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Full text of "Neue allgemeine geographische und statistische ephemeriden ... 1.-31. bd.; 1817-31"

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N e u e 



AUgemeine Geographische 

EPHEMER ID E N. 



Yerfatf et 



▼ on 



einer Gesellschaft von Gelehrten^ 

unA herauf gegeben 



Ton 



Dr. F. J« Bbktvgh, 

eroUhmogl. S«elM«A - Weinar. Lepralia^t • Aatli« , Ritter 
«kl w«ifscn Falken - OrAeni , nnit niehrenc f «Ithxtea G«* 

•eUnduftf n Mitf livd«« 



Zwei t 



Band. 




Weimar, 

^Verlage des Lakdea -> Induttri^-Go mptoir«^ 

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Nene Allgemeiii«' 
Geographische 

fe P H E M E R I D E N. 



IL Barides erstes Stuclu XS^?« 



ABHANDLUNGEN. 



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Einlei tu 



& 



Der gegenwärtige Zottand der südlichen Pnn 
vinzen des Europäiscl^en Rufslands ist sehr wenig 



I 



Ueber die Civilisirung der Nogajischen Tä- 
taren im Süden des Europäischen Rufs^ 
lands., yon Herrn Hofrath Dmquxldfm 
in Charkow. ') 



I) Das Original dieser merkwürdigen kleinen Se)tfi£l 
unter dem TiM: 4s la CiviUsatUh d€s Tom 

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Ahhandlu itg e n. 



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bekftnnt, und doch verdient er sehr die Anfmetb^ 
famkeit des -Beobachters. Man weifs, dafs nach 
deh kriegeristhjen Vorfällen- ^e$ Jahres 1783$ und 
nach den Verträgen von 1784 und 1792, -die ux^* 
•ere Schifffahrt uhd unsern Haade) iin ^Süden a^H 
d^bntw, die ^Qgiemng sich alle l^ttel neu, ^chai^^ 
fen mufste, um die Vortheile gehörig benutzien z« 
können T welche ihr die Macht ihrer Waffen und 
dit Weisheit ihrer Politik erworben hatten« ^) 



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■i . 



Die neueroberten Länder waren dieselben, ^0^ 
nach Herodot, vor ^300 Jahren nomadische Scythen 
weideten» Sie waren seitdem immer von Hirten« 



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1 .4. 



tares-^Nogait dans U Mi4i de'la HussieEuropienne^ 
parle P, Dtgouroff, Karhof, (Gharkof) Janvier 10 1$« 
. 122 S; 8* Der Verfasser ^ ein geborner Franzose, hiefs 
eigentliah Degaur^ bat aber vor ^iiügen Jahtinden 
Kaiser um ISlrlaubnifs , seinem Namen eine Russische 
Endung anzuhängen, und nennt sich seitdem DkgU" 
rqjff^. Er ist Professor der Französischen Literatur in 
Chari^ow^, und sammelte auf einer Inspections - Röise, 
die er als Glied der Universität in depi weiten Be* 
sirke derselben zu machen hatte, die Materialien zu 
der Abhandlung, diflrch deren Uebersetzung wir uns 
die Leser der A. geograph.Ephemeriden um s6 mebr zu 
verbinden glauben, d^ |Üe Urschrift wohl schwerlich 
in "l^eutschland verbreitet werden dürfte« 

il) Es war der Fürst Ponrnh^j der die Tataren aus der 
Xnmw vertrieb und Ku^l^nd. seine natürlichen Grän^ 
sen im Süden wiedergab. Bekanntlich starb er bei 
7assi und seine entseelte Hülle wurde nach Chersou 
gebracht. ' Zwei und zwanzig Jahre nachher su'e]|te 
lob in der Kirche» 9*^ : er l>eg|ra}>e|i U^gfi» uxm^nst 
die Oru^t cßeses grofstn Ministers! — « — 



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foflbBtn xmß in den neuesten 2^itfli «pa den Nov • 
|ajischen l^ataren bewohnt worden, die, wie di« 
Scythen,. unaufhörlich darin mit ihri^ Zelten un^ 
Hqerden herumzogen. Alt .jabfsr die Russincbea 
£ieere in diese . Gegenden drangen, suchten die 
Mogajen^ neue Lä^dereien unter dem Schutze, dei 
Türkischen Kaisers ^ und, da auswandernd^ HKrtei^^ 
irölfcer nie etwas zurücklassen,^ so boten die neu« 
eroberteii ^Pr^yinzen in ihrer weiten Ausdehnung^ 
nichts, als das Bild der Einöde dar, ohne irgend 
eine Spur der menscUichen. Gesellschaft. 

' Selbst 'das angränzendeNeu-Servien , durch, 
die Eiiifälle eines Volks,- das llaub, Brand ^ und 
Mord als alltägliche Dinge ansah, beunruhigt und 
erschöpft^ hatte nur eine schv^aphe. Bevölkerung, 
und zeigte' nur ip lyjeiten jBntte^jtipgcn etenae 
Dörfer. j .. : : . ....... 

^ ' ;Das jetzige mittägliche Rufslahd bot datier' ia 
dem A^gf nbjÜ^c]^e « wo es» . dp^ . I^ussischen B e\ch« 
^T^rieibt wKirde^r dem Auge nidiia. ala «im 4m> 
^nltefsliche Wüste dar« -. .^ f i u :. i 

^ .Die. einzige. Halbinsel Krim hjattA- einen TJieil 
ihrer alten Einwcdiner. erhalten, -«weil diese ktCne 
j^jüqmadei; wuren', ün4 das J^ttresse . des Bigey* . 
thinns,..mäthtiger als Heligioaiihalji und Abscheu 
ffir fremdes^ Joch, ihre gänzliche Auswandettmg 
verhindert hatte. * ^ ' ' ^ 

Kaum sind jezt drei und zwA^iig Jahrle seit 
dieser Uiästhaffung vel^flossen ', ttad schon halben 
diese i*änder , datrcli lieue Bevölkerung -'bclel>f7 eip. 
ganz anderes Ansehe^n' b^]06miüen;. ' Nikölajefi^ Wosr 



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6 ^oi^^äHäiung'eru 

nessensl/ Cfher»on7 ^ekaterinoslafitV t&wanopolf 
dessa, dreifsig biÄ vierzig , ändere Städte und Tau-^ 
inende von Dörfern naben sich hieri wie üuircfc Zaq.-' 
ber^i, erhoben. ,Maii hat in ihoeh nicht nur die' 
Anstalt en ^ erribhtet ,' welche die neue " Regierung 
ziötoig machte,' sonder^ >iuch Schulen, Gymnar, 
"- und J^ensionen ') fieschafferi; man Ar''* ^' 




legt; kürz^ ifiani hit nichts vergessen,' w^j zut* 
Entwickelüng der' geistigen l^ahigkeiteti^ des Men» 
töhen. nöthifl ist, nichts. was zum CharaktQX oinei 
höchst gebüäet^n Volks gehört, , * . ^ ^ 

♦S^v-'^i;;' '•**.'" ^•«*-l *.'«•"..'.••'• •-•■>. jii^ •■ »^ ^ '. V *^ ' 

^) Der Duc de Eic neben hat m Odessa twei Amtalten 
*- g'e8tift«,^'äGt'%r Jfitiglinge, "iie Vriire füt junge'* 
' Frauenzimmer. Die Erziehung in beiden ist , Dankh 
. der • Väter licheii i^ufskht 4es General- Gouverneur« 
. und der guten Wahl des Directors .uüA der I^ehrer^ 
^' #ö vortTfeflicii , dÄrs*i?Ä^o»ileWeit*?M'jWifi'i'dutclr 
^ni^lSIr' ifelBi# dlir>^ikeM:^«hrT|fetitb«fJn^&rsi^ '^rUMi^ 
können. Der gegenwärtige JDdbecMT iW ete.' Oriadu^ 
Herr Fluik^ , ursprünglich von Französischer Abkun£l^ 
^'^^4[£ RWilbifd'^dhasn Seit 34 Jahren' dleiit HiAd ia'^aller 
r UclMtcht [4«9 Öffentliche ZutraneitvtrilfenL r^* i 

*4) Man iMOnifieltr tu -lEeeädoSia^» dils alW Denkmäler iftj^ 
- Krim» undjunter .danisphcm bugpestrilteii' bameyktf maiijf 
^ ; einige. merJ^iviurdige Stück^? \ D,i^.IMii»e|ii^mi|t^ d«|i^, 
Zeiten der Genueser bieten .noch mehrere,^ wohl ei^ktal- 
tene^ Inschriften dar; wenn ihan aber nicht eilt, sie 
;. unter £ffenÜ29he^$<^utf «u Slelle^; so werden si^ bald 
;in die. Sammlung eines Priv^- Liebhabers wandeln. : 

£|(). I>er aohtctngsw^he Admirab Manimii^qff hat in 'dent » 

. .4*miralit&^-GebÄHda ;jWfc:*ir%Wl^ «i^jo BWiothf*, 
•ine Naturalien •Sammlung und ein Museum von AI*' 



, ' ,Ilieta Anstalten ]co]bmen ticb aaturliclierweii« 
ioäat mit älmlicbexr vergleichen y die 'man in, Län^ 
dem aiehet/ .welche durch .ihre Lage glucklicli ge« 
iiiig gewesen sind» einige Jahrhunderte vor uns ge^ 
tf Useh^Iich gehildet zu werden« Man ' wird sich ' 
^lytübet nicht wundern] ' w^eün ihSn bedeidct , dalt 
fie Iffübn fcmhanden innd: ^Vf4t ittn 'tAAnen'Vim 
^ntedtoiSg entgt; ist ihr Däsey^ selbst. * üebri* 
lens trigt AlUi dazu bei^ tftäere nllittä^litJI^eirKo^ 
t4ii^ vi BeUben. ' Uaab&itngig von deii'Miitetl^ 
tb^-^ntk^rtbM^»^ v^lcHb'dieRe^ieraitg hier sosehf 
vervielfältigt hat» was d4rC man nicht Voll deii 
ßdäiSbäat äitf i(bflt^6<Ai^akl»i1!3«%re^rwaineiH die 
bis jetzt, atisil^ lA^lbehMtidige» K«ieg«, ncRSbsttfd&i 
ihre ganze Ausbreitung erhalten konnte ? Sie wird 
fatilfech dtotniriblidel ktnAe •»taM Halmen* voftdÜflb. 
an, ober lito kann, in Verbindung mit den iTot» 
dkcfflen,' weltihe uns das Cäspijsche Meer giebt, die . 
fteichtbümer Persiens und d^s tiördlichen Indp^lans 
^lurch uns^rte Hände leiten , .9h;^4ie*£iifersacbiaLan* 
derer NatBon^m zu rei^m^, . wil wir keiae auf.ih* 
irtt' Wege stölreil wetdeA; t sie erleichtert uns di« 
Mittel, di)s >6he2i VöÜiir S4i äx^ü Colchis tmd 

. /tfrAümem.Aigelflgt, j Einige! i8tiidkLe dieser ieHleni 
sUi4 bekaftut ^sMiehs^^ aber 'diä Zeiduiitngea sinA so 
schk^t ^alihe«(i$ 4ar«f'sie..ttlBe'gAxiz &lfolit Veettfll 
laag TOH de8|i*«Gefeiu0a»dti[ uxtd^^^r AasfüMrung ^e* 
beil. Seist «. B. die. Figur j.'weloh^. in. AiilMiUi« 
r M» ^fi»>.A'ii mUtägliek$m Wrv^nmm RufiUakdj (Blatt 
} 48K !•§< 54): -wsd im; ITaaf/^f mdrjttuürdijfm' äUtr^ 

e.) aiigeliflder ist».. ii| beMei WeE&eö gm fiOsek 
dargestellt. 

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der benecl^b^rten Küsten ^> gesitteter zii^Bi^tii; 

sie.sphaift unsem ISrz^eugnissen des ^ckßtbauel; und 
Kunstfleiffiftsi eineiL eben 50 sghnellenr als vartbeil- 
haften Abzug, -und . führt dem ^üden- des .Reicnt 
Bevölierung und Künste zu. ' <* ' ^ ^' « ' ' 



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: Obgleich, ^n I?H^W v^n Odessa, -^J^rsGn,.^X^ 
g^rock,, Feodftsia. vo^ Eugatp^ia^ 4?*ri^ .^ieiMfc^eafn 
^poliii^hen Maalsregekr sehr geüttenM^ft? :'^(^iMl 
H^r(Handßl, so gering er auch jF^j.^ip AcJ|jer>|^ 

aungen für ruhiger «iZ^fi^eft ayf, d^lMri»«»«GiV 
pje^ heK • .: ', f i\;.;. ?. / ,• »f iJtf'"- vr/ 
G £ki^ getxeHe Darstellung ^^'Beniihiuigeti. ^ 

Regiemng, diesen' groDwii-Lsäi^blrfidf^i^ /welch« 

ff'" ' #>-* 

- :«) Dex? Duo de Rlobeliiara likt bei^^Mbtf^rlrtlkini'il^ 

^ . Jahr^ 18^4 Eichen fUr die Werft« Toa Sf^a«^^l M^t 

V f en lassen. Sie,k#men der Regierung. rinit der Frach^ 

46 Kopeken da; Pud zu stehen, während die aus Po« 

*^''len trach iShörSön gebrachten 85 Kopeken kosten^ 

-ri.iXtezu'kommt^nedh, da£s die Fahrt ▼eli'01e^'6n^]i'ac!? 

•rli S«Mras|«^ol »idiwleiifer ,uiai l£ng«r is^'^oals die xidfe 

^::^ dezn Hav^n der i^asen» ,^q. das. Hf:^? fVJT '^ew^tsig^ 

j^'^Äclad^n wjrd. .Ayfs|2^em. SM^ der KV 

ate des Landes' äer Alsasen den Polnischen auch noch 

weit Torzuziehen. Der Duo de Kichelieü. hat zu die« 

aem Geschäfte einen sehr einsichtsTollen Mann ge* 

r— Jxifaädbt^ :^er.*fch8n. mehrere'BandCilkritiSiSfi-i zu ^en 

f / VSlJLem gemacht hatte. ^ HttA^i^tNtr jScilMi*'&adf mir ge- 

U'.«igt^ 'da£s>r nieUrs«aha «gehabt <hfttt^ 'init ihnen 

« iinzufriedek zu sa^.» BhvtGomptoIr,-^' weleheS er für 

• diesen ■ Handel errichtet . hat , befindet sibh 60 «Werste 

iron Skelenshek und 2Werste Ton der Küsto^am Flus- 

./*« Fschade.- Wenn aian^ eisen rsgelni^si(^ii Jlälidel 

mitv.dtasen. .Völkern unterhielte 9 so mtlkta^tfiRtl^viel 

I. Anlilnv Girilxnrnng beitragen« ; -i . I. :./.:: ä» 



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te'die Höchste THefloahmeferreßeti^ ' Die aufrichtige 
Ausfinaxidertetzuzig des Krfoigs dieser Beinununsen 
würde die beredteste AntWott auf dieDeclamacfiotien 

i*r •'f ??W^^^^ ?9«%rrTf?a- oO^^iiw?«'^» 

LMfler 3t\i Jxabeii; hörep sie doth »^^t^Jt 191)% 
f ehr chjri^lich deij . Rath , z^, gff^^ ^ . , upierc^ ^4.*^^ 
iu bevölkern, ..li^ö^en ^e ^w^I^ni^tt,;44k)|jp^jr»ft 
hältnifsmä£sig in «ehr kurzer Zeit vielleicht mehr 
Städte und pötfer emitap^^ »ÄinÄrffilei- 

chjin 2eJl\gflW kaum, iq de?. AoMricanisfih^n ve;^^ 

{^Si^^^^^^}^^^ !lch »ledaar^ 

M$ eine kurze Re|s^,^:^|grün^^^^ ?«r offcn^ 

liehen Lehranstalten, auf welcher ich Gelegenheit 
hatte, einen iTheil dieser £rouAzen zweimal zu b^ 
Sachen, nürnicht die nöthigeMufse vergönnte/ mii 
diete.X)arstellung selbst zii unternehmen.. ^, : 

JjiesB Lander sind letzt m ihrem fanz^n um^ 
fange von. Fremden der vpr$chi^,denslei;i Rel|gioneiy[r 
bevölkert. 'Alle, welci|^.,tjrayii^cbe Regiernnj^' 
eines Xaiides', . I^angeT[.r,büXjgejj[ic^^.Sc]pjitzei iil, 

einem' andern ,^,.zu^ sc^^ac^e^^ %fÄl/ ^^'^-^^^^^VÄ 
des tebVns, oder besfän^gp.^I^ri^fi ^ den. Ititz^j 
Ter^p^senen fajhren wei|;.,^vq;^Qihr^.Y*>«jte»*«- *»» 
fliehen zwangen ^^^nef^^ep» in ^^^^B^.tf^m^^^H'x 

^^^'^^fm'tV^'' -.Pif.M?i^t^ ^^^' ?V*»^<?hei. 5er^ 
Tien,^Bos]|;iipii 9 die 6riefcnis4jHeXI«sein Und ^^*} d% 
Land der Tsttherkessen von. einer Seite; die Oester* 
reichischen Provinzen, Teutschland, PreuXsen, Dan^ 

zig w?4*9inw«#»gmdianiraA:fi^ f^m.im utSafeia 



jvollranonrn 






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MMH Ulla x<tur<yxi uuiuu Kiutap luau. Aictiip .^fAvvvLuv 

™»g ifi?Ä«>«°' .. , -i, :,-..,^t.'.-> ...:-,5LT-.rrf .-M-..9f.7j -r 

.^■•*'A««''^«'» i!mrm,''kd '^k\äi%¥%if ^ 

IWar^'xtiVeMij^ö'' £^ avisruhijicile Ifaclincht'en' 

MfHtüetfl köknetii ^XAä^Mi' ^l>eF iieso Iwi^« .M^ 
filgyifke ^eii-eh- aiedfe^uiäinäbeii: " , \ "r . 

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DieNogajiscfa^ Tau^^nr,^cl<cbe auueTMlfi'äet 




mi \Ai ■^xRpxUii' iim«:; 'l(fit£[ kana ncli läaea 



S^^iS von.flirisr yoIk$m%nW machen, ,wean'maa 
cH4 der Hoid^ir voä' l^u^shU: und Shedsan liennt. 



Aftf' etit^ci ,' ^^ wciclie , j^e'ssär'a^i'ea b^v^oÜnte*, ', kpnn- 
i^; aacfi 'Oan^nitr, thiianaXi ireiiCsig bit Vierzig t«iu- 

- la^tt flachf»;ys^fart^5^äaiu1g taujen^'iteitL^ auf.' 



• r 



P- 34^- 



Mohknätüngen^ II 

ad c^^ttt^cj^ em enäi(;te. ./▼•rtiermi «Ilc 

äörcl^rii4a^Laiidr. .^inTneil gieoivulber deiiXUifepi;» 
und ein 'anderer' durfte Jich untej: Äussitchem ScKu« 
ue in den Sl^ppen niejeriassen« die sicU lanftf dem 
&ubaii' bthstrecken« Aber/^wähnt' an stete, Haubn 
zügft, ^ün^ .unverträglich* jgege£i ^ihre Nachliiumi^ 
hatten /siB nnaüfhörli^&e' j^ehcteii'^ mit den' Ital- 
mücWn, Kosäken'vmd denTnibnen' auf der Kau-> 
iasitchen XAme, * Endlich sali ^4icl& die Regierung;' 
im Jahre 1783 genöthigt, Trappen gegen sie zn 

•^??^fHk W "? >^^f fr ^9fi*'ojf*«r*^^*^ B^.thpi<^f ig- 
^(nt zji bpi^^n,. ^nd^p ?».%?«», dös. UxaU ^i^ 
reysetzei|^ii^^^er Ge^er^t^gi^vyafof , . unt^^. dessei^ 
Coipinjp^Or ^ie Attsy^g^J^^rupg depjchr^stlichen Aä-, 
t|e4ier #tts^|erjICtim^im Jah^^ 1778 Statt hatt^, »y 
«ipek dfp.j^j^^^l, .wic^ 'dii{ der ^Jogajer 21^ 
IjewerkiteUigfl«^. , ^tlier r hatte * er aber mit ein^m 
folie zu than, das von den .Aimeniemr nod 
Gnephen d^tp^ Chäirakteri Bei|gionf vorpa§j^y:\ft 
ab^ 4^^ ! leine^ ^esellschaftUcI^en Xuatai^d ^i^ 
a^e jjoiitische l^ge se^u: trertchiieden. war, , S^f^ 
Unteinehm^nj^ iph^terte^ • die^ Nogajer . f;if9%?^ 
über den iLufian und flohen in Masse in den Kau- 
kasui, wo^j fi», fi^^ Menm . aw «u^en 

t) Pallas sagli diefs Hj,:n79 f^spbfOieay um «i^ M*t^ 
naoii iiYMder an die Ufer« des.Dnj^pr su Terpüanz^^.^ 
leb folge hier dem Beriolite^ der Sr. Majeüät dem 
'^^ Kältet ^üirdh diflf Ministe^ gemacht ist. '' -^ ' ^'^ 



9) Man sehe die erste Nete am , fode dieser Ah>fni* 
lang. 






jlbhmnilungäm 



.xern erjitten, me sie aujnamncn , jdd oie^ gieicÄ. 
Jhtp .neligion bfikaDttten ,. mulsten sie bala fiiim 
ODerlierr^phaft zuruckwinscaen lassen, dersie.sica 
cntzojgen hatten. ,.TäffIicn, von den Tsca^rkessexL 
DertaJIen uwid .ßepIuiidbrtt.gcrauDt, verkauft, zu 
S^aven gedacht. 4wr 5^-?^^?^nisten MiBbandiaii-j. 
gen Preis iefieben, ai^Ben. sie bald ,ilir,^Vblk /zer- 
Streut und dem Jrüfienblicke meiner ganzüciien V er» 
fticntunc nahe, m 



\ 



ö-rr;. ' ri-,. 




'^M^U dito :A's"o%jchen' ifefee^] 'ÄA^V«;i'e8r'"'Äfeet* 







»'^^iöiks Vö^k Bt also hÄ bl(J!s iii^ "ä«r foT^ttl^ 
fchen Charte Europens völlig ausgelöscht'/ sönäeTn* 
auch in denx. kurzen Zeitraum von zwanzig Jahren 
durch das Schwerdt, durch Mühseligkeiten, Ent* 
bvfh^img^ft und KifaitM3^fdnC'*fasl-^a]|z. ausgerottet 
Wtirf'eri.'^'^'Hat es irg4d;'''fe/n- Gefühl äe\ TheÜ- 
' nahine hmterlasse^h? Hat (pfHed^ußin erregt? rTein« - 



Jfljlin .eheU foide ie^itote'i!^^ 



4>4 






Ahhamälunfs^fu ; 13 

Vhnt ^iishil^iuig» .ol)nt Rühm, fcl^waxtd ea oluu( 
Spar dÄhin: . ^... .. ., 

Andere ueberbleibsel von ihnen nxiden sieb 
freilich noch ,in sehr geringer 21ahi zer^treu^ m den 
Gebirgen des Kaukasus, oder an den Küsten de^-CasT 
pischen Meeres herumirr^d , oder einzeln im Tür« 
kischen- Gebiete angesiedelt; aber auch sie werden 
loald ganz verschwinden. Andere, durch Zufall 
oder Wahl besser' geleitet/ haben sich seil dem niit^ 
ihren Brüdern in Rufsl^nd vereiaifft,» um desSchu» 
tzes der .Regierung zu geniefsen ; . und selbst die^ 
welche auf verschiedenen Streif;;^ügen den Rmsea 
in die Hände. fielen, wjurdeik zu .^en übrigen No« 
gajern geschickt. Diefs ist kürzlich die Qe&chicht^ 
der neueifi Niederlassung dieses Volks in d<n Ge^ 
£enden>^ welche es' schon ehemals, be wohnt hatteu . 

Pallas^ der sie zwca Jahre später (1793) besuchtc^^ 
sagt von ihnen: „diese ehemaligen Nomad^ sii^d ii^ 
„arbeitsame Feldbauer verwandelt und werden bald 
^,dahin gebracht werden, sich Dörfer zu baoen/^ ^X 
Eine «olche Umwandlung in so kurzer Zeit wäre al- 
lerdings aufserordentlich. Aber wenn dieses kleine 
Volk damals noch keine festen Wohnungen hatte^i^ 
wenn es noch den ganzen Sommer mit seinen Heer<{ 
den herumzog, so wa/ es ja noch nicht arbeiisa'^ 
mer Feldhauer ^ . sondern noch immer Nomade» 
und das blieb e« auch wirklich bi<? zum Jahre t8l^ 
Ja y sein Widerwille gagön eine f ^ite Ni^erlassun§ 



ä) Rei»e in die iiiitli|lidMtt FtoeHate» Rit£ilatiii« Th. 



14 Ahk^ndlun^BH. 

warsogrofs» dau wenig Hoffnung war»^ et je dä*> 
Mn ztt bringen/' «Alr^^def Herr von 'RosenBer^ 
General- Gouvemenr von Täarien, im' Jahr i8o$ 
dfii; Regierung einen Bericht über deA Zustand der 
i^oga/i^ abJstattete, sagte er: man zähle ih ihrem 
Gebiete zwei und achtzig Häuser und fünf und drei- 
Isig^kleine Hütten. Aber im Jahre 1808 gab es nur 
noch fünf Häuser. Die Ndgajer widersetzten sich 
^o hartnäckig allen Bemühungen sie zu entwildenu 

Wenn man übrigens die Beschreibung» die 
Pe^ssonel im Jabre 1755 ^^ den- Nogstjem machte» 
jttiidef Schilderung von Pallas im Jahre 179} ver« 
gleicht y to sieht man, dafs diels Volk in dem Zeit* 
fkam^'^on acht und dreiü^ig Jahren nicht die ge- 
Üneaften Fortschritte in der Givilisirung gemacht 
hau Und wenn man mehrere Jahrhunderte zurück«^ 
geht, ^o findet man bei den - damaligen Nogajem 
gerade dieselben Sitten , dieselben Gebräuche » dia 
snanbei den heutigen bemerkt*) * Was könnte auch 
tin von Wüsten eingeschlossenes Hirtenvolk, da§ 
taglich nur seine Heerden und die einförmige 
Kaktheit seiner Einöden sieht , für neue Begriffe 
sammeln , was könnte es für neue Bedürfnisse er-» 
halten? Die Araber der Wüste, einzig mit dem' 
Hirtenleben beschäftigt, wie es die Nogaj er waren, 
haben seit 40 Jahrhunderten ilire Gebräuche nicht 
verändert 

Die ganze Kunst des ackerbauenden Nogajera 
tphrSnkte sich darauf ein» in unbesuchten Gegtn^. 



fi Man oV die Note j rauBai#. 



Abhandlungen. 15 

tat der Steppe mit einem greben Pflöge eiaige 
JParch«n"7ii tvAen^ Rirüe dasein 'txx sfien, und 
dfts zö^ ^baute Feld mit ein^rii Bfiiidei' & 
nett zu eggeil. ''' Daf Jalir ' darauf streute ' maa^ 
äbiiB weitere ybrbereittTDg, 'auf diesei ÄMmTicKM 
Feld tVaizen , ind jl^ugte es danii,' um das Kortf 
mit^ Sie E^de 2u brii]£:exi. ' D^r kleine iLauiti det 

«Qf bebauten Felder blieb dantt' ewig brach liegeh. '; 

" - • •• , X \ : r '., i liO . /• • ••1. Ml 

Je^p^.HoTdf. b^tte jhj: eignes. .<3Leb}ec« d^ un» 
tfir die.;Ye;csc}^cdenfn Auls pder beyveglidbe Dortf^ 
iHn:llif:Uf . wan^. ^bw: . dip -^elpzrlpen . FamiUc»^ , ei>^ 
^iQlpeQjeu^. s(dcbf s Doli, besti^nd f . btttm kf in ,|»eao«ir 
4e^5 iijid ^j: ii9b; aUe E,9gfii fiei und nach. Wyi^ 
kübr iA.demp^ebiete.,uipbea,,. ^nd| wech^elte^.d^ 
iager^tf lU nur^ 'vvenn 4^ Wi^de a^ipgi umher lu^ 
gefeetsen ?^ar^.... >' . .".^ .•: '• * ' 

itfie fiel uxiter denHordei\ ein Streit, nie eine 

neinielceit unter den Familien vor. . Dje erstem 

Ijebten weit voxi einander, durch gfofse Flösse gCH 

trennt. Familien, die nicht friedlich 'mit einan- 



T \ 



der,b9t.tw l^ben ](£siftet».>eftdel^ii üichl Hebeo 



• * i . - . / 



'Ihre cegenw^rt^i Eintb«5ilung isl'^tngefXhtf 
ipfch die alle, aüfsW^dat^'^n IDorf, das jetzi'nur 
eine halSe Wers^. einnimzpt, ehetnals. als Aul dii^ 
Ufer ein^$ Flusses in ''einer Ausdehnung von a.cht 
bis^elin Werken, biewoh^^te/'. 

*'^enn andere Wei4eplift2e gesuchii werden rnuiri-r* 
ten, so stiz%en die "Nogajer fhre IZelte, ohne sir 
auseiaaiMlHE tu nehmen,^ imd ihre Weiber^ Xiader 









10 Abhmndlungen, 

upd Hau^erät^jp.. g.^f ^^yy^rädrigp Kapjeiv,.. • JQi©^ 
J^e5fÄ€p^\5furdeu. voraus g^rie]^g«li; 4ißAI§^e^,fo]^jj 
tgn zu Pf erde. Ein Wfjidej^Utz war ijngef äljx. zejia^ 
^ l^is ^ölf W.er3te .von depi . ander^^^-ei^tfex^tu. .,5U^ 
yjirj^qp d^ei ogexviey ^al Un J^hrey^gßt^^v^di^rtt* 
pieienigpa Nomadieivr weiche an dem tj^fr^des £a8-> 
piscb^p M^eresi l?fefn,, wo yenig.Gjras. wächst» blej,- 
ben nur ziwei oder drei Tage an derselben Stelle. 

•' Öi'ese^Zeite "habeii ifbgelfehr Werfillen iiil Durch- 
messer,-^ sind "As RWfetj -gWbiiret; ÄVt^glelinkliSg 
fir eiöigef Etttfertiuii^ ili die Höhe *»teigen', und mit 
' Möftfeii ;' Filiaecken däer Tuch beftödW^d* Äii 
der Spitze befindet steh ein rundes X.öcli,''dafs mat^ 
, . Sffnen' odet schlien?enkäxin,"'uäi de'i feiuch Iretau^- 

v zulasseti*. ^'Öief/war i3ie eirfzfgÄ^oimting der No-* 

gajer für alle Jahrszeiten. Die Zelte', 'die ich' beJp 
^jieii . gesehen . habe , gleidiQ^ .du^chau«. da» Be- 
Schreibung des Venezianers BarbarOi d^r in der ^dji]9# 
des I5ten lahrhijnderts in der kleinen .T.^tarej.,reis'te^ 
und sechszehn lahre in den Horden lebt^ ^j . 

'* • Geglto das Bnde des H«ftstes kehrtest di^ No^ 
* f^n.]ex zurück, um den Winter wieder in •dtbO^'»» 

senden, zuz:pbringen y , die sie, im Frühlinge ,y^rlas<^ 
sen hatten., Sie fanden. d9rt einige zuriickgelas« 
sene Schober Heu , und den Mist ihrer Heerden in 
Kuchen jgescnnitten. ,und ^zum. Trock:|pien aufge«-» 
«chicht^. Dier« war darnaU, .w|e noch ^^tzt^ dad- 
einzige Feurungsmaterial fiir' sie y. und ist es ai^h 
I noch heut zu Tage^ fu?r,die xa^isten Städte^^JUid 

!i Dorfer im Siiden dibs Kussischen Reichs. 

I -' ■■'• ' . . . ^ •■■ ' ■ . ■: .■) :: ' :'i., <;> . f •>f 

Siehe die Note 4. atai Ende dieses Atibatsef . 



%^ JÜhandlunfem ij 

^So war dar Zusund di«s#» Vplks vor imm Jakr« 

|gta. Der nämliche Bajazet-Bey« der tie nach 

AuCdand zurückgeführt * hatte » ^ar zum Präsiden« 

Ttei» dea zu ihrer Verwaltung niedergesetzten CoU 

legiums ernannt; und gerade dieser war vielleicht 

am wenigsten dazu geeignet » sie ihre rohen Ge- 

wohxüieiten vergessen zu- lassen und sie zu civili- 

Ten. Sein. erster Gedanke war, dem Uirtcnvolke. 

einen kriegerischen Charakter, zu geben , um seine 

eigene politische Wichtigkeit lu vermehren. . Er 

wnljste einen kaiserlichen Befehl zur Bildung zweier 

Nogajiscfaer- Regimenter I jedes von 500 Mann, aut^ 

zuwirken, die ganz auf dem näin Hohen FnCse, wie 

die Kosaken, dienen sollten. Ehe dieser aber noch 

in völlige Wirksamkeit' getreten war, wurde, er 

schon wieder zurückgenommen,, weil man- wohl 

einsah, daHs diese militärische Maafsregel in der 

Nachbarschaft der Türken vielleicht gefilhrlicb, und 

gawifs unnütz seyn würde, da man diese Tnip* 

j^n doch nie gegen ihre Glaubensbrüder würde 

brauchen können. Die schon ernannten Ofüciere 

erhielten die ErlaubniFs, i;nter den irregulären Trop« 

{euy oder wo sie sonst wollten» zu dienen. Bajazet«. 

Bey .verlor den Oberbefehl, behielt aber als Pension 

die ganze Besoldung seiner vorigen Stelle, und 

nachdem er über seine Verwaltung, die in Rück* 

sieht auf die öffentlichen Gelder gr o£se Klagen von, 

Seiten der No^ajer veranlafste, Rechenschaft ah- 

g^egt halte,- nahm er seinen Aufenthalt!, unter den 

Kosaken am Don. . . 

. Der General- Gouverneur von Taurien, Heer 
von Rosenberg , hatte längst: den cachtheiligM SiiK 
K. Ä. Q. 'e. II. Bis. i. St. B 



lg Abhandlungen.' 

flufs bemerkt, den dieiier Anführer über seine Lands« 
feute ausübte, ii1ji er war es, der im Jahre igog; 
die Regierung von der Noth wendigkeit übcirzeugt«^ 
ihn za entfernen, den Nogajern eine andere Ver*" 
fascnng zu geben , und sie nach und nach zu ver-* 
anlassen, das unstäte Hirtenleben zu verlassen,^ 
Er stellte vor, dafs diese Nomaden ohne Beschäf«« 
t)güng, ohne Arbeit, in der. Mitte ungeheurer 
Steppen sich selbst überlassen, und der öffentli« 
tcben Aufsicht und Ahndung fast unerreichbar, ixt 
den ihr Gebiet begränzenden Provinzen ungestraft 
Raub und Mord verübten; dafs die Entdeckung 
und Gefangennehmung der Strafbaren sehr schwer, 
das Auffinden von Zeugen^ zu ihrer Ueberführung 
unmöglich sey, und daft man bei der bisherigeifr 
Yerfassung bald gezwungen seyn würde, die No-» 
gajer weit .von den Gränzen des Reichs zu entfern 
nen, wo sie sich dann wieder mit den rohen Völ«» 
kerschaften vermischen würden, welche die Rusb<> 
sischen Glänzen unaufhörlich 'beunruhigen. Dim 
BefsteMa^afsregel also , welche man in Rücksicht auf 
die Nogajer sowohl für sie selbst, als für cien Staat 
nehmen konnte, war ihre Civilisation. Der Plaa 
hierüber wurde dem Kaiser Alexander am 13, M(£i 
1805 von den Ministem des Innern und des Kriegs- 
departements, dem Grafen Kotschubei und dettt 
General Wäsmitinoff vorgelegt* 

„Wenn man,*' sagt Rumford, „unter müssigent 
„und zügellosen Menschen den Geist der Ordnung^ 
^,und Thätigkeit einführen will , so mufs man sich 
^piicht blofs vor harter Behandlung hüthen, die sie 
9inux aufbringen würde, sondern sie auch dutcU 



i 



Abhandlungen. 19 

;^olixraiigen aafmuntem» ihre bisherige LeBen»» 
J,art zu vcrlasfen." Von diesem wahrhaft xnorali- 
ichen und menschenfreundlichen Grundsatze gien^ 
gen auch die Minister bei dem Plane zur neuen Ver- 
fassung der Nogajer aus. Sie schlugen nltmlicb, 
mit Bezug auf die Ansichten des Generals Rosen« 
berg, dem Kaiser vor, den Nogajern einen Befehlt- 
haÜer zu geben , der von d€;r Districts - Polizei un- 
abhängig seyn, und in unmittelbarer Verbindung 
mit dem Gouverneur der Provinz ' stehen könnte. 
„Dieser,** heilst et in*dem darüber gemachten Vor- 
trage, „würde das Volk der Nogajer zur Ordnung 
,. halten, und über die Handhabung der Gesetze 
„wachen; er würde es nach und nach dem Hang« 
„zum unstäten Leben entwöhnen und ihm unvet«»' 
„merkt Geschmack an Gewohnheiten finden las*' 
„sen, die einem ackerbauenden Volke angemessen 
i^sind. * Um diese Veränderung aber hervorzubrin- 
i>gen , würde er nur sanfte Mittel anwei^den d&r» 
fen, er würde sie durch Vernunft und Erfährung 
zu überzeugen suchen, und ihnen das Beitpiel 
„der Tataren von Kasan und Attrachan aufstellen; 
„Eine heilige Pflicht für ihn müsse es sdyn, die 
„l^ogajer bei ihrer Religion und dem ruhigen B»- 
tjsitze ihres &igenthums zu schützen. Die Nogajer 
„hätten Beschwerde geführt, dafs mau ihnen 1 1,000 
„Dessätinen Land abgenommen hätte; diefs müfste 
„ihnen nahe an ihren Gränzen ersetzt, und wenn 
yydieh nicht möglich wäre, ihnen das Doppelte zu- 
,,rückerstattet werden. Man solle ihnen auf ^wigo 
„Zeiten den ganzen Ertrag ihrer Fischereien über« 
j^Ussen, um daraus verschiedene Unkosten für das 
„<${f Entliehe Befste zu bestteif en ; z, B. das Graben 

B a 



9> 

4 



/ . 



99 

9t 



WO Aihandluftgenß 

fiiiet Braunen , dio Erniliarung ihrer Armen, Unlitfu 
^^baltung der Schulen u. f. w. Oer Salz »See Ber* 
^ydansCoie, am Au^fluste der Berda, der eine halb« 
y, Werst im Umfange hat, und. der Krone nux sehr 
y^eringe Einkünfte gab, aber für ein Volk, das 
^ygrofse Viebheerden unterhält, von hoher Wich- 
yytigkeit. i«t , sollte iboen ganz zum Eigenthume 
„überlassen werden. . Seit dem Jahre 1800 zahlte 
,vieder von ihnen an Kopfgeld nnd Grundsteuer 
„eine Abgabe, die naph dem heutigen Curse un- 
„geföbr acht Rubel beträgt; diese Auflage sollte 
,^anz aufhören. Sie tollten daa Muhamedanisdie 
; »Gesetz sowohl in allen Keligionssachen, - als in 
bürgerlichen Streitigkeiten beibehalten, und das 
Recht haben, «ich Häupter "und Handhaber der 
„öffentlidien Ordnung für jedes Dorf selbst zu 
,,wählen. Sie sollten, sowie die Tataren der Krim» 
„die Freiheit geniefsen , keine Recruten zu stellen 
,,undkeine Vermögenssteuer zu bezahlen, welcher alle 
yyKaufleute des Russischen Reichs unterworfen sind* 
„Za mehrerer Aufmunterung' sollten noch beson- 
,,dere Belohnungen für diejenigen bewilliget wer* 
,,den, welche zuerst dem Nomadenleben entsagen 
y^nnd den Ackerbau mit der yoirzüglichsten Sorg- 
^,lalt treiben würden/* 

Diefs ^war in wenig Worten der Inhalt .des 
Plans, den die, Minister über die Verbesserung des 
^ustapdes derNogajer vorlegten; er war zu weiset 
zu billig» zu menschlich, um nicht den Beifair des 
Kaisera su erhalten. Nach diesen Grundsätzen 
wurde nun die Verwaltung der Nogajer organisirt, 
Ihre Angelegenheiten wurden jetzt nicht mehr 



Ahjkandlung^fu « #l 

Cbäi «ift betondcret CoUegium, fond«ni> *4iutli 
tmea Befehlshaber (Netidiahiik) geleitet 



Man wird gett^en, dab die Geschichte kein 
Beispiel liefert f wo ein überwundenes Volk mit 
io viel Milde und Gute behandelt worden wMre. 
In welchem Lande erliefs man je dem Besiegten 
die Entrichtung der Abgaben, > die der. Sieges 
selbst bezahlt ? Bei so vielen Wohlthaten nnd Be- 
günstigungen scheint es, als -wenn die Nogajer nun 
nihig und glücklich jich mit raschen Schrittes 
der Civilisinmg hitten nähern müssen. Aber auch 
hier hieng Alles von dem Befehlshaber ab, und die 
beidta ersten, die man ihnen gab, hatten, wie 
es scheint, nicht die nöthige Fähigkeit , ihnea dui 
Bahn XU diesem Ziele xa «rleictoeKii. 



Ungefähr nm diese Zeit wnrde der Doc de' 
Richelieu zum General -Gouverneur von Jtikaterir> 
noslaff, Cherson und Tanrien ernannt*. Auch die 
Mega]^ entgiengen seiner Sorgfalt nicht. Er glaub** 
te, da Muhameds Lehre den Geist Seiner Anhän- 
ger uMumschränkt beherrscht, dafs die Erbaiiusf = 
yen Metschets, von welchen die MuUakV fünf-, 
mal 4ef Tages die Gläubigen tum Gebete riefen^ • 
diese gewiesermaben an diese geh^ügte Stätte fes- 
seln ^md so zu einem ruhigen und sefshaften^»*. 
ben zwingen würde. Er verlangte daher von der. 
Regierung den VorscbitTs einer, mäbigen Summe 
von 35,000 Biubel , um iü jedem Bezirke. ein. JMei»* 
sehet und ein Haus für den Effendi zu bauen, in 
Welchem letztern ein Zimmer "■ zur Schule^ sollte • 
eingeriditet werden. .4 



ff AhhmndluftgkM 



Maa£sregel war unttreitig feUr fot, 'w«S 
tie die Religion zu Hülfe rief, um dai Volk zu 
entwildern* Da sie aber von dem Befehlshaber« 
•der allein die nSthigen Lökalkeäntnissft haben konn^ 
te« nicht auch durch andere Nebent&ittel hinrei* 
chend unterstützt wurde, so büA sie Anfangs fast 
;^ ohne Erfolg* D^ die Nogajer bis dahin gewohnt 
gewesen waren, auf ihren Streifzügen ihre Priester» 
^ hei sich ZU haben, und mitten. in dtr Wüste ih-f 

^ aen Gottesdienst zu halten, so waren feste Met^n 
aehets allein nicht hinreichend, * ne selshaft za 
machen. Sie fuhren daher fort,. sich. im Frühjahr' 
in die Steppen zu ziehen » . und ihre M\iUahi>' ww 
lae an das herumziehende JLeben gewöhnt, liefen»' 
iMllaicht eben so sehr von Eigennutz, als von heii^ 

s Ugem Eifer geleitet, Ton einem 'Lager Kum andern» 

' So gieng Alles nach der alten Gewohnheit« 
, als im Jahre igog. der Civil -Gouverneur voi^a 
/ 'Saurien, Herr, von Borosdin, den ^ Grafen Maison* 
Z4iln> Befehlshaber der Nogajer ernannte. Dieseir 
begab sich Anfangs Mai's desselben Jahres äu£ sei» 
n^fn Pfoten. Er hatte» wie seine Vorgänge«« den 
besiimmteii Befehl erhalten , tn der Civilis ation^ 
d^f 'e^er Leitung anvertrauten Volks zuTarbiiten, 
Allein ehe er handelte i wollte er vorher genau:, 
beobachten, untersuchen, und seine ganie Art zia* 
leben und zu handeln genau kennen lernen. Zun 
Erreichung leinef Zwecks bediente er sich folgent. 
der Mitiri, 

Armenische Kanfleute und Karaitiscfae Judto- 
pflegten bisher den irrenden Horden auf 4etfl.Fu{a#^ 



jthhandlmm^än* 

aa*1blgeii9 um allsrlei Ta»scUfaM«l fOSlDuieB m 
treibon* Sie lieferten ihnen . Natölitcbe i^nche 
Bnd die wetugen andern Türkisdite Watrea »^ wel» 
eke die einfache Kleidung dnr Mogajer natbwendig 
machte« Bei diesem Handel konnte es nidit feh« 
Jen, dali didse letzteren nicht hisweilen Veranla*« 
fmg gehabt hltteii, über Bevortheilung und Be« 
trug- zti klagen» Dieb war wtonigstenl A$t Vor^ 
wand, den der Graf Maieon benutzte, nm detf 
Kaufienten und Trödlern zta verbi^en, künftig 
den Hordiui' nacfazonehen, und ihnen den, Befehl* 
nn geben, sich zum Behufle dieses Handels an de» 
Orte seiner Residenz zn versammeln. *) Diels ge^ 
$Aah zum groben Bedauern der Nogajer, die sidk 
gewifs niobt über die Kaufiente würden beschwere 
haben, w^n sie ein sokhes Verbot hätten köav 
n&a ▼orhersehea. Oafs sie sich nieht mehr dkl 
gewohnten Waaren, die für sie Gegenstände' dev 
ersten Nethwendigkeit geworden waren, solltet^ 
mitten^ in den Stisppen verschafifen kS>nnent UeCe 
ihnen ein'^grofses Opfer auferlegen; es sollte nm 
aber von ilrtsem hetumirrenden Leben entwöhneni. 
ttnd^ dazu wirkte das Mittel in den Händen de» 
Herrn von Maison vortrefllch« ' 



Bei allen Völkern halten die Greise ant fe». 
stestea an tlten Gewohnheiten, und selten finde». 



5) Dieser Ort befindet sich xnittea in der Steppe ; er 
begriff damals durchaus keine andern Gebäude ^ als 
die Kainllei und die Wohnungen der dabei AngesteH*' 

._ten. Ton seiner Lage wird weiter uHten die iledl' 



gaj«m wtren il#, «b Häuj^rd^r Fftmilieii > -ge« 
achtet und verehrt« Ihre « Lage schien aoeh dett 
Jungem fi> btneidetttwerth t dafs > Mädner von vier^ 
zig Jtthren fich tchon- den Bart i^achieii UefttiH 
um «ich das Ansehen von, Alten zu rgeben. Nichti 
geschah ohne ihren Rath« und in ; Verbindung -m^ 
den> Mollah*s und, Mursa's empfahlen sie dem? 
Volke aufs dringoidste, 'feiiier ^so zu leben» ^^nm 
$ie bisher gelebt hätten, und' schwächten dadaiolt 
^io Bemühungen und das Ansehen der. Stadthäop^ 
tet und : Vorgesetzten; Der Graf Maison . besoblofis 
ihnep. einen Einflufs zu benehmen^ der vieUeicfat? 
ils ekie der Üauptursacfaen -der beständigen Gleicht' 
ftraüigkeit in den ' &tten der Nöga>er angesehen 
wer4en l^ann ; r^r fieog ^anit an , ihnen den Ti*. 
tmV §eeh9t ipptscktennüje) y auf 4en sie Anspruch* 
machten, zu entziehen, und erklävte' ihnen« daCa. 
duröffen^di. Beamtete ^allein diese Auaeichnungi 
▼evdiene, und dab es, um sie zu erlangen» auir 
wenigsten hinrrichend sey,* nur länger als Andero 
gelebt zu haben« . Zugleich richtete nun d#r /Be- 
Miishaber :seine> ganze ApfmerksamkeH ftuf dia» 
Wahlen der Districts - Vorgesetzten (goleu^i) und^ 
der Dorfhäupter (wübornüi). Bisher hatte man 
immer; viel Muhe gehabt, diese Stellen^ zo^ be. 
eetien« .iveilsie durch die öffentliche Mainung vei^; 
achtet waren. Bern Eigennutze gelang es, ihnen 
Ansehen zu verschaffen. Der Befehlshabar- wandt« 
sein ganzes Ansehen an, es dahin zubringen, da£i 
die Nogajer einem Districts- Vorgesetzten zehn Ko» 
päkei|,;vom Mann ,. und einem Derfh^üpt fiiuf und 
«wiiuig Kopeken zahlten, so lange bis aUe.Dät* 



^-v. 



JtUk^ndtmMSim 



ttutt latm» mh, um di« Sullcot ' di« man forii«e 
ftfspottct« und fOsgfiUtig zu vtruMiden •ochu* 
£a luun aber dar^nf anr tn dantalben/nnr thIUiga 
Lmit« galangan zu lai sen , dia dan Bafahlihabar zu 
nat^cvt&tzan kn . Stande wären« Alle Murta^t wa« 
tsHi» wie alle Allen, dieser xienenEihxichtang ent* 
gefen} ne : wurden abo ' gleich von allen Wahlen 
raflgetcUoifen«. Die natürliche Schüchternheit det 
AxmenJiindert. ihn, itich d^n Unternehmungen de« 
Reichen zu widersetzen, nnd.hilt ihn in den Ge-^ 
wohnheiten nnd Vorurtheilen feiner Kindheit be» 
inigesi.^ d^ Arme kannte felgUch eben lo wenig 
Anfprndia auf die nenea .EhreniteUen maeheii. 
UehemJl. wählte . man abo nur die ans dem Votlka^ 
die im männlichen Alter standen nnd ai^ weU» 
hahandyen wamn* . 

Bald daranf etgriff der Duc de Ricbaliea aia# 
kühne, efcm entscheidende Maalsregel; er verbot 
n&mtich^ die ^»{j (wandalnde Dörfer) ieroar 9« 
vezteuen; das hieb mit andern Worten» ihnen %m, 
befehlen 1^ ikh agendach0 Ittiimr. zu.banen. Pw 
unanihörUch von .einem Orte znm andern ziehend« 
Hirte wird sich nicht die Mühe geben, ain fettee 
und dauerhaftes Haus aufaufShren; wenn «r aber 
gezwungen wi^d, an einem Orte zu leben, so la« 

ti Dkm kleine Abgabtt wii^d jetst ni6]it mehr dbiidi* 
est, de dUe Dörfer ««bauet sind; die Dittriot-Vor- 
gesetsteu «erhalten nur »wensig R«bel iährhcli, die 
jäuen des Gems bewilligt; die Dorlhiept«r 
mmoiist. . 



/ ' 



ikfi^hiiAXImi 9in, ja zwingt ihn ao^arv ür«te1iiA 
ständige Wt)htimig->zü''de]ii;;eti. Nkdt dietcm) Bd» 
f«fale den Kriegs - Goüv^eriieuify zeigte dfttB«fehb« 
<)i$ber i«d«tn Dorf« 6itf Stelle an, die et «stiliieh« 
tnen ^sollte , und ei? gieng dabei vy eifrig su 'Wex^ 
k^> d«f s er t^l&st d^n Platt eines fedea nads ^dec 
Schnur bestimmte« 7) Ja er wies segat für jede U«* 
bitke 9 . öder Familie , einen besendem -Platt M| 
Kefs diesen mit einem Graben umziehen, nnil TerV 
bot, die Karren tind Z^he künfUg irgndwo ao* 

den hin zu V^rsetzeb. ' • >- 

• ♦ . I ■ . • » ' 

Nun fieng man im'^o baulm; und Belebnuf 
gen und dSentlicfa^ iBMfftll dö« Bef^hlsliibefs. iiak 
itte, welche die gtöfste Th$t>gkeit öder den meU 
fftett Getckmadt ili ibiMH Ge'^d^sn zeigteei, teadi* 
ten unter die Nogajer einen Wetteifer 4: illr 4eii 
neuen Anlagen ' nicht anders als ersprie/slich seyn 
lEöntitA. Der einzige Aul v^m Sehttjat* Juiret%lieb 
fist bei seiner Wider^peiistigkeit gegen iis Aeueiu 
Htck Im Jihre^ 1810 baue er nibhr ein^ : enEfenge 
Kfitte emohfet, und «ein Beispiel - konnte »ach« 

tffiüiig vrirken. Ak nun 'de» Befelilsbailier ««uf an» 

*• • • if ' ii ■ ' ■ ■ 1 • 1 • ^* i " . • ' .f 

,,y).pBj^ Graf Mai^Qn JiAtt^ aolion 4ßn Plim yon aqht und 

zwanzig Dörfern ab^^esteckt, als die Pferde mit sei- 

* nein Fuhrwerke Hurbhgiengen und er iebr «tärk )be*^ 

•cbädigt wurde. Er brach einen Arm und ein Bein, 

nnd verrenkte sich die Hüfte und das Knie; aulser- 

-' 4^m t'erlör er den Oebraxwh eines Anges wm^^vCgüe 

"toidi auf «inem Obre. Ungeachtet der iraurigiOi f ol- 

'j^en abery die er^vou diesem Unglück« fnt s«|nen 

-K&rp^r hatte ^ setit ßx^ sei«en Dienst det»h<siiit dem 

»ämllcben Eifer fort^ wie vorher« •— - .. *a.u 



1 

tm Btf^cktigmgirtife dvnib Ü^^tn Jüt\mm; wnStS^ 
liilte 6r sehmrU dkt Pfirfde vaA lüeU lich gav a&chi 
jti ihin auf. & kaxoL ete vwiai««. imd. drittet Mal 
dort durch» «ad aike mumme «ohtttU f rMi:haii Varv 
fp^nn zu erbalten, um snv iriadar fartaiifcoihttiaiu 
Sndlicb aU er wiadar aiMoal biar dlürobflUift, var^ 
faQimeln fidi dia If oga^ar um taiiiaa Wagaii , uaA 
fragen ifanr ^»Atnim ar aichi .mabr nach ihiam Zi>» 
ftanda und ihran WüiMcban Irigt. ,»Icb will niakft 
^,mehr euar BafaliUhaber 9»yfu** anlwortat ar ih^ 
Ben, »yibr bauet anav Darf nkdit» luid wardatSchoU 
0sey]i, daft ich dia Gxiada dal KaifMrs rarli^ra * .wail 
^libr das ntehf thut, wat ich auf minaii. Befahl vatt 
^«euch yedUogt haba.** «Nun fiangaa dia gntaa[ 
X^eute ao,) daa Orafau su) biuant lu flaban« ma 
möchte doch bai ihneft blaiban uod aie nicht va»r 
lai^en. Und da« Jahr darauf war. ihr Dorf arbauat 
md ihr Aufenthalt durch dasieiba bafastigat, Dia«^ 
far Zug Ut vielleicht unbadautand» abar ar maU 
die Einfalt und Herzensgute der Nogajer , und folg* 
Bch durfte ich ihn nicht irenchwtigaa* 

Alf der Bftfehlshabar sah, dafs man nun über« 
all angefangen hatte zu bauen, so gab er den Ba- 
fehl, es sollten keine alten ICibitkan ausgebessert 
und keine neuen verfertiget werden. Etwas später 
niufsten sie alle zerschlagen werden ; und man ge« 
horchte, obgleich alle seine ' Befehle nur münd« 
lieh an sie gelangten. Die grofse Umwandelun^ 
war begönnen $ as mufste nun Alles geschehen, si^ 
zu befordern, und vor Rückfällen zu sicheth/ 

Und so bat denn am Ende des Jahres Igia 
dai einzige Nomadenvolk A%i sQdlighen Europi^'s 



idn •cb«ri0ng4te]|* Sb&ritl zar ClviUilitton ■ %%ihMtk ^ 
4f «bat Versiebt gel^tetv auf * die' Un^bbüiügigkeit 
)le« Hfatenlebeni , aof di» >Rub# und «das ^Glück^ - 
iMlehes es gewährt , um>^ inv den »Zwang Aet bülr« 
gerliteben GiMellscbaft %n treten.. Diefs i«t für diet 
Nögafto der j^ang eisev neuen Af ra , der An« 
l«]fg einer ^Ve1^ände^£Elg in ihrem i^anzen Wesens 
der- Mcb veraltete Vdrurtbeile und Gewohnbeiten^ 
4i<l Hieb in dem- Ursprünge des Vcflks verlieren» 
na^üch^g entgegensetzten* Mit weaiger Klugheit. 
tknd Nadiglebigki&t' wSxe sie aicfat zu Stande ge^ 
kommen; mit mehr Strenge hätten die Nomaden 
ünre Heerden weiter getrieben, und wären zuib. . 
tetztepi Male üßier die Gränzes^ Rußlands gezogen« 
^ Denn Unterdrückung, oder was ihnen dc^für gil^ 
ist ihnen so unerträgtiob, dafs ihnen keine Opfes 
au grofs sind, um 'das Joch abzuschütteln. Die 
Wahrheit dieser ' Behauptung bewährte sieh im 
Jahr^ Igis duröb folgende Begebenheit/ 

•■" ' 
t^ünf Jahre &uher hatte^ nämlich der Ktiegmit 
dfn Türken die Horde d^r Budshak aus Bessara- ^ 
bien vertrieben. Ein Theil von ihnen war nach^ 
j^uDiland gezogen, wo 40^9 Köpfe, von jedem AI- 
%ßt i^id Geschlechte, eingeschrieben wurden; die- 
$€ siedelte der Graf Maisott im Jahre 18 11 in drei 
und dreifsig Dörfern an,*) wo sie anfiengen zu 
bauen, und sich durch Ackerbau und Fleifs vor 
allen andern Ho»den auszeichneten. Sie hatten 
etwa sechzig Sclaved mitgebracht, die si^s mei- 



) 



ft) Man sehe am Ende die Nete^, 



4hhAndlu,ngjBn* 19 

M1K9, gekauft hattAD » und unter weldien tich vitfe 
Neger Isiefandeii; Nach dem Gesetxe » vermöge det* 
ten kein Fremder m RoCiland Sclave leyn kann, 
machte die Regiening von Taurien bekannt, dab 
alle diese Leate frei wären. Wenige machten in* 
dessen nur Gebrauch davon , weil ihre Herren sie 
sehr gut hehandeken. Da , aber einige Mar»a*e 
nun nicht mehr Leute genng. hatten , um ihre 
Felder zu he^ellen und ihre Heerden zu hutheny 
so ,zogen sie wieder auf das Türkische Gebiet« und 
«reuten durch diel. Beupi.l .ine« S^^ .« 
Unzufriedenheit aus, der nur zu bald wucherte» 



V 



Da nämlich die Nogajer gewohnt waren» in 
den ungeheuren St^pen, die man * ihnen enge* 
wiesen hatte, ihre Heerden weiden zu lassent 
wohin der Zufall sie führte^ und da sie überdem: 
ihre Gränzen entweder selbst nicht genau kannten, 
oder es mit der Verpflichjtimgy innerhalb derselben 
XU bleiben» nicht so genau nahmen ; so geschah es» 
dals einzelne Abtheilungen ihrer Heerden sich auf 
das Gfebiet itx Duchaborzüt*) ihrer Nachbarn, rer« 
liefen. Daraus entstanden Streitigkeiten, in de- 
meu die Einfalt dieses Volks, das die Mittel Set 
Vertheidigung und den Schutz^ den ihm das Land 
bot, kauni ahndete, es den Verlolgungen seines 
Gegner Preis gab, die durch den Besitz der Spra« 
che und die Kenntnils der Gebräuche und 6^ 
setze ihnen sehr überlegen waren, und diese Ue«} 
berlegenheit zu seinem grofien Nachtheile benutz« 



9) BuekitbortU, eise religiöse M^, Ten wMkm Wei* 
ter .unteov dun Kede «f|n WinL 



I 
\ 



§Ö Abhandlung evii 



iti. 'Wenn die Ndgajer Üägten l so erhielten Ai 
f^bilicii Entschädigungen , die ihnen aber ünzurei- 
läiend schienen 9 uiid so entstand die Idee bei ih- 
inen, dats sie immer verlieren müfsten, wenn ^ie 
for Gericht erschienen; es sey sich 2u beklagen 
Öder sicli zu vertheidigen. Ihr Aufenthalt in Rufs- 
fuid wurde ihnen unerträglich , und da der siebente 
Artikel des Friedens mit den Tärken ihnen die 
I^reiheit lieÜSy wieder in das Gebiet des Sultansf 
iiiriickzukehren, so benutzten sie diese Möglichkeit,' 

Es war am 23. Novemblir iSist» ^ih 6,50b BudC- 
•haks, ohne von der Regierung zur Abreise veran-^ 
faffst ^u seyn 9 und ohne selbst auf die Vorstellun- 
gen des Befehlshabers zu hören, der sie dringend 
Ü&t, wenigstens eine günstigere Jahrszjeit abzuwar« 
fen , ihre Wohnungen , die sie selbst gebaut , ihre 
Pelder, die sie selbst besäet, verlieben, um sich 
in Kapasu, an dem Ausflusse der Donau, nieder- 
zulassen, und aufs Neue anzubauen. Sie fiihrt&n 
1^,418 t^ferde, 13,551 Stück Hornvieh und 3,056 
Sqhaafe mit sich fort, ^ die sie nicht hatten verkau« 
fen können. Aber der Winter des Jahrs 18 f 3 war 
im Süden von Rufslatid nicht weniger kalt, als ini 
Norden; und ein Theil des Ungemachs , das ^r 
iliber die fremden Heere braichte, die uns zu veru 
schlingen drohten, traf auch die autwandernde Horden. 
Sie Budshaks hätten unzählige Mühseligkeiten zu 
•rdulden, ehe sie an'id^n neuen Ort ihrer Bestim- 
inüng kamen. Auf ihrem Zuge duirch eine Wüste 
ohne Obdach und Hülfe kam eine grofse Menge 
hrn^ ibxiei» ^lun; ivres Ojdttel iiuner Heerden unter- 
lAgtn gleichfalls den Befcbwerde» des Zages» Und 



kt\ halten sie keine 'Scklecliteii kth liefern üftd 
ieiiie Feinde zorückzutreiben ; sie zogen, wie Rei* 
itttde, firei und nngeliindert , atis Rufsland fort. 

Unterdessen liatte das ruhige und glückliche 
Ltf}>e]i 4v and^iH'Horden im Jabra iSio-^nd^iSti 
m^r ab zwei taufend Nogajer über den Kuban 
gelf^ckty die zu der Horde Jedisdikul gehörteju 
Ein Tbeil Ton ihjien blieb zwisobea dem Terek 
und dem Kortu längs dem Caspisch^n Meere , wo 
schon andere Nogajer mit zahlreichen .He^rdeft 
weideten ; der Rett, ungefähr tioo Köpfe stark« 
•dilokis sich am die Colonie J^dischkul» die ihnaa 
allen ndthigen Baistand leistete, und wo sie.)ec»t 
rm afe^^radert^ Dörfer ausmaiphen, Ihr. Anfüh« 
rer, der sie hieherbrachte, Saaded-Sher^ei wurde 
nebtt seinen beiden Neffen von der Regierung 
giebmüthig belohnt. 

\\vcL die nämliche Zeit verlangten 150 Nogav 
jer, welche bei Feodosia auf dem Gebiete einet 
Mursa ansäfsig gewesen und unzufrieden gewor« 
den waren, auf Länderelen der Krone versetzt zu 
werden« Man räumte ihnen vorläufig das Gebiet 
von Azberdi ein, in der tJngewifsheit aber, ob sie 
hier bleiben würden, hatten sie keine Häuser ge^ 
baut. Es war jeut die Rede davon, sie mit der 
letzten Colonie aus dem Kuban in dem Bezirk des 
Dnjeprs anzusiedeln. 

Alle diese Nogajiseheil' Colohieen zusamm^ 
toadien eine Bevölkerung von 32,ooOfSee)eiii, Man» 
aer länd Weiber, aus, ^d sind in drei' midf sieb2{|^ 
Dedkchafteii VettluSlt, deren AufzShlujig sieh, wä 



I * 



3# Ahkändlm,n$sn» 

Efiie Mmm AvfMiUs» find^t.^ Die Zalil der FoiäK 
lieA oder Hinter, denn der Nogaje -> treant . tildr 
gleich nach der Hodueil von der Aeltexa Hmifg 

belauft fich auf ^fifti '•* 

/ • ■ • ■• 

Es itt tdioB er wKhnt worden y dabsfo Yondil 
in Btübknd gewöhnlichen Kopfirteüer befreit sbsdi 
aber rie becaÜen, jeder in sekier Dorfschaft , dne 
Itleine Abgabe tnr Betoldiing ihrer Ridhter« kuir 
Unterhaltung der Posten und zur Pefnerung füiMi|# 
Truppen« Diese verschiedctecfh BeitrSge inKiA^eA 
fan Jahre 1S13 die Summe ron 40,^40 Rubel aui^ 
die auf 15,315 zahlende Köpfe verthdlt, für einen 
leden etwa zwei Rubsl und zwei undsedizig Ko^ 
^fcen betragen/ Die Muliah> und Mursa's AM 
iroa Alsü Absahen frei. 



Als im Jahre 1813 alle Glasten der UnterthsaMH 
ihre Opfer brachten , um dem Staate die Mittel tut 
ji^ixrücktreibung eines ungerechten Angriffs zu er« 
leichtern, durften die Nogaj- Tataren natürliche^« 
weise nicht zurückbleiben; si^, die sich dfss grofs« 
müthigsten Schutzes der Regierung erfreuen, mufs^ 
ten auch zu seiiier Vertheidigung und Sicherstel* 
lung beitragen. Aber gerade bei dieser Gelegen^ 
lisat gab idie Ernennung eines Kximischen Tataren 
zum Kegierungs • Coinmissär bei ihnen Veranlas« 
sung f zu MiTs Verständnissen y die ernsthafte Un« 
ruhen befürchten lielsen; man fand es sogar ivix 
luithigY Trjappen gegen sie marschkea zu lassen* 
Diese fanden die Nogaier zwat YersammeUf ab«f 
^rohig .«ad ohne Waffen» und nach einigen ^kl%^ 
ni9ige« bezeigtem sie eich w^Ui^^ die^ drei^tti4«f| 



'Abhandlung in. 3I| 

tti^trüstete Reiter zu stellen , äie man ven ihneh 
ferlaBgte. Da sie, wife oben erwfihnt ist, dietek 
kn VoTziige geniefsen, wie die Tataren der Kriitf» 
welche sie mit Neid ansehen und hassen , und g^ 
ciaubt hatten , man habe^ von diiesen gar keine 
Leistungen verlangt, so wollten sie dieselbe Be- 
freiung von Kriegslasten ertrotzen. Die Ordnung 
wurde aber bald wieder hergestellt, und als man 
ihnen bald darauf vorschlug, dem Staate ein pa- 
triotisches Qescbenk zu machen, so brar.hten sie 
in Zeit von acht Tagen 750 Pferde , auf Tatarische 
Art gesattelt und gezäumt, zusammen, und über- 
reichten sie dem Grafen Maison. Als die Regie^ 
rung dieses Geschenk nicht annahm, und man 
statt dessen einen Qeldbeitrag von fijinf Rubel auf 
den Kopf verlangte, so wurde diese Summe gleich ' 
drei Tage darauf eiiigeltefert. 

Die lest« Ansiejdelung di^s^ Volks ha^ abe( 
lßhoi»Vo];^eile,^ebracht, die wichtiger und schwieg 
riger sind, als blofse Abgaben an Gelde. In dej^ 
Nähe der Horden geschahen immer eines Menge 
TOB DifibstählMt, Plünderungen und> Mordthaten, 
deren Urhdber nsan nie entdecken konnte. Auch 
in dieser Rücksicht haben sich die Nogajer unendn 
lieh gebessert, wie aus folgenden Thatsachen 
erhellet* 



Im Jahre 1809 machte der Türkenktieg 
Vorsicht nöthig, die Krimischen Tataren zu ent« 
wafGuen , und Ihnen für einige Zeit rihre Pferde 
za nehmen* Zehn tausend dieser Pferde wurden 
in die Oörfier iAt Nogajer gahifacbtf und.. hier 

N. Ä. O. B. H. Bdi. I.; St. 'G 



' f 



34 J^hhundlun.g-efl. 

durch Jjhren Befehlshaber vertbeilt^': I^h^echf 
JHonaten wurden. sie ihreo titen Ei^eAthümerxi wie^ 
der zurückgegeben^ und es fand ^clx, dafs nicht 
•in einziges davon verloren. oder giQstölileö w^r. . ^ 

Im J. i3ll vvurden drei Menoniten und einColo- 
Jiist ermordet; die Thäter wurden, obgleich erst drei 
Jahre nachher entdeckt; 1812 wurde ein Ärmeniet 
umgebracht/ dbr Mörder konnte schqn in demsel- 
ben Jahre ausfindig gemacht werden; 18^3 verlor 
ein Armenier das Leben; der Noga], den man als 
Mörder anklagte, war unschuldig, und es fand? 
«ich, dafs der Thäter gar nicht zu diesem Volk'i^ 
, gehöi*te« In den Jahren 18 14 und 13 1 5 ^^^ Kein 
fichweres Verbrechen das Gebiet der Nogajer 

~ befleckt. ' ' ' ' . 

. - . .. 

# 

Bei den häufigen Diebstählen wer es ehemale^ 
unmöglich, die Thäter lu entdecken; jetzt greifen 
die Nogajer selbst die Schuldigen,' Woftt rfe Tr^licli 
durch die Einrichtung ihrer Polizei geWissefmct-"* 
lien gezwungen sind. " - ' ^ 

Die 73 Dörfschaften sind nämlich v^ fünfAreisar 
(Wolo8t>^gethiei&, deren jedereinei&V%>rgeeetzten.hat;. 
in 7ed»m Dorf e ist ein Erwählter (Wübortitii) , .oderl 
besonderer Vorgesetzte, der unter seiiaeln' B^fehld. 
wieder Dessätniks, oder Aufseher über zeljn.Häix«-^ 
f er hat. Diese letztern wachen über alles , was ia 
ihren zehn Häusern vorgeht, und'w«iüi Jemand 
in diesen sich des geringsten Vergehens schuldig' 
mackt^ so mmssen tie es gleich dem Erwählten 
anzeigen, der dann sogleich den Strafbaren fest» * 
nimmt und deni Vorgesetzten des Kreitea darübet . 



Ahhanäliingen, , gc. 

Stricht erstattet,») VersMumt er dicft, «o wird 
er mit Gefönglüfs oder Arbeit bestraft , 2, B. JBrun» 
Ben zu graben , eine Anzahl Ziegel zu streichen 
n. s. w. Die Kreis vorgesetzten unterrichten end- ■ 
lieh den Befehlshaber unverzüglich von Allein^ 
was vorfällt. 

Bei Änei' solchen Aufsicht können die Dieb-^ 
stähle nicht häufig scyn. • Es fällt jetzt nicht der 
zwanzigste Th eil von denen vor, die fast immer un- 
gestraft begangen wurden , so lange diefs Volk 
noch' keine festen Sitze^ hatte. Die völlige Aus- 
Tottung' dieses Lasters aber würde, wenigstens bei 
der jetzigen Getieration , fast nmn<%lich »eyn i d« 
es zu sehr mit ihren alten Gewohnheiten ver«' 
wandt ist, und den Müssiggang, das höc^hste Gut 
fiir eincfn Nogajer, so sehr begünstigt. Während 
-der langen und dunkeln tJ ächte wird es ihm leicht, 
den. MenoiHteh -eder Duchaborzü ein Pferd oder 
einen Ochsen zu- stehlen, und dann »in einem et- 
was entlegenen Dorfe «u ve^rkaufen» Die^e Art 






l) Diese Stellen wetden, wi€ schon erwilint ist, durch 
Wahl und nach Mehrheit der Stimmeii besetit. Ich 
erlaube mir bei dieser Gelegeaheit die Bemerkung^ 
dafs vielleicht ,in keinem Europäischen Staate^ die de- 
mokratischen Formen allgemeiner eingeführt sind, 
'als in Rufsland^ 'fch gestehe aber xu gleicher Zeit, 
dafs der Erfolg mich nt>ch durchaus nicht mit ibaeu 
ausgesöhnt hat» Man wird es mir gernr erlassen^ 
diese Jdee hier wUter zu entwickeln. Ich mache nur 
noch darauf aufmerksam , wie sehr diese Formen mit 

^ dem Wesen einer unumschränkten Regierung in Wi^ 
derspruch 2u stehen scheinen mütsen. . ' ^ - . - \ 

'^ - ■ C 2 ' 



^ Abhandlungen,^ 

Diebstahl ist die beliebteste, uipd es giebt unti^ 
ihnen wahre Virtn^sen darin. Unterdessen mu£e 
ich es noch einmal sagen, dafs in dem bürgerli-» 
chen und sittlichen Wesen des -Nogajen bereits eine • 
merXlich^ Verbesserunjg sichtbar ist; £r muüs nur 
noch etwas mehr Geschmack an dem Landbau findeia , 
lernen, und aufhören, die regelmäfsige Arbeit» 
welche dieser erfordert, jKür eine Strafe ^n^use- 
t^m, um bald weit besser zu werden, als selbst^ 
seine Nachbarn. Bei seiner natürlichen Einfalt. 
hat er noch keina von den Lastern der grofsen ge*, 
bildeten Gesellschaften angenommen, und dabei 
feine Offenheit^ Gastfreundschaft und Zuverlässig*, 
l^eit, Tugenden, die in je^en so selten sind, un« 
verdorben erhalten. , , 

Uebrigens. haben die Nogajer seit den zwei oder 
dr6i Jahren ihrer völligen Ansiedelui^g die Nothi»^ 
wendigkeit gefühlt, grofse Stücken La^d mit dem^ 
Pfluge zu bearbeiten. Da sie nun nicht mehi; im« 
wer nei)e Weidef^lätze. suchen können, ist ^ ih^ 
nen auch nicht mehr möglich , so grofse Heerden, 
wi« ehemals, zu ernähren, und sie suchen nun 
duxch eine äü^edehntere Landwirthschaft die Y^* 
ininderung ihres alten Reichthums zu ersetzen, Sie 
haben folglich angefangen, Hafer und Roggen za 
säen tmd Kartoffeln, zu pflanzen. So lange sie noch 
Nomaden waren« bauten sie nur cXürkischen Wai- 
zen, Hirse Und 'Gerste* Diebeiden letzteren dien* 
ten zu ihrer Nahrung, und der «»rstere, von dem 
sie überhaupt mur sehr wenig ümteten, wurde 
vorführt nach Tagancock, Eupatoria, Feodosia und 
Golapiristanje, eifern Ha vexi uxtferhaib Gherson auf , 



■ - * 



Jth Handlung JMt. ''gf 

jcm linlcen Ufer des Dii)epr*8, Ihre jetzigie Ausfalir 
kt «ehr viel bedeutender, und geschieht blofs über 
Taganroek und Eupatoria, vorzüglich aber aus dem 
letzterh Haven. Da dieser in dem nämlichen 6ou* 
▼ememedot U«gt, so ist es ihnen teicbtery dahin zu 
ziehen, und die Karaitischen Juden, die fast aus« 
fchliersend allen dortigen Handel führen , sind im* 
mer bereit, alle Kornzufuhr zu kaufen und baar 
zu bezahlen^ Wenn man sich auf die Angaben 
der Nogajer verlassen dürfte, so hätten sie imJah« 
"^ 1813 nur 10,005 Tschetwert Türkisehen War- 
zen geämtet, wovon sie zur Saat für das folgende 
lahr 4,395 zurückbehielten. Eine Art von Luxus» 
wenn man es so nennen darf, "den diefs Volk vor« 
her nie gekannt hat und nicht kennen konnte, 
mufs noch angeführt werden. Drei Nogajer näm- 
lieb haben Gärten angelegt und Kirschen- tmd 
Aepfelbäume gepflanzt; ein einziger aber nur hat 
gelbe und weifse Rüben, Kohl und einige andere 
'Gemüf^e gebaut. Sein ßeispiel wird gewifs schon 
in diesem Jahre Nachfdlger gefunden haben.. 

Der Fischfang ist nicht nach dem Geschmacke 
eine» Hirtenvolks; aber ein Netz, ist schon gekauft, 
und der erste Nogaje, der diese Ausgabe gewagt 
\ hat, ist dafür schnell entschädigt worden. 

( Der Schluff folgt. ) 



«Mki 



r 



58 'AhhandlutvgtiC 

Beiträge zur topographischen und statisti- 
schen Kenntni/.s von Bosnien* 

(Ans dem Tagebuchs eines Reiiendw^ 



Bosnien liegt zwischen dem 43. un^ 45. Grad 
nürdlicher Breite, .und dem 33i. und 3Ö3. Grade 
■westlicher Länge, und i« begränzt 

östlich — durch die Drina, welche in die SaweföUt^ 
doch liegen auch, noch einige Districta ' 
jenseits der Drina, und überhaupt scheint 
die Glänze gegen Servien nicht genau 
^ bestimmt; 

-- südiic^li — durch Ragusa und Frimodeu, so heiCst 
nämlich die Seeküste zwischen der iVa- 
renta und Czettina; 
westlich^ durch die Cz«mna, die Berge von Cor- 

bawien und die Unna; 
nördlich — seit 1739 durch die Sawe bis Tasseno- 
vacz, und von da durch dielJnna bis 
über Nävi, und endlich durch eine 
trockene Linie bis an das Venetlaniscbe 
Gebiet. Seit dem Frieden von Sistoff 
J791 ist der District von Czettin und 
Dresnik von 12| Q Meilen von den' 
Türken abgetreten worden. 
Man rechnet den Flächeninhalt von Bosnien gegen 
600 Quadratmeilen, und die Einwohnerzahl etwa» 
über 6oo,ooOt wovon | Christen," \ aber Türken, Ja- 
den und Zigeuner sind. 



^Abhandlungen. $9 

Das Land steht seit der Schlacht von Mohact 
ia Jahre 151^5 unter Türkischer Bothmäfsigkeit, 
find wird von einem Pascha ron drei Roftsch weifen 
verwaltet, welcher Gouverneur des ganzen Landes 
ist, und seinen Sitz zu TtavnikhaX. * Unter ihm 
stehen drei -Pascha's von 9 Rofssch weifen, welche 
ebenfalls in Travnikj und fünf, die zu Bania^ 
hikay Zw9mikf Srebemiky Novipazar und Tre^ 
hinie wohnen» fiiswh'd in Ober- Bosnien, oder die 
Herzegowina, und Unter- Bosnien, pder das ei- 
gentliche Bosnien abg^theilt. Die Herzegowina 
hat ihren Namen von SteFphanus, ihrem Fürsten» 
dem Kaiser -FriedYich III. im Jahr (440 den Titel 
eine« Herzogs beile^te^ 

Nach ftadschi Chalfä wird Bosnien in B Sand- 
»chaks getheilt, 'nämlich: Rosha^ ITerfek^ Klis^ 
Zwornik^ Posthee:a% Rohissa. Kirka und Raho- 
vicza.^ Die politische Eintheilung mag wohl kei- 
04^n siiiiheTn Bestimmungen unterliegen, denn an- 
dere Nachrichten theilen das- Land politisch in 49 
Kadiluks, odet Districte, und zwar: 

An den ßränzen von Montenegro , Ragusä, 
iocche di Cattoroy, und lÄngs dter Narenta: Nie, 
"kisch oder Nixichi\ Gazka oder Gaticbi, Trehi* 
nie y Nevesignei, ^olaczy Isfostary Ljubuska^ ßta- 
gaiy PocsiteljTjy Giamocs^ Gegen Dalmatien: 
DuVnOy Lievnoy welche sämmtlich zu Oberbosnieji^ 
oder -dör Herzegowina gehören^ Petrovacs, Bihacs 
an der Unna, Ktiuesy Kamengrad' oder Kulin Va- 
kiipy Pr edory oder St ariMaidanyKosaracZy sämmtlich 
üa dex Sann^y,.GjruUsar pder G.olisary Jaiczrz.y Bn" 
nyaluka, an dem V^rbaSy Travnik an. dqr Loscht 



4« ^ , Abhunülungen^ 

wa^ Tsschain am tlsserßh^idi^ Dervent ta dex 
VkrinUy Sarajevo^ Foiniczay Vifsoko^ Scepcze^ 
fdaglay^ Zenicza^ Prepzor^ Belligracsik ^ Skonje^ 
Nernva, säznmtUcb ai| der Bosna. 

Zwischen der Bosna.undDrina: Gprnja (Grofs). 
Tuzla, Dolnjay (Klein) Tuzla^ Cradasacz, Ulasse'^ 
nicza^ Klanja oder Kladaitij VareschyCzelebipazarm 

An und jenseits der Orina ; Foesa , Zwomik^ 
Vissegradr Szreberniczaj Belynüf lagna^ Czai^ . 
tticzUf Tasliczat Hiczu kann man noch folgende 
Rechnen, welche zu Türkisch - Croatien gehören; 
Ostrovacsy Kruppa » Noviy sämmtlich an der (//i*' 
na und Dubicza und Gradiska an der Sawe» 

In' militärischer Hinsicht wurde Bosnien beini 
Ausbruch des letzten Kriegs in 3 Armeekorps ein*» 
getheilty und jedes derselben in folgende Kapiui* 
iiaden. 

Erstes Armeecorps* 

I. Zworhik {Türlsisch Jsvornik) f Ü.,GroJsTuK'^ 
te, ^ 3. Gradasacz^ 4. Szrebernik (Türkisch «$>■#- 
hepiidsche). 

Zweites Armeecprps. 

I. Banyalukay 3. Dervent^ 3. Doboy^ 4. 
Maglay , 5. Teschain (Türkisch Tischne), 6. 
Travnikf 7. Sarajevo odei BosnaSeraj.*) ^ 

Drittes Armeecorps. 

I. BihaeSf 9. OitrovaoZf 3. Oitrovicza und 
yakup, 4. Kruppa y ß, Novi, 6, Dubicza ^ 7. 
Gradiska oAex Berbir, 8- Predor^ 9. Rozaracz, 



^) Es führt diesen Namen von einem Palast , de^ Sul- 
tan Mohammed II. dort erbaut hat. 



Jthhlfijßdlunfimß* 41 

t^ Kmfnmifjtgrmd , II. Kljues (Türkiich JTi^laiZid^ 
1$. Petrovmcs (Türkisch Poderaftids^hai , 13, Jaie* 
fa (Türkisch Jmdscha)^ 14. Li^vnot 15- Gla^ 
mocß (Türkisch Gulamudsch)^ 1^ Xupaniacz^ 
17« Kupres (Türkisch Käprus.) 

Bosnien gehört zu den mittelgebir^en LXn* 
dem, und wird von xnehrern Gebii^szügen durch« 
schnitten t welche beträchtliche Kuppen und Rück* 
en oder Karbaten bilden. Qer Hauptrücken ist 
die Fortsetzung des Wellebit, und der PlisserV^zat 
welcher längs den Gränzen von Oalmatien und der 
* Herzegowina hinstreicht , ilnd von Croatien an foU 
gende Namen annimmt: Vilizza Kosso, Czerna 
Goray F'elüki^ Radaczüy Iwan- Planina^ Nissova^ 
Goray Baha^ Forda Planina. Von diesem Haupt- 
icücken trennen sich in perpendicularer Kichtung 
drei andere, die nach der Sawe abfallen, und die 
vier Haaptflafsgebiete Unter* Bosniens bilden. Der 
zwischen der Unna .und dem Verhas heifst Li/kina^ 
und seine höchste Kuppe KraßuUewacha^ oberhalb 
Klucz. Der Rücken zwischen dem Verbas und de^ 
Bosna hat folgende Namen: Radovna^ OporzU 
Liplja und Kernina; die höchste Kuppe dieset 
Zugs ist Wlassich bei Travnik. Da» wo sich der 
Gebirgszug zwischen der Bosna und Drina vom 
Hauptrücken absondert, heilst er Ramenif , daiui 
Kopitay zuletzt Ville^Olave. 

AuTser den erwthnten vier Hauptflüssea giebt 
es noch mehrere kleinere Flüsse und Bäche. Dim 
Unna entspringt in Türkisch Croatien bei Suhaja^ 
und fällt, nachdem sie bei Nävi sich mit dei 



. ' 



\ 



4* ^ Vn'Wdnärung'eyt. 

wnna rerciBigt tat, bei Üsticza it^ flfi ^9ame. 
Ihre giöfste Breite in 360 — 40b Fufs,- uüd die 
Hehiste 200 — 1^46. • Die gröfste Tiefe bei mittlte*- 
rem Waisentande 6 — r Fuf«'. Sie tritt W Früh*' 
jähr an mehrem Stellen aus, verläuft sich -abet 
gewöhnlich nach wenig Tagen. (Jeher die Unnsk 
^ehen bei Sihaat zwei steinerne, und bei Östro-^ 
chacz und Krujypa hcirUeflae Brüeken. Führten 
giebt es 

* I, Bei dem Coraon^osten ^ztergäriy wo,d:er Flufs 
330 Schüli breit und 3f Schuh tief ist. 

9. Bei dem Dorfe PödovCy wo die Breite des 
^ Flusses^ 36D/Schwhf und seine Tiefe 3 SchuK 
beträgt. Diese Furt heiCst TunzUnbrood, 

3*, Die Fujpt Kad ' PiSwnyakfik % unweit^des Do£-^ 
. , fes Zambutscha Sztruga; das Wasser ist hier 
■ : ,2 —4 Fufs tief, u»d die Ufer J-^SJ^vtis hoch^ 

\. 4. Ostwüts d^B Doisf es Sztruga; dort ist das Was« 
$et 2 — 3 Schuh tief, und 200 Schuh breit. 

(Jnzählige. Untiefen giebt es zwischen Stanitschevo^ 
polie und K^zj^broodi; wo* man bei kleinem Was» 
«ea: duvch den Flofs reiten kanm. 

•Der -Verbas' ents^ingt am* Fttfs de^ Radi^vna-^ 
gebirgs; nimmt rechts den> Feliki Ugarhach und 
die Fi^r^aaj^t, Jinks die Pliva auf, und fällt oberr 
halb Serpacs^ in die Sawe. Ueber diesen FluJs 
geht eine steinerne Brücke bei Gorhse Skonjcy eine 
kokcrire b«l -DoZn/ÄÄÄon/i^y'def sgieichen hei Aki^ 
94iry eine hölzerne und eine steinerne heiJaiczcf 
und jwei steinerne bei Banjalukay wovon die hei 
der Festung, eine Zugbrücke ist. : 



Vel^er/ien J^ivah^h %^hexk bei Kljues'mid 
Giulissur gemai^rte .und bei Jaicia an der Mün- 
dung der Pliva leine hölzerne Brücke^ » 

Die Bosna entsteht auf ,dem Gebirge Smolin^ 
beim Flecken -^ania^ (i Meile von den Quellen, 
der Narenta)y und nimmt auf: rechte — die 3ff- 
ßliazza, Szahina^ Krivaja^ Buccohicza^ die SprecBa 
mit dem Turia und /^zZ/abach; links ^-^ AieMitnäf 
toinicza^ Lepernicza^ Laschwa^ Liscknja und Uä* 
.sera; und fällt nach einem Laufe von 30 Meilen 
bei der Lukatschcr Schanze in die Sawe. Uebec 
diesen FluXs gehen vier stemen;ie Brücken von qu^- 
drirten Bruchsteinen,, sämmtlich auf der Straffe 
von Kaiserlich Brod nach Sarajevo j nämlich 3{ 
Stunden oberhalb Sarajevo^ bei Rakan Han*)^ h 
Stunden, bei Kissoko 9 Stunden und bei Zenicia 
15 Stunden nnterhalb Sarajevo. In Sarajevo «elbit 
'geht über den Lepenitzah^f^x eine gut gemauerte 
Brücke, Czareva Czupria oder Kaiserbrüeke g^ 
nannt. Defsgleichen eine gut gehaltene steineriie^ 
Brücke über den MiliczkahdLcYx^ nnterhalb Sara* 
jevo, und eine hölzerne über den Foiniczuh^ch. 
auf der Gonimercialstrafse von 'Sarajevo nach 
Travnik, - 

Die Drina (Drinus) entspringt auf den C^re- 
nischen Gebirgen, nimmt den Tara^ Piwa und 
Limus auf, und fällt Racsa gegenüber in die Sawf. 
Brücken, giebt - es bei Fischegrad und Gorezda, 
beide a,uf der Stirafse nach Constantinopel. B^ide^ 



I I <• ' 



*) Man keifst Wirthskaus oder Kru;. 



/ I 



•' ''idl^nkn Ölungen.' 

•»Miid'' gemauert, die letztere ist eine der scnf^nstem 
•fö BosBien. Bei Srebe^nicza war eine dritte, wel- 
che, aber während der Serbisctieii Unruhen zet- 

ftört ist. 

. • "^ • • 

•t ■ . • ^ ^ 

r ' Diese vier Flüite find «ämmtlich mh Fahr-^ . 
.zeugen voh ungefähr i,ooo Centner scbifTbar: pie 
^firina und der Verbas führen Galdkämer; docli 

«riaubt die Eifersuqbt der Türkeh nicht» lie zu 

f ammeln. 

Die Moraka oder Pofaha entspringt am Fufs 
^des Babagebirgs , fliefst durch den See von Skutari^ 
und fällt unterhalb Antivari an der Albanesiscbea 

'Küste in^s Adriatische Meer« 

♦ 
( . , Die * Narenta hat ihren Ursprang nahe bei den 

X Quellen ^der\So^7ia auf dem Gebirge SmoUnf heifst 

•Anfaiigs diejkleine iVirr^ri;«» und nachdem sie sich 

.unweit ihre» Ursprungs mit der grofsen Neretva^ clie 

:|Lm Fofs der Nifsova Gara entsteht, vereinigt hat, 

nimmt sie den Namen Narenta an , ' fliefst bei 

.AfostoTy Pocsitely^ und Citluk vorbei, und fällt 

.durdi den ^anal Aex Narenta in's Adriatische Meer» 

.Sie^ni^pojt ,a,uf; .r^hts— die Kama^ Brixnicza 

und den Trebisat; links — die grofte Neretva^ 

die Bunna und die Brigava. Die Narenta hat 

"zwei Bracken , eine hölzerne bei Cognicza, und bei 

'M>star eine sehr alte*) feste steinerne, auf einem 

•einzigen Bogen ruhend, die für ein Wunderwerk 

'(^eBahen wird. Der Durchmesser de^t Bogens ist 



^ I . i « « ^ 



•) Nach Uadschi Chalja stammt tie aus dem J. 974 der 
Hegira. ^i 



jtbhMndlungtm 4g> 

# 

3lDO' Fiifs, Voxhfor w«r hier «ao hölzerne,' in Ket- ^ 
ten. hängende, B^cke, worauf man jedoch nur mit 
Lebefisgefahr bmübergieng, . Der Baumeister des 
SuUanf Sulifiman hatte et fij|^ nnmögliph- erklärt, 
a^ diesem Ort^ eine Brücke, vti; bauen, bis end»^ 
lieh auf den Vocschlsg . und Plan einet TitcfalaT'» 
meistert die jetz^ noch ttehende zu Siiande kam* 

Die drei'tt^knen Tesmigen Bösnient tind:' 
Bihncs auf einer Insel der Ulina, Baniäluka zrUr 
rechten Ufer des Verhas mit 9- Schlossern» und' 
Zwomiky am lihken Ufer der Drina, mit einem' 

^ • • • 

Felsenschlofsy a:h dessen Füft die Fettung liegt. 

Geringere . fe$te Pläpte tind foj^gendes Jaiczm 
am linken Ufer det Ferbas und der Pliva* NovL 
am rechten Ufer der Unna, ,Predor am rechten 
Uiex der Sann^f Kozaratz. am Abhänge det JCpti 
xiirtfg^birges^ .Prusacz. ode;r AkhissoTf auf dem lixh . 
Ikßu Ufer det Verpas^^ Mos^ar^ Hauptstadt, der^^er^^^ 
Z!ßgowina an der Narenta« Trebime an dex Tref^ 
birucza^ Gr^^diskaoAet Berbir an der Suwe. 

Feste Schlösser giebt es eine Menge. Die ror« 
züglichsten darunter sind: Dubiczaan dcfr Unna^ • 
Stari Mäidaa (Türkisch Modeu) an der Sanna/ 
Taddmovij Gräöaschlofs an der Sawe, Kostafnicza * 
auf einer Insel der ünna^ Klis^ festes Schloft mit^ 
einem Wassergraben , »^tf^^n/Äo , NecsUn^ Billay^ 
Aqfirza^ Dirana^ Oduna^ Bolau\ 'Radna^ Dhsli- 
nOf Pacstily Zaivir, Nova am Meer n.t. w. 

Der Boden i$.t waldreich » und eignet sich, 
mehr für die Viehzticht alt den Ackerbau« ob et 
gleich > b«tond«rt . an de» Ufern d«r Hauj^^- . 



4§^ AhliaKÜ luhgeni:- 

flüsse nicht' an fruchtbaren* Ebenen fehlt. t)afam 
gehören: das Feld« Z>oftrmjÄ:d am J^erbanjaüutis, 
das F^eld Pago PerowinOy Rupre^l Crahowöy Gliir 
hina und "das Ch<yrd^cta\hn\: ^EaÄ.Hahptbinder-^ 
zrifs des Ackerbaues ^ind die starken ^bgaben an 
die Türken, welch^^ .-Garben von lo vom Ertrag 
ausmachen. Die ViHizUcht wird gar nirht so be- ' 
trieben, als es die jpiesch^f^nheit des Landes er- 
laubte; doch ; wird viel, Vieh nach den. kaiserli« 
c^eu Staaten ausgoführl; Zu Ostrovicza y^nü Va^^ 
CUP wird ein starjter Verkethr mit Schlachtvieh ge- 
trieben; defsgleichei^ ,ip' den Distrjcten.; yoj» Krup^ 
, pa , Dubicza , Gradiska , Banialuka , Dervent^ 
B'ohoy^ Maglny-y Terehdiny Glamocs, KupresSinA 
Gmdusacz. . Ziegen und Sch'aafC findet sich be-* 
Sünders in deii Gegenden Ostrovadz, Kruppa^ Pe^ ' 
tf'httaczy ' Kupres , Grofs Tuzla und • Glamöcs» Bor- 
stenvieh wird läng» der Sawe und Drina gezogen' 
in den Districten ifon 'Dubicza y Gradiska ^ Der^- 
Tent; Dohoyi^ iMtaglaij Teschain, Kozaracz^ Grofs*^ 
Tuzla und Grädasacz. Die Pferctezucht ist ganz , 
v^^chl|Lssigt. • Die bf fsten befilidei^ sich in dem 
ganz von Türken bewohnte^ , und dal? er sehr un- . 
wirthbft;:em Districte ^liucs^ und. dann, in Glamocs^^ 
Sie si4d stark und im Stande grofse Lasten z\k^ 
tra£^n. ^ 

Getraidebau wird in den Districten von Grada- 
Saczy Purottacz tmd Grofs-, Tuzla getrieben. Di» 
Gegenden (von Bihacs und Dubicza an der Unna^ 
Gradiska ^ PrSdor^ ' Saicza und Grädasacz sind 
fruchtbar an Türkis cfaehi VJTaizen ; Flachs und Tabak ' 
weiden bei und um Zwornih erbaut. 



' Die Walduag#ii bectehan ^s Ekbni, Buche» 
flnd Taim^D; doch g)eb,t,#« piach ganze Wäldex vpn 
Obstbäumen, Ffl^mne^, AepM., Bixxuq .und Nüir 
f»i, diejgaa? ^benmat u«ii wild ihre. Fr üc^it« 
fciiageH. y on , d^ Pfleuaieii wird der unter ^em 
Namen <^liv^i^j^ ; ^ai^J«^ Prafint wein gebrannt^ 
find mei9ten&i^;I^4&, cons^m^rt. Aus den Bim 

Äen wkdein^^Saii,g^i9^iit,,,P«i!wiw^ge t^^ 

•0 snfs als Honig ist. Die gröfste Waldung »t.zi^ 
Doboy. ' Der •voi'züglichste Holzhandel besteht zu 
Zwornik^ Sowohl Bau- Wk' Birenhhölr *Wfrd- von 
da auf der -Örl/ia in die Saü/e his Semlin ' vi)aä' 
Panczowa verführt, Die ftiitricte'vön Koyi, Du-^ 
iicza^ Gradiska,' Saniaiükä, bervtnty Ma^lai^' 
TeschaiH, Aozarkcz und Gradas^acz^ireibin eben-' 
falls einetf nicht ünhedeutefl'deri HolzÄapdd. We-^ 
gen ihres Öbkes sii^d, atie' öi^nden von Bania- 
lukäy Dervehty t)6hoy, Mägtaiy TtschairiyTa^^ 
icza und G radasjacz\^ A^nnX, 7^^, P^edpr^ XupO' 
niacz^ Kosaracz. und Baniäluka wird if ^ke B^en^nr^ 
2pcbt getrieben,. und viel Honig gewonnen* y\!'einc! 
wachsen in der Herzegowina, besonders MmMostar*^ 

23ie Indctstrie beschränkt iiich anf einige; :wa- 
flige. H^bric&^te von Leder , grobem J'nch, wo^leneOfi 
Decken und andern wollenen Zeucben. Es yverden r 
daher ixij^^ist^s rc^eSro^utcte.a^'geführt, imd awa^:■' 
SdSaaiwoUe, Geiff haare,' Wildhäute,, ^auchwaaren, ; 
Holz und Holzwaaren, TabaJI^fpiiSfi^Qni floni^ unii. 
ff^achs, ^Färberwaarei^ , Spe<;k und Unschljitt^ . ^elr . 
fe; ßaffian und apderes Le4er> Papaschen, Ledi^r« • 
und Riemer waaren^ wollte' Decken, ei^ig^ Tür« 
kische Kleidungsstück^ ; f^rfier: P{^r4f,. B'indvieh, , 






48 jt^^h^nd't'üngAt, 

Schaffe, ZSe^n, Schwein^ ; ' Tnithühtter und ge-/ 
Aörrte Fische: Eingeführt weiden: ^eiHf«^Änd,TucK 
und Casimir, Seideni^euch, BaumwoUenwaaren; 
Posamentier* umd 6)aswaafen/ «plegei , Flac&^J 
StaÄrlvräaren , Papier, Zintt - , Blei - , K imfer- uni 
Eistowaare'n, Qiiecksilher uWd^ ArseÄik» Alami^ 
Braiilienholz, Salz, Zuckei* «nd jKaffeö, G^^üne^ 
Indigo, VitÄol; iJrtedicinalwadrcn; 'Sehielsge'wehi? 
und Pulver. 

,,.. /Die .vorzüglichsten Handelsplätze sind: BosnuL- 
Astä; oder Sarajevo. Hauptstadt vonBosjpien^ wel- 
ch&^lg^OQO E^i^wohner: enthält; ^^Zworniky Bania^ 
lUika.y'Oßrvcnf un^ Gradis^a,^ Sie jtr^^l?en,^ugjeich^ 
fijae,xv beträchtlichen TrAnsitohaadel ^lit yiice^om 
ni$c]{|ier Baumwolle, roher $eide,, .Kaffjse, ,.Quv^il|. 
und Baiiipöl, Reifs, Safran ,. Cihehen und Feigen» 
Auripigm^nt I . Bär^m -^ Hirsch -* und Cem8hfuten•^ . 

" ' Eine Ku^elpefserei befindet'' Sich zu Kamen-^* 
gtai\ eine* Saipetersiederei zu Jatcza^ und Pulver-^ 
ifiühleft giisbt^es zi BihaCs^ zu Ottrovacs ' vaA zu- 
Bämäiüicä*'^\y das befste Pulver 'Verfertigt wird. ' 

'"'^ El) wird aUgiewifs abgenommen, dafis die Boa^ 
nisten Gebirg« eine reibhe Ausbeate an edfon^ üodi 
uiiedle0 Metallen gewähren wütden, wenn di« 
Türken nicht jeden V^rtucfa dazn mit d^n Tode^ 
bestraften. Die Ursache dieses strengen VerboU 
teil seyn, um dädurth die EifctfWdht der Nach« 
bam nicht rege zu mai^hen. Voictii^lich wird den 
Gebirgen um ^Sarajevo eine grofs« Reic^hhaltigl^eic 
von Gold und Silber zugeschrieben, und es pursiren ' 
dtfthalb unter dem gemeinen Volk eine Mcag^ 



I I 



Mkmndlungiiu mm 

\ 
MArciim Tdn fiAborgnen SdhMtita luid Koftbaiu 

loten. Drei Stva^imi y^n Trmvnäi, linkf twti 

ftimden tob dem Wege nach Skopje «lad aodi 

4ie Ueberreste der Werknltte von einem ten« 

Hkt besisllmten Oöldbergwerke, Zlamizta geaanti, 

«efcbes in der Landeitprecbe tidfatt Gold heiftt, 

£s befindet deh in einem groben nnd dkkteai 

Walde, unweit der iterfällenen Fettnng Tor^a«. 

Die Einwohner sind aber fo fandittam, deb Kei- 

Äer aus Furcht vor den Tfirken eich getraut, nur 

in deksen Nähe za kommen. SUberminen di^ 

jedoch .sämmtlich vernachlässigt iind , befinden' 

«ich bei Srehernizza an der Drina» bei Krup* 

pa an der Unna^ und bei Kamengrad, unweit 

AM Verbas. " \ . ' 

Die Eisenbergwerke sind die einzigen» welche 

beaileitet' werden;' fedoch ohne alle Hülfsmittel 

und Maschinen, blofi von einigen alten ZigeuJ 

jDifniy folglich schiecht geüilg, Eiseaminen befin* 

.den sich waXeTn^^SartqevQ . bei den drei Franzis« 

.canerklöstern , i%2/t/cz<i;, Stutükm und Kressovüf 

wo eine Meng^ Eisenbaounet sind, .im welchea 

Hufeisen, Nägel, . Thöxscklä^^er« Siseoblatter und 

andere Eisen waaren verfertigt werden; ferner bei 

Facup j Sijan^Maidan/ Kamengrad, Vtsioko und 

Varesck. Bei dem oben genannten Kloster Krei^ 

9W0 bdßhden sich auch reichhaltige, jedoch gan« 

'iinbexfützteQuec^silbetminte. ^ar verstohhierweise 

▼erkaufen die Einwohner manchmal an die Juden 

Stei]^, welche bis über 6 Pfund dieses Metall' 

enthalten sollen. Eine Bleimine giebt es i^. der 

Nähe von Zw;exmk. . ..,:.. :'» . * 

N. A. G. ^ ILBds. uSt. D 



\ • 

I 

.7^^ ^S6 bt aueh' daf' Land voller/ Miiunwl- imd 
«SalsquiAltn. . Zn i»^;Demirca^ odtr £'^#fi4^, 9Scani^ 
jiMk von Tsimiik gagen, Sarajevo üt ein Mineral» 
4>rimnen , wovon jährlich mehrere Tausend Bonteik 
Jlefi va^'KagusOy Spalato und Zä/»« ^eben* Etae 
wa^ide Quelle befindet sich zu Budimir am jlß/^ 
lejtfttfbacli. Die merkwürdigste Salxqnelle atücxt bei 
.g^ie^a tius einer Frtseidiölile Hertor, wird äbefc 
.(|;siil nicht bemitit« 

^ Die Einkünfte des Landes werden zu 5 bis 6 
Millfoneli Piaster ♦) berechnet. Sie bestehen auf 
%^t hekanhten Kopfsteuer 9 Haracs i welche , di^ 
'Türken von jedem Christen männlichen Geschlechtii 
'vömT'ten Jahre' an nehmen, und die von 3 bis Xd 
Piaster heträgt; ferner Grund-; Häuser« 9 Gc^erb»» 
uhd Handelssteuern, Mauthen, ZSHe, und Straf* 
jgelder. Nach Konstantinopel werden davon kauxB 
2 Millionen Piaster gesendet. 

Die StrabeA sind hier, wie in der ganzen T&s 

-kiei, von der übelsten Beschaffenh^ , und meisten 

' «nur für Reitende brauchbar. Die wenigen Fahv« 

w^e sind in schleditepi Zustande 9 und nur mit 

leiehtem Fuhrwerk zu befahren. ' 

Die Hauptstraße nach Konstaffitinopel kommt 

von kaiserlich JSro42, und geht ent^veder über 

Travnik und Sarajf v^, qder gerade Qaoh SarajtvQ^ 

^ immer längs AiBKfiotnß* Sie wird befahren, isX 



^ Ein Piaster Dit Mjj;eiitlicli i Guldeft Kaisergeld. Da 
-' wlkvt der Gturt tfehr veränderlich ist 9' so ist er oft mir 
die Hälfte. Ein Piaster hat 60 Parai'f^ 



^ smbx trfrl^iUej^» woil di# TMiW k«hi« W^f» 
leparircB. A11C119 4it*»r 4>f>t et noch folgtn^^ 
Ahrbare Straben: 

f. Von D^hoy VU^p iMPi Spre€zäBuü fiW Unteiw 
find Ober* Tuzla nach Zvornik} 
8. von Doboy nach Gradachacz^ und von da 

flb#r 9r€htrnic%a nach Oradkciguucta$ / ^ . 
3« iron&Atftetf ^bar Rumiemmp Brtmuzm^Bmk^ 

vich ütLcKVnt^t'Iudla; ... _ ... 

4. ^on ßrebemik .nach ThgoeMmk an daxLDrfauu 

5. Ton Sreb^micza iäagt dar Oxina. übatZfcnr» 
mi bis ZleacAii ; (NB. . Von SrsbemUui aa^ ' 
^vrärts der. Orina itt nnr. ain Bait»reg.X 

6. «wif 6hen AEbt;i nad Bihmtt längt der Unna« 

7. ^on Maniiduka.vihßt ^rmdUka ^ Dubicza, Etß* 

dar nach NovL . •. ^ 

-> . 

Nach Oaln&atien* .gehen Tier Hanplgebiift» 
pisie, mid zwaf : 

I. aaf aem Weg^ ron l^ivfiö tiht^'Sigmi 

3. auf dem 'Wege von Ünista nacET VeftSkai'^ 

3. zwei über das Cr/Zi2;ziigebirg auf den beiden Stfa* 

fsen» die aus* dein UAäathale nach 'Knin IfthrSl 

^1^ vonkcUnlic^ir^d^nmc^ Tr^^ffik und SqraJ 499, 

▼on Brod nach Dobpy - • • • 9 Standen 

— — -;. 'Aan Maglay' • • • 5 *T 

— — — Schebcse . • • . . 4 "* 
Oder: (von i?oÄoy nai:h tethaih^ 3 St. 

. ^. -.;- ,i^ Ä?Aa*aj»5*--)- 

Von Brod nach Vränduk . • • . 4 <— ' 
•— — - ■*-— Zefticza • « • • ••4* *^' 
-r- — — Sar0j€V0 >• 1-. * • *4 — ' 

/^ Sttimn* 40 Stnndan 

Da 



V 



' ' •' Wtf i'enikka hh TravniK , «ä»d >uif 4^«ltun&il? 
fel|Uch* der gaiWe Wefe ün'hii. V Standen. D4 
abec dieser We^ immer mehr Tferfallt , so hat' ask' 
nack uid nach folgender Weg gebildet, der jem 
allgemeiA gebraucht wird. 



Yan Sr^ tküctL D&rvsm .. 

— — -^ Doboy * >• 

' — K^itsavaez 

_ — — Maglay 

•^«-r - .T'-'f ''^ ; C^ihgxczi 
Jl.— > — - Ljubatövich 

~ - ~ .^ ~ J^randuk i 

^-T- — — . Poczelicza 

— — — Kretnicza 



• ** 



Zusammen 



^ 4 Stunden 
• » — 

.11 - 

.' I* — ; 
. 9i ^ 

. ■ • '»l' . — • 
. t :.— 

• 3 ^ 

♦ li — 



\X 



44|Stundeii« 



Weg VnTtavnih nach Dalmmtien. . 

Von 3Vat>ii(/b~bis ;(i|lii Äajft ruritf;.. * . . iSt^ 
Yon-da 8n dem link'en Ufer des Oboilk^ Reka 

dnrch Gebirge, uxid .Waldungen auf e^Qam . 

•ehleqhten Wege nach 4^A;a^;>; . . • . ,5 — 

■ Hl ■ I I ■ 

* 6St 



* %ft. 



, . Trawp. 6 m^ 

«So offener Marktflecken an c^m. ^d^ei« ^^s 
- A^s Perbaff ,yr4i ttmn eine, stfänextkf B^^ücke ,j^^^ 
^gpsirtt längs dem ^f^^ncisabac^ naclj der^e- * ^ » 
^4ong:^*war; ,. . \ . ,, ,. /"!*/- ..^'Sl 
yon'hier anf einem ganz verfallnen iVege durch 

Wäldgebirge nach deprrFestung Kupres; 5«* 
ianii, OTchdcm.men ieo. iSf4r/iite^iVB]^«eef n ; 
"ibt bat^ pai^i .dem kl^xifn«^ mit einer ^ 
- Schanze. Ferse^Qen. Ort^ S^hubicza^^^ *^ 4^ 
daq2i2'Stiuid^n.GQbixgsvf#g4 imd'lvon d^ aof ^ 
•^^eineralton, gepfla^teruik Strafe nach Lupna. 4a^ 
^^evno vt ^in festes SQblQÜi^'aQCjMnem'^Ber* _, 

ge 9sg^.9su^h BimehaH0t.<igtißgtsLt und nüt _ 

tj Cenooie« JM^m$ t t 
Von Irf#g?aio^bergaaf nadi Belliöreg . . . it— 

Belliöreg ist der letzte Ort in Bosnien; von At 
geht der Weg über das Pro/^i^er-Cebirg nach Sign 
und SpalatOi i*t aber äa£ierst schwierig und schwer 
£11 passiren« 

Ein zweiter Weg, der aber noch schlechter 
ht, ko^mt aus Dalmalien nach Glaniocs^ theilt 
sich dort, und führt theils nach JUevnOj theils 
»ach Kupres. Der letztere ist ganz nnhrauchbari - 
bnd ni^ zu Pferde zu passiren* 



Wtg vloh Travtiik nach M^ttar 'Und Rügusa, 

Von Travnik nach Skopje; . • • • • 6St. 
— "^ — — Duvno; . . • . « I* — 
Ton ÜUvno auf einem schlechten Reitwege 
fiber Steingebirg nach Bükitm^ > . > 6 — 

94 St 



\ I 



rf ^ Tramp. 948!«» 

▼OB da in! «xiem eben so tcMechten'^Wege > ' ^ 

liBgs dem Öröfirfiach nftch Möstar;^ * . Ä — * 

dann »ach Stplatz , . ^ • • • • : 
W da Reitweg Aach Ragusa r ♦ 



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Von f>iirÄft »«5h ÄÄoviii?« . . ? / • • SSti 






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BÜCHER - E S e E N S^I Ott B N. 



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' ^ of thä expeditiön of Öyrus from Sardia to 
Babylonia and tke Reif 001 qf tly^ Teti th^u* 
nnd Greeks.f from thenee to TVeHfonde anS 
Ljrdia }üith an, äppendlx containing an Bn* 
^uiry into th€ b^n, meth^d.oj impi^vmg *thA 
' &eography öf the Anahusis etc. • Bxplained 
hy three Afaps. By Jähz$ K&^jff^^z,ü Jl t^ 



ülea Phi^Ugm und Gcogm^iiett v« YmUfA^ WfA 
an» I , ithli » 1 ?ei^ci kann man diM« höclu* .TOrtieOiok« 
WerJK als «iaan Solials avpreif«». Alto^iA g«di«g«Ka 
Gold yom Aiilaug Jiit^tu Eade^ Hw iaii rf l baiM^dkiH -dia 
l^abaaia sucht .alMa aU ainl»..iiiilalMt^tum Bari«lit# 
loiidera 4«ick ^ «ift &ti«e|>aa|lbr«i)Ntiif 9. dann von 4att 
14 Monatan. welcKa di« Griechan brauchun, .Jim yo» 
««zdis aaak Golyar» M temaitf».* . iruirdatt itlakr ala sie* 
bea mit Mtrgtihan inariisadtt* laftluMHl waiahir Kaü'ii* 






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56 B&chtr - R0C0mst4n0n. 

3,200 Brittireh^ Meilen «tittlclttegten,*"'fihd »war idekt 
blofs 'mit Hin - und Heriüarschiten in demselben Lande« 
wie in gewöhnlichen Feldlügen der Fall ist, sondern mei« 
tteas mit Vorrübken ; aufserdem schifften aie nuf dem 
Schwarzen Meere und marschirten an oesseh Ufern noeh 
5QP Meilen bis nach Byzantium. Die bisherigen^ Charten 
von diesem Kückxuge waren nicht viel besser, als Er- 
dichtungen. Kenners Charten unterichieden sieh davon 
|;änKliphy weil seit 30 — 40 Jahren unsere Kenntnisse yon 
d^ E^d^sd^tT^iVkng d^ CweHf ic^n^sitiliis^tleljbl zü^enex»^ 
men haben. Schon vor vielen Jfihl^n sah er ein, dafs man 
dieAnabasis nicht eher recht veistehen würde, als bis eine . 
Menge gei^au^er Beobachtungen an Ort und Stelle gemacht 
worden wären. Im Jmhr 17^ schrieb er daher an den 
l)ernhmten Niebuhr, und erMat sich von ihm einige Er« 
läuter ungen über Klein - Asien und den Weg . über d^ft 
"I^iititikeh» .be^geV^l^ik^-erhie)^ er nebst einePVch^^^ 
3!^^ ClMur^e^ «ntl^ti^nd^eb|ihr3- Eeiselauf di^iph «di^mit* . 
täglichen Theile von Klein - A^en, Pas zweite wic)|tige 
Rälfsmittel' wat HiVrA John Sullivan^s Tagebuch"^ einer 
l^tise läwgs dfsui ösilicW nCer. dei Ti|ste. ^I^v^BNitc 
dieser unschätzbaren Materialien^ forschte er .nun ^wei- 
ter und fand immer mehr zur Aufhellung der Anäasis» 
Xr.'^v.Han^iafelt i^Wf^n) deüeo d«» V^fwsesr tftie grbfteni 
](«Q.b«».gedei9kt, sch^cJ^tei^^hxbareitwiUi^ UeaMrefttan*- 
^en , einiger OrientpiUschenJ^eo^praphen. . Graf Otto vcr- 
«il^aifte ihnl im ^alire imx dils' Gh«brten dei He^n von 
^eauchamp über die südliche KM» jec^ldlwÄrte^ «Iftee« 
xe9 aus Ftwikreich. Von der Englischen Admiralität er. 
kielt er des Gapitäa Beaufort^s Charte von der sücilichea 
Küste Klein - Asiens. Der Kaiser Alexander befahl. ' mit 
ämxi Eifer Ifftr ^H«' WiseeanelM&eti , welcher dteiien 'kür- 
tften beteelftv ^^ 4*»» aus dem kaiseriichen Oep^t' ll^*; 
nein alle ClMrlen und Pläne mittheilen ^^Ittb , ^"welchV» 
•r vcriAifle. Aufieriem war jeder Gdelixte^ 'Hn dek ^ 
^oh webdete, wdUif , si«lfr«ineii eo berühnflen Mdnh v«äK 
Hebesewütd^ten GiuuMktiir ( jvt»« 7^'lahre ahV tir iHit-- 

f^kitium. ' •' »'**'' .»••'/ ., . ■ : I 

Die vctfUegviid» Ausaxbelföttf 4st &ur i»in' Th^il einet* 
w«&tlMJtaMead«v W«viUft''„lrJtx|^eichulig<^di# nenera Geo*^^ 



Mucker • Kic€n$i6ntn. 



57 



•inpUe 4ef wMtliclMn Atient mit de^r XIt«ni|<' worin dat 
|0oi;rap]u«cke System diesef l¥^tgefend eine Tftllig neue 
GettaU erhält. £• in «u btffirektesy dals dai hohe AU 
ler ^es Terfaisen ihn hindern werde, dieses Werk völlig 
Wiaerheiteii; «her sein« Sdhue werden diese nntehits- 
huren Materialien der gelehrten Welt moht ▼«renthi^teB. 
Kenner, welche wissen , wes fttr Mfihe und Geduld die 
Goaitnicitiim einer guten dtarte kostet, werden den Wetth 
dieier lUiietMtiMM hMomderv-niohideD drei Chaslen. eh* 
jQfiten y womit Aennel dieselben begleitet hat. Die kleine 
Iteht vor dem Titel , die beiden gröfseren sind nicht. &d« 
^mmipgelfirt, nnd mlniw heAadne gebunden werden. 
Sit find betitelt: i. Allgemeine Ansieht des Feldsogs des 
ifioferen Cyms naeh Babylonie» und der Rückxug der 
2ehaUusend nach Trdi) i sawd» m i d Lydien. 9. Cyr|is, des 
ifiagem, Mllrsehe ^on einem Orte tum andern aus Sardis 
ateh Babjlbnieli I genau verieichnet, und der Rfickiug 
ltt2ehMläseVd rOn'dort nach^'^ebisonde und Ljdien, 
a^Mt einer angem^uen Angabe *del' Oerter in den um-^ 
lliegeadea Lf&nd^n; ).• Die Liiftder twifoheri Babylon und 
^M'lktdadh jem y naeh eikem grofsen Maarsstabe' «nrfir- 
Hiniiig^##]feirder GegenMnde. e) Anfatag d^s K^et^ 
üifi'ier «S(«hBtatt«end, öder Mt wtehtigste Theil dessel^ 
ken; -1)' üaeiMiiderf 'Mlrsehtf' naclt uncf rim d»m*Pelda 
lil AHMla';-^ e>*lnliaii^s Marsch nach Xfetiphon, und 
Bifidctug der HlHniKhen Armee' nach Miiibi«, ' d) die Kl^ 
ilnrn und neuem CaMlle vom Euphrat nach dem Tigris; 
Ovttbiltfminiatogder ]4^ditehen Mauer das ^a&akopat ete. 



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Itettres ^rom Portugal^ Spain ä'hji ^nnfi^ 

cßy wriuen 4f4rmg :th0,e4$mpmgn» e/hii^f 

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1813 ft 1814, addressed a friend in Skglänäi 
describing^ the leardiitg J'eatjire^ ^f , th^^ pror 
vincBS ipas^ed thr^ughy and tke Haie of s^ 
tiety^, manner Sy hahits ett^ of t}i4 people, By 
S. D, BM^amvkMt^ \ JLemdpM. 1915« gnr.'^ 

ipr Neugierde «iiiiger gut^r fxennä»i,^%$QkriikM I^Hlht 
deny wiQv der VerfaMer mit eelb«1» in. d^r Vifrxw^ ^ Sa$lt 
(tim%^, SP eiithaltea sie jaw^y (^ i«4ind|)eltm,iUMIjipliMl 
fuid Begegnicee des Briefstellers , als, ei^eal]§jni9eiii|ff^ mal 
(aasende und vollendete Ds^UeJlMAg der Q^E(Ri<i*4i» '4i0 
«r dttrohwatid^rt^ Aach war. derselbe .dl^($tl. »Hn Y^pf 
l^piitß (in eioer kriegfübrendea Armee) %u kf^^9A^lk% 
9k d^s er nack' Wiitlkülir od^Bfidilrfoilf iüttie U&ten^ 
^Itdbungen ut|d Seo2»aclitQii§«ii aasteUep .liÄnaiin, Dmm 
vorausg^tot nahm B^ef. das./Ba«h ^hn^ g>^ft(flt jSffrfJ^ 
tttogen in die Hand, allein er« hplfte, vielleicht einig« 
Interessante Thatsachen .über den merkwürdigen Feldzujgy 
den c^er Verfasser mitmachte ^ su linden , doch seine Hoff« 
nnng wurde n^cht erfüllt. -* .Es. fehlt dem Verfasseif 
nicht an Beobac^tungsgeist , an einer, gewandten Darstelr 
lungsgabe, u. s. w«^ allein nach dem^ was uns bereits 
durch mehrere Englische Reisebeschreiber , ferner durch 
Bikurgoingf durch Idnk^ Rth/uts^ n.$,w. über Portugal 
and Spianiea bekannt ist , ^ bedarf es grolser AufnierksanA*^ 
keiiy Scharfsinns und güastigei^ Umttände , um. uns vqa 
diesen Ländern viel Neues und laiereesaatee mit^Mdlii» 
lu können. 



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^tallfser uAanM ««in«! «riten JädtC «tt» a#^ 
te, im ^lovtnWr xbl2> uad wiämmohut f«kie Fre«4n4e 
«wi fviver dnku»^ in LUsahmt , tcbüdext «ton «Mt«^n 4^ 
Mteft 4«r Stmdt undAhr^r ITmgehungm^ Und ersSHU vo« 
<d«i </ntifdkaltMiiir#n im Haiii« d«# £M|r<i'«^i» G«#«nil4<% 
db» C^iuifij» u. •. w. <i-^ CBr. V^rh^rnpif^tn tum F^idr 
•»Iftft^-* B^tehrMwmg won LhUükpn, Bu$nos^Aj9^% B«p 
i«m. -^ J)«t VerfMter klagt telir, «m tUe EeiMnd«^ 
«MST die /Unoreii^ioiiktfii und die groIte AntflU der; Unit» 
de. in l4Mabon, die^r euf flo^oeo.ogielyt. WiÜur«nd dt« 
Fraasosea die Stodt besettt liielle», iMfahl der Mart^eU 
teiMt» de£t.die| StreCten geveiaigl,. und die aiufftliaagerv 
iea Honde nmfelMreolit werden sollten) allein diid|^ 
Snahte aUe VolkselaMen auf, und die Vexdtänfunf d^ 
^etivohntai beMdicte dae NatiMMÜg^fiUiL 8e «10 M9 
BngWnder die. 5tadt eroberten ^ behebe ma»» wie in iaia# 
«ndem» to aneh in Rfiektieht der .Unreinliolibeit u«t 
fftat tablloae» Hunde • «u den Mtnütn «kea Sitten aa4 
P«cnlegieni<^tttffML -~ XII. Br« B^ttMmihung d<# Xiütevi^ 
dnr SlMdl. amwft! der fi'Jta^^r. ,^Hä9MUh$ MmrUkf- 
mngtm. Tiuh.. fTMg^k.^ Btfieel#e fiv» eAif al<W«[ ^Ml# 
IkHttmmf n. f. w« ^ lY. Sr. I^j« J^FrcAi^n , JC>>eA««r 
(^hräuäbtf u» $.w. -^ Der Ver&ayer ^Mwnndert dip 
Praebt «ad Herrlickkeit der Jlirebiii, und itt gaa» 
binfesiaeen von der Wirkunf des- GQ|leidieQilee.,l|i 
der Heiligen Cbrietnaebt. »»Weate eine Brbebuag 4«0 , 
Gemfithef je ntdglicb itt, lagt er , ae iü*», w4bre«d dar 
Prietter das Brod weiht ttnd die heilige Hoelae. empor- 
hebt, da fi&lte .ich micK, wie^ Oibbe« eagt, eelbtt 1^ 
tholik/' --r Die v^nfbebnng der In^^anfÜOa hat den Me%- 
eehen dievAngen gettihiety und gestattet ih»ea weit Mehr 
i^reiheit %n denken und su epreohenwi £ine ItfigeYMMa- 
duag mä &hg)«nd wird den Kalh#lioi#nMia imm^t lail* 
^er./and. w«i%er abit«»f0^ liiaohänt« uMd d»e }etiige Ujur 
wieeei&eit nndJUgotene vvcttunder«. --^ Y. Bir. DsrSenHt» Y 

iMi|^* ilAendiMle^heltiin^tn. QäHlUfH L0hm In U9r 
ea^n» D«r .Verfaiiar }m$äkt ehan h#siie günstige Btf 
e^vaihnag TWi de» P«NnitgieBia«ea« ^r,fMeadgesdllaDhi|& 
j&KHP^aaer md die JMaean MMaeiMiauttan» titkäi mam 



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ffi Bächer * R^&ention^A 

'die Frtam ••Iten oder nie fiffentlieh. . WoA M zur 

Kesse gehen» hahea sie ^gewöhnlich ihz« Dueanas-hJMlBr 

<ich, und ihre Haltung, ift doim tnut, feierlich uacl 

Würdevoll. Bei andern Gelegenheiten %€agen nM eineli 

^rad Ton X«ehhaftigkeit und Lustigkeit^ daTs der PJrescd» 

ide eW für leichtsinnig- hahea möehte. In ^Pvivatak^lA 

ifSnd ffie ofFon- undröekhalfeslbs, suw^len koket dread und 

Mrerr^ichmeioheUien nieht nngeme. «— VI* Br. Cintra^ 

-JS>ie JfastkrUitukg: Mafrü\ Der J^alast im Quelus., — 

*Von derti Ittxtern, ehi6r Sommerce^idenz des dam^ige« 

^tAiv^Regeaträ, macht der Verfasser eine sehranuMiend» 

Sesehxeihttng, «^ Vn,*Br; AuMmarsph aus Listabikn^ X»«rtf 

^•llingtonU Linitn, Saumtem^ ' Jinhmft ' iw Chümufetnd 

CHamusca ist ein hübsches Städtch«B,' in^eidis ättSmrtt 

4lichth«rett'G«gead,/nill Bergen umgeben , worauf wohlv 

9ie<&ende KrSnter «Isehsen , welche die Liilt .miik i]u«tt 

topften erfüllen. Der Tago iliefst hart ea der Stfult va». 

4M. Als eine Sottdezb^k»iti bemerkt es der^Vevfiisats^ 

^nfs der FlnfS' im Winter gewöhnIieK<a[iinder'\tatteisMde& 

^' Ist,* als im Somnier. Man findet hier mehr .9hitiglult 

kmA Fl^lii, als in und tim Lissid»on.« Eine Tüchfabiik b*- 

iROiSIti^t TieW Manschen.. -^ VIII. Br. Die .Sa^mi: ^IU. 

^igiose Cergf^MÜ^'^und Pro0€S»ion9i%k Frsdigtfny Wohl 

Ad«r Heiligem Stiergef^chte, Trdeht d^r. LandUütMi ^ 

4BL -Br. Marmjk an die Orünxe, Zvitand des lAakerbt^ei^ 

^ . 'P^n»Mitüngtti «en S4it€ der Franzosen und RachsatSit 4tr 

I '3hßrtugiäien* Mmg§i ^n mMci^wchen unfd'cf^irurgirthet^ 

Ketmmikten, VohifiheilederJBortugiesen,^^iiieBchißQh'' 

-ie ^egletung, be«ierkt' der Verfasser ^ die so laifge- drIS*. 

-«kendattf dem Portugiesen gdegen iftt, hat den National« 

*<«iofe nl^^Bftnttipft y * ttud dis Bestreben^, «ndeVn IVatiooeA 

"Iftiftoh zu «lehen iind Kenntnisse zu erwerben, die dund^ 

-Aofkllr^ des Oeisles und Vermahlung der £nisii;htda 

' -ihre Matht und ikr Att^ehen vergröfsem' kramten, ^witn»* 

^' liyQekt. Aber tiicht nur linter den Ii4«dlenten ist > dar 

ürnifrige Zustand de* Laftdes> so sichtbar^ nnoh lin aljofe 

•«ndesn^ Oi«tidntd»i^ Volkes.. «"^Vrissensobnft und Bildufg 

Md, wmue noch «Mitfgnnz ^VonMhemilit, alleitt^^ knan hau 

, tHiMidh wiekt iaohr M^gm,'^ dmi^ oid ovktimi ; . dU jehft^ 

tkid Ki^Mhliwiit,^ wd 4ie.ilÜriiBlM» Wik 



MAtk^rx m^^t^sUM^n.^ 



item Oradb, «nf dto ti* M «adeni Yilk«rfi ti^ 
iu: JltkmrUekfSM»ss$r.JhrmMt. JTIm. PV>M»lt* 

«t. — XL Bv. ^^Iiai^r C/nlcrrdkM firi#«fc^ P0fiMgti 
wiut SpämUt^ dwimd Modrige. KM^ng 499 JVM^« 

ilin IJi»d«r kt telun an cbnr Orlnt» in di« Aufm apfrin* 

gend. Die Wage^ dia Bituar, und dar ganaa AnUidC 

4m^ Landet y vAllaa ünlarachaidat siah nun Vortkaa Spa» 

«v^t.. Dia Einwohnar sind tek&nar ga^aehtan, Jbaata» 

gaklaidaly mnd durcbanaihitigar/ nnd taigan mahr Bfl^ 

dang im Umgänge. • Dia Natnr kat für dia SpanieXs mdur 

getlian, und rie machen auch einen ]>eitern QmhtmA 

▼ea iltten GetclieBken , als die Pmrtitgiaten. NicliU de* 

fto weniger itt das Landrolk am, im Gegentlieil noal^ 

trmeri alt in Portugal , al»er aie haben Kraft und Mndi 

,«Ye f^em t*« frodt e/ i^t** und tind nicht in VeraweiS- 

hing Vertunken, wie dat arharmungawfirdfige LandroUs 

in Portugal. — Xil. Br. Guus Auitehtn der Jrm§4* Bing 

'Spanische Aevut« Dia Ebeugn btfSalümmn^ti. Tcrtreßickr 

Mt des Spamsehen Kerne und Bredee, -^ XIII. Br« Zat» 

sammentiehung der Armee heiPaUneia. Meechreikung die» 

ser ^üdt. Franriseanerkieeter, Ermerdung der Münehe^ 

Anblick dee Landes^ Ankunft in Salammtam. üeherga^ 

über den Vuere, Tere, -** XIT. Br. SeHnfüe FerteehriiU 

des Feldeuges.' Altgemeiner Anblick du Lemdee. : Bmfe 

wem 'San- Martina • Bemmntischa Oegend am Bbra, Sehtaeki 

Mi Vittoria. ^ y^Mik jedon Schritte, tagt dar Varfataev, 

wtirda die Gegend gehirgigtar ; die Wege waren gröltten^ 

tfieilt gut, dat Land fmehthar, untihlige Dörfer lagan 

terttreut umher, und seugten van der groften BeröUterung. 

Der Ackerbau toh^int auf eine betricktHche Höhe" g«^ 

bracht zu teyn, doch hÜlt er noch keinen Vergleich mit 

dem Snglitchan aut.'< — XV. Br. Bineug in Logronnet Vie* 

taria^ Das Oebirge zwischen Vittoria und Log rönne, Ca^ 

mina Real, Aufnahme von Seite der Binwohner, Be^ 

sekraibung der Stedt und der Sitteh des Volkes. — Die 

Einwohner und die EuglMnder bewieten tich gegenteitig 

ii1%kaiten. Bälle wurdmi weckselweite gegeben. Diete 



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ma hvkem M i %\U[ rwm 4mi gvMlIif»» TugMidea dw '8p««' 
altr hitf« • DU Miiines wmtett gvfUuttmUfiU f iMiciA, kd« 
tlgiiAd älbgwcItMMekt, di« FrMitii T^rrUtiieii Mängel «il 
b^iiMteMr «aid^iil0f Mm. In fcder GesclUcbaft ^^nt9* 
dmCigaiTC/'a gcnniclity wtlttht eiiifii imaiigetteitaeii ik« 
mdi v«nmftclrtM* Mi^be^MxMe niekt, daft die Sp«^ 
«••r.ineliy Kestitiiiit« bctKl^e», all ihzc rentwlEtetenNai^«« 
ianiy 41« Pwrtuftof^tt tt.^*w. -> XVI. 3f. Umgghungfm 
«pn P4Mip#/«}Mi« Pt9vin9 ff^vwrrm. Ikrt Erz^gniuB wid 
"tftwMuttmg. M^40i€ti€ittmgtn.' St0U dgr Spanier. . G^ 
gkmltt'&9»inmmmgm. ^ . JCVIi. Br. Sekäntr Herbat. Wd»^ 
litmdrl, Mi0%9ck ^pjoh Bise^pt* Fittarim^ Cnmtnd |l«0l 
m fmA9U. T^Udo. CkaruktsriMtitekew. Aenfstr» 'dft Volk» 
in Biu^ftu ^gmth&mlichluU der Bdaküehe». ^p^n^a.** 
JDm L«ndir«HL in Bitcajr iat gawöhnlich ttiirker ukid kr&f « 
4%ar, alt die Ükiigea Spanier, pie Weiber sind ^Idkenr 
'der vnd toblliaer. -^ XVXtl. Br. iClima. iVfn£«i». £«r 
:9ehreibemg ies Landes um Bmsemget Sm. SeheHimn* Vthett 
^amg, *^ XIX. £a Du Sira/se durch N4xvarrA üher Punk- 
feUneu Käuher. Stimmung der Einwohner, SpanisQh^ 
Meilen» Lehsnsweiee» Aekerbuu. SeickrMung van Pttn»* 
peleii««-^ XX. Bv. RiUhkehr naeh Legronno, kuei^e la 
Meyntu Atellm. Loe Arc^e. Finnm. Neigung der Sf^-^ 
mier tu Facticnen. Bie Prieeter. « Bemeiee von ;I7«tfteii^ 
mndrMgiiieem Knthueiüsmue. Tati/c. Megräbniff.^ CmPr 
«aeal. ^Ftnndenfeete üher die Befreiung Ferdinand e.^ Ch^ 
rahter der Spamie^en IVaitrn..— Die Spanieir, ertäblt 
4fr Vorfaia^, kabeti elae Hdjgeickniajckte- GewobnheiV 
•wenn eine atme Perton stirbt, aad deten V^tmögeti 
iBegräbniftkosten ni^kt k«Hrittca werden köntne». 
jK^Uen »Mmlick die Leicke vor eine Haustküre , ünd^ legefa 
ikr eine Platte auf die Brust , damit die Vo;r{ibe«gekett- 
rdmi ikre Liebeslteuer darauf legen mögen , unH die Kd- 
«ten itt bestreiten. — XXI. Br. Eininareeh in FrankreieK. 
IfntüHiehe Verzüge det no f döst liehen Theilee venSpttnien. 
SM.Jean de Lue.- Malerieche Scenen im Frcnz'diischen Bie ^ 
^ajn und tis den kleinen Pfrenäen. Sigenthümiiehheit^ der 
Bmken. ^ Die übrigen 13 Briefe erzäklen in leickteki 
SkiweA.des VarfaisersüsM durah Frankreieh He B^uUgnok^ 



#idJktr ^' I^$0n9t0m0i^ t^ 



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y$wA^9' iiif «iB« recht artig gettotflitii* CA«ttk 
1bnf«legt, woraaf dit game iUiMroat« rtr««lolui^ itt,* 



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et ä Ghnes. Par A. L. Millxm^ Chevalier 
de Vorire royal de la Idgi^n thonneur^ menh 

hre de V Institut royal dana VAcädimie dee 

« 

Infcriptions et Beiles • lettreSf Coneervateur 4» 
Ce^inet des Midaiües^ etc.etc; J tarn, d Parh 
chez C. Wassermann. I8i6. gr.^ 1 Tom. 37^ 
fog^ Utom. 415 pag. 



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W^ «in Mttiti » wie Mülin Min» Brnrarkaag«», 4f» 
«r auf ReiMB gemaehti «ulMielia«!, so kann nan fib«r* 
sengt say»» daft man «in interaaiaiitM Bach in die Raini 
nehm«; wenn aher die Keift fii»erdieft in der Abiieht 
gemacht woeden 9 um sie niedcniUchrtibe» , eo darf aa» 
luaffen, dalTt nuiir nicht nur Tiet iBtereitantety tondem 
«tick Txel Ncuet wtA etwaa VolUläiidlgeiy WohffgeCrdttC- 
tea uad Durckdachtet finden werde» Dief« in bei Torlie« 
g;eiid«in Werke rollkommeit der Fall. -^ Der Verfatufr 
trat «eine Keiee im Monat September \%ti an, und kaln 
fiber Xf^ra bei Poat<^BeauToi«in an cNe 'Sanüiitht OräHzs. 
Von da beginnt die eigentticke Beschreibung der ReieCf 
«Ue er über Ckmmh€ry , äix, S^tint 7 Jtfen •' dt - Maurienni^ 
und. den Mont- Cents forttetft. Die übrigen «wel Vrft^ 
theile des eifften Bande« besehilftigett sich mit Turin, 
Dit Rei0€ nach Nitta^ Nitta selbst und jeiae ViA^ 
gabtingen; die- Hn/« üher Villafranca nach Otnuä^ 
Jfiovi^ Marengof AUeeniHen, < äHif io kerihmt in* .der 



^•icly cBtt der . neuvtttn Zeit ^ 4ii«oii«ii dtn lölMf Je« 

«reitfn^Tliteilef« v . ... • 

Was auf die Getdudite der Länder, die er-dtircli- 
wenderty auf die Sitten und Gebräuche der Ein Wohn ec^ 
die Kunst lind Iiiteratur u. f. w, Bexiig hat, findet man 
aehr vollständig und wohlgeordnet aufgeieiohnet. Die 
kriegerischen Thaten seiner Landsleute ^ wodurch sie sich 
jn den 'letaCen* F^ld^en .hier, verewigten p gern^ ruh« 
mend, wird der Verfasser, doch nicht ungerecht gegen 
"Mt That6n und die schonen Verdienste anderer Natio* 
4t$m'^ -* Da dct Verfassers Aufmerksamkeit fiberali auf 
die Alterthümer und die Monupieute der Kunst g^er^chtet 
'war, so ist die Ausbeute für eigentliche Geographie und 
l^lafisttk geringer; • doch vergilst er nfcfat, in Savoie« 
«^d..nm Genua,, dort die wilde un|K erhabepe, hi^r die 
.reisende Natur %u beschreiben, und überall Nachrich- 
ten, wenn tfuch etwas beschränkt, über Proflucte, Manu* 
facturen, Strafsen, Handel. u« s.w. initxttlheilen.': . v 



/ 



Wir glauben , den Lesern . keinen unangenehmen. 
Dienst zu erweisen, wenn wir das, was er i(be|^die Ge- 
.mufiieh^ Industrie tagt,' ausheben, da Genna's neuestes 
Schicksal auch in seine Handelsvernntniase dne Um- 
; Wandlung su bringen scheint, h^^ Genueser sind sehi; 
ladustriös. Man verfertigte sonst hier viel Papier, das 
4iach Portugal und Spanien, selbst auch nach America 
ausgeführt wurde. Man Terarbeitet viel Seide, die man 
AUS dem Lande und aus Sicilien beiieht, au Strümpfen, 
Tüchern und ^Stoffen aller Art, die zwar nicht so sehr 
geachtet sind, wie ehemale, aber noch immer gesucht 
werden. Marmpr, der hier alle lUrchen und' Paläste* 
•chmückt,, wird, in Blöcke gehauen, ausgeführt. Die 
Jbiesigen Bildhauer besitzen mehr Geschicklichkeit , ^ als 
Geschmack; doch verstehen sie den Vortheil ihres Ge- 
echäftes recht gut. In Gold und Silber wird hier viel 
gearbeitet, und die künstUohen Blumen, d»e man ver« 
fertigt, habpn eine überraschende Frische; doch stehen 
aie den Französischen, besonders den in Paris verfertig- 
ten, nach. Macaronis, deren guten Gaschmapk- man 



wrsifUeli dem dabei gdbraia^liteii Wa«ter «nt olureibti vmi, 
«isgeiiuiclite Früchte 9 die ilnre tchdse Form und ilireft 
ItnücheiB Oeschtnack f ant beeonderi erhalten y..«ind noolt 
fehr gesuchte Prodncte der Industrie der Genuesen^! 

Bei M9nuftrroi0 erwihnt er auch des Geburtsorte 
dce unsterblichen ChrUtoph C^lomb* y|Aoht Meilen ron 
C0MaUj sagt er, in der Provinx Acqui, drei Meilen Toa 
Ifirabella'y auf dem linken Ufer der Orana, liegt eia 
kleinee Schlofsv an sich wenig metkwfirdig, aber ewig 
denkwürdig in den Annaten der Menschheit. Hier isrs, 
wo Christoph C(»)omb> um dessen Vaterland sich drei 
Staaten streiten > geboren worden ist. Die Tradition war 
lange den Genutfiem gfinstig, ungeachtet keine Beweise 
da waren. C»mpi bewies in seiner Geschichte Ton Pia« 
•eMn, dafs Colomb in Ftadtllo ^ einem Dörfchen im 
Thalo.V«» Niwn, geboren sey. Seit dieser Zeitr hat sich 
•nnter den Erben des Colomb ein Rechtsstreit erhoben, 
der Tor das* Tribunal der beiden Indien kam« Manmuls* 
te über das Majorat, ' das Colomb durch sein Testament 
gebildet hatte , Nachforschungen anstellen , und das Re* 
•ttltat derselben war, da£B dieser grofs« Mann wirklich 
ia Cuccavo |^eboren worden ist.*' — 

Es ist xu wünschen y dafs die Fortsettung dieses in- 
teressanten Werkes,' die unter dem Titel: U voyage ianw 
Ia Lombardie bereits Qnte£.dar Presse seyn soll« bald er* 
acheinen möge. 

Diebeidin^fi&nde sind mii Vignetten gesiert; die ersta 
etellt den Triumphbogen von Suzza dar, die x weite ein^ 
üMtikes Rüstrum^ das sich im Arsenal ron Genua befin- 
det. — Die Brauchbarkeit des Ganten witd durch eini 
auaffilirliches -Register erhöht. — Der würdige Mann|,' 
dem diefs Werk, als Denkmal der Hochaclitung und 
Freundschaft dedicirt ist, der Tetdiente und gelehrta' 
Spanier, Den Juan Jndr$Sp ist le^eiQ airitdem ge» 
stozben. ,, ' ' . ^ u 



•/V 



I 



V 



I^.A. G. & U. Bit. I. Hu 



/ 



tvUvK.}i»f0is^ fliclUi.viS^tery ^ii« .VM er veripxidai -«^ am 
l||^i*)(ikts a^]ial|eti9«}ies NaB^ii¥i|rxei«hiiifs aller Ovt8<$W« 
ty&r^i^il GcAcanden,. die iintor 4A9 Gonvyentofiettt M«i<*>{ 
li^d ,^i3K6f^ 9. mit 4^f|Aei|^ ihre« J3i«triet8 «nd d«r Ge^/ 
3ripj|tal]iel)öi;iie^, F^ ^e ^?w4hit^»' der Gou^ememenfts htätc 
eine lolc]^^ Ufbarsicht'af&eYdiiig« seiiEum Ntitxea^ ap »leHi 
fOrCliiirt^teicliner , die doch nun wissen, zu welcher De- 
It^^oA» iBtt weleheni'diistHote iie> eiitei» imge^ilain'Oii la 
•olliiaf en ]wil»an «^ 4*s gröfsere Pnblicism • sStSct Itat >durch( 
dijMe. Arhejil nicäiU .^wcmnen« Kicht ekiäial «dieVoUis^ 
iimi§e .huqIi iHifr «iner ^Ortir ist eingetragen, «ondem ^§'' 
ISipiiftri.^^ltea »» amkt and hlofs da, wi¥ es sflrdst in nW*-«' 
aft»» «mUidbui rVeneiolkaisseii Oeihratiek w«r-. 



< • 



, Doch Sät hat &r fieraitvgeher dies^' Tbfzeicltiiitie» ' 
V0t^ 'fßr d«i PukHcum geÜMlt ^ er \it» die 2iiil' d^' 
<i«lnetiiddPt;.iKttaMi»«feA4ddin4 tue «1 fedet Oal^Hfi«» e>#^ 
liören, und da er^ben «ich denn tör Mailand x6 Di« 
ttt»c»ir und ^''GfiMleiiidfln^ fa» Mfltttuaf 17 Dictritite und 
^ Ge«miAle«; Jür.Bvwci» if HHttri^tti« und 236 G«m^iii'-»« 
d«i; für Gremona i^.iBii^iatei'ukid tgS Gemeimd^tt ; "^ü^ 
Bergamo t8 DistricU und 372 Gemeinden ; für Gomo 26 
Dsstiltfete und 536 GemeHideitt föx SoHdrio 7 Diitrict« 
nad X06 Gem^n den ; für Pavia 8 Districte und 195 G«« 
ni«ittden; für Lddi 9 Districte und toi Gemeiaidieii; üher« 
ha»pt fBr alle 9 DekgatioaÄi ioj Oistiricte «lid 9|3oS 

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Russisch - KaiserVi^yilen 'Marine: 04^ 

lawniuy in der Gs/angenschafp bß4 

« 4^91 iäpanmrn in" dem Jakhm t^tif lir* 

. i^nd '8|'3^ /|^i*t seinen Bemerkungeff äbet-^ äas 

JapavMühm Mgieh^-amd mmem Ankmngfe d44 

Cäpitäns Rikard. AUs dem itusMftkeh 

• i i.ThL Mt I JE. usa:'T'eh.^Leipici9%9iT. gn 

- ' *• ' •*»' *■'»• {«^^^•^•*. I J ' .. ...I 

Q* £• theilten wir interestaiit« Notis«a über Golcti9^|iA'| 
ggtdeckpngtrwle , nämlich den oifioiellea Bencht dee 
i3*J!iJ*M^Äi*tei8|.. ije» Kfruftp^em^ •«nWI^ fcefeWjan^ 
aH»ti«i{. ,wir lijer,. al^ einer fiinleiiimf mid jErg^nyiiiy^ 
der Kurve, wefe« wieder, ▼erw^cfiUfry j' Im Tarlaege^d^ 
Werke er^liUt «un der HßP9 Qpfff^ Gaieumti» eeMt auf 
l^flckliohes $ii;lKUk«il eelj^^. und Äeflt nele.jwtrreMyBly 
Bemerkungen. 'Wk über «in Yolk^ d»e den finropief^^ 4e« 
AQ^ «rf^rsohenden» bisber nei^. w>&er böflnS rÜlbAri^ 
kaft und dunkel Torkömniit. l^ie Necbiiohteo>/.die wiir 
über. defMlbe Vüt 2eit erblel^n^ eb den JB^r^plieni 4birf 
myen offeii^ tuenden» »iRd böcbtt oie^gelbeftf nm«r^ 
ireorlüMig und veuel^el. Was fiOlterUn dieHeUänder, frei» 
Jicb unter mencberleiVef ehränkonfeei beobioheen kennli^ 
ist aus kaufmlMinitoher, fiifereuebt der Wiitenecbaft f ^ 
beim gebalteiv X)ie Auseen, die ficb in dar Risten Slei^ 
Jddbe gaben I jma% dieaem «eltiMaen Velke in n&bere Ve^- 
bindt^g an iwmjnen» beben» lum Tbcjl di^cb ihx^i 
Sobuld^» nicht die Aufnahme gefunden i die freifkndsohafW 
üche V€^bSitni9ie «9m Reiultat haben kdiniiten. — Doch 
tu dem TiQrUiffiiden \Vexke^.j^l^U.t .. . . , 



,7P ,##**#fl^'^Ä«#Mrf»ttt». ■ 

luAprfl 1811 bBtifl der^apJtüD Golowni^ du Comf 
aundo über die, in den Gewfijierti van Kamtachntka He- 
-(•■de Kti^«lUlU^^ Olana UMd äen Aaftrag crhaltM, 
^».>&dJiclyui,Ktint^clij^ iaul Sohaatariaehcti' tiueli^ nnÄ 
' die TaUriiche Kürte vom 53° 38' n. Br. liii Ochoiih ge- ' 
«Att nt untennclini. Im tTcap: »etit er Veidäuftig dia 
4Mil>de-au^iwMi4^r.t «Mo .ib« m» *.u»]Aufpta »wa^gen, 
k«n)T o* (lie nähern lutructianen de> Admiralitüti - Col- 
teginma erhalten hatte, und entwickelt dann die politi- 
Wlien Verteil Wim cwiicken' den Japabem-imd der Kui- 
Hi it l^ R«|ierun{[. -— Aip Uten Juoiui kani Ctyitfiu 
Golownin auf die Japaniiche ^niel Jturpu , wo «ie^ 
fc ^Olge'der Rtn&eraieii Choatow'i, mit Furcht und Be- 
MfHuiU BafKPKonAaeq. imr^e»- Am «teji faliii*^ klmos 
ne Tor den Haren von Kunatehir, luid hiac boginn^ d«i 
mglfickliche SchickMl dei Capiteui' Golownio. Nach 
BUiiehen frecndjchaftliafc — Vw haadlungen und Unter- 
•rdnungm lieft der Gouverneur ihn am iiten juliua 
^8hB(ill'ridk'6^«eiate GtOltffni' gtifÜ^eif'ticiUBt«« und 

'-■■■■■:.'■. h . 1 ' . ■ :. - ; . . -. .,.::■:.. ■.^•U.3. 

**"''Iih IT. Äapit*! erilhlt def Terfawe»' dl« Getiihteht^fU 
Alr'-Trtiiiikirtirfanl iach Ckatioäaat. 'Sie'tmUen inweiltM 
Wblll^IleSt, «ich von dt« GutnAthig&efl'der JA^bitor «t 
' Wfcrteagen; Wi« ihnen, auderer Seiti £e' Feigheit ur< 
Sle^nßchieJt darieOten dtMQnelle -vieler Leidto urar. Dl* 
Kukbent« an geographitchen Notiten itt nter diMMt-Uia^ 
■landen nttBrUch nttr kai^. Doch irt diefo »idit gam 
Ufftec 'Acht g»h[*««i». „El vHrd hier iiicht üftnflü**^ 
te^fh,' Hgt'Hm TAhner, in KHcktiohl de»- ttatkra Be^ 
vetfcnung und Induittjs der Japan •» m bantnrken , tiaft 
Ungs der Kftite, an d« wir gieoge^ und dUi lich fiMt 
Ruf T,030 Werste aaid»hnt , lich beiitabe keine Bucht* 
Ifttne' Krflitiniung ddr KSMc befindet, an dbr nicht ein 
▼dkrriche« Darfiage.- S«gar iwiithen de^^DSTfem «rer> 
Abu im Sommer nock Lankhitten auf^efcaat« ' in tvelohea 
L«utfl wohnen. Alle &etchmigen iioh mjt d«nl Piich* 
ftinge, ntit Salien und TrooKnen der Mnt^Dhelthiere. D«* 
Heer bringt nicht« hervor, waa die lapMier nicht äfaen. 
4Jle Artan vo« Füchen, Saathiere», iMowehdn, 5«efe> 






mtH< 



41» 1^ Qkd^odMi« Md itot V«ifiMWig mßiok Mßttm^ 

>iiii9rArt EMBgß •wtMchlD#fWi, «md %U#9.««9iie«»iielüw|fc 
^r«i»b^ 2ätß g«mhlirQU9r'T]i«}|]iiihiM»ertäliU Uf^ Gc^ 
kvmiii ^«d». Iiinr wkd^r. 5«liQn,^lMh auch «einer Aar 
temf^ln Q kt i ü kpdßde «rbliekte er einen ^Meafekpa , jitf 
ÜMi dmehi Sktel^ tu ywmehm fak, .d«£i^ der Gel«% 
|ene deh ilun nähern möchte. E^ wf$Wi^ .ceinea Wimtcl^ 
Dt reichte ihm der Japaner durch das Gitter iwei klein« 
tm^ Mu^im^ M^.:dfpite^ iJHd fü, nr fiAe m ffduMÜ 
4rfifzitatm^..oJi|ae.d9ae «d JjBmand^sfÜifji ..weil «t ihm toai^ 
iheL;^rf#l|en k^lia^ ^ 5« oft ai^ zuvi rGouTerneur yer 
miii^ wwRd^,, «rWP dfr Weg mit.^ner Menge M i ^n $fi kn ^ 
hmm , t;die9. Ni«np^94 iiiterte Mi^£$,Mv ^chadenireudi^ 

Milileiijif efl ^it der Hoffnung der Vefveiimf » «her dip 
B9im^ß^tw^%i9^n ihrep Ver«ioheni^gea nicht*- Die.VfV^ 
tern iPtfv#n 4>ft-dai:eli aengiiBrig,^ F^W^. d^ Japaner 
Pftfiteden. JF«9Li}ien,7,¥^hiItfiia#a» -^ßf ßedj^ngeaen, nach 
*>y yii | rMti $iff;m mpA ^iariehliMigiMi upd unaKhligea 
U|iiki|ifiJih»H*muiter]^o«hen* XMe L^igis dev Ge&agene^ 
WiiQie djireh.*! d^s^ ZutammentsefFen widriger Unu^nd^. 
Ahx^ F«f»e|re des Flotten -Läeutepaata (;)K^iMtow, »«t.ifc 
U^helc! TMKwicMt* Ei^dUch worden m ti^oh Matga^ 

' idM Wr :Gi|!it4 «enthält die Gefohichta ihMM Attf>* 
«ttthalte« iai M4il««ftai«I £>e» GonTer^eur emffieng «e g^ 
«lg, und trug iim^n auf, einf S[M**Qhnft einftQreiflhfn> 
^ sie ta i«d«rin weli^htui Th^lf Ji^aaU.ia lehea, od#r 
in ihr V«lerhlJ|d «ario^aohahrea wüasvhtea. Die Nepie 
giefde de^lappa^r imd die UnJmada df# Da}«|^tnBhlnr• yirar 
«noh kier eine grofte Plage 4üit die Gefanf^oaen» . £< «^iirr 
de ihnen «iMh jiufgetrag^n , eine Semshreihaag ih«er 
«degenheU ahaufaeiiMi. Md darwf enida^d^t^ d^r 

MU»u^ da£s die M9h nwn^M^wm^nßML tentatJiiAl 



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j% ' 'JN|ic*#r ^^ Reeen^tön'ifi 



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I 



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1^ der Kusiitcliei üegiffruihji fl^Krhkftt, MiiieMi^t^ll 
At» Handelf wegen iroB' telhtt dahin I^Äomiift^i» »eyMk 
Als die Japaner durch die Fettigkeit , womit er auf a«i« 
»er Austage imlMTrt»> «♦tfti' der t¥MirllM« iMrieugli wa« 
««iiy wurde 4lis vSekkki^l darr G^figiMitai sehr' erteMl» 
^H . Det GWet^l^ar eW^ffnete itlneii , -dafr'ar «%tt ^hMr 
irnsehuld Hbers^ugt srjr und sie gern« -eBllaisen i»Mki^ 
Wenn er 'nicht - «Alie höhere Entscheidung ahwarten wfiisk 
te , dafs ei^ aber' etnan der "ersten Beamteten nach Mdi 
töhickto wolle y ' um dort die Angelegenheit^ iunir' g»^ 
wilnsühten Ziele zu Ähren, und lielakl,' d«a QbftHigeiwk 
die Stricke absttnehmen« f^^^« 






' X>as V. Gapitm ^tlOßt töiigte inttfrestaste Ntftitte 
€ber die i Sitten^ 'das Lebeil und die 'WHsentehafttclie Bit- 
'd^g'der Japans, t^en Gefangenen 'wu^de ^in )unger 
9fi|aiiii übergeben , ' um ihn ihi RussisöheM tn. usitiv« 
pichten und an die Statistik Yien Ruftland Md «lid«Ml 
£ütHypäisc^tfk<'' Staaten 2q< lehren. -Derselbe* iMtlel seht 
glüektfch« Anlageik und mac&te bald gtbfs« Fortsohtittü 
"Er brachte ihn'en auch 'mnige Japanische Ueb^rs^el^ungeik 
'Eüfop&iscrher Bfioher,. üb«r welche er 'sieb J^lftutvrOM^ 
gen ausbat. DaruHt^ #iirett' iBenföwsky^s Versehwdütiig 
imd Flucht aus Kanlttehatka« eiiM Erdbfrsdlivelbui^ dA 
flussischeti Reichest di^» Geschichte des Yiii^fffSf dar^Hus^ 
aan und ^Engländer in Holland 17^,^; dgl. <^, 'SpM* 
ter kam auch etn^ Feldinessdr und Astronom f" «un ,siok^ift 
^em Gebfauche mehrerer Englische^ matheotttaiciieii Itt^ 
•trumeiite besser zu unterrichten. Die Russen weigenl^dü 
sich abetty ihre Kenntnisse*, mitxutheilen. Indefs kanC das 
l^eujahrsf est Mier Japaner heran, dal sIlK^ehr f^ifairlicli 
begehende , Dte Sitte erfordert, dafs *Ai^«n alla^ seine 'Ba» 
kannte tn der Stadt besuche, und deif Entferntem in Bxie» 
feü' Glfiok wgnsche: Daher ^oKriebeti die J^lmetsch^er 
ikBÄ Wächter einige Tage hiadureh te ih* YisHenehar* 
tan find Gratulationshiief«. — Die Gefangenen erftihreft 
indessen, daik:' ihre Airgelegenheiteu in der Haiil^tstadt 
«ieht am gftafstigsten stfindeuj und eritsciiloseen sich, auf 
de^ Flucht JUtkomg »« suchen. Allein sie ftMiden die 
gHihiiHiMgeH' eift«f ilMrir laiiwM^ii üuwm Uüterti^^ 










IHf Gefi^nffeiie^ wttrd«n tat ihrtni OeQ^gnifff» lü 
«äl^'lMitches^Hftüs yörsetlty dat der Auffll&nin^ iht^ 
Untei^eime.&« ^ndfch ^günfetlger War. 0er Gfourerneuf ret- 
ipr£(ch 'IHneh y^' ijjei' seiner Ankunft in der'HaupttUdt'tich 
M* Ihireii öunsten, x2l Vert^^nden. ' In allen Japamschea 
Diitrfcten'^y i^agt dei' Verfasser, die nichi den "regieren« 
Sen'Mrsten ^ehtSteftl, Sondern Tok Kaiser selbtt all« 
^kti^en, Iteftilden^^sYcli v^re^Abungo^i oder SUftlidlien 
ber eine'I^U in d^ l^rbVinz', "aet andere ikliW' in'<^ 
Haüp^tstädtV ntid i^tlihmi^en' t^^ sich, ib. ^'liei reg^tf^ 
rende 9tMtttlilltl$r berichtet ivitiem CoDegen über Alle^ 
0fei^i^ unterlegt' eft der Itt||iiärutigy uiid bemfilit 'siöh eltf^ 
baldij^i^ nnft^ ei^nscfhtSs ITntscfieidttnt: dei' 9ac1ieii autm- 
Inittelh. '^e* Praiien undr Kinder der in den '^"^orinteift 
lebenden> ^atfbälter blelftefi äUÖeitsiin'Thvei^T^kiteik 
4e/ nktipükät. Dik defän'gerien d^diien ahif^ |dt A mebK 
«It je/an ihre Flübht. ' Si^ #kr tMe^ flfb^tlbiieir lehlf 



«»cbpfrt;^ 4l);i]| liein4«in np\^^ .?pÄiifi«^ii»g»^ .dji^ ti« 
Vtfnhten,. Jkonnten jSi« dj^ ipötbägfn Beqbad^ t tiqgtnr a% 
ftellaiiy, l^nd ihfe V^^ch«^ wax* sehr sutrau^a«T»U..unid,b^ 
«lOMUligte siqh'fiÄiij^iitii^U^ D% .^ft^f*»« 

liejbf^4ie te<;tiiire 4|ulsez|^df ^t^clhr i;Vate|^4fsplje,K^frf 
I(c)iicht9 . ist ihr« If^ebii^nfi^«!^^, A)le $ü,9h/M; ..dieMi; 
'4M- ^d.gedjTfM^» dth«:i9c¥HoUtafe}n^-^ , Ii^ derN^pbH 
vom as* Auf den 04* Äp^ fi^Tt^a sie^.dfn Plan ü^m 



»"I ' ' ■ 1 

I 

I 



Cfig^ y^.^ Qif, FlieheH(deB «I^n de» Serge» ffu » iM»i 
setzten , mit tausend Sf^hwi^e^g^te^ kämpf ei^^ 7 Näeht^ 
lang ih«9. B,ei;fe fort. J>i0.<$ag9 brachteii^ sie in |i9hlan 
und nnter GestrftuoHen jn f d^e . NJIchiteL h\^09(P^n ß*^ 
|a>er Felsen nnd i^lüfte. Sie «nreicliteii das yf^r de» 
Meeres y aber nirgend« imi^n^ Herein Fahz^Mig » ' «u efl» 
konmien. Endlich würden sie eingehohlt und nach Mal- 
ftUi cbrüe^efahrt. ' Die Japaner behandelten sie wMer 
«treager»' «her leigtea keüieii Gt^B, * wi« d^^iüMitf 



\ 



■kJiig'IHNr ihr« VhidkUi £ii41udi kmn ämt yMift^i 
near an, und liefs sieh die Gefangenen Torstdlen) 
▼arfprack, fftr iht Befstes zu lorgen. 

,Cap* IX*' Die befangenen wui^q^n ^ ^ieder , ,ili| * l^y^ 
Wolinutig gebracht und ^ejps^r bewirthet, . als je ;(tivor« 
Sie Valoren jetzt ihren treuen Freunjl»; den Dolmetscher 
|r<r/fc€, der n^it dem Gouverneur i^ 4ie H^tjp^tadt gf ei^, 
Golovvnin fieng jetzt an, die Begebenheften s^i^ei ,Ger 
fangenschaft aufzuzei,chne|i., . Jn) September er^ielt^n 4i(f 
B.uif|enjJBjriefe von der Fregatte. Qiai^a^, die wieder nac]| 
Kunasc^r^ gekommen war , uvfk «icl^ von. dep^, S,(^ck/{al« 
^ Ge/aq^ene^i «i| ijmteVri9^hten' ui|^ sie zu be£reie% 
J)ief$ g)|tb ,|Luchlye)ca^l^s,9iing ^ur.Äus^oloifing mit iHx;eni 
Oplährtoi Moc^r» Xndef^ jr.|fq;b der n^Uß Gouyemeuii'r 
pie jp|^aqh?^ichte9y die.'t'eske aus 4®r. JEIauptst^dt, schrieb, 
war^ j^n^^lls yffinig tröstlich, endlich aber erfuhren sie^ 
^plij^iu^ jRpgieping' üb«ir.ihrp Aitgeligfnhi^t^^^ ^ine. Re- 
iiplutio^|^^fafst^habe,^4ie a^er^^^^ |ai| der.An^ki^f^ 4^ 
*wi*. ^ffli^ff«8"y* ^^***»r* werdeii i^oUte.. . 



I n 



' Oip. X. 'Mftd^ neuen GoUTerneut Itsüt atldhTesli!^ 
#iedeir äti^ ^er H«iiptktadt,' ferner ein Gelehrter * der Aka^ 
d^telV und' ein HolI^ndjsbh«r' FohttetscheT} die dnrcfil 
fleh' lAk^Ang raik d«i «Kus^ii tidi i&er Manches unter« 
«l«htdh'^ilrt^«ett.' GoloWnin £an^ sl^^in der^^atMihatO:, 
und letttern jn^r Gramteattk* wohlunterrichtet. ^ Ba^ 
VethllUnif^' mit Moor- machte ^n 'Gi^fangenen noch tiA 
Whruh*'.-^ *'lÄi'Jnnms erhielten sie Nachridht von der 
Surfidldkünift W DiänttiJiAchJCIhnaschür, -dnd die'^Ertaub«» 
nifs, dals Alexei und ein Matrose abreisen durften. Die 
Utaterhdiicßuhgeii giengen günstig , die Russis6h6 Fregatte 
igelte nach Qchotzk '«urfiök^ um Verhaltungsbefehle 
in hohlen, '^ulid' den Gef&ng^^n wurde ang^ezeigtj daXs, 
wtarf d^ Eiissi^he Schfff die geförderte Erklfirüng »räch-' 
te, sie befreit tmd zurückgeschickt werden, cihstweilen 
«bei* nach Ghokodad^ reisen sollten. ' ' . > 

Cmi, XI. Am 30. August reiseleii die Russen, nach* 
4?#. W V^«P ^^ Bean^^g^l . jtsjfiibirteii ikbacli^ed g^mz 



N 



iMMtaSf nach Chakodafh «b* Gbeg«ai£iidB S«pt«ni- 
b«r« «rlulirfB sie dor| die Aiikimft der DiMia ü| £dom9»' 
mit 9m>9$. September Uwt fie «iidlich iVK^hakodatK tm. 
Kacia tinigtn VYerltaadlwiiea «nrd«» dndUch 'Gok>fraw 
und feine j^^efäbi^n entlfttten^ und kehrlen nfich einer 
Gefangenschaft vqn 2 Jahren/ 'd Monaten und 2Ö l'afam 
iMf diel Dfiui^ suttfd^i - .V - .o . . • < ^V 

Im XII. Capitel erzählt der Verfaiier noch die Eh« 
icnbexeigungen bei der* "nVBBl&ig, ihre Abfahrt nnd 
d^n Tod ihrei Gefihrten Moor, der in Awatseh€*Bmy 

Alu diesf9l>^^afl^ Auaxtiffn 4#n sriF;Uiit^ X^t«m 
apliul^ig . f u .Pf yn ^la^btvn, .wpirdm 4e ^mIun»^ mm i«% 
^mtw'f fM^^aac^chte :dvi.W A9i«)M9Mta|ft..M» fM 
BMeirknngepiL,. iM<^^^;.V#i;ClVW^ii»Kr 4if ^iMwf ,.,di» 
|;^ii;«phtmige||,. dan.t CbajuhteK. ^ ; Alf aM» >» MPW <ii» 
^Mtilf arird .Bw:a4be uh ^Hiifi(*>i» Ban^ mttlieU«»>| 
Wira;v|p..^ Saehaf d^ a^ftfülM^mi, iUbar diAi QhM 

ap wiir)d^»,jy.rj>u Gifftten^^^rL alMm a tn jyraahilP» %\\ ä m 
f^ 4K^. Vey» Am Apsicimf ^mgüefw^wM^ YWffrtiteui 

' tiie 'hhktfgkeU dir Cf«MrV/<»zttnf ' kan^ Keferent' we^ 

Sn ' litanget "' dek Original», ' n)chV beurtheilenf i einzelne 
mftelheifen 'ichreibt er 'alier do^h anf ' Aechhünig: d»m 
Vi^er8e\t9ti:^ 'Die belj^elej^e '^äTr/l ätellt in leichten 
Umrissen die Itürifisch^n ;tttselh'^'^nd! die JLreuzfahrt der 
IKana dar. ' Eine trfirdige 'l&ugabe iet das FortrSt des' 
Täkatäi^KäCki: ^^ ' ^*"' ' ' ' '•* 

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I .! ^eph i. > £ei» his^mrUcker Vwrsüih eu'Mai^msi, 
^rechter Würdigunt^ Von Uhr. C^rjstiai^ 
Mi^LLEtL. Zwei TheÜe^ MmmZf 1B17« 8* ^ip 
. MnJL 646 4*. 

