gartls. Die KatketeriiniisbekaBdliiBg der acnteii SttrnkSklen- 
eitxlidBBg dirck die iatenie letkede. (Tke catketeriiaUen treatnent ef 
aevte freital siiu inlamattens by tke internal netked.) AnnaU ofotoiogy. 

Bhinclogy and Lari/ngoU>gy, December 1906. 
Nach Abtragung des vorderen Endes der mittleren Muschel werden die Sieb- 
beinzellen mittels einer schmalen schneidenden Zange erölTnet und die Aus- 
räumung mit einem durch den Electromotor betriebenen Drillbohrer vervollständigt. 
Nach Entfernung der Muschel findet man oft, dass die Structur der Zellen so 
delicat ist, dass ein Tubenkatheter genügt, um sie zu eröffnen. emil mayer. 

41) Ziteiritsek. Badiealeperatiei der Stimkökle nack Killian. (Kereniaja 
eperaxia lebaei paiaeki pe UUlaan.) R. WraUch, No. 28, 1907, 

Beschreibung der bekannten Methode unter Beifügung eines Falles. 

P. HELLAT. 

42) fleckt (München). Bin biegsamer Wattetrdger Wr den SUmkiklenansittk- 

mnpcang. Fraenkd's Archiv f, Laryngclogie, Bd. 17. S, 170. 

Beschreibung und Abbildung des Instrumentes. p. klemperer. 

Jahrg. XXIV. o 



-- 18 — 

43) E, Köhler (Magdeburg). Uokor SlekkoilsellenettenmK. MUnchmer m^d. 
Wochenschr. No. 35. 1907. 

Niohts Neues; Orientirang des practischcn Arztes über das einschlägige 
Gebiet. hecht. 

44) Rollet und Morean (Lyon). Incecele des Siebbelis. (Ivcecile lacrymo- 

etkBOMale.) 8o<M€ de Chirurgie de Lyon. 28. Apnl 1907. 

Pat. zeigte im Niveau des Thränensacks eine Anschwellung; es wurde die 
Diagnose auf eine geschlossene Dacryocystitis gestellt. Im Laufe der Operation 
drang man durch eine OefTnung in Höhe der Siebbein-Thränenbeinnaht in das 
Siebbeinlabyrinth, aus dem sich eine Flüssigkeit entleerte. Heilung. Die Rhino- 
skopie hatte keine Anzeichen ergeben. gontier de i» hoche. 

45) Onodl ^Budapest). Beitrage HUT Lelire der durch Brkraiikiiiig der hintersten 
Siebbeinielle nnd der KeObeinhdhle bedingten Sehstömng nnd Erblindung. 

(B. Franke l [Berlin] zu seinem 70. Geburtstage gewidmet.) Berliner klin. 

Wochenschr. No. 47. 1906. 

Der Autor bespricht an der Hand sehr anschaulicher Abbildungen in natür- 
licher Grösse die anatomische Grundlage der Aetiologie der canaliculären retro- 
bulbären Neuritis und Atrophia optica nasalen Ursprungs. Er zeigt das innige 
Yerhältniss, das zwischen hinterster Siebbeinzelle und Keilbeinhöhle und Ganalis 
opticus und Sulcus opticus bestehen kann. 

Die anatomische Grundlage dieser Beziehungen ist äusserst variabel. Der 
Autor bringt allein 35 verschiedene Formverhältnisse in 11 Gruppen vor, in denen 
die Scheidewand zwischen Canalis opticus und den genannten Höhlen äusserst 
dünn sein kann, ,,in einigen Fällen verläuft der Ganalis opticus in den erwähnten 
Höhlen, die Länge des Ganalis opticus kann 6, 10 und 12 mm erreichen, die 
Wand zwischen der hintersten Siebbeinzelle und dem Ganalis opticus, Sulcus 
opticus ist zumeist papierdünn, in einem Falle war sie 1 mm und in einem anderen 
Falle 2 mm dick, eine stärkere Scheidewand findet sich öfters zwischen der Keil- 
beinhöhle und dem Ganalis opticus. ^^ In einzelnen Fällen wurde sogar Dehisceuz 
der Wand des Ganalis opticus beobachtet. 

Dieser Hinweis möge genügen. Einzelheiten erfordern Studium des Originals. 
Der Verf. stellt eine Monographie über das wichtige Thema in Aussicht. 

.\LBA2(r8 (ZARNIKO). 

46) Glas (Wien). Die adeneiden Tegetatienen. Die Heilkunde. No. lo. 1907. 

Kurze Besprechung der Pathologie und Therapie der Kachentonsille. 

SEIFERT. 

47) Sedzlak. Deber die adeneiden Vegetationen anf fimnd von 1000 eperirten 
Pillen. (0 t. iw. wyroBlach gmeiolowatych w Jamie nosogareiielewelna 
podstawie pnoiilo 1000 dekenanych eperaeyi.) Przegiad LekarsK No. 39 

u. 40. 1907. 

In einem Vortrage auf dem Gongresse der polnischen Aerzte in Lemberg 
besprach Verf. näher Aetiologie, locale und allgemeine Erscheinungen, sowie 



— 19 — 

Diagnose und versobiedeneComplicatioDen bei bestehenden adenoiden Vegetationen. 
In allen Fällen benutzte Verf. das Gott stein 'sehe oder Beckmann 'sehe Messer, 
fährte die Operation ohne allgemeine Narkose aas. j^^ ^^ sokolowski. 

48) Samuel W. Thnrber. AdenoidgesehwUBto boi Uidern. (Adeieid f rowths 
il dlQdrei.) N. Y. Medical Record. 26. Odober 1907. 

Verf. zählt die Indicationen und die Contraindicationen der Operation auf. 
Er warnt bei kleinen Kindern vor der Anwendung der Narkose. Im Uebrigen ent- 
hält der Aufsatz Bekanntes. leppprts. 

49) Charles H. Maj. Angeiityiiiptome und AegeBerkrankiugeii als Begleit- 
enchoiBiiigeii der Adsnoidoi. (Ocnlar sysiptons and diseases aecempaiying 

adeieidS.) N. Y. Medical Record. 26. Octobsr 1907. 

Die manchmal vorhandenen Augenerkrankungen — Epiphora, Blepharitis, 
Dacryocystitis, Conjunctivalhyperaemie, phlyctenulare Conjunctivitis, gewisse an 
Trachom erinnernde Formen von Conjunctivitis und wirkliches Trachom, ver- 
schwinden oder heilen besser nach Operation der Adenoiden. Diese müssen mehr 
als praedisponirender Factor, denn als directe Ursache betrachtet werden. 
Rhinitis bei Kindern hängt gewöhnlich vom Bestehen von Adenoiden oder von 
hypertroph irten Tonsillen oder beiden zusammen ab. Blepharitis, oatarrhalische 
Conjunctivitis, Dacryocystitis und Phlyctaenen können ebenso erklärt werden, 
indem die locale Praedisposition durch die congestionirte Conjunotiva geschaffen 

wird. LEFPERTS. 

50) Fbillp D. Kerrison. Die Frage der Adenetemie wdlireiid der acuten nttel- 
•brenMnding. (The qnestten of adenectemy dnring acnte middle ear disease.) 

N. Y. Medical Record. 26. October 1907. 

Die Mehrzahl der Chirurgen und Otologen ist entschieden gegen die Adenoid- 
Operation während acuter Mittelohrerkrankung. Bei der Erwähnung, ob bei 
Kindern mit Schwellung der Tonsillen und erheblichen adenoiden Vegetationen 
im Fall einer Otitis media in derselben Narkose die Paracentese und die Adenoid - 
Operation gemacht oder diese erst nach Ablauf der Ohrerkrankung vorgenommen 
werden soll, entstehen zwei Fragen: Ist die Entfernung der Tonsillen und 
Adenoiden schliesslich eine Nothwendigkeit und würden diese die Heilung der 
Ohraffection verzögern? Sind sie gross genug und so localisirt, dass in Bezug 
auf die Nothwendigkeit, sie zu entfernen, kein Zweifel besteht, so kann auch ihr 
ungünstiger Einfluss auf die Mittelohrkrankheit nicht bezweifelt werden und dann 
soll Paracentese und Adenoidoperation in derselben Sitzung gemacht werden. 

LEPFERT« 

c. Mundrachenhöhle. 

51) p. K. Brown, btfemte Wirknngen der TonsiUarinfectten. (Benote eSeets 

ef tonsillur infeetten.) N. Y. Medical Record. 22. Juni 1907. 

Nephritis nach Tonsillitis ohne Rheumatismus ist nach Ansicht des Verf.*s 
häufiger als man glaubt. Er berichtet über einen durch acute Manie complicirten 

2* 



- 20 — 

Fall, ebenso einen von fatal verlaufender Staphylokokkenseptikaemie und einen von 
Leukämie, den er auch als das wahrscheinliche Resultat einer Mandelerkrankung 
betrachtet. Auch zeigen klinische und experimentelle Ecfahrungen, dass zwischen 
Tonsillarerkrankungen und Lungentuberculose ein häufiger Zusammenhang be- 
steht. Histologische Untersuchungen allein sind unzureichend; Lartigan fand 
unter 135 Fällen nur 2 mal Tuberkelbacillen, während von 75 Inoculationsver- 
suohen 12 ein positives Resultat ergaben. lefpbrts. 



52) E, Fletfber Infftls. Die Boiiehuig ¥01 ToniUlittg sim RheoHattmis. 

(Tke rolatton Of tonsillittS to rhOUHattim.) The Laryngoscope. September 
1907. 

Verf. fasst den Rheumatismus als eine abgeschwächte septische haematogene 
Infection auf, wobei häufig die Tonsillen die Rolle der inficirten Wunde über- 
nehmen, von der aus die Allgemeininfection ihren Ausgang nimmt. Dass acutem 
Muskelrheumatismus fast stets eine Angina vorausgeht, kann Verf. aus seinen 
Krankengeschichten nicht bestätigen f nur in 2 pCt. der Fälle folgte der Angina 
Muskelrheumatismus. In 6 pCt. der Fälle wurde über Muskelschmerzen geklagt, 
die aber nur auf das die Mandelentzündung bogleitende Fieber zurückzuführen 
waren. emil mayer. 

58) e. GhedinL Primire InfacUoi der Tonaillei, Oanaea, TeaUkel und Se- 
leaka bei Taberealeae. (Prinary inieettoia ef tlie tonails, palate, teattele 
aad arUcidattona in tnfeercnloaia.) N. r. Mtdicai Record. 19. Octöber 190?. 

Verf. hat Tuberkelbacillen direct in verschiedene Gewebe eingespritzt, um 
den Weg der Infection zu verfolgen. Bei primärer Tuberculose der Tonsillen und 
anderer Theile der Mundhöhle breitet sich die Infection auf Gefässe, cervicale 
Lymphdrüsen, mediastinale und bronchiale Drüsen, Spitze und Centrom der Lunge 
aus. In den meisten Fällen bleibt die Infection darauf beschränkt, bisweilen ent- 
steht auch eine allgemeine Miliartuberculose. Im allgemeinen folgt der Process 
den Lymphgefässen ; in einigen Fällen breiten die Keime sich dagegen auf dem 
Wege der Blutgefässe aus. lefferts. 

54) 8. Citelll (Catania). Ulcerirendes Carcinem der Tenaille, das Ten der 
InndliSUe ana eperirt wnrde nnd 2 lahre nach der Operetten nech keine 

Zeichen einer Beprednctten leigte. FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. 

Bd. 17, Ä 16Z 

Krankengeschichte des Falles und histologischer Untersuchungsbefund des 
mittels der galvanokaustischen Schlinge und einer schneidenden Fincette ent- 
fernten Tumors. f. klempbrer. 

55) Heryng. Die Tnbercnleae der Saonentenaillen nnd dea Bachena. (Smilica 
■igdalköw pedmebiennych i gardsieli.) Gazeta Lekarska. 1907. 

Verf. behauptet, dass die primäre Tonsillentuberoulose zur seltenen Erschei- 
nung gehört, dagegen kommen tuberculose Erkrankungen der Tonsillen nicht 
selten vor bei bestehender Tuberculose in anderen Organen. Verf. beschreibt 
näher die anatomopathologi sehen und mikroskopischen Bilder derartiger Processe 



— 21 — 

bei sogen, larvirter Tonsillentuberculose und ist in diesen Fällen fär totale Ent- 
fernung der erkrankten Organe. 

Was die Pharynxtaberculose anbelangt, unterscheidet Verf. auf Grund eigener 
sehr reichlicher Casuistik 2 Arten diesbezüglichen Leidens und zwar acute miliar- und 
chronische infiltrative Form. Die Pharynxtuberculose wird öfter bei Männern, nnd 
zwar jungen Individuen, getroffen. Tuberculöse Pharjrnxtumoren beobachtete Verf. 
in 3 Fällen. Der erste von Y2 ^^ Durchmesser sass an der hinteren Pharynx - 
wand unterhalb der Uvula, der zweite ebenfalls daselbst, der dritte oberhalb des 
Kehlkopfeinganges. In allen Fällen wurden die Tumoren chirurgisch entfernt und 
die Wunden vernarbten gänzlich. Im allgemeinen genommen, gehört der günstige 
Ausgang, sogar bei Miliarform, nicht zur Seltenheit. In therapeutischer Hinsicht 
räth Verf. neben allgemeiner Therapie zu chirurgischen Eingriffen, Pinselungen 
(Phenosalyl, Kali hypermanganicum, Acid. lacticum u. s.w.). 

A. V. 8OKOLOW8KI. 

56) Orleanskl. ZvT Frafe der Blut- ui Lyvpkiofisse der ToiiUlei tat In- 
tttueikaBgo alt der Frage ven dei Blntaigen naek TeiaUleteBie. (K we- 
prosa e Itaafat. i krewenick aoandaek nlnd. w swjaai s wepreiom e krewe- 
teteekeaijick peile adeleala BindellB.) Jeshemeßjataschnik. No. 5. 190?. 

Der Vortrag wurde auf dem X. Pirogow-Congress gehalten und wurde auch 
im Sitzungsberichte kurz referirt. p, hellat. 

57) Ed. Heaklng (Petersburg). Deker Drsaeke and Bekaidlaag kedreklieker Bla- 
taigen naek iktragang der Sanmeunandeln. FraenkeVs Archiv f. Laryngo- 

logU. Bd. 17. S. 64. 

In 6 Fällen von schwerer Hämorrhagie nach Tonsillotomie oonstatirte II. eine 
Verletzung der Gaumenbögen, und zwar war es in allen Fällen der hintere 
Gaumenbogen, welcher an seinem oberen Theile verletzt war. H. glaubt, dass 
eine derartige Neben Verletzung leichter bei der Ausführung der Tonsillotomie 
mittels der Guillotine, als bei der Benutzung eines Messers oder der Scheere zu 
Stande kommen kann. 

Zur Verhütung stärkerer Blutungen empfiehlt Verf., den Pat. nach der 
Operation mehrere Stunden in sitzender, nicht liegender Stellung zu belassen; 
zweitens soll, damit eine nachträglich sich einstellende Blutung sofort entdeckt 
wird, der Patient angewiesen werden, die im Munde sich ansammelnde Flüssig- 
keit, auch wenn sie nur aus Speichel bestehen sollte, nicht hinunterzuschlucken, 
sondern bei leicht vorgebeugtem Kopfe zum Munde hinauslaufen zu 
lassen. 

Für die Behandlung bereits eingetretener Blutung empfiehlt U. als ein- 
fachstes und wirksamstes Mittel die Digitalcompression der blutenden 
Stelle. Der mit Verbandmarly umwickelte Finger bleibt einige Minuten, wenn 
es nöthig ist, 1 Stunde und weit länger liegen. p. klempbrer. 

58) Tkomae Ckew Wortklngton. Blne elnfaeke letkede der Ezelaien der 
flaamentenailie. (i ataaple metked ef ezelaien ef tke faaeial tenail.) Jout-nai 

of the American Medical Association. 26. Mai 1907. 

Verf. giebt an der Hand der Abbildungen eine sehr detaillirte Schilderung 



— 22 — 

der Methode, die im wesentlichen darin besteht, dass unter Gocain-Adrenalin- 
anaesthesie die Tonsille mit einer Zange nach vorn gezogen und mit dem Seil er- 
sehen Messer ihre Verbindungen in der Fossa supratonsillaris gelöst, die Triangu- 
larfalte gespalten und die Tonsille abgeschnitten wird. bmil maybr. 

59) John S, Mc. Coy. Dio Sofahron der Tonsillotomie und idenoidOForatienoii. 
(The dangors of tho oporattons of tonsillotomy and that for removal of adenoid 

grOWthS.) N. Y. Medkal Record. 26, October- 1907, 

Verf. erwähnt folgende Gefahren: Ein von ungeübter Hand zugefügter 
unnöthiger Grad von Traumatismus; Blutung; Sepsis und die Gefahr der Narkose, 
denn kein Anaestheticum zu geben, findet er „brutal". Am sichersten sei 
Aether; man operire am besten am sitzenden Patienten. lefferts. 

60) Edwin Pynchon. Tonsilloctomio mitteilt olektrokansttscher Dissoetton. 
(Tonailloetomy by eloctro-dantery dissoetien.) AnnaU of Otoiogy, Bhinology 

and Laryngdlogy, März 1907. 

Verf. rühmt der Operation nach, dass sie nicht nur den Patienten vor künft- 
tigen Attacken von acuter Tonsillitis bewahrt, prophylactisch gegen Tuberculose 
wirke, sondern auch alle möglichen günstigen Einflüsse auf das Allgemeinbefinden 
habe, z. B. auf Appetit und Verdauung, die Neigung zu Rheumatismus herab- 
mindere U. S. W. U. S. W. EMIL MAYER. 

61) S. T. Stein, lonos Drahttonaillotem. (Iowi prowolotBchnitoniillotom.) 

Jesheme^atschnik. No. 4. 1907. 

Eine Modification des Mygind -Henri einsehen Tonsillotoms. 

P. HEI.LAT. 

62) ۥ Benter (Ems). Uobor behaarte Baehenpolypen nnd ihre Sonose. Fram- 

keVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. 8. 223. 

Auf Grund einer Zusammenstellung von 19 Fällen aus der Literatur und 
einem eigenen Fall bespricht Verf. die Erscheinungen und die Herkunft dieser 
Polypen. f. ivLEmperer. 

63) Weil (Wien). Bin Fall von Lymphangioma cavonioanm der hinteren Baehen- 

Wand. Zeitschr. f. Hin. Medidn. Bd. 62. 1907. 

Bei einem 12 jährigen Mädchen mit nächtlichen Blutungen aus dem Munde 
und Schluckbeschwerden fand sich eine Geschwulst der hinteren Rachenwand, die 
sich nach der Exstirpation als Lymphangioma cavernosum herausstellte. Im weiteren 
Verlaufe stellte sich ein Recidiv ein, neuerliche Exstirpation half nur vorüber- 
gehend. Später traten wieder Blutungen auf und es entwickelte sich wieder ein 
Tumor, der von Zeit zu Zeit zu Entzündungen Veranlassung gab. Seifert. 

64) y?alter F. Chappell. 6ro88er Tnmor des Laryngo-Pharynz dnrch Pharyngo- 
tomia anbhyoidea entfernt. (Largo tnmor of tho laryngopharynz removod by 

Snbhyoid pharyngOtomy.) N. Y. Medkal Record. 13. Juli 1907. 

Der Tumor hatte ein glattes unregelmässiges Aussehen, wog 20 Gramm. Die 
mikroskopische Untersuchung ergab, dass er aus fibrösem Gewebe mit Rundzellen 
bestand. lefferts. 



— 28 — 
S5) Sota y Lastr». BpitkoUoB der luikiUo vn« ilei Baeheis. (Byitkellona 

te It btca Y gargaita.) Bevista de medicina y cirurgia pracHcas. 21. October 

1905. 

Der Tomor hatte die ganze seitliche Pharynxwand bis zur Zungenbasis er- 
griffen. Man exstirpirte die submaxillaren Lymphdrüsen, die linke Hälfte des 
Unterkiefers, dann den Tumor mit der Hälfte des Gaumensegels. Heilung. Kein 
RecidiY nach einem Jahr. . tapia. 

66) Otto J. Freer. Lympkosarkfii dei Pkaryaz. (Lympkosarcoma of the 

pkaryix.) The Laryngoscope, Januar 1907. 

Da der Tumor inoperabel war, so wurden als Palliativmittel Adrenalin- 
injectionen gebrauoht. Verf. fasst den Tumor auf als hervorgegangen aus dem 
lymphatischen Gewebe des Rachens. bkji, maybbr. 

67) M. Durand (Lyon). Dor Aluseklus der Iiiftwogo bei der Aktragiing der Car- 
elaeme des Pkarynz und der IiindkSUe. (L'ezelnsleB des veies respiratelres 
dais raUattei des eaneers da pkaryaz et de la boaeke.) Lyon naSdicai 

No, 39. 29. September 1907. 

Die Statistik dieser Operationen wird sehr durch das häufige Eindringen von 
Blut in die Luftwege verschlechtert. 

An Stelle aller anderen angewandten Mittel bevorzugt Verf. stets die Tam- 
ponade des Larynx nach der Tracheotomie. Letztere wird 8 Tage vor der Haupt- 
operation gemacht und zwar vorzugsweise die Interoricothyreoidea. 

QONTIBR DE LA ROCHE. 

d. Diphtherie und Croup. 

(;8) E. Norton. Der prepkylacttscke Sebraack ven Astitexln bei epideadscker 
Mpktkerie. (Tke prepkylaettc ase ei anUtexin In epldenic dipktkeria.) 

Lancet. 13. Juli 1907. 

Am 12. Januar fanden sich in Percy House Union Schools, die von ungefähr 
300 Kindern besucht werden, 20 Fälle von Diphtherie; am 10. Februar war die 
Zahl auf 66 gestiegen. Es wurden von allen Kindern Ausstrichpräparate aus dem 
Pharynx gemacht und untersucht. In 16 verdächtigen Fällen wurden 1000 I.-E. 
injicirt, bei allen übrigen Kindern 500 I.-E. Es traten nur noch drei Fälle von 
Diphtherie auf. Nach 4 Wochen wurde die ganze Schule nochmals mit Antitoxin 
injicirt. Es wurden danach nur noch 3 Fälle berichtet. adolp bronner. 

69) John Wkyte. Dipktkerie aad derea Senuabekaadlaag. (Dipktkeria and Its 

senua treatnent.) Missouri Cyclopedla of Practical Medicine. October 1907. 
Verf. betrachtet den Nutzen des Serums als nicht erwiesen. 

EMIL MAYER. 

70) j. Speacer Pnrdy. lallgae Dipktkerie and die inunnnisirende Blgensekalt 
des Antitexia. (laligaant dipktkeria and tke immanlsing pewer ef anUtezin.) 

Journal of the American Medical Associatiofi. 29. Juni 1907. 

Fat., der sehr schwer erkrankt war, wurde von den drei anderen Kindern 



— 24 — 

und den Eltern auf das Gesicht geküsst. Es starb am 13. April, nachdem es 
60000 I.-E. von Diphtberieantitoxin erbalten hatte. Die übrige Familie erkrankte 
am 13. und 14. April, nachdem am 11. April 3 von den 5 Personen propbyiactisch 
500 I.-E. erhalten hatten. Am 17. April erkrankte die ^'ärterin, die 5 Tage vorher 
1500 I.-E. erbalten hatte, an einer verdächtigen Angina. Bei allen Patienten ver- 
lief die Diphtherie mit Ausnahme des Vaters, der ständig mit dem verstorbenen 
Kinde in Berührung gewesen war, günstig. Verf. erörtert die Frage, ob es sich 
hier um eine besonders schwere Infection gehandelt habe oder ob 500 I.-E. un- 
zureichend für die Immunisation waren. smjl maybr. 

71) A. B. Ward und M. Hendergon. DlphUioriocoiitrole ii den MonUlohei 
Sehnleii. (Oontrol of diphtherU in tke public schools.) Caiifof^ia State 

Journal of Medicine, August 1907. 

Verf. legen die Erfahrungen dar, die sie bei einer Diphtherieepidemie in 
Berkely (Californien) gesammelt haben. Hervorzuheben ist darüber Folgendes : 
Die Versuche, alle inficirten Kinder zu isoliren, hatten auf den Verlauf der Epidemie 
keinen Einiluss, so lange man sich auf das Anlegen von Halskulturen allein be- 
schränkte; wurden dagegen Kulturen aus Hals und Nase genommen und alle 
Kinder, bei denen diese positiv ausfielen, in Quarantäne gebracht, so hörte die 
Epidemie auf. In Zeiten von Diphtheriegefahr sollte jeder Fall von schlimmem 
Hals sils verdächtig angesehen werden, so lange nicht die bakteriologische Unter- 
suchung das Gegentheil ergiebt. Es ist so häufig, dass man erst eine negative 
und dann eine positive Kultur erhält, dass man mindestens zwei negative für die 
Aufbebung der Quarantäne fordern muss. Kein Fall soll allein auf die klinischen 
Symptome hin entlassen werden. bmil maybr. 

72) T. Fishen Einige Oomplicattonon der Diphtherie. (Seme eenplieaUens ef 

diphtheria.) N, Y. Medical Journal 26. Odober 1907. 

Verf. bespricht die Leberhypertrophie, die gewöhnlich mit Herzschwäche ein- 
hergeht und von der Ueberfüllung der Lebercapillaren mit Blut herrührt. Tritt 
Heilung der Diphtherie ein, so kehrt die Leber gewöhnlich zu ihrer normalen 
Grösse zurück. Eine andere Complication ist eine Erkrankung der Arterien; man 
findet in der Aorta und an der Mitralis gelbe Flecken, in den kleineren Arterien, 
besonders den Hirnarterien, Knötchen von verschiedener Grösse. Auch inter- 
lobuläres Emphysem kommt vor, das in Pneumothorax ausgehen kann. 

LEFFERTS. 

e. Kehlkopf und Luftröhre. 

73) M. Bakofzer. Deber die Beiiehungen des Anaatirehres inr Hihe des ge- 
gangenen Tenes. Die Stimme. Bd. 1. H. 2. 8, 34. November 1906. 

In der Hauptsache populär gehaltene Wiedergabe einer im Arch. f. Ohrenhk. 
Bd. LXI erschienenen Arbeit des Inhalts, dass bei Verschluss der Nase oder einer 
Nasenseite während der Tonbildung die Tonhöhe sinkt. j. katzbjjstein. 



— 25 — 

74) H. evtimÜiB. SttnunetllBatl Ud Sümaasatl. Die SHmme. Bd. 1. J7. L 
S. 4, Odober 1906. 

Unter Sümmeinsatz will Verf. alle die Vorgänge verstanden wissen, welche 
an den Stimmlippen selbst beim Beginn der Stimmbildung beobachtet werden; 
unter Stimmansatz dagegen die Lage der Theile im Ansatzrohre im Verhältnis 
zum stimmerzeugenden Instrument. j. katzbnstein. 

75) M« Rokofier. TtlUUatl. Die Stimme. Bd. 1. H. 4. 8. 97. Januar 
1907. 

Nach B. ist Tonansatz ein Vorgang an der Glottis und zwar bedeutet das 
Wort den Verschluss und die Oeffnung derselben oder das Ofifenstehenlassen un- 
mittelbar vor und im Momente der Tonerzeugung. (Im wissenschaftlichen Interesse 
und im Interesse einer einheitlichen Nomenclatur ist es nothwendig, einen der 
beiden Ausdrücke Toneinsatz oder Tonansatz für die Vorgänge an der Glottis bei 
der Tonerzeugung fallen zu lassen ; der zu erhaltende Ausdruck kann nur „Ton- 
einsatz^* sein. Ref.) j. katzbnstein. 

76) P. T. Grtttner. Deber die Sanaoiikelt der meaaeklickea Sttnne. Die 

stimme. L Jahrg. H. 6. S. 161. März 1907. 

Nach einer Wiedergabe der von Klünder mittelst des Hansen 'sehen Sprach- 
zeichners angestellten Versuche giebt Verf. eine Schilderung des von ihm con- 
struirten, dem Lissaj cur 'sehen ähnlichen Instrumentes, mittelst dessen man 
für sich und andere die minutiösesten Schwankungen der Stimme demonstriren 
kann. j. katcbnstein. 

77) F« Kraeger. BeiiehvBgen der experimenteUei Phoaetlk rar Physiolegie. 

S^aratahdruck ans dem 'Bericht über den U. Conffresa für experim. Physiologie 

in Würdmrg 1906. Leipzig, Joh. Amibr. Barth. 

Verf. bespricht die Methode der experimentellen Phonetik, und zwar zu- 
nächst die physiologisch-genetischen oder articulatorischen. dazu rechnet er die 
Athmungsbewegungen, die Gesammtbewegungen des Kehlkopfes, die sichtbaren 
Sprech bewegungen des Antlitzes, die Spannungs- und Bewegungszustände des 
Kehlkopfes, vornehmlich der Stimmbänder, die Bewegungen und Einstellungen 
der Sprechorgane im Inneren des Ansatzrohres. In einem zweiten Abschnitte be- 
handelt Verf. die acustischen Methoden; er bespricht dabei den Zusammenhang 
der articulatorischen mit der acustischen Analyse der sprechlichen Erscheinungen, 
die unmittelbare acustische Beobachtung, die verschiedenen Wege, die zur Unter- 
stützung und Controle des direct zu beobachtenden Ohres eingeschlagen werden, 
die künstliche Synthese von Sprachlauten, die direct optischen Methoden, die 
graphischen Methoden (Phonautographie oder Sprechzeichnung). In dem Schluss- 
capitel werden die Klangfarben, die Klangstarken, die zeitlichen Eigenschaften, 
die Tonhöhenbewegung der Sprechstimme behandelt. j. katzenstein. 

78) Ernst Barth (Frankfurt a. 0.). Fertsebimg der Uiteraachuigen über den 

Toaaiaatl, FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. 8. 202. 

B. prüft im Anschluss an Untersuchungen von Eijkmann die Stellung des 



— 26 — 

Kehlkopfes beim Tonansatz mittelst Röntgen Photographie und er findet die früher 
von ihm entwickelte Lehre bestätigt, dass bei guter Schulung der Stimme mit 
ansteigender Tonhöhe der Kehlkopf nicht ansteigt, sondern tiefer tritt. 

P. KLEMPEUER. 

79) p. Hellat (Petersburg). Bemerknngaii m dem infsatie dei Dr. B. Barth : 
„Zur Lehre vom Tonansati auf Bnind physiologischer ud anatomiseher Dnter- 
snchnnien." 

80) E. Barth (Fraukfurt a. 0.). Erwiderung. 

81) P, Hellat. SchlllSSWOrt. Fraetikel's Archiv f, Laryngologie. Bd, 17. 
S. 175—177. 

Nach Hellat fällt der Kehlkopf beim Tonoinsatz oder richtiger vor dem 
Toneinsatz um 1— 2cm und verharrt dann in dieser Lage; die Schwankungen, die 
der Kehlkopf nach Barth in der tiefen Lage ausführt, hält H. für seoundäre und 
unwesentliche. 

Barth weist in seiner Erwiderung auf einen Fall hin, bei dem der Kehlkopf 
beim höchsten Ton um 3 cm tiefer stand als beim tiefsten, beim höchsten dicht 
über dem Jugulum, beim tiefsten unmittelbar unter dem Zungenbein; hier könne 
unmöglich von ^nebensächlichen secundären Schwankungen bei unverändert tiefem 
Kehlkopfstande" die Rede sein. p. klempbrer. 

82) M, Bakofser (Königsberg i. Pr.). WaS ist Tonansati? Fraenkd'a Archiv 
f. Laryngologie. Bd. 17. S. 501. 

Die inhaltsreiche Arbeit, die den Untertitel trägt: ^Terminologisches und 
Anderes"; zugleich eine Ergänzung meiner Arbeit: „Zur Hygiene des Ton- 
ansatzes etc." (Arch. f. Laryngol., Bd. 15,, Sep.-AbdrucJf., Berlin, Hirsch wald 
1904), lässt sich im Referate nicht wiedergeben; dem Gesangsarzt und -Lehrer 
wird ihr Studium unerlässlich sein. f klbuperbr. 

83) E. Barth (Berlin). Die Verwerthuig der Böatgenstrahlen iJi der Sttnm- 

physiolegie. Medic.-pädagog. Monatsschr. f. die gesammte Sprachheilkunde. 

Atig%i8t- September 1907. 

Die Röntgenstrahlen stellen ein werthvolles Hülfsmittel für die stimmphysio- 
logische Untersuchung dar zu wissenschaftlichen wie zu therapeutischen Zwecken. 
Heber die Methode muss im Original nachgelesen werden (s. auch Arch. f. Laryn- 
gologie, Bd. XIX). SEIFERT. 

84) A. Meyer (Upsala). BÖütgenographiSChO LautUlder. Medic.-pädag. Monats- 
schrift f. d. gesammte Sprachheilkunde. XVII. August- September 1907. 

Die von Meyer (unabhängig von Grunmach und E. Barth) benutzte Me- 
thode zur Herstellung röntgenographischer Lautbilder kann zweifellos für die 
Wissenschaft von grossem Nutzen sein. »eifert. 

85) L« Harmer (Wien). Zur Konntniss der entzündlicheii KehlkopigeschwUste. 

FraenkeCs Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. S. 275. 

Glatter, gelbgrauer Tumor von über Haselnussgrösse, ausgehend mit breitem 
$liel vom rechten Aryknorpel, welcher nach dem genau beschriebenen Ergobniss 



— 27 — 

der histologischen Untersuchang als Prodact einfacher Entzündung angesehen 
werden muss. p. klempriU'^r. 

86) Ahreat (Frankfurt a. M.). Eil seltdiier Fall TOB SdemaUsem Fibrom dos 

EohlkopfOB. FrnenkeVs Archiv f. Larytigdogie. Bd. 17. 8. 147. 

Der etwa wallnussgrosse Tumor, der fast das ganze Lumen des Kehlkopfes 
ausfällte, ging von der Hinterwand aus. Bemerkenswerth ist ferner, dass der 
Patient niemals über Athemnoth zu klagen hatte. p. klemperer. 

S7) F. Massei. Mo Bokaidluig dor KoUkoyfpapillomo dor Klndor. (La onra 
doi papOloai laringoi noi banbini.) Bollett. Malatüe ddl'orecchio etc, Odoher 
1907. 

Verf. wendet sich gegen die Vertheidiger der Laryngofissur in diesen Fällen; 
auf Grund seiner grossen Erfahrung ist er ein Anhänger der Operation per vias 
naturales. Er giebt eine üebersicht über die Arbeiten, in denen er diesen seinen 
Standpunkt festgelegt hat. finoer. 

88) Hartileb« BachoiidroB dos KoUkopfos. (EaehODdroiia of tho larynz.) 

N. T. Medical Journal. 14. September- 1907. 

Patient war ein 45jähriger Mann. Der Tumor wurde durch eine Inoision 
von aussen aus dem Larynx unterhalb der Stimmbänder entfernt. Die Operation 
war erfolgreich und die mikroskopische Untersuchung bestätigte die klinische 
Diagnose. lefferts. 

89) Henry L. Swain. Borickt ttbor einen Fall von KoklkopfepitkoUom dnrek 
Tkyrootomle entfernt; kein Becidiv nack 3V'2 lakren. (Beport of a caae of 
epitkelioma of tke larynz removed by tkyreotomy and no recnrrence aftor tkree 

and one-kalf yean.) The Laryngoscope. September 1907. 

Vorgetragen auf dem 29. Jahrescongress der American Laryngological Asso- 

^'*^^ö"- EMIL MAYER. 

90) Otto J. stein. Fall Ton Keklkopfnenbildnng. (Caae of laryngeal nooplaam.) 

The Laryngoscope. Mai 1907. 

Die mikroskopische Untersuchung des Tumors ergab Granulationsgewebe, 
während das klinische Bild für Carcinom spricht. Verf. erörtert die Nothwendig- 
keit einer Radicaloperation. ,,.j(j, ^ayer. 

91) Otto J. Stein« Die Wickttgkelt der frttbieiUgen Diagnose bei maUgnen 
Koklkopferkranknngen. (Tke importance of an early diagnoaia of malignancy 

of tke larynz.) The Laryngoscope. April 1907. 

Man soll nicht warten, bis die „Lehrbuchsymptome" des Carcinoms zu Tage 
treten ; denn wo Drüsenschwellung und Abmagerung bereits vorhanden sind, ist 
die Zeit für eine Laryngofissur verpasst. Vor der Entfernung von Gewebe zum 
Zweck mikroskopischer Untersuchung soll Patient auf die iMöglichkeit vorbereitet 
werden, dass es nothwendig wird, radicale Maasnahmen zu ergreifen. 

EMIL MAYEli. 



- 28 — 

92) Peres« lallgie KohlkopfgosdiwIllBto. Btattttiseho Rosnttato 4or in Italien 
vorgenommenen Larynzezstirpationen. (Tnmorl malignl della laringe. Bi- 
snltaU liaUsttci <elle laringectomle yratlcato in Italia.) Aus dm Am deüa 

Clinica otorino-laringoiatrica deUa R. UniveraUä di Roma. 1906. 

Wir erfahren aas der grÜDdlichen über 200 Seiten umfassenden Arbeit, dass 
in Italien 104 Kehlkopfexstirpationen (totale und partielle) vorgenommen sind; 
die Mortalität der totalen beträgt 36,86 pCt., die der partiellen 18,75 pCt. Zahl- 
reiche Tafeln sind der Arbeit beigegeben, in der auch die Durante'sche Methode 
der Keblkopfezstirpation und Plastik ausführlich beschrieben ist. findbr, 

93) James J. Campbell. Trypsinbehandhing eines Falles von maligner Erkran- 
kung fler linken Tonsille, Zangenbasis nnd EpiglotUs. (Trypsin treatment of 
a case of malipant disease involving the left tonsil, base of tongne and 

opiglottis.) Annais of Otology^ Rhinology and Laryngology. März 1907. 
Die linke Hälfte und die Basis der Zunge war Ton einer indurirten Masse 
eingenommen, die Epiglottis verdickt und der Sulcus glosso-epiglotticus ulcerirt. 
Die Submaxillardrüse der linken Seite war vergrössert, hart und adhärirend. Nach 
einigen Injectionen mit Trypsin ist deutliche Besserung des Allgemeinbefindens 
und des Looalbefundes zu constatiren. ' ^^xl mayer. 

94) Homer Dnpay. Bflnstiger Einlnss von Trypsin in einem Falle von KoU- 
kopfepitheliom. (Favonrable eCect of trypsin in a case of laryngeal epi- 

tkelioma.) The Laryngoscope. Mai 1907. 

Verf. gab abwechselnd Trypsin und Holadin, alles in Allem 55 Ampullen 
Trypsin und 290 Kapseln Holadin. Die Injectionen wurden subcutan abwechselnd 
an dem einen und dem andern Arme gemacht. Bereits 16 Tage nach der ersten 
Injection war die Geschwulst um die Hälfte verkleinert; 86 Tage nach Beginn 
der Behandlung war der Tumor nicht mehr sichtbar. Seit 2 Monaten ist kein 
Recidiv eingetreten. Das Allgemeinbefinden ist ausgezeichnet. p^^iL maykr. 

95) GheTalier Jackson, Laryngoetomio wegen maligner Erkrankung. Beriobt 
über einen Fall von Kehlkopfendotheliom. (Laryngeetomy for malignant 
disease. Report of a case of laryngeal endotkelioma.) Fetmsyivania Medical 

Journal. Juni 1907. 

Verf. berichtet über 8 Fälle ohne einen Todesfall in 30 Tagen. Er sagt, es 
müsse den Aerzten immer wieder dio Noth wendigkeit gepredigt werden, jede 
Heiserkeit bei einem Menschen über 30 Jahren als verdächtig zu betrachten, damit 
man auf Grund einer frühzeitigen Diagnose noch die Tbyreotomie machen könne. 
Wo dies aber nicht zutrifft, sei die Totalexstirpation im Stande, das Leben um 
8 Monate bis 7 Jahre zu verlängern. emil mayer. 

96) Harry Müller. Beitrag in den Dnfallverletinngen des Keblkopfes. Dissat. 

Leipzig 1906. 

M. hat aus der Literatur 60 Fälle von Kehlkopfverletzungen zusammen- 
gesucht und zwar Erschütterungen, Quetschungen, denen er zwei eigener Beob- 
achtung aus Kays er 's Poliklinik hinzufügt, Verrenkungen, Brüche, die am 



häufigsten im mittleren Lebensalter vorkommen und bespricht die Aetiologie, 
Symptomatologie, Verlauf, Prognose und Behandlung derselben. a.ros£nbbrg. 

97) Joh. Henrichgeii (Kopenhagen). BoBerkoigoi flker pesetriroBd« Hal8- 
lekitthmidea ta AsicUiuis ai oiiei Fall ?•! Stenosis tracboao post tiiIms 

iBSism (tOltaaei Sldeldli).) FramkeVs Archiv f. Laryngologie, Bd. 17, 
S. 343. 

Verf. bespricht im Anschlnss an seinen Fall eingehend die pathologische 
Anatomie und die Behandlung der Halsscbnittverletzungen. p. klempbrei{. 

98) PateL VilUge Dvrclitremiiuig ier lombrana tkyreo-hyoidoa. Iaht. loi- 
lug. (Soetiai eompMte de la meabraae thyree-tkyreidleue. Sntnre. 0id- 

risei.) Lyon M^ical No. 5. 1907. 

Es handelte sich um eine transsternale Dnrchtrennung der Halsgewebe in 
selbstmörderischer Absicht. Es waren 2 Eingriffe nothwendig, um die Membrana 
thyreo-hyoidea zu schliessen. brindkl. 

f. Schilddrüse. 

99) Beld Hant. Sie Besleknag des led nur ScUlddrüse. (The relatien ef iediae 

te the thyreid glail) N. Y. Medicat JmifTial 26. October 1907. 
Verf. hat nachgewiesen, dass ein enger Parallelismus besteht zwischen der 
Menge des in der Schilddrüse enthaltenen Jods und ihrer physiologischen 
Activitat. Zwei Möglichkeiten sind in Bezug auf die variirende Menge des in den 
Schilddrüsen enthaltenen Jods vorhanden: 1. Dass eine ein bestimmtes Maass 
Jod enthaltende Verbindung da ist, und dass diese Verbindung in einigen Schild- 
drüsen in grösseren Mengen sich findet, als in anderen; 2. dass irgendwelche in 
den Schilddrüsen vorhandene Substanz im Stande ist, sich mit verschiedenen 
Mengen von Jod zu verbinden, so wie es bei vielen Fetten der Fall ist. Oswald 
hat diesen Gegenstand in Bezug auf das Jodothyreoglobulin erörtert. Es spricht 
bisher alles für die zweite Annahme, obwohl es nicht wahrscheinlich ist, dass 
alles Jodothyreoglobulin gleichmässig jodirt ist. lbfferts. 

100) W. L4 Eetee und A. B. CeclK Beiiehuig des Jed nur Parathyreidea. (Be- 
latiei ef Jediie tO the parathyreld.) BuMin of the John Hopkins Hospital 
September 1907. 

Verff. schliessen aus ihren Versuchen: 1. Von Jod kann, allgemein ge- 
sprochen, als Gonstituens der Parathyreoidea abgesehen werden. 2. Wenn über- 
haupt anwesend, kommt Jod in so geringen Quantitäten vor, dass es keine func- 
tionelle Bedeutung hat. buil maybr. 

101) E. H. Poole. Tetanie naeh BxstirpatleB der Parathyreidea. (Tetany para- 

thyreeprlTa.) Annals of Surgery. . October 1907. 

Verf. berichtet über einen Fall, an den er eine kurze Erörterung und eine 
Darstellung der Anatomie der Nebenschilddrüsen anschliesst. bujl mayfr. 



— 30 — 

102) M. L. Rarltcii. Dlo BcUlddrlse als Factor bei der ckroiisehen UrUearia. 
(The tkFOid aa a iactor in Urticaria chrenlca.) N, Y. Medicai Rtcord. 

5. Odöber 1907, 

Verf. meint, dass in vielen Fällen von ohronischer Urticaria der Schilddrüsen- 
extract als ein Specificum wirke. Manche toxämische Zustände, darunter die 
chronische Urticaria, kämen von Störungen der Schilddrüsenfunction her und in 
diesen Fällen wirke der Thyreo idextract als Antitoxin. 

Verf. drückt sein Bedauern aus, dass die Thyreotherapie in Fällen von Haut- 
krankheiten nicht häufiger angewandt wird. lefferts. 

103) A. Powell. Bomerkangon ttbor einen Fall von Schilddrttaengeschwnlat. 
(lote on a caae oi thyroid tnmor.) Lancet 17. A%igu8t 1907. 

Eine 42jährige Frau hatte eine sehr grosse Schilddrüse mit Anfallen von 
Athemnoth. Die Geschwulst enthielt eine sehr grosse Cyste. Die Scheide der 
Carotis war in die hintere Kapsel eingeschlossen. Heilung, adolph bronner, 

104) Wells. Vorkommniaa bei der Enttemong einer grossen Sckilddrlsen- 
gesckwnlst. (Accident in removal of a largo tbyroid tomor.) N, Y. Medkai 

Journal. 5. October 1907. 

Fat. bot eine grosse Struma mit Dyspnoe dar. Die Operation, die unter 
Localanästhesie vorgenommen wurde, ging gut von statten; Schwierigkeiten 
machte nur, dass die Trachea fest in dem Tumor eingebettet und ihm adhärent 
war, doch gelang es schliesslich, sie mit dem Finger loszutrennen. Es entstand 
eine venöse Blutung; Fat. hörte auf zu athmen und wurde dann nach überein- 
stimmendem Urtheil der anwesenden Aerzte für todt erklärt. Als jedoch die Gelass- 
klemmen fortgenommen wurden, kam die Athmung wieder und Fat. erholte sich. 
Verf. ist der Ansicht, dass er mit einer Klemme den N. vagus ergriffen hatte. 

LEFFERTS. 

105) A, BiTi^re. Bin grosser dnrck Tkyreojodin redncirter Kropf. (A largo 

gOiter rednCOd by tkyreoidino.) N. Y. Medicai Jownval. 16. März 1907. 
Bei dem 57 Jahre alten Patienten bestand seit vier Jahren ein grosser beide 
Lappen einnehmender Kropf. Es waren Symptome von Compression voihanden. 
Versuchsweise wurde täglich 0,5 g Thyreojodine gegeben. Unter dieser Behand- 
lung verkleinerte sich der Tumor allmählich, so dass er innerhalb 14 Tagen Y^ 
seines Umfanges verlor. Die Besserung war nach 2 Monaten noch zu constatiren. 

LEFFERTS. 

106) Ai E, Barker. Bomorknngon über die Bntfemnng der Tkyreoidgesckwttlste. 

(lotes on tke removal of tkyreoid tnmors.) N. Y. MedicalJournal 2S. Sep- 
tember 1907. 
Verf. operirt unter localer Anästhesie und zwar feacht er das Operationsfeld 
bis in die tiefer gelegenen Schichten folgendermassen gefühllos: Nachdem eine 
Morphiuminjection dem Patienten ^/g Stunde oder 1 Stunde vor der Operation ge- 
macht worden ist, wird das ganze Operationsgebiet mit einer Lösung von 0,2 ß- 
Eucain, Natr. ohiorat. 0,9, Sol. adrenalin 0,5, Aq. dest. 100,0 injicirt. Verf. macht 



— 81. — 

den Krag^nschnitt nach Kocher. Selten wird ein Drain eingelegt; die Heilung 
erfolgt meist per primam. leffekts- 

107) Hunt Der waknehemliehe lachwols voi ScUMdrttsensecret im Blut bei 
■orliu Basedew. (Tke probable demonatratten ef tkyreoid aecreUen in tke 
bleed in ezephtbalmie goltre.) N. Y. Medical Journal. 27. JuU 190?. 

Die Experimente H.'s zeigen, dass Mäuse, die mit kleinen Dosen von Schild- 
drüsensnbstanz gefüttert wurden, eine ausgesprochene Resistenz gegen Acetonitrile 
zeigen. Weitere Untersuchungen erwiesen, dass man hierin ein sehr feines Reagens 
auf Schilddrüsensubstanz besitzt. Diese Thatsacho scheint auch Licht auf die 
Frage zu werfen, ob bei Morbus Basedow ein Uebermass von Schilddrüsensecretion 
im Blut besteht. Bisher beruhte diese Annahme nur auf den klinischen Er- 
fahrungen. LEFFERTS. 

108) William J. Chenhall (Sydney). lorbna Baaedow. (Bzopkthalmic goitre.) 

Äustralasian Medical Oazette. 20. Juni 1906. 

In dem vorliegenden sehr ausgesprochenen Fall der Erkrankung wurde ein 
günstiges Resultat durch Anwendung von Belladonna erzielt, das in steigenden 
und dann wieder fallenden Dosen verabreicht wurde. a. j. brady. 

g. Oesophagus. 

109) H. Forssner. Die angebereneii Darm- und Oeaephagnaatreaieii. Anat. 

' Hefte. Bd. 34. H. 1, 8. 3. 

Reichlich zwei Drittel aller Oesophagusatresien sind mit Trachealfistel ver- 
bunden. Nur in einer geringen Anzahl von Fällen trifft die Missbildung nur den 
Oesophagus und ist von demselben anatomischen Bau wie die Darmatresien. 

J. KATZENSTEIN. 

110) WnBsch (Berlin). Ueber einen angeborenen Bildungafehler der SpeiaerShre 
(wakraeheinliek angeborener TeracUnaa deraelben). Med. Kli7iik. 14. 1907. 

Ein neugeborenes Kind, das zwar saugen und schlucken kann, bricht un- 
mittelbar nach dem Schlucken die Milch wieder aus und geht an .Entkräftung am 
5. Lebenstage zu Grunde. Section verweigert. Die Sonde stösst 15 cm (von den 
Lippen an gerechnet) auf ein unüberwindliches Hinderniss, höchst wahrscheinlich 
angeborener Verschluss der Speiseröhre. Seifert. 

111) w. Ayrea. Fall ven prolengirter Betentien fenlahning in einem Speiae- 
rikrendiTertikel. (A caae of prolonged retention of feed in an oeaephageal 

paneh.) Lancet. 6. Juli 1907. 

Bei einer 38jährigen Frau, die an Phthise litt, expectorirte Theile einer 
Speise, die sie nachweislich vor 6 Wochen gegessen hatte. adolph bronner. 

1 12) W. Lerche«. Dilhiae DilataUen dea Oeaophagna ebne anatemiache Steneae. 
(Difaae dilatatien of tke oeaophagna withont anatomieal atenoaia.) N. Y. 

Medical Journal. 19. October 1907. 

Verf. meint, man solle diejenigen Fälle unterscheiden, in denen die Atonie 
primär ist und der Dilatation und dem Spasmus vorausgehe und diejenigen, wo 



— 82 — 

der Cardiospasmus das Primäre ist. Richtig ist, dass normaliter die Cardia sich 
leicht fär die aus dem Oesophagus kommenden Speisen und Getränke öffnet, jedoch 
nur mit Schwierigkeit in umgekehrter Richtung. Wächst der Widerstand der 
Cardia, so bleibt ein Theil der heruntergeschluckten Flüssigkeit in der Speiseröhre 
und secundäre Veränderungen der Oesophagus wand steigern die Umstände, durch 
die die Dilatation hervorgebracht wurde. lefferts'. 

113) Noye-Josserand und A. Sargnon. Doppelte iBpemeaUe larbeastenoae 
des Bnutthells des Oesopkagiu. (DonUe stenoae eicatrieielle iBfrancUasaUe 
de reeaepkage tkeraeiqae.) Lym nMical 6, October 190?. 

Es handelt sich um ein Kind, bei dem nach Ingestion einer ätzenden Flüssig- 
keit im Jahre 1901 eine Narbenstenose sich entwickelte, so dass man nach sechs 
Monaten zur Gastrostomie schreiten musste. Im Jahre 1907 kam Fat. wieder ins 
Krankenhaus; er ernährte sich weiter durch die Magenfistel, die Speiseröhre blieb 
jedoch impermeabel. Yerff. unternahmen nun unter Lokalanästhesie eine Reihe 
von Untersuchungen und Maassnahmen auf ösophagoskopischem Wege. Sie stellten 
fest, dass in Höhe ungefähr der Clavicula eine erste Verengung in Form eines 
Diaphragma vorhanden war. Mittels der Untersuchung mit dem Sargnon 'sehen 
Tracheoskop fanden sie dann eine zweite Verengung ungefähr 10 cm von der ersten 
entfernt. Es wurde in allgemeiner Narkose unter Leitung des Oesophagoskops eine 
Oesophapotomia interna in Höhe der ersten Stenose gemacht und die Oeffnung 
successive mit dem Sargnon 'sehen Bougie und schliesslich N61atonbougies, di^ 
in das stärkste ösophagoskopische Rohr gesteckt waren, erweitert. So gelangte 
man im Lauf von 3 Monaten bis zum Niveau der zweiten Verengung. Jetzt konnte 
Fat. einen Faden hinunterschlucken, dessen Enden geknotet waren; dies wurde 
von da ab zur retrograden Dilatation benutzt, indem man zuerst Knoten von 
wachsender Dicke machte, dann einen Drain daran fixirte. Heute macht Fat. die 
retrograde Dilatation selbst und ist auf dem Wege der Besserung. 

Der Fall zeigt, was man heute mittels der ösophagoskopischen Methoden, die 
zuerst mit von Sargnon in Frankreich eingeführt wurden, erreichen kann. 

GONTIKR de U ROCHE. 

114) Tachendler. Eil Fall ven einem ii den Oeaephagna elngekleiimtea 
Fremdkirper. (Pnypadek pelkaieeia aieieU aitncine|.) Pam. To%o. i>.k. 

1907, 

Es handelt sich in diesem Falle um ein künstliches Gebiss mit 3 Zähnen, 
welches von einem 18 jährigen jungen Mann verschluckt und derart im Oesophagus 
eingeklemmt war, dass sogar eine dicke Sonde leicht passiren konnte. Erst mittelst 
der Oesopbagoskopie wurde der genannte Fremdkörper richtig erkannt und Oeso- 
phagotomie vorgeschlagen. Vor deren Ausführung glitt jedoch der Fremdkörper 
von selbst in den Magen und wurde später per vias naturales entfernt 

A. V. SOKOLOWSKl. 



V- Kritiken und Gesellschaftsberichte. 

11) Lambert Lack (London). Die Krankkeiten der läse ud ikrer lebea- 
ktklen. (Tke diseases of tke lose and its aeeessery süinses.) (Longmans 

Gram and Co. 

Das Bach ist in 24 Kapitel eingetheilt; eine allgemeine Idee von Zweck und 
Wesen des Werkes wird durch die Angabe von deren Titeln gegeben werden: 
1. Anatomie. 2. Untersuchung. 3. Allgemeine Betrachtungen über Behandlung, 
4. Nasenverstopfung; ihre Symptome und Wirkungen. 5. Allgemeine Betrach- 
tungen über Symptome nasaler Erkrankungen. 6. Fremdkörper; Rhinolithen. 
7. Erkrankungen des Septum. 8. Acute Endzundungen der Nase. 9. Chronische 
Entzündungen. 10. Atrophische Rhinitis oder Ozaena. 11. Nasenpolypen. 
12. Chonische Infectionskrankheiten. 13. Tumoren der Nase und der Neben- 
höhlen. 14. Nasale Neurosen. 15. Eiterungen in den Nebenhöhlen der Nase. 
16. Acute Nebenhöhleneiterung. 17. Die Symptome der chronischen Nebenhöhlen- 
eiterungen. 18. Die Diagnose der chronischen Nebenhöhleneiterungen. 19. Die 
Behandlung der Nebenhöhleneiterungen. 20. Behandlung der chronischen Sieb- 
beineiterung. 21. Behandlung der chronischen Stimhöhleneiterung. 22. Be- 
handlung der Keilbeinhöhleneiterung. 23. Mucocelen der Nebenhöhlen. 24. Affec- 
tionen des Nasenrachenraums. 

Von vornherein ist zu sagen, dass das Werk originell und interessant ist. 
Die Ansichten Anderer sind ausführlich wiedergegeben und wo Verf. über gewisse 
Dinge eigene Anschauungen hat, sind diese, gleichgültig ob wir ihnen zustimmen 
oder nicht, gut durchdacht und logisch wiedergegeben. So wird man seine Be- 
obachtungen über die Wirkungen der Nasen Verstopfung auf die Kiefer (S. 61 und 
folgende) sehr interessant finden. Kurz gesagt, scheint er die Veränderungen der 
Kiefer auf eine Compression von der Seite her zurückzuführen, die er als Resultat 
des bei geöffnetem Munde von denWeichtheilen derWange ausgeübten gesteigerten 
Zugs betrachtet. Bei Ozaena rath Verf. zu Tamponade mit Cyanidgaze, die ver- 
schieden lange Zeit hinduroh Tag und Nacht fortgesetzt werden muss. Seine 
Bemerkungen über den Gegenstand sind etwas vager Natur, doch scheint es fast, 
als ob er sich eine permanente Heilung von dieser Methode verspreche; und doch 
sagt er zum Schluss, dass natürlich das Ausspritzen noch regelmässig fortgesetzt 
werden müsse. Das ist ein Punkt von Bedeutung, denn wir besitzen zahlreiche 
Mittel, zu einem Resultat zu gelangen, wenn durch regelmässiges Ausspritzen der 
Foetor fortgehalten wird. Bei der Behandlung multipler Nasenpolypen mit aus- 
gedehnter Knochenerkrankung räth Verf. zum Gebrauch der Meyer 'sehen Curette 
— ein Verfahren, das mancher für gefährlich halten dürfte. 

In Kapitel XV wirft Verf. die sehr interessante Frage auf, wie wir die so 
viel grössere Häufigkeit der post mortem gefundenen entzündlichen Nebenhöhlen- 
erkrankungen mit unseren klinischen Erfahrungen in Einklang bringen können. 
Der Raum verbietet uns, ihm in der sehr interessanten Erörterung dieses Themas 
hier zu folgen. Doch sei es gestattet, folgenden Satz zu citiren: „Das Vorhanden- 
sein Ton Flüssigkeit braucht nur einen geringfügigen Catarrh zu bedeuten, der 
mit der Genesung des Patienten völlig hätte verschwinden können oder es kann 

Jahrg. XXIV. 3 



— 34 — 

allein einen Verlust der Ciliarthätigkeit bedeuten^. In demselben Kapitel sagt 
Verf., dass seiner Ansicht nach die Ciliarthätigkeit im Allgemeinen das Antrum 
davor schützt, dass aus anderen Höhlen kommender Eiter in dasselbe eindringt. 
Kapitel XIX lohnt ein sorgfältiges Stadium. Referent freut sich, zu finden, dass 
Verf. als Behandlungsmethode bei Antrumempyem die Eröffnung vom Alveolar- 
fortsatz aus zu begünstigen scheint — ein werthvolles Verfahren, das in Gefahr 
ist, durch neuere Methoden in den Hintergrund gedrängt zu werden. Bei Sieb- 
beinerkrankung räth L.. wenn sie ausgedehnt ist, zur Curettage unter allgemeiner 
Narkose. Kapitel XXI. enthält einen recht ausführlichen Ueberblick über die 
modernen Behandlungsmethoden bei Stirnhöhleneiterung. Wir können nicht 
umhin, zu glauben, dass Kap. XXIII u. XXIV vortheilhafter Weise hätten ausge- 
dehnt werden können und dass derTitel der letzteren besser anders gelautet hätte. 
So können wir unter keinen Umständen eine Vergrösserung der mittleren Muschel 
infolge Bestehens einer grossen mit Luft gefüllten Höhle als Mucocele ansehen; 
und doch findet, falls wir recht verstehen, dieser Zustand seine einzige Erwähnung 
unter der Bezeichnung ^Mucocele^^ Ferner stellt eine Seite gewiss nicht den 
genügenden Raum das für die Behandlung der Nasen räch enaffeotionen ausser den 
adenoiden Vegetationen. Sollte eine Neuauflage erforderlich werden, so mussten 
diese Kapitel erweitert oder neue hinzugefügt werden, um das Werk für Specia- 
listen oder selbst für den Practiker nützlich zu machen. 

Einer Revision bedürfen auch die Literaturangaben. ^Um die Nützlichkeit 
des Buches zu vermehren, habe ich an das Ende jedes Kapitels eine kurze Biblio- 
graphie gefügt, die Angaben über die wichtigsten neueren Beiträge zu dem be- 
handelten Thema enthalten. Es ist durchaus danach gestrebt worden, diese Liste 
so kurz wie möglich zu gestalten und in ihr nur das aufzunehmen, was der 
Student, der weitere Kenntniss oder mehr Einzelheiten über einen speciellen Punkt 
sucht, mit Vortheil zu Rathe ziehen kann", sagt Verf. in der Vorrede. Es will 
uns nicht erscheinen, als ob dieses Ziel immer ganz erreicht ist. So vermissen 
wir bei den malignen Erkrankungen den Namen M eure 's, dessen Operation als 
werthvoUe Methode anerkannt ist, um zu den Tumoren der Siebbeinregion Zugang 
zu bekommen. Ferner sollte man erwarten bei den nasalen Reflexneurosen die 
Namen Fliess und Kuttner zu finden. Am Schluss des Abschnitts über Heu- 
fieber müssten wir eigentlich erwarten, einen Hinweis auf Dun bar 's Werk zu 
finden, ob der Verf. nun damit übereinstimmt oder nicht u. s. w. Ferner wird 
uns in der Vorrede grösste Genauigkeit in den Literaturangaben zugesagt. In 
einigen Fällen ist diese Genauigkeit jedoch nicht erreicht worden. So wird bei 
der Kupferelectrolyse behauptet, dass „Mc. Bride 5 Heilungen in 6 Fällen be- 
richtet". Thatsächlich hat sich Ref. sorgfältig vor dem Ausdruck „Heilung" ge- 
hütet und festgestellt, dass nur Fälle auf lange, bis zu 18 Monaten reichende Zeit 
hinaus im practischen Sinne als geheilt zu betrachten sind. Ferner sind auf 
S. 341 sieben Zeilen der Kuhnt' sehen Stirnhöhlenoperation gewidmet und fast 
drei davon enthalten die Behauptung, dass ^er dann den nasalen Theil des 
Bodens entfernt, indem er das Infundibulum und die vorderen Siebbeinzellen 
curottirt, um so eine freie Communication nach der Nase zu schaffen". W^ie kann 
Lack diese Angabe in Fühlung bringen mit folgenden, dem Kuhnt'schen Buch 



— 35 — 

(S. 211) entnommenen Sätzen?: „Eine völlige Ausschabung zumal in der unteren 
Hälfte strebe ich hier absichtlich nicht an, weil die Drainirung der Wundhöhle 
meiner Meinung nach besser nach aussen zu geschehen hat, als nach der von 
Mikroorganismen aller Art förmlich wimmelnden Nasenhöhle^ und weiter S. 214: 
,,Eine breite Communioation der grossen Wundböhle mit der Nase schien mir 
durchaus nicht erwünscht, weil die letztere, wie bekannt, nicht mikroorganismen- 
frei zn halten und demgemäss eine Infection der Wundhöhle nicht auszuschliessen 
gewesen wäre". 

Ich möchte meine Kritik mit einem Blick auf den allgemeinen Inhalt des 
Buches schliessen. In einer künftigen Ausgabe sind ausser den bereits hervor- 
gehobenen noch einige Umänderungen wünsch enswerth. So finden wir unter der 
Ueberschrift: ^Allgemeine Betrachtungen über einige Fragen betreffend Nasen- 
erkrankungen" in Kapitel V Rhinitis caseosa, Ansaugen der Nasenflügel, Epistaxis, 
Anosurie, Parosurie und Hyperosurie erörtert, so dass die Ueberschrift wohl kaum 
passt. Bei dieser Gelegenheit möchten wir bemerken, dass Verf. gleich vielen 
anderen Autoren bei Nasenbluten räth, den Patienten niederzulegen; Ref. bevor- 
zugt stets, so weit es möglich ist, die aufrechte Haltung, da sie zweifellos be- 
rechtigter ist und einer Congestion zum Kopf Vorbeuge leistet. Kapitel VII, das 
von den Erkrankungen des Septum handelt, ist ausgezeichnet und wenn auch die 
submucöse Resection beschrieben ist, so betrachtet Verf. sie doch keineswegs als 
einzige Methode zur Behandlung von Verbiegungen. Die meisten der angewandten 
Methoden sind nicht nur sorgfältig boschrieben, sondern auch kritisch beleuchtet. 
Auf 8.309 wird gesagt, die Durchleuchtung der Stirnhöhle habe keinen practischen 
Wertb. Thatsächlich hat sie nach den Erfahrungen des Ref. keinen Werth für die 
Diagnose, jedoch für die Bestimmung des Vorbandenseins und der Grösse des 
Sinus, eine Thatsache, die übrigens — falls wir nicht missverstehen — auch von 
Kuhnt hervorgehoben wird. 

Im Ganzen müssen wir wiederholen, dass das Buch gut und originell ist. 
Der Verf. hat augenscheinlich eine grosse Literalurkenntniss, wenngleich wir der 
Ansicht sind, dass er in der Wahl der bibliographischen Angaben, die jedem 
Kapitel angehängt sind, nicht immer glücklich gewesen ist. Die Illustrationen 
sind zum grossen Theil ausgezeichnet und das Buch ist gut ausgestattet. Schliess- 
lich wünscht der Ref. dem Buch, dass es schnell eine zweite Auilage erreiche, in 
der dann Titel und Inhalt einiger Kapitel einige Aenderungen erfahren mögen. 

P. Mc. Bride. 



— 36 — 

b) 79. TersaumUDg Deutscher Natnrforsclier und AerEte in Dresden. 

Bericht über die Abtheilung 23 (Hals- and Nasenkrankheiten) 

zugleich Bericht über die Verhandlungen der deutschen laryngo- 

logischen Gesellschaft. 

Gemeinsame Tagung vom 16. bis 18. September 1907. 

Erstattet von H. Paulssen (Dresden). 

Einführende: R. Hoffmann (Dresden). 

M. Mann (Dresden). 
Schriftführer: W. Haenel (Dresden). 

H. Paulssen (Dresden). 
1. Sitzung den 16. September, Nachmittags. 
Begrüssung durch den I. Einführenden R. Ho ff mann (Dresden). 
R. Hoff mann dankt der deutschen laryngologischen Gesellschaft, dass sie 
sich an die Abtheilung 23 angeschlossen hat und ihre Sitzungen mit den Ab- 
theilungssitzungen vereinigt hat. Er gedenkt ferner des verstorbenen Dresdener 
Halsarztes Beschorn er. Auf Hoffmann's Vorschlag sollen sämmtliche 
Vorträge ausführlich in den Verhandlungen der deutschen laryn- 
gologischen Gesellschaft erscheinen. 

Da M. Schmidt (Frankfurt) ablehnt, wird B. Fränkel (Berlin) zum Vor- 
sitzenden gewählt. 

1. Kuttner (Berlin): „Kehlkopftuberkulose und Gravidität." 
Es liegen ca. 230 Fälle von Kehlkopftuberkulose vor. Nur 16 von diesen 
Frauen überstanden aus eigener Kraft Schwangerschaft und Entbindung und auch 
von diesen überlebten 3 die Entbindung nur um 1—1 Y2 J^hre. Auf Grund des 
Materials kommt Ref. wiederum zu seinen früheren Schlussfolgerungen: 1. Dass 
man jede an tuberkulöser Kehlkopfaffection leidende oder auch nur verdächtige 
Frau eindringlichst vor der Conception warnen müsse, da diese für sie ungemein 
gefährlich sei. 2. Dass man in allen Fällen, wo die Frau die Gefahren der 
Schwangerschaft und Entbindung nicht aus eigener Kraft überstehen kann, mög- 
lichst frühzeitig den Abort einleiten soll, vorausgesetzt, dass dieser die einzige 
Möglichkeit und auch eine gewisse Gewähr für die Rettung der Frau giebt. 

Im Anschluss hieran verliest Kuttner die vom abwesenden zweiten Refe- 
renten Löhnberg aufgestellten Thesen: 

1. Die bisherigen Erfahrungen berechtigen nicht, in Fällen von Kehlkopf- 
schwindsucht der Schwangeren die grundsätzliche Forderung (Indication) des 
künstlichen Abortes aufzustellen. 

2. Die Frage des künstlichen Abortes kann weder vom laryngologischen noch 
vom gynäkologischen Standpunkt aus entschieden werden, sondern gehört in das 
Gebiet der ärztlichen Ethik. 

3. Für die grundsätzliche Regelung muss die Auffassung Calker's maass- 
gebend sein : Die Abtreibung und Tötung der Frucht kann nicht zugelassen werden 
lediglich zu dem Zweck, die Gefahr für die Mutter zu vermeiden oder ihre gesund- 
heitlichen Interessen zu schützen, sondern vielmehr zum Zwecke, das Leben der 
Mutter zu retten. 



— 37 — 

Discassion: 

Gerber (Königsberg) steht auf Grand seines eigenen Materials auf Kuttner's 
Standpunkt und rätb, wie er schon früher gethan hat, die Verhütung der Con- 
ception als einzig wirksames prophylaktisches Mittel den in Frage kommenden 
Kreisen anzuempfehlen. 

Imhofer (Prag) ist gegen principielle Tracheotomie bei graviden Kehlkopf- 
tuberkulösen. 

Joel (Görbersdorf) tritt für energische Behandlung der Kehlkopftuberkulose 
während der Schwangerschaft mit dem Galvanocauter ein. 

Kays er (Berlin) räth zur Fortsetzung der in jüngster Zeit angestellten Thier- 
versuchoi um den Einfluss der Gravidität auf die Tuberkulose zu prüfen, die bis 
jetzt negativ verliefen. Er ist gegen eine Beschlussfassung betr. der Abmahnung 
der Conception bei Larynxtuberkulose. 

Kuttner: Schlusswort: 

Zu den Thesen Löhnberg's führt Kuttner an, dass er zwar mit Löhn- 
berg die Abschätzung des Werthes des mütterlichen Lebens gegenüber demjenigen 
des Kindes für die sittliche Aufgabe des Arztes halte, dass aber doch in jedem 
Einzelfall der Arzt mit seiner Prognose für Mutter und Kind das letzte Wort 
sprechen muss. Zu Calker^s Auffassung steht seine eigene nicht im Widerspruch, 
da er den Abort nur da verlangt, wo man fürchten muss, dass die Mutter durch 
den weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu Grunde gerichtet wird, und er lasse 
ihn andererseits nur zu, wenn er die einzige Möglichkeit und zugleich eine gewisse 
Gewähr für die Rettung oder wenigstens für eine befriedigende Besserung der 
Matter biete. Der Galvanokaustik der tuberkulösen Infiltrate während der 
Schwangerschaft, wie sie Joel vertritt, bringt Kuttner wenig Vertrauen entgegen. 
Die endolaryngeale Behandlung habe überhaupt fast niemals einen nennenswerthen 
Erfolg auf den traurigen Ausgang haben können. 

Imhofer (Prag) erwidert Kattner, dass die Suffokation nur selten eintritt. 

2. B. Fränkel (Berlin): Demonstration von Carcinompräparaten 
des Oesophagus, Pharynx, Larynx und der Nebenhöhlen. 

3. Gerber (Königsberg): Complication der Stirnhöhlenentzün- 
dang. 

Gerber beobachtete selbst bei 493 Stirnhöhlenaffectionen, wovon 71 radical 
operirt wurden, 24 Complicationen, d. h. 5 pCt. 

Im Ganzen fand er in der Literatur 473 Complicationen : 

1. 25 Fälle von Periostitis, darunter 15 mit Augenerscheinungen, 2 mit Er- 
blindung. 

2. 257 Fälle von Caries und Nekrose und zwar 16 mal subperiostaler Abscess, 
7 mal Preiliegen der Dura, 53 mal Hirncomplicationen, 62 Augensymptome über- 
haupt, 1 mal Freiliegen des Bulbus, 63mal Dislocatio bulbi, 5mal Erblindung. 

3. Dilatationen durch Empyeme sind 18 beschrieben worden; Cysten, Hydrops 
und Mucocelen 109, also Sinusitis cum dilatatione 137. Augensymptome hierbei 
ohne nähere Angabe 35, Dislocatio bulbi 42, Erblindung 3, Verschluss des Ductus 
nasofrontalis 6. 



4. Osteomyelitis, soweit sie durch HöhleoeiteraDg bedingt wird, ist erst in 
neuerer Zeit beschrieben worden, es sind 19 Beobachtungen mitgetheilt. Es giebt 
eine circumscripte und dififuse Form, die letztere fast absolut infaust (7 Heilangen, 
12 Todesfälle). 

5. Intracranielle Veränderungen : 28 Bxtraduralabscesse, 104 Fälle von Hirn- 
abscess und Meningitis, diejenigen, die Gerber als postoperative Complicationen 
ansieht, sind hier nicht eingerechnet (31), Thrombose und Pyämie nach Sinus- 
eiterungen 13. 

6. Augencomplicationen fand Gerber 114. 

7. Was das histologische Ergebniss bei den Complicationen anlangt, so fand 
Gerber in verschiedenen Fällen Umwandlung der Schleimhaut in Granulations- 
gewebe, sowie Zeichen von Ulceration und Zerfall, Erscheinungen, die denen am 
Knochen correspondiren resp. sie einleiten. 

8. Seine 70 bakteriologischen Befunde von Nebenhöhleneiterungen zeigen ein 
Vorherrschen des Streptococcus pyogenes. Wichtig ist das auffallend häufige Hin- 
zutreten des Staphylococcus bei den mit Complicationen einhergehenden Fällen, 
wie das auch schon von Werner constatirt wurde. 

Nach alledem können die Complicationen nicht mehr als vereinzelte und die 
Stimhöhleneiterungen nicht mehr als absolut gefahrlos bezeichnet werden. Die 
Stirnhöhlenoperation nach Killian (und Kuhnt) ist — wenn gut und nicht 
kühner als nöthig ausgeführt — als gefahrlos zu bezeichnen. Noch gefahrloser 
wie früher wird sie durch vorhergehende Röntgenaufnahmen. 

Im Anschluss an den Vortrag Demonstrationen von Röntgenaufnahmen kranker 
Nebenhöhlen, Kiefercysten etc., aufgenommen von Kiewe und Ascher. 

Discussion: 

R. Pause (Dresden) zeigt eine Curve von chronischer rhinogener Meningitis, 
die sich über 10 Monate erstreckt. 

Hajek (Wien) hält die Complicationen der Stirnhöhlenentzündungen nach 
seiner Erfahrung für ziemlich selten. Die Sinusitis frontalis cum dilatatione fasst 
er auf als Mucocelen, die durch spätere Infection eitrig werden. Eiterungen machen 
periostale Processe und keine Dilatationen. Er erkennt ferner einen von Gerber 
selbst als Knochencomplication beschriebenen Fall nicht als solchen an, da es 
sich hier um einen Durchbruch einer syphilitischen Nekrose der Vorderwand der 
Stirnhöhle in die Höhle hinein handelt. Mit demselben Recht könnte man dann 
ein Epitheliom der Stirnhaut, das bei seinem Fortschreiten in die Tiefe auch in 
die Höhle durchbricht, als Complication einer Sinusitis frontalis auffassen. 

Chiari (Wien) empfiehlt die Röntgendurchleuchtung zur Feststellung der Aus- 
dehnung der Stirnhöhle und ihrer Recessus vor der Operation als sehr zuverlässig. 

Kuttner (Berlin) hält die Complicationen im Verhältniss zu den uncom- 
plicirten Fällen für gering und ebenso wie die Todesfälle nur sehr schwer fest- 
stellbar. K. empfiehlt den Ausführungsgang der Stirnhöhle endonasal freizumachen 
und dann abzuwarten. 

Gerber (Königsberg) wiederholt nochmals, dass die Zahl der Complicationen 
nach seinen Feststellungen grösser ist, als man bisher annahm. Das Verhältniss 



— 89 — 

der complicirten zu den uncomplioirten Fällen festzustellen sei sohwer, werde sioh 
aber machen lassen, wie er es an seinem eigenen Material gethan habe. Seine 
Operationsziffern zeigen, dass er kein wüthiger Operateur sei. Im Uebrigen ver- 
weist er auf seine spätere Arbeit. 

4. Hajek (Wien): Ueber Indioation zur operativen Behandlung 
der chronischen Stirnhöhlenentzündung. 

£s besteht wohl keine Meinungsditferenz, dass bei chronischen Stirnhöhlen - 
entzändungen Fälle mit Erkrankung des Knochengerüstes und Verdacht auf cere- 
brale Gomplication von aussen radical operirt werden müssen. Uneinigkeit in der 
Indicationsstellung für operative Eingriffe besteht dagegen bei den Fällen, in 
welchen das ganze Symptomenbild von Kopfschmerzen und der eitrigen Secretion 
in der Nasenhöhle beherrsoht wird. H. unterscheidet hier drei Kategorien: 

1. Wenige Fälle, bei welchen schon kurze Zeit nach der endonasalen Be- 
handlung völlige Heilung eintritt. 

2. Viele Fälle, bei welchen nach der endonasalen Behandlung wohl der 
Kopfschmerz und Druck, sowie die Klopfempfindlichkeit der Stirnhöhlenwandungen 
aufhört, nicht aber der eitrige oder schleimig eitrige Ausfluss. 

3. Viele Fälle, bei welchen nach der endonasalen Behandlung weder der 
Kopfschmerz noch die Secretionsanomalie aufhört. 

Für Gruppe 2 und 3 ist der Zeitpunkt, an welchem ein radikaler Eingriif 
gemacht werden soll, strittig. H. steht auf dem Standpunkt, bei der 2. Gruppe 
ruhig Wochen und Jlionate abzuwarten, da diese Erkrankungen noch nach Jahren 
spontan zur Ausheilung kommen können. 

Die Furcht vor der cerebralen Gomplication ist entschieden übertrieben. 
Man muss aber dem Kranken vorhalten, dass er noch nicht gesund und von Zeit 
zu Zeit untersucht werden muss. Was die Technik der Entfernung der mittleren 
Muschel anlangt, so ist es angezeigt, die mittlere Muschel ein gutes Stück vom 
vorderen Ansatz abzulösen. H. reisst dann den noch stehen gebliebenen Rest mit 
seinem Haken abwärts, wodurch es gelingt den Ductus nasofrontalis zu entlasten. 
Die Radicaloperation der Stirnhöhle ist nicht als harmloser Eingriff zu bezeichnen, 
es sind H. 6 Todesfälle (nach Killi an* scher Operation von uncomplioirten Fällen) 
bekannt, publicirt davon ist einer. Es ist sehr nothwendig, dass deraitige Miss- 
erfolge veröffentlicht werden, um eine weitere Verständigung auf dem Gebiete der 
Indicationsstellung zu ermöglichen. 

Discussion: 

Gerber (Königsberg) betont, dass auch er uncomplicirte Fälle nur dann 
radical operirt habe, nachdem sie Monate und Jahre lang bestanden hatten. G. 
kennt 36 Todesfälle nach der Operation, hält aber die Operation nach eigener Er- 
fahrung nicht für gefährlich. 

M. Mann (Dresden) fragt an, wie sich Vortragender zu den Fällen von 
Slirnhöhleneiterung stellt, die keine Gomplication bieten, als dass sie trotz sorg- 
faltiger Behandlung stark eitern, üblen Geruch verbreiten und die Kranken selbst 
zur Operation drängen. 

Löwe (Berlin) bestreitet die specifische Gefährlichkeit der Stirnhöhlen« 



~ 40 — 

Operation und b&lt die Art, in der H. die Indication za finden sucht, aus der 
practischen Erfahrung heraas nicht für die richtige. Auch H. würde operiren, 
wenn ein Zwischenraum von einem Jahr verstrichen sei, ohne dass die Eiterung 
aufgehört habe. 

Hey mann (Berlin) erwähnt einen Fall von Kieferhöbleneiterung, der spontan 
nach 4 Jahren heilte. 

Barth (Leipzig) lässt bei zweifelhaften Fällen, ob operiren oder nicht, nach 
eingehender Klarlegung der Heilungsaussichten den Patienten selbst mit ent- 
scheiden. 

Kuttner (Berlin) betont Gerber gegenüber, dass ausser den in der Literatur 
bekannten 31 Todesfällen noch viele zur Beurtheilung der Gefährlichkeit in Be- 
tracht kommen, die nicht veröffentlicht sind. Er hält die Heilungschancen bei 
E ad ical Operation für so ungünstig, dass man sich nur schwer dazu entsohliessen 
kann, wenn nur die Eiterung zum Aufhören gebracht werden soll. 

Barth (Leipzig), Kümmel (Heidelberg). 

Reinking (Breslau) empfiehlt, dem Patienten mitzutheilen^ dass eine Com- 
plication sehr unwahrscheinlich ist, dann wird dieser auch nicht zur Operation 
drängen. 

Hajek (Schlusswort) wünscht den Patienten den Ernst des Eingriffs nicht 
ganz zu verhehlen, was die voraussichtliche Heilung anlangt, so ist sie wahr- 
scheinlich, aber nicht sicher. 

7. Hajek(Wien): U eher üble Zufälle bei Punction der Kieferhöhle. 

Im ersten Fall trat bei einem 66jährigen Arteriosklerotiker im Momente der 
Kieferhöhlenpunction (vom unteren Nasengange aus) eine Apoplexie auf. 

Der zweite Fall betraf eine Frau mit subacutem Empyem der Kieferhöhle. 
Die Punction ging hier anstandslos von statten. Bei Durchpressen der Luft ent- 
wichen deutlich Luftblasen aus der Nase. Die nachfolgende Durchspülung gelang 
jedoch nicht in Folge eines unüberwindlichen Widerstandes. Die Kranke bekam 
am nächsten Tage Schüttelfrost mit 40<^ C, am nächsten Tag wieder Schüttelfrost, 
an der linken Schläfe, an der Seite der Punction, eine pastöse Schwellung mit 
einer stark gefüllten Veno. Am dritten Tage abermals Schüttelfrost mit sehr 
heftiger Schwellung des linken Handgelenks, also eine metastatische Entzündung. 
Die Kranke wurde nun im Sanatorium aufgenommen. Ich eröffnete die linke Facies 
canina und konnte folgenden Befund erheben. Die stark geschwellte Schleimhaut 
unter der Facies canina wurde durch einen subperiostalen Abscess so stark ab- 
gehoben, dass das Lumen der Kieferhöhle vollständig verschwunden war, die 
Kieferhöhle war spaltförmig gebildet, in Folge gleichzeitigen Vorhandenseins einer 
starken Ausbuchtung der äusseren Wand des unteren Nasenganges und Suppression 
der Facies canina. Nach Entleerung des Abscesses mit Herstellung des Kiefer- 
höhlenlumens wurde letzteres drainirt. Die metastatische Entzündung des Hand- 
gelenkes ging nach Wochen spontan zurück und die nach mehreren Wochen vor- 
genommene Radicaloperation der Kieferhöhle stellte wieder normale Verhält- 
nisse her. 



— 41 - 

In dem geschilderten Falle passirte zweifellos folgendes: Die Nadel drang 
darch die sehr verengte Kieferhöhle sofort in die geschwellte Schleimhaat unter 
der Facies canina, inficirte das subperiostale Gewebe and es entstand da ein 
Abscess. Der unter grosser Spannung befindliche Eiter inficirte eine perforirende 
Vene und es kam zuförderst zu einer pastösen Schwellung der linken Wange. 
Von hier aus entstand die metasiatische Entzündung des Handgelenks. Wie kam 
es aber, dass während der Function die durchgepresste Luft durch die Nase kam? 
Offenbar war dies eine Täuschung, darauf beruhend, dass in Folge der raschen 
Verengung der Nasenhöhle durch die unterminirte Schleimhaut der Facies canina 
der Inhalt der Kieferhöhle in den mittleren Nasengang gepresst wurde. 

Discussion: 

Ghiari (Wien) räth durch hebelnde Bewegung an der eingestochenen Nadel 
festzustellen, ob die Spitze wirklieb im Lumen der Kieferhöhle sich befindet. 
Steckt sie in der Schleimhaut, so ist die Spitze entweder unbeweglich oder ihre 
Bewegung schmerzhaft. 

M. Schmidt (Frankfurt) hat zweimal Anschwellungen der Wange und der 
Lider gesehen auf Einspritzungen zur Ausspülung der Kieferhöhle, ohne schlimme 
Folgen. Femer trat bei Lufteinblasung in eine hintere grosse Siebbeinzelle 
momentanes Zusammensinken des Patienten mit completter Lähmung der linken 
Körperhälfte auf, welche nach einigen Stunden, ohne weitere Folgen zu hinter^ 
lassen, wieder verschwand. 

B. Fraenkel (Berlin) sah nach Ausspülung vom mittleren Nasengange aus 
eine Abscessbildung in der betreffenden Wange. 

Kümmel (Heidelberg) beobachtete auch bei einem Fall von malignem Tumor 
der Siebbeingegend nach Lufteinblasung in die Stirnhöhle transitorische Hemiplegie 
und in zwei Fällen bei ähnlicher Einblasung lang dauern den Bewusstseinsverlust 
ohne sonstige Symptome. 

Imhofer (Prag) fragt an, ob der Vortragende seine Ansichten über die Ge- 
fährlichkeit der Function vom mittleren Nasengange (Nähe der Orbita), wie sie in 
seinem Lehrbuche niedergelegt sind, geändert habe. 

Kays er (Breslau) hat auch nach Function vom unteren Nasengang bei einer 
Dame sofort Ohnmacht mit Krämpfen und Bewusstlosigkeit eintreten sehen, die 
36 Stunden dauerte und wohl als hysteroepileptischer Anfall anzusehen ist. Wenn 
aus der Canüle Blut kommt, so ist zu empfehlen, nicht von aussen Luft einzu- 
blasen, sondern durch Valsalva'sche Methode Luft von Innen nach Aussen zu 
treiben, wobei die Flüssigkeit resp. Eiter leicht herauskommt. 

Hajek (Wien) Schlusswort: Der mittlere Nasengang ist wegen der hier vor- 
handenen Anomalie (Annäherung der äusseren Wand an die untere orbitale Wand) 
nicht sehr zu empfehlen. Mittelst einer gebogenen Nadel kann man indess diese 
Gefahr vermeiden. 

6. Heymann (Berlin): Ueber Theilung von Nebenhöhlen. 
Demonstration von 10 Präparaten von getheilten Stirnhöhlen, eines Prä- 
parates von getheilter Kieferhöhle. 



— 42 — 

R. Hoff mann demonstrirt im Anschluss hieran zwei Präparate von ge- 
theilter Keiibeinhöhle. Die Himmulde war in dem gezeigten Falle doppelseitig. 
Abends im Krankenhaus Friedrichstadt: 

7. M. Mann (Dresden): Demonstration von tracheo-bronchoskopi- 
sehen Fällen. 

Vorstellung tracheo-bronchoskopischer Fälle im Stadtkrankenhaus 
Dresden-Friedrichstadt am 16. September 1907. 

1. Julius M., 60 Jahre alt, seit 5. Februar 1906 in Behandlung, wurde be- 
reits am 19. Januar 1907 in der hiesigen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde 
vorgestellt. Etwa vor Jahresfrist wurde mit Hülfe der Killian 'sehen Broncho- 
skopie ein Tumor im rechten Hauptbronohus gefunden, ein Stück davon excidirt 
und mikroskopisch die Diagnose Bronchialcarcinom festgestellt. 

Das Befinden hat sich allmählich verschlechtert. Patientin hat monatelang 
Blut gehustet, ist sehr heruntergekommen. Percussion und Ausonitation ergab 
damals völlig negativen Befund. Auf der Röntgenplalte keine Spur von Tumor, 
zur Zeit Dämpfung rechts vorn von HI. Rippe ab, rechts hinten von Mitte der Scapula 
ab Athmung darüber fast aufgehoben. Im 9 mm Rohr sieht man jetzt einen 
himbeerartigen Tumor aus dem rechten Bronchus hervorragen, der die Carina 
verdeckt und zum Theil auch in den Eingang des linken Bronchus hinüberragt. 

2. Herrmann M., 21 Jahr alt. In 's Krankenhaus aufgenommen am 
5. December 1906. Bei der Aufnahme starker in- und exspiratorischer Stridor. 
Im 15/10 mm Tubus sah man 22 Y2 cm von der Zahnreihe entfernt eine sagittal 
gestellte schlitzförmige Verengung von höchstens 4 mm Durchmesser. 

Die Trachealwand war nahezu symmetrisch auf beiden Seiten nach innen 
gedrängt. 

Es wurde damals durch Ausschliessung aller anderen Möglichkeiten eine 
tuberculöse Infiltration der peritrachealen Lymphdrüsen angenommen. 

Das Befinden des Patienten war bisher sehr wechselnd. Bei wiederholt auf- 
tretenden Bronchialkatarrhen trat plötzlich Fieber bis 40 ^ ein und hochgradige 
Athemnot, — aber immer erholte er sich wieder. 

Vor 4 Wochen plötzlich Dämpfung links hinten unten. Darüber abge- 
schwächtes Athmen; Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden. Die Probepunktion 
ergab seröses Exsudat mit einigen weissen Flöckchen. Die Flöokchen enthielten 
Tuberkelbacillen. (Path. Institut Prof. Schmor l.) Damit war die früher ge- 
stellte Wahrscheinlichkeitsdiagnose gesichert. 

Das Exsudat bildete sich rasch zurück; Patient erholte sich, hat 13 Pfund 
an Körpergewicht zugenommen. Im 9 mm Rohr sieht man noch deutlich die 
Stenose — gegen früher an Aussehen sehr verändert. Die rechte Wand der 
Trachea verläuft fast senkrecht, nur die linke springt sichelförmig vor. Das 
Lumen ist jetzt ziemlicli rund, mindestens 1 cm im Durchmesser. 

Subjectives Befinden auffallend gebessert, Athemnoth viel geringer als 
früher. — 

3. Frau B., 38 Jahre alt, litt seit vielen Jahren an Kropf, der besonders 
die rechte Halsseite einnahm. In letzter Zeit heftige Athemnoth. Tracheosko- 



— 43 — 

pischer Befand am 15. September 1906: in kurzem Abstand von der Glottis ist 
die Trachea auf beiden Seiten gleichmässig verengt bis auf 8 mm — also eine 
sagittal gestellte Säbelscheiden tracbea. 

In der Tiefe von 16 cm springt von der Hinterwand ein Tumor von etwa 
Pflaumenkemgrösse vor. 

Kropfoperation durch Geheim -Rat Lindner am 16. September 1906. 
Ueberall sehr feste Verwachsung. Mikroskopischer Befund: Sarkom. Patient 
erholte sich nach der Operation sehr schnell. Am 20. November erwies sich die 
Trachea viel weiter -— die rechte Wand nahezu von normaler Gestalt. Der 
Tnmor der Hinterwand viel flacher. Das rechte Stimmband in Cadaverstellung: 
16. März und 6. April werden kleine Tumoren an der Hinterwand und eine 
erbsengrosse Stelle der Vorderwand mit dem Spitzbrenner zerstört. 

Danach Nachlassen der Beschwerden. 

Am 9. Juli. Patientin klagt viel über kurzen Athem. Sofort nach der Ent- 
lassung aus dem Krankenhaus trat Gravidität ein; die Beine sind geschwollen 
infolge von Krampfadern. 

Bei der Tracheoscopie zeigt sich ein kleiner flacher Tumor von rechts hinten 
und ein noch viel kleinerer an der Vorderwand. 

Patientin ist vor 4 Wochen von einem gesunden Kind entbunden worden. 

Bei der Untersuchung am 17. September zeigt sich ein Streifen von kleinen 
rothen Tumoren, der von der Hinterwand sich über die rechte Seite der Trachea 
nach vorn bis in die Mitte erstreckt. 

4. Hermann K., 52 Jahre alt, Uhrmacher, 22. August 1907 ins Kranken- 
haus aufgenommen. 

Grosse Struma, besonders auf der rechten Halsseite ; stark entwickelte Heiser- 
keit, kurzer Athem. Stridor. Bei der Laryngoskopie erkennt man an der hinteren 
Rachenwand einen kastaniengrossen Tumor, der einen Einblick in den Larynx 
völlig verhindert. Nur die sehr grosse Epiglottis ist im Spiegelbild hinter dem 
Tumor sichtbar, er legt sich in ihre Concavität hinein. 

Mit dem 9 mm Rohr gelingt es den weichen Tumor zu comprimiren. Die 
Stimmbänder werden sichtbar, klaffen im hinteren Abschnitt. Nach Passage der- 
selben erkennt man die hintere membranöse Traohealwand von etwa Bleistift dicke 
vorgewölbt, die Trachea ist von rechts und links stark convex vorgewölbt, so dass 
für die Athmung nur ein schmaler dreieckiger Spalt bleibt. Wie tief die Stenose 
hinabreicht lässt sich nicht feststellen. — Kropfoperation in Localanaesthesie am 
24. August (Geh. Rath Lindner). 

Es wurden mehrere grosse Cysten enucleirt besonders, auf der rechten Seite; 
auch gelingt es eine hinter der Rachenwand gelegene kleine Cyste herauszu- 
schälen. 

Patient fühlte sich sofort nach der Operation viel freier. Athemnoth und 
Stridor völlig verschwunden. 

Heute orste Untersuchung nach der Operation. Rachen vollkommen frei; 
Kehlkopf übersichtlich. Stimmbänder frei beweglich. Mit der indirecten Tracheo- 
skopie kam man nicht zum Ziel. Im 9 mm Rohr erkennt man, dass die membra- 



— 44 — 

Döse Hinterwand, sowie die linke Trachealwand noch etwas vorgebacbtet, im 
Uebrigen Luftröhre weit und übersichtlich. 

Weiterhin demonstrirt Mann noch Präparate und Bilder von zwei tracheo- 
bronchoskopischen Fällen. 

Im ersten Fall handelt es sich um ein Sarkom, das von der Schilddrüse aus- 
gehend zwischen Trachea und Oesophagus hineingewuchert war, derart dass die 
Lumina beider Bronchien nahezu völlig verlegt waren, im anderen um eine Stenose 
im Verlaufe des rechten Hauptbronchus durch Lungencarcinom veranlasst. Beide 
Krankengeschichten werden noch ausführlich publicirt werden. 

Ein Fall von Laryngocele beim Menschen. 

Bei einem 48jährigen Werkmeister beobachtete Mann in der rechten 
Larynxseite einen etwa halbwallnussgrossen Tumor, der sich bei der Athmung 
nicht veränderte. Im vorderen Kehlkopfabschnitt an Taschen-Stimmbändern und 
darunter zahlreiche Papillome. 

Der Tumor wurde für eine Cyste gehalten und deswegen zuerst mit einem 
Spitzbrenner ein Loch hineingebrannt. Nachdem alle Papillome entfernt waren, 
verschwand allmählich auch der Luftsack. 

Jetzt nach einem Jahr zeigen sich beide Taschenbänder noch geschwollen, 
so dass sie sich in den vorderen zwei Dritteln nahezu berühren. Zu beiden Seiten 
der Taschenbänder flach rundliche Prominenzen, die sich im vorderen Drittel 
des Larynx bis zur Seitenwand erstrecken. 

Die geschilderten Verhältnisse werden an Abbildungen erläutert, der Patient 
selbst vorgestellt. 

Die ausführliche Publication wird noch erfolgen. 

Gemeinsame Sitzung mit Abtheilung 22 und 24 vom 17. September, 

Vormittags 9 Uhr. 
Vorsitzender: Schmidt-Rimpler (Halle). 
1. Birch-Hirschfeld (Leipzig) und Richard Hoffmann (Dresden): 
Die Beziehungen der entzündlichen Orbitalerkrankungen zu den Er- 
krankungen der Nebenhöhlen der Nase. 

Birch-Hirschfeld (Leipzig): Vortragender kommt zu folgenden Schluss- 
folgerungen : 

1. Die Sinusentzündungen spielen in der Aetiologie. der Orbitalentzündungen 
eine viel grössere Rolle als bisher angenommen wurde. 

2. Fast in allen Fällen handelt es sich um ein chronisches oder akutes Sinus- 
empyem. 

3. Das Uebergreifen der Entzündung auf die Augenhöhle wird durch eine 
locale Periostitis der Orbital wand, die besondere Prädilectionsstellen hat, ein- 
geleitet und geschieht im Bereich der durchtretenden Gefässe. 

4. Der orbitale Process ist verschieden (Periostitis orbital., Orbitalabsoess, 
Orbitalphlegmone). 

5. Häuüg setzt das orbitale Periost dem Uebergreifen der Entzündung auf 
das retrobulbäre Gewebe einen Widerstand entgegen und der Abscess kann sub- 



— 45 — 

periostal nach vorn oder hinten weitergreifen, eine Sehner?enentzändang hervor- 
rafen oder zam spontanen Dorchbruch am Orbitaleingang fähren. 

6. In anderen Fallen greift die Entzündung anter dem Bilde der Thrombo- 
phlebitis frühzeitig auf das Orbitalgewebe über. Diese Fälle sind wesentlich un- 
günstiger zu beurtheilen. 

7. In diagnostischer Beziehung lässt sioh neben umschriebener Druckempfind- 
lichkeit bestimmter Stellen der Orbitalwand die Art der Dislocation des Bulbus 
verwerthen. 

8. Periphere Gesichtsfeideinengungen sind selten. 

9. Wichtiger ist für die Diagnose der Entzündung einer hinteren Neben- 
höhle (hintere Siebbeinzellen, Keilbeinhöhle) der Nachweis eines centralen 
Skotoms. 

10. Unter 409 Fällen von Orbitalentzündungen nach Sinusaffectionen er- 
blindeten 66 Augen (ca. 16 pCt.). Am häufigsten sind Erblindungen bei Kiefer- 
höhlenempyem, 27 pCt. 

11. Ophthalmoskopisch wurde häufig Hyperämie der Papille, Neuritis optica, 
Atroph, nerv, opt., seltenerThrombophlebitis der Netzhautvenen, Netzhautblutungen 
und Ablatio retinae nachgewiesen. 

12. 18mal wurde ein Ulcus corneae, 8 mal Panophthalmie, 2 mal Glaukom 
festgestellt. 

13. Quoad vitam verhalten sich die bei Sinusitis auftretenden Orbitalentzün- 
dungen günstiger als die spontanen. Die Mortalität der Keilbeinhöhlenempyeme 
ist die höchste (28 pCt.), diejenige der Stirnhöhlenempyeme beträgt 16,3 pCt. 

14. Bei der Section wurde 34 mal Meningitis, 15 mal Hirnabscess, 6 mal Sinus- 
thrombose festgestellt. 

15. Vortragender hält die von Augenärzten geübten Incisionen in die Tiefe 
der Orbita für unzweckmässig und empfiehlt breite Freilegung des Orbitalrandes 
und stumpfe Lösung des Periosts unter sorgsamer Schonung des Inhaltes der Orbita 
und ausgiebige Drainage. 

16. Die Untersuchung und Therapie der Nasenhöhlen und ihrer Nebenhöhlen 
erfordert eine Uebung und Erfahrung, die nur in seltenen Fällen dem Augenarzt 
zu Gebote steht. Yortr. hält es für richtiger, die Indication und Therapie der 
Sinusitis dem Rhinologen zu überlassen. 

17. Die wichtige Rolle des Augenarztes bei den Erkrankungen besteht darin, 
dass er häufig die Diagnose stellt, in zweifelhaften Fällen durch genaue Analyse 
der orbitalen und ocularen Symptome dieselbe stützen hilft und mit der orbitalen 
Eiterung eine schwere Gefahr für das Auge zu beseitigen strebt. 

18. Ein Zusammenarbeiten der Ophthalmologen und Rhinologen lässt für 
wissenschaftliche Erkenntniss und practischen Heilerfolg das meiste erhofifen. 

R. Hoffmann (Dresden): Die Beziehungen der entzündlichen 
Orbitalerkrankungen zu den Erkrankungen der Nebenhöhlen der 
Nase (Correferat). 

Der Referent weist einleitend auf den grossen Werth der orbitalen Compli« 
cationen der Nebenhöhleneiterangen für die Diagnose der letzteren hin. Es folgt 



— 46 — 

die Besprechung der rhinoskopiscben Erscheinungen, welche die Diagnose Neben- 
höhleneiterung stützen, die Besprechung des Werthes der Durchleuchtung und der 
Röntgenaufnahme für die Diagnose. Für die Ueberleitung entzündlicher Processe 
aus den Nebenhöhlen auf die Orbita sind prädisponirend die anatomische Situirung 
der Nebenhöhlen, das Verhalten der trennenden Knochenwände, die Gestaltung 
des Höhleninnern, die Verhältnisse in der Nase, endlich die Verbindung der Ge- 
fasse der Nebenhöhlen mit denen der Orbita. Der Uebergang findet statt entweder 
durch den Knochen oder durch Gefässvermiitelung. Bei günstigen anatomischen 
und klinischen Verhältnissen ist es eine heftige Infection, welche in letzter Instanz 
den Uebergang von entzündlichen Processen aus den Nebenhöhlen auf die Orbita 
veranlasst. Wenn bereits Eiter in der Orbita ist oder ein Durchbrnch bevorsteht, 
so werden die erkrankten Höhlen von der Orbita aus freigelegt und die Neben- 
höhleneiterung selbst, da es sich meist um chronische Fälle handelt, den radicalen 
Operationsmethoden unterworfen. Bei periostitischen Processen empfiehlt sich Be- 
handlung der Nase von aussen nur, wenn sich von der Nase aus kein genügender 
Eiterabflass erzielen lässt. Bei den letzteren Processen ist in acuten Fällen eine 
conservative Behandlung der Nebenhöhlen angezeigt, in chronischen eine radicale. 
Bei zweifelhafter Diagnose soll man bei Vorhandensein einer orbitalen Compli- 
oation vor allem einer Neuritis optica, auch vor einem probatorischen Eingriff in 
die betreffende Nebenhöhle nicht zurückschrecken. 

Im Anschluss: R. Hoffmann, Demonstrationen durch Epidiaskop von 
Knochen- und Weich th eil präparaten zur Illustration der Lagebeziehungen der ver- 
schiedenen Nebenhöhlen unter sich sowie gegen die Orbita und den Sehnerven. 

Discussion: 

Axenfeld bestätigt, dass die Zahl der Orbitalerkrankungen, die nicht von 
Nebenhöhlen ausgehen, wohl sehr gering ist, bezüglich der Betheiligung der Oph- 
thalmologen an der operativen Behandlung der Nebenhöhlenerkrankungen soll 
Ophthalmolog und Rhinolog möglichst zusammen operiren. 

Löwe spricht über Hypophysistumoren, die unter Umstünden durch Ein- 
wuchern Nebenhöhlenerkrankungen veranlassen können. 

Kuhnt (Bonn) wünscht, dass der Ophthalmologe auch Rhinologie lernen soll. 

Schwarz (Leipzig) schliesst sich Axenfeld an. 

Peters (Rostock) ist für Zusammenarbeiten der Ophthalmologen und Rhino- 
logen. 

Uhthoff (Breslau) weist auf die interessante Thatsache hin, dass bei den 
Fällen Birsch-Hirschfelds's lediglich die centralen Opticusbündel functionell 
beeinträchtigt werden. Sinusthrombose wie Sepsis ist bei den von den Neben- 
höhlen ausgehenden Orbitalaffectionen seltener als bei den thrombophlebitischen 
Orbitalphlegmonen, die vom Gesicht ausgehen. 

2. M. Mann (Dresden): Orbitalphlegmone im Verlauf einer acuten 
Otitis media. 

Die Pflegerin B. bekam im Anschluss an eine Angina lacunaris eine Otitis 
media. Hierzu trat Lidödem, Protrusio bulbi, Resistenz auf Druck aus der Tiefe 
der Orbita auf. Eröffnung des Warzenfortsatzes, worauf Rückgang aller Augen- 



— 47 — 

Symptome und bald völlige Heilung eintrat. Da wegen negativen Nasenbefundes 
Nebenhöbleneiterung auszuschliessen war, führt Vortragender ausser anderen Mög- 
lichkeiten folgende für das Zustandekommen des eigenthümliohen Symptomen- 
complexes an. Die Orbitalerkrankung konnte secundär durch Thrombose des 
Sinus cavernosus entstanden sein, indem die Entzündungserreger vom Mittelohr 
durch dessen vordere Wand in den Plexus carotic. gewandert waren, der unmittel- 
bar in jenen übergeht. Deshalb wurde das Antrum eröffnet. Der schnelle Rück- 
gang aller Augensymptome lässt sich nur so erklären^ dass keine Phlebitis des 
Sinus cavernosus bestand, sondern dass nur durch collaterales Oedem vom Mittel- 
ohr, bezw. vom Kuppelraum aus der Plexus caroticus völlig verschlossen war. 

Discussion: 

Best (Dresden) hält die Erklärung Mann 's für möglich, es kann sich aber 
auch um eine entzündliche Affection gehandelt haben. 

El sehn ig (Prag) hält die geschilderte Orbitalerkrankung für Periostitis. 

Schirm er ((Strassburg) schliesst sich dem Vorredner an. 

Abtheilungssitzung vom 17. September Vormittags. 
Vorsitzender: Chiari (Wien). 

1. Barth (Leipzig): Die Athmung, insbesondere die Veränderung 
der Körperoberfläche bei derselben. 

Vortragender kommt zu folgenden Resultaten: 

Es giebt normaler Weise keine thorakale, es giebt keine abdominale Form, 
am allerwenigsten beide im Gegensatz zu einander. Der von vielen noch ange- 
nommene Unterschied des Athmens bei den Geschlechtern besteht im Princip nicht, 
auch das Korsett ändert nichts daran. Bei Kindern kann man nur insofern eine 
Abweichung zugeben als das Knochengerüst noch zu weich ist, um stärkeren 
mechanischen Einwirkungen genügend Widerstand zu bieten. Normal ist das 
thorako-abdominale Athmen. Am grössten ist die Capacität in aufrechter unge- 
zwungener Körperhaltung, wenn Brust und Leib möglichst wenig durch Druck 
beengt ist. 

Auch für gewisse pathologische Fälle werden sich typische Athembilder auf- 
stellen lassen. 

2. Krebs (Hildesheim): Die erste Beobachtung von Rhinosklerom 
in der Provinz Hannover. 

Eine 26jährige Frau im Regierungsbezirk Hildesheim, von deutschen Eltern 
geboren, welche nie mit Leuten von Skleromländern in Berührung gekommen ist, 
hatte das typische klinische Bild des Rhinosklerom : Die Diagnose wurde histo- 
logisch und bakteriologisch gesichert. Während einer später auftretenden Schwan- 
gerschaft trat eine derartige Stenose ein, dass sofort operirt werden musste. Die 
Laryngofissur zeigte, dass die sklerosirten Wülste bis tief in die Trachea gingen 
und das ganze subglottische und tracheale Lumen ausfüllten. Auslöffelung des 
ganzen erkrankten Rohres: Naht. Geburt zur normalen Zeit ohne Dyspnoe. 



— 48 — 

Nach mittags Sitzung. 
Vorsitzender: Hey mann (Berlin). 

1. Disoassion zaro Vortrage Krebs: 

Chiari (Wien) ist für Spaltung des Kehlkopfs und der Trachea, um die 
Infiltrate so weit wie möglich zu exstirpiren, reicht die skleromatöse Stenose tief 
in die Trachea, dann nur Auskratzung und vorsichtige Dilatation. 

Gerber (Königsberg) bezeichnet die Dilatation als souveränes Mittel gegen 
die skleromatösen Stenosen und empfiehlt die Annahme eines Antrages, ^^das 
Sklerom unter die anzeigungspflichtigen Krankheiten aufzunehmen". 

Krebs unterstützt den Antrag und fragt ferner an, mit welchen Instru- 
menten tief heruntergehende Stenosen dilatirt werden. 

Gerber empfiehlt Schrötter^sche Katheter und bei sehr tiefen Stenosen 
Kil Hau 'sehe Röhren. 

2. Max Senator (Berlin): Ueber erworbene totale Ausschaltung der 
Nasenathmung und deren Folgezustände. 

S. giebt die klinischen Daten eines Falles (aus Lassar's Klinik), der nach 
Tuberculose und Lues durch totale Verwachsung des Gaumensegels und der hin- 
teren Rachenwand und sonstige Nasenstricturen die nasale Respiration völlig aus- 
schaltete. Die Frage, ob der Wegfall der Nasenathmung und die so bedingte Ver- 
schlechterung der Athmungsluft Kehlkopf und Lunge schädigen und ob Inactivi- 
tätsatrophie im Naseninnern bewirkt wird, lässt sich nicht einwandfrei beant- 
worten, da infolge der Tuberculose und Lues keine eindeutigen Krankheitsbilder 
gegeben waren. Zum Schluss noch einige therapeutische Bemerkungen. 

Discussion: 

Seh er er (Bromberg) führt einen Fall von vollständigem Verschluss des 
Nasenrachenraumes nach Lues an und völliger Atrophie der Nasenschleimhaut. 

Chiari (Wien) sah bei angeborener einseitiger völliger Atresie der Choanen 
Hypertrophie der Muscheln mit starker Schleimansammlung, die nach Wegbar- 
machung der Choane abnahm. 

Hey mann (Berlin) hat 10 Fälle von totalem Abschluss der Nase nach dem 
Nasenrachenraum infolge von Lues gesehen, bei denen die verschiedenen Kate- 
gorien des Geruchs völlig intact waren, wie durch Versuche mittelst Einblasung 
von riechender Luit festgestellt wurde. 

3. Rudioff (Wiesbaden): Demonstration: a) Ein Fall von Decu- 
bitalnekrose in der Pars laryngea des Pharynx. 

An der Hand eines Präparates werden die klinischen Erscheinungen der vier 
Wochen dauernden Beobachtung geschildert: Starke Beschwerden beim Schlucken, 
heftige Schmerzen beim Bewegen des Kopfes. Die Nekrose kann also nicht bloss 
einige Tage vor dem Tode auftreten, wie bisher angenommen wurde. 

Discussion: 

Chiari (Wien) erwähnt, dass von Kose hier (Wien) bei marantischen 
Greisen Decubitalgeschwüre der hinteren Larynxwand beobachtet und beschrieben 



— 49 — 

wurden. Wichtig ist bei Rndloff^s Beobachtung die Jugendlichkeit des anämi- 
schen Kranken (18 Jahre). 

b) £in Fall von Myxochondrom im Nasenrachenraum. 

Das Präparat entstammt einem lOjShrigen Knaben. Bisher ist in der Lite- 
ratur ein Fall von Myxochondrom des Nasenrachenraums nicht erwähnt. 

Discassion: 

Rosen berg (Berlin) fragt nach dem postrhinoskopischen Befunde, der für 
die Differentialdiagnose wichtig sei und erwähnt ein von ihm beobachtetes Sar- 
kom, das andererseits vorher als adenoide Vegetation operirt worden war. 

Radio ff: Schlusswort. 

Heymann (Berlin): Zur Heufiebertherapie. 

Vortragender berichtet über seine diesjährigen Erfahrungen der Behandlung 
des Heufiebers mit Schilddrüsenpräparaten. Von 51 beobachteten Kranken haben 
9 negativen Erfolg angegeben, bei den übrigen 42 wurde eine mehr oder weniger 
erhebliche Besserung erzielt, darunter 14 ohne weitere Anfälle. Kein wesentlicher 
Unterschied in der Wirkung der verschiedenen Präparate. Mit Antithyreoidin 
(Möbius) ein voller Erfolg und im anderen Falle geringe Besserung. Gegen die 
Intoxicationen wurden Arsenpräparate als Gegengift erfolgreich gebraucht; die 
Wirksamkeit des Mittels erfährt aber bei Heufieber allmählich eine Verminderung. 

5. Rud. Hoffmann (Manchen): Zur Lehre der Heufiebertherapie. 

Vortragender kommt zu folgendem Ergebniss: Das Heufieber stellt sich als 
ein Reizzustand der Vasodilatatoren im Bereich des sensiblen Trigeminus, in dessen 
Bahn sie verlaufen, dar, hervorgerufen durch die Irritation der von diesem Nerven 
versorgten Schleimhäute der Nase und des Auges durch Pollentoxin. Das Heu- 
fieber wird in Parallele zu dem Morbus Basedowii gestellt. Prädisponirend wirkt 
die Labilität der Vasomotoren, wie sie auch in Urticaria und Erythemen zum Aus- 
druck kommt, besonders aber die die Vasodilatation begünstigende Hypersecretion 
der Thyreoidea. Empfehlung von Ertract. fluid. Hydrast. canad. (event. aa mit 
Extract. fluid. Seoal. cornut. ) 3 mal täglich 25 Tropfen vor Beginn der Grasblüthe. 

Discassion: 

Thost (Hamburg): Es kann nur ein Serum als Heilmittel gegen Heufieber 
in Betracht kommen, um die Idiosynkrasie zu bekämpfen. Die locale Behandlung 
mass vor der Heufieberzeit vorgenommen werden. 

Avellis (Frankfurt a. M.): Der Weg mit einem Serum ist ein falscher, es 
handelt sich um Ueberempfindlichkeit gegen „artfremdes" Eiweiss, wobei sich die 
Empfindlichkeit des Kranken immer mehr steigert. Empfehlung von Rhinoculin 
in Cremeform. Das Regime ist bei der Behandlung die Hauptsache. 

Krebs (Hildesheim): Echtes Heufieber ist eine seltene Krankheit. Der Heu- 
fieberband ist schuld daran, dass sich die Patienten nicht örtlich, nasal behan- 
deln lassen, wodurch oft Zustände, die als Heuüeber empfunden werden, rasch 
heilen. 

Rad. Hoff mann (München): Die Idiosynkrasie besteht in der Neigung zur 
Vasodilatation in der Nase; die Thyreoidea beeintlusst positiv die Vasodilatation 

XXIV. Jahrg. 4 



- 50 — 

im Bereich des Kopfes und das Heafieber lässt sich durch Thyreoidingaben günstig 
beeinflussen, also wird sich die Rolle der Thyreoidea unter den prädisponirenden 
Momenten nicht in Abrede stellen lassen. 

Hey mann (Berlin): Das Pollantin ist kein durchaas sicheres Mittel. H. 
legt besonderes Gewicht auf die Idiosynkrasie. Locale Behandlung in der heu- 
fieberfreien Zeit cfr. seine vorjährige Publication. 

6. Avellis (Frankfurt): üeber Störungen des Organgefühls für 
das respiratorische Gleichgewicht. 

Das Asthma ist keine Erkrankung der Bronchien oder des Vagus, sondern 
eine Störung des respiratorischen Gleichgewichts, das beim Asthmadisponirten 
leichter aus der geregelten Function gebracht werden kann, als beim Normalen. 
Daher die Ueberempfindliohkeit der Asthmakranken gegen klimatische Einflüsse. 
Als bestes Asthmacoupirungsmittel hat sich ein vom Vortragenden und Dr. 
Ritsert (Frankfurt) hergestelltes Mittel ,,Eupneuma^^ bewährt. Von nasaler Be- 
handlung hat A. selten dauernde Erfolge gesehen. Der Arzt muss als Erzieher 
wirken, am besten ist planmässige Anstaltsbehandlung. A. bespricht ferner die 
hysterischen Respirationsbeschlcünifl^ny en^ ferner den von ihm zuerst beobachteten 
Athemtypus der p Adenoid enkinder"/^f^Qll M£ö/\. 

Discussion: g^^ *^\ 

Thost (Hamburg) fragt aACob ^ftH^U/^fifM^^t^ ^^ Tu ck er 'sehe 
Mittel genau zu analysiren undwierzustenTO. ^^*vIä I 

Avellis (Frankfurt): Da^fticker'sche Mittel istyfch von Eichhorn 
untersucht. Er fand salpetrige SatNi ^j^ ft BWR^fa^^^^ " u'^^ Atropin. A. 
glaubt, dass die salpetrige Säure auf eiSeJ^Tnig^ineingekommen ist, der dem 
Eupneuma sehr ähnlich ist. 

7. Sänger (Magdeburg): Zur Asthmabehandlung. 

1. Demonstirrt einen verbesserten Arzneivergaser nach dem Princip 
seines alten Arzneivergasers. 

2. Zur Asthmatherapie. 

S. berichtet über die mit seiner Athemgymnastik (Manch, med. Wochenschr. 
1904. No. 8) bei 91 Fällen seit dem 1. Januar 1906 erzielten günstigen Erfolge: 
Die Eigenart seiner Behandlung besteht darin, dass sie die verlängerte Ausath- 
mung noch mehr verlängert und abschwächt und zugleich die Einathmung ab- 
schwächt und noch mehr verkürzt. Hierdurch wird 1. die Entleerung der Lungen 
sicherer bewirkt, 2. die Athmungsorgane relativ ruhiggestellt. 

Discussion: 

Imhofer (Prag) weist auf Kuttncr's jüngst erschienenes Werk hin und 
bestätigt, dass ein ursprünglich nasales Asthma nach längerer Dauer einer nasalen 
Behandlung nicht mehr zugänglich wird oder nur vorübergehend gebessert wird. 

Goldsohm i dt (Reichenhall) registrirt mit Freuden die Thatsaohe, dass 
seine vor fast 10 Jahren aufgestellten Ansichten allmählich in die neueren Lehr- 
bücher eingedrungen sind. Avellis' Ansichten entsprechen so ziemlich seinen 
eigenen, er erkennt noch heute das „Asthma psychicum" an, wobei nicht gesagt 



— 51 — 

sei, das jedes Asthma ein ,,Asthiiia psychicam" sei. In den meisten Fällen ist 
das Asthma eine centrale Erkrankang, nicht immer aber beruht es auf Erschütte- 
rung gerade der psychischen Sphäre des Centralsystems. Er rühmt das Eupneuma 
als vorzügliches Palliativmittel. Gegenüber Sänger hält er es für unmöglich, bei 
einer schweren Asthmaattacke die Inspiration abzukürzen und die Exspiration zu 
verlängern. 

Thost (Hamburg) bestätigt die Brüggel mann 'sehe Lehre von den asthma- 
tischen Punkten in der Nase. Finden sich solche Punkte, so eignen sich die Fälle, 
wenn die Nase frei ist, nicht zur nasalen Behandlung. 

Gold Schmidt (Reichenhall) spricht sich gegen die Brüggelmann'sche 
Lehre aus. 

Avellis (Frankfurt): Der Husten bei Sondonberührung in der Nase ist 
thatsäohlich bei Asthmatikern häufiger als bei Gesunden. A; steht auf dem Stand- 
punkt, dass der Arzt persönlich, möglichst in einer Anstalt, die antiasthmatische 
Erziehung des Patienten leiten soll. Die Kunst ist, den Anfall zu verhüten und 
seine Zustände aus dem Gedächtniss auszuschalten. 

Sänger (Schlusswort): S. nimmt auch an, dass das Asthma eine psycho- 
reilectorische Erkrankung ist. EjrVbkibt* aber der Ansicht, dass die Inspiration 
verkürzt und ausserdem noch abgeschwächt werden kann ! Dadurch wird der Cir- 
culus vitiosus durchbrochen, dass die Kranket) um to tiefer einathmen, je stärkere 
Athemnoth sie haben, und dass ^i.e Athemnoth um so mehr zunimmt, je stärker 
eingeathmet wird. ,. ; 

8. Flatau und* Gut^zmann: Die Singstimme des Schulkindes. 

Die Verfasser schildern ihre XFntersuchungstechnik, deren Schwierigkeiten 
und die dabei in Anwendung kommenden Vorsichtsmassregeln. Es folgt eine allge- 
meine statistische üebersicht über 575 Einzeluntersuchungen. Ueber die Qualität 
der Leistung giebt eine besondere Darstellung (Heiserkeitskurve) Auskunft. 
Hierauf Bericht über die sogenannten „Brummer". Eine umfangreiche Dar- 
stellung ist den Grenzwerthen in der Ausdehnung des Organs über den Umfang 
gewidmet; wobei sich eine merkwürdige Praeponderanz des 10. Lebensjahres 
ergiebt. Paedagogisch wichtig ist, dass für das zarte Kindesalter die Berück- 
sichtigung des strengen „realen" Durchschnittes gefordert wird. Die weitere 
Untersuchung gilt denn auch der Frage der Labilität, wobei enorme Schwankungen 
zwischen den kleinsten und den grössten Wertheh zu Tage treten. Es folgt ein 
Vergleich der neuen Ergebnisse mit denen Paulsens. Das Nähere über dio 
laryngoskopischon Befunde findet sich in einer ausführlichen Publicatipn im Archiv 
für Laryngologie. 

Discussion: Imhofer (Prag), Flatau (Berlin). 

Sitzung der Abtheilung 23: Mittwoch, den 18. September 

Vormittags. 
Vorsitzender: Rosenberg (Berlin). 
1. Barth (Leipzig): Kehlkopf-, Nasen- und Ohrenheilkunde sind beim 
Unterrichte, auf wissenschaftlichen Congressen und in der Litteratur grundsätzlich 
gdmeinsam, nicht getrennt zu behandeln: 

4» 



— 52 — 

Die jetzigen Verhältnisse erklären sich aus der historischen Entwicklung 
und aus der unklaren Stellungnahme der Ministerien und Fakultäten. Die beiden 
Disciplinen selbst, der Unterricht, die wissenschaftliche Pflege und die grosse 
Mehrzahl der Aerzte fordern eine Vereinigung. Gegen diese kämpft nur eine 
verschwindende Anzahl von Fachärzten ohne stichhaltige Gründe an. Als einziger 
Grund für die Trennung könnte nur der üeberfluss an Vorträgen bei manchen 
wissenschaftlichen Versammlungen angeführt werden. 

Discussion: 

Kümmel (Heidelberg) ist für Zusammenlegung der beiden Sectionen in 
Naturforscherversammlungen . 

Gm ein der (Halle) im Namen und im Auftrage von Schwarze (Halle) tritt 
entschieden für Trennung der Otologie von den beiden anderen Disciplinen ein. 

K. Hoff mann (Dresden) tritt Kümmel's Meinung bei. 

Gerber (Königsberg) stimmt Kümmel und Hoff mann bei; wünscht, 
dass die Naturforscher- und Aerzteversammlungen alle zwei bis drei Jahre zu- 
sammentreten, damit genügend Themen zur Verhandlung kommen. 

Rosenberg (Berlin) betont, dass, so sehr auch eine zuweit gehende 
Specialisirung zu bedauern ist, die Spaltung in der Medicin die Einzelfach er ge- 
fördert hat, so besonders die Laryngologie. 

Gm ein der (Halle): Die Trennung der Otologie entspringt keinesfalls einer 
gewissen Empfindsamkeit, sondern ist historisch. 

Schlesinger (Dresden) ist für Vereinigung der Otologie und Laryngologie 
und bezieht sich hierbei auf die ehrengerichtliche Gesetzgebung. 

Kays er: Dass Otologie und Laryngologie heutzutage als berechtigte Special- 
fächer anerkannt sind, ist bekannt. Sind auf Naturforscherversammlungen ge- 
nügend viele reine Otologen und reine Laryngologen vorhanden, dass sie zu einer 
selbstständigen ßerathung ausreichen, so mag eine Trennung stattfinden, sonst 
eine für die grosse Mehrheit, die Oto -Laryngologen sind, erwünschte Vereinigung. 

2. R. Panse (Dresden): Demonstration eines mikroskopischen 
Präparates von beginnendem Carcinom eines Stimmbandes. 

3. Blumenfold (Berlin): Adenoide Vegetationen und intrathora- 
cale Drüsen. 

Die intrathoracalon Drüsen können durch eine mit den bekannten physi- 
calischen Untersuchungsmethodou combinirte Röntgendurchleuchtung des Brust- 
korbes nachgewiesen werden. Man wird erkrankte intrathoracale Drüsen be- 
sonders dann vermuthen müssen, wenn Kinder mit adenoiden Wucherungen an 
häufigen Katarrhen der Bronchien leiden und zumal, wenn diese mit meist kurzen 
Fieberanfallen cinhergehenden katarrhalischen Erscheinungen nach gründlicher • 
Entfernung" der Wucherungen und Herstellung der Mundathuuing nicht ver- 
schwinden. In diesen Fällen ist die Ursache der Katarrhe bei den von mir bisher 
Untersuchten in einer Erkrankung der intrathoracalen Drüsen zu finden, ohne dass 
dio Lunge seihst erkrankt sein müsste. Es ist daher die Lehre von dem Einfluss 
der Mundalhnuing- auf die Entstehung dieser Bronchial katarrhe zu revidiren und 



— 53 — 

ein solcher Zusammen hang nur da anzunehmen, wo unter Zuhülfenahme des 
Röntgen Verfahrens eine andere Ursache auszuschliessen ist. Für die Prognose ist 
der positive Ausfall um so wichtiger, da es sich bei den nachweisbaren intra- 
thoracalen Drüsen vorwiegend um entzündliche Neubildungen bezüglich Ver- 
käsungen handelt. Eine Allgemeinbehandlung, die diese Vorgänge berücksichtigt, 
ist selbstverständlich erforderlich. 

4. A. Rosenbörg (Berlin): Ueber kalten Abscess des Kehl- 
kopfes. 

Acute Abscesse des Kehlkopfes, und eigentlich sind nur solche beobachtet, 
wenn man von tuberculösen und perichondritischen Abscessen absieht, gehen mit 
Fieber, Schmerzen, eventuell auch mit Larynxstenose einher, auch wenn sie einen 
langsamen, mehr chronischen Verlauf zeigen und entwickeln sich mit Vorliebe an 
Stellen, wo lockeres submucöses Gewebe sich iindet. Am Stimmbande sind sie 
daher selten, wenn sie dort auftreten, an der unteren Fläche; an dem eigentlichen 
Körper sind Abscesse bisher überhaupt kaum beobachtet. Ich habe bei einem 
58jährigen Fabrikbesitzer nach oder während einer acuten heftigen Gastroenteritis 
an der oberen Fläche des linken Stimmbandes einen grossen subepithelialen 
Abscess auftreten sehen, der, abgesehen von einer unbedeutenden Heiserkeit, 
absolut symptomlos sich entwickelte und verlief und durch eine einmalige Incision 
geheilt wurde. Wahrscheinlich hat bei dem stürmischen Erbrechen des Patienten 
in der Pars libera des Stimmbandes, die ja zahlreiche Blutgefässe aufweist, eine 
Blutung unter das Epithel stattgefunden und aus dem so entstandenen Hämatom 
hat sich ein Abscess entwickelt. 

(Ausführlich publicirt in den Verhandlungen der Deutschen laryngologischen 
Gesellschaft.) 

Discussion: 

Imhofer (Prag) stimmt Rosenberg's Ansicht bezüglich der primären 
Hämatombildung bei und verweist auf seine im Archiv für Laryngologie er- 
schienenen Beobachtungen über Hämatome, die er besonders bei Sängern be- 
obachtet hat. 

Goldschmidt (Berlin) hat zweimal umschriebene Hämorrhagien der 
Stimmbänder gesehen. 

Max Mann (Dresden) berichtet von zwei Fällen, wo blau-schwarze kleine 
Tumoren der Stimmbänder papillomatösen Bau mit reichlichem Blutpigment 
zeigen, also jedenfalls auch aus subepithelialen Hämorrhagien entstanden waren. 

Rosenberg: Schlusswort. 

5. Walter Albrecht (Berlin): Ueber die Bedeutung der Röntgeno- 
graphie der nasalen Nebenhöhleneiterungen. 

Der Vortragende hat Aufnahmen in der von Gold mann und Killian an- 
gegebenen Art hergestellt, nur mit dem Unterschied, dass er halbweiche bis 
harte P*öhren verwendete und die Expositionszeit bei Anwendung starker Ströme 
2Y2— ^ Minuten betrug. Auf diese Art wurden 36 Skiagramme bei Patienten und 
20 Aufnahmen an der Leiche hergestellt, sodass der Vortragende über ein Material 



~ 54 — 

von 56 Aufnahmen verfügt. Aasserdem hat er beim Cadaver bei der 1. Aufnahme 
in klare Kieferhöhlen Eiter eingespritzt und dann wieder skiagraphirt und dabei 
gefunden, dass die Verdunklung der erkrankten Höhle in erster Linie auf 
Kosten des Eiters zu setzen ißt. 

Bei langdauernden Empyemen kann die Verdunklung auch duroh Granu- 
lationen und Infiltration der Schleimhaut bedingt sein. Das Resultat ist folgendes: 
Für die Diagnose der Erkrankung der vorderen Siebbeinzellen ist die Methode 
als absolut beweisend zu bezeichnen. 

Für die Stirnhöhle kam der Vortragende zu dem Resultat, dass sich ein 
Katarrh mit Schwellung und Infiltration der Schleimhaut nicht wiedergiebt. Für 
das Empyem kam er zu der Ansicht, dass auf das Skiagramm allein eine Diagnose 
mit Sicherheit nicht gestellt werden kann, dass wir jedoch im Röntgenbild einen 
diagnostischen Factor besitzen in den Fällen, in welchen auch andere Momente 
für ein Empyem der Stirnhöhle sprechen. Für die Kieferhöhle ist trotz der Zu- 
verlässigkeit des Skiagramms die Röntgenographie wichtiger für die Diagnose von 
Tumoren speciell deren Operabilität, als für die Diagnose der Empyeme, da wir 
in der Probespülung und der Durchleuchtung mit der Heryng 'sehen Lampe für 
diese Höhle, dank ihrer Lage, zuverlässige Mittel besitzen. 

Discussion: 

Friedrich (Kiel) bestätigt, dass die Skiagraphie für die Diagnose der Stirn- 
höhleneiterungen nicht einwandsfreie Bilder giebt. Bei Eiterungen, die mit 
starken Granulationsbildungen einhergehen, kann eine solche Verdunklung ein- 
treten, dass Tumoren der Höhle, ihrer vorderen Knochenwand oder dergleichen 
vorgetäuscht werden. 

Albrecht (Berlin) bestätigt die Ausführungen Friedrich' s. 

R. Hoff mann (Dresden) hat sich bei seinen Ausführungen über den Werth 
der Röntgenstrahlen für die Diagnose der Stirnhöhleneiterungen auf die Unter- 
suchungen Killian's und Goldmann's gestützt. Eigene Erfahrungen hat der- 
selbe nur in beschränktem Maasse. 

Gerber (Königsberg) hat im Anschluss an seinen Vortrag bereits Röntgen- 
aufnahmen gezeigt, aus denen deren Werth als diagnostisches Hülfsmittel zu er- 
kennen war. Am Kiefer kann dieses auch für die Differentialdiagnose zwischen 
Kiefercysten und Kieferempyemen ausgezeichnet verwerthet werden. Tumoren 
können im Röntgenbild dieselben Veränderungen hervorbringen wie Eiterungen. 

Theodor Barth (Dresden): Die Hyperämie ist bei der Deutung von 
Röntgenaufnahmen zu berücksichtigen, sie ist öfters als Grund für die Verdunklung 
anzusprechen. 

Albrecht erklärt im Schlusswort, dass er die Hyperämie nicht für so be- 
deutungsvoll für die Schattenbildung auf dem Skiagramm hält, dass vielmehr 
auch bei der durch Schleimhautveränderungen bedingten Verschleierung diese 
mehr auf Kosten der Schwellung und Infiltration als der Hyperämie zu setzen ist. 

6. Imhofer (Prag): Musikalisches Gehör bei Schwachsinnigen. 
Im hofer untersuchte 70 Zöglinge der Prager Erziehungsanstalt für Schwach- 
sinnige ^Ernestiuum^ bezüglich ihres musikalischen Gehörs und kam zu dem 



— 55 — 

Resultate, dass bei der Mehrzahl der Idioten der Musiksinn sehr gut ausgeprägt 
ist. Zum mindesten äussert sich dieses musikalische Gefühl durch Aufmerksam- 
keit gegenüber der Musik, durch rhythmische Bewegungen etc. Nur spielt auch 
bei der musikalischen Bethätigung des Idioten die den Oto-Rhinologen wohl- 
bekannte Aprosexie eine grosse Rolle, insofern als bei richtig begonnenen Melodien 
bald die Tonhöhen folge verloren gebt und nur der Rhythmus übrig bleibt, der 
schliesslich ebenfalls schwinden kann. Auch Schwerhörigkeit im physiologischen 
Sinne kann, wie es auch für den normalen Menschen bekannt ist, das musikalische 
Gehör vollkommen intact lassen. Der Stimmumfang des Schwachsinnigen ist 
herabgesetzt. Vortragender constatirte, dass seine Befunde bei Schwachsinnigen 
bezuglich der Tenacität des Rhythmus gegenüber pathologischen Einflüssen mit 
den Ton Alt („Melodientaubheit und musikalisches Falsohhören^') niedergelegten 
Erfahrungen übereinstimmen. Schliesslich empfiehlt er, ohne der Musik den ihr 
falschlich beigelegten heilenden Einfluss auf Psychosen zusehreiben zu wollen, 
intensive Pflege der Musik in Idiotenanstalten und lässt die Möglichkeit offen, 
manchen Schwachsinnigen auf diesem Wege eine Erwerbsmöglichkeit zu schaffen. 

Discussion: 

Gutzmann (Berlin): Es giebt versatile Idioten, bei denen besonders musi- 
kalische Eindrücke mit starker Rhythmik so lebhafte und automatische Bewegungen 
auslösen, dass die Kinder in grösste Aufregung gerathen. Andererseits kann in 
manchen Fällen an einer beruhigenden Wirkung der Musik nicht gezweifelt werden. 
G. ist für Individualisirung bezüglich der Anwendung der Musik für die Erziehung 
der Idioten. 

Goldschmidt (Reichenhall) hat die Bemerkung gemacht, dass eine gewisse 
musikalische Stumpfheit auf einen gewissen Grad von geistiger Minderwerthigkeit 
schliessen lässt. 

Imhofer (Schlusswort): J. verweist bezüglich Gutzmann 's Einwänden 
auf eine Beobachtung, von beruhigendem Einfluss der Musik bei einem versatilen 
Idioten. Gegenüber Goldschmidt betont er noch einmal das Zusammentreffen 
geringer geistiger Begabung mit auffallendem musikalischen Sinne. 

7. Gutzmann (Berlin): Zur Behandlung der Mundathmung. 

Vortragender schlägt eine active Uebung der durch das chronische Offen- 
halten des Mundes auch nach Beseitigung des Hindernisses der Nasenathmung 
bestehenden schwachen Sohliessmuskulatur des Mundes vor. Hierzu benutzt er 
kleine runde Stifte ans Hartgummi mit aufgesteckten Plättchen, welche hin- und 
hergesohoben werden können. Die Stifte müssen mit der Mitte der Lippen gefasst 
und längere Zeit in horizontaler Lage gehalten werden. Die kleinen Plättchen 
oder Scheiben, die auf dem Stift hin- und hergeschoben werden können, sind 
dazu angebracht, dass das Gewicht des zu haltenden Stabes verändert werden 
kann. Es ist klar, dass je näher die Scheibe den den Stift haltenden Lippen liegt, 
desto geringer die Anstrengung des Lippenschlusses und umgekehrt ist. Vor- 
tragender hat gute Resultate durch sein üebungsverfahren gesehen, besonders 
auch bei einigen schwachsinnigen Kindern, bei denen die Unterlippe weit herab- 
gehangen hatte. Nicht nur der Lippenschluss wurde erzeugt, auch die Lippen 



— 56 — 

warden schliesslich dünner, so dass die Gesichter verschönt wurden. Die 
Uebungen werden mehrere Male täglich vorgenommen, jedesmal in einer Sitzung 
von ungefähr 10—15 Minuten. 

8. R. Hoffmann (Dresden): Osteoplastische Operationen bei 
chronischen Stirnhöhleneitorungen mit Krankenvorstellung. 

R. Hoff mann demonstrirt eine Reihe von Kranken, die vor längerer Zeit 
wegen chronischer Stirnhöhleneiterung osteoplastisch operirt wurden. Derselbe 
weist darauf hin, dass das Verfahren nicht anwendbar ist bei cerebralen und 
orbitalen Complicationen , sowie wenn die Stirnhöhle einen ausgesprochenen 
orbitalen Recessus hat. Die kosmetischen Resultate der Fälle sind ausgezeichnet, 
die Narbe auch auf kurze Distanz nicht sichtbar und auch palpatorisch kaum nach- 
zuweisen. 

Discussion: 

Löwe (Berlin) betont, dass es nicht angängig sei, bei Stirnhöhlen mit sehr 
ausgedehnten Recessen den Stirnhöhlenboden wegzunehmen, weil man da den 
Orbitalinhalt nicht in toto vom Orbitaldach abzudrängen vermöge. 

9. Kuhn (Cassel): Weiteres zur peroralen Tubage mit Demon- 
strationen. 

Für den Laryngologen kommt das Verfahren in Frage: 

1. Zunächst für alle grösseren und blutigeren Operationen in Narkose auf 
dem Gebiete der Nasenchirurgie. 

2. Für alle Höhlenchirurgie am Oberkiefer, Siebbein, Keilbein, sofern in 
Narkose operirt wird. 

3. Für die Rachenchirurgie, wie Redner bereits in Heidelberg dargelegt hat. 
Zu alledem kommt als ein grosses Hauptcapitel nocli ein Grenzgebiet zwischen 

Laryngologie und Chirurgie, das ist das Gebiet der Mundbodenohirurgie, ein- 
schliessend die Chirurgie des Zungengrundes, der Epiglottis, der Tonsillen. Be- 
kanntlich vermögen bei malignen Erkrankungen dieser Gebiete nur sehr umfang- 
reiche Eingriffe, vor allem mit Einschluss aller Drüsen etwas Erkleckliches, 
Dauerhaftes zu leisten. Durch den Mund sind diese selten ausreichend ausfuhrbar; 
besser sind die Verfahren durch den Unterkiefer oder unterhalb desselben. Mag 
man nun nach Langenbeck oder Kocher, Bergmann oder subhyoidal vor- 
gehen, stets ist die perorale Intubation ein grosser Vortheil, denn in jedem Falle 

1. erleichtert sie in hohem Maasse die Narkose, vereinfacht sie und lässt sie 
continuirlich werden; 

2. lässt sie allen Lagewechsel, hängenden Kopf etc. entbehren, vereinfacht 
also abermals das Vorgehen; 

3. bietet alle Garantien für die Vermeidung der Blutaspiration; 

4. durch die Ungenirtheit des Vorgehens und die Ruhe des Operateurs giebt 
sie dem Operateur eine gute üebersicht über das Operationsterrain; 

5. dabei gestattet sie, in Folge der Auseinanderziehbarkeit der Theile mit 
viel geringerer Verletzung von Nachbarorganen durchzukommen als die Vor- 
operationen weniger eingreifend zu gestalten. 



— 57 - 

6. Infolgedessen ist auch die Nach behandlang leichter, der Schluckact besser, 
die Expectoration leichter. 

Die perorale Intubation dürfte am ehesten bei einem subhyoidalen Vorgehen 
zu entbehren sein (Langenbeck, Gluck). Bei der Larynxexstirpation (Gluck) 
kommt sie nicht in Frage. 

Discussion: 

Imhofer (Prag) fragt an, ob nicht gelegentlich der Tubage Decubitus ein- 
treten könne, was Kuhn verneint. 

Rosenberg (Berlin) schliesst sich Kuhn an. 

Max Blann (Dresden): Wie verhält sich der Tubus beim Erbrechen? 

Kuhn: Erbrechen wird durch die Intubation unterdrückt (Schluss der Kima 
glottidis). 

R. Hoffman n (Dresden) fragt an, ob die Nachwirkungen nach dieser Me- 
thode mildere sind. 

Kuhn: Die Narkose ist nach Tubage leichter, kleine Mengen Chloroform 
reichen aus. 

Kuhn: Sohlusswort. 

Sitzung vom 18. September, Nachmittags Yg^ ^^^' 
Vorsitzender: Gerber (Königsberg). 

1. Imhofer (Prag): Demonstration eines Tumor cavernosus des 
Stimmbandes im Anschluss an die Vormittags-Discussion Rosenberg (Berlin) 

2. Scherer (Bromberg): Salzsäuremangel bei Nebenhöhleneite 
rung. 

Da über den Zusammenhang zwischen Nebenhöhleneiterungen und organi 
sehen Erkrankungen des Magens in der Literatur wenig Positives zu finden ist, 
berichtet Vortragender über folgende Fälle: Bei einem jungen Mädchen bestand 
eine chronische Kieferhöhleneiterung, daneben viel Magenbeschwerden. Die ge- 
naue Untersuchung des Mageninhaltes ergab vollständiges Fehlen freier Salzsäure 
reichlich Milchsäure, wenig Buttersäure, daneben verschiedene Fäulnissbakterien 
und Gährungserreger. Die krankhatten Magenbefunde und subjecliven Beschwer- 
den verschwanden nach Behandlung der Kieferhöh lenerkrankung dauernd. In 
einem Falle von Ozaena, wo ebenfalls Fehlen freier Salzsäure und reichliche 
Milchsäure festgestellt wurde, brachten entsprechende Diät und regelmässige 
Magenspülungen keine Besserung. Die Zustimmung zu einer gründlichen Behand- 
lung des Nasenleidens, die wohl zu einer Beseitigung des Magenleidens geführt 
haben würde, wurde von der Patientin nicht gegeben. Vortragender fordert zu 
weiteren Beobachtungen auf. 

Discussion: Rosenberg (Berlin) weist auf die allgemein bekannte That- 
sacbe hin, dass durch Verschlucken von Eiter bei Naseneiterungen Verdauungs- 
störungen verursacht werden, worauf auch im Boas 'sehen Archiv für Verdauungs- 
krankheiten Tr eitel aufmerksam gemacht hat. 



— 58 — 

3. Kügler (Sfehweidnitz): Zur Behandlung der chronischen Ober- 
kiefereiterung. 

Vortragender demonstrirt ein von ihm construirtes Instrument, Vereinigung 
von Stanze und Troikar, mit welchem leicht in der lateralen Nasenwand des un- 
teren Nasenganges ein beliebig grosses Loch angelegt werden kann. Das Instru- 
ment soll anderen Orts näher beschrieben werden. 

Discussion: 

Krebs ist für Ausspülung des Kieferhöhle von der natürlichen Mündung. 

R. Hoffmann (Dresden): Bei Kieferhöhleneiterung zunächst Entfernung der 
cariösen Zähne und Function vom unteren Nasengange. Heilt die Kieferhöhle so 
nicht auS) dann Freilegung der Höhle intranasal im unteren Nasengange, wenn 
dies keinen Erfolg hat, dann Hadicaloperation nach Denker mit Entfernung der 
Schleimhaut, aber Erhaltung der unteren Muschel. 

Rosen borg (Berlin) empfiehlt Operation vom unteren Nasengange mitMeissel 
und Hammer. 

Gerber (Königsberg) bevorzugt den mittleren Nasengang zur Function der 
Kieferhöhle und empfiehlt bei Radicaloperation völlige Entfernung der Neben- 
höhlenschleimhaut. 

Imhofer (Frag) weist bei Function vom mittleren Nasengang auf die Mög- 
lichkeit der Verletzung der Orbita (Hajek) hin. 

4. R. Fanse (Dresden): a) Erklärung von Instrumenten. 

1. Ein leicht am Stirnspiegel anzubringendes und mit einem Handgriff 
wieder zu entfernendes Aluminiumschutzbleoh gegen Aushusten und Spucken. 

2. Sterilisirbare Ansätze an Fulverbläser für Nase und Hals. 

3. Einen Trichter für Narkose durch die Nase bei Gesichtsoperationen. 

4. Eine Verbindung von Gottstein's und Beckmann 's Ringmesser. 

b) üeber Nasenspülungen: 

Vortragender lässt Nasenspülungen derart machen, dass ein gewöhnliches 
Wasserglas gefüllt an ein Nasenloch gesetzt und durch leichtes Rückwärtsneigen 
der Inhalt eingegossen wird. Da kein Druck vorhanden, ist kein Eindringen des 
Wassers in die Tube zu befürchten. Laues Salz- bis allmählich kaltes Wasser 
bringt einfache Muschelschwellungen zum Schwinden. Beifügung von Natron und 
Brunnensalzen bei Borkenbildung. 

Discussion: 

Barth (Leipzig) empfiehlt Gurgelungen des Nasenrachenraumes. 

Rosenberg ist für Anwendung der Clysopompe zum Ablösen von Borken. 

Blumenfeld verwirft Nasenspülungen. 

Kays er trägt Bedenken gegen die Erklärung Fanse 's, die Nasenschleim- 
haut wie die Haut durch kaltes Wasser abzuhärten, da die Nasenschleimhaut gegen 
Temperaturreize anders als die Haut reagirt. 



— 59 — 

Imhofer weist- aaf heisse Nasenspülungen hin (s. Annales des maladies des 
oreilles). 

P a n s e : Schluss wort. 

5. Gutzmann (Berlin): lieber normale und pathologische Sprach- 
accente. 

Man unterscheidet gewöhnlich drei Accente: den musikalischen, den dyna- 
mischen und den zeitlichen. Der Vortragende bespricht die verschiedenen Ver- 
fahren der Aufnahme dieser drei Accente in der normalen Sprache sowohl wie bei 
den verschiedenen Sprachstörungen. Während die durchschnittliche Sprechton- 
höhe bei erwachsenen Männern von A bis e, bei Frauen und Kindern von a bis e' 
reicht, umfasst der musikalische Aocent der gewöhnlichen ruhigen Sprechweise 
nur eine Terz, ab und zu eine Quart, manchmal eine Quint. Sowohl die durch- 
schnittliche Sprechtonhöhe wie die Cadenzen werden ausserordentlich erhöht bei 
allen spastischen Störungen der Sprache und Stimme; nur bei Gaumenspalten 
findet man eine Vertiefung. Der dynamische Accent wird schwer mittels unsres 
Gehörs beurtheilt. Objeotive Messungen sind hier zuverlässiger, allerdings sind 
die direoten Messungen der Stimmstärke sehr umständlich und der Vortragende 
schlägt vor, sich vorwiegend auf die Messung der Bewegungen an den verschiedenen 
Stellen des Articulationsrohres, nach seinen Beobachtungen den Stimmstärken be- 
sonders entsprechenden (Kehlkopf bewegung) zu beschränken. Auch hier zeigt sich 
bei den spastischen Sprachstörungen gewöhnlich eine bedeutende Vergrösserung 
des dynamischen Accentes. 

Endlich ist der zeitliche Accent bisher noch wenig Gegenstand der syste- 
matischen Untersuchung gewesen. Das Verhältniss von Vokal zu Konsonant ist 
jedenfalls so, dass der Vokal überwiegt. Bei pathologischen Verhältnissen treten 
bestimmte Veränderungen dieser zeitlichen Verhältnisse ein, so beim Stottern eine 
Verschiebung zu Gunsten der konsonantischen Elemente. 

Zum Schluss hebt der Verfasser hervor, wie aus der sorgsamen, besonders 
der graphischen Untersuchung sich nicht nur ganz bestimmte leicht ersichtliche 
Indicationen für die Therapie der Stimm- und Sprachstörungen ergeben, sondern 
wie sich auch mittels derselben eine ständige Controle des erzielten therapeutischen 
Effectes bewirken lässt. 

Discussion: Barth (Leipzig). 

6. Gutzmann: Zur Diagnose und Therapie der Sigmatismen. 

Vortragender bespricht zunächst kurz die Bildung der normalen S-Laute, um 
sodann zu den verschiedenen Formen des Lispeins (Sigmatismus) überzugehen. 
Ausser den bekannten Formen beobachtete er zwei weitere: eine, bei der die Zungen- 
spitze zu weit nach hinten gelegt wird und anstatt des „S^ eine Art „Seh" gehört 
wird: Sigm. retrodentalis und eine, bei welcher der vordere Zungenrand dicht an 
die geschlossenen Zahnreihen herangedrückt wird. Der akustische Effect ist in dem 
letzteren Falle derselbe -wie beim gewöhnlichen Lispeln (Sigm. interdentalis). Nur 
die genauere Diagnose der einzelnen Lispelformen giebt die Möglichkeit einer er- 
folgreichen Behandlung. Zur Diagnose benutzt G. einerseits die Prüfung der 



— 60 — 

Luftstromrichtung und -stärke bei der Aussprache der S-Laute, andererseits ge- 
wisse Färbmethoden. Er färbt den Gaumen mit Ultramarinblau, das bei der Aus- 
sprache des S an den Stellen von der Zungenoberfläche aufgenommen wird, wo 
diese den Gaumen berührt. Daraus beurtheilt er die Zungenlage. Zur Behandlung 
verwendet er verschiedene dem Einzelfalle entsprechend gekrümmte Sonden. 



c) Gegelhohaft sächsiBch-thUriDgiBctaer Kehlkopf- und Ohrenftrzte zv Leipzig. 

