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AUgemeine Geographische
EPHEMER ID E N.
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einer Gesellschaft von Gelehrten^
unA herauf gegeben
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Dr. F. J« Bbktvgh,
eroUhmogl. S«elM«A - Weinar. Lepralia^t • Aatli« , Ritter
«kl w«ifscn Falken - OrAeni , nnit niehrenc f «Ithxtea G«*
•eUnduftf n Mitf livd««
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Band.
Weimar,
^Verlage des Lakdea -> Induttri^-Go mptoir«^
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Nene Allgemeiii«'
Geographische
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IL Barides erstes Stuclu XS^?«
ABHANDLUNGEN.
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Einlei tu
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Der gegenwärtige Zottand der südlichen Pnn
vinzen des Europäiscl^en Rufslands ist sehr wenig
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Ueber die Civilisirung der Nogajischen Tä-
taren im Süden des Europäischen Rufs^
lands., yon Herrn Hofrath Dmquxldfm
in Charkow. ')
I) Das Original dieser merkwürdigen kleinen Se)tfi£l
unter dem TiM: 4s la CiviUsatUh d€s Tom
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Ahhandlu itg e n.
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bekftnnt, und doch verdient er sehr die Anfmetb^
famkeit des -Beobachters. Man weifs, dafs nach
deh kriegeristhjen Vorfällen- ^e$ Jahres 1783$ und
nach den Verträgen von 1784 und 1792, -die ux^*
•ere Schifffahrt uhd unsern Haade) iin ^Süden a^H
d^bntw, die ^Qgiemng sich alle l^ttel neu, ^chai^^
fen mufste, um die Vortheile gehörig benutzien z«
können T welche ihr die Macht ihrer Waffen und
dit Weisheit ihrer Politik erworben hatten« ^)
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Die neueroberten Länder waren dieselben, ^0^
nach Herodot, vor ^300 Jahren nomadische Scythen
weideten» Sie waren seitdem immer von Hirten«
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1 .4.
tares-^Nogait dans U Mi4i de'la HussieEuropienne^
parle P, Dtgouroff, Karhof, (Gharkof) Janvier 10 1$«
. 122 S; 8* Der Verfasser ^ ein geborner Franzose, hiefs
eigentliah Degaur^ bat aber vor ^iiügen Jahtinden
Kaiser um ISlrlaubnifs , seinem Namen eine Russische
Endung anzuhängen, und nennt sich seitdem DkgU"
rqjff^. Er ist Professor der Französischen Literatur in
Chari^ow^, und sammelte auf einer Inspections - Röise,
die er als Glied der Universität in depi weiten Be*
sirke derselben zu machen hatte, die Materialien zu
der Abhandlung, diflrch deren Uebersetzung wir uns
die Leser der A. geograph.Ephemeriden um s6 mebr zu
verbinden glauben, d^ |Üe Urschrift wohl schwerlich
in "l^eutschland verbreitet werden dürfte«
il) Es war der Fürst Ponrnh^j der die Tataren aus der
Xnmw vertrieb und Ku^l^nd. seine natürlichen Grän^
sen im Süden wiedergab. Bekanntlich starb er bei
7assi und seine entseelte Hülle wurde nach Chersou
gebracht. ' Zwei und zwanzig Jahre nachher su'e]|te
lob in der Kirche» 9*^ : er l>eg|ra}>e|i U^gfi» uxm^nst
die Oru^t cßeses grofstn Ministers! — « —
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foflbBtn xmß in den neuesten 2^itfli «pa den Nov •
|ajischen l^ataren bewohnt worden, die, wie di«
Scythen,. unaufhörlich darin mit ihri^ Zelten un^
Hqerden herumzogen. Alt .jabfsr die Russincbea
£ieere in diese . Gegenden drangen, suchten die
Mogajen^ neue Lä^dereien unter dem Schutze, dei
Türkischen Kaisers ^ und, da auswandernd^ HKrtei^^
irölfcer nie etwas zurücklassen,^ so boten die neu«
eroberteii ^Pr^yinzen in ihrer weiten Ausdehnung^
nichts, als das Bild der Einöde dar, ohne irgend
eine Spur der menscUichen. Gesellschaft.
' Selbst 'das angränzendeNeu-Servien , durch,
die Eiiifälle eines Volks,- das llaub, Brand ^ und
Mord als alltägliche Dinge ansah, beunruhigt und
erschöpft^ hatte nur eine schv^aphe. Bevölkerung,
und zeigte' nur ip lyjeiten jBntte^jtipgcn etenae
Dörfer. j .. : : . .......
^ ' ;Das jetzige mittägliche Rufslahd bot datier' ia
dem A^gf nbjÜ^c]^e « wo es» . dp^ . I^ussischen B e\ch«
^T^rieibt wKirde^r dem Auge nidiia. ala «im 4m>
^nltefsliche Wüste dar« -. .^ f i u :. i
^ .Die. einzige. Halbinsel Krim hjattA- einen TJieil
ihrer alten Einwcdiner. erhalten, -«weil diese ktCne
j^jüqmadei; wuren', ün4 das J^ttresse . des Bigey* .
thinns,..mäthtiger als Heligioaiihalji und Abscheu
ffir fremdes^ Joch, ihre gänzliche Auswandettmg
verhindert hatte. * ^ ' ' ^
Kaum sind jezt drei und zwA^iig Jahrle seit
dieser Uiästhaffung vel^flossen ', ttad schon halben
diese i*änder , datrcli lieue Bevölkerung -'bclel>f7 eip.
ganz anderes Ansehe^n' b^]06miüen;. ' Nikölajefi^ Wosr
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6 ^oi^^äHäiung'eru
nessensl/ Cfher»on7 ^ekaterinoslafitV t&wanopolf
dessa, dreifsig biÄ vierzig , ändere Städte und Tau-^
inende von Dörfern naben sich hieri wie üuircfc Zaq.-'
ber^i, erhoben. ,Maii hat in ihoeh nicht nur die'
Anstalt en ^ erribhtet ,' welche die neue " Regierung
ziötoig machte,' sonder^ >iuch Schulen, Gymnar,
"- und J^ensionen ') fieschafferi; man Ar''* ^'
legt; kürz^ ifiani hit nichts vergessen,' w^j zut*
Entwickelüng der' geistigen l^ahigkeiteti^ des Men»
töhen. nöthifl ist, nichts. was zum CharaktQX oinei
höchst gebüäet^n Volks gehört, , * . ^ ^
♦S^v-'^i;;' '•**.'" ^•«*-l *.'«•"..'.••'• •-•■>. jii^ •■ »^ ^ '. V *^ '
^) Der Duc de Eic neben hat m Odessa twei Amtalten
*- g'e8tift«,^'äGt'%r Jfitiglinge, "iie Vriire füt junge'*
' Frauenzimmer. Die Erziehung in beiden ist , Dankh
. der • Väter licheii i^ufskht 4es General- Gouverneur«
. und der guten Wahl des Directors .uüA der I^ehrer^
^' #ö vortTfeflicii , dÄrs*i?Ä^o»ileWeit*?M'jWifi'i'dutclr
^ni^lSIr' ifelBi# dlir>^ikeM:^«hrT|fetitb«fJn^&rsi^ '^rUMi^
können. Der gegenwärtige JDdbecMT iW ete.' Oriadu^
Herr Fluik^ , ursprünglich von Französischer Abkun£l^
^'^^4[£ RWilbifd'^dhasn Seit 34 Jahren' dleiit HiAd ia'^aller
r UclMtcht [4«9 Öffentliche ZutraneitvtrilfenL r^* i
*4) Man iMOnifieltr tu -lEeeädoSia^» dils alW Denkmäler iftj^
- Krim» undjunter .danisphcm bugpestrilteii' bameyktf maiijf
^ ; einige. merJ^iviurdige Stück^? \ D,i^.IMii»e|ii^mi|t^ d«|i^,
Zeiten der Genueser bieten .noch mehrere,^ wohl ei^ktal-
tene^ Inschriften dar; wenn ihan aber nicht eilt, sie
;. unter £ffenÜ29he^$<^utf «u Slelle^; so werden si^ bald
;in die. Sammlung eines Priv^- Liebhabers wandeln. :
£|(). I>er aohtctngsw^he Admirab Manimii^qff hat in 'dent »
. .4*miralit&^-GebÄHda ;jWfc:*ir%Wl^ «i^jo BWiothf*,
•ine Naturalien •Sammlung und ein Museum von AI*'
, ' ,Ilieta Anstalten ]co]bmen ticb aaturliclierweii«
ioäat mit älmlicbexr vergleichen y die 'man in, Län^
dem aiehet/ .welche durch .ihre Lage glucklicli ge«
iiiig gewesen sind» einige Jahrhunderte vor uns ge^
tf Useh^Iich gehildet zu werden« Man ' wird sich '
^lytübet nicht wundern] ' w^eün ihSn bedeidct , dalt
fie Iffübn fcmhanden innd: ^Vf4t ittn 'tAAnen'Vim
^ntedtoiSg entgt; ist ihr Däsey^ selbst. * üebri*
lens trigt AlUi dazu bei^ tftäere nllittä^litJI^eirKo^
t4ii^ vi BeUben. ' Uaab&itngig von deii'Miitetl^
tb^-^ntk^rtbM^»^ v^lcHb'dieRe^ieraitg hier sosehf
vervielfältigt hat» was d4rC man nicht Voll deii
ßdäiSbäat äitf i(bflt^6<Ai^akl»i1!3«%re^rwaineiH die
bis jetzt, atisil^ lA^lbehMtidige» K«ieg«, ncRSbsttfd&i
ihre ganze Ausbreitung erhalten konnte ? Sie wird
fatilfech dtotniriblidel ktnAe •»taM Halmen* voftdÜflb.
an, ober lito kann, in Verbindung mit den iTot»
dkcfflen,' weltihe uns das Cäspijsche Meer giebt, die .
fteichtbümer Persiens und d^s tiördlichen Indp^lans
^lurch uns^rte Hände leiten , .9h;^4ie*£iifersacbiaLan*
derer NatBon^m zu rei^m^, . wil wir keiae auf.ih*
irtt' Wege stölreil wetdeA; t sie erleichtert uns di«
Mittel, di)s >6he2i VöÜiir S4i äx^ü Colchis tmd
. /tfrAümem.Aigelflgt, j Einige! i8tiidkLe dieser ieHleni
sUi4 bekaftut ^sMiehs^^ aber 'diä Zeiduiitngea sinA so
schk^t ^alihe«(i$ 4ar«f'sie..ttlBe'gAxiz &lfolit Veettfll
laag TOH de8|i*«Gefeiu0a»dti[ uxtd^^^r AasfüMrung ^e*
beil. Seist «. B. die. Figur j.'weloh^. in. AiilMiUi«
r M» ^fi»>.A'ii mUtägliek$m Wrv^nmm RufiUakdj (Blatt
} 48K !•§< 54): -wsd im; ITaaf/^f mdrjttuürdijfm' äUtr^
e.) aiigeliflder ist».. ii| beMei WeE&eö gm fiOsek
dargestellt.
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'■fA*."'.!^?r?M\
der benecl^b^rten Küsten ^> gesitteter zii^Bi^tii;
sie.sphaift unsem ISrz^eugnissen des ^ckßtbauel; und
Kunstfleiffiftsi eineiL eben 50 sghnellenr als vartbeil-
haften Abzug, -und . führt dem ^üden- des .Reicnt
Bevölierung und Künste zu. ' <* ' ^ ^' « ' '
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: Obgleich, ^n I?H^W v^n Odessa, -^J^rsGn,.^X^
g^rock,, Feodftsia. vo^ Eugatp^ia^ 4?*ri^ .^ieiMfc^eafn
^poliii^hen Maalsregekr sehr geüttenM^ft? :'^(^iMl
H^r(Handßl, so gering er auch jF^j.^ip AcJ|jer>|^
aungen für ruhiger «iZ^fi^eft ayf, d^lMri»«»«GiV
pje^ heK • .: ', f i\;.;. ?. / ,• »f iJtf'"- vr/
G £ki^ getxeHe Darstellung ^^'Beniihiuigeti. ^
Regiemng, diesen' groDwii-Lsäi^blrfidf^i^ /welch«
ff'" ' #>-*
- :«) Dex? Duo de Rlobeliiara likt bei^^Mbtf^rlrtlkini'il^
^ . Jahr^ 18^4 Eichen fUr die Werft« Toa Sf^a«^^l M^t
V f en lassen. Sie,k#men der Regierung. rinit der Frach^
46 Kopeken da; Pud zu stehen, während die aus Po«
*^''len trach iShörSön gebrachten 85 Kopeken kosten^
-ri.iXtezu'kommt^nedh, da£s die Fahrt ▼eli'01e^'6n^]i'ac!?
•rli S«Mras|«^ol »idiwleiifer ,uiai l£ng«r is^'^oals die xidfe
^::^ dezn Hav^n der i^asen» ,^q. das. Hf:^? fVJT '^ew^tsig^
j^'^Äclad^n wjrd. .Ayfs|2^em. SM^ der KV
ate des Landes' äer Alsasen den Polnischen auch noch
weit Torzuziehen. Der Duo de Kichelieü. hat zu die«
aem Geschäfte einen sehr einsichtsTollen Mann ge*
r— Jxifaädbt^ :^er.*fch8n. mehrere'BandCilkritiSiSfi-i zu ^en
f / VSlJLem gemacht hatte. ^ HttA^i^tNtr jScilMi*'&adf mir ge-
U'.«igt^ 'da£s>r nieUrs«aha «gehabt <hfttt^ 'init ihnen
« iinzufriedek zu sa^.» BhvtGomptoIr,-^' weleheS er für
• diesen ■ Handel errichtet . hat , befindet sibh 60 «Werste
iron Skelenshek und 2Werste Ton der Küsto^am Flus-
./*« Fschade.- Wenn aian^ eisen rsgelni^si(^ii Jlälidel
mitv.dtasen. .Völkern unterhielte 9 so mtlkta^tfiRtl^viel
I. Anlilnv Girilxnrnng beitragen« ; -i . I. :./.:: ä»
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%V«»Ä^i^
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te'die Höchste THefloahmeferreßeti^ ' Die aufrichtige
Ausfinaxidertetzuzig des Krfoigs dieser Beinununsen
würde die beredteste AntWott auf dieDeclamacfiotien
i*r •'f ??W^^^^ ?9«%rrTf?a- oO^^iiw?«'^»
LMfler 3t\i Jxabeii; hörep sie doth »^^t^Jt 191)%
f ehr chjri^lich deij . Rath , z^, gff^^ ^ . , upierc^ ^4.*^^
iu bevölkern, ..li^ö^en ^e ^w^I^ni^tt,;44k)|jp^jr»ft
hältnifsmä£sig in «ehr kurzer Zeit vielleicht mehr
Städte und pötfer emitap^^ »ÄinÄrffilei-
chjin 2eJl\gflW kaum, iq de?. AoMricanisfih^n ve;^^
{^Si^^^^^^}^^^ !lch »ledaar^
M$ eine kurze Re|s^,^:^|grün^^^^ ?«r offcn^
liehen Lehranstalten, auf welcher ich Gelegenheit
hatte, einen iTheil dieser £rouAzen zweimal zu b^
Sachen, nürnicht die nöthigeMufse vergönnte/ mii
diete.X)arstellung selbst zii unternehmen.. ^, :
JjiesB Lander sind letzt m ihrem fanz^n um^
fange von. Fremden der vpr$chi^,denslei;i Rel|gioneiy[r
bevölkert. 'Alle, welci|^.,tjrayii^cbe Regiernnj^'
eines Xaiides', . I^angeT[.r,büXjgejj[ic^^.Sc]pjitzei iil,
einem' andern ,^,.zu^ sc^^ac^e^^ %fÄl/ ^^'^-^^^^^VÄ
des tebVns, oder besfän^gp.^I^ri^fi ^ den. Ititz^j
Ter^p^senen fajhren wei|;.,^vq;^Qihr^.Y*>«jte»*«- *»»
fliehen zwangen ^^^nef^^ep» in ^^^^B^.tf^m^^^H'x
^^^'^^fm'tV^'' -.Pif.M?i^t^ ^^^' ?V*»^<?hei. 5er^
Tien,^Bos]|;iipii 9 die 6riefcnis4jHeXI«sein Und ^^*} d%
Land der Tsttherkessen von. einer Seite; die Oester*
reichischen Provinzen, Teutschland, PreuXsen, Dan^
zig w?4*9inw«#»gmdianiraA:fi^ f^m.im utSafeia
jvollranonrn
,(
MMH Ulla x<tur<yxi uuiuu Kiutap luau. Aictiip .^fAvvvLuv
™»g ifi?Ä«>«°' .. , -i, :,-..,^t.'.-> ...:-,5LT-.rrf .-M-..9f.7j -r
.^■•*'A««''^«'» i!mrm,''kd '^k\äi%¥%if ^
IWar^'xtiVeMij^ö'' £^ avisruhijicile Ifaclincht'en'
MfHtüetfl köknetii ^XAä^Mi' ^l>eF iieso Iwi^« .M^
filgyifke ^eii-eh- aiedfe^uiäinäbeii: " , \ "r .
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DieNogajiscfa^ Tau^^nr,^cl<cbe auueTMlfi'äet
mi \Ai ■^xRpxUii' iim«:; 'l(fit£[ kana ncli läaea
S^^iS von.flirisr yoIk$m%nW machen, ,wean'maa
cH4 der Hoid^ir voä' l^u^shU: und Shedsan liennt.
Aftf' etit^ci ,' ^^ wciclie , j^e'ssär'a^i'ea b^v^oÜnte*, ', kpnn-
i^; aacfi 'Oan^nitr, thiianaXi ireiiCsig bit Vierzig t«iu-
- la^tt flachf»;ys^fart^5^äaiu1g taujen^'iteitL^ auf.'
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P- 34^-
Mohknätüngen^ II
ad c^^ttt^cj^ em enäi(;te. ./▼•rtiermi «Ilc
äörcl^rii4a^Laiidr. .^inTneil gieoivulber deiiXUifepi;»
und ein 'anderer' durfte Jich untej: Äussitchem ScKu«
ue in den Sl^ppen niejeriassen« die sicU lanftf dem
&ubaii' bthstrecken« Aber/^wähnt' an stete, Haubn
zügft, ^ün^ .unverträglich* jgege£i ^ihre Nachliiumi^
hatten /siB nnaüfhörli^&e' j^ehcteii'^ mit den' Ital-
mücWn, Kosäken'vmd denTnibnen' auf der Kau->
iasitchen XAme, * Endlich sali ^4icl& die Regierung;'
im Jahre 1783 genöthigt, Trappen gegen sie zn
•^??^fHk W "? >^^f fr ^9fi*'ojf*«r*^^*^ B^.thpi<^f ig-
^(nt zji bpi^^n,. ^nd^p ?».%?«», dös. UxaU ^i^
reysetzei|^ii^^^er Ge^er^t^gi^vyafof , . unt^^. dessei^
Coipinjp^Or ^ie Attsy^g^J^^rupg depjchr^stlichen Aä-,
t|e4ier #tts^|erjICtim^im Jah^^ 1778 Statt hatt^, »y
«ipek dfp.j^j^^^l, .wic^ 'dii{ der ^Jogajer 21^
IjewerkiteUigfl«^. , ^tlier r hatte * er aber mit ein^m
folie zu than, das von den .Aimeniemr nod
Gnephen d^tp^ Chäirakteri Bei|gionf vorpa§j^y:\ft
ab^ 4^^ ! leine^ ^esellschaftUcI^en Xuatai^d ^i^
a^e jjoiitische l^ge se^u: trertchiieden. war, , S^f^
Unteinehm^nj^ iph^terte^ • die^ Nogajer . f;if9%?^
über den iLufian und flohen in Masse in den Kau-
kasui, wo^j fi», fi^^ Menm . aw «u^en
t) Pallas sagli diefs Hj,:n79 f^spbfOieay um «i^ M*t^
naoii iiYMder an die Ufer« des.Dnj^pr su Terpüanz^^.^
leb folge hier dem Beriolite^ der Sr. Majeüät dem
'^^ Kältet ^üirdh diflf Ministe^ gemacht ist. '' -^ ' ^'^
9) Man sehe die erste Nete am , fode dieser Ah>fni*
lang.
jlbhmnilungäm
.xern erjitten, me sie aujnamncn , jdd oie^ gieicÄ.
Jhtp .neligion bfikaDttten ,. mulsten sie bala fiiim
ODerlierr^phaft zuruckwinscaen lassen, dersie.sica
cntzojgen hatten. ,.TäffIicn, von den Tsca^rkessexL
DertaJIen uwid .ßepIuiidbrtt.gcrauDt, verkauft, zu
S^aven gedacht. 4wr 5^-?^^?^nisten MiBbandiaii-j.
gen Preis iefieben, ai^Ben. sie bald ,ilir,^Vblk /zer-
Streut und dem Jrüfienblicke meiner ganzüciien V er»
fticntunc nahe, m
\
ö-rr;. ' ri-,.chen. Sie fuhren daher fort,. sich. im Frühjahr'
in die Steppen zu ziehen » . und ihre M\iUahi>' ww
lae an das herumziehende JLeben gewöhnt, liefen»'
iMllaicht eben so sehr von Eigennutz, als von heii^
s Ugem Eifer geleitet, Ton einem 'Lager Kum andern»
' So gieng Alles nach der alten Gewohnheit«
, als im Jahre igog. der Civil -Gouverneur voi^a
/ 'Saurien, Herr, von Borosdin, den ^ Grafen Maison*
Z4iln> Befehlshaber der Nogajer ernannte. Dieseir
begab sich Anfangs Mai's desselben Jahres äu£ sei»
n^fn Pfoten. Er hatte» wie seine Vorgänge«« den
besiimmteii Befehl erhalten , tn der Civilis ation^
d^f 'e^er Leitung anvertrauten Volks zuTarbiiten,
Allein ehe er handelte i wollte er vorher genau:,
beobachten, untersuchen, und seine ganie Art zia*
leben und zu handeln genau kennen lernen. Zun
Erreichung leinef Zwecks bediente er sich folgent.
der Mitiri,
Armenische Kanfleute und Karaitiscfae Judto-
pflegten bisher den irrenden Horden auf 4etfl.Fu{a#^
jthhandlmm^än*
aa*1blgeii9 um allsrlei Ta»scUfaM«l fOSlDuieB m
treibon* Sie lieferten ihnen . Natölitcbe i^nche
Bnd die wetugen andern Türkisdite Watrea »^ wel»
eke die einfache Kleidung dnr Mogajer natbwendig
machte« Bei diesem Handel konnte es nidit feh«
Jen, dali didse letzteren nicht hisweilen Veranla*«
fmg gehabt hltteii, über Bevortheilung und Be«
trug- zti klagen» Dieb war wtonigstenl A$t Vor^
wand, den der Graf Maieon benutzte, nm detf
Kaufienten und Trödlern zta verbi^en, künftig
den Hordiui' nacfazonehen, und ihnen den, Befehl*
nn geben, sich zum Behufle dieses Handels an de»
Orte seiner Residenz zn versammeln. *) Diels ge^
$Aah zum groben Bedauern der Nogajer, die sidk
gewifs niobt über die Kaufiente würden beschwere
haben, w^n sie ein sokhes Verbot hätten köav
n&a ▼orhersehea. Oafs sie sich nieht mehr dkl
gewohnten Waaren, die für sie Gegenstände' dev
ersten Nethwendigkeit geworden waren, solltet^
mitten^ in den Stisppen verschafifen kS>nnent UeCe
ihnen ein'^grofses Opfer auferlegen; es sollte nm
aber von ilrtsem hetumirrenden Leben entwöhneni.
ttnd^ dazu wirkte das Mittel in den Händen de»
Herrn von Maison vortrefllch« '
Bei allen Völkern halten die Greise ant fe».
stestea an tlten Gewohnheiten, und selten finde».
5) Dieser Ort befindet sich xnittea in der Steppe ; er
begriff damals durchaus keine andern Gebäude ^ als
die Kainllei und die Wohnungen der dabei AngesteH*'
._ten. Ton seiner Lage wird weiter uHten die iledl'
gaj«m wtren il#, «b Häuj^rd^r Fftmilieii > -ge«
achtet und verehrt« Ihre « Lage schien aoeh dett
Jungem fi> btneidetttwerth t dafs > Mädner von vier^
zig Jtthren fich tchon- den Bart i^achieii UefttiH
um «ich das Ansehen von, Alten zu rgeben. Nichti
geschah ohne ihren Rath« und in ; Verbindung -m^
den> Mollah*s und, Mursa's empfahlen sie dem?
Volke aufs dringoidste, 'feiiier ^so zu leben» ^^nm
$ie bisher gelebt hätten, und' schwächten dadaiolt
^io Bemühungen und das Ansehen der. Stadthäop^
tet und : Vorgesetzten; Der Graf Maison . besoblofis
ihnep. einen Einflufs zu benehmen^ der vieUeicfat?
ils ekie der Üauptursacfaen -der beständigen Gleicht'
ftraüigkeit in den ' &tten der Nöga>er angesehen
wer4en l^ann ; r^r fieog ^anit an , ihnen den Ti*.
tmV §eeh9t ipptscktennüje) y auf 4en sie Anspruch*
machten, zu entziehen, und erklävte' ihnen« daCa.
duröffen^di. Beamtete ^allein diese Auaeichnungi
▼evdiene, und dab es, um sie zu erlangen» auir
wenigsten hinrrichend sey,* nur länger als Andero
gelebt zu haben« . Zugleich richtete nun d#r /Be-
Miishaber :seine> ganze ApfmerksamkeH ftuf dia»
Wahlen der Districts - Vorgesetzten (goleu^i) und^
der Dorfhäupter (wübornüi). Bisher hatte man
immer; viel Muhe gehabt, diese Stellen^ zo^ be.
eetien« .iveilsie durch die öffentliche Mainung vei^;
achtet waren. Bern Eigennutze gelang es, ihnen
Ansehen zu verschaffen. Der Befehlshabar- wandt«
sein ganzes Ansehen an, es dahin zubringen, da£i
die Nogajer einem Districts- Vorgesetzten zehn Ko»
päkei|,;vom Mann ,. und einem Derfh^üpt fiiuf und
«wiiuig Kopeken zahlten, so lange bis aUe.Dät*
^-v.
JtUk^ndtmMSim
ttutt latm» mh, um di« Sullcot ' di« man forii«e
ftfspottct« und fOsgfiUtig zu vtruMiden •ochu*
£a luun aber dar^nf anr tn dantalben/nnr thIUiga
Lmit« galangan zu lai sen , dia dan Bafahlihabar zu
nat^cvt&tzan kn . Stande wären« Alle Murta^t wa«
tsHi» wie alle Allen, dieser xienenEihxichtang ent*
gefen} ne : wurden abo ' gleich von allen Wahlen
raflgetcUoifen«. Die natürliche Schüchternheit det
AxmenJiindert. ihn, itich d^n Unternehmungen de«
Reichen zu widersetzen, nnd.hilt ihn in den Ge-^
wohnheiten nnd Vorurtheilen feiner Kindheit be»
inigesi.^ d^ Arme kannte felgUch eben lo wenig
Anfprndia auf die nenea .EhreniteUen maeheii.
UehemJl. wählte . man abo nur die ans dem Votlka^
die im männlichen Alter standen nnd ai^ weU»
hahandyen wamn* .
Bald daranf etgriff der Duc de Ricbaliea aia#
kühne, efcm entscheidende Maalsregel; er verbot
n&mtich^ die ^»{j (wandalnde Dörfer) ieroar 9«
vezteuen; das hieb mit andern Worten» ihnen %m,
befehlen 1^ ikh agendach0 Ittiimr. zu.banen. Pw
unanihörUch von .einem Orte znm andern ziehend«
Hirte wird sich nicht die Mühe geben, ain fettee
und dauerhaftes Haus aufaufShren; wenn «r aber
gezwungen wi^d, an einem Orte zu leben, so la«
ti Dkm kleine Abgabtt wii^d jetst ni6]it mehr dbiidi*
est, de dUe Dörfer ««bauet sind; die Dittriot-Vor-
gesetsteu «erhalten nur »wensig R«bel iährhcli, die
jäuen des Gems bewilligt; die Dorlhiept«r
mmoiist. .
/ '
ikfi^hiiAXImi 9in, ja zwingt ihn ao^arv ür«te1iiA
ständige Wt)htimig->zü''de]ii;;eti. Nkdt dietcm) Bd»
f«fale den Kriegs - Goüv^eriieuify zeigte dfttB«fehb«
<)i$ber i«d«tn Dorf« 6itf Stelle an, die et «stiliieh«
tnen ^sollte , und ei? gieng dabei vy eifrig su 'Wex^
k^> d«f s er t^l&st d^n Platt eines fedea nads ^dec
Schnur bestimmte« 7) Ja er wies segat für jede U«*
bitke 9 . öder Familie , einen besendem -Platt M|
Kefs diesen mit einem Graben umziehen, nnil TerV
bot, die Karren tind Z^he künfUg irgndwo ao*
den hin zu V^rsetzeb. ' • >-
• ♦ . I ■ . • » '
Nun fieng man im'^o baulm; und Belebnuf
gen und dSentlicfa^ iBMfftll dö« Bef^hlsliibefs. iiak
itte, welche die gtöfste Th$t>gkeit öder den meU
fftett Getckmadt ili ibiMH Ge'^d^sn zeigteei, teadi*
ten unter die Nogajer einen Wetteifer 4: illr 4eii
neuen Anlagen ' nicht anders als ersprie/slich seyn
lEöntitA. Der einzige Aul v^m Sehttjat* Juiret%lieb
fist bei seiner Wider^peiistigkeit gegen iis Aeueiu
Htck Im Jihre^ 1810 baue er nibhr ein^ : enEfenge
Kfitte emohfet, und «ein Beispiel - konnte »ach«
tffiüiig vrirken. Ak nun 'de» Befelilsbailier ««uf an»
*• • • if ' ii ■ ' ■ ■ 1 • 1 • ^* i " . • ' .f
,,y).pBj^ Graf Mai^Qn JiAtt^ aolion 4ßn Plim yon aqht und
zwanzig Dörfern ab^^esteckt, als die Pferde mit sei-
* nein Fuhrwerke Hurbhgiengen und er iebr «tärk )be*^
•cbädigt wurde. Er brach einen Arm und ein Bein,
nnd verrenkte sich die Hüfte und das Knie; aulser-
-' 4^m t'erlör er den Oebraxwh eines Anges wm^^vCgüe
"toidi auf «inem Obre. Ungeachtet der iraurigiOi f ol-
'j^en abery die er^vou diesem Unglück« fnt s«|nen
-K&rp^r hatte ^ setit ßx^ sei«en Dienst det»h<siiit dem
»ämllcben Eifer fort^ wie vorher« •— - .. *a.u
1
tm Btf^cktigmgirtife dvnib Ü^^tn Jüt\mm; wnStS^
liilte 6r sehmrU dkt Pfirfde vaA lüeU lich gav a&chi
jti ihin auf. & kaxoL ete vwiai««. imd. drittet Mal
dort durch» «ad aike mumme «ohtttU f rMi:haii Varv
fp^nn zu erbalten, um snv iriadar fartaiifcoihttiaiu
Sndlicb aU er wiadar aiMoal biar dlürobflUift, var^
faQimeln fidi dia If oga^ar um taiiiaa Wagaii , uaA
fragen ifanr ^»Atnim ar aichi .mabr nach ihiam Zi>»
ftanda und ihran WüiMcban Irigt. ,»Icb will niakft
^,mehr euar BafaliUhaber 9»yfu** anlwortat ar ih^
Ben, »yibr bauet anav Darf nkdit» luid wardatSchoU
0sey]i, daft ich dia Gxiada dal KaifMrs rarli^ra * .wail
^libr das ntehf thut, wat ich auf minaii. Befahl vatt
^«euch yedUogt haba.** «Nun fiangaa dia gntaa[
X^eute ao,) daa Orafau su) biuant lu flaban« ma
möchte doch bai ihneft blaiban uod aie nicht va»r
lai^en. Und da« Jahr darauf war. ihr Dorf arbauat
md ihr Aufenthalt durch dasieiba bafastigat, Dia«^
far Zug Ut vielleicht unbadautand» abar ar maU
die Einfalt und Herzensgute der Nogajer , und folg*
Bch durfte ich ihn nicht irenchwtigaa*
Alf der Bftfehlshabar sah, dafs man nun über«
all angefangen hatte zu bauen, so gab er den Ba-
fehl, es sollten keine alten ICibitkan ausgebessert
und keine neuen verfertiget werden. Etwas später
niufsten sie alle zerschlagen werden ; und man ge«
horchte, obgleich alle seine ' Befehle nur münd«
lieh an sie gelangten. Die grofse Umwandelun^
war begönnen $ as mufste nun Alles geschehen, si^
zu befordern, und vor Rückfällen zu sicheth/
Und so bat denn am Ende des Jahres Igia
dai einzige Nomadenvolk A%i sQdlighen Europi^'s
idn •cb«ri0ng4te]|* Sb&ritl zar ClviUilitton ■ %%ihMtk ^
4f «bat Versiebt gel^tetv auf * die' Un^bbüiügigkeit
)le« Hfatenlebeni , aof di» >Rub# und «das ^Glück^ -
iMlehes es gewährt , um>^ inv den »Zwang Aet bülr«
gerliteben GiMellscbaft %n treten.. Diefs i«t für diet
Nögafto der j^ang eisev neuen Af ra , der An«
l«]fg einer ^Ve1^ände^£Elg in ihrem i^anzen Wesens
der- Mcb veraltete Vdrurtbeile und Gewohnbeiten^
4i<l Hieb in dem- Ursprünge des Vcflks verlieren»
na^üch^g entgegensetzten* Mit weaiger Klugheit.
tknd Nadiglebigki&t' wSxe sie aicfat zu Stande ge^
kommen; mit mehr Strenge hätten die Nomaden
ünre Heerden weiter getrieben, und wären zuib. .
tetztepi Male üßier die Gränzes^ Rußlands gezogen«
^ Denn Unterdrückung, oder was ihnen dc^für gil^
ist ihnen so unerträgtiob, dafs ihnen keine Opfes
au grofs sind, um 'das Joch abzuschütteln. Die
Wahrheit dieser ' Behauptung bewährte sieh im
Jahr^ Igis duröb folgende Begebenheit/
•■" '
t^ünf Jahre &uher hatte^ nämlich der Ktiegmit
dfn Türken die Horde d^r Budshak aus Bessara- ^
bien vertrieben. Ein Theil von ihnen war nach^
j^uDiland gezogen, wo 40^9 Köpfe, von jedem AI-
%ßt i^id Geschlechte, eingeschrieben wurden; die-
$€ siedelte der Graf Maisott im Jahre 18 11 in drei
und dreifsig Dörfern an,*) wo sie anfiengen zu
bauen, und sich durch Ackerbau und Fleifs vor
allen andern Ho»den auszeichneten. Sie hatten
etwa sechzig Sclaved mitgebracht, die si^s mei-
)
ft) Man sehe am Ende die Nete^,
4hhAndlu,ngjBn* 19
M1K9, gekauft hattAD » und unter weldien tich vitfe
Neger Isiefandeii; Nach dem Gesetxe » vermöge det*
ten kein Fremder m RoCiland Sclave leyn kann,
machte die Regiening von Taurien bekannt, dab
alle diese Leate frei wären. Wenige machten in*
dessen nur Gebrauch davon , weil ihre Herren sie
sehr gut hehandeken. Da , aber einige Mar»a*e
nun nicht mehr Leute genng. hatten , um ihre
Felder zu he^ellen und ihre Heerden zu hutheny
so ,zogen sie wieder auf das Türkische Gebiet« und
«reuten durch diel. Beupi.l .ine« S^^ .«
Unzufriedenheit aus, der nur zu bald wucherte»
V
Da nämlich die Nogajer gewohnt waren» in
den ungeheuren St^pen, die man * ihnen enge*
wiesen hatte, ihre Heerden weiden zu lassent
wohin der Zufall sie führte^ und da sie überdem:
ihre Gränzen entweder selbst nicht genau kannten,
oder es mit der Verpflichjtimgy innerhalb derselben
XU bleiben» nicht so genau nahmen ; so geschah es»
dals einzelne Abtheilungen ihrer Heerden sich auf
das Gfebiet itx Duchaborzüt*) ihrer Nachbarn, rer«
liefen. Daraus entstanden Streitigkeiten, in de-
meu die Einfalt dieses Volks, das die Mittel Set
Vertheidigung und den Schutz^ den ihm das Land
bot, kauni ahndete, es den Verlolgungen seines
Gegner Preis gab, die durch den Besitz der Spra«
che und die Kenntnils der Gebräuche und 6^
setze ihnen sehr überlegen waren, und diese Ue«}
berlegenheit zu seinem grofien Nachtheile benutz«
9) BuekitbortU, eise religiöse M^, Ten wMkm Wei*
ter .unteov dun Kede «f|n WinL
I
\
§Ö Abhandlung evii
iti. 'Wenn die Ndgajer Üägten l so erhielten Ai
f^bilicii Entschädigungen , die ihnen aber ünzurei-
läiend schienen 9 uiid so entstand die Idee bei ih-
inen, dats sie immer verlieren müfsten, wenn ^ie
for Gericht erschienen; es sey sich 2u beklagen
Öder sicli zu vertheidigen. Ihr Aufenthalt in Rufs-
fuid wurde ihnen unerträglich , und da der siebente
Artikel des Friedens mit den Tärken ihnen die
I^reiheit lieÜSy wieder in das Gebiet des Sultansf
iiiriickzukehren, so benutzten sie diese Möglichkeit,'
Es war am 23. Novemblir iSist» ^ih 6,50b BudC-
•haks, ohne von der Regierung zur Abreise veran-^
faffst ^u seyn 9 und ohne selbst auf die Vorstellun-
gen des Befehlshabers zu hören, der sie dringend
Ü&t, wenigstens eine günstigere Jahrszjeit abzuwar«
fen , ihre Wohnungen , die sie selbst gebaut , ihre
Pelder, die sie selbst besäet, verlieben, um sich
in Kapasu, an dem Ausflusse der Donau, nieder-
zulassen, und aufs Neue anzubauen. Sie fiihrt&n
1^,418 t^ferde, 13,551 Stück Hornvieh und 3,056
Sqhaafe mit sich fort, ^ die sie nicht hatten verkau«
fen können. Aber der Winter des Jahrs 18 f 3 war
im Süden von Rufslatid nicht weniger kalt, als ini
Norden; und ein Theil des Ungemachs , das ^r
iliber die fremden Heere braichte, die uns zu veru
schlingen drohten, traf auch die autwandernde Horden.
Sie Budshaks hätten unzählige Mühseligkeiten zu
•rdulden, ehe sie an'id^n neuen Ort ihrer Bestim-
inüng kamen. Auf ihrem Zuge duirch eine Wüste
ohne Obdach und Hülfe kam eine grofse Menge
hrn^ ibxiei» ^lun; ivres Ojdttel iiuner Heerden unter-
lAgtn gleichfalls den Befcbwerde» des Zages» Und
kt\ halten sie keine 'Scklecliteii kth liefern üftd
ieiiie Feinde zorückzutreiben ; sie zogen, wie Rei*
itttde, firei und nngeliindert , atis Rufsland fort.
Unterdessen liatte das ruhige und glückliche
Ltf}>e]i 4v and^iH'Horden im Jabra iSio-^nd^iSti
m^r ab zwei taufend Nogajer über den Kuban
gelf^ckty die zu der Horde Jedisdikul gehörteju
Ein Tbeil Ton ihjien blieb zwisobea dem Terek
und dem Kortu längs dem Caspisch^n Meere , wo
schon andere Nogajer mit zahlreichen .He^rdeft
weideten ; der Rett, ungefähr tioo Köpfe stark«
•dilokis sich am die Colonie J^dischkul» die ihnaa
allen ndthigen Baistand leistete, und wo sie.)ec»t
rm afe^^radert^ Dörfer ausmaiphen, Ihr. Anfüh«
rer, der sie hieherbrachte, Saaded-Sher^ei wurde
nebtt seinen beiden Neffen von der Regierung
giebmüthig belohnt.
\\vcL die nämliche Zeit verlangten 150 Nogav
jer, welche bei Feodosia auf dem Gebiete einet
Mursa ansäfsig gewesen und unzufrieden gewor«
den waren, auf Länderelen der Krone versetzt zu
werden« Man räumte ihnen vorläufig das Gebiet
von Azberdi ein, in der tJngewifsheit aber, ob sie
hier bleiben würden, hatten sie keine Häuser ge^
baut. Es war jeut die Rede davon, sie mit der
letzten Colonie aus dem Kuban in dem Bezirk des
Dnjeprs anzusiedeln.
Alle diese Nogajiseheil' Colohieen zusamm^
toadien eine Bevölkerung von 32,ooOfSee)eiii, Man»
aer länd Weiber, aus, ^d sind in drei' midf sieb2{|^
Dedkchafteii VettluSlt, deren AufzShlujig sieh, wä
I *
3# Ahkändlm,n$sn»
Efiie Mmm AvfMiUs» find^t.^ Die Zalil der FoiäK
lieA oder Hinter, denn der Nogaje -> treant . tildr
gleich nach der Hodueil von der Aeltexa Hmifg
belauft fich auf ^fifti '•*
/ • ■ • ■•
Es itt tdioB er wKhnt worden y dabsfo Yondil
in Btübknd gewöhnlichen Kopfirteüer befreit sbsdi
aber rie becaÜen, jeder in sekier Dorfschaft , dne
Itleine Abgabe tnr Betoldiing ihrer Ridhter« kuir
Unterhaltung der Posten und zur Pefnerung füiMi|#
Truppen« Diese verschiedctecfh BeitrSge inKiA^eA
fan Jahre 1S13 die Summe ron 40,^40 Rubel aui^
die auf 15,315 zahlende Köpfe verthdlt, für einen
leden etwa zwei Rubsl und zwei undsedizig Ko^
^fcen betragen/ Die Muliah> und Mursa's AM
iroa Alsü Absahen frei.
Als im Jahre 1813 alle Glasten der UnterthsaMH
ihre Opfer brachten , um dem Staate die Mittel tut
ji^ixrücktreibung eines ungerechten Angriffs zu er«
leichtern, durften die Nogaj- Tataren natürliche^«
weise nicht zurückbleiben; si^, die sich dfss grofs«
müthigsten Schutzes der Regierung erfreuen, mufs^
ten auch zu seiiier Vertheidigung und Sicherstel*
lung beitragen. Aber gerade bei dieser Gelegen^
lisat gab idie Ernennung eines Kximischen Tataren
zum Kegierungs • Coinmissär bei ihnen Veranlas«
sung f zu MiTs Verständnissen y die ernsthafte Un«
ruhen befürchten lielsen; man fand es sogar ivix
luithigY Trjappen gegen sie marschkea zu lassen*
Diese fanden die Nogaier zwat YersammeUf ab«f
^rohig .«ad ohne Waffen» und nach einigen ^kl%^
ni9ige« bezeigtem sie eich w^Ui^^ die^ drei^tti4«f|
'Abhandlung in. 3I|
tti^trüstete Reiter zu stellen , äie man ven ihneh
ferlaBgte. Da sie, wife oben erwfihnt ist, dietek
kn VoTziige geniefsen, wie die Tataren der Kriitf»
welche sie mit Neid ansehen und hassen , und g^
ciaubt hatten , man habe^ von diiesen gar keine
Leistungen verlangt, so wollten sie dieselbe Be-
freiung von Kriegslasten ertrotzen. Die Ordnung
wurde aber bald wieder hergestellt, und als man
ihnen bald darauf vorschlug, dem Staate ein pa-
triotisches Qescbenk zu machen, so brar.hten sie
in Zeit von acht Tagen 750 Pferde , auf Tatarische
Art gesattelt und gezäumt, zusammen, und über-
reichten sie dem Grafen Maison. Als die Regie^
rung dieses Geschenk nicht annahm, und man
statt dessen einen Qeldbeitrag von fijinf Rubel auf
den Kopf verlangte, so wurde diese Summe gleich '
drei Tage darauf eiiigeltefert.
Die lest« Ansiejdelung di^s^ Volks ha^ abe(
lßhoi»Vo];^eile,^ebracht, die wichtiger und schwieg
riger sind, als blofse Abgaben an Gelde. In dej^
Nähe der Horden geschahen immer eines Menge
TOB DifibstählMt, Plünderungen und> Mordthaten,
deren Urhdber nsan nie entdecken konnte. Auch
in dieser Rücksicht haben sich die Nogajer unendn
lieh gebessert, wie aus folgenden Thatsachen
erhellet*
Im Jahre 1809 machte der Türkenktieg
Vorsicht nöthig, die Krimischen Tataren zu ent«
wafGuen , und Ihnen für einige Zeit rihre Pferde
za nehmen* Zehn tausend dieser Pferde wurden
in die Oörfier iAt Nogajer gahifacbtf und.. hier
N. Ä. O. B. H. Bdi. I.; St. 'G
' f
34 J^hhundlun.g-efl.
durch Jjhren Befehlshaber vertbeilt^': I^h^echf
JHonaten wurden. sie ihreo titen Ei^eAthümerxi wie^
der zurückgegeben^ und es fand ^clx, dafs nicht
•in einziges davon verloren. oder giQstölileö w^r. . ^
Im J. i3ll vvurden drei Menoniten und einColo-
Jiist ermordet; die Thäter wurden, obgleich erst drei
Jahre nachher entdeckt; 1812 wurde ein Ärmeniet
umgebracht/ dbr Mörder konnte schqn in demsel-
ben Jahre ausfindig gemacht werden; 18^3 verlor
ein Armenier das Leben; der Noga], den man als
Mörder anklagte, war unschuldig, und es fand?
«ich, dafs der Thäter gar nicht zu diesem Volk'i^
, gehöi*te« In den Jahren 18 14 und 13 1 5 ^^^ Kein
fichweres Verbrechen das Gebiet der Nogajer
~ befleckt. ' ' ' ' .
. - . ..
#
Bei den häufigen Diebstählen wer es ehemale^
unmöglich, die Thäter lu entdecken; jetzt greifen
die Nogajer selbst die Schuldigen,' Woftt rfe Tr^licli
durch die Einrichtung ihrer Polizei geWissefmct-"*
lien gezwungen sind. " - ' ^
Die 73 Dörfschaften sind nämlich v^ fünfAreisar
(Wolo8t>^gethiei&, deren jedereinei&V%>rgeeetzten.hat;.
in 7ed»m Dorf e ist ein Erwählter (Wübortitii) , .oderl
besonderer Vorgesetzte, der unter seiiaeln' B^fehld.
wieder Dessätniks, oder Aufseher über zeljn.Häix«-^
f er hat. Diese letztern wachen über alles , was ia
ihren zehn Häusern vorgeht, und'w«iüi Jemand
in diesen sich des geringsten Vergehens schuldig'
mackt^ so mmssen tie es gleich dem Erwählten
anzeigen, der dann sogleich den Strafbaren fest» *
nimmt und deni Vorgesetzten des Kreitea darübet .
Ahhanäliingen, , gc.
Stricht erstattet,») VersMumt er dicft, «o wird
er mit Gefönglüfs oder Arbeit bestraft , 2, B. JBrun»
Ben zu graben , eine Anzahl Ziegel zu streichen
n. s. w. Die Kreis vorgesetzten unterrichten end- ■
lieh den Befehlshaber unverzüglich von Allein^
was vorfällt.
Bei Änei' solchen Aufsicht können die Dieb-^
stähle nicht häufig scyn. • Es fällt jetzt nicht der
zwanzigste Th eil von denen vor, die fast immer un-
gestraft begangen wurden , so lange diefs Volk
noch' keine festen Sitze^ hatte. Die völlige Aus-
Tottung' dieses Lasters aber würde, wenigstens bei
der jetzigen Getieration , fast nmn<%lich »eyn i d«
es zu sehr mit ihren alten Gewohnheiten ver«'
wandt ist, und den Müssiggang, das höc^hste Gut
fiir eincfn Nogajer, so sehr begünstigt. Während
-der langen und dunkeln tJ ächte wird es ihm leicht,
den. MenoiHteh -eder Duchaborzü ein Pferd oder
einen Ochsen zu- stehlen, und dann »in einem et-
was entlegenen Dorfe «u ve^rkaufen» Die^e Art
l) Diese Stellen wetden, wi€ schon erwilint ist, durch
Wahl und nach Mehrheit der Stimmeii besetit. Ich
erlaube mir bei dieser Gelegeaheit die Bemerkung^
dafs vielleicht ,in keinem Europäischen Staate^ die de-
mokratischen Formen allgemeiner eingeführt sind,
'als in Rufsland^ 'fch gestehe aber xu gleicher Zeit,
dafs der Erfolg mich nt>ch durchaus nicht mit ibaeu
ausgesöhnt hat» Man wird es mir gernr erlassen^
diese Jdee hier wUter zu entwickeln. Ich mache nur
noch darauf aufmerksam , wie sehr diese Formen mit
^ dem Wesen einer unumschränkten Regierung in Wi^
derspruch 2u stehen scheinen mütsen. . ' ^ - . - \
'^ - ■ C 2 '
^ Abhandlungen,^
Diebstahl ist die beliebteste, uipd es giebt unti^
ihnen wahre Virtn^sen darin. Unterdessen mu£e
ich es noch einmal sagen, dafs in dem bürgerli-»
chen und sittlichen Wesen des -Nogajen bereits eine •
merXlich^ Verbesserunjg sichtbar ist; £r muüs nur
noch etwas mehr Geschmack an dem Landbau findeia ,
lernen, und aufhören, die regelmäfsige Arbeit»
welche dieser erfordert, jKür eine Strafe ^n^use-
t^m, um bald weit besser zu werden, als selbst^
seine Nachbarn. Bei seiner natürlichen Einfalt.
hat er noch keina von den Lastern der grofsen ge*,
bildeten Gesellschaften angenommen, und dabei
feine Offenheit^ Gastfreundschaft und Zuverlässig*,
l^eit, Tugenden, die in je^en so selten sind, un«
verdorben erhalten. , ,
Uebrigens. haben die Nogajer seit den zwei oder
dr6i Jahren ihrer völligen Ansiedelui^g die Nothi»^
wendigkeit gefühlt, grofse Stücken La^d mit dem^
Pfluge zu bearbeiten. Da sie nun nicht mehi; im«
wer nei)e Weidef^lätze. suchen können, ist ^ ih^
nen auch nicht mehr möglich , so grofse Heerden,
wi« ehemals, zu ernähren, und sie suchen nun
duxch eine äü^edehntere Landwirthschaft die Y^*
ininderung ihres alten Reichthums zu ersetzen, Sie
haben folglich angefangen, Hafer und Roggen za
säen tmd Kartoffeln, zu pflanzen. So lange sie noch
Nomaden waren« bauten sie nur cXürkischen Wai-
zen, Hirse Und 'Gerste* Diebeiden letzteren dien*
ten zu ihrer Nahrung, und der «»rstere, von dem
sie überhaupt mur sehr wenig ümteten, wurde
vorführt nach Tagancock, Eupatoria, Feodosia und
Golapiristanje, eifern Ha vexi uxtferhaib Gherson auf ,
■ - *
Jth Handlung JMt. ''gf
jcm linlcen Ufer des Dii)epr*8, Ihre jetzigie Ausfalir
kt «ehr viel bedeutender, und geschieht blofs über
Taganroek und Eupatoria, vorzüglich aber aus dem
letzterh Haven. Da dieser in dem nämlichen 6ou*
▼ememedot U«gt, so ist es ihnen teicbtery dahin zu
ziehen, und die Karaitischen Juden, die fast aus«
fchliersend allen dortigen Handel führen , sind im*
mer bereit, alle Kornzufuhr zu kaufen und baar
zu bezahlen^ Wenn man sich auf die Angaben
der Nogajer verlassen dürfte, so hätten sie imJah«
"^ 1813 nur 10,005 Tschetwert Türkisehen War-
zen geämtet, wovon sie zur Saat für das folgende
lahr 4,395 zurückbehielten. Eine Art von Luxus»
wenn man es so nennen darf, "den diefs Volk vor«
her nie gekannt hat und nicht kennen konnte,
mufs noch angeführt werden. Drei Nogajer näm-
lieb haben Gärten angelegt und Kirschen- tmd
Aepfelbäume gepflanzt; ein einziger aber nur hat
gelbe und weifse Rüben, Kohl und einige andere
'Gemüf^e gebaut. Sein ßeispiel wird gewifs schon
in diesem Jahre Nachfdlger gefunden haben..
Der Fischfang ist nicht nach dem Geschmacke
eine» Hirtenvolks; aber ein Netz, ist schon gekauft,
und der erste Nogaje, der diese Ausgabe gewagt
\ hat, ist dafür schnell entschädigt worden.
( Der Schluff folgt. )
«Mki
r
58 'AhhandlutvgtiC
Beiträge zur topographischen und statisti-
schen Kenntni/.s von Bosnien*
(Ans dem Tagebuchs eines Reiiendw^
Bosnien liegt zwischen dem 43. un^ 45. Grad
nürdlicher Breite, .und dem 33i. und 3Ö3. Grade
■westlicher Länge, und i« begränzt
östlich — durch die Drina, welche in die SaweföUt^
doch liegen auch, noch einige Districta '
jenseits der Drina, und überhaupt scheint
die Glänze gegen Servien nicht genau
^ bestimmt;
-- südiic^li — durch Ragusa und Frimodeu, so heiCst
nämlich die Seeküste zwischen der iVa-
renta und Czettina;
westlich^ durch die Cz«mna, die Berge von Cor-
bawien und die Unna;
nördlich — seit 1739 durch die Sawe bis Tasseno-
vacz, und von da durch dielJnna bis
über Nävi, und endlich durch eine
trockene Linie bis an das Venetlaniscbe
Gebiet. Seit dem Frieden von Sistoff
J791 ist der District von Czettin und
Dresnik von 12| Q Meilen von den'
Türken abgetreten worden.
Man rechnet den Flächeninhalt von Bosnien gegen
600 Quadratmeilen, und die Einwohnerzahl etwa»
über 6oo,ooOt wovon | Christen," \ aber Türken, Ja-
den und Zigeuner sind.
^Abhandlungen. $9
Das Land steht seit der Schlacht von Mohact
ia Jahre 151^5 unter Türkischer Bothmäfsigkeit,
find wird von einem Pascha ron drei Roftsch weifen
verwaltet, welcher Gouverneur des ganzen Landes
ist, und seinen Sitz zu TtavnikhaX. * Unter ihm
stehen drei -Pascha's von 9 Rofssch weifen, welche
ebenfalls in Travnikj und fünf, die zu Bania^
hikay Zw9mikf Srebemiky Novipazar und Tre^
hinie wohnen» fiiswh'd in Ober- Bosnien, oder die
Herzegowina, und Unter- Bosnien, pder das ei-
gentliche Bosnien abg^theilt. Die Herzegowina
hat ihren Namen von SteFphanus, ihrem Fürsten»
dem Kaiser -FriedYich III. im Jahr (440 den Titel
eine« Herzogs beile^te^
Nach ftadschi Chalfä wird Bosnien in B Sand-
»chaks getheilt, 'nämlich: Rosha^ ITerfek^ Klis^
Zwornik^ Posthee:a% Rohissa. Kirka und Raho-
vicza.^ Die politische Eintheilung mag wohl kei-
04^n siiiiheTn Bestimmungen unterliegen, denn an-
dere Nachrichten theilen das- Land politisch in 49
Kadiluks, odet Districte, und zwar:
An den ßränzen von Montenegro , Ragusä,
iocche di Cattoroy, und lÄngs dter Narenta: Nie,
"kisch oder Nixichi\ Gazka oder Gaticbi, Trehi*
nie y Nevesignei, ^olaczy Isfostary Ljubuska^ ßta-
gaiy PocsiteljTjy Giamocs^ Gegen Dalmatien:
DuVnOy Lievnoy welche sämmtlich zu Oberbosnieji^
oder -dör Herzegowina gehören^ Petrovacs, Bihacs
an der Unna, Ktiuesy Kamengrad' oder Kulin Va-
kiipy Pr edory oder St ariMaidanyKosaracZy sämmtlich
üa dex Sann^y,.GjruUsar pder G.olisary Jaiczrz.y Bn"
nyaluka, an dem V^rbaSy Travnik an. dqr Loscht
4« ^ , Abhunülungen^
wa^ Tsschain am tlsserßh^idi^ Dervent ta dex
VkrinUy Sarajevo^ Foiniczay Vifsoko^ Scepcze^
fdaglay^ Zenicza^ Prepzor^ Belligracsik ^ Skonje^
Nernva, säznmtUcb ai| der Bosna.
Zwischen der Bosna.undDrina: Gprnja (Grofs).
Tuzla, Dolnjay (Klein) Tuzla^ Cradasacz, Ulasse'^
nicza^ Klanja oder Kladaitij VareschyCzelebipazarm
An und jenseits der Orina ; Foesa , Zwomik^
Vissegradr Szreberniczaj Belynüf lagna^ Czai^ .
tticzUf Tasliczat Hiczu kann man noch folgende
Rechnen, welche zu Türkisch - Croatien gehören;
Ostrovacsy Kruppa » Noviy sämmtlich an der (//i*'
na und Dubicza und Gradiska an der Sawe»
In' militärischer Hinsicht wurde Bosnien beini
Ausbruch des letzten Kriegs in 3 Armeekorps ein*»
getheilty und jedes derselben in folgende Kapiui*
iiaden.
Erstes Armeecorps*
I. Zworhik {Türlsisch Jsvornik) f Ü.,GroJsTuK'^
te, ^ 3. Gradasacz^ 4. Szrebernik (Türkisch «$>■#-
hepiidsche).
Zweites Armeecprps.
I. Banyalukay 3. Dervent^ 3. Doboy^ 4.
Maglay , 5. Teschain (Türkisch Tischne), 6.
Travnikf 7. Sarajevo odei BosnaSeraj.*) ^
Drittes Armeecorps.
I. BihaeSf 9. OitrovaoZf 3. Oitrovicza und
yakup, 4. Kruppa y ß, Novi, 6, Dubicza ^ 7.
Gradiska oAex Berbir, 8- Predor^ 9. Rozaracz,
^) Es führt diesen Namen von einem Palast , de^ Sul-
tan Mohammed II. dort erbaut hat.
Jthhlfijßdlunfimß* 41
t^ Kmfnmifjtgrmd , II. Kljues (Türkiich JTi^laiZid^
1$. Petrovmcs (Türkisch Poderaftids^hai , 13, Jaie*
fa (Türkisch Jmdscha)^ 14. Li^vnot 15- Gla^
mocß (Türkisch Gulamudsch)^ 1^ Xupaniacz^
17« Kupres (Türkisch Käprus.)
Bosnien gehört zu den mittelgebir^en LXn*
dem, und wird von xnehrern Gebii^szügen durch«
schnitten t welche beträchtliche Kuppen und Rück*
en oder Karbaten bilden. Qer Hauptrücken ist
die Fortsetzung des Wellebit, und der PlisserV^zat
welcher längs den Gränzen von Oalmatien und der
* Herzegowina hinstreicht , ilnd von Croatien an foU
gende Namen annimmt: Vilizza Kosso, Czerna
Goray F'elüki^ Radaczüy Iwan- Planina^ Nissova^
Goray Baha^ Forda Planina. Von diesem Haupt-
icücken trennen sich in perpendicularer Kichtung
drei andere, die nach der Sawe abfallen, und die
vier Haaptflafsgebiete Unter* Bosniens bilden. Der
zwischen der Unna .und dem Verhas heifst Li/kina^
und seine höchste Kuppe KraßuUewacha^ oberhalb
Klucz. Der Rücken zwischen dem Verbas und de^
Bosna hat folgende Namen: Radovna^ OporzU
Liplja und Kernina; die höchste Kuppe dieset
Zugs ist Wlassich bei Travnik. Da» wo sich der
Gebirgszug zwischen der Bosna und Drina vom
Hauptrücken absondert, heilst er Ramenif , daiui
Kopitay zuletzt Ville^Olave.
AuTser den erwthnten vier Hauptflüssea giebt
es noch mehrere kleinere Flüsse und Bäche. Dim
Unna entspringt in Türkisch Croatien bei Suhaja^
und fällt, nachdem sie bei Nävi sich mit dei
. '
\
4* ^ Vn'Wdnärung'eyt.
wnna rerciBigt tat, bei Üsticza it^ flfi ^9ame.
Ihre giöfste Breite in 360 — 40b Fufs,- uüd die
Hehiste 200 — 1^46. • Die gröfste Tiefe bei mittlte*-
rem Waisentande 6 — r Fuf«'. Sie tritt W Früh*'
jähr an mehrem Stellen aus, verläuft sich -abet
gewöhnlich nach wenig Tagen. (Jeher die Unnsk
^ehen bei Sihaat zwei steinerne, und bei Östro-^
chacz und Krujypa hcirUeflae Brüeken. Führten
giebt es
* I, Bei dem Coraon^osten ^ztergäriy wo,d:er Flufs
330 Schüli breit und 3f Schuh tief ist.
9. Bei dem Dorfe PödovCy wo die Breite des
^ Flusses^ 36D/Schwhf und seine Tiefe 3 SchuK
beträgt. Diese Furt heiCst TunzUnbrood,
3*, Die Fujpt Kad ' PiSwnyakfik % unweit^des Do£-^
. , fes Zambutscha Sztruga; das Wasser ist hier
■ : ,2 —4 Fufs tief, u»d die Ufer J-^SJ^vtis hoch^
\. 4. Ostwüts d^B Doisf es Sztruga; dort ist das Was«
$et 2 — 3 Schuh tief, und 200 Schuh breit.
(Jnzählige. Untiefen giebt es zwischen Stanitschevo^
polie und K^zj^broodi; wo* man bei kleinem Was»
«ea: duvch den Flofs reiten kanm.
•Der -Verbas' ents^ingt am* Fttfs de^ Radi^vna-^
gebirgs; nimmt rechts den> Feliki Ugarhach und
die Fi^r^aaj^t, Jinks die Pliva auf, und fällt oberr
halb Serpacs^ in die Sawe. Ueber diesen FluJs
geht eine steinerne Brücke bei Gorhse Skonjcy eine
kokcrire b«l -DoZn/ÄÄÄon/i^y'def sgieichen hei Aki^
94iry eine hölzerne und eine steinerne heiJaiczcf
und jwei steinerne bei Banjalukay wovon die hei
der Festung, eine Zugbrücke ist. :
Vel^er/ien J^ivah^h %^hexk bei Kljues'mid
Giulissur gemai^rte .und bei Jaicia an der Mün-
dung der Pliva leine hölzerne Brücke^ »
Die Bosna entsteht auf ,dem Gebirge Smolin^
beim Flecken -^ania^ (i Meile von den Quellen,
der Narenta)y und nimmt auf: rechte — die 3ff-
ßliazza, Szahina^ Krivaja^ Buccohicza^ die SprecBa
mit dem Turia und /^zZ/abach; links ^-^ AieMitnäf
toinicza^ Lepernicza^ Laschwa^ Liscknja und Uä*
.sera; und fällt nach einem Laufe von 30 Meilen
bei der Lukatschcr Schanze in die Sawe. Uebec
diesen FluXs gehen vier stemen;ie Brücken von qu^-
drirten Bruchsteinen,, sämmtlich auf der Straffe
von Kaiserlich Brod nach Sarajevo j nämlich 3{
Stunden oberhalb Sarajevo^ bei Rakan Han*)^ h
Stunden, bei Kissoko 9 Stunden und bei Zenicia
15 Stunden nnterhalb Sarajevo. In Sarajevo «elbit
'geht über den Lepenitzah^f^x eine gut gemauerte
Brücke, Czareva Czupria oder Kaiserbrüeke g^
nannt. Defsgleichen eine gut gehaltene steineriie^
Brücke über den MiliczkahdLcYx^ nnterhalb Sara*
jevo, und eine hölzerne über den Foiniczuh^ch.
auf der Gonimercialstrafse von 'Sarajevo nach
Travnik, -
Die Drina (Drinus) entspringt auf den C^re-
nischen Gebirgen, nimmt den Tara^ Piwa und
Limus auf, und fällt Racsa gegenüber in die Sawf.
Brücken, giebt - es bei Fischegrad und Gorezda,
beide a,uf der Stirafse nach Constantinopel. B^ide^
I I <• '
*) Man keifst Wirthskaus oder Kru;.
/ I
•' ''idl^nkn Ölungen.'
•»Miid'' gemauert, die letztere ist eine der scnf^nstem
•fö BosBien. Bei Srebe^nicza war eine dritte, wel-
che, aber während der Serbisctieii Unruhen zet-
ftört ist.
. • "^ • •
•t ■ . • ^ ^
r ' Diese vier Flüite find «ämmtlich mh Fahr-^ .
.zeugen voh ungefähr i,ooo Centner scbifTbar: pie
^firina und der Verbas führen Galdkämer; docli
«riaubt die Eifersuqbt der Türkeh nicht» lie zu
f ammeln.
Die Moraka oder Pofaha entspringt am Fufs
^des Babagebirgs , fliefst durch den See von Skutari^
und fällt unterhalb Antivari an der Albanesiscbea
'Küste in^s Adriatische Meer«
♦
( . , Die * Narenta hat ihren Ursprang nahe bei den
X Quellen ^der\So^7ia auf dem Gebirge SmoUnf heifst
•Anfaiigs diejkleine iVirr^ri;«» und nachdem sie sich
.unweit ihre» Ursprungs mit der grofsen Neretva^ clie
:|Lm Fofs der Nifsova Gara entsteht, vereinigt hat,
nimmt sie den Namen Narenta an , ' fliefst bei
.AfostoTy Pocsitely^ und Citluk vorbei, und fällt
.durdi den ^anal Aex Narenta in's Adriatische Meer»
.Sie^ni^pojt ,a,uf; .r^hts— die Kama^ Brixnicza
und den Trebisat; links — die grofte Neretva^
die Bunna und die Brigava. Die Narenta hat
"zwei Bracken , eine hölzerne bei Cognicza, und bei
'M>star eine sehr alte*) feste steinerne, auf einem
•einzigen Bogen ruhend, die für ein Wunderwerk
'(^eBahen wird. Der Durchmesser de^t Bogens ist
^ I . i « « ^
•) Nach Uadschi Chalja stammt tie aus dem J. 974 der
Hegira. ^i
jtbhMndlungtm 4g>
#
3lDO' Fiifs, Voxhfor w«r hier «ao hölzerne,' in Ket- ^
ten. hängende, B^cke, worauf man jedoch nur mit
Lebefisgefahr bmübergieng, . Der Baumeister des
SuUanf Sulifiman hatte et fij|^ nnmögliph- erklärt,
a^ diesem Ort^ eine Brücke, vti; bauen, bis end»^
lieh auf den Vocschlsg . und Plan einet TitcfalaT'»
meistert die jetz^ noch ttehende zu Siiande kam*
Die drei'tt^knen Tesmigen Bösnient tind:'
Bihncs auf einer Insel der Ulina, Baniäluka zrUr
rechten Ufer des Verhas mit 9- Schlossern» und'
Zwomiky am lihken Ufer der Drina, mit einem'
^ • • •
Felsenschlofsy a:h dessen Füft die Fettung liegt.
Geringere . fe$te Pläpte tind foj^gendes Jaiczm
am linken Ufer det Ferbas und der Pliva* NovL
am rechten Ufer der Unna, ,Predor am rechten
Uiex der Sann^f Kozaratz. am Abhänge det JCpti
xiirtfg^birges^ .Prusacz. ode;r AkhissoTf auf dem lixh .
Ikßu Ufer det Verpas^^ Mos^ar^ Hauptstadt, der^^er^^^
Z!ßgowina an der Narenta« Trebime an dex Tref^
birucza^ Gr^^diskaoAet Berbir an der Suwe.
Feste Schlösser giebt es eine Menge. Die ror«
züglichsten darunter sind: Dubiczaan dcfr Unna^ •
Stari Mäidaa (Türkisch Modeu) an der Sanna/
Taddmovij Gräöaschlofs an der Sawe, Kostafnicza *
auf einer Insel der ünna^ Klis^ festes Schloft mit^
einem Wassergraben , »^tf^^n/Äo , NecsUn^ Billay^
Aqfirza^ Dirana^ Oduna^ Bolau\ 'Radna^ Dhsli-
nOf Pacstily Zaivir, Nova am Meer n.t. w.
Der Boden i$.t waldreich » und eignet sich,
mehr für die Viehzticht alt den Ackerbau« ob et
gleich > b«tond«rt . an de» Ufern d«r Hauj^^- .
4§^ AhliaKÜ luhgeni:-
flüsse nicht' an fruchtbaren* Ebenen fehlt. t)afam
gehören: das Feld« Z>oftrmjÄ:d am J^erbanjaüutis,
das F^eld Pago PerowinOy Rupre^l Crahowöy Gliir
hina und "das Ch<yrd^cta\hn\: ^EaÄ.Hahptbinder-^
zrifs des Ackerbaues ^ind die starken ^bgaben an
die Türken, welch^^ .-Garben von lo vom Ertrag
ausmachen. Die ViHizUcht wird gar nirht so be- '
trieben, als es die jpiesch^f^nheit des Landes er-
laubte; doch ; wird viel, Vieh nach den. kaiserli«
c^eu Staaten ausgoführl; Zu Ostrovicza y^nü Va^^
CUP wird ein starjter Verkethr mit Schlachtvieh ge-
trieben; defsgleichei^ ,ip' den Distrjcten.; yoj» Krup^
, pa , Dubicza , Gradiska , Banialuka , Dervent^
B'ohoy^ Maglny-y Terehdiny Glamocs, KupresSinA
Gmdusacz. . Ziegen und Sch'aafC findet sich be-*
Sünders in deii Gegenden Ostrovadz, Kruppa^ Pe^ '
tf'httaczy ' Kupres , Grofs Tuzla und • Glamöcs» Bor-
stenvieh wird läng» der Sawe und Drina gezogen'
in den Districten ifon 'Dubicza y Gradiska ^ Der^-
Tent; Dohoyi^ iMtaglaij Teschain, Kozaracz^ Grofs*^
Tuzla und Grädasacz. Die Pferctezucht ist ganz ,
v^^chl|Lssigt. • Die bf fsten befilidei^ sich in dem
ganz von Türken bewohnte^ , und dal? er sehr un- .
wirthbft;:em Districte ^liucs^ und. dann, in Glamocs^^
Sie si4d stark und im Stande grofse Lasten z\k^
tra£^n. ^
Getraidebau wird in den Districten von Grada-
Saczy Purottacz tmd Grofs-, Tuzla getrieben. Di»
Gegenden (von Bihacs und Dubicza an der Unna^
Gradiska ^ PrSdor^ ' Saicza und Grädasacz sind
fruchtbar an Türkis cfaehi VJTaizen ; Flachs und Tabak '
weiden bei und um Zwornih erbaut.
' Die Walduag#ii bectehan ^s Ekbni, Buche»
flnd Taim^D; doch g)eb,t,#« piach ganze Wäldex vpn
Obstbäumen, Ffl^mne^, AepM., Bixxuq .und Nüir
f»i, diejgaa? ^benmat u«ii wild ihre. Fr üc^it«
fciiageH. y on , d^ Pfleuaieii wird der unter ^em
Namen <^liv^i^j^ ; ^ai^J«^ Prafint wein gebrannt^
find mei9ten&i^;I^4&, cons^m^rt. Aus den Bim
Äen wkdein^^Saii,g^i9^iit,,,P«i!wiw^ge t^^
•0 snfs als Honig ist. Die gröfste Waldung »t.zi^
Doboy. ' Der •voi'züglichste Holzhandel besteht zu
Zwornik^ Sowohl Bau- Wk' Birenhhölr *Wfrd- von
da auf der -Örl/ia in die Saü/e his Semlin ' vi)aä'
Panczowa verführt, Die ftiitricte'vön Koyi, Du-^
iicza^ Gradiska,' Saniaiükä, bervtnty Ma^lai^'
TeschaiH, Aozarkcz und Gradas^acz^ireibin eben-'
falls einetf nicht ünhedeutefl'deri HolzÄapdd. We-^
gen ihres Öbkes sii^d, atie' öi^nden von Bania-
lukäy Dervehty t)6hoy, Mägtaiy TtschairiyTa^^
icza und G radasjacz\^ A^nnX, 7^^, P^edpr^ XupO'
niacz^ Kosaracz. und Baniäluka wird if ^ke B^en^nr^
2pcbt getrieben,. und viel Honig gewonnen* y\!'einc!
wachsen in der Herzegowina, besonders MmMostar*^
23ie Indctstrie beschränkt iiich anf einige; :wa-
flige. H^bric&^te von Leder , grobem J'nch, wo^leneOfi
Decken und andern wollenen Zeucben. Es yverden r
daher ixij^^ist^s rc^eSro^utcte.a^'geführt, imd awa^:■'
SdSaaiwoUe, Geiff haare,' Wildhäute,, ^auchwaaren, ;
Holz und Holzwaaren, TabaJI^fpiiSfi^Qni floni^ unii.
ff^achs, ^Färberwaarei^ , Spe<;k und Unschljitt^ . ^elr .
fe; ßaffian und apderes Le4er> Papaschen, Ledi^r« •
und Riemer waaren^ wollte' Decken, ei^ig^ Tür«
kische Kleidungsstück^ ; f^rfier: P{^r4f,. B'indvieh, ,
48 jt^^h^nd't'üngAt,
Schaffe, ZSe^n, Schwein^ ; ' Tnithühtter und ge-/
Aörrte Fische: Eingeführt weiden: ^eiHf«^Änd,TucK
und Casimir, Seideni^euch, BaumwoUenwaaren;
Posamentier* umd 6)aswaafen/ «plegei , Flac&^J
StaÄrlvräaren , Papier, Zintt - , Blei - , K imfer- uni
Eistowaare'n, Qiiecksilher uWd^ ArseÄik» Alami^
Braiilienholz, Salz, Zuckei* «nd jKaffeö, G^^üne^
Indigo, VitÄol; iJrtedicinalwadrcn; 'Sehielsge'wehi?
und Pulver.
,,.. /Die .vorzüglichsten Handelsplätze sind: BosnuL-
Astä; oder Sarajevo. Hauptstadt vonBosjpien^ wel-
ch&^lg^OQO E^i^wohner: enthält; ^^Zworniky Bania^
lUika.y'Oßrvcnf un^ Gradis^a,^ Sie jtr^^l?en,^ugjeich^
fijae,xv beträchtlichen TrAnsitohaadel ^lit yiice^om
ni$c]{|ier Baumwolle, roher $eide,, .Kaffjse, ,.Quv^il|.
und Baiiipöl, Reifs, Safran ,. Cihehen und Feigen»
Auripigm^nt I . Bär^m -^ Hirsch -* und Cem8hfuten•^ .
" ' Eine Ku^elpefserei befindet'' Sich zu Kamen-^*
gtai\ eine* Saipetersiederei zu Jatcza^ und Pulver-^
ifiühleft giisbt^es zi BihaCs^ zu Ottrovacs ' vaA zu-
Bämäiüicä*'^\y das befste Pulver 'Verfertigt wird. '
'"'^ El) wird aUgiewifs abgenommen, dafis die Boa^
nisten Gebirg« eine reibhe Ausbeate an edfon^ üodi
uiiedle0 Metallen gewähren wütden, wenn di«
Türken nicht jeden V^rtucfa dazn mit d^n Tode^
bestraften. Die Ursache dieses strengen VerboU
teil seyn, um dädurth die EifctfWdht der Nach«
bam nicht rege zu mai^hen. Voictii^lich wird den
Gebirgen um ^Sarajevo eine grofs« Reic^hhaltigl^eic
von Gold und Silber zugeschrieben, und es pursiren '
dtfthalb unter dem gemeinen Volk eine Mcag^
I I
Mkmndlungiiu mm
\
MArciim Tdn fiAborgnen SdhMtita luid Koftbaiu
loten. Drei Stva^imi y^n Trmvnäi, linkf twti
ftimden tob dem Wege nach Skopje «lad aodi
4ie Ueberreste der Werknltte von einem ten«
Hkt besisllmten Oöldbergwerke, Zlamizta geaanti,
«efcbes in der Landeitprecbe tidfatt Gold heiftt,
£s befindet deh in einem groben nnd dkkteai
Walde, unweit der iterfällenen Fettnng Tor^a«.
Die Einwohner sind aber fo fandittam, deb Kei-
Äer aus Furcht vor den Tfirken eich getraut, nur
in deksen Nähe za kommen. SUberminen di^
jedoch .sämmtlich vernachlässigt iind , befinden'
«ich bei Srehernizza an der Drina» bei Krup*
pa an der Unna^ und bei Kamengrad, unweit
AM Verbas. " \ . '
Die Eisenbergwerke sind die einzigen» welche
beaileitet' werden;' fedoch ohne alle Hülfsmittel
und Maschinen, blofi von einigen alten ZigeuJ
jDifniy folglich schiecht geüilg, Eiseaminen befin*
.den sich waXeTn^^SartqevQ . bei den drei Franzis«
.canerklöstern , i%2/t/cz<i;, Stutükm und Kressovüf
wo eine Meng^ Eisenbaounet sind, .im welchea
Hufeisen, Nägel, . Thöxscklä^^er« Siseoblatter und
andere Eisen waaren verfertigt werden; ferner bei
Facup j Sijan^Maidan/ Kamengrad, Vtsioko und
Varesck. Bei dem oben genannten Kloster Krei^
9W0 bdßhden sich auch reichhaltige, jedoch gan«
'iinbexfützteQuec^silbetminte. ^ar verstohhierweise
▼erkaufen die Einwohner manchmal an die Juden
Stei]^, welche bis über 6 Pfund dieses Metall'
enthalten sollen. Eine Bleimine giebt es i^. der
Nähe von Zw;exmk. . ..,:.. :'» . *
N. A. G. ^ ILBds. uSt. D
\ •
I
.7^^ ^S6 bt aueh' daf' Land voller/ Miiunwl- imd
«SalsquiAltn. . Zn i»^;Demirca^ odtr £'^#fi4^, 9Scani^
jiMk von Tsimiik gagen, Sarajevo üt ein Mineral»
4>rimnen , wovon jährlich mehrere Tausend Bonteik
Jlefi va^'KagusOy Spalato und Zä/»« ^eben* Etae
wa^ide Quelle befindet sich zu Budimir am jlß/^
lejtfttfbacli. Die merkwürdigste Salxqnelle atücxt bei
.g^ie^a tius einer Frtseidiölile Hertor, wird äbefc
.(|;siil nicht bemitit«
^ Die Einkünfte des Landes werden zu 5 bis 6
Millfoneli Piaster ♦) berechnet. Sie bestehen auf
%^t hekanhten Kopfsteuer 9 Haracs i welche , di^
'Türken von jedem Christen männlichen Geschlechtii
'vömT'ten Jahre' an nehmen, und die von 3 bis Xd
Piaster heträgt; ferner Grund-; Häuser« 9 Gc^erb»»
uhd Handelssteuern, Mauthen, ZSHe, und Straf*
jgelder. Nach Konstantinopel werden davon kauxB
2 Millionen Piaster gesendet.
Die StrabeA sind hier, wie in der ganzen T&s
-kiei, von der übelsten Beschaffenh^ , und meisten
' «nur für Reitende brauchbar. Die wenigen Fahv«
w^e sind in schleditepi Zustande 9 und nur mit
leiehtem Fuhrwerk zu befahren. '
Die Hauptstraße nach Konstaffitinopel kommt
von kaiserlich JSro42, und geht ent^veder über
Travnik und Sarajf v^, qder gerade Qaoh SarajtvQ^
^ immer längs AiBKfiotnß* Sie wird befahren, isX
^ Ein Piaster Dit Mjj;eiitlicli i Guldeft Kaisergeld. Da
-' wlkvt der Gturt tfehr veränderlich ist 9' so ist er oft mir
die Hälfte. Ein Piaster hat 60 Parai'f^
^ smbx trfrl^iUej^» woil di# TMiW k«hi« W^f»
leparircB. A11C119 4it*»r 4>f>t et noch folgtn^^
Ahrbare Straben:
f. Von D^hoy VU^p iMPi Spre€zäBuü fiW Unteiw
find Ober* Tuzla nach Zvornik}
8. von Doboy nach Gradachacz^ und von da
flb#r 9r€htrnic%a nach Oradkciguucta$ / ^ .