Baierisclier SclirifUtell«r den Gegenstand dieses ' Buches 
l«lir]|«tet» 'imd^lBa£i^ irfit' der KthjftHaAt iii'wecliseU 
•eitigei' BcVf^ng ;^4Uf llem Standpunkte T ftkf '^en beidtf 
Mi^h |XAi% Üßi^illf ffiin 7dJ^# /.^ Regi^nteg g^tebeuf 
^rtfnUii<%indJ nacb 'i^äbrM^IMento^l6chtttngc» belene 
Md ^tetesfellr hsk-, tAid g^iMjft, er klte^ di^ Tilge seiüe^ 
ftfiokÜ^^ liiirse ii0 BaiSHi Itifeht ^>/^^ 'vet«midea ltl»M 
B«hy ids duteh' die^Au^üQü^hg-eiheitlK^lii ditestr iätidlie.'^ 
Wtff" sdHd aber nacH Hier Leetare -si^iA^r '^^ft^vf^^>dtdcetf 
Biiida ig^ Aicbt seinet-4!^efi^ng/' liicIit^arUlfl^", #eif 



Xaben,^ wa^ sft fü^Müne&fn.^a Noth, glaubt,. üp^xidern weil 
dieses fängst .Katj^^ nra|t ^^^r Verfasser so. s^lbsj^gffXl^g^ 
&rbr(iigt , . u^ . , <i»inep {pTpIsen Theil von , , dem f W** 
^a^efT £init , was e{ ^v^ .iu ||<^ben|Ters(richU. . W€xf$n^ 
^eder^. Hühner^, Biünrfmjf^^}f^.^.,W.^h9hen: l^^^ ihreflt 

^^«9»*^^ «ejKW. in;s^Ap«f« ias?(^,,,,f,ü|r bessere. Bi^r 
Schreibungen der Stadt'" und ^ ihrer Mer^vi(ti]^digl(eiten| 
Günther für eine bessere Gulturgeachichte von Baiem» 
fiannlich für einet» brauchbaren Katalog der Gemälde« 
Sammlung, und alle UatuhaltungtbUUt^r für bessere An- 
sichten über die Bühne n.s.w. gesorgt, als der Verfais* 
ser, atu diesen Quellen schöpfend , gethan hat. Von ei* 
»er Entwicklung der weehtgUeitigen Bmehung^ xin der 
Baiern mit seiner Hauptstadt stehen soll, haben wir 
nichts gefunden; auch kÖ|inte diese Beziehung wohl keine 
andere seyn, als die, worin jedes Land mit seiner Haupt- 
stadt ttehtf Zu einer hUtoriiohni HUrdigutig dessen, was 



Biücloar ^ MäeentUtnJm. ff 



IMt 18 MirMi fMMi, fit « ioiMi m frfih^ 

ifllwn%. Ma stt.angtr IUIuhhi» «m tfasrin didb 
«ifsMtällcB, d<r Veiittfery dtr kauaiS./«Af^ 
im-dm^Aii^tatadt Itht^ mit Baieni tmd Mincti «A«ii««IK 
Ipoi 1%tiiA2tiii«t«a . tu wenig: trevtraut, ii»i itte SüOidA 
|Riiikt.wc4«r.lrei, JMiok Minr Avatenmf en irciMMilf 
§mtufi' nm ift.'*d«r Axt Etwa* tu* Mfisi. 

Dm 'Game üt nLchU wcitMr, 'alt ein ausfuhrliehet 
KatmUg^ von dtn ScTtauwürdightittn^ von einer andern Art 
Aetoritciier Emplimie, alt er an Westen rieder. Kitters* 
Iiaasen,' Granier, u. s. w. tadelt, CberfHetsend, und mit 
älltSglichen .Gremeinsprüclien über die Geichlecliter , ge- 
•elliges nnd'VergnügiingsleBeny u. dgl. autgestattet. 

B^ jertta Abtcbnitt, MmUrn mmd hmUrUth (H) VmU^ 
lut;, . aU,Uxi$enib^h«ilttiigen., die Ault^inflei»: Silber-« 
bUolMK?) im Volksleben« r^ Hob« Momesita Saiana« -w 
SaisaK JUodwigJY. an4 sein I«^«a f ftr t Vatariand wA 
Tolk — imd soblialt^ mit d^nt Gapitejc .Vafdaimt« H»|w 
4iguag dam GaniuaMind dam Ve«diaasta. «^ Dnt sw«it# 
Abecbniti, TotalMudrifeb um4 phrwufht Jii(««^JMkai» dar 

Stadt ba#4<Bl^(^ 4 ^lüttm^ xom lUini^t dm Lag» iagp 
Stadt, GaSalu:«nd Sjcbentiige^ Amtalten gagfn.4ie. Za»« 
atom^gevt 4er.isar, BafopratarböHa «,s. w^; , da aber -«11% 
As^abea^naur a^sJÜiji^ar antleb^t sind, i« giebt er kei« 
ne Ausbieuta am :Neiieiii.— Det iwaita (dntte) Abndmitt^ 
wnwhmiird4s0 ^fthichtUehs Mmmentß^ dir ' S^md» , enttU» 
«iia Gaacb^cbta dar Stadt, und beginnt mit der v4thiit0f> 
riichm Zas't.fiiiaf 0|M«y datien Erbauung hittonscb be«>*. 
l^nt itt^ To* iUnAftmemiun^ Gotben» iMid schliaiali 
anit dem Varsqbonairungtgei^te find «ine« .Vorbitt»^ m4#i 
aaten Tbi|vmf an den Thor^ 4tfben m laftip,. tmH -rn 
sie alt sind ( I ) IV. TüpographU und,St9$i'*ih d|f S^dt^-^, 
Aus den polixeilioben Tabellep führt er das Resultat der Zäh- 
'Umi'vtimSahri 18x5 an. Dein lufolge betrug äie Bevölkerung^ 
" Miliaretat . - - - 5,600 

Sechs VbrstSdte - - 18,659 " 

*t^aara ytadtri^el - 35)765 



V/«"> 



60,014 Maataban* 



\ 



t 



/ 



fi /.ltjlM#iH Jkäc0n^hM)k 



i^tm, . Vi. N0h€,Umg€humgmt^m9Ü MftnaAcn, . VII. BU 
ffänn^Tf WO «r i}iiM»ii»ilo]>d«rr Bfaagtl oa wiiiiihdliti Qwn 
(Ulli vor«eirfl, icin Vorviivf, dar Mer iem .5iytai»#«i0if 
^ISlo«ttte» .Mftl g^tnacht wird.:i A^leh «lOiitfn^ ftieK em 

Sprache soll )etzt Im «tia^slanHAiig' Jtnatimles'i: clm^^sf 
FtmmdfUch^ weüan4 in Melissen^s und Celandex'a Schrif« 
ien ' eingenommen hat.' — VIII. Die Frauen. In /dem 
seltsamen'^' tändeinden Gewäsche über sie wird den MÜQch- 
Herinnen besonders der grq/>e Fi</f\ . und MAngtl ^ 
Mutikarilßgen ( I ) zum Vorwurf gemacht. Letzterer Vor- 
wurf erregt keine günstige A(|[einung über die Bcobach«^ 
tungsgäbedes Verfasisers. IX. Geselliges und Vergnügiiiigs* 
Ißh^n, X* Wisiffnsckttfi, Der Verlasser lief eH -eitie^ gan- 
te Tattts^he Cultuvgedchichte; um «^ auf die Hof « «ind^ 
G«»ta«lhiä)lioth«ie zu^ kommen. *-« XI. 'BildiTidd^ J^wtst'. 
MHi glai«har. Ausführlieklh^it' ll^andilt, aher Mäei^ däi( 
Iwaaar» Abaohnit$e. -^ XII. Theater und Hpfnafr^lU.^ 
Uli* Merkwürdig» Staat saniHilten'j näanlich: fltatikisek^ 
tvpogni^hifches'Büreau, Heichrsurchf^, SteuerVerniessunge« 
«ad Kataster ^ Gdmmitsi^n'v uncF ike kdtiiglfche' Mfin- 
M. •«- XIVv B«kii»€i ufidf^Umeiliehe /Hfsfft^tr,' deren <äicht 
#im IiOB amäläit wlrdi --^ XV. iTühtthMkigkati^ dnstmh 
•m« Hier' wird der' Eittrichtung' d^ Sfi^iifa^B^ätiihausev 
als «ftter^er merkwürdigsten Anstidten gedacht: die Bitt«» 
«£ohtung rdeSselb(6n >cheitl% wirkliefi atröü. -«nustethaft. 
XVI. Fernere Uhtgehungekr-^ AusfKige üach den nädk< 
stea l7m^rhaltuBgsorte»^ und 'in?s Baieriselte ' Obet^nd, ' 
«ndenStaro^erger-, KoohM^, Walehen* und Oliiemsee^' 
»ach Mi««b«ch ttnd Rifs^hefm, den Wendelstein u. s.w. 
Ben-Mschhifeinabhf'eftk-ieeibhes Capital von NacUtr&gen 
cn dem'gahz^iT Weir&e.^ '> . .» : . < 

So verdienstfich ein und das Andere ist i und tQ get^ 
we wiif dasselbe auch anerkennen, so sehr müssen wir 
uns gegen die ganze 4/ilage erklären ^ so wie geget» die 
Arrogant^ die.sich eih^r Seits, und das i^cA^InfÜMm, du 
•ich Anderer Seüa wieder -ausspricht. ', 



/«4 li . 



Gemälde von Norufegen in politischer^ historischer^ 

- * .> ♦ ^ »■ 

statistisch' geographischer und m^rcantilischer 

' JJinsicht u. s. w* von einem gebornen Normann. 

Hamburg 1815. 8* 



Das «ngenseine Iat«rcti0, was Europa und btfondar» 
TeutacUand an den neuem Nordifchen Ereigniiten, ))f- 
flonders an den Schicksalen Norwegens nahm, ist di» 
Veranlassung der y erliegenden Schrift« Sie gehört jputhiii 
SU der Menge von FlugbläUern, die das Bedfirfnils -^ 
6ie% Augenblicks gebiert und die nach Erreichung diesea^ 
Zwecks der Vergessenheit übergeben werden« Neues darf 
man in dieser Compilation nicht suchen : das Alte ist je- 
doeli aus Dänischen und Teutschen Schriftstellern tiem*' 
fiolt befriedigend dargestellt. Ein Hauptmangel , den man 
dem Werke vorwerfen kann, ist, dafs die beiden Haupt« 
b€c1ier über Norwegen : Thaarups neuesÜB Statistik und 
Hausmans Reisen nich^ benultt, oder wann dieli 'is.go* 
schehen seyn sollte, nicht vollständig benuttt sind« 17«K 
hrigen» leichnet sich dasselbe durch besser gehaltiMtt 
Styl and durch xweckmäftige Anordnung der Materiem^ 
^«r Manchem seiner Brüder aus, wenn man es gleiek» 
^etft Gansttt ansieht, dal« kein Normann sein Vaifaiser 
t^a kann* ^ » 



N 



^ 



IL^ise nach dem Defnermy nein ^iner Seschrei* 
Vuns der Niederlassungen daselbst f so wie je^ 
'ner am Essequebo , JSerbici und aniern be* 
hmchbärteh Müssen von Guyana^ von Ä Bo- 
x/jr«BJiau« (Aus dem Englischeri übersetzt* 
Mii eimer Landcharte. iLeipzig I8l3. 8* 



•\:\.^' 






" Die Efsdieinung der BolingBrokeicheii Reue fällt ge- 
rade hi den Zeitraum, wo es so schwierig war, aus 
tagland litemrisclie Nacliricliten zu erhalten , dalier denn' 
45© Anteile des Originals für die Ä* G. E, verloren ge- 
bogen ist. Wir würden auch die Uebersetzung über«^ 
gehen, da derc^n Ausg'ahe bereits i8i2 erfolgt ist, wenn 
wir es nicht für Pflicht hielten, bei dieser Qelegenliieit 
nachzuweisen , w^s für Gewinn Länder - tind Völkerkunde 
Von der Bolingbrok eschen' Reise gehabt haben. ' 

-"r-tPkt 't'6rfaft^«r gieng 1798 aus London nach '■ Sti^tti^ 
«)i^^ trat daselbst als Schreiber in die Dienste eines der* 
lilffta'Rkiddlähifi^hAuses und wkr zuletzt bis 1HO8 Öffentli» 
^^ Aueti6AAtOf auf' diesem Platz^i Während seiner An- 
i#«t«nheit Hatte er Gelegenh^t, verschiedene' Reisen 1^^ 
Mm l>ewahnten Gegenden der Cohilni^ zu unternehmen; uttd 
diese beschreibt er in dem vorliegenden Werke in l7Capi^ 
telp, iDd,em er sich zugleich bemüht^ das Ganze in ein 
geographisch-stattstisch^htstorisches Gemälde einzukleidei;i. 
Allein leider fehlt es dem Verfasser theils an Umsicht, 
theila ai^ Vorkenntnissen ; was er als Augenzeuge sah und 
berichtet, ist zwar zum Theil neu, zum Theil aber auch 
Xitfserat unerheblich, und seine hie und da eingestreu- 
ten Bemerkungen meistens blofs oberflächlich hingewor- 
fen. Ueberall zeigt er sich als einen grofsen Vertheidi- 
ger der Negemsclaverei , und wo er nur kann, panegy- 
ridrt er dtt Betragaa der Pfianaer geg^a ihre Neger* 



\ 



Büther r Recensiohek. §t 

I>as erste Capittl besclireibt die Alireis« 4ei VtfrW 
^en Ton Liverpool; aeioe Ankunft auf der Küflt« von Sfid^ 
•merica und h\xi dem Demerary , dessen Mfindun^ er ain« 
ter 6«» 50' n. Br. and 319«» L. tetxt. Er ist hier doch g«4 
f^n } geographische Meile breit; vor seinei« Mtindnng 
breitet sich eine ^ Meile grofse Barre aus, die mit grolsea 
Schiffen nur zur Fluthzeit zu befahren ist. Die Ufer deJ 
Fliassee sind äufserit reizenfd und mit PUirtagen bedeekt. 
Kr kann et#a 90 Meilen weit befahren werden. 

Zweitet CapiteL Landung zu Stabrök. StabrÖk ist 
die Hauptstadt der Colonie Demerary, und gewiseermaa* 
isen auch der von Esse^uebo , da er der vorzüglichste' * 
Handelsort in beiden Colonien ist und die Producte der- 
selben ausführt. Sie liegt am flachen Strande, ist mit Ca* 
nälen durchzogen und hat hölzerne^ aber ziemlich gut ge- • 
bauete Häuser. Frisches Wasser mufs weit hergehohlt wer- 
den , da es um die Stadt her keine guten^Quellen giebt untf 
^as Wasser Aes Demerary salzig ist. Die Plantagen sind' 
mit Caffee, Zucker und Pisang, weniger mit Cacao un^ 
Reifs bestellt: Wind- y Wasser- und Kofsmühlen umge- 
hen die Zucker - Logies oder 3 Stockwerke hohtf Scheunen' 
d^i^affeepflanzungen. Die Colonie ist im Zunehmen, und 
täglich sieht man neue Fflahzungen entstehen. 

Drittes CapiteL Ansieht von StahfSk. DieB^ftlke-i 
rung besteht aus 7,500 Weifsen, 9,000 freien Farbigen usd{ 
£^000 Negern. Es giebt hier noch keine Gastl^Ö|e. • Schil« 
&rung der dortigen Lebensart.^ UmherziehendeSchautpie* 
Igt aus JSTordamerica. Beträchtlicher Handel« . Klagen fibef» 
die Tlieurung der mechanischen Handwerker« Gute Polizei 
Das Hospital zu Labourgade, das einzige Krankenhans der 
Colonie. Zeitung von Deiüerary und Essequebo, die wo- 
dhentlich zweimal herauskommt, un^ die K^ierungsiie- 
ybhlüsse Holländisch, die Tagesneuigkeiten Englisch erzähl. 
Papiergeld in den Colonien , doch nur 100,000 HoUändisOho 
Gulden in Zetteln, die von 3 Gulden bis 6Stüber lauten. 

Viertes Capitei. Pemerary^s Juaitiz Verwaltung. Dia, 
€olonie hat einen Gerichtshof von 6 Mitgliedern, wovon' 
tliif^T nur einige studierj^ haben} die .Appellation gieng bic«^ 

N. A. G. E. JI.Bds. i.St. F 



\ 
I 



A 



^0 ' Bücher,- Rgcensionen. . 

ker nath dem MutterUn^e. Handel von Demerary ; vom 
5. Jan. 1806 bis dahin x8p7 giengen in 221 SchifFen auf 
an Zucyr I9|3S7 Ozhofde, 474 Tierces und 801 Batils, 
an Hum 4,722 Fässer und 17 Oxhofde, «n BaumwoUaf 
23,604 Ballett und 2 Pack, an Caffee 12,390,102 Pfund, 
ain Melasse 1,694 Fass. Das Dorf Kington ^ ganz vofk 
Britten bewohnt und se^it 1796 entstanden. Die ihrigen 
Oerter sind Labourgade, Cumingoburgh (eine regel- 
mäfsige Stadt mit 6 Hauptstrafsen und eben so vielen Ca« 
Hälen ) Bridgetown, Newtown, Werk en Ruck. Etwaa 
Über das Klima der Golonie; völlig tropisch. Die tro* 
ckene Jahrszeit ist sehr schön; die gröfste Hitze fSUfll 
Morgens von 7 bis 10 Uhr , dann erheben sich Seewinde, 
welche die ganze Natur erfrischen, und bis gegen 10 Uhr 
Aben^ anbaltem - Im Auguste wüthen die Orkane, di« 
hier doch in^blofsen heftigen Windstöfsen bestehen. 
Die Lufttenaperatur ist aufserst veränderlich: Nachts fällt 
starker Thau , dev^ nebst den vielen Seeen und Sümpfen 
das Land für die Europäer ungesund macht. Qoch wier 
Überall in d«n Tropenländern, so auch hier, ist weniger 
das Klima , als die U^nmäXsigkeit der Europäer Schuld an 
der grofsen S|;erblichkeit. Der Hautausschlag Y.ams ist 
endemisch: der Chiloe oder Jigger, ein Insect, das sich' 
aWischen Haut und Fleisch oder unter die Nägel der 
Fufszehen eingrabt, doch wohl kein andres, als der pu« . 
Vm penetrant. 

Fühfus Capitel. Pflanzungen in Demerary. Zustand' 
d«r Neger. Bemerkungen über den Sclavenhandel. - Dar- 
Verfas^ nennt die Sclaven nie anders , als negro peasan« 
try; er schildert sowohl hier als auf den Zuckerinseln 
ihren Zustand sehr anuehmlich und behauptet, dafs sie 
es häufig weit be'kser hatten ^ als die Tagelöhner von 
Altenglaad, und dafs die Versetzung derselben aus Afrika 
nach America eine wahre Wohlthat sey. 

S€chrt€t Capitel, Essequebo» Der Flufs ist weit grö- 
fser, als der Demerary und bei seiner Mündung 4) geo* 
graphische Meilen breit. Er hat in derselben -die g Inseln 
Walke^iaa^, Leguan und Hog. Diese Inseln sind mit 



Mächer - Recensiomen. 



81 



PflanxiHigeii l^edeckt. Efsequebo steht mit Demerary ua«* 
teir einem Gouvernement ; doch hat es, wie J>emerary, tai* 
neu besondern Gerichtshof, aber nur ein. Poliseiamt. Dar 
Sitz der Verwaltung und des Commandanten von Essequ^O' 
ist auf der Fortinsel , 3 Meilen von der Mündung dea 
Flusses. Das dabei angelegte Fort ist gani verfallen, und 
Terlassen. Man bauet Ijier Caifee, Cacao, Indigo und 
Baumwolle» Die Colonie hat sich erst seit der firitti- 
fchen Beiitznahme gehoben ; man rechnete hier etwa '^oo 
Plantagen mit 1,300 Weifsen und uß bis 28,000 Negern. 

* Siebentes Capitel Die Indianer, die um den Essa** 
quebo , auf der Küste zwischen dem Esseguebo und Orl-" 
Äoko wohnen, sind Caraiben , zugleich die lahlreichstca 
de* verschiedenen Stämme von Guyana. Die Worrowt» 
nehmen die Küste zwischen Demerary und Surinam ein; 
die AccawaWs visrbreiten.sich um die -Quellen der 3 Flüsse 
£sseq^uebü, Demerary und Berbice; die Arrowanks woh« 
nen hinter den Worrow^s. Der Verfasser schildert jeden 
dieser Stämme besonders^ und erzählt bei. dieser Gele^ 
genheit die Reise, eines Hildesheimers, Hartmann ^ der UUk, 
1740 den Essequebo befuhr und aus demselben in den, 
Bio Negro und Maraiion gelangte. Wir kennen dieften 
Keisenden bereits durch Condamine» 

Achtes Capitel. Berbice. Der Flufs liegt unter 6*' 
so' n..B« und ist bei seiner Mündung nur etwas über { 
Meile breit. Eine Sandbank hindert die Schiffe an dem 
£inclariren, und diese legen daher lieber in Demerary 
an.x Zucker ist das vorzüglichste Product : man bauet . 
aber auch Baumwolle, Caffee, Gacao, Tabak und hat vie* 
|es B.0UCOU zur Ausfuhr. Neuamsterdam, die Hauptstadt, 
lie^t in der Gabel des Berbice und Canje; die Häuser 
sind meistens mit Pisangblättern gedeckt.: Zur Beschü« 
zntig dient das Fort S. Andreas. Die Pflanzungen Uegen 
theils am Berbice, theils am Ganje. Die Bevölkerung 
besteht in 2,500 Weifsen , 1,000 ^eien Farbigen und 
40,000 Neger n. 

Neuntei Capitel» Das Gouvernement von Berbice ist 
von dem zu Demerary getrennt^ doch gelten hier dia 

F 9 



94 Mäiher - Recensionäm^ 

BämH«]MQ OeseftMy »U dort. Ntchriekt von eunMr 
tttibst 1803 auigebrochenen Insurrection der T^ppen^ wo» 
V»l die Indianftr &iur BeschlUxung der Regierung herbei« 
«Uea* ' 

Zehntes Cajpiteh Zustand der Pflänvungen am Abarjr, 
MaKaicony und Mahaica , kleiner Flüsse zwischen dem 
Berbitie und Demerary ; auch an demPomaroon, welches 
auf der Westseite des Esse^uebo gegen das Spanisch« 
Gayana hin liegt, sind seit der BesiUnahme der Britten 
Pflanzu|igen entstanden, die ein Militärposten deckl^ 
V^brtgena haben die Britten das System angenommen^ 
TQ^üglich die Seeküste anzubauen, da. die Holländer da- 
gegen aus Furcht vor den Flibustiera die UmgeibungeiL 
9^ Flüsse Torzogeii. ' Baumwolle geräth am Pomärooa 

Eilftes Capittl. Vermehrung der Zuckerplantagen auf 
dem Continente« Die Zuckerinseln sind meistens er^ 
ichöpft; die reichen Pflanzer suchen daher auf das Con« 
tinent der Tropen weit, wo der fette, rerchliöh bewässert« 
^^B6den ein ewiges Gedeihen rerspricht, ihre Pflan^ng«i)» 
:ttberzusetzen , und vielleicht in einem Jahrhunderte dürf- 
f6n jene' Inseln fast ganz verlassen seyn und ihre Cultur 
•ich auf der nördlichen Küste von Stidamerica wieder« 
finden* Schon ist dar Anfang danu gemacht. 

ZwdlftgsC4ipiteh Zoologie, ohne Werth. Der Ver* 
^ser hatte keine Vorkenntnisse ron der Naturgeschichte» 

Drti*ehnt€9 CapßteL Botanik. Ebenso* 

VUrz€hntt^ und fünf z€kiU€9 Capitel. Beide sind gröla- 
tastheijs histoxi^ch^ Inhaltt und ^ gehören nicht hieher. 
Nco. war es Kecenaesttn ^. daXs die Britten zu der Besita«. 
»ahme der Golonie von den Pflanzern seibat herbeigeru- 
fltn^ waren. Etwas über den Schleichhandel der Colon^en, 
Üb«r den Aufruhr der Buachnegor H^d. Über Cayenne^ 
worüber wir neuere Berichte haben. 

Sechizthnt€s Capitel, "^Credit der PÜanzet, Der leti«* 
te Brittisch - Holländisehe Krieg und die Folgen desselben 



r 



B&eher «- Reeensi^nen* 95 

wmf der Golonie: Ofirr» und Mangel; Einife tolida bt* 
lumnte Nachrichten üher Sttiinam und 



SUhtnMihnus CapitgL Allgemeine Bemerkungen nnd 
einige Notiien über den Orinoko und die umliegenden 
Gegenden, die eben so wenig etwas Eignes oder Neues 
enthalten.' 

Di^fs wäre nun der Kern von dem, was sich in den 
17 Capiteln der rorliegenden Reisebetchreibung findet; 
Wir sehen, dals es dem Verfasser nicht am Willen ge«' 
brocken, uns eine befriedigende Uebersicht über dies« 
Colonien in geben; aber theils war er nic&t de^ Mann 
dazuy-theils befand er sich nicht in der Lage, /Officiella 
Nachrichten benützen und einziehen zu können. Dema* « 
rary, wo er zu Stabrök angestellt war, ist am besten 
und weitläuftigsten behandelt, doch ist nicht einmal der 
neuere Stand der Bevölkerung mitgethejlt', so wie es iXhtit* 
luupt an allem statistischen Detail gebricht. 

Die Üebersetinng ist fUefsend: ob sie tren aey, Iflann 
Recensent nicht yerbürgen, da er das Original nicht 
Tergleichen konnte. ' Wahrscheinlich nahm sich indeJQi 
die beigefügte Charte von den Flüssen Essequabo, Dt- 
merary und Berbice im Originale basser ans. 



•«■^«MMi^iOT^«« 



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Charten - recensionen. 



!♦ 



Grgfser topographischer Atlas des iSTö- 
nigrßichs Baiern. Siebentes bis eilf* 

r tes Blatt, Müncheny im königliqh Baierischen 
topographischen Bureau. l8*7« ' 



Im Jahre 1513 erhielten mr die 2 ersten (siehe .die 
Ilecens. im XL. Bände unsrer A. G. £ph. } im Jahre 1814 
abermals 2 Blätter (s. A. G. Eph. XLVIII. B.) und im 
Jahre 1816 wieder 2 Sectionen- (A G. Eph. ,L. B. ) dieses 
▼ortreflichen Atlasses. Da derselbe nach einer vorläufi- 
gen jedoch von uns nicht zu^verbürgenden Nachricht nach 
dem ersten Plane, (der aber jetit nach den neuesten po- 
litischen Ereignissen wohl einer Abänderung unterlegen. 
Haben dürfte) , aus 126 Sectionen. bestehen sollte (web* 
che Anzahl uns sehr grols zu seyn dünkt ) , so schien der 
Anfang dex Herausgabe auf eine Dauer voil 63 und mehr 
Jahren bis zur Beendigung dieses Atlasses hinzudeuten, 
da jährlich nur 2 Blätter erschienen, und im Jahre 1815 so- 
gar keines. Diese eben nicht erfreuliche Aussicht scheint 
|edoch jetzt für das geographische Publicum eine gtinsti- 



^/ 



Charten* Reeensi^nefL 



97 



§tTB Wendung genommen vm liaben , deren Orund man 
geneigt i«t^ darin «u tuchen/ daft d^r thätige- königlich 
Baierisclie GeneralHeutenant Freiherr von RagUvich {ettt 
die Leitung der geographischen Arbeiten des Mfiochnev 
topographischen Bnreau Übernommen hat, und der rieh 
dftditrch vollkommen tu bewähren acheint, dafs wir inr 
diesem Jahre (id*?) ^tatt mit aweien», dietesmal mit ffinf 
neuen Blättern dieses Atlasses beschenkt wurden 



Zwar ist der Ton uns mehrmals ausgesprochen« 
Wunsch den Lesern eine ausjiihrliekg NoiiSy über di« 
astronomische Vermessung von Baiem, und den Plan dts 
ganten Atlassts, mittheilen zu können, bis jetzt noch un» 
etfüllt geblieben, allein Reoensent deutete bereits ]>ei Ge* 
legenheit der Becension der beiden letzten Blktter auf 
die Vermuthung hin, dafs die neuesten Gebietsverände* 
jlingen des Königreichs Baiern, wohl auch eine grofsa 
Veränderung in dem ^lane zu diesem Atlasse veranlafst 
liaben mSgen , die es den Herausgebern vielleicht bis jetzt 
noch unjnöglich machten , den eigentlichen Umfang des« 
selben zu bestimmen. Das geographische Publicum wird 
sich daher mit diesem, übrigens gerechten Wunsch« 
▼or der Hand noch begnügen müssen , bis die Zeit auch 
diesen erfüllt; Recensenten bleibt demnach auch ni<ihta 
weiter übrig, als eine nähere Inhalttanzeige der neu er 
schienenen Blätter zu liefern. 

Das trsit derselben, oder das siobenta in der «r* 
•chienenen Anzahl hat die Ueberschrift Augsburg, und. 
die Bezeichnung Ii, deren Bedeutimg erst ein Ueber«. 
STOhtstableau Tollkommen erläutern wird« Es stallt dia 
Stadt Augsburg im genauesten Grundrisse, dan Lauf 
des Lech» von Ottmarshausen bis unterhalb Gersthof en, 
imd die Vereinigung des Wertachflusses unterhalb Augs*. 
bürg mit dem Lech dar, ilnd umfafst die Gegend um 
Augsburg, Friedberg, Aichach und Altomünster. Dia 
Zeichnung ist van dem Ingenieur - Geographen Hrn. Qr—n^ 
und der ätioh tou Hrn. £d^r; , beide, Zeichner und St«»> 
eher 'Verdienen d^ nusgezeichaetste L(^ ihrer Tortref* 
liehen Arbeit. 



/ 



8» 



ith^i^ten^ R^^Mn^ip-nenk 



t Da» ftffittfy o4er d^r Zakl nach das 8^e Katt, ^at di» 
Be^eichnuiig II', und .die U9)>er$cliri£t fVitnlbach, stoUt 
folglick oben an das vorerwähnte Blatt an. Es enthält 
den ferneren Lanf des llechs bis «um, Dorfe Oberndor^, 
tinen grolsen Theil des Donau -Moos^es, und die ganso 
Gegend um ^iberbach, Mertiogen, Aindlizig, PöttmeSy. 
fcbrobenhausen f In^enhofen und Aichach , welcher lets« 
tere Ort j^um' Theil mit auf diese Section .fällt, und ii^ 
dessen Nähe die^ Ruinen des Stammschlosses Wittels- 
liach liegen) nach welcfhe^ dieses Blatt benannt ist. Au- 
Iser dem greisen Lechthale und dem Donau * Moose ^sf 
fast die ganze Gegend init Icdchten Höhen bedeckt, dereii^ 
Darstellung dur^k den Zeichner, Herrn Qietrich^ und Ste« 
«her, Herrn C\ Friedig gleich Torzfiglich, wie auf den übri- 
f ea BläHtexn bearbeitet isti 

« Das dritu Blatt y *V^ bezeilbhnet, und Larß über«^ 
' aqhriebe)!, ist ein^ Grane • Section gegen Böhmen, die 
e^a nur zum vierten Theile ausgefüllt ist. -Es ist da« 
exßte Blatt dieses grofseii Atlasses, auf ivelphem wirkli* 
fhes Gebirgsterrain dargestellt ist, da ein Stück des Böh* 
Uierwaldgebirges , m^c dem grofsen und kleinen Os^a- 
Berge und dem Zwergeck darauf die Gränze* gegen Boh- 
nen bilden. Die Bearbeitung des Gebirges ist von deni 
Zeicjbner, lirn. Dietrici^ i^nd dem Becher, Herrn BaptisH 
Seitz, meisterhaft f jedoch nach der bereits einmal ange- 
nommenen Manier mit Licht und Schatten bearbeitet^ 
uftd die zahlreicheä Waldungen schaden der' dseutlichea 
firkennnng des Terrains nicht im Geringsten« 

* ' ■ ' - . ' ' 

Das vUrteBiatt 1U9 bezeichnet, und Ing^JjrSadl liber* 
ielorieben , xeigt den Lauf der Donau vom Dorfe Gerol« 
fing bis Weltenburg, und die Umgebungen der Städte 
und Märkte Ingolstadt, Vohburg, Neustadt, Sigenburg, 
Galmer^eim, Kösohingy Ffüring «nd Altmaasteiti , lUe 
besonders mehrere bedeutende Waldungen, als den KÖ- 
schinger, Htenl^eimer, Feün mid Dihz#nbttcher Forst 
enthalten. Die dargestellte Gegend ist dur(;h4ius nur mit 
leichten Höhen anfefüllt, die Zeichnuii^ von Hm. Di>. 
IricAi und der Stich von Joseph Ssitz sind xüJunensiBrttrtkr 



ßinfU bla$t ist P^fttfu fiherfchri^b^n, nnd mit 
I* bezeiclmet. Ei enthält 4en Lauf djer Isar von Gar«, 
«bin^ hi» Ober-Hummfl, einep ^rolsen Theil des Am« 
bisr Fluues , und dat (rdinger Moof mit einem TKeile 
^ßx j, im Jahre iSoi gemessenen Basis. Nur die einzige 
Stadt Freising, der Marktflecken Dachau und das Lust«;- 
fj^UoXs Schleifsheim fallen von gr Öls ern Orten auf diese 
^ection, die, von Hm. Stubtnrauch geieichnet und ronHrn«. 
Sfihl^ieh aen. gestochen » gleich fleibig und sauber, wie die 
4bri£^en BlStter, bear))eitet ist. 

Die in jeder Hinsicht vortrefliche Ausfuhrung diesee 
wicl»|igen geographischen Unternehmens , läist übrigena 
nichts %x^ wünschen übrige als dals selbiges unter der Lei« 
tung^ des würdigen Nenrn General von Ragl^vioh auch fer* 
nev bestens gedeihen, und den fröhlichsten Fortgang ha* 
ben mi^ge, was bei der ansehnlichen Anxahl geschick« 
ter und gebildeter Kupferstecher wohl keinen so gro* 
"leen Schwierigkeiten als an einem andern Orte imtev^ 
werfen i«t. 



9« 

Militär ' Charte von Süd- Teutschland, 
in ao Sectionen, nach den besten aetronomischen, 
trigonometrischen Orte - Bestimmungen und 
Hälfsquellen auf Befehl Sr. Königl. Hoheit, 
Ludwig Augutitt Kronprinzen von BaiisrH, 
unter Leitung des königlich Baieriechen Herrn 
General-Lieutenant von Raglovich auf dent 
In genieur - Bureau des General - Stabes der 
^ Meserpe- J^rinee entworfen und herausgegeben 

'i'Von .dem köfiiglii^h Baierißchen Jkgeniawe* 
Hauptmann A. v. CovLotr. 



mm* 



Wenig geogvepbiscba Untemebminigea von diesem^ 
Itaf^ge) inn^rm Gehalte und Sufserer Eleganz edreue» 



\ 



9a Charten " Kecensioneh 

sich einer so sclinellen Ausführung, als diese rorzuglich» 
^Militär Charte; von welcher unsre Leser bereits eine 
kurze Beurtheilungv der 7 ersteh erschienenen Blätter insj 
> sten Stücke des L. Bandes der A. G. E. erhalten haben/ 
und die bereits jetit vollen^ßt vor uns liegt. Wollte man 
'aus der schnellen Beendigung dieser Charte auf Eilfer- 
tigkeit, auf Kosten der, Richtigkeit u^d'Schönheit bei d*- 
ren Bearbeitung söhliefsen , so würde man sich irren, d«; 
wir, ■ wi'e' gesagt, wenig 'geographische Prodxicte habem^' 
di^ mit solcher Gründlichkeit und vorzüglichelr Gleich- 
förmigkeit in der Bearbeitung ausgeführt sind, wie dies« 
Charte. Die jetzige ungemeine Thäti'gkeit in dem Münch-' 
ner topographischen Bureau, aus welchem nicht allein die 
Vorliegende Charte in so unglaablich kurzer Zeit hervor- 
gegangen ist, sondej'n welches auch jetzt' in der Heraus-* 
. gäbe seines grofsen Atlasses von Baiern ungleich schneller 
Vors c breitet , wird allgemein deii Verdiensten des konig«' 
lichBäierischett Hm: OenerallieutenantswonKfl^ZovicÄ bei«* 
gemessen, der, mit i*egem Sinn für die Wissenseihaft und' 
ausgebreiteten Kenntnissen aasgerüstet, mit^ aller der- 
jenigen Thätigkeit, die bei der Ausführung solcher Werke 
erforderlich ist, die Leitung sammtlicher Arbeiten dee , 
Ingenieur - BUreaVs zu München übernommen hat. £• 
ist uns daüer eine angenehme Pflicht, die Verdienste des Hrn^ 
Generals von Raglovich , die auch für die Etdkixnde nicht 
unbeträchtliche Ausbeute versprechen., öffentlich zu wür- 
di^^ und anzuerkennen.^ 

In Hinsicht der Ausführung dieser schönen Char- 
te, haben wir in Betreff der übrigen erschienenen 
Sectionen nichts Allgemeines demjenigen hinzuzufügen, 
was bereits in der erwähnten Recension der 7 ersten 
Blätter, darüber gesagt worden ist. Die Bemerkungen, 
die sich flecensenten b6i Durchsicht der- einzelnisn Blät« 
ter aufgedrungen haben, mögen bei, der einzelnen Auf • 
führung derselben ihrei\ Platz finde«. . . \ ' 

Section i. ' Dieses Blatt enthlttt den Lauf des Rheins 
▼on Bnoharach bis 3 Meilen unterhalb Bonn, den ganzen 
Lauf der Sieg und Lahn, die Mosel ven Triirbach bis 
Coblenz^ einen Theil des M«m mit ^er Küisig^ Nid4ii' 



Charten, - Aecemionen. 9t 

«nd Wetter 9 voo Gebixgs* i|nd Bergifigen den lfV#t«r«. 
wald, die H2NU/ die EyfEel und die 7 Berge am Rhein; 
Yon g^öftern Stftdten : Frankfurt am Main , HanaUy Co* 
M^nZf Wetzlar f Gietsen y Mßrburg und Bonn. Der Stich 
dieses Blettes.ist sehr sauber und elegant von Herrn F« 
Koppel bearbeitet, besonders das auf diesem Blatte dureh* 
geb«nds Statt findende Bergterrain von mittlerer Haltung* 
Einige Stif hiebler sind jedoch stehen geblieben, alsJUem». 
treal statt Montreal ^ Münste statt Münster (im Mayen* 
feld), Qattelaun »tatt Cast ei laun^ Marekobel^ statt Jtfaro- 
tmbel , die wir hier xi^ gelegentlicher Verbesserung an* 
fahren. Hinsichtlich der angegebenen Chausseen möge 
)iier noch folgende Bemerkung erlaubt seyn. Allgemein 
ist gewiXs der Wunsch, eine genaue Uebersicht sämmt-^» 
lieber Chausseen in Teutschland, ein für jeden Rei*- 
senden so wesentliches Ifedürfnifs, zu haben; bis jetct 
besitzen wir aber noeh keine Charte, welche diese Ue- 
Ersieht ToUständig giäbe. Recensent war sehr erfreut^ 
als er bei Ansicht des Plans dieser Charte sah, dals ei 
mit eine Hauptabsicht bei dem Entwürfe derselben g^ 
wesen xu seyn schien, diesen, Zweck für den, auf dieser 
Qkarte dargestellten Theil unsers Vaterlandes tu errei*» 
qbexi, und schenkte derselben darum in diesem Betrachü 
unbedingtes Vertrauen, da die Anzahl d^r Chausseen in 
leiern überaus grofs ist, und vorausgesetzt werden konn- 
te, dafs dem Verfasser Mittel genug zu Gebote standen, 
die Angabe und Richtung sämmtlicher Chausseen Bai erns 
und der angranxenden Länder, die doch den gröXsten 
Tbeil der 'Charte einnehmen, zu erhalten. £r unter* 
4inickte daher einige Zweifel über die Richtigkeit der An* 
gäbe einiger Chausseen in den ersten älättern, in der 
Meinung , dafs vielleicht in neuem Zeiten Manches hierift 
geschehen seyn möge , was ihm noch unbekannt sey. Bei 
genauerer Untersuchung der übrigen Sectionen dürfte eich 
denn aber doch ergeb|»n , dafs die Angabe der Chausseen 
nicht durchaus gant richtig, und dem Verfasser nicht 
möglich gewesen ist, alle, mit einer richtigen Darstellung. 
4er«elben verbundenen, Schwierigkeiten lu heben. Recen* 
eent wird bj^ jeder Seclion die ihm gew\fs bekannten 
Un^cht^^eiten imd zweifelhaften F.älle angeben , und 



/ 



^ 'Charten •> Aecensio^ek^ 

^Adnrdi vülleicht Gelegenlieit zur mx^^aligvtt IMfm§ 
im.d Verbesserung dieser Charte in Betreff der Nieder»« 
legung der Ghausseeh geben. Se z; B. führt auf Sect^t» 
Toa Limburg nach Weüburg eine Chaussee , und di^te isl 
«of ^CeYa linken Ufer der Lahn über das Dorf Nieder»Br^faea 
geführt. Vielleicht hat der Verfa^sser in d«er Angabe dt»«^ 
fer Chaussee die topographisch- militari sehe Charte to« 
Teutschland des geographischen Instituts benutzt, wo dio^ 
«e Ghausfee früher ebenso angegeben war, aber Tor ei^ 
iisger Zeit von Localkundigen dahin berichtiget ist, da£t 
die Chaussee zwischen , beiden Orten auf dem Mitgegen<^ 
gesetzten Lahnufer geht. Ob die Straf se von Grünberf 
Über Laubach und Hungen nach Friedberg chaussivt ist, 
bezweifelt Recensent sehr, will es jedoch nicht fdrmliok 
beitritten haben. 

StcM, ff. Dieses Blatt stöfst techts ail das T<^rher- 
f«kende an, und stellt den Lauf der Werra von ihrend 
■irsprunge an, bis Berka,, femer die Fulda vom Ur« 
^runge bis unterhalb 4Iersfeld^ ein Stück des -Mein«, 
^e ganze Fränkische Saale, und mehrere l^inere Flües«^ 
ganz oder zum TheiJ dar. In orographischer Hinsieht 
^gehört dieses Blatt zu den interessantesten der CJhai^y da 
der gröfste Theil des Thüringer Waldgebirgs , das Rhön« 
Ifebirge und der Vogelsberg in den Umfang desselben fal- 
len. Die Bearbeitung derselben dUrc)^ den Kupferstecher, 
Herrn TutrtahMy^ ist jtwar an und für sich, als einzelne« 
Blatt, meisterhaft zu nennen, allein im Verhältaifs zur 
Bearbeitung des Terrains auf der ganzen Charte als Goti^ 
%*9 scheinen die Gebirge auf diesem Blatte eine Sil 
echworze Haltung bekommen zu haben, und diefs dehnt' 
sich nicht allein auf die^ eigentlich ea Gebirgsmaissen, son- 
dern auch auf manchen unbedeutende J Höhenzug aus* 
$o ist z. B. der von der hohen I^hön zwischen Meinin- 
gen und Meirichstadt, Hildburghausen und Römhild hin- 
laiifibide, und sich sodann ^eilf gegen die^adt Eisfeld we^* 
4eade und mit dem Thüringer Walde ve^biBdeisde, theils süd- 
lich gegen Schweinfurt sich hinziehende Bergrücken ^ bei 
weitem zusohwarz, und ziemlieb sostafk gehalten , wie auf 
manc^i^Seclia&e» TheilH der Alpengebi^ge, Auf ilem l^iü^ 



ti«g«r W«ld« T«nAiMMi wir «ncK tfimmtliolie Aogvb«« 
•iMgfSeieluietcy Höhen puaetei und tog^r fehlen die bei^ 
den höchsten Bergspitten detselhen^ der Schnttkopf und- 
4er JnstMtrg^ Die hok» Rhön hat anch im- Nordem 
mcht Ausdehnittg genug erhalten, da fie fich weitet« 
lunauf zwischen der Felda und Ulster hinzieht, und nocH 
«wischen Dermbaoh und Vach mit «wei ausgeceichnal 
Ibohen Puneten ^ dem Bayer - und Dietrichsberge, endige'Vi 
Von grdfseren Städten fallen Fulda, Gotha, Coburg un4 
Schweinfurt auf diese» Blatt. Hinsichtlich der Angall» 
der Chausseen treffen dieses Blatt sehr viele Unrlehti^f* 
heilen, iron denen Beoensent die wichtigsten hier ail« 
führen will. 

Die TOn Eistoach (was aber nicht mehr auf d«v 
Sectiott Torbanden ist) komfaiende Strafse Über Berka, 
die zwar bis hieher chauseirt war, jetzt aber eingehen 
wird, führt ron dort nach Vach und so über Htinefeld 
(nicht Hunfeld) und Fulda nach Frankfurt am Main. AUf 
4er S^ction ist der Theii von Berka nach Vach nicht 
ohau sirt, dagegen die Stralse ron Berka über Friede-' 
wald , ü^ersfeld und Alsfeld als Chaussee angegebeft , Wai- 
iLecensevt als richtig zu bezweifeln gro'Hse Ursache hat. 
Ferner fiüirt auf der Charte ron Vach eine Chaussee über 
Salzungen nach Schfnalkalden , t und ron hier nach Go«- 
thft, auf der andern Ssite nach Meiniagen. So viel Re* 
cenaent weifs, sind diese sammtlichen Strafs^n nicbt 
«diaussirt, nur das Stuck von Meiningen bii Wasungen, 
und ein kleines Stück ron Gotha aus ist wirklich Chans* 
f«e, da« übrige fast durchaus recht' schlechter Oebirgz-^ 
tir^fi* Die zwischen Meiningen und Coburg durch mis alt 
Chaussee angegebene StraXse ist ebenfalls gröfstentheila 
tinchaussirt , und der von Coburg über Neustadt und Ju^ 
^nbach führende, auf der Section gleichfalls als Cfaiau«« 
ane bezeichnete Weg, gehört zu den sohlechtesteti* Stra«* 
i3sett<, die über den Thüringer Wald führen.. Von andern 
unrichtigen Angaben auf diesem Blatte bemetkt Kecen* 
«ent noch Folgendes. Die Stadt Berka an der' W^etra ist' 
itttrichtig bloXs als ein Sohlofs angegdben, das Dorf 
BsnMM «A dar-Warrn niurioklig ftls <l twkiii dir M«riEt>-i 



94' Charten ' Retensioneni 

flecken Plauen ^ lehtershausin ^ ff^and^rMUben wi<dt Mühl^ 
htrgy unrichtig ah Städte-. Die Stadt Lengsftld an der 
teida fehlt, eben so mehrere Marktflecken; unrichtig 
geschrieben sind: Broderoäe statt Brattgrode, Wasfungem 
statt Wa jungen und Hunfeld. statt Hünefeld, — ^ 

.' Seot» 3., welche wiederum rechts .an Stet. 2 anslöfst, 
fäfst eisen Theil des Ficihtelgebirges , und den gröXsten 
Xheil des, von hier aus in nordöstlicher Richtung lau- 
fenden Erzgebirges , von welchem in nördlicher Rieh» 
tung die Saale ^ EUtety Pleifse^ Mulde ^ Zsohopau ^ in 
westlicher der Main^ in östlicher aber die Bger herab- 
strömen. Auch dieses Blatt ist von Herrn ZertaheUx^^e- 
Stochen , und gleich vorzüglich, wie das vorerwähnte, be- 
sudelt; nur vermissen wir auch hier die Benennung 
dei^ hervorragenden Bergspitzen des Fichtel - und Erz- ' 
Gebirgs , von welchen auch nicht eine einzige benennt 
ist. Auch dietfe Section ist in hydrographischer Hinsicht 
▼ollkofmmener, als in Hinsicht der richtigen Angabe d^r 
Chausseen , von welchen hier wieder viele falsch , und 
vorzüglich viele Chausseen angegeben sind, wo keine 
Qxistiren. So z.B. führen auf der Section Chausseen von 
Jena über Roda nach öera^ ferner von Gtra über Neu*'- 
Stadt inach Saalfeld und Gräfentknl^ ferner von Schleitz 
über Saalburg nach Lobenstein ^ wo durchaus gar keine 
Chausseen existiren,. dagegen fehlen wieder mehrere, wirk- 
lich existirende Chausseen, als z. B.' die Chaussee zwi<« 
sehen Jena, Rudolstadt und Saatfeld^ die jedoch nur- 
xum Theil chaussirt ist, zwischen Gera ^und Jena führt 
«in, grofsentheils chaussirter Weg über Köstritt^ der aber 
nicht angegeben ist. Zwischen Kger und Asch ist ein 
grolser Theil des Weges chaussirt, dagegen die Strafse 
von Hof über MarkUiten ne^ch. Bgtr nur stellenweise;' 
Beides %eigt die Section entgegengesetzt Bie grolse und 
schöne Chaussee von Schfkeehtrg nach AltenbuKg ist nicht, 
angegeben, und die sehr befahrne Strafse von Carlsbad. 
iiber dfeudeck und Hirschsnstand nach Sckmeberg , ob-, 
gleich nur Wenig chaussirt, ebenfalls nicht. Die Chaussee 
von Carlsbad nach Eger ist auf der Section ganz falsch^ 
angegeben; diase führt nicht nach Elnbagem^ sondern. 



Chart en-Recensionen. 



95 



recktt daneben weg, ferner nicht nach dem Städtchen 
falktnau , sondern nach dem Dorfe und Poststation Tzwo* 
da^ und von hiar nipht auf dem rechten Ufer der Kg€r 
über Königsberg, sondern auf dem linken über Maria Culm 
nach Eger, auch eine Chausse directe nach dem, nicht 
anjgedeuteten tranzensbrunn Es wäre wirklich ' Schade 
um ein, übrigens so vorzügliches militärisch • geographi. 
sches Werk, wenn sich in der Angabe der Chausseen 
im übrigen Theile der Charte, Ton welcher Receusent 
keine so genauen Localkeuntnisse hat, auch so viel Un- 
richtigkeiten vorfilden sollten; wir wollen jedoch glau- 
ben, dafs sich dsse grÖIstentheils nur in dem| nicht 
Baierischen Theile der Charte vorfinden mögen , da «s 
dem Verfasser wohl nicht an directen und zuverlässigen 
Angaben über das Baierische Stralseuwesen gefehlt ha-; 
ben wird. — 

Stet. 4. ist sehon in der Keeension der ersten Lie* 
fierang erwähnt , und enthält blofs den Titel der Charte. 

" 5scr. 5. welche unterhalb anSect,!, anstölst, enthält 
den Lauf des Rheins von Gtrmtrshtim bis Hintutn mit 

1 

den Einmündungen des Mains und des Neckarsy der Nah^ 
und sämmtlichen, von den Voghesen in das Rheinthal hin- 
abüief senden kleineren Flüssen. Von Gebirgen fallen der 
Bundsrück mit dem hohen Walde, der nördliche Theil 
der Vighesen mit dem Donnersberge und ein Theil des 
Odenwaldes auf dieses Bla^ Auch diese Section. ist von 
Herrn Ze'rtaheLly gestoclien , und der Fleifs dieses Künst- 
lers wirklich sehr rühmenswerth^ da er, ungeachtet des 
gTQlsen Antheils an dem Stich dieser Charte doch all« 
S^tionen mit gleichem Fleifse und gröfster Gleichför- 
migkeit bearbeitet hat. Die vornehmsten Orte auf die- 
sem Blatte sind: Maynz^ Darmttadt^ Mannheim ^ HeideU 
htrgy KaJ,s €rs lautern , Zweybrücken, Landau und .Speyer m 
Die Angabe der Chausseen scheint hier sehr richtig zu 
seyn, und die Hauptmaterialien zur Bearbeitung waren 
wohl, für das rechte Rheinufer die Haasische groXse Si« 
tuations - Charte , und Dewarats Rheinlauf für das link« 
Ufer dieses Flusses. Auf unserm Exemplare dieses Blatts 
iit «ttglaich dia Gränia dtf ntuen Baierischen Rhtin- 



N '/ 



96 Charten- Recensionert. 

> * - 

kreises ^ der dem gröfsten Theile nach Auf diese Section 
fällt, angegeben; zu wänsclieti Wäre, dtifs auch die Gtän» 
ze der OesterreichiscKen , im Umfange dieses Kreisies ami 
Fufse des Donnersberges liegenden Grafschaft Falkeni 
4Uin^ angegeben sey.n' möchte. 

Siet^ 6* stellt die grofsen Ki'üntoiungen des Mäini 
▼on ttaltstadt bis Aschafftnhurg y mit d^x' Rednitz und 
Tauher y femer. ein' Stück vom Laufe des Neckars mit der 
Jaxt und dem Kocher Flusse dar; von Gebirgszügen bloftf 
den Speesart, Die .vornehmsten Orte auf diesem Blatte 
tind: W^ürthurgy A schaffenhur g i HHlbrelnny Nürnberg; 
Ansbach,, Erlangen und Bamberg, Der Stich von HeiYn 
Joseph SchUich ist meisterhaft ausgeführt; hinsichtlich 
deT Angabe der Chausseen dürften jedoch auch auf dies eih 
Blatte einige Unrichtigkeiten Statt ^fiden. Die, von Pf^ärfi 
kurg Bttch Ochsenfürt angegebene Chaussee existirte we^ 
nigvten^B vor einigen Jahren noch nicht; eben so wenig 
führt eine Chaussee von Mergentheim über Bhxberg und 
AdeUheim nach Neckarelz , und die von Heilbronn nach 
Oehringen angegebene Chaussee führt nicht neßen^ son- 
dern durch die Stadt Weinsberg. 

Sect, 7. zeigt den Ursprung des rothen und weifsen 
Mains auf -dem Fichtelgebirge, den Lauf der NaaJ» vom 
Ursprünge an bis ita/mü'ns, die ViU ^ ein Stück des Regen. 
Flusses, und die vom Böhmerwalde, der das Blatt in 
der Richtung von Norden nach Süden durchstreicht, her« 
abfliefsetiden Flüsse HeraXtri^ Rabuza und Bradlanka, Die 
Hauptorte auf dieser Section sind: Bayreuth^ Amberg und 
Pilsen, Der Stich ist wieder von |Ierm ZertAhelly\ der» 
selbe bedarf also keiner weitern' Lobeserhebung. 

Sect, 8. welche rethts an die vorige Section ftnstüfsl^ 
stellt fast durchaus nur einen Theil von Böhmen' dar^ 
und darin den Lauf der Moldau von Teyn bis Sbraslauf 
mit den Einmündungen der Flüsse Bernun^ Wottawa^ 
Ltuschnitz und Zasawa (Sazawa) In die südliche Ecke 
fällt ein Stück des von dem Stecher, Herrn Paeringer^ 
siemlich leicht gehaltene^ I^Arischen Gebjrges dine- 



« 

weitere B^MimitHk« Die Ttnieluiuteii^ Orte diesfr Sec^joii 
find: B«raiiii, TAh^w^ Jglwk und. AenA^H/.. 

■ •" * . ' • ' • • ' 

-j/. ^I^'isi* u.ia <ind sefaon früher angeführt worden. 

5irct. IT. stfifst unterhalb an Stet. 7, und recirts an 
Sect. 10. an , und in wieder von Herrn ZertstheUy mei« 
sterhaft gestochen. Sie enthält den Lanf der Donau Tott 
ingoÜtaät bis Pastau^ die iMr von oberhalb Frtitiftg^ 
und deh iHri von Brauriau an, bfi «u ihrem EInflusff« 
in ' die "Ddntiii ; '' ferner den Ursprung und Anefluls dei 
Regen^s und sämnktliche "In diesem Umfange belegenett 
kleineren Flüsse. In die rechte obere Ecke des Blat<* 
tes' fällt ein Stück des Bdhmerwaldet, sonst aber^kein 
Gebirgs-, wohl aber sehr bergiges Terrain, das ari man- 
chen Orten wohl eine etwM zu starke Haltung erhalten 
habenr dürfte. Von gröfsern Orten fallen die St&dte Rf 
g^nsburg^^ Passau ^ Braunau^ Landshut ^ Ingolstadt und 
Freising anf dieses Blatt, dem die Scctionen der grofse^ 
Charte^ der Baierischen^ Monarchie zum Grunde gelegt zn 
seynjBcheinen, daher es in Hinsichi seines geographi- 
schen Werthes wohl einen der ereten Plätze in der Charte 
«ianünrnt. ' 

' Stot, 12* Das änfserste reellite Blatt in der dritten 
Horizontalr^he der- Sectionen^ . enthält Theile vcyn Böl»» 
men, Baiern wnd Nitderöster reich. Von dem Böhnieir>- 
wvddgebii^e- sieht sieh., ein .anaehnlioher Gebirgszng-. in 
aüdöstlicher Richtung bis «ir 'DonAuinnab^ und ejin eil« 
derer Gehirssarm zwischen dem Ursprünge der Zwettel^ 
Scht^ürthacn und Thaya, b!s liim' Pt^ildgebirgehirif und 
die Bearbeitung dieser Gebirgspartnie ist von dem Ste- 
cher, Herrn Kämmerl so sch6n ausgeführt, dafs diese 
Section denen, von Herrn Ztriahelly gestochenen, Sectio- 
nen im Ge^ringsten nicht nachsteht.' Hier ist nun der 
Nutzen systematisch und gleichförmig gebildeter Kupfer- 
stecher recht in die Augen fallend, da man hier ohne 
Sorge eine Arbeit von mehreren Blättern "verschiedenen 

I 

Stechern anvertrauen kann, ohne befürchten tu mllssen, 
•ein ungleichförmiges Werk ^u liefernl Wie sehr war der 
^verstorbene Major Haas zu bedauern ^ dafs er wegen der 



/ 



\ 



'Charte dieie nnwtiMi^ ein«lf€^'SMc1i«r ülbertviigea komi« 
te (H^rm Ftlting) und wie viel früher hätte dieses Tor* 
«ü^iche geographische Werk vollendet se^n ^köitn^, hat* 
ten, dem M. Hops mehreret gleichförmig ausgebildete 
l(Ü9£tler> SU Gebote gestanden. -^ Die Hauptorte auf dia- 
f%fa Blatte siud: lanzyBudwtis^ Krumati und Krems » der 
^nptflnfs, die BQnau. von Pas sau his K^ems ^ ferner dia 
JB^oi^iHi "vois, ihrem tJiwprun^e an his unterhalb Budweis^ 
|Ua Th^ti Bis Pr044nda^.^, öie.Malich unA m^hrera 
Flösse t#>L garingtisre^ Belax^. * 

Qen 'Inh^t von Stqt. IQ , 14 u. 15 giebt . bereits die 
jBL6c^nfif>n der eifsten Lieferung.. 

' Ärpr. 1Ä. enthält ganze Tliefle vöit NiedterÖfeterrteich 
mit l^aTzburg und Steyermark, wöiu jiedoc^ nicht \l)e 
Charten des kaiserlich Oesterr eichischen: Geheral > Qnar« 
tiermets'ter - Stabes y sondern 'diö ScfimidtfcHe Charte foti 
^iederösterreich benutzt zu seyn' scheinen.' D^^ Stich 
dieses Blattes^ist von P, TCappetfUnd die Darstellung d«8 
in Süden hinziehenden Steyeri^cheii Alpengebirgeff Vor«. 
treftich gelungen, hier auch, mehr wie auf den lihrigeil 
blättern/ die Bergspitsoi ängeg^en. Die ponau tritt 
-iäiäx in dieses BUitt, uad jiimmt hier die, ton d^ Stey^ 
Mohen Alpen herabflielaenden Flüsse TVmunfEns^ ^9U$ff 
«n. a.m. auf; die Himptorte auf dieser Section fiiidflir^^i;^ 
WtU^ Radfta^ tmd J&celtfn« ^ .'":' ^ 

Sect^ 17. fafs't ^anz den, nach der grofseii WeifsU 
ichen Charte bearbeiteten, l'heil der Schweiz liwischen 
dem Züricher f Luterner-y TÄunrr - und Bie/er- See, dem 
St.Gotthardy den Quellen des Rheins und des Khon'e uncl 
. den Städten Be^n , Solothum , Luzern und Thun , 'mid ist 
von Äämmsri sehr gut gestochen. Die /Angabe der zahl- 
reichen Chaus.seeB in des Schweiz ist selir genau auf die- 
sem Blatte angegeben, ,ttnd dabei sichtbar die KelUrscks 
Eeisecharte der Schweiz benutzt worden. 

>' * , • - •. 

Sect. 18. zeigt die östliche Iförtsetzung des, ' auf »der 
Vorigen Section aAgefangenen Graubitndtet Alpengehl/«« 



» -, 



.Ohatten - tOtc^»*i-on'tU. 



m 



DwKhmin, Ina und die Euch find di^- H«»plfjtisae , dt# 
Städte Ftldkirchf Chur und M€rMn^ die TQnBcJwiiltMi' «nf 
diesem Blatte. 

Sect, 19. faf«*t grörstentheilf Tyroler Gebtef, mit 
dem hier «wischen den Quellen der Eisach, Rienzy DVau, 
Gail, Moll und Salxüch hinziehenden Khätischcn Gcbirgff- 
arme." Der Kupferstecher, Herr C, Schleich jun, hat auch 
dieses Blatt mit torzüglichem Fleifse bearbeitet, und die 
Darstellung der Cebirgsmassen gehört lu den vollendete- 
sten der iransen Charte. Die bereits erschienenen Sectio- 
neu der Charte von Oesterreich vom kaiserlich Oesterrei* 
chischen Generalquartiermeister -Stabe ^'nd di:bei auf*s 
'B'elste benutzt. Insbruck^ Liens , Brixgn und Bot xen tini 
die Hauptor^e dieses filattes. — 

Der Raum dieser Blätter erlaubte hier Mtie umstfind*« 
lichere Auseinandersetzung der Vorzüge dieser schienen'; 
nunmehr ganz troÜendeten Charte, über deren Brauchbar* 
ieit wohl fiut 0ini ^imme herrschen wird. Der mXfsige 
^reis derselbeh Voil 20' ff. ffir die Subscribentdh erlifubt 
auch selb^x utabemitteltern .Li<&bhabern dßit Ankauf, und 
läfst nichts tti wünschen übrig, als dafs der Verf«3ser 
derselben bald 6iue noch 'gröfsere AuidehnUnj( (eben 



Giart^ der im XXnigreich Böhmen und de9iim 
Leitmeritzer Kreise gelegenen Hetrtchajt 
Te plitz nebst der umliegenden, Gegend» 
Leipzig bei Schreihers Erben, 



Ein Schätzenswerther Beitrag zur darstellenden Geo* 
(raphie des. Königreichl Bdl^nen, der eigenen Aofnali* 

" 2 



/ 



49o tikarß'en- Rhcsnsianen. 

iliM «iiM SKöhjUchen' G«QgvapKiefreund6f sein DcMrerya 
^NArdAilkt y atid > weieiitHclie Bericl^tiguiigen dieter so^ ia^ 
l##e*Vait1«ti'G^eiid hinsichtlich allet vorhandenen ältevn 
Charten Enthält, und ▼orzüglich allen Badegitten .m 
Ttplitz , die etwas weitere Excursionen machen wol- 
len, ein willkommener l^ührer seyn wird. Die dar- 
gestellte öegend begreift selbst eine^i' Theil des Erzgebir- 
get nördlich bis über I^eterswalde ^ westlich bis 'Langisn» 
wiet* iind Ober - Ltutersdörf, südlich bis zuni Dorffe 
KosUl, und östlich , bis Leucksndorf ijind Romerle ; ' die 
Städte Aussige TirmUXf Graupen, Bilin^ Dux ^ Grab Und 
yickläsberg fallen ini Umfange des, in einem Maafsst&be 
von Xy^ Pariser Zoll auf die Teutsche Meile bearbeiteten, 
6^ Zoll hohen und 8/^ Zoll breiten Ch^rtchens, in< des- 
sen Bereich auch der gröfste Theil des Mittelgebirges 
fällt. Recensent weils bestimmt, dafs der Verfasser bei 
4,er Aufnahme besondern Fleils auf die richtige Dar-, 
s.tellung des Gebirges verwendet ha^ , jedoch scheint es^ 
als wenn besonders der Theil des Erzgebirges, eine 
j,vi$n Theil etwas stärkere Gradation verdient hätten« 
Der Stich der Charte ist eben nicht vorzüglich schon» 
{loch sanber und. deutlich. Möchte der Verfasser recht 
viele Ni^chahmer finden , die ihye Mittel imd Kräfte da- 
Xtt verwendeten, wenigstens einzelne Gegenden unsers 
Vaterlandes, von denen zur Zeit noch gute geographische 
Barstellungtin mangeln, durch eigene Aufnahmen, wenn 
auch nicht ganz tadelfrei, doch wenigstens" voUkomme'^ 
ner darzustellen , sie würden sich vielfachen Dank er» 
werben , den wir hiemit im Namen des ganzen geogra- 
phischen Publicums demVerfesser des vorliegenden Chärt- 
shea«, Hirm 6berhoi;genchts-IUtl^ C, i;sii ZehmßHf ;iyf, 
Msifs^hy g«me und billig zollen. 



j 



y 



* \ 



■^ jn ii jn . — ^i^wi»^ 



VERMISCHTE NACHRICHTEN. 



\ 



I. 

IfoHun von der neuen Russisthen Bntdeekunge* 
reise det Schiffs *der Rurik, des Oraferi von 
; Jipnumzow y geführt vom Lieutenant Otto 
v^n RoTzsBVS* 

Ä. 

Jisrieht du CafUHns Jiitt^r von Krusinitem an dis Jbd* 
nigUehs QtselUchaft der WUttnsehafien zu G'öt" 

tinggn* *) 

la d^er Versammlnag der koniglicHeii Gwellscliaft. 
der Wiscenscliaftea in Gdttingen am 19. Jul. legte der 
Obermedicinalrath Blumgnbach einen ihm, «u dieser Ab-, 
aicht Yon ihrem MitgUede» dem hochverdienten Wel^ 
iirasegler Capitän vm J^rusenstem eingesandten hand- 
achriftlichen Aufsatx vor, worin ihr dieser, auXier einem 
Auszuge aus dem Tagebuche ' des , jetit auf der «weitei^. 



r g«Uhn^ ASMigeii ,Xo. ixt^ «M fli . JUl. t|l^ 



103 Vermischte Nachrichten* 

Kiissisclien Weltreise begrilTenenTlieutenaiit vonKotuhie^ 
vorzüglicl> seine eignen kritischen Bemerkungen, über die, 
Ton le Maire und Schonten im Jahre i6l6 und von Kogge^ 
wein im JaHre 1727 aftf der Südsee gemachten nautisch- 
geographischen Entdeckungen mittbeilte. 

Bekanntlich hatte ein edler >Kenner und Beförderer 
der Wissen »ciiaften, der Russische Reichsk^iler Graf 
Romanzoßf vor zwei Jahrän auf eigene Kosten ein Schiff, 
den Rurik, ausrüsten lassen, das unter dem Commahdo 
eines treflichen Seeoffici(^rs, der selbst «choa als Gadet 
unter Krusenstern die Weltreise auf der Nadeshda mit- 
j^emaeht hatte ^ des. isebon genanisten. Lialitexu^f ; Ott\f . 
von Kotztbue — eines Sohnes* des Russischen Etatsrathif 
von Neuem eine Entdeckungsreise um die Erde machea 
«oUte. .._... !^ ' ^ 

' Die dem Befehlsl^ftber für seine Fahrt ertheilte An- 
weisung gi^ng weislich auch dahin, dafs^er auf demgro- 
Xsen Ocean besonders mehrerf , von den gedachten Hol- 
ländischen Seefahrern vor ungefähr 100 und 200 Jahren 
Mtdeokid^, '> aber seitdem von Itei^i^m Buropltiicllte &l»^ 

> B^riisii wieder besuchte Iiiseln aufsuchen 4 un4 somit die 
Lage dieser vor der Hand doch noch zweifelhaften Ei« 
lande^gerian ^bestimi^en sollte^ da bisher die Meimmgen 
der neuesten classischen Bearbeiter dieses wieht%e]| Tlieils 
der nauti^hen Geographie, ^lex. Dalrymple^s, FleurieU^s 
xind Capitän Burney's getheilt waren. Freilich wa^ fU^^ 
XWgabe ficWwierig genu^; da es für die Seefahrer — zu**" 
anal bei stürmischem , triiben Wetter oder plöti&lichen 
Wiudstöfsen — kaum ^iii gefährlicheres Meer giebt, als 
«bei| d^n von jenen Holländern von O. nach W. be- 
fahrnen $trich der Südsee ,' der mit niedrigen , theilt 
Isaum -über die ^|€*eresfläche' heräusragenden ' Corallen- 
fnseln und Riffen gteiqli^ahi besäet ist. Doch kamen dem 
Xieut'enant von Kotze buf aufsär seinen tu chtig^en ' Kennt- 
nissen auch die mälsige GrÖfse seines Schiffs und iehr 
günstiges Wetter zu statten, so'dafs er, wie schon di& 
.▼on ihm eingeschickten Charten beweisen (aus welchen.' 

. von Krusenstgrn eine kleine Generalchartö — vom 14 bis 

x6o s.SreitA unA i37t)>i«S49^ WvUx^'VMkGrceamohr^ 



V . , . .' 



V 



* 

^fiaöi^i vmd der k&ugliclimi. GetelUeliiift -«ilf^lieilt 
^^ mebr ron diesen bentfenen CoiaUenintfeln gef eh««, 
wid «e gMianer «rfortoht hat» id« ,ii^ead «ioer stimmt 
Vorgäiig«r. 

Kachd^m er den Brtftiliscben Haren ron St. Catlia- 
Tina den 28< Dec. 1815 rerlasten, den 26. Jan. d«i Cap 
Horii um^schffFt, und den 13. Pebmar unweit Gonception 
an der ^KQtte ron Chili geankert hatte, so richti^te er 
Von da seinen Lanf cuerst nach der^ ffir Geologie und 
Ethnographie so merkwürdigen Ofterinni^ wo er den 39. 
März ror. Jahrer landete, aber di^ abeXkteuerlic^en ko- 
lossalen, aus schwammiger Tuff «tacke gehauenen' BfisteiL 
^-^ die auf dvifi herrlichen Blatte von Woollett zuGookV 
«weiter Reise bo ganz anders , als im Atlas sn der ron 
U «Perons« abgebüdet sind -^ ) meist alle serttfirl land. ^ 
0apitj|n Jtruiin09rH hatte ror mehrtre» Jahren in einar 
aigiian'M»haii^ttng die . Vecmutbung geänXscrt, dafs dais 
wpn John DtivU im Jahr tbS? gesebatM^ aber nicht bi»- 
tvatena Land roii Ikoggew^ein's Pßaschen eylnnd re».^ 
«ohiadan- und Östliehar «iCwa «wnAsn djtm 90 und 4^ 
iev, i#lnga .%vk suchvn aajr^ äimmt thmt nu» tetne Muth- 
XßAiBmg wrüokf d^ as. der Ueatanaitf K. in jenes. Gt- 
^and .^iolit g^undeti. JH990ti nahntf nun seinatt Ldnf ron 
/dlege Oalerinsel zunächst nach djer Gagand , wo die ron Le 
Maire und Schonten entdeckte Hundeinsel liegen soUt#, 
fand auch. wirklich den 16* April im 44« 50' s. Breite und 
138^ 47' ^* Lknge eine niediiige, wie fast alle jene Coo 
ralleneilande mit einem See (i^agöon) in ihrer Mitte rer* 
sehene Insel , auf welcher k^ine Einwohner zu seha^ 
War0n , und die er die zweifelhafta nannte, ron der es 
aber Cäpit^n Krusenuejm onehr als plofii wahrscheinlicji 
macht, d^rs sie wirklich die Mundeinul ist- (^|i «Ir 
seltsames ^»1 pro quo^ wodurch diese S^dsee^ Insel mit 
einer gleichnamigen an der Ostküfte vöii Grönland rer- 
wephsdt worden f ist bei Blumenbaeh ie^gen^ris J^um* 
'variet, nativa p^ ^2^ ed. 3 berechtigt — ). . . , 

Auf der weitern Fahrt nach W« fand v. Jtr «ir^iiftSTlt 
iMt unter ijsf gleichen uralte (14^ 9^ so''}' und 1440 so' 
Sßf* X4pia «ina ihnUaha|(.a]i4a Uofieca Coralleniiiael, im 



iXÜH 



VärmiscMä^ NäihrichtSjrC' 






welche «r, trotz' der itiir ttiirkeii Branän^l^» • Itf»l^brt»| 
«nd di^ mit dem iSppigsten Pflancenlelieii bedeckt war^ 
oder vielmelir ^neta sehr »ohöii uiiterhaleeDen GafteJBi 
glich, sich auch beMmders dadurch auszeichiket^» dafl 
sie Jseinen . Lagpojti hatte. Man traf keine Eiawohner, 
koiiinte aber aus mehrern Anzeigen schliefsen, dafs ^iis 
entweder noch vor Kurzem/ bewohnt geweseijiy oder doch 
von benachbarten Insulanern besucht werde. : Da die£s 
die. erste voh den neuen. Entdeckungen war, die, Lieuter 
nant J?« anf seiner Weltreise gemacht hat; denn auch 
t(»n Krustnstem zeigt in dem eingeschickten/Aufsatz^.dafe 
diese InseJL weder Schouten's Sondergrund| nogh auch 
Ro^ge^ein^s Carlshof «eyn könne *— so nannte er sie 
Jlomaiyi off s -Insel. . , ' . . 

Hhigefgen führt Capitän Krut^nsurn Gritnde tcn , did 
CS wahrscheinlich maeh^, dafs die ▼om'Lietiteiiatit;^! 
iMLld hernach unter 140^ 41' s. ^r. uäd 1440 5^^ f^''' w; J«: 
«rblickte mit einem Lagoon versehene Insel, die den Nah- 
men Spiridoffs* Intel erhielt, Wohl die w^stlibhlte äfit 
«wei Inseln sey, die der Commodore Byron King GHfrge*t 
Islands nannte , ' denen nachher auf den neilesteti Gkarteil 
des gsofsen Oceans von Arrowsmith , £spiuotfa~und'Pä)f* 
dy noch zwei westHclkere beig^ffigt 4ind, die ctl)er, wi# 
er ferner zeigt ^ als nicht vorhanden wieder weggela^feft 
werden mfifsteh. ' . < . ' 

Eine grofse Gruppe von Inseln, die mit BSumeQ, 
stark bewachsen und durch Corallenriffe unter einander 
Verbunden rind, nannte vo« Kotzthue nach dem Schifjfe 
die ^urikskeite, Ihre osÖiche Spitze, die in iß^ 20* Sp 
^Br. und 'l4i5<^3o' w, Länge liegt, wird von einer ähnli- 
eben östlichen Gruppe, die Cook PallUer's /x/rj nannte» 
die aber ohne. Zweifel mit Roggewfin^s scKädtichen In;- 
^*^/» einerlei ist, durch einen Canal getrennt ,, den der 
I^eutenatit; K. den 23. Aoril durchsegelte.— . Capitän 
•Jtr zdgt; *dafs, nach all^ kritischen Prüfung die Ku- 
rikskette so gut als eine' ganz neue Entdeckung anzu* 

'^K^m hafte man diese 'Inselkette aus deftn Gesielt 
vet^ren, so zeigte^ $ihM ehie neue^ «her Hoob gi^fsexe 



vr«W.rt. $%i «die tben, f^ wie {«ne, an« nclireiwn, tiieitf 
•»«ehnlicli gf arten, daTcli CorallenrüFe mit «inander ver* 
Inuidenen InWn bettend^ und deren Sfidseite, längt wel» 
oker man «egelte, in einer Richtung von W. t. N. und 
O» t. S« eine AntdehonQg ron 721/9 Seemtäan Hatte» 
Es itt dieteliie, die der Commodore B]rroB 176^ the Prin* 
€€ of WaUs^s Island nannte f und die auf ArrowtmitVa 
Charte un^er dem N/ul^en von Dean*« Intel .«iekt, die 
al^r Capitän Burney för Sjcfaouten'ty vor 200 Jahren ent* 
deöktes Vliwgtn ExUn4 hfilt , welcher Mviuung auch Ca« 
pitän Kr. beipflichtet , ^und die andern gedachten Mameib 
hiiuftig auf den Charten wegzulattcn räth. 

Genau im Wetten , 15 Meilen von der W. Spitxe die* 
•er Fliegenintel entdeckte der Lieutenant KotX4hug nocht 
eine tolche« durch Corallenriffe z^tammenhftngende Intel» 
gmppe ; deren Mitte unter i^<^ 00' t. Br. und 148* 41^ 
w. £1. liegt, und tich durch die hetondere Eigenthfiapi* 
üchkeit autieic^net , di^fs aut dfsr Mitte ihrea Li^ooBa 
eine kleine, ttark mit Bäumen beimacht ene Intel henror«* 
ragt. Der Ei^tdecker gabf dieser Kette den Namen Krustn^ 
Sterns ' Inuln f unil richtete von da teineii Lauf nach W« 
N. W. , um die von Roggewein entdeckten Baumannt« 
)(nveln ( — von deren Bewohnern der Verfattar der ein- 
sig authentischen Beschreibung jenet merkwftrdigen Weife» 
reite , der Mecklenbuquitche Pfefferkuchen -Becker Bek* 
rens tagt: 9,tte teyen mehrentheilt weilt^ niMi die hfib* 
tchesten und allerartigtten Menscheni" welche er auf da« 
ganten Siidtee getehen^) in der Ge^nd anftutnoheny 
ivo Fleurieu glaubte, daft tie liegen müftten. Er sah 
jedoch' kein Land, und et möchte wohl iettt to gut wie 
entschi/edcn seyn, .daft die frühere Meinung der Engli-' 
ßch^n Erdbeschreib er, alt ob jenea Banmanntland an4 
Bougainville^s ItUs dst Tfavigafurf einerlei %9y<^ ge» 
gründet ist. 

Ben 30. Aplil sah man die PemAiyn^t-Inteln , die Ca- 
pilän S4v4r vor fast 30 Jahren entdeckt hat , - aber seit- 
dem wohl Ton keinem Seefahrer wieder betucht worden. 
Die Bewohner ^dies^ Gruppe kommen den Watlungton't« 



1' 



/ . 



tOA ' f^r mischte ^mekriehte^ 



' I 



IhsttlaBem an Gt8fke tind Seb^liMt He» &öi|ietf telitf 
Mlie. Sifr tatairen «icji nicht , - da^eg«ii abtr bemerlEt# 
snaii fäft bei allen tiefe blutige Furchen, die sich iiber 
den Jansen KlSrper «mregelmäMg' durchflchaitten , ( — al« 
•o fast wie bei inänebell NegeryMkera iind Btaiilianer-« 
ttSmmcn •^). 

' Den ^u Mai wurden wieder zwei rieiie Gruppen voif 
^Wohnten Coralleninseln entdeckt, die durch einen xwel 
Meilen breiten Ganal unter ii* ix' 20" 8^ Breite, un^ 
fgo» ^' 3C w. Lange von einander getrennt find, weU 
cblen der Lieutenant it. durchsegelte , ^ und die 1^^ 
Gruppe Kutus9ff^€-^ so wie di^ S. Gr. $iKmarüff*i* 
liuiln nannte. 

Da 'er Ursache hatte, seiner Anwdtung gemäfs iiü« 
nach Kamtschatka zueilen, wo er den 19. Jun. im^St» 
Feters- und Paulshäven seine Anker fallen liefs, und den 
it3. ^ul. v^on da sehte Entdeckungsreise nach dem Norde» 
fertselcte, so hat er manche nähere Untersuchungen auf 
Jenem südlichen laselmeer fOr seine Rückkehr dal^u ▼•r-^ 
sparen müssen. >- 

' ' - J 

Inzwischen fügt 4et CtipitSn von Krutimsurn schon 
^rlSufig «eifern wichtigen Aufsätze noch einige Bemcr«^ 
Imngen über verschiedene, vor der Hand lioch aweifel- 
hafte Püncte; luden beiden denkwürdigen Weltreiseik der. 
Ii^hoti ofl genannten Holländischen Seefahrer bei, und 
iteigt z. B. , daft ' Le Maire^s und Schouten^s Sonder^ 
fr^ndt mit den von Byron anderthalbhundert Jahre 
apSter gesehenen King Georgk^s Islands (zusammen^ 
^uomm^) einerlei, lind' RoggeweinV seitdem noch 
niöht wieder '^ondneif Labyrinth imter 15* 45' s. Brei- 
te, und zwischen '14S^* und 14g* w. Länge^ Aufznsn* 
^hen sej^ u. dgl. m. 

I 



v^ ^^ ITalCAfinmo« 4tt d«r Kttft« tob Chili» 

am 3. MaLn 1816. 

Heute war fler Tag, an welchem die Nenbegier der 
])amen aus Conception befriedigt werden sollte. Schon 
gestern und diesen Mor|;eft kamen' viele aus der Stadt, 
und «war die Damen, die den langen Weg nicht rdten* 
mocliteu., in seltsamer Equipage,' viereckigten Kasten, 
ganz fihntieh unsern Hundehäusem, die auf Achsen ruh* 
ten, um' welche zwei gewaltig grofse, aus Bretterfa ver- 
fertigte Räder sich drehten. Statt der Pferde waren zwei' 
tüchtige ^Ochsen vorgespannt» Ich mufste herslich la- 
chen , als ich. eine^nze Reihe dieser, niedlichen Fuhr*^ 
werke, mit Oafnen vollgepfropft, ankommen aah. Al- 
lein die Ueberraschung ist aehr angenehm, wenn man 
aus diesen härilichen.KJCfichten hÜbache, wohlerzogen*. 
Mädchen herauskrieohen sieht, welche weder «n£legans 
lind Geschmack in der Kleidung , noch an artigem Be-> 
tjngen den Europäischen Damen nachstehen. Die Meng«^ 
.i^rer .blitiend^n Diamanten würde manch« l^^^äeria» 
liea«iden. * 

' "pm 3 Uhr Nachmittags waren alle meine B^ 'am 
iftex^ bereit, die Gäste zu eknpfangen. Mein Schilf prang- 
te in schönster Ordnung und war mit allerlei Erfrischun- 
gen reichlich versehen , allein ilie Anzahl der Gäste tu ' 
g;rofS| um sie. alle zugleich auf dem kleinen Rurik tn 



*) Da dieter Autzug aus dem Tagebnch* das Barm Lienta« 
naatt Otto von KotKcbue, walchen dartalba untarm 10.' 
^nl. 1816 f als seinan aritan RaitebaricM ans Kamtschatka, 
an seinan Herrn Vater, den jetzt in Weimar labenden 
Staatsrath v. Kotaebue, sandte^ und ^ir von damselbaii. 
gütigst mitgeth«ilt wurde , weit mShr interessante, ethno- 

^ graphische 14 ötiaen tind Details anthUt, als der obige 
blofs nautisch- geographische Haricht , so h«be ich auch 
«Besen, gewifs zum Danke dar Leser, Mar mit aufge- 

noBunen. & -^ 

\ 

\ 



' \ 



/ 



# 



UV W r/ kiiieMt^N€itfit{ch'4!^i 



b^wirtlsen. /Folgliek bliebeu- bieine Böte in uaaulEörn«' 
eiber THItif kfüt , um ^»^t ' Afreii: J^tt^lsmA^^ hflxyMf/L 
' war y wieder an's Land zu bn&g^n , und andere an de* 
Ten ^tc4l9 liarbei xu ^^ohlen« ,^ - 

Mit Sonnenuntergangs yerliels die Gesellschaft dat 
Schift, umsicK zum Balle zu kleij^em D^Kurih^) hattfbei 
iyilen i^ofsenBeilfaU gefunden. .Der Gouverneur blieb bia- 
zulettt ajto Bprd« Das Gedränge, 4?^^ Weiber machte abm, 
vjielen Spaff; denn der Männer waren nur wenige, da' 
überhaupt, hier die Zahl der Weiier die ^der Männer, 
c^hnfach iUiersteigt« Als der Gouverneur das Schiff ve^* 
lie'fs, sajutirle ich mit 8 Canonensehüssen, welche ai^f^ 
iler Stelle von der l-^stung beaqtwortet wurden. \ - 

Am Lande hatt^ ich ein g!tofses Magazin in eineic' 
Tanz'saal verwanjÄelt, pnd mit vielen'Säumen geschmückt,^ 
Bei stärket Beleuchtung ahnte 'Niemand , dafs er nch. in^ 
einem Körn -Magazine beHhde. An zwei Stellen Varek 
l^ranspafente" angebracht, welche sich auf die Preund-' 
sChaft beider Mtchte bezogen. Um g Uhr gieng der Ball" 
an. ' £s wnrde*riel getanzt, Erfrischungen jeder Art* gdB? 
CS im Ueherfhifs, und die Gesellschaft schien f ehr hei- ^ 
tir. Iä eihem atidcrn Hanse, welches bläfs durch einen* 
Garten von dem Tanzsaale getrennt war, giengen 'dil»'^ 
C^itaizu« yafel, und v.urde;i .durch ein Feuerwerk, ü^er- 
Tfiscl^t^ aU' welchem ^ie sich sehr ergötzten. Um 2 t|Wr 
Morgeus gewann der Ball neues Lcberi und dauerte bia^ 
6, Uhr. > Tii^ Sonne stand schon hoch, als ich einige mei-. 
;n^r vomehmf,t;en G.äste nach Hause begleitete. Jn der/ 
Stadt war man früher der Meinung, die Aussen gien-'' 
gel), auf allen Vieren -und hätten viel Aehnlichkeit voä 
den A£Eisu^ )£tzt hatte ich das Vergnügen zu hören, da|4i 
sip ihres trrthums siQ,h schämten. Sowohl der Gouver- 
neur, als die -Einwohner von Talcagnano g^lobtenf feier- 
IJoh, wenn künftig Bussen hieher kämen, sie auf das 
freundschaftlichste aufzunehmen. Es macht mir, grofse * 
Freude , eina so yortheilhafte Meinung von unserer Na-' 



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♦) S«^ heilst das Schiif« 

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tioA liiar lurAdc t« Jiaft«9i; sollten wiseM Seefahrer kfia£- 
/tir diesen Ort^ffi^^en« $o kMnn «ie ihueA toIi Nutzen 
-eeyn. Uelbrig^ns .w^sn der Gäste i&ber.aoa» wovon swei 
. .Xteittel au« Dalben bestanden. 

Am 5^ Min^ als iek' schon' gans heeeit war Talern«- 

• no in- variablen ^ swaag mich ein iwangeiiehmer Vorfall, 
meinen Aufenthalt noch einige Tage «u vetltegem« £i« 
her meiaer Matrosen des^rtirte diesen Morgen. Eines 

' solchen SehritteBi hatte, ich Keinen fiUiif gehalten, da sie 

• Alle die Reise freiwillig mitmachen, und nicht die min« 
' desto Ursache au* einer Klage vorhanden iat. Eine Lieh- 
'Schaft soll die Ursache gewesen se^.. Vergehens setst« 

Ich einen Preis von hundert Thalern aus für den, dar 
ihn mir wiederbringen würde. Er moTste recht gute 
.Freunde gefunden haben; denn in drei Tageo, die ich 
. um seinetwillen terw eilte , konnte ich nichts von ihm er- 
. fahren. Indessen hatte der Gouverneur Befehl von sex« 
.nem Könige empfangen, uns freundschaftlich aufiuneU» 
men; er theilte mir eine Abschrift davon mit. 

Am 8* Marx lichteten wir die Anher bei günstigem 
jWilidey und verloren Talcagnano bald aus dem Gesichte. 
.Der Commandant, der sich sehr ai| unsere Gesellschaft 
gewöhnt hatte , und fast täglich bei uns speis'te, blieb am 
•Bord bis zum letzten Augenblick und nahm mit Thränan 
•Abs.chied, Wir alle, von der freundschaftlichen Aufnahme 
.an dieser Küste durchdrungen^ waren gerührt, als wir 
' -gogen Abend das sch&ne, Land verschwinden sahen. 

Am io..Mjlrt, um 6 Uhr Abends, etnpfanden wir 

ein sonderbares Zittern' des Schi£Fes, und harten in dar 

•Feme ein Gepolter, als ob ein Wagen über «ine Knüppel* 

brücke rassdte. IHa, währte jedesmal eine halbe Mi- 

nute, und erneuerte sich nach «wei bis 4irei Minute^. 

Kach einer Stunde war nichts mehr su hören. Ohne 

Zweifel ist in diesem Augenblicke in America ein Er^* 

beben gewesen; d^nn vom Lande, von welchem wir zwei 

Grade entfernt waren, kam das Getöse, obgleich der 

^ Westwind dahin blies. 

Nachher gieagen wir mit frischem Ostwinde rasch 
.verwärt« und hatten das schönste Wetter. Am l6ten bc- 



<.' 



I 

k * 

rtllirte i^^^^ie Partü^I« , auf we^elie)^ - iTr« #tfi#t^n 'iteH»* 
'}and ve^müthcrt. Ein Tropikrogel wiirde ^esehcfn* Atn 
'rdtexr nahmeii wit «ine Men^e' Distanzen, ^ ^ Auf di« Oa- 

nauigkeit unserer Observationen können wir unir aienfe- 
-Heb verlaisett , da drei Beobaehter ^ch damit besabäfti- 
f ^en y ' und in der j^efundenen Länge nie ein beträchtlic)i«r 

Iteterftchied Statt findet;. Obscbon iich meine Instruiitifin . 
^g0lla^ befolgte, »o konnte ich doch Davisland nicht en|- 

deoken^y und hat^ überhaupt nicht 4ft* mindeste Kettnfeei« 
^ehen von nahem Lande. Am aosten warf ich eine gvt 
Terkofkte Flasche iu*s Meer, welche einen Zettel mit dfpr 
'Kachrieht enthielt,-- dals Rurik hier vergebens Oavisland 
•gesucht habe. 

Von hier richtete ich meinen Cours etwas nBrdlicn, 
am Wareham^s Felsen zu suchen. Die Chronometer Sen- 
gen heute an, ihren Gang stark zu verändern. Ani s^. 
Iiatten wiv Windstille mit hohen Wellen aus Süden , die 

•den kleinen Kurik sehr beunruhigten. Einige Tropik* 
vögel wurden gesehen. Am 24ten passirten wir die Steift, 

"•auf welcher in Arrowsmiths- Charte der Felsen von Ware- 

I 

liam. angezeigt ist; allein wir' entdeekten nicht», obgleicit 
der Horitont rein War, und wir weit sehen konnten. 
'Die Insel Salos, die wir am 26sten sahen , hat ganz d«s 
'Ansehen eines Felsen, und ist vermuthlich, bei falsch 
Angegebener LKnge , für einen neu entdr^ckten Felsen gelial«» 
ten worden, ^yirbeobachteten sie durch unsere Fern röhre« 
und konnten deutlich die GegensfSnde am Ufer unterschei- 
den. Kein Orün bedeckte die kahlen Felsen , die in gro- 
'ff^n Massen zerstreut da lagen, und durch ihre seh wart- 
graue Farbe der Intel ein sohanderhaftes Ansehen gaben. 
Tausende von Seevdgeln haben sie zur Wohnung geWHhU. 
Selbst als* wir sie noch nicht sehen konnten , waren wir 
Ton Fregattvögeln und Pelikanen umringt, deren einige 
Igescltosseti wurden. Die Brandung brach sich- mit WutK 
9tXL den Fetosen, aber die Trümmer ^in^s gescheiterten 
Schiffes, die hier noch au sehn sejtn sollen , erblinkten wir 
picht» Vermttthlich haben die Wellen sie Terschlungen* 

Von. hier richtete ich meinen Lauf nach der Oster- 
Jn'sel, und erreichte am 28sten die Cooks -!Bay. Zwei Bd- 



F9 rkti§i€h40^ Ni94>hrMhi^fn^ v llf 

I» nuidIrteA liu.fiitCil^Ni, ' dcreft^iedM' JUur iwf| Iii«||» 
User trug« uitli fai«€M 4«im(«« Ein dritte» fisdite am En* 
de der Bay. ^a fifl » kr auf» sogleich drei 9öta. ga». 
wahr SU W6r«bjii » da i» V^jrouee dort iifi Ganzen dem 
nur drei gefunden,, and glaubte, daf« wegen Holunanf^ 
die Bewoiuier bald ganx ohne Fahrzeuge leyn würden» 
Diey. welche wir fahen^ kamen genau mit la PejroncaVi 
fiescbreibuog übereia, und waren aus. klei;ien ^tfickem 
fi<^z sataimnoigeiettt.' Die Wilden wagten sich nicht wm 
«Las Schiff, hielten in geringer Entfernung, zeigten Fröallr 
te, sprachen sehr lant, und ruderten nach einar bl<rin<n 
Weile dem liunde wieder »u. Der LienMiant Sidiisflli.t 
«hareff^ Jm kleinen Boote, sntfhte und fand bald jtkmm 
futen Ankierplatc^ Während er. sondirfee^. nwga^en am 
«ine Menge 'sehwiinmender Insulaner, die, ffir Umn 
Stücke von xerhaneuan FaDtbAadam, ihm Früohia va^tf 
kauften. - .^ < ' \ 



Ich selbit, mit 17 Mann, woll»i nun in der gro» 
Schaluppe landen. Wohl ^egen Tausend' Wilde schienen 
am Ufer mitjüngeduld unsere Landung xn erwarten; s*e 
tanzten , schrieen und Verdrehten' ihre Körper auf die selt- 
samste Weise. Da ihre Antahl ko gröfs war', und sie sicli 
alle auf einem Puiiete msammi^ndringten , so hielt icft 
nicht für rathsam , die BJSte zu Verlassen , bis die WitdeA 
sich vom üfer entfernt haben würdetf; aber sie dahin sa 
ixringen, war schwer. Meine Zeichen schienen sie zwar' ad 
hegreifen, doch ihre Neubegier war tu grofs ; sie wichen 
nicht vom' Ufer, Vielfe giengen bis an die Kriiee itf^s Wai^ 
ser. Viele schwammen um unsere Böte. Endlich fand 
sich Einer unter ihnen , der es versuchte , die Andern weg- 
intreiben, allein ve^rgebens! WÄhrehd er auf einer Seite 
sie fortstiefs, strömten sie aüf^'der andern wieder hertn, 
tanzend, schreiend und die Körper wundersam verdrf- 
hend. Man denke sich den Lürm von tausend Menschen ! 
Schischmareff, der nie zuvor unter Wilden gewesen; war 
vor Erstaunen aufser sich, und meinte am Ende, es wl- 
ren keine Menschen, sondern Affen. 

, ich entfernte mich mit ^en Böten vom Ufer, hoffend^ 
die Inaulauer wilrdan 4a4urch beschaidener wtrdam 

7 



)■ 

Ifegeii SHlck^ Eisen. W3hretid idi %isiige Geschenke «siH'* 
ikn iie' Tertheilte , vvurdea wir ^tfbi^Laxide mitStejinwüro 
fiik He^Türst. I9un i\eSn ich diivige' ¥*li|^BScli{isse üh€t 
{li^Ti IKop^xi a&feuierii. Da^ wirkte, «ie ▼•rlielsen «d» 
gleich' ^as' Ufer' und wir landeten ohne Schwieri^eit^ 
Aber nun kamen wii* auch gleich wieder dermaalseii. iD**« 
bedränge, daft wir, int foH eines Angriff« , in ä;roXser 
l^efahr gewesen seyn worden; denn seihst df«vRetirad# 
v^ar äuTsefst schwierig, da die Böte in der .Brandung 
iteilden wid sehw^rlicb cu erreichen waren. Ich. ^rfu 
mf^halto nicht tie^r in's Land wagen, sah mich aber 
llft|^l<eich »ach' den wündcrbitren Stafiien um,' welche diesf 
lUitot a^szeichne&r und,^ der Beschreibtrng «ufoige , i^ 
ftieiner Tfähe seyn-mvlat^i* Allein ich entdeckte hlofs 
IHtf Rifin^ -Ton -eine^ derselben, neben. ihrem »och un* 
Jbeschadigten Fundamente; die übrigen schienen bis. auf di« 
)^tste Spur vertilgt; ^t^^ icli befa^^l mich ge;i:ade^u cler 
^telle, wo die gröfsten sonst gestanden ha'tten.^ Nur al^ 
Itir nachher dj^ südliche Spitze umsegelten, erblickten 
wir noch eiui^ Stataei» von keiner, l^t'trächtlichen Gröfse. 
Oott Weifs,. ob die Europäer, oder die Insulaner selbst 
4ie{is rühmliche Werk Tollb rächt haben. Mein Terdacht 

, IsgijSt die. Europäer ; denn woher sonst das Milstrauen der 
}jgi}|leiti da sie doch la Peyro>ise so freundschaftlich auf« 
genomn^en litten ? — . . Im Qanzen waren diese Wildeijt 

, T(»9 mittlerer Statur, gnt gewachseh, kupferfarbig, docli 
cinifle «ienilich weilf ;. alle tatowirt, nur wenige über den 
§f^zen Körper;, viele hatten sich die Gesichter auf eine 
{u|>c)itbare Weise rpth und weifs angestrichen ; unter den' 
lucht gefärbten ta:hen wir zienilich angenehme Physiogno- 
mien. Wenige Weiber^ die sich, uns zeigten^ ware9. alt 
md häfsUch. 

* •■ * * 

Nach dem Frohsinne dieser Wilden zu urtheilenl wa« 
ren sie mit ihrem Schicksale wohl zufrieden. An Lebens- 
mittein schien es ihnen nicht spu fehlen. Sie brachten 
uns eine Menge Bananen, Vams, Kartoffeln und Zucker^ 
Tphr. Ihre Felder, mit dem schönsten Grün bedeckt^ 
. regelmäfsig in Viereck« getheüt » gewährten dem Aug« 



I 

( 



/-^ 



V 

/ 



Wfrmitchte Nachrieh tti. |t^ 

•iiiea'lidilieli«!! Anblick. I>ie8lBin%l«ii| weleht la Pty-« 
ihOttse lii«r TertlMnlte , mlUiWi woU Bickt fortgikonii«» 
seyiiy denn wir sahen keine Früökte cUiroil, aock keiM# 
Schaafe und Scliweine, die doch nun sich tchoa stazk 
vermehrt haben mültten. Hfihner betitten sie wohl auch 
nicht im Ueberflaft; denn tie brachten un« anv «in ein« 
s^i HnhR tarn Verkauf. Ihre Wohnungen eind fant^ 
«ie.la PeyvoiKMi tie betohrieben. Daa lange Han«^ «reU 
ckee auf feiner Charte angegeben ift, ist noch jettt auf 
denelben SteUia y »o wie auch die kieise Stcinbfitta a» 
Bfer. 

Als wir in unsere B6te stiegen , versammelte sich das 
ToU: am Ufer iiud das Geschrei war fürchterlich. Du 
wir uns entfernten, warfen sie uns wieder eine' Meng« 
Steine nach. Also hatte ich am folgenden Tag6 kein« 
]l>essere Aufnahme «u erwarten, und giang sogleich wio« 
der unter Segel. 

. lUi n^ine Reine aus Cronstadt Ms Chili llngaif ga^, 
Amert hatte, als berechnet war, und nnn.f^r dieUnleor«« 
inchungen in. der Slidsee um so weniger Zeit üibrig blieby 
so sah ich mich geböthigt, den Plan abiukfirteni nnA 
lichtete meineal Latif gerade nech den von Sehouten umI 
If^lbaire ^tdecktei»Ins«ln.- Dia Nächte waren sehr wan% 
wefshalb . wir Alle auf dem Verdeeka schliefen. la 
der sJ^acht auf dan^ lo. April nieldeta lieh bei mir dn nn* 
erwarteter Gast. Es regte sich nXmlich etwas unter mei- 
irer^ecke. ' Ans dem tiefsten Schlafe «rwachfnd, griff 
i^h ertchrpckak^ darnach, und erfaTsto etwas Kliltat> Lar 
handiges, das sich in^ meiner Hand krümmte. Bct>eU 
licm Mondschein scannte ich einen luvenden Fsn^i niul 
Yfixi Tielleieht der ainfige Mensch , dar. einen Fiich idi 
Setter gefangen hat« 

Am~ 13. April befand ich mich genau an der Stelle, 
auf welcher, in ArrewImitVs Charte, die Insel St. Pablw 
▼erzeiohnet ist^ allein ich hatte nicht die ttindesta An* 
xeige von nahem Lande» 



Am 15. überraschta nnt ei» haftigav Wiadstofs 
BageiL., der Himmel übftaog sich;#hwan und ea blitlM 



y 



X 



\ 



414 Vtrmiß.thte, Nachrichten. 

kjagiumHer. In ü^v Nahe I^nd ▼ermutlieuil wa^e ick 
W(4it« in dieser finitei:« Nftcht meinom Inftof |övUiistti«ii^ 

Aa^ i6» wtird« plötilich v)da. der Sokto des Mastof 
Land gerufen. Dat Wart gieng mir durch Mark^ und 
^in, da ich in dies^ Breite kein Land rejmujihete, fol^ 
lieh die HofEnungi eine neue £ntde^ung tu inachen^ 
tiich lebendig .ergriff. Es war eine kleine, «ehr niedrig« 
}|i§el|, die man voim Mäste lipohtCeaa xehn Meüeii wei* 
' «eben konnte y von freundlichem Ansehen , an ^mehreren 
Stellen stark mit Wald bedeckt , .rings umgeben mit Co* 
rällen -^ Riffes , au welchen die Brandung sich wtithend 
Erichty in ihrer Mitte ein kleiner See. Eine Landung war 
tu gefahrlich. Wir bemerkten keiue "Spur von Einwoh* 
nern , auch keine Gocosh'äume. Der Bei chreibung nac]i[ 
hkl dieise Insel' Aehnlichkeit von d^r Hunde • Iniel , waa 
vber wenig entscheidet, da alle Gorallen >- Inseln sich' 
gMcheft. 'U«herflieM fitid^ «icK ki der BTeit» «fei ^nter« 
tdhled von akGfwden-, -also möchte diese Entdeckung do^ 
wohl neu seyn. indessen habeich «let dte Kwnfeihaffft 
h%^tl genannt y und übexlasse dev Zukunft die Enttohei» 
iung. Nach Aufnahme der Insal setate ick meinen Lattf 
i»acK Westen fort, legte aber in der Nacht bei» weldiea 
jedem 'Seefahrer in dieser Gegend «n rathen ist, da mas. 
sonst schwerlich die Riffe dieser Ined tMitneidea hatia. 

Aai 00. hatte ich di« Freude, die etvte,* iicheiüc'k 
mue Entdeckung xu machen^ Es 'war eine InSel, der 
Torigeti ähi|lich> nur dr^ Meilen lang, dber mit fruoht^ 
tegendenCoco4>äumen lieblich geschmeckt. lehjchickt» 
Jen X#ietttettant Smoharin «b ^ mi€ dem Befehl su landen^ 
«r £aud es aber, der starken Brandung wegen, unmöglich. 
Ein Paar Matrosen waren an^-e-Land geschwommen^ tmd 
)irachten eini^ Goco^nusse von vorzüglicher Oröfse. {liit^. 
^ohi^ hatte^ sie nicht gesehen^ aber eine ^^eflochteneir 
an ein«r Stange am Ufer aufgehängte Schnur beWies, dar$. 
dieser Ort von Menschen besucht werde. Ich beschlolT«, 
^e. Nacht hindurch tu lavirtn^ und ttn folgendeil Tage 
jMtf jede» i^aU xa iaadin. . Z% dItMm Btiuife wurd« n^ 



Fertfiistiie, iV^acAri'f Arclt 



41« 



Mann. Bretter and SUiig«By di« wir iai U«JbttrfiaX«# b«> 
BaUen, waren lu dicMipi Zweoka «ehr willkottunen, «ad 
dat Flor$ wt»rda bald ToUend^t Mit TageMn^rncli «Jb 
lierte ich xnicK der Intel. JSine halbe. Meil« vonx Landi 
unter dem Winde wurde die grofff iScha^uppe . hdrtnt^ 
gelag«en. In zwei Böten, von dem FLoU hegleitat, trat 
ich die Pelirt in Gesellschaft meiner Naturfotscfier al& 
Näher hemmend sah ioh nun wohl ^ dafs et unmSglick 
^ar in Böten in landen, und frevtv miah maiaer Ef» 
lindung des Flosseai mit detsan Hülfe wir |etit a«f.fd]p 
j^ei^da Weise unsere Landung Teranstaltaten» Pia BMa 
Ankerten ip. kleiner £ntlemuag. Tom Ufer» Ein paar Ma^ 
Irosen, geschickte Sohw^mmar^ nahmen das Enda etnat 
Taues und /chwammen damit aa's Z^and* Da« andera 
ISnde desselben Taues hielten wir und befestigten es auf 
dten Böten. Nun war die Communicatidn erriditet, denn 
mit Hdlfe dietes Tauet koimte der auf dem Flosse sta^ 
liende Mensch sich an's Ufer iil»heif'» War «f glikeUiA 
tingelangt , so wurde das Flols, rermittelst eiaas tWeitefr, 
an da^sl*lb^ gebundenen Taues, nach den Böt^n turüfk» 
gezogen, und ein Anderer Stellte sich darauf.' So kaiMI 
wir sämmtlich nach und nach an^s'Land. Leichi'wkr dA 
tJebergan^ Huch auf rU«se Weite nicht ; dann man tüvCtrik 
durchaus mit dem Ploste sich in di^ Brandung stth^dt 
und dann durch eine Welle an^s Ufer werfen lassen, wdt^ 
VL\xi man noch einen schwierigen Sprung TOm Flosie an( 
die Corallen - Bank tu machen hatta. Dafs man flher» 
diefs durch und durch naXs wurde, dat war unter dia* 
tetn wGirmen Himmel die geringste Unahaehmllchkelt. 

Nun machten wir eineü Spaziergang dü^eh die gätttt 
Insel, die eine^ hübschen, Oarten glich. ScKöhe PApI^« 
gayen Und eine Menge anderer VtSg^ umfiattetten Unl| 
Ibhne die mindeste Furcht tu ä^tseril* Üebetkll iUndMt 
Cocos - Palmen Toßer Fruchte, die 6hüe ' Zweifel tnXtk 
ax»ten. Mala Ei^ropilischen Spatiarggagara tur Sr^tj^Kung 
difwI^lUf. Je :^efer wir in dia Intal drangen». Ja mAf 
Jtffitiwfcei^spmran abtdacktaa waat bdA mm IffQl»« Uktk 

mu^wütm^mm fittttt it.t.W4 : Vbl«^> :iMk %iMi^fiiP# 

'Mb 



V 



|l6 farmischie' Nachrichten. 

Jhtfs^fad« 9clilätog4»heti rieb nach Mtn Soften, mit jedem 
Reinritte gkLubten wir auf Eiiiwoliiier tu «tofsen , allein 
«vir sahen keine. Auch auf dem RQckwege, nachdem wir 
4i« ganz» In«^ ton Norden nach Sflden durchschfiitten 
^uitlen y trafen wir no^h ' riele -JSfitten an, auch Stellen 
watk Ufer, wo vermuthlich gefischt worden war, wie wir 
aus den Stangen »chlofsen, die zur Ausbreitung der 
Hetze ^ahin gesteckt worden waren. Endlich fanden wir 
iogar mehrere, mit Vieler' Sorgfalt ausge^abene Brun- 
•«ahy'Toll ^süfseU Wassers von reinenk Geschmacke, ob- 
«gtoibh es nur Kegenwässer seyn konnte. Folglich mufa 
idi9 'In«el entweder bewohnt Seyn , oder doch sehr oft von 
tenachbarten Wilden betucdtt werden. Sie zeichnet sich 
tirov allen übrigen Corallea - Inseln daduri^h aus , dals sii^ 
tin dier MÜte keinen See hat« 

; Vier Stunden währte. der Spaziergang, deü unser* 
jQotaniker ^eflich. benutzten und mit . voller 3Ladiin§^ 
ykeunkehrten. Nachdem wir uns Al\e ^m Ufer vex» 
sammelt' hatten, lieXs ich Wein geben; die Gesundheit 
des Grafen RomanzBff wurde getruxiken, die Insel er* 
^(u#lt seinen- Namen | die Bussisch- ksiiserliche Flagg« 
'^ehXfi ,an den Böten ; und der Rurik feuerte seine Cano* 
^uab.,. Nach dieser Feierlichkeit begaben wir uns Allt 
^wiedcs^ an Bord des Schiffs. Die Homantojf'-* Instl liegt 
.unter 140 57' 20" der Breite, 4ind 144« sS' ^" der Lan- 
ge ; ohne Zweifel in der Nachbarschaft der Insel Sondtr* 
graundf deren Bewohner sie oft besuchen mögen» 
■'..•■ \ 

Am 22« April entdeckte ich abermals eine niedrig» 
Insel,' II Meilen lang und 3 Meilen breit, in der Mitte 
ein^n See. . Wir segelten längs der Küste eine halbe MeiijS 
Vom Lande , sahen aber keine Spur von Menscl^en , auch, 
keine Cocosbäume, folglich ist sie ohne Zweifel unbe« 
wohnt. Ich gab ihr den Namen Spiridofff den Namea 
'eines Mannes, dem ich viel verdanke. 

Am^aj. Aprü steuertsr ich nach den Fallisier's-^Iaselt», 
^nd entdeckte im Südosten derselben eine heue InaellBttltf. 
Nrebn^lHa:rf eilten Blick attf.^neine Charte wttit, UMi d«^ 
%« «Mh»c«y 4lli£» aUe Carallett ^Itt««lai «ttek^ bvi heillMt 



VTey'mi$ihte Nächtiehteii. 



i»f 



WflUir I Wehitrat in mMt Emfernaiig rtui t% "MfelMt 
Ton der SpitM des Mattet vu eehen thidy to wifd «udk 
Uieht begreileliy wie et lagieng, daft Cook diete Kettl 
aiekt getehen hat, die tieh wttndextam durch dat Meet 
f achltiigelt. Öotalleii- Riffe Terbinden die Idef aen , statt 
mit MTald hewacbtenen Inteln nater einander , Palaieli 
liabe ich aber nur an der Nordotttpitve bemerkt. AH 
wir am Abend die Wettteite erreichten » betrug die Ltog# 
4ar Ufette, die Krümmungen abgerechnet, 40 Meilen 9 nml 
aber bog dat Land tich plöttlich nach Nordott, altdann 
')iach Wetten , und tchWand , der ^erne Wegen , aua un- 
aem Augen. Da dieser Thefl mir über dem Winde \mg^ 
•o mufste ich tewohl ihn , alt noch andere Inteln , wel» 
^he Tom Matte getehen wurden, als wir an der Süd», 
epitae uns befanden, unerfortcht lasten; der ZeitvertosI 
w&re tu grofe gewesen. Ich legte dieser Kette dea Na* 
men: iturtikt -Jtttis bei« 

Am 24tteit entdeckte ich » unfern der Drant • Inselai; 
eine Gruppe kleiner Goralien - Inseln » 13 Meilen lang, 
die ich Kruitmum nannte. Sie ist besonders dadniK^h 
kenntlicrh, daTs in dem kleinen ßee in ihrer Mjtte sidi 
eine stark mit Wald bewachsene Insel befindet« 



Es ist wahrlich ein besonderes Glück, daCs Während 
meines Aufenthaltes in diesem Gorallen - Labyrinthe das 
Wetter ununterbrochen mir to gün^g war , tontfliitta 
der Rurik nicht allein in grofsrnr Gefahr geschwebt (in<> 
dem da an keinen AnkerplaU su dettken, tondem einig« 
Faden vom Ufer kein Grund tu jGnden itt J, tondern auch 
meine Charten würden bei weiUm nicht to richtig seyn, 
als ich jettt mir schmeichle* 

, Ich. steuerte nach de^ fi«nn»annirl>>'^f «rreieht# 
am s8* die Stelle, auf der sie liegen sollen, Sand ti'a 
aber eben to wenig, alt die von Roggewein imd Ten- 
hoToa, iauch Kein 2ieichtA Tto nahe» Lande. 
•' ■ < • -^ ' . . 

Am 9». tähea wir die waldigte« l^earhyi^^Iasalii; 
«Ott welchen der «ufsteigende Raoioh. -«nr venrieth, d^ 



ffg V0itmi^oht0 NäChriehteki 

t^htwAnt 99f9n, Siecolieinea mir d%n CotMen^ImtÜi 
jmJie yfvwandty «rheb«» aioh aber nur» wenig übi»r dip 
gfberfitkiDhe de» Wasaer^i und bilden gjeislifallt wu^ 
4iirch,CoraUen' Riffe veranigte Kette y die beinelie breit- 
Jepnig «i<^H berujnueht, und folgUob in 4pr Jtf itle ein« 
Jkx% von 3min umgrenzt, in welches einsnflnng^ w^ 
gen der 1(49« unmogHcb zu seyn scheint, Ihre Waldun«* 
g[<^. bestehen gröfstenth^lf aus versohiedenlQti 9«lmeiiF 
f attnngen* £s warde ^pät , ich luVirt» die Niuihli bi«4iuncli« 

. f Fi^ühy am z. Mai, ruderten eine Menge Canet« auf 
^tini zu, deren jedes. i3 bis isMaon iafste; Ich lieX» beir 
leg^ » in Hoffnung^ sie würden mir Lebeotmittel bringen» 
was aber nicht ihre Absicht war. 6ie «äHerten sich deni 
Hurik hU ungefähr auf ao Faden, hörten dann auf s« 
rudern und stimmten ein sehr ' trauriges ^laed an , wels- 
ches tie mit allerlei Grimassen begleiteten. Mir kamen 
sie vor, wie bei uns die eigensinnigen Kinder, wenn si» 
^'iiti Weinen Gesichter schneiden. NachV«Ile]idun| die* 
«er Ceiremonie kamen sie, auf ein Zeichen von mir, bhnr 
Fnrcht dem Schüfe n£her, hatten aber nichts ven Lebens* 
anitteln zu verhandeln^ als einige unreife Gccosnüsse. 
'Ehe eine Stunde vergieng, war der Rurik von. 36. Boten 
Umrii^t. Das Geschrei der Wilden war so stark , dal^ 
wir auf dem .Schiffe einander in die Ohren schreien mufs- 
len, um gehört/ zu werdan. In jedem Boote safs au^H 
•in alter Mann, der ei)ie Art von Befehlsheber zu seyia 
schien, find dem keine andere Arbeit oblag-, als die, ex» 
lien Palmenzweig in die Höhe zu halten , bekanntlich ein 
Zeichen des Friedens.. Nur diese AHen trugen an den 
Paumen 9 %oU Ungß .Nägel, welches verimuthlich be* 
deutete, dafs sie zu einer höheren Classe.geberleii% Varo. 
gebens gab ich mir viele Mühe, sie an^s Schiff zu lo* 
€ken; Keiner wagte «e» erlaubte es auch seinen U«teis* 
gebenen nicht. 

Da ich sah 9 > da£s kein» Lebensmittel von ihnen zu 
erhalten waren, so gai) ich Erlanbnil^, einiga von ihren 
Sachen einzutettsoben. Ber Raadel wurde sehr lebhaft 
iRttd dar Llb«'^«sdopfeiIte eiob,. Unter allen untern 






Ehe wir • dwM.üuiai tm^Jtuif wuren Umto L^ie» Mr k«isr 
»tei Prtif «t iMbe», tob^lii «bir . dif Nägel esfcliieamii 
gid> ei». Jeim mit Btfi»4«. ütf «inen Nagel «ein* 

Ich kann diese Insulaner an OröAie und Stirke nitl 
Aen Bewohneni der ' AtaV^esal - Inseln vergleichen , a¥> 
lein die let^tern haben Weit angenehmere Physiogne- 
mien. Auffallend ist, da ts die' Pearhyn- Insulaner- siclk 
gar nicht ^towiren , statt dessen aber die KSrper xer> 
kratsen. Bei mehrern sah ich blutiffe Furchen, die un<* 
regelmäfsig am gänxen Körper sich durc^kreusten. Tei^ 
liältniAimärsig scheint ^^ BerHlkernng dieser Intel aehr 
etark lu seyn. 

Gewitterwolken stiegen auf, . der Donner kraohte^ 
t^A haftig«' Windstois mit Regen xwang mich , die Inseb» 
^ verlassen« Die Wilden schienen unsere Abfahrt sa]^ 
%\K bedauern und folgten u^s mit gellendem Geschr^ 
t^Xk^^ halbe Stande l^ng in*s offene Meer, klammarteii 
aiqh auoh a]^ 4®n Kurik» und versuchten » einige Nüg^ 
herau^xunehen« nas nöthig^e mic)^, einf Flinte über il^;' 
Iren Köpfen abfeuern zu laisen« Sie mochten woHl niv 
einen Flintenschuls, gehört liaben.; denn k^kum getchaJi 
der Kuall, so sttixxteu sie Alle xvf% yVßßset und tauchtqpi 
unter. Nach ^iner Weile kamen sie mit erschrockene]^ 
Gesichtern, wieder xum VQ;fschein,^ erhohlten sich aber 
l>aldy erreichten ihre Böte und liengen die Xijieit yoifk 
.Neuem an, bis unsere Entferi^g sie nöthigte, mia x« 
verlassen« 

• • • 

Meine Absieht war, den AeqWator im xgesten OradU 
«11 durchschneiden, aber die uniufktoliohe Wlndstil^ 
▼oYi dnickeiyder Hitae begleitet, bewog mioh, einen nör^ 
Hohem Cours lu 'nehmen ^ nn»' eine Breite lu etreiolw% 
in der die Passatwinde mit mehr^Bestindigheli Wehen« ' 

. Ich wollte den tuMlielien Theil derMtdtMvea»II»iei|^ 
uttterauehen.. Am i^« M«t • dnreiwohjiilt iel^ «Wk mftk^ 
Ber Rechnmig, die Kette, der a e lb a u ^ s«lv.abeir heia Xiatid^ 
«oehte sie westlicker, i^Huh ^j^dMteeq» SvaUmsten riiec 



y 



IM 



M€pftii$ithtB tfmtkyivht^k. 



•emfs, wair Ursache ^ <l«ft ich ein«« S^lag apt Eopfb 
«rl«ielt,-''der mich finiil^« t^^m^türr^ti, Näoh-,eib«r>VicT^ 
islftunde kam ich zwar wieder sn mir, wi|^ Aw aoch 
immer BewoJftlo^y und dar. Arzt fürchtete 9 ich möchte 
wiihnsinmg hleihen.. Pa« währte einige .Stunden. Aoi 
l^lgeoden Tage war ich, pott $ey^ Dank, wieder herge« 
ftellt. Auch noch ßofCL 29. f uchte ich die MuIgraT^s- 
Inseln nach allen Richtungen, ^fand sje aher nicht , und 
überzeugte mich daher, daft sie auf der Charte falsch 
Angegeben sind. P^ das Schiff nothwendig mehrere 
Reparatur en bedurfte y nnd ich nach Kamtschatka eile^ 
jnufste, so gab icli das Suchen auf,' mit dem Vorsatzey 
künftiges Jahr das Räthsel zu lösen. 

Am 21^ Mai entdeckten wii" aberhials niedrige Inselny 
an deren Ufei-tt eine' Menge Menschen sich verlsammelt 
liatten, die unser Schiff init Erstaunen' zu betrachten 
cchienei). An mehreren' Stellen erblickten wir Feuei*, 
VermuthMch eine Einladung für uns. Als wir Nachmit- 
lags diesen Inseln tmter Sem Winde waren , entdeck* 
"len wir wiederum aeue Inseln itn Süden. Am folgenden 
^orgeä kam ein Boot.' Die V^üden, die darin safsen, 
^fteigten'^uns Früchte, üiid tuden durch Pantomime uns 
'tein, an*s Land zu kommen, wagten steh aber nicht näher 
mi das Schiff, als^nöthig wait, um be<{uem ' mit uns 
sprechen zu können^ so sehr wir uns auch bemühten, sie 
Irerati zu locken, ^i» h^fsen ein Boct hierunter, wel- 
ches der Lieuteiiftiit SchUthmmrtff^ der Naturforscfher 
'^^if^Uhm «nd.^er.Mf^r CSk^rWp^tt&mguny auch einige 
Qeache^« ^itnihttl«»« .. AaCangt liefs«» die WilAen «i« 
i^rchtlep #n die Seile kommen , und schienen sogar «n^ 
jl4»c^ f^> wollen » daXi^ . der Otffipier ihr -Fahrzeug bestiege» 
Aber pl$«iUp^ entfmit^ aif stcb.) indem sie einige Firüch- 
te und eine sehr hübsch gefiochtene Matte in unser Boot 
■ K Oi a Ui ttft zireites F^hrMiig kaia tob den lasela und 
-e«Miaig1» eieii ttut dem ev»t«i. Bs sdifen , als' beiath- 
MiiUgte« sie^ wMzu^^mi sey, doch ikrEtttsoiilafiB «fiel 
«aMit Sil %aa«nft- IfDsMMI Mi; tan» sie erlanbtett w^ 



- •* 



rffrmUelits-tfä^llrt^tfeH.* 



iu 



Mffm ftMf» BiiMy ilfuM 4ft«li# ffH^'k^mlkieB, ' Ultltcif AcK 
anclft Mlbttin tt^mlidttr £tatf«tniing'^irom Schiffe, gaben 
V0« dMr durck Znohentia verüehen, daf« i^ir nor' an*« 
liAiid ihnen Mgen mtohtefiy W<» wir mit Trtclitett Ter* 
%orgt wevdhn eollteii. Leider Jcennte ich ihren Wiuifch 
|ctst nicht erfüllen,- im jeder Ang^nhllck mtr ktftthaT 
«rar ; ich »ahm daher von uneem Freunden Ahtchied« 
mit dem festen Vm^saHse, eie hfinfügee Jahr auf th^«r ki-' 
ael SU besuchen. 

Die Bauart ihrer Bote imd ihre Geichi^hlichkeit im 
Manoenrriren sind merkfvitrdig. Das Boot trlgt niur 
Ein Segel aus fftinen Matten geflochten , und damit dre- 
hen und wenden tie ihr Fahrzeug mit einer Kunst, die 
Euröp'äem Ehre machen würde. Neun bis ftehn Mann 
iwaren in }edem Boote , ma der linken Seite sals der Be- 
fehlshaber auf einer, mit bunten Matten bedeekten Er« 
höhnng* Die Ordnung, die auf den Böten herrschte^ 
«nd uberiMupt das TemÜnftige Betragen dieser Insulaner 
untersebeidet sie sehr tu ihrem Vortheile. Ihre Oesich* 
ter beben vi^ Mohrenartiges, die Farbe ist tiemlieh 
schwarz. Ihre Kleidung, besteht aus twei kÜnsUiclIi ge« 
'flochtenen und Terzierten Matten, deren eine yorui die 
andere hinten um den Leib gebunden wird, und bis auf 
die Kniee herabhängt. Am Halse trugen sie hübsch ge- 
arbeitete Zierathen von Fcrlmutter und auf den Kopie« 
rothe oder gelbe Federkränze. 

vDie Strafse zwischen diesen beidei^ Inselgruppen jst 
zwei Meilen Weit und gefahrlos. Die zweite Gruppe, ganz 
der ersten ähnlich, schien mir unbewohnt, a^|ch sah ich 
^ keine Cocosbäume. Da sie auf keiner Charte angegebem 
sind, $0 halte ich sie für eine neue Entdekung und habe 
ihnen die T*^amen Kutusoff und Suwaroff beigelegt. S\e 
liegen unter den^ |i^ 49' 46" der Breite und 189* 54' 
jier Länge. 

Am 99^^ Mai-, aU wir zum zweiljen Mal den BdrdH- 
•ah«n\- Wendekreis paisirten, liefs ich ^ eine» im Ffters- 
hurg vid>ereitete Sobaohtel ; mit getroduieteni Fleisehe 
tind Sauerkohl öln«n. Dar letatsre war halb verdorben, 



IM . r^f-MMA^M/^AtfArtit^he^ift; 



wurde, ^er yorf Q^irift gemür« ,' eine SwpfLO gekoclvt, die 
^iKfi^r nicht ganz mderUohf aber docK ekelkafk sclmiecktt^ 
DpT ^r«t hielt «ie $^x unfesviwd« • Hkigegeii wurde beute 
f|UQ)i eine» ia ^hgUod präponrte bjeeheme Biicbse mit 
Scbaaffleitcb geoffuet « und so gut befunden , da£t jedem 
l^ecker^iaul 4«r Mund damacb wXttern konste, zumal 
ffp^nn man lange nichts frisches genossen hat. 

Am 3. Junius fi^ngen wir einen Landvogel, der ei- 
IP^ge* Stunden bei 12ns verweilte, und mit grolsem Appe- 
tite Tarokanen fraff, die ihn^ vorgelegt wurden« Di« 
Farbe des Wasser; veränderte sich heute auffallend, wurde 
$0 dunkelgrün und trübe, dals ieh einer Sandbank ^nahe 
ß^ seyn glaubte, allein mit 100 Fadeh war kein Grund 
zu finden. Die Temperatur des Wassers wurde dabei 
Jim ^i Grad kälter, ohne Zweifel ein richtiges Zelohen; 
da£s die Tiefe sich stark vermindert hat und, Land in' der 
iTfähe ist. Ein dicker Nebel hinderte mich, es sU entr 
decken. Während der Nacht hatte das Wasser wieder seir 
^e gewöhnliche Farbe angenommen. Ich hoffe kfinitiges' 
Jahr diese Stelle näher vii unterfuchen. 

Am 13, Junius litten wir von einem heftigen Sturme. 
Am Ig. theilte sich plötzlich der dichte Nebel, und die 
Kfiste von Kamtschatka lag vor uns, noch tief in Winter« 
hleider geliüllt. Vom Gipfel der Berge bis an's Ufer hin- 
ab war Alles n^it Schnee bedeckt, selbst im Haven nicht 
jjas mindeste ^Grün. Wir erft^hren n&chher, dafs der 
.Winter dieses Jahr, ungewöhnlich lange angehalten habe« 

Seit dier Nädeschdä ^i6r gewesen, haben sich vor- 
'fheilhafte Veränderungen ereignet, die man blols dem 
Lieutenant Hudakoff verdankt, der seit drei Jahren Kamt- 
schatka verwaltet. Ohne die Erlaubnifs der Regierung 
abtuwarten, hat er Einrichtungen' zum Befsten des Lan- 
des an<l der Einwohner getroffen, die ihm die gröf^te 
Ehre «aohen\ Aoeh ioh und wir iUle sind ihm unendli- 
chen ÜatM^ sohuldig. Noch waten wir n^ht im Haven^ 
als wir aM dem Leuchnhurme einen Telegri^hen ia 
groijser Thätigkeit erblicktexv Schon dieser Anblitk in 



SamtMiaika fi«I m» knf / ähe\ umer SrstftmMi Ter« 
»ebrte fidiy al« wiy di» - Wirkung d^tf l*ele^arphcii ,eT« 
lakrea % dem» kauai war 4^ Rärik in der Awatsclia« 
Bai, alt eine grofs« Barkaise mit eittem Wrepanker, 
Kabeltaa, fHnokem Fleifoh und Fliehen mi» entgegen* 
Itatty »der * bald »<kS1i eine sweite folgte* Beide boof« 
sirten fm« bei «tiUem Winde , wftbvend wir ruhig die 
eehönen Fiiohe kecbten und das Fleisch brieten. 'Diese 
trefiicbe CiiiVicktung gilt jedem Sdüffoi #eiohe« aue 
der See kömmt« 

TKglicb tchickte Ruiah§ff une fnichet Fleisch, Fi* 
•ehe nnd Grüni|^eit<bn. Bei allen nAsem Arbeiten war 
er uns mit xo nnd mehr 'Mensohe« behfilf],^ch* Da der 
B.urik auf die* Seite gelegt werden ttm&te , nm das a» 
mehrem Stellen ganx verdorbene Kupfer xu • reparirdi»i' 
00 nahm er alle seine Leute xusammen, und wir ▼olN 
brachten diese sonst langwierige Arbeit atff diese Weise 
-schnell. Ja er vermehrte sogar , xu meiner Fahrt 1b die 
Behringsitrafse ) meine tu geringe Mannschaft mit seeha 
seiner befsten Matrosen , difi von. Jugend auf gewohnt 
sind mit Baidaren umxugehen , mir folglich dort von dem 
gröfsten NttfMn seyn #erden, VoH der Ameficanische^ 
Compagnie erhalte ich eine sjscbfudrige Baidat^e«. 

I * 

• - H 

Alle in diesem Jahre' verfertigten Charten und Zeich« 
xtungen^ nebst eioej Menge Sämereien ^ die tn dwi -Or* 
ten, welche wir berühr^ haben » gesammeH worden sind^ 
übersende ich dem Grafen Bomanzoff. Die BeobacHtun-. 
^ gen von 2 Barometern, 3 Thermometern , I Sixthermp«^ 
meter, i Hygrometer i i Aerometer u. s. w* sind rw miij. 
nnd meinen Qfficieren U|id Steuerleuten so sorg^Itig 
angestellt, d^yfs ich sie verbürgen kann» nnd es mac.ht^ 
mir grol^se Freude, dafs ich meine Untergebenen §q weit 
gebracht habe* IVormskiold bleibt,^ aas verschiedenen 
Vrsachen ^ , in. ^amtscha^tka, .xnr^c]^. Mit Chamiisg .hin 
ich sehr zufrieden; er scheint in seinem Fache gut be<* 
wandert und ist ein fleifsiger Arbeiter. D« Bschh0U wird 
allgemein von uni geliebt iili4 tMient et. Der Maler 
Ckpris thnt dpa Seinige, 



f!»4 



FeriHi$ckie''Nmthrft!httA 



1 \ 



, Wir Kofftea hier Briefe aa« 4er liehett Beimftdi raf 

finden, «Ileini die Post ist diesei Frühjakr gani,atttge«' 
hiieben. Bei meiner -Zurückkiinft kielter, im 'SepfoaÜMt 
,1817 hofFe i(^ glücklicher zu fsyn. Ich «eh« Kanit- 
ichatka der Insel IJiialasckka vor^ weil man auf cfieser 
nur frische Fische erhält , die taack einer Fahrt iii dev 
Behringastralf« keine greise Erquiokutig . siltd. - Hier er«* 
k^lte . ich täglich friiches Fleisch , Fische und Tscherem- 
%she (BärepknoHauvh)« Auf der &eise ron ChUi kis hie- 
her habe ich keinen Kranken gehabt, imd in diesem 
Augenblicke sind wir Alle YoUkommen gesund. Ich habe 
hier einige Fäsier Sprucebier braue» Uisen fflr uttsem.. 
Aufenthalt in der BehringsstraCse. Wenn ^in paar Glä« 
•pr . Rum in }ede$ Faf# gegossen, werden , • so hält eich 
4m Bier< sehr lange. Utisermorgen denke, ick wieder 
^lAegeln« t 

Don zo* Jttlittf tftld. 



2. 
Ueber das Steigen d€t Oceans* 

AUf dem Bsglitchen d«s JHontkljr Magazine. 



I6h stitüme mit Herrn Middletons Behauptt>ng Über« 
^n': daTs die Gewässer des Oceans auf der Erde stufen- 
weise steigen müssen, oder dafs daselbst eine Abnahme 
des Wassers Statt findet. Es ist bekannt , dafs die Flüsse 
bei ihrem Hinabströmen in das Meer, Erdstücke und «n,^ 
dere Dinge mit sich hinabreifsen , wetthe eine, der GrÖlse 
^es hinabgeführten Körpers angemessene,' Quantität ron 
Wasser verdrängen müssen. Auch von den Klippen, * wel- 
che das Meer bespült^ lösen sich fortdauernd grolse 
Theile ab, welche auch dazu beitragen , den Grund def 
Oceans zu füllen. 

Idi bin so frei, Bmen Ütar Ihr Joomal eine Berec&* 
nung zu schi<^en, welche von /Herrn* tfeerjr Staunten 



fTArmischtB .N9ckricht£rti ' «Hg 

» 
iJber den ftlbca Flaf» in Ckiatff AnfpesteUt würde» ii& 
pie Breite die^e« StnMtos ,lMlwf ndi^^ ilm Lord Jtfaoorf* 
nr^ pMtirle, «JiCdreiViert^imeileiif «eine mittlere Tiefe auf 
fünf FnXs und die fichnelhgtglt jeinee Lauft #ttf iner Mei«- 
len* ^iÜerans iolgi^ daff itdndlick vdn dieeem Fluite «ina 
Quantität Waasert in die. gelbe See biaabflielety weUk« 
4i8ti76,öoo Fufs . oder 296ii3»ooo,ooo Galoaen Waseert bes^ 
trigt. tit^ aagettellten Vertucken.faiul muif dale dai 
Wasaer ungeffthr den sweihundertiten l^heil «einer- Masse 
an SehJamm entbielt.; tufolga dieser Renovation voA 
ScHlammy welchen fkaWataer des gelben Stroms enthält» 
echwimmt eine Quantität von a,ooO|000 Fufs Erde ettiadt 
lieh in> Meer hinab-, folglich 48faoo»ooo jeden Tag und 
i7t520}P00yppa im Jahar^ Anp;enomman| d^ü die mittlere 
Tiefe des gelben Meers in der Mitte »o Fadan oder ia# 
Fuls beträgt , müfste die Quantität von Erde , wekhe der 
gelbe Flufs hinabführt, wenn sie sich auf einem Haufen 
befände, hinreichend ,seyn, auf der OberÜäche det Meerl 
nne Insel von einer Quadratmeile im IJ^ifange, in 70 
Tagen %u bilden« Wenn man diese Berechnung weitet 
ausdehnte f. ^*p , wtif de man finden , in welchem Baume 
von^eit sich das,;gf9lbe Meer durch die- fortwährendaa 
Absetzungen des gelben Flusses selbst ausfüllen müfsta 
Denn wenn man die Oberfläche des Meeres auf 125,000 
Quadratmeilen annimmt, so kämen, wenn man diese 
Summe mit der %ur Gründung Einer Quadratmeile erfor« 
derlichen Zahl von 70 Tagen multiplicirt , 8>760»ooo Tage, 
oder 34,000 JAhra heraus. Das Fortsfshrtitflin ist langfam, 
aber gewils« 

Herr MiddUton hat aufgerechnet, dafs tur Bildung 
der Lagen, die awei Meilen über die Granit- oder Ur- 
gebirge erKab'en sind, 1,056,000 lahre gehören, während 
welcher Zeit die Fluthen de» Meeres das Land bedecken 
müfsten. De^ Fortschritt der Nachtgleichen beträgt ^un* 
gefähr einen Grad in 7a Jahren , so dafs 35,920 Jahr^ 
aöthig seyn würden, Wenn die Aequindctial-Puncte nach 
Westen 'SU rund Um die Erdkugel rücken sollten. Viertig^ 
tolcher UmWältangen müssen, nach "H^xm - Middiiton, 
^^rcmdder Zeit ttattgefanden haben, wo -sieh die tweita 



/ 
f 



i 



:fjtS Wermi%chte Nuxkritht^0^n% 

iittf» ^Shn <de»l Ojr«»iit iMliiU« . Jletr Miäihtm^ IM ind«fi 
IktfuieBerechniisg d«r» gur.BtMmig <iwrÖCTarite tind anderer 
UirfeUen erfonderlichen > Z«it gegeben » : utittr/ denen sich 
g«Bte Qehiage .iiad' von betrScIilliofaerer Höbe und Di* 
(^, alt die «weite Lug^^ befind en^^' Onnit-wird im All«" 
gemeinen Att, Usfels genannt, da er al»r aus Qiiar«^ 
Faldfpatb öder Schdrl und Mica bestellt, to mÜMen dies^ 
Gtbirgaar^a frftber, ele er, da geitesen ceyn , und dat 
M«er aia£* eine sjkhr lange Zeit aur Absetaung dieser älr 
, tem Felsen 9 uiid cur Sampilang einer« ao grofsen neuen 
Maase, ala aur Bilduag von. Gebilden erforderlicb ist^ 
^dbrajuQbt baben. 

In Xhi^mMagatine (Decenib-.'i8i6V b^ükvtet >ich eine > 
Bescbreibung einex^Wundetbareh H&hle fii Keiltocky, diä^ 
•ioh mehrwe Meil^ weit erstreckt. Die Rauptflfttb^ 
«der Stadt, wie sie genannt Wird', bqgireift $ Aeckei^ 
Über welcben* Kaum sieb ein natüs^lieH^r/ buftdert Ti\U 
bober Bogto , obn« durch ein« einzige Sätile gestützt ~ 
an werden, erfaebti Die- zweite FläfeKe i^t mit einem 
'Bogen bedeckt) der fast 200 FiiXii 'boch ist, und eine 
dritte vdn 6 Aetkt>tn bat ebetaMls Von d^ Natur einen 
bawimderuagsfwüfdigen Bogen erb^Alten* - ' 



, ■ « I I I i II 



Zwei neue ttamätU^Cmiiäie in Tiiütschtand, 



'' Sehrtihen aus fiisnotisf. 1, 

Die Verbindung des tlheias mit iet Weser wat 
Ichon lange der ^Vunscli groüierer Handelsbäut^r von 
Teutschland, die hei ihren grpXsen Anktlufen von Golo> 
»ial,waaren und Gewürzen auf deit Märkten frenideit 
Seesiaaten -bei dem Durchgang dieser Handelsprcrdltct« 
auf di^ .Holländischen Gewässern bisher so vielen Hin^ 
clemissan und X^asten ausgesetzt v^^ren» .letzt wird e| 
anders werdan. Dar nan^ Ga^ ^Jm^ ^* ^ebilTe .ajM 



y^Kfni^i^hit . N€^hriQh:t.etk 



«•? 



^r Weter durch die Lippe, dort in den Rhein » wo sie 
. W^er* dem Holländischen Donanenflystettie) noch den gro« 
Xten L^eten nntoni^orlen sind,' %rei^he'.aBff'1dlel(rransit- 
guter , die den Holländischen Rhein passiren, gelegt 
n^^. Wahrscheinlich hat man die neuen Befehle , wel- 
che ^r s«hn«}|ete|i EtiMiMag' ^issef Cauals hei der Ha- 
9dvezis0hen Regierung/ au< L9iid<Mi angekommen sind| 
der thätigen Miiwtfkung des Eenrn Grafem ron Milnstev 
SU danheUi^ Vor Xunem hat uns «in fremdes Zaitungs«^ 
h}att,Ton ^eser, für Teutschland «o= sohätyhaiMi Anstalt 
Nachricht geg^heu» Um «hen diese Zeit durllo auch }»•' 
ner Canat tur ersten BesehüEong erMnet werden, weli 
^cr das Mittell)»eer durch den Rhone mit de« Rhein« 
irerhindel^ Die Büikiag dieser iwei neuen Canttle ist 
fOr Teutsohland von unendlichem Werth. Millionen» 
welche die- Holländischen Zölle von.- TentschlMid sogen, 
werden nun erspart, , diß Handidsliäüser Ton SUCentseh« 
]and aber heiifben ■ ihre Waarcm noch wohlfeiler und^ 
schneller durah den Fra««bsischei& (Sanal* . Dooee Gon« 
eurrent dürfte Holland '«u hessern Preisen .henl»tim« 
men und so .sind die Vortbeüe für gans Tentsohlan4 
femer nicht mehr «i betweifeln. Ueh e iii afept herrscht im 
Holland WH£tkiJi4it alte Halidelsegoismus,^'4er>rNm keinet 
Befreiung dier ^StsöAie . wU^n. will, und gar zu gern« 
auf densd^Mm dia^ Rotte spielen, möchte , die £nghmd 
auf dem Metfleispialtf alleini wie der Eagliaclw lägen J 
Wille den Völkern die Mittel 'lehrte, ihrer su ontbahm,' 
so wird auch Teutachland sich gegen die Holländleehea 
ZoUspecttlationen Wege Ölfiien, die ^dcn Hochmögen dea. 
au spät hegreiflich machen werden, dafs die Zeia. Frei* 
heit des Haaddi fordert, und dals die Bahnen der Natur 
▼^ kaiiüai finvaliararacsa geachloeac» wardandiffcu* 



I I 



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\ 



iil fTenmiichte Na^hrichtBrt 



■ ; 



ÜAt^rirdUdie Schifffahrt bei Wigm. 



Sieben Meilen von MuMlieeter begtaat ^er werik^ 
wiirdige tuiterirdiscke Giitoei^ • frelcber wobl eint det 
graXtfen Werk« ist, die England «ufiaweisen hat» Anl 
Tage trXgt er Segelichiffe mit Scbiif-Baubolt beladevi^ 
weichet «rioder anr Evbanuttg jener Sobiffe dient, welclM 
ihn im Berge eelbtt in den Eingevireiden der E^de l>e-' 
fahren, ^n seinem Begmne sieht man einen Steinbacii 
mit awei Mündnngen, aum Ein* und Ausfahren der 
Schiffe«. Er aelbst hat swei Klaftern Breite, vier Fnft 
Waaserhöhe, und aeühs Fufs Höhe Yom Wasterspieget 
bis %VL dcr.l^rst» . In den Seitenwänden dieses ungeheu«> 
ern St«Uan. dienen eingerammte Ringe inr Einhaknng der 
Stricke^ an. leelehan Menschen die Schiffe forttreiben« 
Wo erdfirdh festes Gestein ^ wie Kalk «der Grauwacken« 
schiefer, mit Pulrev gesprengt worden, da- ist keine 
Mauerung; an> brüchigen Orten hingegen eine, ein- bis an« 
derthalb ^egel dicke, 'gewölbte Mauerung. An Aen ge« 
hörigen. Orten *nngehxmckle SohleuTseh •sohwcdlen das Was* 
aer and vbe€0rdern das Ausftibrea , ' d^en so hier und däi 
mig#brachtc Weilungen , in wielchen mehrere Schiffe ne^ 
ben eüian'der stehen körnten» Nach allen BichlUittgen er« 
atrecken sich Seiten äste und Rallen nach obern Stock« 
'werken, theili der Förderung, theils dte Wetteraugs we« 
gen. <-* ' Viele für >die Zukunft Torbehahne Eehlenflöt«^ 
fobr- ma^ vorbei, darunter eins der tiefsten ron Pech« 
-hohle; Erst nach itwei Stuilden. endete die Fahrt. J>ie 
Kohle W&rd«. durch etnen Stfossenbaa angebaut,, mit klai# 
nen Schlitten bis zu dem Ganal gestofsen, und dort in 
die Schiffe geladen. Tagewasser nähren den Ganal. Die 
Kohlcfnflötze , Kennelkohlen » die befsten zuerst, wechseln^ 
mit Kalkstein imd Schiefer ' ab« Einer Kluft entströmt 
•chwerei Kohlen -Wasserstoff -Gas. Man zündete es tot 
<|6 Jahren an, um dem schädlichen Sammeln desselben 
und der £rteugung der KnaUluft vorzubeugen. Seitdena 
bifennt diese düstere Leuchte der Unterwelt ununtecbro- 



/ 

Vermischte Nachrichten^ IS^ 

«h«B fort. — Am Ende d^ Canals ist das grofte, ^6% 
Ifards lai^e, 33 Yards sich rast flach senkende, Planum 
inelinatUm. Ein" beinahe gleich grofser oberer Conal führt 
bis KU diesem. l>urch SchleuXsen nnd Rollen ^erdendie 
▼ollen Schiffe des ohcrn auf Eisenbahnen in dem untern 
Canaly die leeren wieder xurück hinaufgebracht. Ein 
aolehes Köhlenschiff tviegt 30 Tonnen. Der holdere Ca- 
»al ' hair auch ein Planum inclinatutnj durch welches das 
Baumateriale von oben herabkommt. Ii^ Hauptschachte 
fährt mau. 73 Yards hinauf zu Tage in, einer Tonne aus ; 
wie bei dem Sheffielder Gufswerk im Park am Gichten- 
%ngy hebt hier eine Was^ertonae , welche (sich in der 
Tiefe leert, die Fördertonne in die Höhe. Der untere 
Ganal liegt am niedrigsten Punct 70, am hÖchiten lao 
Yards unter der Erde, um li Uhr Nachts sammeln sich 
al^Le beladenen Kohlenschiffe, und fahren bis 4 Uhr früh 
zu dem Ausgange« Von da erreichen sie erst gegen 7 Uhr 
den 'Umladungs platt auf dem halben Wege von Manche- 
ster. Ein Mann führt fünf Schiffe ol^ie Lacht, obgleich' 
mit starker Anstrengung , hinaus , und erhält für die 
7onne 3 Schilling. Unter diesen sind Brechen, Laden, 
Fahren und Umladen begriffen. Fünf hundert Schiffe 
sind stets in Bewegung, davon 150 im Berge und 350 
auf dem Canale. JDie Löhnungen betragen allein jähr- 
lich 68,000 Pfund Sterling. Die monatliche Ausfuhr hC" 
tragt 3)000* Tonnen. Man rechnet, sonderbar genug, das 
Jahr tu t3 Monaten. Ein gemeiner Müller, BrindUy^ gab 
diesen Bau an, ohne welchen jener ganze Kohlenreich- 
thum unbenutzt geblieben wäre, und Manchester nie sei- 
lte GfÖfseund seinen Reichthum erreicht hätte. Der 
Herzog von Briigevoattr , ein Mann von eben so grofsem 
Gemüth' als Kenntnissen, erkannte dieses Mannes Genie, 
und begonn die Arbeit. Um sie ohne fremde Hülfe, nnd 
£elglich mit Sicherheit, zu betreiben, beschränkte er 
«eine JfthTliohe Ausgabe für sich selbst^ auf ^oo Pf. St., 
seine 4ibrigen grofsen Einkünfte widmete er diesem ^Ver-* 
ke, das ihn unsterblioh gemacht hat. Vierzig Jahre dau- 
«Rte der Bau, • und noch immer* bi^ut man nach Brind* 
Uys Sys^mt Cort. liaph d^s Herzogs Tode wurde, dd 
^n ^amm erlosch, das Vermögen getheüt. Der Bischof 
JV. 4. G^ E. U,Bdt. I. Su I 



130 Vermischt e. Nvehri^htBrn 

ron Totk pachtete das Werk von dem )et%ig%n B%iitt€9^ 
Marquis Stafford, um 9o/K)o Pfund Starliog }äfarlicheii 
PachtschiUing;. Man kann den ganzen Canal, zur Aet* 
nigung im Berge seihst ahlass^n» 






■\ 



1 



I N H A LT. 



Abhandlung* n, 

Scit«f 

X. Ueber die Civilfsirung der Nogajischen Tataren 
im Süden des Europäischen KuXslands. Von Herrn " 
Hofrath Dtguroff in Charkow, . . . . 3 

8. Beiträge zur topographischen und statistischen 

Kenntnifs von Bosnien, • . • • • 38 

« 

Bücher •Ktcensionen^ 

1* Illustrations, chiefly geographica!, o£ the Histor^. 

of the expedition of Cyrus from Sardis,:4o Baby-* . 
lonia and the Ketreat of the Ten thousand 
Greeks , from thence to Trehisonde and. I«^4ii^ 
with an appendix containing a Enquiry into.the 
best method of improving the Geography of. the 
Anahasis etc. Explained by three Maps« By. Ja^ 
^mes Rennell^ •- * Sft 

S« Lettre* frem Pcrpugal, Spain and Fran^t^ w|it- i 
ten during the campaigns of Iflis, '1&13 el I8f4f 
addressed a friend in Ei^land etc. By S^ O« 
Broughton, .... • . . * • 5i 

3. VoyageicnSayoift, en Fi^moati k'Nio« ^ 4^Gteet. 

V9X A, (n Millinx, ' ..... * • > "^ 




1^ Tt" n a V t. i%i 

Seite 

4. Sfsfty ftaliiticpi^ sur 1« Canloii 4ftVMid. . Atm 

«ne carte e^^ßete de ce centon» • • • • 6^ 

5. DeeenptMm^topographiqiM et statM^e derBrl« 

cMdeBAle, • * 64 

6; R^pertorio alfabetfco dei Paed del Kegiio Lom- 
batde Veneto, poiti sotto 1* ammüiittTazioiie -dell* 
J. K. Goremo di Milano^ clauificato per Province, 

< Distretti, comminii fraxioni di communi giusta 

il oompartimento territorial« , • • • • 67 

• 

7. Begebenheiten des Capitäns Ton der RuMitcli- 

Kaiserlichen Marine, Golawninf in der Gefangen- 
aehaft bei den Japanern in den Jahren 181I9 18I9 
und X813 y nabet . seinen BeHierkangeB tflMr öaa 
Japanische Reich und einem Anhange des Capi* 
tfins Kikard, Aus dem RuMiichen übersettt tob 
Dr. Carl Johann Schultz, . • * • • 6f 

8. MfiAchen unter König Maximilian Joseph I. Bin 

historischer Versuch <u Baierns rethter Wfii;(di- ^ 
gung« Von Br. Christian Müller , • • • 7^ 

9. GemiQde von Norwegen in politischer, histori« 

scher, statistilch - geographischer und merkantil 
lischer Hinsicht u. s. «r. von einem g^ebomen 
Normann , » » ' , 29 

10. Reise nach dem Demerary nebst «iner Beschrei* 
bung der Niederlassungen daselbst, so wie jener 
am Essequebo, Betbice und aifdern benachbar- 
ten Flüssen von Guyana, Ton A. BoUnghrakep 80 

>C hart §n m Ra c$nii0n$n» 

1» Grofser topographischer Atlas des K8njgreichi 

Baiern. Siebentes bis Elftes Blatt, • . • 86 

f. Militär -Charte von Sfid- Teutschland, in 90 8a- . 
ctionen, etc 89. 

3. Charte der im Königreich Böhmen und dessen 
Leutmeritcer Kreise gelegenen Herrschaft Te* 
pliu nebst der umliegenden Gegend, • • ^ • 99 



43a 



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StiU 



' Vß rmi s eh t B N a c hr i ^ Ut 4' n , 

i, Nötxten Votf der neaen Rnssiccben' fititdeckungf- 
rcite des Sohiffs der RMrik ^ des Grafen ▼•n Ho* 

V . iDans<|w, .geführt .Tom Lieutenant Otto* vm 

Kotiebuti , • • • loi 

A. BericHt des Capitäns Ritter vonKrusen* 
Stern an die Königliche Gesellschaft der 
Wissenschaften zu Göttingen, * • «- lox 

B« Aurzug aus dem Tagehuche des Weltr 

umseglers Otto von Kotzehut^ . 107 

2. U.eber das Steigen des Oceans, • . « , 124 

3. Zwei neue Handels - Ganale in Teutschland, • , 126 
4« Uaterirdiseha Sohiiffahrt bei Wigan, • , « \^ 



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iMMtütMMiifltartH 



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'Neuf Allgemein« 

.- 9 e g> r a p li i # c h •' 

fi F H £ M BRIDE N. 



Jt9mn€s9 Mw^iies Stüolü i^^j. 



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A » H A N I> L U li G AM. 



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^tt^fähriicke Kachrieht Über die ^nd^ 

wich - Jhseln. *) ! ' 



Als Capitln Cook im Jahre 1778 Äie Söni» 
wich-ln$eln entdeckte, war Tereobuh Kööig von 
Owaihi; Titery von Morataiy und PereoranM 



/f#m 1896 t« i9ia, dets^ athare A«Mifa ji»ir .frfi$i|r 
Iiin unter den Btteher-HaoeiifiQiiaB jn j|efa|||fl)t|p 
aem Stdcke liefiern. 



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2\r. di Q. M» JU. £d#. s* St. 



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I / 



i^if Abhandtungeru 

, ' • - ^ 

tTQzi PF^ihu and tei imein untssr dein Winde. Um ' 
die Oberherrschaft von Mowi stritteji sich Tereo^ 
buk tind Titery. Cer jetzige König Tamaäkmaak 
ist aus Cook^s Reise ui^ter dein .Namen Mailiä" 
Maiha bekannt» und war bei dem Tode dieses 
Berühmt«! ^Reisendeii geg^mvÄrtif. Igt war der 
älteste Sohn Kaihua'Sy des einzigen Bruders von 
Sferealmh; und nrdi dessen .Sohi^ Tewarrp, d^ 
* nächste Thronerbe. • 

.rlfa^ ttr Abteiip^ der M^§olu$i'm vOÜ Visco- 
Wfmy kam bis zu dem Jahre 1787 kein Sdhiff wie- 
der nach den Sandwichs *Jp trin. Wahrend dieser 
Zeit ^aren beträchtliche Verändemngi^n daseH^st 
voxfgiidlAexk. < TerHbt(h war ^est^^bdii iftd ^^eine 
Besitzungen unter Tewarro und Tamaahmaak ge- 
theilt. Tüery hatte^die Inseln Mowi und fVahu, 
erobert« 

Pal ' Si^iff Jphigehie^ vom, Gagitän ftoufg^s 
befehligt, landete zuerst wieder bei der Insel Owai^ 
hi im Jahre 1788* ^^ hätte an Bord einen An- 
führer von Atooi\, Namens Tiannay welcher das 
V Jahr tu vor den Cafiiläii, Saures nach Kanton be* 
gleitet hatte y und der. durch die Güte .seiner 
JBxigländi&chen Freuncle . mit einem V orrath ^urq- 
^päisqher Waaren, Waffen und Mujbition beschexikt 
worden war. Tianna Yfai ein Mann von grofser 
Thätigkeit und Ehrgeiz, und ein ausgezeichneter 
Sriesei*/ Diese Bigetiicktfteo, "'und sein Refth- 
%humy' bielonders an Feuergewehren, machten ihn 
Einern iiiitfetnehnienden Anfuhrt, wie dem Ta- 
fnaajknmäh zu einer wünschlsiaswerthen umi seht 



'Abhandlung en. 135 

bedentenden Acquisition; auch bewog den^llie ihh 
' durch' hohen ^Rang und bettächtliohe Ländereien, 
1 die ler ihm verlieh, sich auf Owaihi niederzu- 
lassen. 

^ Im labre 179 1 griff er den Titery an und 
eroberte, die Insehi Mowy^ Morotai und Ramau 
Während dieser Expedition erhielt 'er die Nacl\« 
nebt, dali seine eignen Betitzungen ?on Tewarr^ 
angegriffen worden teyen. Er mufste daher seine 
Broberongen vrieder ail^fgeben und sich'gejgen Te* 
woKro wenden,, Mrclcber auch dar^ die scfimeliea 
Operationen besiegt; und ron Tianna getödtet vnn^ 
fie« attf welefae Weise ganz Owaihi nnter sefaie 
Bothmäfsigkeit gerieth. So «tanden die Sachen, alk 
&j^\\Äxi,Fanc0uver im März IT^^SI d^seUin/.lu&dete; 
Ervül^ die InseJn , durch di^kuigen Kriege« im^ 
. j^fviihöchft elenden Zi^ande, und bemühte äfih 
idaher, wiewohl vergeblich, Frieden zwischen. Ti* 
^Wk^^^ T^mMA^M^^AiZO. stiften. • Tamaahmaah 
glaubte aus der engeren Verbindung. mit einer c\* 
viiisirten Macht so grofsen Vortbeil zu ziehen, daft 
er dem Könige von GroAbritanillen förmlich die 
Oberherrschaft über 'die 'Insel ahirdt, bloTs mit der 
Einschränkung, daf« in ihrer Religion, ihrer in* 
jxmrjBt Verfassuixg und häuslichen Verhäl»iiMen ]^^ 
ne EimnisGhiing^ erfolgen seilte. 

■ . ' r ♦ * » 

Als bald hierauf ^if^rr starb und zwischen 
ii»in^fi Nachfolgern' Streitigkeiten sich erhoben , so 
benxixtte Tämaahmaäh dieselben, griff j/lföz^^, Mo-^ 
rhtai xxni/ Rantßi an und eroberte sie. Im folgen- 
Jto Jahre 1^95 griff et auch mit einem Theil sei- 
ner Macht Wahu .ah, "^ und obgleich l'Mnna mit 

K 2 



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jä.hh^fimä lt^4^jk»> 



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^3^ 



j^Lrag upii ^ OmMÜU e&nc« ^xnpCrasig aua^acb» 

jui 4|a5t|| S|4t99 TiM»alf ßnjAor iittn^* ^^ seilte 

T'amnoAma/?/! doch den Muth nicht; er griff . i^ieiil- 

.mehr seine Feindet an, schlug sie in ^ii;iem bluti* 

gen Treffen bei dem Dorfe Weitxte^ in welcjiem 

Tianna das Leb^n verlor, eroberte If^ahu^ unjl 

stilhe/nitch Pz^a/A/ rärüdtgeicefart, 1t>äld die du- 

^^I^ sus^ebrQchene Empörung. 

.. ^j^uf ^cU|:u; «^ I»i2i9 ^fssd»?: ^bi8FedH0)iii 
Jp^Jd ijn ij^ifiß, }i^H in ^#if^» l'ald iia f^ahu <tu^ 
|i^ ifr^^ l^ß^^^lsnf )m»l fi^ fiel» )»il^?^ Jn 4i» 

.V Vaii:deo Ins^n AtMi und Ondl^u^, ien ti»^ 
figM vm^ dtostr Inarigtuppe^ wMdie ven yÄniÄ- 
BMuth ttooh ujuMiän^ ^nd, u^ toii ihrer <9e^ 
ffcUobta, iit «rMig mit GewtfMieit bekannt. IMi 
WH JibM Igte rtgiemad^ ObtAaoft ^stv Imili^ 

i))Äe iiwl #rdbu liegt niigejpar tisbn Mellea 
Ufor^^^lii;]» ;mq31 Moratai und ung«£ahr dreiMf 
yyoMp fy^4ihi ip. derselben Aichtnng; sie itft ^vetf 
Nordwest liach Südost last viendg^%igLM«ilwlai% 
und nngefihr h%Ib so breit, 

Cf^gleich nw ^P^ miule^ (^§&o« ist si9^4oo|l 
die Mrji<pbt|gstie von dieser |xi9d^i;ip9^ gewoirdeiv 
thei}f wefen ihrer yo|:2)|^)^c^en FrachtbarJ^ts 
theiU ^eil 4^. den ein^q» Gebern Ha?en )hi$^M|» 
der a^f im Sw^wW¥«!lSi*«l« *flftW#«i wfej, 



tfkt^httlh tiikd i9e«gra ittft Leidftf^^fe' Erfiri^ 
selitttigM ra etlÄigen ,' legt' {äst fedtr Sft&iff, *) nA^ 
Ük^ i^ iiöAWdiitn stflfoii Oceftn b^ifthrf, hi^ Ml 
tttit Ach ^ti^txibetiifta^ ' SfdlS» vf^^^Mlbuniincn iSSi 
Hauptursache» webhalb der König sie zU iUMt 
Residenz gewühlt hat; vielleicht i«t die Nachbar- 
schaft von jitooi und Önehow^ di^ töizigeit von 
Ihm iloch anabhängigen ifnsetn , cfbreü E'roberungit 
Wie maii sagt, ^r beabsichtige , ein anderer uiid 
tdcht minder mächtiger ICeweggrimd. 

Die. Südküate der Insel erstreckt ndl ^)»» 9»^ 
)irhetf Puticn >ii »am westlichen ^ iü einer li&ilgie 
vea uDgef (ttir vier und « waneig Meilen. Ein Beip 
SiiCkW läufo fest parallel mii dem Uler» veH' ivid^ 
clt#m e» d«rch eine froohtbaire Ebene f vett vec* 
«ehied«iMr 3reice, ^ttsetn^ itw Bei Jfialaanir^ 
wo..«j». am breiienen ist/ besagt die^ Sattfenmug 
von der See bis zu den Bergen etwa fiinf Meilen* 
Dieser ganzen Küste entlang linft» ia der Satfemosf 
einei^ Vieirtelmeile» ei^e CoreUenbank* 

IfVrStfüi « lei\ 

PTeytite'Bai^ wo Capitidiit Vantouver Irer Aü^ 

feer gieng , wird durch das voi:^ südlkh«»* Vot^ 

^ebirge de^r Itffel, (▼on ^en Weifseil Diantond^httti 

^ Wi^end diet is^ Momt»^ cfl« der V«sfttM» l|ie«r 

«uJiracl^, kamen . w^igBt0tts xwfilf, Solfiffr nacli 

fVdhu^ von denen xwe^HngliscHe^ eins ein Etusp- 
scHes vMl die ü&rigen AmevieaniscHe waren. 

♦♦) Diamoni^hill und Barhtrs-^Point; nach CapUPwU 
lpck4: 'Point -Oick uhd'^oini* Banks» ^ 



7 



\ 



bildeiu Sie ist nach Südcfn. zu zjieq ThedV off^nt 
i^id da kein Fahrvva$8et vorhanden ist, so miisseii 
die Schiffe an dj^r Aufsei^eite der Rhede vo^ An- 
ker geben. , , ., : - 

yTi^^maahmaak hielt sich früher an diesem Orte- 
auf und ein. grofser Theil .Seiner Schiffe war rund 
um die Bai herum auf den Strand gezogen. Ich 
zäiihe mehr als dreilsig Fahrzeuge , die mit det ( 
gröfsten Sorgfalt unterhalten werden; sie sind mit 
Wetterdäcfhem überbaut; die Masten liegen du der 
Seite, und das Tauwerk und die Segel werden id 
Niederlagen aufbewahrt« Es sind blofs Schalt(p{>eii 
und Schooners unter vierzig Tonnen Last, unA sind 
alle von seinen SchiSszhnmei'leuten , meistentheili 
Eingebornen , unter der Leitung eines daselbst sicH* 
niedergelassenen Engländers, Namens JBoy^^/eriftaut. ' 

r Tamaahmaah besitzt ein Schiff von etwa aoo 
Tonnen^ Lilly bird genannt. Diefs Fafarzeag gehörte 
einem Americäner , welcl^er mit dem^elb^n in einem 
schadhaften Zustande« von den Küsten von Califor- 
ma/ikam. Er crkfiufte es von dem Gapitän, ibidem 
er seinen gröfsten Schooner dran gab nnd das Uek^xi- 
se in Dollars bezahlte; Es ward durch seine ei- 
genen Schiffszimmerleute ausgebessei«» und bei Ha- ' 
narurä abgetakelt ; zu welchem Endzweck ein ei- 
l^eiiesviWerft gebaat wurde. Der übrige Theil sei- 
ner Flotte , ^etwa noch zehn oder zwölf Schiffe, wa- 
ren an demselben Orte an den Strand gezogen, mit 
Ausnahme einer kleinen Schaluppe, welche er als 
Paquetbot , zwischen Wahu und Owaihi brauchte. 