Sitzung am 4. Mai 1907. 

1. Trautmann demonstrirt einen Fall von Lähmung des linken Muse, 
posticus laryngis, des weichen Gaumens und der Kachenwand, auf 
der gleichen Seite, ohne bekannte Ursache plötzlich entstanden und ohne Behand- 
lung in 3 Wochen wieder geheilt. Es bestand gleichzeitig eine subacute Mittel- 
ohreiterung ohne Complioation. Sensibilität des Rachens und Kehlkopfes herab- 
gesetzt, geringe Schmerzen an der linken Halsseite. Nervenstatus und Augen- 
hintergrund ohne Besonderheiten; Puls und Athmung normal. T. hält die 
Pürkrankung für eine Neuritis n. vagi, das Zusammentreffen mit der Mittelohr- 
eiterung als zufällig. 

2. Lauff's zeigt zwei Falle von stürmisch einsetzender Stirnböhlen- 
oiterung, welche der Klinik zur Operation zugewiesen waren, bei welchem aber 
die endoiiasale Behandlung genügte. In dem einen bestand Fieber bis 38,4^, sehr 
starke Schmerzen, Periostitis der facialen und orbitalen Stirnbeinwand, hoch- 
gradiges Oedem des oberen Augenlides und Exophthalmus. Heilung nach drei 
Wochen unter täglichen Ausspülungen. Ausserdem Vorstellung eines Mannes mit 
anfallsweise auftretendem hysterischen Spasmus laryngis bei gleichzeitiger chro- 
nischer Laryngitis, bei welchem anderwärts schon die Ausführung der Tracheo- 
tomie beabsichtigt war. Barth. 



VI. Briefkasten. 

PersoDaliiachricliteD. 

Prof. 0. Chiari (Wien) ist zum k. k. Hofrath ernannt worden. 



Eine Stilblflthe. 

Dem Katalog eines medicioischen Buchhändlers entnehmen wir folgendes 
köstliche Stilpröbcben: 

„Wir kaufen jederzeit laryiigologische und otologische Zeitschriften, Mono- 
grajphien, sowie auch alle anderen medicinischen Specialgebiete (!) zu angemessenen 
Preisen.** 



Druck von L. Schomacbex io Berlin N. 2i. 



Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, ßhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 



Jahrgang XXIT. Berlin, Februar. 1908. So. 2. 



L Referate. 

a. Allgemeines, obere Luftwege, Medicamente. 

1) A. SchSnemann (Bern). Bericht Uer die Tkättgkeit meiies ete-rUae« 
bmrBiologbekeii Privatambnlateriams ?em 1. Octeber MOB Ms 1. April 1907 
■it amehliesienden klinitck-caiiittisclieii Betracktaagen. Mit i Abbildg. 

MtmaUschr, f, Ohrenheilkunde etc. Heft 7, 1907. 

Bericht aber einen Fall von „Meningitis cerebrospinalis puralenta nach Ade- 
notomie, Exitus letalis" bei einem 11 jährigen Knaben. Die Ursache der Meningitis 
konnte nicht nachgewiesen werden, die ersten meningitischen Erscheinungen traten 
14 Tage nach der Adenotomie auf; Autopsie wurde nicht gestattet. 

Die übrigen kasuistischen Mittheilungen sind otologischer Natur, hbcht. 

2) Charles Graef. Billige den Practtker iatereasirende Paakte bei Hals«, 
laaea- aad Ohrenalecttenen der Kinder. (Seme peints in ear, neae and 
threat cendittena in children of interest to general praetittenera.) N. Y. 

Medical Journal 27. Juli 1907. 

Verf. bespricht den Einfluss acuter Rhinitis und adenoider Vegetationen auf 
die Entstehung acuter Mittelohrentzündungen. Er stellt die Behauptung auf, 
dass für die Aetiologie der adenoiden Wucherungen das Saugen des Kindes an 
Gummipfropfen in Betracht komme: es entstände eine Deformität des nasalen und 
pharyngealen Raumes und ein partielles Vacuum, das die Natur auszufüllen 
strebe (I) Er bespricht ferner die Mandelbyperplasie, den spastischen Croup und 
die Fremdkörper der Nase. lefferts. 

3) Sendziak (Warschau). Ueber den Znsanimenhang ven StOmngen in den 
eberen Luftwegen mit Krankkeiten den Gircnlatiensapparates. Med. Klinik. 

No. 10. 1907. 

Interessante Abhandlungen der einschlägigen Verhältnisse. Seifert. 

4) Hnber« Fall venLnpoH der eberen Luftwege. Orvosi Setüap. No. i. 1907. 

Weicher Gaumen, Uvula, Gaumenbogen, Rachen voll von Lupusknötchen. 
Epiglottis himbeerartig, stark geschwollen. Valleculae und Sinus piriformes voller 
Lupusknötchen. v. XAVHATiTi. 

Jahrg. XXIV. 5 



-< 62 — 

5) Wolters (Rostock). Die leilmig etnei Pallei Yoa prinlrer, aseeiüreider 
ScUeindianttiibercidose der oberen Luftwege durch lod und QieekgUbor. 

Dermatdog. Zeitschr, XIV. 9. 1907, 

Eine 33jäbrige Frau mit Tuberculose des Schlundes und des Kehlkopfes 
konnte darch interne Jodkali-Medication und Hg-salicyl.-Injectionen ohne jede 
Localtherapie geheilt werden. Die Diagnose auf Tuberculose wurde durch das 
Thierexperiment (Theile der Epiglottis Meerschweinchen intraperitoneal geimpft); 
sowie durch die histologische Untersuchung excidirter Stücke der Epiglottis sicher 

gestellt. SKIFERT. 

6) K. Grflnberg (Rostock). Znr lod- lud Qnocksllberbokandlmig der Taber- 
onloae in läse, Schlund nnd Kehlkopf. Münchm. med. Wochenschr. No. 34. 

1907 und N. Y. Medical Journal. 14. September 1907. 

Bezugnehmend auf seine frühere Mittheilung, in der er den curativen Ein- 
fluss des Jodkaliums auf die primäre Tuberculose der oberen Luftwege an einer 
Reihe Fälle der Körn er 'sehen Klinik berichtete, schildert Autor ,.einen Fall von 
absolut sicherer schwerer Tuberculose des Gaumens, des Pharynx und namentlich 
des Kehlkopfs . ., bei dem die Hg- Behandlung einen geradezu überraschenden Ein- 
fluss ergab ^. Unter eingehender Erörterung der einschlägigen Literatur, nament- 
lich der Beobachtung ?on Avelino Martin kommt G. zu dem Schlüsse, dass wir 
„endlich mit der Anschauung brechen müssen, dass die Lues die alleinige Domäne 
für die Jk.-Hg-Therapie abgebe^^ und zugestehen müssen, „dass es auch tubercu- 
lose Processe gebe, welche durch die gleichen Mittel günstig beeinflusst und zur 
Heilung geführt werden können". hrcht. 

7) Gustay Spiess (Frankfurt a. M.). Die theraponUscho Torwondnng deg ne- 
gativen Drnckg (Bangwirknng) bei der Bekandlnng der trockenen nnd atrophi- 
gcken Eatarrke der laae nnd den Rachens. FraenkeCs Archiv f. Laryngdogie 

Bd. 17. 8. 179. 

Spiess hat einen besonderen Apparat construirt — eine kleine durch einen 
Elektromotor betriebene Luftpumpe, die an ihrem unteren Ende durch einen Drei- 
wegehahn in drei Rohransätze endigt— mit welchem er an jeder Stelle der Nasen - 
und Rachenschleimhaut eine in ihrer Intensität abstufbare Saugwirkung ausüben 
könne. Die trockene Schleimhaut erscheint nach dem Ansaugen intensiv roth, 
feucht und glänzend ; die Wirkung hält erst nur einige Stunden, bei öfterer Wie- 
derholung Tage lang an, um schliesslich in Dauerheilung überzugehen. — Spiess 
empfiehlt seinen Apparat auch bei Erkrankungen der Nebenhöhlen zur Ansaugung 
etwa vorhandenen Secretes als diagnostisches Hilfsmittel. p. klemperer. 

8) p. Hellat. Warmo als Heilmittel bei Ohren-, Hasen- nnd Kehlkopfkrank- 
hotten. (Teplo kak lotschobnolo sredstwo pri nschnich, nosowlch i gorlewiok 

bolCSnJdch.) Nowoje w Medizine. No. 10. 1907. 

Vortrag, gehalten zum X. Pirogow-Congress. Kurz im Sitzungsberichte 
referlrt. p. hellat. 



— 63 — 

9) Frledmaim (MüDchen). Ktllarfol «id 80&ie Aiweiidiiiif bei Obren-, lasei- 

ni lalseAnudnuigei, Munch. med. Wochenschr, No, 41, 1907, 

In 1— 5proc. Lösung ist Kollargol ein vorzügliches Mittel za Pinselangen 
oder Injectionen bei den acuten und chronischen Affectionen der oberen Luftwege. 
Autor empfielt das Kollargol als vorzüglichen Ersatz des Höllensteins; neben seinen 
antiseptisohen Fähigkeiten wirkt es anämisirend und schmerzlindernd. Auch bei 
Affectionen der Nasennebenhöhlen hat es sich nach Verf. vielfach bewährt. 

HBCHT. 

10) Rudolf Emraerlcb (MüDchen). Me PTocyanase ab Propbylacttem ud Heil- 
mittel bei besUwBteB tafeeüeasknuikbeiten. Mü i Ahbiid. und 4 Curven. 

Munch. med. Wochenschr. No. 45 u. 46. 1907, 

Die Pyocyanase, ein in Pyocyaneus-Cuituren gebildetes bakteriologisches 
Enzym lässt sich in bakterienfreier, concentrirter Lösung gewinnen und besitzt die 
Fähigkeit, eine grosse Reihe der verschiedenartigsten Bacillen, darunter auch den 
Diphtheriebacillus, in grossen Mengen und in kurzer Zeit abzutödten und aufzu- 
lösen. Die mit Pyocyanase vorgenommenen Versuche brachten in therapeutischer 
und prophylactischer Richtung bei der Diphtherie überraschende Erfolge. Die 
gleiche Wirkung wie dem Diphtheriebacillus gegenüber entfaltet die Pyocanase 
auch auf Strepto- und Staphylokokken, so dass — als Vorzug vor dem Diphtherie- 
serum — auch die schweren, septischen Diphtherien durch sie äusserst günstig 
beeinilusst werden. Ausserdem entfaltet das proteolytische Enzym der Pyocya- 
Daselösung eine membranauflösende, trypsinähnliche Wirkung, sodann zeigt sich 
noch eine specifische, die Restitution der Schleimhaut unterstützende, vielleicht 
chemotactische Heilwirkung. In mehreren Kapiteln berichtet Autor über seine 
Versuche und Erfolge, die durch Pfaundler, Zuelzer und Escherich nachge- 
prüft wurden, und deren Resultate gleichfalls in der Arbeit mitgetheilt und er- 
örtert werden. Die einzelnen Kapitel behandeln: 1. ^Die Behandlung der Diph- 
therie mit Pyocyanase", 2. „Die experimentellen Grundlagen der Pyocyanasebe- 
handlung der Diphtherie^^, 3. „Die Methode der Pyocyanasebehandlung der 
Diphtherie^^ und 4. Eingehender Bericht und epikritische Würdigung einer grösseren 
Reihe von Krankengeschichten, deren Studium den erstaunlichen Erfolg der neuen 
Emmerich 'sehen Therapie vor Augen führt. Die therapeutische Verwerthung der 
Pyocyanase geschieht durch mehrmals im Tage zu wiederholendes Aufsprayen 
der Pyocyanase-Lösung auf die erkrankten Theile, in der Zwischenzeit eventuell 
auch Gargelungen mit Pyocyanase-Lösung. Bezüglich weiterer Details der inter- 
essanten Arbeit muss auf das Original verwiesen werden. hecht. 

11) Weiamaiin (Liodenfeis). Peber Tenacbe Bit Feraaniattablettea. Aerdi. 

Rundschau. No. 44. 1907. 

Die klinischen Beobachtungen des Autors zeigen, dass Formamint sich bei 
infectiösen Erkrankungen der Mund- und Rachenhöhle als durchaus brauchbares 
Mittel erweist. Seifert. 

5* 



— 64 — 

12) F. E. Miller. Localanlithesle bei lasen- und Okreieperaüeiieii. (Local 
aneiUtesia fer nasal and anral eperattons.) N, Y. Medicat Record. 9. März 

1907, 

Nichts wesentlich Neues enthaltende Angaben über Cocain- Adrenalin- An- 
ästhesie. LKPFERTS. 

13) Bonaln. liscknng KT Lecalaulstliesie bei Operationen am Ohr, läse nnd 
Kehlkopf. (lixtnre fer predneing local anaesthesia for Operations on the 

ear, noSO and larynz.) N. r. Medical Journal. 24. August 190?. 

B. hat im Jahre 1898 zur Anästhesirung des Trommelfells eine Combination 
empfohlen, bestehend aus gleichen Theilen crystallisirten Menthols, Cocain, hydro- 
chlor. und reiner weisser Carbolsäure. Werden diese zusammen in einem Mörser 
gerieben, so giebt es eine Mischung von Syrupconsistenz. Cousteau und Lafay 
haben dazu Adrenalin, hydroohlor. im Verhältniss von 1 : 1000 hinzugefugt, wo- 
durch der anästhetisohe Effect gesteigert und die Gefahr einer Cocainintoxication 
verringert wird. Bei Operation in Nase und Hals empfiehlt sich, vorher mit einer 
Iproc. Cocainlösung zu pinseln, um dann die Application der stärkeren Lösung 
weniger unangenehm zu gestalten. Verf. hat diese Lösung in den letzten Monaten 
in hunderten von Fällen zur völligen Zufriedenheit angewandt. Die Lösung hat 
den Vortheil, dass sie im Pharynx nicht die unangenehmen Empfindungen hervor- 
ruft, wie die gewöhnliche Cocainlösung. lefferi^. 

U) Bloh« Loewenberg (Berlin). Inr inlsthesinug der Sehleimhant der oberen 

LnftWege. Framkd's Archiv f. Laryngologie. Bd. 1?. 8. 358. 

L. hat eine Spritze construirt, die das Princip der Spritze mit dem des Tam- 
ponträgers combinirt. Die Ansatzstücke sind mit Watte armirt, welche durch 
Drehen der Kolbenstange mit der in der Spritze befindlichen Cocainlösung sich 
durchtränkt. Das als „Cooainophor" bei Louis und H. Löwenstein (Berlin) käuf- 
liche Instrument dient der Ersparniss an Cocain. p. klemperer. 

15) 6. Palndetti. Das StoYsin. Seine Anwendung in der Oto-Rhino-Laryngo- 
logie. (La stovania. Sne applicasioni in Ote-Rino-Laringoiatria.) AtH deila 

Clinica Oto-Rino-Laringoiatrica di Roma. 1906. 

Als Hauptvorzug dem Cocain gegenüber wird die geringe Giftigkeit des 
Stovains gerühmt. finder. 

16) Stein (Wiesbaden). Hart- Oder Woichparaflln. Berliner Min. Wochenschr. 
No. 45. 1906. 

Der Autor betont, ^dass es sich heute gar nicht mehr darum handelt, ob 
man Hart- oder Weichparaffin nimmt, sondern vielmehr darum, ob man das Paraffin 
überhaupt in flüssigem oder in festem Zustande in den Körper einbringt." 

Emboliefalle lassen sich nach Ansicht des Verf. vermeiden bei 1. Verwendung 
kalten, nichtflüssigen Injectionsmaterials, 2. Beschränkung der einmaligen Injec- 
tionsmenge auf höchstens 2—3 ccm, 3. Vertheilung der einzelnen Injectionen auf 
mehrere zeitlich weit auseinanderliegende Sitzungen. albanus (zarniko). 



. — 65 — 

17) Eekstein (BerüD). Bitg^puc avf obüstokeido Beaerkmigei. Berliner 

Jdin, Wodienschr. No, 45. 1906. 

Der Autor betont, dass er Hartparaffin, d. h. ein Paraffin von hohem Schmelz« 
punkt entweder injicire oder in hartem Zustande implantire. Wie es in den Körper 
hineinkomme sei gleichgültig, die Hauptsache sei, dass wirkliches Hartparaffin be- 
nutzt wurde. albanüs (zarniko), 

18) Stein und T. Saxtorph (Kopenhagen). Eine 16116 ParaflbiprlbO Mkst B6- 

■6rlnnig6B U6r PuriflB8ckBi6lipiiikt6. (Bn ny Paraflii8pr5ct6 6g B6mark- 

lilg6r 6B Parafl]l8m6lt6pilllkt6r.) Hosp. Tidende. 1907, 

Die Arbeit ist hauptsächlich im Archiv für Laryngologie, 19. Band, S. 530, 
1907 wiedergegeben. e schmibgelow. 

b. Nase und Nasenrachenraum. 

19) Bnrcliardt (Bonn). Bi6 Iivttitrtauig ii d6r Bai6 i]it6r patk6l9gisek6a 

T6rklU]liS861. FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. IT. S. 123. 

B.'s Untersuchungsmethode war folgende: An einem sagittal halbirten 
Schädel wurden die Weiohtheile mit Gyps modellirt und an Stelle des Septums 
eine Glasplatte angebracht; mittels einer Luftpumpe wurde Rauch durch die Nase 
aspirirt und so der Weg des Luftstroms objectiv und unmittelbar sichtbar gemacht. 

Mittels dieser Methode stellte B. fest, dass die normale Luftströmung durch 
gerLogfugige Anomalien im Bau des Naseninnern nicht nachweisbar beeinflusst 
wird, dass aber gröbere Veränderungen — ausgesprochene Hyperplasien, Fehlen 
der Muscheln oder eines grösseren Theiles derselben, Tumoren der Nase oder des 
Rachens — im Stande sind, die Bahn der Ein- und Ausathmungsluft erheblich 
abzulenken. Im Allgemeinen treten an Stellen, wo dem Luftstrom grössere Hinder- 
nisse entgegenstehen, Wirbel auf, während hinter derartigen Hindernissen die Luft 
stagnirt. Bei Defecten ganzer Muscheln wird die Bahn des Luftstroms in toto ver- 
schoben. Durch die Veränderung der Luftbewegung werden die physiologischen 
Aufgaben der Nasenalhmung, die Reinigung der Atbmungsluft, ihre Anwärmung 
und Anfeuchtung, erschwert und geschädigt. Für die Praxis ergiebt sich daraus 
der Sohluss, dass destructivo Operationen in der Nase, wie z. B. die Entfernung 
einer Muschel oder des grösseren Theiles einer solchen, nicht zu den indifferenten 
Eingriffen zählen dürfen. p, klbmperer. 

20) L. Bethl. B6B6rklUg n T6nt6k6nd6r Paklioatiail. Fraenkd's Archiv f. 
Laryngologie. Bd. 17. 8. 367. 

R. hat vor 5 Jahren bereits mittels ähnlicher Methode wie Burchardt die 
Luftströmung in pathologisch veränderten Nasen untersucht und ist im Wesent- 
lichen zu den gleichen Resultaten gelangt wie Burchardt. p. klbmperer. 

21) €. Hawtkorne. B6cldiirlr6ad6 Eplstazis mit malUpteii T6langi6eta8i6n d6r 
Hank (Baenrring 6pi8tazl8 witk nmltipla t6laBgl6cta86a 6f tke akin.) Lancet. 
13. Januar 1906. 

49jährige Frau hat rothe Flecken im Gesicht und an den Fingerspitzen seit 



— 66 — 

ihrer Kindheit. Sie hatte wiederholt Nasenbluten ; ein Bruder und Schwester 
bieten ähnliche Erscheinungen dar. Jedes ihrer neun Kinder leidet an häufigem 
Nasenbluten. Eine Untersuchung der Nase konnte nicht vorgenommen werden. 

ADOLPH BRONNER. 

22) Wiesner. lasenUnteil. (BplstaziS.) N, Y. Medkal Becord. 15. September 
1906, 

W. empfiehlt folgendes Pulver zu schnupfen : 
Rp. Antipyrin 0,5 
Acid. tannic. 1,0 
Sacch. pulv. er. 10,0. lefferts. 

23) Bnbasa (Barcelona). BlB Fall ¥•! Yicarttraiideii laseabliitan. (Da caaa ia 

aptataaia Tieariaata-) Biviata ßarcelonesa de laringdogia. No. IIl. 

Fall von Nasenbluten, das vicariirend für die Menses eintrat. t4Pia. 

24) Aaton ifiefmer. Bplataxia bai UmapkUle. (Epiatazia in Baamaphilia.) 

N. Y. Medical Journal. 3. Februar 1906. 

Neben der looalen Behandlung empfiehlt Verf. : 
Rp. Calcium chloric. 4 Theile 
Syrup. papaveris 20 Theile 
•Aqua dest. 100 Theile. 
Theelöflfelweise im Laufe des Tages zu nehmen. 
Auch Gelatine in Gel^etorm, durch Zusatz von Orangensyrup schmackhaft 
gemacht, kann in grossen Dosen gegeben werden. lbpferts. 

25) F<>lix Hiodowski (Breslau). Uabar dla Batheiligais dar laaaaaaUataabait 
bai aapUachaa laatindan, laglaieh ain Baitrag rar Patkageaesa dai „uiUU- 

baraa'' Blataaa. FränkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. S. 249. 

In 2 Fällen von allgemeiner Sepsis constatirte Verf. bei der Section eine 
bakterielle Erkrankung der Nasenschleimhaut; in dem einen Falle war dieselbe 
die Quelle eines unstillbaren septischen Nasenblatpcns gewesen, welches den Tod 
mit verschuldet hatte. Das Wesen der Erkrankung bildeten Hämorrhagien und 
Nekrosen, entzündliche Erscheinungen fehlten. p. klemperer. 

26) £« Leech. Salicyliamaa and Bpistazis. (SalicyUaai and apiatazia.) N. Y. 

Medical Becord. 11. Mai 1907. 

Anlässlich mehrerer während einer Tnfluenzaepidemie beobachteter Falle von 
Nasenbluten spricht Verf. die Vermuthung aus, dass letzteres mehr auf Rechnung 
der verabreichten Salicylpräparate als auf die Krankheit selbst zurückzuführen sei ; 
es könne auch sein, dass nur unreine Präparate an dem Nasenbluten schuld sind. 

LEFFERTS. 

27) Y. de Cigna. Batiakang iwlackaa Bpiataxia and limblntang. (Bapparta 
tra apiataaai ad amarragia aarabrala.) cunicn Moderyia. 3. Juli 190?. 

Verf. hat 26 Fälle gesammelt, in denen längere oder kürzere Zeit nach dem 
Nasenbluten Gehirnblutungen auftraten; es ist dies der Fall bei arteriosklerotischen 



— 67 — 

oder plethorischen Individuen. Bei diesen mass man wiederholtes Nasenbluten als 
ein pramonitorisches Zeichen auffassen und auf die Prophylaxe einer Hirnblutung 
bedacht sein. pinder. 

28) s. Prior (Dänemark). Boppelseittge Uiitorbindmig der Carotis eoBmiinig 
wogoB poftoporativor Epistazis. (Dobboltsidig UBdorbinding af Garotts com- 

■lliS for pOStoporattV epistazis.) ügeskrift for Laeger. No. 46. 1907. 
8 Tage nach galvanooaustischer Entfernung der Concha inferior sinistra trat 
bei einem 24jährigen Mädchen starke Blutung von der linken Seite, die nicht 
durch Tamponade gestillt werden konnte, auf. Wegen Indicatio vitalis wurde 
Ligatur und Durchschneidung der Carotis communis sinistra gemacht. Die Blutung 
stand gleich, aber fing wieder nach II Tagen an. Trotz Tamponade ständig 
Blutung, nun Ligatur und Durchschneiden der rechten Carotis communis. Keine 
unangenehme Folgen. e. schhieoblow. 

29) Nordentoft Soferin (Dänemark;. BOBerkUgOB 11 40B littheillllgeil '•> 
lerm Dr. Prior ttor die doppelseittgo Uiterbiadnig tob Oarotts coBwiiiis 
bei postoperattver Epistazis. (BenarkaiBger i AaledniBg af Ir. Laege Prier's 
■oddelelse ob debboltsidig Underbiiding af Caretts eeramiis fer pestepe- 

rattT BpistaziS.) ügeskrift for Laeger. 5. December 1907. 

Kritisirt mit Recht die Berechtigung des Dr. Prior, beide Carotides com- 
munes im Falle von postoperativer Epistaxis zu unterbinden ; wäre eine Unter- 
bindung überhaupt nothwendig gewesen, sollte man jedenfalls nur die Carotis 
externa und nicht communis unterbinden. e. schmibgelow. 

30) B. frlnkel (Beriio), Die Botwiekeliiig der Lekre Ton der Oiaeia. Beri 

Aün. Wochenadw. No. 52. 1906. 

An seinem 70. Geburtstag erinnert der Autor an seine 1874 verfasste Arbeit 
über Nasen erkrankun gen, speciell über die Ozaena. Er sagte damals, nachdem er 
die Unterscheidung in atrophirenden und hyperplastischen Katarrh der Nase ein- 
geführt hatte, und indem er die Ozaena dem atrophirenden Katarrh anreihte, dass 
bei dieser Erkrankung durch den Zellenreichthum, durch die Klebrigkeit, die der 
Eiweissgehalt in den Secreten bedingt, und die Fiussigkeitsarmuth der Absonde- 
rungen, die nun von dem darüberstreichenden Luftstrom ausgetrocknet würden, 
in der Nase Borken entständen. Dazu käme bei der Ozaena ein Ferment, welches 
die stinkende Zersetzung in den Borken bedinge. Jedenfalls aber sitze der Ge- 
stank in den Borken; wenn man diese aus der Nase entferne, verschwinde der 
Gestank. 

Dann lässt der Autor die meisten Theorien über die Ozaena Revue passiren 
und constatirt, dass man im Allgemeinen nicht viel über seine damalige Theorie 
hinausgekommen sei. 

Vor Allem sollten die bakteriologischen Studien über die Ozaena, die zu- 
gleich über die Uebertragbarkeit Aufschlüsse gewähren würden, fortgesetzt werden. 
Der Autor selbst hat auf das gehäufte Auftreten in gewissen Familien hingewiesen. 

ALBANUS (ZAB^IKO). 



-GS- 
SD Lermoje« (Paris). Die ContaKioBlttt der Oiaena. (La CMitagiM de l'aitae.) 

(B, Franke 1 [Berlin] zu seioem 70. Geburtstage gewidmet.) Berliner klin, 
Wochenachr- No. 47. 1906. N, F. Medical Journal. 22. December 1906. 

Der Autor versucht die Schwäche sämmtlicher Theorien über die Entstehung 
der Ozaena nachzuweisen und betont, dass allein die Annahme einer infectiösen 
Erkrankung sich mit den klinischen Thatsachen vereinbaren lasse. Er fuhrt selbst 
zu diesem Beweise 6 Beobachtungen von Familien an, wo nach der Erkrankung 
eines Familienmitgliedes eine Erkrankung eines zweiten, event. dritten (einmal 
Mutter und Tochter, zweimal Bruder und Schwester, einmal Bruder, einmal Wär- 
terin und Kind, und einmal Ehefrau, Ehemann und Kind) an Ozaena folgte; 
Syphilis war dabei auszuschliessen. 

Dabei vergleicht der Autor die Art der Ansteckung mit der der Tuberculose, 
wo auch nur eine längere und innigere Berührung des Erregers mit einem gün- 
stigen Boden die Erkrankung zum Ausbruch kommen lässt. Die Nasenform habe 
woniger Bedeutung, wenn nur der Erreger in sie eindringe, der nach Allem nicht 
sehr virulent sein könne. 

Der Autor meint, dass die Krankheit besonders bei der schlechter situirten 
Klasse, bei Unterernährten vorkomme, und dass besonders Wäscherinnen, die 
Taschentücher von Ozaenakranken wüschen, der Krankheit ausgesetzt seien. Auch 
prädisponirten vernachlässigte Rhinitiden und hereditäre Syphilis. 

Am Schluss fordert der Autor, dass Ozaenakranke zu grösster Vorsicht gegen 
ihre Umgebung, namentlich Kinder, wegen der Ansteckungsgefahr, angehalten 
werden müssten. albanus (zarniko). 

32) Sforza und RisKQti. Deber einen nenen ans den Berken der Oiaenakraaken 
laolirten BacUlna pyogenes feettdns. (Sepra nn nnovo baellle piogeno fettdt 
iaolato della cresta di malati di esena.) Qiornaie medico dd R. Eserdto- 

Juni 1906. 

Den Autoren ist es gelungen, in den Borken der Ozaenakranken einen fakul- 
tativ anaeroben Mikroorganismus nachzuweisen, einen kurzen, feinen Bacillus mit 
abgerundeten Enden, der sehr beweglich ist, sich nach Gram färbt, in seinem Pro- 
toplasma Vacuolen zeigt und, wenn er direct aus dem thierischen Organismus 
kommt, eine Kapsel hat. Die Autoren schildern die culturellen und biologischen 
Eigenschaften des Mikroorganismus, der für Kaninchen, Meerschweine und weisse 
Mäuse pathogen ist. Er unterscheidet sich von den bisher beschriebenen durch 
seine grosse Beweglichkeit, durch die Eigenschaft, Gelatine zu verflüssigen und die 
eigenthümliche pathogene Wirkung auf die Versuchsthiere. Es ist nicht sicher, 
dass es der Erreger der Ozaena ist, er trägt aber nach Ansicht der Verff. bestimmt 
zur Erzeugung des Foetor bei. findkr. 

33) Hopmann (Köln). Sicheres nnd Dnaieheres ttber Oiaena. (Vortrag, gehalten 

beim 10. Stiftungsfeste des Vereins Westdeutscher Hals- und Ohrenärzte zu Köln 
am 21. April 1907.) Monatschr. f. OhrmheiUcde. etc. Heft 5. 1907. 

Historischer Ueberblick über Aetiologie, Pathologie und Therapie der Ozaena^ 
der sich zu einem zusammenfassenden Referat nicht eignet. hecht. 



— 69 — 

34> T. Lncre lio. loehfroviaita SMiie in der Bohanilliuig der Oiaena. 
(CvreBts of Ugk freqveicy ii the treatment of Oiaena.) N. Y. Medicäi Re- 

cord, 8. December 1906. 

Verf. findet in der Literatur II mit hoclifrequenten Strömen behandelte 
Fälle von Ozaena; zwei davon sind von ihm selbst beobachtet. Die Behandlang 
ist einfach und die Resultate sind ausgezeichnet. Der Strom wird monopolar an- 
gewandt, wobei die Elektrode mit Paraffin überzogen ist. Durch die Therapie 
werden drei Indicationen erfüllt: Entfernung der Borken, antiseptische Wirkung 
und Anregung der regenerativen Functionen der Gewebe. Der Strom wird in 
Starke von 3 Amperes gebraucht. Nach Erfahrung des Verf. 's giebt die vorge- 
schlagene Methode bessere Resultate als jede andere. lefferts. 

35) Frese. Die Ursacke des Bernchs bei Oxaena. (The eaase ef the eder ef 

eieia.) N. Y. Medical Record. 20. Api-ü 190?. 

Das Hauptzersetzungsproduct des Eiweissmaterials sind flüchtige Fettsäuren, 
die von einer directen Umsetzung neutraler Fette herrühren. Die Seoretion ist 
zuerst, wenn sie sich bildet, ohne Foetor, ihre Eigenthümliohkeit besteht jedoch 
darin, sich in Gegenwart von Mikroorganismen unmittelbar zu zersetzen. F. findet, 
dass der sogenannte Ozaenabacillus ausser Stande ist, diesen Process einzuleiten. 
Die Fäulnissproducte bei tertiärer Syphilis haben denselben Charakter, wie bei 
echter Ozaena. lefferts. 

36) 0. Frese (Halle a. S.). Qeber nlkreskopisehe Wtlraer (Bhabditideii) im 
lagea eiier Oiaeaakraikei. Mit 2 Abb. Munch. med. Wochmschr. No. ii. 

1907. 

Bei einer über Magenbeschwerden klagenden Ozaenakranken fanden sich 
Monate lang in der Spülflüssigkeit des Magens mikroskopische Würmer, die Autor 
als Anguilluliden anspricht, und zwar um eine gewöhnliche im Freien lebende 
Form. Nach Annahme des Autors handelt es sich um eine zufällige Einfuhr der- 
selben mit ungekochter Nahrung, wobei in dem Magen der Patientin günstige Be- 
dingung für Aufenthalt und Vermehrung der Parasiten durch die reichliche An- 
wesenheit in Zerfall begriffener Eiweisssubstanzen (verschlucktes Ozaena- 
secret) gegeben war. 

Im Darm konnten die Würmer niemals nachgewiesen werden. Züöhtungs ver- 
suche gelangen nur unvollkommen. Eingehende Besprechung und Abbildung der 
Parasiten und Erörterung der einschlägigen Literatur. hecmt. 

37} Fein (Wien). Beitrag xnr Lehre ven der primären Tabercnlese (Lapna) der 

■asenaehleimhaat. Berliner- Min. Wochenschr. No. 48. 1906. 

Bei einer im Uebrigen gesunden, 25jährigen Krankenwärterin, die nur einige 
geschwollene Drüsen unter dem Unterkiefer aufwies, wurde das vordere Ende der 
rechten unteren Muschel besetzt gefunden von kleinen Knötchen und Höckerchen, 
die bei Sondenberührung leicht bluteten. Auf dieser Stelle etwas schleimig-eitriger 
Belag. Abtragung der Veränderung, von der Patientin gar keine Beschwerden 
hatte, mit der kalten Schlinge. Mikroskopische Untersuchung ergiebt unter An- 



— 70 — 

derem eine Langhans 'sehe Riesenzelle in einem Knötchen. Impfung eines Meer- 
schweinchens mit Theüen des Infiltrates positiv auf Taberkelbacillen. 

Trotz Garettement and Milchsäarebehandlung der ^ffection an der unteren 
Maschel bislang keine Heilang za erzielen. Diagnose: isolirtej tabercolöse Er- 
krankung der Nasenmuschel. Verf. glaubt in diesem Falle eine aerogene, nicht 
eine durch directen Contact hervorgerufene Infection annehmen zu sollen, da die 
Localisation in diesem Falle nicht den durch den Finger gewöhnlich erreichbaren 
Stellen (Septum, Nasenboden) entspricht. 

Hinweis dQ3 Verf. auf die Seltenheit des isolirten Processes und auf die 
Schwierigkeiten einer Differentialdiagnose zwischen Tuberculose und Lupus der 
Nasenschleimhaut, worüber event. nur der Umstand, „dass in den Fällen ausge- 
sprochener Tuberculose die Knötchen oft im Zustande der Verkäsung angetroffen 
werden, was beim Lupus in geringerem Maasse oder gar nicht der Fall ist*', eine 
gewisse Entscheidungsmöglichkeit bietet. Denn in histologischer Beziehung findet 
sich „bei beiden Processen das weisslichgraae Tuberkelknötchen mit den epithe- 
loiden Zellen und Riesenzellen^^ albanus (zabniko). 

38) Koeniggtoln. BiB Fall TOI Lnpni nasl. (Pnypadek wilka BOia.) Medycyna. 

No, 34, 1906. 

Verf. stellte ein Sjähriges Mädchen mit lupösen Geschwüren der Nase be- 
haftet vor, bei der mittelst X-Strahlen eine rasche Vernarbung besonders auf dem 
Septum erzielt wurde. a. v. sokolowski. 

39) Cramer (Coburg). Inr laiaitubercnlaBa. Wimer Idin, Rundschau, No. 10. 
1907. 

Zwei Fälle von tuberculöser Schleimhauterkrankung (auch der Muscheln) 
mit Osteitis tuberculosa. chiart. 

40) James J. Campbell. Bill Fall von primlrer lypliilitiBelier Infaettaa ii der 
läse, (i case öf prUaary syphilltic infecttea in the nose.) AnnaU of Oto- 

logy, Rhinology and iMryngology. Juni 1906. 

Am 19. October 1905 machte ein völlig gesunder Arzt bei einem Patienten, 
der am Praeputium einen indurirten Schanker hatte, die Circumcision. Fast zwei 
Monate später bemerkte der Arzt Verstopftheit der rechten Nase und rechtsseitigen 
Kopfschmerz. Am 28. December erhob Verf. folgenden Befund: Oberflächliche 
Nekrose der Schleimhaut des vorderen Endes der reghten unteren Muschel; nach 
Ablösung des Belages trat die blutende Schleimhaut zu Tage. Die Affection hatte 
Aehnlichkeit mit fibrinöser Rhinitis, beschränkte sich jedoch auf die untere 
Muschel und es war kein Ausfluss aus der Nase vorhanden. Da gleichzeitig 
eine Deviatio septi bestand, so war die Nase so gut wie verlegt. Am 8. Januar 
1906, also 80 Tage nach der wahrscheinlichen Inoculation, trat Roseola auf und 
vier Tage später konnte Verf. die Diagnose auf Syphilis stellen. bmh, mayfr- 

41) Albert Bardes. Syphilis der lasenUUe. (Syphilis ef Ihe nasal fossae.) 

N. Y. Mcdical Record. 10. November 1906. 

Der Aufsatz enthält nichts wesentlich Neues. Deformitäten in Folge von 



I 



— 71 — 

Syphilis sollen nicht chirurgisch in Angriff genommen werden, bevor der Patient 
einer zweijährigen periodischen Gar unterworfen war, weil sonst Reizung und Ge- 
Schwärsbildung eintreten könnten. lepperts. 

42) Jobn K. Maekenzle. Die Behanllimg der Frinäroii SypUllB der läse nnd 
des laseiraeheu. (Tke treatmeat ef prlmanr Syphilis ef the aese aad aase- 

pharyaz.) N. T, Medical Journal 24. November 1906. 

Verf. räth, ausser der Allgemeinbehandlung, auch locale Mittel bei Nasen- 
schanker anzuwenden, nämlich Silbernitrat in Lösung oder in Substanz resp. eines 
seiner Ersatzmittel, Jodoform oder seine Aequivalente, Calomelpulver oder schliess- 
lich Salben, wie Zinksalbe, und Säuren (Chrom-, Essig- oder Monochloracet- 
säure). Bei Anwendung letzterer Mittel muss darauf geachtet werden, dass ihre 
Application auf einer beschränkten Stelle geschieht, sonst kann Zerstörung des 
Knorpels die Folge sein. Aus diesem Grunde soll man auch niemals Salpetersäure 
gebrauchen; am meisten empfiehlt Verf. die Cbromsaure. lepfeuts. 

43) J. D. BoUeeton. Bla Fall vea iatraaasalem Sekaaker, laseadipktkerie 
Tertlasekead. (A ease ef iatraaual ehaaere siaalatiag aasal dipktkeria.) 

Lancet. 16. Juni 1906. • 

28jähriger Mann hat seit 4 Wochen eine schlimme Nase; einige Tage lang 
bestand starke Schwellung und Schmerzen. Die unteren zwei Drittel der Nase 
waren roth und geschwollen und der rechte Nasenflügel auf der Innenseite mit 
einer membranösen Auflagerung versehen. Die linken Submaxillar- und Sterno- 
cleidomastoiddrüsen waren geschwollen. Auf dem Thorax polymorpher Ausschlag. 
Starke Kopfschmerzen. Normale Temperatur. Die Erscheinungen gingen unter 
Hg-Gebrauch zurück. Verf. theilt die einschlägige Literatur mit. 

ADOLPH BRONNER. 

41) C. Giema und H. Bagat (Lyon). SypUliUscker Sekaaker der laseakSklea. 
(Ckaaere sypkilittqae des fosses aasales.) Lyon m^icai. 6. October 190?. 

Es bandelte sich um einen ulccrirten Tumor, der die Nasenhöhle ausfüllte, 
nebst einem harten Oedem an der entsprechenden Partie des Gesichts und des 
Halses und localen Drüsenschwellungen. Gleichzeitig auftretende Secundär- 
erscheinungen und der positive Ausfall der Untersuchung auf Spirochaeta pallida 
sicherten die Diagnose. gontikh <io la röche. 

45) Santi Pasateii. PrimSres gesekwalstartiges Sypkileai der laseasckeide- 
waad. (Sillena prinittve del sette aasale a tipe aeoplasUce.) Arch. itui 

di Otologia. 15. November 1907. 

Bei einer 26jährigen Frau bestand seit 50 Tagen complete rechtsseitige 
Nasen Verstopfung. Vorn am knorpligen Septum fand sich ein mandelgrosser, glatter 
bei Berührung leicht blutender Tumor, der breit aufsass. Grosse indolente sub- 
maxillare Drüsenschwellung. Bei der mikroskopischen Untersuchung des mit einem 
Messer abgetragenen Tumors fanden sich zahlreiche Spirochäten; sie waren am 
zahlreichsten im Centrum der Geschwulst, fanden sich auch in den Lymph- und 
Blutgefässen und in den Intercellularräumen der tiefen Gpithelscbichton. Am 



— 72 — 

75. Tage nach dem Auftreten aer ersten Erscheinungen zeigte sich auf dem Körper 
ein maculo-papulöses Exanthem. Unter energischer specifischer Behandlung gingen 
die Erscheinungen zurück; die Wunde am Septum ist noch mit einer geringen 
Borke bedeckt. findbb. 

46) Rud. SchllUng (Breslau), lur bakteriologisckoii Diagnostik des Ehine- 
skleroms (Diphtheriebacillon bei RhiBosUerom). Fraenket'a Archiv f. Laryn- 

gologie. Bd. 17. Ä 209. 

Nach dem klinischen Befunde wurde die Wahrscheinlichkeitsdiagnose auf 
Rhiposklerom gestellt, die wiederholte Untersuchung des Nasen- und Larynx- 
secretes ergab jedoch stets nur Diphtheriebacillen. Dass es sich trotzdem nioht um 
eine chronische Diphtherie, sondern um Rhinosklerom handelte, erwies die Unter- 
suchung excidirter Stückchen aus dem Gaumen und den subglottischen Tumoren, 
in welchen sich typische Mikulicz'sche Zellen und Kapselbakterien fanden. Es 
erglebt sich daraas, dass in zweifelhaften Fällen die bakteriologische Untersuchung 
zur Diagnose nicht ausreicht, vielmehr die histologische erforderlich ist. 

F. KLEMPERER. 

47) Läng. SUeromiaile. Ch^-osi Hetilap. Np. 15. 1906. 

Bei einem Kranken bestand Sklerom der Nase, des Nasenrachens, des linken 
inneren Augenwinkels, sowie des linken Ohres. L. machte die Rhinofissur und 
entfernte das Skleromgewebe ; den Augenwinkel cauterisirte er mittels Pacquelin. 
Heilung. — Im anderen Falle bestand Rhino-Pharyngo-Laryngo-Sklerom. 

V. NAVRATIL. 

48) £. Meyer (Berlin). Bin Fall TOn Rkiaeskleroil. Berl. klin. Wochenschr. No. 45. 
Vereinsbeilage. 1906. 

Ein früher bei dem Patienten die Oberlippe vollkommen einnehmender Rhino- 
skleromtumor ist nach Bestrahlung mit Röntgenstrahlen (132 X äusserliche Be- 
strahlung) fast vollkommen verschwunden. Ebenso sind die früheren Tumor- 
massen an den Nasenflügeln und am harten und weichen Gaumen zurückgegangen. 
Der Patient kann jetzt sogar etwas Luft durch die Nase blasen. 

Der Fall ist schon früher, vor der Behandlung mit Röntgenstrahlen, 1902 
von Alexander (Berlin) vorgestellt. albanus (zarniko). 

49) R. 9. Perking. Besiebnng der Snippe des B. mncosns capsidatas mm 
Rkinesklerem. (Belatton ef tke baciUns mncosas capsalatos grenp te rUae- 

SCleroma.) Journal of infectious diseases. Jamiar 1907. 

Verf. spricht dem sogenannten Rhinosklerombacillus jede ätiologische Be- 
deutung ab; er hält ihn für einen secundären Eindringling. Die in der Nase und 
den Nasengescb Wülsten bei Rhinosklerom gefundenen Organismen sind in den 
verschiedenen Fällen verschieden, gehören jedoch zu derselben allgemeinen Gruppe. 

EMIL MAYER. 

50) Fein (Wien). Beitrag inr GasaisUk des Sklerems nebst Bemerkiugea Aber 
die Bedeutimg desselben für die iraee. Zeüschr. f. kUn. Med. Bd. 6i. 1907- 

Die drei von F. beschriebenen Patienten waren Soldaten, welche den Vorgang 



— 73 — 

der Assentirung mitgemacht haben und durch Monate und Jahre hindurch unter 
den Augen von Aerzten gedient, ja sogar wegen anderer Leiden in Behandlung 
gestanden hatten, ohne dass die Krankheit bemerkt worden wäre. Solche Beob- 
achtungen erfordern, dass dem Studium des Skleroms vom Standpunkte der Armee 
Aufmerksamkeit geschenkt werde. Seifert. 

51) j. 6. stabbs. BiB Fall Ton lUiioskldroii. (A case of Rhinoscleroma.) 

The Laryngoscope. Mai 1907. 

Die Affection betraf hauptsächlich die Nase, der Pharynx war frei, eben- 
so die Stimmbänder; unterhalb dieser fand sich eine beträchtliche subglot- 
tische Schwellung. Die Diagnose wurde mittels der histologischen Untersuchung 
eines excidirten Stückes der unteren Muschel gestellt. kmil mayek. 

52) MUtoB T» Baiiin. Ein Fall van BhiBeiklarom mit X-Strahlen behandelt. 
(A case of rhinoaoleroiia treated with the z-ray.) N. Y. Medicai Journal 

16. Mai 1907. 

Der Artikel ist mit ausgezeichneten Abbildungen versehen, die das Aussehen 
der 53 jährigen Patientin vor und nach der Behandlung zeigen. Folgendes sind 
die wichtigsten Momente: 

1. Die Dauer der Erkrankung, nämlich IGJahre, eine ungewöhnlich lange Zeit. 

2. Das völlige Preibleiben des Larynx. Wenn, wie hier, der Process ein sehr 
ausgedehnter ist, pflegt der Larynx mitbefallen zu sein. 

3. Die aussergewöhnliche Grössenzunahme der Nase. Verf. hat niemals einen 
Fall gesehen mit so colossalen Massen um die Nasenlöcher. 

4. Der Fall zeigt das überraschende Resultat der Anwendung von X-Strahlen; 
Verf. hält diese Behandlung in allen Fällen von Rhinosklerom für indicirt. 

LEFFERTS. 

53) L5wy (Karlsbad). Deber DrttBeneysten iowie andere Cysten in laien- 

pelypen. Zeitschr. f. kli7i. Med. Bd. 62. 1907. 

Bericht über die mikroskopischen Untersuchungen von 28 in vivo entfernten 
Nasenpolypen, welche makroskopisch Cysten enthielten. Unter diesen Fällen sind 
zwei, welche nicht Drusencysten sondern Lymphcysten waren. Seifert. 

54) Compaired (Madrid). Ueber die Bohandlnng der Schleiapelypen der laie. 
(Alge aeerea de los f elipes mneeses de las fesas nasales.) Sigio medico. 

December 1906. 

Verf. empfiehlt warm die Anwendung der Luc 'sehen Zange, die er mehrmals 
mit grossem Vortheil gebraucht hat. tapfa. 

55) Aris Gareta. Hn Fall Ten malianer lenbildnng der lasenhthlen. (Pn 
easo de neeplasma maligne de las feses nasales.) Bcvista heüar de dendas 

nMicas. Fd>ruar 1907. 

Der 60jährige Patient verweigerte jeden EingrilT; die genaue Natur des 
Tumors Hess sich nicht feststellen. tapia. 



~ 74 - 

56) Walker Downle. Sartoii der läse. (Sareemi ef the neae.) Glasgoto 

Medical Journal, August 1907, 

Verf. berichtet über 6 Fälle. Für am häufigsten hält er ihren Ursprang in 
der lateralen Partie des Siebbeins. Das Alter seiner Patienten schwankte zwischen 
13 und 64 Jahren. Das häufigste Symptom war Nasenblaten. Verf. ist am meisten 
für die intranasalen Methoden, ausser wenn der Tumor breit aufsitzt, 

A. LOGAX TITHNER. 

57) C. Chlarl und H. Marscbik. Zwei Pille veB lasoniarkea, eil ftuserei 
vBd ein inneres; Operation; leilnng; DiHerenttaldiagnoie mittels llntgen- 
strahlen. (Denx eas de sareeme dn noi, Tnn externe, Tantre interna; epd- 
ration; gndrison; diagnoBÜc diUrenttel par les rayons z.) Annaks desnuü, 

de VoreiUe, Aprü 1907, 

In dem einen Fall hatte der Tumor, der auf den Na^senbeinen und dem Stirn- 
bein seinen Sitz hatte, 6 Jahre zu seiner Entwicklung gebraucht, ohne das Allge- 
meinbefinden zu beeinflussen. Es bestand auch keine Behinderung der Athmung. 
Der Tumor adhärirte stellenweise der Haut und dem Periost. 

Im anderen Fall, der ein IGjähriges Mädchen betraf, hatte der Tumor seinen 
Sitz im Siebbein und war in die rechte Stirnhöhle eingedrungen. Die Radiographie 
zeigte, dass die übrigen Nebenhöhlen intact waren. In beiden Fällen erfolgte prima 
intentio der Wunde. brindel. 

58) J. Price-Brown. Statistlseker Berieht übor die Resnltate der Operatien 
bei lasensarkem mittels allaenein anaewandter letkoden nebst Kapfeklnng 
des ausgedehnteren Sebranehs der Elektreeanstik in gesigneten FUlen. (A 
stattsUeal repart ef tbe resnits ef aperatien in sareema ef the nose by sie- 
theds generally adepted with a plea fer the nere extended nse of the 

eleetro*eantery in snitable cases.) AnnaU of Otology, Bhindogy and Laryn- 
gdlogy. Deceniher 1906. 

Der Titel besagt den Inhalt. bmil mayer. 

59) G, Trantmann und A. Gebhardt (München). Oarcinema des lassninnam. 
Ein Ten der Eeilbeinhthle ansgahandes Plattenepitheleareinen. (lit Dlnstra- 
tienen nnd beigefüatem Operatienabericht.) FraenkeVa Archiv f. Lart/ngoiogü. 

Bd. 17, 8, 386. 

Das Carcinom war von der Schleimhaut der rechten Keilbeinhöhle ausge- 
gangen und mittels eines Stieles aus dem Foramen derart herausgewuchert, dass 
der eine Theil des Tumors in die Nasenhöhle wuchs, dieselbe völlig ausfüllend, 
während der andere Theil nach hinten durch die Choanen seinen Weg fand und 
nahezu den ganzen Nasenrachenraum einnahm. Das Carcinom war in seinen 
beiden Theilen frei beweglich und hatte weder die Schleimhaut der Nasenhöhle, 
noch die der übrigen Nebenhöhlen ergriffen. Der Patient suchte einzig wegen der 
bestehenden Nasenverstopfung ärztliche Behandlung auf, es bestanden weder 
Schmerzen, noch eine Secernirung oder Blutung aus der Nase. 

F. KLEMPERGR. 



— 75 — 

60) S. Pagateri. Btllng IUI Stadiu ter yrtatiren eareinoiio der lasei- 
I UUe. (Contrikiite aUe stndi« dei carelnomi prinlUYi delU eavitä aasala.) 

Arch. Ital. di Otologia. 15. November 1907, 

\ Verf. beschreibt ein von einem oa. 60jährigen Manne stammendes Präparat 

eines Nasencaroinoms, das wahrscheinlich von der Schleimhaut des Siebbeins seinen 
Aasgang genommen hat. finder. 

61) Gay et« EpitkelieB der laienhSUei. Abtragvag naeb Hematerklappea der 
läse. (BpitheUeme des fesses nasales. Ablattes apris abaissemest da nes.) 

Lyon m^dicaL 18. August 1907. 

Das Epitheliom nahm die rechte Nasenhöhle und das rechte Antram ein. 
Verf. klappte die Nase herab (Methode von OlHer) and trog den Tumor ab. Im 
Fall eines Recidivs beabsichtigt er die Resection des Oberkiefers. brindbl. 

I c. Mundrachenhöhle. 

62) Stemberg (Berlin). SesehaSOk UBd Appetit. Zätschr. f. phyaik. u. diätet. 
I ThempU. Bd. XI. 1907. 

Die psychische Empfindung des Appetits ist durch physiologische Functionen 
I bedingt, durch die chemische, secretorische Thätigkeit der Speichel- und Magen- 

drüsen und darch die mechanische der Musculatur. Seifert. 

63) Beiltind und Merciei. Me Syaseaasliire bei der BehaBdlimg der Be- 
sehnaekspenrersieiea. (L'aeide gymniiiiqiae dans le traitemeiit dos perver- 

SieiS dl aett.) Congress der Neurologen und Irrenärzte der Länder framö- 
fdschtr Zunge. Genf-Lausanne. August 1907. 

Die Anwendung der Gymnemasäure empfiehlt sich wegen ihrer eigenthüm- 
lichen Wirkung, die Geschmacksempfindung für bitter und süss zu unterdrücken. 

GONTTER do la ROCHE. 

64) Goldeaberg. Heber Stonaeaee, durch die Viaeeafsübea BaeiUei her- 
Torgenfei. (0 wkedssejacya lapateniB Jamy nstae] stemaeaeeae.) Czaso- 

pisfno Lekarskie. 1907. 

Das Leiden entstand in einer Familie, wo Vater, Mutter und zwei kleine 
Kinder afficirt wurden. Bei den Eltern verlief das Leiden leicht und beschränkte 
sich auf das Gefühl des Brennens im Zahnfleisch. Bei den Kindern verlief es 
ziemlich schwer. Das Zahnfleisch war erweicht, roth, auf der unteren Lippe be- 
standen oberiläohliche Geschwüre und die Zähne waren stark belegt. Auf den 

I Zungenrändern hatte sich ebenfalls ein weissgrauer Belag und auf der Schleimhaut 

der oberen Lippe und des Gaumens Geschwüre gebildet, alles mit einem graugelben 
Belag. Der Athem war stark stinkend. Die Kinder fieberten fast gar nicht. Durch 
entsprechende desinfioirende Therapie genasen sie in kurzer Zeit. Der mikroskopisch 

> antersuchte Belag zeigte typische Spirochaeten und Bacillen, wie sie Vincent an- 

gegeben hat. Verf. theilt entsprechende Literatur und nähere Charakteristiken des 
betreffenden Leidens mit. a. v. sokolowski. 



— 76 — 

65) PawlowskU Inr Trage Aber die iettelegie kei der lema. (K weFreta ek 

etlolegii lema.) Rms. Wratsch. No. 24, 1907. 

Pawlowski untersachte zwei Falle von Noma in Bezug auf die Aetiologie. 
Das Mikroskop ergab eine grosse Zahl sehr verschiedener Kokken und Stäbchen. 
Bei näherem Zuschauen stellten sie sich als zufälligen Befand dar. Die eigentliche 
Ursache sieht Autor in fadenförmigen Bildungen, welche in so dichter Masse das 
ganze Gewebe durchwachsen, dass die Gewebselemente schon mechanisch zur 
Nekrose verurtheilt sind. P. bestätigt also vollständig die Untersuchungen von 
Perthes, dass es sich bei Noma um eine Streptokokken Invasion handelt. (In An- 
betracht der Häufigkeit von Streptokokkenconglomeraten in den Tonsillen ist es nicht 
zu verwundern, wenn dieselben in der Nachbarschaft anfangen zu wuchern. Man 
muss sich aber fragen, warum ereignet sich dieses so selten? Ref.) p. hellat. 

66) W. Banmann. Deker dei lasenrelex. Manch, med. Wochmschr, No. 53, 
S. 693. 

Berührung der hinteren Rachenwand ergiebt Contraction der zum Wargacte 
dienenden Muskeln, ov. Würgen. j. katzenstein. 

67) 0. Coppioli. Der Rackenrelex. (Tke pharyngeal reflez.) N. Y. Medicai 

Journal, 20. Juli 1907. 

Verf. lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Rachenreflexes bei der 
Diagnose verschiedener Krankheiten. Der Reflex fehlt nicht nar bei Hysterie, son- 
dern auch bei anderen functionellen Erkrankungen, wie Epilepsie und Neurasthenie, 
ebenso bei organischer, wie progressiver Paralyse, Hemiplegie und Gehirntumoren. 
Auch in einem bestimmten Procentsatz von Personen, die frei von Nervenkrank- 
heiten sind, fehlt der Reflex. Bei Hysterie fehlt er in 60 pCt der Fälle; jedenfalls 
ist sein Fehlen kein pathognomonisches Zeichen für Hysterie, sondern hat nur 
NYerth, wenn sonst noch Symptome von zweifelloser Bedeutung vorhanden sind. 

LBFFERT8. 

68) Adoaa (Zürich). Vnteranckiuigea Iker den Baekearelex. Med. Klinik. 

44. 1907. 

Bei Kindern, welche nicht an Nervenkrankheiten leiden (105 Kinder wurden 
untersucht), ist fast ausnahmslos Rachenreflex vorhanden ; dessen Fehlen ist im 
Kindesalter eine hervorragend krankhafte Erscheinung. Bei Erwachsenen (Männern 
[144] und Frauen [106]) bilden ebenfalls vorhandene Rachenreflexe die überragende 
Regel. Auffallend war das häufige Fehlen der Rachenreflexe bei Syphilitikern. 

SEIFERT. 

69) A. Ahond. Die Pariatkeslen des Pharynz. (Les pareettadsles pharyngdea.) 

These de Paris. 1907. 

Studie über die Sensibilitätsstörungen, die bei Nervösen und Neuropathisohen 
von Seiten des Pharynx beobachtet worden sind. Verf. glaubt nicht, dass die Par- 
ästhesien eine Erscheinung der Hysterie seien. a. cartaz. 



— 77 — 

70) S. Weir Xltchell. PHtiUeke Pkaryndilmiiiig. (Biidlra paralytis »f i^ha- 

rynx«) Journal American Medical Association. 15. December 1906, 

M. berichtet folgenden Fall; Eine gesunde 27jährige Frau erwachte in der 
Nacht mit einem Kitzelgefuhl im Halse ; des Morgens war sie unfähig, zu schlucken. 
Seit diesem Tage, 21. Juli 1901, bis zum Tage der Publication hat sie keine Nah- 
rung mehr schlucken können, sondern musste während der ganzen Zeit stets mittels 
des Rohrs gefüttert werden. Innerhalb der ersten 48 Stunden trat ein anderes 
Symptom auf: Sie klagte über Kältegefühl im linken Arm und Bein und diese 
fohlten sich auch kälter an, als die Extremitäten auf der anderen Seite. Es be- 
stand ausgesprochene Ptosis des linken Augenlids und das Gesicht war leicht nach 
rechts verzogen. In den ersten 36 Stunden hustete Fat. Eiter und Blut in grossen 
Mengen auf, was aber plötzlich nach 3 Tagen wieder aufhörte. Um diese Zeit 
trat eine schmerzhafte Schwellung des linken Handgelenks auf, die 3 Wochen 
lang anhielt, während auch sonst im Aligemeinen Muskelschmerzen vorhanden 
waren» Behandlung mit Jodkali war ohne Resultat. Eine ein Jahr später vorge- 
nommene Untersuchung ergab nichts Abnormes in den oberen Luft- und Speise- 
wegen. Fat. büsste 36 Ffund an Gewicht ein und verlor alle ihre Zähne. Im April 
190G fand man eine kleine Geschwulst in der Mittellinie der vorderen Rachenwand, 
dicht über dem Niveau der Aryknorpel. Eine Röntgenaufnahme zeigte die Aus- 
dehnung der Geschwulst. Therapie war erfolglos. lefffrts. 

71) 9. niin«. Bin Beitrag iir vorgleieheidea Anatomie nnd Hiatelegle der 
Speicheldrüsen. Die mandibnlaren (snbmaxillaren) SpeicheldrOsen der Alen, 

Anatom, Hefte. Bd. 34. H. 1. S. 165. 

Die Affen (Macacus cynomolgus und M: rhesus) besitzen 3 mandibulare 
Speicheldrüsen: 1. zwei innerhalb des Mylohyoideusgurtes unterhalb der Flica 
snblingualis gelegene Drüsen, die Gl. subungualis polystomatica und die Gl. sub- 
ungualis monostomatica, 2. die Gl. mandibularis. Die Gl. subungualis polysto- 
matica ist eine tubulöse Schleimdrüse, die Gl. sublingualis monostomatica und 
die Gl. mandibularis haben den typischen Bau tubulo-alveolärer Drüsen. 

J. KATZEN8TBIN. 

72} T. Eilermum (Kopenhagen). Qeber das Terkemmen ?en sekr kleinen be» 
weglieken likreerganismen in dem mensehlichen Speichel. (Om Ferckemsten 
af flieget smaa, bevaegelige likreerganismer i menneskeligt Spyt.) Hospitais- 

iidende. 17. Jvli 1907. 

Bei 9 von 13 untersuchten Individuen hat der Verf. kokkenähnliche Körper- 
chen (V2~'^ i"^ gross) gefunden, die sich in kleinen Kreisen von 20—30 /ti Diameter 
bewegen. Er meint, es handelt sich um flagellate oder ciliate Protozoen. 

B. SCHMIEGELOW. 

73) Gaylerd C Hall. Bin Fall Ton Bpeiehelstein im Dnetns Wkartenianns. 
(A ease ef salivary ealenlns in Wharton's dnct.) Journal of the American 

Medical Association. 19. October 1907. 

Die Aetiologie des Falles ist unbekannt. Bemerkenswerth ist die lange Dauer 

Jahjrg. XXIV. Q 



— 78 — 

-^5 Jahre; in Folge schliesslicher Infectiontrat Abscedirang ein: alle Symptome 
schwanden prompt nach Operation. ehil maybr 

74) Tallas. Timor der ParoUs. (Tnmeiir de la parottde.) Lyon mälicaL 
18.. August 1907. 

Totalexstirpation der Drüse mit Resection der Jogalaris, eines Theils des 
Sterno-cleidomastoideus nnd Section des unteren Facialisastes. Es handelte sich 
um eine rapid wachsende Miscbgeschwalst. rrindrl. 

75) Mo'-estin (Paris). Behandliuf der Parotitis. (Traiteneit de la parottdito.) 

SociH^ de Chirurgie. 23. Octöber 1907. 

Verf. empfiehlt die wiederholte Expression darch den Ductus Stenonianus, 
die immer gute Resultate gebe. gontier de u röche. 

76) Hor^l und Napper. Exporinoitollo DitorsnchuigOB llbor dio Patkogoioso 
dar poitoporattYon Parotitidoa. (lockercliei ezpdrimontalea sir la pathogteie 

des parotidites post-opiratoires.) Social de Biologie. 9. November 1907. 
Aus ihren experimeniellen Untersuchungen folgern Verff., dass dieser Form 
der Parotitis keine specifische Pathogenese zu Grunde liegt und dass selbst nach 
der aseptischsten Operation infolge verschiedener klinischer Umstände ascendi- 
rende Infection der Speichelgänge eintreten kann. Als solche Umstände bezeich- 
nen sie: Unterdrückung des Parotisspeichels infolge mangelnder Mastication, 
Deshydratation des Organismus infolge des prä- und postoperativen Fastens, In- 
fection der Mundhöhle etc. gontier de u röche. 

d. Diphtherie und Croup. 

77) Horax (Lausanne). Uo lortalitlt der Diphtherie in Kantoii Waadt und In 
waadtlindlschen Kantensspltal. (lote snr la nortalitd de la dlphUrie dau 
le Gantoi de Tand et a Thtpltal cantonaL) Revue m^d. de la Suisse rom. 

No, 6. 1907. 

Vor der Serumbehandlung 1889—1894 = 42,1 pCt., seit der Serumbehandlung 
1895— 1906 = 6,2pCt.; Croup vor der Serumbehandlung 1889— 1894 = 56,3 pCt., 
seit der Serurabehandlung 1895—1906 = 21,8 pCt.; Tracheotomie von 1889 bis 
1894 = 92 Fälle, seit 1895—1906 = 26 Fälle. Die Intubation wurde bei Croup 
ausgeführt in 50 pCt. jonquiere. 

78) J, Haiiy Heikle« Perslsteu der Bacillen im Halse Ton DiphtheriopaUenten 
in der Oenvalesceni; eine klinische nnd bakteriologische Dntersnchnng von 
300 Fällen. (Persistence ef bacilli in the throats et convalescent diphtheria 
patients; a clinical and bacteriologlcal stndy ef three hnndred cases.) Edin- 
burgh Medical Journal. Dtcember 1906. 

Hoffmann's Bacillus findet sich bei allen Arten von Fällen und zu ver- 
schiedensten Zeiten, ist aber am häufigsten während der Convalesoenz. In Fällen, 
wo Staphylokokken anwesend waren, persistirten die Diphtheriebaoillen am 
längsten. Traten frühzeitig Streptokokken auf, so verschwanden gewöhnlich die 



— 79 — 

Dipbtheriebacillen schnell; Streptokokken fanden sich fast in jedem Fall, nachdem 
die Dipbtheriebacillen verschwunden waren. Die meisten Fälle von Diphtherie 
sind nach 3 Wochen vom Beginn der Erkrankung an gerechnet frei von Bacillen; 
sie können sicher 3 Wochen nach dem Verschwinden der Membranen als geheilt 
entlassen werden. j^ logan turker. 

79) Barbier. Wiederanftreten der Diphtkerie unter dem BinlliuiB der BSteli 
bei Kranken, die vorher wegen Dipktkerie behandelt wurden oder mit Dipk- 
tkeriekranken in Berükmng kamen nnd einer Priventivlmpfnng nntenegen 
worden. (Bappel de la dipktdrle neu Tiniinence de la rongeele ckei dei 
malades traitds anUrienrement penr nne dipktirie on ayant M en eantact 
a?ec des dipktdrl«iaes* et ayant anbi nne inoenlaUon präventive.) BüUetin 

medical. 1. September 190?, 

In solchen Fällen ist die Wiederimpfung mit Serum dringend noth wendig, 
um so mehr, als sie erfahrungsgemäss sehr schwerer Natur sind. 

GONTIKR de la ROCHE. 

SO) Krause. ConcentraUen der AnUkirper im DipktkerieanUtexln. (Cencen- 
traHon of tke immnne bodiea In dipktkeria anUtoxin.) N. Y. Medical Rtcord. 

34 August 1907. 

K. beschreibt eine Methode, mittels deren es möglich ist, das Diphtherie- 
antitoxin in erheblichem Grade zu ooncentriren. lefferts. 

81) Lnigi Bngani. Beitrag inr lecalen Serotkerapie dipktkeriacker Proeesae. 
(Oentribnto alle aleroterapia loeale del preceaai difteriei.) BoUett, ddle ma- 

lattie ddCortcchio de, December 1907. 

Verf. hat das bilavent« — antitoxisch und antibakteriell wirkende — Serum 
in grossem Umfang bei der allgemeinen und looalen Therapie der Diphtherie an- 
gewandt. Er berichtet hier über die Erfolge bei letzterer. Er hat reines Serum 
zu Pinselungen und Instillationen, 10— 20proc. Lösungen in Aq. dest. zu Inha- 
lationen und Nasenspülnngen, 3— 4proc. zum Gurgeln brauchen lassen. Bei der 
Application des Serum entfernt er das nekrotische Gewebe entweder mit sterilem 
Wasser oder mit Carbolsäurelösungen, Lysoform, Thymol, Protargollösung. In 
schweren Fällen wandte er gleichzeitig allgemeine Serotherapie, entweder mit 
bivalentem oder anlitoxischem Serum oder beiden abwechselnd an. Verf. hat mit 
der looalen Anwendung des bivalenten Serums sehr gute Resultate erzielt. 

FINDER. 

82) Notis des Heransgebers. Dilerenttaldiagnose dea Orenp. (BiSerential 

diagneaia of orenp.) N. Y. Medical Becord. 20. Juli 1907. 

Der echte Croup ist entweder Kehlkopfdiphtherie oder Streptokokken-Infec- 
tion; es wird seine Diflferentialdiagnose gegenüber dem Pseudocroup besprochen. 

LEFFERTS. 



— 80 — 

e. Kehlkopf und Luftröhre. 

88) A< Soall^ uDd £. Bardler. Deber die erstei EntwlckelnngiBtaAlei dei 
Koklkopfs beim MenBcUickea Pitu. (Bnr les Premiers stadee d« ddveleppo- 
meiit du larynz ehei le feetiu hamain.) Compt rend, de rAssoc. des Anat 

8. B^union Bordea-ux 1906. p. 41. 

Dem Referenten nicht, zugänglich. j. katzenstein. 

84) Reiche. LaryiigitiB membranenleerosa fuibaelllaris. A^. Y. Mediaü Journal. 

15. Juni 1907. 

Verf. berichtet über einen Fall; die Entzündung localisirte sich allein im 
Larynx. lefferts. 

85) Maurice Jacod (Lyon). Acute paeademembraaöie nicUdipkiherisebe Laryi- 
giUdei. (LaryiiKitea aigues k fausee membranes neu dipktiriqaes.) Semawe 

m^icale, JVo. 43. 1907. 

Die klinische Entität der nicht-diphtherischen pseudomembranösen Laryn- 
gitis ist nach Ansicht des Verf.'s indiscutabel. Verf. bringt 15 persönliche Beob- 
achtungen und bespricht die sonst berichteten Fälle. Bei Abwesenheit des 
Klebs-Löffler 'sehen Bacillus hat man gefunden: 1 mal Pneumokokken, 2 mal 
den kleinen Martin 'sehen Coccus, 5 mal den Staphyloooocus, 2 mal den Strepto- 
coccus und 4 mal Associationen von Mikroben. 

Klinisch unterscheidet sich diese Laryngitis von ähnlichen diphtherischen 
Erscheinungen durch die Seltenheit der Coryza, das inconstante Befallensein der 
Drüsen, besonders jedoch die Rapidität und die Schwere der bronchopneumoni- 
sehen Complicationen. Die Prognose ist immer ernst. Die Serotherapie ist ohne 
Wirkung. gontibr de u röche. 

86) H^gs^trier und Claet. PUegmeaSse BnterekekkenlaryBgitts bei eiier 
Jangeii Scbwaageren; Traekeotemie; Heilang. (Laryngite pklegmeneaae k 
enMreceqnea ckei nne Jenne enceinte; traekietemie; gndriaen.) Soci^emed. 

des hopitaux. 12. Aprü 1907. 

Bei einer jungen im 9. Monat schwangeren Frau trat im Anschluss an einen 
Katarrh der Luftwege eine ganz acute Laryngitis auf mit Dyspnoe, hohem Fieber 
und reichlicher Albuminurie. Die Tracheotomle wurde in extremis gemacht. Es 
trat vorzeitige Entbindung ein. Das Kind starb sofort nach der Geburt. Die 
Section ergab Gongestion in allen Eingeweiden mit Blutsuffusion. Die Unter- 
suchung des aus der Ganüle entleerten Eiters und des kindlichen Herzblutes er- 
gab Reinculturen von Enterococcus protoeiformis. a. cartaz. 

87) A, Brown Kelly. Die dilose kyperplasUaebe Laryngitis nnd Pkaryigitia 
bei congenitaler Sypkilia. (Tke dilhue kyperplaatic laryngitis nnd pkaryn- 

gitig ef congenital aypkilil.) Glasgow MedUal Journal. November 1906. 
Verf. publicirt einen interessanten Fall von diffuser hyperplastischer Infil- 
tration des Pharynx und Larynx in einem Fall von congenitaler Syphilis, Die 
besonders bemerkenswerthen Symptome waren: der einförmige und symmetrische 



— 81 — 

Charakter der Infiltration, das Fehlen von Uloeration, die Tendenz der infiltrirten 
Zone, ödematös za werden und mehr oder minder Kehlkopfstenose bervorznmfen 
und das Persistiren der Hypertrophie trotz der antisyphilitischen Behandlang. Die 
Literatur über den Gegenstand wird mitgetheilt. x, logan turneil 



88) Bonrbon. Beitrag lu Stiidlu der Paehydemie der SUambiader and 
ikrer cUrargiackea Behaadlaag adttels der „Pralsage". (Ceatribattea k 
l'dtade de la paekydermie des cerdea vecalea et i aea traitemeat eUrarglcal 

par le „fraiaage".) These de Lyon. 1907. 

Garel unterscheidet: 1. die diffuse Pacbydermie (Virchow), Chorditis 
hypertrophicans posterior (Schadewaldt); 2. die Chorditis pachydermioa diffusa 
Simplex; 3. die stellenweise (a ilots) auftretende Paohydermie der Stimmbänder; 
4. die Pacbydermie mit Tendenz zur Knötchenbildung. Garel hat die ,,Fraisage^^ 
empfohlen, die ihm ausgezeichnete Resultate giebt. bhindel. 

89) Jörgen Möller (Kopenhagen). Biaige Beaerkaagea tber dea aegeaaaatea 

Prelapaia ?eatrieaU lergagal. Fraenkel's Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. 
8. 408. 

Verf. unterscheidet folgende Gruppen : 

1. Totaler Prolaps („Eversion" oder eher „Inversion" der Morgagni'schen 
Tasche). 

2. Prolapsbildung durch Zerrung eines Tumors. 

3. Partielle Prolapsbildung durch Ueberanstrengung der Stimme. 

4. Prolapsähnliche Neubildungen (Retentionscysteu ; Angiomyxom). 

5. Prolapsähnliche entzündliche Hyperplasien, von der Lateralwand des 
Ventrikels, der oberen Fläche der Stimmlippe oder dem unteren Rand der Taschen- 
falte ausgehend. y, kleiiperer. 

90) R. iBibofer (Prag). laeaiateBa labil ?ecalla e pblebeetaala. Fraenkd^a 

Archiv f. Laryngdogie. Bd 17. S. 112. 

Anknüpfend an einen zufälligen Befund von Hämatom der Stimmlippe an 
der Leiche eines an Apoplexie verstorbenen Patienten bespricht L die Aetiologie, 
Symptomatologie und Therapie der Varicen und Phlebectasien im Kehlkopf. 

F. KLEMFERER. 

Dl) Gompatred (Madrid). Abaceaa dea recbtea Arykaerpela, Llgameataai ary- 
eplgletticaai lad Tueheabaadea aacb Srippe. (Abceae del arlteaelde, Uga- 
■eite arUeae-eplgletUee y baada veatrlcalar dlrecta eeaaeeati?a k la grlpe.) 

Siglo medico. Januar 1907. 

Die Eröffnung des Abscesses wurde mittelst der Galvanokaustik gemacht. 
Heilung. tapia. 

92) A. Most. Deber Taberealeae der prilaryagealea Drflaea aid ikre Be- 

aiekaigea lar KeUkepftaberealeae. Framkd'a Archiv f. Laryngdogie. Bd. 17. 
Ä 379. 

M. beschreibt einen Fall von starker Schwellung und hochgradiger Ver- 



— 82 — 

käsong der prälaryngealen Drüsen bei Kehlkopftaberculose. ^ Die auf dem Liga- 
mentum oonicum gelegenen Drüsen sind eine bis zwei an Zahl, ihre Zufluss- 
stammchen treten durch das Lig. conicum hindurch. Das Quellgebiet dieser 
Drüsengruppe ist der vordere subglottische Theil des Kehlkopfs und es gelingt, 
dieselbe bereits von der dicht am freien Rande der wahren Stimmbänder gelege- 
nen Schleimhaut aus zu injiciren. — Dass die prälaryngealen Drüsen bei Kehl- 
kopftuberculose zum mindesten sehr häufig mitinficirt sind, geht daraus hervor, 
dass Verf. in 10 von 17 mikroskopisch untersuchten Fällen bei Kehlkopftuberculose 
in den prälaryngealen Drüsen Tuberkelberde fand. p klemperer. 

98) Senon (London). Uekor den tkorapouttielioii Wertk ?ellitindigor Stimm- 
rake bei der Anstaltikehandluig der Keklkopfakorcnloie. Berliner kiin. 

Wochenachr. No. 47. 1906, 

Der Verf. empfiehlt die Schweigecur als ein werthvoiles Hülfsmittel bei der 
Anstaltsbehandlung der Larynxtuberculose, combinirt mit einer geeigneten 
Localbehandlung, in Fällen von entzündlicher Reizung des Kehlkopfes bei Lungen- 
tbberculose, besonders bei hartnäckigen Katarrhen des Kehlkopfes, Congestion der 
Stimmbänder, Relaxation der Taschenbander und — in weiter vorgeschrittenen 
Fällen — bei umschriebener Ulceration der Stimmbänder, Geschwüren in der 
Interarytaenoidfalte, allgemeiner Infiltration und Bewegungsstörungen des Crico- 
Arytaenoidgelenks. 

Bei schweren, tiefgehenden Ulcerationen und Perichondritiden hat diese Cur 
keinen Zweck. 

Ein wesentlicher Vortheil gegen früher ist der Methode in der Anstalts- 
behandlung der Lungentuberculose erwachsen, wodurch ein wirkliches Schweigen 
während längerer Zeit — Monate — viel eher unter ständiger Unterstützung des 
Arztes und vernünftiger Mitpatienten zu erreichen ist als früher in der gewohnten 
Umgebung der Kranken. albanus (zarniko). 

94) LvbiinBki (Berlin). Die Sckweigotkerapio kei der Koklkopttnkoreilose. 

Berl kUn. Wochenachr. No. 52. 1906. 

Verf. erinnert an seine schon im Jahre 1887 bei der Therapie der Kehlkopf- 
schwindsucht aufgestellte Forderung: absolutes Schweigen, womöglich Monate 
hindurch, eventuell der Gebrauch der Flüstersprache — und bringt 6 Fälle ans 
der damaligen Zeit bei, bei denen damals mit dieser Cur gute Erfolge erzielt 
wurden. 

Die Schwierigkeit dieser Therapie liegt in der schweren Durchführbarkeit 
der Cur, die von dem Patienten ein hohes Maass von Energie fordert. 

In letzter Zeit hat Verf. neben dieser Methode localtherapeutisch den Haupt- 
• werth auf Anwendung von Anaesthetica gelegt: Codein. phosph. 0,6 — 1,0 : 10,0 
Sacchar. alb., Orthoform, Anästhesin. albakus (zarniko). 

95) Finder (Berlin). Dl« ekirvglseko BokaidliiBg der Kekikepfhikercvleie. 

Berl Min. Wochenachr. No. 9. 1906. 

Zusammenfassender Vortrag über die medicamentöse, galvanokaustische und 
chirurgische Behandlung unter Berücksichtigung des Localbefundes, des Allge- 



meinzastatides and der individuellen Heilungstendenz. Erwähnung der Aus- 
sichten der Tracheotomie, Laryngofissur und Totalezstirpation. 

ALBA.NU6 (ZARNIKO). 

96) Alexander (Berlin). ZOT leilimg der LaryiZtHbereideie. Berliner klin. 
Wochensehr. No. 9. 1906. 

In einem Vortrag in der Gesellschaft der Charit^-Aerzte betont der Autor, 
dass selbst bei schwerer Larynxtnberculose unter Hinzuziehung der modernen 
Tuberoulosetherapie durch individualisirende Localbehandiung viel erreicht werden 
kann und demonstrirt die Ergebnisse an mehreren Fällen: 

1. Bei einer langsam fortschreitenden tuberculösen Erkrankung des Kehl- 
kopfes werden beim Auftreten von Uloerationen beide Stimmlippen durch Curette- 
ment mit sehr gutem Erfolge — auch functionell — entfernt. 

2. Mehrere Infiltrate an der hinteren Kehlkopfwand durch Curettement ohne 
viel Erfolg entfernt. Geschwür an der Rachenwand durch Curettement undHilch- 
säure mit Mühe geheilt. Durch Landaufenthalt ohne Localbehandiung über- 
raschender Erfolg. 

3. Dauernde Heilung eines tuberculösen Infiltrates einer Tasohenlippe und 
eines IY2 ^^^^ später aufti'etenden Infiltrates der Hinterwand durch Curettement. 
Ein folgendes Recidiv ohne Behandlung geheilt. Lungenbefund aber ver- 
schlechtert. 

4. Heilung durch Totalexstirpation der erkrankten Epiglottis. 

5. Rechtsseitige P erichon dritis arytaenoidea wird durch Curettement zum 
Stillstand gebracht. Weitere Erholung durch Aufenthalt in Erholungsstätte. 

6. Ausgedehnte Erkrankung des Larynx. Dhrch Curettement und Milchsäure 
nur Verschlimmerung. Durch Heilstätte langsame Heilung. 

7. Erkrankte Stimmlippen. Milchsäure — MenthoL Heilung unter Membran- 
bildung der Glottis. Erfolglose Spaltungen des Diaphragmas. Stimme massig. 

ALBANÜ6 (ZARNIKO). 

97) Notii deg Herantgebers. Behandlnig der Keklkepfphthise. (Treatment ef 

laryngeal ykthiSto.) N. Y, Medical Journal 27, Jidi 1907, 

Zur Schmerzlinderung bei Geschwüren wird empfohlen die directe Appli-^ 
cation in den Larynx von: 

Rp. Extr. Opii 

Extr. Belladonn. aa 0,05 
Aq. lauroceras. destill. 20,0. 
Um die Vernarbung zu erleichtern insufflire man: 
Rp. Plumb. acet. 2,0 

Morph, hydrochlor. 0,2 
Sacch. lactis 10,0. 
Die Schleimhaut soll zuerst mit einer Lösung von Kai. chlorat. oder von 
Natr. bicarb. besprayt werden. Zur Cauterisation der Geschwüre wird ausser 
Argent. nitr. oder Galvanokaustik folgende Formel empfohlen: 



— 84 — 

Rp. Jodi 0,3 

Kai. jodat. 3,0 
Glycerln 10,0. 
Für die Application auf die entzündete Schleimhaut empfiehlt sich Jodoform 
hi Glycerin suspendirt* lbfferts. 

98) Wm. £. Casselberry. Diagnose lud Bokandlug der KehlkoyftnbereidoBe. 
(DiagiiOBis and troatmont of laryngeal tnberenlosii.) lUinois Med, Journal 

August 1907. K Y. Medical Becord. 20, Juli 1907. 

Verf. bespricht die einzelnen klinischen Typen, die das Bild der Larynx- 
tuberculose darbieten können und betont die Bedeuiung der AUgemeinbehandlnng. 

LEFFBRT8 

99} St. Gialr Thompson (LondoD). Eine Terlesuig ttber Heiterkeit, (i lee- 

tore en koarieneiS.) The CUnical Journal Lmidon. Juni 1907, 

Verf. giebt einen sehr instructiven üeberblick über die Bedeutung der Heiser- 
keit als Symptom von Kehlkopferkrankungen und weist auf die Wichtigkeit der 
laryngoskopischen Untersuchung, besonders für alle Fälle von andauernder Heiser- 
keit bei Patienten von über 40 Jahren hin. jaihes donblan. 

100} s. Bang (Dänemark}. Bekandlnng ?on Larynxleiden mittels Llckt. (Be- 
kandllng af Larynxlidelaer med Lyi.) Nord. Tidsahift f, Terapl Aprü 190?. 

B. hat einen besonderen Apparat construirt, in welchem ein Prisma von 
Quarz und ein System von Quarz-Linsen in der Weise angebracht sind, dass er 
im Stande ist, mit der auch von Bang construirten Eisen-Lampe Licht in den 
Kehlkopf zu werfen. Er benutzt eine Stromstärke von 10—12 Ampere, Beleuch- 
tungsdauer von 2—2^/2 Minuten. B. wird sich noch über die therapeutischen Re- 
sultate dieser Behandlungsmethode aussprechen, wenn ein noch viel grösseres 
Beobachtungsmaterial zu seiner Verfügung steht. ». schmiegblow. 

101} £. Meyer (Berlin}. Demenitratten farbiger Pketegrapklen. Berlin. Min. 

Wochenschr. No. 2. Verein^eüage. 1906. 

Vortr. demonstrirt farbige Photographien, aufgenommen am lebenden Kehl- 
kopf, und erläutert dabei die noch bestehenden grossen technischen Schwierig- 
keiten. ALBANÜS (ZARNIKO). 

102} Oaiebski. Znr Frage der Lnngentkerapie vennittelst intratrackealer In- 
stlllaUonen. (K weprean o apeieb letscbnelja kalesnei legetscknei tkani prl 
pemesektacki intrackealmick wliwanli.) B. Wratach. No. 26, 1907. 

Die fleissige Arbeit zerfällt in zwei Theile, einen experimentellen und einen 
klinischen. Experimentin wurde an Kaninchen und Hunden. Der Autor war vor 
allem bemüht festzustellen, wie weit die Substanzen in die Lungen dringen. 
Bekanntlich wird von den meisten Autoren behauptet, dass die Alveolen mit den 
einzuführenden Substanzen nicht in Berührung kommen. Nach den Ermittelungen 
von Galebski ergiebt sich, dass Menthol, Eucalyptol und Hetol in OL oliv. dulc. 
in 5proc. Lösungen nicht nur in die Alveolen, sondern sogar in das Lungen- 
gewebe und Bronchialdrüsen vordringen. 



— 85 — 

Klinisch lies sich immer eine günstige Einwirkung auf den Husten, putriden 
Geruch, die Expectoration und das subjective Befinden constatiren. Die jedes- 
malige Menge des einzuführenden Mittels betrug 5,0 ccm. p. hellat. 

103) Sndrigsez PInilla. Die iitratrachealen bileetiOBeii. (Lu Injocttones 

ilbiqioalOI.) Siglo medico, 23. Juli 1907. 

Verf. theilt einige Fälle mit, durch die die Wirksamkeit der intratrachealen 
Injectionen bei chronischer Ihraoheitis und Tracheobronchitis gezeigt werden soll. 

TAPIA. 

104) Notiz des Heravagebers. Intratraeheale biieetlaiion bei der Behandlimg 
ebreiilacker LimgeiikraakheiteB. (Intratracheal injectiens in the treatment et 

ehreniC diseases Of the längs.) N. Y. Medical Record. 23. September 1907. 

Es wird der Werth der Intratrachealinjectionen verglichen mit dem der In- 
halationen; der Vergleich fallt zu Gunsten der ersteren aus. Die Untersuchungen 
Galebskis an Thieren zeigen, dass die injicirte Flüssigkeit die Alveolen und 
Intestinaigewebe und die Bronchialdrüsen sicherer erreicht, als bei der Inhalation. 

LBFFERTS. 

f. Schilddrüse. 

105) Jobn Landstr^m« Deber lerbns Basedewii. Eine chimrgisebe nnd ana- 
tendsebe Stndie. Aeademisebe Abbandlnng. Stockholm 1907. 

Diese Studien, die der Verf. zur Erlangung der medicinischen Doctorwürde 
gemacht hat, basiren auf 52 Fällen, die im Königl. Serofimerlazareth in Stockholm 
durch Operation behandelt worden sind. Von diesen starben 3 unmittelbar nach 
der Operation: die übrigen wurden mit folgenden Methoden behandelt: Unter- 
bindung von Arterien 20 Fälle (von 3 Arterien 16, von 2 Arterien 4 Fälle), 
halbseitige Excision 11 Fälle, halbseitige Ex eis ion und Unterbindung 
I der oberen Arterie auf der entgegengesetzten Seite 14 Fälle und an- 

i dere Operationen 4 Fälle. Betreflfend die Resultate der verschiedenen Opera- 

I tionsmethoden kann nach der Casuistik des Verf.'s als festgestellt gesagt werden, 

„dass die partiellen Arterienunterbindungen als alleinige Behandlungsmethode 
bei M. B. der halbseitigen Excision und besonders einer Combination der beiden 
Methoden gegenüber an Effectivitat nachstehen". Ehe Verf. sich in die kritische 
Behandlung der bis jetzt üblichen Operationsmeihoden und deren Technik ein- 
lässt, zeigt er uns durch seine anatomischen Studien, wie es sich mit dem Gefäss- 
verbältniss der Glandula thyrooidea verhält; er constatirt nämlich, dass die Thy- 
reoidealarterien keine Endarterien sind (deutsche Verf.), sondern in grosser Aus- 
dehnung mit einander anastomosiren (französische und englische Forscher) — ein 
Umstand, der den verhältnissmässig geringen Erfolg der partiellen Unterbindung 
erklärt. Für die Operation empfiehlt L. einen grossen bogenförmigen Schnitt, 
„dessen oberer Theil dem vorderen Rande des Sternocleidomuskels folgt, während 
er unten nach der Mittellinie zu ab weich t^^, wonach die Arterien unterbunden wer- 
den, nachdem hindernde Muskeln getheilt worden sind; die Struma wird subcap- 



- 86 — 

salär abgelöst, die Venen ligirt und der Lappen so durchgeschnitten, „dass eine 
dünne Schicht an der gewünschten Stelle zurückgelassen wird^. Die Blatung 
wird in dieser Weise minimal. Was den Yerlaaf der Krankheit nach der Operation 
betrifift, betont Verf., dass die Convalesoenz ziemlich lange dauert, auch wenn der 
Pat. schon unmittelbar nach der Operation sich besser fühlt. Die so wichtigen 
Herzsymptome, subjective und objective, sind die am längsten fortbestehenden 
und von speciellem Interesse ist, dass L.'s Material zeigt ^die überraschende 
Thatsache, dass in keinem von den genesenden Fällen ein Rückgang der Herz- 
breite zum Normalen sicher zu constatiren ist". Durch seine Studien über die 
jetzigen Behandlungsmethoden des M. B. im Allgemeinen glaubt Verf. sich den 
Schluss machen zu können, „dass keine Behandlung auch nur annähernd so gute 
Resultate aufzuweisen gehabt hat, wie die operative Strumatherapie und durch 
das Vorlegen des Materials aus dem Serofimerlazareth ist eine weitere Bestätigung 
dieser Behandlungsmethode gewonnen worden". Verf. stimmt mit Kocher überein, 
dass genaue Indicationen noch nicht aufgestellt werden können, glaubt aber, dass 
das Risiko einer Operation im letztem Stadium und die Thatsache, dass die 
schon entstandenen Herzveränderungen sich nicht zurückbilden, entschieden zu 
einer Frühoperation drängen. 

Die bis jetzt vorgebrachten Versuche, die Augensymptome des M. B. zu 
erklären, haben den Verf. nicht zufrieden gestellt. Seine anatomischen Studien 
des Auges haben zu dem überraschenden Erfolge geführt, dass in der Orbita sich 
contractiles Gewebe (glatte Muskulatur) findet, das bisher der Aufmerksamkeit ent- 
gangen ist". Landström zeigt nämlich, „dass der vordere Theil des Aug- 
apfels von einem cylinderförmig angeordneten, aus glatten Zellen 
bestehenden Muskel mit Ursprung am Septum orbitale und Inser- 
tion am Aequator cerebri umgeben ist". Durch die Wirksamkeit dieses 
Muskels lassen sich sämmtliche Symptome bei M. B. mit Ausnahme der einige Mal 
beobachteten Augenmuskellähmungen erklären. 

Zum Schlüsse betont Verf. in dieser seiner gediegenen und bedeutungs- 
vollen Arbeit mehr als andere Forscher, dass Infectionskrankheiten eine nicht un- 
wesentliche Rolle als ätiologisches Moment zum Morbus Basedowii spielen. 

K. STAKGBNBERG. 

106) Elnar Rothe (Götheborg). leaero UnteniichiugeB tber lorfeiiB Buedowil. 
(lyare IhidenKkiiiBgar Wer lerb. Basedowii.) Nwd, TMasknft f, Terapi. 

S. 231, Mai 1907, 

Uebersichtsartikel. b scHinBOBLOw. 

107) li. F. Barker. Diagnese des lerbas Basedew. (Diagnesii ef exopkihal- 

mic geiler.) N. Y, Medical Becord, 15. Juni 1907. 

In der Regel ist die Schwellung der Schilddruse nicht sehr gross, besonders 
in den Fröhstadien. In acuten Fällen ist der Tumor oft weicher als die normale 
Drüse. Als das wichtigste Symptom erwiesen sich die Erscheinungen von Seiten 
des Gefässsystems ; in vielen Fällen war Pulsation des Tumors zu constatiren, das 
constan teste Symptom jedoch war die Tachycardie und zwar betrug der Puls 90 



— 87 — 

bis 200. Der Exophthalmas fehlte fast in einem Drittel der Fälle. Tremor fand 
sich nicht nar an den Extremitäten, sondern auch an der Muskulatur des Rum- 
pfes. Eine häufige Begleiterscheinung waren Diarrhoe und Erbrechen, besonders 
in den vorgeschrittenen Stadien der Erkrankung. Psychische Symptome waren sehr 
ausgesprochen und fielen oft zuerst ins Auge. Verf. zählt schliesslich 11 Er- 
scheinungen von Seiten des Auges auf, die beim Basedow vorkommen können. 

LEPFERTS. 

108) Gilbert Ballet, Saiaton, Dekern« lerbu Baiedew. (Seitro exephtkal- 

■1^0.) Medicinücher Congresa. Paris 14. September 1907. 

Allgemeine Uebersicht über die üblichen Behandlungsmethoden. Die Haupt- 
sache ist nach Ansicht der Verff. die Reizbarkeit des Nervensystems und die 
Störung der Secretion zu bekämpfen. gontikr de u koche. 

109) S. Solls Cohen. Die nnckinirgiBCke Bekandlmig dei lorbu Baaedow. 
(Tke BOksnrglcal treatnent of exepktkalmic goitre.) N. Y. Medicai Journal 

5. August 190%. 

Verf. sagt, dass in einer neueren Arbeit, vom chirurgischen Standpunkt aus, 
eine Mortalität von 30—50 pCt. als ein gutes, eine solche von 10 pCt. als ein 
phänomenales Resultat bezeichnet wurde. Demgegenüber müsse der Werth der 
medicamentösen Behandlung betont werden. Frühzeitige Fälle erfordern keine 
' Serumbehandlung; Ruhe, Hygiene, Ergotin, Strophantus, Thymus und Adrenalin 

I sind die hierbei zu empfehlenden Mittel. Gegen die Herzsymptome erweist sich 

Chinin, hydrobromicum als nützlich; Antithyreoidinserum kann in Verbindung 
damit gebraucht werden. In den Händen des Verf.^s hat sich nur das Serum von 
Roger und Beebe bewährt. lefferts. 

110) E. A. TscbenilDg und M. Lanritien (Kopenhagen). Acuter lorbVB Baae- 

dewU gUckliek Bit parUeller StnmectoBie bebandelt. (Akat lerb. BaaedowU 
bekaadlet keldigt aed yartiel Stmekteaü.) Mit 2 Abbiidgn. und 2 Curven. 

NordisJc lidsskrift f. Terapi, S. 337. August 1907. 

Es handelt sich um eine un vermählte 38jährige Frau, die in Aethernarkose 
partiell strumectomirt wurde, weil die Patientin an Morbus Basedowii, der vergeb- 
lich während 4 Monaten intern behandelt war, litt. Das Resultat des operativen 
Eingriffs war gut, die Entwickelung der Krankheit wurde arretirt und eine gleich- 
massig fortschreitende Besserung trat ein. k. schmieüelow. 

111) R. 0. Preble. ledlcamentdae Bekandlnng dea lerbaa Baaedew. (ledi- 

Cal treatmeat of eZOpbtbalOliC geitre.) N. Y. Medicai Record. 15. Juni 1907. 

Unter den Medicamenten räumt Verf. dem Opium den grössten Werth ein; 
das Endergebniss seiner Erwägungen ist, dass es besser sei, zu früh als zu spät 
zu Operiren. lefferts. 



— 88 — 



g. Oesophagus. 

112) Gnlsez (Fans). Oosophagetoflüe unter Oesophagoikeple wogen einer der 
DUatatten trotienden larbenatenoae. (Oesephagetende soas oeaopkagoBeepie 
penr ritrecli8e«ent eleatrielel rebelle k la dilatatten.) Social de Chirurgie. 

14. Juli 1907. 

Unter Leitung des Oesophagoskops wurden in drei aufeinander folgenden 
Sitzungen einige kleine Incisionen in die Narbenmasse gemacht; dadurch wurde 
die Stenose soweit gedehnt, dass die Dilatation mit Erfolg fortgesetzt werden 
konnte. qontier do la eochk. 

113) William Lerche. Diltue SpeisertkrendilataUon elue anateniaclie Bteneae, 
nebit Bericlit ttber einen Fall elireniiehen OardlospaaBni. (Dilfnse dilataUen 
ef the eesopliagna witliont anatemieal itenoais wltli report of a case dne to 

elirenie cardiO-apaiai.) American Journal of Medical Sdencea. Odober 1907. 
Die Diagnose gründete sich auf den plötzlichen Beginn mitRegurgitiren von 
Nahrung und Flüssigkeit, die Thatsaohe, dass zeitweise geringe Schwierigkeit beim 
Passiren der Nahrung bestand, während zu anderen Zeiten Fat. überhaupt nichts 
herunterbringen konnte, die eigenthümliche Empfindung beim Bougiren und das 
plötzliche Nachgeben das Hinderniss an der Cardia auf sanften Druck, femer die 
Thatsache, dass zu Zeiten die Tuben leicht, zu anderen Zeiten nur schwer hin- 
durchgingen. Der Oesophagus fasste 425 com. Krebs und andere Geschwülste 
konnten nach der Krankengeschichte ausgeschlossen werden. Das DUatations ver- 
fahren führte zur Heilung. suxl mayek. 

114) Michaelis (Leipzig). Eine dnrek nbrelysin geheilte Oeiephagnagtrictnr. 

Med. Klinik. 10. 1907. 

Achtjähriges Mädchen mit hochgradiger Structur des Oesophagus (entstanden 
durch Heilung eines Decubitalgeschwüres) erhielt alle 3 Tage 2,3 com Fibrolysin 
injicirt, nach der G.Einspritzung passirte eine Sonde No. IXCharriere die Strictur, 
nach der 7. Injection fiel Sonde X Oh. glatt durch die Passage hindurch. Völlige 
Heilung. Seifert. 

115) HagenbaohBarchhArdt (Basel). Ueher iwei Fille Ten leilnng Ten larhen- 
sMctnren des Oeaephagns dnreh Thiesinamin. Med. Klinik. 27. 1907. 

In zwei Fällen von Laugen Verätzung der Speiseröhre bei Kindern wurde 
durch Thiosinamin resp. Fibrolysininjection (alle zwei Tage, dazwischen Sonden- 
behandlung) völlige Heilung erzielt. Seifert. 



— 89 — 

II. Kritiken und Gesellschaftsbericlite. 

a) E. Goldmami und E. Killfaii. U«ber die Terwendimg der X-StraUen 
flbr die BesUaBuig der nasalei lebenliSUei nnd Ikrer ErkraBtaagen. 

Tübingen 1907. 

Nachdem transversale Durchleuchtong des Schädels mit X-Strahlen für die 
Praxis keine befriedigenden Resultate ergeben hatte, warden die Verff., wie sie 
mittbeilen, von Högler (Basel) darauf aufmerksam gemacht, dass die Durch- 
leuchtung des Schädels in sagittaler Richtung ein viel besseres Bild von den 
Nebenhöhlen der Nase ergebe. Daraufhin haben E. Goldroann und Killian 
eine grössere Reihe von Aufnahmen in der Weise gemacht, dass sie die X-Strahlen 
durch eine auf die Protuberantia occipitalis aufgelegte Blende von hinten nach 
vom in streng sagittaler Richtung durch den Schädel schickten. Es wurden 
meist weiche bis halbweiche Röhren benutzt, die Exposition dauerte gewöhnlich 
1 — 1^/2 Minuten. Auf Grund ihres üntersuchungsmaterials, bei dem auch 30 patho- 
logische Fälle verwerthet wurden, kommen die Verff. zu dem Schluss, dass die 
sagittale Durchleuchtung ein genaues Urtheil ermögliche über die Existenz einer 
Stirn- und Kieferhöhle, über ihre Gestalt und Ausdehnung. Auch bei der Er- 
kennung pathologischer Zustände in der Stirn- und Kieferhöhle und im Siebbein 
leiste sie werthvolle Dienste, da sich Eiterungen ebenso wie krankhafte Verände- 
rungen am Knochen und in den Schleimhautauskleidungen als Verschleierungen 
im Positiv zu erkennen geben. Allerdings muss zugegeben werden, dass bei dem 
augenblicklichen Stand der Dinge die Deutung dieser Verschleierung noch in 
manchen Fällen, besonders bei doppelseitiger Verschleierung, mit Schwierigkeiten 
verknüpft ist: nicht aus jeder Verschleierung darf man einen diagnostischen Schluss 
ziehen, nnd ihr Fehlen lässt eine Erkrankung nicht mit Sicherheit ausschliessen. 
Immerhin aber reiht sich, wie die Verff. Seite 8 sagen und durch die Wieder- 
gabe von 30 Krankenberichten und 12 gut gelungenen Röntgenaufnahmen erhärten, 
„die sagittale Durchleuchtung des Schädels mit X-Strahlen den übrigen Unter- 
suchungsmethoden als eine gleichwerthige an und dient zur Vervollständigung 
derselben, ohne aber dieselben entbehrlich zu machen." (Im Text steht, was wohl 
nur ein Lapsus calami ist, „unentbehrlich zu machen".) 

Diesem Urtheil kann sich Ref. nach seinen Erfahrungen durchaus an- 
schliessen; man wird hoffen dürfen, dass die immer weiter fortschreitende Technik 
die Präcision der Röntgenaufnahmen und ihre diagnostische Verwerthung noch 
weiter fordern wird. Es wäre dankenswerth gewesen, wenn die VerfT. noch mit 
einem Wort darauf eingegangen wären , in wieweit die Röntgenaufnahme der ein- 
fachen Durchleuchtung der Stirn- und Kieferhöhlen nach Vohsen (s. Med. Klinik, 
1907) überlegen ist. A. Kuttner (Berlin). 

b) e. Besold und H. Oldlonseft. Patkelegle ud Tkeraple der EeUkepf- 

tlkereidefe. Mit einem Geleitworte von Excellenz Wirklichem Geheimrath 

Prof. Dr. med. Moritz Schmidt. Berlin, Georg Reimer. 1907. 

Zur selben Stunde fast, als man in Frankfurt a. Main Moritz Schmidt zur 

ewigen Ruhe geleitete, ging mir die Besold-Gidionsen'sche Abhandlung zur 

Besprechung zu, für welche der Unermüdliche noch kurz vor seinem Scheiden ein 



— 90 — 

ehrendes Geleitwort geschrieben hatte. So klingt dieses Wort fast wie eine Bot- 
schaft ab inferis za uns, und mit einem Gefühl stiller Wehmuth lesen wir, was 
Moritz Schmidt uns in letzter Stunde noch zu sagen hatte. Er berichtet von 
jener Zeit, in der er das Hauptwerk seines Lebens, die Bekämpfung der Kehlkopf- 
schwindsucht, in Angriff nahm. Damals, es war im Jahre 1880, hatte er auf dem 
Congress in Mailand mitgetheiit, dass es ihm im Laufe der letzten Jahre gelungen 
sei, 16 von 319 Larynxphthisen zu heilen. Als er v. Ziemssen bat, diesen Vor- 
trag im „Archiv für klinische Medicin^^ aufzunehmen, erhielt er die Antwort, seinem 
Wunsche könne nur entsprochen werden, „wenn in dem Titel — Die Kehlkopf- 
schwindsucht und ihre Heilung — das Wort , Heilung* durch , Behandlung* ersetzt 
würde". So beurtheilte damals einer der ersten Kliniker seiner Zeit, der sich gegen 
den Vorwurf einer unwürdigen Bevormundung seiner Autoren gewiss mit aller 
Energie gewehrt hätte, die Prognose der Larynxphtbise: eine Heilung derartiger 
Fälle erschien ihm als eine so baare Unmöglichkeit, dass er nicht einmal in der 
Ueberschrift eines Aufsatzes von dieser Eventualität zu sprechen erlaubte. — 
Aber Moritz Schmidt, damals noch ein junger unbekannter Practiker, hat Recht 
behalten ! Und wenn er auch in seiner Herzensbesoheidenheit mit Stillschweigen 
über den Antheil hinweggeht, den er selbst an den hier erzielten Erfolgen hatte, 
es muss ihn doch in späteren Jahren mit stolzer Freude erfüllt haben , dass seine 
Weissagung von damals sich so glänzend erfüllt hat: Heute, 27 Jahre, nachdem 
V. Ziemssen die Heilbarkeit der Larynxphtbise für eine undiscutirbare Utopie er- 
klärt hatte, ist diese eine allbekannte und allseits anerkannte, selbstverständliche 
Thatsache geworden! 

Das Besold-Gidionsen'sche Bach selbst ist und will sein eine von Prac- 
tikern für Practiker geschriebene Abhandlung über die Pathologie und Therapie 
der Kehlkopftuberculose, in der selbstverständlich auch alle hierher gehörigen 
theoretischen Fragen gebührende Berücksichtigung finden. Von Interesse sind zu- 
vörderst die statistischen Daten. An einem Material von mehr als 2000 Fällen von 
Lungcntuberculose wird gezeigt, dass in etwa einem Viertel der Fälle auch der 
Larynx erkrankt; Mund-, Rachen- und Nasentuberculose sind sehr selten (im 
Ganzen nur 19 derartige Fälle). Das männliche Geschlecht zeigt doppelt so viel 
Erkrankungen als das weibliche. Wenn es auch hauptsächlich die schweren Fälle 
von Lungcntuberculose (III. Stadium der Turban 'sehen Eintheilung) sind, die 
am häufigsten zu einer Miterkrankung des Kehlkopfes führen, so finden sich doch 
oft genug auch schon im Anfangsstadium der Lungenerkrankung ernste Affectionen 
des Kehlkopfes. 

Als Hauptformen der Larynxtuberculose werden aufgezählt: 1. das Infiltrat, 
2. das Ulcus, 3. der Tumor tuberculosus, 4. das miliare Knötchen. Bei der Be- 
sprechung des Infiltrates wäre es vielleicht aus practischen wie theoretischen 
Gründen wünschenswerth gewesen, die Hyperplasien, die sich aus den Infiltraten 
durch die Organisation des Infiltrationsmaterials entwickeln, von den Infiltraten 
selbst zu unterscheiden. Bei der Bestimmung des Begriffes eines tuberculösen 
Tumors möchte ich mich, im Gegensatz zu den Verff., doch lieber an die engere 
Definition von Schech halten, durch welche die pathogenetisch und klinisch von 
dem wahren Tumor sehr differirenden tuberculösen Granulationen abgesondert 



— 91 — 

werden. Ein Uebergreifen der taberonlösen Entzündung auf das Perichondriam 
haben die Autoren wiederholenllich beobachtet, aber nicht ein einziges Mal eine 
sicher erwiesene eitrige Perichondritis. 

Mit grosser Sorgfalt ist die Histologie der verschiedenen tuberoulösen Er- 
krankangsformen bearbeitet; eine Reihe von instructiven Abbildungen unterstützen 
das Verstandniss des Lesers. Frische Tuberkelansiedelung pflegt nach den Unter- 
suchungen der Verff. meist in einem deutlich erkennbaren. Verhältniss zu dem 
äussersten, unmittelbar unter dem Epithel gelegenen Gefässschlingenbezirk zu 
stehen. Die Epithelmetaplasie und -Hyperplasie, welche die Verff. gerade bei 
Tumoren hervorheben, findet sich, wie Kef. schon vor 15 Jahren gezeigt hat, nicht 
nur hier, sondern auch bei den verschiedenen Erscheinungsformen der Tuberculose, 
und ebenso bei allen möglichen anderen chronisch verlaufenden Processen. 

Als anatomisches Substrat für jedes echte tuberculose Geschwür fordern die 
Verff. mit Recht die Präexistenz des Tuberkels. — Bei der Discussion der Frage, 
auf welche Weise die Infection des Kohlicopfes bei schon bestehender Longen- 
tuberculose zu Stande kommt, antworten die Verff. mit einem Ignoramns. Sie 
halten sowohl die Infection durch das vorbeipassirende Sputum, als auch die In- 
fection auf dem Wege der Blut- und Lymphbahn für möglich, führen aber eine 
ganze Reihe von gewichtigen Gründen an, die es nicht gerade wahrscheinlich er- 
scheinen lassen, dass dies die gewöhnliche Art der Invasion der Tuberkel- 
baoillen sei. Wenn auch die hier vorgebrachten Einwendungen jede Berücksichti- 
gung verdienen, so kann ich doch den Einwand, den die Verff. Seite 50—51 ans 
ihrer Statistik gegen die Cornet'sche Annahme herleiten, nicht recht verstehen: 
nimmt doch die procentuale Zahl derer, die sicher ah Larynxtuberculose litten 
ebenso, wie die Zahl derer, die einer Larynxtuberculose verdächtig waren, immer 
mit der Schwere der Lungenerkranknng zu. 

Bei der Besprechung der Differentialdiagnose heben die Verff. hervor, dass 
syphilitische Erscheinungen wiederholentlich auf Jod nicht reagirten ; erst durch 
eine nachfolgende Schmierkur konnte die Natur der Krankheit sicher gestellt 
werden. Dazu möchte ich bemerken, dass es, wenn man die Diagnose ex juvanti- 
bus stellen will, nach meinen Erfahrungen durchaus erforderlich ist, immer Hg 
und Jod zu gleicher Zeit zu verabreichen, und selbst auf diese Weise lassen sich 
Trugschlüsse nicht immer vermeiden. 

Mit den therapeutischen Ansichten der Verff. ist der Ref. im Princip zumeist 
einverstanden: Der Belichtung des Kehlkopfes stehen die Herren mit Recht skep- 
tisch gegenüber, die Elektrolyse ist sicher eine für die Kehlkopfbehandlung unge- 
eignete Methode; die Anwendung der Milchsäure bei geschlossenen Infiltraten ist 
entschieden ein Missbrauch, ebenso eine alle 2—3 Tage wiederholte Application 
derselben. Mit Genugthuung habe ich weiter gelesen, dass die Herren die Laryngo- 
fissnr denn doch nicht für einen so ganz harmlosen Eingriff halten, wie man sie 
von anderer Seite hinstellt. Gern hätte ich noch gesehen, wenn die Verff. betont 
hätten, dass die Larynxexstirpation, diese grausige Verstümmelung, bei der Tuber- 
culose nur für die all erseltensten Ausnahmefälle in Betracht kommt, unter Tausen- 
den von Fällen wird sie immer nur einmal indicirt sein. Der Werth der galvano- 
kaustischen endolaryngcalen Behandlung scheint mir richtig eingeschätzt; nur 



— 92 — 

möchte ich zur Warnong hemerken, dass ich einmal bei einem Tiefenstich in d^r 
Gegend des Aryknorpels eine recht unangenehme Blutung erlebte, ich möchte also 
doch rathen, mit der Benutzung der dicken Porzellanbrenner und mit der Steige- 
rung der Stromintensität bis zur Weissglühhitze vorsichtig zu sein. Bezüglich der 
Curettage aber stehe ich auf einem etwas anderen Standpunkt als die Verff. Das 
Auftreten von Dyspnoe und Dysphagie berechtigt meines Erachtens noch nicht zu 
chirurgischen endolaryngealen Eingriffen, deren Bedeutung für einen sensiblen 
Patienten die Verff. doch etwas zu unterschätzen scheinen. Ich halte Operationen 
in dieser Situation nur dann für gerechtfertigt, wenn man die Ueberzeugung hat, 
damit einen bleibenden oder wenigstens einen für geraume Zeit vorhaltenden 
Nutzen zu schaffen. Die Heissluftbehandlung und die Verabreichung von Jodkali 
mit Kalomel nach E. Holland er 's Vorschlag sind nicht erwähnt. 

Dass die Sanatorienbehandlung viele Vbrtheile bietet, ist zweifellos, aber sie 
bringt auch sicher Gefahren mit sich. Manch' jugendlicher Patient, der ausser- 
halb des Sanatoriums leicht zu lenken und zu überwachen ist, unterliegt dort der 
Versuchung und dem schlechten Beispiel. Das Schweigegebot kann zweifelsohne 
ausserhalb des Sanatoriums ebenso gut respectirt werden als drinnen. Dass in 
vielen Heilstatten, wie die Herren klagen, die lary ngologische Ausbildung der 
ärztlichen Leiter zum Schaden ihrer Patienten viel zu wünschen übrig lässt, muss 
leider zugegeben werden. Ich sehe aber den Schaden nicht, wie die Verff., nur 
in den Unterlassungssünden, die dort begangen werden, vielleicht ebenso oft und 
ebenso schwer wird von den Herren, die wie kleine Könige in ihrem Gebiet 
Schalten, zu viel gethan. Was soll man dazu sagen, wenn, wie ich es selbst er- 
lebt habe, einer Patientin, die ich mit einer ganz minimalen Spitzenaffection in 
ein Sanatorium geschickt hatte, am 3. Tage ihres Aufenthaltes eine Spina des 
Nasenseptums operirt wird, weil „die Lungenaffection nicht ausheilen könne, be- 
vor die Patientin nicht gut durch die Nase athmen könne^^ — oder wenn einem 
Patienten sub finem, d. h. 3 Tage vor seinem Tode, wegen Dyspnoe die Epi- 
glottis exstirpirt wird? Diese Vorwürfe sind nun aber ganz gewiss nicht gene- 
rell zu veistehen; es weiss niemand besser als ich selbst, dass auch unter den 
Anstaltsärzten zahlreiche Herren wohlerfahrene und zuverlässige Laryngologen 
sind, und ebenso lässt auch ausserhalb der Sanatorien die Indicationsstellung 
gewiss noch mancherlei zu wünschen übrig — peccatur intra et extra muros! 
Mit derartigen Uebelständen, die nun einmal jeder menschlichen Institution an- 
haften, werden wir schon noch eine Weile rechnen müssen ; diese immer mehr zu 
verringern und unsere Erfolge in dem von Moritz Schmidt gehofften und ge- 
wünschten Sinne noch weiter zu verbessern, dazu bietet das vorliegende, auf so 
reicher Erfahrung aufgebaute Werkchen eine willkommene Anregung, die dem 
Interesse aller Fachgenossen bestens empfohlen sei. A. Kuttner (Berlin). 

[Während der Herausgeber den allgemeinen Ausführungen des Herrn Re- 
ferenten, besonders was die Laryngofissur und Kehlkopfexstirpation bei der 
Larynxtuberculose anbetrifft, warm zustimmt, ist es seinen Erfahrungen nach im 
Allgemeinen nicht möglich, das Schweigegebot ausserhalb des Sanatoriums so 
streng durchzuführen, als innerhalb desselben. Es ist gerade dieser Grund gewesen, 
der ihn zu dem in No. 93 dieser Nummer besprochenen Vortrage veranlasst hat.] 



93 



o) Londoner laryngoloi^sche GesellBohafU 

Janaar 1907. 

Vorsitzender: J. B. Ball. 

Watson Williams: Stereoskopische Skiagramme der Neben- 
höhlen: frontale, laterale and transversale Ansicht, die Anwesenheit von Eiter 
[u einigen Höhlen zeigend. 

St. Clair Thomson: 1. Sabmacöse Resection des Septam bei 
einem 37jährigen Mann mit Beseitigung einer äasseren Deformität. 

2. Submucöse Resection bei einem 15jährigen Knaben. 
In der anschliessenden Disoassion wird die Frage der allgemeinen Narkose 
and einige Details erörtert. 

Horsford: Cyste des Nasenbodens. 
Jobson Home: Gystom des Larynx. 

Es werden Präparate von dem Fall demonstrirt. In einem Fall erwies sich 
ein anscheinendes Gystom an der ary-epiglottischen Falte als ein locales Oedem. 

W. H. Kelson: 1. Tamor des Gaumens bei einer 65jährigen Frau. 

Die Diagnose schwankt zwischen Garcinom und Fibroadenom. 

2. Ulceration der Epiglottis und Zunge. 

Es handelt sich wahrscheinlich um eine inoperable maligne Geschwulst. 

De Santi: Tertiäre Syphilis des Larynx. 

Sehr ausgesprochener Fall mit Athmbehinderung, der durch Jod- und Hg« 
Behandlang nicht sehr beeinflusst wurde. 

St. Clair Thomson empfiehlt Hg-Injectionen. 

Lieven (Aachen) empfiehlt Tracheotomie und Calomelinjectionen (1 : 10 
Vasenol). Gleichzeitige Jodanwendung könnte zu einer gefährlichen localen Reac- 
tion im Larynx fähren. 

J. B. Ball: Kehlkopferkrankung. Syphilis? 

Scanes Spicer: Epitheliom des Larynx, vorgestellt November 
und December 1906. 

Behandelt mit Impfungen von Micrococcus neoformans. 

Watson Williams und Robinson halten die Geschwulst für stationär 
oder kleiner. 

Horsford: Tonsillenerkrankung mit]erheblicher Cervicaldrüsen- 
anschwellung. 

Diagnose schwankt zwischen maligner Geschwulst und Nephritis. 
Cathcart: Fibrom des Larynx. 

Jahrg. XXIV. 7 



— 94 — 

Februar 1907. 
Vorsitzender: J. B. Ball. 

Farniss Potter: 1. Fixation des linken Stimmbandes bei einer 
45jäiirigen Fraa. 

Vor 15 Jahren Operation eines linksseitigen Kropfes. Vor 12 Monaten plötz- 
licher Verlast der Stimme. Das Aussehen spricht für eine Erkrankung im linken 
Cricoarythaenoidgelenk. Das Stimmband ist nahe der Mittellinie fixirt. 

2. Tumor der Nasensoheidewand. 

Ein rother, leicht blutender Tumor, der dem vorderen Theil des Septums 
auf der rechten Seite aofsass bei einer 39jährigen Frau, ein sogenannter ^bluten- 
der Polyp". 

Parker hält Lupus für vorliegend, da auch die untere Muschel erkrankt ist. 

Der Vorsitzende: Wenn Lupus vorliegt, so würde es sich empfehlen, um 
das Zustandekommen von Verwachsungen nach Operationen zu verhüten, dass 
man eine Fensterresection des Septums, das nach der erkrankten Seite zu ver- 
bogen ist; vornimmt. 

St. Clair Thomson erwähnt den diagnostischen Werth des Adrenalins, 
nach dessen Application sich der Lupus deutlich roth von dem Untergrund ab- 
hebe; Lupus sei eine Contraindication gegen die Vornahme einer submucösen 
Resection. 

Stuart Low: Grosser Tumor des weichen Gaumens und der lin- 
ken Rachenwand bei einer 65jährigen Frau. 

Mittheilung über den Verlauf der Operation, bei der starke Blutung auftrat. 

Wyatt Wingrave hält den Tumor für ein typisches Cylindrom mit theil- 
weisen Verkalkungen. 

Betham Robinson: Kehlkopftuberculose (Fall zur Diagnose). 

Abercrombie: Weiterer Verlauf des im Januar (unter Horsford's 
Namen) vorgestellten Falles von Halsdrüsenentzündnng. 

Die Anamnese ergiebt, dass die Adenitis 5 Tage nach der Operation an Ton- 
sillen und Uvula in einer septischen Mundhöhle auftrat. Nachträglich fand sich 
bei der Incision der Anschwellung am Halse Eiter; dieser enthielt den Staphylo- 
coccus pyogenes. Es traten arthritische Symptome auf; Antistreptokokkenserum 
wurde gegeben und jetzt findet sich Pat. in Reconvalescenz. 

Kelson: Abnormität am Halse. 

Es handelt sich um ein abnormes Band, das entweder durch den Muse, omo- 
hyoideus oder die Fascie des M. digastricus gebildet wurde. 

Dundas Grant: 1. Ulceration und Infiltration der rechten Kehl- 
kopfseite. (Zur Diagnose.) 

2. Lymphosarkom der Zungenbasis und Epiglottis (vorgestellt im 
November 1906). 

Entfernung mittels Pharyngotomia lateralis nach Unterbindung der Arterien. 
Recidiv auf der linken Seite. Nach dem Rathschlusse Butlin's wurde die Ent- 



— 95 — 

fernung blutleer vorgenommen nach Unterbindung der rechten A. lingualis and 
facialis und der linken Carotis externa. 

In das Recidiv wurde Papayotin injicirt und Arsen innerlich gegeßen. 

Parker: Geschwür der Tonsille. (Zur Diagnose.) 

Barwell: Epitheliom der Tonsille. 

März 1907. 
Vorsitzender: J. B. Ball. 
Hugo Löwj (Karlsbad): Mikroskopische Schnitte Yon Nasenpoly- 
pen, im Inhalt der erweiterten Drüsen eigenthümliche spiralige und 
geknotete Schleimfäden enthaltend. 

Der Befund ist in der Festschrift zu Ehren Schroetter' s beschrieben. Das 
Aussehen erinnerte an Asthmaspiralen. Möglicherweise werden sie durch Druck- 
schwankungen in den Drüsengängen während der Respiration gebildet. 

Davis: 1. Fissuren der Zunge. 

In der Discussion wird erörtert, ob es sich um dyspeptische oder congenitale 
Fissuren handelte. 

2. Papillome des Kehlkopfs (vorgestellt November 1906). 

Die Geschwülste wurden mit Zange und Schlinge ausgeräumt. Es besteht 
noch Röthung der Stimmbänder und etwas Aphonie. Es wird 4proc. Milchsäure 
in Sprayform angewandt. 

G. A. Parker: Kehlkopftuberculose bei einer 33jährigen Frau. 
. Pat. ist im Februar 1905 als typische Kehlkopf- und Lungentuberculose vor- 
gestellt worden, die vier Schwangerschaften durchgemacht hat. Sie hat jetzt 
wiederum abortirt. Von 6 Kindern sind 3 an tuborculöser Meningitis gestorben. 
Pat. hat jetzt Dypnoe; die Regio supra- und subglottica ist stark entzündlich ge- 
schwollen. 

Milligan: Abscess des rechten Stirnlappens infolge chronischer 
1 beiderseitiger Stirnhöhion- und Siebbeineiterung. 

I Patientin ist ein 20 jähriges Mädchen ; es wurde an ihr die doppelseitige 

I Kill i an 'sehe Operation vorgenommen; danach fühlte sie sich völlig wohl, klagte 

I jedoch noch über ein dumpfes Gefühl im Kopf und hatte eine fötide Absonderung 

I aus der Nase. Die Quelle derselben war auf der rechten Seite; sie konnte jedoch 

nicht genau festgestellt werden. Nach 6 Wochen traten intensive Kopfschmerzen 
auf und erhöhte Temperaturen. Die Temperatur blieb dann weitere 3 Wochen 
lang normal, stieg dann aber wieder an und Patientin starb. Bei der Obduction 
fand sich eine Abscesshöble an der Unterfläche des rechten Stimlappens; diese 
Höhle communicirte durch einen schmalen Fistelgang mit einer hinteren Siebbein- 
zelle und enthielt fötiden Eiter. Frische Meningitis war die unmittelbare Todes- 
ursache. • 

St. Clair Thomison demonstrirt das Gehirn eines ähnlichen Falles, in 
dem die Kopfschmerzen 18 Tage nach der Stimhöhlenoperation anfingen. Makro- 



— 96 — 

skopisch konnte keine Communication mit dem Sinus festgestellt werden. Er 
glaubt, dass in seinem und Milligan's Fall ein latenter Abscess vor der Ope- 
peration vorhanden war. 

Tilley glaubt, dass Meningitis resultirend aus Stirnlappenabscess sehr 
viel häufiger durch Siebbein- als durch Stirn höhlenerkrankung bedingt wird. 

Watson Williams hält es rathsam, Eingriffe an den Siebbeinzellen, ausser 
den unteren vorderen, zu vermeiden, bis sie während der Stirnhöhlenoperation 
von vornher erreicht werden können. 

Westmacott räth, die vorderen Siebbeinzellen auf dem endonasalen Wege 
in Angriff zu nehmen ; dadurch würden viele äussere Operationen überflüssig. 

Waggett glaubt, dass sowohl die vorderen wie die hinteren Zellen auf 
dem intranasalen Wege operirt werden sollten und dass günstige Resultate bei 
Stirnhöhlenfällen mittelst dieser Methode erreicht werden können. 

Powell glaubt, dass das Intervall von 18 Tagen resp. 6 Wochen in den 
beiden Fällen für eine Infection während der Operation spräche. 

St. Clair Thomson behauptet, dass die fronto-ethmoidalen Zellen in 
vielen Fällen auf dem endonasalen Wege nicht zugänglich seien. 

Milligan hat in seinem Falle keine vorherige Ethmoidaloperation gemacht, 
weil er eine solche in Fällen, wo eine Rad ical Operation in Aussicht genommen 
ist, für überflüssig hält. 

Milligan: Exostose der Stirnhöhl^e. 

Bei dem Patienten wurde im Jahre 1897, als er 60 Jahre alt war, eine 
Polypenoperation vorgenommen. Im Jahre 1904 geringes Recidiv. Im Jahre 1907 
fand sich bei dem jetzt 70 jährigen Patienten eine grosse Knochengeschwulst in 
der linken Stirnhöhle, die das linke Auge nach unten und aussen dislocirte. Es 
wurde eine Operation vorgenommen, bei der sich zeigte, dass die Geschwulst 
breit vom Boden der Stirnhöhle entsprang. Erfolgreiche Entfernung. 

Betbam Robinson: Ausgedehnte Kehkopfpapillome. 

5 jähriges Mädchen mit schwerer Dyspnoe ; es wurden 19 intralaryngeale 
Operationen unter Chloroformnarkose im Laufe von 3 Jahren vorgenommen. Das 
Kind blieb häufig wochenlang frei von Symptomen, ging aber schliesslich, als es 
von chirurgischer Hülfe fern war, zu Grunde. 

Der ganze Larynx inclusive der Hinterflächo des Ringkorpeis und der Epi- 
glottis war mit Geschwülsten bedeckt. Es fand sich Tuberculose der Lunge und 
der Bronchialdrüsen. 

St. Clair Thomson: Rhinosklerom im Nasenrachen eines polni- 
schen 19jährigen Mädchens. 

Die Geschwulst im Nasenrachen hat das Aussehen eines Diaphragmas mit 
centraler Perforation. 

St. Clair Thomson: 1. Endolaryngealer Tumor (zur Diagnose). 
2. Sogenannter Prolaps des Ventrikels bei einer 50jährigen 
Frau. 



- 97 — 

3. Infiltration und Ulceration der Uvula bei einem Mann. 
Es stellt sich heraus, dass es sich um Tuberoulose handelte. 

Peters: Lupus des Gaumens und Larynx mit Tuberkulin R. be- 
handelt. 

Mi 11 ig an räth zur Traoheotomie. 

St. Clair Thomson hat in Fällen von Halslupus keine guten Resultate 
vom Tuberkulin gesehen. 

Peters: 1. Functionelle Gaumenparese bei einer 25jährigen Frau. 

Pegler fand, dass bei der Patientin gelegentlich Gontraction des Gaumens 
und Hhinolalia clausa bestand ; er hält den Fall eher für Incoordination als für 
Parese. 

2. Grosses Fibrom des Larynx bei einem 5jährig6n Kinde. 

Tracheotomie wegen Kehlkopfstenose. Entfernung des Tumor durch Spal- 
tung des Ringknorpels. Später Thyreotomie und Entfernung eines anderen Fi- 
broms. Jeder der Tumoren war haselnussgross. 

3. Fall von Stirnhöhlenerkrankung; vorgestellt Juni 1906. 
Killian'sche Operation. 

Stuart Low: Fälle von chronischer Stirnhöhlenerkrankung. 
Nach der Operation wurde ein comprimirender Vorband angelegt. Die Fälle 
waren 3 — 12 Jahre alt. 

Paterson: Fremdkörper au^ dem linken Bronchus entfernt. 

Patient, ein 19 jähriger Mann, wurde 12 Stunden nach Aspiration des 
Fremdkörpers zuerst gesehen; die ersten Versuche der Entfernung misslangen 
infolge mangelnder Beleuchtung. Am nächsten Tage wurden die Versuche er- 
neuert, ebenfalls in Ghloroformnarkose ; man sah jetzt den Fremdkörper im linken 
Bronchus. Mittels einer Killi an 'sehen 9 mm-Tube und der Zange gelang die 
Entfernung leicht. Der Fremdkörper erwies sich als ein Stück Nussschale. 

Scanes Spicer: 1. 75jähriger Mann mit inoperablem Carcinom 
des Pharynx, Larynx und der Drüsen, behandelt durch Impfungen 
mitMicrocococcus neoformans; vorgestellt Juni und November 1906. 

Die Geschwulst scheint etwas kleiner geworden. 

2. Fall von Carcinom'"des Larynx und Pharynx; vorgestellt No- 
vember, December 1906 und Januar 1907, behandkelt mit Neoformans- 
Impfungen. 

Der Zustand wechselt unaufgeklärter Weise von Zeit zu Zeit, im Ganzen 
macht die Geschwulst jedoch sehr langsame Fortschritte ; Allgemeinzustand und 
Gewicht unverändert. 

Watson Williams: Die Krankheit hat in den letzten 4 Monaten Fort 
schritte gemacht, jedoch langsa mer, als in der vorhergehenden Zeit. 



— 98 - 

Middlemass Hunt: Hikroskopisohes Präparat von Lipom der 
Trachea. 

68 jähriger Mann; seit 2 Jahren Dyspnoe. Man sah in der Trachea einen 
glatten, blassen, fest aussehenden Tumor. Durch Operation von aussen wurde 
ein haselnussgrosser Tumor von der hinteren Trachealwand entfernt, der mittels 
breiter Basis den ersten drei Ringen aufsass. Das Mikroskop zeigt, dass es sich 
um ein Lipom handelt. H. fand bisher nur ein subglottisches Lipom erwähnt; ein 
post mortem im linken Bronchus gefundenes (Rokitansky 1851). 

Furniss Potter: Mikroskopisches Präparat von dem Septnm- 
tumor, vorgestellt Februar 1906. 

Tuberculöser Tumor. E. B. Waggett. 

d) Spanisehe medico-cliinirgigclie Academie. 

Sitzung vom 9. Februar 1907. 

Gisneros: Totalexstirpation des Kehlkopfs. 

60jähriger Patient; Carcinom, das sich auf beide Hälften des Kehlkopfs er- 
streckt und auch die Hinterwand ergriffen hat. Totalexstirpation in zwei Zeiten 
nach Le Bec. Heilung. 

Compaired bevorzugt auch dies neue Verfahren. Er verwirft die Hemi- 
laryngectomie in der Meinung, dass man in den frühzeitig diagnosticirten Fällen 
mit der Thyreotomie auskommt, in den anderen die Totalexstirpation machen soll. 

Gisneros hält die Hemilaryngectomie für manche Fälle angebracht. Er 
hat sie 20 mal mit Erfolg gemacht. 

Sitzung vom 25. Februar 1907. 

Botella: Vier Fälle von Oberkieferhöhlenempyem. 

1. Alveolarfistel ; Erweiterung derselben; Ghlorzinkätzung, Spülungen; Hei- 
lung. 2. Empyem mit Fistel der äusseren Wand; Desault'sche Operation vor 
4 Monaten; die Krankheit besteht noch. 3. Ghronisch es Empyem; Galdwell- 
Luc'sche Operation; Heilung. 4. Ghronisches Empyem. Operation nach Glaonö. 
Schnelle Heilung. 

Die Durchleuchtung ist sehr unzuverlässig; das Mahu'sche Zeichen giebt 
uns Aufschluss über das Bestehen von Fungositäten. 

Tapia ist für das Desault-Küster'sche Verfahren nicht eingenommen. 
Im Fall 3 hat man an Stelle der Gald well- Luc' sehen Methode die von Böen- 
nighaus angewandt. Er selbst ist Anhänger des Galdwell-Luo'schen Ver- 
fahrens. Wenn viel Fungositätetl vorhanden sind, kann man nach Glaon6 keine 
befriedigenden Resultate erzielen. Das Mahu'sche Zeichen hat nicht die Wichtig- 
keit, die B Ottella ihm beimisst. 

Laudate spricht sich gegen die Spülungen aus. 

Botella bevorzugt Glaon^, wenn wenig Fungositäten vorhanden sind, sonst 
den Galdwell-Luo. 



— 99 — 

Sitzang Tom 4. März 1907. 

Goyanes: Ein Fall von Nasenpolypen. Operation nach Partsoh. 

Grosse Schleimpolypen der linken Nasenhöhle, die das Septum nach rechts 
gedrSngl hatten and in den Nasenrachen herabreichten. Ausserdem bestand eine 
Perforation in der lateralen Nasenwand, in der auch Polypen zum Vorschein 
kamen. Es war bereits per vias naturales operirt worden, jedoch waren Recidive 
eingetreten. Operation nach Partsch; man fand Polypen an der mittleren Muschel 
und dem Septum. Sinus intact. Heilung. 

Tapia: Der Fall eignet sich zur Behandlung per vias naturales. 

Rozo macht die Operation in Rose 'scher Lage und unter völliger An- 
ästhesie. 

Sitzung vom 20. April 1907. 

Cisneros: Zwei Fälle von Totalexstirpaton des Larynx. 

C. stellt zwei kürzlich nach Le Bec operirte Fälle vor. Die Vortbeile der 
zweizeitigen Operation bestehen darin, dass man die Schluckpneumanie vermeiden 
kann. In diesen Fällen besteht deutliche Pharynxstenose. 

Sitzung vom 8. Juni 1907. 

Compaired: Polysinusitiden. 

I. 4jähriges Kind. Empyem beider Stirnhöhlen traumatischen Ursprungs; 
Fistelgang nach aussen. Trepanation, Extraotion eines beweglichen Sequesters, 
Curettage. Verticalincision in der Regio nasalis; Exstirpation der vorderen Sieb- 
beinzellen mit der Curette. Heilung. 

IL 18jährige Kranke. Stirnempyem rechts. Trepanation ; Curettage. Weiter- 
bestehen des Schmerzes und Eiter links; Trepanation auf dieser Seite. Heilung. 

III. 59jähriger Kranker. Oberkiefer-, Siebbein*, Keilbeinempyem. Oald- 
well -Luc 'sehe Operation; Abtragung der mittleren Muschel und der Siebbein- 
zellen. Curettage der Keilbeinhöhlen. Heilung. Tapia. 



III. Briefkasten. 

Personalnactarichten. 

Dr. de Roaldes (New Orleans) ist zum Comthur des päpstlichen St. Gre- 
gorius-Ordens ernannt worden. 

Dr. Keim er (Düsseldorf) hat den Professortitel erhalten und ist zum Leiter 
der laryngo-otologischen Abtheiiung bei der Academie für practische Medicin er- 
nannt worden. 

Dr. Lannois (Lyon) ist gleichzeitig zum Professor an der Universität Lyon 
und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. 

Prof. Spiess (Frankfurt a. M.) hat die Leitung der neu errichteten laryngo- 
logischen Abtheiiung am Frankfurter städtischen Krankenhause übernommen. 



— 100 — 

L InternatloBaler Larynipo-lUilitologeii-GoBgresB. 

Türck-Gzermak- Gedenkfeier. 

Laryngo-rhioologische Ausstellung. 

Unter dem Protectorate St. kaiserl. u. königl. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn 

Erzherzog Franz Ferdinand. 

Wien, 21. bis 25. April 1908. 

Nach dem bisher festgestellten Programm wird am 20. April um 8 Uhr Abends 
eine gesellige Zusammenkunft an einem später zu bestimmenden Orte, am 21. April 
die feierliche Eröffnung des Congresses stattfinden. Am 22. werden die Referate 
erstattet, am 23. beginnen die Vorträge. 

Die weiteren Einzelheiten des Programms werden seinerzeit verlaulbart werden. 
Für Damen werden Theilhaberkarten gegen Erlegung von 15 Kr. ausgegeben. 

I. Referate. 

1. Sir Felix Semon (London), Referent: 

Die Allgemeinbehandlung localer Leiden der oberen Luftwege. 

2. B. Frank el (Berlin), Referent. — Lermoyez (Paris), Correferent: 

Die Laryngologie und Rhinologie vom allgemein-medicinischen Stand- 
punkt. — Unterricht und Prüfung in diesen Fächern in den ver- 
schiedenen Staaten. 

3. Gleitsmann (New- York), Referent — Heryng (Warschau), Correferent: 

Behandlung der Tuberculose der oberen Luftwege. 

4. Burger (Amsterdam), Referent. — Gradenigo (Turin), Correferent: 

Die diagnostische und therapeutische Bedeutung der Röntgenstrahlen und 
des Radiums in der Laryngologie und Rhinologie. 

5. Onodi (Budapest), Referent. — Kuhnt (Königsberg), Correferent: 

Zusammenhang zwischen Erkrankungen der Nase und des Nasenrachen- 
raums mit denen des Auges. 

6. Juras z (Heidelberg), Referent: 

Internationale Laryngo-Rhinologen-Congresse. 

II. Vorträge. 

1. Gluck (Berlin): Die Chirurgie im Dienst der Laryngologie (mit Demonstra- 

tion von Patienten). 

2. Heymann (Berlin): Das Liston-Garcia^sche Princip. 

3. Heryng (Warschau): Ueber Inhalationstherapie. 

4. Flatau (Berlin): Neuere Erfahrungen über die Phonasthenie. 

5. Grossmann (Wien): Ueber die intrabulbären Verbindungen des Tngeminus 

zum Vagus. 

6. Baum garten (Budapest): Kehlkopf- und O'esophagusstenose und ihr Einfluss 

auf die Geschlechtsorgane. 

7. Imhofer (Prag): Die Kenntniss der Kehlkopftuberkulose im griechischen 

und römischen Alterthum. 

8. Massei (Neapel): Riesengeschwülste im Larynx. 

9. Denker (Erlangen): Die operative Behandlung der malignen Tumoren der 

Nase. 

10. J. Oller R ab asa (Barcelona): Thema vorbehalten. 

11. Killian (Freiburg i. Br.): Die Röntgenphotographie im Dienste der Rhino- 

logie (und eine Demonstration). 

12. V. Eicken (Freiburg i. Br.): Unsere Erfahrungen mit der Killian^schen 

Stirnhöhlenoperation (und eine Demonstration). 

13. Brünings (Freiburg i. Br.): Ueber technische und klinische Fortschritte 

auf dem Gebiete der Bronchoskopie (und eine Demonstration). 

14. Nägeli- Aekerblom (Genf): Therapie bei Rachen- und Halskrankheiten 

in Genf um 1700. 



— 101 — 

15. Emil Glas (Wien): Zur Kritik der Mas sei 'sehen Gesetze. 

16. Emil Glas und Emil Kraus (Wien): Kehlkopftuberculose und Gravidität. 

17. Ullmann (Wien): Beiträge zum Verbältniss zwischen Exanthemen und 

Enanthemen bei typischen Dermatosen. 

18. Katzenstein (Berlin): Ueber Versuche am Gyrus praecrucialis Owen. 

19. Sendziak (Warschau): Die Frage der Radicalbehandlung des Kehlkopf- 

krebses in den letzten 50 Jahren (1858—1908). 

20. Alb. Blau (Görlitz): Ueber Sensibilität und Reflexbahnen des Larynx. 

22. Rethi (Wien): 1. Indicationen der Operationen an der Nasenscheidewand. 

2. Einiges über die Pendelzuckung. 

23. Onodi (Budapest): Ueber den diagnostischen Werth der Stirnhöhlendurch- 

leuchtung. 

24. Marquis (Chicago): (Demonstration) Enucleatio tonsillae. 

25. B rieger (Breslau): Ueber die Bedeutung der Befunde von Rachenmandel- 

tuberculose. 

26. Jörgen Möller (Kopenhagen): Beiträge zur Kenotniss des Mechanismus 

der Brust- und Falsettstimme. 

27. Struycken (Breda): Die optische Beobachtung von Luftschwingungen 

(Vocalklänge, Galtontöne etc.) und deren photographische Aufnahme (mit 
Demonstration). 

28. Otto Mayer (Graz): Demonstration mikroskopischer Praparape. 

29. Hajek (Wien): Meine Erfahrungen über meine endonasale Radicaloperation 

der Keilbein höhle. 

30. Kanasugi (Tokyo): Ueber die Kehlkopfstörungen bei Beri-ßeri. 

31. Vohsen (Frankfurt a. M.): 1. Neue Behandlungsmethode des Nasenrachen- 

katarrhs und der Rhinitis vasomotorica. 

32. Vohsen (Frankfurt a. M.): 2. Operation der bösartigen Mandelgeschwülste. 

33. Vohsen (Frankfurt a. M.}: 8. Methodik der Stirnhöhlen- und Kieferhöhlen- 

durchleuchtung (mit Demonstration eines neuen Instruments). 

34. Moure (Bordeaux): Gonsid6ration sur la Tracheotomie-Tbyrotomie. 

35. Fein (Wien): Zur Fensterresection der Nasenscheidewand. 

36. Hugo Stern (Wien). 

37. Kos Chi er (Wien): Die operative Behandlung des Larynxcarcinoms. 

38. Schiffers (Siege): Trophödeme des Larynx. 

39. Hennig (Königsberg): Der Einfluss der deutschen Meere (Nord- und Ostsee) 

auf die Tuberculose der oberen Luftwege. 

*40. Mahu (Paris): Emploi de la baisse-langue autostatique en Rhino-Laryngologie. 

•41. Tapia (Madrid): 1. Observationspersonnelles de corps etrangers des premiers 
▼oies respiratoircs et digestives, enleves au moyen de Tesophagoscopie 
et de la tracheo-bronchoscopie directes. 

*42. Tapia (Madrid): 2. Collection des moulages en cire representant des diver- 
ses lesions esophagiques observees dans ma clinique. 

*43. Vedova (Mailand): Su di alcuni punti relativ! allo sviluppo della crista 
nasale nelPuomo. 

•44. Vedova und Giere (Mailand): Considerazioni cliniche e ricerche istopato- 
logiche nelle riniti ipertrofiche. 

•45. Weil (Wien): Ueber die conservative Behandlung der Nebenhöhleneiterungen. 

•46. Harm er (Wien) : Ueber Lähmungen der Stimmlippen nach Strumaoperationen. 

•47. Cauzard (Paris); 1. De Testhetique dans le traitement chirurgical des 
sinusites frontales. 

*48. Cauzard (Paris): 2. Ost6o-fibröme du maxillaire superieur ayant combl6 la 
cavJt6 du sinus. 

*49. Cauzard (Paris): Extraction de deux aretes et d'une vertebre de poisson 
munie de 2 aretes, de la trach6e et du larynx d'un enfant de 18 mois 
par la m6thode de Killian. 

•50. Kahler (Wien): Ueber die Erfolge der radicalen Behandlung der Neben- 
höhleneiterungen. 



— 102 — 



] 



^51. Löwe (Berlin): 1. lieber die Freilegung des NaseoiDaern vom Munde aus. 
*52. Löwe (Berlin): 2. Ueber die Aufdeckung der Hypophysis. 
*5d. L. Clerc (Mailand): Rilievi istopatologici sopra alcune neoplasie della laringe. 
*54. Pardi (Mailand): Caratteristiche istologiche di alcuni tumori nasali e del 
rinofaringe. 
* Nach dem 81. December 1907 angemeldete Vorträge. 

Anmerkung. Diese Anordnung der Referate und Vorträge ist nur ein Vor- 
schlag des vorbereitenden Comit^s, welcher den Herren Referenten das unbedingte 
Vorrecht sichern soll. Die endgültige Aufeinanderfolge von Referaten und Vor- 
trägen hat erst das definitive Bureau des Congresses festzustellen. 

Prof. Dr. 0. Chiari, 
Präsident des Executiv-(3omites. 



1. Oesterreich- 

Ungarn. 
(Wien mit Ausnahme der 

Mitglieder der Wiener 
Laryugo logischen Gesell- 
schalt.) 

1. Onodi, Budapest. 

2. V. Navratil, Budapest. 

3. Irsai, Budapest. 

4. Zwillinger, Budapest. 

5. Polyak, Budapest. 

6. Lautin, Baden. 

7. Eberstal ler, Linz. 

8. Pollak, Graz. 

9. Erben, Graz. 

10. Schoengut, Krakau. 

11. Veth, Lussinpiccolo. 

12. Laker, Graz. 

13. Stern, Wien. 

14. Catti, Fiume. 

15. Kraus, Wien. 

16. Frankenberger, Prag. 

17. Mayer, Graz. 

18. Pieuiazek, Krakau. 

19. Habermann, Graz. 

20. Ullmann, Wien. 

21. Panzer, Wien. 

22. V. Grösz, Budapest. 

23. V. G4män, Kolozsvdr. 

24. Imhofcr, Prag. 

25. Baumgarten, Buda- 
pest. 

2. Deutschland. 

26. B. Fränkel, Berlin. 

27. Heymann, 

28. Nast, 

29. Herzfeld, 

30. Hartmann, ,, 

31. Pielke, 

32. Wehmer, _ 



Angemeldete Mitglieder. 

33. Baginsky, Berlin. 

34. Schoetz, 

35. Benkoff, 

36. Katzenstein, „ 

37. Gutzmann, 

38. Boldt, 

39. Löhnberg, Hamm i.W. 

40. Winckler, Bremen. 

41. Ruprecht, Bremen. 

42. Kabsch, Liegnitz. 

43. Faokeldey, Cleve. 

44. Hoffmann, Dresden. 

45. Hopf, Dresden. 

46. Mann, Dresden. 

47. Müller,Alwin,Leipzig. 

48. Hansberg, Dortmund. 

49. Haug, München. 

50. Grünwald, München. 

51. Thest, Hamburg. 

52. Schmidt, Reichenhall. 

53. Bresgen, Wiesbaden. 

54. Schmidt, Würzburg. 

55. Seifert, Würzburg. 

56. Spiess, Frankfurt a.M. 

57. Vohsen, Frank- 
furt a. M. 

58. Avellis, Frank- 
furt a. M. 

59. Fabian, Mülheim a.K. 

60. Gerber, Königsberg. 

61. Killian, Freiburgi.Br. 

62. Strübing, Greifswald. 

63. Jurasz, Heidelberg. 

64. Brieger, Breslau. 

65. Keimer, Düsseldorf. 

66. Joel, Gerbersdorf. 

67. Lieven, Aachen. 

68. Tornwaldt, Danzig. 

69. Blumenfeld, Wies- 
baden. 

70. Noltenius, Bremen. 

71. Siegel, Berlin. 



72. Denker, Erlangen. 

73. Alexander, Reichcn- 
hail. 

74. Rosenberg, Berlin. 

75. Bock, München. 

76. Cohnstädt, Erfurt. 

77. Cordes, Berlin. 

78. Mader, München. 

79. Kuttner, Berlin. 

80. Barth, Leipzig. 

81. Neumayer, München. 

82. Kuhnt, Königsberg. 

83. Mayr, Würzburg. 

84. Kuhn, Kassel. 

85. Bernatzky, Neisse. 

86. V. Eicken, Freiburg 
i. Br. 

87. Brünings, Frei bürg 
i. Br. 

88. Gluck, Berlin. 

89. Hirsch, Göttingen. 

90. Ostmann, Marburg. 

91. Flateu, Berlin. 

92. Blau, Görlitz. 

93. Lichtheim,Königsberg 

94. Schmidt, Halle a. S. 

95. Leutert, Giessen. 

96. Hennig, Königsberg. 

3. Ausland. 

97. Mackenzie Broth., 
Aberdeen. 

98. Botella, Madrid. 

99. Urunuela, Madrid. 

100. Jacques, Nancy. 

101. Vedova, Mailand. 

102. Lake, London. 

103. Semon, London. 

104. Pritchard, U. London. 

105. Bayer, Gand. 

106. Eemann, Gand. 

107. Heyninx, Brüssel. 



— 108 — 



108. Capart pere, Brüssel. 

109. Capart fils, Brüssel. 

110. Wadon, Brüssel. 

111. Delstancbe, Brüssel. 

112. Schiffers, Liege. 

113. Baber, Brigbton. 

114. Mermod, Lausanne. 

115. Schmiegelow, Kopen- 
hagen. 

116. Maljutin, Moskau. 

117. Posthumus Meyjes, 
Amsterdam. 

118. Pel, Amsterdam. 

119. Slotemaker, Zwolle. 

120. Loopuijt, Dordrecht. 

121. Struycken. Breda. 

122. Füret, Paris. 

123. Lermoyez, Paris. 

124. Bronner, Bradford. 

125. Moure, Bordeaux. 

126. Moritz, Manchester. 

127. Coggesbail,New-York. 

128. Felix, Bukarest. 

129. Dimitriadis, Athen. 

130. Nager (ev. Sohn) 
Luzern. 

131. Wagner, Montreux. 

132. Pooly, New- York. 

133. Cisneros, Madrid. 

134. Mayer, New- York. 

135. Stangenberg, Stock- 
holm. 

136. Luc, Paris. 

137. SokolowHkijWarscbau. 

138. Miller, New- York. 

139. Meizi, Mailand. 

140. Middlemas Hunt, 
Liverpool. 

141. Heryng, Warschau. 

142. Gleason, Detroit. 

143. Solis-Cohen, Phila- 
delphia. 

144. Baradet, Cannes. 

145. Lefferts, New- York. 

146. Brown Kelly, Glasgow. 



147. Bichaton, Reims. 

148. Thomson, London. 

149. Baudhuin, Namur. 

150. Mignon, Nizza. 

151. Braden Kyle. Phila- 
delphia. 

152. Mann, St. Paul. 

153. Loeb, St. Louis. 

154. Forus, Madrid. 

155. Zaalberg, Amsterdam. 

156. Moll, Arnheim. 

157. Davis, London. 

158. Dean, Jowa City. 

159. Labus, Mailand. 

160. Waggett, London. 

161. Woods, Dublin. 

162. Scanes Spicer, 
London, 

163. Taptas, Konstanti- 
nopel. 

164. Chichele Nourse, 
London. 

165. Milligan, Manchester. 

166. Newcomb, New- York. 

167. Magd.Collier,London. 

168. Frederick Spicer, 
London. 

169. Ferreri, Rom. 

170. Faraci, Palermo. 

171. Tapia, Madrid. 

172. Cartaz, Paris. 

173. JobsonHorne,Londoii. 

174. Westmacott, Man- 
chester. 

175. Jakins, London. 

176. Chauveau, Paris, 

177. Trivas, Nevers. 

178. Koenig, Paris. 

179. Grossard, Paris. 

180. Pugnat, Genf. 

181. Sargnon, Lyon. 

182. Oller Rabasa, Barce- 
lona. 

183. Compaired, Madrid. 



184. GillWishard, Toronto 
(Kanada). 

185. Lagerlöf, Stockholm. 

186. Birkett, Montreal 
(Kanada). 

187. Barajas, Madrid. 

188. Berini, Barcelona. 

189. Hare, Fresno (Kali- 
fornien). 

190. Nägeli Aekerblom, 
Genf. 

191. Jose de Slobet, Ge- 
rona (Spanien). 

192. Elias, Bukarest. 

193. Sedziak, Warschau. 

194. Invelyan, Leeds. 

195. Möller, Kopenhagen. 

196. Burger, Amsterdam, 

197. Flaivre, Poitiers. 

198. Gaudier, Lille. 
199 Paterson, Cardiff. 

200. Kon, Leiden. 

201. Oloriz, Granada. 

202. Massei, Neapel. 

203. Marquis, Chicago. 

204. Kanasugi, Tokyo. 

205. Collet, Lyon. 

206. Stucky, New-York. 

207. Grazzi, Florenz. 

208. Gleitsmann, New- 
York. 

209. Siegrist, Bern. 

210. Mouret, Montpellier. 

211. Logan Turner, Edin- 
burgh. 

212. van Anrooy, Rotter- 
dam. 