3« iron&Atftetf ^bar Rumiemmp Brtmuzm^Bmk^
vich ütLcKVnt^t'Iudla; ... _ ...
4. ^on ßrebemik .nach ThgoeMmk an daxLDrfauu
5. Ton Sreb^micza iäagt dar Oxina. übatZfcnr»
mi bis ZleacAii ; (NB. . Von SrsbemUui aa^ '
^vrärts der. Orina itt nnr. ain Bait»reg.X
6. «wif 6hen AEbt;i nad Bihmtt längt der Unna«
7. ^on Maniiduka.vihßt ^rmdUka ^ Dubicza, Etß*
dar nach NovL . •. ^
-> .
Nach Oaln&atien* .gehen Tier Hanplgebiift»
pisie, mid zwaf :
I. aaf aem Weg^ ron l^ivfiö tiht^'Sigmi
3. auf dem 'Wege von Ünista nacET VeftSkai'^
3. zwei über das Cr/Zi2;ziigebirg auf den beiden Stfa*
fsen» die aus* dein UAäathale nach 'Knin IfthrSl
^1^ vonkcUnlic^ir^d^nmc^ Tr^^ffik und SqraJ 499,
▼on Brod nach Dobpy - • • • 9 Standen
— — -;. 'Aan Maglay' • • • 5 *T
— — — Schebcse . • • . . 4 "*
Oder: (von i?oÄoy nai:h tethaih^ 3 St.
. ^. -.;- ,i^ Ä?Aa*aj»5*--)-
Von Brod nach Vränduk . • • . 4 <— '
•— — - ■*-— Zefticza • « • • ••4* *^'
-r- — — Sar0j€V0 >• 1-. * • *4 — '
/^ Sttimn* 40 Stnndan
Da
V
' ' •' Wtf i'enikka hh TravniK , «ä»d >uif 4^«ltun&il?
fel|Uch* der gaiWe Wefe ün'hii. V Standen. D4
abec dieser We^ immer mehr Tferfallt , so hat' ask'
nack uid nach folgender Weg gebildet, der jem
allgemeiA gebraucht wird.
Yan Sr^ tküctL D&rvsm ..
— — -^ Doboy * >•
' — K^itsavaez
_ — — Maglay
•^«-r - .T'-'f ''^ ; C^ihgxczi
Jl.— > — - Ljubatövich
~ - ~ .^ ~ J^randuk i
^-T- — — . Poczelicza
— — — Kretnicza
• **
Zusammen
^ 4 Stunden
• » —
.11 -
.' I* — ;
. 9i ^
. ■ • '»l' . — •
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44|Stundeii«
Weg VnTtavnih nach Dalmmtien. .
Von 3Vat>ii(/b~bis ;(i|lii Äajft ruritf;.. * . . iSt^
Yon-da 8n dem link'en Ufer des Oboilk^ Reka
dnrch Gebirge, uxid .Waldungen auf e^Qam .
•ehleqhten Wege nach 4^A;a^;>; . . • . ,5 —
■ Hl ■ I I ■
* 6St
* %ft.
, . Trawp. 6 m^
«So offener Marktflecken an c^m. ^d^ei« ^^s
- A^s Perbaff ,yr4i ttmn eine, stfänextkf B^^ücke ,j^^^
^gpsirtt längs dem ^f^^ncisabac^ naclj der^e- * ^ »
^4ong:^*war; ,. . \ . ,, ,. /"!*/- ..^'Sl
yon'hier anf einem ganz verfallnen iVege durch
Wäldgebirge nach deprrFestung Kupres; 5«*
ianii, OTchdcm.men ieo. iSf4r/iite^iVB]^«eef n ;
"ibt bat^ pai^i .dem kl^xifn«^ mit einer ^
- Schanze. Ferse^Qen. Ort^ S^hubicza^^^ *^ 4^
daq2i2'Stiuid^n.GQbixgsvf#g4 imd'lvon d^ aof ^
•^^eineralton, gepfla^teruik Strafe nach Lupna. 4a^
^^evno vt ^in festes SQblQÜi^'aQCjMnem'^Ber* _,
ge 9sg^.9su^h BimehaH0t.<igtißgtsLt und nüt _
tj Cenooie« JM^m$ t t
Von Irf#g?aio^bergaaf nadi Belliöreg . . . it—
Belliöreg ist der letzte Ort in Bosnien; von At
geht der Weg über das Pro/^i^er-Cebirg nach Sign
und SpalatOi i*t aber äa£ierst schwierig und schwer
£11 passiren«
Ein zweiter Weg, der aber noch schlechter
ht, ko^mt aus Dalmalien nach Glaniocs^ theilt
sich dort, und führt theils nach JUevnOj theils
»ach Kupres. Der letztere ist ganz nnhrauchbari -
bnd ni^ zu Pferde zu passiren*
Wtg vloh Travtiik nach M^ttar 'Und Rügusa,
Von Travnik nach Skopje; . • • • • 6St.
— "^ — — Duvno; . . • . « I* —
Ton ÜUvno auf einem schlechten Reitwege
fiber Steingebirg nach Bükitm^ > . > 6 —
94 St
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rf ^ Tramp. 948!«»
▼OB da in! «xiem eben so tcMechten'^Wege > ' ^
liBgs dem Öröfirfiach nftch Möstar;^ * . Ä — *
dann »ach Stplatz , . ^ • • • • :
W da Reitweg Aach Ragusa r ♦
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Von f>iirÄft »«5h ÄÄoviii?« . . ? / • • SSti
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YQXtfy^inj^ «faid a« * Stunden nach JU*
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BÜCHER - E S e E N S^I Ott B N.
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' ^ of thä expeditiön of Öyrus from Sardia to
Babylonia and tke Reif 001 qf tly^ Teti th^u*
nnd Greeks.f from thenee to TVeHfonde anS
Ljrdia }üith an, äppendlx containing an Bn*
^uiry into th€ b^n, meth^d.oj impi^vmg *thA
' &eography öf the Anahusis etc. • Bxplained
hy three Afaps. By Jähz$ K&^jff^^z,ü Jl t^
ülea Phi^Ugm und Gcogm^iiett v« YmUfA^ WfA
an» I , ithli » 1 ?ei^ci kann man diM« höclu* .TOrtieOiok«
WerJK als «iaan Solials avpreif«». Alto^iA g«di«g«Ka
Gold yom Aiilaug Jiit^tu Eade^ Hw iaii rf l baiM^dkiH -dia
l^abaaia sucht .alMa aU ainl»..iiiilalMt^tum Bari«lit#
loiidera 4«ick ^ «ift &ti«e|>aa|lbr«i)Ntiif 9. dann von 4att
14 Monatan. welcKa di« Griechan brauchun, .Jim yo»
««zdis aaak Golyar» M temaitf».* . iruirdatt itlakr ala sie*
bea mit Mtrgtihan inariisadtt* laftluMHl waiahir Kaü'ii*
I
56 B&chtr - R0C0mst4n0n.
3,200 Brittireh^ Meilen «tittlclttegten,*"'fihd »war idekt
blofs 'mit Hin - und Heriüarschiten in demselben Lande«
wie in gewöhnlichen Feldlügen der Fall ist, sondern mei«
tteas mit Vorrübken ; aufserdem schifften aie nuf dem
Schwarzen Meere und marschirten an oesseh Ufern noeh
5QP Meilen bis nach Byzantium. Die bisherigen^ Charten
von diesem Kückxuge waren nicht viel besser, als Er-
dichtungen. Kenners Charten unterichieden sieh davon
|;änKliphy weil seit 30 — 40 Jahren unsere Kenntnisse yon
d^ E^d^sd^tT^iVkng d^ CweHf ic^n^sitiliis^tleljbl zü^enex»^
men haben. Schon vor vielen Jfihl^n sah er ein, dafs man
dieAnabasis nicht eher recht veistehen würde, als bis eine .
Menge gei^au^er Beobachtungen an Ort und Stelle gemacht
worden wären. Im Jmhr 17^ schrieb er daher an den
l)ernhmten Niebuhr, und erMat sich von ihm einige Er«
läuter ungen über Klein - Asien und den Weg . über d^ft
"I^iititikeh» .be^geV^l^ik^-erhie)^ er nebst einePVch^^^
3!^^ ClMur^e^ «ntl^ti^nd^eb|ihr3- Eeiselauf di^iph «di^mit* .
täglichen Theile von Klein - A^en, Pas zweite wic)|tige
Rälfsmittel' wat HiVrA John Sullivan^s Tagebuch"^ einer
l^tise läwgs dfsui ösilicW nCer. dei Ti|ste. ^I^v^BNitc
dieser unschätzbaren Materialien^ forschte er .nun ^wei-
ter und fand immer mehr zur Aufhellung der Anäasis»
Xr.'^v.Han^iafelt i^Wf^n) deüeo d«» V^fwsesr tftie grbfteni
](«Q.b«».gedei9kt, sch^cJ^tei^^hxbareitwiUi^ UeaMrefttan*-
^en , einiger OrientpiUschenJ^eo^praphen. . Graf Otto vcr-
«il^aifte ihnl im ^alire imx dils' Gh«brten dei He^n von
^eauchamp über die südliche KM» jec^ldlwÄrte^ «Iftee«
xe9 aus Ftwikreich. Von der Englischen Admiralität er.
kielt er des Gapitäa Beaufort^s Charte von der sücilichea
Küste Klein - Asiens. Der Kaiser Alexander befahl. ' mit
ämxi Eifer Ifftr ^H«' WiseeanelM&eti , welcher dteiien 'kür-
tften beteelftv ^^ 4*»» aus dem kaiseriichen Oep^t' ll^*;
nein alle ClMrlen und Pläne mittheilen ^^Ittb , ^"welchV»
•r vcriAifle. Aufieriem war jeder Gdelixte^ 'Hn dek ^
^oh webdete, wdUif , si«lfr«ineii eo berühnflen Mdnh v«äK
Hebesewütd^ten GiuuMktiir ( jvt»« 7^'lahre ahV tir iHit--
f^kitium. ' •' »'**'' .»••'/ ., . ■ : I
Die vctfUegviid» Ausaxbelföttf 4st &ur i»in' Th^il einet*
w«&tlMJtaMead«v W«viUft''„lrJtx|^eichulig<^di# nenera Geo*^^
Mucker • Kic€n$i6ntn.
57
•inpUe 4ef wMtliclMn Atient mit de^r XIt«ni|<' worin dat
|0oi;rap]u«cke System diesef l¥^tgefend eine Tftllig neue
GettaU erhält. £• in «u btffirektesy dals dai hohe AU
ler ^es Terfaisen ihn hindern werde, dieses Werk völlig
Wiaerheiteii; «her sein« Sdhue werden diese nntehits-
huren Materialien der gelehrten Welt moht ▼«renthi^teB.
Kenner, welche wissen , wes fttr Mfihe und Geduld die
Goaitnicitiim einer guten dtarte kostet, werden den Wetth
dieier lUiietMtiMM hMomderv-niohideD drei Chaslen. eh*
jQfiten y womit Aennel dieselben begleitet hat. Die kleine
Iteht vor dem Titel , die beiden gröfseren sind nicht. &d«
^mmipgelfirt, nnd mlniw heAadne gebunden werden.
Sit find betitelt: i. Allgemeine Ansieht des Feldsogs des
ifioferen Cyms naeh Babylonie» und der Rückxug der
2ehaUusend nach Trdi) i sawd» m i d Lydien. 9. Cyr|is, des
ifiagem, Mllrsehe ^on einem Orte tum andern aus Sardis
ateh Babjlbnieli I genau verieichnet, und der Rfickiug
ltt2ehMläseVd rOn'dort nach^'^ebisonde und Ljdien,
a^Mt einer angem^uen Angabe *del' Oerter in den um-^
lliegeadea Lf&nd^n; ).• Die Liiftder twifoheri Babylon und
^M'lktdadh jem y naeh eikem grofsen Maarsstabe' «nrfir-
Hiniiig^##]feirder GegenMnde. e) Anfatag d^s K^et^
üifi'ier «S(«hBtatt«end, öder Mt wtehtigste Theil dessel^
ken; -1)' üaeiMiiderf 'Mlrsehtf' naclt uncf rim d»m*Pelda
lil AHMla';-^ e>*lnliaii^s Marsch nach Xfetiphon, und
Bifidctug der HlHniKhen Armee' nach Miiibi«, ' d) die Kl^
ilnrn und neuem CaMlle vom Euphrat nach dem Tigris;
Ovttbiltfminiatogder ]4^ditehen Mauer das ^a&akopat ete.
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Itettres ^rom Portugal^ Spain ä'hji ^nnfi^
cßy wriuen 4f4rmg :th0,e4$mpmgn» e/hii^f
* ' . . . '
1813 ft 1814, addressed a friend in Skglänäi
describing^ the leardiitg J'eatjire^ ^f , th^^ pror
vincBS ipas^ed thr^ughy and tke Haie of s^
tiety^, manner Sy hahits ett^ of t}i4 people, By
S. D, BM^amvkMt^ \ JLemdpM. 1915« gnr.'^
ipr Neugierde «iiiiger gut^r fxennä»i,^%$QkriikM I^Hlht
deny wiQv der VerfaMer mit eelb«1» in. d^r Vifrxw^ ^ Sa$lt
(tim%^, SP eiithaltea sie jaw^y (^ i«4ind|)eltm,iUMIjipliMl
fuid Begegnicee des Briefstellers , als, ei^eal]§jni9eiii|ff^ mal
(aasende und vollendete Ds^UeJlMAg der Q^E(Ri<i*4i» '4i0
«r dttrohwatid^rt^ Aach war. derselbe .dl^($tl. »Hn Y^pf
l^piitß (in eioer kriegfübrendea Armee) %u kf^^9A^lk%
9k d^s er nack' Wiitlkülir od^Bfidilrfoilf iüttie U&ten^
^Itdbungen ut|d Seo2»aclitQii§«ii aasteUep .liÄnaiin, Dmm
vorausg^tot nahm B^ef. das./Ba«h ^hn^ g>^ft(flt jSffrfJ^
tttogen in die Hand, allein er« hplfte, vielleicht einig«
Interessante Thatsachen .über den merkwürdigen Feldzujgy
den c^er Verfasser mitmachte ^ su linden , doch seine Hoff«
nnng wurde n^cht erfüllt. -* .Es. fehlt dem Verfasseif
nicht an Beobac^tungsgeist , an einer, gewandten Darstelr
lungsgabe, u. s. w«^ allein nach dem^ was uns bereits
durch mehrere Englische Reisebeschreiber , ferner durch
Bikurgoingf durch Idnk^ Rth/uts^ n.$,w. über Portugal
and Spianiea bekannt ist , ^ bedarf es grolser AufnierksanA*^
keiiy Scharfsinns und güastigei^ Umttände , um. uns vqa
diesen Ländern viel Neues und laiereesaatee mit^Mdlii»
lu können.
• \
\
^tallfser uAanM ««in«! «riten JädtC «tt» a#^
te, im ^lovtnWr xbl2> uad wiämmohut f«kie Fre«4n4e
«wi fviver dnku»^ in LUsahmt , tcbüdext «ton «Mt«^n 4^
Mteft 4«r Stmdt undAhr^r ITmgehungm^ Und ersSHU vo«
<d«i </ntifdkaltMiiir#n im Haiii« d«# £M|r<i'«^i» G«#«nil4<%
db» C^iuifij» u. •. w. <i-^ CBr. V^rh^rnpif^tn tum F^idr
•»Iftft^-* B^tehrMwmg won LhUükpn, Bu$nos^Aj9^% B«p
i«m. -^ J)«t VerfMter klagt telir, «m tUe EeiMnd«^
«MST die /Unoreii^ioiiktfii und die groIte AntflU der; Unit»
de. in l4Mabon, die^r euf flo^oeo.ogielyt. WiÜur«nd dt«
Fraasosea die Stodt besettt liielle», iMfahl der Mart^eU
teiMt» de£t.die| StreCten geveiaigl,. und die aiufftliaagerv
iea Honde nmfelMreolit werden sollten) allein diid|^
Snahte aUe VolkselaMen auf, und die Vexdtänfunf d^
^etivohntai beMdicte dae NatiMMÜg^fiUiL 8e «10 M9
BngWnder die. 5tadt eroberten ^ behebe ma»» wie in iaia#
«ndem» to aneh in Rfiektieht der .Unreinliolibeit u«t
fftat tablloae» Hunde • «u den Mtnütn «kea Sitten aa4
P«cnlegieni<^tttffML -~ XII. Br« B^ttMmihung d<# Xiütevi^
dnr SlMdl. amwft! der fi'Jta^^r. ,^Hä9MUh$ MmrUkf-
mngtm. Tiuh.. fTMg^k.^ Btfieel#e fiv» eAif al<W«[ ^Ml#
IkHttmmf n. f. w« ^ lY. Sr. I^j« J^FrcAi^n , JC>>eA««r
(^hräuäbtf u» $.w. -^ Der Ver&ayer ^Mwnndert dip
Praebt «ad Herrlickkeit der Jlirebiii, und itt gaa»
binfesiaeen von der Wirkunf des- GQ|leidieQilee.,l|i
der Heiligen Cbrietnaebt. »»Weate eine Brbebuag 4«0 ,
Gemfithef je ntdglicb itt, lagt er , ae iü*», w4bre«d dar
Prietter das Brod weiht ttnd die heilige Hoelae. empor-
hebt, da fi<e .ich micK, wie^ Oibbe« eagt, eelbtt 1^
tholik/' --r Die v^nfbebnng der In^^anfÜOa hat den Me%-
eehen dievAngen gettihiety und gestattet ih»ea weit Mehr
i^reiheit %n denken und su epreohenwi £ine ItfigeYMMa-
duag mä &hg)«nd wird den Kalh#lioi#nMia imm^t lail*
^er./and. w«i%er abit«»f0^ liiaohänt« uMd d»e }etiige Ujur
wieeei&eit nndJUgotene vvcttunder«. --^ Y. Bir. DsrSenHt» Y
iMi|^* ilAendiMle^heltiin^tn. QäHlUfH L0hm In U9r
ea^n» D«r .Verfaiiar }m$äkt ehan h#siie günstige Btf
e^vaihnag TWi de» P«NnitgieBia«ea« ^r,fMeadgesdllaDhi|&
j&KHP^aaer md die JMaean MMaeiMiauttan» titkäi mam
\\
ffi Bächer * R^&ention^A
'die Frtam ••Iten oder nie fiffentlieh. . WoA M zur
Kesse gehen» hahea sie ^gewöhnlich ihz« Dueanas-hJMlBr
<ich, und ihre Haltung, ift doim tnut, feierlich uacl
Würdevoll. Bei andern Gelegenheiten %€agen nM eineli
^rad Ton X«ehhaftigkeit und Lustigkeit^ daTs der PJrescd»
ide eW für leichtsinnig- hahea möehte. In ^Pvivatak^lA
ifSnd ffie ofFon- undröekhalfeslbs, suw^len koket dread und
Mrerr^ichmeioheUien nieht nngeme. «— VI* Br. Cintra^
-JS>ie JfastkrUitukg: Mafrü\ Der J^alast im Quelus., —
*Von derti Ittxtern, ehi6r Sommerce^idenz des dam^ige«
^tAiv^Regeaträ, macht der Verfasser eine sehranuMiend»
Sesehxeihttng, «^ Vn,*Br; AuMmarsph aus Listabikn^ X»«rtf
^•llingtonU Linitn, Saumtem^ ' Jinhmft ' iw Chümufetnd
CHamusca ist ein hübsches Städtch«B,' in^eidis ättSmrtt
4lichth«rett'G«gead,/nill Bergen umgeben , worauf wohlv
9ie<&ende KrSnter «Isehsen , welche die Liilt .miik i]u«tt
topften erfüllen. Der Tago iliefst hart ea der Stfult va».
4M. Als eine Sottdezb^k»iti bemerkt es der^Vevfiisats^
^nfs der FlnfS' im Winter gewöhnIieK<a[iinder'\tatteisMde&
^' Ist,* als im Somnier. Man findet hier mehr .9hitiglult
kmA Fl^lii, als in und tim Lissid»on.« Eine Tüchfabiik b*-
iROiSIti^t TieW Manschen.. -^ VIII. Br. Die .Sa^mi: ^IU.
^igiose Cergf^MÜ^'^und Pro0€S»ion9i%k Frsdigtfny Wohl
Ad«r Heiligem Stiergef^chte, Trdeht d^r. LandUütMi ^
4BL -Br. Marmjk an die Orünxe, Zvitand des lAakerbt^ei^
^ . 'P^n»Mitüngtti «en S4it€ der Franzosen und RachsatSit 4tr
I '3hßrtugiäien* Mmg§i ^n mMci^wchen unfd'cf^irurgirthet^
Ketmmikten, VohifiheilederJBortugiesen,^^iiieBchißQh''
-ie ^egletung, be«ierkt' der Verfasser ^ die so laifge- drIS*.
-«kendattf dem Portugiesen gdegen iftt, hat den National«
*<«iofe nl^^Bftnttipft y * ttud dis Bestreben^, «ndeVn IVatiooeA
"Iftiftoh zu «lehen iind Kenntnisse zu erwerben, die dund^
-Aofkllr^ des Oeisles und Vermahlung der £nisii;htda
' -ihre Matht und ikr Att^ehen vergröfsem' kramten, ^witn»*
^' liyQekt. Aber tiicht nur linter den Ii4«dlenten ist > dar
ürnifrige Zustand de* Laftdes> so sichtbar^ nnoh lin aljofe
•«ndesn^ Oi«tidntd»i^ Volkes.. «"^Vrissensobnft und Bildufg
Md, wmue noch «Mitfgnnz ^VonMhemilit, alleitt^^ knan hau
, tHiMidh wiekt iaohr M^gm,'^ dmi^ oid ovktimi ; . dU jehft^
tkid Ki^Mhliwiit,^ wd 4ie.ilÜriiBlM» Wik
MAtk^rx m^^t^sUM^n.^
item Oradb, «nf dto ti* M «adeni Yilk«rfi ti^
iu: JltkmrUekfSM»ss$r.JhrmMt. JTIm. PV>M»lt*
«t. — XL Bv. ^^Iiai^r C/nlcrrdkM firi#«fc^ P0fiMgti
wiut SpämUt^ dwimd Modrige. KM^ng 499 JVM^«
ilin IJi»d«r kt telun an cbnr Orlnt» in di« Aufm apfrin*
gend. Die Wage^ dia Bituar, und dar ganaa AnUidC
4m^ Landet y vAllaa ünlarachaidat siah nun Vortkaa Spa»
«v^t.. Dia Einwohnar sind tek&nar ga^aehtan, Jbaata»
gaklaidaly mnd durcbanaihitigar/ nnd taigan mahr Bfl^
dang im Umgänge. • Dia Natnr kat für dia SpanieXs mdur
getlian, und rie machen auch einen ]>eitern QmhtmA
▼ea iltten GetclieBken , als die Pmrtitgiaten. NicliU de*
fto weniger itt das Landrolk am, im Gegentlieil noal^
trmeri alt in Portugal , al»er aie haben Kraft und Mndi
,«Ye f^em t*« frodt e/ i^t** und tind nicht in VeraweiS-
hing Vertunken, wie dat arharmungawfirdfige LandroUs
in Portugal. — Xil. Br. Guus Auitehtn der Jrm§4* Bing
'Spanische Aevut« Dia Ebeugn btfSalümmn^ti. Tcrtreßickr
Mt des Spamsehen Kerne und Bredee, -^ XIII. Br« Zat»
sammentiehung der Armee heiPaUneia. Meechreikung die»
ser ^üdt. Franriseanerkieeter, Ermerdung der Münehe^
Anblick dee Landes^ Ankunft in Salammtam. üeherga^
über den Vuere, Tere, -** XIT. Br. SeHnfüe FerteehriiU
des Feldeuges.' Altgemeiner Anblick du Lemdee. : Bmfe
wem 'San- Martina • Bemmntischa Oegend am Bbra, Sehtaeki
Mi Vittoria. ^ y^Mik jedon Schritte, tagt dar Varfataev,
wtirda die Gegend gehirgigtar ; die Wege waren gröltten^
tfieilt gut, dat Land fmehthar, untihlige Dörfer lagan
terttreut umher, und seugten van der groften BeröUterung.
Der Ackerbau toh^int auf eine betricktHche Höhe" g«^
bracht zu teyn, doch hÜlt er noch keinen Vergleich mit
dem Snglitchan aut.'< — XV. Br. Bineug in Logronnet Vie*
taria^ Das Oebirge zwischen Vittoria und Log rönne, Ca^
mina Real, Aufnahme von Seite der Binwohner, Be^
sekraibung der Stedt und der Sitteh des Volkes. — Die
Einwohner und die EuglMnder bewieten tich gegenteitig
ii1%kaiten. Bälle wurdmi weckselweite gegeben. Diete
m
Bf »*«r t« ft«^»H»*»]in
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ma hvkem M i %\U[ rwm 4mi gvMlIif»» TugMidea dw '8p««'
altr hitf« • DU Miiines wmtett gvfUuttmUfiU f iMiciA, kd«
tlgiiAd älbgwcItMMekt, di« FrMitii T^rrUtiieii Mängel «il
b^iiMteMr «aid^iil0f Mm. In fcder GesclUcbaft ^^nt9*
dmCigaiTC/'a gcnniclity wtlttht eiiifii imaiigetteitaeii ik«
mdi v«nmftclrtM* Mi^be^MxMe niekt, daft die Sp«^
«••r.ineliy Kestitiiiit« bctKl^e», all ihzc rentwlEtetenNai^««
ianiy 41« Pwrtuftof^tt tt.^*w. -> XVI. 3f. Umgghungfm
«pn P4Mip#/«}Mi« Pt9vin9 ff^vwrrm. Ikrt Erz^gniuB wid
"tftwMuttmg. M^40i€ti€ittmgtn.' St0U dgr Spanier. . G^
gkmltt'&9»inmmmgm. ^ . JCVIi. Br. Sekäntr Herbat. Wd»^
litmdrl, Mi0%9ck ^pjoh Bise^pt* Fittarim^ Cnmtnd |l«0l
m fmA9U. T^Udo. CkaruktsriMtitekew. Aenfstr» 'dft Volk»
in Biu^ftu ^gmth&mlichluU der Bdaküehe». ^p^n^a.**
JDm L«ndir«HL in Bitcajr iat gawöhnlich ttiirker ukid kr&f «
4%ar, alt die Ükiigea Spanier, pie Weiber sind ^Idkenr
'der vnd toblliaer. -^ XVXtl. Br. iClima. iVfn£«i». £«r
:9ehreibemg ies Landes um Bmsemget Sm. SeheHimn* Vthett
^amg, *^ XIX. £a Du Sira/se durch N4xvarrA üher Punk-
feUneu Käuher. Stimmung der Einwohner, SpanisQh^
Meilen» Lehsnsweiee» Aekerbuu. SeickrMung van Pttn»*
peleii««-^ XX. Bv. RiUhkehr naeh Legronno, kuei^e la
Meyntu Atellm. Loe Arc^e. Finnm. Neigung der Sf^-^
mier tu Facticnen. Bie Prieeter. « Bemeiee von ;I7«tfteii^
mndrMgiiieem Knthueiüsmue. Tati/c. Megräbniff.^ CmPr
«aeal. ^Ftnndenfeete üher die Befreiung Ferdinand e.^ Ch^
rahter der Spamie^en IVaitrn..— Die Spanieir, ertäblt
4fr Vorfaia^, kabeti elae Hdjgeickniajckte- GewobnheiV
•wenn eine atme Perton stirbt, aad deten V^tmögeti
iBegräbniftkosten ni^kt k«Hrittca werden köntne».
jK^Uen »Mmlick die Leicke vor eine Haustküre , ünd^ legefa
ikr eine Platte auf die Brust , damit die Vo;r{ibe«gekett-
rdmi ikre Liebeslteuer darauf legen mögen , unH die Kd-
«ten itt bestreiten. — XXI. Br. Eininareeh in FrankreieK.
IfntüHiehe Verzüge det no f döst liehen Theilee venSpttnien.
SM.Jean de Lue.- Malerieche Scenen im Frcnz'diischen Bie ^
^ajn und tis den kleinen Pfrenäen. Sigenthümiiehheit^ der
Bmken. ^ Die übrigen 13 Briefe erzäklen in leickteki
SkiweA.des VarfaisersüsM durah Frankreieh He B^uUgnok^
#idJktr ^' I^$0n9t0m0i^ t^
•f
y$wA^9' iiif «iB« recht artig gettotflitii* CA«ttk
1bnf«legt, woraaf dit game iUiMroat« rtr««lolui^ itt,*
♦ •
» •
et ä Ghnes. Par A. L. Millxm^ Chevalier
de Vorire royal de la Idgi^n thonneur^ menh
hre de V Institut royal dana VAcädimie dee
«
Infcriptions et Beiles • lettreSf Coneervateur 4»
Ce^inet des Midaiües^ etc.etc; J tarn, d Parh
chez C. Wassermann. I8i6. gr.^ 1 Tom. 37^
fog^ Utom. 415 pag.
k
f
W^ «in Mttiti » wie Mülin Min» Brnrarkaag«», 4f»
«r auf ReiMB gemaehti «ulMielia«!, so kann nan fib«r*
sengt say»» daft man «in interaaiaiitM Bach in die Raini
nehm«; wenn aher die Keift fii»erdieft in der Abiieht
gemacht woeden 9 um sie niedcniUchrtibe» , eo darf aa»
luaffen, dalTt nuiir nicht nur Tiet iBtereitantety tondem
«tick Txel Ncuet wtA etwaa VolUläiidlgeiy WohffgeCrdttC-
tea uad Durckdachtet finden werde» Dief« in bei Torlie«
g;eiid«in Werke rollkommeit der Fall. -^ Der Verfatufr
trat «eine Keiee im Monat September \%ti an, und kaln
fiber Xf^ra bei Poat<^BeauToi«in an cNe 'Sanüiitht OräHzs.
Von da beginnt die eigentticke Beschreibung der ReieCf
«Ue er über Ckmmh€ry , äix, S^tint 7 Jtfen •' dt - Maurienni^
und. den Mont- Cents forttetft. Die übrigen «wel Vrft^
theile des eifften Bande« besehilftigett sich mit Turin,
Dit Rei0€ nach Nitta^ Nitta selbst und jeiae ViA^
gabtingen; die- Hn/« üher Villafranca nach Otnuä^
Jfiovi^ Marengof AUeeniHen, < äHif io kerihmt in* .der
^•icly cBtt der . neuvtttn Zeit ^ 4ii«oii«ii dtn lölMf Je«
«reitfn^Tliteilef« v . ... •
Was auf die Getdudite der Länder, die er-dtircli-
wenderty auf die Sitten und Gebräuche der Ein Wohn ec^
die Kunst lind Iiiteratur u. f. w, Bexiig hat, findet man
aehr vollständig und wohlgeordnet aufgeieiohnet. Die
kriegerischen Thaten seiner Landsleute ^ wodurch sie sich
jn den 'letaCen* F^ld^en .hier, verewigten p gern^ ruh«
mend, wird der Verfasser, doch nicht ungerecht gegen
"Mt That6n und die schonen Verdienste anderer Natio*
4t$m'^ -* Da dct Verfassers Aufmerksamkeit fiberali auf
die Alterthümer und die Monupieute der Kunst g^er^chtet
'war, so ist die Ausbeute für eigentliche Geographie und
l^lafisttk geringer; • doch vergilst er nfcfat, in Savoie«
«^d..nm Genua,, dort die wilde un|K erhabepe, hi^r die
.reisende Natur %u beschreiben, und überall Nachrich-
ten, wenn tfuch etwas beschränkt, über Proflucte, Manu*
facturen, Strafsen, Handel. u« s.w. initxttlheilen.': . v
/
Wir glauben , den Lesern . keinen unangenehmen.
Dienst zu erweisen, wenn wir das, was er i(be|^die Ge-
.mufiieh^ Industrie tagt,' ausheben, da Genna's neuestes
Schicksal auch in seine Handelsvernntniase dne Um-
; Wandlung su bringen scheint, h^^ Genueser sind sehi;
ladustriös. Man verfertigte sonst hier viel Papier, das
4iach Portugal und Spanien, selbst auch nach America
ausgeführt wurde. Man Terarbeitet viel Seide, die man
AUS dem Lande und aus Sicilien beiieht, au Strümpfen,
Tüchern und ^Stoffen aller Art, die zwar nicht so sehr
geachtet sind, wie ehemale, aber noch immer gesucht
werden. Marmpr, der hier alle lUrchen und' Paläste*
•chmückt,, wird, in Blöcke gehauen, ausgeführt. Die
Jbiesigen Bildhauer besitzen mehr Geschicklichkeit , ^ als
Geschmack; doch verstehen sie den Vortheil ihres Ge-
echäftes recht gut. In Gold und Silber wird hier viel
gearbeitet, und die künstUohen Blumen, d»e man ver«
fertigt, habpn eine überraschende Frische; doch stehen
aie den Französischen, besonders den in Paris verfertig-
ten, nach. Macaronis, deren guten Gaschmapk- man
wrsifUeli dem dabei gdbraia^liteii Wa«ter «nt olureibti vmi,
«isgeiiuiclite Früchte 9 die ilnre tchdse Form und ilireft
ItnücheiB Oeschtnack f ant beeonderi erhalten y..«ind noolt
fehr gesuchte Prodncte der Industrie der Genuesen^!
Bei M9nuftrroi0 erwihnt er auch des Geburtsorte
dce unsterblichen ChrUtoph C^lomb* y|Aoht Meilen ron
C0MaUj sagt er, in der Provinx Acqui, drei Meilen Toa
Ifirabella'y auf dem linken Ufer der Orana, liegt eia
kleinee Schlofsv an sich wenig metkwfirdig, aber ewig
denkwürdig in den Annaten der Menschheit. Hier isrs,
wo Christoph C(»)omb> um dessen Vaterland sich drei
Staaten streiten > geboren worden ist. Die Tradition war
lange den Genutfiem gfinstig, ungeachtet keine Beweise
da waren. C»mpi bewies in seiner Geschichte Ton Pia«
•eMn, dafs Colomb in Ftadtllo ^ einem Dörfchen im
Thalo.V«» Niwn, geboren sey. Seit dieser Zeitr hat sich
•nnter den Erben des Colomb ein Rechtsstreit erhoben,
der Tor das* Tribunal der beiden Indien kam« Manmuls*
te über das Majorat, ' das Colomb durch sein Testament
gebildet hatte , Nachforschungen anstellen , und das Re*
•ttltat derselben war, da£B dieser grofs« Mann wirklich
ia Cuccavo |^eboren worden ist.*' —
Es ist xu wünschen y dafs die Fortsettung dieses in-
teressanten Werkes,' die unter dem Titel: U voyage ianw
Ia Lombardie bereits Qnte£.dar Presse seyn soll« bald er*
acheinen möge.
Diebeidin^fi&nde sind mii Vignetten gesiert; die ersta
etellt den Triumphbogen von Suzza dar, die x weite ein^
üMtikes Rüstrum^ das sich im Arsenal ron Genua befin-
det. — Die Brauchbarkeit des Ganten witd durch eini
auaffilirliches -Register erhöht. — Der würdige Mann|,'
dem diefs Werk, als Denkmal der Hochaclitung und
Freundschaft dedicirt ist, der Tetdiente und gelehrta'
Spanier, Den Juan Jndr$Sp ist le^eiQ airitdem ge»
stozben. ,, ' ' . ^ u
•/V
I
V
I^.A. G. & U. Bit. I. Hu
/
tvUvK.}i»f0is^ fliclUi.viS^tery ^ii« .VM er veripxidai -«^ am
l||^i*)(ikts a^]ial|eti9«}ies NaB^ii¥i|rxei«hiiifs aller Ovt8<$W«
ty&r^i^il GcAcanden,. die iintor 4A9 Gonvyentofiettt M«i<*>{
li^d ,^i3K6f^ 9. mit 4^f|Aei|^ ihre« J3i«triet8 «nd d«r Ge^/
3ripj|tal]iel)öi;iie^, F^ ^e ^?w4hit^»' der Gou^ememenfts htätc
eine lolc]^^ Ufbarsicht'af&eYdiiig« seiiEum Ntitxea^ ap »leHi
fOrCliiirt^teicliner , die doch nun wissen, zu welcher De-
It^^oA» iBtt weleheni'diistHote iie> eiitei» imge^ilain'Oii la
•olliiaf en ]wil»an «^ 4*s gröfsere Pnblicism • sStSct Itat >durch(
dijMe. Arhejil nicäiU .^wcmnen« Kicht ekiäial «dieVoUis^
iimi§e .huqIi iHifr «iner ^Ortir ist eingetragen, «ondem ^§''
ISipiiftri.^^ltea »» amkt and hlofs da, wi¥ es sflrdst in nW*-«'
aft»» «mUidbui rVeneiolkaisseii Oeihratiek w«r-.
< •
, Doch Sät hat &r fieraitvgeher dies^' Tbfzeicltiiitie» '
V0t^ 'fßr d«i PukHcum geÜMlt ^ er \it» die 2iiil' d^'
<i«lnetiiddPt;.iKttaMi»«feA4ddin4 tue «1 fedet Oal^Hfi«» e>#^
liören, und da er^ben «ich denn tör Mailand x6 Di«
ttt»c»ir und ^''GfiMleiiidfln^ fa» Mfltttuaf 17 Dictritite und
^ Ge«miAle«; Jür.Bvwci» if HHttri^tti« und 236 G«m^iii'-»«
d«i; für Gremona i^.iBii^iatei'ukid tgS Gemeimd^tt ; "^ü^
Bergamo t8 DistricU und 372 Gemeinden ; für Gomo 26
Dsstiltfete und 536 GemeHideitt föx SoHdrio 7 Diitrict«
nad X06 Gem^n den ; für Pavia 8 Districte und 195 G««
ni«ittden; für Lddi 9 Districte und toi Gemeiaidieii; üher«
ha»pt fBr alle 9 DekgatioaÄi ioj Oistiricte «lid 9|3oS
^ ■• • • '■"
o >^ : • .iill'iV'ii 11' I Ir 1 I '^
J. V.
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Russisch - KaiserVi^yilen 'Marine: 04^
lawniuy in der Gs/angenschafp bß4
« 4^91 iäpanmrn in" dem Jakhm t^tif lir*
. i^nd '8|'3^ /|^i*t seinen Bemerkungeff äbet-^ äas
JapavMühm Mgieh^-amd mmem Ankmngfe d44
Cäpitäns Rikard. AUs dem itusMftkeh
• i i.ThL Mt I JE. usa:'T'eh.^Leipici9%9iT. gn
- ' *• ' •*»' *■'»• {«^^^•^•*. I J ' .. ...I
Q* £• theilten wir interestaiit« Notis«a über Golcti9^|iA'|
ggtdeckpngtrwle , nämlich den oifioiellea Bencht dee
i3*J!iJ*M^Äi*tei8|.. ije» Kfruftp^em^ •«nWI^ fcefeWjan^
aH»ti«i{. ,wir lijer,. al^ einer fiinleiiimf mid jErg^nyiiiy^
der Kurve, wefe« wieder, ▼erw^cfiUfry j' Im Tarlaege^d^
Werke er^liUt «un der HßP9 Qpfff^ Gaieumti» eeMt auf
l^flckliohes $ii;lKUk«il eelj^^. und Äeflt nele.jwtrreMyBly
Bemerkungen. 'Wk über «in Yolk^ d»e den finropief^^ 4e«
AQ^ «rf^rsohenden» bisber nei^. w>&er böflnS rÜlbAri^
kaft und dunkel Torkömniit. l^ie Necbiiohteo>/.die wiir
über. defMlbe Vüt 2eit erblel^n^ eb den JB^r^plieni 4birf
myen offeii^ tuenden» »iRd böcbtt oie^gelbeftf nm«r^
ireorlüMig und veuel^el. Was fiOlterUn dieHeUänder, frei»
Jicb unter mencberleiVef ehränkonfeei beobioheen kennli^
ist aus kaufmlMinitoher, fiifereuebt der Wiitenecbaft f ^
beim gebalteiv X)ie Auseen, die ficb in dar Risten Slei^
Jddbe gaben I jma% dieaem «eltiMaen Velke in n&bere Ve^-
bindt^g an iwmjnen» beben» lum Tbcjl di^cb ihx^i
Sobuld^» nicht die Aufnahme gefunden i die freifkndsohafW
üche V€^bSitni9ie «9m Reiultat haben kdiniiten. — Doch
tu dem TiQrUiffiiden \Vexke^.j^l^U.t .. . . ,
,7P ,##**#fl^'^Ä«#Mrf»ttt». ■
luAprfl 1811 bBtifl der^apJtüD Golowni^ du Comf
aundo über die, in den Gewfijierti van Kamtachntka He-
-(•■de Kti^«lUlU^^ Olana UMd äen Aaftrag crhaltM,
^».>&dJiclyui,Ktint^clij^ iaul Sohaatariaehcti' tiueli^ nnÄ
' die TaUriiche Kürte vom 53° 38' n. Br. liii Ochoiih ge- '
«Att nt untennclini. Im tTcap: »etit er Veidäuftig dia
4Mil>de-au^iwMi4^r.t «Mo .ib« m» *.u»]Aufpta »wa^gen,
k«n)T o* (lie nähern lutructianen de> Admiralitüti - Col-
teginma erhalten hatte, und entwickelt dann die politi-
Wlien Verteil Wim cwiicken' den Japabem-imd der Kui-
Hi it l^ R«|ierun{[. -— Aip Uten Juoiui kani Ctyitfiu
Golownin auf die Japaniiche ^niel Jturpu , wo «ie^
fc ^Olge'der Rtn&eraieii Choatow'i, mit Furcht und Be-
MfHuiU BafKPKonAaeq. imr^e»- Am «teji faliii*^ klmos
ne Tor den Haren von Kunatehir, luid hiac boginn^ d«i
mglfickliche SchickMl dei Capiteui' Golownio. Nach
BUiiehen frecndjchaftliafc — Vw haadlungen und Unter-
•rdnungm lieft der Gouverneur ihn am iiten juliua
^8hB(ill'ridk'6^«eiate GtOltffni' gtifÜ^eif'ticiUBt«« und
'-■■■■■:.'■. h . 1 ' . ■ :. - ; . . -. .,.::■:.. ■.^•U.3.
**"''Iih IT. Äapit*! erilhlt def Terfawe»' dl« Getiihteht^fU
Alr'-Trtiiiikirtirfanl iach Ckatioäaat. 'Sie'tmUen inweiltM
Wblll^IleSt, «ich von dt« GutnAthig&efl'der JA^bitor «t
' Wfcrteagen; Wi« ihnen, auderer Seiti £e' Feigheit ur<
Sle^nßchieJt darieOten dtMQnelle -vieler Leidto urar. Dl*
Kukbent« an geographitchen Notiten itt nter diMMt-Uia^
■landen nttBrUch nttr kai^. Doch irt diefo »idit gam
Ufftec 'Acht g»h[*««i». „El vHrd hier iiicht üftnflü**^
te^fh,' Hgt'Hm TAhner, in KHcktiohl de»- ttatkra Be^
vetfcnung und Induittjs der Japan •» m bantnrken , tiaft
Ungs der Kftite, an d« wir gieoge^ und dUi lich fiMt
Ruf T,030 Werste aaid»hnt , lich beiitabe keine Bucht*
Ifttne' Krflitiniung ddr KSMc befindet, an dbr nicht ein
▼dkrriche« Darfiage.- S«gar iwiithen de^^DSTfem «rer>
Abu im Sommer nock Lankhitten auf^efcaat« ' in tvelohea
L«utfl wohnen. Alle &etchmigen iioh mjt d«nl Piich*
ftinge, ntit Salien und TrooKnen der Mnt^Dhelthiere. D«*
Heer bringt nicht« hervor, waa die lapMier nicht äfaen.
4Jle Artan vo« Füchen, Saathiere», iMowehdn, 5«efe>
mtH<
41» 1^ Qkd^odMi« Md itot V«ifiMWig mßiok Mßttm^
>iiii9rArt EMBgß •wtMchlD#fWi, «md %U#9.««9iie«»iielüw|fc
^r«i»b^ 2ätß g«mhlirQU9r'T]i«}|]iiihiM»ertäliU Uf^ Gc^
kvmiii ^«d». Iiinr wkd^r. 5«liQn,^lMh auch «einer Aar
temf^ln Q kt i ü kpdßde «rbliekte er einen ^Meafekpa , jitf
ÜMi dmehi Sktel^ tu ywmehm fak, .d«£i^ der Gel«%
|ene deh ilun nähern möchte. E^ wf$Wi^ .ceinea Wimtcl^
Dt reichte ihm der Japaner durch das Gitter iwei klein«
tm^ Mu^im^ M^.:dfpite^ iJHd fü, nr fiAe m ffduMÜ
4rfifzitatm^..oJi|ae.d9ae «d JjBmand^sfÜifji ..weil «t ihm toai^
iheL;^rf#l|en k^lia^ ^ 5« oft ai^ zuvi rGouTerneur yer
miii^ wwRd^,, «rWP dfr Weg mit.^ner Menge M i ^n $fi kn ^
hmm , t;die9. Ni«np^94 iiiterte Mi^£$,Mv ^chadenireudi^
Milileiijif efl ^it der Hoffnung der Vefveiimf » «her dip
B9im^ß^tw^%i9^n ihrep Ver«ioheni^gea nicht*- Die.VfV^
tern iPtfv#n 4>ft-dai:eli aengiiBrig,^ F^W^. d^ Japaner
Pftfiteden. JF«9Li}ien,7,¥^hiItfiia#a» -^ßf ßedj^ngeaen, nach
*>y yii | rMti $iff;m mpA ^iariehliMigiMi upd unaKhligea
U|iiki|ifiJih»H*muiter]^o«hen* XMe L^igis dev Ge&agene^
WiiQie djireh.*! d^s^ ZutammentsefFen widriger Unu^nd^.
Ahx^ F«f»e|re des Flotten -Läeutepaata (;)K^iMtow, »«t.ifc
U^helc! TMKwicMt* Ei^dUch worden m ti^oh Matga^
' idM Wr :Gi|!it4 «enthält die Gefohichta ihMM Attf>*
«ttthalte« iai M4il««ftai«I £>e» GonTer^eur emffieng «e g^
«lg, und trug iim^n auf, einf S[M**Qhnft einftQreiflhfn>
^ sie ta i«d«rin weli^htui Th^lf Ji^aaU.ia lehea, od#r
in ihr V«lerhlJ|d «ario^aohahrea wüasvhtea. Die Nepie
giefde de^lappa^r imd die UnJmada df# Da}«|^tnBhlnr• yirar
«noh kier eine grofte Plage 4üit die Gefanf^oaen» . £< «^iirr
de ihnen «iMh jiufgetrag^n , eine Semshreihaag ih«er
«degenheU ahaufaeiiMi. Md darwf enida^d^t^ d^r
MU»u^ da£s die M9h nwn^M^wm^nßML tentatJiiAl
/
j% ' 'JN|ic*#r ^^ Reeen^tön'ifi
I
I
/■
1^ der Kusiitcliei üegiffruihji fl^Krhkftt, MiiieMi^t^ll
At» Handelf wegen iroB' telhtt dahin I^Äomiift^i» »eyMk
Als die Japaner durch die Fettigkeit , womit er auf a«i«
»er Austage imlMTrt»> «♦tfti' der t¥MirllM« iMrieugli wa«
««iiy wurde 4lis vSekkki^l darr G^figiMitai sehr' erteMl»
^H . Det GWet^l^ar eW^ffnete itlneii , -dafr'ar «%tt ^hMr
irnsehuld Hbers^ugt srjr und sie gern« -eBllaisen i»Mki^
Wenn er 'nicht - «Alie höhere Entscheidung ahwarten wfiisk
te , dafs ei^ aber' etnan der "ersten Beamteten nach Mdi
töhickto wolle y ' um dort die Angelegenheit^ iunir' g»^
wilnsühten Ziele zu Ähren, und lielakl,' d«a QbftHigeiwk
die Stricke absttnehmen« f^^^«
' X>as V. Gapitm ^tlOßt töiigte inttfrestaste Ntftitte
€ber die i Sitten^ 'das Lebeil und die 'WHsentehafttclie Bit-
'd^g'der Japans, t^en Gefangenen 'wu^de ^in )unger
9fi|aiiii übergeben , ' um ihn ihi RussisöheM tn. usitiv«
pichten und an die Statistik Yien Ruftland Md «lid«Ml
£ütHypäisc^tfk<'' Staaten 2q< lehren. -Derselbe* iMtlel seht
glüektfch« Anlageik und mac&te bald gtbfs« Fortsohtittü
"Er brachte ihn'en auch 'mnige Japanische Ueb^rs^el^ungeik
'Eüfop&iscrher Bfioher,. üb«r welche er 'sieb J^lftutvrOM^
gen ausbat. DaruHt^ #iirett' iBenföwsky^s Versehwdütiig
imd Flucht aus Kanlttehatka« eiiM Erdbfrsdlivelbui^ dA
flussischeti Reichest di^» Geschichte des Yiii^fffSf dar^Hus^
aan und ^Engländer in Holland 17^,^; dgl. <^, 'SpM*
ter kam auch etn^ Feldinessdr und Astronom f" «un ,siok^ift
^em Gebfauche mehrerer Englische^ matheotttaiciieii Itt^
•trumeiite besser zu unterrichten. Die Russen weigenl^dü
sich abetty ihre Kenntnisse*, mitxutheilen. Indefs kanC das
l^eujahrsf est Mier Japaner heran, dal sIlK^ehr f^ifairlicli
begehende , Dte Sitte erfordert, dafs *Ai^«n alla^ seine 'Ba»
kannte tn der Stadt besuche, und deif Entferntem in Bxie»
feü' Glfiok wgnsche: Daher ^oKriebeti die J^lmetsch^er
ikBÄ Wächter einige Tage hiadureh te ih* YisHenehar*
tan find Gratulationshiief«. — Die Gefangenen erftihreft
indessen, daik:' ihre Airgelegenheiteu in der Haiil^tstadt
«ieht am gftafstigsten stfindeuj und eritsciiloseen sich, auf
de^ Flucht JUtkomg »« suchen. Allein sie ftMiden die
gHihiiHiMgeH' eift«f ilMrir laiiwM^ii üuwm Uüterti^^
IHf Gefi^nffeiie^ wttrd«n tat ihrtni OeQ^gnifff» lü
«äl^'lMitches^Hftüs yörsetlty dat der Auffll&nin^ iht^
Untei^eime.&« ^ndfch ^günfetlger War. 0er Gfourerneuf ret-
ipr£(ch 'IHneh y^' ijjei' seiner Ankunft in der'HaupttUdt'tich
M* Ihireii öunsten, x2l Vert^^nden. ' In allen Japamschea
Diitrfcten'^y i^agt dei' Verfasser, die nichi den "regieren«
Sen'Mrsten ^ehtSteftl, Sondern Tok Kaiser selbtt all«
^kti^en, Iteftilden^^sYcli v^re^Abungo^i oder SUftlidlien
ber eine'I^U in d^ l^rbVinz', "aet andere ikliW' in'<^
Haüp^tstädtV ntid i^tlihmi^en' t^^ sich, ib. ^'liei reg^tf^
rende 9tMtttlilltl$r berichtet ivitiem CoDegen über Alle^
0fei^i^ unterlegt' eft der Itt||iiärutigy uiid bemfilit 'siöh eltf^
baldij^i^ nnft^ ei^nscfhtSs ITntscfieidttnt: dei' 9ac1ieii autm-
Inittelh. '^e* Praiien undr Kinder der in den '^"^orinteift
lebenden> ^atfbälter blelftefi äUÖeitsiin'Thvei^T^kiteik
4e/ nktipükät. Dik defän'gerien d^diien ahif^ |dt A mebK
«It je/an ihre Flübht. ' Si^ #kr tMe^ flfb^tlbiieir lehlf
«»cbpfrt;^ 4l);i]| liein4«in np\^^ .?pÄiifi«^ii»g»^ .dji^ ti«
Vtfnhten,. Jkonnten jSi« dj^ ipötbägfn Beqbad^ t tiqgtnr a%
ftellaiiy, l^nd ihfe V^^ch«^ wax* sehr sutrau^a«T»U..unid,b^
«lOMUligte siqh'fiÄiij^iitii^U^ D% .^ft^f*»«
liejbf^4ie te<;tiiire 4|ulsez|^df ^t^clhr i;Vate|^4fsplje,K^frf
I(c)iicht9 . ist ihr« If^ebii^nfi^«!^^, A)le $ü,9h/M; ..dieMi;
'4M- ^d.gedjTfM^» dth«:i9c¥HoUtafe}n^-^ , Ii^ derN^pbH
vom as* Auf den 04* Äp^ fi^Tt^a sie^.dfn Plan ü^m
»"I ' ' ■ 1
I
I
Cfig^ y^.^ Qif, FlieheH(deB «I^n de» Serge» ffu » iM»i
setzten , mit tausend Sf^hwi^e^g^te^ kämpf ei^^ 7 Näeht^
lang ih«9. B,ei;fe fort. J>i0.<$ag9 brachteii^ sie in |i9hlan
und nnter GestrftuoHen jn f d^e . NJIchiteL h\^09(P^n ß*^
|a>er Felsen nnd i^lüfte. Sie «nreicliteii das yf^r de»
Meeres y aber nirgend« imi^n^ Herein Fahz^Mig » ' «u efl»
konmien. Endlich würden sie eingehohlt und nach Mal-
ftUi cbrüe^efahrt. ' Die Japaner behandelten sie wMer
«treager»' «her leigtea keüieii Gt^B, * wi« d^^iüMitf
\
■kJiig'IHNr ihr« VhidkUi £ii41udi kmn ämt yMift^i
near an, und liefs sieh die Gefangenen Torstdlen)
▼arfprack, fftr iht Befstes zu lorgen.
,Cap* IX*' Die befangenen wui^q^n ^ ^ieder , ,ili| * l^y^
Wolinutig gebracht und ^ejps^r bewirthet, . als je ;(tivor«
Sie Valoren jetzt ihren treuen Freunjl»; den Dolmetscher
|r<r/fc€, der n^it dem Gouverneur i^ 4ie H^tjp^tadt gf ei^,
Golovvnin fieng jetzt an, die Begebenheften s^i^ei ,Ger
fangenschaft aufzuzei,chne|i., . Jn) September er^ielt^n 4i(f
B.uif|enjJBjriefe von der Fregatte. Qiai^a^, die wieder nac]|
Kunasc^r^ gekommen war , uvfk «icl^ von. dep^, S,(^ck/{al«
^ Ge/aq^ene^i «i| ijmteVri9^hten' ui|^ sie zu be£reie%
J)ief$ g)|tb ,|Luchlye)ca^l^s,9iing ^ur.Äus^oloifing mit iHx;eni
Oplährtoi Moc^r» Xndef^ jr.|fq;b der n^Uß Gouyemeuii'r
pie jp|^aqh?^ichte9y die.'t'eske aus 4®r. JEIauptst^dt, schrieb,
war^ j^n^^lls yffinig tröstlich, endlich aber erfuhren sie^
^plij^iu^ jRpgieping' üb«ir.ihrp Aitgeligfnhi^t^^^ ^ine. Re-
iiplutio^|^^fafst^habe,^4ie a^er^^^^ |ai| der.An^ki^f^ 4^
*wi*. ^ffli^ff«8"y* ^^***»r* werdeii i^oUte.. .
I n
' Oip. X. 'Mftd^ neuen GoUTerneut Itsüt atldhTesli!^
#iedeir äti^ ^er H«iiptktadt,' ferner ein Gelehrter * der Aka^
d^telV und' ein HolI^ndjsbh«r' FohttetscheT} die dnrcfil
fleh' lAk^Ang raik d«i «Kus^ii tidi i&er Manches unter«
«l«htdh'^ilrt^«ett.' GoloWnin £an^ sl^^in der^^atMihatO:,
und letttern jn^r Gramteattk* wohlunterrichtet. ^ Ba^
VethllUnif^' mit Moor- machte ^n 'Gi^fangenen noch tiA
Whruh*'.-^ *'lÄi'Jnnms erhielten sie Nachridht von der
Surfidldkünift W DiänttiJiAchJCIhnaschür, -dnd die'^Ertaub«»
nifs, dals Alexei und ein Matrose abreisen durften. Die
Utaterhdiicßuhgeii giengen günstig , die Russis6h6 Fregatte
igelte nach Qchotzk '«urfiök^ um Verhaltungsbefehle
in hohlen, '^ulid' den Gef&ng^^n wurde ang^ezeigtj daXs,
wtarf d^ Eiissi^he Schfff die geförderte Erklfirüng »räch-'
te, sie befreit tmd zurückgeschickt werden, cihstweilen
«bei* nach Ghokodad^ reisen sollten. ' ' . >
Cmi, XI. Am 30. August reiseleii die Russen, nach*
4?#. W V^«P ^^ Bean^^g^l . jtsjfiibirteii ikbacli^ed g^mz
N
iMMtaSf nach Chakodafh «b* Gbeg«ai£iidB S«pt«ni-
b«r« «rlulirfB sie dor| die Aiikimft der DiMia ü| £dom9»'
mit 9m>9$. September Uwt fie «iidlich iVK^hakodatK tm.
Kacia tinigtn VYerltaadlwiiea «nrd«» dndUch 'Gok>fraw
und feine j^^efäbi^n entlfttten^ und kehrlen nfich einer
Gefangenschaft vqn 2 Jahren/ 'd Monaten und 2Ö l'afam
iMf diel Dfiui^ suttfd^i - .V - .o . . • < ^V
Im XII. Capitel erzählt der Verfaiier noch die Eh«
icnbexeigungen bei der* "nVBBl&ig, ihre Abfahrt nnd
d^n Tod ihrei Gefihrten Moor, der in Awatseh€*Bmy
Alu diesf9l>^^afl^ Auaxtiffn 4#n sriF;Uiit^ X^t«m
apliul^ig . f u .Pf yn ^la^btvn, .wpirdm 4e ^mIun»^ mm i«%
^mtw'f fM^^aac^chte :dvi.W A9i«)M9Mta|ft..M» fM
BMeirknngepiL,. iM<^^^;.V#i;ClVW^ii»Kr 4if ^iMwf ,.,di»
|;^ii;«phtmige||,. dan.t CbajuhteK. ^ ; Alf aM» >» MPW <ii»
^Mtilf arird .Bw:a4be uh ^Hiifi(*>i» Ban^ mttlieU«»>|
Wira;v|p..^ Saehaf d^ a^ftfülM^mi, iUbar diAi QhM
ap wiir)d^»,jy.rj>u Gifftten^^^rL alMm a tn jyraahilP» %\\ ä m
f^ 4K^. Vey» Am Apsicimf ^mgüefw^wM^ YWffrtiteui
' tiie 'hhktfgkeU dir Cf«MrV/<»zttnf ' kan^ Keferent' we^
Sn ' litanget "' dek Original», ' n)chV beurtheilenf i einzelne
mftelheifen 'ichreibt er 'alier do^h anf ' Aechhünig: d»m
Vi^er8e\t9ti:^ 'Die belj^elej^e '^äTr/l ätellt in leichten
Umrissen die Itürifisch^n ;tttselh'^'^nd! die JLreuzfahrt der
IKana dar. ' Eine trfirdige 'l&ugabe iet das FortrSt des'
Täkatäi^KäCki: ^^ ' ^*"' ' ' ' '•*
,. . tf*.. . V . , j • • r,. . ' . .. * f
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2^ 4MwAirr:.MSlir#i«fAseft
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I .! ^eph i. > £ei» his^mrUcker Vwrsüih eu'Mai^msi,
^rechter Würdigunt^ Von Uhr. C^rjstiai^
Mi^LLEtL. Zwei TheÜe^ MmmZf 1B17« 8* ^ip
. MnJL 646 4*.
Baierisclier SclirifUtell«r den Gegenstand dieses ' Buches
l«lir]|«tet» 'imd^lBa£i^ irfit' der KthjftHaAt iii'wecliseU
•eitigei' BcVf^ng ;^4Uf llem Standpunkte T ftkf '^en beidtf
Mi^h |XAi% Üßi^illf ffiin 7dJ^# /.^ Regi^nteg g^tebeuf
^rtfnUii<%indJ nacb 'i^äbrM^IMento^l6chtttngc» belene
Md ^tetesfellr hsk-, tAid g^iMjft, er klte^ di^ Tilge seiüe^
ftfiokÜ^^ liiirse ii0 BaiSHi Itifeht ^>/^^ 'vet«midea ltl»M
B«hy ids duteh' die^Au^üQü^hg-eiheitlK^lii ditestr iätidlie.'^
Wtff" sdHd aber nacH Hier Leetare -si^iA^r '^^ft^vf^^>dtdcetf
Biiida ig^ Aicbt seinet-4!^efi^ng/' liicIit^arUlfl^", #eif
Xaben,^ wa^ sft fü^Müne&fn.^a Noth, glaubt,. üp^xidern weil
dieses fängst .Katj^^ nra|t ^^^r Verfasser so. s^lbsj^gffXl^g^
&rbr(iigt , . u^ . , <i»inep {pTpIsen Theil von , , dem f W**
^a^efT £init , was e{ ^v^ .iu ||<^ben|Ters(richU. . W€xf$n^
^eder^. Hühner^, Biünrfmjf^^}f^.^.,W.^h9hen: l^^^ ihreflt
^^«9»*^^ «ejKW. in;s^Ap«f« ias?(^,,,,f,ü|r bessere. Bi^r
Schreibungen der Stadt'" und ^ ihrer Mer^vi(ti]^digl(eiten|
Günther für eine bessere Gulturgeachichte von Baiem»
fiannlich für einet» brauchbaren Katalog der Gemälde«
Sammlung, und alle UatuhaltungtbUUt^r für bessere An-
sichten über die Bühne n.s.w. gesorgt, als der Verfais*
ser, atu diesen Quellen schöpfend , gethan hat. Von ei*
»er Entwicklung der weehtgUeitigen Bmehung^ xin der
Baiern mit seiner Hauptstadt stehen soll, haben wir
nichts gefunden; auch kÖ|inte diese Beziehung wohl keine
andere seyn, als die, worin jedes Land mit seiner Haupt-
stadt ttehtf Zu einer hUtoriiohni HUrdigutig dessen, was
Biücloar ^ MäeentUtnJm. ff
IMt 18 MirMi fMMi, fit « ioiMi m frfih^
ifllwn%. Ma stt.angtr IUIuhhi» «m tfasrin didb
«ifsMtällcB, d<r Veiittfery dtr kauaiS./«Af^
im-dm^Aii^tatadt Itht^ mit Baieni tmd Mincti «A«ii««IK
Ipoi 1%tiiA2tiii«t«a . tu wenig: trevtraut, ii»i itte SüOidA
|Riiikt.wc4«r.lrei, JMiok Minr Avatenmf en irciMMilf
§mtufi' nm ift.'*d«r Axt Etwa* tu* Mfisi.
Dm 'Game üt nLchU wcitMr, 'alt ein ausfuhrliehet
KatmUg^ von dtn ScTtauwürdightittn^ von einer andern Art
Aetoritciier Emplimie, alt er an Westen rieder. Kitters*
Iiaasen,' Granier, u. s. w. tadelt, CberfHetsend, und mit
älltSglichen .Gremeinsprüclien über die Geichlecliter , ge-
•elliges nnd'VergnügiingsleBeny u. dgl. autgestattet.
B^ jertta Abtcbnitt, MmUrn mmd hmUrUth (H) VmU^
lut;, . aU,Uxi$enib^h«ilttiigen., die Ault^inflei»: Silber-«
bUolMK?) im Volksleben« r^ Hob« Momesita Saiana« -w
SaisaK JUodwigJY. an4 sein I«^«a f ftr t Vatariand wA
Tolk — imd soblialt^ mit d^nt Gapitejc .Vafdaimt« H»|w
4iguag dam GaniuaMind dam Ve«diaasta. «^ Dnt sw«it#
Abecbniti, TotalMudrifeb um4 phrwufht Jii(««^JMkai» dar
Stadt ba#4<Bl^(^ 4 ^lüttm^ xom lUini^t dm Lag» iagp
Stadt, GaSalu:«nd Sjcbentiige^ Amtalten gagfn.4ie. Za»«
atom^gevt 4er.isar, BafopratarböHa «,s. w^; , da aber -«11%
As^abea^naur a^sJÜiji^ar antleb^t sind, i« giebt er kei«
ne Ausbieuta am :Neiieiii.— Det iwaita (dntte) Abndmitt^
wnwhmiird4s0 ^fthichtUehs Mmmentß^ dir ' S^md» , enttU»
«iia Gaacb^cbta dar Stadt, und beginnt mit der v4thiit0f>
riichm Zas't.fiiiaf 0|M«y datien Erbauung hittonscb be«>*.
l^nt itt^ To* iUnAftmemiun^ Gotben» iMid schliaiali
anit dem Varsqbonairungtgei^te find «ine« .Vorbitt»^ m4#i
aaten Tbi|vmf an den Thor^ 4tfben m laftip,. tmH -rn
sie alt sind ( I ) IV. TüpographU und,St9$i'*ih d|f S^dt^-^,
Aus den polixeilioben Tabellep führt er das Resultat der Zäh-
'Umi'vtimSahri 18x5 an. Dein lufolge betrug äie Bevölkerung^
" Miliaretat . - - - 5,600
Sechs VbrstSdte - - 18,659 "
*t^aara ytadtri^el - 35)765
V/«">
60,014 Maataban*
\
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fi /.ltjlM#iH Jkäc0n^hM)k
i^tm, . Vi. N0h€,Umg€humgmt^m9Ü MftnaAcn, . VII. BU
ffänn^Tf WO «r i}iiM»ii»ilo]>d«rr Bfaagtl oa wiiiiihdliti Qwn
(Ulli vor«eirfl, icin Vorviivf, dar Mer iem .5iytai»#«i0if
^ISlo«ttte» .Mftl g^tnacht wird.:i A^leh «lOiitfn^ ftieK em
Sprache soll )etzt Im «tia^slanHAiig' Jtnatimles'i: clm^^sf
FtmmdfUch^ weüan4 in Melissen^s und Celandex'a Schrif«
ien ' eingenommen hat.' — VIII. Die Frauen. In /dem
seltsamen'^' tändeinden Gewäsche über sie wird den MÜQch-
Herinnen besonders der grq/>e Fi</f\ . und MAngtl ^
Mutikarilßgen ( I ) zum Vorwurf gemacht. Letzterer Vor-
wurf erregt keine günstige A(|[einung über die Bcobach«^
tungsgäbedes Verfasisers. IX. Geselliges und Vergnügiiiigs*
Ißh^n, X* Wisiffnsckttfi, Der Verlasser lief eH -eitie^ gan-
te Tattts^he Cultuvgedchichte; um «^ auf die Hof « «ind^
G«»ta«lhiä)lioth«ie zu^ kommen. *-« XI. 'BildiTidd^ J^wtst'.
MHi glai«har. Ausführlieklh^it' ll^andilt, aher Mäei^ däi(
Iwaaar» Abaohnit$e. -^ XII. Theater und Hpfnafr^lU.^
Uli* Merkwürdig» Staat saniHilten'j näanlich: fltatikisek^
tvpogni^hifches'Büreau, Heichrsurchf^, SteuerVerniessunge«
«ad Kataster ^ Gdmmitsi^n'v uncF ike kdtiiglfche' Mfin-
M. •«- XIVv B«kii»€i ufidf^Umeiliehe /Hfsfft^tr,' deren <äicht
#im IiOB amäläit wlrdi --^ XV. iTühtthMkigkati^ dnstmh
•m« Hier' wird der' Eittrichtung' d^ Sfi^iifa^B^ätiihausev
als «ftter^er merkwürdigsten Anstidten gedacht: die Bitt«»
«£ohtung rdeSselb(6n >cheitl% wirkliefi atröü. -«nustethaft.
XVI. Fernere Uhtgehungekr-^ AusfKige üach den nädk<
stea l7m^rhaltuBgsorte»^ und 'in?s Baieriselte ' Obet^nd, '
«ndenStaro^erger-, KoohM^, Walehen* und Oliiemsee^'
»ach Mi««b«ch ttnd Rifs^hefm, den Wendelstein u. s.w.
Ben-Mschhifeinabhf'eftk-ieeibhes Capital von NacUtr&gen
cn dem'gahz^iT Weir&e.^ '> . .» : . <
So verdienstfich ein und das Andere ist i und tQ get^
we wiif dasselbe auch anerkennen, so sehr müssen wir
uns gegen die ganze 4/ilage erklären ^ so wie geget» die
Arrogant^ die.sich eih^r Seits, und das i^cA^InfÜMm, du
•ich Anderer Seüa wieder -ausspricht. ',
/«4 li .
Gemälde von Norufegen in politischer^ historischer^
- * .> ♦ ^ »■
statistisch' geographischer und m^rcantilischer
' JJinsicht u. s. w* von einem gebornen Normann.
Hamburg 1815. 8*
Das «ngenseine Iat«rcti0, was Europa und btfondar»
TeutacUand an den neuem Nordifchen Ereigniiten, ))f-
flonders an den Schicksalen Norwegens nahm, ist di»
Veranlassung der y erliegenden Schrift« Sie gehört jputhiii
SU der Menge von FlugbläUern, die das Bedfirfnils -^
6ie% Augenblicks gebiert und die nach Erreichung diesea^
Zwecks der Vergessenheit übergeben werden« Neues darf
man in dieser Compilation nicht suchen : das Alte ist je-
doeli aus Dänischen und Teutschen Schriftstellern tiem*'
fiolt befriedigend dargestellt. Ein Hauptmangel , den man
dem Werke vorwerfen kann, ist, dafs die beiden Haupt«
b€c1ier über Norwegen : Thaarups neuesÜB Statistik und
Hausmans Reisen nich^ benultt, oder wann dieli 'is.go*
schehen seyn sollte, nicht vollständig benuttt sind« 17«K
hrigen» leichnet sich dasselbe durch besser gehaltiMtt
Styl and durch xweckmäftige Anordnung der Materiem^
^«r Manchem seiner Brüder aus, wenn man es gleiek»
^etft Gansttt ansieht, dal« kein Normann sein Vaifaiser
t^a kann* ^ »
N
^
IL^ise nach dem Defnermy nein ^iner Seschrei*
Vuns der Niederlassungen daselbst f so wie je^
'ner am Essequebo , JSerbici und aniern be*
hmchbärteh Müssen von Guyana^ von Ä Bo-
x/jr«BJiau« (Aus dem Englischeri übersetzt*
Mii eimer Landcharte. iLeipzig I8l3. 8*
•\:\.^'
" Die Efsdieinung der BolingBrokeicheii Reue fällt ge-
rade hi den Zeitraum, wo es so schwierig war, aus
tagland litemrisclie Nacliricliten zu erhalten , dalier denn'
45© Anteile des Originals für die Ä* G. E, verloren ge-
bogen ist. Wir würden auch die Uebersetzung über«^
gehen, da derc^n Ausg'ahe bereits i8i2 erfolgt ist, wenn
wir es nicht für Pflicht hielten, bei dieser Qelegenliieit
nachzuweisen , w^s für Gewinn Länder - tind Völkerkunde
Von der Bolingbrok eschen' Reise gehabt haben. '
-"r-tPkt 't'6rfaft^«r gieng 1798 aus London nach '■ Sti^tti^
«)i^^ trat daselbst als Schreiber in die Dienste eines der*
lilffta'Rkiddlähifi^hAuses und wkr zuletzt bis 1HO8 Öffentli»
^^ Aueti6AAtOf auf' diesem Platz^i Während seiner An-
i#«t«nheit Hatte er Gelegenh^t, verschiedene' Reisen 1^^
Mm l>ewahnten Gegenden der Cohilni^ zu unternehmen; uttd
diese beschreibt er in dem vorliegenden Werke in l7Capi^
telp, iDd,em er sich zugleich bemüht^ das Ganze in ein
geographisch-stattstisch^htstorisches Gemälde einzukleidei;i.
Allein leider fehlt es dem Verfasser theils an Umsicht,
theila ai^ Vorkenntnissen ; was er als Augenzeuge sah und
berichtet, ist zwar zum Theil neu, zum Theil aber auch
Xitfserat unerheblich, und seine hie und da eingestreu-
ten Bemerkungen meistens blofs oberflächlich hingewor-
fen. Ueberall zeigt er sich als einen grofsen Vertheidi-
ger der Negemsclaverei , und wo er nur kann, panegy-
ridrt er dtt Betragaa der Pfianaer geg^a ihre Neger*
\
Büther r Recensiohek. §t
I>as erste Capittl besclireibt die Alireis« 4ei VtfrW
^en Ton Liverpool; aeioe Ankunft auf der Küflt« von Sfid^
•merica und h\xi dem Demerary , dessen Mfindun^ er ain«
ter 6«» 50' n. Br. and 319«» L. tetxt. Er ist hier doch g«4
f^n } geographische Meile breit; vor seinei« Mtindnng
breitet sich eine ^ Meile grofse Barre aus, die mit grolsea
Schiffen nur zur Fluthzeit zu befahren ist. Die Ufer deJ
Fliassee sind äufserit reizenfd und mit PUirtagen bedeekt.
Kr kann et#a 90 Meilen weit befahren werden.
Zweitet CapiteL Landung zu Stabrök. StabrÖk ist
die Hauptstadt der Colonie Demerary, und gewiseermaa*
isen auch der von Esse^uebo , da er der vorzüglichste' *
Handelsort in beiden Colonien ist und die Producte der-
selben ausführt. Sie liegt am flachen Strande, ist mit Ca*
nälen durchzogen und hat hölzerne^ aber ziemlich gut ge- •
bauete Häuser. Frisches Wasser mufs weit hergehohlt wer-
den , da es um die Stadt her keine guten^Quellen giebt untf
^as Wasser Aes Demerary salzig ist. Die Plantagen sind'
mit Caffee, Zucker und Pisang, weniger mit Cacao un^
Reifs bestellt: Wind- y Wasser- und Kofsmühlen umge-
hen die Zucker - Logies oder 3 Stockwerke hohtf Scheunen'
d^i^affeepflanzungen. Die Colonie ist im Zunehmen, und
täglich sieht man neue Fflahzungen entstehen.
Drittes CapiteL Ansieht von StahfSk. DieB^ftlke-i
rung besteht aus 7,500 Weifsen, 9,000 freien Farbigen usd{
£^000 Negern. Es giebt hier noch keine Gastl^Ö|e. • Schil«
&rung der dortigen Lebensart.^ UmherziehendeSchautpie*
Igt aus JSTordamerica. Beträchtlicher Handel« . Klagen fibef»
die Tlieurung der mechanischen Handwerker« Gute Polizei
Das Hospital zu Labourgade, das einzige Krankenhans der
Colonie. Zeitung von Deiüerary und Essequebo, die wo-
dhentlich zweimal herauskommt, un^ die K^ierungsiie-
ybhlüsse Holländisch, die Tagesneuigkeiten Englisch erzähl.
Papiergeld in den Colonien , doch nur 100,000 HoUändisOho
Gulden in Zetteln, die von 3 Gulden bis 6Stüber lauten.
Viertes Capitei. Pemerary^s Juaitiz Verwaltung. Dia,
€olonie hat einen Gerichtshof von 6 Mitgliedern, wovon'
tliif^T nur einige studierj^ haben} die .Appellation gieng bic«^
N. A. G. E. JI.Bds. i.St. F
\
I
A
^0 ' Bücher,- Rgcensionen. .
ker nath dem MutterUn^e. Handel von Demerary ; vom
5. Jan. 1806 bis dahin x8p7 giengen in 221 SchifFen auf
an Zucyr I9|3S7 Ozhofde, 474 Tierces und 801 Batils,
an Hum 4,722 Fässer und 17 Oxhofde, «n BaumwoUaf
23,604 Ballett und 2 Pack, an Caffee 12,390,102 Pfund,
ain Melasse 1,694 Fass. Das Dorf Kington ^ ganz vofk
Britten bewohnt und se^it 1796 entstanden. Die ihrigen
Oerter sind Labourgade, Cumingoburgh (eine regel-
mäfsige Stadt mit 6 Hauptstrafsen und eben so vielen Ca«
Hälen ) Bridgetown, Newtown, Werk en Ruck. Etwaa
Über das Klima der Golonie; völlig tropisch. Die tro*
ckene Jahrszeit ist sehr schön; die gröfste Hitze fSUfll
Morgens von 7 bis 10 Uhr , dann erheben sich Seewinde,
welche die ganze Natur erfrischen, und bis gegen 10 Uhr
Aben^ anbaltem - Im Auguste wüthen die Orkane, di«
hier doch in^blofsen heftigen Windstöfsen bestehen.
Die Lufttenaperatur ist aufserst veränderlich: Nachts fällt
starker Thau , dev^ nebst den vielen Seeen und Sümpfen
das Land für die Europäer ungesund macht. Qoch wier
Überall in d«n Tropenländern, so auch hier, ist weniger
das Klima , als die U^nmäXsigkeit der Europäer Schuld an
der grofsen S|;erblichkeit. Der Hautausschlag Y.ams ist
endemisch: der Chiloe oder Jigger, ein Insect, das sich'
aWischen Haut und Fleisch oder unter die Nägel der
Fufszehen eingrabt, doch wohl kein andres, als der pu« .
Vm penetrant.
Fühfus Capitel. Pflanzungen in Demerary. Zustand'
d«r Neger. Bemerkungen über den Sclavenhandel. - Dar-
Verfas^ nennt die Sclaven nie anders , als negro peasan«
try; er schildert sowohl hier als auf den Zuckerinseln
ihren Zustand sehr anuehmlich und behauptet, dafs sie
es häufig weit be'kser hatten ^ als die Tagelöhner von
Altenglaad, und dafs die Versetzung derselben aus Afrika
nach America eine wahre Wohlthat sey.
S€chrt€t Capitel, Essequebo» Der Flufs ist weit grö-
fser, als der Demerary und bei seiner Mündung 4) geo*
graphische Meilen breit. Er hat in derselben -die g Inseln
Walke^iaa^, Leguan und Hog. Diese Inseln sind mit
Mächer - Recensiomen.
81
PflanxiHigeii l^edeckt. Efsequebo steht mit Demerary ua«*
teir einem Gouvernement ; doch hat es, wie J>emerary, tai*
neu besondern Gerichtshof, aber nur ein. Poliseiamt. Dar
Sitz der Verwaltung und des Commandanten von Essequ^O'
ist auf der Fortinsel , 3 Meilen von der Mündung dea
Flusses. Das dabei angelegte Fort ist gani verfallen, und
Terlassen. Man bauet Ijier Caifee, Cacao, Indigo und
Baumwolle» Die Colonie hat sich erst seit der firitti-
fchen Beiitznahme gehoben ; man rechnete hier etwa '^oo
Plantagen mit 1,300 Weifsen und uß bis 28,000 Negern.
* Siebentes Capitel Die Indianer, die um den Essa**
quebo , auf der Küste zwischen dem Esseguebo und Orl-"
Äoko wohnen, sind Caraiben , zugleich die lahlreichstca
de* verschiedenen Stämme von Guyana. Die Worrowt»
nehmen die Küste zwischen Demerary und Surinam ein;
die AccawaWs visrbreiten.sich um die -Quellen der 3 Flüsse
£sseq^uebü, Demerary und Berbice; die Arrowanks woh«
nen hinter den Worrow^s. Der Verfasser schildert jeden
dieser Stämme besonders^ und erzählt bei. dieser Gele^
genheit die Reise, eines Hildesheimers, Hartmann ^ der UUk,
1740 den Essequebo befuhr und aus demselben in den,
Bio Negro und Maraiion gelangte. Wir kennen dieften
Keisenden bereits durch Condamine»
Achtes Capitel. Berbice. Der Flufs liegt unter 6*'
so' n..B« und ist bei seiner Mündung nur etwas über {
Meile breit. Eine Sandbank hindert die Schiffe an dem
£inclariren, und diese legen daher lieber in Demerary
an.x Zucker ist das vorzüglichste Product : man bauet .
aber auch Baumwolle, Caffee, Gacao, Tabak und hat vie*
|es B.0UCOU zur Ausfuhr. Neuamsterdam, die Hauptstadt,
lie^t in der Gabel des Berbice und Canje; die Häuser
sind meistens mit Pisangblättern gedeckt.: Zur Beschü«
zntig dient das Fort S. Andreas. Die Pflanzungen Uegen
theils am Berbice, theils am Ganje. Die Bevölkerung
besteht in 2,500 Weifsen , 1,000 ^eien Farbigen und
40,000 Neger n.