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Airiran dl a-ngä^. '^39 

mmi taa Itbagtiborxm g^fohn «attr itUk 
Be^hi >i]i«i Engländers;, mit Viflaami tSerk, weV 
cbms JMher . Bootsmann^ mrf dam» ficlttff ' Xd{r 
^2>^ war. '^ X 

' Stddt Und Skvmn'SSmfarura» 

Drei Meilen westlich von Weitite ist dar Ort 
Hamxf'txray^ fetzt der Hauptort der Intel uÜd dia 
Re^denfe des Königs. Der Haven wird durch aiaa 
Sandbank' gebildet, weHbe ihn vor der See ba^ 
schirint und die Schiffe kennen bei jedem Wattac 
einlaufen, überall einön schönen sandigen^ Grunfl 
findend. - Es ist ein gutes Fahrwasser durch dia 
Sandbank voirhändto von - drei oder Tier. Fada« 
Wasser , . welches jedoch , wenn dia See hocK gah% 
jUpebt «0 jkieht ' enti^t wird» Indessen sind ^lkr 
4S£ir ^olan^zn habtn> ixfiA Min-HairbotHej^ dmc 
tCapi^n: der, .LiiJy ^A die^f gewöhnlich daao» 
Dfr keilte Ankerpla;cz i#t jn fünf Faden Wasser, vu^ 
'.gefäbr zwei AJiIü^M«a w^t %^m Ufari garadf 
dem Dorfe gegenüber. 

JSAxk kleiner Fluls flieljt hinter demDorfa w^ 
und.fäl}r.,.an det. Westeeite des Habens in dieSaa« 
Sain /V^as^r ist etwas sidzig und Quellwassar fii»» 
jdet.^nil^n nicht innerhalb des Umfangs eix^ger 
Jdajyleiii yoxL dem Ort« Dessenungeachtet könnep 
die Schiffe^ zu einiem jnälsigan . P|:ai$ durch dj^ 
Eingabomen damit versehen werden , welche eg 
in Flaschen- Kvtfhissani von den JQuellan bri^san» 

Saehs Meilen westlich. itf> der HaTeja- JS^r^t, 
Juidv du^h ; eine Oeffhnng in die Kü^^nbank g;a- 



\ 



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C«!» JiIth^naimn^0h\ 



Mll^rr w i>t gut gaMhntit ui^i Im tmm f^Mk 
-JkÄ^xinniA -rm^ &qßS Ai$* 9ech9^ ^F 4*'atofc 

^ 

O ff&jrifizinpw <|dM JPs^rt^riper fiagt eti«» sie* 
llin'Mteileil weUer westwSrtsf diese Bucht .,gel^ 
«•to .t»49lc iswölf Meilen ^n's Land hinein, Oip 
^Eäafahjft ist mcbt mehr, aU eine Meile hreit} u^ 
Üßk tAit Ueinan Fahrzeugen schiffbar. hk iie^ 
ier, Snolit üegt ^ine k]eii|e, diem Oalmetfc^er do^ 
Königs» 'MßHinort zugehörige . Insel , auf firelchef 
derselbe «ine zahlmciiu^ ll^erde Schaale i)n4 Zi^ 

^ Kerlen iiüd ^erliÄtftter #dlten hi«t Üt bftttlk&C. 
Üdher Menge gefti^Ae^ Werd^. SdUdlMn d«^ Km 
idg IhreHi Werth Hit kennen I«men r |bat #ir ük 
'Kkii^ret d^selben ii6h vioi^belialt^n ; na4 ^ 

Imitftält iNi!r»^hiedtoe iHlrsMen hiertu. m 

' \ ■■ • ■ . . . - •■ ' 

Zf hn,, Meilen weiter westwärts ist das norl^ 

festliche .£nde der Ins^l, v6n einem dtisiffUt ge- 

idheitÄttign Schiffscapltäfa, Barb^rsPiihtt genaAM. 

Hr ist seilt niedrig und efstreekt sith '7f4nHtdEi 

weit in die See hinein. Di« 9iuth nk £Mt t!^ 

ne iteigt nicht höher, a^s viet^l^ub, luiff Sti*8iM#> 

%lbn 'sind kaum wahrzunehnlen; ' 



<^iL "fO 



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• ^•-' lüften d^t» J&^in'tf^^« *^ :ii 

Das flache Lafid an der Küste ist sehr enge* 

baut; Taro- Wurzel (Ärons- Wurzel)^ Jams, und 

^&lie fWrtoffelii tini die gewÖhfißdte^AÄr'nt^; alr 

IW« ä€r Taro Ist iftet HanptgegiftiirtaÄd ihreir X^a^ 



> 

I 



Dia Art und Weite des AqIi^o^ i«t tehr müh« 
9mxn, da et iu>üugist, das |;anze Feld unter Wae^ 
•er zu setzen } diels wird in kleine BekUter. dif 
selten über Hundert Fufs im Vier^k sind, fehp» 
ben , und diese mit Dämmen gewöhnlich iron seche 
Fttb Höbd nmgriben, an dton Seitea 2äiekairrohr 
gepflanzt wisd, itnd auf deren Rücken ein Weg 
iäuft. Die Felder eind mit Rignen oder WasMr# 
Mtniigen \Avidmtik^iumk , die an dbr Absidit 4ae 
amn Ueb^sflutkett^ adtbige Wassev herhaiaufüfarei^ 
miiWieler Eihsifaht and Mühe angelegt sind. 



Das Erdreich wird erst sorgfältig , gegraben 
tend ^eebn^' tfiit einem ta(>lzemen Spaten, imaiai 
jjlenannt» den 41e* Aifbeiter mit den Knlee« und 
jfibsätten niedetdvQidiMii. Hierauf wifd in Bedm» 
fest geitrainplt, ind^m sie ihn mic den Füften 9^ 
laiige treten, bis er fest genug ist, Waseer z% 
halten. 

Die Fflanzefli . werden durch Absenker fortge* 
pflanzt I die man mit einigen . daran befindlichen 
Slättem steckt. Das Wasser wird dann eingelas* 
ien« .i|nd. bade<;kt 4i®. Oberfläche zwölf oder achi^ 
zehn Zoll hoch;, nacli neun Monaten, wo je^^ 
Pflanze rund herum eine Anzahl Schölslia^ge ge* 
trieben hat, können sie eingesammelt werden. 
Diese Art des Anbaues iit sehr mnhsami denn bei 
allen dam effoiddrücilien Vf i^^t^iiogan steh^^ die 
Arbeiter fast imitier h^A im S<;Ua«iin. Oetse» 
mgaaditet itabn. icb eftai» den , Keiiag in .tii^ 



\ 



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V 



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.;Abhjinih»Hg an. 



Taro -Pflftii«»mg tii»faeTg«Be&: «dMi. F. (Jlk #4^-* 1« 
^ir Absicht geschah, ,«n« Oatwhtn«!. eto ^,. 

rgiel von Thätigkeit ' zu geben , weift ich nicht; 
öoch' !känn eitie solche Auftordörting inter ^esen 
Insulanern kaum für aöthig gehalten werden, Sk 
de sieber das thätigste Völkchen sind« welches ich 
\€ ge«^hcn habe. 

Die .KaiiofEel* aad Jams-FsMer .^ind sorgfältig 
unt stelnem^a Wänden von etwa aohtzehi^i ZoU , 
Höh^ mmgehen. i^ufser" diestn ihiandisdien Er* 
seiigim«bn/sind .kürzlich IndiltaisibesKoirn uztd einsdf 
gr^ftfii Mtngb Jitb^ Gartengewäebseti einge€afatt wor? 
detn, 'TOkbe v(0s den Weibtit ^oiit' Erfolg gebaai ; 
werden. 

.Als . ^diese Jj9«eln entdecl^* y^urdf^ , ware^ 
Sciiw^ini) upd Hunde die eil\?AgW^)UiäLt^chen Thier- 

Tß, (He »ie bets^fsen; allein TamAßhfimi^y^^^^, ''^^ 

Aufipexkiamkpit au£ die > Fortpflanzung . de^; voa 
Van^QUver .un^ andern S«efabret3i| zuri^ckgela^se* 
nen Thierarten verwandt , dafs in kurzer Zeit^ der 
Stamm voq Hornvieh, Pferden, Schaafen und Zie- 
gen zahlreich seyn wird. Ich horte, dafs auf öm;«!*- 
Äz« viele Hundert Stuck Hornvieli wiTd umheWiöi 
fen, aiidere im zahmen Zustande sich \>efahdenl 
Der König hat dasselbe nach Wahn georatiht und 
"als ich mich dort befand, hattö er fiuf der Hiftdli- 
ciien Seite der Insel' eine llecrde von iiiBuxi'^dcr 
zehn S'tiicl. 

8chaaf»t;^ SSegeii vv^ren icbon sriizzahlreich« > 
^«rscliMeDd Peir«onen hättea tedeutendi^ HeeideOw: 
IHifr Königlfit hs^tte/eine solda^ von hmtidert und. ixad* 



4Hißndlun.gi^iL 14$ 



1% 91^9)^9 uai MiHUnta «nleht^re Hiuid^xl Auf di* « 

tiiBT K5idg hätte ftihf Pferde; die er sehr liebte,^ 
nnd auf denen er hSfu'fig aasritt. Auf Öwaihi «oU« 

Das Vieh wird* auf Hügeln und denjenigm 
Theilen der Insel geweidet, die noch nicht ange- 
baut sind'. Die Schweine werden in Ställen ge- 
lialten und mit Tafoblättern , Zuckerr^r und an* 
derm Abgang gefüttert. 

Die^Qberhäupter sind. die Grnndeigeiitkuiiiii^ 
nnd verpachten das Land in kX^hiern AbüieUui»geA 
an die unterse Qasse , die denP^cht ip natura^ fo- 
svöhnlich in Schwei|iep» Kleidern . oder Matteol 
jährlich in vier Terminen entrich^i!* 

I^athrUht von dciiy auf der Injti tick aufhaJUnd^n • 

.Wtifsw. ... 

Zu einer Zeit meines Aufenthalts waren alleia 
auf /^^Ak nahe an sochszifi; Weifse; ihre Anzahl ' 

Snderte sich aber "beständig und ha:tte vor meiner 
Abreise beträchtlich abgenommen. Obgleich d^r \ 

irrofste Theil derselben von Ainericanischen Schif- 
fen zurückgelassen worden war» so bestand doch 
&aum der dritte Tbeil. aus Americanern; die an- , ' 

dem waren fast alle Engländer und von diesen 
waren "acht oder zehn Verbannte, die von Neu- ' 

Süd -Wale« entwischt waren. 

■V ■ » , 

Di^ Matrosen «riialttn < xnanstohfaltige Anffor^ s 

dlemagen hier .itsirüdnmbltifaai. Betragen sie »ick ^ 
gm, 50 bekommeu »e gleichen. Rang mit den : f^ '\ 



; \ 



ä^ Jtlffianälung^\ 

Fall sind sie aidiov , i^tf - eteMi eJtar Aetoif ' itndipr^ 

0)>erli^upt uBttrstützt ^ wer^im^ d^ .^ifi^lb^n 

^ ^Aimei: be^B^iüht sind, Weifse voßX^if sich zubabeVL, 

Der König hat eine aJMltaiKc^ Z^I^ M ffät^ 
nen Diensten » hauptsächlich Zimme;sleute , Tisch- 
ler, Maurer X Schmiede und Ziegelsireicher^ wel^ 
che er freigebig mit Ländereien belohnt Einigt 
, (dieser Leute' sind arbeitsam \md gute Wirthe ; al- 
lein' dieb ist keineswegs der allgemeine Charakter 
derselben; im Gegentheil sind viele derselben faul, 
MAerHch mid so oft die Gelegenheit sich dartaietet» 
4601 l^rtftfke Ergeben. ' SW hbBeii das BrantWein- 
Amnnen auf dertnsel eihgeftilnS, und die bösen Fbt 
^eii hiervta» sof^^ohl fi&r die Biugeboriren , als Mt 
dieWeifsen seiest V sintt nicht zu berechnen/ Es ist 
kein ungewöhnlicber Anblick , t\n solches Gesell« 
4<i»Utcibexi ein Fäbchen gehvaatiten Wassefa. an- 
zapfen und Tagelang dabei sitzen und trinken za 
ertite^ hfe/sie es geteert häbeft.' ' ^ ■ 

Hiervon ^ah , es jedoch einige Ausnahmeni. 
Wilhelm Davis z. B., ein ItalienerV welcher sich 
hier niedergelassen, hatte die GewohnEeits alle 
Morgen um fünf Uhr aufzustehen^ und au{ seine 
"Felder zu gelien^ wo er gewohnlich bia z^ d.er« 
selben Stunde des Abends bliebe Diese ArWitsani- 
. keit fiet den Eingebornen. nicht wenig ajuf ; alleitt 
sie erklärten sich die Sache so , indem sie annaÜ- 
.nieut dals er selbst einer von ihren Landsleiitea 
IteilMiav welcher n^ch^eeiaim Tode ttedi OsÄA<it# 
^er £n^«nd gegeogeüy tmA ven'iaDi wie d ür & 
.fein ¥«le4ndLgelMMmil{|a Mtf^ w . . - : 



Ahhamälmng9)^ i^g 



E$ waren vrKhmnd 4er lek ftelMv Aüfeiit^ 
hOtM keine Mbiionaiien auf dto Imel;' Worftbtif 
ich midi 4ft gewundert' hebe. ' OW IMMttto Vou 
int 4f^eifie». lubett 9lusAmtm9x9md g^heirbA^ 
▼on welchen sie Kinder haben ; allein tie i^erwen^- 
äetk wenig Aufm^rksai^keit • wed^r auf di^ Erzie» 
hungt ,noch auf den ReligionfunterTicht,derie)ben, 
Ich erinnere, mich nicht irgend Eins geiehen t4 
J&aben , dat mehr ale die Bochstatien des Alpha* 
bets gewufit liittt^. - 

'DieShten und Oewokatieiiett der Sandwich» 
lasttlanor sind iwiederfaxihit beflfchtiebeh #<>rdeii, 
imd.Ten viel fäUgerJi Beobachtern; allein nietar 
langer ibuSemhalt. hat »ir Gelegenheit dargeboten, 
yuH6 Dinge em bemerken, d^ Andern eaiglengetti* 
«sd hierenl sollen sich se Mol als; möglicll mein«* 
Bemerkungen beschränken* 



Bif^ebomen sind zwar nidit gror«, aber 
^^en starkeif und untertettter Statur , beeonders die 
irtm böherm Rang; ihre Farbe ist nufsbraun^ und 
an ifavem Körper sind sie ausnehm^^ reinlieh. 
In ihren Künsten und Gewerben zeichnen sie sieb 
sowohl durch Rrfindungsgabe, als durch den aus- 
dauerndsten ""Fleifs aus. 

^ie fbed in zwei grobe Claesen mfafedHilt, In 
dte E99h% oder Oheriiäuiptef , und die Cmnaiamo* 
riA'^ ode^rdai Volk. Dte eistei« sind die Land- 
eigelithiisiH»r; di^ lettHern etebta ' mater der Obeiv 
ii^jMbafi «inifiir AeaiUiser, 4iM? «telete ^i dM 



'«0 



dkk^ndli^ng€n^ 



Bad«tii '|>i|af#', #ideir . axbi^liexf , und von welc^ioi sitt 
im Alter ei^ialten tverden. Sie sind jedodi läJääi 
Scl^v^n «4.^ 2Qfi^ 6^«md iixid Bode« gehörige sfln*. 
d|iri|i. frei, imd köoneilibre Herren ändern, iwean 

' '^ ' Xonißlichg Gewalt, 

'Die oberste Gewalt ist dem. König anvertraut^ 
dessen Macht, wie es scheint,, ganz unnmschränkl^ 
ist. Er wird unterstützt von den ewten Haupt- - 
lingen, die er immer um seine Person vereinigt; 
nieiirere von diesen r haben ' eigene Departements, 
zu vetsejll^n«'^'' Sm Qbfarhaupt hatte < die' 'HaUthal* 
tjang.nptei* rieh uttd faestimmie jedem sein TagcK' 
H^evk; ein 3and0r«r, Cotor^»^ gekannt, JverrÜBfa^ 
tete das Amt eines Zahlineiitersi sein Geschiifij^ 
bestand i» Austheilung d;&r Löhnung und der Vox'* 
rjlthe unter die, uin des Königs Diensten stehen* 
den, Personen» , ^ 

. Ein ^ählicjbes Oberhaupt, Namens Na/ii^- hattm 
die Aufsicht über da^ Gan^e upd war in der Thätr 
^ster Minister, Er wurde von den Weiisen ge- 
wöhnlich Billy Pitt genannt, und es geüel ihm 
gar nicht, sich anders nennen za })ören, 

Prietttr^ 

Die ausübende Gewalt war jedoch hauptsäcfa* 
lieh den Priestern anverfra'ut; durch sie wurden 
die Abgaben. isingeffammelt und die Gesetze voll- 
staeckt. Abezglaube Ux j«d<v:hi<de^ mäohtigste H«J 
bei« durch widchen dieser letztere Endzweck er- 
reicht wird, da wirkliche Strafen sehr selten sind* 
Ich.wttb josxt wst Beispiel einer Todesftrafet wel-* 



4.bhßndlungeu* ijfi 

jpbe an . iia^xa J4w^e voUmeckt . wvr^e» Atv d\% 
^ealigjieit des Morai (Ort» wo der. Gottesdienst 
verrichtet wird)< verletzt ha^te. .Dfi,er betrunken 
war, verUeCs.er denselben während der Zeit, wo 
e«. verboten (tabuh) ist » und ^ng in dßs Haue 
,«iner Fran. Er ward sogleich ergriffen und sarück 
fiacb dem M^rai gebracht, wo ihm, die Augeft 
aosgHtochen'i wurden. Nachdem nian .iib^. zwei 
Tage . ilt • diesem Zost^nd^ gelassen , ward fr erdros« 
^elt t ui|d sein ..Körper .vor d«m Haaptgöt^enbild 
im^estellt. . : ( 

Art un4 fFtistf Diebstähle tu tntdieh^n und zu 

bestraffnm 

* 

" Die Art und W^i^e»J)ie|;>sf^ähle i:#d Räabereien 
jzm entd^eken, liefert ß\n m€^rkwür4ig^S' Beispiel 
^op, der Gewalt des, Aberglaubens jüber ihre Ge» 
]a^üt|ier. Derjenige. , welcbier den Vejiust erlitten 
hat» wendet sich an einen, , Priester , dem er ein 
Fc;rjkel schenl^t und seine Geschiclite erzahlt. . Hier« 
auf wird folgende Ceremopie vorgenommen: der 
Pxiest^r fängt an, zwei iStück grünes Holz auf ein- 
ander zi;^ reiben, bis durch 4i^. Frictipn , einp ^rt 
^alYe3f,,deifi^ Scbnupfta,bai; gleicJl, , hervorgebracht 
wird, welches so heifs ist, dafs e^^^auf trocknes 
Gras gelegt und daiauf geblasen^ Feuer f^gt; 
hierniif wird ein grofser Holzstols angezündet, der 
eine Zeitlang brenn|&nd erbalten wird« Er nimmt 
hierauf drei Nüsse von öliger Art, ^uri^t genannt, 
zerhrich't die Schaalen, und wirft einen von deft 
ICernen in das Feuer , wobei er tin anana oder 
Oebet hersagt, und währehd die Nuls im Feuer 
zerspringt y die Worte wiederhohlt: ^»tödte oder 



m 



Jfhfidh dlungeni 



trtchiiXa Stfti fii#b/< Dieselbe Ceremottfe wird fniV 
j^#r Vixti' vorgenommen^ 'wenn der Dieb nicltt 
%rtcbeint, bevor sie verbraxint sind. Dlöfn ge- 
"idiiefat jedoch selten, indem gewöhnlich derlMl^b 
mit dem Gestohlnen ert cheint^ ^vrelches dem S& 
gentMmei' ^ntückgegeben wirdl ' Der Üteb muh 
n\$ Striffir* ^tt^ Ferkel erlegen und wird hierauf 
%nter'rtten^er'Ertöahfiting, ein ähnliches Verhi't-i 
/chen In^s kfinhige bei fcfiäfferer Strafe nicht wie^ 
W tix begehen,' entlasient' «'Die ^¥*erkiBl wrt^dcn 
mit in den Moräi genommen,, wo sie* als^ Offet 
dargebrecht nnd hierauf von den Priestern veiv 

lArtw^difc '" ' ^'- • "^ '^'* * '"^ ''- 



Sollte es Ä5h^ ereigieä ,^ rfafs der onglikliidlA 
Verhrecher während' der fürcntbirren Ceretnonib 
tiicht erschiene,' sö Ist sein^äcfaicksal unvermei^; 
lieh; hätte eif die Jganze ' Ihsef in vergebenv^ 
konnte kein Wbit des Gebete widerrufen, noc& 
der Zorn y^nStuah (Gott) gestillt werden. Die Be^^ 
gebenheit wird dem König gemeldet und hi?rau(f 
durch die ganze Insel bekannt gemacht, 4s sey Je^ 
inand bestohlen und die Schuldigen durch Gebote 
dem Tode geweiht worden. < > 

So fest ist ihr GUube an die Kraft dittet 6#» 
bete, daXs der Thäter sich abcehrt, jedes Nah- 
rungsmittel verweigernd, und endlich ein Opfey 
seiner Leich'tglädbigkeit wird. . 

■•■ ^ * ' ' ' Hßilh0nd0. " 
Die ^riesW üben auch iip Heilkunde an«. 
Das^Bad6n U^ihr OmverValimuel Ist der Kranki 



jlhhmndlungmn. -t^ 

X 

1 

all . iclnradi , -«m an die See g^bracfit ais*. w%fSiieay 
•o.wird er«xxat saizigeoi Wasser ge^vatcIle]I. • DaAi 
aus der NoTs tutuy gezogene Oel wird als PchrgnC 
j^v gebrA^jicbt^ luid. eiq« 4ehwane, vd Pulver ge- 
;riebeiie, mineralische Substaiftz< all ' .Bre^bmlttäl 
Dieses ist ^hr wirksam und die Hälfte stim dem» 
^a^ xnan^nf ^inea S^feoce. legen J(«üKUif ist eioi^ 
Unxeiobieiidf Dosis. , 

# > 

Ucber ihre religiöse Meinungen habe ich nnr 
wenige Eigetibirtteo' zii bameriunii ^Ihre Haupt- 
Korttheitv df» sie die ErsckefiEniig <let ' Weif zu- 
schreiben ,. wird Etuah genannt; «uüierdetn. bähen 
sie aod^ .siebw ^odei^ Acht untergeordnete Got>> 
jieitecx» d^ren Bilder neb im Morai befindest vaA 
deneiji^, so gt^t wie dem Biujßhm Opfer &u%eb«aclR 
werdeil. Ibre^Naiteii eind. mir .entfallen. . o 

Sie glauben an einen zukünftigen Zunan^. 
'wo sie entweder Belohnung oder Strafe für diese« 
Xebeti erwarten. Ihr Glaube aii die 'V^irksanikeit 
des Gebets ist schon bemerkt worden. Währenjl 
<£cr Zeit/ alle icH \)ei dem' Konig zubrachte, wur- 
de gemeldet, dafs Jeniand denselben durch Gebet 
'dem To3e geweiht habe. ' Um disln Wirkungen* des- 
selben entgegen zu arbeiten , warf sich die Tochier 
eines Oberhaupts vor das Haus hin» und betet et^ 
sich zur untergehenden Sonne wendend^ mit vie)- 
Ur Andacht. Da ich zu jener i&eit' die Sprache 
ihcht verstand« glaubte ich, sie wende' sieb an 
diefs Gestirn; allein ein Weifser erklärte mir de^ 
¥«tg»tfg. '*» 8te^i(ff^V «Mter aiidelril: ,^i^ könnte 
Um 6^mÄ^ * aü%tfbiil Wii niitei^ehtB-, oi^t 'Hk 



MdBÜ sei&ft Veranderutigeit^ «rleidcii» Ave&tt nidit 
«ia höboret W««»«ii 'wäre, Aas ^ ihre Bew^uogeai 



c« 



Sie baWn die Sage einer allgemeinen Sund* 
flath. Na(^ ibrer Erzählung überschwemm ve ein- 
stens die See die ganze Welt, aasgenommen deli 
*Berg Mumduia diXi,i Owaihiy and verschlang alle 
Einwohner bis auf ein Paar, das sich -auf jeneii 
Berg rettete y und die Eltern des jetzigen Man* 
scb8Qgeschle<;^ts sind. 

- * ^ " . 

Oot4€€ dienet li^ht Ort,«. 

. Ihre Mera'rs, oder gottesdietistlich^n Orte, be» 
<Hdien in einem grofs^i Hause oder T^npel mit 
einigen klepnem rings umher, in weldieo die Bü-- 
dier ik^er untern Gotter sind. Das tabuh oder ge^ 
.wtthte GdnM; ist mittelst vier gtolser, vi4»reckigec 
Pfühle abgesteckt 9 welche sech^zig oder achtzig ; 
«Ellen Tom Gebäude abstehen. .In dem Haupt- ^ 
gebäude be&idet sich queer vor dem einen End^i 
ein Schirm oder Vorhang von weifsem Zeyicfa, hin«» 
ter welchem das Bild des Etudk angestellt ist. ,. 
1/Venn Opfer dargebracht werden , treten die Prie- 
ster und Oberhäupter "von Zeit zu Zeit in diesen ' 
Ort, von der einen Seite hinein und von 4«r an^ . 
d^m Seite hieraasgehend. Obgl^h ich hA e^Ier • 
feierlichen Gelegenheit im Tempel war, so kam 
Ich doch nicht in diesen Verschlag, theils weil ich 
üngewiTs war« ob es erlaubt sey, theils wegefn des 
Schv\rierigkeit mich fortzubewegen und in der Men* 
ge Verletzungen meiner Wunden fürchtend. 

Von AaJQMm i^nd m^hMre li<äa«r]|e Bude r ^mf- 
geitellt^ 9^ häßlich, al| mm pe nmr denken Jkantt» 



Ahkandlungen, 15T 

ftre MSxQeit^ sind alle mit ^ HondniOmett ant« 
gejcfala^Mi. 

Ihre Feilertage tiel'en de^s Monats etwanerma)« 
übdHhre heiligen Gebräuche dauerten dann vom 
IJtitergaDg der Somie' bif zum Aufgang derselben,, 
wahrend welcher Zleit Niemand die Gränzen de« 
Moral überschreiten durfte. Diese Zeit wurde mit 
Gebeten y Opiem. von Schweinen « mit dem Ver- 
zehren der Opfer uiid in Gesprächen hingebracht. 
IcK begleitete den König nur einmal in den Moral, 
und war dazumal der Sprache nicht mächtig ge-' 

nng» ivu den Inhalt der Gebete zu ▼erstehen* 

' ■» i 

, Die Priester Terrichteten auf eine sehr feiev* 
Hebe ^rt fast drei Stunden hintereinander Gebete,, 
während welchen die tiefste Stiße beobachtet wur« 
4e. Di^^ geringste Geräusch irgend einer Art ent* 
weder ini Morai oder auch nur .in der Nachbar« 
•chaft, würde ein Zeichen gewesen seyn, dafs die 
Gottheit beleidigt sey , und das Gebet müfs 4iann 
aufhöriSn. Daher ward, so oft der König in den 
Moral gieng, durch den öffentlichen Ausrufer be« 
kannt gemacht und befohlen, daCs jedes Thier in 
der Nähe eingesperrt werden solle, sonst würde 
•» ergriffen und als Opfer dargebracht werden. ' 
Die Anwesenden standen bei^m Anfang des Gebets 
ungefähr drei Viertelstunden mit nach dem Hirn« 
mel ausgestreckten Armen undl eben so lange 
bei*in Schlufs des Gebets, Von mir Terlangte ma» 
die Venic^tung dieser Ceremonie nicht. 

pie,Zahl. der Anwesenden^ betrug nicht libir 
vierzig und. allt wäKon %q^ h&a» m Rang« > Wefr* 

La 



./ 



ber dürfen Iciei solchciiL G^legenkeiteii ni«' Tfaieill 
iMbxnen. 

Menschenopfer wetden dargeiracht, wenn sie 
in den Kmg ziehen; wähi^end, xneiae^ Aufenthalts 
dftselbst fanden keine Stett, den «chon erwa}|nfttn^ 
Fall des Mannes aucgenon^men, def wegen Ver- 
letzuQg des Tabuh bestxi^ft iind des^^ KföiqpHnr vor 
'dwn; Gptzen %iuge^etzt wai^ 

Macßhfit*^ 

Während der Zeit, die Macaheile hj^^ fß,^, 
nen ganzen Monat dauert n;id im Noyember 
Statt findet» werden die Priester zum Binsam«. 
mein der Abgaben gebraucht , die von den Ober- 
häuptern nadh Verbältniüs der Gtöfse ihres Gebiets 
entrichtet werden, sie bestehen in Matten, ^'Federn- 
und Landeserzeugnissen« Da^ Volk feiert, diese"" 
Festzeit durch Tanzen., Bingen und andere Ver- 
gnügungen. 

Der König bleibt diese ganze Zeit im Morai*^ 
eKe er hineingeht, findet eioe sonderbare Ceremo- 
nie Statt. Er ist vssrbunden, drei Wurfspiefse auf 
siph abwerfen zu lassen; den ersten mufs er mit- 

■ 

d^]r Il^n4 fapge^i und mit demselben die be.iden. 
anderii abwahr^n. Diefs ist keine blofse Förmlich- 
keit; denn die Speere werden mit der gröfstez^^ 
Kraft geworfen imd verfehlte er sie aufzuwiegen' 
oder auseuparirc^yr so würde, er wahrscheinlich des 
To'des «eyn**y . 

^ Tanmmhmaah ist so gn^hiekt ii^Odirau«;h des Wurf- 
splals^s ; AeS» er wahrscheiJilicb wenig Gefahr vkuft^ 
e» tiehaoi'diftse lV<üs#' dMselken au y efi t * - 



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; ' All dtfdi MapiakmtB' tkit , weMi«m ich Mf 
.#«r lüaelf briwotote « wiude der älteste Sohn T^« 
wmmhnuüih'^f ein Jjiogliiig ven eUra {«f&eho Jak- 
-ve» » mit ' den : UnigUcben Ehren bekleidet , uqi 
ecwiiit zu denselben EhkfttrchuhiffeBcnii(eB, wie 
tein Veter, hnreditigt. W^hen Thett er etwa an 
der Regierung erhieh, habe . ich . nicht erfahren; 
ieeh bemerkte ich kmie VeiiSndmuig im der Auf- 
Abung der Gewalt des Kotiigf* 



Wohnmngtn» 

Die .Häuser der Eingebomen sind von der ein- 
fachsten, Form, länglich, mit sehr niedrigen Seiten« 
wänden mid hohen Dächern, Im Innern sind sie 
nicht in besondere Gemächer abgetheilt , noch sind 
sie mit Tischen oder Sitzen versehen. 

I^ie Häoser der Ob^rhfiuptelr zeichnen «tili 
von denen des gemeinen Volks nqr durch Uure 

Gröfte aus; ^apn alle ^aben das Aussehen und 

• ' - • ■ - • . 

die Form von Sch.eu|ien. Sie werden jedoch se)ir 
.reinlich gehaltfrn, .und ihr Hausgeräth, tins höl- 
zernen Schüsseln und Flaschenkürbissen bestehend, 
wird in befster Ordnung an den Wänden aufge- 
hangen. Während iu den Hitus^n der Geringem 
der Fufsboden mit Ausnahme der Schlafstfitte^ we 






Wank^wftr prtäiüi^ dsfs er ih« iaf ^ins^ Sebsiü« 

gerechte sech« fast ^ z^^ gkieheir Zeit.««! ihn al^gf^ 

, worfene Wurfspiefse habe autpariseii tehen. ,|Dxei 

,£Qiig er im Fluge, mit einer Hand; zwei ptfirte «t 

^'mit iKeiiietn Wurfspief^ und dem sechsteii bog 6r 

>'i<ii«tc!i eine kleua^'BeWegnng seiner K6r|k«rir aus.*' 



t 

t 




^J4 . dhhandlungiH. 



\ 



Gütige Matten atisgebr^ttt dud/ tinbedtfckt Ift; in 
derselbe in d«iieii der Voroebmwn' gatfs ndt Vktx^ 
ten bedeckt, von welcbeii iiiftiacbe; mit n^ler^^m- 
berkiiiit und in ^Tersdiiedenen Mustern gearbtii#t 
iind. An dim einen läxAib dei; Innern erkeibt diA 
der ganzen Breite de^Kause« nacb eine EtbÖk«^ 
von Qtwa drei Fufi,/ welche mit einer Lage Bin* 
sen gestreut ; und mft Matten Jbedeckt ist.« Dieis 
bildet ^ie Schlafstätte für dieHauptper»toen^de^ 
Familie; die Untergebenen schlafen am. entgegen- 
gesetzten Ende* ' ^ 

Oa die beiden Geschlechter nie zusammen 
%%i^Xi y so haben die Oberhäupter immer ein be- 
sonderes Speisehaus und selbst die Männer vom 
Volk y immer je sechs pder sieben Familien zusam- 
inen, haben dergleichen. Die Weiber essen iH 
^piselben Hänser^n,, in d^nen sie schlafen. 

Wenijg Häuser, die gröfsten ausgenommen, 
liaben Fenster, das Ucht fällt! äurch die Tfaüre 
ein, welche selten zu ist Die Wohnungen Her 
obem Gassen sind gewöhnlich mit Umzäunungen 

umgeben. , 

« *' ' ' ■ , » •■ '. > . . 

19 ahmn^t mittel. '"i 

V 

Ihre Art zu kochen ist sdion ^offc beschriels^il' 
worden« Pot oder Tarobrei ist das ' vorzüglichst^ 
£s8en aller Stände; es wird. bereitet, indern^ maii- 
die Wurzä in einer Grube mittelst vratmer Steine 
backt j /worauf sodaiin ^Wa$ser zugegossen wird.' 
NacbUeif wird sie geschabt , geknetet ijin^ mit kaltem 
Wassei? veriiiischt Frisch -ist dißse Sp^^^... nicht 
unschmackhaft ^ aber «se ;9ir|r4>-leidlt sanswr. . ^ 



t. 



\ 



Ah^undluiigerr: ig^ 

R«clie werden oft roli mit salrigjem Wasser 
Werden de gekocht, so geschieht es 
«itweder auf ihre gewöhnliche Art» linter der Er- 
de, öder sie werden ^geröstet, indem sie in Blät« 
ter eingewickelt über das Feuer gethan werden» 
Wenn die Blätter verbrannt find, so werden sie 
Sa gut gehalten« ' 

\ 

Das Se^weinefleiich, bewahren, n» auf ^ . ihdfm 
sie die Knochen herausiiehmen luid es recht mit 
Salz einreiben ; worauf es aufgerollt und getrock« 
net wird» Häufig 'essen sie zu ihrem Schweine« 
fieisch einen Teig aus Tarowurzel bereitet, wel- 
el^e vorher in Scheiben geschnitten und an der 
Söjine gdtrocknet worden ist^ So hält sich dieser 
lange Zeit und ist ein gutes Surregat für Brod; 
Die Weifsen ziehen ihn auf diese Art zubereitet 
vor. Die Eingebornen bewahren ihn auf, um ihif' 
jlhit zur See; zu nehmen, indem sie ihn kaetett 
und in eine solide Masse bringen, worauf er im, 
Blattei geschlag^ wird und sich dann fünf Mi 
se(^s Wochen frisch erhält. 

* ■ , * • 

' Das Zuckerrohr,' welches sie kauen, ist eben^ 
falls ein allgemeines NalirungsmitteL 

Statt Lichter werben die "Tutui - Nüsse ge- 
braächt , wflchi» , da tie' HHg sind , ziernlieh viel 
Xicht geben. Sie wachs to auf kleinen BäumM 
und'siüid etwa von der Gröfse der Haselnüsse. 
Kadbdem sie abg^iaommen worden, werden sie 
%Ta*9 Wasser g^^<h^n , un^ die , weldie untersin- 
ken, Werden H^i^g^irand^ gehalten; sie werden hier^ 
inif tinter Aft £rde' gebacken üjod ihre SdiMle 



y 



1^6, , Ahhun älunß:^^ 

al;gemMnmen> -in welche^) Zns^tand« iie aafbewahzt 
werden. !^uzn Qebiaach als Lictiter werden zwaa* 
zig odm* drei&ig a|if eiiiem Bambu^p^bn gereiht^ 
Xede bVi^Diit iva iünfodex sechs Minute»; all9W 
sie erjordeoi st.etes Putzen, uji^» es ist* n/i^thig« diät 
]f ackal umzukehren ,., %yenn eine NuCr verzehrt isd^ 
damit die untere Feuer fängt. Sie mufs daher voi| 
Jemand gehalten werden, dessen Geschäft es ist^ 
4fo Fener imtner in Ordnung zu halten. 

Diese Nufs geprefst , giebt ein 0^1 » > weichet 
6ich.|;u.t eignet, mit Farbe vermischt zu w:eirdeii| 
Die schwärze Farb^i w6mit ihre Ranots, gemalt 
sin^t . wird; ^u^ 4^r A^he dieser Nüss^e« nac^^dfoi^ 
sie.gep^plst sind,, und der der Fajckeln». Wf^lcb« 
sq^rgfältig aufbewahrt und nsit Oel yex^nii^ m¥4ii 
li^reitet, . . •■i ' 

Starlit Gttranke, 

^Awi^ womit die Eingebortien ?ich sonst zu, 
tHsr&u^cben pflegten, hat jetzt dem Gebrauch, dec 
gebrannte^ Wasser Platz gemacht. Ich sah- es nie 
gebrauchen f ausgenommen als Medicin gegen die 
Ileleibtheit; und es soll ein wirksames Mitte! da- 
gegen seya. Ss; veruorsacht einen waifseih' Kau 
schlag auf der Haut. 

j , Das aus der; 7^ -.Wurzel gebrannte Wassec kt 
§19 dessen Stell? getreten und . die Folgen darois 
werden wahrscheinlich nocli veirdj^rblicfaieT seyn. 
i:)ie^ Pflanze vvächst w^d in, den böU^r.n Tfa«ilen 
d?r Ii^el usid ist von ver/schiedene;: pröfte^ von 
, der 'Stärke «iner Rübe bis ^ zu 4^ Dicke ein^e 
Sfobs^ls, \r- Sj^ wild . iiK eine Grijiil» svyischen 



4kh^n,^l#mg*M. 



m 



\xmS0^ Sttii|i0-getbaii uiid(^ii»it Fisang «nd TariH 
blättern bedeckt; durch diese wird einc^ kleine O^^ 
pung; gemacht und Wasser hineingegossen ; hierauf 
wird das« Gan9# wedes .augesiftoht' und vier und 
a^yrsUDki^ig Stunden so gelassen. J$t,auf diese Weise 
in^t dar Wurzfil vterf^hre^ vvorde^, so schmecki 
der Saft sehr svS^y düun. wird sie herausgenom* 
men» gpprr^Tst.. und., in ein Gefüls geihaa». um zu> 
^äbrei^i j^clpi füm{ bis secUs Tagen kann die De- 
stillation, vorgenommen werdei^. Il^e Oestillir» 
kolben.sind aus eisernen.. Töpfen g^madit» weichet 
sie sich vqn AmvPPQJUschen Schiffen yerschaäiei» 
und. die sie dturch. daran befestigte Flaschenkür-' 
bisse beliebig 2^ vergröfscrn wisj^e?^« Durch ei» 
neu einfachen Apparat gewipnei^ sie einen Spiri* 
ttjs, Lumi -oder Rum genannt, .NT^elcber keinesweg| 
herbe ^nd unschmackhaft ist. üi?glücklicher\vcisa 
sind die Weifs^n sowohl als die Eingebomen ,dei9*^ 
selben nur zu sehr^ ergeben. Faft jed^ Oheitbaupt 
hat seinen eigene^ Destillir- Apparat, 



t I 



taba krauchen. 



. n 



D^ts Tabakranohen i^t ein andenBi:rLuxas, weK 
ohen die Eingebor^en ^sel>r Heben.. , Die Pflanze 
wächst^ ix^ Ueberflufs auf d^ Inseln tgad $le..be-^ 
dieoen.sieh ibrer grün. In. ihren Tabaksj^feife» 
aeigjen^ sie ihren z^vtüriichen Gesjcbipack ,nnd Err 
findongskunst. ^ Die Röhi^e ist aus einem hoblexf 
3^engel* einer Art Weinrebe, gemacht, nn einei: 
ei$expß^ ^Kr^igeL befestigt, . welche mit hartexu. 
Holz bia^leiäet. wird.. Der Stiel ist abwppb- 
selnd mit Aingen aus i EUep)»e^ , und Schildplatt 
bedeckt, und das^ Ganze /viiLd f ^rch. e^i, eben. 



> \ 



tfS. Abhandlungen* 



VefMigtes ^*nbeinemet Mundstück Sott tutmt- 
meagebalten« 

Zuitund. dir Frmußn, 

i)i0 Wdib«r sind manclien Einschränkungen' 
unterworfen, von welchen die .M&aner befreit sind. 
Sa ist es ihnen nicht gestattet, an Tabnh- Tagen 
den Morai zu besuchen, oder während dieser Zeif 
in ein Kanot zu steigen. Niemals dürfen sie mir 
den 'Männern essen y ausgenonunen auf der See,, 
«her auch da ny^bt aus einer Schüssel. Lecker« 
bissen, wie z. B. ' Schweinefleisch, Schildkröte, 
Haifisch^ Cocosnüsse, Bana^ias oder Pisang sind 
ihnen auch uhtersagt. Hundeflefscb- und Fische \ 
waren die einzigen,' ihnen gesetzlich verstaheten^^ 
animalischen' Nahrungsmittel ; allein seit der Ein» 
führung der Schaäfe und Ziegen, welche nicht 
tühuh (verboten) sind, haben die Weiber Wender 
Ursache sich zu beklagen. 

Ungeachtet der Strenge , mit welcher auf die 
Beobachtung dieser Gebräuche gesehen wird, tra- 
gen doch die Frauen selten Bedenken, sie zubre- - 
chen, wenn es in*s (Greheim geschehen kann; sie 
schwiAnnexi oft des Nachts während der Tabuh- 
Zeit an die Schiffe; und ich weifs, dafs sie von^ 
den verbotenen Leckerbissen, Schweinefleisch und 
Haifisch, öfters gegessen haben. Was die Felgen 
einer solchen Entdeckung gewesen seyn würden» 
wei& ich nicht; allein ich sah einst die Ednighi . 
in dieser Rücksicht die besetze überschreiten, und 
ward inständigst um Verschwiegenheit gebeten, da, 
teie Bie sa^te, ' ei ihr Leben gelte. -^ . 



Jh'hmn älung &n. 'V59 



DühÄ Segriffe v<ai act< Ehte sin* «ehr lodere 
J9^T Theil mag den andern verlassen, wi^n vtk 
l&ch. niekt vertragen oAet^ einander üWdrüsaig 
sind. Die niedrige Classe begnügt sich in der He- * ^ 
gel mit einer Fran , aber lie iin4 kaineswegf auf 
diese ZahUbeschränkt» und die Oberhänpter ha« > 
))€& jtsf t mehrere, TdmaahnLOäih baue zwei:, ein 
sehr hübsches Mädchen, die Tochter eines Ohet« 
hanpts, ungerechnet, die- für ihn. erzogen ward» 
Eiia lUliches Oberhaupt, ' Cowiurang, hatte nicbr 
weniger aj^ iunfsehn. Sie sind sehr eifermchtif 
auf nneflattbte Verh^hnisse zwischei^ Eingebornei^ s 
und ihnen Frauen.; .ganz anders aber verhalt es. sich ' 

in ^dtfieht der sie Besuchenden , wo Verhältnissp 
fieser Art als die sichersten Beweise der Freu^ml- 
sehaft gelten, die sif», durch «in solches BfM^ niff 
noch zu verstirken suchen, ■ * , «^ 

Die Tugend d^ Frauen des Königs wird, )•* 
doch auf das Sorgfältigste bewacht, indt^m )ed# - 
von ihnen yon einem Diener und einer DteaeriA 
begl^tet werden , ^e^renPflicbt es ist, sie stets zi^ 
hewacWn. Sollte es entdeckt werden, daCr eine 
von fl^nKönig^n^^en. untreu gewesen, so wanden 
di^e Begleiter mit dem Tode bestraft, es sey dann, 
daf s fie die f<st^.i£ntdeckung davonmachten. 

unmittelbar nach ihrer Niederkunft mässm die 
Weiber $iA m d'ie WSldar zarückzii^hett» wo sie ; 
asim T^e blisiben und sich vier dto rMäimwb 
nicht siaiben lasseil i&tlH^ Die Königin, wakhe 
'ütttttedr mmnet. Atfvr^anh^ e^ie To<o)iter gabar^ . 
iafik rilfHai^s^ .«m nA in dM«ilba ^m^vma- 



A 



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^ \ 



^^ .vAhh4indl 

hf^^ -aW jQ der. BQ|e} b4be^ Mi« FRt««r keim 
^djere». Qbdach, ;^ls vv^lfbßf der. Wald gewäbrt^ 
Auf ^ei^bp Weise, ziteh^n sie sidi mi/ch j0^eii Moh 
jilKt auf 4^1^. Tage zui^ii^. 

r ''.... . ■ £e%l«itfilii|r« ... » " \^ ) 

'< > Däi^ y^rtt^glichst^'Klei^ungsst^cfe der Blatten« 
■p^Ä 'geHannt, besteht aus hinein ^tück Zeueh yoii 
4^iiier £11% Breite udd drei Ellen Läilge/ welche« 
teehrete Bi^ale um den'Lmb gesVickelt "miSi «isft 
bis auf Äe Mittfe deir Schenkel herabgeht; b0i 
kaK^^Wiftter' werfcÄ ^ie ein aMeret' Stdfck Zedch, 
wiie eitlen ^cbawl, ttber ihre Schttlterö. Um den 
ifals tragen sie oft Kr^Me vt>il den Blauem «?i- 
Tttfit wohlriechenden Pflanze, ' Miri 'gtoaimt^ die 
»en WfeixiWättern äbtiUch sin«. 

. 4 

' Sehr häufig tragen sie einen Zierath von EU 
fehlleilt;^ Pulapa genannt, welGb0iS an ^in bärxies, 
iaio^^ich in kleine Flechten gcfloicbtene« Hf ls|Taxk4 
g^hangeli iwit4. Das Loch ist von der Stärke eines 
Paua^csi».. un,di die Flehten «o ;pahke|ycb j, 4afs sie 
es gaÄt.ausföUe». 

Das Öaar wird auf der' Stirn zutüct^ekänimt, 
bnä Tniit einer Art, aus gebrannten Schairtfen gei» 
»achten, Kalk bestrichen. DlijsAr GeferaiiicbTjlclclit 
die Haare am Vorderkopfe fast weifs» 

'DenKöpf schi»ili«km «ie 6>it Krtozito voor'Btli; 
«iM'V ^ie ito^vcm Si&isl bi^athen und^aul.d^'Stte». 
^el etiler (kleinen , kriectUftttde» Pftaste . «ofareiUeii^ 
Sirllibeft' t«ttr|>up^ GiOb imd W^tift imdi ^kmiaiAm 
^^vMiß^A^* viw^^Zoilvimfe L«b. mäh Mxi.'^ 



ifl|^ Malt mti Sen/Ro^ g^mu^ft «l<>l)iii- ein 
8«br'*ti«rlidie0' Auvtetaen« I ' - t - i. . . ' -r ' 

].^Sie vejrwenaen viel Sorgfalt sich zu scbmü. 
cJ^W^ r2u. welcbcm Enazweck jede Frau mit einexzi 
\\ßm^n Sfieg^l versehen, ist. All* Stände .vcruirea*. 
den äie grpfste Aufmerkiamk^it auf ihre persQn- 
liehe Peinlichkeit. 

]^ ; Die .Bekleidung def Mäni^er besteht .einzig ix^ 
e]^efl| fph9ia.len Güjtel von Zeuch, Mdrff genannt«, 
l^ei. feierlichen Gelegei^eiten tragen die Anführe|:.^ 
zierliche Mantel und I^elxoe von ^otheu «J(]^d.c«U. 
btn Federn. 

i . ■ * . ' •■ . 

Manufakturen» 

Jenes Zeuch ^ tapa genannt, wird von. den 
Frauen verfertigt und aus der Rinde eines Baums 
£f;^acht ♦ diese . wird zuerst im Wasset geröstet 
uni dann mit einem Stück Hplz voller Furchen ' 
geschlagen; sie liegt dabei auf einem gleichen 
Stück Holz, und da di^s^ beide^o bei der Opera- 
SipiX »0 gi^legt werden , ^ da fg die Furchen in rfcb- 
ten Winkeln auf einander liegen, so bekömmt. 
4ds Zeuch das. Muster wie geköpertes Ge\i^be. 

Bs wird mit dem Stft ren Beeren gdfitht,' 
w^lcheir mid^Ut «|n«s ^ücks Schildkirötenscharäle» . 
iii ^orm eln^f iM^steri geicbnitat', .od«r aoch' mh- 
eliier Art Bürste äufgtbtgAn wird, wekfa« aus demv 
«l^geit^^B TSnde «in«i BambusMhiM getdacht ist» ^ 
JHifdi^ Art färben de braun, gr&i^, gelb, bla« 
«M sdiwarz, • Oft mälM Ü9 Mnd^ Mkttge Versehie* * 
dSicar Muster, in dett«]& •!#' vi«l G^mbm^kk vm4^' 
Htftidttnf»lrvgBAt* stijen^ . . !> 



Bt dSües Zeuch darok £e Käne ariir l«id«t. 
tind dann wie feacbtes P$i^i«fr ,reifiit^ so .iriird' t%i 
unmer mit vieler Sprgfalt trocken gebalten, oder 
getrockjiet^ wenn et nafi geworden ist. Wenn 
sie am Bord von Scbifien schwimmen , 90 halten , 
sie ihre Gürtel über dem Wasser, abwechselnd si^. 

aas einer in die andere Hand' nehmend. 

• '. • - . * 

Die Matten « womit der Hausflur bedeckt ist» 
/Verden' ebenfalls von deÄ Frauen verfertigt. Si« 
Verden aus Binsen oder einer breitblättrigen Gras- 
art, deren Halme gespalten werden, gemacht /und 
in eijier'Menge verschiedener Master gearbeitet. ' ' 

Die Eingebornen sind sehr geschickte Fischer 
und ihre Werkzeuge sind mit vieler Einsicht ge* 
arbeitet. Die Angelhaken sind bisweilen von Perlen- 
mutter oder Schildpatt; jedoch sind jetzt diejeni- 
gen mehr in Gebra,uch gekommen, die sie. sidi 
von den Schiffen verschaffen. 

N§ttt und Fisohtr* 
Ihre Netze und ^äden werden^ aus den Fasern 
einer breit blättrigen Pflanze gesponnen, die UranM 
heilst und wie Binsen oder Schweftel aussieht. 
Sjp wird gmn ausgerisseti und die Aufsenseite mic 
einem ^childkzötenen Messer abg^sch^bt, worauf 
sie ini. Wasser geröstet wird; die Fasern werden 
a^ittelst . eines . Nagels von. einander ^getrennt , und 
zu Fäden gesponnen, indem sie zwischen der Hand . 
und. dem Schenkel gerollt; werden. Die Schanre<|^ 
b^eh^a 'Insweilen aus zwei oder drei Fäden ün4 
sind ' viel stärker, als die von Hanf^ Siie ziehen 
diese Schnuren hinter ihren $a|iot« h^ und iapc^H 



I 
I 



mtf i&em Art Bonittat, Dtlphiaa und tntee Ffr 

icbe. Die Angelhaken 9 die de ntihd verfertigSD« , ^ 

Jiedürfeii keinet Köders , da .üe Pejrlemmter seihat 

jdara dient. Bedienen %ie fidb der Dnidihaken^-.it 

4iaiYvickeln dte tie mit einem S^kk weiten Zendb. ^ 



Die Nene , in weldben sie ffie fliegenden ¥U 
«cbe fangen, «kid von Scfakiarett dettelben Mate^ 
xDeiIs gemacht. Sie sind etwa hnudeft Englische 
Ellen (Yards) lang und drei odet vier breit und 
haben ^inen grorsen Beutel ifi der Mitte^ Sie 
uferden wie die Heringsnetze anigewerfen, det 
obere Rand durch Stücke leichtes Hek oben 
schwimmend, , der untere durch kleinere oder ei« 
sexne Gewichte unter Wasser gehalten. Damit dif 
Fische gehindert werden sollen, darüber weg%u» 
fliegen, werden Baumzweige auf die ganze i^nge 
des obern Seils geleg;!^ Ist das Netz gehörig aua* 
gespannt , so rücken die beiden Kanots an jedem 
Ende desselben nach und nach vor. indem sie mit 
^demselben cin^ Zärkel bilden, in welchen die 
Fische, dur.gh eine Menge von Kanots getrieben 
we;rden, welche die offene Seite eintiriunen, und 
das Meer heftig mit Zweigen schlagen» Wexin dii| 
Kanots lan jedem Ende des Netzes zusammeutref* 
&n, s^ ziehen sie es nadi und naeh ein^. indem 
ne den Kreis i^nmer mehr und mehr verkletnem 
und so die Fische in den Sack in der Mitte u^iben. 



Auf diese Weise wird rine KaliUose Meng^. ge- 
fangen. Ich habe gesehen , wie 9^9 , na^ ein^m 
"^Cage des Fischfangs mit zehn bis zwölf vollgela- 
denen Kähnen zurückkehren« Zuweilen war. das 



1 



/ 



1Ö4 



Ah\Mu^lun$k% 



JITeta. '96.:v6H'».' dsts 4ie .es nicbt to Bfejrd ziekeii^ 
]DS]|jiteiiv soBdexn^gcsöthi^/Mraren, es jitich sich 
Mldas^ U^BiT Httiischlappetn.. Sie Baban eine eign^ 
Artv^ischö durch ? Gäi z« fajogesu Dieft «geschielit 
loittvlsi jiiaArKr«^iit£,.'äimüch dem-Haad^raut, wel>* 
ches de vom Stengel pflücken und quetschen; hier«» 
fl5|t Jje^sqji^,sie<.«c|it«:^bi«.^auf .^eo^Gjrms^, undthrim 
jßÄ ii^t^rn#e. Sf^iö? , wo, die. Ffo«*^ ^ÄfPfö- Dai« 
pift ist so wiykjja^ ^ .-«lafs die Fisehe .iö kurzer 2iei« 
})etjLubt, wexd^^ » liMPix^^^af die. Obi»rfläche komm^xi« 
^<]^al<l, sie gelangen limAi . vyerd^Br.sie au^genöm^ 
ji^fin ,. 'd^jmii; id^s Oift ixt ihreiäa Magen das .FJTeiich 
^«SÄ^lbfi», pic^t, a»gmfe 

*' ; Öiie Enödeigemhüiweif Jiäbcn das Vorrecht, aü 
ftiVet eignen Kih^e so weit in die See faineinzufi* 
sehen/ al^ deif gröfste Mann bei niedrigem Wassek 
Wagen kann, lind dieser Recht mögen sie zu al- 
len' Jabr^szeiteii ausüben, :^onst'aber ist die Sei 
fii&«Ä,*^äusgeAöin]üen zu zwei Perioden im Jahre^ 
fed'e von sechs Wochen, w&hrend welchen das Fi- 
fcchen überall erlaubt ist. Während diöser Zeil 
ist dasselbe die allgemeine Beschäfiiguhg der Ein» 
^^bomen und sie fangen und salzen genug ein, udi 
8atnlt während der übrigen Zeit tiu^zux'eicheii; 



in mM^hdsitiftiifitn Jrbti$iiU 

' 'In jedem Atlikel iitrer "Mantf foeturarbeitte vAi 
g^fr diirise ^Iiif »ladet eiiMAi' cabefibi^AeiDtliohen^ Grtt< 
von Geschicklichkeit und Zierlichkeit, insbesonw 
^ev ^räif «Ute Ai« '£infacfahMt dW Getäthachaf^ 
fi^a bet{«e]ite«t wofnit sie arbeiteii» . 

Da« Werkzeug , dessen Äe tich -am m^iaüen br* 
tkemetiyUi eine Att Hohleisen, ^00 ^^i&^int^ früher 



jet^t al^ aUg9mfm;AU8t.Eiie]ii. .Sie bUiQ«te% in«» 

dem sie/ eme dün&e Eisen -Platte, von vier Zoll 
Breite nnd' fätof %ii sechs ZoU Lange um einen 
Ast si^Magen'. '' Dieses und dn Corallenft^eK st«M 
dM^'Mile find- fast ^le einzigen WerKzeöge'', 'dd-' 
ren sie sich bei denr Baii ihrer HMdser, Kanetr 
und hölzeirner Gerät be -bedienen* . - , - 

Bie runden hölzernen Sthüsieln^ die von ei« 
nem halben bisr au rwölf Nö«el enthalten ^ sind 
»it diesen einfachen Werkzeugen geari>ei«et ; und 
so sauber^ > als wenn sie auf einer Drebbatdo 
gemacht wären. Es in 2u be wundem, wie bald 
sie von den, sie besuchenden Europäern sich die 
nüt^ßlichen Künste zu eigen zu macheh w/ssönj 
l^iele von den Eiögebomen werden als^ Äininifer- 
leutC) ftättcher, Schmidte Und Schneider gebrauchlf 
iind verricliten Ihre Arbeit so vollkotameh/ wfif 
Europäer; In des Königs Schmiede waren blof^ 
eingebome Schmidte*; sie hatten ,bei einem WafTeti* 
Schmidt gelernt^ welcher die Insel verliefst als ich 
dooMT war» 



<• 



Beinahe^ ihr ganzer Handel .wird dlurchTau^cl| 
{etri^b^n; sie kennen den Werth der Dpljars, und 
siehn^n sie ini Tausche genx an; sie erscheinen 
danp i^et selten wieder im Verkehr» daV^ie so;r§«^ 
fältig aufgehoben werden. ** . . 

Die Schiff e uferdeh hiea^ mit {viBchen Lebe»! 

mittatst 9 Sal^ uhdandern^ zur Verproviantirung' gef 

hörigen^ Gegenständen versehen , tmd geben ' daflit 

Xaiicbe ^ - FeuAirgewehre ^ Mdni^tion » ^ SeetUhaen* 

Jtr^A. Q. «. IL Ui. 9«.^ r« ^ 



I 

I 



AlthäH dl un^i n. 



V 



«Ad AiMnrhftupt ^&«u:o^8che Artifcd von. jea«r Atl. 

>&l»]id^olZy Perl^i «nd Perlmalter^Scbaakii 
griiören ebenfalls zu den Ezzeugnisten ^\9m In«" 
teln tuid werden häufig für den Chuie«9€he& 
Maxkt hier eingehandelt. , ^ 



Es ist wahrscheinlich ; ^at« in Zukunft die Ras-' 
sen haupftöchliph von hier aus ihre Niederlassung 
gen auf den Fuchsinseln , an ^er Nordwestküsie 
Ton America und selbst in Kamtschatka mit Lt» 
Iwasimtteln und Verräthen versorgen werden. 

• Mit d«^ Insel Atui treiben die ^ingebornen 
'eineti beträchtlichen Handel* Die Eingebomcfn 
von tf^ähu zeichnen sich in der Verfertigung yon 
Geweben und !2euch , die Bewohner v^on Atui aber 
In der Verfertigung TonKanots, Rudern und Wurf* 
epiefsen aus, und daher machte' sie sehr hauifig 
Austausche in di^esen Artäieln* 

^ * IPriis i€r 'Lähemmitui. 

Wegen der Menge von Schiffiä^> welche im« 
marwährend bei diesen Inseln anlegen« sind di» 
Lebensmittel keineswegs wohlfmL. Ein Schwein 
ivtrd nach seiner Länge geschätzt; eins von der 
gröüstcu Art, Pbanana oder Klafter- Schwein ge- 
natfnt, wtdche) von der Schnauze bis zum Hinter- 
theil diese Länge mifst, "Wird ah Werth zwei Bei- 
Im gleich geschätzt; ein Stüdk vom dicksten Thdl 
einet Wallrosszahns, fönf bis lechs Zoll lang, gleich 
•in und einer halben Yard blauen Tuchs o4er fünf 
Dollars» Bin Sdmtf odec eine Ziege kann mam 



/ 



4lfhaAdlung0n. I^ 

fBr «in SMek.WtSmArinf «inen Minaer- GAit»! 
oder ein Paar Vögel fibr ein Metter» tisit Scbeere 
•d«r «inea kletnen Spiegel haben. 

Von äiren frühsten Jahren an bringen' dieie 
Insnlaner so viel Zeit im Wasser za « und erlangen 
doirch 4ie»e beständige Hebung eine solche Ge» 
wandtheit, dafs sie sich in diesem Element eben so 
wohl« als auf dem Lande, zu befinden scheinen. Oft 
schwimmen sie mehrere Englische Meilen weit an 
ein Schiff 9 bisweilen auf einem Stück Bret ruhend», 
und mit den Hunden rudernd, aber häufiger ohne 
alle Unterstützung« 

Obgleidb Haifische in diesen GewCsttm zahl» 
weh sind 9 %o hörte ich doch nie von einem Üb» 
l^ückjfall, welches ick der Geschicklichkeit zto» 
schreibe» mit welcher m üue Angrifiie vermeMeb« 

Die olj^em SchöIsUnge des Zuckerrohrs gegenein» 
ander zu werfen, und sie im Fliegen aufzufangen, 
ist eine von ihren LiebUngsrnzte^haltungen, wodurch, 
•ie sehr viel (Geschicklichkeit im Gebrauch dea 

Wttr£^e£$es erlangen. 

• •• 

Das Tanzen, Ringen und Wettrennen lind 
auch gewöhnliche Belustigungen , vorzüglich wäh* 
xmÜL der Mak^eiteaeit. Die Tänze werden l^iupi» 
üchlich von den Franen ausgeführt, wekhe stchi 
in groibe Vierecke, zehn bis zwölf auf jeder Seiü^ 
eiellen^ nach dem Schall einer Trommel den Tact^ 
jbalten , und einen Gesang dazu singen , in welchen* 
4m all» isinfaUen. ie be^^en beiiki Tanmi ^el^: 



> 



t^ 



4i^bajn^tnngßns. 



ijpß d|# J'üIm, 8oiiil«i2ti werfen ihren Körper ^heruin 
uj^d £ebn)f(9 aUerband StcUungea au, bal4 'a^i^ 
zusammen sieb i^iederX^ueriid., liald . aU^. in-^eii| 
und demselben Augenblicke aufspringend. Ein 
Mann an der Spitzp mit aufgereihteu Schnuren Ton 
Schaalen an 4en Knöcheln und Gelenken» bezeich- 
net damit den Tact. 

Bei diesen Gelegenheiten zeigen die Weihet 
all ihren Schmuck, besonders an Europäischen 
Zeuchen, wenn sie so glücklich sind, weicht zit 
besitzen. Sie erhalten ,von den Zuschauem grofsen 
Beifäü, welche bei gewissen Stellen des Gesangs 
&äuBg ift unmälsiges Gelächter ausbrechen. 



i< 



' £i0 babea ein Spiel > welches eine Adinlich- 
kiit mit. dem Bretspiel bat, aber zusammeitgeseu^ 
t^ ist,' £e wird auf einem Brete"^ mit sdhwarzea 
und weifsen Kieselsteinen ^espieh.. ./ Tamaabmaßk, 
zeichnet sich in diesem Spiele auf; ich habe ihn 
Stundenlang mit seinen Oberhäuptern bei diesem 
Spiele sitzen , kein Wort dabei sprechend , aber, 
mitunter dazu lächeln $ehen ;' es soll ihm Niemand 
in diesem Spiele etwas abgewinnen können* Das 
Bretspiel ist jetzt auf den Sandwich -Inseln einge* 
fühlt wbA die Sing^bomesi q^en es sehr gut! 

. Dt achen. steigen xa. lassen» ist eine anieMc 
IiiebliagsheLustigung. Sie machen siej aus Z^ocb^ 
vmA des gc(Wöhnlichen Gestalt, . aber von au£ser-r 
ardebtliiSfaer Gröfse, da viele* funfsig . bif i sechstig 
Sa£s lang und sechs hb sieben breit sind; die der« 
aa bfifiMaigie Scfanvr k|. oft. drei Ins vi^r l|Viftd%Qfc 



I < ' , 

99Liin lan^ , und rie rind $ö •chtver t« lialten,. dafs 
^üe sk» an Bftaoie binden müsseii« 

Die einzige Beschäftigung, welche ich die 
Königin Tamena treiben sah , war» lolche OcAchen 
2u verfertigen. 

V 

Unter der Leitung eines James Seattle , weK 
eher einstmals in England auf der Bühne gewesen» 
wair ein JTheater errichtet worden. Die Scenen 

'S 

stellten ein Schlofs und einen Wald dar und wa- 
xen i|us verschiedenen bunten und zusamnienge- 
klebten Stücken Zeuch gemacht. Ich wohnte 
^inste'ns einer Vorstellung von Oskar und Malvitia 
faei*^ Dieses Stück war ursprünglich eine Panto- 

^ ]xiime> aber hier hatte Beattie einen Text dazu 
gemacht. Die Rolle der Malvina ward von Isaac 
Davis Frau da'rgestellt« Da ihre Kenntnifs der 
^Englischen Sprache sehr beschränkt war und ndt^ 
'fast nur auf die Worte ja und nein erstreckte; »o 
waren ihre Reden nur auf diese Sylb^n ^^inge« 

^ schränkt. Dessenungeachtet spielte sie ihre RoHe 
'mit gtofsem Beifall. Die Fingalseben Helden wur- 
den durch Eingebörne dargestellt, welche in Hoch^ 
ländischer Trat^ht und mit Finten bewafihet « er«. 
scdiienen^ Die Versammlung schien das Stück nü^t 
recht zu verstehen, ward aber durch das- Nachspiel} 
höchlich ergätzt, welches ein Seetreffeli. darsleHl^. 
Die Schifft; waren mit Ganonen aas Binih^r hh- 
wa£fnet und jedes gab eine volle Ladung, welches, 

, mittelst gezogener Fäden geschah, di^ in Salpettfr 
getaucht wciren ' und aus jedemX&ufe^ ausgiengen^ 
'fvorauf eins ron den Schiffen üi di^ Litft floj,^ 



/UfiglSekHehtrweise ^eutt^ 'did ExplosioB dth Wahl 
in Brand. Welcher beinahe das Theateir verzeivEt 
hStte, , 

' Die Todten werden inuner in Geheim beige- 
setzt und ich konnte nie erfahren , wp de begra- ' 
^ be;^ wurden... Meix^ Hetrioi, di^I^önigin» bewahr- 
te die, in ein Stück Zeuch gehülltcin, Gebeine ihret 
Vaters au{. "Wenn sie in ihrem eignen Hause 
schlißf r lagen sie an ihcer Seite, und in ihrer 
Abwesenheit i|^ einem Federbette, welches sie von 
seinem Sciiiiffs - Gapitän ethalt^n hatte, und blo£i 
zu diesem Endzweck gebraucht ward. Als ich nach 
der Ursache dieses sonderbaren 6e brauche fragte» 
antwortete sie, , »es ges<^iiahe, weil sie ihren Vater 
so «ehr geliebt hätte/* 

Währc;;nd der Zeit meines Aufenthalts a^f fFahU^ 
•ttarb. Terremaity^ des Königs Bruder. Sein Leich* 
,»am^ wurde in. Staat einige Tage im Mora'i aus- 
.gesisrilt und bietauf» der Sitte .gemäfs,, in Geheim 
beerdigt«. Die öffentliche Traner , we^hei bei di^« 
.«ex Gelegenheit, so wie bei dem Todesfall einet 
.Oberhanpu. Statt findet, wax Yon so aufserordent« 
^dier Axt, dais, wäie icb^nicht Augenzeuge g^ 
weseA, ich der Evzählung derselben keinen Glau- 
ben l^eigemessen hätte. Die ßingebornen rissen 
ihr Haar aus und giengen ganz nackend umher« 
Viele von ihpen, besonders die Frauen entstellten 
sieh,^ indem sie sich die Vorderzähne ausstiefsex^ 
imd ihr Gesicht mit rotben, heifsen Steinen und 
dem untern Ende der Flaschenkürbisse brannten» 
welch* fi* brenn^d auf ihr Gesicht hielten/, faia 



«ito» rttndfe' Xrfii ^ge|ira]iii( wat, wSbTtnd wek 
ch«T Z«it fio« aU§em«iiie öffentliche Prottitutiim 
dtr Weib#r Sutt hatte. Die K^oiginnea und 
die Wittwen des YerftorWaen wajwn aUeia davon 
amgenoiqmen. AU der CapUän ein^t Schiffes, wel- 
ches imHaven lag» dem König wegen diei.es schXnd« 
^liehen Gebrauchs YorsteHiingen machte » erwie* 
derte eXf daft dieCi Gesetz ttj und ex es nicht 
bindern 



\ 



Wenn der König in den Krieg geht, muft je^ 
dmr waffenfähige Mann seinem Oberhaupt folgen^ 
<u welchem Endzweck siis alle von Kindheit auf 
im Giebräpch der Waffen geübt werden. ' Ich sak 
nithts^ was einer regulären, bewaihetett Mächt 
glich, ausgenommen eine Wache von etwa fünfti|; 
Mann, welche .hestündig bei des Königs Wohnung 
,dens Dienst ^ versah« Hiejrvon waren, unge&hr zwan* 
91g , tligUch auf dejr Wache » aber sie stellten nur 
eine einzige SphUdwache aus und zwax bei. dem 
Vulver- Magazin. lUs der^ Nacht rief ^iese regel- 
mä&ig alle Stunden ans: »^AUes ist in Ordnung!*' ' 

Sie waren mit^Flinten undBajonnettbewaffnet^. 
hatten aber kieihe Uniformen $ iltare Patrentasohenv 
weldie de« Königs Arbeiter vidxferdgen , sind vpn 
Holz ) ungefähr dreizehn Zoll hing , nach dem 

Körpec gerundet' und mit Fetf äberzegeui 

» • ', 

lelk habe diese Wtache» b^i i^Mrenr Uebungen 
gesehen r Sdinelligkeit, aber nicht Genauigkeit» 
adneia ilDr Angenmevk zu seyn« Sid standen, w^it 
xeneuiaadax entfant, „und fene^teiH fo-schnaU i% 



") 

\ X 



fs^n , wodurch sie zum rweit^n Mal feuerten, oh* 
Sie Wh desLädestocks zu bedleneii $ ledotnef, e^i« 

« abdrückte; ati«: „Feuer!« ' ' '. . 

Die Bewohner dieser Inseln sind beschuldigt 
'worden, Kannibalen zu seyn; aber so viel ich dar- 
über, urtl^eilen kann, sowohl aus. eigner Beobach- 
tung» als aucli au:s den Nachfragen, die ich dar- 
über ' anstellte , halte ich, diese Beschuldigung für 
ganz grundlos. Ismac Davis ^, welcher, da er niehr 
aJ<{ zwanzig Jahre 4inter ihnen lebte und während 
der Zeit Tbeil j|4r allen ihren Kriegen nahm, die 
belste Wissenscbaft besitzen mufste, erklärte mir 
giinz bestiipmt^ . 4^^ diese . Sagen Erdichtungen 
ueyen , Axnd diese Insulaney x^iemals Kannibalen ge- 
wesi^n wärc<i 

,' Forrsehfitie in dtr Ci^illiatUn^ 
Aus ^exn bis hieher 'Angeführten ist abTuneli- 
nien , dais diese Insulaner ischon viele^ nützliche 
l^ünste sich zu eigen gemacht haben, uiidtK^nelle/ 
Fortschritte in der Civilisation machen. Viele» 
xpufs ohne Z\veifel ihrer natürlichen Fähigkeit 
und unermüdlicb^ Jl^ätigkeit' zugeu:hneben wer« 
.dea; aber ein grofser Theil dieses Verdienstes ge^*. 
liöhit den unaufhörUchen .Bemühungen ^^maah.- 
m^Kih'^i dessen Erweiterte Begriffe ihn in den Stand 
gesetzt- h^ben , die Vortheile zu schätzen, welche 
aus einem Verkehr init den Europäern hervor- 
'gehen ^ und ^r verfo^t dies^rr 2weck xc&t ' dem 
^fstc'n Eifer. ,..-': 

* ^ ' Das unglückliche Ende de» Ca^^itän iSbokjtaiiL 
Vto'vW d0ä Eingebornai an 8«i»talireni iMübiem 



/ 

\ 



i 

Ittbifigen Ifordtbaiteti »' - xoritiiglich auf fVahu^ w6 
Ldeutenam Hengist und Herr Goachy . Astreoom d^is 
Dadalus, die Harren Broum und Gördon^ Eigeo- 
thüsneir der Schiffe Jadkali und Prinz L^e^JBoo ihx- 
X^ebe» einbübten, gabin roA der Wildheit dieser 
Insnlaner ^na aolohe zurückschreckende Yoritel» 
%lmg, dar» rible labre hindurch wenig Schiffe ei 
Tragen wollten, bei diesen inseln anaUlegen, Abdr 
seitdem Tamäahmamh seine Macht begründet bat^ 
hat er sein V-erfäbrem naßh so strengen Regehi der 
Gerechtigkeit eingerichtet, dafs I^reoide sich jetit ^ 
in- ßeknem Haren ^ so -sicher befindent- ^1* itt den 
Häven irgend einet civilisirten Volks« 

Obgleich er immer bemüht ist , Weifse za be« 

.wegeu, auf den Inseln zurückzubleiben y so er-« 

muntert er sie doch nicht zur Desertion» nochfudit 

er. sie gegen ihren Willen zurückzuhalten« weati 

-de wieder abreisen wollen« . 



^ . Dif Känif Tamaakmoah und .iiuie FamilU» 

Im Jähre I8^ echien der Känig ungeCähr fmf« 

zig Jahr ait zn ^yn; ^ist ein starker» wohlge« 

'bautet Maiin , und eher etwa» dunkler von Farbe» 

'üls gewohnlicb die Eangebornen ^ind* Oer^ Aiü* 

'drvck seines Gesichts ist angenebfni erlitt sanft und 

'l^tseUg in seixii^ Manieren , und verfteht die 

Klonst,, 'sich dio' Anhänglichkeit Anderer zn rer-^ 

schaffen. Er beätzt ein r^es und warmee Gefühl 

und ich habe ihn bei der Abteise derjenigen» de- 

4ien^ er geneigt wer» ThrSnen rei^ieTsen sebeiii« 

Obgleich ein Eroberer» wird er doch von seinen 



X 



if^ Afihänälun'gen. 

Utitenhatten s^hr geliebt, und nicht n^i^ Unreeht'; 
denn Seitdem er die oberste^ Gewalt erlangt hat, 
erfreuen sie sich > eines ruhigen und glüf:kliche|l 
Zustande«. Br hat einen beträehtlichen Schatz in 
Pollats gesammelt , und besitzt einen groben Voi« 
rath' an Europäischen Artikeln jeder Art, vorzüg- 
lich WajETen und Munition ; er hat dieselben durcli 
Ifandel mit den Schüfen, welche h^er beilegen» er- 
langt. Er versteht vollkommen wohl, einen Han- 
del zu machen; 'doch thäte man ihm "unriecht, ;ihii 
%\k beschuldigen, dafs et den andern Theil zu be« 
Tortheilen suche. Im Gegentheil habe ich nie be^ 
merkt, dafs er , sich einen unrechtmäfsigenVortheil 
Qusbedungen; er zeichnet sich vielmehr aus durch 

•ein gerades und rechtschaffenes Benehnaei^ in al- 
len' seinen Verhandlungen. Krieg, nicht Handel» 
•cheint die Haupt veranlassung zur Bildung- meiner 

^ Mträchtlichen Seemacht zu »eyn. l)a l'ried« war, 
lag seine Flotte die ganze Zeit meines dortigen 
Aufenthalts abgetakelt. Will er sie ausrüsten, so' 
kann es kein^ Schwierigkeit haben, sie zu beman- 
nen; itenn aufser den Weifsen, die er immer in 

.ue.mlicher T^ibX um > sich hat, und die £aat alle 

.Seeleute sind, findet er |^ch unter seinen eignen 

.Unterthanen viele gute Seeleute.' Er. muntert sie 
auf. mit den Schiffen, die fortwährend hei* diesen 

llnseln beilegen, l^eiseq 3;u yi^acben, und vi^ von 
ihnen wehren in China, an 4m Noirdwest-^ Küste 
von Araorica und selbst in den vereinigten Staa* 
ten. In kurzer Zeit. werden si*' brauchbare Hand- 

.arbeiter und bleiben es, ^ so. lange sie in wami^n' 
Zo^en leben; den Wirkungen de^ Kälte 

,(io i^dobh 4icht wdtmeh^ 



I . 



■ . ' ^ Wftttaid miAxm^ A.ufenÜMÜti anf Wäjui imhte 
üflc Bau d«r Flott«, da die AvbeUtkate d4t K(>* 
vigj mit der Ernchtuiig einet , vok teinec Renden« 
«n Hmnarura bestimmten Haates im Europtischei» 
8tjj[l beschäftigt waren* Als ich abKeis'te, waren 
di^ ^MauiNrn bis zum «weiten Stockweck schoi^ 
•oijgefiihart 

Seine' Familie bestand aus iwei Königinnen^ 

welche Schwestern sind/ und einem jungen Mid* 

chcn^ der Tochter eines Oberhaupts , weichet vx 

Reichem Ran^e bestimmt ist. Er hatte awei 

Söhnet ein^n von fünfzehn, den andern voii aehn 

Jahren und eine Tochter am lieben, welche lets- 

'tere während der Zeit meines Anfenthaltt anf der 

Insel geboren ward. Die Königin ward um Mit^ 

^ernacht entbunden, vn^ dat Erelgnift ward alt» 

. haid dnrch mne Salve von fianC^hn Stüclt Geschüts 

angekündigt» welche mr der Fronte des Hanset 

«eine Batterie biMeten. 

» 

Von häac jQuifU erfuhr iek, dab sein ältester 
Sohn anf seinen Befehl zum Tode verurtbeilt. 
worden war» in Folge Mne« verbrecberiscben Um* 
^angt mit einer teiner Frauen. Diela £and. Statte 
bevov er seine. Besidenz in fFalofi auftchlug« 

Pes Kö4idgs Lebenrveise war sehr einf^^cb« er 
frühstückte um g Uhr» afs zu Mittag, und Abends 
bei Sonnenuntergang. Da die ersten Oberhäupter 
inunev un» seine Person; waren » befanden, sich ia 
der Aegel zwanzig bis dreibig. Personen beisan^ 
man» nachdem sie sich auf Matten» die auf den 
Boden ausgebreitet,, niedergelassen hatteA» irwit 



/ 






»^ 



m 



AVHidn äi u "^i^-t «N 



2u IVfittaff *5nein Jeden eirte Sfcfcü^sel vöÜ ^Woder 
1 TaTo ' rudding vorgeseitzt ,^' Hvelcben sie statt ffüf 
t;/)Wtfl'*mit'den*Fiögerti verzehrteil. Diese Spei^ 
iiebst getrockrieten FischeiT und im Mora'i gewcfts- 
iien Schweinefleisch, machtitr ^das ianze Mahl auir, 
ttJi'in dö^ 'Königs Hattsf^^küne andere Speise /er- 
laubt ist. Er beschlafs dasselbe njit eitiem ba>- 
l^n Gliis Rum| doch fvard^ die Flasche sogleich 
-sify^X, fortgeschickt \ da ttarke Getränke seineii _ 
f^^A uater^agt sind« Dasi Frühstück und Abend^- 
jMfen bostand ' aus Fischen und süUjseü' Kartoffeln« 
Man «ag^Q» 07 ^ey eine Zeitlang den starken Go« 
tränken sehr ergeben gewesen;^ allein» da er di« 
tidseQ Folgen dieser Gewo];:[nh«it exDpfunden, habe 
er Eij^^hlufs gex^ug gehabt, üie zu uaterlasseii. 
,Ich sali ^n nie die Gränzen der geregeltsten Mä^ 
£fig)^eit überschreiten. Die Königin Tamena hatte 
I^Qlv(>4iQS0|heSelhstbeherrsc^u^ ; denn obgleich sie, 
wenn er gegenwärtig war» piicht zu vicd zu thuu 
wagte, so benutzte sie doch gewöhnlich die ZJcit 
iieinet- Abwesenheit Um Moraif um^ ihren Haitg für 
«tarke Geträiike ziT^ befriedigen, und- gewöhttlk^ 
.J>eTaa$chte sie sich. ' 2!iwei ^lenti^the^ Frautn, die 
euF der Insel zurü<^kgela*sen worden^» waren ihre 
yebsteii GefährtiiilBen ;' die^» tfumkeii au machen, 
war eine gewöhnliche Behistigung , doch am Ende, 
der Unterhaltung befand sich Ihre* Majestät in der 
, 'Regel in gleichem Zustande* 

■'s 

^ ' Tamaakm^ah war bisweilen auf EnrepSiscBs , 
Weise jg^kleidet,' 4her w^it häuSger legte er seiiie 
Kleider bei $4ite, gab sie einem Begleiter nhä 
tie^nügttft ^ $iqfa' mit dem Qürtel. Ein and«r«r Be- 



/ 



Abbatf,dlii^ttg^m. ijj 



l 



f * 



- •-■ 



fm 4^,'¥.\^^S^^ ab?uwel;irfD, and ^iq dritter sc^if 

Ziiixffpfi besetz xwar, und, ,wie 4ct,hpr;i^., sf^pff^ 
iM}ir«?«.:iein^t V^ffiXkifit zugeUört k^i^ .... 

Slirfarcbl) welche dex Pqtsmi ^m Kmig/H 
MRhi«m Hause und- telbst meiiie» 5{ieisaa bemetiDt 
imd^ ))ildet ««neu teuderbtren £omrait mit d«t 
EanfatCiihcit semer .Leli^nswoBife.. Wenoi er «nlb«n> 
Hskt^ isQd.ieineüUiitefth|imi ^gaiötkigt, ihreiKipff 
und ihre Schultern zu e.mblö£ieB#^ 'Pietelbe;.€ex«ih 
monie findet Statt^^^wM»- <i# sein Haus betteten, 
oder nur vorübergeben; selbst jedes endete Haus^ 
in wel(;)^es er einmal getreten ist , wird nach der ' 
Zeit immer mit deusdbeu Zei^b^n der Ehrerbie- 
tnng beehrt« ^Is ich eines Tags in. dem Hause des 
Isaac Davis damit beschäftigt war, für den König 
einen Weberstuhl zu verfertige^, sah ich ihn vor- 
uteorgthtfa^ und, unbekannt' isil dieser. 5ittd, er- 
fachte ich ihn einuatreten und naeine ' Fertschntte 
in Augenschein, zur nehmen^ allein ^er weigerte dok 
Aesten^ ind^enL^e« imph von deAiFidf|ui,.idi9 tei^ 
EoatieteoB .h<ali)e]».*wixl:dei,' vmtierrichtme; Er setate 
ncK^da^f ansder.Tbur aied^i^, bis ich ihmneüie 
Arbeit zur Ansicht hetaushsachtA ... 



' a i rfjmn lein^ Speisen >aus dem Hause, #o.*si4 
fdbereitet wenden, getragen wurden , mutste S^eder« 
ä!ann , der den Ruf d^r Trager: Nöfuf oder ^jSetzt 

* tucb nieder'^ hörte^ sich entblörsen u))4/|#f die 



^ / » 



k 



178 , Ahkmndlungcfi 



N 



ttiadtrkaiierti. , Diese Cefettenfo w«r £^9.. 
betender e Ifiitig« Vreim Ükm Wftüer, weichet in 
de$ KISmigß Hau« gebraucht wutd«, bexb^igetchefft 
ward; denn da es in Hanaruru keik gutes Watseir 
gab, inofitees von den Bexgen» fünf Engtische Mei* 
len weit 9 in l^aschen* Kürbissen >gehohlt werden^ 
Die Träger waren genöthigt, sobald sie Jemand 
.erblickten, Noho aiisiumfeu. Sie liefen jedoch so 
#c)ineU morüber, <ah isie könttten, tun die Ontei^ 
tkanen Seiner Majestät nicht lange in einer ao nn^ 
bequemen Stellung «ufsukateen« Von den Weiümi 
forderte man nicht diese Elirtabezeigusigen, tik 
gleich deren Beobachtung ven dett £ii^(eboxiienk 
streng verlangt wurde^ 



^m^^^m^ 



8« 
2>ze tnstl iKödiäk. ' 
Mit einem Cbärtcben«^ 



^ Die Insel fotfmft ' ist die vorzfiglichste Kiedar« 
lasiung der Russen an der Nordwest- Küste von 
America« Sie ist von Nordost nach Südwest -^ un« 
gefahr hundert Englische Meilen lang und etw% 
lünfiBig breit an der breitem Seite $ jedodi ist die 
Breite /sehr ungleich» da die Ktiaie voller titfeü 
Bai±ien und Basen ist. 



. *) Di^se JTotia ist ans CampMU V^üg% rMiiiai tfte 
W^rU genommen, welches bis jetzt die beiste QnelW 
ift, da wir .von den Kussiscben iuisiedelmigen an 

[ der Nordwestküste von America noeh so wenig 
wlsstUfc B^ 



/ 



Abhandlungen. ' Vfif 

Mlimm. 

Bo KKma in keioetweget günstig; der Schnee 
Ibleibt bis Bude Aprilt* liegen und wenn auch die 
XMlte im Winter nicht sehr heftig iit, fo fehlen 
dh>d& fehen Nebel , Schnee und Regen. ^ Auch der 
Spnunet ist sehr feucht , und häufig neheUofar» 



enthSU nur eine geringe BevöOcerung» 
und die Einwohner sind etwa in acht oder zehn 
Dörfern Von d^r Küste vertheilt , wo sie tum Bin» 
sammeln von Fellen für die Russisch -Americani- 
tche Compagnie gebraucht werden. Diese Dörfer 
llestehen in der Regel aus einigen Indianiscl^en Fa« 
milien , welche unter der Aufsxdit eines Russischen 
Aufsehers stehen. 

Kein Theil dertnsel ist angebaut , ausgenom« 
men ein odei^ zwei' Gärten an der Stadt, und ein 
kleines Land bei dem.Dorfe Super scojf, Sie ent-. 
hält aber eine groTse Menge schönen Bauholzes» 
insbesondere Lerchenbäume, Fechtannen und an- 
dere Arten Nadelholz. Viele Stämme sind grofs 
genug, um Masten von beträchtlicher Stärke zu 

bilden« 

» ■ ^ 

M^sMidria oder St, Paul 
AUxandriay *) die Hauptstadt der Insel und die 
Residenz des Gouverneurs ist an der östlichexi/ Seite 



^) Capitia Luiansix neimt diesen Ort 5s. Paul. Mka 

muTs' daher anneHtnen, dafs seit seinem Besuch im 

7ahze i£k>3 dieser Name xu Ehren des fettigen Kai- 

• sers^ geändert worden sey« Dr, Langtd^rf nennt ihn 

- l»lo£i den atucn Haren von K^iUk. 



* 



/ « 



m 



ArhhärtdltLngem^. 



einer- geräumigen Bucht geüigen» Sie hat einen 
Tortri^chto • Haaren, . tia.der^elb» :dnndi iMdlrere 
Ueine^ südwestlich Ji^gelftäe IsfS«Itt geichittzt''iit.r 
fier öttUche^ Singatt^', /^r; sidi erste, ist hcdxie^ 
Bliglitfdbie JJirile Iiretit,' und: durdh eint Batt^vitt 
oder enü .kl^iaes Port yenl^eidigt. Er hat ancH*. 
nach Westen zu einen Eingang; allein dieser ist 
eng und heschwerlich utod erfordert einen günsti* 
gM Wind, um durchzukommeni * «^ 



I • 



.,. D^e St^^t, besteht aus ungefähr fuüfzig Hau* 
^ Sern 9 aus Balkan gehau;t, dca^ F^ge^ mit Mao«, 
a.usgelfg^ ^nd, die. Dächer mit Gras gedeckt sind;. 
sie .sind in der j&fgel iO; dre^ Cr^mädier ahge^theilt^ 
ip,^ea . $t)>vohl , als wie indem obern Stpckwerk«. 
Sie werden durch Oefen geheitzt) vve^ das Hols.- 
zu Kohlen verbrannt ist, wird das Luftloch mit«^ 
telst einer angebrachten Klappe verschlossen und 
die Wärmö, sich dann in der Stube verbreitend, 
bringt eine , sehr attgfenehi^e * Temperatur hervor» 
Die Fenster,^ statt mit Glas versehen zu seyn, sihi 
mit Stücken Darm des Seehunds, die gespalten 
und zusammengenäbet und gut mit Oel getränkt 
werden» 'üedeckt/ Der Talks'tein wird hierzu auch 
gebraucht* Diese Substanz findet man in Platten 
von der Gröfse einer tlatid, und mehrere derselben» 
an einander gefügt , bilden eine Scheioe. 

i • ' 1 4 ' 

^ Hier leben etwa. sechszig Indianer» welche in 
einem zirkeiförmigen Gebäude oder Baracke woh« 
nen, , welche ^i^ Aleuskoi^Caserne heifst* v ' 

Die Stadt liät auch eine Kirche» eine Barack« 
für die EussischenV^erjorthetUtiii», eine Schuko und 



Jtlhandlüng^n. i8i 

mehrere Spalcher, der NordweM-Coapftgnii» tiN 

gefacSrig. 

In der Scfanle wird den Kindern der Eingebor- 
nen' die Raisische Sprache , Schreiben und Arith- 
metik, gelehrt; eabelandeü tich etwa fünfzig 'Kin- 
der, darin und so viel ich von detk »einer Anf- 
«icht Anvertrauteii fchlieften kann,' iat es ni<dit-ao 
'sehr- schwierig 9 ihnen Begriffe beitubringen« 

Hier, so wie in Kamtschatka, sind die mAtfifii^ 
Russen an eingeborne Frauen verhorathet. « 

Alexändria ist die vorzuglichste Niederlage 
der Americanischen Compagnie^); die Felle, wel- 
sche in' den verschiedenen, Niederlassungen an der 
Küste gesaxqmelt werden, werdeii hieher geschickt, 
und in den Speichern der Coikipagnie aufbewahrt, 
bis Schiffe anko^ln9en, die sie nach Kamtschatka 
bringen, von wo sie nach China, oder zu Lande 
nach St. Petersburg gesandt werden* 

Die Eingebornen erhalten für die,' der Com- 
päghie gelieferten Felle' Kleider, Pulver; Sehtöt 



>), J>iei«: Cbmpa^e ward unter der Regierung rdqpr %j^ 
tmrixL Xatkorina Xh errichtet, um dem Pelxband^ 
melir Ausdehnong und Solidität va geben^ und um 
diesen Endzweck desto elier su erreichen, würden 
' derselben alle, zwisi^hen Kamtschatka* uttd' dem* Au^ 
sischen Theil der Nordwest - Küste von America lie- 
genden Inseln fftr alle folgende Zeiten überlassen. 
.^ Kiaiser AUxt^d^r L bat die Privilegien dp Com- 
, pagui^ noch mehr ausgedehnt und sich huldvoll für 
Ijaren unmittelbaren 'Schutzherm erklärt, Xisians^ 

'-pig.ii • '' ^ ' • . '^^^^ti',* 

N. A, O. JB. //. ßdi. a. 5s. N 



\ 



m 



jibhan4t¥ngen» 



jU^Kttg«}», Sj^ielsaciten und Luzm^ Gegenstände» 
als Rum, Tabak und Schnupftabak , ^en sie an* 
Iiexordentlich lieben. 



♦■ 



Ein bevräcbt^cher Hipidel wi^d mit den Aixie» 
s\QWMm getrieben y die an diesen Inseln beilegen. 
Jbye Schiffe nahmen eine gewissß Anzahl von Eiur 
^l^ornan mit ihren Bögen und anderm Fisch- un'd 
Jagd-Gerätbe an Bord, Sie segeln dann an di^ 
Küste von Californient ^o es eine grofse Menge 
4«etfttftde und Ottern giebt, und wo sie mit Bei* 
ftand der Indianer gewöhnlich in sechs Monaten 
ihr^ volle Ladung bekommen. Bei ihrer Rückkehr 
"liat die American\sche Compagnie das Recht auf 
einen gewisseh Antheil an den Fellen, als ein« 
Entschädigung, für die Arbeit der Indianer. 

Super jc&ff. . ' '' 

Wenige Meilen westlich' von Alexandria ist 
ein anderes Dorf Superscoff genannt, das Eigen- 
thum eines Russen dieses Namens, welcher seit 
funfi^ehn Jahren eich 4a<olbst niedergelassen hat. 
Yim diesem Ort bezieht die Stadt Alexandria ih» 
xen vorziiglichen Bedarf an Lachs und. getrockne'* 
ten Fischen. Auch war dort eine Heerde schwär- 
ien Aindvieh^ ipon siebenaäg Stücken *, all« Von ei- 
ner Kuh abstammend, die «S^p^r^co]^ mitgebracht 
liatte. Die Milch, Butter und Käse, die man in 
4»f Sitadt g^nieJbt/ kommt alli^ aus diesem Ort« 



».' 



• Da ihr Rindvieh - StaimmV >rst kürzlicli ein- 
e^fuhrt« noch zu gering ist, uin Reiches davon zu 
schlachten y so ist Bärenfleisch das einzige frische 



s . 






Abhandlungen. fAj 

Kkriscb ^ wriches anf iwt Instl verzebvt infird. Di§ 
Bären westAtu exitwediar,f«idiocstii oder in Fallen 
gefangen; die Falle \st bloft ein Stück Bret, un- 
gefähr 2wei Zoll, dick und zwei Fufg im Viereck, 
Toller herausstellender, Snlt .Widerhaken versehtnek 
lind sehr spitz gehaltener Nägel ; diese» wird auf 
i&re Fährte gelegt und mit Staub bedeckt; durch 
das Oew?öht' des Thieres » wenn et seinen Fult ni» 
dersetzt, dringen die Nägel in denselben ein; nxk 
sich darvoh loszumachen , setzt er einen andern Folis 
dvf die Falle, und fährt in seinen Anstrengimgeii 
'fort, bis endlich alle seine vier Füfse fest aitzeif, 
wo er dann auf den-Rück^i fiällt und gefangen wird. 

Die £in|[ebornen der Fuchs - öder AUuskoi" 
Jkseln, wie die Russen sie nennen, sind von klet 
nem Wüchse, breitem' Gesicht und Schvfarzen Aü* 
g.n «nd Haaren. 

Das ^on^Hchste Stück ihrer Bekleidung i^ 
«steht im eln^m' grdlsen Aocfc, Paria genannt, 4^ 
Pelz oder Häuten , oft an«b ajis Häuten v^ [Scst- 
v6gelh gemacht « welehmi sie «m Tage/ mjt den F#- 
dern aufsen , 4n ämc Nacht , mit den Ffide;Ri ißy{V9r 
dig tragen. ' Diefs S^lei^nni^stück ist bei ^^id^n Q<- 
söhlechteni fest ganz gleii^h.^ Wenn, »ie .ztiv.Sfie sUfA* 
tragen ste einet} Rock anderer Art, JSamahfr^a .g^ 
na^nnt, von Seehunds -Därmesi gemacht; w:w0j|^l^eq& 
eine Kappe befestigt ist, die um das G^^mjlift ikßff^^ 
zugebandeti wird; die Aermel werden auf gMdki^ 
Art um die Gelenke zagebunden; Als Faf^ >r «^ 
Bein- Bekleidung tnigen lie oft Sti^fekt und B«j|^ 
l^li^der aixs' einem Stack wai 7SMfiin4«fall g#. 

-Na 



I84 Ahhayidl»n49n.y 



nftcht^ an welche die KameUnßa ctag ansdbU^lft, 
eo dafs ibt Anzuif voUkommen wassdrfesjt ist, . : 

Sie lieben aasnehmend , deaa Putz» besonders 
klttine Kugeln, womit die Frauen sich in grober 
Menge schmücken, inlJem sie sie an ihre Röcke ^ 
«um Hals» Gelenke und Ränder nähen.« Sie- tragen 
•eie aurh ' in den Ohren oder hängen s^e ^n ihre 
JÜBtei^ppe, durch welche ein Loch, g^ms^cht isti 
oder auchi bisweilen an beiden Enden eines, un- 
ifjeXXbx fünf Zoll langen, Knochens, der durch den 
JNaienknorpel gested^t ist, und den . die Matrosen 
. ihre Segebt9nge nennen. Sie tatowiren sich nicht, 
wie die Sandwich r Insulaner , aber sie bemalen 
oder beschmieren vielmehr öfters ihr Gesicht in 

Streifen mit rothem Oker und Thran» *■ - 

• - ■"• ' I- , ■ ■: : : .,.,. 

: -^^: ; . .. 

• JB 5 1 •• ' : 

Ihre Büte sind ans Seelöwehhant gemacht, die 

itbei? leichte, hdlaerne Rahmen getspannt wird; 

^^fie Von der grofsten Art, .JSaiderikiSf genannt« 

Und offen und k6nnim sechszig bis siebenzig 

^Menschen fassen; die kleinere Art, die sie Bai'^ 

därhäs nennen; ist gan^ zu, und hat nur in dtt 

*D^cke' eine Oeübung für jedeii SM^ienden , , deren 

«tü^ einen, zwei oder drei trägt. Sie werden ge- 

'i^den- ehnivieder mit doppelten Ruderstangen, . wel* 

^e in der Mitte gehalten werden« oder mit ein* . 

'fachen Rndem, die mit, Krückenähnlichen, Hand- 

4la%ei^ versehen siiid, und abwechselnd bald auf 

der einen , bald auf * dei; > andern Seite ' gebr/SLUcht 

'Werden; die Rtiderer,' welche mit dem Gesicltt 

Much dem V^dtrtteil ZU sitzen, be^eg^en sie mit 



Jth handlu ngenät 



m^ 



gj^fytt idhnAU§\tit. Ei ist kaomglattblldi, iFvat 

ffit wtiteAeistB rie in.4iei«& i^idtten-Bdim mt* 

cteiiv» mebrare kamen von OanaUuka nach. JEoä 

4Udkl während meine«' Axifemhaiu anf ^mmi Intel^ 

Bei dem ftürmiscluten Wetter luuom kein Waeies» 

ifik4feielben cbingett; . denn die KameUnga^ 'n^ 

die ''di^ Indianer, wenn^fie nr See tind, tragen,» 

»fefd fMd um tie herum, und zwitehen ihnen unC 

^^ifc-Oeftiunf' in der Decke des Boou eingestopft.^ 

fiKe-: flache Bauart und anlicrordentliche Leichtig^. 

Iceit^ der*«/lben macht , dalt die Sohtirere der darittl 

Sitzenden leicht das Uehergcrwiefat gewinnt und mxi$. 

dem Umschlagen derselben viele Unglücksfalle ent» 

stehen. In dieser Hinsicht sind die mit einer OefiF« 

liuDg bei weitem die sichersten? denn wenn liese 

' auch umschliigen , so reicht eine geringe Anstteii*^ 

gung hin, sie wiedei' aufauriehten. 

Bei^m Fang der Seehunde und anderer Thiere . 
zeij^n diese Indianer viel Geschicklidikeit. Hin« > 
ter Felsen versteckt, locken sie sie dadurch, daüs. 
sie eine anfgeblasene Hai^t in die See werfen« ' 
An derselben ist ein, aus Wallfisch • Sehne gemach» 
ter Faden befestigt ^ mittelst dessen sie sie an 
fich ziehen; die Seehunde, dieselbe für ein Thier 
ihrer Art haltend, folgen ihr, und werden, sobald 
de in den Bereich kommen, mit Speeren oder 
P&ilen getödtet. 

K^ligion. 

Die Eingebornen' bekennen sich sur griechi- 
achen Kirche; allein ihre Religion besteht fast in 
nichts weiterem, als sich zu bekreuzen, so oft sie 



iwt 



Ai'kan dt ang Sl^ 



in ein Haas kommen; sie sind jcid^xdiip.40kr:jfc|!|«»-- 
gläobisch, und aetzem ^ voUkomnram rßlainlMn in» 
ÜB Voraussagutigen ihrer Sohamans'/odefr WahrM^. 
gor. Wäbtendides Aufembalts des .Yerfaisers er^, 
^eignete sich eine Mondvfiniternilii , bei; weichet Ge*: 
legenbeit sie oiit Zuversicht behaupteten » dab dieCp 
ein Zeichen grober Begebenbeiien in Eucopa .se/;,' 
Hiebt: allein die- Eingebornen , sondern aueh '^äm 
Rttssen schienen dieser Meinung; und da dfti näob*, 
stc Schiff die Nadixicfat jiBij zwischen En^bnd u^idj^ 
ftaTsland ansgebtfocJhenen, Kriegs miitbracb^tey.dieB^'. 
t|r die£s, sie in iht^« Glauben zu besiärken. , 

. NnhrungsMittth 
t Die Nehrung der EingeborAen besteht fn iri- 
Mch^m oder getrockneten Fischen , vorzüglich Salmr 
Thran oder Wallfife^tett, Wallfisch- oderRo)3ben- 
Oel, Fleisch von Robben und andern Amphibien^ 
und in Oel aufbewehften Beeren. In Folge die- 
ser Diät sowohU als der Unrehilichkeit, in. wel* 
eher 'sie leben, sind sie dem Seharbock sehr un* 
Wworfen, und Wenige von ihnen sind frei von 
Geschwüren und scotbutisch^i Aussobligem 



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7. 



BÜCHER - R E CENStO)irEN. 



• r ^ 



^ Voyage round the worldfrom x8o6 td x8lAf< •» 
which Japan f KamtickatkartheAleutian i^^ 
lands^ and tht Sandwich Islands were vfsiteds 
including a Narrative^ cf the Authör» shifnvteek 
on the Island öf Sännack , and his sübieguent 
wreck in the ships long boat. With', an Aet* 

I 

cQunt of the present State of the Sandwiek^ 
Islands and a Pocaiulary of their länguage* , 
By AhcuxBALD CAUMnstsXn Mlustnued <by m 
Chart. Edinburgh f igt6. 

. (Mit einen^ Cliirmie9«> . ' > 



Unftr d«Bi .neUftg«sfL«a Titdb msm Uns« '' vm Ha- 
Welty weleHe^ •«ohi IftKre rg^Aftuert, TeTtpriöht «kh te 
hitaev «in hän^QiS^idl®* WeA'4 in wetcluai 4i# G«scbielit» 
und KjBsultate ein^r eigends xinn NuUen und Frommen 
der Länder- und Völkerkunde ausgerüsteten Expedition 
enthalten und niedergelegt eeyen. Audi mag ikii tu 



183 Bracher • Keeensionen. 



tenr , tt>iihen • npch ««Ilt^'Ü^ TCastli des YerfflncTs, 
,yCampi>e/i/< verleiten , welcher unter den Reisebeschr^i- 
bem nicht unbekannt ist. Doch wird ^r hierin seine Er- 
wartungen ^etüuscht finden ; denn dms rorlieg^ende , einen 
mälsigen Octavband ausmachende, Werk enthalt blofs die 
Brzahlung der Abenteuer und unglücklichen Schicksale 
eines Matrosen auf einem Katlffariheischiffe, welcher 
durch den Herausgeber, Jornef 5mrr^, hiervon, sowie 
von den Orten, wo er, sich einige Zeit aufgehalten, 
N«cli«^io^ ^^P^'- ^ ^?^ ^^^!^ ^rxLNarrative d9B Ma^o-; 
sen, Rohgrt^ 4^amt, zum Belsten des hülfsbedürftigen Rei- 
senden nach dessen Erzählungen niedergeschrieben und 
herausgegeben worden. Archibald Campbell aus IVynd* 
ford^ bei Glasgow^ gebürtig, gieng im Monat Mai ido6 
mit einem Ostindienfahrer als Matrose nach China. Im 
A]^ril 1807 lie(s er sich .bereden , aji Rord des Amet^c^ 
itfchen Schiffs Eilipse Tia gehen , um unter Russischer 
FJtfgge die Stdsee und. diel Nordwest^ttvte van Aattetic« 
z]4 besuchen ;_ er berührte die. Bai von sNangtuahi in?J.a- 
ffdn uhd'laiigfe am 8. Julius im^ Haven St.J'eter und Paul 
von • EmmtichMlha an. Tön da' wieder abgeseg^t , litt * das 
Sphi? «ca ICV September Schiffbnich«. Mnd der Verl^ser 
rettete sich mit einigen Wenigen von der Mannschaft auf 
die inief Aiiin&'tfc oder Halihut , wo ihn«n der Russische 
Comma»di&ut v^n 'dnal^sk» zu Hülfe kam, und sie in ei« - 
nem Boote nach dem Haven -^i^xandTKo der Insel \2tpiiak 
f Sfiierte. *) V von' hier wieder in einem grolsen^oote ab- 
g«sflaidt^*>tatl'dk ^on deAi gestrandeten Schi^e tioch ge- . 
retteten Dinge in Sicherl^|i ^zu .bringen , litten, sie am 
si. Januar 1S08 zum zweitenmal Schiffbruch« wurden an 
das wesüicke, ga»^' mit Schnee und Eis bedeckte, Ufer 
der Insel Kodiak geworfen, wo sie in die gröfste^Noth 
geriethen und der Verfasser das Unglück hatte, bei'm Er- 
steigen von niit ächnee und Eis bedeckten Felsen y*^ um 
jBJtfe Basisisnfte/Niederlassung lu erreio&enr, beide Ptfl^e zu 
erfe^ren imd sich «uch - die li^de tih besch^idigen. £nd* 
lieh kiam maarihnen Vo» JUrloM aus w HUf e vmA sie ifie- 



♦K Bl#» ,f a» 4># bltUiH«nde kUitie. Gbaiie. 



mäkäxMn,* D^s Yet^KilMieri Znfttaiid wtr telir bedenk! icli ; ' 
906iLtye' I^tte Watefn 'äb|^fttöH»en ufld der Brand datti ge- 
^Itlafeni in 'da« Möipü«} f^etcbafft^ 'rnnftie 'er sich ent-* 
•ditiiefiien, tiüh b^ide PUf»^ «bfeiehliten tn lassen; seine 
BMiid»' beuten vriede^, ÜHs'^uf zwei Fitiger, die er «ich 
g ^ i fc bftllls MbHeRatett UssM HiufMe; sehte F1SM aber 
Imlteiirnie ganz ^iaiUt] ^Welt der Ruesi'schV %Vu9)dar2t 
ei« ibM'-tttt tief «bter dem Knöchel abgenomihen hatte, 
ttiid sie schon weiter hinauf angegangen waren. Im Au- * 
gtrst war seine Cor sd weit vollendet, s dafs er herum' 
kriechen konnte nnd nach VMrflitJfo ron laoht Monate», 
wftkrtnd Welcher Zeit er auch mehrer« Kinder dör Bin- 
gebornen in d«r Englischen Sprache unterrichtet hatt?, ^ 
s'^g^te er' iliit dem Russischen Schiffe Niwoy ' unter dem 
Oftpitün Hngt/ntiitttf nach den Sandwich- Inseln, kam 
deto d7. Januar 1900 nach Owaihi, ron da nach Mowy 
tntd ezfdlieh nach Wahm^ wo^ er von dem König Tamntth- 
mMük, für den er Segeltuch webte, sehr gut aufgenom- 
ncen und mit Lindereien beschenkt wurde. - Nach einem 
Aufenthalte hieselbn ^rott' 13 Monaten aber regte sich* 
b^ ihm die Sehnsucht nach dar Reimathund insbeson- 
d«re die Hoffnung, ieine Füf^ dort geheilt tu sehen, so 
mäehtig, dafs er mit Bewilligang dei Köiti^s den 4.' 
M&rs 18 10 mit einem Attaericanischen Schiffe, das nach 
Brasilien segelte, fV^hu terlieXs^ Qt^haiti be^üfirtt,' im 
Mai u^'s Gap Hom sohilfte , und den 45. VLb\ in dem Ha- 
Ten Yon Aia Jantir» anlangte. Hier blieb er zwei Jahre^ 
Uihrte sich dureh «inen kleinen Handel, hatte^aber das 
Unglück, dafs hei einer' Fenersbrunst seine Bude mit st»i- 
ngh Waaren abbrannte und er hierdurch sein Ersparnifs 
uifA seinen Erwerb Verlor. Am 5. Februar 1812 gieng er 
an Bord der Brigg Hazard, TerHefs Brasilien, und kam 
ohne weitere Abenteuer den 9T. April , nach einer Ab- 
weaenheii von f^st 6 Jahren, wieder in der Clyät an. 
'Durch Verwendung kam er in das Krankenhaus vonßdin-' 
btfr|;K^' ward aber nach Verlauf von viefr Monaten als in« 
enrabel wieder daraus entlassen. Mit einer Br^horg ei 
▼ersohen kroch er nun in den Stralsen von Edinburgh und 
L^th umher und nührte «ich duteh Mi»ftiiitch«tt und 



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t«^er. Er lernte j«d«ch 4ii^k«cli^ Vitflin^, womit tr itf«««* 
be^onderiQ di^,..P«.s^<^ie|:» ;|lu^: den» "i>^ 4«? Ciy^# .ig Aend^ii 
Vampfbj^ten. unterhielt^ .Hifr fimA iha eiifes Ta^e* cUnr.' 
Her«ntge)ie|:9 d^fs^ ^ ■iofniterHsainMit^ er 'durch dio b^« 
«cheidc^iett und T^stäi|tdigei| ^nttvfiorteitf die er ibta • aoA 
eeine an ihn .gerichtete .fragen erth^lte, sldsgetftSiJl;' lUif 
sich «ogy da£> er ihn mit H^^h ^fm90 nahm^ Mcdei^Abn 
sieht, sich Einiges v&n seiner Gosohtekte ,su Tsei«er.ei|^ 
nen Belehrung i^ufzuzeii^nen. . D^reh mehrere «^ thA 
gerichtete. Fragen und durch die nnterriehtenden Anitwor« 
ten, dieer. d^auf erhielt,/ so ^wie durch ditf eigenen 
UnglitcksfäUe y. die- der Ve^afser . erlitten und di^ m^n**- 
cherUi Kenutnisde |, die er sich erwerh^n^ eri^egte' der*; 
s^Jlhe hei dem Herausgeber eJA lebhaftes Interesse , und • 
die Hoifnungt ^*^^ ^i»^ gedruckt«; ErsAhlu^ig sc^Ujer Un* 
gluck^fälle Hnd gemacht^i] Erfahrungen ihm ven Nutzen^ 
seyn, und. dem Publicum. eine Unterhaltung ,un4 ^Hcjtk: 
wohl £eleh,rung gewahren" wii^4e. > So entstand die ibf^r 
liegende Reisebeschreibung, M^^ ]s.ann nicht h^baiipt^n«: 
dajy d^r Herausgeber seinen Zwech verfehlt hab«i: h^i^y 
<f entlich wnrd .die Hemuegabe des Werks dem .Hiillib«K-* 
dürftigen Nutzen gebracht haben ; auch kann man nichts 
bestreiten, dafs ^ler Leser mit Interesse die unglückli- 
chen, Schicksale des Keisend^ verfolgt} ja dals <fr anoh 
selbst hie 'Uj(^ da in. d^r £it«ählung einiges Beleht«ndn« 
findet 1 Pia Nachrichten, v welche der Verfasser von den 
Fuch$inseln giebt, ciiid ^nioht gan« .ohne Werth>, o^ 
gleich die. neuern Russiseh^t^ Reisendfin nmatÜndliehte 
davon handeln^ Der anter4«4an^ste und wichtigste Theil 
dieses Werks ist aber der, w#lpher von deii SandWiohr 
Inseln handelt. D^ Verfassers längerer Auf^nihak. 4ip 
selbst, und die nähere 3Miani|tschaft desselben mit dem 
König Tamaahmaah und seiner Familie verschafften ihm 
Gelegenheit, Manches tu bemerken und zu beobachten», 
was andenv, «uf kur^e Zeit Kich daselbst aullialtendeni 
Reisenden entgangen o^fw nicht vorgekomnrfen, und die 
hierüber mitgetheilten Naohriohten gehören mit zu dem 
fieXsten und dein AusführHchsten , nifas wir in der letiUn 
Zeit täMK diese merkwürdige Inselgruppe ecfahxea haben* 



I 

I 



BcMüderf Innen wir hierauf den %&m% .T^mtuihmaah 
Jcennen, in welchem die InsuUner einen ypn jenen merk- 
würdigen Charakteren beiitien ,. welche, wie Alfred oder 
Peter der Groffe,* die FQrtfchritte der Civilisatiou an* 
ter ihrem Volke zu hetchleunigeiijy bettimmt zutejn schei-. 
nea. £ir i«t bereits aus d^n Berichten von Turnbull, LU 
su^mJii und L^ngs darf hekAnni\ aber da keiner von diei^, 
•en Reisendei}^ diese f Qberbauptt selbst sah, fo sind ihre 
Nachrichten .iiber ihn^ nur unvollkommen, f ) . 

Aulserdem enthält diese Keisebeschreibung einige, für 
5ft«Mirer bvsoohbaTe Näkiphndltwr ÜHtmt itf* -^ipipen 'um 
dl» Insel Halibut «nd an dev Küsta von AHmthm. k^ltmt ■ 
tfiner kleinen Chitrte , welche die Fakrt das grojEsen Boota - 
der gescheiterten BHipit Von der Insel Sannmtk nach' 
Jtodißk anglebt,"^*) sind dem vorUegendettWarke noch Tter 
Beilagttt. hifitugefllgt , tovl denen die ertta «a Yoeabna* 
latium^der Sfiraehe der' Sandwich «Iiiauiaaer, die tweita 
eteeö Bericht über du e üpenrtioa und Behandlung daa 
OMimpMl vom Wondamt Dr. Nürdgoortt^ in Diaastes dar 
^uaatioh« Arn eriean^ sehen Goatpagnir^ die dritla eiaaa' 
hatlanschan BeiHoht^ über dia 6andwieh-> Inseln , und dsa 
▼zinta ataigaf Notan^ ibtIilLlti 



tehrbuck dsr- Statistik , amgearbeitet von J* O. 

Meusel. Vierte y grö/stentheih umgearbei^ 
tet^ Ausgßhem Leipzig hei HtAn if^ij- 8* 
Ä 8a4- 



«■■rtM^rtMMi 



_ r 

Mit Vergnügen laigt Reoaiiseat die neue Ausgabe ei«- 
nea Werks an» diu unter aUeii ähnliahen einan so ana« 

•) Man teile dieie intsrestattte Noti^ eben «ater den Ab« 
kendlttitsen. D« i?« 

e«) Siehe bei Ueketade Ckarte. ■ ^ * 



10^ ift^^r -HeeenstonenFt 

gexciclineten'B.a]ig behauptet, und in leiMr jetzigen Ge-' 
, rtnlt gewiXs.iedem'heitiide der SUtistü «ine wiÜkominne *■ 
'Erscheinung eejn muTa. Der «ilrdige Herr Verfasser Kat_ 
die, durch den ewigen Wechsel iinsrer Zeit zur Nothwen-' 
düfJLcit gewordene, Umailieitung detsdben mit )ugendli~ 
c&ec Kraft unternominea und ausgeführt. Es galt hier' 
tackt bloli Ai)ibe(»erung einet alten, sondern Schöpfung' 
eines neuen Gebäude*, und dieses steht deoh nun duch^| 
Biit ÜBincht uiid Waecision aasgefd&Tt , Vor uns. 

El w«T nicht in'BTwaxtca, dars de^ Banmaittat «adc. 
das Fnndnnant', .iiomif aein GebKucle anfgefflhrt i(^\ 
wgwerfen würde, da. deiatn Haltbarkeit ihm bei seiiuT- 
Tfcljahrigcn Erfahrung als Lehrer und Literalor geprüft. 
erMhien-, matt ist hier AIIm neu, und Rteonseat mub'. 
gestehen, dais dez Hekr Verioiser-xiit nngemeNumFlBibe. 
«Ü« Materialien geordnet, und dadaroh dtaaer'nsuen Aus*. 
g*b« eine solche Vollständigkeit gegeb^i bat, dab man 
mF Materien stufst und' Ideen vorgetragen findet, dia 
■■a» in geirfihclichsli Statittiken vergeblidi suahen wfir- 
da; aaine Urtheile aüid in Ganten durchgedacht, raif., 
,md gründlich, seine Bemerkungen treffwd. nnd oftmals 
nen- Bei diesen groXsen und unverkennbaren VoriCgen' 
batReceatent ladels auch Manches angetroffen, was, tei- 
B^ Kfeianng nach, einer Verbesserung bedarf. Er wil! 
rtnaa Wrou bei Angabe der einzelnen Tlieile ausheben. 

Die Stellung der Staaten, wie sie der Hcrr-VerbHar' 

Mftch ihren Einflusee auf unser Vaterland geordnet hat, 
jet in dicket Ausgabe folgende: t) Europa, 9) Teutsch* - 
laBd,^} Uestreifefa(csni!eiinäIsigOesterTeich), 4]Preurte«, 
,S) Ftatikreidi, 6) Gronbritannien (besser dat Bnti«cha - 
Heich), 7) das Husriscbe Aeioh und als Anhang Polen, . 
O Dinemark, 9)Sehweden, 10) Niederlande, 11) Schweis 
'OMtsfüHelretien), iq) dalOrtnaniiche Reich, 13) Spanien, 
Portugal, 15) Neapel tiMd Skilien {eigentlich und «•»■• - 
lifög, beideSicilien), 16I Kirchenstaat, if) Sardinien, 
3er Nordaineric^jschft Freistaat. Wir finden mitliiv 
' die sanun^chen Staaten und auch in der uapiliclian 
m«! wieder, aria aia in i»f .ititbf^^^igib». txSgß- 



.Mucker « Recensio^nen. i^ 

r 

-j sMlÜ waxen » nur dafs . tUU der Italienitclien Kepnblik 

Saxdiinien eiagescliobeB ist. Kecensent hätte gewimsclit» 

^ daXf , da der Veffasser einmal ron tinserm Yaterlande, ala 

. den» BrtnnpuDcte Europens, aucgegv.gen ist, auch niiii« 

. .BAehr der Rang der, sich um dasselbe reihenden Staaten 

21 ach den jetzigen Verhältnissen abgewandert wäre. Als di« 

. «Iritte Ausgabe erschien ^ stand Frankreich in deni Zeni- 

. the seiner Macht y und seinem Einflüsse gehorchte nicht 

,vl>loIs unser Vaterland^ sondern schon damals der gani« 

^ Centinent» Aber wie ganz anders ist es jet2t! Offenbar 

▼er dienen das Britische Reich und RuXsland ^yor Franko 

zeich» so wie <Ue Niederlande vor Schweden und Däne« 

^ marjk > der Kirchenstaat vor Sicilien , Sardinien und dem 

Osmauischen Reiche, da diese Staaten mit Teutschland 

. fast in gar keiner Berührung stehen, ihren Platz. Da 

4em Nordamez^canischen Freistaate in der Reihe der hier 

aufgeführten Mächte eine Stelle angewiesen ist, so würde 

auch Brasilien , wobei Portugal jetzt nur blplser Anhang 

ist y • mit eben dem Rechte ^arauf Anspruch machen 

.U&nen« 

Die Ȋffimtlichete Teutichen Staaten^ so wie Ttoscana, 
'Modena, Parma, Krakau, San Marino und die J,onische 
' Republik sind in dieser Ausgabe weggeblieben. Statt der 
' ersten giebt uns der Herr Verfasser eine Statistik des ge» 
' * sämmten Teutschlands. So rortreflich nun auch dieser 
Artikel ausgearbeitet ist, so wüi^e Reoeneent doch Be* 
denken getragen haben , denselben in dieser Gestalt dar- 
sustellen. ' Nach der eignen Erklärung der Bundes ver- 
'•aibmlungf nach den Festsetzungen der Teittschen Butt« 
'4#sacte ist-Teuuchland kein Staat ^mehr, sondern eijpL 
Bund unabhängiger, völlig souveräner Staaten ; im eigent- 
lichen Sinn kann es daher keine Statistik von Teutsch* 
land weiter g^eben, sondern an ihre Stelle treten dieSt%« 
tistiken von Baiern, Hanorer, Würtemberg, Sachseti u. s. w. 

lu d^r Einleitung von Qpropa nimmt der Herr Ver- 
fasser fünf Hauptvölker an, die Europa bewohnen, i) Rö- 
mer, a) Teutsche, 3) Skandinavier, 4) Slawen und 5) Os-' 
manea. Aber die Skandinavier oder die Bewohner iroi» 
päneiWk, Schwedoi» No)rwegen u;id Island sind doch 



^li)^ * Sucher ' itvcehsiöHi^n. 

wahre Tefutsche, wief auch noch ihre, Sprach«!, T^d^er 
' der Gothischea, beweisen. 

\ '^ ■ ' 

In der SlatistiJc von Oesterrcich irt die Gfafuchait 
falkenstein, die Oesterreich sich reservirt hat, unter den 
Beslandiheilen des Staats nicht mit aufgeführt. Oester* 
reichische Stati^iker und unter diesen der genaue J8fii. 
menhach werfen sie den Bestandtheilett dieser Monarchie 

' XU, und sie h'S^tte daher nicht übergangen Werden dür- 
fen. In der liiterattir fehlen die neuern statistischen 
Werke i^ber diesen Staat : LiechtensUms neue Ausgabe 
seiner statistischen Üebersicht, die bereits im Anfange 
von 1817 erschieneh' ist; und de Serres TahUau d* Ak^' 

* trickf. S.ili fehlt tinter den Erzbischöfen der von Sali- 
bürg. Zu Grätz ist kein Erzbischof, sondern hier rea- 
dirt blofs deir Bischof von Strggau^ dessen Bomcapitfel 
und Kathedrale auch noch zu >e^iflw ihren Sitz haben. 
In Galizien residirt blofs ein Oesterreichischer Bisehof 
zu Przemysl^ zu Tßmow^et keiner, tmd die tu Krakku 
lind Chtlm gehören nicht hieher. Die Spreugel der Et4- 
bischöfe von MailMid, üdine, Zara und Spulatro, »o 
wie des ^Patriarchen von Venedig sind nieht richtig^^an« 
gegeben, und der Erzbischof von Ragusa ganz' aungelm* 
seil*' Ueberhaupt hätte die hierarohische £iatheilu|ig d<s 
Käiserstaats n^ch üem Staatsschematism von IBI? beric]^* 
tigt werden müssen. Zu Crem^na blühet keine Univer^l- , 
t^at, -sondern Oesterreich hat blol^ 6 Universitäten : l^itn^^ 

\jf^r€Bif ^ X,tmb4rg, PwiÄ, Pavia und Padua;, die Lyzeen '!M1 
Xrdmsmünner, S^iBlwrgr^nd die Italienischen Lyp^^U feV 

'^eny so wie auch kein Wort von den verschiedenen^ phi- 
losophischen Studien, die mimittelbar auf die Universi- 
tät vorbereiten, gesagt ist. Unter den Akademieen fehl^ 

"die v^i IVIailand, Venedig , Pndu^ u a. , auch ist dem ',^6 
genauen Verfasser das Jiohanneum zu Grätz gan^ entfallef. 

In der Statistik von Pi#ufsen würde Recensenf Man* 
ches zu erinnern finden',, wenn er überhaupt nicht glau- 
ben müfste, dafs hier noch Alles provisorisch ist. Die, 
Eintheilungj wie ;sie der Herr Verfasser aus Äump/ un'd 
Sinnkold' mitgetheilt hat, i^t seitdem' bereits v&llig b!>- ' 



r 



Müth-tr ^, ^cenf t^P^itn. 195 

.ftSndfTt: aiM der Frovini P^tntMrn »i«d:3 Ktgieitiiigv- 
.)^e«irke StiUin^ Mäslin un^ ^iraZ/imi gebildet > ebenso 
luben 4» Frovinsen Nipdirrhein und KUvt^htrg statt 2 
jeder 3; nXailich Niedcrrkein Aathanf K»blm% nod Tri^r, 
und Kleve -Berg KUv^ Püs^tUmrf und JTd/n bekommen, 
mnoh sind in fAit allen Il«^«rwDg«beiirken die Krei«e an- 
ders abgetheilt. 

Yfh9 der Herr Verfasser in der SUtistik Ton I^ank« 
reich S. 265 mit den Worten : ,,nacti Absdiaffüng des Ceda 
NcpoUon gelten besotifdere Gesetibücher ffir das Citfl- 
recht, für den Proxefs, für Verbrecben und Strafen und 
-IRr den Handel^ sdgen will, beruhet wahrscheinlich anf 
^nem Druckfehler, Frankreich hat keine andern Oesett- 
'bücher bekommen, als die es unter Napoleons Regierang 
%atte. Blofs die Benennung Cod» NapoUon, womit die 
"noch in Kraft gebliebene Code eivil, pihal^ du commtree 
und de procedure civil bezeichnet wurden, ist abgeschafft» 

S. 390 wird die Volksmenge von England und Scot- 
^huid, so wie der rn der Note angegebenen Städte blofs 
nach altern Volkslisten mitgetheilt. Dexa Herrn Verfar- 
^f inr ist es entgangen. , 4%(s wir im Annual - Register ron 
^14 bereits die neuere, dem Parlamente vorgelegte Volks* 
Jiste von Grofsbritannien und seiner Siti^dte so genau und 
jro^ständig als mögUoh haben. 

Unter der statistischen Literatur roh Dänemark fehlt 
fuuls og Cron Geographie over Kongeriget Dänemark. 
Kidb, i8l6u 8, ein Hauptwerk für die Geoff«pWe ,ua<l 
.Statistik dieses Reichs, welches manche brauchbare No- 
tiien hätte liefern können* ' . 

Bei Schweden und Norwegen hatte die Statistik bei- 
:der Versefaiedenen Reiche, die nur einen gemeinschaftli» 
•«hen König haben, Vielleicht besser getrennt werden k^tt^ 
'ja4n. Bei der Darstellung, vrie sie uns der Herr Verfar- 
iwmv giebt, ist fast blofs auf Schweden Rüeksitehi genöm« 
-fli^n, :ulnd die statistischen Merkwürdigkeiten Norwegens 
«acht man rergebens. ^ 

Dh Statistik der Niederlande bedarf noch mancher 
Berichtigungen. Der Staat ist freilich noch so itmg, und 



"N 



196 '^Bä^hiiT''^ Ricension^n/ 

no^li Irtbeii' wk in den be^dtn $taaukidenclern i^on 1817 
erst die ' einugeii to m^^em- Quellen för seine neifere Sta- 
tistik, dars^sich durehaus niehts Erschöpfendes ^r Warten 
läfst; indefs mi^sReceusent §^>leken, dafs die Darstel- 
lung des Herrn Terfassers «ti den vorzügliclisten gekört^ 
d»e ihm noTck' filier diesen Staat zu Gesichte gekommen sind. 

3e^, ^j%>anien ^ ut • die , neuere Volkszähli^ng von 1797 
.nicht a^efilhrt. Unter der sonst so vollständigen Lite- 
ratur dieses, Reichs fehlt der 90 wichtige hartuga^ un- 
streif .4is i^or/iüglichste. Quelle zu dessen Statistik , di^ 
a^cb, ohne sie zu nennen, von allen neuern Schfiftke}- 
Jera^enuUf ist. Bei den Jlitterorden ist der IsabelleU'- 
orden übergangen. Ebenmälsig fehlt S. 692 hei Forllw- 
.gal der -Orden Tom Schwert und Thunn, die bei^e 
freilich erst in neuem Zeiten errichtet oder wiederher-' 
gestellt sind. 

S. 760 findet man noch die alte Eintheilung Sairdi- 
niens in 4 Provinzen , die übrigens im Lande selbst gas^ 
unbekannt ist. . ' 

Bei der Literatur des^ Nordämericani sehen Freistaats 
ist Mars0 {th€ Amtrican uni»€rsal g€ograjphy, BeiSow. 
1812. ^«/. I. 80) ' ^ ^^® ^^* itatin, vi€w of the cömmer» 
c« of the united ttates of Amerika, • Hartford 1816. 8* Übtil^ 
j;angen, Kind bei der Statistik auch nicht benutzt. 

f ' ' • * 

IMefs wäre ungefähr die Summe von dem , was "H^« 

-«jcnscnt her eitler geniauen Durchlesung des Werks zu ter- 

iii'nerjf gofbvid^»« hti*. Recensa»« hofft , dafs der Herr 

Verfasser seine Erinnerungen für das' nehmen werde*,: Va» 

■aie seyn sollen. Ein statistisches Werk ohne F^l^r zu 

achreiben ist eine haare Unmöglichkeit. Wenn ein Wevk 

«einen Zweck nennt, so ist es nicht nur Erlaubt, yi<mr 

dern Ffitcht des Recensenten selbst auf kleine. Fehler 

.und Uel^ergehungssünden aufmerksam zu machen, >. nad 

diefs um so viel mehr,> je höher der Namen und da,s Am' 

«eben des Schriftstellers steht, damit unkundige Jueser 

dadurch nicht verleitet werden^ Irrthum für Wahrheit 

zu nehmen. 



/ 



r 



Bücher ' k^censioHiiik lyj 

3. 
Reise in das Berner Oberland^ von /. A. fVtsi^ 
JProf. MitKupferny 1816. 8. Bern^ bei burg- 
dorferi 



■*i*MMitMi**Mi 



Die Seh weit besitit, anffer dfen Vortu^efi ibf^f 
Na^ur - Schötilieiten und Natur * MerkwfSrdigkeiten , noch, ' 
«ine ' bisHet eigen tbümliöhe vor andern Ländern. Kein ' 
Land Jcann tich eines solcheti classifcheii. Alles uinfafl- 
senden Werks . rühmen , wie das bekannte r on Ebel, und' 
atifserdem sind viele seiner anfgesuchtesten tind sebens- 
«Würdigsten Gegenden , noch durch besondere Anieitun* 
gbn und Beschreibungen vetherrlicht. Unter Jelie Gegen- 
den gehört vorzüglich tnit das Berner Ob§riandi Schon 
Kunig und Stapfer hatten seit 1814 uns trtffliche Schil« 
derungen von dieser gröfsen Heerstrafse der Alj^en- 
:Pilger geliefert; allein diese 9rxfs'sek$ Reisg Übertrifl» 
sie bei weitem an Vollständigkeit, ZWeckniäfsigkeit und 
Genauigkeit und ist in gleichen blühenden Styl eingekleidel* 
Da der Verfasser nach eigenen, an Ort und' Stelle ge- 
nbmmeilen, Ansichten, nach handschriftlichen Nachtich* 
ten und den neuesten Angaben arbeitete, nnd dabei in 
b&ndigen Citaten Alles benutxte^ Was in frühern Schrif- 
ten über den gleichen GogenStaod in und aufserhalb der 
, Schweiz f ^gesagt und geschrieben Worden War, so kann 
man mit Recht von seinem Werke rühmen^ dafs es Jir 
Us ersvhöp/t, was einem Heisenden bei solch* einer Ob^r- 
ländist^hen Reise Von Nutzen, Belehrung, Zurechtwei«' 
sung odbr auf irgend eine andi'e Weijie von interelM 
seyji kann. Receusent^ der selbst erst ror wenigen Ta- 
gön aus dem Berner 0^erZan<2 * zuVüekgc^kehrt ist^' und 
dieses Buch > , nnd besonders sfeinen Hand» Atlas zu sei** 
nem Begleitet hatte, fällt diesem Urtheil, nach seiner 
Ü^berzeügung j uftd es verpflichten ihn Wahrheit, wie 
ITankbarkeit^ tat angelegentlichsten Empfehlung. Dai 
Buch lEerfällt itt drsi Abtheilungen, die eben sd viel Bändig 
tusmacheni Die erttf Abtheilung, oäer dtx fersteBand Idti 

N, A. Cr. £« It, Bdf4 9« 5n O . 



199. Bücher - -Recension^n. 

« 

Ttf^et ( 404 S. ohne die besckeidene Vorrede^ fangt a« 
mit einer Einleitung ^ welche auf 167 S. sich weitläuftig^ 
Ü^er B«rgreisen und Alpreisen fiberhanpty über dasil^'- 
•en ^n's Berner Oberland insbesondere, Über die Anstalten 
tum Leibes - Bedarf , wie über die Anstalten zum Geistes- 
Bedarf erstreckt. Die deutlichste Angabe des Miinc> 
fufses, die Namen von eilf ^er Torftüglichsten Führer, und 
was Recensent als eine sehr wesgnilieht^ in keiner an- 
dfm. Reise noch gefundene. Auskunft schätzen lernte, 
eyae Tabelle der'Tftxen und üblichen )?reise, der Führer, 
¥/erde, Wögen, Schiffe, Träger, Gasthöfe etc. findet man 
hier, nebst taufend andern unenthehrliche4 Notizen, zu- 
sapnmengedrSngt, Die Anstalten sum Geistes - Bedai€ 
mnfassen einige lichte, uaturhistorische , geologische ua4 
physische Ideen und Betrachtungen , und hier steht die 
•chtoe Stelle, welche f ugleich «ur Probe von der leben- 
digen, malerischen und tief gedachten Schreibart des' Ver- 
fassers dienen mag: „die Joche der Alpen sind «itsprun» 
yygen einer dunklen Vergangenheit, und Niemand sagt 
,yUüM , wie fotih sie d^m l^eeresspiegel entragten, welcher 
,ein4t alle Theila unsers Wohnplatzes übi^rschimmerte. 
„Der Eispanzer y den sie tragen, verwahrt sie gegen die 
„Unbilden der Sonnenhitze, und der Kegenstürme; sie 
,, nehmen langsam ab, wenn sie abnehmen , und doch sehe!- 
„Bfn. sie vor Alters ihre gesammte Umgebung überschüt-* 
„ttt zu haben, mit dfn AbflUlen ihrer Kämme ui|d ihrer ' 
„Seiten. Ganz Kelvelien bia an den Jura , bis an den 
„Jlbeini ist ein Becken voll, Steintrümmer der Hochge- 
^,birge und Felsenstücke von^ Gotthard,.von der Grimsel, 
„wie aller Bergzüge Graubündtens, haben die Thäler und 
„Ebenen ausgefüllt etc. */ -— .Der Einleitung folgt die 
Hßits selbst. Sie be^eijEt Bern, den Weg von da nach 
Thun ; (zu Nisdtr - Wiehtraoh^ das unter Hasen verhör* 
geiiie Gr#b des edlen von Erlach ^ der 1798 als Opfev 
des ILevolntions- Schwindels durch Meuchelmord seiner 
eigenen Militzen fiel), die Gegend von Thun , der See, Un- 
terseen, Inlferlfdhen , das gesammte sogenannte fiöde« 
iHn , bis BÖningen und Einggenber^ , und bis nach Zwey« 
luitschinen hinein. Die •vmuAHhtilung^ oder der zweite 
B{M^ dM XextjM,. (4% 6,, ohaA dM «orgfdltige ntphabt^- 



Bücher - Aecensionen* 199 

ßfihe Kegiiter) bet chreibt Laaterbroanaiiy Griadelwald, dl» 
lieiden Scbeidecken , dat Tbal ron Gurtaniieii , die Grim« 
«el, Oberw«llis bis nach O^ergettelen bioab» Oberbatli, 
'Meixingeüf Biienz, Brienter-See, den Geirtbach und die 
Rückkebr nacb Interlacben. Mäncbet Allgemeine iit un- 
ter den Artikeln: ,Ob§rlandf Gthirg^ Sagen^ QUtieher ttem 
susammenf estellt. Von den Sagen war Kecensenten die 
von dem sogenannten Rüehsn der itühe neu; wo dio 
Eübe, wie von blinder Wutb dahingeritten ^ alle#ammt 
€ber die Felsen in den Abgrund binabstürten , Wofern 
der Senne niebt die vorderste Kub erkennt und mit pia* 
ttcn an aiob lockt, was Scheuehmer aus der Geisterlebre» 
Vflüd der .Verfaeser natür lieber aus der Naturlebre, auf- 
klärt. Die dritte Abtheilung f oder der dritte Band ist der 
band ' A^lüt für Reisende in das Bemer Oberland ^ .ein 
dünnes und darum sehr bequem bei sieb su führendes 
Bändeben I mit 10 berrlicben Kupfertafeln, welche Um* 
lisse, Ansichten, eine sinnreich ausgedacbte und eben 
so schön gestochene Stufenleiter der bedeutendsten Berg- 
hohen der Schweiz und der £rde, und fünf Reisekärichen 
enthalten, mit Scheurfnannscher Nettheit und Treue aus- 
geführt. Diesen Taschen Atlas ^ tu welchem obige zwei 
Bände der weitllhtf tigere Commentar sind, habe ich hin- 
reichend gefunden, um auf der Keise sich in Allem» so 
zu sagen , Schritt für Schritt , zu belehren. Ihn ziert alr 
Titel -Vignette die Ab))ildung des Spifals auf der Grimsel, 
to wie der' Reisende die Sennhütte a^\f dem Stheideck^ 
beim Titel des ersten Bandet, dankbar wiedererkennen 
wird^ Sämmtlicbe Kupfer sind neu an Ort und Stelle 
l^eichnet. Alles ^st mit der typographischen Sorgfalt 
ausgestattet, welche man von der Burgdorf ersehen Oi» 
ßcin längst giewohnt ist.. Reeensent fand, durch die Ver« 
anstaltung des Verlegers, Vorrätba von dem Hand^Jths^ 
im Cbetiand selbst, unter andern %n Unterseen ^ bei dem 
Wirthe, Herrn Biattsr. Er ergreift dies« Gelegenheit die-^ 
sen wackern Mann, und seinan Ratb und seine Aushiil- 
fe, bei der Wahl ron Führern, Pferden, Baakwägfen etc.- 
«u empfehlen. Rfisende werden sich besser dabei befin- 
den , als wenn sie sich damit gleicb beim Anlanden zu 
Neukausp übestbeuern lassen. Zu L^iMrirunnfn «<i- 

O » 



I 



200 Bücher Rac ensionen. 

■ - y . , • 

vtvft jetTt einer der befst^n und billigsten GasthÖle in 
der Schweiz, der zum Steinboek. 'Er ist. erst seit Juliut 
Igi7 erbaut , und also ih Wyft Werke nicht erwähnt. 



Lojs of the Afnerican Brig Commerce^ wre'^, 
cked 071 the western coast Qf Africay in the mpnth 
of augusty l8*5' ufith an Account of Tont"^ 
huctoo y and of the hitherto undiscovered 
great city of PFassanah/ By James 
RiLETy late Master and Supercargo. f^ondoi^ 
to Mu.rray. iSlJ- XVI. u. 6l8« P- g^- ^' 

{Der Untergang der America ni sehen 
Brigg Commerce t die an der fVesthüste von 
Afrika im Monat August i8l5 Schiff f)ruch litt. 
Sammt einer Nachricht von Tomb uctog und^ 
der bisher unentdeckten grofsen Stadt FVas^ 
aanah. Von James Kilet, dem ehemaligeti 
ScKiffsmeister und Super cor go. London^ Mur- 
ray, 1817) 



Vorliegendes, so eben in London erschienenes, Werk, 
ist nicht nur als Erzählung der höchst merkwürdigen 
Schicksale des Verfassers, sondern vorcüglich wegen der 
Mittheiluugen Über Tomhuctoo und fVatsanah äufsdrst 
interessant. Das Teutsche Publicun» wird es uns ohne 
Zweifel Dank wissen, wenn wir uns einigermafsen bei 
diesem Werke verweilen , und. den Inhalt desselben hier, 
möglichst in^s Kune gezogen , zu- einstweilijger Belehrung 
mittheilen , bis eine vollständige Uebers^tzung des Gän> 
cen erscheint. Einen Theil desselben aber, die höchst* 
interessante Erxtthlttag des Sidi Härmt ^ die Kus* na^h 



N 



r 



Bücher \ Kecensii^nen. doi 

T^mhuctOQ -xAkidi Wats^nah betreffend, werden wir den 
Lesern \jn nächsten Ue^t« \inscrer A. G. EU als beson* 
dere ^^bba^dfung iu einer treuen Uebersetiung mit« 
tbeilen. 

Der Verfiisser giebt im I. Gapitel Nachricht ron sei^ 
aer Qebifrt , seiner firziehnng u. s.w. , und sagt, dafs er 
im Jahr 1777 in Middletown, einer Sfcad^ in tier Provinc 
Connecticut, geboren sey. Bis in sein istes Jahr diente 
er bei Pächtern , darauf aber fafste er den Entschlufs, 
sein Gtiick zor See.iu. suehtfnv nahm Dienste, erwarb 
.«icb / b*ld ' Kenntnisse ven ■ der Schiiffahrtskunst , und 
brachte e» vom Schiffsjungen bald zum Unterschiffer. Als 
solcher macht« er verschiedene Aeisen, hatte' sich bereits 
-einiges Vermögen erworben , als ihm t8oS in Folge des 
Mailänder Decrets sein Schiff in der Bai von Biscaya 
von den Franzosen genommen wurde. Er hielt sich hier- 
auf, einige Zeit in Spanien auf, durchreiste Frunkrtieh 
und lernte die Sprachen, di«scr beiden Nationen. In dem 
Kriegt der vereinigten Staaten mit England nahm er Dien- 
ste, und wiirde nach Beendigung desselben im April 19^5 
Schiffsmfei^er und Supercargo der Brigg Commercey gieng^ 
mit derselben .'nach 'Nmw- Orleans y .wechselte dort seine 
Ladung: und segelte gegen. Ende Junius nach Gihwaltar^ 
wo er am 9. August ankam, - und am 33« wieder auslief, 
und nach- dem grünen Vorgebirge steuerte. Das ncbliclH 
te, dunkle Wetter und die Seeströme waren Ursaf^iei 
dafs d]& Brigg an dem Gap Bafadar Schiffbruch litt. 

Die Mannschaft rettete sich mit Allem, was noch ge- 
rettet, werden konnte, in einem Boot, und steuerte an's 
Land* Bald darauf erfchien eine Familie von Eingebe r- 
nenj die., sogleich anfiengei^ die Habe der Schiffbrüchigen 
zu plündern-^ alles Abwehren war vergebens, und am 
Abend dxohet.en sie, am nächsten Morgen wieder zukom- 
men. Sie bielte^i Wort, kamen verstärkt,« und vertrie- 
l)en die unglücklichen Schiilbrücl^igeu vom Ufer, Qhne 
Lebensrnittel retteten sich diese in. ein kleines Boot, Und 
hatten keine andere Aussicht» als in offner See umzur 
kommen oder in die Händp 4^r Eingebor^en zu fallen. 
Nachdem diese das Zurückgelassene geplunderti und »er» 



tibi Bücher - Reeenstönifk 

i ^ ' - 

1 » 

' . / 

ttövt hatten, lokten sie Hiley durch alle ZeicfaeiA der 
Freundschaft an^s Ufer. N'ur durch List entkam er wie^ 
^er ihren grausamen HSnden ^ aber einer seiner Geführ- 
ten, der ihn zu retten auch an^s Land gekommen war, 
verjor sein Leben. Sie vertrauten sich jetzt den- Wellen, 
da kein anderer Weg zur Rettung mehr übrig war» un^ 
der Wind sieh gelegt hatte, ohne Compafi, ohne Mund« 
^rorfath« Es waren ihrer eil€ an der Zahl. 



tum 7. September trieben sie sich auf dem Meere 
Ikerum ; der letzte Vo^rath und das letzte Wasaer- wareü 
fast aufgezehrt, da entdeckten sie wieder Land» undver- 
«lutheten , dals es das €19 Barba sey. Mit unsäglicher 
Anstrengung kamen sie Über Felsen . und. durch Wasser 
an's Ufer und setzten ihren Weg; mit Verzweiflung utld 
Ermattung kämpfend, über .die Sandfaügel nach dem Jn» 
nem fort. Da fielen sie ciaer Horde Arahtt in die Häah 
de, die sie ihrer Kleider 'beraubten und zu Sblaven mach- 
ten. Herzzerreissend ist die Sckilderttiig , die der Verfaa- 
ter ^on ihren Leiden bei dem. 2uge durch die Wfitfte ' 
macht. ,>Wir mufsten, sagt er, die Kameele führen oder 
treiben; der Sand war so tief and weich, dafs^wir bei 
Jedem Tritt fast bis an das Knie hineinsanken. Die Son- 
nenstrahlen brannten fün^terlich auf unsern blofsen Leib, 
fffeil iie Ton dem Sande abprallten, durch den wir wa- 
d«taa. Steine mit scharfen Spitzen schnitten una in die 
Füfse bia an das Bein, uhd machten das Elend unsrer Reise, 
die ims un^Hgliche Mattigkeit und jeden Augenblick zu- 
nehmende Dysenterie ohnehin schon zum unbeschreiblichen 
Leiden machte, noch furchtbarer. Die Araber ergStzten 
eich an dem Anblick der Beschwerden, mit denen wir 
die Hügel hinan stiegen , und trieben itns lachend vor- 
wärts. Jetzt setzten sie Jeden von uns auf den Rücken 
eines Kameeis. Der Rüokgrath von dem , worauf ich ge- 
setzt wurde, war blofs mit Haut überzogen und so schnei- 
d^id, wie der Rücken eines Ruders. Der Trott des Thie- 
res schüttelte sp heftig, dafs ein Theil meines nackteu 
Körpers auf dem scharfen Rückgrathe fast ges chündeu 
wurde; ^ufs und Schenkel wurde inwendig so geriebe)3, 
dafs das Blut häufig herabHofs« während die fürchter- 



! 



Bueh^r - Recensionen* ^doj 

liclie Sonnenliits« den KBrp«r und die Ffilkt aii der A«* 
f Benseite eanz <rerbrannte Und rottete. So blutend und 
serstofsen iet«ten wir unter unbe«cnreililichen Leiden un- 
sere Reise fort. Jeden Augenblick glaubten wir» daXa 
Aie Glieder zerrisien werden möcliten. Hunger undvDurtt 
peinigten uns; die Nacht kam^ und keine Aussiebt xur 
Kühe; kalte Nachtwinde wehten , Frost schauerte' durcb 
die Gebeine; unsere Schmerten wurden unaussprechlich.*' 
So setzten sie ihre Reise durch die Wüste ron 8ahara1& 
fort. Der Urin der Kameele ward ihr Trank; eine Hand- 
voll dürrer Schnecken zuweilen ihra Speise; der Hunger 
wurde so heftig, dafi RiUx*^ Geführten das Fleisch tou 
Ihren Annen ahbiMen. 

Den 23. Sfptember begegneten sie zwei AraUm. Ein 
•lies Weib sagte «u Riis/, dafs dieselben aus dem 
lAude des Sultans kXmen^ und dafs sie Ihn kau« 
fen und mit sich nehmen könnten ^ wo er seine Fanulie 
wieder fSnde. Der eine derselben, SM Warnet^ war ein 
efnsichtsToUer und mitleidiger Mann. Nachdem RiU/ 
•ein Mitleid gewonnen hatte, bat er ihn, er möchte ihn 
und seine Gefährten kaufen und nach Marokko föhren. 
wo er ihn reichlich iftezahlen wolle. Nach mahdierlet 
Unteiliandlungen und Verstlndiguhgen willigte Sidi j^a. 
mtff endlich ein, ihn und noch vier seiner Gefthrten 
SU kaufen und' sie nach Swearah tu bringen. Sidi Hm^ 
met n^endete alle seine Habe daran, m xu bexahien 
und trat mit seinem Bruder S$id die Reise an, sie 
durch die Wüste su führen. 

Die Eiitbehrungen und Beschwerden auf dieser Reise 
waren nicht minder, grofs , als die bisherigen ; allein es 
^rürde zu weit führen, alli^ Vorfälle hier erzählen %a. 
wollen. Sie fanden ein paar Mal fHsohe Quellen , wo sie 
•ich erquickteil und mit Wasser sich versorgten und be- 
gegneten mehrem Arabischen Horden, die sie gastfreund- 
Hoh aufnahmen. Ein Vorfall eigner Art, den «ter Ver- 
fuser erzKhlt, beweiset' für die Macht dir Religion unte^ 
diesen wilden Horden. Sie fanden eines Tags ^zwei mit 
SScken beladene Kkmeele, lund bemerkten nach^ einigend 



P^achmchen^ dfifs der Besitzer- • Jergeljben $chlaf«. . ^ Si« 
führte» die Kameele bei Spite, (prfneteii die Säcke, fan- 
den, Gerste darin upd nahm^ si^ In dein kleinern 
Sack, den .'^e dem schlafenden Araber geraubt Ratten, 
befand siqh Ger^tenmehl. Der Fund erfreute sie hoch- 
lieh. Sie mischten es sogleich mit Wasser,^ afsen und 
gaben auch ihren Sclaven von diesem leckem Mahl^. 
Nach etwa einer halben Stunde kam ein Mann pachge- 
rannt s ^^n inan sogleich für den Eig^nthütner d«r K%- 
zneele erkannte. Er rief, daf^ e;r einen Theil seines 
Eigenthums verloren hätte; un4 dafs ';^ie es ihm gendxn.- 
||ien habe» wivf^ten ; dafs er ihr Bruder sey, und liebe^r 
sterben , als eine solche schlechte HaBdlun|; be^ehei^^ 
oder dulden wolle. Und da sie die Feuergewehre gegen 
41^11 in Bereitschaft hielten , sagte er: , »Ihr habt Feuer- 
gewehrt (^Celibeatahs) ;. ich glaube wohl, d^^Xs ihr piic|;L 
augen))li9klich tödten köpnt; .afeer. d^r Gott de^Gerechtig« 
ieitjst mein Schild, er wird die ünschi^ld sghüta^en -r 
ich fü^cKte euch laicht" — Naph la^igem §treile, wobei 
^iinsi^e IJerren sich rechtfertigten, die Vorräthe ^^on\;> 
xnen zu haben, i«eil wir,, ihre Sclaven, de^p Vprhungeyn 
nahe wären , erwiederte er , dafs er wohl bereit geweseij^L 
'^äre, .uns etwas zu geben, wenn wir ihn geweckt hat« 
ten. Er bekam eAcilich sein ^^genthi^m. fi}rüci^, mid 
)pchie4 J^iedUch, . . ^ 

^ Gegei^ die Mitt,e Oktober» hatteA sie sich auf ihre? 
Heise, ^er .«^ec wieder genähert. Der Verfasser bemerkt, 
dafs die See /hier im Lauf der Zeiten beträchtlich zur 
jrtickgetretexi sey. Sie setzten ihre Heise in dem eheiha- 
}^eii Bette de$ B^eeres fort^ Die Fiirciht vor Hanbern 
%wang sie, mit der gröfsten Vorsicht ihre Heise fortzu- 
setzen. Den ]&. Qctober fanden sie einen kleinen Fle<:)^ 
t^a^des, der bebaut war. E^ war der erste Blick j^ wel- 
cHir ftvf Beweise won beginnender Gultur fiel ; sie be-, 
pachteten ihn als den Anfang glüpl^icKe^er Tagp. Ain 19* 
Octol^er NaQhmittefts er^)lickten ^e endlich ein TW, 
durc^ das ein fe«icH vom reinsten Wasser unter grüne9. 
PiUchen* und vpllbiühendeii Bäum.en hinilofs. „ ij^übe,, 
Psel ivi4 Schaffe weid^en im jru«en Qr^se ,- i|nd,ein<^ 



' Bücher - Rtcensione^n. ^ 805 

fteiHe Von Dattelbäumen schmückten un4 betch^tteten 
den J^and des Büchleins,* Die Arab<?r nennen e^ tl fPood 
"Noon, oder den Fluls Nun. -Das I^ntzücken der armen 
Gefangenen über den Anblick dieses Thaies war unbe- 
fchreiblich. Sidi Harnet bohlte ihnen aus ein&r der klei- 
nen, nahe liegenden Hütten Honigscheibeo und veT^ 
theilte sie unter sie, 

De« andern T«g8 hielten sie hier' Kasttag« Sie iahen 
ganze Züge unbe^adener Kameele von dem AVeg her, den 
sie gekommen, vorüberziehen, andere abei: mit Gerste, 
Salz, £Usen und /andern Handelsartikeln beladen« der 
Wüste zuwandern, Auch zogen mehrere Männerhaufen 
SU Pferde vorüber. Sie hatten sohöne Pferde von Arabir 
scher Rasse, Die Eingehorngn waren von einem andera 
Stamme, als die^ welche sie bisher gesehen; sie trugea 
ein Stück Wollenzeuoh um den Leib geschlungen« das aie 
deckte und bis an^s Knie lierabfi^; oder auch einen -^on* 
tetf G^labhia genannt, auf dieselbe Weise gemacht| 
nMt kurzen Aermeln , und eine Kapuze bodeokte gewöhn* 
}ich.den Kopfj die, welche den I^opf nicht mit der K^* 
puze bedeckten , trugen eine Axt Turban. Das lüUid ($11* 
lam) ist von grobem, schwarzen Zeuche gemacht. Es wa- 
ren gröfitentheiU ^a^l^e L^ute , fünf Fufs und 8 bis 10 
Zoll grofs, und un^irsetzt. Ihre Farbe ist blaXs oliir^ 
pen Bart trugen sie so l^ng, als er wächst; einen MaAJi| 
der keinen greisen, starken Bftrt l]^at| h^tea fie für neir« 
|>isch und aQhten ihn geringe 

Kurz darauf vt^T^e ,$idi Uamtt ,von heftigen Kopf-i 
und GUfdfrtchmerzen befallen. Pie Araber, die gerade, 
^it am Zuge waren ^ gezeigten grofses Mitleid, zünde- 
ten ein Feuer an, «^hielten seinen. Kopf dari^n und röste- 
ten , $Q m sagen , sein Gehinj. Da diefs nichts hal^ 
nahmen sie. zu einem andern noch seltsamem Mittel ihre 
Zuflucht. Sie hielten ein grolses Messer in das Feuefir 
und liefseo es heifs w.erden: dann pachte sein Brudec 
xnit\dem Kücken des&elbeu, heils^^ wie es war. Striche, 
über den Kopf nach allen Kichtungeu; und wenn ea^ et- 
was kalt wurde, .liefs er es wieder heifs werden» u^^ 



I 
\ 



906 ' Bücher* ^ecensionen* 

I ' r 

/ ' * 

fuhr forty tuf solche Weise fiber a)Ift Glieds StrtcKe xu 

ttiaclien und die Haut su^ verbrennen. Da einer von deit 

Gefangenen seit einigei: Zeit ebenfalls kwCnUich gewesen, 

Wendeten sie bei demselben das nämliche Mittel an t der Arme 

konnte nichts., als bei jeder Berührung zu schreie^: Gott 

•ey mir gnädig t Am 8^. October wurden sie von K£n- 

l>em überfallen, entkamen aber glücklich der Gefahr. 

\ 

Sie kamen jetvt m mehrern kleinen, mit Mauem. 
umgebenen, StHdtchen oder D'drftm. Die Gärten warem 
ebenfalls von der Mauer eingeschlossen. Die Leute pflüg* 
ten j und hatten dasu gewöhnlich eine Kuh und einen. 
£sel zusammengespannt. Einem netten Anfall von Räu* 
l)0m entgiengen sie wieder glücklich. Die Entzweiung 
det Sidi Hamti mit seinem Bruder Seid hfitte die unglüek* 
liehen Sciaven nahe am Ziel der Kettung fast um die Aus- 
licht dazu gebrcK:ht; allein Sidi Htfmet. zeigte das vor* 
treflichste Herz, fir rchofs im Streite sein Gewehr in 
die Luft und rief seinem Bruder zu : '„Jetzt bin icH 
wehrlos, sohiefie^ deines Bruders Herz ist - deiner Ku« 
g^l offen: räche dich an deinem WoMthäler!'* Diefä 
entwaffnete den wüthenden Seidi 

Den 23> Ottober erreichten ^ie wieder ein mit Mauern 
.umgebenes Dorf. Ein Mann von sehr ernstem Aussehen, 
Namens SidiMohammtd. nahm sie freundlich auf. Na^tv 
dem er RiUy um Manches befragt hatte, sagte er ihm, 
dafs er selbst oft. in Swearah gewesen sey. Ni^chdem sie 
gegessen, rief Sidi Hamet ons^rn Verfasser, und sagte 
ihm, er solle einen Brief an seinen Freund in Swearah 
schreiben; er wolle mit Sidi Mohammed dahin reiten, 
sie sollten indefs hier bleiben. Welle sein Freund die 
versprochene Summe bezahlen, so solle er frei und bald 
in Swearah Seiyn. Rilejr schrieb, erzählte darin mit ein 
paar Worten sein Schicksal, nannte die Handelshäuser, 
mit denen er in Verbindung stünde , uhd addressirte den 
Brief „an den Englischen, Französischen, Spanisohen 
oder Americanischeu Gonsul oder efn/en andern ch'ristli« 
chen Kaufmann in Majadore oder Swearah,*^ Uebrigens 
war er in den an gstigendsten Besorgnissen, ob auch Jemand 



'Bücher'-- Recen'sioneh, öof 

^fdk teifter '«rlM^nnen tind ihn 4iisl6sen wfird«. So reis^tfe 
deim SM ßhtnut kh, ' Einige Tage nach Sidi Bam$i*M Ah* 
reise encbien ein antelinlicher Mann, der alt ^eke^ 
AU begrÜTtt wurde. Der Verfasser enXhlt, dafs derselbe 
ulle Tfedente besessen habe, sidi Achtung tn erwerben« 
Einsicht, Würde und eine seltene Beredtsamkeit. AYb 
•illteii Tage nach Sidi Hmntt'^s Abreise kam ein Maure 
«US Mojadür§ an, und sagte ihm: seinen Brief habe eth 
Englischer Kaufiüann, Namens ffilUam Willthirt^ er- 
halten , ' und sey sogleich bereit gewesen , das Lösegeld 
fkx ihn tu xahlen: derselbe habe ihn sogleich abgesen- 
det, um sie nach MojaiotM zu geleiten und mit allen 
Bedürfnissen zu versehen. Er hatte ' ^n freundliches 
Schreiben desselben an Rilty bei sich, uud brachte ihm 
so Trost und Hülfe. Während die Gefangenen sich Über 
die Wendung ihres Schicksals beglückwünschten, trat 
Schitk Ali auf, und sagte: Sidi Harnet sey ein Narr ge- 
wesen, um solches Spbttgeld sich den vielen Gefahren rnt*- 
zusetzen ; derselbe sey jetit in der Gewalt eines Christen, ' 
'der ihn gewifs tfidten und berauben wolle, per Maure 
JttfuM hti Coitim zeigte bei diesem Vorfall Muth uud 
Gewandtheit auf die wirksamste Weise« Et behauptete: 
die Fremdlinge seyea seine redbtmSfsig erhim^ehen $c!a*- 
Ven^ Und KUif sey gar nicht' der Gapitäh, sondern ein 

bloXser Sehiffsmann. So reisHem sie denn ab. 

... - _ > 

ff 

Ihr Weg führte sie an den Ruinen einer fÜogst zer- 
störten Stadt vorüber. Was der Verfasser hier aus Sidi 
Mtihammed* Munde mittheilt, ist zu charakteristisch, 
' als dais wir*s ühergehen dürften. Diese Stadt war vor 
40 Jahren von Omar Kasthid erbaut worden und hiefs 
'WidnmK Die Zahl der ersten Einwohner, die etwa 500 
Seelen betragen haben möchte, stieg^ in wenig lahren auf 
einige Tausende. Sit bebauten di« Felder rund herum, 
legtenf Gärten an, und hatten Üeberfhtfi anf Früchten, 
Brod und Gemüfen. Sie waren von allen Nachbarn geach^ 
tet und geliebt ; denxl sie waren weise und gerecht. Omar 
liiefs nun der gute, ich selbst, sagte 'Sidi Mohammed^ 
Iratte ihm in meiner Kindheit gar viel zu danken. Wie 
alle Menschen , so hatte auch 6Sr teine Feinde. Mntt 



/ 



tO^ Sucher • S,e,cension.&n^ , 

derselbe» grH£ ihn. vor etwa eo- Jahren an^ liU aher ein* 
füfchterliche, Niederlage, Nach Omars kurs darauf er- 
folgtexn Tods bekam sein ältester Sohn , Mu.Uy Jsmatjf 
.^^ Aegierup^ , ein ausgearteter Mensch , der nur Aut-' 
fchweifiinge^L ergehep war. Kesch-bah, ein jüngerer Bra^ 
der desselben, ein ehrgeiziger^ jitnger Mann entzvvaite 
sich nach einiger Zeit mit ihin> floh in die Gebirge, fand 
dort seines Vaters alten Feind, vereinigte sich mit ihna^ 
und iso überfielen sie in .einer dunkeln Nacht die 3tadt» ^ Ei3ß 
schreckliches Blutbad begann. Alle Mänaer bis au£ zwei^ 
die entkamen ) wurden erschlagen. Weiber ^ud Kjnd^ 
theilten. dasselbe Schicksal, bis auf zwei hundert Jung^ 
£rauen, .die für d^e hnst der Sieger apfg^sparet wurde»« 
Mit Schätzen und den Heerden der Einwohner beladen 

' verlie^sen sie die S.t^dt,^ die^ Mittags schon ein Schutt? 
häufen war^ ^a spät kam die Hülfe der Nachbarn. ; Sidi 

,^ Mohahimed war selbst uxiter den Verfolgern gewesen und 
zeigte eine bei diese;r Gelegenheit erhaltene WuAde., 

< 4.n ^^ Gränz^ - des Marokkanischeni lUiches . machte 
.Scheik >2/i t^OQh einen Versuch, die arn^en Gefangenen 
sich zuzueignen. .Sie mufsten deXs wegen mehrere. T^gp 
in Stuka verweilen;, allein Kais hei Cossirn*s List und. f er 
9ter Muth vereitelte sein Vorhaben« So langten sie denn 
glücklich in Santa Cfut.odtx Jgader an. Die. Stadt liegt 
auf einer Anhöhe, hat weifse Mauern und wird^ daher 
schon in weiter .Feri^ bemerkt, J^ie Umgebungen sind 
fruchtbar. I)attel - » Granatäpfel - , Qrangen - Bäume,, 
Weinreben u.s^w. sah hian ai^f allen Seiten, grolse I^eer- 
den weideten in den G^üschcn.und die Einwohner be« 
schäftigten isich^ ihre Gerste, zu bauen. Auf dem 'Wege 
kamen sie übe^ grolse Sandhügel, die ihre Reise höchst 
beschwerlich machten« Der Sand häuft sich hier oft ' sch 
dafs er ganze Städte bedeckt. So zogen sie an Kabeah 
vorüber,- das einst ^ein blühender Ort gewesen seyn soll, 
wie ihnen AfuZ</. I^ra^ im .sagte,' der selbst darin gebo- 
ten war. In Sa^^ Cru«. mufsten die Gefangenen näohtr 
lieh .flieh 619, um den Nachstellungen des Scheik AH zu 
entgehen. S4e stiesen in dieser Napht noch auf de[n, aue 
Sipearah ihnen entgegenkommenden Sidi HamtU , 



Suchet - Re teniionin, ^ HO^ 

9 

Endlich erblickten sie die Stadt Swearäh mä der 
Ifisel Müfjadort und sahen im Haven t^n eitler Brigg difr 
Englische Flagge wehen. ^,Muth, sagte der gute I^ais, 
hier ist Swearah, und dort ein Schiff , das euch , wenn 
Qol^t will, fh eure Heimath bringen soll. Ich danke mei« 
nein Gott, dafk eure Leiden bald zu Ende sind, und dafs 
er mich würdig befanden 'hat, ein Werkzeug eurer Er- v 
lösung zu seyn*'' So kamen sie denn in Swtarah an. 
Mr. WiHshitt kam 'ihnen entgegen, und nahm die 'Er-' ^ 
barmenswnrdigen freundlich auf. Sie wurden gereinigt, 
gekleidet und' gespeiset. ' Ein Arzt , der seine Studien in' 
Jktoshow gemacht und Teutschland und Italie;i durch- 
reiset hatte, nahm sie unter seine Aufsicht. Aber RU 
ley^T Gemüth war rom Wechsel der Dinge so angegrif- 
fen y dals er drei Tage geistesabwesend war. 