213. Mackenzie, Baltimore. 

214. Margaret_Butler, Phi- 
ladelphia. 

215. Garel, Lyon. 

216. Cauzard, Paris. 

217. Cläre, Mailand. 

218. Pardi, Mailand. 



Wien, im Januar 1908. 

Der Secretär: Der Kassirer: 

Prof. Dr. M. Gross mann m. p. Dr. G. Scheff m. p. 

IX. Garnisongasse 10, Wien. I. Hoher Markt 4, Wien. 

Der Präsident: 

Hofrath Prof. Dr. 0. Chiari m. p. 

1. Bellariastrasse 12, Wien. 



— 104 — 

Berichtignng. 

Id dem Nachruf an Moritz Schmidt war auf Grund einer in der Frank- 
furter Zeitung gemachten und dort nicht widerrufenen Angabe die Mittheilung ge- 
macht worden, dass der Verstorbene angeordnet habe, dass nach seinem Tode seine 
Lungen secirt werden sollten, um eventuell Anhaltspunkte darüber zu gewinnen, 
ob der stete Verkehr mit Lungen- und Halskranken auf den Organismus des be- 
handelnden Arztes von Einfluss sei, „und dass bei der Section die Lungen sich 
vollkommen gesund und intact gezeigt hätten**. — Wie mir Herr College Avellis 
(Frankfurt a. M.) mittheilt, ist diese Angabe nicht richtig. Es fand sich in einem 
Unterlappen ein ausgeheilter Herd von Tuberculose, der seiner Lage nach wohl einer 
Aspiration verdankt sein konnte. — Da es sich in diesem Falle um eine wissen- 
schaftliche Wahrheit handelt, deren Constatierung dem Verstorbenen offenbar sehr 
am Herzen gelegen hat, so halte ich es für meine Pflicht, die ursprünglich im 
besten Glauben gemachte, aber irrthümliche Angabe zu berichtigen. 

Felix Semon. 



Neues Specialjoarnal. 

Im April 1908 wird die erste Nummer der „Zeitschrift für Laryngologie, 
Rhinologie und ihre Grenzgebiete" unter Redaction von Dr. Felix Blumenfeld 
(Wiesbaden) und im Verlag von A. Stuber (Würzburg) erscheinen. Die neue 
Zeitschrift will „unter Betonung practischer Gesichtspunkte eine Stätte für Publi- 
cationcn aus dem Gesammtgebiete der Laryngologie und Rhinologie sein^, und soll 
nach dem Glauben des Herausgebers und Verlegers eine ^ Lücke in der Literatur 
des Specialfaches ausfüllen". „Das Literaturverzeichniss soll ein lückenloser Nach- 
weis der Autoren und Titel sämmtlicher Arbeiten aus folgenden Gebieten sein. 
Laryngo-Pharyngo-Rhinologie, Tracheo-Broncho-Oesophagoskopie, Krankheiten der 
Mundhöhle, des Ohres, der Schädelhöhle, der Orbita, der Lunge, der Haut etc., 
als Grenzgebiete, d. h. insofern als die betreffende Materie in engem Zusammen- 
hang mit dem Hauptgebiet (Laryngo-Rhinologie) steht." 



Dmckfehlerherlchtigrnnff. 

In der Novembernummer 1907 des Oentralblatts sind in einem Referat von 
Albanus (Zarniko) über eine Arbeit von Dr. Heryng (Warschau) zwei sinnlose 
Druckfehler stehen geblieben, die hiermit berichtigt werden: 
Auf Seite 399, Zeile 12 von oben muss es heissen statt „Sprayform** „Lyraform". 
Auf Seite 399, Zeile 17 von oben muss es heissen statt „Sprayrohr" „Lyrarohr": 



Druck von L. Sobamaoher iu B«rltn N. 34. 



Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, Rhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 



Jahrgang XXIT. fierlin, M&rz. 1908. No. 8. 



L Referate. 

a. Allgemeines, obere Luftwege, Instrumente. 

1) G. Golu (Königsberg). KlllilClie Boobachtugei Im lakra 19M. Fraenkd's 
Archiv f.Laryngologie. Bd, 18. S. 64. 

Verf. bespricht die wesentlichen Vorkommnisse aas dem Material der Ger- 
ber' sehen Poliklinik und zwar: 1. Paresen der Stimmlippen (58 Falle). 2. No- 
dal] cbordaram vocaliam. 3. Neubildaogen des Naseninneren. 4. Adenoide Vege- 
tationen. 5. Nebenhöhlenempyeme. p, klemperer. 

2) Heeimaim (Kiel), iseptik tat der Ohren- lud laseDeUmrgle. Archiv f. 
Idin. ChirurgU. Bd. 82. 1907. 

In der vorliegenden Arbeit schildert H. die von ihm geübte Aseptik, die sich 
in der Hauptsache aaf die Ohrenchirargie bezieht. Seifert. 

3) oinck (Berlin). Deneiitratten ven Erfelgen der Halechinirgie. Berliner 

Jötn. Wochenschr. No. 13. VerätisheHage. 1906. 

Vorführung von Patienten, bei denen trotz vorgenommener ausgedehnter 
Kadikaioperation des Kehlkopfes und des Pharynx die Schluckpneumonie ver- 
mieden wurde, indem „die Trachea unterhalb des Krankheitherdes quer durch- 
schnitten, ein queres Hautknopfloch im Jugulum angelegt und durch dieses Haut- 
knopfloch der reseoirte Trachealstumpf hindurchgezogen und daselbst oirculär 
vernäht wurde." 

Bei halbseitigen Kehlkopfoperationen bildet der Autor durch Implantation eines 
rechteckigen Hautlappens in den Defect eine Lar3mgoplastik, die darch Fixiren 
durch Nähte einen guten Abschluss gegen Mund- und Wundsecret gewährt. 

In 21 Fällen von halbseitiger und Total-Exstirpation der Zunge führte Verf. 
nie die temporäre Kieferresection aus, sondern nahm nach tiefer Tracheotomie und 
nach einem bogenförmigen Hautschnitt von einem zum anderen Warzenfortsatz 
Unterbindung der Arteriae linguales, Eröffnung des Pharynx in der Regio sab- 
hyoidea vor. Danach feste Vernähung des Larynxeinganges. Dann Darchleitung 
der Zunge vom Mundboden aus in die Halswunde und Exstirpation. Ver- 

Jahrg. XXIV. 3 



— 106 — 

Dähung des Mandbodens unter reichlicher Anwendung von Tampons zur Wund- 
secretaufsaugung. 

Bei Totalexstirpation des Larynx und Pharynx wird Kehlkopf und Schlundrohr 
vor der Wirbelsäule ganz freigelegt. Dann bei hängendem Kopf Eröffnung des Pharynx 
in der Regio subthyreoid., quere Durchtrennung und VemäbungdesPharynxstumpfes. 
Durchschneidung der Trachea. Der Trachealstumpf wird, wie bei der Kehlkopf- 
exstirpation, in das Jugulum eingenäht. ,,Der Oesophagusstumpf wird mit P^ans 
gefasst, es kommt ein Schlauch in die Speiseröhre, und daselbst wird der Schlauch 
durch Nähte lixirt.^ Tamponade des intermediären Wundraums, darüber Vemähung 
der Haut. Nach 3—4 Wochen kann schon die besonders construirte Prothese für 
Pharynx und Oesophagus vom Munde aus eingeführt werden, bei der sich ein 
Trichter an den Zungengrund anlegt. Der Patient kann damit gut essen und 
trinken. 

Demonstration sehr guter Erfolge bei sonst prognostisch ungünstigen Fällen 
bei gleichzeitigem Carcinom des Pharynx, Larynx und Oesophagus, bei Zungen - 
carcinomen, ausgedehnter Tuberoulose des Pharynx, der Tonsillen, des Zungen- 
grundes und des Larynx. 

In der Discussion erörtert Gutzraann (Berlin) die Möglichkeiten, wie beim 
Zungendefect die einzelnen Sprachlaute gebildet werden können. Ewald (Berlin) 
bemerkt, dass vor allem durch die Rachenmusculatur der Schluokact zu Stande 
komme, wie sich an den operirten Fällen zeigt, die gut schlucken können, obwohl 
ein Theil des Oesophagus fehlt. albanus (zarniko). 

4) L. Polyak (Budapest). Uobar die AnwoBdug dor Hyporämle als leitaüttel 
nach Bier bei Erkrankimgeii der eberen Luftwege. FräfikeVs Archiv f. Laryn- 

gologie. Bd. 18. S, 313. 

Verf. berichtet sehr eingehend über die Methodik und die Resultate seiner 
Behandlungsversuche an 56 Fällen verschiedenartiger Erkrankung der oberen 
Luftwege. Seine mit aller Reserve ausgesprochene vorläufige Ansicht geht dahin, 
dass acut katarrhalische, eitrige und auch phlegmonöse Entzündungen des Nasen- 
rachens, Rachens und der Tonsillen sich zur Behandlung eignen, aber auch .chro- 
nische Eiterungen der Bursa, mit oder ohne Krustenbildung, einer combinirten 
Saug- und Stauungsbehandlnng unterworfen werden sollten. Bei acuten katar- 
rhalischen Erkrankungen des Kehlkopfes, ebenso bei chronischen mit zähem oder 
trockenem Secret, ferner bei Tuberculose will Verf. die Versuche noch fortsetzen ; 
die bisherigen haben zu einem sicheren ürtheil nicht geführt. y. ki.kmpkrkr. 

5) L. Mader (München). Ueber RöütgeiiUierapie ii den eberen Lnftwegea. 

FraenkeVs Archiv f. Lart/ngologie. Bd. 18. S. 1. 

Verf. bespricht sein Instrumentarium, insbesondere die Rachenkehlkopfröhre, 
durch welche alle Regionen der oberen Luftwege der therapeutischen Wirkung der 
Röntgenstrahlen zugänglich gemacht sind, und seine Technik. Seine bisherigen 
Erfahrungen mit der Röntgentherapie der oberen Luftwege fasst er in folgenden 
Sätzen zusammen: 1. Die Schleimhaut der oberen Luftwege ist gegen Röntgen- 
strahlen nicht besonders empfindlich ; noch weniger ist es die Zunge, wie Muskeln 



— 107 — 

überhaupt. 2. Das adenoide Qewebe besitzt eine gewisse Empfindlichkeit für 
X-Strahlen. 3. Die Röntgenstrahlen scheinen anf die nerTösen Symptome entzünd- 
licher HalsafTectionen eine beruhigende Wirkung zu haben. 4. Eine unschädliche, 
aber heilsame Röntgenreaction im Halse und auf der Zunge kann sich in dieser 
Weise abspielen, dass nur subjective Erscheinungen (ziehendes, brennendes, 
juckendes, reissendes Schmerzgefühl) auftreten : wenigstens können dabei objec- 
live Symptome makroskopisch nicht sicher erkannt werden. 5. Die Röntgenstrahlen 
sind im Stande, bei Carcinomen der Mund- und Halsorgane eine günstige Beein- 
flussung auszuüben, einmal indem sie schmerzstillend wirken, sodann indem sie 
Carciuomgewebe und -geschwüre zum Verschwinden zu bringen und in Narben- 
gewebe umzuwandeln vermögen. 6. Schädliche Nebenwirkungen sind bisher nicht 
vorgekommen. p. klrupbrer. 

6) Frederick Menge. EUiische ■•Uiei ttor die Wirkng eiies leiti fod- 
yrlyantei ii Anwanduc aif laio ud Hals. (Ollileal netes es the aetiM 
ef a now ladine preparattei in neie and tkreat werk.) The Lari/tigoscope, 

Juni 1907. 

Bericht über eine Jod-Methylen Verbindung (Formidin), die in Glycerin- 
emulsion bei grossen Abscessen benutzt wird. Das Mittel riecht nicht, färbt die 
Gewebe nicht und verursacht keinerlei Reizung. ejhl mayer. 

7) J. Broeckaert. nstolegiacke 8tndie flker den BinseUnaa Yen Vaaelin nnd 
ParaHn in die Sewebe. (ttnde Uatelegiqne de l'incinaien de la vaaeline et 

de la paraflne dau lei tiaana.) La Fresse oto-laryngol. Bdge. No. 12, 1906. 

Unter Beibringung mikrophotograp bischer Reproductionen gelangt Verf. zu 
dem Ergebnisse dass das Bindegewebe das solide Paraffin nicht vollständig resor- 
birt, wie Kirchner behauptet: er beweist auf diese Weise die Superiorität des 
soliden Paraffins über die weichen Paraffine. 

Diese histologischen Untersuchungen bekräftigen ausserdem die zahlreichen 
Erfolge der Methode. parmbntikr. 

8) s. H. Large. Me aickerate letkede der aabcntanen Paraflnanwendnng. 
(Tke aafeat aetked ef naing parafflne anbcntaneenaly.) The Lnrifngoscope. 

Äprü 1907, 

Paraffin soll nicht zu heiss angewandt,'nach der letzten Methode Gersuny's 
injicirt werden und zwar nicht zu viel in einer Sitzung. Instrumente, Paraffin und 
Operationsfeld müssen absolut aseptisch sein ; es muss genug lockeres Gewebe 
vorhanden sein, um die Bildung des künstlichen Tumors zu gestatten ; in Fällen 
von atrophischer Rhinitis darf die Krankheit nicht zu weit vorgeschritten sein, 
es soll kein Paraffin von zu hohem Schmelzpunkt gebraucht werden. 

EMIL MAYER. 

9) Eckstein. Inlecttenen nnd Implantatienen Yen hartem Paraffin. (Injectiens 
et implantaUena de paraflne dnre.) XX. c&ngres f, ChU-urgie. Pari^. 7. Ms 

12. Octobej' 1907. 

E.'s Erfahrungen basiren auf fast 1000 Injectionen, die er bei 400 Kranken 

8* 



— 108 — 

gemacht bat. Er hat niemals einen Unglüoks^l gehabt und die Erfolge sind con- 
stant gewesen. Er bedient sich der Broeckaert 'sehen Spritze und verwendet hartes 
Paraffin. Er empfiehlt auch die Implantation von Platten und Blöcken sehr 
harten Paraffins, die vorher entsprechend der beabsichtigten Gorrection zurecht* 
geschnitten sind. 

Broeckaert (Gent) hat mehr als 270 Nasenprothesen gemacht. Die von an- 
dern Seiten berichteten Unglücksfalle sind auf Fehler der Technik zarückzuf (ihren. 
B. macht gleichfalls die Implantation. Er hat sogar die totale Resection der Nase 
mittels der Decortication ausgeführt, und dann auf die blutige Fläche einen vorher 
zurechtgeschnittenen Block von Paraffin von 80 ^ Schmelzpunkt applicirt. 

GOKTIER d« la KOCHE. 

10) A. Onodi (Budapest). Bno BOQe Spribe im Sebraieh für starres Parafli. 

Fraenkd'8 Ardnv f, Laryngohgie. Bd. 18, S. 195. 

Abbildung der Spritze, die bei Pfau (Berlin, Dorotheenstrasse 67) zu be- 
ziehen ist. F. KLBMPBRBR. 

11) Kanscli (Berlin). Prendkirpor der Spelserthro nid Littrnire. Berliner 

klin. WocKenschr. No. 51, Vereinabeilage. 1906. 

Kurze Mittheilung über 10 Fälle, 6 die Luftröhre, 4 die Speiseröhre be- 
treffend. Ein Fall verlief letal. albanüs (zarniko). 

12) Mauricy Herta (Warschau). Seehs Pille ?ei Prendkürpem ii den LiS- 

Wegei. Monatsgchr, f. OhrenheUkde. etc. Heft 5. 1907. 

Fall 1. Einjähriges Kind, Fremdkörper (dreieckiges Glasstäck mit dicken, 
glatten Händern) unterhalb der Epiglottis eingekeilt. Intralaryngeale Entfernung 
gelingt nicht. Mittels Sonde wird durch die Tracheotomie wunde der Fremdkörper 
von unten nach oben geschoben und durch die gieichzeitg in den Mund bis zur 
Epiglottis eingeführten Finger der linken Hand aufgenommen. Glatte Heilung. 

Fall 2 u. 3. Knabe von 3, Mädchen von 6 Jahren: Die in den tieferen Lnft^ 
wege sitzenden Fremdkörper (Bohne and Kürbiskern) wurden nach einigen Tagen 
wieder ausgehustet. 

Fall 4. 6 jähriges Mädchen; 7 Tage nach derTraobeotomie wurde der Fremd- 
körper (Sonnenblumenkern) ausgehustet. 

Fall 5. 8 jähriger Knabe: Ganz junge, ovale Kastanie in stacheliger Hülle 
von der Grösse einer Bohne zwischen den Stimmlippen eingekeilt. Intralaryngeale 
Entfernung ohne Anästhesie. 

Fall 6. 45jährige Patientin: Stecknadel im Larynx, parallel den Stimm- 
lippen. Intralaryngeale Entfernung unter Cocainanästhesie mit spät eintretenden 
und langandauernden Cocain-lntoxicationserscheinungen. 

Anschliessend Erörterungen über Pathologie und Therapie der Fremdkörper 
in den Luftwegen, die nichts Neues enthalten. Die Killian'sche Tracheo- und 
Bronchoskopie erwähnt der Autor nicht. H£cht. 



[ 



— 109 — 

13) J. Fein (Wieo). lv ■•ttwendlckatt d«r luryigoik^pischei Untenveliiiig 

M PillMI ?ei aspirirtOl FronttSrpen. Wiener med. Wochemchr. No. 25. 
1907. 

Ein Reissnagel stak mit dem nach vorne gerichteten Stifte in der laryn- 
gealen Fläche der Epiglottis derart fest, dass von dem Stifte nichts zu sehen war. 
Die Platte selbst stand fast horizontal. Weder Heiserkeit noch Schlockschmerz, 
noch Athembehinderang. Entfernung mit der .Drahtschlinge, chiari-hanszkl. 

14) BHsdeL rreaftlrper dtr Liftwege; TriekttottBie; spratana Bzpiliita 
tech die Traekaalwinde. (Gorpi Mranger des toIm aMomioi; traehiateflde; 
azpilaiaa apaataada par la plala traehdale.) Qaz. hd>d. des aciencea m^. de 

Bordeaux. 11. August 1907. 

Das Kind zeigte ein enormes Emphysem, das den ganzen Thorax und das 
Gesicht einnahm, and war asphyctisoh. Der Fremdkörper — eine Bohne — wurde 
wenige Minuten nach der Tracheotomie durch die Trachealwunde ausgehustet. 
Wegen des Emphysems wurde vorsichtshalber eine Canüle liegen gelassen. Das 
Emphysem war sicher infolge vorhergehender Extractions versuche mit der Pincette 
za Stande gekommen. Heilung. cartaz. 

15) Ovi^ez. BztracHaa Yaa Framdkdrpani aüttala Braacko-Oaaapkaaaakaple. 
(Kztracttaa da earpa dtraaiera par la braaeha*eeaap]iagaaeapia.) SodOe de 

P^iatrie. 17. Decemher 1907. 

Demonstration von 3 Fremdkörpern, eines Pflaumenkerns, einer Schote und 
eines Kärbiskems. gontier do la röche. 

16) Keasner (Potsdam). SUnbiida nur Bafaattgaig Taa Balaaehtaagaapiagala 
nd alaktriaekaa Laapaa. Aaadanmg aa liratain'aehar Lanpa. u\i 4 Abb. 

ManaiSKhr. f. Ohrenheükunde etc. Heft 10. 1907. 

Der Titel giebt den Inhalt der Publioation wieder. Die Abbildungen geben 
ein klares Bild von den von K. getrofifenen Abänderungen. hecht. 

17) A. SclioemaDii (Ben)). Saaaratal-SaaglllUicht. FraenkeVs Archiv f. Laryn- 
gologU. Bd. 17. S. 192. ^ 

Seh. fuhrt den Sauerstoff aus dem Stahlcylinder mittelst Gummisohlauches 
unter schwachem Druck von höchstens Yg Atmosphäre von unten her dem glühen- 
den Auerstrumpf zu. Die Lichtintensität ist die einer kleineren, elektrischen 
Bogenlampe, der 0- Verbrauch ungefähr 12 Liter pro Minute. p. kleuperbr. 

18) Beipech. Aeetyles-StlrnapiegaL (Urair fraatal i aedtylaiaa.) Sod^e' de 

Chiimrgie. 10. December 1907. 

Mittels einer ingeniösen Anordnung macht Verf. die einfache Radfahrer- 
Acetylenlampe zur Stirnlampe und empfiehlt dies als Nothbehelf für gewisse 
dringliche Eingriffe. gontier de u röche. 

19) 8pr«»Bger (Stettin). Ha Taachaabaatack für Hala-, laaaa- oad Ohraainta. 

FraenkeVs Archiv f. Laryngclogie Bd. 18. S. 392. 

Abbildung und Beschreibung des Bestecks, das bei Walb (Heidelberg) und 
Pfau (Berlin) zum Preise von 60 M. erhältlich ist. p. klemperer. 



- HO — 

b. Nase und Nasenrachenraum. 

20) Angiade und Bobert Veber einige Details der histelesisehea Stnietiir 4ea 
Bieehnenren. (Snr qaelgnes ditails de la stmctare histelegiqne du lerf 

eUaetif.) Jaumat de m^. de Bwdeaitx, No. 9. 1907. 

Verif. haben die Stützsubstanz des Olfactorius ausschliesslich aus Neuroglia 
gebildet gefunden. Im Centrum ist das Neuroglianetz zarter und zeigt die Stelle 
eines verschwundenen Hohlraums an. brindbl. 

21) Timonil. Veber einen Fall Ten tranmattseher Anesmie. (Snr nn cai d'an- 

esmie tranmatiqne.) Sod^e de nt^. legale, IZ Februar 1906. 

Durch einen Sturz wurde ein Arbeiter schwer am Kopf verletzt; es trat bald 
Heilung ein, jedoch constatirte Patient, nachdem er seine Arbeit wieder auf- 
genommen hatte, dass er keine Gerüche mehr wahrnahm. Für den Patienten hatte 
diese Folge des Unfalls insofern grosse Bedeutung, als er Gasarbeiter war und 
nun nicht mehr im Stande war, das Entweichen von Gas erkennen zu können. 

A. CARTAZ. 

22) Siegmnnd (Berlin- WiimersdorO, Head's Zonen all littol inr Erkennung der 
nasalen Beüexnenroien. Med. Klinik, No. 49—51. 1907. 

Die von Head als Maxime bezeichneten empfindlichsten Stellen nennt Sieg* 
mund Hauptstellen oder Höfe; in diesen unterscheidet er noch eine besonders 
empfindliche kleine Stelle, den Kern. Er führt eineAnzahl von Krankengeschichten 
an, in welchen nasale Stirnbeschwerden von der Nase aus günstig beeinilusst 
werden konnten. mrifbrt. 

23) R^thi (Wien). Dobor KopflObnien nasalen Drapmngl. Wien. Uin. Wochen- 
schHft. Bd. 62. 1907. 

Durch Affectionen der mittleren Muschel werden häufig Kopfschmerzen aus- 
gelöst, entweder durch Zerrung von sensiblen Nerven in Folge stärkerer Füllung 
der Biuträume oder durch Druck auf die gegenüberliegende Septumschleimhaut, 
oder durch Veränderung des Luftdruckes in den Nebenhöhlen in Folge von Ver- 
stopfung des Ostiums durch die Schwellung des Mnschelrandes. Seifert. 

24) Perey Fridenberg. PsyehiBCho ByMptoHio bei luenaf ecttonen. (lental 

symptoma in nasal aifOCtions.) N. Y. Medical Record. 29. Juni 1907. 

Verf. bespricht die Nasenkrankheiten als Ursache und Wirkung von neur- 
asthenischen Erscheinungen, ferner die sexuelle Osphresioiogie, dann die reflec- 
torisch von der Nase ausgehenden Kopfschmerzen, ferner den Zusammenhang 
zwischen den adenoiden Vegetationen und geistiger Minderwerthigkeit der Kinder 
und schliesslich nimmt er Bezug darauf, dass Stucky über ernste psychische 
Erkrankungen, wie Melancholie mit Suicidium, bei acuten und chronischen Neben- 
höh lenafTectionen berichtet. leffbkiu 

25) €. Ziem. Veber die Bedentmig von lasenkrankheiten bei Bebandlnng aog. 

skrofnlSser Erkranknngen der Angen. MonaUsckr. f. OhrenJieiikunde e/^. 

No. 6. 1907. 

Eignet sich nicht zu einem zusammenfassenden Referate. hec ht 



— 111 — 

26} Potüer. Sehilddrtseiexiract bei lavlobtr^ (Thyrooid extract ii kay 

fe?er.) iV. r. MediccU Journal 27. Juli 190?. 

P. berichtet über drei Fälle, in denen das Heafieber durch Schilddrüsen- 
Iherapie günstig beeinflasst wurde. leffkrts. 

27} Heymunii. ScUlddrttsaneztraot bei lenlleber. (Thyreoid extract fer hay 

fever.) N. Y. Medical JoumaL 10. August 1907 und Ärch. intern, de laryng. 
No. HL Mai^uni 1907. 

Der Fall von Tobias, bei dem nach einer Thyreodectomie die bis dahin 
bestandenen Heufiebererscheinungen verschwanden, führte Verf. dazu, klinische 
Versnche mit Schilddrüsenextract zu machen. Er behandelte im Ganzen 19 Fälle 
mit Schilddrüsentabletten und erhielt sehr ermuthigende Resultate. Bei drei 
Patienten wurde die Behandlang lange vor der Zeit der zu erwartenden Anfälle 
eingeleitet und in allen diesen Fällen blieben diese gänzlich aus. Den Patienten 
wurde nebenbei untersagt, bei offenem Fenster zu schlafen, im vollen Sonnen- 
schein spazieren zu gehen und auf der Eisenbahn zu fahren. Bei den übrigen 
16 Patienten waren die Heufieberanfölle viel milder als in den vorhergehenden 
Jahren; 12 von ihnen führten dies auf die Behandlung zurück, die anderen vier 
erklärten die Besserung damit, dass das vorhergehende Jahr ungewöhnlich feucht 
und kalt gewesen war.. Es liess sich beobachten, dass die Besserung der Krank- 
heit im Verhältniss stand zu der Länge der Zeit, während der das Schilddrüsen- 
extract angewandt wurde. Es wurden täglich 1—3 Tabletten gegeben, deren jede 
0,3 Thyreoidsubstanz enthielt. In keinem Falle wurden toxische Symptome beob- 
achtet; nur ein Patient musste nach einer Woche wegen Intoleranzerscheinungen 
seitens des Magens mit der Cur aufhören. lefferts. 

28) J. Ferelra. BemerkugeD ttber Symptene und Bebaidbiif dei Hevleben. 
(letes en the syaptema and treatment ef hay-feTer.) Lancet. 13. Juli 1907. 

In den meisten Fällen sind zuerst die Augen afficirt; alle anderen Symptome 
sind zum grössten Theil reilectorischer Natur (?). Es sollen Schutzgläser ge- 
tragen werden, um den Staub etc. abzuhalten. adolph bronxer. 

29) 9. 9. Giaaer. DUermitäten der laaenacheidewaad. Dissert. med. Bern 

1906. 

Dem Referenten nicht zugänglich. j, katzenstein. 

30) CheTalier Jaekson. Septmnperforatioiien; ihr VeracUnas durch plaatisehe 
Operatiei. (Beptal perforatteBS ; their cloaiire by plaatic eperatien.) N. Y. 

Medical Becord. 12. October 1907. 

In der unteren Muschel wird mittels Kyle's rechtwinkligen Tonsillen- 
roessers oder Ball engeres oder Freer's Septummessers durch zwei parallele Ein- 
schnitte ein zungenformiger Lappen ausgeschnitten; die Schnitte gehen durch die 
ganze Dicke der Mucosa nebst etwas von der Mucosa. Der Lappen haftet vorne 
an und ist hinten frei beweglich. Er muss mindestens 6 mm in der verticalen 
Richtung grösser sein als die Perforation und muss reichlich lang sein, gewöhn- 
lich fast so lang wie die Muschel. Nach Abpräparirung des Lappens werden die 



— 112 — 

Ränder der Perforation mit eisern Kataraktmesser angefriscbt, der Lappen auf die 
Perforation gelegt and mit den Kil 11 an 'sehen oder Yan kau er 'sehen Instru- 
menten angenäht. Handelt es sich um eine sehr kleine Perforation, so ist es 
besser, die Operation auch auf der anderen Seite vorzunehmen. Hat sich der 
Lappen mit dem Septum vereinigt, so resultirt eine Synechie; man schneidet aus 
dieser ein Stück aus und legt für einige Tage einen Tampon ein. lefferts. 

31) Otto Freer (Chicago). Bae der Feifterresectton ImKckeniar Toikiaguceii 
dar lueuckoldewaid aigeyaiste, nodllcirto Srliwald'iclie laue. Fram- 

kd'8 Archiv f, Larf/ngologie, Bd. 17. S. 172. 

Beschreibung und Abbildung des Instrumentes, das eine verstärkte Grün- 
wald'sche Zange darstellt und dazu bestimmt ist, die Trephine und den Meissel 
noch entbehrlicher zu machen, als bisher. p. KLEMPBasR. 

S2) Otto Freer (Chieago). Die nksnctae FensterreseeUen der ■ueueheide- 

wand, naeh eigener letkede anSgeflUirt. Framkel'a Archiv f. Laryngologie. 

Bd, 18. 8. 152. 

Auf 30 Seiten mit 15 Abbildungen giebt Verf. eine eingehende Schilderung 
seiner Operationstechnik, die er selbst an jetzt 143 Fällen ausgebildet und bewährt 
gefunden hat. p. klbmperer. 

33) Botejr (Barcelona). Daher die Betey-Külian'Bclie OperaHen der anbnincfaai 
Septnmreaeetten. (Sobre la eperatien de Betey-Killian hare la reaeeien aib- 

■neeaa del tabiqne.) Archivos de rinologia. No. 142 u. 143. 

\QTf. giebt eine Beschreibung seines Operationsverfahrens, das er auf dem 
I. Spanischen Congress für Laryngologie im Jahre 1896 angegeben hat. Dieses 
Verfahren ist nach Botey's Behauptung dasselbe, das heute unter dem Namen 
der Kil li an 'sehen Operation bekannt ist. Die Technik und Instrumente seien 
den seinigen durchaus ähnlich. tafia. 

34) John MAcintyre. Operattenen wegen BeTiaUenen der laaenaclieidewand, 
■it beaenderer BerlekaicbUinng der anbaineiaen Beaectten. (Operatieu fer 
deviattena of the naaal aeptnia wlUi apecial reference te anbnincena reaec- 

tten.) Glasgow Mediccd Journal. Januar 1907. 

Eine allgemein gehaltene Abhandlung mit Bemerkungen über die submucöse 
Resection. a. logan tukker. 

35) Tau den Wildenberg. lenea Specalom für endenaaale BeaeeUenon. (lei- 
?ean apecnlnm penr lea rdaectiena endenaaalea. Le apecnlnm - mgiae J 

Anvers MMcal. No. 3. 1907. 

Das neue van den Wildenberg'sche Speculum ist zweiklappig: eine 
innere Branche zum xibheben der Schleimhaut; diese ist lang, glatt, sehr dünn, 
um möglichst wenig Platz einzunehmen, aber breit, um die Schleimhaut gehörig 
abheben zu können, und endet mit einem Meissel, woher der Name Speculum- 
^Rugine". Die zweite äussere Branche, „Nasenflügelklappe" „Valve narinaire" 
benannt, dient zum Abheben des Nasenflügels, wenn nöthig; dieselbe schmiegt 
sich genau an die untere Klappe an, so dass man auf den ersten Anblick meinen 



— 113 — 

könnte, es mit einer einzigen Klappe zu than za haben. Der Autor rätb, sich 
zwei solcher Raginen, die eine für links, die andere fär rechts, anzuschaffen. 
Dieselben finden hauptsächlich bei voluminösen Nasensoheidewandvorsprüngen, 
welche man submucös operiren will, ihre Verwendung und seien dafür geradezu 
unentbehrlich. Bayer. 

36) Otto Freer (Chicago). SikauciM lesocUtn der laieucheMowaitlTWkio- 
gugen- (Unetton sou-BUfneiiio das divlattoBS de la clelsen du nei.) 

Froe^e de VatUeur. Arch, mtem. de laryng, No. 3, Mai-Juni 1907, 

Eine mit Abbildungen versehene Beschreibung des vom Verf. zur Resection 
der Scheidewand angewandten Verfahrens. bri^'dbi^ 

37) j. 8. Waser. Beaerkttien Uer die aibaiciae Reseettea der laaei- 
scheldewaBd. (letes ei tke labBueoiif resecUen ef tke nasal aeptua.) 

ScoUish MediccU and Swrgical Journal December 1907. 

Verf. giebt eine detaillirte Schilderung der Technik der Operation. 

A. LOGAN TUBNER. 

38) Enmt Pasch (Lungenheilstätte Beizig). Fremdkirper in der lase als Felge 

Tea Tranma. Manch, med, Wochmschr, No, 82. 1907. 

Ein 20g schweres, 38 mm langes und 22 mm breites Glied einer eisernen 
Kette fand sich im unteren Nasengang des Patienten. Der Fremdkörper war 
14 Tage im Cavum nasi, das Trauma hatte keine erheblichen Verletzungen in der 
Nase hervorgerufen. Die Krankengeschichte ist in extenso beigefügt. becht. 

39) Mahlenkunp (Gelsenkirchen). Ueber elsea isteresssatea Fall ?en eiaen 

Freaidkirper ia der laae. Manch, med, Wochmschr. No. 49, 1907. 

Aotor entfernte eine vor 2 Jahren bei einem Stich auf die Nase abgebrochene 
Messerklinge von 5 cm Länge und P/2 cm Breite per vias naturales aus der linken 
Nasenhöhle. Der Fremdkörper sass parallel der Nasenscheidewand senkrecht zum 
Nasenboden und sass hier fest. Die Wunde auf dem Nasenrücken isi s. Z. spontan 
zugeheilt. Die Messerklinge sass 2 Jahre reactionslos in der Nase, ein „Brennen 
und Jucken in der Nase^' fährte Patienten zum Arzte. hbcht. 

40) Max Thorer. Alter Freaidkirper In Oberkiefer, ala Ursacke aent eia- 
aetseader bleaerrkeelkalieker BiadekaiteitenuigeB. Mit 2 Böntgenphoto- 

gropMen. Münch. med, Wochenschr. No, 49, 1907. 

Bei einem 31jährigen Manne, ^bei dem eine abgebrochene Messerklinge seit 
4 Jahren in der linken Augen-, Kiefer- und Nasenhöhle und der Nasenscheide- 
wand sass, ohne dass der Kranke davon wusste^ — die Hautwunde war s. Zt. 
vernäht worden und angeblich per primam gebeilt — , bestand eine profuse Eite- 
rung aus dem Bindehautsack. Der Fremdkörper konnte intranasal nachgewiesen 
und durch Röntgenphotographien in seinem Verlaufe festgestellt werden. Da eine 
intranasale Entfernung nicht gelang, wurde derselbe von aussen freigelegt und 
leicht extrahirt. Derselbe erwies sich als eine 5,3 cm lange und 1,3 cm breite, ab- 
gebrochene Messerklinge. Naht der äusseren Incisionswunde, Heilung per primam 



— 114 — 

und Sistirung der Eiterung. Anschliessend epikritische Erörterungen und Be- 
sprechung der einschlägigen Literatur. bkcht. 

41) Herts« Beitrag inr GaBiiiitik der laeenfremdkSrper. (Pnycsynek de ka- 
iiiistyki cial ebcyek nosa.) Medycyna, No. 34. 1907. 

Ein 2jähriges Mädchen bekam scharlachähnlichen Ausschlag in Begleitung 
von Erbrechen und Fieber. Dritten Tages erschien ein eitriger Ohren- und Nasen- 
ausfluss. Bei der Untersuchung wurde von Verf. ein Fremdkörper entdeckt, 
welcher nach Entfernung sich als Pfropfen von Bohnengrösse erkennen liess. Das 
Fieber und den Ausschlag bringt Verf. mit. dem citrigen Process in Zusammen- 
hang. A. SOKOLOWSKI. 

42) Bicbaton. Ell Fall Ten BUielithiasii. (Da eu de ririaelithlaae.) 36. Cm- 

gres powr Vavancement des sciencea, Beims^ Juli 1907. 

Der Rhinolith erwies sich zusammengesetzt aus organischer Substanz und 
phosphorsaurem Kalk. Er hatte seit 3Jahren andauernden Kopfschmerz und einen 
unerträglichen Foetor verursacht. (kontier de i.» rochk. 

43) K. Sokolowski. Ueber Bhinelitken. (BynelitT esyli kamlenie aesewe.) 

Medycyna, No. 31, 32. 1907. 

Verf. beschreibt 2 Fälle von Rhinolithen. In einem bei einem 15jährigen 
Mädchen, das schon seit 7 Jahren an putridem Ausfluss und Verstopfung der 
rechten Nasenöffnung litt und manchmal auch über Epistaxis klagte, entfernte Verf. 
aus der rechten Nasenöffnung einen Nasenstein. Da dieser sehr fest in dem Nasen- 
gange eingeklemmt war, zerqueschte ihn Verf. und entfernte ihn stückweise. Die 
chemische Analyse war ganz genau ausgeführt und ergab die gewöhnlichen diese 
Fremdkörper Charakter i sirenden Bestandtbeile. 

Im zweiten Falle klagte das 12jährige Mädchen über Schmerzen im rechten 
Ohre, Kopfschmerzen allgemeine Schwäche und Fieber. Bei der Untersuchung fand 
Verf. ausser Ohrenleiden im rechten unteren Nasengange eitrigen Ausfluss und einen 
Fremdkörper, der nach Entfernung sich als Kürbisschale mit mineralischen Salzen 
imprägnirt zeigte. a. sokolowski. 

44) H. Bürger (Amsterdam). Me StaUatik der adeietdea Tegetatteaea. Fram- 

Jcd'8 Archiv f. Laryngdogie. Bd. 18. 8. 258. 

B. bespricht die in den Niederländischen Elementarschulen auf Veranlassung 
der Regierung aufgenommene Statistik, welche unter cn. 800 000 Schulkindern 
ungefähr 6 pCt. Adenoidverdächtige ergab. Er zeigt an einer Zusammenstellung 
verschiedener Statistiken, dass die Frequenz der Adenoiden bei der Schul- 
jugend abgeschätzt 

auf Grundlage von Sprache und Gesichtsausdruck . . 3,3 pCt. 
,, ^ sämmtlicher äusserlicher Kennzeichen ca. 6 ^ 

., „ sämmtlicher äusserlicher Kennzeichen 

incl. Gehörsabnahme 16 ^ 

„ „ lokaler Untersuchung 29,8 „ 



— 115 — 

betrag. Zur Feststellung einer Adenoidstatistik eignet sioh danach nur die directe 
Untersuchung durch Digitalpalpalion, besser noch durch Spiegeluntersuchung. 

F. KLEMPKRBR. 

45) Lindt (Bern). Ellnischeg und Higtologisches ttber die Backenaaidelhyper* 

tr§|kle. ConegpondenM, f, Schweizer Aerzte, No, 17 u, 18. 1907. 

Verf. machte, um über die verschiedenen Auffassungen von den Zustanden 
and der KoUe der Rachenmandel zu eigenen Anschauungen zu kommen, an 50 ex- 
stirpirten Rachenmandeln klinische und histologische Untersuchungen. Er unter- 
scheidet bei den Trägern derselben 3 Grade von Constitution: 1. ganz gesunde, 
2. zweifelhaft geschwächte und 3. unzweifelhaft geschwächte mit tuberculöser 
Belastung. Fast alle standen zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr. Die 
Constitution habe keinen Einfluss auf die Durchwand er ung der Lymphocjrten 
durch das Epithel, ebensowenig als auf die Metaplasie und die Grösse der 
Tonsillen. Dagegen fand L. bei Individuen mit geschwächter und tuber- 
culöser Constitution intra- und perivasculäre, intra- und snbepitheliale starke 
Anhäufungen von Leukocyten, welche vorhergegangene acute entzündliohe 
Frocesse andeuten. Gewisse Merkmale, abgesehen von den nicht häufigen 
Fällen mit Tuberkelbacillen , sind aus den Bildern scrophulöser adenoider 
Vegetationen nicht herauszulesen. Die Involution wandelt das adenoide Gewebe 
in normale Rachenschleimhaut um. Als physiologische Rolle des lymphoiden 
Schlundringes nimmt L. nur die Abwehr an, welche mittelst reichlicher Durch- 
schwemmung der Tonsillen mit Lymphocyten von Innen nach der Oberfläche zu 
Stande kommt. Die beigemischten Leukocyten spielen die Rolle von Phagocyten. 
D^r Blutdruck wirkt als vis a tergo. Durch die starke anhallende Abwehr werden 
die Tonsillen physiologisch hyperplasirt. Genügt die Abwehr nicht zum Schutz, 
so sind die Tonsillen nur noch in der bekannten Weise, mechanisch oder infectiös, 
störend für die Athmung, das Gehör etc. und es tritt die ratio operationis ein. 

' Der Operation muss eine sorgfältige Nachbeobachtung oder Nachbehandlung 

zurückbleibender Störungen folgen. 

I Tuberculose fand L. 5 mal, also bei 10 pCt. seiner Fälle, in der Raohen- 

I tonsille. Die Tuberkel lagen tief unter dem Epithel, aber die Tonsillen konnten 

im Uebrigen noch normal arbeiten. In einer Zusammenstellung von 900 Unter- 
suchungsergebnissen von Rachentonsillen durch Lew in ergaben sich nur 5 pCt. 

' Der geschwürige Zerfall des Tuberkel enthaltenden lymphatischen Gewebes tritt 

nur bei ausgeprägter anderweitiger Tuberculose, aber nie primär ein. 

Zu ähnlichen Ergebnissen führten zahlreiche Untersuchungen der lUohen- 
ionsille, welche Sahli auf der medicinischen Berner Klinik an vom Referenten ge- 
liefertem Material 1896 ausführen liess. joNt^uikuE. 

I 46) P. G. Frank (Strassburg i. E.). Hypertrophische Bachenmandeln bei Sreisen. 

I Fraenket's Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. S. 285. 

Drei Fälle bei Patienten von 66, 60 und 65 Jahren beobaohtet. Die Sym- 

I ptome waren dieselben wie bei jugendlichen Personen: Nasen Verstopfung und 

Schwerhörigkeit. Bei allen drei Patienten besserte sich das Gehör wesentlich nach 



— 116 — 

der ExstirpatioD der Adenoiden. Die Gutartigkeit der Gesobwalst wurde histolo- 
gisch erwiesen; bemerkenswerth war in ihrem Bau die geringe Zahl der Follikel, 
femer ihre deformirte (ovale, anscheinend durch den Druck des umgebenden Ge- 
webes) etwas comprimirte Gestalt. f. klempbrer. 

47) John L. Messe. AdOBoMe IH frtthem Kiadeialtor. (Adonoids ii infaicy.) 

K Y. Medical Becord, 15. Juni 1907. 

Verf. ist der Ansicht, dass auch bei kleinen Kindern sofort operirt werden 
soll. Bei kleinen Kindern haben die adenoiden Vegetationen mangelhafte 
Nahrungsaufnahme und Deformationen des Thorax zur Folge; sie sind auch oft 
die Ursache von einem Reizhusten, für den kein physikalischer Grund auffindbar 
ist; die Otitis media ist in diesem Alter fast stets auf das Bestehen von adenoiden 
Vegetationen zurückzuführen. lbfperts. 

48) €feorge L, Richards. Eine Uebeniiclit über die gebrävehliehen letbeden 
mr Entfermug ven adeneiden Vegetattenen nebst einer Beschrelbnng einer 
grlndUeken, schnellen nnd sicheren lethede. (A revlew ef Uie metheds In 
nse fer the remeval ef adenelds wlth the descrlpUen ef a methed whlch Is 

thereagh, rapid and safe.) The Laryngoscope. September 1907. 

Verf. empfiehlt als das beste Instrument das Adenotom von Schötz resp. 
eine seiner Modificationen. kmil mayer. 

49) David Boralrd. Beilchnng der Adeneiden sn Lang enkrankhelten. (Relatlen 
ef adenelds te diseases ef the Inngs.) N. Y. Medical Record. 26. October 

1907. 

Verf. erörtert djBn ungünstigen Einfluss, den adenoide Vegetationen in Folge 
Behinderung der Nasenathmung auf die Lungen ausüben und die Möglichkeit von 
daraus resultirenden Erkrankungen der Lungen. leffkrts. 

50) L. Larington Hant. Adeneide bei Epilepsie. (Adenelds In epllepsy.) 

K Y. Medical Becord. 26. October 1907. 

Verf. hat Fälle gesehen, in denen nach Entfernung der Adenoiden eine Ver- 
minderung in der Zahl und Intensität der Anfälle zu constatiren war; andrerseits 
sind ihm Fälle begegnet, bei denen kein Einfluss oder sogar eine Verschlechterung 
nach der Operation zu constatiren war. lepperts. 

51) Freidbf 8e< Ucber den „Ehlneadenelden" Yen Standpnnht der allgemeinen 
ledlcln nnd Insbesendere der niltinnedleln ans. (Dn rhlneadenedlen an 
pelnt de Yne de la nddeclne gdndrale et de la nddeclne mllltaire.) Archive 

M^. Beiges. September 1907. 

Der Autor bespricht zuvor die Symptomatologie der adenoiden Wucherungen, 
ihre Beziehungen zum Ohr, Hals, Nase, Auge und den Zähnen, zum Digestions-, 
Respirations- und Circulalionsapparat; das Verhältniss des Adenoidismus zur 
Tuberculose, zum Nervenapparat (Cephalalgie, Migräne, Schlaflosigkeit etc.); zur 
Aprosexie, Epilepsie und Enuresis; ferner seinen Einfluss auf die Pubertätstrans- 
formation; die verschiedenen Infectionen, welche davon herrühren (Cervical- 
adenitiden, Adenobronchitiden etc., er stellt schliesslich 3 Typen von Adenoiden 



— 117 — 

aaf: 1. den einfachen Adenoiden, 2. den infioirten Adenoiden und 3. den nervösen 
Adenoiden. 

Daran schliesst er noch an den Rhinopharyngealtypus vom militärischen 
Standpunkte aus. Nach der Statistik kommen auf systematisch darauf unter- 
suchte Soldaten 10 pGt Adenoide; die Affection, welche dieselben am häufig- 
sten ins Spital bringt, sei die Otitis und diese befalle hauptsachlich die Trom- 
peter, dann kommen die Anginen, wiederholte Bronchitiden und die phlyotanuläre 
Conjunctivitis, auch Incontinentia urin., namentlich nach strengen Uebungen und 
Strapazen. Die Degenerirten, welche man häufig in der Armee unter den Uhdisci- 
piinirten antreffe, seien häufig Adenoide. 

Der Rhinoadenoide gäbe immer einen minderwerthigen Soldaten ab und man 
wird ihn immer unter den Nachzäglern finden. 

Der Militärarzt muss daher seine ganze Aufmerksamkeit auf die oberen Luft- 
wege richten. — Wenn wohlausgesprochene Läsionen derselben vorliegen, so kann 
der Mann geheilt werden. bayer. 

52) J. F. BarnhllK Eile nodUdrte AdonoMei-Ciirotte. (i modiled adeioid 
drtttt.) Journal cf the American MediccU Association, 19. Oktober 290?. 

Das Instrument besteht in einer Modi fication der Beckmann'schen Curette, 
die im Wesentlichen darin besteht, dass das Fenster höher ist als bei jener. 

KIIIL MAYKB. 

53) J. F. Bjington. Bin« 1006 AdeBoiden-Giirette flir die RdsenmtUler'sch« 
Oriba. (A low adeaoid curette fer RoieimfUler's fossa.) Journal of the 

American Medical Association, 5. October 1907. 

Das Instrument ist so eingerichtet, dass es leicht in die RosenmüUer'sche 
Grube eingeführt werden kann, ohne dass eine Verletzung der Tubenlippe zu 
befürchten steht. emiTj mayer. 

c. Mundrachenhöhle. 

54) Dnhot laBgealeiikekerateie. (Leneekiratese Uagnale.) Annales de la 

8oc. M^.'Chirurg, du Brabant. No, 6. 1907. 

In der Sitzung der medicochir. Gesellschaft von Brabant am 23. März 1907 
stellt D. einen Fall von Leukokeratose der Zunge und der Wangen vor; Patient 
hatte im October 1906 Syphilis acquirirt, war mit 13 Injectionen von 0,14 og 
Hg behandelt und der Beginn der Leukokeratose datirt vom Januar d. J. ; es war 
keine Roseola aufgetreten und auch sonstige Symptome von Syphilis hatten sich 
nicht gezeigt, obgleich die Behandlung erst in der 5. Woche begonnen hatte. 
D. hält die Leukoplasie für nicht-syphilitischer Natur. (? Ref.) bayer. 

55) B. Et JohBfltoii. Taricdae Teaen der Zaage. (Taiicose veiaa ef tka 

teagie.) Lancd Clinic. 20. April 1907. 

J. berichtet über den Fall einer 64jährigen Frau, die viel an Husten und 
kurzem Athem gelitten hatte. Bei der Untersuchung fand man an beiden Zungen- 
rändern von den vorderen Gaumenbögen bis dicht an die Zungenspitze sich er- 



— 118 — 

streckend, geschlängelte, runde, angefahr 4mm im Durchmesser messende Massen. 
Die Venae raninae auf der Unterfläche der Zunge waren ungewöhnlich gross und 
geschlängelt. J. glaubt, dass die varicösen Venen congenitalen Ursprungs waren. 

EMIL MAYER. 

56) Notis des Heransgebers. ScbilddrHtoiigeBekwUsto der lufe. (Tkyreid 
tmein e! tke teigve.) Jow^nal of the American Medical Association, 
12. October 1907. 

Das Interessanteste an diesen Tumoren ist, dass es sich um functionirendes 
Gewebe handelt. In einer Anzahl von Fällen, wo die Tumoren entfernt worden 
waren, trat als Zeichen dafür, dass der Tumor eine compensatorische Bildung von 
accessorischem Schilddrüsengewebe darstellt, das an Stelle der fehlenden Schild- 
drüse functionirt, Myxödem auf. In Fällen, wo nach Exstirpation des Zungen kropfs 
kein Myxödem eintritt, muss man ihn als nicht descendirten mittleren Lappen der 
Schilddrüse auffassen, nach dessen Entfernung compensatorisch die Seitenlappen 
eintreten. emil mayer. 

57) Haliopeaa. Sckwanfirkug der luge, dnrek Wasierttefinperozyd Ter- 
uiaeliL (Blaekness ef the teigie caiiaed by lydregei Mexide.) ^v. r. Me- 
dical Journal. 22. Juni 1907. 

Verf. berichtet über zwei Fälle, die er innerhalb einer Woche beobachtet hat 
und bei denen der Gebrauch von Wasserstoffsuperoxyd als Gurgelwasser während 
einer Qaecksilbercur zu einer Scbwarzfarbung der Zange geführt hat. Zuerst 
wurde geglaubt, dass dies die Folge einer Reaction zwischen dem im Speichel 
enthaltenen Hg und dem HjOo sei, jedoch wurde später dasselbe bei einem Manne 
beobachtet, der kein Quecksilber gebrauchte. Derselbe gebrauchte täglich als 
Gurgelwasser 1 Theelöffel Wasserstoflsuperoxyd auf ein halbes Glas warmen 
Wassers. Nach Verlauf einer Woche trat eine entschiedene Scbwarzfarbung des 
Zungenrückens auf. In der Discussion bemerkt Chatin, dass er dieselbe Erschei- 
nung in 20 Fällen von Anwendung des Wasserstoffsuperoxyd als Gurgel wasser 
beobachtet hat, jedoch stets in Fällen, in denen die Zunge belegt war. Die Er* 
schein ung verschwindet stets spontan. lkffkrts. 

58) Kttster (Marburg). Xnr Behandlnng des Xugenkrebaea ud die Unter- 

bindUg der Caretia externa. Arch. f. Hin. Chirurgie. Bd. 81. 1906. 

Die einseitige oder doppelseitige Unterbindung der Carotis externa verdient 
bei grösseren Carcinomen der Zunge den Vorzug vor der Unterbindung der Art. 
lingualis, die doppelseitige Unterbindung der Carotis externa (am besten in Ver- 
bindung mit der Anwendung von Röntgenstrahlen) sollte auch in anscheinend 
unoperirbaren Fällen von Zungenkrebs zur Anwendung kommen. srifert. 

59) Leyinger (München). Seatlelte maUgnelGeacbwnlat der TenaUIe (Badotke- 

Uom). Fraenkd's Archiv f. Laryngologie, Bd. IS. S. ISl. » 

Die Geschwulst von etwa Yg cm Länge und Y^ ^^ Durchmesser sass der 
vergrösserten Tonsille breitbasig auf. Die mikroskopische Untersnchung ergab 
ihre zweifellos maligne Natur (Rndotheliom). Kurz vorher bei dem Patienten ent- 



— 119 — 

fernte Inguinaldrüsen zeigten denselben Charakter (Endothelioma carcinomatodes). 
Der Patient ging nach etwa IY2 «^&hren an multiplen Tumoren im Abdomen zu 
Grande, ohne dass ein Recidiv des Tonsillen tnmors aufgetreten war. Eine Section 
wurde nicht gemacht; welches der primäre Tumor war, blieb unentschieden. 

F. Kr.EMPEUER. 

60) h, CuTldre. Bu SaA» i%t TtuiUa btia liii«. (Bi larcM« ie 

I'UiTgiale Chai l'eifait) Th^e de Paria. 1906. 

Anlässlich eines von ihm beobachteten Falles hat Verf. die in der Literatur 
verzeichneten ähnlichen zusammengestellt und hat 11 Fälle vo'n Sarkom beim 
Kinde gefunden (4 Lymphosaricome, 4 Rundzellensaricome, 1 Alveolarsarkom). Die 
Symptome sind dieselben wie beim Erwachsenen, nur schreitet die Affection beim 
Kinde viel schneller vorwärts und die meisten Fälle enden trotz der Eingriffe tödt- 
lich. Verf. räth zur Jodbehandlung. a. caotaz, 

61) Phnip King Brown. btfeniU Wirkimgoii ter TonsUlariifection. (Remote 

ef ecti ef teisUIar ilfectlon.) Journal of the American Medical Association. 

15. Juni 1907. 

Als infeotiöse Erkrankungen, die ihren Ausgang von den Tonsillen nehmen 
können, bezeichnet Verf. Pericarditis, Myocarditis, Endocarditis, Arthritis, Chorea, 
Neuritis, Adenitis, Drusenfieber, Nephritis, Pleuritis, Tuberculose, Iritis, Phlebitis, 
Osteomyelitis, verschiedene andere Streptokokken- und Staphylokokkeo-Septik- 
ämien, Hodgkin'scbe Krankheit und möglicherweise gewisse Formen von Leukämie. 

EMIIi MAYFK. 

62) Lomnlts (Dresden). Deber die Aiglia ala Augaigapukt schwerer Er- 

kraikUiaei. Med. Klinik. 2. 1907. 

Unter 151 Fällen von Angina (Streptokokken- und Staphylokokken-Infection) 
traten 27 mal pathologische Erscheinungen auf, die am häufigsten in Störungen 
der Herzthätigkeit, dann in Symptomen von Seiten der Nieren, nur zweimal im 
Auftreten von Gelenkrheumatismus und je einmal in Purpura rheumatica und 
I Sepsis bestanden. skifhrt. 

63) W. Lnblinski (Berlin). Utheltt und secimdäre Angina. Med. Klinik. 52. 
1907. 

Die secundäre Angina bei Röthein ist selten, hier und da tritt sie, wie in 
dem von Lublinski mitgetheilten Fall (15jähr. Mädchen) in verschiedener Form 
auf, die zwar nicht in Eiterung überging, aber ihrem Beginn und Verlauf nach 
ganz den Anschein eines phlegmonösen Processes hatte. skifkrt. 

64) De Bersaqnes. Bin Fall ven aoliwerer, generaliairter Staphylececcnainlec- 
I ttai in Felge einer Amygdalitta. (Un cas d'infeotton atapliyleceqne grave, 
I gindralisd ft la aalte d'amygdalite.) La Beigique MM. No. 4. 1907. 

42 jähriger Kranker bekommt nach einer leichten Araygdalitis, welche er un- 
beachtet und unbehandelt liess, beträchtliche und sehr schmerzhafte Anschwellung 
in der rechten Achsel. Dr. Sugg wies noch nachträglich in den Mandel secreten 
Staphylokokken nach. Die Eröffnung des Achselabscesses ergab 8()0— 9(X) g Eiter, 



— 120 — 

in welchem der Staphylococcas in Reincultur sioh befand. Ein paar Tage darauf 
neuer Eiterherd in der linken Regio supraspinata, dann am Trochanter der rechten 
Schulter, an der Wade, am Rücken etc., immer mit Staphylokokken in Reincultur. 
Trotz der chirurgischen und aller möglichen innerlichen Behandlung erlag der 
Patient nach V^l^ Monaten der Kachexie. bayer. 

65) Kotis des Herausgebers, ippeidioitis Uli lAigiia. (ipptadieltts asl 
aisina.) JowmaX of the American Medical Associatim. 11, Mai 1907, 

Die Notiz nimmt Bezug auf die Beobachtungen von Kretz, wonach wahr- 
scheinlich ein Drittel aller fatalen pyogenen Infectionen mit einer initialen Angina 
beginnen ; er meint, dass viele acute mehr oder minder transi torische fieberhafte 
Zustande in Wirklichkeit milde anginöse und postanginöse Bakteriämien seien. 
Verf. macht übrigens darauf aufmerksam, dass Semmel weis der erste gewesen 
sei, der auf den Zusammenhang gewisser Infectionskrankheiten mit Angina hin> 
gewiesen habe. Der wichtigste Infectionsträger, der dorch die Tonsillen seine 
Eingangspforte in den Organismus findet, ist der Staphylococcus. 

EMIL MAYER. 

66) Gnnuar Holmgren (Stockholm). Xiir Frage der AigiM lücere-menbraiaeea 
B. Tincenti. (Till fragan em angina vlcere-nembraiiaoea s. TiaceatL) Hffgiea, 

No. 11. 1907, 

Verf. berichtet über 10 Fälle von Angina Vincenti, von denen 6 im Epidemie- 
Krankenhause als suspecte Diphtheriefalle aufgenommen und 3 für Lues ver- 
dächtig waren. Sämmtlichen Fällen sind sorgfältige Krankengeschichten mit epi- 
kritischen Anmerkungen beigefügt. Diese in kurzer Zeit vorgekommenen Fälle 
geben dem Verf. Veranlassung, die Ansicht auszusprechen, dass diese Krankheit 
in Stockholm nicht selten ist, eine Meinung, der der Ref. auf Grund eigener Er- 
fahrung zustimmen kann. k. stangenberg. 

67) e. Lanrens (Paris). Wann 8oll der Praetiker nr Kntteniiuig der Tenalllei 
rathen? (Qaaad le prattclen deit-il ceaseiller Tablatten dei amygdalea?) 

La Clinique m^dicale. 6. December 1907. 

Verf. wendet sich gegen die immer mehr zu Tage tretende Tendenz, die 
Mandeln ohne ausgesprochene Indication zu entfernen. Diese ist seiner An- 
sicht nach vorbanden, wenn die Tonsillen obstruirend wirken, zur Infection oder 
entfernten Complicationen Anlass geben. Verf. hat hartnäckige Enteritiden nach 
Entfernung der Mandeln weichen sehen. qontiek de la röche. 

68) Scberenber^ (Linden). Die Exstirpatten deriaauaeiiiandelB mittele lesaer- 

SCheere. Med. Klinik. 28. 1907, 

Seh. hat sich von der Firma Nicolai (Hannover) eine gerade, schlanke 
Scheere construiren lassen, vorne abgestumpft, die eine obere Branche messerartig 
etwas ausgezogen und auf dem Rücken geschliffen. Operation meist in Narkose, 
zumal wenn auch die Rachenmandel gleichzeitig entfernt werden muss. 

SEIFERT. 



— 121 — 

69) Nettebrock (Kiel). Inr OaivMik der Blntugei laek ToBiUlotomio uid On 

Behaidliaif. Disaert. Kiel 1906, 

Im ersten Falle starke Naohblntung nach Incision in einen supponirten Ton- 
sillerabscess, Unterbindung der Carotis communis. Im zweiten Falle gleiche Ursache 
der Nachblutung; Blutstillung in der Weise, dass eine mit Zwirn armirle lange 
Stopfnadel hinter dem Kieferwinkel hinein- und durch die Tonsille an der durch 
Fingerdruck in der Mundhöhle markirten Stelle herausgestossen wurde. An das 
innere Ende Anknüpfen eines dicken Jodoformgazetampons und Andrücken gegen 
die Tonsille durch Zug von aussen her. srifbrt. 

70) Pro6b«tiBg (Wiesbaden). Bllie T^BSflleiklonae. FratnkeVs Archiv f. La- 
ryngologie, Bd. 18, p. 386, 

Beschreibung und Abbildung des von W. Walb Nachf. in Heidelberg her- 
gestellten Instrumentes, das bei ernsten Blutungen im Pharynx oder an den 
Gaumenbögen, beispielsweise nach der Tonsillotomie, angelegt werden soll. 

P. KLEMPKRER.. 

71} Edward C. Sewell. ToMÜleiiaellUBge. (Toniil snara.) Journal of (he 
American Medical Asscciatian, 18. Mai 1907. 

Beschreibung des Instruments. emil mayer. 

d. Diphtherie und Croup. 

72) GhampoB. Die Mpktkerie ud der Crevp im BIrgonpital n Seit leit der 
Aiwetdug dei anUteziechei leOgenu. (La diphttrie et le ereap i llittf- 
tal eifil de Sud depiiis Templel ds senoi antitezivie.) La Bdgigue Ma, 

No, 26. 190?. 

Seit 1895 wurden 648 Kinder im Genter Bürgerspital behandelt, wovon 481 
geheilt wurden. Von 230 kleinen Patienten, welche von 1886 — 1895 behandelt 
wurden, entgingen nur 100 dem Tod. Während so die Mortalität vor der Sero- 
therapie 5(> pCt. betrug, fiel sie nach deren Einführung auf 25 pCt. 

In der Privatpraxis sind die Erfolge verhältnissmässig weit grösser, als im 
Spital, wohin die Kinder häufig zu spät gebracht werden. 

Die schönsten Resultate der Serotherapie werden bei der Behandlung der an 
Croup Operirten constatirt. Es wurden im Spital von 1886—1895 151 Oroupfalle 
operirt, davon kamen 32 zur Heilung, also 19 pCt.; seit 1895 bis Ende April 1907 
ergaben 300 Fälle von operirtem Croup, die mit Serum behandelt worden waren, 
180 Heilungen, also 60 pCt. 

Das Serum, frühzeitig angewandt, verhindere die Paralysen, nütze abei 
nichts, wenn solche schon vorhanden seien. Der Serumausschlag und die Ai- 
Üiralgie, welche map hier und da constatire, seien ohne weitere Folgen. 

BAYER. 

73) Hasenlaiopf und Rothe (Berlin). Kill Beitrag HUT Frage der Baeillentriger 

kei IMphtkerte. Jahrb. f. KinderheüUe. Bd. 66, 1907. 

Gelegentlich einer Hausendemie von Diplitherie im Kadettencorps in Potsdam 
wurden sämmtliche Insassen untersucht und Diphtheriebacillen nur bei den Re- 

Jahrg. XXIV. 



— 122 — 

confalescenten naohgewieseb, dagegen nicht bei den gesund gebliebenen Kadetten. 
Bei den Reconvalescenten wurden nooh nach 4 bezw. 8 und 9 Wochen nach der 
Erkrankung die Bacillen nachgewiesen, was nach der Anschauung der Verff. zur 
fortgesetzten Isolirnng der Reconvalescenten nöthigt. Seifert. 

74) J. A* Bunten Me AiWMitaig von Mphtkorle-Aitttozii lel der Bakaiilng 

fei Hetleker ud Aefhaa. (The ue ef dlphtlieria-ttitttezli in the treataeat 

ef kay fever and aitkaa.) Medical Sentind. September 1907. 

In 60 Fällen wurden bemerkenswerthe Resultate erzielt, 41 zeigten keine 
Symptome von Heufieber und Asthma mehr. Es wurde sowohl Serumantitoxii) 
wie Globulinantitoxin angewandt, und zwar mit gleich guter Wirkung. Anfangs 
wurden 2000 J.-E. gegeben, später, wenn keine ungünstigen Nebenwirkungen sich 
zeigten, auch gi'Össere Dosen. emil haybr. 

75) Edwin fiosentkal. Besnad ttker die Anwendnng ven Dipkikerie-Antitexin 
kei der Bekandlnng venckiedener Pennen ven Dipktkerie, kesendera Eekl- 
dlpktkerie nit and ekne Intakaüen. (A reanmd ei tke nse ef tke dipktkttia 
antitezin in tke treatment ef variena ferma ef dipktkeria eapeeially tke laryn- 
geal witk er witkent tke eperatien ef intnkatien.) MorM^ Cyclapedia of 

PracHcal Medidne. Jtili 1907. 

Der Titel besagt den Inhalt. eihi, ma\tir. 

76) Henrottn« Anwendnng dea „Annadlpkterina" in U nenen FdUen ven 
Mpktkerie. (Bmplel de l'annadipktdrine dann vingt et nn nenvean eaa de 

dipkMrie.) La Presse MO,. Beige. No. 34. 1907. 

Klinische Beobachtungen — 31 Fälle von Angina diphtherit. und Croup — , 
sowie bakteriologische und pharmacodynamische Untersuchungen, welche der 
Autor im St. Petrushospitale anzustellen Gelegenheit gehabt hatte, hatten den- 
selben zu folgenden Schlüssen geführt: Man ist berechtigt, zu bestätigen, dass die 
Dichondra braevifolia als Glycerinextract (Armadiphtherin) dem Löff 1er 'sehen 
Bacillus gegenüber eine wirklich bactericide Wirkung besitzt. Dieses Produot ist 
in der therapeutisch angewandten Dosis inoffensiv. Klinisch angewandt, übt es 
eine locale Wirkung aus, welche die Action des Serums unterstützt. Bei einfachen 
Fällen, bei welchen die Localisation der Affection die Anwendung des Mittels er- 
möglicht, kann es für sich allein die Heilung herbeiführen. In anderen Fällen, 
wo dies nicht möglich ist, und bei schweren Formen z. B. von Ang. diphtheritica 
oder schon vorhandener Toxaemie muss es dem antidiphtheritischen Serum 
weichen. Auch als Präventivmittel kann das Armadiphtherin verwandt werden. 
Die mittlere Dauer des Vorhandenseins von L off 1er 'sehen Bacillen im Halse der 
Kranken war 4V8 Tage. 

Der Autor führt nun weitere 21 Fälle an, welche diese Schlüsse vollauf be^ 
stätigen. baybr. 



123 — 



e. Kehlkopf und Luftröhre. 

77) M. Bikolker (Königsberg). Wu llt TOBOUiatl} (TtmiialOgilChOS Ud 
nierai ; ngleM tino Briiuni ■•!■« Arkelt: „Inr lygitie dei Toi- 

auatSM" •!€!) Fraerdcd'a Archiv f. Laryngologie. Dd. 17, 8, ßOl. 

Die inhaltreiohe Arbeit eignet sich nioht zam Referate and muss von Inter- 
essenten im Original naohgelesen werden. Verf. zeigt den verschiedenartigen Ge- 
brauch des Terminus ^Tonansatz^* seitens der verschiedenen gesangspädago- 
gischen und laryngologi sehen Schriftsteller und sucht den wirklichen Inhalt des 
Kunstausdrucks festzulegen. f. klempkrer. 

78) Glorieux. InUsmU hySterlCIlS. (InUsaie hyStM^lie.) (Sitzung der Poli- 
klinik vom 13. Mai 1907.) La Policlinique. No. 7. 1907. 

Mutismus hystericus bei einem jungen, sehr empfindsamen Mädchen, das in 
Folge eines Schrecks die Stimme verloren, zuerst vorübergehend und erst nach 
einigen Tagen definitiv und vollständig; sie macht sich durch die Bewegung der 
Lippen und ihren Gesichtsausdruck noch gewissen Personen verständlich. G. will 
die suggestive Behandlung vermittelst des faradischen Stroms im Nacken, welche 
ihm vor einigen Monaton bei einem kleinen Jungen mit dem gleichen Uebel 
reussirt hatte, versuchen. bayer. 

79) Bicbaton und BeoD« Oompleto Aphonie kysteriflcker latiir bei einem 
SSJikrlgen Mann. (Aphonie complMe de natnre hysMiiqne ranenne ehei nn 

hOBne de 58 ans.) 36. Cangres pour Vavaneement des sciences. Reims. 
Juli 1907. 

Es wurde mit Erfolg eine Suggestivbehandlung eingeleitet unter der Form 
der Massage und Darreiobung von indifferenten Mitteln. gontif:r do la röche. 

SO) Marale. Kntwlokelnng der StiBBOiorglo nlttels Athemflbnng«!. (Ddve- 
Itppeaent de rtaergle de la toIz an moyen d'ezerdsei reiplratolres.) Acad. 

des sciences. 4. November 1907. 

Da die Stimmenergie bedingt ist durch das unter bestimmtem Druck 
stehende Volumen Luft, handelt es sich für einen Sänger oder Redner darum, 
diese beiden Quantitäten zu vermehren. 

Verf. giebt drei Uebungen an, die täglich 10 Minuten lang ausgeführt 
werden sollen und bezwecken, das normale Volumen des Thoraxraumes herbei- 
zufuhren. Diese Uebungen haben den Vorzug, die Muskeln der Bauchwand zu 
kräftigen, sie bringen den dicken kugelförmigen Bauch, den man so häufig bei 
Erwachsenen findet, schnell zum Verschwinden. Jede Woche misst man den 
Brustumfang und das Volumen der aspirirten Luft, und da bestimmte Tabellen 
die Beziehung bestimmen, die zwischen der Grösse des Individuums, seinem Ge- 
wicht und den beiden obengenannten Grössen bestehen müssen, so kann man die 
Uebungen so einrichten, dass das Maximum der nützlichen Wirkung erzielt wird. 

A. CARTAZ. 

9* 



— 124 — 

81) Th. S. Flalan und Herrn. Gntmann (Berlin). Dio SUoiBO d08 UngUlft. 

Fraenkd'a Archiv f. Laryngdogie. Bd. 18. 8. 139. 

Die interessante Studie, deren Ergebnisse sich der Wiedergabe im Referate 
entziehen, basirt auf der Analyse phonographischer Anfnahmen der Stimme von 
30 Säuglingen im Alter von wenigen Stunden — zweimal wurde der erste Schrei 
aufgepommen — bis zu fünf Wochen. p. klemfbrer. 

82) Victor ürbantgchitsch (Wien). Uelier die Ten iei seBBiblen lerven des 
Bttelohres anageMitei Sprack- und SchrifletSrnngen sewie Paresen der ebe- 

ren nnd unteren Eztremititen. Mit l Abb. Momtsachr. f. Ohrenheükde. etc. 

Heft 7. 1907. 

Mittbeilung einer Reihe einschlägiger Fälle, unter denen bei einem Fall 
chronischer Ohreiterung neben Reflexschmerzen in der Schulter und Paresen in 
Arm und Bein sich auch wiederholtes Stottern bemerkbar machte; sämmtliche 
Erscheinungen verschwanden wiederholt nach Reinigung des Mittelohres und Ent- 
fernung angetrockneter Eiterkrusten. Ein zweiter Fall zeigte wechselnde Sprach- 
störungen und sensorische Aphasie, die neben einer acuten doppelseitigen Mittel- 
ohrentzündung mit einer bestehenden chronischen Kieferhöhleneiterung in Zu- 
sammenhang standen und sich jeweils mit dem Füllungszustand der Höhle 
besserten und verschlechterten. Nach breiter Eröffnung der Kieferhöhle vom un- 
teren Nasengange aus besserte sich die locale Erkrankung und Hand in Hand mit 
dem Fortschreiten der Besserung gingen die aphasisohen Erscheinungen zurück, 
um endlich dauernd zu verschwinden. Ein dritter Fall bot interessante Schrift- 
störungen, die durch Tamponade der Paukenhöhle, mehr noch durch Tamponade 
der (gesunden) rechten Nasenseite bei einem 30jährigen Manne reflectorisch aus- 
gelöst und experimentell wiederholt hervorgerufen werden konnten. hbcht. 

83) A. Knttner (Berlin). KriUsche Betraohtnnien über den anienbUeklielien 

Stand der lecnrrensfrage. Fraenkd's ArMv f. Laryngologie. Bd. 18. p. 97. 

In den Capiteln: a) Das physiologische Experiment, b) Pathologische Ana- 
tomie, c) Klinische Betrachtungen, giebt K. eine auf vollkommenster Beherr- 
schung der umfangreichen Literatur, wie auf eigenen experimentellen Unter- 
suchungen fussende Debersicht über den gegenwärtigen Stand der Recurrensfrage. 
Zum Referat ist die umfangreiche Arbeit nicht geeignet; wer auf diesem Gebiete 
thätig ist oder sich informiren will, wird sie im Original studiren müssen. Ihr 
Schlusssatz lautet: Mag auch noch mancher Punkt der Recurrensfrage der Er- 
ledigung harren, an der Richtigkeit des Princips aber, das wir als das Semon- 
sche Gesetz bezeichnen, ist nicht zu zweifeln. Wer die bisherigen Ergebnisse des 
physiologischen Experiments, der pathologischen Anatomie und der klinischen 
Beobachtung kritisch überschaut, wird nichts finden, was dem Sinne dieser Lehre 
widerspricht, es sprechen vielmehr alle Thatsachen dafür, aass nicht nur, wie 
bereits allgemein anerkannt, bei progredienter Erkrankung des Recurrenscentrums, 
sondern auch bei progredienter Erkrankung des Recurrensstammes gesetzmässiger 
Weise die Glottisöffner früher und stärker in ihrer Function beeinträchtigt werden, 
als dje Glottisschliesser. p. klemperkr. 



— 125 — 

84) Grmbower (Berlin). Iv lecvrOUfrifO. Fraenkd's Archiv f. Lai*yngologie. 
Bd. 18. 8. 419. 

Verf. giebt einige Ergänzungen und Richtigstellangen zu Kuttner's Auf- 
satz über den derzeitigen Stand der Reourrensfrage und stellt gewisse Richtsätze 
für künftige Untersuchungen auf diesem Gebiete auf. Die ganze Reourrensfrage 
ist zu ausgedehnt und complicirt, als dass sich ein Artikel, wie der vorliegende, 
^er die versohiedensten Punkte der Frage kurz berührt, im knappen Referate 
wiedergeben liesse. f. klemperkr. 

85) Arlhv HaeberllB (Berg, Thurgau). Dar aiattalscho Ban daa lamia ra- 

aarrail batal Kaaliakai. Fraenkü's Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. 8. 20. 
Verf. fasst das £rgebniss seiner Untersuchungen in folgenden Sätzen zu- 
sammen: Der Nervus recurrens des Kaninchens erhält etwa zwei Drittel grosse 
markhaltige Fasern aus dem Nervus vagus central, etwa ein Drittel kleiner mark- 
haltiger Fasern aus dem Nervus vagus peripher vom Recurrensabgange. Die 
grossen und kleinen markhaltigen Fasern verlaufen vom Abgang bis in den peri- 
phersten Theil des Nervus recurrens in zwei gesonderten Gruppen nebeneinander. 
Marklose Fasern sind relativ wenige vorhanden. Mit dem Nervus laryngeus su- 
perior der gleichen Seite und mit dem Nervus vagus, laryngeus soperior und re- 
currens der anderen Seite geht er keine Beziehungen ein. Die zwei Drittel grosser 
markhaltiger Nervenfasern können sowohl motorisch wie sensibel sein; dass sie 
motorisch sein könnten, dafür spräche vielleicht das U eberwiegen derselben in 
dem Nerven, der ja unbestritten hauptsächlich ein motorischer Nerv ist, sowie die 
alte Ansicht, dass die grossen Nervenfaserquerschnitte meist motorische Fasern 
sind. Die kleinen markhaltigen Fasern im Nervus recurrens können ebenfalls 
motorisch oder sensibel fein, obscbon letzteres wahrscheinlicher ist. 

F. KLEMPERKR. 

86) 6. Frej (Bern). Uabar ragianära Anlatkaaia daa Kahlkapfs. Fraenkd's 

Archiv /: Laryngologie. Bd. 18. 8. 346. 

F. stellt fest, dass es möglich ist, den N. laryngeus superior durch eine 
percutane und permuskuläre Injection einer Cocain- Adrenalinlösung an seiner 
Durchtrittsstelle durch die Membrana thyreohyoidea leitungsunfähig zu machen 
und auf diese Weise eine regionäre Anästhesie der Kehlkopfschleimhaut zu er- 
reichen. Der Vortheil dieser Methode liegt in der relativ kleinen und genau 
dosirbaren Menge der erforderlichen Anästhetica; die Anästhesie ist eine tiefe und 
vollständige, ihre Dauer ist schwankend, im Durchschnitt 20 Minuten. 

F. KLEMPERBR. 

87) Georg BoeDninghaas (Breslau). Dabar ainan aiganarttgan saiiaiUan Baii- 

liftaai daa abarail and nntarailKalllkaplnarvail. Fraenkel's Archiv f. Laryn- 
gologie. Bd. 17. 8. 197. 

Verf. hat jetzt 82 Fälle der Affection beobachtet, die er 1904 als ^nervösen 
Halsschmerz^ beschrieb. Er giebt an der Hand kurzer Krankengeschichten sämmt- 
licher Falle eine ausführliche Schilderung des Leidens, dessen Diagnose im 
Wesentlichen auf der ^Constatirung des Druckschmerzes an typischer 



— 126 — 

Stelle^ sich gründet: „Diese Stelle befindet sich zwischen grossem Zungen* 
beinhorn und oberem Sohildknorpelrand, im lateralsten Theil der Membrana 
thyreohyoidea: oberer Druckpunkt; oder dicht an der Seite der Halsluft- 
röhre: unterer Druckpunkt/^ Die Behandlung, welche sehr günstige Re- 
sultate hat, besteht in äusserer Halsmassage; in schweren Fällen wird dieselbe 
durch Galvanisation und interne Arsenmedication unterstützt. — Von Interesse ist 
die Deutung, die Verf. seinen Beobachtungen giebt. Er betrachtet den N. recur- 
rens als das schmerzhafte Organ und bezeichnet den unteren Druckpunkt als den 
unteren Laryngeus- oder den Recurrens-Druckpunkt. Er sieht in seinen Fällen 
,,eine Bestätigung der durch Anatomie und Physiologie mit höchster Wahrschein- 
lichkeit nachgewiesenen Thatsache, dass der Recurrens des Menschen auch sen- 
sible Fasern führt *^. Er lässt es unentschieden, ob die Krankheit als rein functio- 
nelle (Hyperästhesie, bezw. Neuralgie) oder als organische aufzufassen ist, neigt 
aber zu letzterer Annahme und spricht deshalb kurzweg yon Neuritis laryngea 
superior s. inferior. p. klemprrer. 

88) MlohMl GroMmami (Wien). UobiT ta MgekUehOB Mtoriichti Bftct tot 
tlektritekan BAinng tes Bympatiilcif auf tta Kehlkav&uskabL Fraenkd's 

Archiv f. Laryngologie. Bd, 18. 8, 394. 

Verf. macht im Hinblick auf die 1904 erschienene Arbeit von P. Schultz, 
welcher die von Onodl behauptete Betheiligung des Sympathicus an der motori- 
schen Innervation des Kehlkopfs in Abrede stellt, darauf aufmerksam, dass er 
1898 bereits Onodi's Angaben widerlegt hat. Die motorischen Effecte im Kehl- 
kopf bei Reizung gewisser Abschnitte des Sympathicus erklären sich, wie Verf. 
durch exacte Versuche erwies, insgesammt durch Stromschleifen und sind nicht 
das Ergebniss von Reizungen des Sympathicus. p. klehpbrbr. 

89) A. Onodi (Budapest). BeiierkimgoB m doB AnfsätiOB von weil. Prof. 

P. Schnltl Ud YOB Pnf. I. SroSimaaB. Framkd's Archiv f. Laryngologie. 
Bd. IS. S. 399. 

Verf. erklärt sein Schweigen gegenüber den Arbeiten von Grossmann und 
Schultz durch persönliche Verhältnisse und stellt eine erneute experimentelle 
Prüfung der Sympathicusfrage in Aussicht. f. klemperer. 

90) Broeckaert. Die SympatUeflaBerreB dea EeUkepfa. Beitrag ibbi aBate- 
■igckea BBd phyaielei^eheB BlBdlBBi dea HalailieUa dea SyaipatUeaa. (lea 
aerfa aympatU^ea da laryaz: CeBtrikaUoB k l'diade aBatealvie et pkyaie- 

legifBe dB aympatkiqBe cer?leal.) BuUetin de VAcad. Boyale de M^d. de 
Bdgique. No. 4. 190?. 

Der erste Theil der Arbeit B.'s ist rein anatomisch und behandelt die Kette 
des Halstheils des Sympathicus: 

I. Das Ganglion cervical. super, mit seinen Anastomosen mit dem Pneumo- 
gastricus. 

IL Das Ganglion cervic. med. mit seinen Communicationen (Vasoulär- 
anastomosischen und Herzästen), 



— 127 — 

III. Das Ganglion cervic. inf. mit seinen Verbindungen und Ver* 
tbeilungsästen. 

Es geht daraus hervor, dass die Bedeutung der Anastomosen zwischen den 
Kehlkopfsnerven und dem Halssympathicus viel grösser ist, als im Allgemeinea 
angenommen wird. £s scheint daher dem Autor wahrscheinlich, dass der Sym-» 
patfaicus eine bemerkenswerthe, obgleich noch nicht deiinirte Rolle bei der Inner- 
Tation des Kehlkopfes und in der so dunkeln Pathogenie der Paralysen dieses 
Organs spiele. Nur durch die Vornahme einer grossen Anzahl delioater Experi- 
mente, durch sorgfältige Anh&ufnng des geeigneten Materials werde man eines 
Tages dahin gelangen, das zu verwirklichen, was heute noch reine Hypothese sei. 

Der zweite Theil bildet eine physiologische Studie und behandelt: 

I. die Betheiligunig des Sympathicus bei der motorischen Innervation des 
Larynx mit personlichen Untersuchungen am Kaninchen, am Affen, an der Katze 
and am Hunde, woraus der Autor den formellen Schluss folgert: „Der Häls- 
theil des Sympathicus, wenigstens bei den Thieren, nimmt keinen 
Antheil an der motorischen Innervation des Larynx.^ 

li. die vasomotorische Innervation des Kehlkopfes mit dem 
Schluss, dass der Halssympathicus den vasomotorischen Apparat des Kehlkopfes 
xxnXet seiner Abhängigkeit habe. 

Das III. Capitel handelt von der problematischen Existenz der 
Fasern in den sympathischen Kehlkopfnerven. 

Das IV. Capitel beschäftigt sich mit dem Studium der Intervention des Sym- 
pathicus bei der trophi sehen Innervation des Larynx, behuts dessen B. 3 Reihen 
von Experimenten vorgenommen hat, mit 1. Section oder Resection des grossen 
Halssympathicus, 2. Resection des Halssympathicus combinirt mit der Resection 
der Kehlkopfherven und 3. Resection der Gefassnerven combinirt mit der Resection 
der Kehlkopfnerven. Der Autor kommt dabei zu keinem befriedigenden Resultat 
und verweist auf weitere neuere Untersuchungen, die noth wendig seien, um das 
Dunkel zu beseitigen, in welches die Physiologie des grossen Halssympathicus 
bis jetzt noch gehüllt sei. 

Die interessante und fleissige Arbeit hat unbegreiflicher Weise bei der Belg; 
Academie nicht die verdiente Würdigung gefunden. bayer. 

91) Holger Mygtnd (Kopenhagen). Die Paralyie dai Iiuc. cricothyreoidaiu. 

Fraenkel*8 Archiv f. Laryngölogie. Bd. 18. S. 403. 

Auf Grund von 13 Fällen aus der Literatur und 4 eigenen Beobachtungen 
bespricht Verf. die Symptomatologie dieser seltenen Lähmungsform, deren 
wichtigste objective Zeichen die Schrägstellung der Stimmritze, die unregelmässige, 
wellenförmige Gontur des freien Randes der gelähmten Stimmlippen und die 
Paltelung und unregelmässige Vertiefung der Oberfläche sind. p. klemperbr. 

92) A. Kmtlaier (Berlin). Blnigo BamarkugoB in H. lyglnd's infsati ttbar dia 

Paralyia dai lUCOllIg OricathyraaldanS. Fraenka's Archiv f. Laryngölogie. 
Bd. 19. 8. 172, 

K. weist aufdieCongruenz der vonMygind beschriebenen Erscheinungen beim 
Menschen mit den von ihm und Katzenstein erhobenen Befunden imThierversuch 



— 128 — 

bin. Er sieht in M.'s Angaben eine Bestätignng seiner Behauptung, dass auch die 
Adductoren während der Athmnng dauernd innervirt sind, und zwar in der Weise, 
dass ihre Inneryation rhythmisch während der Exspiration einen Energiezuwachs 
erföhrt, der während der Inspiration wieder nachlässt, ohne abet ganz zu Ter- 
schwinden. p. xlempbrbb. 

93) Oisela Meltner (Wien). Baitrag «UT Pathelogle der Koblkapfliowasiuigai. 

MU 10 Fig. M(mat88chr. f, OhrenheOkde. de, No. 4. 1907. 

Die Schlussfolgerungen, der Untersuchungen, die sich zu kurzem Referat 
nicht eignen, fasst Autor dahin zusammen: „Eine deutliche, sieht- oder tastbare 
respiratorische Bewegung des Kehlkopfes, welche unabhängig vom Willen des 
Athmenden, synchron mit der Respiration erfolgt, ist pathologischer Natur und 
unterscheidet sich von der bei (willkürlich) vertiefter, normaler Athmung auf- 
tretenden Bewegung durch das Fehlen des statischen Nullpunktes, durch das Vor- 
handensein zweier Grenzlagen mit getrennten Functionen, durch die wechselnde, 
der Willkür entzogene Excursionsgrösse der Bewegung und duröh die mangelnde 
räumliche Stabilität der Grenzlagen/' hbcht. 

94) Oraeffiier (Berlin). Stadial! tbar die Tabei derstlli nlt besonderer Be- 
rflckslehtlgimg der KeUkopfiymptene. (221 Fälle.) Mit i Abb. Münchmer 

med. Wochenschr. No. 36. 1907. 

Die interessante Arbeit ist zu kurzem Referat nicht geeignet. HBcm\ 

95) W. B. 6. Earland. Der KeUkepf bei Tabei. (The larynz ii lecemotor 

atazla.) Journal of ihe American Medical AssociaHon. 14. September 1907. 
% 1. Der Kehlkopf ist sehr selten bei Tabes afficirt. [? Red.] 

2. Selten [? Red.] entsteht im Frühstadium der Erkrankung eine spastische 
[? Red.] Abductorlähmung, die auf die Vermuthung des Bestehens einer Tabes führt. 

3. Im Spätstadinm der Tabes findet man oft das eine oder andere Stimm- 
band — meist das linke — in einer hyperabducirten [? Red.] Stellung. 

EiaL MAYER. 

96) PoiaoBki. Hn Fall ven Dyapieea ipaatlca hyaterlea. (Pnypadek duitescl 
byaterycnej.) Pam. Tow. Lek. 1907. 

Bei einem 17jährigen Mädchen kamen seit einigen Monaten ab und zu heftige 
Dyspnoeanfälle vor, welche schliesslich zur Tracheotomie bei der Kranken führten. 
Beim Laryngoscopiren wurden vom Verf. die Stimmbänder als blass, dicht bei einander 
gelegen und bei Inspiration unbeweglich gefunden. Es wurde daneben Hypästhesie 
des Pharynx und Larynx (hauptsächlich Epiglottis) constatirt. In der Nase be- 
stand eine Leiste am Septum, die an die mittlere Muschel sich dicht anlegte. 
Das Sondiren der Leiste verursachte heftige Dyspnoeanfälle. Es wurde vom Verf. 
die Leiste chirurgisch entfernt und die Kranke bekam wieder normale Athmung. 
Verf. ist der Meinung, dass man in derartigen Fällen zur Tracheotomie 
nicht zu greifen habe, denn nach seiner laryngoskopischen Beobachtung in diesem 
Falle öffnen sich ab und zu die sich stark zussmmenziehenden Stimmbänder auf 
der Höhe des Anfalles, um Luft zu schaffen, und ziehen sich wieder zusammen. 

A. V. S0K0L0W8KI. 



— 129 — 

97) Tlu J. Seardoii. Oaif eattaltr Kehlkf ffsIrUf r. (8oBg«dtftI.laryBgeal sMter.) 

American Journal Med, See. August 1907, 

Aasgehend von einem Fall seiner Beobaobtnng giebt Verf. eine ansfahrliche 
Uebersicht über die Literatur des Gegenstandes. a. loqax turnek. 

98) D. R. Patenon. eeig^Bitiler KeklkoplMriter. (Coigeattal lanngMl 

iMdor.) N, Y, Medical Journal. 15, December 1906, 

Aaf Grund von 5 Beobachtungen schliesst Verf., dass keine Missbildung des 
Rachens oder Kehlkopfes vorliegt, ebensowenig wie abnorme Athmung. Der Stri- 
dor entstünde vielmehr im Larjmxeingang durch Vibration der Weichtheile an der 
Hinterwa.nd. Die Stimmlippen hätten daran keinen Antheil und eine Compression 
der Trachea durch eine vergrösserte Thymusdrüse komme nicht als wesentliches 
Motnent in Betracht. lefferts. 

99) Alberto Mnnüu Udhor dlo klliiisclie Badratuii das MnfOBltalaB EaU- 
kapMridon. (Sil sUiileato allalao daUo sMdara lartaigaa aangaBlta.) Bi- 

vista di CUnica Fediatrica. December 1907. 

Aus seinen Beobachtungen, deren er 8 in extenso mittheilt, schliesst Verf., 
dass es eine Form des angeborenen Larjnxstridors giebt, die von ähnlichen Affec- 
tionen, die jedoch secandär zu Veränderungen des Nasenraohens, der Bronchial- 
drüsen etc. hinzutreten, zu trennen ist. Diese Form hängt immer zusammen mit 
einer schlechten Ausbildung des Vestibulum laryngis, die meist der Ausdruck 
einer Hemmungsbildung oder der Persistenz des kindlichen Kehlkopftypus ist. 
Daher ist der congenitale Stridor ausgesprochener und andauernder da, wo schwere 
I Veränderungen des Organismus, schwere Störungen der Ernährung und des 

Centralnervensystems (Little'sche Krankheit) bestehen. finder. 

100) Frank A. Coiloa. gfaimfla glotUdis aaaalan Vnipnuiga bai Brwaahaaiai. 

(«atUc BfttB af nual arigla ia adttlto.) N, Y, Medical Record, 24, August 
1907. 

Verf. giebt ein kurzes Resum^ über 16 Fälle von Spasmus glottidis nasalen 
Ursprungs, darunter einen Fall eigener Beobachtung: Es handelt sich um einen 
Spasmus, der alle Adductoren des Larynx mit Ausnahme des Arytaenoideus be- 
trifift. Unter den gesammelten Fällen waren 57 pCt. weiblich und 43 pCt. männ- 
lich. Bei den Männern betrug der Durchschnitt 43 Jahre, bei den Frauen 
42 Jahre. In 7 Fällen traten die Anfälle nur bei Nacht auf, in 2 anderen meist 
bei Nacht, in den übrigen 7 Fällen waren die Anfälle an keine Zeit gebunden. 
Die Resultate zeigten, dass die Ursache des Reflexes in 11 Fällen congestionirte 
oder hypertrophirte Muscheln, in 2 Fällen Polypen, in 2 Fällen atrophische Rhi- 
nitis und in einem Fall chronischer Nasenkatarrh war. lbfffrts. 

101) E. Barth (Berlin). Ivb faaeUoBallaa iaapiratariaaliaB Sttaamrttiaaknuapf. 

Med. Klinik. 17. 1907. 

In dem mitgetheilten Falle (58 jähriger Mann) war die DifTerentialdiagnose 
lange Zeit schwierig zwischen doppelseitiger Posticusläbmung und functionellem 
inspiratorischen Stimmritzenkrampf. Die Diagnose wurde schliesslich doch auf 



— 130 — 

letzteren gestellt, obgleich jedes hysterische Stigma fehlte und der Patient seipom 
Alter nach anscheinend ausser der Gefahr einer solchen Erkrankung stand, da 
meist jüngere Leute (Semon) befallen werden. Seifert. 

102) Netter. Da« GUorcalcinn (OaOU bei Tetaale, «en SlotttskriBpfei, «er 
Laimgitii itrididesa nid den Oenvwlslenei. (le ehlerve d0 ealeiiip d8i# 
la Mtaaie, lea spanei de la glotte, 1% larynglte atridnleaae, lea eeawlaif u.) 

La ainique, No. 19, 1907. 

In 3 Fällen wurde allein durch die Verordnung von CaCi^ die prompte 
Heilung der Tetanie erzielt. Diese Heilung trat um so rascher ein , je grösser die 
Dosis des dargereichten Mittels war. Aber auch bei der Behandlung von Glottis- 
krämpfen, Convulsionen und der Laryngitis stridulosa hat die Verabreichung des 
Chlorcalciumsalzes gute Resultate ergeben. Der Autor schreibt die Ursache jener 
Affectionen der Verarmung des Blutes und der Gewebe an Galciumsalzen zu, deren 
moderirende Action auf das Muskel- und Nervensystem durch die Arbeiten vou 
Jacquer, Loeb und der italienischen Autoren nachgewiesen ist und daraus 
erkläre sich der günstige Einlluss ihrer Darreichung bei den genannten Affectionen. 

BAYKH, 

103) Domlni Leonardo. Beitrag nun anatomlsek-pathelegiaekett Stndimi des 
EeickliiuteBa. (Oentrlbate alle stndie anateme-patelegice della pertesse.) 

Rivisia di Clinica Pediatrica. November 1907. 

Verf. giebt die Beschreibung des Befundes in 3 Fällen und folgert aus diesen, 
dass beim Keuchhusten eine Entzündung der Schleimhaut besteht, die den oberen 
Theil des Kehlkopfs betrifft, zuerst einfach katarrhalisch, später, wenn die Er- 
krankung in das spastische Stadium tritt, nekrotisirend wird; die Nekrose ist 
hervorgerufen durch specielle Wirkung des specifischen Mikroorganismus oder 
seiner Toxine; später haften dann vielleicht auf dem nekrotischen Terrain Proto« 
zoen. Da nach den Untersuchungen des Verf.'s besonders das Verbreitungsgebiet 
des N. laryngeus superior von den obenbeschriebenen Veränderungen befallen ist, 
so erklärt sich nach ihm durch diese Localisation das Symptomenbild des Keuch- 
hustens. FINDEB. 

104) Theron Wendeii Kiimer. Flüifliiiiidert FUle vei Kenchkiutea Bittels des 
BanAgürtels behandelt. (Pive hnndred cases ef wbeeping-ceagk treated by 
means of tbe abdeminal bell.) N. Y, MediccU Becord. 27. Juli 1907. 

Das Material des Verf.'s besteht aus 500 Fällen; in 93 pCt. soll durch An- 
wendung der Bauchbinde erhebliche Besserung erzielt worden sein. Auch sollen 
diese Patienten frei von Complicationen geblieben sein. Verf. giebt eine Beschrei- 
bung der neusten verbesserten Binde und ihrer Anwendungsart. lefferts. 

105) Kauwelaers. Behaidling des Eenehhiisteu mit OUerelonuarkoso. 
(Traitement de la eenqnelache par la narcese aa cUereferme.) (Verfahren 

von Heinrich v. Rothschild.) La Clinique. No. 36. 1906. 

Im Cercle M^dical von Brüssel berichtet N. über 6 Fälle, bei welchen er 
nur zweimal eine offenbare Besserung constatiren konnte. PARMBNTiEit 



- 131 — 

106) Sarahia. Poker die iawaiidiug tob nioroform koiai Kovokkutoi. CRI 

oaplOO M Inoroformo ob la tos foriaa.) Remata de medka y cirurgia prd^ 
eas. No. 922, 

Flooroform ist weniger giftig als Bromoform; es vermindert die Zahl der 
Anfalle, nicht aber deren Intensität. Es ist in leichten Fällen ein ausgezeichnetes 
Sedativum und bei schweren Fällen eine sehr wirksame Unterstütznng des Pheno- 
cols in der Periode der Defervescenz. tapia. 

f. Schilddrüse. 

107) Halsted und EvaDfii. Die Parathyrolidrlaofl. (Tke parattyroid tf aadales.) 

Anruds of Swrgery. October 1907. 

1. Die Parathyroiddrüsen werden stets durch ausgebildete Parathyroid- 
arterien, die in jedem Fall in dem Hilus eintreten, versorgt. 

2. Die Parathyroidarterien, eine superior und inferior, entstehen aus den: 
Thyreoidea inferior, häufig entstehen sie jedoch aus einer Anastomose zwischen 
der A. thyreoidea inferior und superior. 

3. Zwischen den Parathyroiddrüsen und dem die Schilddrüsen einhüllenden 
Bindegewebe bestehen, wenn überhaupt, nur wenig directe Gefässverbindungen. 

Der übrige Inhalt des Artikels ist von ausschliesslich chirurgischem Interesse. 

EMIL MAYER. 

108) HeBneberl. ParathyroiddrlsoB bb4 aooeiioriaolio SohUddrlvoB. (8Um* 
dBlea paraikyreldea et oerpa tkTroUea aceoiaoiroa.) (Miuheüung im Cdrcie 

medical zu Brüssel.) La Clinique. No. 14. 1907. 

H. führt zuerst die neuesten physiologischen und physio-pathologischen 
Kenntnisse bezüglich der Gland. thyroid. an; er bespricht dann die Glandul. para- 
thyroid., deren Läsion die Ursache der acuten nervösen Zufälle (Tetanie), welche 
auf dieTotalexstirpation der Gl. thyreoidea folgen, verursachen sollen; es existiren 
derer zwei Arten, die Gl. externae s. inferiores und die Gl. Intemae s. superiores. 
Diese Organe sind morphologisch und physiologisch von der Gland. thyreoid. ver- 
schieden und haben auch nichts mit den accessorischen Thyroiddrüsen gemein. 
I Sodann kommt er auf die accessorischen Thyreoidkörper zu sprechen, welche nur 

eine Prolongation der Hauptdrüse oder eine Lageanomalie derselben darstellen. 

H. giebt die klinische Beschreibung der Strumata aberrantia an der Zungen- 
basis, welche vom Munde aus oder auf suprahyoidealem Wege operirt werden 
können und fuhrt einen Fall an, den er vor Kurzem persönlich zu beobachten Ge- 
legenheit gehabt hatte. bayer. 

I 109) GhristiaBL SoUlddrUsoBpfropfaBgoB. (Thyroid gratti.) N. Y. Medical 

Record. 29. December 1906. 

Chr. hatte gefunden, dass die Bedingungen für das Gelingen einer Schild- 
drüsenpfropfung darin bestehen, dass nur Schilddrüse derselben Thierspecies ge- 
braucht wird und das transplantirte Gewebe lebend sei. Diese letztere Bedingung 
wird erfüllt, wenn zwischen dem Moment der Excision und der Implantation nicht 



— 132 — 

mehr als 10 Seounden vergeheo. Zar lUastration wird ein bereits in der Män- 
cliener med. Wochenschr. (4. Deoauiber 1906) beschriebener Fall mitgetheilt. 

LEFFERT6. 

110) Biehard. Krtff bei lengoborenen. (Otiter in the new-ben.) N. T. Me- 

dical Becord. 7. September 1907. 

Kropf kann angeboren und erblich bei Neageborenen sein und ist eine sehr 
schwere Erkrankung. Die Symptome sind Cyanose, Dyspnoe infolge Compression 
der Trachea, Hasten und Schluckbeschwerden infolge Druck auf den Oesophagus. 
Sehr selten ist der parenchymatöse Kropf, am häufigsten der Gefösskropf. Er 
besteht aus sehr erweiterten Venen, die breite Sinus bilden. Auch Cystenkröpfe 
kommen vor. In schweren Fällen ist die Behandlung eine operative, und zwar 
wird die Exothyropexie vorgezogen; die Thyreodectomie ist für diese Fälle eine 
zu schwere Operation. LEFPEirrs. 

111) Oottsdialk (Mayen). Bin Hdttieh verlaufener FaU ?en Stnuna graviditatis. 

Med, Klinik. 3. 1907, 

Bei einer IY2 '^^hre kinderlos verheiratheten Frau musste wegen hochgra- 
diger Struma die Stramectomie gemacht werden. Kurze Zeit nach der Operation 
Conception. Während der Gravidität erneute rasche Zunahme der Struma, Ein- 
leitung der Frühgeburt, während der Einfübrang des Metreurynters Erstickungstod. 

SEIFERT. 

112) M/B. Piiiker. Die cUmriisebe Behandlnng des Krepfes. <ne svrgieal 

treatanent ef geitre.) American Jovtmal Medical Sciences. August 1907, 
Die Abhandlung nimmt im Wesentlichen Bezag auf die in Koch er 's be- 
kanntem Werk niedergelegten Grundsätze und Erfahrungen. lepferts 

113) Ch. OoriB. Tbataacben, 8 FSlle ven Thyreidectomie betreffend; ¥er- 
atellnng ven 6 Operirten. (Faita ceneemant knit caa de Thyreldecteade; 
Friaentatien de aix epiriea.) Separatabdruck, lyos. 

Mittheilung und Kraukenvorstellung in der medico-chirurg. Gesellschaft von 
Brabant, mit in verschiedener Hinsicht interessanten Ergebnissen, so in Bezug 
auf die Aetiologie der Kröpfe, auf die Indication zur Operation, 
welche bei einigen Formen, die zum Kropfherz und zur Herzkachexie führen, for- 
mell wird: die Störungen des Kespirationsapparates, die, seiesderCom- 
pression der Trachea und des Recurrens, sei es der Anwesenheit des Tumors im 
Mediastinum zuzuschreiben sind: die verschiedenen (hysterischen und recurren- 
tiellen) Lähmungen und endlich in Bezug auf acute und chronische Tetanien. 

BAYER, 

g. Oesophagus. 

114) A. L. Hodgon. OliTenil.lbei Terlegnng den Oeaephagna. (Olive eil in 
ebatmetten ef tbe eeaopbagna.) Journal of the American Medical Association- 
28. Deceniber 190?, 

Verf. wurde eines Abends von einem Arbeiter consultirt, bei dem ein Stück 



-^ 133 — 

Nahrang, wahrscbeinlioh Fleisch, in der Speiseröhre stecken geblieben war; seit- 
dem war er nicht im Stande, auch nur einen Schluck Wasser hinanterzuschlucken. 
Verf. wandte Olivenöl an und nach 5 Minuten war Patient wieder im Stande, zu 
schlacken. bjal mayer. 

115) BIrcher (Aarau). Hl Bettrag Uff plaiUiehei BOtug eliei lesmi Oeio- 

pkaglS. CerdraXbl f. Chirurgie. 51. 1907. 

In zwei Fällen wurde durch Plastik aus der Brusthaut ein röhrenförmiger 
Canal gebildet, der durch secundfire Operation mit dem Magen in Verbindung ge* 
setzt wurde. sbifsrt. 

116; A* Depage. DlverUcidiui des Ooiopkagu- Oporatton. leiluig. (Dl¥or- 
Ucnle de reeiephage; OpiraUen. BairiBoa«) Journal de Chir. und Annal 

de la Soc. Beige de Chir. No. S. 1907. 

56 jähriger Kranker, seit 5 Jahren an einem Diverticulum des oberen Oeso- 
phagustheils leidend; vor 4 Jahren partielle Abtragung desselben in Athen. Bald 
darauf completeRecidive in Form eines Sackes, welcher sich vorn am rechten Sterno- 
cleidomastoideus, wenn ein paar Schluck Wasser getrunken waren, bildete und bis 
zur Grösse einer Orange ausdehnte. Beim Zusammendrücken derselben regurgitirt 
die Flüssigkeit in den Mund. D. nahm die Operation vor, welche wegen der Ad- 
härenzen und der grossen Distanz der beiden Oesophagusenden nach Resection des 
Sackes ziemlich mühsam sich gestaltete. Drainage des Mediastinums während 
einiger Tage. Heilung ohne weitere Störungen und ohne Hinterlassen jedweder 
Deglutitionsbesch werden. bayer. 

117) Küster (Marburg). Ueker Divertikel aid circalire larben der SpelaerUure. 

Ärch. f. kUn. Chirurgie. Bd. 85. 1907. ' 

In dem mitgetheilten Falle handelte es sich um eine unrichtige Diagnose 
auf Grund eines Actinogramms, welches ein Divertikel vortäuschte, während 
nur eine Erweiterung über einer engen Strictur vorlag. Seifert. 

118) H. Oehle (Bremen). Zar Radicaleperattea dea OeappkagaadiTerUkela. 

Münch. med. Wochenschr. No. 51. 1907. 

Bericht über einen einschlägigen erfolgreich operirten Fall. G. wandte eine 
von den bisherigen Operationsverfahren etwas abweichende Technik an, bezüglich 
deren auf die Arbeit verwiesen sei. Anschliessend Besprechung der einschlägigen 
Literatur. hecht. 

119) Härtens (Berlin). Inr Eenntaiaa der OeaepkagnadiTerlikel. Deutsche Zeit- 
schrift f. Chirurgie. Bd. 83. 1906. 

Das Divertikel (63jähriger Mann) lag in der Mitte, hinter der Trachea, der 
Oesophagus wahrscheinlich nach links verschoben, der Sack ging in die Brust- 
höhle hinein. Operation verweigert. Seifert. 

120) Wendel (Magdeburg-Sudenburg). Beitrag m eadetkeracalea Oeaepkagaa- 

Ckirargie. Arch. f. kUn. Chirurgie. Bd. 83. 1907. 

Nur von chirurgischem Interesse. seifkft. 



— 134 ^ 

II. Kritiken und Gesellschaftsbericlite. 

ft) E. J« Monre und A. Brindel (Bordeaux), landblicll der lalS-, Eeklkopf-, 

Ohrea* und laseikrankkoitei. (Saldo pratlqne des maladiei de la gerce, 
da laryaz, dei oreUlea et da aes.) Paris, Octare Dolo. 1908. 

Das vorliegende Buch ist eine anerkennenswerthe Arbeit, in welcher die 
Autoren es verstanden haben, unsere wichtigsten Kenntnisse über die Krankheiten 
des Halses, des Kehlkopfes, der Ohren, der Nase und der Nebenhöhlen zu einem 
didaktischen Zweck zusammenzufassen. Der Umfang des Baches erlaubt 
nicht, die Einzelheiten umständlich zu schildern, besonders, da die Verf. haupt- 
sächlich die Absicht gehabt haben, ein klinisches Werk zu liefern, welches in 
gewisser Weise die Frucht ihrer persönlichen Erfahrung darstellt. Aber Dank der 
Klarheit, der Präoision, der Kunst, mit welcher sie die Hauptsachen hervorzuheben 
wissen, Dank der Originalität, durch welche sie viele Capitel in die Augen 
springen lassen, zeichnet sich dieses Buch durch zahlreiche Verdienste vor den 
meisten gleichartigen Lehrbüchern aus. In Bezug auf die Therapie giebt es vor- 
trefflich den gegenwärtigen Stand der Nasen- und Kehlkopflehre wieder, und 
darum wird es auch mit Interesse und Nutzen von dem praktischen Arzt und den 
Studirenden gelesen werden. Moure und Brindel haben sich mit Ehre der 
Arbeit entledigt, die sie auf sich genommen hatten, und haben alle Hoffnungen 
erfüllt, welche man von iiirer tiefen Gelehrsamkeit, ihrem kritischen Verstände 
und ihrer Tüchtigkeit als Kliniker erwarten konnte. 

Um dem Werke einen klinischen Charakter zu geben, sind jedem Theil des- 
selben einzelne Vorbemerkungen über allgemeine Symptomatologie und besonders 
allgemeine Therapie, a(s auch die verlässlichsten anatomischen Anmerkungen für 
das Verständniss des Textes vorausgeschickt. 

Der erste Theil ist der Krankheitslehre des Pharynx gewidmet. In 
diesem Capitel haben die Autoren ein wenig mehr Klarheit als gewöhnlich in die 
Classification der acuten Erkrankungen des Rachens zu bringen versucht. Sie 
theilen dieselben ein in katarrhalische, pseudomembranöse und ulceröse 
Krankheiten. Dieses Capitel ist uns sehr gut durchdacht erschienen und fasst 
kurz in einer bewunderungswürdigen Weise die gewöhnlich unklaren Kenntnisse, 
welche wir über diesen Gegenstand besitzen, zusammen. 

Ebenso gut ist es den Autoren gelungen, auf etlichen Seiten die Pathologie 
der Tonsillitis und der Peritonsillitis phlegmonosa kurz aber ausreichend zu be- 
handeln ; einige sehr hübsche Figuren, welche dem Texte beigefügt sind, erleich- 
tern diese Studie. 

Gleicher Weise machen wir auf 6 erklärende Figuren aufmerksam, welche 
die Technik derUrano-Staphylorrhaphie betreflTen und welche mehr darüber sagen, 
als^eine lange, ermüdende Beschreibung. 

Der zweite Theil ist dem Kehlkopf gewidmet. Obwohl der grösste Theil 
der Krankheiten dieser Organe nur verhältnissmässig kurz abgehandelt wird — 
wegen der beschränkten Dimensionen des Werkes — giebt es hier doch etliche 
wirklich interessante Capitel über die verschiedenen Formen der Laryngitis, 



— 135 — 

über die traamatischen Erkraiikangen des Kehlkopfes, über die Stenosen und Ver- 
narbangen. 

Der sogenannte „Coup de fouet laryngien", d. h. die Erbreohang des 
Muse, thyro-arytaenoideus, zum ersten Mal durch Moore beschrieben, ist mit 
gewissen Einzelheiten dargestellt und verdient Beachtung. Dagegen sind die Be- 
wegungsstörungen des Larynx dermaassen abgekürzt beschrieben, dass wir be- 
dauern, dass die Autoren diesem sehr wichtigen Theil nicht ein wenig mehr Aus- 
dehnung gegeben haben. 

Der zweite Theil endet mit einem sehr originellen Gapitel über die grosse 
Chirurgie des Larynx und der Trachea. Besonders die Thyreotomie, deren 
Technik durch Moure modificirt worden ist, ist sehr vollkommen dargestellt und 
durch gate Abbildungen illustrirt. 

In dem dritten Theil beschreiben die Verfasser die Krankheiten der 
Nase, der Nebenhöhle und des Nasenrachens. Die Anatomie ist mit ganz spe- 
oieller Sorgfalt behandelt worden und mit Figuren ausgestattet, welche den Lesern 
die Topographie dieser Region ins Gedächtniss rufen. 

Die Autoren unterlassen hier, die zahlreichen Verfahren gegen die meisten 
dieser Krankheiten zu beschreiben, aber sie geben das Verfahren an, welches 
ihre grosse Erfahrung sie hat vorziehen lassen. So sind sie begeisterte An- 
hänger der Behandlung der Ozaena durch Injectionen von Paraffin, deren 
Förderer sie schon anderswo gewesen sind. Jedoch sei es uns erlaubt zu 
sagen, dass wir nicht die Beharrlichkeit begreifen, mit welcher sie immer das in 
der Wärme geschmolzene und bei ungefähr 55^ schmelzbare Paraffin dem kalten 
Paraffin von 45 ^ Schmelzpunkt vorziehen. Die Vortheile unserer Methode springen 
derart in die Augen, dass wir die Ueberzeugung haben, ' dass das ursprüngliche 
Verfahren, das nicht frei von Gefahren ist, bald vollständig aufgegeben sein wird. 

Für die Entfernung der Siebbeingeschwülste empfehlen die Verff. die Sieb- 
beinexstirpation nach dem Moure 'sehen Verfahren, eine ausgezeichnete Operation, 
welche endgültig Bürgerrecht erworben hat. Die Entfernung der Scheidewandvor- 
sprünge wird am besten mit Hülfe des Hobelmeissels ausgeführt, welcher ebenfalls 
von Moure zum ersten Male angewandt und empfohlen wurde. Mit Bezug auf die 
Behandlung der Abweichung der Scheidewand rathen die VerfT. zu einem muco- 
«artilaginösen Reseotions verfahren, welches ihnen besser als die Killian'sche 
Methode erschienen ist. 

Die Pathologie der Nebenhöhlen bildet ebenfalls ein Gapitel, das man mit 
Nutzen um Rath fragen wird. Im Falle von Eiterungen der Highmorshöhle, welche 
nicht durch wiederholte Waschungen durch die natürliche oder künstliche OefT- 
nnng heilen können, rathen sie die Operation nach Glaou6 oder die mehr radi- 
cale Galdwell-Luc'sche Methode an. Die Ogston-Luc'sche Methode hat 
ihnen in der Mehrzahl der Fälle von Stirnhöhlenempyem gute Resultate gegeben. 
Verfahren, wie das Killian'sche und Kuhn t 'sehe, dürfen nur Ausnahmever- 
fahren sein, die nur dann indicirt sind, wenn die Ogs ton -Luc 'sehe Methode ver- 
sagt. Im Fall von complioirter Stirnhöhleneiterung mit Siebbeineiterung ist ihnen 
die Siebbeinentfernung als das auserlesene Verfahren erschienen. 



— 136 — 

Ausgezeichnet behandelt, reich an Gedanken nfld praktischen Winken, findet 
dieses werth volle Lehrbuch allerorten eine günstige Aufnahme und ist bestens zu 
empfehlen. Broeckaert. 



b) üffenorde« Die Erkrankiuigeii iei Siebbeiu. Jena, 1907. 
Verf. beginnt die Einleitung seines Buches mit der Bemerkung, dass die 
Rhinologie die Würdigung, die man ihr neuerdings angedeihen lässt, dem grossen 
Fortschritt verdankt, den die Erkenntniss und die Therapie der Erkrankung der 
Nasennebenhöhlen in der jüngsten Zeit gemacht hat. 

Dieses Wort hat gewiss seine Berechtigung. Weshalb sollte nicht auch hier 
wie überall die Vertiefung unserer Erkenntniss und die Erweiterung unseres 
Könnens gebührende Anerkennung finden? Aber es scheint fast, als ob auch bei 
dieser Gelegenheit von mancher Seite auf das Können * mehr Nachdruck gelegt 
wird als auf das Erkennen, und das bedeutet gerade für unsere Disciplin eine 
ernste Gefahr. Weiss doch ein Jeder, welchen Schaden eine allzu energische ope- 
rative Bethätigung schon oft in den grossen chirurgischen Disciplinen, in der all- 
gemeinen Chirurgie und Gynäkologie angerichtet hat, und hier fehlt es doch wahr- 
lich auch bei strengster Indicationsstellung nicht an Raum und Gelegenheit zu 
grossen und grössten Eingriffen. Wieviel gefahrlicher dürfte es sein, wenn dieser 
Furor operativus mit seinen dehnbaren Jndicationen sich auf ein Gebiet wirft, 
das, wie das unsrige, nur selten zu einer grosszügigen chirurgischen Bethätigung 
Gelegenheit bietet. Unser Verfasser hat diese Klippe an den geföhrlichsten 
Punkten mit Glück und Geschick vermieden, hin und wieder aber scheint er mir 
doch über das Maass des Nothwendigen und Wünsohenwerthen hinaus zu gehen. 

Die Uffenorde'sche Monographie wendet sich an specialistisch vorge- 
bildete Aerzte. Dementsprechend setzt er seinen Kapiteln über die Anatomie, über 
die Physiologie und die Entwicklungsgeschichte! des Siebbeins die Bekanntschaft 
der grundlegenden Daten voraus. Bei Besprechung der einzelnen Punkte aber 
vermeidet er immer geschickt eine allzu eingehende Detaillirung; er giebt 
nie mehr, als die auf rein practische Tendenzen gerichtete Arbeit seines Buches 
erfordert. 

Der klinische Theil beginnt mit einer kritischen Darstellung der Discussion 
über die Entstehung der Nasenpolypen. Der Verf. steht in dieser Frage, die mit 
musterhafter Klarheit behandelt wird, ganz und gar auf Seite von Hajek und 
Zuckerkand 1. Woakes' Auffassung, die primäre Knochenerkrankung, wird mit 
aller Energie zurückgewiesen, ebenso die Schlussfolgerungen von Grünwald, 
Cholewa und Cordes, soweit sie von denen Hajek 's abweichen. 

Während Grünwald seiner Zeit dafür plädirte, dass Polypen bildung fast 
ausnahmslos auf irgend eine Herderkrankung zurückzuführen sei, steht Verf. auf 
dem Standpunkt, dass die Schleimhaut darch das eitrige Secret bei Nebenhöhlen- 
erkrankungen ganz und gar nicht zur Hyperplasie und Polypenbildung, sondern 
zur Atrophie geführt werde. Dort, wo Empyeme der Nebenhöhlen mit Polypen zu- 
sammen gefunden werden, dürfte nach U.'s Auffassung das Empyem das Secun- 
däre sein. Deshalb empfiehlt Verf. die hyperplastische Form der chronisch 



— 137 — 

entzündlichen Siebbeinerkrankung, trotz eventneller Uebergangsformen principiell 
von der eitrigen Form zu trennen. 

Die Auseinandersetzungen des Verf. über diese Frage sind zweifellos von 
grossem Interesse, weichen sie doch von den bisherigen Anschauungen nicht un- 
wesentlich ab. Wir geben gern zu, dass die Schleimhaut der Nase bei chronisch 
eitrigen Nebenhöhlenerkrankungen vielfach eine ausgesprochene Atrophie zeigt. 
Aber häufig genug sieht man doch neben dieser ausgesprochenen Atrophie der 
unteren Muschel eine ebenso unzweifelhafte Hyperplasie der mittleren Muschel, 
des öfteren auch einen einzelnen oder mehrere Polypen gerade an der Stelle, die 
von dem eitrigen Secret am meisten irritirt wird. Ref. hat bei solchem Befunde 
kaum jemals den Eindruck gehabt, dass die Polypen das Primäre, die Eiterung 
das Secundäre seien. Uebrigens kann man doch auch bei ganz acuten Processen 
gelegentlich beobachten, dass bei einer Herdeiterung die umgebende Schleimhaut 
zn hyperplastischer Production angeregt wird. 

Die Indicationen, die Cordes für die Abtragung der mittleren Muschel auf- 
gestellt hat, erscheinen Verf. „als viel zu weit gestellt." Dieselbe frische Be- 
stimmtheit zeigt später die Abhandlung über das Verhältniss der Ozaena zu den 
Nebenhöhlenerkranknngen ; die Entscheidung Uff enorde's fällt, wie nicht an- 
ders zu erwarten war, für Hajek-Zuckerkandl gegen Grünwald. Bemerkens- 
werth ist noch, dass Verf. die Ozaena des öfteren mit adenoiden Vegetationen 
combinirt gesehen hat, während doch von anderer Seite behauptet wird, dass 
Ozaena und adenoide Vegetation sich gegenseitig ausschli essen. Die Warnung vor 
operativen Eingrififen bei Ozaena kann nur aufs Wärmste unterstützt werden. 

Das Wesentlichste an dem ganzen Werkchen ist aber das Kapitel über die 
Therapie. Hier giebt der Verf. eine Art von Glaubensbekenntniss, „er ist sich be- 
wusst, einen zum Theil bislang nicht geübten radicalen Standpunkt zu vertreten", 

^da hier jede conservative Methode fruchtlos, ja schädlich ist". Hier ist 

meines Erachtens der Punkt, wo der Autor der Gefahr, welche der Drang nach 
einer operatizen Bethätigung mit sich führt, erlegen ist. Nach meinen Erfahrungen 
wenigstens, die ich, ohne operationsscheu zu sein, in einer mehr als 20jährigen 
Bethätigung an einem wenigstens ebenso grossen Material gesammelt habe, kommt 
man mit weniger radicalen Eingriffen vielfach zu demselben Resultat. 

U. empfiehlt bei Ethmoid. hyporpl. aus prophylactischen Gründen radical 
zu operiren, um den üblen Folgezuständen von Seiten der Lungen und des Herzens 
vorzubeugen. Als solche Folgezustände werden angegeben: andauernder chroni- 
scher Bronchialkatarrh, eventuell mit Emphysem, Bronchieotasien,Dilatatio cordis, 
Asthma, Magenstörungen, Neigungen zu Influenza, Pneumonie u. s. w. — Ist auch 
von vorneherein zuzugeben, dass all' diese Affectionen hie und da einmal als 
Folgeerscheinungen der Ethmoid. hyperpl. auftreten können, ist auch weiter zu- 
zugeben, dass bei jeder chronischen Bronchitis eine Nasenuntersucbung noth- 
wendig ist, so muss ich doch hervorheben, dass ich bei meinem Krankenmaterial 
auch nicht annähernd soviel schwere Complicationen gesehen habe, wie U. an- 
giebt (unter öOFällen I6mal Bronchitis und 12mal Bronchialasthma). Ich glaube, 
dass man ^dem armen Wesen, welches immer mehr und unaufhaltsam an den 
Folgen der Nasennebenhöhlenaffection in den Lungen mit Herzveränderungen hin- 

Jahrg. XXIV. jq 



— 138 — 

dieoht^, in der Praxis nicht allzu oft begegnen wird. Und wenn U. sein radicales 
Vorgehen noch auf „die besonders schweren Fälle^' beschränken würde, dann 
liesse sich vielleicht noch eine Einigung erzielen. Aber wenn er auch bei einem 
solitaren Polypen, der aus dem Infundibulum kommt, dazu räth, diesen nicht ein- 
fach mit der Schlinge zu evolviren, sondern mit einer Stanze erst den Proc. un- 
cinat, dann die vordere Begrenzung der Stirnbucht, event. auch noch die Bulla 
ethmoid. zu entfernen und die benachbarten Zellen zu eröffnen, um zu sehen, ob 
diese gesund sind -- dann muss ich sagen, dass mir hier die Prophylaxe über 
das Ziel hinauszuschiessen scheint. Ich wenigstens würde, wenn ich einen soli- 
taren Polypen in der Nase hätte, mich mit der einfachen Schlingenextraction be- 
gnügen, selbst auf die Gefahr hin, dass diese nach 2 Jahren noch einmal wieder- 
holt werden muss. Von den zwei Uebeln, unter denen man in dieser Situation zu 
wählen hat, scheint mir das bisher übliche Verfahren das bei Weitem kleinere zu 
sein. Ausserdem glaube ich, dass die Gefahr eines Kecidives, besonders bei soli- 
tiuren Polypen, doch nicht gar so gross ist, wie U. annimmt. Nach seiner Schil- 
derung macht es fast den Eindruck, als ob es selbstverständlich sei, dass jeder 
Polyp nach der einfachen Schlingenextraction wiederwächst und das entspricht 
doch durchaus nicht den Thatsachen. Andrerseits bietet doch auch die Uffen- 
orde'sche Methode, so radical sie ist, absolut keine sichere Garantie gegen die 
Wiederkehr der Polypen. 

Auch gegenüber der Therapie der eitrigen Ethmoiditis habe ich einige Ein- 
wendungen zu machen. So betont U. immer und immer wieder, dass er bei allen 
Fällen von Polypenbildung mit eitrig schleimigem Secret principiell die Kiefer- 
höhle punktire. Ich halte diesen Standpunkt nicht für richtig. Die Er- 
fahrung hat gezeigt, dass auch Meistern des Faches bei der Function der Kiefer- 
höhle unangenehme Ueberraschungen nicht erspart bleiben; es ist also dieser 
Eingriff durchaus nicht so ganz belanglos, wie er gewöhnlich geschildert wird. 
Aber selbst wenn er das wäre, würde ich den „prinoipiellen^ Standpunkt Uffen- 
orde's ablehnen müssen. Die relative Harmlosigkeit eines operativen Eingriffes 
genügt nicht zu seiner Rechtfertigung. Nicht die Möglichkeit, sondern erst 
die durch anderweitige, harmlosere diagnostische Anzeichen erhärtete Wahr- 
scheinlichkeit einer Kieferhöh lenerkrankung betrachte ich als eine genügende 
Indication für ihre Function. 

Bei der Therapie des Kieferhöhlenempyems vermisse ich die Erwähnung der 
breiten Eröffnung des Antr. Highmori vom unteren Nasengang aus, die mir seit 
ßiniger Zeit gute Erfolge verschafft hat in Fällen, bei denen ich früher sicher nur 
von einer Radicaloperation Heilung erwartet hätte. U. scheint die Ausspülung 
der eröffneten Kieferhöhle der Trocken behandlung vorzuziehen. Interessant wäre 
es auch gewesen, wenn uns der Verfasser noch mitgetheilt hätte, welchen 
diagnostischen Werth er der Röntgenphotographie bei Erkrankungen der Neben- 
höhlen zumisst. 

Habe ich somit in einigen Punkten eine andere Auffassung gewonnen, als 
Uffe norde, so stimme ich ihm mit um so grösserer Genugthnung in dem alier- 
wesentlichsten Punkte bei: Gerade so wie er, bin ich der Ansicht, dass man in 
den allermeisten Fällen mit endonasalen Eingriffen auskommen wird. Allerdings 



— 189 — 

wird man hier nioht immer aaf eine volle anatomische Heilang rechnen können, 
aber in den allermeisten Fällen wird man die Beschwerden des Patienten ganz 
oder fast ganz beheben und die Gefahren bedrohlicher Complicationen ausschalten 
können. Nur für wirklich sehr ernste und schwere Erkrankungen reservire man 
die extranasalen Methoden, für die ich die Indication allerdings auch noch etwas 
enger stellen möchte als es U. thut. Aber nachdem ich gelesen habe, wie richtig 
U. den Ernst und die Schwere dieser Operationen beurtheilt, die durchaus nicht, 
wie das von mancher Seite geschieht, als harmlose, kleine Eingriffe hingestellt 
werden dürfen, nachdem ich gelesen habe, dass U. ebenso wie ich selbst die 
Radical Operation durchaus nicht als gleichbedeutend mit der Radicalh eilung 
betrachtet — hoffe ich, dass sich unsere Ansichten in der hoffentlich recht bald 
erscheinenden zweiten Auflage noch mehr genähert haben werden. 

Die Capitel über die syphilitischen und tuberculösen Erkrankungen des Sieb- 
beins und über die Tumoren in dieser Gegend geben ein klares und übersicht- 
liches Bild von der einschlägigen Materie. 

Ich habe den Herrn Herausgeber dieses Centralblattes ausdrücklich gebeten, 
die Drucklegung dieser eingehenden, in Form und Inhalt vielleicht von dem sonst 
üblichen Schema etwas abweichenden Besprechung ausnahmsweise zu gestatten, 
weil ich die Uffenorde'sche Arbeit trotz meiner in manchen Punkten ab- 
weichenden Ansicht sehr hoch einschätze, und weil uns Klarkeit auf diesem Ge- 
biete dringend noth thut; die Behandlung der Nebenhöhlen fragen ist eine Klippe, 
wie unsere Disciplin solche in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon des Oefteren 
gehabt hat; wir können sie geschickt umgehen, und es wird unser Ansehen 
mehren, wir können aber auch daran scheitern und unseren guten Namen schworen 
Schaden zufügen! — Darum empfehle ich das Uffenorde'sche Buch dringend 
der Aufmerksamkeit der Herren Gollegen: Tua res agitur! 

A. Kuttner (Berlin). 



e) Joim Jobnston Kyle« i manul of diseases ef the ear, nese ani threat. 

IL Edition. Blabiston Sod & Co. Philadelphia. 

Die Thatsache, dass innerhalb eines Zeitraums von anderthalb Jahren bereites 
die zweite Auflage dieses Buches nöthig wurde, spricht dafür, dass es einem Be- 
dürfnisse entspricht. Einer der Hauptfehler in der ersten Auflage war die con- 
stante Verstümmelung der Eigennamen. Diesem Fehler ist, freilich noch nicht 
vollständig, im vorliegenden Buche abgeholfen worden. Ausgezeichnet ist die 
Eintheilung des Buches in Unterabschnitte; ein Drittel ist den Ohrenkrankheiten 
gewidmet. 

Energisch möchten wir gegen die Anwendung der Localanästhesie bei der 
Entfernung der adenoiden Vegetationen protestiren. Ref. räth, vor der Operation 
eine 10— 20proc. Lösung von Cocain mit einer Iprom. Adrenalinlösung in den 
Nasenrachenraum zu appliciren. Wir sind auf einen Todesfall in Folge Cocain- 
vergiftung aufmerksam gemacht worden, der neulich bei einer solchen Gelegen- 
heit sich im Sprechzimmer eines Arztos ereignet hat. Auch können wir uns nicht 
mit der Anwendung von Trichloressigsäure bei der als Angina Vincenti bekannten 

10* 



— HO — 

Affection einverstanden erkl&ren und wir vermissen die Erwähnung der localen 
Jodbehandlang bei dieser Krankheit. 

Im Ganzen ist das Bnoh sehr za empfehlen. Der Druck ist gut, die 
Illustrationen trefflich ausgeführt und das Format sehr handlich. 

Emil Meyer. 



d) Pariser larjngologisehe OeaelUehafl. 

Sitzung vom 11. Januar 1907. 
Vorsitzender: Gall6. 
Paul Laurens: Ueber einen Fall von spastischer Coryza mit 
Pollantin behandelt. 

In einem Fall von spastischer Coryza, die jeder Behandlung widerstanden 
hatte, konnte Verf. eine Heilung mit intranasalen Insufflationen von Pollantin- 
pulver erzielen. 

Parquier: Ueber einen Fall von Myopathia facio-scapulo-hume- 
ralis mit vorherrschenden Nasensymptomen. 

Beobachtung eines 29jährigen Mannes, der seit 9 Jahren an Myopathieen 
des Gesichts, Schulter und Arm leidet. Ein Hauptsymptom ist die Abplattung der 
Nasenflügel gegen das Septum, wodurch eine völlige Verlegung der Nasenlöcher 
bewirkt wird. Es besteht Atrophie der Nasenschleimhaut und der Muscheln. Pat. 
athmet durch den Mund. 

Sitzung vom 17. Februar 1907. 

Castex: Kran ken Vorstellungen : 1. Tumor des Rachens und des Ca- 
vums, diffuses Gummi. 

2. Epitheliom der Zungenbasis bei einer Frau. 

3. Tuberculöse Laryngitis bei einem 13jährigen Mädchen. 

4. Alte nervöse Aphonie mit Atrophie der Stimmbänder. 

5. Vicariirendes Nasenbluten bei einer Frau, bei der seit acht 
Monaten die Menses ausgeblieben sind. 

Luc: Crico-Thyreotomie ohne allgemeine Anästhesie und ohne 
Trachealcanüle wegen eines Larynxepithelioms bei einem 72jähri- 
gen Mann. 

Es wurde unter Scopolamin-Morphium-Narkose und Cocain operirt. 

Monnier: Grosser Schleimpolyp der Nase bei einem 14jährigen 
Patienten mit Zeichen hereditärer Syphilis in der Nase. 

Sitzung vom 12. April 1907. 

Glover: Traumatische Laryngitiden nach Intubation beim Kind 
und Larynxverengerungen. 



— Ul — 

Gaazard: Das Alypin in der Oto-Rhino-Laryngologie. 

C. kommt nach seinen Erfahrungen mit dem Alypin zn demselben Urtheil 
über seine Anwendbarkeit in der Oto-Laryngologie, wie die anderen Autoren, die 
darüber publioirt haben. 

Paul Laurens: Neue Befestigung der Lampen an dem Clar'schen 
Spiegel. A. Cartez. 



e) Oto-larynfologische Oesellseliaft in Stockholm. Arbeitsjahr 1907*). 
Der Vorsitzende wird für jede Sitzung gewählt. 
Schriftführer: Gunnar Holmgren. 

Sitzung Yom 17. Januar 1907. 
Lagerlöf demonstrirteinen Fall von chronischem Oberkieferhöhlen- 
Empyem und einen von chronischem Stirnhöhlen-Empyem, beide mit 
gutem Erfolge operirt, der erste nach Denoker, der zweite nach Kill i an. 

Strömberg berichtet über einen Fall von Kehlkopfkrebs bei einem 
62 jährigen Manne, der voriges Jahr (November) durch Laryngofissur operirt war. 
Zu dieser Zeit war kein Recidiv zu sehen. Nach späteren Mittheilungen konnte 
man doch Mitte Februar 1907 solches constatiren; Ende dieses Monats erlag der 
Patient einer Pneumonie, die einer zweiten Operation (Totalexstirpation) folgte. 
Stangenberg berichtet über 2 Fälle von Cancer laryngis. 

Sitzung vom 21. Februar 1907. 

G. Holmgren stellt einen Fall von multiplen Gummata in der Nase, 
im Pharynx und harten Gaumen vor. 

Flodgoist stellt einen Fall von mikroskopisch und klinisch dia- 
gnosticirtem Kehlkopfkrebs bei einem 33jährigen Manne vor, der mit halb- 
seitiger Larynxexstirpation operirt war; der Patient lebt noch (Januar 1908) re- 
cidivfrei. 

Sitzung vom 21. März 1907. 

G. Holmgren zeigt einen Fall von congenitalem Defect in der Nase 
und im weichen Gaumen vor. 

Sitzung vom 18. April 1907. 

Stangenberg zeigt einen Fall von inoperablem Cancer der rechten 
Oberkiefer höhle bei einem 28 jährigen Manne. Die klinische Diagnose war 
mikroskopisch bestätigt. 

Ek berichtet über einen Fall von Kiefercyste. 

Sitzung vom 16. Mai 1907. 
Arnoldsson stellte einige Fälle von chronischem Kieferhöhlen- 
empyem vor, die endonasal mit gutem Erfolg operirt waren. 



*) In diesem Bericht werden nur solche Vorträge aufgenommen, die rhino- 
laryngologisches Interesse haben. 



— U2 — 

Lagerlöf demonstrirte einen Fall von ulcerösem doppelseitigem 
combinirtemj Nebenhöhlenempyem, das nach Killian und Luc-Cald- 
well operirt war. 

6. Holmgren zeigte einen Fall von Nar^benstenose im Nasopharynx, 
wahrscheinlich auf Lupus basirend, der schon vor 20 Jahren diagnosticirt, jetzt 
aber vollständig geheilt ist. 

Sitzung vom 19. September 1907. 
Arnoldsson stellte einen Fall von pyogener Gysta mediana colli 
mit persistirendem Ductus thyreo-glossus, einen Fall von Ankylosisdes lin- 
ken Crico-arytaenoidgelenkes mit unsicherer Aetiologie und einen Fall von 
Lues cerebri, complicirt mit Larynxsymptomen (Pachydermie und doppelseitige 
Posticuslähmung) vor. 

Sitzung vom 24. Ootober 1907. 

Flodgoist zeigte a) einen Fall von chronischer Oberkieferhöhlen- 
eiterung, der durch den unteren Nasengang mit gutem Erfolge operirt war; 
b) einen Fall von multiplen Papeln im Larynx. 

Stangenberg demonstrirte ein Präparat von gummöser Infiltration 
des linken Taschenbandes. 

Holmgren berichtete über 10 Fälle von Angina ulcero-membrana- 
cea. Der Vortrag ist in Hygiea publicirt. 

Arnoldssen demonstrirte einen Fall von naso-pharyngealem Tumor 
mit Abducensparese und Reizung des Oculomotorius. 

E. Stangenberg. 

f ) AMeriean Laryngolof feal ABBodatton. 

28. Jahresversammlung 31. Juni 1906 in Niagara Falls. 
Vorsitzender: Joseph H. Gleitsmann. 
Henry L. Swain (New Haven): Wie weit sind Abnormitäten der 
Nasenscheidewand an mangelhafter Function der Nase schuld? 

Verf. wendet sich gegen die Neigung, für einen chronischen Katarrh eine 
eventuell bestehende kleine Leiste am Septum verantwortlich zu machen ; er sieht 
ein Hauptmoment für das Znstandekommen solcher Katarrhe in den Schädlich- 
keiten des modernen Lebens (trockene Hitze etc.), auf deren Abstellung man be- 
dacht sein müsse. 

Charles W. Richardson: Einige Beobachtungen über nicht-trau- 
matische Septumperforationen. 

Verf. meint, dass spontane Septumperforationen besonders bei solchen Indi- 
viduen vorkommen, die zur Tuberculose neigen und bei denen die Gewebe infolge 
gestörter Ernährung besonders leicht destruirt werden. Unter 15 Fällen befanden 
sich 11, in denen entweder directe physikalische Anzeichen für Tuberculose vor- 
lagen oder eine sichere hereditäre Belastung bestand. 



— 143 — 

Cornelius G. Coakley (New York): Nasale Skiagraphie. 

Demonstration von Röntgenbildern, die Erkrankungen oder Anomalien der 
Nebenhöhlen zeigen. G. ist der Ansicht, dass in manchen Pällen diese Unter- 
sacbungsmethode werthvollen Aafschluss giebt über Grösse, Gestalt und Zustand 
der Höhle and auch über die Beschaffenheit der aaskleidenden Schleimhaut. 

Bryson Delavan (New York): Die letzten Resultate der Radical- 
loperation der Nebenhöhlen. 

In Anbetracht des Umstandes, dass eine grosse Anzahl von Fällen auch 
durch die radicalen Operationsmethoden nicht geheilt werden können, legt Verf. 
das Hauptgewicht darauf, dass die Practiker den acuten Fällen die grösste Auf- 
merksamkeit zuwenden and so das Chronisch werden der Empyeme nach Möglich- 
keit verhindern. Er schliesst seine Ausführungen mit der Bemerkung, dass ^ver- 
nünftiger Conservatismus und langdauemde Beobachtung jedes Falles unerläss- 
liehe Factoren sind". 

Price Brown (Toronto): Eine neue Operation für extreme Fälle 
von Septumverbiegung, nebst Vorstellung eines erfolgreichen Re- 
sultates. 

B. kann die Vorzüge, die der submucösen Resection nachgerühmt werden, 
nicht durchaus anerkennen und plaidirt dafür, die Substanz des Septums zu er- 
halten; er schlägt vor, die beiden Incisionen durch eine dritte zu verbinden, die 
im rechten Winkel zu ihnen steht. Er bezeichnet die Operation als H-Operation. 

Emil Mayer meint, die Brow n'sche Operation sei eine doppelte Asch 'sehe 
Operation. Er hält die submuoöse Operation für die beste. Bei sehr jungen 
Kindern hat er damit keine befriedigenden Resultate erzielt; auch war, wenn 
man an Beseitigung der knöchernen Theile käme, die Localanästhesie nicht hin- 
reichend. • 

Otto T. Free r ist ein Anhänger der submucösen Resection. Auch bei 
kleinen Kindern hat sie sich ihm bewährt, auch unter Localanästhesie. Mit dem 
Resultat bei Brown 's Patienten ist er nicht zufrieden. 

0. F. Th eisen wendet bei Kindern unter 15 Jahren allgemeine Narkose an. 
Bei Deviationen, die auf das knorpelige Septum sich beschränken, war das 
Asch 'sehe Verfahren gut, bei Mitbetheiligung des Knochens giebt die submucöse 
Resection bessere Resultate. 

John 0. Roe (Rochester): Die Ethmoturbinalzellen vom klinischen 
Standpunkt betrachtet. 

R. giebt eine Uebersicht über die durch Knoohenauftreibungen der mittleren 
Muschel hervorgerufenen Symptome und die Behandlung dieser Affection. 

Frederic E. Hopkins: Frontonasale Encephalocele. 

Bei einem 11 Monate alten Kinde bestand eine Schwellung über dem rechten 
Nasenbein, die als congenitale Cyste betrachtet wurde. H. fand in der rechten 
Nasenhöhle eine an der äusseren Wand nahe dem hinteren Ende der unteren 
Muschel aufsitzende Geschwulst, die mit der kalten Schlinge entfernt wurde. Jetzt 



— 144 — 

entdeckte man einen kugeligen Tamor in der Höhe der mittleren Mnschel von 
glatter Oberfläche, grauer Farbe und halbdurchscheinend. Druck auf die Schwel- 
lung in der Nase verursacht eine Zunahme der Schwellung aussen über dem Nasen- 
bein. Es wurde die Diagnose auf Hernia cerebralis gestellt. Aus der Nase tropfte 
Cerebrospinalflüssigkeit, ungefähr 4 Tropfen in der Minute. Nach 2 Wochen starb 
das Kind an Meningitis. Von Seiten der anatomischen Pathologen wurde das ent- 
fernte Stück für einen Theil der Meningen erklärt. 

James E. Newcomb (New York): Erkrankungen der Trachea. 

N. spricht über Anomalien, Blutungen, Entzündungen und Infectionen. Er 
erwähnt Perichondritis bei Typhus, Tuberculose oder Syphilis, femer Dermatosen, 
wie Erythema nodosum, Herpes, Impetigo herpetiformis, Erythema multiforme, 
Liehen ruber und angioneurotisches Oedem. Er bespricht ferner die Ozaena 
traohealis, Trachealhämorrhagien infolge Influenza, die Tuberculose der Traohea, 
die in einigen Fällen primär beobachtet worden ist, die syphilitischen Verände- 
rungen in der Trachea und die tracheoskopische Diagnose derselben. 

Clement F. Theisen (Albany): Trachealtumoren. 

Es existiren Mittheilungen über 135 Fälle, von diesen betreffen 89 gutartige 
und 46 bösartige Tumoren. Unter ersteren werden erwähnt Fibrome, Lipome, 
Papillome, Ecchondrome und Chondroosteome, Adenome, intratracheale Strumen 
und Lymphome; unter den bösartigen Sarkome und Carcinome. Von den intra- 
trachealen Strumen wurden bisher 10 berichtet. Die Papillome kamen meist bei 
Kindern vor und waren zweifellos angeboren, das Lipom der Trachea wird nur 
einmal erwähnt, das Fibrom, dagegen 24 mal. Die Carcinome kommen am häu- 
figsten in der medullären Form vor, gelegentlich auch als Cylindrom; Sarkome 
konnte Th. 18mal berichtet finden. 

William W. Simpson (New York): Trachealstenosen. 

S. bespricht die Stenosirungen der Trachea von aussen und von innen und 
ihre Symptome, besonders auch den Unterschied im Charakter der Dyspnoe bei 
Stenosen des Larynx und der Traohea, femer die Behandlung mit besonderer Be- 
rücksichtigung der verschiedenen Dilatationsmethoden. 

A. Coolidge (Boston): Fremdkörper und Tracheoskopie. 

Kedner giebt einen Ueberblick über die Geschichte der Tracheoskopie und 
Bronchoskopie, demonstrirt einige Modificationen des Instrumentariums, die sich 
ihm nützlich erwiesen haben und berichtet über drei Fälle von Fremdkörpern, in 
denen ihm die Extraction glücklich gelang. 

Emil Mayer verfügt über fünf persönliche Erfahrungen von Broncho- 
skopie. In einem handelte es sich um einen Melonenkern bei einem 10 Monate 
alten Kinde. 

Thomas J. Harris (New York): Larynxfibrom bei einem 5 Jahre 
alten Kinde; Recidiv in Form eines Papilloms; Laryngofissur; 
Heilung. 

Die Anfangsgesohichte des Falles ist der Gesellschaft bereits vor einem Jahre 



— 145 — 

mitgetkeilt worden. Sechs Monate, nachdem das Kind geheilt schien, trat wieder 
Stenose auf; man hielt die Ursache zuerst für Granulome; das Mikroskop zeigte, 
dass es sich um Papillome handelte. Es wurde dann eine Tuhe 6 Monate lang 
getragen; der Larynx ist seitdem frei. 

Hudson Makuen (Philadelphia): Hysterische Stummheit. 
. Ein 22 jähriger Mann erhielt einen Schlag gegen die Nase und das rechte 
Auge; er blieb einige Stunden bewusstlos, ohne jedoch ernstlich verletzt zu sein. 
Dagegen hatte er das Sprachvermögen gänzlich verloren. Als M. ihn zuerst sah, 
bestand ausgesprochene Anästhesie des Larynx. Die Stimmbänder klafften bei der 
Phonation und Patient schien die Fähigkeit, zu phoniren, vollkommen eingebüsst 
zu haben. Mehrwöchentliche Hebungen hatten nur vorübergehend den Erfolg, 
dass Patient ein paar kurze Worte hauchen konnte. Es bestand ein „physiologi- 
scher Defect^ im Sprachcentrum. Im vierten Krankheitsmonat hatte Patient zwei 
hysterische Anfalle ; in einem, der bei Nacht auftrat, stiess er in bewusstlosem 
Zustand nach 15 Monate langem Schweigen die ersten Worte aus. Mit der Zeit 
macht der Zustand Fortschritte zur Besserung. 