Neuntei Capitel» Das Gouvernement von Berbice ist
von dem zu Demerary getrennt^ doch gelten hier dia
F 9
94 Mäiher - Recensionäm^
BämH«]MQ OeseftMy »U dort. Ntchriekt von eunMr
tttibst 1803 auigebrochenen Insurrection der T^ppen^ wo»
V»l die Indianftr &iur BeschlUxung der Regierung herbei«
«Uea* '
Zehntes Cajpiteh Zustand der Pflänvungen am Abarjr,
MaKaicony und Mahaica , kleiner Flüsse zwischen dem
Berbitie und Demerary ; auch an demPomaroon, welches
auf der Westseite des Esse^uebo gegen das Spanisch«
Gayana hin liegt, sind seit der BesiUnahme der Britten
Pflanzu|igen entstanden, die ein Militärposten deckl^
V^brtgena haben die Britten das System angenommen^
TQ^üglich die Seeküste anzubauen, da. die Holländer da-
gegen aus Furcht vor den Flibustiera die UmgeibungeiL
9^ Flüsse Torzogeii. ' Baumwolle geräth am Pomärooa
Eilftes Capittl. Vermehrung der Zuckerplantagen auf
dem Continente« Die Zuckerinseln sind meistens er^
ichöpft; die reichen Pflanzer suchen daher auf das Con«
tinent der Tropen weit, wo der fette, rerchliöh bewässert«
^^B6den ein ewiges Gedeihen rerspricht, ihre Pflan^ng«i)»
:ttberzusetzen , und vielleicht in einem Jahrhunderte dürf-
f6n jene' Inseln fast ganz verlassen seyn und ihre Cultur
•ich auf der nördlichen Küste von Stidamerica wieder«
finden* Schon ist dar Anfang danu gemacht.
ZwdlftgsC4ipiteh Zoologie, ohne Werth. Der Ver*
^ser hatte keine Vorkenntnisse ron der Naturgeschichte»
Drti*ehnt€9 CapßteL Botanik. Ebenso*
VUrz€hntt^ und fünf z€kiU€9 Capitel. Beide sind gröla-
tastheijs histoxi^ch^ Inhaltt und ^ gehören nicht hieher.
Nco. war es Kecenaesttn ^. daXs die Britten zu der Besita«.
»ahme der Golonie von den Pflanzern seibat herbeigeru-
fltn^ waren. Etwas über den Schleichhandel der Colon^en,
Üb«r den Aufruhr der Buachnegor H^d. Über Cayenne^
worüber wir neuere Berichte haben.
Sechizthnt€s Capitel, "^Credit der PÜanzet, Der leti«*
te Brittisch - Holländisehe Krieg und die Folgen desselben
r
B&eher «- Reeensi^nen* 95
wmf der Golonie: Ofirr» und Mangel; Einife tolida bt*
lumnte Nachrichten üher Sttiinam und
SUhtnMihnus CapitgL Allgemeine Bemerkungen nnd
einige Notiien über den Orinoko und die umliegenden
Gegenden, die eben so wenig etwas Eignes oder Neues
enthalten.'
Di^fs wäre nun der Kern von dem, was sich in den
17 Capiteln der rorliegenden Reisebetchreibung findet;
Wir sehen, dals es dem Verfasser nicht am Willen ge«'
brocken, uns eine befriedigende Uebersicht über dies«
Colonien in geben; aber theils war er nic&t de^ Mann
dazuy-theils befand er sich nicht in der Lage, /Officiella
Nachrichten benützen und einziehen zu können. Dema* «
rary, wo er zu Stabrök angestellt war, ist am besten
und weitläuftigsten behandelt, doch ist nicht einmal der
neuere Stand der Bevölkerung mitgethejlt', so wie es iXhtit*
luupt an allem statistischen Detail gebricht.
Die Üebersetinng ist fUefsend: ob sie tren aey, Iflann
Recensent nicht yerbürgen, da er das Original nicht
Tergleichen konnte. ' Wahrscheinlich nahm sich indeJQi
die beigefügte Charte von den Flüssen Essequabo, Dt-
merary und Berbice im Originale basser ans.
•«■^«MMi^iOT^««
•\
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. /
■■
'\
Charten - recensionen.
!♦
Grgfser topographischer Atlas des iSTö-
nigrßichs Baiern. Siebentes bis eilf*
r tes Blatt, Müncheny im königliqh Baierischen
topographischen Bureau. l8*7« '
Im Jahre 1513 erhielten mr die 2 ersten (siehe .die
Ilecens. im XL. Bände unsrer A. G. £ph. } im Jahre 1814
abermals 2 Blätter (s. A. G. Eph. XLVIII. B.) und im
Jahre 1816 wieder 2 Sectionen- (A G. Eph. ,L. B. ) dieses
▼ortreflichen Atlasses. Da derselbe nach einer vorläufi-
gen jedoch von uns nicht zu^verbürgenden Nachricht nach
dem ersten Plane, (der aber jetit nach den neuesten po-
litischen Ereignissen wohl einer Abänderung unterlegen.
Haben dürfte) , aus 126 Sectionen. bestehen sollte (web*
che Anzahl uns sehr grols zu seyn dünkt ) , so schien der
Anfang dex Herausgabe auf eine Dauer voil 63 und mehr
Jahren bis zur Beendigung dieses Atlasses hinzudeuten,
da jährlich nur 2 Blätter erschienen, und im Jahre 1815 so-
gar keines. Diese eben nicht erfreuliche Aussicht scheint
|edoch jetzt für das geographische Publicum eine gtinsti-
^/
Charten* Reeensi^nefL
97
§tTB Wendung genommen vm liaben , deren Orund man
geneigt i«t^ darin «u tuchen/ daft d^r thätige- königlich
Baierisclie GeneralHeutenant Freiherr von RagUvich {ettt
die Leitung der geographischen Arbeiten des Mfiochnev
topographischen Bnreau Übernommen hat, und der rieh
dftditrch vollkommen tu bewähren acheint, dafs wir inr
diesem Jahre (id*?) ^tatt mit aweien», dietesmal mit ffinf
neuen Blättern dieses Atlasses beschenkt wurden
Zwar ist der Ton uns mehrmals ausgesprochen«
Wunsch den Lesern eine ausjiihrliekg NoiiSy über di«
astronomische Vermessung von Baiem, und den Plan dts
ganten Atlassts, mittheilen zu können, bis jetzt noch un»
etfüllt geblieben, allein Reoensent deutete bereits ]>ei Ge*
legenheit der Becension der beiden letzten Blktter auf
die Vermuthung hin, dafs die neuesten Gebietsverände*
jlingen des Königreichs Baiern, wohl auch eine grofsa
Veränderung in dem ^lane zu diesem Atlasse veranlafst
liaben mSgen , die es den Herausgebern vielleicht bis jetzt
noch unjnöglich machten , den eigentlichen Umfang des«
selben zu bestimmen. Das geographische Publicum wird
sich daher mit diesem, übrigens gerechten Wunsch«
▼or der Hand noch begnügen müssen , bis die Zeit auch
diesen erfüllt; Recensenten bleibt demnach auch ni<ihta
weiter übrig, als eine nähere Inhalttanzeige der neu er
schienenen Blätter zu liefern.
Das trsit derselben, oder das siobenta in der «r*
•chienenen Anzahl hat die Ueberschrift Augsburg, und.
die Bezeichnung Ii, deren Bedeutimg erst ein Ueber«.
STOhtstableau Tollkommen erläutern wird« Es stallt dia
Stadt Augsburg im genauesten Grundrisse, dan Lauf
des Lech» von Ottmarshausen bis unterhalb Gersthof en,
imd die Vereinigung des Wertachflusses unterhalb Augs*.
bürg mit dem Lech dar, ilnd umfafst die Gegend um
Augsburg, Friedberg, Aichach und Altomünster. Dia
Zeichnung ist van dem Ingenieur - Geographen Hrn. Qr—n^
und der ätioh tou Hrn. £d^r; , beide, Zeichner und St«»>
eher 'Verdienen d^ nusgezeichaetste L(^ ihrer Tortref*
liehen Arbeit.
/
8»
ith^i^ten^ R^^Mn^ip-nenk
t Da» ftffittfy o4er d^r Zakl nach das 8^e Katt, ^at di»
Be^eichnuiig II', und .die U9)>er$cliri£t fVitnlbach, stoUt
folglick oben an das vorerwähnte Blatt an. Es enthält
den ferneren Lanf des llechs bis «um, Dorfe Oberndor^,
tinen grolsen Theil des Donau -Moos^es, und die ganso
Gegend um ^iberbach, Mertiogen, Aindlizig, PöttmeSy.
fcbrobenhausen f In^enhofen und Aichach , welcher lets«
tere Ort j^um' Theil mit auf diese Section .fällt, und ii^
dessen Nähe die^ Ruinen des Stammschlosses Wittels-
liach liegen) nach welcfhe^ dieses Blatt benannt ist. Au-
Iser dem greisen Lechthale und dem Donau * Moose ^sf
fast die ganze Gegend init Icdchten Höhen bedeckt, dereii^
Darstellung dur^k den Zeichner, Herrn Qietrich^ und Ste«
«her, Herrn C\ Friedig gleich Torzfiglich, wie auf den übri-
f ea BläHtexn bearbeitet isti
« Das dritu Blatt y *V^ bezeilbhnet, und Larß über«^
' aqhriebe)!, ist ein^ Grane • Section gegen Böhmen, die
e^a nur zum vierten Theile ausgefüllt ist. -Es ist da«
exßte Blatt dieses grofseii Atlasses, auf ivelphem wirkli*
fhes Gebirgsterrain dargestellt ist, da ein Stück des Böh*
Uierwaldgebirges , m^c dem grofsen und kleinen Os^a-
Berge und dem Zwergeck darauf die Gränze* gegen Boh-
nen bilden. Die Bearbeitung des Gebirges ist von deni
Zeicjbner, lirn. Dietrici^ i^nd dem Becher, Herrn BaptisH
Seitz, meisterhaft f jedoch nach der bereits einmal ange-
nommenen Manier mit Licht und Schatten bearbeitet^
uftd die zahlreicheä Waldungen schaden der' dseutlichea
firkennnng des Terrains nicht im Geringsten«
* ' ■ ' - . ' '
Das vUrteBiatt 1U9 bezeichnet, und Ing^JjrSadl liber*
ielorieben , xeigt den Lauf der Donau vom Dorfe Gerol«
fing bis Weltenburg, und die Umgebungen der Städte
und Märkte Ingolstadt, Vohburg, Neustadt, Sigenburg,
Galmer^eim, Kösohingy Ffüring «nd Altmaasteiti , lUe
besonders mehrere bedeutende Waldungen, als den KÖ-
schinger, Htenl^eimer, Feün mid Dihz#nbttcher Forst
enthalten. Die dargestellte Gegend ist dur(;h4ius nur mit
leichten Höhen anfefüllt, die Zeichnuii^ von Hm. Di>.
IricAi und der Stich von Joseph Ssitz sind xüJunensiBrttrtkr
ßinfU bla$t ist P^fttfu fiherfchri^b^n, nnd mit
I* bezeiclmet. Ei enthält 4en Lauf djer Isar von Gar«,
«bin^ hi» Ober-Hummfl, einep ^rolsen Theil des Am«
bisr Fluues , und dat (rdinger Moof mit einem TKeile
^ßx j, im Jahre iSoi gemessenen Basis. Nur die einzige
Stadt Freising, der Marktflecken Dachau und das Lust«;-
fj^UoXs Schleifsheim fallen von gr Öls ern Orten auf diese
^ection, die, von Hm. Stubtnrauch geieichnet und ronHrn«.
Sfihl^ieh aen. gestochen » gleich fleibig und sauber, wie die
4bri£^en BlStter, bear))eitet ist.
Die in jeder Hinsicht vortrefliche Ausfuhrung diesee
wicl»|igen geographischen Unternehmens , läist übrigena
nichts %x^ wünschen übrige als dals selbiges unter der Lei«
tung^ des würdigen Nenrn General von Ragl^vioh auch fer*
nev bestens gedeihen, und den fröhlichsten Fortgang ha*
ben mi^ge, was bei der ansehnlichen Anxahl geschick«
ter und gebildeter Kupferstecher wohl keinen so gro*
"leen Schwierigkeiten als an einem andern Orte imtev^
werfen i«t.
9«
Militär ' Charte von Süd- Teutschland,
in ao Sectionen, nach den besten aetronomischen,
trigonometrischen Orte - Bestimmungen und
Hälfsquellen auf Befehl Sr. Königl. Hoheit,
Ludwig Augutitt Kronprinzen von BaiisrH,
unter Leitung des königlich Baieriechen Herrn
General-Lieutenant von Raglovich auf dent
In genieur - Bureau des General - Stabes der
^ Meserpe- J^rinee entworfen und herausgegeben
'i'Von .dem köfiiglii^h Baierißchen Jkgeniawe*
Hauptmann A. v. CovLotr.
mm*
Wenig geogvepbiscba Untemebminigea von diesem^
Itaf^ge) inn^rm Gehalte und Sufserer Eleganz edreue»
\
9a Charten " Kecensioneh
sich einer so sclinellen Ausführung, als diese rorzuglich»
^Militär Charte; von welcher unsre Leser bereits eine
kurze Beurtheilungv der 7 ersteh erschienenen Blätter insj
> sten Stücke des L. Bandes der A. G. E. erhalten haben/
und die bereits jetit vollen^ßt vor uns liegt. Wollte man
'aus der schnellen Beendigung dieser Charte auf Eilfer-
tigkeit, auf Kosten der, Richtigkeit u^d'Schönheit bei d*-
ren Bearbeitung söhliefsen , so würde man sich irren, d«;
wir, ■ wi'e' gesagt, wenig 'geographische Prodxicte habem^'
di^ mit solcher Gründlichkeit und vorzüglichelr Gleich-
förmigkeit in der Bearbeitung ausgeführt sind, wie dies«
Charte. Die jetzige ungemeine Thäti'gkeit in dem Münch-'
ner topographischen Bureau, aus welchem nicht allein die
Vorliegende Charte in so unglaablich kurzer Zeit hervor-
gegangen ist, sondej'n welches auch jetzt' in der Heraus-*
. gäbe seines grofsen Atlasses von Baiern ungleich schneller
Vors c breitet , wird allgemein deii Verdiensten des konig«'
lichBäierischett Hm: OenerallieutenantswonKfl^ZovicÄ bei«*
gemessen, der, mit i*egem Sinn für die Wissenseihaft und'
ausgebreiteten Kenntnissen aasgerüstet, mit^ aller der-
jenigen Thätigkeit, die bei der Ausführung solcher Werke
erforderlich ist, die Leitung sammtlicher Arbeiten dee ,
Ingenieur - BUreaVs zu München übernommen hat. £•
ist uns daüer eine angenehme Pflicht, die Verdienste des Hrn^
Generals von Raglovich , die auch für die Etdkixnde nicht
unbeträchtliche Ausbeute versprechen., öffentlich zu wür-
di^^ und anzuerkennen.^
In Hinsicht der Ausführung dieser schönen Char-
te, haben wir in Betreff der übrigen erschienenen
Sectionen nichts Allgemeines demjenigen hinzuzufügen,
was bereits in der erwähnten Recension der 7 ersten
Blätter, darüber gesagt worden ist. Die Bemerkungen,
die sich flecensenten b6i Durchsicht der- einzelnisn Blät«
ter aufgedrungen haben, mögen bei, der einzelnen Auf •
führung derselben ihrei\ Platz finde«. . . \ '
Section i. ' Dieses Blatt enthlttt den Lauf des Rheins
▼on Bnoharach bis 3 Meilen unterhalb Bonn, den ganzen
Lauf der Sieg und Lahn, die Mosel ven Triirbach bis
Coblenz^ einen Theil des M«m mit ^er Küisig^ Nid4ii'
Charten, - Aecemionen. 9t
«nd Wetter 9 voo Gebixgs* i|nd Bergifigen den lfV#t«r«.
wald, die H2NU/ die EyfEel und die 7 Berge am Rhein;
Yon g^öftern Stftdten : Frankfurt am Main , HanaUy Co*
M^nZf Wetzlar f Gietsen y Mßrburg und Bonn. Der Stich
dieses Blettes.ist sehr sauber und elegant von Herrn F«
Koppel bearbeitet, besonders das auf diesem Blatte dureh*
geb«nds Statt findende Bergterrain von mittlerer Haltung*
Einige Stif hiebler sind jedoch stehen geblieben, alsJUem».
treal statt Montreal ^ Münste statt Münster (im Mayen*
feld), Qattelaun »tatt Cast ei laun^ Marekobel^ statt Jtfaro-
tmbel , die wir hier xi^ gelegentlicher Verbesserung an*
fahren. Hinsichtlich der angegebenen Chausseen möge
)iier noch folgende Bemerkung erlaubt seyn. Allgemein
ist gewiXs der Wunsch, eine genaue Uebersicht sämmt-^»
lieber Chausseen in Teutschland, ein für jeden Rei*-
senden so wesentliches Ifedürfnifs, zu haben; bis jetct
besitzen wir aber noeh keine Charte, welche diese Ue-
Ersieht ToUständig giäbe. Recensent war sehr erfreut^
als er bei Ansicht des Plans dieser Charte sah, dals ei
mit eine Hauptabsicht bei dem Entwürfe derselben g^
wesen xu seyn schien, diesen, Zweck für den, auf dieser
Qkarte dargestellten Theil unsers Vaterlandes tu errei*»
qbexi, und schenkte derselben darum in diesem Betrachü
unbedingtes Vertrauen, da die Anzahl d^r Chausseen in
leiern überaus grofs ist, und vorausgesetzt werden konn-
te, dafs dem Verfasser Mittel genug zu Gebote standen,
die Angabe und Richtung sämmtlicher Chausseen Bai erns
und der angranxenden Länder, die doch den gröXsten
Tbeil der 'Charte einnehmen, zu erhalten. £r unter*
4inickte daher einige Zweifel über die Richtigkeit der An*
gäbe einiger Chausseen in den ersten älättern, in der
Meinung , dafs vielleicht in neuem Zeiten Manches hierift
geschehen seyn möge , was ihm noch unbekannt sey. Bei
genauerer Untersuchung der übrigen Sectionen dürfte eich
denn aber doch ergeb|»n , dafs die Angabe der Chausseen
nicht durchaus gant richtig, und dem Verfasser nicht
möglich gewesen ist, alle, mit einer richtigen Darstellung.
4er«elben verbundenen, Schwierigkeiten lu heben. Recen*
eent wird bj^ jeder Seclion die ihm gew\fs bekannten
Un^cht^^eiten imd zweifelhaften F.älle angeben , und
/
^ 'Charten •> Aecensio^ek^
^Adnrdi vülleicht Gelegenlieit zur mx^^aligvtt IMfm§
im.d Verbesserung dieser Charte in Betreff der Nieder»«
legung der Ghausseeh geben. Se z; B. führt auf Sect^t»
Toa Limburg nach Weüburg eine Chaussee , und di^te isl
«of ^CeYa linken Ufer der Lahn über das Dorf Nieder»Br^faea
geführt. Vielleicht hat der Verfa^sser in d«er Angabe dt»«^
fer Chaussee die topographisch- militari sehe Charte to«
Teutschland des geographischen Instituts benutzt, wo dio^
«e Ghausfee früher ebenso angegeben war, aber Tor ei^
iisger Zeit von Localkundigen dahin berichtiget ist, da£t
die Chaussee zwischen , beiden Orten auf dem Mitgegen<^
gesetzten Lahnufer geht. Ob die Straf se von Grünberf
Über Laubach und Hungen nach Friedberg chaussivt ist,
bezweifelt Recensent sehr, will es jedoch nicht fdrmliok
beitritten haben.
StcM, ff. Dieses Blatt stöfst techts ail das T<^rher-
f«kende an, und stellt den Lauf der Werra von ihrend
■irsprunge an, bis Berka,, femer die Fulda vom Ur«
^runge bis unterhalb 4Iersfeld^ ein Stück des -Mein«,
^e ganze Fränkische Saale, und mehrere l^inere Flües«^
ganz oder zum TheiJ dar. In orographischer Hinsieht
^gehört dieses Blatt zu den interessantesten der CJhai^y da
der gröfste Theil des Thüringer Waldgebirgs , das Rhön«
Ifebirge und der Vogelsberg in den Umfang desselben fal-
len. Die Bearbeitung derselben dUrc)^ den Kupferstecher,
Herrn TutrtahMy^ ist jtwar an und für sich, als einzelne«
Blatt, meisterhaft zu nennen, allein im Verhältaifs zur
Bearbeitung des Terrains auf der ganzen Charte als Goti^
%*9 scheinen die Gebirge auf diesem Blatte eine Sil
echworze Haltung bekommen zu haben, und diefs dehnt'
sich nicht allein auf die^ eigentlich ea Gebirgsmaissen, son-
dern auch auf manchen unbedeutende J Höhenzug aus*
$o ist z. B. der von der hohen I^hön zwischen Meinin-
gen und Meirichstadt, Hildburghausen und Römhild hin-
laiifibide, und sich sodann ^eilf gegen die^adt Eisfeld we^*
4eade und mit dem Thüringer Walde ve^biBdeisde, theils süd-
lich gegen Schweinfurt sich hinziehende Bergrücken ^ bei
weitem zusohwarz, und ziemlieb sostafk gehalten , wie auf
manc^i^Seclia&e» TheilH der Alpengebi^ge, Auf ilem l^iü^
ti«g«r W«ld« T«nAiMMi wir «ncK tfimmtliolie Aogvb««
•iMgfSeieluietcy Höhen puaetei und tog^r fehlen die bei^
den höchsten Bergspitten detselhen^ der Schnttkopf und-
4er JnstMtrg^ Die hok» Rhön hat anch im- Nordem
mcht Ausdehnittg genug erhalten, da fie fich weitet«
lunauf zwischen der Felda und Ulster hinzieht, und nocH
«wischen Dermbaoh und Vach mit «wei ausgeceichnal
Ibohen Puneten ^ dem Bayer - und Dietrichsberge, endige'Vi
Von grdfseren Städten fallen Fulda, Gotha, Coburg un4
Schweinfurt auf diese» Blatt. Hinsichtlich der Angall»
der Chausseen treffen dieses Blatt sehr viele Unrlehti^f*
heilen, iron denen Beoensent die wichtigsten hier ail«
führen will.
Die TOn Eistoach (was aber nicht mehr auf d«v
Sectiott Torbanden ist) komfaiende Strafse Über Berka,
die zwar bis hieher chauseirt war, jetzt aber eingehen
wird, führt ron dort nach Vach und so über Htinefeld
(nicht Hunfeld) und Fulda nach Frankfurt am Main. AUf
4er S^ction ist der Theii von Berka nach Vach nicht
ohau sirt, dagegen die Stralse ron Berka über Friede-'
wald , ü^ersfeld und Alsfeld als Chaussee angegebeft , Wai-
iLecensevt als richtig zu bezweifeln gro'Hse Ursache hat.
Ferner fiüirt auf der Charte ron Vach eine Chaussee über
Salzungen nach Schfnalkalden , t und ron hier nach Go«-
thft, auf der andern Ssite nach Meiniagen. So viel Re*
cenaent weifs, sind diese sammtlichen Strafs^n nicbt
«diaussirt, nur das Stuck von Meiningen bii Wasungen,
und ein kleines Stück ron Gotha aus ist wirklich Chans*
f«e, da« übrige fast durchaus recht' schlechter Oebirgz-^
tir^fi* Die zwischen Meiningen und Coburg durch mis alt
Chaussee angegebene StraXse ist ebenfalls gröfstentheila
tinchaussirt , und der von Coburg über Neustadt und Ju^
^nbach führende, auf der Section gleichfalls als Cfaiau««
ane bezeichnete Weg, gehört zu den sohlechtesteti* Stra«*
i3sett<, die über den Thüringer Wald führen.. Von andern
unrichtigen Angaben auf diesem Blatte bemetkt Kecen*
«ent noch Folgendes. Die Stadt Berka an der' W^etra ist'
itttrichtig bloXs als ein Sohlofs angegdben, das Dorf
BsnMM «A dar-Warrn niurioklig ftls <l twkiii dir M«riEt>-i
94' Charten ' Retensioneni
flecken Plauen ^ lehtershausin ^ ff^and^rMUben wi<dt Mühl^
htrgy unrichtig ah Städte-. Die Stadt Lengsftld an der
teida fehlt, eben so mehrere Marktflecken; unrichtig
geschrieben sind: Broderoäe statt Brattgrode, Wasfungem
statt Wa jungen und Hunfeld. statt Hünefeld, — ^
.' Seot» 3., welche wiederum rechts .an Stet. 2 anslöfst,
fäfst eisen Theil des Ficihtelgebirges , und den gröXsten
Xheil des, von hier aus in nordöstlicher Richtung lau-
fenden Erzgebirges , von welchem in nördlicher Rieh»
tung die Saale ^ EUtety Pleifse^ Mulde ^ Zsohopau ^ in
westlicher der Main^ in östlicher aber die Bger herab-
strömen. Auch dieses Blatt ist von Herrn ZertaheUx^^e-
Stochen , und gleich vorzüglich, wie das vorerwähnte, be-
sudelt; nur vermissen wir auch hier die Benennung
dei^ hervorragenden Bergspitzen des Fichtel - und Erz- '
Gebirgs , von welchen auch nicht eine einzige benennt
ist. Auch dietfe Section ist in hydrographischer Hinsicht
▼ollkofmmener, als in Hinsicht der richtigen Angabe d^r
Chausseen , von welchen hier wieder viele falsch , und
vorzüglich viele Chausseen angegeben sind, wo keine
Qxistiren. So z.B. führen auf der Section Chausseen von
Jena über Roda nach öera^ ferner von Gtra über Neu*'-
Stadt inach Saalfeld und Gräfentknl^ ferner von Schleitz
über Saalburg nach Lobenstein ^ wo durchaus gar keine
Chausseen existiren,. dagegen fehlen wieder mehrere, wirk-
lich existirende Chausseen, als z. B.' die Chaussee zwi<«
sehen Jena, Rudolstadt und Saatfeld^ die jedoch nur-
xum Theil chaussirt ist, zwischen Gera ^und Jena führt
«in, grofsentheils chaussirter Weg über Köstritt^ der aber
nicht angegeben ist. Zwischen Kger und Asch ist ein
grolser Theil des Weges chaussirt, dagegen die Strafse
von Hof über MarkUiten ne^ch. Bgtr nur stellenweise;'
Beides %eigt die Section entgegengesetzt Bie grolse und
schöne Chaussee von Schfkeehtrg nach AltenbuKg ist nicht,
angegeben, und die sehr befahrne Strafse von Carlsbad.
iiber dfeudeck und Hirschsnstand nach Sckmeberg , ob-,
gleich nur Wenig chaussirt, ebenfalls nicht. Die Chaussee
von Carlsbad nach Eger ist auf der Section ganz falsch^
angegeben; diase führt nicht nach Elnbagem^ sondern.
Chart en-Recensionen.
95
recktt daneben weg, ferner nicht nach dem Städtchen
falktnau , sondern nach dem Dorfe und Poststation Tzwo*
da^ und von hiar nipht auf dem rechten Ufer der Kg€r
über Königsberg, sondern auf dem linken über Maria Culm
nach Eger, auch eine Chausse directe nach dem, nicht
anjgedeuteten tranzensbrunn Es wäre wirklich ' Schade
um ein, übrigens so vorzügliches militärisch • geographi.
sches Werk, wenn sich in der Angabe der Chausseen
im übrigen Theile der Charte, Ton welcher Receusent
keine so genauen Localkeuntnisse hat, auch so viel Un-
richtigkeiten vorfilden sollten; wir wollen jedoch glau-
ben, dafs sich dsse grÖIstentheils nur in dem| nicht
Baierischen Theile der Charte vorfinden mögen , da «s
dem Verfasser wohl nicht an directen und zuverlässigen
Angaben über das Baierische Stralseuwesen gefehlt ha-;
ben wird. —
Stet. 4. ist sehon in der Keeension der ersten Lie*
fierang erwähnt , und enthält blofs den Titel der Charte.
" 5scr. 5. welche unterhalb anSect,!, anstölst, enthält
den Lauf des Rheins von Gtrmtrshtim bis Hintutn mit
1
den Einmündungen des Mains und des Neckarsy der Nah^
und sämmtlichen, von den Voghesen in das Rheinthal hin-
abüief senden kleineren Flüssen. Von Gebirgen fallen der
Bundsrück mit dem hohen Walde, der nördliche Theil
der Vighesen mit dem Donnersberge und ein Theil des
Odenwaldes auf dieses Bla^ Auch diese Section. ist von
Herrn Ze'rtaheLly gestoclien , und der Fleifs dieses Künst-
lers wirklich sehr rühmenswerth^ da er, ungeachtet des
gTQlsen Antheils an dem Stich dieser Charte doch all«
S^tionen mit gleichem Fleifse und gröfster Gleichför-
migkeit bearbeitet hat. Die vornehmsten Orte auf die-
sem Blatte sind: Maynz^ Darmttadt^ Mannheim ^ HeideU
htrgy KaJ,s €rs lautern , Zweybrücken, Landau und .Speyer m
Die Angabe der Chausseen scheint hier sehr richtig zu
seyn, und die Hauptmaterialien zur Bearbeitung waren
wohl, für das rechte Rheinufer die Haasische groXse Si«
tuations - Charte , und Dewarats Rheinlauf für das link«
Ufer dieses Flusses. Auf unserm Exemplare dieses Blatts
iit «ttglaich dia Gränia dtf ntuen Baierischen Rhtin-
N '/
96 Charten- Recensionert.
> * -
kreises ^ der dem gröfsten Theile nach Auf diese Section
fällt, angegeben; zu wänsclieti Wäre, dtifs auch die Gtän»
ze der OesterreichiscKen , im Umfange dieses Kreisies ami
Fufse des Donnersberges liegenden Grafschaft Falkeni
4Uin^ angegeben sey.n' möchte.
Siet^ 6* stellt die grofsen Ki'üntoiungen des Mäini
▼on ttaltstadt bis Aschafftnhurg y mit d^x' Rednitz und
Tauher y femer. ein' Stück vom Laufe des Neckars mit der
Jaxt und dem Kocher Flusse dar; von Gebirgszügen bloftf
den Speesart, Die .vornehmsten Orte auf diesem Blatte
tind: W^ürthurgy A schaffenhur g i HHlbrelnny Nürnberg;
Ansbach,, Erlangen und Bamberg, Der Stich von HeiYn
Joseph SchUich ist meisterhaft ausgeführt; hinsichtlich
deT Angabe der Chausseen dürften jedoch auch auf dies eih
Blatte einige Unrichtigkeiten Statt ^fiden. Die, von Pf^ärfi
kurg Bttch Ochsenfürt angegebene Chaussee existirte we^
nigvten^B vor einigen Jahren noch nicht; eben so wenig
führt eine Chaussee von Mergentheim über Bhxberg und
AdeUheim nach Neckarelz , und die von Heilbronn nach
Oehringen angegebene Chaussee führt nicht neßen^ son-
dern durch die Stadt Weinsberg.
Sect, 7. zeigt den Ursprung des rothen und weifsen
Mains auf -dem Fichtelgebirge, den Lauf der NaaJ» vom
Ursprünge an bis ita/mü'ns, die ViU ^ ein Stück des Regen.
Flusses, und die vom Böhmerwalde, der das Blatt in
der Richtung von Norden nach Süden durchstreicht, her«
abfliefsetiden Flüsse HeraXtri^ Rabuza und Bradlanka, Die
Hauptorte auf dieser Section sind: Bayreuth^ Amberg und
Pilsen, Der Stich ist wieder von |Ierm ZertAhelly\ der»
selbe bedarf also keiner weitern' Lobeserhebung.
Sect, 8. welche rethts an die vorige Section ftnstüfsl^
stellt fast durchaus nur einen Theil von Böhmen' dar^
und darin den Lauf der Moldau von Teyn bis Sbraslauf
mit den Einmündungen der Flüsse Bernun^ Wottawa^
Ltuschnitz und Zasawa (Sazawa) In die südliche Ecke
fällt ein Stück des von dem Stecher, Herrn Paeringer^
siemlich leicht gehaltene^ I^Arischen Gebjrges dine-
«
weitere B^MimitHk« Die Ttnieluiuteii^ Orte diesfr Sec^joii
find: B«raiiii, TAh^w^ Jglwk und. AenA^H/..
■ •" * . ' • ' • • '
-j/. ^I^'isi* u.ia <ind sefaon früher angeführt worden.
5irct. IT. stfifst unterhalb an Stet. 7, und recirts an
Sect. 10. an , und in wieder von Herrn ZertstheUy mei«
sterhaft gestochen. Sie enthält den Lanf der Donau Tott
ingoÜtaät bis Pastau^ die iMr von oberhalb Frtitiftg^
und deh iHri von Brauriau an, bfi «u ihrem EInflusff«
in ' die "Ddntiii ; '' ferner den Ursprung und Anefluls dei
Regen^s und sämnktliche "In diesem Umfange belegenett
kleineren Flüsse. In die rechte obere Ecke des Blat<*
tes' fällt ein Stück des Bdhmerwaldet, sonst aber^kein
Gebirgs-, wohl aber sehr bergiges Terrain, das ari man-
chen Orten wohl eine etwM zu starke Haltung erhalten
habenr dürfte. Von gröfsern Orten fallen die St&dte Rf
g^nsburg^^ Passau ^ Braunau^ Landshut ^ Ingolstadt und
Freising anf dieses Blatt, dem die Scctionen der grofse^
Charte^ der Baierischen^ Monarchie zum Grunde gelegt zn
seynjBcheinen, daher es in Hinsichi seines geographi-
schen Werthes wohl einen der ereten Plätze in der Charte
«ianünrnt. '
' Stot, 12* Das änfserste reellite Blatt in der dritten
Horizontalr^he der- Sectionen^ . enthält Theile vcyn Böl»»
men, Baiern wnd Nitderöster reich. Von dem Böhnieir>-
wvddgebii^e- sieht sieh., ein .anaehnlioher Gebirgszng-. in
aüdöstlicher Richtung bis «ir 'DonAuinnab^ und ejin eil«
derer Gehirssarm zwischen dem Ursprünge der Zwettel^
Scht^ürthacn und Thaya, b!s liim' Pt^ildgebirgehirif und
die Bearbeitung dieser Gebirgspartnie ist von dem Ste-
cher, Herrn Kämmerl so sch6n ausgeführt, dafs diese
Section denen, von Herrn Ztriahelly gestochenen, Sectio-
nen im Ge^ringsten nicht nachsteht.' Hier ist nun der
Nutzen systematisch und gleichförmig gebildeter Kupfer-
stecher recht in die Augen fallend, da man hier ohne
Sorge eine Arbeit von mehreren Blättern "verschiedenen
I
Stechern anvertrauen kann, ohne befürchten tu mllssen,
•ein ungleichförmiges Werk ^u liefernl Wie sehr war der
^verstorbene Major Haas zu bedauern ^ dafs er wegen der
/
\
'Charte dieie nnwtiMi^ ein«lf€^'SMc1i«r ülbertviigea komi«
te (H^rm Ftlting) und wie viel früher hätte dieses Tor*
«ü^iche geographische Werk vollendet se^n ^köitn^, hat*
ten, dem M. Hops mehreret gleichförmig ausgebildete
l(Ü9£tler> SU Gebote gestanden. -^ Die Hauptorte auf dia-
f%fa Blatte siud: lanzyBudwtis^ Krumati und Krems » der
^nptflnfs, die BQnau. von Pas sau his K^ems ^ ferner dia
JB^oi^iHi "vois, ihrem tJiwprun^e an his unterhalb Budweis^
|Ua Th^ti Bis Pr044nda^.^, öie.Malich unA m^hrera
Flösse t#>L garingtisre^ Belax^. *
Qen 'Inh^t von Stqt. IQ , 14 u. 15 giebt . bereits die
jBL6c^nfif>n der eifsten Lieferung..
' Ärpr. 1Ä. enthält ganze Tliefle vöit NiedterÖfeterrteich
mit l^aTzburg und Steyermark, wöiu jiedoc^ nicht \l)e
Charten des kaiserlich Oesterr eichischen: Geheral > Qnar«
tiermets'ter - Stabes y sondern 'diö ScfimidtfcHe Charte foti
^iederösterreich benutzt zu seyn' scheinen.' D^^ Stich
dieses Blattes^ist von P, TCappetfUnd die Darstellung d«8
in Süden hinziehenden Steyeri^cheii Alpengebirgeff Vor«.
treftich gelungen, hier auch, mehr wie auf den lihrigeil
blättern/ die Bergspitsoi ängeg^en. Die ponau tritt
-iäiäx in dieses BUitt, uad jiimmt hier die, ton d^ Stey^
Mohen Alpen herabflielaenden Flüsse TVmunfEns^ ^9U$ff
«n. a.m. auf; die Himptorte auf dieser Section fiiidflir^^i;^
WtU^ Radfta^ tmd J&celtfn« ^ .'":' ^
Sect^ 17. fafs't ^anz den, nach der grofseii WeifsU
ichen Charte bearbeiteten, l'heil der Schweiz liwischen
dem Züricher f Luterner-y TÄunrr - und Bie/er- See, dem
St.Gotthardy den Quellen des Rheins und des Khon'e uncl
. den Städten Be^n , Solothum , Luzern und Thun , 'mid ist
von Äämmsri sehr gut gestochen. Die /Angabe der zahl-
reichen Chaus.seeB in des Schweiz ist selir genau auf die-
sem Blatte angegeben, ,ttnd dabei sichtbar die KelUrscks
Eeisecharte der Schweiz benutzt worden.
>' * , • - •.
Sect. 18. zeigt die östliche Iförtsetzung des, ' auf »der
Vorigen Section aAgefangenen Graubitndtet Alpengehl/««
» -,
.Ohatten - tOtc^»*i-on'tU.
m
DwKhmin, Ina und die Euch find di^- H«»plfjtisae , dt#
Städte Ftldkirchf Chur und M€rMn^ die TQnBcJwiiltMi' «nf
diesem Blatte.
Sect, 19. faf«*t grörstentheilf Tyroler Gebtef, mit
dem hier «wischen den Quellen der Eisach, Rienzy DVau,
Gail, Moll und Salxüch hinziehenden Khätischcn Gcbirgff-
arme." Der Kupferstecher, Herr C, Schleich jun, hat auch
dieses Blatt mit torzüglichem Fleifse bearbeitet, und die
Darstellung der Cebirgsmassen gehört lu den vollendete-
sten der iransen Charte. Die bereits erschienenen Sectio-
neu der Charte von Oesterreich vom kaiserlich Oesterrei*
chischen Generalquartiermeister -Stabe ^'nd di:bei auf*s
'B'elste benutzt. Insbruck^ Liens , Brixgn und Bot xen tini
die Hauptor^e dieses filattes. —
Der Raum dieser Blätter erlaubte hier Mtie umstfind*«
lichere Auseinandersetzung der Vorzüge dieser schienen';
nunmehr ganz troÜendeten Charte, über deren Brauchbar*
ieit wohl fiut 0ini ^imme herrschen wird. Der mXfsige
^reis derselbeh Voil 20' ff. ffir die Subscribentdh erlifubt
auch selb^x utabemitteltern .Li<&bhabern dßit Ankauf, und
läfst nichts tti wünschen übrig, als dafs der Verf«3ser
derselben bald 6iue noch 'gröfsere AuidehnUnj( (eben
Giart^ der im XXnigreich Böhmen und de9iim
Leitmeritzer Kreise gelegenen Hetrtchajt
Te plitz nebst der umliegenden, Gegend»
Leipzig bei Schreihers Erben,
Ein Schätzenswerther Beitrag zur darstellenden Geo*
(raphie des. Königreichl Bdl^nen, der eigenen Aofnali*
" 2
/
49o tikarß'en- Rhcsnsianen.
iliM «iiM SKöhjUchen' G«QgvapKiefreund6f sein DcMrerya
^NArdAilkt y atid > weieiitHclie Bericl^tiguiigen dieter so^ ia^
l##e*Vait1«ti'G^eiid hinsichtlich allet vorhandenen ältevn
Charten Enthält, und ▼orzüglich allen Badegitten .m
Ttplitz , die etwas weitere Excursionen machen wol-
len, ein willkommener l^ührer seyn wird. Die dar-
gestellte öegend begreift selbst eine^i' Theil des Erzgebir-
get nördlich bis über I^eterswalde ^ westlich bis 'Langisn»
wiet* iind Ober - Ltutersdörf, südlich bis zuni Dorffe
KosUl, und östlich , bis Leucksndorf ijind Romerle ; ' die
Städte Aussige TirmUXf Graupen, Bilin^ Dux ^ Grab Und
yickläsberg fallen ini Umfange des, in einem Maafsst&be
von Xy^ Pariser Zoll auf die Teutsche Meile bearbeiteten,
6^ Zoll hohen und 8/^ Zoll breiten Ch^rtchens, in< des-
sen Bereich auch der gröfste Theil des Mittelgebirges
fällt. Recensent weils bestimmt, dafs der Verfasser bei
4,er Aufnahme besondern Fleils auf die richtige Dar-,
s.tellung des Gebirges verwendet ha^ , jedoch scheint es^
als wenn besonders der Theil des Erzgebirges, eine
j,vi$n Theil etwas stärkere Gradation verdient hätten«
Der Stich der Charte ist eben nicht vorzüglich schon»
{loch sanber und. deutlich. Möchte der Verfasser recht
viele Ni^chahmer finden , die ihye Mittel imd Kräfte da-
Xtt verwendeten, wenigstens einzelne Gegenden unsers
Vaterlandes, von denen zur Zeit noch gute geographische
Barstellungtin mangeln, durch eigene Aufnahmen, wenn
auch nicht ganz tadelfrei, doch wenigstens" voUkomme'^
ner darzustellen , sie würden sich vielfachen Dank er»
werben , den wir hiemit im Namen des ganzen geogra-
phischen Publicums demVerfesser des vorliegenden Chärt-
shea«, Hirm 6berhoi;genchts-IUtl^ C, i;sii ZehmßHf ;iyf,
Msifs^hy g«me und billig zollen.
j
y
* \
■^ jn ii jn . — ^i^wi»^
VERMISCHTE NACHRICHTEN.
\
I.
IfoHun von der neuen Russisthen Bntdeekunge*
reise det Schiffs *der Rurik, des Oraferi von
; Jipnumzow y geführt vom Lieutenant Otto
v^n RoTzsBVS*
Ä.
Jisrieht du CafUHns Jiitt^r von Krusinitem an dis Jbd*
nigUehs QtselUchaft der WUttnsehafien zu G'öt"
tinggn* *)
la d^er Versammlnag der koniglicHeii Gwellscliaft.
der Wiscenscliaftea in Gdttingen am 19. Jul. legte der
Obermedicinalrath Blumgnbach einen ihm, «u dieser Ab-,
aicht Yon ihrem MitgUede» dem hochverdienten Wel^
iirasegler Capitän vm J^rusenstem eingesandten hand-
achriftlichen Aufsatx vor, worin ihr dieser, auXier einem
Auszuge aus dem Tagebuche ' des , jetit auf der «weitei^.
r g«Uhn^ ASMigeii ,Xo. ixt^ «M fli . JUl. t|l^
103 Vermischte Nachrichten*
Kiissisclien Weltreise begrilTenenTlieutenaiit vonKotuhie^
vorzüglicl> seine eignen kritischen Bemerkungen, über die,
Ton le Maire und Schonten im Jahre i6l6 und von Kogge^
wein im JaHre 1727 aftf der Südsee gemachten nautisch-
geographischen Entdeckungen mittbeilte.
Bekanntlich hatte ein edler >Kenner und Beförderer
der Wissen »ciiaften, der Russische Reichsk^iler Graf
Romanzoßf vor zwei Jahrän auf eigene Kosten ein Schiff,
den Rurik, ausrüsten lassen, das unter dem Commahdo
eines treflichen Seeoffici(^rs, der selbst «choa als Gadet
unter Krusenstern die Weltreise auf der Nadeshda mit-
j^emaeht hatte ^ des. isebon genanisten. Lialitexu^f ; Ott\f .
von Kotztbue — eines Sohnes* des Russischen Etatsrathif
von Neuem eine Entdeckungsreise um die Erde machea
«oUte. .._... !^ ' ^
' Die dem Befehlsl^ftber für seine Fahrt ertheilte An-
weisung gi^ng weislich auch dahin, dafs^er auf demgro-
Xsen Ocean besonders mehrerf , von den gedachten Hol-
ländischen Seefahrern vor ungefähr 100 und 200 Jahren
Mtdeokid^, '> aber seitdem von Itei^i^m Buropltiicllte &l»^
> B^riisii wieder besuchte Iiiseln aufsuchen 4 un4 somit die
Lage dieser vor der Hand doch noch zweifelhaften Ei«
lande^gerian ^bestimi^en sollte^ da bisher die Meimmgen
der neuesten classischen Bearbeiter dieses wieht%e]| Tlieils
der nauti^hen Geographie, ^lex. Dalrymple^s, FleurieU^s
xind Capitän Burney's getheilt waren. Freilich wa^ fU^^
XWgabe ficWwierig genu^; da es für die Seefahrer — zu**"
anal bei stürmischem , triiben Wetter oder plöti&lichen
Wiudstöfsen — kaum ^iii gefährlicheres Meer giebt, als
«bei| d^n von jenen Holländern von O. nach W. be-
fahrnen $trich der Südsee ,' der mit niedrigen , theilt
Isaum -über die ^|€*eresfläche' heräusragenden ' Corallen-
fnseln und Riffen gteiqli^ahi besäet ist. Doch kamen dem
Xieut'enant von Kotze buf aufsär seinen tu chtig^en ' Kennt-
nissen auch die mälsige GrÖfse seines Schiffs und iehr
günstiges Wetter zu statten, so'dafs er, wie schon di&
.▼on ihm eingeschickten Charten beweisen (aus welchen.'
. von Krusenstgrn eine kleine Generalchartö — vom 14 bis
x6o s.SreitA unA i37t)>i«S49^ WvUx^'VMkGrceamohr^
V . , . .'
V
*
^fiaöi^i vmd der k&ugliclimi. GetelUeliiift -«ilf^lieilt
^^ mebr ron diesen bentfenen CoiaUenintfeln gef eh««,
wid «e gMianer «rfortoht hat» id« ,ii^ead «ioer stimmt
Vorgäiig«r.
Kachd^m er den Brtftiliscben Haren ron St. Catlia-
Tina den 28< Dec. 1815 rerlasten, den 26. Jan. d«i Cap
Horii um^schffFt, und den 13. Pebmar unweit Gonception
an der ^KQtte ron Chili geankert hatte, so richti^te er
Von da seinen Lanf cuerst nach der^ ffir Geologie und
Ethnographie so merkwürdigen Ofterinni^ wo er den 39.
März ror. Jahrer landete, aber di^ abeXkteuerlic^en ko-
lossalen, aus schwammiger Tuff «tacke gehauenen' BfisteiL
^-^ die auf dvifi herrlichen Blatte von Woollett zuGookV
«weiter Reise bo ganz anders , als im Atlas sn der ron
U «Perons« abgebüdet sind -^ ) meist alle serttfirl land. ^
0apitj|n Jtruiin09rH hatte ror mehrtre» Jahren in einar
aigiian'M»haii^ttng die . Vecmutbung geänXscrt, dafs dais
wpn John DtivU im Jahr tbS? gesebatM^ aber nicht bi»-
tvatena Land roii Ikoggew^ein's Pßaschen eylnnd re».^
«ohiadan- und Östliehar «iCwa «wnAsn djtm 90 und 4^
iev, i#lnga .%vk suchvn aajr^ äimmt thmt nu» tetne Muth-
XßAiBmg wrüokf d^ as. der Ueatanaitf K. in jenes. Gt-
^and .^iolit g^undeti. JH990ti nahntf nun seinatt Ldnf ron
/dlege Oalerinsel zunächst nach djer Gagand , wo die ron Le
Maire und Schonten entdeckte Hundeinsel liegen soUt#,
fand auch. wirklich den 16* April im 44« 50' s. Breite und
138^ 47' ^* Lknge eine niediiige, wie fast alle jene Coo
ralleneilande mit einem See (i^agöon) in ihrer Mitte rer*
sehene Insel , auf welcher k^ine Einwohner zu seha^
War0n , und die er die zweifelhafta nannte, ron der es
aber Cäpit^n Krusenuejm onehr als plofii wahrscheinlicji
macht, d^rs sie wirklich die Mundeinul ist- (^|i «Ir
seltsames ^»1 pro quo^ wodurch diese S^dsee^ Insel mit
einer gleichnamigen an der Ostküfte vöii Grönland rer-
wephsdt worden f ist bei Blumenbaeh ie^gen^ris J^um*
'variet, nativa p^ ^2^ ed. 3 berechtigt — ). . . ,
Auf der weitern Fahrt nach W« fand v. Jtr «ir^iiftSTlt
iMt unter ijsf gleichen uralte (14^ 9^ so''}' und 1440 so'
Sßf* X4pia «ina ihnUaha|(.a]i4a Uofieca Coralleniiiael, im
iXÜH
VärmiscMä^ NäihrichtSjrC'
welche «r, trotz' der itiir ttiirkeii Branän^l^» • Itf»l^brt»|
«nd di^ mit dem iSppigsten Pflancenlelieii bedeckt war^
oder vielmelir ^neta sehr »ohöii uiiterhaleeDen GafteJBi
glich, sich auch beMmders dadurch auszeichiket^» dafl
sie Jseinen . Lagpojti hatte. Man traf keine Eiawohner,
koiiinte aber aus mehrern Anzeigen schliefsen, dafs ^iis
entweder noch vor Kurzem/ bewohnt geweseijiy oder doch
von benachbarten Insulanern besucht werde. : Da die£s
die. erste voh den neuen. Entdeckungen war, die, Lieuter
nant J?« anf seiner Weltreise gemacht hat; denn auch
t(»n Krustnstem zeigt in dem eingeschickten/Aufsatz^.dafe
diese InseJL weder Schouten's Sondergrund| nogh auch
Ro^ge^ein^s Carlshof «eyn könne *— so nannte er sie
Jlomaiyi off s -Insel. . , ' . .
Hhigefgen führt Capitän Krut^nsurn Gritnde tcn , did
CS wahrscheinlich maeh^, dafs die ▼om'Lietiteiiatit;^!
iMLld hernach unter 140^ 41' s. ^r. uäd 1440 5^^ f^''' w; J«:
«rblickte mit einem Lagoon versehene Insel, die den Nah-
men Spiridoffs* Intel erhielt, Wohl die w^stlibhlte äfit
«wei Inseln sey, die der Commodore Byron King GHfrge*t
Islands nannte , ' denen nachher auf den neilesteti Gkarteil
des gsofsen Oceans von Arrowsmith , £spiuotfa~und'Pä)f*
dy noch zwei westHclkere beig^ffigt 4ind, die ctl)er, wi#
er ferner zeigt ^ als nicht vorhanden wieder weggela^feft
werden mfifsteh. ' . < . '
Eine grofse Gruppe von Inseln, die mit BSumeQ,
stark bewachsen und durch Corallenriffe unter einander
Verbunden rind, nannte vo« Kotzthue nach dem Schifjfe
die ^urikskeite, Ihre osÖiche Spitze, die in iß^ 20* Sp
^Br. und 'l4i5<^3o' w, Länge liegt, wird von einer ähnli-
eben östlichen Gruppe, die Cook PallUer's /x/rj nannte»
die aber ohne. Zweifel mit Roggewfin^s scKädtichen In;-
^*^/» einerlei ist, durch einen Canal getrennt ,, den der
I^eutenatit; K. den 23. Aoril durchsegelte.— . Capitän
•Jtr zdgt; *dafs, nach all^ kritischen Prüfung die Ku-
rikskette so gut als eine' ganz neue Entdeckung anzu*
'^K^m hafte man diese 'Inselkette aus deftn Gesielt
vet^ren, so zeigte^ $ihM ehie neue^ «her Hoob gi^fsexe
vr«W.rt. $%i «die tben, f^ wie {«ne, an« nclireiwn, tiieitf
•»«ehnlicli gf arten, daTcli CorallenrüFe mit «inander ver*
Inuidenen InWn bettend^ und deren Sfidseite, längt wel»
oker man «egelte, in einer Richtung von W. t. N. und
O» t. S« eine AntdehonQg ron 721/9 Seemtäan Hatte»
Es itt dieteliie, die der Commodore B]rroB 176^ the Prin*
€€ of WaUs^s Island nannte f und die auf ArrowtmitVa
Charte un^er dem N/ul^en von Dean*« Intel .«iekt, die
al^r Capitän Burney för Sjcfaouten'ty vor 200 Jahren ent*
deöktes Vliwgtn ExUn4 hfilt , welcher Mviuung auch Ca«
pitän Kr. beipflichtet , ^und die andern gedachten Mameib
hiiuftig auf den Charten wegzulattcn räth.
Genau im Wetten , 15 Meilen von der W. Spitxe die*
•er Fliegenintel entdeckte der Lieutenant KotX4hug nocht
eine tolche« durch Corallenriffe z^tammenhftngende Intel»
gmppe ; deren Mitte unter i^<^ 00' t. Br. und 148* 41^
w. £1. liegt, und tich durch die hetondere Eigenthfiapi*
üchkeit autieic^net , di^fs aut dfsr Mitte ihrea Li^ooBa
eine kleine, ttark mit Bäumen beimacht ene Intel henror«*
ragt. Der Ei^tdecker gabf dieser Kette den Namen Krustn^
Sterns ' Inuln f unil richtete von da teineii Lauf nach W«
N. W. , um die von Roggewein entdeckten Baumannt«
)(nveln ( — von deren Bewohnern der Verfattar der ein-
sig authentischen Beschreibung jenet merkwftrdigen Weife»
reite , der Mecklenbuquitche Pfefferkuchen -Becker Bek*
rens tagt: 9,tte teyen mehrentheilt weilt^ niMi die hfib*
tchesten und allerartigtten Menscheni" welche er auf da«
ganten Siidtee getehen^) in der Ge^nd anftutnoheny
ivo Fleurieu glaubte, daft tie liegen müftten. Er sah
jedoch' kein Land, und et möchte wohl iettt to gut wie
entschi/edcn seyn, .daft die frühere Meinung der Engli-'
ßch^n Erdbeschreib er, alt ob jenea Banmanntland an4
Bougainville^s ItUs dst Tfavigafurf einerlei %9y<^ ge»
gründet ist.
Ben 30. Aplil sah man die PemAiyn^t-Inteln , die Ca-
pilän S4v4r vor fast 30 Jahren entdeckt hat , - aber seit-
dem wohl Ton keinem Seefahrer wieder betucht worden.
Die Bewohner ^dies^ Gruppe kommen den Watlungton't«
1'
/ .
tOA ' f^r mischte ^mekriehte^
' I
IhsttlaBem an Gt8fke tind Seb^liMt He» &öi|ietf telitf
Mlie. Sifr tatairen «icji nicht , - da^eg«ii abtr bemerlEt#
snaii fäft bei allen tiefe blutige Furchen, die sich iiber
den Jansen KlSrper «mregelmäMg' durchflchaitten , ( — al«
•o fast wie bei inänebell NegeryMkera iind Btaiilianer-«
ttSmmcn •^).
' Den ^u Mai wurden wieder zwei rieiie Gruppen voif
^Wohnten Coralleninseln entdeckt, die durch einen xwel
Meilen breiten Ganal unter ii* ix' 20" 8^ Breite, un^
fgo» ^' 3C w. Lange von einander getrennt find, weU
cblen der Lieutenant it. durchsegelte , ^ und die 1^^
Gruppe Kutus9ff^€-^ so wie di^ S. Gr. $iKmarüff*i*
liuiln nannte.
Da 'er Ursache hatte, seiner Anwdtung gemäfs iiü«
nach Kamtschatka zueilen, wo er den 19. Jun. im^St»
Feters- und Paulshäven seine Anker fallen liefs, und den
it3. ^ul. v^on da sehte Entdeckungsreise nach dem Norde»
fertselcte, so hat er manche nähere Untersuchungen auf
Jenem südlichen laselmeer fOr seine Rückkehr dal^u ▼•r-^
sparen müssen. >-
' ' - J
Inzwischen fügt 4et CtipitSn von Krutimsurn schon
^rlSufig «eifern wichtigen Aufsätze noch einige Bemcr«^
Imngen über verschiedene, vor der Hand lioch aweifel-
hafte Püncte; luden beiden denkwürdigen Weltreiseik der.
Ii^hoti ofl genannten Holländischen Seefahrer bei, und
iteigt z. B. , daft ' Le Maire^s und Schouten^s Sonder^
fr^ndt mit den von Byron anderthalbhundert Jahre
apSter gesehenen King Georgk^s Islands (zusammen^
^uomm^) einerlei, lind' RoggeweinV seitdem noch
niöht wieder '^ondneif Labyrinth imter 15* 45' s. Brei-
te, und zwischen '14S^* und 14g* w. Länge^ Aufznsn*
^hen sej^ u. dgl. m.
I
v^ ^^ ITalCAfinmo« 4tt d«r Kttft« tob Chili»
am 3. MaLn 1816.
Heute war fler Tag, an welchem die Nenbegier der
])amen aus Conception befriedigt werden sollte. Schon
gestern und diesen Mor|;eft kamen' viele aus der Stadt,
und «war die Damen, die den langen Weg nicht rdten*
mocliteu., in seltsamer Equipage,' viereckigten Kasten,
ganz fihntieh unsern Hundehäusem, die auf Achsen ruh*
ten, um' welche zwei gewaltig grofse, aus Bretterfa ver-
fertigte Räder sich drehten. Statt der Pferde waren zwei'
tüchtige ^Ochsen vorgespannt» Ich mufste herslich la-
chen , als ich. eine^nze Reihe dieser, niedlichen Fuhr*^
werke, mit Oafnen vollgepfropft, ankommen aah. Al-
lein die Ueberraschung ist aehr angenehm, wenn man
aus diesen härilichen.KJCfichten hÜbache, wohlerzogen*.
Mädchen herauskrieohen sieht, welche weder «n£legans
lind Geschmack in der Kleidung , noch an artigem Be->
tjngen den Europäischen Damen nachstehen. Die Meng«^
.i^rer .blitiend^n Diamanten würde manch« l^^^äeria»
liea«iden. *
' "pm 3 Uhr Nachmittags waren alle meine B^ 'am
iftex^ bereit, die Gäste zu eknpfangen. Mein Schilf prang-
te in schönster Ordnung und war mit allerlei Erfrischun-
gen reichlich versehen , allein ilie Anzahl der Gäste tu '
g;rofS| um sie. alle zugleich auf dem kleinen Rurik tn
*) Da dieter Autzug aus dem Tagebnch* das Barm Lienta«
naatt Otto von KotKcbue, walchen dartalba untarm 10.'
^nl. 1816 f als seinan aritan RaitebaricM ans Kamtschatka,
an seinan Herrn Vater, den jetzt in Weimar labenden
Staatsrath v. Kotaebue, sandte^ und ^ir von damselbaii.
gütigst mitgeth«ilt wurde , weit mShr interessante, ethno-
^ graphische 14 ötiaen tind Details anthUt, als der obige
blofs nautisch- geographische Haricht , so h«be ich auch
«Besen, gewifs zum Danke dar Leser, Mar mit aufge-
noBunen. & -^
\
\
' \
/
#
UV W r/ kiiieMt^N€itfit{ch'4!^i
b^wirtlsen. /Folgliek bliebeu- bieine Böte in uaaulEörn«'
eiber THItif kfüt , um ^»^t ' Afreii: J^tt^lsmA^^ hflxyMf/L
' war y wieder an's Land zu bn&g^n , und andere an de*
Ten ^tc4l9 liarbei xu ^^ohlen« ,^ -
Mit Sonnenuntergangs yerliels die Gesellschaft dat
Schift, umsicK zum Balle zu kleij^em D^Kurih^) hattfbei
iyilen i^ofsenBeilfaU gefunden. .Der Gouverneur blieb bia-
zulettt ajto Bprd« Das Gedränge, 4?^^ Weiber machte abm,
vjielen Spaff; denn der Männer waren nur wenige, da'
überhaupt, hier die Zahl der Weiier die ^der Männer,
c^hnfach iUiersteigt« Als der Gouverneur das Schiff ve^*
lie'fs, sajutirle ich mit 8 Canonensehüssen, welche ai^f^
iler Stelle von der l-^stung beaqtwortet wurden. \ -
Am Lande hatt^ ich ein g!tofses Magazin in eineic'
Tanz'saal verwanjÄelt, pnd mit vielen'Säumen geschmückt,^
Bei stärket Beleuchtung ahnte 'Niemand , dafs er nch. in^
einem Körn -Magazine beHhde. An zwei Stellen Varek
l^ranspafente" angebracht, welche sich auf die Preund-'
sChaft beider Mtchte bezogen. Um g Uhr gieng der Ball"
an. ' £s wnrde*riel getanzt, Erfrischungen jeder Art* gdB?
CS im Ueherfhifs, und die Gesellschaft schien f ehr hei- ^
tir. Iä eihem atidcrn Hanse, welches bläfs durch einen*
Garten von dem Tanzsaale getrennt war, giengen 'dil»'^
C^itaizu« yafel, und v.urde;i .durch ein Feuerwerk, ü^er-
Tfiscl^t^ aU' welchem ^ie sich sehr ergötzten. Um 2 t|Wr
Morgeus gewann der Ball neues Lcberi und dauerte bia^
6, Uhr. > Tii^ Sonne stand schon hoch, als ich einige mei-.
;n^r vomehmf,t;en G.äste nach Hause begleitete. Jn der/
Stadt war man früher der Meinung, die Aussen gien-''
gel), auf allen Vieren -und hätten viel Aehnlichkeit voä
den A£Eisu^ )£tzt hatte ich das Vergnügen zu hören, da|4i
sip ihres trrthums siQ,h schämten. Sowohl der Gouver-
neur, als die -Einwohner von Talcagnano g^lobtenf feier-
IJoh, wenn künftig Bussen hieher kämen, sie auf das
freundschaftlichste aufzunehmen. Es macht mir, grofse *
Freude , eina so yortheilhafte Meinung von unserer Na-'
i
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♦) S«^ heilst das Schiif«
- *
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tioA liiar lurAdc t« Jiaft«9i; sollten wiseM Seefahrer kfia£-
/tir diesen Ort^ffi^^en« $o kMnn «ie ihueA toIi Nutzen
-eeyn. Uelbrig^ns .w^sn der Gäste i&ber.aoa» wovon swei
. .Xteittel au« Dalben bestanden.
Am 5^ Min^ als iek' schon' gans heeeit war Talern«-
• no in- variablen ^ swaag mich ein iwangeiiehmer Vorfall,
meinen Aufenthalt noch einige Tage «u vetltegem« £i«
her meiaer Matrosen des^rtirte diesen Morgen. Eines
' solchen SehritteBi hatte, ich Keinen fiUiif gehalten, da sie
• Alle die Reise freiwillig mitmachen, und nicht die min«
' desto Ursache au* einer Klage vorhanden iat. Eine Lieh-
'Schaft soll die Ursache gewesen se^.. Vergehens setst«
Ich einen Preis von hundert Thalern aus für den, dar
ihn mir wiederbringen würde. Er moTste recht gute
.Freunde gefunden haben; denn in drei Tageo, die ich
. um seinetwillen terw eilte , konnte ich nichts von ihm er-
. fahren. Indessen hatte der Gouverneur Befehl von sex«
.nem Könige empfangen, uns freundschaftlich aufiuneU»
men; er theilte mir eine Abschrift davon mit.
Am 8* Marx lichteten wir die Anher bei günstigem
jWilidey und verloren Talcagnano bald aus dem Gesichte.
.Der Commandant, der sich sehr ai| unsere Gesellschaft
gewöhnt hatte , und fast täglich bei uns speis'te, blieb am
•Bord bis zum letzten Augenblick und nahm mit Thränan
•Abs.chied, Wir alle, von der freundschaftlichen Aufnahme
.an dieser Küste durchdrungen^ waren gerührt, als wir
' -gogen Abend das sch&ne, Land verschwinden sahen.
Am io..Mjlrt, um 6 Uhr Abends, etnpfanden wir
ein sonderbares Zittern' des Schi£Fes, und harten in dar
•Feme ein Gepolter, als ob ein Wagen über «ine Knüppel*
brücke rassdte. IHa, währte jedesmal eine halbe Mi-
nute, und erneuerte sich nach «wei bis 4irei Minute^.
Kach einer Stunde war nichts mehr su hören. Ohne
Zweifel ist in diesem Augenblicke in America ein Er^*
beben gewesen; d^nn vom Lande, von welchem wir zwei
Grade entfernt waren, kam das Getöse, obgleich der
^ Westwind dahin blies.
Nachher gieagen wir mit frischem Ostwinde rasch
.verwärt« und hatten das schönste Wetter. Am l6ten bc-
<.'
I
k *
rtllirte i^^^^ie Partü^I« , auf we^elie)^ - iTr« #tfi#t^n 'iteH»*
'}and ve^müthcrt. Ein Tropikrogel wiirde ^esehcfn* Atn
'rdtexr nahmeii wit «ine Men^e' Distanzen, ^ ^ Auf di« Oa-
nauigkeit unserer Observationen können wir unir aienfe-
-Heb verlaisett , da drei Beobaehter ^ch damit besabäfti-
f ^en y ' und in der j^efundenen Länge nie ein beträchtlic)i«r
Iteterftchied Statt findet;. Obscbon iich meine Instruiitifin .
^g0lla^ befolgte, »o konnte ich doch Davisland nicht en|-
deoken^y und hat^ überhaupt nicht 4ft* mindeste Kettnfeei«
^ehen von nahem Lande. Am aosten warf ich eine gvt
Terkofkte Flasche iu*s Meer, welche einen Zettel mit dfpr
'Kachrieht enthielt,-- dals Rurik hier vergebens Oavisland
•gesucht habe.
Von hier richtete ich meinen Cours etwas nBrdlicn,
am Wareham^s Felsen zu suchen. Die Chronometer Sen-
gen heute an, ihren Gang stark zu verändern. Ani s^.
Iiatten wiv Windstille mit hohen Wellen aus Süden , die
•den kleinen Kurik sehr beunruhigten. Einige Tropik*
vögel wurden gesehen. Am 24ten passirten wir die Steift,
"•auf welcher in Arrowsmiths- Charte der Felsen von Ware-
I
liam. angezeigt ist; allein wir' entdeekten nicht», obgleicit
der Horitont rein War, und wir weit sehen konnten.
'Die Insel Salos, die wir am 26sten sahen , hat ganz d«s
'Ansehen eines Felsen, und ist vermuthlich, bei falsch
Angegebener LKnge , für einen neu entdr^ckten Felsen gelial«»
ten worden, ^yirbeobachteten sie durch unsere Fern röhre«
und konnten deutlich die GegensfSnde am Ufer unterschei-
den. Kein Orün bedeckte die kahlen Felsen , die in gro-
'ff^n Massen zerstreut da lagen, und durch ihre seh wart-
graue Farbe der Intel ein sohanderhaftes Ansehen gaben.
Tausende von Seevdgeln haben sie zur Wohnung geWHhU.
Selbst als* wir sie noch nicht sehen konnten , waren wir
Ton Fregattvögeln und Pelikanen umringt, deren einige
Igescltosseti wurden. Die Brandung brach sich- mit WutK
9tXL den Fetosen, aber die Trümmer ^in^s gescheiterten
Schiffes, die hier noch au sehn sejtn sollen , erblinkten wir
picht» Vermttthlich haben die Wellen sie Terschlungen*
Von. hier richtete ich meinen Lauf nach der Oster-
Jn'sel, und erreichte am 28sten die Cooks -!Bay. Zwei Bd-
F9 rkti§i€h40^ Ni94>hrMhi^fn^ v llf
I» nuidIrteA liu.fiitCil^Ni, ' dcreft^iedM' JUur iwf| Iii«||»
User trug« uitli fai«€M 4«im(«« Ein dritte» fisdite am En*
de der Bay. ^a fifl » kr auf» sogleich drei 9öta. ga».
wahr SU W6r«bjii » da i» V^jrouee dort iifi Ganzen dem
nur drei gefunden,, and glaubte, daf« wegen Holunanf^
die Bewoiuier bald ganx ohne Fahrzeuge leyn würden»
Diey. welche wir fahen^ kamen genau mit la PejroncaVi
fiescbreibuog übereia, und waren aus. klei;ien ^tfickem
fi<^z sataimnoigeiettt.' Die Wilden wagten sich nicht wm
«Las Schiff, hielten in geringer Entfernung, zeigten Fröallr
te, sprachen sehr lant, und ruderten nach einar bl<rin<n
Weile dem liunde wieder »u. Der LienMiant Sidiisflli.t
«hareff^ Jm kleinen Boote, sntfhte und fand bald jtkmm
futen Ankierplatc^ Während er. sondirfee^. nwga^en am
«ine Menge 'sehwiinmender Insulaner, die, ffir Umn
Stücke von xerhaneuan FaDtbAadam, ihm Früohia va^tf
kauften. - .^ < ' \
Ich selbit, mit 17 Mann, woll»i nun in der gro»
Schaluppe landen. Wohl ^egen Tausend' Wilde schienen
am Ufer mitjüngeduld unsere Landung xn erwarten; s*e
tanzten , schrieen und Verdrehten' ihre Körper auf die selt-
samste Weise. Da ihre Antahl ko gröfs war', und sie sicli
alle auf einem Puiiete msammi^ndringten , so hielt icft
nicht für rathsam , die BJSte zu Verlassen , bis die WitdeA
sich vom üfer entfernt haben würdetf; aber sie dahin sa
ixringen, war schwer. Meine Zeichen schienen sie zwar' ad
hegreifen, doch ihre Neubegier war tu grofs ; sie wichen
nicht vom' Ufer, Vielfe giengen bis an die Kriiee itf^s Wai^
ser. Viele schwammen um unsere Böte. Endlich fand
sich Einer unter ihnen , der es versuchte , die Andern weg-
intreiben, allein ve^rgebens! WÄhrehd er auf einer Seite
sie fortstiefs, strömten sie aüf^'der andern wieder hertn,
tanzend, schreiend und die Körper wundersam verdrf-
hend. Man denke sich den Lürm von tausend Menschen !
Schischmareff, der nie zuvor unter Wilden gewesen; war
vor Erstaunen aufser sich, und meinte am Ende, es wl-
ren keine Menschen, sondern Affen.
, ich entfernte mich mit ^en Böten vom Ufer, hoffend^
die Inaulauer wilrdan 4a4urch beschaidener wtrdam
7
)■
Ifegeii SHlck^ Eisen. W3hretid idi %isiige Geschenke «siH'*
ikn iie' Tertheilte , vvurdea wir ^tfbi^Laxide mitStejinwüro
fiik He^Türst. I9un i\eSn ich diivige' ¥*li|^BScli{isse üh€t
{li^Ti IKop^xi a&feuierii. Da^ wirkte, «ie ▼•rlielsen «d»
gleich' ^as' Ufer' und wir landeten ohne Schwieri^eit^
Aber nun kamen wii* auch gleich wieder dermaalseii. iD**«
bedränge, daft wir, int foH eines Angriff« , in ä;roXser
l^efahr gewesen seyn worden; denn seihst df«vRetirad#
v^ar äuTsefst schwierig, da die Böte in der .Brandung
iteilden wid sehw^rlicb cu erreichen waren. Ich. ^rfu
mf^halto nicht tie^r in's Land wagen, sah mich aber
llft|^l<eich »ach' den wündcrbitren Stafiien um,' welche diesf
lUitot a^szeichne&r und,^ der Beschreibtrng «ufoige , i^
ftieiner Tfähe seyn-mvlat^i* Allein ich entdeckte hlofs
IHtf Rifin^ -Ton -eine^ derselben, neben. ihrem »och un*
Jbeschadigten Fundamente; die übrigen schienen bis. auf di«
)^tste Spur vertilgt; ^t^^ icli befa^^l mich ge;i:ade^u cler
^telle, wo die gröfsten sonst gestanden ha'tten.^ Nur al^
Itir nachher dj^ südliche Spitze umsegelten, erblickten
wir noch eiui^ Stataei» von keiner, l^t'trächtlichen Gröfse.
Oott Weifs,. ob die Europäer, oder die Insulaner selbst
4ie{is rühmliche Werk Tollb rächt haben. Mein Terdacht
, IsgijSt die. Europäer ; denn woher sonst das Milstrauen der
}jgi}|leiti da sie doch la Peyro>ise so freundschaftlich auf«
genomn^en litten ? — . . Im Qanzen waren diese Wildeijt
, T(»9 mittlerer Statur, gnt gewachseh, kupferfarbig, docli
cinifle «ienilich weilf ;. alle tatowirt, nur wenige über den
§f^zen Körper;, viele hatten sich die Gesichter auf eine
{u|>c)itbare Weise rpth und weifs angestrichen ; unter den'
lucht gefärbten ta:hen wir zienilich angenehme Physiogno-
mien. Wenige Weiber^ die sich, uns zeigten^ ware9. alt
md häfsUch.
* •■ * *
Nach dem Frohsinne dieser Wilden zu urtheilenl wa«
ren sie mit ihrem Schicksale wohl zufrieden. An Lebens-
mittein schien es ihnen nicht spu fehlen. Sie brachten
uns eine Menge Bananen, Vams, Kartoffeln und Zucker^
Tphr. Ihre Felder, mit dem schönsten Grün bedeckt^
. regelmäfsig in Viereck« getheüt » gewährten dem Aug«
I
(
/-^
V
/
Wfrmitchte Nachrieh tti. |t^
•iiiea'lidilieli«!! Anblick. I>ie8lBin%l«ii| weleht la Pty-«
ihOttse lii«r TertlMnlte , mlUiWi woU Bickt fortgikonii«»
seyiiy denn wir sahen keine Früökte cUiroil, aock keiM#
Schaafe und Scliweine, die doch nun sich tchoa stazk
vermehrt haben mültten. Hfihner betitten sie wohl auch
nicht im Ueberflaft; denn tie brachten un« anv «in ein«
s^i HnhR tarn Verkauf. Ihre Wohnungen eind fant^
«ie.la PeyvoiKMi tie betohrieben. Daa lange Han«^ «reU
ckee auf feiner Charte angegeben ift, ist noch jettt auf
denelben SteUia y »o wie auch die kieise Stcinbfitta a»
Bfer.
Als wir in unsere B6te stiegen , versammelte sich das
ToU: am Ufer iiud das Geschrei war fürchterlich. Du
wir uns entfernten, warfen sie uns wieder eine' Meng«
Steine nach. Also hatte ich am folgenden Tag6 kein«
]l>essere Aufnahme «u erwarten, und giang sogleich wio«
der unter Segel.
. lUi n^ine Reine aus Cronstadt Ms Chili llngaif ga^,
Amert hatte, als berechnet war, und nnn.f^r dieUnleor««
inchungen in. der Slidsee um so weniger Zeit üibrig blieby
so sah ich mich geböthigt, den Plan abiukfirteni nnA
lichtete meineal Latif gerade nech den von Sehouten umI
If^lbaire ^tdecktei»Ins«ln.- Dia Nächte waren sehr wan%
wefshalb . wir Alle auf dem Verdeeka schliefen. la
der sJ^acht auf dan^ lo. April nieldeta lieh bei mir dn nn*
erwarteter Gast. Es regte sich nXmlich etwas unter mei-
irer^ecke. ' Ans dem tiefsten Schlafe «rwachfnd, griff
i^h ertchrpckak^ darnach, und erfaTsto etwas Kliltat> Lar
handiges, das sich in^ meiner Hand krümmte. Bct>eU
licm Mondschein scannte ich einen luvenden Fsn^i niul
Yfixi Tielleieht der ainfige Mensch , dar. einen Fiich idi
Setter gefangen hat«
Am~ 13. April befand ich mich genau an der Stelle,
auf welcher, in ArrewImitVs Charte, die Insel St. Pablw
▼erzeiohnet ist^ allein ich hatte nicht die ttindesta An*
xeige von nahem Lande»
Am 15. überraschta nnt ei» haftigav Wiadstofs
BageiL., der Himmel übftaog sich;#hwan und ea blitlM
y
X
\
414 Vtrmiß.thte, Nachrichten.
kjagiumHer. In ü^v Nahe I^nd ▼ermutlieuil wa^e ick
W(4it« in dieser finitei:« Nftcht meinom Inftof |övUiistti«ii^
Aa^ i6» wtird« plötilich v)da. der Sokto des Mastof
Land gerufen. Dat Wart gieng mir durch Mark^ und
^in, da ich in dies^ Breite kein Land rejmujihete, fol^
lieh die HofEnungi eine neue £ntde^ung tu inachen^
tiich lebendig .ergriff. Es war eine kleine, «ehr niedrig«
}|i§el|, die man voim Mäste lipohtCeaa xehn Meüeii wei*
' «eben konnte y von freundlichem Ansehen , an ^mehreren
Stellen stark mit Wald bedeckt , .rings umgeben mit Co*
rällen -^ Riffes , au welchen die Brandung sich wtithend
Erichty in ihrer Mitte ein kleiner See. Eine Landung war
tu gefahrlich. Wir bemerkten keiue "Spur von Einwoh*
nern , auch keine Gocosh'äume. Der Bei chreibung nac]i[
hkl dieise Insel' Aehnlichkeit von d^r Hunde • Iniel , waa
vber wenig entscheidet, da alle Gorallen >- Inseln sich'
gMcheft. 'U«herflieM fitid^ «icK ki der BTeit» «fei ^nter«
tdhled von akGfwden-, -also möchte diese Entdeckung do^
wohl neu seyn. indessen habeich «let dte Kwnfeihaffft
h%^tl genannt y und übexlasse dev Zukunft die Enttohei»
iung. Nach Aufnahme der Insal setate ick meinen Lattf
i»acK Westen fort, legte aber in der Nacht bei» weldiea
jedem 'Seefahrer in dieser Gegend «n rathen ist, da mas.
sonst schwerlich die Riffe dieser Ined tMitneidea hatia.
Aai 00. hatte ich di« Freude, die etvte,* iicheiüc'k
mue Entdeckung xu machen^ Es 'war eine InSel, der
Torigeti ähi|lich> nur dr^ Meilen lang, dber mit fruoht^
tegendenCoco4>äumen lieblich geschmeckt. lehjchickt»
Jen X#ietttettant Smoharin «b ^ mi€ dem Befehl su landen^
«r £aud es aber, der starken Brandung wegen, unmöglich.
Ein Paar Matrosen waren an^-e-Land geschwommen^ tmd
)irachten eini^ Goco^nusse von vorzüglicher Oröfse. {liit^.