Unterdessen kam auch durch einen Courier des Ge« 
nerftlconsuls Simpson in Tanger ein Schreiben von Ho^ 
ratio Sprague aus Gibraltar an, das Riley Hülfe brachte* 

. Mit dem XXV. Cap. beginnt der, für die Erweiterung 
d^r Geographie ^lochst interesaante Tbeil der Reise, näm- 
lich die Erzählung der Kar avantn-" Reisen des Sidi Harnet 
durch di4 grefse fVüite nach Tombucto^ und Wastanah* 
Wir übergehen hier diesen Abschnitt, weil er abgeson--. 
dert vorgetragen werden sf^ll, wie wir diese unsere Ab-» 
sieht »|»ereits am Eingange ausgesprpchen haben. 

m 

m 

Nach 14 Tagen reis'te Sidi Harnet nach seiner Hei- 
math zurück. ßei^mAbschie4e schwur er noch, die Übrige 
Schiffsmannschaft tu retten, wenn ihm Gott das Leben 
lielse. Er schied höchst gerührt unter vielen Thräuen« 

In der zweiten Hälfte des Werkes bh^lt.der Ver- 
fasser seine, auf die Geographie und Statistik des Afrika- 
nischen Küstenlandes, der Wüste Zahara und des Keichea* 
Marokko Bezug habenden, Bemerkungen mit. £r sagt,, 
dafs er oft gehört habe, dafs die Wüste voll giftiger 
Thiere sey, nämlich Schlangen und andere kriechen^ 
de Thiere; „aber, fährt er fort, ich' bemerkte nie der- 
fleickcn, dem» #• ist für jcdf ^Thier^ das Wais«r bedai€, 



. \ 



2X0 Bücher • Recensionen* 

lUiinBglich, ^ier zu leben/^ Fast jeder Strich der Wüste 
ist.' von Araber • J^orden bewohnt, die yon iKren Kame«^^ 
Jen leben, von Thal zu Thal ziehen, und nur für ihrc^ 
Kanieele Futter suchen. Die Familien bestehen aus den« 
VatjB^ und einem oder mehrern Weibern , ihren Kindern, 
und einigen schwarzen Sclavexi. Die IVeichen haben ih*^' 
irer zwei, dr^i, inännlichen und weihlichen Geschlechts^ 
Sie werden im Umgange, wie die Kinder der Familie, 
iiehandelt. Mit Arabischen Weibern dürfen sie bei Tpdes« 
atrafe sich iiiclit verbinden. Sie heirathen unter einander 
mit Bewilligung ihres Herrn, die Kinder bleiben Sola» 
ven. Hat einer seinem Herrn lange gedient, so wird er 

oft auch frei , Als Mahommedaner sind sie zu häu- 

£gem Waschen verpflichtet. Bei dem Mangel an Wasser 
gebrauchen sie dazu Sand. Sie gehen i^nmer baarfi^Xf; die 
Kinder gehen ganz nackt bis zum männlichen Alter ; da- 
her ihre t^wa^fe Faibe. JDie Knaben werden in ihrem 
•iiften Jahre beschnitten , nicht , weil die Religion ' es 
«tili, sondern aus Gz;ünden , die im Klima liegen. Die 
Jänner sind aufgeräumter, scharfsinniger und thätiger, 
üagt der Verfasser', als ixan sie irgendwo in der Wdlt 
trifft. Sie sind die Herren ihrer Familie, und streng und 
s;rau8am gegen i^re Weiber, die sie als nothwendige Scla^ 
ven behandeln und ihnen nicht mehr Freiheit gestatten, 
als ihren Negern. Sie werden als Wesen ohne Seele be- 
trachtet,^ Qnd diirfeii darum an den Religionsübungeu der 
Männer nicht Antheil -.aehmen , auch selten sich in di^ 
Un^rredungen der Männer mischen. Diese harte Be- 
handlung macht, daTs sie schmutzig und ohne jenes Mit- 
gefühl und 'jenen 2artsinn sind, der diesem Geschlechte 
tonst so eigenthümlich ist. 

Al^a Arabei5, sagt der Ver£usex, lernen lesen und 
tdirelben; in jeder Familie oder b^i jedem Stamme be* 
4ndet eich ein Lehrer. Alle beschnittenen Knaben ler- 
nen Verse ans dem Koran* Der Lehrer unterhält sie 
chirch angenehme und belehrende Erzählungen, und lies^t 
ibnea andere Bücher vor ; denn ' sie ' haben eine grpffle 
Itfenge von Gedichten u. t* w. ^ Sie waren höchst fiber- 
r«jNiht, dan Verfasser die Arabiashen Zahleii schreibst 



.Bücher - Recensionen. ail 

sa sehen, und glaubten, er müsse einmal der Sclare ei- 
nes Arabischen Kaufmanns gcwresen seyn. Unglaublich 
scHeioty was der Verfasser Ton dem Alter der Araber 
s«^ Er erzählt, er habe einen Mann und %m%i Weiber' 
gesAeUy die er für älter hielt, als irgend einen .bisher 
gesehenen Menschen« Sie hatten bereits am ganten K5r« 
per die Haare ▼erlortUi das Fleisch war gans verschwun- 
den, die Haut was an den Beinen gan« fest geworden*. 
Sie. schienen des Gebrauchs aller Sinne beraubt» und 
würden, wenn ihnen die Eingeweide herausgenommen 
worden wären, gant und gar wie Mumien ausgesehen 
haben. „Ich bin llbenengt, sagt ZU7s^, der Anblick sol- 
cher Wesen hatdieAegyptier tuerst auf die Idee gebracht, 
die Leichname ihrer Freunde tu trocknen und Aufzu- 
bewahren. Die sorglose Jugend gebildeter Aeltem könn- 
te Ton diesen Barbaren kindliche Liebe lernen, fährt er. 
fort: die Alten bekommen immer den ersten Trunk Miloh^ 
und werden immer mitVortug behandelt«** In Afe;sdors 
sagte ihm Sidi Hamtt , dafs die erwähnten Alten fast drei 
hundert. Jahre alt seyen. Auf die Fr^ge, wie sie ihr 
Alter wissen könnUn? belehrte er ihn» dafs jede Familie 
die Namen und das Alter der Kinder in ein Register ein», 
tragen, das sie mit dem Koran aufbewahren. Der Ver- 
fasser sagt, er sey .ftberteugt, dafs hundert und tausend 
Araber in einem Alter ron soo Jahren leben, und ent- 
wickelt die Gründe für diese Annahme noch weiter* 

Im XXVn. Cap. giebt der Verfasser, eine kntte Be- 
schreibung von «Vii#s öder der 5ud*Bsr^srsi, die aber 
nur das bereits grÖfstentheils Bekannte wiederhohU> 
Die erste Stadt, die man erreicht, wenn man aus der . 
Wäste kommt, ist Walitltim^ die 10,000 Einwohner 
tählen soa WUnan ist die gröfste, die Zahl ihrer Bin» 
wohner wird Ton den Arabern auf 309OOO Angegeben* 
SchtUm vählt 4,000 ; Stuka ist weiter oben schon ge* . 
nsnnt worden. Der Kaiser von,Marokkp maaCst sich twar 
die Oberherrschaft über diefs Land an,- aber seine Ge- 
walt reicht nicht weit fiber AgatUr hinaus : es ist also 
gant unabhängig. Der Boden ist höchst fruchtbar ; Wai- , 
ten, Gerste, Mais u.s.w, yr Corden Mufig gebaut^ Datteln,,^ 



ÖlÖ Bücher - Recension^H. 

felgenu. s.w. wachsen in gfofsem Ueberflusse. Die i,ahl 
der Einwohner von Suie^ hiit EinschluXs der weiXscil 
und schwarzen Sclaven, wird auf eine Million geschätzt. 

Kurz ^ vor der Ankunft des : VerjFassers iu Swtardh wikt- 
d«t Gouverneur oder Pascha roti dem Feidzuge dtthin 
zurtickgekehtt , den er gege/i die Rebellen von -Dutjutliä 
unternommen hatte. Während seiner Anwesenheit gieng' 
ein Wechsel des Gouvernements vor, der ^für die Juden 
sehr nachtheilig war und dem Verfasser Gelegenheit 
giebt, von ihren hiesigen Veiiliältnissen tu sprechen* 
Christliche Kaufleute sind nur vier in Sunarah» Von der 
Stadt selbst) sagt der Verfasser: j^Mojadorey von den Matt'«' 
Ten ^ und Arabern Swtarah, oder das schöne Gemälde ge* 
nannt^ ist 1 anglicht gebaut. Die Stadt ist drei Viertel 
Meilen lang^ eine halbe Meile breit, und liegt auf eiUer 
Halbinselt »Die Mauer ist von Steinen^ sechs Fufs dick 
und zfkranzig Fufs hoch gebaut^ hat kleine Thürme und 
Batteriett^ in jeder Ecke. Sie ist in drei 'Abtheilungeu 
getheüt; die christlichen Kaufleute wohnen in der Fe«- 
stung, Wo auch 4 jüdische Kaufleute ihre Waaren haben. 
In der Mittelstadt wohnen die Handwerker, und dort 
wird atioh der Markt gehalten. Ostwärts davon ist >das 
Quartier dei freien Schwarzen , deren Zahl 2,000 betraf 
gensoll.^/ Dfts vierte Quartier ist die Judenstadt - odet 
Millah^ Die Stadt wurde von Sidi Mohamrned^ Muley 
Soliman^s Vater , erbaut und ist nach Tanger der ein- 
zige erträgliche Haven im Maurischen Keichö, Und det 
einzige , wo fremde Schiffe eine Art von Handelsfrei-> 
heit genieften. Die Häuser sind gut gebaut und wur- 
den ^ wie man sagt, unter der Aufsicht Europäischer 
Künstler aufgeführt: sie ist bei Weitem die hübscheste 
, Stadt des Reiches ^ und soll gegen ^0^^)00 Maniren und-v 
Schwarze und 6fOoo Juden zählen. Ueber 6ie Abnahme 
des Handels theilt der Verfasser interessante BemerkuU*,. 
geu mit, und giebt als Grund an ^^ dafs die Regierung 
absichtlich die Vei'armung der Unterthanen hetbei(üh« 
ren wolle. 

Das XXXt Cap. euthält eine iritercssante Vergleich* 
HAg def jetzigen Araber, mit den ehmaligen Juden« -- ' 



/ 



BScher • Recensionen. 913. 



Xa d&a cntftt Taft» <m jMniTtJt8i6 lieft Ritex *«i- 
WB X«eidcnsgelM)irt«ii «uf eineni Geanetitclieii Schiffe nach 
OÜMrttltar eiatchiffen , er telbft teUte teiDe Reite, da oc 
«cE stark genug fühlte, su Land nach Tanger fozt. 
Da vrir in dem letzten Capitel wenig oder nichts finden^ 
was bisher uabekaiinte Auffchlfifse tiber den Zustand 
' dieses Theilf der Afrikaniishen Küste gebe, so eignaa 
•igIi. ^etelben tu ksinem. Auisugt« 

An» cl^Qk bisher Mil^ethsjltett werden die ^eser eint 
tiemÜcsi ' Häiiige \ind vollmndige Aniichf 'ron 'dem 
Wertb« dieses Werkes erhalten haben. Wenn den geo* 
graphischen Wifsenschafftan- aweh keine grofse Berei« 
cherung daraus erwichst, so ist doch manche interes- 
eaat* Bemerkung darin enthalten and der Antheü , dea 
dia Schlfikf^^* der un(^l{(cUichen Gefangenen arwecktfy 

9uickt dip LectÜre dasselbea aaziehead. 

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iV. A Q- M. 11. Bis. 2. St. 



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iTtT^J '. •'. I ■•.I 1; *V . ' . f '-•' > . ■ '. 



CHARTl^N -- REC^&NS JONEN, 



'Neu erschienene Specialcharten'voh den eintelneit 
Regierungsbezirken der Preußischen Monar- 
chie. Weimar im Verlage des geographischen 
Institut* Igir- ^' ' . 



Dai gMgnpIiuclia Inititut Jrt in dieier Uatnasli- 
mung bii ]etit lO weit vorgucliritteti , al* die hereits 
«alleDilata Kreiieintkeilutig der betreffenden Regienuigt- 
*-ieiirka, in lo fem tia alt wirklich fett bettehend wof 
jeiehen werden kann, et erlaubt hat, die Hera uigab« An 
Legiemngibeuika- Charten tu nntem^unen. Da gedacbto 
Lreiiejntluilang aber, in mebreren Aegierungdwiirkea 
loeh iBuner nicht Tollendet iit, lo wird die Beendifnng 
ieier Arbeit andi ertt dann getchehen können, wew 
:ie Prenliitcben fiebSrden endlich nut dietcr Arbeit tu 
Itande gakommen »yn werden. Wir beben den Letant 
«rriu die Anieige Ton den Special e h arte» der lUgie* 
UBgAexirlca *ov Fraid^rt, Magd*iurg, PMtd»m, S*r» 
In, MtrMhnrg, Erfurt und Bramitrg gemacht, hMMi 
ind aoamAhr neo^. folgend« gebildet werdeu. 



> ■ 

^ ßeeialc kw^e 0ön dem kämigtich Preufnnlurt B0* 

xirke der Regierung zu Munster 9 nach det^ 

men neutner BinAsüung in 10 l0m4räiUich0 

Mreise, 



1 

2>i«t« Speeial'» Charte in «nt d«a Seetisacit 44 Md^ 

45 OsMtthrü€k^ 53 ir«#«/, 54 Müfuttr, 55 ßUUftU im« 

65 Elbir/ttd der topofrapl^itfch - miHtürifclim Gbart« 

Toa TentfohUiid gebildet worden, und gehören dIeM 

Beetionen mit tu den rortfiglieliflten dieser Gherte, dft 

die ^ofee L« Cey^eehe Charta: von Wef tphalen deutelhea 

ftölctentheili.ele Material gedient hat. Dieter Regie« 

rong'aBetlTk» der ans allen, mm vormaligen Bitth um Mün» 

smr wit JS&ppm^e^e fehteigen Beeittvifgeii, Ibeaer 4«i 

GraStchaften Stginfurt^ Teckl^nburg und A€diHn$kmu4n, 

der ohern Grafschaft Ltngm und den Herrtchaften OtA« 

nun^ Anholt und Orcjuku gebildet worden, ist )ettt in 

die 10 landräthliehen Kreiees- Münster^ TtekUnburg^ IFe« 

rtndotf^ H€ekum, Lüdinghau$€n, Coes/Mp ReekUnghau» 

em^ Jordbeti, iliaae und 'St^imfurt getbeilt, - Mteft QtMn» 

^ßm in betagter Special* Charte geeeu iiac]|:.dtt^>üt^AAtf 

hletfte No. 2 der Regierung m Muwj dt m w heh^n% g taeettefc 

Emiheihuig det Regiemngtbeflirkt eingBtngeA lied/ Leidei^ 

1^ aber die, ron dea.re^. Rcgferungea h b atith ü ich dee 

aeoen Kreiteisthellung erlaeteuen , BekmitttifaaishangeB te 

«■gleichlömiigy «ad ntenciM to anbei timmt, daft et «uwei- 

len'tmVermetdlich itt, hat der Benutraagdenelbeaia Fehler 

tu ▼erfeüen. - Se tind i. B. ia der erwähnten BekaaatK 

■lachuag «war gtsram aUe ^idte und Kirohtpiele einet )#• 

tat neaev JLreMet angegebeifr^ alieia eii welehem Hixiili^ 

e^ele die grbfte Aaithl der ihrigen Dörfe«^ iHreÜeiv 

WBt& ete. gehUre, itt daraut trieht «u etitMÜMaen |(ew*^ 

«en, daher in dieter Ifinticht wehl »aiaAe ikleühie UÜ* 

xMitigheit Ia der Begrüatuiig der Kreiee rerealafit wee» 

db»ee^n dirfte. Det iMfMpli* iMlttttt bat 4U Tenkip 



■> 



i 



gebimnblit), ▼äü denjenigen Refi^mngibetirkf - Gha^«»^ 
von denen die Kreis * Gränzbef tinunungen nicht rdUi^ 
9«iatt: uikd beitiifcint' angegäieB.. wozdniy'' nur* eln^fSU 
ring^ Aiizabl Exemplare in> Püblipuxn su bringev, iiut& 
Torläuiig alle etwa nötliig werdende Bericbtigungen ata 
^waflTtea, nnd ttlbige 8<idann unrertüglieb- den %etref* 
fendüi Charten ^inzurerleiben. Aus diesem'. GfsiAhta« 
panote betrachtet, ,wird man also^ die»e Specialcharten ror 
der Hand mit aller Nachsicht beurtheilen müssen , dfi 
das geographische Institut sie selbst nicht «Is etwas /«ns 
WMttfr^M^^üi^ U^v^rHü^fHeh^s ausgießt. / 

''•■'■••-■• 

^je^lalchartß von 4^m Bezirke derJkö^iglichJreif-i 

i.ßieahmiAefierung zu Mindeny nmek 4*ss9k 

neuester Eihtheilüng in i^lari^räihlichä Kj^fi^ 

,. sß^ mhgetheilu , 






. Diet/Sfacialcbarta dieses llagiei:nn|s]ieaitiiier 
dt« Sacfaaaan 4g OtnmkHikW\ 46 Hanmuet , ^-MUUfdi^ 
gb Ityrm0nti ^.' drwmtitrg und &i Cutul der top. aüit*'* 
Gbartd vöi| OVsittiChifSid^ Auch diese gehören an den* 
^jaingin.BliHern die«er.€ha]äe^ denen .grdfnentheils d^ 
Xsce^*sohfl Gsharte Täki Jl^^#s^«ffi» aie Ornndlage dient |^ 
aiA verdieaen daher alles. ZutisattcaiY ; IHe Beaten dtfafste 
dkaea Biegseaimgsbeaiikes aind^ <iaa Förstinithtt^ Aftadciv 
dw Gndilchaft Anecn^sr^f di^ Ffirsteatlifimer Pßdmh^m 
lUNi Ce^v^Tf <!«• Amt A^eftän^i^, ibar'^rftfsciiaft * Afit*K 
^4f^:itnd «Se.Bentchaflea |UM« und^^^ister^iD^. waichaft 
l^lMvalir 49 dia. lg. butd^ithlsoheu Kreise: Afm^m* (SladtN 
fareit)!^ ;MHi4#fi (JLandloNMa) , äahiUn, Aünißi lUrJ^fd^ 
MiMhM^^'Mfill^i fnUmbrüeh, F^ihrkprn, Büthifh f^9m 
J«rf , tKd«««r sind. Bfa^M abgetiieüt ist. Die EintNK 
Iplllf d«r JkeUgxJliiypR «des If^^ dfta OtMUi 



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iil mlilH^tli 6 8«GtiMiw ift iMok der, In N«^tS cTet MTn* 

-AmteUstU- befiafUiehea- Muuintmsehliii^* dersel« 

▼oa^MiM» d«r Regiorlmg, fetolielMn «nd ds di^td, 

flniter der Asgebe der Kirchspiele, ftach die Qbrigea 

DoKiccliaSteu einet |eden Krebset aagiebt, fo itt diese Ar« 

keit sclioii genaaer «utgefallen, als bei der Cbarte des 

▼•rerwftbnteii Betirks Ton aikn9Ur% weaa aQoh nicht vx 

UUignen ist, 4afs hin und wieder anf der Ghart^ einigte« 

in besagter Kreiseialfacilimg angerfibrte, Orte gänslick 

fehlen, Toa walchen wohl w wibischta «tre^ daüp sia 

üuraiB richtigen Plat« auf den Sectionan* erhalten m5ch« 

«en. Uebrigens 'Hat auch diese Charte^ wie alle fibrigea 

dargleichen, ihren hesondem Specialtitel mit den Ueber- 

•iebta • Tableau , Farben * , Zeichen - ErklKrung nnd Maaia» 

Stabe rersehen , und wird , ungeachtet der wenigen Mibt« 

pel, aU^ Beamteten des RegierungAeairks gewils gata 

Xheasta leisten können* Nacb den neueste» Zählunge« 

im|UU die Stadtv Jtftn^». ...... 6,574S««1m 

darXreis ikfin^^it . • •^* • • 33i3o'>-^-^ 

— ^ Rahden ..».....♦ 88,^00 — 
-^ ^ BündB^ . .. • • . . 3a,P09| — 

— —- B^rford . . . . pXiOQO — , 
•*- *— hiilqfM • •. -^ • • " 87»9oo «- 

— — * HaU§ «•«••..• g g i a O Q -, ** 

— -^ . IFtsdsn^rtieft • .. . • Sa^iQO -«• 
•*- *- Padtrbown • • . « • MtT^ " 
«"■ ^^* Aursn • « . « ^ . . 8^,000 «"^ 

: T — Wuphurg 19,000 '— 

. — — H»ßt$r ...... ao^oo — 

-.- — Br»k4l . 19»aoo — 

BevBlhartt^gdes ganten R^eruttgsbeiirkas 3959874 Seelen. 



*•» 



Hinsichtlich des Stadtkreises Üftnifsn bemedEtm wir noch« 
daTs hiertu auf der Specialcharte nicht allein die Stadt selbst^ 
iofadem "das gante, tum ehemaligea West^ifliscWan 9tadt- 
Gaaton MindsH gehöi^ey Gebiet gelingen ist» In dem 
Jlsitsblatte ift iwar nur det Stadt ilfindsn selbst, 9i$ besoa- 
deveriCrei», erwMhot, tedoch' von den-^ tum ehemalige» 
Stadt - Xjaaton Mindsii gehörigen kleinen Ortiofaallen bai- 
ner in dMH^MBiidmifi ;de» ^t^gm^ Otfh dos JfMinar 



\ 



\ 



/ 

J«r Umiaiig d«s ekamaUgeo .C«9ton« Minden £i|r die 



I « 



■'3- 

SpeoAlclutne , vom" dem königlich Pteif/sis^hen.B^t 
zirk&'der Regierung zu C^llti^- nach des^ 
$ea neuester Buuheilung in li landrä$btich€ 
Er^$e* 



Diese Chtrte ifc «its dea'4 ^ectionen d. t. m* Cb« r^ 
TeutBchl., 6^ Dussäldorf 65 Eiherfeld^';^ Jülich nnd^ ßontt 
söfminmengetetst worden, die» ffo weit das rechte ft!ieiir>^ 
vier reielity «owohl in Hitificht der bennttten Quellen^ 
als tMcH liinsiohtlicb' dH 'Stichs zu den vorzfignchem' 
der ^oAen GhaExte tob* Tentschland gehören. Der auf 
dem linken Kheinafer dargestellte Theil dieser Section 
ist freilieh in jeder Hinsicht *sehr unroUkommen, da tou 
diesen Gegteden xurZ^it noch gar keine, Öffentlich be- 
kannte Chntwi *ex{stiren , die dieselben nnr ertriglicK 
darsiellten, und alles^ was darüber rorhanden ist, dnrcb* 
i|ns fRr die fetzigen Bedürfhisse unbrauchbar fst. Dem 
Vernehmen nach sucht die königlich PreiiTsische Regie« 
rang diesem absoluten Mangel durch thätige, von dem« 
|edem Geographen gewifsrÜhnilichst bekannten, Herrn 6e* 
neral vom Mt^limg geleitete Aufoahmen abcalsblfen, dit* 
Ten Resultate jedoch wobl.sobald noch nicht .in*s Pu«' 
blicum ' kommen dürften. 



legieruügtbf »rk YOtt Colb^, der «nt Tlieütn da« 
Kanogthümer JüUch um) Berg, so wie der Sudt Ce/6» 
mit d^H gx<ölsem TheiW des vormaligan Ersbisibnim 
fleiclHf Vvmm «««gebadet werden ist, hat eio» Eim 
tMqog in die xi kadräOUiehtfii Krtiae: Gütis^ <3tedfr* 



ihf' AiMM^ ÜNp^iy^ MßtwtfuA^ -Iwkidh^fBnf frt^p9ffitwAt 

JÜtfbMwim mfktHuit. Dim Qriafcflti 4]|H«r Ktdtü 

i;i«MAM]f sack d«, dieMiUt i» Cl^lbur Amltblattft 

l^ltwimt f MAftolileM. officiellffB Angafca ant Mut m^gUpt 

eH«a Sorgfalt in die T«rik(g«ttd« Gkavl» «iiifstragcn; Im» 

aü^lte« AaMUd^IatebettiiniBt iedaok des Uafaag der KreiM 

*no]ft.iiiir Hack den dann begrMEtnanBiirgaraMiiteveMn (ehe« 

»fta]ag«& Muicipalitllten)^ 4evaa 0rftni«tt -freilich nicht 

fmiaor fani giinmu «ogegehen wertem koaallenY 4a keine 

^orhatidanen. Charten telkigii- keieiaktten). doah dttrlten 

"vrökl keinaUnrichtifkeiten Toa Bedantaag in der Charta 

Yoi4i«ndaa aeyn, da di9 Grintea der Baigei ieiatereiea 

oft - aiit daa beitimnit angegebenea Cantnafgiteicn tu« 

aanaatenfüjan. Obgleich dia ClieaU kanite geeaaaM Zeil 

in'e- PnWaam gebommea ift» so iiad aar Zeit aogk keine 

Beiaaktigbngea deseelban beim gcJogBafkieckaa laftitot 

aiagalattfiD« .... 



4» 

Speeialcharte von dem käniglUk Pr^ufsUchen 2e- 
iirke der Regierung' zu Dütteldorf^, nach 
dessen neuest er Eintkeäungüi 12 landräthlickA 
, Xreise. 



* mtm^m^mimm 



Die 4*jSectionen dieaar Ckarta find dieselben ». wta> 
die der ▼erhergehenden , ül welchen dieter Aegierangt« 
bewirk mehr- nerdwestlich , der Torige eher tüddttlick 
Mit. ^!e Materialien data lieferte dat Amtsblatt No. |. 
d«r Rifgferttiig vx Dütw4ld»rf^ in welchem die Beitand« 
thW^ de^ X2 neneii Kreise , ebenfftfir nach Bfirgermei« 
saB»r«ilfti 'angegeben sind: daher in Bhisicitt der TbH« 
kaitmeäeh Richtigkeit der Begr&kttiBg der Kreise dietel« 
l^a: t%Atf!taisse i>b«Mten, wie bef der Charte 9es Ral» 
glMüngiMMiAs' fönC»lin^ die Charte damnaeh filr dah 
RttgalifillÜGit- aeeh ifttdit''ailt VaflbMaaatf tielMK aBJ||egif" 



s. 



0hmpi9n ^: tLii0 ritf t &nen. 



Jien ir«Ed»n \uom. Die Elxnelitttiig; %i»Mhm^f tp mhm 
die lüiüniiwtioxi, *^< ist ißbng«Bs - auf :di«tem , wie- «itf, mA^m^ 
fibrigen^ völlig gleichförmig« J^lach dm neaeiMi ZüW 
Inogeili e&tlialileii di« rerschiedeneii Kreise dieies Ra^M^ 
vng^lnraxbRs. folgende •SeelenMM:, * 



"• • 



j. der Qr€f$ldt€r"BJtm 

' S*'-» G rcven^rötcikar JKreis > .' 
4* -^ N0us4€r tjttit - . . . 
g. --. DmveUcrJtr Stadt «Xreic 
6. -*- Dü43eid0rf€i^ Land-Kreu 
7« •*** JS«jen«F Kreis .... 

8. ^' Mlbtrfad^r Kreit ^ , . 

9. ^«^ JtfietriiiatiMir Kreia • . 
X6b «*• L^ngper Kreis 
SI. «^/5a/i^^f r Kfeis 
12. — Op-/ad#r Kreis 



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38,714 ••- 

ntoat ^-^ 
19394 — 



Stileax^ des ganzem Re^ienmgsgaairka S^^tny gitt»"^ 



Specialcharte von dem Ttönigtich Preußischen Be^ 
zirke der Regierung zu Breslau^ nach des-- 
sen neuester Eintheilung in 14 landräthliche 
. Kreise begränzt. 



» • 



,» ■» • 



. Nacfe der »eueste», Ton der kqniglicB Praitfsisaia» 
lUgicroag erlasseneii Cabinetsordre , die ▼erbessarta W« * 
ricbtuBg der Proviacial- Behörde» in der Protw» icAÄi- 
ftea betreffend, ist dieselbe in die 4 Bezirke. der HegipriUN 
fen luBre/leu, LUgnitz^ Oppeln und fl«VÄenfi«4rA ga* 
^eilt werden» und. die Bestandtheile. eine« jede^^egia^ 
xung^sixJEes sind namentlich in Np^ 17 des Ai^itsblf ttfi 
te UsgAU^(A$n. ]9L4ii«rpH( o|fi«icU J^akttml gapad^ 



1 



tpr«r4Mi« Oennaoli iMtCehl der Bexirk lUr Mutl^uu^htm 

^e^«niiig Mxa den . eli«iiiftligeii KveiMii Br«WtfK^ Ntu* 

mu i^h t \ Hkmilmm^ Brigg, OhlMi hat IToiMm/ ArtAUip, 

O^U^ TrtbmiUp H^t^rtn^lHrg^^OuhraUf MilUfh^ Sttinath 

Wmhlau und Cr$utzhurg. Nach der, in eben dieser Hin<» 

#ichtner!«fteneBy Verordnung «ind 4i^ Ofinten deEXMii« 

in SehUtUn rot der Hand unrerändert felilie)^, und 

4i«, dnroh dte örtlioke» VivMknieM in Znkitnft etwrn 

mOtliig ^ werdenden Abtretungen einielner Orttchallett von 

ftve» Kieite «um «adpm , Thetlniig m gf^^er ««d Y«r« 

grfHeerttmg m bkiner Kreiee , itt der Zukunft, .ufoh g«* 

Mitfr CMrtfung der Verbältaisfe, vorbfbAlten» Dea^ 

»aeh f teilt, die retlifgende Charte i&r |«tat nock die Ein« 

tlieilinig des Regierungibesirkt wm^Br^shm napk der okeik 

«ngefakrten KreiteintkeUung, in den 9 Seotienen der to« 

pograpkieekoiffilitilritcken Charte vea TeatecUayd, 6^ 

Scklaiee, 74 WohUu^ 75 Orlx, 76 AAdbMo/, -87 J^kieeni-i 

Mite, 88 Breslau^ 89 C7r#iitehirg . und Mi A#i#J«„oMole 

der gewöhnlichen Art dieser Regierun^abexirkf Charten dar. 

DaTs ,aber diese mntJieilttng« naeh den», bei 4^ neueik 

, Orgaiiisiruttg der Preufsischen Provinien angenenuat^ 

aen^ Arrondirungssyttem schwerlich so bleiben , sondern 

«ne baldige Veränderung erleiden werde , oder Tielleioli^ 

in diesem Augenblieke schon erlitten hat, davon gMc 

^ Anaickt cUeser Sfecialcharte die btfstre Uebereieht; 

de wird also bis xu dies.em Zeitpuncte als interimisti- 

ecke geographische Alrbeit ^gleidhe Dienste , mii dik ttm* 

t*n Eegicnugsbetuktckavtea, 






1 - • • 






' * ' i 

Spmcimleharts^ von dem königlich .PrmfiUchen JBß^ 

zirke der Regierung zu Reich enb ach, nach 

dfsscft neuester Eintheüung 4^ iO l4(ndräthli% 

•' che Kreise. 



■ • • I I r 



• Dms» €]i«tt» .wixd. ▼•« $ $«oti»atBt 8$ OM(^«^i^ 

M« NtUs^t 114 K&nigingrdtt und 115 :i?i«riiia«tlal. lont 
vuct^ äi* la Kreide diesaft Ragiftmn^tlieinkt nad di« 
Xr«if# Nimpuchj JliüntHrhtrg ^ Frmnhtnttgin f Bm^ibiiM 
2«0A/S(/bflMttfnl»ry. SirMir^it^ HsUunhofn * Landtkue^ Hirstk^ 
^g,'Jau0r uad Gla$9. Im UeJkrigea'fnH vom di*f«r Charti^ 
(ia B«tifelf dfr dsriii dargestellten Ksmeuttkeiluag) da»» 
flelh»^ wift von der^T«riiejrf»hendea. 






»• • • . 

» • ' s 



f^^^cißleberte von dem, komg^tich PreMf/sischen Sc- 
gxrke der- Regierung tic Op^peln^ nach' djn^ 
4^n Eintheilunf in 14. landräthliche Kreise 
begränzU . 



Dies» Charte . itt ans^den Seetio&eiir fiSfimleu, Qf^ 
Cr^tsfrurg, 90 ohneBfnenntuig» lOlJiTcxixey. io2 Cmstl, 103 
frurA^cn, ri5Fftfui^<iaiba/> 1 16* TV appkuu, 1x7 Pie/x gebildet, 
und die Eintragtmg der Kreisgr&nsen , , sa wie bei den 
beiden vorhergehenden Charten genai» nach dem Texhes* 
eerten WiäUndscktn. Atlasse vcra SchUsitn gesehehen« 
Die 14 Kreise dieses Regierungshetirkes sind die Kreise : 
Opptin, Rosenhergy, Luhlinitz^ \iuth$n^ ^^Pt Radhor^ 



• 

Zur lliAilieliea ToU^dmig dM topograpliifcb - wSii^ 
tlritfckeM AUmm» dar Provins SekUtisn fehlt also hob 
moA. di» BpJtialclMnrte des R^erusgsbtsirk» ^o« £»tftff» 
»tM^ d«sM« Kmisctellieilttiig b«ioiid«r« in Hiniieht dtt, 
'von d«r Oberlaiifitt sn danuelbea geschlagenen Theflat, 
asr Zeit hei dem geographttohen Institute noch nicht 
«iagegaBgen ist; wie ea denn fiVerhaupt mit grwfstm 
St^wUitigMttm Tcrbniidea ist, ron dtn Pmufsische« 
SUMtsbehtfrdea hierüber die nftlhigen Notiien tn erhal«« 
tiiiy - eb^eich sie ande mrselt s doch, ungeachtet detf 
•di|if ieri^teiten , die sie auf der einen Seite veranlasseB, 
«eieder die streugata Richtigkeit^ W0n den geographische^ ^ 
Producten Terlangen , das Pnblienm also | wenn 'man aaf^ 
cfficielle Nachrichten Ton dieser Seite warten Wollte, 
f«M ohn» alle geographische Barstellungen der nenistem 
pditisehen Vexindenmgen bleiben würde. 



8. 

Allgemeene Kaaft van het Koningryk 
der Nederlmndenf zyndty voor zoo verr^ 
de schaal zulks gedoogtj eene itineraire van 
dezen Staat; uit de laatste naauw heurige 
driehoeks metingen en de beste topographische 
Stukken ^Mmengesteld. Met hoi^gst deszelfs, 
toestemifig opgedrmgen aan zjme Majesteit 

- den Koning door Casparvs Mullsk. Char^ 
tetrmee^r van het Archief van Oorlog iglö. 



neue und suTerlüsstge Charte des ueugebildeien 
KsnigrsUhs, dsr Ni$d$fle,mds gehörte aeitker tu den noch 
uabeinadigtn< BedürlniMea des gecgraphifchen PuMi- 
cnmSj obgleich der einfichtsroUe Tb«tl desselben wolil 
«iahlf ewta«9hl li»t> dartjnga aiah ,nul dar Hemusgaba 



I 



fd4 Ükmrten * itece7t^i«^^li. 

mintat «olcHen Cbane überjeilen iiidge, da Milcht tt>er* 
9ÜXc Pvoducte^ , die nur darauf bjereeiiiiet sindf die NeUr 
Begierde de« Pubücu^f zu befriedigen , nur cu oft di« 
gerechten AU3prüclie. auf Grändlichkeit wed Genauigkeit 
l^nbefrißdigt lassei). Da diese vorliegeifde Charta die ent* 
iHy welche iu dieser QröJCse und an und aus derjenigea 
^elle erscheint, yo^ w'elcber wohl die .zurerlässigste 
]i>ar^ell))n9 dietei Königreichs aufgeben konnte^ so wvd 
«s d^r Mühe nitoht unwertb seyn , sa viel , als die hiienu 
iiothigen HüllsmitteJl es «rlaubanv zu untersuchen^ i« 
wie fern das Bedtirfni£s de» Publicun^r durch dies# 
«oter einer solcdien Auetoritat erschienene , Qharia he« 
^edigt w<urdttn ist oder nicht* 



V 



Die Gtiarte fhesjfceht au« drei übereinander anstoXte»* 
den Blättern Von uAglaicher Gröfse« . Das c^iersto Blatt 
ist im innern Gradrande '^f Pariser Fufs breit und r Fufa 
7^ Zoll hoch , und enthalt aufser dem Titel der Charte 
den nördlichen Theil des Königreichs bis beiläufig tum 
gaten Parallelkreise. Das zweite, mittlere Blatt hat bei 
gleicher Breite eine Höhe von i Fula, 1^2011, und.be« 
greift den gröfsern Th^il des Königreichs, nämlich da« 
«üdHche Holland und gans. Belgien in sich. Da* dritte 
Blatt hat bei eben derselben Br^tC' nur eine H^he von 
5| Zoll, und stellt den südlichen .Theil des Grofsherzog* 
Artims Luxemburg dar; auch enthält es anlser eitiem 
Theile der angränzenden Länder die Zeichenerklärung 
'und die. Maafs Stäbe. Die gai^ze Charte bildet demnach 
susammeng^^etzt im inneren Rande ein Tablean von sl pa« 
mer Fii^i Breite, und 3 Fufs, ti ZoU Hölij».- Wßrünk. der 
yerffi8,ser die.Chartejin 3 Sectioneü von so unjgleic^er GröXse 
«eilest hat, können wir nicht absehen, dabei der nöthigen 
i:iAi4oHt($ig dei^GAuzen sich die Charte «eht giikiftf sEtikter 
vouderGröfse des mittlesn Blattes bringen l||i^, und da* 
cKirch der Gebrauch derselben bequemer* gemacht word^ 
li^äre. bi^»er Umstand, so wie manche andere Big^nAlbaften 
ider Charte, als z. B. mehrere nnilluminirte, wahrsohaiuf 
liich Ültern Bestimmungen entspreehende , Gränaen eto« 
iiihren auf die Vermuthu^g, dafs diese ChavM« tfbgle&pll 
Aecentetftea Völlig tu»hekai6IV» vieUetehl'firiliietr la ^ti. 



/ 



avadgi '(ctwft clftf ■üttlere .BUtt) tattbeiur. 
«nd diese jetit Tielleielu tu de» (eiyggil ZmkCkm dnreh 
d«J obere und untere Blatt ergftnxt worden ist. Ooch^ 
4He getgt,' ief' dielt 'eine bl»ft« l^muiJkun^, gegründet 
•af die «agefllbtten EigeniobalNii« ind wollen wir •• 
MiUi §tt$tiik% «eyn- Uflett',' ob daa so oderanden iit{ 
/ftc. diese -Meinteg .d&rlte {edocb «lub du iiwiüwr-nook 
«fJbr /rti&e Ertcbeiiieii dieeev Cbario f|mecbeq, da bei 
'^wfter Gröfse und bei dem, Ton €m€m Stsdur aus* 
gefdlbrten, Stt^ acbon ete geraumer Zeitraum iimb £nt<* 
wmC und Stieb derselben erforderliob seya auUille. «— ^ 

Eben m keuier besondern Empfebluag der Cbsott 
dient aber efne.I/ntersuehun^' des geograpbisoben Nettea 
llereelben, ^elolM'eo nogleioitfdrmig gearbeitet ist, dafii 
•s #ehwer bäte tu bestirnmen , nacb weleber Fro)eetiona» 
art da^elbe> eif^tliolt entworfen ist« Wir wollen dl» 
lUsnitate » in -so fern sie der^ vor uns lisgende Abdruck 
der Charte liefert, bier tusammenstellen; mlUsett jüm» 
««n^or darauf aufaerbsam nuiehen, dafs daete auf Mndmm 
Abdrücbea,- weg«n dar • ungleieblBrmifan Zusammen* 
ftiebung des Pa^^ieres, wiederum in elvma abfteiobead 
«usfiilUn können. ' Nacb den, auf : dem mrttmeii Matm 
befindlichen, is^r genau fibereinstimmendea Maafsetftbaa 
rmiPranaösisobea Lieues, 25 auf einen Metidiaagrad, na4 
von «NiederlMiRiisehen Stunden , deren flo auf esnea ' Grad 
^eh^ii, ^mifs^ auf dem mitUern Blatto eia Meridiangrad 
-iwiscbea dem 50sten «ad 5tten Orad, 95I Fraatfisiseba 
lAeues, eben so riel twiscben dem ^ittea itnd5asteaGrad«( 
fiia 'Gthd des Meridialis iwitcbea dem fidstea und 5Hstaa 
Orade, weleber iait gana auf das obei^e Blatt' fällt^ miM 
isocb nicht ganz roU 35I Lieues , dahingegen ein Meri- 
^dumgrad rwiicben -dem ^sten und gaste« Grade d»r Breite 
•Ur'9g{^ («ieucs. Vm uun sämiptliche Meridian » gerade 
Xi|ptea siad , also bcin perspeoliviacher Entwurf hie^ Statt 
tndva kann, die Längengrade auch, einige kleine Ab^ 
weicbuagea abgerechnet, die wohl 4em Stecher -cuzu« 
jMknreaben sind, > ihr richtiges Verhlltaifs haben, so rer-» 
)aiögen wir nieht anzugeben , nach welchoh Grundsätzei* 
fjn ^tsKutf das fteo|r^hisabaa Na^^ dieear Chan» 



^ \ 






f36 CJi^f^if€n^iU^0^BiaMäfk 



Unter dieseu .Un^ttä^dan irtrden'ttn» die LeMr ff^wift 
•thrireni« di» D«jrlegflii>g der He^ulttite der Utit«c9aelk* 
fingen über die geofrapfaiscKe «^Age . derjenigen One» 
rouwüväBttSi eitronioaiiscHe Ortsbestimmungen vorbanden. 
-Jindy ersfMiisn, . d« diese nur «ehr nnbestininit würde«. 
ai^ gegeben werden J^ottuen. ' XFeni Aa#cbeine nacb slnij 
übogcm recbtigute MatettalieA- snr Bearbeitmig^es«9 
Charte bnanUt worden, tUt un. Wesenllicben dee rted« 
liehe Theil derselben , mit der , bei Covtmf tß Monier 
1S14 ersohieaenen Charte . Tön d^h firiederlenden ( m. s» 
^&.£^.^48« Band i.H^} ^U biaher»der befsten aeuc^ 
aten pharte diea<^ IJandeis nicht •alkiJ^> fiber^ineÜnMiii 
•ondern im Geg^itheile in vielei^ Hint(dht no6h irollstäi:* 
diger ist, alt auf {ener. DaXa jedoch /#n4 Charte, hin« 
aicditlicb 4ex AmX ihrer Bearbeitung . bei dift^r Tor«ligli«li 
•it Grnndlagie gedient hat^* bewei«'t di« röllig öberein« 
stimmende Wahl d^r. Zeiobeni . nanh welehea Btj&dte^ 
Flecken, DönSe«! MM»$*rt Forke, Sohnmen nnd WIrths« 
hflnser betsndaor« bcctei^uiet sind. .Die Poststralsen sind 
iA der UtclDeit^hläittng eben&lls von deu JLandstrafse« 
nnt^s^cbiadeiM . da«lL ist die Bezeichnung. Jy^ider .so inMi 
Ittg. vpü einander rertchieden, dafs hier Verwechselnligett 
tehfter «n vermuden ti«d. Die Pest^tationefl , no wie Mw 
Verschieden en C[ompt«ireaurVarthe»}nng der Briefe, ainf 
ebenfalla dttroh bjestimmte Zeiche» angegeben. Sit stim* 
»en^ ebenfalls, .mit: ieseen auf besagter Charte von . ded 
Miederlandett übereih;. «tur venniXst num in der. ZeiiAitfiA 
•ritlärutlg .^Icr taorüegenden Chaise die BcveicbBung dat 
Unter- Comf^oirs,. obgleich selbige auf der Charte -selbat^ 
genau fo, wie ^ auf der oben erwähnten Charte, .an«« 
gj^eben. sind. Die Wasser-» Commnnicationen , ^mittelst . 
der Treh Sebmiffn iws. w. finden eich ebenco, wie auf j^ 
»er Charte angedeutet, nur die Arten der Brücken- ain4 
liier, beatimntttr beeeiehnet , und wenigttäns fader'Zei« 
mhtnerkläfung eine > grössere Anzahl von Gränxartett an« 
gegeben» obgleich sich muf dtr Charte tslbn nur ditt 
bndes - ^uaaL Frcqdni - Grftnsei^ Torpiden. « XHe 4>aütoüt 



tft llfii Ai«» tHid- fMUmMidltb «ü dfb ^BisMi* Im« 
<lltttHit>^ Offtfltea l»eftifliiiit> «b«r p«r Z#it »mA aiolil 
ik dMr CUm^» ¥Or]iuidctf. Dt» GtHiiie» der Frmri«» 
«m iind iA AltfMMkien ielir fettsu' aM||efib€iiy uatt 
i«r kk diMtfr RiMieht die GliaorOi •«!« dM «rtte so^«^ 
IttUgli MatttkUftM toerachlmt, d« «i« i*lbft di« a«B#» 
«teil I «nt im- JmhM t$i& erfol|rtmy ' OltiiXT«i«iid«rtlii^ 
jfüi d«r 7r*vnit«B ^MtHtik; Nammß itxid LuMin^f 
A««iU MIktllf dcrtt^l»; ' «ur dl« öitliali« GrSnie gcw 
;g«ta * PiMtTMlf #cli«itit noch nicht naöh den nenerteli 
Tractaten mit dieser Mtcht gesogen ti? t«yr»;r M> iK 
z. B. die Stadt Rüldue ( Herxogenrath ) hier alt Prent* 
«fteh .b«t#tchn^9 ohgMclf tte ^Mit'h«fttinn(kt^e1iebfall« 
Niederländisch ist. Was der Charte vorifiglich snm Vo^ 
Wurf gereicht, ist die gröfstentheils unrichtige Beseich* 
anng der StSdte als Flecken; so sind z.B. Verpitrt^ Lim» 
, hurg^ EuptHf Huy St, Trcn, Most und eine grofse An« 
%tMf znm Theil gWJfierer Stidte, als Flecken beteich- 
aet, während manch« unbedeutendere Stadt ihre richtig« 
BiMsUnung- erhulten hat. BMbtig <r. isT i& dietvr'ldÄ- 
sieht das obere Blatt, welches hierin wieder ganz mit 
der mehrmal ^rwiihnten Charte von den Niederlanden 
fH^^reinstiMMiW '^Wnlirseheinli^ iüC der iVdlfeh^ Theil 
df Charte n^eli den Französisch^ Departements «Chiur« 
ten bearbeitet worden, in welchen bekani^ich bloii «uf 
die Bezeichnung der Departements - , Bezirke <- und *Can« 
tons - Hauptorte Rficksicht genommen ist, daher denn 
hier auoh viele DMer als Flecken, und mit grofsen 
.Stadun von , 5 bis 10,000 Einwohnern gleich , boseiphnet 
find«^ Hinsichtliph der Orthographie, bo^onders des A^f> 
^nndoi^, blieb« auch hin und wieder noch maj|obir 
Wottseh übrig. . % 

■ , ■ * 

l^l^ein« Charte in diesem l^aafsstahe {2lLie^c^^Kß 
^ Facw Zo]f.) nicht aHes topographische Detail in sich fa^* 
•en k«nn, versteht sich vcn selbst; doch ist* in diese«: 
Bioocht ziemlich 40 A^el geleistet., als ohne Ueberl^* 
dung iges.chehen konnte. Von den 3ituationsgegeq.st&%« 
den, als: Gewässern, Bergen, Wäldern, Morästen «^f, 
Ist «Aoh s« vl«t «ng«g«b«a , als d«r MaaXsstab erforderte« 



' n 



4 

^mrterUrthdl fibw dioftslbe Iftftt nolii|«fl#«K iMck dmm 
jQetagten nickt gut ttlUit ; ein Jeder nm§^ dn$ $ii|e d^» 
JiiUiei) beiuittftt. und; die BMni^^l denelbeH Mich KvSlltii 
j^Mhtufm. Oä kein H«iiptrer2«gson auf ider. GkartA «ftr^ 
^if ^e» Utf. 90 mkd es ,den Leewti viellel^kf , Uek «ejoi» 
.si^ «f itfen , . TOti > wpker «ie diese Chane • erfordexlieka^i 
j^m beii»heii könnan. - Si^ wt tu erkatea i^ U^g ka| 
'dam Verfwsar» in^ Anist^rtUm. kei M^ftUr m»d C^ria^MW 
in Jritt#^tf{ .bei d« Mat • in Xänidk bei Huaftufir» ia Mto» 
ri' kai Pi>aef,;ii& Druden bei Ai'tIfMr. .. r< '": 

t . Oar Stick dar Charte ist schön, und die Sahitfi nSm 
dentlich. .• : 



it 



. .f 

Gentrnlchortt^von äem Königreiche dgriiuifätf^ 

* . ' • • * ' ' '■• ' • 

lande ^ nebst dem Grojsherzogthurne Luxem- 
burg nach den iVQrzugliehsten Qußjilen enür J 

' warfen von C. F. Wirtla^d. Weimar eU. im 
Verlage des geographischen Institute iJSif * , 

•' • kvxih das sfeagniphisclie' liistitiit bat das aU^meiiiW 

^MKhfttifs Ton Charten dieses neuen KÖnig^reichs durch 

/^ä baldige Herausgabe dieser schöllen ; för den ^öfseh 

.Gasparischen Handatlas bestimmten , Oen^al chatte V '^^* 

friediget. Sie ist in dem gewöhnlichen Formate der5!^har| 

*fkn dieses Atlasses in einem Maalsstabe von ^ r^r. ^c^\ 

•uf die geographische Meile entworfen, tixitf mit de^- 

fenigen Genauigkeit ausgearbeitet , die dafi geographisch^ 

Publicum von den Arbeiten ' des Vetfassers gewblüft it\^ 

'Pefsenangeachtet möch'te es mansch em strengen Kritiker 

gcfalleä, der Charta hinsiabtlirh der Cenauigkeit ihres 

fr- ^■, i»« *«<it 



t 



Chärtsn - RicemiQn^k. 

fie grtp biirthert Netse« «inea, cl«6[i cfttMi Auf dK«itt# ateft 
iucht-tt«g6teelit«ilTotwttrf «u ttsdita, dtbtr wir c|l«i«al 
hier sogleich begegne||i jrQUetk. Yrrgleicht man Aiailiok. 
die auf der Charte befindliohea MaafMtMha mit dtt Gnif- 
dttirnag, so ergiebt sichi ^9Xm ein Breitengrad tun «ia 
ia diesem Maarsstabe schate ' namhaftes Stfick' ta klein 
it^ and. Eec«nsexitea, 4tr dieiem Xhaik 4er ftpgri^pliif 
sehen Arbeiten gewöhnlich die ersta Aoftaerksamkeit 
^ridmet, fiel dieser Umstand soglaich in did Augen^ Dd 
•V }edoch Gelegeahait hfilte , dia Kuptepliiftta daff C||dnd 
mn erhalten, sp ergab sich, dals auf dieser MiaTstall 
und Graduation auf das Genanesta fihareipstiinttfia^ al« 
d9<^«.unglidali£5raiiga(Zttsammeasi^maf das aagalMcli- 
tetaa Papiers in die Ulnga und Bfeite dia Ufsai^ ^^^^ 
Ahwaichttng war/ Racaaaaat .icArda' ieht geneigt tf^ya, 
die ähnlichen Differansen auf der rorigfa {MiUUt^efum) 
thnrte^ gleichen ^Ürsaeha^ zutusehreiben ^ Weün dotf| 
aicht die B'rgitengrads tttbsif uad €0 aufiUland dübrir^ 
ien, da^s Uei von ^fner blossen Ünglai6hf5tmigkait iil 
der Ztisammentiehühg dei ^apieras nicht die Kada i^jti 
&anu. Für df^ lnc/hr«ten Btfdürfnlss« wird diasa QMftd 
pichen Dienst mit der röferwähntea leisten, uugMc^-' 
iit ßie in einem kleineren Maärsitaba antworfen ist| di 
iet nordiföiiö theii nach def vörarwXhä.tefi ChdrU »aa 
ign ifUd*rlaniiii^ uttd 69t sddlichd "fheil nac'fi .4af 
Müllitiehin CKarta beatbeitet wordetf. AtiA hat iüd 
Charte so viel töpogUraphiiches Detail^ ids delr. irorlikü« 
defle Baum el nnt immer erlaubt« und ndch datu dea^ 
yorzog^ dafs StSdte, HeckAn und t>Qrfer biet ridhti-» 
|äf bezeichnet V und efstera audi hinslehüidl llii^fft^ 
Tollcsmenga in Abstufutigan Ton sö^doo/ «0,000 1 tC^obö/ 
5,000 1 und unte^ 5,^000 .classlfidirt| dargestellt sia4/ 
'Aufser dieiea sind noch Aa blecken | alrie |;rorsp Aif- 
iahl DatCer^ einqfelüe Hluier; Testuag4n (di4, von dia^'' 
Utn. Ali Festungen so ttficlen Lande auf A^ MütUü'cMi 
Chdrta nicht angegeben siild), Schlösser^ Klöster^, t^ni<^ 
v)eTsitfiten, Schanzen, dia Land'« und Wiisaif ^ Coittaii^«' 
ihcationen, Landes - .und Frovinzgrtnzan bazeic&ae^f^ 
letztere findet man nach ihten neuesten Veränd^rul^l^ 
aingett^eto/ Übr^tii^ dax' CVrl« ist UfiUid ünt |d£o^' 

N.A. Q. £4 IL Bds.s^^Su <l 



fflf Charten - Recensionen. 

»od 'die SoHxilt tehr deutlich» to daff tie mit sa dem 
vorsüglicksten det Ga^arischen HandatlaMet gelidrt« 



^■^ 



10* 

Charta des Preufsischen StnatSf nach sei- 
ner neuesten Begränzung und Kintheilung in 
ißlitär^ Abtheüungen f Provinzen und Regie^ 
rungsbezirie im Jahre iS^S' Gezeichnet von 

- /• 4f . F. ScMmidt. Berlin f ff ei Simon Schrapp^ 

' et Comp. ' 

Dieses ist dieselbe CKaite, die ui^sre Leser. Im 49stea 
bände unsr^r A. G. Eph. im Fel^rjiar -Stücke bereits dem 
lYesentiiciien nach , wenn auch unter einem andern Titel 
angezeigt finden , da die Verlagshandlung diese Charte 
auf doppelte Art^ einmal als Charte Yon Teutschland, 
und das andere Mal unter dem oben angeführten Titel 
▼erkauft. Wir werden daher hier nichts weiter anzu- 
führen haben . als die Art . auf welche die Charte dem 
gegenwärtigen Zwecke gemäls^ eingerichtet worden ist. 
^iebei scheint nun nicht allein . der , Hauptzweck gewetfeja 
SU scyn, eine klare Üebersidht des Umfangs und inneren, 
geographischen ^üntheilung des Freursischen Staats zu ge* 
b^n-» sondern auch alle übrigen Teutschen Bundesstaat . 
Um darauf begränzt darzustellen , da diese durchaus ^ut, 
der Charte mit illuminirten pranzen versahen sind, nur' 
mit dem Unterschiede , dals sammtliche Preufsische Pro- 
y^zen eine doppelit, die übrigen Teutschen undaufser* 
teutschen Staaten ^aber nur eine einfache Gränzillumi- 

tation erhalten haben. Wenn dadurch .auf der einen 
eite gewonnen wird, dafs man eine vollkommene Ue«^ 
bersicht von sämmtlichen Gränznachbarn des Preufsi- 
sehen Staates erhält, so verliert hiedurch andererseits 

I ' s * 

die in die Augen fallende Üebersicht der neuesten Ein- 
theijlnng der Praufsischen Monarchie in Militär •Abthei* 



>■ 1 



Charten- Recensionen. •§! 

loa Jim, FroTipred tn^ft ireg!«ningibetlrke, da timant* 
liehe Preulsische Besitzungen niur eine Färbt (blau^^tr* 
liallen haben, und die Gränten der ProTinxmi und B«» 
gierung sbeiirke daher niehf genugsam herYO^springcn« 
Dem ist zwar in etwas durch «rklürtnde Buchstaben, groia« 
und kleine Zahlen abgeholfen , - doch artettt diaCi mnm 
mwechmär^ige Illumination nicht f ans. 

Hinsichtlich der Richtigkeit der Begrlnsnag lilbt 
aiek freilich jetit noch kein decisi^es Urtheil tprechea^ 
da» obgleich dia Fastoetxnng der inaem Eiatheilung dar 
Prenlsifcheo Monarchie bereits seit einigen Jahren al« 
larMehitäf Orts aiugasprooiien worden , diese dennodi 
in diesem Angen^licke noch nicht rollendet ist, and eift« 
leZne Regierungsbetirice seitdem schon mehrmaligen Ter* 
ftsdernngen nnterworfie» wordmi sind, anch man salbet 
Btit der Kreiseintheilnng MUtrer Proi(inten. nooh aieht ttt 
Stande gekommen, wahrend ein Theil der neuerm ichon 
seit Jahr und Tag völlig orgaiiuirt ist. Dessenoiigeach« 
tet bemerken wir hier nur einige Abweichungen tob ba* 
rVits festen BekimmttngeA , die einer leichten ▼•rbelsa* 
rang ffihig sind. . So gehört pach. einer t^uem Bettln»« 
mung der CV^us^urgsr Kreis in Schlesien tum Regi*» 
ranasbe^irk von Breslau , auf dfeser Charte ist er nocfa^ 
der^ltern Bestimmung zufolge , zum Regierungsbezirk roa 
Oppeln g^töget): Die von der Neumark an Pommern 
abgetretieiie Stadt NBremb^rg mit einem Theile des Arens*. 
waldeschen Uxeiiti M * zum Regierungsbezirk tou Stettin 
geschlagen, 'auf der Charte ist er aber zum Regierungs« 
bezirk ron Cbslin gezogen. Die auf der Charte tum Re* 
giernngsbezirk von Magdeburg gezogene Stadt Plane' ge* 
Kört zum Regierungsbezitk Von Pet#dtfm^ Die neuesten 
Preiiüsischett Cesiloneh in der Prorinz Niederrhein, 'an 
Sachs ?ti -Coburg, Hessen - Homhiyrg uud Oldenburg finden 
siclir in spätem Abdrücken angegeben. Dagegen findet 
man den, in der oberwähnten Recension bereits gerügten, 
Fehles, in dar ^egriUizung des Königreichs Hant)rar in dar 
Gegend von G^ar auch hier noch vor, einige ander« 
dagegen sind abgeündert. Druck, Papier und lllumi« 
Hation sind Voii bekannter Güte, . 



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f^EÄMISCHTE !^ ACH RICHTEN. 



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J>hjtiM uher die Lisel Tristaff, d'jtcunha**) 

(AAt'dVm Attilectie Marine;) 



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Die Insel Trutan «T^fcjinA^i liegt im sudliclieii Atlan^ 
tiscHen Ocean in ^sten Gzad südlicher Breite und iitea 
Grad westlicher Länge, ttnil war im Jahre 1814 nnr toxi 
drei Mensohen bewohnt. Thomaw Cutrity welcher, sieh 
funr längsten darauf befunden , d« h. ungefähr vier Jahre, 
inacht auf 4ie Souveränetät Anspruch und wir4 Gouver« / 
neur betitelt; der zweite , ein Portugiese^ war ungefähr 
ein Jahr doselbfl ; und der dritte^ dessen Namen JoAn/en 
ist^ ; und ein T<>itschcr «eyn soll. Sie schein^ ganz lu* 
frieden und glücklich in ihrer Lage, so traurig und un« 



'•> ^ 'Biete in«el itt ibtereftaiit gdworften, weil ihfre Lagf| 
i^goo Bnglitclie MeÜ»ft ^On Sit. H^lmta^ ■ ei» Gegen itead der 
Fnrcht far diejenigen igf worden ist, welche dajror zit* 
tern , daft ßüonapartg au ihr entfliehen und neue Revo- 
latienen in Snropa h^rvorhringen niöchie. 



\ 



P^rmiwtktM Nac^kwi€hten. $%% 

iM^piMB i(« nnw Mich varkömm^a maf . * tkve KiUm iHi4 
f(Aii« TOB Slrob fefcattt «ad mitdttrHkttt'VoaSee-Bkplfiitttea 
ubenogcn, die da« Eijidniif«ii dM Ref«iM Madern« * 



D«r Bod«a di«0«r Iaf«& ut ▼•& vortttflicker Eig»«« 
fclMift iiad Cill|i|f GMlohte aller Art in Meagf iN T vaai 
mvthridgen, . ]^ Qöureraear Curri0 mUi )«ta fiidl^liii 
Kohl und rothe Rfiben ia Utkerhale; and eüafei ftteohe 
rüben, SaUt aad Mangold, von denen er den Saamea 
$wgflfiü§ eaaHne)!. Sv h«l anek liae eieaiUclMi-HHrde 
$cbereiae yoa fclaiaev lUMe» weleke er arsM eiaieaf tta4 
«i^ter ael«e JSotHaitrtif keit luaohie.i Die AactiftitAi dee 
Gourerneart Curri*^ obfleiek tiie sick taf den TH^ im 
•rateai Besiiaet frfiadet, «nuntokt tick blofs auf ieiat 
^hweja.^, da, weder der. Teoüdhe, aoak der Ptortugieae 
#ei«e. Okerkentchall aaerkeanoa. Paf voUkoauKeasü 
Sy$tefa- fter Qeichkest 'herrtckl vater dieten dreien; alr 
l^ia e# ist an bdR&rokUa , daCt der Ekrgeit eiaee Tagf 
•inen kfftigeii Kampf am die oberste Gewalt kerbeifftkr 
Ten a^ird» wtldier yaeUeicht Mn aeuet Triaairixa^ de4l 
det Ce«f eri Pn^mp^Jm* liad Crmstm ähalick, erseagea wink 

Es f iebt #ine uniäliljge Menge Vögel anf dieser )% 
sei 9 ▼oTztiglick you ^^rei Arten; die grefsereron der G^r 
ftalt ein^s AotUkehlcheiis , die andere nickt ^ö£9tr » all 
der gelbe .Vogel, be;ide voa einer bräunlich tQhmutuge|^ 
Far^e. Ala^ wir zuerst an die Küste kamen, war€;(& ^ie 
fO xahm^. daXs,wir sie mit unser;i Hüten nieder»chlagaft 
konnten; allein ftie wurden nachher «ckeiier} da wif üif 
die Kranken, eine grojse Mei^e t^tMen« Wir erjegjtfw 
auch , mehrere ^aelöwen, an , welchen, die Uj^r sehr reic^ 
und «leren 2&^agelt, Herxen und floMpdMxn.^i^ sekr.gi^ 
Spejae sind. £f giebt auch z^ gewissen ^ei^^ def Jahn^ 
und vQirzi|glich aaf /ier Süd^ite* der ^i^l^ eine Meng^ 
Seehunde uiid Pinguinen. t ^.,. 

Trfj-<an d^Acunha seheint ungefähr fünfzehn Meilen 
im Umfang zu haben; das X^and liegt sehr hoch und 
kann, bei hellem Wette^ wohl zwanzig bis dreifsig See- 
meilen weit geseheu werden. Em Theil der Insel im 
Morden steigt senkrecht aus der See empor, anschei« 



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JTsrmi^chte Nuchrichtmt. 



WBL 4fr HSbe von teusend. FhX« \ dftim .be^imt eine 
Ebeniy die, vat man eioe TaSelfiäche aeciiily bildet^ und. 
«icb bM «ur. Mitte dar. Ia«el erttrackt, wx> ein k^eK 
Ibrmsger Berg von 4,000^ Fufs Hohe emporsteigt. Die 
8|^lie daeaelbett in fatt foitwlibrend in Wolken gehüllt, 
«nd «ttr, wehn das Wetter sehr klar und die Sonne sehr 
liaUf sebian, Konnten lyir den Gipfel tebeni der mit 
ifirifam Sebnee bedeckt iat. • • \ 

Dia- Kiite' Ton- TrUtan d^Amriha ist teldr hoch' und . 
iebalM ohne Oefaly, ausgenommen die i^riestHche St>{t«« 
4er Insel y wo eine Braädangi von zwei Kabaltan Bing^ 
^on der K0ete, alch befindet. Das $oliiff war, wKhrenA 
•i vor Anker lag , überschattet von denr Theil der Insel^ 
woi^fit walcbem ea sich befand, und der, gleich einer 
aboo^Mwaehsenen Wand , sich ' aift der Ttefe des Me'ert 
«diebt An 'andern Stellen war das Ufer mit einer 8ea^ 
pfianso bewachsen, die unsre. Matrosen Cttpe Ann vk^o* 
rings nannten. Der Landongsplatt iat für die klehnieft ' 
Ute ▼ollkommen sicher, ausgenommen bei sehr stürmt^ 
•ebem Wetter. Bin Wasserstrom, walcher seinen' Ur^ 
aprung in den Bergen hat, ergieXst sich am Gestade 
dm-cb einen - Wasserfall . von etwa viertig PuCt Höhe, 
'welcher auf der See in der Entfernung von 8 — lo See- 
meilen gesehen wird, und sein Wasser, so weifs ^ie de( 
fchnee, vom Gipfel des Berges ^den Felsen herunter 
stürzt. Das Wasser ist sehr schön und rein und die*^ Fäs^ 
aer können, ohne dals es nöthig ist, sie aus dem Boot 
' tn schaffen , mittelst' eines Schlauchs von ungefähr hnn«- 
dert Fufs Länge gefüllt werden. Der Ankerplatz ist an 
der nordöstlichen Snte der Insel; Schüfe,^ die wegen 
'Rolt und Wasser einlaufen wollen, thun wohl, Südwest* 
Üeb vom Wasserplatz' und in der Entfernung einer IVleile 
beizulegen, wo^ sie siebenzig Faden Wass0r und einen 
«andigen Grund finden* 



1 



Vefmisthte Naehrickteiv A35 

Beschreibung der Seychelle- und jidmirälitäts^ 

Jhseln, 

An« dem Aiiatic 7oitrtial Mo. i. 



Die Sefehett^" liU0ln sind im A11gem«iiieo noeh $9kx 
'unbekannt y und da du Interefse und d&e Wichtigkeit^ 
welche sie für England haben, sich durch den Friedent« 
•chlufs von- 1814 noch un\ ein Bedeuteodea Termehrtha^ 
so dürfte wohl eine genaue Beschreibung jener Eilande, 
wie sie uns vermittelst eincTi im Jahr x8il durch duiefk 
einsichtsvollen Officier der königlichen Flotte unternom* 
menen, Besichtigung geworden ^ nicht überfliitfsig «esrn. 

Jene Inselgruppe leitet ihren Namen von einem HeR& 
Morgan von StfchtlU ab , der Chef der FranadsisoheK 
Ostindien -Compagnie war. Es sind etwa ein Dntsen4» 
kleine Eilande , und nicht viel mehr kleine Inselohen nall. 
Felsen, auf einer weiten Sand- und Gorallenbank Ter«* 
streut. Sie dehnen sich nach Südost und Nordwest auC 
volle ^0 Meilen aus. Ihre Breite ist verschieden, je» 
doch am stärksten nach Nordwest hin, wo sie ungefähr 
30 Meilen beträgt. Von da aus nimmt sie stufenweis« 
nach Südost wieder ab, und umfalst hier nicht mehr« 
als einige Meileh. Ueberall giebt es hier Untiefen und 
Ankerplätze, lieber die erstem läfst sich im Allgemein» 
neu so vi^l behaupten, daXssie «wischen 12 und 40 Fa- 
den tief sind, ausgenommen an der östlichen Spitte, i^ 
Vergleichung der Mitte von Mahk^ wo sie nur 7| Faden 
halten, und an der westlichen i^tHn'U in der Breite von 
Silbouet, wo die Tiefe nt^r 3| Faden beträgt. Einen |;e- 
ringeren Grad hat man nicht gefunden. Nur bei weni*. 
gen derselben ist Gefahr unvermeidbar, bei den n^e^te«. 
tritt sie ^ warnend vor^s Auge. 

V 

Der Haven von Mahh ist sehr gnt^ und weder See^ 
noch Wiad kamt dtm)ei»igeB j di^ üw «nrticht hat, sah** 



( ' 



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%|i Vermischte Nachrichten. 

den. Das Innere ist aber eng, und der Schiffer mnf«, 

' wenn er aidit einen, günstigen Wind hat, bugsiren, 

*■ - . » , ' . ' . 

> Nnr drei dieser Eilande sind bewohnt , Mahk, Fraslin 
tmd La Digue, ' Mähk^ so genannt von Herrn Mahk de la 
Bourdonnois hat den Weitesten Umfang, ist meistens be- 
Tölkert und am befsten von den übrigen Inseln cultivirt. 
Sie erstreckt sich l6 oder 17 Meilen in die Länge, und im 
^ Allgemeinen ungefähr 4 in die Breite; Sie hat zwei gut« 

HKven, den von Make an der Nordost -Seite des Eilandes, 
Wo sich das eintige Dorf, das zugleich die Breeidens d«*» 
. Commandanten ist, befindet. Der «weite Haven liegt nacH 
Südwest zu; beide gewähren völlige Sicherheit. Die B««^ 
fÖlkerung der Insel beläuft sich auf 2,648 Seelen. 

Prmsifn (von dem Minister, gleiches Namens 9 so ge» 
sannt) kommt Af^lie an Umfang Und Bevölkerung amnäch- 
ilsji* Anob dieses Eiland hat einen trefliehen, an der Nord> 
^ svite gelegenen Haven, der von der Insel Curieu.ce ge>*. 
* mh^tt wird« Die Bevölkerung isiniobt so grols, wie auf 
Mehkj und iibersleigt nicht die Zahl von 261 Personen« 
£a Oigu» (von einem Sohiffe^ gleiches Namens, so ge- 
xMUHit) zählt nur 7t Einwohner* 

% • 

Die genannten drei J^ilande sind' hoch und felsig, imd 

im Allgemeinen , arm, dürr und unfruchtbar, ausgenom-» 

j^en, wo etwa ein en^es Thal den Boden vojr dem Regen 

' a^ützt^ der in der nassen Jahreszeit von dem steilen 

B^rf^hange herabströmt* 

T7ur etwa 6 verdeckte l^'ahtrzeugt» gelioreh den Bewoh*' 
nem dieser Inseln, von denen die gröfsten etwa So, die- 
kleinsten ungefähr 20 'tonnen fassen Mit ihrer Hülfe 
«etzen sie, die Erzeugnisse des -Landes an die Bewohner 
von Itle de France und Bonrbon ab, und treiben nach 
Mndaga^ear^ der Küste Moiat^hiifutg jff mitunter bis nacU' 
Indien Handel . / 



\ 



Um einen Begriff von der gegenwärtigen Bevölkerung^ 
^MHi'dam Anbau jeiier Iniein zu geben, lastfea wir eine» 
f II* das.tacganfMia. lahr |^t^«da » ÜeWsicbl %9^M/^ - 



t t 



\ 



Vermiscktt NaehrichtMn^ 9^. 

MXnBer 97, WeSber 59,' Knaben 107 1 BfKdohc« 
f7, xuiammtu • • . >» « $|0 

Inländer: ^ 

Manner t8, Weiher 59, Knaben 54, Mädcben 
ya , zusammen « ' . • 14t ', 

Selaw^n: \ 

Männei; g^3ä, W«iber ^z^^S, iiHammeiv: ^ * ^*^^ , 

>lnJ«„: ***'' 

Nabrungs- Aecker 04;^^ dersgleichen für Baumwollen-' 

Stauden 2720, defsgleicben fär Zuckerrolir 220; zusanir^ 

men 5,372. Caffee 4,000, Gewürznelken 3,000; zusaq^«^ 

man 7,000. " 

Vi g k .' 

Hornvieh 300, Scbaafe 200, Zielen 150, Scb weine 800,' 

tufammen 1450. Aufserdem Truthähne, Gänte, Enten, 

Pedervieh , Tauben , ' Pflanzen und Früchte in grofsem^ 

Üeberfhif«. 

Die Preise sind bedeutend bocbu Vier |iühner kostiai^ 
einen Spanischen Thaler, zwei £«ten eben, so viel, acht^ 
Truthähne zwölf Thaler , ein Schaaf vier bis »echs Tha-* 
l?r« Von gutem Kindfleisch wurden zehn Pfund 'iüi ei- 
nen Spanisohen Thaler verkauft. .. v> 

Von den Erzengnüsen des Laüdes eignet sich' kein^ 
Artikel zur Ausfuhr, als die Baumwolle, und selbst' d^ese"^ 
nur in geringer Quantität. £s giebt beinahe keitxe l'iäche'^ 
auf diesen Inseln ; überall siehfc man Berge , Felsen und 
Bäume, ubd die KegenstrÖn^e spülen die Fruchtferde^ 

ron den' Bergen herab. - ' if * 

,.•' i. .• -. .'. ••.«'* 

Die jährliche Production an Bananv^lle. -.belauft. iMl» 
gegenwärtig auf Make und PraHin iron 350 bis 400 Bal- 
len , vo»^ denen einer etwa 300 Pfund wi^t. iUe^if als 
20 pi^. Oen^ dtüber vermd^ü die Bilande rtk^ tu ift^f 
zeugen,- 80 w*uig, »1* irgeM^eiti anderes 'p¥6dtic4 , -ißrf' 
Hnndekzweig betrachtet. Die EinwoHirer baben' &iij()^ 
imf^ €rffffee z%i pflan^eh, <und sind däÜifi¥oh^ für tbfi^n^ 
Bedarf auf zwölf oder achtzehn Monate gesichert. '^llMratti^- 



fljg \ Ve rmitchte KachrichtefL 

müssen sie sich aber aucH besdirSuken , da er Ausfuhr- 
artikel nie werden hann. Gewürznelken und Zimmt ge«^ 
deihfen hier vorzüglich gut^ und könnten, wenn der Bo^ 
den für ihr Wachsthum ergiebiger wäre, keinen geringen 
<jewinn bringen* Jßs giebt hier keine Küchengewächse, 
alf . etwa die sülscn Pataten von Mamtck oder schlechte 
Türkische Behnen. Der Gnind hievon liegt einzig in der ' 
Kachlässigkeit der Einwohner, und in ihrem geringen. 
Tetkehr mit sindern Natioi[ien , wodurch ihnen maneher 
G^nu£i und Vortheil entgeht« . i 

Früchte sind weder ini tJeberflufs, noch von vor- 
süfflichisr ' Güte vorhanden. Die vorzüglichsten Arten 
sind: Ananass,e, Fisangs (Paradiefsf eigen) und Mangos, 
Weintrauben und Melonen giebt*s nur wenige, woran eben"* 
f^U? ^ie.^l'^sigk.eit der Einwohner Schuld ist* . 

Man £in(}et i^eqhl^ gute Waldungen und Holz, das füx 
Möbeln, so wie zum Beschlagen der Schiffe u. s, w. woUI 
nutzbar ist. Der Preis dieser Dinge wird aber durch den 
beschwerliichen Transport zwischen den Felsen naph der 
Leeseite hin, bedeutend gesteigert. 

Schildkröten giebt's in Menge, gewöhnlich von einenk 
Gewicht von 5—6 Centnern. Sie kosten 5 Thaler, doch 
^iJo^^B QUcK .kleinere zu 3 Thalern, die man aber nicht 
achtet. Wo sie in Menge beisammen sind,^ lassen^sie 
«ich mit einiger Aufmerksamkeit leicht f fingen. . 

, ]}ie Einvffohne^r sc^en; sie hätten auch schmackhafte 
Xiandschildkröten im Ueberflufs gehabt, die aber alle ver-. 
aehrt wären, so dafs man nur dann und wann zwei oder 
dnei' aiuf einmal. fände. 






;:: An Austern ist hier Ueberflufs, die von den Ein« 
nr^nein' als eine sehr \gesunde Speise geripimt wer- 
ten. ^ Sii9 sin4 indefs zu kkin , wn sicl\ die Mühe zu 
nehiptn,» ,\^\.xa (^$190^, Ebenso giebt's auch S^. 
i^etkir filier ip, grofler Zahl, 4oQh nicht v^cw besang 



vermischte Nachrichten* 939 

Von ScIlildkTötenschaalen werden gewöHtiJicii nur ei-. 
siige Pfunde gesanuAelty was nicl^t hifucichty sie als 
Handelsartikel %\i hjetracbten.. 

Seit vierzig Jahren sind die Inseln bewohnt, und die 
ältesten Einwohner sagen: s!e wüfsten sich nicht zu er- ' 

iniiern, dafs hier ein Wind geweht habe. Sie wählen da- 
her für die Anssendung ihrer FahiTzouge steta die Jahres- 
zeit, wo sfe nicht disn verwüstenden Orcanen bei Mt 
de h'ranct und Bourhön ausgesetzt sind. 

Wunden durch Hieb, oder Schuf a heilen aie unge-. 
tvöhnlich schn^el), und da^ Klii^ä.» das. wegen der Nähe, 
des Aequators sehr iveiff ist,^ kann dessenungeachtet i^at. 
selir gesund gelten. 

Die Einwohner haben sehr wenig Bedürfnisse und sind 
im Allgemeinen sehr arm., Sie besitzen kein Geld, und 
ihr kleiner Handel erstreckt sich allein auf Baumwolle. 

Si^ tragen aber um den Verkauf wenig Sorge ^ tu^d 
es giebt nur zwei odei; drei unter ilmen , welche im. 
Stande sind^ sich einen kleinen Vorrath von Baumwolle^ 
zn sammeln. Diese sind auch die einzigen, welche ein 
gewisses Eigenthum. besitzen. IVJan wird sich vielleicht 
wundern, dafs es dessenungeachtet hier vielleieht kaunv 
fünf Menschen giebt , welche den Gedanken , ihr Vater- 
land zu verlassciü, hegten. Der Hauptgnuftd, eich auf die- 
sen Inseln niedwxolassen , aageii sie, sey Sehnltucht nacK - 
einem von des Welt entfernten, niedrigen Loose gewesen. 
£inige unter ihnen w&ren so unglücklich, gewesen, ihr Ei- 
genthum zu. verlieren ». und hätten sich darüber mit der 
Welt entzweit. Nachdem sie hier einige 2^it sich att£n 
gehalten, hätte sich ihre Au&nerkstfmkeit auf das üppige» 
Gedeihen der Baumwollenstaude gerichtet, deren Anbau 
sofort ihre Hau]^tl)e,SQbMftigung gewesen, wäre. Wir klick 
halten sich jetzt einige unter den Bewohnern 150 bis 2QO 
Sclaven zu diesem Behule , und sehen einem baldigen,, ^ 

glückUchen Wechsel ihrer bisherigen Lage entgegen. Da» 
• dortige Hlvna macht keineo. besondern Kleiderauf wand 
nöthig: ihre gewöhnliche Tracht besteht in einem weir 



\ 



'i40 - \yermi$cht& Nachrichten.y 

~f / . .. 

Isen oder blauen ^euche (Pcndich^rry), Die.Scla7«n be- 
dienen sich tiur eine» schmalen Stückes von dem- ]e;tt- 
lern y und n^an sollte dctiken, daiCs sie mit einer EUe^ 
jährlich genug hätte». Man legt übrigens keinen Werth^ 
auf den Anzug; diQ Geachtetsten unter dem Volke gehea 
ohne! Schuhe, oder auf Sohlen einher. . die sie verrait- 
telst. ^ietoen an d^u Füfsen befestigen. An dieser Xan« 
dessitte halten sie fest, uu^ekür^mert um das UrtheÜ 
der Welt, 

Dessenungeachtet führen sie im Allgemeinen kein 
kärgliches Leben , sind gastfreundlich, und haben nicht 
selten Uebe^flufs hei ihren Mahlxeiten , der aber nur itt 
dem flitrage ihrer Pflanzungen besteht. -^ 

.-Dafs, diese Inseln für Frankreich , während der Zeit 
des Besitzes von Jjle de France und Bourtan, von der 
grÖ£sten Wichtigkeit ware^, wird wohl nicht leicht be* 
zweifelt werden können, wenn man erwägt, dafs sie 
nicht nur als Erleichteruitgsmittel zur Störung des 
£aglischen Handels nach Osten dienten, sondern auch 
durch ihre Lage eipe hestä'n4ige Conin^unication zwischen 
JsU de France xind Bourhon und dem ^Persischen Hofe 
u unterhielten*, welcher letztere vielleicht mit Frankreichs 
Absichten vertraut, sich gegen die Britische Macht er- < 
he^en konnte. 

Daff 9^ber durch den Vermehr odelf Besitz der Sef* 
chelU • Inseln für die Qolonie auf JsU de France oder für 
Ot^fsbritannieni im Allgemeinen ein wirklicher Vortheil 
•rv^achsen sollte., auXser dem: den gegenseitigen Feind 
von sich abzuhalten , läfst sich wohl nicht mit Gewiis- ^ 
heit voraussehen. 

die yfdmiralitäts ^ Inseln, 

Zum S^Hltnfto wollen wir im^er Augenmerk noch 
auf die Admiratttäu^ Inseln richteii, welche in einer ge- 
ringen Entfernung südwestlich ^on den $€rchelU'Initln 
liegmi. 



V 



f ermischte Nachrichten^ 



d4£ 



* Dies« Gmppe ift sowohl in Hinsicht ihrer iLagey als 
des Raums «wischen den einzelnen Inseln so schlecht auf 
Alten Charten gpftvicbnet, ckfs in der Nähe dieser £&; 
lande wohl kein Schiff mit Sicherheit vorübersegqln 
könnte. Wenn aber ein Paar Schooner ( zweimastige 
6cliiffe). auf Befehl der Regierung diese Inseln selbst iu 
Augenschein nähmen, so würde sich bald ihre eigentliche 
Lage genau bestimmen lassen, uud aufserdem der daraus 
fliefsende Gewinn die Kosten der Unternehmung reich« 
lieh Tergüteu. 

Der dortige Viehbestand beläuft sich etwa auf 900 
Stück Rin4cr und 100 Schaafe. Die Einwohner können 
für Mangel leidende Schiffe etwa 30 Ochsen und 6d 
SchaaTe aufheben, doch dürften, was die letztem be- 
trifft, wohl eiuige Jahre nöthig seyn, ihr^u Abgang 2ti 
ersetzen. Von Federvieh giebt es hier ungefähr hundert 
Dutzend Enten, Hühner und Truthähne, und von klei- 
nem Vögeln Tauben und Papageien« Von Thieren ande« 
re^ ^rt sind die Ratten zu^ beinerken, von denen man 
eine sehr grofse Zali^ auf diesen Inseln findet» — 

Waizen wächst hier nicht; man baut dafür Indiani- 
sches Korn, Csssava* Wurzeln und io v»el Reifs, alt nd» 
thig ist, sich selbst nud die Sclaven vor Mangel zu schÜz- 
fen. Doch würden 10 Säcke mit Reifs schwerlich zu ir- 
gend einer Zeit gekauft werden können , obschon die Ein- 
wohner wohl hundert Centner in Körnern an Terschiede- 
aen Ufe^n sammeln und für mangelleidende Schiffe auf- 
bewahren köunten. 



Fische finden sich in groljier ManniehfaUigkeit und 
Güte auf diesen Inseln. Salz haben sie kärglich und nur 
hinreichend für den eigenen Bedarf der Bewohner. 



I 



•^ ' 



242 Vermischte Nwc hrichten, 

i. ^ ■ , 

Nachrieht und Ankündigung von^Tsou^soir^s 
Alcedö, oder dem grojsen geogräphisch-histO'* 
riidien Lezicon von America und Westiudien^ 
nebst Atlas von 19 Vhartenf* welches in 5 
Quartbänden zu London .erscheinen wird. 



In der Mitte dieses Sommers' erschien zu Londo^ 

folgende Teutsche Ankündigung voii *t'hotnpson's Alcedo, 

^inera neuen, höchst wichtigen geographisch -historischett 

W.erke über Ameriöa und Westindien , in 5 Quartbänden, 

jiebst einem yortrcfliche^ Atlas von 19 Charten, Di diese 

Ankündigung besonders für Teutschland bestimmt, und' das 

\Verk an sich auch sehr interessant ist, so hielt ich es 

für m?in« f'flicht gegen die Leser der N. A«^. £., sie 

ahnen hier mitzutheilen. 

D.Hl 



^he ^eogrmphical €tnd historical JOictibnary of 
America ^nd the West Jbidiesy {commonly cal^ s 
ied Thompsöns^s Azcedo^ ns) 'containing 'an 
Mntire Translation of the Spanish work ofi 
tolonel Don Antonio "de Alcedo^ oaptain of 
the royäl Spanish Guards and member of the 
Toyal Atademy of iUstory: with large Addi- 
' tiöns and Vompilations frem modern Voyages 
and Travels nnd from authehtic Information^ 
jBy O^ A. Thos/lpsoi^^ Esg* 

" s 

s 
t)ie Urschrift des besagten Werlses wurde zu Madrid 

von dem Obri^ten Don Antonio dt Mcodo^ einem Ein* 



WermUchte Nachrichten, 20 

gekomen 4et dpanischen Aaevio«, «uf tahlr^iche $iib-. 
scription der aogcs«li«iuten Münnev in dein StAat« im 
Jahre 17^7 ia füni Uesnen Quartiiänd^n heraufgcg««' 
|»an.. Di* VorzügM^ äfS44lb0n waren, dis tintige Ur^ 
saeTiSf warum €t vir dämmt wurde, Al^tdo hatte nSoi« 
lieh die letzten zwanzig /ahre teinei Lehens an diftM 
mühsame Werk verwendet. Man fand« 4a£s es sehr 
wahre und genaue Nachrichten enthij^l^f dief^ ward«» 
TOA der Spanischen Regierung mjt ^o scheelen Augen ' att*. 
gesehen, daXs dieselbe gerade deXswnogtii pain Werk so«, 
gleich unterdrückte« Nur einige wenige- Exemplare entf 
giengen den Nachsuchungen. Durch rielfältige Nacbr 
frage hat nsan ^gefunden,, dafs nur aehr wenig« dersci- 
hen in GroiCs-Britannien vorhandefl sind; wahrscheia-' ' 
^h niisht mehr jus Cunf . oder sechs ; und alle, seit kur- 
zem so häufig angewandten Bemühui^en', um Yoni fe-, 
tten Lande einige Exemplare zu bekommen, waren alle- 
«eit Tergehl^^h, ^ aivch sogar die Versuche d«rch. a/fieUlia 
Nachfragt^ und zu un^s/cArnnkis» Konen» 

Freilich enthalten Alctdo^t, Binde eiite Menge. weit 
'yollständigerer uud genauerer Nachrichten ^^ als die Wer- 
ke irgend eines andern Schriftstellers, und geben ein» 
▼ollst&ndige Ueb ersieht von dem Zustande der Spani- 
schen Colonien zu der ,Zeit. da er sie .beschrieb: dock 
haben sich, seit der .Herausgabe seines W^^s vieler 
xpesk würdige Begebenheiten ereignet,, wdlphe in jenen 
Colonien solche Revolutionen hervorbrachten, dafs. die 
durchgedachten uud niühsamen Forschungen ^ verschiede- 
ner neueren Schriftsteller hinlünglichf Beschäftigung 
fanden; unter diesen sind Humboldt^ Molina und Djfpone 
die angesehensten; und das Hauptsächlichst^ der, durck 
diese Und Andere gesammelten' Nachriclkten^ . ist .mit be- 
•ondereni Fleifse dem hiemit angekündigten Werke, ein«* 
X verleibt worden. A)>er die Ifülfsquelleh-, welche Äleedm 
besala, in Betreff der Britischen Colonien (der jetzigen* 
vereinjigten Staaten Von America), waren weit geringer, 
alt diejenigen, welche «ein Vaterland betr^fen^ daher war 
eMv^^ Arbeit in diesem Stücke unvollständig : dazu kommt , 
n«ch,' dafs die, durch die lErrich^ung einw aetien.&e-^ 



gibntag^ W^i ^wnih einen lieis|»i^Iloseii ZdwaiiJi« äÄ- lie« 
veik^raa;, Wehiftancl und Hftadlfmg:, in )«iillm -gvolseii 
IiAiidttmlls Iterrorfebreclitc^ta Vc^ftndenuigeit iclwli- ait 
-Qnd für sxek vCflbst tien «pSteren GeaeliicliCeclxtetteni' «f«^ 
• T/iiiUBL i^glilialtigen 6toff «ur Utttersuchtiiig datrei^liteii. — « 
Meii bat daher alle Mühe augewaadt, um auch di^teii 
l^ü dev Werkes TolUrtMndtg lu machen, dadurch, dafif 
Alui adwbhl ^aajeHiga darhi aufgenommen hat, was itf 
dem südhsamen Werke des Morse enthalten ht , als aotÜf 
^irfli sonst nocH in allen den vtrsehiedenen ntwurmi Rtit^'^. 
kiitkreibungeny Von denen -es teil twmzig iahren 'SO'Wim^ 
Hielt y verstreuet anjgetröffea wird^; Imgleichen ^p^aa mas 
«tfs andern auihtritischtn Sihriff^n und OngtnaZifaeu-- 
mtHttUy die vtre Inigteri 'Staaten von Amefhäf utld Mf 
ilooh fihrigen BHnisvhtn Besinuhgtn in deni W^Mtaüt 
angehend y sannneln konnte*. 

- I^ Betreff dto fFestinditchm Inseln , obgleieli ditf 
Beschreibung ihifer Bntdt^ckung, früheren Söschiohl» nH^J- 
Froducte, nirgends genauer gegeben worden ist, als AU 
ceäo gietban hä'U so mufs es doch etnem Buche, wie die* 
res, zu nicht geringer Empfehlung gereichen*, dafs döt 
Üebersetser, aufserdem dafs er diese l^uncte mit Welenr 
Auslagen aui den genaitesten und am beCrten linterrich- 
ti^ten Schrifutellern aber difese Oegei^itände bereichert, 
fiat, noch binxugefQget bat cfine ffetaillirte Dmrst^lun^ 
des Handels dieser Cölonien , ron den frühesten Zelten* 
Ifis auf die gegenwärtige, dfv Art imd den HPariÄ ihrer 
fiitigin ProducU^ und eixM rMsi^Mige hisi^rUdke Aus» 
€>hiandersetzniig aller in ihnen rorgefisllenen BegebmtkeU^ 
thtf neb%t rei^cbiedenen ganz einzigen statistiichett anif 
^ MandelS'Talftllmetc, slvlm QueltiHI/O'k unhitweifshom An^^ 
sehen i\an ifaügeäieSlt. > 

^ Dbch die Geduld das Lesars würde ermüden, fftäv dai^ 
l^arkleilsen Bekbreümbj^ aher Htilfsi^ellei?, Atks <Amei^ 
AdstÜge gemacht worden , oder die angeführt wotdt^rf 
sind; — man findet sie in der Vorteil erwl^hut. Es sey 
j^ocb' erlaubt, ztc bemerken;, dal^ die Werke selbst, auf' 
4^mm' 4Unr* WOh^Sueh' ;^^samm<ngatya[g^^^ ist, fpcfOnsä^ 



Vermischte Nachricht eyi, a^j 

t^eilf felir kostbar sind^ upd daXs zx^an sie zuMinmeii 
r%iola\ Jiir yitl§^ Hundert Pf und Sterling kaufen kann; ja^ 
txia^ .würde dieser Herausgabe die schuldige Gerechtig- 
keit vorentiialtea , wenn tnan überhaupt antuführea oi^ 
terlieffe, dafs der Uebersetier bei seiner mühsamen Ar- 
beit die grölsten Vortheile genofs ^ welche- gescheidtf 
Freunde und die achtun gswutdigsten Gönner gewähxeii 
^Lonnten, und dafr er den Zutritt zu einer ko/töariin £&• 
hlivtheh hatte , welche zu dem eigentlichen £i^dzweckt 
gesammelt worden ist, Um alle inuressantesun Schrifun 
über America zusammen zu bringen^, deren etliche, noch 
nie. in £nglis^cher Spracht gedruckte^ tr torziiglich ba^^ 

batzt hat. 

.■*■■' « 



Atlas to Thompson^ s AlceAo; or Dictionary of AviU^ 

rica and West-Indies^ Jfy AKKotrsmits. " 

Weil die* meisten Subscribenten zu dem iF'dnerhuchi 
tcn America und - $$^e^tindien verlangt haben , damit das 
^erk zu der höchsten Vollkommetiheit^ deren es fähig 
ist) gebracht- werde, dal^ Landcharten besorgt werdett 
möchten , deren Maafsstab hinlänglich grofs sey ^ Um alle 
in's Genaue gehenden Beschreibungen der Lage der, in 
dem Werke erwähnten , Oerter zu verzeichnen ; »o hat 
der Verfasset üunmehr das Vergnügen, seinen Wenn den 
tind dem Publicum zu der Verfertigung eines Atlasses von! 
Herrn. Arrchisiniih Glück iu wünschen 4 Welcher viel* ' 
leicht einer der hi^fsten ist, sO die Hl^nde dieses £rd- 
heschrdhers (dessen au«geaeiohnete Terdienst^ in diesetU 
iPache hinlänglich bekannt« sind) jemals her volrg ehr acht 
haben. Es bestehet solcher aus Landtihatten , nath al* 
ien den besten Hülfsquellcn verfertiget, welche s6it 30 
Jahren erschieneU sind; diese sind nachgesehen und bis 
auf unsere Zeiten berichtiget und verbessert worden, und ^ 
zwai^ nacli authentischen, uhd grÖfsteUtheils für Aiidere 
untugängtichen Unterrichts - Quellen) einige derselben ins- 
besondere aus Urkunden, zu denen bisher in Madrid utid 
^Lissaion aller iLutritt ifersptrret war* 

N, A. O, A tL Bds. d. St, R 



1146 



Vermischte Nachrichten. 



. V 



' Mit diesen Landcharten , welclie mehrentheiis nacH 
dem grBfsten Maafse sind, nach welchem jenials Land* 
Charten jener Halbkugel herausgegeben wurden , hat malt 
das ganze Wörterbuch sorgfältig verglichen; zugleich ist 
die Lage unzähliger neuer Oerter bestimmt, und nach 
tlem Alctdo in diese Charten eingerückt worden, so wie 
dfa< Hauptwerk bbgenwcise die Presse verliefs — Jeder- 
mann , der ausführlichen und gedrängten Unterricht über 
Alles, wai jenen interessanten, obgleich verhäluiirsmälsig 
wtiäg bekannten^ unter der Benennung der neuen Weit 
begriffeneu Welttheil betrifft ^ zu haben wünscht ^ wird 
, das Buch , nebst dessen Atlas , gehörig zu schätzen wis- 
ien. — - Es liefse sich vielleicht, ohne der Sache zu viel 
lu thun, behaupten, daXs tlie meisten Werke vher den 
nämlichen Gegenstand, für die Suhterihenitn des Alcedo 
tmd d€SS€n wiehtigen Anhanges^ völlig entbehrlieh 
WMrden. 



NACHWKISEB, 



Nord -America . • 




Vereinigt« Stuten 



4 . 

vn. 



2 

V. 



3 

VI. 



I 
IV, 



Mexico 




yermi$ehte' Tffaehrichteri, 



«♦7 



'■s 



WestindioB . . . . 



Süd - America ... 





I 


■ 


/ 


XII. 


1 




xm. 


• 








2 


I 


XV. 


xrv. 


3 


4 


XVT. 


XVII. 


5 


6 


1 xvxir. 


XiX. 



Die Ar/vbisChen Zifpe]^^ bezeichnen die Anzahl d4t 
Blätter, aus welchen die LandGhartenJ>estehen. Did Hö- 
jbfiscHBN Zippern bezeichnen die Ordnung ^ nach wel» 
eher sie eingebunden werden. Die oawzbk ViBAscxe 
stellen dar die Lage der Bogen, wenn solche zu einer 
g^zen Charte verbunden waren« 

Auf gemachte Vorstellung , dals viele öffentliche Be« 
hörden, Gesellschaften und Privatmänner in Teutschland, 
Belieben tragen möchten, ihre Namen dem Verzeichnisse 
der hochanse'hnlichen Subscribenten in Orpfs - Britannien 
hinzu zu fügen, hat der Herausgeber für dienlich ge- 
funden , den Herrn Boosey zu seinem einzigen Geschäfts- 
führer für den Verkauf des Werkes in Teutschland zu 
ernennen. Audh kann man durch Herrn Buchhändler 
Perthes et Befser in Hamburg, Herrn Göschen in Leipzig 
und das Geographische Institut zu Weimar darauf subscri* 
biren. Preis der 5 Bände Lexicon 10 Guineen — des 
Atlas, gebunden 12 Guineen. , 



R » 



• 



/ 



9^ Verihischte 'Nnchricht^n\ 



\ / 



4' ■-, '■ ' 

Auszug eines Briefs des Oberrichters Jo ulmin 
aus 4cfk Mississippi - Staiat vom 28« Oct^ I8i6. 



Seliv wenig Menschen vpn einigem VermtSgen , die 
fius England nach- Kentucky weiudern , werden sich dort 
gefallen und zufrieden seyn ; sie können keine Diener 
miethen und selbst ackerbauende Arbeiter würden ihnen 
gegenüber eine Stellung einnehmen, die ihnen nidht ge- 
fallen würde. Sie müssen sich allein der Negersclaven 
bedienen, und dies^ würden sie nicht zu behandeln wi»-' 
«en: seP)5^ diese Sclaven würden gegen einen Europäischen 
Hajrru sich d^s Ansehen von' Unabhängigkeit gebei^, wel- 
ches selbst nicht bei gcmietheten Dienern .in England zu 
finden ist. Der Staat Ohio , welcher von Ktntucky durch 
4en Ohioflufs getrennt ist, würde dem Engländer besser 
behagen^ Man hat hier keine Sclaven; die Menschen 
Jialten es hier für keine Schande, für Andere um Lohn 
- XU arh«iten; Pflüger und Schnitter können hier für ein 
% Jahr gemiethct werden, und selbst anstHndige Mädchen 
■um Waschen 9 Kochen | Nähen und Kühe ^u melken; 
doch Hann es sich auch Wohl treffen ^ dafs die Frau vom 
Hause genöthigt ist, diese Verrichtungen selbst zu thun, 
ynd warum auch nicht? Wei^n man in England aus- 
fchlief sende Voft*echte und Befreiungen night liebt, war* 
um 8icl\ beklagen, dafs man diese in Americit nicht 
findet? Da ist z, B. im südlichen Th^lle des Landesi ein 
leichter (4er Yerfawer spielt auf sicl^ selbst an), wel- 
cher die Civil-, Criminal - und A^miralitäts - Gerichts - 
liarkeit üb^r einen Landstrich von ungefähr 33)000 Engli- 
fchen p Meilen hat; und doch si^ttelt er oft selbst sein. 
IPferd,, bringt oft in sejneni $attelsack seine Victualien 
nach Hause u^d breitet oft : wenn er nicht bei Zeiten 
<!^ine Wohnung erreichen kann, seine Decke in den wei- 
ten Wäldern aus und schläft darauf bis Tages Anbruch. 
Er belästigt sich nicht mit einem Diener, weil er un* . 
Iif^tze Ausgaben iind Prunk hafst; und doch ist er bis« 



Vermischte Nachrichten.^ 



H9 



weft«ii geitöthigt, im Angesicht und vor einer lauten Menge 
«u enltcl^eiden, 

• * * ... 

Aus einem Briefe meines Sohnes^ 4(it, Mobile den 

24. Octaber J8*6* 

Der Tlieil äet MtMitsippi* Staats, welchen^ mein 
Vater all Kiohter v^orsteht, erstreckt « li^h vielleieht 300 
Englische Mtilen ?oii Osten n^c^h Westen^ Und 200 Tovt 
Norden nai^ Süden uiid ist u^ acht Grafschaften ein- 
geiheilt. Ple • obersten Gerichtshöfe derselben hat er 
jährlich s^eimal zu besuchen ^ und auf dia^e Weise bei 
jedem Umgang viellaicht f,ooQ Meilen lu reiten. Der 
Goric^htihof der Grafschaft MohiU hat seinen Sitz in die- 
ser Stadt. Gesteru ist meiii Vater T^it meiner' Mutter, 
meinen drei Schwestern und i^ir von zu Hause, vierzig 
Meilen von hier, hieh^r gekommen; meine Mutter und 
Schwestern in einem Wagen, den mein Vater fuhr; ich 
zu F^^rd. Ich glaube. Englische .^.ichter werden es 
nicht schicklich und hegreiflioh fUiden , daX< Seiner ihrer 
CoUegtn selt:i6t fährt. Diese Stadt (^MohiU) liegt ai| der 
Spitze von MohiUbai und beim Ausflufs eines Flusse* 
gleiches Namens. Die Lage der Stadt Ist schön, die 
Häuser grölsteiitheils schlecht; die Bevölkerung geringe 
vielleicht nicht über siebensig Familien, von denen ein . 
Drittheil W.eirsey ein pr^ttheil Negersciavea und ein 
Drittheil freie farbige Menschen sipd. -^ Eiue meiner 
verheiratheten Schwestern lebt im Staat Kentucky^ un- 
gefähr 700 Meilen von hier. Per Staat T€nn€$J9$ liegt 
südlich von Ktntuckx und nördlich von diesem Lande^ 
Im den nqrdliqhen Theilen des Landes lebeix vier Indja- 
liisohe $tämme — die Chactawf^ Chichasaius^ Cre^hs und 
Cherokees , die über einen grofsen Strich Landes ver- 
breitet sind^ Von hier aus giebt es blols zwei^ege nach 
Xtntuckjr f der eine durch das, Laud der beiden ersten 
Volks stän^me , d^r andere durch das der heideu letztern 
führend. Im Frübjahr-1815 besuchte eine andere meiner 
Schwestern jene ir^ Kentucky und da si^ in diesem letzt- 
verÜossenen Sommer nat:h Hanse lurwckzükehien wünsch- 
te, ^ard beschlösse«, dät« ich sie abhohlen sollte. Dem^ 



1^(t PermisQhtft N'ächrichteh^ 

uifolge reisHe ieh den 2* Julius d. J« zu Pferd. ab; 15a 
Meilen machte ich die Reise mit dem braren General 
'Gaines; dann trennten wir uns und ich setzte meinen 
Weg 900 Meilen durch dais Gebiet der Creeks und CAr- 
rpiee« fort, bevor ich Wohnungen von Weifsen sah. 
Ich schlief in Indiaaischeti Htitte9 auf meinem ■ Sattel, 
Pecke und Mantel y machte meinen eignen Caffee, und 
als Fleisch lind Brod, welches ich zu Hause zubereitet 
hatte und ii^' einem leinenen Sack queer'öher den -Sottfl 
transportirte^ Am 25. Tage meiner Heise . langte ich hei 
meiner Schwester in Kentucky an , wo ich drei Wochen 
verweilte, ehe itlx imi meiner ändern Schwester die 
Rückreise antrat. Wir ritten heimwärts 720 Meilen in 
' ein und zwanzig Tagen.' Nachdem wir die weifsen Nie- 
derlassungen von Tennessee verlassen hatten, brachten 
wir sieben hi$ acht Nächte in den Wäldern zu,^ bevor 
wir das fort Stoddart erreichten. ' » 

Hier h\he ' ich Ihnen einen unvollständigen Abrifs 
•inek* Reise eines jungen Americaners von sechszehn Jah- 
ren gegeben, weliühe vielleicht 'einem jurigen Emgländer 
wunderbar und unglaublich vorkommen mag. 



Statistisch - geographische Novellistih, 

A. 

Neuesie Arbeiten des geographischen Instituts zu Maüandm 



Im geographischen Institute zu Mailand, Jetzt nnter 
der Aufsicht des Gcneralstabs zu Wien , ist das erste 
Blatt einer^sehr genauen Seecharte des Adriatischen Mee- 
res erschienen. Dieses erste Blatt stallt das Adriatische 
Meer von den Inseln Tremiti westlich, bis zu Makarska^ 
auf der ostlichen Dalmatischen Küste dar. Ein zweites 
Blatt wird die Rüsten von Dalmatien südwärts enthalten« 
Ein kaiserlich Oesterreichischer Officier vom General stabe, 
Hr, Potier des Echelles, arbeitet nebst dem Director des 
topographischen Cabinets zu Neapel , Christen Visconti^ 



Vermischte Nachrichten. 35f 

tn Aufnalime und Mappirung der Neapolitamscben Ufer, 
und auch die Engländer sollen ihreh Beistand xur Ver- 
voIUtändigung dieaer interassanten Charten versprochen 
hahen. 

B. 
i^fua Fermgfiuhg und Cham von Frankrgich. 



Der König von Prankreich hat, unter Vorsitz des 
Harm dg !• Plac€ eine Gommission niedergesetzt, welche 
die Aufnahme einer neuen, die Cussinischt weit über- 
treffenden topographischen Charte Von Frankreich vor* 
bereiten soll. Der Maafsstab wird sich, wie i auf dein 
Papiere zu 50,000 auf dem Terrain verhalten , also bei* 
nahe noch einmal so grols , als der von Cassiui seyn. 
hea Letztern Charte besteht aus x82 Blättern, die neue 
wird deren über 500 enthalten. . 

C. 
Angthliche Entdeckungen im hSrdlichen P4flarkreise» 



Man glaubt gewöhnlich, dafs das östliche Gron- 
landf welches unsere Wallflschfünger mit dem Namen 
der Insel (Gruppe) Spitzbergen bezeichnen undvWefel- 
Or'önland (welches aber nicht das iftt, welches sich ge- 
gen Osten an die Davis • Strafse bis zum 75. Grade dev 
Breite erstreckt) ^ wegen des Eises unzugänglich sey. Aber 
diesen Sommer fand d^r Commandcur einer Bremer Brigg, 
der über die Insel Mayer, ^r Grad, hinaus gesegelt war, 
noch einen Grad weiter Land; er fuhr dann längs del: 
Küste hin bis zn einer Höhe von 81 Grad, 30 Minuten 
.ohne £is anzutreffen. Dieses hat er Fischern von Aber-^ 
äeen versichert, denen er auf seiner Rückreise begegnete. 
Hernach sind einige Holländische^ Schiffe bis zism )B8> 
Grade gegangen , und haben sich so selbst davon über- 
zeugt. Reines \^M Eis angetroffen. Es scheint also, dafs 
die Schiffe, welche die treibenden Eisschollen vom Ende 
Junius und Aufang Julius haben vorüberziehen lassen, 
das Meer zwischen dem 7$. und 88« Grade' nördlicher 
Breite davon frei fin]^en.— 



2^^ P'ermischt^ ^Nachrichten. 

\ - 
f 

Der Gommandeur des HambuTgischen Schiffs Leö-^ 
»lore , Oluf Öcktn, welcher bereis 40 Grönlandsfahrte^ , 
gemacht hat, hat über Seine dielsjährige Reise folgende 
Nachritsht mitgetheilt : Die Holländer haben im Jkbre 
1670 Grönland bis zum 790 li. Br. gesekeit. Im laufen- 
den Jahr i8t7 lag ich swisoben dem 4. und 5. Junius um 
Mitternacht mit dem Schiffe Leohore von Hamburg au£ 
79^ genannter Breite, und erblickte^ von ^a das Land 
Weiter nach Norden. Der nördliche ICü$tehpiunct war 
liach dem Aüge^maalsd I5 bis 16 iTeUtsche Möilen voä 
Uns entfernt, und dehnte sich von S. W. nach N* O. iii 
^ einer Länge von 12 Meilen nach dem Augenmäafse aus; 
es zeigten sich zivei hohe Berge auf demselben ; das JEis 
lag ziemlich auseinandetgcwichen , ab daXs man wohl 
hätte' ansegeln hÖmien , wenn es nicht neblicht jg^eWordetl 
Wäre, was mich an weiterer Beobachtung gehindert bat. 
'^äs neudutdeckte Lan^ nannte ich Ltod von Hamburg* 

♦ ^ • 

Nachschleift, 

> tyie Stkifter ' Und Courier ^ Nachrichten sind längst 

*chon in der hellersehenden wissenschaftlichen Welt ziem- 
lich verrufen j und also auch diese beiden Entdeckungen 
im nördlichen Polarkreise Wohl ziemlich apokryph. Es 
ist wenigstens ein unei-hörter Fall, dafs ^iii Schiff ohn^ ^* 
Hinderung 'äes Eises bii zum 88^ N. BreiJ;e gekombet^ 
und also nur noch 2 Grade Vom Nordpöle entfernt ge- 
wesen sey; und die Anwieisüng und der gute Kath der 
Bremer und Holländischen Schiffer , d^fs man hur ,^die 
»treibenden Eisschöllen vom Ißnde Junius ^nd Anfang Ju- 
lius vorüberziehen lassen müssen um' daiin ein offnes 
Meer Zwischen dem 78 und 88 Gradä zu finden und dd< 
hin ohneAnstaiid segeln zu konneh)'^ verdient in der Xhat 

' einBelobungÄ-'DeCret von ällert Akäderftieen det' Wissen- 
schaften in Europa. Vielleictit entdecken uns diesa kiSJx- 
nen Schiffet noch die längst gewünscht« kurze Strafst \ 

. unter dem Nordpole Weg und durch daä Eismeer, nach 
d^n Küsten Von Nord '-Asien und Nord ^America! I 



A .«-»iidMMll 






INHALT. 



*h Ausführliche Nach)»cht üher di« Sandwich - laieln 133 

8. Die Insel Kodiak. • • • ^ ^ • « • 87s, 

B üch e r • Ae^en^ioiten« 

t. A Voyage round the wbrld from t8o6 tö i8t2 , in 
whicn Japan, Kamtschatka, the Alentian islands^. 
and the öandwich islands were visited; includinr 
m /Varrative of the Authbrs shipwrek on the Island 
of Sannack , -and his subseqnent wreck in the thips 
long boat. With an Account of the preseut «täte 
of «he Sandwich islands and a Vocahulary of their 
language. £y Arahihald CAmpbelU (Mit einem 
Chartchen.) . . . • . ; . . iS? 

9. Lehrbnt^h der Statistik, au gearbeitet von J. G, 
M€useL Vierte) grö Istentheils .nmgearlieitete Aus* 
igabe .. «. •■> • • • • • 19c 

3.. Reise in das Bemer Oberland, von J. jR. tViss 197 

4« Dtr Untergang der Americanischfn Brigg Comnurett 
die an der Westküste von Afrika im Monat Au« 
"gust 1815 Schiffbruch litt. Sammt einec Nachricht , 
yon Tcmhucto^ und der bisher unentdeckten gro* 
ifsen Stadt. fVassanah» V.on Jamts_ RiUjt etc. • goo 

Charten^ He ceniiöntTK, 

Neu etrchUnene Sptciai *'€ hartenj vün den ^ingthten 
Regierung! " Bezirken der Freufeitcken Monarchit^ 

I.; Special -"Charte von denl hÖniglitsh Preufsischen " \ 

' !Bezirke der Regierung 4u Münster^ nach dessen 
neuester EintherKing in lo landräth liehe kreise %iK 
*, Special »-Charte v^n dem Beiirke der königlich 
- Preufsischen Bcegierung sn Minden^ nach dessen 
neuester EihtheAhng iltt 13 landrMiliche Kreise 
«bgetheilt .,.•.. . . • . . , . . 9x6 
S.^ecial-th arte 'ton deiti k&niglich PreufsischeA 
*&zirke der Regierung zaCöUn^ nach dessen neue- ' 

ster Eintheilung in .1^ IsoidrätUiche Kreise • 91t ^ 

n. A. G. E. II.Bd'r. 9. Sn S^ 



2^4 Inhalt./ I 

Seit« 

4. Special,- Charte ron d«m leSnlflieiv Prenrsisclien 
Bezirke zu Dütieldi^rf^ nach dessen neuesten Ein; 
theUung in 12 laadräthliche Kreise • 2x9^ 

5. Special - Charte von dem königliph Preuf stachen 
Bezirke zu Breslau , nach dessen neuester £in- 
theilung in«44 lai^i^äthliche JSjreise l^egränzt 220 

6. SpeciajL - Ghtfrte vtÄi ddVh koMglich PreiüCsischen 
Bezirke der Aegierung zu K^icA«n6acA, nach, des- 
sen neuester £inth»Iung ' ' in 10 laadräthliche . 
Kreise «... ,822 

p. S|»ecial. Chartr vpn dem ktoigUclk ^Preufsischen 
Bezirke der Regierung zu Opptlm, nach dessen 
; Einthnlüng in 14 <laa(&äthlijcliä Hiveise begränzt • a2^r ' 
9. 'Allgemeine Kaart van keh Koningryk der Neder* 
landerip zynde, voor 200 verre de schaal zulks ge- 
doogt, eene illiibräire tdn dezen Staate uit le 
^ laat^te aaamo keurige driehoeks metingen en de a ^ 
beste topographische Stukken zamen gesteld. Met 
> hoogst, deszelfs toesteming opgedragen aan zyne 
Majesteit dei^ Koning door Ca^parut Müller etc. 223 

9. General -Charte ron dem Königreiche der Nieder- 
lande, nehst dem Grofshertogthume Luxemburg« 
nach.. den vorsüglichsteü Quellen, entworfen von 
C. F. Weiland . ♦ .....* 923 

Id. Charte des Preuf^ischen Staats, nach seiiier neue- 
sten degränzung und Eintheilung in Militär* 
Abthefiihigeti , Frorimen und Regierungbezirke 
^im Jah^e ÜSIS* Berlin bei Sehropp •• . . ' 839 

V$ r m f s c h t e Tfachriekttn» 

Z. Notis über die Insel TVtfion dl*Aeunha • > • 832 

9. Beschreibung der Seychelle- un^ Adhiiralitäts- 
^ fosehi' . ♦ •. . • •# . .' . 255 

3. Nachricht und Ankündigung von T%aLmpton*t AU 
cedo, A>der dem grofsen geographisch -historischen 
Lexioon von America ttnd Westindien , nebst Atlas 
▼on Z9 Charten . • _• , . .. . • 242 

4. Auszug eines. Briefs des Oberrichters Joulmin aus 
dem 'Mississippi - Staat vom 28* Öct. x^tö. . 248 

5* SiaiistUch' geographische Novellistik, , 

A. Neueste Arbeiten des geographischen Insti- 
tuts zu Mailand ..... 250" ' 
9« Neue Vermessung und Charte von Frank- 
. reich •.,.•..•_•• 2^t, 
. iG« Angebliche Entdeckungen im nördlichen 

Folarlareiae . . • • • . . • 9gc 



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IhBand»,» 4rittq^ Stuck» i8|7« 



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ß^orlätifi^ei Nptiz von der Ijtßztm 
Flusse in Sud- Afrika. 



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V o r w i> r t. 

. Nj^ a^og ^iw wiipeiisf h||^c)i0j^f ditiji;! i)|l 
Icfüt Hilf, «jcfc, *l8 4i# d«r jLtoi^^ Qy^ ^ | ^ § | |» 
(P^w«^ - o4er. Jfoir- Fiuasa bl^ia d^ Hfic^ fo^> £^ 

1^. Jf. O. E. ll.Bds.%. $u T 



I 

d56 Abhandlungen* 

ist das Originaltagebucli eines der Reisenden nach 
BHgland gekommen. Um demselben vot sei- 
ner öffentlichen Erscheinung mehr Form zu ge* 
ben, hat ein saeUKindigeV Gelehrter es eben jetzt 
in 'der Arbeit, und von dieser Bearbeitung theilt 
das Londoner Sonnal)endblatt the Liter ary Gazette , 
in jedem Stücke ejn Capitel ipit, ohne jedodbi 
weder 'den GeTehrten der Expedition , von wel- 
chem das Tagebuch ist« noch den Bearbeiter za^ 
ivennen, während zugleich die Englischen Blätter 
anküA^gen-, dafs bei Murray "in "" London dat 
OfficiaV- Journal of the Captain Tuckey selbst, in 
Begleitunjg des Joufniä ofProfessor Smith ^ nach* 
itens erscheine« Sind die von der Gazette m^t- 
getheilre^ Capitel ttwä nichts Anderes , -als' die 
Anfangscapitel dieses Official Journal, oder .des 
Journal of Smith, so ist es sonderbar, dafs di« 
L.Gazette sich mit diesen Mittheilungen als ^it ei<^ 
nem ungemeinen Schatze brüstet, weil man doefa 
%alä das ganze Wiirk' in Händen haben wird» 
^Ueidit ist es daher weder das Tuckeysche, 
noch das Schmidfsche Tagebuch, sondern ein dxit- 
'tet, in dessen Besitze lilofs die Herausgeber der 
Gi^zette sind. Auf j^den l^all mufs man tadeln, 
dafs sie sich darüber nicht erklären, da kein La- 
ser dieser Entde(ä^upgf reue - gedatht werden kann, 
dem es gleichgültig wäre , zu wissen oder nicht zu 
Wissen, von welchem der kühnen Reisenden dio 
'Seschreibiisg sey. Tom Bearbeiter versichert ii# 
«Gazettte, er sey ein Sachkundiger. Allein die Ma- 
tiier ,-" in ' welcher das Naturgeschi^htHche in die« 
•en ' Ca|dteln vorgetragen wird, Ut tofmpit gi^; 
isthmacklot und im#isttnichafilich, UebeiraU eliad 






htßfy 4i«v Kx^iiclieii T4vi«)na9iM ai^cgebanu 
DlHifs >»id ein ohnoiächtigei StirdMi» die trockt»« 
SnähloBg durch Wiu pikaAi 2a m^clite, mtlcbm 
Agh gJeich im xw»t«i Cai^U} äufsert, HÜEit' nicht 
eben vermutben» daff man dem Bearbeiter, tiel. 
zu ve¥4^nken habext wer^e. Aber die MatefiaUea. 
<|ii4 ..an«fi(;b liurfertt icbStzbar, und beh^iteiti alt. 
die\fheure Keliquie von der, .duitch.eiM^ ao un« 
glückliche Catastropbe vemichteten, Expedition ei- 
nen hohen Werth, Sollten sie auch weiter nichtt, 
4I.S die bald erscheinenden Tuckeyscken und 
Schmidt* sehen CoUectaheen s^n,^ $0 wird doch 
ein gedrängter Auszug aus dem, was in der Lite« 
j^][ 'Gai;et|e. abgedruckt iit , nicht üb/^rfiuetig schei- 
nen, da wir auch da« Gan^^e blctCi ansuehen werden. ' 



' Bei dieter MiitlieUiing sind wohl nur einige 
UfeaasgeBemei^kniigen ▼orauszuscbicken« DatSehiS* 
C^ngO'fxmt sddotnerartig ausgerüstet, und ungefähr 
Bepnsig Tonnen und lünf FuCi Wasser haltettd. 
Gdnimendirt .ward es von Capttin Tuckey^ der an 
dbr %itza iiBM gan:&en Unternehmens stand. Die 
übrigen Officiere waren Lieutenant Hawkey, Fitz^^ 
mäuri^Cf ^^er Loots^ und Aufseher, und Hr. JIAfb 
cAerroWf'^sistirender Wundarzt. Aufser ihnen wa« 
^eti^ da ewei Gehülfen des Lootsen und Aufsehers 
nnAH^tt Eyre*j der* Zahlmeister. Das gelehrte 
JPepaitement bestand aus folgenden Männern: dem 
Professot^^VnzI^ (i^ichtiger «Si^Äim^O von Ghristianie, 
Botaniker und Geologen » Hrn. Tudor^ vergleichen» 
4em Ahatoimen, Herrn Cranckj der für Natur« 
feschichie . angestellt wer ; Hm. Galway , einem 
Vaiontär^ : Auch eas Gätttee reif'te mit, umr Sm- 

T » 



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mgßi ^Ai4»tßnd'liMi^gän. 



SMlft. T<m <}i«#«är ^ämen Per^dude sibd &ifr VM^ 
iü%k ftHd lAik^ g^Uli^eii, voH denen Min elM 
E^lkltdii^ ihri^r Ansireügun^^n tind Luiden dti?v^lM 
t«nkftBff. G^^itän Tu(^^, Häwkey^ Smiih, TuAof} 
iSf^nck, GalwuyySy^ si^ todt.^ Blofs Fittmäurict^ 
yjtiAMaeh^Miü leben noch t^nd'wartto an de; Ki<tli^ 






Erstes Capiiet. 



i> 



Oft eim S^pi^hio» sa^k Afrika beichlotieir 

ifteoEd«« w«V4 um 4i»i Lafif d^ Geng^ «u exi^ir^ 
sehen und über seine behauptete Vereinigung mit 

^m Ni^r IWafkliristog .ea'¥c)»ehSLSatt| so :ward 

«iis44Bklieflend. vat diesem Zweclse'iem Schiff eirlKM^V 

dee den Nftipen ^^Jüi^e «rbieiti . Mal» haue A^A 

fi|9^ die lde6^ 4i6* Ceii^o durch di8' {)aite{^ 

sfiasehlne ^e)h zu lasse»; allein hei'm If^sb 

a^cfae fadid sidi^ da^ die Maschine das Schiff 

si^ tiel Wasset 2|ehen UeTs^ .dafs ein« .glückliebft 

y^diendttng der Reise unmöglich sejü. wänAe». 

"wm^ vom diasen Plan isscht aufgäbe. Det Seo^^<^ 

4^l^parat wa^rd dsd^er mieder hjarausgekiommen.' u«A 

SP erleichteidt gieng ^e Congö » y^m Traj^sptat« 

s^l^ £»oretA>r h^Jeilet, in See, usd heide^Schitte 

yiwUeEieii am i6. Februar 1^6 Dtptfm^^ 

. Stets widrige Winde vernrsachtan, ' di^ si^ 
nacht vorwärts koiginien kesrntettf zweimal im U%« 
van. V0B Alme^fk a«f besseven Vlind wwiett 



i 



"•'timrsteh 9 vmJt sidit «her, ^h an aÖ. Sffirz bei 

. J^lt/^^Sfikiffe |9i l!l»r%. mrbieifebnHii lieii 
^fyaß^ tfiBsMßüiß»^ IRiar.iüd. ]»eni0ck#iMtterth.| .^d»S$ 
^4i» ßmig^ Vogelg^tiiilig» ,; wcAcfatecibiieii lQ}gi«»iriie 
'4fftil^ MAWe '^iN^, streich». 4ie .Mch jmaM lAnBr» 
jhU. MO iSrMüfz mirlie&f im w^Ubftn Xtgß ffap 
JfSnf4Mrr^/: dar iib^H» Land, läer äeret^hnqvg nadi 
iBogelafa^ evi«i buddln Meillm ureit .entlemit s^yn 
4Mü^* »Am 3f. MivtiAhatt'tie'init TageiwlMnusti 

< 

itl^r.^tfirtf .passirend lenkte. Capitän Tie/r%«[^ den 

X^Lul der Schiffe nach der Insel Palmas d]fe man 

am Morgen' des 2. Aprils, nur noch ^echs Lieuen 

Von ihr entfernt, 'in^^ Ange$|c|^t l^atte. DerQipfel 

Aes Caldra-Xj^ii^^ßt mit vSqhnee hedfcckt, wj^r 

sichtbar. Am^Sch|usse äesse\ben Tages^ ^^?f?9 ?^ 

in 'der Westseite von \FVrro vorbei. Sie hatieii auf 

iinrer Fahrt kein Schiif angeredet , aber verschie- 

«teile rg^afbesft. Mito&uüuihiiie üer Menden, inrel- 

iBbe rlK)|X( Ca«Mle ««^ jlire ^BftglMt^r vblieiMO, hMt* 

ileH^iey s«i^40m si«£D{(ie&d'Vwrlie(ieti, keine V^ 

:pA %4Hbmi #«f«^ j9weiep I die ihnen am letzten 

JJUpffii, ehe sie JMbd^^^^'rq^ ^«nttcrni »u. Gesicht Jbv 

jm0t ''^/^oiiifdieften vw^r rd^ ßine #iii Landvogjsl, ab 

£rüf$e m^fyih^ ,9inß9i $»Almm i>idit «i«äbAliiib.; 

4».' %nAere w^r «eiw 4ifHdtig?a»e'M«h¥ie. DorfMM^ 



bifr weggelassen. , ^ 



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- 1 



s60 






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\ 



andere Felsen ihnen die fielier«tai| utA ruhi{[$t^n 

Brütungsplätze darzubieten scheinen.. Nicht wenig 

f^priuaJinttf'uidn sieh auch, -^^ xnan k^e Mbico-. 

'riRie ^2id JBdU^/d*^ antiiefV obgleich €iM« TMei^ 

"unter jenet Breite die 'gewöhnlichen Gefährten ^er 

Solaffe sitfd. Maii-^wetfr, dafs^ieieCreatttren die 

^hue initairem Laufe voä eiii^m Wend^krcfilt ztjfli 

•'andtere^ft f&lgrä , tind iv^^ ^Mig)e Gra^e> hinter iÜar 

xutUekbleibend, als ic4> s£^' die Sqriahls nnd di^üili 

•Reg^'n, die ünminelliair unt^ ihr imtner iuiett^ 

stehen sind, vermeiden wollten... S« lief s ' ^e)i ^a- 

^bor annebpien^ sie hatten letzt ^ da die' Sonne mir 

eheii erst übi^r den Aequator wai;, die südliche^H»- 

liiisphäre zu verlassen noch ^nicht gewagt. DieWinqj» 

'waren vo^ der Zeit, an, wo, die Reisenden Madeirß 

▼etiiefsen^, von N. N. Ö, zu N. O., und^ gema[si|p. 

t)ie Tage waren häufig netielig, aber die Nächte 

.80 nell« dals kein Stern am Firmämeni;. verbor* 

gen bueb. ^ • . i 

^ fn r D0'es unmögliish war vot!a«szu\Misnen;^wildfc 
- *Aia£ndh0ie' die. Reifenden 'bei'den BingcborneU -A^ 
.. *&st 'gatvz unbekannten Regiiäe^; die' sie be/lilclie& 
iwällte», finden würden'^ so' j^Men^es .d«ii»'f^lirgfie|t 
^emäfs, die Schiff*mannsehaft titglich im denWaSr 
ienzu üben. ^ Pes Vormittags %nrdi^ eie init Ga^Ü^ 
liBern es^ri^irt^ üimbei 'sie-zuweilexi no^ ICtigelt 
Kartbaehen naoh^einefti^Zii^ ^ofs. • Abends wnv^ 
ten Utfb^en xmt dem Säbel, dir f ike^ nnd- <liii 
Pistol vorgenominen. 

^' ' Am 5ten befäx/den'^die kds^zidexi sich im 93. 
GjEidbi'jtijixilU^er Breite und' un 19/ westlicher 



Akhandlungfn. aft| 



/. 



XJis^. Ofti .Meer >ntfixbte »i^b ,' iind mit ,eiaei|^ 
xa^. Faden -Senkblesi kqnnte noch kein Grai^d Sß^ 
jE^den ^vrei^ßx^. Die Nähe vom Ankergpind war^ 
]edop|i dujcb das auJjerprdenUich nebelige Wetter 
nnd die ungeheure Menge von fisch JFr essenden Vö- 
gieln, angezeigt, die man nun. zu. Gesiecht bekam., 
Cap^täj;^ ^Tjuckey hatte die Idee^ dafs, wenn fliese 
Entfärbung des Meeres bei der Nähe ,ypqa Anker*^ 
grund standhaft dieselbe seyn spllte, diefs kü^ftii^ 
die SchiiTe in Stand setzen müsse , ihre Rechnung 
besser zu machen, und Schiffbrüche zu vermei« 
den, vvelche a|i der Küste von Zahrä nlir zu^oft 
vorkommen. ' ' 

, . Die Schiffe waren nun mir noch 33 OlMleS 
▼em Cap Corvoria^ dem^ ihnen ^ächste^ Ptmoti» 
€nf dem festen Lande Afrika's. Immer noch wa- 
ren sie unvermögend, ^nkergrund zu bekommexw 
Pas Netz ward mit srehr günstigem Erfolg ge« 
braucht, und man bf^kam durch das Ausvir.erfeiy 
desselben mehrere' Male eine Menge von MoUUs^ 
ken. Unter diesen ' waren vielem Individuen Von 
der, unter" dem Namen der' Portugiesische Kriegs^ 
mann bekannten Art,, welche von Herrn ' CrancÄ, 
dem Naturforscher, sorgfältig untersucht und au& 
bewahrt würden. 



• ''•■' n 



Die Hitze fteng nun aii sehr drückend zu 
werden , und die Planken der Wände und dei 
Verdeck^ der Congo schrumpften sehr zusammen, 
wovon aber auch, die Schuld mitwar, dafs man 
•ie bei ihrer Erbauung im ^Winter schlecht kalfa« 
tfrt hatte. Das' Schiff vvard daher iii einem sehe 



I V ■ •• • - i' 4&* * ' ^ 



*';»:^«..r 



Ikdken' ZcütteÜ« efefiinai^h, ÜnA iSeüit Vlnf^aä 
Vfarniocbte den Cajiftäii, hacli Pöytö 'P^äya tik 
Metxern , nm es . dort 'nlsa hx Ulfattoh , weil 'dMff 
im Meere liicht geschoben könYitb. Sie i^etiert'di 
erst auf Bonavista^ %e östlieh^te ttto iapdVerfli^ 
icfae^ Ii|seln, xnit dem gewÖhMicteh Pas^tw&Bii 
& NbriSost» Sie kamen bei der Ihs^l anrgi^ ▼^^^ 
l&eiy und am folgeafdcb Morg'entiei'deVIhi^^ ilf^^ 
wo '^ie dann, tim'den AiikerpTafz vöh Porto PfayA 
«u erteicben, den Lauf ändern m'oiitfen. 

Blofs ein einziger fliegender Fisch v\^^rd auf 
dieser Reise gesehen, deü man in der Nähe yoi^ 
Sonavista • todt auf dem Verdecke fand. Weder 
Ba9^o*Sf noch Delphine I noch AHrikoren, rnoch 
Zufi^Mvögel hatt^i-sijch . sehen lassen. 

• » 

Zibeit'&s Capital. 

\ Am 9t en April fuhren ttuckfy^ ilawkey^ 
omi/Ä, Cranch^ Tudpr ^ GäIm^«/- und fe^rir*, in ei- 
nem Boote nach der Insel» um dem Generälcapi? 
tän einen besuch zu machen. Bei'm Eintritte in 
die Stadt , wurden sie von einem Neger zii eiheih 
Hauf'e geführt, das nur in Vergleich mit den elen- 
den Hütten , aus deneh die Stadt besteht , ein Haus 
von anständigem Aeuüsern genanht werden kohnfe, 
Sie* mufften auf einer Leiter hinaufsteigen , und 
kamen in ein grorses Ziminei:, das fast ohne alle 
Möbeln mehr einer Scheune glich. t)er Gdneral- 
cäpitän hatte eine zahlreiche (Gesellschaft ,bei sicli, 
GSU-unter ei'nige fette MöncHe. *Tuck(^ unillawKey 

konnten sich Französisch mit'^ilun. unterhalten. ^ Sie 

• « • • • .' « 

gienften ilann zum Gouverneur ^ der selbst d2s 



lUlkhdlungen* il) 

« 

ttng\uch% neteilicb jgut sprach» trc^ Sufstrst ver« 
Vindlicli bat , ihn, wenn man irgend «iniger Vor« 
xithe auf äie Schiffe bedürfe, mit Herbeicchaf- 
iohg 'flerselben zu beauftragen, mit dein ausdrucke 
liöhen Zusätze, dafs er diese« Erbieten aus dem 
ifneigenhufzigsten WohlwoHen mache. Bald abec 
fand sich's, dafs dieser sich so grofsherzig stellend» 
Cftvalier eipei: .der unverschämtesten Bettler war, 
iüid seine Begehrlichkeit legte er durch eine Mengt 
^liinip geäufsefter Wünsche an den Tag, Seine 
Leute machten es nicht besser , uni alle seine Of- 
!^ciere 'wiihschten von den Engländern Mancherlei« 
^bgar Schuhe und dergleichen^ zu Ar^iij^^n, gab^a 
aber s^hr unfein zu -verstehen, dafs sie es ge- 
schenl^t zu erhaltexi erwarteten. Alle sprachen 
sehr wenig Enjglisch , verständen sich aber sehr gilt 
darauf, ihren Bedarf bemerUibh zu inacheli. 'Diese 
Ylaapfstadt der capverdiscfien Ixiseln besteht au« 
drei 'Reihen aus Lehm gebkueter Hiitten, die zuiA 
Ybeil unten KTäuer haben, und mit ^weigen *Aot 
lÜattel - l^iilme 'bedeckt sind. Einige lÖäuser sind 
weiTs 'angestrichen , und Jcün'digen tla'dürch» 
was fast Ihre einzige Auszeichnung vor 'der sie 
"umgebenden Aimieligkeit ist, an,' dafs sie ei- 
nen der vornehmerh Otöcilere zürn 1b e wohner ha* 
neu. JDiesen geben äie 'üesetzie das l^echt ocler 
Privilegium, sich nach ihrem Belii^bcäi uüteif den - 
iBausernd^er Stadt, ohne 'Ifeiitgelt 'eines zu ihret 
Wohnung zu ivählen , und die Einwohner versi- 
cherfen, eben diefs sey die Ümqhe, warixm clie 
Häuser, in &o jämmerlichen ^ujitan<le sinä. 'Denn 
lS'ie«ttand hafte niehrlSicherheit, /ein Hau« für «ich ( 
zu behalten , al« «o viel ihm di# elenide iSeschäfeti* 



\ 



, N 



96^ .Abhandlungen. 

lieit i%%B%lhen gehe. Auch die Kirdi«, jst hötlite 
erbärmlich. Das Fort zeigt ßer Bai . sechszehn alte 
Kanonen aof einer Parapet-Mauei:, die . Einzufal- 
len droht Die baarfufs gehende zerlumpte Garni- 
sonhatte zum Theil' Flinten ohne Schlösser, 'und 
9äL manchen war der Lauf mit dem HoUe bloCs 
züsammengel^unden« 

Die Reisffiaden besuchten das Fat da: Trinidad, 
links unter der Stadt liegend. Hier iEanden sie 
Gruppen von Dattelbäumen und einige Spuren voi^ 
freiwilliger Vegetation. Aber sie konnten keine 
Bestrebungen , das Laqd zu cultimen, bemerken^ 
init Ausnahme, einer ganz unbedeutenden Baum-. 
Wollenpflanzung uin eine Negerhütte. Dennoch 
würde das Thal« wenn ihm mehr Zuflufs von Was- 
fer verschafft würde,- sehr fruchtbar seyn. Bei 
einer Wanderung durch . die Insel am ^olgendeip 
f^^e fanden sie weni^, wodurcli sie ihre Kennt- 
mü von derselben erweitert hätten» Cocos- 
mimen, Maniok, sülse Pataten und die Baumr 
Wollenstaude waren fast die einzigen Gegenstän- 
de, ivelche sich ihnen selbst an den cultivirte- 
sten Stellen darboten; Sie maafsen einen Boabah, 
oder eine Adansonia dioritata, deren. Stamm bis fünf 
'Fufs über .den Boden .sieben Yards im Dmfange 
hatte.^ Im Negerdorfe San Felipe sahen sie einen 
aus einer Felsenspalte gewachsenen grolsen Tama^ 
Tindenbau^l, und die grofse Menge von Cocos- 
palmen und ändern ']^ruchtbäumen an solchen Stel^ 
len^ wo die Erde nicjbit einen Fufs tief war, selben 
XU beweisen , / daXs Wässer dort die Tegetation fa<t 
. äll^iii bewirke. 



\ 



t3)iioh sehr wenig ^ fi«4«D. Oiß AvMy Amt Ei»* 
jCf^oaiffB bf schränkt fidi auf Eneagiuig d«ifMt 
was «ihr Hausbedarf . ist. FUiich » VegetaUliea an A 
^Zucker z^r Consumtiont und BAmntvtoUe^zmichf 
jHi ihx^r Kleidung ma^db^^siemlich die Total siynaif 
4€^ hier produci^ten ^^itikel aus. . Voft Ezportationi 
luiipfi daja^r. fa^. diesen. inseln kausn die^ede sejnB, 
imd fast ailes, G«)d, was auf pm konunt» verdau^ 
a<A sie den Schiffen», die zum Aasruhen und Pro- 
iVianteinnabmen hier vejVreilen. Wenn die Vefv 
aicheruz^ des Gouverneurs wahr ist , und die Sa$ 
Ifuirang der;äbrifen Ofiiciere ix|i Verhältdils xor 
leinigen ie t ; so kostet . die , Erhaltung df i|ser Cola^ 
jeie dem .Mutterlande äulierst wenige denli er veiif 
«icherte de? Cafitän, , er hab^ blofs, .vier. DoUarf 
täglicl;t. Smith und Tudor^ die .fi|if, W'il^t» bot^^ 
nische Excursion machten, fanden das Innere -dee 
j^el re^a^qider, als die Gegenden, ai^. der..Kü8te, 
;Sif' entdeckt ea quellefiteiohe ThMler» durcb ^^fbf 
kleine Bäche, rieselten« und die dui^ch Pflai^uiigeii 
yo^i . Fruchtbäumen ..und andern. Gewäehse|i ver« 
^chöneit waren, v(>r?ug}ich {ür groije Hos;nyiebif 
.und S.cbaafheerden herrliche Weide hallten» . 



r\ 



AI» Tuckey^ Hamk^^ Byr^ und awei ▼OTt 
dl^n; Gelehrten .Nachmittags im Bootd iHeder su» 
3diiffe. zurückfuhren, hatten sie das Ungjücki 
durck einen plötilicd^ . yom Gebixg herabfa|Ue;iAM 
Wind, weil sie ihr. Segel aufgezogen fcetttn, im 
für das Boet au grofs .'war , auf Einmal amgy.wed^ 
|en lind Alto ist. dieSete gestiirt« sSu weRdeu» ßm 
welche schwimnOoiiitemieO) nehwaümw ieogltick 






A^htHTt^tungefk 



näcH IMr <Bi#^ ', tA%r Birat^nant Ifäu/key^ der 
Mtiit'^ih gm^ ^Skhwittymer m^r^ iifttte das Un^ 

gftok, dth tnli Meli 'f üff^en in das Taiiwreric cto 
oott za '«▼erwfck^)!! , und war' daher uti^erm^- 
fenA Texten nachzufolgen, und -Eyte nnd nec^ 
Irin ^et zwtfi \Afnde')^ ceteten «ich, weil üb eäk 
iaxeht sdhwimmen liocnten, 'Xnit au^sgespreizten Ber- 
«tom^nf-^n^Litn des Bootes, wo sie'^bteiben HinfiK 
ten, Iftfl ei^'aki den Strand gezogen werden konnte* 
Hawk^y ipftx gSTff» imter d^em A/Vasaer, hatte aher 
Geistesgegenwart g^ug, seilten 'Hnt über dasselbe 
empor und seinen -Odem an sich za -halten, nn4 
io entdeckte ^man ihn zam 'Olütk noch frübzeitif 
genug, uxn Kfh retten zu können» Ooeh war 
•reinem ''l^dten ähiilich^ als man ihn heraui^ 
kog, und ehiige Tag4 lang seit Wiedei^eneseh 
teilt zweifblftafi. ' ' 



7 



M 



Gern' wtre SfVc^fey' am ficflgenden Tage» am 
%iten April, wieder4u %ee gegang^; ' Aber 4a es 
fler;gHiiöe I)ox|[neT^rtag' war, so fand' et es unmog« 
l&dDL^ 9ie ^rtu^ittien (die an sehr heilig halten) 
tu iiefwej^n , ^üh -mit so irdischen Arbeiten zn 
befassen, ah vorher noch nöthig waren^ Am "Char- 
fteitage Nachmitttags aber fuhr man ab. Der 
IVauet au Bhren, weloh» ttie kkatbolische lUiligion 
Ml diesem juefligeii Tage rcmohreibt , st^dcte man 
a» Fiagge auf halbe Mastshöhe, weil man sah, 
#ali die 'Plagge ünf «kmiSVyrt ^bnisc geiteckt wai4, 
(t^Bqgm aie Pegtu giniii ben^hiffe die l^rauer da* 
dkuck «Ofz^lgw, daii sie^ ihre $egelstangen oben 
vasSL uMentunkÜlett. <MNmds an diesem Tage 
«MPiMni i9mBL4XkfB§gBm^niMkmJAm^ 



/ 



Drittes, Capitch > 

- « Aifi i^tm Afiffl- waten 41« SdiÜb imtev 7>3^ 
jlörik'Bt«, und lg w; L« ' DcAP W&id:, walcker voit 
den cüpverdischen Inmka aaibn daliin^bestifodi|^ 
PfeMaffvfiad gewoMO^ ii^r> ward f€x^d'erlich und, 
iH Hitte drüekdiid, io dalv da« Thetmoxneter ge* 
^4^Ulili4di zwisditJl 8» ixnd 84^ ^a^' lEin nidit 
#lAir «fftrfce« Blitsüa ohom Donner war de» Nachti 
^»wShüUeii. Delphine , filmende Fische und TVoi 
f(dii^6g#l wufd^n ]etzt in grofser Menge gesehen, und 
In •iner'BttCfernang von. 350 Meilen vom Lande sah 
mita eine Schwalbe mehrere Tage auf den Segel« 
MltgM flUen^ Das Netz brachte jetzt zum erstell 
Mallf «tee unguheure Menge vollkommener Cm* 
llttteetttief«uf von vier versdhiedenen Arten, nadt 
§mitV$ Behauptung von dier Gattung Scjllarufl 
B&s häufige SmjgOxi dieser Geschöpfe daaerte fort, 
bü «all «n die Afrikanische Küste kam. Toni 
It^en tm nmohten Begengüsse und Squahhy die 
dfeielD Klimn besonders ^gen sind , dafs i&i 
Sotdffe sihrllsngsam vprvi^ärts kainten, und dieEs 
- Meh ¥n^, bis man den Meridian vom Cap^i^/zZmoi 
Hinten sich hätte. Die SchiifsmamiSschaft beschäf- 
tigte sich Wfihrand dieser Z«it seht mit dem Fang 
_A^ HfltiiHEi, die meistens von der weifsto Art wa« 
IM^, und von denen dio UDogste, ein mSn^icher,^ 
tfn^lf 'pAfs Iftftge hatte. Ein anderer hatte zehen 
FcGDi üüd ein ttttfatiger weibli6her. iron der blauen 
iM tfeben Tüft. BCt diesem letztem ward wedet 
ein Pilotfisch noch eift ^ugfisdi gefangen, ob« 
ffeitKÜ 4fide ton beid^h Arten dz« weilsen Jftaion 



Ulf Mbhmnäiu^njg^^^ 



X 



Capitlfi Tuckty trug /gleich vom ersttn^ B#- 
giim der Regenzeit au die gewissenliaf teste Sorgp 
d«ttty f deÜB die Maimacbaft gegen die höchst Y0tr 
^x)iUchen Wizkvngen, wejcbe in diesem hrilsea 
Klima die Feuchtigkeit . hat , verwahrt ^ wttisde;^ 
^ lieC) sie so wenig» a\s möglich, sich dem Re^ 
gen aussetzen, \kfiA wenn. sie nicht gegen ihn ge» 
fcbirmt werden konnte , liefe .er sie doch d^e Klei» 
deXf sobald si^ dorchnäfst waren i mit • troelceni^ 
vertauschen, und bewj^ligte- Jedem ein Grlas rRuiSk 
Ihre Hemden , Beinkleider, Röcke u.. s.w. muf^teis 
irweimi^ wöchentlich gewaschen . werden* . Am 
Bord des. Transportschiffes aber werden diese. An- 
Ordnungen sehr gemilsbilliget. . Der LootA» un4 
j^r Unterschiffer hatten schon vorher , weil äe nidu 
jRRri^an^nt im Dienste der iVf gierung warto» . dfM 
Ca^itäns Machtwort über sie anzuerkenneii wenig 
Neigung gezeigt, und dieser 'Rebellengeist , yrie ztt 
erwfrten.war, fuhr auch in ihre Untergebf^nen* 
Des Capitäns .Gebote. wurden als nutzlos angese^eof 
t^nd er hatte den Aerger» zu finden 9 dafs die I^ein«* 
Ucbkeitsvorschriften, weil der Lpotse darauf wenig 
Sl^erth legte, gar .nicht befolgt wurden. Um dem 
TJnfiige durch entschlossenes Durchgreifen ein £|ide 
tu machen y schärfte daher TVcsX:^^ seine Gebote 
llochmals. ein, und lieb ^pgleich dem KiU|i^stexi 
unter den Unzufriedenen am. Bord der Congp^ a# 
die er ihn hohlen liels , zwei Dutzend Hiebe ge- 
ben, dann aber ihn aaPs Transportschiff zurück* 
bringen* Diefs that die gehörige Wirkung ua4 die, 
Conspirittion , hat^ ein Ende. 

Am 96sten April waren die Schiffe . unter 6| lo 
B. B. und 13,4$ w. L. Am 5ten Mi^ yi^m jm 






jtfikandlühgen. ^ %i^ 

iin Angesicht d^r , Prinzen - Insel tind Ml demsel« 
ben Tage kamen sie f^ber den Meri£an vom C^^ 
^Pafmas, vom Cap nni' 15 Lieuen entfernt. Dia 
gröfstc Hitze der Atmosphäre war j^zt Wi rnhigem, 
heiterem Wetter Nachmittags t tJhr 85 nnÜ did 
niedrigste nach einem starke ti Regen 74. . Eine 
Menge von Delphinen ward gesehen, begleitet vo« 
^chaaren der Tropenvögel und der. sogenannten 
Portugiesischen Kriegsmänner. Viele Albicoren nmd 
Bonitos wurden gefangen. ^ 

Am I2ten April ereignete sich der erste Todes^- 
fally welcher aber unter andern Umständen sich eben 
•o'gut ereignen konnte: ein Matrose nämlich starb 
an den Folgen der Ruptur eines Blutgefäfses^ die 
eine Krankheit des Herzens n'ach sich gezogeft 
hatte ; denn 1 diese Ursache zeigte sich bei der Er* 
'dffnung. Allein die nachtheiligen Folgen des Ein- 
druck^, welchen die Regengüsse in jenem KUmk 
iuf den Körper machen, zeigten sich schon sehr» 
und als (^er' Regen erst zwei Tage anhaltend ge- 
wesen war, erkrankten auf dem Transportschiffe 
schon siebi^n Personen. Jeder von ' diesen hatte 
das Fieber , das gewöhnlich vom* Schlafen auf dem 
nässen Verdecke und vom Anbehalten der nassent 
Kleider entsteht. Je nach der Verschiedenheit deä 
'T)r^rmometers an den Orten, wo Patienten sicH 
so der Gefahr aussetzten, und da^ im Sehiffsrau« 
>ne, auf dem Verdeck und in der Kajüte sehr ver* 
Ipchieden war , war auch die Heftigkeit des Fiebep^ 
«nfalles. Unaufhörlich besorgt für die Gesundheit 
tarnet Leute t>efahl Tuckey nun, dafs Jedet Fla- 
ftelt auf der blolsen Haut tragen sollt/ DieEi* be- 



I 



mSbxtm Heb Md ftls hdchn mdiweBdif , 4a mw^ 
fand» daCi Jader, welchar dejc Vorschxift nwidaf 
Ii^^dalta» {«g^ sQgleicli krank ward. Den ertt!^ 
Sjin^ipaii liegegnete maa ipcifleiitheih 
Airch AderJause«. 

Za dieser Zeit ward der merkwurdigi 
3uhy od«r dev ^Stestarek haaSg gaseben. 



Gleich Ton ärem Eintritte ki d^n. Golf irjQSf. .^ 
Guinea an hatte den R9i5ende9 das Meei^ W^i^ ,^ 
gesdiienen und als sie der Princesseninsel sich 
^siliertem (duepen sie ein weites Meer ron Afilch 
aa . befahren. Man glaubte, die Ursache da?o3ip 
mj die ongel^eure Anzahl, in welcher sich di^ 
durchsichtig Sidpa und auch das Genus S^lbw^ 
luer befand. Man fieng dreiz^ba v«rschiedejie Ar- 
teil Ton Krebsen, die aber alle Yon der auüsersteaL 
Kleinb^t war^s, keiner über ein Viertelzoll laB|^ 
Sie Albikoren wurden nun s^hr häufig, und man 
fieng ihrer Bn Einem T^ge g^wohnttdi einige 
SKwanzig. Die fiiegendeix Fische, die man in ib* 
pan fand, braucht^ m^n als Köd^r. M^erf 
ieucfu^nde Thiere wurden gefangen, und die Na- 
Hurforscher waren überzeugt, dafs manches in- 
teressante Resultat für die Naturgeschichte zu ge- 
winnen sejn würde, wenn inaii im Stande wäre, di^ 
gefangenen Thiere anf^ubewahrei). J) 
sacht, g^ang aber wegen ihrer zarten 
nicht; denn entweder sie Jös'ten sich in Weingeist 
ffßm auf, oder TerlttseQ oder y^ränderten ihre Parb^ 
md da sie nach der Anoidit durch's Milucos^oj^ 
am malen Keisier die iiQthjge. Kunstfertigkeit bfs^ 
«p befalite mn üfh weiter ni^t mit ihiyn 



r 



"\ 



AhhanJtiung^n* d^ 



StftiT Mbflheftder Wic(ng#r Wind und baftiga 
B&SrdHcfae StrOitiungea bewogen dexi' Capitln am 
ContineBte hinzusegeln , in Jmx Ho£fnttiig au d«t 
i&öite giiltnigern Land ^ und Seewind ztf haben« 
Am 3ten Juniut waren sie ) Lienes trom Land* 
entfernt« 

. Die Ansicht, welche sie liier voiH festen Land« 
hatten, liefs keine neue Bemerkung niachen. Ei 
«ah ziemlich bewaldet auf \xnA lag beträchtlich 
iiiedrig. In der Macht det '^ten Juniiu fiel eis 
7M.tt» .di^r ,niqht viel weniger durcbdringmd al« 
Regen wer, und anstatt unter einer seheitel^edbt 
•trahleDd(^.n Sonne vor Hiue zu schiiiachten tiqS 
eile I&stigf Kleidung von sich au «ntfemen , fan^' 
den ^ die Reisenden auf Einmal nöt^|, üch 
sorgfältigst gegen Erkältung. zu verwahren und itt 
ihre dickst^ wärmsten Kleider einzuhüllen; eine^ 
io grofsen Unterschied machte die jetzt, zuheh« 
mknde Feuchtigkeit der Atmosphäre! Am fag« 
9^uvor war das Thermometer 71^. Als man Anker« 
grund gewann I verschwanden die Albik0reii, .weU 
che d^e Schiffe vor Kurzem in ungeheurer MengH 
begleitet hatten, und mit ihnen naho^en auch di* 
Seevögel ihren Abschied. J^er Ocean verlor die 
erwähnte wei£se Farbe und nahm di^ gewöhnUob» 
wieder an. , 

Das Variiren und Abfallen des Windes tlusch« 
te Tuckey'^s Hoffnungen eines schnelleren Vo^« 
wärtskdnmiens im^er nodi^ Man erklärt es dui^h 
den Cpnflict der Wirkung« wfilche hier a,uf di« 
Atmosphäre Land iin^, igee .zugleich hs^ JOet 
Unoitfkid, dafs das Land übt aiifdrig nad^ athff 

N.A, a. JE, i/c Mit. 'i.$u U 



/ 



/ 



\ 



iij^ Abhandlungen- 

bewaMet ist, verursacht, dafji an di^sec^^üste die 

7emporatvtr der Atmosphäre Nachts beinahe die^^ 

seihe' ist 9 wie am Tage und verhindert die schar* 

fen, alternirenden Lufthauche von Land- und 

Wasserseite y die man erwartet hatte. 

(Die Fortsetiung folgt.) , 



Sidi Hcunet's Reisen nach Tomhuctu und 
der neuen Stadt fVaesanah im Innern 
^ von Afrika.^) 

(Alf l^'ortsfftzanK der Aateige toh Biley's Loft of iheAmeri* 
cmn Erfg C^mmtret «tc. im to»*. Stack S. 900.) 



* De^ Hauptzweck Riley^s, den er in der Vor- 
rede ganz treuherzig und ohne den mindesten 
Schein Von Täuschung angieht/ — Theilnahme für 
leine noch im Elende schmachtenden Leidens- 
genonen zu erregen , und selbst Monroe* s eignes 
Aufforderung zur Herausgabe zu genügen, — ent« 
ftriit ihn $0 weit von jedem Strehen» das Publi- 
cum mit Erzählung wunderbarer Dinge zum Be- 
sten zu haben, dafs die von uns bereits erwähnten 
Aufklärungen über das Innere von Afrika^ die das 
Buch enthält, sehr wenig Verdacht erregen können. ' 



*) Wir versprachen nnsem Lesern im ▼origen Stück 
der N. K* G. £. eine vollständige und treue Ueber- 
setftüiig von Sm - Hänuft sweimaliger Keise nnd Nach - , , 
lioht ven TMiliieftt ua^Jtatieneh, ttnd erfüllen hier^ i 

/ D.U, ' J 



jwl unser VetspcseiMtt« 



Abhandlungen. 973 

So anziehend einem gefühlvollen Leser die Er- 
zählung Von der Schiffbrtiöhigen traurigen Schick* ' 
salen seyn mag, so gewinnt doch die Wissen^ 
icfaaft dabei Nichts, und überhaupt ist in Allem/ 
was Riley^s Reise betrifft, wenig zu finden, wo^ , 
durch man irgend eine neue Ansicht gewönne. £r 
macht "zwar Ansprüche auf sehr viel Gründlicfhlceif 
bei allerhand ' geographischen TermutHungen , die 
er zum Befsten giebt, allein sie werden höchstens 
Dilettanten imponiren können, 'und gewib'tehc 
wehige derselben find ^on wahrem Werthe. 

Das fÜQf und zwanzigste Gapitel , des Bucht ' 
aber , das als eine blofse Episode erscheintt be| 
weli^her der Verfasser keine Ahnung davon hat,^ daft 
das Publicum ihm für diese Mittheilungen ganz'*) ^ 
vorzüglich Dank wissen werde, giebt unstreitig 
dem Werke eitlen hohen Werth, und ist eine Ao 
quisition für die Geographie, welche die gespann- 
teste Aufmerksamkeit jedes dafür eniipfängjlchea 
Lesers erregen wird. Dieses Capitel enthält näm« 
Uch die Reisen de«, Arabers Sidi Harnet, angeblich 
ihm selbst, als Dictirendem, mit Zuziehung eines 
Spanisch Redenden Dolmetschers , nachgeschrieben* 
Sidi ßamefs Erzählung giebt nicht blofs übet 
Tomhuctü^ ne\ke Aufklärungen, sondern miacht uns . 
sogar mit einer nocU weit tiefer im Innern Afri- 
ka*s liegenden Stadt bekannt, deren Name höchst« 



*> Auf dem TitdbUtle' der Ngw^YöfJtit OnfpntLlBXkt' 
gäbe dea.Werka i»t dieser wichtige BestAtidthail des« 
•elben nicht einmal genannt. Murray^s LondnerÄut* 
gäbe hat erst dieses ai^ockende Aushängescl^ld, 

' U a 



j 









^1 

jl74 jfphandlungitn. 

wahr$€b#in)ic]bi »och nie von einem EuropSüchea 
Ohre gehört worden ist» und zwar einer nn^e^ 
heureiü Stadt, da $ie~ zweimal gröfser als Tof^- 
h,\^tu s?yn ^oU. Da sie an den Ufern des Niger 
9;^^dLVLi und ungefähr sechszig Tagereisen süd- und 
ip«twäru von Tombuctu . ent{ernt ist, so ist zuf 
fileicb ihre Entdeckung auf die Entscheidung dei; 
so wichtigen Frage, welchen Lauf der Niger 
^ehnufy von grofsem Einflufse. 

Da Al]es auf die Zuverlässigkeit der Entdek«» 
kung ankPAunt, so ist die erste Frage; ^«Idi« 
Gewährleistung sowohl iür Rileys völlige Glaub* 
wikdigkeit, aU für die Ehrlichkeit des erzkhlen- 
tai Attbers votiMaiden tey. 

für Riley selbst sind in MurrayU Londner 
Ausgabe du^rch ein^i^ vorgesetzten B^ief des Herrn- 
y'ames Renshaw' ^ ii^ London , dei: mit dem Consul 
in Mpjgadqrt Htn* ffilUhire^ in enger Verbindung 
steht, sehr ^hre^voUe Zeugnisse beigebrficht. ,So>^ 
wohl Jf^illsljkire in Mpgadior , Riley' e Befreier , alt 
Gre^y dejc Englisch^ Consul in Tangfr^ . und 
Simpson, der, Atnexicanische Consul in Tunger^ 
sprechen von ibin , als einem sehr achtupgswürdi«- 
^en M$kiine9 und der auch in seinem Vaterlande 
in. €ibjren4en Verl^indungen stehe. Na^b einer 
Versicherung des Quarterly Review (No. XXXII) 
find au^ Neiff- yprk , sliRile/s Wohnorte, ebenfalls 
die günstigsten Zeugnisse über ihn 9 als einen äu- 
fserst redlichen, wahrheitsliebenden und kennmüf^- 
]rjq<^?n Muh nach :&ogiai|d gdkomaaex^. 

Der AsabttT Sidi Hörnet ist kein unbekannter 
Abtnt^nrer» sondeisi unter seinen Limdsleuten ei» 



/ . 



jibhahdlüfigeti. 



«75 



Xittefat tmd d^ ^elne Sprache zi^ral^ch^gHt schreibt. 
^Dupuis und der Schiffer Adamx haben ihn schon 
gekannt WilUhire iXi Mogador hat ihn 14 Tage 
itt" seinem Hause gehabt, unA Rileyn erzShlt, dafs' 
> während dieser Zeit verschiedene, zum Waai^enein- 
Itäni tu. ihm gekommene Maurische Kaüfleute aas. 
Wez diesen Araber erkannten und versicherten, er 
iey voxl' ihnen vor einigen Jahren in Tomhuctu 
gesehen worden. Ihn für einen leicht fertigen Lügner 
za baltiFn, verbietet überdiefs sein ganzes Benehmen 
gegen Rüey und TfTllshire^ denen er sein Wort 
gab, dafs er alles MögUche zu Befreiung der übri- 
gen Leiden^sgendsse» Riteya thun werde. Wirk- 
lich ist seitdi^m schon ein Theil der Unglucklicheii 
durch ihn gerettet worden. 

f £in I&uptzweifer entsteht dadurch , dafs Kiley 
auf der Reise durch jenen Theil der Wüitef/ in ^ei* 
Der Lage, die er selbst die fUerentseftzlichste 
sidnnt, in welche Menschen komnden können, und 
die in seiner Schilderung wahrhaft schaudererre*^ 
-gend uod hemerreifsend ist, doch fähig gev^sen 
süe^n will, durch grofse Aufmerksamkeit auf die 
Gespräche der Araber da^ Arabische hinnen me- 
nigen Tagen so gut zu lernen, dafs er sie, wenn 
ibre Unterhaltvtng sich umi diöf gewöhnlichcii öis- 
genstände drehte; hinreichend verstand, {^o cörrtr 
prellend the gefieral tenor and drift of tkeir or* 
dinary conversation/*)' obgleich unter seinen Ge- 
fährten, selbst dann, als sie erlöset wurdefn, kaum 
Eiser wa?, dei^ atxch nur ein einziges WoH (a 
sthgle Word) vom Arabischen verstehen gelernt 
Uitte. Biiey wiH uns diese unglaubliche V«»^- 



s / 



■*■ . ,'" 



■^ 



%^h Ahhdnilungeiü 

ticberuDg dadurcli wahrsclb^ixilicher macbeii , daCi 
er eine Men^e. Europäischer Sprachen habe sprecbea 
hören 9 und besonders des Französischen und dies 
Spanischen selbst mächtig , sej. Er sagt, seitdem 
et eine ^rofse VerM^andtschaft des Spanischen mit 
dem Arabischen bemerkt gehabt, habie er für die 
im gemeinen Leben vorkommenden Dinge sich auch 
imiHer schon die Arabischen Benennungen einzu- 
prägen gesucht. J^tzt als Gefapgenem in den Hän- 
den der.^arbaresken sey ihm auf Erlösung gar keine ' 
Aussicht geblieben, wenn^r nicht vor Allep:i- es so 
weit bringe , dafs er seinen Arabern sich verstand« 
lieh machen könne. Mit der grölsteh Aufmerk* 
samkeit habe er daher auf jede^ ihrer Woi^te ge« 
hört. Indefs , da das Spanische vom Arabischen 
noch unendlich verschieden ist, so bleibt dielsFactunot 
immpr. staunenerregend und gräuzt to's Wun. 

derbare. . . 

' »1 • 

Der Uebergang, den Kiley zu seiner Episode 
von Sidi Hät/z^^'* Reisen macht, ist folgender. 

Er hört von seinem Befreier, Herrn iVülshiref 
dafs Sidi Harnet w ihiead Kiley's Abwesenheit ia 
WilUhire' s H^iuse meh?:mals B eisen ervväliht habe, 
d^e von ihm früher nach Tombuctu gemacht wor- 
den seyen. Ohne von dem vielen Geräusch-» das 
Tombuctu jetzt in England .maeht , und von dem 
Werke des Schiffer Adams das Mindeste zu wissen, 
£ndet sich AtZex dennoch als wifsbegieriger See« 
mann durch sein Verlangen ; vom Innern Afrika^s 
überhaupt^ vorzüglich von der grojsen Sahara 
und den ihr südlich liegenden Ländern eine deut^ 
lichifrM Forstellung zu bekommen ^ sehr stark vec* 



Abhandlungen. ijj 

«Alaüiti seinen Araber fiber jene Rehen auszufor- 
sobeii trnd fXhrt nun im 358teji Capitel seines Bachs 

6. 347 •^ ^V^ = 

,' • • . • 

' Ich nahm Sidi Harnet und 8ei|ien BrudA an 
einem heitern Abende . auf das Dach des Hanset 
(welches ein Orientalisches, flaches und gUtt, wie 
eine Hausflur war,), und sagte ihnen, dafs ich sehr 
lu wissen wünsche, wie es ihnen möglich gewor* 
den sey, den Weg durch die pfadlose grofse Wüste 
%a finden. Sidi Harnet bezeichnete mir hierauf so- 
gleich, mit der Hand hinweisend, am sternenhell 
len Himmel den Polarstern und den grofsen Bär, 
nnd sagte mir die Arabischen Namen der vorzüg- 
lichsten Fixsterne und Planeten, die eben am Fir- 
inäment sichtbar waren , mit Hinzufügung einer 
Beschreibung seiner Methode, nach diesen Sternen 
den Weg zu wählen und zu rechnen. Seine äufserst 
richtigen Bemerkungen' übler die Sterne setzten 
mich ganz in Erstaunen: er schien mir mit den 
Bewegungen der Himmelskörper weit bekannter za 
aeyn, als ich selbst es war, der ich doch so viele 
Jahre mein .Studium daraus gemacht und mit ihrer 
Hülfe, als Seemann, so manche Gegenden des Erd- 
g^obus bereiset hatte. Um mich zu .überzeugen, 
dafs er wisse, worauf es hauptsächlich ankomme, 
legte er zwei kleine Stäbe in rechtwinklicher Lage 
Kreuzweis, und so dafs der eine gerade auf den 
Polarstern hinwies. Dann legte er noch zwei an* 
dere, so. dafs- ein Achtel getheilter Zirkel entstand, 
und • diese Achtel endlich vermehrte er zu Sechs« 
aehnteln* Mithin hiUte ich nun schon den Beweis, 
er wisse die erforderlichen Abtheilungen des* Ciom«^ 



I 

put«i. Jkm folgendDii ;r«|[e b«t ich sb»^^ wtetim 
laineii Reisen durch- die Wüi t;^ ^in« uqiMiuiilk^ 
Nachricht zu g^en, wozu er sich deQii: Uemi £U|^. 
den lieft und folgende Erzählupg begann. Ich taSti 
Ijrlhrend ex erzählte^, »m Schreibtische und schrieb ^ 
ihmni|ch; indem ich den Meueen BA Mud0n a»4. 
{iüUe nahno,. um mir in Spanifcbe^ Spreche Dol# 

' nn^cher und Erläuterer »lies dessen %n seyn% ^o» 
büi meine Kenntnifp des Arabischen nicht iMssreicb-* 
y^^ vm den Erzählex ganz zu verstehen« Dem l.e« 
•er gebe ich Alles» $o sehr ali mpgUcb« den. Worteii 
4ft^ Erzählers treu bleibend , und hielte mich dabei 

> nipht für verbunden , für Sldi Hfanet*s Richtigkeit; 
difr Ansicht oder strenge Wi^rh^^itsliebe Bürge %\at 
«eyn». obgleich ich für meine Person gar Xein^n 
Zweifel hege, dafs er withr zu reden allen gut^i 
'Willen hatte, und dafs er es gethan habe». so lehv 
.ihn sein Rückeriunerungsvermögen ^dazn in 8tkn4 
set^e. Da ^r .ein Mensch yon äufserst glücklicheni 
Gedächtnifs ist» und die Begebe|iheiten, die er xmt 
9iu erzählen hattf» ganz geeignet wareut sich in. di« 
Seelt eines so verständigen Mannes tief ein^upräg^n^ 
ao bin ich fe$t überzeugt » seine £i z^hlun^ in im 
V^tsent^chen i^er Wdiitbelt getreu« 



. 