A. B. Thrasher (Cincinnati) : Kehlkopfpapillom infolge Inhalation 
feuriger Dämpfe. 

Patient hatte vor 2 Monaten bei einer Gasexplosion eine schwere Entzün- 
dung der oberen Luftwege erlitten, von der er nur langsam genas; er wurde 
allmählich aphonisch. Man sah bei der Untersuchung im Larynx, der im Ganzen 
gerdthet war, multiple Papillome. Dieselben wurden in mehreren Sitzungen ent- 
fernt. Th. verwerthet den Fall zu Gunsten einer Theorie vom entzündlichen Ur- 
sprung der Papillome. 

Emil Mayer (New York): Sklerom des Kehlkopfs. 

M. berichtet über einen Fall seiner Beobachtung, ein 16 jähriges Mädchen 
aus Russisch-Polen betreffend. Sie behauptete, vor 3 Jahren bei der Ueberfahrt 
nach Amerika sich erkältet zu haben und seitdem heiser zu sein. Die Heiserkeit 
blieb constant. Es wurden massenhaft Borken ausgehustet und es bestand Dys- 
pnoe. Von pathologisch-anatomischer Seite wurde die Diagnose auf Sklerom ge- 
stellt. M. betont, dass trotz des befriedigenden Allgemeinbefindens die Prognose 
schlecht ist. Da es sich um eine unheilbare und bis zu gewissem Grade con- 
tagiöse Erkrankung handelt, müssten nach Ansicht des Redners die Behörden ihre 
Aufmerksamkeit auf die Affpction richten und die Quarantäne-Beamten Patienten 
mit Larynxsklerom die Landung nicht erlauben. 

John M. IngersoU (Cleveland): Zwei Fälle von im Kehlkopf ein- 
gekeilten Knochen. 

Fall I. Mann mit progressiver inspiratorischer Dyspnoe, die Tracheotomie 
erfordert. Untersuchung am folgenden Tage zeigte völlige Abductorlähmung; ein 
Einblick in die Regio subglottica unmöglich. Oberhalb der Stimmlippen bestand 
Entzündupg des Organs und zwei Ulcerationen. Jodkali blieb ohne jeden Effect. 
Einen Monat später Exitus infolge septischer Pneumonie. Autopsie zeigte ausser 



— 146 — 

den septischen Veränderungen einen Knochen von annähernd dreieckiger Form in 
einer Höhle der Hinterwand des Larjrnx, in die ein ungefähr 2 cm im Durch- 
messer messendes Geschwür führte. Die Anamnese hatte nichts für die Aspiration 
eines Fremdkörpers ergeben. 

Fall U. Auch in diesem Fall wurde wegen Dyspnoe die Tracheotomie ge- 
macht; man sieht nichts weiter, als unterhalb der Stimmlippen eine graurothe 
Fläche. Schliesslich wurde die Laryngofissur gemacht und man fand efnen 
Knochen eingekeilt auf der rechten Seite der Trachea, dicht unter dem Larynx. 
Heilung. Auch in diesem Fall fehlte jede positive Anamnese. 

J. E. Rhodos (Chicago): Sarkom des Nasenraohens; Behandlung 
mittels Adrenalininjectionen. 

22jährige Frau; im Nasenrachen bestand eine Geschwulst, die vollkommen 
die Ghoanen verlegte und grosse Schmerzen verursachte, profuse Absonderung 
und alle Symptome einer chronischen Sepsis. Das Mikroskop ergab, dass es sioh 
um ein Spindelzellensarkom handelte. Da eine Operation aussichtslos schien, so 
entschloss sich R., Adrenalin mittels einer langen Nadel durch die Nase hindurch 
in die Geschwulst zu injiciren. Die Symptome liessen bei dieser Behandlung er- 
heblich nach, doch starb Patient nach 2 Monaten an Erschöpfung. Vorsicht ist 
bei längerem Adrenalingebrauch insofern geboten, als danach bisweilen Arterio- 
sklerose auftreten soll. 

Fletcher Ingals hat ausgezeichnete Resultate von Injectionen von Milch- 
säure bei Nasopharyngealsarkomen gehabt. Er beginnt mit 15proc. Lösungen und 
steigt -bis 35proc. 

Otto J. Freer: Die Entfernung der adenoiden Vegetationen durch 
die Nase mittels einer neuen Methode. 

F. verwirft die gewöhnlichen Operationsmethoden und die üblichen Ring- 
messer und Curetten. Er hat eine Zange angegeben, mit der er von der Nase aus 
operirt; sie ist eine Modification der von Ingals zur Entfernung von Knoohen 
aus der Nase angogebonon Zange. Verf. operirt unter Ghloroformnarkose com- 
binirt mit Anästhesie durch lOproc. Cocain. 

William Lincoln (Cleveland): Mundathmung. 

L. geht davon aus, dass viele Kinder auch nach Entfernung der adenoiden 
Vegetationen und hypertrophischen Tonsillen Mundathmer bleiben. Er fuhrt das 
darauf zurück, dass eine solche Umgestaltung des knöofaemen Gesichtsskeletts, 
hauptsächlich des Ober- und Unterkiefers stattgefunden hat, dass die Thätigkeit 
des Rhinologen allein nicht Abhülfe schaffen kann, und kommt zu dem Schlass, 
dass hier der Dentist in Thätigkeit treten und für Wiederherstellung der normalen 
Weite und Gestalt der Kieferbögen sorgen muss. 

J. H. Bryan (Washington): Maligne Erkrankung der Zunge. 

Bericht über zwei Fälle: Fall I: 60 jähriger Mann mit indurirtem Geschwür 
am rechten Rand der Zunge im hinteren Drittel. Diagnose lautete auf Carcinom. 
Butlin in London hatte nach vorhergehender Laryngotomie die ganze rechte 
Zungenhälfte exstirpirt. Nach 7 monatigem Wohlbeßnden zeigte sich eine 



— 147 — 

Schwellung auf der gegenüberliegenden Seite des Halses. Diese wurde entfernt; 
am nächsten Tage Hemiplegie; Exitus infolge Pneumonie 48 Stunden nach der 
Operation. 

Fall II: 70jäbriger Mann mit Geschwulst auf der Zungenbasis und Oedem 
der £piglottis. Auf der linken Halsseite geringe Dräsenschwellung. Die mikro- 
skopische Untersuchung ergab Carcinom. Bei der Operation nach Kocher zeigte 
sich, dass die Geschwulst der Zunge und nicht der Epiglottis aufsass. Acht 
Monate später befindet sich Patient ziemlich wohl, nur ist die Articulation 
schwierig. 

J. L. Goodale (Boston): Untersuchung des Halses bei chronischen 
Allgemein infectionen. 

G. bespricht den Zusammenhang zwischen infeotiöser Arthritis und Tuber- 
culose der lymphatischen Halsorgane. Er berichtet über 10 Fälle, in denen tuber- 
cnlöse Halsdrüsenaffectionen bei gleichzeitigem Befund von Tuberkelbacillen in 
hyperplasirten Tonsillen mit oder ohne sichtbare Veränderungen in diesen be- 
standen und wo nach Entfernung der Tonsillen die Drusenaifectionen nicht ver- 
schwanden und ferner Fälle, wo Cervicaldrüsen nach Entfernung von subacut oder 
chronisch entzündeten Tonsillen verschwanden. G. wendet sich dann der Rolle zu, 
die den Tonsillen als Eingangspforte für den Erreger des Rheumatismus zukommt. 
Er macht auf die Fälle von infectiösem Rheumatismus aufmerksam, bei donen sich 
pathologische Veränderungen an den Tonsillen fanden, die im Allgemeinen oha- 
rakterisirt werden können als Retention von Detritus in den Lacunen mit oder 
ohne Vergrösserung der Tonsillen. 

George B. Wood (Philadelphia): Aetiologie der Hyperkeratose der 
Tonsillen. 

W. wendet sich gegen die Auffassung der Erkrankung «Is eine Leptothrix- 
infection. Es handelt sich vielmehr um eine Hyperkeratose des die Tonsillen- 
krypten auskleidenden Epithels. W. ist der Ansicht, dsss das Kryptenepithel die pri- 
märe Quelle der Lympbocyten darstellt; er betrachtet als Ursache eine Herab- 
setzung der functionellen Activität der Tonsille, während ein Theil des Krypten- 
epithels noch sein physiologisches Wachsthum fortsetzt. 

T. H. Halsted (Syracuse, N. Y.): Mischgeschwulst des weichen 
Gaumens. 

Bericht über den Fall eines 55jährigen Mannes, der über Halsschmerz und 
Heiserkeit klagt. Die linke Tonsille und Umgebung sah aus, wie bei Peritonitis; 
nachdem die Entzündung abgeklungen war, sah man, dass die linke Tonsille 
hochgradig vergrössert war. Am grössten war die Schwellung im weichen Gaumen ; 
sie drängte die hinteren Gaumenbögen nach hinten und verlegte die linke Seite 
des Nasopharynx; der Tumor war hart und höckrig. Es bestanden keine Drüsen- 
sohwellungen. Der Tumor wurde ohne Schwierigkeiten unter Localanästhesie 
entfernt. Nach Verlauf von 11 Monaten kein Recidiv. Die mikroskopische Diagnose 
lautete auf Cylindrom, wahrscheinlich seinem Ursprung nach in Zusammenhang 
mit der Parotis. 



— U8 — 

Thomas Hnbbard (Toledo): Fälle von Sarkom. 

Bericht über zwei Fälle. Fall I betrifft ein gemischt-zelliges Sarkom, das 
sich dicht oberhalb der linken Tonsille entwickelt hatte, unter Sohleich 'scher 
Anästhesie exstirpirt warde nnd nach 10 Monaten nicht recidirirt war. Im Fall II 
war einem dOjährigen Mann die anscheinend hjperplasirte Tonsille entfernt wor- 
den; es traten danach Schwellangen der Halsdrüsen auf, die sich als sarkomatös 
-erwiesen. Patient ging nach 2 Jahren za Grande. 

29. Jahresversammlung Washington 7. bis 9. Mai 1907. 
Vorsitzender: Arthur W. De Roaldes (New Orleans). 

J. W. Gleitsmann: Tuberculose der Nasennebenhöhlen. 

Eine Uebersicht über die in der Literatur erwähnten Fälle. Unter 20 Antrum- 
fällen fand sich 12 mal Tuberculose der Nasenknochen oder des Oberkiefers; in 
8 wurden Tuberkelbacillen in den Absonderungen gefunden. Es finden sich nur 
vier Fälle von Stimhöhlentuberculose und einer von combinirter Siebbein- und 
Keilbeintuberculose. Die chirurgische Behandlung muss radioal sein. 

Coakley (New York) hat den von ihm mitgetheilten Fall nach 2Y2 Jfthren 
wiedergesehen, ohne dass ein Recidiv eingetreten war. 

Gustav Killian (Freiburg) hat einen Fall von multipler Knochen tuberculose 
mit Caries der linken Stirnhöhle gesehen. Nach der Operation trat Recidiv ein. 

Samuel W. Langmaid: Massage des Rachens; Demonstration 
eines für diesen Zweck von einem berühmten Schauspieler gebrauch- 
ten Instruments. 

Das Instrument hatte der verstorbene Edwin Forest benutzt, um eine Art 
Massage der Rachenschleimhaut auszuüben. Es besteht in einem glatten Holzgriff 
mit gebogenen Enden. 

Charles H. Knight: Ein Fall von doppelseitiger Abductorläh- 
mung des Kehlkopfs. 

Die Anamnese ergab eine specifische Erkrankung; nach der Behandlung trat 
gewisse Besserung ein. In Bezug auf die directe Behandlung dieser Aifection hat 
K. nur mit der Intubation und Tracheotomie persönliche Erfahrungen gemacht. 
Die Prognose dieser Fälle ist weniger hoffnungslos, als man allgemein glaubt. 

Cornelius G. Coakley: Entfernung der Kehlkopfpapillome durch 
directe Instrumentation nach Killian. 

Verf. hat sich der Methode in 6 Fällen unter allgemeiner Narkose bedient. 
Man muss die Zunge mit einer Zungenzange fassen und herausziehen. Der Patient 
muss rücklings auf dem Operationstisch liegen, der Kopf über dem Rand des 
Tisches nach unten hängen. Sobald man mit der Tube in den Larjnx gelangt, 
soll die Zunge losgelassen werden. C. hat die Entfernung multipler Geschwülste 
deswegen schwierig gefunden, weil das Gesichtsfeld durch Blut und Schleim ver- 
dunkelt wird. In vier von den sechs Fällen war das Resultat befriedigend. 



— 149 — 

Gustav Killian hat zwei derart behandelte Fälle unter Beobachtung. Ea 
ist in diesen Fällen nothwendig, den Larynx zu oocainisiren ; sonst contrahirt er 
sich bei der Berührung mit den Tuben so, dass nichts zu sehen ist. Bei recidi«. 
Tirenden Fällen soll lange Zeit hindurch Arsen gegeben werden. Jodkali scheint 
Recidiven vorzubeugen. 

Fletcheringals hält die Tracheotomie in allen kleine Kinder betreffendea 
Fällen für das beste, wenn auch seine persönliche Erfahrung zeigt, dass sie ver-. 
mieden werden kann. 

J. Payson Clark (Boston) ist ein Anhänger der Tracheotomie und meint» 
dass die Papillome danoch atrophiren. 

Emil Mayer hält die Stirnlampe für unpraktisch und ist mehr für die An- 
bringung der Lichtquelle am Handgriff, so wie es Killian gerathen hat. 

Francis R. Packard: Ophthalmologische Erscheinungen bei 
latenten Erkrankungen der Nase und ihrer Nebenhöhlen. 

G. berichtet über 9 derartge Fälle. 

J. H. Bryan lässt alle seine Nebenhöhlenfalle durch einen Ophthalmologen, 
untersuchen; er hat Lähmung der Augenmuskeln, Scotom, Gesichtsfeldverengung 
etc. gesehen. 

C. A. La 1 and: Drei Cardinalsymptome von Augenerkrankungen intra- 
nasalen Ursprungs sind zu erwähnen: Astigmatismus, Ciliarreflex und Einengung 
des Farbenfeldes. 

F. C. Cobb: Conjunctivitis kann entstehen in Folge direoter Infection des. 
Auges von der Nase aus ; für den Astigmatismus mangelt es an einer befriedigenden 
Erklärung. Man muss auch das starke neurasthenische Moment, das bei diesen 
Patienten besteht, mit in Rechnung ziehen. 

H. P. Mos her hält Ptosis für ein ziemlich ungewöhnliches Symptom einer 
latenten Stirnhöhlenerkrankung. Er hat es einmal gesehen. Er kommt zu dem 
Schluss, dass die Röntgenuntersuchung viel zur Aufklärung dieser Fälle bei- 
tragen kann. 

John W. Farlow: Spasmus des Oesophagus. 

Bericht über den Fall einer Frau, die an Speiseröhrenspasmen leidet; ein 
Onkel väterlicherseits und ein Bruder haben dieselben Erscheinungen. Die Anfälle 
begannen vor vier Jahren. Pat. wird plötzlich blass, macht einen ängstlichen 
Eindruck und fuhrt ihre Hand zur Brust. Sie klagt über Schmerzen tief im Halse, 
die aber nicht nach dem Arm ausstrahlen. Sie ist im Stande zu sprechen; Puls 
und Athmung sind nicht verändert; sie ist jedoch nicht fähig, so lange der Zu- 
stand andauert, das Geringste zu schlucken. Heisse Application auf den Hals 
brachte Linderung, ohne jedoch den Krampf zum Verschwinden zu bringen. 
Nach 20 Minuten lassen die Schmerzen nach, Pat. fordert den Schleim, der sich 
im Hals angesammelt hatte, heraus und der Anfall ist vorüber. Redner weiss 
keine Ursache für die Affection und erbittet Rathschläge in Bezug auf die 
Therapie. 

H. L. Swain bat einen ähnlichen Fall gesehen. 



— 150 — 

W. £. Casselberry hat in mehreren derartigen Fällen Cocain angewandt. 

L. A. C off in glaubt, dass es sich bisweilen um reflectoriscbe Störungen 
handelt. £in Fall wurde durch Entfernung adenoider Vegetationen geheilt. 

Fletoheringals hat Nutzen von der Einfuhrung dicker Bougies gesehen. 

Gustav Killian meint, dass die Affection oft ihren Grund habe in Magen- 
krankheiten, zu hastigem Essen und mangelhafter Mastication. 

Der Vorsitzende hat Speiseröhrenspasmen bei Tabes gesehen, sowohl in 
späteren Stadien, wie auch im Frühstadium der Krankheit. In einem seiner Fälle 
waren die Spasmen das erste Symptom der Tabes. 

Joseph L. Goodale: Einige Betrachtungen betreffend AUgemein- 
infection durch den Tonsillarring. 

G. hat eine Reihe von Fällen gesehen, die als Illustration für das Eindringen 
des Rheumatismusgifts durch die Tonsillen gelten können. Auch nach Entfernung 
der Gaumentonsillen kann die Infection durch die lymphatischen Gebilde der 
hinteren Rachen wand erfolgen. Hat das Individuum bei seinen früheren Anfallen 
der Allgemeinerkrankung gleichzeitig Symptome seitens des Halses gehabt, so ist 
dies ein Zeichen von grosser Wichtigkeit. 

Casselberry meint, dass die Follikel hinter den hinteren Gaomenbögen an 
manchen Allgemein er krankungen, wie Endoöarditis, Rheumatismus etc. schuld 
seien. Solche Follikel müssen galvanocaustisoh zerstört werden. 

R. C. Myles lenkt die Aufmerksamkeit auf die Cervicaldrüsen und sagt, 
wenn die Tonsillenerkrankung sehr ausgesprochen sei, werden die Drüsen hart; 
je weicher sie würden, desto wahrscheinlicher sei, dass die Infection im Ver- 
sehwinden begriffen sei. Derartig afficirte Tonsillen müssen gründlich exstirpirt 
werden. 

Fr. H. Bosworth (New York) sagt, dass erkrankte Lymphorgane zwar ent- 
fernt werden müssten, hyperplasirte aber nicht. 

Emil Mayer lenkt die Aufmerksamkeit auf einen jüngst erschienenen Auf- 
satz, der Gesichtspunkte aufstellt, die von der Theorie, dass die Tonsillen die 
Eingangspforte für Tuberculose darstellen, ganz verschieden sind. 

Gustav Killian: Demonstration verschiedener neuer Instrumente 
^ur Bronchoskopie und Oesophagoskopie. 

H. F. Mosher zieht es vor, die Beleucfatungsquelle am Ende der Tube zu 
haben. 

Fletcher Ingals findet, dass das Licht am distalen Ende der Tube nicht 
so vortheilhaft ist. 

Emil Mayer meint, das Licht würde, wenn es an dem distalen Ende an- 
gebracht ist, durch Blut und Schleim sehr beeinträchtigt, die Stirnlampe falle 
durch Hitze beschwerlich, am vor th eilhaftesten sei daher, wenn die Lichtquelle an 
dem Handgriff angebracht sei. Uebungen am Cadaver hätten keinen Werth, viel 
nützlicher seien solche am lebenden Hunde, dem man vorher eine Morphiumii^jec- 
tion gemacht habe. 

Killian: Der Durchmesser einer elektrischen Lampe müsse mindestens 3 mm 
betragen. Er hat 116 Fälle von Tracheotomie nach Bronchoskopie erwähnt ge- 



— 151 — 

fanden. In diesen Fällen war die Extraction schwierig gewesen und es war nöthig 
gewesen, die Tabe lange Zeit in sita zu lassen. Persönlich hat er niemals einen 
solchen Fall gehabt. Wenn es nicht möglich war, den Fremdkörper durch den 
Larynx zu entfernen, so musste zur Tracheotomie und auch zur unteren Broncho- 
skopie geschritten werden. 

J. Solis-Cohen: Moderne Maassnahmen zur Exstirpation von 
malignen Geschwülsten des Kehlkopfinnern. 

Die vorausgängige Tracheotomie ist nicht erforderlich, ausser wenn eine 
strenge Indication für das Tragen einer Tube nach der Operation besteht. Redner 
macht eine gewöhnliche Tracheotomie und incidirt dann die Haut so, dass der 
Larynx frei gelegt wird und eine breite Hautbrücke oberhalb der Canüle bleibt. 
Dadurch wird die Ausdehnung der äusseren Wunde erheblich verringert und die 
Vereinigung begünstigt. Es werden keine Nähte angelegt, sondern die Theile 
durch Pflaster aneinandergezogen. Die postoperative Behandlung ist sehr wichtig; 
ein geschicker Assistent sollte für die ersten 24 Stunden zur Hand sein. G. exci- 
dirt die Geschwulst en masse nebst dem Stück Perichondrium, über dem sie 
aufsitzt. 

Fletcher Ingals: Entfernung eines Larynxcarcinoms per vias 
naturales vor einem Jahre ohne Recidiv. 

Wenn die Verhältnisse so liegen, dass wir hoffen können, die Neubildung 
vollständig mittels der endolaryngealen Methode entfernen zu können, so sollte 
dies versucht werden. Im Fall eines Recidivs ist Operation von aussen angezeigt. 

Henry L. Swain: Bericht über die Entfernung eines Kehlkopf- 
epithelioms durch Thyreotomie vor 3^2 Jahren. 

Der Titel besagt den Inhalt. 

Ingals räth zu der oombinirten Anwendung von Cocain und Adrenalin. 

Th. Hubbard macht darauf aufmerksam, dass Adrenalin keine Blutleere 
nach Aetheranwendung hervorruft. 

J. P. Clark verfügt über einen vor 10 Jahren operirten und recidivfreienFall. 

Delevan (New York): Die Erfahrung zeigt oft, dass auch nach 3 Jahren 
noch Recidive eintreten können. Er hält alle Methoden für hoffnungslos und ent- 
täuschend. Er hofft, dass eine Behandlung gefunden werde, durch welche die 
Chirurgie hier überhaupt ausser Betracht gestellt würde. 

C. F. Theisen: Larynxepitheliom; Totalexstirpation nach Ent- 
fernung eines Stückes der Trachea; Tod am 13. Tage an Pneumonie. 

Ausser diesem Fall berichtet Th. den eines Pharynxsarkoms, der ein 8 jäh- 
riges Mädchen betrifft. Der Fall war inoperabel und es wurden Toxininjectionen 
gemacht; aber diese hatten ebenso wenig Effect, wie andere Mittel. Tod infolge 
Dyspnoe. Die mikroskopische Untersuchung ergab ein Spindelzellensarkom mit 
Schwellung der regionären Lymphdrüsen. 

Thomas Hubbard: Das Problem der Asepsis in der Sprech- 
stundenpraxis. 

Verf. bespricht die Desinfection der Instrumente, Herstellung steriler Lösun- 



— 152 — 

gen, die Verhütang des Röstens der Instrumente. Desinfection des Operati o*ns- 
feldes eto. 

Gordon King räth zar Sterilisation der Sprays. 

W. F. Shappell spricht über die Gefahren, denen der Arzt darch An- 
husten etc. ausgesetzt ist. 

George L. Richards: Ueberblick über die gebräuchlichen Me- 
thoden zur Entfernung von Adenoiden nebst Angabe einer gründ- 
lichen, sicheren und schnellen Methode. 

R. empfiehlt das Adenotom von Schoetz. 

J. W. Farlow möchte das Instrument bei kleinen Kindern nicht anwenden. 

D. B. Delavan hat mit dem Instrument die üble Erfahrung gemacht, dass 
ein Stück in den Adenoiden stecken blieb. Er zieht dio Froithingham'sche 
Modification des Gottstein 'sehen Messers vor. 

G. H. Makuen zeigt ein modifioirtes Gottstein 'sches Messer. 

A. W. Watson: Geraderichtung der Nasensoheidewand. 

Wenn man das Septum ohne Resection geraderichten kann, so ist dieser 
Weg vorzuziehen. Er beschreibt seine Methode, die darin besteht, auf der con-- 
vexen Seite von hinten nach vorn, dicht hinter dem Winkel der Deviation eine 
gekrümmte nach oben ansteigende Incision zu machen, die nicht durch die Mucosa 
der concaven Seite hindurchgeht. Das Septum wird durch Tampons oder Tuben 
in der richtigen Lage gehalten. 

Emil Mayer empfiehlt die Operation besonders bei sehr kleinen Kindern. 
Er führt die Incision durch die Schleimbaut der anderen Seite hindurch; er zieht 
Gummi tuben der Gaze zur Tampon ade vor. 

Myles kennt zwei fatal verlaufene Fälle nach submucöser Resection. 

W. F. Chappell: Grosser Pharynxtumor entfernt durch Pharyn- 
gotomia subhyoidea. 

Der Stiel sass der linken ary-epiglottischen Falte auf und wurde mit Seiden- 
faden unterbunden. Der Tumor bestand aus Bindegewebe und Rundzellen. 

Gordon King: Localanästhesie bei Highmorshöhlenoperationen. 
K. operirt seit 2 Jahren nach Caldwell-Luc unter Localanästhesie. 
Braden Kyle: Myxofibrom des Nasenrachens. 
Farlow, Watson, Gordon King berichten über ähnliche Falle. 

Robert C. Myles: Bericht über einen Fall von Zungenkrebs; 
Frühdiagnose; Operation; Heilung. 

Es handelt sich um einen Plattenepithelkrebs bei einem 64jährigen Mann;, 
die Operation fand vor 6 Monaten statt. Emil Mayer. 



-- 153 — 

g) Berliner laryngolosrische Ctosellgchaft 

Sitzung vom 15. November 1907. 

Sonntag: Fall von Oesophago-Trachealfistel. 

Der 34jährige, auf Tubercalose und Syphilis verdächtige Patient hatte in 
der Trachea, dicht oberhalb der Bifurcation ein Ulcus; breiige Speisen verursachten 
beim Schlucken Husten und erschienen in der Trachea an der angegebenen Stelle. 
Tracheoskopisch konnte man an der linken Seite der hinteren Trachealwand eine 
Fistel feststellen, die nach oben und unten von einer Membran begrenzt wird. 

Finder stellt einePatientin mit Lymphosarkomen des ganzen lympha- 
tischen Rachenringes vor; eine therapeutische Beeinflussung war weder durch 
Arsenik noch durch Röntgenstrahlen zu erzielen. 

Dann zeigt er ein mikroskopisches Präparat eines Kehlkopfibroms, das 
von scholligen Massen braunschwarzen Pigments vollgepfropft ist. 

Lebram: Fall von syphilitischem Tumor des Rachens, der beson- 
ders die Hinterwand ergriffen hatte und für ein Carcinom gehalten worden war, 
auf Jodkali aber vollkommen schwand. 

A. Meyer: Fall von Lupus des Gaumens und Rachens. 

Die 22jährige Patientin litt vor 3 Jahren an Lupus der Nase und des 
Rachens; in Folge dessen Verlust der Uvula; jetzt findet sich Ulceration am 
weichen und harten Gaumen, hinterer Rachenwand und Zahnfleisch. Die mikro- 
skopische Untersuchung eines probeexcidirten Stückes sicherte die Diagnose. 

Senator findet auch hier wieder wie gewöhnlich an der Nase nur ein ein- 
seitiges Befallenscin der Nase. 

E. Meyer und A. Rosenberg: Die Einseitigkeit der Nasenerkrankung ist 
nichts charakteristisches für Lupus. 

B. Fränkel: Knabe mit Combination von Lues congenita und 
tuberculöser Perichondritis cricoidea. 

Vor 4 Wochen aus indicatio vitalis tracheotomirt. Defect am Unterkiefer, 
tiefe Narben am Hals und in der Ohrgegend, Perforation des Septum und vorderen 
linken Gaumenbogens und anderweitige narbige Veränderungen; im Larynx wulst- 
artige subglottische Schwellung beiderseits. Im Sputum fanden sich Tuborkel- 
bacillen. Hier hat also auch wieder die Lues eine Prädisposition für Tuberculoso 
geschaffen. Unter dem Einfluss der Tracheotomie hat sich die Perichondritis cri- 
coidea auffallend gebessert. 

Schötz fragt, ob Jodkali verordnet, auf Spirochaeta pallida gefahndet wor- 
den ist. 

B, Fränkel: Jodkali hat der Patient nicht bekommen, auf Spirochäten zu 
suchen ist bei dem Mangel an Drüsen sehr schwer und im Sputum dürften sie sich 
wohl kaum nachweisen lassen. 

XXIV. Jahrg 1 \ 



— 154 — 

E. Meyer: 1. Fall von persistirender Thymas. 

7 Monat altes Kind, das seit dem 3. Monat an inspiratoriscbem Stridor leidet. 
Dämpfung über dem Stemam, auf dem Röntgenbild einen der vergrösserten Thy- 
mus entsprechenden Schatten. Dieses Kind ähnelt ungemein der Schwester, die 
vor 3 Jahren hier vorgestellt und an derselben Erkrankung zu Grunde gegangen 
ist. Beide Geschwister zeigen Strabismus, Rhachitis und Mangel an Intelligenz. 

2. Eigenartiger Fall von Pacbydermia laryngis. 

Bei dem 77jährigen Patienten sind beide Stimmbänder verdickt, auf ihnen 
sieht man kreidig weisse, erhabene Beläge, mikroskopisch Verdickung und Ver- 
hornung des Epithels, Papillen, Gefässe und Drusen vermehrt. 

Albrecht zeigt ein Röntgenbild einer zweigetheilten Kieferhöhle, 
deren Trennungswand frontal steht; während die vordere Höhle gesund ist, ist 
die hintere empyematös erkrankt. 

P. Heymann berichtet über mehrere derartige Fälle. 

Soheier glaubt nicht, dass das Röntgenbild die Annahme eines frontal ge- 
stellten Septums in der Kieferhöhle gestattet, vielmehr ein sagittales erwarten lässt. 

A. Rosenberg. 



III. Briefkasten. 

Penonaliiachricliten. 

Am 8. März begeht unser treuer Mitarbeiter, Prof. Seifert, das Jubiläum 
seiner 25jährigen Docenten-Thätigkeit in Würzburg. Wir sprechen dem verdienten 
Collcgen unseren herzlichsten Glückwunsch aus. Ad multos annos! 



Dr. de Roaldes (New-Orleans) ist zum Commandeur der Ehrenlegion er- 
nannt worden. 

Der Heransgeber des Centralblatts ist zum Ehrenmitglied der Manchester 
Medical Society erwählt worden. 

Neues Speclatjoiimal. 

Der Revue hebdomad. de Laryngologie etc. entnehmen wir die Nachricht, 
dass unter Redaction von Dr. Molini6 (Marseille) ein neues Specialjoumal, be- 
titelt: „Le Laryngoscope'^, das Licht der Welt erblickt hat, welches in dreimonat- 
lichen Zwischenräumen erscheinen und an erster Stelle den allgemeinen Aerzten 
das Wesentliche der neueren Specialliteratur bekannt machen soll. 



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Druck von L. Sebumaoher in Berlin N. 94. | 



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§1 



Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, Rhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 



Jahrgang XXIV. Berlin, April. 1908. So. 4. 

L Internationaler Laryngo-Rhinologen- Gongress. 
Tflpck-Czermak-Gedenkfeier. 

Wien, 21. bis 25. April 1908. 

In den Tagen vom 21. bis zum 25. April wird in Wien der zweite inter- 
nationale Laryngo-Rbinologen-Congress stattfinden. Der erste wurde in Mailand 
im Sommer 1880 abgehalten, und es war beabsichtigt, eine zweite Tagung im 
Jahre 1882 in Paris vorzunehmen. Inzwischen aber war der Laryngologie die 
Stellung einer Subsection bei dem allgemeinen internationalen medicinischen Gon- 
gress bewilligt worden, der in London im Jahre 1881 tagte, und der Erfolg dieser 
Subsection war ein so bedeutender, dass folgende von dem verstorbenen Professor 
Johann Schnitzler beantragte Resolution: „dass, nachdem nunmehr zum ersten 
Male auf einem internationalen medicinischen Congresse der Laryngologie die 
Gelegenheit geboten worden sei, ihr Können zu erweisen und nachdem ihr eine 
Position unter den anerkannten Specialiiäten nunmehr völlig gesichert sei, eine 
Wiederholung isolirter laryngologischer Congresse nicht mehr erforderlich, es 
vielmehr wünschenswerth sei, den im vorigen Jahre auf dem Mailänder laryngo- 
logischen Congress gefassten Plan: einen zweiten laryngologischen Gongress im 
Jahre 1882 in Paris abzuhalten, nunmehr fallen zu lassen" — einstimmig an- 
genommen wurde. 

Seither sind nahezu 27 Jahre verflossen und der Verlauf der Dinge hat ge- 
zeigt, dass „der Mensch denkt, Gott lenkt^^ So berechtigt die Erwartung damals 
schien, dass der Laryngologie nunmehr „eine Position unter den anerkannten 
Speciaütäten völlig gesichert sei", so wenig ist sie in Erfüllung gegangen, wenig- 
stens soweit die internationalen medicinischen Gongresse in Frage kommen. Nur 
zweimal ist ihr bisher widerstandslos eine mit den anderen anerkannten Speciali- 
taten gleichberechtigte Stellung eingeräumt worden, einmal im Jahre 1890 in 
Berlin, einmal bei dem im nächsten Jahre bevorstehenden internationalen Gon- 
gresse in Budapest. Bei allen anderen einschlägigen Gelegenheiten haben wir uns 
eine solche Stellung entweder unter mehr oder minder harten Kämpfen erzwingen 
oder uns von den betreffenden Gongressen ganz fernhalten müssen, um uns nicht 
in eine falsche und demüthigende Lage zu bringen. Und, was das Schlimmste 

Jahrg. XXIV. 12 



- 156 — 

ist: bei dorn bedauerlichen gänzlichen Mangel an Continoität dieser Congresse ist 
nicht die geringste Gewähr dafür vorbanden, dass nicht schon wieder bei dem 
nächsten Congresse, der dem Budapester folgt, genau dieselben unangenehmen 
Kämpfe von Neuem aufleben werden. Dazu kommt weiterhin noch, dass im Laufe 
der letzten zwanzig Jahre die Frage nach dem Bestehenbleiben getrennter Sec- 
tionen für Laryngologie und Otologie oder nach deren Vereinigung bei diesen 
Congressen sich immer mehr zugespitzt hat, und dass die Meinungen der Spe- 
cialisten selbst über sie weit auseinandergehen. 

Alle diese Dinge sind in diesem Centralblatt so häufig ausführlich erörtert 
worden, dass wir ihrer heute nur gedenken, um zu zeigen, eine wie glückliche 
Idee der Wiener laryngologisohen Gesellschaft es war, das Jubiläum der Begrün- 
dung der klinischen Laryngologie in Gestalt der Berufung des zweiten inter- 
nationalen laryngo-rhinologischen Congresses und einer mit demselben verbun- 
denen Gedenkfeier für die Dioscuren der klinischen Laryngologie, Türck und 
Gzermak, zu begehen. Die beiden letzten internationalen Congresse, der zu 
Madrid und der zu Lissabon, besonders aber der letztgenannte, sind in der That, 
soweit die Laryngologie in Frage kommt, kaum als internationale Zusammenkünfte 
zu bezeichnen, und der letzte Congress, in dem wirklich die Laryngologie der 
Welt vertreten war, der Pariser, liegt beinahe acht Jahre zurück. Unter diesen 
Umständen ist eine Aussprache über die Fragen, die derzeit im Vordergrunde des 
Interesses stehen, beinahe eine Nothwendigkeitgew^orden, und die grossartige inter- 
nationale Theilnahmo, die aus der in unserer Februarnummer und in der gegen- 
wärtigen veröffentlichten Liste der bis dahin angemeldeten Congressmitglieder 
erhellt, bezeugt, dass dies allerorten empfunden wird. Als besonders dankens- 
werth muss bezeichnet werden, dass das vorbereitende Comitö nicht nur Fragen 
von wissenschaftlichem Interesse auf die Tagesordnung gesetzt hat, sondern 
dass auch Fragen von socialer Bedeutung, wie „die Laryngologie und Rhino- 
logie vom allgemeinen medicinischen Standpunkt, — Unterricht und Prüfung in 
diesen Fächern in den verschiedenen Staaten" und „Internationale Laryngologen- 
congresse" erörtert werden sollen. Alle drei Probleme verdienen die ernsteste Er- 
wägung jedes Fachgenossen, und obgleich auf eine vollständige schliessliche 
Uebereinstimmung in ihnen nicht zu hoffen ist, so ist es doch gut, dass sie zur 
öffentlichen Aussprache gebracht werden sollen. Definitiv schlüssig werden wir 
uns wohl nur hinsichtlich der letzten zu machen haben, und möchten wir uns 
erlauben, diejenigen, welche sich mit der schwierigen Frage nicht eingehender 
beschäftigt haben und vor Beginn der Discussion über die Sachlage orientirt zu 
sein wünschen, auf die Leitartikel des Centralblatts Band XV, 1899, Ss. 217, 269, 
333, und Band XXI, 1905, S. 411, zu verweisen, welche noch heute so actuell 
sind, als zu der Zeit, in der sie geschrieben wurden, und welche ihre Leser ge- 
nügend in die sehr complicirte Sachlage einführen werden. Hinzuzufügen ist nur 
erstens: die Thatsache, dass schon jetzt die Anzahl der angemeldeten Vorträge 
ihre Erledigung innerhalb der Dauer des Congresses äusserst schwierig erscheinen 
lässt, — eine Thatsache, die im Verein mit früheren gleichen Erfahrungen bei 
internationalen Congressen besser als irgend eine langathmige Disoussion die Un- 
räthlichkeit erweist, die Laryngologie bei diesen Gelegenheiten mit der Otologie 



— 157 - 

zu einer Section zu vereinigen ~ und zweitens: die Erwägung der Situation, 
welche entstehen wurde, wenn der Wiener Congress beschliessen sollte, dass in 
Zukunft periodisch unabhängige internationale laryngologische Congresse 
abgehalten werden sollten. Würden die allgemeinen internationalen medicini- 
schen Congresse statt alle drei Jahre, nur alle vier Jahre stattfinden, so würde 
keine Schwierigkeit entstehen, indem die unabhängigen laryngologischen inter- 
nationalen Congresse auch einmal alle vier Jahre, und zwar je zwei Jahre 
nach Abhaltung eines allgemeinen Congresses tagen könnten. Bleibt aber der 
gegenwärtige Modus bestehen, dem zufolge der allgemeine internationale Con- 
gress alle drei Jahre tagt, so ist es schwer zu sehen, zu welchen Zeiten die inter- 
nationalen laryngologischen Specialcongresse abgehalten werden können, ohne 
dass die beiden Veranstaltungen einander empfindlich schädigen. Denn 
nur wenige Specialisten dürften geneigt sein, ausser zu den nationalen Special- 
congressen, ausserdem noch einmal jährlich (oder alle zwei Jahre) zu einem 
internationalen Specialcongress zu gehen, und wenn das selbst anfänglich be- 
schlossen werden sollte, so steht zu fürchten, dass der Besuch bald nachlassen 
und die Interessen sich bedauerlich zersplittern würden. Vielleicht wird auf dem 
Wiener Congress ein Ausweg gefunden. Jedenfalls möchten wir der dringenden 
Hoffnung Ausdruck verleiben, dass der Besuch der laryngologischen Section des 
im Jahre 1908 in Budapest stattfindenden allgemeinen internationalen medicini- 
schen Congresses nicht in Folge des Wiener Specialcongresses leiden wird! — Es 
wäre dies eine schlechte Art, unsere Dankbarkeit unseren ungarischen Special- 
coUegen dafür zu beweisen, dass sie es — zum ersten Male seit 18 Jahren ! — 
durchgesetzt haben, dass der Laryngologie ohne demüthigenden Kampf eine wür- 
dige Stellung bei dem nächsten internationalen medicinischen Congress zu 
Theil wird, und würde ausserdem im höchsten Grade unpolitisch sein, indem 
mangelnde Beschickung der laryngologischen Section zu Budapest zum Vorwand 
genommen werden könnte, uns bei dem demnächst folgenden allgemeinen inter- 
nationalen Congress neue Schwierigkeiten zu bereiten! — 

Die Aussichten für den Wiener Specialcongress sind als äusserst günstige 
zu bezeichnen. Die lange Pause seit unserer letzten wirklich internationalen Zu- 
sammenkunft, die grosse Anzahl der bereits angemeldeten Theilnehmer, unter 
denen sich viele der bekanntesten Laryngo-Rhinologen aller Länder befinden, die 
interessanten für die allgemeinen Discussionen gewählten Themata, die Plethora 
der privaten Vorträge, die Anziehungskraft der alten Kaiserstadt Wien, der Wiege 
der Laryngologie, die bekannte Liebenswürdigkeit unserer österreichischen 
CoUegen — alles das vereinigt sich dazu, um uns mit Freude und Erwartung 
dem Congress entgegensehen zu lassen. Und eine ganz besondere Weihe wird 
demselben dadurch aufgedrückt, dass er als Gedenkfeier der beiden Männer dienen 
soll, deren Bildnisse diese Nummer des Centralblatts schmückt, und die vor nun- 
mehr fünfzig Jahren Manuel Garcia's Erfindung der practischen Medicin dienst- 
bar machten. Der Güte unseres verehrten Mitarbeiters, des Präsidenten des Con- 
gresses, Hofraths 0. Chiari, verdanken wir nachstehende Biographien Türck's 
und Czermak's, die wir im Folgenden etwas verkürzt wiedergeben: 

12* 



— 158 — 

Ludwig Türck wurde am 22. Juli 1810 in Wien als Sohn eines HoQuweliers 
geboren. Er studirte daselbst an der Mittelschule und beschäftigte sich 2 Jahre 
an der Universität mit der Rechtswissenschaft. Da er diesem Studium keinen Ge- 
schmack abgewinnen konnte, trat er in die medicinische Facultät über und wurde 
1836 zum Doctor der Medicin promovirt. 

Sein Lieblingsstudium waren die Nervenkrankheiten. 1840 trat er als 
Secundararzt in das Wiener allgemeine Krankenhaus ein und machte sich durch 
seinen unermüdlichen Eifer und seine Tüchtigkeit bei Baron Türckheim, dem 
hochverdienten Leiter des medicinisohen Unterrichtes in Oesterreich, sehr beliebt. 
Dieser setzte es durch, dass eine eigene Abtheilung für Nervenkrankheiten im 
allgemeinen Krankenhause gegründet wurde und dass Türck daselbst die Stelle 
eines dirigirenden Arztes 1843 erhielt. Dort verfasste er seine erste Arbeit über 
die Spinal-lrritation. 1844 reiste er nach Paris, woselbst er unter Ricord studirte. 
Es folgten dann eine Reihe von gediegenen Arbeiten auf dem Gebiete der Nerven- 
krankheiten, welche grundlegend wurden. — So hat Türck die anatomischen 
Beziehungen zwischen den primären Herden und den secundär erkrankten Partien 
des Nervensystems genau erforscht. Er begründete auch die Lehre von den pri- 
mären Systemerkrankungen des Rückenmarks. Er machte wichtige Entdeckungen 
in Bezug auf die anatomischen Localisationen der Anästhesie bei Hemiplegie, 
experimentelle Versuche über die Leitungsbahnen des Rückenmarks und über die 
Hautsensibilität und wichtige klinische Beobachtungen über Neuralgie, Hyper- 
ästhesie und das Verhalten der Herzthätigkeit bei Neuralgien etc. Durch alle 
diese Arbeiten sicherte er sich eine führende Stellung unter den Neuropathologen. 
1849 gab er wichtige Aufschlüsse über die Ursachen der Amaurose, 1850 stellte 
er als Ursache der Sehstörung bei Morbus Brightii einen Exsudationsprocess in 
die Netzhaut fest und 1852 machte er bahnbrechende Entdeckungen über die Blu- 
tungen in die Retina bei Tumoren des Gehirnes. 

Im Sommer des Jahres 1857, als er schon zum Primararzt ernannt war, kam 
er auf die Idee, das Kehlkopfinnere mit einem gestielten Spiegel zu untersuchen. 
Er untersuchte damals den Kehlkopf einer grösseren Anzahl von Patienten seiner 
Abtheilung. Der damals in Wien wirkende Physiologe Professor Ludwig be- 
stätigte später, dass ihm Türck im Sommer 1857 einige der von Garcia beobach- 
teten Erscheinungen im Innern des Kehlkopfs mehrerer Personen gezeigt habe. 

Professor Johann Czermak, der damals in Wien weilte, erfuhr durch 
Ludwig von diesen Untersuchungen und erbat sich im Winter von 1857 auf 1858 
von Türck einige der Spiegel leihweise, um sie zu physiologischen Unter- 
suchungen in Bezug auf die Bildung der Stimme und Sprache zu benutzen. 
Türck stellte ihm die Spiegel gerne zur Verfügung. Czermak bestätigte auch 
in einem Vortrage in der Gesellschaft der Aerzte in Wien, gehalten am 9. April 
1858 (Wiener medicinische Wochenschrift, No. 16 vom 17. April 1858), dass 
„Niemand im Zweifel darüber bleiben könnte, dass in der That Herrn Dr. Türck 
das Verdienst gebühre, Garcia's Untersuchungsmethode, wenigstens hier zu 
Lande zuerst, das ist seit Sommer 1857, zu medicinischen Zwecken auf seiner 
Abtheilung mit Erfolg angewendet zu haben". 



— 159 — 

Czermak hatte nämlich schon früher in der Wiener medic. Wochenschrift, 
No. 13 vom 27. Mära 1858^ in einem Artikel den Kehlkopfspiegel den Aerzten zu 
allgemeiner Anwendung empfohlen und darüber eben am 9. April den oben er- 
wähnten Vortrag in der Gesellschaft der Aerzte gehalten. 

Auf eine Reclamation Turck's hin gab dann Czermak 5 Tage nach seinem 
Vortrage eine Erklärung ab, welche in der Wiener med. Wochenschr. No. 16 in 
der Beilage veröffentlicht wurde. Es heisst darin : „Hätte ich gewusst, dass, wie 
ich jetzt erfuhr, derselbe seine Untersuchungen den Winter hindurch wegen man- 
gelnden directen Sonnenlichts in seinen Krankensälen nur unterbrach, so würde 
ich den in No. 13 enthaltenen Aufsatz unterdrückt haben, um meiner wesentlich 
auf Beobachtungen an mir selbst gestützten Anempfehlung des Kehlkopfspiegels 
zu practischen Zwecken nicht den Anschein zu geben, als wäre sie geschehen, um 
dem Primarius Dr. Tu rck die Priorität, auf welche ich übrigens niemals An- 
spruch gemacht habe, zu entziehen, denn diese gebührt ihm jedenfalls ganz un- 
bestreitbar." 

Nach diesen Aeusserungen Ludwig's und Czermak's ist nicht zu zwei- 
feln, dass Türck als erster die Laryngoskopie zu klinischen und diagnostischen 
Zwecken verwendet hat. — Er verwendete aber dazu nur das directe Sonnnenlicht 
und Czermak hat die Beleuchtung mit Hülfe eines Reflectors und einer künst- 
lichen Lichtquelle eingeführt. — Czermak gebührt ferner das Verdienst, die 
Aerzte auf die grosse Wichtigkeit dieser Untersuchungsmethode aufmerksam ge- 
macht zu haben. Er war es auch, der schon bei seinem Vortrage am 9. April die 
grössten Erwartungen von den Leistungen der neuen Untersuchungsmethode 
öffentlich aussprach. Er hat auch damals schon erwähnt, dass er an sich selbst 
die Luftröhre, ja sogar ihre Theilungsstelle und den Anfang der Bronchien zur 
Anschauung bringen konnte. Bei derselben Gelegenheit erwähnt er auch noch, 
dass man mit einem kleinen nach oben gekehrten Kehlkopfspiegel die hintere 
Fläche des weichen Gaumens, die Choanen, die Mündung der Tuben und den 
oberen Theil der Rachenhöhle werde untersuchen können. Endlich empfahl er 
damals schon die Durchleuchtung des Kehlkopfes von aussen, um dadurch mög- 
licherweise die Dicke der Stimmbänder für die verschiedenen Register der Stimme 
zu beobachten. 

Türck und Czermak wetteiferten nun mit einander, um die neue Unter- 
suchungsmethode zu vervollkommnen. Czermak's Schüler, Semeleder, berich- 
tete in der Sitzung vom 28. Mai 1858 (Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte zu 
Wien, No. 28) über die Beobachtung eines Geschwüres am Zungengrunde mit Hülfe 
des Kehlkopfspiegels. 

Störk, ein Schüler Turck's und Secundararzt an seiner Abtheilung, ver- 
öffentlichte im Auftrage Türck 's in der Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte, 
No. 51 vom Jahre 1858, die laryngoskopische Beobachtung zweier Fälle von krank- 
haften Veränderungen im Innern des Kehlkopfes. 

Es ist bekannt, dass sich Türck fernerhin mit Feuereifer des Kehlkopf- 
spiegels bediente, dass er seine Methode fortwährend verbesserte, dass er viele 
Instrumente ersann und vom Jahre 1858 bis 1864 52 Aufsätze über die practische 
Verwendung des Kehlkopfspiegels verölTcntlichte. Endlich erschien im Jahre 1860 



— 160 — 

sein berühmtes Werk: „Die Klinik der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luft- 
röhre, nebst einer Anleitung zum Gebrauche des Kehlkopfrachenspiegels und die 
locale Behandlung der Kehlkopfkrankheiton", Wien, Wilhelm Braumüller; Paris, 
Eduard Jung-Trentel; Leipzig, K. F. Köhler. In diesem Werke ist die gesammte 
Pathologie und Therapie der Kehlkopf- und Luftröhrenerkrankungen in klassischer 
Weise bearbeitet, so dass dieses Werk heute noch von höchstem Werthe ist. 
Gleichzeitig erschien ein chromo-lithographischer Atlas der Kehlkopfkrankh eilen 
nach Aquarellen von Elfinger und Karl Heitzmann. 

Persönlich war Türck ungewöhnlich bescheiden und sehr zurückhaltend. 
Auf das Eifrigste mit seinen Studien beschäftigt, erkrankte er 1868 an einem 
Typhus exanthematicus, der nach 8 Tagen, am 25. Februar, zum Tode führte. 

An äusserer Anerkennung war sein Leben arm. 1861 wurde ihm zu gleichen 
Theilen mit Czermak von der Pariser Academie der Wissenschaften der Mon- 
thyon -Preis zuerkannt und erst 1864 wurde er zum ausserordentlichen öffentlichen 
Professor ernannt. Sofort nach seinem Tode aber kam man zu der richtigen Auf- 
fassung seiner grossen Bedeutung. Die Professoren, die Primarärzte, die Secundar- 
ärzte des allgemeinen Krankenhauses und zahlreiche Freunde thaten sich zu- 
sammen und ehrten das Andenken des bedeutenden Mannes durch die Aufstellung 
seiner Büste im grossen Hofe des allgemeinen Krankenhauses. Der berühmte 
Architect Hansen entwarf den Plan zum Denkmal und der ausgezeichnete Bild- 
hauer Pilz lieferte eine meisterhafte Büste des Verstorbenen, welche in Anwesen- 
heit der hervorragendsten Lehrer der Wiener Schule enthüllt wurde. 

Der Bruder des Verstorbenen, der Juwelier Josef Türck, betrieb die Er- 
richtung einer Stiftung im Betrage von 200000 Kronen, deren Zinsen würdigen 
Studenten der Medicin zugewiesen werden. 

Johann Nepomuk Czermak enstammte einer angesehenen Prager medi- 
cinischen Familie, wurde am 17. Juni 1828 in Prag geboren und erhielt nament- 
lich durch Fürsorge seiner Mutter eine sehr sorgfältige Erziehung. Frühzeitig that 
er sich als Zeichner und Musiker hervor; doch entschloss er sich nach Vollendung 
seiner Mittelschulstudien in Prag zum Studium der Medicin und begann dieses 
1845 in Wien. 1847 folgte er einer Einladung Purkyne's nach Breslau, beschäf- 
tigte sich dort hauptsächlich mit Mikroskopie und hielt schon 1849 in der natur- 
wissenschaftlichen Section der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur 
einen Vortrag über die Spermatozoiden von Salamandra atra. Er war schon als 
Student Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften für Zoologie, Anatomie und Physio- 
logie, siedelte 1849 nach Würzburg über und erlangte dort den Doctorgrad. Bald 
darauf wurde er Assistent Purkync's an der Lehrkanzel für Physiologie in Prag 
und vermählte sich 1853. 

1855 nahm er die Professur für Zoologie. in Graz an und beschäftigte sich 
dort mit der anatomischen und physiologischen Zoologie. Im Herbst 1856 wurde 
ihm die Lehrkanzel für Physiologie in Krakau übertragen: er blieb aber dort nur 
bis Herbst 1857 und übersiedelte dann nach Wien, um bei den Physiologen 
Brück und Ludwig zu arbeiten. - Aufweiche Weise er hier die klinische Methode 



— 161 — 

Türck's verbesserte, vervollkommnete und zur allgemeinen Anwendung empfahl, ist 
schon bei der Skizze über Türck erwähnt. Es ist hier nachzutragen, dass er im 
Jahre 1859 die Rhinoskopie, die er schon 1858 als möglich erwähnt hatte, wirk- 
lich zum ersten Male ausfährte und sie allgemein empfahl (Wiener med. Wochen- 
schrift vom Jahre 1859, No. 32). Im Februar 1859 hat er unter Leitung des Kehl- 
kopfspiegels als der erste den Kehlkopf sondirt. Im Januar 1859 erfolgte die erste 
Beobachtung eines Stimmbandpolypen mit dem Kehlkopfspiegol. 

Schon im Sommer des Jahres 1858 wurde Czermak als Professor der Phy- 
siologie nach Pest berufen, woselbst grösstentheils noch in deutscher Sprache 
gelehrt wurde. Czermak beschäftigte sich dort nebst der Sorge für die Errich- 
tung eines entsprechenden physiologischen Institutes mit der Ausbildung der 
Laryngoskopie und Rhinoskopie. Er verliess am 13. Juli 1860 Pest und zog sich 
in die Nähe von Prag zurück. Schon im Herbst 1859 unternahm Czermak Reisen 
nach Leipzig, Berlin und Breslau, um hier überall die neue Uiitersuchungsmethode 
bekannt zu machen. Unter den Männern, welche damals seinen Vorträgen und 
Demonstrationen folgten, sind zu nennen: Ruete, Merkel, Traube, Remak, 
Lewin, Middeldorpf, Rühlc, Heidenhain und Voltolini. 1860 begab er 
sich nach Paris und dort waren Mandl, Mourra-Bourouill ou und Ch. 
Fauvel seine eifrigen Schüler. Im Jahre 1861 wurde, wie erwähnt, der Prix 
Monthyon von der französischen Academie der Wissenschaften zwischen Türck 
und Czermak getheilt und beiden die mention honorable ausgesprochen. 

Vom Frühjahr bis Sommer 1862 hielt sich Czermak in England auf, wo- 
selbst Morell Mackenzie, Gibb, George Johnson und viele andere seinen 
Demonstrationen folgten. Jedenfalls hat sich Czermak durch seine Reisen das 
Verdienst erworben, die Laryngoskopie weithin zu verbreiten. 1865 bekam er 
einen Ruf als Professor der Physiologie nach Jena, wo er ebenfalls als physio- 
logischer Forscher und Schriftsteller, namentlich aber durch das Abhalten von 
populären Vorträgen sich besonders hervorthat. Trotz seiner Erkrankung an 
Diabetes, welchen er selbst an sich constatirte, nahm er 1869 einen Ruf nach 
Leipzig an und arbeitete dort unermüdlich weiter. Besondere Aufmerksamkeit ver- 
wendete er auf die Errichtung eines Musterhörsaales und war unermüdlich in 
wissenschaftlichen Arbeiten und Vorträgen; dabei machte aber sein schweres 
Leiden immer grössere Fortschritte. Er erkrankte im Sommer 1873 und verschied 
am 16. September desselben Jahres. 

Czermak war ein Mann von unermüdlichem Thätigkeitsdrang, von dem 
liebenswürdigsten Benehmen und von erstaunlicher Arbeitskraft. Als er aus dem 
Leben geschieden war, bemühte sich seine untröstliche Wittwe mit seltener Aus- 
dauer um die Herausgabe seiner gesammelten Schriften. Als Erfolg dieser Be- 
mühungen erschien: „Gesammelte Schriften von Josef Nepomuk Czermak, 
vormaligem Professor der Physiologie in Leipzig, in 2 Bänden, Leipzig, Wilhelm 
Engelmann, 1879". Der erste Band enthält in 2 Abtheilungen alle wissenschaftlichen 
Arbeiten; der zweite Band neben einer Biographie von Anton Springer die 
populären physiologischen Vorträge Czermak 's. Nach diesem Werke stammen 
von ihm 63 Arbeiten physiologischen und anatomischen Inhaltes, welche in ver- 
schiedenen Archiven, Zeitschriften und Academieschriften veröfTentlicht wurden. — 



— 162 — 

Ausserdem sind von ihm 13 Arbeiten über die Laryngoskopie und Rhinoskopie ver- 
zeichnet, welche aus den Jahren 1858 bis 1865 stammen. 



Es wird bemerkt worden sein, dass wir nur die äusseren Züge des be- 
rühmten Prioritätsstreits zwischen den beiden verdienten Männern, und auch diese 
nur in aller Kürze, wiedergegeben haben, ohne mit einem Worte eigene Stellung 
zu nehmen. Das ist mit gutem Bedacht geschehen. Die Wiederaufnahme der Dis- 
cussion in der Berliner klinischen Wochenschrift im Jahre 1906 hat gezeigt, dass 
eine Einigung der Ansichten bisher nicht erzielt und gegenwärtig nicht zu er- 
zielen ist. Es ist sehr wohl denkbar, dass die Frage in kürzerer oder längerer 
Frist von Neuem wieder aufgenommen werden wird. Bei dieser Gelegenheit aber, 
bei welcher wir die Manen der beiden dahingegangenen grossen Forscher vereint 
feiern, wäre es offenbar so unpassend wie möglich, die Verdienste des einen auf 
Kosten des anderen herauszustreichen! — Wir enthalten uns daher gegenwärtig 
jeder Erörterung des alten Streites, und möchten auch der dringenden und be- 
stimmten Hoffnung Ausdruck verleihen, dass bei dem Congresse selbst Alles 
aufs Peinlichste vermieden werden wird, was auf eine Glorification des einen der 
Gefeierten auf Kosten des anderen hinauslaufen, zur Opposition herausfordern und 
die Harmonie des schönen Festes stören könnte! — Wir wollen uns vielmehr, um 
mit Goethe zu sprechen, freuen, dass wir „zwei solche Kerle haben!" — 

Die Festgabe des Centralblatts zum fünfzigjährigen Jubiläum der Laryngo- 
logie besteht in einem Ueberblick über die Leistungen derselben in den verschie- 
denen Ländern seit der modernen Epoche, welche vor einem halben Jahrhundert 
durch die Einführung des Laryngoskops in die Medicin angebahnt worden ist. 
Derselbe stammt aus der Feder des CoUegen Sendziak (Warschau), dessen 
wahrhaft monumentale Arbeit sicher die Bewunderung ebenso wie die Dankbarkeit 
aller Fachgenossen erwecken wird, und sein Beginn erfolgt in dieser Nummer. 

Felix Semon. 



— 163 — 

II. Die Entwickelung der Laryngologie und 
Rhinologie bei den einzelnen Nationalitäten. 

Ein Jubiläums -Beitrag zur Geschichte der Laryngo- Rhinologie 
in den Jahren 1858 — 1908 

von Dr. J. Sendziak (Warschau).*) 

Den Theilnebmern des Internationalen Laryngo-Hbinologon-Congresses in Wien 

gewidmet. 

Die moderne Entwickelung der Laryngologie und Rhinologie datirt von der 
epochemachenden Erfindung des Laryngoskops durch Garoia (1854) und von 
dessen Einführung in die klinische Medioin durch Czermak und Türck (1858). 

Von bescheidenen Anfangen ausgehend erreichten diese Specialitäten mit der 
Zeit die gegenwärtige Höhe ihrer Entwickelung, so dass wir heute nach einem 
halben Jahrhundert mit Stolz auf die in quantitativer wie qualitativer Hinsicht 
aussergewöhnlichen Leistungen zurückblicken können, die während dieses Zelt- 
raums die Rhino- Laryngologie aufzuweisen hat. So konnte diese Disciplin, die 
ursprünglich gegen erhebliche Vorurtheile anzukämpfen hatte, sich schliesslich 
ihre gebührende Stellung in der Reihe der übrigen medicinischen Sonderfächer 
erkämpfen. Zur Zeitbestehen an fastallen grösseren Universitäten der meistenLänder 
für Otologie und Laryngo-Rhinologie — leider sind ja diese beiden Specialitäten 
nicht immer getrennt! — - bereits selbstständige Lehrstühle, an denen diese Fächer 
gelehrt werden, wenn auch bedauerlicherweise der Unterricht durchaus noch nicht 
immer obligatorisch ist; immer zahlreicher werden Universitäts-Kliniken und 
Polikliniken, an denen Studirende und Aerzte unter Leitung der hervorragendsten 
Vertreter des Faches Gelegenheit zur practischen Ausbildung in der Rhino-Laryn- 
gologie haben; endlich bestehen an vielen Krankenhäusern grösserer Städte Special- 
abtheilungen für Hals- und Nasen- resp. Ohrenkranke, ja selbst Specialkranken- 
häuser (z. ß. in London und in New-Orleans), an denen unter Leitung namhafter 
Specialisten Laryngologie und Rhinologie ausgeübt wird. Einen Beweis für die 
ausserordentliche Entwickelung der Laryngo-Rhinologie stellt auch die stattliche 
Zahl der Specialgesellschaften resp. der selbstständigen mit den übrigen Sectionen 

*) Obwohl der Verfasser den Herausgeber ausdrücklich ermächtigt hat, in 
dem folgenden Artikel irgendwelche ihm angemessen erscheinende Veränderungen 
vorzunehmen, und obwohl in manchen Punkten die Anschauungen der beiden ge- 
nannten nicht völlig miteinander übereinstimmen, so hat der Herausgeber es für un- 
passend gehalten, an solchen Punkten seine eigenen Ansichten denen des Verfassers 
zu substituiren. Denn die letzteren repräsentiren, wie die Leser sich überzeugen 
werden, das Ergebniss einer so riesigen Arbeitsleistung, dass der Verfasser sicher- 
lich ein ebenso gutes Recht zu seiner eigenen Meinung hat, wie der Herausgeber 
zu der seinigen. Mit Ausnahme einiger Striche, Berichtigungen und sachlicher 
Zusätze, hat der Herausgeber daher kein Recht von der ihm ertheilten Erlaubniss 
gemacht. Aber er wünscht ausdrücklich hervorzuheben, dass obiger Artikel die 
persönlichen Ansichten seines Verfassers, nicht die des Centralblatts, repräsentirt, 
und dass ersterer für die von ihm mitgethcilten Thatsachen und die von ihm in 
dieser Arbeit ausgesprocheneu Ansichten verantwortlich ist. Anm. d. Red. 



— 164 — 

gleichstehenden laryngologischenAbtheilangen der allgemein-medioinischen Körper- 
schaften dar; ihre Zahl beträgt gegenwärtig 46, von denen 15, d. b. fast der dritte 
Theil, auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika fällt. Es folgen weiter: 
Deutschland (8 Gesellschaften), Spanien (4), Frankreich und Russland (je 3), 
Oesterreich-Üngarn, Italien und Polen (je 2) und schliesslich Grossbritannien, 
Belgien, Holland, Dänemark, Schweden und Japan (je eine). 

Was die Verschmelzung der Laryngo-Rhinologie mit der Otologie anbetrifft, 
so werden bei dem zweifellos engen Zusammenhang, der besonders zwischen 
Nasen- und Ohrenkrankheiten besteht, beide Specialitäten häufig aus practischen 
Zwecken vereinigt; in wissenschaftlicher Beziehung jedoch sind sie, besonders für 
medicinische Congresse, sowie als academische Lehrfacher, nach der Meinung des 
Verfassers durchaus von einander zu trennen. Bezüglich der internationalen 
medicinischen Congresse wurde die Frage von den unermüdlichen Vorkämpfern 
in dieser Richtung, von Sir Felix Semon (London) und B. Fränkel (Berlin), 
des öfteren zum Gegenstand der Erörterung gemacht. Seit dem VH. internatio- 
nalen Congress in London (1881), besonders aber seit dem Vlll. Congress in 
Kopenhagen (1884) ist die Rhino-Laryngologie bei den meisten — leider nicht bei 
allen — diesen Congressen als selbstständige Section den übrigen Zweigen der 
Medicin gleichgestellt gewesen. 

Wenn auch bereits im Jahre 1880 auf die Initiative von Labus ein inter- 
nationaler Congress für Rhinologie und Laryngologie in Mailand stattfand, dem 
dann ein zweiter — übrigens misslungener — während der Weltausstellung zu 
Paris im Jahre 1889 unter dem Vorsitz von Gel 16 folgte, so ist es doch ein grosses 
Verdienst der Wiener laryngologischen Gesellschaft und ihres Vorsitzenden, des 
Prof. 0. Chiari, anlässlich der in diesem Jahre stattfindenden Gedenkfeier für 
Czermak und Türck, die Einrichtung specieller Internationaler Laryngo-Rhino- 
logen- Congresse wieder aufleben zu lassen. Möge diesem Congress und den ihm 
folgenden der beste Erfolg zum Besten unserer Disciplin beschieden sein ! 

Ein ferneres Zeichen für die ungewöhnliche Entwickelung der Rhino-Laryn- 
gologie ist die grosse Zahl der Fachzeitschriften. Ihre Zahl beträgt zur Zeit 39: 
in Frankreich 9, in Deutschland und Italien je 7, Nordam'erika und Spanien je 6, 
in Grossbritannien, Oesterreich, Belgien und Russland je eine. Es ist zweifellos, 
dass in einigen Ländern (Frankreich, Italien und Spanien) die Zahl der Special- 
zeitschriften zu gross ist, während es dagegen auffällt, dass in anderen Ländern 
(Ungarn, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Polen) überhaupt keine 
solchen existiron. 

At last, not at least wird der Fortschritt der rhino-laryngologischen Wissen- 
schaft, zumal in den letzten Jahren, repräsentirt durch die grosse Zahl der auf 
diesem Gebiet veröiVentlichten Arbeiten, die seit dem Jahre 1884, d. h. in ungefähr 
25 Jahren nicht woniger als 434: JO betragen; davon entfallen auf die ersten 
10 Jahre 1884—1894 17477, auf den weiteren Zeilraum 25983*). Am auffallend- 

*) Ich bt'iuitzc hier vorläufig die jährlich in diesem Ceiitralblatt erscheinenden 
statistisehen Zusamnienstelliiugon: im Uebrigen wird das genaue Verzeichniss aller 
laryngo-rbinologischen Arbeiten seit Einführung des Lar>-ngoskops einen Theil meiner 
umfangreichen Monographie. Ueber die Geschichte der Larjngoiogic und Rhinologie* 
bilden, die ich demnächst zu veröflcntlichen gedenke. 



- 165 — 

sten ist die Entwiokelang derKhinologie, der jöngeren Schwester derLaryngoiogie; 
nicht weniger als 11005 kleinere und grössere Arbeiten aas dem Gebiete der Er- 
krankungen der Nase, der Nebenhöhlen und des Nasenrachenraums, d. h. der 
vierte Theil aller unsere Disoiplin betreffenden Arbeiten wurde seit 1884 ver- 
öflfentlicht. Erst an zweiter Stelle folgen die den Erkrankungen des Kehlkopfs und 
der Luftröhre gewidmeten Arbeiten (10251), dann die auf Mund- und Hachenhöhle 
(7691) und schliesslich die auf die Speiseröhre (1664) bezüglichen Arbeiten. Ver- 
hältnissmässig zahlreich sind die Arbeiten über Diphtherie und Croup (5736), be- 
sonders über die Serambehandlung, ferner die allgemeine Themata behandelnden 
Publicationen (5226); über die Schilddrüse bandelten 2669 Arbeiten. Was die 
Vertheilung der Publicationen auf die einzelnen Nationen betrifft, so stehen mit 
der Zahl von 11072, d. h. circa dem vierten Theil aller in den letzten 25 Jahren 
veröffentlichten rhino-laryngologischen Arbeiten die Vereinigten Staaten von Nord- 
amerika an der Spitze. Die zweite Stel)e der quantitativen Production nach 
nimmt Grossbritannien mit den Colonien ein (8064) und erst an dritter Stelle folgt 
Deutschland (7352), das jedoch, was den wissenschaftlichen Werth der dort ver- 
öffentlichten Arbeiten betrifft, entschieden an erster Stelle steht. Die vierte Stelle 
nimmt Frankreich ein (6690) und erst an fünfter folgt mit 2872 Arbeiten Oester- 
roich- Ungarn, das eigentliche Vaterland der LaryngologiOj dem wir jedoch gleich- 
falls die werthvollsten Arbeiten auf diesem Gebiete verdanken. Es folgen Belgien 
und Holland (1862), Italien (1672), mein Vaterland Polen (1113)*) — das wäh- 
rend der letzten 50 Jahre ^ie verhältnissmässig hohe Ziffer von 1529 Arbeiten auf- 
weisen kann — , ferner Russland (943), Spanien (739), Scandinavien (686) und 
an letzter Stelle die Schweiz (365). Japan, dessen medicinische Wissenschaft noch 
in den ersten Anfangen sich befindet und das erst seit allerletzter Zeit sich auf 
dem Gebiete der Laryngologie bethätigt, bat bisher nur ein paar Dutzend hierher 
gehöriger Arbeiten aufzuweisen. Eine ganz geringe Zahl von Arbeiten stammt noch 
aus Rumänien und Griechenland, während mir solche aus Portugal, Serbien, Bul- 
garien, der Türkei nicht bekannt sind. 

Recht stattlich ist auch die Zahl der Handbücher: es sind deren in dem 
Zeitraum von 1858—1908 im Ganzen 97, sowie 12 Atlanten veröffentlicht worden, 
und zwar in Deutschland 25 Handbücher und 9 Atlanten, in Grossbritannien 
17 Handbücher, in Frankreich 15 Handbücher und 1 Atlas, in Nordamerika 13, in 
Oesterreich 12 Handbücher und 1 Atlas, in Polen 7, in Spanien 3, in Italien 
2 Handbücher und 1 Atlas, in Russland 2 und in Dänemark 1 Handbuch. 

In Bezug auf die gewiss recht interessante Frage, wie viel Aerzte wohl 
gegenwärtig in der Welt unsere Disciplin als Specialfach betreiben, können wir 
uns nur auf die zwar ziemlich genauen, aber bereits S Jahre zurückdatirenden 
Angaben von Richard Lake in London (International Directory of Laryngologists 
and Otologists, IL Edition 1901) stützen, aus denen hervorgeht, dass die Gesammt- 
zahl der damals cxistirenden Specialisten 2032 betrug*. Diese Ziffer hat sich seit- 
dem höchstwahrscheinlich verdoppelt, in den grösseren Städten auch verdreifacht; 
während Lake z. B. in Warschau im Jahre UKll die Zahl der Specialisten für 

*) Nach von mir angestellten Krmittclungen und Ergiinxungon. 



— 166 — 

Hals-) Nasen- und Obrenkranke auf 22 angiebt, zähle ich deren jetzt 58, also circa 
dreimal soviel. Nehmen wir also die Zahl der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte in 
der ganzen Welt jetzt auf 5000 an und berechnen wir ihr Verhältniss zu der Ge- 
sammtzahl der Aerzte überhaupt (nach den neuesten Angaben 228234), so er- 
halten wir mehr als 2pCt., für die grösseren Städte eine aber erheblich grössere Ver- 
hältnisszahl. Sie beträgt z. B. für Warschau über 7 pCt., und analog wird wohl 
auch in den meisten europäischen und amerikanischen Grossstädten das Verhält- 
niss sein. 

Sowie in Bezug auf die Quantität der veröffentlichten Arbeiten nimmt Nord- 
amerika auch, was die Zahl der practicirenden Specialisten betrifft, den ersten 
Rang ein; nach Lake's Angaben für 1901 betrug sie 571, von denen allein in 
Chicago 151 und in New York 105, also in diesen beiden Hauptstädten fast die 
Hälfte practicirte. An zweiter Stelle folgt Deutschland mit der verhältnissmässig 
sehr grossen Zahl von 537 Specialisten, von denen 75 in Berlin practicirten, dann 
Frankreich (229, wovon 101, also fast die Hälfte, in Paris), Grossbritännien [139, 
davon 68, verhältnissmässig also wenig, in London, jedoch haben sich meines 
Wissens hier die Verhältnisse seitdem sehr verändert*)], ferner Italien (83, von denen 
14 in Neapel und 11 in Rom), Spanien (72, der grösste Theil derselben in Barce- 
lona und Madrid), Gestenreich- Ungarn (nur 61, wovon 24 in Wien und 15 in Budapest), 
Russland (60**), und zwar fast alle in den beiden Hauptstädten St. Petersburg 
und Moskau), Belgien (56, wovon 24, also fast die Hälfte, in Brüssel), Holland (40, 
wovon 11 in Amsterdam), Schweiz (35), Polen (29, davon nicht weniger als 22 in 
Warschau; nach meinen neuesten Erhebungen in ganz Polen 75 und in Warschau 
58 Specialisten), Schweden (24), Norwegen (14), schliesslich Dänemark (alle 14 
Specialisten in Kopenhagen), in den übrigen Ländern (Türkei, Japan, Portugal, 
Rumänien etc.) notirto Lake im Jahre 1901 nur je ein paar Specialisten für Hals-, 
Nasen- und Ohrenkranke* Wie bemerkt, muss man die obigen Zahlen verdoppeln 
resp. verdreifachen, um eine genaue Vorstellung von der Menge der gegenwärtig 
unser Specialfach ausübenden Aerzte zu geben. 

Von den hervorragendsten Vertretern des Faches, deren Tod in den letzten 
50 Jahren einen schweren Verlust für die Laryngologie bedeutete, seien ausser 
Garcia, Czermak und Türck, denBegründern dieser Wissenschaft, nur folgende 
erwähnt: 

Sir Morell Mackenzie in London, Verfassereines der ersten und umfang- 
reichsten Handbücher über Hals- und Nasenkrankheiten, Begründer der einzigen 
englischen Fachzeitschrift, und Sir George Johnson, ferner Eisberg, der 
Pionier der Laryngologie in Amerika und O'Dwyer, der Erfinder der Intubation 
bei Croup, beide in New-York, Moritz Schmidt in Frankfurt a. M., einer der 
hervorragendsten Vertreter der Laryngologie in Deutschland, Verfasser eines aus- 
gezeichneten Handbuches über die Krankheiten der oberen Luftwege, Sphech in 
München, dessen gleichfalls ausgezeichnetes Lehrbuch bereits die 6. Auflage er- 



•} Sehr richtig I Die Mitgliederzahl der Laryngological Scction der Royal 
Society of Medicine allein beträgt in diesem Augenblicke 106, correspondirende 
und Ehrenmitglieder nicht eingerechnet! F. S. 

**) Gegenwärtig nach Lewin ungefähr 5501 



— 167 — 

reichte, V. v. Brans, der Vater der intralaryngealen Chirurgie, Franz Riegel, 
Burow, Oertel, Max Schaeffer, Bescborner, endlich Traube, Lewin, 
Tobold, Waidenburg, Gerhardt (Berlin), v. Ziemssen (München), Gott- 
stein und Voltolini (beide in Breslau), Stoerk und Schnitzler, zwei der 
Pioniere der Laryngologie in Oesterreich, Fauvel, Verfasser eines der ersten 
französischen Lehrbücher der Laryngologie, Gouguenheim, der langjährige 
Leiter der „Annales des maladies des oreilles, du nez et du larynx", im Verein 
mit Glover Herausgeber eines vortrefflichen rhino-laryngologischen Atlas, 
Krishaber, Fournie, Moura-Bonrouillou (Paris), Ariza in Madrid, der 
erste spanische Laryngologe, Guye in Amsterdam, der erste, welcher die Auf- 
merksamkeit auf die sogenannte Aprosexia nasalis als Folge der adenoiden Vege- 
tationen lenkte, schliesslich Wilhelm Meyer in Kopenhagen, der „Vater der 
adenoiden Vegetationen^, dem die dankbare Nachwelt vor circa 10 Jahren ein 
Monument in seiner Vaterstadt errichtete, und viele andere, von denen noch im 
Speciellen die Rede sein soll. 

Von den noch lebenden Vorkämpfern unserer Wissenschaft seien hier wegen 
Raummangels nur folgende der hervorragendsten Repräsentanten der einzelnen 
Nationen namhaft gemacht: 

Sir Felix Semon in London, Verfasser werth voller Arbeiten, besonders 
über die Kehlkopfinnervation und über bösartige Kehlkopfgeschwülste, Heraus- 
geber dieses geschätzten und für jeden Laryngologen unentbehrlichen Central- 
blattes; Solis Cohen in Philadelphia, der Nestor der amerikanischen Laryngo- 
logen, Verfasser des ersten in Amerika erschienenen laryngologischen Lehrbuchs; 
Lefferts in New-York, einer der ausgezeichnetsten amerikanischen Laryngologen; 
Jonathan Wright, der Historiker unserer Wissenschaft; B. Fränkel in Berlin, 
der älteste und verdienstvollste Laryngologe Deutschlands, Herausgeber des 
„Archiv für Laryngologie^; Killian in Freiburg, dessen Name in der ganzen 
laryngologischen Welt als des Erfinders der Tracheo-Bronchoskopie einen guten 
Klang hat; L. von Schroetter in Wien, der ausgezeichnete Kenner der Krank- 
heiten des Kehlkopfs und besonders der Luftröhre, und 0. Chiari, sein würdiger 
Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Laryngologie und in der Leitung der Wiener 
Universitätsklinik, der Vorsitzende unseres internationalen laryngologischen Con- 
gresses und Verfasser eines ausgezeichneten und umfangreichen Lehrbuchs der 
Krankheiten der oberen Luftwege; als Vertreter der Specialität in Ungarn 
E. von Navratil und Onodi, dieser als Verfasser zahlreicher werthvoller Ar- 
beiten über Kehlkopfinnervation und Nebenhöhlenerkrankungen; Moure in 
Bordeaux, der verdienstvolle Herausgeber der „Revue hebdomadaire de Laryngo- 
logie, d'Otologie et de Rhinologie", sowie Lerraoyez in Paris, Herausgeber der 
„Annales de maladies des oreilles, du larynx, du nez et du pharynx", ferner 
Massei in Neapel, der Nestor der italienischen Laryngologen, Verfasser des ersten 
italienischen Lehrbuches, das auch in das Deutsche übertragen w^urde; Burger in 
Amsterdam, dem wir unter anderem die schöne Arbeit über die laryngealen 
Störungen bei Tabes dorsalis verdanken; Schmiegelow in Kopenhagen, Sieben- 
mann in Basel, Botey in Barcelona, Rauch fuss in Petersburg, der älteste der 
russischen Laryngologen, und schliesslich als Vertreter der Laryngologie in Polen, 



— 168 — 

Pieniazek in Krakau, Verfasser der vortrefTlichen Monogi*aphie über die Ver- 
engerungen der oberen Luftwege, und viele andere mehr, deren bei der Schil- 
derung von der Entwicklung der Laryngologie bei den einzelnen Nationen ge- 
dacht werden wird. 

1. Die Entwickelung der Ilhino-Laryngologie in Amerika. 
Wie schon erwähnt, stammt die grösste Zahl der laryngologischen Arbeiten 
ans Amerika, wo die Specialilät in ihrer Entwicklung eine ganz besondere 
Lebenskraft entfaltethat. Schon in der vorlaryngoskopischenZeit betrieb EJorace 
Green die Localbehandlung der Kehlkopfkrankheiten. Er fasste seine in jeder 
Hinsicht reichen Erfahrungen zusammen in seinem bekannten Buche: ^A treatise 
on diseases of the air passages^^ (l^^O), das noch vor der Einführung des Kehl- 
kopfspiegels die vierte Auflage erlebte. Die erste Notiz in Amerika über die 
epochemachende Erfindung stammt aus der Feder von Stangen wald in New- 
York. Unschätzbare Verdienste für die Entwickelung der Laryngologie ia Amerika 
hat sich der bereits im Alter von 48 Jahren der Wissenschaft durch den Tod 
(1885) entrissene Eisberg in New-Vork erworben. Nachdem er bei Gzermak 
selbst mit der Laryngoskopie bekannt geworden, führte er sie bereits im Jahre 
1860 nach seiner Rückkehr in Amerika ein, so dass er für den Pionier unserer 
Wissenschaft in der neuen Welt gelten kann. Eisborg war es auch, der bereits 
im Jahre 1861 die Laryngologie an der medicinischen Facultät in New-Vork lehrte 
und zwei Jahre später ebendaselbst die Leitung der ersten laryngologischen Klinik 
übernahm. Er stand ihr während eines Zeitraumes von 17 Jahren vor; nach ihm 
war die Leitung circa 30 Jahre fang in den Händen von Lefferts. Bereits 
20 Jahre später wurde die Laryngologie in Amerika bereits an nicht weniger als 
25 Universitäten und Colleges gelehrt. Gegenwärtig bestehen in Amerika nach 
Gleitsmann (^Beitrag zur Geschichte der Laryngologie in den Vereinigten 
Staaten seit Einführung des Laryngoskopes^^, Zeitschrift für klinische Medicin. 
Bd. 62. 1897) an 85 Universitäten, von denen er Notizen erhielt •— es giebt in 
Amerika 118 — Universitäts-Lehrstühle für Laryngologie an 81: an 43 von diesen 
besteht ein gemischter Lehrauftrag für Laryngologie und Oliatrie, Ophthalmolo- 
gie etc. entsprechend der in Amerika bestehenden Neigung, diese Fächer mit ein- 
ander zu verbinden. An 7 Universitäten wird die Rhinolaryngologie von den so- 
genannten Instructoren (klinischen Professoren) gelehrt. 

Von den noch Lebenden, die an der aussergewöhnlichen Entwicklung unserer 
Disciplin in Amerika mitgearbeitet haben, seien ausser den schon erwähnten Solis 
Cohen, Lefferts und Jonathan Wright noch genannt: Bosworth, Bryson 
Delavan und Gleitsmann — alle in New-Vork --, John Mackenzie in 
Baltimore, Knight, Coakley, Newcomb und Simpson, ferner Clinton 
Wagner, Freudenthal, Wendell Philipps, Holbrook Curtis, Mayer, 
Rice, Harris, Chisholm inNew-York; French in Brooklyn, Pierce, Cassel- 
berry, Freer, Ballenger, Flotcher Ingals, Gradle, Bis hop in Chicago; 
BradenKyle, der Verfasser eines sehr verbreiteten Lehrbuches, Sajous und 
Grayson in Philadelphia; M. Gold st ein, der Herausgeber des ^Laryngoscope^^ 
Hanau Loeb, Herausgeber der „Annais of Otology, Rhinology and Laryngo- 



— 169 — 

logy", und Porter in St. Louis; Richardson und Bryan in Washington; 
Swain in New Haven; Ingerson in Cleveland; Levy in Denver, Cooiidge 
und Goodale in Boston, Hoe in Rochester, Chevalier Jackson in Pittsburg, 
Scheppegrell und de Roald^s in New-Orleans, Samuel Johnston in Balti- 
more und viele andere tüchtige Special isten, deren Name wegen Raummangels 
nicht genannt werden kann. 

Von den bereits gestorbenen Laryngologen, die sich um die Förderung ihrer 
Wissenschaft in Amerika verdient gemacht haben, seien hier ausser Eisberg und 
O'Dwyer, dessen Methode der Intubation noch heute nach 20 Jahren sich allge- 
meiner Werthschätzung und Anwendung erfreut, noch genannt: Jarvis, der die 
nach ihm benannte Schlinge für Nasenpolypen angegeben hat, Morgan, Lincoln 
und Ash in New- York, Seiler in Philadelphia, Verfasser eines bekannten Lehr- 
buches, das vier Auflagen erlebte, Thorner in Cincinnati, Mulhall und Glas- 
gow in St. Louis, Daly in Pittsburg, Hooper in Boston, bekannt durch seine 
physiologischen Arbeiten über Kehlkopfinnervation, und Allen in Portland, lauter 
Namen von gutem Klang. 

Ausser dem bereits erwähnten Lehrbuch von Horace Green wurden in 
den letzten 50 Jahren (18o8— 1908) in Amerika noch 13 Lehrbücher veröffentlicht, 
deren Gegenstand Laryngologie oder Rhinologie oder beides zusammen bildete. 
Es sind in chronologischer Reihenfolge: 

1. Solis Cohen, Diseases of tho throat 1872. IL Aufl. 1880. New York. 

2. Seiler, Handbook of the diagnosis and treatmcnt of the throat, nose and 
nasopharynx". Philadelphia 1879. IV. Aufl. 1889. 

3. Clinton Wagner, Diseases of the nose. New York 1884. 

4. Sajous, Lectures on diseases of the nose and throat. 1884. IL Aufl. 1889. 
New York. 

5. Bosworth, A treatise on diseases of the nose and throat. 1884. IL Aufl. 
1889. New York. 

6. Burnett 's System of diseases of the ear, nose and throat. (Ingals, Freer, 
Nose and Throat; Newcomb, Larynx.) 1892. IV. Aufl. 1901. ' 

7. Kyle, A textbook of diseases of the nose and throat. Philadelphia 1889. 
IlL Aufl. 1907. 

8. Coakley, A manual of diseases of nose und throat. New York und Phila- 
delphia 1899. 111. Aufl. 1907. 

9. Shurly, A treatise on diseases of nose and throat. 1901. 

10. Bishop, Diseases of the ear, nose and throat etc. Philadelphia 1901. 

11. Gradle, Diseases of the nose, pharynx and ear. Philadelphiau. London. 1902. 

12. Grayson, A treatise on the diseases of the throat, nose etc. Philadelphia 1902. 

13. Knight, Diseases of the nose and throat. Philadelphia 1903. 

Von den gi-össeren Arbeiten resp. Monographien will ich nur die wichtigsten 
erwähnen, nämlich von Eisberg „The laryngological surgery in the treat- 
ment of laryngeal tumours" (Preisgekrönte Arbeit der Amer. med. Assoc. 1866.); 
und ^Presidential adress" (Transaclions of the Amer. laryng. Assoc. 1870.); 
weiter Lofferts „A pharmacopeia for the treatment of diseases of the larynx. 



^ 170 — 

pliarynx and nasal passages" etc. New York and London. 1884. II. Aufl.; 
O'Dwyer's „Intubation of the larynx". New York med. Journal. 1885; Lothrop 
„The frontal and ethmoidal sinuses of the nose". Boston. 1901; Scheppegrell 
„Electrioity in the diagnosis and treatment of diseases of the nose, throat and ear". 
New York. 1902. 

Jonathan Wright „The nose and throat in medical History". 1902; 
Kichardson „The thyreoid gland and accessory thyreoid glands". Philadelphia. 
1905; Loeb's „A study of the anatomy of the accessory cavities of the nose 
by topographicprojections'*. Annais of Otol., Rhinol, and Laryngol. 1906. No. 4; 
Newcomb's „Diseases of the trachea (Anomalies, Hemorrhage, Inilammations and 
Infections). Ibidem. 

Wie ich schon erwähnt habe, existiren oder existirten in America (d. h. den 
Vereinigten Staaten) 6 Fachzeitschriften, die der Rhino-Laryngologie allein oder 
in Verbindung mit der Otologie oder Ophthalmologie gewidmet sind: 

1. „Archives of Laryngology", die älteste specielle Zeitschrift, begründet im 
Jahre 1880 in New York von Eisberg, Solis Cohen, Knight und Lefferts. 
Leider war ihre Existenz nur von kurzer Dauer (bis 1883). 

2. „Annais of Otology, llhinology and Laryngology". Erscheint vierteljähr- 
lich und wurde in St. Louis von Parker im Jahre 1891 begründet, anfanglich 
als „Annais of Ophthalmology and Otology" und seit dem Jahre 1896 als zwei von- 
einander unabhängige Blätter: „Annais of Ophthalmology" und die oben erwähnte 
„Annais of Otology, Rhinol, and Laryngol.", deren Hauptredacteur („Editor in 
Chief) gegenwärtig Loch in St. Louis ist, sowie hervorragende Specialisten 
anderer Nationalitäten. 

3. „Homoepathic Eye, Ear and Throat Journal." In New York seit 1895. 
Editors: Moffat und Palm er. 

4. „Journal of Eye, Ear and Throat diseases". Baltimore. Erscheint zwei- 
mal monatlich seit 1896. Editors: Rediley, Chilsom und "Winslow. 

5. „The Laryngoscope". St. Louis. Monatsschrift, gegründet im Jahre 1896, 
redigirt von M. Goldstein. 

6. „Journal of the respiratory organs", ebenfalls Monatsschrift, gegründet 
im Jahre 1889 von Mount Bleyer in New York. 

Ich gehe jetzt zu den laryngo-rhino- resp. otologischen Gesellschaften über, 
an denen Amerika besonders reich ist, und deren Zahl 15 beträgt. Zu den wich- 
tigsten derartigen Gesellschaften gehören: 

1. „New York Laryngological Society", welche im Jahre 1873 von Clinton 
Wagner gegründet w^arde. 

2. „American Laryngological Association'*, von Davis in Chicago im Jahre 
1878 begründet (der erste Präsident war Eisberg), zählt gegenwärtig 82 active 
Mitglieder, welche sich jährlich versammeln. 

3. „Section of Rhinology and Laryngology of the New York Academy of 
Physicians". Gegründet im Jahre 1885 unter dem Präsidium von Rufus 
Lincoln. 

4. „American Laryngological, Rhinological and Otological Society", welche 
im Jahre 1895 gegründet wurde und ihre Versammlungen jährlich in ver- 



- 171 — 

sobiedenen Städten von Nordamerika abhält, von denen die letzte (13.) in 
New York imJahre 1907 (Präsident Wendel l Philipps) stattfand. Sie ver- 
öfTentlicbt ihre Arbeiten jährlich in den „Transactions of Amer. Laryngol., Rhinol, 
and Otol. Society^* und zählt gegenwärtig 269 amerikanische and ausländische 
Mitglieder. 

Diese Gesellschaft theilt sich in vier Sectionen: a) ,,Southern^^, welche im 
Jahre 1897 von Scheppegrell in New Orleans gegründet wurde, b) „Middle", 
c) „Eastern^, schliesslich d) „Western Section". 

5. „Western Ophthalmological, Otological, Laryngological and Rhinological 
Association", welche in St. Louis im Jahre 1897 gegründet und seit 1903 ver- 
ändert wurde in die 

6. „Academy of Ophthalmology and Otolaryngology" (der gegenwärtige Vor- 
sitzende ist Stucky). 

Ausserdem bestehen in allen grösseren Städten von Nordamerika (New York, 
Chicago, Philadelphia, St. Louis und St. Francisco) Gesellschaften für Rhino- 
laryngologie resp. Otologie. 

II. Die Entwiokelung der Rhino-Laryngologie in Grossbritanien 

und Irland. 

In dem Vereinigten Königreich und seinen Golonien lagen die Verhältnisse 
für die Entwickelang der Laryngolugie bis vor kurzer Zeit viel ungünstiger als 
in Nordamerika, vor allem was die staatliche Anerkennung dieser Specialitäten 
betrifft. 

Das „Royal College of Physicians" hat nur zwei „fellows", die ausschliess- 
lich als Specialisten praoticiren, nämlich Sir Felix Seraon und St. Clair 
Thomson; ferner hat an der „üniversity of London" gegenwärtig (seit sechs 
Jahren) ein Laryngologe (Prof. Sir Felix Semon) einen Sitz im Rath der 
Facultät für vorgeschrittene Studien. 

In Schottland und Irland wird jetzt überall Laryngologie und Rhinologie an 
den Universitäten (Logan Turner in Edinburg, Walker Dow nie in Glasgow) 
und in den Hospitälern gelehrt. An den Provinzialuniversitäten wird Laryngologie 
gelehrt von S. Moritz (Victoria University, Manchester) und Watson Williams 
(Bristol). Obligatorisch aber ist das Studium nicht, und ebensowenig sind Laryn- 
gologie und Rhinologie obligatorische Examengegenstände, obwohl hin und wieder 
diesbezügliche Fragen gestellt werden. 

Jedenfalls ist es ein erfreuliches Zeichen, dass sich die Leitung der laryngo- 
logischen Abtheilungen jetzt an den meisten grossen Hospitälern Londons (durch- 
aus nicht in allen!) in den Händen von Specialisten befindet*). 

Ausserdem existiren in London gegenwärtig vier Specialhospitäler, nämlich 
das älteste noch von Sir Morell Mackenzie gegründete: „Hospital for diseases 
of the Throat" und „Central London Throat and Ear Hospital", das „London Throat 



•) Für diese freundlichen mir von Prof. Sir Felix Semoo in London angege- 
benen Details spreche ich ihm an dieser Stelle meinen herzlichen Dank aus. 

Jfthrg.XXIV. J3 



— 172 — 

Hospital*^ und das „Metropolitan Ear, Nose and Throat Hospital'', an welchen 
regaläre klinische Curse der Laryngo-Rhino- resp. Otologie für Studenten and 
Aerzte abgehalten werden. 

England ist das eigentliche Vaterland des Laryngoskopes, denn in London 
lebte der als hervorragendster Gesangslehrei bekannte Manuel Garcia und ver- 
öffentlichte dort seine berahmten ,,Obseryations on the Human Voice" im Jahre 
1855. Er ist erst vor zwei Jahren im Alter von 102 Jahren gestorben. 

Die ersten, welche in England resp. Grossbritanien das Laryngoskop in die 
Praxis eingeführt haben, waren Gibb (1860) und Yearsley (1862. „Introduction 
to the Art of Laryngoscopy".), besonders aber Sir Morell Mackenzie, welcher 
der eigentliche Vater der englischen Laryngologio genannt werden kann. 

Die anfänglich nicht, zu zahlreichen Specialisten für Laryngologie, Rhino- 
logie resp. Otologie haben sich später, besonders aber seit 25 Jahren, ganz erheb- 
lich vermehrt. 

Sie bildeten bis zur letzten Zeit zwei Gesellschaften: 1. „British Laryngolo- 
gical, Rhinological and Otological Association^^ gegründet im Jahre 1888 von Sir 
Morell Mackenzie, welche jährlich ihre Versammlungen in verschiedenen 
Städten abhielt, und 2. „The Laryngological Society of London", begründet im 
Jahre 1893 von Sir Felix Semon; ihre Arbeiten wurden in den „Proceedings 
of the Laryngological Society of London" veröffentlicht. Gegenwärtig sind diese 
beiden Gesellschaften, so wie auch eine dritte, nämlich die „Otological Society of 
the United Kingsdom" als zwei von einander unabhängige und den anderen 
Sectionen gleichgestellte Abtheilungen, nämlich als eine laryngologische und eine 
otologische Section in die im Jahre 1907 gegründete „Royal Society of Medicine" 
aufgenommen; die laryngologische Section zählt gegenwärtig über 166 ordentliche 
Mitglieder. 

Wie ich schon erwähnt habe, steht an der Spitze der britischen Specialisten 
Prof. Sir Felix Semon in London, welchem die Laryngologie im Allgemeinen 
und speciell die englische zu grossem Dank verpflichtet ist. 

Za den hervorragendsten Specialisten der Gegenwart in Grossbritannien ge- 
hören ferner: Dandas Grant, der sich durch seine zahlreichen Arbeiten auf 
dem Gebiete der Laryngo-, Rhino- sowie auch Otologie, einen guten Namen ge- 
macht hat, weiter de Havilland Hall, Symonds, Greville, Mac Donald, 
Lake, St. Clair Thomson, Ball, Spicer, Waggett, Parker, Tilley, 
Woakes, HornO) Mayo Collier, de Santi, Bond, Donelan, Lack, 
Clifford Beale, Bowlby, Davis, Hill, Hovell, Percy Kidd, Law, 
Nourse, Stephen Paget, Pegler, Potter, Powell, Robinson, Spencer, 
alle in London, ferner Norris Wolfenden, zusammen mit Morell Mackenzie 
Mitbegründer der einzigen Fachzeitschrift in Grossbritannien, Gordon Holmes, 
Verfasser der ausgezeichneten Monographie über die Geschichte der Laryngologie, 
Wingrave, bekannter Anatomo- Pathologe, schliesslich Butlin, ein namhalter 
Chirurg, Verfasser der ausgezeichneten ins Deutsche übersetzten Monographie über 
die Krankheiten der Zunge — alle gleichfalls in London; weiter Creswell Baber 
in Brighton, Mac Bride, Mackenzie Johnston, Logan Turner in Edin- 



— 173 — 

bürg, Mac Intyre, Walker Downie, Kelly und Newman — alle in Glasgow; 
Hunt und Permewan in Liverpool; Milligan, Hodgkinson, Moritz, West- 
macott in Manchester; Watson William und Barclay Baron in Bristol, 
Bennett in Leicester, Davison in Bournemoutb, Marsh in Birmingham, 
Paterson in Cardiff, Sandford in Cork, Smurthwaite in Newcastle, Woods 
in Dublin, in den Colonien: Birkett in Montreal, Price Brown in Toronto, 
Brady in Sydney und viele andere, welche ich hier wegen Mangels an Raum 
nicht erwähnen kann. Von den in Grossbritannien während des Zeitraumes von 
1858 — 1908 gestorbenen Laryngo-Khinologen muss ich ausser Mackenzie noch 
die olgenden anführen: Sir George Johnson, den Senior der Loudoner Laryn- 
golofgen, Lennox Browne, Verfasser einer der ältesten laryngo-rhinologischen 
Handbücher, ferner Whistler, Stewart, Spencer Watson, schliesslich 
Kanthack, den bekannten Anatomo-Pathologen — alle in London; ferner Hunter 
Mackenzie in Edinburg, Smyly in Dublin — alle hervorragende Vertreter der 
Laryngo-Rhinologie in Irland, Schottland und den Colonien. 

Was die laryngologischen Zeitschriften in Grossbritannien betrifft, so existirt 
nur eine einzige, nämlich das in London im Jahre 1887 von Mo r eil Mackenzie 
und Norris Wolfenden gegründete: „Journal of Laryngology, Rhinology and 
Otology^^ Die gegenwärtige Redaction bilden: Mac Intyre, Dundas Grant, 
Sandford und Milligan, sowie eine ganze Reihe von namhaften auslän- 
dischen Mitarbeitern. 

Bereits in der vorlaryngoskopischen Periode existirten in Grossbritannien 
Lehrbücher der Laryngologie, nämlich das von Porter (1826), sowie Ryland 
(1837). Von den in der Zeit von 1858—1908 erschienenen Lehr- und Handbüchern 
seien folgende aufgeführt: 

1. Duncan Gibb, „On diseases of the throat and windpipe". London 1860. 
IL Aufl. 1861. 

2. Marcet, ^Clinical notes on diseases of the larynx". London 1869. 

3. Spencer Watson, „Diseases of the nose and its accessory cavities**. London 
1875. IL Aufl. 1890. 

4. Lennox Browne, „The throat and nose and their diseases". London 1878. 
IV. Aufl. 1894. 

5. Morell Mackenzie, ,, Manual of diseases of the throat and nose". London 
1882, 1884. Gleichzeitig ins Deutsche von Felix Semon übersetzt. 

6. Creswell Baber, „A guido to the examination of the nose". London 1886. 

7. Greville Mac Donald, „A treatise on diseases of the nose and its acces- 
sory cavities." London 1890. 

8. James Ball, „Diseases of the nose and larynx". London. 1890. III. Aufl. 
1897. 

9. Hutchinson, A manual of diseases of the nose and throat^. London. 1891. 

10. Mc. Bride, „Diseases of the nose, throat and ear". Edinburg. 1892. 
ni. Aufl. 1900. 

11. de Havilland Hall, „Diseases of the nose and throat". London. 1894. 

12. Watson Williams, „Diseases of the Upper respiratory traot'*. Bristol. 1894. 

13. Walter Downie, „Clinical manual of diseases of the throat. Glasgow. 1894. 

13* 



— 174 — 

14. deHavilland Hall and Herbert Till ey, „Diseases ofthe nose and throat*^. 
London. 1900. 

15. Parker, ^A handbook for diseases of the nose and throat. London. 1906. 

16. Richard Lake, „The diseases of the nose and its accessory sinuses^^ 
London. 1907. 

17. Waggett, „Diseases of the nose". London. 1907. 

18. Tilley, „Diseases of the Throat". 1907. 

19. Lack, „Diseases of the Nose etc.". 1906. 

20. „Diseases of the Nose, Throat and Ear", in Clifford Allbntt's System of 
Medicine. (Von Sir Felix Semon, Watson Williams, Greville Mac- 
donald, Tilley, Waggett u. A.) Zweite Auflage eben im Erscheinen. 

Einige von diesen Bächern erlebten viele Auflagen (Gibb, Spencer und 
Watson je 2, Mc. Bride und James Ball je 3, schliesslich Lennox Browne 
sogar 4 Auflagen). 

Zu den wichtigsten Monographien auf dem Gebiete der Laryngo-Khinologie 
gehören: 

Victor Horsley's „On the thyroid gland, its function and relation to 
myxoedema and cretinismus". 1884. Proceed. of Royal Soc. 

Butlin^s „Diseases of the tongue". London. 1885. (Ins Deutsche übersetzt 
von Beregszazy. 1887) und „The operative surgery of malignant diseases". 
London. 1877. 

Gordon Holmes, „History of the progress of Laryngology from the earliest 
times to the present". London. 1885. Ins Deutsche übersetzt von Körner 1887. 

Moroll Mackenzio's „The hygiene of the vocal organs". London. 1886. 

Sir Felix Semon 's „Diseases of the Larynx and Thyroid Gland in Heath's 
Dictionery of Practical Surgery. 1886. „Die Frage des üeberganges gutartiger 
Kehlkopfgeschwülste in bösartige". Intern. Ceniralbl. f. Laryngol. etc. 1889/90. 
„On the Position of the vocal cords in quiet respiration of man and on the reflex- 
tonus of their abductor muscles". Proc. Royal Society. Vol. 48. 1890, sowie „Die 
Entwickelung der Lehre von den motorischen Kehlkopfslähmungen seit der Ein- 
führung des Laryngoskops'*. Virchow's Festschrift. 1891, „Die Nervenkrankheiten 
des Kehlkopfes und der Luftröhre" in Heymann's Handb. d. Laryngol. u. Rhinol. 
1898, und „Some Thoughts on the Principles of Local Treatment in Diseases of 
the Upper Air Passages". London. 1902. 

Richard Lake's „Laryngeal Phthisis or Consumption of the throat'^. 
London. 1901 und viele andere mehr. 

Fasse ich alles, was oben über die Entwickelung der Laryngologie und 
Rhinologie in Grossbritanien gesagt wurde, zusammen, so ergiebt sich, dass un- 
geachtet der durchaus nicht zu günstigen Verhältnisse und der mangelnden 
Förderung seitens des Staates, unsere Disciplin in Grossbritanien in den letzten 
50 Jahren grosse Fortschritte aufzuweisen hat. 

Abgesehen von der epochemachenden Entdeckung des Laryngoskopes durch 
Garcia, wurde vor Allem die Lehre über die Innervation des Kehlkopfes in Eng- 
land auf die glänzendste Weise gefördert, es wurde die Existenz phonatorischer 
und respiratorischer Centra in der Hirnrinde und Mednlla oblongata nachgewiesen 



— 175 — 

(SemoD uod Horsley 1890, Risien Rüssel 1895), sowie von Semon das 
nach ihm benannte Gesetz (1880/81) aufgestellt, dass ,,bei allen progressiven 
organischen Lähmungen der motorischen Kehlkopfsnerven stets zuerst die £r- 
weiterer der Stimmritze erkranken, während umgekehrt bei den functionellen 
Affectionen dieser Nerven dieVerengerer fast ausschliesslich allein getroffen wer den. ^^ 

Sodann begründete Semon im Jahre 1880 die Lehre von den Erkrankungen 
des Crico-Arytaenoidgelenks durch seine Arbeit „Ön Mechanical Tmpairments of 
the Functions of the Crico-Arytaenoid Articulation (espeoially True and False 
Anchylosis and Luxation)^' in der Medical Times and Gazette. 

Ferner wurde in den letzten Jahren ebenfalls in England die Frage der ope- 
rativen Behandlung des Kehlkopfkrebses vor allem von Butlin sowie Semon 
eingehend erörtert und die Superiorität der Laryngofissur über die anderen ope- 
rativen Methoden bewiesen. Schon früher hatte Semon die Frühdiagnose des 
inneren Kehlkopfkrebses gefördert. 

Weiterhin wurde von Semon (1883 — 1884) nachgewiesen, dass Kocher's 
Cachexia strumi- s. thyreopriva und das Myxoedem der englischen Autoren sowie 
andere analoge Zustände, wie Cretinismus und Tetania, auf derselben patholo- 
gischen Ursache beruhen, nämlich dem Mangel der Schilddrüse, und Horsley 
zeigte, dass sie mit Schilddrüsenpräparaten (Thyreoidin) erfolgreich behandelt 
werden können. 

Semon hat ebenfalls im Jahre 1895 die von ihm bereits im Jahre 1890 auf* 
gestellte Lehre bewiesen, dass das acute Larynxödem resp. Laryngitis submucosa 
acuta, sowie das sogenannte Massei 's Erysipel dos Kehlkopfes, ferner Senator's 
acute infectiöse Phlegmone des Pharynx, schliesslich dieAnginaLudovici, identische 
pathologische Processe sind, und für dieselben den allgemeinen Namen ,^acute 
septische Entzündungen des Pharynx und Larynx*^ vorgeschlagen. 

Das sind die wichtigsten Lorbeeren auf dem Gebiete der Laryngologie und 
Rhinologie, welche sich Grossbritanien resp. England seit der Einführung des 
Laryngoskops erworben hat. (Fortsetzung folgt.) 



III. Referate. 

a. Allgeraeines, obere Luftwege, Medicamente. 

« 

I) eradeDigo. Ueber die lothweidigkeit dos obligatorischen Unterrichts der 
Otologio nnd Laryngologie an den üniYorsititen. (Snlla nocessitt deirinseg- 
namonto obbligatorio della Otologia o della laringologia nelle Dnivorsiti.) 

Archivio lialiano di Otologia etc. IL 1908. 

Verf. plaidirt dafür, den bisher facultativen Unterricht in Otologie und 
Laryngologie an den italienischen Universitäten zu einem obligatorischen zu ge- 
stalten, damit die Studenten gezwungen sind, wenigstens die hauptsächlichen 
practischen Kenntnisse in diesen Specialitäten sich anzueignen. Ein obligato- 
rischer Unterricht besteht bisher nur an der Scuola Superiore di Sanilü militare. 

KINDEK. 



— 176 — 

2) W. Lamaim (St. Petersburg). Zim fernareB Aukan meiner Tkeerie des 
eberen SchaUTerrlcktangseystems. Momtsschr. f. Ohrenheükde, etc. Heft ?. 

1907. 

Dieses fünfte Capitel „Das Binnenmuskelsystem der sogenannten ,Wege'^ 
soll den Nachweis erbringen, ,,dass noch andere entferntere Gebiete in Lamann's 
jSohutzsystem^ hineingeboren, und zwar die Gallen-, Harn-, Geschlechts- und 
andere ,Wege* ". Die Begründung, die sich zu kurzem Referat nicht eignet, muss 
im Original nachgelesen werden. hecht. 

3) T. V. Tereb^iy, Die Aetiologie der Krebskrankheit. (i rftkbelegsig Rirek- 

tana.) (Vorgetragen auf dem ungarischen Congress für Krebsforschung, 15. Ko- 

vember 1906.) Orvosi HetUap. No. 48. 1906. 

Referat über den heutigen Stand der Krebsforschung. Ref. stellt fest, dass 
die Thatsachen einstweilen keinen Aufschluss darüber geben, wie sich die erste 
Krebszelle entwickelt, sie gewähren aber unverhoffte Einblicke in die weitere Ent- 
wicklung der Krebszellen, ihre Lebensbedingungen, und wie das Wachsthum be- 
cinflusst, beschränkt werden kann. v. kavbatil-polyak. 

4) Oskftr Orth. Sarkem und Tranma. Mit l Abb. Mwich. med. Wochmackr. 
No. 44. 1907. 

Unter Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Trauma und Tumorent- 
wicklung berichtet Autor über 2 Fälle, von denen der eine ein 14jähriges Mädchen 
betrifft, dessen Grossvater an einem Carcinom des Oberkiefers gestorben sein soll. 
4—5 Monate nach Extraction eines Unterkiefer - Prämolaris — die Krone brach 
ab, die Wurzeln wurden einzeln und erst nach mehrfachen Versuchen extrahirt, 
anschliessend entwickelte sich eine abscedirende Periostitis — trat am Unterkiefer 
eine Geschwulst auf, die excidirt wurde: nach Y2 *^^^^ entwickelte sich im Be- 
reiche der Narbe ein grosser Tumor, der durch Resection der Pars alveolaris des 
Unterkiefers entfernt w^urde und sich als central sitzendes Osteosarkom (mikro- 
skopisch: Riesenzellensarkom) erwies. hecht. 

5) S. S. Preobraschenttky (Moskau), üeber die Rolle der läse, des Hackens 
and der Kekle bei Hämoptoe. Pkaryngitia kaemorrkacica. FraerikeVs Archiv 

f. Laryngologie. Bd. 17. S. 79. 

Auf Grund seiner Erfahrungen an 16 Fällen, die er kurz mittheilt, stellt 
Verf. folgende Sätze auf: 

1. Hämoptoe aus den oberen Luftwegen kommt weit häufiger zur Beobach- 
tung, als allgemein angenommen wird. 

2. Am häufigsten kommt es zu Blutungen aus entzündeten Bezirken, oder 
blos aus erweiterten Blutgefässen. 

3. Bei richtiger Diagnose sind sie gewöhnlich leicht heilbar. 

4. Die Blutmenge spricht weder für das eine, noch das andere Organ ; ist 
die Blutung profus, so schliesst das ihren pharyngealen Ursprung noch nicht aus. 

5. Die Benennung hämorrhagische Pharyngitis sollte ebenso anerkannt 
werden, wie die Bezeichnung hämorrhagische Laryngitis und Tracheitis wegen 
der hervorragenden Bedeutung, die der Hämoptoe als Symptom zukommt. 

F. KI.EMPERKll. 



— 177 — 

6) F. Parkf 8 Weber. Iiattplo kereditüro Teleangiectaiiieii der lant und Schleim- 
UQte, Terbinden mit recldivlreiideB Blutungen. (Inltiple hereditary telangi- 
eetanes ef the sUn and mneenn memferanes aasooiated wtth reenrring haemer- 

rkages.) Lancä, 20, Jvli 1907. 

Eine GGjährige Jüdin weist hellrothe Angiome auf, die über Gesicht, Ohren, 
Lippen, Zange, Mandschleimhaut und die oonjunotivale Fläche der Augenlider 
verstreut waren. Es handelt sich um kleine Teleangiectasien. Es befanden sich 
solche auch auf der Schleimhaut in beiden Nasenhöhlen und auf der Vorderfläche 
der Epiglottis. Desgleichen waren ein paar nadelspitzgrosse Angiome unter den 
Fingernägeln. Fat. ist anämisch (rothe Blutkörperchen 2 833 000, weisse 11 350 
in 1 ccm Blut). Geringes systolisches Geräusch. Centraler Fleck von Chorio- 
Retinitis im rechten Auge. Die Menopause war im 38. Jahre eingetreten. Das 
erste Angiom wurde constatirt auf der rechten Wange, als Fat. 42 Jahre alt war. 
Wenige Jahre vorher trat Nasenbluten auf. Während der letzten 6 Jahre hatte sie 
alle 2—3 Wochen Nasenbluten, was sich in den letzten 2 Jahren noch ver- 
schlechterte. Die Mutter der Fat. leidet an Epistaxis und hat 2 Flecken im Ge- 
sicht. Von den 9 Kindern haben 3 Söhne und eine Tochter Epistaxis und bei 
zwei von den Söhnen bestehen multiple Angiome der Haut und Schleimhaut. 
Fat. wurde mit Calciumlactat bebandelt, jedoch ohne jeden Effect. 

Verf. gelangt zu folgenden Schlüssen: 

1. Das geschilderte Krankheitsbild kommt bei beiden Geschlechtern vor. 

2. Hämorrhagien treten in den meisten Fällen nur auf der Nasenschleimbaut auf. 

3. [n den meisten Fällen ist das Krankheitsbild ohne jede Verbindung mit Hämo- 
philie oder Verminderung der Blutgerinnbarkeit. 4. Die Hautangiome sind im 
Allgemeinen nicht congenital; man wird auf sie gewöhnlich im mittleren Lebens- 
alter aufmerksam. Manche von den kleinen rothen Funkten der Capillarangiome 
haben die Neigung, sich zu blaurothen Knötchen zu entwickeln, die dem caver- 
nösem Venenangiom ähneln. 5. In den meisten Fällen besteht eine Neigung zu 
Nasenbluten vom frühen Lebensalter an oder in jedem Fall viele Jahre, bevor 
irgend ein Hautangiom aufgetreten ist. 6. Mit zunehmenden Jahren nehmen die 
Blutungen und die Anämie zu. 7. Wahrscheinlich bildet sich eine Art von „cir- 
culns vitiosus", indem die wiederholten Anfalle von Blutung zu einer schweren 
Anämie fuhren, die ihrerseits die Neigung zur Hämorrhagie vermehrt. Auf Grund 
dieser Erwägung ist gelegentlich die Anwendung von Eisen und Arsen als ein 
Theil der Therapie gerechtfertigt. 8. Die hereditäre Veranlagung zur Bildung 
blutender Teleangiectasien kann mit der gelegentlichen familiären Tendenz zu 
Hämorrhoiden oder zu Varicen an den unteren Extremitäten verglichen werden. 

ADOLPH BRONNE. 

7) William Osler (Oxford). Deber miiliiple hereditäre TeleangiectaBien mit 

recidivirendeil BlutlUgeil. Qmrterlt/ Journal of Medicine, Vol. I. No. I. 
Odober 1907. Oxford. 

In der Einleitung definirt der Verf. die verschiedenen Formen von Teleangi- 
ectasien, von denen er einige aufzählt; für die multiplen hereditären Teleangi- 
ectasien mit wiederholten Blutungen führt er zwei Fälle eigner Beobachtung an. 



- 178 — 

Im ersten, den er Mber in John Hopkin's Hospital Journal Vol. XII berichtete, 
führt er . die Krankengeschichte von zwei Mitgliedern einer Familie an, die zahl- 
reiche Teleangiectasien auf Haut und Schleimhäuten zeigten und die seit der Kind- 
heit Blutungen aus der Nase und aus einigen der Flecke hatten. Sieben Familien- 
mitglieder litten daran. Nach dem Tode eines derselben fand man Teleangi- 
ectasien in der Schleimhaut des Magens sowohl wie der Nase. 

In vorliegender Arbeit theilt Verf. die Geschichte einer anderen Familie mit. 
Der Hauptpatient war der Vater, der seit der Kindheit an Blutungen aus verschie- 
denen Teleangiectasien der Haut, sehr häufig der Mundhöhle und am meisten der 
Nase litt. Fat. gehörte zu einer Bluterfamilie; sein Vater, Grossvater und eine 
Schwester hatten die Flecke gehabt und an Blutungen gelitten, und sein Sohn, 
ein junger Mann von 20 Jahren, hatte gelegentlich an Nasenbluten gelitten, jedoch 
keine Flecken gehabt. Dieser Patient wurde durch innerliche Darreichung von 
Calciumlactat gebessert, während die prominentesten Flecke im Gesicht gleich- 
zeitig mit der elektrischen Nadel behandelt wurden. 

Verf giebt dann Berichte über mindestens 8 Familien, die dieser eigenthüm- 
lichen AfTection unterworfen waren und deren Fälle beschrieben worden sind und 
zeichnet dann das klinische Bild der Erkrankung. Die ausgezeichnete Arbeit ist 
mit zwei lllustrationeu versehen. felix sbmon. 

8) K. Hf. Menzel (Wien). Beitrag inr Kenntiiiss der levUmischeii Terinde- 
mngen in der Schleimhaut der oberen Lnft- nnd Digeationswege. FraenkeVs 

Archiv f. Laryngologie, Bd, 18, S. 39. 

Ausführliche Krankengeschichte eines Falles von chronischer lymphatischer 
Leukämie, welche aus einer Pseudoleukämie hervorging und nach etwa Sjähriger 
Beobachtung mit einem Anfalle, der dem Bilde einer acuten Leukämie entsprach, 
zum Tode fährte. Während der ganzen Beobachtungsdauer bestand eine diffuse 
colossale Infiltration des weichen Gaumens, beider Tonsillen und Gaumenbögen, 
Uvula und des Zungengrundes. In diesen infiltrirten Gebilden kam es zeitweise 
zu Entzündungsattaken, welche die Schwellung noch mehr steigerten, einige Tage 
dauerten und zu lebensbedrohenden dyspnoisohen Anfällen Anlass gaben. Ic 
einem derartigen Anfall entstand auf der Uvula ein Geschwür, das nach kurzer 
Zeit spontan heilte. Ferner entwickelte sich kurz vor dem Tode auf der einen 
Tonsille ein grösseres gangränöses Geschwür. Das letztere fasst Verf. als speci- 
fisch leukämisches Geschwür auf, das erste geheilte aber führte er auf eine acci- 
dentelle Verletzung durch Fremdkörper, Speichel oder anderes zurück. 

F. KLEM PEREIL 

9) Yiffnard. Scharlach mit maltiplen GemplicaHenen naaepharyngealen Ur- 
sprungs. (Scarlatine avec cemplicatiens nnlUples d'origine rhine-pharyng de.) 

Sociele' de Chirurgie Lyon, 27, Juni 1907 im Lyon m^dical No, 36. 1907, 

Die Infection des Nasenraohens erfolgte wahrscheinlich durch die adenoiden 
Vegetationen — dann trat Stirnhöhlenempyem und linksseitige Mastoiditis mit 
Phlebitis des Sinus lateralis auf. Man trepanirte den Sinus, öffnete den Warzen- 
fortsatz, unterband die Jugularis interna und drainirte den Sinus lateralis. Kurze 



(. _ 179 — 

Zeit darauf zeigte sich übrigens eine eitrige Arthritis der linken Schalter, welche 
die Arthrotomie nothwendig machte. Fat. genas« «ontikr de u roühk. 

10) Van den Wildenberg. Blreete lethtdett nr Uiitersiicliiiig der eberen 
Lvfl- ud BigestieiiBwege. DemoutraUen an Krankeii. (lotkedes direetes 
d'examen dea voiea reapiratetrea et dlgeatlTea aapirieiirea. Demenatrattei 
aar maladea.) Anvers M^ical No. i. 1907. 

In der Antwerpener med. Gesellschaft bespricht der Autor der Reihe nach 
die directen Methoden zur Untersuchung der oberen Respirations- und Digestions- 
wege mit der Oesophagoskopie beginnend, welche er zu gleicher Zeit an einem 
Kranken demonstrirt, den er zum zweiten Male ösophagoskopirt und bei welchem 
es sich um einen Krebs bandelt; er zeigt dabei praktisch die Vorzüglichkeit der 
Methode für die Entfernung von Fremdkörpern, indem er mit einer langen Zange 
einen Wattetampon entfernt, welcher sich losgelöst hatte und jenseits des Oeso- 
phagoskopes sass. Darauf geht er zur Tracheoskopie über, indem er dieselbe 
ebenfalls an einem Kranken ausübt, den er nur einmal zuvor tracheoskopirt hatte. 
Er führt einige Fälle an, bei welchen er die Methode mit Erfolg angewandt hatte 
und bei welchen es sich um die Enucleation stenosirender Kröpfe handelte. 

Bei der Bronchoskopie bespricht er zuerst die obere und die untere Broncho- 
skopie und schliesst daran an die Mittheilung von einem Fremdkörper, welcher 
bei einem 7 jähr. Kinde 2 Jahre lang in den Bronchien verweilt und zwar in der 
rechten Lunge zwischen der 4. und 5. Rippe. Die Anwesenheit des Fremdkörpers, 
einer metallenen Bleistiftkuppe, wurde erst nach einem Jahre durch die Radio- 
skopie festgestellt. 9 Monate darauf wollte der Autor die Bronchoskopie vor- 
nehmen und administrirte zuvor dem kleinen Kranken ein Abführmittel, welches 
aber einen Brechdurchfall veranlasste mit einem heftigen Hustenanfall; in dem- 
selben Augenblick verspürte das Kind einen heftigen Schmerz in der Höhe des 
Kehlkopfs und stiess, von der Umgebung zum Lachen gebracht, unter einem Strom 
äusserst fötiden mit Blut vermengten Eiters den Fremdkörper aus — darauf Re- 
convalescenz. ha y kr. 

11) UaläflE. Wertk dea SaagYerfahrena in der Ote-Bhlaolegie. Orcosi HetiUip. 

No. 41. 1907. 

Lobt dasselbe als diagnostisches und therapeutisches Verfahren bei Neben- 
höhlenempyem, sowie bei Ozaena und Rhinitis atrophicans. y. navari'il. 

12) irsay. Deber dea leilwerth dea Thieataiamlaa im AaaeUaaae an Kranken- 

fUle, Budapesti Orvosi üjsdg. No. 46. 1907. 

J. gebrauchte anfangs 10 — löproc. Lösungen von Thiosinamin, später Fibro- 
Ijsin subcutan in 11 Fällen von Oesophagusstrictur nach Verätzungen mit Laugen- 
stein. In einem Falle ohne Sondirung, in den übrigen mit Sondirung combinirt. 
Nach J. dilatirt das Thiosinamin die Strictur nicht, erweicht sie aber und macht 
sie der Sondirung mehr zugänglich. v, .navratil. 



— 180 — 

13) w. Uffenorde (Göttiugen). UttheOiiig Uer Erfahnugen mit lerrsdier 

Stypticinwatte in der Praxis. FraenkeVa Archiv f. Laryngdogie. Bd 18. 

S. 306. 

Verf. empfiehlt warm die Stypticinwattetamponade, die er in ca. 30 Fällen 
mit Erfolg angewendet hat. Sie erspart die feste Tamponade, welche für den 
Patienten grosse Unannehmlichkeiten hat. Die Stypticinwatte braucht nur in 
dünner Schicht auf die blutende Partie aufgelegt zu werden; eventuell wird diese 
Schicht noch durch einen kleineren Tampon von gewöhnlicher Watte fixirt. Ge- 
wisse Nachtheile der Stypticinwatte, ihr unangenehmer Geschmack und ihre In- 
cohärenz, in Folge deren bei der Entfernung des Tampons der hintere Theil leicht 
abreisst, dürften von der Firma Merk auf Anregung des Verf.'s noch behoben 

Wö^^ö"- F. KLBMPKRKU. 

b.. Nase und Nasenrachenraum. 

14) £• Schmlegelow (KopeDhagen). Beitrag HUT Belenchtoiig der Beiiekviigei 

IWlSChen lasen- and Anfenkrankkeiten. FraenkeVs Archiv f. LaryngcHogie, 

Bd. 18. S. 478. 

Verf. giebt eine üebersicht über die Literatur und berichtet über zwei Fälle 
von retrobulbärer Neuritis optica, deren Ursprung in einer latenten Eiterung des 
Sinus sphenoidalis und ethmoidalis posterior gelegen war. p. klemperer. 

15) William €• Posey. Die lebenkiklen der Base ¥om opUkalmologiacken 
Standpunkt. (Tke accesBery ainvses of tke aese frem an epktkalmelegical 

Standpoint.) N. Y. Medical Journal 2. März 1907. 

Verf. bespricht die retrobulbäre Entzündung in Folge Ethmoiditis und Sphe- 
noiditis, sowie Parese und Paralyse der Augenmuskeln aus derselben Ursache, 
Orbitalabscesse mit Verdrängung des Bulbus, Oedem der Lider, ein Symptom, 
dem Verf. grosse Bedeutung zulegt. In Fällen, wo der Nasenrachen mehr als die 
Sinus afßcirt ist, war die Conjunotiva torpid und mit Follikeln besetzt; in einem 
Fall schien ein Geschwür der Cornea von einer Ethmoiditis abzuhängen, Refrac- 
tionsanomalien waren bedingt entweder durch den von einem dilatirten Sinus aus- 
geübten Druck oder vielleicht indirect als Folge von Congestion und Spasmen des 
Ciliarmuskels. lbffkrts. 

IG) i¥ililam C. Posey. Die Stellaag des Opktkalmologen bei der Bekandlnng 
von Krankkeiten der BasennebenkSklen. (Tke posiUon of tke opktkalmologist 
in tke treatment of diseases of tke accessory sinnses of tke nose.) N. T. 

Medical Jmimal. 2. November 1907. 

P. wurde von einer 61jährigen Frau wegen einer Vorwölbung des Auges nach 
vorn und unten, die durch Druck nicht verändert wurde und nicht pulsirte, con- 
sultirt. Ober- und Unterlid waren ödematös, die ganze linke Schläfen- und Stirn- 
gogend geröthct, dift Haut darüber gespannt und die Venen prominent und dilatirt. 
Unter der Orbitalspalte palpirte man eine feste glatte Masse, dieKetinaigefässe waren 
gefüllt, besonders die Venen und es bestand Venenpulsation. Die Papille war 



— 181 — 

blass, es bestand erhebliche Gesichtsfeidbeschränkung im oberen Quadranten. Die 
Nasenuntersuchung eines Rhinologen fiel negativ aus; es bestand nur ein feiner 
Schatten über der linken Kieferhöhle. Später fand man jedoch ein nekrotisches 
Knochenstuck in der Vorderwand der linken Keilbeinhöhle, die zum Theil entfernt 
wurde. Nach einem Monat Operation: locision über der linken Augenbraue, 
durch die die Gewebe unter dem Supraorbi^alraum freigelegt wurden. £s zeigte 
sich sofort eine Hucocelo mit gelatinösem Inhalt, der Supraorbitalrand war sehr 
beschädigt, und der Finger gelangte in eine enorm erweiterte Stirnhöhle; diese 
wurde ausgeräumt, ein Drain eingelegt und die Wunde geschlossen. Fat. starb 
unter anämischen Symptomen. 

Die geeignetste Person zur Operation solcher Fälle ist nach Ansicht des Ver- 
fassers: Jemand, der gleichzeitig Rhinologe und Ophthalmologe ist. Andernfalls 
müssen beide Specialisten Hand in Hand arbeiten. Jedenfalls mässte in Fällen 
von Orbitalcomplicationen der Ophthalmologe dio Thätigkeit des Rhinologen con- 
troUiren. LEFFEirrs. 

17) Compaired (Madrid). Ueber tie AngenaSecttoiieiiiiasaleii Dnprmigs. (Aeerea 

de las afeccionOS OCalareS de ericeil nasal.) Revista de medidna y drurgia 

prdcticas. 1907. 

Die NaseuaflFectionen führen zu reflectorischen und per continuitatem fortge- 
leiteten Augenerkrankungen. Immer erfolgt die Fortleitung von der Nasenschleim- 
haut zur Conjunctiva, niemals umgekehrt wegen der bactericiden Eigenschaft des 
Nasensecrets. Verf. führt mehrere Fälle zur Stütze für seine Behauptung an. 

TAPIA. 

18) F« Kaiser. Deber einen Fall Ten Orbltalphlegmene mit Abscessbildnng in 
der lasen-, Wangen- nnd ScUifengegend nnd mit Betheilignng der lasenhöhle 

nnd dea Baehens. Dissertation. Heidelberg 1905. 

Der Titel giebt den Inhalt an. Bezüglich der Aetiologie nimmt Verf. an, 
dass es sich um eine primäre idiopathische Orbitalphlegmone handelt; doch ist 
bei Durchlesen der Krankengeschichte die Annahme näher liegend, dass die Or- 
bitalphlegmone von einer Nebenhöhleneiterung ausging. opriKOFER. 

19) N. Müller. Ueber die Orbitalphlegmone. Dmertatim. wurzburg 1905. 

Besprechung der Aetiologie der Orbitalphlegmonen; Literatur unvollständig 
und einseitig berücksichtigt. Hinzufügen von 7 Fällen, die auf der Augenklinik zu 
Würzburg beobachtet wurden: 3 dieser Orbitalphlegmonen schlössen sich an ein 
äusseres Trauma an, der 4. Fall an eine Sondirung und dabei geschaffene Ver- 
letzung des Thränennasenganges ; bei den 3 übrigen Fällen war die Aetiologie 
unklar. oppikofer. 

20) HeyniDx. Seehs FSlle von Orbitalcomplicationen von lasen- nnd lasen- 
nebenböUenerkranknngen. (Siz cas de complicatiens orbitaires de maladies 

dn nes et des Sinns.) La Besse Med. Beige. No. 20. 1907. 

In der medico-chirurg. Gesellschaft von Brabant macht H. die Miltheilung 
von sechs Fällen von Orbitalcomplicationen von Xason- und Xascnnobenböhlcn- 
erkrankungen mit Kraniienvorstellung. 



— 182 — 

1. Fall: Totalausräumung der rechtsseitigen Nebenhöhlen (Sin. front, 
ehmoid. u. sphenoid.) wegen bilateraler Ozaena mit Orbitalcomplicationen (Exoph- 
thalmus mit Drucksteigerung des Augapfels, intensiver Chemosis und bedeutendem 
passivem Oedem der oberen und unteren Augenlider, kurz allen Zeichen von Intra- 
orbital com pression mit Exsudatbildung, herrührend von einer Ostitis ethmoid. mit 
drohender Phlebitis der Yen.ophthalm. und einer Temperatur von 39,4^). Resultat 
sehr zufriedenstellend. 

2. Fall: lOjähr. Knabe, nach einem heftigen Schlag auf den Schädel Epi- 
staxis und darauf Symptome von Intraorbital com pression, ähnlich wie im ersten 
Fall, ohne Fieber und ohne septische Erscheinungen. Heilung ohne Intervention. 
H. diagnosticirt: Siebbein fractur mit Kepercussion auf den Sehapparat. 

3. Fall: 30jähr. Frau mit alter Sinusitis ethmoid. und sphenoid. rechts, 
auch Polypenbildung; Atrophie der Sehnerven, hinterem Staphylom mit atrophi- 
scher Stelle der Cborioidea in der Gegend der Macula. H. meint, die Operation, 
welche zur rechten Zeit vorgenommen, das xVuge halte retten können, wäre noch 
indicirt, um eine sympathische Erkrankung des anderen Auges zu verhüten und 
die Kranke von ihren Schmerzen zu befreien. 

4. Fall, welchen H. früher schon vorgestellt hatte, und bei welchem nach 
der Kadicaloperation der Sinus das Sehvermögen wieder vollständig normal 
wurde, wie auf der anderen Seite. 

5. u. 6. Fall: Flimmerskotom in Folge von Hypertrophie der mittleren 
Muschel. Die Abtragung derselben genügte, um die AiTection, welche die Augen- 
ärzte als „Teichoskopie^' oder „Augenmigräne" bezeichnen, zum Verschwinden zu 
bringen. Bei der Discussion werden die Behauptungen von H. von den Augen- 
ärzten kritisirt und zum grössten Theil refüsirt. bayer. 

21) Ernst Huber (Erlangen), bitraorbltale und endocrauielle Gomplicattoneii in 
einem Falle von doppelseitiger HuennebenhShleneitening bei Osaena. Mit 

6 Abb. MonaUachr. f, Ohrenheilkunde etc. Heft 10. 1907. 

Bei der 37jährigen Patientin handelte es sich um eine wahrscheinlich lue- 
tische Erkrankung der Nase mit kariösen Defecten der Knoohenwandungen. De« 
fecte bestanden in der Lamina papyracea des rechten Siebbeines, ferner war fast 
die ganze Lamina cribrosa zerstört, ausserdem bestand ein von der rechten Keil- 
beinhöhle ausgehender grosser Defect im Türkensattel. Ein bestehender Frontal- 
lappenabscess mit consecutiver eitriger Leptomeningitis führte trotz mehrfacher 
operativer Eingriffe ad exitum. Die in extenso berichtete Krankengeschichte eignet 
sich nicht zu kurzem Referat, bezüglich ihrer Details nebst ihren interessanten 
Abbildungen müssen wir auf das Original verweisen. hbcht. 

2*2) Meyer (Berlin). Zur naaalen Bekandlnng der Epiphora. Berliner kiin. 

Wochefischr. No. 23. 1906. 

Thränenträufeln kann 1. rellectorisch durch Reiz in der Nase, 2. durch 
mechanische Behinderung des Abflusses durch Verlegung des Thränennasencanals 
hervorgerufen werden. Das letztere kann in der Nase durch Hypertrophien der 
unteren Muschel, durch Borkenbildung, Septumdeviation, Polypen, hervorgerufen 



— 183 — 

werden. Es kann aber auch eine besondere Form der unteren Muschel, die nur 
einen schmalen unteren Nasengang freilässt, zur Epiphora disponiren. Verfasser 
empfiehlt in solchem Falle die Abspreiznng der unteren Muschel mitteist stumpfer 
Nasenzange, welche die Muschel genügend weit nach hinten fassend, dieselbe 
nach dem Septum zu umknickt. In 6 Fällen schwand das Thränenträufeln prompt 
nach dem Eingriff. albanüs (zarniko). 

23) Franc £. Brawle)*. Bio Beiiehiiig der lebenkihlonerkraiikiuigeii in ingea- 
kraakheitoa. (Tke relation of diaeasea of the aasal acceaaory sinases to 

dlieaaes of thO OyoS.) N. Y. Medical Journal. 30, März 1907, 

Verf. bespricht die Abtragung des vorderen Endes der mittleren Muschel 
mittelst der Schlinge in Fällen von Iridocyclitis. t.kfferts. 

24) Hanan W. Loeb« Biao Stadie Ibor die Aaatomie der laaeaaebeahöUea. 
(A Btady of the aaatomy of the acceaaory siaaseg of the aooe.) Aftmls of 

Otology, Rhinology and Laryngdogy. December 1906, 

Genaue Untersuchungen über den Durchmesser der Nebenhöhlen, gezeigt 
durch Reconstructionen von vorn, oben und der Seite. Die Fehlerquellen sind auf 
das grösstmögliche Minimum reducirt. y.mil mayer. 

25) A. Logan Turner. lacocolo der lasonaebeahihlon. (lacocele of the 

accesaory aasal Siaases.) Edinburgh Medical Journal November- Decembet- 

1907. 

Verfasser giebt die klinische Geschichte von 10 Fällen von Dilatation der 
Stirnhöhle und Ethmoidalzellen, die er beobachtet hat. Die Stirnhöhle war in 
7 Fällen betroffen, der rechte Sinus in 6, der linke in 1; die Siebbeinzellen in 3, 
die rechten in 2, die linken in 1. Sieben Fälle betrafen Weiber, drei Männer. Das 
Alter schwankte zwischen 18 und 52 Jahren. Der Augapfel war in sieben von den 
zehn Fällen dislocirt. In sechs Fällen fand sich in der Nebenhöhle nichts Ab- 
normes. Verf. ist geneigt, die Entstehung so zu erklären, das die Sinuswände 
chronisch entzündet sind, das Ostium partiell oder völlig verlegt wird und sich 
der Schleim aus den Drüsen der auskleidenden Schleimhaut ansammelt. In Fällen 
von Stirnhöhlenmucocele soll die Höhle von aussen eröffnet und eine breite Oeff- 
nung nach der Nase zu erhalten werden. In manchen Fällen von Ethmoidal- 
mucocele kann durch intranasale Operation Heilung herbeigeführt werden. 

AUTOREFERAT. 

26) j« w. Gleitsmaan. Taborcaloso der laaeaaebeahShlea. (Tabercalosis of 
the acceaaory siaaaes of the aoie.) The Laryngoscope. Juni 1907. 

Cfr. Verhandlungen der 29. Jahresversammlung der American Laryngological 
Association. Mai 1907. emil mayer. 

27) Coalomb. Arterielle aad veaSee Circalatioa des Oberkiefers. (Circalatioa 
artdrielle et Toiaeaae da maesif mazillaire sapiriear.) These de Bm^deaux, 

1907. 

Die Arterien für das Oberkiefermassiv kommen aus der Maxillaris interna 
durch deren Aeste, die A. alveolaris, suborbitalis, palatina superior und spheno- 



— 184 — 

palatioa; accessoriscb nehmen daran theil: die A. facialis, die temporalis super- 
ficialis und die ophthalmica. Die venösen Abflüsse sind : der Plexus alveolaris 
und der Plexus pterygoideus, die ihr Blut in die Jugularis interna (durch die 
Facialis) oder in die Jugularis externa (durch die Maxillaris interna) führen. Es 
sind zahlreiche Gefässe, jedoch sind sie sehr klein und genügen kaum zur Er- 
nährung; die Abflusswege sind unzulänglich, immer nur eine Vene für jede Arterie. 

BRINDEL. 

28) 0. Schttrch (Bern), üeber die BexiehiiBgen der Grössenvariatteaen der 
HiglimorshölileB lam individaellea Schüdelbaa and derea practiscbe Bedeataag 
Ittr die Therapie der KieferhSUeaeiteraagea. FramkeCs Archiv f. Laryngo- 

logie. Bd. IS. 8. 229. 

S.'s Messungen beziehen sich auf 118 Schädel. Er constatirt, dass bei 
kleinen Highmorshöhlen der zugehörige Gaumen höher und vor allem schmäler 
ist, als bei grossen Highmorshöhlen. Dagegen lässt weder die Configuration des 
ganzen Schädels noch auch diejenige des Gesichtsschädels einen annähernd 
sicheren Schluss ziehen auf den volumetrischen Inhalt der Oberkieferhöhlen; und 
Aehnliches trifft zu für die absoluten Grössenverhältnisse des Oberkiefers ver- 
glichen mit denjenigen der Highmorshöhlen. — In practischcr Hinsicht zieht S. 
aus seinen Untersuchungen die Schlussfolgerung, dass bei schmalem hohen 
Gaumen sowohl die Anbohrung der Kieferhöhle vom Alveolarfortsatz aus, wie die 
Anbohrung bezw. die Function vom unteren Nasengange aus auf ungleich grössere 
Schwierigkeiten stossen muss, als bei plattem Gaumen. k. klemperkr. 

29) Gapart Jn Selteae Kieferhöhleaaaomalie. (iaomalie rare da siaas mazlllaire.) 

Journal med. de Biiixdles. No. 48. 1907. 

Ungewöhnlich breite Nasenhöhlen, ohne Atrophie mit wohlgeformten Mu- 
scheln; die äusseren Nasenwände sind sehr stark nach aussen hin entwickelt; 
typischer Fall der von Zuckorkandl angeführten Anomalie. Wenn man an dem 
Präparat die Eröffnung des Antrums von der Fossa canina aus vorsucht, so 
kommt man in die Nasenhöhle. Beim ersten Anblick könnte man glauben, es 
existire kein Sinus maxill.; dem ist aber nicht so, es ist sogar ein voluminöser 
vorhanden, der aber nach hinten oben, fern von den Zähnen verdrängt ist. Der 
Weisheitszahn nähert sich demselben am meisten, und auch dieser ist noch 17 mm 
— von seinem Hals an gemessen — entfernt. 

Bei der Behandlung einer Sinusitis wäre der Alveolarweg unmöglich und die 
Radicaloperation müsste unter ganz ungewöhnlichen Bedingungen in der nächsten 
Nachbarschaft des Auges vorgenommen werden. baver. 

30) Gyergyai. Zaliacyste ia die HighmonhiUe eiadriagead. Orvosi Heülap. 

No. 41. 1907. 

Die Cyste war apfelgross. v. nayratil. 

31) Brunei. Bia Fall voa Zahacyate des Oberkiefers. (Ua cas de kyste deati- 

ttre da maxUlaire sapiriear.) Annales d. maladiea de Voreille. März 1907. 
Bericht über den Fall eines 11 Vo jährigen Mädchens. «rindel. 



— 185 — 
32} Schoeis (Heidelberg). Carcifiom der OborUeferköUe auf parmaxUlarem 

Woge eittent. Monatsschr. f. Ohrenheilkunde etc. Heft 9. 1907. 

Der Tumor wurde von Prof. Kümmel nach der Denker'schen Methode 
vollständig und erfolgreich entfernt. Patientin war nach 8 Monaten noch recidiv- 
frei. Bericht der Krankengeschichte in extenso nebst anschliessenden epikritischen 
und technischen Erörterungen. hecht. 

33) De Graenwe. Surkenrocldiv dea Oberkiefera. (Sarcome rdcidivi an mazil- 

laire aVf Meir.) Journal de Chir. et Annal. de la Soc. Beige de Chir. No. 3. 
1907. 

Vorstellung eines von Dr. Verhoogen vor einem Jahre mit partieller Re- 
section des linken Oberkiefers wegen einer Geschwulst operirten Patienten, der 
vor einigen Wochen mit einem enormen Recidiv, das beide Oberkiefer sammt dem 
Gaumensegel einnahm, zurückkam. 

Operation: Resection des ganzen Oberkiefers, eines Theiles des Siebbeins 
und des Keilboins in der Rose 'sehen Kopflage ohne Tracheotomie und ohne 
Schwierigkeiten nach vorausgeschickter Ligatur der Carotis. 

Zur Zeit hat das Gesicht ungefähr wieder sein ursprüngliches Aussehen ange- 
nommen; wenn der Kranke den Mund öffnet, erblickt man eine geräumige Höhle, 
welche sich bis zur Schädelbasis ausdehnt. baykr. 

34) 'Thiery. beperablea Sarkom dea Oberkiefera, daa nater Eiawirkmia der 
Bintgeaatraklen aick ackeiabar ackneller entwickelt kat. (Sarcome Inopirable 
da maxlllalre aapdrlear aemblant avolr Avelai plaa rapldemeat encore aena 

raetlon dea rayona de Boentgen.) Sodde' de Chirurgie. 4. Decemhei- 1907. 
Die Röntgenbehandlung erscheint dem Verf. nicht nur wirkungslos, sondern 
in solchen Fällen häufig gefährlich. gontier de la röche. 

35) M. H. Cryer. Blalge TariatieBen der Stlmkiklen. (Some varlatloaa In tbe 

frontal alnnaoa.) Journal of the American Medical Association. 26. Januar 
1907. 

Zwanzig Abbildungen demonstriren die verschiedensten Variationen. Es wird 
die Wichtigkeit radiographischer Aufnahmen für das Vorgehen des Chirurgen 

t>ötOnt. KMIL MAYER. 

36) H. J* H» HooTe. Pkyaiognomlo and ikro Beiieknngen rar firSaae und 
Anadeknang der StimkCkle. (Pkyaiosnomy and ita relaUon to tke also and 

OZtont of tke ainna frontalia.) The Laryngoscope. September 1907. 

Verf. unterscheidet den „motor type", „vital type" und „mental type" der 
Physiognomie, beschreibt die Qualität der Stirnknochen und die Grösse der Stirn- 
höhle in jedem. Er behauptet, dass beim „motor temperament" die Stirnhöhle 
klein oder fehlend, beim „vital temperament" sehr ausgedehnt und beim "mental 
temperament" von durchschnittlicher Grösse sei. kmil mayer, 

37) Froiow. Znr Biagnoatlk der Seackwülate der Stlmgegend. (K dlagnoatlke 

•pnokOldr lObnai OblaatU Frakt. Wratsch. p 469. 1906. 

F. führt die verschiedenen Geschwulstarten in der Stirngegend auf und theilt 



-- 186 — 

dann einen Fall mit, wo nach einer operativ behandelten Periostitis sich eine Luft- 
geschwulst von Faustgrösse herausbildete. Die Luft entwich durch die Nase beim 
Druck und sammelte sich beim Niessen, Schnupfen u. s. w. wieder an. 

V. HBLLAT. 

38) Sprenger (Stettin). Bin Fall von ScUeimliantcyste der StirnUhle. Fram- 

keVs Archiv f. Larynqolooie. Bd. 19. S, 136. 

Eingehende Krankengeschichte. Als charakteristische Symptome einer Stirn- 
höhlencyste sieht Sp. Schmerzen in der Nasenwurzel an, die bis zur Nasen- 
spitze ausstrahlen und des Nachts aufhören, ferner umschriebene Oedeme 
(Stirn, Nase) auf der erkrankten Seite. f. klbmperer. 

39) Eljasson. Seltener Fall von Anomalie der SiebbeinMUe. (BedU alntacliai 
anomali reacketscliatoi paancU.) Mittheü. der Rtz. Klinik. Bd. i. s. 375. 

Die Siebbeinhöhle befand sich hinter der Stirnhöhle. p. hbllat. 

40) Th. £• ter Knile (Enschede, Holland). Fyooole dos Sttm-Siebboinlabyrintbes. 

Fraenkers Archiv f, Laryngologie. Bd, 18, S. 381. 

Mittheilung zweier Fälle; die Geschwulst im Augenhöhlenwinkel wie die 
(nur im ersten Falle bestehende) endonasale hatte feste Knochenwände. In beiden 
Fällen wurde durch relativ geringe Eingriffe leicht Heilung erzielt. 

F. KLEMPHKER. 

41) Horean und Rollet Bin Fall von lacrrmo-othmoidaler Incocele. (8nr nn 
caa de mncocile lacrymo-ethmoidale.) Lyon mddical. 28. April 1907. 

Die Geschwulst glich einer geschlossenen Dacryocystitis. In der Absicht, 
den Thränensack zu exstirpiren, schritt Verf. zur Operation. Er kam in eine mit 
schleimiger Flüssigkeit gefüllte Tasche, die das Siebbeinlabyrinth einnahm. Hei- 
lung ohne Naht und Drainage. brindkl. 

42) A. Onodi (Budapest). Die Incooelo doB Siebboinlabyrinthes. Framkd's 

Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. S. 415. 

Eingehende Besprechung eines Falles, in welchem nach O.'s Untersuchungen 
die Mucocele „im Gebiete des Siebbeins in einer präformirten, mit Flimmerepithel 
bekleideten und mit Schleimdrüsen versehenen Höhle iu Folge eines entzündlichen 
Reizes entstanden war^S Der Befund des entzündlichen Zustandes' erklärt die 
Steigerung der Schleimsecretion, die Schleimanhäufung, die Verlegung der Höhlen- 
mündung, forner die durch Knochenapposition und Knochenresorption bedingte 
Dilatation der Höhlenwandung, was sich in der Form einer den Augapfel ver- 
schiebenden fluctuirenden Geschwulst sowohl im inneren Augenwinkel als auch 
in der Nase repräsentirte. p, klemperer. 

43) Yan Dnysf « Siebboinmncocelo, einen Intraorbitaren Tumor vortänachend. 
(InoocUe 6thnioMale aimnlant nne tnnenr intraorbitaire.) La Beigique M^d. 

No. 19. 1907, 

20jähriger Mann, dessen linkes Auge nach aussen vorn und unten verdrängt 
war; am inneren Augenwinkel ein deutlicher Vorsprung, der sich bei der Be- 



— 187 — 

lastung als knöcherne, von oben nach unten unter dorn Lig. palpebr. int. und 
hinter dem Os unguis hinziehende Vorwölbung erwies. Bei der rhinoskopischen 
Untersuchung ist nichts im Bereiche der mittleren Muschel zu constatiren. Dia- 
gnose: Solider Tumor des Siebbeinkörpers gutartiger Natur. 

Operation: Bogenförmige Incision unterhalb und nach innen vom Orbital- 
rand; bei Loslösung des Periosts mit der Scheere tritt hinter dem Os unguis eine 
Masse bernsteinfarbiger Flüssigkeit aus; es handelt sich demnach um eine ge- 
schlossene Sinusitis ethmoid., welche die innere Orbitalwand zum Schwund ge- 
bracht und das Periost abgehoben hatte. Herstellung einer Drainage nach der 
Nasenhöhle; rasche Heilung. 

Da der Patient im Alter von 13. Jahren einen Typhus durchgemacht hat und im 
Verlaufe der Keconvalescenz ohne Orbitalphlegmone eine Fistel vom inneren oberen 
Orbitalwinkel mit purulenter Absonderung aufgetreten war, so kann man mit der 
grössten Wahrscheinlichkeit annehmen, dass eine purulente metastatische Sinusitis 
pyogener Verwandtschaft sich im linken Siebbeinlabyrinth gebildet hat mit Aus- 
gang in eine geschlossene Mucocele. — Es ist schon wieder in der Gegend der 
inneren Wand des Sin. ethmoid. ein Recidiv im Anzüge. baykr. 

41) Angelo GasAll. Bin seltener Fall ?en Incecele der rechten StimliUile. 
(Un case rare dl nncecele del sene frentale destro.) BoUett d. fmlattie 

deWoreccMo etc. Februar 1907. 