^ohi^ hatte^ sie nicht gesehen^ aber eine ^^eflochteneir
an ein«r Stange am Ufer aufgehängte Schnur beWies, dar$.
dieser Ort von Menschen besucht werde. Ich beschlolT«,
^e. Nacht hindurch tu lavirtn^ und ttn folgendeil Tage
jMtf jede» i^aU xa iaadin. . Z% dItMm Btiuife wurd« n^
Fertfiistiie, iV^acAri'f Arclt
41«
Mann. Bretter and SUiig«By di« wir iai U«JbttrfiaX«# b«>
BaUen, waren lu dicMipi Zweoka «ehr willkottunen, «ad
dat Flor$ wt»rda bald ToUend^t Mit TageMn^rncli «Jb
lierte ich xnicK der Intel. JSine halbe. Meil« vonx Landi
unter dem Winde wurde die grofff iScha^uppe . hdrtnt^
gelag«en. In zwei Böten, von dem FLoU hegleitat, trat
ich die Pelirt in Gesellschaft meiner Naturfotscfier al&
Näher hemmend sah ioh nun wohl ^ dafs et unmSglick
^ar in Böten in landen, und frevtv miah maiaer Ef»
lindung des Flosseai mit detsan Hülfe wir |etit a«f.fd]p
j^ei^da Weise unsere Landung Teranstaltaten» Pia BMa
Ankerten ip. kleiner £ntlemuag. Tom Ufer» Ein paar Ma^
Irosen, geschickte Sohw^mmar^ nahmen das Enda etnat
Taues und /chwammen damit aa's Z^and* Da« andera
ISnde desselben Taues hielten wir und befestigten es auf
dten Böten. Nun war die Communicatidn erriditet, denn
mit Hdlfe dietes Tauet koimte der auf dem Flosse sta^
liende Mensch sich an's Ufer iil»heif'» War «f glikeUiA
tingelangt , so wurde das Flols, rermittelst eiaas tWeitefr,
an da^sl*lb^ gebundenen Taues, nach den Böt^n turüfk»
gezogen, und ein Anderer Stellte sich darauf.' So kaiMI
wir sämmtlich nach und nach an^s'Land. Leichi'wkr dA
tJebergan^ Huch auf rU«se Weite nicht ; dann man tüvCtrik
durchaus mit dem Ploste sich in di^ Brandung stth^dt
und dann durch eine Welle an^s Ufer werfen lassen, wdt^
VL\xi man noch einen schwierigen Sprung TOm Flosie an(
die Corallen - Bank tu machen hatta. Dafs man flher»
diefs durch und durch naXs wurde, dat war unter dia*
tetn wGirmen Himmel die geringste Unahaehmllchkelt.
Nun machten wir eineü Spaziergang dü^eh die gätttt
Insel, die eine^ hübschen, Oarten glich. ScKöhe PApI^«
gayen Und eine Menge anderer VtSg^ umfiattetten Unl|
Ibhne die mindeste Furcht tu ä^tseril* Üebetkll iUndMt
Cocos - Palmen Toßer Fruchte, die 6hüe ' Zweifel tnXtk
ax»ten. Mala Ei^ropilischen Spatiarggagara tur Sr^tj^Kung
difwI^lUf. Je :^efer wir in dia Intal drangen». Ja mAf
Jtffitiwfcei^spmran abtdacktaa waat bdA mm IffQl»« Uktk
mu^wütm^mm fittttt it.t.W4 : Vbl«^> :iMk %iMi^fiiP#
'Mb
V
|l6 farmischie' Nachrichten.
Jhtfs^fad« 9clilätog4»heti rieb nach Mtn Soften, mit jedem
Reinritte gkLubten wir auf Eiiiwoliiier tu «tofsen , allein
«vir sahen keine. Auch auf dem RQckwege, nachdem wir
4i« ganz» In«^ ton Norden nach Sflden durchschfiitten
^uitlen y trafen wir no^h ' riele -JSfitten an, auch Stellen
watk Ufer, wo vermuthlich gefischt worden war, wie wir
aus den Stangen »chlofsen, die zur Ausbreitung der
Hetze ^ahin gesteckt worden waren. Endlich fanden wir
iogar mehrere, mit Vieler' Sorgfalt ausge^abene Brun-
•«ahy'Toll ^süfseU Wassers von reinenk Geschmacke, ob-
«gtoibh es nur Kegenwässer seyn konnte. Folglich mufa
idi9 'In«el entweder bewohnt Seyn , oder doch sehr oft von
tenachbarten Wilden betucdtt werden. Sie zeichnet sich
tirov allen übrigen Corallea - Inseln daduri^h aus , dals sii^
tin dier MÜte keinen See hat«
; Vier Stunden währte. der Spaziergang, deü unser*
jQotaniker ^eflich. benutzten und mit . voller 3Ladiin§^
ykeunkehrten. Nachdem wir uns Al\e ^m Ufer vex»
sammelt' hatten, lieXs ich Wein geben; die Gesundheit
des Grafen RomanzBff wurde getruxiken, die Insel er*
^(u#lt seinen- Namen | die Bussisch- ksiiserliche Flagg«
'^ehXfi ,an den Böten ; und der Rurik feuerte seine Cano*
^uab.,. Nach dieser Feierlichkeit begaben wir uns Allt
^wiedcs^ an Bord des Schiffs. Die Homantojf'-* Instl liegt
.unter 140 57' 20" der Breite, 4ind 144« sS' ^" der Lan-
ge ; ohne Zweifel in der Nachbarschaft der Insel Sondtr*
graundf deren Bewohner sie oft besuchen mögen»
■'..•■ \
Am 22« April entdeckte ich abermals eine niedrig»
Insel,' II Meilen lang und 3 Meilen breit, in der Mitte
ein^n See. . Wir segelten längs der Küste eine halbe MeiijS
Vom Lande , sahen aber keine Spur von Menscl^en , auch,
keine Cocosbäume, folglich ist sie ohne Zweifel unbe«
wohnt. Ich gab ihr den Namen Spiridofff den Namea
'eines Mannes, dem ich viel verdanke.
Am^aj. Aprü steuertsr ich nach den Fallisier's-^Iaselt»,
^nd entdeckte im Südosten derselben eine heue InaellBttltf.
Nrebn^lHa:rf eilten Blick attf.^neine Charte wttit, UMi d«^
%« «Mh»c«y 4lli£» aUe Carallett ^Itt««lai «ttek^ bvi heillMt
VTey'mi$ihte Nächtiehteii.
i»f
WflUir I Wehitrat in mMt Emfernaiig rtui t% "MfelMt
Ton der SpitM des Mattet vu eehen thidy to wifd «udk
Uieht begreileliy wie et lagieng, daft Cook diete Kettl
aiekt getehen hat, die tieh wttndextam durch dat Meet
f achltiigelt. Öotalleii- Riffe Terbinden die Idef aen , statt
mit MTald hewacbtenen Inteln nater einander , Palaieli
liabe ich aber nur an der Nordotttpitve bemerkt. AH
wir am Abend die Wettteite erreichten » betrug die Ltog#
4ar Ufette, die Krümmungen abgerechnet, 40 Meilen 9 nml
aber bog dat Land tich plöttlich nach Nordott, altdann
')iach Wetten , und tchWand , der ^erne Wegen , aua un-
aem Augen. Da dieser Thefl mir über dem Winde \mg^
•o mufste ich tewohl ihn , alt noch andere Inteln , wel»
^he Tom Matte getehen wurden, als wir an der Süd»,
epitae uns befanden, unerfortcht lasten; der ZeitvertosI
w&re tu grofe gewesen. Ich legte dieser Kette dea Na*
men: iturtikt -Jtttis bei«
Am 24tteit entdeckte ich » unfern der Drant • Inselai;
eine Gruppe kleiner Goralien - Inseln » 13 Meilen lang,
die ich Kruitmum nannte. Sie ist besonders dadniK^h
kenntlicrh, daTs in dem kleinen ßee in ihrer Mjtte sidi
eine stark mit Wald bewachsene Insel befindet«
Es ist wahrlich ein besonderes Glück, daCs Während
meines Aufenthaltes in diesem Gorallen - Labyrinthe das
Wetter ununterbrochen mir to gün^g war , tontfliitta
der Rurik nicht allein in grofsrnr Gefahr geschwebt (in<>
dem da an keinen AnkerplaU su dettken, tondem einig«
Faden vom Ufer kein Grund tu jGnden itt J, tondern auch
meine Charten würden bei weiUm nicht to richtig seyn,
als ich jettt mir schmeichle*
, Ich. steuerte nach de^ fi«nn»annirl>>'^f «rreieht#
am s8* die Stelle, auf der sie liegen sollen, Sand ti'a
aber eben to wenig, alt die von Roggewein imd Ten-
hoToa, iauch Kein 2ieichtA Tto nahe» Lande.
•' ■ < • -^ ' . .
Am 9». tähea wir die waldigte« l^earhyi^^Iasalii;
«Ott welchen der «ufsteigende Raoioh. -«nr venrieth, d^
ffg V0itmi^oht0 NäChriehteki
t^htwAnt 99f9n, Siecolieinea mir d%n CotMen^ImtÜi
jmJie yfvwandty «rheb«» aioh aber nur» wenig übi»r dip
gfberfitkiDhe de» Wasaer^i und bilden gjeislifallt wu^
4iirch,CoraUen' Riffe veranigte Kette y die beinelie breit-
Jepnig «i<^H berujnueht, und folgUob in 4pr Jtf itle ein«
Jkx% von 3min umgrenzt, in welches einsnflnng^ w^
gen der 1(49« unmogHcb zu seyn scheint, Ihre Waldun«*
g[<^. bestehen gröfstenth^lf aus versohiedenlQti 9«lmeiiF
f attnngen* £s warde ^pät , ich luVirt» die Niuihli bi«4iuncli«
. f Fi^ühy am z. Mai, ruderten eine Menge Canet« auf
^tini zu, deren jedes. i3 bis isMaon iafste; Ich lieX» beir
leg^ » in Hoffnung^ sie würden mir Lebeotmittel bringen»
was aber nicht ihre Absicht war. 6ie «äHerten sich deni
Hurik hU ungefähr auf ao Faden, hörten dann auf s«
rudern und stimmten ein sehr ' trauriges ^laed an , wels-
ches tie mit allerlei Grimassen begleiteten. Mir kamen
sie vor, wie bei uns die eigensinnigen Kinder, wenn si»
^'iiti Weinen Gesichter schneiden. NachV«Ile]idun| die*
«er Ceiremonie kamen sie, auf ein Zeichen von mir, bhnr
Fnrcht dem Schüfe n£her, hatten aber nichts ven Lebens*
anitteln zu verhandeln^ als einige unreife Gccosnüsse.
'Ehe eine Stunde vergieng, war der Rurik von. 36. Boten
Umrii^t. Das Geschrei der Wilden war so stark , dal^
wir auf dem .Schiffe einander in die Ohren schreien mufs-
len, um gehört/ zu werdan. In jedem Boote safs au^H
•in alter Mann, der ei)ie Art von Befehlsheber zu seyia
schien, find dem keine andere Arbeit oblag-, als die, ex»
lien Palmenzweig in die Höhe zu halten , bekanntlich ein
Zeichen des Friedens.. Nur diese AHen trugen an den
Paumen 9 %oU Ungß .Nägel, welches verimuthlich be*
deutete, dafs sie zu einer höheren Classe.geberleii% Varo.
gebens gab ich mir viele Mühe, sie an^s Schiff zu lo*
€ken; Keiner wagte «e» erlaubte es auch seinen U«teis*
gebenen nicht.
Da ich sah 9 > da£s kein» Lebensmittel von ihnen zu
erhalten waren, so gai) ich Erlanbnil^, einiga von ihren
Sachen einzutettsoben. Ber Raadel wurde sehr lebhaft
iRttd dar Llb«'^«sdopfeiIte eiob,. Unter allen untern
Ehe wir • dwM.üuiai tm^Jtuif wuren Umto L^ie» Mr k«isr
»tei Prtif «t iMbe», tob^lii «bir . dif Nägel esfcliieamii
gid> ei». Jeim mit Btfi»4«. ütf «inen Nagel «ein*
Ich kann diese Insulaner an OröAie und Stirke nitl
Aen Bewohneni der ' AtaV^esal - Inseln vergleichen , a¥>
lein die let^tern haben Weit angenehmere Physiogne-
mien. Auffallend ist, da ts die' Pearhyn- Insulaner- siclk
gar nicht ^towiren , statt dessen aber die KSrper xer>
kratsen. Bei mehrern sah ich blutiffe Furchen, die un<*
regelmäfsig am gänxen Körper sich durc^kreusten. Tei^
liältniAimärsig scheint ^^ BerHlkernng dieser Intel aehr
etark lu seyn.
Gewitterwolken stiegen auf, . der Donner kraohte^
t^A haftig«' Windstois mit Regen xwang mich , die Inseb»
^ verlassen« Die Wilden schienen unsere Abfahrt sa]^
%\K bedauern und folgten u^s mit gellendem Geschr^
t^Xk^^ halbe Stande l^ng in*s offene Meer, klammarteii
aiqh auoh a]^ 4®n Kurik» und versuchten » einige Nüg^
herau^xunehen« nas nöthig^e mic)^, einf Flinte über il^;'
Iren Köpfen abfeuern zu laisen« Sie mochten woHl niv
einen Flintenschuls, gehört liaben.; denn k^kum getchaJi
der Kuall, so sttixxteu sie Alle xvf% yVßßset und tauchtqpi
unter. Nach ^iner Weile kamen sie mit erschrockene]^
Gesichtern, wieder xum VQ;fschein,^ erhohlten sich aber
l>aldy erreichten ihre Böte und liengen die Xijieit yoifk
.Neuem an, bis unsere Entferi^g sie nöthigte, mia x«
verlassen«
• • •
Meine Absieht war, den AeqWator im xgesten OradU
«11 durchschneiden, aber die uniufktoliohe Wlndstil^
▼oYi dnickeiyder Hitae begleitet, bewog mioh, einen nör^
Hohem Cours lu 'nehmen ^ nn»' eine Breite lu etreiolw%
in der die Passatwinde mit mehr^Bestindigheli Wehen« '
. Ich wollte den tuMlielien Theil derMtdtMvea»II»iei|^
uttterauehen.. Am i^« M«t • dnreiwohjiilt iel^ «Wk mftk^
Ber Rechnmig, die Kette, der a e lb a u ^ s«lv.abeir heia Xiatid^
«oehte sie westlicker, i^Huh ^j^dMteeq» SvaUmsten riiec
y
IM
M€pftii$ithtB tfmtkyivht^k.
•emfs, wair Ursache ^ <l«ft ich ein«« S^lag apt Eopfb
«rl«ielt,-''der mich finiil^« t^^m^türr^ti, Näoh-,eib«r>VicT^
islftunde kam ich zwar wieder sn mir, wi|^ Aw aoch
immer BewoJftlo^y und dar. Arzt fürchtete 9 ich möchte
wiihnsinmg hleihen.. Pa« währte einige .Stunden. Aoi
l^lgeoden Tage war ich, pott $ey^ Dank, wieder herge«
ftellt. Auch noch ßofCL 29. f uchte ich die MuIgraT^s-
Inseln nach allen Richtungen, ^fand sje aher nicht , und
überzeugte mich daher, daft sie auf der Charte falsch
Angegeben sind. P^ das Schiff nothwendig mehrere
Reparatur en bedurfte y nnd ich nach Kamtschatka eile^
jnufste, so gab icli das Suchen auf,' mit dem Vorsatzey
künftiges Jahr das Räthsel zu lösen.
Am 21^ Mai entdeckten wii" aberhials niedrige Inselny
an deren Ufei-tt eine' Menge Menschen sich verlsammelt
liatten, die unser Schiff init Erstaunen' zu betrachten
cchienei). An mehreren' Stellen erblickten wir Feuei*,
VermuthMch eine Einladung für uns. Als wir Nachmit-
lags diesen Inseln tmter Sem Winde waren , entdeck*
"len wir wiederum aeue Inseln itn Süden. Am folgenden
^orgeä kam ein Boot.' Die V^üden, die darin safsen,
^fteigten'^uns Früchte, üiid tuden durch Pantomime uns
'tein, an*s Land zu kommen, wagten steh aber nicht näher
mi das Schiff, als^nöthig wait, um be<{uem ' mit uns
sprechen zu können^ so sehr wir uns auch bemühten, sie
Irerati zu locken, ^i» h^fsen ein Boct hierunter, wel-
ches der Lieuteiiftiit SchUthmmrtff^ der Naturforscfher
'^^if^Uhm «nd.^er.Mf^r CSk^rWp^tt&mguny auch einige
Qeache^« ^itnihttl«»« .. AaCangt liefs«» die WilAen «i«
i^rchtlep #n die Seile kommen , und schienen sogar «n^
jl4»c^ f^> wollen » daXi^ . der Otffipier ihr -Fahrzeug bestiege»
Aber pl$«iUp^ entfmit^ aif stcb.) indem sie einige Firüch-
te und eine sehr hübsch gefiochtene Matte in unser Boot
■ K Oi a Ui ttft zireites F^hrMiig kaia tob den lasela und
-e«Miaig1» eieii ttut dem ev»t«i. Bs sdifen , als' beiath-
MiiUgte« sie^ wMzu^^mi sey, doch ikrEtttsoiilafiB «fiel
«aMit Sil %aa«nft- IfDsMMI Mi; tan» sie erlanbtett w^
- •*
rffrmUelits-tfä^llrt^tfeH.*
iu
Mffm ftMf» BiiMy ilfuM 4ft«li# ffH^'k^mlkieB, ' Ultltcif AcK
anclft Mlbttin tt^mlidttr £tatf«tniing'^irom Schiffe, gaben
V0« dMr durck Znohentia verüehen, daf« i^ir nor' an*«
liAiid ihnen Mgen mtohtefiy W<» wir mit Trtclitett Ter*
%orgt wevdhn eollteii. Leider Jcennte ich ihren Wiuifch
|ctst nicht erfüllen,- im jeder Ang^nhllck mtr ktftthaT
«rar ; ich »ahm daher von uneem Freunden Ahtchied«
mit dem festen Vm^saHse, eie hfinfügee Jahr auf th^«r ki-'
ael SU besuchen.
Die Bauart ihrer Bote imd ihre Geichi^hlichkeit im
Manoenrriren sind merkfvitrdig. Das Boot trlgt niur
Ein Segel aus fftinen Matten geflochten , und damit dre-
hen und wenden tie ihr Fahrzeug mit einer Kunst, die
Euröp'äem Ehre machen würde. Neun bis ftehn Mann
iwaren in }edem Boote , ma der linken Seite sals der Be-
fehlshaber auf einer, mit bunten Matten bedeekten Er«
höhnng* Die Ordnung, die auf den Böten herrschte^
«nd uberiMupt das TemÜnftige Betragen dieser Insulaner
untersebeidet sie sehr tu ihrem Vortheile. Ihre Oesich*
ter beben vi^ Mohrenartiges, die Farbe ist tiemlieh
schwarz. Ihre Kleidung, besteht aus twei kÜnsUiclIi ge«
'flochtenen und Terzierten Matten, deren eine yorui die
andere hinten um den Leib gebunden wird, und bis auf
die Kniee herabhängt. Am Halse trugen sie hübsch ge-
arbeitete Zierathen von Fcrlmutter und auf den Kopie«
rothe oder gelbe Federkränze.
vDie Strafse zwischen diesen beidei^ Inselgruppen jst
zwei Meilen Weit und gefahrlos. Die zweite Gruppe, ganz
der ersten ähnlich, schien mir unbewohnt, a^|ch sah ich
^ keine Cocosbäume. Da sie auf keiner Charte angegebem
sind, $0 halte ich sie für eine neue Entdekung und habe
ihnen die T*^amen Kutusoff und Suwaroff beigelegt. S\e
liegen unter den^ |i^ 49' 46" der Breite und 189* 54'
jier Länge.
Am 99^^ Mai-, aU wir zum zweiljen Mal den BdrdH-
•ah«n\- Wendekreis paisirten, liefs ich ^ eine» im Ffters-
hurg vid>ereitete Sobaohtel ; mit getroduieteni Fleisehe
tind Sauerkohl öln«n. Dar letatsre war halb verdorben,
IM . r^f-MMA^M/^AtfArtit^he^ift;
wurde, ^er yorf Q^irift gemür« ,' eine SwpfLO gekoclvt, die
^iKfi^r nicht ganz mderUohf aber docK ekelkafk sclmiecktt^
DpT ^r«t hielt «ie $^x unfesviwd« • Hkigegeii wurde beute
f|UQ)i eine» ia ^hgUod präponrte bjeeheme Biicbse mit
Scbaaffleitcb geoffuet « und so gut befunden , da£t jedem
l^ecker^iaul 4«r Mund damacb wXttern konste, zumal
ffp^nn man lange nichts frisches genossen hat.
Am 3. Junius fi^ngen wir einen Landvogel, der ei-
IP^ge* Stunden bei 12ns verweilte, und mit grolsem Appe-
tite Tarokanen fraff, die ihn^ vorgelegt wurden« Di«
Farbe des Wasser; veränderte sich heute auffallend, wurde
$0 dunkelgrün und trübe, dals ieh einer Sandbank ^nahe
ß^ seyn glaubte, allein mit 100 Fadeh war kein Grund
zu finden. Die Temperatur des Wassers wurde dabei
Jim ^i Grad kälter, ohne Zweifel ein richtiges Zelohen;
da£s die Tiefe sich stark vermindert hat und, Land in' der
iTfähe ist. Ein dicker Nebel hinderte mich, es sU entr
decken. Während der Nacht hatte das Wasser wieder seir
^e gewöhnliche Farbe angenommen. Ich hoffe kfinitiges'
Jahr diese Stelle näher vii unterfuchen.
Am 13, Junius litten wir von einem heftigen Sturme.
Am Ig. theilte sich plötzlich der dichte Nebel, und die
Kfiste von Kamtschatka lag vor uns, noch tief in Winter«
hleider geliüllt. Vom Gipfel der Berge bis an's Ufer hin-
ab war Alles n^it Schnee bedeckt, selbst im Haven nicht
jjas mindeste ^Grün. Wir erft^hren n&chher, dafs der
.Winter dieses Jahr, ungewöhnlich lange angehalten habe«
Seit dier Nädeschdä ^i6r gewesen, haben sich vor-
'fheilhafte Veränderungen ereignet, die man blols dem
Lieutenant Hudakoff verdankt, der seit drei Jahren Kamt-
schatka verwaltet. Ohne die Erlaubnifs der Regierung
abtuwarten, hat er Einrichtungen' zum Befsten des Lan-
des an<l der Einwohner getroffen, die ihm die gröf^te
Ehre «aohen\ Aoeh ioh und wir iUle sind ihm unendli-
chen ÜatM^ sohuldig. Noch waten wir n^ht im Haven^
als wir aM dem Leuchnhurme einen Telegri^hen ia
groijser Thätigkeit erblicktexv Schon dieser Anblitk in
SamtMiaika fi«I m» knf / ähe\ umer SrstftmMi Ter«
»ebrte fidiy al« wiy di» - Wirkung d^tf l*ele^arphcii ,eT«
lakrea % dem» kauai war 4^ Rärik in der Awatsclia«
Bai, alt eine grofs« Barkaise mit eittem Wrepanker,
Kabeltaa, fHnokem Fleifoh und Fliehen mi» entgegen*
Itatty »der * bald »<kS1i eine sweite folgte* Beide boof«
sirten fm« bei «tiUem Winde , wftbvend wir ruhig die
eehönen Fiiohe kecbten und das Fleisch brieten. 'Diese
trefiicbe CiiiVicktung gilt jedem Sdüffoi #eiohe« aue
der See kömmt«
TKglicb tchickte Ruiah§ff une fnichet Fleisch, Fi*
•ehe nnd Grüni|^eit<bn. Bei allen nAsem Arbeiten war
er uns mit xo nnd mehr 'Mensohe« behfilf],^ch* Da der
B.urik auf die* Seite gelegt werden ttm&te , nm das a»
mehrem Stellen ganx verdorbene Kupfer xu • reparirdi»i'
00 nahm er alle seine Leute xusammen, und wir ▼olN
brachten diese sonst langwierige Arbeit atff diese Weise
-schnell. Ja er vermehrte sogar , xu meiner Fahrt 1b die
Behringsitrafse ) meine tu geringe Mannschaft mit seeha
seiner befsten Matrosen , difi von. Jugend auf gewohnt
sind mit Baidaren umxugehen , mir folglich dort von dem
gröfsten NttfMn seyn #erden, VoH der Ameficanische^
Compagnie erhalte ich eine sjscbfudrige Baidat^e«.
I *
• - H
Alle in diesem Jahre' verfertigten Charten und Zeich«
xtungen^ nebst eioej Menge Sämereien ^ die tn dwi -Or*
ten, welche wir berühr^ haben » gesammeH worden sind^
übersende ich dem Grafen Bomanzoff. Die BeobacHtun-.
^ gen von 2 Barometern, 3 Thermometern , I Sixthermp«^
meter, i Hygrometer i i Aerometer u. s. w* sind rw miij.
nnd meinen Qfficieren U|id Steuerleuten so sorg^Itig
angestellt, d^yfs ich sie verbürgen kann» nnd es mac.ht^
mir grol^se Freude, dafs ich meine Untergebenen §q weit
gebracht habe* IVormskiold bleibt,^ aas verschiedenen
Vrsachen ^ , in. ^amtscha^tka, .xnr^c]^. Mit Chamiisg .hin
ich sehr zufrieden; er scheint in seinem Fache gut be<*
wandert und ist ein fleifsiger Arbeiter. D« Bschh0U wird
allgemein von uni geliebt iili4 tMient et. Der Maler
Ckpris thnt dpa Seinige,
f!»4
FeriHi$ckie''Nmthrft!httA
1 \
, Wir Kofftea hier Briefe aa« 4er liehett Beimftdi raf
finden, «Ileini die Post ist diesei Frühjakr gani,atttge«'
hiieben. Bei meiner -Zurückkiinft kielter, im 'SepfoaÜMt
,1817 hofFe i(^ glücklicher zu fsyn. Ich «eh« Kanit-
ichatka der Insel IJiialasckka vor^ weil man auf cfieser
nur frische Fische erhält , die taack einer Fahrt iii dev
Behringastralf« keine greise Erquiokutig . siltd. - Hier er«*
k^lte . ich täglich friiches Fleisch , Fische und Tscherem-
%she (BärepknoHauvh)« Auf der &eise ron ChUi kis hie-
her habe ich keinen Kranken gehabt, imd in diesem
Augenblicke sind wir Alle YoUkommen gesund. Ich habe
hier einige Fäsier Sprucebier braue» Uisen fflr uttsem..
Aufenthalt in der BehringsstraCse. Wenn ^in paar Glä«
•pr . Rum in }ede$ Faf# gegossen, werden , • so hält eich
4m Bier< sehr lange. Utisermorgen denke, ick wieder
^lAegeln« t
Don zo* Jttlittf tftld.
2.
Ueber das Steigen d€t Oceans*
AUf dem Bsglitchen d«s JHontkljr Magazine.
I6h stitüme mit Herrn Middletons Behauptt>ng Über«
^n': daTs die Gewässer des Oceans auf der Erde stufen-
weise steigen müssen, oder dafs daselbst eine Abnahme
des Wassers Statt findet. Es ist bekannt , dafs die Flüsse
bei ihrem Hinabströmen in das Meer, Erdstücke und «n,^
dere Dinge mit sich hinabreifsen , wetthe eine, der GrÖlse
^es hinabgeführten Körpers angemessene,' Quantität ron
Wasser verdrängen müssen. Auch von den Klippen, * wel-
che das Meer bespült^ lösen sich fortdauernd grolse
Theile ab, welche auch dazu beitragen , den Grund def
Oceans zu füllen.
Idi bin so frei, Bmen Ütar Ihr Joomal eine Berec&*
nung zu schi<^en, welche von /Herrn* tfeerjr Staunten
fTArmischtB .N9ckricht£rti ' «Hg
»
iJber den ftlbca Flaf» in Ckiatff AnfpesteUt würde» ii&
pie Breite die^e« StnMtos ,lMlwf ndi^^ ilm Lord Jtfaoorf*
nr^ pMtirle, «JiCdreiViert^imeileiif «eine mittlere Tiefe auf
fünf FnXs und die fichnelhgtglt jeinee Lauft #ttf iner Mei«-
len* ^iÜerans iolgi^ daff itdndlick vdn dieeem Fluite «ina
Quantität Waasert in die. gelbe See biaabflielety weUk«
4i8ti76,öoo Fufs . oder 296ii3»ooo,ooo Galoaen Waseert bes^
trigt. tit^ aagettellten Vertucken.faiul muif dale dai
Wasaer ungeffthr den sweihundertiten l^heil «einer- Masse
an SehJamm entbielt.; tufolga dieser Renovation voA
ScHlammy welchen fkaWataer des gelben Stroms enthält»
echwimmt eine Quantität von a,ooO|000 Fufs Erde ettiadt
lieh in> Meer hinab-, folglich 48faoo»ooo jeden Tag und
i7t520}P00yppa im Jahar^ Anp;enomman| d^ü die mittlere
Tiefe des gelben Meers in der Mitte »o Fadan oder ia#
Fuls beträgt , müfste die Quantität von Erde , wekhe der
gelbe Flufs hinabführt, wenn sie sich auf einem Haufen
befände, hinreichend ,seyn, auf der OberÜäche det Meerl
nne Insel von einer Quadratmeile im IJ^ifange, in 70
Tagen %u bilden« Wenn man diese Berechnung weitet
ausdehnte f. ^*p , wtif de man finden , in welchem Baume
von^eit sich das,;gf9lbe Meer durch die- fortwährendaa
Absetzungen des gelben Flusses selbst ausfüllen müfsta
Denn wenn man die Oberfläche des Meeres auf 125,000
Quadratmeilen annimmt, so kämen, wenn man diese
Summe mit der %ur Gründung Einer Quadratmeile erfor«
derlichen Zahl von 70 Tagen multiplicirt , 8>760»ooo Tage,
oder 34,000 JAhra heraus. Das Fortsfshrtitflin ist langfam,
aber gewils«
Herr MiddUton hat aufgerechnet, dafs tur Bildung
der Lagen, die awei Meilen über die Granit- oder Ur-
gebirge erKab'en sind, 1,056,000 lahre gehören, während
welcher Zeit die Fluthen de» Meeres das Land bedecken
müfsten. De^ Fortschritt der Nachtgleichen beträgt ^un*
gefähr einen Grad in 7a Jahren , so dafs 35,920 Jahr^
aöthig seyn würden, Wenn die Aequindctial-Puncte nach
Westen 'SU rund Um die Erdkugel rücken sollten. Viertig^
tolcher UmWältangen müssen, nach "H^xm - Middiiton,
^^rcmdder Zeit ttattgefanden haben, wo -sieh die tweita
/
f
i
:fjtS Wermi%chte Nuxkritht^0^n%
iittf» ^Shn <de»l Ojr«»iit iMliiU« . Jletr Miäihtm^ IM ind«fi
IktfuieBerechniisg d«r» gur.BtMmig <iwrÖCTarite tind anderer
UirfeUen erfonderlichen > Z«it gegeben » : utittr/ denen sich
g«Bte Qehiage .iiad' von betrScIilliofaerer Höbe und Di*
(^, alt die «weite Lug^^ befind en^^' Onnit-wird im All«"
gemeinen Att, Usfels genannt, da er al»r aus Qiiar«^
Faldfpatb öder Schdrl und Mica bestellt, to mÜMen dies^
Gtbirgaar^a frftber, ele er, da geitesen ceyn , und dat
M«er aia£* eine sjkhr lange Zeit aur Absetaung dieser älr
, tem Felsen 9 uiid cur Sampilang einer« ao grofsen neuen
Maase, ala aur Bilduag von. Gebilden erforderlicb ist^
^dbrajuQbt baben.
In Xhi^mMagatine (Decenib-.'i8i6V b^ükvtet >ich eine >
Bescbreibung einex^Wundetbareh H&hle fii Keiltocky, diä^
•ioh mehrwe Meil^ weit erstreckt. Die Rauptflfttb^
«der Stadt, wie sie genannt Wird', bqgireift $ Aeckei^
Über welcben* Kaum sieb ein natüs^lieH^r/ buftdert Ti\U
bober Bogto , obn« durch ein« einzige Sätile gestützt ~
an werden, erfaebti Die- zweite FläfeKe i^t mit einem
'Bogen bedeckt) der fast 200 FiiXii 'boch ist, und eine
dritte vdn 6 Aetkt>tn bat ebetaMls Von d^ Natur einen
bawimderuagsfwüfdigen Bogen erb^Alten* - '
, ■ « I I I i II
Zwei neue ttamätU^Cmiiäie in Tiiütschtand,
'' Sehrtihen aus fiisnotisf. 1,
Die Verbindung des tlheias mit iet Weser wat
Ichon lange der ^Vunscli groüierer Handelsbäut^r von
Teutschland, die hei ihren grpXsen Anktlufen von Golo>
»ial,waaren und Gewürzen auf deit Märkten frenideit
Seesiaaten -bei dem Durchgang dieser Handelsprcrdltct«
auf di^ .Holländischen Gewässern bisher so vielen Hin^
clemissan und X^asten ausgesetzt v^^ren» .letzt wird e|
anders werdan. Dar nan^ Ga^ ^Jm^ ^* ^ebilTe .ajM
y^Kfni^i^hit . N€^hriQh:t.etk
«•?
^r Weter durch die Lippe, dort in den Rhein » wo sie
. W^er* dem Holländischen Donanenflystettie) noch den gro«
Xten L^eten nntoni^orlen sind,' %rei^he'.aBff'1dlel(rransit-
guter , die den Holländischen Rhein passiren, gelegt
n^^. Wahrscheinlich hat man die neuen Befehle , wel-
che ^r s«hn«}|ete|i EtiMiMag' ^issef Cauals hei der Ha-
9dvezis0hen Regierung/ au< L9iid<Mi angekommen sind|
der thätigen Miiwtfkung des Eenrn Grafem ron Milnstev
SU danheUi^ Vor Xunem hat uns «in fremdes Zaitungs«^
h}att,Ton ^eser, für Teutschland «o= sohätyhaiMi Anstalt
Nachricht geg^heu» Um «hen diese Zeit durllo auch }»•'
ner Canat tur ersten BesehüEong erMnet werden, weli
^cr das Mittell)»eer durch den Rhone mit de« Rhein«
irerhindel^ Die Büikiag dieser iwei neuen Canttle ist
fOr Teutsohland von unendlichem Werth. Millionen»
welche die- Holländischen Zölle von.- TentschlMid sogen,
werden nun erspart, , diß Handidsliäüser Ton SUCentseh«
]and aber heiifben ■ ihre Waarcm noch wohlfeiler und^
schneller durah den Fra««bsischei& (Sanal* . Dooee Gon«
eurrent dürfte Holland '«u hessern Preisen .henl»tim«
men und so .sind die Vortbeüe für gans Tentsohlan4
femer nicht mehr «i betweifeln. Ueh e iii afept herrscht im
Holland WH£tkiJi4it alte Halidelsegoismus,^'4er>rNm keinet
Befreiung dier ^StsöAie . wU^n. will, und gar zu gern«
auf densd^Mm dia^ Rotte spielen, möchte , die £nghmd
auf dem Metfleispialtf alleini wie der Eagliaclw lägen J
Wille den Völkern die Mittel 'lehrte, ihrer su ontbahm,'
so wird auch Teutachland sich gegen die Holländleehea
ZoUspecttlationen Wege Ölfiien, die ^dcn Hochmögen dea.
au spät hegreiflich machen werden, dafs die Zeia. Frei*
heit des Haaddi fordert, und dals die Bahnen der Natur
▼^ kaiiüai finvaliararacsa geachloeac» wardandiffcu*
I I
■ w
\
iil fTenmiichte Na^hrichtBrt
■ ;
ÜAt^rirdUdie Schifffahrt bei Wigm.
Sieben Meilen von MuMlieeter begtaat ^er werik^
wiirdige tuiterirdiscke Giitoei^ • frelcber wobl eint det
graXtfen Werk« ist, die England «ufiaweisen hat» Anl
Tage trXgt er Segelichiffe mit Scbiif-Baubolt beladevi^
weichet «rioder anr Evbanuttg jener Sobiffe dient, welclM
ihn im Berge eelbtt in den Eingevireiden der E^de l>e-'
fahren, ^n seinem Begmne sieht man einen Steinbacii
mit awei Mündnngen, aum Ein* und Ausfahren der
Schiffe«. Er aelbst hat swei Klaftern Breite, vier Fnft
Waaserhöhe, und aeühs Fufs Höhe Yom Wasterspieget
bis %VL dcr.l^rst» . In den Seitenwänden dieses ungeheu«>
ern St«Uan. dienen eingerammte Ringe inr Einhaknng der
Stricke^ an. leelehan Menschen die Schiffe forttreiben«
Wo erdfirdh festes Gestein ^ wie Kalk «der Grauwacken«
schiefer, mit Pulrev gesprengt worden, da- ist keine
Mauerung; an> brüchigen Orten hingegen eine, ein- bis an«
derthalb ^egel dicke, 'gewölbte Mauerung. An Aen ge«
hörigen. Orten *nngehxmckle SohleuTseh •sohwcdlen das Was*
aer and vbe€0rdern das Ausftibrea , ' d^en so hier und däi
mig#brachtc Weilungen , in wielchen mehrere Schiffe ne^
ben eüian'der stehen körnten» Nach allen BichlUittgen er«
atrecken sich Seiten äste und Rallen nach obern Stock«
'werken, theili der Förderung, theils dte Wetteraugs we«
gen. <-* ' Viele für >die Zukunft Torbehahne Eehlenflöt«^
fobr- ma^ vorbei, darunter eins der tiefsten ron Pech«
-hohle; Erst nach itwei Stuilden. endete die Fahrt. J>ie
Kohle W&rd«. durch etnen Stfossenbaa angebaut,, mit klai#
nen Schlitten bis zu dem Ganal gestofsen, und dort in
die Schiffe geladen. Tagewasser nähren den Ganal. Die
Kohlcfnflötze , Kennelkohlen » die befsten zuerst, wechseln^
mit Kalkstein imd Schiefer ' ab« Einer Kluft entströmt
•chwerei Kohlen -Wasserstoff -Gas. Man zündete es tot
<|6 Jahren an, um dem schädlichen Sammeln desselben
und der £rteugung der KnaUluft vorzubeugen. Seitdena
bifennt diese düstere Leuchte der Unterwelt ununtecbro-
/
Vermischte Nachrichten^ IS^
«h«B fort. — Am Ende d^ Canals ist das grofte, ^6%
Ifards lai^e, 33 Yards sich rast flach senkende, Planum
inelinatUm. Ein" beinahe gleich grofser oberer Conal führt
bis KU diesem. l>urch SchleuXsen nnd Rollen ^erdendie
▼ollen Schiffe des ohcrn auf Eisenbahnen in dem untern
Canaly die leeren wieder xurück hinaufgebracht. Ein
aolehes Köhlenschiff tviegt 30 Tonnen. Der holdere Ca-
»al ' hair auch ein Planum inclinatutnj durch welches das
Baumateriale von oben herabkommt. Ii^ Hauptschachte
fährt mau. 73 Yards hinauf zu Tage in, einer Tonne aus ;
wie bei dem Sheffielder Gufswerk im Park am Gichten-
%ngy hebt hier eine Was^ertonae , welche (sich in der
Tiefe leert, die Fördertonne in die Höhe. Der untere
Ganal liegt am niedrigsten Punct 70, am hÖchiten lao
Yards unter der Erde, um li Uhr Nachts sammeln sich
al^Le beladenen Kohlenschiffe, und fahren bis 4 Uhr früh
zu dem Ausgange« Von da erreichen sie erst gegen 7 Uhr
den 'Umladungs platt auf dem halben Wege von Manche-
ster. Ein Mann führt fünf Schiffe ol^ie Lacht, obgleich'
mit starker Anstrengung , hinaus , und erhält für die
7onne 3 Schilling. Unter diesen sind Brechen, Laden,
Fahren und Umladen begriffen. Fünf hundert Schiffe
sind stets in Bewegung, davon 150 im Berge und 350
auf dem Canale. JDie Löhnungen betragen allein jähr-
lich 68,000 Pfund Sterling. Die monatliche Ausfuhr hC"
tragt 3)000* Tonnen. Man rechnet, sonderbar genug, das
Jahr tu t3 Monaten. Ein gemeiner Müller, BrindUy^ gab
diesen Bau an, ohne welchen jener ganze Kohlenreich-
thum unbenutzt geblieben wäre, und Manchester nie sei-
lte GfÖfseund seinen Reichthum erreicht hätte. Der
Herzog von Briigevoattr , ein Mann von eben so grofsem
Gemüth' als Kenntnissen, erkannte dieses Mannes Genie,
und begonn die Arbeit. Um sie ohne fremde Hülfe, nnd
£elglich mit Sicherheit, zu betreiben, beschränkte er
«eine JfthTliohe Ausgabe für sich selbst^ auf ^oo Pf. St.,
seine 4ibrigen grofsen Einkünfte widmete er diesem ^Ver-*
ke, das ihn unsterblioh gemacht hat. Vierzig Jahre dau-
«Rte der Bau, • und noch immer* bi^ut man nach Brind*
Uys Sys^mt Cort. liaph d^s Herzogs Tode wurde, dd
^n ^amm erlosch, das Vermögen getheüt. Der Bischof
JV. 4. G^ E. U,Bdt. I. Su I
130 Vermischt e. Nvehri^htBrn
ron Totk pachtete das Werk von dem )et%ig%n B%iitt€9^
Marquis Stafford, um 9o/K)o Pfund Starliog }äfarlicheii
PachtschiUing;. Man kann den ganzen Canal, zur Aet*
nigung im Berge seihst ahlass^n»
■\
1
I N H A LT.
Abhandlung* n,
Scit«f
X. Ueber die Civilfsirung der Nogajischen Tataren
im Süden des Europäischen KuXslands. Von Herrn "
Hofrath Dtguroff in Charkow, . . . . 3
8. Beiträge zur topographischen und statistischen
Kenntnifs von Bosnien, • . • • • 38
«
Bücher •Ktcensionen^
1* Illustrations, chiefly geographica!, o£ the Histor^.
of the expedition of Cyrus from Sardis,:4o Baby-* .
lonia and the Ketreat of the Ten thousand
Greeks , from thence to Trehisonde and. I«^4ii^
with an appendix containing a Enquiry into.the
best method of improving the Geography of. the
Anahasis etc. Explained by three Maps« By. Ja^
^mes Rennell^ •- * Sft
S« Lettre* frem Pcrpugal, Spain and Fran^t^ w|it- i
ten during the campaigns of Iflis, '1&13 el I8f4f
addressed a friend in Ei^land etc. By S^ O«
Broughton, .... • . . * • 5i
3. VoyageicnSayoift, en Fi^moati k'Nio« ^ 4^Gteet.
V9X A, (n Millinx, ' ..... * • > "^
1^ Tt" n a V t. i%i
Seite
4. Sfsfty ftaliiticpi^ sur 1« Canloii 4ftVMid. . Atm
«ne carte e^^ßete de ce centon» • • • • 6^
5. DeeenptMm^topographiqiM et statM^e derBrl«
cMdeBAle, • * 64
6; R^pertorio alfabetfco dei Paed del Kegiio Lom-
batde Veneto, poiti sotto 1* ammüiittTazioiie -dell*
J. K. Goremo di Milano^ clauificato per Province,
< Distretti, comminii fraxioni di communi giusta
il oompartimento territorial« , • • • • 67
•
7. Begebenheiten des Capitäns Ton der RuMitcli-
Kaiserlichen Marine, Golawninf in der Gefangen-
aehaft bei den Japanern in den Jahren 181I9 18I9
und X813 y nabet . seinen BeHierkangeB tflMr öaa
Japanische Reich und einem Anhange des Capi*
tfins Kikard, Aus dem RuMiichen übersettt tob
Dr. Carl Johann Schultz, . • * • • 6f
8. MfiAchen unter König Maximilian Joseph I. Bin
historischer Versuch <u Baierns rethter Wfii;(di- ^
gung« Von Br. Christian Müller , • • • 7^
9. GemiQde von Norwegen in politischer, histori«
scher, statistilch - geographischer und merkantil
lischer Hinsicht u. s. «r. von einem g^ebomen
Normann , » » ' , 29
10. Reise nach dem Demerary nebst «iner Beschrei*
bung der Niederlassungen daselbst, so wie jener
am Essequebo, Betbice und aifdern benachbar-
ten Flüssen von Guyana, Ton A. BoUnghrakep 80
>C hart §n m Ra c$nii0n$n»
1» Grofser topographischer Atlas des K8njgreichi
Baiern. Siebentes bis Elftes Blatt, • . • 86
f. Militär -Charte von Sfid- Teutschland, in 90 8a- .
ctionen, etc 89.
3. Charte der im Königreich Böhmen und dessen
Leutmeritcer Kreise gelegenen Herrschaft Te*
pliu nebst der umliegenden Gegend, • • ^ • 99
43a
I^ n^ h
l t\
StiU
' Vß rmi s eh t B N a c hr i ^ Ut 4' n ,
i, Nötxten Votf der neaen Rnssiccben' fititdeckungf-
rcite des Sohiffs der RMrik ^ des Grafen ▼•n Ho*
V . iDans<|w, .geführt .Tom Lieutenant Otto* vm
Kotiebuti , • • • loi
A. BericHt des Capitäns Ritter vonKrusen*
Stern an die Königliche Gesellschaft der
Wissenschaften zu Göttingen, * • «- lox
B« Aurzug aus dem Tagehuche des Weltr
umseglers Otto von Kotzehut^ . 107
2. U.eber das Steigen des Oceans, • . « , 124
3. Zwei neue Handels - Ganale in Teutschland, • , 126
4« Uaterirdiseha Sohiiffahrt bei Wigan, • , « \^
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^tt^fähriicke Kachrieht Über die ^nd^
wich - Jhseln. *) ! '
Als Capitln Cook im Jahre 1778 Äie Söni»
wich-ln$eln entdeckte, war Tereobuh Kööig von
Owaihi; Titery von Morataiy und PereoranM
/f#m 1896 t« i9ia, dets^ athare A«Mifa ji»ir .frfi$i|r
Iiin unter den Btteher-HaoeiifiQiiaB jn j|efa|||fl)t|p
aem Stdcke liefiern.
RA
2\r. di Q. M» JU. £d#. s* St.
K
I /
i^if Abhandtungeru
, ' • - ^
tTQzi PF^ihu and tei imein untssr dein Winde. Um '
die Oberherrschaft von Mowi stritteji sich Tereo^
buk tind Titery. Cer jetzige König Tamaäkmaak
ist aus Cook^s Reise ui^ter dein .Namen Mailiä"
Maiha bekannt» und war bei dem Tode dieses
Berühmt«! ^Reisendeii geg^mvÄrtif. Igt war der
älteste Sohn Kaihua'Sy des einzigen Bruders von
Sferealmh; und nrdi dessen .Sohi^ Tewarrp, d^
* nächste Thronerbe. •
.rlfa^ ttr Abteiip^ der M^§olu$i'm vOÜ Visco-
Wfmy kam bis zu dem Jahre 1787 kein Sdhiff wie-
der nach den Sandwichs *Jp trin. Wahrend dieser
Zeit ^aren beträchtliche Verändemngi^n daseH^st
voxfgiidlAexk. < TerHbt(h war ^est^^bdii iftd ^^eine
Besitzungen unter Tewarro und Tamaahmaak ge-
theilt. Tüery hatte^die Inseln Mowi und fVahu,
erobert«
Pal ' Si^iff Jphigehie^ vom, Gagitän ftoufg^s
befehligt, landete zuerst wieder bei der Insel Owai^
hi im Jahre 1788* ^^ hätte an Bord einen An-
führer von Atooi\, Namens Tiannay welcher das
V Jahr tu vor den Cafiiläii, Saures nach Kanton be*
gleitet hatte y und der. durch die Güte .seiner
JBxigländi&chen Freuncle . mit einem V orrath ^urq-
^päisqher Waaren, Waffen und Mujbition beschexikt
worden war. Tianna Yfai ein Mann von grofser
Thätigkeit und Ehrgeiz, und ein ausgezeichneter
Sriesei*/ Diese Bigetiicktfteo, "'und sein Refth-
%humy' bielonders an Feuergewehren, machten ihn
Einern iiiitfetnehnienden Anfuhrt, wie dem Ta-
fnaajknmäh zu einer wünschlsiaswerthen umi seht
'Abhandlung en. 135
bedentenden Acquisition; auch bewog den^llie ihh
' durch' hohen ^Rang und bettächtliohe Ländereien,
1 die ler ihm verlieh, sich auf Owaihi niederzu-
lassen.
^ Im labre 179 1 griff er den Titery an und
eroberte, die Insehi Mowy^ Morotai und Ramau
Während dieser Expedition erhielt 'er die Nacl\«
nebt, dali seine eignen Betitzungen ?on Tewarr^
angegriffen worden teyen. Er mufste daher seine
Broberongen vrieder ail^fgeben und sich'gejgen Te*
woKro wenden,, Mrclcber auch dar^ die scfimeliea
Operationen besiegt; und ron Tianna getödtet vnn^
fie« attf welefae Weise ganz Owaihi nnter sefaie
Bothmäfsigkeit gerieth. So «tanden die Sachen, alk
&j^\\Äxi,Fanc0uver im März IT^^SI d^seUin/.lu&dete;
Ervül^ die InseJn , durch di^kuigen Kriege« im^
. j^fviihöchft elenden Zi^ande, und bemühte äfih
idaher, wiewohl vergeblich, Frieden zwischen. Ti*
^Wk^^^ T^mMA^M^^AiZO. stiften. • Tamaahmaah
glaubte aus der engeren Verbindung. mit einer c\*
viiisirten Macht so grofsen Vortbeil zu ziehen, daft
er dem Könige von GroAbritanillen förmlich die
Oberherrschaft über 'die 'Insel ahirdt, bloTs mit der
Einschränkung, daf« in ihrer Religion, ihrer in*
jxmrjBt Verfassuixg und häuslichen Verhäl»iiMen ]^^
ne EimnisGhiing^ erfolgen seilte.
■ . ' r ♦ * »
Als bald hierauf ^if^rr starb und zwischen
ii»in^fi Nachfolgern' Streitigkeiten sich erhoben , so
benxixtte Tämaahmaäh dieselben, griff j/lföz^^, Mo-^
rhtai xxni/ Rantßi an und eroberte sie. Im folgen-
Jto Jahre 1^95 griff et auch mit einem Theil sei-
ner Macht Wahu .ah, "^ und obgleich l'Mnna mit
K 2
I
/ •
1 )
jä.hh^fimä lt^4^jk»>
/
^3^
j^Lrag upii ^ OmMÜU e&nc« ^xnpCrasig aua^acb»
jui 4|a5t|| S|4t99 TiM»alf ßnjAor iittn^* ^^ seilte
T'amnoAma/?/! doch den Muth nicht; er griff . i^ieiil-
.mehr seine Feindet an, schlug sie in ^ii;iem bluti*
gen Treffen bei dem Dorfe Weitxte^ in welcjiem
Tianna das Leb^n verlor, eroberte If^ahu^ unjl
stilhe/nitch Pz^a/A/ rärüdtgeicefart, 1t>äld die du-
^^I^ sus^ebrQchene Empörung.
.. ^j^uf ^cU|:u; «^ I»i2i9 ^fssd»?: ^bi8FedH0)iii
Jp^Jd ijn ij^ifiß, }i^H in ^#if^» l'ald iia f^ahu <tu^
|i^ ifr^^ l^ß^^^lsnf )m»l fi^ fiel» )»il^?^ Jn 4i»
.V Vaii:deo Ins^n AtMi und Ondl^u^, ien ti»^
figM vm^ dtostr Inarigtuppe^ wMdie ven yÄniÄ-
BMuth ttooh ujuMiän^ ^nd, u^ toii ihrer <9e^
ffcUobta, iit «rMig mit GewtfMieit bekannt. IMi
WH JibM Igte rtgiemad^ ObtAaoft ^stv Imili^
i))Äe iiwl #rdbu liegt niigejpar tisbn Mellea
Ufor^^^lii;]» ;mq31 Moratai und ung«£ahr dreiMf
yyoMp fy^4ihi ip. derselben Aichtnng; sie itft ^vetf
Nordwest liach Südost last viendg^%igLM«ilwlai%
und nngefihr h%Ib so breit,
Cf^gleich nw ^P^ miule^ (^§&o« ist si9^4oo|l
die Mrji<pbt|gstie von dieser |xi9d^i;ip9^ gewoirdeiv
thei}f wefen ihrer yo|:2)|^)^c^en FrachtbarJ^ts
theiU ^eil 4^. den ein^q» Gebern Ha?en )hi$^M|»
der a^f im Sw^wW¥«!lSi*«l« *flftW#«i wfej,
tfkt^httlh tiikd i9e«gra ittft Leidftf^^fe' Erfiri^
selitttigM ra etlÄigen ,' legt' {äst fedtr Sft&iff, *) nA^
Ük^ i^ iiöAWdiitn stflfoii Oceftn b^ifthrf, hi^ Ml
tttit Ach ^ti^txibetiifta^ ' SfdlS» vf^^^Mlbuniincn iSSi
Hauptursache» webhalb der König sie zU iUMt
Residenz gewühlt hat; vielleicht i«t die Nachbar-
schaft von jitooi und Önehow^ di^ töizigeit von
Ihm iloch anabhängigen ifnsetn , cfbreü E'roberungit
Wie maii sagt, ^r beabsichtige , ein anderer uiid
tdcht minder mächtiger ICeweggrimd.
Die. Südküate der Insel erstreckt ndl ^)»» 9»^
)irhetf Puticn >ii »am westlichen ^ iü einer li&ilgie
vea uDgef (ttir vier und « waneig Meilen. Ein Beip
SiiCkW läufo fest parallel mii dem Uler» veH' ivid^
clt#m e» d«rch eine froohtbaire Ebene f vett vec*
«ehied«iMr 3reice, ^ttsetn^ itw Bei Jfialaanir^
wo..«j». am breiienen ist/ besagt die^ Sattfenmug
von der See bis zu den Bergen etwa fiinf Meilen*
Dieser ganzen Küste entlang linft» ia der Satfemosf
einei^ Vieirtelmeile» ei^e CoreUenbank*
IfVrStfüi « lei\
PTeytite'Bai^ wo Capitidiit Vantouver Irer Aü^
feer gieng , wird durch das voi:^ südlkh«»* Vot^
^ebirge de^r Itffel, (▼on ^en Weifseil Diantond^httti
^ Wi^end diet is^ Momt»^ cfl« der V«sfttM» l|ie«r
«uJiracl^, kamen . w^igBt0tts xwfilf, Solfiffr nacli
fVdhu^ von denen xwe^HngliscHe^ eins ein Etusp-
scHes vMl die ü&rigen AmevieaniscHe waren.
♦♦) Diamoni^hill und Barhtrs-^Point; nach CapUPwU
lpck4: 'Point -Oick uhd'^oini* Banks» ^
7
\
bildeiu Sie ist nach Südcfn. zu zjieq ThedV off^nt
i^id da kein Fahrvva$8et vorhanden ist, so miisseii
die Schiffe an dj^r Aufsei^eite der Rhede vo^ An-
ker geben. , , ., : -
yTi^^maahmaak hielt sich früher an diesem Orte-
auf und ein. grofser Theil .Seiner Schiffe war rund
um die Bai herum auf den Strand gezogen. Ich
zäiihe mehr als dreilsig Fahrzeuge , die mit det (
gröfsten Sorgfalt unterhalten werden; sie sind mit
Wetterdäcfhem überbaut; die Masten liegen du der
Seite, und das Tauwerk und die Segel werden id
Niederlagen aufbewahrt« Es sind blofs Schalt(p{>eii
und Schooners unter vierzig Tonnen Last, unA sind
alle von seinen SchiSszhnmei'leuten , meistentheili
Eingebornen , unter der Leitung eines daselbst sicH*
niedergelassenen Engländers, Namens JBoy^^/eriftaut. '
r Tamaahmaah besitzt ein Schiff von etwa aoo
Tonnen^ Lilly bird genannt. Diefs Fafarzeag gehörte
einem Americäner , welcl^er mit dem^elb^n in einem
schadhaften Zustande« von den Küsten von Califor-
ma/ikam. Er crkfiufte es von dem Gapitän, ibidem
er seinen gröfsten Schooner dran gab nnd das Uek^xi-
se in Dollars bezahlte; Es ward durch seine ei-
genen Schiffszimmerleute ausgebessei«» und bei Ha- '
narurä abgetakelt ; zu welchem Endzweck ein ei-
l^eiiesviWerft gebaat wurde. Der übrige Theil sei-
ner Flotte , ^etwa noch zehn oder zwölf Schiffe, wa-
ren an demselben Orte an den Strand gezogen, mit
Ausnahme einer kleinen Schaluppe, welche er als
Paquetbot , zwischen Wahu und Owaihi brauchte.
t
^ f
Airiran dl a-ngä^. '^39
mmi taa Itbagtiborxm g^fohn «attr itUk
Be^hi >i]i«i Engländers;, mit Viflaami tSerk, weV
cbms JMher . Bootsmann^ mrf dam» ficlttff ' Xd{r
^2>^ war. '^ X
' Stddt Und Skvmn'SSmfarura»
Drei Meilen westlich von Weitite ist dar Ort
Hamxf'txray^ fetzt der Hauptort der Intel uÜd dia
Re^denfe des Königs. Der Haven wird durch aiaa
Sandbank' gebildet, weHbe ihn vor der See ba^
schirint und die Schiffe kennen bei jedem Wattac
einlaufen, überall einön schönen sandigen^ Grunfl
findend. - Es ist ein gutes Fahrwasser durch dia
Sandbank voirhändto von - drei oder Tier. Fada«
Wasser , . welches jedoch , wenn dia See hocK gah%
jUpebt «0 jkieht ' enti^t wird» Indessen sind ^lkr
4S£ir ^olan^zn habtn> ixfiA Min-HairbotHej^ dmc
tCapi^n: der, .LiiJy ^A die^f gewöhnlich daao»
Dfr keilte Ankerpla;cz i#t jn fünf Faden Wasser, vu^
'.gefäbr zwei AJiIü^M«a w^t %^m Ufari garadf
dem Dorfe gegenüber.
JSAxk kleiner Fluls flieljt hinter demDorfa w^
und.fäl}r.,.an det. Westeeite des Habens in dieSaa«
Sain /V^as^r ist etwas sidzig und Quellwassar fii»»
jdet.^nil^n nicht innerhalb des Umfangs eix^ger
Jdajyleiii yoxL dem Ort« Dessenungeachtet könnep
die Schiffe^ zu einiem jnälsigan . P|:ai$ durch dj^
Eingabomen damit versehen werden , welche eg
in Flaschen- Kvtfhissani von den JQuellan bri^san»
Saehs Meilen westlich. itf> der HaTeja- JS^r^t,
Juidv du^h ; eine Oeffhnng in die Kü^^nbank g;a-
\
\
I /
C«!» JiIth^naimn^0h\
Mll^rr w i>t gut gaMhntit ui^i Im tmm f^Mk
-JkÄ^xinniA -rm^ &qßS Ai$* 9ech9^ ^F 4*'atofc
^
O ff&jrifizinpw <|dM JPs^rt^riper fiagt eti«» sie*
llin'Mteileil weUer westwSrtsf diese Bucht .,gel^
«•to .t»49lc iswölf Meilen ^n's Land hinein, Oip
^Eäafahjft ist mcbt mehr, aU eine Meile hreit} u^
Üßk tAit Ueinan Fahrzeugen schiffbar. hk iie^
ier, Snolit üegt ^ine k]eii|e, diem Oalmetfc^er do^
Königs» 'MßHinort zugehörige . Insel , auf firelchef
derselbe «ine zahlmciiu^ ll^erde Schaale i)n4 Zi^
^ Kerlen iiüd ^erliÄtftter #dlten hi«t Üt bftttlk&C.
Üdher Menge gefti^Ae^ Werd^. SdUdlMn d«^ Km
idg IhreHi Werth Hit kennen I«men r |bat #ir ük
'Kkii^ret d^selben ii6h vioi^belialt^n ; na4 ^
Imitftält iNi!r»^hiedtoe iHlrsMen hiertu. m
' \ ■■ • ■ . . . - •■ '
Zf hn,, Meilen weiter westwärts ist das norl^
festliche .£nde der Ins^l, v6n einem dtisiffUt ge-
idheitÄttign Schiffscapltäfa, Barb^rsPiihtt genaAM.
Hr ist seilt niedrig und efstreekt sith '7f4nHtdEi
weit in die See hinein. Di« 9iuth nk £Mt t!^
ne iteigt nicht höher, a^s viet^l^ub, luiff Sti*8iM#>
%lbn 'sind kaum wahrzunehnlen; '
<^iL "fO
^
;V
• ^•-' lüften d^t» J&^in'tf^^« *^ :ii
Das flache Lafid an der Küste ist sehr enge*
baut; Taro- Wurzel (Ärons- Wurzel)^ Jams, und
^&lie fWrtoffelii tini die gewÖhfißdte^AÄr'nt^; alr
IW« ä€r Taro Ist iftet HanptgegiftiirtaÄd ihreir X^a^
>
I
Dia Art und Weite des AqIi^o^ i«t tehr müh«
9mxn, da et iu>üugist, das |;anze Feld unter Wae^
•er zu setzen } diels wird in kleine BekUter. dif
selten über Hundert Fufs im Vier^k sind, fehp»
ben , und diese mit Dämmen gewöhnlich iron seche
Fttb Höbd nmgriben, an dton Seitea 2äiekairrohr
gepflanzt wisd, itnd auf deren Rücken ein Weg
iäuft. Die Felder eind mit Rignen oder WasMr#
Mtniigen \Avidmtik^iumk , die an dbr Absidit 4ae
amn Ueb^sflutkett^ adtbige Wassev herhaiaufüfarei^
miiWieler Eihsifaht and Mühe angelegt sind.
Das Erdreich wird erst sorgfältig , gegraben
tend ^eebn^' tfiit einem ta(>lzemen Spaten, imaiai
jjlenannt» den 41e* Aifbeiter mit den Knlee« und
jfibsätten niedetdvQidiMii. Hierauf wifd in Bedm»
fest geitrainplt, ind^m sie ihn mic den Füften 9^
laiige treten, bis er fest genug ist, Waseer z%
halten.
Die Fflanzefli . werden durch Absenker fortge*
pflanzt I die man mit einigen . daran befindlichen
Slättem steckt. Das Wasser wird dann eingelas*
ien« .i|nd. bade<;kt 4i®. Oberfläche zwölf oder achi^
zehn Zoll hoch;, nacli neun Monaten, wo je^^
Pflanze rund herum eine Anzahl Schölslia^ge ge*
trieben hat, können sie eingesammelt werden.
Diese Art des Anbaues iit sehr mnhsami denn bei
allen dam effoiddrücilien Vf i^^t^iiogan steh^^ die
Arbeiter fast imitier h^A im S<;Ua«iin. Oetse»
mgaaditet itabn. icb eftai» den , Keiiag in .tii^
\
\
V
\
m
.;Abhjinih»Hg an.
Taro -Pflftii«»mg tii»faeTg«Be&: «dMi. F. (Jlk #4^-* 1«
^ir Absicht geschah, ,«n« Oatwhtn«!. eto ^,.
rgiel von Thätigkeit ' zu geben , weift ich nicht;
öoch' !känn eitie solche Auftordörting inter ^esen
Insulanern kaum für aöthig gehalten werden, Sk
de sieber das thätigste Völkchen sind« welches ich
\€ ge«^hcn habe.
Die .KaiiofEel* aad Jams-FsMer .^ind sorgfältig
unt stelnem^a Wänden von etwa aohtzehi^i ZoU ,
Höh^ mmgehen. i^ufser" diestn ihiandisdien Er*
seiigim«bn/sind .kürzlich IndiltaisibesKoirn uztd einsdf
gr^ftfii Mtngb Jitb^ Gartengewäebseti einge€afatt wor?
detn, 'TOkbe v(0s den Weibtit ^oiit' Erfolg gebaai ;
werden.
.Als . ^diese Jj9«eln entdecl^* y^urdf^ , ware^
Sciiw^ini) upd Hunde die eil\?AgW^)UiäLt^chen Thier-
Tß, (He »ie bets^fsen; allein TamAßhfimi^y^^^^, ''^^
Aufipexkiamkpit au£ die > Fortpflanzung . de^; voa
Van^QUver .un^ andern S«efabret3i| zuri^ckgela^se*
nen Thierarten verwandt , dafs in kurzer Zeit^ der
Stamm voq Hornvieh, Pferden, Schaafen und Zie-
gen zahlreich seyn wird. Ich horte, dafs auf öm;«!*-
Äz« viele Hundert Stuck Hornvieli wiTd umheWiöi
fen, aiidere im zahmen Zustande sich \>efahdenl
Der König hat dasselbe nach Wahn georatiht und
"als ich mich dort befand, hattö er fiuf der Hiftdli-
ciien Seite der Insel' eine llecrde von iiiBuxi'^dcr
zehn S'tiicl.
8chaaf»t;^ SSegeii vv^ren icbon sriizzahlreich« >
^«rscliMeDd Peir«onen hättea tedeutendi^ HeeideOw:
IHifr Königlfit hs^tte/eine solda^ von hmtidert und. ixad*
4Hißndlun.gi^iL 14$
1% 91^9)^9 uai MiHUnta «nleht^re Hiuid^xl Auf di* «
tiiBT K5idg hätte ftihf Pferde; die er sehr liebte,^
nnd auf denen er hSfu'fig aasritt. Auf Öwaihi «oU«
Das Vieh wird* auf Hügeln und denjenigm
Theilen der Insel geweidet, die noch nicht ange-
baut sind'. Die Schweine werden in Ställen ge-
lialten und mit Tafoblättern , Zuckerr^r und an*
derm Abgang gefüttert.
Die^Qberhäupter sind. die Grnndeigeiitkuiiiii^
nnd verpachten das Land in kX^hiern AbüieUui»geA
an die unterse Qasse , die denP^cht ip natura^ fo-
svöhnlich in Schwei|iep» Kleidern . oder Matteol
jährlich in vier Terminen entrich^i!*
I^athrUht von dciiy auf der Injti tick aufhaJUnd^n •
.Wtifsw. ...
Zu einer Zeit meines Aufenthalts waren alleia
auf /^^Ak nahe an sochszifi; Weifse; ihre Anzahl '
Snderte sich aber "beständig und ha:tte vor meiner
Abreise beträchtlich abgenommen. Obgleich d^r \
irrofste Theil derselben von Ainericanischen Schif-
fen zurückgelassen worden war» so bestand doch
&aum der dritte Tbeil. aus Americanern; die an- , '
dem waren fast alle Engländer und von diesen
waren "acht oder zehn Verbannte, die von Neu- '
Süd -Wale« entwischt waren.
■V ■ » ,
Di^ Matrosen «riialttn < xnanstohfaltige Anffor^ s
dlemagen hier .itsirüdnmbltifaai. Betragen sie »ick ^
gm, 50 bekommeu »e gleichen. Rang mit den : f^ '\
; \
ä^ Jtlffianälung^\
Fall sind sie aidiov , i^tf - eteMi eJtar Aetoif ' itndipr^
0)>erli^upt uBttrstützt ^ wer^im^ d^ .^ifi^lb^n
^ ^Aimei: be^B^iüht sind, Weifse voßX^if sich zubabeVL,
Der König hat eine aJMltaiKc^ Z^I^ M ffät^
nen Diensten » hauptsächlich Zimme;sleute , Tisch-
ler, Maurer X Schmiede und Ziegelsireicher^ wel^
che er freigebig mit Ländereien belohnt Einigt
, (dieser Leute' sind arbeitsam \md gute Wirthe ; al-
lein' dieb ist keineswegs der allgemeine Charakter
derselben; im Gegentheil sind viele derselben faul,
MAerHch mid so oft die Gelegenheit sich dartaietet»
4601 l^rtftfke Ergeben. ' SW hbBeii das BrantWein-
Amnnen auf dertnsel eihgeftilnS, und die bösen Fbt
^eii hiervta» sof^^ohl fi&r die Biugeboriren , als Mt
dieWeifsen seiest V sintt nicht zu berechnen/ Es ist
kein ungewöhnlicber Anblick , t\n solches Gesell«
4<i»Utcibexi ein Fäbchen gehvaatiten Wassefa. an-
zapfen und Tagelang dabei sitzen und trinken za
ertite^ hfe/sie es geteert häbeft.' ' ^ ■
Hiervon ^ah , es jedoch einige Ausnahmeni.
Wilhelm Davis z. B., ein ItalienerV welcher sich
hier niedergelassen, hatte die GewohnEeits alle
Morgen um fünf Uhr aufzustehen^ und au{ seine
"Felder zu gelien^ wo er gewohnlich bia z^ d.er«
selben Stunde des Abends bliebe Diese ArWitsani-
. keit fiet den Eingebornen. nicht wenig ajuf ; alleitt
sie erklärten sich die Sache so , indem sie annaÜ-
.nieut dals er selbst einer von ihren Landsleiitea
IteilMiav welcher n^ch^eeiaim Tode ttedi OsÄA<it#
^er £n^«nd gegeogeüy tmA ven'iaDi wie d ür &
.fein ¥«le4ndLgelMMmil{|a Mtf^ w . . - :
Ahhamälmng9)^ i^g
E$ waren vrKhmnd 4er lek ftelMv Aüfeiit^
hOtM keine Mbiionaiien auf dto Imel;' Worftbtif
ich midi 4ft gewundert' hebe. ' OW IMMttto Vou
int 4f^eifie». lubett 9lusAmtm9x9md g^heirbA^
▼on welchen sie Kinder haben ; allein tie i^erwen^-
äetk wenig Aufm^rksai^keit • wed^r auf di^ Erzie»
hungt ,noch auf den ReligionfunterTicht,derie)ben,
Ich erinnere, mich nicht irgend Eins geiehen t4
J&aben , dat mehr ale die Bochstatien des Alpha*
bets gewufit liittt^. -
'DieShten und Oewokatieiiett der Sandwich»
lasttlanor sind iwiederfaxihit beflfchtiebeh #<>rdeii,
imd.Ten viel fäUgerJi Beobachtern; allein nietar
langer ibuSemhalt. hat »ir Gelegenheit dargeboten,
yuH6 Dinge em bemerken, d^ Andern eaiglengetti*
«sd hierenl sollen sich se Mol als; möglicll mein«*
Bemerkungen beschränken*
Bif^ebomen sind zwar nidit gror«, aber
^^en starkeif und untertettter Statur , beeonders die
irtm böherm Rang; ihre Farbe ist nufsbraun^ und
an ifavem Körper sind sie ausnehm^^ reinlieh.
In ihren Künsten und Gewerben zeichnen sie sieb
sowohl durch Rrfindungsgabe, als durch den aus-
dauerndsten ""Fleifs aus.
^ie fbed in zwei grobe Claesen mfafedHilt, In
dte E99h% oder Oheriiäuiptef , und die Cmnaiamo*
riA'^ ode^rdai Volk. Dte eistei« sind die Land-
eigelithiisiH»r; di^ lettHern etebta ' mater der Obeiv
ii^jMbafi «inifiir AeaiUiser, 4iM? «telete ^i dM
'«0
dkk^ndli^ng€n^
Bad«tii '|>i|af#', #ideir . axbi^liexf , und von welc^ioi sitt
im Alter ei^ialten tverden. Sie sind jedodi läJääi
Scl^v^n «4.^ 2Qfi^ 6^«md iixid Bode« gehörige sfln*.
d|iri|i. frei, imd köoneilibre Herren ändern, iwean
' '^ ' Xonißlichg Gewalt,
'Die oberste Gewalt ist dem. König anvertraut^
dessen Macht, wie es scheint,, ganz unnmschränkl^
ist. Er wird unterstützt von den ewten Haupt- -
lingen, die er immer um seine Person vereinigt;
nieiirere von diesen r haben ' eigene Departements,
zu vetsejll^n«'^'' Sm Qbfarhaupt hatte < die' 'HaUthal*
tjang.nptei* rieh uttd faestimmie jedem sein TagcK'
H^evk; ein 3and0r«r, Cotor^»^ gekannt, JverrÜBfa^
tete das Amt eines Zahlineiitersi sein Geschiifij^
bestand i» Austheilung d;&r Löhnung und der Vox'*
rjlthe unter die, uin des Königs Diensten stehen*
den, Personen» , ^
. Ein ^ählicjbes Oberhaupt, Namens Na/ii^- hattm
die Aufsicht über da^ Gan^e upd war in der Thätr
^ster Minister, Er wurde von den Weiisen ge-
wöhnlich Billy Pitt genannt, und es geüel ihm
gar nicht, sich anders nennen za })ören,
Prietttr^
Die ausübende Gewalt war jedoch hauptsäcfa*
lieh den Priestern anverfra'ut; durch sie wurden
die Abgaben. isingeffammelt und die Gesetze voll-
staeckt. Abezglaube Ux j«d<v:hi<de^ mäohtigste H«J
bei« durch widchen dieser letztere Endzweck er-
reicht wird, da wirkliche Strafen sehr selten sind*
Ich.wttb josxt wst Beispiel einer Todesftrafet wel-*
4.bhßndlungeu* ijfi
jpbe an . iia^xa J4w^e voUmeckt . wvr^e» Atv d\%
^ealigjieit des Morai (Ort» wo der. Gottesdienst
verrichtet wird)< verletzt ha^te. .Dfi,er betrunken
war, verUeCs.er denselben während der Zeit, wo
e«. verboten (tabuh) ist » und ^ng in dßs Haue
,«iner Fran. Er ward sogleich ergriffen und sarück
fiacb dem M^rai gebracht, wo ihm, die Augeft
aosgHtochen'i wurden. Nachdem nian .iib^. zwei
Tage . ilt • diesem Zost^nd^ gelassen , ward fr erdros«
^elt t ui|d sein ..Körper .vor d«m Haaptgöt^enbild
im^estellt. . : (
Art un4 fFtistf Diebstähle tu tntdieh^n und zu
bestraffnm
*
" Die Art und W^i^e»J)ie|;>sf^ähle i:#d Räabereien
jzm entd^eken, liefert ß\n m€^rkwür4ig^S' Beispiel
^op, der Gewalt des, Aberglaubens jüber ihre Ge»
]a^üt|ier. Derjenige. , welcbier den Vejiust erlitten
hat» wendet sich an einen, , Priester , dem er ein
Fc;rjkel schenl^t und seine Geschiclite erzahlt. . Hier«
auf wird folgende Ceremopie vorgenommen: der
Pxiest^r fängt an, zwei iStück grünes Holz auf ein-
ander zi;^ reiben, bis durch 4i^. Frictipn , einp ^rt
^alYe3f,,deifi^ Scbnupfta,bai; gleicJl, , hervorgebracht
wird, welches so heifs ist, dafs e^^^auf trocknes
Gras gelegt und daiauf geblasen^ Feuer f^gt;
hierniif wird ein grofser Holzstols angezündet, der
eine Zeitlang brenn|&nd erbalten wird« Er nimmt
hierauf drei Nüsse von öliger Art, ^uri^t genannt,
zerhrich't die Schaalen, und wirft einen von deft
ICernen in das Feuer , wobei er tin anana oder
Oebet hersagt, und währehd die Nuls im Feuer
zerspringt y die Worte wiederhohlt: ^»tödte oder
m
Jfhfidh dlungeni
trtchiiXa Stfti fii#b/< Dieselbe Ceremottfe wird fniV
j^#r Vixti' vorgenommen^ 'wenn der Dieb nicltt
%rtcbeint, bevor sie verbraxint sind. Dlöfn ge-
"idiiefat jedoch selten, indem gewöhnlich derlMl^b
mit dem Gestohlnen ert cheint^ ^vrelches dem S&
gentMmei' ^ntückgegeben wirdl ' Der Üteb muh
n\$ Striffir* ^tt^ Ferkel erlegen und wird hierauf
%nter'rtten^er'Ertöahfiting, ein ähnliches Verhi't-i
/chen In^s kfinhige bei fcfiäfferer Strafe nicht wie^
W tix begehen,' entlasient' «'Die ^¥*erkiBl wrt^dcn
mit in den Moräi genommen,, wo sie* als^ Offet
dargebrecht nnd hierauf von den Priestern veiv
lArtw^difc '" ' ^'- • "^ '^'* * '"^ ''-
Sollte es Ä5h^ ereigieä ,^ rfafs der onglikliidlA
Verhrecher während' der fürcntbirren Ceretnonib
tiicht erschiene,' sö Ist sein^äcfaicksal unvermei^;
lieh; hätte eif die Jganze ' Ihsef in vergebenv^
konnte kein Wbit des Gebete widerrufen, noc&
der Zorn y^nStuah (Gott) gestillt werden. Die Be^^
gebenheit wird dem König gemeldet und hi?rau(f
durch die ganze Insel bekannt gemacht, 4s sey Je^
inand bestohlen und die Schuldigen durch Gebote
dem Tode geweiht worden. < >
So fest ist ihr GUube an die Kraft dittet 6#»
bete, daXs der Thäter sich abcehrt, jedes Nah-
rungsmittel verweigernd, und endlich ein Opfey
seiner Leich'tglädbigkeit wird. .
■•■ ^ * ' ' ' Hßilh0nd0. "
Die ^riesW üben auch iip Heilkunde an«.
Das^Bad6n U^ihr OmverValimuel Ist der Kranki
jlhhmndlungmn. -t^
X
1
all . iclnradi , -«m an die See g^bracfit ais*. w%fSiieay
•o.wird er«xxat saizigeoi Wasser ge^vatcIle]I. • DaAi
aus der NoTs tutuy gezogene Oel wird als PchrgnC
j^v gebrA^jicbt^ luid. eiq« 4ehwane, vd Pulver ge-
;riebeiie, mineralische Substaiftz< all ' .Bre^bmlttäl
Dieses ist ^hr wirksam und die Hälfte stim dem»
^a^ xnan^nf ^inea S^feoce. legen J(«üKUif ist eioi^
Unxeiobieiidf Dosis. ,
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Ucber ihre religiöse Meinungen habe ich nnr
wenige Eigetibirtteo' zii bameriunii ^Ihre Haupt-
Korttheitv df» sie die ErsckefiEniig <let ' Weif zu-
schreiben ,. wird Etuah genannt; «uüierdetn. bähen
sie aod^ .siebw ^odei^ Acht untergeordnete Got>>
jieitecx» d^ren Bilder neb im Morai befindest vaA
deneiji^, so gt^t wie dem Biujßhm Opfer &u%eb«aclR
werdeil. Ibre^Naiteii eind. mir .entfallen. . o
Sie glauben an einen zukünftigen Zunan^.
'wo sie entweder Belohnung oder Strafe für diese«
Xebeti erwarten. Ihr Glaube aii die 'V^irksanikeit
des Gebets ist schon bemerkt worden. Währenjl
<£cr Zeit/ alle icH \)ei dem' Konig zubrachte, wur-
de gemeldet, dafs Jeniand denselben durch Gebet
'dem To3e geweiht habe. ' Um disln Wirkungen* des-
selben entgegen zu arbeiten , warf sich die Tochier
eines Oberhaupts vor das Haus hin» und betet et^
sich zur untergehenden Sonne wendend^ mit vie)-
Ur Andacht. Da ich zu jener i&eit' die Sprache
ihcht verstand« glaubte ich, sie wende' sieb an
diefs Gestirn; allein ein Weifser erklärte mir de^
¥«tg»tfg. '*» 8te^i(ff^V «Mter aiidelril: ,^i^ könnte
Um 6^mÄ^ * aü%tfbiil Wii niitei^ehtB-, oi^t 'Hk
MdBÜ sei&ft Veranderutigeit^ «rleidcii» Ave&tt nidit
«ia höboret W««»«ii 'wäre, Aas ^ ihre Bew^uogeai
c«
Sie baWn die Sage einer allgemeinen Sund*
flath. Na(^ ibrer Erzählung überschwemm ve ein-
stens die See die ganze Welt, aasgenommen deli
*Berg Mumduia diXi,i Owaihiy and verschlang alle
Einwohner bis auf ein Paar, das sich -auf jeneii
Berg rettete y und die Eltern des jetzigen Man*
scb8Qgeschle<;^ts sind.
- * ^ " .
Oot4€€ dienet li^ht Ort,«.