Erster. Ahschnitu 

Bmahlviig tiiwr ücite Ton fVidnun durph dif grolk* WAfte 
' n«^ J\tmbuetu fi|t4 wie4*r sarück nach Ip^idnuih 

nPi* grofse Wütte m durehreisen untomahnl) 
iiil des erste Mal rof neun cder zehw Jahren, - da 
Ich niifsh in der Nähe vqq Withuen anfhielt, ^<» 
Utk in ^iih0ik Mi Tc^ttr heisrntbeif t wi hnrli^ 



I \ 



* 

Wttili» It» mir xwei Ue>e JtfhfM' vatA «in 
MMcben gegeben' hat. Ich und meia Brnder Siriä 
kegabeu nus auf meines Sckwieg^yetert Eetk »sr 
CsraTiiie in Widnun^ und tvir hettto vieir «rtc 
Biäb und einigen andei^ Kaofmenn^üterü MIa- 
dene Kam)»aU. Ditf ganie Cararane bettand Mi^ 
ungefähr drei tm^«nd Kameelen und acht hundetV 
Menschen ) mit WaarMi r<m fast jildÄr'fTaUung ieir 
itt JMiroiko^ reikäuflichen. Die Mlnn«r wUMi 
iämmtlich mit guten Musketen tmd Sibeln be- 
wafiner* und das Ganze unter dem Command') 
ilas Sthtik Ben S^Uiman von WöideUün nebet 
^er guten Führern. Wir reisHen Ton Wütnnn. 
im Spitjahre aus, erst nach Suse^ ein^m sehr 
hindeutenden Handelsplätze» dann sedirTage lang 
immer wentuk fort» am sechstel^ zum letzten 
Gebirge kommend, wo svir zehen l^age lairg' Hadt 
snacfaien und unsere Kameele das Gebüseh ab* 
iwisiden liefsen , während die HäHtd der Manii^ 
st^haft beschäftigt war, imm Gebirgif* IcitXi zQ 
hohlen und zu Kohlei^ zu verbrem^etf , die ^tir vtL 
Säake tbaten und den Kameelen über den and'ern 
^a^t«ri noch aufbürdeten. Dann* btachM' wir zur 
Wüsle aufy erhöben uns zum Niveau des Gebirgs^ 
der um ein Beträchtliches höher ist, als das im. 
Norden anliegende Land, und reis'ten auf dmn 
Barten Boden vier Tage lang fort. Dann giengen 
wir zwischen jenen hohen Sandbehrgen weber^ die 
ih^ bei unserer Herreise' gesehen habt, in der Ab« 
sioht, ^ns imxner längs dem M^et'e zu halten, da- 
rillt wir GewlTsheit hätten , stets Wasser zu fmden. 
Wir gianganbald i^uf«^, bald zwischen diesen gro* 
Isen Sandbargen hin , die damals seht iUMt tu pa#» 



9Bo Aih^mMunten.^ 

. . . .- / 

i^n w«r«i> w^ll der: Wind fahef^^ blies, ilti» 
ivürnui«, kaum bei<^ammexi erbftbeii konmeii, ' ^ni 
Q^ft vbm^Flugfiande beinahe bedeckt ^warten. *" Wir 
kamen «rst napb s^cb^ Tilgen i^ber sie biiftäu«, wo 
wir dann zebenXage Jang über einen Boden rei«'ten,' 
^tvglau und fast so bait, wie eine Hausflur war, 
und am zebenteii Ta^^e eine Ti^inke erreichten, 
wflcbe Biblah genannt wird. Hier tränkten wir 
i|n^ere ^ehr durstigen Kameele, von den^a schon 
«cbit gestorben waren und uns znr Nahrung ge- 
dient hatten. ^ir blieben bei diesem '.grolsen' 
Teiche sifibeii Tage , und reisHen dann uäilntear« 
brochen zwanzig Tage lang süd-^ ostwärts !*} nach 
einem andern Teiche fort, der den Namen Kibir 
Jihl hat; allein wir fanden kein Wasser in,ihm> 
nad waren daher genöthigt, eine sechstägige Reise 
nach der Se^küste zu machen >, in deren Nähe wir 
einen Teich sehr schwarzen und salzigen Wassers, 
fandeli« Wir mulsten unsere Kaipeele ihrer Bür« 
den entladen und am Ufer zur Tränke hinabfüh- 
ren. Nachdem sie getrunken hatten , gaben sie ei« 
' nige~ Milch y die bei ihQen schon .fast ganz ver^ 
trocknet war. Wir fanden indefs keine Weide lüt 
sie» und waren mehrere Tage lang genöthigt^ sie 



*) Im Originaltexte steht westlich. In 'EiUy's ganzem 
Buche I vom Anfange bis zu Ende ist, wie das Quar^ 
ttrlx J^*view sehr richtig bemerkt, durch einen hei 
einem Seemanae ganz unbegreiflicben Irrtl^um Ost 
imd West heinahe ohne Ausnahme ver wechselt. Mei- 
«teniheils mnU also in RiUys Texte für Ost West 
und vi ▼. 8ubstituirt Werden. Dasselbe ist sogar ei- 
nige Mal bei dem Berichte von Siäi Hamei*s Reise 
der FalL ' Anm. d. U^hnrt, 



I 



I 



Ahhandluhgem ^ ) aSY 

taglich ^Ein Malvo« dim Kodlen h%i$im z« Ifttsan«' 
Diefs erhielt sie^zwar b^i'm Leben« madite aber 
ihre Milph fast «o schwarz , wie die Kohlen selbst 
waren. Dennoch war ,sie schmackhaft, und wir 
sclüizten nns glückUth sie en haben. Unsere sämmt- 
licnen Kameele zu tränken hielt uns sechs Tage 
aof^ nach welchen wir wieder aufbrachen und im- 
aner in der Nähe der See reis'ten, wo wir unze* 
föhr alle zeben Tage ein Mal Teiche antrafen, 
ähnlich jenem erstem , aber an dem niedrigen 
Gebüsch in den wenigen kleinen Thälern nur äu- 
Iserst wenig noch grünes Laub sahen , weil in 
dieser Gegend der .Wüste seit langer Zeit kein 
Regen gefallen war. 

i 

„Nach einer Reise von vier Monaten kamen 
wir in den südlicheii Theil der Wüste, und stie- 
gen ih^s Land Soudan hinab, wo wir' einen k^ei» 
nen Snom guten Wassers fanden , dessen Ufer 
einiges Gebüsch und Gras hatten » und an wel* 
icKem eine sehr zahlreiche Horde von Behebest' 
Arabern gelagert war, die einen üeberflufs an 
Gerste und Mais oder Indianischem Korn bei 
eich führten, wovon wir eine Quantität kauften, 
Brod buken und hier einen Monat verweilten. 
Wir verloren in der Wüste mAr, als drei hun- 
dert Kameele, die durch Ermüdung und Wasser- 
und Futtermangel verschmachteten, aber nicht 
einen einzigen Mann. Alte Araberhorden, die- 
nen wir uns näherten , ^ thaten schnell ihr Gepäck 
auf die Kameele, und ritten, um nicht beraubt ztt 
werden, so schnell davon, als sie niar konnten, 
und wir fanden keine einzi|^e stark genug, uns an«- 



N. 



dg» Ahh0tndtung0^H* 

rnfnÜMj db wir g^.ei<h fn ijüi SafM^ä ^^ fin^' 
Smn> Wüst« ,eind^ griffe Menge scAdher Horden ttt^ 
^ getrofftn babdor. A^^^i ne wtireik sehf arm/* 

• , * > "* 

Idi fragte ihn dann,' was die Oberfläclie der 
SAaray als er durch sie gereis^t sey, für ein Aus- 
gehen im Allgemeinen gehabt habe, oder ob un- 
t^r verschiedenen Gererden derselben, vorzüglich 
. an der Rüste ein wesentlicher Unterschied wahr- 
genommen werde« Biexauf antwortete er xtäxt 



Sahara ist in ihrer ganzen Ausdehnnii^ 
an der Saakuite genau so beschaffen, wie jener 
Theil, ddrch welchen wir mit Euch hieher ^e- 
iommen rizid, ausgenommen aii Einer Stelle, wo 
wir beinahe einen Monat lang gei^is^t sind , ohne 
auch nur ein einziges Thal mit grünen Büschen zur 
Fütterung der Sameele in demselben anzutreffen : 
das Ganze ist eine Wfista ohn# Pfad und Spur. 
Nabe am Meere waren wir genöthigt, über Sand» 
berge zu ftaigen, die der, durch den Seewind 
von der Küste her netriebene , Sand bildet , aber 
die I^ührer giengen immer vor uns her, um den 
Wegt den die Caravane nehmen müsse, und 
die Plätze, wo man. anhalten könne, zu zei- 
gen* Unsere Kameele hatten alle Kohlen, mit 
denen wir sie bei der Abreise belastet hatten, be« 
tau ^aufgefressen,^) und zwei von ihsien waxan gt» 



^) Diases senderhar« Factum, bei dem sogar EngUtche 

Geognpkva «iiftofsen, wird noch nnverstlifdlichfir 

' ^iOr TeoMieke LesKr uijn. Das QQürterly Review luit 



V 



y 



fcorben « <sa dab ich und mein Bruder nur noch im 
jBesitz von zwei Kaaieelen waren , ^öch-betatien wir 
imsere ganze Hab^ an Waaten iiocb. Nudident 
wir einen Monat ausgeruhet und die Zahl ups^ser 
Kaxzleele ergänzt hatten » cetzten wir un«er(t. Reb« 
aiach der östlichen Gränze der Wüste fort» wo wir 
euf dem gröfnen Theile des Weges immer aüdtt^ 
liegende . Qfebi^ge iror Augen hatten, und kaiMA 
nach zwei Monaten in die Nahe von ZVmiwcfts» 
Port blieben wir mit der Öaravatte in einem tiefe« 
Thale und giengen alle Tage mit iiasfiren Waaiw» 
(jedoch ohne unser Schiefsgewehr) bis gauji nnhi 
mn die festen Maiiem der Stadt , um diese Waarea 
an die Neger abznseuen, welche Gummi , goldene 
^^Ipge, Goldstfittby grofse Zähne von d^Art, wif 
iieia Swearah verkauft wer Jen, (d.h. Elephaaten- 



das Wahre daton liemlich durch Coujectur gefunden 
und die Bestätigung durch dsn mit Afrika sehr bebuin- 
ten Ktnshaw erhalten. ^»Dafs Rameele mit Kohlen ge« 
füttert werden/' sagt es a. o. a. O. , »»ist eine Jl^ach- 
rieht, die uns, wir bekennen es, vollkommen neu war. 
Bei der ersten Erwähnung hielten wir es ffir ein h^o« 
Ises 'MiTsverständniXs Biley^a oder für einen seltsamen 
Druckfehler, und glaubten, Kohlen fiir die Kameele 
sollen weiter Nichts heils^i» als: den Kanieelen auf- 
gebürdete Kohlen^ deren man in der Wüste, wo kein 
HoU^ 9um Fe^eranmachen ist, zum Kochen der, 
Tiotualien beäürfel Allein da bei den folgenden, riA 
dentUph^m Stellezi ^e solche Tepnuthung gans na- 
^att^aftward, so suchten wir uns durch eine anderf 
M(]tith|^8u^ %xi helfe^^ Dürfen wir annehmen, dala 
«b^S Wasf^ in denMägen , selbst der lebenden Kameele, 
lattL .werden k|uui, so könnte, Hol skohle als ein sehe 
hei^^jP^e;c Yer^üTser des Wassers, allerdings fin Mit« 
tfl .sign^y ijMK Teadeos tum Fanlwerdca entgegen* 



• i 



3S4 



A bha nd l ung en. 



zSfcne,) Sclaven und feine Turlsaue zom'Aastauseli 
ddeogea* brachten. Sie hätten leinen Uebcrflufs an 
Kühen« Eseln, nebst einigen Schaäfen , auth Ger» 
€te, Roggen nnd Reift. > Der kleine Flub aber, 
welcher dicht ah ien Stadtmauern westlich Üiefst^ 
war völlig' ausgetrocknet, und die Einwohner Her 
* Stadt waren 2ar Herbeihohl ung ihres Trinkwassets 
gen5t&igt| mit E&eln nach dem gtofsen Flüsse ini 
Sieden der Stadt 2u gehen, (ungefähr eine Stunde 
Wegs für dto Kameelreiter,) und' auch wir mulsteii . 
dorthin , um unsere Kameele zu tränken und selbft 

Ktt Irinken» • " ' 

• . * ' f . ^ 

* " 

f^Nachdeiti wir anderthalb Monat in der Nähe 
TonA&ctus gewesto waren, so brachen wir, 4a 



suMTbeiten. , A})^r . aucb.dii^rs ist «ngegründet ^ , und 
wir bedauern daher, dafs Ril$y stsitt seiner, ganz zum 
lieber flusse gegebenen langweiligen Betichreibung des 
Kameeis uns nicht lieber eine Sache von so aufser- 
ordentlicher Neuheit aufgehellt hat. Giebt es vi^«* 
leicht eine besondere Pflanze , die blols gerostet 
wird, so wie wir den Kaffee rösten, und welche 
unter jener Kohle verstanden werden muls? -^ Diese 
letzte Vermuthung war die richtige; denn der Kevi- 
ewer erfuhr während des Abdrucks der Recension von 
B.enshaWf dafs von der >d(r^-itiern das Fleisch, nach- 
dem das Oel herausgeprelst ist , von den Arabern ia 
Kugeln geki&etet und gebacken wird, und dafs die 
CaraVanen" die^k Kugeln nicht nur statt Brennholzes, 
sondern auch *als Futter für die Katneele mit in* die 
"Wüste nehmen. Diese Kugeln -werden ^aüch von Ali 
Jb^i und andern Reisenden als Futter fiir*s Vieh' er* 
wähnt, nnd Rilex nennt s^e Kohle, weil er seinei» 
Spani8<;heu Dohrfetscher hier nicht Verstilndcn hat; 



Abhandlungen., - sSS 

.iingfiniltige Jafaretz«it nahe w&ir, wieder nach 
Widnun auf. loh war während der ganzen 2%it^ 
die wir dort verweilten, nicht selbst in die Stadt 
gekommen, weil man mich zum Hauptmann über 
zwei hundert unverer Gesellschaft erwählt hatten 
' welche unaufhörlich* bei der Caravan e Wache hal- 
ten mufsten » um das räuberische Geisindial der Ära« 
ber und die Negerbanden', die ^ bestSndag' auf lauer-« 
t€^, um den günstigen Augenblick zu ersehen, wo' 
sie einige unserer Kameele entführen könnt'eii^ aV* 
zuhalten* Wir verloren jedoch von den Kameelexr 
während; unteres dortigen Aufenthaltes bloft zwan- 
zigy und der Scheik gab mir zmr Belohnung mei^' 
ner dort geleisteten Dienste eine hübsche jüng^ 
Megersclavin, die ich mit in meine Heimath nahm 
vmd die noch bei meinem Weibe lebt. Wir bra- 
/ cl^en von Tombuetu im Monat Khamadan auf,' 
nadidem das Fest vorbei ^ vrur^ und nähmen Aim 
Rückmse äu£ demselben Wege , auf dem wir ge- 
jLozmnen waren, das heilÜBt: wir giengen erst einen 
Monat lang an der Gränze der Wüste westwärts. 
Wit wagten es nichti irgend Etwas zu nehmen, ohne 
dafür zu bezahlen , weil wir uns vor den Eüige«* 
bornen fürchteten; die eine Mistühung von Ara- 
bern und Negern und säinttitlich Mohammedaner»' 
a.ber Menschen von einer sehr rohen Gemüthsart' 
waren., Sie hatten auch viele Weifse alt Sciavetf 
unter sich. Ich selbst sah ihrer sechszehn oder 
aebtzehn, und eine grofse Menge schwarzer Scla- 
vexi. . Diese Rechtgläubigen haben sehr schöne 
Pferde, und tsie tbachen Excursionen südwärts inV 
liand deriKUIfseund greifen dort Städte an i^nd 
^Kmen sie: ein, w^ ^ühxen alle Neger von dort 



\ - 



/ 



^6 AJßhatt^lHHg0%, 

ß\B ScUiTttB weg, wemi sie oiekt an Crott«» Imili^ 
0eti Pxäpbetep gUaben wollen« Auch aUet Hat 
Vieb imd ihre Reifs - und Kornirarräthe führeii ÜM 
iseg und v«rbrenpeu ihre Häuser« Wenn aber dsete 
Kegßt de» wuhren Glauben annehmen, «o sind 
aie der Sclaverei nicht unterwerfen , und ihre Hau» 
ai^r bleiben verschont , nur AaSs sie die Hälfte th« 
X^s'yiejies und die Hälfte ihrer Rei's^ttnd Kom^ 
ftirri^ d^ Siegern überlassen müssen, weil Gott-« 
99 sagen sie — ihre Feinde in ihre Hände gegeben 
^t^ Olf Neger leben in kleinen Städten^ die mit 
{Udif und Gebüsch eiugezäuiit sind, und fnweilea 
#ucb mit M|.uern von Steinen; aber die Arafapf 
\ehen blo(^ in Zielten, und können in jeder Mi« 
9Ate «auf ihren Pferden sich anders wohin bege« 
^en« wi)irend ihre Weiber und Kinder auf ÜMt* 
sneeleu iind Gseln nachrei^eii. Sever wir nach des 
^üste nordwestlich nach der Seeküste hin anf^ 
brachen,, machten wir iin Qebirgslande Halt, tnU 
^rten unse)^ Kameele wd verbrannten Holz zu 
Kohle, um. sie mit uns zu nehmen« Wir waren 
4in Ufer eines kleinen Flusses gelagert, eine Tag- 
Xfdß^ von ein^r ^r:or$en Negersti^t, die Jatht^w 
genannt wird, entferiit. . leb gieng nicht bis zti 
derselben hin, aber der^cbeik tbet es und kaufter 
eine Quantität Jloggen und Gerste und vieraig 
Ochsen dort zu unserer Einhaltung in der Wüste* 

• . *' • * *^ 

9, Als \^r nnsl^e nothigen KoUeii' gebrannt 
luvten .und m^t unserjii Proviant in Ordnung wa^ 
ipttf reis*ten wir weiter in der ebenen Wüste fort^ 
iiatimen eine nordw^t^che Richtung und knnen iü 
i^iißiJBü^ Monatfn^wie^ mck mimm^ nadndtaa 



•^s 



jtbhandluniiH. V8r 



'wir hßt imdtrtiialb JfaBr über dieser Heiie' zagh^ 
i>t^ht hatten. Wir hatten tuigefähr fünf huftdink 
Kameele verloren^ die crntweder ttarbea^ o4er vfe& 
uns, um uns zUr Nahtung zu dienen, geschlach« 
tet wurden. ' Wahrend uns^rs Aufenthalts zu Tom- 
huctu und ^tat Rückreise - waren toch vier und 
dreiCsig'Von unsem LeütexL und. ach^ig 6cla?e|ii 
gestorben^ ^' 

Ich fra^e ihto,' Was für Waarto sie Mut die. 
ser Reise bei sich geführt, und er entgegnete:' 

,,Wir hatten ungefähr hundert kameele, di« 
^t Eise^wäarM' ttnd Messern .beladenv inid zwei ' 
biindertii die mit Salz beladen wareil. Alle «inr§» 
gto brachten Häiks^ blaate und Weiliet Tunli» 
Ambra ^ Tabek, ftcideike Sdmüpftücher^ Chilly^ 
Kraut, .Gewürze Und eine grirfie Menge aiidei«|r 
rArtlk^ Ich und Seid hatten zwei unseorer Xa^ 

} 

ineete. verlöten.» aber- zwei Megerikclaven und. ^ixd* 
gen Goidit&ub,. des Werths.'von sechk ICameelels, 
und Schiiiuck für tmseid Fisaüto erhalten. Schaik 
jili indefs war tächt befriedigt, weil ich ihm nioltt 
zwe^Sd&ven gatr^ sod^iCs er einen Krieg gegen raieh 
I>eg4hti, liiid meine Feitüttg^ Abb ich gdsanet hatM», 
(es War Jaur ^ne kleine,) InederlehdEi ^ iuid <ühi 
meine Habe,^ aalalnt imbüx^ip^ W^ibe^ n^t steh nahoi, 
-weil tr sagte, ich sey *ili «chleckter Maiin^ und er 
aey starker, als icb. Ichs^lb^ jedoch «ütwisthte 
ihm, tdid naeh feindtn Jakire bat ich ihii um Zu- 
aückgäbe meines Weili6« , und er gab es mir ftamitit 
meiner mir geliommeftieti Habe ^ denn' ^ liebte 
«eine Tochter. 'Aber ich hatte keih Haas, tdaher leg 
.väi in das Gebiet des Sukmli in di# Nfibe d« tedt 



\ 



> 



* < 



/ 



^Murokoj dicht am Fufäe t^ Atlas - Gebirget, uttd 
lebte dort mit meinem Vater und. Brüdern zwei 
iJahre, ohne weitere Haadelsreisen au maiehexi.*^ 



Zweiter Abschnitt» 

Mißt Unmtt ttBteniiiniBt ex»« zweite Reite nacli Tbm^ucfv. ^ 
DieCarawane wird durch Wassermengel , dnrcli ersdcJcenAe 
TVolken von Flni^and, di|roh Auf mhr n.t. w. fast ganz <v er- 
nietet« «^ Die wenii^aji Entkonmeacii retten '•!«>& in die 
•ftdliche Gegend der Sahara, 

■* , ' 

9^Uai diäse Zeit erhielt ich von Einem t der 
mm unserer Gesellschaft gewesen war, als vrir. 
-Wta ersten Male nach Tombuctu reis'tett , Na* 
«xnexi^ Bei Moete^ einen Besuch. Er war im Be« 

.^giiff,.*sich wieder zur Carawane in Widnun zu b%. 
gebMi^ und redete mir und meinem Bmider Sieid 
zu, uns ihm anzuschliefsen» Wir katiften dab^r 
gem^ncchaftlich acht Kameele und v«rleftuft^ia 

' n&der Hornvieh und die SchaaiFe, schafftcii uiis 

fttr das gelös'te Geld Waaren und Schiefspulver 

«B^ und.giengen mit ihm nachJ^'^iTiim und hohl- 

.teii die Carawane ein. Scheik Mi kam noch zu 

siir wie ein Freund »nd gab mir zwei mit Gerefe 

.^Üekidene Kameele, und wünschte mir einer giüc)c- 
Bebe -Reite. Der Scheik^ %mt ren der ^akizen Gre- 
ae)ücha& für daa Conunaado der Carawame «r- 
tdifaH/W<«r^ .hiels Sidi IshteL Er war der Freund 
vckii^di JshtriHf d^m last >die< Hälfte der g,aasrzeiKz 
CosflBwane eigenthümlich geborte, rund wir. faüra- 
Indien ^mnitW^dnun auf nait> uagefähr vier -teiuseail 
Kaivarol^si /und mehr alsi tausch Männern, - die 
atta« |[Wt bewaftlet wai^aiu ' Wir-iiattaia.umi. niöLX^ 

y' * - ' '> • ' . 



i _ 



Abhandlungen. 



»89 



reichlich , mit Qerste verseheü , und hatten feine 
beträchtliche Anzahl Milchkameele, und es war 
von uns beschlossen nach detn Süden durch dio 
Wüste zu gehen ^ ziemlich in einer geraden X.inie 
^nlTombuctuzMj des Weges nämlith, welcher der 
gewöhnliche der grofsen Carawane ist, obgleicli- 
' mehrere derselben eben auf diesem Wege, ganz auf- 
gerieben worden waren, ja gewifs aller zehen odet 
zwölf Jahre Eine, Wir reis'ten nach dem Süden, 
lim das grofse Atlas -Gohirg^ hirium, um \vrelchet 
zu kommen schon sechs Tagereisen sinä. Dann 
machten wir noch dicht am FuTse des Gebirges 
Halt, und fälleten Holz und Wannten tfs zu Kohlo 
für die Kameele; denn. die Carawanen wagen ea 
nie, den Weß durch die Wüste zu nehmen, ohne 
sich mit diesem Artikel gut zu versorgend Vier- 
hundert Kameele wurden mit Froviaht und Was- 
ser beladen, und nachdem wir zehn Tage ge- . 
ruhet und den Kameelen reichlich zu trinken ga- 
geben hatten^ lenkten "wir uns gei^ade in, die Wü- 
ste hin em und zwar südöstlich. Wir hatten aber 
äie ersten funfzehen Tage keinen Sand': Alles war 
glatte Oberfläche und so hart zusammengebacicen, 
dadi selbst vqn den Tritten der beladenen Kameele 
keine Spur dafinn sichtbar ward. Wir fanden kei- 
zien Pfad, dei: uiis führen konnte, und richteten 
uns blefs nach den Sternen und der Sonne und 
dem Monde. Wir fanden in diese)r ganzen Zeit 
ni;r Eine Stelle, wo die Kpimeele' weiden konnten. 
vdurch das Abfressen des 'Gesträuchs in einem nicht 
sehr tiefen Thale. Aber der Teich . in dieseni 
Thale war mit Steinen , und Sand angefüllt, so 
dafs wir ubs mit ktintni Wasser aus demsflbeu 



N 



t9<> 



tr 

Abhandlung eri* 



verseben konnten. Nach den fünfzehn Tagen je- 
doch kamen wir an ein sehr schöne« , tiefen Tlial, ' 
in welchen;! zwanzig Teiche waren. Sechs von die- 
sen hatten Wasset, die ührigen aber nicht, weil 
die Wüste schon sehr dürr war. Hier . trahkteii 
wir alle unsere Kameele und fülheü unsre Fla- 
sehen und' Schläuche , und nachdem wir hier sie- 
ben .'t'age gerastet und unsere 'Eazneele .zuletzt 
koch reichlich ihit grünem. Laube und Jpornbü- 
sehen belastet hatten » reis'ten wir südöstwärts. 

», Wir reis*ten drei Tage lang auf dem harten 
Sande fort , und kamen dann in unzählige * Wol- 
kea von feii;iem Flugsand hinein. Es war nicht so 
grober Sand, wie Ihr auf unserer Reise an der^ 
$ee gesehen habt, er war vielmehr so fein, wie 
der Staub auf einem Füfspfaäe oder in einem 
Hause, und die Kameele sanken in ihn bei je* 
detn Schritte' bis über die Kniee. hinein. Nach* 
dem wir in ^olchöm Sand^ (der den Tag über fast 
so heiCs, wie glühende Kohlen war),* sechs Tage 
läng ^ereis^t waren, bbgahn ein heftiger Wind von 
Südost zu wehe0 , der tFiiid det Wüste genannt, 
der. Tod und Zerstörung mit sich bringt. . Wir 
konnten weder Vorwärts hoch ^rückwärts, daher 
nahmen wir unseren Kameelen die Bürden ab und 
th^rmten sie zu einem gicoisen tl^ufen undliefsen 
die Kameele sich niederlegen. JDer Staub , flog fco 
Äicki dafs wir unsere K^iüeele und ups einandex: 
nicht sehen kbiinten, üiid kaum zu athmen ver- 
mochten. So legten wir uns mit unsern Gesichtera 
nieder in den Staub ' und schrieen mit Einer Ötim- 
ine laut zu Gott : Crlofser und barmherziger Gott'Y 



\ 



^iJkmn.dlunß%iu 



491 



.sphone ^nser Leben! ^het der Wijad blie$ zwe^ 
Taj;e. lapg fürcb^erlichy uod wir waren genötbigl;^ 
9fn$ so starlt;» wi^ möglich» zu bewegen, wen|i. de^ 
Sandy $0 dick um uns ktm. dafa er alle Laft auf 
dem Rauip.e drängte, den umere Korper einnahr 
nien und uns am Odemhohlen hindext^. Endlicjb 
aber geSel es dem ^llge wallten, unsere ^itte^ zUi 
.erhören. Der Wind hörte auf zu blasen: AUef 
war wiedJT still » und wir arbeiteten uns aus 4ea| 
Sande, der u^ns so lange begraben hatte, heraus« 
Do^h bei Weitetfi nicht uns Alli^n gelang dief«; 
denn als wir die gan?e Scbaar zählten , fehlten Un- 
serer dreihundert 1 Wir Ueb^igen vereinigten un^ 
Gott inbrünstig Dank zu sagen für seine » in Er* 
hahung unsere Lebens bewiesene Gnade, und gienr 
jgen dann ^n die Arbeit, auch die Kameele aue 
jdem tiefen Sande , der ihre Körper bedeckte, he^« 
^auszugraben. Zu dieser Beiphäftigung und zuqi 
Wiederuufbinden der Lasten auf ihre Rückeiji' 
brauchten wir ^wei Tage. Ungefähr zwei hundert 
Ton ihnen waren todt. Etiyas Griines war in dieser 
jGegend nirgends .zu sehen , und wir warei^ ifi^'^z 
|higt, den Kameelen eij;i \i^enig Wasser aus de«t 
3chläuphen zu g^ben, um ihren ai:^sgelrocknetei^ 
]Le]:^lcn eine Anfeuchtupg. zu verscitiaffeti. , Dann 
gaben wir rhnen Kohle^ zu fr^ss^n» Dann reis'tes 
>vir vier und zwanzig Tage lang so schnell, als 
.es nur möglich war, durph den dürrei;!, .tiefen un^ 
lieiCsen Sand , phne irgeii^ einiges, der Er^^hnung 
\v:ürdige , grüne Giebüsch f^ir unsere Kam^^ele zu 
finden, erreicjilen aber naph djL^ser Zeit ein be? 
xühmtes Thal mit ^inex Tränke > w^lchei; Häher okt 
ge^JMint wird» Alle ^nf^/i;e Kameele waren, fast 



y 



^ 1 • « 

p^i '^ Ahhandltnrgen. 

ftrrb«nd , und vericnochten ^icht mehr nnfere gatt- 
reu Laoten zu tragen: wir wg^rfcn daher 6ih« grb- 
fte Quantität des Salzes schon, ehe wir Häherak 
erreichten, weg. * An diesem Ortfe wollten wir 
zwanzig Tage verweilen, ura unsern Thieren *Er- 
hohlung zu verschaffen, aber wer mag sich un- 
sere Täuschung und unser Entsetzen vorstellen, 
als wir fanden, dafs in keinem einzig^i' der Tei- 
che dieses grofsen Thaies Wasser warr Es war 
inr dieser Gpgend seit einem ganzen Jahre kein 
Tropfen Regenwasser gefallen. Die Carawane, 
die sich auf ^ ungefähr tausend Männer und Vier 
tausend Kameele belief, als wir ausreis'^ten, war 
nun schon' auf sechs hundert Mann und drei taui- 
send fünf hundert Kameele heruntergebracht'. Daff 
Machtwort Scheik IskreVs konnte nun diese fa$t 
Verzweifelten Menschen kaum noch im Zaume 
halten: Jeder war nur besorgt, seiii eignes Leben 
irm^ Eigenthum zu retten, und gieng, wie et ihm 
gefiel, seiner Wege allein, und durchlief das Thal, 
'lim' nach Wasspr zu suchen. Diese Unordnung 
"dauerte zwei Tage, worauf man einsah 9 dafs ohno 
Eintracht unter uns kein Heil möglich sey , und 
die Widerspänstigen gehorsam wurden und sich 
in grofscr Menge vereinigten, in den Teichen^nach 
Wasser zu graben. Nachdem man* aber fünf Xagd 
gegraben hatte, ohne- die mindesten Spuren von 
Wasser zu entdecken | hatiö es mit allier Unter- 
würfigkeit auf Einmal ein Ende. Der Scheik, ein 
weiser und kluger Mann , gab den Rath und be- ' 
Stand darauf, daf»^ alle Kameele, bis auf drei hnn- 
deirt, getö(^tet werden sollten, so dats das wenige,. 
in ihnen gefunden« ^ Wasser zugleich mit ihren» 



I 

Abhandlungen* 99§ 

t 

Blute den liest derselben » so wie« auch die noch 
übrigen Mähner bei'm Leben erhalten möcht«« 
bis durch die Hülfe der Vorsehung ein Platz zit 
erreichen sey, wo man Wasser finde l Allein die <, 
Schaar wollte auf diesen Rath nicht hören» ob« 
glttch er gewifs der befste war, den man geben 
konnte, indem kein Einziger l!>ereit willig war, sein 
Eigenthum aufzuopfern. Scheik Jbhrel jedoch et« 
wählte dreifsig der ältesten und verständigsten 
Männer, dafs sie drei hundert Kameele auslesen 
sollten, welche zu verschonen wären, und die 
Wahl dieser Männer fiel nun auf ^ie stärksten. 
Als sie a^ber die anderen zu tödtei^ begannen, ent» 
stand sogleich ein wilder Hader und ein erschreck» 
lidies Gefepht. Der Sckeik , obgleich ein Mann 
Gottes, ward in einem Augenblicke getödtet. .Zwei 
oder.^ drai hundert Andere wurden an diesem 
Schreciken bringenden Tage na^ und nach im Kam^ 
pfemit einander niedergemetzelt, und das Blut 
de?: Erschlagenen waird getrunken, um den Durst 
£ecer, die es vergossen hatten, zu löschen. S^id 
vrard geiährlich mit einem Dolche im Arme ver- 
VFundet^ ungefähr fünfhundert .Kameele' w6rden 
an diesem Tage getödtet, und die Uebrigbleiben- 
d^n \ranken das aus ihren, Mägen gcnpn^menf 
Wasser und ^uch ihr Rluu 

„£).a ich fiircl^ete, dafa der blulige Eamp£ 
k^n Ende nehmen werde^ bis Alles niedergeme- 
tzelt sey, und da ick, weil ich ein HauptmanQ 
bei der erwähnten frühern Carawane gewesen waiv 
wufste, wie inf^n seinen Lauf dutc^ die WüstA 
ii^hmen müsse ^ da iexpßv <Seid und ich Körpecr 



/ 



t9^ iMihandlukgen. 

•tärlta Battmy so tödteten wir selbst vier von im- 
st m noch übrigen sechs Kameelen nach eingebro« 
ebener Nacht 'un4 gaben ihr Wasser und Blut den 
andern beiden, und wir brachten ferner einen 
Ballen unserer Waaren auf die Seite und einige 
Gerste und einiges Fleisch, und überredeten drei- 
Ing unserer Freuiide, heimlich es eben so zu ma- 
chen» wie wir, uildi sich an uns ai^zus<;hliefseti ; 
Aenn wir hatten beschlossen, in dieser Napht auf- 
tQh'echen» Die Dreifsig willigtet ein> denn län- 
ger dort zu bleiben, war gewisser Tod, und xui 
9chaar zurückzukehren, nicht minder« Um Mitter- 
nacht waren wir sämiQtlich reisefertig, lind ohne 
f iniges Geräusph zu maclian». brachen wir wirklich 
mit jenen dreifsig Männern und mit zwei und drei- 
fsig Kameelen axif. Der Himmel war in dieset 
Nacht sehr umwölkt und finster und in einiget 
Entfernung donnerte es, als ob der Allmächtige 
über den Krieg, den, wir mit einander gefühlt hau 
ten, erzürnt sey. Rege^ aber hatten wir nicht, 
^ir rei»'ten siidwestwäru, in der Itofinüttg T^sck- 
lakf wtekhes eine berühmt^ Tränke ist, zu errei- 
then, ehe unsere Kameele stürben, Die Wüst» 
war von einen; dürren und harten Boden , und bei 
linserem Zuge durch sie fandest wir blofs dann 
und wann eine kleine Höhlung, in welcher a^ 
niges verkrüppelte Gesträuch war, Diefs weideten 
die Kameel^ soglf ich ab , wenii wir hindurchkamen. 
Aber viele starben, so dafs wir schon am zwö)fte& 
Tage nur noch ach^ehn Kameele übrig hatten«. 
An diesem Tage rettete jedoch der Allgewaltige tm- 
•er Leben, - indem er einen starken Regen sandte» 
:i^uglelch aber seineu Donner «o laut hören lie^s^ 



V 



7 



jlhhandlüngen'. ttg^' 



/ 



difs die ganze Erde zu bebe:^ schien» gewifa xmr 
«erer Sündeii wegen, daher wir Alje nredei^fieleti' 
auf unser Angesicht tuid seiqe verzeihande Huld' 
anfleheten. Der Regen» welcher i^edetstx^mt^i 
gab unsern Kameelcm Wasser im Ueberflufs» und 
wir ftilleten dreifsig Schläuche damit an, worauf 
\Vir unsern Weg^nach'den Grenzen deir Wüste süd- 
wärts • nahmen^ Nenn yop unserer Gesellschaft 
nnd viele von UQsem Katrieelen waren gestorben» 
#fae wir von der Wüste in*s angebaute Land hinab- 
lamen, und wir lenkten uns dat^u südv^ärts nach' 
einem kleinen Flnsse fließenden Wassers hin» zu 
welchem einige: A.ral^er» den^n wir begegneten» 
uns hinwiesen» nachdem sie uns einigen Reifs und 
eine Quantität Milch gegeben hatten ; denn alle un* 
iere Milchkameele waren in dei^ Wüstf gestorben/^ 



Dritter A^hschnitt* 

> « 

Sidi JIamU*a Anki^nft an den Ufern des FJnifef, der yoj| «eii 
Eingeboraen Qomtn ZAir fen«nnt wird nnd zu T6mlfu€tu.'^ 
Beschreibung dieser St«dt, Ihree. Handtlf^ lleicli^thv^m» un^ 
d«r Einwohner-. <■ ' 

„Die Wenigen von uns, die aus ein^ CarA- 
wane von tausend Männern und vier tausend 
Kameelen mit Erhaltung des Lebens noch aus d^r 
Wüste sich gerettet hatten» an der Zahl ein und 
zwanzig,' mit zwölf Kameelen, machten liun Halt 
in der Nähe einer kleinen Stadt» Namens fVahiltf 
em Ufer eines Flusses, der ungefihr halb so breit 
Ist » wie der Raum hier zwischen der Stadt Ma^ 
gador und der Insel» also, fünfzig Yards. \^it 
4iatten keinen Mundvorrath mebr^ aber da di« Ne^ 



ag6 



^^bh an dl ungen. 



gei^^tms io 8Q traor^ex Lage ta^en, kamen sici 
ipd gaben uns einiges J^leisch und aus Gerste ge- 
bacfcene^s Bx:ojt, Hi^r blieben wir ze]ben Tage, um 
v^% selbst un4 ujcisern Kameelen, die noch übrig, 
waren, einige Evrbohlung zu verschaffen. Der 
Flofs, an dessen Ufer wir blieben, ward von ^en. 
Arabisch Sj^redjendep el Wv(d Tcnij und von den 
Kegern Gpz^enrZ^ir ge^a^nt^ Eine sehr hohe Berg« 
kette,. ^ gjoDj wie ^ßt Atla$, von Su^e aus ge*- 
f^ben» aber keinen Schnee .^uf dem Gipfel zei«^ 
gend,« liegt südwestwärts und in ziemlicher £nt* 
fernung. Nachdem \vir und. unsere Kameele zehn 
Tagc^ ausglühet hatten « brachen vvir na^h Tom- 
tuctu arnf. Wir.reis'ten vier Tage ostwärts durch. 
^oudan^ ein gebirgiges Land, aber von einem, 
jebf fru<;htbaren.3oden und grof^entheils.niit den;! 
K^^rst bearbeitet,'^ 

Ich* fragte ihn hier, was er unter Soudan ei- 
gentlich verstehe, und er antwortete mir: 

^y Soudan nennen, die Araber und Mauren das 
Jaaze Land im Süden d^sr grofsen Wüste, vom 
grofsen Weltmeere an gerechnet, weit nach Osten 
sich erstreckend ntd den Distriot von Tombuctu 
in sich begreifend* Tombui^tu ist die Hauptstadt 
daritt. <«r- Da wir unsere Kameele wieder getränkt 
liatteii und das Gebirgslan^d weg^n dev Bäume, 
mit denen e^s bewachsen war, zn ermüdend fan-. 
den., als dafs .wir . bindurcbznxeisnxv hätten jintär« 
nehmen können, so kaufteii wir ei|pge Gerste, 
achlachteten zw^i Kühe und wandten uns wieder 
nordwärts nach der Gränze der Sahara und reis'ten 
ostwärts ^cht Taf9* läK^gsL worai^f wit in den, den 



s*i 



't 



* S 



% Abhandlungen^ S9^ 

Carawanen ganz gewöhnlichen Weg kamen und 
nach einer Reise von noch zwei Tagen uns in der 
Nähe (1er Mauern von Tomhuctu befanden. Wir 
hatten in der Näh^ des Ffrsses eine große Menge? 
Neger gesehen. Sie leben in kleinen Stadien, die 
mit hohem Rohr eingezäunt sind, um Feinde und 
wilde Thiere des Nachts voii sfch abzuhaheni Ihre 
Wohnungen 'sind Weine runde Hütten von gerade 
emporstehendem Rohr gemacht, mit denselben Ma- 
terialien bedeckt und mit Koth übertüncht, um die 
dazwischen gebliebenen Oeffnungen auszufüllen. 
Die Neger waren voll Furcht vor tins,. wenn wir 
Ulis ihren kleinen Städten näherten , und die, wer» 
^che' sich ebeti aufser den Hütten befanden, lie- 
ielti geschwind' hinein und versperrten sogleich die 
Eingänge. ' Da' sie aber sahen,' d^f« wir nicht, 
udi sie zu 'berauben, gekommen waren, wie die 
zahlreichen Araberhorden häufig thun, sondern 
dafs wir arme Nothleidende waren , die Nicht» zti 
esseil hatten, so liefsen sie sich bald bereitwillig 
finden, in einem Tauschhandel uns Gerste und 
Fleisch gegen einige unserer Waaren zu geben> 
Fast Slle die wenigen Dinge, die wir besfafsei^, 
wurden aufgawendet und hingegeben, um uns, 
his wir die Nähe Tomhuctu's erreichen könnten, 
öm Leben zu fristen. Der König und die Ein- 
wohner dieser Stadt hatten schon seit zwei Mo.- 
uaten <ier Ankunft' der Carawane von TfHdhunen*.^ 
^ege.gesehen, aber keine Seele war bereits vor^ 
uns eingetroffen , und wit erhielten sogleich , Er- 
laubnifs nach Abgebung unseres Schiefsgevvehres, 
Pulvers und Bleies in die Hände der königlichen 
Dienet,« die e» bis am unserer Abreise aufheben 



I 



998 jflbbandlungen. 

solltext, in die, Stadt zu gehen. Tombuctu kt 
ieine, sehr groFse Stadt, fünf M^l so grofs, als 
^wearah. Sie ist in einer, auf allen Seiten von 
jß,ergen eingefalst^n Eben^ erbaut, nur auf det 
Südseite geht die iplbene fort bis zum Ufer jenet 
Flusses, an dem wir schon .gewesen waren, wel« 
^hfr breit uiid> tief ist und seinen Lauf nach 
Qsten ni^nn^t. jpenn wir waren genöthigt, jet2^t 
Yfieder an diesen Flufs zu . gehen « um unsere 
^«^meele zutränken. Wir sahen hier vielcf, aus. 
voÄs^ Bäumen gemacHtet Poote und in mancheii 
jruderten die Neger sich über de|i Fl.ufs hii^ber. 
Die Stadt is^ von einer starl^en Mauer umgebeD« 
^^ren Steine mit T]^on zusammengefügt sind, so 
iflie die Städte und Häuser in Suse^ nur um 
^in Beträchtliches dicl^^r. Das Ha^s des Königs 
ist sehr jß^oXs ^nd hoch» gleich dem gröfsten Ce« 
liHade i^ Moga4o,r9 ^ber aus denselben Materia-» 
lien, wie die Mauern erbaut. Es giebt noch eine 
^ex^ge anderer, von Stein ^rbaueter, Häuser in 
fieser S,tadt, die auf der eipen Seite Boutiken ha- 
l^fttt wo man S^^?, Messer, blaues Tuch, Haiks 
Vnd eine Menge anderer Diuge verkauft , mit vie- 
len go^deneQ Ziexathen- Die Einwohner sind 
$chwfi,rze uu4 da.s Oberhaupt ist ein sehr grofs.er, 
schon grsluköpfiger alter Schwarze;r, der Sckegßr 
jgeiiannt wird, welches glpichbedeuteud mit Sultan 
pder Kpnig ist. Der gröfste The^ der Häuser ist 
l^us grpfsem I\ohr erb^iut, das so dick wie einet 
l^anns Arm ist und ^uf den. Enden steht, so daft* 
es erst von dünnerem Rqhr und dann von Dattel- 
1>aun^|;>Mt^?^^ überdeckt, ^t.,.; Diese Häuser sin4 
Xixßdi^ und gehen c^hen. in fijie Spitze aus, die ci> 



\ - 



Abhandlungen. d^^ 

nem Steinhaufen gleicht. Wfdef iexSchegart nocU 
seine Ünterthanen sind Moslemins ^ sondern es fin- ^^ 
det sich, dort eine Abtheilung von vielen Häusern» 
die von der eigentlichen Stadt abgesondert ist und 
^inen Winkel bildet, aber auch von einer starkexi 
W.u„ »,.b., „d ^,, .,..„ Th». ..H.^ 
welches die Geineinschaft mit 'der eigentlich,eii 
Stadt gewährt 9 ähnlich der Jude nstaJt , oder MiU * 
Iah in Mogador* . Alle Mauren oder Araber , wel- 
chen es erlaubt wird, nach Tonibuctu zu koomi^n, 
müssen jede Nacht in dieser Abtheilung schlafen 
oder wieder ganz aus der Stadt hinausgeh eil, und 
Keinem Fremden wird es erlaubt, dieses Mlltah zu 
betreteti, der nicht vorher bei*» Thofwärter sein 
Messer abgefegt hat, das ihm jedoch zurückgegeL- 
t>en wirdf sobald er früh wieder .hiiiausgeht. Die 
Kinwohner dieser Abtheilung 'sind sSril'mtlich Mos^ 
^ temins. Die Neger, das schlechtere Atabergesinliel 
und die edleren Mauren' sind alle durcheinander 
gemischt und verheirathen sich auch uiitef eiüän» 
der, als ob sie von einerlei E^atbe waren. Mft 
Ausnahme einiger Esel, die sie halten»' habexi sib^ 
Icein bedeutendes Eigenthuni. Ihr Thor witd äft 
jedem Tage geschlossen und fe^t zugemacht^ so* 
*bald es dunkel wird, und nicht nur äe^ Naicht^, 
sondern auch bei Tage sehr Sorgfältig bewacht* 
Der Schegßr oder König wird immer von hundert 
Männern auf Mauleseln und hundert Garden zii 

i 

Fuf« begleitet, voii denen die fer^tern mit' gutefft 
Schiefsgewehr, ,die letztem mit Schi^fsgewehr und 
langen Messern bewaffnet sind. Er wollte, als wir 
dort waren , das Millah nicht besucheä , und wah* 
rend der ganzen zwei Monate Unsferei Aufenthalt« 



I* 



N» 



\- 



^QO Abhandlung^en. 

in Tambuctu koj^nten wir üinjiur vier, oder fünf. 
Mal zu stehen bekommen. So lange Zeit warteten' 
wir auf die Carawane; allein sie traf nicht ein, 
sondern war in der Wüste umgekommen* Auch die 
jährlich kommende Carawane von Tunis und Tri- 
poli trat nicht ein, sie war ebenfalls vernichtet 
' Worden^ Die Stadt Tomhuctu ist nicht n>inder 
. i^chr reich; als sehr grofs.. Sie bat vier Thore, und 
alle ^itjr sind den ganzen Tag geöffnet, abejr sorg- 
. säm bewacht und fest verschlossen des Nachts. 
pie Negerinnen sind se^r fleischig und hübscK 
und tragen grojse runde goldene Ringe in ihren 
Naseä und flache^ in ihren Ohren, und goldne 
Ketten und Ambra -Schnuren um ihre Hälse, mit 
Gebilden und weifsen Fischbeinern, die, an/ ihren 
End^n an einander befesügt, zwischen ihren Briisteii 
herabhängeow Sie tragen Spangen am Fufse und 
Handknöchel . und gehen baarfufs, . Ich hatte in 
Maroko eine kleine, mit Schnupf tabak gefüllte Dose 
^gekauft und zeigte sie auf der Hauptstrafse Tom- 
iuctu's^ iip sehr breit ist, einigen Weibern. Da 
hatte, ich in wenig Minuten eine groTsc Menge Wei- 
ber um mich herum, und alle wollten mit Gewalt 
meinen Schnupftabak und meilie Dose kaufen. Oie 
Ein^ bot mir sp viel, die Ändere so viel, bis dann 
^line kam^ die niit mehr Schmuck hchangen> als 
die übrigen, mir in gebrochneni Arabisch ^sagte^ 
dafs sie Alles > was sie an sich habe , sich sogleich 
abnelimen und für die Dose und ihren Inhalt -mir 
^eben wolle. Ich willigte ein, und sie beraubte^ 
.siqk rogleich ^hrier Nasen« und Ohrringe, aller ih,'r 
rar goldenen Ketten am Halse mit den Gebilden, 
daran, und der Spangen von iliren Füfsen uziiIl 



Abhmndlungtn, 30X 

fiändett uHd^gab si«, xmr bvt Beiahlim^ der Dös^. 
I)ieser goldne Sehmulsk wpg mehr ais ein Pfund» 
und war von gediegentm Gold von Tombucta ga^ 
^nacbt» loh habe ilm auf meiner ganzen nbrigefi 
Reite lorgfältig verwahrt unA ihn gliiokUch zti 
»einem Weibe gebracht , welches einen Theil da« 

T<m trägt» , ' • 

' ' . 

Tombuetii treibt einen lebhaften Handel mk 
.elüen Carawenen«v welche >on Mmroko und d^i 
Künen des Mittelländischen Meeres korafneni *Vion^ 
'Algier^ Tunis ^ Tripoli n^s.vt, werden alle-Aib- 
ten vonTnch, EIjmriv Salz^ Musketen, Sthie£spul« 
vevy Blei, Schwerter oder Säbel, Tabak, Opimd^ 
'Gewürz, Aäueherwerk und >ParfÜBiSt Ambrasehno« 
ren und andere :S(^n<at:ksa}chea, nebst noch einJ^ 
2^& endem Artikeln , gebracht > Diese Ka'iifleat^ 
bringen dafür in ihre Heimath zurück £lephante»* 
^R[hne, Goldftaub, verarbeitetes^ Gold^ Synegat-- 
.Gunimi,' Straufsenfedem, sehr kunstreich verfeii* 
tigte Turbaney unctSdaven, von dm letztern eine 
IpTjofse Anzahl , und auch manche unwichtigere Ar- 
tikel in Menge* Die Sclaven werden" vom Südwest 
gebracht, alle mit starken Fesseln belegt, und mati 
verkatift sie sehr wohlfeil ,. so dafs ein gut gewach- 
sener, robuster, männlicl^er für eln-Haik zuhaben 
ist, welches im Marokkanischen » Reiche ungefähr 
.«zwei Dollars kostet. Die Carawanen. hatten a^ und 
campiten ungefähr i^wei Meilen voif* der Stadt in 
^eineirr tiefen Thale und die Neg%r belästigdn sie 
nicht. Sie bringen :ifare Waaren bis nahe an die 
rMaueirn der S|adt^ wo die Einwohner, ihnen die* 
aelb«nalfal«iU:aiu£en nod daSur die obenaülgesählteti 



309 Ahhandlungih* 

Artikel gebsii. Nicht inebr alt {unfzigMänneih voii 
V jeder Garaw2£ne auf Ein Mal wird der Eiatritt iii. 
^ie Stadt erlaulit^ ütid sie müftsiexi alle Mal wiedenr 
hinaas ^ejn^ &he die Funfzlg YOtt cäner zweston 
Carawana. hineintretfeiii 

t)iese Stääi hat auch mit PFassänah (einimr 

^eit südöstlich liegenden Stadt), einen lebhaft 

^tesi 'fiklidei in '«illen jenen Artikehi; die sie 

.reibst er«t durch die Garawanen erhalten fate, 

;imd sie erhllt dagegen Sdaven, Elephantea- 

irähne, Gold und dergleichisn. Die Tornehmstta 

•iDiUaitlicfaen £il»m)hher skid init blauen Tncb- 

Jheindöi, belcl^idet', welche von den Schulten^ bis 

oitt'den Knieeh^ndiciheh.^ sehr weit sind, und um die 

Xeliden l^ruäi ihit eiixer inothen und btaunen ban«i- 

Jivöllenl^ä Scbitt»e oder Binde umgürtet irerdeo. Sip 

l^ängen auch um ihre Körper Stücken von vertcbi^ 

denfarbigQm ll'uch und seidene Schhupf^ücher* Der 

|Lönigist in eine weifse Rübe vt^tk einem i(hnlicbtt 

iSchnitt .gekleidet, die aber mit imeifsen und gelbej^ 

Gold- und Silberplatten ^ welche in der Soitiie ael^ 

, gUtnzen^ überdeckt ist. Ac^ch manch^ andere gläor- 

zende Zierathen von Mnschöln mud Steinen has£ 

er als Behänge to sich,, und ttägt ein Paar Bek>- 

kleider wie die- Mausen und Juden der Besbcant 

und eine Art wfeiliusn Turbalis auf A^ta Kopfe, der 

sich xiitpit!Kt und mit verschiedenem Schmtick^ an 

{Schnuren li. dgl.* umwundcfn ist.- . Seine Fufse 

r.en rothe Marekkow Schuhe« £r tirägt keine 

'dere.,Waffeny älsi rinen gMCieift widfsexi Stab öd« 

. Scepter » ; gMchnmckt ;niit ein^m goldnen Löwen 

iwder Spiuoc. JQer Ausdxuck. jsei&l^ jGosklKU 'let 






AbhanätuHgtni ^t>^ 

|;lui2Güte> UBd et sebeint feine Untettlbaiken meht 
wie ein Vater, als wie ein König, zu regieren» 
Seine sänuntUcben Officiere und Garden tri^gen 
JBeinkleider , die meistens von rolh gefärbtem Zeuch^ 
docb zum Theil auch weils oder blau sind. Alle, nut 

, Ausnahme. des Königs, gehen baarbaupt« DieArmeii 
unter diesem Volke tragen blol« ein einzelnes Stück 
blauen oder anderen Tuches auf dem Leibe und 
düe Sclaven haben nur eine Hüftbekleidung^ Di^ 
Binwohnei^zahl von Tombuctu ist sehr . l^deu-* 
tendt ich glaube, es hat sechs Mal mehr Ein* 
wohneTf als Säf^arak^ ohne noch die Araber und 
anderen ^«»jZ^mm oder Mohammedaner zu>rech« 
lysBkV d^e in ihi^i Millaft^ oder, abgesonderten^ 

\ Sud twobnen , deren Anzahl beinahe eb^nsogroli 
aayn mub, als. die der saütnmtlichen £inwo)ii\ejg. 

. von Swearah* *) 

•• '. ^ ' . . , ' . -^ 

^y Sweärak ödär A^ögädör ehthäli ungefähr ^eclis und 

dreifslg tausend Seelen i nämlich 30,006 Maureii und 

6,obo Jüdeif; hiesb Angäbe der Einwölin^ricftht rbti*' 

r Türfibuctu ist ihllhin ein(» toit Ä^cbt Sta^lteü' »M*^-^ 
gende^ da si^ sich sonach auf 2ii6|Oe». beliefe. Erwflgfi^ 
meta aberj wie bedeutend Totnbuctu als fiandelsplat« 
Ist^ und die FrucktTsarkeit des die Stadt iiuigeliehdetl 
Landes, iö findet kein Zweifel Statt, däls diesei" Öri 

*' eine Seht grofs^JVl^nge roxi Ein w(}hnern habe; Uhd ic)is 
mufs auch bem<ftrkän ^ däfr^ mrenn es ftur . ein«, kltditie 
Stadt wäre und 'dock den ungeheuri^n R^ichtbunl. iii^ 
jich einhielte 4 den m^u ihr zuschreibt ^ eine ieh^be- 
deutende Menschenmasse und Besatzung des OHdS 
nöthig sejn würde^ um 4u irerhihderh j däfs hifclit dt« 
streifeliden Atab^ der Wüstö'ühd Selbst diö CätaWa** 
hen ihn durch UebertumpelUng odtr mit StlnJtiA i|ü« 
' uähnoMu« 
li. A. Qi £. ZI J3d/i 3. S^* 









304 ^ihl^tidlu1kg0H, / 

Die Weiber sind von der Brtist an bis hin- 
ab 2«m JCnie mit einem leichten Hemd oder Unter» 
i:leid bekleidet, und iiaben darüber eifie grüne, 
rothe oder blaue Bedebkung. Dieses ganze Ge- 
wand umfafst über dem ünterleibe ein rother Gür- 
tel. Sie färben bei manchen Gelegenheiten ihre 
Wangen und die Stirn roth oder gelb. Die verhei* 
rathe,ten Weiber tragen eine Art von Aufsatz auf 
ihren Köpfen, der aus blauem T»ch ode» 8eiile ge- 
Inacht ist, und baumwollene Schnupftücher von 
verschiedenen Arten und Farben. Sie gehen haar* 
fufs. Der König und die Einwohner Tombuctv^s 
lind nicht Gottes - Verehrer auf die Art , wie 
die Moslemin^ sondern- vielmehr, so wie das Volk 
Vt)n Soudariy beten sie in vier und «zwanzig Stun- 
den blofs Einmal in der Zeit,' yfvo der ' Mond ge- 
sehen wird, und wenn der Mondv nieht gesehen' 
wird, beten sie gar nicht. Sie können weder le« 
cen^ noch schreiben , sind aber rechtschaffeti , und 
beschneiden ihre Kinder ebenso wie die Araber. 
Sie haben keine Moscheen, abei? in jeder^Nacht 
tanzen sie, so wie die Mauren und Arabet in 
j^der Nacht beten. Der Schegar oder Kfinig 
hätte urigefätir tausend Sclaven, Quantitäten von 
Gummi , von Elephantenzähhen , Goldstaub ü. 8. w, 
gesammelt,, dals. alles diels bereit sey fiir .die 
geWöhnlidh alle •, Jahre kommenden Carawanen» 
Aber da seit der ^Zeit, wo s|e gewöhnlich an- 
kömxhen, schon drei Monate verfFosserf waren, 
10 hielt er sie für ganz verunglückt , und beschlols» 
eine Carawane mit einem Theile seiner erkauften 
WaA]^e&, die nach Tambuciu durch, die groTse Wü- 
ste gebrach^ worden waren ^ nämlich Salz^ Eisen« 



'Abhandlungen. 305 

Tücher und deT^!e!eh«it i üfleh ein«r grofsen Stadt 
tu schicken, die nach in einer weiten Feme von 
Tombuctu liegt. Nachdem ein Corps von ungefähr 
drei tausend Männern, sammtlich gut mit Muske« 
ten, langen Messern und Speeren bewaffnet» zu» 
<ammengebracht war» nebst drei tausend £seln und 
ungefähr zwei hundert Kameelen» sammtlich mit 
schweren bürden » als Eisen» Salz, Tabak u.s.w.^ 
heladen » niiethcte deY König ^Cneinen Bruder Seiä 
und mich, nebst noch zehen unserer Gefährten» um 
auf unseren zwei Kameeletf Ebenfalls Waaren mit 
nach PFassanah zu schaffen » wofür er uns» wenn 
wir zurückkämen, Jedem zwei Haiks und einiget 
'Gold g^ben wollte. Da wir jetzt ganz in sein^it 
*Matht waren» so ws^ten wir es nichts diese Reise 
von uns abzulehnen» und er .gab uns tmter di^ 
-Aufsicht seines Bruders» welcher Schelbaa hiefs 
und das Commando über die ganze Carawane 
hatte. Es geschah im Monate SchuäU dafs wir von 
Tombuctu abreisten nach einen! Orte-, Von dem 
wir zuvor nie gehört hatten« Koch unge^ahi^ 2Wei ' 
hundert Moslemln waren mit uX)4 auf die^eit Reise» 
4kber der Commandeur der Carawane wollte unt 
Moslemin nicht erlauben» unser Schiefsgewehr bei 
i^ns zu führen» aus Furcht» dals wir uns B^gen^ 
ihn kehreh möchten , wenn er mit JFeindin iri §in 
Gefecht kommen sollte,^* 

• ( Der ScKlttts lolgt. ) 



Yd 



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i^Mat^P 



■ ■ lii nk 



BÜCHER • RECENSIONEN. 



«^ 



C^n,sideration^ on th'S präsent pöliticsl 
State of India, embracitig 'ohsenuaiqtis oft 
tht hativesj on the civil (tnd criminal cfoUrtSf 
ihe administration of justic^y the State of the 
iand'tenur^f the Qondition of the peasaniry 
and the internal police of our eastern domir 
nionSf intehded chiefly as a manual, of In- 
struction in their duties für the younger ser* 
vi^nts of the Company. By AisxAffDZK Fra- 
SEIL TrrrxÄÄ. Second Edition. London r8i6» 
VohL XVI u. 432. Vol. It Vli: u. 392 SS. 



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Der Verfksiet hat sicli längere Zeit in lndi*n auf* 
:ge1ialteli. und ein Riditeramt in den 24 Perguttas loeklei« 
det. - Der n&chste Zweck seines Buchs ist auf dem Titel 
angegeben { es soll als ein Iflandbucli für die jungen 
.^Writers<< dienen> die nach Indien gehen , um ihr Glück 
tu machen. Man findet hier sehr viele schöne und tref* 
lioka Nachiiohteii und Bemerkung«», die man bei andera 






I 
J 



Sucker - Recensionen» " • Joy • 

Sehriftstell^'ii vergebens "^ sucht : ddtti Veif9«i6r. ist be- 
sonders^ eine Klarheit eigen, um derenwülleH «lan ihn» 
g^ern efnige * Redseligkeit zu Gute hält, und selbst • durch 
manche Ausschweifungen und Wiederhohlungen nicht er« 
müdet wird; mit diesen Eigenschaften verbindet er ein« 
edle Preimüthigkeit, die sich^nicht scheut , Mifsbräuch»' 
anzugreifen , selbst auf die Gefahr y den Mächtigen ia 
mifsfalleh oder gegen Lieblingsmeinungen zu Terstöfsen« 
Das Mtf^iste in diesem Buche ist aus Erfahrung und eigne» 
Anschauung geschöpft: und verdient daher Tonilglich» 
Aufmerksamkeit; in England hat man sie demselben auch 
geschettkt, wie die zweite Auflage beweiset, die da^n in 
so kürzer Zeit erschienen ist. Herr T. ist abermals nacH 
Indien abgereist, uud er entschuldigt sich daher, .da£s e». 
ihm unmöglich gewesen ist, die neue Auflage so cu %ex* 
TollstKndigen , wie er gewünscht hätte. ' 

Im ersten Capitel kommt eine sehr lehrreiche Nach« 
rieht von der Lage und der Bildung^ der sogenannten^ 
Writers vor: er vertheidigt da» Coll^ginm in Hertford 
und das vom Lord WtHtfUy gegründete inCalcutta: beide. 
eind bekanntlich zur Bildung künftiger BeamteMn detv 
Compagnie bestimmt und nach einem gvolsen M^afsstabe" 
mit einemt bedeutenden Aufwände angelegt: es sind un« 
längst über das Colleglum zU" HeMord sehr heftige De« 
hatten in den Versammlungen der \^ctieninhaber vorge^ 
fallen und man hat es als eine sehr kostbare, ihrem 
Zwecke nicht entsprechende, Anstalt hemntergesetit« ^Dep 
Verfasser tadelt, dafs die jungen Leute, die für Ostin« 
dien bestimmt sind, sclion im älterlichen Hause verderbe» 
werden , in Indien betreten sie eine höchst gefährlich« 
Laufbahn, auf der sehr Viele su Grunde gehen. I)ie 
Herrchen machen sogleich einen Aufwand, der eineua 
Europäer unglaublich erscheinen mufs» ein solcher jua« 
ger Mann macht schon, während er noch im Collegium 
studiert,, ein Heus-, hälfr sich Equ^age und eine Diener-« 4 

Schaft, die aus 30 Köpfen besteht! Es wird nicht ge^ 
sagt , wie viel sie während dieser Zeit von der Compagnie 
empfangen: aber natürlich kann weder diefs, noch de» 
Credit, den sie v:om Hause mitbringtii; biarnohen^ qia 



^jfn§ * Bucher • Reeensionen* 

•ioen AufwUttd dieser Art »u bestreiten , der noch duroli 
die Befriediguiig ron allerhand modischex» Launen un* 
gemein ^ergröfsert wird. Alles geschieht auf Credit: 
Manianen strecken den' jungen Wüstlingen zu 12 Procenlf 
Tor; und wissen dieselben sich auf eben die Weise dienst- 
bar XU machen, wie unsre Juden die jungen Beamteten, 
die einmal in ^ ihre Klauen get-athen sind, nicht wieder 
loslassen, Die £finste, die der Babu anwendet, um sei- 
»ea Schuldner fest tu halten und die merkwürdige Art, 
wie er sich Sicherheit zu schaffen weifs, werden näher 
auseinandergesetzt 2 der Schuldner ist lebenslang in sei- 
ner Gewalt; er 'folgt ihm selbst oder diurch seine Jfel- 
fershelfer nach ai^sw artigen Residenicn, wo er ^ge* 
atellt wird,' und mafst sich sogar auf seine Amtsführung 
•inen sehr nachtheiligen Eiuflufs an. Man kenn^ das 
Uebel, aber es sind bis jetit keine durchgreifende!«, 
Maalsregeln dagegen genommen. Das einzige Mittel, 
was helfen könnte, ist, nach der Meinung deaVerfasters, 
ein Gesetz, wodurch alle Forderungen eine« B€Jfu an ei« 
nen Writ^n für ungültig erklärt werden« • Die Art, wie 
die jungen ^eute sttidiren, ist ihrer Bes^mmung nicht 
|;anz entsprechend; und bereitet sie zuwenig auf ihre 
künftigfC Laufbahn vor« Diese ist eine vierfache ; enl^we« 
. der das Fach der Justiz , der auswärtigen und politischea 
Geschäfte, der Finanzen und des Handels; das erste ist da« 
b^ehwerlichste , das zweite das bef chränktes^e ; die beiden 
andern gewähren ein ruhiges und bequemes Leben: in« 
dessen giebt jedei? Zweig des Dienstes bei sorgfaltiger 
Pflichterfüllung hinreichende Beschäftigung, aber auch 
die Mittel, EinQuIs und ileichthum «u erwerhen« 

. Nach diesen allgemeinen Bemerkungen gieht der Ver* 
' fasa^ eine parstellung des Zu Standes von BtngaUn und 
eine Uebersioht der Verwaltung« Der Himmelsstrich nnd 
^r Boden begünstigen ihrer abwechselnden Beschaffen« 
Keit wegen it^ev^ Zweig des Landbaues oder der Manu* 
IftQtur, Die Einwohner sind keineswegs einfältig, son« 
dern in einigen Arbeiten 1 beS denen besonders grofWe 
Nachfrage Statt findet^ kommen sie den Europäern nicKt 
Vir gleich, sondern iihortrefEsn ^' sogar. Wenn mucli 



Rächer - HeeensicneHf ffif, 

diltoh ▼fivbess^rte Werkzeuge die Betriebsamkeit gewi».- 
nen wiirde, <o würde doch die Einführung groXser und 
cusaqiinengesetzter Maschinen ejnen sehr nachtheiligen 
jEünfluIs auf die Eingebornen haben und viele Tausend* 
unn ihren &werb bringen. Der B.eichthum ist indessen 
unter die Zcmindarx oder l4indeigenthünv»r , einige we* 
nige groXse Kaufleute, dre Mahadichant oder Geldmakler, 
die öffentlichen Beamteten, die Diener der Zemmdan und 
einige wenige kleine Gewerbleu t& rertheilt. ' Die groIte 
Masse, namentlich die Bauern, Handwerker, ManufacUi- 
listen und Unterbediente sind sänuntlicb arm und mora- 
lisch höchst verdorben. Die Bevölkerung sch£t«t der 
Verfasser auf I8 Millionen : es fehlt aber an allen sichern 
I^aten , um dieselbe ausiumitteln. Die Fruchtbarkeit des 
Bodens ist so grofs , dafs ein Mann hinreicht zur Bestel- 
lung von vier Morgen* Nach dieser Berechnung würde 
die jettige Bevölkerung, g^Örig vertheilt, hinreichen, um 
.alles wüste l^and im Lande urbar zir, machen: und es isX 
4iichts weiter dazu nothwendig,^ a^s dafs die Lage der 
fifiots verbessert und ein Abzug für die vermehrteil Er- 
aeugnisse erp&et wird. Unter diesen Umstünden würdest 
die gegenwärtigen Hindemisse , die aus MiM>gel, ap Au^ 
strei^gungi den Plünderungen der sogenannten Dae^tt 
und den Verhe^ungen wilder Thiere «ntstehea» bal'|l 
aufhören. 



, Auf den C^stenunterschied wird eigentlich nur nocl^ 
jn Hinsicht der Mraminen und der Sudra^t gesehen: dif 
ersterln. haben zwar Einiges von ihrem alten ^ Ansahen vexr 
loren, aber doch immer grolsen EinfluXs» Qewisse Cni- 
sten oder. Unterabtheilungen ,, z.B. die Gouialn/, KuluÜchr 
ter , di^ hauptsächlich von Milch unft Butter leb^ i sind 
stärker als andre. Die Zahl der Mu^i^daqar verQuixi^ 
dert sich, je weiter man nach Westen kommt: sie sind 
kuhner und unternehinender , die Hindus schlauer und 
listiger: aber beide, gleich moralisqh schlecht. Auch 
die Hindus essen Fleisch und selbst die Bfamintn müssen 
bei gewissen Opfern, davon kosten: alle andern Gasten 
essen es bisweilen* Diebe und Räuber sind die £^nzigen| 
die gut leben* Gewährt den untern Clastan ein eb&i$ß 



^XQ Mäe'her - Reeen^tonen, 



\ 



img^nelmi^t Daleyn, sa|;t_der Verf^ssei^, und sie werden 
eine' ehrliche Lebensart yorziehen. Die Hütten sind ei^ 
bärmlich und ^eben keinen Schutz ^egen die Räuber« 
Weil es den' Bauern unniqglich ist, Geld oder Sachen 
Tön Werth' aufzubewahren, verwenden fie ihren geringen 
\ Erwerb sogleich auf die Verehrung der Gatter und rdf- 
giöse Feste, worin der Aufwand der Braminen allein be» 
steht. Der Bauer wendet sich immer an denMahatschan^ 
4er. ihm Geld, Saatkorn, kurz Alles, natürlich gegen Zin- 
fCfn, vorschiefst^, so dafs jener beständig in Abhängigkeit 
ist. Die Hauptaufgabe der Staatsverwaltung mnfs dahin 
gerichtet seyn , die Lage der Bauern zu verbessern, im(t 
ihnen ein glücklicheres und unabhängigeres Daseyn zu 
▼erschaffen. Die Dörfer liegen in Bengalen weit ausein- 
ander und nur das Land in ihrer Nähe ist angebaut« 
Ehemals fand in den Dörfern eine sehr «weckmä£sig% 
Communalverfas^sung Statt, die auch ^in dem Gasten«- 
wesen eine gewisse Stütze hatte. Hierüber und über dim 
▼eirschiedenen Arten von Käubem, Dieben und Gaunern 
. giebt der Verfasser sehr genaue und lehrreiche An- 
gaben. "£(8 ist merkwürdig, dafs gewisse Kasten mehr 
9um Diebstahl geneigt sind, als andre. Das Klima Ben^ 
gaiens' ist nicht nngesundj, Qur mufs nian «jpk vi^t dev- 

$oBne. aussetzen. 

Hierauf schickt der Verft^ser eine kurze Darftelhmg 
der Verfassung des Britisehen Indieni voraus, verweilt 
Hber mit besonderer Ausführlichkeit bei der Au seinander- 
^etttmg der rechtlichen Einrichtungen» der Veränderun- 
gen, ^e nach und nach in denselben eingetreten sind, 
nn^ macht Bemerkungen über die Vortheile und Mängel, 
"idie dabei bemerkt werden. Das Ganze ist zu ausführ- 
fich nnd geht auch zu tief in^ Einzelne, um einen Aus- 
V^^ ^vt verstatten. Die Zahl der Richter ist zu klein Se- 
gen ^en Umfang des Lapdes; 42 obrigkeitliche Personen 
aus der Mitte~^ des herrschenden Volks entscheiden über das 
Wohl von 30 Millionen» E;s ist unmöglich, dafs die Sa- 
chen genau, schnell »nd sorgfältig untersucht und ab- 
gemacht werden können. Das Geschäft des Richters 
yciKA iCber «ucl( durch die gänzücit« Verschiedenheit dcj^ 



V, V 



Bäcker '" Reo ensionen. 311 

Jnßiiifr roll Ben %iiropHern erschwert ! hauptsfielilich dar«h 
die Vollkommene Gleichgültigkeit gegen die Wahrheit, 
Me bei den erstem Statt £fndet: dazu kommt dietchänd« 
liehe Bestechlichkeit aller einheiiiiieohen Behörden. Dex 
^ Verfasser zeigt besonders die Unmöglichkeit,- fiie Engll« 
*^chett Oesetae und Englisches Verfahren in Inditn ein» 
tuffihren: ein Vorschlag, der von selbst auoh ohne die, 
nähere Kenntnifs der besondem Verhfiltaisse als anga» 
recht und rerderblich erscheinen mufs. 

Im driften Gapfitel entwickelt der Verfasser die Ur« 
jachen näher, wodurch ro viele Verbrechen in /n«iiif» 
reranlafst werden; %ie sind die gäntliche sittliche Ver- 
'dorbenheit der Braminen und dernntern Classen. Audi 
der Verfasser stimmt den neuem Beobachtern bei, die 
uns die einst ^o gepriesenen milden , unschuldigen, harm- 
losen Hindns Yon einer ganz andern Seite leigen. Die voi^ 
nehmst« Ursache dieser entschiedenen Schlechtigkeit lA 
die Natur ihrer Religion, und die Abhängigkeit alles 
andern Classen, lelbst deir Fürsten ton den BramJn^n. 
die in den heiligen Bücfaem Gott gleich gesetvt werden: 
ihnen nt Allet Glaubt und '- de Überlassen sich jeder 
Ausschweifung. Durch gawitse Gebete {Mantar) kann 
jede Sünde rers5bnt werden : und es giebt in den Scha* 
«tert selbst Gdbete ffir die Diebe und Spitzbuben, de- 
ren sie sich rar dar Ausitbung ihrer Schandthaten 'be- 
dienen soHen. Der Sinflar» , den die religiösen Grand- 
«Mtze auf den Charakter und das Leben iufsern, wird 
'sehr gut auseinander gesetzt, auch die Garingschätxung 
der Weiber hat -eine sehr nachtKeilige Wirkung. Nicht 
minder verderblich sind die Folgen ^et Gastenwesen»; bei 
den öerichten findet man beständige dafs die Zeugen 
eine ontschie^ne ParthSilichkeit för die Glieder ihrer 
Caste, und eine gefühllosie Verachtung gegen alle an- 
dere beweisen. !>{% Gebote iäber die Gasten werden 
)edpch nicht mehr so strenge, als ehemah; beobachtet^ 
und es ist klär, dafs eine Revolution in den Ansiphteu 
und ^eiuuxigen des Volks sich vorbereitet, die mdt der 
Seit einfe gänzlich^ Veränderung herbeiführen wird : man 
«tufs «ie io^defeen nch selbst äberla^ten,^ uud aof kein« 



\\ 



\ 



» I 



X 



«Ui;>cte Weit« auch nicht, durdi übereäte C^iaführu^i; d« 
Ghristenthums heschleiinigen woUe^. Die Fauilieit ima ^ / 
Gefühllosigkeit der' gemeinen Bengalejen übertrifft jede 
Vorstellung. Sie sind scUvisch und knechtisch gegen. 
Höhere, aber höchst an malsend, wenn sie die Gewalt ,h«i« 
^eni surückhalljeiid, schlau und mit einem bewundern«* 
rwürdigen Talent begabt, die Absichten i|nd Gaalnnungen 
Anderer, »elbst der Europäer,^ z^ erfor^dhen. HimmelsH 
strich und Verfassi^ng sind an ihrer Gefühllosigkeit und 
ihrem übrigen Charakter wohl gleich schuld* — Btnga^ 
2gn ist vielleicht das einzige Land in der Welt^ wo Alles 
c^irch Geld tu machen ist. Die Betrügerei wird allg;e* 
n^ein ^rniuntert und macht ei neu. Theil d,ex Erziehung " 
«aus 4 besonders« nierk.vvürdig sind die ßengaUtgn wegen 
•ihrer Undankbarkeit,; wo von der Verfasser empörende Bei* 
spiele erzählt; sie sind höchst abergläubisch, lüderligh und 
^rocelssüchtig* Gelehrte giebt es gar nicht und die Er- 
dliehung wird völlig vernachlässigt. Obgleich die Btnga" 
« l#^«n sehr gesund sin4y haben sie doch wenig l^örperli^ 
che Stärke und gar keine geistige ULraft* GastfreuQdr 
Schaft wird selbst^ gegen F|remde und Reisende beobachtet» 
N.ach Tytlct^s Versicherung ist die Grausamkeit gegen 
Thiere, die Ward ihnen vorwirft, ungegründet. Uebex- 
haupt müssen die Hindus die Tugenden der.Mälsigkeit, der 
Gastfreiheit, der. Wohlfh^lpgkeit und der Anhänglichkeit 
an ihre Verwandten ^ugeftanden werden ^ die aber. doch 
tchwerlich hinreichen , um die groi«enXAster auf zuwiegen»« 



-( 



Die Zweite Ursadie jder grofsen Schlechtigkeit unter dei& 
untern Ständen ist die g9:9f«e Armuth ; sie ist hauj^tsachlich 
durch die gänzliche Veränderung veranlafst| welche die 
Britische Eegi^rung mit den Reiots oder den eigentliche^ 
Bauern vorgenommen hat; sie gabnäxtilißh alles^Landeigen- 
thum in die Hände 4^r Z^mindarx* , Die Absicht hiebei war 
die beXste ron der Welt;- man wollte den Zustand ' der £in* 
geboruen verbessern und dachte zugleich | der Begicruni^ 
ein festes Einkommen au,f immer zu versichern, ohne ne mi^ 
den Erhebungskosten zu belasten. Allein man hatte sich 
sehr verrechnet, indem man von Grundsätzen au^ieng^ die 
-T auf Europa und den Charakter der Europäer ^we^d* 



Bücher * Hecenjignejf, 315, 



/ 



l>ftiL sind, . Die Z^mindars wareo eigentlich iiur die £r«^ 
lieber der Gefälle und hatten daher ursprünglich kein^ 
Kecht an den Boden, ohgleich ihr Verhältnifs zu den 
Bauern ihx^n natürlich grolsen Einflufs gehen mufstie; 
«ie hatten statt der Besoldung ein gewisses Stück Landes,, 
machten ihre Stellen erblich i^d kamen auch wohl mit- 
der Regierung üherein, ihr eine bestimmte Summe lu 
bezahlen: sie wären j^edoch nur die Dienet des Fürsten|< 
der sie 'zu j^der Zeit bestrafen, und ihrer Stelleu ent*r 
setzen konnte: der Fürst hatte das Kecht, Land renten* 
frei, an wen er wollte, zu verleihen. Der Verfasser geht 
darauf ' in ^ine Auseinandersetzung der Veränderungeiv 
über, die in Hinsicht auf das Landelgenthum seit der 
Britischen Herrschaft Statt gefunden haben. Die Z<min* 
darf sind nicht, wie die l&ngländer Termutheten» durclv^ 
die Sicherheit des Eigenthums veranlafst worden, ernst« 
lieh an die Verbesserung des Landes zu denken, sonderi^ 
sie haben nur den grölstmögfliohtten Gewinn für den Au*« 
genblick zu ziehen gesucht, haben die Ländereien un- 
gemein zerstückelt und üben den gröfsten Druck über, 
die Bauern aus. Die übertriebne Vertheilung des Landet 
droht mit dem gänzlichen Verderben Bengaiens: d^r Ver« 
^ fasser hat die Gründe genau auseinander gesetzt und si» 
sind höchst einleuchtend : jeder Unterpaohter sucht nui^ 
zu gewinnen und die ganze Last fällt auf den Keiot, dei^ 
über^efs allen möglichen Erpressungen ausgesetzt ist,^ 
Er ist gan7 von dem Mahauchand abhängig, der ihnj 
freilich Alles vorschiefst, aber natürlich nur gegen einen 
sc'hr groXsen Vortheil« Zwischen dem Mahattehand und 
dem Bauer findet aber ein so nahes Interesse Statt, da£| 
der Erstere den Letztern, aufser den übereingekomme- 
nen Bedingungen, nicht drücken wird: verschliefsl; deip' 
lilahat schand kleine Speicher, so verödet da$ ganze Dorf, 
die Reiots fliehen dayon , die Felder werden' mit Gestrüpp 
bewachsen und bieten den wilden Thieren eine Zuflucht 
dar : dessenungeachtet ist das herrschende System eine 
Quelle vfelea Uebels und der allgemeinen Armuth; et 
würde viel gewonnen seyn, wenn man es abschaffeK 
könnte. Et ist zum Erstaunen, wie ungemein der Anbau 
abnimmt ; blühende Gegenden sind in weni^ Jahren ^ 






9X4 Bücher "■ RecensionenJ 

WTflsten ^ewordcft. Bei Streitigkeiten mit den Zemtndars' 
find die Keiots immer in grofsem Nachtheil, da die ein- 
^eboTiieu Beisitzer hei den Gerichten den erster» immer 
gewogen sind ^ diese Beamteten selbst hesitzen^andeigen- 
thum. und bilden defsw^gen eine zusammenhangende Ver- 
bindung , die nichts brechen Jtann. Dex Verfasser m^acM 
«ehr zweckmäfsige Vorschläge, um diesen schreienden üe-^ \. 
beln abzuhelfen, und die Lage ddt Keiots^ worauf da« 
Wohl des. Landes beruht , zu veirbe^sern. 

Im zweiten Bande geht er die fer^nem Ursachen der 
^ ▼ielcn Verbrechen, die in Bm^alen Statt finden,, durch;, 
dahin gehörender Mangel einer höchsten Poliz'eibehÖrde,^ 
die ihren Sitz in Calcutta haben müfste, die pnzulang« 
lichkcit der Strafen füi: 'die Diebshehler , die sich, ge- 
genwärtig unter allen Ständen,, besonders unter den Bra: 
tnineriy finden, die Freiheit, die aus dem Gefängnif« ent«« 
lalsnen Verbrechern verstattet wird, sich in denDistricten 
aufzuhalten und der Mangel an Beschäftigung filr ent- 
lassene Verbrecher oder gebrandmarkte üebelthäter,^ der 
£intlu£$ der Mahatichanis an vielen Stellen ^ die Bestech- 
lichkeit der Öffentlichen Wächter, ^die d«n Dieben und 
ILäubcrn selbst die Hand bieten,, 13er Mangel eines Fqndt 
«u Belohnungen für diejenigen ,r die Diebe entdeckt oder 
fonst der Polizei nützliche. Dienste geleistet hab^n, deic 
geringe Gebrauch y der von Gginda^t oder Spionen ge^ 
macht wird. Der Verfasser theilt ^ohr genaue Nach- 
Tichtefi von denselben mit und glebt zugleich die Beschrän-* 
Icungen an, unter denen man sich ihrer mit Nutzen be-* 
^enen k&nnte; die l^ieichtigkeit eines geklagten, wahrend 
der Untersuchung freigesprochen zu werden, sq, wie 
$berhau^t die Mannichfaltigkeit der Mittel , wodurch 
«in üebelthäter der Untersuchung entgehen k»hu; hierzu 
tragen d^e Mängel de^Muh^medainischen und Hinduischeii 
Criminal rechts, night wenig bei, die von dem Verfasser 
weitlg^uftig auseinander gesetzt werden; die Schwierig« 
!keit6n des Beweises, die schlechte Beschaffenheit de» 
Gefähgnisse und dje unzweckmäfsi^e Art, wie die Ge-» 
fangenen behandelt werden. Mosterhaft ist das Ge- 
fSngnil^ ZU AliifQr€y welchem auch eist 'GrundriX« bei-« 



Jiüphß,r - .Rtcen9ix>nen, 



S15 



fttlilgt iU. Die OrM«!, wel<^be siqK^ 4i«. fii>«^>iS9^ 
warter cu Scliulden kommen iafisen, um Geld^. von d«^ 
Eingekerketten tu erpressen, übersteigen in der Th^t al- 
len Glaubva. Kürzer behandelt der Verfasser die noch 
übrigen Ureachen der vielen Verbrechen: die Hoffnung 
der Entdeckung wegen mangelhafter Polizei zu entgehen^ 
die Branntvreinläden , die Ueh'erladung der Beamteten ini| 
üesehafkeii wuA die iibermäffigve äEcksicht auf Formal» 
tend Kleinlichkeiten und. endlich die Beschaffenheit der 
Indischen Häuser, welche di^ Einbrüche sehr leicht macht. 
tm n^nten Cä^iitel giebt Hr. T-, eine kurke Uebersicht 
alles dessen, was er vorjiex it^it yieler Ausfi^irliciikeit 
vorgetragen : Recensent gesteht , dals dio' Darstellung 
allerdings sehr hätte abgekürzt werden können: indes« 
aen ist die Weitach weifigkeit eines Sahriftstellers immer 
erträglich y wenn sie, wie bier> mehr Folge der Uo- 
l^ebülfiich^eji^t dear ^Darstellung ist und er sich «pnst .nur 
als einen verständigei^ Mannv bewährt» , Zuletzt giebt 
4er Verfa^sc^ BOQb ..einige Winke für .einen jungen 
Beamteten, der die Verwaltung eine^ unruhigen "üi* 
a^cts übernimmU 

y ■ ... 

In' einem Anhange vretden die wahrscheialfehen FoU 
gen , welche die Erlaubnifs eines freien Handels nadi iicU 
kfien haben wird, untersucht. He^t T. ist der Meiaut^ 
'dafs, aller Wahrsaheinlichkeit nach, die Hkndäl4untei>- 
nehmungen näeh IridUn einen schlechten Erfolg haben 
Werden: er glaubt /dafs die Ooncurrenz andrer Kauileute 
der Ostindi^hen' Cömpa^ie keinen Eibtrag thun werd«. 

^ Es ist eine ganz vergebliche Hoffnung, dafii die HinduU 
sich an Europäische Waaren gew5hnen sollte: selbst dSlb 

^ reichsten Kaufleute in Calcutta^ wenn sie aach wtrkliab 
innen Versuch machen, unsre Sitten nacbiuahmen, ba* 
nehmen sioh dabei auf eine höchst lächerliche und Hiv- 
kische Weise : übe^hftupt Werden die meisten Fabticata 
ebensogut und um Vieles wohlfeiler in Jndi'sn rerfettigt*. - 

» ' • • 
Noch sind hinzugefügt ein Gesang der Dacoits 

(JD^ebe), die ihre Geschäfte unter lustigep Liedern voU- 
hringe;n, die meistens mit Sarkasmen gegen die Beamte« 
.tan. angaf^Ut. ^d; dar BIaa zu eioctm Memoraudui^- 



'3i6 Süch&r • Receftsionen* 

Imch wnl e9^ie)i em' Glossarium ü^ Hütvfig torkottniw» 
'd«n Indischen Wörter, -^ ^ - 



'2* 
Utkast til en Svensk Statistik. FörsUi Jf* 
delningen. {Entwurf zu einer Schwedischen 
Statistik, Erste Hbtheüung.) StQchfiolm t8l6« 
J52 «JA nebst einer Tabelle» * 



Als Verfasser hat tith. ttnter der Ztteigtmng an d«it 
Herzog von SüdermAnrUand Herr P, A. X^ranjlHrg ge- 
nannt, disrselbe,* dessen sehMtthtire Beschreibung ron 0»- 
thtf^burg wir uuMngst angezeigt haben« Die vorliegencl« 
'Arbeit füllt in der That eine Lücke in <Ier Literatur aurf; 
dehn 'es giebt bis )etlt kern ähnlicii^ Werk über Sehw^- 
dem Lagtrbring^s Abrifs ist ganz veraltet tmd entsptieht 
4ieA Forderungen nii^tj die m»n ^egenwi^rtig an eiuie 
Statistik »aebt. In d^r Vorredo entwickelt der Verfasser 
jicu Gesichtspuiict, aus welobem er die Statistik betrack« 
•tet. ffCde 3iaatsihauahaltung, sagt er, unterscheidet sich 
«on> der Statistik dadurch, dafs die« erstere die Gründe 
«um Wohlstaud eines Heichs an^^ebt; die letztere be^ 
jaehreibt Clas Verhält»ils in irgend einem, gegebenen 
^taat, w&hretfd einer gewissen Peripdo ui^d, mehrfxk* 
<äieils in ckr^giSgenwärtigen; aber diese ^e«ohrc^ibung 
Jiat nur die Absicht, die Grunds atte der Staats «Haua* 
Jialtuitg dara«^, aniuweuden* Die voUkon^menste Sta* 
ttstik würde nach cHesev Besphreibuug diejenige seyn, die 
«snit Genauigkeit das , innere VerhiUtniXs in jeder Brovinx 
schilderte; ^iefs ilt nuefe mein Vorsatz, allein es sind viel^ 
Vorbereitungen erforderlich , ehe sie sich erwarten lafst : 
indessen dürfte eine allgemeine Uebi^sicht nicht ohne 
Nutzen seyn, besonders in einem Lande, wo die mei«teli 
iskonomischen Verfassungen von den Keprasentatiteil deii 
Volks ausgeh^irr del8wi^g^n hab«u auchr die 9tHnde '«iS 



~\ 



• ■ 

lüehtem Beich«t«feil 4«n Vfiansfih g«ftQfi«r^, dafe eine 
SehwedMOh« Statistik arscheia«]! möchte.'^ Es tind viel« 
Schritt« ^Mchehaa , ' uvn eiae solche Arbeit xu Stande t« 
lirihgen: und ans diesen offioiellen Angaben* hat lier Ver- 
fasser gesch&pft4 

Dicise erste Abtheilung enthält 6 Capitel. Das ersu 
giebt die allgemeine Eintheüung und Beschreibung des 
Landes.. Die Qrolse Schwedent . die Inseln Gottland 
und Qeland eing|eschlo8sen , berechnet der Verfasser aujC 
3,871 Schwedische Quadratmeilen^ .wovon etwa 200 auf dia 
Landseen kommen. Die Gränzen,, die jphysische und po* 
litische Eintheilung, die Wasserzüge und die umgebfn- 
^n Meere werden in kurzen, aber treffenden und cha- 
xakteristischen Zügen geschildert. , . ., 

Im ^zweiten Capitel handelt der Verfasser vom Klima^ 
wobei er insonderheit die treflichen Beobachtungen fFah'^ 
Unberg*s benutzt hat. Interessante Bemerkungen über dia 
Vegetation: wobei es hauptsächlich auf die gröfsere odet 
geriVigere Höhe der Oerter über das Meer und*ihre Nach* 
bärsöhdft mit ' den Alpgebirgen ankömmt : so «. B; ist in 
Hinsicht auf den Wuchs der Pflanzen Äie Ge^hd um deit 
Windelsee nntcr 65» 40* der Br.' utid von i,ooo Füfs-Höha 
über das Meer deii Oertern um den Saggats.S^e untet 
67^ d. Br. gleich. In Jemtland ist die Kälte an- einigeii 
Stellen stärker , als bei TorneA und die Vegetation nimmt 
um das Gebirge Jrethuta ebenso ab, wie "in deh nördlichi 
sten Gegenden. • In Schonen , so wie überhaupt an dar 
Westlichen Küste siad die Winter unbestündiger« n ' 

Da^ driite Capitel beschreibt die Natnrerceugnisse* 
Man findet ao Geaelüechter oder 60 Arten vierfülsiger 
Thiere. Die S^haale geben ;demlich feine Wolle , ob« 
gleioh die Voj^iehfungeiii , die vor etwa 50 Jahren zur 
Verbesserung dieses wichtigen Froductes getroffen wur-. 
4en f nioht mehr befolgt werden. Jährlich wird eine be- 
dautefida Menge von Erzeugniss^en , die das Thierreiclv 
liefert, eingeführt. $p grofs derReichthum an Seevogela 
•fich ist, ist in Schweden dio Kunst, sie zu. fangan, dock 
«» «tnbdkannt» da(s m^fK waa4g Vortheil davo^ zieht* 



\ 



\ 



V 



Audi 4ft* PteHMereioh Is«fert tkichM^a vieU ^m^lieMf 
als .4aft.B9<iüi:fnifs eti/Ofjfißftp «ttd obgleiob, lietfoiid^ir« iit 
m»iiwn Zeiten y der Lfudbau gyofM. Forlaehntte gemßtcikM 
iMki» <• w«^d^n 4o ehr selbst, m^ncbc ei«haiitiische GfM> 

iwächse nicht so benutzt, wie man erwarten sollte. Seit 
1748 ist die Getraide einfuhr in keinem Jahre» unter soo^ooo 
l*oniieil gewesen. Au^ den ßaü vtyii FutterkraUteitt hat 
inan sich wenige gelegt. Auch die Mineralien werden nicht 
hinreichend beuutztk Der Verfasser hat hin und Wie-^ 
der eihige Winke zu besserer und haushUItischerer Be« 
Uiutzuiijg^ der verschiddheii Naturerzeugtiisse gegeben Und 
MUf das Beispiel andrer Lttiider Aufbfierksftnr gemacht, 

ÜkU viirU CapiUl beschäftigt sich mit ^ den Einwbk'«- 
iierU« pie Schilderung tler physischen und mtralischett 
£igenschafte» des Volks scheint dem Kevensenten Imeson.- 
ders gelungen. ^^^^ ScJiwede ist ^tark gebaut: di^ 
lierrschende f^arbe det Augen ist blau oder bläulich,' des 
Haars braun; ^e Nase ist wenig- gebogen ^ die Lippen, 
sind mäCsig grofs» Die Weiber hobefi. lebhaft rothe\y^a.t 
gen und mehr runde | fds lange Gesichter. DerSobw^flß' 
wird spät xeiL' Der . Jünglicig ist selten ver dem 20steti 
Jähr a.u«ge wachsen s da& Mädchen gegen od^r nach dem 
•echszefanten» Aber dagegen dauern 'beide desto lau* 
ger auß, . Die £hw werden im Allgemeinen spät ge-*- 
9chlas$en» Die Fruchtbarkeit derselben ist sehr.grors* 
Dem <^cAuk4|?» geht die Lebendigkeit ab » welche die siid^ 
Jich^ra Völker EUivopa's auszeichnet^ selblt die l'eut* 
8che|i, die voi| den Franzosen ^, Italienern, te]lbst ihrezt 
Landsleuten^ der Langsamkeit beschuldigt wenden, sind 
ip Vergleich knit den Sehwtden sb reizbar, dafs e$ zuku 
Sprichwort von einem heftigen Menschen geworden isti 
er ist so b6se, wie ein Teutsch^.^ Das Gefühl fü£ 
Freiheit und eine gewisse Gleichheit ist bei den S^hwe^. 
äen tief eingewutzelt; daher bei dein grofden Häuf eit. dei^ 
Häls g^gen dieYornehmen und den Adel^ der sieh «bei 
Allen Utttuhigeh Gelegenheiten zeigt-. Wer. ein MäI .G«* 
legenheit hat, sich dias Vertrauen eiher Schwedisehtn Gts^ 
meinde zu erwerben, behält' es leicht; weil eine kiat6t¥ 
liehe Langsamheit TerVd:M«ht> dale dat Volk meht^geMk 



/ 



MüiCkitr • Adkr#itW«iii* jm^ 



lern Hanf«« wcxdt« di«}eMC^I üp iü W«;4|tt§airfte 
W^9e&, für lekettdifl^tr nn4 teilt«! b«4f UiMMiar «»f## 
j#lilNi^ aUtdie Bewohner der Ebn^a.*' : I>itie.«iiMl (Ümtt 
tWi^^'Bwifterkttng^i zettgen Ton der feiscA B»h < n ditlnig»» 
H^i^ de» Ver&tMrs und lUcnssent wttiueht Mir, daH •» 
dati« Charaktevistik uo^- laebv tlutgi»flllirt «nd bis<jü 
#&•' «inc^lx^li Sciiattiruiigto ia den ttrtohAtduaett Xab^ 
«ekafte« ^ei!l«lgt iuüiea mögfli. ^« n«titti«x;heii Aii|Wi«ft 
übtfr dütn^Statid uiad da« VetkUciiift.der BeTtHUrimgflMl^ 
m»0 dem Bericht de« TabcUconiptoüra iibr. ifliö' lintdj 
4ittrch X«ui«che Zfottcdiriftta aekoii JMbmat« . 
grud« Abnahmt 4«r BUea uitd di« al^ihvlick 
4«««kl ttii«h«l|cher Kiader en^ffMSa niUk hninm gmt/lm 
AttMichten auf «tue bleÜMiid« VtlkaTttaieknuif» a 

Im fünften Capitel wird von dea Gewerben gabMiiili« 
Der Ackerbau bat zwar in den letzten Jahren zugenom- 
^MM» be409|den liad viele Peldftr urbar gaiiMbl| alküi dt» 
yiebzuebt iit yertiiunit. Man kum eaneltmen ^ dsli iftitlMf^ 
elf drei Viertheile/ eäer RmohaeinwohiMr neb liiit 
Feldbau beschäftigen. Der Werlh ellei Lendei^tift^i 
ist bei der letzten Betteurung etwa auf 33,1 Millionen Bti« 
Kerechnret. Üeber das Verhtltnif« der Arbeiter in dei| 
5ret«chiedneii^ Gewerbeii, die Hindernisse des Ackerbaus 
lt. s.w. kommen manche gesunde und richtige fiemerkun- 
gen Tor. Die Fischerei ist gegenwilrtig im Ganzen von 
keiner'' Bedeutung: sie ist überhaupt in der Ostsee t<reui^ 
gev wichtig ) als in der Nordsee. Die Zahl • der Schiffift 
tad der Sfeelente hat in den letzten Jahren bedeutend ab« 
genommen: 1814 hatteil die Schwdit^h^n Städte ''i,lÖ(^ 
I8f/) aber nur 1,036 Fahrzeuge, von denen kaum die 
Hälfte auswärts jg^eht. Die sogenannten Waldgewerbe wer« 
den zu sehr dem Ungefähr überlassen: die Forstwissfa- 
echaft ist beinahe aoch völlig unbekannt: daher klagt 
man in einigen Landschaften schon über Mangel en Brenn- 
holz. Es giebt überhaupt 560 Bergwerke, deren Wertb 
1^13 zu )etwas^nehr, als 8 Millionen Keiehtthalw enge* 
acblegen ward. Die £isenf%briken find in den letste^ 

k. d. Q. M. II.Bds. 3. St. Z 






\ 






Mä^^l^'er ^ R4esnsi9l^4n. 



amm MMSüMtlitttt war «ut Vnten g«lrMbtfif M>i^eti; 
Ufo- iMhMrikMi ' im fttüMi JLitolie habra i8r4 iifiekt 
«HiMTy «li't8S»o^ Ili«n Mm vmI 114,000 Ellva- f^yoH* 
IVtoM ir«r«ilMiUt, WM nickt eisiMl dir dat Bedliriitt£i 
.JlMoUMm/ hinreicht: nioht besser itt et mit den Sddea- 
iMd Banniwvttenfibriken bexchcffen. Der Getanmtwcrt^ 
i^eir gewonnenen Fahrionte imJ«Kvi8l4 w*rd«uf 8»tfs{3,it9 
fttI.Spee.herCobttet. OerVerfaMer wflnscht dieAnlnahme 
ätmSshwfsäUtküi Fahrihen. aber nicht ditrch vterbielendb 
ÜMdkMgein gagen nnswärtige Goncutitent^ deiin di% 

t0 «SdbiMtf ^mA« Ata^ wird nicht hinreiohefn, die Kfr- 
itnd- Grinsen an bewachen , so lange 4i9 SühnUtg*. 
«In bereidiemdea Gewerbe bleibt. Das Haupthia«' 

dCs >far die Fabriken findet der Verfaiser 4n def b*» 
üÜwirMcken imem Communiöation. Ueber den S^km^ 
Msühtn ^andel .änfsert sich Herr Or* «war kurz , aber 
•ehr gichtig: SckwtdinB Actiyhandel ist beinahe gana 



•1*» 



i0as #aait«ai C«f»jtel giebt eine nlheve Ifaohlfioht vow 
iM» ^tftdten , und beschreibt den Zustand der Berttlke* 
mmg, der Gewerbe und die Gröfic tier Gontributunv «ir 
MC iednn eintelneai OrtSr 



Kacensent. hätte nur hin und wieder mehr Ausfäkr» 
bchkeit gewünscht) im Ganaen aber yerdi^ die Arbeit 
ein Ton^Iiches I«o]pi^ sowohl in Hinsicht auf die Aus* 
wähl der Materialien I als auch wegen der rorurtheil»-, 
iosen Freim^thigkeit^ womit d«r Verfasser sich iibfr 4ae. 
Ii a>yi l1 iafte in den fiinrichtuiigen und Ver^ssapgexr 
aeiires Vaterlands Sulsert. Wir wünsclien recht bald jdiä 
l^'octsdtxung «otaigen tn 



■•■ 



■^ ■» • • ,• . 'l - ' I . ' ' ' J • ■ ■ ,' ^ ' 

' iSiO'O^ I8li ^rfZ^ A^'s^ ^MT» <b>4:f Jl^fi^ AoUt« 
Dagboger med tÜhörende BÜäg. (Ä. ffrshür) 
JBLei$€mm^ch Stockholm in. dßn Jahren igjo mii 
*l8iil otfer stihe axtf diesen Reiten geheüeneft 
Tagebücher mit dazu gehörigen ,Beüagen^ 
Kjobenhavn I8i6. FUl 222 SS. 8- / 

IUI I I 11 ■ - / lt.: 



ütUlf y Mgl 4ev TtirdktiitYolle Ver£Mi«er in ,.4«r' Ypcreda^ 
'^Mike tf mir «n d«r gel^rig^«^ Z«it» T«0 iiitA Til^iMu 
J9er Zmsk Irai «ei»eii. IUmw^ ikozü er von «•ia^rf llttfr 
pi«fiuig tttt^r«tilttt w«rd^ war cifMitUdi, U^mrifcl^ mni 
dia et ihm ttnpat«ef4 tolbieiiy^ Annüf « «üb Stmaä^n-W^H^ 
ken siiiteK Ar]»eit «intiiv^rleiheii, giebt er ,bl»r« f<üie 
STiagejKiplieri wie er fiii, gefaeltea UuMei ,die, last «iqhtl» 
alt N#«liriclue« von der PeftöaUplilBait dat 
li^id yofi da» Bekaiinl88liaft,ea entlialteii » die ,f r. 
Ji^ . In der. Vqtrrede iflieili er eine kiärze Li^tf.deri im 
naiüera . Zeiten ül}«r&^iMtd<n.etfcliiMieiien| Heitebetohrair 
l^aagen mjit, ,Auf die er J» T^t. Utwc^Um refw^% 
Hecepseiit yarmilit danmter.mfliiii>«iretiettaE^gllfche.Bf»9f» 
J»etcl»:eil»U9igen k.]I. von Thatmmß^ i^plf fo^ J^pt^t^^l^ 
dfoaßXä einige aucb ia^t Sqhweditohe üliartpUt ti2i4« ^^Bif 
n^tta Keite dauerte vom lösten Mai bis aum gten .Jij|1mm^ 
j^eri^le am Tage ypr. der Ank«nft det Yexi.wü^idee 
^^oapria» wpn ,S^w^4€n, geitQrboif und er ,war ,Zeuga 
4er, allgemeinen, Tlieiln^lunie , die idietec Ungl4<^VI 
tvagtes. maar eraäUte tebi^ viel^, :A^e]|dot|n«.>rm Dm.» ^9r 
fiE^ndert üh9f uine Populaxiiäty .wel^wegen tr in«ge|pif« 
een Zirkeln anch der Pöbelkönig genannt ^jn. tolL Hex«, 
iV. ^ah aueb die E^rmordm^. des • Gi»ifi[^ Faf/««;. ua4 
g^ebt ein%a Bemerkungeii Über 4iete Begebenb^it, •^' 
4nf der «weiten Reite , die 70m T^cn April bit zum .^ot^lma 
Jmm$ I8ig danarte» bi^ « ^e» faiKübrnt^n Itländiicbtn 



y 






SprtfcIiforscHer, Herrn JR4i,rib zuhi Begleiter. Üa« Tege- 
buch ist nQch x^iogerer, «Is .das ron. dc^ ersten Aeisf« 
tlei^r Abreise hatte det Verfius^r Schwierigkeit, el^ . 
«ett Pafa fiiwr Oiir«^re M^ch CAH^firaift px erhalteq ; er 
xeisHe daher ohne Fafe qirah dem er«ter|kOrt: Hind durcl 
die Vermittlung einiger Bekannten und Graf Engesir SnCs 
lÜlerälitMt erhielten «Kef Eeitendeii 4ie gewüiiechte £r- ^ 
jftnbnjfey mt^jftteii: 4bff. 6o(^ noch .den|el|»e9L Ahe^ O«« 
Tthro verfassen , . vermutlilich . weil man sie für Spionen 
ftiell. ITeher Norwegen kommt gar nichts vor. - ' / 

Eigentlich erhält dasBüchkin nur einen Werth durch 
die beilegen, welche besonders für die Litter&rgeschichte 
iron Wichtigkeit tiad..* t) Bericht an di« Commissioi^ zuf 
^ Attfbcwahnnig der Atter^ütner über «ntiqnai^tfhe Mett* 
frefiigktoni M Steeik4oAif^. t/)»M(ii vad huiidi- IMM^dSM 
Minfti»eMl ta Kiwik'im ^ « fc ei trttV worüber aiMtere Qe* 
liOm«' eO'fiel# nngereJuite Meüiittgea aüfgeeüeUt habett, 
tiMHt Herr iV* «ine »eoe Antieiht ave Broo<iii«niit F4* 
f itten »Hy die -wci^igetens einigermafeen wahrscheinlich , 
iet : ^8 scy , mein^ dieser Alter^mefortoherV tum An- 
Ndenketi an die, ^oniVeneejfe» ane geeohehene, Bdiiehrung 
«tfüi CbrÜtenthume boefinmit. ' Wx biWograj^htedh^ be^ 
%atai^it ward der Codex vdn #e|;;Blda '%v^ UpsaU bi^ 
schrieben, -Bei Ltmd * wird eine ji&bere Nftchncht Ten 
^em dortigen hiitoviMdMn ICusenm gegelMln, hi w«I^ete 
UMMDiders jrtierltodisolM Atterthüaier geetiiUtaeU und anf^ 
%eifrabtt werde»; Ueber die Alt«rthü]^er , die in St^ch^ 
§i^im f*Miand«n sind, iet noch 2) ein^ besondere N4«h<^ 
sieht Von dem Aufiieher, dem berihmten Mmiltnhfrg^ nä^ 
getheflti g> HtndschrifteB roniantiircher fiiehfungen la 
«et höiilglichen* Bibliotheir in Siüekhßlm , ' 4A IHnitchc« 
iahii Säiwediseher U^ersettnAg; 4) Uebei^ 'den JCtmst^ 
üläfif in $§hi»$ä$H nnd' die M^dlkanunet iti SfknhMü 
*2K« S«ieII»Dh^ft fär den einheimischen Knnstfleira te 
'Sp^nhagen butte den H^erfasser beauftragt, i^uch übflr 
^^ Bi^ebsamfceit 4n Sthwgäen Erknndigutigen ''efnxtt-' 
lEteheu, besonder» ob ^'olehe Zweige derselben^ die b<ä^ 
^8to Xiäadffm geÄieiilsAQ^ sind', in sihwgd^ grafsere Farfw 
«dritte, ajls <^ Myigmkrk g^Mtkt bittoü? Hietib« ha* 



N 



X 



J^ächer - R§<:eni(ionmfu \ ^^ 

4 

k«| ijUPiotwdgPa S4il^vß$dwh§ ß^l^rte, nanieti^fich Dr. 
BMUtr9m und der verttorbene Padagög Bmocmann einige 
Auikläruiigen |;egebeit* I>ie feipeu Linnen ^ die in ffor*, 
lan^ gewebt werden, |haben in neuem Zeiten einen Tor« 
theilbaften Absatz in JVtstlnditn gefunden« Industriescbu- 
len giebt et nicht. Der HauiUeilB auf dem Lande und 
in den kleinern Städten bettebt banpttäohlich im Spin- 
nen und Weben. Die Bauern weben ticb gröfttenihtils 
Ihre Kleider selbst, in einer Prorinx besser, in der an- 
deriv soM^Wi^hr f , f^b ^^ei^^c^tentie siob in det ll«gtl 
ihr sämmllicbes Ackerget'äth. Im Jahre 1779 ist ein Yer* 
seichnils der, auf der ModelÖcämmer in Stockhctan vor- 
bandeaea MasdUaen- ettdiieaen , wovon bier ^dir fort- 
setiupg aus dem handschriftlichea Gatalog gegeben wird. 
t)& jenes yerzeicbnifs schwerlich in den Händen' irgend 
eines Lesers seyn dfirfte , wäre es wohl t^teokmälsig' ge- 
wesen , wenn der Verl citer - vt -ebenfalls hätte abdrucken 
lassen: die Fortsetzung^ geht von Nnmer 230«-»359. Im 
Tahr^lgfö )iat die Akademie der Wissenskiliafti^. tedhäor 
iog[i8c1i^ Totlesungen 'zum Behuf der Heiidwerkeif ttn§ 
tCünsÜeFT veranstaltet. 5) 'Näöhridht Ton MetdlseHeit g^; 
ichriebenen Oesetcbüchern in Aüt kDniglicheiiBIbliöthel \k 
S^eeXiftotm. 6) Beschreibung kAxikr metlcwltrA|fen lAÜki- 
dischen Handschrift in d6lr äkad^misdheif SMiöthilt ii 
VpUlui dSe Tetscliiedftri^' fila^te ^hüläli. f) NädlH€ht 
VoJk zwei Htode(/lifftteit , die der tK^ckshistofib^apIt 
MaUtnUrg 'Besitzt. ])}e ^e «fÄtKält eüi^n Conit<i6ittaf 
^i&ber GhrisÜ L^tdeii im fibhtfhUtluh Dialekt^ aus %ei- 
ehern Redensaorten und Wö^fbrmea mitgetheilt ^ir^ttf^m 
t) Ausz«g6 aus OtanCt ^i^Üßki dt tt. BentiUu^ ^ die ttf 
der Stiftsbibllöthek zu LUki^in^ 1/efiifdlick sind. MHij 
cheitifii Htteräiische Nachriebieii "' ubd tattheilungen. ' l||^ 
Zeitungsfebde. Ein Schreiben aus ChrutUfÄia üBef Üi 
Nvrwgiichnn XnegC^aHtqg f^ j. weraiyf Herr ,.^«k|sich 
berufen, fühlte zu antworten« ^JQfBide. .A^rtik«^! sind'gim% 
-bedeutungslos i^nd hätten füg)iieh zurückbleäien können, 
10) Prof. FeintV^ Erinnerungen ,^.nber Herrn Jmm^^wA 
|;n^4^1i|9Jf'/ .Nachrichten ,fiber ^^^Inoht der Kon^i;^ .^ff 
itia ZU^nprß von Sehwedtn^ (xa#se/^daI/*#.Ge'mahUn,|li^:]% 
pänm^rk» Schdu aus dieser Anaeige wird einlfp^e^il 



3^4 X Buther - Ke^entioneig. 



se^, ^mU dieie Mitl&«iliiiigeii , 'wenn ancli die ftri-MÄ 
'Staitt8knii4e eb^n keinen Gewinn vbn diet^ Kttten htL% 
'doch fUr den X^iterator und ültertliamtfonclitr scte 
cchäuenswerth sind« " 



M0itr0ge zur Kenntni/s Rufslands und 
seiner Geschichten HerausgegebenvonGjr^ 

Ersten Bandes erste Hälfte. , Üorpat tSlSn 
336 SS. 8. 



■^■•i 



^ Die |>eidea berüluntett und tre flielitn Her«nf{pdbeir 
iift^en «19)1 14er zu ein«m "V^erke rereinigti den .wir deit 
belsten Fortgang wünschen; ei toll gewiitermaXsen ein« 
FortiieUung-Yon. JtfüHfrf Sammlung Kussisch^r 0€t€hichte 
eefa» deren letzter oder neunter Band i^ erschien und 
wodurch zuerst die Bahn zu einer nähern Xe&iitniXi de« 
llUs.fischen Aeichs gehrochen ward« Defswegen ist anck 
lioch ein Titel hi^tugefilgt : Sfkmmiung hmMUfik^ Hfm^ 
sckiehUf tUs uhmtm Bandes trnu Stück» St» J?€$v4ht;fM 
X816. . Der Inhalt des Werks ist theils statistisch -geogm^. 
pKischy theils historis^ch ; in dem vorliegenden Thc^I si]^4 
^ie.zur ersten Glasse geh^rigeigi Aufsätze die wichtigsten 
und becteutendsten, ^ un4 .es rersteht sieh» daTs nnsra 
Anzeko für die.A* Qi.Ef nur zunächst auf sie H^ck« 
floht nimmt* > t . 1 

'^ I. &usimvT voik Bnf;Mürät Nen^richtcn von den An^ 
eikdilunggn dir Tguisekin u^d anderer 'Bingev^anderten itm 
iüdUihen Rufslande, Nehst' Bemerkungen Üher Üen dar* 
tilftn- äÜkerkau. S. 1 — 70. Dieser Aufsatz ist ron, dem 
Renrii Verfli»ser, einem Tlfeffen des Harausgebers auf ei« 
«^«i^Kdse im Jahr 'x8t4 gesammelt und zeugt voif tref* 
a Beobaditougsgelste^ er hat bei^deu häufigen Aue« 



,' 



Eil eher > it#etfitMtft(rn>ii. , 39| 

«BttdcniMjf«» , M0 }t|it ia TenttelüAiMl an 4er lAigw- 
«rdnntig Mnd, «in doppeIt#i latertt««» und r^tiünt^ 
yimhk kelicnigt tu werden. £■ wSv« TMleiobt gtK^ fit* 
■iiifef daran» in- Volks tcHriften aufcnmhaae». Daa*Gas«a 
ieii iB 7 AlMcHnitle fetlMilt. • 

• « J>w4pH0 gJekt eiae' Anttelkt raa der OkerlNIeke^daa 
dllrohrei$l*a»^Iia•datrioll«•'' Der Wataeneheider dev ndnt^ 
lieh «ad «ildlioi» flieTteadeii * Sttrdme det EuvopiUaalMA 
Mu/tiBmis ' wand Tea deia Heiaeadea cwteokaa Pmrji^^ 
MMtn aad Aaolvajk fiberielolltea » aaeb Ifte/imd flili 
das Laad ia ragülasea HAf^slfpruppea ab, die eiaerMeafa 
▼on Seea eintaltüefseB ; die sMIieW Alidacbuaf » ai"f^ 
laderXütie dappelt •• wHt, fleielit eiaer grefraft» sieh 
aaaft verfiicbende», tob TliiUeiii darribsdinüteaeagtoiy 
in aftäHichea Tkeil wetdea %U imaier iveilar aad 4tl»as» 
aidb eadheii ia uaabttlibave Steppea aat. Mia 4ea ¥•»- 
aaliJedeaheiteB in lieirFaraiea liaider Abdadiaagaa iada Jt 
sieh anieh, nageaohttt manclies UeWreineliaiflieadBa, dar B«^ 
den, der im tw9UinAhg^ni$%0 ^Sker darfealelH wicd. /AUff 
*^em gaasen Wege» ISogt der tfidtidboi AMadbvag:» Üfc 
die Erdart aieisteas Thaa und kia aad ar i a d te aiaxfalia^ 
ar Ki^staia, ia nManicIifaltigea Nflaneea: aaarsl 0^ 
•cliien Granit ia dem Flosse K^s » daa mmxL kia Ji^eviaä 
kehSlt, wo 'er sich unter Lehmkdhea Tcrliert, Sei JTaara 
JÜirgmwt kegina«. die'Siepfe; die Graad^aga flirer fettaa 
•Bamaierde ht ia der norAsehea ^ülfle des Cket s a asah ea i 
and in der ifidlickea desJakateriaaslaTsckenGaarvanMasaala 
Cränit: dem lölgt kis JTriioac ü#9f Sakaefari^ daaa tm 
Ckersonsckea, Kreide ia Bftnkea gaMidakte^: weiter sfi#* 
lieh fester^ f cünkSmiger FlStakalksteta , der dcas Sckwar* 
9cn Meer nüker, fast aar. ein .)Qakavaa^Masahal*GaB§Mh 
merat ist. All» diese Felsea wetdaa Ia der ' AaaamS i i p p a 
aar durek Scktaüktea und Tkiltr aa^adaakt, die,, glaiak 
Flu^systeaiea, eiak.Teraweigead mit aiaam HauptlMa 
snsanuaenkangen, das sie mit deaa Meere ▼askiada^ 
taaistaBe akne ikm Wasser aasaühraa. ftaa MiadBQr' 
gea am Meer kaken saline Wa^er, das i* fiaaaasr 
sein Sals aksean. Aadi die Utijfipm MÖnk mm Paiv^ 
kis aa ^m Xn» kaft aiaa 6raadfai|;a mida .tibaila. 
tkeiU IMietiakem Xalkflieiw;. « . >•. 



8i# 



Bück0r »Jt^^tfir^i^ir^a. 



iGflüwvclit der SMppen uii4 ihmm Klima. Die BättOM 
.▼«rlief^Mi sich %9m% mit 4er Ste|pp« bei Mirgmr^dz 4a£t«ic 
<4«i EbM» nmwgifln» rührt welvtehejnllvk mdit vob «tot 
Bcsekeffenlieit des Bodeat^ timdent Vott etaer z« geria«' 
f^ Be«4iMeniiif uwl dem «a ufpig«» Wuriu .der Orä» 
der U9d Xriuter her. ¥«m FeiMroer Im« .sam Hei etf* 
imck^ dee Gtm eise eoloke fiöke, de£i .sich ^beefe 
' darin ▼irUerea: daaa TerdoYKt es allmllüiek: dae Vieh 
MfiUt es ungern nad nuifert ab : tedi leüet es ämA 
den so etazk er«ftra»Ua Boden an fitefca. aad KJaufia» 
.fiia.&üblaag der Sotamerndcbte Und Herr -von £• nnAA 
ma greii^ als man ibm gesagt hatte. Der etadke aad 
flBUU^ Wechsel swisehen Hitae uad Kalte tritt erst 
imit dem Heribst ein» der die PSaiaeawelt wieder-aae &» 
«Mt Todteaschlaf erweckt* Aber |Ue ninhe Jakmeit 
Sanftot bald ihre Becbte. Oen Aafaag des Winters 
lAidigt anhaHeader und stärkerer Begea, der den Bo- 
tiSli eo^darckanetekt, daCi es oft unmöglich ist lortnt* 
temama. Der Sahnee bleibt nicht in iedem Jahr lai^a 
genug, am sur ^cUsttenbahn beauitt weaden sa kdanmk 
•in dar Btep^ ist heUdges Schneien oft Measdben und 
itaaden hei ftarkem Winde 



. Der «asrSe Mteknitt von daa Laat^ewohaec» dar 

Ausihi t i t*ttn Oegeaden bis tur Orftase- ron Cker jan» und 

jJttatsrtaasieio ist toII fsiner aad adohtiger Beobeehtnn*> 

•|psn* Wenn man sich dem Goavememeat Pskmo aähatti 

-wird der Ehete dem Rassen iauaer ähalieker: in die 

-Sfsache mische» siidi Bnssische Wörter nad obgleii&.die 

•KavakaerLatberaaer sind^ waUfithrten sie doo& imfirom* 

mea Glauben aaeh dam beaachbarten Kloster P€Uckmr^ 

«um durch Verdiraag dm wuadertlUttigea HanenbildM 

ÜMar Wfinsche tkeükaf tif ta werden. A^ffaHead ist die 

BeiaUekkeit ia dea grors-ratsisehen Baaenrohnuagetn. 

iler Acl^efbaa befiadet sidi neoh ia seiner Kindheit Bai 

den AanMiemiigett das Genvaraemento IMekfik Terli^rt 

liok enad^ dfr stfreuUake Wehlstaad dar Baaera:. smd 

.«ie nma sich .der Grflasa. 9olms nähert^- nünmt: anak 

d|e Reinlichkeit ab, ron der. hier selbst keiae Sfttr mehr 



I ' 

i ^ 

i» «ebMi i$k fiai GMnd fiwiol <Ur V«ri«Ner wohl mit- 

B«cbt in .d«l» Ticänd«x«cii Verhältnifs des BaiMnm. «MW« 

BHttji Gvu»dhfti;a: iii^r dad FroliaeQ ühlicKi währetiil 

.4«rt. «91» >DQrte mtr «in« jähirUcke Abgabe enl^riofattii. 

fik FerwaniUcbaft d«« Weijjriif ««n mit dea^ Lett«« «od 

XitthMsem . ist imiirttrkanttbar: et sab^int aiu «Intr Ver- 

«üsobuag 4nr Rusitn vmd Letten eatstandea, daebmebr 

4iam Itttetem nü^bf «artet «u. «eyn, Die/Polfa, v<^i*. 

im. OoalranMmant' iUebii^ia uatar dei\ W^iTf ruete« .wob** 

«^^ mifhtn ntokA gut auf diele, die nur ,%u $ebr ibir« 

ÜBsauberbait sttd I^ed^Ucklceit anaebmen. Ia der U^aa^ 

jie ist. «rioder eia gana eifae« VoUk* Dar «ABbliick^ ainaa 

'klaia-rasaiaebaB'. Doyfr ist einladend. Die. tiäaaar sitt4- 

«ehr reinhcb und (derrSaubodrkeit in dea Wohn auf aa.aiit^ 

a|prtcfat«aiMih die Kletdim^» die «icb wesaatliob von ^mr^ 

in Gro£<rufsla»d übUcbau, uateriobeidetk. Scb«» der JKör* 

perbau des Ukräners zeigt Yerscbiedatiheit. £r ist in 

der Reg^ lüager^ maglrer-, OKBider kräftige alt derGrcfs- 

^ fasset die Ukr&ttiMtb«n Weiber sind .dag«'f ea flaiacbicbler«' 

Saar Ueinrassiscbe Bauer ist im Oettufi des ^«intireina 

ebensa unmülüg, als der gyoCsrttsiiaebe» aM^^rd^m delR 

. W^Unst erg^bea and ebae Erw|Ncbsa>an« Sobald, er . Galii 

bat, kaaa man ibn «u iiicbts baw^go»,- wübraad 4ir 

Groüfrasse ffir Geld in Allfixn, bereit, iijfc. Aber aaab der 

IHurltner ist listig ..tmd.rerscblagea and «elbst die Naob* 

bam baben ia dieser Hiasicbt eix9# grvTs«^ Bleiaaag vaw 

• fiiin. Unter dea Ursaobe» diieter greisen VffMcbiedaa* 

btei» ran Gbaxaktnr aweicr »o aaIiv«Ki«imdS(ey Völker «r- 

lanbt sieb itor Verüasier nur einiielaa AaiiAUungaa; twtk 

Tbeil Jndet er sie in der J>iflbligkeit| ^wxsasit (Ü^ 

Frucbltbarkeit,.des Landes dem Ukrfincr sttpen UafttfiiaU 

eJiaa grofse Anstreagung gewäbit; sn eiaav erböbtea 

]?^duictioa 9h9» bat er Iviaea üeta', -.^i^ilsiab baia« 

'Aussiebt zum Abaatt daid^ietet. . 

• ' •• ,:.,-• .... 

In' dem südlicbea Tbeila dea- basohciebeaea Uader?» 
amfangs. bis in die Steppen *bedafe:f d«ar Bodtei nie des. 
](>ünger6 , der gar «tcbt JMfiatzt irird, auÜsar aar .Aa»^ 
b«ss«ra]|g der -. Witge. Hier siebt maa auch, de» taiai* 
zlfc^riobteit Taitseben.rangy der. von vier, aneb wabl 



» 
• 



3^ IMcksr • Recension^m 

roB twStt O^litMi gevof es WM. VWa LitrflmM Mb 

ffta^ gediinjtoB Gärten, währeiid von MMimw ^bn l»ts» 
tere «ellr gut auf d«ii Feldern fortkommt , d«r «wIm 
ihn §tm »leht mekr g<>vltli. Die Getnideavtai in des 
CfftretPM'iSud, wie hk deu iidrdlicliea Oottvememcflls; imx 
Eltrag alber i«t «ngleidk gröfser. Da» Kant wirft ia 
grortän Schobern aufbewahrt und, wie üf der Badarf 
f arder ty gedrotfcben. DfaObetaultar iet Bsbadvatattd 
dse Vertucba» 4^e man Im Kiewtchmi arit dam Wasa 
maobt batto, tebdiae« keman £rfalg gababt au kabea. ^IKa 
Batiem efnd Leibeigae und geböfaa tbaila EdeUevtaa^ 
^eilt der Krone. Die Frobaea «lad vemabiedea, aber 
im Gaataa um vialaa leichter, ak in Lm « aad Kbjf^ 
laad oder ealbet im ndvdlKbcn Tnitnbiead, w laaga im 
diaMi Lind«»« dia Leibaig^aeobalt baatamL 

De» Jümßt J^^hmCn betcbreibi dta Bawabaev dar 
#apye m emeiiti C^ir^cn^ J#b«ter/n##iaw aad Taarifa, ai» 
bnntat Tl»lkergam»tob an» Tataraa, Xlem* «ad Gra&* 
Katlea, Fole«! Tanttebe»^ Sobweden^ Moldaaata, Balga* 
i^n^ Seniem, -Grl^i^R, Jaden, Anaenianu Im AH- 
gamaiaaa bftdea die Blnwabaer 4 QaMea 2 Adel, Bfisy 
ger, Baneni aadAiitfiedler. Dia Banera riad tbaila vaa 
d«r Vrovia ame ' Ri|/#land bieber Tcrsotst , tbeele tob da» 
Bdettaaten mitgebracbt, oder at tiad Uebarlftafcv« £a 
giebt aneb üreia Tb^elBbaer, dia aber. «ehr IfiderUdi 
eiad. In der Krim eiad die Baaam meiftaat Tataraa vmä 
aUe frei** AatftbrUcber sind die NaidiricbtM ftber dia 
Aniiedler oder Goloaistra, die in iwei Glataea aexfaülett» 
dta Binea ( Klaia • aad WeiCmisaen , Moldmiar » 6ri«cbe% 
Armeaier* and eiaige Bnigare») §enit^Uax nur 10 Frei« 
j^abro and siad alfdana den übrigen Untartbaaea glav^^ - 
die Andern oder die Fremden babalta» aoab nacb d«i 
Frei Jahren ihre eigne Verfatsting, entricbten wemjgeat 
Abpiabea aad thaa bauia Kriogsdüenala. B^ wertem die 
misten Aatiadlnage» b a ateh ea ans Taoladion» 3te stebna 
tfSmmtlieb «nter ame« ObaivoramadiGbafteaBM, daa tai« 
nen Sita In J#lra«errn##Ianr bat, and anttutValbar anter 
dam Mfnittariam des Innern «lebt. Jade Tctttsebe An« 



'\- 



r- —^- *r - 



Mfti^hi^f^^ itecehsiönen/ 3^9 

«MSIättf iiftt i&r Obenchätttrigefitla ^nA In Am eStitel* 
inhk DbiUim inteht das ^Stellüttengeridht die ettte fnstmt 
«iii9. Die allgemeinen Vofschriften , 'tim Fleirs nnd Mä- ^ 
r«xgkeit zn «rhklteu', sind sehj vweekmSfsi^. Der Zu* 
»taad der Ansiödlnngfen '- ist sehr verschiedeii : mancli^ 
der neuesten sind wolilliiibteder, ak Hire längst ^ier. an- 
a^lb'|en Näolifiam. Die U!r^acbe liegt in den Eigen« 
thümliehkeiteh, die jedes Volk anH seinem Lande , seir ' 
»em 'frühem Gewerbe und seiner Lebensweise mit hie- 
]i€;rbrachte. Vielen Ansiedlern bat i^re IJnbekanntscbäft 
jnit dem Ackerbau sehr geschadet, die hingegen schon y 
frnher Xandwirthe waren , kommeh s^hr gtit fort : doch 
k'ab^n auch, gröfsere Sittlichkeit nnd ' mitgebrachies V^r« 
mb^en nicht wenig Einflur« auf' die bea^ere Lag« einiger 
Ottlonisten, Besonders teJohneA 'sich dits Mennönisten; 
unweit Jtkaurinoslaw, älus, die sij»h ganz, wie ihre Vitter 
in Hcllatiä nnd Prcv/irn, angebaut lOiben. Die Meitno« 
nisten sind tüchtige, rerstftniiige Leute, und ledftr Ter» 
atebt, aufser dem Ackerbiau, auch noöh ein^Handwerk. Dl#' 
Kussische Sprache verstehen ''blofs die Kinder' der hier 
seit lange ansässigen Teutschen. Nur pafst die Teutscha 
Att der Landwirthschaft nicht a|if das Klima und den 
Boden r und es kostet Mühe, sie mit den Sufsem Bft^ 
liilfiiiigeti in Uebereinstimmung tu bringen. "Ferner ¥er« 
ttereb sie '^ele Zeit mit 4er ihnen anb^ohlnen* W<B(rtuUg 
der SeidenwUrmer und den Maulbeerpflanzungen. Diese 
wöUaii niehi gedbihexi: und die- Saiden zuchC ist lange 
Hiebt so' einträglich, als der Ackerbau, ^n aweitea 
HaÖpthinderntirs,' das der Aufbahm'e* dieser Ansiedlungen 
Im Wäge steht,r ist^ die BeschweiS^chkeit des Absatzes 
tliiMi der geringe Preis des Getraides: doch liegt c^s Mei^ 
ate Immer an dem Uhfleil^ Und der ' Lüderlichkeit der 
Colonfsten. Am mei^teii von allen hier angesiedelten 
Vfflcetil haben die Bulgaren ^n Forderungen der Regie* 
jrti^ig e»t^pr«fchteti ; sie kennen das"' Land, und verbinden 
mit einer rasHftosen ^Hätigkeit eine ^ an O^k grftnzend^, 
SpraVsäitnkehf:* sie sind aber so mif stra^iseh , dal^ sie ihr 
Oeld nicht d^rGirculatibn anvertrauen, sondern es ent* 
T^ed^r bei sich tragen oder vergraben. Sie behelfen sich;" 
•o : wohBiabeild aie auch ^eyn- m6gt», auPe KiMiishst«; 



33^ fiäeheF ? A^fenf40^§9* 

Sie IfideiK «aok weaigsr von «KiMiJdImtta ^ ^^ .Sm- «% 
dem Aottiediei;; den NordUladem. Ml^^it d«s UiuM 
j «ehr verderblich, si» seyn« 'D«r Vertuch, Polnische Jr« 
^ den mit gleichem Vorthei), wie die ührigon Eingowas* 
derten^ cum «Acke^haa aaiiMiodoln, .ist ToUjg ^ miCi- 
limgon. Dos Do^rf hfi Ni C«/«i<v wird «war n^k 
von ihnen bewoJbat, ,m Useen aber • die JLänder th^iU 
unbenutzt ^i^en, thail« durch gadiu|gene Knaiditi^ h^ 
arbeiten und treiben, ungeaditqt .da^ Verboti dar .Oh^ 
be^ördei alle den Schacher. 

Im.44ekst4n 4h0<kf»$t iheilt d«ry«r{afaer sahr sehits« 
bara Bamerhungan ubei; dan Landbau in» GbavamamaiU 
Chersjon miu Ungaachiet allar Bemuhnngfn dar JUgi*« 
rung i&t es bei weitam nicht angebaut und bevölkert §a* 
«nug« Dar Pr^is der Ländareian rioblat sich nach dar 
^ tum Absatc der Erxeugnisaa bat^ueman Xiaga , dar Mango 
^ .cum Brannen ndthigen Schilis n« d. g* Bai schon ain* 

* gerichtatan X«andgütarn baatimmt »ao dan Warth nich$ 
nach dem. Ertrage, sondern schützt ainsaln dan Wartb 
des Landes, y der Gehittde, dar Manschen , das Z^ugvi^ia 
u. s. w, . Bai .der garingan Zahl dar Laibaign«» hadifnt 

• «uin siGh,]iMui^ dar Tagelöhnar, dia einen hohen iiohll 
arl^ltan upd .üh^rdifls beköstigt, wardan. Eiyi Sahjiy» 
bei Spanifchen Schaafen arhSlt jährüd» goD his jyM9 
B41M B. A. ohne Kost, die aber nicht aahr tkauav ist. 
Man säat auerst .Hirsa , oder Gurken tod Arbusaii^ in» 
t weiten Jalpr Sonunarwaiian odar Arnaut». im di^iMvi« 
Gerste, dann .Wintacwanan und Boggan und anlatat H#« 
fyxi BadüBgt W9rd49it dia Faldar.gar niahti mpii^ lä^t 
sie nach ^ \m djähriger Banujtiuqg abanao langa bc||gk 
liagen; sie bewai^hsan dann mit yarschiedaan Kiüntaipg 
yrelcha die Russen ßurjan nen^n , vnd ^lia als l$xmtistm 
matarif.l benjut«t ^ardanu Am gawinnvei/ehs^dst Ar«mt» 
weil aia immer ein G^^istand dar Aotfuhr ist; ßjtm 
schlägt aber oft fehl; öfterer hai dan Tanaachen, als JM 
den Bulgaren, die sich gan« vortöglich . anf i^m B^ 
dieser Getraidaart varstehan; aber fSMAk .npgamain Jia« 
triehsam sind: und. wenn .dia Wittanuig gönalig .iaif 
salbst dia Jaucht« d|irch #Gkarn. , .Xgxitaf ala. .aiod i^fPr 



f4»A vHtOt/n «kUr )«lit 4|aiiyi»Mi]iili m^ Am fTm iMbt» 
Jliaij|it> Qift ILclCeil^äliit siiidt4clibiilitc ^ülii {;Be«tel*> 
luttg a«f Atük^ ^Ht . «liitcBftciaidi: T 4a«^ G4tr«Mle viril 

iea. IH« B«Jgai«a Jlcdiene» aiictb . eiivis Bre»^ial3|ttttii«. 
Theil« diu WiUeritBf ,' UieiU.der boiafcer «md du. iubk 
siiaif^'WÜd« GiAif^ 4lMtt.den Salden Tiekn Stlude«* 
Sitweika fi^odet Jick- A»ck Ftttt«ni|Mgel. Dar k4iittlJol^ 
WitsenbauMiiiiifiite «uffiftWti wnrdw« Ureil ma» «lulA««^ 
|;«1 an flDl»ft^«b* Qek&ge mmtkemkmwkr >Ma da« Vifl1> 
«hlulMdtfiii Man h«e vii^ Ajrttn Momfi^ I>ie ScMÜ«» 
veitoii Skid sdtr «intvigUck. ^ JDi« Sakl dar tatedidWn 
Stlnairini Ocnnriafnaffiant CktrHm ^mill iie^. kiiintfn 19 
f ahran «af ^äoo T^rmaiirt haben. Bm Hornrieh gleiobl; 
dem Ukränischen. Die Kühe geben nur «anig Müeh: 
man erhält sie auch nur, to lange die Mutter das Kalb 
«iehW & MtA d%fa%r auch wenig Kä»e nnd BntUf ge« 
«Finnen. BASA sind )»esottdart in dei JCriiftnft und ihve 
Mti|oh ist die LitbUngsspeise der« Tätigen. Die Pferde 
werden in greisen Beenden auf den unangebanten $tep» 
pen fohalt«»«. figabifetn« weiden nur von den Tentsehen 
getogen. ' Geflügel giebt es wenig» Bienen fintoi siek 
ttidit; ek f^ls ihnen «n Nahrung, weil ditf Fflanaen in 
1er ^itn det 8oninitef a «tt schnell Turblfikan« Das Vieh 
wird haapte&ckKah nm des Tal^a willen, geseklaohtet: 
der Talg ^rd in dan rokM Hanten de« Thiere jitifbe- 
wnbvt und nnok J[en«s«ni<ne|ifl gamhiakl» Der Oewing 
ist anadinltdii ' . v 

Btt sMm$€HiAh$49miH iit Fiwigt« von Qdtosn' und sei» 
MHa Handel hisiMigeittglb In mo Jahren tat dieser Ort tu ei- 
neiP bliüianden Sladt «at f,?oo hibaeken steinernen Häusern 
n^ MMMofitnaNTokAcmgediahen, Die ^ladt ist regelmäfsig 
nng a i e gt » hat giAda nnd breite Hassan: nnd BidMEsemQ«r-^ 
tan. D«a Batesteita«i«l itf ein^piirl^ser Kalkaleiny) der das 
Waaaer eintaiigt «ftd die WohnnjageQ i^^tvad macht 
hi d4ni hübschen Sthwiipi^lkftnie wevdnn ren einer 0^ 
Üenden Bande Fokiiscka» Jknssiaeka' und ^Tentscke Stick«, 
«tetLidbhAtnf tesweügn neugriechiaeke Xrauersp^^ «uf^ 
fMhrt. ■•^§ HlAt ^nk nkfk^ «n imdeiindAHailiohcn Lnstr 



83* 



Bü^hMr ^^A0C0n$io^n4tk. 



•n«m» Ust«r 4«ii Teultefc«» SaMweifk^rn tiwi iMm 
4utch IMetlkhkm^ «mi* Fir-dl<»' BHiimg dwJttgiwa^ 
l»ttond«r» Sit db» «iiit«rii SUM^a , in vltilktä g«t^cii«i^ 
BtrÜMdftl, dtr lo^nrlMi ftit d«r PteiMt, iM ^B^ 
iiim gMtftttet wurde, an^iekt», tidkm «oIumII bi^ntMiA 
•b dunsh die ZeitirdthStBisse und« die Betekrlfikungen * 
•r bvccKriliikte «ick «tildem afiiff 'Gctrtidte^ '^Eise» ihmI 
Talg : ieoei geht ImvpUidiiick iiadfc M^M«^ . wuteik «aek 
Momitamim^^li die tt*iet«n S^Mffa k»iimiiii wltdMlattt 
(OieJCs ^eti nMi mm , da *Od«ffMi wiedäv kmta J^reÜMtma 
atklirt ifty bald «udetf weide».) IMe Tacken tttkleii »«»x 
ttaH adt bau'em Gelde, das «am Ultttaftt »«fckp^Mirk^ 
gecckickt wird. IMe bfSden Banken «tednur tttnrStlitle4 
^er Handliin^ imd s^r Erleicktemng idet ITterkißu» te dek 
Stftdt beatimttit. 

IL CkwHUr twtinowhHh IktwUd^fs lfAtikridUm$ P9m 
49T lnt$l K^ijak und den RusHrchgn Nitd^rlässumgwm da^ 
^glhit^ '8.7I — 149« Eta'von Herrn iMertis vei» £nftfl& 
■hard abgeiflifeleri zweckmftfeig geordneter Anesng an« 
dem zweiten Tk«j(;def tiiM Admiral SekifMs^w b^rave«' 
|[egebeaen Reieebeschreibung det, ita ÜMsiitte* tdoy indesi 
Wetlev der N^wm ertrunkenen I.iMt#ttaiftft Di^wlidefr dieiiF 
f^aehrickten «lud ungemein lekrreick » udterkaHead naA 
anziöbend. Znerst wird die Lage KedfAlts^ d» b. giols« 
fn^el; «ind eMger benacbbärten fiüMide be«ehrielien^ 
Dna'&liuiw Mt lien niekt k«|tv tber fencbt «ndiangettnd. 
Jtodjak ist gebirgig y von tiefen Buchten dimbaclui^en 
und, nur die Xüste und die Ufer der filKcbe kSnnea an« 
f ebaut ' wesdbyi. ' VakeMl «ind S|mthi- nntnrirdictbea 
Feuert eiebtbar und die Eedbebett ▼emriaefaen faet fUßp» 
iidh gvolSM Verindeninges: tteUevwelee^ kt der Bbdiv' 
kobL OctnteimdOeroiUje gedeikeii>'icihirgnl:*cnii&wftdi-r 

««n verecki«cln« nilt^i^ke Krittter*UBd'B«Hre«« OieAlM^ 
tifoben Intela^ haben keineli Waldi ^M« wicdMigetenSgaf^f 
iMere fitadt Bireui WOlfe» Mühte j mäitUi Steinfidiefe» 
J^uckse, Srnrnpfmamtf wüd# R«nutliierey wilde SckaafiaJ 
Blenthiere, wilde lUegtn, Viäir^tf^ Polnieebe Mvurm^ 
^ere, Zobel, £fee«|]a«iue/ Ennindien» Bi8«iiti«tten\.li»»^ 
«Mline, ErdnlueiTy faidy Flu^Mtm^'^BIbt^y Meerotfeeni^ 



Mächtr-^ ReitnsÜtneli. 



^»33 



>WalLvo<s«^ 5ciaiöweB,tuiti vi«l0 riU^gmU StciMnr«. Auch 
eiKd 4ie8« Gegmicl««. rmoh «a Land* upd becmsKifrs «li 
$aev<igela. I>i6 HauptaaJitung der £iftwoha«r bestellt js 
FieclMUi, an demcn da« \ Meer und penodUcH auek -4& 
Flüsse «elir reiok sind. Die Fiseket welcke in groften 
Ztgen «tt gewissen Zeiten aui. ifuieni in diese kemni«% 
g;ek<kren meistens xn dem Qesekleckte der Lankse« 

Die EJnwokner iTed/aft^ und der kenaokbarten Inseln 
aennen sick K^njägtn: sie reden JE^ine Sprack^ ImJakvt 
-I803 keltef tiek die Zakl auf 7,od^ Seelen. Die Kaekr 
vickten von dieser Ydikersckaft , ikrer Bildung, ikrer Lr- 
ikensart n.s.Wv sind durch ihre Unb«f«ngenkisit wnA Anf- 
Jftkrlickkcit sekr ansi^end und eine wahre BereÜE^emu^ 
«der Vilkeykuade. Die Konfltgen lieben den Sekmuck ani 
lieauden den I.eil^ mit R&theU Vor der Ankunft d^ Rus*- 
«en kleideten sich Alle in Thierfelle. K&te maekea aip 
inekr künstiiek ans Hols, ASade und Tannenwurteln. 
4eit die Russen kensehen, kaben die Eingebornen Man» 
«ckee an ihrer Trankt geändert Sie wohnen in Di&rferw» 
längs den KOsten und Flütsen, in Hausen aus Balken 
«nd Brettern: enge und sckmntsig» Sckon iror der A«^ 
icnnft der Russen liebten sie daa Bad, !Bitle Weiber wav 
«»ken das Gesiokt mit UriU) In der Meinung dadurek 
«ine weilse ^aut stt,«rkaltnn. Die Fiscke genieCien sfe 
bisweilen kalb rok» aber am woklsckmeekandsUn finden 
.sie die faulen, oder, wie man hier sagt^ sauTei» Piseke. 
Wenn sie ikr« Vorräthe anfg^tekrt kaben , ^sen sie.Mu^ 
«eekeln» und obgleiek sie wissen 1 dafs viele sogar todS-> 
liok sind, dock okne ollen Un^rsckied. Die Russisch- 
Anericanisok« Gompagnle kä}t die Koaiägen l^fs «ur Jagd 
«md ysmk Fiscklang an uad sie ve^rwenden dafür auf dib 
•£rk«ltnng und Verfertigung des daiu erforderlRhen Ge;^ 
-cithes viel Sorgfalt. Sie wagen <ick mit ihren leickten 
•Käknen aus Fellen oft . viele Meilen weit in die stür- 
mische S^e. Vor der Ankunft der Russen hatten die Kon-^ 
jagen SU . allon ikren Arbeiten . nur Beile und Keulen 
ans einem* sckwarsgrünen Stein , Musckelsehaalen nnd 
gesckärfto Stfickoken Eisen» die der Zulall iktt«n 10^ 
führte. Qei ikren. Arbtttjtn nnd 6esokitf|eft teigea sie 



.•»• aubtC0ri«8tliciM AwdaMer. Di« KMUr wmimk' M|i 

•bgoAiftrtet: ihre Siaite und u»gem»i» ^ß$chÄtU .vmd 

4ie S«fil«iKf ülte , woloii« «ie xu gebTattCliffli> VcgraalMsiuflg 

'lNÜ>fB» fe^t. Oe^en Andre, selbst afcwr VervalMlteflL bmI 

Kiader wd ^ie im bjkb^ten Grade gleiekgiUtig^ £h«< 

jpids l^ten sie ia liestiindigen Kn^m miteiii«»der. 

Die B.tte«eft siikl ilmea sehr verhielt iMid tie. tttefce« 

sich oft an ihneix la rftcben. Es fehlt ihnen nicht an 

J^ebe »ur Freihat«, nidit an Ehrgefüht JDer Selbst- 

fMrd ist b«i dieeen Wilden sehr g ewöhnli^ - Die &«•- 

iXgea sin4 nicht so diebisch, wie die meisten^ roibcp Vö^ 

h^r« V Der Umgang mit den Rnesen hat ««thon .mei41icl^ 

.Taränd^rungen hMrreirgehracht. Die Fraaei» atehcn i^ 

g;xi^fserm Aasehen , aU bei mehrern andern rohen ¥elb- 

iiern ; dey^Qes«hleohtitrieh erwacht sehr früh: iehttt «eh»* 

]inAiKlfj<$lMrigfi|iA^«he«' geben sich Kn^^cH ▼«KgMchem 

Mtpf hin«' H^jmd. aber selbst unnatürliche Laster }m ü^ 

nen mAX selten» Es giebt hier M&iner. mit atisgenähtem 

JKinn, dia hl(^ weihliche Arbeiten ▼enriehten , immer mit 

denWeihern kban» «ud, gleich diesen, einem ocber vwm 

^Insiern angehören : He, heiXaen McknuUcMki. Stett ait 

stt verachten, werden sie alt Zauberer geehrt: dcrjemr 

ge, -dem «in solcher die Frau, ersetzt, wird glüebÜdc 

gepriesen und wen» Aelterq , gegen ihren gewjämliehem 

.IflTunsch XöchUr ^a hesitjien, ein Sohn «geheivett wird, 

#o bestimmen sie ihn, verspr^t er bot eine ieii^pefi 

«üd kMoere Körperbildttng , uim Achnntachihi. £e gi^rt, 

doeh von den KonjXgen selbst gemifshilKgte^ iih^cho¥er- 

hinduQgen zwischen Mutier und Sohn» Die'Wnndnr«»«^ 

hunst verriohten fneistens Weiber« Das Andenken der in< 

derSohlaeht oder auf d^ Jagd UmgekommaBmi erivd e«br 

geehrt. Im December fetern sie ein groCses F^eit, mit 

.Opfern und Sohauspielen , die S, ifti «osftihsUch hesuhrii»- 

ben werden* Es giebt auch Dichten U^A GÜachmpie^ 

leu sind sie leidenschaftlich ergeben» Si^ haben- naeb- 

jrere Arten. Von ihrer Bieligion hat. der Verfasser wenig 

»erfaliren; ihre Sagen si|i4 sehr widersjMreoheiid : iHre pe^ 

litischen V^baltnisse vor deir Ankunft der Rossen waama 

.aehrv einfach: die Aufsaher vverden }etzt ron der iRiiasi* 

«chiin ComKagnie ernamiti habt« aber wetif AmthMk* 



I 

') 



-/ 



• 



hi^Mlelt» Um'M^erottera au fai^geti, mÜssea^ie emeStr«« 
o|ce yron 1500 Wertteil chirchrudem t sie kotn^ieji 4«^ 
. hjiufig utti. Sie lind beständig tixr d^e Cotnpa^nie ^ fi««^ 
^ Bcliaftigt und daher aufs«r Staude, selbst Cur iWe eigntn 
Vorrftthe gehörig itt sorgsn. Die Kussisch« AmenciuiU«lie ' 
Compagnie hat einen Oberattfselier in Jtaijak und aii mßhf 
rem Stellen auf den Jn^eln und an der Itüste de» festea 
Lande«. Die Niederlassung auf der Beringsinsel ist 1805 
von den Kolju^chen gaux serttSrt» Die Versuche tur Be«^ 
hehruttg der Einwohner sindi atts Mangc^l an* Sprach«* 
kenntniff, his jettt i^mer mifslungen. Die Schule , di% 
Herr von Re^aner einrichtete ^ hat fiuch einen schlechten 
Erfolg gehabt) 'denn von 10p Kindern siarben U05 die 
Meiaten au^ Hunger und am Scharbock. 

Bei iet Anzeige deV übrig«!! AufsJtttt dities HeiU 

können wir una kfiraex fasten t tll. DU V^rhßndlun- 

lg€n 40r SohwidUchkn Osiandi^sishtfi nach An^slßnA von 

dem Aboschtn BUdkof Paul Jauntn^ tsfiq-^ 1572« in la« 

teinischer Sprache* Sie sind erst von Porthan tfJS in 

^•inig^ Dissertationen herausgegeben und ih,rer Seltenheit 

^tvegen verdienten sie wohl einen neOeu Abdrucke Nicht 

uninteressant zur Kenntnifs des daihaligea 2ustandes voll 

J^^|f^länd* . tV. Zaar lytan^ der örausamgp Sendsthreibtu 

'mn.GütthBrd.KettUr^ Üerteg su Curtandf ^ ^ori Johmm 

'^auhe und Shrt Xrusi, Y» J, da Kodts Bedenken ühgt 

'den, Ru^iischen Handel im Jahre 16^3. Aus dem Archiir 

der' Sudt Kiga. Det Verfalset lebeint ein Kaufmann ge* 

weaeu' su cejm. Der Aufsatz hat manche Uebereinitinv 

mung mit J. Fh/Kilbütt^ei^i kurzem Unterricht vdn dem 

Kusfischen Handel^ im dritten Theile.des Ewchinghcken 

Magaztn^s: wahrscheinlich hat der Letztete sich dieset 

Irühem Schrift bedient, die allerdings fÜt die kenntnifi 

des Handeis ZU jener 2eit sehr wichtig i&1> t)ie Kiissei» 

waren damals sehr gewinnsüchtig: J^eiche Und Atme leg« 

ien sich auf 4^n Handel! Allein et war doch durch die 

vif^en Monopolien. iehr betdiräukti die eintrKglicbstett 

BandeUzweige ■ waren dem 2aar vorbehalten t die Busii# 

N.JLQ.tU U,id9.i.Si. Äg 



/' \ 



I V 



• j36 BüeHer - Ktce'nsian&n. 

^ * * * * * 

sck« f^pdeTipolhik wäriiidemfl sÜht roh /wie der Ter» 
fkAsermit irieleit Beikpiele« ieweis*t.' Er giebt aticB )ettt 
ti<^ch l>rauc1ii>are Nacli richten von den BedetitinidstenHaii* 
'dtUwaaren, die in Rujsla^ gefunden werden: auch S- 
* tilget von den StSdten, der Vwinä, dem ^Wattertrantport 
'u. s.ntr. ]!>at üance scheint ein officielles, f&r die Schwe* 
' dische ^egiferung bestinimfes, Bedenken m seyn/ die ge^ 
tade di^mals die Ahsicht hatte , den Russischen Handel 
^ wieder in seineu alten Gang üher Livland tu leiten , der 
sieh gaftz naeh Archangel getogen hatte. V|. Schicksale 
'iir Kusiifchen Kirche in China. £in gedrängter Anstuf 
"auft der Husflischen Kirbhengeschichte dee Rassische» 
Archimandriteft dmhrosiuf. Den Russen ward 1670 ein 
eignes BethäUs in Peking zugestanden, doch ward fh* 
nen dleie Erlaubnifs hernach wieder entzqgen. End- 
lich ward auf Vorstellung eines Sibirischen Kanfknanna 
17x4 abermal« der Ban eiQer Kirche genehmigt und aucH 
eine Russische Mission abgeschickt. Im Xahr i^so sollt» 
^in griechischer Bischof nach Peking gesandt werden, 
den die Chinesefi aber, weil die Fomi de$ Empfehlung«- 
briefs nicht gant Sn Richtigkeit war, nicht* zulassen vIoÜ- 
ten. Auch nachher wollten sie keinen Bischof annehmen, 
nur niedre Geistliche, hauptsSchlich waren die RänWi 
der lesuilen an dieser Wefgerung schuld; auch der Wi- 
derwille gegen das Christenthum überhaupt, der durch 
den Zwiespalt unter den Missionarien entstanden war. 
Nun ward ein Archimandrit mit bischSflicHer Gewalt 
abgeschickt, der sich nur den altern Geistlichen nannte* 
Die zweite Mission zog sich aber das Milsfallen des' Chi« 
nesischen Kaisers zu : es wurden andre Archimandriteii. 
liingeschichty die seitdem , selbst wenn zwischen den 
beiden R.eichen Mifshelligkeiten ausbrachen, geschüttt 
wurden, BH der Mission werden 4 Setninaristen zur Br-^ 
lernung fiex Chinesischen und Mandschurischen Sprachea 
unterhalten« Die Kosten der ganzen Anstalt sind sdt 
180^ auf 6,706 Rubel in Silber bestimmt. Die Geiaili« 
chen erhalten auch vom' Chinesischen Kaiser theils l>e« 
stimmte Verpflegungsgelder, theilt gewisse Gelder xu 
Kleidern. Die Zahl der Bchehrten ist sehr gering. X>as 
■Msische Kloster in Peking liegt dicht bei dem Gesandt- 



' /• 



Mütker - A^€€n9i0n0n^ 



niäitr AimMtkttttf zu S. 290 titil» ^err £iMf /, Mdl «Hb 
«tMbeüi^ii 4er Cliiiicti»Glitti IUgi«nwf «n 4t» ^rigitva» 
pr* awiKt iir -Peiwrsburg mk^ mm Bew«is«|'.'#«ioi(M 
.<fil]itlg«fflM dit CliiBeMtt la ihM pölilUdMi t^wbknOt^ 
•ftfM^en lege». YU. Die Pra»4m^ ias äm*U Owutmhm^k 
mdfiiufstm^ TOit Bein £wer« «tanwltt. VUL UmäMsw^H^sg 

. , Aus dieser Anzeige wird der Werth dieses neuen 
Werks deutb'ch lierrorgehen : möchte es eine ITnterstfiU- 
iiii^ finden, die tu einer reclit raschen Fortsetzung 
▼eranlafste. DieXs Werk macht der Unirersität Vor» 
Vat eine Wirkliche Ehre und die Herausgeber verdienten 
;^hirch einen öffentlichen Beitrag in den Stand gese^t 
zu werden , ein Werk auszuführen , das , so anziehend 
es auch selbst dem gebildeten Geschichtsfreund seyn 
ihu£s, doch im Qanzen eine zu ernste und Wissenschaft«* 
. liehe Tendenz hat, um unter dem grolsen Haufen zahl« 
^tffik^ AJwithwrer tu finden. 






- . . . ' M " * 5» - 

^'t^. Q. H'AssEJ^sgeographitch'Statistisches 
Haniwörterbuchf n^ch den neuesten Queh 

• len und HSlfsmitteln ' in d Bänden hearbeitet* 
Weimar^ in dem Verlage des .geographischen btr 

l ^ ^tuts.^^J^ großS. Erster Band A^ K. 
(31 Bogen); zweiter Bßnd jL ^ Z (40 

* - Bogen)% 



/ 



" Der ^lan des Verfassers blei der Aniarbeitung des 
T&riiegenden Mtexkt geht, nach seiner eignen Andeutung 

A a a 



ükim) $lm jdijfcaihttiirtet AiptHvriim ibir' tf« tktUm 
i«v SrflL-i Vaikcr • tfvd 8lMtnikiiii<U miifMMt*]!«», fi«lr 
Ai>t| olm« dtte Oränmi eimt H«adwörlerim«lu--:M 9mt^ 
Mkr^tten ,' i» ^tdrftafter Kürze sieh aber älercM iMiatilNil 
2Mfl«»€l TcrinitciLfoU» nai nicht bloXe lür'deii Lum^ 
— n4tin Midli fSr dem Btam rom Facbev dft ia. d«r Ob» 
fdifelttdl|kcjl «iae' geaympliitelM oder ilMi$tis«lM N«li» 
^tebly. Iifftiedigaad aad braaelÜNUr sejra aalL Der Viffwieet 
iMt rf^h für seia, Tbaaa Bicht. allein ein jielup grofiee Pi^ 
Wcnm gewählt', :«oadera tagleich die LSfaag eiaer ediw%* 
reu Au^ebe fibemoaunea. 

Wir haben zwar der sogenaantea geographisch « itatU- 
ftiechea Handw(Srterhficher genog, alleia mit Atunahiaa 
det Jägif hUsnnwrtsehtn^ dessen Verdienst^ auch der Ver* 
iasser anerk|h!iat, erfiUlt keia Einziges dfe Forderungen^ 
die eine, aiich nur billige, Kritik lu nuchcn berechtigt 
ist I ttnd alle sind durch die Umwandlungen der £eit 
Antiquit&t geworden. , Die Erscheinung des yorliegeadeli 
Werke fÖIlt daher miam wesentliche LÖcke ia Unsnr 
tlterattir ans* 



Der Verlifser ist bei der Ausarbeituiftdeiiatbe« 
aea eignen Weg gegangen, der sein Gebilde rmr aBeft 
seinen Vorgängern auszeichnet. Die simmtliehea Artikal 
^der Erd-, Vftlker • und Staatenkunde stehen twiM^ Ulr 
sich, alt so Tiele einzelne Aphorismen da — Dorf, BCaikt» 
ileoken, Stamm» Volk, Provinz, Staat u.«.w.-f aber a]^ 
sind in gewisse Helation mit den Hanptartikeln 'gebrach!^ 
der Ort mit der Prtfvinz . der Volksstämm »it der N** 
tion, die Prorinz mit dem Lande, s(^da£s man oluM die 
mindeste Abände|ping durch Zusammensetzung der eia-» 
keinen Art&el ein fQr alle Class^n von Leseta hrtuöhba* 
^8 und vollständiges Handbuch der ErdbescbreUm9§ aad 
Statistik sich schaffeu könnte« 

Ein Handwörterbuch hat tum Zwecke, aur dit^upU 
notiten der Wissenschaft auszuheben und anschaulieh sai 
maoheu r es kann daher in seiner beschi-änkten Sphäre 
sieh ;Dicht fibar all«. Ofgenstände 'Yerbreitea, oder Allca 
aufnehmen, was sieh ttrar das Einz^ne sagfUiiälsl. Di«ll» 



^AStt aiitlBlrriiclim Wette* ^/ WM'%»m»^dA9r AU 
!«• auf den richtigen Tact det-SbMftiMlInt ttii> in wie 
fbn tfT' dtui Merkwtird^ aulgefcftl nad dali Mündet Bif« 

^Ikelilielse rem der Hand gewieeen htLÜ Der Terf^iier hH 
9itih eHirigit bemUhet, dieter Pordenteg eltf Gehäge tli 
leitten, ohne f ieh an die HeiiolihllltigkeH MitftrQneQMI. 

^jW' Binden 9 nnä wir Ihiden dahem flbendl ein^ tSMtljRfok 
mif kelt in ieinem Wtok#y die w|r in allen «einen Voip^ 

l^ngemr veyg;ehlich suchen. "^ ''..•*. 

• .' , . j . . . ..... 

EbensQ wenig Ut das B^ttsnben des Verftssert ?|i jm^. 
^iMnu^n « nur den neuee^n Zustand der Ef4^$ " Vö^iei^ 

ipidSlpti^tfBkunde nach den )>eCstan Quellen und tiphemUan 
^^lireyn darsustellen» und Alles, was der «enen-Gei» 
.4pia9hie nii^ht mehr angehört , ans derselhen tu ^tle» 
>;nen« Z^ar sind die Belege if^sam imd . nJL dann hei* 
,§ebrftoht> wenn eine Noti« den Stäwpel ein|^ gefissefi 
4^uJ^#llei4ieit hetrigti indeX« woU^tt wir dai^iü^ mit df»i 
.^^rlassff*. mqh^ rechten^ da 4crselhe».ttm das .Wcf^yn^Ght 
Jin, fveit aufzudehnenji «ich gewisse Orangen tui^ftn, n^iXir 
4e|. un4 mch eine %a äi^ttliphe.. Qenaujghc^t ii| Beöhsiety? 
-ßmt: ^tH9 Pixels inupec den 4»«4riqh ipn Ped^üOterie JiaJk 

',;toiii'Wie I^escr der A. G/ p^.fait Jter* JfA he&anilt tn 
IfiUchen^ womit dier Verfasser die eihiehien 6egen)Kti(n& 
'i>eha^delt kat , heb^n wir zur Frohe nÄchfol^nde Ähikfi 
5u8 dem Buchstaben JXui:'. / ' ." '■ '^ 

-rri0p0mf AsiftMnaelRifek . kn lapanifdheii' Meete» m^ 
^«cften 3» hl« 40^ ntidl. Brdle nnd I46f 45' Ua i$9« ostIL 
A,<' welches aus 9 gnafsett'fnwd «inir unadUiMiEm Mottf« 
tteluer Eilande besteht«, ^im, Aflieh,^ . einait ^n der G^ 
hohSchl«, Indem e^ s^t^anhr i|is' S4MI lahi^ ;attv«ff» 
indert eeine. Interesat». jfm\ den «hrlg|d Nafihtfnad^ d«' 
erde isnjlrt^und durdh' dJeees^MIttid'iuiid nntattrik||(hCi> 
«tigung seiner Lag»«« anSettch'^ingtiafht hat,: Üab.htt- 
«piellose Selbstitändigkeit lu behaupten. Jahrtausende steht 
•einr Kaisertlren uttersahfittM^' «eiachfl6lMtar Xeifrißher» 
MST) dem nämlichen Geschlechter ifaHVfaiitdriii ^Äufänps 
äKt ehHffiichmi hittä m Jipm -Mgierte, .;itt 4er( BMii; 
dih Mäeht wnd die yAtirftrt^a^H sairhf r jmililii " 1 i 



\ 



3lb Bmühär *.Metenii^^if9' 



Di^ ' JaMHÜffthMi TnttT« ImJmb ubK' OiitMMy dBait 

«Um£ftiig. .voB P^ümi QiiadnliDiMil«By doch find Idarqiit^r m 

Xnrtten moht ly^gnilipi» Dm ImaA Ut gelNi^y-dei^^B*- 

.4lfi Mrre «nd nnto^tiiar» «b«r fut bewäsiert wjpil 

,4uToli Cidtur so roitr«Qicli ImiiuM , dal» das Gfuiie* wie 

üin GiMTtan «ig^Miiut «rinlMiBt. ' J>bm Xüma üt geiaä£iiiit 

luid g^mmdf wean «neh tclioii OsmuM uad Stürine aif||t 

'«^tea ffindy iMelir «abaf . noch in dm» umliageiidett Meese 

wükheM. Japan hat viela und «ahr tchtttbaria Psoducta; 

dia Tomaliiiitten sind wohl Gold, Silh^r, das befste Ku« 

^g/let Inf dffr Jkrde, Zinn^ Eisen, Kom^ Reift , OcMülse, 

-nOlsenfrOdite y Oelpfiansen, ^ahak, Bmmtm^Mm ^ Baü^ 

^flree^ edle FrfieÜfle, Obst, Papiem^ulbeerbittmei FfrnsfU- 

Mnme^ Gampher, kleine PfeiNle, Rindvieh, weaigea ¥191, 

tKhnex'y Fftehe. Die TolMsmengfr wird anf 15, von B^ 

d^ni'tnf m MilUdaen getehXttt, Menschen, die an dir 

WöngoIisÄen Rasse gehören, den ]>hreii des Sin^f^ 

-BtiäihM vaä Cen/bttM 'folgen und- in Hinsicht der f«iiii- 

g«te^GiAttnr Men ^Minesen weit Torgehen nnÄ die «tWfE- 

flrttttten Bewohnet Asiens sind. In Hinsieht der LaiMl- 

wifttttcftaft aber B^lftte irielletcht kein Volk sl4ifh Mt d«k 

7a]^anetn messen* tttrinen: 'ftbetall ist dt^ Boden atif die 

*^eHclichste angahimeli wd mit der frölsten £ins|q)^ be- 

puttt. Auch .der kunstfieiTf ist äusserst lebhaft: ilirPoj^- 

^iUani ihre Eisen- und Metallarbeiten ^ ihre Webereie|a 

^stnd Ton höchster Vollkommenheit Der innere Handel 

wird mit grolser Thätigkeit betrieben: es giebt. viele vinä. 