41 jähriger Mann; vor 8 Jahren Fall auf die rechte Stirn; seit 10 Monaten 
bemerkt Patient, dass die rechte Lidspalte enger wird als die linke. Ein einige 
Zeit später consultirter Arzt constatirt eine harte Anschwellung über dem rechten 
Supraorbitalrand, verordnet Einreibungen und Jodkali, wonach vorübergehende 
Besserung. Bei der Aufnahme in die Klinik fand C. bei dem Patienten eine nuss- 
grosse rundliche Anschwellung 2^2 cn* über dem rechten Supraorbitalrand, die 
nach aussen bis zur äusseren Augenlidercommissur, nach unten bis zur Hälfte des 
oberen Lids reichte; sie war fluctuirend, dem Knochen adhärent, der über dem 
Orbitalrand eine Depression zu haben schien. Man fühlte an dieserStelle Knochen- 
knistern. Es bestand Exophthalmus rechts. Probepunction ergab klare Flüssig- 
keit, die steril befunden wurde. Operation October 1904: Nach Abtragung der 
vorderen Cystenwand sieht man in der Höhle die Pulsation der Meningealarterien. 
Es entleeren sich aus der Höhle ca. 200 ccm Flüssigkeit. Die Höhle schloss sich 
durch Granulationen. Verf. giebt eine genaue Beschreibung des bei der mikro- 
skopischen Untersuchung der abgetragenen Cystenwand erhobenen histologischen 
Befundes. Auf Grund dieses Befundes und sorgfältiger sonstiger Erwägungen 
kommt Verf. zu dem Resultat, dass es sich hier nicht um eine Cyste, sondern um 
eine enorm dilatirte Stirnhöhle, und zwar um die Dilatation einer accessorischen 
Ausbuchtung einer solchen handle. finder. 

45) Horestin. Bxtractien einer in der Lamina perpendlcnlaria des Siebbeins 
feitsitienden Kngel. (Eztractien d'nne balle llxde dans la lame perpendicnlaire 

de rdthmeide.) SodM de Chirurgie. 14. Januar 1908. 

Es handelte sich um eine seit 10 Jahren ohne Beschwerden ertragene Re- 
volverkugel ; vor 2 Jahren traten Erscheinungen auf in Form von Schwindel, Kopf- 

Jthrg. XXIV. 14 



— 188 — 

schmerzen, Fieber, die immer mehr zunahmen. Die Radiographie erlaubte den 
Sitz des Geschosses genau festzustellen. Es sass in der Lamina perpendicolaris 
des Siebbeins. Die Extraction war nach Herunterklappen des knöchernen Nasen- 
gerüsts leicht. gontikr de u röche. 

46) Stncky und Lexnigrton. Tranaia des Siebbeins. Hünabscess; Tod beider 
Operatton. (Traumatisne de rethnoide; abeis da cerveaa; mort peadant 

rtltervenUOB ; aatopsie.) Arch. intemat de laryng. No. IV, 1907. 

Nach dem Unfall zeigte Patient Erscheinungen von Eiteransammlung im Ge- 
hirn. Man fand bei der Autopsie Nekrose der Lamina cribrosa, eine Fractur der 
Lamina interna der Stirnhöhle, Erweichung der Stirnwindungen, die mit grün- 
lichem Eiter inficirt waren. brindbl. 

47) Hombl^* Biebbeinnekroae nach Inflaenxa. (lecroae peat- grippale de 

rethmeide.) Annales et Biületi^t de la 8oc. de Med. dAnvers, Mai 1907, 

Vorstellung eines Falles von typischer Nekrose des Siebbeinlabyrinths, her- 
vorgerufen durch den Pfeiffer' sehen Influenzabacillus bei einem 26 jähr. Mann. 

H. nahm die Ausräumung des Siebbeinlabyrinths auf endonasalem Wege mit 
Resection der unteren und mittleren Muschel vor. Nach einer langen und schweren 
Reconvalescenz kam der Kranke zur Heilung. bayicr. 

48) E. A. Bogne. Die Beiiehuig krankhafter Znatlnde im laaenraehen nun 
ZahngewOlbe. (The relatten ef palhelegical eenditiena ef the naaepharyaz 

te the dental arch.) N. F. Medical Record, 15, Juni 1907. 

Das Zuiückweichen der Zunge des Kindes vom Dach der Mundhöhle ist die 
(Tauptursache für den engen Zahnbogen. Die Behandlung soll in Expansion des 
Zahnbogens und Entfernung der hypertrophirten Rachenmandel bestehen. 

LEFFEHT8. 

49) John A. Fordyce. Bitte vngewShnliche Fem ven DleeraUen im laaen- 
raehen. (An minanal ferm ef nlceratien invelving the naae-pharynx.) JFVo- 

ceedings of the New York Pathological Society. Januar 1907. 

Es handelt sich um einen Fall von Gangosa bei einem Eingeborenen in 
Panama. Patient war ein 40jähriger Neger. ij;mil maykr. 

50) Theimer (Wien). Inr Verwendung der lebennierenprlparate bei den Er- 
krankungen dea laaenrachenranmea. Med. Klinik. 7. 1907. 

Als eine empfehlenswerthe Form der Anwendung von Nebennierenpräparaten 
bezeichnet Th. das Renoformpulver, und zwar als diagnostisches und therapeu- 
tisches HülfsmitteL skifrrt. 

51) John Edwfn Rhodes. Sarkeni dea laaenraehens. Behandlung nüt id- 
renalininjectienen. (Sareema ef the naaepharynx. Treatment by ia|eetiena 

ef adrenalin.) Annais of Otology, Rhinology and Laryngology. Septbr. 1906. 
Cfr. Verhandlungen der XXVIII. Jahresversammlung der American Laryngo- 
logical Association. Juni 1906. k^il maybr. 



— 189 — 

52) Hofmum (Graz). M« PharyigMoBia svprahyaMea trai»?eraa als Torope- 
rattai ivr BaUeraiag der laaeBracheitQaoreB neM littheilmig von iwai 
FiUea temporirer BesecttOH beider Oberkiefer aaoh Keclier. Archiv f. Hin, 

Chirurgie, Bd. 83, 1907. 

Bei bestimmten Fallen von Nasenrachentamoren ist die Pharyngotomia supra- 
hyoidea transversa als ein Operationsverfahren anzusehen, das radicale Entfernung 
unter Controlle des Auges ohne Gefahr grosser Blutungen gestattet, geifert. 

c. Mundrachenhöhle. 

53) Oghima (Japan). Heber die am hlnlgstea in der IimdlidUe des Kindes 
nermal YeriLemaenden Balcterien nnd ftber die TerSndemngen, welche dnrch 
dieselben henrergemfen werden. Arch. f. Kinderheükde, Bd. 4ö. 1907. 

Die Milchsäuregährung wurde am häufigsten in der Mundhöhle der Kinder 
nachgewiesen, welche im Alter von 3—6 Monaten standen und mit Kohlenhydrat 
nnd Kuhmilch genährt wurden, ebenso in der Mundhöhle von sterbenden Kindern. 
Welche Mundbakterien die Milchsäuregährung bedingen, kann nicht mit Sicherheit 
bestimmt werden. 

Die Zahnung übt keinen grossen Einfluss auf die Bildung der Milchsäure aus. 

Als Erreger der Entzündung des Zahnfleisches und der Geschwürsbildung 
des Zungenrandes, der Tonsillen und des Gaumens wurden Spirillen gefunden, 
Leptothrix, oder als Erreger der Entzündung der Zunge, der Tonsillen und Pha- 
rynxwand, Sarcine sehr selten als Erreger der Entzündung der Pharynxwand, 
Bacillus fusiformis als Erreger der Stomatitis ulcerosa, Jodococcus vaginatus oft- 
mals bei Entzündung der Rachenwand und des Zahnfleisches. Seifert. 

54) Chalier Andr^. Oengenitale Pissar der reehten Labialeommissnr (lakre- 
stenie) Bit lissbOdnng des Oberkiefers anf derselben Seite. (Fissnre con- 
gdnitale de la eemaissare labiale dreite [maeresttnie] avoc maUemiatien 

da maxillaire dn atae etM.) Lyon m^ical. IS. August 1907. 

23jähriges Mädchen, dessen Mund nach rechts hin um 2 cm verbreitert war. 
Sehr spitzer Gaumen; rechte obere Alveolarwand deformirt und hypertrophirt. 
Atrophie des Knoohenmassivs rechts und Depression des rechten Kinnbackens von 
der Commissur bis zum Ohr. 

Operation durch Prof. Poncet gab ausgezeichnetes Resultat brindel. 

55) Gondf. Bypbilitiseher Sehanker der Oberlippe. (Ohancre sypUlitiqne de 

la Uvre Snpirienre.) Journal de Med. de Bordeaux. No. 14. 7. April 1907. 
Der Schanker sass in der Mitte der Oberlippe. Der Modus der Infection war 
nicht aufzuklären. brindel. 

56) Manrycy Hertz (Warschau). Ueber Tnberenlese des Zaballeisehes. Monats- 
schrift f, OhrenhäUcde, de, Heft 7. 1907. 

. Mittheilung eines einschlägigen Falles nebst pathologisch -an atomischen und 
differentialdiagnostischen epikritischen Erörterungen. hecht. 



— 190 — 

57) Jobn Anderson, BemerkiiBgei ftbor iwel Fälle toh Lndwlg'seher Anclna. 

(lotes Of twe CasOS ef Lndwig'S anglia.) Glasgow Medicat Journal. 8qf- 

temher 1907. 

In einem der Fälle wurde eine Autopsie erlangt und es war augenscheinlich, 
dass der Ursprung der Erkrankung eine acute Infection war. Es fanden sich 
Mikroorganismen, die dem Fränkel'schen Pneumococcus glichen. 

A. LOGAN TÜHNER. 

58) F. Thomas. Heber die Oareinome der landaeUeimkant. Dissertation. 

Breslau 1906. 

Tb. schildert eingehend 7 Fälle von primärem Mundbodencarcinom und 
7 Fälle von primärem Wangenschleimhautkrebs, die Prof. Partsch beobachtet und 
— mit Ausnahme eines Falles, der bereits zu weit vorgeschritten war — operirt 
hat. Bei 7, also bei 50 pCt. der sämmtlichen Fälle, war neben dem Carcinom 
auch eine Leukoplakie nachweisbar. Bei 3 von diesen 7 Fällen konnte die Ent- 
stehung von Krebs auf dem Boden von Leukoplakie direct beobachtet werden. 
Da die Leukoplakia oris als eine ernste, das Leben bedrohende Erkrankung anzu- 
sehen ist, so sollten die weissen Plaques bei Fehlschlagen anderer Behandlung 
mit dem Thermokauter verbrannt werden. 

Unter den obigen Carcinompatienten 5 Dauerheilungen. oitikofek. 

59) H* z. Maidland. Eine radieale lethode xnr Ezstirpatieii maligaer Drttsei 
am Halse, secnndär nach Inndcarcinomen. (A radical metbod of exstirpaUns 
malignant glands in tbe neck secondary to menth Carcinoma.) Austraiasian 

Med. Oaz. 2. Odober 1906. 

Verf. betont, dass die Drüsen dieser Region sehr leicht inficirt werden. Er 
räth mehr dazu, das Bindegewebe mit den Drüsen zusammen zu entfernen, als die 
letzteren auszuschälen. Er macht eine Inoision vom Kinn bis zum Warzen fortsatz, 
dann längs des Vorderrandes des Sternocleidomastoideus und zurück längs der 
Clavicula. Die Lappen werden nach oben geschlagen und das Zellgewebe mit den 
Drüsen ausgeschnitten. Der Sternocleidomastoideus wird in der Mitte durchtrennt 
und nachdem so nur die tieferen Drüsengruppen entfernt sind, wird die Vena 
jugularis unterbunden und entfernt. Die Durchschneidung des Sternocleido- 
mastoideus scheint ohne Folgen zu sein. jamks donblan. 

60) T. Sherman Wrigbt. Postoperativo Bebandlnng maligner Erkrankungen 
der Inndböble. (7o8toperatt?e treatment of malignant disoase of the bnccal 

Cavity.) N. Y. Medical Journal 3. August 1907. 

Bericht über drei Fälle. Verf. empfiehlt für Wundflächen, die nach der Ent- 
fernung maligner Tumoren nicht verbunden werden können, die Behandlung mit 
3—5 proc. Carbolpetrolat; er empfiehlt auch Injectionen von solchen in recidivi- 
rende Geschwülste. Bei der Oberkieferresection giebt eine Incision von einem 
Mundwinkel zum andern mit Durchschneidung der Nasenscheidewand, so dass die 
Nase in dem oberen Lappen mit hochgeklappt wird, das beste Resultat. 

LEFPFRT8. 



— 191 — 

61) Oeorge 9, Boss. Bnige Soduikoii Sker maligne SosohwUste der Imid- 
Uble und Lippen. (Seme tkonghts on mallgnant grewthB of the nenth and 

Ups.) N. Y. Medical Journal 6, Juli 1907. 

Die häafigste Form von malignen Geschwülsten, die in der Mandhöhle and 
an den Lippen sich finden, ist das Epitheliom. Am häufigsten ist die Unterlippe 
Sitz der Geschwulst: nach Trendelenburg in 499 Fällen von Gesichtkrebs 
241 Mal. 

Carcinom der Mundhöhle ist häufiger beim Manne. Unter 1000 Garoinom- 
fallen bei Frauen betrafen nur 13 die Unterlippen, Mandhöhle oder Zange; anter 
1000 männlichen Carcinom fällen betrafen 111 die Mandhöhle. 

Verf. beschreibt sehr ausführlich die Verthcilung der Lymphgefässe am 
Halse, da ihr Befallensein von grösster Bedeutung für die Prognose ist. 

In einer Reihe von 36 Fällen im German Hospital, die in den letzten fünf 
Jahren beobachtet wurden, war die Localisation der Geschwulst folgende: Lippen 
14, Zunge 12, Wange 7, Zunge, Lippe und Wange 1 Mal; Zunge, Tonsillen and 
Faoces 1, Lippe und Wange 1 Mal. Von den 14 Lippengesohwülsten waren 12 
Epitheliome und 2 Carcinome; von den 12 Zungengeschwülsten waren SCarcinome 
und 4 Epitheliome; von den 7 Wangengeschwülsten waren 5 Epitheliome und 2 
Carcinome. 

Verf. bespricht noch Diagnose, Prognose und Behandlung. leffbrts. 

62) Balassa. Tkeraple der SlesslUn mittelst Prethese. Ch^osi Hetiiaj). No. 49. 

1907. 

Es bestanden seit Jahren brennende Schmerzen in der Zunge, deren Grund 
B. in starken Zahn eindrücken am Zungenrande muthmasste. Eine an die linguale 
Fläche der unteren Zahnreihe applioirte Kautschukschiene brachte in Kurzem 
Heilung. v. navratil. 

63) Lengen Teleanglectasle der Imge, der Diterllppe, des Klnas imd der 
linken Wange; versehledene OperaUeaen. (Teleanglectasle de la langne, de 
la Uvre Inttrlenre, dn menten et de la ]ene ganche; epdraUens diverses.) 

Ännales de la Soc. M^d.-chir. de Liege. No. 6. 1907. 

In der Sitzung vom 2. Mai 1907 der Lütticher medico-chirurg. Gesellschaft 
stellt L. einen Kranken von 21 Jahren vor, welcher zum erstenmal im Alter von 
9 Monaten in die chir. Poliklinik des Englischen Hospitals gebracht worden war. 
Derselbe war damals Träger ganz kleiner Angiome an der Zungenspitze, der 
Unterlippe, dem Kinn und der linken Wange, welche durch Ignipunctur vermittelst 
des Paquelin behandelt wurden. Die Behandlung hielt 3—4 Jahre an, alsdann 
fingen die kleinen Gefässgesch wülstchen wieder an zu wachsen, bis sie schliess- 
lich im Alter von 8 Jahren zu einem einzigen Gefässtumor confluirten, der die 
Zunge, Unterlippe, das Kinn und die linke Wange einnahm. Der Patient erlitt 
dadurch keine weitere Belästigung, als die äusserst unangenehme Deformität, 
wegen welcher er auch die Hilfe des Chirurgen in Anspruch nahm. Damals wurde 
er zum ersten Male in der medico-chirurg. Gesellschaft vorgestellt; die Gefäss- 
neubildung war enorm, hauptsächlich die Zunge bedeutend entwickelt, von 



— 192 — 

schwarzblauer Färbung und beim Belasten das Gefühl eines mit Flüssigkeit ge- 
fällten Schwammes gebend. 

Der Autor nahm sich vor, zuerst die Ligatur der Art. lingualis vorzunehmen, 
das Einsinken der Zunge abzuwarten, dann die Abtragung der Gefässneubildung 
an derselben vorzunehmen, um zuletzt dann die der Wange, des Kinns und der 
Unterlippe mit der Ignipunctur anzugreifen. Dieses Programm wurde denn auch 
genau ausgeführt, und gegenwärtig, naoh 6 Monaten klinischer Behandlung, ist 
das Resultat äusserst befriedigend. L. hofft, dasselbe noch zu verbessern und 
schliesslich ein vollständiges Verschwinden des angiomatösen Gewebes des Gesichtes 
herbeizuführen. bayer, 

64) Banm^arten. LeiaByoadeiom dei Zugengrudes. Orvosi Hetilap. No. 31. 

1907, 

Entfernte vom Zungengrunde einen bohnengrossen Tumor, welcher aus 
glatten Muskelfasern und Schleimdrüsen bestand. ,.. navratil, 

65) Trnmaii H. Brophy. AnatOBio des noraalen mid gespalteien Sameii. 
(Anatony of tke palata, normal and eleft.) N. 7. Medicai Record. 6. Jiüi 

190?. 

Verf. ist auf Grund seiner Studien zu der Ansicht gelangt, dass in Fällen 
von Gaumenspalte kein actueller Gewebsverlust besteht, dass vielmehr die normale 
Gew^ebsmenge vorhanden, jedoch nur nach lateralwärts deplacirt ist. Die prä- 
disponirende Ursache für die mangelnde Vereinigung der Kieferknochen in der 
Mittellinie sei Heredität; die auslösende Ursache liege in embryonalen Wachs- 
thumsverhältnissen. Die Behandlung besteht in Vereinigung der Knochen drei 
Monate naoh der Geburt; der weiche Gaumen muss später und die Lippen am 
spätesten wiederhergestellt werden. leffekts. 

66) A. Bovero. Benerkangen Aber die Anatomie des karten Sanmena. (Anne- 

taiioni aniranatemia del palate dnre.) Memoria dda R. Accademia delU 
Scienze di Torino. 1907. 

Verf. hat das Vorkommen von Trennungen zwischen den horizontalen Teilen 
der Gaumenknochen an einem Material von 3346 menschlichen Leichen verschie- 
denen Alters und Provinenz studirt; Verf. konnte alle Abstufungen und Modali- 
. täten der mangelnden Vereinigung zwischen den horizontalen Gaumenplatten con- 
statiren. Er beschreibt sie alle ausführlich. fimder. 

67) L. Mohn Uobor einen Fall totaler Terwackamig dea weickon Sanmena mit 
der kinteren Rackenwand nnd gleickseitiger Stenoae an der Srenie dea laao- 

nnd Hypopkarynz. Dissertatum. München 1905. 

Der Titel giebt den Inhalt der Arbeit an. Grundkrankheit: Lues. 

OPPIKOFKE. 

68) Job. Fein (Wien). Bin Leiomyom dea Sanmena. FraenkeVs Archiv f. La- 
ry7igologie. Bd. 17. S. 533. 

Mittheilung der Krankengeschichte und des histologischen Befundes. 

F. KLKMPEREK. 



- 193 — 

69) Jonty« SypUlitiBCke heredltire Splterkraiikmic des SamBengewSIbes, der 
laseshtUei md des ImidracheBS ntt ansgesprechenen nid seltenen Defer- 
mattsBen. (Lisien sypbilitiqae bdrdditaire tardiYe de la Yente palattae, des 
fesses nasales et da phanmx bnceal aveo des ddfemiatiens aeoentnies et 

rares.) Annales des nial. de Voreüle. März 190?. 

Pat. zeigte eine Abplattung des Oberkiefers im anterio- posterioren Sinne, 
Lorgnettnase und beinahe völligen Verschluss der Nasenlöcher. brindel. 

70) Felix SemoD (London). TertUre SypUtts des SanBens oder Pnenme- 

kekkenittTasiOn? Monatsschr. f. OhrenheUkde, etc. No. 6. 1907. 

Ausführliche Krankengeschichte des sehr ungewöhnlichen Falles mit diffe- 
rentialdiagnostisch-epirki tischen Erörterungen. hecht. 

71) j. Lemaire. Die Spitxbegenferm des Samnengewtlbes. (De la dMermaUeB 

egi?ale de la YOnte palatine.) These de Paris. 1907. 

Diese Deformation ist einzig rachitischen Ursprungs. Sie ist weder der nor- 
male anatomische Ausdruck des Gaumengewölbes bei Dolichocephalen noch glaubt 
Verf., dass sie mit den adenoiden Vegetationen in irgend welchem Zusammenhang 

steht. GONTIER do la ROCHE. 

72) j. K. G. Starr. Eine neve letkede der Bebandlnng des gespaltenen San- 
mens. (A new metked of dealing wlth eleft palate.) Canada Jouj-nai of Me- 

dicine and Surgery. Juni 1907. 

Zur Vermeidung der Spannung der Naht, der Stichcanaleiterung und der 
Infection vom Munde aus, werden Aluminiumplättchen angewandt, die durch die 
lateralen Incisionen eingeführt und in der Mundhöhle darüber gefaltet werden. 

EMIL MAYER. 

73) MoBkowicz (Wien-Dübiing). Znr Tecknlk der DranoplasUk. Arch. f. kiin. 

Chirurffie. Bd. 83. 1907. 

Man wird sich am besten in den ersten Lebenstagen mit der Naht der Hasen- 
scharte begnügen, um die Ernährung zu erleichtern, während die Uranoplastik 
nicht vor dem 8. — 10. Monat auszuführen wäre. Seifert. 

d. Diphtherie und Croup. 

74) Aarf^n» Baadonin Brlssand (Paris). Statistik der Dipktkerie am Hespital 
flr kranke Under. (Statistiqne de la diphUrie k l'kftpital des enfants ma- 
lades.) Societe' m€dicale des hopitaux. 17. Januar 1908. 

Die Statistik reicht vom Mai 1906 bis Mai 1907. Auf 555 Fälle war die 
Mortalität 10,45 pCt., die reducirte Mortalität 6,24 pCt. Sie ist hauptsächlich 
(57 pCt.) auf die malignen Anginen zurückzuführen. Die Sterblichkeit in Folge 
Croup war sehr gering. (40ntier de la rociik. 

75) PntawskL DeitrSge sn den staUsttseken littkeUnngen ttber die HeUmetkode 
der Dipktkerie mittels speciilseken Semms. (Priyciynki de statystyki lecsenia 
Ueniey snrowice sweista.) 

Verf. giebt statistische Mittheilungen über 600 Fälle, behandelt mit Serum, 



— 194 — 

von denen 41 mit tödtlichem Verlaufe (68 pCt.). Die Anzahl von Larynxfällen be- 
trug 328, von denen mit tödtlichem Verlaufe 12,5 pCt. a, sokolowski. 

76) S« Gitelli. Dober eine prolongirto Form latenter diphtherisoher Angina. 
(Sn nna forma prolongata di angine dilterica latente.) FoUciinico Sez. prat 

1906, 

Es handelt sich um eine seltene Affection. Bei einem 20 Monate alten Kind 
trat ausgesprochene Schmerzhaftigkeit und Schwellung der Dräsen an beiden 
Kieferwinkeln ein. Erst am vierten Tage zeigte sich ein weisses Pünktchen in der 
rechten Fossa supratonsillaris. Seit dem ersten Tage bestand hohes Fieber (39°); 
ausser jenem weissen Pünktchen waren keine Andeutungen von Pseudomembran 
vorhanden oder andere exsudative Flecken, jedoch waren die Gaumentonsillen und 
die hintere Pharynxwand geröthet. 

Verf. diagnosticirte eine wahrscheinliche Diphtherie und injicirte Behring's 
Serum No. IL Nach 24 Stunden constatirte man einen dünnen weissen Fleck an 
der rechten Mandel, der wie geronnene Milch aussah. Es wurde nun eine andere 
Injection Behring's Serum No. 111 gemacht. Am nächsten Tage bedeckte der 
Belag die ganze rechte Tonsille, während ein anderer kleiner Fleck auf der linken 
sich zeigte; am Tage darauf war der Belag auf der rechten Tonsille erweicht, 
während er auf der linken zugenommen hatte. Dritte Seruminjection. Am nächsten 
Tage keine Spur mehr von Membranen. 

Verf. glaubt, es hätte erst eine Diphtherie in der Tiefe der Rachen- und 
der Gaumentonsillen bestanden, die die Ursache für die lange Latenz des Processes 
bildete. Die erste Seruminjection, die die Virulenz der Diphtheriebacillen ab- 
schwächte und die Tonsillen abschwellen Hess, gestattete den diphtherischen Ex- 
sudaten, auf der Oberfläche der Gaumentonsillen wieder zu erscheinen und liess 
so die Natur der Erkrankung hervortreten. flndbr. 

77) Pomorski. 500 Fälle von Tracheotomie bei Larynzdiphttierie. (600 pny- 

padkÖW trOCheotemii priy dlawen.) Przeglad LekarsM, No. 47. 1907. 
Die statistischen Mittheilungen über die Tracheotomie bei Larynxdipbtherie 
geben nicht immer genaue Thatsaohen in Folge mannigfaltiger Bedingungen, bei 
denen öfters Operationen ausgeführt werden. Doch seit der Anwendung des 
Serums geben die statistischen Mittheilungen über die Mortalität bessere Resul- 
tate. In der Periode vor der Anwendung des Serums betrug sie 30 pCt., bei An- 
wendung desselben 20 pCt. Die Intubationsmethode wurde vom Verfasser nicht 
angewendet. Verf. macht aufmerksam auf die grössere Mortalität bei Kindern bei 
Larynxdipbtherie im Frühling wie im Winter, indem er dies damit erklärt, dass 
der allgemeine Zustand des Kindes zur Winterszeit mehr gelitten hat. 

A. V. SOKOLOWSKI. 

e. Kehlkopf und Luftröhre. 

78) UeDricl (Aachen). Indioation inr enraUven Tracheotomie bei der Kehlkopf- 

tnbercnlose. FramkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. S. <S8. 

Verf. fügt den früher veröffentlichen 3 Fällen einen vierten auf der Körner- 



— 195 ~ 

sehen Klinik zu Rostock beobachteten Fall von curativem Effect der Tracheotomie 
bei Kehlkopftabercalose hinzu. Als Indicationen für die curative Tracheotomie 
stellt er auf: 1. Kindliches Alter der Patienten. 2. Fehlende oder unbedeutende 
Veränderungen der Lungen. 3. Relative Gutartigkeit der Kehlkopftuberculose, 

F. KLEMPERER. 

79) JttDCperloh (Yerviers). Hb Beitrag nr operativen larpoLtoberenlose. Disser- 
tation. Erlangm 1907, 

Bei einer 31jährigen Bauersfrau fand sich als Ursache der Heiserkeit ein 
grosser vom linken Tasohenband entspringender Tumor, der histologisch sich als 
tuberculöser Natur (Probeexcision) erwies. Die radicale Entfernung wurde erst 
nach Beendigung der Gravidität (normale Entbindung und puerperium) vorgenom- 
men, Heilung. Ob der Tumor primärer oder secundärer Natur war, lässt sich 
nicht entscheiden. seifkrt. 

80) Eagen Holläuder (Berlin). Die diimrgiBche Bekandlnng der ScUeimhant- 
tukercnloBe der oberen laitwege, besonders der KeUkopftnbercnlose. The- 
rapie der Gegenivart December 1907. 

H. empfiehlt die contactlose Cauterisation, nach der die Narben unvergleich- 
lich besser werden wie bei Glüheisenbehandlung, nach eventueller temporärer Er- 
öffnung des Kehlkopfes. So hat er einen Fall von ausgedehntem Larynxlupus, 
einen zweiten von schwerer Kehlkopftuberculose geheilt. Die Luftcauterisation 
erzielt eine Umstimmung des tuberculösen Gewebes in gesundes mit vollkommener 
Schonung des Innenprofils. 

Die Aussichten der Operation hängen beinahe ausschliesslich von dem Zu- 
stande der Lungen ab. Bei fehlendem Lungensecret ist die Ausheilungschance 
gunstiger als bei jeder anderen Behandlung. Er empfiehlt im Anschluss an eine 
bei einer Larynxtuberculoso nöthigen Tracheotomie die Laryngofissur bei Luft- 
cauterisation vorzunehmen und bei grösseren tuberculösen Affectionen des Kehl- 
kopfes, deren endolaryngeale Behandlung keinen Heilerfolg mehr verspricht, in 
der Luftcauterisation des Larynx die Operation der Wahl zu sehen. 

A. ROSENBERG. 

81) R. Boldt Die Abtragung der Bpiglottts wegen Tubercnlese. Dissertation. 

Rostock 1906. 

Gestützt auf 9 Fälle der Rostooker Klinik empfiehlt B. die Resection bei 
Tuberculose des Kehldeckels. oppikofer. 

82) Gbatin und Peho (Lyon). Lnpns des SesicUs, consecnüver Lnpns des 
Larynx; dringende Tracheotomie. filotüsche larbenstenose; permanentes 
Tragen der Ganttle. (Lnpns de la face, Lnpns cons6cntif dn larynx; tracheo- 
tomie d'nrgence. Stinese cicatricielle glottiqne; port permanent de la cannle.) 

Lyon tn^ical. s. December 1907. 

Epiglottis und Stimmlippen sind zerstört, die ganze obere Partie des Larynx 
ist in eine Narbenmasse umgewandelt. Es besteht eine Glottisstonosc, die die 
Tracheotomie nothwendig macht. 



— 196 — 

Die Verff. beabsichtigen, später eine Tbyreotomie vorzunehmen mit nach- 
folgender Dilatation mit Kautschukbougies nach Sargnon. 

GONTIER d< la ROCHE. 

83) 6. lYellis (Frankfurt a. M). Die TeiiMkeUorm beim SiieerkehlkeFf. 

FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. 'S. 458. 

A. constatirt bei Sängern das Vorhandensein eines aufTällig wohlgebauten 
und weiten Eingangs in den Ventricalus Morgagni, derart, dass nicht 
bloss der membranöse weisse, sondern auch der übrige bläulichrothe Theil der 
Stimmlippe, d. h. fast der ganze Boden des Ventrikels im Spiegel sichtbar wird. 
Er hält die Weite der Hima ventriculi weniger für eine Folge, als für eine natür- 
Vorbedingung des Kunstgesangs; dieWeite des Ventrikels ist eine angeborene 
Anlage, die freilich durch die Gesangsstudien verstärkt zu werden scheint. Er 
ist der Ueberzeugung, dass das Mundstück im Kehlkopf eine viel wichtigere 
Rolle spielt, als man bisher annehmen konnte, und dass die empirisch gefundene 
tiefe Kehlkopfstellung, an der der Berufssänger festhalten muss, von günstigem 
EinQuss auf die Gestaltung des Ventrikels und damit auf die Form des Mund- 
stücks ist. F. KLKMPKRER. 

84) Sedzlak. Kehlkepftbrom tranmatischen üraprnngs mit ipeDtaner HeOmig. 
(Wliknlak krtani pochodxeDia nraxowege, wylecieiie aameiatne.) Kronika 

Lekarska. 1907. 

Nachdem eine 40jährige Frau, mit Affection der rechten Lungenspitze, und 
einer totalen rechten Recurrenslähmung und einer allgemeinen Anämie, sich 
mit einer Gräte verletzt hatte, trat unter den Augen des Arztes in einer Dauer von 
3 Monaten eine allmähliche Bildung eines typischen Fibroms des Kehldeckels ein. 
Nach Ablauf von 6 Monaten verschwand die Neubildung, nachdem die Kranke 
diese Zeit theils in Karlsbad, theils im Gebirge zur Cur verbracht, vollständig. 

A. V. ßOKOLOWSKI. 

85) Gh. Rang^. Ueber die Bebaadlnng der diSusen Keblkepfpapillene. (A 
prepoB da traitement dea papiUonea dilaa da laryaz.) Con^is francais 

de Chirurgie. 7. bis 12. October 1907. Paris. 

Verf. führt einen Fall aus seiner Praxis an, in dem weder die Laryngofissur 
noch die Intubation den Kranken vom Ersticken retten konnte. 

(iONTIER lU« la ROCHE. 

86) F. Ma»sei. Die Behaadlang der KehlkepfpapUleme bei Kindern. (La cara 
dei papillemi laringei nei bambini.) Bolktt. d. malnttie dell'orecchio etc. 

Ausgehend von einer im Juni 1907 in der Pariser laryngologiachen Gesellschaft 
stattgefundenen Demonstration eines Falles von Kehlkopfpapillomen mit daran- 
schliessender Discussion weist Verf. darauf hin, dass er bereits seit dem Jahre 1884 
immer den Standpunkt vertreten hat, man soll im Falle der Dyspnoe traoheoto- 
miren und dann die spontane Rückbildung der Geschwülste abwarten oder per 
vias naturales operiren. Er benutzt hier wieder die Gelegenheit, sich sehr scharf 
gegen die Laryngofissur auszusprechen, die durchaus nicht vor Recidiven bewahre. 



— 197 — 

Verf. verfügt über circa 800 Fälle von Kehlkopfpapillomen, die zum grössten Theil 
endolaryngeal operirt wurden; in wenigen Fällen wurde auch tracheotomirt. 

FINDER. 

87) Yaa den Wildenberg, Zwei im ersten Kiidesalter an KeUkoFfpaFÜleHen 
nach der direeten lethede Killian's behandelte Kinder. (Denz enfants en baa 
ftge traitda de paFillemea da larynz par la mitkede direete de Killian.) La 

Clinique. No. 34. 1907. 

1. Fall. Papillome bei einem Kinde von 17 Monaten: 2 papillomartige Ge- 
schwülste, angehäuft im vorderen Winkel der Stimmbänder und ein isolirtes 
Papillom des rechten Stimmbandes. In der Rose 'sehen Kopflagenach vorheriger 
Anästhesirung Entfernung der Tumoren mit der Killian 'sehen Löffelzange. Die 
Operation dauerte 1 Stunde und wurde von dem Kinde gut ertragen. 3 Wochen 
später war die Stimme klar. 

2. Fall. Kehlkopfpapillome bei einem 18 Monate alten Kind: der Kehlkopf- 
eingang wurde von weisslichen himbeerartigen Tumoren ausgefüllt gefunden, wo- 
von der grösste der Innenfläche der Epiglottis aufsitzt: Anästhesie, Entfernung 
des grossen Tumors der Epiglottis, wegen drohender Erstickung Tracheotomie, 
worauf die Entfernung der übrigen unterhalb der Stimmbänder aufsitzenden Ge- 
schwülste, verschoben und 2 Tage später vorgenommen wurde. Daraufhin wird 
die Atmung wieder frei und die Stimme kehrte wieder. 

Der Autor zieht die allgemeine Anästhesie der localen vor, weil die Kinder 
sie besser ertrugen, er wendet das Adrenalin nicht an, da die einfache Compres- 
sion zur Hämostase genüge; er fürchtet die üblen Zufälle, welche geschickten 
Laryngologen dabei begegnet wären. baybr. 

88) Sedilak. Diagnese and Therapie des Kehlkepfkrebaea. (Respeniame i 

lecieme vaka krtani.) Tygodnik lekarsM. No. 49, 50. 1907. 

Nachdem Verf. alle Erscheinungen zusammengestellt, die auf die Diagnose 
des Kehlkopfkrebses, schon in seinem frühesten Stadium schliessen lassen, kommt 
er zu dem wichtigsten Theile, das heisst zur operativen Therapie dieses Leidens, 
indem er sich auf eine immense Zahl von Fällen stützt, nämlich 982, die nach 
folgenden Methoden operirt wurden: intralaryngeal 57, Laryngofissur 299, partielle 
Reseetion 222, endlieh totale Kehlkopfreseetion 404 Fälle. Die Schlüsse, die Verf. 
daraus zieht, sind folgende: 

1. Die operative Kehlkopftherapie ist jetzt die rationellste. Im Allgemeinen 
gicbt sie ziemlich zufrieden.^tellende Erfolge, nämlich über 26 pCt. 

2. Diese Erfolge gestalten sich im zweiten Stadium, d.h. nach den Jahren 
1888 viel besser als im ersten Stadium (über 32,6 pCt. erfolgreiche Heilungen, 
d. h. auf 693 Fälle 219). 

3. Dasselbe betrilft die Recidiven nach den Operationen (22 pCt., d. h. auf 
693 Fälle 153), ebenso den Todesausgang abhängig von der Operation selbst 
(ca. 13 pCt., d. h. auf 693 Fälle 90), deren Anzahl sich ebenso nach den Jahren 
188>i bedeutend vermindert hat, was von einer mehr kritischen Auswahl von opo- 
rativen Fällen, zweitens auf der Verbesserung der operativen Technik beruht. 



— 198 — 

4. Die Laryngofissur giebt die besten Erfolge bei dem Kehlkopfkrebse in 
seinen frühesten Perioden. 

5. Die partielle Kesection giebt jedoch, was die Recidive anbelangt, die 
beste Methode bei dem Kehlkopfkrebse ab. 

Verf. kommt zu der Ueberzeagung, dass die Laryngofissur, was den Todes- 
ausgang betrifft, die besten Erfolge (nämlich 25 pCt.), während die partielle Kehl- 
kopfresection fast 6 pGt., die totale Resection dagegen *4,6 pCt. ergiebt. 

A. V. SOKOLOWSKl. 

89) Clement F. Thelsen. Epitheliom des Kehlkopfs; Totalezstirpatioii nebst 
BBtfernnng eines Theiles der Trachea. Ted an Pnenmonie am 13. Tage. 
(Epithelioma of the larynz; total laryngectoiny inclnding the removal of part 
of the trachea. Death from pnennonia on the thirteenth day.) An7ial8 of 

Otology, Rhinology and Laryngology. Juni 1907. 

Cfr. Verhandlungen der 29. Jahresversammlung der American Laryngological 
Association. Mai 1907. kmil mayer. 

90) £• Fletcher Ingals. licht-rocidivirondos Oarcinom des larynz anf natür- 
lichem Wege entfernt. (lon-recnrrent Carcinoma of the larynz remoTod 

throng the natural passagOS.) AnnaU ofOtdogy, BJUndogy and Laryngology. 
Juni 1907, 

Cfr. Verhandlungen der 29. Jahresversammlung der Amerioan Laryngological 
Association. Mai 1907. emil mayek. 

91) Falias. Voluminöser Krebs des Kehlkopfs. (Tolunineuz Cancer du larynz.) 

La Presse Med. Bdge, No. 18. 1907. 

In der klinischen Gesellschaft der Brüsseler Spitäler vom 23. April 1907 
zeigt F. einen voluminösen Kehlkopfkrebs vor, dessen Entwickelung er auf der 
D eis au X 'sehen Abtheilung während 1^2 Jahren hatte verfolgen können. Die 
Kehlkopfknorpel und die ersten Tracheairinge waren total verschwunden und 
durch Epithelialgewebe ersetzt, das eine geräumige, mit der Trachea und dem 
Oesophagus communicirende Cloake bildete. Im November 1905 musste die 
Tracheotomio vorgenommen werden. 

F. macht auf die lange Dauer des Lebens dabei aufmerksam, auf die ge- 
ringen schmerzhaften Erscheinungen und die geringe Beeinträchtigung des Respi- 
rations- und Digestionsapparates durch die beständig inßoirende Ulceration und 
endlich auf das späte Auftreten der motorischen Stimmbandstörungen. 

BAYER. 

92) Jabonlaj. Krobs der Epiglottis und der rechten ary-epiglotttschen Falte. 
Partielle laryngotomie auf dem thyreo-hyoidalem Wege. Heilung. (Cancer 
de l'ipiglette et du repli aryteno-ipiglottique droit. Laryngotomie parUeile 

par la ?Oie thyro-hyoidienne. SuirlSOn.) Soc natimale de m^dedne de Lyon. 

22. Juli 1907. Lyon medical. 1. Decemher 1907. 

Verf. weist auf die Leichtigkeit hin, mit der auf diesem Wege die oberen 
Theilo des Kehlkopfs zugänglich werden. Er räth zum unmittelbaren NVieder- 
verschluss, indem er Zungenbein und Schildknorpel durch die Nähte, die den 



— 199 — 

oberen Rand des Schildknorpels fassen und das Zungenbein umgreifen. So kann 
eine Infection der Wunde durch Flüssigkeiten, die aus dem Munde stammen, ver- 
mieden werden. gontier do la rochk. 

93) Aibertin (Lyon). Totale Laryiiz- und Pkaryizezstirpatioii wegen Kehlkopf- 
krebs, (laryngectomie totale avec pkaryngectomie pour Cancer 4a larynz.) 

Socie1€ des sciences m^dicales. Lyon. 20. Novembet' 1907. 

Vorhergehende Tracheotomie und Fixation der Trachea an der Haut. 

Im Verlauf der Larynxexstirpation bemerkte man, dass die Neubildung die 
vordere Kachenwand ergriffen hatte. Diese wurde resecirt uud die Ränder wurden 
an der Ränder die Hautincision genäht. Später stellte Verf. eine vordere Rachen- 
wand mittels der durch zwei Verticalschnitte freigemachten Haut her. Patient hat 
um 9 kg an Gewicht zugenommen und befindet sich wohl. 

GONTIER d«' la ROCHE. 

94) Capart jr. Totale Laryngoctomle wegen Plattenepitkelkreba. Heilung seit 
3 Jahren. (Laryngectomie totale ponr Epithelioma pavimentenx. SnMson 

depnia plns do troiS ans.) La Presse Med. Beige. No. 13. 1907. 

In der Sitzung vom 9. Februar 1907 der klinischen Gesellschaft der Brüsseler 
Spitäler stellt C. einen 50jährigen Arbeiter vor, bei welchem wegen eines bohnen- 
grossen, kreideweissen, die rechte Kehlkopfseite einnehmenden Tumors, dessen 
mikroskopische Untersuchung einen Plattenepithelkrebs erwies, die Radicalopera- 
tion vorgenommen worden war. 6 Wochen darauf konnte der Patient trotz gefahr- 
licher, 4 Wochen nach der Operation sich einstellender Complicationen eines Ery- 
sipels nach Hause entlassen werden. Seither wurden verschiedene plastische Ope- 
rationsversuche, aber nur mit relativem Erfolge vorgenommen. Eine noch be- 
stehende, den Kranken sehr belästigende Fistel will der Autor von Neuem operativ 
zu beseitigen versuchen. baykr. 

95) Mlntz (Moskau). Spätaspkyzio nach totaler Larynzezstirpatlen. Centraibt. 

f, Chirurgie. 24. 1907. 

Die schwere Asphyxie war bedingt durch Gerinnsel aus Fibrin und Schleim, 
die sich im linken Bronchialsystem ansammelte und bei allmählichem Verschieben 
auf die Höhe der Bifurcation den rechten Bronchus mit verlegten. Einführen des 
Bronchoskopes in den rechten Bronchus brachte Besserung und in Intervallen 
lösten sich die Stücke der Ausgüsse des linken Bronchus. Seifert. 

96) Depaire* Laryngectomie. L(l Betgique Med. No. 19. 1907. 

In der Sitzung vom 9. Februar 1907 der klinischen Gesellschaft der Brüsseler 
Spitäler stellt D. einen Kranken vor, bei welchem er vor 2 Wochen wegen eines 
Krebses des Kehlkopfes, des Oesophagus und des Pharynx die Laryngectomie vor- 
genommen hatte. Die Wundheilung hat vollständig stattgefunden. Der Kehlkopf- 
theil des Oesophagus steht in seiner ganzen Ausdehnung offen; der Kranke trägt 
eine Canüle und eine Oesophagussonde. D. wird in einigen Tagen den Oesophagus 
und Pharynx schliessen. bayer. 



— 200 — 

97) Henrici (Rostock). Bbl Bottraf IV KoiltÜSI dor Traektaltuerei. Fram- 
keVs Archiv f. Laryngdogie. Bd. 17, S. 283, 

Bericht über einen Fall. Der walzen form ige , 2^/2 cm lange Tumor von 
Fingerdicke glich klinisch einer intraoheaien Strama. Nach dem Ergobniss der 
histologischen Untersuchung aber handelt es sich nicht um eine solche, sondern 
um einen eigenartigen nicht sicher zu klassificirenden Tumor, dessen Ausgangs- 
organ und -Gewebe sich nicht bestimmen Hess. p. klrmpkrer. 

f. Schilddrüse. 

98) Tb. Dieterle. Bio ithyrtllis. Arch. f. path. Anat Bd. 1S4, S. 56, 

Während des Fötallebens ist die Schilddrüse ohne Einfluss auf die Knochen- 
entwickelung. Die Folgen des Schilddrüsenmangels treten ungefähr zur Zeit der 
Geburt auf und können durch Anwesenheit von Epithelkörperchen nicht verhindert 
werden. j. katzknstein. 

99) Bonos. Bchwellnng der Thyreeldot im iBseUnuo ai epileptifenio ii- 

nile. Orvosi Hdüap. No. 46, 1907. 

Bei 4 Kranken trat während der epileptiformen Anfälle eine acute Schwel- 
lung der Schilddrüse auf, welche sich in 5—6 Tagen zurückbildete. 

V. NAVUATIU 

100) 0. Poser. üeber ■etastaBenbildiiiic gutartiger Kröpfe. Dissertation. Jena 

1906. 

Strumen, die weder klinisch noch anatomisch einen bösartigen Charakter 
zeigen, können Metastasen bilden, welche dann — ohne Carcinomstructur zu 
haben — einen mehr oder weniger malignen Verlauf annehmen. P. hat 19 der- 
artige Fälle aus der Literatur zusammengestellt und fügt eine neue Beoba<ihtung 
hinzu. Fast durchwegs handelt es sich in diesen Fällen um weibliche Patienten. 
Die Metastasenbildung ist von der Grösse der Struma unabhängig und zeigt den 
Bau der einfachen Schilddrüse mit colloider Entartung oder den Bau gutartiger 
Schilddrüsenadenome. Meist sitzen die Metastasen im Knochensystem, vorzugs- 
weise in den kurzen und den platten Knochen. oppikoper. 

101) A. C. Smitb. Bie ebimrgiicbe Bobandlug des lerbu Baaedew. (Tbe 

aargical treataeit of opbtbalmie goitre.) Medicai SentinaL Octobe*- 1907. 
Ist die Diagnose früh gestellt, so wird frühzeitige Behandlung in der Minorität 
der Fälle zur Heilung führen; wenn Ruhe, Diät, Hygiene, Behandlung mit X-Strahlen 
und Serum nicht zum Zielen führen, so soll nicht zu spät operirt werden. Nur 
die Fälle von Morbus Basedow sollen nicht chirurgisch behandelt werden, die 
wegen Herzcomplication inoperabel sind. i^uk, haykb. 

102) J. L. Faure (Paris). Krepf bebaudelt mittela Bzetbyropexie. (Oeitre tralM 

par l'ezotbyropezie.) SodeU de Chirurgie. 10, December 1907, 

In einem Fall von Kropf mit Respirationsbeschwerden wurde die Exothyro- 
pexie ausgeführt und gab die besten Resultate. (u)ntier de u rüchr 



— 201 — 

103) T. Lepine. lorbii Baieilow. (Bxopbtalmie goitre.) N. Y. Medical Recmd. 

23. März 1907. 

Verf. erörtert die verschiedenen Theorien über die Pathogenese des Morbus 
Basedow; er bespricht dann die verschiedenen Methoden zur Herbeiföhrang einer 
Thyroidimmanisirung und beschreibt seine eigenen persönlichen Erfahrungen, 
sowie die anderer Autoritäten. Verf. warnt vor zu grossem Enthusiasmus für die 
Serumtherapie bei Basedow 'scher Krankheit. leffkrts. 

g. Oesophagus. 

104) Tapia (Madrid). Toeluük der Oeiopkagoikopie. (T^enica de la esofogo- 

aeepiaj Boktiti. de laHfigologia, otdogia eic. Mai- Juni 1907. 

Beschreibung der Methode nebst einigen Bemerkungen über die Frage der 
Anästhesie, Lage, Instrumente etc. tapia. 

105) Botey (Madrid). Die Oeiophagoieopia inferior. (La esofagoscopia iaferior.) 

Revista ibero-americana de cicncies me'dicas. Juni 1907. 

Verf. beschreibt Indication, Technik der üntersuchungsmethode. tapia. 

lOG) H. Meiler. Gardiospasmas mit secuidirer DilataUon des Oeaophaps. 

Dissertation. Bonn 1903. 

Zusammenstellung der Literatur und eingehende Besprechung des ganzen 
Krankheitsbildes. ^ oppikofer. 

107) Keien (Karlsbad). Zur Differeiitialdiapose iwischen cardiespaattsclier 
Speiserthrenverengenuig und ttefsltiendem SpeiserSkrendivertikel. Medic. 

Klinik. 4. 1907. 

Empfehlung des Strauss' sehen Volumenmessers für die Diagnosestellung. 

SEI FE FT. 

lOS) R. Pflngradt. Deber Coacrementbildmig im Oesophagiu. Dissertation. 

Halle 1903. 

Die Section zeigte, dass bei dem 64jährigen Manne das mechanische Hinder- 
niss in dem untersten Speisoröhrenabschnitt nicht, wie intra vitam angenommen 
wurde, durch eine maligne Neubildung bedingt war, sondern durch zwei Concre- 
mente, von denen das eine haselnuss-, das andere kastaniengross war. Das Ge- 
wicht der Steinmasse betrug 21,75 g. Die Steine bestanden aus phosphorsaurem 
und kohlensaurem Kalk und reichlicher organischer Substanz; sie lagen dicht 
oberhalb der Cardia in einer kleinapfelgrossen buchtigen Höhle, welche die linke 
Hälfte der Oesophaguswand einnahm. Die Wandung der Höhle bestand aus derben 
Schwielen; die Innenfläche war ulcerirt und mit Granulationen ausgekleidet. — 
Nach längerer Begründung kommt Pf. zum Schlüsse, dass die Steine^ in der 
Oesophaguswand keine verschluckten Fremdkörper, sondern wirkliche Conorcmente 
waren. Die ursprüngliche Äffection des Oesophagus war nach Pf. ein Ulcus ex 
digestione, das schliesslich zu der Bildung der Höhle geführt hat; aus dem in der 
Höhle stagnirenden Speichel wurden dann die Kalksalze ausgefällt. Bei der Sec- 
tion fand sich auch eine linksseitige eitrige Pleuritis; eine Communication war 



— 202 — 

zwischen der Höhle, in der die Concremente lagen und der mit Eiter angefüllten 
Pleurahöhle nicht nachzuweisen. Entweder war die frühere Perforationsöffnung 
wieder verklebt, oder hatte die Infection der Pleura per continuitatem durch die 
Wand der Höhle hindurch stattgefunden. 

Pf. fand bei Durchsehen der Literatur keinen weiteren Fall vofi Concrement- 
bildung im Oesophagus. oppikofer. 

109) 0. Schmitt. CasviBtische Beiträge in den Yerletinngen des Oesopliagns. 

Dissertation. München 1905. 

Nach Aufzählen all der Ursachen, die zu einer Verletzung des Oesophagus 
führen können, giebt Seh. die ausführliche Krankengeschichte eines Falles von 
Spontanruptur des Oesophagus wieder. Die Section zeigte bei dem 38jährigen 
Manne eine eitrigjauchige Mediastinitis posterior, ausgehend von einer schlitz- 
förmigen Perforation des mittleren Oesophagustheiles; Austritt von Mageninhalt 
in beide Pleurahöhlen; beginnende eitrigjauchigo Pleuritis beiderseits. Die Ge- 
nese der spontanen Oesophagusruptur — Seh. hat 11 Fälle solcher aus der Lite- 
ratur zusammengestellt — ist noch nicht sicher aufgeklärt; wenigstens ist eine 
Erklärung, die auf alle Fälle passt, noch nicht gegeben. Seh. nimmt für seine 
Beobachtung wie Benecke an, dass die Kraft krampfhafter Brechbewegungen bei 
Ueberfüllung des Magens mit Gas oder Flüssigkeit vollkommen ausreicht, um eine 
Zerreissung des Oesophagus durch acute Ueberdehnung zu erklären. 

OPPIKOFKR. 

110) w. £. LvDEer (Königsberg i. Pr.). üeber die Behandlnng ttefsitzender 

FremdkBrper des Oesophagns. MUnch. med Wochenschr. No. 42. 190T. 
Bei den tiefsitzenden — i. e. knapp oberhalb der Einmündung des Oeso- 
phagus in den Magen — insbesondere scharfkantigen Fremdkörpern kommt in erster 
Linie die Oesophagoskopie in Betracht. Führt diese nicht zum Ziele, so tritt die 
Gastrotomie in ihre Rechte. Bericht über einen einschlägigen, complicirten Fall, 
der durch Gastrotomie geheilt wurde. hecht. 

111) Rndoir Haecker (Greifswald). Beitrag inr Behandlnng der Fremdkörper 

in der Speiseröhre. Mit 7 Abb. Münch. med Wochenschr. No. 42. 190T. 
Bericht über 5 einschlägige Fälle, der sich zu kurzem Referat nicht eignet. 

HKCHT. 

112) enlsez (Paris). Bxtractton Yon 3 Fremdkörpern, sewie iwei nene FHle 
von nndnrchdringlichen larbenstenosen, eperirt nnd geheilt nnter Oesophago- 
skopie. (Bxtraction de trois eorps itrangers et denz nonveanz cas de ri- 
trecissements eicatriciels infranchissables opiris et gaim sons Asophago- 

SCOpie.) Congres franvais de Chirurgie. Paris. 7. bis 12. October 1907. 

GONTIER de la ROCHK. 



— 203 — 

IV. Kritiken und Gesellscliaftsbericlite. 

a) Berliner larynirolocrisclie Oesellschafl. 

Sitzung vom 13. December 1907. 

Alexander stellt eine Patientin vor, die nach den ersten Lebensmonaten 
heiser zu sprechen anfing und seitdem heiser geblieben ist. Die Stimmbänder 
schienen in eine obere und untere Lefze gespalten, von denen erstere mehr lateralwärts 
zurücktritt, so dass man von oben schräg in einen Defect hineinsehen kann, der eine 
kahnförmige Gestalt hat. Die beiden Lefzen liegen ober- resp. unterhalb des 
Stimmbandrandes. Der Grund der Defedte ist körnig, grauweiss, die Ränder ge- 
zackt. Die Defecte liegen nur innerhalb der Pars libera. A. bespricht die ver- 
schiedenen Möglichkeiten ihres Entstehens. 

Schötz denkt an durch Epithelnekrose hervorgerufene Defecte. 

Grabe wer erwägt die Möglichkeit, dass knorplige Einlagerungen in der 
oberen Wand des Spaltes eine Narbencontraction verhindert haben. 

E. Meyer und Katzenstein nehmen eine congenitale Missbildung an. 

Alexander begründet die Unwahrscheinlichkeit der verschiedenen ange- 
gebenen Ursachen der Enstehung der Defecte. 

B. Rosenberg stellt einen Fall von primärem Lupus des Kehlkopfes 
vor, bei dem eine knötchenartige Infiltration die Epiglottis, arjepiglottischen 
Falten, ergriffen hatte, die Taschenbänder und Stimmbänder ihre Conturen voll- 
ständig eingebüsst hatten. In der Glottishöhe hatte sich eine diaphragmaartige 
Membran gebildet, die den Athemspait erheblich verengte. 

Halle demonstrirt eine Patientin mit traumatischer Recurrensläh- 
mung, hervorgerufen durch eine Stich Verletzung hinter dem Stemocleidomastoi- 
deus in der Nähe des Ohrläppchens, die seiner Meinung nach den Stamm des 
Vagus getroffen hat. 

E. Meyer berichtet über zwei Fälle ähnlicher Verletzung, in denen er an- 
nahm, dass es sich nicht um eine directe Verletzung des Nerven handelte, son- 
dern um Drucklähmung durch einen Bluterguss. 

B. Frank el: Es giebt Stichverletzungen des Nerven, die die grossen Gefässe 
freilassen. 

Grabe wer und Halle glauben nicht an einen Bluterguss, sondern an eine 
directe Verletzung. 

Schiungbaum zeigt das Präparat einer durch ein frontales Septum in 
eine vordere und hintere Abtheilung geschiedenen Oberkieferhöhle. 

A. Rosenberg: Zur Ophthalmo-Tuberoulin-Reaction, 
Der Laryngologe sieht öfter Fälle von Kehlkopftuberculose, bei denen die 
Langen fast garnicht ergriffen sind. Diese sind geeignet, den Werth der conjunc- 
tivalen Tuberculinreaction zu prüfen, wenn sie allseitig, d. h. in grosser Zahl 
daraufhin untersucht werden. Er berichtet unter Anderem über zwei Fälle von 
Lupus des Kehlkopfes und beginnender resp. vorzugsweiser tuberculöser Erkran- 
kung des Larynx, bei denen die conjunctivale Reaction positiv ausfiel, in dem 

XXI Y. Jahrg. 15 



— 204 -^ 

einen der letzteren allerdings erst durch Anwendung einer 4proc. Tuberculin- 
iösung. 

Ein sicheres Verhäitniss zwischen Intensität der Erkrankung und der Reac- 
tion konnte er nicht feststellen. 

Teich mann: Die einzelnen Individuen rcagiren verschieden; die Reaction 
ist ein werthvolles diagnostisches und wahrscheinlich auch prognostisches Hilfs- 
mittel. 

Grabower hält die Reaction für ein diagnostisch unsicheres Mittel; eine 
stärkere Tuberculinlösung kann eine traumatische Läsion machen, dagegen sind 
die subcutanen Tuberculininjectionen viel zuverlässiger. 

ß. Fränkel: Die subcutanen Tuberculininjectionen sind ungefährlich, aber 
die Reaction bleibt zuweilen darnach aus. Die conjunotivale Reaction verdient 
unsere Beachtung. 

Siegel: In vielen Fällen kann man zweifelhaft sein, ob man eine Reaction 
annehmen soll oder nicht; sie ist unsicher und nicht ohne Gefahr für das Auge. 

Alexander: Comby bestätigte die Brauchbarkeit der conjunctivalen Re- 
action durch seine Sectionen; die subcutanen Tuberculininjectionen sind durchaus 
nicht immer sicher in ihrem Resultat. 

Rosenberg: ControU versuche haben gezeigt, dass die Tuberculinlösung 
nicht traumatisch wirkt; Fälle von vorgeschrittener Tuberculose und auch viele 
Gravide reagiren selten positiv. Die Reaction ist immer deutlich zn erkennen; 
das Auge, in das instillirt wird, muss gesund und sauber seien. Immerhin sind 
einige Fälle von Erkrankung des Auges nach der Instillation bekannt geworden. 
Eine weitere Prüfung der Methode ist angezeigt. A. Rosenberg. 

b) Sitzanspibericht der Ungarischen laryngologischen Gesellscbaft« 

Sitzung vom 14. Mai 1907. 
Vorsitzender: E. v. Navratil. 
Schriftführer: A. Li p seh er. 

1. A. Lipscher: Fall einer recidivirenden Nasengeschwulst. 
ITjähriger Tagelöhner, in der rechten Nasenhälfte eine weiche, bewegliche 

Geschwulst; postrhinoskopisch wallnussgrosser, glatter, röthlicher Tumor. Bei 
Probeexcision starke Blutung, ebenso bei partieller endonasaler Entfernung. Histo- 
logischer Befund : Teleangiektatischer Bindegewebstumor. Nach Wochen Recidive. 
Vortr. meint, dass derselbe radical nur nach der Parts ch 'sehen Methode oder 
mit temporärer Resection des Oberkiefers entfernt werden könne. 

2. A. Lipscher: Geheilter Fall von Larynxstenose. 

37jährige Frau, leidet seit 4 Jahren an Athembeschwerden, in letzter Zeit 
an Athemnoth. Unterhalb der Stimmbänder halbrunde, glatte, weiche Anschwel- 
lungen (Laryngitis hypoglottica hypertrophica chronica?). Nach Intubation mit 
Tuben No. 15 bis No. 19 vollständige Rückbildung. 

Gämän berichtet über einen ähnlichen, mit Schrott er 'sehen Tuben ge- 
heilten Fall. 



— 205 — 

Baumg arten erwähnt einen ähnlichen, acut verlaufenden Fall, wahr- 
scheinlich durch Aspirin verursacht. 

L6närt hält solche Fälle meistens durch Erkältung verursacht. 

3. E. Baumgarten: Fall von Recurrenslähmung. 

Bei der 67 jährigen, aphonischen Frau linkerseits Recurrenslähmung im 
dritten Stadium; Stimmband sichelförmig, wesentlich verkürzt. Aortenaneurysma 
nicht nachweisbar, Herz massig vergrössert. Puls rigid. Vortr. meint, dass doch 
ein nicht nachweisbares Aortenaneurysma oder eine mit der Hypertrophie des 
Herzens zusammenhängende Stauung und VergrÖsserung der peritrachealen Lymph- 
drüsen besteht. 

Onodi fragt, ob die Sensibilität des Kehlkopfeinganges untersucht worden sei. 
Nach Vortragendem sind gewisse Fälle anaesthetisch, gewisse hypaesthetiscb. 

4. Z. V. Lenärt: Kehlkopfkrebs. 

61jährige Frau, am linken fixirtcn Aryknorpel eine unebene, geschwürige 
Geschwulst, welche das hintere Drittheil des Stimmbandes bedeckt, vordere Partie frei; 
Kehlkopf links normal. Histologischer Befund: Carcinom. In Folge heftiger Reaction 
nach Probeexcision Tracheotomie. Vortr. will nach Rückbildung, der reactiven 
Entzündung die Resection des Kehlkopfes ausführen. 

Baumgarten hält vorliegenden Fall als extralar3mgeales Carcinom für in- 
operabel. 

£. V. Navratil weist auf die vorhandenen Schluckbeschwerden hin; im 
Falle dieselben durch üebergreifen auf den Oesophagus verursacht sind, wäre eine 
Resection contraindicirt. 

l). V. Navratil wirft die Frage der Bronchitis auf; in diesem Falle ist die 
Operation contraindicirt. 

Vortragender hält Pharynx und Oesophagus für frei. 

5. Onodi: Haemangioma septi cartilaginei. 

40jähriger Mann, links an der knorpeligen Nasenscheidenwand eine kurz- 
gestielte, mandelgrosse, blutende Geschwulst. Entfernung mit galvanokaustischer 
Schlinge. Histol. Befund: Haemangioma simpl. 

6. Onodi: Tonsilla succenturiata. 

Auf der linken Mandel eine 2 cm lange Nebenmandel auf einem 2—3 mm 
langen und breiten Stiele. Entfernung mittelst Schlinge. Gewebsstructur der 
Mandel entsprechend. 

Sitzung vom 29. October 1907. 

Vorsitzender: E. v. Navratil. 
Schriftführer: A. Lipscher. 
1. E. V. Navratil: Fall von tracheo-brönchialer Compression. 
33jähriger Mann hustet seit 4 Monaten, in letzter Zeit Erstickungsanfalle 
und Brustschmerzen. Kranker ist cyanotisch, Athmung stenotisch. Zwischen den 
beiden ParaSternallinien, von der 2.-6. Rippe Dämpfung, entsprechend dem 

15* 



— 206 — 

Schatten bei der Rontgenuntersachung. Herz massig vergrössert, Herztöne rein, 
accentuirt, an den Extremitäten keine Palsverspätang; Lungen erweitert, meisten- 
theils trockene Rasselgeräusche; rechts vorne Athmen geschwächt, in der Scapula 
und Interscapalargegend bronchial. Kehlkopf normal; Sputum auf Tuberkel- . 
bacillen negativ. Vortr. hält den Tomor für ein Mediastinalsarkom. 

2. E. V. Navratil: Noma der Ober- und Unterlippe. 

20jähriger, sehr herabgekommener Zigeunerbursche aus einer Sumpfgegend. 
Im März 1. J. entstand auf der Unterlippe eine Geschwulst, welche bald exnlce- 
rirte. Status praesens: An der Stelle der gänzlich zerstörten Ober- und Unter- 
lippe ein 3—4 cm breites, mit ausgebuchteten und wallartig erhabenen Rändern 
begrenztes Geschwür, dessen Grund nekrotisches, stinkendes Gewebe bildet. 
Linke obere und untere Schneidezähne freiliegend. Lues oder Tuberculose aus- 
geschlossen. 

Vortr. hält die Erkrankung für Noma. 

Donogany weist auf die Befunde von Vincent- Bacillen bei Noma. 

Baumgarten empfiehlt das Streptokokken serum. 

3. Z. V. L6närt: Chronisches Oedem des Kehlkopfes und des 
weichen Gaumens. 

12 jähriges Mädchen seit Beginn (2 Jahre) Schluckbeschwerden, Husten des 
Nacht^ und Athembesch werden. Uvula, Gaumenbögen grauroth, ödematös, Epi- 
glottis kleinfingerdick. Beide arytaenoidalen Gegenden, aryepiglottisohen Falten, 
Taschenbänder verdickt, glatt, grauroth. Stimmbänder normal. Athmen etwas 
geräuschvoll, Stimme rein. Im Uebrigen Kehlkopf normal. Lues, Tuberculose 
nicht nachweisbar, Brust- und Bauchorgane ebenso, Urin, Blutuntersuchung nega- 
tiv. Röntgen- und histologische Untersuchung erwies nichts Abnormes. Therapie 
bisher erfolglos. Vortr. hält das Oedem für ein idiopathisches. 

Zwillinger sah einen Fall von chronischem Oedem des weichen Gaumens 
ohne entzündliche Erscheinungen. 

Nach Baumgarten erinnert der Fall an den Lymphosarkomfall Störk's. 

Donogany denkt an Tuberculose, an Quincke 's Oedem oder an ein 
Myxödem. 

4. D. V. Navratil: Operirter Fall eines Septumcarcinoms. 

Vor 6 Monaten exstirpirte Vortr. bei der 32jährigen Kranken ein wallnuss- 
grosses Basalzellencarcinom des unteren Theils des Septum endonasal. Peri- 
chondrium und Knorpel waren intact. Histolog. Untersuchung: sehr malignes 
Basalzellencarcinom. Bisher keine Reoidive. 

Tövölgyi möchte keine günstige Prognose stellen. 

L6nart hält die Prognose, da die Entfernung eine totale und das umliegende 
Gewebe intact war, für günstig. 

5. Onodi: Mucocele der mittleren Nasenmusohel. 

Patientin leidet seit 4 Jahren an Verstopfung der linken Nasenhälfte and 
Schmerzen in der linken Schläfengegend. Linke mittlere Muschel geschwollen, 



— 207 — 

nach laoision eine 4 cm grosse, mit Schleim gefüllte Höhle sichtbar. Nach Vortr. 
münden solche Maschelzellen an ihrem höchsten Punkte, im oberen Nasengange, 
was die Retentionserscheinungen erklärt. % 

Zwillinger schrieb schon vor 17 Jahren über diese Frage und citirt 
Zackerkandl, der meint, dass es sich um versprengte Siebbeinzellen handle. 
Der Aasdrnck ^Mnschelzelle^ ist nur eine Abkürzung. 

Nach Onodi sind die mit Luft gefüllten Knochenblasen nicht so selten, hin- 
gegen die mit Schleim und £iter gefüllten häufig. 

6. A. V. Irsay: Ueber die Verbreitung des Skleroms in Ungarn, 
nebst Beitrag zur Therapie desselben. (Vortrag.) 

Vortr. construirte auf Basis der eigenen, sowie der Rö na 'sehen Fälle eine 
Karte der geographischen Verbreitung des Skleroms in Ungarn. Referirt über 
17 Fälle, welche theils in den an Galizien grenzenden Comitaten, theils in dem 
Rumänien anliegenden Comitate Fogaras vorkamen: andere stammen aus dem 
Centrum des Landes. Demzufolge sind gewisse Gegenden Ungarns mit Sklerom 
verseucht. Vortr. dringt auf Einführung der obligatorischen Anzeigepflicht und 
Isolirung. 

Im zweiten Theile des Vortrags theilt J. seine Erfahrungen mit über die 
Therapie des Skleroms mit Fibrolysin. 

Zwillinger hält auch die Klärung dieser Frage für wichtig, da nach Russ- 
land und Rumänien angeblich in Ungarn die meisten Skleromfalle vorkommen. 

Donogany bringt in Vorschlag, dass die Section mit Unterstützung des 
Aerztevereins und der Regierung Specialisten in die durchseuchten Gegenden 
schicke. 

Baumgarten empfiehlt das Diphtherieheilserum. 

E. V. Navratil empfiehlt zu obigem Zwecke ein Comit4 mit Zuziehung der 
Dermatologen und Bakteriologen. Heilung bringt nur die Excision mit nach- 
folgender Plastik; demonstrirt mehrere Photographien der von ihm auf diese 
Weise behandelten und vollkommen geheilten Fälle. 

Vortr. schliesst sich der Proposition des Präsidenten und Dongäny's an. 
Auf Vorschlag des Präsidenten wird ein Comit^ entsendet. v. Navratil. 



o) Brittsh Laryngologloal, Ehlnologleal and Otologioal Aüsociatlon. 

November 1906. 
Vorsitzender: R. H. Woods. 
A. Wylie: Epitheliom der Tonsille. Operation. 
59jähriger Mann; nach ausgedehnter Operation mit Entfernung der ge- 
schwollenen Drüsen am Kieferwinkel schnelle Heilung. Jetzt 6 Monate danach 
kein Recidiv. i 

Mayo Collier: 1. Fall von Kehlkopftuberculose. 
Der Larynx wurde bei dem an chirurgischer Tuberculose leidenden 33jäh- 
rigen Mann spät befallen. 



-^ 208 - 

2. Doppelseitige Abductorlähmung. 

Znr Diagnose. . 

# Abercrombie: „Tuberoulom" des Nasenrachens. 

Nach Entfernung der Masse mit einer Adenoidcurette befindet sich Patient 
wohl. 

Wyatt Wingrave schwankt bei Benrtheilang der Geschwulst zwischen 
Lymphadenom und Tuberculom. 

Harold Barwell: Fall von Gummi des Kehlkopfs (?). 

Collier und der Vorsitzende discutiren die Diagnose. 

Andrew Wylie: Tuberoulom des Kehlkopfs. 

Chichele Nourse: Maligne Erkrankung der Cervicaldrüsen und 
des Kehlkopfs bei einem 59jährigen Manne. 

Die Untersuchung der entfernten Drüsen durch Wyatt Wingrave ergab, 
dass es sich um ein Endotheliom handelt. 

Chichele Nourse: Neubildung im Pharynx. 

Wyatt Wingrave: Mikroskopische Schnitte durch Knochen- 
blasen der mittleren Muschel. 

Cfr. Journal of Laryngology. August 1906. 

Januar 1907. 
Vorsitzender: R. H. Woods. 
Mayo Collier: Epitheliom des Mundbodons. 

Ausführliche Boschreibung einer sehr radicalen Methode zur Entfernung der 
Zunge und des Mundbodens. Bericht über 2 Fälle, von denen einer noch 7 Jahre 
nach der Operation lebt, der andere kürzlich 5 Jahre nach der Operation ohne 
Kecidiv an Pneumonie starb. 

Mayo Collier: Doppelseitige Abductorlähmung. 

Vorgestellt in der vorigen Sitzung; Discussion. 

Harold Barwell: 1. Tuberculöse Ulceration des Pharynx bei 
einem 17jährigen Mann. 

2. Gummi des Kehlkopfs. Vorgestellt in der vorigen Sitzung. 

Incision von aussen zeigte ein blasses granulationsähnliches Gewebe von 
zweifelhaftem mikroskopischem Charakter. 

Chichele Nourse: Polysinusitis, das Resultat der Radicalope- 
ration zeigend. 

Eine Anzahl Redner besprechen das excellente Operationsresultat. 

März 1907. 
Vorsitzender: Mayo Collier. 
Abercrombie: 1. Maligne Erkrankung des Larynxinnern bei 
einem r)2jährigen Mann. Thyreotoniie. 



— 209 — 

2. „Tuberculoide" Erkrankung der Tonsille. 

Der mikroskopische Befund ist zweifelhaft. 

Mayo Collier: Tuberculose des Larynx. 

Chichele Nourse: Fixation des linken Stimmbandes in Folge 
Tuberculose der linken ary-epiglottischen Falte. 

Andrew Wylie: Recidivirende Lähmung des linken Stimmbande s 
n Folge von Druck durch Drüsenmassen am Halse. 

Kelson: Tuberculose (?) Erkrankung des Larynx. 

Zur Diagnose. 

Wyatt Wingrave: Myceleninfection der Tonsillen bei einem 
56jährigen Mann. 

Ausser den gewöhnlichen senilen Veränderungen fanden sich an der Tonsille 
Mycelenfäden, die sich nach Gram färben Hessen. 

W. hat dies öfter bei Patienten über 50 Jahren gefunden, niemals jedoch bei 
Kindern und jungeA Leuten. 

Harold Barwell: Kehlkopftumor. Fall im November J906 vor- 
gestellt. 

Epitheliom bei einem 28jährigen Mann. 

Mai 1907. 
Vorsitzender: Woods. 

Woods: Fall von Durchschneidung des Halses bei einer dreissig- 
jährigen Frau. 

In Folge eines Schnittes, der in Höhe der Thyreohyoidmembran alle Gewebe 
am Halse bis auf die Wirbelsäule durchtrennte, hatte sich eine Narbe gebildet, 
die die Mundhöhle vollkommen vom Larynx und Oesophagus abtrennte. Nahrungs- 
aufnahme und Äthmung wurden durch eine breite Tube in dorn thyreohyoidalen 
Zwischenraum bewerkstelligt. In dem Narbengewebe fand sich eine kleine Oeff- 
nung, die allmählich erweitert wurde. Es wurde eine besonders construirte Tube 
eingesetzt. Um das Hinabgleiten des Speichels in die Trachea zu verhüten, wurde 
an dem pharyngealen Ende der Tube ein Reservoir gemacht, aus dem die Flüssig- 
keit durch eine kleine Pumpe abgesaugt wurde, die Patientin unter dem Kleide 
verborgen trug. Patientin kann jetzt durch die Nase athmen und auch sprechen. 

Stuart Low: Fall von Stirnhöhlenempyem mit Epilepsie. 

Seit Ausräumung des Sinus keine Anfälle mehr. E. B. Waggett. 



V. Briefkasten. 

Personalnachrichten. 

Zum Präsidenten des St. Petersburger oto-laryngologischen Vereins ist der 
Mitarbeiter des Centralblatts, Dr. P. Hellat, gewählt worden. 



— 210 — 

Die Herren Graben er (Berlin) und Brieger (Breslau) haben den Professor- 
titel, Dr. Panse (Dresden) den Saaitätsratbtitel erhalten. 

Dr. Wittmack (Greifswald) ist als ordentlicher Professor der Oto-Rhino- 
Laryngologie nach Jena berufen worden. 

Dr. Heinrich Herzog hat sich an der Universität München für Laryngo- 
logie und Otologie habilitirt. 

(Die vorstehenden 8 Nachrichten sind der Honatsschr f. Ohrenheilk. entnommen.) 

Der Wiener Allgemeinen med. Wochenschrift entnehmen wir die Nachricht, 
dass Prof. Dr. A. Juras z (Heidelberg) einen Ruf an die Universität in Lemberg 
angenommen hat. 

Herr Dr. Oppikofer (Basel) ist dem Centralblatt als ständiger Mitarbeiter 
beigetreten. 

Dr. J. W. Gleitsmann (New-York) ist zum correspondirenden Mitglied der 
Wiener Laryngologischen Gesellschaft erwählt worden. 

Am Scbluss des Jahres wird in St. Petersburg der erste russische oto*Iaryn- 
gologische Congress veranstaltet. 

Engfasio Urnjiuela f. 

Dieser bekannte spanische Eehlkopfarzt, der im Jahre 1904 als Präsident der 
Section für Laryngologie bei dem Madrider Internationalen Congresse fungirte, ist, 
wie wir den Annales des Maladies de TOreille et du Larynx entnehmen, zu Madrid 
im Alter von 50 Jahren gestorben. Er war ein Schüler Rafael Ariza's und 
dessen Nachfolger an der laryngo-otologischen Abtheilung des Instituts Rubio. 

British Xedical Association. 

SEVENTY-SIXTH ANNÜAL MEETING, SHEFFIELD. 
July 28tb, 29th, 30th, and 31st, 1908. 
Section of Laryngology, Otology and Rhinology. 
President: George Wilkinson, M.B., F.R.G.S., Sheffield. 
Vice-Presidents : Walter Jobson Horue, M.D., London. 
Harry Lockwood, M.R.C.S., Sheffield. 
Duncan Gray Newton, M.B., Sheffield. 
The Meeting of the British Medical Association will take place this year at 
Sheffield on July 28th, 29th, aoth, and 31st. The Section of Laryogolog)% Otology 
and Rhinology will be held under the Presidency of Mr. George Wilkinson of 
Sheffield. 

Foreign and Colonial visitors will be cordially welcomed in the Section, and 
those who may desire to attend are requested to send in their names as soon as 
possible to the Honorary Secretaries, together with the titles of any papers thcy 
may wish to read. 

The Section will meet on Wednesday, Thursday and Friday, July 29 th, 30th, 
and 3 Ist, at 10 a. m., adjourning at 1 p. ni. oach day. 

The foUowing subjects have beeii selected for special discussion: — 

1. Wednesday, July 29th. — „Chronic Inflaramation of the Pharynx."* To be 
opened by Dr. James Barry Ball and Dr. Peter McBride. 

2. Thursday, July 30th. — ^Tho Diagnosis and the Intracranial Complications of 
Middle-Ear Suppuration.** To be opened by Mr. Charles A. Bailance, 
M.V.O., and Mr. Arthur L. Whitehead. 

3. Friday, July 31st. — „The Methods of Dealiug with Suppuration in the Maxillary 
Antrum."' To be opened by Dr. St. Clair Thomson and Dr. Arthur 
Logan Turner. 



— 211 — 

William Smith Kerr, M.B., 281, Glossop Road, Sheffield, \ „^„ ^^^^ 
Hunter F. Tod, P.R.C.S., III, Harley Street, London, / "^°- ^®^^- 

In Order to save time and correspondence all Communications relating to the 
exbibition of preparations, instrumenta, &c., may be addressed to Dr. W. S. Kerr, 
281, Glossop Road, Sheffield; and all others reiating to papers and discussions to 
Mr. Hunter F. Tod, 111, Harley Street, London, and marked »Section of Laryn- 
gology, Otology and Rhinology". 

Regulations for the Conduct of Sections. 

1. Papers at the Sectional Meetings must not occupy more than Fifteen mi- 
nutes in reading, and no subsequent speech must exceed Ten minutes. 

2. Authors are requested to send short abstracts of their papers not later 
than Saturday, May 30U). 

3. The text of Papers submitted for publication in the „British Medical 
Journal" as part of the report of the Section should represent what is actually 
read in the Section. 

4. Each author should band the text of bis Paper in proper form for publi- 
cation to one of the Seoretaries of the Section immediately after it is read, or at 
the latest at the end of the day's meeting of the Section. Neglect to comply 
with tbis request may resuU in the Omission of th^ Paper in question from the 
proceedings of the Section published in the „British Medical Journal". 

5. Papers read are the property of the Qritish Medical Association, and 
cannot be published elsewhere than in the „British Medical Journal" ^witbout 
special permission. 

6. Authors of Papers not read have uo claim for the publication of their 
Papers in the „British Medical Journal". Papers cannot be taken as read. If not 
read they form no part of the proceedings of the Section. 

By Order of the Council, 

Guy Elliston, General Secretar}-. 

InternatioBaler GoBgreg« ffir Laryngolofri^ und Bhlnologle. 

Wien, 21. bis 25. April 1908. 
Folgende weitere Details sind uns aus dem Bureau des Congresses mitgetbeilt 
worden. 

Vorläufiges Programm. 
Montag, 20. April, Abends 8 Uhr: Zwanglose Zusammenkunft der 
Congressmitglieder in der Volkshalle des Rathhauses, I. Bezirk, Dr. Karl Lueger- 
Platz, woselbst auch Speisen verabreicht werden. 

Dienstag, 21. April, 11 Uhr Vormittags: Die feierliche Eröffnung des 
Congresses und der Ausstellung in den Festräumen der Universität, I. Bezirk, 
Franzensring. 

Vorläufiges Programm für die Eröffnungssitzung: 

1. Begrüssung und Eröffnung des Congresses durch den Präsidenten, Hofrath 
Professor Dr. 0. Chiari (Wien). 

2. Bericht des Generalsecretärs, Professor Dr. M. Grossmann (Wien). 

3. Ansprachen (die Reihenfolge wird später bekannt gegeben). 

4. Festrede auf Türck und Czermak, gehalten vom Ehrenpräsidenten, 
Hofrath Professor Dr. L. Schrötter Ritter von Kristelli (Wien). 

5. Eröffnung der Ausstellung. 

Dienstag, 21. April, Nachmittags 4 Uhr: Besichtigung der Universitäts- 
Klinik für Kehlkopf- und Nasenkrankheiten des Hofrathes Prof. Chiari im Allge- 
meinen Krankenhause (IX., Aiserstrasse 4), der Laryngologischen Abtheilung des 
Docenten Dr. Ko schier an der Wiener Allgemeinen Poliklinik (IX., Marianneu- 
gasse 10) und des xVmbulatoriuras des Docenten Dr. Hajek (IX., Beethovengasse 6). 



— 212 ^ 

Das detaiilirte Programm der gesellschaftlichen VeraDstaltungen wird 
später ausgegeben. Das Bankett dürfte am 23. April, Abends am 7 Uhr, im 
Hotel Continental (U., Praterstrasse 7) stattfinden. Die Mitglieder und ihre Damen 
werden gebeten, an dem Bankett (Preis 20 Kr. pro Person, inclusive Getränke) 
theilzunehmen und sich zu diesem Zwecke bei unserem Kassirer, Dr. G. Scheff, 
Wien, L, Hoher Markt 4, anzumelden. Nach Einsendung von 20 Kr. pro Person 
an unseren Kassirer werden die Bankettkarten übersandt werden. 

Die Stadt Wien bat die Oongressisten und ihre Damen zu einem Bankett im 
Rathhause eingeladen. 

Damen-Comite. 
Das Damen-Comite hat sich bereits constituirt und wird demnächst ein Ver- 
gnügungsprogramm für die Damen der Congressmitglieder ausarbeiten. 
Wissenschaftliche Verhandlungen 
in dem Sitzungssaale der Gesellschaft der Aerzte, IX. Bezirk, Frankgasap 8. 
Von Mittwoch. 22. April, bis Samstag, 25., finden täglich von V«l5 Uhr Vor- 
mittags bis 1 Uhr Nachmittags und von V2^ Übr bis 5 Uhr Nachmittags wissen- 
schaftliche Sitzungen statt. Jede dieser Sitzungen soll durch ein Referat eingeleitet 
werden, an das sich dann die Vorträge in der Reihenfolge der Anmeldungen an- 
schliessen. In der Reihenfolge der Vorträge tritt insofern eine Aenderung ein, als 
sämmtliche Wiener Col legen zu Gunsten der Gäste von ihrer infolge der Anmel- 
dung erworbenen Rangordnung zurücktreten. Auch müssen sich die Vorsitzenden 
Aenderungen in der Reihenfolge vorbehalten. 

Demonstrationen von Kranken finden Mittwoch, den 22. April, Nach- 
mittags nach dem Referate statt. 

Referate. — Rapports. — Reports. 

Mittwoch, 22. April, Vormittags. — Mercredi, 22. April, avant-midi: 

B. Frank el (Berlin), Referent. — Lermoyez (Paris), Correferent: 

Die Laiyugologie und Rhinologie vom allgemein-medicinischen Stand- 
punkt. — Unterricht und Prüfung in diesen Fächern in den ver- 
schiedenen Staaten. Discussion. Vorträge. 
Nachmittags — apres- midi: 
Onodi (Budapest), Referent. — Kuhnt (Königsberg), Correferent: 

Zusammenhang der Erkrankungen der Nase und des Nasenrachenraumes 
mit denen des Auges. Discussion. Vorträge. 
Donnerstag, 23. April, Vormittags. — Jeudi, 23. Avril, avant-midi: 
Sir Felix Semon (London), Referent: 

Die Allgemeinbehandlung localer Leiden der oberen Luftwege. Discussion. 
Vorträge. 

Nachmittags — apres-midi. 
Burger (Amsterdam), Referent. — Gradenigo (Turin), Correferent: 

Die diagnostische und therapeutische Bedeutung der Röntgenstrahlen und 
des Radiums in der Laryngologie und Rhinologie. Discussion. Vorträge. 
Freitag, 24. April, Vormittags. — Vendredi, 24. April, avant-midi: 
Gleitsmann (New- York), Referent. — Heryng (Warschau), Correferent: 
Behandlung der Tuberculose der oberen Luftwege. Discussion. Vorträge. 
Nachmittags — apres-midi: 
Vorträge. — Communications. — Papers. 

Samstag, 25. April, Vormittags. — Samedi, 25. Avril, avant-midi: 
Jurasz (Heidelberg), Referent: 

Internationale Laryngo-Rhinologen-Congresse. Discussion. Vorträge. 
Nachmittags: Vorträge. 
Angemeldete Vorträge. — Communications. — Papers. 

1. Gluck (Berlin): Die Chirurgie im Dienst der Laryngologie (mit Demonstra- 

tion von Patienten). 

2. Hey mann (Berlin): Das Liston-Garcia'sche Princip. 



— 213 — 

3. Heryng (Warschau): Ueber InhalatioDstherapie. 

4. Piatau (Berlin): Neuere ErfahniDgen über die Phonasthenie. 

5. Grossmann (Wien): Ueber die intrabulbären VerbinduDgen des Trigeminus 

zum Vagus. 

6. Baumgarten (Budapest): Kehlkopf- und Oesophagussteuose und ihr Einfluss 

auf die Geschlechtsorgane. 

7. Imhofer (Prag): Die Kenntniss der Kehlkopftuberkulose im griechischen 

und römischen Alterthum. 

8. Mass ei (Neapel): Riesengeschwülste im Larynx. 

9. Denker (Erlangen) : Die operative Behandlung der malignen Tumoren der Nase. 

10. J. Oller Rabasa (Barcelona): Thema vorbehalten. 

11. Killian (Freiburg i. Br.): Die Röntgenphotographie im Dienste der Rhino- 

logie (und eine Demonstration). 

12. V. Eioken (Freiburg i. Br.): Unsere Erfahrungen mit der Killian'schen 

Stirnhöhlenoperation (und eine Demonstratien). 

13. Brünings (Freiburg i. Br.): Ueber technische und klinische Fortschritte 

auf dem Gebiete der Bronchoskopie (und eine Demonstration). 

14. Nägeli-Ackerblom (Genf): Therapie bei Rachen- und Halskrankheiten 

in Genf um 1700. 

15. Emil Glas (Wien): Zur Kritik der Massei 'sehen Gesetze. 

16. Emil Glas und Emil Kraus (Wien): Kehlkopftuberculose und Gravidität. 

17. Ulimann (Wien): Beiträge zum Verhältniss zwischen Exanthemen und 

Enanthemeu bei typischen Dermatosen. 

18. Katzenstein (Berlin): Ueber Versuche am Gyrus praecrucialis Owen. 

19. Sedziak (Warschau): Die Frage der Radicalbehandlung des Kehlkopf- 

krebses in den letzten 50 Jahren (1858—1908). 

20. Alb. Blau (Görlitz): Ueber Sensibilität und Reflexbahnen des Larynx. 

21. Rethi (Wien): a) Indicationen der Operationen an der Nasenscheidewaud . 

22. Rethi (Wien): b; Einiges über die Pendelzuckung. 

23. Onodi (Budapest): Ueber den diagnostischen Werth der Stirnhöhlendurch- 

leuchtung. 

24. Marquis (Chicago): Enucleatio tonsillae (Demonstration). 

25. Brieger (Breslau): Ueber die Bedeutung der Befunde von Rachenmandel- 

tuberculose. 

26. Jörgen Möller (Kopenhagen): Beiträge zur Kenntniss des Mechanismus 

der Brust- und Falsettstimme. 

27. Struycken (Breda): Die optische Beobachtung von Luftschwingungen 

(Vocalklänge, Galtontöne etc.) und deren photographische Aufnahme (mit 
Demonstration). 

28. Otto Mayer (Graz): Demonstration mikroskopischer Präparate. 

29. Hajek (Wien): Meine Erfahrungen über meine endonasale Radicaloperation 

der Keilbeinhöhle. 

30. Kanasugi (Tokyo): Ueber die Kehlkopfstörungen bei Beri-ßeri. 

31. Vohsen (Frankfurt a. M.): a) Neue Behandlungsmethode des Nasenrachen- 

katarrhs und der Rhinitis vasomotorica. 

32. Vohsen (Frankfurt a. M.): b) Operation der bösartigen Mandelgeschwülste. 

33. Vohsen (Frankfurt a. M.) : c) Methodik der Stirnhöhlen- und Kieferhöhlen- 

durchleuchtung (mit Demonstration eines neuen Instruments). 

34. Moure (Bordeaux): Consideration sur la Tracheotomie-Thyrotomie. 

35. Fein (Wien): Zur Fensterresection der Nasen Scheidewand. 

36. Hugo Stern (Wien): Ueber Störungen der Sprache und Stimme bei Nerven- 

krankheiten. 

37. Kos Chi er (Wien): Die operative Behandlung des Larynxcarcinoms. 

38. Schiffers (Liege): Trophödeme des Larynx. 

39. Hennig (Königsberg): Der Einfluss der deutschen Meere (Nord- und Ostsee) 

auf die Tuberculose der oberen Luftwege. 
*40. Mahu (Paris): Emploi de la baisse-langue autostatique en Rhino-Laryngologie. 



-^ 214 — 

*41. Tapia (Madrid): a) Observations personnelles de corps 6trangers des premiers 

voies respiratoires et digestives, enlev^ au moyen de l^esophagoscopie 

et de la tracbeo-bronchoscopie directes. 
*42. Tapia (Madrid): b) Collection des moulages ea cire represent^nt des diver- 
ses lesioos esopbagiqaes observ^es dans ma clinique. 
*43. Della Vedova (Mailand): Sur quelques points relatifs au dcveloppement 

des cavites nasales de rbomme. 
*44. Della Vedova und C lere (Mailand): Coosid6rations cliniques et recbercbes 

histopatbologiques dans les rbinites bypertrophiques. 
*45. Weil (Wien): Ueber die conservative Behandlung der Nebenböhleneiterungen. 
'^46. H ar m e r (Wien) : Ueber Lähmungen der Stimmlippen nach Strumaoperationen. 
*47. Cauzard (Paris); a) De Testhitique dans le traitement chirurgical des 

sinusites frontales. 
*48. Cauzard (Paris): b) Osteo-fibrome du maxillaire superieur ayant combl6 la 

cavite du sinus. 
•49. Cauzard (Paris): c) Extraction de deux arretes et d'une vertebre de poisson 

munie de 2 arretes, de la tracb6e et du larynx d^un enfant de 18 mois 

par la m6thode de Eillian. 
*50. Kahler (Wien): Ueber die Erfolge der radicalen Behandlung der Neben- 
böhleneiterungen. 
*51. Lowe (Berlin): a) Ueber die Freilegung des Naseninnem vom Munde aus. 
*52. Löwe (Berlin): b) Ueber die Aufdeckung der Hypophysis. 
*bS. L. Clerc (Mailand): Rilievi istopatologici sopra alcune neoplasie della laringe. 
*54. Pardi (Mailand): Des caracteres histologiques de quelques tumeurs nasales 

et du rhinopharynx. 
*55. Seh ei er (Berlin): Die Bedeutung der Röntgenstrahlen für die Rhinologie. 
*56. Texier (Nantes): Sur deux cas de corps 6trangers des bronches; extraction 

par la bronchoscopie inferieure. 
*57. Mermod (Lausanne): R6section soumuqueuse de la cloison et ozene. 
58^. Niessl v. Mayendorf (Leipzig): Ueber den Mechanismus der cerebralen 

Schlinglähmung (mit Demonstration). 
*59. Tilley (London): Some points in the differential diagnosis of chronic sup- 

purative pan-sinisutis. 
♦60. Mader (München): Weitere Mittheilungen über Röntgen -Therapie und Dia- 
gnostik in den oberen Luftwegen. 
*61. Spiess (Frankfurt a. M.): a) Ueber die Bedeutung der Anästhesie bei der 

Behandlung von Entzündungen etc. etc. 
*62. Spiess (Frankfurt a. M.): b) Die Behandlung der Kehlkopfpapillome. 
*63. Kren (Wien): Einige seltene Dermatosen und ihre Localisation auf Mund- 

und Larynxsch leimhaut (Demonstration von Kranken). 
♦64. Donogany (Budapest): a) Ueber nasales Asthma. 
♦65. Donogany (Budapest): b) Die Reflexneurose der Nase und ihre Beziehungen 

zum Asthma. 
♦66. Melzi (Mailand): Ueber vier Fälle von Lar>'ngotrachea]stenose, durch Laryn- 

gotomie geheilt. 
♦67. Laker (Graz): Zur Frage der Entstehung und Heilung des Stimmbandkrebses. 
♦68. Dreifuss (Strassburg i.E.): Die Bekämpfung der Kehlkopftuberculose. 
♦69. Aboulker (Algier): a) Nevralgie fronto-occipale par tibro-sarcome diffus 

du naso-pharynx. 
♦70. Aboulker (Algier): b) Trois cas de pseudo-hcmoptisies d'origiue naso«pha- 

ryngienne. 
•71. Aboulker (Algier): c) Odontome de la base du crane.. 
♦72. Aboulker (Algier): d) Trombo-phlebite des sinus caverncux. 
•73. Plesch (Budapest): Zur Behandlung der functionellen Sprachstörungen. 
♦74. Kuttner (Berlin): Was leistet die Röntgenphotographie für die Diagnose 

und Therapie der Nasennebenhöhlenerkrankungen? (Demonstration, 

Theatergläser erwünscht). 



— 215 — 

♦75. Garel (Lyon): L'enrouement de renfance. 

•76. Heryng (Warschau): Die Technik der chirurgischen Behandlung der Larynx- 

phthise (mit Demonstration von Zeichnungen und Instrumenten). 
•77. Claoue. (Bordeaux): Des phiegmons de l'orbite consecutifs aux sinusites 

fronto-maxillaires. 
*78. Guisez (Paris). 

*79. Gutzmann (Berlin): üeber die Stimme und Sprache der Laryngectomirten. 
•80. Fein (Wien): Demonstration eines Instruments. 
* Nach dem 31. December 1907 angemeldet. 

Das Bureau des Congresses befindet sich vom 14. bis 27. April im Hause 
der Gesellschaft der Aerzte (IX., Frankgasse 8) und wollen von da an alle 
Anfragen dahin gerichtet werden. 

Während der Tagung des Congresses wird ein Tageblatt erscheinen und 
den Congressmitgliedern zur Verfügung stehen. 

In dem Hause der Gesellschaft der Aerzte (IX., Frankgassc 8) ist ein 
Raum für Spiegeluntersuchungen vorgesehen. 

Ausstellung. 
Gleichzeitig mit dem in Wien vom 21. bis 25. April 1908 tagenden „Inter- 
nationalen Laryngo-Rhinologen-Congress^ wird in den Räumen der k. k. Universität 
eine Ausstellung von Objecten, welche auf die Laryngologie und Rhinologie, Oeso- 
pbagoskopie und Bronchoskopie Bezug haben, stattfinden. Zur Ausstellung ge- 
langen: Untersuchungs-, Operations- und Behaudlungs-Instrumente, Inhalations% 
elektromotorische Beleuchtungsapparate und sonstige technische Hülfsmittel, Pro- 
thesen etc., ferner Handschriften, Bücher, Präparate, Abbildungen etc. 

Bisher sind 68 Aussteller gemeldet: in beschränkter Anzahl können Anmel- 
dungen noch bis zum 1. April angenommen werden. Unter den Ausstellern sind 
mehrere Kliniken und wissenschaftliche Institute, zahlreiche Fachmänner aus ver- 
schiedenen Ländern und die bekanntesten Fabrikanten von einschlägigen Instru- 
menten, von Apparaten und pharmaceutischen Präparaten vertreten. Hervorzuheben 
wäre noch, dass zahlreiche Manuscripte der durch den Congress zu feiernden Ge- 
lehrten Türck und Czermak, sowie von ihnen benutzte Instrumente (u. a. die 
von Türck und Czermak zuerst gebrauchten Kehlkopfspiegel) ausgestellt werden. 
Besonderes Interesse dürfte auch die Türck'sche Bildersammlung (Original- 
aquarelle von der Meisterhand Elfinger's, unter Türck's Leitung verfertigt) 
erwecken. 

Diverses. 
Jene Herren, die einen Gipsabguss der Büste Tu rck^s zu erwerben wünschen, 
können diese um den Betrag von 12 Kr. durch das Bureau des Congresses vom 
Kunstgiesser Schroth, Wien, XII., Dunklergasse 14, beziehen. 

Gipsabgüsse der Büste Czermak's sollen angefertigt werden, wenn eine 
grössere Zahl von Congressmitgliedern dies wünscht. 

Delegirte MUgnis Delegates 

a) von Gesellschaften: a) de Societes: a) of Societies: 

1. H. van Anrooy, Dr., Rotterdam \ ^t^, i j u ir i xt 
Burger, H.*), Prof. Dr., Amsterdam l ^^^^1^"^,^ ^^ ^ v ' •'*?" '" 
A. C H. Moll, Dr., Arnbem I Ooi-heelkundige Vereenig,Dg. 

2. Barth*), Prof. Dr., Leipzig, Sächsisch-Thüringische Ohren- und Kehlkopf- 

ärzte in Leipzig. 

3. Bayer, L., Dr., Brüssel 

?I"p?rt,"/.,*'D?.!°Briü,sel Societe Beige d^tologie de Larj-ngologie 

Eeman, E.«), Prof., Gand «* ^^ «hinologie. 

Schiffers, T.*), Prof., Liege 
*) Sind auch Vertreter von Universitäten. 



— 216 



4. Cisneros-Sevillano, Juan, Dr., Madrid, Academia Medice Quirurgica 

Espanola Madrid. 

5. Grazzi, Vittorio, Prof. Dr., Florenz, Societa Italiana di Laringologia, d'Oto- 

logia e di Rinologia. 

6. Heytnann, P., Prof., Berlio, Laryagologiscbe Gesellschaft zu Berlin. 

7. Jurasz, A.*), Prof. Dr., Heidelberg, Verein süddeutscher Laryngologen. 

8. Kanasugi, Dr., Hakase, Tokio, Japanische Oto-rhino-laryngologische Ge- 

sellschaft. 

9. V. Navratil, Imre*), Hofrath Prof., Budapest, Rhioo-laryngologische Sec- 

tion des königl. ungar. Aerzte verein es in Budapest. 

10. Neumayer, Doc. Dr., München, Laryngo-oto logische Gesellschaft in München. 

11. Newoomb, J. E., Dr., New York, Americcn Laryngological Association 

New York. 

12. Wirklicher Geheimer Rath Meritz Schmidt f, Frankfurt a. M., Deutsche 

Laryngologische Gesellschaft. 

13. Sir Felix Semon***), Prof., London, Laryngological Section of Royal So- 

ciety of Mcdicine. 

14. Sokolowski, Dr., Warschau, Warschauer laryngologische Gesellschaft. 

15. Stucky, Dr., New York, The American Academy of Ophthalmology and 

Oto-Laryngology. 

16. (Noch nicht nominlrt), Oto- Laryngologische Gesellschaft in Stockholm. 

b) von Universitäten: b) d'üni versites: b) of Universities: 



Barth'*), Prof. Dr., Leipzig. 
Bu rgcr, H.*), Prof, Dr., Amsterdam. 
Butler, Margaret, Prof. Dr., Phi- 
ladelphia. 

Capart, A.**), Dr., Cheval, V., 
Dr., Brüssel. 

CoUet, M., Prof. Dr., Lyon. 
Denker, A., Prof. Dr., Erlangen. 
Dennis, Fr., Prof. Dr., New York. 
Eeraan, E.**), Prof. Dr., Gand. 
Flaivre, Prof. Dr., Poitiers. 



9. 
10. Frankenberge r, Prof. Dr., Prag 31. Pieniazek, Przemyslaus, Prof. Dr., 



23. Mackenzie, Prof. Dr., Baltimore. 

24. Mermod, Prof. Dr., Lausanne. 

25. Moure, Prof. Dr., Bordeaux. 

26. Mouret, Prof. Dr., Montpellier. 

27. v. Navrfttil, Imre**), Hofrath 
Prof. Dr., V. Gr«'>sz, Emil, Prof. Dr., 
Budapest. 

28. Oloriz, Frederico, Prof. Dr., Gra- 
nada. 

29. Ostmann, Prof. Dr.. Marburg. 

30. Paterson, D. R., Dr., Cardiflf. 



(böhmische Facultät). 

11. von Gäman, Doc. Dr., Kolozsvar. 

12. Gaudier. Prof. Dr., Lille. 

13. Habermann, Joh., Prof. Dr., Graz. 

14. Hirsch, Prof. Dr., Göttingen. 

15. Trevelyan, E. F., Dr., Leeds. 

16. Jurasz, A.**), Prof. Dr., Heidelberg. 

17. Killian, Prof. Dr., Freiburg i. B. 

18. Kon, P. Th. L., Prof. Dr., Leiden. 

19. Leutert, Prof. Dr., Giessen. 

20. Lichtheim, Prof. Dr., Königsberg. 

21. Loeb, Hanau W., Prof. Dr., St. Louis. 

22. - - - 



Krakau. 

32. Schadle, Prof. Dr., Minneapolis. 

33. Schiffers, T.*»), I^rof. Dr., Liege. 

34. Schmidt, Prof. Dr., Halle- Witten- 
berg. 

35. Tapia, Dr., Madrid (Instito Rubio). 

36. Turner, Logan A., Dr., Edinburgh. 

37. Uch ermann, Prof. Dr., Christiania. 

38. Waggett, Ernest Blechydon, Dr., 
Cambridge. 

29. Wal so n, Williams, Dr., Bristol. 
40. (Noch nicht nominirt). Besten. 



Lüscher, Prof. Dr., Bern. 

c) of the Royal College of Physicians of London: 
Sir Felix Semon, London. 
•) Sind Vertreter von Universitäten. 
•*) Sind auch Vertreter von Gesellschaften. 
*•*) Ist auch Vertreter des Roy. Coli, of Phys. of London. 



— 217 — 



Mitglieder. — Membres. — Membei^s« 



Oesterreich- Ungarn. 

1. Bien, Doc. Dr. Karl, Wien. 

2. Bienenstock, Dr. David, Wien. 

3. Bondy, Dr. Fritz, Wien. 

4. Braun, Dr. Josef, Wien. 

5. Chiari, Hofratb Prof. Dr. Ottokar, 
Wien. 

6. Dobija, Dr. Franz, Wien. 

7. Ebstein, Dr. Ludwig, Wien. 

8. Fein, Doc. Dr. Johann, Wien. 

9. Glas, Dr. Emil, Wien. 

10. Goldschmid, Dr. David, Wien. 

11. Grossmann, Prof. Dr. Michael, Wien. 

12. Hajek, Doc. Dr. Markus, Wien. 

13. Hanszel, Dr. Friedrich, Wien. 

14. Harmer, Doc. Dr. Leopold, Wien. 

15. Heindl, Dr. Adalbert, Wien. 

16. Herrmann, Dr. Viktor, Wien. 

17. Herrnheisser, Dr. Wilhelm, Wien. 

18. Hirsch, Dr. Oskar, Wien. 

19. Butter, Dr. Fritz, Wien. 

20. Ivonsky, Dr. Emil v., Wien. 

21. Kahler, Dr. Otto, Wien. 

22. Kofier, Dr. Karl, Wien. 

23. Koschier, Doc. Dr. Johann, Wien. 

24. Kraus, Dr. Emil, Wien. 

25. Kren, Dr. Otto, Wien. 

26. Kunwald, Dr. Lothar, Wien. 

27. Landesberg, Dr. Rudolf, Wien. 

28. Laub, Dr. Moritz, Wien. 

29. Läufer, Dr. Vincenz, Wien. 

30. Leipen, Dr. Otto, Wien. 

31. Lermer, Dr. Simon, Wien. 

32. Masehik, Dr. Hermann, Wien. 

33. Menzel, Dr. Karl M., Wien. 

34. Müller, Dr. Kari II, Wien. 

35. Neumann, Dr. Heinrich, Wien. 

36. Ofensetzer, Dr. Friedrich, Wien. 

37. Panzer, Dr. Bernhard, Wien. 

38. Pollak, Dr. Otto, Wien. 
89. Popovic, Dr. Demet., Wien. 

40. Reder, Dr. Berthold, Wien. 

41. Reiss, Dr. Rudolf, Wien. 

42. R^thi, Doc. Dr. Leopold, Wien. 

43. Rocco, Dr. Anton, Wien. 

44. Roth, Doc. Dr. Wilhelm, Wien. 

45. Scheff, Dr. Gottfried, Wien. 

46. SchrÖtter, Dr. Hermann v., Wien. 

47. SchrÖtter, Hofrath Prof. Dr. Leo- 
pold V., Wien. 

48. Sperber, Dr. Joachim, Wien. 

49. Spitzer, Dr. Franz, Wien. 

50. Stein, Dr. Konrad, Wien. 

51. Stern, Dr. Hugo, Wien. 



52. üllmann, Doc. Dr. Kari, Wien. 

53. Weil, Dr. Moritz, Wien. 

54. Weleminsky, Dr. Josef, Wien. 

55. Lantin, Dr. Gustav, Baden bei Wien. 

56. Eberstaller, Dr. Ignaz, Linz. 

57. Erben, Dr., Graz. 

58. Habermann, Prof. Dr. Job., Graz. 

59. Laker, Doc. Dr. Karl, Graz. 

60. Mayer, Dr. Otto Julius, Graz. 

61. Pollak, Dr. Eugen, Graz. 

62. Veth, kais. Rath Dr. Felix, Lussin- 
piccolo. 

63. Frankenberger, Prof. Dr. Ottokar, 
Prag. 

64. Imhofer, Dr. Richard, Prag. 

65. Steiner, Dr. Rudolf, Prag. 

66. Pieniazek, Prof. Dr. Przemyslaus, 
Krakau. 

67. Schoengut, Dr. Stephan, Krakau. 

68. Poras, Dr. Josef, Czeruowitz. 

69. Baumgarten, Doc. Dr., Budapest. 

70. Donogany, Doc. Dr. Budapest. 

71. Grösz, Prof. Dr. Emil v., Budapest. 

72. Irsai, Prof. Dr. A., Budapest. 

73. Lenart, Dr. Zoltan, Budape.«Jt. 

74. Morelli, Doc. Dr. Kari, Budapest. 

75. Navratil, Hofrath Prof. Dr. Imre, 
Budapest. 

76. Onodi, Prof. Dr. Adolf, Budapest. 

77. Plesch, Dr., Budapest. 

78. Polyak, Dr., Budapest. 

79. Zwillinger, Dr., Budapest. 

80. Gam&n, Doc. Dr. Bela v., Kolozsvar. 

81. Catti, Dr., Fiume. 

De l'Etranger. 

82. Baginsky, Prof. Dr. B., Beriin. 

83. Benkoff, Dr., Berlin. 

84. Boldt, Dr., Berlin. 

85. Cordes, Dr. H., Berlin. 

86. Flatau, Theodor S., Beriin. 

87. Fränkel, Geh. Mcd.-Rath Prof. Dr. B., 
Beriin. 

88. Gluck, Prof. Dr., Beriin. 

89. Gutzmann, Dr. Hermann, Berlin. 

90. Hartmann, Prof. Dr. A., Beriin. 

91. Herzfeld, Dr. J., Berlin. 

92. Heymann, Prof. Dr. P., Beriin. 

93. Katzenstein, Dr. Jakob, Berlin. 

94. Kuttner, Prof. Dr. A., Beriin. 

95. Löwe, Dr. L., Berlin. 

96. Loewenberg, Dr. Richard. Berlin. 

97. Nast, Dr., Berlin. 

98. Pielke, Dr. W., Berlin. 

99. Rosenberg, Prof. Dr. Albert. Beriin. 



— 218 



100. Soheier, Dr. M., Berlin. 149. 

101. Scboetz, SaD.-Rath Dr. Paul, Berlio. 150. 

102. Siegel, Dr., Berlin. 151. 
108. Wehmer, Reg.- u. Geh. SÄn.-Rath 152. 

Dr., Berlin. 153. 

104. Ruprecht, Dr. Max, Bremen. 154. 

105. Noltenius, Dr. Gh., Bremen. 155. 

106. Winckler, Dr., Bremen. 

107. Brieger, Primararzt Dr. Oskar, 156. 
Breslau. 157. 

108. Kuhn, Dr., Kassel. 158. 

109. Fackeldey, Cleve. 

110. Tomwaldt, San.-Rath Dr., Danzig. 159. 

111. Hansberg, Dr., Dortmund. 160. 

112. HoflFmann, Dr. R., Dresden. 161. 

113. Hopf, Dr., Dresden. 162. 

1 14. Keimer, San.-Rath Dr. Peter, Dussel- 163. 
dorf. 164. 

115. Cohnstädt, Dr. E., Erfurt. 165. 

116. Denker, Prof. Dr. A., Erlangen. 

117. Avellis, Dr. G., Frankfurt a. M. 166. 

118. Spiess, Prof. Dr. G., Frankfurt a.M. 167. 

119. Vohsen, Dr., Frankfurt a. M. 168. 

120. Killian, Prof. Dr. G., Freiburgi.Br. 169. 

121. V. Eicken, Dr., Freiburg i. B. 170. 

122. Brünings, Dr., Freiburg i. B. 171. 

123. Leutert, Prof. Dr., Giessen. 172. 

124. Blau, Dr., Görlitz. 173. 

125. Lieven, Dr., Aachen. 174. 

126. Hirsch, Prof. Dr., Göttingen. 175. 

127. Strübing, Prof. Dr., Greilswald. 176. 

128. Schmidt, Prof. Dr., Halle a. S. 177. 

129. Thost, Dr. H. A., Hamburg. 178. 

130. Löhnberg, Dr., Hamm i. W. 179. 

131. Jurasz, Prof. Dr. A., Heidelberg. 180. 

132. Joel, Dr., Görbersdorf. 181. 

133. Friedrich, Prof. Dr., Kiel. 182. 

134. Haenisch, Dr. Harry, Kiel. 183. 

135. Gerber, Prof. Dr. P., Königsberg 184. 
i. Pr. 185. 

136. Hennig, San.-Rath Dr. Arthur, Kö- 186. 
nigsberg i. Pr. 187. 

137. Kuhnt, Prof. Dr., Königsberg i. Pr. 188. 

138. Lichtheim, Prof. Dr., Königsberg 189. 
i. Pr. 190. 

139. Barth, Prof. Dr., Leipzig. 191. 

140. Mann, Dr., Dresden. 192. 

141. Müller, Dr. Alwin, Leipzig. 193. 

142. Nissl V. Mayendorf, Dr., Leipzig. 194. 

143. Kabsch, Dr. Hugo, Liegnitz. 195. 

144. Ostmann, Prof. Dr., Marburg. 196. 

145. Lobstein, Dr., Mühlhausen i. E. 197. 
146 Fabian, Dr. R. Th., Mühlhausen 198. 

a, Rh. 199. 

147. Bock, Dr. H., München. 200. 

148. Grünwald, Dr. L., München. 201. 



Ha.s8lauen Stabsarzt Dr., München. 
Haug, Doc. Prof., München. 
Mader, Hofrath Dr., München. 
Neumayer, Doc. Dr., München. 
Bematzky, Dr. Karl, Neisse. 
Alexander, Dr., Bad Reichenhall. 
Schmidt, Hofrath Dr., Bad Reichen- 
hall. 

Blumenfeld, Dr. F., Wiesbaden. 
Bresgen, Dr. Maxim., Wiesbaden. 
Kabitzsch, Kurt, Verleger, Würz- 
burg. 

Mayr, Doc. Dr. K., Würzburg. 
Schmidt, Dr. AI.. Würzburg. 
Seifert, Pref. Dr. 0., Würzburg. 
Booth, Dr. Mackenzie, Aberdeen. 
Aboulker, Dr. Algier. 
Burger, Prof. Dr. H., Amsterdam. 
Meyjes, Doc. Dr. W. Posthumus, 
Amsterdam. 

Pel, Prof., Dr. P. K., Amsterdam. 
Zaalberg, Dr. P. J., Amsterdam. 
Trötrop, Dr., Antwerpen. 
Moll, Dr. A. C. H., Arnhem. 
Dimitriadis, Doc. Dr.Diraitri, Athen. 
Mackenzie, Dr., Baltimore. 
Berini, Dr. F., Barcelona. 
Oller, Dr. Rabasa, Barcelona. 
Lüscher, Prof. Dr., Bern. 
Bousquet, Dr., Beziers. 
CLaoue, Dr., Bordeaux. 
Moure, Prof. Dr., Bordeaux. 
Bronn er, Dr. A., Bradford. 
Struycken, Dr. H. J. L., Breda. 
Baber, Dr. C, Brighton. 
Watson-Williams, Dr., Bristol. 
Bayer, Dr. L., Brüssel. 
Capart pere, Dr. A., Brüssel. 
Capart fils, Dr. A., Brüssel. 
Cheval, Dr. V., Brüssel. 
Delsaux, Dr. V., Brüssel. 
Delstanche, Dr. E., Brüssel. 
Heyninx, Dr. A., Brüssel. 
Mihori, Dr., Brüssel. 
Wodon, Dr. J., Brüssel. 
Costiniu, Doc. Dr., Bukarest. 
Elias, Dr., Bukarest. 
Felix, Dr., Bukarest. 
Paterson, Dr. D. R., CardiflF. 
Baradat, Dr., Cannes. 
Marquis, Dr., Chicago. 
Uchermann, Prof. Dr., Christiana. 
Gleason, Dr. J. E., Detroit. 
Loopuyt, Dr. P. C, Dortrecht. 
Woods, Dr. Roberts, Dublin. 
Turner, Dr. A. Logan, Edinburgh. 



— 219 — 



202. Grazzi, Prof. Dr. Vittorio, Florenz, 255. 

208. Dresch, Dr., Foix (Ariege). 256. 

204. Hare, Dr. A., Fresno (Kalifornien). 257. 

205. Broeckaert, Dr., Gand. 258. 

206. Eeman, Prof. Dr. E., Gand. 259. 

207. Nägeli-Ackerblom, Dr., Genf. 260. 

208. Pugnat, Dr., Genf. 261. 

209. Strazza, Dr., Genua. 262. 

210. Llobet, Dr. Jose de, Gerona. 263. 

211. Kelly, Dr. A. Brown, Glasgow. 264. 

212. Oloriz, Prof. Dr. Frederico, Granada. 265. 

213. Buscaroli, Dr. Pietro, Imola. 266. 

214. Dean, Dr., Jowa City. 267. 

215. Taptas, Dr., Konstantinopel. 

216. Möller, Dr., Jörgen, Kopenhagen. 268. 

217. Schmiegelow, Prof. Dr., Kopenhagen. 269. 

218. Mermod, Prof., Lausanne. 270. 

219. Treveiyan, Prof. Dr. E. F., Leeds. 271. 

220. Kon, Prof. Dr. P. Th. T., Leiden. 272. 

221. Schiffers, Prof. Dr. T., Liege. 273, 

222. Gaudier, Prof. Dr., Lille. 274. 

223. Hunt Middlemas, Dr., Liverpool. 275. 

224. Chichele Nourse, Dr. W. J., London. 276. 

225. Davis, Dr. Henrv J.. London. 277. 

226. Jenkins, Dr. Percy, London. 278. 

227. Jobson Home, Dr., London. 279. 

228. Lake, Dr. R., London. 280. 

229. Mayo Collier, Dr., London. 281. 

230. Pritchard, Prof. Dr. U., London. 282. 

231. Semon, Prof. Dr. Sir Felix, London. 283. 

232. Spicer, Dr. Fred., London. 284. 

233. Scanes Spicer, Dr., London. 285. 

234. Tilley, Dr. H., London. 286. 

235. Thomson, Dr. St. C, London. 287. 

236. Waggett, Dr. Emest Blechyndon, 288. 
London. 289. 

237. Collet, Prof. Dr. M., Lyon. 290. 

238. Garel, Dr. J., Lyon. 291. 

239. Sargnon, Dr., Lyon. 292. 

240. Nager, Dr. G., Luzern. 293. 

241. Barajos, Dr. Luciano, Madrid. 294. 

242. Botella, Dr., Madrid. 295. 

243. Cisncros-Sevillano, Prof. Dr. Juan, 296. 
Madrid. 297. 

244. Compaired, Dr. C, Madrid. 298. 

245. Porns, Prof. Dr., Madrid. 299. 

246. Tapia, Dr. G., Madrid. 300. 

247. Urunuela, Prof. Dr. Eustasio, Ma- 301. 
drid. 302. 

248. Clerc, Dr., Mailand. 303. 

249. Labus, Prof. Dr. Carlo, Mailand. 304. 

250. Melzj, Dr. U., Mailand. 305. 

251. Pardi, Dr., Mailand. 206. 

252. Della Vedova, Prof. Dr. T., Mailand. 307. 

253. Milligan, Dr. William, Manchester. 308. 

254. Moritz, Dr. S., Manchester. 

XXIV. Jahrg. 



Westmacott, Dr. Ma., Manchester. 
Schädle, Prof. Dr., Minneapolis. 
Mouret, Prof. Dr., Montpellier. 
Birkett, Dr. H. S., Montreal. 
Wagner, Dr. Richard, Montreux. 
Maljutin, Doc. Dr. Eugen, Moskau. 
Baudhuin, Dr., Namur. 
Jacques, Prof. Dr. P., Nancy. 
Texier, Dr., Nantes. 
Massei, Prof. Dr. F., Neapel. 
Trivas, Dr., Nevers. 
Coggeshall, Dr. Henry, New-York. 
Dennis, Prof. Dr. Frederick, New- 
York. 

Gleitsmann, Dr. J. W., New-York. 
Lefferts. Dr. G. M., New-York. 
Mayer, Dr. Emil, New-York. 
Miller, F. E., New-York. 
Newcomb, J. E., New-York. 
Pooly, Dr. Thos. R., New-York. 
Stucky, Dr., New-York. 
Mignon, Dr., Nizza. 
Faraci, Prof. Dr. Giuseppe, Palermo. 
Cartaz, Dr., Paris. 
Castex, Dr. Andre, Paris. 
Cauzard, Dr., Paris. 
Chauveau, C, Paris. 
Füret, Dr., Paris. 
Grossard, Dr. A., Paris. 
Guisez, Dr., Paris. 
Koenig, Dr., Paris. 
Lubet, Dr. Barbon, Faris. 
Luc, Dr., Paris. 
Lermoyez, Dr. Marcel, Paris. 
Mahu, Dr., Paris. 
Nikitin, Prof. Dr., Petersburg. 
Butler, Dr. Margaret, Philadelphia. 
Braden Kyle, Dr., Philadelphia. 
Solis-Cohen, Dr. J., Philadelphia. 
Flaivre, Prof. Dr., Poitiers. 
Bichaton, Dr., Reims. 
Ferreri, Prof. Dr. Gherardo, Rom. 
van Anrooy, Dr. H. Rotterdam. 
Loeb, Prof. Dr. Hanau W., St. Louis. 
Mann, Dr. E. L., St. Paul. 
Lageriöf, Dr. C. B., Stockholm. 
Stangenberg, Dr. Emil, Stockholm. 
Kanasugi, Hakase, Tokio. 
Gitt Wishard, Toronto. 
Alino, Dr. Giner, Valencia. 
Vargas, Dr., Valladolid. 
Heryng, Dr. T., Warschau. 
Sedziak, Dr., Warschau. 
Sokolowski, Dr., Warschau. 
Slotemaker, Dr. A. W., Zwolle. 

IG 



— 220 — 

Geschäftsordnung. 

Art. 1. Dej- Internationale Laryngo-Bhinologen-Congress in Wien findet vom 
21. bis 25. April 1908 statt und wird aus Anlass des 50jäbrigen Jubiläums der 
laryngologisch-rbinologischen Wissenschaft mit einer Türck-Czermak- Feier ver- 
bunden sein. 

Art. 2. Am Congress sollen ausschliesslich wissenschaftliche Vorträge und 
Demonstrationen abgehalten werden. Gleichzeitig wird eine Ausstellung von 
Instrumenten, Präparaten etc. stattfinden. 

Art. 3. Die Vorträge sind bis spätestens 31. December 1907 beim Secretär 
des Congress6.s anzumelden. 

Art. 4. Die Vorträge werden in der Reihenfolge der Anmeldung auf das 
Programm gesetzt. Die nach dem 31. December 1907 angemeldeten Vorträge können 
erst nach Absolvirung des bereits festgestellten Programms an die Reihe kommen. 

Art. 5. Die Vorträge können in deutscher, englischer und französischer 
Sprache abgehalten werden. 

Art. 6. Für jeden Vortrag sind höchstens 20 Minuten eingeräumt. Bei der 
Diskussion können die Redner nur 5 Minuten für sich in Anspruch nehmen und 
zu einem und demselben Vortrag nicht öfter als einmal das Wort ergreifen. 

Art. 7. Von jedem Referat wie auch von jedem Vortrag ist bis längstens 
31. December 1907 ein kurzes Resume in einer der vorgenannten drei Sprachen 
an den Secretär des Congresses einzusenden. 

Art. 8. Die Mitgliedstaxe beträgt 25 Kronen = 20 Mark und ist beim 
Tresorier des Congresses, Herrn Dr. Gottfried Scheff, Wien, I., Hoher Markt Nr. 4, 
oder bei den Delegirten der einzelnen laryngo-rhinologischen Gesellschaften zu 
entrichten. Erst auf Grund dieser Bezahlung kann die Mitgliedskarte bezogen werden. 

Art. 9. Zur Erinnerung an die Türck-Czermak-Feier wird an die Mitglieder 
des Congresses eine mit dem Bildnis der beiden Forscher geschmückte Medaille 
vertheilt werden. Es ist dafür Sorge getragen, dass auch für Nichtmitglieder diese 
Medaille zum ('reise von 20 Kronen erhältlich ist. 

Art. 10. Jedes Mitglied hat das Recht auf die gedruckten Sitzungsberichte. 
Jeder Autor erhält von seinem Referate, respective Vortrage 50 Separatabdrücke. 

Art. 11. Wegen der grossen Anzahl der angemeldeten Vorträge wird jeder 
einzelne der Vortragenden dringend ersucht, sich so kurz als möglich zu fassen 
und ferner gebeten, unmittelbar nach dem Vortrage ein druckfertiges Manuscript 
dem jeweiligen Schriftführer zur Verfügung zu stellen. Jeder Herr, der sich an 
einer Discussion betheiligt, wird ersucht, seine Bemerkungen auf ein zu diesem 
Zwecke aufgelegtes Formular unmittelbar nach der Discussion niederzuschreiben 
und sofort dem Schriftführer zu übergeben, weil sonst die von ihm vorgebrachten 
Ausführungen in den Verhandlungsberichten nicht erscheinen könnten. 

Art. 12. Jene Herren, welche Vorträge angemeldet, aber nicht gehalten 
haben, müssen die druckfertigen Manuscripte spätestens am 25. April, mittags 
12 Uhr, dem Gen erat secretär überreichen, weon sie darauf Gewicht legen, dass 
dieselben in den „Verhandlungen** erscheinen. 



Drnck von L. Sohumaober In Berlin N. S4. 



Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, Rhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 



Jahrgang XXIY. Berlin, Mai. 1908. So. 5. 



I. Der erste internationale Laryngo-Rhinologen- 

Gongress. 
Türek-Czermak-Gedenkfeier. 

Wien, 21. bis 25. April 1908. 

Wien, am 25. April 1908. 

Am heutigen Tage geht ein Congress zu Ende, dessen Leistungen die auf 
ihn gesetzten Hoffnungen nicht nur erreicht, sondern weit überlroffen haben, und 
von welchem wohl kein einziger Theilnehmer anders als im höchsten Grade be- 
friedigt heimkehren wird. Er hat vorzügliche wissenschaftliche Leistungen zu 
Tage gefördert; er hat die Lary ngologen aller Länder, die seit so langer Zeit 
keine Gelegenheit zur Aussprache unter einander gehabt haben, einander genähert; 
er hat die brennende Frage weiterer Specialcongresse und die noch wichtigere der 
Vereinigung der Laryngo-Khinologie mit der Otologie bei internationalen Zu-' 
sammenkünften für die nächste Zeit gelöst; er hat die Wiener Gastfreundschaft 
und das Organisationstalent des vorbereitenden Comitd's im höchsten Glänze er- 
strahlen lassen; kein einziger Misston hat ihn getrübt — wenn auch die helle 
Festesfreude durch den tragischen Tod unseres Seniors: Leopold vonSchrötter 
selbstverständlich stark gedämpft worden ist. — Ich wüsste nicht, was man 
Besseres von solch einer Zusammenkunft rühmen könnte! — 

Die folgenden kurzen, von Tag zu Tage gemachten Aufzeichnungen sollen 
nur ein Bild von dem Verlaufe des Congresses bringen. Weitere sich an ihn an- 
knüpfende Erörterungen werden bei späteren Gelegenheiten gegeben werden. 

Den Beginn des Congresses bildete am Abend des 20. April, dem Oster- 
montag, eine zwanglose Zusammenkunft in der Volkshalle des Rathhauses, die 
uns zu diesem Zwecke von den Wiener Stadtbehörden freundlichst zur Verfügung 
gestellt war. Kurz nach 7 Uhr entwickelte sich in der grossen Halle ein buntes 
Treiben: ein unversiegbarer Strom von Laryngologen und Laryngologinnen wogte 
durch die stattliche Halle, alte Freunde, begrüssten sich, neue Bekanntschaften 
wurden geschlossen, und binnen kürzester Zeit war die richtige internationale 
„Atmosphäre" hergestellt. Seit langer, langer Zeit waren nicht so viele Vertreter 
unserer Specialität unter einem Dache voreint gewesen, und unter den Anwesenden 

XXIV. Jahrg. i'j 



— 222 — 

sah man die Mehrzahl der bekanntesten Laryngologen Europa'g. Amerika war 
leider viel weniger zahlreich vertreten, als man dies nach den eingetroffenen An- 
meldungen hätte erwarten dürfen. Ein ganz besonderer Stempel wurde der Zu- 
sammenkunft durch die glänzenden Leistungen des „ärztlichen Orchesters", eines 
nur aus Aerzten bestehenden Liebhaberorchesters, aufgeprägt, das uns während 
des Abends durch Vorführung einer Anzahl speciell wienerischer Orchesterstücke 
erfreute. Dieselben, meist mit echt wienerischem Feuer fesch, flott und graziös 
vorgetragen, überragten bei weitem gewöhnliche amateurische Productionen und 
wurden mit lebhaftestem und allseitigem Beifall aufgenommen. — Auch erfolgte 
bei dieser Gelegenheit die Vertheilung der von Prof. Marschall ausgeführten 
künstlerischen Türck-Czermak-Bronzeplaquette, die allen Theilnehmern ein 
liebes Erinnerungszeichen bleiben wird. 

Am Morgen des Dienstag, den 21., fand die Eröffnungssitzung des Gongresses 
und der mit demselben verbundenen Ausstellung in den Festräumen der Universität 
statt. Der grosse Saal, in dem der feierliche Act vor sich ging, war bis auf den 
letzten Platz gefüllt. Zunächst begrusste der Statthalter in Niederösterreich, Graf 
Kielmansegg, in Vertretung des durch Abwesenheit von Wien am Erscheinen 
verhinderten Protectors des Gongresses, Erzherzog Franz Ferdinand, die Er- 
schienen, dann sprach der Minister, Freiherr von Bienerth, in sehr sympathi- 
scher und versländnissvoller Weise über die Bestrebungen der Specialfäoher der 
Medicin, namentlich der Laryngologie, ihm folgte die Begrüssungsrede des Vice- 
bürgermeisters von Wien (der Bürgermeister, Dr. Lueger, wurde durch Krank- 
heit am Erscheinen verhindert), und dann hielt der Präsident des Gongresses, 
Hofrath Professor Ghiari, in deutscher, französischer und englischer Sprache eine 
herzliche Begrüssungsrede, die in dem beifalligst aufgenommenen Vorschlag en- 
dete, S. M. dem Kaiser Franz Josef, dessen 60 jähriges Regierungsjubiläum der 
Redner in warmen Worten streifte, sowie dem Protector des Gongresses, Erzherzog 
Franz Ferdinand, Huldigungstelegramme zu senden. — Es folgten sodann 
Ansprachen seitens der Vertreter fremder Regierungen. Besonders herzlich wurde 
der Vertreter Japans, das zum ersten Male ofßciell repräsentirt war, Professor 
Kanasugi, empfangen. Für Amerika, dessen angemeldete Vertreter nicht er- 
schienen waren, ergriff eine beherzte Laryngologin, Mrs. Dr. Butler aus Phila- 
delphia, das Wort, und erledigte sich ihrer Aufgabe in durchaus sachentsprechen- 
der Weise. — 

Nunmehr erstattete der Generalsecretär, Prof. Grossmann, seinen Bericht, 
dem wir folgende statistisch interessante Mittheilungen entnehmen: 

Es haben 137 inländische, 288 ausländische Collegen ihre Theilnahme an- 
gemeldet. Von 14 Regierungen sind 14, von 4 Academien 4, von 18 laryngologi- 
schen Gesellschaften 27, von 46 Universitäten 46 Delegirte entsendet worden. 

Zum Gongress haben sich eingefunden: 

aus Algier 1 

„ Argentinien 2 

„ Belgien 14 

„ Brasilien 1 

„ Bulgarien 2 



— 223 — 

aus Dänemark 3 

„ Deutschland 99 

„ Frankreich 34 

„ Griechenland 1 

„ Grossbritannien und Irland .... 33 

„ Holland 13 

„ Island 1 

„ Italien 16 

„ Japan 2 

„ Kanada 1 

„ Norwegen 3 

„ Oesterreich- Ungarn 159 

„ Portugal 1 

„ Rumänien 6 

,, Russland 17 

„ Schweden 4 

„ der Schweiz 8 

„ Serbien 2 

„ Spanien 18 

^ den Vereinigten Staaten von Nordamerika 28 Mitglieder. 
Es entfallen sonach auf: 

Afrika 1 

Amerika 31 

Asien 2 

Australien 

Europa 433 Congressmitglioder. 

Es sind also im Ganzen 467 Theilnehmer des Congresses zu verzeichnen*). 
Endlich hielt der Wiener Senior unseres Faches, Hofrath Leopold 
von SchrÖtter, von herzlichem Beifall begrüsst, die Festrede auf Türck und 
Czermak, und entwarf in grossen Zügen ein Bild der von diesen Männern an- 
gebahnten Entwickelung dor Laryngologie. 

Den Schluss des Festacts bildete die Eröffnung der Ausstellung, welche 
ebenfalls in der Universität ein Heim gefunden hatte. Es war keine kleine Auf- 
gabe, so kurze Zeit nach der bei Gelegenheit des Fränkel- Jubiläums statt- 
gehabten grossartigen laryngologischen Ausstellung wiederum Interessantes zu 
bringen; es ist dies aber unseren Wiener Collegen glänzend gelungen. Namentlich 
der historische Theil: die ursprünglichen von Türck, Czermak, SchrÖtter und 
Störk gebrauchten Instrumente, die Originale der wunderbaren Illustrationen des 
Türck'schen Atlas, die von den Meisterhänden Heitzmann's und Elfinger's 
stammen, und die bis zu diesem Augenblicke niemals übertroffen, wenn überhaupt 



•) Hierzu ist indessen zu bemerken, dass obige Liste den Anmeldungen, 
nicht der thatsäch liehen Theilnahme entspricht. So sind sicherlich nicht 28, 
sondern höchstens 3 — 4 amerikanische SpecialcoUegen anwesend, und auch bei 
anderen Ländern, z. B. bei Frankreich, dürften bedeutende Reductionen gerhacht 
werden müssen. F. S. 

17^ 



— 224 — 

je erreicht worden sind; femer die hochinteressante Sammlung pathologischer 
Präparate der Universitätsklinik für Kehlkopf- und Nasenkrankheiten, die Trocken - 
Präparate Hajek's, die Onodi'schen Tafeln, die aus der Riehl'sohen derraato- 
logischen und syphilodologischen Klinik stammenden Bilder und Moulagen, und 
die Museumspräparate des K. K. Anatomischen Instituts, welche die Grundlage zu 
dem klassischen Werke Zuckerkandl's bilden und grösstentheils von ihm selbst 
präparirt sind, begegneten allgemeinem Interesse*). 

Am Nachmittag des Eröffnungstages fanden interessante Demonstrationen in 
den Kliniken und Polikliniken von Chiari, Riehl (Schleimhautenantheme), 
Koschier und Hajek statt, undAbends veranstalteten v. Schrötter und Chiari 
private Bankette für eine grössere Anzahl von Congresstheilnehmern, während 
andere sich am Besuch verschiedener Theater, für welche in liberalster Weise 
Freikarten zur Verfugung gestellt waren, erfreuten. 

Am 22. Nachmittags. 

Soweit war ich mit meinem Bericht gekommen, als mir heute früh die er- 
schütternde Kunde zuging, dass Leopold von Schrötter, der, wie im letzten 
Satze mitgetheilt, noch gestern Abend eine grössere Anzahl der Congresstheil- 
nehmer in seinem gastfreien Hause empfangen und sich von denselben in fröh- 
lichster Stimmung und anscheinend bester Gesundheit kurz vor Mittemacht ver- 
abschiedet hatte, kaum eine Stunde später einer Herzlähmung erlegen sei! 

Brauche ich zu sagen, dass wir alle unter dem Eindruck dieses tragischen 
Ereignisses stehen, das einen tiefen Schatten auf den Congress geworfen hat, 
dessen Aussichten noch gestern Abend so lichte und freudige zu sein schienen! — 
Als wir uns zur festgesetzten Stunde zum Beginn unserer Arbeiten versammelten, 
machte Chiari von dem Heimgang unseres Ehrenpräsidenten in ebenso tief 
empfundener wie formvollendeter Rede, die von der Versammlung stehend ange- 
hört wurde, Mittheilung. Dann vertagte sich der Congress auf l^/g Stunden, 
während dem Vorschlag des Präsidenten gemäss, eine kleine Deputation, bestehend 
aus ihm selbst, dem Generalsecretär, B. Pränkel, Lermoyez, Massei 
und dem Unterzeichneten, sich nach dem Trauerhause begab, um der so 
schwer betroffenen Familie das innige Beileid dos Congresses auszudrücken. 

Wir wurden von dem tiefgebeugten Sohne, unserem CoUegen Hermann 
von Schrötter, empfangen, der uns für unsere Theilnahme dankte und im Sinne 
des Verstorbenen dringend darum bat, dass, so erschütternd das Ereigniss auch 
sei, die Thätigkeit des Congresses in keiner Weise durch dasselbe gestört wer- 
den möge. 

Mit dieser Botschaft kehrten wir zum Congress zurück, und im Sinne des 
Heimgegangenen begannen wir sofort unsere Arbeit**). 



*) Weitere Mittheilungen über die Aussteilung, sowie einen detaillirten Be- 
richt über die wissenschaftlichen Discussionen des Congresses hat uns College 
Hanszel freundlichst zugesagt. 

**) Von Leopold von Schrötter^s W^erden und Wirken soll in der nächsten 
Nummer des Centralblatts ein ausführlicheres Bild gegeben werden. . 



— 225 — 

Za Ebrenpräsidentefi wurden die Folgenden erwählt: 

Allemagne Geh. Med.-Rath Prof. Dr. B. Fränkel, Berlin. 

Argentine Dr. Escutary, Buenos- Aires. 

Belgique Prof. Schiffers, Liege. 

Daneraarc Prof. Dr. Schmiegelow, Kopenhagen. 

Espagne Prof. Dr. Oloriz, Granada. 

Etats-Unis de Nord- 

Amörique Frau Prof. Margaret Butler, Philadelphia. 

France Dr. Marcel Lermoyez, Paris. 

Grande Bretagne Prof. Dr. Sir Felix Semon, London. 

Grece Doc. Dr. Dimitri Dimitriades, Athen. 

Hongrie Hofrath Prof. Dr. E. v. Navratil, Budapest. 

Italie Prof. Dr. Massei, NeapeL 

Japon Hakase Dr. Kanasugi, Tokio. 

Norveguo Prof. Dr. Uch ermann, Christiania. 

Pays-Bas Dr. Burg er, Amsterdam. 

Koumanie Doc. Dr. Costiniu, Bukarest. 

Russie Dr. Heryng, Warschau. 

Serbie Dr. D. Schraga, Belgrad. 

Suede Dr. Gunnar Holmgren, Stockholm. 

Suisse Prof. Dr. Mermod, Lausanne. 

Es ist dies wohl das erste Mal, dass eine Dame zur Ehrenpräsidentin eines 
lary ngologischen Congresses gewählt worden ist, und auch thatsäohlich in einer 
Sitzung präsidirt hat. Mrs. Butler entledigte sich ihres Amtes in so ruhiger sach- 
gemässer Weise, dass der Vorgang als etwas ganz Selbstverständliches erschien. 
Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung standen B. Frankens und Ler- 
moyez 's Referate: „Die Laryngologie und Rhinologie vom allgemein-medicini- 
schen Standpunkt, Unterricht und Prüfung in diesen Fächern in den verschie- 
denen Staaten." Die Aufgabe, in durchaus verschiedener, aber gleichmässig 
fesselnder Weise von den Berichterstattern aufgefasst, schien viel Interesse zu 
erwecken, führte aber zu geringer Discussion. Nur der Unterzeichnete warnte 
vor dem falschen Ehrgeiz, die Grenzen unserer Specialität zu weit zu stecken, und 
der Vorsitzende (Professor Schiffers) schlug vor, eine Resolution zu fassen, 
derzufolge die verschiedenen Regierungen um obligatorischen Unterricht in der 
Rhino-Laryngologie, oder vielmehr, wie er es wollte: der Üto-Rhino-Laryngologie 
ersucht werden sollten. Dieser Vorschlag fand aber nicht die Zustimmung der 
Versammlung, zumal nachdem B. Fränkel sehr richtig Jiuf die Verschiedenheit 
der Sachlage in den einzelnen Ländern hingewiesen hatte. — 

Der allgemeinen Discussion folgte eine mit grossem Interesse aufgenommene 
Demonstration Glückes bezüglich seiner neueren Fortschritte und Ergebnisse in 
der Radicaloperation bösartiger Leiden des Halses und Oesophagus. Der Unter- 
zeichnete richtete die Bitte an den Vortragenden, der Welt baldmöglichst eine 
Totalstatistik seiner Endresultate zu geben. — Die Discussion wurde am Nach- 
mittag fortgesetzt und dann von Kuhnt und Onodi eine Discussion über den 
Zusammenhang von Nasen- und Augenleiden eingeleitet. 



— 226 — 

Am Abend gab die Stadt Wien dem Congress ein* opulentes Bankett in dem 
herrlichen Festsaal des Kathhauses. Obwohl sich durch das Fest wie ein schwarzer 
Schatten die traurige Erinnerung an den jähen Tod unseres Ehrenpräsidenten zog, 
und obwohl die Riesengrösse und die nichts weniger als vollkommene Akustik 
des Saales die Tischreden für die grosse Mehrzahl der Gäste absolut unvernehmbar 
machten, trug die Zusammenkunft doch wieder viel zur Befestigung freundschaft- 
licher Beziehungen unter den Theilnehmern bei, und den Wiener Stadtbehörden 
gebührt der herzlichste Dank des rhinolaryngologisohen Gongresses. 

Am Donnerstag, den 23., fand zunächst eine allgemeine, von Semon ein- 
geleitete Discussion über ^Die Allgemeinbehandlung localer Leiden der oberen 
Luftwege" statt, der dann einzelne Vorträge folgten. Aus diesen heben wir speciell 
Moure's Beitrag: „Trach6otomie--Thyröotomie" hervor, der zu einer sehr lob- 
haften Debatte führte. Dieselbe zeugte von bedeutenden Meinungsverschieden- 
heiten zwischen den Theilnehmern. Der Nachmittag war den Röntgenstrahlen und 
dem Radium gewidmet. Nach den einleitenden Vorträgen Burger's und Gra- 
den ige 's erfolgten äusserst interessante Demonstrationen der Nase und ihrer 
Nebenhöhlen seitens Killian's, v. Eicken's, Scheier's und Kuttner's. Die 
Discussion wurde der vorgerückten Stunde wogen auf den nächsten Morgen ver- 
schoben. Schon jetzt ist es klar, dass das reichhaltige Programm nicht ganz wird 
erledigt werden können. 

Der Abend versammelte die Congressisten und ihre Damen zum Bankett in 
den Räumen des Hotel Continental. Die Zusammenkunft trug einen durchaus 
intimen, herzlichen Charakter und wurde — wie alle diese Gelegenheiten — durch 
zahllose Trinksprüche gewürzt. 

Der Morgen des Freitag brachte ein ganz vorzügliches Referat von Jurasz 
über die Frage der internationalen Laryngologencongresse, welches wir in einer 
späteren Nummer des Centralblatts in toto zum Abdruck bringen werden. Er sprach 
entschieden gegen die Vereinigung der Laryngologie mit der Otologie bei diesen 
Gelegenheiten und schlug vor, internationale Specialcongresse neben und zur Zeit 
der allgemeinen internationalen Congresse zu halten. 

An den Vortrag von Jurasz knüpfte sich eine lebhafte Debatte. Chiari 
stellte dem Auditorium die Fragen, erstens ob der internationale Laryngo-Rhino- 
logen-Congress in bestimmten Zeitintervallen stattfinden soll, zweitens ob heute 
bestimmt werden soll, wann und wo der zweite Congress zusammentreten werde. 

Semon schlug vor, zu diesem Zwecke ein internationales Comit4 einzu- 
setzen, und diesem die Entscheidung der Frage, wann und wo der zweite Congress 
stattfinden soll, zu überlassen. Er empfahl, folgende Herren in das Comit^ zu be- 
rufen: für Oesterreich Chiari, für Deutschland Fränkel, für Frankreich Moure, 
für Italien Massei, für Kussland Ifellat, für die Vereinigten Staaten von Nord- 
amerika Lefferts, für Grossbritannien Semon. Dieser Antrag wurde mit lebhaftem 
Beifall zum Beschluss erhoben und Semon die Einberufung des Comitcs über- 
lassen. 

Der allgemeinen Discussion folgte eine Anzahl von interessanten Demonstra- 
tionen (Mas sei, Vohsen, Harm er u. A.), an die sich theihvcise lebhafte Dis- 
cussionon anschlössen. Immer klarer wurde es, dass es nicht möglich sein würde. 



— 227 — 

das reiclihaltige Programm aufzuarbeiten. Einstimmig wurde der Vorschlag an- 
genommen, die ursprünglich für Vorträge bewilligte Zeit auf die Hälfte herabzu- 
setzen. Streng wurde darüber gewacht, dass in der Discussion die Kedner die 
ihnen bewilligte Zeit nicht überschritten. Hätte es noch eines Beweises bedurft, wie 
unzweckmässig es wäre, bei diesen Gelegenheiten die Otologie der Rhino-Laryngo- 
logie anzugliedern: dieser Congress hätte ihn wahrlich erbracht! — 

Der Nachmittag brachte das Leichenbegängniss Leopold vonSchrötter's, 
an dem der Congress sich in corpore betheiligte, und welches ein lebhaftes Bild 
von der allseitigen Liebe und Verehrung gab, deren sich der Heimgegangene er- 
freute. Die Trauerreden, die Blumenspenden, die dichtgedrängten Menschen- 
mengen, durch die der lange Zug seinen langsamen Weg sich bahnte, sie alle 
zeigten, welch seltenen, hochverdienten Mann wir verloren haben. An der Alser- 
strasse bogen die Congressmitglieder ab, um sich zur Fortsetzung ihrer Verhand- 
lungen in das Haus der K. K. Gesellschaft der Aerzte zurückzubegeben, in dem der 
Congress tagt. Nur eine kleine Deputation folgte der Leiche zur protestantischen 
Kirche, wo sie eingesegnet wurde, ehe sie zur Einäscherung nach Gotha überführt 
wurde. Da der Unterzeichnete zu dieser Deputation gehörte, kann er über den 
Verlauf der Nachmittagsitzung nicht aus eigener Anschauung berichten. 

Vita brevls! ■— Nach den Todten wollen die Lebenden ihre Rechte. — Nach 
Schluss der Sitzung folgten die Congressmitglieder und ihre Damen einer Ein- 
ladung zu einer ungemein interessanten Reitproduction in der K. K. Reitschule, bei 
welcher ihnen die hohe Schule oder spanische Reitkunst in vollendetster Weise 
vorgeführt wurde. — Abends fand ein überaus zahlreich besuchter Empfang bei 
dem Statthalter von Niederösterreich, Grafen Erich Kielmannsegg statt, bei 
welchem die Gräßn in liebenswürdigster Weise die Honneurs machte, und den 
Congressmitgliedern die Gelegenheit gegeben wurde, mit Mitgliedern der Wiener 
Gesellschaft bekannt zu werden. 

Heute finden die Schlusssitzungen des Congresses statt, und die Mehrzahl 
der Theilnehmer dürfte das gastliche Wien noch am heutigen Tage verlassen. 
Gern hätte ich ausführlicher berichtet, wäre auf interessante Fragen des Näheren 
eingegangen, hätte der aufopfernden Thätigkeit des Organisationscomit^s und des 
Damenoomitös, der Liebenswürdigkeit unserer Wiener Collegen und ihrer Damen, 
der privaten Gastlichkeit und vieler anderer Punkte gedacht, aber die Zeit erlaubt 
es nicht, wenn dieser kurze Bericht noch in die Mainummer des Centralblattes 
kommen soll. So bescheide ich mich denn zu constatiren, dass der Congress ein 
ganzer, voller Erfolg war in jedem Sinne des Wortes; dass derselbe sicherlich 
nach allen Richtungen hin wichtige Folgen haben wird; dass wir alle dem Orga- 
nisationscomit^, an seiner Spitze dem Präsidenten Hofrat Chiari und seiner 
liebenswürdigen Gattin, dem Damencomite, allen Wiener Collegen, den Regierungs- 
und Municipalbeh Orden innig dankbar sind, und dass wir stets mit Erinnerungen 
angenehmster Art an den ersten internationalen Laryngo-Rhinologencongress und 
an die mit ihm verbundene Türk-Czermak-Feier zurückdenken werden. 

Felix Semon. 



— 228 — 

Wenn es zum Schluss doch noch möglich war, das Programm annähernd zu 
erledigen, so verdankt man das nur dem Umstand, dass ein Theil der vorgemerkten 
Redner, insbesondere die Wiener Herren, ihre Vorträge ganz und gar zurück- 
gezogen oder deren Inhalt in einer kurzen Bemerkung zusammengefasst haben. 
In der letzten Sitzung wurde der Empfindung, dass eine weitere Entlastung der 
späteren Congresse dringend wünschenswerth sei, noch dadurch Ausdruck ge- 
geben, dass man einstimmig beschloss, in Zukunft die officiellen Referate der 
Zeitersparniss halber vor der Verhandlung den Mitgliedern gedruckt zuzustellen, 
um die zeitraubende Vorlesung zu vermeiden. 



II. Die EntWickelung der Laryngölogie und 
Rhinologie bei den einzelnen Nationalitäten* 

Ein Jubiläums -Beitrag zur Geschichte der Laryngo-Rhinologie 
in den Jahren 1858 — 1908 

von Dr. J. Sendziak (Warschau). 