. Ihre Mera'rs, oder gottesdietistlich^n Orte, be»
<Hdien in einem grofs^i Hause oder T^npel mit
einigen klepnem rings umher, in weldieo die Bü--
dier ik^er untern Gotter sind. Das tabuh oder ge^
.wtthte GdnM; ist mittelst vier gtolser, vi4»reckigec
Pfühle abgesteckt 9 welche sech^zig oder achtzig ;
«Ellen Tom Gebäude abstehen. .In dem Haupt- ^
gebäude be&idet sich queer vor dem einen End^i
ein Schirm oder Vorhang von weifsem Zeyicfa, hin«»
ter welchem das Bild des Etudk angestellt ist. ,.
1/Venn Opfer dargebracht werden , treten die Prie-
ster und Oberhäupter "von Zeit zu Zeit in diesen '
Ort, von der einen Seite hinein und von 4«r an^ .
d^m Seite hieraasgehend. Obgl^h ich hA e^Ier •
feierlichen Gelegenheit im Tempel war, so kam
Ich doch nicht in diesen Verschlag, theils weil ich
üngewiTs war« ob es erlaubt sey, theils wegefn des
Schv\rierigkeit mich fortzubewegen und in der Men*
ge Verletzungen meiner Wunden fürchtend.
Von AaJQMm i^nd m^hMre li<äa«r]|e Bude r ^mf-
geitellt^ 9^ häßlich, al| mm pe nmr denken Jkantt»
Ahkandlungen, 15T
ftre MSxQeit^ sind alle mit ^ HondniOmett ant«
gejcfala^Mi.
Ihre Feilertage tiel'en de^s Monats etwanerma)«
übdHhre heiligen Gebräuche dauerten dann vom
IJtitergaDg der Somie' bif zum Aufgang derselben,,
wahrend welcher Zleit Niemand die Gränzen de«
Moral überschreiten durfte. Diese Zeit wurde mit
Gebeten y Opiem. von Schweinen « mit dem Ver-
zehren der Opfer uiid in Gesprächen hingebracht.
IcK begleitete den König nur einmal in den Moral,
und war dazumal der Sprache nicht mächtig ge-'
nng» ivu den Inhalt der Gebete zu ▼erstehen*
' ■» i
, Die Priester Terrichteten auf eine sehr feiev*
Hebe ^rt fast drei Stunden hintereinander Gebete,,
während welchen die tiefste Stiße beobachtet wur«
4e. Di^^ geringste Geräusch irgend einer Art ent*
weder ini Morai oder auch nur .in der Nachbar«
•chaft, würde ein Zeichen gewesen seyn, dafs die
Gottheit beleidigt sey , und das Gebet müfs 4iann
aufhöriSn. Daher ward, so oft der König in den
Moral gieng, durch den öffentlichen Ausrufer be«
kannt gemacht und befohlen, daCs jedes Thier in
der Nähe eingesperrt werden solle, sonst würde
•» ergriffen und als Opfer dargebracht werden. '
Die Anwesenden standen bei^m Anfang des Gebets
ungefähr drei Viertelstunden mit nach dem Hirn«
mel ausgestreckten Armen undl eben so lange
bei*in Schlufs des Gebets, Von mir Terlangte ma»
die Venic^tung dieser Ceremonie nicht.
pie,Zahl. der Anwesenden^ betrug nicht libir
vierzig und. allt wäKon %q^ h&a» m Rang« > Wefr*
La
./
ber dürfen Iciei solchciiL G^legenkeiteii ni«' Tfaieill
iMbxnen.
Menschenopfer wetden dargeiracht, wenn sie
in den Kmg ziehen; wähi^end, xneiae^ Aufenthalts
dftselbst fanden keine Stett, den «chon erwa}|nfttn^
Fall des Mannes aucgenon^men, def wegen Ver-
letzuQg des Tabuh bestxi^ft iind des^^ KföiqpHnr vor
'dwn; Gptzen %iuge^etzt wai^
Macßhfit*^
Während der Zeit, die Macaheile hj^^ fß,^,
nen ganzen Monat dauert n;id im Noyember
Statt findet» werden die Priester zum Binsam«.
mein der Abgaben gebraucht , die von den Ober-
häuptern nadh Verbältniüs der Gtöfse ihres Gebiets
entrichtet werden, sie bestehen in Matten, ^'Federn-
und Landeserzeugnissen« Da^ Volk feiert, diese""
Festzeit durch Tanzen., Bingen und andere Ver-
gnügungen.
Der König bleibt diese ganze Zeit im Morai*^
eKe er hineingeht, findet eioe sonderbare Ceremo-
nie Statt. Er ist vssrbunden, drei Wurfspiefse auf
siph abwerfen zu lassen; den ersten mufs er mit-
■
d^]r Il^n4 fapge^i und mit demselben die be.iden.
anderii abwahr^n. Diefs ist keine blofse Förmlich-
keit; denn die Speere werden mit der gröfstez^^
Kraft geworfen imd verfehlte er sie aufzuwiegen'
oder auseuparirc^yr so würde, er wahrscheinlich des
To'des «eyn**y .
^ Tanmmhmaah ist so gn^hiekt ii^Odirau«;h des Wurf-
splals^s ; AeS» er wahrscheiJilicb wenig Gefahr vkuft^
e» tiehaoi'diftse lV<üs#' dMselken au y efi t * -
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1 ;— T
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jd^h^nUung04J^
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; ' All dtfdi MapiakmtB' tkit , weMi«m ich Mf
.#«r lüaelf briwotote « wiude der älteste Sohn T^«
wmmhnuüih'^f ein Jjiogliiig ven eUra {«f&eho Jak-
-ve» » mit ' den : UnigUcben Ehren bekleidet , uqi
ecwiiit zu denselben EhkfttrchuhiffeBcnii(eB, wie
tein Veter, hnreditigt. W^hen Thett er etwa an
der Regierung erhieh, habe . ich . nicht erfahren;
ieeh bemerkte ich kmie VeiiSndmuig im der Auf-
Abung der Gewalt des Kotiigf*
Wohnmngtn»
Die .Häuser der Eingebomen sind von der ein-
fachsten, Form, länglich, mit sehr niedrigen Seiten«
wänden mid hohen Dächern, Im Innern sind sie
nicht in besondere Gemächer abgetheilt , noch sind
sie mit Tischen oder Sitzen versehen.
I^ie Häoser der Ob^rhfiuptelr zeichnen «tili
von denen des gemeinen Volks nqr durch Uure
Gröfte aus; ^apn alle ^aben das Aussehen und
• ' - • ■ - • .
die Form von Sch.eu|ien. Sie werden jedoch se)ir
.reinlich gehaltfrn, .und ihr Hausgeräth, tins höl-
zernen Schüsseln und Flaschenkürbissen bestehend,
wird in befster Ordnung an den Wänden aufge-
hangen. Während iu den Hitus^n der Geringem
der Fufsboden mit Ausnahme der Schlafstfitte^ we
Wank^wftr prtäiüi^ dsfs er ih« iaf ^ins^ Sebsiü«
gerechte sech« fast ^ z^^ gkieheir Zeit.««! ihn al^gf^
, worfene Wurfspiefse habe autpariseii tehen. ,|Dxei
,£Qiig er im Fluge, mit einer Hand; zwei ptfirte «t
^'mit iKeiiietn Wurfspief^ und dem sechsteii bog 6r
>'i<ii«tc!i eine kleua^'BeWegnng seiner K6r|k«rir aus.*'
t
t
^J4 . dhhandlungiH.
\
Gütige Matten atisgebr^ttt dud/ tinbedtfckt Ift; in
derselbe in d«iieii der Voroebmwn' gatfs ndt Vktx^
ten bedeckt, von welcbeii iiiftiacbe; mit n^ler^^m-
berkiiiit und in ^Tersdiiedenen Mustern gearbtii#t
iind. An dim einen läxAib dei; Innern erkeibt diA
der ganzen Breite de^Kause« nacb eine EtbÖk«^
von Qtwa drei Fufi,/ welche mit einer Lage Bin*
sen gestreut ; und mft Matten Jbedeckt ist.« Dieis
bildet ^ie Schlafstätte für dieHauptper»toen^de^
Familie; die Untergebenen schlafen am. entgegen-
gesetzten Ende* ' ^
Oa die beiden Geschlechter nie zusammen
%%i^Xi y so haben die Oberhäupter immer ein be-
sonderes Speisehaus und selbst die Männer vom
Volk y immer je sechs pder sieben Familien zusam-
inen, haben dergleichen. Die Weiber essen iH
^piselben Hänser^n,, in d^nen sie schlafen.
Wenijg Häuser, die gröfsten ausgenommen,
liaben Fenster, das Ucht fällt! äurch die Tfaüre
ein, welche selten zu ist Die Wohnungen Her
obem Gassen sind gewöhnlich mit Umzäunungen
umgeben. ,
« *' ' ' ■ , » •■ '. > . .
19 ahmn^t mittel. '"i
V
Ihre Art zu kochen ist sdion ^offc beschriels^il'
worden« Pot oder Tarobrei ist das ' vorzüglichst^
£s8en aller Stände; es wird. bereitet, indern^ maii-
die Wurzä in einer Grube mittelst vratmer Steine
backt j /worauf sodaiin ^Wa$ser zugegossen wird.'
NacbUeif wird sie geschabt , geknetet ijin^ mit kaltem
Wassei? veriiiischt Frisch -ist dißse Sp^^^... nicht
unschmackhaft ^ aber «se ;9ir|r4>-leidlt sanswr. . ^
t.
\
Ah^undluiigerr: ig^
R«clie werden oft roli mit salrigjem Wasser
Werden de gekocht, so geschieht es
«itweder auf ihre gewöhnliche Art» linter der Er-
de, öder sie werden ^geröstet, indem sie in Blät«
ter eingewickelt über das Feuer gethan werden»
Wenn die Blätter verbrannt find, so werden sie
Sa gut gehalten« '
\
Das Se^weinefleiich, bewahren, n» auf ^ . ihdfm
sie die Knochen herausiiehmen luid es recht mit
Salz einreiben ; worauf es aufgerollt und getrock«
net wird» Häufig 'essen sie zu ihrem Schweine«
fieisch einen Teig aus Tarowurzel bereitet, wel-
el^e vorher in Scheiben geschnitten und an der
Söjine gdtrocknet worden ist^ So hält sich dieser
lange Zeit und ist ein gutes Surregat für Brod;
Die Weifsen ziehen ihn auf diese Art zubereitet
vor. Die Eingebornen bewahren ihn auf, um ihif'
jlhit zur See; zu nehmen, indem sie ihn kaetett
und in eine solide Masse bringen, worauf er im,
Blattei geschlag^ wird und sich dann fünf Mi
se(^s Wochen frisch erhält.
* ■ , * •
' Das Zuckerrohr,' welches sie kauen, ist eben^
falls ein allgemeines NalirungsmitteL
Statt Lichter werben die "Tutui - Nüsse ge-
braächt , wflchi» , da tie' HHg sind , ziernlieh viel
Xicht geben. Sie wachs to auf kleinen BäumM
und'siüid etwa von der Gröfse der Haselnüsse.
Kadbdem sie abg^iaommen worden, werden sie
%Ta*9 Wasser g^^<h^n , un^ die , weldie untersin-
ken, Werden H^i^g^irand^ gehalten; sie werden hier^
inif tinter Aft £rde' gebacken üjod ihre SdiMle
y
1^6, , Ahhun älunß:^^
al;gemMnmen> -in welche^) Zns^tand« iie aafbewahzt
werden. !^uzn Qebiaach als Lictiter werden zwaa*
zig odm* drei&ig a|if eiiiem Bambu^p^bn gereiht^
Xede bVi^Diit iva iünfodex sechs Minute»; all9W
sie erjordeoi st.etes Putzen, uji^» es ist* n/i^thig« diät
]f ackal umzukehren ,., %yenn eine NuCr verzehrt isd^
damit die untere Feuer fängt. Sie mufs daher voi|
Jemand gehalten werden, dessen Geschäft es ist^
4fo Fener imtner in Ordnung zu halten.
Diese Nufs geprefst , giebt ein 0^1 » > weichet
6ich.|;u.t eignet, mit Farbe vermischt zu w:eirdeii|
Die schwärze Farb^i w6mit ihre Ranots, gemalt
sin^t . wird; ^u^ 4^r A^he dieser Nüss^e« nac^^dfoi^
sie.gep^plst sind,, und der der Fajckeln». Wf^lcb«
sq^rgfältig aufbewahrt und nsit Oel yex^nii^ m¥4ii
li^reitet, . . •■i '
Starlit Gttranke,
^Awi^ womit die Eingebortien ?ich sonst zu,
tHsr&u^cben pflegten, hat jetzt dem Gebrauch, dec
gebrannte^ Wasser Platz gemacht. Ich sah- es nie
gebrauchen f ausgenommen als Medicin gegen die
Ileleibtheit; und es soll ein wirksames Mitte! da-
gegen seya. Ss; veruorsacht einen waifseih' Kau
schlag auf der Haut.
j , Das aus der; 7^ -.Wurzel gebrannte Wassec kt
§19 dessen Stell? getreten und . die Folgen darois
werden wahrscheinlich nocli veirdj^rblicfaieT seyn.
i:)ie^ Pflanze vvächst w^d in, den böU^r.n Tfa«ilen
d?r Ii^el usid ist von ver/schiedene;: pröfte^ von
, der 'Stärke «iner Rübe bis ^ zu 4^ Dicke ein^e
Sfobs^ls, \r- Sj^ wild . iiK eine Grijiil» svyischen
4kh^n,^l#mg*M.
m
\xmS0^ Sttii|i0-getbaii uiid(^ii»it Fisang «nd TariH
blättern bedeckt; durch diese wird einc^ kleine O^^
pung; gemacht und Wasser hineingegossen ; hierauf
wird das« Gan9# wedes .augesiftoht' und vier und
a^yrsUDki^ig Stunden so gelassen. J$t,auf diese Weise
in^t dar Wurzfil vterf^hre^ vvorde^, so schmecki
der Saft sehr svS^y düun. wird sie herausgenom*
men» gpprr^Tst.. und., in ein Gefüls geihaa». um zu>
^äbrei^i j^clpi füm{ bis secUs Tagen kann die De-
stillation, vorgenommen werdei^. Il^e Oestillir»
kolben.sind aus eisernen.. Töpfen g^madit» weichet
sie sich vqn AmvPPQJUschen Schiffen yerschaäiei»
und. die sie dturch. daran befestigte Flaschenkür-'
bisse beliebig 2^ vergröfscrn wisj^e?^« Durch ei»
neu einfachen Apparat gewipnei^ sie einen Spiri*
ttjs, Lumi -oder Rum genannt, .NT^elcber keinesweg|
herbe ^nd unschmackhaft ist. üi?glücklicher\vcisa
sind die Weifs^n sowohl als die Eingebomen ,dei9*^
selben nur zu sehr^ ergeben. Faft jed^ Oheitbaupt
hat seinen eigene^ Destillir- Apparat,
t I
taba krauchen.
. n
D^ts Tabakranohen i^t ein andenBi:rLuxas, weK
ohen die Eingebor^en ^sel>r Heben.. , Die Pflanze
wächst^ ix^ Ueberflufs auf d^ Inseln tgad $le..be-^
dieoen.sieh ibrer grün. In. ihren Tabaksj^feife»
aeigjen^ sie ihren z^vtüriichen Gesjcbipack ,nnd Err
findongskunst. ^ Die Röhi^e ist aus einem hoblexf
3^engel* einer Art Weinrebe, gemacht, nn einei:
ei$expß^ ^Kr^igeL befestigt, . welche mit hartexu.
Holz bia^leiäet. wird.. Der Stiel ist abwppb-
selnd mit Aingen aus i EUep)»e^ , und Schildplatt
bedeckt, und das^ Ganze /viiLd f ^rch. e^i, eben.
> \
tfS. Abhandlungen*
VefMigtes ^*nbeinemet Mundstück Sott tutmt-
meagebalten«
Zuitund. dir Frmußn,
i)i0 Wdib«r sind manclien Einschränkungen'
unterworfen, von welchen die .M&aner befreit sind.
Sa ist es ihnen nicht gestattet, an Tabnh- Tagen
den Morai zu besuchen, oder während dieser Zeif
in ein Kanot zu steigen. Niemals dürfen sie mir
den 'Männern essen y ausgenonunen auf der See,,
«her auch da ny^bt aus einer Schüssel. Lecker«
bissen, wie z. B. ' Schweinefleisch, Schildkröte,
Haifisch^ Cocosnüsse, Bana^ias oder Pisang sind
ihnen auch uhtersagt. Hundeflefscb- und Fische \
waren die einzigen,' ihnen gesetzlich verstaheten^^
animalischen' Nahrungsmittel ; allein seit der Ein»
führung der Schaäfe und Ziegen, welche nicht
tühuh (verboten) sind, haben die Weiber Wender
Ursache sich zu beklagen.
Ungeachtet der Strenge , mit welcher auf die
Beobachtung dieser Gebräuche gesehen wird, tra-
gen doch die Frauen selten Bedenken, sie zubre- -
chen, wenn es in*s (Greheim geschehen kann; sie
schwiAnnexi oft des Nachts während der Tabuh-
Zeit an die Schiffe; und ich weifs, dafs sie von^
den verbotenen Leckerbissen, Schweinefleisch und
Haifisch, öfters gegessen haben. Was die Felgen
einer solchen Entdeckung gewesen seyn würden»
wei& ich nicht; allein ich sah einst die Ednighi .
in dieser Rücksicht die besetze überschreiten, und
ward inständigst um Verschwiegenheit gebeten, da,
teie Bie sa^te, ' ei ihr Leben gelte. -^ .
Jh'hmn älung &n. 'V59
DühÄ Segriffe v<ai act< Ehte sin* «ehr lodere
J9^T Theil mag den andern verlassen, wi^n vtk
l&ch. niekt vertragen oAet^ einander üWdrüsaig
sind. Die niedrige Classe begnügt sich in der He- * ^
gel mit einer Fran , aber lie iin4 kaineswegf auf
diese ZahUbeschränkt» und die Oberhänpter ha« >
))€& jtsf t mehrere, TdmaahnLOäih baue zwei:, ein
sehr hübsches Mädchen, die Tochter eines Ohet«
hanpts, ungerechnet, die- für ihn. erzogen ward»
Eiia lUliches Oberhaupt, ' Cowiurang, hatte nicbr
weniger aj^ iunfsehn. Sie sind sehr eifermchtif
auf nneflattbte Verh^hnisse zwischei^ Eingebornei^ s
und ihnen Frauen.; .ganz anders aber verhalt es. sich '
in ^dtfieht der sie Besuchenden , wo Verhältnissp
fieser Art als die sichersten Beweise der Freu^ml-
sehaft gelten, die sif», durch «in solches BfM^ niff
noch zu verstirken suchen, ■ * , «^
Die Tugend d^ Frauen des Königs wird, )•*
doch auf das Sorgfältigste bewacht, indt^m )ed# -
von ihnen yon einem Diener und einer DteaeriA
begl^tet werden , ^e^renPflicbt es ist, sie stets zi^
hewacWn. Sollte es entdeckt werden, daCr eine
von fl^nKönig^n^^en. untreu gewesen, so wanden
di^e Begleiter mit dem Tode bestraft, es sey dann,
daf s fie die f<st^.i£ntdeckung davonmachten.
unmittelbar nach ihrer Niederkunft mässm die
Weiber $iA m d'ie WSldar zarückzii^hett» wo sie ;
asim T^e blisiben und sich vier dto rMäimwb
nicht siaiben lasseil i&tlH^ Die Königin, wakhe
'ütttttedr mmnet. Atfvr^anh^ e^ie To<o)iter gabar^ .
iafik rilfHai^s^ .«m nA in dM«ilba ^m^vma-
A
I
I
r
^ \
^^ .vAhh4indl
hf^^ -aW jQ der. BQ|e} b4be^ Mi« FRt««r keim
^djere». Qbdach, ;^ls vv^lfbßf der. Wald gewäbrt^
Auf ^ei^bp Weise, ziteh^n sie sidi mi/ch j0^eii Moh
jilKt auf 4^1^. Tage zui^ii^.
r ''.... . ■ £e%l«itfilii|r« ... » " \^ )
'< > Däi^ y^rtt^glichst^'Klei^ungsst^cfe der Blatten«
■p^Ä 'geHannt, besteht aus hinein ^tück Zeueh yoii
4^iiier £11% Breite udd drei Ellen Läilge/ welche«
teehrete Bi^ale um den'Lmb gesVickelt "miSi «isft
bis auf Äe Mittfe deir Schenkel herabgeht; b0i
kaK^^Wiftter' werfcÄ ^ie ein aMeret' Stdfck Zedch,
wiie eitlen ^cbawl, ttber ihre Schttlterö. Um den
ifals tragen sie oft Kr^Me vt>il den Blauem «?i-
Tttfit wohlriechenden Pflanze, ' Miri 'gtoaimt^ die
»en WfeixiWättern äbtiUch sin«.
. 4
' Sehr häufig tragen sie einen Zierath von EU
fehlleilt;^ Pulapa genannt, welGb0iS an ^in bärxies,
iaio^^ich in kleine Flechten gcfloicbtene« Hf ls|Taxk4
g^hangeli iwit4. Das Loch ist von der Stärke eines
Paua^csi».. un,di die Flehten «o ;pahke|ycb j, 4afs sie
es gaÄt.ausföUe».
Das Öaar wird auf der' Stirn zutüct^ekänimt,
bnä Tniit einer Art, aus gebrannten Schairtfen gei»
»achten, Kalk bestrichen. DlijsAr GeferaiiicbTjlclclit
die Haare am Vorderkopfe fast weifs»
'DenKöpf schi»ili«km «ie 6>it Krtozito voor'Btli;
«iM'V ^ie ito^vcm Si&isl bi^athen und^aul.d^'Stte».
^el etiler (kleinen , kriectUftttde» Pftaste . «ofareiUeii^
Sirllibeft' t«ttr|>up^ GiOb imd W^tift imdi ^kmiaiAm
^^vMiß^A^* viw^^Zoilvimfe L«b. mäh Mxi.'^
ifl|^ Malt mti Sen/Ro^ g^mu^ft «l<>l)iii- ein
8«br'*ti«rlidie0' Auvtetaen« I ' - t - i. . . ' -r '
].^Sie vejrwenaen viel Sorgfalt sich zu scbmü.
cJ^W^ r2u. welcbcm Enazweck jede Frau mit einexzi
\\ßm^n Sfieg^l versehen, ist. All* Stände .vcruirea*.
den äie grpfste Aufmerkiamk^it auf ihre persQn-
liehe Peinlichkeit.
]^ ; Die .Bekleidung def Mäni^er besteht .einzig ix^
e]^efl| fph9ia.len Güjtel von Zeuch, Mdrff genannt«,
l^ei. feierlichen Gelegei^eiten tragen die Anführe|:.^
zierliche Mantel und I^elxoe von ^otheu «J(]^d.c«U.
btn Federn.
i . ■ * . ' •■ .
Manufakturen»
Jenes Zeuch ^ tapa genannt, wird von. den
Frauen verfertigt und aus der Rinde eines Baums
£f;^acht ♦ diese . wird zuerst im Wasset geröstet
uni dann mit einem Stück Hplz voller Furchen '
geschlagen; sie liegt dabei auf einem gleichen
Stück Holz, und da di^s^ beide^o bei der Opera-
SipiX »0 gi^legt werden , ^ da fg die Furchen in rfcb-
ten Winkeln auf einander liegen, so bekömmt.
4ds Zeuch das. Muster wie geköpertes Ge\i^be.
Bs wird mit dem Stft ren Beeren gdfitht,'
w^lcheir mid^Ut «|n«s ^ücks Schildkirötenscharäle» .
iii ^orm eln^f iM^steri geicbnitat', .od«r aoch' mh-
eliier Art Bürste äufgtbtgAn wird, wekfa« aus demv
«l^geit^^B TSnde «in«i BambusMhiM getdacht ist» ^
JHifdi^ Art färben de braun, gr&i^, gelb, bla«
«M sdiwarz, • Oft mälM Ü9 Mnd^ Mkttge Versehie* *
dSicar Muster, in dett«]& •!#' vi«l G^mbm^kk vm4^'
Htftidttnf»lrvgBAt* stijen^ . . !>
Bt dSües Zeuch darok £e Käne ariir l«id«t.
tind dann wie feacbtes P$i^i«fr ,reifiit^ so .iriird' t%i
unmer mit vieler Sprgfalt trocken gebalten, oder
getrockjiet^ wenn et nafi geworden ist. Wenn
sie am Bord von Scbifien schwimmen , 90 halten ,
sie ihre Gürtel über dem Wasser, abwechselnd si^.
aas einer in die andere Hand' nehmend.
• '. • - . *
Die Matten « womit der Hausflur bedeckt ist»
/Verden' ebenfalls von deÄ Frauen verfertigt. Si«
Verden aus Binsen oder einer breitblättrigen Gras-
art, deren Halme gespalten werden, gemacht /und
in eijier'Menge verschiedener Master gearbeitet. ' '
Die Eingebornen sind sehr geschickte Fischer
und ihre Werkzeuge sind mit vieler Einsicht ge*
arbeitet. Die Angelhaken sind bisweilen von Perlen-
mutter oder Schildpatt; jedoch sind jetzt diejeni-
gen mehr in Gebra,uch gekommen, die sie. sidi
von den Schiffen verschaffen.
N§ttt und Fisohtr*
Ihre Netze und ^äden werden^ aus den Fasern
einer breit blättrigen Pflanze gesponnen, die UranM
heilst und wie Binsen oder Schweftel aussieht.
Sjp wird gmn ausgerisseti und die Aufsenseite mic
einem ^childkzötenen Messer abg^sch^bt, worauf
sie ini. Wasser geröstet wird; die Fasern werden
a^ittelst . eines . Nagels von. einander ^getrennt , und
zu Fäden gesponnen, indem sie zwischen der Hand .
und. dem Schenkel gerollt; werden. Die Schanre<|^
b^eh^a 'Insweilen aus zwei oder drei Fäden ün4
sind ' viel stärker, als die von Hanf^ Siie ziehen
diese Schnuren hinter ihren $a|iot« h^ und iapc^H
I
I
mtf i&em Art Bonittat, Dtlphiaa und tntee Ffr
icbe. Die Angelhaken 9 die de ntihd verfertigSD« , ^
Jiedürfeii keinet Köders , da .üe Pejrlemmter seihat
jdara dient. Bedienen %ie fidb der Dnidihaken^-.it
4iaiYvickeln dte tie mit einem S^kk weiten Zendb. ^
Die Nene , in weldben sie ffie fliegenden ¥U
«cbe fangen, «kid von Scfakiarett dettelben Mate^
xDeiIs gemacht. Sie sind etwa hnudeft Englische
Ellen (Yards) lang und drei odet vier breit und
haben ^inen grorsen Beutel ifi der Mitte^ Sie
uferden wie die Heringsnetze anigewerfen, det
obere Rand durch Stücke leichtes Hek oben
schwimmend, , der untere durch kleinere oder ei«
sexne Gewichte unter Wasser gehalten. Damit dif
Fische gehindert werden sollen, darüber weg%u»
fliegen, werden Baumzweige auf die ganze i^nge
des obern Seils geleg;!^ Ist das Netz gehörig aua*
gespannt , so rücken die beiden Kanots an jedem
Ende desselben nach und nach vor. indem sie mit
^demselben cin^ Zärkel bilden, in welchen die
Fische, dur.gh eine Menge von Kanots getrieben
we;rden, welche die offene Seite eintiriunen, und
das Meer heftig mit Zweigen schlagen» Wexin dii|
Kanots lan jedem Ende des Netzes zusammeutref*
&n, s^ ziehen sie es nadi und naeh ein^. indem
ne den Kreis i^nmer mehr und mehr verkletnem
und so die Fische in den Sack in der Mitte u^iben.
Auf diese Weise wird rine KaliUose Meng^. ge-
fangen. Ich habe gesehen , wie 9^9 , na^ ein^m
"^Cage des Fischfangs mit zehn bis zwölf vollgela-
denen Kähnen zurückkehren« Zuweilen war. das
1
/
1Ö4
Ah\Mu^lun$k%
JITeta. '96.:v6H'».' dsts 4ie .es nicbt to Bfejrd ziekeii^
]DS]|jiteiiv soBdexn^gcsöthi^/Mraren, es jitich sich
Mldas^ U^BiT Httiischlappetn.. Sie Baban eine eign^
Artv^ischö durch ? Gäi z« fajogesu Dieft «geschielit
loittvlsi jiiaArKr«^iit£,.'äimüch dem-Haad^raut, wel>*
ches de vom Stengel pflücken und quetschen; hier«»
fl5|t Jje^sqji^,sie<.«c|it«:^bi«.^auf .^eo^Gjrms^, undthrim
jßÄ ii^t^rn#e. Sf^iö? , wo, die. Ffo«*^ ^ÄfPfö- Dai«
pift ist so wiykjja^ ^ .-«lafs die Fisehe .iö kurzer 2iei«
})etjLubt, wexd^^ » liMPix^^^af die. Obi»rfläche komm^xi«
^<]^al<l, sie gelangen limAi . vyerd^Br.sie au^genöm^
ji^fin ,. 'd^jmii; id^s Oift ixt ihreiäa Magen das .FJTeiich
^«SÄ^lbfi», pic^t, a»gmfe
*' ; Öiie Enödeigemhüiweif Jiäbcn das Vorrecht, aü
ftiVet eignen Kih^e so weit in die See faineinzufi*
sehen/ al^ deif gröfste Mann bei niedrigem Wassek
Wagen kann, lind dieser Recht mögen sie zu al-
len' Jabr^szeiteii ausüben, :^onst'aber ist die Sei
fii&«Ä,*^äusgeAöin]üen zu zwei Perioden im Jahre^
fed'e von sechs Wochen, w&hrend welchen das Fi-
fcchen überall erlaubt ist. Während diöser Zeil
ist dasselbe die allgemeine Beschäfiiguhg der Ein»
^^bomen und sie fangen und salzen genug ein, udi
8atnlt während der übrigen Zeit tiu^zux'eicheii;
in mM^hdsitiftiifitn Jrbti$iiU
' 'In jedem Atlikel iitrer "Mantf foeturarbeitte vAi
g^fr diirise ^Iiif »ladet eiiMAi' cabefibi^AeiDtliohen^ Grtt<
von Geschicklichkeit und Zierlichkeit, insbesonw
^ev ^räif «Ute Ai« '£infacfahMt dW Getäthachaf^
fi^a bet{«e]ite«t wofnit sie arbeiteii» .
Da« Werkzeug , dessen Äe tich -am m^iaüen br*
tkemetiyUi eine Att Hohleisen, ^00 ^^i&^int^ früher
jet^t al^ aUg9mfm;AU8t.Eiie]ii. .Sie bUiQ«te% in«»
dem sie/ eme dün&e Eisen -Platte, von vier Zoll
Breite nnd' fätof %ii sechs ZoU Lange um einen
Ast si^Magen'. '' Dieses und dn Corallenft^eK st«M
dM^'Mile find- fast ^le einzigen WerKzeöge'', 'dd-'
ren sie sich bei denr Baii ihrer HMdser, Kanetr
und hölzeirner Gerät be -bedienen* . - , -
Bie runden hölzernen Sthüsieln^ die von ei«
nem halben bisr au rwölf Nö«el enthalten ^ sind
»it diesen einfachen Werkzeugen geari>ei«et ; und
so sauber^ > als wenn sie auf einer Drebbatdo
gemacht wären. Es in 2u be wundem, wie bald
sie von den, sie besuchenden Europäern sich die
nüt^ßlichen Künste zu eigen zu macheh w/ssönj
l^iele von den Eiögebomen werden als^ Äininifer-
leutC) ftättcher, Schmidte Und Schneider gebrauchlf
iind verricliten Ihre Arbeit so vollkotameh/ wfif
Europäer; In des Königs Schmiede waren blof^
eingebome Schmidte*; sie hatten ,bei einem WafTeti*
Schmidt gelernt^ welcher die Insel verliefst als ich
dooMT war»
<•
Beinahe^ ihr ganzer Handel .wird dlurchTau^cl|
{etri^b^n; sie kennen den Werth der Dpljars, und
siehn^n sie ini Tausche genx an; sie erscheinen
danp i^et selten wieder im Verkehr» daV^ie so;r§«^
fältig aufgehoben werden. ** . .
Die Schiff e uferdeh hiea^ mit {viBchen Lebe»!
mittatst 9 Sal^ uhdandern^ zur Verproviantirung' gef
hörigen^ Gegenständen versehen , tmd geben ' daflit
Xaiicbe ^ - FeuAirgewehre ^ Mdni^tion » ^ SeetUhaen*
Jtr^A. Q. «. IL Ui. 9«.^ r« ^
I
I
AlthäH dl un^i n.
V
«Ad AiMnrhftupt ^&«u:o^8che Artifcd von. jea«r Atl.
>&l»]id^olZy Perl^i «nd Perlmalter^Scbaakii
griiören ebenfalls zu den Ezzeugnisten ^\9m In«"
teln tuid werden häufig für den Chuie«9€he&
Maxkt hier eingehandelt. , ^
Es ist wahrscheinlich ; ^at« in Zukunft die Ras-'
sen haupftöchliph von hier aus ihre Niederlassung
gen auf den Fuchsinseln , an ^er Nordwestküsie
Ton America und selbst in Kamtschatka mit Lt»
Iwasimtteln und Verräthen versorgen werden.
• Mit d«^ Insel Atui treiben die ^ingebornen
'eineti beträchtlichen Handel* Die Eingebomcfn
von tf^ähu zeichnen sich in der Verfertigung yon
Geweben und !2euch , die Bewohner v^on Atui aber
In der Verfertigung TonKanots, Rudern und Wurf*
epiefsen aus, und daher machte' sie sehr hauifig
Austausche in di^esen Artäieln*
^ * IPriis i€r 'Lähemmitui.
Wegen der Menge von Schiffiä^> welche im«
marwährend bei diesen Inseln anlegen« sind di»
Lebensmittel keineswegs wohlfmL. Ein Schwein
ivtrd nach seiner Länge geschätzt; eins von der
gröüstcu Art, Pbanana oder Klafter- Schwein ge-
natfnt, wtdche) von der Schnauze bis zum Hinter-
theil diese Länge mifst, "Wird ah Werth zwei Bei-
Im gleich geschätzt; ein Stüdk vom dicksten Thdl
einet Wallrosszahns, fönf bis lechs Zoll lang, gleich
•in und einer halben Yard blauen Tuchs o4er fünf
Dollars» Bin Sdmtf odec eine Ziege kann mam
/
4lfhaAdlung0n. I^
fBr «in SMek.WtSmArinf «inen Minaer- GAit»!
oder ein Paar Vögel fibr ein Metter» tisit Scbeere
•d«r «inea kletnen Spiegel haben.
Von äiren frühsten Jahren an bringen' dieie
Insnlaner so viel Zeit im Wasser za « und erlangen
doirch 4ie»e beständige Hebung eine solche Ge»
wandtheit, dafs sie sich in diesem Element eben so
wohl« als auf dem Lande, zu befinden scheinen. Oft
schwimmen sie mehrere Englische Meilen weit an
ein Schiff 9 bisweilen auf einem Stück Bret ruhend»,
und mit den Hunden rudernd, aber häufiger ohne
alle Unterstützung«
Obgleidb Haifische in diesen GewCsttm zahl»
weh sind 9 %o hörte ich doch nie von einem Üb»
l^ückjfall, welches ick der Geschicklichkeit zto»
schreibe» mit welcher m üue Angrifiie vermeMeb«
Die olj^em SchöIsUnge des Zuckerrohrs gegenein»
anrkaiierti. , Diese Cefettenfo w«r £^9..
betender e Ifiitig« Vreim Ükm Wftüer, weichet in
de$ KISmigß Hau« gebraucht wutd«, bexb^igetchefft
ward; denn da es in Hanaruru keik gutes Watseir
gab, inofitees von den Bexgen» fünf Engtische Mei*
len weit 9 in l^aschen* Kürbissen >gehohlt werden^
Die Träger waren genöthigt, sobald sie Jemand
.erblickten, Noho aiisiumfeu. Sie liefen jedoch so
#c)ineU morüber, <ah isie könttten, tun die Ontei^
tkanen Seiner Majestät nicht lange in einer ao nn^
bequemen Stellung «ufsukateen« Von den Weiümi
forderte man nicht diese Elirtabezeigusigen, tik
gleich deren Beobachtung ven dett £ii^(eboxiienk
streng verlangt wurde^
^m^^^m^
8«
2>ze tnstl iKödiäk. '
Mit einem Cbärtcben«^
^ Die Insel fotfmft ' ist die vorzfiglichste Kiedar«
lasiung der Russen an der Nordwest- Küste von
America« Sie ist von Nordost nach Südwest -^ un«
gefahr hundert Englische Meilen lang und etw%
lünfiBig breit an der breitem Seite $ jedodi ist die
Breite /sehr ungleich» da die Ktiaie voller titfeü
Bai±ien und Basen ist.
. *) Di^se JTotia ist ans CampMU V^üg% rMiiiai tfte
W^rU genommen, welches bis jetzt die beiste QnelW
ift, da wir .von den Kussiscben iuisiedelmigen an
[ der Nordwestküste von America noeh so wenig
wlsstUfc B^
/
Abhandlungen. ' Vfif
Mlimm.
Bo KKma in keioetweget günstig; der Schnee
Ibleibt bis Bude Aprilt* liegen und wenn auch die
XMlte im Winter nicht sehr heftig iit, fo fehlen
dh>d& fehen Nebel , Schnee und Regen. ^ Auch der
Spnunet ist sehr feucht , und häufig neheUofar»
enthSU nur eine geringe BevöOcerung»
und die Einwohner sind etwa in acht oder zehn
Dörfern Von d^r Küste vertheilt , wo sie tum Bin»
sammeln von Fellen für die Russisch -Americani-
tche Compagnie gebraucht werden. Diese Dörfer
llestehen in der Regel aus einigen Indianiscl^en Fa«
milien , welche unter der Aufsxdit eines Russischen
Aufsehers stehen.
Kein Theil dertnsel ist angebaut , ausgenom«
men ein odei^ zwei' Gärten an der Stadt, und ein
kleines Land bei dem.Dorfe Super scojf, Sie ent-.
hält aber eine groTse Menge schönen Bauholzes»
insbesondere Lerchenbäume, Fechtannen und an-
dere Arten Nadelholz. Viele Stämme sind grofs
genug, um Masten von beträchtlicher Stärke zu
bilden«
» ■ ^
M^sMidria oder St, Paul
AUxandriay *) die Hauptstadt der Insel und die
Residenz des Gouverneurs ist an der östlichexi/ Seite
^) Capitia Luiansix neimt diesen Ort 5s. Paul. Mka
muTs' daher anneHtnen, dafs seit seinem Besuch im
7ahze i£k>3 dieser Name xu Ehren des fettigen Kai-
• sers^ geändert worden sey« Dr, Langtd^rf nennt ihn
- l»lo£i den atucn Haren von K^iUk.
*
/ «
m
ArhhärtdltLngem^.
einer- geräumigen Bucht geüigen» Sie hat einen
Tortri^chto • Haaren, . tia.der^elb» :dnndi iMdlrere
Ueine^ südwestlich Ji^gelftäe IsfS«Itt geichittzt''iit.r
fier öttUche^ Singatt^', /^r; sidi erste, ist hcdxie^
Bliglitfdbie JJirile Iiretit,' und: durdh eint Batt^vitt
oder enü .kl^iaes Port yenl^eidigt. Er hat ancH*.
nach Westen zu einen Eingang; allein dieser ist
eng und heschwerlich utod erfordert einen günsti*
gM Wind, um durchzukommeni * «^
I •
.,. D^e St^^t, besteht aus ungefähr fuüfzig Hau*
^ Sern 9 aus Balkan gehau;t, dca^ F^ge^ mit Mao«,
a.usgelfg^ ^nd, die. Dächer mit Gras gedeckt sind;.
sie .sind in der j&fgel iO; dre^ Cr^mädier ahge^theilt^
ip,^ea . $t)>vohl , als wie indem obern Stpckwerk«.
Sie werden durch Oefen geheitzt) vve^ das Hols.-
zu Kohlen verbrannt ist, wird das Luftloch mit«^
telst einer angebrachten Klappe verschlossen und
die Wärmö, sich dann in der Stube verbreitend,
bringt eine , sehr attgfenehi^e * Temperatur hervor»
Die Fenster,^ statt mit Glas versehen zu seyn, sihi
mit Stücken Darm des Seehunds, die gespalten
und zusammengenäbet und gut mit Oel getränkt
werden» 'üedeckt/ Der Talks'tein wird hierzu auch
gebraucht* Diese Substanz findet man in Platten
von der Gröfse einer tlatid, und mehrere derselben»
an einander gefügt , bilden eine Scheioe.
i • ' 1 4 '
^ Hier leben etwa. sechszig Indianer» welche in
einem zirkeiförmigen Gebäude oder Baracke woh«
nen, , welche ^i^ Aleuskoi^Caserne heifst* v '
Die Stadt liät auch eine Kirche» eine Barack«
für die EussischenV^erjorthetUtiii», eine Schuko und
Jtlhandlüng^n. i8i
mehrere Spalcher, der NordweM-Coapftgnii» tiN
gefacSrig.
In der Scfanle wird den Kindern der Eingebor-
nen' die Raisische Sprache , Schreiben und Arith-
metik, gelehrt; eabelandeü tich etwa fünfzig 'Kin-
der, darin und so viel ich von detk »einer Anf-
«icht Anvertrauteii fchlieften kann,' iat es ni<dit-ao
'sehr- schwierig 9 ihnen Begriffe beitubringen«
Hier, so wie in Kamtschatka, sind die mAtfifii^
Russen an eingeborne Frauen verhorathet. «
Alexändria ist die vorzuglichste Niederlage
der Americanischen Compagnie^); die Felle, wel-
sche in' den verschiedenen, Niederlassungen an der
Küste gesaxqmelt werden, werdeii hieher geschickt,
und in den Speichern der Coikipagnie aufbewahrt,
bis Schiffe anko^ln9en, die sie nach Kamtschatka
bringen, von wo sie nach China, oder zu Lande
nach St. Petersburg gesandt werden*
Die Eingebornen erhalten für die,' der Com-
päghie gelieferten Felle' Kleider, Pulver; Sehtöt
>), J>iei«: Cbmpa^e ward unter der Regierung rdqpr %j^
tmrixL Xatkorina Xh errichtet, um dem Pelxband^
melir Ausdehnong und Solidität va geben^ und um
diesen Endzweck desto elier su erreichen, würden
' derselben alle, zwisi^hen Kamtschatka* uttd' dem* Au^
sischen Theil der Nordwest - Küste von America lie-
genden Inseln fftr alle folgende Zeiten überlassen.
.^ Kiaiser AUxt^d^r L bat die Privilegien dp Com-
, pagui^ noch mehr ausgedehnt und sich huldvoll für
Ijaren unmittelbaren 'Schutzherm erklärt, Xisians^
'-pig.ii • '' ^ ' • . '^^^^ti',*
N. A, O. JB. //. ßdi. a. 5s. N
\
m
jibhan4t¥ngen»
jU^Kttg«}», Sj^ielsaciten und Luzm^ Gegenstände»
als Rum, Tabak und Schnupftabak , ^en sie an*
Iiexordentlich lieben.
♦■
Ein bevräcbt^cher Hipidel wi^d mit den Aixie»
s\QWMm getrieben y die an diesen Inseln beilegen.
Jbye Schiffe nahmen eine gewissß Anzahl von Eiur
^l^ornan mit ihren Bögen und anderm Fisch- un'd
Jagd-Gerätbe an Bord, Sie segeln dann an di^
Küste von Californient ^o es eine grofse Menge
4«etfttftde und Ottern giebt, und wo sie mit Bei*
ftand der Indianer gewöhnlich in sechs Monaten
ihr^ volle Ladung bekommen. Bei ihrer Rückkehr
"liat die American\sche Compagnie das Recht auf
einen gewisseh Antheil an den Fellen, als ein«
Entschädigung, für die Arbeit der Indianer.
Super jc&ff. . ' ''
Wenige Meilen westlich' von Alexandria ist
ein anderes Dorf Superscoff genannt, das Eigen-
thum eines Russen dieses Namens, welcher seit
funfi^ehn Jahren eich 4a<olbst niedergelassen hat.
Yim diesem Ort bezieht die Stadt Alexandria ih»
xen vorziiglichen Bedarf an Lachs und. getrockne'*
ten Fischen. Auch war dort eine Heerde schwär-
ien Aindvieh^ ipon siebenaäg Stücken *, all« Von ei-
ner Kuh abstammend, die «S^p^r^co]^ mitgebracht
liatte. Die Milch, Butter und Käse, die man in
4»f Sitadt g^nieJbt/ kommt alli^ aus diesem Ort«
».'
• Da ihr Rindvieh - StaimmV >rst kürzlicli ein-
e^fuhrt« noch zu gering ist, uin Reiches davon zu
schlachten y so ist Bärenfleisch das einzige frische
s .
Abhandlungen. fAj
Kkriscb ^ wriches anf iwt Instl verzebvt infird. Di§
Bären westAtu exitwediar,f«idiocstii oder in Fallen
gefangen; die Falle \st bloft ein Stück Bret, un-
gefähr 2wei Zoll, dick und zwei Fufg im Viereck,
Toller herausstellender, Snlt .Widerhaken versehtnek
lind sehr spitz gehaltener Nägel ; diese» wird auf
i&re Fährte gelegt und mit Staub bedeckt; durch
das Oew?öht' des Thieres » wenn et seinen Fult ni»
dersetzt, dringen die Nägel in denselben ein; nxk
sich darvoh loszumachen , setzt er einen andern Folis
dvf die Falle, und fährt in seinen Anstrengimgeii
'fort, bis endlich alle seine vier Füfse fest aitzeif,
wo er dann auf den-Rück^i fiällt und gefangen wird.
Die £in|[ebornen der Fuchs - öder AUuskoi"
Jkseln, wie die Russen sie nennen, sind von klet
nem Wüchse, breitem' Gesicht und Schvfarzen Aü*
g.n «nd Haaren.
Das ^on^Hchste Stück ihrer Bekleidung i^
«steht im eln^m' grdlsen Aocfc, Paria genannt, 4^
Pelz oder Häuten , oft an«b ajis Häuten v^ [Scst-
v6gelh gemacht « welehmi sie «m Tage/ mjt den F#-
dern aufsen , 4n ämc Nacht , mit den Ffide;Ri ißy{V9r
dig tragen. ' Diefs S^lei^nni^stück ist bei ^^id^n Q<-
söhlechteni fest ganz gleii^h.^ Wenn, »ie .ztiv.Sfie sUfA*
tragen ste einet} Rock anderer Art, JSamahfr^a .g^
na^nnt, von Seehunds -Därmesi gemacht; w:w0j|^l^eq&
eine Kappe befestigt ist, die um das G^^mjlift ikßff^^
zugebandeti wird; die Aermel werden auf gMdki^
Art um die Gelenke zagebunden; Als Faf^ >r «^
Bein- Bekleidung tnigen lie oft Sti^fekt und B«j|^
l^li^der aixs' einem Stack wai 7SMfiin4«fall g#.
-Na
I84 Ahhayidl»n49n.y
nftcht^ an welche die KameUnßa ctag ansdbU^lft,
eo dafs ibt Anzuif voUkommen wassdrfesjt ist, . :
Sie lieben aasnehmend , deaa Putz» besonders
klttine Kugeln, womit die Frauen sich in grober
Menge schmücken, inlJem sie sie an ihre Röcke ^
«um Hals» Gelenke und Ränder nähen.« Sie- tragen
•eie aurh ' in den Ohren oder hängen s^e ^n ihre
JÜBtei^ppe, durch welche ein Loch, g^ms^cht isti
oder auchi bisweilen an beiden Enden eines, un-
ifjeXXbx fünf Zoll langen, Knochens, der durch den
JNaienknorpel gested^t ist, und den . die Matrosen
. ihre Segebt9nge nennen. Sie tatowiren sich nicht,
wie die Sandwich r Insulaner , aber sie bemalen
oder beschmieren vielmehr öfters ihr Gesicht in
Streifen mit rothem Oker und Thran» *■ -
• - ■"• ' I- , ■ ■: : : .,.,.
: -^^: ; . ..
• JB 5 1 •• ' :
Ihre Büte sind ans Seelöwehhant gemacht, die
itbei? leichte, hdlaerne Rahmen getspannt wird;
^^fie Von der grofsten Art, .JSaiderikiSf genannt«
Und offen und k6nnim sechszig bis siebenzig
^Menschen fassen; die kleinere Art, die sie Bai'^
därhäs nennen; ist gan^ zu, und hat nur in dtt
*D^cke' eine Oeübung für jedeii SM^ienden , , deren
«tü^ einen, zwei oder drei trägt. Sie werden ge-
'i^den- ehnivieder mit doppelten Ruderstangen, . wel*
^e in der Mitte gehalten werden« oder mit ein* .
'fachen Rndem, die mit, Krückenähnlichen, Hand-
4la%ei^ versehen siiid, und abwechselnd bald auf
der einen , bald auf * dei; > andern Seite ' gebr/SLUcht
'Werden; die Rtiderer,' welche mit dem Gesicltt
Much dem V^dtrtteil ZU sitzen, be^eg^en sie mit
Jth handlu ngenät
m^
gj^fytt idhnAU§\tit. Ei ist kaomglattblldi, iFvat
ffit wtiteAeistB rie in.4iei«& i^idtten-Bdim mt*
cteiiv» mebrare kamen von OanaUuka nach. JEoä
4Udkl während meine«' Axifemhaiu anf ^mmi Intel^
Bei dem ftürmiscluten Wetter luuom kein Waeies»
ifik4feielben cbingett; . denn die KameUnga^ 'n^
die ''di^ Indianer, wenn^fie nr See tind, tragen,»
»fefd fMd um tie herum, und zwitehen ihnen unC
^^ifc-Oeftiunf' in der Decke des Boou eingestopft.^
fiKe-: flache Bauart und anlicrordentliche Leichtig^.
Iceit^ der*«/lben macht , dalt die Sohtirere der darittl
Sitzenden leicht das Uehergcrwiefat gewinnt und mxi$.
dem Umschlagen derselben viele Unglücksfalle ent»
stehen. In dieser Hinsicht sind die mit einer OefiF«
liuDg bei weitem die sichersten? denn wenn liese
' auch umschliigen , so reicht eine geringe Anstteii*^
gung hin, sie wiedei' aufauriehten.
Bei^m Fang der Seehunde und anderer Thiere .
zeij^n diese Indianer viel Geschicklidikeit. Hin« >
ter Felsen versteckt, locken sie sie dadurch, daüs.
sie eine anfgeblasene Hai^t in die See werfen« '
An derselben ist ein, aus Wallfisch • Sehne gemach»
ter Faden befestigt ^ mittelst dessen sie sie an
fich ziehen; die Seehunde, dieselbe für ein Thier
ihrer Art haltend, folgen ihr, und werden, sobald
de in den Bereich kommen, mit Speeren oder
P&ilen getödtet.
K^ligion.
Die Eingebornen' bekennen sich sur griechi-
achen Kirche; allein ihre Religion besteht fast in
nichts weiterem, als sich zu bekreuzen, so oft sie
iwt
Ai'kan dt ang Sl^
in ein Haas kommen; sie sind jcid^xdiip.40kr:jfc|!|«»--
gläobisch, und aetzem ^ voUkomnram rßlainlMn in»
ÜB Voraussagutigen ihrer Sohamans'/odefr WahrM^.
gor. Wäbtendides Aufembalts des .Yerfaisers er^,
^eignete sich eine Mondvfiniternilii , bei; weichet Ge*:
legenbeit sie oiit Zuversicht behaupteten » dab dieCp
ein Zeichen grober Begebenbeiien in Eucopa .se/;,'
Hiebt: allein die- Eingebornen , sondern aueh '^äm
Rttssen schienen dieser Meinung; und da dfti näob*,
stc Schiff die Nadixicfat jiBij zwischen En^bnd u^idj^
ftaTsland ansgebtfocJhenen, Kriegs miitbracb^tey.dieB^'.
t|r die£s, sie in iht^« Glauben zu besiärken. ,
. NnhrungsMittth
t Die Nehrung der EingeborAen besteht fn iri-
Mch^m oder getrockneten Fischen , vorzüglich Salmr
Thran oder Wallfife^tett, Wallfisch- oderRo)3ben-
Oel, Fleisch von Robben und andern Amphibien^
und in Oel aufbewehften Beeren. In Folge die-
ser Diät sowohU als der Unrehilichkeit, in. wel*
eher 'sie leben, sind sie dem Seharbock sehr un*
Wworfen, und Wenige von ihnen sind frei von
Geschwüren und scotbutisch^i Aussobligem
« \
I
* •
7.
BÜCHER - R E CENStO)irEN.
• r ^
^ Voyage round the worldfrom x8o6 td x8lAf< •»
which Japan f KamtickatkartheAleutian i^^
lands^ and tht Sandwich Islands were vfsiteds
including a Narrative^ cf the Authör» shifnvteek
on the Island öf Sännack , and his sübieguent
wreck in the ships long boat. With', an Aet*
I
cQunt of the present State of the Sandwiek^
Islands and a Pocaiulary of their länguage* ,
By AhcuxBALD CAUMnstsXn Mlustnued <by m
Chart. Edinburgh f igt6.
. (Mit einen^ Cliirmie9«> . ' >
Unftr d«Bi .neUftg«sfL«a Titdb msm Uns« '' vm Ha-
Welty weleHe^ •«ohi IftKre rg^Aftuert, TeTtpriöht «kh te
hitaev «in hän^QiS^idl®* WeA'4 in wetcluai 4i# G«scbielit»
und KjBsultate ein^r eigends xinn NuUen und Frommen
der Länder- und Völkerkunde ausgerüsteten Expedition
enthalten und niedergelegt eeyen. Audi mag ikii tu
183 Bracher • Keeensionen.
tenr , tt>iihen • npch ««Ilt^'Ü^ TCastli des YerfflncTs,
,yCampi>e/i/< verleiten , welcher unter den Reisebeschr^i-
bem nicht unbekannt ist. Doch wird ^r hierin seine Er-
wartungen ^etüuscht finden ; denn dms rorlieg^ende , einen
mälsigen Octavband ausmachende, Werk enthalt blofs die
Brzahlung der Abenteuer und unglücklichen Schicksale
eines Matrosen auf einem Katlffariheischiffe, welcher
durch den Herausgeber, Jornef 5mrr^, hiervon, sowie
von den Orten, wo er, sich einige Zeit aufgehalten,
N«cli«^io^ ^^P^'- ^ ^?^ ^^^!^ ^rxLNarrative d9B Ma^o-;
sen, Rohgrt^ 4^amt, zum Belsten des hülfsbedürftigen Rei-
senden nach dessen Erzählungen niedergeschrieben und
herausgegeben worden. Archibald Campbell aus IVynd*
ford^ bei Glasgow^ gebürtig, gieng im Monat Mai ido6
mit einem Ostindienfahrer als Matrose nach China. Im
A]^ril 1807 lie(s er sich .bereden , aji Rord des Amet^c^
itfchen Schiffs Eilipse Tia gehen , um unter Russischer
FJtfgge die Stdsee und. diel Nordwest^ttvte van Aattetic«
z]4 besuchen ;_ er berührte die. Bai von sNangtuahi in?J.a-
ffdn uhd'laiigfe am 8. Julius im^ Haven St.J'eter und Paul
von • EmmtichMlha an. Tön da' wieder abgeseg^t , litt * das
Sphi? «ca ICV September Schiffbnich«. Mnd der Verl^ser
rettete sich mit einigen Wenigen von der Mannschaft auf
die inief Aiiin&'tfc oder Halihut , wo ihn«n der Russische
Comma»di&ut v^n 'dnal^sk» zu Hülfe kam, und sie in ei« -
nem Boote nach dem Haven -^i^xandTKo der Insel \2tpiiak
f Sfiierte. *) V von' hier wieder in einem grolsen^oote ab-
g«sflaidt^*>tatl'dk ^on deAi gestrandeten Schi^e tioch ge- .
retteten Dinge in Sicherl^|i ^zu .bringen , litten, sie am
si. Januar 1S08 zum zweitenmal Schiffbruch« wurden an
das wesüicke, ga»^' mit Schnee und Eis bedeckte, Ufer
der Insel Kodiak geworfen, wo sie in die gröfste^Noth
geriethen und der Verfasser das Unglück hatte, bei'm Er-
steigen von niit ächnee und Eis bedeckten Felsen y*^ um
jBJtfe Basisisnfte/Niederlassung lu erreio&enr, beide Ptfl^e zu
erfe^ren imd sich «uch - die li^de tih besch^idigen. £nd*
lieh kiam maarihnen Vo» JUrloM aus w HUf e vmA sie ifie-
♦K Bl#» ,f a» 4># bltUiH«nde kUitie. Gbaiie.
mäkäxMn,* D^s Yet^KilMieri Znfttaiid wtr telir bedenk! icli ; '
906iLtye' I^tte Watefn 'äb|^fttöH»en ufld der Brand datti ge-
^Itlafeni in 'da« Möipü«} f^etcbafft^ 'rnnftie 'er sich ent-*
•ditiiefiien, tiüh b^ide PUf»^ «bfeiehliten tn lassen; seine
BMiid»' beuten vriede^, ÜHs'^uf zwei Fitiger, die er «ich
g ^ i fc bftllls MbHeRatett UssM HiufMe; sehte F1SM aber
Imlteiirnie ganz ^iaiUt] ^Welt der Ruesi'schV %Vu9)dar2t
ei« ibM'-tttt tief «bter dem Knöchel abgenomihen hatte,
ttiid sie schon weiter hinauf angegangen waren. Im Au- *
gtrst war seine Cor sd weit vollendet, s dafs er herum'
kriechen konnte nnd nach VMrflitJfo ron laoht Monate»,
wftkrtnd Welcher Zeit er auch mehrer« Kinder dör Bin-
gebornen in d«r Englischen Sprache unterrichtet hatt?, ^
s'^g^te er' iliit dem Russischen Schiffe Niwoy ' unter dem
Oftpitün Hngt/ntiitttf nach den Sandwich- Inseln, kam
deto d7. Januar 1900 nach Owaihi, ron da nach Mowy
tntd ezfdlieh nach Wahm^ wo^ er von dem König Tamntth-
mMük, für den er Segeltuch webte, sehr gut aufgenom-
ncen und mit Lindereien beschenkt wurde. - Nach einem
Aufenthalte hieselbn ^rott' 13 Monaten aber regte sich*
b^ ihm die Sehnsucht nach dar Reimathund insbeson-
d«re die Hoffnung, ieine Füf^ dort geheilt tu sehen, so
mäehtig, dafs er mit Bewilligang dei Köiti^s den 4.'
M&rs 18 10 mit einem Attaericanischen Schiffe, das nach
Brasilien segelte, fV^hu terlieXs^ Qt^haiti be^üfirtt,' im
Mai u^'s Gap Hom sohilfte , und den 45. VLb\ in dem Ha-
Ten Yon Aia Jantir» anlangte. Hier blieb er zwei Jahre^
Uihrte sich dureh «inen kleinen Handel, hatte^aber das
Unglück, dafs hei einer' Fenersbrunst seine Bude mit st»i-
ngh Waaren abbrannte und er hierdurch sein Ersparnifs
uifA seinen Erwerb Verlor. Am 5. Februar 1812 gieng er
an Bord der Brigg Hazard, TerHefs Brasilien, und kam
ohne weitere Abenteuer den 9T. April , nach einer Ab-
weaenheii von f^st 6 Jahren, wieder in der Clyät an.
'Durch Verwendung kam er in das Krankenhaus vonßdin-'
btfr|;K^' ward aber nach Verlauf von viefr Monaten als in«
enrabel wieder daraus entlassen. Mit einer Br^horg ei
▼ersohen kroch er nun in den Stralsen von Edinburgh und
L^th umher und nührte «ich duteh Mi»ftiiitch«tt und
/ •
t«^er. Er lernte j«d«ch 4ii^k«cli^ Vitflin^, womit tr itf«««*
be^onderiQ di^,..P«.s^<^ie|:» ;|lu^: den» "i>^ 4«? Ciy^# .ig Aend^ii
Vampfbj^ten. unterhielt^ .Hifr fimA iha eiifes Ta^e* cUnr.'
Her«ntge)ie|:9 d^fs^ ^ ■iofniterHsainMit^ er 'durch dio b^«
«cheidc^iett und T^stäi|tdigei| ^nttvfiorteitf die er ibta • aoA
eeine an ihn .gerichtete .fragen erth^lte, sldsgetftSiJl;' lUif
sich «ogy da£> er ihn mit H^^h ^fm90 nahm^ Mcdei^Abn
sieht, sich Einiges v&n seiner Gosohtekte ,su Tsei«er.ei|^
nen Belehrung i^ufzuzeii^nen. . D^reh mehrere «^ thA
gerichtete. Fragen und durch die nnterriehtenden Anitwor«
ten, dieer. d^auf erhielt,/ so ^wie durch ditf eigenen
UnglitcksfäUe y. die- der Ve^afser . erlitten und di^ m^n**-
cherUi Kenutnisde |, die er sich erwerh^n^ eri^egte' der*;
s^Jlhe hei dem Herausgeber eJA lebhaftes Interesse , und •
die Hoifnungt ^*^^ ^i»^ gedruckt«; ErsAhlu^ig sc^Ujer Un*
gluck^fälle Hnd gemacht^i] Erfahrungen ihm ven Nutzen^
seyn, und. dem Publicum. eine Unterhaltung ,un4 ^Hcjtk:
wohl £eleh,rung gewahren" wii^4e. > So entstand die ibf^r
liegende Reisebeschreibung, M^^ ]s.ann nicht h^baiipt^n«:
dajy d^r Herausgeber seinen Zwech verfehlt hab«i: h^i^y
<f entlich wnrd .die Hemuegabe des Werks dem .Hiillib«K-*
dürftigen Nutzen gebracht haben ; auch kann man nichts
bestreiten, dafs ^ler Leser mit Interesse die unglückli-
chen, Schicksale des Keisend^ verfolgt} ja dals <fr anoh
selbst hie 'Uj(^ da in. d^r £it«ählung einiges Beleht«ndn«
findet 1 Pia Nachrichten, v welche der Verfasser von den
Fuch$inseln giebt, ciiid ^nioht gan« .ohne Werth>, o^
gleich die. neuern Russiseh^t^ Reisendfin nmatÜndliehte
davon handeln^ Der anter4«4an^ste und wichtigste Theil
dieses Werks ist aber der, w#lpher von deii SandWiohr
Inseln handelt. D^ Verfassers längerer Auf^nihak. 4ip
selbst, und die nähere 3Miani|tschaft desselben mit dem
König Tamaahmaah und seiner Familie verschafften ihm
Gelegenheit, Manches tu bemerken und zu beobachten»,
was andenv, «uf kur^e Zeit Kich daselbst aullialtendeni
Reisenden entgangen o^fw nicht vorgekomnrfen, und die
hierüber mitgetheilten Naohriohten gehören mit zu dem
fieXsten und dein AusführHchsten , nifas wir in der letiUn
Zeit täMK diese merkwürdige Inselgruppe ecfahxea haben*
I
I
BcMüderf Innen wir hierauf den %&m% .T^mtuihmaah
Jcennen, in welchem die InsuUner einen ypn jenen merk-
würdigen Charakteren beiitien ,. welche, wie Alfred oder
Peter der Groffe,* die FQrtfchritte der Civilisatiou an*
ter ihrem Volke zu hetchleunigeiijy bettimmt zutejn schei-.
nea. £ir i«t bereits aus d^n Berichten von Turnbull, LU
su^mJii und L^ngs darf hekAnni\ aber da keiner von diei^,
•en Reisendei}^ diese f Qberbauptt selbst sah, fo sind ihre
Nachrichten .iiber ihn^ nur unvollkommen, f ) .
Aulserdem enthält diese Keisebeschreibung einige, für
5ft«Mirer bvsoohbaTe Näkiphndltwr ÜHtmt itf* -^ipipen 'um
dl» Insel Halibut «nd an dev Küsta von AHmthm. k^ltmt ■
tfiner kleinen Chitrte , welche die Fakrt das grojEsen Boota -
der gescheiterten BHipit Von der Insel Sannmtk nach'
Jtodißk anglebt,"^*) sind dem vorUegendettWarke noch Tter
Beilagttt. hifitugefllgt , tovl denen die ertta «a Yoeabna*
latium^der Sfiraehe der' Sandwich «Iiiauiaaer, die tweita
eteeö Bericht über du e üpenrtioa und Behandlung daa
OMimpMl vom Wondamt Dr. Nürdgoortt^ in Diaastes dar
^uaatioh« Arn eriean^ sehen Goatpagnir^ die dritla eiaaa'
hatlanschan BeiHoht^ über dia 6andwieh-> Inseln , und dsa
▼zinta ataigaf Notan^ ibtIilLlti
tehrbuck dsr- Statistik , amgearbeitet von J* O.
Meusel. Vierte y grö/stentheih umgearbei^
tet^ Ausgßhem Leipzig hei HtAn if^ij- 8*
Ä 8a4-
«■■rtM^rtMMi
_ r
Mit Vergnügen laigt Reoaiiseat die neue Ausgabe ei«-
nea Werks an» diu unter aUeii ähnliahen einan so ana«
•) Man teile dieie intsrestattte Noti^ eben «ater den Ab«
kendlttitsen. D« i?«
e«) Siehe bei Ueketade Ckarte. ■ ^ *
10^ ift^^r -HeeenstonenFt
gexciclineten'B.a]ig behauptet, und in leiMr jetzigen Ge-'
, rtnlt gewiXs.iedem'heitiide der SUtistü «ine wiÜkominne *■
'Erscheinung eejn muTa. Der «ilrdige Herr Verfasser Kat_
die, durch den ewigen Wechsel iinsrer Zeit zur Nothwen-'
düfJLcit gewordene, Umailieitung detsdben mit )ugendli~
c&ec Kraft unternominea und ausgeführt. Es galt hier'
tackt bloli Ai)ibe(»erung einet alten, sondern Schöpfung'
eines neuen Gebäude*, und dieses steht deoh nun duch^|
Biit ÜBincht uiid Waecision aasgefd&Tt , Vor uns.
El w«T nicht in'BTwaxtca, dars de^ Banmaittat «adc.
das Fnndnnant', .iiomif aein GebKucle anfgefflhrt i(^\
wgwerfen würde, da. deiatn Haltbarkeit ihm bei seiiuT-
Tfcljahrigcn Erfahrung als Lehrer und Literalor geprüft.
erMhien-, matt ist hier AIIm neu, und Rteonseat mub'.
gestehen, dais dez Hekr Verioiser-xiit nngemeNumFlBibe.
«Ü« Materialien geordnet, und dadaroh dtaaer'nsuen Aus*.
g*b« eine solche Vollständigkeit gegeb^i bat, dab man
mF Materien stufst und' Ideen vorgetragen findet, dia
■■a» in geirfihclichsli Statittiken vergeblidi suahen wfir-
da; aaine Urtheile aüid in Ganten durchgedacht, raif.,
,md gründlich, seine Bemerkungen treffwd. nnd oftmals
nen- Bei diesen groXsen und unverkennbaren VoriCgen'
batReceatent ladels auch Manches angetroffen, was, tei-
B^ Kfeianng nach, einer Verbesserung bedarf. Er wil!
rtnaa Wrou bei Angabe der einzelnen Tlieile ausheben.
Die Stellung der Staaten, wie sie der Hcrr-VerbHar'
Mftch ihren Einflusee auf unser Vaterland geordnet hat,
jet in dicket Ausgabe folgende: t) Europa, 9) Teutsch* -
laBd,^} Uestreifefa(csni!eiinäIsigOesterTeich), 4]Preurte«,
,S) Ftatikreidi, 6) Gronbritannien (besser dat Bnti«cha -
Heich), 7) das Husriscbe Aeioh und als Anhang Polen, .
O Dinemark, 9)Sehweden, 10) Niederlande, 11) Schweis
'OMtsfüHelretien), iq) dalOrtnaniiche Reich, 13) Spanien,
Portugal, 15) Neapel tiMd Skilien {eigentlich und «•»■• -
lifög, beideSicilien), 16I Kirchenstaat, if) Sardinien,
3er Nordaineric^jschft Freistaat. Wir finden mitliiv
' die sanun^chen Staaten und auch in der uapiliclian
m«! wieder, aria aia in i»f .ititbf^^^igib». txSgß-
.Mucker « Recensio^nen. i^
r
-j sMlÜ waxen » nur dafs . tUU der Italienitclien Kepnblik
Saxdiinien eiagescliobeB ist. Kecensent hätte gewimsclit»
^ daXf , da der Veffasser einmal ron tinserm Yaterlande, ala
. den» BrtnnpuDcte Europens, aucgegv.gen ist, auch niiii«
. .BAehr der Rang der, sich um dasselbe reihenden Staaten
21 ach den jetzigen Verhältnissen abgewandert wäre. Als di«
. «Iritte Ausgabe erschien ^ stand Frankreich in deni Zeni-
. the seiner Macht y und seinem Einflüsse gehorchte nicht
,vl>loIs unser Vaterland^ sondern schon damals der gani«
^ Centinent» Aber wie ganz anders ist es jet2t! Offenbar
▼er dienen das Britische Reich und RuXsland ^yor Franko
zeich» so wie <Ue Niederlande vor Schweden und Däne«
^ marjk > der Kirchenstaat vor Sicilien , Sardinien und dem
Osmauischen Reiche, da diese Staaten mit Teutschland
. fast in gar keiner Berührung stehen, ihren Platz. Da
4em Nordamez^canischen Freistaate in der Reihe der hier
aufgeführten Mächte eine Stelle angewiesen ist, so würde
auch Brasilien , wobei Portugal jetzt nur blplser Anhang
ist y • mit eben dem Rechte ^arauf Anspruch machen
.U&nen«
Die Ȋffimtlichete Teutichen Staaten^ so wie Ttoscana,
'Modena, Parma, Krakau, San Marino und die J,onische
' Republik sind in dieser Ausgabe weggeblieben. Statt der
' ersten giebt uns der Herr Verfasser eine Statistik des ge»
' * sämmten Teutschlands. So rortreflich nun auch dieser
Artikel ausgearbeitet ist, so wüi^e Reoeneent doch Be*
denken getragen haben , denselben in dieser Gestalt dar-
sustellen. ' Nach der eignen Erklärung der Bundes ver-
'•aibmlungf nach den Festsetzungen der Teittschen Butt«
'4#sacte ist-Teuuchland kein Staat ^mehr, sondern eijpL
Bund unabhängiger, völlig souveräner Staaten ; im eigent-
lichen Sinn kann es daher keine Statistik von Teutsch*
land weiter g^eben, sondern an ihre Stelle treten dieSt%«
tistiken von Baiern, Hanorer, Würtemberg, Sachseti u. s. w.
lu d^r Einleitung von Qpropa nimmt der Herr Ver-
fasser fünf Hauptvölker an, die Europa bewohnen, i) Rö-
mer, a) Teutsche, 3) Skandinavier, 4) Slawen und 5) Os-'
manea. Aber die Skandinavier oder die Bewohner iroi»
päneiWk, Schwedoi» No)rwegen u;id Island sind doch
^li)^ * Sucher ' itvcehsiöHi^n.
wahre Tefutsche, wief auch noch ihre, Sprach«!, T^d^er
' der Gothischea, beweisen.
\ '^ ■ '
In der SlatistiJc von Oesterrcich irt die Gfafuchait
falkenstein, die Oesterreich sich reservirt hat, unter den
Beslandiheilen des Staats nicht mit aufgeführt. Oester*
reichische Stati^iker und unter diesen der genaue J8fii.
menhach werfen sie den Bestandtheilett dieser Monarchie
' XU, und sie h'S^tte daher nicht übergangen Werden dür-
fen. In der liiterattir fehlen die neuern statistischen
Werke i^ber diesen Staat : LiechtensUms neue Ausgabe
seiner statistischen Üebersicht, die bereits im Anfange
von 1817 erschieneh' ist; und de Serres TahUau d* Ak^'
* trickf. S.ili fehlt tinter den Erzbischöfen der von Sali-
bürg. Zu Grätz ist kein Erzbischof, sondern hier rea-
dirt blofs deir Bischof von Strggau^ dessen Bomcapitfel
und Kathedrale auch noch zu >e^iflw ihren Sitz haben.
In Galizien residirt blofs ein Oesterreichischer Bisehof
zu Przemysl^ zu Tßmow^et keiner, tmd die tu Krakku
lind Chtlm gehören nicht hieher. Die Spreugel der Et4-
bischöfe von MailMid, üdine, Zara und Spulatro, »o
wie des ^Patriarchen von Venedig sind nieht richtig^^an«
gegeben, und der Erzbischof von Ragusa ganz' aungelm*
seil*' Ueberhaupt hätte die hierarohische £iatheilu|ig d<s
Käiserstaats n^ch üem Staatsschematism von IBI? beric]^*
tigt werden müssen. Zu Crem^na blühet keine Univer^l- ,
t^at, -sondern Oesterreich hat blol^ 6 Universitäten : l^itn^^
\jf^r€Bif ^ X,tmb4rg, PwiÄ, Pavia und Padua;, die Lyzeen '!M1
Xrdmsmünner, S^iBlwrgr^nd die Italienischen Lyp^^U feV
'^eny so wie auch kein Wort von den verschiedenen^ phi-
losophischen Studien, die mimittelbar auf die Universi-
tät vorbereiten, gesagt ist. Unter den Akademieen fehl^
"die v^i IVIailand, Venedig , Pndu^ u a. , auch ist dem ',^6
genauen Verfasser das Jiohanneum zu Grätz gan^ entfallef.
In der Statistik von Pi#ufsen würde Recensenf Man*
ches zu erinnern finden',, wenn er überhaupt nicht glau-
ben müfste, dafs hier noch Alles provisorisch ist. Die,
Eintheilungj wie ;sie der Herr Verfasser aus Äump/ un'd
Sinnkold' mitgetheilt hat, i^t seitdem' bereits v&llig b!>- '
r
Müth-tr ^, ^cenf t^P^itn. 195
.ftSndfTt: aiM der Frovini P^tntMrn »i«d:3 Ktgieitiiigv-
.)^e«irke StiUin^ Mäslin un^ ^iraZ/imi gebildet > ebenso
luben 4» Frovinsen Nipdirrhein und KUvt^htrg statt 2
jeder 3; nXailich Niedcrrkein Aathanf K»blm% nod Tri^r,
und Kleve -Berg KUv^ Püs^tUmrf und JTd/n bekommen,
mnoh sind in fAit allen Il«^«rwDg«beiirken die Krei«e an-
ders abgetheilt.
Yfh9 der Herr Verfasser in der SUtistik Ton I^ank«
reich S. 265 mit den Worten : ,,nacti Absdiaffüng des Ceda
NcpoUon gelten besotifdere Gesetibücher ffir das Citfl-
recht, für den Proxefs, für Verbrecben und Strafen und
-IRr den Handel^ sdgen will, beruhet wahrscheinlich anf
^nem Druckfehler, Frankreich hat keine andern Oesett-
'bücher bekommen, als die es unter Napoleons Regierang
%atte. Blofs die Benennung Cod» NapoUon, womit die
"noch in Kraft gebliebene Code eivil, pihal^ du commtree
und de procedure civil bezeichnet wurden, ist abgeschafft»
S. 390 wird die Volksmenge von England und Scot-
^huid, so wie der rn der Note angegebenen Städte blofs
nach altern Volkslisten mitgetheilt. Dexa Herrn Verfar-
^f inr ist es entgangen. , 4%(s wir im Annual - Register ron
^14 bereits die neuere, dem Parlamente vorgelegte Volks*
Jiste von Grofsbritannien und seiner Siti^dte so genau und
jro^ständig als mögUoh haben.
Unter der statistischen Literatur roh Dänemark fehlt
fuuls og Cron Geographie over Kongeriget Dänemark.
Kidb, i8l6u 8, ein Hauptwerk für die Geoff«pWe ,ua<l
.Statistik dieses Reichs, welches manche brauchbare No-
tiien hätte liefern können* ' .
Bei Schweden und Norwegen hatte die Statistik bei-
:der Versefaiedenen Reiche, die nur einen gemeinschaftli»
•«hen König haben, Vielleicht besser getrennt werden k^tt^
'ja4n. Bei der Darstellung, vrie sie uns der Herr Verfar-
iwmv giebt, ist fast blofs auf Schweden Rüeksitehi genöm«
-fli^n, :ulnd die statistischen Merkwürdigkeiten Norwegens
«acht man rergebens. ^
Dh Statistik der Niederlande bedarf noch mancher
Berichtigungen. Der Staat ist freilich noch so itmg, und
"N
196 '^Bä^hiiT''^ Ricension^n/
no^li Irtbeii' wk in den be^dtn $taaukidenclern i^on 1817
erst die ' einugeii to m^^em- Quellen för seine neifere Sta-
tistik, dars^sich durehaus niehts Erschöpfendes ^r Warten
läfst; indefs mi^sReceusent §^>leken, dafs die Darstel-
lung des Herrn Terfassers «ti den vorzügliclisten gekört^
d»e ihm noTck' filier diesen Staat zu Gesichte gekommen sind.
3e^, ^j%>anien ^ ut • die , neuere Volkszähli^ng von 1797
.nicht a^efilhrt. Unter der sonst so vollständigen Lite-
ratur dieses, Reichs fehlt der 90 wichtige hartuga^ un-
streif .4is i^or/iüglichste. Quelle zu dessen Statistik , di^
a^cb, ohne sie zu nennen, von allen neuern Schfiftke}-
Jera^enuUf ist. Bei den Jlitterorden ist der IsabelleU'-
orden übergangen. Ebenmälsig fehlt S. 692 hei Forllw-
.gal der -Orden Tom Schwert und Thunn, die bei^e
freilich erst in neuem Zeiten errichtet oder wiederher-'
gestellt sind.
S. 760 findet man noch die alte Eintheilung Sairdi-
niens in 4 Provinzen , die übrigens im Lande selbst gas^
unbekannt ist. . '
Bei der Literatur des^ Nordämericani sehen Freistaats
ist Mars0 {th€ Amtrican uni»€rsal g€ograjphy, BeiSow.
1812. ^«/. I. 80) ' ^ ^^® ^^* itatin, vi€w of the cömmer»
c« of the united ttates of Amerika, • Hartford 1816. 8* Übtil^
j;angen, Kind bei der Statistik auch nicht benutzt.
f ' ' • *
IMefs wäre ungefähr die Summe von dem , was "H^«
-«jcnscnt her eitler geniauen Durchlesung des Werks zu ter-
iii'nerjf gofbvid^»« hti*. Recensa»« hofft , dafs der Herr
Verfasser seine Erinnerungen für das' nehmen werde*,: Va»
■aie seyn sollen. Ein statistisches Werk ohne F^l^r zu
achreiben ist eine haare Unmöglichkeit. Wenn ein Wevk
«einen Zweck nennt, so ist es nicht nur Erlaubt, yi<mr
dern Ffitcht des Recensenten selbst auf kleine. Fehler
.und Uel^ergehungssünden aufmerksam zu machen, >. nad
diefs um so viel mehr,> je höher der Namen und da,s Am'
«eben des Schriftstellers steht, damit unkundige Jueser
dadurch nicht verleitet werden^ Irrthum für Wahrheit
zu nehmen.
/
r
Bücher ' k^censioHiiik lyj
3.