-fpMs^ Handelisfildia und dia Hiv^n wiinniln TO^ff^ahr^ 

«dtugte, abar-4em «uiwirtsgHi Haaial 'ist Jb^ßmi^ '^ #>% 

mim vesschtössen. Dia» lapeiiar ' tdibst» besnidi«» - keii^ 

ft re md a u rtN^üoaon ^ ' ' wJi vaftehran* blofs mit; jden GHIf* 

j |#ee iH die -ra AAnange aiaoh il^ngMuwAt Ahrett, "miitf 

vüt diwNMMrllMeitt, äUa fto^oatMoiatafl Wa»ea umdk 

^mpmühtbigm dürfen; tidd -aiafc' dibei dit sohiBl|raidha«g 

f|iiii*rtiil;,nngen'yfiiljkii. IWIan lawenJ r 






* ' 



.>. ''Ja)Hm vMaMin 7 A^efttegeit^ tf» lAnds«|i«^kitt 
4«id"dd4 tS*i«kiisbiBH(ej|lM; * Der vrekUoha JUisar odte 
JbUet hn<rsttht , «kit :^Br «M&ten Dec^^rtie , . , mitt] 
>t|!iai|(«|«ftr laiaitiiiiMi ain'Fämt; den iriMi de^ 



/ 
1 



BmcHmt • B^cfnsifitfen. ^i 

d^tSiV» TtTw^üw und «ejbft f ii| Lel^n ftirtlen lUum« 
Dem Kubo^steht ein Staatsratli von. 6 })e]a])rten Männern 
lur S^ite, 0er Dairi ist der Jfpanisehe Fapit;; er ge« 
jfiefst eine fast gönliolie Ehre^ und der Xubo wird ^loXs 
•Js «ein Statthalter angefebep, aber sein EinfluXi erstreckt 
tißb nur auf die lUligion , i^id die Macht hat der Kubo 
in den Händen/ 

Sdhneegans jMiMhaat die 'Biahttnihi det Rei^a «ul 
414} Millionen Onlden» Käm^^fev f Mit die LandiiMtoht 
«if looyooo Mann Iii&aterie und ^K^odf Mam . Gavnleii*' 
an. Hierm kimniett die Contingente der I»ehnMriten ittH;^ 
360,000 Mann Ivfenterie und 389OOO Mann Garaleri)». 

Die 3 gröfsem Insdn heiXs^n: I^ipon, Ximo luid 
SUhoko. 

IUriä^k49 C^birge) 8faA. Oehirfo, iMlehN «itf Mr 
BaQ>insel am weitesten verhr^ltee ist. Et ninsmt Int W. 
das Ebro aeSneu Anfang, - aoheidet beide CastSHM rtm 
Aragon, und aiehjt sich unter Tersohiiidiiion • B a nem umgtti'- 
bis nach Valencia, Granada und. Murcia herunterf .wo es 
in den Vorgebirgen Oropesa, Martin, Palos undf Gata tn» 
• digt. Die Sierra' de Oca ist ein Thefl desselbaii. Zu 
seinen höchsten Spitzen gehören der Cabeso de^ Mari^ 
auf der Sierra de Alcarai 6,861, der Pik auf iac Sicacif^ 
dspädan 3,909 j der Gasueleda auf dieser nämlichen Sima, 

^iib6 und der Pik roxi Penaglosa\2,6o4 Fui> hock. ^ ^ 

*■ ' * • ' ' ' . • 

^ JiW«; (Br.|6* o^ 48", L. 31» 48' 60") Oesterr.Bergst' 
am gleichnamigen Flusse, in demlUyrlschen Kreise A4als* 
bergt mit 31^ Häusern und 3t5oo Einwohiiam, die rom 
Berg- und HÜttenbau, Spit^nklöpppleiutidStrohgeflechta' 
leben. Sitz des K* K. Bergamts. Das reichste Que^% 
^ailber^ergwerk der 'Monarchie, welches jährlich iji 1^$, 
i6,ooo JZentner liefert und ,'700 ^heiter beschäftigt,^ Dai| 
bei eine Zinnoberfabrik« * ' 

• ^ ». 1-*- .r 

Jnverne/s ,. Brit. Shire in Nordsootland , twischett 9* 
'^Ibis 4^.<*^$»^«^süX^Ä^d,56<'st|'>^• 67* 4^ 
ipf N^ an Rofs« iy^ Q. an^^NaL^n^fftflui^l^y Bamf.«- Abej? 
deen, im S. an Pexth ui^ Axf yl«| ifi^W^ §tk 4^ l^filff . 






«42* Bücher j lL0^eH9iün0,$w 

dwiiieiM Meer, wovi« etelge Biibridea «a Ikr g^Siren, 
griUi«eiid. Areel ohne Seen: 900,10 QM. OherOiehe: 
roller Gebirge , Felrea, Tliiler wid Seen. Boden : die Oe« 
birge nakt und Öde, tparsem bewaldet, die ThSl^ eng« 
und voller Moore. Gebirge: der Grampian« Gewisser: 
der Spej, Nefs, Findhom, Fyers mit einem 170 Fufs bo* 
ben Katarakte, der Kaledonisebe Canal; die Locbs-NeCs^ 
X«ooby^ £U , Ericbt. Klima» iröllig »eediicb, mit reiner,, 
beitrer Luft, langen, kalten Winter mid kfirsen, aber 
iMsDiemi Sommern; anf den Iniein sebr stfixmisob« Pro«- 
dnole I Hadfsr, Kartoffeln, Flaobs, Tang, IMx, die gewöbn«^ 
lieben HaBeCbiwe, Wüd, Fisobe, aeiXU^ei, Torf« Volks* 
menge: 7S,4X5* Mabrangsxireige ; Viebsucbt mit einem 
Stapel von 60,304 Stück BindTieb, ▼ielfä Scbaafen un4 
Ziegen, Kelpbrenaerei, Fiadiebei, Vogidfang, etwas Garn« 
SfJAnerm und Leinwebevei. Knmg des^Ofeumies und Bo« 
depis 3 /aoyoeo GtUden, Ansfebr : WoUe, iUut% ¥ieb, TU 
sokf, i^, Federn. EMMwg: in. die eigentfi<*» Graf* 
>^A»s> nghA^im Auilna 

Jpl^a^ Afrikau, grofser Strom, welcber da« ganae 
Sudan dBrchströmt und dessen Quelle man to wenig, ale 
fdnen Attsflufs. kennt« Er ist der Nigfr dtr Alten nn4 
soll sidi tb«lls als Steppenflufs in verscbiedenen grolsea 
BInnetiseen verlieren, theils als Caual in den Busen von 
Guinea ausgiffsen; aflein keines yon beiden ist erwiesen , 
und wir kennen bis Jetst so wenig den Anfang, als das 
Binde ih$c9 mäobtigen Stroms , der einen fo betriobtU« 
oben Tbeil des iniiem Afrika*i bewSssert« 



Jimmil^ {flr^^ %V L« 46^ 30') Kuss. feste St. an der 
Donau kl Bessarabien ; ' Tormals reicb |ind bevölkert, mit 
S7 Moskeen Und prftcKtigen Hauen ; 'allein jetzt verlassen 
und von wenigen Moldaueirn und Armeniern , Ai^ Hier % 
K* beben, bewebnt pie Fettung besteht aus 5 Bastio«* 
neu. Sa waro'w*s Belagerung und' Erstürmung 82« Dezbr« 
T7S9 XCampenbaoaeit). 



• V 



Jfstemftttl, Aamliil, JrenstaniffMfslf,(Br<4ie t' 97^ 
L* 46« g§') Osman. ^uptstadt des weiten Belobe ata 
Ifarmormeete in BumeB, die in die eigentUcbe Stadr iiud 



^ 



lue V^infildfte «bg^heilt ist. Jen« leHat sidii an 7 It^i 

geln einer ilaftin sei, von 2| Meilen im Umfange, welcbe' 

Ae .Gestalt eines luigleiclieiii Direiecks hat , ' dessen Spitxe 

gegen den B98phor gekehrt ist und dessen Basis mit Aem 

yi^sten X4ande zusammenhängt; dietfe liegen theils in EU'* 

sropa um die Stadt her, wie Galata, Fera, Tophaaa,' FA*' 

sial, Pirl-!^ascha, Piall* Pascha, Kasnm- Pascha , theil«^ 

«uf der Küste Asiens , wie Eskiudar und /Kttdikevi. Jene' 

ist mit Mauern , Wälli^ *und 548 Thermen befestigt, Un4 

hat 12 Thore gegen die Land- , id gegen die Seeseite und 

8 gegen den HaVeü; di^se sind mm Theil offen; beide 

haben enge, finstre« uftrej^elmfirsige Gassen , schlecht ge« 

|»auete, meistens hölzerne Häuser, neben einigen Pracht- 

gehftuden, und überall stSIst man auf Unreinlichkeit unJ 

Geschm^cÄlosigkeii. Mai^zählt 485 Dschami* und Moskeen^ 

'fiber 5,000 Mbtscheds^ 23 8^*^^'» iKuss.griech« 3 armen.» 

^kath.K. mit 3 Kap. und 6 Klöstern, tahlreiche Synagor 

gen^ Hespittller und Almosenstiftungen, 40 Haue, 130 5f* 

toiülche Bäder, fiele grofse Plätze, wie die Atme jda odei; 

, Hippodrom , mit i Obelisk und dem colossus strUQtilis, 

über $0,000 Häuser und 500,000 Binwohneri worunteif 

950,000 Osmanen, lj^,aoo Griechen , '^ 30,000 Annebier, 

30,000 luden und 40,000 Franken. Sitz des GroXssqltaus 

des DiTans und' aller Osm. Zentralbehörden, d6s MiiftiJ 

des ersten gxiech. Patriarohens mit seinen 12 Synodal« 

bifclidfen, eines armen. Erzbischofs und 4ines kath. Bi**^ 

tfchofs. Das SeraJ, die Residenz de» Grofssultans, mi^ 

gtofsen Gärten, i Meile im Umfange; das EskI Serajj 

die 7 Thürme, daa Ak Sera} mit der Jengitscherikaserne, 

der Jeni Bak^sohe oder neue Garten; das Aalan Vkxi ö4et 

die Menagerie; die ^verschiedenen l/^asterleitai^eii^und 

Cistfexhen , besonders Gistema basilica^' maxfma und Aspa^ 

TIS, die beiden A^äducte Bosdoghan Kemer und Burgas | 

4ie' Sophien-Moskee, von Anthemiüs' von Tralles und Isi; 

d<$y Ton Milet unter Kaiser Jiistinian erbauet; dieMoskwi 

Mohamedn., Sultan Bajaze^'/ SbhaU S^elim II. ^ Sultan 

Achmet L; dft SoIe7manie;'die Schai-^deh; cKe Ossna« 

nie; dji^ Bah^ti; die Ten! Gitimtsl."''Gfie Akademie bei der 

HoskeeHfohamed II. hüt 16 Olas^ni die Schüfe Ba|a'? 

Mli n., 9dim I.V Soleimanir./ Achmet 1. ; OBmaA'fitf 



344 Bißk^r -^A#4eii<ia«#iii 

twi MmtafhA m.» «ktr]i#apt5tiUU«nJUkmu4at«p^ 
l«a6S SlemenUrtcbulea, i nuUienMtitehtt vmd Sc^ohid«^ 
13 dfffBtlielif Biblio^&ektii » doch ktine iib«r fl^ooo Bl^tn* 
•cril^te iUrk uad obne %Ue f wlxaQkto Bücher. ^Tfirkiscfcc^ 
Axukmfiioke und jüdiicbe DrttokeveieB* Mancherlei Maiiii£. 
in Leder, Muro^uii^ Saffian, bamnwpllejieit, teidenen «nd 
leinenen Zenohen, Teppicken^ Sohakracken nnd Brief- 
tatcken; Turki#cke Kotkiärbereien ; Gewckr-, Bufen* toid 
Pf^ilfobxiken ; ' Gold-» , Silber- und MckereSarkeitoa ^ 
Steintckneidecpisn; Juwelieraibeiten; nelePeltireryScliiik« 
macker ttnd Pfeifendreher ^ Allet in den Basars aa%e- 
etellt, Bw Misr CharUck^, Markt für Aegyptitehe Waa- 
ren; der Arret Basar» Weikeraarkt, der Beiaitan. Ana- 
fekreiteler Handel , meistens in den B ind e n der Arme- 
nier, Griecken und Franken. HaTen Tom Sem} bis %am 
D.Ejoub, 3,000 Klaftern lang und. ^biß ffxi breit, fit-^ 
/sertt sicher und nie dem Verschlammen ausgesetst, der 
Botphor zugleich die geräumigste und festeste Ekeedew 
Station tüjü die Osmaniscke. Flotte« Eine Mei^^ Kaffee- 
Üättsec und. Teriakhane. Unter dei| Vdrst&dt^; Fanal,- 
4er Wohnort der greisen Griechischen Familien; Galat^ 
mit den 140 hohen Bniuk Kule, der Wohnort der ge* 
meinen Griech. und .Frank« Xanllente« Fera , der Wohn-^ 
ort der fremden Gesandten > Gonsnln , . mit i Tentsehea 
nnd I Franxosischen Seminar lur Bildung der Drago* 
ipansi Tophana mit dem Artillcriearsenale und -Zeug* 
hai}.se; Kassim P^cba, mit dem Palaste .des Kllpadaia-' 
pssckl^, dem, Seearsenale, Magazinen und SohiSsnrerllstt« 
fn, der Nähe die Oerter Bujukdere, Belgs^ Beschiktasoh, 
foiviukli und Euru Tschesme« 



. Ithakm^ auch T&stff vi, Tirnüf, Vmi di Cümpur€ n»4 
C'Joiognm pic^la^ Jon. Insel im Golf tob Patrasso, u»* 
ier 33« ^' 'n5xdl. Br« und 38« 40^ L., durch den Caaal 
Viscardo ron. GefalOnien getrennt^ .4,111 Qoa^bratmeilm 
groTs. Durchaus bergig mit aecrissenen Küsten, der 9a^ 
dea in den XkjSäMtvi stoinig imd kalkig , m% sfassaoNn 
Bewässerung, nur dnrck QneUte; das Klima ,.4mi Giie- 
chisohen ahnlich. Hatyp^^duote sind: Korinthen^ daak^ 
Kom« OeV odleFtfid^ nnd Weia. Von Vieh hatiiinii 



Uoft Zie{^ und G«flüg«L ^e lAgd in tchlecht, die Fi- 
scherei betoftchtlich. Die Einwohnen ^^,500 an der Zah1,_ 
^nd Griechifcl|# ]M*ti«nHiuäg »«ftÜ^W von Fischerei 
und SchifffaJuPt. Sie bekennen sichium gne^iachen Cuf^ 
llüs«. Die Iifs^l (^ehSYl jettt zu deAi iStaateü Systeme Jo- 
»i^ftt iin$ ii*»«orMg]|ch.alt Vater^tadnte Ulyiitrafterk- 
if urdig, besitzt aber kein^ Aherlhümer ntehr. — 

Das ganze Weric nmialet nur 70 Bogen: es ist yh 
54o<A nfiti nH^'tfd'lrallitai Oekonoiasfc^'gtdm^t^.dalsder, 
rV«r{«*ael^.auf.diM0fti&aiSmi fioh i&ber.«lle Gegewifcndjb 
«ifl» geogziipbiBidicte luid. .^ütieltisöhiil^ Wiksens jnit ebtft 
.4«ir .^SoälstiädigiMi reriMßtilett konnte, w«^n wlr:.w diia 
^ilril^n ArtiJ^-mste IPMbfT gegeben haben, iiaüliaeilig 
^iatr jtein Herit in gaqgrtjphit^ler wmI slatietSed&sr Htat 
«aioht VeicbhaUifeet und utolateendeit,; ab dasr-Jlamie»»- 
CiMiltrtdbif, ob • eelobee glfieh 3 aladbe Binde füllt:« zw9t 
■enthält es, nicht so.Tsel« Wixitr^ abo«>MBt>* 'dnr Teifaa- 
eer hat nur die ausgezeichnetsten aufgenon^en;-^ aber 
jgi^peire« ist INI , in JM^htittg dar ^tMte<» JiWklfi4ckea 
ji|iadJttsrs«Mter«fäisohett OrtadlialtiM t^MiÜbii gtifc u«i'4db 
tiir «;ird :wAxu «iitt.Bftr#ptlsoh»:8tJiMil:;» .««te-tji»«a«b 
•«a6fa^.*«a klei» und u t tb ed en land 'fvjmraaHf^t 'Cndot, idi* 
•iöe« itioht aiceÜ^^latE^ eiimähiae. Dabei otslfc*.e9r mMM^ 
law EthnegrapM« uiid in der javiein BiümilMiig 
4tir GegeMitfd» «tfit «inftthflMwr.. 






Einige Nach|rage/ "die der Verfasser .dem jweitej^ 
il^ande Beige£ügt hat , ...di(rfen nicht übersehen werden, da 
sie thdls einijjjre' Beriohtiguiilgen, theils einige aus Ve^^ 
sehen ausgelasjtene .Artikel, wie . ilen, yon. KurJ^ian^ 
.fjnthalten. ,. . .. - , ; ... . 

^'^'^ Wir sind ^e^f , dafs di^fs so ^Sngst geifinsehU INI^x 
IH^HLlSkftidbtfeh, welches bei'seihiem Mehsi81o]MMiiiseh<^ 
Drucke und grofsem Formate doch auf den aul^erst biUi- ' 
gen Preis ron 4Thlr. 12 gr. gesetzt ist, allen Liebhabern 
itoe^£^«Mer<^aschaiUi^iMim wt- g a ttnUg i l attm safar 
^nifllfcomiii«! ^ceya wefde.« 

•••1 . ♦ . ,;r ■ ' . ^ . • ■ > ■ V; jf ..- <. r<- y y. 

t:s: ■ -« 4. >i» • ' ^ ^.- t ■'■TT i '^-''*t Ti. "^ r. 4''. 



) 



>' 



90 Blfth^^Mi'e^ntiin^i. 

'■.'■■ 64 ■ -^ ■■■ 

J ♦;» X * r «* t i fc' t 

Oeher die Retenthn meinet geogr. ttatt fhfutwarte^ 
budu itt dmrHttUiachen A.JL7L inmi- toi?»*) ' 



V '9 



la d«p OeMbef keffc d«r livfl. A. L. £.'Nvo.ii4S anfeiii« Art 
«iai»girUirea , dsa' eins ünfitetuif nötiiig ibaoht; VLmam 
IMÜiem Sehffifttn hiüben das GJIUsk galiAily in iHiMi B4^ 
icrliwil«ni Mänmr wem Tmch m ^umAmi ; - ieK IuIm dilMr 
st« die P«dev tu ilflr«r VintiwidifWif «rgrlilnt» Imd tellMt 
«b«r di«f e fteceiMioii wütd« iah ktiii Wc«| t«!)!«:«», «j^oüi 
idi niola fifarchtMi ntül^itft, dafs d«t sinadcr luHmrichtttii 
MUaeian ' dadiurdi in» ceüit«! wllvd». ^ 



Iflk iHAe laUvli ■iQli«' inm UmiUif uiul d«» Zf»»^ 
wmkan H«iidiWi«i>ttidu i« dam VOTb«ri«lrt» dvafUA 
«Mfctprodlcv» ^ttlid i^k hoff« § «Uitm iw iMban.^- ««• 
|di,d«m V^nlilibitm datiit Tfrtpfaöh — ^ ein Handfröirt«»» 
tadi»i. weldwai Jis Galnet ' der £«d • VlffiMr- nnd. Sted* 
•lentamde .nw :» -schien «er t w i l tod igeyn ' Funofeu in^ 
iaftt, «ttf AntführiiidilBcit vad VelUtindl^ett aber 
duTclieiu k^ii«n Amspr^^ck ntaeVt. Wenn lUctnsent dle«^ 
•ea Begriff fe^t gek«lten kitte , lo würde er, nickt i^^ 
lein die Oekonomie, mit weicker eine Messe von m 
liss 23,000 Artikeln auf din engen ^aum TOn nickt voHeigt 
13 Alpkaketen gepraßt Ist» iönd^rn aü6& die Anti^r- 
lickkeit und Prldfioiii mit weicker ^m meisten dieser 
An^kel ^ai^^afst sind ^ , gewtrdigi. h«!»«* Ick , kii| weit 
«^ntfemt» «Hf einr .#k«j9l^^ Vollkp]|»me|übiBi^ fm^gf^ 









^ WlffkiibM»fttr:itWt«elftMan« dktt AntikrMitaillMlAa 
Frei ffoMstif natercr Aaaeige .^^Hiivs f^of^VillisckffiliS^ 
yicent nnieltt«Ib«r feigen sn lattesv damit aasre Ltier 
g«ii *e«en der Mateie gUIckJn d«n Htnian bekaUen 
können. : . - • : A 



' i 



beit allet.meiifcl^iGllen WisytJUi to m»G^ ffiP^9 eignez^ 
Omeagt, ali eben ieb» doch fordere"^ ich areist den &•* 

Wtriiea %\a Verfldcbuiif g^^üW xiai ittUen« - 

Wmn ReecttMnt mir den Varwurl maclit^ dafs ich 
]^1 Behandlung d«r «uXf ereuropKtaclictn Axtikel hie nnd 
4a iUitr dif GjrilttMn^ ei^iei H^nrdwSrteichuchs hina«fgf<» 
(MHgen hin» nicht selten Völker ^^ £üande o4er OerteC 
aufgeführt hahe»^ von welchen, man ^um.mehri als den 
Namen kennt, lutd manöhe Oerte^ in Teu^ci|iland nud 
#em übrigen .l^uropaiibergangen habe, die. durch Fabri« 
ken oder i^^idere ',Qegtnstan<^e i|i^rbwürdig sind , so wie« 
4erhohlt.cr hlols mit verdreheten Worten« /vras ich lA 
sieiner Vorietde rertheidigt. habe. Ich hab« dort an^r* 
deutät^ dafp ich um defswillen Gegenstände der . ai|f far^^ 1 
f$ur epischen Geographie selbst nur mit wenigen Worten 
j^assen ifpUen, weil sie -häufiger in Zeitungen TOrkom^ 
inen und einer Nachweisuing mehr b(E»dürfen>. als manohaa 
TiC^tsphe od^r Europäische Dorf und MarktOeckeUi wo 
aich nichts weiter > als- eine ]än41icha Fabrik » eihe H(l<!ta 
0dor derglißichen ündet. WoUjte ich die Oakonomie dist^ 
Criwzen nicht aus den Augen verlieren , sa mnfato ich 
«lir irgendwo Grannen stecken ,. und doch wird jeder La* 
aar, der mein Wörterbuch auch iiur flüchtig durchgehe 
iMcht leicht einen, Europäischen Ort ^ er se^ Borf oder 
ftiai&tfiecken , vermisten , der sich durch' irgend eina 
Merkwürdigkeit in industrieller oder commercieller Hin* 
aicht ausK^chnet^ selbst manche Weiler tmd Höfe auf* 
jgeieiahtiat finden» die ein historisches B*actum odev dia 
Geburt eines berühmten Mannes de^ikwürdig gemadit 
iat* PaXs ein Handw^örterbuch aber nicht auch diejeni« 
^en t>örf er und Marktflecken sich aneignen kann^ dia 
etwa eine Sagemühle^ eine Potasohensiederei^ eine Eisen« 
t^miede oder eine sonstige IHndliokß Fahrikänstalt ha* 
ien;. oder, wie. die Dörfer im Engebirgt^ in der Lausita 
«ttd in den Preufsisohen FroTinzen Westphaleä» und Jü- 
lifth^^^ — Glev.e -* Barg an der allgefl^einen Fabilef tion ^e^ 
ttandat, lia rmi üttu jcrölsaia Oartem ausgeht. 'An theii 



I 



i 
/ 



« 






349 ßSiher- A>reii#iüii««^ 

ifl^t,^ xAtä äiaii dilmttlVeiftr dod^ woM sidit' iui TiAr« 
wiufe machai wollen. » . 

'' ILwät" Iftlnrt der Aecenftent lAtiil'inir dem Bl>dh> fl | i 
ben D eine Mehg^X^geuMsaäemutf ill# feiner *M«iiiAftxi^ 
nach in meinem Handwörterbuch« nicht fehlen dürften. 
Ich frajgiR fbn aufsein GeWislenty - oh er anach wohl ge- 
prtlft habe / wat er dort so leidittinnlf m e de T | eichrf<jt 
ben'hatf Oe)^äde das, was einen wetentÜchen 'VMrv^ 
meinet MTerht ausmtchty ist die aorgfihi|e "Entfisratt^ 
tält$ det len , wts der nevem Oeojpnq^hie mcht mehr ant 
gehört. Ehe' ich einen Artikel in toMiA' Hendw öiterbtt c l k 
anltaahm, prüfte ieh mit der Quelle lüiid der Lendthnrti 
Inif dem-lh'sche, oh er dieser Anfmdnne würdig, sey^ 
tind durch dieses Mitt^ ist es mir gelungen , den stlten 
Sinerteig, der sich noch in' den meisten Geographrnl 
und Wörterbfichem findet^ glücklich' ansinmitien ; andif 
düe meisten Namen, die Recenient anfführt, si<fd rodT 
ttkir sorgfältig gewogen tind für meinen Zw«fck zu leUM 
befanden. ' Was sollte %. B. ein elendes Dorf, wie Da* 
hr^wka (Sltere ^ebgraphen nennen es unrichtig Üa^r«^ 
Und machen-- es xn einer St&dt, welches es nach Mh^ 
tuwgu Charte' nicht ist)? Wa^ das in t^ümmem Hegendi 
f>uckstuhly Hm keine andre Merkwürdigkeit iiat, alt dafi 
hM einst einer ' verlornen Herrschaft des Hauses Oettinge^ 
den Namen gab ? Wfts die Französischen Döi^er Damoiafi^ 
- jyivHB tt. a.,' die freilich in den älteren Geographien all 
Städte oder Marktflecken fignriren, nach Prudkomme und 
CktMiini aber blofse Dörfer sind, in einem Handlexiconf 
Was das flutsische Damjnn9k^ sonrt ein Hüttenort, aber; 
#le Aecensent ans Htrmans Beschreibung des Rnssischen 
fiÜttenbauei ersehen kan^, als soldier nicht mehr exitftirend^ 
find jetzt Terödet? Ist es ein MifssUnd oder ein Vereng 
meines Werks, daf» ich dem Orte Düx, d^n keinFran»oe# 
mit Büschiug Davqs oder Ax schreibt , * oder dem Orte 
Dnof ^ den auch Büsching unrichtig in Veba umtaü^ 
ihre richtigen Stellen' angewiesen habe? ^ch ersuche Ke«!- 
eensenten, mir doch den Ort Dawidcw auf der Fodröbuaja 
Kärta oder ahf LhpiiTs Charte nachtu weisen : ^ ich hkhß 
dpmach dasganie GtiuTir Mintk dttrcliiucht, itäd «ndOiclr 



's« 



Bächer - Reten^iofitn. 



xnich Qberzeagt/ dafs der' l'oltif tclie TCtnne' i^tit in 
loid 0o<iaro^ verwandelt iey^ uncl so wird ikh Kedenteüt 
auch in meinem HandwÖrterlmoh« finden. ' Wenii K^cen- 

' tent mft dem \D0zrnzono den Oesterreichisclietf Mai^- 
Itecken Ütstnzano am Gardasee meint, 'i6 kann f ch ifan 
versjchftni; dafs sowohl BacUr Valht al« cfi« Cnrta 

' üitm ik 4. r e^n. /tat.' den Ort Dtseü zhri6 «<^t elben , w% 
•r im W^rterhuche aufgef {ihrt^ ist, <' ich ih^ also ' muürtSijt- 
Ucli in DetiAxafio umtaufen konnte;' eBeiisO keMt ttifein' 
.liandbuoh kein D^mbührenf sondern ein Domhirn^ wia 
dar Ort wirklach heifit , kein braikirch$n (der Kreisort 
des V. U. W. W.)> sondern ein Trmukirch§n^ kein Dtheh^if 
sondern ein Z^o/u*s.w. Sollte Recensent, wie es den 
Anschein hat, auch ein Wörterbuch herausgeben wollen, 
so Würde ich ihn bedauern, wenn er dasselbe mit diesen 
▼eralteten Benennungen bereichern wellte. Es ist ein« 
mal Zeit, dafs man in der Topographie bei der Recht* 
Schreibung der Namen ein gewisses . Princip festsette^ 
ich habe es daher vorgezogen, blofs die im Lande übli- 
chen und canzleimäfsigen Namen au adoptiren, wenn 
auch Büsching oder ein andrer bewährter Sehriftstellet 
fie anders getauft hah^n sollte. So ist es wohl nie ei- 
ner Kurhessischen Behörde eingefallen , wie ich, der ich 
einst Director des statistischen Bureau m Cassel war^ den 
Recensenten Tersichem kann, die Diemelstadt TrkAdstburg. 
f,Drtng€lbur£**f oder einem Westphalen die Stadt Doft^ 
muni y,Vort** zw schreiben, sondern essindProvincialismeir 
im Munde der Plattteutschen , die doch wohl so wenig, 
wie fTulbütul statt H^olfenhütut , Hilmsen statt Hildts* 
htim in die Schriftsprache Übergehen sollten. 



V 



Recensenten« Bemerkungen , dafs Holstein kein Grofs»' 
herzogthum, Stralsund kein Regierun g8l>ezirk sey und 
die Provinz Jülich - Kl€v - Btrg nicht bloCs Kleve Btrg 
heifse, sind richtig, können aber kein Vorwurf für den 
Verfasser seyn, üa sich diefs Alles während des Drucks 
des Werks oder nach dessen Ausarbeitung ergeben; 
noch weniger kann es ihm zur Last gelegt wer- 
den, ' dafs ^ er das Oxman. DaZmet/c» vergessen, denn er 
bittet deli Recexisenten , ihm doch dieses in einer 0««> 



V 



\ 



f 

J 



idcher • Recensi0n0n. 



asp 



ftf dtSß dk Omttien Stftskt Toa BiUmatim besi^sett, 
«b^ diM« fdbftrMi «ur Beglerbef «cliafl B«/tui und snm 
Tliail tum S»iä >cl iak Miti^h, it$$ea fian^tört Mm^imr 

^tp vmd der Ausdnatk Oimaaiscli Dalmaden fehöxt dar 

^»etMm Gaojfn^bie ao wenig an, alt PrenTc^' ode«^ Oeater. 
Yolen; ^ena Jenet ist Uk Umfnk^ diecet m Pe#eii mtd. 

' QMtün «aleif egaagao« 

. Jr#lM#rtelle▼«l8l^ ^« BmssmL 



■■■»M*-^^' 



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CHARTEN -. RECENSIONEN. 



\ 



^w-^ 



Mfänd-Jtlas über alU TJieile der ErdCf 
nach dem neuesten Zustande, und über das 
tVeltgehäude^ nebst einem geographischen Tex^, 
te. Herausgegeben, und gemeinschafitick^ mit 
C ß. Rrzcsasjo bearbeitet von Adolp Stis- 
XXA. i; Lieferung. Gotha bei Justue Per^^ 
thes I8i7» 



Dtt Veirleger^ dieses neuen Atlasses versicliert ii^ sei-* 
ner^ im August i8i5 erlassenen Bekanntmachung ^ (Uft 
derselbe ein längst und allgerAein gefühltes Bedürfnir«' 
befriedigen werde. So wenig man es einem Verleger ver- 
argen kann» wenn er seine Verlagsartikel dem Publicum' 
«mpfiehlt , und auf deren Vorzüge aufmerksam maclit, ' so 
dürfte doch diese Behauptung einen leisen Vorwurf ia* 
tich fassen: warum denn diefs längst und allgemein ge- 
fühlte. Bedürfnils noch von keinem Geographen oder an- 
derm wissenschaftlichen Vereine nicht auch längst schon aus- 
geführt worden sey? Denn dafs es zelther nicht an ein- 
zelnen guten Charten für Jedermanns Bedürfnifs fehlte, 
und auch systematische Zus«mmenst«Uungen derselbeja 

N. A. G. E. U. Bds, 3. St. B b 



, / 



35* Charten - Rec^nsionen. 

in Atlanten von mehreren j^^ographischen Anstalten unter- 
nommen worden sind, weils Jeder, der nur einigenna- 
fsen mit der Geographie und -ihren neuesten ProducteA 
bekannt ist. Das allgemein gefühlte Bedürfnifs, von 
welchem hier die Rede ist, bezieht sich daher wohl haupt- 
sächlich darauf, dafs man längst gewünscht hat, den zeit- 
her ob w alten deü ewigen geographischen Veränderungen 
und dem damit unzertrennlich verbundenen ephemerea 
Gebrauch der Charten und Atlanten ein Ziel , oder we- 
nigstens, einen Kuhepunct gesetzt zu sehen. Ein zweites 
BedüHnils, - das- dieser neue- Atias befriedigeil solly 'igt 
wohl darin begründet, dafs die meisten seither erschie- 
nenen Atlanten nicht g^ugsam flach einem festen Plane, 
hinsichtlich der Art der Darstellung, der Projtfction, der 
Gröfse der. Maafsstäbe , des Formatt u. 8. w. entworfen 
und bearbeitet, auch'in dsnselben \iicht reiten gute ibicl 
ijpi^telmäfsige Chart en^ vermischt anzutreffen waren. Beide 
Eigenschaften der zeith«: existireuden^ Atlanten waren 
aBer f iüi den leidigen VefSndei:|ingen begrOndet , die in 
den legten 120 Jahren fast mit jedem Jahreswechsel im 
Keiche der Geographie vorfielen , die beinahe alle altern 
Charten und Atlanten völlig unbrauchbar für das Zeit- 
bedütfnilsniiichtea, und bei Entwürfen, zu deuen Ailan- 
ten durchaus keine solide Basis gestatteten y.na^h welcher 
die ersten Bedingungen zur Vollkommenheit derselben, 
Gleichförmigkeit in der D a r Stellung und Art der Projention^ 
Grofie dee^ Maafsstabes und vorzüglich ein zweckniäfsi- 
g^es^Airangement der dazu ,geh&rigen Charten etc. auf 
eine befriedigend« Art hatten bestimmt werden können. 
IJttter solchen Umstän4,en< konnte schwerlich, eine AxbeiX 
zur < Aeif e • und dauernden Vollkonunenheit gedeihen, wel*- 
c^^, Jahre zu ihrer Ausführung bedarf, und bei der oft. 
Charten noch vor der Vollendung zur Antiquität werden* 
muTsten. Kein. Wunder also , wenn die Charten - Offici- 
nen, um nicht durch diese nachtheiligen Verhältnisse, 
ganz in ihrem Finanzsjstem erschüttert zu werden, ältere 
Charten so oft und so lange, wie möglich , durch Be- 
richtigungen und Gränzveräuderungen brauchbar zu ma- 
chen suchten, und dessenungeachtet doch, oft in die XJn- 
mö,g;lichkeit versetzt wurden, in Hinsicht des Erscheinend 



I 



< 



'Charten- Recfitsionen* ^ ^3 

aoeUer Und berichtigter Cbarten ^ mit der ScHnelligkeit Aer 
%\kl einander folgenden g»ogr«pii^sc>ien Verftndidrungeii 
gleichen Schritt sa haltea« . Sachktnner -we'rdea aus die« 
9en Urat^clieii manches geographische Product der nettem 
9eit nachsichtiger heHrtheilt hahei^^ Hnd diejenigen Gbar- 
tenrerleger, diö mit Einsicht und, eifngeiki Bestrebep, 
bei allen diesen MirsFerhältnisseu doch nach Kräften für 
die 4H^^^^^^^°£> ^^ Bereicherung der Wissenschaft au 
wirken suchten, von denen zu unterscheiden gewjirst 
liahen , die gerade in diesen ewigen Veränderungitn^ nur 
Mittel ^ für. ihren * Spectdationsgeist fanden , und^ von jfs- 
dem» ki^mn das Licht der Welt, eshliekt hall#hd«n 
Staate auch gleich dem neugierigen Puhlioom ein Charta 
chen -- ijleichriel oh gut oder schlecht — CQ produci« 
Iren hatten« 

Sehr tweckmäfsig war es also« dafs der Herausgeber 
didses neuen Atlasses, zum Beginnen seiner Arbeit einen 
Zeitpunkt wählte, dei: v^-enigstens für die Zukunft. einen 
diauerndern Zustand in der politischen Geographie ktf-» 
ysn, wenn auch nicht gtt»\fs grwütteny läfst. Dafs übri- 
gens das Publicum Tbn ein^ Vereini^ng zweier, im Fache 
der darstellenden Geogratphie so bewähren Männer nichts 
Mittelmälsiges zu erwarten habe» bedarf wohl kaum fite 
^Srwähnung. 

Dem Plane gemäfs soll der Atla« allgemeine Br4iueh'^ . 
Parkett mit Gründliahkiit und VMUnHkdigkeft 9Ö iriel, wie 
möglich, vereinigen , und sowohl dem Unterrichte^ CÜs auch 
ätm. täglichen Gebrauche für alle Stände gewidmet' seyh. 
Zur j£rreichung dieser . Ittbliohen^ Eigenschaften hat der 
Herausgeber folgende; nähere Bestimmungen gemacht: 
z) £ia bequeme)! (d. h\ wohl ''nicht zu grofses )- Format- 
für die Charten. Jedfs Blatt 13Z0II Itfng und ti Zoll hoch. 
V a) DieBestimmungtderBlätterkahd Bui /unftig, 3) Gleiok- 
förmigkeit der Projeetiun und dejt Maasstabet na6h ge- 
wissen Classificationen. < 4) MÖgUchite^ Riehtig^ek dar 
Charten, mit zu' Grunde -Legung der; neuesten politischen 
Seechaffenheit und Eintheiiung der Länder und Staaten. 
lUutlichkeit und befriedigende Woilständigkeit derselben^ 
eorrecier und schöner Stich, Reitihßit des Drucks ^ ^^Kg- 
fähige Illumin^Uon und guiu Papier, 5) Die Zugabe ei- 

8b a 



r 



I 

354 Charten'^ Recensionen» 

»•• Testfs als gefrapküeht Skizze und alt Leitj 
Mm Unterrichte «te. |ie]^ TollstXndigem alphaheiiMeJkem, 
Register und Repertorium für die Charten, 

Man t^elit hieraus, dafs das Publicum rpm Herauf- 
geber viel zu eruMreen hat. Um nnsem Lesern jedocb 
«ine, so viel als hier der Raum erlaubt, TOlIstandige 
Vebersicht dieses neuen Atlasses zu geben , fugen wir 
das gedrängte Terz«ichni£s der %vl den^salben , gehörigen 
50 Bltttter hintu: 

t. Titel. 

8. Uebersichtsblatt der 50 BlKtter des Atlasses, 

3. Mathematische Figuren das Weltgebäude betreffend, 

4. Das Sannenrf Stern (Planetensystem); 
5« Oi# Sternbilder der nordlid^n Halbkugel, und 

bis sur Ekliptik, 

^' \ Die beiden Halbkugeln, 



O 



7-. ' 



a 
9 

7 




\ 



. ^ Ffiaf Plcniglobien «u rertehiedcnen Zwecken, 
9. Weltcharte in Mereator^e Projection, 

10* Bildliche Uebersieht der ▼omehmsten BesgliÖhett, 

jl. Flufs " und Qebirgs - Charte vonEuropa^ 

22* Europa mit politischer EintheiliDig,^ 

13. Spanien mit Pprt&gaii 

24. Frankreich, 

15. Britische Inseln, 

X6* Skandinavien. (D&nemaxk, Schweden and Nor* 

wegen) , 
.27« Charte von Mittel -Earopa, 

18« Flufs *. und Oebirga - Charte .von Teutith'-'^ ^ 
Und, . LS-g 

.19. Teutsche Bundeastaaten, mit der S^weii, j^-gig 
politisch begrünst, 

90. Reise -Charte durch Teutschland und an- 

gräncende Länder, 
:8I- NordwastUches;. Teutschland und Nieder- 
lande, 

M. Nordöstliches Teutschland, 

83. MitteldstUches Teutschland, ' 

94. Sttdwestlichea Teutschland, . 

85* Südöstliches TeUlschlanii^ 




\ 



QKarteji' B.e'censionen, 



355 



Special- CHartea 
in 



SK^ BrandeBBurg^y 

37. Königreich Sachs en^ 

38^ Sachwn - Ernestinische und be- 

-"nachbarte Lande, . ^ — 

, 39. Rheinmündungen, | gröfsereni Maal«- 

30. Niederrhein, i stabe. 

31. Oberrhein, 1 
32« Rheinquellen oder die Schweiz, J 

33, Italien mit Malta, ' ' /^ 

34. Oberitalien, 

55» Unter- Donau und Carpathische LKildtr, 

36. Ost - See* - Länder, 

37. Rassisches Reich, 

■ 38. Europäische türkci, 
39. Asien, ^ 

• 40.- Afrika, ' ; 

* .41. America, ^ j 

' 42- 1 Mittelländisches Meer in 3 Blättern, 

44. Ostii^dien, ' - 
^ 45. Mittel -Afi^ka, 

46* Nord - Ameriöa, - . , 

47. Vereinigte Staaten von Nord- America, 

43. Westindien, 

\ 49. Sü^damericä, 

X 50. 1 Australien« 

Es wäre nun hier eigentlich der Ort, 
untersuchen, inwiefern der Herausgeber glücklich in der 
Bintheilung seines Atlasses gewesen ist ? ob selbiger 
nunmehr dem lüngst und allgemein gefühlten Bedürfnisse 
wirklich abhelfen werde? ob nicht eine andere Eintnei- 
lung tweckmäfsiger ^^ewesen wäre? u. s.w. Da sich je- 
doch diese Fragen zur Zeit nocti nicht füglich gründlich 
beantworten lassen diirften,. da es vorzüglich darauf an- 
kommt,' wie diese ganze Arbeit im Einzelnen wirklick 
durchgeführt wird, und sich diefs aus den wehigen er- 
ffChienenen Blättern noch nicht völlig beurtheilen läfst, 
so verspart Recensent sein Urtheil hierüber bis zur 
Vollendung des Atlasses. |m Allge;meinen ist di^ Anord- 
nung^ des Ganzen äufserst zweckmäfoig, vorzüglich in 



näher zu 



356 Charten - Recen^ip^fjt* 



/ 



der froffcrn Glciehföniiigkeit d^r Frpj«etiQaeiiy 
des MaaTsstabes , auch^der ganzen Bearbeitung aiUr Ch^ r* 
ten, wie diefs zeiUier in uusernTeut«cbenAjtlanten in dfnt 
Gi^ide noch nicht vorzufinden gewesen. Allein aueh eben 
^eses Bestreben des Heraasgebers , besonders hinsicht- 
lich der Gleichförmigkeit der Maafsstäbe der zum Atlas 
gehörigen Charten, verursachte denn doch manche In- 
, convenienz. So z. B« rermifH man aus eben dieser Ür« 
•ache in dem Atjasse eine Tollständige Charte Ton JV^r- 
w€gen und Schwedgn, und die in dem Plane geschehene 
Ueberweisung auf * die, in eiuem 2| mal kkinern MaaTs- 
Stabe bearbeitete Charte von Rvftland^ auf welcher das 
fehlende Stück befindlich seyn soll, dürfte nicht Jeder- 
manns Wünsche befriedigen. Ohne übrigens einige von 
den, zu Specialckarten der Teutschen Länder bestimm- 
ten, <!harten gesehen zu haben, ist Recensent \i\t 
jetzt noch der Meinung , dafs in dieser Hinsicht zu we- ' 
»ig bei dem Entwurf^ des Ganzen gethan ist, un4 statt 
mancher im Atlas befindlichen Charte , wodurch man«* 
ches Land zuweilen in duplo, in eben, nicht bedeutend 
verschiedenen Maafsstäben (als z. B. Württtmbtrg auf 
No. 24 ux>d 31, die Freufsischen Rhein- und Weser- 
Provinzen auf No. 3t und 30,. die Niederlande auf N6. 
aiund29U. a.m. ) dargestellt worden, dürften noch einige 
Specialcharten der vornehmsten Teutschen Staaten in etwas 
gröfserem Maafsstäbe dem Publicum nicht unwillkommen 
gewesen seyn. So 9. B. wird jeder Baier nur uugem eine 
Specialcharte dieses Königreichs in dem Atlasse vermis« 
scn, da die auf No. 24 befindliche Darstellung wohl tucht 
als solche wird betrachtet werden können. Das König- 
reich Manöver hat im Atlasse gar keine eigne Charte» 
sondern mufs, so wie Kurkesstny erst durch Zusan^men- 
setznng der beiden Blatte^ 21 und 22 (welches aber bei At- 
lanten, die man gewöhnlich binden läfst, unbequem ist) 
erhalten werden. Doch auch ohne diese Meinung, vor^ 
wirklicher Ansicht besagter Blätter als unfehlbar auszu- 
geben, stimmt Recensent mit der Meinung des Herausr 
gehers sehr gern äberein, dafs er die möglichste Benw 
4zung des Raums , wenn auch nickt äüirphgehends hilligt^ 
doch grcjstenth»ils, gerne annimmt, da ihm sehr einleuc}^'* 



iCJikirten ' Recinüöneh, "üt 

.f^nd ist, daf9.y solange^ cUr Herausgeber eines Atlasses sei- 
nen Entwurf den bestehenden politiscken^^ititheilungen un- 
sers Erdballs anpassen mufs, diese Inconvenienzen fast gat 
nicht zu yermeiden sind, we&u er nicht dieselben durc^ 
eine |;r5fsere Zahl von Blättern unschädlich n^achen will. 

Zu .letzterm Mittel bat bereits auch «der Herr Ver« 
faaser si/nh entschlossen , da er in »einen Voriiemex» 
kungea €ur ersten Lieferung anzeigt, dafs «r sich .noek 
SU einigen Zugaben zum Atlasse bewogen gefunden habe^ 
und derselbe noch mit 

l) einer Specii|lcharte rem nordöstlichen Frankreich^ 
^) — . — — — — . England, • • 

3) — — — . — — . Dänemark, 

4) — — — — w- Preulse» und Poseu, 
Termehrt werden solle. Durch No. g wird d«r Heraus- 
geber den oben ' angeführten Nachtheil vermeiden , dafs 
die Skandinavische Halbinsel bisher im Atlas keine voll- 
Sii|;ändige Darstellung hatte , und durch No. 4*; dafs durch 
deren Verbindung mit NcS. 21, 22 und 23 eine vollstän* 
dige Charte der ganzen Preulsischen Monarchie erhal- 
ten wird. Doch ist hiebei nothwendig zu bemerken, dafs 
bei dieser Zusammensetzung ( so wie bei mehreren , in 
dem CThartenverzeichnisse vorgeschlagenen) , es nicht dar- 
auf berechnet ist, etwa 4 Blätter in gleichgrofsem For- 
mate zusammenfügen, und daraus eine einzige Charte 
bilden zu können, sondern die "Charten stofsen theils links, 
theils rechts, theils unte|i susammen, und ds wüi*de, 
nm ein zusammenhängendes Ganzes zu erhalten, immer, 
ein Tfaeil der einen, oder der andern Charte verdeckt 
oder' abgeschnitten werden nlfÜMen. — Dnrch diese Er- 
weiterung des Atlasses, die nach unsrer unmaasgeblicheii 
Meinung wohl nicht die letzte seyn dürfte, müfste 
schon jetzt da« -Uebersichiff^Tableau des ganzen' Atlas- 
ses verändert werden $ der Herr Herausgeber wüfH aber 
wohl diese Veränderung bis zur letzten Lieferung an- 
stehen lassen, da es sdnst leicht neuen Veränderungen 
unt6)^worfen werden könnte. ■— 

Der ersten Ankündigung zufolge sollte die erste Lie- 
ferung diese« Atlasses schon zu Ende Aet Jahrs 1816 ^r- 



\ 



V 



358 



Charten -ttecensionen. 



tclieineiii und der ganze Atlas binnen i}.:IfiBreit toI« 
lendet seyn. Kecensent inufs gestelien , dafs diese« Ver- 
sprechen bei diesem ganzen Unternehmen gcradle das- 
jenige war, was ihm am wenigsten gefiel, da 2 Kupfer- 
stecheri (als soviel . zar Bearbeitung des Atlasses ange- 
nommen worden wareh) unmöglich in diestr. Zeit 
das Werk gut ausführen konnten. Wirklich erschien 
aiich die erstc^ Lieferung statt im Jahre i8j6 erst im April 
IS17 , dessenungeachtet aber hat man Ton dem Heransge- 
ber das Versprechen, die Beendigung des Gänsen nicht 
,iiher die Anfangs festgesetzte Zeit zu verspäten. |ieoen- 
sent wünscht, dafs es mit dem Worthalten dieses Ver- 
sprechens nicht so ernstlich gemeint sey, da dabei das 
Werk nur gewinnet! würde; schreitet nunmehr aber zur 
nähern Durchsicht der, die erste Lieferung des Atlass««. 
bildenden , Charten. 

Das erste Blatt enthält die Uebersicht sämmtlicher 
Blätter des^ Atlasses, so wie es auch bei cter Ankündi- 
gunjg: mit vertheilt ist. Es wäre sehr zu wünschen, dats 
alle Atlanten ähnliche Tableaux hätten Y denn man über- 
sieht hier mit einem Male Alles ^ was man in dem Atlas 
tu suchen hat, da^ es aus ebenso vielen kleinen skizzir- 
ten Ghärtchen besteht, als der Atlas selbst, die hier ig 
ihrer Reihenfolge neben einander dargestellt sind. Die 
Idee zu diesem Tableau macht di^m Herausgeber alle , 
Ehre. 

Das sujeiu Blatt ist No. 5 des Atlasses, eine vom, 
Iterausgebei^ entworfene Darstellung des nördliche^ ge- 
sFtirnten Himmels , mit den Fixsternen bis zur ^ten Gröfsey 
der Müchstrafse und den .i^rnbildeni, auch der Bahn 
des Cometen von 181 1* Bo^tfVgrofser Himmelsatlas ist 
hiebei zum Grunde gelegt,' tknd die Ausführung dieses 
Blattes mit vielem Fleifs Und Sachkenhtnils geschahen, 
die Illumination der Sternbilder zeichnet sich vor der 
ähnlicher Charten vortheilhaft aus. Für diftjenigeu 9 de« 
nen es an jäherer Bekanntschaft mit diesem G^en- 
standfe fehlt, enthalten die Vorbemerkungen des Her« 
ausgißbers zu dieser JUieferung^ die, ndthigsten Er- 
läuterungen. " , 



/ 



1 ' • 

Pas dritte Blau oder No. 6. dt$ Atlasses tti^llt di« 
westliche und ' 

das vierte Bld'tt oder No. ^. des Atlasses die östlich*. 
HiUfte unsrer Erdkugel, wie gewöhnlich durch den Me- 
ridian von F'^^j^o getheilt, in stefeographi^chcr Frojection 
dar. Beidirbharten sind äulserst zweckmäfsig von Herrn C. 
C. Reichard nach guten Quellen bearbeitet; sie ge))ea/iii, 
einem Maarsstabe von jf^^s^^, eine, nicht mit zu vielen, 
Gegeinstä^den überladene Darstellung der beiden Hemi- 
sphären, daher denn die Hauptgegenstände leicht in die 
Augen* springen. Wirkliche, Fehler wird man wohl in 
.den geographischen Arbeiten des Herrn Reichard nur 
höchst selten antreffen, daher man diese auch hier ver- 
geblich suchen wird; doch scheint. Manches darauf; hin- 
zudeuten , als wenn die Zeichnungen zu' beiden Blättern 
-schon vor mehreren Jahrlen entworfen wären. Reccn- 
eeut schliefst diefs aus dem Umstände, dafs hi^ und 
wieder einige, die Hauptländer bezeichnende, gröf sere 
Quadratschrift eine solche Stellung ^hat, wie sie eigent- 
lich wohl nach der neuesten Kunde nicht erhalten sollte. 
So z.B. hat Canadä in Nord -America durch die Stellung 
der Schrift einen viel zu kleinen Umfang erhalten, d* 
es hier nur Unter- C«no<ifl (in engerem Verstände) be- 
zeichnet, dagegen Labrador y welches ungeachtet seinet 
beträchtlichen Gröfse nur eine Provinz von Unter- Canai^a 
(in seiner weitesten Bedeutung) ist, hier als ein besonderes 
Xiand bezeichnet wird ; die Benennung Hudsonsbai ""LÜn^ 
der ist auch nicht mehr gewöhnlich, da diese Länder 
nunmehr bestimmte Benennungen haben. Der Umfang 
der Spanischen Provinz Carracas ist j^tzt auch gröfiser, als 
ihn die grofse Schrift gezeichnet, und der Benennung 
■Magelhaens Land^ hätte Kecensent gewünscht, /den we- 
nigstens ebenso gebräuchlichen Namen ^atagonieh bei- 
gefügt zu sehen; bei St. Salvador in Brasilien vermifst 
man den jetzt gewöhnlicher!! Namen Bahia. Eine be- 
sondere Art der Bearbeitung zeichnet diese, so wie sämmt- 
liehe obigen Charten des Atlasses (mit Ausnahme voh 
No. 8«) vor den gewöhnlijchen aus; die gewöhnliche 
Schraffirung der Küsten, nach der Wasserseite zu ist näm- 
lich , und w ahrscheinlich aus der Ursache , um die hie- 






I 
I 



I 



360 diarien • Recensionefi, 

&er mehrentiieils zalilreich fallende Schrift deutlieber zu 
snachen , wegg^elassen , dagegen alles Land an den Kasten 
TUiii einer y landeinwärts gehenden, schmal^ Schraffirun^ 
nach Art der Seecharten , eingefafst, um die Umrisse des- 
»elben , die durch das Weglassen jener Sc1ufl|^rung nur 
undeutlich in die Augen gefallen wären , bestimmter zu Be- 
teichnen. Der angedeutete Vortheil ist hiedurcb erreicht^ 
und an das Ungewöhnliche dieser Darstellungsart werden 
fficb die Besitzer dieses Atlasses leicht gewöhnen. 

t 

Das fünfte Blatt oder No. 8- des Atlasses stellt 5 Pia- 
niglobien zu verschiedenen Zwecken dar. Der mittlere 
grofsere, von dem Herrn Verfasser Planigloh der Jnti" 
p^den benannt, ist nach eigener Idee desselben von ihm 
entworfen," und liefert Stoff zu interessanten Betrach- 
tungen. Beide Hemisphären sind hier auf einer Kreis- 
fläche dargestellt, und zwar so, dafs, während man die 
Länder der ^inen Halbkugel , wie gewöhnlich , dargestellt 
erblickt, die Länder der gegenüber liegenden Hemisphä- 
re, als Spiegelbild durchschimmern, gleichsam als ob !nian 
einen durchsichtigen Globus vor sich habe,, doch mit dem 
Unterschiede, dafs das Spiegelbild in verkehrter Stellung 
ge?. «lehnet, und dessen Nordpol mit dem Südpol, des 
oberen, und umgekehrt der Südpol des ersteren mit dem 
Kordppl des letztem zusammenfallen. Es war natürlich 
gleichgültig, welche Seite unserer Halbkugel .> zum Spie- 
gelbilde gewählt wurde; hier erscheint die Americani- 
sche Halbkugel als oberes, die entgegengesetzte als Spie- 
gelbild. I^ier^us folgt unmittelbar, dafs auf diesem 
Planigloh alle grofsten Entfernungen auf der Erde sich 
unmittelbar decken müssen, und mau zu jedem Puncte 
auf der Erde sogleich den Ort der Gegenfüfsler angeben 
kann,, eine Aufgabe, die gewöhnlich durch einen künst- 
lichen Erdglobus mit mehr Mühe gelöset wird. Aulser 
manchen andern interessanten Betrachtungen, zu wel- 
chen dieser Planigloh Gelegenheit darbietet , giebt er die 
gleich in d\e Augen fallende Uebersicht, dafs der grofs- 
ten Landermasse auf der Erde , auch die gröfste Wasser- 
Ukasse gegenüber liegt u. m. dgl. Zeichnung und Stich 
sind vorzüglich , und um die «Schrif t des Spiegelbildes 



'Charten* Reeentioneru %6i 

> 

4iif 4en iHV l^n Blick v4}ta deif des oberen za tintftrscliei- 
4eiit so is| «eibige io gestochen, dals die Buobstaben 
fUFselbf^^ eine rückwärts liegendc«^ Neigung haben , ' wo* 
durcb dieser Zweck vollkommen erreicht wird. Voti des^ 
4 ^pder^ kleinem Planiglobien stellen 2 die Erde in der 
Po^rprojectio«, der dritte dieselbe so dar 7 dafs di« 
frcjjte J^asf^ Landes ^ und der vierte so, dafs die gröjste 
jjifas*€ Wassers sich dem Auge darf teilt. Sie sind we-- 
gf ^ ihrer Kleinheit natfurlteh nur skizzirt , erfüllen aber 
4en Zweck vollkommen, und geben unter andern auch 
^jkfi interessante Resultat, dafs fast alles ^ste Land in 
§ins Halbkugel fällt. K6in Geographiefreund wird diefs 
interessante Biatt ohne Befriedigung aus der Hand legen. 

JXßs stehstt Blatt «der No. 9. dcis Hand iltl. ' enthält 
eine sk^znrte Wdltcharte, in Mtrcator^s Projection, die 
nach der, vom Verfasser^ ( Herrn L. B. Stieler) erhaltenen 
Bestimmung »urüebersicht 6ier[ Erdßäche un^ grofser Sei^ 
reisen dienen soll. Wir nennen sie eine Skizze , weil au>- 
fsi^r den Umrissen des Continents und der^ Ins«ln , wenig 
iliebr als die Angube der vornehmsten Hauptstädte darauf 
zu finden ist. Selbst .die Hauptströme der Erde sind , mit 
einigen wenigen Ausnahmen, nicht angedeutet; ebensdi 
9iangeln die BenennUn^n mehrerer Hauptmeere (als z.B. 
des Mittelländischen, Baltischen, ^ethiopischen etc., in- 
iejis das Schwarze , Caspische Meer u. a> ,' die Hudsons" 
^at etc. benannt sind.) Der gr<>fse Nutzen dieser 
Ghfii'te in dem Atlas leuchtet Reoensenten auch nicht 
gan^ ein , da man die firdfläche ebenso gut auf den He- 
i|)isphären übersehen, als das^bst die grofsen Seereisiln 
verfolgen kann, wie diels z. B., Herr Höfrath Reiehardt^ 
in seinen beiden vortreflichen Globen (Nürnberg bei 
^emko) dargethan hat. Uebrigens darf man nicht erwar- 
ten, die Seereisen hier wirklich eingetragen^ zu fin^eh, 
zU weichem Zwecke der Maarsstab der Charte (riif^^^^ 
der wahren Gröfse ) auch zu klein gewesen wäre.. Das 
meiste Interesse dürfte diese Charte den Besitzern gö* 
währen, um sich daraus einen deutlichen Begriff von; 
diese» ungewöhnlichem Entwerfuügsart zu machen, wel*« 
eher Zweck durch die auf beiden Seitan binzugefügteni 



I 



■X 



369 ^httrten^.Reeansi^nen. 

wAchtMtdea Biaafcstibe. wesentli^li befördert wltd« fime, 
bei ahfljichea Weltoharten angewdbnliche f Eigeatc^Aft 
bat die Charte noch dadarcb erhaltea , daft sie in Osten 
.«■d Westen am 60 Grade wek^,- als der Umfang der 
Erde reicht, se daXs fast %an% Europa und Afrika nnd 
der gröbste Theil von America in duplo auf der Charte 
lu ßnden sind... Diese Einrichtung gewährt den Yortheil, 
dafs man , falls man die Charte %u dem erwähnten Zwecke 
beautten wiJly die Seereisen rem Anfange bis tu Ende 
ahne Unterbrechung rerfolgen, wie auch die Länder und 
Meere in allen Verbindungen übersehen kann. Der durok 
diese Charte picht ausgefüllte obere und untere ilaum dieses 
Blattes ist au i wei interessanten Zugaben benutvt worden ; der 
obere nämlich enthält eine Angabe der Zeitunterschiede be- 
iiannter Meridiane , und der untere eine Skitte Ton Neu- 
UMand nach Fr^cinetU neuester General - Charte diä- 
tes Landes , mit Einweisung auf 5\ ▼erschiedene Ta« 
bleaux, die daneben den gröfsten Theil der Küsten die- 
ses Landes, nach eben dieser Quelle darstellen. Eiue su- 
aammenbäogende Darstelluag in gröfserm Maasstabe 
wäre vielleicht manchem Besitzer des Atlasses lieber 
gewesen 9 allein nach des Heransgebers Angabe war des« 
aen Charte ron Auetraliett bereits zu weit vorgerückt, 
als dafs.es Zeit gewesen wäre, für diese daron Gebrauch 
au .machen, und da in Freyeitut^s Charte noch viele aa- 
stelsige Fransosiache Namen (alf a. B. Nmpoleon^s Land 
u.a.m.) Torkommcn, die sicK Tielleicht binnen knnent 
in andere verwan4eln dürften, so ist schon dieserhalb 
es besser, da£s dessen Charte nicht so unbedingt vont 
Yer&sser an%enomnien wordap, nnd man wird sich sehr 
gern mit dieser Darstelluag begingen, bei welcher der 
löbliche Zweck derselben , so wie die fleilsige Be- 
arbeitung 9 nicht zu verkennen sind. ^ In der gewissett 
Ueberseugung, dafs dem Verfasser die Angabe einiger 
kleineu, der Correctur entgangenen, Stichfehler ni«JiLt 
als ein Vorwurf erscheinen wird, bemerkt Recensent nur» 
dals in der dstliehea Darstelluag von Süd7America der 
la Plata-Flufs la Piada, die Lord Anklands-Inseln „^a^r» 
lands'Inseln^^ benannt sind, auch fehlt der Nanie fVett*^ 
Indien in America« -^ 



I 



/ 



Charten^Recensioneh. 363 

Dat siehenU Slätt oder No. 15. des H. A« enthalt eine, 
TOifL Herausgeber, >orztiglich nach l*apie*s Oharte der 
Bvitischen Inseln in 6 Blättern , iliit^ Sorgfalt un(| Kritik. 

, ^bearbeitete Darstellung von England ^ Schotland und Irt^ 
Jand. Ftir die Gröls^e ^es Maalstabei (vlo^nrw ^* ^* ^O 
dürfte wohl etwas zu viel Detail auf der Charte ange« 
Bracht seyn, was jedoch weniger hinderlich seyn würd?, 
wenn der Stecher die Schrift im Ganzen etwas kleiner 
gehalten hHtte, in ivelcher Kunst die Schrift klein und 
doch höchst deutlich zu steclien, in Teutschland jetzt 
Wohl die Befliner Kupferstecher aus des seeligen * Jäck's 
Schule es am Weitesten gebracht habefn, und. anderen 
Künstlern als Müstet dienen kennen. ^ Etwas undeutlich 
erscheinen hier auch die,' nach der einmal angenomme- 
nen Manier, unschraffirten Binnen -Seen, so wie auch 
der Shannon in Ireland wegen deiner an mehrern Stellen 
ansehnlichen Breite. Drei kleine Cartons, die Umge-^ 
bungen Londons^ und dieHäven von Portsmouth xmdSdinm 
hürghy in grdfserm Maajsstabe darstellend , bilden au 
schicklichen Stellen iiiteitessante Zugaben zu diesem 
Blatte, und beweisen das Bestreben des Herausgebers, 

'seinem^ Atlas ein vielfaches Interesse zu göLen. 

pat achte Blatt oder ^o. 4.1. cT. A. ist eine General«* 
Charte ;von Amiriod^ in Bonnescher Projection entworfen 
und gezeichnet v6tt Reichar4» Eine Sufserst zweckmälsige 
Bearbeitung und Benutzung der besten Quellen, Heraus« 
liebung der wichtigem Gegenstände, und Weglassung alle« 
Überäiissigen Details, das man ohnehin auf Generalchar« 
ten nicht sacht, zeichnet diese Charte aufs Vortheilhaftestö 
4US« Sie gieht eihe vortrefliche hydrq - und orographische 
Uebersicht dieses ErdthMl8,|in'so fern diels von einer General« 
ehatte in diesem Maasstabe nur erwartet werden kann. Di« 
iBeibehaltUng dts^ für sSmmtliclie Erdtheile (mit Ausnahme) 
TOttEuro|ra) bestimmten, Maasstabes (von v^itTv^^« d. w. G.) 
nÖthigte den Verfasser den nordwestlichen und südlich^ 
jtten Theil dieses ErdtheAs in Cartons darzustellen; des- 
fenungeachtet vermifst man noch den ganzen nördlich- 
fften Theil von America nördlich von etwas über denl 
do« Breitengrad a^, mit der iaffint^Bai^ örünland ü. s* w. 



^364 Charten- Recensionen. ^ 

In Hinsiclit der politMchen EintHtüttng Am^riea** gilt ▼on 
Aieser^ Cliarte übrigen« das«eU»e| wie toh No. 6. des At^ 
lasses. Der Stich ist sauber und sehr deutlich , da dxB 
6rörs;2 der Schrift hier nicht so, wie bei der Torige^^*; 
Charte der Deutlichkeit schadet« 

Das neunte Blatt liefert eine Darstellung dea ndrdlir 
öhen (nordöstlichen) Theils der Vereinigten Staaten voo 
r^ord - America , entworfen von C« G. Retchard, l^esBen 
irortrefliche Charte von den Nord - Amerieanisohen Frei- 
staaten ist jeden^ Geographen hinreichend bekannt , und 
da sie dieser Charte vorzüglich tum Grund« gelegt 
ist, so bildet diese gewils, was die geographisG)ie Bear^ 
beitung anbelangt, eine der voraüglichsten Cbart^i das 
Atiasses y da auch der Stecher das Seinige gethan hat, 
durch reinen und säubern $tich .der gehaltvollen Arbaift 
des Zeichners zu entsprechen. Obschon, wie dcir Heraus« 
geber sehr richtig bemerkt, der hier ^ dargestellte Theil 
der Vereinigten Staaten, nämlich die Staaten: Maines 
ff ew - Hampshire^ Vermont^ Ma^iaehutttSf Rhitds ^ Jtland^ 
Connecticut, New - York, Pmnsjlvaniaf New-Jer^ey, De/«« 
wäre, Maryland, Virginia, Columbia, Ohio und Theile von 
Kentucky und Indiana,, den wichtigsten oder trenigstent 
den bewohntesten Xheil derselben ausmachen > so würde 
Keceusent es doch vorgezogen haben j, die. Darstellung 
sammtlicher Staaten auf diesem Blatte zu liefern , «relchay 
wenn auch in etwas kleinerm Maalsstaba, doch noch hin« ' 
reichendes Detail würde haben geben können«. Die lieber«^ 
sieht des Ganzen auf der Charte Ton Nord «America dürftf 
bei diesem, mit jedem Jahre merkwürdiger werdenden Staa| 
die Ansprüche des Publicums nicht völlig befriedigen^ Was 
die Begränzung der einzelnen Staaten anbetrifft, so bemerk^ 
llecensent noch, dafs selbige nicht völlig mit derjenigen 
übereinstimmt, welche die neuesten, in Philadelphia ht^ . 
ausf^egebenen , Charten angeben« Verglichen mit jenen is| 
die Ausdehnung des Staats Ohio inWest(sn fast um diaHälfta 
. zu klein ; auch weicht hier das topographische und hjF* 
dro^raphische Detail etwas voneinander ab. Feimer hsl 
der Staat Indiana jetzt nicht mehr jene Ausdehnung-, die 
Herr Reichard demselben auf dieser Charte giebt, di^ du 



/.. 



Charten- K^censionen. ^ 365 

uSrdliche .Theil desselbeh zwischen den ,S6en Erit^ Huroii 
und Michigan^ jetzt den neuen Staat Michigan bildet^ 
und auch hier «ich namhafte Differenzen in der Zeich- 
nung dieser Provinz und der sie einschliefsenden ohen- 
angeführten Seen von der, auf erwähnter Originalcharte, 
vorfinden. Die auf dieser Charte ziemlich rariirte Schrift 
und gebrauchten Ortszeichen lassen noch den Wunsch ei- 
ner kleinen Zeichen •* .ua4 Schrift - EvkläfTuu g 1 übrig, die 
9uf den übrigen Charten dieser ersten Liefei;ung. (allen^ 
f/dls mit Ausnahme jon Grcftbrüannien) füglich «ntbehrt 
«eerden konnte ^ auf dieaer und allen ähnlichen Chartei^ 
aber 4ocb niobA gan» unwillkommen seyn würdtf» 

Das 9$hnte und letue Blatt der erttan Lieferung «entr 
b&lt Australien in Mercator^s Projection von H«rrn H^i-' 
ckard entworfen« Reoensent hält dieses BlUtt- für eine der 
Torzüglichtten Darstellungen dieses Erdtheils , obgleich 'et 
aipht Gelegenheit hatte, die vieWn Quallen, die znr ^e« 
arbeitung dersi^lben gedient bahm sollen, ^ Jus m t/M. da- 
mit zu vergleflchen. Eine genaue Dur chiicht diesairCbarta 
beweiset aber die Vollständigkeit derselben und sorgfaltige 
j^ntragunig der. neuesten Bfildeckungen; -Man luldiet >jede 
Hauptgruppe der zerstreut liegende^ Insrin AuHraliem^ 
mit ihrem neuesten und ziteokmäfsigsten Nailien benamt^ 
und' alle gröfsem und. -bedeutendem Inseln selbst» ao viel 
ifur der Raum erlarabtev änmentli^ angeführt. Siei NeU''- 
Müllan^ iit Flindtrs romämlioh zum Gründe. gelegt, eift* 
Quelle, die gewils alle Achtang verdient, und die Friyr^ 
oinH theil weise selbst benisUi hat , und. da mehrere Be^ 
unsmuBgen der westlichen und^ südUebfen Küste, wie sie 
Minäsr* giebt, wohl di% rou' Freycinet übeicleben' dtMi> 
ten , ' ^o ist in dieaar. Hiatiidit nach Redententsi^s Mai* 
nutig, die hier gegebene Datstellung Neu- Hollands für 
den Atlas zweckmäf siger , als wenn sie streng nach Frey» 
eintt entworfen worden wäre. — Aufser dafs ein Theil 
von. den Marquesas und niedrigen Inseln schon in den 
Rand fallen, haben attcVdie^' npch zu Australien gehöri- 
gen Inseln Pitcairn und Oster -Insel wege^i des gleichen^ 
Maaf Stabes der Charte xnit Asien, Afrika etc. auf derselben 
kainen Platz gefunden. ^ iitd« Qiorgign, Sandwich - Land^ 






366 Charten - Recensionen. 

X4rguiUn*t Land und mehrere andere , , im Indischea 
Oceane liegenden Inseln, die Herr Rgiehai^ früher (sieh« 
detscn heide Hemisphären bei Campe) aucn zu Austrat 
lign rechnete, sind hier sehr /Bweckmafsig ebenfalls nicht 
angeführt 9 da sie besser su andern Erdtheilen gezählt 
werden. V 

Insofern wir nmunehr unsere Leser aaf diesem 
beschränkten Rauntö mit de» zehn Blättern der erst«a 
Lieferung dieses Atlasses bekannt maa^han kottuten, 
Werdaii sie auch ohne Selbstansicht beurtheilen kSa* 
n^n , dafs das geographische «Pubhciiem durch dt» 
Herausgabe desselben mit keiner gno'dhnliehtn Arbeit 
beschenkt wird, da die besten und tuVerlässigsten Quä- 
len von iwei, .in der Mappirungskunst erfohruMi M&n- 
Aern hier tu dem voigeseUtea Zwed^e benutzt werden. 
Ksoeaseat mufs daher bestätigeu» dafs dieser Atlas nicht 
nur t» Sehulänf sondern auch für Jsdsrmanii, dem nicht 
Spacial-Charten in grdlseramMaalsstabe notwendig sind, 
mit grolsem Nntsen wird gebraucht wetden können« 



Obgl^h die Michaelis • Messe bereits Torüber ist, 
ao hat Kecensent die, von dem Verleger gew^fs vmrspfo» 
ak«n#, 9te Lieferung noch nicht erhalten ; doch er ge* 
hlpftt i|icht zu denjenigen, die auf Kosten des inaeni 
Werths, Uabereüung bei solchen Arbeiten wfinaohen, 
und himreichend bekannt mit, den Hindernisse, die» bei 
dem befsten Willen, • zuweilen die Erf&llung ähnlicher 
Versprechungen unmöglich machen, sieht er zwar vol- 
ler Erwartung , aber — gedaldig der Erscheinung der 
•weiten Lieferung entgegen, von welcher er den Lesart^ 
•odaan baldinttgUchst weitora NuthnaiM: g^be^ wird. 



II* p 



m» 



•*■*• 



4 1 



VEKMJESCHTE NACHRICHTEN. 



t. 



Nachrichten der Engländer Smee und Hardy 
. , über. die Afrikanischfin Flüsse^ die ikrün Aus* 
fi^ß ^^f der Ostküste haben^ 



Vorwort, 



Mein Freund^ der Herr Hoftrath von Hammtr %n 
tchrieb^ mir vor Kurzem: »>IcH erhftlte so eben iü^r- 
Bagdad den Bombai-Gottriery deaten Beilage vom istes 
MüCi d. J. eine 'interessante Nachricht ron. ange^teUteik 
Untersuchungen über den L^uf des Nigers enthalt , Mn^ 
die ich Ihnen in beiliegendem, Blatte für Ihre N. A. G» 
£ph. mittheile, da Sie Sich * sdbst jetzt damit beschäf- 
tigen, alle Notizen Über das geographische Probletn des 
Laufs dieses berühmten Flusse^ daiiiin >Zu sammeln. DH 
tnan sich jetzt in England' so lebhaft und thätig dafnit 
beschäftigt y so kann es nicht fehlen, dafs man d^ch end«' 
lieh ein sicheres Resultat darüber erhalten müsse, ^etb."^ ' 

jy. A. G. E. H^Bdr, 3. St. G C 



j68 Vermischte Nachrichten. 

Indern icli meinen FreuMk hier öffentlich meliieB 
wSrmsten Dank für diesen schätxbaren Beitrag sage, und 
ihn unsern Lesern hier mittheile, muij ich für diese 
noch folgende kleine Einleitung voran^chicken« 

Das in London herauskommende Phitotoiphical Mm- 
gctirte and Journal enthielt im Juliusstfick I8i6 einen aa-t 
gehiicheii Auszug eines Briefes aus Surat, vom 26. Not. 
18159' welcher von der hbchstwichtigen Entdeckung des 
Ausflusses des Niger redet, die soeben gemacht worden 
Bej, Dieser Auszug, nicht viel mehr als ein Dutzend Worte 
enthaltend, uikLauf einen ausführlichen Brief hinweisend, 
der nächstens folgen solle , ist allem Anscheine nach eine 
blolse Fiction , oder der Briefsteller in Surat hat den ans- 
führlichen Brief zu schreiben unterlassen, oder dieser 
Brief ist verloren gegangen; denn man hat nie Etwas 
von demselben gehört, obgleich die Wichtigkeit des Ge- 
genstandes die Englischen Geographen gewils veranlalst 
haben würde, sehr viel Geräusch darüber zu machen. 

Dennoch ist sogar einer Ostindischen Zeitong, der 
Jndia Gazette^ jene unbedeutende Kleinigkeit von wenigen 
Zeilen nieht eiltgangen , und sie fordert eine andere Ost- 
indische Zeitung, dben Btnnbßy» Courier ^ auf, dem Brief- 
steller in Surat seinen ausführlichen Bericht fifaer die 
Entdeckung tu entlocken. ~ Der Bombay - Courier antwor- 
tet darauf: man wisse über die Afrikanischen Flusse noch 
Nichts, als sehr unzuverlässiges Geschwätz, und er weils 
selbst von dem aJbgeblichen Entdecker in Surat gar Nichts, 
sondern vermnthet, der Brief im Bhilotophical Jeumal 
rede von nichts Anderem, als ^n Entdeckungen, welche 
im Jahre 181 1 Capitän Smes und Lieutenant Hardy ge- 
madit h^hwn, und theüt «uglefcli einen hefriedigendeB 
Bericht über dieselben mit. 

Uns ist unbekannt, dafs diese von Smte und^Harif 
gemachten Entdeckungen, von ihnen selbst oder von 
Andern erzählt, schon gedruckt seyen, obgleich dex 
Ton, iu welchem der Bombay ^ Cour itr davon spricht, es 
yermutheo lufst. So weuig sie über den Niger selbst 
widbtig^ ^ufschlüsse.jgeben^ so sind sie dennoch äuXserst 



Vermischte Nachrichte^n. 369 

scKätzbar . da das J)ui]kel , welc^^es über das Innere Jlfri^ v 
Itü V' rerbreitet ist, doch einigermalsen dadurch vermin- 
^ dert wird. Wir theilen daher den ganzen, diesen Gegen- 
stand betreffenden Artikel der Ostindischen Zeitung, der 
durch Vergleicbung m^t den Erzählungen Sidi Harnet^ s 
und den Conjecturen RiUys noch ein, höheres Interesse 
gewinn^ y in einer wörtlichen Uebersetzung hier mit. ' 

■ '■*■* * 

Das ^^SuppUmint to tht Bvmhay -^ Courier ^ Mareh if^ 
1S17. enthält Folgendes : 

folgender Artikel steht in der Ihdia Gazette 

vom 17. Hornung 1%IJ, 

„Wir haben folgende Notiz aus dem Philosophical 
Jdagazine and Journal ^ Juliusstück 18169 ausgezogen. 
Obgleich der Ausflufs des Niger ein Gegenstand ist, von 
dem in 'Indien häufig Kenntnifs genommen und gespro- 
.* chen wird^ so erinnern wir uns doch nicht, einen Be-^ 
iricht, der dem im folgenden Artikel erwähnten, ähnlich ^ 
wäre, gelesen zu haben. Vielleicht sind die Heraitsge- ^ 
her des Bombay - Courier im Stande , vom Schreiber des 
Briefes seihst seinen Bericht über die Entdeckung , Vbn 
dem er redet, zu erhalten, so dafs wir nicht darauf zu 
warten brauchen, bis die Belehrung über diesen Gegen- 
stand zu uns aus England kommt. '' 

„D er N ig e r."- 

^ ^,Nach folgendem Auszuge aus einem Briefe aus Iftw 

dfUn scheint es , als ob der Niger keinesweges im Innern 
Afrika^s sich Verliere, wie doch allgemein geglaubt wird." 

„Suratf am 26. November 1815." 
„In meinem nächsten Briefe hoife ich Ihnen einen Be- 
tichtsüber die Entdeckung der Mündung des Ni^ersy we- 
nigstens der Mündung eines sehr grofsen Flusses in 
Afrika f zu geben, von welchem' die Eingebornen versi- 
chern, dafs man nach sechsmonatlicher Fahrt auf ihm 
in eine Gegend des Landes kommt, welche von wtifsen 
Menschen bewohnt oder besucht wird« Die Mündung die- 

Cc ^ 



370 . Vermischte Nachrichten. 

•CS Flusses ist uubedeutenfl , wie es anch mit vielen gto« 
Isen StToiuen Indiens der Fall ist. Selbst der Burram* 
puter^ der Ganges und Indus können als Beispiele ange- 
führt werden. Aber mein Berichgebe^t fuhr in seinem Boote 
in die Mündung hin^^in und ungefähr 6o Meilen weit den 
^trom hinauf, wobei er fand, dafs die Gröfse desselben 
immer zunehme, je weiter man komme.*' 



„Wir fürchten sehr, dafs unser journalistischer Herr 
College wirklich nuf eine, aus England kommende, Be- 
lehrung werde warten müssen, wenn er über die Mün- 
dung des Niger etwas Zuverlässiges zn erfahren wünscht. 
Nach allen bisher von uns über den Gegenstand erlang» 
ten Aufschlüssen müssen wir dafürhalten , dafs es über 
den Ursprung und den Lauf der verschiedenen Flüsse, 
welche an det 'östlichen Küste Jfrikd*s sich in's Meer er^ 
giefsen , keine sehr glaubwürdigen Berichte giebt. Dal« 
der Niger seine Mündung an der östlichen Küste habe, 
ist nur eine der vielen vagen Behauptungen (ip^cu/atxons), 
die man hinsichtlich dieses berühmten Flusses gewagt hat. 
Mit der ausschliefseuden Absicht, auszumittfeln, ob dort 
0inFluIs'von einer solchen Gröfse, dafs man ihn für den 
Niger halten könne, wirklich existire, und über diesen 
Cegeustand so viel Belehrung^ zu erhalten, als nur mög- 
lich ^ schickte im Frühjahre i8il Herr Duncan^ da- 
mals Gouverneur von Bombay ^ zwei Kreuzer, die Temata 
i|nter Capitän Smee ^ und die Sylphe unter Lieutenant 
Hardy^ ab. So viel- wir vermuthen können, redet der 
Schreiber des Briefes aus Surate von einem der Flüsse« 
die Capitän Smee und XJeutenant/f ar<f/ beschrieben har 
ben. Wir wissen Nichts von einer späteren oder besse- 
ren Belehrung über diesen Gegenstand, als die ist, wel- 
che wir den beiden genannten Officieren verdanken. Ist 
der Schreiber des Briefs aber im Besitz irgend einer sol- 
chen, so könnte er uns glücklich machen, wenn er sie 
der Publicität nicht vorenthalten wollte.« 

„Aus der von den Herren Smee und Hardy gegebe- 
nen Beschreibung erfährt man , dafs zwischen den Brei- 
tep. von ungefähr 3^ nördlich und »5^ südlich auf der 



Vermischte Nachrichten, '371 

'O^küste Afrika'^s wohl sechs und zwanzig Flüsse, deren 
einige von beträchtlicher Gtöfse sind, in den Indischen 
Ocean fallen^, Alle Nachrichtfen darüber würden jedoch 
fiaüptsäcHIich von eingebornen Handelsleuten erlangt, und 
«ittd mithin blofs vage ErzShlungen, auf die man sich 
gar wenig verlassen kann.'' 

,,Def erste f'lufs, den sie beschreiben, wird Dufo 
oder Du — aw-^ro geiiahni;, den man nordwärts Maga* 
doxa strömen , und eine Monatsreise Veit bestäfndig in 
einer scblängelhden Richtung ' laufen sieht. JDer Flufs ist 
Hein und ttagt blofs flache Boot^. Den zweiten Flufs 
eieht man in der Nähe von Brava untör i* lo' n. Br. Et 
ist breit, voll seichter Stellen, und blofs zwei Tageröi^ 
sen weit für Boote schiffbar. Doch erstreckt er sifeh eine 
drei Monatsreise weit bis zu einer Stadt, die GunanA 
heifst , und noch iiber diese hinaas , wo seinen Lauf 
Niemand mehr kennt. Der dritte beschriebene Flufs wird 
"Covind,' auch Juha und Fumhoy {Foomboo) und vom Ca- 
pitän Biisee auch Rogues River genannt. Er ist groff, 
aber wie w^it er strpme, war von den Eingebornen, mit 
welchen die Officiere sprachen, Keinem bekannt. Die 
Mündung; desselben war unter 13' s. Br. Drei Tagerei» 
seil weiter hinauf ist eiiie grofse,- von Mobamntedanem 
l^ewohnte, Sfadt, welche Sad heifst. Die alte Stadt Me» 
tinda ist noch zü sehen und liegt an der Mündung eines 
gleichnamigen Flusses , der drei oder vier Tagereisen weit 
für kleine Schiffe und drei und zwanzig Tagereisen weit 
für Boote schiffbar ist. Er entspringt unter einem gre- 
isen Berge, 25 Tagereisen weiter im Innern liegend^ 
Der zunächst dann folgende Flufs ist Queliffe ,' unter 3* 
ft6' s. Br. , ein sehr ansehnlicher klarer Strom , der an 
seiner Mündung eine Viertelmeile breit, und dessen CJr* 
)?pfnng 38 Tagfereisen weit im Innern ist. Dann folgt der 
Flufs Momhar, von dbm lein, an seinen Ufern liegendes y^ 
JDorf den Namen annimmt. Man sagt, seih Lauf er- 
strecke sich eine Monats - und eine halbe Tagereise weit 
gerade in^s Binnenland hinein i Zwei Tagereisen süd- 
wärts von ihm findet sich einer, der den Namen Sunga^ 
itittszt i^Softnr-^ ga — Jani-"se) hat^ und fünfzehn Tage* 



37^ Vermischte Nachrichten^ 

reisen weit gerade fort in's Binnenland gehen loU* Sedit 
Stunden weit, dem S'ungalantte südwärts, ist der Whosin^ 
( Jfhoskene) , der ebenfalls ungefähr 15 Tagereisen weit im 
Innern entspringt und drei Tagereisen weit stromaufwärts 
für Boote schiffbar ist. Eine Tagereise zn Schiff weitet 
südwärts fVhotine^ oder drei Tagereisen lu Land^ ist der 
Fluls Toitgsr, der' sich ebenfalls 15 Tagereisen weit in's 
Innere erstreckt und dieselbe Quelle hat, wie .^er 7*0»* 
garttTy welcher 'ungefähr sechs Stunden südwärts von fe- 
neih erscheint. Die Mündung Beider ist ungefähr die 
Hälfte von eines Kabels Länge breit. Der Fengarmi" 
{Pengarmg€') Fli:\f8 , welcher sich 30 Tagereisen weit 
schlängelnd nach Gazetih (Gasstrs) ia^s Binneidaud er- 
streckt, ' erscheint ungefähr cehn Stunden weit. südwärts 
▼om Tongarter mit einem sehr reif senden Strome. Jen- 
aeits Gazetih verliert sich dieser Flufs so in 'darüher 
wachsendem Gebüsch un4 Wald , dafs seine Quelle gpnM 
unbekannt ist. Der Flufs Kessoumba ist sehen Stunden 
^oder 15 Meilen südKch vom Pengarmi^ An seinem sfiäU- 
chen Ufer liegt ein grofses, gleichnamiges Dorf. £r 
schlängelt sich ungefähr 15 Tagereisen weit durch's Bin- 
nenland , ' hat an seiner Mündung eine Achtelmeile Breite, 
ist tief und zehn Tagereisen weit für Boote spbifEbar« 
Zwanzig Meilen oder eine Tagereise weit südwärts davon. 
Jst der Flufs Beu — eunni (Beu — eunnee) ^ der zehn Tage<* 
reisen weit ii\'s Binnenland geradeaus und andere zehn 
Tage schlängelnd läuft. Eine Tagereise vom Beu-^guipii 
ist der Flufs Sardan ^ ungefähr im W. N« W. vom ZanzU 
har^ ein groJ^er Flufs , der dreifsig Tagereisen davon eat* 
lernt im Binnenlandc an einem Orte, welcher Seeemnm 
heifst, entspringt. Der Strom ist reif send, und Boot^ 
können daher nur sechs Tagereisen weit auf ihm hinaiif« 
fahren. Seine Mündung ist eine Achtelmeile, breit. IP&e* 
tundo ist der Name eines dann folgenden Flusses , 16 
Meilen oder io| Stunde südwärts von Sardan, £r erstreckt 
sich zwei Monats > und 19 Tagereisen durcVs Land, aber 
sein Ursprung ist wegen der dicken Wälder und dea Ge« 
büsches, das ihn überwachst,^ nicht zu entdecken. Seine 
Hündung ist beinahe W^ ^ S. von Zanzibar^ und unge- 
'fähr 7 Tagereisen weit hinauf üniei sich ein Ann vo« 



• 
t 



'Vermischte Nyucfuic/uen. 373 

ihatf der Zugo genannt wird , welcher . sIcjIl ungefähr 
swölf .Meäen südw.^rta dav£H:i ixi'a Meer erliefst. NocH 
weiter . südwärts i^ ein anderer , aus dem Zugo Iloul- 
Aender ^ Arm, der IFhinda genannt wird , und ^ 
nngefSIir - einoA halben Fnnct weit südwärts vom Arme 
Hthind» {and about ^ a poiht y South of the ,hrünch 
Whimdo) ist der Fl als Mutch-^ mr ^ fi ^ ne ^ der iu 
einem' schlängelnden Laufe 95 Tagereisen weit durch*« 
Binnenland geht uiid für ^Boote. stromaufwärts blols 4 
Tagetei#en ,weit «'ch4£^bi^r ist. ti&c nächste ist der Fluf J 
Itufßh {Luffte), ^ Seine Mündung ist ungefähr unter 6* 
.00' sv' Br«. und' Lieutenant' ii#r<{;)^ mitthmafste nach dei^ 
gründllohcten. Ausjkunf t , die er darüber erlangen konnte^ 
di^fs möge einer 4er Ströme seyn^ die da9 Gewässer 
des Nigers ▼ermehren. Man behauptet : 11 Tagerei- 
sen, diirchströme er das Land in schlängelndem Laufe, 
und. eine drei Monats, .und 15 Tager^en weiter, d^na 
nehme er einen gunz geraden Lauf, in -nordwestlicher 
Bichtung. ^ £r strömt in einen See, in welchem ein ho* 
-li^r, felsiger Berg ist, welcher Zu — war — hah^ genannt 
wird. Der See hat beinahe eine Tag^r&ise Umfang, und 
AUS ihm kommt ein anderer Arm desjFlüsses, der unge«- 
fähV' eine zwei Monatsreise westwärts strömt und danm 
eine südlichere Richtung nimmt; aber der Berichterstatter 
konnte |seine Auskunft darüber geben , ob der Flufs die 
Westküste Afrika"* s erreiche.. Ber Luffih überströmt das 
Land während der Regenmoaate < April, Mai und Junius), 
und ict 25 Tagereisen weit schiffbar für Boote, worauf 
der Strom $0 reifsend w4rd , 'dafs kein Boot sich entgegen« ' 
Stämmen kann. Der Strom ^oÜ an seiner Mündung blofs 
'eine Aohtelmeile breit seyn.. ,. Wo pr die gröfste i^reite 
hat, beträgt sie drei Meilen. An seiften Ufern liegen eine 
Menge Dörfer, die von verschiedenen Stämmen bewohnt' 
werden. Der wesiliche Arm dieses Flusses , (oder viel- 
mehr der, aus dem See nach Westen strömende,^ Flufs), 
htilit Condohih (^Con^^ dO'>^ h€t)y und. es wird gesagt, 
<^snan habe eine vier- oder fünf Monatsreise bis zu sei- 
ner Entstehung (Mündung? )^ Eine Monatsreise weit 
vom Berge oder See ist ein Dorf an seinen Ufern , das 






I 
/ 



374 Vermischte Naehriel^ten. 

Mar-^ r« — > ntr genanmt wird , und nngelttlir «ine tivet 
Monfttsrejte rom Berge ein andere«, weldtee Singpfier 
keilst. Die an dieiem westlichen Arme wohnenden Stiat* 
■le werden Cond&hih genannt. Ungefähr «cht nnd xwanv 
tig Tagereise^ vom Berge war auch ein Ort^ der HTtmga^ 
tah*) genannt ward, nach des Mannet Beschreibung ron 
ihm eine Insel scheinend , die durch xwei ' Gahäl« d^ 
Flusses gebildet wird. Einer von Lieutenant H^rdy*» 
Berichtgebem,. ein aher Bfann und Eingebomcr diese* 
Landes, erinnerte sich, dafs vor nng«filliff 9o Jahren 
•in WeiTser an Lesern Flusse hin oder In seiner Nihe 
gereis*t sey, und aus' diesen Umständen muthaiafste 
man, dieser Flufs sey der^ * welcher in -den Nigmr 
■tröme. • » 

Ungefähr drei Tagereisen rom Litffih sind die kls/nen 
Vlftsse Mungarrah und Motschtrfenih { Mutehirfen^e)i 
Acht Stunden rom Mungarwnh ist ein anderer kleiner 
Flufs, Mgsatannihf Und noch eine Tagei^ise weiter der 
Fltifs Buraomar -^ jhh, Diero Fliisse erstrecken sich nur 
wenige Tagereisen weit in*s Binnenland. 



4>) Herr Pinlurton im dritten Theil« seiner neuen^ Geichisp^- 
te, wo er von des PtoUmäut and der Atabisehen Aut«r«ii 
Berichten flber ^/rilta redet, sagt: ,,Scin {PtoUm&us) Pa^ 
^tnngra, iwitcjhea dem Oir nnd^em Niger^ mag das fVan* 
„gerader Araber teya.'^ Und femer: „Nach eiaar gananem 
„Prüfung des Edrisi wird es scheinen, daXs, w^UirendL 
„sein Nil dtr Neger ^ von welchem er sagt, sein Lauf sey 
„westwfirts irrig fflt den Niger gehalten worden, ist,. er 
„wirklich von dietem^lusse nichts weifs , nnd sein Nil iti- 
uNegeir der Gir des Pte^eihäui ist» 4cr sieh in einen Bii^ 
„nensee verliert, in welchem die Insfl Util wav, fiva 
„Tagereise weit von der Mündung des Flusses , und auf 

' ' „welche Insel ein andere^ Arabischer Geograph die Haupt- 
„stadt des gansen Sudart yerlegt. iJeber diesen See unft 
„diese Insel scheint sich £dri«i»^«;&enntiiifi vom inntrm 
ffjtfriha nicht au erstrecken. AUe Gegenden und StfLdte« 
„deren er gedenkt, scheinen zum Gir^ »ein^m. Nil der Ne^ 
ftger^ in gehören, der einen nordwestlichen Lauf hat, und 
„nach seinem Berichte kand es icheiaen, daf« ^«/t^ar« 
„das Delta des Gir ist. *' 



Vtrmifeht^'- NacHrich t b"A. 



m 



^ \ 



> ^Mngehana iit-ein, iwei Tag^eifen südlicH vom Bu* 
raomarjih zum Vovattbeixi kommeiidcry Flufs, der ^iä% 
Monatfreise weit' einen sich windenden Lauf zu einem 
Ot%^ nimiht, yveloüeix Manna^autwar heifst. Der Strom ist 
firitsend, aber zehen Tagereisen weit können Bbote auf 
ihm fortkontmen. Eine Tagereise yom Shingalanee (sie!) 
ist der Flufs Kaitmeter, eine Acht^lmeile hteit ah seiner 
Mütldung uhd ungefähr 20 Tagereisen weit davon ent- 
•pringend. Der Sahega iit ungefähr 'anderthalbe Tage« 
teise vom Kasemeter ^ ist an seiner Mündung zwei Mei- 
len lireit , fünfzehn Tagereisen weit für Boote schiffbar, 
und nimmt seinen Lauf durch^s Land 27 Tagereisen weit 
in einer schlängelnden Richtung. Fünfzehn Tagereisen 
$üdlich vom Sanega ist der Flufs Muttandö, der 20 Tage- 
reisen entfernt, im Innern an einem Orte entspringt, wel- 
cher Dinschirah (Dingeerah) heifst. -Eine Tagereise weit 
t^om Muttändo ergiefst sich der Flufs Tanguerra durch 
eine twei Meilen breite Mündung, an deren Ufern ein^ 
gleichnamige Stadt liegt. Die Quelle dieses Flusses ist 
20 Tagereisen weit davon im Innern in eine/h Orte ^ ' dei^ 
Matumbn (Matoomba) genannt wird. Vet letzte der im 
Berichte erwähnten Flüsse ist Nearsser, ( AT« — ars ~ /er) 
sechszehn Tagereisen weit südlich vom Tanguerra , sei- 
nen Ausfluf^s an einem Orte habend , welcher Muggort 
(Mug^-^gore) genannt wird, wo ein Haven und gleich- 
ilamiges Dorf ist. Dieser Flufs soll sich bis zur gegen- 
überliegenden Küste erstrecken, und obgleich seine Mün- 
dung schmal ist, kann er doch an Vielen Stellen hoher 
hinauf in einer Strecke von zwei Tagereisen von Boot^ 
befahren werden. Es weht auf ihm ein sehr beschwerli- 
cher und heftiger Wind stromab, vorzüglich im ApriT, 
Mai und Junius. Nach '45- Tagereisen stromauf fangen 
die schwarzen Berge an ; sie sollen die Gestalt von Py- 
ramiden haben und . sehr voneinander entfernt stehen. , 
Blofs Einer wird für sehr hoch ausgegeben. In diesem 
Flusse sind, nicht weit über seinet Münlftung, zwei Inseln, 
und an Hippopotamuss^n und Alligatoren ist. ein Ueber- 
flufs in ihm, wie überhaupt in allen grofsen Flussem 
dieser Seite von Afrika, Der ^hlamm oder Sand auf 
dem Bode» ist roth, und das Wasser selbii:^ soll ebenfalls 



\ 



y- 



37« 



Vermischte -Naekrithten.' 



roth seyn. Die Möndnh^ ist n«ch d«r Beffclire仫ii|; gans 
dicht der Iiu«l Momambiqut gogenäber.'^ ■ 

'' i;Dor Original -Bcri eilt,, aus dem wir Vorstehendet 
ausgezogen haben, ward auf die Belehrungen gfsgründet, 
die iniin durch drei verschiedene Individuen^ siUnmtlich 
Handelsleute an der Afrikanischen Kiiste^. erhielt, und 
von Lieutenant Hardjr gleich auf der Stelle, so wie .ec 
die Erkundigungen eingezogen hatte, niedergeschrieben^ 
ohne das Geringste daran zu ändern, oder hinzuzusetzen. 
Seine Glaubwürdigkeit beruht daher blols auf der, wel- 
che die Berichtgeber selbst haben, und wir denken, un- 
sere Le«er werden mit uns einstimmen , dafs ai\ der Ge- 
nauigkeit ihrer Erzählung wohl sehr stark zu zweifeln 
sey, zumal wenn wir hier noch anführen, dals bei Er- 
wähnung der 'Thiere des Landes diese Leute z. B. fol- 
gende grofse Mährchen erzählten: ^^Es giebt schwarze 
^Schlangen im innern Lande, die 15 bis 16 Faden lang 
ffSejti. und eine ungeheure Dicke haben sollen, Sie ha- 
lben lange Köpfe und grofse, einen Fuls lange 1 Zähne, 
,,und'*wenn sie ihre Beute erfassen, richten sie sich em- 
-„por und fahren ihr nach dem Kopfe. Sie fressen Man« 
„ner, Weiber und Kinder, Vieh von allen Gattungen und 
„auch reilsende Thiere von allen Arten. Es giebt noch 
„eine gröfsere Art schwarzer Schlangen , äie ihre Beute 
„ganz verschlingen sollen, und dann sich um eineh 
„grolsen Baum herumwickeln, uni den verschlungenen 
„grölsem Thieren in, ihrem Leibe dadurch die Knochen 
„zu zerbrechen. Sie «ollen sich auch um kleine Dör- 
,y{er herumwickeln und die sKmmtlichen Hatten umgei- 
,^femdj Einwohner und Vieh verschlingen.'' 



2. 

Der Staat Haytu 



Folgender Aaszug aus einem übei; das Negerreich 
tfujfsi neulich su Cap Utnri erschienenen Werks des Aaron 



N 



• 



Vermischte Nachrichten^ 377 

deVasfäXf *) eiaes Mtilatten und Ministes« de» K6iijg» Hein* 
rieh y wird den meisten unserer Leser nicl^t uninteressant 
seyn. Die Freunde der Neger - Emancipc^tion werden^liier 
sehen, dals die Organisation des HaytUohen .;Staates doch 
sc^on Weit gediehen ist,, und dals, wenn die. )(Vedrsen nicht 
von selbst g,eneigt siud^ den Schwarzen Gerephtig&eit wi«- 
derfahren «u lassen^ die Letztern gfgenwär^ schon he- 
trächtlich genug in der Bildux^ vorgerückt sind,, um sich 
durch ^ene Darstellung Gehör ^u rer schalten/ / 

' • ■ • < . • ' ' . ^ I ■ ' 

._ .Durch eine voreilige Freilassung der Sci^^ven, bemerkt 
^ Baron de Vfistt^, ^9^^^- sich die Franzosen, zuerit den Ver" 
^ust der Königin der Azitilleu. zu, wie Ha/^i i^it Hecht 
genannt, wird , und durch die Duplicität in ihren Versu» 
chen der Wiedereroberung haben sie wahrscheinlich sich 
um diese Calonie für immer gebracht. J}ex Kaiser NapO" 
l49n sohickie 1802 — 3> wie bekannt, Le Clerc nach Ha'yti 
SU dem ostensiblen S^wecke, den Etablissements die, durch 
' inneren Zwiespalt , wie man sagte , sohon zu lange unter- 
brochene friedliche Lage wieder zu. Verschaffen» Jn der 
Proclaraation dieses Generals, die er erliels, als er landete» 
hiefl es mit grolsem Wortreichthum : „.Ihr seyd Alle frei 
und (unabhängig vor Gott und der Republik !*< Er eröff« 
nete einen Briefwechsel mit den Negergeneralen DcstalU 
nes und Christophe^ wobei diese Letztem ausgezeichne- 
tes Geschick, Mäfsigung und festen Sinn an den Tag leg- 
ten. Endlich ward aus dem ganzen To^e der Fran«Ösi^ 
sehen Vorschläge völlig, klar, dafs nichts Geringeres ala 
unbedingte Uehergabe aller feisten Puncte und wichtigen 
Positionen der Insel , mithin die Unterwerfung des ganzen 
Volks unter den Willen Frankreichs, verlangt werde, undi 
dafs diefs der einzige wahre Zweck der Invasion des FranzÖ- 
cischen Heeres sey. Der ganze Schritt erschien nun in dem 
X^iphte eines höchst verwerflichen Versuchs, die Freihei- 
ten des Laudes , die bereits durch sehr viel vergossenes 



*) Heflexiont aar jpie Lettre de Mezires , Ex - Colon Frangalff» 
adress^e ä Mr. Sitmondi , snr les noirs et les blanc», la 
V civüisation de TAfrique , le Royanme-d« Hayti , Par IrBa-» 

t«n de Vaiteji a^i Ga^ Heniri. 181&. 



/ 

1 



578 dermis chte Nuchriehteii. . 

Blut erkauft waren, za verrathen, und die Bewohner Hay* 
tVs glaubten daher, zu Erhaltung ihrer theäersten fnteret^ 
9en, a^ermal^ die Waffen zu ergreifen gendthigt zu «ejm 
Die iHichlosen und garnz unpolitischen Barbareien derPrai^ 
zÖsischeta Ankiee hatten jeden Bürger HayiV's emp9rt, iliiA 
der FranzSsischen Sache abhold gemacht, lind' es folgte 
nini ein' K^mi^f, ' der dem Spanischen- Guerillas 'Tjtiefsä 
ittlse^t ähnlich war. Die Eingebomen hättett' 'j^glicheifc 
Vortheil , TOrzügliih den siehr bedeutenden ihVes brennen«« 
den Klimans, und einer vollkommenen KenntnlTs aller wich«' 
tigenPuncte der Insel. DieGluth einer scheitelrecht strah- 
lenden Sonne am Tage und das Palleil eines sehr starben unft 
erkälteten Thaues bei Nacht waren an sich sch6n hinreichend 
die Französische Armee 'in's Verderben zu stürzen. 'Alz 
tu diesem , röri der natCrlichen Beschaffenheit der Insel 
bereiteten Ungemach noch hinzu'- kam ^, daf^ sie sich roü 
Haytfs Volke aus seinen Dickichten und Hinterhalten an- 
gefollen'sah, erlitt sie bald wahrhaft befspiellose Verluste. ' 

Das V^lk erklärte sich wieder ffir unabhängig. Eine 
Regierung Ward organisirt, an der^n Spitze Dessalines 
tt&nd. Der Handel erwachte allmählich aus seinem 
Schlummer, und in jeder Abtheilüng des Gemeinwesens 
begonn wieder Ordnung sichtbar tu. werden. Jedoch die 
Grausamkeit ürjfdh'nex, der, obgleich ausgezeichne|erMili' 
tSr, doch für ein' menschlich fühlendes Volk sich allzu 
blutdürstig zeigte, bereitete den Weg zu seinem Sturze: er 
^9xd meuchelmörderisch umgebracht, als er auf dem Wege 
i&ach dem Süden der Insel war, wo er Rcvtie über dift 
Truppen halten wollte. Touiiaint*/ Schicksal war ein nocK 
Vräurigeres , er war «in Mensch von grofsen Herzen und 
hellem ^Verstände. Trotz diesen Eigenschäften starb er 
fammerlich im Moder eines der unterirdischen- Kerker 
Frankreichs. 'Da^ Gomhiando kam nun on Henri Chri* 
stophj „«inen Mann," sägt Baron rn«ey, der zu hohen Dingen 
TOn der Natur ausgerüstet war, und welcher wirklich be«. 
st^nnit scheint, ^er Unabhängigkeit, welche dem Vol]Le 
cu erkämpfeuh £r so viel gethau hat, eine feste Dauer zu 
gründen.^ . £r ward durch die einstimmige Wahl des Volks 
«um Präsidettteli von Hmyti eththvn , und Zeichnete sieh 



' V er mischte Nachrichten» 379 

auf diesem Posten durch grofses Talent' und Thfttigkeit 
aus.' Er revidirte die verschiedenen Verwaltungen, un- 
tejrsuclite die verschiedenen Departements der Finanien', 
des Handels und der Schiiffahrt, prüfte die Organisation 
des Heeres ^ besuchte und untersuchte selbst ' ixe Lazare- 
the, und half, u6i es' an Nichts fehlen tu lassen, und'einö 
▼Sllige Reform zu bewirken, den ^bedeutenden Mangeln det 
Gerechtigkeitspflege ab, indem er ein neues Gesetzbuch 
zu Stande' brachte, welches den Titel Code Henry hat^ 
und unter dessen merkwürdigen Verordnungen vorzüglich 
diese ist, dafs dtm Grundstückianbauir d§r Besitz we» 
nigstens des vierten Theiles vom ganzen Product ge* 
sichert wird^^ 

Durch die Weisheit «einer Maafsregeln in der Ach'« 
tting -seiner Landsleute immer hoher steigend, wanl 
Präsident Christoph bald eine« noch höherp Range« 
werth geachtet, und im März iSH» im] achten Jahre 
der erkämpf ten Unabhängigkeit y zur Würde einet sou^ 
▼eränen Beherrschers der Insel erhoben. Als l^öni([[ 
Heinrich hat er während seiner Regierung keine«wege« 
die freien Künste und Wissenschaften aufser Acht gelas« 
MBU* .Bereits sind Nationalschulen nach dem LankastCK^ 
soften System in der Hauptstadt errichtet worden, und 
mit Errichtung anderer im Innern der Insel ist man ebett 
beschäftigt f auch ist schon der Bau eines königlichea 
Gollegiumt ziemlich vollendet, wo die höhern Wissen.« 
Schäften von Professoren gelehrt werden sollen, die man 
aiis England erwartet. Teutsche Officiere sind angestellt- 
um die Cadets. zu bilden^ die sich zu Officieren. und Inge-» 
aieuren vorbereiten sollen. Eine Maler -und Zeichnungs^ 
ftkademie erfreut «ich unter der Leitung . ausgezeichnetes 
Künstler schon einer Zahl vpn etwa dreiXsig Zöglingen^ 
von denen einige durch ihr Talent wirklich recht sehr 
viel .versprechen. \ 

Mit dem zunehmenden GeschmaclTe an den häuslf- 
chen Bequemlichkeiten eines civilisirten Lebens ist auch 
^chon die Nachfrage nach den ausländischen Artikeln 
des Luxus sehr lebhaft. Gewöhnlich kauft die Regierung 
einen beträchtlichen Theil' von jeder ^ in den Haven ge- 



38Ö Vermischte Nachrichten. 

kcnimeneii ^chilFaladungy und giebt Zucker, Kaffee, Sy- 
xupi Baumwolle oder andere Producte der Insel in einem 
Tauschhandel dafür. Die Bauern beschäftigt allgemein 
der sehr yortheilhafte Anbau des Zuckers und Kaffee*s 
für die Ausfuhr. Die militäi^ische Stellung, in welcher 
sich die Nation immer noch zeigt, vielleicht nöthig, um 
Frankreich von kühnen Versuchen abzuschrecken, ist 
ohne Zweifel der Verbesserung des Bodens und voll- 
ständigen Entwickelung der nicht zu berechnenden Vor« 
theile desselben entgegen. Das EnrolUren aller maa»- 
lichen Individuen für die Armee, sobald sie das sechs- 
tehate Jahr erreicht haben, ist dem Anbau ein bedeu- 
tendes Hindernifs. Ist aber auch nicht ein solcher lieber^ 
flufs an Producten da, wie man ihn wünschen kdnntf^ 
dennoch giebt es deren genug, um die eingeführt weir* 
denden fi;emdeii Artikel damit bezahlen zu können. . 

Cap Htnrif Ifii^ti'/ Hauptstadt, liegt am nördlichen 
Ende der Insel. VomHaven betrachtet, hat sie ein auXser* 
ordentlich hübsches Aussehen. Sie liegt in einer - aii- 
liangenden Fläche, welche die Basis der,, hinter' der 
Stadt sich erhebenden^ Berge ist. Ihre Lage in der 
Nähe des Vorgebirges vom Cap gewährt' ihr ganz den 
Vortheil der reinigenden Seeluft, un^ das ausgedehnte 
Thal zur Rechten der Stadt giebt dem Luftstrome von 
den Gebirgen während des Landwindes einen freien 
Durchzug. In Hinsicht auf B.einlichkeit hält der Statt- 
lialter mit der gröfstdn Strenge auf die getroffenen An- 
ordnungen, und mit diesen Vortheilen dar? Cap Menri 
Tiel^eicht das gesundeste Plätzchen in ganz iVtstindUm 
genannt werden. Das gelbe Fieber., so verderbenbrin« 
gend in Havannah^ Jamaika und andern Inseln, ist auf 
Cap Henri unbekannt, und die Hauptkrankheiten, dene^, 
Ausländer hier unterworfen sind, sind wirklich meist blo-« 
Xse Folgen der Unmälsigkeit, 

Die Tiscligesclligkeit (^conviviality) hat man hier 
befördert durch die Einrichtung einer sogenannten gc- 
mtinsamtn Tafel ^ deren Fonds aus den Subscriptionen 
der vornehmsten fremden Kaufleute besteht, und zu wel* 



Vermischte Nachrichten.. 381 

duranch Ausländer nach gehöriger Einfülirung Zutritt hav 
beil. Die, welche Familie haben, bringen ihre Nachmittage 
j^ewöhnlich zu Hause oder mit gegenseitigen Besuchen 
BU. ' Eine kleine ^ aber achtungs würdige und sich imraee 
▼ermehrende, geschlossene ' Gesellschaft., bestehend aui 
englischen, Americanischen , Teutschen und anderen' 
Kaufleuten, bildet einen Zirkel, der für die Mitglieder 
ungemein viel £rhMt«rtides hat. Die Fremden haben die 
• O-ewohnheit , Sonntags auf einem Plantagenhau9e zusam* 
nienzukommen , welches König -Henri zu diesem B^hu£ 
ttiit allem NÖthigen hat versehen lassen. Diese äufserst 
Teizende Plantage liegt auf ^iner mäfsigen Erhöhung, un-^ 
gef&hr eine Teutsche Meile von der Hauptstadt , und man 
hat dort die Aussicht über eine der weitesten und ma* 
lerischsten Ebeben, die es in ganz V^tstindieH geben 
kann, beinahe sechs Meilen weit in einer geraden Linie 
aich^von Morgen nach Abend streckend. Hier sieht man 
die üppigste Vegetation, da die Fettigkeit des Bodens, 
die Bewässerung von den Gebirgen und die Wärme der 
liUft, weil das Gebirge gegen jede rauhere Seeluft schirmt, 
für diese Gewächse, als: Zuckerrohr, .BaumwoUenstäuden 
Ihdigopflän^en , ' Kaffeebäume, hier Vor theile gewährt, die 
sich sehr selten ^n gleichem Grade für dasselbe ver-^ 
einigt finden. 

Haut de Cap-^ diefs ist der Name der Plantage«— war 
\'das Eigenthum eines Franzosischen Adelichen, der sie mit 
' Gärten verschönerte, in denen sich jedes "reitende Ge- 
wächs, das die Tropengegenden dailsieten, entfaltet. 

In einer Entfernung von ungefähr sieben Englischen 
Meilen, auf dem folsigen Gipfel eines ungemein hohen 
Berges, sieht man die Zitadelle Henrik die mit drei hun* 
dert fünf und secbszig Canonen versehen und ganz dea 
Grundsätzen der ächten Fortificatienskunst gemäfs er- 
haltet ist« Man baut immer noch , und zwar unter der 
unmittelbaren Leitung des Königs selbst, der persönlich 
die Aufsicht führt , daran fort. Man behauptet, die ZU 
tadelle sey mit Proviant für zehntausend Mann auf drei 
ganze Jahre versehen. Sie ist das gxofse! Depositum der 
Schätze des Königreichs, und wird daher mit äfufserster 



3&I Fe r mischte Nuchrichteh. 

Sorgfalt bewatlit. Vom GescliütT %9A% eingefalst xxaaA «rf 
allen Seiten unzugänglich, mit Ausoaliine eines einzige« 
Ftifsweges , der in den Felsen gehauen und so enge isl^ 
daf« nicht swci Personen nebeneinander auf ihm gehen 
können , darf äiese Festung in der That für unbezwin^ 
Uch gelten. 

Eine Engliccbe Meile ron ihr, vom Cap uiige£ä2ir 
KWÖlf Meilen entfernt, steht der Palast S^nt-^Souci^ de^. 
Lieblingsaufenthalt des Königs. Blols wer dui;cb einem- 
gültigen Empfehlungsbrief bei Sr. 'Majestät ordentlich eza<» 
geführt wird, findet in 4$on/-5«uct Zutvitt. Fursbodenund 
Decke des Palastes sind tron. sehr glänzend polirtem Ma- 
bagony. Un| das Innere- zu schmuoJBen , ist dai höstlicb« 
$te Möblement ausgesucht worden, das Europa oder die 
westliohe Welt nur darbieten konnte, und die Gärtem 
und Lustplätze um den Palast herum sind toU der selt- 
tensten Flüchte und Pjflanzen , bei dere^ Anordnung man 
«ehr Tiel Geschmack bewiesen hat« Die Friichheit^ dei: 
Luf^ auf dieser, über die Ebene so sehr erbÖhetea Stelle 
(welche daher äufserstg^cklich gewählt ist), wird untex<» 
stützt durch die Art,' wie die Bäume in Gruppen ver* 
tb^ilt sind. 

Ein sehr grofses Arsenal und die Barraken der Leik« 
wache sind in der- Nähe. Der König ist täglich mit Mu* 
sterung des Militärs beschäftigt, und besteigt mit Sonnen- 
aufgang sein Kols.' Er gehört zu den schönen Männern^ 
ist sehr gut gebaut , von breiter Brust und breiten Schulr 
tem, ifnd sein Ganzes kündigt grofse MuskeUtärke und 
Leibes - Gewandtheit an* Ah Soldat hat er hinlänglich 
^zeigt, daf 8 et Tapferkeit und Geschicklichkeit in glei* 
chem Grade besitzt, im Kabinette öder Kriegsrathe zeigt 
er Kick voll Urtheilskraft und Sehlauheit. Mäfsigunjg; und 
der Entschlufs , sich durchaus nicht in die Angelegen- 
heiten der Nachbarstaaten zu mischen, sind die c^<^ 
rakteristischsten > Züge seiner Verwaltung. Er scheiiit 
eich die.gröfste Vorsicht zum Gesetz gemacht ^u habfexii 
und nicht eher als wenn die .Unabhängigkeit HaytPs 
▼on den ▼ersohiedenen Mächten anerkannt worden seya 
wirdy jene Plä^e ausführen zu wollen, welche er zur 



y , 



n 



\ 



Vermischte Nachrichten^ ^jjA^ 

JVMiMMrang dar Lage seitfet V6Ubi entwöifiin Itat^ wk 
•c bekannt ist. 

Framde sind bei ihren Spatieiiflüigen aof die Uttige« ' 
Illingen von Cmp Htnri^ ton l*Jielaif iind von Haut de Cap 
beschränkt Die, .welche Oeschafte mit dem Könige hm» 
ben, werden nach Sans*Souci%9iu\itt^ und Raufleufen nnd 
Snpetcargof , die in mercantiliichen Angelegenheiten da 
aindy wird ^weilen erlaubt» Gonaivts 4u betuch^, ei^ 
«bn ilngefShr teühsiig Meilen Tom Cap entlegnen Haren^ 
wohin Schiffe kommen » um Baumwolle einsunohmen , da ^ 

-ax imMittelpuncte derBaumwoäenplantagen ist. L* Eclair 
ist. ein Öffentliche» Haut mit einem hübschen Garten^, im 
der Mitte des Abhanges vom nördlichen Torgabirge des 
Gap gelegen , und wegen dieser seiner Lage eine weit« 
Aussicht^ von entzückender Schönheit Jseherrachend« - "Dm 
geräumigen Haven mit den Schiffen hat man gerade in des 
Fronte ) zur Rechten dehnt sich die Stadt aus, und in dec 
Feme sieht man die Berge Sans^Soucij Orange und Monte 
Christen 

^ ÜerM'alfkt in Ca)^ ^enri bietet' einen Sbhauplatz >d€a 
Oeräiisehernnd der Thätiglceit* dät/ uhd wird mit abeA 
Arten auimalitcber und vegetabilischer Nabtiingilnittel uf 
grofsem Uebtei^nft versorgt. Früchte »^om herrlichsten 
Geschmack , die blofs in da|^ tropischen Rlimaten bekannt 
sind. Orangen, Limonien, Bananen, Pisange, Sappadil» 

~lll^v:Mtfngoe*, Ananas., iind kiclr liBbi' wohlfeil f« Baben« 
y^.n. GemiiCsen giebt es hier die Europäische Erbse , '• dl« 
F^anac^aieffh^ Bohne, die Scharlachbokne, süCsa PataCtn^ ' 

Tamsy jQafiaTe*Wurael, die Eierpflanze und eine grofae 

J^^nga .anderer y einheimischer sowohl, als etotisclMt« 
Der Palast des vorigen Statthalters« qbgleinh.jet»t verlal« ^ 
len, ist* ein pifiä^tages. Geblude im obern Th#lle der Stadt. ^ 

'.Anf dam Wage tu ihm Jconunt man über einen schöfteit 
ilteiem Platz mit Gras bewachsen , in d^sien Mittal- ^ \ 

puncto die Quelle ist, welche die Franzosen/, al« tte^d«^ ^ 

.wallen, Torgiftet hid>en saUen« Er ist' von zierliolien^ 

öffentlichen Gebäuden- M^eben*^ Links steht^ die Hanpt^ 

kirche^ der königliche Palast und der daran jstof sende dt» 

lEÖii^lichen Prinzen f anr l^htan äJew div erabiMbölIi« 

JiU. 0. 9. U. Bd*. gSi. Di 



384 



¥er^.i sehte Nachrichten. 



gttwfthrt einen gefälligen Anblick, > • 

Ole EingeboriMn tviekpen ticH dii^cli Snfterft 1i5fii- 
di6i BenelmieB und Ztitrati^ielikeit gegen die Fremdeli 
•(tot y und der scUeclitette BkVier itiftclil dem Weifeen im 
'Vorbeigehen ein faöftiehet Gompliment. Die Reichen emd 
ir6n eebr ge«cbli£fenen Sitten, mid offenb«r ron dem 
Wunsche beseelt, dem Autlämler eine gttte Meinung toh 
,eieh beizubringen. XM^ Wachsamkeit der PoUaei Idgr 
4U^ertriftt jede, die man in i9^4ttvndimi ifgendiro fiml^t. 
Ovdnung und Anftaud eharakterüiren den hiarigea <)•- 
sellicbaftetfuetaud, lind Verbrechctt werden selten dur^ 
^Ue wirksMusten, tu ihrer Vei^ndernng gewählte Mittvl. 
lAiisi&ttder werdan besonders begünstigt, und sie stehutlm- 
tn dem unmittelbartii Schutiie dar Ragitruii^.<< 



,CiviUsation der wilden Indißner in JSford- America, 

.r JBIn. Mriif P0n /» ilf«te#, 4KrfV (ifsr sYs^ Itmgß im Che* 
sü r^kv*«- Iiaii4s mi^e&a/tsit Aat.) 

V'- : <A»i'd.tiMI]ll7MmiasABg;4iMi 



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tfisfiakireT^ hadte ^^ «i«e ZUhlmig dMt?M^aii#. 

«^ Heikes uÄternen^fUftt , tind fahd ' er f!r»257 Klivie aüA. 
.IM» männlichen« «ud Weibli^henandittdä^n %iirin »iSli 
lan Zubl «iebtlfch gM^h. ISeit jetter 2eit hlMi^ m&^äik 
.tetrlchCHch Vtermehn » so* däfs , lidt BinscMtlf s ' %üMr'^^ 
^onia yMi ÜAefelta#, welche si'ök'afii Plfiise ^rkiSKtiM^iB4- 
dergiblastenliaben, ihr« AnMhl' nh|«fft1b ttfVS^M» kt. Ofa 
an den. Arhanfdt ku»ge«7*ttdei*tl»n''C}htfrok«Kft'Sol«9kIy 'l6s 
die noch «iif ih»em heiMiisClfen Boden k«findKdletty'iÜ- 
bcii in ^dat Aueigtiutig nützlicher 'Küftste, ^lfzüglfek*te Mx 
.Butmiwölleii« und Tach-Ato»iuii€llfr ^be'ditttinde ' Patt* 
• Kkritte gemacht. Sie etbati4<tfl^Mmw^le ' nif d 'ftt dig«>, ^tmd 
•habe« gegte wirtig imgäfthr' 5100 'Wetferstfifile. *pie »ei- 
sten dieser S^klafliabav^^F lieh' MlbitfMIliiclit. ''ädb bn* 



4* 



rK9tniiiph$e N^JChric'hten. i%i 

*4b0ii'niplir «U' 500 "PQü^Bf und* di« Be^erbeitting ihm Bo* 
dfens nimlnt erstaunlich zu, Sie beiitzen sehe viel Hgra* / 
läeh und Pferd^, 'Schweiue und auch )Ueine Spbaalheer* 
den.- FedeVvieh, haben sie im Uebernusse, und es i*t' 
offenbar, d^fs sich mit deni I7eb er Busse an Su})sisten«- 
,ii^tteln Terhältnilsmäfsig auch die B^-völkerung vermehrti - 
Dank eiuigen errichteten Schulen giebt es unter den jun* 
jren Leuten dieses Volks schon vi^ Lesende, und Schrei«- 
bende. Ein greiser Theil der Männer' hat die BngU» 
*sche Tracht ang^ommen, die Weiber kleiden sich ohnf 
Ausnahme, wie die der WeiJ^sen. Einige, die wohW 
habend sind, erscheinen Sehr reich gekleidet. In ihrem 
Aeul^ern sind sie in hohem Grade Schmuck und^ Rein- 
lichkeit liebend. Diefs beweiset schon die bei ih^^ett gan« 
allgemeine' Gewohnheit des häufigen' Badens in ihren 
Flüssen , deren eine grolse Menge vom Jherdichsten, reiiv« 
tten Wasser diefs Land durchschneidet. Männer, Weibeir 
•und Kinder , Alles hat hier d^e Gewohnheit, sich zu b%* 
d^n, welches, zuverlässig viel zu ihrfr blühenden Gf^und^ 
heit beiträgt. Alle können schwimmen., und diefs konui^t 
ihnen oft sehr zu Sti^tten , da so kein FluXs auf ihrefi 
Wanderungen sie in Verlf^enheit setzt. ^ Wenn sich di# 
Weiber bad^, so haben sie nie Muthwill^n von de« 
Männern zu fürohten, allgemein zeigt man Abscheil 
.^ür jede Verletziiing . des Anstands gegen die ]f raueil* 
Während . meines Aufenthalts bei diesen^ Voli^e gesch^ 
les, dafs ein junger Weifser um die Hand einer^ i^i^ngen 
'Gherpkeesin warb. Sie gab ihm abeV eine ahschlägl^cK^ 
Antwort l^fiuptsächUch , wie sie anfühiü^e, aus dem Grund^ 
Weil er nicht, nach der Gewohnheit ihres Volkes, , sich in 
den Flüssen bade. Sonst war diesem Volke das W^9heii 
des ganzen KSrpets Heligionsvorschrift , aus diesem G^* 
1iichtifi|nincte sehen sie es, wie es> scheint, nicht mehr an, 
doch kommt ihn Fetthalten darüber einer moralischen 
Tugend nahe. ' . 

' ' Ich bin kein unaufmerksamer Beobachter der Wei«a ' 
dieses V^lks , äik es in sehr verschiedenen Lagen hat, ge^ 
Wesen, sowohrim Wald« bei der Jagd, als im häusliclien 
Zixkel und bei 8«itteBL VmMttmlungen. . Ich habf» ihr« 
. ü d ^ 



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3g(^ ^ Vermischte Nachriehteft. 

Kiader in dbr Solmle im Begrttfen so tchn«!!« F»rlP^ 
fckritte rnaoh«!! tehen, wi» Kinder nur irgendwo. 

bie Nfttur h^t diesen Menschen das schönste K6rp^* 
Ehenmaafs gegeben. Wie thöricht, glauben zu wollen^ 
der Schöpfer habe diesem Volke, deiiDr Körper entsprebhende, 
Geisteskräfte versagt! Niemand, der mit ihnen in bfit'- 
yerbcheu Geschäften xu verhandeln gehabt hat', wird 
ihre herrlichen Verstandesanlagen verkennen. Ihre Oast- 
jBreundlichkeit in ihren Häusern ist anerkannt ron id. 
len denen ) die im letzten Kriege gegen die feindseligen 
Creehs mit ihnen zu thun hatten. Jedermann wird aber 
gestehen, dafs , wo Gastfreundlichkeit und Seldenmüthig- 
keit sich paaren, diesen Tugenden auch noch andere bei- 
gesellt sind. 

Dafs schon einzelne Indianer sehr unterrichtet und 
▼on sehr geschmeidigen und angenehmen Sitten gefunden 
werden I ist bekannt. Vt^as Figur anlangt, so ist bei der 
Vergleichung mit uns der Vortbeil weit mehr noch auf 
ihrer Seite, und ein BÜdhauer, dem es an Modellen schd* 
»er, menschlicher Form fehlte, dürfte nur,, um die voll- 
kommensten zu finden, eine Reise zu den, dem Ohio Strom 
ffidlich Wohnenden Indianischen Stämmen machen. OrtV« 
mlunland und Italien können unmöglich schönere Formen 
darbieten, und wenn die Unschuld der Neigungen Einflttlii 
liat auf ^/ die Körperbildung, so müssen diese Natum^on* 
sehen wohl auch dadbrcK den Vorzug haben^ 

,Unge!l(hr dje Kä]fte des Cherokeesen - Volkes ist yron, 
gemischten^ Blut, weil sie sich häufig mit Weifsen ver- 
beirathet haben. Viele von ihnen geben ao Weifte de« 
JSngländern Nichts nach« 

Oie Chero^eesen glauben Alle, olme Ausnahme» au 
das Daseyn eines Gottes. Sie nennen ihn den groXsen 
Geist, und neoiien jhp nur ipit tiefer Verehrung. Sim 
glauben, seintf Eigenschaften seyen unbegräuzte M^dit 
und Güte. In ihrer eignen Sprache entweihen sie den 
j^nqien Gottes nie, und zu solchen entweihenden Eed«aa-* 
#rten oder Flüchen scheint 09 ibxex Spifrche gfui^ ma 
WpriC« Hnd Frechheit nu, fehlen« 



• . • . . 



1 1 II I 11 II I ■^■■■■■■■■■■■■^■■■■■i^Mwr'^'i*»^ 



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• / , . , . 

Ahhandlung^m* Seite 

X« ToxlKufige Notiz von def letzten Snglisclien Unter* 
•uchangs - Reue nach 4eiii Qongo - Flutte in Sftdr 
Afrika . . • 96$ 

«• Sidl Hamet^s Reihen nach Tümbuciu und der 
neuen StadI H^msiai^ah im Innern von AfrikU « , 97i 

B Jl e )k e r - It e c e n / j o » e »• 

!• ^Consideratidnt on the pretent political State of 
India etc. By AUstmMr Friugr TyttUr • • ^ 

8t Entwarf zu einer SdiwediscKen Statistik,' Ertte^ 
Abtheilung • . , . . « , . 3l6 

3« J^. Nfgrup Kelten nach Stockholm in d^ Jahren 
X8I0 und i8i3 oder teine, auf diesen Reisen gehal- 
tenen , Tagebücher mit dazu g^Öriger Beiläge 39S 

4« Beiträge zur Kenntnifs Rulslands und seiner 6e- 
schichte. Herausgegeben von Gustav Evers und 
MprUt von Sngglhurdt. Ersten Bandes erste ^ 
HSlfta . , - , • , . . , . 3a« 

5. Dr. G. HasnVt geographitoh • statistisches RiMad- 
F^rterbuch, nach den neuesten Quellen undHülfs-* 
mitteln in 2 Bänden beerbeitet* • • « • JU^ 

4« Dessen Antihritik\ über die 'R.eoeneion seines 
geographisch^statistischen HandwÖrterhuohf in der 
Ballischen A. L« Z«. • . , , < • 346^ 

CAnr^sn^Aeeeniioneii* 

]Und^ Atlas über alle Theile der Erde, nach dem* 
neuesten Zustande^^ und über dM WeltgdMvde, 



388 



I n k m t t. 



nebtl wkWi gMfnpliitelieii T«xt«. Httmi^sfofe* 
Imii, und femeinfichafUicli mit C O. tUidkmrd be* 
uheiU^rQuAdoiyStitUr^ I. liefenuig • 



I, Naclirichteii der Englfinder $m€€ und Mardy fibec 
die AfirikaxiMclien BlOiee» "die- ihren Aosfltilt auf 
der Ofltkütte haben 967 

jp. {>er Staat H^fti . . • • . ^ • 376 

3« CiTQitation der ifilden In^Mner in Nord-Amdricn» 
Ein Brief von J. MeigSy £tq. , (der lieh lan|;e ia^ 
Gherokee •> Lande aufgehalten hat. ) « 334 



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I. . .. '..j ,|I«lttl'Aai|[t.ll|l#i**-r.-f.o:'l :■.:: ^..■/ 

Geograph iscb^ 

« P H E M E fi I B E Nt 



Jl, Bandes viert eßSt^c^^^ 
V A.B H A.,N,Ö fc ,m,|jr.,.G,J..ll*,,, 



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.- . wvia iUi* hai' V ' 









Ich dasrf in Beteln 6#itiSldt von dar Civilis 
itlion ÄBt NogtLJei der Weib«r nicht verj^etsett^ 
^flf^iAänfiUtf«; iipitatt tnch noch 'nicht badtutend^ 
di« SphiM ■' . <ih«0f :• IMatfleifics ^ erweitett habenw 
Vorher tpmüurii di iliit der.Spahdel mtteekMs^ 
•mnd^xiifwikdigtn ^eittbiii Welle ttnd BänmwiHt^ 



5^ Ahhandlungea. 

letzt eiebt let^ConlfeErere tintiRr iäbeir, die audi 



Hanf tind Flachf tpisnen. Die Weib^ ▼erSexti- 
gen euch «Ue grobe Zeuche für das Haiuweeea 
und zm Bekleillii9*i9p4APa«toci, dat in «Olca 
Undem fast aiifscbli«bli|ph von Weibeni bereitet 
vird, und aas' man l>ei einem rolle , das groCsen- 

tyils vtn Mf^^^^^' ^^^ geiriss|x^Vtfko«r 
inehb^f ez^rten dtirfte^^ist die Butter. Gerade 
diese aber wird biet:, inhlprht nnd unreinlich zu- 
bereitet, und bat einen abscheuliche^ Gei^^clu Sie 
wit€ \tt^ic}A "i'^' ?bhett Öclileh > uHd ZiegeAiäu- 
ten verführt, sie mülste aber. doch wenigstens ohne 
Schmutz seyn; und dbch" ist sie davon gewöhnHch 
eo voll ^ - d|£i die Kaufleute^ u{n sie anszj|f ül^ren« 
fast%n]^er^ei«h^t Tinit' 9ie vdfh^zu "^schmel- 
zen nnd auf diese A rt zu reinigen. Zwei hundert, 
und fünfzig bis dreimal hundert Tausend Oka*s 
• dieser Butter gehen indysen doch jährlich nach 
Konitantinbpel , um den Gaumen der Tprkei| 9 
ttttelnv die sie seW lafa&n: ^bo^'h'ii^bin s noch 
4»^ Slbmiidie Bvti« yor A> dNbttüe«\&bn 'Eligui- 

BAan verzeihe mir diese AusVCQürlitlld^it 'fLber 
80 geringfügige 66^iM&ae/'üifä<%ttenke, daCi 
ich über ein Volk sehi e ib e» für welches Alles 
aeu ist, selbst untre gemeinsten und einfaeh* 

" Ihtn Art; (daa Kern >ani »akfen,itlidi^IGraea» 
gsnttd zm «ia<ifaiMi» iai. wtaigei goeittinlleb* Mea 
IWmt'fdie üBteaUiatfae iMüfaie der KriniscbenT«^ 



«wtflir te d#r Rund« gvht.' Aber ite OiaArf übl* 
^kr Noga!)«r in wMigär bekannt, -wemiLieb xaMt 
. äicbt Irre. Zwei SteixM' von einer iialbenAriohnME 
im Dtttchmetter liegen; aiif ekmm Tiidie od4r ei« 
Mer Batik^ ein Nagel nU eiitea Stocke Hqh, dee 
ibttr luiä Ringe dient, geht dnrch die Mitte dee 
hintersten Steint' und |>«fst in ein zwei Wertchock 
>reitet Loch in der Mitte des obersten Stein». Die« 
eer ist durch den Rmg" etwas gehoben. In dieCs. 
Xoch legt man tnit d^r Hand dae Getraide, and 
athüttet nach, so Wie ea geniahlen ist Wodufdi ' 
wird aber dieser S^tSxt in Bewegung gesetzt ^ Ein. 
leichter Stock , der mit^ einem Ende- an der Smbenr 
decke befestiget ist, gebt' etwas gebogen mit dem 
andern in einen Einschnitt auf dem äufsem , 
Rande des Stein», und bildet dadurch ' eine Art 

Yon Kurbel. 

• 'i - . 

Ihre Grützmühle ist ein Balken,* etwa 3 Ar* 
fchinen lang und ai Werschock dick; an einem 
Ende desselben befindet sich der Kopf eines Sdilä« 
gels, der ungefähr 10 Wetschock lang,, und an ei- , 
ner Seite so dünn ist^ dafs er nur etwa einett ^ 
Werschock im Jlurchmesser hat. Dieser Schlägel 
i|t . mit einem eiserneu Reife umgeben und rings« 
herum mit kleinen Nägeln beschlagen, und reicht 
in einen hölzernen^ Mörser hinab, wo ' man die 
Kömer nach und vmk hineinscbütt«!^^ 1^ no.von 
Aar. Sdiaale an reittigen« Noch bis ja^zt I^e^^at 
matt.aidi. uneh iti |^ein-Bu£iland derselben. V<^«, 
richtung, um Grütze zu machen ; bei den Nogajern 
ist nur ein kleiner Unterschied, in der Art, «iis zu 
lebraoi^ett. Dieser BaKen; oder üriMehif der BMk 

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39» Jtikhatkdym^i^ 



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ScUI^« 'li«t ia der MiM^.eiti «Srofies l4^^ 
d gegen euumder iir der Erdfti J^ffltigl^ Pfi^dk^ 
«merittttzen Um und helfen ibn {p«t^« vermiueltt 
einet hölzeAe» Negeb» dee iie dar«bsclmc4det und. 
• aum StüUponote .dient. . Sin Weib, da« ibxe.Kr|i$^ 
blols durch rinen Stock >erni(dil« setzt xmn weph« 
selrviBiie ein^n Fnüi . nach, deo^, andern vor un4 
hinter den Stiiicptinct and., hebt oder cciikt ao^ 
diese Art den Schlägt.«; .und; fem., mtepif^i: b^ 
#ttndemswürdigen OewMdtteitfr.difse Beweguxig 
forty bili die 1 Arbeit yollexidet ist* • Bei den )(leinr 
Bossen hingegen ist diit Bewegne^ weniger, leiirht» 
de. hei ihnen imnvsr der nämlidie Fujis auf der 
Spille des iHecnniers mbu 

Die Weiber bereiten auch mit skuref Milch die 
Schaaftelle, worau» «ie ihre ^elze machen. Die 
Männer befassen sich nur mit der Zubereitung det 
.Leders für ihre Sättel. Vier Stunden »^ nachdem 
4as Thier geschlachtet worden, wird seine Haut 
sd^on als Le4erwerk gebraucht. . Man zerschneidet 
sie in handbreite Riemen, nimmt piit einem schar- 
fen. Messer die Haare wegi .reibt. sie mit einem 
Stücke Filz auf dem Knie ab und trocknet sie dann 
an der Senn^^ Zuletzt zieht man sie mehrere Male 
stark durch einen ge!gpal^ene4' Stock ' uncl tränkt 
eie mit Talg oder Fett. ' ' « ' • 

MSnnet xxhS Weiber ' ve^rfenigen Stricke' «ne 
Pferdehaaren > die. man als' Leinen /ilr die Pferd» 
lHllt»faf. An einem Striche 'ariiettük Mnf Persenm. 



•«» 



hunectiende Liebhabej?6i der Nogajer ist 
dnsllmten, worin ji|f gr^ilf ei l^e^tei: «in(^ . )y?8P?^ 



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Ittnw O^sdiieUiclikek iKbd> Bebtädic^rik rbfaadit 

Juan si« seit ttndenUieb«!! Eeittn faift .flen gmiahi 

Snrttfrbiien am l^hr desD^nt » nnd bai ilasty«r* 

kaufe der Pferde ^uf gToCsen Märkten. Man wiird# 

snit der grofsten Leichtigkeit drei htindeift ' unter ih« 

V^n finden , die für eine geringe Bezahlting Atbei* " 

'len dieser Art übemehnieny währendmah fast kel* 

'^en Einzigen findet,"' der sich zum Feldbau vetw 

dingen wilL ') * Allein ihre Lebensart bei de^ 

Stutereien verleitet sie^ zutxi Diebstahl^ und ' vat** 

leidet ihnen durchaus das reg^lmäfsige, slttend« 

lieben/^ Daher macht der Oxii Mais0n'<, ileni diö^ 

*ser Umstand nicbt entgangen ist, auch gewöbii- 

lieh SchwierigkeUen» wennerp&sse nacb dftxti'ZKNli 

•rtheilen soll* 

/Man ' kennt ^ die Nahnmg der Nogajer^ sclnfef 
'gehtQs'te Hirse ^ :die sie trcNtken in einem. «elsevtteft 
1?opfaxq«tea. lassen« und die sie.so, odsrinir es'vris 
^l¥Us9}xaiigefmichiet^f esssm. ^Bisv^eUen itotfatt» &b 
sie auch in Milch und dann nennen sie. eut Si^im 
Im Sommer wenig^ Flei^sch, desto mehr Milchspei« 
ifeti ; 'iiö Winter -viel Fleisch, ScKaaffteisch 'frisch, 
"^Skalziii un^ an der Soiine getrocknet, diefs Letz- 
^ex^e V^xiken sx6 pAsira^a*; farisches tlindfteisch und 

" t) EiarNoga}« t«riieait 150 Rubel dss Jahres, wenn ar 
bei ;Ff erden' dieat, und 1^ Jiubel in «eobs Meüat#i^ 
wfnn er d^s.F^d, bauet; an beiden Füllen ist, er 
siocb gut genährt und gekleidet. Und doch haben 
die JMursah*« yiele Mühe, Arheiteii^ zur Bestellung n 
ihrer Felder xu finden. Sie würden gem^ ^^ussen 
dft«u nehmen, w^hn sie sich mit dlmen vcr^n^ 
digea kdnilteil. '. ' '''''-." *- • j> 

V 



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•I 



• \ 



394 ^hkmnälun'gän^ 



• \ 



MMeäa/9 lieibt; fmwr alle Arten GefMgd. Dir 
Nogaje^lebl übetfaaupt viil^biiser» aUunMcBanec;' 

Ihr Getränk ut geroaoene Milch oder eine Art 
Yon «ehr icharfem Käie,, Kurde genannt , mit Was^ 
ter verdünnt. Sie bereiteiji. aui^h eip gegohrnes Ge- 
tränk an« Hirse; aber nie. machen rie Branntwein 
^daranf t indem sie noc]lp. immer Mahornet^s Gesetz 
in dieser Hinsicht beobachten» trotz aller Ver« 
jii^jmwjgent welche die Branntweinpächter anwen- 
den , um den Gebreuch des Branntweins bei ihnep 
^in^nfuhr.en. ^) Im Frühjahre und Anfange des 
,S9ifnmers tractiren sie sich mit Statramilcfa» woip- 
aus sie Kumi/s machen» ein Getränk, das man vor- 
sichtig nehmen mufs, weil es leicht berauscht, das 
r^ber in • einigen ebronischen Krankheiten," Wi Ab- 
tialamm yäer Kräfte und besondera in derScbmüdanidit 
«nfserst rwoUthitig ist. 4) - Btr Gmf ifisttors Twsi- 
tdieefee »ity e» danke seine Wiededientellaiis Uels 
diW^m G«traake.' 

.'Oas häusliche Leben der Nogajer ist sehr mxh 
fach, Die Weiber leben sehr eingezogen, ifi^d ves:- 
richtpn in der Wirthschaft alle A^rbeiten, .^ ilinem 
die Pflichten ihres Geschlechts und die Rohheit 
der 'Kationalsitte auferlegen. Die Männer bringen« 
waan sie nicht auf dMS «Felde atbeitta » *\hm Tmx 
in einer Tö^ligMii Untbätigkeit ed«f dajnit hin , daf« 
sie sich gegenseitig Besuche^ madhto. Triglieit ist 



\ S) Sieke die Note t* am &de, . 
4) $iebe am Ende die Note 7. 



/ 






-» ,. ^ , , , ' , , • 



^. r 'Jlmem 3;«}cbe0 Noig;&J0ii ivi^rd fei^e jHeerde tqh 
130 FfeT,de;o d?^?!? eiORn A^immt^nn «wstrciiiiij: 
•r tbat n^bts ,^ nm rie, wiede|iulixi4^Cl« . Nach yi^ 
Monaten nennt man ihm Tataren 9 bevwelcbeiir nuxi 
•inige von teinen Pferden gesehen hat; nnnbegiebt 
M sich d^fai i^M «llttiftt lie/ gegm ^He Ymrgutnng 
^flr die gehabte lüdlM^i i»irü«k; > E« Ifiitie aber nw 



-30 wiedeigeAind^nv'^^eJÜbfrlgen i^sfaran in Riit^- 

«chen Börlern. Man ikgt' ihitli et aottef. sie 'dt»r<Ai 

-iav Kr«s9ge«icbt aiiiffidLfforde«ii( 'lar Irägt dell^ Ü- 

fehlsbalyet •dm^'Ratb «lAd erbSh dieielfad AnWätt 

•temd das V«i*s{it«dDra, Hm tu infterstü»zen* ~ »Neüii, 

ittgt ef, 'i)d^ <<^9 ^<^ mit Mibe |eben und idi 

%«^^Tielite »oidi 6eMlNk9dbl#ii;i6o^t hat' mir- m^M 

'^.Pfeidtf «>lttie MiiiMr g^Mbe^it», €» i^i^d 4i« mir, 

^«wenn^es if<^ seyiv4oll| ««K^ ^bil« Mühe WieMr- 

s«r .eilf Pferde; er verliert sie und denkt weiter 
ttfdbiAA^imC: iKach; drei Monatei» 5i|^ nuut: ihm» 
rflldb iii|ixs>^if io deo. St0pp9n am Ufnr dee Mmm 
-geie}9<(en hat^ &r geh^ aHi^lg.:ihin und hohk .ab 
wiedeif zurück. Wie mii^ wnAt U«r Ü« Bi«- 
flufs der Religion ! ^ ^ 

- V K«:h«rdet(rlViizichriften det Koran erben dt» 
JäBdez' tf^bixilichen Gincblednt das f äterücbi» Ve»^ 
InttgeB'curglttchen Th^lenu Die Ftaa 6rin^ doli 
-Mdnne fceiiie Mitgift ani de»^Manii'^MNcn«ItfMtt 






/ ' 



ff6 jlMk^fkShth'^^' 

'iHn Aelten ^der -^mf elneii KttiSfMkf''^ <«H 
'den weniger flteiäMtt iil'Miigtteiu'-in'iMm M» %Witf 
Kuban und zwei Pf^xden beitiiit. ^ Hat Neg^, 
der ^ar nichts besitzt, dient_lange Zeit bei den 
'Aeit^m, 'efie er das ' Bfldcbeii erhalt Sollt« 
diese Gewoliiih6lt. die Bratu eifaittfeb iä lassen, 
Hidht eingef&rt'' sipi ,' um die Vielweiberei ein- 
'ütfifclfräBkeH?' *• " "• 



flurem. %I«me qtlSßchflit.., W^o^j^Ilcar ditf .Uoftach^ 
Jberkeit.dtr Fvaurdurdl diese^rZMeheit Ton V«r« 
tti^m^ni^ bestiAft wird^ so bat dit» l^nfählg^eit des 
•M^uniei die Trtvnimg vpii;jei«er Freii zitr Folge» 
;Kiejraiber verordnen. . die Kedi's ffadnSfEiaii*! dw 
Jhm^9. Die.zveii Ebelentü begeben sieb Jn ßioß 
Kibltke: . die. Maibib's: ^ebe» «räi «tofeUb« he«» 
MD* . ^ der.Mem btne benMtfb nodi eiM FidUt 
,?i>n einem. Jahre .eihaltea, m«ii«ich ftoch einouil 
.49nrselbeii Frobe. zu taiter^afen. /Gabt er imxm 
nicht als Sieger berYor, so wird die Scheideaig Auf- 
gesprochen.^ Der Mann b«t wph des J&echt« seins 
>ratt za vnslotusu. > «• . ^ ->.„ ... 

«rr'f: Bei allen ReUgioas- und bfirgerUckMl^eiehii- 
ttitt^rsc&emt der Kadi; die Effendi'e «ind'Müliblf^ 
flveriamnlelu^stcb « und'vhr Ausspruch eifl^gt in G«» 

^üwBirt 'det' BbCebldiebei». 

Das ganze Gebiet der Nogajen ist in fünf Kreis« 
«gUtheik I derm jedet* setuen Kadi Ak9tt$l> in: aM Met- 
4idmt9 Q^er .Kirebspiele^ jed^ soH^^lfinemi S0emM» 
Hibteai Man . und: esnom Mann^.* undi^Ui dtsei >ujUI 
f lih an^ Ogtferi /.darai ladet ei«M iwsinl oda«J«i. 



kauft. ' '•■ 



A 






Die Unterhaltung ihrer Prio^^r. wird auf de]| 
Zehaten von dem Ertrage der fi'eldfrüchte hettnu 
%en. Aufserdem scnlaqitetvjs^ Familie bei,d0in 
Sur^an? - Bairam - Feste mehrere Schlafe - o^r . ^^ 
Stuck Hornvieh , deren F#ll^ de^ . P)ewm A^, 
|i(^e^c^^Qti| Äufall^n. ,/•' V. i . ^. ,-.' i 

-r ' . . • ' ' 

Die ' 'bürgerlichen Chs«^ unteV * den )f bga]em 
lind einfach » aber genau bestimmt. ^ Ein Murifc 
heirathet nur eine Adeliche oder eine nichtadelich^ 
firfeimdeiWelse/ als eine Kaimackin u.a. . Qb fi# 
gleich k^m^' Diplome über ihre Herkunft Habei^ 
lo ist die^ efscfalichene Anmafsong des Adels bei ilh- 
»en doch' ünmitgUcfa. Einer aus der VolkiclateW 
könnte Oeld'^nd aiaidere Bestechungen anwenden, 
io viel er wolkig «m den Titel eines Mursa zti ei^ 
üalten^ er 'würde nie etwas ausrichten. Die ein« 



zigen Beweise de*'AddS''>bei ihnen sind die allge«* 
meine Anerkennung,^ tinä ^ib dieser Hinsicht kana 
man auf li^r Z%0gnlfs bauen; nm vevaclit^n selbst 
die Maafsregel]!», welche -wir skehmen , um die Ottl^ 
tigkeit unserer Titelr anerkennen za* lassen. "- Vofc 
^ier oder fünf JahtiMi gab 'man'» den Befehl^ all* 
Mnrsa's ' soUteli «ich 4n Sünfäröppt «einfinden , um, 
dort ihren Adel anericennen' tint> slah in das AdiA»» 
buch eintragen zulassen. -Aber nicht Einet er»' 
«cbien. SoUtö indessisn diese Vernachlässigung nicht 
auch vielleicht ihren Grund, in 'Ihset« g<erihgen Zu* 
nei'gung zu una und in.ideriGeriitfgidiätzuag untef« 
res Einriclituagon haben? Und wie ktolite ^diefif 



Selbstüberfchatzung immer gleichen Schritt loit 4flf 
Unwissenheit. Welche AuCklärong wäre aber auch 
flenkbar gewesen hei eiiiem Hirtenvolke , das ei»* 
xig mit seinem thierischen . Daseyn beschäftiget 
%ar ! ' Es Icannte üe ' Schreibkunst » das ist wahi^ 

hb^r es hatte keine Bücher, keinen Unterricht 

* . ■ • 

Httr 'iaier^^tinllib'i hii vfemge andere Indiridaen 
lernten lesen nnd schreiben , und diets war di6 
jbiDchsto 6el^hnMik<^t> die ihre Pädagoge]^ er^ 
.?«ichte?u 



. Kach dem effidelUn Berichte der Minister ha* 

* 

ym .4ie Nogaier ftgo^ooo Oessitittenf urhM»s Land 
xini 4760 Dessätinen» die gar. k^in» GukWfSlug 
jtnd. Alles dieüs Land itt ▼oUJu^oakt, nur «tt 
eiiBg^n Stellen findet man etwas Geftbhola (xfani 
catinus). Die ▼»Uige BliUsd dieser Gegenden« Um 
.dlorch keine Bergkette weder gegellt den Nordfwilid« 
jBu>eh gegen die WiiidcF|> :die v^moCaneastts'wdien, 
feichiifut.sindf seut süß Ihjoifig mtem plötzlidi«n 
JPxost nnd wuiheoAen. Stüxsnen aus. Am la Octo- 
hvoiSu V tffaf .diese Ebenen . ein splcher nnerwnr* 
^xer Frost und.heftiger Stuvm» .^wei Tage darauf 
eidie jußh mehiHfre Tataüen .jtn dezi^ Befehlshaber 
kommen» um Ihm. afiziiteigen» dab ihse SchaaC- 
liMrden im MNr^ ~ umgekommien wären« ^ OmDs 
geschieht gewöhnUch jede» Winter; aU^ Thiere^,4ia 
dw .Nordwind mit Schneegestöber hiar übarililk» 
driiien dam -Winde idan Rucken zu; so werden ria 
iRon ihm foj^etcieihte. und laufen ganz betäubt 
nach Sudan» wo uaa : sieh in das AsoYscha oder 



/ - 



/ . 



0t ▼erhixideTny oder ,sie mir '^OBt .4il£)lnl^i<i& 

aufhalten könnten* Wahrend des Winters von/ 

^181^ w&tbete eiü Mbbe» Stürm vief tage lang» 

'Ullfl trieb alMn ' ixf ^ äicf ]^dit , - die das feste Land 

^¥dn der Insel Tend'rh tTexml^ mehr alt 60,000 

'^ilck 'Pferde, Bind'rieh; Sdiäefe und andere Thlere. 

'DamaU litten die Nogajer fast gar keinen Veriüil, 

' Weil ' 9xe ihre ^il^erden ans der NXlte na(£ -Haute 

^cWften/ und d6xt' in dm StilQen und Eiiiziä« 

Zungen eJ^sdiUelsen konnten. Im Jähre if^ ^^^ 

;ren sie nicht so glücklich , obgleich .der Winter 

bei Wettern xiicht so strenge war/ wie der von l8'3* 

Die Nögafer verlören hier so viel Vieh , dals 3io 

Regierung siif ünterstüt^efn mufste* Sie schofs ih* 

nen ;'a|boo Rubel vor', die in dem jetzt laufenden 

Jahre wieder zurückbezablt sind. Aber damale 

. köxlnteiX di4 Hii^en in dieser unermerslichen Fläch« 

ihren He'erde^ aeinen andern Schutz anbieten , alt 

einige ausgespannte Filzdecken, hinter welchen sie 

pie. ^utammeo^r^ngtei^^.^ ein Mittel^ wfbs ipim^c 

/lulnüt?^ ist, wenn der McUl oder I^ordw^nä mehr 

tef^Tage weht , .o4ex ^^ef Sto^ria tebr heftig. 91t« 

Ye«! deni ettiwe UiBliibcer Aiuiedlnog: i^ b4t« 
ten also die Nogajer eine Wohnung, die sie und 
ihze' Heerden hinf dicbettd gegen diö rauhe Jahrs^eit 
^1 - tdiUtzte. -Man m^tde.tioh aber irren » wenn man 
•^ufate, datftie deftwegettibrf neue Art ani lieben 
4ey ailen vorzögen. &Mn dürfte et xiiur ^eisiadient 
ihnen ^zq erlauben zu -der aken «uiücikzukehrmr^ 
man könnte teMmr äh|en hohen Preit auf AesAlfix^ 
kubnifii tetten, lil^ würdest gml AHM ^ffNdirtf»i 






0$^ jtHMm \ i* uwf ^m. 

was nfaui mlfllngt; iwd.aikr IMMtf 

ihre SibitkeB ««ügen; "" -'* ^ *' *' * 

' Dai L^id der Noga}» veseiiiigt fibtigfui fBoTfe 
Vorsüge; ein Bodeat der im AHgemeiiieii 9^ 
^ feochtb^T ist« die lieicbtigkait» ikte Froducte. sipher 
und vortlieiUiaJrt abzuietaen, .die ^achbarfdif^t 0^ 
aiet fifcbreicbea Meeres, Der online Theil de» 
. VoKgebtrges Bfrdiansfu^a iB% mit IV^hr-taide^ « d4t 
^•ie .za ^ Fiscbreuieii ^ind zur Heiuaiig. der , pfEsitf)^ 
.chen Gebäude iu ObifMhnex /b^n^wi;, . . t 
. ' ,- • . » •• 

Im Winter fischt man ui;iteT dem. Eiset >nit ei-» 
juem Netze vou 100 bis 150 Faden «Länge. . Im Spm* 
mer braucht man Schleppnetze von 5 bis goo Fadep 
imd länger. Per häufigste Fisch in diesen Qe^ex\j 
den ist der JVzr^zi^ (cyprinus brama und cyprini|s cul- 
^tratus). Man läfst ibn fünf Tage lang in Salzwasser 
'weichen 9 reiht ihn dann an d^n Kiemen auf und 
trocknet ibn an- der Sonne, . 

Diese Fischereien hjett dk Tanfmaim vöit' Siiek* 
mmt gepaditet; sie trugen im Jahre igi^ tausend ein 
hundert und secbszrim' ftubel ein/ Bei d^nseibeii 
arbeiten ungefähr 150 Leute , mei^ens Russen, 
Nogajer: verdiögen siek'4iie hd sfoiehen Arbeiten. 

Andere Emkünfte aiäie» 4ie «Nögalir geii^Bitt- 
ichaftUch, %. B. das Passagegeld iür iremde SchaaS- 
)iee^len über ihr Gebiel.. Nach einem ükai dm 
^^rig^eiiden Senate witd, für jede Nacht vwsk laur 
Mnd Schaa£en mxiß bezahlt ; diela brachte im Jahre 
18J^3. wmi lausend. fünf husden u«d lünf und fuaC-. 
»ig9Ab«il «fu Oiers^CMdiliebt>ii«hvi&dieStiat«i 



4kh9VM¥MgfW' 



«% 



. W^n matt nun. frSgt« ^nm 4ie InKf^litthteVM«» 
walt«a^Lil]¥setfV«ULtv • das ilifei&t ..«intir Bjpi(ölft«mig 
mn: 3a,ooolSecten^dttb St8«te kostet, .so wlfd^silMK 
«lkr<\dnr'geriiige;Suin]tteiern4i>mil. Sie bfldlstigt 
buc r,g6o Robel^ ').i' Biii^; rriü^t id^: AiMM:lll«gite< 
Uitkotft^ ist z« ehier Zeit «gemacht» wodieBcmko», 
VDtexr/ vaermal mehr t wextb wafeiit . iU jet^t» und 
•sJwüirde folgUdi nicht n^hr als billig seyii, luti 
Beaintetenr, die Mittel auf tändig tu leben*, zu. edeiclw 
ten»; uii& ibncn.ibzeBeioMung^nadl. ein^m Qten^. 
attsznuUe»; dec/dem ehemaligen gleich Umew 

Aus dem bishex Angeführten hat man\geseheni^ 
dhifs 'die^lndbstricj derNogajer noch immer mohU we» 
Algei; als thätig oder kunstidch ist. Ich bebe Allelf 
angetulirt, was diesen Namen einigermalseii''^eti^ 
dient. 'Bald aber ivlid eie einen Mlttelpanct ' W 
keminettr der ^sie'ztvtegen wird» eich m^hi'l taA 
Artiger >xtt entwickeln. Der Siu des Befehtshaberi 
iM mitten in der Steppe an dem Ohitos^n^f bei*' 
ieinex^Vereinigvmg xnit der Terendolgai einem FlüIW 
öheif, d^s mehr, 'als' Dt>feieleTtel des Jahre» trockeii^ 
h^T Vdr ifini >/varen hier keine andern OeblulSe;/ 
dls jdne armeüsilciie Kiarcbe' tind* die Hjtnsexv oderr 
liieluleh^ Httttea der 'Kronen die rar Verwidtaagr 
tEbk WolinuMg dir Ideinen AnaaU dAei «ngeiteU*» 



-» » « 



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^ INUax aabe am finde iHt Not» f* 



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^* 



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1 



0Mt AbhänätKngitä^ 

teil Btemteten diente. ' ^ertdietet^t iMifftiüi^ 
j«rm^Vfer isim SülAx eiitnöh«. IMtOttit Mai^tm 
hat iten- Plitn daztr entworfen »^ die Rkbiunf 4er 
Straften selbst nach der Schnur gezogen, und !•• 
jknn Ale* ' Briaabnib -gegebta zu' baiimi; Di» Gp-^ 
'^iUMtt anf lernen SdiütZ' ^und sein^Wohlwolles 
Mdmen zu können, und^ dieoimsaicbt tu, einem 
irerdiellhafien Handel * hallen-, sdiim eme. gtidtm 
Mtogff K-atifleme hiehev gezogen. Alaich im Ocio» 
^•»11^4 hier durch kam , standen tdion ^ Bades 
lind 5 Privathäuter, und man war^ im/ vollen.' 
Baiiwn begriffen, *) Es gab '^hier sdion ein 1¥irdük 
haus mir ekiem Zimmer >»ar Anftiahme W B^ 
moimi ;ein Titkkisches Kaffeehaus, awü Ourkochv 
u. s. VC . So viel findet man beinahe« nicbl eiwaal^ift. 
den meisten unsrer Kreisstädte. 
t ' • 1 . . - ,1. 

ObUoschney^ oder Nogaisky wie der Befelsdiii 
liaber es: gexunnt ^u wissen .wünscht, kann eint 
«nseho}!«^. St^ werd^ Es U^t nur zeha Wer« 
•lei vkn d^m Ibven 4m AiisfiaMe-des Fluases giei« 
4iae Namens 9 aeh|: günstig für die Zufuhr iimd d^i 
j|o«i€bi£hn der ^ Ijändesprodocte. Eupa^oriß in 
Südwest^ y^^.Xagmitoh im Oneti.dts Nogaji^cbe^. 
Gebiert^ "sind beide weni^^ns 3 J^is 40Q Werste 
davon entfernt. . l^Or die • Votliebe -für d^e Stfj^pe 
und Goichmack am Herui«»iehei» klinQ^' die %^: 
taren bMv^^en ^ ; ihfc lion^ so %K^it zu . Lande^ zn. 
^phxen« . . Ihr .aatüicUcher übrntt, xmi% der Thfil 
detrAfgvfcheäuMeeri»» ie]m» der ji» üHtSü^dw }^ 
gränzt. Ich weils nicht, ob der Hav^ von 



r ' 



6) Man saht die Nöte ^.'WfenOer 



'.'4.« •«_ -->'«' ' ^ j. 



1 



t 



iL 



i ^ÄirSÄfe-^^^ ««»^c^ttem ist ; ' }Shet ti ^wiii^hJt mir ;'%ö|' 
I fcdMte' itm iii allen F&ireü 2ti^änglich li^acH^^ 
gi Ifo tidnter uxri andere kMnttf Fabrzevgf^*^ 'T^Mcb!^ 
s ' tte l^aardji' bi« Kurtsck^ odei* Fe&dojia briiigei^ 
könnten. Wenii <ler Ländbau "bei den Noga)^ 
ficli erst etWa« mehr tvirS 'verbreitet haben, so i^i^tK 
Ar Tratisport anf Wagen • bis *iiöch Rupatprid i&rÄ 



Tagahroek nicbt mehr znrriclienil' uijd fär g©> 
tröfanllcÜe -Artftel ni Ico^bar ieyn;^ '^ Man lass^ ^\nfl 
|eÜ8 ^'drai^Haädel hur freien Lauf, täd I^geiW 
Brtrie ^Hln^rnisie in deä Weg; sö wird cfr «&i 
tdiw^^deil Haven von Otätöschney ^u öflheÄ Wi«^ 
iÄBf; ' ibbiiia ^t «üinr Vortheil Terlangt* ' c*i > 



i. ii lt.« 



Welche Maafsregeln bleiben nun abet noch 
jlinrig, tini die völlige CiVillsatJon^- d^r'Nogaje]^ zu 
beseiil^iftiigen und ^ erMittöeifii? W^nn "mW 
das Bei^d dW ükigeiii fi^itfd^n^Yor Augen= hat/ 
welche ciaslUichita SQden bevölkert haben^^Me^ 
dScn^ AtmeniÄ, luden, fatäten, Teutsdh^ u. 'Ä.?* 
#0* dfft]^ sidi^ '^i^ ^°^^ icheint, die Nothwenäig^ 
keit "tftif , - die uxis durch Mti XJrh£¥i4chtf Mh\ef ^%ur 
b(ringeh,^^at heirn, durch die Einführung der^Eäifi 
jfessprache in Ihfö Schulen. Dasr scheilit ihir UV 
ilclierste Mitf6i £U ^eyu, ihre jpolii^chen tmd '1^61^ 
ligiösen Vorurtheil^ unvermerkt 2uscftwächäd;' uhS 
ihre Dänkfart mnsern EihritihtuÄgen nach und. nach* 
inehr anzupassen. Solange diefs Volk uhsere Sürä'«'' 
che nitht 'versteht, wi¥d fes auch unsere Begrm^, 
ilicfat annehmen^ so lange es ohile nähere' Verbizii' 
idüng mit uns aufwlc^s-t^ sein Gebiet, seiäe S^xt^ 
che, seine Religion und seine Gebräuche "verschie* 
den uhd abgesondW voii'dM'nhsr^gto Bat» "ftiti! 