Den Theilnehmcrn des Internationalen Laryngo-Kbinologen-Congressos in Wien 

gewidmet. 
(Fortsetzung.) 
111. Deutschland. 
Aehnlich wie in anderen Staaten Europas erwarb sich auch in Deutschland 
die Rhinolaryngologie nicht sofort die staatliche Anerkennung. So wurde in Berlin 
erst im Jahre 1887 die Universitäts-Poliklinik und sieben Jahre später (1903) die 
Klinik für Hals- und Nasenkranke an der Königlichen Charit6, beide unter Lei- 
tung des verdienstvollen Bernhard Frank el ins Leben gerufen. Gegenwärtig 
giebt es an fast allen grösseren Universitäten Deutschlands Lehrstühle für Laryngö- 
logie, sowie staatliche Kliniken und Polikliniken, die meist selbständige Institute 
neben den Instituten für Ohrenheilkunde oder in Gemeinschaft mit denselben 
bilden und von hervorragenden Vertretern des Faches geleitet werden. In Berlin 
leben und wirken ausser B. Fränkel, dem obenerwähnten Nestor der deutschen 
Laryngologen, Ilosenberg, Verf. weitverbreiteter Lehrbücher, Kuttner, den vor 
allem seine Arbeit über Larynxödem und Laryngitis submucosa bekannt gemacht 
hat, Hey mann, der Herausgeber des ausgezeichneten „Handbuches der Laryngö- 
logie und Rhinologie", Kraus (früher in Graz), dem wir das vortreffliche Buch 
über die Krankheiten der Mondhöhle und der Speiseröhre verdanken sowie Edm. 
Meyer und Landgraf, ferner Flatau, dessen Arbeiten besonders das Gebiet 
der Stimmstörungen betrelTen und der eine Zeitschrift „Die Stimme'^ herausgiebt, 
Grabower, Katzenstein und Klemperor, bekannt durch ihre schönen Arbeiten 
über die Innervation des Kehlkopfs, Lublinski, Kirstcin, dessen „Autoscopie" 
den Ausgangspunkt bildete für die heute so weit vorg;esfhrittenpn direkten Unter- 
suchungsmethoden der oberen Luftwege, Stur man 11, Verfasser einer preisge- 
krönten Monographie über die Pacliydcrniia laryngis, Finder, der Vicorcdactcur 



— 229 — 

dieses Centralblatts, Hart mann und Jansen, die, obwohl beide vor allem als 
Otologen bekannt, doch auch die Rhinologie durch Arbeiten über die operative 
Nebenhöhlenbehandlang gefördert haben. In Berlin hatte auch bis vor Kurzem 
H. Krause, der zuerst im Jahre 1884 das phonatorische Centrum in der Hirn- 
rinde fand, seinen Wohnsitz. In München ist an die Stelle des viel zu früh 
gestorbenen Schech als sein Nachfolger Neumayer getreten, in Heidelberg 
wirkt Jurasz — ein Pole von Herkunft — , der eine ausgezeichnete klinische 
Darstellung der Krankheiten der oberen Luftwege verfasst hat, in Breslau nach 
Gottstein's Tode Kümmel, in Gemeinschaft mit Mikulicz Verfasser des 
grundlegenden Buches über die Krankheiten der Mundhöhle, in Leipzig Barth, 
in Freiburg Killian, zur Zeit einer der bekanntesten und verdienstvollsten Ver- 
treter unserer Disciplin in Deutschland, an dessen Namen sich vor allem die 
wichtige Methode der Tracheo- und Bronchoskopie knüpft. Weiter nennen wir 
Seifert in Würzburg, der zusammen mit Kahn den schönen Atlas über die Histo- 
pathologie der Hals- und Nasenkrankheiten herausgegeben hat, Gerber inKönigs- 
• berg, der unsere Wissenschaft durch eine Reihe trefflicher Arbeiten bereichert hat, 
Friedrich in Kiel, der sich durch eine ausgezeichnete Monographie: ^^Laryngo- 
logie, Rhinologie und Otologie in ihrer Bedeutung für die allgemeine Medicin" 
(1889) verdient gemacht hat, Kuhnt in Bonn, dessen Arbeit: „lieber die ent- 
zündlichen Erkrankungen der Stirnhöhle und ihre Folgezustände^ (1895) rüh- 
mend erwähnt sei, Körner in Rostock, Strübing in Greifswald, Wittmaack 
in Jena, Hopmann in Köln, Weimer in Düsseldorf, Spiess in Frankfurt a. M., 
lauter Namen, die auf dem Gebiet unserer Sonderdisciplin einen guten und be- 
kannten Klang haben. Nicht vergessen sei auch Gutzmann in Berlin, dem kürz- 
lich der erste, erst in diesem Jahre gegründete Lehrstuhl für Sprachstörungen 
übertragen worden ist. 

Gross ist die Zahl tüchtiger und anerkannter Specialisten in Deutschland, 
die — ohne als Professoren zu lehren oder doch den Titel eines Professors zu 
führen — in ihrer Heimath einen grossen praktischen und wissenschaftlichen Wir- 
kungskreis haben. Unter ihnen seien hier namhaft gemacht: Bresgen, der ein 
sehr verbreitetes Lehrbuch der Nasenkrankheiten geschrieben hat, Avellis, 
Vohsen, der mit Vorzug die Durchleuchtung als ein werthvolles Hilfsmittel in 
die Diagnostik der Nebenhöhlenerkrankungen einführte, Zarniko und Thost, 
beide in Hamburg, ersterer Verfasser eines Lehrbuchs der Nasenkrankheiten, Krieg 
in Stuttgart, dem wir eine ausgezeichnete atlantische Darstellung der Kehlkopf- 
krankheiten verdanken, Kays er und Brieger in Breslau, Grünwald in Mün- 
chen, dessen treffliche Monographie über Naseneiterungen hochgeschätzt ist, 
.Dreyfuss in Strassburg, Tornwaldt und Ziem in Danzig, von denen jener die 
Krankheiten des Nasenrachenraumes, dieser die Nebenhöhlenaffectionen zu ihrem 
speciellen Arbeitsgebiet gemacht haben. Zum Schluss seien genannt Kafemann 
und Bukofzer (Königsberg), Winkler (Bremen), Kronenberg (Solingen), 
Hinsberg (Dortmund), Li c von (Aachen), Blumen fei d (Wiesbaden), dieser 
Kedacteur des neuesten, H)OS begründeten deutschen Faclijournals, und viele 
andere, die zu nennen der Mangel an Kaum verbietet. Nicht fehlen darf jedoch 
hier der Name des bekannten Berliner Chirurgen Gluck, der seine Thiitigkeit 



— 230 — 

hatrptsächlioh in den Dienst der Laryngologie gestellt hat, indem er die Methode 
der Kehlkopfexstirpation ausgebaut und zur höchsten Vollendung gebracht hat. 

Lassen wir die nicht mehr unter den Lebenden weilenden Deutschen Laryn- 
gologen, die in dem Zeitraum von 1858—1908 an der Förderung unserer Wissen- 
schaft hervorragenden Antheil genommen, vor unseren Augen Revue passiren, so 
sind ausser Moritz Schmidt, Schech, Gottstein und Gerhardt, deren 
Verdienste bereits hervorgehoben wurden, noch folgende Namen zu nennen: Victor 
von Bruns (Tübingen), der als der erste im Jahre 1862 einen Kehlkopfpolypen 
auf endolaryngealem Wege entfernte und die erste Monographie über „die Laryn- 
goskopie und laryngoskopische Chirurgie (1865; K. Aufl. 1873) verfasst hat, ferner 
Tobold, Lewin, Krakauer, Böcker (Berlin), Burow (Königsberg), Rosen- 
bach (Breslau), der den Satz aussprach, dass bei Coropression des Recurrens- 
stammes zuerst die Function der Erweiterung leidet. Hack (Freiburg), der sich 
durch die Theorie von den nasalen Reflexneurosen bekannt gemacht hat, Som- 
m er bro dt (Breslau), Ruh le (Bonn), Michelson (Königsberg), der zusammen 
mit Mikulicz den vortrefflichen Atlas der Krankheiten der Mund- und Rachen- 
höhle herausgegeben hat, Michael (Hamburg), Verfasser einer werth vollen Arbeit 
über die Krankheiten der Zungentonsille, Schaeffer (Bremen), der eine Studie 
über die Krankheiten des Siebbeins und der Keilbeiuhöhle zu dem Heymann- 
schen Handbuch beigesteuert hat, von Ziemssen und Traube, die unter den 
ersten den Stimmbandlähmungen Aufmerksamkeit schenkten, Kiesselbach in 
Erlangen, an den der Locus Kiesselbachii erinnert, Oertel (München), Be- 
s chorner (Dresden) und Riegel (Giessen), dessen klassische Monographie über 
respiratorische Paralysen unvergessen bleiben wird, Aug. Killian (Worms). 
Eine Erwähnung verdienen an dieser Stelle auch die Namen von Bergmann und 
Eugen Hahn^(Berlin), sowie von Mikulicz wegen der grossen Verdienste 
ihrer Träger auf dem Gebiete der Kehlkopfchirurgie. 

Auch in Bezug auf die Anzahl und den wissenschaftlichen Werth der Lehr- 
bücher, die unser Fach behandeln, nimmt Deutschland die erste Stelle ein. Sehen 
wir von dem bereits in der vorlaryngoskopischen Zeit veröffentlichten Buch von 
Albert (Bonn) „Pathologie und Therapie der Kehlkopf krankheiten" Leipzig 1829 
ab, so seien folgende in der chronologischen Reihenfolge ihres Erscheinens 
genannt: 

1. Friedreich, Die Krankheiten der Nase, des Kehlkopfes und der Trachea 
in Virch. llandb. der spec. Path. u. Ther. Bd. V. Erlangen 1858. 

2. Rühle, Die Kehlkopf krankheiten. Berlin 1861. 

3. Duchek, Die Krankheiten der Nasenhöhlen. Handb. der spec. Path. u. 
Ther. 1864. 

4. Tobold, Laryngoskopie und Kehlkopf krankheiten. Berlin 1874. 

5. Michel, Die Krankheiten der Nasenhöhlen und des Nasenrachenraumes. 
Berlin 1876. 

6. B. Fraenkel-Ziemssen, Die Krankheiten der Nase und des Kehlkopfes. 
In Ziemssen's Handb. d. spec. Path. u. Ther. 1876. II. Aufl. 1879. 

7. Gerhardt, Rauchfuss und Koth, Die Krankheiten des Halses und der 
Nase. In Gerhardt's Handb. der Kinderkrankheiten. Tübingen 1878. 



— 231 — 

8. Gottstoin, Krankheiten des Kehlkopfes. Wien 18^4. IV. Aufl. 1893. Ins 
Englisohe übersetzt von MaoBridein Edinburg 1885. 

9. Bresgen, Krankbeits« und Behandlungslehre der Nasen-, Mund- und 
Rachenhöhle, sowie des Kehlkopfes und der Luftröhre. Wien 1884. 
III. Aufl. 

10. Schech, Die Krankheiten dei Mundhöhle, des Rachens und der Nase. 
Wien 1885. VI. Aufl. 

11. Moldenhauer, Die Krankheiten der Nasenhöhlen und des Nasen- 
raumes etc. 

12. Scheff, Die Krankheiten der Nase, ihrer Nebenhöhlen und des Rachens. 
Berlin 1886. 

13. Voltolini, Die Krankheiten der Nase und des Nasenrachenraumes. 
Breslau 1888. 

14. Jurasz, Die Krankheiten der oberen Luftwege. Heidelberg 1901. 2. 

15. Rosenthal, Die Erkrankungen der Nase, deren Nebenhöhlen und des 
Nasenrachenraumes. Berlin 1892. II. Aufl. 

16. Derselbe, Die Erkrankungen des Kehlkopfes. Berlin 1893. 

17. Rosenberg, Die Erkrankungen der Mundhöhle, des Rachens und des 
Kehlkopfes. Berlin 1893. — II. Aufl. 1899. — Ins Englisohe übersetzt 
1903. 

18. Zarniko, Die Krankheiten der Nase, ihrer Nebenhöhlen und des Nasen- 
rachenraumes. Berlin 1894. — IL Aufl. 1894. 

19. Moritz Schmidt, Die Krankheiten der oberen Luftwege. Berlin 1894. — 
III. Aufl. 1900. 

20. Fla tau, Nasen-, Rachen- und Kehlkopf krankheiten. Leipzig 1895. 

21. Heymann, Handbuch der Laryngologie und Rhinologie. (Sammelwerk.) 
Wien 1898. 

22. Schech, Die Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftröhre. Wien 1897. 
— IL Aufl. 1903. 

23. Mikulicz und Kümmel, Die Krankheiten der Mundhöhle (1898). 

24. Kays er, Anleitung zur Diagnose und Therapie der Kehlkopf-, Nasen- und 
Ohrenkrankheiten (1901). 

25. Bukofzer, Die Krankheiten des Kehlkopfes. 1903. 

Das Ünodi-Rosenberg^sche 1907 erschienene Lehrbuch der Nasenkrank- 
heiten, sowie das Buch von Kraus, Ueber die Krankheiten der Mundhöhle und 
Speiseröhre, sollen bei den Publicationen der Österreich-ungarischen Autoren Be- 
rücksichtigung finden. 

Eine grosse Anzahl der aufgeführten Lehrbücher sind bereits in mehreren 
Auflagen erschienen; so haben die Bücher von Fränkel, Rosenthal, Rosen- 
berg, Zarniko und Schech 2, die von Bresgen und Schmidt 3, das 
Gottstein 'sehe 4 und das von Schech sogar 6 Auf lagen erlebt. Die Lehrbücher 
von Gottstein und Rosenberg sind ins Englische und Russische übersetzt. 

Die zum Teil sehr hervorragenden in Atianton form erschienenen bildlichen 
Darstellungen aus dem Gebiet der Hals- und Nasenkrankheiten sind: 



— 232 — 

1. Öurow, Berlin 1877. 

2. GrÜDwald, Atlas der Krankheiten der Mundhöhle, des Rachens und des 
Nasenraohenraumes. 1887. 11. Aufl. 1894. München. Ins Kussische über- 
setzt 1895. II. Aufl. 1902. 

3. B. Frank el, Gefrierdnrchschnitte zur Anatomie der Nasenhöhlen. Berlin 
1891. 

4. Krieg, Atlas der Kehlkopf krankheiten. Stuttgart 1892. 

5. Mikulicz und Michelson, Atlas der Krankheiten der Mund- und Kachen- 
höhle. Berlin 1892. 

6. Seifert und Kahn, Atlas der Histopathologie der Nase, der Mundrachen- 
höhle und des Kehlkopfs. 1895. 

7. Grunwald, Atlas undGrundriss der Kehlkopf krankheiten. München 1897. 
(Ins Russische übersetzt 1908.) 

8. Krieg, Atlas der Nasenkrankheiten. Stuttgart 1905. 

9. Gerber, Atlas der Krankheiten der Nase, ihrer Nebenhöhlen und des 
Nasenrachenraums. Berlin 1902. 

Einige von diesen Atlanten, so der von Grünwald, hatten. ebenfalls zwei 

Auflagen. 

Von den vielen und grundlegenden monographischen Darstellungen aus dem 

Gebiete der Rhinologie und Laryngologie, die in den letzten 50Jahr6n in Deutsch- 
land erschienen sind, seien hier nur folgende erwähnt: 

Gerhardt, Studien und Beobachtungen über Stimmbandlähmungen. Virch.Arch. 
Bd. 21. 1863, sowie: Kehlkopfgeschwülste und Bewegungsstörungen der 
Stimmbänder in Nothnagel's Handb. der spec. Path. u. Ther. Wien 1896. 

Löwin, üober Neubildungen, namentlich Polypen des Kehlkopfes. Göschen's 
Deutsche Klinik. 1862. 

Voltolini, Die Anwendung der Galvanokaustik im Innern des Kehlkopfs. Wien 
1867.- II. Aufl. 1871. 

Michel, üeber die Behandlung der Hals- und Kehlkopf krankheiten. Klinische 
Studien. Ins Französische übersetzt von Calmette. 1884. 

Hack, Operative Radikalbehandlung bestimmter Formen von Migräne, Asthma, 
Heufieber etc. 1884. Wiesbaden. 

Schaeffer, Chirurgische Erfahrungen in der Rhinologie und Laryngologie. 
Wiesbaden 1H85. 

Tornwaldt, Ueber die Bedeutung der Bursa pharyngea für die Erkennung und 
Behandlung gewisser Nasenracbenraumkrankheiten. Wiesbaden 1885. 

Killian, Ueber die Bursa und Tonsilla pharyngea. Morph. Jahr. XIV. 4. 
1888, sowie: Die Nebenhöhlen der Nase und ihre Lagebeziehungen zu den 
Naohbarorganen. 1903. 

Bloch, Die Pathologie und Therapie der Mundathmung. Wiesbaden 1893. 

Grünwald, Die Lehre von den Naseneiterungen mit besonderer Rücksicht auf 
die Erkrankungen des Sieb- und Keilbeins und deren chirurgische Behand- 
lung. München 1892. — H. Aufl. 181)5. — Sowie: Die Therapie der 
Kehlkopftuberkulosc mit besonderer Rücksicht auf den galvanokaustischen 
Tiefenstich und äussere EingrilTe. 1907. München. 



— 233 — 

Starmann, Klinisolie Geschichte der Paohydermia laryngis. Berlin 1894. 
V. Bruns und Hofmeister, Die angeborenen Missbildangen, Verletzungen und 
Erkrankungen des Kehlkopfes und der Luftröhre. 1901, — II. Aufl. 1903. 
Kafemann, Rhinopbaryngologische Operationslehre mit Einschluss der Elektro- 
lyse. 1903. — II. Aufl. ins Hassische übersetzt. 
Knttner, Die nasalen Heflexneurosen und die normalen Nasenreflexe. Berlin 

1904. 
Gluck, Der gegenwärtige Stand der Chirurgie des Kehlkopfes, Pharynx, Oeso- 
phagus und der Trachea. Monatsschr. f. Ohrenheilk. 1904. 3—4. 
Schliesslich eine ganze Reihe von werth vollen Monographien in Heymann's 
Sammelwerke von Ewald, Disse, Schieferdeckel und Hansemann über 
Anatomie, Histologie und Physiologie, von Hey mann und Kronenberg über 
Geschichte der Laryngologie und Rhinologie, von Spiess und von Bloch über 
Untersuchungsmethoden, Symptomatologie und allgemeine Therapie; dann die in 
demselben Sammelwerke enthaltenen Beiträge über Kehlkopf-, Nasen- und Rachen- 
krankheiten aus der Feder von Gerber, Klemperer, Krieg, Heymann, 
Seifert, Kayser, Körner, Jurasz, Rosenberg, Landgraf, Strübing, 
Kümmel, Killian, Schaeffer, Kronenberg, Hoppe-Seyler, Mikulicz, 
Michael, Hopmann, Schech, Gerhardt. 

Unter den in Deutschland erscheinenden Fachzeitschriften für Laryngologie, 
Rhinologie nenne ich an erster Stelle das von Sir Felix Semon begründete und 
hercausgegebene Internationale Centralblatt, eine referirende Monatsschrift, die seit 
1885 im Verlag von Aug. Hirsch wald in Berlin erscheint und an der eine An- 
zahl hervorragender ausländischer Specialisten mitarbeitet. Das Blatt, das im 
künftigen Jahre auf ein 25jähriges Bestehen wird zurückblicken können, hat sich 
wohl für jeden, der sich darüber auf dem Laufenden erhalten will, was auf 
dem Gebiete unserer Disciplin geleistet wird, als ein unentbehrliches Hülfsmittel 
erwiesen. 

2. Gleichfalls bei Hirsch wald erscheint seit 1893 das von Bernhard 
Fränkel gegründete und redigirte „Archiv für Laryngologie und Rhinologie", 
das nur Originalarbeiten bringt. 

3. Die seit circa 20 Jahren unter der Redaction von Haug (München) er- 
scheinenden „Klinische Vorträge aus dem Gebiete der Otologie und Pharyngo- 
Rhinologie", die bei Fischer in Jena verlegt sind. 

4. Die „Sammlung zwangloser Abhandlungen aus dem Gebiete der Nasen-, 
Ohren-, Mund- und Halskrankheiten" werden von Bresgen (Prankfurt a. M.) 
redigirt und erscheinen bei Marhold (Halle). 

5. Die ,,Stimme" existirt seit 1906, wird redigirt von Th. S. Flatau 
(Berlin). 

Seit diesem Jahre (1908) sind noch zwei weitere Spezialial Journale ins Leben 
getreten, nämlich: 

6. „Beiträge für Anatomie, Physiologie, Pathologie und Therapie des Ohres, 
der Nase und des Kehlkopfs-'. Redigirt von Passow und Schaeffer (Berlin) und 

7. Zeitschrift für Laryngologie, Rhinologie und ihre Grenzgebiete. Würz- 
burg. Redigirt von Blumen fei d (Wiesbaden). 



— 234 — 

Die 8 in Deutschland bestehenden Gesellschaften und Vereine, die sich die 
Pflege derLaryngologie undHhinologie, eventuell gleichzeitig der Ohrenheilkunde, 
zur Aufgabe gemacht haben, sind nach der Zeitfolge ihrer Gründung geordnet: 

1. Die seit dem Jahre 1877 existirende „Oto-laryngologische Section" und 
seit 1883 die selbstständige ,,Laryngologische Section" bei den Versammlungen 
deutscher Naturforscher und Aerzte, der ältesten (seit dem Jahre 1827 bestehen- 
den) medicinischen Vereinigung; sie hält jährlich ihre Versammlungen in ver- 
schiedenen Städten Deutschlands ab. 

2. „Berliner laryngologische Gesellschaft" ; seit dem Jahre 1889 unter dem 
Präsidium von Prof. B. Frank el. 

3. Der im Jahre 1894 von Professor Juras z in Heidelberg gegründete 
„Verein süddeutscher Laryngologen". 

4. Die im Jahre 1897 von Hopmann in Köln gegründete ^Vereinigung 
westdeutscher Hals- und Ohrenärzte **. 

5. Die im Jahre 1900 von dem verstorbenen Prof. Schech gegründete 
„Münchener laryngologische Gesellschaft". 

6. Der seit dem Jahre 1902 bestehende „Verein schlesischer Hals-, Nasen- 
und Ohrenärzte" in Breslau. 

7. Die im Jahre 1905 von Prof. Barth in Leipzig gegründete „Gesellschaft 
sächsisch-thüringischer Ohren- und Kehlkopfärzte" ; schliesslich 

8. Die neueste im Jahre 1905 in Heidelberg von Prof. M. Schmidt und 
Prof. B. Fränkel gegründete „Deutsche laryngologische Gesellschaft". 

IV. Frankreich. 

Hier liegen die Verhältnisse in Bezug auf die staatliche Anerkennung der 
Rhino-Laryngologie ähnlich ungünstig wie in England. Es existiren zur Zeit in 
Frankreich nur zwei Lehrstühle für dies Sondergebiet, und zwar ist mit beiden 
leider auch der Lehrauftrag für Ohrenheilkunde verbunden; den einen, der seit 
1906 besteht, hat Moure in Bordeaux inne [„Frofesseur adjoint"*)], früher, d. h. 
seit 1891 nur „Charge de cours", ungefähr dem „Privatdocent" an deutschen 
Universitäten entsprechend. Der zweite Lehrstuhl wurde seit Kurzem (1907 bis 
1908) an der Universität Lyon eingerichtet und Lannois zum „Frofesseur adjoint" 
daselbst ernannt**). Ausser den eigentlichen Lehrstühlen giebt es auch soge- 
nannte „Cours cliniques suppl^mentaires", und zwar in Paris seit 1895, wo Castöx 
„chargö de cours" ist, in Nancy seit 1906 und in Montpellier seit Kurzem, wo 
Jacques resp. Mouret die Stellung eines „agregd" inne haben. Practisch wird 
ausserdem in Paris die Laryngo-Rhinologie ohne Lehrauftrag von zwei Hospitälern 
gelehrt, nämlich im Hupital St. Antoine, von dem zur Zeit hervorragendsten fran- 
zösischen Lary ngologen Lermoyez, und am Hopital Lariboisiere, wo jetzt an 



*) Entspricht dem ^ausserordentlichen Professor" an den deutschen Univer- 
sitäten, unterscheidet sich von diesem aber dadurch, dass er Sitz im Rathe der 
Facultät hat. 

♦•) Diese beiden Lehrstühle, sowie der laryngo-rhino logische Unterricht in 
Paris sind staatliche Institutionen; der Unterricht zu Nancy und Montpellier stellt 
eine von deu Universitäten selbst ins Leben gerufene Einrichtung dar. 



— 235 - 

Stelle des verstorbenen Gouguenheim der Chirurg Sebileau unser Fach ver- 
tritt. Diese beiden Stellen sind es, die in Frankreich sich des grossten Zuspruchs 
von Schülern erfreuen. 

Als die Pioniere der Laryngologie in Frankreich seien genannt: Mandl, 
Krishaber, Isambert, Fauvel und Fournie, die alle nicht mehr unter den 
Lebenden weilen, und Moura-Bourouillou, der bereits im Jahre 1861 einen 
„Cours complet de Laryngologie" veröffentlichte. Ausser dem schon genannten 
Gouguenheim seien ferner von hervorragenden verstorbenen französischen 
Laryngologen genannt: Garrigou-Desarenes und Cadier in Paris, Joal 
in Mont Dore, Blanc in Lyon und Wagnier in Lille. Zu den namhaften 
französischen Fach Vertretern gehören ausser Moure und Lermoyez vor allem 
Luc, der eine vortreffliche Monographie über Kehlkopfinnervation verfasst 
und auf dem Gebiet der Neben höh lenerkrankungen mit Erfolg gearbeitet hat, 
Ruault, Verfasser verbreiteter Lehrbücher, ferner Baratoux, Castex, Cartaz, 
Galle, Mendel in Paris, Hetma, der ehemalige Redacteur der Archives 
intern, d. Laryngol., d'Otologie et Rhinologie, und Chauveau, der gegen- 
wärtige Leiter jenes Blattes und Verfasser umfassender Arbeiten über Kehl- 
kopf- und Rachenkrankheiten, weiter Lubet-Barbon, Laurens, Gemault, 
Tissier, Loewenberg, Guisez, Mounier, Glover, Malherbe, Mahu, 
Suarez de Mendoza, der Redacteur der Archives de M^d. et de Chirurgie spe- 
ciales, femer in Bordeaux Lichtwitz, Beausoleil und Brindel, Garel in 
Lyon, Molinie in Marseille, Redacteur des neuesten Specialjournals „Le Laryn- 
goskope", Vacher in Orleans, Raug^ in Challes, Gontier de la Roche in 
Toulon, Noquet in Lille, Esoat und Lacoarret in Toulouse u. a. m. Unter 
denen, die, obwohl sie nicht die Laryngologie zu ihrem Specialfach gemacht 
hatten, ihr doch unschätzbare Dienste geleistet haben, sei vor allem der be- 
rühmte Neuropathologe Charcot genannt, der Autor der „Crises laryngeos**. 

Die in Frankreich . erschienenen Lehrbücher der Rhinolaryngologie sind 
folgende: 

1. Moura-Bourouillou, Cours complet de laryngologie. 1861. 

2. Man dl, Tratte des maladies du larynx. Paris 1872. 

3. Fauvel, Traiie pratique des maladies du larynx. 1876. 

4. Isambert, Confdrences cliniques sur les maladies du larynx. Paris 1877. 

5. Cadier, Manuel de laryngoskopie et de laryngologie. Paris 1888. 

6. Gelle, Miet, Baratoux, Duplay, Maladies du nez in Gt'lle's Hand- 
buch der Ohrenkrankheiten, 1884—1894 und 1889. 

7. Moure, Manuel pratique des maladies des fosses nasales et de la cavitö 
nasopharyngienne. Paris 1886. 

8. Moure, Legons sur les maladies du larynx. Paris 1890. 

9. Ruault, Maladies de la bouche et du pharynx in „Traite de medecine" 
von Charcot und Bouchard. Paris 1892. 

10. Ruault, Maladies du nez et da larynx. 1892. 

11. Lefort, La pratique des maladies du larynx. Paris 1894. 

12. Lermoyez, Th^rapeutique des maladies des fosses nasales, des sinus 
de la face et du pharynx nasal. Paris 1896. 



— 236 — 

13. Cartaz, Maladies du nez. Paris 1900. 

14. Escat, Maladies du pharynx. Paris 1901. 

15. Guisez, Maladies des fossas nasales et des sinus. Paris 1903. 
Auffallend ist, dass kein einziges dieser Lehrbücher in zweiter Auflage er- 
schienen ist. 

Der einzige von französischen Autoren herausgegebene Atlas der Hals- und 
Nasenkrankheiten ist der in Paris 1883 erschienene „Atlas de Laryngoscopie et de 
Rhinologie^^ von Gouguenheim und Glover. 

Die wichtigsten Einzelschriften, die Gegenstände aus unserem Specialfach 
behandeln, sind: 

Sales Girons, Trait6 thörapeutique et pratique des salles de respiration. 
Paris 1858. 

Fourniö, Etüde pratique sur le laryngoscope. Paris 18C3. ' 

Gouguenheim etLermoyez, Physiologie de la voix et du chant hygiene 
du chanteur. Paris 1885. 

Liohtwitz, Les anösth^sies hyst(^nques des muqueuses et des organs des 
sons et les zones hyst6rogenes des muqueuses. Recherches cliniques. Paris 1887. 

Luc, Les novropathies laryngees. Paris 1892. 

Garnault, Physiologie, Hygiene et Thdrapeutique de la voix parlee et 
chant^e. Paris 1896. 

Lermoyez, Les causes des paralysies recurentielles. Paris 1897. 

Chauveau, Le larynx — Anatomie et Physiologie. Paris 1901 und Histoire 
des maladies du pharynx. Paris 1902. 

Molini ö, Les tumeurs malignes du larynx. Paris 1907. 

Escat, Technique otolaryngologique, s^miotique et th^rapeutique. 

Die in Frankreich existierenden Fachzeitschriften für Rhino-Laryngologie 
sind folgende: 

1. die älteste ist die seit 1875, also gegenwärtig schon 34 Jahre existirende 
„Annalos des maladies des oreilles, du nez et du larynx" gegründet von Isam- 
bort, Krishaber und Ladreix de Lacharriere, später unter der Leitung 
von Gouguenheim und Lermoyez, gegenwärtig redigirt von Lermoyez, 
Söbileau und Lombard. 

2. „Revue mensuelle" seit 1880, später „bimensuelle", gegenwärtig „hebdo- 
madaire de Laryngologie d^Otologie et de Rhinologie", gegründet und bis jetzt 
redigirt von Prof. Moure in Bordeaux. 

3. „Les Archives internationales de Laryngologie, d'Otologie et Rhinologie", 
gegründet im Jahre 1887 von Ruault, später dirigirt von Helme, gegenwärtig 
von Chauveau. 

4. „Bulletin de Laryngologie". Paris. Redacteur Castex. 

5. „La pratique m^dioale des maladies du nez et du larynx. Paris. Red. 
Baratoux. 

6. „La Parole". Paris. 

7. „La voix parlee et chant6e." Paris, 

8. „Archives de M^decine et de Chirurgie speciales" etc. Paris. Gegründet 
im Jahre 1900 von Suarez de Mendoza. 



— 237 — 

Schliesslich das neueste Journal: 

9. „Le Laryngoscope'* in diesem Jahre (1908) von Meliniö in Marseille 
gegründet. 

Die französischen Specialgesellschaften sind: 

1. Die erste französische Gesellschaft wurde in Paris im Jahre 1883 von 
Moura-Bourouillou gegründet als „Soci^t6 fran^aise d^Otologie et de Rhino- 
logie^S ih^® Versammlungen fanden jährlich einmal statt. 

2) Im Jahre 1891 wurde unter dem Präsidium von Gell^ die „Soci6t4 de 
Laryngologie, d'Otologie et de Rhinologie de Paris" gegründet, welche ihre Ver- 
sammlungen monatlich abhält. 

3. Im Jahre 1892 vereinigten sich auf Initiative von Moure die beiden oben 
erwähnten Gesellschaften in eine ^Soci6t^ fran^aise d'Otologie, de Laryngologie 
et de Rhinologie", welche gegenwärtig auf 24 Jahre ihres Bestehens zurückblickt, 
sich jährlich versammelt und 48 „membres fondateurs", 140 „membres titulaires" 
und eine grosse Menge ausländischer Mitglieder zählt. Ihre Arbeiten sind jährlich 
in „Bulletins et mömoires de la Society frangaise etc. veröffentlicht. Der letzte 
Präsident im Jahre 1903 war Bonain. 

Schliesslich entstand: 

4. im Jahre 1892 „Societe d'Ophthalmologie, d'Otologie, de Laryngologie et 
de Rhinologie de Bordeaux et de Sud-Ouest", welche ihre Versammlungen monat- 
lich hält. 

V. Oesterreich-Üngarn. 

Wir bringen Oesterreich-Üngarn erst an fünfter Stelle, weil es, was die Anzahl 
der dort erscheinenden Arbeiten aus unserem Gebiete betrifft, erst in dieser Reihen- 
folge kommt. Dem wissenschaftlichen Werth dieser Arbeiten nach müsste es mit in 
erster Reihe genannt werden. Oesterreich ist das eigentliche Vaterland der Laryn- 
goskopie; denn Türck und Czermak, die Begründer der klinischen Kehlkopf- 
heilkunde, lebten und wirkten in diesem Lande. Hier konnte sich die Laryngo- 
skopie auch früher, als in den meisten anderen Ländern einer Förderung und 
Anerkennung von Seiten des Staates erfreuen; denn bereits seit dem Jahre 1870 
bestand eine laryngologische Universitätsklinik, die, von der otologischen durch- 
aus getrennt, unter der Leitung des verdienstvollen L. von Schroetter stand, 
eines der Pioniere der Laryngologie in Oesterreich neben Stoerk, Semeleder 
und Schnitzler. Nach dem Rücktritt Schroetters functionirte als Director der 
Wiener laryngologischen Klinik eine Zeit lang Stoerk; nach seinem Tode hat 
Ottokar Chiari seine Stellung inne. 

Vorlesungen und Kurse werden ferner abgehalten von Grossmann, Privat- 
docent mit dem Titel eines Prof. extraordinarius, den seine Arbeiten über Kehl- 
innervation bekannt gemacht haben, ferner dieDocenten: Roth, Rethi, Verfasser 
eines bekannten Lehrbuches, Hajek (im Franz Josefs Ambulatorium), der rühm- 
lichst bekannte Autor ausgezeichneter Arbeiten über ödematöse Processe im Kehl- 
kopf und über Nebenhöhleneiterungen, ferner Fein und Harmer. 

Jahrg. XXIV* i o 



- 238 — 

An der deutschen Universität in Prag giebt es zur Zeit noch keine laryngo- 
logische Klinik*) — ein Ambnlatorium für Hals- und Nasenkranke soll gerade 
gegründet werden — , dagegen wird an der unter Zaufal's Leitung stehenden 
Obrenklinik auch Rhinologie getrieben; Otorhinologie wird femer daselbst noch 
von Piffl, Privatdocent mit dem Titel eines ausserordentlichen Professors, und 
von Docent Anton gelehrt. 

An der czechischen Universität wird — freilich ohne Klinik — seit 1906 die 
Laryngologie als Lehrfach geübt und zwar von Prof. extraord. Frankenberger, 
sowie Privatdocent Cisler — beide bekannt durch ihre Arbeiten über Tracheal- 
stenosen und Kehlkopf innervation. Ausserdem wirken daselbst als Docenten: 
Vymola und Kutvirl (jetzt in Pilsen). 

An der Universität Innsbruck besteht eine oto-rhino-lary ngologische Klinik, 
deren Vorstand Prof. Juffinger — früher Assistent v. Schrötter's — ist, Ver- 
fasser einer ausgezeichneten Monographie über das Sklerom der oberen Luftwege. 

Die Klinik für Ohren-, Hals- und Nasenkranke an der deutschen Universität 
in Graz steht unter Leitung von Prof. Hab ermann. 

Die Verhältnisse an der polnischen Universität in Krakau werden bei der 
Besprechung der Rhino-Laryngologie in Polen ihre Berücksichtigung finden. 

In Ungarn giebt es bedauerlicherweise keine laryngologische Klinik — die 
Errichtung einer solchen soll geplant sein — ; auch ist die Rhino-Laryngologie 
dort nicht Prüfungsgegenstand. Sieben Docenten — von denen 3 den Professor- 
titel führen — haben unsere Specialdisciplin zu ihrem besonderen Arbeitsgebiet 
gemacht: v. Navratil, der älteste und verdienstvollste Repräsentant des Faches 
in Ungarn; Onodi, der bekannte Verfasser zahlreicher werthvoller Arbeiten, be- 
sonders auf dem Gebiete der Kehlkopfinnervation und der Nebenhöhlen, über die 
er besonders auch unsere anatomischen Kenntnisse sehr bereichert hat: ferner 
Prof. Irsai und die Docenten Polyak und Baumgarten. 

Von den bekanntesten österreichischen Specialisten nenne ich hier: Her- 
mann V. Schrötter (Wien), den begabten Schüler seines Vaters, der eine grosse 
Anzahl von Arbeiten, darunter solche über Sklerom und Bronchoskopie, verfasst hat, 
Imhofer(Prag), Laker(Graz), bekannt durch seine Arbeit über Schleimhautmassage 
(II. Aufl. 1892), Primarius Catti in Fiume, dem wir eine treffliche Monographie 
über Kehlkopferkrankungen bei acuten Infectionskrankh ei ten in Heymann's Hand- 
buch verdanken, Braun (Triest). Femer verdienen hier Erwähnung: Zucker- 
kandl (Wien) und Kraus (früher Graz, jetzt Berlin). 

Von denen, die in der Zeit von 1858—1908 in Oosterreich auf unserem Ge- 
biete eine hervorragende Thätigkeit entwickelten und nicht mehr am Leben sind, 
seien ausser den Pionieren unserer Wissenschaft Türck und Czermak, sowie 
Semelcder, Stoerk und Schnitzler, noch erwähnt: Beregsiasy (Wien) 
und Jelenffy (Budapest), Verfasser werthvoller physiologischer Arbeiten über 
Kehlkopfinnervation. 



*) Eine Zeit lang wurde dieses Unterrichtsfach von Ganghofner, jetzt Pro- 
fessor der Pädiatrie, versehen. 



— 239 — 

Ferner gedenke ich von den Gestorbenen: Billroth 's (Wien), der zuerst 
die Resection des Kehlkopfes ausgeführt hat, und Mihalkovics', der unsere 
Kenntniss von der Anatomie der oberen Luftwege durch seine Arbeiten wesentich 
gefördert hat. 

Folgende Lehrbücher sind während der Zeit von 1858—1908 in Oesterreich 
erschienen : 

1. Türck: Klinik der Krankheiten des Kehlkopfs und der Luftröhre. 1866. 

2. Stoerk: Klinik der Krankheiten des Kehlkopfs. Stuttgart 1880. 

3. L. V. Schroetter: Vorlesungen über die Krankheiten des Kehlkopfs. 
Wien 1887. II. Aufl. 1893. 

4. Rethi: Die Krankheiten der Nase, ihrer Nebenhöhlen und des Rachens. 
Wien 1892/1893. 

5. Stoerk: Die Erkrankungen der Nase, des Rachens und des Kehlkopfes. 
Wien 1895—1897; in Nothnagers Handbuch der speciellen Pathol. und Therapie. 

6. L. V. Schroetter: Vorlesungen über die Krankheiten der Luftröhre. 
Wien 1895. 

7. Kraus: Die Erkrankungen der Mundhöhle und der Speiseröhre. 

8. Rethi: Die Krankheiten des Kehlkopfs. Wien 1901. IL Aufl. 

9. 0. Chiari: Die Krankheiten der Nase. Wien 1902. 

10. 0. Chiari: Die Krankheiten des Rachens. 1903. 

11. 0. Chiari: Die Krankheiten des Kehlkopfs und der Luftröhre. 1905. 

12. Onodi (Budapest) und Rosenberg (Berlin): Die Behandlung der 
Krankheiten der Nase und des Nasenrachenraums. Berlin 1906; ins Russische 
übersetzt von Sacher 1907. 

Die Lehrbücher von Rethi und v. Schroetter sind in 2 Auflagen er- 
schienen; ein Lehrbuch in ungarischer Sprache existirt nicht. 

Als einziger in Oesterreich erschienener laryngologischer Atlas ist der von 
Schnitzler zu nennen („Klinischer Atlas der Laryngologie und Rhinologie", 
Wien 1891). 

Von den sehr zahlreichen und werthvoUen monographischen Arbeiten, die 
in Oesterreich erschienen sind, seien nur folgende genannt: 

Semeleder: Die Rhinoskopie und Laryngoskopie und ihre Verwerthang für 
die ärztliche Praxis. Leipzig 1862 und Wien 1863. 

Zuckerkandl: Normale und pathologische Anatomie der Nasenhöhlen und 
ihrer pneumatischen Anhänge. I. Bd. 1882. — II. Aufl. 1893. — II. Bd. 1892. 
Wien. 

Monti: Ueber Croup und Diphtheritis im Kindesalter. Wien 1884. II. Aufl. 

Exner: Die Innervation des Kehlkopfes. Sitz, der k. k. Akad. der Wiss. 
Wien. Bd. 89. II. Abth. I.-II. Bd. 1884. 

Loeri: Die durch anderweitige Erkrankungen bedingten Veränderungen des 
Rachens, des Kehlkopfes und der Luftröhre. Stuttgart 1885. 

Berger und Tyrman: Die Krankheitea der Keilbeinhöhlen und des Sieb- 
beinlabyrinthes und ihre Beziehungen zu Erkrankungen des Sehorganes. Wies- 
baden 1886. 

18* 



— 240 — 

0. Chiari: Erfabrungen auf dem Gebiete der Hals- und Nasenkrankbeiten 
nacb den Ergebnissen des Ambulatoriums. Wien und Leipzig 1887. 

Juf fingen Das Sklerom der Scbleimbaut der Nase, des Rachens, des Kehl- 
kopfes und der Luftröhre. Wien 1892. 

V. Navratil: Thierversuche über die Kehlkopfinnervation und über den 
N. accessorius Willisii. 1894. 

Onodi: Die Innervation des Kehlkopfes nach eigenen anatomischen, phy- 
siologischen und pathologischen Untersuchungen, Wien 1895; sowie die Neben- 
höhlen der Nase. Wien 1905. 

Hajek: Laryngitis submucosa acuta. Perichondritis laryngea, Larynxödem. 
In Heyroann's Handb. der Laryng. und Rhin. 1898—1900, sowie Pathologie und 
Therapie der entzündlichen Erkrankungen der Nebenhöhlen der Nase. Wien 1899. 
IL Aufl. 1903. 

Mihalkovicz: Anatomie und Entwicklungsgeschichte der Nase und ihrer 
Nebenhöhlen. In Heymann's Handb. der Laryng. und Rhin. 1900. 

Grossmann: Die Lehre vom Bronchospasmus. Zeitschrift für klinische 
Med. 62. Bd. 1907 und viele andere, wolche hier nicht berücksichtigt werden 
konnten. 

Von laryngo-rhinologischen Journalen existirt in Oesterreich blos ein ein- 
oinziges, nämlich ^Die Monatsschrift für Ohrenheilkunde sowie für Kehlkopf-, Nasen- 
Rachenkrankheiten" begründet im Jahre 1867 von Gruber, Rüdinger, Vol- 
tolini und Weber; gegenwärtig steht sie im 42. Jahre ihrer Existenz und 
und wird von Prof. L. v. Schroetter, Prof. E. Zuckerkandl, Prof. v. ür- 
bantschitsch, alle in Wien und Prof. Jurasz in Heidelberg (an Stelle des ver- 
storbenen Prof. Schech in München), redigirt, unter Mitwirkung einer ganzen 
Reihe der hervorragendsten österreichisch-ungarischen, sowie ausländischen Ver- 
treter der Oto-Laryngo-Rhinologie. 

Was Special-Gesellschaften für Laryngo-, Rhino- resp. Otologie betrifft, so 
existirt 1. in Budapest seit dem Jahre 1894 die ^Ungarische Gesellschaft der 
Ohren- und Kehlkopfärzte", seit 1904 „Ungarische Laryngo-rhinologische Gesell- 
schaft" genannt, unter dem Präsidium des vielverdienten Nestors des ungarischen 
Laryngologen Prof. v. Navratil in Budapest, seit dem Jahre 1906 ist sie in die 
„Rhino-laryngologische*Section des königlichen ungarischen Aerzte- Vereins" umge- 
wandelt worden. 

2. Im Jahre 1895 wurde die „Wiener laryngologische Gesellschaft" von 
Stoerk gegründet; gegenwärtig functionirt als Vorsitzender Prof. Ohiari. 

Ich habe schon erwähnt, dass Oesterreich-Ungarn, obwohl in Bezug auf die 
Zahl der dort veröffentlichten Arbeiten aus dem Gebiete der Laryngo-Rhinologie 
die fünfte, jedoch in qualitativer Hinsicht eine der ersten Stellen einnimmt. 

In der That, abgesehen von der epochemachenden Einführung des Laryngo- 
skops in die ärztliche Praxis durch Türck und Czermak (1858), sowie von 
der Einführung des Cocains in die Laryngologie von Jellinek, Assistent Prof. 
Schroetter's im Jahre 1884, die, ähnlich wie die Einführung des Chloroforms 
für die Grosschirurgie, eine neue Aera für unsere Wissenschaft herbeiführte, indem 
sie die schwierigsten endolaryngealen Operationen ermöglichte, wurden auch viele 



— 241 — 

wichtige Fragen ans dem Gebiete der Laryngo-Rhinologie in Oesterreich-Ungarn 
auf die glänzendste Weise bearbeitet und gelöst. 

Ich will hier vor Allem die fundamentalen Arbeiten über die Nase und ihre 
Nebenhöhlen von Prof. Zuckerkand! in Wien und Prof. Onodi sowie Prof. 
Mihalkovics in Budapest erwähnen; weiter gehören hierher die ausgezeichneten 
Arbeiten über die Pathologie der Nasennebenhöhlen, vor Allem von Doc. Hajek 
in Wien, sowie Berg er und Tyrman in Graz, ferner die ausgezeichneten Arbeiten 
über die ödematösen Processe des Kehlkopfes (Laryngitis submucosa acuta etc.) 
ebenfalls von Hajek in Wien, sowie die werthvollen physiologischen Arbeiten 
über die Innervation des Kehlkopfes und des Kachens von Prof. v. Navratil und 
Prof. Onodi in Budapest, sowie Dr. R6thi und Prof. Grossmann in Wien; 
schliesslich ist die ganze Frage des Skleroms der oberen Luftwege durch er- 
schöpfende Arbeiten von Prof. Pieniazek in Krakan, Prof. Juffinger in Ins- 
bruck, Prof. Stoerk und Prof. L. v. Schroetter in Wien aufs glänzendste bear- 
beitet worden. 

Es ist auch das Verdienst des ungarischen Laryngologen Loeri in Buda- 
pest, dass er 1885 als erster in seiner ausgezeichneten oben erwähnten Mono- 
graphie einen engen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen der oberen Luft- 
wege einerseits und den allgemeinen Störungen des Organismus andererseits be- 
wiesen hat. (Fortsetzung und Schluss folgt.) 



III. Referate. 

a. Allgeraeines, äusserer Hals, obere Luftwege. 

1) Ino Knbo (Fukuoka). lor fiescUchte der alten BUnelegie in lapan. Fraen- 

kel's Archiv f. Laryngohgie. Bd. 19. S. 145. 

Interessante Zusammenstellung der in alten japanischen Schriften nieder- 
gelegten, relativ entwickelten rhinologischen Kenntnisse. p. klbmpbrer. 

2) L. Lensi und A. Peliagrini. Beitrag lar Keiintnias der angebereiieB lali- 
Cysten. (Gontribnto alla conoscenia delle cisti cengenite del cello.) Lo 

Sperimentale. Bd. I. p. 5. 1906. 

Verflf. haben 14 Fälle von angeborener Halscyste einer genauen klinischen 
und anatomisch-pathologischen Prüfung unterworfen; 8 von den Cysten sassen in 
der Medianlinie, 6 seitlich. Die Arbeit ist für das Referat nicht geeignet. 

FINDER. 

3) BogoUnbow« Eine branchiogene Cyste des Halses. (BrancUogennaJa kista 

SChei.) Med. Obosrenie. Bd. 68, No. 15. 

Titel besagt den Inhalt. p. hellat. 

4) Chevalier Jackson. Unterbindung der Carotis externa in Rkinelogie nnd 
Pharyngologie. (Ugation of tke eztemal caroUd in Rhinology and Pharyn- 

gOlegy.) N. Y. Medical Journal. 17. August 1907. 

Verf. hat die Carotis in 30 Fällen 3dmal unterbunden; die Unterbindung 



— 242 — 

beider Arterien wurde 8 mal ausgeführt. Die Unterbindung geschah: In 7 Fällen 
wegen Nachblutung nach Tonsillotomie; in 4 Fällen zur Verhütung einer Blutung 
bei der Exstirpation maligner Tumoren der Mandel und Zunge; in 3 Fällen zur 
Verhütung einer Blutung bei der Exstirpation maligner Antrumtumoren ; um das 
Wachsthum maligner Antrumtumoren aufzuhalten in 4 Fällen, um Blutungen bei 
der Exstirpation von Nasenrachenfibromen zu vermeiden in 8 Fällen; um spontane 
Nasenblutung zu stillen in 2 Fällen und um eine postoperative Nasenblutnng zu 
stillen in 2 Fällen. lbfferts. 

5) Mager. SUckTerletSling des Halses. (K. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien.) 
Wiener klin. Wochenschr. No. 44. 1907. 

Im Anschlüsse an die Verletzung der Carotis kam es zu einem traumatischen 
Aneurysma der Carotis int. und ext., zu einer Verletzung der Nerv, hypoglossas, 
glossopharyngeus und sympathicus, sowie zu einer Durchtrennung des N. vagus, 
ohne dass diese pathologische Erscheinungen von Seiten des Herzens, des Blut- 
drucks oder der Lunge verursachten. chiart. 

6) Eiemer t. Töyöliryi (Budapest). Ton einem nenen Apparat rar Süsseren 

Vlbrirenden lassimng der Kehle. Framkd'a Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. 
S. 559. 

Der Apparat umfasst mit zwei Armen die Kehle, so dass von beiden Seiten, 
wie beim Massiren mit Daumen und Zeigefinger, vibrirende Bewegung übertragen 

wird. p. KLEMPERKR. 

7) T. G. Montreal. Die Thymnsdrflse. (The thpins gland.) 5. Odobcr 1907. 

Nach seinen eigenen und nach dem Studium der von Flexner ausgeführten 
Untersuchungen ist Verf. der Ansicht, dass, obwohl man jetzt zu der Erkenntniss 
gelangt ist, dass cytotoxische Sera schwieriger zu erhalten und weniger specifisch 
sind, als man zuerst glaubte, doch zugegeben werden muss, dass die Bedeutung 
der hämatopoetischen und sonstigen Functionen der Thymusdrüse im extrauterinen 
Leben nicht sehr gross ist. LEFFEirrs. 

8) Friedländer. TergrSssemng der Thpins. (Enlargement of the thymns.) 

A: Y. Medical Journal. 10. August 1907. 

Nach einem Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der Anschauun- 
gen über die Vergrösserung der Thymusdrüse bespricht Verf. Symptomatologie, 
Pathologie und Therapie der Erkrankung, ohne wesentlich Neues zu bringen. 

LEFFERTS. 

9) Chevalier Jaekson. Tracheostenose dnrch die Thymnsdrase hedingt 
Tracheeskopie; Thymectomie; Heilnng. (Thymic tracheo-stenosis; trachee- 

SCepy; thymectomy. Gnre.) N. Y. Medical Journal. 1. Juni 1907. N. Y. 

Medical Record. i. Juni 1907. 

Verf. theilt den 17. Fall einer Heilung eines „Asthma thymicum" durch 
Exstirpation der Drüse mit, den ersten, bei dem die Radioskopie ausgeführt wurde 
und den einzigen, bei dem seiner Behauptung nach der Nachweis einer durch die 



— 243 — 

Thymus hypertroph ie bedingten Trachealstenose auf tracheoskopischem Wege ge- 
führt wurde. 

Verf. kommt zu folgenden Schlüssen: Der Ausspruch Friedleben 's, dass 
es kein Asthma thymicum giebt, beruht auf Irrthum; doch wäre die Bezeichnung 
tbymische Trachealstenose besser. In diesen Fällen ist die Dyspnoe ausgesproche- 
ner bei aufrechter Körperhaltung; sie ist exspiratorisch, was im vorliegenden Fall 
auch tracheoskopisch nachgewiesen wurde. Eine sehr werth volle diagnostische 
Hülfsmethode ist die Röntgendurchstrahl ung. Eine absolut sichere Diagnose er- 
möglicht das Tracheoskop. Die Tracheotomie muss möglichst hoch und von der 
Thymectomiewunde entfernt ausgeführt werden. Eine lange Trachealcanüle, die 
ungefähr bis zu einem Centimeter oberhalb der Bifurcation reicht, wird eingesetzt 
und macht die Athmung frei und beseitigt die Gefahr der Asphyxie bei der 
Thymectomie. Diese ist indicirt und wird am besten so ausgeführt, dass der kleine 
Finger durch eine transversale Incision hinter das Stern um eingeführt wird, nach- 
dem die Tenotomie beider Sternocleidomastoidei ausgeführt ist. Die Einführung 
des Fingers soll jedoch nur kurze Zeit dauern, da durch Compression der Nerven 
Zeichen von Herzstörung eintreten können. Auch muss man sich hüten, die Pleura 
zu verletzen. Der Aufsatz ist illustrirt. leffgrts. 

10) Notiz des Herausgebers. Behandlung von Oarcinom mit Tliymnsdrilao. 
(Thymns gland treafanent of cancer.) N. Y. Medicai Becord, 24, August loo?- 

Die Notiz nimmt Bezug auf eine in der Juli-Nummer der Annais of Surgery 
erschienene Arbeit von F. Gwyer, in der dieser die Resultate einer Behandlung 
von Carcinomfallen mit getrockneter und gepulverter Thymusdrüse mittheilt und 
zu dem Schlüsse kommt, dass diese Behandlung in Fällen, wo die Operation ab- 
solut verweigert wird oder die inoperabel sind, anzurathen ist. lbfferts. 

11) BrezoTSky. SUeromfall. Orvosi Hetüap, No, 37. 1907. 

An den Nasenflügeln, in Nase, Rachen, Kehlkopf typisches, auch bakterio- 
logisch und histologisch constatirtes Sklerom. v. navratil. 

12) Otto Mayer (Graz). Die Terbreitnng des SUeroms in Steiermark. Fram- 

kd'8 Archiv f. Lart/ngologie, Bd. IS. S. 428. 

M. stellt 29 Fälle von Sklerom in Steiermark fest und constatirt eine Zu- 
nahme und Ausbreitung des Leidens. Er hält das Sklerom für einen durch spe- 
cifische Bakterien hervorgerufenen infectiösen Process, der unter bestimmten 
Verhältnissen übertragbar, contagiös ist. Er fordert in Anlehnung an die zuerst 
von Streit gemachten Vorschläge zur Bekämpfung des Skleroms, auch für 
Oesterreioh die Maassregcln der Anzeigepflicht der Erkrankung und die Isolirung 
der Kranken. f. klemperer. 

13) Ernst Linok (Königsberg). Bemerknngen ttber das Sklerom nabst litthei- 

lang einOB nenen oatprenSBiSChen Falles. FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. 
Bd. 19. S, 115. 

Verf. berichtet über einen neuen in der Gerber 'sehen Klinik beobachteten 
Fall, sowie über den Verlauf der Krankheit bei zwei älteren Fällen, schliesslich 



— 244 — 

über einen sehr vorgeschrittenen Fall ans Russland, der dnrch die Mitbetheiligung 
der Trachea und dadurch, dass der Patient den besseren Ständen angehört, be- 
merkenswerth ist. f. klemp^kbr. 

14) Engen PoUak (Graz). SosichtBBChlltlYOrriChtimgeil iftr den irit. Fraenkd^s 
Archiv f. Laryngdogie. Bd. 19. 8. 157. 

Gesichtsschutzrahmen und Gesichtsvorhang zum Schutze gegen Anhusten 
und Anspucken; zu beziehen bei H. Reiner, Wien. p. klemperer. 

b. Nase und Nasenrachenraum. 

15) Brack (Berlin). Deber die plSblich entstandene, flüchtige lasenrStlLe und 
ihre sofortige Beseiügnng dnrch Bensin. Med. Klinik, ö. 1907. 

Mit Benzin befeuchteten hydrophilen Mull oder Lint führe man sehr schnell 
zur Nase und drücke solche Compresse, ohne damit zu reiben, einige Secunden 
an, indem man streng darauf achtet, dass auch wirklich die ganze vom Erythem 
ergriffene Hautstelle damit bedeckt wird. Seifert. 

16) G. Alagna. Haomoangioendotheliom der äusseren läse. (Emoangioendo- 

telioma del naso estemo.) Arch. Ital di Otologia etc. l. März 1907. 

Es handelt sich um eine 72jährige Frau, die vor 4 Jahren einen heftigen 
Schlag gegen die Nasenwurzel erhalten hatte. Es hat sich an derselben Stelle ein 
nussgrosser, cystisch aussehender indolenter Tumor gebildet. Auf Grund des Er- 
gebnisses, das die histologische Untersuchung des exstirpirten Tumors hatte, 
nimmt Verf. an, dass sich im Anschluss an das Trauma ein richtiges Haemangiom 
bildete, dessen Gefassendothel eine carcinomatöse Umwandlung erfuhr. 

FINDER. 

17) Otttig (Wien). Znr oporattvon Behandlung des Bhinophyma. Wimer kUn. 

Wochenschr. No. 51. 1907. 

Sehr wichtig ist die Belassung eines schmalen Saumes am Nasenrand und 
an der Nasenspitze und die Deckung der bis auf das Perichondrium abgeschälten 
Nase mit Epidermislappen, welche den abgetragenen Geschwulsten selbst ent- 
stammen. CHIAUI. 

18) Moszkowics. Terkleinemng der Hase. (K. k. Gesellschaft der Aerzte in 
Wien.) Wiener klin. Wochenschr. No. 48. 1907. 

Eine monströse Nase eines 20jährigen Mädchens wurde nach der von Ger- 
suny ausgearbeiteten Methode mit bestem Erfolge verkleinert. M. operirte in 
diesem Falle ohne Durchtrennung des häutigen Septums von einem Schleimhaut- 
schnitt der Nase aus ähnlich wie bei der Killi an 'sehen Deviationsoperation. 
Sonst verbleibt keine äusserlich sichtbare Narbe. chiarl 

19) Foramlttl. Bhinoplastik. (K. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien, Sitzung 
vom 25. October 1907.) Wiener klin. Wochenschr. No. 44. 1907. 

Vorstellung einiger Fälle von Plastik der Nase bei theilweisem und voll- 
ständigem Defect derselben. Im letzten Falle wurde als vorbereitende Operation 



— 245 — 

für die spätere Nasenplastik eine 12 cm lange Knochenspange der Tibia ent- 
nommen und unter die Haut der Stirne implantirt. chiari-hanszbl. 

20) M. T. Flnney (Baltimore). Eine neue lethode der Bhinoplastik. (A new 

methed Of rUnoplasty.) N. Y. Medical Journal. 10. August 1907. 

Zur plastischen Wiederherstellung einer durch syphilitische Nekrose zer- 
störten Nase benutzte Verf. den Ringfinger der linken Hand. lbpferts. 

21) Leiedmer (Wien). Brfahnillgen Uer BUnepIastik. Arch. f. Min. Chirurgie. 
Bd. 84. 1907. 

Bericht über 29 von v. Eiseisberg ausgeführte partielle und totale Rhino- 
plastiken. Seifert. 

22) Schilling (Christiania). Rllinoplastik. Nordisk chimrg. Forening. 7. Mode 
1907. Hospitals TMende. p. 1112. 1907. 

Demonstration von Patienten. e. schmiegblow. 

23) Slatowerow. Ueber Correctnr der laeeadefennatieBen dnrcli Paraflii- 
protheaen. (Ob eaprawlenii deformatil neaa poaliedetwem paraftBiiicli pro- 

teaow.) Jeshematjatschnik. No. 6 u. 7. 1907. 

Der Artikel enthält einen kurzen Ueberblick über die Literatur und die Me- 
thode, welche der Autor beobachtet. Er benutzt die Spritze von Onodi und wendet 
Hartparaffin an. p. hellet. 

•2A) A. E. DetIs. Bin Proteat gegen die Anwendung ven Parafüninlectionen in 
der Iahe dea Angea. (A proteat again the employement of paraffln inlec- 

tiona near the eyea.) N. Y. Medicat Journal. 27. Juli 1907. 

Verf. theilt zwei Fälle mit. In dem ersten ist nach Injection in den Nasen- 
rücken Paraffin in das obere Augenlid eingetreten. Der zweite Fall ist auch ein 
ganz einzigartiger. In diesem wurde eine feste Paraffinkugel nach einer wegen 
Trauma vorgenommenen Enucleation des Bulbus in die Ten on 'sehe Kapsel ein- 
gelegt. Das Resultat war, dass eine solide Paraffinmasse aus dem hinteren Theil 
der Tenon'schen Kapsel in den hinteren Abschnitt der Orbita eintrat, auf den 
Nervus opticus drückte und deutliche Symptome einer sympathischen Reizung 
in dem anderen Auge verursachte. Verf. erinnert an die Fälle von Embolie der 
A. centralis retinae, die nach Paraffininjectionen berichtet worden sind und warnt 
eindringlich vor der Injection in der Nähe des Auges. leffbrts. 

25) Herchell Harris. Parafünnaae. (Paraflin noae.) Australasian Medical 
Gazette. 20. September 1907. 

Vorstellung eines Falles, bei dem vor 6 Jahren wegen syphilitischer 
Sattelnase Paraffin von 43® Schmelzpunkt injioirt worden war. Die Nase hat 
ein fast normales Aussehen; es ist keine Spur von Paraffin zu fühlen. 

A. J. BRADY. 

26) Beiss (Wien). Ein Beitrag nr Correctnr der Sattelnaaen dnrch Paraffin- 
injectionen nach lahn. Oesterr. Aerzte- Zeitung. No. 2. 1908. 

Beschreibung und Empfehlung der Parffinspritze nach Mahn (hergestellt 
von Colli n in Paris). chiarx. 



— 246 — 

27) Robert Leronx (Parb). Der BiMclilasi von 78^igom Parafb nurjasenpro- 
ttLese. (L'iiicliisiOB de paraflne ft TS^' en prothtse nasale.) Fresse tnedkaie. 

25. Januar 1908, 

Die Einbringung von sehr hartem Paraffin unter die Haut schützt vor den 
unliebsamen Vorkommnissen, die bei andersartiger Anwendung von Paraffin bis- 
weilen berichtet worden sind. Verf. beschreibt die Technik des Verfahrens. Um 
das Paraffin unter die Gewebe zu bringen, bedient er sich eines gewöhnlichen 
Punctionstroicarts, dessen Mandrin ihm zum Verstössen der Masse dient. 

tiONTIRR de la ROCHK. 

28) M. MaiTBits (Königsberg). Ueber aBgeboreae, gutartige, intranasale lenbil- 

dnngen. Fraenket's Archiv f. LaryngoLogie, Bd. 17. S. 433. 

Gestielter Tumor von der Grösse und Gestalt eines Pflaumenkerns mit der 
kalten Sohlingo aus der rechten Nasenseite eines 4 Monate alten Kindes entfernt. 
Nach Consistenz und Aussehen Verdacht auf Malignität; die mikroskopische Unter- 
suchung jedoch ergab keine Anhaltspunkte für Bösartigkeit. p. kleupkrbr. 

29) Hermum Iyo Wolff (Berlin). Zor Ustelogie der gntarUgen laaentameren. 

Mit 3 Abb. Monatsschr. f. Ohrenheilkde. etc. Heft 8. 1907. 

Entsprechender Bericht über vier Fälle: 1. Hartes Fibrom am Nasenein- 
gang; 2. zwei Angiofibrome; 3. Papillom am Septum; 4. Choanalrandpolyp mit 
Knochoneinschluss. hecht. 

30) Herrn* Torhorst (Strassburg i. E.). Ueber die sogen. ,,blntenden Polypen" 

der lasenSCUeimbant. FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. S. 268. 
Untersuchung von 13 blutenden Polypen, von denen 12 vom Septum, ] von 
der mittleren Muschel ihren Ursprung nahmen; 7 mal sass der Polyp rechts, 
6 mal auf der linken Seite; stets trat er nur einseitig auf. Die Grösse schwankte 
zwischen Kirsch- und Wallnussgrösse. Histologisch stellen sich dre Polypen nach 
Verf. dar als „eine Art Tumor, bei dem Gefasse und Bindegewebe den hervor- 
gendsten Antheil an der Geschwulst nehmen, ab und zu aber auch Granulations- 
gewebe sich geltend macht, und zwar so, dass einmal mehr ein angiomatösos 
Fibrom oder ein Fibroangiom, auch wohl ein teleangiectatisches Fibrom oder ein 
andermal mehr ein cavernöses Angiom vorzuliegen scheint. Immer aber ist der 
Tumor von durchaus gutartiger Natur, wenn auch manche Stellen vielleicht einen 
an Sarkom erinnernden Bau zeigen." f. klempkrrr. 

31) Stefanowskl. Einiges über lasenpolypen, welche ick vom lahre 1896 bis 
1906 in Kasan nnd in der Wolga-Kama-aegend beobachtet habe. (lekotorija 
dannija o nosowioh polip, nabljnd. aino|n s 1896—1906 g. w kasani i Wolschko- 

kamsken kraje.) Jeshemeßjatschnlk. April und Mai 1907, 

S. beobachtete in der genannten Periode unter 5086 Ohren-, Nasen- und 
Halskranken 1370 Fälle mit chronischem Nasenleiden, unter denen 95 Polypen. 
Die grösstc Zahl (40 pCt.) von ihnen entfiel auf die Jahre von 20—40, 35 pCt. 
rechts, 47 pCt. links, 18 pCt. beiderseits. 14,6 pCt. litten an Schwindel, Kopf- 
schmerz und an Asthma, p. hbllat. 



— 247 — 

32) H. Schloffer (Innsbruck). Erfolgreiche Operattoii einoe HypophyieBtimen 

auf Basalen Wege. Wiener klin. Woche/nschr, No. 21 u. 22. 1907. 

Seh. gewann nach Aufklappung der äusseren Nase, Ausräumung der inneren 
Nase und Entfernung der inneren Wand der Orbita und Highmorshöhle voll- 
kommen genügenden Einblick auch ohne Refleotoren. — Von mehr chirurgischem 
Interesse. churi. 

33) Kanitz. Zwei BUiesklerOBfUle. Orvosi HetUap. No. 47. 1907. 

Casuistisohe Mittheilung, v. navra.til. 

34) Belogolowow. Versuch der Tiesinaminaiiwendiuig bei RhlaesUeron. 
(Popltka prlmenenlla Ueslaamlne pri rlBCsklerone.) Jeshemesjataschnik. 

No. 4. 1907. 

B. vorsuchte das Mittel in zwei Fällen im Verlauf von einem Monat jeden 
zweiten Tag. Der Erfolg war sehr gering. p. hkllat. 

35) A. Martin (BarceLona). Ein Fall voB SarkcB der Bcglo ethmcldc-spheBei- 
dalls. (Db caso de sarcema de la regltB etHeldo-esfenoldal.) Eevista Bar- 

cdonesa de oto-rino-iaringolo^ia. No. IL 

Beschreibung eines inoperablen Falles. tapia.. 

36) Walker Dowide. lascBsarkeni. (SarccBia ef the Bcse.) N. Y. Medical 

JoumaL 31. August 1907. 

Die erfolgreiche Behandlung der Nasensarkome hängt ab von der frühzeitigen 
Diagnose und der radicalen Entfernung der Geschwulst. Verf. spricht nur von 
den Fällen, in denen der primäre Sitz der Tumoren in der Nasenhöhle sich be- 
findet; er schaltet also alle diejenigen aus, in denen er secundär aus der Kiefer- 
höhle vom Oberkiefer oder Keilbein aus in die Nasenhöhle hineingewachsen war. 
In den hier in Betracht kommenden Fällen, in denen die Geschwulst meist ihren 
Sitz in der lateralen Masse des Siebbeins, der mittleren Muschel oder der naso- 
ventralen Wand sich befindet, soll sie per vias naturales mit schneidender Zange, 
Curetten etc. entfernt werden. Die Wiederholung dieser Maassnahmen ist eventuell 
nöthig, bis die ganze Geschwulst entfernt ist. Diese Methode ist jedoch nur in 
der Minderzahl der Fälle anzuwenden, in der die Diagnose frühzeitig genug ge- 
stellt worden ist. Ist das Septum mitergriffen oder ist das Verbreitungsgebiet der 
Erkrankung bereits ein. grosses, dann ist die äussere Operation anzuempfehlen. 

LEFFERT8. 

37) A. von zar Mühlen (Riga). ElBC lodUcaUofl des Kraase'schCB PolypcB- 

SehBllrers. Fraenkd's Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. 8. 361. 

Einführung einer Schraube am Fusse des Polypenschnürers, durch welche 
die um das hintere Muschelende fest zugezogene Drahtschlinge in ihrer Lage 
fixirt wird. Der Handgriff wird nun entfernt, Schlinge und Schlingenführer 
bleiben viele Stunden lang liegen. Wird danach der Handgriff wieder angelegt 
und die Operation vollendet, so ist die Blutung nach Verf.'s Erfahrungen eine 
minimale. p, klbmpbrer. 



— 248 — 

38) W. FrendenthaU Tod infolge iiBYonichtlger Tampoiiade der läse; lebit 
einigen Bemerkungen ttber die Behandlung von lasenUntnngen. (Beatli dne 
te carelesa plngglng of the nose; with a few remarka en the treatment of 

naaal hemorrhage.) international Joumal of Surget-y, Juli 1905. 

Patient hatte starkes Nasenbluten gehabt und war tamponirt worden. Drei 
Tage daraufkam er in F.'s Beobachtung; er fand ein 6 cm langes Watteslöck 
mit gekreuzten Heftpflasterstreifen an der Oberlippe befestigt. Von der Mitte 
dieses Wattestreifens verlief ein Faden in das linke Nasenloch und ein anderer 
Faden nach oben und unten über das Ohr und in den Mund. Wiederholte Ver- 
suche, auch in Chloroformnarkose, den Tampon zu entfernen, misslangen. Am 
nächsten Tage wurde eine Operation von aussen vorgenommen und man fand 
den Tampon in der Kieferhöhle, in die er gewaltsam hineingetrieben war. Vier 
Tage später starb Patient an Sepsis. Verf. wendet nach intranasalen Operationen 
Stypticin in Dosen von 0,006—0,01 drei- bis fünfmal täglich an. kmil mayer. 

39) B. 6old8chmidt (Berlin). Znr Frage der laaentamponade. Monatsschr. f, 

Ohrenheilkde. etc. Heft 5. 1907. 

Bezugnehmend auf die Publication Choronshitzky's verwirft G. die von 
jenem empfohlene Tamponade mit Eisen chlor idwatte wegen der ihr anhaftenden 
Nachtheile. Am besten ist überhaupt die offene Wundbehandlung ohne jede Tam- 
ponade. Zur Vermeidung etwaiger Nachblutungen lässt G. den Patienten in den 
nächstfolgenden Stunden nach der Operation etwa alle 15—20 Minuten eine kleine 
Menge eines Iprom. Renoform-Borsäure-Milchzuckerpulvers aufschnupfen oder sich 
selbst einblasen. Auf diese Weise gelang es Autor „in einer sehr grossen Anzahl 
operirter Fälle die lästige Tamponade zu umgehen". In Fällen, in denen aus 
äusseren oder individuellen Rücksichton trotzdem tamponirt werden muss, hat 
sich Verf. eine nach seinen Angaben angefertigte Renoform-Verbandwatte oder 
-Gaze — nach vorheriger Einstäubung von Xeroform oder Protargol auf das Ope- 
rationsgebiet — sehr gut bewährt. hecht. 

40) €f. Lennboff (Berlin). Znr Tamponado der läse nnd dea laaenrachenranma^ 

FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. S. 47. 

Verf. bespricht eingehend die Methodik und die Vorzüge seiner bereits früher 
beschriebenen Tamponade der Nase mittels „Zugstreifentampon**. 

F. KLRMPKRKR. 

41) Baprecht (Bremen). ScUchtweiae laaentamponade. FraenkeVs Archiv f 
Laryngologie. Bd. 18. S. 562. 

R. macht im Anschluss an Fr e er 's Aufsatz über „die submucöse Fenster- 
resection der Nasenscheidewand etc.", in welchem eine schichtweise Tamponade 
beschrieben wird, darauf aufmerksam, dass er vor einigen Jahren bereits die 
gleiche Methode angegeben hat. f. klempbbkr. 

42) Fronstein. DiSerentialdiagnoao normaler nnd patliologiaclier Raelienmandeln. 
(OtUtacliitelnoe raipoanawanie normalnol i potologitachnealLoi mindaline.) 

Chirurgia. October 1907. 

F. untersuchte 223 Schulkinder und versuchte irgend ein objectives Krite- 



— 249 — 

rium für die Yergrössernng der Racbenmandel festzustellen. Er möchte glatte, 
feste Mandeln für normal, höckerige und weiche für pathologische gehalten Wissen. 
Nach diesem Kriterium stellte sich der Procentsatz 24,5 pCt. für normale und 
29,1 pCt. iür pathologische Mandeln heraus. Zum Schluss kommt F. jedoch zu 
dem Resultate, dass wir leider kein einigermaassen verlässliohes Kriterium für die 
Bestimmung der Vergrösserung haben. p. hellat. 

43) Oawriiow. Zur Frage der HänJlgkeit der Adenoiden, des Znsammenhanges 
mit der TergrSssemng der Sanmenmandeln nnd der Form des Kopfes nnd 
ihrer Terindemng im Verlanfe der Zeit. (K woprosn o tschastche adenoidow, 
swjasi ieh s nweiitscheniem nebnick mindalin i s formajn golowi i ob ich 

ismenenii wo wremeni.) Jeshemesjatschnik. No. 6. 1907, 

Die Arbeit enthält hauptsächlich Tabellen und Zahlen, daher zum Referat 
nicht geeignet. p. hellat. 

44) c. Serebrjakoff (Bern). Uobor die InvolnUon der normalen nnd hyper- 
plastischen Kaehenmandel. FraenkeVa Archiv f. Lart/ngologie. Bd. IS. S. 502. 

Die von Verf. untersuchten Rachenraanpelhyperplasien Erwachsener unter- 
schieden sich in keiner Weise von ähnlichen Bildungen des kindlichen Alters. Die 
statistischen Erhebungen zeigen, dass die Involution der normalen und der massig 
vergrösserten Rachenmandel ein mit ziemlicher Regelmässigkeit sich vollziehender 
Vorgang ist, der mit den Pubertäts jähren einsetzt und mit dem 25. Altersjahr 
gewöhnlich vollendet ist. Der histologische Vorgang bei diesem Involutionsprocess 
ist ein derartiger, dass die epitheliale Bedeckung der adenoiden Rachenmandel- 
hyperplasien den Charakter des Cylinderepithels verliert und denjenigen des 
Plattenepithels annimmt; das adenoide Gewebe wird dabei rareficirt durch Auf- 
treten von zahlreichen Gefässspalten (Lymph- und Blutgefässe); die Follikel und 
deren Keimcentren leisten der Rarefication länger Widerstand, als das interfolli- 
culäre Gewebe; Hand in Hand mit der Rückbildung des adenoiden Polsters geht 
eine ausgedehnte subepitheliale Cystenbildung. p klempekeb. 

45) Hasslaner (München). Eine seltene Erkranknng der Rachenmandel. Fraen- 

kel'a Archiv f. Larytigologie. Bd. 19. S. 127. 

Es handelt sich um einen Fall von Herpes tonsillae pharyngis. 

P. KLEMPERKR. 

46) E. Hamilton White. Patholegie der Adenoiden nnd der Adenoidtnbercnlose, 
(Pathology of adenoide and adenoid tnbercnlosis.) Amer. Joum. Med. Scs. 

August 1907. 

1. Primäre Tuberoulose findet sich in einem gewissen Procentsatz aller 
Fälle von Adenoiden ; Verf. schätzt ihn auf circa 5 pCt. 

2. Um das Vorhandensein von Tuberculose der adenoiden Vegetationen fest- 
zustellen, erweist sich die histologische Methode als die befriedigendste. 

.3. Tuberculose scheint kein wichtiger Factor beim Zustandekommen der 
Adenoidhypertrophie zu sein. 

4. Adenoide und Tonsille sind die wichtigsten Eintrittspforten für Tuber- 

<5Ul0Se. A.. LOG AN TÜHNE8. 



— 250 — 

47) Filö-BonazEola. Beiiohugoii iwlsckeii adeneidon Teg etattonen imd einigeB 
Infi^etlonakraiiklieitoii. (BapporU Ira vegetasioni adenoidl ed alcime malatUa 

infatUve.) Revista di Clinica pediatrka. Decemher 1907. 

Was die von einigen Autoren so grosse Bedeutung beigelegte Entzündung 
des Nasenrachens im Verlauf der Masern anbelangt, so findet sie Verf. unerheb- 
lich, um an sich eine dauernde Hypertrophie der Luschka'schen Tonsille herbei- 
zuführen. Adenoide Vegetationen und Masern sind daher nur ein zufalliges Zu- 
sammentreffen. Dagegen betont Verf. immer wieder, dass sehr häufig ein Zu- 
sammenhang zwischen adenoiden Wucherungen und katarrhalischer Entzündung 
eines mehr oder minder grossen Theiles des Respirationstractus besteht. Ein Zu- 
sammenhang zwischen Scharlach und adenoiden Vegetationen ist bisher nicht 
hinreichend nachgewiesen. Dagegen sind sie bei Diphtherie circa in 50 pGt. nach- 
gewiesen worden; Verf. meint, dass die sogenannte latente Diphtherie häufig von 
dort ihren Ausgang nimmt. finder. 

48) Mekler. üeber Entittndiingen adenoider Wachenuig dea laaenrachena. 
(0 woapolenilach adenoidiiich raaraacUachenii noaaglotU.) Jeshemeßjatschnik. 

No. 8. 1907. 

Mittheilung eines Falles von primärer Entzündung der adenoiden Vegetationen. 

P. HELLAT. 

49) ZalewBki, Sedziak. Ueber die Operation der hypertropUachen Bachen- 
tonalllen bei den Tanbatnmmen. (W aprawle operacyl prievoaiego mlgdarka 

gardlOWegO pny glnchonlemOCle.) Przeglad Lekarskie. No. 51. 1907. 
Zalewski stimmt mit Sedziak in der Ansicht über die Nothwendigkeit der 
Entfernung von adenoiden Vegetationen bei jedem Fall von Taubstummheit nicht 
überein; dagegen räth er zur Entfernung nur in den Fällen, bei denen als Ur- 
sache der Taubstummheit nur Veränderungen im Mittelohr auftreten, oder dann, 
wenn ausser Veränderungen der inneren Theile des Gehörganges auch im Mittel- 
ohre solche vorhanden sind. Sedziak bemerkt in seiner Antwort, die er Za- 
lewski giebt, dass ausser den von Zalewski gegebenen Indicationen in Fällen 
von Taubstummheit man die Vegetationen auf Grund des guten Einflusses der 
Operation auf andere secundäre Erscheinungen entfernen muss. Im Allgemeinen 
hält Sedziak die Operationen der adenoiden Vegetationen für eine prophylactische 
Heilmethode. a. v. sokolowski. 

50) Otto J. Freer. Die Entfemnng adenoider Vegetationen dnrch die laae 
mlttela einer nenen letbode. (Tbe removal of adenolda YogetaUena throngh 
tbe naial paaaagea by a new method.) Amiais of otdogy, Rhinoiogy and 

Laryngology. Decemher 1906. 

Cfr. Verhandlungen der 28. Jahresversammlung der American Laryngologi- 
cal Association. kmil maykk. 

51) F. L. Wachenhelm. Späte Seenndirblntnng nach Entfemnng ?on adenoiden 
Wnchemngen. (Lato aeeondary hemorrhage foliowlng tbe removal of adenolda.) 

N. Y. Medical Journal. 26. Octdber 1907. 

Verf. berichtet über zwei Fälle. Im ersten Fall handelt es sich um eine am 



— 251 — 

5. Tage nach der Operation anftretende schwere l^achblatung bei einem zum 
dritten Haie operirten Mädchen, die schliesslich durch Anwendung von Adrenalin 
and Kälte zum Stehen gebracht wurde. In dem zweiten Falle trat die Nachblu- 
tung ebenfalls am 5. Tage auf; sie wurde durch locale Application von starkem 
Essig gestillt. Verf. hält das Adrenalin in solchen Fällen für wirkungslos; viel 
besser sind Adstringentia, anter denen das empfehlenswertheste Essig ist. Seine 
Application geschieht am leichtesten von vornher durch die Nase. lbfferts. 

c. Mundrachenhöhle. 

52) N. LoeweBthal« BemerkiiBgeii Aber die Slandida submazillariB des IgelB. 
(lote enr la glaiide loas-mazillaire du kerissoB.) Bibliographie anatomique. 

Fase. 3, T, XYL S. 167. 1907. 

Dem Referenten nicht zugänglich. j. katzenstein. 

53) Joseph S. Olbb. Steine in den Speichelgingen; Bericht über einen Fall. 
(Calcnli in the saUvary dncta; repert ef a case.) The Laryngoscope. Octöber 

1907. 

Der Fall, sowie die zur Entfernung des Steins angewandte Technik bieten 
nichts Besonderes. bmil mayer. 

54) Santaiö (Aigeciras). Spelchelstein im Wharton'Bchen fiange. (Cdlcnlo 

saliver del COndnctO de Wharten.) Boletin de laHngologia. No. 40. 

Das Kalkconcrement misst 15 cm in der Länge und 2 cm in der Dicke ; die 
Störungen resultirten aus der Verlegung des Ganges. Schnelle Heilung nach 
Extraction. tapia. 

55) B. Choronshitzky (Warschau). Uobor Speiehelstoinbildnng. Fraenkd'B 
Archiv f. Laryngologie. Bd. 17. S. 523. 

Entfernung eines schneeweissen, bimförmigen Speichelsteins von 17 mm 
Länge und 8 mm Breite aus dem Ductus Bartholinianus. Der Stein war der Lange 
nach durch einen 1 mm weiten Canal durchbohrt. Infolgedessen war der Speichel- 
fluss nicht gestört und die Drüse anatomisch normal. Verf. schliesst aus dem 
Vorhandensein des axialen Canals, dass der Speichel bei der Bildung des Steins 
keine Rolle spielt, vielmehr die Ductuswand zur Bildung desselben Anlass giebt. 

F. KLEMPERER. 

56) KorentschewBkl. Znr Bakteriologie der ParoUtia epidemica. (K bakterio- 
logii epedem. sanachniii.) R. Wratsch. No. 44 u. 45. 1907. 

Die Arbeit ist ausgeführt im Moskauer bakteriologischen Institut und trägt 
alle Zeichen einer soliden, gewissenhaften Forschung. Durch die vielen Tabellen 
ist sie zum Referat wenig geeignet. Es seien daher nur einige Schlussfolgerungen 
angeführt: 

1. Aus dem Ductus Stenonianus wird fast immer ein Diplococcus gefunden. 

2. Diplococcus von Teissier-Esmein und der des Verf. 's sind miteinander 
identisch. Sie wurden in 75 Fällen 43 mal im Blut gefunden, in den Ausschwitzun- 
gen der Drüse in 29 Fällen 21 mal. 



— 252 — ^ 

3. Wenn die Krankheit zu Ende neigt, ist der Diplococcus leichter in der 
Drüse als im Blute zu finden. 

4. In leichten Fällen konnte der Diplococcns im Blute überhaupt nicht ge- 
funden werden. 

5. Bei Thieren gelang es nicht, eine ähnliche Krankheit her vorzurufen. 

6. In die Drüse gelangt der Erreger von der Mundhöhle aus. 

7. Wenn der Diplococcus in grossen Mengen in das Blut geräth, können 
typhusähnliohe Symptome auftreten. 

8. Der beschriebene Diplococcus ist als der specifische Flrreger der Parotitis 
epidemica anzusehen. p hbllat. 

57) Denailly. EpitheUoin des Uaterkiefen. (EpithMiome du mazillaire iiM- 

rienr.) Journal des admces-m^dicales dt Lille, 24. Axkguat 1907. 

Es handelte sich um einen Patienten^ der 6 Jahre vorher wegen eines Epi- 
thelioms am Mundboden operirt worden war. Ein Recidiv trat auf der Zunge und 
später am Unterkiefer auf. Es wurde die linke Hälfte des Unterkiefers entfernt. 
Am nächsten Tage starb Patient an Pneumonie. brindel. 

58) Lenoir. larbige Ankylose des Kiefers, hervorgerufen durch einen Fremd- 
kirper. (Ankylose cicatricielle de la mdchoire dne ft la prtaence d'nn corps 

itranger.) La CUnique. No. 8. 1907. 

Die metallene Spitze eines Regenschirms von 3,5 cm Länge und 1 cm Duroh- 
messer, in deren Innerem noch ein Stück Holz sass, war zwischen Jochbogen und 
Schläfenbein eingedrungen und da abgebrochen. L. bekam den Patienten 18 Monate 
später zu Gesicht und entdeckte bei der Untersuchung mit dem Finger vom Munde 
aus den Fremdkörper, der bis dahin im Verborgenen geblieben. Trotz Entfernung 
desselben blieb eine Narbenstenose des Kiefers zurück. baykr. 

59) Snoeck. Gontontivapparat fttr Dntorkieferfractor. (Appareil de contenUon 
ponr fractnre du maxiUaire infirienr.) Le Bdgique me'd. No. 43. 1907. 

Beschreibung eines dem von Delair angegebenen ähnlichen Stützapparates, 
angelegt bei einem 3jährigen Kinde mit einer vollständigen Fractur des Körpers 
des Unterkiefers zwischen den seitlichen Schneidezähnen und dem linken Eck- 
zahn. BAYKK. 

60) Yallas (Lyon). Uobor nnmittolbaro Prothese nach Besectionen des Unter- 
kiefers. (8nr la prothise imm^diato i la snite des resecüons de la mtchoire 

infirienre.) Sodde' de Chirurgie. 8. December 1907. 

Um ein gutes Endresultat zu erzielen, ist es nöthig, den M. orbicularis oris 
zu schonen, damit der continuirliche Speichelfluss vermieden wird; ferner nmss 
genügend Gewebe stehen gelassen werden, um den Apparat zu verdecken. Letz- 
terer soll so construirt sein, dass er keinerlei Dehnung auf die Wundränder aus- 
übt. Ferner muss man die Infection der Mundwunde verhüten; Verf. empfiehlt zu 
diesem Zweck, den Apparat von zahlreichen Canälen durchlöchern zu lassen und 
durch diese reichliche und häufige Spülungen vorzunehmen. 

GüNTIER de la ROCHE. 



— 253 — 

61) Saatiiiste (Santandcr). Ohrousclior RachoBkatarrh gastriickett Dnpnuigf. 
(Gataurre eroaico de la fariaae ie ariaea gaatriee.) Beinsta de medidna y 

cimrgia practica^, 10. Navember 1907. 

Verf. hat Fälle beobachtet, in denen Heilang einer Hyperchlorhydrie auch 
Heilung des Rachenkatarrhs zur Folge hatte. tapia. 

62) A. Iwanow. Dobar araanlSae Pharyagltta. (0 graBaleaaom farinaite.) 

Mitth. der Bazan. Klinik. Bd. 2. 8. 61. 

I. untersuchte mikroskopisch die Granula von gewöhnlicher chronischer Pha- 
ryngitis und bei Pharyngitis adenoidalis. Die ersteren bestehen hauptsächlich aus 
entzündlichem, letztere aus hyperplastischem lymphoiden Gewebe. In Bezug auf 
die Aetiologie sind das auch zwei verschiedene Krankheiten. p. uellat. 

63) W. üffenorde (Göttiogen.) Debar Pbaryaaltia lateralia. Fraenkd's Archiv 
f. Laryngdogie. Bd. 19. S. 10. 

Verf. bespricht ausführlich die Symptomatologie, Aetiologie, Prognose und 
Therapie der Affection. Bezüglich der letzteren empfiehlt er zunächst neben diäte- 
tischen Maassregeln, Verbot von Rauchen, Bier, scharf gewürzten, zu heissen 
Speisen etc., einige Tage mit essigsaurer Thonerdelösung gurgeln zu lassen, event. 
mit 2proc. Chlorzinklösung den Rhinopharynx zu touchiren. Bei ausgesproche- 
neren Veränderungen ätzt er mit Trichloressigsäure, meist wiederholt in 8tägigen 
Intervallen. Bei sehr starken Schwellungen kommt die Excision in Frage, für die 
Verf. die Halle 'sehe Scheere oder auch als sehr zweckmässig ein gut schneiden- 
des Hartmann 'sches Conohotom benutzt. — Zum Schiasse macht Verf. auf die 
Beziehung der Seitenstrangaüectionen des Rachens zu dem von Boenninghaus 
kurzlich beschriebenen „sensiblen Reizznstand des oberen und unteren Kehlkopf- 
nerven^ aufmerksam, den B. als eine Neuritis lar^'ngea deutet. Verf. hält es für 
möglich, dass der von B. beschriebene Symptomencomplex oft durch laterale Pha- 
ryngitis bedingt ist. k. klemperrk. 

64) Banmgarten. iafalleaile Palaattan der Pharyazarterien. Orvosi Hetiiap. 

No. 52. 1907. 

In einem Falle von Insufficienz und Stenose der Aortenklappen sind die 
Arteriae pharyngeae ascendentes kleinfmgerdick und pulsiren stark. 

V. NAVAHTIL. 

65) Knoblach (Rennertshofen). Ueber eiaea Fall voB Tnbercalaae dea Pbaryaz. 

Biasert. Erlangen 1905. 

Bei einem 27jährigen Barbier breitete sich die Tuberculose über die ganze 
Oberfläche der Zungenwurzel, des weichen Gaumens, der Gaumenbögen, der Uvula 
und des vorderen Theiles des Kehldeckels aus. Seifert. 

66) d^bIs. nebarlaaa Tabarealaae der hiaterea laadbifUe aad dea Racheaa. 
(Taberealtae afdbrile de TarrMre-boache et da pbaryaz.) La Fresse Ma. 

Beige. No. 13. 1907. 

In der Sitzung der klinischen Gesellschaft der Brüsseler Spitäler vom 9. Fe- 
bruar 1907 stellt D. einen 25jährigen Mann vor ohne hereditäre Antecedentien, 

Jahrg. XXIV. ^^ 



— 254 — 

welcher im Alter von 14 Jahren eine Pleuritis durchgemacht hatte und bei dem 
keine Spur von erworbener oder hereditärer Syphilis zu entdecken ist. Hals- 
schmerzen seit 3 Monaten, besonders beim Schlucken, Rauhigkeit und Hasten; 
keine Hämorrhagie noch erhöhte Temperatur; das Gaumensegel, die Mandeln und 
der Pharynx sind mit kleinen grauen Erosionen belegt, welche sich auf dem rothen 
Grund ausbreiten. Die wiederholte Untersuchung des Auswurfs ergab spärliche 
Koch 'sehe Bacillen, demnach ohne Zweifel „afebrile Tuberculose". baykr. 

67) Goethe Lnlk. Acutes Oedem des Phanmx nebst Bericht über einen Fall, 
der schlennige Tracheetonie erierderiich machte, (icnte edena ef the Pha- 
rynx wlth repert of a case reqniring rapid tracheotemy.) K Y. Medicai 

Journal. 2. März 190?. 

Die Diagnose wurde mittels des Fingers (?) gestellt; der Kehlkopf wurde 
nicht untersucht. lkfpfrts. 

CS) GandroB. eanfrin des Pharynx nach einer Calomeldesis. (Sangrene ef 
Pharynx foUewing a dese ef calemel.) N. Y, Medicai Journal, e. Jtdi 190?. 

Ein 62 jähriger Patient nahm wegen Obstipation etwas Calomel in einer 
Kapsel. Patient bekam einen heftigen Hustenanfall, die Kapsel ging auf und ein 
Theil des Pulvers wurde durch Husten und Exspectoration wieder hervorgebracht. 
Um die Irritation im Halse zu beseitigen, wurde Milch getrunken. 24 Stunden 
später klagte Patient über Schluckschmerzen, so dass er nur noch kalte Flüssig- 
keiten zu sich nehmen konnte. Bei einer nach einigen Tagen vorgenommenen 
Untersuchung fand man in der Mitte des Pharynx einen grauen Schorf, der von 
einer gerötheten und etwas geschwollenen Schleimhautzone umgeben war. Es 
wurde Wasserstoffsuperoxyd applicirt und nach 3 Wochen war der Schorf ver- 
schwunden und die Wunde vernarbt. lefferts. 

09) Asrrapaa« Prothetische Behandlung der Obstmctienen des Pharynx. (Tra- 
tamiento protesice de las ebstmccienes de la faringe.) La Odontoiogia. ApHi 

1907. 

Beschreibung eines sehr ingeniösen Apparates, der Schlucken, Athmung und 
Phonation erleichtert. tapia. 

70) <). und F. Mariin (Lyon). Anwendung einer Prethese bei pharyngealen 
Terwachsnngen. (ipplicaUen de la prethise dans le cas de Symphyse staphyle- 

pharyngienne.) Congres de m^edne. Fa^-ia, 14. April 1907. 

Nach chirurgischer Loslösung der Verwachsungen lassen Verff. den Patienten 
eine aus Kautschuk gebildete Prothese tragen, die eine an der Leiche genommene 
Moulage des Nasenrachens darstellt. Sie haben gute Resultate erzielt. 

OONTIER d* la ROCHE 



— 255 — 

d. Diphtherie und Croup. 

71) G. Applani (Padua). Die Behuidluc der verachiedenen LeealisaHoiieB der 
Diphtkerie in den oberen Lnftwecen. (La cvra delle varle leealiiiuieBi 

difleriche lelle prime Vie aeree.) Vi, italienischer Congress ßr Pädiatrie. 

2. bis 6. October 1907, 

Verf. bespricht die verschiedenen Methoden der Localbehandlung : das bi- 
valente Sei avo 'sehe Serum, Wasserstoffsuperoxyd, Löffler'sches Gemisch, Aus- 
spülungen etc. Er hat gefunden, dass abwechselnde Anwendung von Sclavo'- 
schem Serum und Wasserstoffsuperoxyd gute Resultate giebt; bei nekrotischen For- 
men wirkt besser das Löffler'sche Gemisch und Wasserstoffsuperoxyd. 

FIKDER. 

72) FreidiBo (Tschern igofi). BeebachtBBgeB ttber larvirte Diphtherie. Dissert. 

Zürich 1907. 

85 Fälle aus der Kinderklinik von 1900—1905: Schleichende Erkrankung an 
Angina simplex oder Verdauungsbeschwerden mit geringem Fieber. Dann plötzlich 
Membranen im Rachen oder Kehlkopfstenose und häufig Exitus. Oft erst bei der 
Autopsie Stellung der mikroskopischen Diagnose. 21 Fälle traten bald nach ab- 
gelaufenem Scharlach auf. jon^uikre. 

73) Moltechanow. ZBr PathogeBese cerebraler Hemiplegie aach Diphtherie im 
iBsammeahaBg mit der Theerie der diphtheritiiehea Thrembesea des HeneBS. 
(A patogeaesB lerebralaich gemiplegii peale dUterii w awjaa s utleheBiem e 

dift. trombose serdia.) Med. Obosrenie. 1907. 

Die Mittheilung eines schweren Diphtheriefalles bei einem 10jährigen Mäd- 
chen, welches 21000 Einheiten Antidiphtheriesenim erhielt, bei dem aber trotzdem 
Hemiplegie und Tod am 13. Tage eintrat. Es lagen eine Erweichung des linken 
Linsenkernes, Verstopfung der linken Art. foss. Sylv. und Thrombose im linken 
Ventrikel vor. p. hkllat. 

74) Blay (Valencia). Zwei Fälle voB diphtherischer Lähmaag dareh Aatiflph- 
theriesenim geheilt. (Des eaaoa de paralyais difterieas caradea per el aaere 

ReBX.) Revista de medicina y cirurgia prdciicas. 14. Septenibei' 1907. 

Ein 11 jähriges und ein öjähriges Mädchen bekamen nach Diphtherie doppel- 
seitige Gaumensegellähmung, Schwäche der unteren Extremitäten und Strabismus. 
Alle Erscheinungen verschwanden innerhalb 3 Tagen bei dem einen nach An- 
wendung von 60, bei dem anderen von 50 ccra Roux 'sehen Serums. tapia. 

75) k. Montefagcoi Ueber latabaUea wegea Creap bei saagliagea. (Salia ia- 
tabaiieae per creap aei bambiat poppaati.) La Pediatria. Feb-mr 1908. 

Verf. hat 74 Säuglinge unter 10 Monaten an diphtherischem Croup behan- 
delt; von diesen wurde die Intubation nöthig bei 45, von denen 20 (44,4 pCt.) 
starben. Verf. kommt zu folgenden Schlössen: 

Die Intubation bei Säuglingen bietet keine besonderen technischen Schwie- 
rigkeiten ; die Ernährung geht normal vor sich. Die grössere Sterblichkeit bei in- 

19* 



— 256 — 

tubirten Säuglingen Ist nicht der Intubation an sich zuzuschieben, sondern ist die 
Folge der geringeren Resistenz, die der Säugling der Diphtherieinfection entgegen- 
bringt und der grösseren Häufigkeit der bronchopneumoniscben 'Complicationen in 
diesem Alter. Diese Erhöhung der Sterblichkeit findet sich übrigens auoh bei 
tracheotomirten Säuglingen. Um einen zu starken Druck der Tuben auf die Ge- 
webe zu vermeiden, empfiehlt es sich, der Serie von 0'Dwyer\schen Tuben noch 
eine kleinere für Kinder unter einem Jahr hinzuzufügen. finder. 

e. Kehlkopf und Luftröhre. 

7e) Miohael Oroftgmann (Wien). Boitrag lor Lehre Yon der wechaelieitigei 
fonetioaeUeB Besiehnag der Kehlkopfmaskela natereiaander. Framkera Archiv 

f. Larpngologie, Bd. IS. S. 463. 

G. erzielt im Thierexperiment sowohl nach Exstirpation des M. cricothyreoi- 
deus, wie nach Durchschneidung des N. laryngeus superior eine Atrophie im 
Stimmbandmuskel und ebenso nach Durchschneidung des N. recurrens Atrophie 
des M. cricothyreoideus. Diese Atrophien aber sind nicht auf eine Störung der 
motorischen Innervation zurückzuführen, sondern erklären sich einfach durch die 
infolge der gelähmten Muskeln reducirte Arbeitsleistung. ^Die Lähmung des 
einen Kehlkopfnerven ruft im intacten Innervationsgebiete des an- 
deren Nerven constant eine Inactivitätsatrophie hervor.** 

V. KLRMPERKK. 

77) Lesbre und Maigaon. Daher die metoriaehe laaervatioa dea loac. crieo- 
thyreoideaa. (Bar riaaervaUea motrice da maaele cryco-thyreidiea.) Sod^e 

de Biologie, IS, Januar 190s. 

Verff. gelangen zu dem Schluss, dass die Innervation ausschliesslich vom 
N. accessorius besorgt wird und dass der Vagus keinen Antheil daran hat. 

GONTIKR dp la ROl'HK. 

78) H. Bernhard. Doppelaeitige RecarreaaUIhmaBg iafolge yoa Aerteaaaea- 

ryama. Diasertation. Leipzig 1905. 

Bei dem von B. beschriebenen Falle hatte das Aneurysma zu einer Lähmung 
der M. cricoarytaenoidei postici, der M. thyreoarytaenoidei interni und des M. ary- 
taenoidens tranversus geführt; erhalten blieb einzig die Function der M. cricoary- 
taenoidei laterales. Das Merkwürdige an diesem Befunde und das in der Casuistik 
wohl einzig dastehende ist nach B. die völlig gleichweit vorgeschrittene Affection 
beider N. recurrentes. Bis Herbst 1903 konnte der Autor 19 Fälle doppelseitiger 
Stimmbandlähmung infolge von Aortenaneurysma aus der I^iteratur zusammen- 
stellen. DPHIKOFKlt. 

79) Sedziak. Beideraelttge BeearreaalihaiaBg. (Obaatroaae poraieaie Yoiwieraciy 

glesai.) Qazeta Lekarska. No. 48, 49. 1907. 

Verf. hat 246 diesbezügliche Fälle aus der Literatur gesammelt worunter 
19 eigene. 136 Fälle (5 des Verf. 's) beruhten auf centralen Ursachen, darunter 
60 tabetischen, 7 functionellen Ursprungs (Hysterie). Unter den peripheren Ur- 



— 257 — 

Sachen waren: Druck der tracheobronchialen Drüsen (26 Fälle), Traama, 
Aneurysma, Unterleibstyphus, Rheumatismus u. a. m. a. v. sokolowski. 

SO) B. Meyer. Uober BecvreMiakHiuig Im Kindesalter. Disaertatim. Leipzig 

1906, 

Auf der medicinischen Abtheilung zu Leipzig (Prof. Curschmann) kamen 
3 Fälle von Stimmbandlähmung im Kindesalter zur Beobachtung. In den beiden 
ersten Fällen handelte es sich um eine linksseitige Reourrenslähmung, höchst 
wahrscheinlich entstanden durch Druck vergrösserter ßronchialdrüsen auf den 
Recurrens. Bei dem dritten Kinde war eine doppelseitige Posticiislähmung nach- 
weisbar, die Verf. auf ein Conglomerat infiltrirter mediastinaler Lymphdrüsen 
zurückzuführen geneigt ist. Mittheilung der diesbezüglichen Literatur. 

OPPIKOFKK. 

81) Boqae und Cbarlier (Lyon). Cerebrale LUiHUig eines Stinnbandes. (Para- 

lyale t'ime COrde d'origine Cirdbrale.) Sodele medicalc des hdpitaux de Lym. 
10. December 1907 in Lyon fn^ical. 19. Januar 1908. 

Bei einem herzkranken Alkoholiker bestand eine unvollkommene Lähmung 
des rechten Stimmbandes; dasselbe stand in Mittellinie und konnte nicht abducirt 
werden. Bei der Autopsie fand man den Larynx intact, keinerlei mediastinale 
Compression, was übrigens schon nach der Röntgendurchstrahlung anzunehmen 
war, dagegen einen Erweichungsherd im Parietallappen. Dieser Herd, am Ende 
der Fissura Sylvii gelegen, nimmt einen Theil des Lobus parietalis inferior und 
einen minimalen Theil des Lobus parietalis superior ein. Nach unten erstreckte 
sich der Herd bis zum Fuss der Fissura parietalis ascendens, nach hinten bis zum 
Knie. Verff. nehmen an, dass das' Centrum für den Kehlkopf in ein respiratori- 
sches und phonatorisches getrennt sei. Da Patient intra vitam nur Erscheinungen 
von gestörter Athmung gehabt habe, so könne der Sitz der Erkrankung für die 
Bestimmung des respiratorischen Kehlkopfcentrum in Betracht kommen. 

GONTIKR de la ROCHE. 

82) Helfond« Fall von llnlUBeittger Reenrrensparalyse durch Blelvergiftong. 
(Slntielial paralitscka woswratnawo nerwa s lewol atoronl na potacbwe 
otrawleBiJU iwiniam,) R. Wratsch. No. 15. p. 521. 1907. 

Die Paralyse entwickelte sich plötzlich ohne Temperaturerhöhung. Per exclu- 
sionem wurde die Diagnose gesichert und danach zur Auffindung der Quelle der 
Vergiftung geschritten. Patientin ist die Frau eines Künstlers. Man vermuthete 
also Blei in den Farben. Analyse negativ. Ferner wurde entdeckt, dass sie saure 
Milch mit Lactobacillin in Thongefässen (Aufschrift: Le Ferment — Paris, 77 Rue 
Denfert-Rochereau) sich anfertigt. Sie ass täglich 1—2 Portionen (330 g) saure 
Milch. Eine Heiserkeit stellte sich nach 10 Tagen ein. Die Analyse der Milch er- 
gab, dass jede Portion von 330 g 0,7934 g Blei enthielt. Das Thongefäss selbst 
enthielt 12,293 g Blei oder 6,46 pCt. i». hkllat. 



— 258 — 

83) Zimbler (Dünaburg). Casnistisclier Beitrag inr Lehre der Uaksseitigei 
BecurreiiBlUiiiiiBg als Felge ven AnemaUeii dei leriena imd deg Dnctaig 

BetalU (resp. LiganeBtom Betalli.). Dissertation. Basel 1907. 

Sämmtliche 14 beschriebenen Fälle zeigen vollständige Lähmung des Nerv, 
recurrens sin. Das Stimmband steht unbeweglich in Medianstellung, 1 mal in 
Gada Verstellung. In den 6 obducirten Fällen war die Ursache der Lähmung 3 mal 
Gompression des Nerven zwischen linkem Vorhof und Aorta; Imal Einschnürung 
durch ein abnorm verlaufendes Lig. Botalli, 1 mal Gompression zwischen Aorta 
und Ductus Botalli, Imal Gompression zwischen Aorta und Art. pulm. 

JO^UJKRE. 

84) Fein. Linksseitige BecnrrensUbmilllg. (K. k. Gesellschaft der Aerzte in 
Wien.) Wiener klin, Wochenachr. No. 46. 1907. 

Ein Soldat kam mit den Erscheinungen einer Stenose und Insufiicienz der 
Mitralklappen und linksseitiger completter Stimmbandlähmung zur Aufnahme. 
Radioskopisch wurde eine Herzverbreiterung und eine Erweiterung der Aorta fest- 
gestellt. Syphilis vor einem halben Jahre. Unter antiluetischer Behandlung 
schwanden alle Symptome. chiari. 

85) Lesbre und Mafgnon. loterisehe Wirkangen der einseitigen Beenrrens- 
reisnng auf den Kehlkopf. (BSects metenrs snr le larynz de rezeitatien nd- 

lattrale dn ricnrrent.) Society de Biologie. 25. Januar 1908. 

Die Resultate sind nach den Thierspecies verschieden. So ist die Wirkung 
eine constrictorische und einseitige bei den Einhufern, beim Rind und Schwein 
constrictorisch, aber doppelseitig, beim Hund entweder constrictorisch und doppel- 
seitig oder dilatorisch und einseitig. gontier de u röche. 

86) A. Knttner. loch einmal snr Becnrrensfrage. Antwort anf den infsats 
des Herrn firabower: „Znr Becnrrensfrage". 

87) Orabower. Erwidemng. 

88) A. Knttner. SchlnssWOrt. FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 19. 
8. 161, 166 u. 168. 

Controverse über einige strittige Punkte der Recurrensfrage, bezüglich deren 
eine Einigung beider Autoren nicht zu Stande kommt. p. klempurek. 

89) 0. ATellis (Frankfurt a. M.). lono Fragostollnng mr Symptomatologie der 

SonsibUititSStSmngOn im laryni. FraenkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 18. 

S. 472. 

A. berichtet über eine klinische Beobachtung von halbseitiger Larynx- 
anästhesie oombinirt mit Recurrenslähmung. Der Verlauf des Falles bewies, dass 
die Anästhesie hysterischen Ursprungs war -- sie wurde durch hypnotische Be- 
handlung geheilt — und die Combination mit der organisch bedingten Recurrens- 
lähmung eine zufällige. Dagegen blieb nach Beseitigung der Anästhesie dauernd 
eine Hypästhesie des ganzen Kehlkopfeingangs zurück. A. constatirt: „Henii- 
anästhesie im Larynx kommt nur bei Hysterie vor. Andere Nervenstörungen im 
Laryngeus superior oder inferior können totale Scnsibililätsstörungen hervorrufen, 



— 259 — 

aber keine unilaterale Anästhesie." Die Mehrfachsensibilisirung des Kehl- 
kopfs hält er klinisch und experimentell erwiesen ; welchen Antheil dabei die ein- 
zelnen Nerven an der Sensibilisirung haben, bedarf noch der Erforschung. 

F. KLEMPBRER. 

ÜO) Lenirt Udbar IctUS laryngis. BudapesH Orvosi üjsdg. No, 40. 1907. 

Bei einem 49jährigen Trinker und Raucher traten Anfälle auf, welche mit 
einem Kitzelgefühl im Kehlkopf und Husten begannen, denen Bewusstlosigkeit 
sich anschloss: das Bewusstsein wurde in einigen Secunden vollständig frei. 

V. NAVRATIL. 

91) Gallayardln und Bheater (Lyon). Allgemeiner, wahneheinliek seniler 
Tnmer nebit Betheilignng der SUmmlippen nnd des ZwereUella. (TrenMe- 
ment gtairalisi prebablement linile avec parttcipatton des cerdes vecalei 

et dn diapkragme.) Lyon mtSdicale. 26. Januar 1908. 

Es bestehen Sprachstörungen diaphragmatischen Ursprungs. Die Sprache 
ist wie die einer schluchzenden Person. Bei der Untersuchung findet man den 
Tremor im Wesentlichen auf die Exspiration beschränkt, mit seltenen Erschütte- 
rungen des Stimmbandes ausserhalb der Phonation. Die Radiographie erlaubt 
einen brüsken inspiratorischen Spasmus des Zwerchfells festzustellen mit saoca- 
dirtem Exspiiium. Die Sprachstörungen scheinen darauf zurückzuführen zu sein. 

GONTIER de la ROCHE. 

92) A. Iwanow. Kehlkepferkrantaugen bei Syringobnlbie. (Saholewanip ger- 

tani pri Siringebnlbi.) Jeaheme^jatschnüc. No. 2. 1908. 

Das Krankenmaterial I.'s umfasst 35 Fälle mit 28 Erkrankungen des Kehl- 
kopfes; 7 von 28 hatten Recurrensparalyse. Bei den übrigen 21 Kranken wurden 
verschiedene Combinationen von Paralysen beobachtet. Das Charakteristische 
dabei ist atypischer Verlauf. Sensibilitätsstörungen konnten in 8 Fällen nachge- 
wiesen werden. Diese war immer bilateral, sogar bei einseitiger Recurrenslähmung. 
Scheinbar giebt es auch partielle Sensibilitätsstörungen. p. hkllat. 

93) A, MarüB (Barcelona). Terlesnng Aber das laryngoikepiache Bild. (Leo- 

tnra de la imagen laringe8C6piea«) Bemsta Barcdonem de oto-rino-laringologia. 

No. n. 

Enthält nichts Neues. tapia. 

91) Th. £. ter Knile (Enschede, Holland). Endelaryngoskepie mittelstUiweier 

Keblkepfapiegel. Framkd's Archiv f. Laryfigologie. Bd. IS. S. 544. 

Verf. hat ein Verfahren, wie das 1906 von Gerber publicirte, bereits 1905 
angegeben und demonstrirt. Seine Spiegel — Seitenwandspiegel und Hinterwand- 
spiegel — werden in einen Griff geschraubt, welcher ein ganz festes Handhaben 
und sichere Steuerung möglich macht. k. klkmperer. 

95) €(erber (Königsberg). LaryngeiCOpia snbglottica. FraeiikeVs Archiv f. 
Laryngoloffie. Bd. IS. S. 301. 

Nach ausgiebiger Cocainisirung des Aditus laryngis und speclell der Stimm- 



— 260 — 

bändör führt G. mit der linken Hand einen gewöhnlichen Kehlkopfspiegel in der 
üblichen Weise ein, darauf mit der rechten einen besonderen kleinen Spiegel zu- 
nächst bis zur Glottis und während einer tiefen Inspiration durch die Glottis hin- 
durch. Unter Verschiebungen des subglottischen Spiegels in sagittaler und fron- 
tater Richtung sucht er die Unterfläohe der Stimmbänder ab. p. klempkrbr. 

96) Finder (Berlin). KeUkapfontersnchiuig und diniga hanptsIcUicha Kehlkapf- 
krankkaitan bei Kindeni. Berl Min. Wochenschr, No. 45, 1906. 
■ Von dem für den practischen Arzt berechneten Aufsatz sei hervorgehoben 
die Empfehlung der autoskopischen Untersuchungsmethoden des kindlichen Kehl- 
kopfes. 

Der Verf. vertritt die Ansicht, dass Veränderungen der Epiglottis (Seiten- 
rollungen der Ränder, Schlaffheit des Kehlkopfeingangs) den ungefährlichen con- 
genitalen Larynxstridor bewirken. 

Die chronische Laryngitis im Kindesalter tritt als Laryngitis tuberosa oder 
nodosa auf, ist schwer therapeutisch zu beeinflussen, verschwindet meist gegen 
Eintritt der Pubertät. Tuberculose spielt im Kindesalter bei Entstehung von 
isolirter chronischer Laryngitis keine Rolle. 

Als Therapie der Kehlkopfpapillome wird die endolaryngeale Methode der 
Entfernung empfohlen. albanus (zarniko). 

97; Perez Mo^eno (Madrid). FremdkVrper des Keklkapfa. (Oiirpaa aatranas 

da la laringe.) Eemta de espedalidades medicas. Januar 1907. 

Für das allgemeine ärztliche Publicum berechneter, dem Specialisten nichts 
Neues bietender Artikel. tapia. 

98) Reyot und Joicon. Fremdkörper des Keklkopfs bei einem 22 lanate alten 
Kinde. (Oerps Atranger dn larynz ekei nn enfant de 22 mois.) Gazette me- 

dicale de Nantes. No. 7. 16. Februar 1907, 

Es handelte sich um ein Rebhuhnknöchelchen. Das Kind musste wegen 
eines Suffocationsan falls tracheotomirt werden. Vor der Tracheotomie waren vom 
Hausarzte und nach ihr von dem Verf. verschiedene Versuche gemacht worden, 
den Fremdkörper zu extrahiren. Es gelang dies erst am Abend in Chloroform- 
Narkose. Das Kind starb am folgenden Tage an Bronchopneumonie. bri>del. 

99) SylTan Rosenheim. Ein Fremdkörper, der 2 lakra lang im Keklkapf aaaa. 
Tkyreetamle. Heilong. (i caae of ferelp body In tke larynx far twa yeara. 

Tkyratomy. Recevery.) The Laryngoscope. Juni 1907. 

Der Fall ist interessant aus zwei Gründen: erstens wegen der Toleranz des 
Kehlkopfes und zweitens wegen des vollkommenen Operationsresultates. Vom 
Augenblick an, wo der Patient den Fremdkörper — einen Sohuhknopf - - verschluckt 
hatte, war er unfähig, anders als tlüsternd zu sprechen. I^]r spricht jetzt deutlich ; 
die Stimme ist nur noch belegt. kmil mayiok. 

100) Max Senator (Berlin). Die Tracheoskopie nnd BronckOSkopie. Be^-Uner 
Klinik. December 1907, 

Eine den practischen Arzt orientirende Abhandlung über diese Untersuchungs- 



— 261 — 

metboden, deren Aasführung, diagnostische und therapeutische Bedeutung in 
klarer Weise besprochen wird. a. rosknberg. 

101) D. Tantiirri. Traeha^icapia direeta supariar. (Trachaascopia liratta 

mpariara.) La pratica (do-rinO'laringoiairica. December 1907. 

Im Anschluss an einen Fall Ton chronischer Tracheostenose seiner Beobach- 
tung räth Verf., sich bei jeder Tracheoskopie für die eventuelle Nothwendigkeit 
einer sofort vorzunehmenden Tracheotomie oder Intubation vorzubereiten. 

FINDER. 

102) GheraUer Jackson, taatnimanta nir Bronakoikapia und Oaaapkagaikopia. 
(iBstnimantal aida to bronckascapy aid asopkagascopy.) Tke Laryngoscope 

Juni 1907. 

Die Instrumente sind: Eine Modification des Sioherheitsnadelschliessers von 
Mosher; eine Zange, ein Kehikopfmesser, ferner ein Röhrenspeculum. Der Auf- 
satz ist illustrirt. emil mayer. 

103) Gnisec (Paris). lodUcattanan ud Tarbaaaanmgan in dar Tacknik imd 
Indicattan dar Bronckaskapia und Oasapkasaskapia. (ladUcaiians at par- 
facüamiamaiiti appartii i la tackniqaa at ft rindiaaUan da la branakascapia 

at da Taaiapkagaaaapia.) Fresse medicale. No. 71. 4. September 1907. 
An den Tuben ist ein Trichter angeschraubt, der es gestattet, zur Beleuch- 
tung den gewöhnlichen Clar 'sehen Spiegel zu benutzen. Der Mandrin ist dadurch 
verbessert, dass soine Spitze aus Gummi gefertigt ist, ferner gehört zu dem Instru- 
mentarium ein modificirtes Oesophagotom etc. Verf. vermeidet mehr und mehr 
alle vorbereitenden Eingriffe an der Trachea und dem Pharynx und wendet sich 
dagegen, daraus eine Methode zu machen. uontier de ]a röche. 

104) Jaboulay. Traekaataniacanflla, in dan raaktan Branekns gafallan. (Canola 
ä traakiatamia tambia dana la branaka draita.) Annales des maladies de 

VwdUe. No. XL 1906. 

Der 59jährige Patient, der seit 4 Jahren tracheotomirt ist, hatte niemals 
seine Canüle wechseln lassen. Diese zerbricht und fällt in die Trachea. Kein 
Erstiokungsanfall. Am folgenden Tage war jedoch Fieber von 30® vorhanden und 
man constatirt, dass die rechte Lunge nicht athmet. Die Radiographie zeigt den 
Fremdkörper sehr deutlich. J. erweitert die Tracheotomiewunde und macht blind- 
lings Extractions versuche mit der Zange, ohne Resultat. Er eröffnet unter Resec- 
tion eines Stückes der 3. Rippe den Thorax, incidirt die Pleura parietalis (Pneumo- 
thorax) und versucht, den Fremdkörper in die Trachea zu drängen, während die 
Zange in diese eingeführt ist. Auch dieser Versuch misslingt. Naht der Pleura. 
Acht Tage darauf schwankt die Temperatur zwischen 38 und 39®; Puls 100. Der 
Exitus schien unmittelbar bevorstehend; J. ersuchte Garel, die Bronchoskopie 
vorzunehmen, und diesem gelang es beim ersten Versuch, den Fremdkörper zu 
extrahiren. Patient hatte jedoch bereits eine Bronchopneumonie, der er 12 Tage 
später erlag. brindel. 



— 262 — 

105) Ontsez (Paris). ftascUclitd diaes im Bronckns alngdBeUdSSdidn Battal- 
kenis, lawie ainas flabisses im OasapkagUB. Eztracttaa mittala Braaeha- 
skapia oad Oasapkagaakapia. Hailang. (liatairaa d'aa aayaa da datta iaclaa 
daas la braacka at d'aa daattar daaa l'aaaapkaga. Extractiaa grica k la Braacka- 

SCapia at i rOaaapkagaaeapia. SaMaaa.) Journal des PraHdefis. 29. Januar 
1907. 

Der Titel besagt genug über den Inhalt. go.ntier de i» koche, 

106) Secord. H. Larga. Framdkirpar daa racktaa Braaekaa dnrck Braacka- 
akapia aatfarat. (Faraiga feady af rigkt braaekaa ramavad by aid af Braacka- 

acapa.) Clevdand Medical Journal März 1907. 

Der 28 jährige Patient hatte eine Erdnuss (pea-nnt) aspirirt. Zwei Tage später 
wurde der Fremdkörper mit Hülfe des Bronchoskops in vier Stücken entfernt. 

EMIL MAYER 

107) TIgnard uod Sargnon. Bina Haaraadal wakrackaialick aa dar Uabar- 
gaagsatalla dar Trackaa ia dam racktaa Braaekaa faataitiaad. (Bpiagla iatra- 
tkaraciqaa arrttia prabablamaat aa nivaaa da la jaacUaa da la braacka draita 

at da la trackia.) Lyon medical 14. Äprü 1907. 

Es handelt sich um ein 9jähriges Kind. Die Radiographie zeigte die Nadel 
in Höhe des 3. und 4. Rückenwirbels rechts von der Wirbelsäule. Die Nadel war 
mittelst der unteren IVacheo-Bronchoskopie, ebenso der Oesophagoskopie unauf- 
findbar. Verff. glauben, dass sie in die Digestionsorgane hineingewandert sei. 

BRINDEL. 

108) Botey (Barcelona). Eiaa ckaa Biakailaag im racktaa Braaekaa aitiaada 
laaa. Extractiaa mittala Trackaatamia. (Prada alagada aia aaclavamiaata 
aa al braaqaia davadia. Extraeeiaa per traqaaatamia.) Archivos de rini- 

logia etc. Jidi-Augtist 1907. 

Im Anscbluss an seinen Fall stellt Verf. zwei Behauptungen auf: 

1. Fremdkörper, die fest eingekeilt sind in einen Bronchus, rufen niemals 
Erstickungsanfälle hervor, sondern vielmehr continuirliche, mehr oder minder 
starke Dyspnoe. 

2. Zeigt der Patient, der einen Fremdkörper aspirirt hat, Erstickungs- 
anfälle, so kann man sicher sein, dass der Fremdkörper nicht eingekeilt ist; er 
macht Bewegungen vom Bronchus zum Kehlkopf oder umgekehrt. 

Im ersteren Fall muss man die Bronchoskopie machen, im zweiten dieTraoheo- 
tomie. TAPiA. 

109) R. B. Daucan (Victoria). Eiaa Kagal im racktca Braaekaa. Oparattaa. 
lailaag. (A ballet ia tka rigkt braaekaa; aparattaa; racavary.) Intercoioniat 

Medical Gazette. 20. September 1907. 

Ein Tjähriger Knabe trug eine Revolverkugel 22 Tage im rechten Bronchus, 
bevor ein EingrilT zur Entfernung vorgenommen werden konnte. Eine Roentgen- 
photographie zeigte deutlich die Lage in Hohe der 5. Rippe. Es wurde ein pferde- 
hufförmiger Lappenschnitt zwischen der rechten Scapula und der Wirbelsäule an- 



— 263 — 

gelegt) die 5. bis 8. Rippe durchtrennt und naoh aussen gebogen. Die Lunge 
wurde nach aussen gezogen und vergebens versucht, den Fremdkörper zu palpiren. 
£s wurde dadurch entdeckt, dass man eine stumpfe Nadel in die Lunge einstach; 
es wurde dann eine Incision durch das Lungengowebe und den Bronchus gemacht 
und die Kugel mit einer Zange extrahirt. a. j. brady. 

110) Marsehik. FrdflidkBrper los rechten SHanptbronchiis. (K. k. Gesellschaft 

der Aerzte in Wien. Aus der Klinik Chiari.) Wiener klin. Wochenschrift 

No. 46. 1907, 

Eine im subglottischen Räume eines Kindes befindliche Fischgräte fiel bei 
den Bxtractionsversuchen in den Bronchus und konnte von dort auf bronchoskopi- 
schem Wege mühelos entfernt werden. Einige Bemerkungen zur Indication der 
Tracheotomie bei Kindern. chiarl 

111) 0* Chiari. Fremdkiryer im BreiehU. (K. k. Gesellschalt der Aerzte in 
Wien.) Wiener kUn. Wochenachr. No, 30. 1907. 

Demonstration einer weissen Bohne von 20 mm Länge, 9 mm Breite, 6 mm 
Dicke, welche Chiari mittelst der unteren direkten Bronchoskopie bei einem 
8 Monate alten Kinde entfernt hat. Da das dünnste Rohr von 7 mm durch die 
Stimmritze nicht hindurchgeführt werden konnte, wurde die tiefe Tracheotomie 
gemacht. Von hier aus gelang die Entfernung nach Einstellung des Fremdkörpers 
mit obigem Rohre. Interessant ist das Grössenverhältniss des Fremdkörpers und 
der Trachea (5 mm), deren Wandung jedenfalls entsprechend gedehnt werden 
konnte. chiari. 

112) Henrici (Aachen). Bin brenchoskepischer Fremdkirperfall. FraenkeU, 

Archiv f. Laryngdogie. Bd, 18. 8. 375. 

Extraction eines Knochenstückes von 1,4 cm Länge und 0,4 cm Breite aus 
dem linken Hauptbronchus einer 62jährigen Patientin nach 4 Monate langem Ver- 
weilen. Die Extraction gelang, nachdem ein 30 cm langes Rohr versagt hatte, 
mittelst eines 5 cm längeren Rohrs, das durch den Kehlkopf eingeführt wurde 
(Bronohoscopia superior) und zwar 31 cm tief; zur Erleichterung der Durch- 
führung durch die Glottis war das Rohr vorn abgeschrägt worden. 

F. KLKMPERER. 

113) Doberaner. FremikSryer im BronchlS. (Wissenscb. Gesellsch. deutscher 
Aerzte in Böhmen.) Wiener klin. Wochenschr. No. 44. 1907. 

Mittelst Bronchoskopie konnte ein Stück einer Gebissplatte im linken Bron- 
chus gesehen und von dort extrahirt werden. chiari. 

114) Carlau (Kiel). Entfernimg eines Fremdkttrpera aus dem Ulken Brenchns. 

Mit 2 Ahh. Münch. med. Wochenschr. No. 40. 1907. 

Eine 3 cm lange Bleistifthülse — das beigegebene Röntgenbild giebt den 
Sitz des Fremdkörpers wieder — wurde nach vorheriger Tracheotomie vermittelst 
des von Helfer ich angegebenen Instrumentes (biegsame Metallröhre mit dünnem, 
aufblasbarem Gummifinger) aus dem linken Bronchus eines 8jährigen Knaben ent- 
fernt. Dieses llelferich'scho Instrument — es ist gleichfalls in der Arbeit ab- 



— 264 — 

gebildet — das als Nothbehelf zweifellos Berechtigang besitzt, sollte aber aach 
nar als Ausnahme Anwendung finden in einer Zeit, in der wir durch den Ausbau 
der Killian' sehen Bronchoskopie in der Lage sind, die Fremdkörper aus den 
tieferen Luftwegen unter Controlle des Auges in schonendster Weise zu entfernen. 
Hier sollte man den Patienten durch ein Arbeiten im Dunkeln nicht der Gefahr 
einer Complication aussetzen. Besitzt man nicht das Instrumentarium oder die 
nöthige Technik, so überweise man den Patienten der zuständigen Stelle, die in 
einer Universitätsstadt wie Kiel vorhanden sein muss und auch jedenfalls vor- 
handen ist. HBCHT- 

1 15) Nicolai Schiödte (Kopeohageu). FremdkSrper in den Lnnson. (Fremmede 

Lesonor i Limseriie.) ügeshiß for Laeget-. No. 38 u, 40. 1907. 

Die pathologischen Wirkungen von Fremdkörpern in den Lungen sind sehr 
verschieden und treten unzweifelhaft nach kürzerer oder längerer Zeit ein. Das 
Material umfasst sechs Fälle, in denen die Fremdkörper sich bis zu 3 Monaten in 
diesen Organen befunden hatten, bis sie entfernt wurden oder den Tod herbei- 
führten. Sie bewirkten Bronchitis, Bronchiectasia, Pleuritis, Pneumonie, 
Abscess, Gangrän, Empyem und Pyopneumothorax. In einem Falle war die Aspi- 
ration einer Zahnwurzel in der Narkose geschehen, und die Krankheitssymptome 
wurden mitTuberculose verwechselt, bis der Zustand sich plötzlich verschlimmerte 
und in Gangrän überging. Bei der Obduction zeigte sich, dass die Zahnwurzel in 
dem 2. Seitenast des Bronchus fest eingekeilt war. In einem anderen Falle aspi- 
rirte der Patient einen Zahnstummel unter einer Mundoperation in der Narkose 
wegen Stomatitis, die sofort diffuse Gangrän verursachte und den Tod herbeiführte. 
In einem dritten Falle stellte sich eine heftige Hämoptysis ein, die durch ein 
Knochenstück veranlasst war, das 2 Monate vorher bei einer Mittagsmahlzeit ver- 
schluckt wai*. In den übrigen Fällen war der Fremdkörper eine französische Bohne, 
die aufquoll und den Hauptbronchus sperrte, und Pflaumensteine. Man muss 
stets an einen aspirirten Fremdkörper denken, da es für den Patienten verhängniss- 
voll werden kann, wenn er nicht möglichst bald diagnosticirt wird. Die stetho- 
skopische Diagnose ist in vielen Fällen sicher und muss durch Röntgenunter- 
suchung ergänzt werden; aber viele Körper sind auf den Röntgenbildern nicht zu 
erkennen, besonders diejenigen nicht, deren molekulares Gewicht den Weichtheilen 
des menschlichen Körpers entspricht und ausserdem einzelne andere, wie z. B. 
Pflaumensteine. 

Die Bronchoskopie nach Killian ist von E. Schmiegelow in einem Falle 
angewendet und gab eine exacte Diagnose. Diese Methode bedeutet in diagnosti- 
scher Hinsicht eine erhebliche Verbesserung und sollte in allen Fällen An- 
wendung linden, wo man einen Fremdkörper vermutbet, da diese entfernt werden 
müssen, bevor sie zu den oben genannten Zuständen geführt haben. — 
Auch in therapeutischer Beziehung ist die Methode ausgezeichnet, und sie wird 
nach und nach die Tracheotomie verdrängen. 

(AlTORKFKRAT) E. SCHMlKCiKLOW. 



— 265 — 

f. Schilddrüse. 

116) Lieber. Aageboreie Stnma. (Gesellschaft für iouere Medicin und Kioder- 
heilkunde in Wien.) Wiener klin. Wochenschr, No. 52. 1907. 

Die Struma führte zur Asphyxie des Säuglings. In der Discussion erwähnte 
Escherich, dass in diesen Fällen das Anlegen einer Eiskravatte die beste Thera- 
pie ist. CHIARI. 

117) BorowBky. Die fluietteneUe HyportropUe der Anfpfropfangeii der Schild- 
drlBen. (De rhypertrophie fenettenelle des grelei thyreoidiennes.) Di^sert. 

Genf 19061?. 

Alle Pfropfungen in das subcutane Gewebe bei Ratten sind positiv ausge- 
fallen. Je nachdem den Thieren ihre eigene Schilddrüse mehr oder weniger ent- 
fernt worden war, entwickelten sich die Pfropfe mehr oder weniger, und zwar 
direct proportional dem Grade jener Exstirpation. jonvüikre. 

118) KilewBki. Die Pathologie der Schilddrttso. (K patologU sehtscUtawidnoi 

SkolOSl.) R. WraUch. No. 1. p. 36. 1906. 

M. untersuchte 100 Schilddrüsen von an acuten Krankheiten Verstorbenen 
(Typhus, fibrinöse Pneumonie), 20 normale Schilddrüsen und 16 Parathyreoidal- 
drüsen. p]s erweist sich, dass die Drüse folgende Veränderungen erleidet: Das 
Epithel ist geschwellt und getrübt, parenchymatöse Hyperplasie. Das Colloid 
ist verflüssigt und verringert. In den Gefässen und in der Struma keine 
Veränderungen. Epithelkörperchen wenig verändert, trübe Schwellung. 

P. HELLET. 

119) Carl Eggers und J. W. Draper Manry« Beobachtangoii Aber eine Form 
von beim Hnndo vorkommendem lorbva Baiedow. (ObsorvatioBa apon a form 

Of exophthalmiC gOitrO OCCOrlng in a dOg.) Annais ofS^rgery. Octöber 1907. 
Der Titel enthält den Inhalt. emil maykr. 

120) Taabmann (Moskau). Vobor lorbas Basodowi im Kindesalter. Ina-^ig.- 
Dissert. Basel 1906107. 

Nichts Neues. Richtigerweise hebt Verf. hervor, dass die Operation als Be- 
handlung der Krankheit mehr in den Vordergrund tritt. Die Kropfexstirpation soll 
namentlich wirkam sein, wenn sie unter Lokalanästhesie, also nicht in Allgemein- 
narkose ausgeübt wird. jONguiEUE. 

121) Alfred StengeL Die Diagnose and modicamentSse Bohandlnng von lorbna 
Basedow and lyperthyrooldismos. (Tke diagnosis and medical treatment of 

firavOS diSOase and hyporthyroidism.) Pennsylvania Medical Journal. 2. De- 
cember 1907. 

Verf. kommt zu folgenden aligemeinen Schlüssen: Der Symptomencomplex 
des Hyperthyreoidismus, der sich am charakteristischsten in den typischen Fällen 



— 266 — 

von Morbus Basedow findet, begleitet oft auch leichte und transitorische Schild- 
drüsenschwellungen oder andere pathologische Veränderungen der Drüse. Obwohl 
diese Fälle sich von der gewöhnlichen Basedow 'sehen Krankheit in ihrem klini- 
schen Verlauf und in ihrer Prognose unterscheiden und von ihr durch eine exacte 
Diagnose durchaus zu trennen sind, müssen sie doch unter dem gemeinsamen Ge- 
sichtspunkt des Hyperthyreoidismus betrachtet werden, weil in jedem Fall ein 
allmählicher üebergang und Ausgang in eine schwere Form möglich ist. Der 
Hyperthyreoidismus ist auf eine vermehrte und vielleicht perverse Secretion der 
Drüse zurückzuführen und gefördert duroh vermehrte Vascularisation der Drüse 
und Hypertrophie der secretorischen Gebilde. Therapeutische Methoden, die be- 
zwecken, die Vascularisation zu reduoiren oder die Secretion auf fnnctionellem 
Wege oder durch active Zerstörung der Drüsensubstanz zu beschränken, müssten 
mit Aussicht auf Erfolg in Angriff genommen werden. Allgemeine diätetische und 
hygienische Maassnahmen bessern leichte Fälle und mildern oft die Symptome in 
schwereren Fällen. Arsen und Eisen, Digitalis, Strophantus und Convallaria, 
Atropin, Ergotin und schwache faradische Ströme können mit Erfolg angewandt 
werden; in manchen Fällen werden gute Resultate durch Thyreoidin erzielt. 

KMTL MAYKR. 

122) Albert Kochen Chinirgische Behandlung des lorbns Basedow. (Surglcal 
treatment of Ophthalmie seiter.) N. Y, Medicai Becwd. 15. Juni 1907. 

Verf. stützt sich auf 3460 von seinem Vater und ihm selbst operirte Fälle 
von Struma; unter diesen handelte es sich 315 mal um Basedow'sche Krank- 
heit. Die Resultate waren derart, dass eine Aenderung der Methode nicht ange- 
bracht erscheint. Die Sympathicusresection hält Verf. für nutzlos. Bei den letzten 
91 Operationen war kein Todesfall zu verzeichnen; vorher betrug die Mortalität 
auch nur 3Y2 pCt. Der Operation soll eine sorgfältige Herzuntersuchung voraus- 
gehen, besonders soll festgestellt werden, ob die bestehende Vergrösserung des 
Herzens compensatorisch oder dilatorisch ist. Auch ist von grosser Wichtigkeit, 
den Blutdruck festzustellen. Ferner muss genau der Grad der Intoxication in Er- 
wägung gezogen werden. Ein anderer sehr wichtiger, erst neuerdings beobachteter 
Punkt ist die Untersuchung des Blutes. In seinen letzten 58 Fällen war eine aus- 
gesprochene Zunahme der Lymphocyten und eine Abnahme der polynucleären 
Zellen zu constatiren. Die Zahl der Leukocyten selbst war normal, während die 
Zunahme der Lymphocyten dem Grade der Erkrankung proportional war. Bis 
jetzt ist nichts bekannt, was als Erklärung für diese Lymphocytose dienen könnte. 
Sie erklärt die Gefahr der geringfügigsten Infection in diesen Fällen. Was den 
Erfolg der Operation anbelangt, so nehmen die Symptome oft nach derselben zu ; 
dies ist zum Theil auf die Blutung, zum Theil auf den der Drüse zugefügten In- 
sult zurückzuführen. 83 pCt. der Fälle wurden geheilt und von diesen sind einige 
17 Jahre lang ohne Recidiv. Am längsten dauert es, bis die Symptome von selten 
des Herzens und der Augen verschwinden. Was die Technik anbetrifft, so sagt 
Verf., es sollen nie mehr als zwei Arterien auf einmal unterbunden werden. Es 
soll nie mehr als die Hälfte der Drüse entfernt werden; es sei denn aus beson- 
deren Gründen, leffruts. 



— 267 — 

123) J. P. Sawyeri IhiYolIkowBeoe Feniieii Yen lorkni Buedow in B«iieliiiii( 
ra sastartiBtesUialen Stdnuieeii. (taeompleto form« of ezophthalmic goiter 
in relation to gastrointestiial disordera.) N. r. Mcdicai Record. s, August 

1907. 

GastrointesÜDalo Störungen hängen eng mit den vasomotorischen Verhält- 
nissen zusammen; diese wieder sind deutlich beeinflusst durch den Hyperthyreoi- 
dismns, der bei Morbus Basedow vorbanden ist. Hyperthyreoidismus besteht in 
vielen Fällen, in denen die sogenannten „Cardinalsymptome'' nicht vorhanden 
sind. Genaue Untersuchung ergiebt oft vasomotorische Störungen in Folge Hyper- 
thyreoidismus in Fällen, die sonst nicht den Verdacht auf Morbus Basedow er- 
wecken. Therapeutische Maassnahmen gegen die gastrointestinalen Störungen 
können also eine werthvolle Unterstützung finden durch Verordnungen, die auf 
Erkennung einer „forme fruste" des Basedow basiren und zu denen auch z. B. 
Antithyreoidin Moebius gehört. leffbrts. 

124) W. 9. Mac Oallnm. Pathologie der Basedow'achoii Krankheit. (Pathology 

of OZOphthalBiC gOitre.) N. Y. Medical Recoi'd. 15. Juni 1907, 

Verf. .zählt die groben Veränderungen, die sich an der Schilddrüse finden, 
folgendermaassen auf: Nicht immer sehr erhebliche Vorgrösserung der Drüse; eine 
gewöhnlich ausgesprochene und sehr charakteristische Dilatation der Venen; das 
Innere des Tumors ist nicht charakteristisch, er hat an Elasticität verloren, die 
Farbe ist von einem opaken Grau ; die Menge des Colloid schwankt, ist jedoch in 
charakteristischer Weise verringert, und zwar wird es ersetzt durch ein feines 
Netzwerk von fibrösem Gewebe. Die Acini sind mit charakteristischem hohen 
Cylinderepithel an Stelle der normalen platten Zellen bekleidet. Mitotische Figuren 
sind häufig. Adenome, die sich in diesen Drüsen gleichzeitig mit dem Morbus 
Basedow finden, sind nicht selten. Die Thymusdrüse war gewöhnlich erheblich 
vergrössert. In 16 Fällen wurden die Parathyreoiddrüsen untersucht und nonnal 
gefunden. In den 2 oder 3 Fällen, in denen das sympathische Nervensystem 
untersucht wurde, fand man es normal. lefferts. 

g. Oesophagus. 

125) Lateiier. Angohoroae Atroaie des Oeaophagaa und Commonicatlon dea- 

aelhOB mit der Traehea. (Gesellschaft für innere Medioin und Kinderheilkunde 

in Wien.) Wiener klin. Wochenschr. No. o2. 1907, 

Die Obduction des 3 Tage alten Kindes ergab, dass die Speiseröhre im oberen 
Antheile (die Schlundsonde konnte in vivo nur 8 cm tief eingeführt werden) sack- 
förmig verschlossen war, an der Bifuroationsstelle communicirte die Trachea mit 
dem unteren Theile des Oesophagus, der normal in den Magen mündete. Es be- 
standen auch anderweitige Missbildungen. hanszel-chiari. 

126) GvstaT Kllllaii. Der Innd des Oeaophagns. (The month of the oao- 

phasua.) The Laryngoscope. Juni 1907. 

Verf. macht auf eine Anzahl vonThatsachen aufmerksam, die dafür sprechen, 
dass am Munde der Speiseröhre sich ein constrictorischer Mechanismus befindet, 



- 268 — 

ähnlich wie beim Eingang in den Magen. Dahin gehöi*t erstens, dass Siricturen 
nach Aetzwirkangen meist an dieser Stelle sich localisiren, weil möglicherweise 
die verschluckte Aetztlüssigkeit infolge der Contraction hier auf ein Hinderniss 
stösst. Ferner ist hier ein Lieblingssitz für Fremdkörper, weil sie durch die Con- 
traction des Sphincters dort eingeklemmt werden. Die Dilatation des Oesophagus, 
die sich nach Spasmen der Cardia bildet, lässt sich gleichfalls besser erklären, 
wenn man bedenkt, dass der Bissen zwischen zwei Sphincteren comprimirt wird. 
Die Untersuchung der Musculatur bei den Pulsati onsdivertikeln der Speiseröhre, 
die ja eigentlich nicht der Speiseröhre, sondern dem Hypopharynx angehören, 
stützt die Annahmen Killian's. kmil mayer. 

127) Joliat (Bern). Bettras NT Patkolofie der SpeiserShre. (OoDtriknfioii ä la 

Pathologie de roosophage.) Disaert, Lausanne 1907. 

Ein Fall von phlegmonöser Oesophagitis et Perioesophagitis ; endet durch 
Selbstmord. 65jähriger Mann, mit zunehmenden Schluckbeschwerden, sehr hohes 
Fieber. Die Ergebnisse der Autopsie sind werth nachgelesen zu werden. 

Der zweite Fall: Melanosarcom eines 62jährigen Mannes, in der mittleren 
Höhe des Speiserohrs. Geringe Schluckhindernisse. Die Autopsie klärte die Cau- 
salität des Falles nicht ganz auf. Doch hält Verf. eine Invasion chromatophorer 
Zellen, welche sich in der Schleimhaut des Anus normal vorfinden, für die an- 
nehmbarste Hypothese. jonvuikrk. 

128) H. Evert Taberculse des Oesophagus. Di8se^± Berlin 1905. 

Ein Phthisiker macht einen Selbstmordversuch und trinkt ca. 25 ccm rau- 
chender Salzsäure; im Anschluss an diese schwere Epithelschädigung Inocula- 
tionstuberculose des Oesophagus. E. konnte 30 Krankengeschichten von Oeso- 
phagustuberculose — die Diagnose wurde durchweg erst auf dem Sectionstische 
gestellt — aus derLiteratur sammeln; 7 von diesen 30 Fällen sind nicht einwands- 
frei, da die mikroskopische Untersuchung fehlt oder der histologische Befund nicht 
vollständig sicher für Tuberculose sprach. oppikopkr. 

129) H. Yon Schrötter (Wien), Uobor eine sotteae Fern von Tnberenlose der 

Speiserthre. Wiener klin, Wochenschr, No. 3K 1907. 

Strictur der Speiseröhre unterhalb der Bifurcation auf tuberculöser Grund- 
lage lange bevor manifeste Veränderungen der Lungen auftraten. Der Verlauf der 
Stenosirung konnte auf endoskopischem Wege klinisch verfolgt werden. Die In- 
fection erfolgte auf embolischem Wege. Pat. erkrankte ohne dass ein periösophagealer 
Indurationsprocess vorausgegangen war. Es kam zu einer ausgedehnten Sohwielen- 
strictur der Speiseröhre, wie solche bei Laugenverätzungen beobachtet werden. 
Auch in Fällen tuberculöser Strictur des Oesophagus kann bougirt werden, ohne 
dass es zu ulcerösem Zerfall kommt. chiari. 



— 269 - 

IV. Kritiken und Gesellschaftsbericlite. 

a) Gheralier Jackson M. D. (Pittsbiir>% Pcoosylvania). Tracheo-Broncho- 
skopie, Oesophagoskopie and Sastroskopie. 200 Octavseiten mit 83 

Illustratiooen uod 5 Farbendrucktafeln. Preis geb. M. 17. The Laryngo- 
scope & Co. Verlag. St. Louis, Mo. 

Vorliegendes Buch stellt das erste in englischer Sprache erschienene Buch 
über dies neue und wichtige Gebiet dar. Der Verfasser hat die Empfindung, dass 
die Zeit gekommen ist, dass nicht nur der Beruf, sondern auch das Publicum an 
jeden Laryngologen die Anforderung stellt, Fremdkörper aus der Trachea, den 
Bronchien, dem Oesophagus und Magen entfernen zu können. Wir sind heute 
dahin gekommen, es als Tappen im Dunkeln zu betrachten, wenn wir erkrankte 
Organe — besonders wo es sich um chronische Affectionen handelt — behandeln, 
ohne sie sehen zu können und das ist nur bei solchen Organen zulässig, die nicht 
mit Sicherheit untersucht werden können. Gegenwärtig stellen die in den Zeit- 
schriften zerstreuten casuistischen Beitrage die einzige brauchbare Information 
über diesen Gegenstand in englischer Sprache dar. Jedoch enthalten diese Berichte 
keine Daten, nach denen der Student, der lernen will, wie er vorzugehen hat, sich 
richten könnte. Diese Information zu geben, ist Zweck vorliegenden Buches; es 
bildet den Vorläufer zu einem ausführlichen Werk, das der Verfasser in Vorberei- 
tung hat. Das Anfangskapitel bildet eine historische Zusammenfassung über den 
ganzen Gegenstand, wobei nur einige der wichtigsten Daten gegeben werden und 
der Leser auf das beigegebene „fast vollständige bibliographische Veraeichniss" 
verwiesen wird. Letztere Bemerkung kann Referent nur mit Einschränkung gelten 
lassen; denn eine Anzahl von Artikeln über diesen wichtigen Gegenstand sind 
übergangen und es finden sich in der Liste, die vollständig aus v. Schroetter' s 
Buch entnommen ist, mehrere Errata. Referent hat jedoch vom Verf. di& Zusiche- 
rung erhalten, dass in dem zu erwartenden Buch und in den folgenden Auflagen 
genaue Verbesserungen und Zusätze gemacht werden sollen. 

Verf. hat ein Bronchoskop und Gastroskop mit der Lichtquelle am distalen 
Ende des Rohrs angegeben und hat einen Drainagecanal an dem Rohr angebracht, 
so dass dieses durch Saugwirkung ständig frei von Sekret gehalten werden kann, 
ohne dass man der zeitraubenden und gefährlichen Anwendung der Wattetupfer 
bedarf. Gegen die so angebrachte Lichtquelle lässt sich der Einwand erheben, 
dass sie sehr schnell mit Blut und Sekret bedeckt und so in ihrem Nutzen erheb- 
lich eingeschränkt wird und ferner, dass das an sich enge Lumen des Rohrs da- 
durch noch mehr verengt wird. Für Aerzte, die, wie die Laryngologen, gewohnt 
sind, in engen Höhlen zu operiren, ist die Anbringung der Lichtquelle an der 
Stirn oder noch besser in der Hand, die ideale. Unter den anderen bekannten 
Instrumenten werden Mosher's und des Verfassers ingeniöse Sioherheitsnadel- 
öflfner beschrieben. 

Der beste Theil des Kapitels über das Erlernen der Technik behandelt die 
Handhabung des Lichtes; es wird gerathen, entweder am Phantom oder am Hunde 
zu üben und daneben möglichst oft die Trachea oder Speiseröhre von Patienten 
zu untersuchen, deren Klagen auf diese Organe bezogen werden könnten. Verf. 

J»hTg. XXIV. 20 



— 270 — 

bevorzugt für dio Bronchoskopie die liegende Position; er räth, solche Patienten, 
die zu dyspnoisch dazu sind, vorher zu tracheotomiren. Der wichtigste Punkt 
beim Bronchoskopiren liegt im Niederhalten der Epiglottis mittels des Spatels; 
der grösste Fehler besteht darin, die oberen Zähne als Stützpunkt zu gebrauchen, 
um den Mund offen zu sperren, sowie darin, dass man den Spatel zu tief einführt. 

Auf dio Herricbtung des Operationsraums, die Stellung von Patienten, Ope- 
rateuren und Assistenten wird mit genauen und bestimmten Detailangaben einge- 
gangen. Verf. findet, dass die Untersuchung der Bronchien durchaus in Cocain- 
anästhesie ausführbar ist, besonders wenn eine grosse Morphiumdosis gegeben ist, 
gleichzeitig warnt er jedoch vor dem Gebrauch des letzteren, da er den Reflex- 
husten, der bei der Untersuchung der Trachea ein so wesentliches Schutzmittel 
darstelle, unterdrücke. Wenn, was Verf. bevorzugt, Chloroform gegeben wird, so soll 
trotzdem der Kehlkopf noch mit 20proc. Cocainlösung bepinselt werden. Auch ist 
die vorherige Anwendung von Atropin anzurathen, um die Secretion zu beschrän- 
ken. Alle Röhren sollen mittels Vaselin schlüpfrig gemacht werden. 