Reise in das Berner Oberland^ von /. A. fVtsi^
JProf. MitKupferny 1816. 8. Bern^ bei burg-
dorferi
■*i*MMitMi**Mi
Die Seh weit besitit, anffer dfen Vortu^efi ibf^f
Na^ur - Schötilieiten und Natur * MerkwfSrdigkeiten , noch, '
«ine ' bisHet eigen tbümliöhe vor andern Ländern. Kein '
Land Jcann tich eines solcheti classifcheii. Alles uinfafl-
senden Werks . rühmen , wie das bekannte r on Ebel, und'
atifserdem sind viele seiner anfgesuchtesten tind sebens-
«Würdigsten Gegenden , noch durch besondere Anieitun*
gbn und Beschreibungen vetherrlicht. Unter Jelie Gegen-
den gehört vorzüglich tnit das Berner Ob§riandi Schon
Kunig und Stapfer hatten seit 1814 uns trtffliche Schil«
derungen von dieser gröfsen Heerstrafse der Alj^en-
:Pilger geliefert; allein diese 9rxfs'sek$ Reisg Übertrifl»
sie bei weitem an Vollständigkeit, ZWeckniäfsigkeit und
Genauigkeit und ist in gleichen blühenden Styl eingekleidel*
Da der Verfasser nach eigenen, an Ort und' Stelle ge-
nbmmeilen, Ansichten, nach handschriftlichen Nachtich*
ten und den neuesten Angaben arbeitete, nnd dabei in
b&ndigen Citaten Alles benutxte^ Was in frühern Schrif-
ten über den gleichen GogenStaod in und aufserhalb der
, Schweiz f ^gesagt und geschrieben Worden War, so kann
man mit Recht von seinem Werke rühmen^ dafs es Jir
Us ersvhöp/t, was einem Heisenden bei solch* einer Ob^r-
ländist^hen Reise Von Nutzen, Belehrung, Zurechtwei«'
sung odbr auf irgend eine andi'e Weijie von interelM
seyji kann. Receusent^ der selbst erst ror wenigen Ta-
gön aus dem Berner 0^erZan<2 * zuVüekgc^kehrt ist^' und
dieses Buch > , nnd besonders sfeinen Hand» Atlas zu sei**
nem Begleitet hatte, fällt diesem Urtheil, nach seiner
Ü^berzeügung j uftd es verpflichten ihn Wahrheit, wie
ITankbarkeit^ tat angelegentlichsten Empfehlung. Dai
Buch lEerfällt itt drsi Abtheilungen, die eben sd viel Bändig
tusmacheni Die erttf Abtheilung, oäer dtx fersteBand Idti
N, A. Cr. £« It, Bdf4 9« 5n O .
199. Bücher - -Recension^n.
«
Ttf^et ( 404 S. ohne die besckeidene Vorrede^ fangt a«
mit einer Einleitung ^ welche auf 167 S. sich weitläuftig^
Ü^er B«rgreisen und Alpreisen fiberhanpty über dasil^'-
•en ^n's Berner Oberland insbesondere, Über die Anstalten
tum Leibes - Bedarf , wie über die Anstalten zum Geistes-
Bedarf erstreckt. Die deutlichste Angabe des Miinc>
fufses, die Namen von eilf ^er Torftüglichsten Führer, und
was Recensent als eine sehr wesgnilieht^ in keiner an-
dfm. Reise noch gefundene. Auskunft schätzen lernte,
eyae Tabelle der'Tftxen und üblichen )?reise, der Führer,
¥/erde, Wögen, Schiffe, Träger, Gasthöfe etc. findet man
hier, nebst taufend andern unenthehrliche4 Notizen, zu-
sapnmengedrSngt, Die Anstalten sum Geistes - Bedai€
mnfassen einige lichte, uaturhistorische , geologische ua4
physische Ideen und Betrachtungen , und hier steht die
•chtoe Stelle, welche f ugleich «ur Probe von der leben-
digen, malerischen und tief gedachten Schreibart des' Ver-
fassers dienen mag: „die Joche der Alpen sind «itsprun»
yygen einer dunklen Vergangenheit, und Niemand sagt
,yUüM , wie fotih sie d^m l^eeresspiegel entragten, welcher
,ein4t alle Theila unsers Wohnplatzes übi^rschimmerte.
„Der Eispanzer y den sie tragen, verwahrt sie gegen die
„Unbilden der Sonnenhitze, und der Kegenstürme; sie
,, nehmen langsam ab, wenn sie abnehmen , und doch sehe!-
„Bfn. sie vor Alters ihre gesammte Umgebung überschüt-*
„ttt zu haben, mit dfn AbflUlen ihrer Kämme ui|d ihrer '
„Seiten. Ganz Kelvelien bia an den Jura , bis an den
„Jlbeini ist ein Becken voll, Steintrümmer der Hochge-
^,birge und Felsenstücke von^ Gotthard,.von der Grimsel,
„wie aller Bergzüge Graubündtens, haben die Thäler und
„Ebenen ausgefüllt etc. */ -— .Der Einleitung folgt die
Hßits selbst. Sie be^eijEt Bern, den Weg von da nach
Thun ; (zu Nisdtr - Wiehtraoh^ das unter Hasen verhör*
geiiie Gr#b des edlen von Erlach ^ der 1798 als Opfev
des ILevolntions- Schwindels durch Meuchelmord seiner
eigenen Militzen fiel), die Gegend von Thun , der See, Un-
terseen, Inlferlfdhen , das gesammte sogenannte fiöde«
iHn , bis BÖningen und Einggenber^ , und bis nach Zwey«
luitschinen hinein. Die •vmuAHhtilung^ oder der zweite
B{M^ dM XextjM,. (4% 6,, ohaA dM «orgfdltige ntphabt^-
Bücher - Aecensionen* 199
ßfihe Kegiiter) bet chreibt Laaterbroanaiiy Griadelwald, dl»
lieiden Scbeidecken , dat Tbal ron Gurtaniieii , die Grim«
«el, Oberw«llis bis nach O^ergettelen bioab» Oberbatli,
'Meixingeüf Biienz, Brienter-See, den Geirtbach und die
Rückkebr nacb Interlacben. Mäncbet Allgemeine iit un-
ter den Artikeln: ,Ob§rlandf Gthirg^ Sagen^ QUtieher ttem
susammenf estellt. Von den Sagen war Kecensenten die
von dem sogenannten Rüehsn der itühe neu; wo dio
Eübe, wie von blinder Wutb dahingeritten ^ alle#ammt
€ber die Felsen in den Abgrund binabstürten , Wofern
der Senne niebt die vorderste Kub erkennt und mit pia*
ttcn an aiob lockt, was Scheuehmer aus der Geisterlebre»
Vflüd der .Verfaeser natür lieber aus der Naturlebre, auf-
klärt. Die dritte Abtheilung f oder der dritte Band ist der
band ' A^lüt für Reisende in das Bemer Oberland ^ .ein
dünnes und darum sehr bequem bei sieb su führendes
Bändeben I mit 10 berrlicben Kupfertafeln, welche Um*
lisse, Ansichten, eine sinnreich ausgedacbte und eben
so schön gestochene Stufenleiter der bedeutendsten Berg-
hohen der Schweiz und der £rde, und fünf Reisekärichen
enthalten, mit Scheurfnannscher Nettheit und Treue aus-
geführt. Diesen Taschen Atlas ^ tu welchem obige zwei
Bände der weitllhtf tigere Commentar sind, habe ich hin-
reichend gefunden, um auf der Keise sich in Allem» so
zu sagen , Schritt für Schritt , zu belehren. Ihn ziert alr
Titel -Vignette die Ab))ildung des Spifals auf der Grimsel,
to wie der' Reisende die Sennhütte a^\f dem Stheideck^
beim Titel des ersten Bandet, dankbar wiedererkennen
wird^ Sämmtlicbe Kupfer sind neu an Ort und Stelle
l^eichnet. Alles ^st mit der typographischen Sorgfalt
ausgestattet, welche man von der Burgdorf ersehen Oi»
ßcin längst giewohnt ist.. Reeensent fand, durch die Ver«
anstaltung des Verlegers, Vorrätba von dem Hand^Jths^
im Cbetiand selbst, unter andern %n Unterseen ^ bei dem
Wirthe, Herrn Biattsr. Er ergreift dies« Gelegenheit die-^
sen wackern Mann, und seinan Ratb und seine Aushiil-
fe, bei der Wahl ron Führern, Pferden, Baakwägfen etc.-
«u empfehlen. Rfisende werden sich besser dabei befin-
den , als wenn sie sich damit gleicb beim Anlanden zu
Neukausp übestbeuern lassen. Zu L^iMrirunnfn «<i-
O »
I
200 Bücher Rac ensionen.
■ - y . , •
vtvft jetTt einer der befst^n und billigsten GasthÖle in
der Schweiz, der zum Steinboek. 'Er ist. erst seit Juliut
Igi7 erbaut , und also ih Wyft Werke nicht erwähnt.
Lojs of the Afnerican Brig Commerce^ wre'^,
cked 071 the western coast Qf Africay in the mpnth
of augusty l8*5' ufith an Account of Tont"^
huctoo y and of the hitherto undiscovered
great city of PFassanah/ By James
RiLETy late Master and Supercargo. f^ondoi^
to Mu.rray. iSlJ- XVI. u. 6l8« P- g^- ^'
{Der Untergang der America ni sehen
Brigg Commerce t die an der fVesthüste von
Afrika im Monat August i8l5 Schiff f)ruch litt.
Sammt einer Nachricht von Tomb uctog und^
der bisher unentdeckten grofsen Stadt FVas^
aanah. Von James Kilet, dem ehemaligeti
ScKiffsmeister und Super cor go. London^ Mur-
ray, 1817)
Vorliegendes, so eben in London erschienenes, Werk,
ist nicht nur als Erzählung der höchst merkwürdigen
Schicksale des Verfassers, sondern vorcüglich wegen der
Mittheiluugen Über Tomhuctoo und fVatsanah äufsdrst
interessant. Das Teutsche Publicun» wird es uns ohne
Zweifel Dank wissen, wenn wir uns einigermafsen bei
diesem Werke verweilen , und. den Inhalt desselben hier,
möglichst in^s Kune gezogen , zu- einstweilijger Belehrung
mittheilen , bis eine vollständige Uebers^tzung des Gän>
cen erscheint. Einen Theil desselben aber, die höchst*
interessante Erxtthlttag des Sidi Härmt ^ die Kus* na^h
N
r
Bücher \ Kecensii^nen. doi
T^mhuctOQ -xAkidi Wats^nah betreffend, werden wir den
Lesern \jn nächsten Ue^t« \inscrer A. G. EU als beson*
dere ^^bba^dfung iu einer treuen Uebersetiung mit«
tbeilen.
Der Verfiisser giebt im I. Gapitel Nachricht ron sei^
aer Qebifrt , seiner firziehnng u. s.w. , und sagt, dafs er
im Jahr 1777 in Middletown, einer Sfcad^ in tier Provinc
Connecticut, geboren sey. Bis in sein istes Jahr diente
er bei Pächtern , darauf aber fafste er den Entschlufs,
sein Gtiick zor See.iu. suehtfnv nahm Dienste, erwarb
.«icb / b*ld ' Kenntnisse ven ■ der Schiiffahrtskunst , und
brachte e» vom Schiffsjungen bald zum Unterschiffer. Als
solcher macht« er verschiedene Aeisen, hatte' sich bereits
-einiges Vermögen erworben , als ihm t8oS in Folge des
Mailänder Decrets sein Schiff in der Bai von Biscaya
von den Franzosen genommen wurde. Er hielt sich hier-
auf, einige Zeit in Spanien auf, durchreiste Frunkrtieh
und lernte die Sprachen, di«scr beiden Nationen. In dem
Kriegt der vereinigten Staaten mit England nahm er Dien-
ste, und wiirde nach Beendigung desselben im April 19^5
Schiffsmfei^er und Supercargo der Brigg Commercey gieng^
mit derselben .'nach 'Nmw- Orleans y .wechselte dort seine
Ladung: und segelte gegen. Ende Junius nach Gihwaltar^
wo er am 9. August ankam, - und am 33« wieder auslief,
und nach- dem grünen Vorgebirge steuerte. Das ncbliclH
te, dunkle Wetter und die Seeströme waren Ursaf^iei
dafs d]& Brigg an dem Gap Bafadar Schiffbruch litt.
Die Mannschaft rettete sich mit Allem, was noch ge-
rettet, werden konnte, in einem Boot, und steuerte an's
Land* Bald darauf erfchien eine Familie von Eingebe r-
nenj die., sogleich anfiengei^ die Habe der Schiffbrüchigen
zu plündern-^ alles Abwehren war vergebens, und am
Abend dxohet.en sie, am nächsten Morgen wieder zukom-
men. Sie bielte^i Wort, kamen verstärkt,« und vertrie-
l)en die unglücklichen Schiilbrücl^igeu vom Ufer, Qhne
Lebensrnittel retteten sich diese in. ein kleines Boot, Und
hatten keine andere Aussicht» als in offner See umzur
kommen oder in die Händp 4^r Eingebor^en zu fallen.
Nachdem diese das Zurückgelassene geplunderti und »er»
tibi Bücher - Reeenstönifk
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1 »
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ttövt hatten, lokten sie Hiley durch alle ZeicfaeiA der
Freundschaft an^s Ufer. N'ur durch List entkam er wie^
^er ihren grausamen HSnden ^ aber einer seiner Geführ-
ten, der ihn zu retten auch an^s Land gekommen war,
verjor sein Leben. Sie vertrauten sich jetzt den- Wellen,
da kein anderer Weg zur Rettung mehr übrig war» un^
der Wind sieh gelegt hatte, ohne Compafi, ohne Mund«
^rorfath« Es waren ihrer eil€ an der Zahl.
tum 7. September trieben sie sich auf dem Meere
Ikerum ; der letzte Vo^rath und das letzte Wasaer- wareü
fast aufgezehrt, da entdeckten sie wieder Land» undver-
«lutheten , dals es das €19 Barba sey. Mit unsäglicher
Anstrengung kamen sie Über Felsen . und. durch Wasser
an's Ufer und setzten ihren Weg; mit Verzweiflung utld
Ermattung kämpfend, über .die Sandfaügel nach dem Jn»
nem fort. Da fielen sie ciaer Horde Arahtt in die Häah
de, die sie ihrer Kleider 'beraubten und zu Sblaven mach-
ten. Herzzerreissend ist die Sckilderttiig , die der Verfaa-
ter ^on ihren Leiden bei dem. 2uge durch die Wfitfte '
macht. ,>Wir mufsten, sagt er, die Kameele führen oder
treiben; der Sand war so tief and weich, dafs^wir bei
Jedem Tritt fast bis an das Knie hineinsanken. Die Son-
nenstrahlen brannten fün^terlich auf unsern blofsen Leib,
fffeil iie Ton dem Sande abprallten, durch den wir wa-
d«taa. Steine mit scharfen Spitzen schnitten una in die
Füfse bia an das Bein, uhd machten das Elend unsrer Reise,
die ims un^Hgliche Mattigkeit und jeden Augenblick zu-
nehmende Dysenterie ohnehin schon zum unbeschreiblichen
Leiden machte, noch furchtbarer. Die Araber ergStzten
eich an dem Anblick der Beschwerden, mit denen wir
die Hügel hinan stiegen , und trieben itns lachend vor-
wärts. Jetzt setzten sie Jeden von uns auf den Rücken
eines Kameeis. Der Rüokgrath von dem , worauf ich ge-
setzt wurde, war blofs mit Haut überzogen und so schnei-
d^id, wie der Rücken eines Ruders. Der Trott des Thie-
res schüttelte sp heftig, dafs ein Theil meines nackteu
Körpers auf dem scharfen Rückgrathe fast ges chündeu
wurde; ^ufs und Schenkel wurde inwendig so geriebe)3,
dafs das Blut häufig herabHofs« während die fürchter-
!
Bueh^r - Recensionen* ^doj
liclie Sonnenliits« den KBrp«r und die Ffilkt aii der A«*
f Benseite eanz <rerbrannte Und rottete. So blutend und
serstofsen iet«ten wir unter unbe«cnreililichen Leiden un-
sere Reise fort. Jeden Augenblick glaubten wir» daXa
Aie Glieder zerrisien werden möcliten. Hunger undvDurtt
peinigten uns; die Nacht kam^ und keine Aussiebt xur
Kühe; kalte Nachtwinde wehten , Frost schauerte' durcb
die Gebeine; unsere Schmerten wurden unaussprechlich.*'
So setzten sie ihre Reise durch die Wüste ron 8ahara1&
fort. Der Urin der Kameele ward ihr Trank; eine Hand-
voll dürrer Schnecken zuweilen ihra Speise; der Hunger
wurde so heftig, dafi RiUx*^ Geführten das Fleisch tou
Ihren Annen ahbiMen.
Den 23. Sfptember begegneten sie zwei AraUm. Ein
•lies Weib sagte «u Riis/, dafs dieselben aus dem
lAude des Sultans kXmen^ und dafs sie Ihn kau«
fen und mit sich nehmen könnten ^ wo er seine Fanulie
wieder fSnde. Der eine derselben, SM Warnet^ war ein
efnsichtsToUer und mitleidiger Mann. Nachdem RiU/
•ein Mitleid gewonnen hatte, bat er ihn, er möchte ihn
und seine Gefährten kaufen und nach Marokko föhren.
wo er ihn reichlich iftezahlen wolle. Nach mahdierlet
Unteiliandlungen und Verstlndiguhgen willigte Sidi j^a.
mtff endlich ein, ihn und noch vier seiner Gefthrten
SU kaufen und' sie nach Swearah tu bringen. Sidi Hm^
met n^endete alle seine Habe daran, m xu bexahien
und trat mit seinem Bruder S$id die Reise an, sie
durch die Wüste su führen.
Die Eiitbehrungen und Beschwerden auf dieser Reise
waren nicht minder, grofs , als die bisherigen ; allein es
^rürde zu weit führen, alli^ Vorfälle hier erzählen %a.
wollen. Sie fanden ein paar Mal fHsohe Quellen , wo sie
•ich erquickteil und mit Wasser sich versorgten und be-
gegneten mehrem Arabischen Horden, die sie gastfreund-
Hoh aufnahmen. Ein Vorfall eigner Art, den «ter Ver-
fuser erzKhlt, beweiset' für die Macht dir Religion unte^
diesen wilden Horden. Sie fanden eines Tags ^zwei mit
SScken beladene Kkmeele, lund bemerkten nach^ einigend
P^achmchen^ dfifs der Besitzer- • Jergeljben $chlaf«. . ^ Si«
führte» die Kameele bei Spite, (prfneteii die Säcke, fan-
den, Gerste darin upd nahm^ si^ In dein kleinern
Sack, den .'^e dem schlafenden Araber geraubt Ratten,
befand siqh Ger^tenmehl. Der Fund erfreute sie hoch-
lieh. Sie mischten es sogleich mit Wasser,^ afsen und
gaben auch ihren Sclaven von diesem leckem Mahl^.
Nach etwa einer halben Stunde kam ein Mann pachge-
rannt s ^^n inan sogleich für den Eig^nthütner d«r K%-
zneele erkannte. Er rief, daf^ e;r einen Theil seines
Eigenthums verloren hätte; un4 dafs ';^ie es ihm gendxn.-
||ien habe» wivf^ten ; dafs er ihr Bruder sey, und liebe^r
sterben , als eine solche schlechte HaBdlun|; be^ehei^^
oder dulden wolle. Und da sie die Feuergewehre gegen
41^11 in Bereitschaft hielten , sagte er: , »Ihr habt Feuer-
gewehrt (^Celibeatahs) ;. ich glaube wohl, d^^Xs ihr piic|;L
augen))li9klich tödten köpnt; .afeer. d^r Gott de^Gerechtig«
ieitjst mein Schild, er wird die ünschi^ld sghüta^en -r
ich fü^cKte euch laicht" — Naph la^igem §treile, wobei
^iinsi^e IJerren sich rechtfertigten, die Vorräthe ^^on\;>
xnen zu haben, i«eil wir,, ihre Sclaven, de^p Vprhungeyn
nahe wären , erwiederte er , dafs er wohl bereit geweseij^L
'^äre, .uns etwas zu geben, wenn wir ihn geweckt hat«
ten. Er bekam eAcilich sein ^^genthi^m. fi}rüci^, mid
)pchie4 J^iedUch, . . ^
^ Gegei^ die Mitt,e Oktober» hatteA sie sich auf ihre?
Heise, ^er .«^ec wieder genähert. Der Verfasser bemerkt,
dafs die See /hier im Lauf der Zeiten beträchtlich zur
jrtickgetretexi sey. Sie setzten ihre Heise in dem eheiha-
}^eii Bette de$ B^eeres fort^ Die Fiirciht vor Hanbern
%wang sie, mit der gröfsten Vorsicht ihre Heise fortzu-
setzen. Den ]&. Qctober fanden sie einen kleinen Fle<:)^
t^a^des, der bebaut war. E^ war der erste Blick j^ wel-
cHir ftvf Beweise won beginnender Gultur fiel ; sie be-,
pachteten ihn als den Anfang glüpl^icKe^er Tagp. Ain 19*
Octol^er NaQhmittefts er^)lickten ^e endlich ein TW,
durc^ das ein fe«icH vom reinsten Wasser unter grüne9.
PiUchen* und vpllbiühendeii Bäum.en hinilofs. „ ij^übe,,
Psel ivi4 Schaffe weid^en im jru«en Qr^se ,- i|nd,ein<^
' Bücher - Rtcensione^n. ^ 805
fteiHe Von Dattelbäumen schmückten un4 betch^tteten
den J^and des Büchleins,* Die Arab<?r nennen e^ tl fPood
"Noon, oder den Fluls Nun. -Das I^ntzücken der armen
Gefangenen über den Anblick dieses Thaies war unbe-
fchreiblich. Sidi Harnet bohlte ihnen aus ein&r der klei-
nen, nahe liegenden Hütten Honigscheibeo und veT^
theilte sie unter sie,
De« andern T«g8 hielten sie hier' Kasttag« Sie iahen
ganze Züge unbe^adener Kameele von dem AVeg her, den
sie gekommen, vorüberziehen, andere abei: mit Gerste,
Salz, £Usen und /andern Handelsartikeln beladen« der
Wüste zuwandern, Auch zogen mehrere Männerhaufen
SU Pferde vorüber. Sie hatten sohöne Pferde von Arabir
scher Rasse, Die Eingehorngn waren von einem andera
Stamme, als die^ welche sie bisher gesehen; sie trugea
ein Stück Wollenzeuoh um den Leib geschlungen« das aie
deckte und bis an^s Knie lierabfi^; oder auch einen -^on*
tetf G^labhia genannt, auf dieselbe Weise gemacht|
nMt kurzen Aermeln , und eine Kapuze bodeokte gewöhn*
}ich.den Kopfj die, welche den I^opf nicht mit der K^*
puze bedeckten , trugen eine Axt Turban. Das lüUid ($11*
lam) ist von grobem, schwarzen Zeuche gemacht. Es wa-
ren gröfitentheiU ^a^l^e L^ute , fünf Fufs und 8 bis 10
Zoll grofs, und un^irsetzt. Ihre Farbe ist blaXs oliir^
pen Bart trugen sie so l^ng, als er wächst; einen MaAJi|
der keinen greisen, starken Bftrt l]^at| h^tea fie für neir«
|>isch und aQhten ihn geringe
Kurz darauf vt^T^e ,$idi Uamtt ,von heftigen Kopf-i
und GUfdfrtchmerzen befallen. Pie Araber, die gerade,
^it am Zuge waren ^ gezeigten grofses Mitleid, zünde-
ten ein Feuer an, «^hielten seinen. Kopf dari^n und röste-
ten , $Q m sagen , sein Gehinj. Da diefs nichts hal^
nahmen sie. zu einem andern noch seltsamem Mittel ihre
Zuflucht. Sie hielten ein grolses Messer in das Feuefir
und liefseo es heifs w.erden: dann pachte sein Brudec
xnit\dem Kücken des&elbeu, heils^^ wie es war. Striche,
über den Kopf nach allen Kichtungeu; und wenn ea^ et-
was kalt wurde, .liefs er es wieder heifs werden» u^^
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906 ' Bücher* ^ecensionen*
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fuhr forty tuf solche Weise fiber a)Ift Glieds StrtcKe xu
ttiaclien und die Haut su^ verbrennen. Da einer von deit
Gefangenen seit einigei: Zeit ebenfalls kwCnUich gewesen,
Wendeten sie bei demselben das nämliche Mittel an t der Arme
konnte nichts., als bei jeder Berührung zu schreie^: Gott
•ey mir gnädig t Am 8^. October wurden sie von K£n-
l>em überfallen, entkamen aber glücklich der Gefahr.
\
Sie kamen jetvt m mehrern kleinen, mit Mauem.
umgebenen, StHdtchen oder D'drftm. Die Gärten warem
ebenfalls von der Mauer eingeschlossen. Die Leute pflüg*
ten j und hatten dasu gewöhnlich eine Kuh und einen.
£sel zusammengespannt. Einem netten Anfall von Räu*
l)0m entgiengen sie wieder glücklich. Die Entzweiung
det Sidi Hamti mit seinem Bruder Seid hfitte die unglüek*
liehen Sciaven nahe am Ziel der Kettung fast um die Aus-
licht dazu gebrcK:ht; allein Sidi Htfmet. zeigte das vor*
treflichste Herz, fir rchofs im Streite sein Gewehr in
die Luft und rief seinem Bruder zu : '„Jetzt bin icH
wehrlos, sohiefie^ deines Bruders Herz ist - deiner Ku«
g^l offen: räche dich an deinem WoMthäler!'* Diefä
entwaffnete den wüthenden Seidi
Den 23> Ottober erreichten ^ie wieder ein mit Mauern
.umgebenes Dorf. Ein Mann von sehr ernstem Aussehen,
Namens SidiMohammtd. nahm sie freundlich auf. Na^tv
dem er RiUy um Manches befragt hatte, sagte er ihm,
dafs er selbst oft. in Swearah gewesen sey. Ni^chdem sie
gegessen, rief Sidi Hamet ons^rn Verfasser, und sagte
ihm, er solle einen Brief an seinen Freund in Swearah
schreiben; er wolle mit Sidi Mohammed dahin reiten,
sie sollten indefs hier bleiben. Welle sein Freund die
versprochene Summe bezahlen, so solle er frei und bald
in Swearah Seiyn. Rilejr schrieb, erzählte darin mit ein
paar Worten sein Schicksal, nannte die Handelshäuser,
mit denen er in Verbindung stünde , uhd addressirte den
Brief „an den Englischen, Französischen, Spanisohen
oder Americanischeu Gonsul oder efn/en andern ch'ristli«
chen Kaufmann in Majadore oder Swearah,*^ Uebrigens
war er in den an gstigendsten Besorgnissen, ob auch Jemand
'Bücher'-- Recen'sioneh, öof
^fdk teifter '«rlM^nnen tind ihn 4iisl6sen wfird«. So reis^tfe
deim SM ßhtnut kh, ' Einige Tage nach Sidi Bam$i*M Ah*
reise encbien ein antelinlicher Mann, der alt ^eke^
AU begrÜTtt wurde. Der Verfasser enXhlt, dafs derselbe
ulle Tfedente besessen habe, sidi Achtung tn erwerben«
Einsicht, Würde und eine seltene Beredtsamkeit. AYb
•illteii Tage nach Sidi Hmntt'^s Abreise kam ein Maure
«US Mojadür§ an, und sagte ihm: seinen Brief habe eth
Englischer Kaufiüann, Namens ffilUam Willthirt^ er-
halten , ' und sey sogleich bereit gewesen , das Lösegeld
fkx ihn tu xahlen: derselbe habe ihn sogleich abgesen-
det, um sie nach MojaiotM zu geleiten und mit allen
Bedürfnissen zu versehen. Er hatte ' ^n freundliches
Schreiben desselben an Rilty bei sich, uud brachte ihm
so Trost und Hülfe. Während die Gefangenen sich Über
die Wendung ihres Schicksals beglückwünschten, trat
Schitk Ali auf, und sagte: Sidi Harnet sey ein Narr ge-
wesen, um solches Spbttgeld sich den vielen Gefahren rnt*-
zusetzen ; derselbe sey jetit in der Gewalt eines Christen, '
'der ihn gewifs tfidten und berauben wolle, per Maure
JttfuM hti Coitim zeigte bei diesem Vorfall Muth uud
Gewandtheit auf die wirksamste Weise« Et behauptete:
die Fremdlinge seyea seine redbtmSfsig erhim^ehen $c!a*-
Ven^ Und KUif sey gar nicht' der Gapitäh, sondern ein
bloXser Sehiffsmann. So reisHem sie denn ab.
... - _ >
ff
Ihr Weg führte sie an den Ruinen einer fÜogst zer-
störten Stadt vorüber. Was der Verfasser hier aus Sidi
Mtihammed* Munde mittheilt, ist zu charakteristisch,
' als dais wir*s ühergehen dürften. Diese Stadt war vor
40 Jahren von Omar Kasthid erbaut worden und hiefs
'WidnmK Die Zahl der ersten Einwohner, die etwa 500
Seelen betragen haben möchte, stieg^ in wenig lahren auf
einige Tausende. Sit bebauten di« Felder rund herum,
legtenf Gärten an, und hatten Üeberfhtfi anf Früchten,
Brod und Gemüfen. Sie waren von allen Nachbarn geach^
tet und geliebt ; denxl sie waren weise und gerecht. Omar
liiefs nun der gute, ich selbst, sagte 'Sidi Mohammed^
Iratte ihm in meiner Kindheit gar viel zu danken. Wie
alle Menschen , so hatte auch 6Sr teine Feinde. Mntt
/
tO^ Sucher • S,e,cension.&n^ ,
derselbe» grH£ ihn. vor etwa eo- Jahren an^ liU aher ein*
füfchterliche, Niederlage, Nach Omars kurs darauf er-
folgtexn Tods bekam sein ältester Sohn , Mu.Uy Jsmatjf
.^^ Aegierup^ , ein ausgearteter Mensch , der nur Aut-'
fchweifiinge^L ergehep war. Kesch-bah, ein jüngerer Bra^
der desselben, ein ehrgeiziger^ jitnger Mann entzvvaite
sich nach einiger Zeit mit ihin> floh in die Gebirge, fand
dort seines Vaters alten Feind, vereinigte sich mit ihna^
und iso überfielen sie in .einer dunkeln Nacht die 3tadt» ^ Ei3ß
schreckliches Blutbad begann. Alle Mänaer bis au£ zwei^
die entkamen ) wurden erschlagen. Weiber ^ud Kjnd^
theilten. dasselbe Schicksal, bis auf zwei hundert Jung^
£rauen, .die für d^e hnst der Sieger apfg^sparet wurde»«
Mit Schätzen und den Heerden der Einwohner beladen
' verlie^sen sie die S.t^dt,^ die^ Mittags schon ein Schutt?
häufen war^ ^a spät kam die Hülfe der Nachbarn. ; Sidi
,^ Mohahimed war selbst uxiter den Verfolgern gewesen und
zeigte eine bei diese;r Gelegenheit erhaltene WuAde.,
< 4.n ^^ Gränz^ - des Marokkanischeni lUiches . machte
.Scheik >2/i t^OQh einen Versuch, die arn^en Gefangenen
sich zuzueignen. .Sie mufsten deXs wegen mehrere. T^gp
in Stuka verweilen;, allein Kais hei Cossirn*s List und. f er
9ter Muth vereitelte sein Vorhaben« So langten sie denn
glücklich in Santa Cfut.odtx Jgader an. Die. Stadt liegt
auf einer Anhöhe, hat weifse Mauern und wird^ daher
schon in weiter .Feri^ bemerkt, J^ie Umgebungen sind
fruchtbar. I)attel - » Granatäpfel - , Qrangen - Bäume,,
Weinreben u.s^w. sah hian ai^f allen Seiten, grolse I^eer-
den weideten in den G^üschcn.und die Einwohner be«
schäftigten isich^ ihre Gerste, zu bauen. Auf dem 'Wege
kamen sie übe^ grolse Sandhügel, die ihre Reise höchst
beschwerlich machten« Der Sand häuft sich hier oft ' sch
dafs er ganze Städte bedeckt. So zogen sie an Kabeah
vorüber,- das einst ^ein blühender Ort gewesen seyn soll,
wie ihnen AfuZ</. I^ra^ im .sagte,' der selbst darin gebo-
ten war. In Sa^^ Cru«. mufsten die Gefangenen näohtr
lieh .flieh 619, um den Nachstellungen des Scheik AH zu
entgehen. S4e stiesen in dieser Napht noch auf de[n, aue
Sipearah ihnen entgegenkommenden Sidi HamtU ,
Suchet - Re teniionin, ^ HO^
9
Endlich erblickten sie die Stadt Swearäh mä der
Ifisel Müfjadort und sahen im Haven t^n eitler Brigg difr
Englische Flagge wehen. ^,Muth, sagte der gute I^ais,
hier ist Swearah, und dort ein Schiff , das euch , wenn
Qol^t will, fh eure Heimath bringen soll. Ich danke mei«
nein Gott, dafk eure Leiden bald zu Ende sind, und dafs
er mich würdig befanden 'hat, ein Werkzeug eurer Er- v
lösung zu seyn*'' So kamen sie denn in Swtarah an.
Mr. WiHshitt kam 'ihnen entgegen, und nahm die 'Er-' ^
barmenswnrdigen freundlich auf. Sie wurden gereinigt,
gekleidet und' gespeiset. ' Ein Arzt , der seine Studien in'
Jktoshow gemacht und Teutschland und Italie;i durch-
reiset hatte, nahm sie unter seine Aufsicht. Aber RU
ley^T Gemüth war rom Wechsel der Dinge so angegrif-
fen y dals er drei Tage geistesabwesend war.
Unterdessen kam auch durch einen Courier des Ge«
nerftlconsuls Simpson in Tanger ein Schreiben von Ho^
ratio Sprague aus Gibraltar an, das Riley Hülfe brachte*
. Mit dem XXV. Cap. beginnt der, für die Erweiterung
d^r Geographie ^lochst interesaante Tbeil der Reise, näm-
lich die Erzählung der Kar avantn-" Reisen des Sidi Harnet
durch di4 grefse fVüite nach Tombucto^ und Wastanah*
Wir übergehen hier diesen Abschnitt, weil er abgeson--.
dert vorgetragen werden sf^ll, wie wir diese unsere Ab-»
sieht »|»ereits am Eingange ausgesprpchen haben.
m
m
Nach 14 Tagen reis'te Sidi Harnet nach seiner Hei-
math zurück. ßei^mAbschie4e schwur er noch, die Übrige
Schiffsmannschaft tu retten, wenn ihm Gott das Leben
lielse. Er schied höchst gerührt unter vielen Thräuen«
In der zweiten Hälfte des Werkes bh^lt.der Ver-
fasser seine, auf die Geographie und Statistik des Afrika-
nischen Küstenlandes, der Wüste Zahara und des Keichea*
Marokko Bezug habenden, Bemerkungen mit. £r sagt,,
dafs er oft gehört habe, dafs die Wüste voll giftiger
Thiere sey, nämlich Schlangen und andere kriechen^
de Thiere; „aber, fährt er fort, ich' bemerkte nie der-
fleickcn, dem» #• ist für jcdf ^Thier^ das Wais«r bedai€,
. \
2X0 Bücher • Recensionen*
lUiinBglich, ^ier zu leben/^ Fast jeder Strich der Wüste
ist.' von Araber • J^orden bewohnt, die yon iKren Kame«^^
Jen leben, von Thal zu Thal ziehen, und nur für ihrc^
Kanieele Futter suchen. Die Familien bestehen aus den«
VatjB^ und einem oder mehrern Weibern , ihren Kindern,
und einigen schwarzen Sclavexi. Die IVeichen haben ih*^'
irer zwei, dr^i, inännlichen und weihlichen Geschlechts^
Sie werden im Umgange, wie die Kinder der Familie,
iiehandelt. Mit Arabischen Weibern dürfen sie bei Tpdes«
atrafe sich iiiclit verbinden. Sie heirathen unter einander
mit Bewilligung ihres Herrn, die Kinder bleiben Sola»
ven. Hat einer seinem Herrn lange gedient, so wird er
oft auch frei , Als Mahommedaner sind sie zu häu-
£gem Waschen verpflichtet. Bei dem Mangel an Wasser
gebrauchen sie dazu Sand. Sie gehen i^nmer baarfi^Xf; die
Kinder gehen ganz nackt bis zum männlichen Alter ; da-
her ihre t^wa^fe Faibe. JDie Knaben werden in ihrem
•iiften Jahre beschnitten , nicht , weil die Religion ' es
«tili, sondern aus Gz;ünden , die im Klima liegen. Die
Jänner sind aufgeräumter, scharfsinniger und thätiger,
üagt der Verfasser', als ixan sie irgendwo in der Wdlt
trifft. Sie sind die Herren ihrer Familie, und streng und
s;rau8am gegen i^re Weiber, die sie als nothwendige Scla^
ven behandeln und ihnen nicht mehr Freiheit gestatten,
als ihren Negern. Sie werden als Wesen ohne Seele be-
trachtet,^ Qnd diirfeii darum an den Religionsübungeu der
Männer nicht Antheil -.aehmen , auch selten sich in di^
Un^rredungen der Männer mischen. Diese harte Be-
handlung macht, daTs sie schmutzig und ohne jenes Mit-
gefühl und 'jenen 2artsinn sind, der diesem Geschlechte
tonst so eigenthümlich ist.
Al^a Arabei5, sagt der Ver£usex, lernen lesen und
tdirelben; in jeder Familie oder b^i jedem Stamme be*
4ndet eich ein Lehrer. Alle beschnittenen Knaben ler-
nen Verse ans dem Koran* Der Lehrer unterhält sie
chirch angenehme und belehrende Erzählungen, und lies^t
ibnea andere Bücher vor ; denn ' sie ' haben eine grpffle
Itfenge von Gedichten u. t* w. ^ Sie waren höchst fiber-
r«jNiht, dan Verfasser die Arabiashen Zahleii schreibst
.Bücher - Recensionen. ail
sa sehen, und glaubten, er müsse einmal der Sclare ei-
nes Arabischen Kaufmanns gcwresen seyn. Unglaublich
scHeioty was der Verfasser Ton dem Alter der Araber
s«^ Er erzählt, er habe einen Mann und %m%i Weiber'
gesAeUy die er für älter hielt, als irgend einen .bisher
gesehenen Menschen« Sie hatten bereits am ganten K5r«
per die Haare ▼erlortUi das Fleisch war gans verschwun-
den, die Haut was an den Beinen gan« fest geworden*.
Sie. schienen des Gebrauchs aller Sinne beraubt» und
würden, wenn ihnen die Eingeweide herausgenommen
worden wären, gant und gar wie Mumien ausgesehen
haben. „Ich bin llbenengt, sagt ZU7s^, der Anblick sol-
cher Wesen hatdieAegyptier tuerst auf die Idee gebracht,
die Leichname ihrer Freunde tu trocknen und Aufzu-
bewahren. Die sorglose Jugend gebildeter Aeltem könn-
te Ton diesen Barbaren kindliche Liebe lernen, fährt er.
fort: die Alten bekommen immer den ersten Trunk Miloh^
und werden immer mitVortug behandelt«** In Afe;sdors
sagte ihm Sidi Hamtt , dafs die erwähnten Alten fast drei
hundert. Jahre alt seyen. Auf die Fr^ge, wie sie ihr
Alter wissen könnUn? belehrte er ihn» dafs jede Familie
die Namen und das Alter der Kinder in ein Register ein»,
tragen, das sie mit dem Koran aufbewahren. Der Ver-
fasser sagt, er sey .ftberteugt, dafs hundert und tausend
Araber in einem Alter ron soo Jahren leben, und ent-
wickelt die Gründe für diese Annahme noch weiter*
Im XXVn. Cap. giebt der Verfasser, eine kntte Be-
schreibung von «Vii#s öder der 5ud*Bsr^srsi, die aber
nur das bereits grÖfstentheils Bekannte wiederhohU>
Die erste Stadt, die man erreicht, wenn man aus der .
Wäste kommt, ist Walitltim^ die 10,000 Einwohner
tählen soa WUnan ist die gröfste, die Zahl ihrer Bin»
wohner wird Ton den Arabern auf 309OOO Angegeben*
SchtUm vählt 4,000 ; Stuka ist weiter oben schon ge* .
nsnnt worden. Der Kaiser von,Marokkp maaCst sich twar
die Oberherrschaft über diefs Land an,- aber seine Ge-
walt reicht nicht weit fiber AgatUr hinaus : es ist also
gant unabhängig. Der Boden ist höchst fruchtbar ; Wai- ,
ten, Gerste, Mais u.s.w, yr Corden Mufig gebaut^ Datteln,,^
ÖlÖ Bücher - Recension^H.
felgenu. s.w. wachsen in gfofsem Ueberflusse. Die i,ahl
der Einwohner von Suie^ hiit EinschluXs der weiXscil
und schwarzen Sclaven, wird auf eine Million geschätzt.
Kurz ^ vor der Ankunft des : VerjFassers iu Swtardh wikt-
d«t Gouverneur oder Pascha roti dem Feidzuge dtthin
zurtickgekehtt , den er gege/i die Rebellen von -Dutjutliä
unternommen hatte. Während seiner Anwesenheit gieng'
ein Wechsel des Gouvernements vor, der ^für die Juden
sehr nachtheilig war und dem Verfasser Gelegenheit
giebt, von ihren hiesigen Veiiliältnissen tu sprechen*
Christliche Kaufleute sind nur vier in Sunarah» Von der
Stadt selbst) sagt der Verfasser: j^Mojadorey von den Matt'«'
Ten ^ und Arabern Swtarah, oder das schöne Gemälde ge*
nannt^ ist 1 anglicht gebaut. Die Stadt ist drei Viertel
Meilen lang^ eine halbe Meile breit, und liegt auf eiUer
Halbinselt »Die Mauer ist von Steinen^ sechs Fufs dick
und zfkranzig Fufs hoch gebaut^ hat kleine Thürme und
Batteriett^ in jeder Ecke. Sie ist in drei 'Abtheilungeu
getheüt; die christlichen Kaufleute wohnen in der Fe«-
stung, Wo auch 4 jüdische Kaufleute ihre Waaren haben.
In der Mittelstadt wohnen die Handwerker, und dort
wird atioh der Markt gehalten. Ostwärts davon ist >das
Quartier dei freien Schwarzen , deren Zahl 2,000 betraf
gensoll.^/ Dfts vierte Quartier ist die Judenstadt - odet
Millah^ Die Stadt wurde von Sidi Mohamrned^ Muley
Soliman^s Vater , erbaut und ist nach Tanger der ein-
zige erträgliche Haven im Maurischen Keichö, Und det
einzige , wo fremde Schiffe eine Art von Handelsfrei->
heit genieften. Die Häuser sind gut gebaut und wur-
den ^ wie man sagt, unter der Aufsicht Europäischer
Künstler aufgeführt: sie ist bei Weitem die hübscheste
, Stadt des Reiches ^ und soll gegen ^0^^)00 Maniren und-v
Schwarze und 6fOoo Juden zählen. Ueber 6ie Abnahme
des Handels theilt der Verfasser interessante BemerkuU*,.
geu mit, und giebt als Grund an ^^ dafs die Regierung
absichtlich die Vei'armung der Unterthanen hetbei(üh«
ren wolle.
Das XXXt Cap. euthält eine iritercssante Vergleich*
HAg def jetzigen Araber, mit den ehmaligen Juden« -- '
/
BScher • Recensionen. 913.
Xa d&a cntftt Taft» <m jMniTtJt8i6 lieft Ritex *«i-
WB X«eidcnsgelM)irt«ii «uf eineni Geanetitclieii Schiffe nach
OÜMrttltar eiatchiffen , er telbft teUte teiDe Reite, da oc
«cE stark genug fühlte, su Land nach Tanger fozt.
Da vrir in dem letzten Capitel wenig oder nichts finden^
was bisher uabekaiinte Auffchlfifse tiber den Zustand
' dieses Theilf der Afrikaniishen Küste gebe, so eignaa
•igIi. ^etelben tu ksinem. Auisugt«
An» cl^Qk bisher Mil^ethsjltett werden die ^eser eint
tiemÜcsi ' Häiiige \ind vollmndige Aniichf 'ron 'dem
Wertb« dieses Werkes erhalten haben. Wenn den geo*
graphischen Wifsenschafftan- aweh keine grofse Berei«
cherung daraus erwichst, so ist doch manche interes-
eaat* Bemerkung darin enthalten and der Antheü , dea
dia Schlfikf^^* der un(^l{(cUichen Gefangenen arwecktfy
9uickt dip LectÜre dasselbea aaziehead.
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iV. A Q- M. 11. Bis. 2. St.
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iTtT^J '. •'. I ■•.I 1; *V . ' . f '-•' > . ■ '.
CHARTl^N -- REC^&NS JONEN,
'Neu erschienene Specialcharten'voh den eintelneit
Regierungsbezirken der Preußischen Monar-
chie. Weimar im Verlage des geographischen
Institut* Igir- ^' ' .
Dai gMgnpIiuclia Inititut Jrt in dieier Uatnasli-
mung bii ]etit lO weit vorgucliritteti , al* die hereits
«alleDilata Kreiieintkeilutig der betreffenden Regienuigt-
*-ieiirka, in lo fem tia alt wirklich fett bettehend wof
jeiehen werden kann, et erlaubt hat, die Hera uigab« An
Legiemngibeuika- Charten tu nntem^unen. Da gedacbto
Lreiiejntluilang aber, in mebreren Aegierungdwiirkea
loeh iBuner nicht Tollendet iit, lo wird die Beendifnng
ieier Arbeit andi ertt dann getchehen können, wew
:ie Prenliitcben fiebSrden endlich nut dietcr Arbeit tu
Itande gakommen »yn werden. Wir beben den Letant
«rriu die Anieige Ton den Special e h arte» der lUgie*
UBgAexirlca *ov Fraid^rt, Magd*iurg, PMtd»m, S*r»
In, MtrMhnrg, Erfurt und Bramitrg gemacht, hMMi
ind aoamAhr neo^. folgend« gebildet werdeu.
> ■
^ ßeeialc kw^e 0ön dem kämigtich Preufnnlurt B0*
xirke der Regierung zu Munster 9 nach det^
men neutner BinAsüung in 10 l0m4räiUich0
Mreise,
1
2>i«t« Speeial'» Charte in «nt d«a Seetisacit 44 Md^
45 OsMtthrü€k^ 53 ir«#«/, 54 Müfuttr, 55 ßUUftU im«
65 Elbir/ttd der topofrapl^itfch - miHtürifclim Gbart«
Toa TentfohUiid gebildet worden, und gehören dIeM
Beetionen mit tu den rortfiglieliflten dieser Gherte, dft
die ^ofee L« Cey^eehe Charta: von Wef tphalen deutelhea
ftölctentheili.ele Material gedient hat. Dieter Regie«
rong'aBetlTk» der ans allen, mm vormaligen Bitth um Mün»
smr wit JS&ppm^e^e fehteigen Beeittvifgeii, Ibeaer 4«i
GraStchaften Stginfurt^ Teckl^nburg und A€diHn$kmu4n,
der ohern Grafschaft Ltngm und den Herrtchaften OtA«
nun^ Anholt und Orcjuku gebildet worden, ist )ettt in
die 10 landräthliehen Kreiees- Münster^ TtekUnburg^ IFe«
rtndotf^ H€ekum, Lüdinghau$€n, Coes/Mp ReekUnghau»
em^ Jordbeti, iliaae und 'St^imfurt getbeilt, - Mteft QtMn»
^ßm in betagter Special* Charte geeeu iiac]|:.dtt^>üt^AAtf
hletfte No. 2 der Regierung m Muwj dt m w heh^n% g taeettefc
Emiheihuig det Regiemngtbeflirkt eingBtngeA lied/ Leidei^
1^ aber die, ron dea.re^. Rcgferungea h b atith ü ich dee
aeoen Kreiteisthellung erlaeteuen , BekmitttifaaishangeB te
«■gleichlömiigy «ad ntenciM to anbei timmt, daft et «uwei-
len'tmVermetdlich itt, hat der Benutraagdenelbeaia Fehler
tu ▼erfeüen. - Se tind i. B. ia der erwähnten BekaaatK
■lachuag «war gtsram aUe ^idte und Kirohtpiele einet )#•
tat neaev JLreMet angegebeifr^ alieia eii welehem Hixiili^
e^ele die grbfte Aaithl der ihrigen Dörfe«^ iHreÜeiv
WBt& ete. gehUre, itt daraut trieht «u etitMÜMaen |(ew*^
«en, daher in dieter Ifinticht wehl »aiaAe ikleühie UÜ*
xMitigheit Ia der Begrüatuiig der Kreiee rerealafit wee»
db»ee^n dirfte. Det iMfMpli* iMlttttt bat 4U Tenkip
■>
i
gebimnblit), ▼äü denjenigen Refi^mngibetirkf - Gha^«»^
von denen die Kreis * Gränzbef tinunungen nicht rdUi^
9«iatt: uikd beitiifcint' angegäieB.. wozdniy'' nur* eln^fSU
ring^ Aiizabl Exemplare in> Püblipuxn su bringev, iiut&
Torläuiig alle etwa nötliig werdende Bericbtigungen ata
^waflTtea, nnd ttlbige 8<idann unrertüglieb- den %etref*
fendüi Charten ^inzurerleiben. Aus diesem'. GfsiAhta«
panote betrachtet, ,wird man also^ die»e Specialcharten ror
der Hand mit aller Nachsicht beurtheilen müssen , dfi
das geographische Institut sie selbst nicht «Is etwas /«ns
WMttfr^M^^üi^ U^v^rHü^fHeh^s ausgießt. /
''•■'■••-■•
^je^lalchartß von 4^m Bezirke derJkö^iglichJreif-i
i.ßieahmiAefierung zu Mindeny nmek 4*ss9k
neuester Eihtheilüng in i^lari^räihlichä Kj^fi^
,. sß^ mhgetheilu ,
. Diet/Sfacialcbarta dieses llagiei:nn|s]ieaitiiier
dt« Sacfaaaan 4g OtnmkHikW\ 46 Hanmuet , ^-MUUfdi^
gb Ityrm0nti ^.' drwmtitrg und &i Cutul der top. aüit*'*
Gbartd vöi| OVsittiChifSid^ Auch diese gehören an den*
^jaingin.BliHern die«er.€ha]äe^ denen .grdfnentheils d^
Xsce^*sohfl Gsharte Täki Jl^^#s^«ffi» aie Ornndlage dient |^
aiA verdieaen daher alles. ZutisattcaiY ; IHe Beaten dtfafste
dkaea Biegseaimgsbeaiikes aind^ <iaa Förstinithtt^ Aftadciv
dw Gndilchaft Anecn^sr^f di^ Ffirsteatlifimer Pßdmh^m
lUNi Ce^v^Tf <!«• Amt A^eftän^i^, ibar'^rftfsciiaft * Afit*K
^4f^:itnd «Se.Bentchaflea |UM« und^^^ister^iD^. waichaft
l^lMvalir 49 dia. lg. butd^ithlsoheu Kreise: Afm^m* (SladtN
fareit)!^ ;MHi4#fi (JLandloNMa) , äahiUn, Aünißi lUrJ^fd^
MiMhM^^'Mfill^i fnUmbrüeh, F^ihrkprn, Büthifh f^9m
J«rf , tKd«««r sind. Bfa^M abgetiieüt ist. Die EintNK
Iplllf d«r JkeUgxJliiypR «des If^^ dfta OtMUi
t :;
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iil mlilH^tli 6 8«GtiMiw ift iMok der, In N«^tS cTet MTn*
-AmteUstU- befiafUiehea- Muuintmsehliii^* dersel«
▼oa^MiM» d«r Regiorlmg, fetolielMn «nd ds di^td,
flniter der Asgebe der Kirchspiele, ftach die Qbrigea
DoKiccliaSteu einet |eden Krebset aagiebt, fo itt diese Ar«
keit sclioii genaaer «utgefallen, als bei der Cbarte des
▼•rerwftbnteii Betirks Ton aikn9Ur% weaa aQoh nicht vx
UUignen ist, 4afs hin und wieder anf der Ghart^ einigte«
in besagter Kreiseialfacilimg angerfibrte, Orte gänslick
fehlen, Toa walchen wohl w wibischta «tre^ daüp sia
üuraiB richtigen Plat« auf den Sectionan* erhalten m5ch«
«en. Uebrigens 'Hat auch diese Charte^ wie alle fibrigea
dargleichen, ihren hesondem Specialtitel mit den Ueber-
•iebta • Tableau , Farben * , Zeichen - ErklKrung nnd Maaia»
Stabe rersehen , und wird , ungeachtet der wenigen Mibt«
pel, aU^ Beamteten des RegierungAeairks gewils gata
Xheasta leisten können* Nacb den neueste» Zählunge«
im|UU die Stadtv Jtftn^». ...... 6,574S««1m
darXreis ikfin^^it . • •^* • • 33i3o'>-^-^
— ^ Rahden ..».....♦ 88,^00 —
-^ ^ BündB^ . .. • • . . 3a,P09| —
— —- B^rford . . . . pXiOQO — ,
•*- *— hiilqfM • •. -^ • • " 87»9oo «-
— — * HaU§ «•«••..• g g i a O Q -, **
— -^ . IFtsdsn^rtieft • .. . • Sa^iQO -«•
•*- *- Padtrbown • • . « • MtT^ "
«"■ ^^* Aursn • « . « ^ . . 8^,000 «"^
: T — Wuphurg 19,000 '—
. — — H»ßt$r ...... ao^oo —
-.- — Br»k4l . 19»aoo —
BevBlhartt^gdes ganten R^eruttgsbeiirkas 3959874 Seelen.
*•»
Hinsichtlich des Stadtkreises Üftnifsn bemedEtm wir noch«
daTs hiertu auf der Specialcharte nicht allein die Stadt selbst^
iofadem "das gante, tum ehemaligea West^ifliscWan 9tadt-
Gaaton MindsH gehöi^ey Gebiet gelingen ist» In dem
Jlsitsblatte ift iwar nur det Stadt ilfindsn selbst, 9i$ besoa-
deveriCrei», erwMhot, tedoch' von den-^ tum ehemalige»
Stadt - Xjaaton Mindsii gehörigen kleinen Ortiofaallen bai-
ner in dMH^MBiidmifi ;de» ^t^gm^ Otfh dos JfMinar
\
\
/
J«r Umiaiig d«s ekamaUgeo .C«9ton« Minden £i|r die
I «
■'3-
SpeoAlclutne , vom" dem königlich Pteif/sis^hen.B^t
zirk&'der Regierung zu C^llti^- nach des^
$ea neuester Buuheilung in li landrä$btich€
Er^$e*
Diese Chtrte ifc «its dea'4 ^ectionen d. t. m* Cb« r^
TeutBchl., 6^ Dussäldorf 65 Eiherfeld^';^ Jülich nnd^ ßontt
söfminmengetetst worden, die» ffo weit das rechte ft!ieiir>^
vier reielity «owohl in Hitificht der bennttten Quellen^
als tMcH liinsiohtlicb' dH 'Stichs zu den vorzfignchem'
der ^oAen GhaExte tob* Tentschland gehören. Der auf
dem linken Kheinafer dargestellte Theil dieser Section
ist freilieh in jeder Hinsicht *sehr unroUkommen, da tou
diesen Gegteden xurZ^it noch gar keine, Öffentlich be-
kannte Chntwi *ex{stiren , die dieselben nnr ertriglicK
darsiellten, und alles^ was darüber rorhanden ist, dnrcb*
i|ns fRr die fetzigen Bedürfhisse unbrauchbar fst. Dem
Vernehmen nach sucht die königlich PreiiTsische Regie«
rang diesem absoluten Mangel durch thätige, von dem«
|edem Geographen gewifsrÜhnilichst bekannten, Herrn 6e*
neral vom Mt^limg geleitete Aufoahmen abcalsblfen, dit*
Ten Resultate jedoch wobl.sobald noch nicht .in*s Pu«'
blicum ' kommen dürften.
legieruügtbf »rk YOtt Colb^, der «nt Tlieütn da«
Kanogthümer JüUch um) Berg, so wie der Sudt Ce/6»
mit d^H gx<ölsem TheiW des vormaligan Ersbisibnim
fleiclHf Vvmm «««gebadet werden ist, hat eio» Eim
tMqog in die xi kadräOUiehtfii Krtiae: Gütis^ <3tedfr*
ihf' AiMM^ ÜNp^iy^ MßtwtfuA^ -Iwkidh^fBnf frt^p9ffitwAt
JÜtfbMwim mfktHuit. Dim Qriafcflti 4]|H«r Ktdtü
i;i«MAM]f sack d«, dieMiUt i» Cl^lbur Amltblattft
l^ltwimt f MAftolileM. officiellffB Angafca ant Mut m^gUpt
eH«a Sorgfalt in die T«rik(g«ttd« Gkavl» «iiifstragcn; Im»
aü^lte« AaMUd^IatebettiiniBt iedaok des Uafaag der KreiM
*no]ft.iiiir Hack den dann begrMEtnanBiirgaraMiiteveMn (ehe«
»fta]ag«& Muicipalitllten)^ 4evaa 0rftni«tt -freilich nicht
fmiaor fani giinmu «ogegehen wertem koaallenY 4a keine
^orhatidanen. Charten telkigii- keieiaktten). doah dttrlten
"vrökl keinaUnrichtifkeiten Toa Bedantaag in der Charta
Yoi4i«ndaa aeyn, da di9 Grintea der Baigei ieiatereiea
oft - aiit daa beitimnit angegebenea Cantnafgiteicn tu«
aanaatenfüjan. Obgleich dia ClieaU kanite geeaaaM Zeil
in'e- PnWaam gebommea ift» so iiad aar Zeit aogk keine
Beiaaktigbngea deseelban beim gcJogBafkieckaa laftitot
aiagalattfiD« ....
4»
Speeialcharte von dem käniglUk Pr^ufsUchen 2e-
iirke der Regierung' zu Dütteldorf^, nach
dessen neuest er Eintkeäungüi 12 landräthlickA
, Xreise.
* mtm^m^mimm
Die 4*jSectionen dieaar Ckarta find dieselben ». wta>
die der ▼erhergehenden , ül welchen dieter Aegierangt«
bewirk mehr- nerdwestlich , der Torige eher tüddttlick
Mit. ^!e Materialien data lieferte dat Amtsblatt No. |.
d«r Rifgferttiig vx Dütw4ld»rf^ in welchem die Beitand«
thW^ de^ X2 neneii Kreise , ebenfftfir nach Bfirgermei«
saB»r«ilfti 'angegeben sind: daher in Bhisicitt der TbH«
kaitmeäeh Richtigkeit der Begr&kttiBg der Kreise dietel«
l^a: t%Atf!taisse i>b«Mten, wie bef der Charte 9es Ral»
glMüngiMMiAs' fönC»lin^ die Charte damnaeh filr dah
RttgalifillÜGit- aeeh ifttdit''ailt VaflbMaaatf tielMK aBJ||egif"
s.
0hmpi9n ^: tLii0 ritf t &nen.
Jien ir«Ed»n \uom. Die Elxnelitttiig; %i»Mhm^f tp mhm
die lüiüniiwtioxi, *^< ist ißbng«Bs - auf :di«tem , wie- «itf, mA^m^
fibrigen^ völlig gleichförmig« J^lach dm neaeiMi ZüW
Inogeili e&tlialileii di« rerschiedeneii Kreise dieies Ra^M^
vng^lnraxbRs. folgende •SeelenMM:, *
"• •
j. der Qr€f$ldt€r"BJtm
' S*'-» G rcven^rötcikar JKreis > .'
4* -^ N0us4€r tjttit - . . .
g. --. DmveUcrJtr Stadt «Xreic
6. -*- Dü43eid0rf€i^ Land-Kreu
7« •*** JS«jen«F Kreis ....
8. ^' Mlbtrfad^r Kreit ^ , .
9. ^«^ JtfietriiiatiMir Kreia • .
X6b «*• L^ngper Kreis
SI. «^/5a/i^^f r Kfeis
12. — Op-/ad#r Kreis
• • • •
•, • • -
an5»4 -*
38,714 ••-
ntoat ^-^
19394 —
Stileax^ des ganzem Re^ienmgsgaairka S^^tny gitt»"^
Specialcharte von dem Ttönigtich Preußischen Be^
zirke der Regierung zu Breslau^ nach des--
sen neuester Eintheilung in 14 landräthliche
. Kreise begränzt.
» •
,» ■» •
. Nacfe der »eueste», Ton der kqniglicB Praitfsisaia»
lUgicroag erlasseneii Cabinetsordre , die ▼erbessarta W« *
ricbtuBg der Proviacial- Behörde» in der Protw» icAÄi-
ftea betreffend, ist dieselbe in die 4 Bezirke. der HegipriUN
fen luBre/leu, LUgnitz^ Oppeln und fl«VÄenfi«4rA ga*
^eilt werden» und. die Bestandtheile. eine« jede^^egia^
xung^sixJEes sind namentlich in Np^ 17 des Ai^itsblf ttfi
te UsgAU^(A$n. ]9L4ii«rpH( o|fi«icU J^akttml gapad^
1
tpr«r4Mi« Oennaoli iMtCehl der Bexirk lUr Mutl^uu^htm
^e^«niiig Mxa den . eli«iiiftligeii KveiMii Br«WtfK^ Ntu*
mu i^h t \ Hkmilmm^ Brigg, OhlMi hat IToiMm/ ArtAUip,
O^U^ TrtbmiUp H^t^rtn^lHrg^^OuhraUf MilUfh^ Sttinath
Wmhlau und Cr$utzhurg. Nach der, in eben dieser Hin<»
#ichtner!«fteneBy Verordnung «ind 4i^ Ofinten deEXMii«
in SehUtUn rot der Hand unrerändert felilie)^, und
4i«, dnroh dte örtlioke» VivMknieM in Znkitnft etwrn
mOtliig ^ werdenden Abtretungen einielner Orttchallett von
ftve» Kieite «um «adpm , Thetlniig m gf^^er ««d Y«r«
grfHeerttmg m bkiner Kreiee , itt der Zukunft, .ufoh g«*
Mitfr CMrtfung der Verbältaisfe, vorbfbAlten» Dea^
»aeh f teilt, die retlifgende Charte i&r |«tat nock die Ein«
tlieilinig des Regierungibesirkt wm^Br^shm napk der okeik
«ngefakrten KreiteintkeUung, in den 9 Seotienen der to«
pograpkieekoiffilitilritcken Charte vea TeatecUayd, 6^
Scklaiee, 74 WohUu^ 75 Orlx, 76 AAdbMo/, -87 J^kieeni-i
Mite, 88 Breslau^ 89 C7r#iitehirg . und Mi A#i#J«„oMole
der gewöhnlichen Art dieser Regierun^abexirkf Charten dar.
DaTs ,aber diese mntJieilttng« naeh den», bei 4^ neueik
, Orgaiiisiruttg der Preufsischen Provinien angenenuat^
aen^ Arrondirungssyttem schwerlich so bleiben , sondern
«ne baldige Veränderung erleiden werde , oder Tielleioli^
in diesem Augenblieke schon erlitten hat, davon gMc
^ Anaickt cUeser Sfecialcharte die btfstre Uebereieht;
de wird also bis xu dies.em Zeitpuncte als interimisti-
ecke geographische Alrbeit ^gleidhe Dienste , mii dik ttm*
t*n Eegicnugsbetuktckavtea,
1 - • •
' * ' i
Spmcimleharts^ von dem königlich .PrmfiUchen JBß^
zirke der Regierung zu Reich enb ach, nach
dfsscft neuester Eintheüung 4^ iO l4(ndräthli%
•' che Kreise.
■ • • I I r
• Dms» €]i«tt» .wixd. ▼•« $ $«oti»atBt 8$ OM(^«^i^
M« NtUs^t 114 K&nigingrdtt und 115 :i?i«riiia«tlal. lont
vuct^ äi* la Kreide diesaft Ragiftmn^tlieinkt nad di«
Xr«if# Nimpuchj JliüntHrhtrg ^ Frmnhtnttgin f Bm^ibiiM
2«0A/S(/bflMttfnl»ry. SirMir^it^ HsUunhofn * Landtkue^ Hirstk^
^g,'Jau0r uad Gla$9. Im UeJkrigea'fnH vom di*f«r Charti^
(ia B«tifelf dfr dsriii dargestellten Ksmeuttkeiluag) da»»
flelh»^ wift von der^T«riiejrf»hendea.
»• • • .
» • ' s
f^^^cißleberte von dem, komg^tich PreMf/sischen Sc-
gxrke der- Regierung tic Op^peln^ nach' djn^
4^n Eintheilunf in 14. landräthliche Kreise
begränzU .
Dies» Charte . itt ans^den Seetio&eiir fiSfimleu, Qf^
Cr^tsfrurg, 90 ohneBfnenntuig» lOlJiTcxixey. io2 Cmstl, 103
frurA^cn, ri5Fftfui^<iaiba/> 1 16* TV appkuu, 1x7 Pie/x gebildet,
und die Eintragtmg der Kreisgr&nsen , , sa wie bei den
beiden vorhergehenden Charten genai» nach dem Texhes*
eerten WiäUndscktn. Atlasse vcra SchUsitn gesehehen«
Die 14 Kreise dieses Regierungshetirkes sind die Kreise :
Opptin, Rosenhergy, Luhlinitz^ \iuth$n^ ^^Pt Radhor^
•
Zur lliAilieliea ToU^dmig dM topograpliifcb - wSii^
tlritfckeM AUmm» dar Provins SekUtisn fehlt also hob
moA. di» BpJtialclMnrte des R^erusgsbtsirk» ^o« £»tftff»
»tM^ d«sM« Kmisctellieilttiig b«ioiid«r« in Hiniieht dtt,
'von d«r Oberlaiifitt sn danuelbea geschlagenen Theflat,
asr Zeit hei dem geographttohen Institute noch nicht
«iagegaBgen ist; wie ea denn fiVerhaupt mit grwfstm
St^wUitigMttm Tcrbniidea ist, ron dtn Pmufsische«
SUMtsbehtfrdea hierüber die nftlhigen Notiien tn erhal««
tiiiy - eb^eich sie ande mrselt s doch, ungeachtet detf
•di|if ieri^teiten , die sie auf der einen Seite veranlasseB,
«eieder die streugata Richtigkeit^ W0n den geographische^ ^
Producten Terlangen , das Pnblienm also | wenn 'man aaf^
cfficielle Nachrichten Ton dieser Seite warten Wollte,
f«M ohn» alle geographische Barstellungen der nenistem
pditisehen Vexindenmgen bleiben würde.
8.
Allgemeene Kaaft van het Koningryk
der Nederlmndenf zyndty voor zoo verr^
de schaal zulks gedoogtj eene itineraire van
dezen Staat; uit de laatste naauw heurige
driehoeks metingen en de beste topographische
Stukken ^Mmengesteld. Met hoi^gst deszelfs,
toestemifig opgedrmgen aan zjme Majesteit
- den Koning door Casparvs Mullsk. Char^
tetrmee^r van het Archief van Oorlog iglö.
neue und suTerlüsstge Charte des ueugebildeien
KsnigrsUhs, dsr Ni$d$fle,mds gehörte aeitker tu den noch
uabeinadigtn< BedürlniMea des gecgraphifchen PuMi-
cnmSj obgleich der einfichtsroUe Tb«tl desselben wolil
«iahlf ewta«9hl li»t> dartjnga aiah ,nul dar Hemusgaba
I
fd4 Ükmrten * itece7t^i«^^li.
mintat «olcHen Cbane überjeilen iiidge, da Milcht tt>er*
9ÜXc Pvoducte^ , die nur darauf bjereeiiiiet sindf die NeUr
Begierde de« Pubücu^f zu befriedigen , nur cu oft di«
gerechten AU3prüclie. auf Grändlichkeit wed Genauigkeit
l^nbefrißdigt lassei). Da diese vorliegeifde Charta die ent*
iHy welche iu dieser QröJCse und an und aus derjenigea
^elle erscheint, yo^ w'elcber wohl die .zurerlässigste
]i>ar^ell))n9 dietei Königreichs aufgeben konnte^ so wvd
«s d^r Mühe nitoht unwertb seyn , sa viel , als die hiienu
iiothigen HüllsmitteJl es «rlaubanv zu untersuchen^ i«
wie fern das Bedtirfni£s de» Publicun^r durch dies#
«oter einer solcdien Auetoritat erschienene , Qharia he«
^edigt w<urdttn ist oder nicht*
V
Die Gtiarte fhesjfceht au« drei übereinander anstoXte»*
den Blättern Von uAglaicher Gröfse« . Das c^iersto Blatt
ist im innern Gradrande '^f Pariser Fufs breit und r Fufa
7^ Zoll hoch , und enthalt aufser dem Titel der Charte
den nördlichen Theil des Königreichs bis beiläufig tum
gaten Parallelkreise. Das zweite, mittlere Blatt hat bei
gleicher Breite eine Höhe von i Fula, 1^2011, und.be«
greift den gröfsern Th^il des Königreichs, nämlich da«
«üdHche Holland und gans. Belgien in sich. Da* dritte
Blatt hat bei eben derselben Br^tC' nur eine H^he von
5| Zoll, und stellt den südlichen .Theil des Grofsherzog*
Artims Luxemburg dar; auch enthält es anlser eitiem
Theile der angränzenden Länder die Zeichenerklärung
'und die. Maafs Stäbe. Die gai^ze Charte bildet demnach
susammeng^^etzt im inneren Rande ein Tablean von sl pa«
mer Fii^i Breite, und 3 Fufs, ti ZoU Hölij».- Wßrünk. der
yerffi8,ser die.Chartejin 3 Sectioneü von so unjgleic^er GröXse
«eilest hat, können wir nicht absehen, dabei der nöthigen
i:iAi4oHt($ig dei^GAuzen sich die Charte «eht giikiftf sEtikter
vouderGröfse des mittlesn Blattes bringen l||i^, und da*
cKirch der Gebrauch derselben bequemer* gemacht word^
li^äre. bi^»er Umstand, so wie manche andere Big^nAlbaften
ider Charte, als z. B. mehrere nnilluminirte, wahrsohaiuf
liich Ültern Bestimmungen entspreehende , Gränaen eto«
iiihren auf die Vermuthu^g, dafs diese ChavM« tfbgle&pll
Aecentetftea Völlig tu»hekai6IV» vieUetehl'firiliietr la ^ti.
/
avadgi '(ctwft clftf ■üttlere .BUtt) tattbeiur.
«nd diese jetit Tielleielu tu de» (eiyggil ZmkCkm dnreh
d«J obere und untere Blatt ergftnxt worden ist. Ooch^
4He getgt,' ief' dielt 'eine bl»ft« l^muiJkun^, gegründet
•af die «agefllbtten EigeniobalNii« ind wollen wir ••
MiUi §tt$tiik% «eyn- Uflett',' ob daa so oderanden iit{
/ftc. diese -Meinteg .d&rlte {edocb «lub du iiwiüwr-nook
«fJbr /rti&e Ertcbeiiieii dieeev Cbario f|mecbeq, da bei
'^wfter Gröfse und bei dem, Ton €m€m Stsdur aus*
gefdlbrten, Stt^ acbon ete geraumer Zeitraum iimb £nt<*
wmC und Stieb derselben erforderliob seya auUille. «— ^
Eben m keuier besondern Empfebluag der Cbsott
dient aber efne.I/ntersuehun^' des geograpbisoben Nettea
llereelben, ^elolM'eo nogleioitfdrmig gearbeitet ist, dafii
•s #ehwer bäte tu bestirnmen , nacb weleber Fro)eetiona»
art da^elbe> eif^tliolt entworfen ist« Wir wollen dl»
lUsnitate » in -so fern sie der^ vor uns lisgende Abdruck
der Charte liefert, bier tusammenstellen; mlUsett jüm»
««n^or darauf aufaerbsam nuiehen, dafs daete auf Mndmm
Abdrücbea,- weg«n dar • ungleieblBrmifan Zusammen*
ftiebung des Pa^^ieres, wiederum in elvma abfteiobead
«usfiilUn können. ' Nacb den, auf : dem mrttmeii Matm
befindlichen, is^r genau fibereinstimmendea Maafsetftbaa
rmiPranaösisobea Lieues, 25 auf einen Metidiaagrad, na4
von «NiederlMiRiisehen Stunden , deren flo auf esnea ' Grad
^eh^ii, ^mifs^ auf dem mitUern Blatto eia Meridiangrad
-iwiscbea dem 50sten «ad 5tten Orad, 95I Fraatfisiseba
lAeues, eben so riel twiscben dem ^ittea itnd5asteaGrad«(
fiia 'Gthd des Meridialis iwitcbea dem fidstea und 5Hstaa
Orade, weleber iait gana auf das obei^e Blatt' fällt^ miM
isocb nicht ganz roU 35I Lieues , dahingegen ein Meri-
^dumgrad rwiicben -dem ^sten und gaste« Grade d»r Breite
•Ur'9g{^ («ieucs. Vm uun sämiptliche Meridian » gerade
Xi|ptea siad , also bcin perspeoliviacher Entwurf hie^ Statt
tndva kann, die Längengrade auch, einige kleine Ab^
weicbuagea abgerechnet, die wohl 4em Stecher -cuzu«
jMknreaben sind, > ihr richtiges Verhlltaifs haben, so rer-»
)aiögen wir nieht anzugeben , nach welchoh Grundsätzei*
fjn ^tsKutf das fteo|r^hisabaa Na^^ dieear Chan»
^ \
f36 CJi^f^if€n^iU^0^BiaMäfk
Unter dieseu .Un^ttä^dan irtrden'ttn» die LeMr ff^wift
•thrireni« di» D«jrlegflii>g der He^ulttite der Utit«c9aelk*
fingen über die geofrapfaiscKe «^Age . derjenigen One»
rouwüväBttSi eitronioaiiscHe Ortsbestimmungen vorbanden.
-Jindy ersfMiisn, . d« diese nur «ehr nnbestininit würde«.
ai^ gegeben werden J^ottuen. ' XFeni Aa#cbeine nacb slnij
übogcm recbtigute MatettalieA- snr Bearbeitmig^es«9
Charte bnanUt worden, tUt un. Wesenllicben dee rted«
liehe Theil derselben , mit der , bei Covtmf tß Monier
1S14 ersohieaenen Charte . Tön d^h firiederlenden ( m. s»
^&.£^.^48« Band i.H^} ^U biaher»der befsten aeuc^
aten pharte diea<^ IJandeis nicht •alkiJ^> fiber^ineÜnMiii
•ondern im Geg^itheile in vielei^ Hint(dht no6h irollstäi:*
diger ist, alt auf {ener. DaXa jedoch /#n4 Charte, hin«
aicditlicb 4ex AmX ihrer Bearbeitung . bei dift^r Tor«ligli«li
•it Grnndlagie gedient hat^* bewei«'t di« röllig öberein«
stimmende Wahl d^r. Zeiobeni . nanh welehea Btj&dte^
Flecken, DönSe«! MM»$*rt Forke, Sohnmen nnd WIrths«
hflnser betsndaor« bcctei^uiet sind. .Die Poststralsen sind
iA der UtclDeit^hläittng eben&lls von deu JLandstrafse«
nnt^s^cbiadeiM . da«lL ist die Bezeichnung. Jy^ider .so inMi
Ittg. vpü einander rertchieden, dafs hier Verwechselnligett
tehfter «n vermuden ti«d. Die Pest^tationefl , no wie Mw
Verschieden en C[ompt«ireaurVarthe»}nng der Briefe, ainf
ebenfalla dttroh bjestimmte Zeiche» angegeben. Sit stim*
»en^ ebenfalls, .mit: ieseen auf besagter Charte von . ded
Miederlandett übereih;. «tur venniXst num in der. ZeiiAitfiA
•ritlärutlg .^Icr taorüegenden Chaise die BcveicbBung dat
Unter- Comf^oirs,. obgleich selbige auf der Charte -selbat^
genau fo, wie ^ auf der oben erwähnten Charte, .an««
gj^eben. sind. Die Wasser-» Commnnicationen , ^mittelst .
der Treh Sebmiffn iws. w. finden eich ebenco, wie auf j^
»er Charte angedeutet, nur die Arten der Brücken- ain4
liier, beatimntttr beeeiehnet , und wenigttäns fader'Zei«
mhtnerkläfung eine > grössere Anzahl von Gränxartett an«
gegeben» obgleich sich muf dtr Charte tslbn nur ditt
bndes - ^uaaL Frcqdni - Grftnsei^ Torpiden. « XHe 4>aütoüt
tft llfii Ai«» tHid- fMUmMidltb «ü dfb ^BisMi* Im«
<lltttHit>^ Offtfltea l»eftifliiiit> «b«r p«r Z#it »mA aiolil
ik dMr CUm^» ¥Or]iuidctf. Dt» GtHiiie» der Frmri«»
«m iind iA AltfMMkien ielir fettsu' aM||efib€iiy uatt
i«r kk diMtfr RiMieht die GliaorOi •«!« dM «rtte so^«^
IttUgli MatttkUftM toerachlmt, d« «i« i*lbft di« a«B#»
«teil I «nt im- JmhM t$i& erfol|rtmy ' OltiiXT«i«iid«rtlii^
jfüi d«r 7r*vnit«B ^MtHtik; Nammß itxid LuMin^f
A««iU MIktllf dcrtt^l»; ' «ur dl« öitliali« GrSnie gcw
;g«ta * PiMtTMlf #cli«itit noch nicht naöh den nenerteli
Tractaten mit dieser Mtcht gesogen ti? t«yr»;r M> iK
z. B. die Stadt Rüldue ( Herxogenrath ) hier alt Prent*
«fteh .b«t#tchn^9 ohgMclf tte ^Mit'h«fttinn(kt^e1iebfall«
Niederländisch ist. Was der Charte vorifiglich snm Vo^
Wurf gereicht, ist die gröfstentheils unrichtige Beseich*
anng der StSdte als Flecken; so sind z.B. Verpitrt^ Lim»
, hurg^ EuptHf Huy St, Trcn, Most und eine grofse An«
%tMf znm Theil gWJfierer Stidte, als Flecken beteich-
aet, während manch« unbedeutendere Stadt ihre richtig«
BiMsUnung- erhulten hat. BMbtig <r. isT i& dietvr'ldÄ-
sieht das obere Blatt, welches hierin wieder ganz mit
der mehrmal ^rwiihnten Charte von den Niederlanden
fH^^reinstiMMiW '^Wnlirseheinli^ iüC der iVdlfeh^ Theil
df Charte n^eli den Französisch^ Departements «Chiur«
ten bearbeitet worden, in welchen bekani^ich bloii «uf
die Bezeichnung der Departements - , Bezirke <- und *Can«
tons - Hauptorte Rficksicht genommen ist, daher denn
hier auoh viele DMer als Flecken, und mit grofsen
.Stadun von , 5 bis 10,000 Einwohnern gleich , boseiphnet
find«^ Hinsichtliph der Orthographie, bo^onders des A^f>
^nndoi^, blieb« auch hin und wieder noch maj|obir
Wottseh übrig. . %
■ , ■ *
l^l^ein« Charte in diesem l^aafsstahe {2lLie^c^^Kß
^ Facw Zo]f.) nicht aHes topographische Detail in sich fa^*
•en k«nn, versteht sich vcn selbst; doch ist* in diese«:
Bioocht ziemlich 40 A^el geleistet., als ohne Ueberl^*
dung iges.chehen konnte. Von den 3ituationsgegeq.st&%«
den, als: Gewässern, Bergen, Wäldern, Morästen «^f,
Ist «Aoh s« vl«t «ng«g«b«a , als d«r MaaXsstab erforderte«
' n
4
^mrterUrthdl fibw dioftslbe Iftftt nolii|«fl#«K iMck dmm
jQetagten nickt gut ttlUit ; ein Jeder nm§^ dn$ $ii|e d^»
JiiUiei) beiuittftt. und; die BMni^^l denelbeH Mich KvSlltii
j^Mhtufm. Oä kein H«iiptrer2«gson auf ider. GkartA «ftr^
^if ^e» Utf. 90 mkd es ,den Leewti viellel^kf , Uek «ejoi»
.si^ «f itfen , . TOti > wpker «ie diese Chane • erfordexlieka^i
j^m beii»heii könnan. - Si^ wt tu erkatea i^ U^g ka|
'dam Verfwsar» in^ Anist^rtUm. kei M^ftUr m»d C^ria^MW
in Jritt#^tf{ .bei d« Mat • in Xänidk bei Huaftufir» ia Mto»
ri' kai Pi>aef,;ii& Druden bei Ai'tIfMr. .. r< '":
t . Oar Stick dar Charte ist schön, und die Sahitfi nSm
dentlich. .• :
it
. .f
Gentrnlchortt^von äem Königreiche dgriiuifätf^
* . ' • • * ' ' '■• ' •
lande ^ nebst dem Grojsherzogthurne Luxem-
burg nach den iVQrzugliehsten Qußjilen enür J
' warfen von C. F. Wirtla^d. Weimar eU. im
Verlage des geographischen Institute iJSif * ,
•' • kvxih das sfeagniphisclie' liistitiit bat das aU^meiiiW
^MKhfttifs Ton Charten dieses neuen KÖnig^reichs durch
/^ä baldige Herausgabe dieser schöllen ; för den ^öfseh
.Gasparischen Handatlas bestimmten , Oen^al chatte V '^^*
friediget. Sie ist in dem gewöhnlichen Formate der5!^har|
*fkn dieses Atlasses in einem Maalsstabe von ^ r^r. ^c^\
•uf die geographische Meile entworfen, tixitf mit de^-
fenigen Genauigkeit ausgearbeitet , die dafi geographisch^
Publicum von den Arbeiten ' des Vetfassers gewblüft it\^
'Pefsenangeachtet möch'te es mansch em strengen Kritiker
gcfalleä, der Charta hinsiabtlirh der Cenauigkeit ihres
fr- ^■, i»« *«<it
t
Chärtsn - RicemiQn^k.
fie grtp biirthert Netse« «inea, cl«6[i cfttMi Auf dK«itt# ateft
iucht-tt«g6teelit«ilTotwttrf «u ttsdita, dtbtr wir c|l«i«al
hier sogleich begegne||i jrQUetk. Yrrgleicht man Aiailiok.
die auf der Charte befindliohea MaafMtMha mit dtt Gnif-
dttirnag, so ergiebt sichi ^9Xm ein Breitengrad tun «ia
ia diesem Maarsstabe schate ' namhaftes Stfick' ta klein
it^ and. Eec«nsexitea, 4tr dieiem Xhaik 4er ftpgri^pliif
sehen Arbeiten gewöhnlich die ersta Aoftaerksamkeit
^ridmet, fiel dieser Umstand soglaich in did Augen^ Dd
•V }edoch Gelegeahait hfilte , dia Kuptepliiftta daff C||dnd
mn erhalten, sp ergab sich, dals auf dieser MiaTstall
und Graduation auf das Genanesta fihareipstiinttfia^ al«
d9<^«.unglidali£5raiiga(Zttsammeasi^maf das aagalMcli-
tetaa Papiers in die Ulnga und Bfeite dia Ufsai^ ^^^^
Ahwaichttng war/ Racaaaaat .icArda' ieht geneigt tf^ya,
die ähnlichen Differansen auf der rorigfa {MiUUt^efum)
thnrte^ gleichen ^Ürsaeha^ zutusehreiben ^ Weün dotf|
aicht die B'rgitengrads tttbsif uad €0 aufiUland dübrir^
ien, da^s Uei von ^fner blossen Ünglai6hf5tmigkait iil
der Ztisammentiehühg dei ^apieras nicht die Kada i^jti
&anu. Für df^ lnc/hr«ten Btfdürfnlss« wird diasa QMftd
pichen Dienst mit der röferwähntea leisten, uugMc^-'
iit ßie in einem kleineren Maärsitaba antworfen ist| di
iet nordiföiiö theii nach def vörarwXhä.tefi ChdrU »aa
ign ifUd*rlaniiii^ uttd 69t sddlichd "fheil nac'fi .4af
Müllitiehin CKarta beatbeitet wordetf. AtiA hat iüd
Charte so viel töpogUraphiiches Detail^ ids delr. irorlikü«
defle Baum el nnt immer erlaubt« und ndch datu dea^
yorzog^ dafs StSdte, HeckAn und t>Qrfer biet ridhti-»
|äf bezeichnet V und efstera audi hinslehüidl llii^fft^
Tollcsmenga in Abstufutigan Ton sö^doo/ «0,000 1 tC^obö/
5,000 1 und unte^ 5,^000 .classlfidirt| dargestellt sia4/
'Aufser dieiea sind noch Aa blecken | alrie |;rorsp Aif-
iahl DatCer^ einqfelüe Hluier; Testuag4n (di4, von dia^''
Utn. Ali Festungen so ttficlen Lande auf A^ MütUü'cMi
Chdrta nicht angegeben siild), Schlösser^ Klöster^, t^ni<^
v)eTsitfiten, Schanzen, dia Land'« und Wiisaif ^ Coittaii^«'
ihcationen, Landes - .und Frovinzgrtnzan bazeic&ae^f^
letztere findet man nach ihten neuesten Veränd^rul^l^
aingett^eto/ Übr^tii^ dax' CVrl« ist UfiUid ünt |d£o^'
N.A. Q. £4 IL Bds.s^^Su <l
fflf Charten - Recensionen.