1 



I 



fft ifBpn fortfahrt», ftinm Staat im Slfilitf.Mr liS» 
^Uui, und ihre VesachiMhiiiiig in.dea giawiifchaft* 
tjffbfn Staattkoxscr wird .exft das We^k. voq- Jahap» 
^iindarten teyn. * Bai diaa^m Vonchlage,« d^ 1^ 
ftfbaadaD yerordjauiigfßn wf ga^r das Q^braucha dac 
]^iiasischeu. Sprache ))0^m CtiLtwricht^ ituf die fraan* 

^|apf Scbalc$n a2isuwf]i4fiiKo ^^^A V^ ^^^ entfei^iv 
Zwangtmittel awo^a^n: Gaarult w%de hieir AUaa 
Tprdfdben« Wanninaii .iiitdl«^ Sdudoii em .wv4 
l^ahrar der Rosnsc)iea^ii|cha «^^jba^t fo arürd 4a^ 
^aachiaadL^aii 4^rselbej9 j^en selbst konmiff^; oa^ 
IPfu^ j|aJ9&;Uin ja ancb dnirch allp Al^elf ifef||lm^ 
düe MäCsigiiii^ , Vorsicli»t imd ^p§lm^ jal^k^ »3i(a» 
miigifii 

Seit lapfas Zeit . i|t, 4fr 6x|l{ Maison ebeiifalla^ 

ilbecseiigtv"' daft nur fip «weckm^bigar Umerrich» 

•iaan, l^sseni'Ge|f^ri«|^eY /den Kogaj^na aucweckieii, 

Üpxi|e. Oefivagqiiv ,iu^;Um tu gieicbfr 2^it eiair 

ae]^ wUnscbaiifwerthe Apnd^mng ia ibraa. 6^9». 

l^naspeiiiuDgeji her^or^nluiiigan, >wol^te ar dorclk 

^ Xadiaifil ^m .Korr^ fU^ri^igen^t^^ auf^sSphaa^ 

iMsen, di(9-dcaft Grv^sät^Ban des EArangeliaoM mnt^ 

q^^fchen; di^fs klqlpe püchelchen sollte gedruckt. 

Hiifl 5lejp MuUah>. zur. Vertbeiliiag in ihren Scba-. 

lea üficrgeben w^dan; abenso wonschte er füx. 

diese Schulen einen Lehrer ^nr Bussi^faen Spt^ich« 

nnd der R^chipep^unfti yreil diefs ungjjQUir; die Ge* 

fenstände sindy auf, wfldie sich der Üfite^c^ 

b^i einem Volke einfchf Snkan nufs , das sich ipioch 

U^ der., Kindheit ^er, bür^^l|chen Ge^l)schaft. be^ 

findet* Der Graf Maison ^at di^ n^af scl^adenAn 

HfifiMche ißffk G9av^aaw vea Tauriäm voxgaileßt; 






jdkh an dJ ungern* .-_ 405 

wahrschehilich habeli die Umstände ihre A.usfQh* 
rung noch hi» jetzt verhindert. Es ist übrigeiis dre 
Sache der Universität Charkoff, darauf zu sehen^ 
> dafs ^er kaiserliche Befehl wegen des Unterrichts 
in der Buj;sischen Sprache erfüllt werde. Viel« . 
leicht werdei^ die Nogajer bald finden, dal« uiaa 
das Aikssische mit grofser Leichtigkeit schreiben, 
kann , und unsere Buchstab^^ für ihre Sprache an- 
nehn^en , ein Schritt , der schon als ein grolser 
Sieg über die Barbarei und Ujiwissenheit vange- 
sehen werden könnte» > * 

.Diels ist ungefähr, was ich über die Nogajet 
zu sagen habe. Ich füge noch mit wenig Worten 
«inige Nachrichten über die andern Colonisfen hin- 
zu, deren Nachbarn sie sind* , 

Die Meno/iiten bewohnen das Land zwischen ^ 
dem Toknu^ und dem Dskuchanley y wo vortrefli« 
che Weide und der Boden dem Ackerbau sehr gün» 
stig ist. Sie sind von den üferri der Weichsel un4 ' 
der Nogat eingewandert ^ wo Friedrich der Gro/se 
ihneü sehr fruchtbares Land angewiesen hatte. 
3ede Familie besafs dort ein Grundstück von loo 
lois 600 Morgen Preufsisch, uhd bezahlte von jedem 
IMorgen ^) eine jährliche Ahgabe von l Thlr. g gif- 
Sei ihrer Arbeitsamkeit und Ordnung gedieh die 
Wirthschaft der Menoniten , . und einise von ihnen' 
liAtten ein bedeutendes Vermögen erworben. Da 
aber das Freufsiscbe Gouvernement sie im^ Jahr« 

7) Vier und ein halber Morgen IPreufsisch macliea ' 
eine Dessätine. 

N^ A. G. Ei IL Bds. 1^. Sn * Ff 



>* 



1 

r 



4d6 Abhnndtungen^ 



X805i ^^ ^^tt Anstalten zum Kriege gegen Franlc- 
reich, der Werbung nnterwerfea wollte, wovon 
«ie bisher befreit gewesen waren, • weil sich der 
Kriegsdienst nicht mit ihren Religions-Grundsätzen 
verträgt, so widersetzten sie sich; die Regierung 
2eigte ihnen darauf an, dalj, wenn sie ihre Kin- 
der nifi^t an der Vertheidigting des Vaterlandes 
wollten Theil nehmen lassen, so sollten sie ihre 
Grundstücke verkaufen» zehn Procent Abzi^gsgeld 
von ihtem Vermögen bezahlen, und das Land ver- 
lassen. Und da gerade damals Rußland den Me- 
noniten eine Zuflucht anbot, so ■ verkauften sie, 
i;vas sie nicht mitnehmen konnten. Auf diese Art 
kamen sie alle zusammen^ mit ^ner grofsea Menge 
Vieh von den' schönsten Rassen,*} und setzten sich 
in dem Oisttict von Melitopol an. Dieser vnhigen 
und braven Colonisten sind hier ungefähr 9,400 
von beiden Geschlechtern» 

Die Duchahorzüj eine Secte, die in kleiner 
.Hinsicht in Bezug auf Civilisation über den andern 
Bauern des Reichs steht, die aber doch von Eini- 
gen die Russischen Quäker genannt werden, woh- 
nen au^f der rechten Seite der Moloschna (jMb- 
loschnüja Wo du). Ihre Zahl beträgt 1,153 Seelen, 
die nach der am £nde dieses Aufsatzes befindlichen 



€) ViAteiü^ea baben im der F«lge einen yroCsta Tbiul 
davon weggerafft; eiuigermarsea waren sie aber aach 
«elbst an ihrem Verlu$te schuld. Sie wollen nie das 
jLranke Vieh von dem gesunden absondern , und man 
\ bemüht sich umsonst , sie von . der Notkwendigkeit 
dieser Maafsrc^;^! «i uheneugen« 



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- ^T—t-' — 






Ah1i€indlungen^ 407^ 

Uebersicht, in acht Dorfschaften Vertheilti sind. 
Sie besitzen 379114 Dessätineii Lancl^ Qbne die 
Wolfs 'Insel zu rechnen^ die noch etwa tausend 
Dessätinen grofs ist, und im Winter gute Weide 
giebt ; w£ihrend d,es Sommers . würde das Vieh dort 
von den Insecten umgebracht werden, die dort in 
ungeheurer Menge schwärmen/ Die Duchdborzü 
leften jetzt s^hr ruhig , sudien aber immer Prosely- 
t^ ^ii,$Q^chen; sie. nennen ihre Colonie Gottes-- 
G(^be (Bf^d'anowka\ Man wird sich erinnern, dafs 
der imn^r menschliche und grofsmüthige Alßxarir 
der «ie im Anfange seiner Regierung hierhersetzte, 
um siQ eiiiigermafsen für die harte Behandlung zu 
entschädigen, die. sie unter Ii,aiser Paul erfahren 
li^tten, der sie zwingen woUte., :dem Oleichheits* 
System zu entsagen ^ das einei^ ihrer. Glaubens- 
Artikel ausqaacht« ^) < ; ^ 



•/» 



M 



9) Maü bat den B^thaVhrtü Auf ibre Bitte erlaubt ^ eine 

• Familie von ihrer Secte nach Orekoff su setzen, um 

^ort ein Gasthaus '(l^ot#6Aiouyoi> Devor) fiki sich zu 

liabeir. Das Haupt dieser Familie ist zugleich iHr 

' Sacbv^lter bei dem Kteis|6riclit0 , nj^ih« ilinent'oi>* 

. theü ¥MLhr und u!%t«rriclitet sie v^on Allem^ $ms ih* <. 

«. t nen zu wissen yvichtig seyn kann. ' Er ^cbiplcte ^* • 
aien Sohn mit in die £Lirchspielsschule , verlangte 
aber vorher, dafs'man ihn nicht zwingen sollte^ 
dai) iSeichen des Kreutzers zu machen. ,Der A^ufseher ' 
d^i^Äelben, Heirr Schuifjakoß^ fein schätzbarer Giieis,'/ 
versprach es iy&» »tind die ]^ ehr ei*, hieltevi Worli.. . U^r s. 
glücklicherweise, xpacht^ siph Jemand nach einige . 
Tagen den SpaTs, und sagte dem Vater, man habe 
«einen Sohn doch', gezwungen , das KiteUtz ^ zu ma-» 
* tihen.' DiefS war genü^, uni' seinen Sohn igfsiöll 
«WS de<A Sattle «uYiicl^ua.«bA|«Av , 



N 



^ 



I 

r 



40S ' Abhandlungen. 

Owtcirekher, Preufsen, Südteuuclie, Italie- 
ner bilden in einem Kreise mehrere Dorf^chäften, 
der^n männliche Bevölkerung sich auf i,694.Ropfe 
beläuft. Da der Anfang diefer Colonien nicht im* 
mer der beste war, so sind sie auch noch nichts 
wepiger als blühend. 

Einige Edelletite , die von der Regierung Lan- 
dereien geschenkt bekommen , haben auch " in 
derselben Gegend einige Dörfer angelegt. Die 
2ahl der Bauern, die sie hier besitzen, ist 3,194 
steuerbare Köpfe, oder etwa 6,400 Individuen 
beider Geschlechter. Die bedeutendsten dieser 
Landbesitzer sind die Gräfin Litta, der General 
Popoff und d^r Graf Orloff- Denissoff,, Das Gut 
des Letztem liegt %um Theil am Obitoschney und 
das Vorgebirge , was denselben Nam^n führen 
tollte, aber TVissennoria heilst, gehört ihm auch« 
Es umfafst ii^ooo Dessätinen, und ist gerade das 
Stück, über dessen Entziehung sich die Nogajer 
beklagen j(. wie oben erwähnt ist» 

Die wichtigsten Dörfer ab^r gehören der Krone;' 
sie könnten für kleine- Städte gelten, wenn es hier 
Künste und Civilisation gäbe, die alle gröfsere 
menschliche Verbindungen auszeichnen müssen. 
Das Dorf Tohnak zählt aÜein mehr, ,als 5»000 .Be- 
wohner, und die andern zivölf enthalten zusam- 
men nicht weniger, als 36 bis ^7,000 < Unter die- 
sen befinden sich ungefähr 3,000, die vor 6 oder 
7 Jahrs^i aus Klein -Rufslaüd einwanderten, und 
die mai^ hier neben den No.g^jern ansiedelte. 
Ich 'habe diese n^cht selbst* besucht, man hat mi^ 



Abhandlungen. 409 

ihibt ihren Zustand als' höchst traurig geschildert^^ 
Die Hauptürsachen i^es Mangels sollen seyn , da£i 
sie fast ohne alle' Mittel sich auf einem Boden 
niedcfrliefsen, wo sie alle Kosten einer neuen Ein« 
1 ichtung zu tragen hatten , ^ dals sie gleich äuTser«» 
ordentliche Abgaben tragen. mufsten^V welche die 
Umstände damals nöthig machten; und dafs das 
Land, wa^ sie erhielten^ nicht hinreichen^ war, 
ihre Fan^lien zu ernShren^ 

Bei dieser Gelegenheit wage ich es, den 
'Wunsch laut werden zu lassen, dafs man auch 
den Russisjchen Colonisten den besondern Schutz 
und einen Tb eil der Privilegien bewilligen möch- 
te, deren die Fremden genieTsen. Sie suchen frei* 
lieh nichts wie diese, ein neues Vaterland, und 
unterwerfen sich nicht fremden Gesetzen» Wenii 
sie aber ^o aus dem No^en in den Süden, odqr 
aus einer Provinz in die andere verpflanzt vyer«^ 
den; weil sie in dem OjCtCj wo si^ W5aren, nicht 
onehr. l^hen Konnten , so verdienen sie wirklich 
«ine aurse^rdentliche Unterstützung. Ich weift 
ewar, dafs sie zwei oder drei Jahre lang gesvisse 
Freiheiten ^eniefseni^; warum, macht man. ihnen 
aber nicht ^uch Vorschüsse an Vieh, 5^n Acker- 
^eräthschaft , an Geld,, um «ich Hütten zu bauen? 
Sie würden es gewifs nicht weniger pünqtlich zu- 
jrücfczahlen ,^ als die Italiener, die Teutschen und 
die Juden. Warum, i;ind, diefs ist das Wichtig;ste, 
stellt man sie nicht auch nnter- die Verwaltung 
des Comptoirs der Coloni^n.? Wenn man sie nur, 
tuiter lindem, fünf Jahre lang von der Aufsicht 
4er Kreis -Polizei- Aufseher' (i^jor/iz^m*) tmd voä; 



4IO , Abhandlungen. 

gewissen Abgaben, die ich nicht zu nennen brau- 
che befreien wollte, so^ würde ^ieCs schon eine 
grofse Wohlthat seyn. Während dieser Zeit köno* 
ten sich die Familien erhofalen, und die Regierung 
würde sie dann gewils bj^reitwillig finden, die ge« 
' xing^ vorschriftmäEsigen Abgaben zu entridbten, 
und yaxx Jahr zu Jahr die kleinen erhaltenen Vom 
Schüsse wieder abzutragen. Ich. will damit nicht 
sagen, dafs die Verwaltu;ig der ColonieUy voll- 
kommen sey; indessen so wie sie ist, ist sie gyjx 
uiid ich bin überzeugt, dafs unsere Russischen 
Colonisten sich sehr wohl dabei befinden würden, 
wenn sip unter das Comptoir der fremden Colo- 
nien gestellt würden« In allen andpm Ländern 
sind Gesetze, welche die gewöhnliche Obrigkeit 
vorbeigehen, Yeranlassungen zu Mifsbräuchen ; in 
Rufsland sind 'sie häufig ein Schutz dagegen« 



Anmerkungen. 

» 

I, In W, Etüns*! Survey of tht turkish Empire, LüH" 
fton -1797- d- S. 327« keifst es: ,^Whil€ J was in tim 
^quarantint at the Rusiian JrouHer p in Sejtttmbtr I278f 
^fthsre passed '^^fOOO Christiane , obliged by thg Rustians t^ 
j^tmigratt from th^Crimta (35,769 malet), — TTiese people 
y^were Jent to inhabit the CQuntry abändoned by the Nogai 
yyTatars^ near the wen eoast of the fea of Asof ( PalmM 
,fMaeotis)i but the. winter coming on before the lufuees 
^ybuilt for them wtre rea^y ^ a great part of tkem had r» 
yyOther shelter front the cold than what was afforded tkem. 
f^hy holes dug in the ground^ and covered with what tht^ 
^ycould pr^cure .'' they were people who all eame ftotn cam^^ 
yyfortable homes^ anä the greatest part periehed; eenem 
y^houeand only wfre alive a feui year* ägo,^^ Mit.allee 
Achtung iür das Zeugnils des HexTuEton^ der im Gmosen 



Ahhand:lung^e*n» ' 411- 

V , • 

ein sehr ^utor Beobachter ist, scheint es miv cl(K;|i 
schwioTy ihm hier zu glauben. P^^^jone/,. der im. Jahren 
7^5 sich bei dem Kvimschen. Cba>n aufhielt, UAd all» 
l^itteJL hatte sieh au belehren., schickte den MinisteiriK 
Jjuflwigs XV^ ein- MenH^ire- über den hürgerlichen,^ politf" 
sehen und miHtärischen- ZusUind der kleineni TaU^rei^, in 
Velohem er die Anzahl der Griechex^ und Armenier in 
de» 'Städten in^ runden Zahlen angi^eb^ Er rechnet die^ 
Erstem zu i^oo Familien^ die« Letztem zu a,5pa, , eini^^ 
andere Familien, ungerechnet, die noch auf. der HaUnnsel 
▼ertheiU sind- Wenn i^^n diese Letztern; zu 200 annimmt^ 
so hat m^n zusammen 3^800 Familien,, düe,. eine in dift 
andere zu sJ Indiyiduen gerechnet,, 8o,$00 Einwohner ge« " 
hen, Keohnet man nun. noch, die> Katholiken hin^u , di^ 
na«h Beyss^nel ungefähr 250 FersoBien betragen, so hat 
man für die ganze Bevölkerung dev Krim an Chri^tent 
eine Summa' von 21)150. Aber wie kann man glauben,. 
dafS'Von 1755 bisr 1778 diese Zahl sich bis auf 75,000 soll 
rermehrt haben? Ist es- wahrscheinlich, dafs unter der 
Herrschaft der Tataren die Zahl der Christen-, die tmmev^ 
gequält und unterdritokt waren^, svch» in 23 Jahren auf 
eine Art vermehr! haben sdllte,. die Alle Erfahrung;' jft 
fast alte Möglichkeit übersteigt?-' Es wülnie ' viehnehr 
schon zu bewundern seyn , wenn sie sich bei se^ viel Stö-. 
rungen der Willkühr ohne Abnahme erhalten hätte. 
Pallas y d,er 15, Jahxe n«vcX -E/on die Gegenden besuchte», 
wohin, die ICrimschen Chtisteu verpflanzt worden waren», 
dem die Behörde» alljerv Städte ofücielle Uebersichtcn 
der, Bevölkerung gaben, die vielieieht nirgends so genau 
geführt werden, als in Rufsland^ Pallas gieh^t d^e Z^il 
der Armenier unid Griechen, die in Mariupol^ Nachtschi- 
wjar und der umliegenden Qegend wohnten, auf 20,873. 
Köpfe an. Diefs wären 277 wenige*, als wir oben n^pjx 
PeX'sonel iaaideut, Poillas sagt aber, nicht, daf^ alle. Chri- 
sten, j^us rfer Krim dahin versetzt wären, et, giebt ihre 
Zahl «ogs^r nur i|[uf ungefähr 3,000 an, bei dieser. Au.- 
gäbe aber hat er unstreitig Familien und nicht < Indivi- 
#ien gemefht,^ V^il er sonst mit sich selbst im Wider- 
spruche wäre*. Wie dem auch sey , so viel ist gpwifs :- > 
i) 4^s 41e Zahl der. Christen , welche die ^rim verlassen^ 



r 



4it ^ Abhandlungen* 

Binrsteii , «icht 75,000, s«adem hScluteiu die Hüfte kftHA 
betragen haben« 9) dafs sie nicht durch grofse Sterb- 
lichkeit auf 7,000 schmolxea, wie fis«m hehaoptet, w^eil 
•ie cn PalUi Zeit noch 20,875 Kopfe stark #aren. -Aller- 
dings m^en die elenden, von habsüchtigen Aufsehocm 
erbautetr, Hfitten, die dieser Reisende noch 17^ sah, die 
Au£g(*«v änderten y^pr ei che hier eine Zuflucht finden soll- 
ten, eben nicht besonders gegen den strengen \irixiter 
geschüttt haben ; und viele mdf en folglich aacb wohl 
▼or Kalte umgekommen seyn. Dieser Umstand ist wabr« 
scheinlioh die nächste Veranlassung gewesen, die I«ag» 
Aller' ohne Ausnahme ndt den traurigsten Farben s» 
* schildern. Ich bin aber fiberteugt, daTs man ihr Un* 
gemach, und besonders die Zahl der Opfer desselbeit 
^hr. übertrieben hat, und hoffe es auch bewiese« 
m haben« 

3. E* ist unmSglich , die Zahl der Nogajer g;eBau xn 
wissen, die sich im Jahr 1791 im Norden des Asoifschen 
Meeres festsetzten. Die Abweichungen, 'die man in den 
verschiedenen. Uebersichtea derselben f3r die folgenden 
Jahre findet, mufs man durch die Schwierigkeiten er* 
klären, die von det Zählung eines Nomaden - Volk« un- 
zertrennlich sind. 

Im Jahre 1793 betrug nach PaUät^ der die Zahl der 
Männer einer jeden Horde besonders angiebt, die Menge 
der männlichen Individuen der Horden vom Shedissan, - 
von Dsehambuiluk itnd vom Sheditchkul . , 5,oqi. 
Im Jahre 1805 nach dei^ Berichte der Minister 6,000, 
- ^ — um dieselbe Zeit nach der Zählung des 
Oenerals von üosenbtrg^ Gouverneurs 
von Tourien ^ % , , , 9i432< 

— — 1806 im Mär^ , . • . . 9,043« 

— — - 1808 als der Graf Maison xnm Befehls- 

haber ernannt wurde .' , . Y»«?'« 

— — l8io , . . , , . , * 89599« 

^ In diesem und dem folgenden Jahre kamen noch 415 
KBpfe von der Horde Yon ShedischkuV^ und. 75 andere 
dazu , denen die Hegierung erlaubte, die Krim su verla«^ 



Aiht^ndlungiU. 



4«3 



sen ; die.rs tnacKt eis« Vernielijpung toh 490 Seelen« Jiu 

dessen gieht .die Zählung, welcke der Graf Maüon*w»^ 

stellen' lieft j, e^< clie No^ajer 9ciK>ii«fctt angesessen war^H' 

< im Jahre. i9U • « v • • . • i4>989« 

— — I813 ' •• . % . ♦ .^ • tS)3>d*^ 

^ — I814. am Ende des Jahres . . • 15,341« 

In dieser Zahl kind die Mursa^s und Mullah^s» sowie 
die Budshaks nicht mit hegriiTen. ' 



3. Ausfuhrlichere Nachri elften über die ISTogaJer . 6n<^ 
det man in folgenden Werken; 

Mistoirt gdndalagiqiue dts Tatars par Ahulgüii» Bayadurn 

Chan, Le/de, 1226a 2 VoL in 12. 
HUtoire gindraU- d<* Hunf^ par J^t Guignet^ ^ani 

J^756» 5 Voh in 4. , 

Vöjragff faits principaUment en Äsit^ puhliit par Pi^rr^ 

Bergeron, La Hayt 173^« 2 Vol. in 4« 
hibliothiqu^ OnsntaU par 4^ H^rbelot^ L^ Maye 1774 

— 1777, 4 Vol m 4. • 

^ Traiti 4ur U cQtnmtrce d§ la nur n^tire^ paf Peyjsonel^ 

Paris J787, 2 VaL in 8. 
Memoirts du Baron de Tott sur les T^rct et l$s TatervAt 

'Paris 1785» 2 f^oU in 8. . 
Voyage de Vienne ä Btlgrade €t che% Us Tatars Boudjah^ 

et Nogais^ de 1768 ä 1770« Par Kleeman^ Neueht^n 

tel 1780. in 8. 
Descriptiofi de la Qrimie po,J^ Thunmann^ Strasbourg 

1786. 12, 

4. Joseph Barbar» hesohreiit die )>^weglidhen Wohr 
nungen dieses Volks folgendermalsen ; »)/n hocpopulo in« 
yjnvmerabiUs sunU^arri duarum ratarum^ n'^itris altit(; 
„rex, 'feitris partim <foopert€l9f partim pannis^ quando a4 
,,£01 pertiiiitnt^ qui^majQtis prdinis aut dignptatis sunt% 
j^Quidam horum carrorum domuntulas supere^structas ha* 
^ybent; quas Uli Hqc mod% ,aedifit:are solent* Cir^uli^ni ac* 
yycipiunt ligneum^ cujus diaipcter s^squi alterius passttgi* 
j^sit'/et super hunc alitßs injiciünt airculos ^ in media ses$ 
^finvicem intersiqant^s^ Jnttr h(ff d£in4f ^M^pant stmrmt 



X 



414 ' - Abhmndlungen. 

y^€x awMuHnihtiw ustas^ ^asmuftetwU^ mut pönnis juxta 
yfmor€m ti fiuugtudiium suam co^p€riuni. Et ^uiriMto 
^cattrm mlieuii $mHari vkum , dtpmiumt 'cmstui iHai # flar> 
f^riff 4Uqu€ in iit habitant.*^ Oe^rgii Hürnii Ulfsf€S 
p»f0grinans* Fraucof. €t Lips^ I8* p* 375* 

5. Alu dict t^i4haltt im Jahre 1307 anlLam9ii» wordem 
9ie nach foIg;eu(ler Liste ver^eichxiet ; 

Mursa*8 • . 91. Fraue9 der Mursa^t • 86 

. Mullah*8 . 233. Frauen der Mullah*t • 217 

Tatarei» . 1,59^. Weiber « , ^ i^^^S 

I;92'^ 2} 166 

' Zusammen 4,089 K9pfe beider Ge«clilechtei\ 

Bei der Zähluii^ von ifii betrügen die Mnllak's 185 
tmd die TatarWi !2,845* ^^^ Weiber wurden nicht auf- 
genommen , und die Mursa^s weigerten sich, ihre Namen 
«niugehen. Bei ihrem Abzüge am Ende des Jahres i8l2 
«ählte mau T53'Mursa*s, 185 Mulla Vs und 2,843* Tataren, 
dte Weiber ungerechnet. Unterdessen kann man die ganze 
auswandernde Horde auf nicht weniger, als 6,500 Köpfe 
rechnen. Den dbraäs ' hervorgehenden Unterschied vo« 
S,4II Köpfen %egen die Zählung von 1807 kann man, wie 
•eho^ bemerkt, nur aus der allgemeinen Cntuverläsaig- 
keit einer jeden Zählung eine» Nomaden «Volkes er-> 
Itläyen, 

6. Die Nogajer,' denen ihre Religion den Gebrauch des 
3r9ni^tweins yerl^etet, haben do«h.fünf Trinkhäuser {Ka- 
Jfak) auf ihrem Gebiete, weil der Getränkpachter (O- 
'kupschuckick) das Recht hat, in allen Krondörfern wel- 
che anzulegen,, iifo er ea seinem Vartheil gemäff findet. 

7. In den Memoiren der phjsieh-mediojnischen Ge- 
vallschaffc zu illd^ft^u beimdet sich «ine Abhandlung ic&^r 
dm Kumifp i odtr, gßgohvne. S$uunmil«Ay> und seine An^ 
Windung i als. Heilmittel y von Christinn itaahH'öberlein» 
Der Verfasser maehte 1772 einen Felduig in der Moldau, 
vxid WalU<:hei als Russiecher Chirvjrg , und bekam nack' 
«inigen andern . bedeutenden Krankheiten eine Lungen-- 
fncUt mit' haftigettr Jinsten , Blutspeien^ .«ehrendem Fie^ 



r — ' 



1 



hpt^i Siolklftflongkoilf tfn4; Andern' STmptomeii) tue witaea^ 
nfthen Tod ankün^g^leif« la 4^^>^ traurigen - ZuiS^änd» 
üben^d^tb' iltn äfix .Ob^r^t^ »eines Eegiments, em Mked 
zu bxauclien^ da» ihn in • einet ähnlichen Kvankkeit dat: 
jL^h^n gerettet hätte, al^ alle Kunst, achon^ an ihm ge« 
scheitert wa^re ; und dieses' Mittel war der JCumifo, Ende 
Aprils X792 £eug HöifirUin diefs GetEäak aii und kurter- 
waxf sich, der dabei nöthigen Diät, und am Ende de* 
Herlfstes ware^ seine jCrafte schon wieder so freit her«- 
geteilt y dats ^r alle Gesohä/te venricht^n und sein Amt 
fortsetzen konnte* Ein heftiger Aerger, der ein starke» 
Bluterbrechen, zur Folge hatte, endigte sdus Leben amt 
2', Qecember IS€>5< (ch will hier aus Einern Memeir« 
über den Kumifs das Wesentliche mittheilen/ ohne midi 
heL den Vor&chriftenizur seinlichep Zuboreüimg , ödes 
<^n Regeln der Diät axifiuh alten , die bei einer groXaen 
Entkräftung besonders nöthig sind. leh möehte nur di« 
^fm.erksamkeit der Leseif auf ein. Mittel richten, dae 
im. Aus.la);»de fast ganz unbekannt und selbst .ia^,Hyfslanäi^ 
yiTewi^ gebräuchlich ist., und dochf die gröfisten: Li^iden 
lin^^Tiv und. das lieben einer g^rofsen Anzahl Mansche» 
{risteu könnte,' die r^qr der Zei^ sterben. Besonders wäre 
di eis Mittel der Prüfung der Aerzte in. England (und 
Wie^n) zu empfehlen, wo, die Schwi^idsucbt häufiger ist^ 
als irgendwo in JEIurp^a..- 

Der Kumijs. wird aus Stutenmilch und Sauerteig be-^ 
reitet ; den letztern macht man von Waizeuteig. Maii> 
giefst sechszehn Pfu»d lauwari^e Stutenmilch in ein, höl- 
zernes Gefäfs und hängt don Sauerteig in einem lei^ 
nenen Lappen hinein,, bedeckt das Gefäfs imd bringt es. 
in eine Wärme von 24 bis 26® Reaumur, bis die Milclt 
einen säuerlich angenehmen Weingeschmack annimmt,^ 
wozu 16 bis 20 Stund ;sn hinreichen« Wird sie in- einel^ 
h Obern Temperatur gehabten, so geht sie zu- schnell i» 
die Essiggährung, über; und ist dann nicht mehr tailg-^ 
Heb. Wenn die Weingährung vollendet ist, fo nimmt, 
mau mit einem EÖlfel die fetl^n nnd kä&iohleo> Theilchen 
ab, die sich ai{f der Oberhaut, auf dem Boden, oder a» 
4en Seiten des Gefafses ansetzen , und seihet es. vorsieh-« 
tig durch« Dazu», wird die Flüs$igkeit ' einj» Stunde lang 



^l6 Abhmndlukgeiu . . 

f«lmi viogerfilirt, nncl hfcraqf in fto«teUieii gefBllt , die 
§ot* Terkorkt uad an einen kOhlmi Ort geitellt weieaden« 
Statt des Sauerteigs kann man anck das Dicke der Milch, 
•der aucH etwas von der gegohrnen Flüssigkeit nehmen. 

Wenn man die gegohrne Milch anstatt des Snuer* 
teiga mit den fetten und kfttigen Theilen Termischt, 
m^d das Gänse einige -^ Stunden langsam amiiihrt, so er*r 
}iält man ein sanerliohes, sehr angenehmes Getran^, und 
dieXs ist der eigentliche Kunpfs der Tataren. Diels 
Getränk ist sehr nahrhaft und hek6mmt daher nur 
Personen, hei denen die Vei^auungswerkseuge nicht ge- 
schwächt 'sind. Die Stuten, vpn welchen man die Milch 
nahmen will,, erfcvdem besondere Vorsieht; sie müs- 
sen das Mittelalter erreicht haben, nicht Ton ihren Fiil- 
len g^rennt werden, Tag und Nacht auf guter Weide 
seyn und wecier Hafer noch Heu bekommen* Die bet- 
ten Monate lur Kur sind der Mai, lunius und Julius» 
Will man den Kumifs im Win(er brauchen , so nuifs man 
die Stuteu mit' dem besten Heu füttern, ihnen wenig Ha- 
fer gehen und ihnen Bewegung machen lassen, die sie 
nicht in Schweifs bringt^ Uebrigens ist es mit' dem KU7 
mifs, wie mit einer Brunnenkur ; sein Gebrauch auf dem 
l*ande und fem ' ron G^eschlften befördert die Wirkung 
«ehr.««- C^mmgntüiiontt soeittatis phytico - mtdicat apud 
univ^rtitattm iittrarum Caesaream Motqutnstn institutat» 
i^9/mn«n l. P. iL Pt85— 105, Müsifuttt igzi« 4« 

$• Dia Kosten deir Regierung für die Ncgaier sind 
folgende : 

Gehalt des Befehlshabers •. • • « 600 Kübel 

Zur Reise bei' Untersuchu^ig de^ Dörfeir • 3oo — 

Gehalt 'des Secret&rs . ^ • ^ • 300 <«— 

««- des Dolmetschers • ^ . • •' 300 -^ 

— für 2 Schreiber ^ 120 R. • . , 8A0 • — 

- KAUzlei^^usgabeil ^ . ^ , , . iso — 

i2$6o KubeL 
Shcmals hatte der B^hlshaher noch 15 Kosaken bei sich; 
üese wurden aber im Kriege von ]8l2 zurückgenommen. 
Der Jet« ga Dolmetscher, ein NefFe des Bufa^gt-Bai^ ist 
^n Manu von vielem natürlichen- Verstände. 



j^bkandlungen. 



417 



9. Man baut mit grorsen Ziegeln, die an der SoniM 
getrocknet sind ; von aulsen sind die Mauern mit Tbon 
hewoTfen, der mit Sand und Kuhdiitt durchknetet ist^ 
uitd dann mit weifsem Thon überzogen wird. Die Oä- 
cber sind fast platt und mit Erde bedeckt. Diese Bau- 
art, «ine Art von Pis^, ist dauerhaft, wenn die Mauerxk 
nur von oben gegen 4eA Regen geschützt find. 



y 



üebersicht der Districtei Dorf er und einzelnen 
Wohnungen' der Nogajischen Tataren, nebst zä- 
rer mänrdichen Seelen ' Zahl^ und der Zahl der 
MstschetSf im April 1804. 



MWü^iMMHp 



Dutrict van Miflottehanskaja^ 

DSr/er» 
j. Edinokto t. • 
9. NeffkÜ9se 

3. Barkute • • 

4. Edinokto 2. 

5. Schujut Juret 

6. Baurdak » 
f. Esibey i* 

8. Bsibey 2. . -^ 

9. Azberdi • . • 

10. Tulga 

11. Turnen . » 
IS(. Barkute ... 

13. Akermen 

14. Aktam^ali 

15. Kiltschick 

16. Tschakbar • 

17. Aktogul • 

Zusajtuneii 







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41« 



^bhnndl ung€fu 



Di ft riet von Karsah^ 

Dörfer, 

18- Kislik 

10. Thiinschke 

90. Kisj]dia-0|^lit • 

SU. AUchinbaLiUje 

22 Ternirgcga 

23. l'mkon > Sasiktoeuii 

C4. Kitscfakin^-Sasiktognn 

25- Arschin . 

s6 Saralar . 

27. Asankoja 

2H. Badaje • 

29. Tohal 

30. Emir « 

31. Bekburlu 

32. Acilkoja .. 
53. Uschanatran 
34 Kar^raga 

35. Tastf 

36. Tsduuua^ur • 

Zosutuaen 

Diu riet vpn Atchbu 
I>örf0r, 

37. SdbedK ' t. 
.38. Ka{(«tsch i« 

39. Beckfch^ol 

40. Ka|^t0ch 3. 

41. Scheikaje 
42 • Mascbkir 

43. Oniki • ' 

44. Kockpaf« 

45. Igandasdh^kii 

46. Togali . 

47. Karakar$«k 

SStttammi 

Dhtrict 9on Kihittekim» 
DSifer. ' 

48. Aktamgali 

49. Jiigartanagali 
go. Kaneeruefs 

51. Katar Op^Iu 

52. Anipo»«^ • * • 
M« Kiijaginn^lw 



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63 



Abh^ndluHg^n. 



41« 



^» Bodrack 
05. Schawjeli 
50. Schanschkli 
57. KensKegali 



TranÄ]p. 



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» 8 * 



«■ I *<- E3 



(■ *f 







Zusammen __ ^8 j ^hqq ) 64 | 82 



District von Jalangaticht 
nörfgr. 

58. Kaxidakusli *' - » 

59. Aslukschi • » 

60. Kondatamgali « 
6t. KOAUrbascui • 

62. Boljutmen • ^ 

63. Saraugli • * 

64. Argan 

65. Scheckli 2* • 

66. Umkon Beschk^li 

67. Kitschkin^ Beschkeli 
68* OrxtianUGhtf . 

69. Akilboja • 

70. Sosukane ' . • 

71. Argakli l. 

72. Argakli 2. '. • 

73. Kalixigara 



t 




1 


\ 


' 8 


204 


' 8 


10 


2 


140 


8 


12 




220 


3 


3 




148 


9 


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204 


2 


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178 


. 


3 




164 


— 


5 




284 


31 


II 




135 


3 


6 




140 


8 


^ 


3 


336 


15 


15 


I 


178 


5 


6 


2 


186 




9 


2 


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14 


8 


2 


268 


15 


2 


^ 


«S3 


2 


4 


28 3-Q3 1 


i.'5 118 


Xi7i 


;t5748 1 


aö9l 


488 



Zusammen 
Ueberhaupt 



Die Geburts«y Eben- und Sterbe- Register geben 
folgende Kiesultate: 

Eben» 

I36i. 

- 151- 

152- 

134. 
94. 

198* 
15<S 

' Der Monat December ist in dieser U'ebersicht des. 
7aliTs 1815» nocb nicht mit inbegriffen, ^Diese Listen 
werdei^ dem Befehlshaber regelmäfsig jeden Monat über«» 
eandt. Seit i8i4) Toa wo an anaa Kussisobe Si^hraibw: 



\ 


Geburten* 


1809* 


445. 


I8IO. 


469. 


I8II. 


559. 


/18I2. 


458. 


18 13* 


403« 


2814- 1 


.608. 


1815« 


^ 401. 



Todetfällt. 

<454* 

622* 
491. 

359- 
34?' 



4M 



AhhandlungBn. 



hat, werdett die Namen def\ Indiriduen mit anfgezeicli- 
»et. Bis dahin wollten die Nogajer keine Rnssiscben Be- 
amtetem dulden. Wenn man diäte Ueberticht mit der 
Ton der allgemeinen Bevölkerung derselben Zeiten yct- 
gleicht , so wird man Abweichungen bemerken , die ilne 
Genauigkeit verdachtig machell. Die Nvgajer hassen jede 
Zählung, und sehen dahinter immer irgend eine politi- 
sche oder finaiixielle Falle. 






t^örjevt welche der Krone und Bdelleuten in dem 
Districte Melitopol^ im TaUrischeh Gouver- 
nement gehören. ' 
_ Im Jährt iSX4. 



Dorfir dsr Krmu. 

Grofs - Tokmack 
Fetr opawl of ska 
No wogrigoriewska 
Klein Tokmak 
Popofka . 
Berestowaja • • 
Nikolajewka 
Andrejewka 
Tschernigowka 
MikaÜewka 
Tiinochowka 
Balka 
AuU . 

jj M I Troitskaja . 

■f»? l Tambowskaja 
i § 1 Spaskaja / ' 
^C^lKirüowka . 
I^Jefremowka • 




92/SfKt 



Abhandlungen». 



4»t 



^afsilijewkal • • • « • 
Skelka « J ... 

. SariUchantkoj^-Kutei **" ^'S ^"!* 

Wtfsselaja ... • J • • • •. 

Oliitoscliiiaja, dem Grafen OrUJf DeHi- 

» ' jog^ gehörig 

-^ — dem Admiral Mordwinaff 
gehörig . . . , 

Es giebt noch eidige andere Dörfer und 
einzelne Besitzungen^ die andern 
Edelleüten gehören iind die Ein- 
wohner' haben • • . 




Mfinnli- 

che 
Seelen 



-r 



486 
344 

551 
3S 



i8r 



. Bftnern. der Edelleute • • • • 
Bauern der Krone, mit Inbegriif der Nogajer 
'Teutsche, Italienische und andere Golonisten 
Mefmoniten • . • • « . . « \ • I9I13' 



3,191 

3» 191 

38,020 

i,6W 



; 47*209 

Kechnet man für die Weiber wenigstens ebenso riel^ 
80 hat man für die ganze Bevölkierung des Districts toi^ 
ßiielitopolf die Stadt Ordkhff nicht mitgerechnet, 94,418 
Sinwohner und dieser ganze Landstrich zeigte noch vor 
-wenig Jahren keine Spur v^n menschlicher Gesellsibhaft. 
Die Kegierung hat dort, wie in dem Koste von Taurien^ 
auf ser der Halbinsel , 3 bis 400,000 Dessä^nen Land ver- 
Icauft, die noch nicht überlassen waren. Diese Gründ- 
stücke sind im ?ahre T814 auf Vorstellung des Duc dd 
fiichelUu verkauft worden. Da es meistens teiche' Gut«'« 
besitter sind, die die^e LStidereien' gekauft halben, ^o 
fehlt es ihnen auch nicht an Mittel^, . sie zu bevölkem^ 
und ihr eigener Vortheil zwingt sie dazu.' Man darf al** 
so annehmen, daüs die Zahl der Bewohner in diesen! 
südlichen Theile des Reichs sehr schnell zunehmen winl» 
Blolse 'Einweisungen dieser LäUdmieu ...Würden »für ikß 



!) 



r 



4M ,Ahh€näluns0t!u 

Luid in keSmr Kückncht ebea^so TorCheühaift gewesei 
«eyii. Btam Iwt >deii Käufern «ec)is Jahre Fkist mit det 
Betahlung gegeiien ; das dafür einkommesd^ Oeld wirf 
Vax VerbekseruBg des Zustandet Ton Taiuri€tk verwandt» 



«Mi 



Sidi Harnet s Reisen nach Tombiiatu umd 
der neuen Stadt Wässanuh im Innern 
von Afrika. 

( FortMttanf Von S. §05 «sd teUiiA der Aiiuige t*& ^Sfij^*^ 
£o/v 9f th€ Amtri€mt^ Mrig CommtrcB «tc, im II. St&^ 

( Uli einer 'Charte. ) 

Vierter Aufschnitt. 

Sidi HamiV8 Reite nach Wassanäh. — Seine Anktnift difre^ 
und Betchreibiing dieser Stadt, des Landet and iTeincr Ein- 
weJuier. — Batclireitrans det gröttvn Fluitet » welcher bd 
ihr ▼^beittrSat.— Rückkehr nach Tombuttu, 

^Dai Alles ii^ Bereitschaft war, reis^telCi tiür 
von Tombuctu aus lungefähr zwei ^tvndeii lang 
immer südwärts nach dem Ufer eines Fikisses, wel- 
cher an dieser Stelle ^olihib genannt i^vird, und 
dessen Breite beträchtlicher war, als ii^ des 
Raums zwischen Mbgador und der Insel ( das ist 
ungefähr 500 Yards). Hi^i? war ein elendes Dorf, 
von Rohr gebaut, und in Sdüanym fast ganz vei^ 
sunken. Es fafste ung^fShr zwei hundert khnne 
Häuser in sich, hatte aber keine Mauern. Dann 
lenkten wir. uns gerade nadh dem Fltdüsüfer zu, 
und reis^ten seohs* Tage in einem ganz flacheu 
ebenem Lande da fort, datsuns imftier dieser Flvb 
rechter Hand zur Seite' und im Angesicht waik^ 
da er däa^elben Lauf mit unserem Wege nahttii 
u|»d un^fute RiQhtiuig nacl^ Osten zu ein wenig 
südwärts^ ^tiBg. BiMX kamen wir lu einer klei* 



Abhandlungen. 



4^ 



Ben, mit Rohr und Dornbüschen umaXimten Stadtf 
BimhinAh genannt, und verweilten swei Tage in 
ihrer Nähe, um um Mundvortätbe und unseren 
Thieren Erfaohlung' zu verschaffen« . Hier wandte 
•ich der FluCs mehr sildostwSrtS, weil auf der Oiit* 
Seite ein sehr hohes' Gebirg stand* Wir gien^n 
dazin von der Flufsseite ab, und setzten unsere' 
Reise durch ein gebirgiges , und sehr beheiztes Lan^ 
fünfzehn Tage lang mehr südwärts fort, wofauC 
wir wieder an denselben Flufs kamen. In jedec 
N^cht war es nothwendig; rings um die ganze 
Catawane herum grofse Feuer anzumachen, mli 
die reilsenden Thiete^ LoWön, Tieger und andere, 
welche wir fürchterlich heolen hörten, abzt^altesi«. 
Hier war eine kleine Stadt von Schwaben, die ei- 
ner andern Nation angehören, und die Feinde d^ 
Königs "von Tombuctu iNraren, aber freundlich gck 
stiint gegen den König von Wassaäak. Da sid 
niehf zahlreiqh waren, thaten sie uns Nichts' z^ 
\>Xeide, und gaben uns'füt Waaren so. viel Korn,, 
als wir nöthig hatten, und zwanzig Ochsen, Wir 
sahen auf der andern Seite des Flusses eine grofse 
Menge bewaffneter, fast ganz nackter, Neger, welche 
f eindseelig zu seyn schienen. Sie> konnten abet 
nicht über den Fltzfs, um uns anzugreifen. Wir 
«ahen auch zwe| sehr grotse Dörfer, ' %ber von 
Mau^rrn umgeben, wie die andern^ bei dtaen wit 
vorbei gekommen waren. Wir machten hier 
Halt , Hefsen unsere Kameele utld Esel fünf Tage 
ausruhen, nnd giengen dann vorwärts drei Tage 
lang in e;iner fast südöstSiobeii Biöhtung^ so daTs 
unser Weg sich wand wie der Lauf des Flusses. 
Oasn mufsten y»x über ek» tebx hohe« Gebitrg fei> 

Gga 



> ' 



494 Abhandlungen, 

f 

tat ; wosu wir s echt Tage liratUDliten , «nd als wir 
auf der Spitze desselben waren , ^nnten wir ein» 
«dir lange Kette hoher Berge iai Westen sehen. 
Die Berge, über die wir kamen» Waren mit -sehr 
iprolsen Bäamen dicht bedeckt, und ^s hatte an^ 
ÜMcrst ^iel Schwierigkeit, hinauf- und hinabzukom- 
men; allem wir konntm keinen andern Weg neh- 
men, denn der Flufs hatte seinen Lauf an der 
atettea Seite des Gebirges, Als wir endlich über 
dasselbe hinüber waren, kamen wir wieder an das. 
Ufer des Flusses, wo er sehr eng und mit Felsen 
angefüllt war, an welchmi die Wellen fürckter* 
lieh sich brachen. Als wir dann einen guten Pfad 
gfffonden hatten» hielten wir uns jeden Tag ein 
wenig südöstlich, zuweilen m^r östlich, dann 
wieder südlich. Auf diese Art gieng unsere Reise 
nach Verlassung der Berge zwölf Tage nach ein- 
•ander fort^ während welcher 2eit wir den FluXs 
last jeden Tag uns zur rechten Hand geSehoa 
hatten und über eine grofse Menge kleiner Flüsse 
•geätommen waren, die sich in denselben ergiefsen* 
Er war j^tzt sehr breit und schiwi tief zu a^yn, 
filier sahen wir viele ausgehöhlte Bäume, den Boo« 
ten zu Tfmihuetu ähnlich, die gebraucht wuarden» 
-um Keger über den Fluüs zu bringen, wobei man 
mit flachen Stücken Holz ruderte. Wir sahen 
•auch die hohen Berge auf der Westseite des gro- 
üsen Flusses sehr deutli^. Nachdem wir an der 
•Stelle, wo man überfährt, sieben Tage liegen g^e» 
blieben waren, seis'ten wir funfzeben Tage a&- 
•haltend fort, fast immer Angenchts ^es Flusaet. 
Als wir uns den Mauern der Stadt Wassanah nä- 
imrten, kam der £önig mit einer grolsen Arme^ 



AbhaHdlungän* 4tS 

die aut allen seinen Soldaten beitand, . heraas mid 
unc entgegen. \ Da er aber fand , dafs wir bloCt 
tiuf Befehl seines I^reui^de« Schegür, in Tomhuctui 
und mit Waaren, die demselben angehören, ge4 
iKLomnien waren, um hiär zu handdn^ lud er un« 
#ern Anführer und die ganze Gaimwane ein^ sich 
unfeinen viereckigteti , eingeschlosstaen Platz in 
Aex Nähe der Stadtmauer zu begeben^ Hiec bliebeu 
-wir zwei Monate und verhandelten unsere Waa* 
xea gegen Si^läiren, Gold, Elephajatenzähne u. s, w» 

« ,,Die Stadt fVassanah ist unfern dem Ufer dea 
!E3.us9es erbaut, welcher im Süden vorbeiiströmt, 
^wischen hohen Bergen auf beiden Seiten, jedochi 
nicht ganz dicht am flusse. Dieser ist so, breit» 
dafs wir einen. Menschen, der am jenseitigen ufex^ 
stand, kaum sehen konnten. Die Einwohner von 
Tbm^cm nennen den Flufs JoUbiby und die von 
tVassanah nennen ihn Zudi. Die Mauern der« 
Sjtadt sind von sehr weitem Umfiu^g und aus gxo« 
fsen Steinen gemacht ^ die übet einander gelegt 
'Sind, wie in den Mauern, die man in der Provinz 
JfähHah in Maroko sieht, aber ohne Thon od«c 
Lehm dazwischen. Sie sind sehr dick und fest 
und weit höhefr^ als diii Mauern Tambuctus. %s. 
ward, mir Erlaubt,, in Gesellsobaft von sechs Ne-. 
gern unt' ti^ he%um.i(U gehen, unct ich brauchte ei« 
nen.g«Kföen Tag, dazu. Diese Mauern bilden ein 
Quadrat, uxidyivif jeder Seite ist ein grpIiesThor» 
Das Land um die ga]^z0< 'Stadt herum ist bearbei«^ 
tet und trägt Gerste, Roggen und andere Pfla»-. 
zen. ^ Dicht am Flusse hin ist es mit Keils be^ 
d0ckt. Auch sieht, man da eine gtofie MengCl^r^xl 



^a6 AhH^nälungen. 

Ochsen» Kfihen und Eseln, die znr.Sudt gehSren, 
aber keine Kameele, Pferde, Maulesel, Scfaaafe, 
Ziegen. Um die Stadt nad iia ihr ' giebt es einen 
lleberflufs von gesprenkelten Hühnern , und daher 
sind Eier in Menge xa haben. Nicht der ganzen 
, Mannschaft der Carawane ward der Eintritt in die 
Stadt erlaubt, sondern blofs Zwanzigen au^ Ein M^^ 
«nd Alle mufsten noch ror Nacht wieder 



' »yWir waren länger als ein«a Menat dort ge- 
wesen, als die Reihe an mich kam, hineinzugehen. 
Ich fand, dafs fast der ganze Raum innerhalb 
der Mauern mit Hütten bedeckt war, die ans ei- 
nem Gemäuer blofs übereinander gelegter, und 
nicht durch Thon verbtbid^ner Steine bestanden, 
und aus £k>hr, welches oben darüber lag, und 
wiederum bedeckt war r^m Laube des Dattel- 
oder Pklmbaunlet, oder eines anderen Baumes, der 
dem Dattelbaume sehr ahnlich ist und eine 
Frucht trägt so grofs, wie mein Kopf, welche ei- 
nen weifsen und an Süfsigkeit die Mäch über- 
treffenden Saft hat. 'Da» 'Innere dieser Frucht ist 
hart und sehr geniefsbar» Die Bäume, welche 
diese ansehnliche Frucht tragen, wachsen in die- 
sem Lande im 'Ueberflus6#, und ihre Fracht ist 
etwas ganz Ciemeines. ^yrisohen den Hütten der 
Einwohner sind enge Gäfschen. Der Xödig oder 
das Volkshauj^t wird CHihu (Oleehoo) gexftmiti wel- 
ches in der Neger^rache beibt guter Stcltan» Er 
ist ein sehr lalftger und noch gstnis junger Mann. 
Seine Wohnung ist ein gtolses Tiereckigtes und ho- 
hes, steinerne» Gebäude, in dessen Mauerwerk die 
Spalten oder Oeffnungen mit etwas Weifsism wie 



Ahhandlung^^. 



¥f 



lCa!k, aufgefüllt sind* Maa erlaubte mir ien Ein- 
tritt in diefs If aus nicht , und sagte mir, er habe 
ftnndert itod fünfzig Weiber oder n^h mehr, und . 
zehii tausend Sclaven. Er trä^t ein weifses H^ihde^ 
fetrt so eins, \frie hier in Mogador Herr Wilkhire 
trägt 9 und lange Ueberziehhosen, die ebenso ge- 
macht sind^ wie Eure und orangeg^lb gefärbt (die 
ich eben daxnals trag, waren gemeine, weite Matfb- 
eenbeinkleider). Er hat über seinem Hemd, ei« 
nen Kaftan oder ein Kleid xait Aermelil, aus ro« 
thapoi Tut:he gemacht und von einem Gürtel oder, 
Bu^de umgeben, der den I^aun^ von der Brust bis 
zur Hüfte bedeckt und aus seidenen Sphnupftii« 
ehern von allen Farbext gemacht ist. Auch. trägt 
et um seine Arme und Beine geWu'ndene Schu^« 
teq' von schön gefärbter Seide. Sein Haar ist ifli 
kleine Zöpfe gebunden und auf dem Kopfe trSgt 
fit einen sehr hohen, aus Schilf gema^chten, Htft| 
ütlT sehr schön gefärbt umd mit Federn g^schiiiü^ki 
ist:^ An ddh Fülsen hat er Sandalen, die mit gol- 
d'enete Ketten aufgebunden sind, uj(id 0ine grofsf» 
goldene Kette üb^r seiner Schulter , 'mit einem über 
sdffier^ Brust hängenden, Sti^us von allerhand 
SdÜkvLckXbunch ofömamentsyy aus glänzenden Stei« 
lien und*Mu^heln gemiatht, 'die das Auge blenden, 
und ak der Seite trä^ er in einer goldenen Scheide 
einen ^ofsen Dolcli. SrJ reitet auf dem, Rückett 
^ines ungeheureU Thiieres, das drei Mal 86 dick 
und noch ein gut 'Th eil höher ^ aji mein ^ofses 
Kameel ist, mit einer sehr langen Naie und gro- 
fsen Zähnen und fast so schwarjs , wi^ die Negei^; 
£s ist \ so' stark , dafs es , v^renn 'es iloll wird , hun- 
dert Menschen in einer Mipute tödten kami. Diefs 



1 



fflg Ahhun'dlungen^ 

ist dasThier, in welchem die Zähne wachfes, ditf 
wir von Tonibuctu nach JVidnun. bringen, weld&e 
. Ihr Elephantenzähne nennt. Und diefs war dae 
Einzige von dieser Thierart, das ich in Nator .sab, 
mber sie sagten mir, diese Thiere seyen sehr häa- 
fig in der Gegend von IVassanah am Flusse hinah. . 

^Xy^t König von Wassanah hat eine Gard^ von 
zwei hundert Negern zu Fufs , von denen hundert 
mit Musketen, fünfzig mh langen Speeren und 
fünfzig mit grofsen Bogen und Pleilen bewafihet 
dnd, Alle aber lange Messer, an der Seite tragen. 
Sie sind überall, wenn er auf seinem Thiere aua- 
reitet, si^e , Begleiter. Er hat aud^ eijie sehr 
•tärke Armee, und seine Soldaten fechten mit 

^ Schiefsgewehr , Speeren, Bogen und Pfeilen. Die 
Stadt hat zwei Mal so viel .Einwohner, wie Tom-- 
huctUf. und wir sahen eine grofse Men]|e Dör^ 
fer in ihrer Nähe auf der andern Seite des flua* 
nes , auch verschieden!» kleine Höfe auf 6ieK 
nämlichen. $eite tiefer.^ Weder der Köni^ ,nocfa^ 
das Volk beten, wie d^e Moslenun^ sondern sie 
springen, hinkend herum ^ und fallen ni^4er. und 
bei^in Tode eines Freundes zerr/^ifsen sie ihr Axulitz^ 
als ob sie toll wären, und ie4^ Mal^ wenn sie den 
Neumond sehen, stellen sie ei^.grofsets Fest an und 
tanzen die ganze Nacht, zu eine^ Musik,,, die aas 
Gesang und aus deip Schlagen gewisser, über ein 

hohles Holz gespannter^ Häute und aus dem Schüt- 

teln kleiner, in einen Beutel oder eine Muschel 

« • .... 

gethaner. Steine besteht. Aber sie köxmen wedec 
)esen, noch schreiben und s^id HeideiL Obgleich 
freien £inwohner dieser Stadt das Laster des. 



Ahha7tätung0iC 4S9 

Stehlen« nicht haben und sehr gaistfrei sind, so 
boffe ich doch, da£s die Zeit sich nähere, wo die 
.IRechtgläubigen und« die Gott und seinen Prophe« 
ten {ürchten, sie z\xxa wahren Glauben bekehren 
oder sie ganz av^ e^em so schönen Lande hin* 
-wegtreiben yyerden. - ; 

jiDie yorirehmen Einwohiier von WiäsanaJt 
sind in Hemden Von weifsem oder blauem Tuch 
gelcleidet mit kurzen Ueberziehbeinkleidern; und 
Einige tragen noch iütber das Ganze ein langes 
Oewänd, und um dasselbe einen Gürtel von ver- 
e'ehiedenen Farben. Die freien Negerinnen in die- 
eet 'Stadt sind fkst alte sehr fleischig ,' und sie 
kleiden sidlfih.ein blaues oderSveifses einfaches 6e- 
irtrandy das über dem Unterleibe Von einem Gür^ 
tel von allerhand Farben zusammengehalten wird. 
Sie tratgi^n eine gtofse -Mefnge "c^chiliüct von ^ Gold 
und Perlen^ und*'* Mttschelü, ^die in ihren Ohren 
und Nasen hSngen/'^uä«^' an ihtfen" Hüften j'-Aer- 
^^f Knöcheln und An ihr^hi ^nzletl Haupthaar. 
'"Aber" die Leute ' der Srnleren Class^ siitd blofs um 
'ihwifendenf mit ^Än^m Tuche bedeckt, welckei 
kUf dem Baume wächst, der die^ick^ lP]:^<dit trägt^ 
Ton welcher - ich Euch vorhin gesagt hdbe, ♦) - 



T! '. 'j, i. r.io 



i»Die<.29£innlichen Scl4.ifeii' gehen gan;^. nfpkt, 
aV,er iden, weibliclien^g^bt man -ein Stücjk v,qa }e* 
p^m :?^uch, um ihre BlöJso/rZ^. bedei^ken. Di|$ 



.•■,«•.'• 'l - V . •< , I*, ' ' 



■» 
4 



*)' Däfs bier' die 'Cocosnurs gemeint «ey, ist uiibeiwei- 

" ' '' feit; kiley macht aber hier eine Note , und' xtigt 

evftt lang und breit, dafo sie gemeint sey, und warum« 



43» 



Abhandlungen. 



Menge der Sciavea ist sehr grofs, tmd "^ele voa 
ihnen werden gefesselt. Sie werden mit Bear- 
beitung dei Landes ntn die Stadt lieram besdiäf- 
tigt. Die Einwohner fangen eine grofte Menge 
Tische. Sie Tiaben Boote , die än9 grotsen ausge- 
höhhen Bäumen gemacht sind , welche zebn, fosf- 
^ehn 4>de^ zwanzig ' Keger in. sich fasten, und der 
9ruder des Königs sagte Einem meiner mich b^ 
gleitenden Glaubensgenosse^ der ihn verstand, (dam 
ich konnte ihn nicht verstehen) , dafs er in. einigen 
Tagen m^t secbszig Booten eine Reise den Flnb 
hinab mac|;i^n werde, um fünf hundert Sclaveip 
^um großen Wa^ep, (Oceane), wohin ihre Ridi- 
tung erst südlich, dann westlich zu nehmen le^, 
zum Verkauf .zu. brii^gfn, weil man d(Ht in gB^ 
fcen Booten, viele Weifse antreffe, welche Mi^ 
keten, Fulver, Tabajb« blaues Tuch, und 
Messer, un^ /iergle^chen bringen« >£dr sagte, ^ 
sey* eii^ weiter )/Veg, -ni^d er werd^ drei Monate 
9u dieser Hßise brachen, un4 erst nach :|wanzig 
jkiloiiateil .werde, er wieder in %tine:$tadt i^ojrudt- 
kiebren können « ' aber da^ei, sehr: - reich, werden. 
Ich fragtet dep E^bler hier,' wie i^iel. Boote woU 
auf den^ Flusse bei Wussanah leyen» nnd er ant- 
inrortete mir: „Eine grofse Menge, wenn ich nicht 
irre, drei od6r vier hundert! Aber einige sind sdur 
-Hein. Wir sahen eine grofie- Menge dieser Leuten 
welehe 'mit Sclaven und Blephantenzähnen dte 
Flub hinabgereis't waren, um zum grojsen Was' 
ser zu kommen , nnd nun wiederr zurückkamen* 
$iQ sagt^i das weiTse Volk lebe in grolsen Boo- 
ten^' und habe Schiefsgewehr so dick, wie ein 
Mettsoh, %dt^s ein Getös' wie Donner mache; 



/ 



r 



Ahhmndlüngen^ 431 

tmd woU ^ie ganze Mannschaft v^n hundert Ne« 
gerboeten Wld vernichten würde , wenn sie ihaai 
zu nahe käm^i." Wir sahen ixa Flusse und am 
Ufer eine grofse Menge. Fische mit Beinon und 
ei&em gröfsen Maul» und diese sprangen' augen^ 
blicklich in's Wasser, wenn sich ein Mensch ihiusB 
näherte, aber man sagte uns, da£s sie oft Kinder 
und selbst Männer von den Booten in's Wasser 
ziehen. Die Neger sind sehr liebreich, und sie 
^aben uns stets mit Freigebigkeit, wenn wir 
hungxi|^ waren, Gerste^ Korn, Reifs, Milch oder 
Fleisch, ob wir gleich keine Sprache redeten, die 
sie verstanden, 

„Während wir bei Wassanak lagen ,, regnete es 
fast ledenTag. Nachdem wir alle Waare», die wir 
dahin' brachten, verhandelt hatten, nahm der ScheU 
toa drei hundert Sclaven und eine grofse Menge 
Elephantenzähne, funkebide Steipe, Musdbeln und 
Gold: mit diesen Dingen reis*ten wir wieder zu- 
rück und kamen auf demselben Wege nach Tojh^ 
i^ctU9r zn welcher Reise wir drei Monate braucht 
ten« Acht Monate aber waren bei unserer Rück-* 
kunft verflossen seit der Abreise nach Wässanah. 

„Bei* meiner Ankunft* in Tcmbuttu wurden wii; 
vom Haüptmanhe der Carawane, dem Verspre- 
chen gemäfs, bezahlt, .und wenige Tage nachher 
langte uort eine Carawane von Tunis an , an wel- 
ch.e wir uns anschlössen, um mit ihr desselben 
Weges in unsere Heimath zurückzukehren.*' *) 

y 
• • ^ 

'"*) Hier schiebt Riley sine lange Bemerkung ein fibey 
dti» , nach seiadl I^eiumf mai Hamttu Bericht tu 



r 



43t Al^hanilungen. 

Fünfter Abschnitte 

Si4t Hsmei*» Rftckrcii« Yon TomUietu saQli Jäar»ho m,nt 4Ur 
örtlichen Rout«:— • Baschreibnnf 4«' Sahara und de» 
Ij«ndes zu beiden Seiten dertelbea.— Blutiges GefecM 
niit ttrelfenden A*»berm. 

„Die Carawane, an die wir uns in Tombuctit 
uiichlossen, war eine sehr grobe , und gehörte ^/^ 



gründenden geograpl^sphcn Hypothesen» durch de« 
ren^ wie er, sagt , in den befsten vorhandenen Char- 
ten {afttr examining tht best mapi extant) sich findende 
Bestätigung er bewogen wird, Folgeüdes beinahe fSr 
gevriEs anzunehmen : 

1) daXs die Samara auch auf der Südseite viel ho« 
heres Land sey, als das anliegende; 

2) dafs der Fluls Cozen' Zair in den Bergen, wel* 
che die Sahara südlich begränzen, entspringe, 
dafs diese Berge wahrscheinlich der nördliche 
Arm der ausgedehnten Kette seyen, in weloher 
auch der S€negaif Oambia und Niger ihre Quel- 
len haben I und dafs der genannte Flufs ein Arm 
des Niger sey , welcher ostwärts einige Hundert 
Meilen bis Tombuctu laufe , in dessen Nähe er, 

'-. verstärkt durch viele andere, den Naihen Jalihih 
bekomme und unge^ihr 250 Meilen von Townm 
huctu, immer ostwärts ströme , dann aber, durch 
Berge gezwungen, sich mehr südostwärts wende 
und in ^dieser lUchtung ungefähr 50O Meilen weit 
einen schlängelnden Lauf habe , und dur<^h man* 
cherlei Hindernisse , durch .welche er sieh Bahn 
mache, gehemmt, endlich einen Wasserfall bilde, 
'den 5idi Hamtt unter dem oben beschriebenen, 
mit Felsen angefüllten, Flufsbette und „fürchter- 
lichem! (most dräadfuüx) Brechen der Wellen^' 
verstehe; 
5) dafs der Flufs von diesen Wasserfällen Sti er»! 
südostwärts^ und dann mehr südfwarts gehe, bis 
et nach ungefähr 600 Meilen Wmsanah crrei* 



Ahh^anälunßen. ^33 

igter, Tunisr TripoH mid Fez gemobEnidhaftlicfa aa» 
/Sie blieb zwei Moasie bei TomJmctUj und kaufte 
awei tausend Sclavoi .undgrofse QuantitSten Gold- 
•.«taub9\Blephasitenzäline» Turbane» goldene Ringe 
und Kett«B, und Gununi Aber Seid Und ich haU 



«lie, wo et von Einigen ^olihiby von Anderen 
Zadi genannt Werde. (Man selie die beigefügte 
Cbayte.) 

4) dars das gropt Wtuset^ sn welcbem die Eini 
wobner JVas9anSCs er^t «üdwärti, dann weit* 
wärts gehen , der Atlantische Ooean seyn miiMey 
wobei nach der angegeben^i Zeit, von 3 Mona- 
^n, die sie zur Reise brauchen , die ganze Lan- 
^e des iPIusses über 4,000 Englische Meilen au- 
fschlagen werden kSune, Wenn man ein Drittel 
auf die Windungen des Flösset rechae, und die 
•Schiffenden auf einem so reifsenden Strome je- 
den Tag 30 Meilen ^nrücidegeii lasse; 

K. ^ daTs dieser Flufs in seinem iLaufe ostwärts durck 
hohe Berge in den CentralregioneB dieses un- 
erforschten Continents gehemmt und südWärta 
zu gehen gehotbigt werde, dafs er süäwä^s längs 
iiinab zwischen jenen Gebirgen fortgehe, deren 
Von Sgnegal nach dem Meerbusen von Cuifum^ 
"stck erstreckend^ .und diesen Meerbusen um- 
gebende Kette schon bekannt sey , luid . dafs er 
immer mehr verengt und eingezwängt werde 
durch }ene unermefsliche Bergkette^ in welcher, 
wie bekannt sey, der NU seinen Urs|>rung habe, 
^fs mithin sein so gedrängtes iznd immer hö» 
^er stehendes Wasser (nachdem er zumal eine 
Menge anderer Ströme in sich aufgenommen) 
i?ndlicb über 'die westliche und schwächste Bar« 
Here der Gebbree hinausbrecbe , zum Fufse der- 
eelben hiuabstürze, sich den Weg immer weiter 
WQslw&rt« zum JilantiMk§n Meetel bahne ^ und 



/ « 



I 



♦ 



tm mir lyuwrn' znrei Kan^ievl^t ivad divro wvjm 
blofs xnit eiuigeHi iänumni beladen, welches 3€m 
Na$9ar^n^ dem Scheik der Tuaiser Abtheilung def 
Ctlrawane ff hörte» Denn die ganze Carawanf 
hatte drei ^cfaeihs. Als AUet in Bereitschaft war, 
brachen wir von Tombuctu, auf und reis'ten est* 
nordwärts «wanzig Tage l^ang durch- ein gebirgi- 
ges Land, eine grofse Menge kleiner Flüsse pas- 
tirendy welche nach Süd und West dem grojjen 
Flusse zueilten, da es fast jede Nacht wühr^id 
unsers ganzen Anfenthaits cu Tombuctu sehr stärk 
.gere^bet hatte. 

^AIs wir so zwischen den Bergen und Bäumet 
hinreis'ten, sahen wir eine grolse Menge kleiner 
iStädte. oder umzäcmter Orte, von denen die mei« 
«ten mit guten, steinernen Mauern, einige eher 
^it einem Zaun von Rohr und Oorngebüsch ein- 
ge&fst war^i. Der Boden dieses Strichs ist sehr • 

* 

gut, und Korn wächst im Ueberfiusse fiuf dem« 
soften, auch einiger Reifs und JQattebi« Wir sa« 



endlicK ttichts Andexes sey, als de^ Flufs, der 
jetzt den Niimen Ctmgo hat. 

Indefs tst scbleckterdizigs nicht cn begreifen , wie 
•ine •olcbe Peductioa durcb HamttU Bericht und 
dvurck die bi^herjgen, in jenen Regionen so^ ganz ohne 
Auskunft lassenden, Charten soll bc^^ründet werden 
können, viebnehr scheint es, als ob Riley ffich in 
H]nP^^^c>^ gafalle. Ich habe zur helleren Ueber- 
eicht |von Ril^'^s Conjecturen seine Charte von die* 
cem ..Theile ven AJHha nachstechen lassen, und ge- 
wiTs zuiu Oaake unserer Leser hier bj^üg^iigt. 



•> « 



in^ atrch: einige Qc^^to , SchaiJ« mA E^el» tkni 
ivenige Ffeide« Die l^inwöluier sind mit Ntp^em 
vermischte J^auvcn ui^d Araber, fa^t te «chwarz, 
wie völlige Neg^r, ^ Alle cind von unserer eigenen 
Bieügionl Sie s^ni sehr rüstig<e und wilde Mäa^ 
Ber> doch enthielten sie sich aller Feindsee^lgkei» 
ten gegen uns u^d verkauften uns Alles ^ was wir 
^au<^ten , zu eihem billigfsn Preise. Sie tragen 
keine Kleidung aufser einem Stück Tuch um ihrein 
Unterleib, und die Weiber haben an den Arm-» 
uiid Fufsknöcheln Ringe von Knochen oder £}fen^ 
bcin, und im Haar ernige perlenartig:e.Kügelchen4 
£s ist friedliches Volk , das die Carawanen nie an«, 
greift 9 wen^ü diese nicht selbst versuchen, es za 
berauben* Die Mäntier^ sind mit Musketen und 
langen Messern, mit Bogen und Pfeilen bewafiEnet« 
Wenn sie sich genöthigt sehen zu kämpfen, so 
thun sie es mit der gröfsten Wildheit , und ma<^n. 
nie Gefangene oder nelimen Pardon an, und ve2>- 
theidigen blofs ihre Rechte. Einige unserer Mit* 
2*eisenden in derr Carawane erzählten , idafs vor 
nur wenigen Jahren eine, von Tombuctu nach Tu'- 
nisy Algier Uv s. w. Zurückgehende, Carawane bei deij 
Durchreise durch diefs Land ungefähr vier hun- 
'dert der Eingebornön überrumpelte und ge^ngen 
nahm, und dieselben als iSclavea nebst einer gro» 
Xsen M^^e yen Vieh und Getrai^e mit sich fort» 
führte nach der grofsen Wüste hin. Aber die Ein* 
^bomen rotteten sich zusammen, und höhlten 
%ie Nachts, nicht weit von der Gränze, wo die 
Wüste anfängt, ein, und metzelten ^ie gaJaza 
Mannschaft der Carawane jämmerlich nieder, ob* 
gleich dieselbe^ mdür als zwei tausend Maj^ stark 



n 



4^ *A*h'mndlungen. 

m 

imd wtAl'bewaf&iet war. • Blofr nngefalir funfeig 
f on dersell^n entlcamen-y «nd langten glücklich 
kl 2\im> tti » tim diern schreckliche Schicksid za 
Terkünden, und dieft gelang ihnen hlofs daduxtli,' 
daf« sie die schnellsten Katueele ritten« 



■ I 
ii 



Nachdem wir xehn Tage lang zur Crqmcknng 
unserer Kameele in einem schonen Thale, wo sich 
zur TrSnke ' für sie ein herrlicher Wasserstrom 
fland, liegen geblieben waren und die SfLcke mit 
Kohlen gefüllt hatten, reis*ten wir weiter auf die 
Sahara hinauf, und hatten unsere Richtung auf 
dem ^flachen Boden' immer nordwärts. Wir kamen 
zu einigen kleinen Thälern, wo die Araber sich 
mit ihretf Kameelen einquartieren und von der Milch 
derselben leben, und sich das gelehrteste, tugend« 
hafteste und Religiöseste Volk in der Welt zu sejn 
dünken, und auch das glücklichste von allen, ob 
sie gleich weder Brod, noch Fleisch, noch Honig; 
noch irgend eine Bekleidung haben , als ein^i um 
ihren Unterleib gebundenen Lumpen, und blofs 
ein herumschweifendes Leben führen und unter dem 
Obdach von Zelten leben. 

Wir reis*ten nordwärts achtzehen Tage lang, 
und kamen dann zu einer bekannten Tränke, die 
IVeydlah genannt wird. Hier war eine grofse 
Menge Wasser in einem Suippfb, aber es war 
.schwarz und ganz salzig, so wie das Wasser in 
den Teichen nicht weit von der Meeresküste. Es 
war ein sehr todtes und stitikende« Wasser und 
schmeckte nach Schwdfel. Mian sagt, der Sumpf 
sey sehr tief in der Mitte ^ uad man wisse nichts 



Abhandlungen^ 43^ 

flafs er J€|xnals ausgetrockcet sey. Er war fest gan^ 
überdeckt von einem dicken grünen Schaume,, 
Wir konnten viele Spuren der wilden l'hier^, deif 
Tieger und Löwen j in der Nähe dieses Wassers 
•eben. Wir hatten eine grofse Menge dieser Thiere 
auf unserer Reise nach TVassanah und 'als wir von 
Tombuctu meine nach Osten kamen, geseifLen. 

Unsere Carawane bestand aus ungefähr funf- 
xehn hundert Männern, grörstentheils gut bewafif'^ 
net mit Doppelflinten und »Säbeln , und wir hatten 
nngefäHr vier tausend Kameele^ Bis zum nächstea 
Teiche war 'die Reise noch sehr weit, daher blie* 
bcn wir hier sechs Tage friedlich liegen , in einem 
Thale in geiinger Entfernung von jenem Sumpf* 
uns lagernd. Wir hatten die Kameele stets sich in 
einen Kreis legen lass^en , so dafs unser Gepäck 
iämmtlich in der Mitte lag, und die ganze Mann** 
•cl?aft zwischen dem Gepäck und den Karaeelen, 
Wir liefsen zwei hundert Mann Wache' haltex^ 
die auf )edes Ereignifs gefafst seyn mufsten. In' 
dif^r Nacht des sechsten Tages, tmgefShf zwei Sltun«* 
-den nach Mittemacht, wurden wir von einer sehx 
grof^n Schaai' schweifender Araber angegriffen» 
Sie waren schon bis in die Entfernung nur weni* 
.ger Yards uns genahet, ohne dafs man ihr Rom« 
xAen gemerkt hatte^ undi gaben nun ein schreck«'' 
lieh verkrustendes Musketenfeüer auf uns, zu glei*' 
^her Zeit wie biungeri)de Tieger auf uns sich sttlri 
zend, mit Speeren und Säbeln iti ihren Händen, 
mit fürchterlichem Geschrei. 

Einen Augenblick brachten sie die ganze juara?. 
wane in grofse Verwirrung^ Aber wir waren in 
N. A, C.E. JLBdi. 4. ir. , Hh 



■/ 



^ 



^33 Abhandlunff0n. 

einem dichteii Kreise, den die Kameele machten^ 
welcher« mit Beistand der Wachen sie eine kürzt 
Zeit von uns noch abhielt , hi« wir Alle die Waf- 
fen ergriffen und uns vereinigt hatten. Nun ent» 
itand sogleich das all^grimmigste Gefecht. Dec 

Himmel war bewölkt und sehr dunkel* Nur die 

■ " • • • ' • 

flammen, welche die Musketen ausspieen, ge- 
währten noch ein schwaches Licht, während ihr »> 
Knallen und das Klitren der Schwerdter, nnd das 
Geschrei der fCämpfer, vmd das Brüllen der ver- 
wundeten und erschreckten Kameele^ nebst dem 
Geftch2 der verwundeten und sterbenden Männer, 
den furchtbarst^ nnd granenvollsten Anfrubr be* 
vrirkten^ der gedacht werden kann« Das Gefepht 
dauerte ungefähr . zwei Stunden , Arm gegen Arm 
und Brust gegen Brust. Dann mubten unsere 
Feinde sich zurückzi^en und auf Einmal flohen 
sie und üefteii ihre Todten und Verwundeten auf 
der Wahlstatt. Wir blieben, mit den Waffen in 
dar Hand, di^Se ganze Nacht hindurch wach. Ida 
war durch eine« Kugel in meiner HiifN» ireiv 
wundet , und Seid von einem Dolche iil seines 
Brust. Am Morgen tählten wir unsere Manner» 
und fanden^ dafs zwei hundert und^ drei£sig g^ 
tödtet, und ungefähr hundert verwundet waren^ 
Drei Hundert der Kameele waren entweder getöd- 
tet oder so verwundet , dafs sie nicht . gehen keim- 
ten, darpm tödietea wir sie selbst. Wir fanden 
sieben hundert ynserer Feinde wi dem Boden 
liegend, > entwedqr todt oder verwundet« Die, wel* 
che gefährlich verwundet wareti, tödte^en .wir, nm 
thnej) die Quaalen zu ersparep, und die Anderen, 
welche noch gehen kbnnten^ nahmen wir* id» Scla- 



r • 
\ 



/ / 

I 



Ahhanälung^n» ^f^ 

yeti nait mii* Die Zahl dieser bali^f* iich «Sf 

\W9e^iß^r hxxmäetu Ctt'tdie Feinde flöhen, ' nah» 

.inei^ sie alle ihre guten Kaftneele mit aich; deAn 

.■t^ la^tten^eielben unfern stehen lassen, so daf« 

vrir nw etwa fünfzig von den , schlechtesten jiodi 

£^.d?n, welche wir. todtetea. Aber- wir erbeute« 

ten Kwei hundert und zwanzig gute Di^elflinletn 

.^e auf « dem Sphl^chtfeld^ lagen« » Auch ungefähr 

yjfiir. hundert Säbel qdei^. lange Messer erbeutete|t| 

-wir. YcMUtdensOeÜGuageiien ward uns gesagt, da£i 

sdie Gesellschaft « ' welche .uns angriff, ungefähr 

^Xr ta^si^nd;: stark «ey, umd - idafs sie au die* 

ßem Angriffe M drei ' Monate* lang sich vorbere^ 

tet gehabt« . . , . , • 

Wir fürchteten uns vor eineih wiederhohlten 
Angriff, und brachen desselben Tages aiif^ reis*ten 
Sie ganze Nacht hindurch^ nah'itleh eine; von des 
gewöhnlichen der Garäwä^ien äWeichende, Sich- 
tung nordöstlich , und kamen nach direi und zwan« 
zig Tageh zu einem Orte, weicher die Acht Tei* 
ch^ genannt wird , wo Wir Ueberflufs guten Was- 
aers fanden. Fünfzig von unsern Männern und 
' 2wei und zwanzig Sclaven waren gestorben» 

VSit blieben in der Ntthe Ai^fä^t schönen Tei^ 
che eilf Tage, wo tinsere Kanaeele^ da» Oebüicll 
In den nahe. dabei liegenden Thälern abweideten» 
Dann reia'teui^mr' nordiwestwärts und kamen am 
zehnten Tftge.safh 7V&^i, einer guten Tränke» 
Die letzte» dr^ Tage mufstea wit durch tiefen 
Sand waien^ gleich )eneitti » diatch den wir ftüf 
der Reife, vom tPUHuw^^t Üfiamen^ Wir bliebM 

fejrei Tiaq/t^ ufad xeis^tt l^nJä nortM^ ^k 

Hh I» 



/ V 



/ 



.ButtdUltiid liiaab und kamen ixxx.9i9At Guj^lA, 
^fatem zu Tufät gehdrendM klemeat» fe^en Qi^ 
Den fanden wir im Ueberflntte Früchte vtnA gtt* 
tet Wasser, Fleiich und Mileb. Wir btelte» 191 
dort sehen Tage auf ^^ und dann verlieb . uns di^ 
nach Tripoli gehende, Ahthellttug der Carawaee 
und giesg ottwärta durch ^e Berge» und des 
übrige Theil machte nordostwSrtt eine zwoH* 
Aägige Reise nach Tk^ggunmhf dicht aici einem Ge* 
ftirge in der Näheres Fluiset Tegsäh hin, vrel- 
eher sich^ wie man sagt, nahe bei Tunis bfi 
Meer ergietst. Hier blieben wir fünf und zwanzig 
Tage und die Tonise» Carawane trennte sieh 'toä 
una. Tuggurtah istitine sehr grofse Stadt, mit 
hohen und dicken Mauern, befestigt, und ha| eint 
grofse Menge Einyirohner , die sich Alle zur yrahri^ 
Religion bekennen , und einp grofse Menge schwar- 
zer Sclaven und auch einige weifse. Nachdem wir 
hier fünf und zwanzig Tage geruhet hatten, gten- 
gen. wir nordwestwäru durch ein sehr/ schönes 
Land, voll von patteU und Feigenbäumen und von 
Hornvieh, Ziegen, Kameele«, Schaafen und Eseha, 
/Wir reis'ten dann zehen Tage zu den hoben Ber* 
gen, wo die Algierer Carawane sich von uns 
trennie, und wir,, nur noch achtzig Mann Stack wa* 
Ken imd mit ungefähr zwei hundert Kjmieelen nadi 
fpz gienji^^n. Wir reis'ten dann iLber das gx^ 
pebirge, wj^lches, wie uns versieheif ward, an 
demselben Kette gehört, die wir ganz nahe hm Mimr 
rokko n^d in Suse saheft (den Atlas), und aw^ Mo- 
nSite späteur kamen..wir äxath^Fez, w« der ganze 
Rest der. Carawane Uieb und^iäik'x vm unseres Va- 
IV» üanifr ound läuefin Fai^iUna« .mm; Fntse .der 



r 



\ 



Jt'hhMnätungek.. i(^p 



7 



iCtIat- Oftbnrge, laabejbei der Sudt Miro]|r^i turüek« 
kirrten, nachdem: wir läogor-^ak swel Jahre auf dat 
Keise gewesen waran. Wir kamen blofs mit einem 
•inzigen Kameel und einer geringen Ladung Waa« 
refn zurück, da wir doch mit acht aahr reich be- 
ladenen Kameelen ' ausgereicht waren. Allein wir 
dankten Gott» dafs er unser Leben erhalten hatte« 
Selin die ganze GaraWane^ zu welcher wir gehör- 
tnn» war in der Wüste umgekommen ^ und von den 
mchx und 1 wanzig Mann, welche gemeinschaftlich 
mit i|ns sie verliefsen , erreichten nur vier ihre Hei- 
math, lind zwar zu Fufi und obna daiT 'miftd^ita 
Sigenthum J .. / 

Ich fand »mein Weib und alle meine Kinder/ 
tmd meines Vaters Familie belv guter Gesundheit. 
Scheick AU kam» mich zu besuchen^ sobald ar die> 
Nachricht von meiner Ankunft erhalten hatte, xsoA 
nachdem er einan Monat bei mir geblieben war, 
lud er mich und meinen Btuder Sei4% mit ihm an> 
seinen Ort zu g^hen, weÜGbe Binladong wir an« 
nahmen. Und er versah uns mit einem Kamaal 
imd einigen Haiks und blauem ^ch, 'und neth> 
uns, in die Sahara zu reisen und für diese Waaten' 
Straufsenfedem einzuhandeln zum Verkauf in Ma* 
roko oder Swearah. Da wir arm waren , so nah-i 
men wir sein Etbiet^i anv kanftan seine- Waaren 
und sein Kameel, und es sollte die Bezahlung da« 
für erhalten > wenn wit zurückkämen, yfix reis^ten 
nadt der Sahara ab und waren schon zu einer 
gtoCsen- Menge Arabischer StSmmd gc^kommen, ebne 
Federn, wie wir sie wünftchten, erhalten zu l^n»; 
tfenr Als der gxo&e Gett unsere Schritte za^Ekiretv 



s 



\ 



440 ^AhhMnilumgän: 

Herrn Zeki hiidenbet und idi Eadi nhe. Idt 
war einst ein eben« f o böfer Mann, waa Seid ; aber 
anch ick bin in Unglück geweten« und in- ei- 
nem fremden Lande, und hatte Freunde geianden, 
die mein Leben retteten und mich xbeiaer Familie 
wiedergaben: alt uh daher Euch sähe nack|ett 
Leibet und alt ScUveti , nnd . von der SonnengWith 
Eure Haut und Euer Fleitch hinweggebra^nt von 
den Gebeinen und Euch tagen hörte, da£s Ihr .eis 
Veib habet und Kinder, da gedachte ich naeinec 
eignen ürühern Drangtale, und Gott machte mein 
Hm milde , un^ ich ward Euer Freund. Ich fhat 
AUety wat ich konnte, um die Bürde Ediret lam* 
mergetchlicket zu erleichtern. Ich habe Hunger, 
Dorti: und Strapätaen ausgeetandeny und füv Buch 
gefochten, . und hajbe.jetast die hohe /Freude, zu 
eekennen, da£t ich etwat Gutet in der Welt ge» 
tfcaH habe. Möge Euch der groite Vater, unter AI* 
ler betchütz^n! Ihr teyd ohne Verttellung tmd 
jgutgetinnt . gegen miph geweten , und Euer Freund 
hat mich, mit Milch und Honig gespeit*t: dafür 
wül ich in Zukimft Allet thun, wat in meines 
Macht tteht,, um Cbritten aua dem ScIaTenjoohe 
au erretten«^' 



Da RUey diesem ganzen höchn merkwürdigen 
laichte auch durch Periodenbau utad alles Aikdere 
die täutchendste Aehnlicbkeit . mit einer Erzählung 
gegeben, wie tie einem' nicht ganz rohen' Ära«- 
her wörtlich nachgetchrieben teyn kann, mithin 
aUet Mögliche getl^ai hat, um von sich, selbst, ja- 
«eü Verdacht det Betrüget zu entfernen» to miUst« 



•«» » 



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Abhandlungen.'' 



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die Aechtlieit ^r Erzl^hlung» oäel*» vrenn ^ieso 
nicht gelaugnet werden, kan^/ die Glaubwürdige* 
Iceit ' de9 dict^renden Arabers Jh^oü aus inperx| 
Gründen angefochten wejrden^ die aus. dem Ma^« 
teriellei^ seines Berichts ^ h^rgen9i]Qime4 ^i^irden 
können. * ' - " 



th 



Am in^eressantißsten ha^ akh bis jetzt ubo 
4)ese ^ P:uiicte, No. XXXII des Englischen Quarterly\ 
Jt^tfu^in «^ii^er S^ecenMon Afi^ Rileyschetk Werks 
Xernetene^ lassen,, und wir theilen, daher %«^ dicH 
ser Kritik nachträglich. hier einige Stellen. mit,. iSm. 
zum Tfaeil gerade die wichtigstenBedeQkUchkeüepR 
aussprechen, di^ zna^ bei> der L'^ctüre dieses son^ 
derbareij^ Products haben kanUt vielleicht ahefr sie 
nicht genug' beseitigen ui^d'^zu weiten} ßellexiönöli 
Anlaß geben. 

f . . » > . . . 

Xiley-s EbrKchkeit erkennen *e Aeviewerm 
last unbedingt an» und sagen (S» 308« ) : - ' ' 

„Wir s{)rechen Herrn ÄiZ^ ganz frei voA 
dem Verdachte, dafs er Kenner der Theorien un* 
selbst Theilnehmer an ihnen ity> drie- s^U« 'JCur«- 
zem über die wichtige ' Frag/e , welchen Lauf des 
JSiger nehme» m>n den EuropäisohenG^ögre^heA 
geschmiedet warden sind« Ei: «rscheint sogar tri<i. 
vmphirend in seinen , au£ viel Sagacltät Anspruch 
machenden Conjecturen und Aufklärungen übeii^ 
Gegenstände, die längst vor seli^ea yy^Sufferimg^ 
und captivity** conjeeturirt und aufgeklärt worden^ 
sind y wovon er aber Nichts %u wissen scheint.,^^ 

• 

Von der seltsamen Erscheinung , daft -R//^** 
Herr getade ein Araber sejn mvSsx der über 4m 



.\ 



0^ » Abhandlungen^ 

jetzige LiebliBgtthema der Engländef » «ber T<m»- 
huctUt f o viel zu sagen weih, sind die Revieivert 
nicht befremdet, londexn bemerken (S.309)': „dea« 
iu Mogador Wohnenden ist es gar nichts sehr 
Neues, mit Mauren und Arabern zu sprechen, wel« 
che die jährlich nach Soudan ziehenden Carawa- 
nen von Unter" Suze aus begleitet haben* Herr 
DüpüiM hatte häufige (Gelegenheit, mit dergjdl- 
<3ben'Reisendeti sich zu unterhalten und für die 
UebereuHtimmnng ihirer. Schilderungen aiit 'dem 
Berichte des ganz ungelehrten Schiffers, Robert 
Aäams hat er bekanntlich ein merk^lruidiges 2^ug« 
aifs abgelegt. ** — 

tLüey selbst behauptet, dals Maurische Kauf- 
leute von Fez^ die sich mit ihm und Sidi Harnet 
zugleich in A/o^iz4or befanden, von Towhucti^ eine 
sehr ähnliche Beschreibung machten, und sogar 
iMhanptmän, dafs. von ihnen selbst' Siäi Harnet 
vor einigen- Jahren in Tombuctu gesehen worden 
%py. Hierzu machen die Reviewer^s (8.309) fol- 
gende Bemerkung: 

„Wir können tagen , ' daf^ im Wesentlichen S£di 
Hamet's Beschreibung von Tombuctu sogar mit der- 
jenigen übereinstimmt, die schon Leo Africanus 
uns von dieser merkwürdigen Stadt gegebeni hat» 
und in allen Haüpipuncten auch mit der weit 
neueren des Adams. Ueber Adam's Ehrlichkeit 
und die Glaubwürdigkeit seiner Erzählung haben 
wir unsere Meinung früher gesagt, und wir fühlen 
uns glücklich, unserer dafür gegebenen Stimme 
jetzt das Zeugnifs eines Mannes hinzuiuge^ zu 
können I der die Gültigkeit des Beweises^ >velcheli 



' \ 



J^bhilnd^^^g^n* 



445 



wir duh:b Adams besitzen, zu beurtlieilen in weit 
höherem Grade fähig ist, als wir uns schih eichein,, 
konnten, es zuseyni. Diefs ist nämlich das Zeug« 
nils des iehr merkwürdigen Reisenden, dessen wir 
in unserer Beurtheilung von Legh's Reise in Ober' 
Aegjpteö'^datht haben, und) der Jetzt im Afigen- ' 
bücke, "WO 'mit 4ieft schreiben ^ • wabxveheinlieli 
eehon .«n Sawobn^r von Tom^uo^ii ist, ^des Rei^ 
«enden, der sich Scheik Iffrahim t^nnt!' .ScheiK' 
Ibrahiiri hatte^ wie es scheint , in d^r Mitte von 
Aegypten selbst ^- jeneis Stück uhsers Jourtials' er- 
bälten , in welchem AdarrCs Erzählung recensirt ist. 
Von dieser Erzählung versichert er, dafs sie genau 
mit allem 'deQi übereinstimmt, was er selbst von' 
deh'Arabischen Kajufleuten, .die er in NubienSLn^ 
traf, liber jene berühmte Stadt zu erfahrl^n im 
Stande war. .Deir einzige Zweifel, fügt ,er hinzu» 
den er an der Zuverlässigkeit von AdanCs Brzäh« 
lung haben konnte I ^ward durch jenen Theil der- 
selben veranlaüst , wo AdanCs nach der Abreise 
von TonAuciu dreifsig Tage lang durch die Wüste 
bei gänzlichem Wässermängel gereis't seyn will^ 
ein Umstand» den er — Scheik Ibrahim — gerade- 
zu für eine physische Unmöglichkeit erklärt, da 
die Kafneelc^ (selbst ohne Ausnahme derer von Dar^ 
fuvy die als, die besten und %u^ langer Entbehrung 
des Wassers fähigsten bekannt sind) durchaus 
nicht länger, als aehn oder zwölf Tage des Was- 
sers entbehren können.^) Der Nubische Reisende 



^) ^yLiQ Africanus^ der, so wie MäreoPolo^ überall, wp 
er aus seiner eignen Erfahrung spricht , äulserst ge- 
nau ist, bemerkt y das Afrikanische Kameel halte die 



/ 



4|j|5 Abhandlung em* 

bemerkt jedoch , dafs er Adamt^s lieransgekommeiie 
ReiiebeschreibuDg nicht selbst, sondern nnz das 
Sifick des Quarterly Review gesehen lube, wozin 
sie recensirt ist. •* ♦) 

Abinte^erlicfa sobeint dar Bericht Jäirmeif^ dnzch 
die erzähbo Vernichtung so ungeheurer Carawj 
zu weiden. üi^B^iewer» h^egnen diB 
mit folgender 'Bemerkung: 

w 

9,Die TÖllige Vernichtung ^ so grpiser Cwrawa^ 
nen ist kein ungewöhnliches Ereignifs. Jakson er- 
wähnt eine im Js(hre T805 von TombtiQtu nach 
Titlet gehende 9 die aus zwei tausen4 Männern 
und tausend acht hundert Kameelen bestand, und 
durcli Wassermimgel in der Wüste gänzlich ver-. 
I^chtet wurde. Hinlängliches Zeugnifs für diese 
scha^derhaften Katastrophen hat man von der 
Menge der menschlichen Gebeine und d^r Gebeine 
von Kameelen und anderen Thierep , die über die 
g[ro(se Wüste verstreuet sind, was gan? vorzüglich 
in d^r Nähe der gewöhnlichen W^sserpl^tz^ der 
FaU ist/*^ 

Wanderung fimfxehen Tage ok^e Wasser ans. Herr 
IRiUx bebauptet gar, ein Kameel könne das Wasser 
twanzig Tage entbehren. Allein, er ertählt uns — 
* 'selbst daran glaubend — auch ei^ anderes Wunder, 
ä^ts näfldicli die Araber der Wäste. sehr bftufig xwci 
bundert Jahre alt werden, was allerdings eine, Mög- 
lichkeit ist, aber was wir bes weif ein su dürfen nm, 
Erlaubnifs bitten. *< 

^ Der B.ecensent bemerkt hier, daC> Sehtik IhrahtnCt 
Beschuldigung blofs aus eiueni Mifsv^erstehen der 
Ueoens. entstanden tej* D» IL 



% 

( 



1 



^!^ In Betreff Asr Uebeii&instiidmung iFto ManiH't 
Bericlut mit A'em Adams* sehen uttd anderen geben 
die Revieioeps folgende kritische Brlättterungeni die^ 
zwar blofs wenige (einzelne Umstände .angeben» 
aber wlobtig genug slnd^ < 
* ' . . 

' ^y&idi 'Harnet erwähnt eines Meinen, bei Tom^ 
huctu vorbeiströinenden t^lusses von salztgeim Wasser» 
und sagt, dafs, '^dr er bei einer ihrer Reisen vexw 
trocknet gefunden ward, die Aa^^ber sieh gen<hbigt 
sahen,- au einem gröfsen, zwei Standen von der' 
Stadt in» Süden derselben strömenden, Flusse, wel« 
eher Jolibib g%ndintkt ward, nach Wasser zu gehen. 
Dieser, bei Tombuctu vorbei, westwärts strömende - 
Flufs wird von ''allen Reisenden erwähnt. Scheik 
Jbrahim satgt, ä^ii die Naehrichtien » die er davon 
'habe, sammtHch d^m Flusse die nämliche Rieh-" 
tung geben, und Denon hdrte dasselbe von jenem 
Kubischen Fürsten, mit dem er bekannt ward„ 
dem Bruder int Königs von Darfur, -*« -^ Harnet 
bescdireibt den Beherrscher von TombUetu ebenso» 
wie Ad^ms, als' einen grofsen, schon bejahrten 
und grauköpfigen Neger, Sehegar genannt: Adams^ 
der kurze Zeit nach Sidi Hanvefs dortigem Äüf^ 
enthalte nach TemÄz/cf I« kam,' nennt diesen alten 
Herrscher, oder König >!rz/Ho,.und im Jahre igÖofwaiTy 
nach. Jakion 9 der Name des Königs Wullo {}Vooh ^ 
l(hy^' und derselbe zugleich König von Bambarra^ 
Dtefs, wenn es wahr ist, scheint nicht leicht zu 
vereinbaren, mit Mimgo PiirAj' Angabe, der Name 
det Königs von Bambarra sey Mänsongf wie er 
es in den Jahren 1795 und 1805 gefUndeü haben 
will« Infbeiden Jahre« ko^mte <BE»^-hi^i>über nicht 



44S 'jlhh^ndiuHgfn., 

t 

inw , 4a «r iB nalie Betührtuig adt ihm gekom- 
men war« Aber ws eiimr Note in sjäämco^s Tage- 
buche erfcbeint auch, dals^der Name Toh ACm- 
9pnfi> Vieler iVuÜQ war« Der erwähnte Reisende 
Legh hat diese scheinbaren Wider^rüche gehoben« 
Nach ihnl ist TVuUo kein eigentlicher Name, son- 
clem ein'bloftes Beiwort « welches bedeutet: ^ro- 
ySpiC* Oberhaupt oder Befehlshaber. *• 

Uehrigens kann man sich , wenn man die bis- 
herigen Schriften und Nachrichten über TombuctUy 
wie sie auf einander gefolgt sind« vor sich nimjnt 
npd vergleicht» des Staunens kaum erwehren über 
den seltsamen Ziuammenhang der Quellen , ans 
denen diese Nachrichten hauptsächlich kommen. 
Und wenn man bedenkt, wie sehr das auüserorr 
deutliche Streben, nach näherer KenritniTs vom. In« 
nern AfriluC,s% von dem seit einigen Oecennien, 
vorzüglich die Engländer, gespornt . werden, anrei» 
zen kgü^j^e, über dais gcheimnir'voUe Land aller- 
lei abenteuerliche Details in*s Publicum zubringen, 
so findet man leicht die Harmonie in jeneQ. Nach-' 
richten verdächtig imd das Ganze einer My^ifi- 
catiou aufserordentlioh ähnlich. Daau kommt noch, 
d^fs ma^ dem Wundermanne Sidi Hamett der doch 
keines w^es ei^e grofse öffentliche Person, ton- 
dern nur ein unbedeutender Handelsmann ist, in 
jenen Nachricbtfsn fast ohne Ausnahme, begegnet, 
und man mit ihm alle jene Berichtserstatter in 
Bekanntschaft findet. Man ist mit ihm, 'wie in 
einer Bezaub^rnng nnd kann sich die Erscheinung, 
wie gerade, dieser Mensch dazu kommt, alle WilÜs- 
beigierigen mit Nachrichten ,über Tombuctu za 
versorgen, nicht genug enträthaehL. 



A-bhandlungtn. 



44» 



Die erite naeAwürdige Schrift, die vib^rTorri- 
"huctu ausführlichere Nachricht gieht, itt JacksorCit' 
bekanntes Werk,^) dessen erste Ausgabe schon 130^ 
erschien. Seine ausführliche Erzählung von delr 
Einrichtung und dem Zwecke der Carawanenreiseti 
ist vielleicht überhaupt die erste gründliche ,. dit 
'man darüber erhielt, und sie ist Sidi Harne fs Er- 
zählung sehr gleichförmig. Es wäre interessant ttk 
wissen , ob nicht schon Jackson seine Nachrichten' 
iron diesem Sidi Harnet hatte; wahrscheihlibh ist es. 

Die zunlchst auf JatkiorCs' Nachrichten fol* 
genden sind '^- wenigsteus der Zeit tiachy in der 
sie niedergeschrieben wurden, -^ die von Ali Bey 
in seineu sehr bekannten f^oxages,*^)' Hier findet 
man fast ganz tmverkennbar schon den Sidi Harnet 
in der Person des Sidi Matte BuhläL 

Dupuis vind Adams sind y wie schon erwähnt, 
^ebenfalls Sidi Hamefs Bekannte. ViellMcht, wenn 
auch Riley .selbst für äufserst ehrlich gehalten 
werden mufst hat man gerade ihn als ein passen- 
des Instrument gewählt , . und Alles hat eine kunst- 
reich ersonnene Anlage » wodurch bezwe^ckt wird. 






f) An AcMtmt 0f fhe Empirg «/ 'Marpcc^ #f^» with an 
intßrtning aeeavnt of Timbuctgo etc. ^ hy Jamtt 
Gr€y Jaehson* Third tdition 1814. 4^0. London, 

D. m 

'^^yVoyagot. tPM'Bty et Abq/si, Paru 18I4. T. I ^ ♦ 
IIL Teutsche Ueb«rs«tztuig in Bertiichs N. Bi- 
bliothek der K«itiBii ,« Vlh und VII{, Bd« Wir werden 
auch stauen interessanten Bexi^^it über Tombuctu ^ 90 - 
wie seine Conjectur über ein grjofses Binnen* Meer 
im Innern von Afrika^ bi unaasgesetzter Folge lie- 
fern. ' ^ V.B.' 



v_ 



/ 

4|gt» ' Ahhandlungeiu . 

das Interesse für die von England auigerosteten 
Expeditionen immer lebhaft zu erhalten. Der 
bei*m Lesen von ßiley^s Buche zuerst sicli au$» 
dringende Gedanke ist wohl bei jedem Leser, der 
▼om Qußrterly Review ausgesprochenem »,lst et 
gar nicht wahr» dafs Sidi Harnet ein solches Hi» 
atörchen erzählt bat» . müssen wir das Ganze ab 
blofse Erdichtung Ailtjr^s ansehen , so haben sich 
nicht nur seine Americanischen Freunde, sondern 
auch Herr fVülshire in seinem Charakter ganz ent« 
tetzUch getäuscht, und er selbst , so vielen Perso» 
neu gegenüber,^ die ihn sogleich Lugen strafen 
könnten, müfste der schaamloseste Mensch seyn, 
den es geben kann. Wir können nicht so niedrig 
von ihm oder von ihujen denken« Sehr zu bedau«" 
em ist es, dadüs unsere Vicecönsuls zu Mvgador 
sich nidit selbst die Mühe geben wollen, bei den 
sehr vielen Maurischen Kaufleuten und Arabischen 
Freibeutern, die in Soudmn, gereis't sind. Nach« 
ira^e zu halten, und ihre verschiedenen Berichte 
zu vergleichen.»—. 

YieReicfat aber fot hleÜM Sidt Hdmet der Lügnet 
und 'der Spanische Dolnretscher dazu ; und dier ehr* 
liebe Riley, der Betrogene ! Wenn einerseits das son* 
derbare U^berallseyn dieses Ataber» tu einehi »ol* 
eben Arg wohne verleiten kann,, so sprechen den* 
noch bedeutende Thatsacfaen für ihn^ und der 
ganze Ton dei; Erzählung ebenfalls. > ^ 

Die. wichtigste Frege ist natürlich die: »^Waa 
scheint eigentlich der Reise von Toihbuctu nach 
fFt^sanah'^xirtAi die obige Erzählung,' wenn sie 
für wahr angenouimeb wird, für die klarere An» 



Abhandlungen. 451 

siebt des innem Afrika gewQnnen, und wie «tuxii- 
znen dl« darinn enthaltenen Angaben mit denen, ^ 
die man in altem Autoren über Afrika findet^ 
übexein?** 

Aucli über diesen Gegenstand läfst «ich Atk 
Quart erly Bevtew vernehmen, und wir wollen, 
diese Aliseige mit den folgenden Bemerkungen def*- 
nelbeti beschliefsen« 

„Herr Dupuis** heifst tß dort, „hat, wie wi^, 
Jiören» die Sammlung und Einsendung aller bis 
jetzt von den Maurischen und Arabischen Kauf« 
leuten, die Soudan durchreisen, gethanen Au»- 
sag^n . versprochen, und diese wird denn ohne 
Zwieifel über das geheimnirsvoUe Land^noch mehf 
Licht v^rbrei^en, als wir schon haben* Inzwjl* 
sehen lafst ups sehen, was denn eigentlich aus Sidt ' 
Harnet' s Reise und seiner £rzählung von ihr Wich» 
tiges hervorgeht! • > 

„Der ganze Boden, den dieser Araber von JT^^r^r 
aus bereiste, beschäftigte ihn, (wenn man drei 
Tage hinzufügt, die das Absteigen von den Bergen, 
und sechs Tage, die das Aufsteigen auf dieselben 
raubte), sechszig Tage. Die ersten sechs Tage 
gieng die Reise in östlicher Richtung, ein wenig 
südlich, während der übrigen Zeit aber -meist 
südöstlich. Da sie mit Eseln reis^ten, so können 
wir auf den Tag nicht mehr, als funfzehu fingli* 
iche Meilen rechnen, \Velche diese Thiere /aber 
bei häufigem Anhalten und gutem Futter recht "^ 
füglich zurücklegen können. Diese ungefähre Be* 
recbnung würde die Stadt ft^assanah in die Fol> 



' / 



j^^2 Abhandlungen'. 

höhe von tiiigefdhr 7«» nördl. Breite und 14^ ö«t- 
*]icher LMng^ bringen. Nach sechstägiger Reise von 
'Tombuctu 6äBt Kabra krümnite etne südQstUdk 
IsLafende Bergkette' den Flufs aus seineni östlichen 
Laufe in diese Richtung. Diese Berge fuhren sie- 
ben und zwanzig Tage lang fort den Flufa zxl h^ 
gleiten» worauf das Land flache ward und ver« 
schiedene kleine Flüsse von der. Ostseite h«ip in. den 
grofsen Fluls fielen. 



, I 



„Dafs die Bergkette 9 deren Lage xnit der vdn 
Jibbel Kumri des Abklfeda sehr nahe üherein« 
^onomty nach Süden skfh dehnend gefunden- werdet 
Ist xüit dep^^^rsischeii Geographie Afrika^s verein« 
barer, intofem^naxi in derselben eine Vertheilung 
ihrer Bergketten annimmt, als wenn man Afrika 
Jenen grofsen Gebirg^gürtel von drei tausend Md.- 
len im Umfange giebt; den gewisse neuere Geo« 
graphen (wir wissen nicht, auf welcher Autoren An« 
sehen) durch Vereinigung der Gebirge Kongos xtiit 
denen von Kumri über den ganzen Afrikanischen 
Contineut von Osten nach Westen hin gezogen ha« 
ben, so dafs er sich auf den Chartto» wie eine 
grofse Perlenschnur ausnimmt. Eine so fortge- 
setzte Kette in dieser Richtung ist nicht nur dem, 
was man in d^r Gruppirung der Afrikanischen, bis 
jetzt bekannt gewordenen, Berge am allgemeinsten 
sieht, nicht analog, sondern auch völlig abv^ei- 
cheiid von aHem Andern , was die Oberfläche der 
Erde darbietet, dahingegen eine südl3stliche Ge- 
birgsreihe sehr ungezwungen zusammentrifft mit 
den Strichen der gebirgigen Theile von ^ubien; 
Sennaar uiid. Ahjrssinien in Nord- Afrika , und mit 



/ Abhandlung etu 4S^ 



jenen Oelntgiketten » welche* sich bimOT'jM>^iim^/i 
9 ue südwärts bis sum Vorgebirge der guten Hoü^" 
nttng strecken. ^ 

;^»£iiie solche Kette, wie wir hier anxiehniexi» 
wxrdt^ wie es uns scheint, einige Schwierigkieitetiy' 
hinsichtlich, del lange streitigen Laufes vom Mijsirr^' 
anfkl&ren. Wir sagen: des lange ^rvffi^^n, /weil» 
^obgleich Herr Park als Augenzeuge seihen- Lauf 
hisittach Siüa siidwärts gehend gesehen habl^ti will/ 
doch nach Edrisfs und, Abulfeda's Zeugxtife, das 
durch noch neuere Autoritätcfn unterstätzt wii^,^ 
kaum bezweifelt werden kann, da(s der Nll'dex 
Heger, oder, wie Abulfeda Uin auch nennt', d^etf 
IKL'Vcn Ghana 9 so wie alle andern vom Wt^fiet 
Nubiens und Stnnaärs hinabfallenden Flfis^e*'We^f2 
wäaEts strömexi. Es ist wahr,- wie Major Krnneb 
bemerktet, dafs diese Meinungen keine Beweist 
eines fortgehenden Laufes abgeben. Gewifs das 
eind nie nicht» Aber sie geben doch eine lehr" 
starke Vermuthung, und gehen sehr weit , um fast 
aüTser Zweifel zu setzen , tlafs der Niger oder Nil 
der Neger , einen doppeltt-n Lauf hat, einen von 
Westen nach Osten bei Silla und TombuctUy den' 
andern von Osten nach Westen durch /Fan-' 
gara^ . Ghana und Kassina, Wenn dieser doppelte 
Lauf, der aber in der That nichts Anders ist^ als 
awei UBteT'Schiedene Flüsse, irgendwo Einer wird^) 
oder diese beiden Arme sich begegnen, so müssi^n^ 
eie'Sich in irgend einem gemeinsamen BehtLlter 
begeben, dergleichen ein Binnen- Meer oder BiV 
nen^SsB wäre*), Diefs ist Major RenneVs Jirgdb- 
ment ge^en die Annahme , dafs der Lauf des Flus-' 
ees hei Kassina ein westlicher sey, „weil wir,** 
sagt, er, „von einem solchen Behaltet noch Nichts 
gehört -haben.** Nach Sidi Hamets Erzählung te-' 
gegnen sie sich nicht auf dieser Seite von Wassa- 
nah, und folglich wird die Annahme eines solchen 
Binnenmeeres ala Behälters unnöthig gemacht. Sie 

♦) Wie JH-Bsy el Ahesst behauptet^ " I>. If. 

N. A.Q. SU IJLMds. ^.Si. I i 



loingt ilktiditCi die contrtdktoritcliaD Metcmngett 
i^ Eintracht, wdch* hinrichtUch. dar entgegen» 
gesetzten Richtungen, in welchen der ^iger hat 
ttri^meo follan« unterhalten worden tind. Indem 
sie die zwei Ströme von einander scheidet* nidia 
durch einen See, spndeni durch einen sich zwi» 
sehen sie dxäi^genden Bergrücken. Durc^ dieses 
Zwischandrängen einer südöstlichen Gebirgsreihe 
ivir4 dar Niger des We$te^ genethigt, nach de» 
Süden zu gehen, und dem Niger des Osten trete 
Bahia^ gelassen, seinen Weg au£ der estgegen^* 
geictcten Seile ,diese^ Gebirgs nach dem Binnensee 
n^ Squ^(i .(^^>^ anders ein solcher wirUich 
fxistirt) pder nach' den Seen oder Morästen vett 
tfhüfiAyUn^ fVangara zu nehmen, welche in ib«- 
rer cq^ijecturinen Ltage ungestört bleiben« und' 
derexf Waiser eben so viel Freiheit hehült, rad- 
lyärts, Ausgang zu suchen, oder Renners Hypo-- 
thei? gemäfs, zu verdunsten, ala wenn keine id.* 
ehe Bergkette ezistirte. 

„Immer noph mub man die wichti|;e Frage mvS^ 
urarfen: Wo haben wir das Ende jenes Ni$er za 
suchen, vvekher hei T^mbuciu vorbcifUefst ? > SiM 
Hamefs Erzählung, wenn sie Glauben verdient,« 
" ^'ütde , auch .über diesen Punct die Entscheidung^ 
gelfen auf dieselbe Wei»e, Mrie Mungo Park\ nadi 
den zu Samsanding eitygezogenen genauesten Er» 
kupdiguxigßn , auf die er bauen konnte, in aeinen 
Cisdanken sich gegeben ha^e^ tu&d welche in der 
E^cension seiner letzten Reise; von uns in .uneeiec 
Ko.'XXV. mitgetheilt und ausführlich geprüit wor« 
den ist, — Auf diesa .Numet müssen wir verwei- 
sen wegen der Gründe» aus denen die Einwurfs, 
gegen die Hypothese der Identität des Nigers un^- 
des Congo entkräftet werden können, EüLWüsrfe, 
welche. dort von uns, wje wir gtauban, rölHg zti« 
nichte gemacht worden sind^ Bie WahasdiekiUch- 
keit dieser Identität ist, wie wir hören, doroh daet 
unglücklichen Capitän Tuckey neuliche Entdek- 
kni^ea auf dem majest&Uf eben sCbn^o oder Haire 



Abhandlungen: 



4S& 



v^ 



i«id die rem ihtn bei Cingebbiiaeis de» BilbhenlaJlddtf 
•rhtilt«lieti' Naclirichten keineswegs ge«chwäcbtt? 
•Qxidern im Gegeiltheil ^far verstärkt wofd'en. Di* 
von ^idiMafnet in fVassanah edatigte Belehruli^ 
ffibn UBi« ntto a^f EimBal -zur Ünucheid^img .d'iew 
Itti^ivrkhtigeil Fragtß. £v sagt um» dafs die.Bocktii' 
aiit SclaveJi den- Flufs hinäbfahrehv ^^^^ ^üdvirärts 
4airn w«atwSnt^ tmdfaftch' drei Monat eit^jKam ^^^ 
J^lstn Was^et komnneti* Die Weite ist eine etwas» 
gt^sepe; als die von' Tomhudu- nach fVas^artah^' 
das Anhaken füllt wenigstens, den 'dritten Tüeii dee 
Zieit 4er Reise- v\%^ selten legen die Boote.« mefa^ 
als twanizijg Meilen täglich ««rück, und wenn der* 
Flttls (wieder von Sidi Harnet ^i und% wie es heiTst^^ 
afui^ ireritiCapitäti' Tuckey^ beisclurieben wird), den«^: 
seA>en*"Cllsß:akter einer häufigen Unterbrediung 
intcfa F^sett^ und Wirbel behält; ao ist manche^ 
Vwrzügerutig der. Reise unver'meidhqh. Bri so be^ 

. wandten Umständen würde der Lauf und die Ent^i 
£er«^ung de« Nigers Jelihib od^ti Jadi auf ein Ans^ 
«tromen demselben in^s M eev um die sechste P««^ 
rallele der ȟdliGhen Breite hemm schliefseii hi$^; 
ien« ' Diefs ist in Wahrheit interessant » und ver^ 
halte sich's damit ^ wie esV wolle« es giebt eine 
»eüe Ansicht A€^ Gegenrtandes» Ob eine wähl« 
oder falsche, davon hofften wir die £ntscbe;iduüg/ 
torth Majöt PeddU z%x erhalten» Aber- leider ist. 

. anch er ein Märtyrer meines Eifert fiir Aufklärun« ' 

j gen über Afrika geworden.*)** 

' Zu Sfdi HamH"^ 'Ehrenrettung 'thellt det ^le* 

^ t^tt^rr '£i|iiges mit« was ohne Zweifel jeden Les^r 

•ohdn als Menschen interessiten wird^ da diesem 



I, 



\ 



<^) Der Ma)oi* Piidü^ welöket die t weite englisch« £t« 

u^cUbäon dDlAttiatidlrtft!« ^ia yom Senegal aas durch 
vdie Wüste bis tum Kig^r Vordringen ^olUe« st^b^ 
ehe er «liä.Ufer dieses Musses erreichte. Ihm folgte' 
im Cöfiiniäiido der Lieutenant Campbtlly von dem' 
li6«)i keine waiiate Naohriabt da ist» ^ i^.H^ • 



/ 



\ 



^5l6 AbhandlungeiU 

MiitQre nicht oline vwl RaaUheit «ad gr^Eieii K»* 
tzerhafs ertchei^t, ii]i4 deuiioch dabei Bew^ae 
warmer Niditteiiliebe giebt. „Seit Rüey^t Be> 
freioog hat Sidi HamH grobentheiU das Pfand ge* 
löc't, weichet er bei feinem Scheiden in folgen&a' 
W^cten gab: ,,Euer Freund hat mich gespeiaet OBOi 
Milch nnd Honig« und ich will aleis in Zukimft 
Allei thnn, was in meinen Kräften tteht, nai 
Chriiten aus der Sclaverei zu enret)kenl*' Kaoo 
awei Monate nach der BegebenheU, am eguea Dt* 
nemberiSf5, tckeitertn die Brigg Surpriem von 
OloMgow mit einer Mamiichaft von siebeüzehnPer« 
tonen nnd drei jPattagieretty dicht am Cap Bofmdar^ 
und diete tämmtiichen Personen, mit Aufnahme 
aweier, welche ertranken » fielen in die. Hände der 
Araber, welche tie, wie gewöhnlich« in't Innei«e det 
Landet -führten, bis tie einem Manran an Pleite 
begegneten, dem tie- übergeben nnd veO' dem tie 
nach Wiänun. gebracht wurden, Dieter Maure war 
kein anderer, alt Sidi Harnet^ welcher den Gefin» 
^enen tegleich riech, an f^illsbire^ den Englischea 
Consnl in MogadoTf zu schreiben, der auf diO'^r» 
haltene Nachricht vom Schiffbruche tchon mit Sidi 
Ischem^ dem Chef in Widnun^ (der in obiger £r> 
^hlung alt Haupt eigemhümer der unglücklich ge- 
wordenen Ca rawane Torkommt), wegen äurer Btt* 
aion tu Unterhandlung getreten war* ^e worden 
ranziönirt und nach England getchiokt. Damelbe 
Glück hatte ein gewkser Alexander Scotts der 
Schonzeit igio dort in der Sclaverei geschraachtA 
batee* Nach Briefen, die Riliy noch in Attterica 
▼on /fl'UMire erhalten hat, erfährt man, dafs aw» 
«einer Leidensgenotsen, Poeter und .Barni*« seitdem 
ebenfalls von ihm ranziönirt tind, und dab zwei 
andere der Tpd von ihren Leiden erlöset hatte, fer- 
ner dafa ^di IfcKem von* 4en -übrigen verlorne 
Ifachrichten bekommen hatte, da£i tie im aüdü- 
chen Tfaeile der Wüste seyen.** 

Dieft wäre also das Retultat von Räey^s und 
Sidi 4iam0is Nachrichten üb^.dcn Lauf dea Nigers. 



r 

r 



•Was wif ntin noch von rucA^^'«« miflüelLlidb^r .Et* 
'pedition' sßch dem €^n^o wissmiy Mefert der üol* 
^ende Artii«! aus dec Englisdien JUterary Ca- 

D.H. 



yertäußge Notiz von der letzten Englischen 
ünter^uchungS" Reise nach dem Congih 
Flussä- in Süd -Afrika. 

l Vonifertcmg von S. 372 '«U«sef Vaais nnä Schlali.) \^ 



I' 



Viertes CapiteU 

Dft Tuckejrs BemühungeQ,. Yi^ den Variatio« 
• neu ides Winde» noi^ den/ mögMch grörften Yonheil 

zu ziehen,. uft^hr fruchtios blieii^» uad b^s«i»lers^ 

die 15 Meilen täglich nach Nord oder NordNordOst 
. gehende Stroibttiig sie sehv verekelte, so gi^ng er 
:- wieder in die höhe See« 4l^ sowohl jeo^r 6tv$- 
.'muDg. auszuweicken, als .einen bebarrlichemWind 
'ßu bä^ojnmeii* Diester Versuch war' jedoch nicht 

glttcM^her,' als deir örste, er sah sich in seiner 
cHuüEnvUig^ völlig getäuschtr, und vierzehn Tage 
•Ifing riinfste man! in dieaer Lag0 ausdauem. < Nv^it 

•in «•iaziger • Fisch ward biiir gefangen und kein 
^ Vogel, aufter einer ein^elnesi/ Sohwalbe, ,geseb.eu« 

Doch fieng naan eine Meiige..Seethi«re vom Wi^r« 
"inergeschlecht» und den Papier * Nautüus {Ar §9^ 
: nauia Suhatu ) mit dem lebenden Thiexe tiemiieh 

häuüg: obgleich so viele Naturlorscher den Fang 

dieses Thieres, weil es bei der geringsten sich an- 
. nähernden Gefahr sogleich seias fiehänse verlassen 
> soll , fast iür unmöglich ausgegeben haben« Man 
'faiid auch, dafs es den . Behauptungen der Fi*s^n*- 
izösictthen Naturforscher gipciz entgegen ,: zu den Ök* 
- tOT^en geboxt. W/ilfifl^he sähe man sehr za|ilx.€Ä0h-^ 



4|8 ' MikmnAlung00, 

Shi«r Mr^hlttg mit teiiiein£«hvruize daf Sleix«m- 
dar d*< TransporttcbUfei» - «ia «aierer ka«i untet 
jU^ Longo mh einem solchen Dio^kB . an ^dat 
Schiff, dafs es beinahe aus dem Wasser geluibe» 
yv^rd, ' Am ig^ei) ^ah (oan seit der Abfahrt von 
'Porto Prayo das erste Schiff, ei|s Englisches Kauf« 
fahrteischiff, das achtzehn Ränonen hatte ^ daher 
man es auch erst für ein Kriegsschiff bielt.^ £s 
schien jede Communication zu vermeiden, und 
n^an zweifelte nicht, dafs Sclavenhandel \ieiiitf Bt^ 
Stimmung, sey , zu welchem verboteneil ZJwecke 
es auf sein Gcscbüti trotzte. Am. flbl^teii v blieb 
man Angesichts:, der Myrumba-BaC, Itn Norden 
der Bai sab man das Land wellenförmig und un- 
eben. Cap MayumSa l)iTdet die höchste Spitze, 
' An der Küste wurden mehripre Feuer gesehen, wel- 
che man in der Absicht angezütidet glaubte, um 
die Congo uaA Oovothy zum Landen einzuladen« 
'Man lonnte jedoch von diesem vmrmeintlick arg- 
losenF Winke kei«en Gebcauch machen,. 

Das Land ist biea^. gaa» mit Wald bed€ckt, 
und im Hintergtuadi^ sidi erbebend gewälirt es 

•einen Anblick gcüfserer Maonidifaltigimt und 
Fruchtbarkeit , als an der Afrikanisdien Kürte ge- 
wöhnlich der Fall ist. Man fieng hier aiemlidi 
häufig den Piscb,- den 4ie Matrosen den leicktmt 
Reiter nennen, den taian «war mcfat sehr wohl- 
schmeckend faddf doch 'den Albikoren sehr tov- 
zog. rUe KäUe ve^metarie sich jetzt, und das 
Thermometer wai^^nie höUev^ ih 73^« in derl*iacht 

^ank e^ beinahe aui. 6d^* Am a8<ten- waren die 
Schifft onier 4^30' f. Bt; * Das Land erschien nnn 

. bergige» und malerischer, al» e^^ zuvor .gewesen 
war, aber man sab eitte grüfsere Menge kablet 
Stellen', ähnlich' 4en l^oribareis der* Sandigästen. 

'Der Boden an diesen Stellen war eine Art zotbK» 

•eben THones, Au» diesieni Thon bestebeside Beif e 

' von' beträchtlicher Grdfiii wurden im Norden der 

'£o]sfn^o-A<ii |;9i«hen,^ welcher gegenüber, acht Met« 



Ion Tdil d6r Küflto entfenft» dia^Scihifre noV vor ^n- 
ker legten. Maa fand,(. iAÜ^A^ Lotmgo-'^t ^x^ 
ter 4^ 39' s*Br. liegen miiäiiii auf det* Charte irr% 
unter 4° gf ' gesetzt »^y.. Das l^ind hinter 'dcrse\- 
hen zeigt eine röthlicbe Sandwüste von mtEsiger Er* 
^höhung^ mit Ravinea, welche das Ausseben eines 
* > durchs, Vetvyitterung entlärbtea Rälkfelsens^ ~ haben. _ 
^Von Indien -Point an hat es allmählichen Abhaitg 
nach Süden, -und. ist gabz -mit Wald bedeckt. Ddt 
xothe Thon^tingirt das Watter detBai rotb, w^iig- 
stens sclieint er die Ursache davon, dafs es so am* 
sieht, zu seyn. / Bei'm ersten Anblick glaubten die 
-Beizenden,, das Wasser sey ron Blut gefärbt, abto 
als siie ein GUs damit füllten, war es in Sieleia 
ganz vöü der gewöhnlichen Farbe. Man fieng hier 
zwei sogeÄa Böte Krätenßsche^{Diodon) und velH^ 
schiedene uiaie... Einer der letzten war 4 Fufs 10 
Zoll lang, und am untern Tbieile des BauchfAc7 
Zoll dick« Am Rosten Mai ankerten. di^> Sebim 
vor Malemhat Point. ' •" ^'- 

Am* isten Juliut erhielt Capitä» Ihiekey ttvit im 
Dorothy einen Besuch vorh Mafuket^ oder dem Ob«s> 
kauftnanndes; Königs ikin^'s ehief merchant) von 
Malßmba^ begleitet Vion einigen ^Negern höhejm 
_ -Standes» uq4 sehn oder zw^irlf -Untergd»enen. Sm 
kamen in ^eineMl £toropäis<ibenniit: vier Rudevn vev-^ 
sehenen Boetii tmd zwei Ktmots^ . ^iils der Kanöls 
kam yov^iM; und tmeldiste, den Besuch dies Mafuha 
:ordeDtli€h\iiny Der Offioieü^ der= mit diesem Ge- 
scjiäfte bieaiiftragt ! w^ar_^' hielt es für zweckmälsig, 
sich d^bei gleich selbst mit gehörig in die Brust 
zu werben: er beeilt». sich,' den Engländern zu sa* 
gen, daft er ein Edelmann sey, wie auch sein. 
N^me ihnen gleich verrathek^ werde*, denn er 
heifse Tont LiverpooL ,'A1s A^x Siafuka sich selbst 
eingefunden hatte, schien er sehr eifrig, mit üebÄP' 
gehutt^ , unnöthiger CompUment^, gleich zur Sacl^e 
zu koflmnen; seine erste Frage war: «b der- Capi- 
tän Sclaven brauche.^ Es w^r nicht leicht, ihn zu 



46o 'Ahhanilungin. . 

▼•rstlndifen, dab man dergteicben gar sidt sn- 
•the, daft die Expedition oinea ganz andern ZwedL 
fiabe. Sein Unglaube hieran ward endlich dodi 
be<iegt, and die Sache ihm to dentHch geznadit^ 
dafs er begnifen mnfste.* Er ernannte darüber, < 
nnd ärgerte sich zugleich, und alt man ihm sag- 
te, di^ Portugiesen seyen jetzt noch das einzige 
Velkt weichem der Sclavenhandel erlanbt sey, se 
.ergofs er sich in bittern Spott über den Unver- 
stand der Könige von Europa, und drückte seioe 
ganze Verachtung ihrer Macht und Politik aus» 
Er fügte hinzu, er finde sich seit der AbschafiFung 
•des Sciavenbandels so mit Gefangenen überhäuft, 
^dafs er nicht wisse, was er mit ihnen anfangen 
solle, nnd er würde daher sich äufsorst billig fin- 
den lassen, und sie für die Hälfte des Werths 
verkaufen. In den letzten fünf Jahren sey blofii 
Ein Sdiiff, um Sdaven zu hohlen, in Malemba 
.gewesen. Er beschrieb es als ein Französisches» 
Den Portugiesischen Sclavenhändlern, tagte er, s^ 
im Norden von Cabenda zu handeln ^verboten* 
tdoch sehe man eben jetzt in der Nähe Ton Caben- 
^da neun Schiffe mit Portugiesischer Flagge, und 
lein Spanisches. Von den Portugiesischen Schiffen 
•werde '^ein Land also um der Sclaven willen nicht 
mehr besucht^ obwohl zuweilen noch Boote von 
Cabenda zu diesem Bidiuf abgeaefaickt worden. 
Man hatte y keinen Orand, die Richtigkeit 'dieser 
* Angaben zu bezweifeln, da während des Verwo- 
lens der Kxpedition dort ein Europäisches Boot 
zwischen beiden Häven segelnd, gesehen ward. 

Dieser sich sehr brüstende Mann trug ekte 
feine rothe Jacke, und sein Secretär war mit der 
Scharlach uniform eines Generals geschmückt, de» 
ren Feinheit mit seiner Haut <*— denn ^r hatte 
gar Nichts weiter auf dem Leibe, als diese Uni« 
form — einen sehr sonderbaren Contrast machte. 
Der vornehme Officier, der ihn begleitete, er- 
ichien ^mit ähnlichem Prihike,' in einem rothe» 



j 



«umil Biit goMenenf Trossen besemm Rbdce. Di9 
andern Umhüllungen, .^^^ man bei diesen Afri» 
jtanerh gebräuchlicii fand, waren ^^in Um den 
Unterleib gebundenes Stück BaamwoUenzeu^Gh, und 
^in kleiner^ ant dem Fell einer wilden Katze ge- 
machter,' Sthnrz^ Man erfuhr, dafs diefr ein« 
Auszeichnung ^es Adels sey, ^die von Individuen 
Iciied^^n Standes nitht getragen werden dürfe, ^alt-- 
'WbbnQT^n 'vdn Kü^elchen, Ringe, aus den Knocheii 
^er Etepliantenschwänze gemacht, welche sie Morpi 
•nennen, Und deren Zahl gröfser oder geringer^ 
^ar, je nachdem dfer Tragende mehr oder minder 
jgeschmückt erscheinen wollte, waren d^e Zierä- 
then, mk' denen sie den Hals schmückten. Span» 
gen von Rupfet oder Eisen schznücktexi ihre Knöch- 
el an Arttien und Füfsen, und waren so befe- 
•stigt, ddTs '#ie nicht abgenomitien werden kenn«» 
ten. Einige der kupfernen 'waren mit erhobenes 
Arbeit verziert , dii^ ziemlich kunstreich war. Von 
-einigen der'|uhg^n> Leute wurden der Halsschnuren 
«o vii^e <'|;ftiragen^ dafs sie i^ur mit Schwierigkeit 
-den Kopf «bewegen konnten. Die Bejahrten oder 
gesetzteren Minner der Nation > trugen nieht mehr 
als' eiiis oder<2Wel. Alle, ohne Ausnahme » wären 
Üiit Feiisfchen b^angen, den sonderbarsten und 
mannichfaitigsten, die man finden kann. Sie wai» 
xen verfertigt au«' Lumpen , Holz, Steinen, Muschel« 
scbaalen, Hern, Glas und dergleichen; vorzü^li^ 
iaber ein Bein von einem gev<rissen Affto war der 
Gegenstand religiöser Verehrung. De^ Haupt' 
Fetisrck Am^^Mafuka ist ein abenteuerliche« Ge- 
bilde von 2wei' Mee«chen, umgeben von Ziegett« 
bockshörnern^ Mu>c)iehi und dergleichen. Er trug 
ihn an einem Gürtel von Scl;ilangenhänt über di« 
Schulter gehängt. '• Man bemerkte mit Erstaunen, 
♦dafs diese Mei^dhen-Figixren 'statt deu Negergesich- 
ter, die maii'2u finden erwarten io\\Ve^\ägyptische 
Physiognomien heLtxen; die Nasen warexi Habichts» 
nasen und ^ iMe Stirnen hoch. Der Mafuka Un4 
•eine Freunde trugen auf dcmXojßfe eiüen gestreif-^ 



/ 



469 .Ahkanilujfg^. 

«ten Turban, oder dafiir eliian Stell v i ^ m tay m 
eigner Erfindimg uud sonderbarer Form. Da d« 
Mafüfut gecen Tuckey $icb zur Herbekcbaffung 
•eixugar fxiscber Mundvorrätbe erboi» to nabm L-et^* 
terer diefs Erbieten , da er in gerudger finjfernu|ig 
.von dort aicb vor Anker legefl muffte, sebr gern an. 
Die Boote, in weichen die Schwcurzen gekonMne^f 
.waren, wurden za diesem BebuC wieder an die 
.Küsfe geschickt, aber der Mafuka vnd aqht seii&ar 
Begleitung blieben am Bord. Dieb,thaten' de 
blof«;, weil sie gut mit Branntwein bewirtbet an 
werden hofften« in welcher Erwartung sie aicb 
.auch nicht täuschten. ' Wegen des sieb umsetse&dea j 
.Windes mufsten die Expeditionsschiffe Ins vor Ctf- j 
.benda^ und von diesem Platze fand sich am ai^- l 
^dern Morgen ein Boot voll Eingebomer bei ihnen 
ein, die sämmtlich für Gentlemans angesehen 
^seyu wollten. Der Capitän, der schon der B0811- > 
eher dieser Axt überdrüssig war« verweigerte sie i 
an Bord zu nehmen. Auch die Gäste von Mm- \ 
lemha schickte man« da von den venpro^enen 
Mqndvorräthen nqch Nichts zu sebec^^eder au bö- 
'ren war« mit di^er Gelegenbett suriick, obgleich 
sehr gegen ihpen Willen. ' Sie waren mit ihren 
Nachbarii von Cabenda beiiiesweges im besten 
Vernehmen, und es entstand y»^ Geräusch nnd ^ 
Geschrei zwischen ibtien. Jede Pan^i s^bimp/te die 
.andere ^^erdammte schwarze CanaiUenf*^ eine Phra- 
se, ,di^ ^ie zuv^erlässig frühem Englischen Besu- 
ehern ihres Landes abgelernt hatten -^ d^h fielen 
keine Schläge/ Mati behielt sie. tQi Geliebt bis m 
Einbruch der Nacht« wo sie immer noch zwei Drit- 

tel ihres Weges zurüdUulegen hatten. 

* 

Die MannscTiaft > des znr Herbeischaffung von 
Mund Vorrätben von detOorothy^ abges/phicktenBoo« 
tesy war, ehe sie sieb das ihr aufgetragene Geschäft 
angelegen seyn liefs^ auf den Con^ gegangen} alf | 
sie denr Lieutenant Hawkey zuredest in Medemba ' 
einzulaufen, > ind0m iie versicherte, do;t seyen im^ 

V r 



^leli^iAifMk tlnd aufsetzt vrbblfeil SüUv«il ziihtkom» 
4n«n,,«ind di0 Gegend ei» wahres PüracJ^e«. i Ihrer 
i^schiraihong nach sey. die Landschaft üppig fruishtK 
bar- und aagemein rei^h an Vieh und Geflügel voift 
•der voxtügUch»tenGiit^. Die .Weibefr-^ ein flän» 
^ebartikel ^1 bei dessen Vor^üglichkißit in dieser Ge^ 
^end ' sie. besonder« •vernreilte •-« seyen die «chon^^ 
.^«ten von allen, die man an der ganzen Küste findo. 
Als ihnen vorgestellt ward, dafs Lieutenant Hawkey 
ib;ren Vyünschen ohne die Genehmigung des Cd? 
.piträs nacht ' entsprechen könne/ konnten sie nicht 
4>efiK:eif en\ wie Ein Individuum der (jonamandent 
nvon; dwei Schiffen -seyn könne, uitd »riieuerten ihrft 
ZiUredungen. Sie versuchten, die üngei*echtigkeit 
.der A^^bschaffung.det Sclaveohemdels zu zeigen y \xvA 
{sagten. ni%t pjHbeti$cb&r JSntvüstung, wie es ihnea 
•l^ünftig uüö^Hch seyn ^oUe»' sich >Kiei4eV, HaUbäi^ 
V der und Branntwein zu kaufen, wenn ihre eitiziglß 
Yerkäufli<[ihe Waarey ihre Ge£an^en)en^ nicht mehr 
ynn tl^n^Eiirio^sbeFn} gesucht würden. - Nach dem, 
w^^ man über die Beschaffenheit des Lander au« 
ihnen herausbrachte, scheint es reich, an Kupfer 
za seyn. OieSitteh dieser Mei^schen «ehildert zum 
Theil «ch<m -da« Gesagte. ' Diö, ^welche an Bord 
4er £)<>rofÄy, blieben^ legten sich des Nachts zwl- 
it<;hen den Verdecken auf Segeltnch Särzimtlich zu 
einander V und standen iblt Täge'sanbrnch ^ieder^ 
i^uf» um sogleich Branntwein zu trinken und Tu- 
bak izu rauchen. • ^it Ausnahme ih#er wirkUcih 
ziemlich kunstreich fabricirten Kopfbedeckung sah 
man nicjitf- ?i,n ihnen,- . woraus „man auf ein© be- 
sondere Geschicklicbkeit in gewissen Kiinsten und 
Handarbeiten;hfitte schliefsen können. Ih^e Kano^ 
bestand j^n aus einem einzigen Baumstamxne. Jedes 
ward durch gutgemachte länge.&ebai»£e1n fortgeri^ 

dert, und die Ruderer .standen Ap};^}. ^^fiecbt« 

" ' ■ ' ^ - " . - 

\ ^FUnftes CapUbh, 

Die Küste vqxi der* Loango * Bai bis zum Congo 
ist in den. bisherigeil Charten «ehr^fehtofbaifl an- 



« 



4i4 'AhUMnilung-efi 



f egebfb« Zirischeti Indian Pöim liaA Ctißmdm te 
bloCt der Loango Louiza oder Ju0 Qmgo.^) D&i 
Polhöhe teiaer Mündniig üt 50 ij* t. Br. ^y Sm 
itt zwiicbeii Bergen, «ehr breit, und wie es ec h e mt , 
t>hiie alle Hemmang. Ein Neger, mit dem Frädi^ 
eat König von Loango beehrt; itt die Hauprpexaon 
in diesen Gegenden. Manche kleine Rei«Jie sonst 
unabhängiger Fürsten erkennen seine Oberherrschaft 
nn. Das letzte gegen Norden heilst Boai, **^) JMe- 
honga^ woiu der Haren Malembm gehört, gränxt 
anBofU. Nach Baal folgt der Staat Ne Gox^'***)^ 
welcher die Nordküste bei'm Ausfinsse diM Congo 
bildet« Sein Uavea ist Cabenda$ und sein Gebiet 
adeht sich längs dem Flusse bin. Der König ron JMb- 
hory^s oder Malemba residirt niobt an der Koste, 
•ondem in Innern dt% Landes, in einer Stadt, die 
-Chihgele genannt wird, welches offenbar • das £ii* 
hele der gemeinen Charten, und das Kinghele Am 
' Murr ny'' sehen Charte ist. Sie liegt aber keimst- 
weges an dem Flusse', wie es doch in allen diesen 
Charten angegeben ist. 

papitätt Tmkey war sehr darauf bedacht, sü- 
hnen schwarzen Gälten so viel Nachnchlen über das 
Xand abzulocken, als möglich. Besonders zog «c 
Vortheil von dem , imstande, dafs diese Schwärzt! 
dorcb d«p Verkehr mit Europäern aiemlich das 
^pgUfcbe undlPranzösische (besser )edoch ,inß Xma^ 
tUx%} sprechen gelernt hatten, vnd sich darin ynat- 
* 

« 

*^ Xä Congo ist nämlich seine fewobnlielie Benemmag 
in den Cli arten, und Louiza heifsl er in der Gbar- 
te, die MurrtiyU ,»Ditcoveries in Afrika^* voranstelil; 

**) Riclitig ist diese Lage anck in der eben erwähnten 
Charte vor MurrayU Discoveries angegeben« 

♦♦*) In Murray'f Cliarte hö^mli. 

*♦•♦) Die Ckavte Bat keine Namen ffir diese Staates, 
nhd die Reclitichreibung des letstem. kann leickt 
hier veirfehlt seyn. ^.KingkuU^* ist die einxige Be- 
nennnng, die man anl dien Ckartan findet. ^ 



f 



ftandlicli^ machex^ /konnteo,. B« gelfti^; ihm d»» 
durch, ein, kleines Wörterbuch, 'ihres eignen Idioml 
SU verfertigen, weichet in der Folge bei'm Ve]> 
keht mit den £ingebomen sehr! gute Diehste 
leistete^ ^. . / , - 

Am dten Julius ward ein Boot an die Küste ge» 
schickt/ um das von de Grandpri bescbriebelie 
Ufer des Flusses Büe aufzuluchen , Welches nack 
dieses Schriftstellers Angehe im Süden voii MaUm^ 
bß seyn, und bis auf sieben Faden Tiefe bekom* 
xneii soll. Die Nachsuthung War jedoch vergeh 
hens, und man fand, dafs das Wasser vdn dort en-^ 
wo das Schiff lag, immer seichter ward bis drei 
(Engliscl^e) Meilen von der Käste entfernt, wa et. 
wieder fünf Farden> Tiefe hatte. Einer der Ein^ 

f6;bomen aber ^versicherte^, er sey selbig an ianem: 
Ifer in Gesellschaft M^;rt£;i>/r# gewesen , es fey* 
nicht weit von der Küste entfernt, und mehr in 
der Nähe von Malentbcf\ als iif' der von Cahenda^ 
Man konnte die Richtigkeit dieser Angabe siicfat 
erörtern. Die CoHgo und Dorathy segelten hei 
einem günstigen Winde bis Um g Uhr Atbends 

. , längs der Küste hin und legten sich dann bei 
acht Faden Tiefe vor Anker. Mtln fand, dafs eine 
halbe Meile vom Strande, in dessen Nähe die Se« 
ihil-e Wogen sehr heftig an. einem Felsenriff bricht, 
das Wasser in der Regel nur drei Faden Tiefe hat 
Diefs .schien eine Art von Schutz für das Gestad» 
dahinter, wo ^ Boote ohne Schwie^^S^eit land^a 
können. Wo die Schüfe anke*««» ßieng *« 
Strom N,N.W., if Meile in Aßr^^^nde. Dasror 
the Vorgfibirge oder CAa&^ro/^"Y®^gebirge, wie 
es von dei^ Eingebomen gena^* wird, konnte msut 
an diesem Tage deutlich f*^®°„ ^^ dritten und 
vierten Tage hatte man Y ' Bemerkungen über 
die Küste zu machen, '^^ ™*» wegen mangeln- 
den Windes nicht we-'*.f ****"!•• . Da«- Und ist 
von'4,50 bis nach ^^^«««^bin beträchtliDh er- 

Aöht, und von Fe'''*' *• <wMn der Loangp-Bai 









V 



466- . Abh^ndlUngtnn^ 

IhÄUcli tmif cltirchsciiititteh. V^ön Cahenäa oAw 
ein wenig darüber at) aber ^afa trihA Nichts, alt 
niedrige» Land, tniV Wald bedec'kt^ Wovon tnait 
glaubte, dals es Mangl«-*ßänme seyeti. Die £iii- 
gebornen behaupteten, bei Chaberoca ergieüce sidh 
tin kleiner Fluls in's Meer, 

Am*5ten Nacbmitrags konnten die Scbiffe w^^ 
ler. Voo M Faden Tie£e kamen «ie bald in lg 
Faden, aber um 3 ^^^ Abends vermehrte sie sich 
ideder zu i^ Faden, und £ast sogleich darauf fand 
4ai Senkblei bei 150 Faden noch keinen Grund« 
Tu€k$y sah ytXfX ein , dals er weiter g^angen waxg 
ils er wünachen konnte, . da er durch die Strön^ung 
Bch in das tiefe Bette des Congo hatti» hinein reis» 
Ben lassen. .£irj konnte nun nicht, wie ^r sich v^r*' 
genommen hätte , am nördlichen Ufer ankernt ison* 
dem mulste das Flufs bette passirej). Oanoch eine 
Stunde, lang da;cu- günstiger Wind !war> so br^H^hte 
er die Schiffe über die grofse Tiefe des Congo 
glücklich* zum südlichen Ufer hinüber, wo sielnit 
einem eben so schnellen Uebergange» als jener, 
drübeii von 18 Faden Tiefe ^u der unermersUcben 
gewesen wutr, anf ^in Mal bei 33 Faden schon 
Gdind hattien. n 9ei dieser s^ Fadeo. Tiefe an-^ 
kefte man. } : , 

Mit Tagesanbruch, am 6ten Julius, entdeckte ^mau 
"Jabo Padron ♦) und äsis Haien- Forgebirge, Mit* 
tgs lichtete >mn bei günstigem Winde? die Anker» 
Vid ' führ, zvy^isc^n die^sen Vergebirgen* weiter in*s 
l^aid, bis eine iKjbe Meile von. der Küste emferfit. ' 
Als man 2p Faden Vefe hatte, lenkte die Dorothy 
flach dem Haien" n^ehirge,, verlor hier sogleich 
Ankeigrund, und fani erst lange niit dem iSenk- 
Wei gar kein^en wieder /^ann aber flötzlich eincn^ 



♦) paf SäuUn^Porgehirge. Es Vt den .Name» von ei- 
c«/rrbtte citiditetSf^ ^ • ^^ ^*ä 



* , * 



Sbkdndluitffen. 46^ 

vOÄ ffi&r Faden Tiefe.' Man watf den Aiikjer nun 
•bgl^eidi mit dein Ketten-Kabel aus, 'allein das 
Sifl^iff blieb treibend , und Tuckey vermuthete daw" 
tor, die Kette müsse losgegangen seyn/ ündvliefk 
einen ftndefh' Anlc^r werfen. Ehe. diefs aber ge^ 
tchehen konnte, war das SchiiF schon über einem 
^ Faden tiefen Gründe, und immernoch treibend, 
heides, Kette und Kab^l, ^ard nbb'-*gewendet, und 
'das Schiff endlich in. festen Stand gebracht. Die»' 
Congo , welche ihren Anker bei 4 Faden Tiefe ^e-'. 
\^orlrn hatt^, war auch treibend', und verlor An-^ 
ki« Imd Kabel. -^ 

Am Vormittage , ^Is beid^ Schiffe auf gunsti* 
gto Wind warteten, stattete der Mafuka des Haien- 
Vorgebirges den Eeisend'en einen Besuch ab. Uiti 
ihnen bemerkVich ta machen, welch* eine wich- 
tige Person er sey', kam er in Begleitung eines* 
halben Dutzend elend 'gekleideter Neger- seines 
Staatsgefolges. Er machte Anspruch a»f alle die 
Aclitungsbc^ogübg , die man Fürsten schuldig ist, 
obgleich er. eii) ebenso schmutziger ;iind zerlumpter 
Kerl war, als jene.' Der gewöhnliche gute ^it« 
auf dem Verdeck stand ihm nicht, an, für seine 
Herablassung glaubte er Ansprüche auf mehr Auf- 
merksamkeit zu haben, und verlangte, > dals ein 
Stuhl mit einpnif Kissenr für ihn gebracht werde. 
Mit. einem Kissen konnte man nicht dienen, und 
er mnfste sich, statt desselben, mit einer zusarnm^n- 
gevyickelten Plagge begnügen. Er trug auf dem 
nackten Leibe eine alte, abgetragene Pelisse von 
rothem Samnöet mit goldener Tresse, hielt sich 
eitlen ^ JD'rünseidenen Sonnenschirm; obgleich die 
Sonne eben nicht scliien, über deu ^o^f, und sei*^ 
nen amtlichen, mit Silber beschlagenen, Stock in 
der Hand. Er kam gerade, als der Cäpitän früh', 
stuckte, und unterliels nicht, merken zu lassen, er 
werde eine Einladung in die Kajüte annehmen. 
Man nahm jedoch von diesem seinem Wunsche 
keine Kenntnib, d« nicht nur «eine ganze Pej^son 



-^. . 



466 Abh^ndlungem 

• 

unlieblich rocb» tondeni aoch aäx eiti#ii^.I}attiaiM^ 

•chlac behaftet wai;, der sehr in die hxxg(^n fieL 
M^n liefs aUo den vornehmen Gait «af depi V«^ 
decke, um sich dort zu amüsireni so ^t er. konnte* 
Diefs fircerte ihn. Doch » da er dai^i von einer 
Carronaden; Salve und «einer zieinlichen Quantitit 
Branntwein freundlich begrürtt ward, ^gte et 
«Ich bald wieder hei guter Laufif. • Seines Kpm» 
mens Abriebt schien hlofs einige Gläser gebrann- 
tet W«Mer zu erhalten: dieser Nektar erheiterte 
Um 80» da£s er den Euroländern seine Gesellsci^ft 
auch hoch für die folgende Nacht und für die gm^. 
len fünf folgenden .Tage gönnte. Er brachte die 
Nachricht mit, dafs zu Embomm^ rieben, PortaBgie» 
rische Schiffe vor Auker se^en» um Sc^ven ,zu 
JEaufen. Ferner erhielt man die Belehrung von 
ihm, die Dorothy könne, wegen der nun folgen^ 
den Leichtigkeit des Flusses, in dieser Jahr^zeit 
unmöglirh den Finfs höher, als bis Tau Tree- 
Insel hinauffahren, also nur noch ungefähr 40. 
(EngL) Meilen vom Orte, wo sie jetzt warex^. 

A^ 8^en Nachmittag«, da ein günstiger See« 
wind kam, lichteten die Schüfe die Anker, und 
«m 9 ^^ Abends ankerten sie wiederum für die 
Nacht und zwar vor Sheru/ood^s Creekj einer von 
MttcweU benannten Bucht. 

Lieutenant Howkey und sechs Andere fuhren 
nodi an diesem Tage, ob es gleich schon dunkel- 
te, im Boote an*s Land hinüber. Sie kamen so* 
^eich in einen ungeheuren, aus Palmen undMangle- 
Bäumen bestehenden Wald , mulsten aber , da es 
3U finster ward, und die herabhängenden Aeste 
und aus dem Boden ragenden Wurzeln der Masigle- 
Bäume sie im Gehen hinderten, bald wieder um- 
kehren, nachdem sie einige Adler /^nd Königs* 
fische (hing -Äschers) geschossen un^. einige Pflan- 
zen gesammelt hatten, upter welchen ^ck Xüne* 
nia Americana, aber keine einzigCf dem Botaniker 
ganz neue t befand* 



\ 



- -J _, _ .... ^. . 






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Um 4 Uhr Nachmittags war ein Schooner mit 
Schwedischer Flagge gesehen worden, der abet' 
diese bald mit königlich Spanischer vertauschte, 
und auf die Dorothy fetüertc, bei welcher der 
Schufs nable vorbei gieng. Zu dieser schickte de« 
Schooner dann ein. Boot , um zu fragen, wofür 
man iie und ihre Begleiterinn zu halten habe* 
Auf gegebene Auskunft über den Zweck der Ex-» 

Spedition, 'und ^afs die Schiffe mit Engländern be- 
mannt seyen, ward we^en des Schusses eine höfli- 
che Entschuldigung vorgebracht, und versichert, 
man habe blofs über die Flagge Gewifsheit haben 
wollesi. Die Spanier gaben sich für von HavännaH 
Kammende aus. Ihr Zweck war, trotz dem Ver* 

' böte, Sqlävenhandel, und ihr Schooner mit zwölf 
Canonen versehen, um jeder Anfechtung trotzen 

' 2a können» Als er durch sein zurückkehrendes 
Boot beriachrichtigt warä-, dafs eine* Kriegsscha- 
luppe -den- Flufs hinaufgefahren sey, lichtete et in 
grof^er Eilfertigkeit die' Anker , und entfernte i$icH. , 

Von dieser Zeit bis zum latep ward die Do* 
rothy bei'm Haien - Vorgebirge (in einer sehr un* 
bequemen Lage, weil sie. nicht günstigen Wind 
b^kam, um das Vorgebirge herum zu kommen), zu 
'verweilen genötbigt. ^ Der- Mafuka i van Market 
Point und ein Eingeborner von Bmbotnma koniem 
All Bord derselben, und der Letztere gab dem Ca* 
pitän zu vernehmen, dafs er vom gr o tsen Mafuka 
von Embomma abgeschickt sey, um ihn den Flufd 
, hinauf zu begleiten, und mit allen erforderlichen» 
, ^NAphricbten . und Belehrungen, welche er zuge- 
ben im Stande sey, zu untierstützen. " Tuckey 
. empfieng sie höflich, obgleich seine FteiXde, mit 
ihrem Besuche beehrt zu werden, nicht Sonder» 
lieh war. . Er «nahm das ßrbieten des angebli» 
eben Abgesandten von Embomma an, [ unterlieft 
jedoch nicht , ihm und > dem Mafuka zu sagenv 
dafs sie nicht etwa bewirthet zu werden bofCen 
iollten» Vie sie es oft an Bord von Sclavenschif« 
Ji.4, a, B. IL Bds. 4. Ä. K k. 



^>^ 



•. 



47# Abhandlungen. 

f«D wurdeB. Dieser Wink war ihnen unlieb, dock 
fehlen er sie nicht ganz verdrüfslich zumachen, 
und die Uniformen der Officiere und Seesoldaten 
flötsteo ihnen für das Schiff alleii Respect ein, 
den Tuck^y wünschte. Unter den «SStmio-Nogem, 
die an Bord kaojen, waren einige^ von den Porta* 
giesischen Missionarien zum Christ enthum bekehrte. 
Der Contrast, den mit ihrem Glauben ihre Sitten 
machten» war nicht weniger ^rots und widrig, als 
man ihn' oft bei den Rechtgläubigen der civilisir- 
ten Länder findet. Einer von ihnen schie;a gleich- 
sam: durch ein Diplom bevollmächtigt, did erho- 
benen Wafafrheiten des Christianismus Andere ^a 
lehren, hatte sich die Fertigkeit erworben, seinen 
Namen und den des heiligen Antonius za schrei- 
beo, und konnte, obgleich etwa^ kauderwelsch, 
die Römische Litanei im Latein lesen. Ein Ge- 
fährte von ihm war voll Eifer, sich eine gleiche 
IVlasse des Wissens zu erwerben. Man konnte nicht 
glauben, dafs die Missionarien sich mehr, als ei- 
nen Spafs mit ihnen machen und mehr bezwecken 
wollen , als dafs die Anstellung solcher Lehrer ein« 
Satyre abgäbe auf den Dünkel der Ifinoranz, die 
eben erst aus dem Zustande der Wildheit heraus- 
tritt, denn auch ihr Dünkel war über alle Mafien 
grols. Sie und ihre getauften Begleiter hatten alle 
viel mit Crucifixen zu schaffen, welche äufserst 
wunderthätige Reliquien enthalten sollten«^ Ta- 
ckey wünschte das Wunder eines schnell sich er- 
hebenden günstigen Windes, welches sie durch 
die Reliquien zu bewirken versprachen, so wie 
die noch heidnischen Schwarzen durch ihre Fe- 
tische. Beide Partheien riefen mit sehr lautem Ge« 
plärr ihre Götzen an, aber diese blieben taub. 
Denn Einfalt, bübische Verschmitztheit, Fröm- 
migkeit und viehische Wollust, Ailes im sondern 
barsten Beisammenseyu , charakterisirten ihre Aea* 
fserungen und ihr ganzes Benehi^en. 

Alle Besucher, von denen, beide Schiffe in die- 
ser Periode heimgesucht wurden, hatten auf ihxtr. 



Abhandlungen* 



\ 



- Hant erhabene- Figuren, und man bemerkte nicht, 
dafs di^se bei ihneh nach der Verschiedenheit der 
Religion Verschieden waren. Zwischen ihren grx)- 
&en Vorderxähnen ward eine. Oeffnung bemerkt^ 
In welche Alle, ohne Ausnahme, beim Tabakrau* 
chen die Pfeife steckten, zu welchem Behufe sie. 
datier Anfangs den Reisenden ausschliefsend ge^ 
macht sthien. Allein bei der Nachfrage erfufas 
man, dafs blofs Gefallsucht, um den Frauen rei^ 
Bender zu erscheinen ^ sie bewege, die Vorder* 
Zähne an ihrem Innenrande auszufeilen ; . ja es 
schien sogar, als ob über Männersehönheit von 
den^ Frauen ganz im Verhähnisse der'Gröfse die- 
ser Oeffnting in den Zähnen geurtheUt werde. 
Bei manchen Individuen, <^i® ausgezeichnet breite 
Vorderzähne hatten, war diesre Kluft drei Viertelt 
:iolI weit. Denselben Zweck, das schöne Ce^ 
«ehlöcht verliebt zumachen, hatten auch die er^ 
habeoe^ Figuren auf der Haut« 

Das Aeufsere der Sonio- Neger war im hoch» 
^«ten Grade widerlich und schmutzig« Es veran- 
lafste den Capitän zu der Bemerkung ^ man sehe 
deutlich, welches Europäische Volk den ersten Ver* 
such gemacht habe, hier die Civilisation einzu* 
führen. Diese Ehre gehörte den Portugiesen^ 
Ihre Haut war nicht blofs mit dickem Schmutz, 
sondern auch mit Ungeziefer bedeckt , und von^er 
Krätze se^r übel zugerichtet. Sehr verschieden 
V ^ davon war das AeuCsere der Eingebornen von Ma» 
lembay welche Reinlicl^keit liebende npd heitert - 
'Menschen sind^ und durch ihren Verkehr mit den 
Franzosen v^el Empfänglichkeit für Auswahl in 
der Kleidung bekommen haben. Die Franzosen 
schienen sie zuweilen damit zum Befsten gehabt 
und ihnen abenteuerliche Trachten au%eschwatzt 
zu haben, allein die Eitelkeit, die jsie diesen Putz 
treuherzig annehmen läfst , ist ein liebenswürdi« 
ger Zug, wenn man sie mit jener, die Zöglinge der 
Portngieselxcharakterisirendeu, Kothliebe vergleicht^ 

K k li 



^ 



479 ' idbhandlung&n^ 

Sechstet Capitel. 

Der Mafuka und seine Begleiter konnten erd 
Anrch viele wiederhohlte Betheurungen zum Glau- 
ben gebracht werden, dafs Sclaveneinkauf ganr 
nnd gar nicht der Zweck der Expedition sejv 
Aber im Stillen, wie man dentlich merkte, bUe* 
ben ne immer i^och Zweifler, und bei jedem klei- 
nen Anlatte sab man, dafs man sie von ihrer 
Schwergläulngkeit nicht geheilt hatte. Wenn ih- 
nen der eigentliche Zweck der Expedition genannt 
nnd erklärt ward» antworteten sie durch ein un« 
Ibäfsiges Gelächter, als ob sie sagen wollten, man 
moM^ sie nicht fiir so stockdumm halten , dafs ae 
sich mit solchem Larifari , gleich Kindern, foppen 
lassen könnten. Mit dem spöttischem Lächeln eines 
Weltklugen fragte der Mafuka^ ob schöne G^en* 
den zum Spatzierengehen ond Bäume und Fel4^ 
nicht auch im Lande der Engländer seyen, nn^l 
wie man Narr genug seyn könne , def^wegen eine 
•o entsetzlich weite Reise durch*s Meer ■ zu ma- 
chen? — Dieser, sich für sehr vornehm haltendot 
Mann hatte gleich bei seinem Erscheinen auf dem 
Schiffe verlangt, dafs man seine Ankunft durch 
einSalntiren mit dem Geschütz fßiem, und daüi 
man d^e Flaggen aufstecken solle , ferner, dafs man 
den von den Handelsschiffen gewöhnlich ^u erlegen- 
den Tribut bezahlen solle. In beiden ersten Puncten» 
da es so wenig kostete, that man dem Narren 
nach Wunsch. Das Letzte aber waurdihm rund abge- 
ichlagen, und zu vernehmen gegeben^ dafs Briti« 
•che Schiffe Nichts von der Art bezahlen, aufsei^ 
wenn es ihnen abgezwungen werde, und dafs sie 
auch dann nur mit dem Donner ihrer Canonen 
Tribut gäben. Er und sein Freund , der vortref* 
liehe Räigionslehrer, runzelten bei dieser Antwort 
die Stirn, und wurden nur durch den 24usatz ge- 
tröstet, dafs man allen gewünschten Proviant, den 
man von den Eingebomen auf die Schiffe erhalte, 
•ehr honett bezahlen^ werde. Doob beunruhii^^ 



l 



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Ahhandlungen^ 473 

iie di« Canphen ein wenig, und sie nannt^B M 
furchtbare Anstalten zum offensiven Kriege, 

Die . Unterhaltungen der Matrosen mit den 
Eingebornen, obgleich in mannich fachet Hinsicht 
«ehr ergötzlich und. manches Gelächter veranlass 
send,, führten zu Nichts, Man that eine Menge 
Fragen an sie , über Mancherlei , über ihre Ein- 
riebt ungen, über ihre Eben vorzüglich und derr 
gleichen , aber gar nichts IntereiM^antes ward da» 
hei berausgebracht. Die Sprache» in welcher ihre 
Antworten gegeben wurden » verrieth sich ^ häufig 
als eine noch so ganz ungebildete » dafs keine Be- 
•cbreibung eine Vorstellung davon geben könnte. 
Vorzüglich bemerkenswerth war , dals selbst Dinge; 
die äultterst auffallend von einander verschieden 
eind, in dieser Sprache mit einander verwechselt 
werden» und man wiUkührlicb, für dieselben bald 
das eine, bald, das andere Wort braucht. , ; 

So einfaltig und ungebildet indels diese Men* 
pcben auck schienen» so liefsen sie es doch^ im 
Handel keinesweges an Beobachtung gewisser For« 
men fehlen. . Sie hätten . eine » mit > ihren wenigen 
Begriffen vom Handel sich gattende» Neigung zum 
Ceremoniel und zu hergebrachten Gewohnheiten^ 
der man sich, vvenn man einen Handel mit ihnen ab* 
flchliefsen woUte, anschi^iiegen mufste» da ein Man« 
gel an Auünerksaittkeit in diesem Puncte alle Mal 
die Folge hatte, dafs detn Engländer, wenn er glaub- 
te^, dea: Handel sey nun völlig abgeschlossen» nocli. 
Aiuwendungfpsi gefi,en die Giltigkeit gemacht wuj^r 
.den. Sollte ein Kauf gillig seyn» so war nöthis, 
dafs . Käufer und Verkäufer einen Grasbahn zvru 
schan sich zierbrachen. Solange diese Ceremonit 
noch nicht beobachtet war, kotinten beide "Jl^^heile 
wieder vom Contracte abgeben» und Alles,' vfaß 

' man verhandelt hatte ^ galt für Nichts. Einmal 
wurden zwei Hühner gekauft» der festgesetzt^ 
Preis bezahlt , und . die Hühner sogleich getödtePt 

' nnd zubereitet. Die Käufer hatten keinen andern 
Gedanken» 'als» di^l Bez^h^e j^böre ttua ihnexl^ 



474 Abhandlungen. 

ketbst nach Afrikanischen Gesetzen. Diefs war ein 
Imhum« aus dem sie bald durch die Forderung 
gerissen wurden« die der Verkäufer machte, daft 
man ihm die Hühner zurückgeben «olle i weil er 
den Handel noch nicht abgeschlossen > da jene Ce« 
telconie noch nicht vollbracht sey. Noch ein Glas 
Branntwein, das man dem Querulanten gah, be- 
schwichtigte ihn endlich. ^^-^ Man kaufte an je- 
ner Stelle nur wenige Artikel für die Schiffe, da 
die Preise, welche die Eingebomen für die un- 
bedeutenden Dinge, welche sie geben konnten, for- 
denen, viel zu hoch waren. DerCapitä|i fürch- 
tete, durch all/ jgroise Liberalität in eine, ihm bei 
der Weiterreise- auf dem Flusse geÜbrlicShe Be- 
riJhmtheit zu kommeu, und beschränkte rieh da* 
her blofs auf den Einkauf des nothwendif^sten 
Bedarfs an Hühnern uud Eiern. Von dem Werthe» 
den die Eingebornen duf gewisse Dinge legten, wait 
man sehr befremdet. Für ein Messer , das nnge- 
fShr Vier Pfennige werth war, erhielt man ein 
ausgewachsenes Huhn, ebenso für eine leere Glas- 
flasche und eine kleine Brille , die etwa jede drei 
Pfennige werth waren. Eine Perlenschnur hingö- 
*gen, die in England zehn oder zwölfHühner hätte. 
gelten müssen, wenn die ersterwähnten Oinge^eins 
gelten sollten, galt bei diesen Afrikanern nicht 
mähr, als zwei Hühner. Indefs» wi# sehr 0ian sich 
auch darüber wundem mufste, verrieth sich doch 
noch mefhr Verstand der Eingebornen hierin, als 
man bei ihnen zu suchen nach mancher andern 
Sonderbarkeit berechtigt war. Sie gaben doch ei- 
nen guten Preis immer nur für solche Ding^, aus 
4en^n sich irgend ein reeller Nutzen ziehen liefs, 
tind für Alles, was bloCs Tand war, boten sie auch 
so wenig, dafs der Verkäufer es kaum dafür las* 
ten kotmte. Vorzüglich ein Handel machte dem 
Xapitän Vergnügen. Man erhielt äufserst billigen 
Kaufs eine Flufeschildkröte von 40 Pfdnd, deren 
Fleisch man in jeder Hinsicht ebenso schätzbar 
^and, tne dks der grünen Scfaildkröie» 



\ 



Abhandlungen» 



•475' 



■ - . Mau sah die Eingebornen in dieser Gef^end au- 
rserordentÜch viel Fische in Netzen fangen und 
dabei viel Ge\vand|^heit zeigen. Am iiten wurden 
zu demselben Behuf zu der Stelle, wo man sip 
gesehen hatte ,^ zwei Boote geschickt.' Sie waren 
mit ihien Neizön auf der Innenseite der Land- 
spitze, n'achdem sie auf der Aüf?€nseite ihre-Ver» 
suche vergeblich gemacht uiid iiicht einen einzi- 
gen Fisch gefangen hatten, aufsetst glücklich;, 
"denn auf Einen Zug erhielten sie dreifsig gro(se^ 
Fische, deren einige nicht weniger, als 6o Pfund 
'wogen. Dies^ waren sammtlich von ^er Gattung 
Spams. Sie halten ein vortrefliches Fleisch, das 
man dem des Kabel jau's sehr ähnlich fand. DiCj' 
'Eingebörnen nennen den Fisch F'eta. Aufserdem 
fieng man dort einige kleine MuUet's und eiffen 
*gr6fsen Katzenfisch {Cat-fish), 

' Ehe man das Haien- Vorgebirge verliefs , be- 
nutzten die Gelehrten jede Gelegejjheit, ExcartiQ- 
nen in's Land zu machen, und mehr als Einmal 
-war ihnen das Resultat derselben sehr belo&nend. 
.D/ Schmidt erhielt manche iutai^essante Pflanzea« 
'Cranch war niobt w;eniger glücklich , und kam In 
den Besitz einer Menge von hageln, darunter ejn 
vidier yüsd mehrere Kanigsfisciier, die sich ziehi* 
wh von einander unterjKckieden, ferner ein Tu^ 
kan^ und eine grofse Menge kleiner Vögol; 

Bis jetzt w€ir noch Nichts vorgekommen^ wm 
auf Sie Vermuthung führen konnte, dafs die Be- 
wohner der Küste, w^ie rohe Menseben si^ awb 
waren, Kannibalen seyen. Bei einer der obener- 
wähnten Excursionen aber Jtamen die Gelehrten 

^an einen, nicht weit yo^ dej Küste entfernten Ort, 
y/o ein ^Feuer angezündet war, in dessen Nilhe 

/sie mit ebenso viel Er^taun^n, als . Ekel, die Ter- 
^•treuien üeberreste menschlicher. Körper fanden. 