Sollte die Tracheotomie nothwendig werden, so soll der Patient während der 
Operation nur 12 Stunden lang hinterher in einer halben Trendelenburg^sohen 
Lage gehalten werden, die Tracheotomiewunde soll nicht genäht werden, ausser 
im oberen und unteren Winkel und die Trachealcanüle soll, wenn möglich, ent- 
fernt werden, bevor der Patient die feuchtwarme Luft des Operationsraumes 
verlässt. 

Die directe Laryngoskopie ist von grösstem Werth bei der Diagnose maligner 
Erkrankungen; thatsächlich wird die Diagnose aller Kehlkopfkrankheiten, mit 
Ausnahme der Lähmungen durch sie erheblich erleichtert. Papillome bei Er- 
wachsenen können leicht in einer Sitzung entfernt werden, während bei Kindern 
mehrere Sitzungen nöthig sein können. In einem Fall, der ein 4jähriges Mädchen 
betraf, hat Verf. die Papillome in 20 Sitzungen entfernt und die Behandlung ist 
noch nicht beendet. Als beste Methode betrachtet Verf. in solchen Fällen die 
endoskopische Entfernung ohne Tracheotomie in mehreren Sitzungen unter Lokal- 
anästhesie. 

An einem von ihm berichteten Fall (Referirt dieses Centralblatt dieses ffeft, 
No. 9) hat Verf. auf mikroskopischem Wege nachweisen können, dass Fried- 
leben's Ausspruch: ,,Es giebt kein Asthma thymicum" falsch ist. Das Kapitel 
über Fremdkörper enthält viele aus der persönlichen Erfahrung des Verf.'s ent- 
nommene Rathschläge. 

Bei der Oesophagoskopie findet auch die Untersuchung des Oesophagus von 
der Coeliotomiewunde aus Erwähnung; es wird das retrograde Oesophagoskopie 
genannt. 

Verf. theilt die OesophagusafTectionen in stenotische und nichtstenotische 
ein. Das Schlusskapitel über Gastroskopie enthält werthvolle und selbstständige 
Beiträge. 

Die Illustrationen sind gut ausgeführt, die Ausstattung überhaupt in jeder 
Hinsicht zu loben. 

Der Verfasser ist zu dieser Darstellung der neuesten Fortschritte auf dem 
Gebiet der Laryngologie durchaus zu beglückwünschen. Emil Mayer. 



— 271 — 

b) JabresTersammlnng der Soci^t^ Fran^aise de Laryngologie. 

Paris, 13. bis 16. Mai 1907. 

Moure (Bordeaux): Klinische Betrachtungen über die Exstirpation 
dos Kohlkopfs. 

M. erörtert nach seiner persönlichen Praxis die Operationstechnik. Er wählt 
seine Kranken hinsichtlich ihres Allgemeinzustandes wie der endolaryngealen 
Localisation der Erkrankung aus und bereitet sie sorgfaltig durch Antisepsis und 
Asepsis der Mundhöhle vor. Zur Operation wird der Patient in gewöhnliche»* Lage 
auf den Operationstisch gebracht, die Kuhn 'sehe oder Trend elenburg'sche 
Canüle wird nicht angewandt; Voraussetzung dabei ist jedoch, dass beim Durch- 
schneiden der Gewebe sorgfältige Blutstillung angewandt und das Eindringen von 
Blut in die Luftwege verhindert wird. 

M. räth, nach der Operation durch die Nase eine Schlündsonde in den Magen 
einzuführen und sie mindestens 12—15 Tage lang oder noch länger liegen zu 
lassen. 

Die Wunde kann völlig per primam intentionem geschlossen werden ; doch 
muss man darauf achten, den Oesophagus unterhalb des Zungenbeins zu nähen. 

Was die Frage betrifft, ob man die Tracheotomie bei der Operation selbst 
oder einige Tage zuvor machen soll, so ist M. für letzteres Verfahren, weil da- 
durch der Patient an das Tragen der Canüle sich gewöhnt und der Eingriff etwas 
weniger schwer wird. Jedoch ist diese Frage discutabel. 

Molinie (Marseille): Indicationen und Contraindioationen zur 
Thyrotomie bei malignen Tumoren des Kehlkopfs. 

Die Thyrotomie passt für umschriebene Tumoren der Taschenbänder, der 
Ventrikel, der Stimmbänder und der unmittelbar subglottisch gelegenen Region, 
jedoch nur unter der Bedingung, dass die Neubildung in Bezug auf Fläche und 
Tiefe begrenzt ist. Die Operation ist also indicirt bei gestielten oder vorsprin- 
genden Tumoren des Kehlkopfraums, bei papillomalösen und pachydermischen 
Gebilden, die der Bösartigkeit verdächtig sind, ferner beim gelappten Epitheliom 
wegen seiner relativen Gutartigkeit und seiner gewöhnlichen Localisation an den 
Stimmlippen. 

Contraindioationen sind: Carcinom, das gewöhnlich diffuse Sarkom und allo 
die Neubildungen, die ausserhalb und an der Umrandung der Kehlkopfhöhle sitzen. 
Folgendes sind vom klinischen Standpunkt aus absolute Contraindioationen der 
Thyreotomie: Drüsenschwellungen, Knorpeldeformationen, Unbeweglichkeit einer 
Larynxhälfto und heftige spontane Schmerzen. 

Botey (Barcelona): Die Function der Membrana crico-thyreoidea 
als vorläufige temporäre Operation bei dringlichen Tracheotomien. 

In Fällen, wo die Patienten suffocatorisch in Behandlung kommen, räth Verf., 
einen Troicart in das Spatium intercrico-thyreoideum einzustossen und mittels 
einer solchen Function der Luft Eintritt zu den Lungen zu ermöglichen. 

20* 



- 272 — 

Brindel (Bordeaux): üeber einige l^älle von Kehlkopfabscess in- 
folge von Grippe. 

B. hat Gelegenheit gehabt, 5 Fälle zu beobachten. Er nnterscheidet fol- 
gende Gruppen: 

1. Abscess des Larynxinnern, der vollkommen unter der Schleimhaut sich 
entwickelt. 2. Intralaryngealer Abscess mit perilaryngealer Eiteran sammlang ohne 
Betheiligung des knorpligen Skeletts. 3. Abscess des Larynxinnorn mit Perichon- 
dritis des Schild-, Ring- oder Aryknorpels und Cervicalphlegmone. 4. Primäre 
Perichondritiden, die mit brettharter Cervicalphlegmone einhergehen. Diese letz- 
tere Form ist die schwerste; sie kann infolge Intoxication in wenigen Stunden 
zum Tode führen. 

Trdtrop (Antwerpen): Gutartige Angina als Ausgangspunkt für 
schwere Infectionen. 

Verf. erinnert an seine früheren Arbeiten über dieses Thema und berichtet 
über einen sehr lehrreichen Fall, der durch Antistreptokokkenserum geheilt wurde. 

Bellisien (Lyon): Adenom der Trachea bei einem an allgemeiner 
Adeno-Lipomatose leidenden Patienten. 

48jähriger Mann, der seit 2 Monaten heiser ist. Es findet sich in der Trachea 
ein kirschgrosser Tumor, den er sich weigert, entfernen zu lassen. Verf. sah 
gleichzeitig zahlreiche lipomatöse Tumoren, die symmetrisch in mehreren Mus- 
keln liegen. Patient stirbt plötzlich 2 Monate nach der ersten Untersuchung ohne 
Zeichen von Asphyxie. 

Vacher (Orleans): Aphonie infolge Contraction der Stimmlippen. 

Es handelte sich um ein 21 jähriges Mädchen, bei dem dadurch Aphonie 
entstand, dass bei jedem Versuch zu sprechen, die Stimmlippen sich contrahirten 
und übereinander schoben. Während der Respiration öfTnete sich die Glottis in 
normaler Weise. Die Neurologen, die die Patientin untersucht haben, konnten 
keine sonstigen Anzeichen von Hysterie finden. 

Guisez (Paris): Behandlung der impermeablen Narben Verenge- 
rungen unter Oesophagoskopie. 

G. berichtet über 3 Fälle. In allen Fällen konnte die Magenfistel geschlossen 
und die Heilung eine definitive werden, wenn die Dilatation unter Controlo des 
Auges lange genug fortgesetzt werden konnte. 

Caboche: Die Ozaena eine larvirte Form von Tuberculose. 

Es soll sich um locale Giftwirkungen des Koch 'sehen Bacillus handeln, 
durch die in der Nasenschleimhaut eine Sklerose hervorgerufen wird, analog den 
jüngst von L. Bernard beschriebenen Sklerosen. Der Gestank soll unter dem 
Einfluss einer dazu tretenden Infection entstehen. Die klinischen Untersuchungen 
des Redners zeigen die Häufigkeit von Tuberculose in den Antecedentien der 
Patienten. 

Bichaton (Reims): Ueber die nasale Behandlung des Asthmas. 

Bericht über einige nach der Methode von Francis ATexandre behandelte 



— 273 — 

Fälle; er hat nicht so günstige Resultate erzielt wie dieser. Trotzdem befürwortet 
B. die Cauterisation der Nasenscheidewand unter der Bedingung, dass darüber die 
Allgemeinbehandlung nicht vernachlässigt werde. 

Botey (Barcelona): Operative Behandlung der Insufficienz des 
Gaumensegels. 

B. räth zu einer elliptischen Resection der Schleimhaut; er hat damit in 
einigen Fällen ausgezeichnete Resultate erzielt. 

Jacques (Nancy) und Gaudier (Lille): üeber Diagnose und Behand- 
lung primärer maligner Tumoren der Kieferhöhle. 

Diagnose: Man rauss zwei Phasen unterscheiden: in der ersten befindet 
sich der Tumor in der Kieferhöhle, die später deformirt wird; in der zweiten hat 
der Tumor deren Grenzen überschritten. Es sind also eigentlich 3 Perioden zu 
unterscheiden, die der Latenz, der Deformation und des Herauswachsens. 

a) Periode des Herauswachsens. DerTumor wächst in eine der Höhlen 
oder Regionen der Nachbarschaft hinein. Die Diagnose ist im Allgemeinen leicht. 
Die Wucherung kann nach der Alveole zu geschehen und eine einfache Epuiis vor- 
täuschen, nach dem Naseneingang zu, wo man dann an Lupus denken könnte, an 
gewisse syphilitische Granulome, an ein ulcerirtes Gummi, nach der Orbita und 
der Fossa pharyngo-maxillaris zu, wo dann eine Osteo-Periostitis orbitalis und 
eine chronische Phlegmone auszuschliessen ist. 

b) Periode der Deformation. Der Tumor verräth seineAnwesenheit nur 
durch die Vorwölbung einer der Antrumwande. Man muss eine ganze Anzahl von 
AfTectionen ausschliessen, die folgendermaassen sich gruppiren lassen: 

1. Entwicklungsstörungen (Odontome). 

2. Nicht specifische entzündliche Zustände: Osteo-Periostitis, Osteomyelitis, 
diffuse Hyperplasie der Kiefer, Mucocele des Sinus. 

3. Specifische entzündliche Zustände: Syphilis, Tuberculose, Actinomycose. 
3. Neubildungen: Man wird zuerst die benignen Tumoren ausschliessen, 

Fibrome, Osteome, Enchondrome, die in der Kieferhöhle selten sind, die oystischen 
Tumoren, die zu dieser Region ziemlich häufigen paradentären Cysten. Leuko- 
cytose und Alteration des Allgemeinzustandes sind Zeichen der Malignität. 

c) Latente Periode: Ein Frühsymptom dieser Periode ist ein Schmerz in 
der Tiefe der Wange. Blutig-eitriger Ausfluss aus der Nase, spontane Blutung 
aus dem Sinus werden Verdacht erwecken. Man wird für die Diagnose die Durch- 
leuchtung und Röntgendurchstrahl ung, die Function von der Nase oder der Alveole 
aus verwerthen. 

Behandlung: Sie ist rein chirurgisch. Sind die Nachbartheile mit ergriffen, 
so ist joder Eingriff contraindicirt. 

Castex (Paris): Seltener Tumor des Sinus maxillaris. (Lobuläres 
Pflasterzellenepitheliom). 

51jähriger Mann. Maligne Geschwulst der linken Kieferhöhle, die sich sehr 
rasch entwickelt. Hauptsymptome: Suborbitale Schmerzen, Vorwölbung der vor-, 
^erenWand, Exophthalmus und Verstopfung der linken Nasenhöhle. Resection des 



— 274 - 

Oberkiefers. Die Stirnhöhle und ein Theil des Siebbeinlabyrinths sind ergriffen. 
Tod nach 14 Tagen in Folge Enlkräftung. 

Brockaert (Gent): Endothelioma der Kieferhöhle. 

Zu den 12 in der Littcratur verzeichneten Fällen fügt B. 3 neue Fälle von 
primärem Endotheliom hinzu. Die Tumoren wurden exstirpirt; jedoch erfolgte in 
einigen Monaten Recidiv. 

Molinie (Marseille): Einige Fälle von malignen Tumoren der 
Kieferhöhle. Bericht über 4 Fälle: Ein Sarkom bei einem 10jährigen Kind, 
3 Fälle von Epitheliom bei Männern im Alter von 47, 50 und 80 Jahren. 

Jacques (Nancy): Infection der Kieferhöhle durch eine paraden- 
tale Cyste. 

Abgesehen von den Fällen, wo eine Infection per continuitatem durch zer- 
störte Alveolen doch stattfindet, giebt es andere zahlreichere, jedoch weniger be- 
kannte, wo die Infection diese Knochenplatte durchschreitet, ohne sie makrosko- 
pisch zu verändern. J. hat diesen Vorgang in 2 Fällen von vereiterter Zahncyste 
nachweisen können. 

Mour et (Montpellier): Heber die Resection der unteren Muschel 
bei der Radikalbehandlung des Oberkieforempyems. 

M. ist kein Anhänger der Resection der unleren Muschel, da dadurch die 
Nasenfunction gestört wird. Die so Operirten klagen über Trockenheit in der Nase 
und Borkenbildung. Um eine genügende Drainage zu erzielen, räth M. eine Oeff- 
nung im unteren Nasengang anzulegen. Die partielle oder totale Resection soll 
auf die Fälle beschränkt bleiben, wo die Muschel hypertrophirt oder so gegen die 
laterale Wand dos unteren Nasengangs eingerollt ist, dass die Drainage des Sinus 
behindert ist. Auch soll die Resection so sehr wie möglich beschränkt werden. 

George Laurens: Operationsverfahren für die doppelseitigen 
Stirn höhlenempyeme. 

Das Wesentlichste an dem Verfahren ist, dass die Lamina perpendicularis 
des Siebbeins, die die beiden Canales fronto-nasales von einander trennt, in mög- 
lichster Ausdehnung resecirt wird. Am Schluss der Operation ist dann nur eine 
Stirnhöhle und ein weiter fronto-nasaler Canal vorhanden, der zur Drainage dient. 

Texier (Nantes): Zwei Fälle von Aneurysma der Carotis cervicalis 
interna, in denen ein Pharynxtumor vorgetäuscht wurde. Section 
des einen Falles. 

Fall I. 74jährige Frau. Schluckbeschwerden mit intermittirenden Sprach- 
störungen seit 1 Jahr. Man findet einen Tumor, der die ganze linke Partie des 
Rachens und Nasenrachens einnimmt, das Gaumensegel nach vorn wölbt und dabei 
die Uvula nach rechts drängt. Er ist hart und adhärirt mit seiner Basis in der 
Tiefe. Bei der Palpation fühlt man keine Pulsation. Keinerlei besondere Erschei- 
nungen seitens der Gefässe am Halse. Wegen Verdachts auf Absoess wird eine 
Probepunktion gemacht, die arterielles Blut ergiebt. Tod nach 12 Tagen in 
Synoope. 



- 275 — 

Autopsie: Aneurysinatischer Tumor der Carotis interna von der Grösse 
eines Mühnereis, der mit der Arterie durch eine feine OelTnung communicirt. Der 
Tod scheint in Folge Hirnödera erfolgt zu sein. 

Fall II. 48jährige Frau. Durch. Zufall wird ein Pharynxtumor entdeckt. 
Pat. spürt keine Beschwerden. Es fehlt auch hier die Pulsation. Auskultation 
lässt das typische aneurysmatische Geräusch hören. Pat. entzieht sich der Beob- 
achtung. 

Moure (Bordeaux) und Bouger (Cauterets): Bericht über Stimm- 
störungen derSänger und Redner. 

Nach einem historischen Ueberblick über die verschiedenen Sangesmethoden 
und Schulen kommen Redner zu dem Schluss, dass die Pflege der Singstimmo 
heute auf demselben Empirismus beruht, wie in der Vergangenheit. Sie kommen 
zur Aufstellung folgender Leitsätze: J. Keiner soll zum Unterricht in Gesang oder 
Deklamation zugelassen werden, der nicht durch ein Examen einen Beweis seiner 
Befähigung zu dieser Art der Lehrthätigkeit führt. 2. Die Gonservatorien sollen 
stets über einen oder mehrere Lary ngologen verfügen, denen es obliegt, von Zeit 
zu Zeit, d. h, zu Beginn, im Verlauf und am Schluss der Studien die Schüler zu 
untersuchen. 

Ponthiere (Charleroi): Siebbeinsarkom. Pat. war ein 20jähriges 
Mädchen, das mittels des Moure'schen Verfahrens operirt und geheilt wurde. 

Trivas (Nevers). 



c) St. Petersburger oto-lapyii^ologiselier Verein. 

Sitzung vom 5. Oktober 1907. 
Vorsitzender: Okunev. 

Nikitin: Demonstration eines Kranken mit Pemphigus des 
Mundes und der Lippen. 

Dauer 4 Monate. In der letzten Zeit Blasen auf der Flaut, die Schleimhaut 
theils entblösst von Epithel, hyperämiscTi. Die Diagnose machte Anfangs 
Schwierigkeiten. Behandlung brachte wenig Nutzen. Franklinisation bewirkte 
subjektive Erleichterung. 

Shirmanski beobachtete einen ähnlichen Fall, der nach 10 Monaten zu 
Grunde ging, obgleich die Blasen im Munde heilten. 

Hellat möchte die Frage erörtert wissen, inwiefern unter der Diagnose 
Pemphigus ätiologisch und pathologisch-anatomisch gleichartige Processe ver- 
standen werden. IL beobachtete einen Fall, wo der Tod in etwa IY2 t)is 2 Mo- 
naten erfolgte, während andere sehr lange leben können. Das spricht gegen eine 
Gleichartigkeit. 

Sa eher bemerkte, dass die Ditferentialdiagnose zwischen P. und Klauen- 
seuche schwierig werden kann. Er beobachtete einen Fall mit Klauenseuche, der 
an Erschöpfung zu Grunde ging. 

Meyerowitsch beobachtete einen schnellen Vorlauf. 



— 276 — 

Rydnik: Vorstellung eines Knaben mit einer Kugel im Zahn- 
fleisch, die schon 2 Jahre darin steckt und Beschwerden erst in der letzten Zeit 
verursacht. Die Kugel drang durch das Kinn herein. Röntgenuntersuchung. 

Litschkus versteht nicht, warum die Kugel so wenig Verletzungen hervor- 
gebracht hat. 

Rydnik: Es giebt auch Synchien der Lippen und des Gaumens. 

Wiltschew: Atresie der Gehörgänge. 

Meyerowitsch: 1. Primäre Tuberculose des Nasenseptums. 

Levin hat mikroskopisch den Fall untersucht ohne genaue Anhaltspunkte 
für die Diagnose zu erhalten. 

Ilellat hält den Fall für typisch tuberkulös. 

Bramson plädirt für eine Tuberculinreaction. 

Rydnik hält Lues für unwahrscheinlich. 

2. Dyspnoe wegen Verengerung des Kehlkopfes. Verneinung von 
Lues. Jodkali wird schlecht vertragen. Tracheotomie. Nach 3 Flaschen Jod- 
kali bedeutende Besserung. 

Jljisch beobachtete einen Fall, der zu ihm von einem Syphilidologen ge- 
schickt war, weil keine Lues vermuthet wurde. Doch gingen die ausgedehnten 
Infiltrate auf Jodkali und Ung. hyd. bald zurück. 

Litschkus beobachtete einen Fall, der nach vergeblicher örtlicher Behand- 
lung nach Berlin an Fränkel sich wandte. Hier wurde ein Tumor diagnosticirt, 
und zu Gluck zur Operation geschickt. Vorläufig kehrte er nach Petersburg zu- 
rück, um seine Geschäfte vor der Operation zu ordnen. Hier versuchte Litschkus 
eine antiluetische Kur. Vollständiger Erfolg. 

Sacher kennt einen ähnlichen Fall. 

Goldstein: Demonstrationen: L Lingua geographica, bei der die Fär- 
bung und Turgescenz in kurzer Zeit mehrere Wandlungen durchgemacht hat. 

2. Salivatio psychica, klagte über Dyspnoe, Verschleimung, Kopf- 
schmerzen, Schwindel. Nach Verbot des Speiens Aufhören aller Symptome. 

3. Carcinoma buccale. 

Okunew empfiehlt Adrenalininjektionen. 

Hellat schliesst sich dem an. 

Siebert: Vortrag: Osteoma cellulare (angiomatodes) der Nasenhöhle. 

Wird in extenso erscheinen. 

Levin sieht in dem Falle in Anbetracht der mikroskopischen Struktur ein 
ünicum. Der Bau ist völlig atypisch. Die Geschwulst ging von der Keilbein- 
höhlenwand aus und nahm einen grossen Theil der Nasenhöhle ein. 

Sitzung vom 9. November 1907. 
Vorsitzender: Okunew. 
Wiltschew: Flache warzenähnliche Geschwülste der Epiglottis 
und der Vorderfläche des Larynx. 

Eljasson, Bramson und Jljisch halten die Geschwulst für gutartig. 



- 277 — 

Wiltschew glaubt, dass endolaryngeale Behandlung sehr langwierig wäre. 

He Hat hält dieses Argument für Laryngofissur als ungenügend, umsomehr 
als hier die einfache Spaltung nicht zum Ziele führen würde. H. proponirt Gal- 
vanokaustik. 

Okunew findet das Bild nicht eindeutig. 

Bomasch ist für endolaryngeale Methode. 

Schwanebach: Entweder endolaryngeale Behandlung oder halbseitige Ent- 
fernung das Kehlkopfes. 

P. Hellat stellt eine Patientin mit colossalen Kopfs ohmerzen und einer 
Geschwulst in der Nase vor. Die Geschwulst erwies sich als Eitercyste, in 
der grosse käse- und rahmartige, faulig stinkende Massen enthalten waren. 
Nach der Keiniguog weitere Massen. Kopfschmerzen nach der Reinigung be- 
deutend leichter. Blutung recht profus. Es handelt sich wahrscheinlich um eine 
Vergrösserung und Vorstülpung einer vorderen Siebbeinzelle. 

Schwanebach fragt, ob nicht Lues die Ursache ist. Er erinnert sich eines 
Falles, wo bei Eiterung nach Ausschabung durch einen anderen Collegen tödtliche 
Meningitis erfolgte. 

Okunew theilt einen Fall mit, wo ähnliche Sackbildung durch einen Fremd- 
körper (Erbse) in der Nase hervorgerufen wurde, und fragt an, ob nicht etwas 
ähnliches auch hier vorlag. 

Hellat verneint die Möglichkeit. 

Bramson: Zur Casuistik der Neubildungen der Mandeln. 

Vortrag wird veröffentlicht. Vorstellung einer Patientin. 

Shirmanski möchte daran erinnern, dass Sarkome auf syphilitischer Grund- 
lage sich entwickeln. 

Rydnik beobachtete in diesem Sommer ein Sarkom der Mandeln. 

Goldstein erhebt die Frage über technische Möglichkeit der Entfernung. 

Bramson kennt keinen Fall von Operation mit Dauererfolg. 

Hellat: Sarkome sind sehr verschieden in ihrer Bösartigkeit. Sarkome der 
Mandeln sind thatsächlich selten. Er hat nur einen Fall (Melanosarkom) der 
Mandel beobachtet, welchen er vor einigen Monaten hier im Verein vorstellte. In 
dem Falle stellten sich bald Metastasen ein, zunächst in der anderen Mandel, 
dann auf der Haut, im Auge etc. Carcinome der Mandeln sind leider keine Selten- 
heit. Gegenwärtig trat der zweite Fall in Beobachtung. 

Schwanebach führt 2 Fälle von Sarkom und Carcinom auf syphilitischer 
Grundlage an, wo antiluetische Behandlung erfolglos blieb. 

Bomasch hat zweimal Neubildung der Mandel beobachtet. 

Bramson: Demonstration eines Gompressors der Nase bei Pa- 
affininjection. 

Goldstein theilt mit, dass die Adrenalininjectionen bei seinen Kranken 
(Protokoll der vorhergehenden Sitzung), sehr schmerzhaft waren, und der Patient 
sich bald der Behandlung entzog. P. Hellat, 



— 278 — 

V. Briefkasten. 

PersonAlnactaricliteD. 

Dr. L. Hader (München) ist zum Kgl. Bayrischen Hofrath ernannt worden. 



Unser Mitarbeiter, der Vorsitzende des Warschauer laryngo logischen Vereins, 
Dr. A. V. Sokolowski, ist zum ständigen Seorotär der Warschauer medicinischen 
Gesellschaft gewählt worden. 

Neues SpeeialJonmaL 

In St. Petersburg erscheint gegenwärtig unter Leitung von Dr. Leon Lewin, 
wie wir von demselben erfahren, ein Specialjournal für Ohren-, Nasen- und Kehl- 
kopfkrankheiten unter dem Titel: „Eschemessjatschnik uschnych nossowych i gor- 
sowych bolesnej^. 

Nene Speclalgesellscbaft. 

Der Revue Hebdomad. de Laryngologie entnehmen wir die Nachricht, dass 
am 17. November 1907 in Bukarest sich eine rumänische oto-rhino-laryngologische 
Gesellschaft constituirt hat. Ihre Sitzungen finden alle 14 Tage statt und jedes 
Mitglied fungirt in regelmässigem Wechsel einen Monat als Präsident. Dr. Nir- 
man Bera ist für ein Jahr zum Secretär der Gesellschaft erwählt worden. 

Statistik deatscber Speclallsten. 

Die „Presse Oto-Laryngologique Beige" bringt in ihrer Februarnummer die 
Angabe, dass sich in Deutschland gegenwärtig 686 Aerzte mit Oto-Rhino-Lar}*ngo- 
logie befassen. Von diesen sollen nur 85 reine Rhino- Laryngologen und 95 reine 
Otologen sein. Andererseits seien 47 Otologen gleichzeitig Ophthalmologen. Belege 
werden nicht gegeben. 

Yoreinladani; zar Tagrnni; des Vereins sUddentsoher Laryngpologen. 

Sehr geehrter Herr College! 
Am zweiten Pfingstfeiertage, den 8. Juni, findet in Heidelberg in 
der üblichen Weise die XV. Tagung süddeutscher Laryngologen statt. 

Der Vorstand des Vereins beehrt sich dazu auch die Herren Mitglieder der 
deutschen otologischen Gesellschaft ergebenst einzuladen. Das definitive Programm 
wird Anfangs Mai verschickt werden. 

Die Unterzeichneten bitten Sie höflich, etwa beabsichtigte, bisher nicht publi- 
cirte Vorträge oder Demonstrationen bis zum 25. April bei dem Schriftführer an- 
zumelden. 

An diesen sind auch Meldungen zur Mitgliedschaft zu richten. 
Mit collegialem Gruss ergebenst 
Vohsen (Frankfurt a. M.). Felix Blumen feld (Wiesbaden), 

Vorsitzender. Taanusstrasse 4, 

Schriftführer. 
Am Sonntag, den 7. Juni 1908, 9 Uhr Abends, wird Herr Professor 
Killian vortragen: 

Eine wissenschaftliche Reise in Nord-Amerika mit Projectionsbildern. 
Ferner haben bis jetzt Vorträge angekündigt: 
Herr Neugass (Mannheim): 

Kleinere rhinologische Mittheilungen, 



— 279 ^ 

Herr Katz (Kaiserlautern): 

Partielle Synechie der StimmbäDder Dach Trauma. 
Herr Killian \ 

Herr von Eicken > (Freiburg ib Br.): Thema vorbehalten. 
Herr Brünings J 

Anerican Laryngologieal Association. 

Secretary's Office 118 West 69th Street, New York. 

New York, January 15. 1908. 
Dear Doctor: 
The Thirticth Annual Congress of the American Laryngological xVssosiation 
will be held at Montreal, Canada, on Monday, May 11, Tuesday, May 12 and 
Wednesday. May 13, 1908, under the Presidency of Dr. Herbert S. Birkett. 

AU Fellows desiring to read papers should send titles thereof to the Secre- 
tary not latter than April Ist. Papers should be prepared in duplicate so that 
a copy may be handed to Secretary at the time of leading. Contributions are 
solicited from Corresponding Fellows and will be published in the Transactions. 

Topic for General Discussion. 
Recurrent and Abductor Paralyses of the Larynx: with the foUowing introductory 

papers. 
First Paper: Introductory remarks on Anatomy and Physiology, Etiology, Central 

Lesions: Joseph W. Gleitsmann, M. D. 
Second Paper: Etiolog}', Peripheral Lesions: D. Bryson Dclavan, M. D. 
Tird Paper: Symptomatology: Clarence C. Rice, M. D. 
Fourth Paper: Diagnosis and Treatment: William E. Casselberry, M. D. 

The Council makes the foMowing nominations for memberspip: 
For Corresponding Fellow: 

Dr. Gustav Killiaii, Freiburg, Germany. 
For Active Fellows: 

Dr. John F. Barnhill, Indianapolis, Ind., proposed by Drs. King and 

Swain. 
Dr. B. Alexander Randall, Philadelphia, Pa., proposed by Drs. Free- 

man and de Roaldes. 
Dr. Harmon Smith, New York City, proposed by Drs. Chappell und 

Farlow. 
Dr. J. Gordon Wilson, Chicago, IM., proposed by Drs. Rhodes and 

Shambaugh. 
A circular letter giving the details of the Congress will be issued about 
March 15. 

Very truly yours, 

James B. Newcomb, M. D., Secretary. 



80. Tersammlang Deutscher Natnrforscber und Aerzte In Köln. 

20. bis 26. September 1908. 
Abtheilung für Hals- und Nasenkrankheiten. 

Köln, im März 1908. 
Hochgeehrter Herr! 
Der unterzeichnete Vorstand der Abtheilung für 

Hals- und Nasenkrankheiten 
giebt sich die Ehre, Sie zu der in der Zeit vom 20. bis 26. September d. J. in 
Köln stattfindenden 80. Versamnilung Deutscher Naturforscher und Aerzte er- 
geben st eiuzuladen, 



— 280 — 

Da den späteren Mitthciluugen über die Versammlung, die im Juni zur Ver- 
sendung gelangen, bereits ein vorläufiges Programm der Verhandlungen beigefügt 
werden soll, so bitten wir, Vorträge und Demonstrationen — namentlich 
solche, die hier grössere Vorbereitungen erfordern — bis zum 10. Mai bei dem 
mitunterzeichneten Einführenden 

Sanitätsrath Professor Dr. Carl Hopmann, 
Köln, Hohenzollemring 52, 
anmelden zu wollen. Vorträge, die erst später, insbesondere erst kurz vor oder 
während der Versammlung angemeldet werden, können nur dann noch auf die Tages- 
ordnung kommen, wenn dafür nach Erledigung der früheren Anmeldungen Zeit 
bleibt; eine Gewähr hierfür kann daher nicht übernommen werden. 

Die allgemeine Gruppirung der Verhandlungen soll so stattfinden, dass Zu- 
sammengehöriges thun liehst in derselben Sitzung zur Besprechung gelangt; im 
üebrigen ist für die Reihenfolge der Vorträge die Zeit ihrer Anmeldung maassgebend. 
Ganz besonders dankbar wären wir für Vorträge über Gegenstände, welche 
sich zur Besprechung in combinirten Sitzungen zweier oder mehrerer ver- 
wandter Abtheilungen eignen, da es dem universellen Charakter der Gesellschaft 
Deutscher Naturforscher und Aerzte, in welcher im Gegensatz zu den zahlreichen, 
alljährlich stattfindenden Specialcongressen sämmtlicbe Zweige der Naturwissen- 
schaften und Medioin vertreten sind, entspricht, d^s gerade solche, mehrere Ab- 
theilungen interessirende Fragen zur Verhandlung gelangen. 

Die Einführenden: Die Schriftführer: 

Sanitätsrath Professor Dr. C. Hop mann. Dr. P. Reinhard. 

Dr. F. Matt 6. Dr. E. Loewenstein. 

Dr. H. Kurzak. 



Druck von L. Schumacher In Berlin N. 34. 



Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, Rhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 



Jahrgang XXIV. Berün, Juni. 1908. No. 6. 



I. Leopold von Schrötter t- 

Die Leser des Centralblatts wissen bereits, wie jäh unser Altmeister 
Schrötter den Seinen und der Wissenschaft entrissen worden ist. Bei 
der Eröffnungsfeier des ersten internationalen Congresses für Rhino- 
Laryngologie hielt er als Ehrenpräsident am Vormittag des 21. April 
mit weithin tönender Stimme in vollster Rüstigkeit die Festrede; am 
Abend desselben Tages versammelte er eine Schaar hervorragender 
Congresstheilnehmer und deren Damen in seinem gastfreien Hause und 
nahm von ihnen in heiterster Stimmung kurz vor Mitternacht Abschied; 
kaum drei Stunden später war er eine Leiche! -— Eine Herzlähmung, 
bedingt durch Arteriosklerose, hatte diesem arbeitsreichen Leben ein 
ebenso schnelles wie schmerzloses Ende gemacht. 

Aber so erschütternd dieser Tod, so schön ist er. Wie ein Feld- 
herr am Abend einer siegreichen Schlacht ist Leopold von Schrötter 
gestorben; sein Tagewerk war vollbracht; die Beschwerden des Alt- 
werdens sind ihm erspart geblieben; sein Schwanengesang galt der 
Laryngologie, der er so treu gedient, in deren vorderster Reihe er den 
besten Theil seines Lebens gefochten hat; seiner Bahre folgten die 
hervorragendsten Fachgenossen aller Länder. Wahrlich nur ihren Lieb- 
lingen gewähren die Götter ein solches Ende, und wenn sich seine 
trauernden Hinterbliebenen von ihrem ersten betäubenden Schmerze er- 
holt haben werden, so werden sie es gewiss anerkennen, welch' selten 
schöner Tod ihrem theuren Familienhaupte besohieden worden ist. 

Mit Leopold von Schrötter ist der letzte von dem Dreiblatt 
dahingegangen, das der Wiener Laryngologie — und man kann beinahe 
sagen: der Laryngologie der Welt ein Vierteljahrhundert lang seinen 
Stempel aufgedrückt hat. Die Generation der Schrötter, Störck, 
Schnitzler hat fast ihr Ende erreicht. Noch leben und wirken in 



XXIV. Jahrg. Ol 



— 282 — 

voller Frische einige wenige der Urlaryngologen, aber dahingegangen sind ausser 
dem Vater der Laryngoskopie, Manuel Garcia, und den Begründern der klini- 
schen Laryngologie, Türck und Czermak, nunmehr Semeleder, Traube, 
Waidenburg, von Tobold, Victor von Bruns, von Ziemssen, Ger- 
hardt, Morell Mackenzie, George Johnson, Krishaber, Mandl, Eis- 
berg, Schnitzler, Störck, von Schrötter, — kurzum: fast alle, welche dem 
Kinde aus der Taufe halfen und seine ersten Schritte stützten. 

Unter diesen Klassikern der Laryngologie wird Schrötter 's Name stets in 
erster Reihe genannt werden. 

Leopold Schrötter Ritter von Kristelli*) wurde am 5. Februar 1837 
als Sohn des berühmten Chemikers Anton Ritter von Schrötter in Graz ge- 
boren, studirte an der Wiener Universität, promovirte an derselben im Jahre 1861, 
war zwei Jahre lang Operationszögling bei Schuh und von 1863—1869 Assistent 
an der Klinik Skoda's. Im Jahre 1867 habilitirte er sich als Privatdocent für 
Laryngologie. Nachdem er seinen Chef Skoda wiederholt im Lehramte vertreten 
hatte, übernahm er nach Oppolzer's Tode als provisorischer Leiter die erste 
medicinische Klinik; drei Jahre später, 1875, wurde er zum ausserordentlichen Pro- 
fessor für Kehlkopf- und Brustkrankheiten ernannt. In den Jahren 1877—1881 
war er Primararzt an der Rudolfstiftung, vom Jahre 1881 an Vorstand der Klinik 
für Laryngologie am Allgemeinen Krankenhause. 

Es war unzweifelhaft in seiner Eigenschaft alsLaryngologe, dass Schrötter 
sich einen Weltruf errang, und obwohl aus der obigen kurzen Schilderung hervor- 
geht, dass er im ganzen Verlauf seiner academischen Thätigkeit stets die innere 
Medicin parallel mit der Laryngologie gepflogen hatte, so erregte es nicht ge- 
ringes Erstaunen, das in den Kreisen seiner laryngologischen Fachgenossen mit 
aufrichtigem Bedauern gepaart war, als er im Jahre 1890 von seinem laryngologi- 
schen Lehramt und von der Leitung der laryngologischen Klinik zurücktrat und 
die neuerrichtete dritte medicinische Klinik übernahm. Diese Stellung hat er bis 
an sein Lebensende bekleidet, aber schon vor einem halben Jahre hatte er das 
Alter erreicht, das in Oesterreich gesetzmässig der Lehrthätigkeit ein Ende setzt, 
und nach Ablauf weiterer sechs Monate hätte er seine academische Stellung auf- 
geben müssen. 

Sein äusserer Lebensgang ist ein ruhiger gewesen. Bekannt ist die Episode 
seiner Theilnahnio an der Consultation, die im November 1887 in San Remo im 
Falle des damaligen Deutschen Kronprinzen abgehalten wurde. Allseitig wurde 
rühmend anerkannt, niit welchem Tact v. Schrötter sich der schwierigen, ihm 
von dem Consilium anvertrauten Aufgabe: dem hohen Patienten ein Bild der 
wahren Sachlage zu geben, entledigte; was über seine Theilnahme an der Denk- 
schrift der Deutschen Aerzte zu sagen ist, ist in diesem Blatte seinerzeit gesagt 
worden. 

In späteren Jahren beschäftigte sich v. Schrötter, abgesehen von seinen 
engeren Fachinteressen, ganz besonders mit dem Kampf gegen die Tuberculose, 

*) Die folgenden biographischen Details sind theilweise verschiedenen Artikeln 
entnommen, welche gleich nach dem Heimgang des Verschiedenen in der Wiener 
•Neuen Freien Presse** erschienen. 



>- 283 — 

den er als erster in Oesierreich aufnahm. Seinen Bemühungen und seiner Energie 
ist es zu danken, wie Prof. v. Noorden dies in seinem Nachruf hervorhebt, „dass 
in Oesterreich Vorbildliches für die Abwehr der Tuberculose geschaffen wurde, 
und ebenso war er es, auf dessen Anregung und unter dessen emsiger Mitwirkung 
sich die Abwehrmaassregeln gegen die Tuberculose zu einem grossen internatio- 
nalen Werke ausgestalteten^^ In der von ihm gegründeten Heilanstalt Alland hat 
er an einem Abhang des Wiener Waldes ein Institut geschaffen, welches in erster 
Reihe der zeitgenössischen Sanatorien steht. 

Auch auf socialem Gebiete hat. sich der Verewigte grosse Verdienste er- 
worben. Studentenkrankenvereine und Ferienhorte verdanken ihm Schutz und 
Förderung; ein Vortrag, in dem er die sanitären Verhältnisse Wiens erörterte 
(1890), erregte derzeit grosses Aufsehen; die Gesellschaft der Musikfreunde ver- 
liert in ihm, dem enthusiastischen Freunde der Musik, einen ihrer eifrigsten För- 
derer, wie dies an seiner Bahre trauernd anerkannt wurde. 

Im Jahre 1896 erhielt er den Hofrathstitel, zahlreiche hohe Orden und Ehren- 
zeichen schmückten seine Brust, er war Ehren- und correspondirendes Mitglied 
zahlreicher ärztlicher, besonders laryngologischer Vereine, und im Vorjahre, an- 
lässlich seines 70. Geburtstages, Gegenstand herzlichster Ovationen. Wir haben 
über dieselben ausführlich berichtet (vgl. Centralblatt Bd. XXIII, S. 117). Von 
seiner Bedeutung und Beliebtheit zeugte sein Leichenbegängniss, das, ganz ab- 
gesehen von der natürlich einzig dastehenden persönlichen Theilnahme seiner 
früheren Fachgenossen, ein wahrhaft imposantes Ereigniss bildete, indem alle 
Kreise Wiens ihre Theilnahme an dem Heimgang des hochverdienten Mannes be- 
kundeten. — Es entspricht seinen Verdiensten, dass der Stadtrath von Wien ihm 
ein Ehrengrab an der Kapellenstrasse in den Ruhestätten historisch denkwürdiger 
Personen im Centralfriedhofe bewilligte. 

Schrötter lebte in glücklichster Ehe; seine Söhne sind Aerzte, der älteste 
derselben, Hermann, hat bereits zahlreiche werth volle Beiträge zur Literatur 
unseres Faches geliefert; die älteste Tochter ist verheirathet, die jüngste, unge- 
wöhnlich reich musikalisch veranlagt, lebt noch im Elternhause. 

Von seinen Publicationen allgemeinerer Natur seien hier nur einige der hervor- 
ragendsten erwähnt, so „Ueber die Temperaturverhältnisse bei der Pneumonie" 
(1868), „Beitrag zur Kenntniss der Lage Veränderung des Herzens" (1870), „üeber 
musikalische Geräusche am Herzen" (1883), und vor allen Dingen seine Mono- 
graphie über ,, Herzkrankheiten'^ in dem grossen von Ziem ssen 'sehen Sammel- 
werk, und diejenige über „Gefässkrankheiten" im NothnagePschen Handbuch. 

Von seinen laryngologischen Arbeiten wird ein vollständiges Verzeichnis», 
das wir der Güte seines Sohnes Hermann verdanken, am Schlüsse des Nachrufs 
gegeben werden. An der Spitze derselben stehen zweifellos seine beiden Lehr- 
bücher über die Krankheiten des Kehlkopfs und der Luftröhre, die seinerzeit aus- 
führlich im Centralblatt besprochen worden sind (vgl. Centralblatt Bd. X, 
S. 51 und Bd. XIll, S. 451). Namentlich das zweite derselben, die „Vor- 
lesungen über die Krankheiten der Luftröhre", darf als ein klassisches Werk be- 
zeichnet werden, das unseres Wissens in der Literatur dieses Gegenstandes in 
keiner Sprache seines Gleichen findet. — 

21* 



— 284 — 

Von den monographischen Arbeiten des Verstorbenen auf laryngologischem 
Felde beanspruchen die erste Stelle seine Beiträge über Behandlung der Larynx- 
stenosen und über Fremdkörper in den Luft- und Speisewegen. Mit beiden Fragen 
beschäftigte er sich mit Vorliebe. Namentlich seine Dilatationsmethoden dürfen 
als bahnbrechend bezeichnet werden, und sind auch durch die modernere 
O'Dwyer'sche Intubation durchaus nicht verdrängt worden. — Was die Behand- 
lung von Fremdkörpern — und auch von gutartigen Neubildungen — im Kehl- 
kopf und in der Trachea anbelangt, so war Schrötter ein wahrer Künstler auf 
dem Gebiete der Entfernung solcher. Seine Blüthezeit fallt theilweise in die Periode 
vor der Einführung des Cocains, und seine manuellen Leistungen zu jener Zeit, 
in der intralaryngeale und besonders intratracheale Operationen weit grössere 
Schwierigkeiten darboten, als heutzutage, waren wahrhaft erstaunliche. 

Hat er sich als Schriftsteller auf laryngologischem Gebiete einen Anspruch 
darauf erworben, für alle Zeiten unter unseren Besten genannt zu werden, so wird 
die gegenwärtige Generation mit an erster Stelle dankbar seiner Lehrt hätigkeit 
eingedenk bleiben. Schrötter war ein grosser Lehrer! — Mit einem seltenen 
Enthusiasmus, mit rastloser Energie, mit der grössten Bestimmtheit und Klarheit 
des Ausdrucks verband er ein Interesse an den Studien seiner Schüler, das die- 
selben zu eigenen Anstrengungen anfeuerte, und man darf mit Recht sagen, dass 
er Schule gemacht hat. Nicht nur die Mehrzahl der jetzt in Oesterreich und 
Deutschland thätigen Laryngologcn hat längere oder kürzere Zeit zu seinen Füssen 
gesessen; auch in Grossbritannien, Frankreich, Italien, Nordamerika und that- 
sächlich in fast allen Culturländern zählen seine Schüler nach hunderten und hat 
sein Heimgang allgemeine Theilnahme und Trauer erweckt. 

Schrötter war von ziemlich kleiner Statur, ungemein lebhaft in seinen 
Bewegungen, früher ein passionirter Reiter und Sportsman. Sein Kopf mit dem 
ziemlich kurz geschorenen starrenden Haupthaar und dem länglich gepflegten 
Backen- und Kinnbart, die in letzter Zeit fast ganz weiss geworden waren, mit 
dem energischen Zuge des Gesichts, mit den lebhaft blickenden Augen, war un- 
gemein charakteristisch. Der Gesammteindruck, gehoben durch laute bestimmte 
Sprache, war der einer kräftigen, selbst- und zielbewussten, auf eigenen Füssen 
stehenden Persönlichkeit, ein Eindruck, der ebenso durch die Leetüre seiner 
Schriften wie durch nähere Bekanntschaft noch gehoben wurde. Aber das 
etwas Knorrige und Dogmatische der Erscheinung und der Rede deckte ein 
liebenswürdiges, ideales, künstlerisches, treues Gemülh, das den Mann nicht nur 
seiner Familie, seinen Freunden und seinen Schülern theuer, sondern auch der 
Wissenschaft und seinen Mitbürgern lieb und werth machte. Mit Schrötter haben 
wir einen guten Mann begraben, der seinen Namen unauslöschlich in das goldene 
Buch der Humanität, in die Annalen der Medicin und in die Geschichte der Laryn- 
gologie eingeschrieben hat, an deren Wiege es ihm vergönnt war zu stehen, die 
er während eines halben Jahrhunderts treulich gehütet und gepflegt hat, und deren 
Festredner er an ihrem Jubiläum sein durfte, am selben Tage, an welchem ein 
tragisches aber schönes Geschick es wollte, dass er seine Augen für immer 
schlösse! — Felix Semon. 



^ 285 — 

Verzeichniss der Arbeiten L. v. Schrötter's. 

1. Exstirpation eines Kehlkopf-Polypen. Wiener med. Presse. No. 34. 1866. 

2. Miitheilungen über eine Cyste an der Epiglottis. Wiener medic. Jahrbücher. 
XII. Bd. 1866. 

3. Durchtrennung von Narben in der Trachea mit Hülfe des Kehlkopfspiegels. 
Vortrag in der Sitzung d. k. k. Gesellschaft d. Aerzte am 7. December 1866. 

4. Beiträge zur laryngoskopischen Chirurgie. Wiener medioinische Jahrbücher. 

XV. Bd. 1868. 

5. Weitere Beiträge zur laryngoskopischen Chirurgie. Wiener med. Jahrbücher. 

XVI. Bd. 1868. 

6. Weitere Beiträge zur laryngoskopischen Chirurgie. (Ueber Haltung des Kehl- 
kopfes.) Wiener med. Jahrbücher. XVll. Bd. 1869. 

7. Jahresbericht der Klinik für Laryngoskopie an der Wiener Universität. Wien. 
Braumüller. 1871. 

8. Beobachtungen über eine Bewegung der Trachea und der grossen Bronchien 
mittels des Kehlkopfspiegels. Sitzungsbericht der kaiserl. Academie d. Wissen- 
schaften in Wien. 65. Bd. Juli 1872. III. Abth. 2. Heft. S. 251. 

9. Laryngologische Mittheilungen im Jahresbericht der Klinik für Laryngoskopie 
an der Wiener Universität 1871/1873. Wien. Braumüller. 1875. 

10. Officieller Ausstellungsbericht der Wiener Weltausstellung 1873; chirurgische 
Instrumente, Gruppe 14, Section 4. Bericht über die lary ngologischen In- 
strumente. 

11. Beitrag zur Behandlung der Larynx- Stenosen. Wien. Braumüller. 1876. 

12. Mittheilung über ein von der Herzaction abhängiges an der Lungenspitze 
mancher Kranken wahrnehmbares Geräusch. (Im Anhange: Das beim Laryn- 
goskopiren, beim Oeffnen des Mundes hörbare systolische Geräusch.) Sitzungs- 
bericht d. kaiserl. Academie- d. Wissensch. 1872. Bd. 66. S. 168. 

13. Ueber fremde Körper im Schlundkopf, Larynx und der Trachea. Monatsschr. 
f. Ohrenheilkunde. 1876. 

14. Carcinom der Trachea. Anzeiger der k. k. Gesellschaft der Aerzte. Wien, 
9. November 1877. 

15. Ueber die laryngo- und rhinoskopische Untersuchung bei Kindern. Monatsschr. 
f. Ohrenheilkunde. 1879. No. 11. 

16. Ueber „Chorea laryngis". Allgemeine Wiener med. Zeitung. 1879. No. 7. 

17. Ueber Trachealstenosen. Monatsschr. f. Ohrenheilkunde. 1880. No. 12. 

18. Ueber die Operation von Kehlkopfpolypen mittels eines Schwammes von Vol- 
tolinL Wiener med. Blätter. 1880. 

19. Fremde Körper im Schlünde und Kehlkopfe. Monatsschr. f. Ohrenheilkunde. 
No. 2. 1882. 

20. Ueber das Cocainum muriaticum als Anaestheticum für den Larynx. Wiener 
med. Zeitung. No. 48. 1884. 

21. Ueber das Vorkommen von Fettgewebe im Larynx. Monatsschr. f. Ohrenheil- 
kunde. No. 6. 1884. 

22. Ueber angeborenen knöchernen Verschluss der Choanen. Monatsschr. f. Ohren- 
heilkunde. No. 4. 1885. 



— 286 — 

23. üeber einen besonders schweren Fall von Diphtherie. Laryngol. Section der 
59. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte. 1886. 

24. Carcinom der Lunge oder Tuberculose? Allgemeine Wiener med. Zeitung. 
No. 48, 49 u. 50. 1886. 

25. Vorlosungen über die Krankheiten des Kehlkopfes, der Luftröhre, der Nase 
und des RÄohens. Wien. Braumüller. 1887—1892. 

26. üeber die Operation eines selteneren Kehlkopfpolypen. Monatsschr. f. Ohren- 
heilkunde. No. 3. 1887. 

27. Sarkom der Trachea. Wiener med. Anzeiger. No. 30. 1887. 

2^. Zur Diagnose des Aorten -Aneurysmas. Wiener klin. Wochenschr. No. 1, 2, 3. 
1889. 

29. Ueber das Vorkommen der Syphilis der oberen Luftwege. Wiener klin. 
Wochenschr. No. 37/38. 1890. 

30. Beitrag zur Aetiologie der Lungengangrän nebst Bemerkungen zur Anatomie 
der grossen Bronchien. Wiener klin. Wochenschr. No. 45. 1890. 

31. Bisherige Erfahrungen über das Koch 'sehe Heilverfahren mit besonderer Be- 
rücksichtigung der Kehlkopftuberculose. Wiener klin. Wochenschr. No. 51. 
1890. 

32. Fremdkörper im Kehlkopfe mit Perforation der Gart. thyr. und Abscessbildung 
nach aussen. Monatsschr. f. Ohrenheilkunde. No. 5. 1893. 

33. Beitrag zur Kenntniss des Verlaufes des Skleroms der Luftwege. Monatsschr. 
f. Ohrenheilkunde. No. 5. 1895. 

34. Vorlesungen über die Krankheiten der Luftröhre. W. Branmüller. Leipzig 
und Wien. 1896. 

35. Heilbarkeit der Tuberculose. Wiener klin. Wochenschr. No. 29. 1899. 

36. Zur Heilbarkeit der Tuberculose. Zeitschrift f. Tuberculose. 1. 1900. 

37. Zur Casuistik der Fremdkörper in den Luftwegen. Stuttgart. Ferd. Enke. 1901. 

38. Contribution on the curing of tubcrculosis in sanitaria. Read before the 
New York Medico-Legal Society and American Congress of Tuberculosis. 
Mai 1901. 

39. Dilatationsmethoden für tiefsitzende Stenosen der Trachea. Vortrag auf dem 
XIV. Internationalen Congress zu Madrid. 1903. 

40. Ueber die Monatscuren in der Behandlung der Tuberculose. Tuberculosis. 
Vol. l. No. I. 

41. Zum Symptomencomplex des Morbus Basedowii. 74. Versammlung Deutscher 
Naturforscher und Aerzte. 1902. 

42. Der 100. Geburtstag Senor Manuel Garcia 's und der 50. Gedenktag der 
Erfindung des Kehlkopfspiegels. Monatsschr. f. Ohrenheilkunde. No. 4. 1905. 

43. Kehlkopf und Luftröhre in v. Zeissl's ,,Lehrbuch der venerischen Krank- 
heiten". 1902. 

44. üeber Dr. Bulling's Inhalat] onsverfahren. Wiener klin. Wochenschr. No. 24. 
1902. 

45. Robert Koch 's Bedeutung für die Bekämpfung der Tuberculose. Deutsche 
med. Presse. No. 23. 1903. 

46. Neue Versuche über Inhalationstherapie. Tuberculosis. Vol. II. No, 5. 



— 287 — 

47. Zum Studium der Frage der Disposition der Tuberculose. Wiener klin. 
Wochenschr. No. 24. 1904. 

48. Der neu entfachte Prioritätsstreit Garcia -Türck-Czermak. Berliner klin. 
Wochenschr. No. 16. 

49. Ein seltener Fall von Tuberculose. Wiener klin. Wochenschr. No. 43. 1905. 

50. Eine neue Beleuchtungsart von Canälen und Höhlen. Berl. klin. Wochenschr. 
No. 47. 1906. 

51. Demonstration einer neuen Beleuohtungslampe für das Oesophagoskop und 
das Bronchoskop. Verhandlungen der Deutschen otologischen Gesellschaft. 
1./2. Juni 1906. 

52. Leukämische Infiltrate des Rachens und Kehlkopfs bei mononucleärer Leuk- 
ämie. Wiener laryngologische Gesellschaft. März 1907. 

53. Morbus Basedowii. Med. Klinik. No. 14. 1908. 



IL Die EntWickelung der Laryngologie und 
Rhinologie bei den einzelnen Nationalitäten* 

Ein Jubiläums-Beitrag zur Geschichte der Laryngo-Rhinologie 
in den Jahren 1858—1908 

von Dr. J. Sendziak (Warschau). 
Den Theilnehmern des Internationalen Laryngo-Rhinologen-Congresses in Wien 

gewidmet. 

(Fortsetzung und Schluss.) 
VI. Belgien und Holland*). 

In Belgien giebt es vier Universitäten, von denen zwei, nämlich die in 
Gent (franz. Gand) und Lüttioh (franz. Liege) Staatsinstitute sind, die anderen 
jedoch, die katholische Universität in Löwen (franz. Louvain) und die Frei-Univer- 
sität in Brüssel (franz. Bruxelles) unabhängig sind. 

An der Universität in Gent lehrte seit dem Jahre 1886 Eeman als „Charge 
des cours" (d. h. als Privatdocent) anfänglich nur Otologie; drei Jahre später 
nahm er als Professor der inneren Medicin neben der Ohrenheilkunde auch die 
Rhino-Laryngologie in seinen Wirkungskreis auf. Erst vor zwei Jahren wurde er 
zum Director der oto-rhino-laryngologischen Klinik ernannt, deren Besuch jedoch 
nicht für den Studenten obligatorisch ist. 

An der Universität in Lüttich lehrte ebenfalls seit dem Jahre 188G Schif- 
fers anfänglich nur Rhino-Laryngologie als „charg^ des cours", seit 1888 be- 



*) Für die ausführlichen Notizen über Belgien und Holland spreche ich an 
dieser Stelle den Herren Dr. Delsaux in Brüssel und Prof. Burger in Amster- 
dam meinen herzlichen Dank aus. Derselbe Dank gebührt — was leider an den 
betreffenden Stellen vergessen wurde — für die Informationen bezüglich Oester- 
reich-Ungarn und Frankreich den Herren 0. Chiari (Wien), Frankenberger 
(Prag), Onodi (Budapest), bezw. Moure (Bordeaux) und Lermoyez (Paris). 



— 288 — 

kleidet er das Amt eines ordentlichen Professors und Vorstandes der Universitats- 
Poliklinik und Klinik für Oto-Rbino-Laryngologie. 

Obgleich auch hier der Unterricht in der Oto-Khino-Laryngologie für den 
Studenten nicht obligatorisch ist, werden von dieser Universität Specialdiplome 
für dieses Fach gegeben*), eine Einrichtung, die leider meines Wissens sonst 
nirgends existirt. 

An der Universität in Löwen lehrt die Oto-Rhino-Laryngologie und leitet 
die oto-rhino-Iaryngologische Poliklinik und Klinik Baudois, Professor der patho- 
logischen Chirurgie, welcher ebenso wie Prof. Eeman Studenten in diesen Fächern 
examiniren kann ; obligatorisch aber ist das Studium nicht und ebensowenig ist 
Oto-Rhino-Laryngologie obligatorischer Examengegenstand. 

An der Universität in Brüssel lehrte seit dem Jahre 1887 Privatdocent 
(„agreg^") Capart die Rhino-Laryngologie. Diesen Lehrstuhl hat gegenwärtig 
Cheval inne. Nach dem Tode (1900) des berühmten Otologen Del stauche lehrt 
die Otologie als Privatdocent („agregre") Delsaux, Redacteur des einzigen 
in Belgien erscheinenden Specialjournals „La Prosso oto-laryngoiogique 
Beige" — einer der thätigsten und verdienstvollsten gegenwärtigen Spe- 
cialisten in Belgien ~, Verfasser werthvoller oto-rhino-larygologischer Ar- 
beiten. Beide „agr^g6s^^, Cheval und Delsaux, beschäftigen sich sowohl mit 
Otologie als auch Laryngologie ; sie leiten die Universitätsklinik und Klinik, 
welche den Namen „Cliniques oomplömentaires" führen und deren Besuch nicht 
für Studenten obligatorisch ist. Ausser diesen oben erwähnten hervorragendsten 
Vertretern der Laryngo-Rhino- resp. Otologie in Belgien muss ich noch folgende 
Specialisten, deren Namen gleichfalls in der Literatur einen guten Klang haben, 
erwähnen, nämlich in Brüssel Bayer, Gori^, Hennebert, Labarre, Lau- 
rent, Hic(iuet; in Lüttich Beco; in Ypres Delie; vor allem aber Broeckaert 
in Gent, den Verfasser ausgezeichneter physiologischer Arbeiten über die Inner- 
vation des Kehlkopfes und begeisterten Vorkämpfer der Paraffinprothesen. 

In Belgien sind keine Lehrbücher der Rhino-Laryngologie erschienen, da- 
gegen ziemlich viele ausgezeichnete Monographien, von denen ich nur als die 
wichtigsten erwähnen will: de Beule: „Recherches experimentelles sur l'inner- 
vation motrice du Larynx", 1902; Delsaux: „Les complications endocraniennes 
des sinusites de la face". La Presse oto-laryng. Beige, 1905; weiter: Broeckaert: 
„Etüde sur le nerf recurrent laryngö; son anatomie et sa pbysiologie normales et 
pathologi(|ues", 1902—1903, sowie desselben Verfassers neueste Arbeit: ^Les in- 
dications pour la prothese de paraffine". Le Laryngoscope. 1908. 

Im Jahre 1895 wurde unter dem Präsidium des verstorbenen Prof. Del- 
s tan che die „Societe Beige d'Otologie, de Laryngologie et de Rhinologie" ge- 
gründet, welche gegenwärtig 80 active und 60 correspondirende Mitglieder zählt 
und ihre Arbeiten in einem besonderen Bulletin veröffentlicht. 



*) Ohne dieses Diplüm practiciren gegenwärtijr viele (i^irea 40) Oto-Laryiigo- 
logen in Belgien, mit Diplom jedoch 80 Specialisten! 



-^ 289 — 

Holland. 
Bis vor Kurzem war die Rhino-Laryngologie an den Niederländischen Uni- 
versitäten officiell gar nicht vertreten, mit Ausnahme von Utrecht, vtroBrondgeest 
(gestorben 1904) „Lector" für Laryngologie und Pharmacodynamie (!) war. In 
Amsterdam war der durch seine Studien über ,,Aprosexia nasalis^^ bekannte Guye 
(1905 gestorben) ausserordentlicher Profeßsor der Ohrenheilkunde. Weiter gab es 
an sämmtlichen Universitäten Privatdocenten für Rhino-Laryngologie, nämlich: 
in Amsterdam: Burger uud Posthumus Meyjes; 
in Leiden: Nijkamp (verstorben im Jahre 1899); 
in Utrecht: Huysmann; 
in Groningen: Schutter. 

Seit kurzer Zeit haben sich die Verhältnisse in Bezug auf den oto-rhino- 
laryngologischen Unterricht erheblich gebessert. Nach dem Tode Guye 's ist in 
Amsterdam sein Nachfolger, Dr. Burger, zum ausserordentlichen Professor und 
Vorstand der oto-rhino-laryngologischen Klinik und Poliklinik ernannt worden. 

Im Jahre 1907 sind dann auch an den übrigen drei Universitäten officielle 
Docenten ernannt worden, alle für Ohrenheilkunde und Rhino-Laryngologie: 
in Leiden: Dr. Kan zum ausserordentlichen Professor; 
in Utrecht: Dr. Quid zum Leotor, endlich 
in Groningen: Dr. Schutt er zum ausserordentlichen Professor*). 
An jeder Universität existirt eine officielle Poliklinik für Ohren-, Nasen- und 
Halskrankheiten, welche unter der Leitung des genannten Docenten steht. 

Unter den Niederländischen Specialisten nimmt, ohne Zweifel die erste Stelle 
der oben erwähnte Prof. Burger ein, Verfasser vieler ausgezeichneter Mono- 
graphien und Arbeiten, vor allem über Innervation des Kehlkopfes. Ausser den 
bereits erwähnten Docenten und Professoren sind noch zu nennen: Moll in Arn- 
heim, Pel in Amsterdam, Mink in ZwoUe, Zwaardemaker, Professor der Phy- 
siologie in Utrecht, dessen Name eng mit der Rbinologie wegen seiner Arbeiten 
über die Physiologie des Geruchs verknüpft ist. 

Auch in Holland ist kein Handbuch der Laryngo-Rhinologie erschienen; 
1905 veröffentlichte Prof. Burger zusammen mit Zwaardemaker ein grosses 
Lehrbuch der Ohrenheilkunde in niederländischer Sprache. Dagegen ist an werth- 
vollen grösseren Arbeiten bezw. Monographien kein Mangel; es seien nur erwähnt: 
Burger: „Die laryngealen Störungen bei Tabes dorsalis". Leyden 1891. 
„Die Frage der Posticuslähmung". Volkm. Samml. 1892. 
„Das Empyem der Highmorshöhle". Ebendas. 1894. etc. etc. 
Zwaardemaker: „Die Physiologie des Geruchs". Leipzig 1895 etc. etc. 
Moll: „Die oberen Luftwege und ihre Infection". Volkm. Samml. 1902. 
Rijkman: „Radiographie des Kehlkopfs". Fortschr. Röntg. Bd. VII. etc. 
Mink: „Die Nase als Luftweg". Bresgen's Samml. Bd. VII. H. 5. 1904. 

•) Die ausserordentlichen Professoren sind in Holland — im Gegensatz zu 
Deutschland — Mitglieder des academischen Senates und der medicinischen Facul- 
tat; die Lectoren dagegen nicht. Letztere dürften also in der academischen 
Hierarchie die Stelle der deutschen ausserordentlichen Professoren einnehmen, 
allein ohne den hier besonders werth vollen Professortitel! 



- 290 — 

Schutter: „Le nez et la bouche comme organes de la respiration^^ Annal. 

des mal. d. Toreille. XIX. 
Tondeles: „Die Pathologie der Pharynxdivertikel''. Diss. Leyden 1894. 
Wilkens: ,,Ueber die Bedeutung der Durchleuchtung für die Diagnose der 

Kieferhöhlenerkrankung". Diss. Leyden 1896. 
Prof. Einthoven (Utrecht): „Physiologie des Rachens". In Heym. Handb. 
Köln a. Rh. 1899. 
und viele andere, welche hier wegen Mangels an Raum nicht berücksichtigt 
werden konnten. 

Im Jahre 1893 (also viel früher als in Belgien) wurde die ^^Niederländische 
Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde" gegründet unter dem Prä- 
sidium des verstorbenen Guye. Der gegenwärtige Vorsitzende ist Moll. 
Die Gesellschaft zählt jetzt ungefähr 60 Mitglieder. 

Im Allgemeinen existiren in den Niederlanden keine sogenannte „reine'' 
Laryngologen, d. h. Specialisten für Rhino-Laryngologie, die nicht Ohrenheil- 
kunde betreiben. 

VII. Italien. 

Der erste, welcher in Italien die Laryngoskopie im Jahre 1864 eingeführt 
hatte, war, wie es scheint, Ge utile. Die eigentlichen Gründer jedoch der italieni- 
schen Laryngologie sind Labus in Mailand und Massei, der erste Professor 
der Laryngologie (seit 1882) und Director der ersten laryngologischen Klinik in 
Neapel, dessen Name in der ganzen laryngologischen Welt wohl bekannt ist, vor 
allem durch seine Arbeit über Erysipel des Kehlkopfes. 

Gegenwärtig bestehen fast an allen Universitäten Italiens Lehrstühle für 
Laryngo-Rhinologie, welche leider meist von der Otologie nicht getrennt sind. 
So z. B. functionirte noch im Jahre 1881 de Rossi, der berühmte Professor der 
Otiatrie an der Universität zu Rom, gleichzeitig als Docent der Laryngologie; 
nach seinem Tode übernahm die Leitung der oto-laryngologischen Klinik an dieser 
Universität der bekannte Prof. Ferreri. Ausserdem lehren noch als Docenten und 
Professoren der Oto-Rhino-Laryngologie: Egidi, Nuvoli und Geronzi in Rom, 
Cozzolino (Professor und Vorstand der oto-rhinologischen Klinik), Trifiletti, 
Fasano, Gentilo, Tanturri, Damieno und Borgoni in Neapel, letzterer 
Redacteur des „Giornale Ital. di Laring. etc."; weiter in Pisa Professor Grazzi, 
in Florenz die Professoren Ostino und Toti; in Genua Prof. Masini, Verfasser 
bekannter physiologischer Arbeiten über die Innervation des Kehlkopfs, sowie 
die Docenten Genta, Strazza und Poli; in Pavia Prof. Nicolai, Herausgeber 
von ausgezeichneten laryngo-rhinologischen Atlanten; in Mailand Avoledo und 
Prof. Della Vedova, dessen bakteriologische Arbeiten über Ozaena (bacilli 
pseudodiphtheritici — als Ursache dieses Leidens) erwähnt seien und der 
Redacteur des Speoialjournals „La pratica otolaringoiatrica" ist ; in Padua Docent 
Arslan, in Turin Prof. Gradenigo*), Vorstand der oto-rhino-laryngologischen 
Klinik, Verfasser einer ausgezeichneten Monographie über Hypertrophie der Rachen- 

*) Welchem ich für diese Notizen meinen besten Dank ausspreche. 



— 291 — 

tonsille; sowie die Docenten Dionisio, Gavello und Calamida, ferner: 
d'Aguano, Paraci, Pusateri und Ficano in Palermo; Prof. Ottolenghi 
in Siena, schliesslich der verstorbene Prof. Corrado-Corradi in Verona. 

Ausser diesen Inhabern academischer Lehrstühle seien noch folgende her- 
vorragende Specialisten genannt: Rosati, sowie der verstorbene Marc hiafava 
in Rom, Martuscelli in Neapel, Luzzati in Turin, Brunetti, Putelli und 
Mengotti.in Venedig, Ciarrago-Barrella, Altara, Stefani, Calvino und 
de Simoni in Cagliari (Sardinia); die Docenten Canepele, Mongardi, Aju- 
tolo, sowie Secchi in Bologna; schliesslich Citelli in Catania (Sioilien). 

Was die italienischen laryngo-rhinologischen Lehrbücher anlangt, so existiren 
deren nur zwei: 

1. Mas sei: Patologia e terapia della faringe, delle fosse nasali e della 
laringe. Napoli e Milano 1890. I. V. Laringe e fosse nasali. II. V. Laringe. 
Ins Deutsche von Fink übersetzt 1902. 

2. Gradenigo: Patologia e terapia dell'orecchio e delle prime vie aeree. 
Torino 1904. 

Ausserdem giebt es einen laryngo-rhino-otologisohen Atlas, nämlich von 
Nicolai: Oto-Rino-Laringoscopia ed Esofagoscopia. Anatomia, topografia e me- 
todi di esame del naso, faringe, orecchio ed oesophago. Milano 1903. 

Von den wichtigeren Monographien muss ich vor allem die folgenden er- 
wähnen : 

Mas sei: Erisipela della laringe. 1885. Riv. chir. e ter. 

Bottini: La chirurgia del coUo. Milano 1897. 

Calvino: Sul potere attenuante e microbicida delle mucose. Arch. ital. 
d'otol. etc. 1899. VIII. 

Gradenigo: Die Hypertrophie der Rachentonsille. Ilaug^s klin. Vorträge. 
Bd. IV. H. 4. 1901. 

Alhaique: Chirurgia dei seni della facia. Napoli 1907. 
und viele andere, für deren Aufzählung der Raum mangelt. 

Ausserordentlich reich ist Italien an laryngo-rhino- bezw. otologischen 
Journalen: 

1. Archivio italiano di laringologia. Napoli; die älteste im Jahre 1880 von 
Massei gegründete Fachzeitschrift. 

2. Archivio italiano d'Otologia, Rinologia e Laringologia. Von Professor 
de Rossi und Prof. Gradenigo im Jahre 1898 in Turin gegründetes sehr be- 
deutendes JournaL Gegenwärtige Redacteure Prof. Gradenigo und Prof. Ferreri. 

3. Bolietino delle malattio dell'orecchio della gola e del naso. Monatlich er- 
scheinendes von Prof. Graz'/i in Florenz gegründetes Journal. 

4. Annali di Laringologia e Otologia, Rinologia e Faringologia. Genova. 
1900 von Prof. Masini gegründet. 

5. Archivio internazionale di Laringologia, Rinologia e Otologia etc. 

6. La Pratica otolaringoiatrica. Milano. Redacteur Prof. Della Vedova. 
Erscheint seit 1900 alle zwei Monate. 

7. Giornale italiano di Laringologia, Otologia e Rinologia. Napoli. Redac- 
teur Prof. Borgoni seit 1900. 



— 292 — 

Die Facbgesellschaften sind: 

1. Im Jahre 1887 wurde eine „Otolaringologica Sezione del Congresso me- 
dico generale" in Pavia unter dem Präsidium von Longhini ins Leben gerufen, 
aus ihr entstand: 

2. Im Jahre 1892 in Siena die von Prof. Geronzi gegründete „Societä ita- 
liana di Laringologia, d'Otologia e di Rinologia^. Dieselbe hält ihre Versamm- 
lungen jährlich in verschiedenen Städten Italiens ab; die letzte im Jal^re 1907 in 
Rom unter dem Präsidium Prof. Nicolai 's. 

VIII. Polen 
nimmt, wie ich schon in der Einleitung erwähnt habe, was die Zahl der in den 
letzten 25 Jahren veröffentlichten Arbeiten auf dem Gebiete der Laryngo-Rhino- 
logie anbelangt, die achte Stelle ein. 

Ungeachtet der im Allgemeinen ausserordentlich ungünstigen äusseren Ver- 
hältnisse verleugnete die polnische Laryngologie und Rhinologie nicht ihre Kraft, 
indem sie während der letzten 50 Jahre (1858—1908) einen sehr activen Antheil 
an der Entwickelung dieser Specialitäten nahm. Es ist dies ein Verdienst der 
einzelnen Vertreter der polnischen Laryngo-Rhinologie, zu welchen man vor allem 
Prof. Pieniazek in Krakau, sowie Keryng und Sokolowski in Warschau 
zählen muss, deren Namen in der ganzen laryngologischen Welt sich eines guten 
Klanges erfreuen. Ich muss hier auch betonen, dass einer der Begründer der 
klinischen Laryngologie, nämlich Czermak, Professor der Rhinologie an der 
üniverstät in Krakau in den Jahren 1856—1857, ein Pole war, sowie dass Prof. 
Juras z in Heidelberg, einer der hervorragendsten Vertreter der Laryngo-Rhino- 
logie in Deutschland, und von Mikulicz-Radecki, zuerst Professor der 
Chirurgie an der Universität in Krakau, später in Königsberg und schliesslich 
in Breslau, der polnischen Nationalität angehören. 

Die laiyngologische Bewegung in Polen hat früh angefangen; sofort nach 
der Entdeckung des Laryngoskopes wurde dieses in Krakau von Gilewski, dem 
späteren Professor der therapeutischen Klinik, eingeführt, welcher im Jahre 1860 in 
Wien bei Türck studirt hatte und etwas später in Warschau, nämlich im Jahre 
1862 von Baranowski, damals Docent und später Professor der diagnostischen 
Universitätsklinik. Zu den ersten, welche sich mit der Laryngoskopie bezw. Laryn- 
gologie in Warschau beschäftigten, gehören Karwowski und Dobrski. Die 
ersten Notizen, welche in Polen über die Laryngoskopie und Rhinoskopie ver- 
öffentlicht wurden, stammten aus der Feder von Rosicki (1861), Rose (1868), 
schliesslich Taczanowski (1869), dessen Handbuch der Laryngoskopie und 
Laryngologie nur ein Compilatorium aus Türck 's Klinik der Kehlkopfkrankheiten 
und Tobold's Lehrbuch der Laryngoskopie ist. 

Die ersten grösseren vverth vollen Original- Arbeiten, die auf dem Gebiete der 
Laryngologie in Polen veröffentlicht wurden, stammten aus den Federn der damali- 
gen Krakauer Docenten und gegenwärtigen Professoren der Laryngologie, nämlich 
Jurasz (jetzt in Heidelberg): „Laryngoskopia" und Pieniazek: „Laryngoskopia, 
oraz choroby krtani i tchawicy*^, 1879, sowie „Uzupelnienia" etc. 1887. 

Seit dieser Zeit hat die polnische Laryngo-Rhinologie mit der Entwickelung 



— 293 — 

dieser Specialitälon Schritt gehalten. Es ist wahr, dass an der seit ein paar 
Jahren wegen innerer Unruhen geschlossenen Universität in Warschau kein 
laryngo-rhinologischer Lehrstuhl existirt; im österreichischen Polen jedoch besteht 
ein solcher seit langem, in Krakau (einer der ältesten Universitäten, welche im Jahre 
1900 das 500jährige Jubiläum ihres Bestehens feierte) ebenso wie seit kürzester Zeit 
eine laryngologische Universitätsklinik unter der Leitung des früher ausserordent- 
lichen und seit 1903ord6ntlichen Professors Pieniazek, sowie derDocenten Bauro- 
wicz*) und Nowotny. An der zweiten seit mehr als 10 Jahren in Oesterreich- 
Folen bestehenden Universität in Lemberg ist schon lange principiell die Einrich- 
tung eines Lehrstuhls und einer Klinik für Oto-Laryngologie beschlossen; zu ihrer 
Leitung war anfänglich Prof. Jurasz in Heidelberg, dann der Verfasser dieses 
Artikels ausersehen, jedoch ist gegenwärtig diese Frage noch nicht definitiv 
gelöst**). 

In Warschau bestehen seit einer Reihe von Jahren laryngologische, meisten- 
theils aber laryngo-rhino-otologische Abtheilungen, in St. Roch, Heiligem Geist, 
Kindlein Jesu, evangelischem Praga und jüdischem und anderen Hospitälern unter 
der Leitung Heryng's (jetzt Dudrewicz und Stamirowski), Sokolowski's 
(Logucki), Karwowski's (jetzt Swiatecki), Wroblewski's (jetzt Ron- 
thaler und Sinoleoki), Verfasser's dieses Artikels (jetzt Polanski), üobro- 
wolski, Schleifstein, schliesslich Lubliner's, der die am besten einge- 
richtete Abtheilung für stationäre Kranke hat. 

Zu den hervorragenderen Vertretern der Laryngo-Rhinologie in Polen ge- 
hören ausser den schon erwähnten Prof. Pieniazek und den Docenten Bauro- 
wicz und Nowotny, die sich vor allem durch ihre ausgezeichneten Arbeiten 
über Sklerom, Tracheo-Bronchoskopie etc. einen Namen gemacht haben, Heryng, 
dessen Name stets mit der Frage der chirurgischen Behandlung der Larynxtuber- 
culose verknüpft sein wird, Verfasser einer schönen Monographie über die Kehl- 
kopfkrankheiten, und Sokolowski, von dessen Arbeiten aus dem Gebiete der 
inneren resp. Lungen- wie Kehlkopf krankheiten vor allen das umfangreiche, 
ausgezeichnete Handbuch der Krankheiten der Luftwege (Luftröhre, Bronchien und 
Lungen) erwähnt werden muss, ferner der leider schon so früh gestorbene 
Wroblewski in Warschau, der über adenoide Vegetationen, Zungentonsille, 
Abscess der Nasenscheidewand etc. gearbeitet hat, weiter Dmoohowski, eben- 
falls in Warschau, bekannt durch seine ausgezeichneten anatomisch-pathologisch 
laryngo-rhinologischen Arbeiten (Empyema et hydrops antri Highmori, adenoide 
Vegetationen und Zungentonsille, Croup und Erysipel in den oberen Luft- 
wegen etc.), schliesslich Oltuszewski, Meyerson, Lubliner, Srebrny, 
Swiatecki, Hertz, Logucki, Dobrowolski Zieciakiewicz, Erbrich 
u. a. m.; ausserdem Przedborski in Lodz, der unter anderem eine bemer- 
kenswerthe Arbeit über Kehlkopfstörungen bei Typhus geliefert hat, Swiezynski 
in Wilno, Schmurlo in Samara; schliesslich Staohiewicz und Zaleski 
(Docent der Otiatrie) in Lemberg, »Dembinski in Posen etc. Von den ge- 



*) Kürzlieh zum ausserordentlichen Professor ernannt. 
*•; Wie es scheint, wird Prof. Jurascz berufen. 



— 294 — 

storbdDen mass ich hier ausser dem schon erwähnten Wroblewski und Modrze- 
jewski (mehr Otologe) vor allem Koehler in Posen, Senior der Oto-Rhino- 
logen im deutschen Polen, anführen. 

[Erklärliche Bescheidenheit hat ür. Sendziak veranlasst, hier seinen eigenen 
Namen mit Stillschweigen zu übergehen; derselbe darf jedoch in der vordersten 
Reihe der polnischen Laryngologen nicht fehlen! Red.] 

Es existiren in Polen zwei laryngo-rhino-otologische Gesellschaften, nämlich: 

1. Eine alle 3 Jahre tagende gemischte Section der allgemeinen Versamm- 
lungen der polnischen Aerzte und Naturforscher (die letzte, d. h. X., fand im Jahre 
1906 in Lemberg statt) und 

2. die im Jahre 1899 von Heryng in Warschau gegründete laryngo-rhino- 
und otologische Gesellschaft, welche, nach zweijährigem Intervall wieder von 
Sokolowski ins Leben gerufen, sich eines glücklichen Gedeihens erfreut. 

In Polen giebt es im engeren Sinne kein specielles Journal, nur werden in 
dem vor einigen Jahren vort dem verstorbenen Chirurgen Krajewski heraus- 
gegebenen „Przeglad Chirurgiczny" unter anderem auch Themata aus der Otologie 
und Rhino-Laryngologie behandelt. 

An rhino-laryngologischen Lehrbüchern ist in Polen eine grosse Zahl er- 
schienen; schon erwähnt habe ich das erste 1879 erschienene Handbuch der Kehl- 
kopfkrankheiten aus der Feder Prof. Pieniazek's; zwei ersten der polnischen Lehr- 
bücher über die Krankheiten der Nase, ihrer Nebenhöhlen und des Nasenrachen- 
raumes (1898), sowie über die Krankheiten der Mundhöhle, des Rachens und 
der Speiseröhre (1900) wurden vom Verfasser dieses Artikels veröffentlich: ferner 
erschienen in dem Sammelwerke über die inneren Krankheiten von Prof. Ja- 
worski in Krakau, sowie in der Diagnostik der inneren Krankheiten von Bie- 
ganski in Czenstochau besondere Monographien über Hals- und Nasenkrank- 
heiten von Prof. Pieniazek in Krakau und Sokolowski in Warschau: weiter 
die beiden oben erwähnten Handbücher von Sokolowski (Die Krankheiten der 
Luftröhre und der Bronchien, 1902), sowie Heryng (Die Methoden der Unter- 
suchung und localer Behandlung der Kehlkopfkrankhciten, 1906); beide Werke 
sind auch ins Deutsche 1906 übersetzt worden. 

Nicht nur, was die Zahl der Veröffentlichungen, sondern auch deren Qualität 
anbelangt, steht die polnische Laryngo-Rhinologie auf der Höhe der Wissenschaft. 

Abgesehen von den oben erwähnten Monographien und Handbüchern sind 
in Polen eine ganze Reihe werthvoller kleinerer oder grösserer Arbeiten resp. 
Monographien erschienen, von welchen ich nur die wichtigsten erwähnen werde: 

Pieniazek: „Die Verengerungen der oberen Luftwege", 1901; sowie „Das 
Sklerom", „Das Pharyngosklerom", „Chronische infectiöse Infiltrationszustande 
imLarynx und Trachea (Laryngitis subglottica, Sto erk 'sehe Blennorrhoea, Sklerom") 
in Heymann's Handb. d. Laryngol. u. Rhinol.. 1898—1900; „Üeber Fremdkörper 
in den oberen Luftwegen'^, Przegl. Lek. 1895, etc. 

Heryng: „Die Heilbarkeit der Larynxphthisc und ihre chirurgische Be- 
handlung", 1886, auch deutsch, Stuttgart 1887; sowie „lieber Durchleuchtung der 
Highmorshöhle bei Empyem", 1889; „Ueber die Pharyngitis lateralis", Gaz. lek. 



— 295 — 

1881; sowie „Mycosis pharyngis leptothricia", ibidem 1884; „üeber Elektrolyse", 
1892, Przegl. lek. ; sowie „Inhalationsmethoden", ibidem 1906, etc. 

Sokolowski: „Larynxerkrankungen bei chronischen und allgemeinen Er- 
krankungen". In Heymann's Handb. der Lar. u. Khin. 1898—1900 und Odczyty 
kliniczne, 1898; weiter „üeber Laryngitis chron. hypoglottica", Gaz. lek. und 
^Beitrag zur Pathologie und Therapie der entzündlichen Prooesse der Gaumen- 
mandel" zusammen mit Dmochowski). Ibidem 1898, etc. 

Baurowicz: „üeber Aetiologie der Ozaena", 1895, Przegl. lek.: sowie 
„Üeber die Centren und Nerven des Kehlkopfs in Bezug auf die Phonation". 
Ibidem 1896, etc. 

Nowotny: „Bronchoskopie und bronchoskopischo Behandlung von Bron- 
chialasthma". Przegl. lek. und Mon. f. Ohrenheilk. etc. 1907. No. 12, etc. 

Wroblewski: ,, üeber die adenoiden Vegetationen". Gaz. lek., 1889: sowie 
j^üeber die Hypertrophie der Zungentonsille". Ibidem, 1892. „üeber acuten 
Abscess der Nasenscheidewand". Ibidem, 1894, etc. 

Dmochowski: „üeber Empyema antri Highmori". Pam. Tow. Lek., 1897; 
weiter „üeber die secundären Erkrankungen der Pharynxtonsille und der Balg- 
drüsen an dem Zungengrund, sowie des Nasenrachenraumes bei den Schwind- 
süchtigen", 1889 und 1894. Gaz. lek.; ferner „üeber Croup", sowie „üeber Ery- 
sipel der oberen Luftwege". Now. lek., 1892 und 1902, etc. 

Dobrowolski: „üeber die lymphatischen Follikel der Schleimhaut der 
Speiseröhre etc." 1892. Pam. Tow. Lek. 

Schliesslich Verfasser dieses Artikels: „üeber die Behandlung der Kehl- 
kopftuberculose". Krön. Lek., 1889; auch in englischer Sprache in Journ. of 
Laryng., 1889. „Nasen-, Rachen-, Kehlkopf- und Ohrenstörungen bei den acuten 
infectiösen Krankheiten". Now. Lek., 1900; sowie „Aetiologie der sogenannten 
Angina follicularis" (bakteriologische Arbeit), 1894, Ibidem, auch deutsch im 
Arch. f. Laryngol, 1895; ferner „Rhinitis chronica atrophicans resp. Ozaena". 
Krön. Lek., 1906; schliesslich „Die bösartigen Kehlkopfgeschwülste und ihre Ra- 
dicalbehandlung". Przegl. lek. (auch in deutscher Sprache, Wiesbaden 1907) und 
„Aetiologie der Mycosen in den oberen Luftwegen". Krön. Lek., 1906 (auch in 
englischer Sprache in Annais of Otol., Lar. and Rhin., 1906); die beiden letzt- 
genannten Monographien wurden auf den internationalen Preisausschreibungen in 
Frankreich und Amerika mit der goldenen Medaille gekrönt. 

IX. Russland. 

Der erste, der in Russland im Jahre 1860 die Benutzung des Kehlkopfspiegels 
eingeführt hat, war Rauohfuss in St. Petersburg, der Nestor der russischen 
Laryngologen, der vor Kurzem das 50jährige Jubiläum seiner verdienstvollen 
Thätigkeit feierte und der unter anderem stets ausgezeichnete Artikel in Ger- 
hardt 's Sammelwerke der Kinderkrankheiten „üeber die Krankheiten des Kehl- 
kopfes und der Luftröhre im Kindesalter" (1878) verfasst hat. Er hat auch den 
ersten (1861) bis jetzt noch überall gebrauchten Larynxinsufflator angegeben. 

Der zweite Vertreter der. russischen Laryngologie wurde Koschlakoff, der 



— 296 — 

erste Docent (1860) und später Professor der Laryngologie an der medicinisohen 
Academie in St. Petersburg. 

Seit dem Jahre 1885 ist Director der ersten laryngo-rhino-otologischen Uni- 
versitätsklinik in St. Petersburg (Wojenno-Medicinskaja Akademia) Prof. Sima- 
nowski. Der zweite ofßoielle Lehrstuhl für Oto- Laryngologie befindet sich am 
weiblichen medicinischen Institute, ihn hat Prof. Wierchewski inne. Ausserdem 
lehren im klinischen Institute der Grossfürstin Eleny Pawlowny zwei hervor- 
ragende Specialisten, ohne jedoch eine Klinik zu haben, nämlich: die Rbino- 
Laryngologie Prof. Nikitin, Verfasser der einzigen russischen Lehrbücher der 
Laryngo-Rhinologie, die Otologie Prof. Okunew, dessen Name in der laryngo- 
rhinologischen Literatur gut bekannt ist. Zu den sonstigen renommirten Specialisten 
gehören noch in St. Petersburg Hellat und Lunin (gegenwärtige und gewesene 
Referenten der russischen laryugo-rhinologischen Literatur in diesem Blatte), 
Schirmunski, Sacher, .Jacobson, eqdlich Lewin, der gegenwärtige Redac- 
teur der einzigen Fachzeitschrift („Jeschemiesiacznik etc.^), welchem ich für 
einige diesbezügliche Notizen meinen besten Dank sage; ferner in Moskau: 
die Docenten Stepanow, Preobrashensky, Iwanow, sowie Scott, schliess- 
lich V. Stein, seit 18% Vorstand der berühmten B az an o waschen Klinik, 
der hervorragendste Specialist für Ohrenkrankheiten, bekannt jedoch auch in der 
Laryngo-Rhinologie durch werthvolle Arbeiten; weiter in Kiew Prof. Wolkowicz 
und Wysokowicz; in Riga Bergengrün, Verfasser einer ausgezeichneten Mono- 
graphie über Lepra, und viele andere. Von den verstorbenen hervorragenden 
Specialisten verdienen vor allem erwähnt zu werden Mandelstamm in Kiew und 
Pogrebinski in Odessa. 

Wie ich schon erwähnt habe, sind in Russland nur zwei Lehrbücher der 
Laryngologie und Rhinologie erschienen; beide haben Prof. Nikitin zum Verfasser: 

1. „Die Krankheiten der Nase". 1882. III. Aufl. 1902 und 

2. „Handbuch der Laryngologie und der Krankheiten des Kehlkopfes". 
1884. lll. AuO. 1903. 

Von den wichtigsten in den letzen Jahren in rnssischer Sprache veröffent- 
lichten grösseren Arbeiten resp. Monographien habe ich folgende zu erwähnen : 

Genkin: Zur Frage derAction der Galvanokaustik, Lapis, Acidum trichlor- 
aceticum und chromicum etc. Moskau 1902. 

Bergengrün: Die lepröse Erkrankung der Nase, des Rachens und des 
Nasenrachenraumes, sowie des Kehlkopfes und der Luftröhre. In Heymann's 
Handb. der Laryngol. u. Rhinol. 1898 u. 1900. 

Terebinski: Einige Angaben zur Frage der bösartigen Larynxgeschwülste 
und deren operativen Behandlung. Dissert. Moskau 1907. 

Szapiro: Zur Frage des Einflusses der erschwerten Nasenathmung auf die 
morphologische Gestalt des Blutes, Athmung und Kreislauf. Diss. Moskau 1903. 

Wysokowicz: Pharyngitis keratosa punctata. Virch. Arch. 1907. 

Okunew: Die Resection des Canalis nasolacrymalis bei den Augenkrank- 
heiten. 1908. Jeschemiesiacznik usznych, gorlowych i nosowych boleznicj. 



- 297 — 

Iwanow: Ueber die Bebandlang der acuten and subacaten Erkrankungen 
der Nebenhöhlen. Ibidem. 1908. 

Erbstein: Anatomie, Physiologie und Hygiene der Luftwege und Ohren. 
St. Petersburg 1908. 

In Kussland besteht, wie oben erwähnt, seit dem Jahre 1906 eine oto- 
laryngo-rhinologische Monatsschrift: „Jeschemiesiaeznik usznych^ gorlowych i 
nosowych boleznicj'^, die in St. Petersburg unter der Redaction von Ni kitin 
und Okunew; Schirmunski, Sacher und Lewin (der gegenwärtige Haupt- 
redacteur) erscheint; Mitredacteur ist v. Stein in Moskau. 

Was schliesslich die Gesellschaften für Rhinologie und Laryngologie in 
Hussland betrifft, so existiren jetzt die folgenden: 

1. Die in Moskau von Scott im Jahre 1897 gegründete „oto-laryngologische 
Gesellschaft". Vorsitzender: v. Stein. 

2. In St. Petersburg die 1902 von Hellat gegründete „oto-laryngologische 
Gesellschaft". Vorsitzender: Simanowski. 

3. Die seit 1906 von Prof. Nikitin ins Leben gerufene „St. Petersburger 
oto-laryngologische GeselIsohaft-% deren Organ die oben erwähnte Monats- 
schrift ist. 

4. Schliesslich wird im December dieses Jahres (1908) in St. Petersburg 
der erste panrussische Congress der Oto-Laryngologen stattfinden. 

In Finnland giebt es in der Hauptstadt Helsingfors einen Lehrstuhl für 
Oto- Laryngologie unter der Leitung Prof. af Forseiles. Zu den wichtigsten in 
Finnland erschienenen Monographien gehört vor allem die von Ziliacus in Hel- 
singfors: „Die Ausbreitung des Platten- und Cylinderepithels im menschlichen 
Kehlkopfe während der verschiedenen Lebensalter". 1905. 

X. Spanien*) 
ist, wie bekannt, das Vaterland des Erfinders des Kehlkopfspiegels, Manuel 
Garcia's, der viele Jahre in London wohnte und dort im Alter von 102 Jahren 
starb. Begründer der spanischen Laryngologie waren Ariza in Madrid, Verfasser 
des ersten laryngo-rhinologischen Handbuches (1888), sowie Roquer y Casa- 
des US in Barcelona, beide gestorben. 

Der Unterricht der Oto-Rhino-Laryngologie ist in Spanien erst seit dem 
Jahre 1902 obligatorisch geworden: alle Professoren sind provisorisch ernannt ent- 
weder für den officiellen oder freien Unterricht. An der Universität in Madrid hat 
den officiellen Lehrstuhl Prof. Cisneros inne, bekannt vor allem durch seine 
Arbeiten über Exstirpation des Kehlkopfes beim Krebs; den freien Unterricht 
üben aus: Rueda, Forns und Tapia, endlich Horcasitas, Compaired etc. 

An der Universität Barcelona: für den officiellen Unterricht Sajo, für den 
freien Unterricht Botey, Martin und Sune, von denen der erstgenannte zu den 
hervorragendsten Vertretern der spanischen Laryngo-Rhinologie gehört und unter 



*) Für einige Notizen, betreffend den Unterricht der Laryngo-Rhinologie in 

Spanien spreche ich an dieser Stelle Dr. Tapia in Madrid meinen herzlichen 
Dank aus. 

Jahrg. XXIV. 9.> 



— 298 — 

anderem, ein rhino-lary ngologisches Handbuch (1805) verfasst und eine sehr be- 
suchte Klinik hat. 

An der Universität Granada: Oloriz für den officiellen Unterricht (früher 
der verstorbene Prof. Pelaez); in Zaragoza: Fairen; in Sevilla: Magro; in 
Salamanca: Pinilla; in Valencia: Bartual; in Valadolid: Vargas; endlich in 
Cadiz: Portela; alle für den officiellen Unterricht. 

Ausser diesen oben erwähnten officiellen Vertretern der Laryngo-Rhino- 
resp. Otologie an den spanischen Universitäten sind noch folgende namhafte Spe- 
cialisten zu nennen: Prof. de la Sota y Lastra in Sevilla, Verfasser des Lehr- 
buches: „Theoretisches und practisches Handbuch über Nasen- sowie Rachen- und 
Kehlkopf krankheiten'' 1900— 1902), Botella, Urunuela, Qomez dela Mala, 
Martinez, alle in Madrid. 

Es giebt in Spanien ausserordentlich viel (vielleicht zu viel!) Specialjour- 
nale, nämlich: 

1. „Archivos Internacionales de Laringologia, Otologia y Rinologia^. 
Barcelona. 

2. „La Oto-Rino-Laringologia Espanola". Madrid. 

3. „Revista de Laringologia, Otologia y Rinologia", in Barcelona von 
Roquer y Casadesus gegründetes Journal. 

4. „Gaceta de Ophthalmologia, Otologia y Laringologia^'; seit 1885 in Ma- 
drid. Redactcur Gomez de la Mata. 

5. „Annales de Otologia y Laringologia^*. Red. Martinez Esteban. 
Endlich 6. „Boletin de Laringologia, Otologia y Rinologia". Madrid. Red. 

Prof. Cisneros. 

Es existirten oder existiren in Spanien die folgenden Fachvereinc: 

1. Die im Jahre 1886 von Ariza gegründete „Sociedad Espanola di Larin- 
gologia, Otologia y Rinologia", die nur eine kurze Lebensdauer hatte. 

2. Der im Jahre 1896 von Compaired in Madrid gegründete „Primero 
Congresso Espanol di Oto-Rino-Laringologia" unter dem Präsidium von Galleja; 
die zweite Versammlung tagte in Barcelona unter dem Präsidium von Roquer 
y Casadesus; weitere Congresse fanden nicht statt. i 

3. Im Jahre 1899 wurde in Madrid die Sociedad Espanola di Laringologia, 
Otologia y Rinologia gegründet, und 

4. im Jahre 1906 „Section oto-laringologica del Academia medico quirurgica 
Espanola". 

Ausser den oben erwähnten Handbüchern de la Sota 's, sowie klinischen 
laryngo-rhinologischen Darstellungen von Ariza und Botey giebt es eine ganze 
Anzahl grösserer und kleinerer spanischer Einzeldarstellungen aus dem Gebiete 
der Laryngo-Rhinologie, von welchen ich jedoch nur die neueste von Prof. Cis- 
neros erwähne: „La laringeetomia total en dos tempis". Madrid 1908. 



— 299 — 

XL Die Skandinavischen Königreiche [Schweden, Norwegen und 

Dänemark]*). 

Unter den skandinavischen Ländern hat die Laryngologie und Rhinologie 
die höchste Entwickelung in Dänemark erreicht. Dänemark, als das Vaterland 
des berühmten Otologen Wilhelm Meyer in Kopenhagen, des „Vaters der ade- 
noiden Vegetationen", welchem, wie ich schon erwähnt habe, wegen seiner 
ausserordentlichen Verdienste die Oto-Rhino-Laryngologen aller Länder am Ende 
des vorigen Jahrhunderts — also ungefähr 30 Jahre nach der Publication seiner 
berühmten Arbeit (1868) — in seiner Geburtsstadt ein Monument errichtet haben. 
In Kopenhagen besteht seit kurzer Zeit ein officieller Lehrstuhl und eine üniver- 
sitätspoliklinik der Oto-Rhino-Laryngologie (neben einer Klinik für Otiatrie) unter 
der Leitung von Prof. Schmiegelow. 

Die Studenten müssen die Klinik obligatorisch während eines Semesters be- 
suchen und die Vorlesungen hören; Oto-Laryngologie ist aber kein Examensfach. 

Director der oto-lary ngologischen Poliklinik und Klinik im Communehospital 
in Kopenhagen ist Prof. Holger Mygind, Verfasser des einzigen dänischen 
Handbuches über die Krankheiten der oberen Luftwege (1900). 

Zu den hervorragendsten Laryngo-Rhino- resp. Otologen in Dänemark ge- 
hört Lange in Kopenhagen, Verfasser von Arbeiten über die adenoiden Vege- 
tationen (1879), sowie über Erkrankungen der Nasenscheidewand (1900) in Hey- 
raann's Handb. der Laryngol. u. Rhinol., sowie Grönbeck, Jörgen Möller etc. 

In Dänemark ist eine grosse Anzahl rhino-laryngologischer Einzelschriften 
erschienen; ich werde hier nur die wichtigsten erwähnen: 

Grönbeck: Heber Nasenrachenpolypen, insbesondere die fibrösen. Disseri. 
1888. 

PauUi: Ueber die Pneumacität des Schädels bei den Säugethieren. 
Habilitationsschr. 1899. 

Jörgen Möller: Die Untersuchungen über die vergleichende Anatomie der 
Kehlkopfmuskulatur der Säugethiere mit besonderer Rücksicht auf den Menschen. 
Kopenhagen 1901. 

Schousboe: Von Bakterien in der normalen Nasenhöhle und der bak- 
terientödten.den Fähigkeit des Nasensekretes. Dissert. 1901 und viele andere, 
welche ich hier wegen Mangel an Raum nicht erwähnen kann. 

Auf die Initiative Seh miegelow 's entstand im Jahre 1899 die dänische 
oto-laryngologisohe Gesellschaft. 

In Norwegen lehrt die Oto-Rhino-Laryngologie an der Universität Chri- 
stiana Uch ermann, der anfangs Docent war und seit dem Jahre 1896 die Pro- 
fessur bekleidet. Er ist seit dem Jahre 1892 auch Vorstand der oto-laryngo- 
logischen Universitätsklinik und Poliklinik. 

Der Besuch eines dreimonatlichen Cursus ist zwar obligatorisch, jedoch ist 
die Rhino-Laryngologie kein Examensgegenstand. 



*) Für die gefälligen diesbezüglichen Notizen sage ich an dieser Stelle den 
Herren Prof. Schmiegelow und Prof. Holger Mygind in Kopenhagen, sowie 
Prof. Uchermann in Christiania meinen herzlichen Dank. 



— 300 — 

Von anderen hervorragenden norwegischen Specialisten muss ich Bull, 
Daae und Heidenreich, alle in Christiania, erwähnen. 

Zu den wichtigsten, in Norwegen erschienenen Arbeiten gehören: 

Prof. Uchermann: Die 'chirurgische Behandlung der Kehlkopftuberculose 
(1889), sowie: Cancer laryngis und seine operative Behandlung (1890—1897), 
weiter: Laryngitis rheumatica circumscripta nodosa (1897); Ueber den exspirato- 
rischen Stimmritzenkrampf (1898 — 1899) etc. etc. 

Bull: Ueber gutartige Kehlkopfgeschwülste und ihre Behandlung (1877). 

Vetlassens: Aetiologische Studien über Struma (1887) Christiania etc! 

In Schweden werden von Stangenberg offioielle Vorlesungen und Curse 
über Oto-Laryngologie an der Universität Stockholm gehalten, aber die Studien 
sind nicht obligatorisch. 

Von anderen hervorragenden schwedischen Specialisten seien genannt: 
Holmgren, Lagerlöf, Hokanson etc. 

In Schweden besteht seit Kurzem (1906) die „Schwedische oto-lary ngologi- 
sche Gesellschaft". 

Von den wichtigsten in Schweden publicirten Arbeiten erwähne ich: Land- 
ström (Stockholm): „Ueber Morbus Basedowii, eine chirurgische und anatomische 
Studie", 1907. 

In Schweden wie in Norwegen giebt es kein Specialjournal und keine laryngo- 
rhinologischen Lehrbücher. 

XIL Schweiz*). 

Nur in drei schweizerischen Städten, nämlich in Basel, Bern und Lausanne, 
giebt es oto-laryngologische Kliniken und Polikliniken, und zwar in Basel unter 
der Leitung des ordentlichen Professors Sieben mann, der ausser durch seine 
otologischen Arbeiten unter anderem bekannt ist durch seine Publicationen über 
das Wesen der sogenannten „Mycosis lepthotricia pharyngis", welche Krankheit 
er Hyperkeratosis benennt. Er gehört zu den hervorragendsten Vertretern der 
Oto-Rhino-Laryngologie in der Schweiz. Ausserdem lehrt in Basel als Docent für 
Oto-Rhino-Laryngologie Oppikofer. 

An der Universität in Bern giebt es zur Zeit nur eine oto-rhino-laryngolo- 
gische Poliklinik, demnächst auch eine Klinik unter Leitung Prof. Valentin! 's; 
ferner wirken dort Prof. Lüscher und Prof. Lindt. 

Zu den hervorragendsten Specialisten gehören in Bern auch Docent Jon- 
qui^re, sowie Schönemann. 

In Lausanne leitet die oto-rhino-laryngologische Klinik und Poliklinik Prof. 
Mermod nach dem Tode Prof. Secretan^s. 

Sonderbarerweise haben Genf und Zürich weder Klinik noch Poliklinik für 
Oto-Rhino-Laryngologie. 

In Genf dociren: Wyss, Guder, Fannin, Nägeli. In Zürich lehren Oto- 
Rhino-Laryngologie die Docenten: Rohrer (mehr Otolo^e), Suchannek (jetzt 

*) Für diese Notizen sage ich Herrn Prof. Sieben manu in Basel, sowie 
Doc. Jonquiere in Bern meinen herzlichen Dank. 



— 301 — 

in Deatschland)) Verfasser vorzüglicher anatomo-pathologisoher Arbeiten auf un- 
serem Gebiete, Wild und Nager jun. 

Ausserdem muss ich hier noch einige schweizerische Namen erwähnen, 
welche, obgleich ihre Träger nicht eigentliche Larjngologen, doch eng mit der 
Laryngo-Rhinologie verbunden sind, nämlich vor allem Prof. Kocher in Bern, 
den berühmten Chirurgen, Verfasser wichtiger Arbeiten, besonders über Kropf 
(Kocher's „Cachexia strumipriva"), Prof. Gaule und Stöhr, beide in Zürich, 
Verfasser physiologischer und bakteriologischer und anatomo-pathologischer Ar- 
beiten aus dem Gebiete der Laryngo-Rhinologie. 

Von den in der Schweiz erschienenen Monographien seien aufgeführt: 

Stöhr: „üeber Mandeln und Balgdrüsen". Virch. Arch. Bd. 97. 1884, 
sowie: „Die Entwickelung des adenoiden Zellgewebes, der Zungenbälge und der 
Mandeln des Menschen". Zürich 1891. 

Wyss: „Etüde clinique des complications auriculaires de l'ozene". Diss. 
Geneve 1886. 

Megerand: Contribution a l'^tude anatomo-pathologique des maladies de 
la voute du pharynx". These Lausanne. 1887 Geneve. 

Suchannek: „Beiträge zur normalen und pathologischen Anatomie des 
Kachengewölbes". Habilitationsschrift. Jena 1888; sowie „üeber Tuberoulose der 
oberen Luftwege". Halle 1902. 

Gaule: „Physiologie der Nase und ihrer Nebenhöhlen". In Heymann^s 
Handb. der Laryngol. u. Rhin. 1900 etc. 

Fachzeitschriften, Lehrbücher, sowie Gesellschaften (die schweizerischen 
Specialisten betheiligen sich an den Sitzungen des Vereins der süddeutschen 
Laryngo-Rh in otogen in Heidelberg) fehlen in der Schweiz gänzlich. 

XIIL .Japan 
besitzt schon seit 1901 eine oto-laryngologische Universitätsklinik in Tokio unter 
der Leitung des bekannten Prof. Okada, eines Schülers B. Frank eTs, des ersten 
Referenten über japanische Literatur in diesem Blatte seit 1896 (gegenwärtig ist 
dies Ino Kubo in Fukuoka). 

Im Jahre 1895 entstand auf die Initiative von Kanasugi in Tokio die 
japanische oto-rhino-laryngologische Gesellschaft unter dem Präsidium des Prof. 
Okada. 

Von hervorragenderen Specialisten sind zu nennen: Kiraura, Okamura, 
Nakamura, Nishyama etc. 

In anderen Ländern, wie Portugal, Serbien, Bulgarien, Rumänien*), Griechen- 
land, sowie Türkei und China fehlt fast jede Bethätigung auf rhino-laryngologi- 
schem Gebiet, bekannt sind nur die Arbeiten von Toakyroglous in Smyrna 
und von Photiades in Konstantinopel (in griechischer Sprache „Mitthei- 
lungen aus dem Gebiete der Nasen-, Rachen- und Kehlkopf krankheiten", Athen 

*) In der letzten Zeit (1907) hat sich in Bukarest eine rumänische oto-rhino- 
laryngologische Gesellschaft constituirt. 



— 302 — 

(1884), schliesslich von Felix in Bukarest: ,,Paralysies laryng^ales dans le goitre^'. 
Arch. int. de Lar.. 1907. No. 7. 

Ich bin am Schluss meines historischen Ueberbiicks der Entwickelung der 
Laryngologie und Rhinologie bei den einzelnen Nationalitäten. 

Da es mir unmöglich war, in diesem kurzen Abriss etwaige Ungenauigkeiten 
resp. Auslassungen zu vermeiden und da ich, wie schon in der Einleitung er- 
wähnt, mit der ausführlichen Bearbeitung dieser Frage gegenwärtig besohäftigt 
bin, so würde ich sehr dankbar sein, wenn die verehrten Leser dieses Blattes 
gefällige Ergänzungen direct an mich (Warschau — Russisch-Polen — 10 Ery- 
wanska) gütigst schicken wollten, wofür ich ihnen im Voraas meinen verbind- 
lichsten Dank an dieser Stelle ausspreche. 



III. Referate. 

a. Allgemeines, obere Luftwege. 

1) Brindel. Ueber die Zweckmissigkeit der BUdung eines AnfilcktsdieBBteB 
fttr Scknlen vem ete-rhine-laryngelegischen Standpnnkte und ttker die Orga- 
ninatten eines seleken. (De l'eppertnniM de la crdatien d'nn senrice d'in- 
specüon des ieeles an peint de vne ete-rUno-lanmgoIegiqne et snr saa 

ergaaisatien.) Bericht an das Bürgermeisteramt von Bordeaux. Im Journal 

de mM. de Bordeaux, 11. August 1907. 

Verf. plaidirt zu Gunsten von oto-rhino-laryngologischen Schularztstellen ; 
er giebt eine Geschichte dieser Frage und berichtet über die bereits in Frankreich 
erzielten Resultate. autorefkrat. 

3) Torrents (Barcelona). Hygienische Fttrserge für das lengeborene vem eto- 
rhinelogischen Standpnnkt. (Gnidades Ugienices del recidn nacido deade 

el'pnntO de ViSta ete-rinelegiCO.) Remsta barcelonesa de oto-rino-laringologia 
No. 2. 

Enthält nichts Neues. tapia. 

3) Erbstein. Anatemie, Pkysielegie and Hygiene der Atkmnngs- and BUaini- 
organe. (Anatemia, lsielegi]a i gigiena sichatelnieh i gelesewich erganew.) 

Petersburg 1906. 

Populär-roedicinische Abhandlung für Sänger und Redner. Da in russischer 
Sprache bisher Specialwerke auf dem genannten Gebiete fast gänzlich fehlen, so 
ist die Arbeit schon deshalb als ein Fortschritt zu betrachten. Wenn auch dem 
Autor kein besonders fernes Ziel vorgeschwebt hat, wenn er sich auch nicht ge- 
traut, irgend welch© Streitfragen in diesem oder anderem Sinne zu lösen, so ist 
schon der gute Wille, den Gegenstand dem grösseren Publicum mundgerecht zu 
machen, anzuerkennen. 

Als zweckentsprechend muss das Unternehmen auch noch in einem anderen 
Sinne betrachtet werden. In der letzten Zeit erschienen in russischer Sprache 



— 303 — 

populäre medicinische Broschüren, welche den Gesang und die Hygiene des Sin- 
gens zum Gegenstande hatten, fast ausschliesslich aus der Feder der sogen. „Ge- 
sangsprofessor en^^ Es braucht kaum hervorgehoben zu werden, dass auf diesem 
Wege das Publicum vielfach recht schlecht wegkam. 

Leider hat der Autor zu vieles in sein Gebiet hineinziehen wollen und da- 
durch ist ihm dasselbe passirt, was. das französische Sprichwort so trefifend 
wiedergiebt: „qui trop embrasse etc.'^ Man kann sich des Eindruckes nicht er- 
wehren, dass das Fahrwasser sogar für ein populär-medicinisches Werk zu seicht 
gewählt ist. Ausserdem berührt es sehr eigenthümlich, dass der Autor nicht 
die wenigen heimathlichen Vorarbeiten zu kennen scheint. Wenigstens wird keine 
von ihnen namhaft gemacht, während ausländische Namen häufig angetroffen 
werden, oder sollte das Verschweigen etwas anderes bedeuten? p. hellat. 

4) Helman. Beitrag rar Therapie der Tnbercnlese des oberen Respirations- 
tractna mittelat lod- ond Qaecksilberpräparatea. (Priyciynek de lecxenia 
Jedem i rtecia gmilicy aosa, gardiioli i krtanl.) Czasapisyno Lekarskie. 

No. 1, 1908. 

Angeregt durch den Aufsatz von Dr. Grünberg hat Verf. bei einer 33jäh- 
rigen Patientin, die seit 5 Monaten an Schluckbeschwerden litt und bei der er ein 
Geschwür von 2Y2 cm Breite auf der hinteren Rachenwand entdeckte, das auf ihn 
den Eindruck eines tuberculösen Geschwüres machte, zuerst die Jod- und dann 
Quecksilbertherapie angewandt, wobei das Geschwür gänzlich vernarbte. Dieser 
Fall ist jedoch, was Verf. selbst zugiebt, was die Tuberculose betrifft, nicht gänz- 
lich bewiesen, denn es fehlten ausgesprochene Lungenerscheinungen und Bacillen 
im Auswurf, jedoch schien ihm der Fall mehr tuberculösen als luetischen 
Ursprungs zu sein, und er räth in derartigen zweifelhaften Fällen die oben er- 
wähnte Therapie anzuwenden. a. v. sokolowski. 

5) w. Freadenttaal (New-York). Oeber die klimattsclie Behandlung der Tnber- 

cnlose der oberen LnftWege. Fraenket's Archiv f. Laryngotogie, Bd. 18. 
S. 517. 

Verf. giebt eine kurze üebersicht über die Indicationen und Erfolge der 
Aerotherapie, Heliotherapie, Altotherapie und Thalassotherapie. 

F. KLEMPKRKR. 

f>) Seodzlak. Stttmngen in dem oberen Respirationstraetng bei der lyaterie. 
(labnrienia hyaterycine w gömpi odeinkn drig oddeckowych.) Notciny 

Lekarskie. No. 2. 1908. 

In einem ausführlichen Referate, das Verf. auf dem Lemberger Natur- 
forsch er-Congress vorgetragen hat, hat er genaue Daten zusammengestellt, die 
diese Frage betreffen. Sämmtliche Störungen theilt er in drei Kategorien : sensible, 
sinnliche, motorische. Zu der ersten Kategorie zählt er: a) Anästhesie, b) Hyper- 
ästhesie und c) Parästhesie. Die Anästhesie der Schleimhaut des oberen Respi- 
rationstractus kommt seltener vor als die Hyperästhesie und tritt meistens bilateral 
auf, wird öfters mit der sog. Anaesthesia dolorosa combinirt. Am seltensten kommt 
die Anästhesie an der Schleimhaut des Nasenrachenraumes in toto vor oder insel- 



— 304 — 

artig z. B. auf dem Septum, viel öfter wird sie beobachtet an der Schleimhaut 
des Mundes, des Rachens und des Oesophagus. Die Mittelstelle nimmt sie am 
Kehlkopf und an der Trachea ein. Die Hyperästhesie ist meistens mit der Hyper- 
algesie combinirt. Zu der ersten Kategorie wird die sog. Khinalgia, Pharyngalgesia 
und Laryngalgia hysterica gerechnet, die ohne irgendwie bemerkenswerthe Ver- 
änderungen dieser Organe auftreten; endli<;h localisirt sich der Schmerz auf dem 
äusseren Nasengerüst. Die Rhinalgie combinirt sich manchmal mit der Anosmie. 
Die Laryngalgic tritt am meisten bei den Sängern ein in Form von Druck-, Zu- 
sammenschnürungserscheinungen oder Empfindung eines Fremdkörpers in der 
Kehle. Dazu werden ferner gerechnet die sog. Phthiseo-, Syphilo-, Cancero- 
phobie u. v. a. Was die Störungen iu der Sinnessphäre anbelangt, so gehören 
hierher : Hyperosmie, Anosmie, Hyposmie und Parosmie. Was drittens die Stö- 
rungen in der motorischen Sphäre anbelangt, so gehören hierher die verschiedenen 
Coordinationen und spastische Erscheinungen in einzelnen oder zusammenhän- 
genden Gruppen des Kehlkopfs und Rachens: in erster Linie die sog. reflectori- 
schen Neuralgien hysterischen Ursprungs in der Nase, Nasenrachenräume und 
Kehlkopfe, die hervorgerufen werden durch den Druck, dagegen beseitigt durch 
Cocainisirung der entsprechenden Stellen. Die hysterischen Reflexneurosen treten 
als angioneurotische oder secretorische auf. Hierzu gehören transitorische Nasen- 
röthe, Nasenödem, Nasenbluten, Schwindel nasalen Ursprungs, Ictus etc. 

A. V. SOKüLOWSKl. 

7) Swershenskl. inwendOBg der neuen aniiUiesirenden Bttel — Alypln nnd 
levecain — in Rhine-laryngeleile. (Pinsenenie newicli anestetirny iredstw 
— allpina i nowekaina - w rinolariagelegia.) Sonderadruck aus Med. Obotr. 

1907. 

Autor hat Alypin in einer erheblichen Anzahl von Operationen angewandt 
und ist mit ihm zufrieden, besonders wegen der geringeren Giftigkeit gegenüber 
Cocain und der nicht contractilen Eigenschaft. Auch der Geschmack ist weniger un- 
angenehm. Novocain kann S. als anästhesirend besonders bei Einspritzungen 
weniger empfehlen, dagegen aber ist es bei Pulverisation und Spülung von guter 
Wirkung. p, hellat. 

vS) w. J. Mc. Cardie. Statu lymphaUcni in Beiiehang inr allgemeinen lar- 
keae. (Statns lymphatiens in relatien te general aneatkeaia.) (Vortrag, ge- 
halten vor der Society of Anesthetists, 6. December 1907.) British Medical 
Jourtuil. 2S. Januar 190S\ 

Verf. giebt einen Ueberblick über die Literatur und erinnert an die Resul- 
tate der postmortalen Untersuchungen von Pal tau f. Es fand sich Vergrösserung 
der Tonsillen, der Lymphdrüsen, der Follikel an der Zungenbasis, der Milz und eine 
Hyperplasie der Thymusdrüse, deren Grösse bei den verschiedenen Individuen 
variirte; in den meisten Fällen bestand auch eine Verengerung der Aorta. Die 
Individuen mit Status lymphaticus sind ungewöhnlich empfänglich für infectiöse 
Erkrankungen, sterben leicht infolge Shock und sind besonders in der Narkose 
gefährdet. Verhältnissmassig leichte AlTectionen können bei ihnen fatal werden. 



— 305 — 

Die meisten Todesfälle in Narkose betreSen Individuen mit Status lymphaticus. 
£s werden zahlreiche Fälle nebst Obductionsergebniss berichtet. Bei Kindern mit 
yergrösserter Thymusdrüse ist häufig Stridor mit erschwerter Respiration, wahr- 
scheinlich infolge von Bronchial- und Trachealstenose, die durch die vergrösserte 
Thymus- und Bronchialdrüse verursacht sind. Es kann dies durch die Radio- 
skopie demonstrirt werden. 

Symptome des Status lymphaticus sind: dünne, blasse Haut, pastöses Aus- 
sehen, reichliches Fettpolster, Zeichen von Rachitis oder Scrophulose, Schwel- 
lung der oberQächlichen Drüsen, besonders im Nacken und Achselhöhle, ver- 
grösserte Mandeln, adenoide Wucherungen und palpable Milz. Ausserdem lässt 
sich oft Yergrosserung der Schilddrüse beobachten, die, wie man sagt, in mehr 
als 50 pCt. der Fälle besteht. Adenoide Wucherungen und Tonsillarhyperplasie 
sind fast stets vorhanden nebst Vergrösserung der lymphatischen Follikel des 
Pharynx und Larynx. Es besteht im Allgemeinen Lymphocytose. Die vergrösserte 
Spitze der Thymusdrüse kann öfters gesehen oder gefühlt werden. Die Milz ist 
vergrössert und kann leicht palpirt werden. Oft ist das Symptomenbild des 
Morbus Basedow vorhanden. Viele Patienten leiden an Epilepsie. Der Tod in der 
Narkose ist stets ein plötzlicher. Der rechte Ventrikel ist dilatirt und schlaff. Es 
besteht eine eigenthümliche Neigung zu Oedem. Es soll, wenn möglich, Aether 
und nicht Chloroform gegeben werden, und zwar mittels der offenen Methode, um 
eine Congestion der Thymusdrüse zu vermeiden. Wenn Chloroform gegeben wird, 
so soll eine halbe Stunde vorher Strychnin und Atropin injioirt werden. 

Fälle von vergrösserter Thymusdrüse sind erfolgreich mittels Thyroectomie 
oder Röntgenbestrahlung behandelt worden. In Fällen von Status lymphaticus 
sollte der allgemeine Gesundheitsstand vor der Operation geprüft, adenoide Ve- 
getationen und vergrösserte Tonsillen entfernt und eine Woche lang vorher Herz- 
lonica gegeben werden. Während der Narkose soll Patient mit hintenüber ge- 
neigtem Kopf liegen. Tritt Herzstillstand während der Narkose ein, so soll die 
manuelle Herzcompression angewandt werden. adolph buonnkr. 

D) Camus und Niclonx. AetliylcUorid im Blut während der larkese. (Le 
cUemre d'ithyle dans ie sang en conn de ranteUtisie.) Academie des 

Sciences. 8. Januar 1908. 

Der Gehalt des Blutes an Aethylchlorld kann ohne jede Gefahr eine be- 
trächtliche Höhe erreichen. Die Elimination geschieht sehr schnell. Im Fall der 
Intoxication ist die künstliche Athmung von grosser Wirksamkeit. 

(iONTIKR de la ROCHE 

10) Freand (Reichenberg). Cocain als littel gegen das Erbrechen. Wimer 
klin. Wochenschr. No. 46. 1907. 

Versuche an 112 Fällen. Injectionen einer Dosis (0,025 g) von Cocain ver- 
mindern die Häufigkeit des Erbrechens nach der Narkose. Sie bewirken Euphorie 
der aus der Narkose erwachenden Patienten, steigern den ßlutdruck, können 
jedoch den Eintritt des Späterbrechens nicht hindern. Anregung zu weiteren dies- 
bezüglichen Versuchen, chiari. 



— 306 — 

11) J. Welemlnskf (Wien.) TherapeoUlChe littkelliageil. Fraenkd^s Archiv 
f. Laryngologie, Bd. 18, S. 547, 

Verf. bespricht kurz 1. die Tamponade der Nase mittelst Faraffingaze; 
2. Drainage von Peritonsillarabscessen ; 3. Paraffininjection bei Ozaena; 4. Drai- 
nage der Kieferhöhle; 5. submucöse Kaustik der unteren Muschel; 6. Skarification 
der mittleren Muschel. p, klkmperkr. 

b. Nase und Nasenrachenraura. 

12) Tan den Wildenberir- Beitrag inr Anatomie der SeaicUaainaa. (Gontri- 
. btttion k ranatomie des sinna de la face.) Im Preaee oto-iaryngoi. Beige. 

No. 3. 1906. 

Vergl. Bericht über die Versammlung der Belgischen oto-rhino-laryngol. 
Gesellschaft vom 10. December, in welchem darüber referirt ist. parmentikk. 

18) j. F« Fiecher und F. Tetens Hald (Kopenhagen). Uebor die Bedeatnng der 
Röntgeimiitersnehuigeii fttr die Diagneae and die operative Behandlmig Yen 
Leiden der lebenhöblen der laae. (Om Betydniagen af Rintgennnderaigelaer 
for Diapeaen og den operative Behandliag af Lidelaer i laaena Behnler.) 

UgcskHft for Laegci\ November 1907. 

Die Erfahrungen der Verff. beruhen auf Röntgenuntersuchungen von circa 
20 Patienten und auf den besonders von Gold mann und Kill i an veröflFentlichton 
Untersuchungen. Diese zeigen, dass man durch die Untersuchungen im Stande 
ist, die normale Configuration der Nebenhöhlen, aber auch die Grenzen der affi- 
cirten Nebenhöhlen, insbesondere der Stirnhöhlen zu bestimmen. In der Regel be- 
kommt man Kenntniss von allen Nebenhöhlenaffectionen, die von bedeutenden 
Veränderungen der Schleimhaut oder von Eiteransammlung in den Cavitäten be- 
gleitet sind. 

Am leichtesten ist die Erkennung von einseitigen Krankheiten und unter 
diesen insbesondere von denen der Stirnhöhle und der frontalen ethmoidalen Zellen. 

Oft wird ein vergleichendes Studium von einem En face- und einem Profil- 
Bild zu einer richtigen Beurtheilung führen. k. bchmieöblow. 

14) Onodi. TerhUtniaa der lebenhSUen der laae inm eeUm. Orvosi Hetilap. 

No. 47. 1907. 

Die Lage der Stirnhöhle entspricht meistens nur dem Gyrus frontalis superior. 
In mehreren Fällen berührte die Stirnhöhle auch das Gebiet des anderseitigen 
Hirnlappens. Die Siebbeinzellen liegen meist der ünterfläche des Stirnlappens an; 
die hintere Siebbeinzelle auch manchmal dem Schläfenlappen. Die Keilbeinhöhle 
entspricht meistens dem Tuber cinereum und dem Schläfenlappen, kann auch den 
anderseitigen Schläfenlappen berühren. Giebt genaue Zahlenangaben über die 
Entfernung des vordersten Theilos der Seitenkammer des Hirnes vom Polus fron- 
talis, von der Vorder- und Hinterwand des Sinus frontalis, über die Entfernung 
der Insula Reili, des Gyrus centralis anterior vom Polus frontalis. 

V. NAVIUTIL. 



— 307 — 

15) F. E. Brawley. lasemiebeiikiUea mid iagonkraiiUieitoii. (The nasal 

acCOlStry alBUS and eye diseases.) Journal American Medicat Associatiofi. 

23. März 1907. 

Verf. lenkt die Aufmerksamkeit aaf einen Zastand, den er für unbekannt 
hält, den man selten auf die Nase and fast stets auf die Augen bezieht, ein Irr- 
thum, der noch dadurch bekräftigt wird, dass durch Augengläser zeitweilige 
Besserung erzielt wird. Die Störung lässt sich meist auf eine Influenza oder Er- 
kältung zurückdatiren. Sie besteht in Kopfsohmerzen, die anfangs oft einseitig 
sind, bisweilen zu bestimmten Stunden auftreten und während deren der Gebrauch 
der Augen fast unmöglich ist: Insufficienz der Aooommodation und Convergenz 
ist gewöhnlich und das Sehen in die Ferne ist herabgesetzt. Oft besteht ein- 
seitiges Thränenlaufen mit localen Schmerzen und Schwellung um die Augen. 
Die Anamnese ergiebt gewöhnlich keine Symptome seitens der Nase. Man findet 
eine Schwellung der Muschel oder diese der lateralen Nasenwand so dicht an- 
liegend, dass auf den Hiatus semilunaris ein Druck ausgeübt und die normale 
Luftcirculation und der Abfluss des Secrets aus dem Siebbein und der Stirnhöhle 
behindert wird. Bewirkt eine locale Application von Adrenalin und Cocain ein 
Aufhören des Anfalls, so ist die Resection des hypertrophirten vorderen Mittel- 
endes indicirt. Besonders betont wird in dem Aufsatz das Fehlen aller bestimmten 
Nasensymptome und das anscheinend normale Aussehen der Nase, lefferts. 

16) Gerber (Königsberg). Princlpien der KieferhSUenbehandlaiig. Fraenkels 
Archiv f. Laryngologie, Bd. 17. 

Verf., welcher die primäre Schleimhautnaht in der Fossa canina nach vor- 
heriger Ausräumung der Höhle und Anlegung einer nasalen Gegenöffnung lange 
vor Erscheinen der Luc-Caldwell'schen Arbeiten gemacht hat, stellt folgende 
Prinoipien für die Behandlung der Kieferhöhlenempyeme auf: 

1. „Das erste Princip ist, die erkrankte Kieferhöhle möglichst stets von dort 
aus zu behandeln, wo ihre natürliche Communication mit der Nasenhöhle ist, und 
jedenfalls die Anlegung neuer dauernder Verbindungen mit der Mund-Kachenhöhle 
zu vermeiden. 

2. Frische und leichte Fälle werden anfangs nur vom mittleren Nasengange 
mit spitzer Canüle gespült (Hartmann, Störck, Bayer u. a.). 

3. Bei länger dauernden Eiterungen, zu dickem Secrete, starkem Fötor u. a. 
wird die Oeffnung im mittleren Nasengange zunächst erweitert (Onodi, j^supra- 
turbinale Resection" — Sieben mann), eventuell nach dem unteren Nasengange 
zu (Rethi). 

4. Chronische und schwere Fälle werden einer breiten Eröffnung von der 
Fossa canina aus unterzogen. Diese Oeffnung wird aber nach Inspeotion und Aus- 
räumung der Höhle und Anlegung einer breiten GegenöflFnung im mittleren Nasen- 
gange wieder sorgfältig geschlossen und die Nachbehandlung vom mittleren 
Nasengange aus, wie oben, geleitet (Gerber). 

5. Ausgenommen hiervon und einer oralen Behandlung (Cowper oder 
Desault-Küster mit Lappenbildung nach Partsch und Gerber) aufgespart 
bleiben nur a) diejenigen Fälle, bei denen eine hochgradige Nasenstenose die nasale 



— 308 — 

Behandlung absolut unmöglich macht und b) diejenigen Patienten, die weder in 
ärztlicher Behandlung bleiben, noch die Selbstbehandlung vom mittleren Nasen- 
gang aus erlernen können." f. klemperkr. 

17) Charles Grflef. Die HiglimorahöUe und ihre IifeettoDen. (The antrui ef 

Highmere and ite infecttens.) N. Y. Medical Journal 24. November 1906. 

Ein ausführlicher, aber nichts Neues enthaltender Artikel. Es werden die 
allgemeinen und localen Ursachen einer Infection der Highmorshöhle und die 
Diagnose einer solchen besprochen. lbfferi^ 

18) Tretrop (Autwerpen). Sinnsttlden Und OeteenyeliUden des OherUeferi. La 

otO'laryngol. Beige. No. «V. p. 345. 1906. 

Vergl. Bericht über die Jahresversammlung der Belgischen oto-rhinologol. 
Gesollschaft vom 10. Juni 1906. parmentirr. 

19) John H. Fester. Bmpyem der Highmerahtthie bei kleinen Kindern. (Em- 
pyema ef the maxiUary antrnm in yenng infanti.) Texas State Journal of Me- 
diane. December 1906. 

Das Kind war 3Y2 lochen alt und starb 4 Wochen, nachdem Verf. es gesehen 
hatte. Es handelte sich um ein doppelseitiges Antrumempyem. Die aus den 
AlveolarölTnungen hervortretende Flüssigkeit war eitrig, man gelangte durch die 
OetTnung nach oben und einwärts in das Antrum und die Spülflüssigkeit floss 
durch die Nase ab. emil mayer. 

20) Mermod. Einige Betrachtungen, betreffend das chreniache Oberkiefer- 
empyem nnd seine Radicalbehandlnng. (Qnelqnea riileziena an anleot de la 
Sinnsite mazillaire chreniqne et de aa eure radicale.) Annales des maiadies 

de roreille. Januar 1907. 

Wenn Ausspülungen vom unteren Nasengang nichts helfen, dann operirt 
Verf. nach Cald well -Luc unter Cocainanästhesie ; ebenso hat er auch bei com- 
binirtemStirn-Oberkieferhöhlenempyem operirt, ohne dass Patienten überSohmerzen 
ItJagten. brindel. 

21) Lasarraga (Malaga). Zwei Fälle Yen schweren Oberkieferempyeni. Killian- 
sehe Operatien. Heilnng. (Bes casea de ainnsitis frental gra^e. Operaeien 

de Killian. Cnracien.) Boletin de laringologia. No. 40. 

Verf. empfiehlt das Killian 'sehe Verfahren als das radicalste und zweck- 
mässigste. tapia. 

22) Bays. Käaige lazillarainnaitis. (Sinnaite maxülaire caaienae.) La au 

nique. No. 14. 1907. 

Im Cercle M6dical von Brüssel stellt B. eine Kranke vor, welche seit meh- 
reren Jahren nach zweimaligen Ausspülungen vom Nasengang aus geheilt wurde. 
Das in den Sinus eingeführte Salpingoskop bringt eine perfecte Translumination 
der betreffenden Gesichtsseite hervor. Bayer. 



— 309 — 

23) Onodi. butmente rar endenasalen Eroltaiuig der EighmorBhöUe und der 
SiebbeinieUett. Owosi Heiiiap. No, so. 1907. 

Das erste Instrument ist eine Combi nation des Troikart mit der Knochen- 
zange, das zweite eine spitze, am Ende etwas gekrümmte schneidende Zange. 

V. NAVRATIL. 

24) e. Frey (Kriangcti). Beitrag rar Behandlang des cbreniecheii KieferhSUen- 

empyems. Manch, med. Wochenschr. No. 45. 1907. 

Frey berichtet über 21 einschlägige nach Denk er 'scher Methode in der 
Erlanger Klinik radical operirte Fälle, schildert deren Resultate und weist durch 
sie nach, dass die durch Resection des vorderen Theiles der unteren Muschel von 
mancher Seite befürchteten Nachwirkungen (Borkenbildung, Neigung zu Katarrhen) 
nicht auftreten. Ebenso weist er auch die gegen den vollkommenen primären 
Nahtverschluss der oralen Wunde geäusserten Bedenken als belanglos zurück. 

HFXTiT. 

25) £. Weil (Stuttgart). Zur Casiistik der käiigen Ansammlmigeii in der Kiefer- 

hSUe. Monatsschr. f. Ohrenheükde. etc. Heft ^. 1907. 

Bericht über fünf einschlägige Fälle. hecht. 

2G) Gyergyai. Fall ven Sinnsitts mazillaris cam dilatatiene. Orvosi ffetil^p. 

No. 31. 1907. 

Bei dem 8jährigen Kinde war nebst Empyem der Sinus maxillaris kinds- 
faustgross dilatirt. Das Kind wurde von G. operirt. ,.. nayratil. 

27) Scherer (Bromberg). Tellständiger Salisfinremangel, geheilt darch regel- 
mässige Behaadlang einer KieterhShleneitemng. Med. Klwik. No. 44. 1907. 

Bei einem ISjährrgen Dienstmädchen mit chronischer Kieferhühleneiterung 
fehlte Salzsäure im Mageninhalt vollständig, kehrte aber wieder, nachdem regel- 
mässige Ausspülungen der erkrankten Kieferhöhle vorgenommen worden waren. 
Wahrscheinlich reizte das im Schlafe verschluckte Nasensecret die Magenschleim- 
haut derart, dass sie zur Erzeugung normalen Magensaftes nicht fähig war, dass 
ihre Drusen krankhaft verändert wurden. skikkrt. 

28) J. Peyson €lark. Ein Fall ven chrenisehem Empyem dnrch intranasale 
Behandlung geheilt. (A case of ohrenic Sinusitis enred hy intranasal treat- 

ment.) Annais of Otology, Rhinologi/ and Laryngology. März 1907. 

Fall von Erkrankung der Highmorshöhle, Stirnhöhle und des Siebbeins. Da 
der Allgemeinzustand des Patienten eine Radicaloperation, die sonst durchaus 
indicirt war, verbot, so wurde die intranasale Behandlung consequent durchgeführt 
und führte schliesslich zur Heilung. kvhl mayer. 

29) J. H. Abraham. Die Indieationen nnd Tertheile der intranasalen gegen- 
über der radicalen Operatien bei Behandlung des chronischen Highmors« 
höhlenompyems und die dabei anxuwendende Technih. (The indications and 
advantages of the intra-nasal ever the radical Operation in the treatment of 
chronic empyema of the antmm of Highmore and the techniqne to be employed.) 

The Laryngoscope. Mai 1907. 

Nach Function des Antrum wird das vordere Ende der unteren Muschel ent- 



— 310 — 

fornt und dann das Antrum mit dem Bohrer angebohrt. Verf. hat damit gute Re- 
sultate erzielt. kmil mayer. 

30) F. Bätke. Deber die Operation des Bmpyema nixm Irontalis nach Killian. 

Dissertation, Rostock 1905. 

In der unter der Leitung von Körner erschienenen Dissertation wird die 
Killian'sche Stirnhöhlenoperation empfohlen an der Hand von 5 Operationen bei 
3 Patienten. Körner weicht nur insofern von Killian ab, als er keine prophy- 
laktische Atropineinträufelung vornimmt und die Augenbraue wegrasirt. 

OrPIKOFKK. 

31) w. A. Gbishohn. SUagrapUe in der Diagnese des SUrnUUeaempyems. 
(Skiagraphy in the diagnosis ef frontal sinnsitis.) AnnaU of OtoLogy, BMno- 

logy and Laryngology. Decevnber 1906. 

Aus seinen Untersuchungen schliesst Verf., dass das charakteristische Aus- 
sehen einer erkrankten Höhle auf den flüssigen Inhalt derselben zu beziehen ist, 
ob dieser nun frei in der Höhle sich befindet oder in verdickter, ödematöser 
Schleimhaut enthalten sein möge. Verf. betont die Bedeutung guter Röntgenauf- 
nahmen für die Diagnose der Nebenhöhlenaffectionen ; er weist auch darauf hin, 
dass für die Beurtheilung der Bilder eine grosse Hebung nöthig ist. 

EMIL MAYER. 

32) y. Delsanx. PsondofrontalsinnsUis ; snbperiostaler Abseess der Stirn com- 
plicirt durch Thrombophlebitis des Sinns longitndinalis anterior, die sich auf 
den Sinns lateralis nnd die Vena Jngnlaris aasbreitet; Meningitis; Ted; 
Antopsle. (Psendofrontal sinnsitis; snbporiosteal abseess of the forehead 
complicated by thrombo-phlebitis of the snperior longitndinal sinns extending 
to the lateral sinns and jngnlarvein onthe oppositeside; moningitis; death; 

necropsy.) Annais of Otology. Bhinology and Laryngology. Decetnht)- 1906. 
Der Titel enthält den Inhalt. kmil mayer. 

33) Claon^. Chronisches Stimhöhlenompyeni. (Sinnsite frontale chroniqno.) 

Gaz. hebd. des scietices medicales. No. 7. 1907, 

Es handelte sich um ein chronisches Stirnhöhlen-Siebbein-Oberkieferempyem. 
In 4 Fällen hat Verf. mit Erfolg die Ausräumung des Siebbeins auf dem naso- 
jugalen Wege gemacht. brindel. 

34) P. Mostaer. Chronische Stimhohleneltemng. (Chronic snppnration of the 

frontal sinns.) The Laryngoscope. Mai 1907. 

Verf. spricht zuerst von der Bedeutung der Röntgendurchstrahlung und er- 
innert daran, dass bei acutem Empyem die infiltrirte Schleimhaut einen Schatten 
geben kann. Ohne dass auch die Anamnese daraufhinweist, beweist ein Schatten 
auf der Platte allein noch kein chronisches Empyem. Auch wenn ein chronisches 
Empyem vorhanden ist, kann, wenn sich der Eiter in die Nase oder in die Orbita 
entleert hat, der Schatten fehlen. Das erklärt, warum in Fällen von ausgesproche- 
ner Dislocation des Bulbus oderEthmoidtumors der Befund der Platte negativ ist. 
Verf. fand, dass nach Ausspülung des Antrum und darauffolgender Anwendung 



- 311 — 

des Saugapparals das Anirum auf der Platte ein normales Aussehen gewann; den- 
selben EtTect dürfte die Anwendung des Saugapparats bei der Stirnhöhle haben. 
Sie ist zur Diagnose des Stirnhöh lenempyems, um den Eiter in der Nase erschei- 
nen zu lassen, sehr werthvoll; was ihre therapeutische Vcrworthbarkoit betrifft, 
so müssen weitere Untersuchungen darüber Aufschluss geben. 

Bei Besprechung der intranasalen Methoden yaix Behandlung der Stirnhöhle 
erwähnt Verf. auch die Eröffnung der Höhle mittels eines Trepans und sagt, dass 
diese Methode an der T.eiche wundervolle Präparate gebe, dass er aber fürchte, 
durch ihre Anwendung den einen oder anderen seiner Patienten zur Leiche zu 
machen. Auch werde bei dieser Methode die Erkrankung der Schleimhaut und 
das Vorhandensein vieler Buchten und Taschen in der Höhle nicht berücksichtigt. 
Verf. empfiehlt als die sicherste und radicalste Methode das modificirte Killian- 
sche Verfahren; es stelle diejenige Operation in der Fronto-Ethmoidalregion dar, 
bei der das Arbeiten im Dunkeln auf das denkbarste Minimum reducirt sei. 

EMIL MAYKR. 

35) Sinusitis frontalis aenta. Hypopyon bilaterale. Otorrhoea sinisfra acnta. 

Meningitis pnrnl. lepkritiS. Aus dem Rappoi-t des Ktmigl. Serafinenlazaretlis. 

No. 627. I. AbtJieil Stockholm 1906. 

51 jähriger Mann. Seit 3 Wochen besuchte er die Ohrenpoliklinik wegen 
acuter Eiterbildung im Sinus frontalis und linken Mittelohre. Am 7. August 
Hypopyon bilaterale, Aufnahme in die Klinik. Puls 100, Temp. 40 ^ Viel Eiweiss 
mit Cylindern im Harn; Patient nicht verwirrt, aber träge; Hypopyon. Keratitis. 
Irit. beiderseits, Eiterfluss aus linkem Mittelohr. Schmerz über beiden Sinus fron- 
tales. Des schlechten Zustandes wegen keine Operation. Tod nach 5 Tagen. Die 
Section bestätigte die klinische Diagnose. k. ntancendf^g. 

3G) Emfyenia sin. frontal, bilat. ehren. leningiüs cerobrospinalis pnmlenta. 

Aus riet/t Rapport des König'. Serafinenlazareths. No. 2fi7. I. Ahtheil. Stock- 
holm 1906. 

26jähriger Mann. Seit 5 Jahren Symptom von Naseneiternng. Am 14. April 
nach der Operation (Killian) Schüttelfrost. Lumbalpunction zeigte trübe Cerebro- 
spinalflüssigkeit. Tod am 18. April. Section: Lamina cribrosa Rechts in grosser 
Ausdehnung defect (in Folge der Operation); Sinus sphenoidalis enthielt Eiter; 
diffuse Basilarmeningitis. k. sTAN(;ENBEK(i. 

37) Gallemaerts. Bin Fall von doppelter Prontalsinnsitis. (Vn cas de sinnsite 

frontale donble.) La Clmique. No. 44. 1907. 

Auf dem XL Flämischen Congress für natui- und medicinische Wissenschaf- 
ten am 21. bis 23. September 1907 berichtet G. über eine Kranke mit enormem 
Oedem des rechten oberen Augenlides und rechten Stirn mit Verdrängung des 
intact gebliebenen Angapfels nach unten ; vor 3 Monaten hatte sich ein eitriger 
Ausfluss aus der rechten Nasenseite eingestellt. Operation nach Kuhnt mit Bogen- 
schnitt; da beide Sinus front, mit einander communiciren, werden beide vordere 
Sinuswände entfernt, die Höhle curettirt, die Wände aneinandergelegt und ein 
Drain an den inneren Winkeln angelegt: rasche Heilung mit ausgezeichnetem 



— 312 — 

kosmeiisohen Resultat. G. fragt, ob man nicht gut daran thäte, bei einseitigen 
Frontal Sinusiten auch den Sinus der anderen Seite zu beseitigen, um so Diifor- 
mitäten zu vermeiden, was Burger bestreitet, indem er der Ansicht ist, dass in 
den Fällen, in welchen die Kuhnt'sche Operation sich als nicht ausreichend er- 
weist, man oft zu ausgedehnteren Interventionen, wie die von Killian, seine 
Zuflucht nehmen müsse. bayer. 

38) Jacqii08 (Nancy). Behandlimg das chronlschan Bürnhölileiiempyama. (Trai- 

tement de la Sinmite frontale ClirOlliqae.) Tribüne medicale, 7. Septembei- 

1907. 

Trepanation der Höhle unter dem Augenbrauenkopf, Resection des Bodens 
und Ausräumung des ganzen vorderen und bisweilen des hinteren Siebbeinlaby- 
rinths; endermische Naht des Hautschnittes. gontier de u rochk. 

39) Teniieawe. Zwei Fälle von geaeUosieier BthiioidalsiBiiiitiB. (Deu cai 
de ainiuiitea «thmoidalea cloaes.) La Bdgigue Ma, No. 19. 1907. 

Am 2. April 1907 berichtet V. in der medicinischen Gesellschaft von Gent 
über zwei Fälle von geschlossener Ethmoidalsinusitis, indem er die Aufmersamkeit 
auf die Schwierigkeit lenkt, welche diese Affection für die Diagnose darbietet, 
deshalb, weil sie keinen eitrigen Ausfluss aus der Nase bewirkt. Er explicirt die 
verschiedenen Formen von geschlossener Ethmoiditis, die vorkommen, die vor- 
geschlagenen Behandlungen und betont hauptsächlich die Wichtigkeit der endo- 
nasalen Chirurgie in diesen Fällen, an die Worte des Augenarztes Knapp 
erinnernd: die chirurgische endonasale Behandlung ist es, mit der man die Be- 
handlung jeder geschlossenen Ethmoiditis beginnen sollte. baykr. 

40) Botella. Oberkieferempyen im iaicUn» an eiie BthmeidittB; Operation 
nach Claeni; Heilnng. (Sinnaite nazillaire conaicnttve i nne etliaioidite; 
opiratton par le procidi de Claeni; gndrison.) Arcfi. Jniem. de TMryngoi. 

No. HL 1907. 

Verf. machte die Claou^'sche Operation, ohne vorher irgend ein anderes 
Mittel, speciell die Ausspülung vom unteren Nasengang aus, versucht zu haben, 
so dass man nicht sagen kann, ob das Empyem nicht ohne so grossen Eingrifif 
geheilt wäre. brixdkl. 

41) E. Ulbrich. Heber Keilbeineitemng. Dissertation. 1906. 

Fünf Fälle von chronischer Keilbeinhöhleneiterung, endonasal behandelt. 

ÜPPIKOFER. 

42) Kander (Karlsruhe). leningiUs beim Keilbeinhihlenompyom mit Anagane 

in Heilnng. Med. Klinik. No. 29. 1907. 

Bei einem 20Jährigen Mädchen war von einem Empyem der linken Keilbein- 
höhle ausgehend eine eitrige Meningitis entstanden (direct nachgewiesen durch 
das positive Ergebniss der Lumbalpunction). Mit der Beseitigung des Empyems 
der Keilbeinhühle verschwanden sämmtliche Erscheinungen der Meningitis. Die 
Infection der Meningen war vermnthlich auf hämatogenem Wege erfolgt. 

SEIFERT. 



— 313 — 

c. Mundrachenhöhle. 

43) H. Fachs. Onteniiiehiiiigdii ttber Ontogenie und Phyloganie der Oaueii- 
bildnngen bei den Wirbelthieren. Erste Itttheiliing: Oeber den fianmen der 
SckildkrSten nnd seine Bntwickelnngsgeschlclite. Zeitschr. f, Morphoi: u- 

Antkropol Bd. X H. 3. S. 409. 190?. 

Vom Vomer entsteht zuerst die hoch über der Manddecke gelegene Dorsal- 
platte. Von ihrem vorderen Abschnitte wächst ein absteigender Fortsatz abwärts 
bis ins Niveau des secundären Gaumens. Vom unteren Eude des Fortsatzes wächst 
die Gaumenplatte des Vomers aus. Von den Maxillaria entsteht zuerst ein Körper, 
von dem ein aufsteigender Fortsatz auf der Aussenseite der Nasenkapsel emporr 
wächst und der Proc. palatinus sich medial wärts gegen das Vomerpolster hin err 
streckt. Von den Palatina entsteht zuerst der die Seitenwand der Fossa naso« 
pharyngea des knöchernen Munddacheä bildende Theil, von dessen unterem £nde 
dann der medialwärts gerichtete Proc. palatinus hervorwächst. Von dem Körper 
der Praemaxillaria wächst ebenfalls ein Proc. palatinus aus. Det secundäre 
knöcherne Gaumen kommt zu Stande durch Verbinduug der Proc. palatini der 
Gaumeufortsätze der genannten Knochen mit der Gaumenplatte des Vomer. Er 
liegt über der Ebene der primären Munddeoke, und zwar grösstentheiis intra- 

Septal. j. KATZEN8TEIX. 

41) Gelle (Paris). Die beiden Pkenatienswege nnd die Belle, die das Sanne^r 
segel dabei spielt. (Les denx veles de la phonaUen et le len dn volle da 

palaiS.) Social de Biologie. 26. Odohet' 1907. 

Verf. studirt die Circulation der Lufl während der Phonation mittels eines 
Manometers. 

Das Gaumensegel verschliesst die Oeffnüng des Nasenrachens nur selten 
beim Aussprechen reiner Vocale, die bei weit geöflfnetem Munde gesprochen 
werden. Sobald der Mund sich verengt, entweicht die Luft zum Theil auf dem 
nasalen Wege. gontier de u röche. 

45) S^bllean (Pans). Mechanische Verengemng der Sanmenspalten vor der 
Dranoplastik. (Retrdcissement mdcanlqne des fentes palatlnes avant rnrane* 

plastlC.) Social de Chirurgie. 31. März 1908. 

Es wird durch Caoutchoucbänder, deren Spannung allmählich gesteigert 
wird, eine Annäherung der beiden Gaumenhälften angestrebt; Verf. empfiehlt dies 
ajs. Vorbehandlung der üranoplastik besonders in extremen Fällen. 

(iÜNTIER a© U ROCHE. 