»od 'die SoHxilt tehr deutlich» to daff tie mit sa dem
vorsüglicksten det Ga^arischen HandatlaMet gelidrt«
^■^
10*
Charta des Preufsischen StnatSf nach sei-
ner neuesten Begränzung und Kintheilung in
ißlitär^ Abtheüungen f Provinzen und Regie^
rungsbezirie im Jahre iS^S' Gezeichnet von
- /• 4f . F. ScMmidt. Berlin f ff ei Simon Schrapp^
' et Comp. '
Dieses ist dieselbe CKaite, die ui^sre Leser. Im 49stea
bände unsr^r A. G. Eph. im Fel^rjiar -Stücke bereits dem
lYesentiiciien nach , wenn auch unter einem andern Titel
angezeigt finden , da die Verlagshandlung diese Charte
auf doppelte Art^ einmal als Charte Yon Teutschland,
und das andere Mal unter dem oben angeführten Titel
▼erkauft. Wir werden daher hier nichts weiter anzu-
führen haben . als die Art . auf welche die Charte dem
gegenwärtigen Zwecke gemäls^ eingerichtet worden ist.
^iebei scheint nun nicht allein . der , Hauptzweck gewetfeja
SU scyn, eine klare Üebersidht des Umfangs und inneren,
geographischen ^üntheilung des Freursischen Staats zu ge*
b^n-» sondern auch alle übrigen Teutschen Bundesstaat .
Um darauf begränzt darzustellen , da diese durchaus ^ut,
der Charte mit illuminirten pranzen versahen sind, nur'
mit dem Unterschiede , dals sammtliche Preufsische Pro-
y^zen eine doppelit, die übrigen Teutschen undaufser*
teutschen Staaten ^aber nur eine einfache Gränzillumi-
tation erhalten haben. Wenn dadurch .auf der einen
eite gewonnen wird, dafs man eine vollkommene Ue«^
bersicht von sämmtlichen Gränznachbarn des Preufsi-
sehen Staates erhält, so verliert hiedurch andererseits
I ' s *
die in die Augen fallende Üebersicht der neuesten Ein-
theijlnng der Praufsischen Monarchie in Militär •Abthei*
>■ 1
Charten- Recensionen. •§!
loa Jim, FroTipred tn^ft ireg!«ningibetlrke, da timant*
liehe Preulsische Besitzungen niur eine Färbt (blau^^tr*
liallen haben, und die Gränten der ProTinxmi und B«»
gierung sbeiirke daher niehf genugsam herYO^springcn«
Dem ist zwar in etwas durch «rklürtnde Buchstaben, groia«
und kleine Zahlen abgeholfen , - doch artettt diaCi mnm
mwechmär^ige Illumination nicht f ans.
Hinsichtlich der Richtigkeit der Begrlnsnag lilbt
aiek freilich jetit noch kein decisi^es Urtheil tprechea^
da» obgleich dia Fastoetxnng der inaem Eiatheilung dar
Prenlsifcheo Monarchie bereits seit einigen Jahren al«
larMehitäf Orts aiugasprooiien worden , diese dennodi
in diesem Angen^licke noch nicht rollendet ist, and eift«
leZne Regierungsbetirice seitdem schon mehrmaligen Ter*
ftsdernngen nnterworfie» wordmi sind, anch man salbet
Btit der Kreiseintheilnng MUtrer Proi(inten. nooh aieht ttt
Stande gekommen, wahrend ein Theil der neuerm ichon
seit Jahr und Tag völlig orgaiiuirt ist. Dessenoiigeach«
tet bemerken wir hier nur einige Abweichungen tob ba*
rVits festen BekimmttngeA , die einer leichten ▼•rbelsa*
rang ffihig sind. . So gehört pach. einer t^uem Bettln»«
mung der CV^us^urgsr Kreis in Schlesien tum Regi*»
ranasbe^irk von Breslau , auf dfeser Charte ist er nocfa^
der^ltern Bestimmung zufolge , zum Regierungsbezirk roa
Oppeln g^töget): Die von der Neumark an Pommern
abgetretieiie Stadt NBremb^rg mit einem Theile des Arens*.
waldeschen Uxeiiti M * zum Regierungsbezirk tou Stettin
geschlagen, 'auf der Charte ist er aber zum Regierungs«
bezirk ron Cbslin gezogen. Die auf der Charte tum Re*
giernngsbezirk von Magdeburg gezogene Stadt Plane' ge*
Kört zum Regierungsbezitk Von Pet#dtfm^ Die neuesten
Preiiüsischett Cesiloneh in der Prorinz Niederrhein, 'an
Sachs ?ti -Coburg, Hessen - Homhiyrg uud Oldenburg finden
siclir in spätem Abdrücken angegeben. Dagegen findet
man den, in der oberwähnten Recension bereits gerügten,
Fehles, in dar ^egriUizung des Königreichs Hant)rar in dar
Gegend von G^ar auch hier noch vor, einige ander«
dagegen sind abgeündert. Druck, Papier und lllumi«
Hation sind Voii bekannter Güte, .
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J>hjtiM uher die Lisel Tristaff, d'jtcunha**)
(AAt'dVm Attilectie Marine;)
z'
Die Insel Trutan «T^fcjinA^i liegt im sudliclieii Atlan^
tiscHen Ocean in ^sten Gzad südlicher Breite und iitea
Grad westlicher Länge, ttnil war im Jahre 1814 nnr toxi
drei Mensohen bewohnt. Thomaw Cutrity welcher, sieh
funr längsten darauf befunden , d« h. ungefähr vier Jahre,
inacht auf 4ie Souveränetät Anspruch und wir4 Gouver« /
neur betitelt; der zweite , ein Portugiese^ war ungefähr
ein Jahr doselbfl ; und der dritte^ dessen Namen JoAn/en
ist^ ; und ein T<>itschcr «eyn soll. Sie schein^ ganz lu*
frieden und glücklich in ihrer Lage, so traurig und un«
'•> ^ 'Biete in«el itt ibtereftaiit gdworften, weil ihfre Lagf|
i^goo Bnglitclie MeÜ»ft ^On Sit. H^lmta^ ■ ei» Gegen itead der
Fnrcht far diejenigen igf worden ist, welche dajror zit*
tern , daft ßüonapartg au ihr entfliehen und neue Revo-
latienen in Snropa h^rvorhringen niöchie.
\
P^rmiwtktM Nac^kwi€hten. $%%
iM^piMB i(« nnw Mich varkömm^a maf . * tkve KiUm iHi4
f(Aii« TOB Slrob fefcattt «ad mitdttrHkttt'VoaSee-Bkplfiitttea
ubenogcn, die da« Eijidniif«ii dM Ref«iM Madern« *
D«r Bod«a di«0«r Iaf«& ut ▼•& vortttflicker Eig»««
fclMift iiad Cill|i|f GMlohte aller Art in Meagf iN T vaai
mvthridgen, . ]^ Qöureraear Curri0 mUi )«ta fiidl^liii
Kohl und rothe Rfiben ia Utkerhale; and eüafei ftteohe
rüben, SaUt aad Mangold, von denen er den Saamea
$wgflfiü§ eaaHne)!. Sv h«l anek liae eieaiUclMi-HHrde
$cbereiae yoa fclaiaev lUMe» weleke er arsM eiaieaf tta4
«i^ter ael«e JSotHaitrtif keit luaohie.i Die AactiftitAi dee
Gourerneart Curri*^ obfleiek tiie sick taf den TH^ im
•rateai Besiiaet frfiadet, «nuntokt tick blofs auf ieiat
^hweja.^, da, weder der. Teoüdhe, aoak der Ptortugieae
#ei«e. Okerkentchall aaerkeanoa. Paf voUkoauKeasü
Sy$tefa- fter Qeichkest 'herrtckl vater dieten dreien; alr
l^ia e# ist an bdR&rokUa , daCt der Ekrgeit eiaee Tagf
•inen kfftigeii Kampf am die oberste Gewalt kerbeifftkr
Ten a^ird» wtldier yaeUeicht Mn aeuet Triaairixa^ de4l
det Ce«f eri Pn^mp^Jm* liad Crmstm ähalick, erseagea wink
Es f iebt #ine uniäliljge Menge Vögel anf dieser )%
sei 9 ▼oTztiglick you ^^rei Arten; die grefsereron der G^r
ftalt ein^s AotUkehlcheiis , die andere nickt ^ö£9tr » all
der gelbe .Vogel, be;ide voa einer bräunlich tQhmutuge|^
Far^e. Ala^ wir zuerst an die Küste kamen, war€;(& ^ie
fO xahm^. daXs,wir sie mit unser;i Hüten nieder»chlagaft
konnten; allein ftie wurden nachher «ckeiier} da wif üif
die Kranken, eine grojse Mei^e t^tMen« Wir erjegjtfw
auch , mehrere ^aelöwen, an , welchen, die Uj^r sehr reic^
und «leren 2&^agelt, Herxen und floMpdMxn.^i^ sekr.gi^
Spejae sind. £f giebt auch z^ gewissen ^ei^^ def Jahn^
und vQirzi|glich aaf /ier Süd^ite* der ^i^l^ eine Meng^
Seehunde uiid Pinguinen. t ^.,.
Trfj-<an d^Acunha seheint ungefähr fünfzehn Meilen
im Umfang zu haben; das X^and liegt sehr hoch und
kann, bei hellem Wette^ wohl zwanzig bis dreifsig See-
meilen weit geseheu werden. Em Theil der Insel im
Morden steigt senkrecht aus der See empor, anschei«
' I
I .
. N '
iS4
JTsrmi^chte Nuchrichtmt.
WBL 4fr HSbe von teusend. FhX« \ dftim .be^imt eine
Ebeniy die, vat man eioe TaSelfiäche aeciiily bildet^ und.
«icb bM «ur. Mitte dar. Ia«el erttrackt, wx> ein k^eK
Ibrmsger Berg von 4,000^ Fufs Hohe emporsteigt. Die
8|^lie daeaelbett in fatt foitwlibrend in Wolken gehüllt,
«nd «ttr, wehn das Wetter sehr klar und die Sonne sehr
liaUf sebian, Konnten lyir den Gipfel tebeni der mit
ifirifam Sebnee bedeckt iat. • • \
Dia- Kiite' Ton- TrUtan d^Amriha ist teldr hoch' und .
iebalM ohne Oefaly, ausgenommen die i^riestHche St>{t««
4er Insel y wo eine Braädangi von zwei Kabaltan Bing^
^on der K0ete, alch befindet. Das $oliiff war, wKhrenA
•i vor Anker lag , überschattet von denr Theil der Insel^
woi^fit walcbem ea sich befand, und der, gleich einer
aboo^Mwaehsenen Wand , sich ' aift der Ttefe des Me'ert
«diebt An 'andern Stellen war das Ufer mit einer 8ea^
pfianso bewachsen, die unsre. Matrosen Cttpe Ann vk^o*
rings nannten. Der Landongsplatt iat für die klehnieft '
Ute ▼ollkommen sicher, ausgenommen bei sehr stürmt^
•ebem Wetter. Bin Wasserstrom, walcher seinen' Ur^
aprung in den Bergen hat, ergieXst sich am Gestade
dm-cb einen - Wasserfall . von etwa viertig PuCt Höhe,
'welcher auf der See in der Entfernung von 8 — lo See-
meilen gesehen wird, und sein Wasser, so weifs ^ie de(
fchnee, vom Gipfel des Berges ^den Felsen herunter
stürzt. Das Wasser ist sehr schön und rein und die*^ Fäs^
aer können, ohne dals es nöthig ist, sie aus dem Boot
' tn schaffen , mittelst' eines Schlauchs von ungefähr hnn«-
dert Fufs Länge gefüllt werden. Der Ankerplatz ist an
der nordöstlichen Snte der Insel; Schüfe,^ die wegen
'Rolt und Wasser einlaufen wollen, thun wohl, Südwest*
Üeb vom Wasserplatz' und in der Entfernung einer IVleile
beizulegen, wo^ sie siebenzig Faden Wass0r und einen
«andigen Grund finden*
1
Vefmisthte Naehrickteiv A35
Beschreibung der Seychelle- und jidmirälitäts^
Jhseln,
An« dem Aiiatic 7oitrtial Mo. i.
Die Sefehett^" liU0ln sind im A11gem«iiieo noeh $9kx
'unbekannt y und da du Interefse und d&e Wichtigkeit^
welche sie für England haben, sich durch den Friedent«
•chlufs von- 1814 noch un\ ein Bedeuteodea Termehrtha^
so dürfte wohl eine genaue Beschreibung jener Eilande,
wie sie uns vermittelst eincTi im Jahr x8il durch duiefk
einsichtsvollen Officier der königlichen Flotte unternom*
menen, Besichtigung geworden ^ nicht überfliitfsig «esrn.
Jene Inselgruppe leitet ihren Namen von einem HeR&
Morgan von StfchtlU ab , der Chef der FranadsisoheK
Ostindien -Compagnie war. Es sind etwa ein Dntsen4»
kleine Eilande , und nicht viel mehr kleine Inselohen nall.
Felsen, auf einer weiten Sand- und Gorallenbank Ter«*
streut. Sie dehnen sich nach Südost und Nordwest auC
volle ^0 Meilen aus. Ihre Breite ist verschieden, je»
doch am stärksten nach Nordwest hin, wo sie ungefähr
30 Meilen beträgt. Von da aus nimmt sie stufenweis«
nach Südost wieder ab, und umfalst hier nicht mehr«
als einige Meileh. Ueberall giebt es hier Untiefen und
Ankerplätze, lieber die erstem läfst sich im Allgemein»
neu so vi^l behaupten, daXssie «wischen 12 und 40 Fa-
den tief sind, ausgenommen an der östlichen Spitte, i^
Vergleichung der Mitte von Mahk^ wo sie nur 7| Faden
halten, und an der westlichen i^tHn'U in der Breite von
Silbouet, wo die Tiefe nt^r 3| Faden beträgt. Einen |;e-
ringeren Grad hat man nicht gefunden. Nur bei weni*.
gen derselben ist Gefahr unvermeidbar, bei den n^e^te«.
tritt sie ^ warnend vor^s Auge.
V
Der Haven von Mahh ist sehr gnt^ und weder See^
noch Wiad kamt dtm)ei»igeB j di^ üw «nrticht hat, sah**
( '
s
%|i Vermischte Nachrichten.
den. Das Innere ist aber eng, und der Schiffer mnf«,
' wenn er aidit einen, günstigen Wind hat, bugsiren,
*■ - . » , ' . ' .
> Nnr drei dieser Eilande sind bewohnt , Mahk, Fraslin
tmd La Digue, ' Mähk^ so genannt von Herrn Mahk de la
Bourdonnois hat den Weitesten Umfang, ist meistens be-
Tölkert und am befsten von den übrigen Inseln cultivirt.
Sie erstreckt sich l6 oder 17 Meilen in die Länge, und im
^ Allgemeinen ungefähr 4 in die Breite; Sie hat zwei gut«
HKven, den von Make an der Nordost -Seite des Eilandes,
Wo sich das eintige Dorf, das zugleich die Breeidens d«*»
. Commandanten ist, befindet. Der «weite Haven liegt nacH
Südwest zu; beide gewähren völlige Sicherheit. Die B««^
fÖlkerung der Insel beläuft sich auf 2,648 Seelen.
Prmsifn (von dem Minister, gleiches Namens 9 so ge»
sannt) kommt Af^lie an Umfang Und Bevölkerung amnäch-
ilsji* Anob dieses Eiland hat einen trefliehen, an der Nord>
^ svite gelegenen Haven, der von der Insel Curieu.ce ge>*.
* mh^tt wird« Die Bevölkerung isiniobt so grols, wie auf
Mehkj und iibersleigt nicht die Zahl von 261 Personen«
£a Oigu» (von einem Sohiffe^ gleiches Namens, so ge-
xMUHit) zählt nur 7t Einwohner*
% •
Die genannten drei J^ilande sind' hoch und felsig, imd
im Allgemeinen , arm, dürr und unfruchtbar, ausgenom-»
j^en, wo etwa ein en^es Thal den Boden vojr dem Regen
' a^ützt^ der in der nassen Jahreszeit von dem steilen
B^rf^hange herabströmt*
T7ur etwa 6 verdeckte l^'ahtrzeugt» gelioreh den Bewoh*'
nem dieser Inseln, von denen die gröfsten etwa So, die-
kleinsten ungefähr 20 'tonnen fassen Mit ihrer Hülfe
«etzen sie, die Erzeugnisse des -Landes an die Bewohner
von Itle de France und Bonrbon ab, und treiben nach
Mndaga^ear^ der Küste Moiat^hiifutg jff mitunter bis nacU'
Indien Handel . /
\
Um einen Begriff von der gegenwärtigen Bevölkerung^
^MHi'dam Anbau jeiier Iniein zu geben, lastfea wir eine»
f II* das.tacganfMia. lahr |^t^«da » ÜeWsicbl %9^M/^ -
t t
\
Vermiscktt NaehrichtMn^ 9^.
MXnBer 97, WeSber 59,' Knaben 107 1 BfKdohc«
f7, xuiammtu • • . >» « $|0
Inländer: ^
Manner t8, Weiher 59, Knaben 54, Mädcben
ya , zusammen « ' . • 14t ',
Selaw^n: \
Männei; g^3ä, W«iber ^z^^S, iiHammeiv: ^ * ^*^^ ,
>lnJ«„: ***''
Nabrungs- Aecker 04;^^ dersgleichen für Baumwollen-'
Stauden 2720, defsgleicben fär Zuckerrolir 220; zusanir^
men 5,372. Caffee 4,000, Gewürznelken 3,000; zusaq^«^
man 7,000. "
Vi g k .'
Hornvieh 300, Scbaafe 200, Zielen 150, Scb weine 800,'
tufammen 1450. Aufserdem Truthähne, Gänte, Enten,
Pedervieh , Tauben , ' Pflanzen und Früchte in grofsem^
Üeberfhif«.
Die Preise sind bedeutend bocbu Vier |iühner kostiai^
einen Spanischen Thaler, zwei £«ten eben, so viel, acht^
Truthähne zwölf Thaler , ein Schaaf vier bis »echs Tha-*
l?r« Von gutem Kindfleisch wurden zehn Pfund 'iüi ei-
nen Spanisohen Thaler verkauft. .. v>
Von den Erzengnüsen des Laüdes eignet sich' kein^
Artikel zur Ausfuhr, als die Baumwolle, und selbst' d^ese"^
nur in geringer Quantität. £s giebt beinahe keitxe l'iäche'^
auf diesen Inseln ; überall siehfc man Berge , Felsen und
Bäume, ubd die KegenstrÖn^e spülen die Fruchtferde^
ron den' Bergen herab. - ' if *
,.•' i. .• -. .'. ••.«'*
Die jährliche Production an Bananv^lle. -.belauft. iMl»
gegenwärtig auf Make und PraHin iron 350 bis 400 Bal-
len , vo»^ denen einer etwa 300 Pfund wi^t. iUe^if als
20 pi^. Oen^ dtüber vermd^ü die Bilande rtk^ tu ift^f
zeugen,- 80 w*uig, »1* irgeM^eiti anderes 'p¥6dtic4 , -ißrf'
Hnndekzweig betrachtet. Die EinwoHirer baben' &iij()^
imf^ €rffffee z%i pflan^eh, <und sind däÜifi¥oh^ für tbfi^n^
Bedarf auf zwölf oder achtzehn Monate gesichert. '^llMratti^-
fljg \ Ve rmitchte KachrichtefL
müssen sie sich aber aucH besdirSuken , da er Ausfuhr-
artikel nie werden hann. Gewürznelken und Zimmt ge«^
deihfen hier vorzüglich gut^ und könnten, wenn der Bo^
den für ihr Wachsthum ergiebiger wäre, keinen geringen
<jewinn bringen* Jßs giebt hier keine Küchengewächse,
alf . etwa die sülscn Pataten von Mamtck oder schlechte
Türkische Behnen. Der Gnind hievon liegt einzig in der '
Kachlässigkeit der Einwohner, und in ihrem geringen.
Tetkehr mit sindern Natioi[ien , wodurch ihnen maneher
G^nu£i und Vortheil entgeht« . i
Früchte sind weder ini tJeberflufs, noch von vor-
süfflichisr ' Güte vorhanden. Die vorzüglichsten Arten
sind: Ananass,e, Fisangs (Paradiefsf eigen) und Mangos,
Weintrauben und Melonen giebt*s nur wenige, woran eben"*
f^U? ^ie.^l'^sigk.eit der Einwohner Schuld ist* .
Man £in(}et i^eqhl^ gute Waldungen und Holz, das füx
Möbeln, so wie zum Beschlagen der Schiffe u. s, w. woUI
nutzbar ist. Der Preis dieser Dinge wird aber durch den
beschwerliichen Transport zwischen den Felsen naph der
Leeseite hin, bedeutend gesteigert.
Schildkröten giebt's in Menge, gewöhnlich von einenk
Gewicht von 5—6 Centnern. Sie kosten 5 Thaler, doch
^iJo^^B QUcK .kleinere zu 3 Thalern, die man aber nicht
achtet. Wo sie in Menge beisammen sind,^ lassen^sie
«ich mit einiger Aufmerksamkeit leicht f fingen. .
, ]}ie Einvffohne^r sc^en; sie hätten auch schmackhafte
Xiandschildkröten im Ueberflufs gehabt, die aber alle ver-.
aehrt wären, so dafs man nur dann und wann zwei oder
dnei' aiuf einmal. fände.
;:: An Austern ist hier Ueberflufs, die von den Ein«
nr^nein' als eine sehr \gesunde Speise geripimt wer-
ten. ^ Sii9 sin4 indefs zu kkin , wn sicl\ die Mühe zu
nehiptn,» ,\^\.xa (^$190^, Ebenso giebt's auch S^.
i^etkir filier ip, grofler Zahl, 4oQh nicht v^cw besang
vermischte Nachrichten* 939
Von ScIlildkTötenschaalen werden gewöHtiJicii nur ei-.
siige Pfunde gesanuAelty was nicl^t hifucichty sie als
Handelsartikel %\i hjetracbten..
Seit vierzig Jahren sind die Inseln bewohnt, und die
ältesten Einwohner sagen: s!e wüfsten sich nicht zu er- '
iniiern, dafs hier ein Wind geweht habe. Sie wählen da-
her für die Anssendung ihrer FahiTzouge steta die Jahres-
zeit, wo sfe nicht disn verwüstenden Orcanen bei Mt
de h'ranct und Bourhön ausgesetzt sind.
Wunden durch Hieb, oder Schuf a heilen aie unge-.
tvöhnlich schn^el), und da^ Klii^ä.» das. wegen der Nähe,
des Aequators sehr iveiff ist,^ kann dessenungeachtet i^at.
selir gesund gelten.
Die Einwohner haben sehr wenig Bedürfnisse und sind
im Allgemeinen sehr arm., Sie besitzen kein Geld, und
ihr kleiner Handel erstreckt sich allein auf Baumwolle.
Si^ tragen aber um den Verkauf wenig Sorge ^ tu^d
es giebt nur zwei odei; drei unter ilmen , welche im.
Stande sind^ sich einen kleinen Vorrath von Baumwolle^
zn sammeln. Diese sind auch die einzigen, welche ein
gewisses Eigenthum. besitzen. IVJan wird sich vielleicht
wundern, dafs es dessenungeachtet hier vielleieht kaunv
fünf Menschen giebt , welche den Gedanken , ihr Vater-
land zu verlassciü, hegten. Der Hauptgnuftd, eich auf die-
sen Inseln niedwxolassen , aageii sie, sey Sehnltucht nacK -
einem von des Welt entfernten, niedrigen Loose gewesen.
£inige unter ihnen w&ren so unglücklich, gewesen, ihr Ei-
genthum zu. verlieren ». und hätten sich darüber mit der
Welt entzweit. Nachdem sie hier einige 2^it sich att£n
gehalten, hätte sich ihre Au&nerkstfmkeit auf das üppige»
Gedeihen der Baumwollenstaude gerichtet, deren Anbau
sofort ihre Hau]^tl)e,SQbMftigung gewesen, wäre. Wir klick
halten sich jetzt einige unter den Bewohnern 150 bis 2QO
Sclaven zu diesem Behule , und sehen einem baldigen,, ^
glückUchen Wechsel ihrer bisherigen Lage entgegen. Da»
• dortige Hlvna macht keineo. besondern Kleiderauf wand
nöthig: ihre gewöhnliche Tracht besteht in einem weir
\
'i40 - \yermi$cht& Nachrichten.y
~f / . ..
Isen oder blauen ^euche (Pcndich^rry), Die.Scla7«n be-
dienen sich tiur eine» schmalen Stückes von dem- ]e;tt-
lern y und n^an sollte dctiken, daiCs sie mit einer EUe^
jährlich genug hätte». Man legt übrigens keinen Werth^
auf den Anzug; diQ Geachtetsten unter dem Volke gehea
ohne! Schuhe, oder auf Sohlen einher. . die sie verrait-
telst. ^ietoen an d^u Füfsen befestigen. An dieser Xan«
dessitte halten sie fest, uu^ekür^mert um das UrtheÜ
der Welt,
Dessenungeachtet führen sie im Allgemeinen kein
kärgliches Leben , sind gastfreundlich, und haben nicht
selten Uebe^flufs hei ihren Mahlxeiten , der aber nur itt
dem flitrage ihrer Pflanzungen besteht. -^
.-Dafs, diese Inseln für Frankreich , während der Zeit
des Besitzes von Jjle de France und Bourtan, von der
grÖ£sten Wichtigkeit ware^, wird wohl nicht leicht be*
zweifelt werden können, wenn man erwägt, dafs sie
nicht nur als Erleichteruitgsmittel zur Störung des
£aglischen Handels nach Osten dienten, sondern auch
durch ihre Lage eipe hestä'n4ige Conin^unication zwischen
JsU de France xind Bourhon und dem ^Persischen Hofe
u unterhielten*, welcher letztere vielleicht mit Frankreichs
Absichten vertraut, sich gegen die Britische Macht er- <
he^en konnte.
Daff 9^ber durch den Vermehr odelf Besitz der Sef*
chelU • Inseln für die Qolonie auf JsU de France oder für
Ot^fsbritannieni im Allgemeinen ein wirklicher Vortheil
•rv^achsen sollte., auXser dem: den gegenseitigen Feind
von sich abzuhalten , läfst sich wohl nicht mit Gewiis- ^
heit voraussehen.
die yfdmiralitäts ^ Inseln,
Zum S^Hltnfto wollen wir im^er Augenmerk noch
auf die Admiratttäu^ Inseln richteii, welche in einer ge-
ringen Entfernung südwestlich ^on den $€rchelU'Initln
liegmi.
V
f ermischte Nachrichten^
d4£
* Dies« Gmppe ift sowohl in Hinsicht ihrer iLagey als
des Raums «wischen den einzelnen Inseln so schlecht auf
Alten Charten gpftvicbnet, ckfs in der Nähe dieser £&;
lande wohl kein Schiff mit Sicherheit vorübersegqln
könnte. Wenn aber ein Paar Schooner ( zweimastige
6cliiffe). auf Befehl der Regierung diese Inseln selbst iu
Augenschein nähmen, so würde sich bald ihre eigentliche
Lage genau bestimmen lassen, uud aufserdem der daraus
fliefsende Gewinn die Kosten der Unternehmung reich«
lieh Tergüteu.
Der dortige Viehbestand beläuft sich etwa auf 900
Stück Rin4cr und 100 Schaafe. Die Einwohner können
für Mangel leidende Schiffe etwa 30 Ochsen und 6d
SchaaTe aufheben, doch dürften, was die letztem be-
trifft, wohl eiuige Jahre nöthig seyn, ihr^u Abgang 2ti
ersetzen. Von Federvieh giebt es hier ungefähr hundert
Dutzend Enten, Hühner und Truthähne, und von klei-
nem Vögeln Tauben und Papageien« Von Thieren ande«
re^ ^rt sind die Ratten zu^ beinerken, von denen man
eine sehr grofse Zali^ auf diesen Inseln findet» —
Waizen wächst hier nicht; man baut dafür Indiani-
sches Korn, Csssava* Wurzeln und io v»el Reifs, alt nd»
thig ist, sich selbst nud die Sclaven vor Mangel zu schÜz-
fen. Doch würden 10 Säcke mit Reifs schwerlich zu ir-
gend einer Zeit gekauft werden können , obschon die Ein-
wohner wohl hundert Centner in Körnern an Terschiede-
aen Ufe^n sammeln und für mangelleidende Schiffe auf-
bewahren köunten.
Fische finden sich in groljier ManniehfaUigkeit und
Güte auf diesen Inseln. Salz haben sie kärglich und nur
hinreichend für den eigenen Bedarf der Bewohner.
I
•^ '
242 Vermischte Nwc hrichten,
i. ^ ■ ,
Nachrieht und Ankündigung von^Tsou^soir^s
Alcedö, oder dem grojsen geogräphisch-histO'*
riidien Lezicon von America und Westiudien^
nebst Atlas von 19 Vhartenf* welches in 5
Quartbänden zu London .erscheinen wird.
In der Mitte dieses Sommers' erschien zu Londo^
folgende Teutsche Ankündigung voii *t'hotnpson's Alcedo,
^inera neuen, höchst wichtigen geographisch -historischett
W.erke über Ameriöa und Westindien , in 5 Quartbänden,
jiebst einem yortrcfliche^ Atlas von 19 Charten, Di diese
Ankündigung besonders für Teutschland bestimmt, und' das
\Verk an sich auch sehr interessant ist, so hielt ich es
für m?in« f'flicht gegen die Leser der N. A«^. £., sie
ahnen hier mitzutheilen.
D.Hl
^he ^eogrmphical €tnd historical JOictibnary of
America ^nd the West Jbidiesy {commonly cal^ s
ied Thompsöns^s Azcedo^ ns) 'containing 'an
Mntire Translation of the Spanish work ofi
tolonel Don Antonio "de Alcedo^ oaptain of
the royäl Spanish Guards and member of the
Toyal Atademy of iUstory: with large Addi-
' tiöns and Vompilations frem modern Voyages
and Travels nnd from authehtic Information^
jBy O^ A. Thos/lpsoi^^ Esg*
" s
s
t)ie Urschrift des besagten Werlses wurde zu Madrid
von dem Obri^ten Don Antonio dt Mcodo^ einem Ein*
WermUchte Nachrichten, 20
gekomen 4et dpanischen Aaevio«, «uf tahlr^iche $iib-.
scription der aogcs«li«iuten Münnev in dein StAat« im
Jahre 17^7 ia füni Uesnen Quartiiänd^n heraufgcg««'
|»an.. Di* VorzügM^ äfS44lb0n waren, dis tintige Ur^
saeTiSf warum €t vir dämmt wurde, Al^tdo hatte nSoi«
lieh die letzten zwanzig /ahre teinei Lehens an diftM
mühsame Werk verwendet. Man fand« 4a£s es sehr
wahre und genaue Nachrichten enthij^l^f dief^ ward«»
TOA der Spanischen Regierung mjt ^o scheelen Augen ' att*.
gesehen, daXs dieselbe gerade deXswnogtii pain Werk so«,
gleich unterdrückte« Nur einige wenige- Exemplare entf
giengen den Nachsuchungen. Durch rielfältige Nacbr
frage hat nsan ^gefunden,, dafs nur aehr wenig« dersci-
hen in GroiCs-Britannien vorhandefl sind; wahrscheia-' '
^h niisht mehr jus Cunf . oder sechs ; und alle, seit kur-
zem so häufig angewandten Bemühui^en', um Yoni fe-,
tten Lande einige Exemplare zu bekommen, waren alle-
«eit Tergehl^^h, ^ aivch sogar die Versuche d«rch. a/fieUlia
Nachfragt^ und zu un^s/cArnnkis» Konen»
Freilich enthalten Alctdo^t, Binde eiite Menge. weit
'yollständigerer uud genauerer Nachrichten ^^ als die Wer-
ke irgend eines andern Schriftstellers, und geben ein»
▼ollst&ndige Ueb ersieht von dem Zustande der Spani-
schen Colonien zu der ,Zeit. da er sie .beschrieb: dock
haben sich, seit der .Herausgabe seines W^^s vieler
xpesk würdige Begebenheiten ereignet,, wdlphe in jenen
Colonien solche Revolutionen hervorbrachten, dafs. die
durchgedachten uud niühsamen Forschungen ^ verschiede-
ner neueren Schriftsteller hinlünglichf Beschäftigung
fanden; unter diesen sind Humboldt^ Molina und Djfpone
die angesehensten; und das Hauptsächlichst^ der, durck
diese Und Andere gesammelten' Nachriclkten^ . ist .mit be-
•ondereni Fleifse dem hiemit angekündigten Werke, ein«*
X verleibt worden. A)>er die Ifülfsquelleh-, welche Äleedm
besala, in Betreff der Britischen Colonien (der jetzigen*
vereinjigten Staaten Von America), waren weit geringer,
alt diejenigen, welche «ein Vaterland betr^fen^ daher war
eMv^^ Arbeit in diesem Stücke unvollständig : dazu kommt ,
n«ch,' dafs die, durch die lErrich^ung einw aetien.&e-^
gibntag^ W^i ^wnih einen lieis|»i^Iloseii ZdwaiiJi« äÄ- lie«
veik^raa;, Wehiftancl und Hftadlfmg:, in )«iillm -gvolseii
IiAiidttmlls Iterrorfebreclitc^ta Vc^ftndenuigeit iclwli- ait
-Qnd für sxek vCflbst tien «pSteren GeaeliicliCeclxtetteni' «f«^
• T/iiiUBL i^glilialtigen 6toff «ur Utttersuchtiiig datrei^liteii. — «
Meii bat daher alle Mühe augewaadt, um auch di^teii
l^ü dev Werkes TolUrtMndtg lu machen, dadurch, dafif
Alui adwbhl ^aajeHiga darhi aufgenommen hat, was itf
dem südhsamen Werke des Morse enthalten ht , als aotÜf
^irfli sonst nocH in allen den vtrsehiedenen ntwurmi Rtit^'^.
kiitkreibungeny Von denen -es teil twmzig iahren 'SO'Wim^
Hielt y verstreuet anjgetröffea wird^; Imgleichen ^p^aa mas
«tfs andern auihtritischtn Sihriff^n und OngtnaZifaeu--
mtHttUy die vtre Inigteri 'Staaten von Amefhäf utld Mf
ilooh fihrigen BHnisvhtn Besinuhgtn in deni W^Mtaüt
angehend y sannneln konnte*.
- I^ Betreff dto fFestinditchm Inseln , obgleieli ditf
Beschreibung ihifer Bntdt^ckung, früheren Söschiohl» nH^J-
Froducte, nirgends genauer gegeben worden ist, als AU
ceäo gietban hä'U so mufs es doch etnem Buche, wie die*
res, zu nicht geringer Empfehlung gereichen*, dafs döt
Üebersetser, aufserdem dafs er diese l^uncte mit Welenr
Auslagen aui den genaitesten und am beCrten linterrich-
ti^ten Schrifutellern aber difese Oegei^itände bereichert,
fiat, noch binxugefQget bat cfine ffetaillirte Dmrst^lun^
des Handels dieser Cölonien , ron den frühesten Zelten*
Ifis auf die gegenwärtige, dfv Art imd den HPariÄ ihrer
fiitigin ProducU^ und eixM rMsi^Mige hisi^rUdke Aus»
€>hiandersetzniig aller in ihnen rorgefisllenen BegebmtkeU^
thtf neb%t rei^cbiedenen ganz einzigen statistiichett anif
^ MandelS'Talftllmetc, slvlm QueltiHI/O'k unhitweifshom An^^
sehen i\an ifaügeäieSlt. >
^ Dbch die Geduld das Lesars würde ermüden, fftäv dai^
l^arkleilsen Bekbreümbj^ aher Htilfsi^ellei?, Atks <Amei^
AdstÜge gemacht worden , oder die angeführt wotdt^rf
sind; — man findet sie in der Vorteil erwl^hut. Es sey
j^ocb' erlaubt, ztc bemerken;, dal^ die Werke selbst, auf'
4^mm' 4Unr* WOh^Sueh' ;^^samm<ngatya[g^^^ ist, fpcfOnsä^
Vermischte Nachricht eyi, a^j
t^eilf felir kostbar sind^ upd daXs zx^an sie zuMinmeii
r%iola\ Jiir yitl§^ Hundert Pf und Sterling kaufen kann; ja^
txia^ .würde dieser Herausgabe die schuldige Gerechtig-
keit vorentiialtea , wenn tnan überhaupt antuführea oi^
terlieffe, dafs der Uebersetier bei seiner mühsamen Ar-
beit die grölsten Vortheile genofs ^ welche- gescheidtf
Freunde und die achtun gswutdigsten Gönner gewähxeii
^Lonnten, und dafr er den Zutritt zu einer ko/töariin £&•
hlivtheh hatte , welche zu dem eigentlichen £i^dzweckt
gesammelt worden ist, Um alle inuressantesun Schrifun
über America zusammen zu bringen^, deren etliche, noch
nie. in £nglis^cher Spracht gedruckte^ tr torziiglich ba^^
batzt hat.
.■*■■' «
Atlas to Thompson^ s AlceAo; or Dictionary of AviU^
rica and West-Indies^ Jfy AKKotrsmits. "
Weil die* meisten Subscribenten zu dem iF'dnerhuchi
tcn America und - $$^e^tindien verlangt haben , damit das
^erk zu der höchsten Vollkommetiheit^ deren es fähig
ist) gebracht- werde, dal^ Landcharten besorgt werdett
möchten , deren Maafsstab hinlänglich grofs sey ^ Um alle
in's Genaue gehenden Beschreibungen der Lage der, in
dem Werke erwähnten , Oerter zu verzeichnen ; »o hat
der Verfasset üunmehr das Vergnügen, seinen Wenn den
tind dem Publicum zu der Verfertigung eines Atlasses von!
Herrn. Arrchisiniih Glück iu wünschen 4 Welcher viel* '
leicht einer der hi^fsten ist, sO die Hl^nde dieses £rd-
heschrdhers (dessen au«geaeiohnete Terdienst^ in diesetU
iPache hinlänglich bekannt« sind) jemals her volrg ehr acht
haben. Es bestehet solcher aus Landtihatten , nath al*
ien den besten Hülfsquellcn verfertiget, welche s6it 30
Jahren erschieneU sind; diese sind nachgesehen und bis
auf unsere Zeiten berichtiget und verbessert worden, und ^
zwai^ nacli authentischen, uhd grÖfsteUtheils für Aiidere
untugängtichen Unterrichts - Quellen) einige derselben ins-
besondere aus Urkunden, zu denen bisher in Madrid utid
^Lissaion aller iLutritt ifersptrret war*
N, A. O, A tL Bds. d. St, R
1146
Vermischte Nachrichten.
. V
' Mit diesen Landcharten , welclie mehrentheiis nacH
dem grBfsten Maafse sind, nach welchem jenials Land*
Charten jener Halbkugel herausgegeben wurden , hat malt
das ganze Wörterbuch sorgfältig verglichen; zugleich ist
die Lage unzähliger neuer Oerter bestimmt, und nach
tlem Alctdo in diese Charten eingerückt worden, so wie
dfa< Hauptwerk bbgenwcise die Presse verliefs — Jeder-
mann , der ausführlichen und gedrängten Unterricht über
Alles, wai jenen interessanten, obgleich verhäluiirsmälsig
wtiäg bekannten^ unter der Benennung der neuen Weit
begriffeneu Welttheil betrifft ^ zu haben wünscht ^ wird
, das Buch , nebst dessen Atlas , gehörig zu schätzen wis-
ien. — - Es liefse sich vielleicht, ohne der Sache zu viel
lu thun, behaupten, daXs tlie meisten Werke vher den
nämlichen Gegenstand, für die Suhterihenitn des Alcedo
tmd d€SS€n wiehtigen Anhanges^ völlig entbehrlieh
WMrden.
NACHWKISEB,
Nord -America . •
Vereinigt« Stuten
4 .
vn.
2
V.
3
VI.
I
IV,
Mexico
yermi$ehte' Tffaehrichteri,
«♦7
'■s
WestindioB . . . .
Süd - America ...
I
■
/
XII.
1
xm.
•
2
I
XV.
xrv.
3
4
XVT.
XVII.
5
6
1 xvxir.
XiX.
Die Ar/vbisChen Zifpe]^^ bezeichnen die Anzahl d4t
Blätter, aus welchen die LandGhartenJ>estehen. Did Hö-
jbfiscHBN Zippern bezeichnen die Ordnung ^ nach wel»
eher sie eingebunden werden. Die oawzbk ViBAscxe
stellen dar die Lage der Bogen, wenn solche zu einer
g^zen Charte verbunden waren«
Auf gemachte Vorstellung , dals viele öffentliche Be«
hörden, Gesellschaften und Privatmänner in Teutschland,
Belieben tragen möchten, ihre Namen dem Verzeichnisse
der hochanse'hnlichen Subscribenten in Orpfs - Britannien
hinzu zu fügen, hat der Herausgeber für dienlich ge-
funden , den Herrn Boosey zu seinem einzigen Geschäfts-
führer für den Verkauf des Werkes in Teutschland zu
ernennen. Audh kann man durch Herrn Buchhändler
Perthes et Befser in Hamburg, Herrn Göschen in Leipzig
und das Geographische Institut zu Weimar darauf subscri*
biren. Preis der 5 Bände Lexicon 10 Guineen — des
Atlas, gebunden 12 Guineen. ,
R »
•
/
9^ Verihischte 'Nnchricht^n\
\ /
4' ■-, '■ '
Auszug eines Briefs des Oberrichters Jo ulmin
aus 4cfk Mississippi - Staiat vom 28« Oct^ I8i6.
Seliv wenig Menschen vpn einigem VermtSgen , die
fius England nach- Kentucky weiudern , werden sich dort
gefallen und zufrieden seyn ; sie können keine Diener
miethen und selbst ackerbauende Arbeiter würden ihnen
gegenüber eine Stellung einnehmen, die ihnen nidht ge-
fallen würde. Sie müssen sich allein der Negersclaven
bedienen, und dies^ würden sie nicht zu behandeln wi»-'
«en: seP)5^ diese Sclaven würden gegen einen Europäischen
Hajrru sich d^s Ansehen von' Unabhängigkeit gebei^, wel-
ches selbst nicht bei gcmietheten Dienern .in England zu
finden ist. Der Staat Ohio , welcher von Ktntucky durch
4en Ohioflufs getrennt ist, würde dem Engländer besser
behagen^ Man hat hier keine Sclaven; die Menschen
Jialten es hier für keine Schande, für Andere um Lohn
- XU arh«iten; Pflüger und Schnitter können hier für ein
% Jahr gemiethct werden, und selbst anstHndige Mädchen
■um Waschen 9 Kochen | Nähen und Kühe ^u melken;
doch Hann es sich auch Wohl treffen ^ dafs die Frau vom
Hause genöthigt ist, diese Verrichtungen selbst zu thun,
ynd warum auch nicht? Wei^n man in England aus-
fchlief sende Voft*echte und Befreiungen night liebt, war*
um 8icl\ beklagen, dafs man diese in Americit nicht
findet? Da ist z, B. im südlichen Th^lle des Landesi ein
leichter (4er Yerfawer spielt auf sicl^ selbst an), wel-
cher die Civil-, Criminal - und A^miralitäts - Gerichts -
liarkeit üb^r einen Landstrich von ungefähr 33)000 Engli-
fchen p Meilen hat; und doch si^ttelt er oft selbst sein.
IPferd,, bringt oft in sejneni $attelsack seine Victualien
nach Hause u^d breitet oft : wenn er nicht bei Zeiten
<!^ine Wohnung erreichen kann, seine Decke in den wei-
ten Wäldern aus und schläft darauf bis Tages Anbruch.
Er belästigt sich nicht mit einem Diener, weil er un* .
Iif^tze Ausgaben iind Prunk hafst; und doch ist er bis«
Vermischte Nachrichten.^
H9
weft«ii geitöthigt, im Angesicht und vor einer lauten Menge
«u enltcl^eiden,
• * * ...
Aus einem Briefe meines Sohnes^ 4(it, Mobile den
24. Octaber J8*6*
Der Tlieil äet MtMitsippi* Staats, welchen^ mein
Vater all Kiohter v^orsteht, erstreckt « li^h vielleieht 300
Englische Mtilen ?oii Osten n^c^h Westen^ Und 200 Tovt
Norden nai^ Süden uiid ist u^ acht Grafschaften ein-
geiheilt. Ple • obersten Gerichtshöfe derselben hat er
jährlich s^eimal zu besuchen ^ und auf dia^e Weise bei
jedem Umgang viellaicht f,ooQ Meilen lu reiten. Der
Goric^htihof der Grafschaft MohiU hat seinen Sitz in die-
ser Stadt. Gesteru ist meiii Vater T^it meiner' Mutter,
meinen drei Schwestern und i^ir von zu Hause, vierzig
Meilen von hier, hieh^r gekommen; meine Mutter und
Schwestern in einem Wagen, den mein Vater fuhr; ich
zu F^^rd. Ich glaube. Englische .^.ichter werden es
nicht schicklich und hegreiflioh fUiden , daX< Seiner ihrer
CoUegtn selt:i6t fährt. Diese Stadt (^MohiU) liegt ai| der
Spitze von MohiUbai und beim Ausflufs eines Flusse*
gleiches Namens. Die Lage der Stadt Ist schön, die
Häuser grölsteiitheils schlecht; die Bevölkerung geringe
vielleicht nicht über siebensig Familien, von denen ein .
Drittheil W.eirsey ein pr^ttheil Negersciavea und ein
Drittheil freie farbige Menschen sipd. -^ Eiue meiner
verheiratheten Schwestern lebt im Staat Kentucky^ un-
gefähr 700 Meilen von hier. Per Staat T€nn€$J9$ liegt
südlich von Ktntuckx und nördlich von diesem Lande^
Im den nqrdliqhen Theilen des Landes lebeix vier Indja-
liisohe $tämme — die Chactawf^ Chichasaius^ Cre^hs und
Cherokees , die über einen grofsen Strich Landes ver-
breitet sind^ Von hier aus giebt es blols zwei^ege nach
Xtntuckjr f der eine durch das, Laud der beiden ersten
Volks stän^me , d^r andere durch das der heideu letztern
führend. Im Frübjahr-1815 besuchte eine andere meiner
Schwestern jene ir^ Kentucky und da si^ in diesem letzt-
verÜossenen Sommer nat:h Hanse lurwckzükehien wünsch-
te, ^ard beschlösse«, dät« ich sie abhohlen sollte. Dem^
1^(t PermisQhtft N'ächrichteh^
uifolge reisHe ieh den 2* Julius d. J« zu Pferd. ab; 15a
Meilen machte ich die Reise mit dem braren General
'Gaines; dann trennten wir uns und ich setzte meinen
Weg 900 Meilen durch dais Gebiet der Creeks und CAr-
rpiee« fort, bevor ich Wohnungen von Weifsen sah.
Ich schlief in Indiaaischeti Htitte9 auf meinem ■ Sattel,
Pecke und Mantel y machte meinen eignen Caffee, und
als Fleisch lind Brod, welches ich zu Hause zubereitet
hatte und ii^' einem leinenen Sack queer'öher den -Sottfl
transportirte^ Am 25. Tage meiner Heise . langte ich hei
meiner Schwester in Kentucky an , wo ich drei Wochen
verweilte, ehe itlx imi meiner ändern Schwester die
Rückreise antrat. Wir ritten heimwärts 720 Meilen in
' ein und zwanzig Tagen.' Nachdem wir die weifsen Nie-
derlassungen von Tennessee verlassen hatten, brachten
wir sieben hi$ acht Nächte in den Wäldern zu,^ bevor
wir das fort Stoddart erreichten. ' »
Hier h\he ' ich Ihnen einen unvollständigen Abrifs
•inek* Reise eines jungen Americaners von sechszehn Jah-
ren gegeben, weliühe vielleicht 'einem jurigen Emgländer
wunderbar und unglaublich vorkommen mag.
Statistisch - geographische Novellistih,
A.
Neuesie Arbeiten des geographischen Instituts zu Maüandm
Im geographischen Institute zu Mailand, Jetzt nnter
der Aufsicht des Gcneralstabs zu Wien , ist das erste
Blatt einer^sehr genauen Seecharte des Adriatischen Mee-
res erschienen. Dieses erste Blatt stallt das Adriatische
Meer von den Inseln Tremiti westlich, bis zu Makarska^
auf der ostlichen Dalmatischen Küste dar. Ein zweites
Blatt wird die Rüsten von Dalmatien südwärts enthalten«
Ein kaiserlich Oesterreichischer Officier vom General stabe,
Hr, Potier des Echelles, arbeitet nebst dem Director des
topographischen Cabinets zu Neapel , Christen Visconti^
Vermischte Nachrichten. 35f
tn Aufnalime und Mappirung der Neapolitamscben Ufer,
und auch die Engländer sollen ihreh Beistand xur Ver-
voIUtändigung dieaer interassanten Charten versprochen
hahen.
B.
i^fua Fermgfiuhg und Cham von Frankrgich.
Der König von Prankreich hat, unter Vorsitz des
Harm dg !• Plac€ eine Gommission niedergesetzt, welche
die Aufnahme einer neuen, die Cussinischt weit über-
treffenden topographischen Charte Von Frankreich vor*
bereiten soll. Der Maafsstab wird sich, wie i auf dein
Papiere zu 50,000 auf dem Terrain verhalten , also bei*
nahe noch einmal so grols , als der von Cassiui seyn.
hea Letztern Charte besteht aus x82 Blättern, die neue
wird deren über 500 enthalten. .
C.
Angthliche Entdeckungen im hSrdlichen P4flarkreise»
Man glaubt gewöhnlich, dafs das östliche Gron-
landf welches unsere Wallflschfünger mit dem Namen
der Insel (Gruppe) Spitzbergen bezeichnen undvWefel-
Or'önland (welches aber nicht das iftt, welches sich ge-
gen Osten an die Davis • Strafse bis zum 75. Grade dev
Breite erstreckt) ^ wegen des Eises unzugänglich sey. Aber
diesen Sommer fand d^r Commandcur einer Bremer Brigg,
der über die Insel Mayer, ^r Grad, hinaus gesegelt war,
noch einen Grad weiter Land; er fuhr dann längs del:
Küste hin bis zn einer Höhe von 81 Grad, 30 Minuten
.ohne £is anzutreffen. Dieses hat er Fischern von Aber-^
äeen versichert, denen er auf seiner Rückreise begegnete.
Hernach sind einige Holländische^ Schiffe bis zism )B8>
Grade gegangen , und haben sich so selbst davon über-
zeugt. Reines \^M Eis angetroffen. Es scheint also, dafs
die Schiffe, welche die treibenden Eisschollen vom Ende
Junius und Aufang Julius haben vorüberziehen lassen,
das Meer zwischen dem 7$. und 88« Grade' nördlicher
Breite davon frei fin]^en.—
2^^ P'ermischt^ ^Nachrichten.
\ -
f
Der Gommandeur des HambuTgischen Schiffs Leö-^
»lore , Oluf Öcktn, welcher bereis 40 Grönlandsfahrte^ ,
gemacht hat, hat über Seine dielsjährige Reise folgende
Nachritsht mitgetheilt : Die Holländer haben im Jkbre
1670 Grönland bis zum 790 li. Br. gesekeit. Im laufen-
den Jahr i8t7 lag ich swisoben dem 4. und 5. Junius um
Mitternacht mit dem Schiffe Leohore von Hamburg au£
79^ genannter Breite, und erblickte^ von ^a das Land
Weiter nach Norden. Der nördliche ICü$tehpiunct war
liach dem Aüge^maalsd I5 bis 16 iTeUtsche Möilen voä
Uns entfernt, und dehnte sich von S. W. nach N* O. iii
^ einer Länge von 12 Meilen nach dem Augenmäafse aus;
es zeigten sich zivei hohe Berge auf demselben ; das JEis
lag ziemlich auseinandetgcwichen , ab daXs man wohl
hätte' ansegeln hÖmien , wenn es nicht neblicht jg^eWordetl
Wäre, was mich an weiterer Beobachtung gehindert bat.
'^äs neudutdeckte Lan^ nannte ich Ltod von Hamburg*
♦ ^ •
Nachschleift,
> tyie Stkifter ' Und Courier ^ Nachrichten sind längst
*chon in der hellersehenden wissenschaftlichen Welt ziem-
lich verrufen j und also auch diese beiden Entdeckungen
im nördlichen Polarkreise Wohl ziemlich apokryph. Es
ist wenigstens ein unei-hörter Fall, dafs ^iii Schiff ohn^ ^*
Hinderung 'äes Eises bii zum 88^ N. BreiJ;e gekombet^
und also nur noch 2 Grade Vom Nordpöle entfernt ge-
wesen sey; und die Anwieisüng und der gute Kath der
Bremer und Holländischen Schiffer , d^fs man hur ,^die
»treibenden Eisschöllen vom Ißnde Junius ^nd Anfang Ju-
lius vorüberziehen lassen müssen um' daiin ein offnes
Meer Zwischen dem 78 und 88 Gradä zu finden und dd<
hin ohneAnstaiid segeln zu konneh)'^ verdient in der Xhat
' einBelobungÄ-'DeCret von ällert Akäderftieen det' Wissen-
schaften in Europa. Vielleictit entdecken uns diesa kiSJx-
nen Schiffet noch die längst gewünscht« kurze Strafst \
. unter dem Nordpole Weg und durch daä Eismeer, nach
d^n Küsten Von Nord '-Asien und Nord ^America! I
A .«-»iidMMll
INHALT.
*h Ausführliche Nach)»cht üher di« Sandwich - laieln 133
8. Die Insel Kodiak. • • • ^ ^ • « • 87s,
B üch e r • Ae^en^ioiten«
t. A Voyage round the wbrld from t8o6 tö i8t2 , in
whicn Japan, Kamtschatka, the Alentian islands^.
and the öandwich islands were visited; includinr
m /Varrative of the Authbrs shipwrek on the Island
of Sannack , -and his subseqnent wreck in the thips
long boat. With an Account of the preseut «täte
of «he Sandwich islands and a Vocahulary of their
language. £y Arahihald CAmpbelU (Mit einem
Chartchen.) . . . • . ; . . iS?
9. Lehrbnt^h der Statistik, au gearbeitet von J. G,
M€useL Vierte) grö Istentheils .nmgearlieitete Aus*
igabe .. «. •■> • • • • • 19c
3.. Reise in das Bemer Oberland, von J. jR. tViss 197
4« Dtr Untergang der Americanischfn Brigg Comnurett
die an der Westküste von Afrika im Monat Au«
"gust 1815 Schiffbruch litt. Sammt einec Nachricht ,
yon Tcmhucto^ und der bisher unentdeckten gro*
ifsen Stadt. fVassanah» V.on Jamts_ RiUjt etc. • goo
Charten^ He ceniiöntTK,
Neu etrchUnene Sptciai *'€ hartenj vün den ^ingthten
Regierung! " Bezirken der Freufeitcken Monarchit^
I.; Special -"Charte von denl hÖniglitsh Preufsischen " \
' !Bezirke der Regierung 4u Münster^ nach dessen
neuester EintherKing in lo landräth liehe kreise %iK
*, Special »-Charte v^n dem Beiirke der königlich
- Preufsischen Bcegierung sn Minden^ nach dessen
neuester EihtheAhng iltt 13 landrMiliche Kreise
«bgetheilt .,.•.. . . • . . , . . 9x6
S.^ecial-th arte 'ton deiti k&niglich PreufsischeA
*&zirke der Regierung zaCöUn^ nach dessen neue- '
ster Eintheilung in .1^ IsoidrätUiche Kreise • 91t ^
n. A. G. E. II.Bd'r. 9. Sn S^
2^4 Inhalt./ I
Seit«
4. Special,- Charte ron d«m leSnlflieiv Prenrsisclien
Bezirke zu Dütieldi^rf^ nach dessen neuesten Ein;
theUung in 12 laadräthliche Kreise • 2x9^
5. Special - Charte von dem königliph Preuf stachen
Bezirke zu Breslau , nach dessen neuester £in-
theilung in«44 lai^i^äthliche JSjreise l^egränzt 220
6. SpeciajL - Ghtfrte vtÄi ddVh koMglich PreiüCsischen
Bezirke der Aegierung zu K^icA«n6acA, nach, des-
sen neuester £inth»Iung ' ' in 10 laadräthliche .
Kreise «... ,822
p. S|»ecial. Chartr vpn dem ktoigUclk ^Preufsischen
Bezirke der Regierung zu Opptlm, nach dessen
; Einthnlüng in 14 <laa(&äthlijcliä Hiveise begränzt • a2^r '
9. 'Allgemeine Kaart van keh Koningryk der Neder*
landerip zynde, voor 200 verre de schaal zulks ge-
doogt, eene illiibräire tdn dezen Staate uit le
^ laat^te aaamo keurige driehoeks metingen en de a ^
beste topographische Stukken zamen gesteld. Met
> hoogst, deszelfs toesteming opgedragen aan zyne
Majesteit dei^ Koning door Ca^parut Müller etc. 223
9. General -Charte ron dem Königreiche der Nieder-
lande, nehst dem Grofshertogthume Luxemburg«
nach.. den vorsüglichsteü Quellen, entworfen von
C. F. Weiland . ♦ .....* 923
Id. Charte des Preuf^ischen Staats, nach seiiier neue-
sten degränzung und Eintheilung in Militär*
Abthefiihigeti , Frorimen und Regierungbezirke
^im Jah^e ÜSIS* Berlin bei Sehropp •• . . ' 839
V$ r m f s c h t e Tfachriekttn»
Z. Notis über die Insel TVtfion dl*Aeunha • > • 832
9. Beschreibung der Seychelle- un^ Adhiiralitäts-
^ fosehi' . ♦ •. . • •# . .' . 255
3. Nachricht und Ankündigung von T%aLmpton*t AU
cedo, A>der dem grofsen geographisch -historischen
Lexioon von America ttnd Westindien , nebst Atlas
▼on Z9 Charten . • _• , . .. . • 242
4. Auszug eines. Briefs des Oberrichters Joulmin aus
dem 'Mississippi - Staat vom 28* Öct. x^tö. . 248
5* SiaiistUch' geographische Novellistik, ,
A. Neueste Arbeiten des geographischen Insti-
tuts zu Mailand ..... 250" '
9« Neue Vermessung und Charte von Frank-
. reich •.,.•..•_•• 2^t,
. iG« Angebliche Entdeckungen im nördlichen
Folarlareiae . . • • • . . • 9gc
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^Ccngo - ojer /ai'r-'Vtwn Ujin iastt/^ von, SfBfc
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IhBand»,» 4rittq^ Stuck» i8|7«
▲ B HAN V> h V t( Q JLHU
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ß^orlätifi^ei Nptiz von der Ijtßztm
Flusse in Sud- Afrika.
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V o r w i> r t.
. Nj^ a^og ^iw wiipeiisf h||^c)i0j^f ditiji;! i)|l
Icfüt Hilf, «jcfc, *l8 4i# d«r jLtoi^^ Qy^ ^ | ^ § | |»
(P^w«^ - o4er. Jfoir- Fiuasa bl^ia d^ Hfic^ fo^> £^
1^. Jf. O. E. ll.Bds.%. $u T
I
d56 Abhandlungen*
ist das Originaltagebucli eines der Reisenden nach
BHgland gekommen. Um demselben vot sei-
ner öffentlichen Erscheinung mehr Form zu ge*
ben, hat ein saeUKindigeV Gelehrter es eben jetzt
in 'der Arbeit, und von dieser Bearbeitung theilt
das Londoner Sonnal)endblatt the Liter ary Gazette ,
in jedem Stücke ejn Capitel ipit, ohne jedodbi
weder 'den GeTehrten der Expedition , von wel-
chem das Tagebuch ist« noch den Bearbeiter za^
ivennen, während zugleich die Englischen Blätter
anküA^gen-, dafs bei Murray "in "" London dat
OfficiaV- Journal of the Captain Tuckey selbst, in
Begleitunjg des Joufniä ofProfessor Smith ^ nach*
itens erscheine« Sind die von der Gazette m^t-
getheilre^ Capitel ttwä nichts Anderes , -als' die
Anfangscapitel dieses Official Journal, oder .des
Journal of Smith, so ist es sonderbar, dafs di«
L.Gazette sich mit diesen Mittheilungen als ^it ei<^
nem ungemeinen Schatze brüstet, weil man doefa
%alä das ganze Wiirk' in Händen haben wird»
^Ueidit ist es daher weder das Tuckeysche,
noch das Schmidfsche Tagebuch, sondern ein dxit-
'tet, in dessen Besitze lilofs die Herausgeber der
Gi^zette sind. Auf j^den l^all mufs man tadeln,
dafs sie sich darüber nicht erklären, da kein La-
ser dieser Entde(ä^upgf reue - gedatht werden kann,
dem es gleichgültig wäre , zu wissen oder nicht zu
Wissen, von welchem der kühnen Reisenden dio
'Seschreibiisg sey. Tom Bearbeiter versichert ii#
«Gazettte, er sey ein Sachkundiger. Allein die Ma-
tiier ,-" in ' welcher das Naturgeschi^htHche in die«
•en ' Ca|dteln vorgetragen wird, Ut tofmpit gi^;
isthmacklot und im#isttnichafilich, UebeiraU eliad
htßfy 4i«v Kx^iiclieii T4vi«)na9iM ai^cgebanu
DlHifs >»id ein ohnoiächtigei StirdMi» die trockt»«
SnähloBg durch Wiu pikaAi 2a m^clite, mtlcbm
Agh gJeich im xw»t«i Cai^U} äufsert, HÜEit' nicht
eben vermutben» daff man dem Bearbeiter, tiel.
zu ve¥4^nken habext wer^e. Aber die MatefiaUea.
<|ii4 ..an«fi(;b liurfertt icbStzbar, und beh^iteiti alt.
die\fheure Keliquie von der, .duitch.eiM^ ao un«
glückliche Catastropbe vemichteten, Expedition ei-
nen hohen Werth, Sollten sie auch weiter nichtt,
4I.S die bald erscheinenden Tuckeyscken und
Schmidt* sehen CoUectaheen s^n,^ $0 wird doch
ein gedrängter Auszug aus dem, was in der Lite«
j^][ 'Gai;et|e. abgedruckt iit , nicht üb/^rfiuetig schei-
nen, da wir auch da« Gan^^e blctCi ansuehen werden. '
' Bei dieter MiitlieUiing sind wohl nur einige
UfeaasgeBemei^kniigen ▼orauszuscbicken« DatSehiS*
C^ngO'fxmt sddotnerartig ausgerüstet, und ungefähr
Bepnsig Tonnen und lünf FuCi Wasser haltettd.
Gdnimendirt .ward es von Capttin Tuckey^ der an
dbr %itza iiBM gan:&en Unternehmens stand. Die
übrigen Officiere waren Lieutenant Hawkey, Fitz^^
mäuri^Cf ^^er Loots^ und Aufseher, und Hr. JIAfb
cAerroWf'^sistirender Wundarzt. Aufser ihnen wa«
^eti^ da ewei Gehülfen des Lootsen und Aufsehers
nnAH^tt Eyre*j der* Zahlmeister. Das gelehrte
JPepaitement bestand aus folgenden Männern: dem
Professot^^VnzI^ (i^ichtiger «Si^Äim^O von Ghristianie,
Botaniker und Geologen » Hrn. Tudor^ vergleichen»
4em Ahatoimen, Herrn Cranckj der für Natur«
feschichie . angestellt wer ; Hm. Galway , einem
Vaiontär^ : Auch eas Gätttee reif'te mit, umr Sm-
T »
A
mgßi ^Ai4»tßnd'liMi^gän.
SMlft. T<m <}i«#«är ^ämen Per^dude sibd &ifr VM^
iü%k ftHd lAik^ g^Uli^eii, voH denen Min elM
E^lkltdii^ ihri^r Ansireügun^^n tind Luiden dti?v^lM
t«nkftBff. G^^itän Tu(^^, Häwkey^ Smiih, TuAof}
iSf^nck, GalwuyySy^ si^ todt.^ Blofs Fittmäurict^
yjtiAMaeh^Miü leben noch t^nd'wartto an de; Ki<tli^
Erstes Capiiet.
i>
Oft eim S^pi^hio» sa^k Afrika beichlotieir
ifteoEd«« w«V4 um 4i»i Lafif d^ Geng^ «u exi^ir^
sehen und über seine behauptete Vereinigung mit
^m Ni^r IWafkliristog .ea'¥c)»ehSLSatt| so :ward
«iis44Bklieflend. vat diesem Zweclse'iem Schiff eirlKM^V
dee den Nftipen ^^Jüi^e «rbieiti . Mal» haue A^A
fi|9^ die lde6^ 4i6* Ceii^o durch di8' {)aite{^
sfiasehlne ^e)h zu lasse»; allein hei'm If^sb
a^cfae fadid sidi^ da^ die Maschine das Schiff
si^ tiel Wasset 2|ehen UeTs^ .dafs ein« .glückliebft
y^diendttng der Reise unmöglich sejü. wänAe».
"wm^ vom diasen Plan isscht aufgäbe. Det Seo^^<^
4^l^parat wa^rd dsd^er mieder hjarausgekiommen.' u«A
SP erleichteidt gieng ^e Congö » y^m Traj^sptat«
s^l^ £»oretA>r h^Jeilet, in See, usd heide^Schitte
yiwUeEieii am i6. Februar 1^6 Dtptfm^^
. Stets widrige Winde vernrsachtan, ' di^ si^
nacht vorwärts koiginien kesrntettf zweimal im U%«
van. V0B Alme^fk a«f besseven Vlind wwiett
i
"•'timrsteh 9 vmJt sidit «her, ^h an aÖ. Sffirz bei
. J^lt/^^Sfikiffe |9i l!l»r%. mrbieifebnHii lieii
^fyaß^ tfiBsMßüiß»^ IRiar.iüd. ]»eni0ck#iMtterth.| .^d»S$
^4i» ßmig^ Vogelg^tiiilig» ,; wcAcfatecibiieii lQ}gi«»iriie
'4fftil^ MAWe '^iN^, streich». 4ie .Mch jmaM lAnBr»
jhU. MO iSrMüfz mirlie&f im w^Ubftn Xtgß ffap
JfSnf4Mrr^/: dar iib^H» Land, läer äeret^hnqvg nadi
iBogelafa^ evi«i buddln Meillm ureit .entlemit s^yn
4Mü^* »Am 3f. MivtiAhatt'tie'init TageiwlMnusti
<
itl^r.^tfirtf .passirend lenkte. Capitän Tie/r%«[^ den
X^Lul der Schiffe nach der Insel Palmas d]fe man
am Morgen' des 2. Aprils, nur noch ^echs Lieuen
Von ihr entfernt, 'in^^ Ange$|c|^t l^atte. DerQipfel
Aes Caldra-Xj^ii^^ßt mit vSqhnee hedfcckt, wj^r
sichtbar. Am^Sch|usse äesse\ben Tages^ ^^?f?9 ?^
in 'der Westseite von \FVrro vorbei. Sie hatieii auf
iinrer Fahrt kein Schiif angeredet , aber verschie-
«teile rg^afbesft. Mito&uüuihiiie üer Menden, inrel-
iBbe rlK)|X( Ca«Mle ««^ jlire ^BftglMt^r vblieiMO, hMt*
ileH^iey s«i^40m si«£D{(ie&d'Vwrlie(ieti, keine V^
:pA %4Hbmi #«f«^ j9weiep I die ihnen am letzten
JJUpffii, ehe sie JMbd^^^^'rq^ ^«nttcrni »u. Gesicht Jbv
jm0t ''^/^oiiifdieften vw^r rd^ ßine #iii Landvogjsl, ab
£rüf$e m^fyih^ ,9inß9i $»Almm i>idit «i«äbAliiib.;
4».' %nAere w^r «eiw 4ifHdtig?a»e'M«h¥ie. DorfMM^
bifr weggelassen. , ^
< *
- 1
s60
\ >
\
andere Felsen ihnen die fielier«tai| utA ruhi{[$t^n
Brütungsplätze darzubieten scheinen.. Nicht wenig
f^priuaJinttf'uidn sieh auch, -^^ xnan k^e Mbico-.
'riRie ^2id JBdU^/d*^ antiiefV obgleich €iM« TMei^
"unter jenet Breite die 'gewöhnlichen Gefährten ^er
Solaffe sitfd. Maii-^wetfr, dafs^ieieCreatttren die
^hue initairem Laufe voä eiii^m Wend^krcfilt ztjfli
•'andtere^ft f&lgrä , tind iv^^ ^Mig)e Gra^e> hinter iÜar
xutUekbleibend, als ic4> s£^' die Sqriahls nnd di^üili
•Reg^'n, die ünminelliair unt^ ihr imtner iuiett^
stehen sind, vermeiden wollten... S« lief s ' ^e)i ^a-
^bor annebpien^ sie hatten letzt ^ da die' Sonne mir
eheii erst übi^r den Aequator wai;, die südliche^H»-
liiisphäre zu verlassen noch ^nicht gewagt. DieWinqj»
'waren vo^ der Zeit, an, wo, die Reisenden Madeirß
▼etiiefsen^, von N. N. Ö, zu N. O., und^ gema[si|p.
t)ie Tage waren häufig netielig, aber die Nächte
.80 nell« dals kein Stern am Firmämeni;. verbor*
gen bueb. ^ • . i
^ fn r D0'es unmögliish war vot!a«szu\Misnen;^wildfc
- *Aia£ndh0ie' die. Reifenden 'bei'den BingcborneU -A^
.. *&st 'gatvz unbekannten Regiiäe^; die' sie be/lilclie&
iwällte», finden würden'^ so' j^Men^es .d«ii»'f^lirgfie|t
^emäfs, die Schiff*mannsehaft titglich im denWaSr
ienzu üben. ^ Pes Vormittags %nrdi^ eie init Ga^Ü^
liBern es^ri^irt^ üimbei 'sie-zuweilexi no^ ICtigelt
Kartbaehen naoh^einefti^Zii^ ^ofs. • Abends wnv^
ten Utfb^en xmt dem Säbel, dir f ike^ nnd- <liii
Pistol vorgenominen.
^' ' Am 5ten befäx/den'^die kds^zidexi sich im 93.
GjEidbi'jtijixilU^er Breite und' un 19/ westlicher
Akhandlungfn. aft|
/.
XJis^. Ofti .Meer >ntfixbte »i^b ,' iind mit ,eiaei|^
xa^. Faden -Senkblesi kqnnte noch kein Grai^d Sß^
jE^den ^vrei^ßx^. Die Nähe vom Ankergpind war^
]edop|i dujcb das auJjerprdenUich nebelige Wetter
nnd die ungeheure Menge von fisch JFr essenden Vö-
gieln, angezeigt, die man nun. zu. Gesiecht bekam.,
Cap^täj;^ ^Tjuckey hatte die Idee^ dafs, wenn fliese
Entfärbung des Meeres bei der Nähe ,ypqa Anker*^
grund standhaft dieselbe seyn spllte, diefs kü^ftii^
die SchiiTe in Stand setzen müsse , ihre Rechnung
besser zu machen, und Schiffbrüche zu vermei«
den, vvelche a|i der Küste von Zahrä nlir zu^oft
vorkommen. ' '
, . Die Schiffe waren nun mir noch 33 OlMleS
▼em Cap Corvoria^ dem^ ihnen ^ächste^ Ptmoti»
€nf dem festen Lande Afrika's. Immer noch wa-
ren sie unvermögend, ^nkergrund zu bekommexw
Pas Netz ward mit srehr günstigem Erfolg ge«
braucht, und man bf^kam durch das Ausvir.erfeiy
desselben mehrere' Male eine Menge von MoUUs^
ken. Unter diesen ' waren vielem Individuen Von
der, unter" dem Namen der' Portugiesische Kriegs^
mann bekannten Art,, welche von Herrn ' CrancÄ,
dem Naturforscher, sorgfältig untersucht und au&
bewahrt würden.
• ''•■' n
Die Hitze fteng nun aii sehr drückend zu
werden , und die Planken der Wände und dei
Verdeck^ der Congo schrumpften sehr zusammen,
wovon aber auch, die Schuld mitwar, dafs man
•ie bei ihrer Erbauung im ^Winter schlecht kalfa«
tfrt hatte. Das' Schiff vvard daher iii einem sehe
I V ■ •• • - i' 4&* * ' ^
*';»:^«..r
Ikdken' ZcütteÜ« efefiinai^h, ÜnA iSeüit Vlnf^aä
Vfarniocbte den Cajiftäii, hacli Pöytö 'P^äya tik
Metxern , nm es . dort 'nlsa hx Ulfattoh , weil 'dMff
im Meere liicht geschoben könYitb. Sie i^etiert'di
erst auf Bonavista^ %e östlieh^te ttto iapdVerfli^
icfae^ Ii|seln, xnit dem gewÖhMicteh Pas^tw&Bii
& NbriSost» Sie kamen bei der Ihs^l anrgi^ ▼^^^
l&eiy und am folgeafdcb Morg'entiei'deVIhi^^ ilf^^
wo '^ie dann, tim'den AiikerpTafz vöh Porto PfayA
«u erteicben, den Lauf ändern m'oiitfen.
Blofs ein einziger fliegender Fisch v\^^rd auf
dieser Reise gesehen, deü man in der Nähe yoi^
Sonavista • todt auf dem Verdecke fand. Weder
Ba9^o*Sf noch Delphine I noch AHrikoren, rnoch
Zufi^Mvögel hatt^i-sijch . sehen lassen.
• »
Zibeit'&s Capital.