.Schädel und andere, ganz unverkennbar meti^chji- 
che Knochen« die sogleich in die Augen fielexii 
schienen es ilber jeden Zweifel zu^erbeb^, daXs 



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^ 



I 



I 



1 

47^ Ahhajidlungem 

hier tinglücliliche Gefangene geschlaclitet imd g^ 
liraten worden waren. 

AeuCserst verdrUrslich, solange dort vor.A:t- 
^er liegen za müssen, beschlofs der Gapitän £i:e 
Reise zu Verfolgung des Hauptzweckes fortzusetzMiy 
und gab es wegen der zu grofsen Schwierigkeit 
auf, da^ Transportschiff nait stromaufwärts zu neh- 
men. Er liefs daher alle Vorräthe anf die Co^go 
•chaffen» Zu diesem Behufe wurden am Morgen 
des ißteh die sämmtlichen Boote beladen,, und 
Capitän Tuchey^ von den Naturforschern beglei- 
tet, verliefs Nachmittags a Uhr die Dorothy^ gab 
sie unter die Aufsicht des Lootsen und des Zahl- 
meistert, und unterrichtete die^e in Allem, waa 
' zu thun sey , um noch der. Cqngo nachzukommen, 
\V(#uh Umstände es begünstigen tollten. Glücklich 
erreichten sie nach einigen Stunden die Congo^ 

Siebentes Capitel, 

So. weit Capitän Tuckey und seihe begleiten* 
den Gelehrten den berühmten ' Cöti^o - Fltifi , des« 
•en Lauf zu erforschen der grofse Zweck der Ex- 
pedition, war, nun kennf^n gelernt hatten,, nämlich 
bis zum Haien ^ Vor gehirge^ (Shark* Point) ^ hatte 
et ihnen wirklich Nicht» dargeboten, \was dio 
hocbgeipanaten Erwartungen, welche frühere Rei« 
«ende Mniichtlioh desselben erregt hsrben, hätte 
'befriedigen können. Er schien ihnen kaum dext 
Nanien eines Flusses vom zweiten Kange zu ver-> 
.dienen, wenn man nicht etwa das Gewässer zwi-« 
sehen dem Sonio tmd dessen entgegengesetztem 
Strande für ceine wahre Mündung halten mufs. 
Dafs diefs aber eine völlig unrichtige Annah* 
me seyn würde, war Capitän Tuck&y auf*8 Fe- 
tteste überzeugt. Die wahre Mündung des FIuä- 
aes Ton Fdthomlefs Point {Grundlos - Vorgebirge^ 
anfangend, glaubte er nicht breiter, als un<^efäh«. 
^drei (Engl. )Meilen , die mittlere Tiefe nahm er 
' ^ ünge'br 40 Faden betragend an, und den Stront 



V 



.--»*-^ 






* / 



Ahhandlung&ni 477 



Melt er für* nicht schneller; als dafs fer ungefähr 
fünfthalb E. Meilen in einer Stuntle zurücklege. 
Sind die Reohachtungen, attf Welche diese ße- 
reohnuDgen sich gründen-, zuverlä'ssig, — und füt 
-ihre Genauigkeit ist wirklich jede günstige Ver^ 
inuthung da, — «o folgt, dafs die Berichte der 
bisherigen Reisenden übdr diesen sehr wenig ge^ 
kannten, aber weit ausposaunten Flufs entsetzlich 
«übertreiben, iiideni'das Volumen^Wasser, welche 
-er in die See rollt, weit unter dem bleibt, . was 
es nach jenen Berichten wäre. Der südliche. Ein* 
gang in ^en Flufs ist duirch das Cabo Padron 
(Säulen- Vorgebirge) und durch das Haien -Vor- 
gebirge begränzt. Die Halbinsel, welche dies» 
Vorgebirge bilden, hat allem Anschein nach ihre 
^Ge^talt durch das vereinigte. Arbeiten des M^e^^ 
res und des Flusses erhalten. Dfixx äu&eren oder 
See - Strand der Halbinsel markirt ein stellet 
Ufer, das durch angehäuften Sand gebildet ist. 
^Auf der Innenseite hat das Pittorfeske sehr viel 
'Abwechselndes, da der Flufs von Moräst^n^ aus 
welchen die Mangrl^- Huin» herauswachsen und 
deu Flufs überschatten» einge€afst ist« BeifW- 
thomleß Point ist die Ansicht des Landes zut 
beiden Seiten des ^Flusses so ganz dieselbe, wie 
rdort, dafs weiter keiue Beschreibung nöthig ist. £s 
ist von zahlreichen Buchten durchschnitten» in wel- 
.chen idas ^Yasser völlig stehend ist. Die von die- 
.. Iren Strömen gebildeten Inseln erhöhen noch \xn\ 
A^ Vieles das Malerischi^ des Ganzen. Wegen der im 
. Wasser selbst wachsenden Bäume ist es an vielen 
•Stellen nicht leicht» an'sUfer zu komnoen. Da und^ 
> dort erleichterte diefs 2war ein kleine Fleck Islo^ 
£sen sandigen Gestades sehr , im Ganzen . ebd^r kaiui 
man 4en Mangle • Wald,, der den Flufs auf beideh 
Seiten einfafst» sehr wohl einen undurckdringht 
chen nennen. Er erstreckt sich ^au£ beiden Seiten 
' iiebbn oder acht (Engl.) Meilen weit in's Land hin« 
ein» wo er dann den Ur* Beden des Landes eiv 
. reicht , vxm ^AewL man eioea Anblick blof^ ctuf ja^ 



478 Abhandlungen. 

Her Stelle det Flustes hat, wo das Schiff jetzt lag, 
nämlich ungefähr eine balbe M^eile^ vom südlichea 
Uier ganz nahe vor Sherwood^s Cfeek und ha- 
gefähx. zehn Meilen vom Haien -Vorgebirgen wel- 
ches zu umfahren der Capitan so lange vei« 
geblich gearbeitet hatte* Die Strömung w^ar hier 
eehr unregelmälsig. Für die Ursache .davon hielt 
man ein Anprallen und Ge^chwächtwerdeoi der 
Fluth an Landspitzen oder kleinen Sandbänken, 
welche den Strom oft hemmen und das Wasser 
trübe fliefsend machen, welche Wirkung man an 
einigen Stellen eine halbe Stunde anhalten sah, 
dahingegen an andern es in la^eniger, als fünf Mi- 
nuten wieder klar ward. Das Wasser hatte hier 
dieselbe röthliche Farbe, wie bei Cabenda^ und 
ebenso wie dieses erschien es völlig farblos, wenn 
man es in ein- Glas that, jedoch zu getrübt Tom 
Schlamm, als dafs man es zum Trinken und 
Kochen hatte nehmen mögen. Das Steigen und 
'Fallen der Fluth war sehr deutlich an den Mangle- 
Wäldern an jeder Seite des Flusses wahrznnehmoi 
und man fand, dafs der Unterschied zwischen dem 
höchsten Steigen und' tiefsten Fallen ungefähr dritt- 
halb Fttfs war, 

Die Congo ward in ihrer neuen Existenz (als 
ein schwer beladenes Schiff) ebenlalls von Man- 
chen der Singebomen besucht« welche kamen, 
Ziegen, Ferkel, Hühner, Eier und andere Artikel 
zum Kauf anzubieten. Ihre Forderungen waren 
wenige» überspannt, als die - ibrer Nachbarn bei 
Shark Point; doch waren die Preise noob nicht 
niedrig genug, um den Capit&nzticü Vielkaufea 
anzureizeiL Einige handelnde Kanots sah man den 
Flufs hinaufgehen, deren jodes von zehn bis zwan- 
'zig Menschen bemannt war. Die Europäischen 
Schiffe zogen sogleich ihre Aufmerksamkeit auf sich 
und die meisten von ihnen näherten sich, , um ihre 
Neugierde, zu befriedigen, und zu' versuchen, ob sie 
von diesen Fnoideo einigen :£n>fit baben könntm. 



Abh ajidl u hg tn. ' 47f 

Die Ladungen dieser Boote, deren ReiSe nach ci^ 
Her Art von etablir<tem Markt zu gehen. schien, be- 
standen aus Salz und Palmnüssen, Die Eingebornen 
Terstehen die Kunst^ aus den letzteren Oel zu. schla- 
gen , welches bei ihnen von viel^chem Gebrauch 
JUt. . Das Salz, mit welchem sie beladen wareH» 
wird am nördii'chen Ufer bei Fäthomlefi Poiitt 
vgehohlt; aii, einer Stelle, welche Uulamv^eäba heilst. 
Unter den Waaren, welche die Kanots führten» 
;befand sidaNaucfa ein Elephamenzahn/' 

Eine ganz genaue Untersuchung ^er zahlrei- 
chen Buchten im . Eingänge des Flusses war ei» 
Geschäft^, mit welchem sich zu befassen Tuckey 
jaicht wapen durfte;' Doch den nächsteli, wo die 
^Congo jetzt vor Anker kg," untersuchte Lieut^ 
nant Hawkey bis in eine ziemliche Entfernung 
.v^crm Ufer, Nach dem Berichte., den er gab, scheint 
es, dafs das Wasser sich in zwei Arme von ent- 
eegeugesoizter Richtung theilt, indem Ein Arm 
aer Bucht seinen Weg südöstlich , der andere nord- 
westlich nimmt. Er kam bei zwanzig kleinen 
Zwischenbuchten svorbei, deren Lauf aiifserordent- 
lieh schlängelnd und gekrümmt war, ujjd kam 
am Epde in's Hochland, welches durch beträciit- 
Jich steile Felsen sich auszeichnet. Es w^rd klar,^ 
jdafs die Tieger und Elephanten hier einheimisch 
- "se3>en, denn der Koth sowohl von diase^ Thieren 
^ ,als von manchen andern reifsenden, auch ^er von 
manchen unschädlichen, ward häufig auf dem ßo- 
iien gesehen. Man sah eine Antclope, und Einige 
der Gesellschaft fanden das Skelett vom Kopfe ei- 
nes wilden Schweines. Am sandigen Gestajde, 
ganz ^nahe bei einem Teiche stehenden Wassers 
bemerkte man in ungeheurer Menge die Eier >d^ 
Flufsschildkröte im Sande, - 

Von den Eingebornen , die, während die Cort" 
^o hier lag, an Bord kamen, wurden die Rei- 
fenden belehrt, 'daXs der -König von Sönio 'Zu 
Bauza^uio' wsidire^ aa den Ufern eine« Flasses, 



48^ 'AhhandluHgeit. 

dessen Autflab in'f Meer sie genau bezeichnet^ii, 
und der nicht« Anderes ist, als RaphaeVs Creek 
auf MazwelVs Charte. Nach ihrer Versicherung 
würde' ein Boot von dort aus^ avo man eben war, ) 
den Strom hinauf hi^ zu jener Stadt , obgleich der 
^trom Jiicht heftig ist, zwölf Stunden brauchen. 
Mau konnte jedoch kein iuteressantes Detail über 
die Stadt aus ihnen herausbringen. Ueber die £ro 
jcheinung von Spuren .des Kannibalismus, - über 
welche die Gel^lurten auf einer frül:^em ßxcursiou ^ 
so sehr erschrocken waren, erhielt man hier Auf« 
Schlafs. In Beantwortung der Fragen , die mau 
hinsichtlich dü&ses Puncts sehr angelegentlich au ' 
die Eingehomen that, läugneten sie 'mit dem feier^ 
liebsten Ernste, dafs ein so schändlicher Gebrauch \ 
/bei ihnen gefunden werde, und versieherten. jener j 
Platz, wo man Schädel und Menschenknochen habe 
liegen sehen, sey ein Hinricbtungsplatz für die | 
Verbrecl^cr eines gewissen Districts, und man hal^e \ 
erst vor Kurzem einige Missethäter dort hingericb« 
tet, deren Verbrechen auch ix^ jedem andern Land^ ' \ 
mit dem Tode bestraft wordeii seyn würden. 

Am I7len Nachmittags lichtete die Z)orotAy bei 
neuen günstigen Winde die Anker, ward bei <S%isrJk 
Point eine halbe Stunde aufgehalten, und kam 
dann mit der Fluth ohne Schaden weiter. Durch 
grofse Anstrengungen des Oberlootsen auf der Co/i« 
go gelanges, sie an einen Ankerplatz zwei Meilen 
d«ivon an der Innenseite des Vorgebirgs zu bringen. 
Hier waren die Versuche der Eingebornen, den 
Capitän zu übertölpeln, zahlreich. In jeder Stun- 
de hatte 'das Schiff neue Ankömmlipge, welche 
sehr ernsthaft versicherten, der Zweck ihres Kom- 
mens sey einzig, ihren Englischen Freunden alle 
erforderliche Hülfe zu leisten, ohne den lentfernte» 
• sten Gedanken an eigenen Vortheil. ViTie gewöhn- 
lich, gaben auch diese Besucher sich für Gentlemen 
«US, und sagten dem Capitän, sie seyen vom Ma- 
/uA0 fon Embonuna abgeschickif uu»^ djeu Schiffen 



• » 



l — 



Abhandlung tjt' 



4SI 



\ 



jKU helfen y sicher clcn Flufs hinauf xii kommen. 
13er Capitän war vecdrüf&lich , sich so belagert zu 
«ehen^ und, da sie vielleicht Alle, Spitzbuben wa- 
ren 9 wenigstens ihm es ganz an den Rütteln fehlte, 
dife Ehrlichen von den ITnehrlichen zu unterschei- 
den,, in Verlegenheit, was er mit ihnen machen 
40olle. Doch sie ihrer Seits waren jetzt in nicht 
"tiel gerineerfir» da sie sahen, dafs sich eine zu 
grorse.Zahl aufgedrungen habe, und nun für Kei« * 
aien Viel .zu erjagen sey. Jeder wünschte die Ent- ' 
Jassung der Uebrigen ebenso aufrichtig, als den 
Capitän wünschte, dafs sie sich, Alle fortpackea 
xnüchten. . Jeder wollte ihm vordemonstriren , blofs 
Er sey der 'eigentliche Abgescbic^ xles Mafuka; 
das ganze übrige Gesindel sey verdammtes schwai^- 
zes Lumpenpack 9 das sich blofs herzu4ränge, uia 
nüt ein wenig Branntwein erquickt zu werden» 
Tuckey wollte nicht gern harte Maafsregeln ergrei- 
fen: .endlich verfiel er glücklicherweise auf ein^ 
recht passende. iKr kündigte, an , er behalte Alle 
an Bord , bis der Mafukaj auf den sie sich berie- 
fen, selbst ankomme, /der. dann auch selbst unter- 
suchen >jnd die Lügner unter ihnen bestrafen 
mö^e. Von diesem AugenblicfLe an waren Alle 
blofs damit beschäftigt , zu seh^n, wo man ent« 
schlüpfen könne. Da man ihnei;! bei .dieser Ab* 
sieht die Wege nicht verdämmte, so ward man nujA 
schnell von ihrer lästigen Gegenwart befreiet. 

Wenn man sich auf das, was diese Besucher er- 
zählten, verlassen darf, so hatte das Erscheinen eine» 
Britischen Kriegsschiffes auf den? Congo unter den 
Bewohnern des anliegenden Landes einige Bewe- 
gung verursacht Sie versicherten, ein Eilbote sey. 
^4efshalb sogleich von Cahenda nach Embotnina ge- 
schickt worden, um das Nahen dieser Schiffe ei-.- 
Her Etpedition dort zu mejlden , ui^^d im AugexL-* , 
blicke y wo die Portugiesischen Sclavenhändler^ 
deren sich einige dort befanden, diese Nachricht 
•rhielten^ verliefsen sie die Stadt mit müglichstei: 



/ 



48* Jthkandlungeu, 

Oescbwindigkeit und in der Dä<;btten Nacht aodi 
den Flud; " um nicht von der Con^o iib4 D^ 
Tothy gesehen zu werden. Indefs alle diese Fnrdrt 
vor Tuckeyt Ganonen war grundlos, da diesa 
seinen Zweck (den einer wissenschaftlichen Rntdel^ 
kungsreise) zu fest im Auge behielt; als daTs er 
sich darch Angriffe auf Schiffe, die andere Zweckt 
verfolgten , davon hätte entfernen sollen. Kr hatte 
im Oegentbeil den Einwohnern von Malemba und 
Cahenda sogleich die Versicherung geben lassea, 
dafs er sich in die Angelegenheiten der Sclavea- 
bändler ganz und gar nicht mischen werde. 

Der Mofffika von Embomma^ von dessen an- 
geblichen Abgeschmkten sich eine so grofte Menge 
eingefunden hatte, erschien am Morgen des igten 
in eigner hoher Person. Er fand bei'm Capitän, 
der nun aller der Possen ^^Jitka^s und von Mafukar 
Abgfsandten und ^Gentlanen im höchsten Grade 
überdrüssig war, keine sehr scfimeichelfaafte Auf- 
nahme, und verliels das Schiff ohne grofses Ent- 
zücken über die Tractamente. Er gieng aber dann 
auch noch an Bord der Dorntky, wo* er von ei- 
nigen der dort beßnd liehen Eingehornen sogleich 
erkannt ward, und dann sein Hauptmann oder 
'Dolmetscher - wieder zurück an Bord der Congo 
eilte, um den C^pitän noch stärker zu überzeugen, 
dafs er wirklich die bedeutende Person sey, für die 
er sich ausgegeben hatte. Tuchey wollte nun den 
begangenen gewaltigen Fehler wieder gut machen, 
und^liefs an die Dorothy den Befehl ergehen^ den 
grofsen Marun mit eiliem Caponenschufs gehörig zu 
salutiren. Dadurch verwandelte sich bei diesem 
der Verdruls über die vorige Behandlung in eine 
solche Freundlichkeit, dafs er Nachmittags zur 
Congo zurückkehrte, um dem Capitän noch ei- 
nen höflichen Besuch abzustatten. Zwanzig schmu- 
tzige Kerle eskortirten ihn aber nun als sein Ge» 
folge, und dafs sie mit Branntwein tractirt wür- 
den, erbat er sich selbst ohne Umstände« Da es 



/ 



t 



Abhandlungen» ^ 48^ 

^EUjmal hinzufügte., er. erfreue «ich' ehies nicht gtf^ 

^ngen £infla5£e5 am Hofe^von Embomma, $o konQte 

Tuckey die Forderung nicht wohl ^bschlag^en. Er 

'fügte sogar noch-m^hv Höflichkeiten hinzu, und 

der Mafüka kehlte mit äufspist erheiterter Stira 

zurück. , ' ' "■ . , . " 

Achtes' Capitel. 

Di^ Vorbereitungen zur Hinauffahrt auf dem 
Flusse im Ooppelboote waren, während d^r zu- 
letzt erzäl;vlten Ereignisse nicht vernachlässigt wor- 
den. Man hatte! die nüthigen Vorräthe in's Boot 
geschafft . und hätte am igten diese Reise an- 
treten können 9 bekam aber erst ^|n ap>Sten den 
dazu nöihigen günstigen Wind, wo es glückte, mit 
der Congo die Halcy-onen- Insel zu erreichen, oder 
Zunga Compenda , wie sie von den Afrikanern ge- 
nannt wird. Die Ufer des Flusses behielten, hei 
dieser Hinauffahrt jetzt noch dasselbe Aeufsere, 
welches schon geschildert worden, nämlich' sie war 
ren mit Wald von Manglebäumen bedeckt und 
von zahlreichen Buchten durchschnitten. Obgleich . 
die Reisenden häufig sich hundert Yards vom Ufer 
efit ferst hielten , so konnte doch Nichts entdeckt 
werden, i«^as nicht früher schon bemerkt worden 
wäre. Die erste Bucht von beträchtlicher Gröfse^ 
die man, nachdem man y or Finna vorbei \^ar, be- 
merkte, ward ihnen Kanga Bomba genannt, und 
ist MaxwjßlVs Alligator' s Bond. Der sehr ausge« ' 
dehnte Wasserspiegel, den iiie ^em Auge darbieteti 
macht , dafs man «ich ihre Gröfse bedeutender vor- ' 
stellt, denn nach der Beschreibung, welche die 
' Eingebotmen machten, ist ihre Ausdehnung laiid^ 
einwärts keinesweges beträchtlich« Die Mündung 
der nächstfolgenden Bucht, . welche Erwähnung 
verdient, zeichnet dch durch die drei Inseln aus -^, 
wenn sie anders so^ genannt zu werden verdie- 
nen — welchen Maxwell die Namen KnoXy Son- 
net und Halcyon gegeben hat. Die erste ist nach 
der Behauptung der Eingebornen eine Halbinsel. 



484 '• Abhandlung§tfu 

4 

Bannet •\n%A erhielt Riesen Namen von ehm 
Grappe von Biomell , auf welche das Auge stö£i% 
nnd die ihr ein sonderbares, sehr heiteret .Avs^cm 
geben. Die Congo legte sich in einem TortrisSi* 
eben kleinen Haven, der sich an der Mandong 
dieser Bucht bildet und fünf Faden Tiefe hat« vor 
Anker. Von den Eingebornen ward hier von ei* 
ner Stadt, welche Lukansy {Loocansey) heirse» fj^ 
sprechen. Sie sollte, wenn man die Bucht hinauf- 
fahre y in ungefähr drei Stunden zu en*eicheii sejm 
Am aisten Julius früh ward eine Anzahl der Leatt 
zum Fischen ausgeschickt» welche bis zur KnoTO* 
Insel fuhr, wo sie eine sehr grofse Menge von 
Fischen erhielt Alle )edoch, die man hier &en^t 
waren blofs von vier Arten» darunter Sparus, &r* 
matus und Balistes» 

Während sie noch hier lagen, ankerte m Ih« 
Ter Nähe ein Schiff mit Spanischer Flagge, mit 
zwölf Canonen und fünfzig Mann, das zum Scia« 
ven- Einkauf von Havannah kam. Die Maamschaft 
bestand gröfstentheils aus Engländern «der Irlan» . 
dern. Alle aber nannten sich Americaner» und 
'Tuckiy hatte keinen Zweifel , dafs das SchifT, trotz 
seiner Spanischen Flagge» ein Englisches oder Arne« 
xicanischcs sey, das diesen Handel gesetzwidrig 
treibe« 

Tuckey^ entschlossen bis Embomma den Flols 
im Schaluppen- Ooppelboote hinaufzufahren, weil 
es wegen der Unbeständigkeit des Seewindes za 
viele Schwierigkeit hatte, die Congö selbst hinauf- 
zubringen, verliefs diese in Begleitung samroili« 
eher Gelehrten , mit Ausnahme Herrn - Cmnch^s^ 
der lieber am Bord des ^Schiffes bleiben wolhe. 
Um dei| reifsenden Strom zu vermeiden, entSeni- 
ten sie sich nur Bootsjänge - vom Ufer, und es ^ 
lang ihnen vollkommen, dem Strome zu entgehen, 
bis sie am. Vorgebirge ScotchmaiCs Head waren, 
wo sie doch hineingcriethen. Hier fanden sie ihn 
so schnell, da£s er vierthalb Meilen in einer Stund« 



\ 



Abhandlungen. I85 ; 

Ynrucklegte, und hatten den Seewind so schwach; 
daffr sie sich kaum gegen den Strom hinreichend 
Stämmen konnten. Her Cupitän hielt es für rath«^ 
sam, zttoi jenseitigen Ufer zu fahi'en und zi^ ver« 
ifvchen, ob man vieUeicht einen Gegenstirom treffe. 
AI« sie den Flufs passitten, war es schon völlig 
dunkel; und sie ankerten am Ufer bei sechs Fnfs 
tiefem Wasser und vollkommea aufser dem Strome, 
Ben ijie vermeiden wollten. Bis jetzt hatte die ganze 
Gesellschaft von ihrer Fahrt sehr viel Vergnügen * 
' göhabt. Es war ein herrlicher Abend. Die milde, 
aber heitere, Ansiebt der ganzen Umgebung, die 
erhabenen Mangle- Baume, unter denen sie hin- 
fuhren , der herrliche Anblick der Palmen , die* vom 
leisen Lufthauche bewegt wurden, die erstaunli- 
chen Heere von Papageien^ deren Stimmen allein 
das tiefe Schweigen der umgebenden, undurch- 
dringlichen Wälder brachen, alles diefs vereinigte 
sich mit den Rückerinnerungen und Hoffnungen 
der kühnen Reisenden, um ihnen diesen Abend 
äufserst genufsrei^h zu machen, und der wis^en-^ 
schaftliche Eifer ^ der diese Menschen so weit von 
ihrer Heimath hin weggelockt hatte, ward untec 
so wonderbar lieblichen Umgebungen mit einem 
Zufriedenheitsgefühl belöhnt, das sich bi^ zum Ein- 
thusiasmus steigerte. Die Imagination zauberte 
•ine Welt Ton strahlendem Glanz vor ihren Blick 
hiM 9 abdr ach l die Nichts war.« als ein täuschendec 
Traum von einer unglückschwangeren Zukv^nft ! ^) 

Die Hapsgeiem, «welche, ^.ie^e Gegend in»gröls- 
VSD, Ueberflusse hat >, . waren , wie sie a« . dies^in 
Abende, schaarenweis zieh^nd.^ ^^sehen wurden» 

*). Durch da^, ^an^e Englische Original hindarcn zieht 
sich eine/ ivahrsch ein lieh deiXi'Au^or gefallende Ked-^ 
Seligkeit, '-die^ bald ih*« gani ^e^ein« Platte, balii 
iu*s Sieotimentale »ich verliexi:^ i£kir Leser eniscbul- : 
. ; «digedah^f- ^18; Ungleichheit d^s^^tyls, die sich a^ch 
im Ai^SMise nicht ganz vermeiden lieis 

^^ ' '" ^ Anm. d€i Unhgrf. 

N.A.G.S.U.M4*.4.Su hl 



^jb . Abhandlungeiu 

auf ihrem nächtlichen Rückzuge zur Norctseite des 
Flusses* Man fand, xcl^fs diese Vögel regelmäfsig 
alle Tage ihre Reise üher den Congo hinüber 
Hiachen , um sich auf den Pfldnzungen des India* 
nischen Korns, welche auf der Südseite liegen, zu 
nähren, und Abends zu ihren nördlichem Wohnun- 
gen zurückzufliegen. 

, Das Boot hatte in der Nähe einiger, kleinen In- 

seln geankert, die von den Eingeborncn Monpan- 
ha oder yySieh hinaus !^^ genannt werden. Man 
fand sie mit einem^ sandigen und thonigen Gestade 
eingefalst, in der Mitte war sumpfige Niederung, 
Die meisten waren mit einer Art Rohrgras über- 
wachsen. Man sah eine grofse Anzahl von Fisch- 
adlern, weifsen Rechern und andern Seevögeln 
auf ihnen, und einige wurden geschossen. Z7« 
Schmidt war hier so glücklich» seiner Pflanzen- 
sammlung ungefähr dreilsig neue Pflanzen hinzu- 
fügen zu können. , 

Nachmittags konnte man wieder die Anker lich- 
ten. Man fuhr am Ufer hin, dessen Mangle- Wald 
so wild über den Strom herüber wuchs, dafs die 
Schiffe von den Bäumen berührt wurden. Um 7 
Uhr zwang Dunkelheit wieder zu ankern. Dieis 
geschah ganz nahe bei der Insel, die ^\d MaxwelVs 
Charta den N^men Draper' s Island hat, aber von 
den Eingebornen Zwiga Kampenzy oder i^^Affmi^ 
Insel genannt wird. . -• * 

Man hatte hier TaU-tree-lKUBi^xm^ die Mün- 
du!ng von Maxwell' s River gaUzinahe. Von dec 
Mündung dieses .Fli^^ses an ist. das Land ungefähr 
drei Meilen weit dick mit Palmen, Mangle- und 
andern Bäumen bedeckt.^ j^s \yerden hier beträcht- 
liche Quantitäteil .5K^lmwein für den Ä/nZ^omma- 
, Markt bereitet« „.ConoHylieii vou^ Geinus Suga wer- 
den hier in grofser Menge gefunden,^ und- sind ein 
merkwürdiger Handelsartikel' unter den Anwohnern 
dieser Gegend, Man fiiiä^t sie im gröftten Oeber* 



Abk^ändlungen. 4Sf, 

flusse im Schlamme an der obenerwähnten Affen- 
Insel; Die Art, wie sie für' den Verkauf zuberei'- 
tet werden, ist, wenn man das Thier aus der Mu» 
schel genommen hat, ganz die der Französischen 
Köche iitei der Frosch- Zubereitung.; Ehe da*Thier 
für efsbav gehalten wird, mufs es gedornt seyh, 
das heifst ,~ es mufs , bis es beinahe in den Zustand 
cle_r Fäulnifs übergeht, der Luft ausgesetzt werden. 
Dann wird es von den Eingiebornen als die gröfst» 
Deiicatesse verzehrt: der Geschmack davon so* 
ivohl, als der Geruch ist ihnen etwas ganz Köstli» 
ches, und sie würden es einen grofsen Fehler nen» 
nen, wenn man die Speise nicht in einem so ab- 
scheulichen , Zustande auf den Tisch brächte , in 
>yelchem genossen sie jedem Engländer den Magen 
umkehren miifste. Einige Reisebeschreiber haben 
diesem Schaalthier rhit der Austeic verwechselt. AI* 
lein es hat mit dieser äufserst -svenig Aehnlichkeit, 
da es -gar nicht, wie die. Auster, roh gegessen wer- 
den kann , indenr^es dann gar keinen Geschmack 
hat. Diesen Versuch machten nämlich die Reisen^, 
den,, ob sie gleich das Thier, so zu essen, wie e$ 
die Eingebornen lieben, sich nicht überwinden 
tonnten. ^ . . 

' •' * ' - * 

Bei*^ Hinauf falferen auf dem Flusse kamen wie-v 
der eine Menge Neger an Bord beider Schiffe. Sie 
waren Menschen ziemlich von denselben Sitten, vvie 
die schon beschriebenen, aber flurch Etwas, erreg- 
ten sie d^ch Interessfe : als sie narülich ^Örten , däfs 
^Einer ihrer Landileüte an Bord sey, *der aus der 
Sclaverei bfefi*eit zu ihnen zurückkehre, bezeigtäu 
sie ihre freudige TheilnäPhme an seiher Erlösung 
ilurch mai^nichfaches seltsames Gesticuliren und 
jauchzejides Geschrei. , Sie riefen den Etiglandern 
lauti^n Beifall 2ü, und klatschten dazu mit den 
Händen, ganz wie bei uns iin Theater göschiikt» 

/ 

Mittags karften die B,eisenden an der- Süd- 
seite 4ier Zunge Tschinganga oder ^cnr 

LI a 



A 



48$ Abhandlunsen^ 

InseL*) und den Inseln itn Osten derselben 
vorbei, und nun verlor sich die aufier ordentlich 
dichte Bewaldung mit Mangleb&umen , durch wel- 
che das Gestade in einer so weiten Strecke sich 
ausgezeichnet hatte, auf £iniiuil gänzlich. DerBo« 
den, den sie jetzt sahen, war ein zäher, thoniger, 
in der Nahe des Flusse» mit hohem Gras odex 
Bohr, wozwischen sich hie und da Palnabäume 
zeigten, bedeckt, und in niedrige, perpendiculäre 
Erhöhungen zerschnitten. Man kam bei einigen, 
nicht weit vom Gestade liegenden, Negerdörfem 
vorbei, und ankerte wieder, als es um 7 Uhr 
finster ward. 

Am folgenden Morgen, dem94sten, lichtete 
man die Anker bei günstiger Luft>on Südwest, und 
kam vor Stocking Island {iStrumpf- Insel) vorbei, 
welches ebenso, wie die Inseln, die man am vo- 
rigen Tage geseben hatte, mit schilfigem Grat 
und Palmbäumen übersrünt war.' \3xn 8 Uhr 
schon verlor sich auf Einmal jene günstige Süd- 
west-Luft, und man sah sich genöthigt, am Ufer 
in der Nabe eines kleine^ Negerdorfes, weltihes 
Von den Eingcborn^n Pitsmasongy genannt wird, 
2u allkern. Die Bewohner dieses Dorfes hatten 
nichts Bedeutendes zu verkaufen, hlots einigeHüh- 
ner und andern geringfügigen Proviant. Während 
des kurzen Yerweilens hier hatte Tuckey einen 
kleinen Schreck, da er, indem er in der Boots- 
Kajüte nach Etwas suchte, seine Hand auf eine 
Schlange gelegt hatte, die in's 3chiff gekommien 
war und zusammengerpllt auf einem Sacke lag. 
£r erhielt jedoch keinen,«gefährlichen Bifs von ihr, 
iind das Reptil ward sogleich mit einem Säbel 
getödtet und von. den Naturforschern genau unter- 
sycht. Sie fanden keine Merkmale, dafs diese 
Schlange zu den giftigen gehöre ^ obgleich die Ein* 
gebornen behaupteten , ihr Bifs sey tÖdtlich. 

' % ■ : » 

'^) f^Monkty Island^' heilst es hier ihi Englischen Texte 
* ■ wx«der. ~ 



\ I 



Abhandlungen. 

_ ' ' ■ \ 

% 
I Neuntes Capiteh ' < 

Schon um vz Uhr ward es möglich, wiederum 
weiter zu segeln, und man dmchfuhr den Canal des 
Flusses, der unter dem Namen Mambelld River be- 

-''^kannt i^t, von den Eingebornen aber der Bootsy 
Caruii (Boats Channel) genannt wird« In der Mitte 
fand, man ihn voll trockener Seichten {dry shoals)^ 
und hatte viel Vorsicht nöthig, um das Schiff durch 
clie sich äufserst windenden, engen Canäle zwischeh 
denselben himlurch zubringen» Als man so hin- 
überfuhr, sah man einen Hippopotamus ^ der je- 
doch \>\oljs mit dem Kopfe aus dem VV asser her- 
vorragte. Eben aus der g'rofsen Menge der seich- 
ten Stellen in dieser Gegend des Flusses söhiofs 
znan, dafs das Thier, welches man sah, nicht 
schwimme, sondern auf dem Grunde herum spa- 
ziere. Von der Unregelmafsigkeit des Grunds, die 
sich hier überall zeigte, ward von den Eingebor* 
nen sogar als Ursache angegeben, dafs grofse 
Heerden jener Thievc sich- im Flusse versammeln, 
und mit ihren gigantischen Füfsen Löcher in den 
Grund machen. Wenn diefs wirklich die \yahre 

^ Ursache ist, so .muTs noth wendig die Menge die- 
ser Thiere sehr grofs und ihr Hin- und Herlau- 
fen auf dem |71ufsboden sehr häufig seyn. 

' Bisher hatten die Reisenden noch Nichts ge* 
fanden, Was ihnen von der Betriebsamkeit und 
GeschicRlichkeit <Jer Eingebornen im Ackerbau eine 
- habe Idee geben konnte. Sie kamen jetzt bei der 
kleinen lösel Fartjuhafs Island vorbei, und hier 
. ^ahen Äie die erite Pflanzung von Indianischem 
Korn. Das Aussehen desselben war nicht sonder- 
lich gut. Es hatte von der Wurzel an ungefähr 
zwei Fufs Höhe* Von dieser Insel kamen zu .d§n 
Reisenden zwei Frauen an Bord, eine schon alt, 
die andere noch sehr jung. Beide verriethen durch 
ihre Kleidung, ihren Schmuck und ihre Haltung 
deutlich, dafs sie schon zur hÖhernClasse gehörten. 
Tuckey war artig gegen die beiden Damen, schettk- 



199 Abhandlungen. 

» 

te ihnen einige Perl^cfanuren, und gab jeder an 
Glas Rum. Geschmack an gebrannten Wasstem 
ist in dieser Gegehd Afrika^s den Weibern eben 
so eigen, * v^ie den Männern. Dieser Ge- 
schmack, obgleich. an den. Ufern des Congo ganz^ 
liDgemein, ist dennoch sicherlich keiner, den die 
Keger von Natur haben, oder auch nur, den sie 
iaait Leichtigkeit erlangen. Diefs bewies ein iherk- 
würdiges Beispiel, das. die Reisenden gleich 4]ier 
hatten. Ein von seiner Heim^th weit abgeschweif- 
ter iiingeborner des Binnenlandes war von den an 
^en Ufern des Congo wohnenden Negern , als gute 
Beute, die sich bei den Sciavenhändlern in Geld 
verwandeln lasse, gejagt und wie ein Stück Wild- 

{»ret durch Schüsse verwundet worden. Tuckey 
ühlte sich als Mensch, da er jetzt sah, dals der 
arme Kerl sonst rettungslos verloren sey, verbun- 
den, ihn selbst zu kaufen, da er ihm überdiefs viel- 
leicht auch bei der Weiterreise von einigem Nu- 
tzen seyn konnte. Dieser Wilde verschmahete alle, 
auf Englische Manier zubereiteten, Speisen, die man 
ihm darbot, und that sich blofs im ganz^rohen 
. Fleisch eine Güte. Aber zumal der Rum, (den 
die Coit^o- Anwohner so lange und unmäfsig sof- 
fen, bis Völlerei ibnen die Fähigkeit, wenn^gleicb; 
nicht die Begierde, noch mehr zu trinken, raubte), 
machte einen wahrhaft fürchterlichen Eindruck 
auf ihn. Als er das Gjas angesetzt tmd arglos ei* 
nen Schluck gethan hatte, ward sein ganzes Ge- 
' sieht wild , verstört und den gröfsten Abscheu aus- 
drückend, und er klagte laut, dafs man ihn ver* 
leitet habe, Feuer in den Mund zu giefsen. So, 
ganz unnütze und abscheuliche Genüsse haben al- 
•o jene gesunden Naturmenschen, von nns hoch« 
gebildeten Europäern lernen müssen! 



< 



Die beiden Negerinnen aber gössen jede den 
Rum hinunter, als ob er Wasser sey, und waren 
ebenso verhärtet gegen dieses Feuer, wie irgend 
eiv^r der männlichen Neger. Für dieses L^absal 



Abhandlungen, 491 



» 



** zeigten sie Dankbarkeit. Denn die AltCf erhei- 
-tert durch die Heczstärkung , bot dem Capitän 
an 9 daCs sie, aus Erkenntlichkeit für die gute 3e- 
wirthung, ihre junge Begleiterin ihm zu beliebiger 
^Unterhaltung zurücklassen wolle. Das Mädchea 
f selbst hatte gar Niphts dagegen. Der Capitän je- 
doch liefs . durch den zum Dolmetscher dienendejg, 
auf dem Schiffe betindlichent Neger ihnen dafür 
danken, und zu ei-kennen geben, dals vorwaltende 
Umstände ihn auf diesen Gonufs Verzicht thun * 
hielsen. Die Alte verwunderte sich höchlich dai>- 
"örber , und* die wirklich hüb.^che Junge schien^ durch 
ein solchcfs Verschmähen beleidigt. Doch war ihr 
Benehmen, als sie gieng, immer noch ein 
^^Sweety reluctant y amoroüs delay.^*' 



Zu diesem Theile unserer Erzählung wollen wir, iii 
Form einer Note, Einiges nachträglich erwähnen , wfts 
wir andern Quellen verdanken, und was uns zu einer' 
oder zwei Bemerkungen veranlafst; 

Unser iSsrichtgeher, don wir als Quelle henutten, war 
im Jahre 1^04 zu Weihnachten, als das Schiff B''ann3r von 
Isiverpooly unter Capitän Mc Cliyan^ von 242 Tonnen dem 
sogenanten ,,ßi^ Trte*'* auf dem Marktplätze von Äm- 
homma gegenüber ankerte, mit auf diesem Schiffe. Die- 
ser Kaut'fahrer feierte dort die Weihnachten mit aller in 
■ England gewöhnlichen Festlichkeit. 

Die liOotsen von Cabenda. sind bei Weitem die erfah* 
rensten auf dieser Küste, und einer derselben sollte zum 
Behuf irgend einer künftigen Expedition 2\l Erforschung 
dieser Gegenden aufgehoben werden« Auf die Auctorität 
dieses erfahrnen Keisenden können wir anführen, dafs'es 
keinesweges ungewöhnlich ist, dafs sich Europäer in die- 
sen "Gegenden hei guter Gesundheit erhalten. Er seihst 
ist,' während er sich an der Küste oder auf dem Flusse 
l>efand, anf welchem er fünf Mal gewesei^ist, und oft 
am Gestade mit den Eingehornen Verkehr gehabt und 
mehrere Jahre hindurch in jeder Kic}\^tung Keisen in*a 
Land hinein so weit gemacht hat^ wie irgend ein Wei* 



\ 

t 



^1^ Abhandlukgen* 

f«er, nie mit Kopfweh gequält gewesen. Individuen , die 
auf diese Art an's Klima gewöhnt waren, würden also 
ein lehr wunschenswerther Bestandtheil einer auf -Knt- 
deckttng reisenden Gesellschaft seyn. Zu ratfaen würde 
«uoh seyn , dafs i^an die von djen Bewohnern' stets g;e^\ 
hegte Meinung i man komme des Sclarenha^dels we- 
gen, ihnen lasse, statt unnützerw^ise dagegen tu prc^ 
testiren. Fern sey es von uns, den Sclaveuhandel nicht 
tu verahscheuen , aber, sow^e.ein Reisender dadui^h in 
feinen Forschungen viel Glück hatte, dals er sich für 
«inen Muselmaun ausgab, so schsir^t es auch ein sehr 
uhschuldiges Mittel, den dortigen Afrikanern den WaAin 
SU lassen, dafs sie durch Sclaveuhandel bei den Keisexi- 
4en Etwas profitiren. können. Dadurch würde hian ihise 
Di^nstCertigkeit und Mitwirkung gewinnen ^ statt dafs man . 
durch die Betheurungen des Gegentheils sie verdrülslich 
macht und ihre Eifersucht erregt. 

Wir glauben, dafs viel nützliche Vorsichtsmaarsre- 
geln und Nachrichten aus der Unterhaltung mit alten 
Sohiffern der Afrikanischen Küste gewonnen werden könnf* 
ten, Selbst die Konten, die man von den Con/ro- Ufern 
in's Innere lu nehmen hat, sind Einigen derselben sehr 
bekannt. 

Das Wasser des Flusses ist von einer, der Gesundheit 
sehr nachtheiligen BeschaJTenheit. Es ist von einer dun- 
keln Kothfarbe. Europäern verursacht das Trinken des- 
selben Dyssenterie und andere unangenehme Zufälle. In 
offenen Tonren jedoch, einen Tag lang aurs Verdeck hin- 
gestellt, klärt es sich, und wenn man eine geringe Quan- 
tität Kalk hineinthut, wird es ein ganz unschädliches 
gesundes Getränk. ' / 

Während der Regenzeit vom October bis Mars 
schwillt der Congo aufserordentlich- an, und die Strö- 
mui^g wird äufserst heftig. Das Wasser^ reifst dann von 
Siunpfgras, Röhricht ^ Gebüsch und Bäumen gebildete 
Inselchen vom Moorlande an seinen Ufern los und mit 
sich fort in's Meer 4 und unser Berichterstatter ^hat der- 
gleichen, anderthalb Meilen im Umfang habende. Inselchen 
gesehen , die sich 90Q Meilen weit von der Mündung des 



) 



Flttsset im Mtterik harum trieben. Nach noA akcli wurden 
sie/^on der Macht der Wellen wieder ausein aiider geris- 
sen und in kleine Bri^cHetücke zertheilt« , . 

Tom Liverpioei, der sich für einen Edelmann ausge« 
B^ide Neger y und einer der ersten Besucher des Capi* 
tän TucktXy ' ist unserm Berichtgenör keines weges un*- 
bj^kaiint. .Er ward: -einst weggefangen und nach Charles • 
tawn in America gebracht, avo er vom Handelshause Boyd 
und Comp, wieder ' losgekauft und in «ein . Vaterland za^ . 
zückgeschickt ' ward« ' : 

In Loango oder in Bitomma (wir haben- uns »den Na- 
men nicht genau ' genügt' aufgezei^i^n et) wohnte der Rei«- 
sende, dem wir -diese Nachrichten verdanken, dem Lei* 
chenbegängnisse eines Häuptlings beii Rine^Art von Zelt ' 
ward errichtet, worin die Leiche in Parade lag. £s stan& 
ein hübscher Knabe von etwa ei If Jahren, ein Sohn des 

I 

Verstorbenen neben ihr,, und vier andere Kinder, un- 
gefähr von demselben Alter standen sich gegenüber, zwei 
an jedem Fufs^. Auf ein durch ^ den :8olua^ gegebene^ 
Signal schlugen sie iu regelmälsigen Intervalleo auf ein 
tönendes. HoU , und jedes Mal mit d«m Verklingen des 
Tons ward in höchst n»elancholisch - traurigen Accorden 
das blofse einsylbige Wort ♦iaw wiederhohlt; Diefs dau- 
erte fort, so lairge . die Leiche dort lag. Au^h noch an- 
dere Ceremonien fanden Statt, ^in benaqhb^rter Häupt- 
ling kam niit einem Zuge von Untergebenen, um dem 
todten Freunde die letzte Ehre anzuthun. JOiese bestand ^ * 

in wilden und rohen Tanten , oder vielmehr einer Au£.^ ' 

einanderfolge von Gontorsionen , die «ie mit ihrem Ko»- V 

per in einen^ Kreise um den Todten hernni machten:. 
Sie renkten und verdrehten sich auf alle mögliche Axt 
und Weise, und stielten zwei Stunden lang dn» klag- , 
lichste Geschrei aus , worauf sie sich wffeder entfernten« , 
Die Europäischen Zuschauer hatten nicht Mufse, daf 
Ende des ganzen Spectakeis abzuwarten. • • 

Zehntes Capitel. 

Um drei Uht Nachmittags fuhr man über das 
Flufsbette wieder zurück, und ankerte, als es dun- 
kel ward, am östlichen Ende der Strumpfinsel. 



494 Abhandlungen. 

^ Atn d5ften früh, besuchte Tuckey den söge* 
»aimten Fetisch - Felsen , der sich perpendiculär 
aus dem Müsse erhebt und ganz isolirt , dasteht; 
ander thaibe Meile vom Ufer entiernt, welches dort 
nur eine weite Fläche mit Riedgras und ^hie und 
da mit Pflanzungen Indianischen Korns darbietet 
Vom Gipfel des Folsens hat man eine sehr weite 
Aussicht, die jedoch auch nur durch ihren Umfang 
interessant ist^ da die Ufer des Congo dem Auge 
im Ganzen nur beinahe völlig nackte Berge zeigen. 
Sben als man an den Fetisch -Felsen kaoi, sah 
man zwei Hippopotamusse mit ihren Köpfea über 
das Wasser henrorragen« Man schofs auf sie, ohne 
mehr damit zu bewirken, als ihr .schnelles Ent- 
fernen. 

Um drei Uhr nachmittags setzte man die Reise 
fort, und ankerte um 6 Uhr vor dar Stadt Lomhie. 
Der Faka^ oder des Königs Kaufmann, der den 
Capitän bei dem Tschinor ( Cheenor) oder König 
von Bo/Timis • einführen sotlte, wohnte an diesem 
Orte, der zu den bedeutendem gezählt wird« Lom- 
hie hat nicht weniger als hundert Hütten. Der 
iilarkt der Banya , oder der Stadt des Königs , wird 
in I^rrüfze gehalten, und in Banya findet gar kein 
'Handel Statt, daher alle zum Behufe des Handels 
kommende Schiffe bei Lombie bleiben müssen. 
Man forscht o nach den Ursachen einer so sonder- 
baren Einrichtung , dafs der Markt des einen Ortes 
im anderen gehalten werde, und bekam zur Ant- 
wort, das Volk des Landes komme oft sehr zahl- 
reich zu. Markte, und wenn Zank zwischen den 
Auswärtigen und den Einwohnern von Banym ent- 
stehen sollte , ' so würden die letzt ern in grofser 
GeiahY seyn, überwältigt und verbrannt zu Hvbr- 
den, und der Tschinor selbst möc];ite vielleicht 
nicht unangefochten bleiben. • Ist dieser seltsame 
Grund der richtige, so folgt wohl, dafs der Tschi- 
ndr von Bomma sehr wenig executive ^walt hat, 
und aus seiner Residenz den*Markt' in einen an- 
dern Ort verlegen mufste> damit er das Reifsaus 



Abhandlungen. 4^ 

. ' ■ - 

Yiei ents^elieiid^u Marktgezänk noeh l>ei Zeites 
^39.ebpien kdnue^y sobald ihm Curiere die Kunde 
."brixig«!!. .. 

Hier war der Ne^er Simmons^ der, al« die 

'Congo bei Deptford 'Va^ ^ an Bord derselben von 

ÄV Home Popfiafn geschickt worden war, um in 

• sein Vaterland zurückgebracht zn werden , so glück- 
lich, einige 'Seiner nächsten Verwandten zu sehen» 
Sein Vater und sein Bruder kamen aufs Schiff 
und erkannten ihn sogleich wieder. Die Freude 
des Vaters war sehr grofs , da er längst keinen Ge- 

-danken mehr daran gehabt hatte, seinen Sohn je- 
"nials wieder zu sehen, J^^s Sohnes Freude war 
•weit gemäfsigter:' er schien nach so langem Auf- 
enthalte unter Europäern für die Reize des wil- 
'den Lebens nun keine Empfänglichkeit mehr feu 

* haben, und sich zu seinen wilden Blutsfr^unden 
nicht sehr durch Empfindungen 'dts Herzens hin- 
gezogen zu fühlen. Für die Stadt Lombie war 
«eiiie Rückkehr jedoch eine Begebenheit, die* ge- 
tvifs in ihren Annalen Epoche machen wird. Das 
tiärmen und Jubeln darüber, unter Begleitung von 
Trommel -Musik und Gesang', war- aligemein , imd 
dauerte die ganze Nacht hindurch. Alle Ein- 
wohner drängten «ich an ihn, und wollten von 
ihm selbst seine Schicksale erzählen hören. Die- 
'ser Neger hatte sich immer für den Sohn ^ eines 
Afrikanischen Furzten ausgegeben. Man hatte we- 
nig darauf geachtet, weil dergleichen Vorgaben 
den Negerscia ven etwas, Gewöhnliches und oft un* 
^vahr sind. Allein Simmons hatte fceinesweges ge- 
flogen. Seine Geschichte ist kürzlich folgende. 

Mengova Seki^ ein Prinz, von Geblüte am 
Hofe des Tscliinors vßnBomma^ und einet der 
Räthe desselben, Simmon's Vater, hatte eine hohe 
Meinung von der Ueberlegenheit der Europäer über 
seine Landsleute in allen nützlichen Künsten, und 
■wünschte , dafs wenigstens sei^ Sphn einen Theil 
jene;r Geschicklichkeiten sich erwerben möge. * £r 



• / 



49^ AbhandltMtgeHk ^ 

» 
•pracb mit eiiMftn Schiffscapifän von Liverpoöly aii 
der Knabe ueim oder leba Jahre äH wftr. Dieser 
billigte des Mengova Plan, seinen Sohn in Eng- 
land erziehen zu lassen, mit aller Schalksbosheit 
eines gemeinen nieder träcbti^^en Sclavenkäuferif 
spiegelte dem treuherzigen Manne vor, er dürfe 
den Knaben nur in seine Obhut geben, und nach 
einer Reihe von Jahren solle er ihn zurückerfaal- 
len, ausgerüstet mit allen Kenntnissen und Fertig- 
keiten , die ihn zum Wohlthäter seines . Vaterlan- 
des machen könnten. Mengova glaubte mit treu- 
.herziger Einfalt jedes Wort dieses Betrügers, über- 
häufte ihn mit Geschenken, sicherte ihm seine Dank« 
barkeit und Vergeltung der Dienste, denen seine 
Freundschaft sich unterziehe, auch für die Zukunft 
zu, und übergab ihm den Knaben. Der SchifTscapitän 
segelte ab, brauchte denajmen Jungen zu den gans 
gemeinen Sclayen verrieb tun gen, und verkaufte ihn 
nach einiger Zeit an einen Pflanzer auf St Chri- 
stoph'. Sehr gut wissend, dafs sein Vater ihn in 
fanz anderer Alisicht auf jenes Schiff g^eben hatte/ 
ühlte der Knabe diese Schändlichkeit und die 
Mifshandlungen, die er in solcher Lage erdulden 
mufste, um so bitterer, und entfloh bei der er- 
sten, sich ihm darbietenden, Gelegenheit, auf ein 
Englisches, Kriegsschiff, wo er eine lange Zeit dien- 
te. Als die Expedition nach dem Congo absegelte; 
war er wieder aufser Dienst, und ward, wie ge- 
sagt, an Bord des Schiffes geschickt,^ um mit in 
seine. Heimath genommen zu wenden. £r machte 
auf der ganzen Reise den Gehilfen des Kochs,. £r 
hatte seine Europäische Kleidung behalten , sich 
sogar mit einigen! theatralischem Flitterstaat ver- 
sehen, und erschien vor seinen Verwandten xmd 
übrigen Landsleuten nun wirklich als ein höchst 
imposantes Wesen. Am folgenden Tage stattete 
er^in der neuen Ausstaffirung ,■ in welche er sich 
erst in yLombie geworfen hatte,' um dort recht 
prinzlich auszusehen, seinen Englischen Freunden 
«tuf dem Schiffe wieder einen Qesuch ab, wobei 



Abhandlungen* 49^ 

er sich von^wei Negern in einer Hangematte tra- 
gen und einen Sonnenschirm über sich 4ialten lief s. 
Sein Vater und 5,eine Verwandten machten bei'm 
Zuge den Vottrab, und der Nachirab bestand aus 
zwanzig. Kerlen der Miliz von Bomma^ mit Mu&- 
keten bewaffnet. Sein Vater beschenkte den Ca- 

A 

pitän aus Dankbarkeit mit einer milchenden Ziege, 
einer Quantität Pi«ang's und eyner Ente. Es folgt» 
auch ein Zug von Fakd'Sf denn diese Benennung" 
ist ein Ehrentitel* dort,, welchen sehr Viele erhal- 
ten. Jeder Faka war von einem Dolmetscher und 
zwei oder drei anderen Individuen begleitet. Alle 
erwarteten, mit so viel Branntwein bewirthet zu 
werden«, als sie Lust hätten zu ti;inken. 

- ■ ' N, 

Die Productc, welc;he der Markt de« Orte« 
darbot, waren unbedeutend. Der Capitän liefs 
blofs einige Hühner, Eier und Pisangs kaufen, 
\xn& '' für diese mufete a^ Perlenschnuren so viel 
gegeben werden, dafs man sie in London wohl- ' 
feiler erkauft hätte« Salz war der vornehmste 
Handelsartikel. 



Sählufs des Herausgebers. 

So weit gehen die Mittheilungen der Litetary 
Gazette eLVis dem Tagebuche, indessen Besitze zu 
seyn sie sich riihmt. I)a sie damit schnell ab- 
bricht, so' wird dftdurc^K noch wahrscheinlicher, 
dafs das Ganze nichts Anderes, als eines der zwei, 
Uäcfasten^ im ßuchhandel über die Congo-Eehe 
erscheinenden, Tagebücher des Capitäns TwcÄ^;^. 
und des Botanikers «SVwz'rÄ sey, was jedoch dem Le» 
ser des hier gegebenen Auszuges gleichgültig seyn 
kann, da riiii demselben eine biofse vorläufige 
Kotiz bezweckt- wird. 

Der Zweck der Reise selbst ist, wie bekannt, 
Äicht' erreicht worden, und vielmehr hat eine 
kochst tiragische Catästrophe sogar die kühnen Mäigl 



•1 



J 



493 ' Ah hart dl un gen. 

»er selbst fast sämmtlich Märtyrer fhres Cifers 
werden lassen. Die Hauptumstänäe sind kürzlich 
folgende: Als die den Flufs^ hinauffahrende Cor- 
vetie unjrefähr 120 Meilen weit in's Innere des 
Landes gekommen war, w^urde eine Landreise un- 
ternommen, da die ungemein' reifsenden Ströme 
des Congo das Weiterfahren auf dem Schiffe fast 
vnmögUch machten. Noch zu Lande drahg die 
Gesellschaft so weit vor, dafs die Reise im Gan» 
zen wirklich 150 Meilen weit, mithin 12O Meilen 
weiter, als je ein Weifser gekommen, in*s Linere 
des Lande» hineingegangen ist. Endlich waren die ' 
Entbehrungen und Mühseligkeiten nicht mehr zu 
ertraj'^en, und in der Hoffnung, die Schiffe zu err 
Teichen, kehrte man um. Schon auf dieser Rück- 
kehr erlag der gröfsere Theil der'Anstrengung und 
Erschöpfung. Aber nach der Zurückkunft aufs Schiff 

' starben binnen 124 Stunden fünf und zwanzig und 
nun waren nur noch dreifsig am Leben. Unter 

' den Todten waren die säm milichen 'Gelehrten. 
Vielleicht war ein,- ihnen boigeb raucht es, Gift die 
eigentliche Ursache des Todes, wenigstens wird 
4iefs von Einigen der noch Lebenden vermuthet. 
Das Coramaiido übernahm nach des Capitäns Tode 
Aex Schiffsmeister Fitzmnurice y. dpr nebst etwa 
acbt Personen mit dem Leben davon gekommen ist» 
Nach dieser Uebriggebliebenen Versicherung ist 
vom Muthe der Einsebornen Nir.hts" zu befürch- 
ten, da sie äufserst furchtsam sind," und die klei- 
nen Könige nicht nur das Durchziehen durch ihre 
Länder gern gestatten, sondern ^^Ib'st Eskorte da- 
zu mitgeben. Wahrscheinlich würd6 also die grofs- 
te Gefahr nur in der Nothwendigkeit seyn,. die 

- Nahrungsmittel von ihnen zu erkaufen. 

Noch ist nidit bekannt,. . ob die ^Englische Re« 
gierung zu Ausrüstung einer zweiten Expedition 

einschlössen sey. 

Die beiden einzigen Geretteten, von.denclii, 
mündlich noch etw ^s Befriedigendes ül^r diß Vorfall« 



Abhandlungen, 



499 



und Unfälle der Rei»e mkgetheilt werden 'kanm, 
sipd fler Schiffs meisteij Fitzmaurice und dör Wund- 
arzt AfacÄerroM; , die auch Beide selbst nach dem 
erlebten schrecklichen Unglück noch Entschlos- 
senheit genug gehabt haben, die Reise noch Ein^ 
mal niitzumachen, Gewifs ist nichts mehr zn 
"Wünschen, als dafs die Tagebücher, die hei Mur^ 
Tay in London erscheinen sollen ,' eine gelungene 
Arbeit seyn mögen. 

F.J. b: 






< * . 



y 



n 



/ 



I 



BÜCHER - RECENSIONEN. 



I. 

Narrative of a voyage to Hudsons -Bay in His 
Maj. ship Rosamond ^ containing some ac^ 
count of the North - East Coast of Arne- 
rica etc. By Lieutenant Edward Chappell, 
R. N. 8. »79 S. London. Mewmann I8i7« 



Die Gegend bei Hudson* -Bay hui seit einiger Zeit 
wegen der Streitigkeiten des Lord Selkirk mit der Hud- 
sonsbay - Compagnie viele Aufmerktamkeit Erregt | weis- 
wegen dieses nützliche Büchelchen desto besser auijge- 
nommen worden ist. Die Vonrede rührt von dem be- 
rühmten Keis enden Dr,Clarkt he^, dessen Verdienste um 
die Wissenschaften die Universität Cambridge letzthin 
dadurch belohnt hat, dafs sie ihn zu ihrem Bibliothekar 
wählte. ChappeÜf ein würdiger Seeoffider, welcher lange 
gedient hat , wurde im Mai 18x4 ^^^ ^^^ Englischen Re- 
gierung befehligt, die «weijährUchen Kauffahrer dexHud- 
aonsbay-Gompagnie nebst einer, den Missionarien der 
Mährischen Brüder gehörenden! Brigg tu conroyirea. 



r 



Sucher - Recensionen^ 50I 

• Xr segelte von der Nore zuerst nach den Orkadischen 
Insel^, wo die Schiffe der Hudsonsbay-Ganipagnie die 
North'' West ^ mtn heilsen , und ii^mer sehr erwartet 

• wei'den, weil sie ihr Federvieh, Kindfleisoh^ Trinkwa«* - 
•ßr, Q^miilse und andere für eine so-iange Ket^e un« 
entbehrliche Bedürfnisse von hier mitnehmen^ und sot 
den Bewohnern dieser Insel viel 7U verdienen geben. E^ 

, .ist hier zwar das eigene Tagebuch des Capitän Chappelt 
abgedruckt, aber mit Weglassung allfer Umstände, die 
es langweilig machen könnten. Es fehlt so sclir an glit- 
ten Seecharten von Hudsonsbay, dafs. selbst| die der 
Englischen Admiralität fehlerhaft sind ; so wird z. B, in 
ihnen die Küste von Grönland um vier ganze^Grade 
falsch bestimmt«! Diefs komn^t daher ^ dafs' die Offlciere 
der Hndsonsbay- Gompagnie ihre nautischen Erfahrungen 
für sich behalten, indem sie glauben, dafs das Monopol, 
^hrer^ Sohiffahrtskenntnisse die sicherste Stutze ihres ^ 
Hand^smonopols seyn werde. , Vie Gonpipagnie giebt dft« 
hier ihren Leuten strenge Befehle, alle Charten und 1 
Papiere zu • verhein^lichen , welche das mindeste Licht 
«uf den Peltereihändel der l^udsonsbay-Gompagnie wer* 

,fen könnten. Demnach verdient der Verfasser den wärm* 
,sten Dank der Seefahrer und Geographen für 4i6 hier 
«litgetheilten nautischen Angaben. Die fernen Eisberge^ 
die ungeheuren herumschwimmenden Eisklumpen« diei ^ 
-dichten Nebel und die durchdringende Kälte machen 
diese Weltgegend sehr betrübt.- Wenn gleich die Sonne 

. zuweilen durch den Nebel dringt, so wärmf sie doch 
' nie, sondern scheint vielmehr nur die Kälte empÜnd** 
lieber, zu machen. Sobald die Gompagnie - Schiffe in*' 
langen', kommen die Es^uimos gleich in ihren Nach* / 
en herbeigerudert, weil ^e sehnlich auf ^.diese An« 
Jiunft harren. Hierauf beginnt eine. Art von Jahr«» 
znarkt, wo die Esquimos Stücke Metall, Messer ^ Näh* 
^adelii 11. dgl. für Speere und Kleider eintauschen. Ray 
nal hs^t gäi^zUch fleische Begriffe über diese Wilden veiv 
breitet, Sie sollen nur 4 Fufs hoch seyn » und grofs« 
Köpfe ohne Haar und Bart haben. Diefs. ist ebenso- ir- 
rig, als dafs di» ganze Küst^ der "Bay mit Esquimos "^ 
})evÖlkert sey; vielmehr nehmen den gröfsten Theil der- ^ 

; JV. A. G. E. Üi Bds. 4, Su Mm 



« 
I 



503 Bücher • Recenfi0nen. 

Bleiben allerlei Stfimme Iiidianisclier Jäger ein, welche 
die grörstcn Feinde von Jenen sind. Alle Sachen, welcbe 
diese Wilden an sich hringen, belecken sie erst; dami 
itecken sie dieselben in einen ihrer Stiefel , welches ihre I 
▼ornehmste Tasche ist« Sie sehen es aufserst ungern, wenn j 
Europäer in ihr Land eindringen. Ob sie gleich ihre Bo- 
gen und Pfeile um keinen Preis vertauschen , so wnXste 
sich Chapptlt doch einige zu verschaffen. Sie sind oben 
mit Feuerstein belegt, gerade ^vie die Pfeilspitzen, welche 
man in den Gräbern der Athener auf dem Marathon!- ' 
gehen Felde findet. Stirbt das erstgeborne Kind, ehe es | 
^n gewisses Alter erreicht hat, so wird die Muttei* gleich 
geopfert; daher sind die Kinder ungemein stark und ge- 
sund, und ein kränkliches ist eine Seltenheit. Weil den 
Es^uimos so viel daran liegt, ihre Wohnörter zu ver- 
Üeimliche^, so g^ebt die Hudsonsbay-Compagnie ihxea 
Officieren strenge Befehle , nie zu landen , und Lieutenant 
« Ckappell und seine Reisegefährten waren seit vierzig Jak- 
ren die ersten Personen, welche ihre Wohnungen sabea. 

Unter andern findet man hier interessante Nachrichtei 
über La PeyTous9,''t Ankunft in Hudsonsbay im Jahr T?82y 
und i^ber die List, wodurch ihm die Englischen Schiffe, 
auf welche er Jagd machte « entschlüpften. Die Ausfuhr- 
-artikel der Hudsonsbay - Compagnie belaufen sich unge- 
fähr auf sechszehn Tausend Pfund Sterlinge, und die 
Waaren , welche sie zurüeJibringt , etwa auf 29,340 Pfund 
,6terling. Sie bestehen vorzüglich aus Peltereien und 
Fellen/ welche, nachdem sie zubereitet, in den Europäi- 
schen Handel kommen, erstaunlichen Gewinn abwerfen, 
da hingegen die Ausfuhrartikel aus England in Sachen 
von gar keinem Werthe bestehen , so dafs dieser Verkekr 
einer der vorth eilhaftesten ist- Sonst findet man hier 
noch gute Auskunft über die Gebräuche, Sitten, j^o- 
ducte und Klima dieser selten besuchten Niederlassnag« 
Für SchifEfahrer aber und Geographen ist das Werkchen 
unschätzbar« 



/ .1 



Bächer - Recensio'nifL 



50* 



» ' 



Natural and Statistical View of Picture of Cin^ 
- cinnati and the Miami- country; illustrated hy 
Mapsy tüith an Appendix containing obsenva- 
tihns on the late Earthquakes, the Aurora Bß- 
realis and South * west PVind by . DanxM& 
Daakz, Cincinnati 1815. g. 



■Mi 



Öie erste Topographie ^ die uns aus dem neuen firi-» 
tlieile und xwar von einem Orte und einer Gegend zu- 
kcfmmt , deren Namen mib vor 20 Jahren' in unsre Geo* 
|;raphie noch* nicht aufnehmen konnte. 

Die Stadt Cincinnati liegt am Ohio und ist dieHaupi^. 
«iadt nicht nur der Grafschaft Hamilton in dem nord- 
am^ricanischen Staate Ohio^ sondern der ganzen benach- 
]»arten Gegend am Miamis die hierher ihre Waaren zur 
Ausfuhr bringen« Ehe der Verfasse]^ uns in die Topo- 
graphie der Stadt selbst einführt, theilt er uns im iten 
C&pitei eine geographisch - statistische uild historische. 
IJebersicht des Staats Ohio mit, die für uns Ausländor 
nicht das Interessanteste des ganzen Werks seyn möchte. 

, Der Staat Ohio y welcher seineh Namen von deni 
grofsen Strome führt, der seine Gränzen gegen Ptnfisylm 
vaniay Virginia und Kentucky macht, wurde von den 
Franzosen, die am Lorenzo wohnten^ Schon im Jahre 1^34 
aufgefunden, aber fast zwei Jahrhunderte vergiengen, ehe 
£uropäich0 Gultur dahin getragen wurde. Erst um das 
Jahr 1750 boten die Briten 600,000 Acres Land am Ohio 
aus. Die Franzosen sahen diefs jedoch als einen Eingriff 
ihrer Ei gen thumsrechte an, und verhinderten die Ansie- 
delung durch Anlegung der Forts 1753 am Zusammen- 
flüsse der Quellenflüsse des OAi'o, der Alleghany und Mo* 
nanghela. Hierüber entspann sich zum Theil der sieben^' 
jährige Kriege in dessen Verjaufe die Briten 1758 die Fran* 

M m 91 



'^i 



1 



/ 

I 



V 



X 






504 Bücher - Reeensionen. 

cosen ans du Qu€sih jagten, dein Fort den Namen PI« 

beilegten und die Abtretung des ganzen Landstrichs m 
Frieden von 1763 ertwangen. Nun>amen einzelne Rt- 
ropäer in die.e Gegenden, aber ihre Zabl war aufoertt 
«erin«e, und nur erit feit 1795 datirt sieb die sehn**- 
le Zunahme dieser Colbnie, die bald so anwacbs, 
dafs sie 1804 i» den nordamericaniscben Bund emtretea 
konnte; Ohio liagt zwischen 3* 3o' ^i» 7^ 4»' ^- L. von 
H^ashingto^, und »wischen 38^ 3©' !>« 4^^ »• Br.- Der 
Flächeninhalt beträgt 40,000 D Amer. •= 1,860,47 geogr. 
D Meilen oder 25 MiU. D Acres. Der Boden ist fett gut 
bewässert und bringt alle Erzeugnisse des nuttlem Anu^ 
rJca reichUch herror : einen leichten Absatz seiner man- 
nichfachen Producta gewährt der Ohio, der Miami und 
Si0ta. Die Volksmenge, die «ÜO uocb nicht 3^00 iüier- 
•tieg, wer schon igoo auf 42,156 und 1810 auf 230,786 
Individuen gestiegen, wurde für 1814 au^ 312,000 geschätzt 
nnd konnte bei gleicher Progression (vieUeicht nicht un- 
wahrscheinlich, wenn di« j^xige Auswanderung aus Gräfin 
hritannien, IrUnd und Frankreich fortdauern) i82o die 
Zahl von 492,000 Köpfen ausmachen. Die Volksmenge 
nimmt hier mit grölserer Schnelligkeit, als in den Schwes- 
' terstaaten Tennessee und Kentucky «u , welches wahr- 
•cheinlich von dem bessern Boden und Klima herrührt, 
denn die übrigen Verhältnisse sind in diesen 3 Staaten 
fast gleich. So hatte Tennessee 1791 schon 35,691 und 
1810 erst 261,727, Kentucky aber 1791. 73»677^ und 1810. 
406,511 Bewohner. Der Verfasser giebt über die verschie- 
denen Populationsverhältnisse des Staats Ohio sehr in- 
teressante Nachrichten, wobei wir ihm jedoch nicht fol- 
gen können. 

Die beiden Miami sind Nebenflüsse des Oäi'o; der 
grofse Miami ist weithin schiffbar. Zu ihrem Flnfsge- 
biete gehören die Grafschaften Hamilton mit 15,25g, CUr^ 
monfmit9,965, Warifn mit 9,925, JBut /er mit 11,150, PrehU 
mit 3,304, Montgomery mit 7,722, Green mit 5,870, ^Äcm- 
jinin mit 6,303, Miami mit 3,941 Bewohnern und Darke 
(letztre ein Theil von Miami und seit 1795 gebildet). 
Diese werden mit ihren vornehmsten Townships (Gemein- 



^Bacher - Reöensionen. 5pg 

cleUy die aus den zerstreueten Pflanzungen bestehen > in» 
d«m der Staat, 0/izo i8io. ^"iO ifi 36 Grafsclraften zälüte) 
kur« beschriehen. ^ . 

Im zweiten Capitel gehl npx der Verfasser auf die 
Topographie von Cincinnati über und zwar zur physical 
Topography. Er giebt ihre Lage zu 7° 24' 43" w. L. von 
Waihington und zu 39^ 6'^3o' n. Br. an; und bt schreibt 
dann ausführlich ihre Ansicht und äufseren Umrisse, die 
geologische Beschaffenheit des Bodens, die Flora und das 
Klima. ' 

Das <2r/ft« ffapitel enthält die civil Topography. Da- 
liin rechnet der Verfasser die innere Gestalt der Stadt, 
die Häuser (etwa 1,100, wovon 20 massiv, 250 von Back*^ 
stein und 800 von Hol« aufgeführt sind), die öffentlichen 
Gebäude, als das Rathhiaus, die Kirchen ( i presbyteri^ 
sehe, I baptistische, i methodistische, aufserdem i Ca- 
pelle) das Cincinnati- Lancaster-Senünar, die Hallen u. 
S.W«; dann die Gewerbe und Fabriken in Eisen, Baum« 
wolle, Holzwaren U.S. w., der Handel, die beiden Bankeii, 
die Miami Exporting Company, dio MArath, die Posten, 
die Erziehungsanstalten, als die Cineinnati Univerjity seit 
1806 und die Miami University Sßit 1809,' der Buchhandel 
(diese Topog^raphie ist an Ort und Stelle gedruckt, ^ und 
liier auch Rees Cyclopädia Und WiUons Gmithologie 
herausgenommen) , die Religion, die Bibelgesellschaft, die 
Freimaurerloge, der gesellschaftliche Umgang. 

Im vierten Capitel wird die political Topography ab- 
gehandelt. Die Landschaften am Miami y welche 1790 
noch keine 2,Q0O Bewohner hatten, zählten 1815 deren 
gewils lpo,00O, und die Volksmenge von Cincinnati wai? 
seit J8I0 voi^ 2,820 auf 6,000 gestiegen. Dann sphilderf / 
der Verfasser die Lage der Neger, deren Zahl im ganzen 
Staatjß Ohio nicht 2,000 beträgt, das Kriegswesen, die Ar- ^ 
menunterstützungen und die übrigen bürgerlichen Ver- 
bältni^se. 

Das fünfte^ sechste und siehente Capitel sind mit me* 
'dical Topographie, Antiquitips und Gonclusion überschrie- 
ben, letzterer ist voller politischen" Ansichten und Hora- 



/ 



t 



1 



goft 



Bucher 9' Recensionsn. 



scope, alles ist aber blols local, und interessirt den Axa^ 
Iftnder Tielleicht weniger, als der Anhang mit der Rtübnk 
Xarthquaktff Aurora bortalis und Soutk- Wen Wind.» 

Uebrigens ist dieses 331 Seiten haltende Werk, ob es 
gleich nickt Alles erschöpft und über manche Gegen- 
stände wegschlfipft, im Ganzen für seinen Zweck Brauck- 
bar und unterrichtend, der Vortrag einfach ohne Scbxnuck, 
aber deutlich , und die beiden dasselbe begleitende Char- 
ten — der Plan der Stadt Cincinnati und eine Charte 
von den Miamigegenden — ganz artig. Druck und Pa- 
pier, beides Producta der andern Hemisphäre, sind zwar 
nicht so ^prächtig» wie 4ia Englischen, doch nicht 
schlecht* 



3t 

Geographie ov»f Kongeriget Dannemark} fof 
faued ^ S,B. Juvz, og Cron. Kiöbenhaviu 
18 16. 923 Ä 8. 



/f* 



s 



Die neuere Zeit hat uns manche schätzbare Aufl[lav 
'rnngen' über die Geographie und Statistik der nordischen 
Keiche gegeben. Was Dänenlark betrifft, so verdienen 
die Werke eines Thaarup, Begtrup und Nieman in dieser 
Hinsicht gewifs einer ehrenvollen Auszeichnung, und 
selbst, was mehrere Reisende , wie Co j-e, Kaufmann u.A. 
«uns über diefs Reich berichtet haben, ist alles Dankes 
werth; doch fehlte es bisher noch immer an einer ei- 
gentlicl^en systematischen Erdbeschreibung und Topo- 
graphie Um diese Lücke in der Dänischen Literatur 
ausaufüllen, vereinigten sich n'un der Polizeimeister und 
Voigt Juul %\x Helsingör und der Privatgelehrte Jr>-oii zu 
Kiöbenhavn^ und so entstand das vorliegende Werk, Welches 
indefs nur die Europäischen Besitzungen der Krone mit 
Ausschlüsse von Lautnburg^ so wie von Island und 
Fcfroer umfalst. 



Sucher - Recensionen^ 



&P7. 



Es ist eine blofse Topographie^ der die wehigen bei-- 
l^egebenen geographischen und statistischen Nachrichten 
nur zur Folie dieiicn. die aber doch, besonders für den 
Ausländer, sehi^ vielen Werth hat, da er hier die peuere 
£intheilung des Reichs, die sämmtlichen darin beiindli'* 
chen gröfsern und kleinern Ortschaften, und welche da- 
von zu jedem Stifte ^ Amte und Herred gehören, genau 
I kennen lernt. 

Voran geht als Eibleitung auf 32 Seiten eine kurze^ 
t^ebetsicht des Königreichs, die freilich nur oberfläch* 
lieh und mager seyn kann, und sehr gegen das weit 
gediegenere Gemälde, was uns Thaamp neuerdings ge. 
liefert hat, absticht. Nach unserm Verfasser enthält das 
Heich^ ohne Island und die F'droer ^ ein Areal von 
X,oöo □ M. mit ij Mill. Einw., 7 Stifter, 34 Aemter, ,10 
Landschaften, 3 Herrschaften und i voi'malige Reichs- 
^^afschal't {Ranzau), itt^ Herred er, 2) 103 Kirchspiele, 
X34 Städte und, MartHecken , 20 Grafschaften , ' 13 Baro- 
nic^n und 1,012 Rittergüter (^H^rregaardf)^ ^ 

Das "W^rk selbst enthält so Viele Abschnitte, als e» 
Stifter giebt. .Der topischen ^Beschreibung ein^s jedeu 
Stifts, so wie der einej^ jeden Amts, gehen einige stati- 
stisch - geographische Notizen unter folgenden Rubriken, 
▼oraus: Grunzen, Qröfse und Volksmenge, physische Be- 
schaffenheit, Prpduqte, Kun^tflejXs und politische Ein« 
, theilung, Alles so kurz, dafs sie nur vor jedem Haupt- 
abschnitte höchstens 3, vor den Unterabschnitten i Seite 
füllen. Bei den Städten sind die gewöhnlichen statisti-' 
sehen, hie und da auch einige historische Notizen bei-' 
" gefügt, Alles ^ aber so gedrängt als möglich. Lobens- 
werth^ist, dafs bei Allen auf die geographiscie Orts- 
bestimmung Rücksicht genommen wird. Dagegen fehlt 
wieder so Manches, worüber man sich gern unterrich- 
ten möchte, besonders Alles, was auf Cultur, Industrie 
lind Handel Bezug hat. Dip Kirchspiel,- u«cl anderjji ge- 
lingern Oerter s;ind uocl^ dürftiger, behandelt; bei den 
ifteisten Kirchspielen steht blofs der Name mit der An- 
zeige der , zu ihnen gehörigen Weilet, der Häuserzahl 
lind dem, wozu sie in dem Steuerkataster angesetzt sind» 



N 



,1 



508 Bücher - Reeensionen. ^ 

da; dagegen werden Vplksmenge und die fibrigen geogra« 
phiaclien und ttittis tischen Gegeuitände gan« übergangen^ 

Da die neuere Eintheilung Dänemarkt in den mei- 
ften untrer neuen Handbücher^ fehlerhaft angezeigt wird, 
ao mögen hier die Hauptmomente derselben nacb. dem 
▼erliegenden Werke stehn. 

I. Stift Seeland . Es umfafst die Inseln : SstUmd^ 
BQrnhclm , Mön und Sams'ö — 147 Q Meilen mit 327,200 
Binw.« unter i Hauptstadt, 6 Aemter und 34 Herreder 
▼ertheilt. Auf die Q Meile kommen 2,224 Köpfe. Maa 
sählt 24 Städte, 140 Rittergüter und 411 Kircbspiele« 
Die Aemter sind : 

X. Kiöbenhavfif (ohne die Hauptst.) Q M. 23 V. M. 39,6oQ 
9. Fredrikshorg . * . ^ 23} — 32,000 



3. Holbek 

4» Soröe • • 

5. Präst'öe • • 

p, Barnholm • 

die Hauptstadt 



^ -'29 — 4ö»3oo 

— 23 — 42,400 
D M. 3 1 J V. M. 49,coo 

— Jd — 19,000 

'^lOOfOOO 



II. Stift Vyien. Dahin gehören die Inseln Fy^en^ Lan- 

geland und Taaiinge — 61 J DM. mit t27,ooa Einw., auf 

Jede D M. deren 0,065, in 2 Aemtern , 14 Herredem , 9 

Städten, 201 Kirchspielen und 180 Rittergütern, 

-7. Odensee . ♦ » , • DM^32| V.M. 68,000 

8. Svendborg . , , , _ 29 — 59>ooo 

m. Stift Lßaland^ bestehend aus den Inseln Laaiand 
Wd Falster — 30 □ M. mit 56,250 Einw. , auf jeder QM» 
deren 1,875* ^* besteht nur aus i Amte-, ' 7 Herredern» 
7 Städten, 3 Grafschaften , 2 Baronien^ 108 ^irehspielen 
«nd 60 Rittergütern, D(L8 Amt« heilst ; 

9. MarUbof,*) 



*) Die neu» politiiche fiinthcilnng der 4 Jütischen Stiftet 
weicht von der ▼ormaligen geistlichen Gerichtsbarkeit ab; 
daher die Verfacser ni9ht im Stande waten, nähexe sta- 
tistisch« Date'n anzugeben. Ueberhaupt ist die neaeste 
Volksxähiung in Dänemark noch nicht in das Pablicnm 
Sekomxnen, und die Angaben ^ der Verfasser beruhen eu| 
blofstn ^Berechnungen nach Kitern Kihlunges, 



I 



Sucher * Haeenfioneiß, 569 

IV. ^iift AalhoTfff einTheil von Jütland^ 142 Q Mei- 
len ipit 121,000 Einw., auf die Q Meile der^ 852 in 3 
Äemtexnz 

10. Hiörring >. • . «DM,48 . l^.M. 39,400 
, II, Aalborg . . '^ . •. • ' — 51 *— 64,660 

12. Thisted . . . ♦ — 42$ - — 38,500 

V. SHit Vihorgy ein Theil von Jütland — 50 D Mei- 
len mit 40,000 Einwohniern , auf die Q Meile deren 800 
in I Amte: 

13. Viborg* 

VI. Stift Aarhuus^ ein Theil Yon Jütland — jf}% Q Mei- 
len mit 74,000 Einwohnern/ auf die Q Meile deren 910^ 
in 2 Aemtemt • , , . 

14. Randers . , , . QM/36I V.M. 34,000 

15. Aaarhuur '• • * • . — 40 — 40,000 

Vn. Stift Ribe^ einTheil von Jütland — 149J D Mei- 
len mit 111,600 Einwohnern, auf die Q Meile deren 744 
ip 3, Aemtern : ' 

16. Veilt . , , , . ^ • O M. 38i V. M. '— 

17. Ringhiobing ^ . . — 69 , — 1 — 

18. Ribe , . . ♦ , ^ 42I - . -— ^ 

VIII. Öas Her^ogthnm Sl4^vig oder Südjütland^ 162 
D Meilen grofs , I803 mit 278,342 Einwohnern , auf die 
a Meile deren T,?r8 ; in 14 Aemtern , 13 Städten , 14 
Marktflecken, 257 Kirchstiielen und 116 Rittergütern. 

19. HadersUben • , . .DM.32 V.M. 34,825 
' 20. Apenrade r • • 

" 21. Ljrgum 

22. Tendern milV^ihr und Sylt 

23. Bredsted , ' « • 
84, Husum , , • 
25. Nordstrand • • 
$(6. Eiderstidt • - • t 
27« Stapelholm • • * 
28. Hütten • • • « 

' ia^ Sonderburg mit Atsen und' Aerrde -^ 9 '— ^Sy^^O 
30. Flensburg . « » . -.-'16 — 27>6oo 



_6i -^ 6,354 

— 3 ■-- 4>o68 

■^^^41 .— 34,57«^ 

■^ 5| — 11,000- 

— 4 — 7>öoa 

— 6i — 12,500 

— 2| >- 3,963 



• - 



\ I 



510 Mücher * Rteensi^^tK 

33. Die aAichen Oütricte . — — — — 

IX. Da« Herzogthum Hülsttin — 153* Q Meilen, ijoj 
mit 325,743 £]nwohnem,*Buf die O Meile 29I229 die in 16 
Aemtrn], 2 Landsrhafteu , l Gräucfaaft, 14 Stadien, 22 
Marktflecken , 141 Kirchspielen und 147 Rittergütern woli- 
nen. ( In der Eintheilung dieses Landes sind keine Yer- 
Änderungen vorgefallen.) 



4- 

Cbk, Dan. Ebelinq^s Erdbeschreibung und Ge^ 
schickte von America* Der vereinten Staaten 
7. Band* Hamburg 1816. bei Hof mann und 
Campe, 8.; auch unter dem Titel- 

i>. Ant, Frid. Büsching*s Erdbeschreibung 14. 
Theily welcher America begreift. Ausgearbeir 
tet von Ebklinq u.s.w^ 



Der sechste Band der £^eZin^ J«;&an Erdbeschreibnng 
Ton America erschien im Jahre l8c^ Seit dieser Zeit 
Iiinderte das Unglück der Zeiten, die Zerrüttung des 
Buchhandels und die gehemmte, oder doch vieler Geiahr 
ausgesetzte, Gemeinschaft mit America die Fortsetzung des 
Unternehmens. Erst nach einer 14jährigen Unterbrechung 
•sah sich Bheling im Stande, den vorliegenden siebenten 
Theil dieses Werks. zu vollenden; allein leider ist solcher 
auch sein Schwanengesan^ ge^ord^n , indem auch dieser 
vrürdige Veteran .unserer Literatur .seitdem von dem 
Schauplätze des Lehens,, worauf er spwohl als Mensch, 
vrie auch als Lehrer und. Schriftsteller, %o wohlthätig ge- 
wirkt hat, ' abgetreten ist. 

Niemand ist gewifs von den Vorzügen der geographi« 
•..Weg^ Arbeiten dUs -Verfasser» mehr eingenommen , nnd 



/ 



Sucher - Recemiöneni 511 

Niemand erkeimt offener an, was er denselben sti dait^ 
JiLeu hat, als Kecensent. Auch dieses Wjerk ist mit der 
^rölsten SachkenntniXs und mit dem eisernsten Fleifse ' 
Angefangen und fortgesetzt und der einrig^ Tadel, der 
«es treffen kann, ist, dafs es den Namen unsers JBüfcAin^V 
«m der Stirn führt und noch immer als Fortsetzui^g sei<* 
xies Handbuchs gilt. Es ist durchaus kein Bütehing^ der 
in seiner Erdbeschreibung nichts weiter, als ein Hand- 
Jauch geben wollte, sondern ein ausführliches Gemälde 
«ler vereinigten Staaten, das jetit schon die Stärke von 
^7 Bänden erreicht hat und seiner Anlage nach' blofs bei 
diesem Staate wenigstens auf 20 Bände heranwachsen, 
dürfte; dagegen Büsching ganz Europa nur in 7 Bänden 
dargestellt hat^ 

Der vorliegende Band enthält die Beschreibung des 
"wichtigen und interessanten Staats Virginia ; doch hat 
der Verfasser blofs den geographisch * statistischen Theil 
und die Topographie abgehandelt, und die ausführliche 
Geschichte einem besondern Bande vorbehalten. Wir ^ 
kennen die* Manier und die Genauigkeit^ mit welcher der 
Verfassei^ seinen Stoff benutzt, bereits aus den vorigen 
Bänden dieser Erdbeschreibung, die in Jedermanns Häxir 
den seyn sollte, |Und Recenseut enthält sich daher, tie- 
fer ,in eine Beurtheilupg des Vortrags eifizugehin, und 
liebt nur einige Notizen zur Berichtigung unserer geo* 
graphischen Händbücher aus* 

« 

Sf 14 berechnet de^^ Verfasser den Flächeninhalt des 

Staats auf 8,968 Q Meilen. Nach Morse, hat Virginia 
70^000 Engl. = 3)254i geographische D Meilen. In Stein*! 
liandbuch, 3. Auflage S. 423 steht noch immer die alte 
Angabe von 5,300 Q Meüen , die , wenn uns unser Ge* 
dächtnifs nicht trügt, von Leiste^ jedoch mit Kentucky 
11. s.w. berechnet ist. Auch Cannabich hat diese alte Be- 
rechnung aufgenommen* 

Nach S. 264 belief sich die Volksmenge Virginias 1790 
auf 747,610, 1800 auf 880,200 und 1810 auf 974,622 Indi- 
viduen ; auf jede Q Meile kommen nur 328 Köpfe,, so 
dafs Virginia in dieser . Hinsicht nicht blofs den Nach'« 






513 Bücher • Reeensionem 

]>antaat6ii Maryland und Delaware , sondem aiiclt gaai 
lisuengland oder den sMmmtlichen nördliclieii Staaten 
nachsteht Das Gros dieser Volksmenge besteht ans Land- 
leuten ; denn in den Q2 Städten und Marktflecken des Lan- 
des lebten i8io nicht viel über 48,000 Bewohner. An 
Freigelassenen und Farbigen fand man i8lj|. 30,570', am 
Sclaven 392 1518; 

Interessant ist die im §. 14. gegebene Uebersicht d&s 
Finanzwesens des Staats. Die Einkünfte betrugen 1805 

63?» UA, 1806. 45^»932> 1807- 463>794 und i8i3- i>040.579 
Pollars, die Ausgaben dagegen 1806. 3^,4^» 1807. 
885,'254,. 1809. 3(3^),288 uad 1813- 829,445 Dollars. Die 
eigene Staatsschuld ist unbedeutend, höchstens 135,600 
Dollars, da die Zinsen 18I2. nur 5,447 Dollars betruf:en; 
dagegen schlägt Galatin Virginias Antheil an der allgemein 
xien Bundesschuld auf resp. 2,934,416 und 3,619,091, mit- 
liin zusammen auf 6,553,507 Dollars an. Man. sieht aber 
auch bei den hier mitgetheilten Details , welch' ein uner-. 
mefsliches Heer von Auflagen auf die, in Europa so glück- 
lich gepriesenen Bewohner der neuen Welt drückt! 

im §. 16 wird der Religions zustand abgehandelt. Das 
Gtos der Bewohner bekennt sich zur anglicaaischen Kir- 
eh'e ; doch, wird auch hier geklagt|. dafs aus Mangel as. 
Geistlichen die Landl eilte sich in manchen^ Gegenden 
damit begnügen müssen, dafs in ihren Kirchen, zu weilen, 
von' umherziehenden Predigern Gottesdienst gehalten, 
wird ; andere haben niit 2 oder 3 benachbarten Gemein- 
den^ einen einzigen Prediger , der abwechselnd des Sonn- 
tags den Gottesdienst bei ihnen versieht. Auch Presby-r 
terianer sind zahlreich. Noch findet ndän einige Gemein- 
den der Baptisten, Katholiken und Quäker. Die Metho- 
disten zählten 1309. 18,27^ W^ifse und 5,739 farbig« 
Bekenner. / 

Von höhern Schulen hat Virginia die Universität oder 
das. TVilliam und Mary College zu fVUliamthurg mit 6 
Professoren der Moral und Physik, der Rechte, der Ma- 
thematik, der alten^Literatur, der neuern Sprachen und der 
l^aturgeechichte und Chemie, ^thin eigentlich nur ein 



I 
/ 



Lyceum, das igot erst 53 Studenten aählte. Die Lehrr 
liücher, worüber hier gelesen wird-, haben meistens Bti-« 
ten zu Verfassern; doch wird das Völkerrecht nach un- 
serm Martens vorgetragen, das Näturrecht nach Burla* 
tnaqui» Autser dieser sogenannten Universität giebt e» 
oiocH das J^ampden Sidney ^^^ das Washington Colle- 
gium, die beide wenig besucht werden, als höhere 
Xiehtapstalten s eine gelehrte Gesellschaft besteht zu Har- 
risonbürg, Buchdruckereien sind an verschiedenen Or- 
ten ; 1810 zählte man s3 Zeitungen. "^ 

^ Der Abschnitt f5ber Handwerke* und Manufacturen is« 
lixigemein vollständig und erstreckt sich auf das kleinst^ 
Detail , leidet hier aber keinen Auszug, Der Werfh der 
ganzen Manufactur beträgt nach einer Schätzung 15)263» 

^73 Dollars, worunter Alles eingerechnet ist, -was in 
den Häusern zu" eignem Gebrauche verffertigt wird. 
Dabei fehlt jedoch das, was ^uf 441 Mühlen an Mehl 
gewonnen wird, der ' Ahorn zucker (1,695,447 Pfund), die 
Producte von 112 Sagemühlen und der Salpeter, zusaih« 
men 5,715,^52 Dollars an Werthe. , 

Ebenso lehrreich ist der Abschnitt 'Über den Handel, 
die Schiiffahrt und die übrigen Anstalten zur Belebung des 
Verkehrs ausgearbeitet. Im Jahre i^il wurden an einhei« 
mischen Produc^en für 4,798,612, an fremden für ^2S,695, zu-* 
sammen für 4,822,307, im Intercpursejahre von 1813 abcflt 
imr für 1,819,414 Dollars eigne und für 308 Dollars fremde, 
mithin für 1,819,722 Dollars ausgeführt. Darunter ist 
Tabak der wichtigste Artikel, , dessen Ausfuhr 1792.. 
61,203 Oxhofte betrug, dann Waizen und Waizenmehl, 
Maismehl, Pöckelfleisch , Baumwolle {gegen 500,000 
Pfund) u: 8. w. ' 

Im I8i §. fot^t die Ortsbeschreibung:, die pufserst 
rollständig ist. ' Der Verfasser berechnet die Zahl aller 
Ceuntitiy worin Virginia eingetheilt ist,' auf 99, wovbii 
97 namentlich aufgeführt und beschrieben werden, 2 aber 
.nocli dem Namen und dex Lage nach in Europa un* 
bekannt seyn ' sollen^ indem diese neuerdings aus an^» 
i^xn altern abgesondert sind, Morst hat ebenfalls erst ' 



/', 



^1^ BMeh'er -* Reeentianin* 

97 CoutittV/. Hier nur die geograpbisclie La|;e der tot- 
nehmiten Ortscliafteii :/ 

'^ichmond mit 8>.s64 Einwohnern (l8T0 hatte sie nach 

dem Ceusus deren 9,735) unter 37** 32' 30" Br. und 

299° 56' 25" L. 
^li/iamj^ur^ mit 1,400 Einwohnern unter 37^ 15' 55'' 

Br. und 300^ 6X' L. 
Jforfolh mit 9,193 Einwohnern unter ^ef> ^' 45" Br. 

und 300^ 56' 30" L. 
'AUxandria^ eigentlich im District^ Columbia, mit 7,227 

Einwohnern unter 38° 45' L. u»d 300^. 29' Br» 
Jamestpwn unter 37« 9' Br. und 301^ 55' 15'' L* 
Y^rktown unter 37° 13' Br. und 300^ 47' lu 



Fundgruben des Orients* IF, Bunds ^er Heft 
und V, Bandes yer Heft* Wien, FoL 



In den frühem Jahrgängen unsrer A» G. £. liaben wir 
mehrere Male über den Werth der schätzbaren Fundgruben 
des Orients uns geäulsert, und begnügen uns hier mit ei« 
ner Anseige des geographischen und historischen Inlialtes 
der letzten uns zugekommenen Hefte. 

Zuerst bemerken wir S. 339 des IV. Bandes eine hi- 
ctorische Notiz über die Jsma'elier oder Batenigr^ die 
▼on den Geschichtschreibern «der Kreuiiüge Aisassiiur 
genannt werden , unter welchem Namen' sie den Euro« 
päern am meisten bekannt sind. Die Franzosen ha- 
llen ihh sogar in ihrer Sprache aufgenommen^ Mm einen 
Mörder zu bezeichnen. Ueber die Geschichte dieser 
merkwürdigen Sektirer haben Herr Falconet in den Mi-' 
moirfs dt litdrature y Herr Silvestre de Sacy in einer ei* 
genen Denkschrift , Herr Jourdain im 9ten Theil der iVb- 
-tices d€s manus Grits u. A. bereits mehr oder minder aus- 



Bücket - RecensioHen. 



S15 



fiihriiclie'Nacliri6!iten geliefert.^ Diese Assassiner, Ar»i|l 
ciden, Ismaelier oder Batenier haus'teli im Norden von 
JPertitn und in Syrien^ in welchem letiteren Lande, vor* 
«üglich in dem Flecken KillUy «wischen Schugr und 
Hama^ und im Gebirge von Kuibie^ in der Nachbarschaft 
•von 'Ltaodieea, zwischen Halep und Antiochien, HÄrr Nie^^ 
^uAr. noch einen Ueberre st von Tsmaeliern fand. AucÜi 
Herr Rmisxeau giebt im 42sten Hefte der Annaief des vo^ 
^ya^tt Nachricht von den gegenwärtigen Isma^iern. Ini 
laten und I3ten Jahrhunderte standen' sie in dem furcht» 
baren Ruf, dafs, wenn sie den Tod eines Menschen be- 
schlossen hatten , ihre ausgesendeten Kundschafter ihn 
irgendwo «u finden und niederzustofsen wufsten. Ihr 
' Oberhaupt war unter dem Namen des Alten vom Berge 
allgemein gefürchtet, und erhielt selbst von Europäi- 
schen Monarchen ansehnliche Geschenke, damit er ihres 
Lebens schonen möchte. — -Dieser Alte vom Berg^e wufs- 
te, ^urch eine, die Phantasie seiner Anhänger berau- 
schende Aufnahme in bezaubernden Gärten, wo alle Ge- 
nüsse sich darboten, sie zum blinden Gehorsam au be- 
wegen. Gab er einem oder mehreren den gefährlicbstöit 
Auftrag, in den entferntesten Landern Sultane oder Kör 
nige yum zubringen, so giengen diese Todesboten freuc^ig 
an's Werk, schlichen sich unter allerlei, Verkleidungeji. 
an die Höfe, harrten oft Jahre lang auf den günstigeix 
Auge'hblicky bis sie ihres Opfersr gewifs waren. Dafs si^ 
selbst gleich darauf hingerichtet wurden, schreckte sie 
nicht; denn sie glaubten, unmittelbar nach einem voll- 
zogenen Befehl ihres Gebieters in jene Gärten versetzt 
KU werden , deren paradiesischen Zauber sie einmal 'ken- 
nen gelernt Hatten. — Herr Quatremere beschränl^t sich 
in seinen Nachrichten von dieser Sekte nur auf diejeni- 
gen Batenier, welche in Syrien , vorzüglich in Masiaf 
.oder Masiathy ihrer Hauptstadt , im isten und igten Jahr- 
hundert sich furchtbar machten* Aus Persischen und 
Arabischen Schriftstellern und aus den altern Gesjchicht-» 
Schreibern der Kreuzzüge sammelte er die Ncahrichten 
von den Thaten dieser Fanatiker. Niemand wird diese 
^Notizen ohne lebhaftes Interesse lesen, obgleich sie blofs 
chronologisch zusammengestellt sind. 



Si6 



Muck Ar • Recensii^fi^n. 



Ein anderer Auiiatt: Usbtr.die Oat0u dir 
%Vüsi€^ eine ia der HumauitäU - Gesellschaft zu Berlim 
gehaltene Vorlesung von Herrn S. IdeUr ^ verdient als 
eine lichtvolle Darstellung früherer Untersnchungen dea 
Dank Teutscher Geographen. Der hertthmte Rennet hat 
in seinem^ Werk ^^über die QtQ^raphie- des Hermdoi^^ 
und in seinen Abhandlungen in den Froctedings der Afri- 
kanischen Gesellschaft die «erstreuten Berichte der Grie- 
chen , Römer 9 Araber und neuere^ Europäer kritisch ver- 
glichen und ausxumitteln gesucht, ^EAS wir siclier wissen, und 
was noch ein Gegenstand künftiger Forschung seyn nkuis. 
Besonders scharfsinnig sind seine Untersuchungen über' die 
drei inselartigen fruchtbaren Stellen der Libyschen W«* 
ate, welche die Alten Oasen genannt haben« Diesen Ge- 
genstand behandelt Herr Ideler in seiner Vorlesung^ , und 
«ucbtl nicht nur die Resultate der Forschungen des En- 
glischen Geographen in eine leichte iJeber sieht zu brin- 
gen' sondern auch auf dem abgeämteten Felde noch 
eine kleine Nachlese zu. halten. 

Unter dem Titel : Urtheil des Persischen Reisenden 
Jäirsa Abu Thalib Chan über Teutsche , finden wir S. 460 
fiber Herrn von Hammer folgende gute Meinung : ^^Misttr 
^Hammer ; derselbe ist ein edler ^ junger Mann mit 
^Sufserer Annehmlichkeit und innerer Vollkomnienheit 
,,geschmf)ckt, welcher ungemeinen Scharfsinn und durch- 
zudringenden Verstand besitzt. <* — 

Seite 463 meldet ein Englischer Brief aus CaiVe an 
Herrn von Hammer den Tod unsers berühmten Kei senden, 
des Herrn Seetzin, 

Noch bemei'ken wir nachträglich, dafs in dem er« 
aten Hefte dieses IV. Bandes unter den geographischen 
Beitragen sich folgende zwei Abhandlungen befinden; 
nttmlich l) Beschreibung des Paschaliks von lleppo von 
Herrn Rousseau , und 8) Engelhardt^s Besuch bei den 
Qalgd Inguschen^ 

In dem 2ten Heft des V. Bandes finden wir wenig, 
das den Geographen interessirt. Die merkwürdige Stelle 
,$ber den Ursprung der Magyaren (Ungarn), aus der 



\ 



Bücher - Rßcenäi^nBi^n f^if 

licifebetclireibttng ^wZiV// 2 Theü«; von Hefeni if^nUam^ 
wnerp lautet, wie folget: „Aus 4en, ron den Persern a)}« 
itiittiiiic^iide»^ Uttgläubigen sind %ttet«t fiei Sohlte M0* 
nuit^Juhr^i die StammviUer. Diese entfiobtn uad iieXseii 
aMi %u Agru {Brla) niedex*» wo man sie f ragte i.w^r seyd 
ihr? Sie antworteten: Ma t4char is d. i. wir sind vier* 
Aus! Mu ■ uchär entstand dann* dtirch feMerliiifte Aus«^ 
ipl^äc^e das Wort Madichar^ det Volks^ame d^t iVIadstka» 
Ten.** Uerr von Hammer gestellt selbst^ dafs diese Stella 
df&n Kritiker nicht geniigen kann, und nur als Volkitagt 
ninige Aufmerksamkeit Terdient. -^ Die Abhandlung 2 
^^Bülasiae urbU orige atifut fata^ ^atarice 9% La%in9y eurm ^ 
€^M. fraehniif^ Rostochigrüit giebt Nachrichi Von dat 
dtadt Biljäirlta^ f I Meilen voH Sim^ifsk, dem mmt}kma£t* 
Heben Ursprung der Bulgaren« '• "^ 

In dem 3ten Hefte des V« Ban4< geK6n ttur dm A^* 
aatx: Nott de la route» ei* est ä dire, des e$atione de Var* 
mie OttomanHe^ tommandee pur te gratid^vitir Itcueie^ 
paecha en 1799» de SeutOri jusqü*ä Damäs^ hieher. £• 
ist ein blofses trocketies Namenvel'zeichnirs ^ dai abat 
gleick«rohI den Cbastenteiabiterit T«a Wadktiglbnl^ irer« 
dsn kann« < - 

Diels ist Alles, Was wir in dieset Liefetung derFiin4« 
gmben Aes Orients in Bezug «u£ Linder- und Völker* 
. künde aufgetundeti haben« 






tfHMM«MMMtfM*^MI 



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ft.d.<^.s. n.Mi4.^.Sf. Kji 



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gig Büthtr^' Regemioneti. 



Ngti£$te Geographie von Steiermmrk. MU 
ihren statistischen^ physikalischen^ induetri^ 
lern und topogf^phischen Metkwürdigkeiten. 
Nebst einem alphabetischen Verzeichnijs aller 
in Steiermarh befindlichen Städte^ Märkte^ 
merj^ürdigen Dörfer^ Schlösser^ Klöster^ Ber^ 
ge^ FUUsej SeeUf Miheral^Quellen, StrdsfseHf 
Pasten t Wasserwege^ historiseken ^ pkysikali' 
kehen^ industriösen und statistischen Rigenhei- 

l ien* Von Dr, Franz Sartoki^ k. k- nieder- 
östem HegierungS'Sscretar^ Amtsvorsteher des^ 
k*k, Central^ Bikcher'- Revisionsamtes in Wien^ 

'^"tr.t:u^. ' "Mit einem Kupfer- und einer Land- 
Charte; GrättTSl6^ b. Ferstl. g. «37 S. * 



*mß 



'''' Dft'dvr V«ffiitMr im dem» Tdii ilmi bttclalefc^aaMy. 
Ijande geboren ist, et wiederhohlt durchreitet b«tf xmA- 
livcb .in Verhfiltnitien stebt. wo er ticb ron manchen 
JDingen, genauer und fieberet unterrichten bonnte^ alt et 
Kfanchem möglich te^ möchte, to erwartet mati mit Za-* 
«^erticbt etwat NtU4s und ütditgenu^ Aber et tcbeinli* 
daft der Verfatter weder teinen Plan steh- klar und be- 
ttinunt genug gedacht , noch die ndthige Mühe t\ir Auf« 
ftidung neuer Tbattachen und Notiten verwendet habe. 
3chott der Titel beweitet» dtXil tX .von vielen Dingen habe 
unterrichten wollen , die tu einem und demtelb'en Zwe- 
cke nicht wohl vereinbar sind. Sonderbar muTt ttMui et 
neunen> dalt der Ver&tter bei jedem Städtchen wohl die. 
Hititertahl, togar jedei Lottobüraiiu angegeben bat» nicht 
aber die 2oAi dtr Eiwookntr^ OrÜtt und Marburg aut- 
^nommen» So itt auch dat Wittenschaftliche mit den, 
wat dem Aeitebetchreiber alt Zufäiliget auEallen» und 
dArielbe allenüallt anführen mag, hier im Handbuch bunt 
unieir einander gemengt. Die aiatittiscbett Angaben cind 



. ( 



pMxMal fioi^tolfr^elle Aaf libMi envfthml. ; . /i 

ser seine IVachrlcttteii auffülut, ist gdt gew^Mt, ' ttur 
fünfte es Ulis u^n6tIiijg^ bei IcTd^ift erä^^lhett Krefs^det^ 
• ölinekin ttur 406 jp ]^. 'grofs^Ä , X'fttides die Artikel ? 
Flüsse^ K&rperJasiü deit ßinw^bhii^t ^" Niftixr -^ Pf odttcie ^i 
«Ilen drei Keic^en u. ^L zu wiederhohlen. Die Kück- 
Blicke auf die 'öeoj^rapfiie der Vdrz^f sind zu toheh|. un- 
geachtet die VermüthungeÜ im Fblde d(^ alten G^6gfti\ 
phit höchst Winkührlicji und uhx^chtzg seyn Möchten. 

;I{i Bi^ü^ieh^ 49r Benennui^ .Ji^er^t. der Veri^ssex 

Sf fljir ricjbtig , . dals . 9MI» ßU Stei^ülM^rfc .««a!^» ivi^ W€i . sün* 

digi aber^aj^f dem TiM si^lb^t, gegen seiii^/eign^ Kegef» 

jgi4iei||.^t j[j^|fl09jQf>B^ trf n St^rn^ark, ^taU vpn d^^rSteier» 

. itiark, schreibt. — Ebenso richtig ist diß Arniahme.» daff 
niAn Grtfs statt Grätz schreiben müsse | was jBiuch det 
Sprechweise der Steiermärker vollkommen angefressen ist» 

. Auffallend ist das VerhältniXs des weiblichen Geschlech» 

tes xum männlichen in deni ganzen Lande, wie 32 : 3I1 

^firas allerdings eine Folge der vielen Kriege seyn mag, 

«Ue in der letzten Zeit die Blüthe des mähnlichen Ge« 

. »«^blechtet hin weggerafft Jubea. . Die hUrgerliche Clasii» 
ßeirung des männlichen Getohlecbtet giebt der Verfat« 
#er folgendermafsen an :* i)378 <j-eistliche^ 1,324 weltliche 
Adeliehe , 3>487 unadeliche "Beamtete itnd Honoratioren^ . 
10>4I9 Bürger, Gewierbsinhaber und Künatler, 66«8ii5 
Bauern , 635 Häutler, Gärtneir und Menschen vermischter 

: Beschäftigung, 2,717 Keser^emänUer , 4^931 Lahdwekr*. 
männee. Di« ganze Bevölkerung auf 801,626 Seelen»— 
HÖchstinteressant sind die Angaben über die öktmomufikt 
JRintkeiluHg des Landes* Der Flächenraum der sämmt«^ 
liehen Aclcerfelder beträgt %t%wx 6x Q Meilen« Mai^ reck* 
net, da^ der Landmann alle Jahre 558)574 Joch Aecker 
bestelle , und au^ diesen nach sehr geringem Maalsstabe 
664,671 Metaen Weiten; 1)364)008 M. Kork!, 5fiil)368 M» 
Gerste und 1)899)370 M« Hafer gewinne. -^, Die natür* 
liehen und künstlichen Wiesen ers^ecken sich im gen« 
wm Lande über 44 Q Me9ien und die Hutbweiden Übet 

Nag 



I / 



1 



1^ 



Büthßr - jSee^nttdrmMl 



Der FMclieiirAiunf der tlanitit^eR W4Üdmigtii Vettig» 
fCfMi JI5PDM«ücii. — iPi« «iiniiitliclieB WehigArtes der 
j^iVr««rfc ^ eritreckevi tich über $( p MeileDi — 0er 
Viehitmd lut ia neueipi Zeiten telir «bgenoauneii ; deaa 
■mh tXUt^jetit kaum mehr 60yOoo Öckien» etett ükU 

Torluii im Uuide aliiein 99^000 Toi^^^*nden ^aren. 

*• . 

UelitiMiM verdient der Verfatf er fär die. Bearbeftnng 
djieteti aii Lehrkucll ia Sctitden gant brauchbareo and 
XindsrmuimWM und LUchunitfr^*$ Ar)>eiten torUetxendei 
Werkchen den wirnitten Dank. — Beigefügt ist ein Ah' 
d^ack der alten , nac^ Idttganii^s 1ffiahftidUnttB|reti 1779 
entworfenen, KtudetmünnisAen Ckartg^ und eme kl^e 
Ansicht isr Stndt (hätz^ von der Südaefte her aaf^«naai* 
Inen. Ein gutes KvgUter erlHiflt dif 
ganxeki WcAdient« 



: 1 



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■ ♦ . »^ 



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CHARTEN - RECENSIQN&Kv 



m0mm^a^ 



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^lg€^i%einä f^Atcharte nach Mercator^s P^^ai^^ 
, entworfen von A, JUvon Küvsenstzkn^ Cani^ 

■ » \ 

'-'• ' täm ^n. Russischen Maiiue^ J^n4onm I&lfi» 



> c« 



Bev berülimte WeltnmMgler beieltoiilit hW de«. g«o^ 

grapliiscthe fitbn\cuin^ mit einem ii»ter«si«]itea Prodtwfc^ 

der Blappfruiig^skünffty dtt« auchi mbge^eiieii, T€m< toiiieni 

iiuieim' Wertke^ schon dutch-deB NoiiiMn det VerfksMrs 

-ffir jeden Freund der Erdkunde ein beeondres IntfiriiWi 

Jiab'en wird. Wir kennen den Endzweck nicht , der deJt 

Terfas^er vefanlafot Hat, den Entwurf dieser Wcdtchart» 

'aelbst zu Übernehmen, indefs adieint «la Mehtttea^ das* 

'0uf hinzudeuten , ala aey selbige Tori0glich tum ngstttn 

09brauoh€ entworfen^ Worden.' Schon der Name dea Vexpo 

fassers und der Ort, -wor die- Charte evschien,. uad-ba* 

arbeitet wurde, und wo^ fidh die befsHv <2ueUen< tu ei^ 

. iier solchen Arbeit beisaqimen findet,- lasten ke^ne ga- 

; wohnliche Aä>eit erwa^rteli, und eine sorgf^tig^ 9ril* 

]üa^ bewährt hinreichend , daCs die Chai^, v^krmigUek 

mls Seecharte httrqcktit^ einen classisohen Wevth hat, miti 

die aiifterst genaue Verzeichmmg der Küsteb terväth 'dia 

Benutzung vieler tre^ichen, «iin\ l^eil H^ch waaig ^. 

fca»ntieii, Qi|«>llen; ^ « ^ . 



5'i9 Charten* Recemionen* 



-1^% « 



Die Charte Iiat im inoeni Rande eine Breite von jt 
parif^ Zoll , und eine Höhe Ton 2T,3 Zoll. FnnCEeha 
Grade des Ae^uatore hetragen i{ Pariser Zoll» and der 
erste Meridian ist der von Gr^enio Jc&; die Meridiipie sind 
ton 15 zu 15 Graden, die Parallelkreise von 20 «u 20 Gre- 
llen ausgezogen. Schon oben bemerkten wir, dafi wir 
der Charte, alaSee<^«rte betrachtet, einen gröf sem Wertk 
beilegen würden , da sie, «If solchty grofse Genauigkeit 
mit genügciidir' V}>IIstindjgkeit, hili4c1|tU<>b |i^}A&I- 
nähme der neuesten Entdeckungen , in so fem eoldiei 
der Maafsstab erforderte, Keriundet, und sowohl ifar Ue^ 
bersicht aller merkwürdigen Seereisen , als auch sar ei» 
genea Eintragung derselben Kafserst brauchbar ist. An- 
fser der Reiseroute des Verfassers in den Jahren 1804 bis 
mltt^üßd Mdfr die SeerMatn ton jift^Uon l^)^', vv 
'jlf«ltffpifid Z793 und ChickagcJ^ 1^65 eingetragen. V(h> 
tüglichen Fleifs scheint der Verfasser auf die Daratdlnng 
Jii«trell#»e Tervtendet;' an haiieil, . wo mkn . dlUanlliche 
Inseln ton einiger Bedeutung^ benannt findet nnd nur Sa- 
Jserst wenige gtaiz rermissen wird. Bei einem g^rofsea 
VkwXm '>der4elh«i llt das- /a4r 4<r B mi ttllm n^ y^imea^ 
«igt; Die im Jelise 1806 ent4ei^ii^.J>i^|^ im. siSrdli- 
aibaa Eiameere (von einigen Geqgi^j^h^ fffu^SMrUn ge- 
«nmnt) finden nix hier xym erHefiMaku ihf^ F^ 
fw^^ . dai^tttelU. * . . .j 

BilM»' §m^etB .€vrg4 d«r, Vellkemmenheit hat ^t/m 
"im^ Gkk9M%9^ als «ügpiMAM 9^§iiphar$€, dor^ ^if api des 
wekfen Orten etiVM «u.. sehr skittirle u^d selbst an ei» 
-«igen SteUen feblfrbafle DarftKUuDg • i|«a Zanem des fe» 
etoirXt^nd^ef » U9d et acbeint 4«fi M der Bearbeitung 
^dieatrChelPte^jdtiii.Vfrfaifer.Tprgeick^w^te» Streben nach 
VoUkoliimeaheiti (wit dM c^oir) ^eemai^ie auch sehr Ter- 
tejhlieh ist) YerxügUch 4ie .^c)(tttng napb dem Meere 
geaomnaen t» hab^n, JD^ch f^ir^d wahrseheinlicli den 
gvdlsten Thetl difser Schuld d4r Stecksr trag^, der übri; 
f ens durch einen Ii^serst eleganten Stich, ^e man dieft 
▼on den Ei^liaehfi^ Kupferstechern gewohnt ist, , tur Ver> 
sehl^nerung dieser Charte 4as Seinige reiehUbH beigem 
tragen ^aU 



* 

Um* diepe Bemerkimg ^och wenigHeus in el;was za 
j^legen ,, wollen wir lüef nur f inige der, in dieaf^r HioV 
jicKt gemachten, B^merlmngen heranbilden. -^ Zuer|| 
2>emfri^en wir, datf deir Lauf der Jiauptßüsse zunn Thfiil 
mit sehr geringer Geiiauigkeit eingetragen ist; um dies« 
j^hauptung mit sehr bek^nten; Daten su beweisen,, be^ 
fliehei^ wjr uns nui-, auf , die Verzeichnung ^es Rfkeifu^ der 
4S/A#, der. /^WfÄ/#i, «der^ftfEf, ^Aon#,. öuadal^uivir in^Si^ 
rfpa,u^d i^s. läfst sich ^pu d4ßr yerzeichnung so h^ka^g» 
f ^ ^trqi^e. auf . die in den andern Weltthfdlen sqhj[ie£5<MV 
^glei^c^.wi^ hier Mine 'jo.ai«/'/«^«.iidi«n.J[7iuriphtig^e2teu be^ 
itierk,t hahpn. Einim faö^st sond^baren Contrast bildet 
dift Lage ^ic^er Strl^ine niit 4er. L^flpe di^r bekanutc^tv^ 
Hauptörter in Europa»' Der Rhein z. B. entspringt un- 
gefähr in der Gegend von Siuitgardt j', und Mannheim liegt 
mn i6 Meilen jenseits des linken Kheinufers* . Die Elba 
entspringt etwan in der Gegend von BauttgUf und Dre#« 
din liegt ebenfalls 15 Meilen von der Elbe entfernt. Bfr^ 
tiit' liegt auf dem rlBohteii Ufer der Oder, «twa^in'äer 
fiVft09d ir!0sß ClüHrin^ ygmü/ßr^äuu 10 Mailen vdn cSesem 
Flusse entfernt. Ebenso fehlerhaft ist die Lage von War- 
schau und der Lauf der WeichteU Südlich von Mün* 
£hen , etwa da , wo Inspruh 4iegt , findet man die Sta^ 
Bern^ und an durchaus unbenannten Ortszeichen hat die 
<3kiirte eine» anisehnliolieii Vörrath aufiuweiseti. ' Meh- 
i^re-Orte, die als Hauptft&dte ganzer Lander wohl einett/ 
^ktz auf der Charte verdient hätten, fehlen ganz, ali 
^B* ChriitidniA in Norwegen ^ Turin in. liaHefif IVAfraii 
in Psrj^eit, Maroce» in der Barbarei, Mtsico^ Wa^hinit'' 
ton U. m. a. in America u.'ä. w. VWir geben -^u, dafs die 
Bestimniung der Charte nicht vornehmlich dahii;| ^>^» 
diese Orte darauf aufzusuchen , indefs w{h*e es eitte lei«||« 
^ te Mühe gewefen , allen diesen Orten -und Flüsiren eine 
richtigt Lage zu geben.. Hin und wieder fehlen ^Vith 
mehrere, nicht ttnwiclitige , Bcnenniingen ganzer Länder 
^und selb'a« einiger Meere-, als z. B, von' 2Vi«AHn , tind «ien 
Ländern an der OstkÜ&tift von Afrika^ V4»n Xle\u€ka$tlan$ 
und NaubrauHsckw^fß in Nardamenfs^ von IFfiriMi^n, der 
gtöfscn Büchärti^ aoädb fehlt «din- Benennung d^s Aethic^it 
sehen Meerip«, ferner in AfkikaAet gmfsede» Mamwi u, s,w. 



1 



g94' -^hmrten • K^een^ionen. 

f D«c1i wir wollra la der AuffRliniiig d^ gefnadeae* 
Itleincii MJliigel n teilt tu weitlfinftif werden ; oncli komotf 
%ti d^ .BeuHhcfloag dieser Gliarte Vielet auf den JSm^ 
9W€äk ihr MM Entwurf €s an, den wfr ttldttinit Bestfauaft^ 
lieit aiig«beB ktaoeii, da die Charta, to Wel wir wlsse^ 
bia {etat nicht ili den Boehhandel gekommen iat« Qe» 
birgftfig« sind gar nicht angegi^ben, nnd dieCliarte ohne 
^le f Ihimination ; schonet Stich, Tortrefiiclie« Pap« 
und TortUglipher Druck gaben ihr aher ein aalo' rar- 
Cheilhaftas A^ufsere, so dafi ihre Voratiga die geHigftd 
fldingel hei wcHam ttertrtff^n. Sehlierslicli 1>«n»erkcB 
mir noch, dafs in Afrika auch die Raiteroutan von ^raisa, 
Mwi^f f^rk W4 Jfarnsmsnn^ugetni^eil aind« 



iv^vm«^«">V"«w 



2.^ * 

C0r$e routiire de Iß France f dr^ssie par .Ordre 
d9 < Montieur le Directemr giniral dm^ Pmu 
0t Chams^es. Jglö' 



Mi 



Die DiractJon das Brücken « und Wagabanaa in Frtad» 
f0kh hasohenkt den Geographen durch obig« Chaste mt 
«nam dar wichtigsten Eraangnisaa aua dem FaoKa te 
darstallendan Erdkunde. Schon friihvr menhtcn Frant«^ 
tan deu VeJCsuoh, von ihrem V;aterlande branchbare W^a* 
Charten herauszugeben, insbesondere aeiohnete sich der bs* 
kennte Om^mins vortheilhaft aus. Seit dem Erscheinen Mr 
aev Vorig re«<iers d^ Im fr^ncs sind aber schon viele Jahrs 
▼erflosseu, und während dieses Zeitraumes, die inao» 
Verbindung, Frankteidis ^ sowohl duroh Stral^to als Ca« 
liele to sehr geftedeit worden, dafs das CapitaineadM 
Werk gegenwärtig, seinem Zwecke nach, gän^icH an« 
Jbrauehhar ift Der Mangel, einer, in dieser Httisicht wni 
für unsere Zeiten nfitalichen Darstellung» des von iM. 
schönsten Kunststrefien dnlrchschmtlenen> Ftanftösiechen 
KöiiüigTeichi wurde ron dem ebem Vorsteher 4e« Brd« 






%1teii- Änd Cltanssee - Baizweifeng leWs' mit fielen VSreiin-^ 
^^n der Topographie gefHIilt." Er hat ihm dürbh Vorlie- 
gt! de' Charte aaf eine We^e AbiuheH^n gemiTst« fttr dte 
jkia der grBfste'DaiilEf |;elrfthrt. Um indessen ' un^re Leset 
'irift dex* Charte etwas n&her hekatint zü'michett,'^1»exherki 
ftfecent^nt/ dafo sie äaa 6Btätteni bestehe, ^^ren dn ieUef 
r6t,ofl t^S lAnieri. hoch mid 23 Zoll ^7 Linie» htt iteiieren 
4L4xide breit sey. Ba» Netit hat conoentri^ch« Pät'altel- 
V^d gegen die Pole ^«Ver^ende,' gemdHtiige Mittags^ 
kreise. Die Oradüatioik* ist übrigens i/euntig - und htiti» 
"dörttheilig, Deif Maaftstab' ^iebt ilf«iret , TbUtin^ wvd 
i,uii*V nn. l^hi MirJchängfad.vdn 66'MitiuteÄ '=fc S-ZoÖf, 
•5,8 Linien > Alle» in Bezfin'al - Maafs. We Zeichen« 
^tklätimgen ^nthah foIgehdeOegenstlinde: Departements^ 
^nd Bezirks -Hauptstädte, giewöhnliche "Städte, fTecken 
liind ^ofse BorfeT, KiroHsmele, B&iierschaften nnd ein- 
celn^RMuter, befestigte Städte, F}>rts, Stralsen» Wegei 
welche nur mit Maulthieren zu bereisen sind, ' Post'sta* 
tionen, ein Zeichen für die 9chiffbarkeit der FlÜsfe, 
«cUifEbare *wnd 'Entwä^serungs-iCanäle^ 

/ 
*" B^kanntermaafsen sind die Französischen Chafussee» 

|n zw'ei Abtiieilungen getheilt, in JloiiffJ royaUs nndRou«- 
Vex dipattementaUs. ' pi» erste hat dröi I/nlerabtheihin^ 
gen 'Od^r Class^n,' i^elc;he üch. dadurch untevscheiden, 
dafs die'Erbauungs - und ünterhaltungs- Kosten der Rom - 
i'esl Hy'ähs de 4^r9 Ctiuä aus dem kdnigltchen Schc^tze 
-allein bestritten werden^ die'^deic i2ttfn 'und 3^1 €lass« 
'dMc' aus dem königlichen Schatze u^d dem Fonds der De- 
partemente gemeinschaftlich , dtirch welche dje Ghatisse« 
führt. Die Erbauung und i^eparatnx der" Hpuu^ ddpa^ 
^'ehientaUs liegt aber eixizi|( dem Departemente ob, -wel- 
Vfhes die Anlage' t^htei^ Genehmigung ' des Mitiisteriums 

. leichlief^t. Die Reuus royalks haben eine fortlaufend^ 
tiummer^ durch allÄ drei ClasseYi. Die tirniu* ddpartg* 
•menial'gf sind nicht nnmerirt. Auf unserer Charte sin4 

"beide Arte» wohl Yon einander tVL unterscheiden; jene 
haben ' eine starke und eine schwache Linief diese zwei 
feine Linien als Zefdhen. Wünschenswerth würde et 
•ber auch g[eweBen seyn, wenn di^ t^xsaihi^i/Kfmxi Cla9<i 



]iit(^,, da viellflioht dm mmttim B^fitzcm. dieser Chartr 
4am ailiere KMiiitniXt der ftutganmUf weLcHe der ertte% 
tiTMUo qder drittan C]at»e t^9^9hfif^ » «^gelüen dwHU. 

Ol^leiok uiypiriiiiglick di« ¥4>r)i9ge|id« Gluärte wur 
imr OmteUimg du CpmaMmioaticui bestimm^ j^wcsai 
jfl, fo fiiidea wir doch Mich di«, Tprtiigliehftei^ ü»0e^ 
f«A und «a d«n Grande«, tou ^ronilfrcie^ vorkoiptwcndg^ 
Erd«rii«l>«nheiteaft als;, di« 41|^^9 Pjrreiulen, die Ge« 
Urg« im füdliqhen FraohrticK, 4i« Vo|^e«esetc 

Uiiifr» cecbl Sectionea erttjrecktn tich auck Ober »• 
Bea groXie« .Thfü ▼«» Tguuekltmd^ halitjn^ Spmnim^ uad 
MiigUmd^ welche Thelle aber mehrentheilf nur akixxiit 
nnd« Mit gleicher Aiuftihrlich- und Genauigkeit, wk 
dju alle FfankMtch^ sind die, dem $r0/t€u Reiche^ durch 
die Friedeauehlüffe reu I814 und t8i5 entnaseueft Hol- 
ländiichen , Teutschea uad Italienischea |>epart«nieBtS| 
kehaadelt. 

Der Natxea der Charte wird aoch^ durch dieSecÜoBt- 
Eintheiloag d«r Castinischen Charte erhöht» weldb^ hier 
befindlich ist. Diese Eiatheilung ist durch puactirte JA* 
juea ühcr TTeuiMthlandj du SckwtiB, SpajiLien und 
fortgeführt worden.. Keoensent vermnthety daXs et 
Uebersicht tu einer Fortset«u|ig de$ Cassinischen Wex&es 
•eyn soll» welche das D4p^t gMrmi dt U gH€rr€ in Pe- 
ru unter Napoleon*! Regierung heabfichtigte. 

Der Stich d^ Situation ist tqu, Cmüjfi^ d^ von der 
Schrift durieh Hcnunu, besctgt», , B^e «eigen aich als 
yollen^e^. ^iinst^r» eia Ji^er in seinem Fach«* Jas* 
besondere J9^ichnet sich die Schrift durch fine gewiiae 
Gefälligkeit und grofse Festigkeit «us. 

Die. hier angeteigte G^^te kostet i^ Berlin hd 
Sekrppp ,9oThBler f eia Preis» der nicht eineni Jeden de|i 
^Uikayif ,^]^u)>ea wird. Daher dürfte es yielleicht rom 
Inter^is«ie si^tt^ wenn sie von eiaem gewaadtea. Grecgxft* 
phen in rerkleinerteai Maafsstabe».auf Teatsch^ Boden 
veipfianet uad durch einen aiftfsigea Fxeif gemeiaaötsi- 
gef . gemacl^ 



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VERMISCHTE. \N ACHRICHTKN. 



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- <f,eßgraphisch^ 4tati^iscbe, ^cv$llistik. ^ 

'^rcNmiieme Versuche dtr - Engländer* ' nach , dßm 

\ Nordpol. '" •■' '; . { ;:'/ /•,'•• '^^ ■ ■ ' 



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Man ir^rdcKeift y laft- ohiie> Vtfnitgi'eiii'^oHilF aus^«» 
TÜiftet Wetden uiid in See tteoMeli sofU, üiH' eilf« Neue die 
nerdwesUicIke DuiNsbfahft TOn ilviirWÄr cu^t^cÜen, die so 
^ftoge Seit Hier GegtHttlittd' bfors^Amohfldeef Tertü^lie det 
^BwUAitkr «geweien itt; Die -Meeifesbesoliaifeiihejt in )eiier 
Region Ist dasn nie f öilstiger geweieiii ai| ii^et in di«^ 
;Kni Jeliye itft, imd^hat d«» ^ohiffen -nie mehr offene 
Bblitt gezeigt. ' Man liat nouli nie greraer«. Maiseit von 
Bis: 10 weit Jiii m>.Atiatt^8Qhe Meev heeabkomiiie» ee- 
^a. Von diesen EinaaBsen babeo bu^^r- mehrere durdi ^ 
ikatOk tittgehettretf^^J^ang und ilm Crediegenheit, de» 
IVej^, oiine «erechiiMilxen sn werden, ins ^«lim 408ten Bi^ip 
t&fegxade henü^Lnde» könne^v^ wo sie • endlick der Son«> 
nenglutk iiAoligeb^ ma£s|ui iwd in üat Element tiek 
anflds'ten. 



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» .( .. ' 



^ 



§98 Vermischte Nnehriehien. 

Tioht«n d«r SckifftCApitäne, die in der Nfthe der Kfisfea« 
Crihiiand'g eioli her* mgetriebea lieben» weilrm«^, deft 
dae Meer )etst dort offener päd von Euriade aacl Ein 
bergen freier ist, eis jrgend ein^ GrSnlmnd berührendey, 
Sohl ff bifher et gefanden' hat. Irgend eine besondere 
Xreftanetrengnng der Natur mof* Statt gefimdea. Itaben, 
wodurch diese VeranderQng bewirkt worden ist, und 
inan beschftftigt sich jettt noch damit, den Ur^d^n 
Hachxuspiihreu, Mehrere Schifff sind, «An« lucr da# min* 
4€H€ EU zu find$n^ bis tum 84sten Breijkengrade Hinauf- 
gefahren | und feit vier hundert Jahren ist es in diese« 
fun ersten ^Male geschehen, daXs die Schitfe wiedev bis 
•n die 0*tküsf GT'6nlmnd*s haben vordrii^en können. 
Jdan gUnbt, toger den Pol selbst tu erreichen, wöxde 
ihnen mdgUch gewesen seyn, wenn es nicht gan» luifser 
dem Plane ^^t Gapitäne dieser Schiffe gelegen hüte, noch 

Weiter nordwftrts hinaufxufahren, 

» « • ■ 

> Diese höchst interessanten und folgvidölm Wahr« 
fiehmungen haben die kdnigliche Societät in Lcmdmm, be- 
trogen , sich an^s Ministerium tn wMiden , nm nian Wie»' 
derho^lung der Nachforschungen nach der ncq^WC^^dmi 
Ueherfahrtsstrafse anbeföhlen an sehen, und kieue Auf- 
munterungen der mit Fischerbooten dahin Segelnden, ds(s 
sie so weit toerdwirt» tu gehen snchen, als ^nur mtSgUdk 
Xs ist >orgesahlageA werden, die Prl^mie, welche für die 
Bntdecfcung. der UeberiahrlRi.slr«£io g^oten ist, in q^riir 
«ere Tlieila fu sondern »: iifel^he g«g^>^ werdM nie Be* 
lohnun g des Vovdiiageiit in jedsn «inselneu Bmteiigi«^» 
in weloh#n Sit konuiiM» . dep Sohiffern tber dfn 84tit«i 
^rad hinaw i«iU|igfn wird« 

Et wirde^ auch awetkmifsig sejn, dia Kwifleiite^ 
welche GrönkntMihrer bemannen, oder beite WaUSteV 
fange statk lütevessirt sind, lu-vnranlassan, dafs ei« dm 
Absegeln dieeer Pahnenge hesehlennigen , lun noch rem 
den jetst eingetretenen günstigen UmstHnden Vortiieil sn 
sieben. Die h^ern Preise des ThranM werden sie hdt- 
länglich entschädigen f und müssen sie anlmnntem, At 
los zu TeMnehtnj was nur irgend ausfilhtrba£.fiih«ist; 



(« 



\ 






• . » ^ '■ '^■* 



£t l»efltStigt siclii däft die Regierung entscHlossezr 
-ist, eine gröfse' Cntdecktttigsreise in'd^em Eistncere Unter* 
A^htnefi tu la»s«ii. Viet Schiffe von 300 T6iinen solle» 
XQ Deptford dftvu i^laligerüttet #eVdetl^, i2e wenden äüp-^' 
"pelt gefuttert und beschlftgen^ um den scliWinimendea 
SisachoUen zu wideratehen. Die mutKvollsten und unter- 
ficilitetuten Pffiqiere der Englischen Seemacht beeifem 
sich, Theil an dieaem Untemehnaen zu haben , dea$ea 
Beatimmung dahin geht, aich volUtÜndig^ ftänntfiits ia 
iicr Gegend der Nordpols über unaere &dkngel zu ver^» 
cchaiEe»^ Die fifc^r ilie JLnaedaa jUeutenaHte vm ir#tz#- 
I^MT ertchienenen Berichte , ao wie die Ertfthlungen uii<» 
•erer Grönlandsfahi^er, hubea die Admiralität d4hin'Ter« 
a^B^ht^. diese denkwürdige Expedition anatibefeblen* 
(Schon am ^iten März Idi6 hatte ein gewisaer Score/kf 
voa ^fnhbyy in der Wemetischen Gesellschaft zu Edin-^ 
hurgh eine Denkschrift übet die. Möglichkeit , den Nord« 
pol besuchen zu lassen » vorgelesen^ auch selbst schon" 
npiehrer,e Beisen nacli dem Eismeere g,ethan. Vielleicht 
ist es Unsetm !2eitaUer vorbehalten, dieses, aoch voa kei^ 
aem Auge eines Sterbliclieii gesehene^ Aufaenende dea £rd* 
balla SU beobachten«) 



•MMhi 



I 

C. N^uß B^ise in's ^Innere Afrika^ 9^ 



fiey voa Tripolis h&t d^ finglisoheii ftegierung 
lirlätibt, nacti 'der Hauptstadt ^dinet Staaten einen, in deil 
Wissenschafteil und det Literatur bewanderten, Mann zu 
tcndeil, um sich Nachweisungen über das lAnete Von 
Afrika zu sammeln, die Sprache und Sitten seiner VöU 
&er zu studieren Und eiiie VerbiiidUnj; niit Tomtmctu zU 
ciröffaen. Dem zu f'blge ist äert Khchity gegenwärtig 
l^nri^ttecrtftlte ansera Oeaaadtea ia BarU^ taai Engli* 



\ 
\ « 



1 



530 Fermitchte Naehric%ienl 



'.a 



Willem 9 mit einem Firmati det Dey rerselien i^d . tos 
ciiier militäritclieii Efcorte begleitet, die Camwue, wd« 
che fielt Ton TripflU bacIi Tomkudu begiebt, %u bc» 
gleiten* ■ . ^ 

Nach alleB bitber nntemoiDmeQeB Bxpedltioiien, dtt 
gröritentbeilt gefcheiteit sind» scbcint dieser neue Ves^ 
•ttcb den besten Erfolg sa yerspfccben« 



1>. Neueste Bevölkerung von Ru/dänd und 

Schweden. 

• . • A . • I . / 

Die Beirttkeiviig ifufiimnd'^ betrUgt, tmch eincv vCenen 
Sebättnag 4^ Mäliraeii 8eel«n. Die leiste Imt^dkm» 
Berl^lkenasg betrog 3^060 Seelen. • • / 

SehwBßen hätte nach der letsten Völkfilbhing' 
/ahre 1815 eine Bevölkerung rdn 2Millione» 4649941 See* 
f&n und demnach 57,735 mehr, als im Jahre )-8i3* Die 
Bevölkerung der 86 Städte betrug 8489O29 Köpfe , wovon 
7^,989 auf 5tflrc&Ae /fit kamen. Der Bauernstand , in an* 
dern Ländern gewöhnlich ein Drittel der Toiksmengey 
macht in 5^ie«doi über xwei Drittel aus. 



£. Neue Cränze vt)n Bessarabien^ 



•Ik 



ConätmniinoptU j^<& i'Qten September tetf* 

Unsere Differenzen mit Ri^sland sind beigele^'^ dt 
unser Hof die vorgeschlagene neue Qränze von Bessara» 
iien am 2ten dieses zugestanden l^at. JDiese wird in det 
Folge durch den, unter demKamen Sulina bekannten^ Ami 
der Donaii gebildet | dem dieselbe bis dahin folgt, wO et 
dch oberhalb Ismail mit' dem Jti'h' vereinigt, . 

•..^- , IJ ■■■ ■. ■ . ■ » . ! 



■■■■■1 



i N IT Ä L t; 



« «••*•«< 



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• 






: i. Udherdie Civilitinuig cI«p Nogaiüfdhcii &tarni;räil 
Süden des EiD'OplUsch^ RuTslands. Von Herrn Httf«. 
rath De^iiro|f in Chflbrko7 (Schlttfs.) . • • 9^9 

0^ Sidi Hathet^fl' Itei^n nucliToiliBiiGlti ui^ ddr tiefes 
Stadt WatMhah im Innern von AÜrik«* (MtL^i^iB^ i. 
.ClM^e.)' Forueunng undr Schliers» « r. , .< .429 

t* Vorläufige Notiv^Ton der ktslenE|i§liseli4>i<lAiiter» 
sttchuagVB^is« nach 4^n Congo*JPltta<f<in^Si4Fl*/{ 
Afrika. (Fortfetzimg und Schluls.) .» <,'< » 457 

I« Narratxve of a voyage to Hudsons «-Bay in ^isMaj* 
ship Rosamond, containing some account of the 
North *£ast<^Coait of Anaerica etc. By t<ieutenätat 
Edward Chappell » • « ... . 500 

8* Natural and statittical View of Picture of Cincin- 
»Bti and tke Miami - eountry ; illustrated byMaps, 
with an Appendix containing observations on the 
late Eartkquake^i th^ Aurora Borealia and South- . 
West Wind ky Oanitl Dralu . • • -503 

3* Geographie orer Kongeraget Danhemark; forfatted 
kf S. B* Juul og Cr^n «••«•• fi06 

4* Chr. Dan. Kbeling*s £rdhe«chrelbuii^ tmd Geschick- 
te von America. Der vereinten Staaten 7. Bd. oder : 
JD. Ant.Prid, BilicAJng*#'£rdbelchreibung 14. Tkeil» 
Welcher America hegreift/ Ausgearbeitet von 
MMins • ... • . ., ^ 5fO 



r. 



f 



n 



539 Inhalt. 

1^ l'aiidgrnlkeii dct Orients» IV* Bands ^Ut Heft und 
V. Bande« 3ter Heft, • »^ .... 514 

#• Ifma^sf 0€9§rmphU ven Suiermath. Mit ihren am* 
tistischen, physicalisclten,^ industlriellen nnd topo-^ 
graphischen Merkwürdigkeiten etc. Von Dr« Frmn^ 
Martert •»••••» ^ % . p8 

r 

CJkarSan* ftecsnsionen.^ 

t. Aügekneine "Welt - Charte nach Mercator*s Are- 
jection^ entworfen von A, In ven Kruitnsttm 531 

t* C^urte rottti^re de la ^anee» dress^'e par Ordre de 
Mjebsienr le JDiitMileur gtfndtal dee PbnU etCbsaft^ 
fdee •»»••%.*• • ^fie| 



♦ 



Fe'rmitf« Jk »e JV* «.^ Jkr i'eA t.e n» 

4. Neueste VerswD% der Engllndef »ach dem 

Mrdpol tu gekngea • » » • • ^ 

f 

B. £ngtfsehe Eotdeoknags-Beiee nach dem Nord<> 

' pole *ft % k - % • *~ » ' « $29 

C. Neue Reise in^s Innere Afrika^s . » ^ 529 
] D. Neueste 'Bevölkerung vpn Kul^iland aüd Schwe* 

den '♦.••» fc * 530 

K. tieue Gxftnia ron Bessarabien • . • -53* 



!■■ I II 






1 • 



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REGISTER. 



./ 



• ' 



Jhhatiilufigtn» Vehet 

' die Civilidmn^ der No- 
gajiÄchen Tataren im Sü- 
den desv Europäische^i 
Kufsland'«. Von Herrn 

* Hofrath Deguroff in Ghar* 
kow, 3» f. — Dessen Port- 

'' tetzung und Schlufs, 389. 
f%— Beitrftge zur topo- 
Ipraphi sehen und statisti- 

' achen Kenntuift rdn Bos*' 

' nien, 38. f- — Ausführ* 

liehe Nachricht fiher die 

'Sandwich • Instln^ 133. L 

m^ Nachrichten üher die 

Insel Kodiaky 178* f* — 

Vorläufige Notis von der 

letzten Englischen Unter- 

suchungS'- Reise nach dem 

Conjg^o - I^usse in SÜi- 

Jfiihttf 255- f» 457' ^- — 

SidiMamtVs Reisen nach 

Tomhuctu Und der neuen 

Stadt Wastäiiiäi im In-* 

' tierti rttk Afrika, 979* f* 

— 429» f. — 

Atht Teich«! 439« 



ASett-tniel» 48tf* 

Afrika, neue Reise in^s Im* 

nere von, 539* 
Afrikanische Flüsse« die ih« 

ren Ausfluls auf der Ost», 

küste haben, aus Nach« 
' ricl^ten der England«« 

Smte und Hardy^ 367. f* 
Akhissar, fester Fiats, 45* . 
Alexandria oder St. Paul^ 

Hauptstadt der Insel Ko« 

diak, 179. 

Baha, Gebirge, 4t* 
Banialuka, 39. 48* Peshmfi 

45* 
Bass, Haven, 139« 

ßauzä Sonio, Resident diMi 

Königs yon Sonio, 479» 

Beliiöreg, 53. 

Berbjr, befestigt» Stadt, 4g» 

48* 
fiessarabien, dessen iiiat 

Gr&nze, 53a 
liihacs, lE'estung, 45/ 
Boal, Negerreich, 41^1 



/ 



/ 



N. A, O. JB. //. 



4«^n 



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1 



5a4 



Rtgitter, 



^# 



Aomiet • Iiitelf 48g« 
Bosua, Landscliaf^ 39, Flufs^ 

43- 
Bom« S«ri) (Saraj«To)i Stadti 

48. 
Botttien» aS. t ^ MÜiUlri* 
/iche Eintheflnsgi 40. Afi- 
Aeral-und Salt^QiMUeiif 

iliid iAüditrariar, 50. ^ 

MlrAtioiit, cliiefly geogra- 
pKieal^ of the History of 
tlie expeditioA />£ Gym| 
irom Sardit to Babylonia 
«md tBe Ketireat t>f the Ten 
tiiousand Oreek«» froht 
thence to Tlfebuqnde and 
s Lydia wjth An appeudix 
containing 9m Enqiiiry 
lato the best methbd of 
iniprevitig the Geogtaphy 
of the Anabatii etc. Ex* 

' plained by three Maps*' 
By Jatna Rgnhell^ 55, 
f. — 'Littrtf'fr^m Por' 
tugal^ Spain ßnd Wrunet^ 
written diuing the cam- 
paigni of t8t^> 1813 et 

( J8i4 » addiratsed a ftiend 
in England; describingilie. 
l^arding features of the 

* prövinces patsed throuch) 
alld[« thil' itate of tocietyi 
maniieri, habits etc. of 

'4he people. By S* D. 
Brvughtofij^ 58. f. -j- Vo'f. 

' y'^i^ tn Sävoie^ tn PU- 
mont^ ä Nic$ gt k GenuJ' 
Ptir A. L» Mniin^ 631 f., -- 



Essi^ MUaistiqu$ ncr 2^ 
Canton d€ Vaud^ Ave^ 
uno carte exacte de ceoan- 
ton^ 66. «— ]>etcrqption 
topographi^e et alatifti- 
qae de VErMk6 de BdU^ 
66. — * tUptnario alfmht^ 
tieö dei 9aesi del «Regno 
2iomba rd0 - Vtnetq , jpofti 
sottQ r ammin istratioae 
deir 1 J« K. Gorerno di 
MilADOy classificato. per 
Province» Dittretti^ com- 
muni frationi di coan- 
muni giusta ü. compaiti« 
mento territoriale, 67. — 
Begthenhgitgn des Qapi* 
tänt von dtt RuSMch* 
Kaiitrlithm Maritu, Ge- 
I o wnin^ in.dgr Gtfungen^ 
iehaft hsi dgn Japanern in 
denlahren xgii^ 18 f 2 und 
1813» nebst seinen Bemer- 
kungen über daa Japani* 
sehe Reich und einem 
Anhangt dei Cupij^nM Kt- 
^'kard^ Aus dem Rosai- 
sehen überseht ron Br, 
C. S, ßehuUz. ier Theü, 
69« f. — Mtünchign wUfr 
ICönig Maximilian Je« 
seph I, Ein hittorischer 
Versuch ziiBmrn*s rech- 
ter Wu:fdigung. Von i>r. 
Christian MäU$r^ 2 Tb^iU. 
76. f . r" Gef^Me Ton 
Norwegen in, fQVLüfHshmr» 
historischer^. s^ti^jtÜGili* 
geographischer find nter- 
caatiHsoher Hivickt o««* 



\ 






r 



RegisteTM 



535 



^. TOB einem gebomen 
t^onnann, 79. — , Rehe^ 
jiacli dem Demeraty, neigst 
einer Beschreibung ^ex 
Niederlassungen daselbst, i 
fo wie jener am.Esse^ue- 
1k>» Berbice und andern 
benachbarten Flüssen von 
-Guyana, von H« Boling- 
^ hrokt. Au^ dem Engli- 
' #chen übersetzt , $0« f< -^ 
A Voyage round tjbe world 
from t^^to iSi2f in whicH 
Japan^ Kamtschatka, the 
Aleutian islands, and the 
Sandwich islands we:i;e vi« 
sjted ; including a Narra- 
tive of the Authors ship- 
wreqk on the island of San« 
iiack, and his subsequent 
wreck-in the ships long 
boat. With an Account 
iOf the present State of the 
Sandwich islands and a 
Vocabulary of their lan- 
guage. By Archihald Camp* 
1^«//, 187. f. — J. ö.ikTstt« 
stVs Lehrbuch der Stiiti« 
«tik. Vierte Ausgabt, I9I, 
£ — J t il. JVjrss IVeise in 
das Bemler Oberland, 197. 
f. -*- Lofs of the. AnuH" 

can Brig Commerce^ wre-r 

ft . ^ » » -. 

cked ' on tbe western coast 
of Afrika, in the month of 

. August 18 (5* with.an itfc« 
cüunt of Tomhuetoo j and , 
of the hitherto itndiscQtjß- 

^ted great city of Wassa* 
nah» By James Riley^ 200, 



f. — 27a. f. ^ Contiiw* 
rationsfun the present fjfUv* 
tieal etaie pf Jndiaf em? 
bracing ob^ervations . on 
the natives, on the ciyit 
and criminal ccmrts, the 
adinini$trf|tion of ju^ticei 
the State peas^try «nd 
the internal police of Qur 
«astern dominions ; intens 
ded chiefly «s. a nunual 
of Instruction in their du* 
ties foT tbe youpger ;i^r- 
▼ants of tbe qompfiny. 3y 
Alexander Fräser TyttUri 
306. f. •*— Utkast tU £n 
Svensk Statistik* (Entwurf 
zu einer Schwedisplieti 
Statistik.) 316. t- -^ Ä. 
Nyerup '^e)s^ til StOf^k- 
holm i Aaren« I610 «g 
I812 eller bans pon disse 
JVejser holdte Dagboge? 
med tilhörende Bilag, 3iB|. 
f.— Beitr&g<e iur l^ennt;«« 
nifs Eufslands U|i4 f eineip 
Geschichte. Herausgege«. 
ben TOXI Gw(ta9^ Evers, uj^4 
Mprh9 V9fk Bngelhorätf 
384.^.— Dr. Cr. Ila*s^'^ 
jgeographisch« «t^tistisQ.)vQi 

JiandwörteTbucl^ 9»^ ^«1 
neues teil Quellen un4' 
Hülfsmitteliv. in 2 Ji^XCifiXK 

bearbeitet» 337- fc-^ Dx, 
G. AAT^^rx Antikritik ^ber 
die B.eciQnrion seinem geo-« 
graithiscb * »t^t« IfMidwör* 
terbuchs in der U^i-« 
sehen A* L. Z. von 18 1?« 

0^0 a 



" * 



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sa» 



Jl#fi«(#r. 



346.' f. -^ ff tmtiT« of • 
▼oyaf e to RodsoiM - Bay in 
His Ma]« fhip KoMimoacl^ 
coataining some acconUft 
of the Nortk - East Coatt 
ef America etc. By U* 
v«ri Ckappelt^ 500. f. — 

* T9atural and ftatiiUoal 
Titw of Pietmre of Gin* 
ciBBati and the Miami- 
eountTT^; flltutratad bf 
Mapt, with an Appendix 
eontaining . obtervatlona 
en the late Earthquaket, 
the Aurora Borealit and 
South -wett Wind by Dm* 
niel Drahtig 503. f. — .Geo- 
graphie over Kongeriget 

' Dannemarfc; forfatted af 
5.^. Juul 0% Cren; giod. 
1 — Chr. Dan. Bbtling** 
lErdbetchreibung und Ge<» 
schichte Ton .ifiicrice. Der 
Vereinigten Staaten WL 
Bandy oder D. Ant. Fr Bfi* 
sehing^s Erdbeachreibung 
X4. Theily welcher Ameriot 
l)egreifty:5to. f. — ' Fund' 
grub€n d4M OrUn$s. IV. 
Bandes 4ter Heft und V« 
Bande« sterHeft, 514 f.—- 
Jfeu€ßt€ G€ogtmphi§ von 
JSrWcrmark, - Mit ihren 
etatiftif eben , phytikali« 
tcheui indoftriellm und 
fopographifbhen Merk« 
Würdigkeiten; Nebtt ei- 
nem alphabetitchen Ver- 
seiebnift aller in Steieir« 
naxk befinaiohtn StXdte^ 



MIdtta,; oHrkwii^ligen 
DörfeTf Schlosser» 
BergOi Fliissei Seen, 
neral - Quellen , StralM», 
Posten, Wasserwege, hi- 
storischen, physikaliachen, 
indnstHös^ und statifti- 
•eben Eigenheiten. Yoa 
Dr. Frans 5arSort| 518* ^ 

& 

Cabenda, Landschaft, 460^ 
Haren, 464« 

Cap Mayumba, 458* 

Chmrtgn^ A#c«n«ieit«n. Gro^ 
Js€r topograpkisehtr Atlas 
d€* Königreich* BaUrn^ 
Siebentes bis eilftes Blatt, 
86. f ' — MUiiHr " CharU 
von 5iid - TstfS/cAlanif, in 
90 Sectionen , nach den 
befsten astronomischen, 
trifonometriscben Orts- 
bestimmungen und Riilfi« 
gellen. Unter Leitung 
des General -Liieuteaaiita 
von Rmglovieh aiif dem 
Ingenieur -Bureau des Ge- 
neral-Stabes der Reserve- 

' Armee entwoirf en und her- 
ausgegeben von dem In- 
genieur -Hauptmann itf. 9. 
Ooulon, 89. f. — Charte 
der, im Königreich B6hm^ 
und dessen Leitmeritser 
Kreise' gelegenen, Morr* 
Schaft Ttplits^ nebst der 
umliegenden Gegend, ^ 
f.-» Neu^scbieneneSpe* 
cialoharten ron den tin* 



It0gi 9 t gn 



N 



m 



ken der Preoftif chen Mo* 
imrchie, 3l4»f. — derHo- 
|peruiig9 Betirki tu ilCüii- 
4terf 215. — . d«» Aegit- 
Tungs-'Bezirkf «uüfiiulciiy 

. fll6. f.-^ des RegievQttgs- 
Bezirkt zu Cölln^ 918* -^ 

. des RegieruDgs-Be^irk« zu 
Dü#isi4oi/|:ai9. — desKe- 

. gierungs -* Bezirks zu B res* 
In« f 290* -^ des R«gie- 
rungs-Bezirks zu Rtiehßi^ 
hachf 322« — des ^Regie^ 

' - rux^s-^zirks zu Oppeln^ 

. 899. -- Allgtmeen^ Ifaart 
^ van ket Koningryh d€ r Nt* 
dtrlanden^ zynde, Toor soo 
▼erre de litehaal zulks ge- 
doogty eene itineraire'Viui 
dezen Staat ; uit dp laaUte 
xiaauw keurige driehoeks 
metltigeu en de beste ta- 

^ pograpliische Stu&ken za- 

. mengesteld. Met boogst 
deszelf^ toestemüig opge« 
dragen aan zyne Majesteit 
den K^ning door Casparu* 
Mülhr^ 223. f. — Geae- 
Vttlcharte von dem König- 
reiche der Niederlande^ 
nebst dem Grolsherzog- 
tbume I^Hxemburg nach 

. den vorzügliobstexi Quel* 
len entwölken tou C. F« 
Wnlandi 228» i* -* Char- 
te des PrsufsiseJun Staat f^ 
»ach seiner neuesten Be- 
grenzung und Eintheilung 
in Müitibr-Abtheiluogen, 



Proviausn luid HegN* 
rungf • BezirXe im Jabs« 
X8X5* OezeicbnM too J. 
M. F. .Sckmid$y 29D* U — 
Hand -Atlas über alle^ 
Tbeile der Erde, nach 
dem neuesten Zustande^ 

• und über das Weltgebäude^ 
nebst einem geographi- 
schen Texte. Heraüsge«» 
geben und gemeinechaftr 
lieh, mit C. G« Reiehowd 
bearbeitet von Adolf StU* 
Ur^ I. Lieferung, 351. f. — -> 
Allgemeine Weltehartii 

. nach Mercator^s Pre- 
jectiony entworfen ron/JL 

' L. «en KruMtmstMmy fgzu 
f. * Carte routikre de 1» 
Fr«noe,' dresstfe par Ordx^ 

^ de Mmisfenr le Directeur 
gtfntfral des Pont» et 
Gbauss^es, 524. f. 

Chivgele, Stadt, 41(4. 

Cincinnati, Stadt, 503* 

G^erna Gore, Gebirge^ 41« . 

Gzetttn, District, 38« 

Czettiiiay FluXs, 38« 

Dervent, 48. 
Draper's Insei^ 48^« 
Drina^'Flttfs, 43. 45* 

Entdeckuugen im iiBrdli« 
chenPol^uteeise, s^i« f, 

P. 

Farqiihar 's. Insel 489« 
Fetisch - Felseai Beifi 494« 



\ 



"SSS 



Jtt^^¥t^i% 



f^mkkHitk^ uevo Vermes- 
timg-md Gkaiie toil üt^ 
' fem StMte , 95t, 

G. 

#fOgF«p&<MA«# /»ftitllf SM 

Ji«s*fo«4, xttnmtm Arbeiten 

^«UtteUMii, aji^ 
^GrMUtka, (Beriiir) befetüg- 

te Stadt, 45« 48. 
OuHali» Sta4t, 440. 

JUeyonen-Iiiaely 483« 
Bmrmra» Stadt, nnd Harev, 

Üaodelf^CAaftle» twei pene 
. uk Te«tt9Uand , 126« 
iK«jfi,Nachric)itfn filier die« 
een Staat, im Äuttuge •au« 
d# rM#r'' Werk, 376. L 
Rertek, Leadfcbaft, 3g, 

Hertegowiiia, $9. 

9älcte, fester FIatX| 45. 
latsenOracT, 3s« 
Jathrowy 286. 
ladiaaer, wilde, fiber deren 

Qinlisation inJ^ord^Ame» 

»ica, 334. «» 
Indien * Point , 499« 
Jolibib, Flufs , 422. 
Jeiclmin, Aiitinf einet Briefs 

aus deni Miirsiiippi^taat, 

948. f. 
Iwan-Planiuat Gebirge, 41, 

Ka . Con^o, Flufs , 464 . 



-XaBfa*Bottba*Bat {A)l%a* 
tor'f "Bend) , 483* 

~K^, Landaaliaft, 99. 

XU«, Landaebalt, 39. 

Knoar«>Iniel| 483« 

Kodiak, Insel, 178« 

Xe«a4ft«#*#, Otfe vm^ Naeb* 

- rttpblten ron der aenen 
Entdeekunfereise d«s Rus- 
aiseben Scbiffs der Anrik, 
101 . f . *— AnsT^g «IM aei- 
nem Tagebncbe, 10^.' l; 

Kosaraos, fester Plats, 45« 

Katarag^irge, 45, 

jrrtt#<ii#air»V, von, Beriebt 
nn die königKcbe GnMll« 
•cbaft der Witaenacbaften 
tu Göttingen ron ficc 
netten'Knssischen Botdek« 
kungsreite des SebiA der 
Bmrikf lOf. t 

Loango^ NegerkSnigrescb^ 

464. 
Lombie, Sudt, 494« 
Lukansy, Stadt, 484. 

Makongo , 464» 
Makorj; Negerteieb, 484* 
-Malemba,! 464. 
MambellaRirer, Ganal, 419. 
Mayuniba-Bai, 45g. ^ 
Monpanka • Intel , 486« 
Mori^a, (Pafana) Flufa, 44. 
Mostar, beÄMtigte Haupt- 
•Udt, 45, 

Jfarent«, Plult, 44. 45. 
Ne Goy, NegertUat, 4^4. 



\- 



R0^is t0n 



sa9 



Nigefy Plnft^ 4S3- ^ 

iNis^ova -Gora, Gebirge,' 4t« 

Nogajifche Tataren, Ueber-* 

' sieht' der Districte, Dörfer 

und einzelnen Wohnungen 

derselben, 417* f« 

Nogajiaqhe Tataren im £tt<* 

\ropäi8chen'Sud « BLuIsland^ 

y über deren CiWlitirung; 

3- ^- 

Nordpol, neueste Versuche 

der Bngländ^r dahin^ 527* 
— ^£nglische Entdeckung«'» 
reise nach dem Nordpole> 

NoTi, fester Platt, 38r45« 
NoTipaiär, 39. 

O. 
OäiMHy. üher.dasSteigia des« 

selben, .184*. f. 
Ostrovicza^. 46* 

P. 

Pliva, Fluls , 4g. 

Porto Praya^ Hay6tl und 

Stadt, * 262. 
P6Mhtfga, Landschaft, 39. 
Predor, fester Plktx, 45. 
Primorien, 38* 
l^usacs, fester Platz, ^45* 

lUdacta, Gebirge, 4t. 
Rahovicsa, Lai^dschaft, 39* 
Rohissa, Landschaft, 39. 
Kutsland^ deiM6n neu^ft« 
Bevölkerung» 539. 

S* 
JSahara, gjröfse Wiistd^ dSd* 
Sanna, Flul> ,45. 



Sawe, Pluf^, 45. 

Schulfahrt, twt^irdUche b^ 
iVigan, j^a. f* 

Schweden, dessen neueste 
Bevölkerung^ 530. ^ 

Seychelle«- und' Admiralv* 
täts " Inseln, Beschreibung . 
derselben , 235. f. 

Stdiliamtt^f erste K.eiie T9tt 
^ ff^idnun durch die grolle- 
Wüste nach Ti^mbuctu und 
wieder zurück nach fFid* 
nun^ .278* f* -^ DeBM^n 
zweite, Reise, aack Tum* 
hiutu^ 988« L — Deiseil 
Kückreise von T^mhn^tu 
.nach Matfoceoy 43a. fr ^ - 

Sonic «Neger, 470« 

Sr«beriiik» 39. 

Strupipf -Insel , '488« 

Swear4th odetMagad&tf^ 303» 

I . 

Tegtuh, Plttfs , ' 440» 
Thompsitn^^.A.f Nachricht 
und Ankündigung von des^ 
sen A^tdo^ odi»r dem gro* 
f sen geographisch - histo- 
rischen Leicicon von Arne-» 
' rica und Westindien, nebst 

Atlas von 19 Charten» 
242; f. — 

Tombucttt« 283» ^98* 

Travnik , 39* 

^Tristan d^Acünha, NachHch« 

ten über diese Insel, 232.1* 

jrrebimczjl, Fliifs, 45» 

Trebinie, b^fesü^e Stadt» 

3» 45. / 

Tuggurtah, Stadt» 4401 



/ 



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1 



SI9 



AegiBf^r. 



V. 



IMcrsIcJit dar OHrfert^w«!- 
ch« der Krooe und Edtl« 
letttea in d«ia Districte 
M$litppüif' im T«ttrisc]i0n 
OonremeiiiMit gehttTtn, 
420. 

Uilitta Kottd, G«birf«^ 41. 

Umia, Flab, 45. 

Vacup , 46* 
V«lickiy Geliirge, 41. 
ycrbafy.FluiSiy 49» 45. 
Vorf tbirge,' dai xotb« od« 
CbibcrofiH-y^ 4^ 
^ ^ , du SAnlctt., 46^ 

— ^ t ^^ lUieB*, 4Mt 

■ 

W. 
Wahn, Iwdiy B«tebreit>ttiig 
dertelben, I36i> Anbau des 
liandct, 14a* Sicbdaaelbft 
«vlbalieade WetÜM» 143^ 
Eingeboraa, 145» König»* 

liebe Gewalt, 146, PoliMi* 



w« tif. Äeligionuil^ 
KligiSter Aberglanbe» 14t . 
L Macabeite-Feit, iga*' 
Wobnnngen^ 153. Nak- 
mngtmittel^ I54. Znittni 
der Fniue&y 158* Mian*. 
lacturen, 161.' Bdkf- 
dong, l6o* FiacbereiyXdd. 
Handel, 165. Lebenfmittel, 
X66. Beluttigoagen, i6f. 
Gebriuche bei Todetfil- 
len, 1^0» Krxegfmacltt» 
271. Cirilisatiotti Fort- 
•cbritte in der^ der Eiii- 
wobner, 172. Königlidie 
FtmiÜey 173. Ehrenlie* 
teignngen, 177* 
VTaManab, Stadt, 43$* 
Weymumme,. oder Ferir 

rirer, ^ncbt» 140« 
Wejtito*B«i, 137« 



Zironiik, Pettung^, 4^ 
Zwornik, Landscbafti JHf 
Stadt, 48» 



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IIA? ?, ■ 193S