46) A. Martin (Barcelona). Perferlrende nicht syphUlUsche Seschwilre des 
Saninensegels. (Dlceras perforantes ne siHlltlcas del Tele palatlo.) Retista 

barceUmesa de oto-rino-laringologia. No. I. 1907. 

Es giebt nicht-speci fische Perforationen des Gaumensegels, die unter Hg- 
Behandlung sich verschlechtern und unter Localbehandlung schnell heilen. Verf. 
erklärt sie durch eine Trophoneurose, die ähnlich wie bei den perforirenden Ge- 

Jahrg. XXIV. og 



— 314 ^ 

schwüron der Nasenscheidewand wirkt. Er berichtet ober einige Fälle, die dies 
illustriren sollen. tapia. 

47) Santalö (Aigeciras). PdildrattoB iw küiehenioii SaiimeBB. (Perfonciei 

lel palador OaeO.) Boletin de laringdogia. No. 40. 

Obwohl alle Anhaltspunkte für eine vorausgegangene specifische InfecttOD 
fehlten, heilte der Patient unter specifischer Behandlung. tapia. 

48) M. Ruprecht (Bremen). Beitrag Hl den tertUrea BraeheiumgeB dar 

SypUlia an SaaBea. Mwatsachr. f. Ohrenheükde. etc. Heft 11, 1907. 

Bezugnehmend auf die Publication Semon's (Monatsschr. f. Obrenheilkde. 
1907, Heft 6), in der ein ätiologisch dunkler Fall (Lues oder Pneumokokkeninvasion) 
berichtet wird, schildert R. eine mit ähnlichen Folgeerscheinungen auftretende 
extragenitale Infection (Zunge) von Lues. An der Hand der Krankengeschichte 
seines Falles bespricht Ruprecht die von Semon erörterten differentialdiagnosti- 
schen Punkte und kommt zu dem Schlüsse, dass auch bei dem Semon 'sehen 
Falle es sich um Lues gehandelt hätte. Bezüglich Krankengeschichte und Beweis- 
führung muss auf das Original verwiesen werden. hecht. 

49) A. Cneto. Ela Fall vea Fibren dea Baaaiena. (Da caaa di Ibrena pala- 

tiae.) Revista harcdonesa de oto-rino-laringoloffia. No. IL 

Der Tumor inserirte am harten Gaumen und verursachte heftige Anfalle von 
Reflexhusten. tapia. 

50) Manciaire (Paris). Baenaea iatra- aad extrabacealea Fibreai dea kaieher- 
aea SaameagewSlbea. Abtragaag darch ■ereellemeat. Heilaag. (Baome 
Ibreaie iatra- et extrabaccal de la Yeate palatiae oaaeaae. Ablatiea per 

noreellameat. SaMaoa.) Sod^^ de Chirurgie. lO. December 1907. 
Der extrabuccale Fortsatz war von dem Umfang eines Daumens. Es handelte 
sich um ein in sarkomatöser Degeneration befindliches Fibrom, das sich wahr- 
scheinlich auf Kosten einer der Drusen des Gaumengewölbes entwickelt hatte. 

GONTIKR de la RÜCHK. 

51) 6. Alagna. Veber eiaea aelteaea Fall Yea laakeleiaacblftaaea in der 
Oaameateaaille mit beaoaderer BerVckaicbtigaag der Bildaag der aegeaaaatei 
Sarkelytea. (Di aa rare caae d'inclaaieai maacolari aella teaailla palatUa 
eea apeeiale rigaarde alla fermaileae dei eeaidetti aarceliti.) La Pratica 

oto-Hno- laringoiah-icn. VIL. Juni 1907. 

In einer bei einem 20jährigen Mädchen exstirpirten Tonsille finden sich 
zahlreiche Muskelfasern, die fast in die ganze fibröse Kapsel hineingehen; wäh- 
rend einige derselben gut erhalten sind und die gewöhnliche Querstreifung zeigen, 
sind andere mehr oder weniger verändert und zeigen ein fein oder grob grann- 
lirtes Sarcoplasma; Veränderungen sind auch an den Kernen nachweisbar. Zer- 
streut im lymphatischen Gewebe finden sich echte Sarcolyten, die hier und da 
bis unter das Epithel reichen und alle von Glas beschriebenen Characteristica 
aufweisen. 



— 315 — 

Der vorliegende Fall ist der dritte in der Literatur beschriebene. Verf. ist 
der Ansicht, dass der Befand von Muskelfasern an abnormen Stellen , vornehmlich 
in solchen Organen (Tonsillen, Thymus, Schilddrüsen) vorkommt, die in gene- 
tischer Beziehung zum Epithel der Kiemenspalten stehen, und dass er auf einen 
embryonalen Vorgang zurückzuführen ist. finder. 

52) ¥. Kleininirer. Deber die Bedeatosg der Teudllen fttr das Ziutaiidekemmeii 
der segenaimteii „kryptogeBetisclieii" Brkrankimgeii. Dissert Rostock 1905. 

Verf. hat in den drei letzten Jahren 84 Fälle von „kryptogenetischer" Er- 
krankung beobachtet, worunter 49 Fälle von Gelenkrheumatismus, 16 Fälle von 
Nephritis, 8 Fälle von Endocarditis etc. Nach der etwas einseitigen Auffassung 
des Autors waren die Tonsillen in 83 pCt. aller Fälle an dem Zustandekommen 
der Allgemeinerkrankung schuld. K. huldigt der Anschauung, dass die Gaumen- 
mandeln eine Art von Filtrationsapparat darstellen, der eine Ueberschwemmung 
des Körpers mit Bakterien verhindert. Wenn nun die Tonsillen angeboren oder 
durch frühere Tonsillotomie zu klein oder infolge früherer Entzündung übernormal 
gross sind, so können nach K. die Gaumenmandeln ihre oben erwähnte Function 
nicht mehr erfüllen und werden insufficient; dadurch wird durch das Eindringen 
der Entzündungserreger in den Körper das Auftreten eines Gelenkrheumatismus, 
einer Nephritis oder Endocarditis etc. zum allerwenigsten begünstigt. K. theilt die 
Gaumenmandeln in unternormal grosse, mittelgrosse und übernormal grosse ein 
und beurtheilt nun je nach ihrer Grösse ihre Functionstüchtigkeit. Diese Art der 
Eintheilung ist willkürlich; zudem ist es gewagt, die Functionstüchtigkeit eines 
Organes allein aus der im gegebenen Falle nicht einmal genau bestimmbaren 
Grösse erschliessen zu wollen. Deshalb sollten auch die practische Scblussfolge- 
rungen des Autors nicht so präcise gestellt werden; er sagt auf S. 22: man soll 
in der Prognosestellung bei Anginen, die abnorm kleine Tonsillen befallen, sehr vor- 
sichtig sein. Die früher beliebte Tonsillotomie ist nur noch in Fällen drohender Er- 
stickung oder in solchen mit malignen Neubildungen anzuwenden. Ihre Ausfüh- 
rung in anderen Fällen ist paradox, insofern sie den Körper eines sehr wichtigen 
Schutzmittels gegen Bakterieninfeotion beraubt. oppikofgr. 

53) J. L. Goodale. Untersnchiuig des Halses bei chroniseheii Allgemeiniiifee- 
ttenen. (Bzaminatton ef Uie threat in chronic systemic iaiecttons.) Boston 

Medical and Surgkal Journal. 29. November 1906. 

Verf. berichtet über neun Falle von Cervicaladenitis, die erstlich das Zu* 
sammenvorkommen von tuberculöser Cervicaladenitis und von Tuberkelbacilleu in 
den Tonsillen mit oder ohne sichtbare Veränderungen in diesen zeigen, sowie 
darthun, dass diese Adenitis auch nothwendig durch die Entfernung der Ton- 
sillen beeinflusst wird. Ferner soll bewiesen werden, dass eine Form von Cer- 
vicaladenitis vorkommt, die von deutlicher Vergrösserung und subacuter oder 
chronischer Entzündung der Mandel begleitet ist und nach Entfernung dieser ver- 
schwindet. Im ersten Fall scheint die Annahme angebracht, dass ein Eindringen 
von Tuberkelbacilleu durch die Tonsillen hindurch in die Lymphdrüsen hinein 
stattgefunden hat; im zweiten Fall, dass" eine Resorption von irritirendem Material, 

23 • 



— 316 — 

das in den Tonsillen seinen Ursprung hat, von dort in die Tatigrenze.d«n Lymph- 
knoten geräth. Im letzten Fall hat die Entfernung des Herdes der Noxinproduc* 
tion unmittelbare Besserung zum Gefolge. 

Die Untersuchung einer grossen Anzahl von Fällen infectiöser Arthritis in 
Bezug auf den Zustand des Halses hat dem Verfasser das Bestehen krankhafter 
Veränderungen in den Tonsillen gezeigt, die im Allgemeinen durch Ketention in 
den Lacunen mit oder ohne Hypertrophie der Tonsillen sich charakterisirten. Da 
jedoch tiefsitzende Ansammlungen von Detritus, die auf Umwegen mit der Luft 
commnniciren, der Untersuchung entgehen können, so erscheint es G. gerathen, 
wenn andere Quellen der Infection ausgeschlossen werden können, dass man die 
Tonsillen auf die radicalste Manier entfernt. kmjl mayer. 

54) AlexaDder Banrowicz (Krakau). Zur Dlapose der PsendolenkBmie. Fraen- 
kd's Archiv f. Laryngologie. Bd, 17. Ä 529. 

Die Erkrankung begann mit Vergrösserung der linken Gaumenmandel, in der 
es nach über 6 Monaten zu einem gummösen Zerfall kam. Mehr als ein Jahr später 
trat eine Vergrösserung der Rachenmandel ein, daneben spärliche Schwellung 
einiger Lymphdrusen am Hals und Arm. Wieder 4 Monate später Vergrösserung 
der rechten Mandel, weiterer Lymphdrüsen, endlich der Milz. Jetzt erst wurde 
die Diagnose klar, welche durch die anfanglichen intercurrenten Erscheinungen 
der Lues erregeleitet war. p. Kr.RMPBRER. 

55) G^ber. SUerosiS tonsillae. Orvoai Häiiap. No. 47. 1907. 

Nichts Besonderes. v. navratil.. 

56) Swershewski. Harter Schaaker der eanmenmandeln. (Twerdi ackankr 

glatotacknlek mindalia.) Sonderabdruck aus Med. Obos^-en. No. 22. 1906. 
S. weist zunächst auf die Thatsache hin, dass Russland das Land der 
aussergeschlechtlichen Infection ist. Von den Landschaftsärzten ist schon längst 
darauf hingewiesen, dass auf dem flachen Lande 12—75 pCt. aller Syphilisfälle 
aussergeschlechtlichen Ursprungs sind. In den Städten ist der Procentsatz eben- 
falls w^echselnd, aber doch viel niedriger — etwa bis 18,15 pCt. 

Aus seiner persönlichen Praxis führt S. 17 Fälle von Ulcus induratum ton- 
sillae an; er beschreibt die Diflferentialdiagnose und den diagnostischeij Werth der 
Spirochäte. P. uellat. 

57) C. Hess, üeber die Plant-Tincenfacke Angina. Dissert. Marburg 1906. 

An der Marburger medicinischen Klinik kamen circa 10 Fälle von Plaut -^ 
Vincent -scher Angina zur Beobachtung. Gestützt auf diese Erfahrungen und 
unter Berücksichtigung der Literatur kommt H. zu folgenden Schlusssätzen: Die 
reine Form der Plaut-Vincent'schen Angina bildet klinisch, bakteriologisch 
und anatomisch einen so charakteristischen und typischen Befund, <lass sie als 
selbstständiges Krankheitsbild aufgefasst werden muss. Die richtige Erkennung 
dieses reinen Krankheitsbildes ist deshalb von grosser Wichtigkeit; da es eine 
durchaus günstige Prognose bietet, obwohl es wegen seiner Aebnliobkeit mit 
Diphtherie und Lues grosse Besorgnisse erwecken kann. Zur Erkennung .der reinen 



— 317 — 

Foim der P'laut-Vihoent'scbeu Angina genügt nicht der klinische Befund und 
die Durchsicht des Ausstrichpräparates allein:* es ist vielmehr in jedfem Fält ein 
Züchtungs versuch anzustellen, denn die Beobachtung einiger Falle hat gelehrt, 
■dass mit der Erkrankung eine echte klinisch wie bakteriologisch in den Hinter- 
grund tretende Diphtherie combinirt sein und bei Vernachlässigung gefährlich 
werden kann. Auch die Möglichkeit der Gombination mit Lues muss erwogen 
werden. oppikofeil 

58) Bonnette. Aagiiia uleero-membraBacea im Begiiin oiies Typhus, (ingiie 
nlciro-nembraneiue tadtlale de fl^vre typhoide.) Arch. de m€d, müiUiire, 

August 1907. 

Ein an Anginen leidender Soldat wurde wegen einer fieberhaften Allgemein- 
erkrankung in das Hospital aufgenommen. Am dritten Tage constatirte man auf 
dem rechten Gaumenbogen eine kleine mit einer Pseudomembran belegte Ülce- 
ration. Da das Aussehen an Diphtherie erinnerte, so wurde eine Seruminjection 
gemacht, die jedoch aaf den Allgemeinzustand keinen Einfluss hatte; die Pseudo- 
membran verschwand allmählich. Eine neue Untersuchung ergab nur Strepto- 
kokken und Staphylokokken. Die Ulceration heilte, während sich die Zeichen 
eines Abdominaltyphus herausbildeten, dem Patient am 15. Tage erlag, 

A. CARTAZ. 

59) Kretz (Wien). Angina und aepttaehe Infectton. Zeitschrift f. Heilkunde, 
Bd. 28, 190?. 

Gelegentlich seiner langjährigen interessanten Untersuchungen über die Be- 
ziehungen zwischen Angina und Appendicitis hat K. auch gefunden, dass speciell 
die Lymphdrüsen Veränderungen am Halse, welohe den Schleimhautprocess nicht 
nur begleiten, sondern auch überdauern, von besonderer Wichtigkeit sind für sep- 
tische Infectionen. Beschreibung der hochinteressanten Beobachtungen an der 
Hand zahlreicher Obductionsbefunde. hanszel chiari. 

60) A. Sehlbach (Zeiia St. Bi.). Ein typiacher Fall von pUtxlichem Anfhiren 

der lenaea bei Angina. Münch. med. Wochenschr. No, 13. 190S. 

Der Titel giebt den Inhalt der Mittheilung wieder. recht. 

61) B. S. Nenmann. Verbeaaenug der Sttmme dnrch Tenaillotemie. (Impro- 

Vement Of VOiee from Tonailletomy.) Denver Medical Journal Juli 1907. 
Verf. berichtet über 10 Fälle, in denen sämmtlich eine Verbesserung der 
Stimme nach der Tonsillotomie zu constatiren war. emil mayer. 

62) D. S. Hiiton. TenaUlectemie eder Tenaillotemie nnd eine einfache Technik. 
(Tonaillectomy er Tenailloteniy; and a aimple techniqne.) Medical Harald. 

November 1907. 

Die Technik besteht darin, dass die Tonsille nach vorn gezogen, und nach- 
dem Cocain und Adrenalin injicirt ist, mit dem Messer abgeschnitten wird. 

EMIL MAYER. 



— 318 — 
«3) H. Kettebroek. lar Oasalittk der Blntvigea iiaeh ToMlUotonle nni ikn 

BehaBdlimg. Dissert Kiel 1906. 

Bei Durchsicht der Literatur der letzten 60 Jahre fand N. ca. 150 Fälle von 
'ernsterer Blutung nach Tonsillotomie ; 7 endigten mit dem Tode. Als einfachste 
und sicherste Methode zur Stillung schwerer, langwieriger Tonsillarblutangen 
empfiehlt Verf. die Methode von Helfer ich: Durchstechen einer mit Zwirn 
armirten langen runden Stopfnadel hinter dem Kieferwinkel hinein und durch die 
Tonsille an der durch Fingerdruck in der Mundhöhle markirten Stelle heraus. An 
das innere Ende ist ein dicker Jodoformgazetampon angeknüpft und wird derselbe 
durch Zug von aussen gegen die Tonsille angedrückt. Der Faden ist aussen über 
ein elastisches Gummirohr geknüpft. Bei der beschriebenen Methode der Blut- 
stillung empfiehlt N. statt eines Jodoformgazetampons auch das Aufdrücken eines 
Ballens von Penghawar Djambi, das in einer Hülle von nicht entfettetem Mull 

l^egt- OPPIKOFER. 

64) Oscar Wilkingon. Blatmig nach ToBSiUectomio. (Benorriiage afler Tra^ 

f sUlectony.) Journal of the American Medi<:al A880ciation, 10, August 1907. 

' Die zuerst nicht excessive Blutung stand auf looale Application von Ad- 
renalinlösung (1 : 1000). Nach einer Stunde fand W. den Patienten fast verblutet; 
der Assistent, unter dessen Obhut er gelassen worden war, hatte Adrenalin, 
WasserstofT-Superoxyd -Spray und Compressen, die in Acid. tannicum-Ivösung ge- 
tränkt waren, umsonst angewandt. Die Stillung der Blutung gelang schliesslich 
dadurch, dass W. über einem in Tanninlösung getränkten Tampon die beiden 
Gäumenbögen zusammennähte. Verf. berichtet dann noch über einen zweiten Fall, 
'in dem die Blutung, nachdem locale Anwendung von Stypticis erfolglos geblieben 
war, schliesslich, als die Patientin ins Krankenhaus gebracht wurde, von selbst 
^tand. ^jjiii^ MAYER. 

65) Chevalier Jackson. TonsiUarblntnag and ihre chinurgisehd BehudliM- 
(ToBsiUar homorrhage and its sargical fraatment.) AnnaU of Surgery. De- 

cember 1907. 

Verf. bezeichnet die Tonsillotomie als eine nicht zu rechtfertigende Operation, 
wogegen bei der Tonsillectomic eine nachfolgende Blutung viel weniger wahr- 
scheinlich sei. . Verf. verwirft den Gebrauch von Eis bei Blutungen und empfiehlt 
bei leichten Blutungen die Wundhöhle mit einem Gazetampon auszustopfen; 
stammt die Blutung aus einem Gefass, das gross genug ist, um gefasst werden 
zu können, so soll man dies thun, versagt auch dies, so soll die Carotis interna 
unterbunden werden. kmil mayer. 

M) Alexander Baarowicz (Kmk.iu). Eine ledUcatiOB dea Schtti-Paaaew'schtB 

PharyngOtemS. Fraenkel's Archiv f. Laryngclogie. Bd. 19. S. 154. 

B. hat von der Firma Detert ein Modell des Pharyngotoms herstellen lassen, 
bei welchem der den vorderen Theil des Instrumentes zusammenhaltende Schieber 
in Wegfall gekommen ist. F, klkhprrkr. 



— 319 — 

d. Diphtherie und Croup. 
67) Ruth JnmilcHff. Der opsoBischd Index bei Dlpktkerie. (Tke opieiie index 

in dipiltheiln.) Journal of infecHous diseases. 30, Januar 1908. 

Der Diphtheriebacillus ist empfindlich für die opsonische Wirkung des Blut- 
serums Tom Menschen oder der Ratte. Bei Diphtherie ist der opsonische Index 
für DiphtheriebactUen im Allgemeinen beim Beginn der Erkrankung unter normal. 
Wenn die Membranen verschwinden und die Symptome nachlassen, steigt der 
Index beträchtlich und kehrt innerhalb 2->9 Tagen zur Norm zurück. 

Verf. meint, dass die Injection todter Diphtheriebacillen bei chronischen 
Trägern von Bacillen und Reconvalescenten einigen Werth für die Säuberung des 
Halses von Bacillen haben könnte; denn die Untersuchungen zeigen, dass bei 
Ratten solche Injectionen gefahrlos sind und dass die opsonische Kraft des Blutes 
gegenüber den Diphtheriebacillen danach steigt. km iL mayer. 

68} Albert Uffenheimer (München), lene Tersnehe über den lachweie des 
Texins in dem BInte dei DiphUieriekranken. Mit i Tab. Mimchener med. 

; Wochenschr. No. 52. 1907. 

Bezugnehmend auf seine frühere diesbezügliche Publication und die nega- 
tiven Nachprüfungsresultate von Carl Fränkel berichtet Uffenheimer über 
eine grössere Reihe neuer einschlägiger Fälle, die, auch procentualiter, das gleiche 
Resultat ergaben wie bei der ersten Versuchsreihe. Bezüglich Details sei auf das 
Original verwiesen. hecht. 

69) Gerliixky (CremantsciiöK}. Deber die Anwendung de« Diphtherieheilsernu 
bei Scharlach nnd dessen Oomplicatien mit wahrer Diphtherie nnd in pre 
phylacUsehen Zwecken. Dissert Zürich 1907. 

35 Fälle aus der Klinik des Kinderhospitals, davon 5 mit echter Diphtherie. 
Das öftere Vorkommen derselben mit Scharlach veranlasste diese Versuche. Es 
stellte sich heraus, dass auch hier das Serum günstig wirkt, wie bei Diphtherie 
ohne Scharlach. Die Präventivinjectionen bieten keine Gefahr und immunisiren 
für einige Wochen in ansehnlichen Procentzahlen. jonvuikre. 

70) B. Sehick. GntanreacUen bei Impfnng mit Diphtherietexin. (Vorläufige 

MittheiluHg.) Münch. med. Wochenschr. No. 10. 190^. 

Analog der v. Pirquet 'sehen cutanen Tuberkulinreaction versuchte Autor, 
ob cutane Einimpfung des Diphtherietoxins eine Reaction hervorruft. Die ein- 
fache letale Dosis von 0,03—0,04 Diphtherietexin zeitigte cutan keine Reaction, 
dagegen erzielte Autor mit dem im Vacuum bei einer Temperatur von ca. 30,0 ^ 
auf den zehnten Theil eingeengten Toxin nach der Methode v. Pirquet 's eine 
Cutanreaction. Diese Reaction, die als specifisch angesprochen werden muss, 
bleibt aus, wenn das Diphtherietexin durch sein Antitoxin in vitro paralysirt 
wurde, ebenso, wenn 24 Stunden vor der Toxinimpfung 1500— 3000 Toxineinheiten 
injicirt und damit der Patient passiv immunisirt wurde. Die weiter angestellten 
Versuche und Erwägungen, bezüglich deren Details auf das Original verwiesen 
werden muss, führten zu dem Ergebniss, dass die Reaction für die Diphtherie- 



— 32.0 — 

Diagnose keinen Fortschritt bedeute, wobl aber neue Wege zu klinischem und 
experimentellem Studium toxischer und antitoxischer Processe biete. hecht. 

71) CK MoütefDsco. Uebor die Intubation wogen Croup bei SiogUngen. (SnUa 
intnbaiiono per cronp noi bambini poppaati.) La Pediatria, Februar 1908, 

Verf. hat in den Jahren 1902—1907 am Ospedale Cotugno in Neapel 74 Säug- 
linge unter 10 Monaten behandelt; von diesen starben 22 (29,7 pCt.); in der 
gleichen Periode betrug an dieser Anstalt die Mortalität an Croup überhaupt 
18 pCt. Bei 29 von den 74 Säuglingen war keine Intubation nöthig, von diesen 
starben nur 2 an Pneumonie; bei den anderen 45 wurde die Traoheotomie ge- 
macht und von diesen starben 20 (44,4 pCt.), 16 an Bronchopneumonie, 3 an 
Intoxication, einer an Asphyxie. In dem letzteren sehr interessanten Fall, der 
ausführlich beschrieben wird, war das Larynxinnere durch ausgedehnte Decubital- 
geschwüre so zerstört, dass der Tubus seinen Halt verloren hatte, in die Trachea 
bis zur Bifurcation herabgefallen war. 

Verf. kommt zu dem Schluss, dass die Technik der Intubation bei Säug- 
ÜTigen keine besonderen Schwierigkeiten bildet und die normale Ernährung nicht 
hindert. Die erhöhte Sterblichkeit erklärt sich durch die geringe Resistenz des 
Organismus beim Säugling gegen die Diphtherieinfection und durch die grössere 
Häufigkeit der bronchopneumonischen Gomplicationen in diesem Alter; die Sterb- 
lichkeit ist übrigens auch bei tracheotomirten Säuglingen erhöht. findbr. 

e. Kehlkopf und Luftröhre. 

72) L. Morochowetz. Die Smadiante der mensehUchen Sprache. Ein Dnifersal- 

alpkabet. Berlin, Hirschwald. 1908. 

Es giebt in jeder Sprache zwei Alphabete, ein bildliches, welches zum 
Schreiben und ein lautliches, welches zum Sprechen dient. Nur das Alphabet ist 
ein ideales, dessen Schriftzeichen in allen Fällen der geschriebenen und geredeten 
Sprache die ihr eigenthümlichen Lautaflfecte bewahren würden, damit ein jeder, 
der dieses Alphabet erlernt hätte, ohne den Beistand in der betreffenden Sprache 
bewanderter, ohne je deren Aussprache gehört zu haben, die durch die Schrift- 
zei<)hen eines solchen idealen Alphabets dargestellten Worte richtig auszusprechen 
vermöchte. Ein solches Alphabet dürfte ein internationales, universales Alphabet 
genannt werden. 

Zur Darstellung der Lautcurven bedient sich M. des von ihm und Samoj- 
low beschriebenen chronophotographischen Pendels und eines endlosen Bandes 
aus lichtempfindlichem Papier, nebst einem photoskopischen Apparat, d. h. einem 
König'schen Spiegelohen, der den schwingenden Lichtstrahl auf einen Schirm 
von weissem Papier projicirt. Eine etwas veränderte Blake 'sehe Membran dient 
als Vibrator. 

Üie Physiker theilen die von der menschlichen Stimme hervorgebrachten 
Laute in Sonore, d. h. Töne von musikalischem Charakter, und in Geräuschlaute. 
Nimmt man im Einklänge mit den Principien der heutigen Phonetik die Einthei^ 
lung aller Laute der menschlichen Sprache in Vocale (Sonanten) und Consonanten 



— 321 — 

An, s^ stellen die Sonore diejenigen Gruppe von LaQten vor, welche alle Vocäle 
und einige Consonanten umfasst, während die Geräuschlaate bloss von Conso- 
nanten gebildet werden. 

Die gesammten Griindlaute, die zum Aufbau irgend einer Sprache dienen, 
sollen das Universalalphabet bilden; für dasselbe dürften am besten die allen 
Cutlurvölkern gemeinsamen gebräuchlichen Schriftzeichen, Buchstaben, sich eignen. 
f Wie sehr man sich auch bemüht, einen Yocal, z. B. a, in einem und dem- 

selben Ton zu singen, bei allmählichen Uebergang vom reinen a zum weicheren 
findet eine unwillkürliche Tonerhöhung statt. Aus diesem Grunde wird ein a des 
unteren Registers und ein a des oberen angenommen. 

Dieser Unterschied ist ein durchgängiger. Demzufolge stellt das Universal-» 
Alphabet den Grundlauten der menschlichen Sprache entsprechend folgende 
Laute dar: 

Register 1. Sonore II. Geräuschlaute 

im oberen äeoüinlz fpbsgh 
im unteren aeouimrjv bdckx 

Vocale. Consonanten. 

Das Universalalphabet besitzt also im Ganzen 28 Schriftzeichen, 10 für die 
Vocale, 18 für die Consonanten, alle übrigen Laute sind zusammengesetzte, die 
durch die 28 Grundlaute wiedergegeben werden können. j. katzensteik. 

73) H. Oatzmann (Berlin). Ueber Stolliug md Bewosnng des KoUkoptoi bei 
noraalev und pathologischen SprechTorgangen. Beiträge zur Amt, Fhysiol. 

Pathol u. Ther. des Ohres, der Nase und des Kehlkopfes. Bd. 1. S. 89—134. 
1908. 

Vorerst bespricht Verf. alle die Untersuchungsmethoden, die dazu dienen, 
Stellung und Bewegung des Kehlkopfes während des Sprechvorganges zu beur- 
theilen. Die verschiedenen Laryngographen werden an der Hand von Abbildungen 
erläutert. Dabei kommt G. nach anatomischen und topographischen Bemerkungen 
auf seine eigenen gründlichen Untersuchungen zu sprechen, die in mehrfacher 
Beziehung unsere Kenntnisse in der Frage der Stellung des Kehlkopfes bei nor- 
malen Sprech Vorgängen bedeutend erweitert. 

Die Methoden der Inspection mit dermographischen Marken und der Pal- 
pation unter bestimmten Cautelen gestatten, in einfacher und einwandfreier Weise 
gröbere Veränderungen des Kehlkopfstandes in verticaler Richtung richtig zu beur- 
theilen. Für die geringen Abweichungen dagegen, die wir beim normalen Sprechvor- 
gange vorfinden, reichen diese Methoden nicht aus. Die graphischen Aufnahmen 
werden, wenn man die verticale und die sagittale Bewegung getrennt aufnehmen 
will, am besten mit dem von Zwaardemaker angegebenen Laryngographen vor- 
genommen. Die grössten Bewegungsbreiten des Kehlkopfes Hegen in der verticalen 
Richtung, die sagittale Bewegung nach vorn und hinten ist selbst bei starken Be- 
wegungen des ganzen Organes immer sehr gering und beträgt höchstens 2 mm. 
Man kann diese Bewegungen daher meist vernachlässigen, wenn es sich um sehr 
grosse Ausschläge des Kehlkopfs überhaupt handelt; dagegen sind sie bei der 



— 322 — 

Untersachung der rahigen Sprechvorgänge unter normalen Verhältnissen von 
Wichtigkeit. Bei der Ruheathmung ist unter normalenn Verhältnisse die Bewegung 
des Kehlicopfes in beiden Richtungen nahezu gleich Null, bei tiefer Ein* resp. 
Ausathmung sinkt resp. steigt der Kehlkopf merklich. Art, Höbe und Starke der 
Stimmeinsätze haben, wenn man die Prüfung ohne Articulationsbewe^ungen vor- 
nimmt, in der gewöhnlichen Sprechtonhöhe und Stärke nur sehr geringen Einfluss 
auf die Kehlkopfstellung. Energische Articulationsbewegungen ohne Lautproduc- ^ 
tion, wie Oeffnungsbewegungen des Mundes, Bewegungen des Unterkiefers nach 
vorn und hinten, Zungenbewegnngen u. s. w., üben einen merklichen Einfluss auf 
den Kehlkopfstand aus. Der Kehlkopf wird dabei rein passiv von den Articulations- 
organen mitbewegt. DieVocale haben nur einen geringen Einfluss auf die Stellung 
des Kehlkopfes. Die Veränderungen des Kehlkopfstandes geschehen in derselben 
Richtung wie die zur Aussprache der einzelnen Vocale nothwendigen Articulations« 
bewegungen. Die Articulationen ruhig gesprochener Consonanten haben nur ge- 
ringen Einfluss auf die Kehlkopfstellung, und zwar im Verhältniss mehr auf die 
sagittale wie auf die verticale Bewegung. Nur diejenigen Laute, welche starke 
Zungenbewegungen erfordern (k, 1), rufen grössere Verticalbewegungen hervor. 

OPPTKOFER. 

74) IL Ounaiid. Die Biitktflmig der Sttmioi. (Lo duseseit d#i ?tiz.) 

These des Bordeaux, 1896. 

Ausführliche Abhandlung über Stimmbildung und Stimmregister. Die ge- 
naue Eintheilung der Singstimmen soll der Gesanglehrer erst nach und nach im 
Verlaufe des Unterrichts vornehmen. üppikofer. 

75) £. E. Clark. Di« Falsett- eder Bunekeiiftimiie. (Tke falsette er enneeid 

Veice.) Medical Fortnighüy. 25. Februar 190H. 

In allen Fällen von Eunuchenstimme wurden die Genitalorgane normal ge- 
funden. Die Behandlung besteht in Stimmübungen und Athemgymnastik mit be- 
sonderer Pflege der Abdominalathmung. Verf. geht so vor, dass er erst eine hohe 
Note singen und diese wiederholen, dann nach abwärts singen lässt, bis der tiefste 
Ton des Registers erreicht ist; dann werden die untersten Töne mit lauter for- 
cirter Exspiration 10—15 Minuten lang wiederholt. Ebenso muss man in tiefem 
Ton laut vorlesen lassen. Alle unnöthigen Anstrengungen der Stimme sollen ver- 
mieden werden. emil hayek. 

76) Coartade. Deber die DyHpkenie extralaryngealen UnprugB. (De U dyt- 

pkenie d'erigiBe eztra-laryngie.) Arch. intemat. de laryngologü. No. III, 

1907. 

Verf. unterscheidet zwei Arten von Dysphonien, eine pulmonäre (Tuber- 
culose, Pleuritis, Asthma, grosse Abdominal tumoren, Rippenfracturen, Neuralgien, 
Herzkrankheiten) und eine oro-nasale (Mandelabscess, acute Angina, Lähmung 
und Perforation des Gaumensegels, Nasenverstopfung, Zungentumoren). 

BRINÜEL. 



— 323 — 
J7) W. 0. HendersoD. Torlut 4or Sttme kel Siigtri. (Lote of ?olco ia 

llBgen.) The Larpngoscape. Juni 190?. 

Verf. hat die Erfahrung gemacht, dass alle Stimmschädigangen bei Sängern 
anf die Methode zarückzuführen sind ; er geisselt verschiedene Fehler mancher 
Gesanglehrer, wie die Athemübungen, die darauf hinzielen, dass der Schüler ein 
möglichst grosses Athemvolumen bekommt, ferner die Ueberanstrengung der 
Schüler. Ein Hauptfehler der Lehrer besteht darin, dass sie den Ehrgeiz haben, 
den Stimmumfang des Schülers nach Möglichkeit zu vergrössem. Der Artikel ist 
sehr flott und nicht ohne Humor geschrieben. kuil mayer. 

78) Percy Fridenberg« AllttgUcho Dnaehen Hr die SeUdiguic dar SUauae. 

(B?enr-day eaaaes of TOiCO detorioraUoa.) The Laryngoscope. September 1907, 
Verf. theilt die häufigsten Ursachen für den Verlust oder die Schädigung 
der Stimme in drei Klassen: klimatische Verhältnisse nebst Wind und Staub, un- 
richtiger Gebrauch der Stimme, wobei das laute Sprechen bei der Unterhaltung, 
wie es der Lärm in unserer Umgebung nöthig macht, eine Rolle spielt und 
schliesslich der Mangel an Achtsamkeit auf die Cultur und Behandlung der 
Stimme in unseren Schulen. Verf. begründet seine Ausführung mit besonderem 
Hinblick auf die Verhältnisse in Amerika. euil maybr. 

79) Kobrak (Berlin). ThooroUscko Bmadlagoa aad doroa praettacho Torwor- 
thaag für dio Brloraaag doa AUoaoaa dor Spracho tob fioslcht dos Sproohoa- 

doa. Med, Klinik. 10. 1908. 

Bei der Erlernung des Ablösens ist das Wesentliche nicht die Einzellaut- 
stellung und Einzelsilbe, sondern der Satz, und zwar der mit Sinn verbundene 

Satz. SEIFERT. 

80) j. Reardon. Goagoattalor Kohlkopf strMor. (Coaaoattal laryagoal atridor.) 

American Journal of Medical Sciencea. August 1907, 

In dem mitgetheilten Fall war das Kind l^j^ Jahre in Beobachtung; als 
man es zuerst sah, war es 3 Wochen alt. Unter Aethernarkose wurde die Zunge 
mittels einer Sutur nach vom gezogen und man sah die Seitenränder der Epi- 
-glottis stark umgebogen, so dass sie sich den ary-epiglottischen Falten näherten; 
die Stimmbänder konnten nicht gesehen werden. Als das Kind 2 Jahre alt 
war, hatte die Epiglottis noch ihre frühere Gestalt, jedoch konnte man jetzt das 
Larynxinnere sehen; die Function der Stimmbänder war normal. 

Verf. räth, die ary-epiglottischen Falten fortzuschneiden und, wenn dies 
nichts hilft, den umgebogenen Theil der Epiglottis. bmil maybr. 

81) Mnggia. Uobor dio kliaiicko Bodoataag dos coagoaitaloa KoklkopfsMdors. 
(Sal ligailoato cliaico doUo stridoro lariagoo coagoaito.) Rivista di ainica 

PeduUrica. Decemher 1907. 

Verf. theilt 8 Beobachtungen mit. Er ist der Ansicht, dass stets eine Miss- 
bildung des Kehlkopfeingangs vorliegt, die als Ausdruck einer Entwickelungs- 
hemmung und des Persistirens der infantilen Kehlkopfform aufzufassen ist. Daher 
ist der Stridor dort am intensivsten und andauerndsten, wo schwere Allgemein- 
störungen, Ernährungsstörungen, wie Rhachitis etc., bestehen. findeb. 



— 324 -^ 

32) GöhiioL iwei Find vdtt IiiryiitospMBiii tiitolfe lyptrtrovUid^r Thyrnns. 
(Dem cas de laryngespasme par kypertrepUe da thymaa.) AnhaUs w^,- 

ahir. du Centre. 2fi. October 1906. 

In beiden Fallen Hess sich als einzige Ursache des Larynxspasmus eine aus- 
gesprochene Hypertrophie der Thymusdrüse finden. a. cartaz. 

83) Martinez Böig. Die Oioao-Theraple beim Kenckkoaten. (La oiOBe*terapia 

es la ceqnelacke.) Dissert. Madrid 1907, 

Verf. kommt zu folgenden Schlüssen: 1. die Ozon therapie wirkt nur im Sta- 
dium convulsivum. 2. Sie vermindert Zahl und Dauer der Anfälle. 3. Die Dosis 
soll 0,1 — 0,3 mg Ozon auf den Liter Luft betragen, dreimal täglich 10—12 Mi- 
nuten lang inhalirt. Aussetzen der Behandlung führt Recidive herbei. 4. Die 
Behandlung soll 14 Tage dauern. 5. Man soll sie nicht anwenden, wenn Erschei- 
nungen seitens des Thorax bestehen. 6. Die Behandlung kürzt die Dauer der 
Krankheit ab und bessert den Allgemeinzustand. tapia. 

84) £• Schickendantx. Deitrag mr ReciirreB8läkmiuig mit SO neaeii FUien. 

Dissert. Leipzig 1906. 

Im Verlauf von 9 Jahren wurden 50 Fälle von Recurrenslähmung an der 
Leipziger Universitätspoliklinik für Halskranke beobachtet. Die diesbezüglichen 
Krankengeschichten sind nun in dieser Arbeit je nach ihrer Wichtigkeit mehr oder 
weniger eingehend aufgezählt und mit analogen Fällen aus der Literatur ver- 
glichen. Zwei der Fälle fanden sich bei Tabes, je 1 bei Syringomyelie, mul- 
tipler Sklerose und Diphtherie, 1 bei Lues, 6 bei Aneurysma aortae, 7 bei Oeso- 
phaguscarcinom, 5 bei bei sonstigen Mediastinalgeschwülsten, 6 bei Tuberculose, 
5 bei Strumen, 3 bei sonstigen Halstumoren, 3 im Anschluss an Operationen am 
Halse; in 9 Fällen blieb die Aetiologie zweifelhaft oder unbekannt; 9 mal war 
die Lähmung rechterseits, 35 mal linkerseits und 6 mal doppelseitig. Das Alter 
der Patienten (29 männlichen und 21 weiblichen Geschlechts) schwankt zwischen 
13 und 82 Jahren. opptkofer. 

85) J. Sendziak (Warschau). ieUplOgie der ReClUTenaläkmilllgeB. Monatsschr. 
f. Ohrenheilkde. etc. Heft 11. 1907, 

Statistische Zusammenstellung der Recurrenslähmungen bezüglich des Alters 
und Geschlechtes, sowie der verschiedenen ätiologischen Momente unter Trennung 
des, centralen und peripheren Ursprunges. Die Zusammenstellung bezieht sich auf 
1017 einschlägige aus der Literatur gesammelte Fälle, sowie 201 aus der eigenen 
Praxis des Verfassers. hecht. 

86) £. Barttaas. Larynztabercidoae mid Sckwangerackaft. (Rapport de la 
tnbercnloae laryngie et de la groaaeaae.) These de Fans. 1907. 

Die Arbeit enthält nichts Neues. a. cartaz. 

87) Rudolf Holhnanii (München). Daneranäatkealo im taberoaUaen Keklkopf. 

Münch. med. Wochensckr. No. 14. 1908. 

Zur Erzielung. der „Autoanästhesie^ lässt H. den Patienten durch ein in 



— 325 — 

seiner Forn; cfner TabakpCdife ähnliches „Saugröhrchen" Orthoform, Anästhesin 
oder Cocain, letzteres in Pulverform oder wässeriger Lösung, aspiriron. 

Angeregt durch die Schlösser 'sehen Erfolge bei Neuralgien injicirte Autor 
einer Anzahl (7) Patienten 85proc. Alkohol in den Nervus laryngeus superior an 
seiner Durchtriltsstelle durch das Lig. thyreoideum mit gutem Erfolg, namentlich 
in Bezug auf die Aufnahme compacter Speisen. Die Zufuhr flüssiger Getränke rief 
jedoch unverändert die gleichen Beschwerden wie vorher hervor. Die Technik der. 
Alkoholinjeotion ist in der Publikation eingehend beschrieben hrcbt. 

88) J. Malier (Kopenhagen). Deber BpiglotUsampntaUoii bei der Keblkopftnber- 

CVlese Zeitschrift f. Lart/ngcl., Rhinol, und ihre Grenzgebiete, Bd. 1. S. 09 
bis SZ 190N. 

M. hat in 10 Fällen von Tuberculose der Epiglottis den Kehldeckel mittelst 
der AI exander 'sehen Guillotine entfernt und giebt nun in vorliegender Arbeit die 
diesbezüglichen Krankengeschichten wieder. In keinem der Fälle war die operative 
Blutung erheblich. Bei drei I^atienten notirte M. völlige Heilung (Beobachtung^- 
s^eit nach der Heilung 2 Jahre, 9 und 4 Monate). 

Die Epigloitisamputation soll nach M. in Fällen von Kehlkopftuberculpse 
vorgenommen werden: 1. bei tuberculösen AfTeclionen, die ausschliesslich oder 
fast ausschliesslich auf die Epiglottis beschränkt sind, wenn der Zustand des 
Patienten überhaupt ein solcher ist, dass er diesen nicht sehr beträchtlichen Ein- 
griff ertragen kann ; 2. bei ausgesprochener Dysphagie ohne Rücksicht auf den 
Zustand des übrigen Kehlkopfes und der Lungen, insofern es wahrscheinlich ist, 
dass die Epiglottisaffection es sei, die die Dysphagie verursacht, und 3. bei be- 
trächtlicher ttiberculoser Affection der Epiglottis in Fällen von mehr ausgedehnter 
Kehlkopftoberculose, selbst wenn keine Dysphagie vorliegt, falls nur kein Lungen- 
leiden vorKegt, oder nur ein so geringfügiges, dass man auf eine Heilung, bezw. 
eine beträchtliche Besserung hoffen kann. orpiKoFi<:R. 

89) MoreetlB. ExsUrpattoB oiior siiprakyoidalen taberenUsen Vribie lirch des 
lud. <Bxftirpatlep par la beuche d'im ganflion avs-byeldlen tnbercideaz.) 

Socidtf de Chirurgie. 24. Januar 1908, 

Incision in der Furche zwischen Zahnfleisch und Kinn auf dei rechten Seite, 
Ablösung der Gewebe, dannExstirpation der Drüse, Naht der Wunde mit Seiden* 
fäden. Eine eitrige submaxillare Adenitis zwingt am 9. Tage, die Wunde wieder- 
zu öffnen, die Drainage gebt auf -diesem Wege gut vor sich. Das Resultat ist 
ausgezeichnet. M. räth, in Fällen von Abscessen oder kleinen Tumoren, die hoch 
am Halse sitzen, diesen Weg vom Munde aus zu wählen, oontier do in rochk. 

90) J. Lebayle. Deber Oiaena trachealis. (Be Poitae trachte.) These de Faris, 

1907. 

Detaillirte Beschreibung dieser verhältnissmässig seltenen Affection (ZahL 
der publicirten Fälle etwa 20). Verf. meint, es handle sich um eine Erkrankung 
durch Mikroben, die aber. zur Entwickelung eines geeigneten Terrains /Syphilis,. 
Tuberculose) bedürfen. Die Ozaena trachealis ist der Ozaena der Nase oft secundär. 



— 326 — 

Die Krankheit hat wenig Tendenz, spontan zu heilen. Verf. räth zu intratrachealen 
Injeotionen, zur Behandlung mit Jod und schwefelhaltigen Mineralwässern. 

A. CARTAZ. 

f. Schilddrüse. 

91) BMil KilTinffton (Melbourne). Patholegio der BcUldMie ud loboucUld- 
drilio. (Palhology of tho thyroid ud parathyreid ginda.) intercoUmiai Me- 

dical of Australasia. Febrvar 1908. 

Eine zusammenfassende Darstellung unserer heutigen Kenntnisse über den 
Gegenstand. a. j. braüy. 

92) Fabre uud Theyenot (Lyon). Der bepf beim lengebereaeB. (le (oltre 

Cbei le aeVTean b6.) Lym medical. o. Decemher 1907. 

Die Erkrankung der Neugeborenen ist häufiger als man glaubt. VerfT. haben 
130 Fälle in der Literatur gesammelt. Sie beziehen eine Anzahl von Erschei- 
nungen, die gewöhnlich der Thymus zugeschrieben werden, auf den Kropf. Sie 
empfehlen die Exothyropexie als die Methode der Wahl, wenn Erscheinungen von 
Suffocation auftreten. gontjer de u röche. 

93) Meerwein (Basel). Ueber Intratracheale Stnuaen. Deutsche Zeitschrift f. 
Chirurgie, Bd. 91. 1907. 

Bei der Laryngoskopie fand sich eine halbkugelige Vorwölbung des sub- 
glottischen Raumes links (Pat. mit hochgradiger Dyspnoe). Laryngo-Tracheo- 
tomie und Excision des haselnussgrossen Tumors, der eine Combination einer 
intratrachealen Struma mit einem tuberculösen Infiltrat des subglottischen Raumes 

zeigte. .SEIFERT. 

94) H. TinceBt. SeUlddrkaei-Iedicattoi fir gewlaae Nile toi acitem Oeleik- 
rhenatianva. (Tkyreeld nedlcatlea fer eertain eaaea ef acute articalar 

rkematiaa.) N. Y. Medical Journal 8. Juni 1907. 

Verf. hat in 74 Fällen von acutem Rheumatismus ein Symptom gefunden, 
das er als „Schilddrusensymptom'* bezeichnet und das charakterisirt ist durch 
eine — bisweilen einseitige — Anschwellung der Schilddrüse und durch Schmer- 
zen, die selten spontan, aber stets sehr ausgesprochen sind, wenn jeder Schild- 
drüsenlappen zwischen den Fingern comprimirt wird. Dieses Symptom wird ge- 
wöhnlich in leichten und chronischen Fällen nicht gefunden, sondern nur bei 
acutem fieberhaften Gelenkrheumatismus. Die Schilddrüsenschwellung nimmt ge- 
wöhnlich mit der Gelenkschwellung zu und nimmt ab, wenn diese geringer wird. 
Wenn — was bisweilen der Fall war — Verf. das Schilddrüsensymptom im Be- 
ginn der Erkrankung sehr ausgesprochen fand, um es dann trotz des Weiterbe- 
stehens der Gclenksymptome bald verschwinden zu sehen, so sprach das immer 
für eine schlechte Prognose und für einen sehr langsamen Verlauf des Rheama- 

tlSmUS. LEFFERTS. 



— 327 ~- 

95) Badolf HoffmAiiii (Müncheu). BemmiuitenvcliaBceft bei Thyreoidoieii. 

(Vorläufige Mittheilung.) Münchener med, Wochenschr. No. 6. 1908, 

ErörterQDg der verschiedenen Drüsen mit interner Secretion, deren Aniago- 
nismas und wechselseitiger Ersatz, Pathologie dieser Organe, sowie therapeutische 
Beeinflussung durch entsprechende Sera, insbesondere durch Schilddrüsen- und 
Nebennieren-Präparate. Details müssen im Original nachgelesen werden. 

HECHT. 

96) J. M. Mtliler. lorbus Basadow. (Exopbtkalmic golter.) Lancet-Clink. 

25, Mai 1907. 

M. berichtet über drei Fälle, die mittels Röntgenstrahlen und jodfreier Diät 
geheilt wurden. Thyreodectin wurde versucht, hatte jedoch keinen Erfolg. Inter- 
essant war in dem einen Fall die Thatsache, dass die Patientin im 7. Schwanger- 
schaftsmonat mit Zwillingen niederkam und dass jedes Kind einen grossen Kropf 

^*^^®- EMIL MAYERi 

97) Gandorow (St Petersburg). Bditrag IV Frage Ton der Thyreeiditis jedica 

acuta. Arch. f, Dermatol, Bd. S9. 1908. 

Die Thyreoiditis jodica acuta entwickelt sich bei besonders veranlagten, für 
Jod äusserst empfindliche Personen und bildet eine Erkrankung sui generis. Das 
Eintreten der Thyreoiditis hängt nicht von der Menge des in den Organismus ein- 
geführten Jods ab, man muss sie zur Gruppe der Intoxicationserkrankungen im 
strengen Sinne des Wortes rechnen. seifkrt. 

98) S. F. Beebe. Die Physiolegie der ScliilddrSae in iliren BeiiehnngeB 
inm lerbvs Baaedew. (The pbfsiolegy of tbe thyroid glaiid in ita relatten 
te exopbtbalmie geitre.) 

99) w. o. Mac Galinm. Die Patbelegie dea lerbaa Baaedew. (The pathe- 

legy of exephthalBÜC geiter.) Journal American Medical Association. 5. Oc- 

tober 1907. 

Beebe giebt zuerst einen Ueberblick über die nach Entfernung der Schild- 
drüse auftretenden Erscheinungen und verweilt dann besonders ausführlich bei 
der Besprechung des Chemismus der Drüse. Er weist dann darauf hin, dass die 
Symptome, die bei Morbus Basedow vorhanden sind, Exophthalmus, Tachycardie, 
Tremor, gastrointestinale Störungen, profuse Schweisse, Temperatursteigerung, 
rapider Gewichtsverlust, alle experimentell bei Thieren dadurch hervorgerufen 
werden konnten, dass man sie mit Schilddrüsenpräparaten überfütterte. Will man 
den physiologischen Verhältnissen nahe kommen, so darf man den Thieren keine 
Handelspräparate in intermittirenden Dosen per os geben, man muss ein Extract der 
Drüse, die von derselben Thierspecies stammt, in kleinen, häufig wiederholten 
Dosen subcutan injiciren. Verf. bespricht schliesslich die beiden allgemein accep- 
tirten Theorien, durch die der Ursprung der Hyperactivitat der Drüse erklärt 
wird: erstlich als Resultat eines nervösen Shocks; zweitens durch compensato- 
rische Hypertrophie während der Toxämie. 

Mac Call um hat in zwei Fällen sehr sorgfältig die sympathischen Hals- 
ganglien and -Nerven studirt und hat keinerlei uennensworthe pathologische Ver- 



- 328 — 

änderungen gefunden; ebeiiso fahden sich keine constanten Veränderungen im 
Centralnervensystem. Die einzigen nachweisbaren und constanten Veränderungen 
sind in der Schilddrüse, der Thymus und dem Lymphapparat zu finden. 

Beide Autoren kommen zu dem Ergebniss, dass wir sehr wonig betreffs der 
Physiologie und Pathologie der Schilddrüse wissen. kmil maykk. 

100) L. Napoleon (Boston). Ein weilkYOlles SymptOB bei lorims Basedow. 
(& valnaUe sign in ezophthaliiic goitre.) N. Y. Medical Jotmial 17. August 

1907. 

Das Symptom besteht in folgender Erscheinung: Hat der Patient das Auge 
nach oben gedreht und versucht nun, dem Finger des Untersuchers nach unten 
bis zur Höhe des Kinns zu folgen, so folgt das obere Lid dem Augapfel für eine 
kurze Strecke nach unten, bleibt dann einen Augenblick stehen, geräth in einen 
leichten Spasmus mit, wobei es anscheinend wieder etwas zurückgeht und folgt 
darauf von neuem dem Augapfel. leffbrts. 

g. Oesophagus. 

101) Gilbert und Philibert. Gautteelie lerstömig des Oesophagus. (Destine- 

tton Canstiqne de roesophage.) Sod^ ,anatomiqu€. 13. März 190fi. 

Demonstration eines Abgusses des Oesophagus, eines Theiles des Pharynx 
und des Magens, den ein Patient 6 Tage nach dem Verschlucken eines unbe- 
kannten Aetzmittels zu Tage gebracht hatte. Der Abguss besteht aus fibrinöser 
mit Rundzelien durchsetzter Masse. Nach .') Wochen absolute Stenose des Oeso- 
phagus. nONTlBR Iw la ROCHE. 

102) Ooldmjuiii (Freiburg). Zur Operation des Speiserihrendivertikels. Cm- 

traWlatt f. Chirurgie, ol, 1907. 

Ein nach besonderer Methode operirterFall vonPulsationsdivertikel bei einer 
23jährigen Patientin. seifkrt. 

103) B, Mfilier. Ein Beitf^g rar Kenntadss der PnlsiensdiTertikel der Speise- 

rttkre. Dissertation. Giessen 1905. 

Nach eingehender Besprechung der Divertikel der Speiseröhre theilt M. ein 
typisches Beispiel eines nicht sehr umfangreichen Zenker 'sehen Pulsionsdiver- 
tikels mit, das von anderer Seite sondirt und dorchstossen worden war. Die Sec- 
tion zeigte bei dem 62jährigen Manne eine diffuse eitrige Infiltration des ganzen 
hinteren Mediastinums bis zum Pankreas hin, des Kaiszellgewebes, des vorderen 
Mediastinums und des Zellgewebes der oberen Thoraxapertur. Fibrinös-serös^ 
Pericarditis. oppikofer. 

104) H. Stark (Karlsruhe). Die Bedentong der Oesophageskspis für die Diagnose 
nnd Behandlnng TerscUoeUer Premdktrpor. 2eitschnft f. Laryngd., Rhinol. 

und ihre Grenzgebiete. Bd. 1. 8. 81-93. 1908. 

St. hat seit Erscheinen seines Lehrbuches der Oesophagoskopie 1905 vier 
weitere Fremdkörperfälle beobachtet, die er kurz mittheilt (2 mal Knochen, Imal 
Metalldoppelknopf und 1 mald (ieldstück). jQestützt auf seine eigene reiche Er« 



— 329 — 

fahrung und unter Berücksichtigung der Arbeiten der letzten Jahre bespricht Ver- 
fasser die Vortheiie der Oesophagoskopie gegenüber den übrigen Methoden und 
bedauert, dass die Oesophagoskopie auch heute noch, namentlich von chirurgi- 
scher Seite, nicht diejenige Anerkennung und Berücksichtigung gefunden hat, die 
sie verdient. Eine blutige Operation ist erst angezeigt, wenn die Oesophagoskopie 
versagt. oppikofkr. 

105) Fink (Karlsbad). Zur Schwierickett ler DiagBOStik yon Fremdkirpeni im 

OeSOphaSIU. Wimet* med. Wochenschr. No. 42. 1907. 

Eine Frau verschluckte das in der Mitte der Gaumenplatte gebrochene Ge- 
biss, hatte ausser stechenden Schmerzen in dem Brustabschnitt des Oesophagus 
keinerlei Beschwerden oder Behinderung. Spitalsaufnahme am selben Tage. Kar- 
toffelkur, Sondirung mit verschiedenen Sonden sowie Röntgendurchleuchtung er- 
gaben keinen Anhaltspunkt für einen Fremdkörper, welcher erst mittelst Oeso- 
phagotomie zu Tage gefördert wurde. Eigenthümliche Querlagerung sowie der 
Umstand, dass an dem verschluckton Fremdkörper kein Metall war, erklärten das 
Fehlschlagen der genannten Untersuchungsmethoden. Dringende Empfehlnng der 
Oesophagoskopie. chiari. 



IV. Kritiken und Gesellschaftsberichte. 

a) British Medlcal Assoclatloo« 

Exeter Meeting. 
Section für Laryngologie, Otologie und Rhinologie. 
Sitzung vom 31. Juli 1907. 
Vorsitzender: R. Makenzie Johns ton (Edinburgh). 
Der Vorsitzende giebt in einer Einleitungsrede einen Ueberblick über den 
Unterricht in Laryngologie und Otologie und den Stand dieser Dis- 
ciplinen. Er spricht sich im Allgemeinen dagegen aus, die Zahl der Zwangs- 
curse zu vermehren, man solle sich darauf beschränken, dem Studenten die Ein- 
sicht von der Bedeutung und Wichtigkeit dieses Zweigs der Medicin beizubringen. 
Es steht zunächst zur Discussion: Die Differentialdiagnose zwi- 
schen tuberculösen, syphilitischen und malignen Erkrankungen des 
Larynx. 

Sir Felix Semon fasst seine Erfahrungen dahin zusammen, dass ge- 
wöhnlich die Differentialdiagnose der drei Erkrankungen leicht ist, nicht sel- 
ten aber auch Schwierigkeiten bietet und in Ausnahmefällen eine Zeit lang fast 
unmöglich sein kann. Folgende Punkte müssen beachtet werden: 1. Congestion 
der Stimmbänder als ein Initialsymptom der Tuberculose, Syphilis und maligner 
Erkrankung (a bilateral und b unilateral). 2. Die Schwierigkeiten der Differential- 

XXIV. Jahrg 24 



— 330 — 

diagnosc zwischun tuberculösen, syphilitischen und malignen Tumoren. 3. Kehl- 
kopftuberculose bei Leuten mittleren oder vorgerückten Alters als eine Quelle des 
Irrthums in der Unterscheidung zwischen Tuberculose, Syphilis und maligner Er- 
krankung. 4. Die Schwierigkeiten der Diflfercntialdiagnose, wenn die Krankheit 
in Form einer Infiltration auftritt und 5. die Combination zweier Erkrankungen. 
Wenn auch Hedner der Ansicht zustimmt, dass einseitige Stimrobandcongestion 
gewöhnlich als Vorläufer einer schweren constitutionellen Erkrankung aufzufassen 
ist, so warnt er doch davor, dies als unfehlbare Regel zu betrachten. Anderer- 
seits berichtet er über einen interessanten Fall, in dem doppelseitige Stimmband- 
congestion einer malignen Erkrankung des Kehlkopfs vorausging. S. giebt eine 
detaillirte Beschreibung der tuberculösen Kehlkopftumoren und bespricht die Unter- 
scheidung von Gummi und Carcinom. Er constatirt femer, dass Kehlkopf tuber- 
culose bei Leuten mittleren oder vorgerückten Alters häufiger ist, als man ge- 
wöhnlich annimmt und warnt davor, aus dem höheten Lebensalter der Patienten 
ohne weiteres zu schliessen, dass ein in seinem Kehlkopf gefundener ulcerirter 
Tumor ein Carcinom sei. Er illustrirt das Gesagte durch Mittheiluog mehrerer 
Fälle. Die grössten Schwierigkeiten für die DilTerentialdiagnose der drei Krank- 
heiten erwachsen, wenn es sich um eine Infiltration handelt, insofern als die Peri- 
chondritis, die bei allen dreien vorkommen kann, die Symptome der ursprüng- 
lichen Erkrankung völlig verschleiern kann. Schliesslich bespricht S. die Combi- 
nation mehrerer Erkrankungen vom differentialdiagnostischen Standpunkt. 

Jobson Home sagt, dass ein geübtes Auge die Diagnose auf tuberculose 
Veränderungen im Kehlkopf in den allermeisten Fallen stellen wird und dass man 
zu einer DifTerentialdiagnose am besten dadurch gelangt, dass man die Tubercu- 
lose ausschliessen kann. 

H. bespricht folgende vier Punkte: Schmerzen, Stimmfnnction, fibröse Dege- 
neration und vorhergegangene locale Behandlung. Schmerzen treten fiüher und con- 
stanter bei Carcinom auf, fehlen oft bei Syphilis und Tuberculose, wenn der Kehl- 
kopf in Ruhe ist. H. ist im Stande, zwischen der Heiserkeit bei Tuberculose 
einer- und bei Syphilis und Carcinom andererseits Unterschiede zu constatiren. 
Fibröse Degeneration in anderen Organen spricht für Syphilis, Carcinom oder 
Pachydermie. Für ein objectives Urtheil ist es nöthig, dass das Krankheitsbilci 
nicht durch voraufgegangene Application von Causticis etc. oder Fortnahme von 
Gewebsstücken verändert ist. 

Die objectiven laryngoskopischen Zeichen theilt H. ein in: Congestion der 
Kehlkopfschleimhaut und — vielleicht — verringerte Beweglichkeit des Stimmbands, 
Anschwellung, wenn nicht ausgesprochene Tumorbildung; Ulceration; Erschei- 
nungen ausserhalb des Kehlkopfs, wie Drüsenschwellungen. 

Nach H.'s Ansicht ist der Theil des Larynx, der reich an Drüsen und von 
Cylinderepithel bekleidet ist, am empfanglichsten für Tuberculose, die sich erst 
später per continuitatem auf die Plattenepithel tragenden Theile fortpfianzt: 
dagegen sind die Theilo der Stimmbänder und Taschenbänder, die mit Platten- 
epithel bekleidet sind, am häufigsten Ursprungsstellen des Epithelioms. In den 
Frühstadien giebt daher schon der Sitz der Erkrankung einen gewissen Hinweis 



— 331 - 

für die Diagnose. Allen drei Erkrankungen ist gemeinsam, dass sie in Zellproli- 
feration und Infiltration bestehen, die allmählich auch auf die inneren .Muskeln 
des Kehlkopfs übergreifen und schliesslich ßewegungsbeschränkung einer oder 
beider Stimmbänder herbeilühren. Bei Tuberculose ist diese weniger ausgespro- 
chen und persistent. Auch bei einfacher Pachydermie hat H. Fixation eines 
Stimmbandes beobachtet. Sonst kann die Bewegangsbeschränkung bei Anwesen* 
heit eines ausgesprochenen Tumors dazu dienen, diesen als wahrscheinlich malignen 
von Papillomen oder sonstigen gutartigen Geschwülsten zu unterscheiden. 

Uebergehend zu der Tumorbildung stellt H. die Ansicht auf, dass die Pachy- 
dermie mehr ein Krankheitssymptom als eine Krankheit an sich sei. Sie kann auf 
Syphilis, Tuberculose und Carcinom zurückgeführt werden. Die Diagnose auf 
Pachydermie allein genügt nicht. Zur Illustration bezieht sich H. auf den Fall 
Kaiser Friedrichs, wo Virchow auf Grund der Untersuchung eines herausgenom- 
menen Stücks die Diagnose auf Pachydermie stellte. 

Bei Besprechung der Ulcerationen drückt H. seine Ansicht aus, dass wenn, 
tuberculose Geschwüre im Larynx vorhanden sind, dies dafür spricht, dass bereits 
in der Lunge Cavernenbildung vorhanden ist. Er erwähnt bei Besprechung der 
mit multipler Erkrankung zu verwechselnden Geschwürsformen einen Fall, in dem 
eine ausgedehnte Ulceration der einen Kehlkopfhälfte der Sitz der Infection für 
eine infectiöse Endocarditis war. 

Drüsenschwellung spricht für maligne Erkrankung, schliesst aber die Mög- 
lichkeit einer Tuberculose nicht aus; H. hat gefunden, dass wenn die Erkrankung 
in den Lungen zum Stillstand gekommen, im Kehlkopf jedoch wieder aufgeflackert 
ist, dass dann die cervicalen Lymphdrüsen inficirt werden, besonders wenn solch 
Kehlkopf einer activen Localbehandlung unterworfen wird. 

H. weist dann auf Fälle von Combination von Tuberculose und Carcinom 
hin. Ist es gelungen, auf Grund der angegebenen Momente Tuberculose auszu- 
sohliessen und schwankt die Entscheidung zwischen Syphilis und Carcinom, so 
spricht die Wirkung grosser Dosen Jodkali für erstere Krankheit. 

Bezüglich dos Kehlkopfcarcinoms beschreibt H. eine Methode der Kehlkopf- 
durchleuohtung als difTerentialdiagnostisches Hülfsmittel, mittels der es möglich 
sein soll, eine bessere Ansicht von den unterhalb des Niveaus der Stimmlippen 
gelegenen Theilen zu erhalten, wo bei maligner Erkrankung bisweilen zuerst eine 
tiefe Infiltration auftritt. Von der Bedeutung des opsonischen Index für die Dia- 
gnose der malignen Kehlkopferkrankung hält H. zur Zeit nicht viel. 

Zum Schluss weist H. auf die Wichtigkeit der laryngoskopisohen Unter- 
suchung im Frühstadium hin. 

N. C. Haring (Manchester) betont die Bedeutung der Stimmbandfixation für 
die Diagnose maligner Erkrankung. Bei secundärer Syphilis zeigt der vordere Theil 
des Stimmbandes gewöhnlich mehr Congestion als bei Tuberculose oder Carcinom. 

Herbert Tilley (London) berichtet über einen Fall von Tuberculose, der 
klinisch so dem Carcinom glich, dass die Thyreotomie gemacht wurde. Er ist 
nicht der Ansicht, dass die Berücksichtigung der Vertheilung des verschiedenen 

24* 



— 332 — 

Epithels im Larynx ans bei der Diagnose der Frühstadien maligner Erkrankang 
practisöh fördert. 

Dundas Grant (London) meint, dass die Einseitigkeit der Congestion als 
differentialdiagnostisches Merkmai nur für die Frühstadien der Tuberculose in 
Betracht kommt. Er erwähnt einen Fall von tuberoulöser Geschwulst in der vor- 
deren Commissur, der Schwierigkeiten für die Diagnose ergab. Bisweilen ist es 
von Bedeutung, eine eitrige Nasenaffection als Ursache für Erscheinungen am 
Kehlkopf, die der Tuberculose ähnlich sind, besonders in der Arytänoidregion 
auszuschliessen. 

William Hill (London) spricht zu Gunsten der von Hörne befolgten kli- 
nischen Methode. Jodkali hält er für ein ungenügendes diagnostisches Hilfsmittel. 

Scanes Spicer (London) meint ebenfalls, dass Horne's Methode die Me- 
thode der Zukunft für die DifTerentialdiagnose sei. Er hält die malignen Ge- 
schwülste, die den Kehlkopf von aussen her ergreifen, für häufiger als man 
glaubt. 

H. S. Birkett (Montreal) erwähnt, dass in Amerika sich das Tuberculin als 
diagnostisches Mittel sehr bewährt hat, besonders in den Fällen, die nur Hyperämie 
des einen Stimmbandes ohne Anzeichen in den Lungen zeigen. 

W. S. Syme (Glasgow): In den Frühstadien der Syphilis ist die Färbung 
der Kehlkopfschleimhaut purpurn, während sie in den Frühstadien derTuberculose 
mehr rosa ist. 

Adoph Bronner (Bradford) erwähnt das Vorkommen eines diffusen Fibroms 
des Stimmbandes bei alten Leuten, das bisweilen Schwierigkeiten für die Diagnose 
bieten kann. Bei derTuberculinprobe muss man stets auf eine Schwellung gefasst 
sein, die die Tracheotomie nötbig machen kann. 

J. B. Ball (London) spricht zu Gunsten des Jodkali als differentialdiagno- 
stisches Mittels. Es giebt Fälle, in denen zuerst die Syphilis und andere, in denen 
zuerst die Tuberculose ausgeschlossen werden muss. 

Watson Williams (Bristol) erwähnt Fälle, in denen weder Tuberculose 
noch Syphilis auszuschliessen war. Tritt in der Sohwerbeweglichkeit des Stimm- 
bandes in Folge Ruhe Besserung ein, so spricht das für Tuberculose. 

George Jackson (Liverpool): Die relative Häufigkeit von Caries 
der oberen und mittleren Muschel und des Siebbeins und die Be- 
deutung der Nasenuntersuchung in allenFällen mit Symptomen von 
Schwerhörigkeit und Schwindel und Halsaffectionen nebsteinigen 
therapeutischen Bemerkungen. 

J. mahnt, vermehrte Aufmerksamkeit der oft übersehenen Sieb bei nerkran- 
kungen zuzuwenden. Wenn er auch die Bezeichnung „nekrotisirende Ethmoiditis" 
nicht gut gewählt findet, kann er doch im Wesentlichen die Angaben von 
Woakes bestätigen. In 50 pCt. seiner Fülle von Mittelohrerkrankung fand er 
Siebbeinaffectionen. 



— 333 — 

Scan es Spie er (London) räth ebenfalls zur Behandlung der Nasenaffeo- 
tionen in Fällen von Ohrenklingen and anderen Ohrensymptomen. 

Bronner (Bradford) zollt zwar den Arbeiten von Woakes ebenfalls Beifall, 
glaubt aber, dass sie nach dem neuesten Stand unserer Kenntnisse nicht völlig 
zutreffen. 

Watson Williams demonstrirt stereoskopische Projectionsbilder, betreffend 
einige Punkte in der Anatomie und chirurgischen Behandlung der 
Nasennebenhöhlen. 

Er zeigt unter anderen Illustrationen von Stirnhöhlenoperationen nach 
Killian und Delsaux und einer von ihm selbst angegebenen Methode. 

Stuart Low (London): Submucöse Turbinectomie. 

Die Operation bezweckt eine Verkleinerung der vergrösserten unteren Muschel 
ohne Verletzung der dieselbe bedeckenden Weichtheile. Die Operation ist auch 
auf die mittlere Muschel anwendbar. Der Redner beschreibt die Details des Ein- 
griffs, der auch unter Looalanästhesie ausgeführt werden kann. 

William Hill (London) glaubt nicht, dass die Operation allgemein an- 
wendbar ist. 

Jobson Hörne (London) meint gleichfalls, dass die Zahl der für diese Ope- 
ration geeigneten Fälle sehr klein sei; er hat übrigens Angaben über das Verfahren 
bereits vor 8 oder 9 Jahren gefunden. 

Watson Williams (Bristol) ist ebenfalls der Meinung, dass die Operation 
nur selten indicirt ist; in der Mehrzahl der Fälle von Hyperplasie der unteren 
Muschel sind die Weichtheile verdickt und nicht der Knochen. 

Robert Fullerton: Eine Geschwulst^ die von der rechten Ton- 
sille eritfernt und als Teratom angesehen wurde. 

Es werden Zeichnungen und mikroskopische Präparate demonstrirt. 

Eugene S. Yonge (Manchester): Beobachtungen über die Ursachen 
des Entstehens von Nasenpolypen. 

Die Frage der Aetiologie fällt zusammen mit der Frage nach der Ursache 
dafür, dass ein kleiner Theil der Nasenschleimhaut ödematös wird. Y. ist auf 
Grund seiner Untersuchungen, über die er kürzlich ausführlich in einer Mono- 
graphie berichtet hat, zu dem Resultat gelangt, dass das locale Oedem der Nasen- 
schleimhaut, das das erste Stadium der Polypenbildung darstellt, eine seröse Ge- 
websinfiltration ist, das Resultat einer Circulationshemmung an dieser Stelle und 
zwar besonders der periglandulären Venen und Capillaren; die Ursache dieser 
Gefassobstruction wieder besteht in der cystischon Dilatation der Schleimdrüsen 
oder genauer der Drüsenausführungsgänge. 

Watson Williams (Bristol) kann den Theorien Yonge 's nicht zustimmen. 
Er betrachtet die Polypen als Resultat einer Verlegung der Lymphgefässe inner- 
halb eines beschränkten Bezirks der Schleimhaut, als einer entzündlichen Ver- 



— 334 — 

äDderiiDg in Folge Infection, kurz einer infectiösen Lymphangitis djü Verlegung der 
Gefässe analog der Elephantiasis. Ist die Gefäss Verlegung nur vorübergehend, so 
kann das Oedem verschwinden, ist sie andauernd, so bildet sich ein Polyp. Im 
Laufe der Zeit greifen in Folge der excessiven Lymph Versorgung verschiedene hy- 
pertrophische Veränderungen in dem Polypen Platz. Der infectiöse Process, der, 
wenn die Mucosa ergriffen wurde, zur Polypenbildung führte, verursachte auch 
entzündliche Veränderungen am Knochen. Die Vorgänge in der Mucosa und dem 
darunter liegenden Knochen sind gleichzeitig und nicht von einander abhängig. 

W. spricht dann von den Polypen, die sich in dem ödematösen Gewebe 
bilden, das durch aus den Siebbeinzellen kommenden Eiter veranlasst wird. Es 
giebt aber viele Infectionen, bei denen die Nasenschleimhaut in Mitleidenschaft 
gezogen wird, ohne dass Eiterungen vorhanden sind (z. B. Masern) und es scheint 
so, als ob der einzelne grosse Polyp, den man bisweilen findet und der in jahre- 
langem Wachsthum sich gebildet hat, sich im Anschluss an einen weit zurück- 
liegenden infectiösen Process gebildet hat. 

J. B. Ball (London) unterscheidet drei als Vorläufer der Polypenbildung 
zu betrachtende Zustände: Katarrhalische Zustände, Niesparoxysmen, Neben- 
höhleneiterungen; bei den meisten Fällen treffe die eine oder andere dieser drei 
Kategorien zu. 

William Milligan (Manchester) hält die Lymphgefässtheorie von William 
für zutreffend; gegen Yonge's Annahme, dass die Polypen in Folge Irritation 
der Schleimhaut entständen, spreche der Umstand, dass sie sich niemals bei Ta- 
bakschnupfern fänden. 

Mackenzie Johnston meint, dass die Theorie Watson Williams' sich 
auf eine giosse Anzahl von Fällen anwenden lasse. Die von Yonge an Katzen 
gemachten Versuche hätten darum keinen grossen Werth, weil die Untersuchung 
der Nase bei der Katze während des Lebens schwierig sei und wir nicht wissen, 
wie die klinischen Bedingungen seien. Jobson Home. 



V. Briefkasten. 

Yereln »ttddeotsclier Larjügolocren. 

Fünfzehnte Versammlung zu Heidelberg am PfingstmoutAg. 

Programm. 

Vorstandssi tzurig: 7. Juni, 6 Uhr Nachmittag. 

Am Sonntag, den 7. Juni d. J., findet ein Bierabend und Begrüssung der 
Theilnehmer und ihrer D.impn von Abends 8 Uhr ab in der Stadthalle statt. 
Herr Professor Killian wird vortragen: ..Eine wissenschaftliche Reise in Nord- 
Amorika" mit Projectionsbildern. 

Der Verein ladet hierzu die Mitglieder der Deutschen otologischen Gesell- 
schaft, der Deutschen laryngologischen Gesellschaft, sowie die übrigen Theilnehmer 
ganz ergebenst ein. 



— 335 — 

Am Montag, den 8. Juni, um 8 Uhr Vormittags in der Stadthalle: Beginn 
der wisseuscbaftlichen Sitzung. 

Nach Erledigung der Geschäftssitzung und der unten verzeichneten Vorträge 
und Demonstrationen wird um 2 Uhr Mittags ein Festessen im Grand Hotel die 
Theilnebmer und ihre Damen vereinigen. Vorausbesteilung der gewünschten 
Couvertzahl wird an Herrn Professor Jurasz erbeten. 

Nach dem Festessen findet ein Ausflug in die nächste Umgebung HeideU 
berg's statt. 

Für den Abend erbitten sich Herr uad Frau Prof. Jurasz das Vergnügen, 
die Mitglieder und ihre Damen in ihrem Hause, Kaiserstrasse 7, von 8 Uhr ab als 
ihre (läste begrüssen zu dürfen. 

Vohsen, Jurasz, Blumenfeld, 

I. Schriftführer. Localcoraite. Schriftführer. 

Tagesordnung der Geschäftssitzüng. 

Der Vorstand des Vereins stellt einen Antrag auf Aenderung der Statuten 
und bringt ihn gemäss § 7 hiermit zur Kenntniss der Mitglieder: 
§ 1 der Statuten erhalte folgende Fassung: 

Der Verein Deutscher Laryngologen bezweckt die wissenschaftliche und 
persönliche Annäherung der Specialisten für Kehlkopf-, Rachen- und 
Nasenkrankheiten. Er vertritt die wissenschaftlichen und socialen 
Interessen der Laryngologen. Die Sitzungen finden einmal jährlich 
statt; der Ort und die Zeit werden in der vorhergehenden Sitzung 
bestimmt. 

Kassenbericht. 

Wahl dss Vorstandes. 

Neuaufnahmen. 

Angemeldetetc Vorträge und Demonstratione-n. 

1. Herr Neugass (Mannheim): 

Kleinere rhinologische Mittheilungen. 

2. Herr Katz (Kaiserslautern): 

Partielle Synechie der Stimmbänder nach Trauma. 

3. Herr Killian (Freiburg i. Br.): 

Die Nasennebenhöhlen bei Scharlach. 

4. Herr von Eicken (Freiburg i. Br.): 

Unsere Erfahrungen über Gomplicationen bei Erkrankungen der Nasen- 
nebenhöhlen. 

5. Herr Brünings (Freiburg i. Br.): 

a) Ueber Lichttherapie bei acuten Nebenhühlenempyemen. 

b) Beiträge zur submucösen Fensterresection. 

c) Ueber die Beleuchtungsprincipien endoskopischer Rohre. 
Ü. Herr M anasse (Strassburg i. E.): 

Zur Pathologie und Therapie der malignen Nascnhühlengeschwülste. 

7. Herr 0. Körner (Rostock): 

Analogien zwischen den Vagus-Recurrens- und Oculomotorius-Lähmungen. 

8. Herr Veis (Frankfurt a. M.): 

Gumma der Nebenhöhlen der Nase. 

9. Herr Guyot (Genf): 

Tumorartige Tuberculose der Nase und der Kieferhöhle. 



— 336 — 

10. Herr Stare k (Karlsruhe): 

Demonstrationen. 

Tumor des Sinus frontalis. 

11. Herr Goris (Brüssel): 

a) Radicale Operation eines beginnenden Sarkoms der Nasenscheidewand, 
a) Operation primärer Tuberculose der Mandeln. 

12. Herr Lindt (Bern): 

Rhinologische Mittbeilungen. 

13. Herr Schäfer (München): 

Demonstration eines Operatiousstuhles für die Sprechstunde der Laryngo- 
Oto logen. 

14. Herr F. R. Nager (Basel): 

Demonstration von Nasen rächen tumoren. 

15. Herr Nadoleczny (München): 

Zur Therapie der lacunären Angina. 

16. Herr Kahsnitz (Karlsruhe): 

Beiträge zur Inhalations-Therapie. 

17. Herr Jurasz (Heidelberg): 

Beiträge zur Pathologie und Therapie der Kehlkopftuberculose. 



Orack von L. Schumaohar In Berlin N. 34. 



Internationales Centralblatt 

für 

Laryngologie, Rhinologie 

und verwandte Wissenschaften. 
Jahrgang XXIV. Berlin, Juli. 1908. 5 o. 7. 



I. Rückblicke auf den I. Internationalen 
Laryngo-Rhinologen-Gongress. 

Wien, 21. bis 25. April 1908. 

Der in der Mainommer des Centralblatts erschienene karze Berioht über die 
soeben stattgehabte Versammlang ist weit davon entfernt geblieben, ein auch nur 
annähernd erschöpfendes Bild von den Leistungen und der Bedeutung des Con- 
gresses zu geben. Mit Schwierigkeit einigen spärlichen freien Augenblicken ab- 
gerungen, mit Mühe und nur auf Kosten der VoHständigkeit — namentlich was 
die Berichterstattung über die letzten Sitzungen anbetrifft — noch rechtzeitig 
abgeschlossen, hat er nicht mehr als die äusserlichen Umrisse des Congresses und 
auch diese nur in flüchtigen Linien zu zeichnen vermocht. Hinsichtlich der ge- 
sammelten Erfahrungen und der Lehren, welche sich für die weitere Entwickelung 
unserer Specialität ergaben, ist er so gut wie Alles schuldig geblieben. 

Diese Erfahrungen, diese Lehren verdienen es aber, festgehalten zu werden. 
Sie sind manchem von uns nicht nur erfreulich, sondern auch überraschend ge- 
kommen und haben eine ziemlich resignirte Stimmung wenn nicht in übertriebene 
Hoffnungsfreudigkeit, so doch in die Ueberzeugung verwandelt, dass es sich ver- 
lohne, ja dass es Pflicht sei, auf dem als richtig erkannten Wege weiter zu wan- 
deln und für die Weiterentwickelung unserer Specialität in dem Sinne des ersten 
halben Jahrhunderts ihres Bestehens weiter zu kämpfen. Betrachtungen dieser 
Art sind die folgenden Ausführungen gewidmet. 

Dass der Congress ein wirklicher internationaler war, geht aus der Mitglieder- 
liste und aus den in der Mainummer gegebenen näheren Daten hervor. Auffallend 
und bedauerlich war nur das fast vollständige Ausbleiben unserer Collegen aus 
den Vereinigten Staaten. Erinnert man sich, dass während der ersten 25 Jahre 
des Bestehens der Laryngologie Wien ganz besonders für die amerikanischen Fach - 
genossen die hohe Schule war, auf der dieselben ihre speoialistische Bildung ge- 
nossen, und weiss man, wie leicht die Amerikaner reisen, so erscheint ihr Fem- 
bleiben doppelt befremdend. Vermuthlich ist an erster Stelle der Umstand dafür 
verantwortlich zu machen, dass in der ersten Hälfte des Mai die Jahresversamm- 
lung der American Laryngological Association stattfand, dass dieselbe zum ersten 

XXIV. Jahrg. 25 



— 338 — 

Mal seit dem Bestehen der Gesellschaft aaf canadischen Boden abgehalten wurde, 
und dass es schwer möglich gewesen wäre, den Besuch beider Veranstaltungen 
mit einander zu vereinigen. Auch dürfte es vielen amerikanischen Collegen un- 
möglich gewesen sein, sich um diese Jahreszeit für längere Zeit von ihrer Praxis 
frei zu machen. Immerhin haben wir alle den fast gänzlichen Ausfall des ameri- 
kanischen Elements sehr bedauert. 

Was den Rest der Welt anbetrifft, so war die Laryogologie aller Cultur- 
staaten stattlich vertreten, und unter den Anwesenden gewahrte man die Träger 
der klangvollsten Namen in unserer Specialität. Wir stehen davon ab, einzelne 
Namen zu nennen: die Mitgliederliste legt beredtes Zeugniss für den durchaus 
internationalen Charakter der Versammlung ab. 

Und gearbeitet ist worden, dass es eine Freude war! — Ich kenne sehr 
wohl das alte Sprüchwort vom Eigenlob. Aber es muss doch constatirt werden, 
dass weder der Reiz der schönen Stadt und ihrer künstlerischen, architectonisohen 
und landschaftlichen Anziehungskräfte, noch die uns durch die charmante Wiener 
Gastfreundschaft gebotenen vielen Feste dem Ernst und der Länge unserer Arbeits- 
zeit Eintrag gethan haben. Wann immer zwischen 9,30 und 1 Uhr Vormittags, 
zwischen 2,30 und 5 Uhr Nachmittags man in den Sitzungssaal trat, so fand man 
ihn gefüllt und die Hörenden emsig auf die Worte des jeweiligen Redners 
lauschend. Wenn wir trotzdem, und obwohl von der zweiten Hälfte des Congresses 
an die jedem einzelnen Redner in der Discussion zugebilligte Zeit durch ein- 
möthigen Beschluss auf fünf Minuten herabgesetzt worden war, unser Programm 
nicht völlig erledigen konnten, so ist dies auf verschiedene Umstände zurück- 
zuführen. 

In erster Stelle darf nicht vergessen werden, dass volle acht Jahre verflossen 
waren, seit die letzte wirkliche internationale laryngologische Zusammenkunft 
stattgehabt hat. Denn der Madrider Congress war von den Larjngologen nur sehr 
schwach, der Lissaboner so gut wie gar nicht besucht. So war die Möglichkeit, 
neuere Ergebnisse vor ein internationales Tribunal zu bringen, lange Zeit versagt 
gewesen, und es war nur natürlich, dass unter diesen Umständen Anmeldungen 
privater Vorträge ganz ausnahmsweise zahlreich einliefen. Standen doch schliess- 
lich fast 90 solche Vorträge auf dem Programm. Wäre nichts weiter zur Ver- 
handlung gekommen als diese Vorträge, so wären bei den 36 Stunden der totalen 
Sitzungsdauer (6 Stunden täglich vom Dienstag bis zum Sonnabend inclusive) 
etwa 23 Minuten auf jeden einzelnen Vortrag und die sich an denselben an- 
schliessende Discussion gekommen, gewiss eine recht knapp bemessene Zeit. 

Aber ganz abgesehen davon, dass der Tod unseres Altmeisters L. v. Seh rot - 
ter die zu Gebote stehende Zeit durch die Vertagung nach seinem Ableben und 
durch die Theilnahme des gesammten Congresses an seiner Beerdigung um meh- 
rere Stunden verkürzte, schränkte ein anderer Umstand dieselbe weit beträcht- 
licher ein. loh spreche natürlich von den allgemeinen Referaten und den sich 
an dieselben anschliessenden Discussionen. 

Dass allgemeine, von dem vorbereitenden Comit^ ausgewählte Discussio- 
nen über zur Zeit im Vordergrunde des Interesses stehende wissenschaftliche und 



— 339 — 

Standesfragen das Rückgnrat solcher Zasammenkünfte bilden müssen, ist allerseits 
anerkannt, und dass den einleitenden Vorträgen bei diesen Discussionen längere Zeit 
zugestanden werden muss, als privaten Mittheilungen, ebenfalls. Aber ein gewisses 
Maass muss auch hierbei eingehalten werden, um nicht die knapp zugemessene 
Gesammtzeit über Gebühr in Anspruch zu nehmen. Das war dieses Mal yon einigen 
der Referenten nicht genügend berücksichtigt worden und gab Anlass zu berech-' 
tigten Beschwerden. Wenn zwei Referate über einen und denselben Gegen- 
stand — und fast alle allgemeinen Discussionen wurden ja von zwei Referenten 
eingeleitet — eine Stunde und 40 Minuten in Anspruch nehmen, während die 
ganze Dauer der betreffenden Sitzung nur 2y2 Stunde beträgt, so ist das des 
Guten entschieden zu viel! Die Aufmersamkeit erlahmt, die Zuhörenden sehnen 
sich nach dem Ende der Referate, diejenigen, die in der Discussion sprechen 
wollen, sehen ihre Chancen mehr und mehr schwinden, und die Verfasser pri- 
vater Vorträge, welche nach dem Sohluss der allgemeinen Discussion angesetzt 
sind, sehen voraus, dass sie entweder gar nicht oder nur in grösster Kürze zu 
Wort kommen werden, und fühlen sich in ihren Rechten beeinträchtigt. Diesen 
Gefühlen ist denn auch wiederholentlich lebhafter Ausdruck gegeben worden, und 
auf sie ist der Antrag zurückzuführen, der in der Schlusssitzung mit allgemeiner 
Zustimmung angenommen wurde, dass die officiellen Referate in Zukunft der Zeit- 
ers'parniss wegen vor der Verhandlung den Mitgliedern gedruckt zugestellt 
werden sollen, um deren zeitraubende Vorlesung zu vermeiden, und dass die Re- 
ferenten nur am Schlüsse der Discussion das Schlusswort haben sollen. 

Die Annahme dieses Antrages bedeutet eine sehr erhebliche Verbesserung 
in den Einrichtungen unserer internationalen Zusammenkünfte. Wie oben ge- 
zeigt, betrug die totale Sitzungsdauer bei dem Wiener Congress 36 Stunden. 
Während desselben fanden 6 allgemeine Discussionen statt, die von 10 Referenten 
eingeleitet wurden. Angenommen, dass jeder derselben nur eine halbe Stunde für 
sein Referat in Anspruch genommen hätte, so wären 5 Stunden, also nahezu der 
siebente Theil der im Ganzen zur Verfügung stehenden Zeit von den Referenten 
consumirt worden. In Wirklichkeit aber war die betreffende Zeit beträchtlich 
länger — man darf wohl sagen: 7—8 Stunden, d. h. etwa der fünfte Theil der 
Gesammtheit! — Bei der enormen Zahl der angemeldeten Privat vortrage, von 
denen sehr viele gar nicht zu Gehör kamen, liegt es auf der Hand, was die durch 
den neuen Modus einzuführende Zeitersparniss besagen will! — 

Aber dieser Modus hat noch einen anderen grossen V ortheil. Selbst für 
Zuhörer, die mit der Sprache, in welcher ein längeres Referat abgefasst ist, voll- 
ständig vertraut sind, ist es immer wünsch enswerth, den Inhalt des Referats 
schon vorher zu kennen, um diejenigen Punkte herauszugreifen, auf welche der 
Referent selbst das grösste Gewicht legt, und welche vorwiegend den Gegen- 
stand der folgenden Discussion bilden sollten. Dies gilt aber noch in viel höherem 
Maasse für Angehörige anderer Nationen, denen die Sprache, in welcher das Re- 
ferat abgefasst ist, gar nicht oder nur wenig geläufig ist, und welche dem Redner 
nur mit Schwierigkeit oder überhaupt nicht folgen können, während ein vorgängiges 
Studium des im Druck vorliegenden Referates ihnen das Verständniss bedeutend 
erleichtern würde. Denn es ist, wie ich aus Erfahrung weiss, etwas sehr verschie- 

25» 



- 340 — 

denes, englisch gesprochen zu hören, oder es zu lesen, und das gilt auch für 
viele andere Sprachen. 

Die Erwähnung der Sprachenfrage bringt mich auf zwei weitere Punkte, 
die bei dieser Gelegenheit Erwähnung verdienen. 

Der erste derselben betrifft die Erleichterung des Verständnisses, die bei 
einem mehrsprachigen Congress dadurch angebahnt würde, wenn es für die An- 
nahme jedes Referats und jedes privaten Vortrags zur unabänderlichen Be- 
dingung gemacht würde, dass der Verfasser mehrere Monate vor Abhal- 
tung des Congrosses einen kurzen Auszug aus seinem beabsichtigten Beitrag an 
den Generalsecretär einzusenden habe, damit dieser Auszug in die anderen 
Congresssprachen übersetzt und in diesen, wie in der Originalsprache 
vor Beginn des Congresses gedruckt und bei Eröffnung des Congresses sämmt- 
lichen Theilnehmern eingehändigt werden könne. 

Der Vorschlag ist kein neuer. Er ist vor nicht weniger als 27 Jahren bei 
Gelegenheit des Londoner internationalen medicinischen Congresses thatsächlich 
ausgeführt und allseitig mit grosser Dankbarkeit aufgenommen worden. Wie sehi 
er damals das Verständniss erleichtert hat, wird den Theilnehmern des Congresses 
wohl noch in lebhafter Erinnerung sein. 

Gegen ihn dürften nur zwei ernstliche Einwürfe gemacht werden können: 
einmal die Kostenfrage der üebersetzung un3 Drucklegung der Abstracte, zum 
zweiten die dem vorbereitenden Comite dadurch aufgebürdete Vergrösserung 
seiner Mühewaltung. Beide sind gewiss nicht zu unterschätzen: wenn sie aber 
überwunden werden können, wie sie es in London, Dank der unermüdlichen 
Energie unseres damaligen Generalsecretärts, des verstorbenen Sir Williani 
Mac Cormac wurden, so dürfte der Dank aller Theilnehmer und die erhöhte 
wissenschaftliche Leistungsfähigkeit wohl für die mit dem Vorschlage verbundenen 
Mehrkosten und vergrösserte Arbeitslast reichlich entschädigen. 

Der zweite, mit der Sprachenfrage in Zusammenhang stehende Punkt ist die 
sehr delicate Erwägung: in welcher Sprache die Referate gehalten werden sollten, 
welche die allgemeinen Discussionen einleiten? — 

Als bei Gelegenheit des eben verflossenen Congresses mein Freund Ler- 
moyez das ihm anvertraute Referat in deutscher Sprache hielt, wurde dies von 
der grossen Majorität der Theilnehmer, welche bei diesem Congresse dem deut- 
schen Sprachkreise angehörte, als ein graziöses Compliment aufgenommen und 
beifälligst begrüsst; als ich späterhin das mir übertragene Referat in englischer 
Sprache verlas, wurde ich von den verschiedensten Seiten privatim darüber inter- 
pellirt, warum ich nicht in meiner Muttersprache vorgetragen habe: es seien ja 
nur verhältnissmässig so wenige Engländer und fast gar keine Amerikaner gegen- 
wärtig, und ich würde von der grossen Mehrzahl der Anwesenden viel besser ver- 
standen worden worden sein, wenn ich deutsch gesprochen hätte. 

Wenn ich im Folgenden meine Gründe für meine Wahl vorbringe, so wünsche 
ich vorauszuschicken, dass ich bereitwilligst zugebe, dass die Ansichten über 
diese Frage mit gutem Recht völlig auseinandergehen mögen. Alles hängt davon 
ab, in welchem Lichte man die Einladung betrachtet, die Einleitung einer allge- 
meinen Discussion zu übernehmen. 



— 341 — 

Sieht man dieselbe als ein rein persönliches Compliment an, das dem 
Aufgeforderten erwiesen wird, so lässt sich gewiss nichts dagegen einwenden, 
wenn derselbe es — falls er dies kann — damit erwidert, dass er in der Sprache 
der Wirthe vorträgt. Fasst man die Einladung aber in dem Sinne auf, dass 
der Aufgeforderte, wenn auch theilweise auf Grund persönlicher Qualifioation, 
doch hauptsächlich als Vertreter eines Culturstaats erwählt worden ist, 
ein Referat zu übernehmen, so ergiebt sich daraus m. £. für ihn die Verpflich- 
tung, seine Rede in der Sprache des Landes zu halten, das er vertreten soll, 
vorausgesetzt natürlich, dass die betreflfende Sprache zu den Congresssprachen 
gehört. 

Aus diesem Grunde habe ich in Wien mein Referat in englischer Sprache 
gehalten, und bei weiterem Nachdenken über die Frage muss ich gestehen, dass 
mir der von mir eingenommene Standpunkt als der richtige für solche Gelegen- 
heiten erscheint. Bei einem internationalen Congressse muss vor allem Be- 
dacht darauf genommen werden, so sehr wie möglich den internationalen Cha- 
rakter zu wahren, so viel als möglich bei allen öffentlichen, socialen und wissen- 
schaftlichen Gelegenheiton alle Länder zu berücksichtigen, nicht ein Land oder 
eine Sprache auf Kosten der anderen hervortreten zu lassen. Jeder, der einmal 
in einem vorbereitenden Gomit^ für derartige internationale Veranstaltungen ge- 
sessen hat, wird mir bezeugen, mit welcher geradezu ängstlichen Sorgfalt über 
diesen Punkt gewacht wird. Er wird bei der Auswahl der Referenten, bei den 
Reden, die bei öffentlichen Festen zu halten sind, bei der Wahl der Ehrenpräsi- 
denten, bei den Tafelordnungen — genug bei allen Gelegenheiten, wo irgend 
welche internationale Eifersüchteleien entstehen könnten, in erster Stelle berück- 
sichtigt. Und mit vollem Recht! — Denn unsere internationalen Zusammenkünfte 
sollen, wie es die Wiener war, durchaus freundschaftliche sein, frei von chauvi- 
nistischen Reibungen und Beschwerden, jedermann sein Recht gebend! — 

Da ist es denn nur billig, wie mir scheint, dass jede der Congresssprachen 
zu ihrem Rechte kommt. Wäre es möglich, so wäre es gewiss schön, dass 
jedermann in seiner eigenen Sprache redete. Ich sympathisire durchaus mit den 
CoUegen, die Ländern angehörig, welche Tüchtiges für unsere Wissenschaft ge- 
leistet haben, sich einer anderen als ihrer Muttersprache bedienen müssen, um 
ihre Gedanke der Versammlung vorzutragen. Aber: e duobus malis minus eligen- 
dum est — dieser medicinische Grundsatz muss auch bei diesen internationalen 
Gelegenheiten gelten. Wir können die zulässigen Sprachen nicht über die drei 
gegenwärtig allgemein adoptirten Congresssprachen: deutsch, französisch, englisch 
ausdehnen, ohne einander noch unverständlicher zu werden, als dies schon jetzt 
vielfach der Fall ist, und ohne den Zweck unserer Zusammenkünfte mehr oder 
minder illusorisch zu machen. Das, meine ich, muss auch von den Vertretern 
nationaler Ansprüche zugegeben werden. — 

Innerhalb des gesteckten Rahmens aber sollte jede der officiellen Congress- 
sprachen zu ihrem Rechte kommen. Der zufällige Umstand, dass die jeweilige 
Majorität der Theilnehmer einem bestimmten Sprachenkreis angehört, darf die 
anderen Congresssprachen nicht völlig verbannen. Und zu einer solchen, fast 
völligen Verbannung der englischen Sprache seitens der Vortragenden wäre es 



— 342 — 

aaf dem Wiener Gongress gekommen, wenn anch ioh wie Lermoyez mein Referat 
in deutscher Sprache erstattet hätte, da, abgesehen von demselben, nur ein ein- 
ziger Vortrag — derjenige Mr. Tilley's -— in englischer Sprache gehalten 
wurde. Ich hoffe, ich werde allgemeine Zustimmung finden, wenn ich sage, dass 
eine solche Verbannung nicht nur dem internationalen Charakter dieser Zusammen- 
künfte direct zuwiderläuft, sondern auch die berechtigten Interessen der Minorität 
beeinträchtigt. Ich bin immer dagegen gewesen, dass die einen alles, die anderen 
gar nichts haben sollen, und nachdem die deutsche Sprache bei dem Wiener Gon- 
grosse mehr als den Löwen antheil gehabt hatte, war es sicherlich nur recht und 
billig, dass der Vertreter Grossbritanniens das ihm anvertraute Referat in eng- 
lischer Sprache hielt. Es steht zu hoffen, dass auf weiteren Congressen in geichem 
Sinne yerfahren werden wird. 

Aber wenn ich so der Befolgung internationaler Principien das Wort rede, so 
verkenne ich nicht, dass man auch in diesem Punkte zu weit gehen kann. Und 
ich stehe nicht an zu bekennen, dass man in dem Wunsche: allen Ländern Höf- 
lichkeiten zu erweisen, in einer Beziehung meiner Ansicht auch auf dem Wiener 
Congresse zu weit gegangen ist, nämlich in der Besetzung der Ehren präsi- 
denturen! — 

Das Institut der Ehrenpräsidenturen hat schon früher wiederholentlich (vgl. 
Centralblatt I, S. 77 und XVI, S. 418) zur Unzufriedenheit Veranlassung gegeben. 
Bald ist eine unverhältnissmässig grosse Anzahl von Ehrenpräsidenten vorge- 
schlagen, bald sind solche der Versammlung einfach octroyirt worden. Bei einer 
Gelegenheit wurde eine ganze Anzahl von Collegen, die nie daran gedacht hatten, 
überhaupt zu dem betreffenden Gongress zu kommen, vom vorbereitenden Gomit6 
kurzweg zu Ehrenpräsidenten ernannt, während die Wahl anderer eine nichts 
weniger als glückliche war. Bei dem Wiener Gongresse hatte man das Prinoip 
befolgt, für jeden der vertretenen Staaten einen Ehren prädidenten zu ernennen 
und jeden der Ehrenpräsidenten thatsächlich präsidiren zu lassen, so dass, da nur 
10 Sitzungen stattfanden und 19 Ehrenpräsidenten ernannt worden waren, in den 
meisten Sitzungen sich zwei oder selbst mehr Ehrenpräsidenten in das Präsidium 
einer und derselben Sitzung zu theilen hatten. 

Nun ist gewiss die Gourtoisie anzuerkennen, mit der man jeden der ver- 
tretenen Staaten zu ehren wünschte, und wäre jeder derselben durch einen oder 
mehrere allgemein bekannte Fachgenossen vertreten gewesen, so würde sich gegen 
den gewählten Modus wenig haben einwenden lassen, ausser dass es doch etwas 
hart gegen die jüngeren distinguirten Laryngologen sei, dass dieselben bei 
solchen Gelegenheiten, wenn nur ein Repräsentent für jedes Land gewählt wird, 
immer wieder hinter älteren Repräsentanten ihres Landes zurückstehen müssen, 
die man kaum übergehen kann! — 

In Wirklichkeit aber lag die Sache anders. Wenn man auch in Wien in der 
Mehrzahl der vertretenen Länder die Wahl unter mehreren oder selbst vielen 
bekannten Fachgenossen hatte, und in anderen wenigstens ein nicht völlig 
unbekannter Vertreter aufzutreiben war, so traf auch dies auf eine ganze Reibe 
der vertretenen Länder nicht zu, und so erlebten wir das Schauspiel, dass in der 
Reihe der Ehrenpräsidenten neben einer Anzahl der bekanntesten Laryngologen 



— 343 — 

sich eine Anzahl von Namen fanden, deren Träger literarisch und anderweitig der 
Majorität der Theilnehmer yöUig unbekannt waren, die in ihrer Heimath, soviel 
wir wissen, durchaus keine hervorragende Stellung einnehmen, und von denen 
wiederum einige anscheinend die drei Congresssprachen nicht genügend be- 
herrschten, um, wenn dies nothwendig wurde, präsidentiell in die Verhandlungen 
eingreifen zu können! — 

Selbstverständlich ist dies kein Vorwurf gegen die betreffenden Herren 
Collegen: es ist ein Einwand gegen das gewählte System! — Mit dem Namen 
„Ehrenpräsident^^ verbindet jedermann die Vorstellung, dass der Träger dieses 
stolzen Titels persönlich etwas geleistet haben muss, das ihn zur Fuhrung des- 
selben berechtigt, und für die Mehrzahl der gewählten traf dies unzweifelhaft zu. 
Wenn aber mit demselben Titel eine nicht unbeträchtliche Minorität nur aus dem 
Grunde beehrt wird, weil jedes Mitglied dieser Minorität aus einem Lande stammt, 
das sich politischer Unabhängigkeit erfreut, wenn es auch nie etwas für die 
Laryngologie geleistet hat, und wenn de facto die blosse an das Comit^ gelan- 
gende Mittheilung, dass ein einzelner Laryngologe aus einem bisher noch nicht 
vertretenen Lande bei dem Congresse anwesend sei, genügt, um denselben nun- 
mehr sofort zum „Ehrenpräsidenten" zu ernennen, während eine grosse Anzahl 
weltbekannter und hochverdienter Männer gegenwärtig ist, denen diese 
Ehre nicht zu Theil wird, so erscheint mir das in der That als eine reductio ad 
absurdum des ganzen Instituts!*). — 

Will man dasselbe überhaupt beibehalten, so scheint mir immer noch der 
Modus der beste, den ich im Jahre 1900 (vgl. Centralblatt XVI, S. 419) proponirt 
habe: ^Angenommen, dass tO Sectionssitzungen während der Dauer eines inter- 
nationalen Congresses stattfinden, so präsidire der wirkliche Sectionspräsident in 
der ersten Sitzung. Für jede der übrigen 9 Sitzungen schlage das Bureau je 
einen Repräsentanten der thatsächlioh vertretenen' Culturländer, von welchem es 
weiss, dass derselbe wirklich zum Gongress erscheinen wird, als Ehrenpräsidenten 
vor, wobei es aber der Section (resp. der Versammlung) selbst überlassen bleiben 
muss, die Wahl zu vollziehen, resp. aus der Mitte der Versammlung selbst wei- 
tere Vorschläge entgegenzunehmen, beziehungsweise andere Ehrenpräsidenten zu 
wählen. Dieser Modus giebt Jedem sein Recht, wahrt die Souveränetät der Sec- 
tion (resp. Versammlung) und beugt jeder berechtigten individuellen Unzufrieden- 
heit vor". Ob freilich „jeder berechtigten individuellen Unzufriedenheit" durch die 
Befolgung dieses Vorgehens vorgebeugt werden wird, möchte ich nicht länger 
mit Bestimmheit behaupten. Wird nur Je ein Repräsentant" der vertretenen 
Culturländer zum Ehrenpräsidenten gewählt, so ist es, wie ich schon oben ange- 
deutet habe, natürlich, dass jederzeit der älteste, resp. in der officiellen Hierarchie 

*) Nicht zu übersehen ist übrigens auch, dass durch die Befolgung des in 
Wien befolgten Modus von dem Congresse selbst unabsichtlich ein ganz falscher 
Eindruck in den Vaterländern der so zufällig zu der Auszeichnung der Ehren- 
präsidentur Gelangten geschaffen wird. Das Publicum in diesen Ländern und die 
Aerzte derselben können kaum wissen, dass die Auszeichnung nicht der Person, 
sondern dem Lande galt, und so mag jemand mit. einem Nimbus nach Hause 
kommen, zu dessen Erreichung er weiter nichts gethan hat, als einen Congress zu 
besuchen! — 



— 344 — 

am höohsten stehende Repräsentant des betreffenden Landes zu dieser Ehre aus- 
ersehen wird, und es wäre jüngeren, wissenschaftlich gleich hoch oder sogar 
höher stehenden Repräsentanten desselben Landes nicht zu verdenken, wenn sie 
bei steter Wiederholung dieses Vorganges schliesslich unmuthig darüber würden, 
dass ihnen eine Ehre versagt bleibt, auf die sie durch ihre Leistungen einen mo- 
ralischen Anspruch haben. Wird dies aber von der Versammlung selbst empfun- 
den und werden, um nicht den verdienten Senior zu kränken, zwei oder selbst 
mehrere Repräsentanten eines und desselben Landes zu Ehrenpräsidenten er- 
wählt, während die Repräsentation anderer Länder dementsprechend eingeschränkt 
wird, so ist vorauszusehen, dass dies zu Unzufriedenheit unter den Angehörigen 
derselben führen wird. Kurz — in allgemein befriedigender Weise scheint die 
Frage auf diesem Wege kaum zu lösen. 

Aber ist es denn nothwendig oder selbst nur wünschenswerth, das Institut 
der Ehrenpräsidenten überhaupt beizubehalten? — Je mehr ich über diese Frage 
nachdenke, um so weniger scheint mir dies erforderlich. Ich habe es immer als 
eine Anomalie empfunden, dass der Präsident eines Congresses oder einer Section, 
der mit dem Generalsecretär zusammen Jahre hindurch die Hauptlast der Muhen 
der Vorbereitung zu tragen gehabt hat, der besser als irgend ein anderer weiss, 
wieviel Arbeit während der Dauer des Congresses zu leisten ist, und der dem- 
gemäss die Thätigkeit der Versammlung sowie die Länge der einzelnen Dis- 
cussionen am besten zu reguliren im Stande ist, im Augenblick des Beginens 
der eigentlichen Verhandlungen, nur um einer internationalen Höflichkeit zu ge- 
nügen, für Collegen Raum zu machen hat, die nicht das Geringste von dem Ge- 
schäftsgang wissen und nicht selten nicht sprachkundig genug sind, um erforder- 
lichen Falles thatkräftig in eine dreisprachige Discussion einzugreifen ! — 

Die natürlichste Lösung der Frage scheint mir die, dass der durch das Ver- 
trauen seiner eigenen Landsleute auf seinen Posten berufene Präsident des Con- 
gresses thatsächlich den Vorsitz bei den Verhandlungen führt, und 
dass im Falle seiner gelegentlichen Verhinderung die Versammlung für jede solche 
Sitzung einen stellvertretenden Präsidenten ohne Rücksicht auf Nationalität und 
auf Anciennität erwählt. Auf diese Weise wird ihr die Gelegenheit geboten, indivi- 
duelles Verdienst international zu ehren, und dies entspricht, wie mir scheint, 
am würdigsten dem Geiste internationaler Zusammenkünfte! — 

Felix Semon. 
(Schluss folgt.) 



— 345 — 

IL Referate. 

a. Aeusserer Hals, obere Luftwege. 

1) J. A« Hammar. Ueber die latv ier kleiiei Thymnsielleii. Arch, f. An. 

(«, Phys.). H, 314. Ä 83. 1907. 

Die Thymuslymphocyten gleichen den Bintlymphocyten darin, dass sie ein 
basophiles Protoplasma besitzen. Die Thymuslymphocyten besitzen amöboide ße- 
weglicbkeit. Dieselbe ungemeine Empfindlichkeit den Röntgenstrahlen gegenüber, 
die die sonstigen Lymphocyten des Körpers auszeichnet, kommt auch den Thymus- 
lymphocyten zu. Auch wenn die Lymphocyten der Thymus darch Röntgen- 
bestrahlung zerstört werden, tritt eine Randschicht hervor, bezw. nimmt das 
Organ ein epitheliales Gefüge an: Die Epithelzellen sind also nicht durch Um- 
wandlung der Lymphocyten (,,der kleinen Thymuszellen^') gebildet, sondern sind 
lediglich durch Rareficirung der Lymphocyten blossgelegte Reticulumzellen. 

I. KATZBNSTEIN. 

2) D. N. Piaton und A. Goodall. Die Wirkmig der gleielueittgen Enttenmiig 
TOB Thymiis und Uli bei inngei leerschweinchen. (The effect ef simiil- 
taneeiu remoYal of thymiu and apleei in yenng-SoiBea-pigfl.) Froc. R. Soc. 

Edinburgh. Vol. 25. p. 389. 

Dem Referenten nicht zugänglich. i. katzensi'Ein. 

3) Carl Hart (SchöDeberg-Beriio). Ueber ThymuspersiBteni und apoplecUfermen 
Thymnstod nebst Bemerkungen über die Besiehnngen der Thymnepersistens 
inr Basedow'achen Krankheit. Mmch. med. Wochenschr. No. 13 u. 14. 1908. 

Bezugnehmend auf zwei selbst beobachtete Fälle von Thymustod bei einem 
2jährigen Kinde und einem 29jährigen Manne mit persistirender Thymus bespricht 
Autor die einschlägige Litteratur und die verschiedenen Theorien zur Erklärung 
des Tbymustodes. Er lässt die Compressionstheorie nur mit gewissen Ein- 
schränkungen gelten und neigt — namentlich bei Erwachsenen — mehr der An- 
schauung Svehla's zu, nach der „die vergrösserte Thymus eine gesteigerte und 
pathologisch veränderte Function ausübe und durch Störung innerer Secretions- 
vorgänge zum plötzlichen Tod durch Autoin toxi cation fühie.^^ Hart weist ferner 
auf die relative Häufigkeit von persistirender, hyperplast. Thymus bei Basedow- 
kranken hin, insbesondere bei Herztod Basedowkranker, und verbreitet sich in 
spekulativen Erörterungen eingehend über die Wechselbeziehungen zwischen 
Thymus und Schilddrüse, sowie über die pathologischen Folgeerscheinungen, die 
bisweilen zu einem apoplecti formen Exitus führen. Da diese Erörterungen sich zu 
kurzem Referat nicht eignen, muss auf das Original verwiesen werden, recht. 

4) Naniiotti. Bntwickelnngsanomalien im fiebiete der Kiemenspalten mit Per- 
Biiteni Yon Thymnilibipchen. (Anomalie di sTilnppo nei eampo deile fessnre 
branchiali eon penistenia di lobnli timici.) SperimmtaU. IL p. 298. 1906. 

Bei einem mehrere Monate alten Kind fanden sich : Hasenscharte, Deformation 
beider äusseren Ohren, ferner zwei rothe drüsenähnliche Wucherungen in der seit« 



— 346 — 

liehen Halsregion im Niveau des Zungenbeins; diese Wucherungen secernirten 
eine sohleimige Flüssigkeit. Naohdem sie abgetragen waren, fand man in ihnen 
Knötchen von der charakteristischen histologischen Structur der Thymus. Verf. 
schliesst daran Betrachtungen über die Entstehung der Kiemengangfisteln ond 
Cysten. pinder. 

5) Nledda Semidel. Lymphadoiiitli eorvlcBlis pkaryngaalei Unpriagi. (Liito- 

adonitt eervicali d'oriciae faiingea.) BoUett. deUe malatHe deU'orecchio etc. 

Januar 1908. 

Verf. giebt eine Uebersicht über die Arbeiten, denen wir die Kenntnisse über 
die von den Gaumen tonsillen und der Rachenmandel zu den Halsdrüsen führenden 
Lymphwege verdanken (Wood, Chierici, Grober). Er bespricht dann be- 
sonders die acuten Drüsenentzündungen, deren Symptomenbild wir als Pfeiffer- 
sches „Drüsenfieber" kennen. Verf. hat im Gegensatz zu den übrigen Autoren 
diese Krankheit auch bei Erwachsenen beobachtet und zwar erreichte in diesen 
Fällen die primäre Lokalisation der Infection — meist handelte es sich um Strepto- 
kokken — in der Raohentonsille deutliche Symptome; auch gelang es post- 
rhinoskopisch, die Eiterung der Tonsille nachzuweisen. Zum Schluss werden die 
Complicationen, unter denen als wichtigste secundäre Complication die Tuber- 
culose gerechnet werden muss, besprochen. Bei der Behandlung der Lympho- 
adenitis hat sich dem Verf. am wirksamsten die Röntgenbehandlung erwiesen. 

FINDER. 

6) P. Fredet BrancUalea Epitheliom des Halsea. (Epitheliome hranchlal ta 

COn.) Soc. anat de Paris. 21. Februar 1908. 

7) Labey. Branchlal-EplthoUom des Halses. (Epitheliome branohlal du con.) 

Ibidem. 

8) P. Dnyal und M. GheTassn. Branchlal-Eplthellom des Halses. (Eplflielloiie 
branchlal da coa.) Ibidem. 

Fred et entfernte ein Epitheliom, das das sternale Ende des Stemo- 
cleidomastoideus einnahm, der Parotis und Schilddrüse adhärirte. Er musste die 
Carotis interna und externa unterbinden, sowie die Carotis communis und die 
Jugularis, ein Stück des Pneumogastricus und der Schilddrüse reseciren. Pat. 
starb am 4. Tage nach der Operation unter cerebralen Erscheinungen infolge der 
Ligatur der Carotis. Der Tumor war ein lappiges Epitheliom. 

Im Fall von Labey musste die Resection der V. jugularis interna gemacht 
werden ; es bandelte sich um ein Epitheliom vom Typus des Rete Malpighi. 

Im dritten Fall war ebenfalls die Resection und Ligatur der Carotis communis, 
der A. spinalis, der Parotis und der Submaxillaris ausgeführt. Pat. erlitt 
18 Stunden nach der Operation eine Hemiplegie, die 16 Stunden später zum 
Exitus führte. Es handelte sich um einen Plattenepithelkrebs. a. cartaz. 

9) Ferraton. Fseado-Adoiophlogmone der Sabmazlllardrttse. (Faaz adeno* 

phlegmon SOns-maxUlalre.) Sodüede mMedne müitaire fran^ise. März 1908. 

Unter obigem Namen bezeichnet Verf. die Anschwellung der Submaxillar- 

drüse infolge endzündlichen Verschlusses des W harten' sehen Ganges, die häufig 



— 347 — 

als Adeno-Phlegmone imponirt. Die Einseitigkeit der Affection, der Nachweis 
eines harten Stranges auf dem Mnndboden, der dem obstrnirten Gang entspricht, 
die schnelle Heilung nach Massage oder auch einfach Ausspülungen der Mund- 
höhle erleichtem die Diagnose. qontier de u röche. 

10) J. c. OüTer. Bericht tter einen Fall Yon ineperablem Sarkom des ftnese- 
ren Haines, erfolgreich mit Geley'schem Toxin behandelt. (Report of a case 
of inoperable sarcoma of the neck treated snccessfnlly with Goley's toxines.) 

Lancet-dinic, 11. Januar 1908. 

Verf. spricht die Ansicht aus, dass 10 pCt. der inoperablen Fälle durch die 
Anwendung von Goley's Serum gerettet werden könnten. emil hayer. 

11) H. Gaboche (Paris). RoIlo der lasonscUoimhant in der Pathogenie des 
Oosichtslnpns. (BUo de la mnqnonne pitnitairo dans la pathogenie dn Inpns 

de la face.) Fresae m^icale. 27. Septembur 1907. 

Der Gesichtslupus ist immer nasalen Ursprungs. Nor sehr ausnahmsweise 
kann man eine directe Erkrankung der Haut annehmen. Am häufigsten bestehen 
vorher oder gleichzeitig in der Nase Läsionen specifisoher oder zweifelhafter 
Natur, insofern Verf. auch die Rhinitis atrophicans als tuberoulös anspricht. 

Die Ausbreitung der Erkrankung geschieht auf dem Lymphwege bis zu den 
Drüsen, die mit der Nasenschleimhaut zusammenhängen. Das würde die gewöhn- 
liche Topographie der an den Drüsenpunkten auftretenden Lupusknötchen er- 
klären. QONTIER DE LA ROCHE. 

12) Bichez. Die Bohandlnng des Inpns mit Bintgonstrahlen. (Dn traitement 
dn Inpns par la radiothirapie.) Dissert. lAUe 1905. 

R. behandelte 20 Lupusfälle, die sich hauptsächlich auf Nase und Wange 
localisirten, mit Röntgenstrahlen und constatirte 2 mal vollständige Heilung; die 
übrigen Fälle stehen noch in Behandlung und zeigen Besserung, oppikofer. 

13) J. Poras (Czernowitz). Ein Fall Yon primärem Lnpns der Schleimhante. 

Framkel's Archiv f. Larf/ngologie. Bd. 19. 8. 525. 1907. 

Verfasser beschreibt einen Fall von Lupus der Schleimhäute bei sonst ge- 
sundem 13jährigen Mädchen. Es handelt sich um die Schleimhäute der Nase, 
des Rachens und des Kehlkopfeingangs und zwar um Bildung kleiner knötchen- 
artiger Efflorescenzen und grösserer solider Infiltrate; später traten einzelne kleine 
Geschwürchen (Nase) und grössere, confluirende, seichte Geschwüre (rechter 
Aryknorpel) sowie derbe Narbenstränge mit frischer Infiltration hinza. In den 
mikroskopischen Präparaten fanden sich keine Tuberkelbazillen, wohl aber Riesen- 
zellen. Unter Currettage und Milchsäurebehandlung trat Heilung ein. 

WILH. SOBERNHEIH (P. KLEMPERER). 

14) F. Sfebenmann (Basel). Lnpns pomio der Oberen Lnftwege. Framkd's 
Archiv f. Laryngologie. Bd. 19. S. 177. 1907. 

Unter den von einer Allgemeinerkrankung des Organismus abhängigen 
Afi'ectionen der Nase, des Pharynx und des Larynx wird zum ersten Male vom 
Verf. der Lupus pernio beschrieben. Derselbe gehört nach Ansicht des Verf. 



— 348 — 

sehr wahrscheinlich zu den tabercalösen Erkrankungen ; er muss aber trotz seiner 
histologischen Aehnlichkeit mit milder, nicht zur Nekrose neigender Form der 
Tuberculose zu den sog. Tuberculiden gezählt werden, da Tuberkelbazillen bis- 
her auf greine Art nachgewiesen werden konnten und die Tuberculinreaction in der 
Regel negativ ausfallt. — Die Affection charakterisirt sich durch das Auftreten 
von umschriebenen oder offenen, sich allmählich ausdehnenden und sich später 
blauroth färbenden, tumorartigen, derben, schmerzlosen Infiltraten der Haut und 
zwar der Cutis in den tieferen Lagen und der Subcutis. In der Regel geht die 
Affection vom Gesicht, Nase — Ohr, ausnahmsweise auch von den Händen aus, 
symmetrisch und gleichzeitig sich einstellende, mild verlaufende Knochen- und 
Gelenkerkrankungen der Hände fehlen selten und oft erscheinen im weiteren 
Verlauf am Stamm oder Extremitäten sträng- oder kettenförmig angeordnete 
Knötchen, die ursprünglich in der Subcutis liegen, später aber in die tiefen Haut- 
schichten wachsen. Allmählich wird meist das ganze Gesicht ergriffen, enorm 
verdickt und gerötet. Es sind Fälle von spontaner Heilung der ganzen Affection 
beobachtet worden; partielle Involutionen einzelner Knoten und die Knochen- 
affectionen gehören zur Regel. Die Patienten werden durch das Leiden wenig be- 
lästigt. In einzelnen Fällen erstreckt sich die Beobachtung auf mehr als 10 Jahre. 
Es handelt sich meist um Erwachsene männlichen Geschlechts. Während die 
wenigen ausführlichen Beobachtungen meist ausdrücklich betonen, dass die 
Nasenschleimhaut dabei intact bleibe, bringi Verf. Beschreibung und Abbildungen 
eines Falles, bei welchem Mundschleimhaut, Nase, Rachen und Kehlkopf in 
typischer Weise an der Erkrankung sich betheiligen. — Aus der ausführlich wieder- 
gegebenen Krankengeschichte ist besonders hervorzuheben: 

1. Die aussergewöhnlich starke Entwickelung des Prozesses im Gesicht mit 
der auffallend hochgradigen ödemartigen Infiltrirung der Augenlider. 

2. Die gewaltige Ausbreitung über Stamm und Extremitäten in Form von ein- 
fachen oder gefässähnlich sich verästelnden cutan — subcutan liegenden Tumorketten. 

3. Das Fehlen von oberflächlichem Zerfall der Haut. 

4. Die knorpelharte Consistenz der Tumoren. 

5. Das Verschontbleiben von Ober- und Unterlippe ähnlich wie beim Ge- 
sichtserysipel. 

6. Die vorübergehende locale Involation sämmtlicher Knoten infolge einer 
Streptokokkeninfection und eines Gesiohtserysipel's mit nachfolgendem Wieder- 
auftreten des Prozesses in früherer Form und Stärke. 

7. Die Haut- und Schleimhautprooesse traten fast gleichzeitig auf. 

8. Das makroskopische Bild der cutan - subcutanen Hauttumoren stimmt 
durchaus überein mit dem der mucös-submucös liegenden Schleimhautinfiltrate. 

9. Alle Volumschwankangen der Tumoren bis zu gänzlichem Verschwinden 
und später Zurückfallen in den alten Zustand traten auf Körperoberfläche 
und Schleimhäuten hervor. wilh. sobernheim (f. klemperer). 

15) Dorendorf (Freiburg i. B.). Deber die ftiugere Uiitersiichniig der eberea 

Luftwege. Med, Klinik. 13. 1908. 

In einem Vortrage bespricht Dorendorf eine Reihe von Krankheitszeichen, 



— 349 — 

die Fingerzeige für die Diagnose geben können, lediglich durch die äussere Be- 
sichtigung des Kranken, durch die Betastung, durch die Beachtung gewisser 
Abweichungen seiner Stimme, seiner Sprache, seines Hustens. Seifert. 

16) 0. Chiari (Wien). BielBedeutnng der Ustoletfseken Unteranehiing für die 
Diapose des Oarcinoms der okeren Luftwege. Festschrift für Prof, Dr. Hans 

CMari, Wien 1908. 

Es wird die histologische Untersuchung eines exstirpirten Stückchens als 
nothwendiger Behelf der Diagnose in den meisten Fällen angerathen, weil diese Probe- 
exstirpation ohne Schaden für den Patienten ist, wenn die radicale Operation so- 
fort nach der histologischen Untersuchung vorgenommen wird. 

Der Uebergang einer gutartigen Neubildung durch eine Probeexstirpation in 
eine bösartige ist bis jetzt nicht erwiesen (vergl. S. 12 Felix Semon's Sammel- 
forschung 1899). 

Der positive Ausfall der histologischen Untersuchung ist beweiskräftig, wenn 
der Histologe verlässlich ist und das exstirpirte Stück tief genug reicht. Endlich ist 
die histologische Untersuchung ein Schutz für den Ruf des Operateurs, da die zur 
radicalen Ausrottung der Krebse in den oberen Luftwegen nöthigen Operationen 
oft lebensgefährlich sind. 

In der Casuistik wird ein Fall von gutartigen Papillomen des Kehlkopfs be- 
schrieben, welche erst nach 6 Jahren in Krebs übergingen. 

Ein Fall von Geschwür mit Wucherungen in der Epiglottis, welches ähnlich 
wie Krebs aussah, wurde von einem jungen Assistenten als Krebs erklärt. Chiari 
fand in den Präparaten nur Pachydermie und schloss auch aus dem Auftreten 
eines anderen isolirten Herdes im Kehlkopfe Krebs aus. Antisyphilitische All- 
gemeinbehandlung brachte prompte Heilung. 

2 weitere Fälle zeigen, dass langsam verlaufende Krebse des Kehlkopfs erst 
4 resp. 6 Jahre nach Beginn des Leidens histologisch diagnosticirt werden 
konnten. 

Den Schluss bildet ein Fall von Geschwür des Zungengrundes, welches nach 
antisyphilitischer Behandlung th eilweise heilte, bald aber histologisch als Carcinom 
erkannt wurde. chiari. 

17) J. £. Mac Kenty. Triehiiiese der oberen Bespirattonswege nebst Bericht 
von FUlen. (TrieUnosis of the npper respiratory passages witk report of 

CaseS.)« American Medicine. Februar 190S. 

Die Diagnose ist in sporadischen Fällen sehr schwierig; sie beruht auf der 
multiplen Myositis, Gesichtsödem, besonders an den Augenlidern, in schweren 
Fällen typhöser Zustand, Eosinophilie und Leukocytose, vor allem auf dem Nach- 
weis von Trichinen in den Muskeln. In zwei der mitgetheilten Fälle war das 
Oedem so hart, dass infolge Asphyxie das Leben bedroht wurde, kmil mayer. 

18) George Bacon Wood. Bio Aetiologie der Tnbercnloae der oberen Luft- 
wege, (ne etiology of tnbercnleaia of the npper respiratory tract.) The 

Laryngoscope. December 1907. 

Verf. bespricht die Rolle, die den Tonsillen als Eintrittspforten für In- 



— 350 — 

fectionen zukommt. Bei den Tonsillen mehr als irgendwo sonst im Organismas 
hängt die Invasion der Keime ni^ht so von dem mechanischen Hindernis von 
Seiten des Gewebes als von der relativen Virulenz des Keimes ab. Weil der 
Streptococcus die Tonsille inficiren kann, folgt darum noch nicht, dass auch der 
Tuberkelbacillus dies könne. Aus seinen Untersuchungen von Tonsillen, die von 
an Lungenphthise gestorbenen Personen herrührten, folgert Verf., dass die hyper- 
plastischen Tonsillen resistenter gegen die tuberculöso Infection seien als die 
kleinen, in denen nur wenig lymphatisches Gewebe ist, jedoch bezeichnet er selbst 
seine Beobachtungen als zu unzulänglich, als dass man allgemeine Schlüsse 
daraus ziehen könnte. k^il mayicr, 

19) Sendziak (Warschau), üeber den lasaümenliang TOI SUnuceB in don 
oberen Luftwegen mit Krankheiten des Urogenitalayparates. Med. Klinik. 

9. 190S. 

Zusammenstellung aller in der Litteratur niedergelegten Beobachtungen, ohne 
wesentlich Neues zu bringen. Seifert. 

20) Wilh. Fldnier (Wiesbaden). Die Reiioracheinnngen des Keklkopfes und 
der Speiseröhre bei den Krankheiten des Magens. Fraeftkd's Archiv f. La- 

ryngologie. Bd. IR. S. 361. 

Verf. stellt seine einschlägigen Beobachtungen, die an einem sehr grossen 
Krankenmaterial gemacht sind, zusammen. Die Reizerscheinungen im Halse, wie 
Druck- oder Kugelgefühl, Brennen im Halse, Hustenkitzel, Gefühl von Schwellung 
im Halse, Kribbeln und Kratzen im Kehlkopf u. a. m., oder Erscheinungen gleich- 
zeitig im Hals und in der Speiseröhre sind bei Magenkranken viel häufiger, als 
die nur auf die Speiseröhre beschränkten Keizerscheinungen. f. klbmperer. 

21) A. Schoenemann (Bern). Casnistische litthoilnngon ans der PrivatklinilL 

FramkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. IS. S. 53S. 

1. Gestieltes, baumnussgrosses Angioma simplex des weichen Gaumens; 
intermittirende Blutungen aus dem Munde; hochgradige Anämie. 2, Ulcus der 
mittleren Muschel bei Ozaena simplex, mit beginnender carcinomatöser Degene- 
ration der ülcusränder. 3. Schnell wachsendes Sarkom der rechten Tonsille im 
Beginn eine Diphtheria faucinm vortäuschend. 4. Narbiges auf lupöser Grund* 
läge entstandenes Diaphragma zwischen Pharynx und Epipharynx. Stenose des 
Aditus laryngis durch narbige Contracturen. p. klempkker. 

b. Nase und Nasenrachenraum. 

22) H, LiebmaDn. Das Bhinophym nnd seine chimrgisehe Behandlnng. Dissert. 

Leipzig 1906. 

Vorerst wird an Hand der Litteratur das Wesentliche über das Rhinophyni 
im Allgemeinen und seine operative Behandlung im Besonderen erwähnt. Dann 
folgen die Krankengeschichten zweier von Professor Braun operirter Fälle. Die 
Anwendung der Localanästhesie mit Cocainsuprareninlösungen erweist sich bei 
den Rhinophymaoperationen geradezu als unentbehrlich, indem sie einerseits die 



— 351 — 

erschwerte Alldem einnarkose ersetzt, andererseits ein Operiren fast ohne Blatun^ 
gestattet. oppikoper. 

23) Fabry (Dortmund). ZUT OperatlTen BehUldlmig dos BUnophyma. Dermat. 
Zeitachr, XV. Bd. 5. H. 1908. 

Ansser den 8 in der Dissertation von Pottgiesser (s. d. Blatt 1901, S. 6) 
mitgetheilten Fällen, deren Krankengeschichten Fabrj karzmitttheilt, kommen noch 
4 weitere, bisher nicht pablicirte Fälle, welche den guten Erfolg der von ihm ein- 
geleiteten Behandlung erweisen, die im Wesentlichen in der Abtragung der Pro- 
tuberanzen mit dem Skalpell besteht. Nachbehandlung mit Salioylquecksilber- 
pflaster mehrere Tage hindurch. Seifert. 

24) w. Manuel. Bin Fall Toa flaemangioendotkelioma pertvaienlare nasi. 

Diaaert. Würtinirg 1906, 

Nach einem Ueberblick über die malignen Tumoren der Nase kommt M. an 
Hand der vorhandenen Litteratur eingehend auf die Endotheliome zu sprechen 
und fügt dann seine eigene Beobachtung hinzu. Das wahrscheinlich vom Septum 
ausgehende Endotheliom war bei der 49j. Frau bereits so vorgerückt, dass der 
operative Eingriff von aussen vorgenommen wurde. Die Stirnhöhlen und die Sieb- 
beinzellen erwiesen sich bei der Operation als gesund. 2 Yg Monate nach der Ope- 
ration kein Recidiv; aber den spätem Verlauf fehlen Angaben. oppikoper. 

25) Hasslaner (München). Ber BakterlOBgolialt der Base bei den bfectiens- 
krankkeiten, alt besenderer Bertteksichttgiiiig der leningitis cerebrospinalis 

epidemica. Centralhl f. Baktei'. XLL Bd. 6, H. 1906. 

Die Mehrzahl der mit dem Einathmungsluftstrom in die Nase gelangten 
Krankbeitserreger wurde in den vorderen Abschnitten der Nase aufgehalten, 
während der Bakteriengehalt in den hinteren Abschnitten ein verhältnissmässig 
geringer war. Ein specifischer Erreger dergenuinen wie secundären Rhinitis konnte 
nicht gefunden werden. Der Meningococcus findet sich nur bei Genickstarrekranken 
oder Gesunden aus nächster Nähe des Erkrankten, nicht aber bei Gesunden, die 
mit Erkrankten nicht zusammengekommen waren. Daraus geht hervor, dass der 
Meningococcus nur direkt von Mensch zu Mensch übertragbar ist und dass die 
Nase und der Mund die Eintrittspforte der Krankheitserreger sind. »rifert. 

26) E. Klein. Ueber das Vorkomnien Ten Schweinesenchebakterien nnd diesen 
abnlicben Bakterien in der Basenkikle des Schweines. Diaaert. Gieaam 1906. 

Im Nasenschleim von gesunden Schweinen aus durch Schweineseuche ver- 
seuchten und angeblich nicht verseuchten Beständen kommen Bacterien vor, die 
nach ihren morphologischen und biologischen Merkmalen als zur Gruppe der 
Bacterien der hämorrhagischen Septikämie gehörig gerechnet werden müssen. 
Diese im Nasenschleim gesunder Schweine nachweisbaren Bacterien zeigen gegen- 
über den Versuchsthieren des Laboratoriums eine schwankende Virulenz und 
werden weder nach einmaliger noch mehrmaliger Passage durch kleine Versuchs- 
thiere für Schweine virulent. Diese Bacterien können deshalb, übereinstimmend 
mit den Resultaten von Beck und Koske, als eine für Schweine avirulente Art der 



— 352 — 

zur Gruppe der Bacterieu der hämorrbagischen Septikäraie gehörigen Mikro* 
Organismen angesehen werden. oppikofer. 

27) Jonathan Wright. Ein nasales Sporosoon (Bklnosporidinni Kinealyi). (A 

nasal sporosoon.) N. r. Medical Journal. 21, December 1907, 

Es werden zwei Fälle angeführt. In dem Fall von Ellelt war die Geschwulst 
eine bewegliche papillomatöse Masse; Kinealy beschreibt „einen kleinen gefass- 
reichen gestielten Tumor von der Grösse und Form einer Erbse, der in das Vesti- 
bulum der linken Nasenhöhle hineinragte. Er war frei beweglich, schmerzlos, 
vom Aussehen eines Papilloms und haftete mittels eines kurzen Stiels auf der 
Schleimhaut^. Die pathologische Untersuchung in Ellelt's Fall ergab eine 
Protozoenerkrankung. Wright konnte bei der Prüfung der Präparate nur fest- 
stellen, dass der Organismus wahrscheinlich zu den Sporozoen gehört. Auf Grund 
unserer seitdem mächtig geförderten Kenntnisse von den Protozoen glaubt W. jetzt, 
dass es sich in den Fällen von Kinealy, Muiohui, Fauthamm und Bealtic 
um denselben Microorganismus gehandelt habe, der bisher nur in Indien beob- 
achtet wurde; in den 4 oder 5 mitgetheilten Fällen handelte es sich stets um Ein- 
geborene des kleinen Staates Cochin an der Westküste. 

In allen Fällen fand sich der Microorganismus im Granulationsgewebe nahe 
dem Vestibulum nasi, was dieVermuthung nahe legt, dass dieinfection durch den 
Fingernagel geschehen sei. Das Gewebe ist mit kleinen weissen Pünktchen besät; 
bei schwacher Vergrösserung sieht man, dass es kleine kuglige, in das Granulations- 
gewebe eingebettete Cysten sind. lbpferts. 

28) S. Leyy. Deber die Verandenmgon der lasenscUeimhant infolge Ton Beii- 
wirknng. (Des modUcatlons de la mnqnense nasale ä la snite d'irritationn.) 

Dissert. Nancy 1906. 

Auf die Nasenschleimhaut von 12 Meerschweinchen liess L, reizende Sub- 
stanzen wie Jodtinktur, Terpentin, Ammoniaklösung, Formol, Menthol einwirken. 
Er constatirte bei der nun folgenden mikroskopischen Untersuchung mehr oder 
weniger schwere katarrhalische Veränderungen des Epithels bis zur vollständigen 
Zerstörung desselben. 

3 Meerschweinchen, deren Nasenschleimhaut in derselben Weise experimentell 
geschädigt wurde, liess L. noch mehrere Wochen am Leben. Bei der darauf 
folgenden histologischen Untersuchung war das Epithel zum grössten Theil re- 
generirt. oppikofer. 

29) Enrico Mengottl (Venedig). Uobor oinon typisohon Fall Ton Asthma nasale. 
(Di nn caso tipico di asma di origine nasale.) Archiv. Italiano di Otologia etc. 

IL 1908. 

41 jähriger Mann, der an Stirnkopfschmerz und Coryza leidet; seit einem Jahr 
fortschreitende Nasen Verstopfung, Fremdkörpergefühl im Halse. Seit einem Jahre 
bestehen ferner Anfälle von Athemnot, die besonders Nachts auftreten, ihn zwingen, 
im Bett aufzusitzen. Es linden sich in beiden Nasenhöhlen Polypen, nach deren 
Entfernung Pat. keine Asthmaanfälle mehr bekommt; er ist jetzt seit 6 Monaten 
geheilt. finder. 



— 353 — 

30) H. Bourgeois (Paris), lasaler RellexiinBteii. (Tanz nasale refleze.) Pro- 

grls m^dical 14. März 1908. 

Ein trockener rebellischer Husten trat bei einem robusten Mann auf. Nasen- 
athmung gut ; Auscaltation ergiebt normalen Befand. Der Anfall kommt nnter be- 
stimmten Bedingungen: Durchgang durch ein erwärmtes Zimmer, Niederlegen etc. 

Die Sondenuntersuchung ergiebt, dass es sich um einen Reflexhusten handelt, 
bedingt durch momentanes Aneinanderlegen der unteren Muschel und des Septums. 

GONTIEB de la ROCHE. 

31) Yaientin. Bin Fall von nasaler Hydrorrkoe dnrch Elektrolyse gekeilt. (Un 
^ cas d'kydrerrkte nasale gaM par electrelyse.) Nord m^icac. 21. Januar 

1906. 

Die bei einer Frau im klimacterisohen Alter aufgetretene Hydrorrhoe, die 
jeder Behandlung getrotzt hatte, heilte prompt auf Anwendung der Electrolyse. 

A. CARTAZ. 

32) D. Braden Kyle. ekenismns des Speickels in Beiieknng inn Henleker. 
(Ckenistry of sallva in relation to kay fe?er.) Journal of the American Me- 

dical Association. 3. Augnst 1907. 

Verf. hat in GO pCt. der Fälle nachweisen können, dass die locale Irritation 
in erster Linie bedingt wird durch eine Veränderung des Chemismus und der 
Resistenz der Secretion. Er theilt die 60pCt. der Fälle folgendermassen ein: 

1) Die Klasse, bei der die Seorete, wenn sie an der Oberfläche erscheinen, 
nicht reizend sind, jedoch eine chemische Umwandlung eingehen und Irritation 
hervorrufen. 

2) Fälle, bei denen das Secret, wenn es an die Oberfläche gelangt, irritirend 
wirkt, ohne dass es eine chemische Umwandlung erleidet. 

3) Wenn das Secret an die Oberfläche gelangt, so kommt es in Contact mit 
gewissem von aussen herbeigeführtem Material; bestimmte Secrete produciren beim 
Contact mit bestimmtem Material eine irritirende Substanz, daher der Ausdruck 
Rosenschnupfen, Heufieber etc. 

Fälle mit Obstruction der Nase leiden gewöhnlich an einer schwereren Form. 
Excessive Alkalescenz hat grössere Irritation zur Folge, als excessive Acidität. 
Verf. berichtet über einen Fall, in dem excessive Mengen Sulfocyanid in dem 
Secret nachweisbar waren. Mit der Besserung des Allgemeinzustandes ver- 
schwand auch das Sulphocyanid und damit auch das Heufieber. rmil mayer. 

33) Jacob E. Scbadle. Die Higkmorskökle als lUologiscker Factor beim Sn- 
standekommen des (sogenannten) Henlebers. (Tke antmm of ligkmere as 
an etiological factor in tke prodncUon of kay fever [so-called].) N. Y. Me- 

dical Record. 25. Mai 1907. 

Verf. hat in der Zeit von 1904—1906 im Ganzen 91 Patienten mit Heufieber 
behandelt und dabei der Highmorshöhle besondere Aufmerksamkeit geschenkt. In 
einem Falle wurde der Patient ohne jeden Erfolg mit Dunbar'schem Serum be- 
handelt; die Behandlung der Highmorshöhle hatte den Erfolg, dass nach 
24 Stunden das Asthma verschwand; auf einer Geschäftsreise während der Heu- 

XXIV. Jahrg. 26 



— 354 — 

fiebersaison 1906 erkrankte Patient wieder und wieder wurde ohne Erfolg die 
Serumbehandlung versucht, bis bei der Heimkehr durqh Behandlung der Highmors- 
höhle wieder Heilung erzielt wurde. In Fällen, in denen ungewöhnlich ent- 
wickelte abnorme Mündungen der Highmorshöhle vorwiegen, waren die Resultate 
der Behandlung prompter und zufriedenstellender, als in solchen, wo Mündungen 
von abnormer Dimension weniger vorhanden warsn, indem im ersten Fall 
die Einbringung von Instrumenten und Medicamenten leichter, im letzteren er- 
schwert war. 

Es wurde auch beobachtet, dass „Rosenschnupfen" oder „Heufieber", die 
seit einer oder zwei Saisons auftraten, der Behandlung leichter zugänglich waren, 
als Fälle, die schon seit vielen Jahren bestanden. Verf. führt dies darauf zurück, 
dass in den ersteren Fällen die Antrumsch leimhaut noch keine tiefgehenden Ver- 
änderungen eingegangen war. 

Bei 12 von den behandelten Patienten Hessen die Erscheinungen nach 
2V« Wochen nach, während sie in früheren Jahren 6 — 8 Wochen lang gelitten 
hatten, bei allen übrigen verschwanden die Symptome in 8 -10 Tagen. Die ersten 
Erscheinungen, die verschwinden, sind das Brennen und die anderen Störungen 
seitens des Auges, das Jacken in Hals und Ohren, schliesslich der Schnupfen und 
AusHuss, zuletzt das Asthma und der Husten. lefferts. 

34) Hfirllmann. Behandliug des Henfleben. (Treatment of hay fever.) A^. r. 

Medical Record. 25. Januar 1908. 

Während des Intervalls kann die Behandlung darin bestehen, dass die sen- 
siblen Punkte in der Nase zerstört werden und da in vielen Fällen eine Form von 
chronischer Neurose besteht, so können Mittel zur Stärkung des Nervensystems 
angewandt werden. Während des Anfalles soll Fat. ein anderes Klima aufsuchen 
oder, falls dies nicht ausführbar, Palliativmittel anwenden. Das neueste Mittel ist 
trockene, heisse Luft; Verf. beschreibt eine Vorrichtung, mittels deren dem Pat. 
eine solche durch electrische Lampen heissgemachte Luft zugeführt wird. Pat. 
wird angehalten, durch die Nase zu inspiriren und durch den Mund zu expiriren. 

LEFFERT8. 

35) Albrecht (Halle). ImmimiBimng gegen Henfleber durch Antitozia and die 
beim fiebraacbe des letiterea beobacbtetea Fdlle vea Äaapbylazie. Medir. 

Klinik. IN. 1908. 

Das Auftreten einer Ueberempfindlichkeit bei PoUantinverwendnng und die 
Möglichkeit, mit vielfach verdünntem Pollantin fernerhin auszukommen, dürfte als 
prognostisch günstig und als Zeichen der beginnenden Heilung aufzufassen sein. 

SKIFKRT. 

36) Bang^« Blaflass des ISbeaklimaa aaf den Henachaapfen. (Inilaence de 
Paltitade anr le rhame dea feiaa.) Congress f. Kiiniatotherapie 7ind städu- 

hygiene Biarritz. April 1908. 

Verf. hat in einem Fall beobachten können, dass bei einer im vollsten Anfall 
unternommenen Reise die Erscheinungen nachliessen, sobald der Patient über 



— 355 — 

eine Höhe von 1000 m hinauskam, dass sie aber sofort in brüsker Weise wieder 
einsetzten, sobald der Patient anf 400—500 m hinabstieg. 

Verf. ist geneigt, den Hauptgrund für diese Erscheinung in der Verschieden- 
heit der Vegetation in den verschiedenen Höhenlagen zu sehen: im Mai und Juni 
ist die Hauptzeit fär die Grasblüthe in der Ebene, während zu dieser Zeit auf den 
Höhen die Graser noch nicht blähen. 

Verf. rät also den Heufieberkranken, den Attacken dadurch aus dem Wege 
zu gehen, dass sie zur Zeit, wo diese zu erwarten sind, sich in Gegenden begeben, 
wo die Vegetation um 2 Monate voraus oder zurück ist. gontier de u röche. 

37) J. Borner. Bin Fall voll RhinosUerOB. IHssert. Wün^rg 1905. 

Nach einer Uebersicht über die Geschichte und den gegenwärtigen Stand der 
Kenntnisse des Rhinoscieroms beschreibt D. aus der Würzburger dermatologischen 
Klinik seine eigene Beobachtung, die schon dadurch Interesse hat, als bis heute 
kein Fall von Rhinosclerom in Süddeutschland in der Litteratur bekannt ge- 
worden ist. OPPIKOPBR. 

38) Rjdygien Behandlung des BbinoskleromB mittelst BVntgenstraUen. (Leesenie 
twardiieli nosa la pomoca promieni Bentgena.) Ltooicski Tygodnik Lekarski. 

No. 2, 1908. 

Verf. beschreibt 2 sehr interessante Falle, erstens Sclerom der Nase mit fast 
völliger Obstruction des Nasenlumens und zweitens Sclerom des Rachens mit be- 
deutender Stenose, wobei methodisch durchgeführte Behandlung mit Röntgen- 
strahlen einen ausgezeichneten Erfolg hatte. Im ersten Falle hat die Nasenhärte 
beträchtlich abgenommen, im zweiten Falle worden die Kehlkopfinfiltrate be- 
deutend geringer und die stenotisehen Erscheinungen hörten fast gänzlich auf so- 
weit, dass die Tracheotomiecanüle entfernt werden konnte. Die Stimme war klar 
und deutlich. Verf. räth sehr, in dieser schwierigen, hartnäckigen Krankheit diese 
Methode weiterhin anzuwenden. ^^ y, sokolowski. 

39) Glas. BeitrSge m Patkologie der laaenchondrome. (Wiener Klinik für 

Kehlkopf- und Nasenkrankheiten.) Wittib klin. Wochenschr. No. 46. 1907. 

Beschreibung zweier solch seltener Fälle von Nasenchondromen. Die 

klinischen Beobachtungen sowie die histologischen Befunde lassen auf embryonale 

Anlage scbliessen und reihen diese Tumoren somit quoad prognosim den malignen 

Geschwülsten der Nase an. hanszel-chiari. 

40) Ernst Althoff (Strassburg). Deber Endothelleme der inneren läse nnd der 

lebenhiUen. FramkeVs Archiv f. Laryngologie. Bd. 19. 8. 220. 

Verf. ergänzt die bisherige spärliche Litteratur von 19 Fällen um weitere 
3 eigene Fälle, deren genaue Krankengeschichten und histologischen Befunde 
wiedergegeben werden. Wie schon von Volkmann für die Mehrzahl der Fälle 
festgestellt, gehen auch diese 3 Tumoren von den Lymphgefässen bzw. Saftspalten 
aus und zeigen den für Endotheliome charakteristischen netzförmigen, plexiformen 
Bau. Die beiden ersten Fälle bestanden erst 4 Wochen resp. 2 Monate und waren 
bereits so stark entwickelt, dass die vorgenommene Operation die Tumormassen 

26* 



- 356 — 

nicht mehr entfernen konnte. Beide Patienten kamen znm Exitus. Im 3. Falle 
bestand der Tumor schon 3 Jahre. Anfangs machte er nur wenig Beschwerden ; 
11 Jahre nach dem ersten Auftreten wurde Fat. wegen desselben am linken Auge 
operirt. Danach soll er schneller gewachsen sein, sodass schliesslich das linke 
Auge nicht mehr geöffnet werden konnte und die Nase völlig verlegt war. Nach 
Probeexstirpation entzog sich P. der klinischen Behandlung und starb an dieser 
Krankheit einige Zeit später. Verf. glaubt an der Hand dieses Falles, der wohl 
durch Operation hätte gerettet werden können, in Uebereinstimmung mit Volk- 
mann und Kirschner, nicht stets eine unbedingt üble Prognose beim 
Endotheliom stellen zu müssen, während Röpke 1904 auf der Vereinigung west- 
deutscher Hals- und Ohrenärzte die Prognose der Endotheliome trotz frühzeitiger 
Operation als schlecht bezeichnet. wilh. sobernhkim (f.klkmperfr). 

41) Alfred Denker (Erlangen). Zur Operation der Balignen lasengeBcliwUste. 

FraenkeTs Archiv f. Laryngologie. Bd, 19, S, 455. 1907, 

Die genauen Operationsgesohichten zweier maligner Tumoren (Endotheliom 
und Carcinom) der Nase erläutern die Vorzüge der im Jahre 1906 vom Verf. in 
der Münch. med. Wochenschrift (No. 20) publicirten