\ Am 9t en April fuhren ttuckfy^ ilawkey^
omi/Ä, Cranch^ Tudpr ^ GäIm^«/- und fe^rir*, in ei-
nem Boote nach der Insel» um dem Generälcapi?
tän einen besuch zu machen. Bei'm Eintritte in
die Stadt , wurden sie von einem Neger zii eiheih
Hauf'e geführt, das nur in Vergleich mit den elen-
den Hütten , aus deneh die Stadt besteht , ein Haus
von anständigem Aeuüsern genanht werden kohnfe,
Sie* mufften auf einer Leiter hinaufsteigen , und
kamen in ein grorses Ziminei:, das fast ohne alle
Möbeln mehr einer Scheune glich. t)er Gdneral-
cäpitän hatte eine zahlreiche (Gesellschaft ,bei sicli,
GSU-unter ei'nige fette MöncHe. *Tuck(^ unillawKey
konnten sich Französisch mit'^ilun. unterhalten. ^ Sie
• « • • • .' «
gienften ilann zum Gouverneur ^ der selbst d2s
lUlkhdlungen* il)
«
ttng\uch% neteilicb jgut sprach» trc^ Sufstrst ver«
Vindlicli bat , ihn, wenn man irgend «iniger Vor«
xithe auf äie Schiffe bedürfe, mit Herbeicchaf-
iohg 'flerselben zu beauftragen, mit dein ausdrucke
liöhen Zusätze, dafs er diese« Erbieten aus dem
ifneigenhufzigsten WohlwoHen mache. Bald abec
fand sich's, dafs dieser sich so grofsherzig stellend»
Cftvalier eipei: .der unverschämtesten Bettler war,
iüid seine Begehrlichkeit legte er durch eine Mengt
^liinip geäufsefter Wünsche an den Tag, Seine
Leute machten es nicht besser , uni alle seine Of-
!^ciere 'wiihschten von den Engländern Mancherlei«
^bgar Schuhe und dergleichen^ zu Ar^iij^^n, gab^a
aber s^hr unfein zu -verstehen, dafs sie es ge-
schenl^t zu erhaltexi erwarteten. Alle sprachen
sehr wenig Enjglisch , verständen sich aber sehr gilt
darauf, ihren Bedarf bemerUibh zu inacheli. 'Diese
Ylaapfstadt der capverdiscfien Ixiseln besteht au«
drei 'Reihen aus Lehm gebkueter Hiitten, die zuiA
Ybeil unten KTäuer haben, und mit ^weigen *Aot
lÜattel - l^iilme 'bedeckt sind. Einige lÖäuser sind
weiTs 'angestrichen , und Jcün'digen tla'dürch»
was fast Ihre einzige Auszeichnung vor 'der sie
"umgebenden Aimieligkeit ist, an,' dafs sie ei-
nen der vornehmerh Otöcilere zürn 1b e wohner ha*
neu. JDiesen geben äie 'üesetzie das l^echt ocler
Privilegium, sich nach ihrem Belii^bcäi uüteif den -
iBausernd^er Stadt, ohne 'Ifeiitgelt 'eines zu ihret
Wohnung zu ivählen , und die Einwohner versi-
cherfen, eben diefs sey die Ümqhe, warixm clie
Häuser, in &o jämmerlichen ^ujitan<le sinä. 'Denn
lS'ie«ttand hafte niehrlSicherheit, /ein Hau« für «ich (
zu behalten , al« «o viel ihm di# elenide iSeschäfeti*
\
, N
96^ .Abhandlungen.
lieit i%%B%lhen gehe. Auch die Kirdi«, jst hötlite
erbärmlich. Das Fort zeigt ßer Bai . sechszehn alte
Kanonen aof einer Parapet-Mauei:, die . Einzufal-
len droht Die baarfufs gehende zerlumpte Garni-
sonhatte zum Theil' Flinten ohne Schlösser, 'und
9äL manchen war der Lauf mit dem HoUe bloCs
züsammengel^unden«
Die Reisffiaden besuchten das Fat da: Trinidad,
links unter der Stadt liegend. Hier iEanden sie
Gruppen von Dattelbäumen und einige Spuren voi^
freiwilliger Vegetation. Aber sie konnten keine
Bestrebungen , das Laqd zu cultimen, bemerken^
init Ausnahme, einer ganz unbedeutenden Baum-.
Wollenpflanzung uin eine Negerhütte. Dennoch
würde das Thal« wenn ihm mehr Zuflufs von Was-
fer verschafft würde,- sehr fruchtbar seyn. Bei
einer Wanderung durch . die Insel am ^olgendeip
f^^e fanden sie weni^, wodurcli sie ihre Kennt-
mü von derselben erweitert hätten» Cocos-
mimen, Maniok, sülse Pataten und die Baumr
Wollenstaude waren fast die einzigen Gegenstän-
de, ivelche sich ihnen selbst an den cultivirte-
sten Stellen darboten; Sie maafsen einen Boabah,
oder eine Adansonia dioritata, deren. Stamm bis fünf
'Fufs über .den Boden .sieben Yards im Dmfange
hatte.^ Im Negerdorfe San Felipe sahen sie einen
aus einer Felsenspalte gewachsenen grolsen Tama^
Tindenbau^l, und die grofse Menge von Cocos-
palmen und ändern ']^ruchtbäumen an solchen Stel^
len^ wo die Erde nicjbit einen Fufs tief war, selben
XU beweisen , / daXs Wässer dort die Tegetation fa<t
. äll^iii bewirke.
\
t3)iioh sehr wenig ^ fi«4«D. Oiß AvMy Amt Ei»*
jCf^oaiffB bf schränkt fidi auf Eneagiuig d«ifMt
was «ihr Hausbedarf . ist. FUiich » VegetaUliea an A
^Zucker z^r Consumtiont und BAmntvtoUe^zmichf
jHi ihx^r Kleidung ma^db^^siemlich die Total siynaif
4€^ hier produci^ten ^^itikel aus. . Voft Ezportationi
luiipfi daja^r. fa^. diesen. inseln kausn die^ede sejnB,
imd fast ailes, G«)d, was auf pm konunt» verdau^
a<A sie den Schiffen», die zum Aasruhen und Pro-
iVianteinnabmen hier vejVreilen. Wenn die Vefv
aicheruz^ des Gouverneurs wahr ist , und die Sa$
Ifuirang der;äbrifen Ofiiciere ix|i Verhältdils xor
leinigen ie t ; so kostet . die , Erhaltung df i|ser Cola^
jeie dem .Mutterlande äulierst wenige denli er veiif
«icherte de? Cafitän, , er hab^ blofs, .vier. DoUarf
täglicl;t. Smith und Tudor^ die .fi|if, W'il^t» bot^^
nische Excursion machten, fanden das Innere -dee
j^el re^a^qider, als die Gegenden, ai^. der..Kü8te,
;Sif' entdeckt ea quellefiteiohe ThMler» durcb ^^fbf
kleine Bäche, rieselten« und die dui^ch Pflai^uiigeii
yo^i . Fruchtbäumen ..und andern. Gewäehse|i ver«
^chöneit waren, v(>r?ug}ich {ür groije Hos;nyiebif
.und S.cbaafheerden herrliche Weide hallten» .
r\
AI» Tuckey^ Hamk^^ Byr^ und awei ▼OTt
dl^n; Gelehrten .Nachmittags im Bootd iHeder su»
3diiffe. zurückfuhren, hatten sie das Ungjücki
durck einen plötilicd^ . yom Gebixg herabfa|Ue;iAM
Wind, weil sie ihr. Segel aufgezogen fcetttn, im
für das Boet au grofs .'war , auf Einmal amgy.wed^
|en lind Alto ist. dieSete gestiirt« sSu weRdeu» ßm
welche schwimnOoiiitemieO) nehwaümw ieogltick
A^htHTt^tungefk
näcH IMr <Bi#^ ', tA%r Birat^nant Ifäu/key^ der
Mtiit'^ih gm^ ^Skhwittymer m^r^ iifttte das Un^
gftok, dth tnli Meli 'f üff^en in das Taiiwreric cto
oott za '«▼erwfck^)!! , und war' daher uti^erm^-
fenA Texten nachzufolgen, und -Eyte nnd nec^
Irin ^et zwtfi \Afnde')^ ceteten «ich, weil üb eäk
iaxeht sdhwimmen liocnten, 'Xnit au^sgespreizten Ber-
«tom^nf-^n^Litn des Bootes, wo sie'^bteiben HinfiK
ten, Iftfl ei^'aki den Strand gezogen werden konnte*
Hawk^y ipftx gSTff» imter d^em A/Vasaer, hatte aher
Geistesgegenwart g^ug, seilten 'Hnt über dasselbe
empor und seinen -Odem an sich za -halten, nn4
io entdeckte ^man ihn zam 'Olütk noch frübzeitif
genug, uxn Kfh retten zu können» Ooeh war
•reinem ''l^dten ähiilich^ als man ihn heraui^
kog, und ehiige Tag4 lang seit Wiedei^eneseh
teilt zweifblftafi. ' '
7
M
Gern' wtre SfVc^fey' am ficflgenden Tage» am
%iten April, wieder4u %ee gegang^; ' Aber 4a es
fler;gHiiöe I)ox|[neT^rtag' war, so fand' et es unmog«
l&dDL^ 9ie ^rtu^ittien (die an sehr heilig halten)
tu iiefwej^n , ^üh -mit so irdischen Arbeiten zn
befassen, ah vorher noch nöthig waren^ Am "Char-
fteitage Nachmitttags aber fuhr man ab. Der
IVauet au Bhren, weloh» ttie kkatbolische lUiligion
Ml diesem juefligeii Tage rcmohreibt , st^dcte man
a» Fiagge auf halbe Mastshöhe, weil man sah,
#ali die 'Plagge ünf «kmiSVyrt ^bnisc geiteckt wai4,
(t^Bqgm aie Pegtu giniii ben^hiffe die l^rauer da*
dkuck «Ofz^lgw, daii sie^ ihre $egelstangen oben
vasSL uMentunkÜlett. <MNmds an diesem Tage
«MPiMni i9mBL4XkfB§gBm^niMkmJAm^
/
Drittes, Capitch >
- « Aifi i^tm Afiffl- waten 41« SdiÜb imtev 7>3^
jlörik'Bt«, und lg w; L« ' DcAP W&id:, walcker voit
den cüpverdischen Inmka aaibn daliin^bestifodi|^
PfeMaffvfiad gewoMO^ ii^r> ward f€x^d'erlich und,
iH Hitte drüekdiid, io dalv da« Thetmoxneter ge*
^4^Ulili4di zwisditJl 8» ixnd 84^ ^a^' lEin nidit
#lAir «fftrfce« Blitsüa ohom Donner war de» Nachti
^»wShüUeii. Delphine , filmende Fische und TVoi
f(dii^6g#l wufd^n ]etzt in grofser Menge gesehen, und
In •iner'BttCfernang von. 350 Meilen vom Lande sah
mita eine Schwalbe mehrere Tage auf den Segel«
MltgM flUen^ Das Netz brachte jetzt zum erstell
Mallf «tee unguheure Menge vollkommener Cm*
llttteetttief«uf von vier versdhiedenen Arten, nadt
§mitV$ Behauptung von dier Gattung Scjllarufl
B&s häufige SmjgOxi dieser Geschöpfe daaerte fort,
bü «all «n die Afrikanische Küste kam. Toni
It^en tm nmohten Begengüsse und Squahhy die
dfeielD Klimn besonders ^gen sind , dafs i&i
Sotdffe sihrllsngsam vprvi^ärts kainten, und dieEs
- Meh ¥n^, bis man den Meridian vom Cap^i^/zZmoi
Hinten sich hätte. Die SchiifsmamiSschaft beschäf-
tigte sich Wfihrand dieser Z«it seht mit dem Fang
_A^ HfltiiHEi, die meistens von der weifsto Art wa«
IM^, und von denen dio UDogste, ein mSn^icher,^
tfn^lf 'pAfs Iftftge hatte. Ein anderer hatte zehen
FcGDi üüd ein ttttfatiger weibli6her. iron der blauen
iM tfeben Tüft. BCt diesem letztem ward wedet
ein Pilotfisch noch eift ^ugfisdi gefangen, ob«
ffeitKÜ 4fide ton beid^h Arten dz« weilsen Jftaion
Ulf Mbhmnäiu^njg^^^
X
Capitlfi Tuckty trug /gleich vom ersttn^ B#-
giim der Regenzeit au die gewissenliaf teste Sorgp
d«ttty f deÜB die Maimacbaft gegen die höchst Y0tr
^x)iUchen Wizkvngen, wejcbe in diesem hrilsea
Klima die Feuchtigkeit . hat , verwahrt ^ wttisde;^
^ lieC) sie so wenig» a\s möglich, sich dem Re^
gen aussetzen, \kfiA wenn. sie nicht gegen ihn ge»
fcbirmt werden konnte , liefe .er sie doch d^e Klei»
deXf sobald si^ dorchnäfst waren i mit • troelceni^
vertauschen, und bewj^ligte- Jedem ein Grlas rRuiSk
Ihre Hemden , Beinkleider, Röcke u.. s.w. muf^teis
irweimi^ wöchentlich gewaschen . werden* . Am
Bord des. Transportschiffes aber werden diese. An-
Ordnungen sehr gemilsbilliget. . Der LootA» un4
j^r Unterschiffer hatten schon vorher , weil äe nidu
jRRri^an^nt im Dienste der iVf gierung warto» . dfM
Ca^itäns Machtwort über sie anzuerkenneii wenig
Neigung gezeigt, und dieser 'Rebellengeist , yrie ztt
erwfrten.war, fuhr auch in ihre Untergebf^nen*
Des Capitäns .Gebote. wurden als nutzlos angese^eof
t^nd er hatte den Aerger» zu finden 9 dafs die I^ein«*
Ucbkeitsvorschriften, weil der Lpotse darauf wenig
Sl^erth legte, gar .nicht befolgt wurden. Um dem
TJnfiige durch entschlossenes Durchgreifen ein £|ide
tu machen y schärfte daher TVcsX:^^ seine Gebote
llochmals. ein, und lieb ^pgleich dem KiU|i^stexi
unter den Unzufriedenen am. Bord der Congp^ a#
die er ihn hohlen liels , zwei Dutzend Hiebe ge-
ben, dann aber ihn aaPs Transportschiff zurück*
bringen* Diefs that die gehörige Wirkung ua4 die,
Conspirittion , hat^ ein Ende.
Am 96sten April waren die Schiffe . unter 6| lo
B. B. und 13,4$ w. L. Am 5ten Mi^ yi^m jm
jtfikandlühgen. ^ %i^
iin Angesicht d^r , Prinzen - Insel tind Ml demsel«
ben Tage kamen sie f^ber den Meri£an vom C^^
^Pafmas, vom Cap nni' 15 Lieuen entfernt. Dia
gröfstc Hitze der Atmosphäre war j^zt Wi rnhigem,
heiterem Wetter Nachmittags t tJhr 85 nnÜ did
niedrigste nach einem starke ti Regen 74. . Eine
Menge von Delphinen ward gesehen, begleitet vo«
^chaaren der Tropenvögel und der. sogenannten
Portugiesischen Kriegsmänner. Viele Albicoren nmd
Bonitos wurden gefangen. ^
Am I2ten April ereignete sich der erste Todes^-
fally welcher aber unter andern Umständen sich eben
•o'gut ereignen konnte: ein Matrose nämlich starb
an den Folgen der Ruptur eines Blutgefäfses^ die
eine Krankheit des Herzens n'ach sich gezogeft
hatte ; denn 1 diese Ursache zeigte sich bei der Er*
'dffnung. Allein die nachtheiligen Folgen des Ein-
druck^, welchen die Regengüsse in jenem KUmk
iuf den Körper machen, zeigten sich schon sehr»
und als (^er' Regen erst zwei Tage anhaltend ge-
wesen war, erkrankten auf dem Transportschiffe
schon siebi^n Personen. Jeder von ' diesen hatte
das Fieber , das gewöhnlich vom* Schlafen auf dem
nässen Verdecke und vom Anbehalten der nassent
Kleider entsteht. Je nach der Verschiedenheit deä
'T)r^rmometers an den Orten, wo Patienten sicH
so der Gefahr aussetzten, und da^ im Sehiffsrau«
>ne, auf dem Verdeck und in der Kajüte sehr ver*
Ipchieden war , war auch die Heftigkeit des Fiebep^
«nfalles. Unaufhörlich besorgt für die Gesundheit
tarnet Leute t>efahl Tuckey nun, dafs Jedet Fla-
ftelt auf der blolsen Haut tragen sollt/ DieEi* be-
I
mSbxtm Heb Md ftls hdchn mdiweBdif , 4a mw^
fand» daCi Jader, welchar dejc Vorschxift nwidaf
Ii^^dalta» {«g^ sQgleicli krank ward. Den ertt!^
Sjin^ipaii liegegnete maa ipcifleiitheih
Airch AderJause«.
Za dieser Zeit ward der merkwurdigi
3uhy od«r dev ^Stestarek haaSg gaseben.
Gleich Ton ärem Eintritte ki d^n. Golf irjQSf. .^
Guinea an hatte den R9i5ende9 das Meei^ W^i^ ,^
gesdiienen und als sie der Princesseninsel sich
^siliertem (duepen sie ein weites Meer ron Afilch
aa . befahren. Man glaubte, die Ursache da?o3ip
mj die ongel^eure Anzahl, in welcher sich di^
durchsichtig Sidpa und auch das Genus S^lbw^
luer befand. Man fieng dreiz^ba v«rschiedejie Ar-
teil Ton Krebsen, die aber alle Yon der auüsersteaL
Kleinb^t war^s, keiner über ein Viertelzoll laB|^
Sie Albikoren wurden nun s^hr häufig, und man
fieng ihrer Bn Einem T^ge g^wohnttdi einige
SKwanzig. Die fiiegendeix Fische, die man in ib*
pan fand, braucht^ m^n als Köd^r. M^erf
ieucfu^nde Thiere wurden gefangen, und die Na-
Hurforscher waren überzeugt, dafs manches in-
teressante Resultat für die Naturgeschichte zu ge-
winnen sejn würde, wenn inaii im Stande wäre, di^
gefangenen Thiere anf^ubewahrei). J)
sacht, g^ang aber wegen ihrer zarten
nicht; denn entweder sie Jös'ten sich in Weingeist
ffßm auf, oder TerlttseQ oder y^ränderten ihre Parb^
md da sie nach der Anoidit durch's Milucos^oj^
am malen Keisier die iiQthjge. Kunstfertigkeit bfs^
«p befalite mn üfh weiter ni^t mit ihiyn
r
"\
AhhanJtiung^n* d^
StftiT Mbflheftder Wic(ng#r Wind und baftiga
B&SrdHcfae StrOitiungea bewogen dexi' Capitln am
ContineBte hinzusegeln , in Jmx Ho£fnttiig au d«t
i&öite giiltnigern Land ^ und Seewind ztf haben«
Am 3ten Juniut waren sie ) Lienes trom Land*
entfernt«
. Die Ansicht, welche sie liier voiH festen Land«
hatten, liefs keine neue Bemerkung niachen. Ei
«ah ziemlich bewaldet auf \xnA lag beträchtlich
iiiedrig. In der Macht det '^ten Juniiu fiel eis
7M.tt» .di^r ,niqht viel weniger durcbdringmd al«
Regen wer, und anstatt unter einer seheitel^edbt
•trahleDd(^.n Sonne vor Hiue zu schiiiachten tiqS
eile I&stigf Kleidung von sich au «ntfemen , fan^'
den ^ die Reisenden auf Einmal nöt^|, üch
sorgfältigst gegen Erkältung. zu verwahren und itt
ihre dickst^ wärmsten Kleider einzuhüllen; eine^
io grofsen Unterschied machte die jetzt, zuheh«
mknde Feuchtigkeit der Atmosphäre! Am fag«
9^uvor war das Thermometer 71^. Als man Anker«
grund gewann I verschwanden die Albik0reii, .weU
che d^e Schiffe vor Kurzem in ungeheurer MengH
begleitet hatten, und mit ihnen naho^en auch di*
Seevögel ihren Abschied. J^er Ocean verlor die
erwähnte wei£se Farbe und nahm di^ gewöhnUob»
wieder an. ,
Das Variiren und Abfallen des Windes tlusch«
te Tuckey'^s Hoffnungen eines schnelleren Vo^«
wärtskdnmiens im^er nodi^ Man erklärt es dui^h
den Cpnflict der Wirkung« wfilche hier a,uf di«
Atmosphäre Land iin^, igee .zugleich hs^ JOet
Unoitfkid, dafs das Land übt aiifdrig nad^ athff
N.A, a. JE, i/c Mit. 'i.$u U
/
/
\
iij^ Abhandlungen-
bewaMet ist, verursacht, dafji an di^sec^^üste die
7emporatvtr der Atmosphäre Nachts beinahe die^^
seihe' ist 9 wie am Tage und verhindert die schar*
fen, alternirenden Lufthauche von Land- und
Wasserseite y die man erwartet hatte.
(Die Fortsetiung folgt.) ,
Sidi Hcunet's Reisen nach Tomhuctu und
der neuen Stadt fVaesanah im Innern
^ von Afrika.^)
(Alf l^'ortsfftzanK der Aateige toh Biley's Loft of iheAmeri*
cmn Erfg C^mmtret «tc. im to»*. Stack S. 900.)
* De^ Hauptzweck Riley^s, den er in der Vor-
rede ganz treuherzig und ohne den mindesten
Schein Von Täuschung angieht/ — Theilnahme für
leine noch im Elende schmachtenden Leidens-
genonen zu erregen , und selbst Monroe* s eignes
Aufforderung zur Herausgabe zu genügen, — ent«
ftriit ihn $0 weit von jedem Strehen» das Publi-
cum mit Erzählung wunderbarer Dinge zum Be-
sten zu haben, dafs die von uns bereits erwähnten
Aufklärungen über das Innere von Afrika^ die das
Buch enthält, sehr wenig Verdacht erregen können. '
*) Wir versprachen nnsem Lesern im ▼origen Stück
der N. K* G. £. eine vollständige und treue Ueber-
setftüiig von Sm - Hänuft sweimaliger Keise nnd Nach - , ,
lioht ven TMiliieftt ua^Jtatieneh, ttnd erfüllen hier^ i
/ D.U, ' J
jwl unser VetspcseiMtt«
Abhandlungen. 973
So anziehend einem gefühlvollen Leser die Er-
zählung Von der Schiffbrtiöhigen traurigen Schick* '
salen seyn mag, so gewinnt doch die Wissen^
icfaaft dabei Nichts, und überhaupt ist in Allem/
was Riley^s Reise betrifft, wenig zu finden, wo^ ,
durch man irgend eine neue Ansicht gewönne. £r
macht "zwar Ansprüche auf sehr viel Gründlicfhlceif
bei allerhand ' geographischen TermutHungen , die
er zum Befsten giebt, allein sie werden höchstens
Dilettanten imponiren können, 'und gewib'tehc
wehige derselben find ^on wahrem Werthe.
Das fÜQf und zwanzigste Gapitel , des Bucht '
aber , das als eine blofse Episode erscheintt be|
weli^her der Verfasser keine Ahnung davon hat,^ daft
das Publicum ihm für diese Mittheilungen ganz'*) ^
vorzüglich Dank wissen werde, giebt unstreitig
dem Werke eitlen hohen Werth, und ist eine Ao
quisition für die Geographie, welche die gespann-
teste Aufmerksamkeit jedes dafür eniipfängjlchea
Lesers erregen wird. Dieses Capitel enthält näm«
Uch die Reisen de«, Arabers Sidi Harnet, angeblich
ihm selbst, als Dictirendem, mit Zuziehung eines
Spanisch Redenden Dolmetschers , nachgeschrieben*
Sidi ßamefs Erzählung giebt nicht blofs übet
Tomhuctü^ ne\ke Aufklärungen, sondern miacht uns .
sogar mit einer nocU weit tiefer im Innern Afri-
ka*s liegenden Stadt bekannt, deren Name höchst«
*> Auf dem TitdbUtle' der Ngw^YöfJtit OnfpntLlBXkt'
gäbe dea.Werka i»t dieser wichtige BestAtidthail des«
•elben nicht einmal genannt. Murray^s LondnerÄut*
gäbe hat erst dieses ai^ockende Aushängescl^ld,
' U a
j
^1
jl74 jfphandlungitn.
wahr$€b#in)ic]bi »och nie von einem EuropSüchea
Ohre gehört worden ist» und zwar einer nn^e^
heureiü Stadt, da $ie~ zweimal gröfser als Tof^-
h,\^tu s?yn ^oU. Da sie an den Ufern des Niger
9;^^dLVLi und ungefähr sechszig Tagereisen süd- und
ip«twäru von Tombuctu . ent{ernt ist, so ist zuf
fileicb ihre Entdeckung auf die Entscheidung dei;
so wichtigen Frage, welchen Lauf der Niger
^ehnufy von grofsem Einflufse.
Da Al]es auf die Zuverlässigkeit der Entdek«»
kung ankPAunt, so ist die erste Frage; ^«Idi«
Gewährleistung sowohl iür Rileys völlige Glaub*
wikdigkeit, aU für die Ehrlichkeit des erzkhlen-
tai Attbers votiMaiden tey.
für Riley selbst sind in MurrayU Londner
Ausgabe du^rch ein^i^ vorgesetzten B^ief des Herrn-
y'ames Renshaw' ^ ii^ London , dei: mit dem Consul
in Mpjgadqrt Htn* ffilUhire^ in enger Verbindung
steht, sehr ^hre^voUe Zeugnisse beigebrficht. ,So>^
wohl Jf^illsljkire in Mpgadior , Riley' e Befreier , alt
Gre^y dejc Englisch^ Consul in Tangfr^ . und
Simpson, der, Atnexicanische Consul in Tunger^
sprechen von ibin , als einem sehr achtupgswürdi«-
^en M$kiine9 und der auch in seinem Vaterlande
in. €ibjren4en Verl^indungen stehe. Na^b einer
Versicherung des Quarterly Review (No. XXXII)
find au^ Neiff- yprk , sliRile/s Wohnorte, ebenfalls
die günstigsten Zeugnisse über ihn 9 als einen äu-
fserst redlichen, wahrheitsliebenden und kennmüf^-
]rjq<^?n Muh nach :&ogiai|d gdkomaaex^.
Der AsabttT Sidi Hörnet ist kein unbekannter
Abtnt^nrer» sondeisi unter seinen Limdsleuten ei»
/ .
jibhahdlüfigeti.
«75
Xittefat tmd d^ ^elne Sprache zi^ral^ch^gHt schreibt.
^Dupuis und der Schiffer Adamx haben ihn schon
gekannt WilUhire iXi Mogador hat ihn 14 Tage
itt" seinem Hause gehabt, unA Rileyn erzShlt, dafs'
> während dieser Zeit verschiedene, zum Waai^enein-
Itäni tu. ihm gekommene Maurische Kaüfleute aas.
Wez diesen Araber erkannten und versicherten, er
iey voxl' ihnen vor einigen Jahren in Tomhuctu
gesehen worden. Ihn für einen leicht fertigen Lügner
za baltiFn, verbietet überdiefs sein ganzes Benehmen
gegen Rüey und TfTllshire^ denen er sein Wort
gab, dafs er alles MögUche zu Befreiung der übri-
gen Leiden^sgendsse» Riteya thun werde. Wirk-
lich ist seitdi^m schon ein Theil der Unglucklicheii
durch ihn gerettet worden.
f £in I&uptzweifer entsteht dadurch , dafs Kiley
auf der Reise durch jenen Theil der Wüitef/ in ^ei*
Der Lage, die er selbst die fUerentseftzlichste
sidnnt, in welche Menschen komnden können, und
die in seiner Schilderung wahrhaft schaudererre*^
-gend uod hemerreifsend ist, doch fähig gev^sen
süe^n will, durch grofse Aufmerksamkeit auf die
Gespräche der Araber da^ Arabische hinnen me-
nigen Tagen so gut zu lernen, dafs er sie, wenn
ibre Unterhaltvtng sich umi diöf gewöhnlichcii öis-
genstände drehte; hinreichend verstand, {^o cörrtr
prellend the gefieral tenor and drift of tkeir or*
dinary conversation/*)' obgleich unter seinen Ge-
fährten, selbst dann, als sie erlöset wurdefn, kaum
Eiser wa?, dei^ atxch nur ein einziges WoH (a
sthgle Word) vom Arabischen verstehen gelernt
Uitte. Biiey wiH uns diese unglaubliche V«»^-
s /
■*■ . ,'"
■^
%^h Ahhdnilungeiü
ticberuDg dadurcli wahrsclb^ixilicher macbeii , daCi
er eine Men^e. Europäischer Sprachen habe sprecbea
hören 9 und besonders des Französischen und dies
Spanischen selbst mächtig , sej. Er sagt, seitdem
et eine ^rofse VerM^andtschaft des Spanischen mit
dem Arabischen bemerkt gehabt, habie er für die
im gemeinen Leben vorkommenden Dinge sich auch
imiHer schon die Arabischen Benennungen einzu-
prägen gesucht. J^tzt als Gefapgenem in den Hän-
den der.^arbaresken sey ihm auf Erlösung gar keine '
Aussicht geblieben, wenn^r nicht vor Allep:i- es so
weit bringe , dafs er seinen Arabern sich verstand«
lieh machen könne. Mit der grölsteh Aufmerk*
samkeit habe er daher auf jede^ ihrer Woi^te ge«
hört. Indefs , da das Spanische vom Arabischen
noch unendlich verschieden ist, so bleibt dielsFactunot
immpr. staunenerregend und gräuzt to's Wun.
derbare. . .
' »1 •
Der Uebergang, den Kiley zu seiner Episode
von Sidi Hät/z^^'* Reisen macht, ist folgender.
Er hört von seinem Befreier, Herrn iVülshiref
dafs Sidi Harnet w ihiead Kiley's Abwesenheit ia
WilUhire' s H^iuse meh?:mals B eisen ervväliht habe,
d^e von ihm früher nach Tombuctu gemacht wor-
den seyen. Ohne von dem vielen Geräusch-» das
Tombuctu jetzt in England .maeht , und von dem
Werke des Schiffer Adams das Mindeste zu wissen,
£ndet sich AtZex dennoch als wifsbegieriger See«
mann durch sein Verlangen ; vom Innern Afrika^s
überhaupt^ vorzüglich von der grojsen Sahara
und den ihr südlich liegenden Ländern eine deut^
lichifrM Forstellung zu bekommen ^ sehr stark vec*
Abhandlungen. ijj
«Alaüiti seinen Araber fiber jene Rehen auszufor-
sobeii trnd fXhrt nun im 358teji Capitel seines Bachs
6. 347 •^ ^V^ =
,' • • . •
' Ich nahm Sidi Harnet und 8ei|ien BrudA an
einem heitern Abende . auf das Dach des Hanset
(welches ein Orientalisches, flaches und gUtt, wie
eine Hausflur war,), und sagte ihnen, dafs ich sehr
lu wissen wünsche, wie es ihnen möglich gewor*
den sey, den Weg durch die pfadlose grofse Wüste
%a finden. Sidi Harnet bezeichnete mir hierauf so-
gleich, mit der Hand hinweisend, am sternenhell
len Himmel den Polarstern und den grofsen Bär,
nnd sagte mir die Arabischen Namen der vorzüg-
lichsten Fixsterne und Planeten, die eben am Fir-
inäment sichtbar waren , mit Hinzufügung einer
Beschreibung seiner Methode, nach diesen Sternen
den Weg zu wählen und zu rechnen. Seine äufserst
richtigen Bemerkungen' übler die Sterne setzten
mich ganz in Erstaunen: er schien mir mit den
Bewegungen der Himmelskörper weit bekannter za
aeyn, als ich selbst es war, der ich doch so viele
Jahre mein .Studium daraus gemacht und mit ihrer
Hülfe, als Seemann, so manche Gegenden des Erd-
g^obus bereiset hatte. Um mich zu .überzeugen,
dafs er wisse, worauf es hauptsächlich ankomme,
legte er zwei kleine Stäbe in rechtwinklicher Lage
Kreuzweis, und so dafs der eine gerade auf den
Polarstern hinwies. Dann legte er noch zwei an*
dere, so. dafs- ein Achtel getheilter Zirkel entstand,
und • diese Achtel endlich vermehrte er zu Sechs«
aehnteln* Mithin hiUte ich nun schon den Beweis,
er wisse die erforderlichen Abtheilungen des* Ciom«^
I
put«i. Jkm folgendDii ;r«|[e b«t ich sb»^^ wtetim
laineii Reisen durch- die Wüi t;^ ^in« uqiMiuiilk^
Nachricht zu g^en, wozu er sich deQii: Uemi £U|^.
den lieft und folgende Erzählupg begann. Ich taSti
Ijrlhrend ex erzählte^, »m Schreibtische und schrieb ^
ihmni|ch; indem ich den Meueen BA Mud0n a»4.
{iüUe nahno,. um mir in Spanifcbe^ Spreche Dol#
' nn^cher und Erläuterer »lies dessen %n seyn% ^o»
büi meine Kenntnifp des Arabischen nicht iMssreicb-*
y^^ vm den Erzählex ganz zu verstehen« Dem l.e«
•er gebe ich Alles» $o sehr ali mpgUcb« den. Worteii
4ft^ Erzählers treu bleibend , und hielte mich dabei
> nipht für verbunden , für Sldi Hfanet*s Richtigkeit;
difr Ansicht oder strenge Wi^rh^^itsliebe Bürge %\at
«eyn». obgleich ich für meine Person gar Xein^n
Zweifel hege, dafs er withr zu reden allen gut^i
'Willen hatte, und dafs er es gethan habe». so lehv
.ihn sein Rückeriunerungsvermögen ^dazn in 8tkn4
set^e. Da ^r .ein Mensch yon äufserst glücklicheni
Gedächtnifs ist» und die Begebe|iheiten, die er xmt
9iu erzählen hattf» ganz geeignet wareut sich in. di«
Seelt eines so verständigen Mannes tief ein^upräg^n^
ao bin ich fe$t überzeugt » seine £i z^hlun^ in im
V^tsent^chen i^er Wdiitbelt getreu«
.
Erster. Ahschnitu
Bmahlviig tiiwr ücite Ton fVidnun durph dif grolk* WAfte
' n«^ J\tmbuetu fi|t4 wie4*r sarück nach Ip^idnuih
nPi* grofse Wütte m durehreisen untomahnl)
iiil des erste Mal rof neun cder zehw Jahren, - da
Ich niifsh in der Nähe vqq Withuen anfhielt, ^<»
Utk in ^iih0ik Mi Tc^ttr heisrntbeif t wi hnrli^
I \
*
Wttili» It» mir xwei Ue>e JtfhfM' vatA «in
MMcben gegeben' hat. Ich und meia Brnder Siriä
kegabeu nus auf meines Sckwieg^yetert Eetk »sr
CsraTiiie in Widnun^ und tvir hettto vieir «rtc
Biäb und einigen andei^ Kaofmenn^üterü MIa-
dene Kam)»aU. Ditf ganie Cararane bettand Mi^
ungefähr drei tm^«nd Kameelen und acht hundetV
Menschen ) mit WaarMi r<m fast jildÄr'fTaUung ieir
itt JMiroiko^ reikäuflichen. Die Mlnn«r wUMi
iämmtlich mit guten Musketen tmd Sibeln be-
wafiner* und das Ganze unter dem Command')
ilas Sthtik Ben S^Uiman von WöideUün nebet
^er guten Führern. Wir reisHen Ton Wütnnn.
im Spitjahre aus, erst nach Suse^ ein^m sehr
hindeutenden Handelsplätze» dann sedirTage lang
immer wentuk fort» am sechstel^ zum letzten
Gebirge kommend, wo svir zehen l^age lairg' Hadt
snacfaien und unsere Kameele das Gebüseh ab*
iwisiden liefsen , während die HäHtd der Manii^
st^haft beschäftigt war, imm Gebirgif* IcitXi zQ
hohlen und zu Kohlei^ zu verbrem^etf , die ^tir vtL
Säake tbaten und den Kameelen über den and'ern
^a^t«ri noch aufbürdeten. Dann* btachM' wir zur
Wüsle aufy erhöben uns zum Niveau des Gebirgs^
der um ein Beträchtliches höher ist, als das im.
Norden anliegende Land, und reis'ten auf dmn
Barten Boden vier Tage lang fort. Dann giengen
wir zwischen jenen hohen Sandbehrgen weber^ die
ih^ bei unserer Herreise' gesehen habt, in der Ab«
sioht, ^ns imxner längs dem M^et'e zu halten, da-
rillt wir GewlTsheit hätten , stets Wasser zu fmden.
Wir gianganbald i^uf«^, bald zwischen diesen gro*
Isen Sandbargen hin , die damals seht iUMt tu pa#»
9Bo Aih^mMunten.^
. . . .- /
i^n w«r«i> w^ll der: Wind fahef^^ blies, ilti»
ivürnui«, kaum bei<^ammexi erbftbeii konmeii, ' ^ni
Q^ft vbm^Flugfiande beinahe bedeckt ^warten. *" Wir
kamen «rst napb s^cb^ Tilgen i^ber sie biiftäu«, wo
wir dann zebenXage Jang über einen Boden rei«'ten,'
^tvglau und fast so bait, wie eine Hausflur war,
und am zebenteii Ta^^e eine Ti^inke erreichten,
wflcbe Biblah genannt wird. Hier tränkten wir
i|n^ere ^ehr durstigen Kameele, von den^a schon
«cbit gestorben waren und uns znr Nahrung ge-
dient hatten. ^ir blieben bei diesem '.grolsen'
Teiche sifibeii Tage , und reisHen dann uäilntear«
brochen zwanzig Tage lang süd-^ ostwärts !*} nach
einem andern Teiche fort, der den Namen Kibir
Jihl hat; allein wir fanden kein Wasser in,ihm>
nad waren daher genöthigt, eine sechstägige Reise
nach der Se^küste zu machen >, in deren Nähe wir
einen Teich sehr schwarzen und salzigen Wassers,
fandeli« Wir mulsten unsere Kaipeele ihrer Bür«
den entladen und am Ufer zur Tränke hinabfüh-
ren. Nachdem sie getrunken hatten , gaben sie ei«
' nige~ Milch y die bei ihQen schon .fast ganz ver^
trocknet war. Wir fanden indefs keine Weide lüt
sie» und waren mehrere Tage lang genöthigt^ sie
*) Im Originaltexte steht westlich. In 'EiUy's ganzem
Buche I vom Anfange bis zu Ende ist, wie das Quar^
ttrlx J^*view sehr richtig bemerkt, durch einen hei
einem Seemanae ganz unbegreiflicben Irrtl^um Ost
imd West heinahe ohne Ausnahme ver wechselt. Mei-
«teniheils mnU also in RiUys Texte für Ost West
und vi ▼. 8ubstituirt Werden. Dasselbe ist sogar ei-
nige Mal bei dem Berichte von Siäi Hamei*s Reise
der FalL ' Anm. d. U^hnrt,
I
I
Ahhandluhgem ^ ) aSY
taglich ^Ein Malvo« dim Kodlen h%i$im z« Ifttsan«'
Diefs erhielt sie^zwar b^i'm Leben« madite aber
ihre Milph fast «o schwarz , wie die Kohlen selbst
waren. Dennoch war ,sie schmackhaft, und wir
sclüizten nns glückUth sie en haben. Unsere sämmt-
licnen Kameele zu tränken hielt uns sechs Tage
aof^ nach welchen wir wieder aufbrachen und im-
aner in der Nähe der See reis'ten, wo wir unze*
föhr alle zeben Tage ein Mal Teiche antrafen,
ähnlich jenem erstem , aber an dem niedrigen
Gebüsch in den wenigen kleinen Thälern nur äu-
Iserst wenig noch grünes Laub sahen , weil in
dieser Gegend der .Wüste seit langer Zeit kein
Regen gefallen war.
i
„Nach einer Reise von vier Monaten kamen
wir in den südlicheii Theil der Wüste, und stie-
gen ih^s Land Soudan hinab, wo wir' einen k^ei»
nen Snom guten Wassers fanden , dessen Ufer
einiges Gebüsch und Gras hatten » und an wel*
icKem eine sehr zahlreiche Horde von Behebest'
Arabern gelagert war, die einen üeberflufs an
Gerste und Mais oder Indianischem Korn bei
eich führten, wovon wir eine Quantität kauften,
Brod buken und hier einen Monat verweilten.
Wir verloren in der Wüste mAr, als drei hun-
dert Kameele, die durch Ermüdung und Wasser-
und Futtermangel verschmachteten, aber nicht
einen einzigen Mann. Alte Araberhorden, die-
nen wir uns näherten , ^ thaten schnell ihr Gepäck
auf die Kameele, und ritten, um nicht beraubt ztt
werden, so schnell davon, als sie niar konnten,
und wir fanden keine einzi|^e stark genug, uns an«-
N.
dg» Ahh0tndtung0^H*
rnfnÜMj db wir g^.ei<h fn ijüi SafM^ä ^^ fin^'
Smn> Wüst« ,eind^ griffe Menge scAdher Horden ttt^
^ getrofftn babdor. A^^^i ne wtireik sehf arm/*
• , * > "*
Idi fragte ihn dann,' was die Oberfläclie der
SAaray als er durch sie gereis^t sey, für ein Aus-
gehen im Allgemeinen gehabt habe, oder ob un-
t^r verschiedenen Gererden derselben, vorzüglich
. an der Rüste ein wesentlicher Unterschied wahr-
genommen werde« Biexauf antwortete er xtäxt
Sahara ist in ihrer ganzen Ausdehnnii^
an der Saakuite genau so beschaffen, wie jener
Theil, ddrch welchen wir mit Euch hieher ^e-
iommen rizid, ausgenommen aii Einer Stelle, wo
wir beinahe einen Monat lang gei^is^t sind , ohne
auch nur ein einziges Thal mit grünen Büschen zur
Fütterung der Sameele in demselben anzutreffen :
das Ganze ist eine Wfista ohn# Pfad und Spur.
Nabe am Meere waren wir genöthigt, über Sand»
berge zu ftaigen, die der, durch den Seewind
von der Küste her netriebene , Sand bildet , aber
die I^ührer giengen immer vor uns her, um den
Wegt den die Caravane nehmen müsse, und
die Plätze, wo man. anhalten könne, zu zei-
gen* Unsere Kameele hatten alle Kohlen, mit
denen wir sie bei der Abreise belastet hatten, be«
tau ^aufgefressen,^) und zwei von ihsien waxan gt»
^) Diases senderhar« Factum, bei dem sogar EngUtche
Geognpkva «iiftofsen, wird noch nnverstlifdlichfir
' ^iOr TeoMieke LesKr uijn. Das QQürterly Review luit
V
y
fcorben « <sa dab ich und mein Bruder nur noch im
jBesitz von zwei Kaaieelen waren , ^öch-betatien wir
imsere ganze Hab^ an Waaten iiocb. Nudident
wir einen Monat ausgeruhet und die Zahl ups^ser
Kaxzleele ergänzt hatten » cetzten wir un«er(t. Reb«
aiach der östlichen Gränze der Wüste fort» wo wir
euf dem gröfnen Theile des Weges immer aüdtt^
liegende . Qfebi^ge iror Augen hatten, und kaiMA
nach zwei Monaten in die Nahe von ZVmiwcfts»
Port blieben wir mit der Öaravatte in einem tiefe«
Thale und giengen alle Tage mit iiasfiren Waaiw»
(jedoch ohne unser Schiefsgewehr) bis gauji nnhi
mn die festen Maiiem der Stadt , um diese Waarea
an die Neger abznseuen, welche Gummi , goldene
^^Ipge, Goldstfittby grofse Zähne von d^Art, wif
iieia Swearah verkauft wer Jen, (d.h. Elephaaten-
das Wahre daton liemlich durch Coujectur gefunden
und die Bestätigung durch dsn mit Afrika sehr bebuin-
ten Ktnshaw erhalten. ^»Dafs Rameele mit Kohlen ge«
füttert werden/' sagt es a. o. a. O. , »»ist eine Jl^ach-
rieht, die uns, wir bekennen es, vollkommen neu war.
Bei der ersten Erwähnung hielten wir es ffir ein h^o«
Ises 'MiTsverständniXs Biley^a oder für einen seltsamen
Druckfehler, und glaubten, Kohlen fiir die Kameele
sollen weiter Nichts heils^i» als: den Kanieelen auf-
gebürdete Kohlen^ deren man in der Wüste, wo kein
HoU^ 9um Fe^eranmachen ist, zum Kochen der,
Tiotualien beäürfel Allein da bei den folgenden, riA
dentUph^m Stellezi ^e solche Tepnuthung gans na-
^att^aftward, so suchten wir uns durch eine anderf
M(]tith|^8u^ %xi helfe^^ Dürfen wir annehmen, dala
«b^S Wasf^ in denMägen , selbst der lebenden Kameele,
lattL .werden k|uui, so könnte, Hol skohle als ein sehe
hei^^jP^e;c Yer^üTser des Wassers, allerdings fin Mit«
tfl .sign^y ijMK Teadeos tum Fanlwerdca entgegen*
• i
3S4
A bha nd l ung en.
zSfcne,) Sclaven und feine Turlsaue zom'Aastauseli
ddeogea* brachten. Sie hätten leinen Uebcrflufs an
Kühen« Eseln, nebst einigen Schaäfen , auth Ger»
€te, Roggen nnd Reift. > Der kleine Flub aber,
welcher dicht ah ien Stadtmauern westlich Üiefst^
war völlig' ausgetrocknet, und die Einwohner Her
* Stadt waren 2ar Herbeihohl ung ihres Trinkwassets
gen5t&igt| mit E&eln nach dem gtofsen Flüsse ini
Sieden der Stadt 2u gehen, (ungefähr eine Stunde
Wegs für dto Kameelreiter,) und' auch wir mulsteii .
dorthin , um unsere Kameele zu tränken und selbft
Ktt Irinken» • " '
• . * ' f . ^
* "
f^Nachdeiti wir anderthalb Monat in der Nähe
TonA&ctus gewesto waren, so brachen wir, 4a
suMTbeiten. , A})^r . aucb.dii^rs ist «ngegründet ^ , und
wir bedauern daher, dafs Ril$y stsitt seiner, ganz zum
lieber flusse gegebenen langweiligen Betichreibung des
Kameeis uns nicht lieber eine Sache von so aufser-
ordentlicher Neuheit aufgehellt hat. Giebt es vi^«*
leicht eine besondere Pflanze , die blols gerostet
wird, so wie wir den Kaffee rösten, und welche
unter jener Kohle verstanden werden muls? -^ Diese
letzte Vermuthung war die richtige; denn der Kevi-
ewer erfuhr während des Abdrucks der Recension von
B.enshaWf dafs von der >d(r^-itiern das Fleisch, nach-
dem das Oel herausgeprelst ist , von den Arabern ia
Kugeln geki&etet und gebacken wird, und dafs die
CaraVanen" die^k Kugeln nicht nur statt Brennholzes,
sondern auch *als Futter für die Katneele mit in* die
"Wüste nehmen. Diese Kugeln -werden ^aüch von Ali
Jb^i und andern Reisenden als Futter fiir*s Vieh' er*
wähnt, nnd Rilex nennt s^e Kohle, weil er seinei»
Spani8<;heu Dohrfetscher hier nicht Verstilndcn hat;
Abhandlungen., - sSS
.iingfiniltige Jafaretz«it nahe w&ir, wieder nach
Widnun auf. loh war während der ganzen 2%it^
die wir dort verweilten, nicht selbst in die Stadt
gekommen, weil man mich zum Hauptmann über
zwei hundert unverer Gesellschaft erwählt hatten
' welche unaufhörlich* bei der Caravan e Wache hal-
ten mufsten » um das räuberische Geisindial der Ära«
ber und die Negerbanden', die ^ bestSndag' auf lauer-«
t€^, um den günstigen Augenblick zu ersehen, wo'
sie einige unserer Kameele entführen könnt'eii^ aV*
zuhalten* Wir verloren jedoch von den Kameelexr
während; unteres dortigen Aufenthaltes bloft zwan-
zigy und der Scheik gab mir zmr Belohnung mei^'
ner dort geleisteten Dienste eine hübsche jüng^
Megersclavin, die ich mit in meine Heimath nahm
vmd die noch bei meinem Weibe lebt. Wir bra-
/ cl^en von Tombuetu im Monat Khamadan auf,'
nadidem das Fest vorbei ^ vrur^ und nähmen Aim
Rückmse äu£ demselben Wege , auf dem wir ge-
jLozmnen waren, das heilÜBt: wir giengen erst einen
Monat lang an der Gränze der Wüste westwärts.
Wit wagten es nichti irgend Etwas zu nehmen, ohne
dafür zu bezahlen , weil wir uns vor den Eüige«*
bornen fürchteten; die eine Mistühung von Ara-
bern und Negern und säinttitlich Mohammedaner»'
a.ber Menschen von einer sehr rohen Gemüthsart'
waren., Sie hatten auch viele Weifse alt Sciavetf
unter sich. Ich selbst sah ihrer sechszehn oder
aebtzehn, und eine grofse Menge schwarzer Scla-
vexi. . Diese Rechtgläubigen haben sehr schöne
Pferde, und tsie tbachen Excursionen südwärts inV
liand deriKUIfseund greifen dort Städte an i^nd
^Kmen sie: ein, w^ ^ühxen alle Neger von dort
\ -
/
^6 AJßhatt^lHHg0%,
ß\B ScUiTttB weg, wemi sie oiekt an Crott«» Imili^
0eti Pxäpbetep gUaben wollen« Auch aUet Hat
Vieb imd ihre Reifs - und Kornirarräthe führeii ÜM
iseg und v«rbrenpeu ihre Häuser« Wenn aber dsete
Kegßt de» wuhren Glauben annehmen, «o sind
aie der Sclaverei nicht unterwerfen , und ihre Hau»
ai^r bleiben verschont , nur AaSs sie die Hälfte th«
X^s'yiejies und die Hälfte ihrer Rei's^ttnd Kom^
ftirri^ d^ Siegern überlassen müssen, weil Gott-«
99 sagen sie — ihre Feinde in ihre Hände gegeben
^t^ Olf Neger leben in kleinen Städten^ die mit
{Udif und Gebüsch eiugezäuiit sind, und fnweilea
#ucb mit M|.uern von Steinen; aber die Arafapf
\ehen blo(^ in Zielten, und können in jeder Mi«
9Ate «auf ihren Pferden sich anders wohin bege«
^en« wi)irend ihre Weiber und Kinder auf ÜMt*
sneeleu iind Gseln nachrei^eii. Sever wir nach des
^üste nordwestlich nach der Seeküste hin anf^
brachen,, machten wir iin Qebirgslande Halt, tnU
^rten unse)^ Kameele wd verbrannten Holz zu
Kohle, um. sie mit uns zu nehmen« Wir waren
4in Ufer eines kleinen Flusses gelagert, eine Tag-
Xfdß^ von ein^r ^r:or$en Negersti^t, die Jatht^w
genannt wird, entferiit. . leb gieng nicht bis zti
derselben hin, aber der^cbeik tbet es und kaufter
eine Quantität Jloggen und Gerste und vieraig
Ochsen dort zu unserer Einhaltung in der Wüste*
• . *' • * *^
9, Als \^r nnsl^e nothigen KoUeii' gebrannt
luvten .und m^t unserjii Proviant in Ordnung wa^
ipttf reis*ten wir weiter in der ebenen Wüste fort^
iiatimen eine nordw^t^che Richtung und knnen iü
i^iißiJBü^ Monatfn^wie^ mck mimm^ nadndtaa
•^s
jtbhandluniiH. V8r
'wir hßt imdtrtiialb JfaBr über dieser Heiie' zagh^
i>t^ht hatten. Wir hatten tuigefähr fünf huftdink
Kameele verloren^ die crntweder ttarbea^ o4er vfe&
uns, um uns zUr Nahtung zu dienen, geschlach«
tet wurden. ' Wahrend uns^rs Aufenthalts zu Tom-
huctu und ^tat Rückreise - waren toch vier und
dreiCsig'Von unsem LeütexL und. ach^ig 6cla?e|ii
gestorben^ ^'
Ich fra^e ihto,' Was für Waarto sie Mut die.
ser Reise bei sich geführt, und er entgegnete:'
,,Wir hatten ungefähr hundert kameele, di«
^t Eise^wäarM' ttnd Messern .beladenv inid zwei '
biindertii die mit Salz beladen wareil. Alle «inr§»
gto brachten Häiks^ blaate und Weiliet Tunli»
Ambra ^ Tabek, ftcideike Sdmüpftücher^ Chilly^
Kraut, .Gewürze Und eine grirfie Menge aiidei«|r
rArtlk^ Ich und Seid hatten zwei unseorer Xa^
}
ineete. verlöten.» aber- zwei Megerikclaven und. ^ixd*
gen Goidit&ub,. des Werths.'von sechk ICameelels,
und Schiiiuck für tmseid Fisaüto erhalten. Schaik
jili indefs war tächt befriedigt, weil ich ihm nioltt
zwe^Sd&ven gatr^ sod^iCs er einen Krieg gegen raieh
I>eg4hti, liiid meine Feitüttg^ Abb ich gdsanet hatM»,
(es War Jaur ^ne kleine,) InederlehdEi ^ iuid <ühi
meine Habe,^ aalalnt imbüx^ip^ W^ibe^ n^t steh nahoi,
-weil tr sagte, ich sey *ili «chleckter Maiin^ und er
aey starker, als icb. Ichs^lb^ jedoch «ütwisthte
ihm, tdid naeh feindtn Jakire bat ich ihii um Zu-
aückgäbe meines Weili6« , und er gab es mir ftamitit
meiner mir geliommeftieti Habe ^ denn' ^ liebte
«eine Tochter. 'Aber ich hatte keih Haas, tdaher leg
.väi in das Gebiet des Sukmli in di# Nfibe d« tedt
\
>
* <
/
^Murokoj dicht am Fufäe t^ Atlas - Gebirget, uttd
lebte dort mit meinem Vater und. Brüdern zwei
iJahre, ohne weitere Haadelsreisen au maiehexi.*^
Zweiter Abschnitt»
Mißt Unmtt ttBteniiiniBt ex»« zweite Reite nacli Tbm^ucfv. ^
DieCarawane wird durch Wassermengel , dnrcli ersdcJcenAe
TVolken von Flni^and, di|roh Auf mhr n.t. w. fast ganz <v er-
nietet« «^ Die wenii^aji Entkonmeacii retten '•!«>& in die
•ftdliche Gegend der Sahara,
■* , '
9^Uai diäse Zeit erhielt ich von Einem t der
mm unserer Gesellschaft gewesen war, als vrir.
-Wta ersten Male nach Tombuctu reis'tett , Na*
«xnexi^ Bei Moete^ einen Besuch. Er war im Be«
.^giiff,.*sich wieder zur Carawane in Widnun zu b%.
gebMi^ und redete mir und meinem Bmider Sieid
zu, uns ihm anzuschliefsen» Wir katiften dab^r
gem^ncchaftlich acht Kameele und v«rleftuft^ia
' n&der Hornvieh und die SchaaiFe, schafftcii uiis
fttr das gelös'te Geld Waaren und Schiefspulver
«B^ und.giengen mit ihm nachJ^'^iTiim und hohl-
.teii die Carawane ein. Scheik Mi kam noch zu
siir wie ein Freund »nd gab mir zwei mit Gerefe
.^Üekidene Kameele, und wünschte mir einer giüc)c-
Bebe -Reite. Der Scheik^ %mt ren der ^akizen Gre-
ae)ücha& für daa Conunaado der Carawame «r-
tdifaH/W<«r^ .hiels Sidi IshteL Er war der Freund
vckii^di JshtriHf d^m last >die< Hälfte der g,aasrzeiKz
CosflBwane eigenthümlich geborte, rund wir. faüra-
Indien ^mnitW^dnun auf nait> uagefähr vier -teiuseail
Kaivarol^si /und mehr alsi tausch Männern, - die
atta« |[Wt bewaftlet wai^aiu ' Wir-iiattaia.umi. niöLX^
y' * - ' '> • ' .
i _
Abhandlungen.
»89
reichlich , mit Qerste verseheü , und hatten feine
beträchtliche Anzahl Milchkameele, und es war
von uns beschlossen nach detn Süden durch dio
Wüste zu gehen ^ ziemlich in einer geraden X.inie
^nlTombuctuzMj des Weges nämlith, welcher der
gewöhnliche der grofsen Carawane ist, obgleicli-
' mehrere derselben eben auf diesem Wege, ganz auf-
gerieben worden waren, ja gewifs aller zehen odet
zwölf Jahre Eine, Wir reis'ten nach dem Süden,
lim das grofse Atlas -Gohirg^ hirium, um \vrelchet
zu kommen schon sechs Tagereisen sinä. Dann
machten wir noch dicht am FuTse des Gebirges
Halt, und fälleten Holz und Wannten tfs zu Kohlo
für die Kameele; denn. die Carawanen wagen ea
nie, den Weß durch die Wüste zu nehmen, ohne
sich mit diesem Artikel gut zu versorgend Vier-
hundert Kameele wurden mit Froviaht und Was-
ser beladen, und nachdem wir zehn Tage ge- .
ruhet und den Kameelen reichlich zu trinken ga-
geben hatten^ lenkten "wir uns gei^ade in, die Wü-
ste hin em und zwar südöstlich. Wir hatten aber
äie ersten funfzehen Tage keinen Sand': Alles war
glatte Oberfläche und so hart zusammengebacicen,
dadi selbst vqn den Tritten der beladenen Kameele
keine Spur dafinn sichtbar ward. Wir fanden kei-
zien Pfad, dei: uiis führen konnte, und richteten
uns blefs nach den Sternen und der Sonne und
dem Monde. Wir fanden in diese)r ganzen Zeit
ni;r Eine Stelle, wo die Kpimeele' weiden konnten.
vdurch das Abfressen des 'Gesträuchs in einem nicht
sehr tiefen Thale. Aber der Teich . in dieseni
Thale war mit Steinen , und Sand angefüllt, so
dafs wir ubs mit ktintni Wasser aus demsflbeu
N
t9<>
tr
Abhandlung eri*
verseben konnten. Nach den fünfzehn Tagen je-
doch kamen wir an ein sehr schöne« , tiefen Tlial, '
in welchen;! zwanzig Teiche waren. Sechs von die-
sen hatten Wasset, die ührigen aber nicht, weil
die Wüste schon sehr dürr war. Hier . trahkteii
wir alle unsere Kameele und fülheü unsre Fla-
sehen und' Schläuche , und nachdem wir hier sie-
ben .'t'age gerastet und unsere 'Eazneele .zuletzt
koch reichlich ihit grünem. Laube und Jpornbü-
sehen belastet hatten » reis'ten wir südöstwärts.
», Wir reis*ten drei Tage lang auf dem harten
Sande fort , und kamen dann in unzählige * Wol-
kea von feii;iem Flugsand hinein. Es war nicht so
grober Sand, wie Ihr auf unserer Reise an der^
$ee gesehen habt, er war vielmehr so fein, wie
der Staub auf einem Füfspfaäe oder in einem
Hause, und die Kameele sanken in ihn bei je*
detn Schritte' bis über die Kniee. hinein. Nach*
dem wir in ^olchöm Sand^ (der den Tag über fast
so heiCs, wie glühende Kohlen war),* sechs Tage
läng ^ereis^t waren, bbgahn ein heftiger Wind von
Südost zu wehe0 , der tFiiid det Wüste genannt,
der. Tod und Zerstörung mit sich bringt. . Wir
konnten weder Vorwärts hoch ^rückwärts, daher
nahmen wir unseren Kameelen die Bürden ab und
th^rmten sie zu einem gicoisen tl^ufen undliefsen
die Kameele sich niederlegen. JDer Staub , flog fco
Äicki dafs wir unsere K^iüeele und ups einandex:
nicht sehen kbiinten, üiid kaum zu athmen ver-
mochten. So legten wir uns mit unsern Gesichtera
nieder in den Staub ' und schrieen mit Einer Ötim-
ine laut zu Gott : Crlofser und barmherziger Gott'Y
\
^iJkmn.dlunß%iu
491
.sphone ^nser Leben! ^het der Wijad blie$ zwe^
Taj;e. lapg fürcb^erlichy uod wir waren genötbigl;^
9fn$ so starlt;» wi^ möglich» zu bewegen, wen|i. de^
Sandy $0 dick um uns ktm. dafa er alle Laft auf
dem Rauip.e drängte, den umere Korper einnahr
nien und uns am Odemhohlen hindext^. Endlicjb
aber geSel es dem ^llge wallten, unsere ^itte^ zUi
.erhören. Der Wind hörte auf zu blasen: AUef
war wiedJT still » und wir arbeiteten uns aus 4ea|
Sande, der u^ns so lange begraben hatte, heraus«
Do^h bei Weitetfi nicht uns Alli^n gelang dief«;
denn als wir die gan?e Scbaar zählten , fehlten Un-
serer dreihundert 1 Wir Ueb^igen vereinigten un^
Gott inbrünstig Dank zu sagen für seine » in Er*
hahung unsere Lebens bewiesene Gnade, und gienr
jgen dann ^n die Arbeit, auch die Kameele aue
jdem tiefen Sande , der ihre Körper bedeckte, he^«
^auszugraben. Zu dieser Beiphäftigung und zuqi
Wiederuufbinden der Lasten auf ihre Rückeiji'
brauchten wir ^wei Tage. Ungefähr zwei hundert
Ton ihnen waren todt. Etiyas Griines war in dieser
jGegend nirgends .zu sehen , und wir warei^ ifi^'^z
|higt, den Kameelen eij;i \i^enig Wasser aus de«t
3chläuphen zu g^ben, um ihren ai:^sgelrocknetei^
]Le]:^lcn eine Anfeuchtupg. zu verscitiaffeti. , Dann
gaben wir rhnen Kohle^ zu fr^ss^n» Dann reis'tes
>vir vier und zwanzig Tage lang so schnell, als
.es nur möglich war, durph den dürrei;!, .tiefen un^
lieiCsen Sand , phne irgeii^ einiges, der Er^^hnung
\v:ürdige , grüne Giebüsch f^ir unsere Kam^^ele zu
finden, erreicjilen aber naph djL^ser Zeit ein be?
xühmtes Thal mit ^inex Tränke > w^lchei; Häher okt
ge^JMint wird» Alle ^nf^/i;e Kameele waren, fast
y
^ 1 • «
p^i '^ Ahhandltnrgen.
ftrrb«nd , und vericnochten ^icht mehr nnfere gatt-
reu Laoten zu tragen: wir wg^rfcn daher 6ih« grb-
fte Quantität des Salzes schon, ehe wir Häherak
erreichten, weg. * An diesem Ortfe wollten wir
zwanzig Tage verweilen, ura unsern Thieren *Er-
hohlung zu verschaffen, aber wer mag sich un-
sere Täuschung und unser Entsetzen vorstellen,
als wir fanden, dafs in keinem einzig^i' der Tei-
che dieses grofsen Thaies Wasser warr Es war
inr dieser Gpgend seit einem ganzen Jahre kein
Tropfen Regenwasser gefallen. Die Carawane,
die sich auf ^ ungefähr tausend Männer und Vier
tausend Kameele belief, als wir ausreis'^ten, war
nun schon' auf sechs hundert Mann und drei taui-
send fünf hundert Kameele heruntergebracht'. Daff
Machtwort Scheik IskreVs konnte nun diese fa$t
Verzweifelten Menschen kaum noch im Zaume
halten: Jeder war nur besorgt, seiii eignes Leben
irm^ Eigenthum zu retten, und gieng, wie et ihm
gefiel, seiner Wege allein, und durchlief das Thal,
'lim' nach Wasspr zu suchen. Diese Unordnung
"dauerte zwei Tage, worauf man einsah 9 dafs ohno
Eintracht unter uns kein Heil möglich sey , und
die Widerspänstigen gehorsam wurden und sich
in grofscr Menge vereinigten, in den Teichen^nach
Wasser zu graben. Nachdem man* aber fünf Xagd
gegraben hatte, ohne- die mindesten Spuren von
Wasser zu entdecken | hatiö es mit allier Unter-
würfigkeit auf Einmal ein Ende. Der Scheik, ein
weiser und kluger Mann , gab den Rath und be- '
Stand darauf, daf»^ alle Kameele, bis auf drei hnn-
deirt, getö(^tet werden sollten, so dats das wenige,.
in ihnen gefunden« ^ Wasser zugleich mit ihren»
I
Abhandlungen* 99§
t
Blute den liest derselben » so wie« auch die noch
übrigen Mähner bei'm Leben erhalten möcht««
bis durch die Hülfe der Vorsehung ein Platz zit
erreichen sey, wo man Wasser finde l Allein die <,
Schaar wollte auf diesen Rath nicht hören» ob«
glttch er gewifs der befste war, den man geben
konnte, indem kein Einziger l!>ereit willig war, sein
Eigenthum aufzuopfern. Scheik Jbhrel jedoch et«
wählte dreifsig der ältesten und verständigsten
Männer, dafs sie drei hundert Kameele auslesen
sollten, welche zu verschonen wären, und die
Wahl dieser Männer fiel nun auf ^ie stärksten.
Als sie a^ber die anderen zu tödtei^ begannen, ent»
stand sogleich ein wilder Hader und ein erschreck»
lidies Gefepht. Der Sckeik , obgleich ein Mann
Gottes, ward in einem Augenblicke getödtet. .Zwei
oder.^ drai hundert Andere wurden an diesem
Schreciken bringenden Tage na^ und nach im Kam^
pfemit einander niedergemetzelt, und das Blut
de?: Erschlagenen waird getrunken, um den Durst
£ecer, die es vergossen hatten, zu löschen. S^id
vrard geiährlich mit einem Dolche im Arme ver-
VFundet^ ungefähr fünfhundert .Kameele' w6rden
an diesem Tage getödtet, und die Uebrigbleiben-
d^n \ranken das aus ihren, Mägen gcnpn^menf
Wasser und ^uch ihr Rluu
„£).a ich fiircl^ete, dafa der blulige Eamp£
k^n Ende nehmen werde^ bis Alles niedergeme-
tzelt sey, und da ick, weil ich ein HauptmanQ
bei der erwähnten frühern Carawane gewesen waiv
wufste, wie inf^n seinen Lauf dutc^ die WüstA
ii^hmen müsse ^ da iexpßv <Seid und ich Körpecr
/
t9^ iMihandlukgen.
•tärlta Battmy so tödteten wir selbst vier von im-
st m noch übrigen sechs Kameelen nach eingebro«
ebener Nacht 'un4 gaben ihr Wasser und Blut den
andern beiden, und wir brachten ferner einen
Ballen unserer Waaren auf die Seite und einige
Gerste und einiges Fleisch, und überredeten drei-
Ing unserer Freuiide, heimlich es eben so zu ma-
chen» wie wir, uildi sich an uns ai^zus<;hliefseti ;
Aenn wir hatten beschlossen, in dieser Napht auf-
tQh'echen» Die Dreifsig willigtet ein> denn län-
ger dort zu bleiben, war gewisser Tod, und xui
9chaar zurückzukehren, nicht minder« Um Mitter-
nacht waren wir sämiQtlich reisefertig, lind ohne
f iniges Geräusph zu maclian». brachen wir wirklich
mit jenen dreifsig Männern und mit zwei und drei-
fsig Kameelen axif. Der Himmel war in dieset
Nacht sehr umwölkt und finster und in einiget
Entfernung donnerte es, als ob der Allmächtige
über den Krieg, den, wir mit einander gefühlt hau
ten, erzürnt sey. Rege^ aber hatten wir nicht,
^ir rei»'ten siidwestwäru, in der Itofinüttg T^sck-
lakf wtekhes eine berühmt^ Tränke ist, zu errei-
then, ehe unsere Kameele stürben, Die Wüst»
war von einen; dürren und harten Boden , und bei
linserem Zuge durch sie fandest wir blofs dann
und wann eine kleine Höhlung, in welcher a^
niges verkrüppelte Gesträuch war, Diefs weideten
die Kameel^ soglf ich ab , wenii wir hindurchkamen.
Aber viele starben, so dafs wir schon am zwö)fte&
Tage nur noch ach^ehn Kameele übrig hatten«.
An diesem Tage rettete jedoch der Allgewaltige tm-
•er Leben, - indem er einen starken Regen sandte»
:i^uglelch aber seineu Donner «o laut hören lie^s^
V
7
jlhhandlüngen'. ttg^'
/
difs die ganze Erde zu bebe:^ schien» gewifa xmr
«erer Sündeii wegen, daher wir Alje nredei^fieleti'
auf unser Angesicht tuid seiqe verzeihande Huld'
anfleheten. Der Regen» welcher i^edetstx^mt^i
gab unsern Kameelcm Wasser im Ueberflufs» und
wir ftilleten dreifsig Schläuche damit an, worauf
\Vir unsern Weg^nach'den Grenzen deir Wüste süd-
wärts • nahmen^ Nenn yop unserer Gesellschaft
nnd viele von UQsem Katrieelen waren gestorben»
#fae wir von der Wüste in*s angebaute Land hinab-
lamen, und wir lenkten uns dat^u südv^ärts nach'
einem kleinen Flnsse fließenden Wassers hin» zu
welchem einige: A.ral^er» den^n wir begegneten»
uns hinwiesen» nachdem sie uns einigen Reifs und
eine Quantität Milch gegeben hatten ; denn alle un*
iere Milchkameele waren in dei^ Wüstf gestorben/^
Dritter A^hschnitt*
> «
Sidi JIamU*a Anki^nft an den Ufern des FJnifef, der yoj| «eii
Eingeboraen Qomtn ZAir fen«nnt wird nnd zu T6mlfu€tu.'^
Beschreibung dieser St«dt, Ihree. Handtlf^ lleicli^thv^m» un^
d«r Einwohner-. <■ '
„Die Wenigen von uns, die aus ein^ CarA-
wane von tausend Männern und vier tausend
Kameelen mit Erhaltung des Lebens noch aus d^r
Wüste sich gerettet hatten» an der Zahl ein und
zwanzig,' mit zwölf Kameelen, machten liun Halt
in der Nähe einer kleinen Stadt» Namens fVahiltf
em Ufer eines Flusses, der ungefihr halb so breit
Ist » wie der Raum hier zwischen der Stadt Ma^
gador und der Insel» also, fünfzig Yards. \^it
4iatten keinen Mundvorrath mebr^ aber da di« Ne^
ag6
^^bh an dl ungen.
gei^^tms io 8Q traor^ex Lage ta^en, kamen sici
ipd gaben uns einiges J^leisch und aus Gerste ge-
bacfcene^s Bx:ojt, Hi^r blieben wir ze]ben Tage, um
v^% selbst un4 ujcisern Kameelen, die noch übrig,
waren, einige Evrbohlung zu verschaffen. Der
Flofs, an dessen Ufer wir blieben, ward von ^en.
Arabisch Sj^redjendep el Wv(d Tcnij und von den
Kegern Gpz^enrZ^ir ge^a^nt^ Eine sehr hohe Berg«
kette,. ^ gjoDj wie ^ßt Atla$, von Su^e aus ge*-
f^ben» aber keinen Schnee .^uf dem Gipfel zei«^
gend,« liegt südwestwärts und in ziemlicher £nt*
fernung. Nachdem \vir und. unsere Kameele zehn
Tagc^ ausglühet hatten « brachen vvir na^h Tom-
tuctu arnf. Wir.reis'ten vier Tage ostwärts durch.
^oudan^ ein gebirgiges Land, aber von einem,
jebf fru<;htbaren.3oden und grof^entheils.niit den;!
K^^rst bearbeitet,'^
Ich* fragte ihn hier, was er unter Soudan ei-
gentlich verstehe, und er antwortete mir:
^y Soudan nennen, die Araber und Mauren das
Jaaze Land im Süden d^sr grofsen Wüste, vom
grofsen Weltmeere an gerechnet, weit nach Osten
sich erstreckend ntd den Distriot von Tombuctu
in sich begreifend* Tombui^tu ist die Hauptstadt
daritt. <«r- Da wir unsere Kameele wieder getränkt
liatteii und das Gebirgslan^d weg^n dev Bäume,
mit denen e^s bewachsen war, zn ermüdend fan-.
den., als dafs .wir . bindurcbznxeisnxv hätten jintär«
nehmen können, so kaufteii wir ei|pge Gerste,
achlachteten zw^i Kühe und wandten uns wieder
nordwärts nach der Gränze der Sahara und reis'ten
ostwärts ^cht Taf9* läK^gsL worai^f wit in den, den
s*i
't
* S
% Abhandlungen^ S9^
Carawanen ganz gewöhnlichen Weg kamen und
nach einer Reise von noch zwei Tagen uns in der
Nähe (1er Mauern von Tomhuctu befanden. Wir
hatten in der Näh^ des Ffrsses eine große Menge?
Neger gesehen. Sie leben in kleinen Stadien, die
mit hohem Rohr eingezäunt sind, um Feinde und
wilde Thiere des Nachts voii sfch abzuhaheni Ihre
Wohnungen 'sind Weine runde Hütten von gerade
emporstehendem Rohr gemacht, mit denselben Ma-
terialien bedeckt und mit Koth übertüncht, um die
dazwischen gebliebenen Oeffnungen auszufüllen.
Die Neger waren voll Furcht vor tins,. wenn wir
Ulis ihren kleinen Städten näherten , und die, wer»
^che' sich ebeti aufser den Hütten befanden, lie-
ielti geschwind' hinein und versperrten sogleich die
Eingänge. ' Da' sie aber sahen,' d^f« wir nicht,
udi sie zu 'berauben, gekommen waren, wie die
zahlreichen Araberhorden häufig thun, sondern
dafs wir arme Nothleidende waren , die Nicht» zti
esseil hatten, so liefsen sie sich bald bereitwillig
finden, in einem Tauschhandel uns Gerste und
Fleisch gegen einige unserer Waaren zu geben>
Fast Slle die wenigen Dinge, die wir besfafsei^,
wurden aufgawendet und hingegeben, um uns,
his wir die Nähe Tomhuctu's erreichen könnten,
öm Leben zu fristen. Der König und die Ein-
wohner dieser Stadt hatten schon seit zwei Mo.-
uaten <ier Ankunft' der Carawane von TfHdhunen*.^
^ege.gesehen, aber keine Seele war bereits vor^
uns eingetroffen , und wit erhielten sogleich , Er-
laubnifs nach Abgebung unseres Schiefsgevvehres,
Pulvers und Bleies in die Hände der königlichen
Dienet,« die e» bis am unserer Abreise aufheben
I
998 jflbbandlungen.
solltext, in die, Stadt zu gehen. Tombuctu kt
ieine, sehr groFse Stadt, fünf M^l so grofs, als
^wearah. Sie ist in einer, auf allen Seiten von
jß,ergen eingefalst^n Eben^ erbaut, nur auf det
Südseite geht die iplbene fort bis zum Ufer jenet
Flusses, an dem wir schon .gewesen waren, wel«
^hfr breit uiid> tief ist und seinen Lauf nach
Qsten ni^nn^t. jpenn wir waren genöthigt, jet2^t
Yfieder an diesen Flufs zu . gehen « um unsere
^«^meele zutränken. Wir sahen hier vielcf, aus.
voÄs^ Bäumen gemacHtet Poote und in mancheii
jruderten die Neger sich über de|i Fl.ufs hii^ber.
Die Stadt is^ von einer starl^en Mauer umgebeD«
^^ren Steine mit T]^on zusammengefügt sind, so
iflie die Städte und Häuser in Suse^ nur um
^in Beträchtliches dicl^^r. Das Ha^s des Königs
ist sehr jß^oXs ^nd hoch» gleich dem gröfsten Ce«
liHade i^ Moga4o,r9 ^ber aus denselben Materia-»
lien, wie die Mauern erbaut. Es giebt noch eine
^ex^ge anderer, von Stein ^rbaueter, Häuser in
fieser S,tadt, die auf der eipen Seite Boutiken ha-
l^fttt wo man S^^?, Messer, blaues Tuch, Haiks
Vnd eine Menge anderer Diuge verkauft , mit vie-
len go^deneQ Ziexathen- Die Einwohner sind
$chwfi,rze uu4 da.s Oberhaupt ist ein sehr grofs.er,
schon grsluköpfiger alter Schwarze;r, der Sckegßr
jgeiiannt wird, welches glpichbedeuteud mit Sultan
pder Kpnig ist. Der gröfste The^ der Häuser ist
l^us grpfsem I\ohr erb^iut, das so dick wie einet
l^anns Arm ist und ^uf den. Enden steht, so daft*
es erst von dünnerem Rqhr und dann von Dattel-
1>aun^|;>Mt^?^^ überdeckt, ^t.,.; Diese Häuser sin4
Xixßdi^ und gehen c^hen. in fijie Spitze aus, die ci>
\ -
Abhandlungen. d^^
nem Steinhaufen gleicht. Wfdef iexSchegart nocU
seine Ünterthanen sind Moslemins ^ sondern es fin- ^^
det sich, dort eine Abtheilung von vielen Häusern»
die von der eigentlichen Stadt abgesondert ist und
^inen Winkel bildet, aber auch von einer starkexi
W.u„ »,.b., „d ^,, .,..„ Th». ..H.^
welches die Geineinschaft mit 'der eigentlich,eii
Stadt gewährt 9 ähnlich der Jude nstaJt , oder MiU *
Iah in Mogador* . Alle Mauren oder Araber , wel-
chen es erlaubt wird, nach Tonibuctu zu koomi^n,
müssen jede Nacht in dieser Abtheilung schlafen
oder wieder ganz aus der Stadt hinausgeh eil, und
Keinem Fremden wird es erlaubt, dieses Mlltah zu
betreteti, der nicht vorher bei*» Thofwärter sein
Messer abgefegt hat, das ihm jedoch zurückgegeL-
t>en wirdf sobald er früh wieder .hiiiausgeht. Die
Kinwohner dieser Abtheilung 'sind sSril'mtlich Mos^
^ temins. Die Neger, das schlechtere Atabergesinliel
und die edleren Mauren' sind alle durcheinander
gemischt und verheirathen sich auch uiitef eiüän»
der, als ob sie von einerlei E^atbe waren. Mft
Ausnahme einiger Esel, die sie halten»' habexi sib^
Icein bedeutendes Eigenthuni. Ihr Thor witd äft
jedem Tage geschlossen und fe^t zugemacht^ so*
*bald es dunkel wird, und nicht nur äe^ Naicht^,
sondern auch bei Tage sehr Sorgfältig bewacht*
Der Schegßr oder König wird immer von hundert
Männern auf Mauleseln und hundert Garden zii
i
Fuf« begleitet, voii denen die fer^tern mit' gutefft
Schiefsgewehr, ,die letztem mit Schi^fsgewehr und
langen Messern bewaffnet sind. Er wollte, als wir
dort waren , das Millah nicht besucheä , und wah*
rend der ganzen zwei Monate Unsferei Aufenthalt«
I*
N»
\-
^QO Abhandlung^en.
in Tambuctu koj^nten wir üinjiur vier, oder fünf.
Mal zu stehen bekommen. So lange Zeit warteten'
wir auf die Carawane; allein sie traf nicht ein,
sondern war in der Wüste umgekommen* Auch die
jährlich kommende Carawane von Tunis und Tri-
poli trat nicht ein, sie war ebenfalls vernichtet
' Worden^ Die Stadt Tomhuctu ist nicht n>inder
. i^chr reich; als sehr grofs.. Sie bat vier Thore, und
alle ^itjr sind den ganzen Tag geöffnet, abejr sorg-
. säm bewacht und fest verschlossen des Nachts.
pie Negerinnen sind se^r fleischig und hübscK
und tragen grojse runde goldene Ringe in ihren
Naseä und flache^ in ihren Ohren, und goldne
Ketten und Ambra -Schnuren um ihre Hälse, mit
Gebilden und weifsen Fischbeinern, die, an/ ihren
End^n an einander befesügt, zwischen ihren Briisteii
herabhängeow Sie tragen Spangen am Fufse und
Handknöchel . und gehen baarfufs, . Ich hatte in
Maroko eine kleine, mit Schnupf tabak gefüllte Dose
^gekauft und zeigte sie auf der Hauptstrafse Tom-
iuctu's^ iip sehr breit ist, einigen Weibern. Da
hatte, ich in wenig Minuten eine groTsc Menge Wei-
ber um mich herum, und alle wollten mit Gewalt
meinen Schnupftabak und meilie Dose kaufen. Oie
Ein^ bot mir sp viel, die Ändere so viel, bis dann
^line kam^ die niit mehr Schmuck hchangen> als
die übrigen, mir in gebrochneni Arabisch ^sagte^
dafs sie Alles > was sie an sich habe , sich sogleich
abnelimen und für die Dose und ihren Inhalt -mir
^eben wolle. Ich willigte ein, und sie beraubte^
.siqk rogleich ^hrier Nasen« und Ohrringe, aller ih,'r
rar goldenen Ketten am Halse mit den Gebilden,
daran, und der Spangen von iliren Füfsen uziiIl
Abhmndlungtn, 30X
fiändett uHd^gab si«, xmr bvt Beiahlim^ der Dös^.
I)ieser goldne Sehmulsk wpg mehr ais ein Pfund»
und war von gediegentm Gold von Tombucta ga^
^nacbt» loh habe ilm auf meiner ganzen nbrigefi
Reite lorgfältig verwahrt unA ihn gliiokUch zti
»einem Weibe gebracht , welches einen Theil da«
T<m trägt» , ' •
' ' .
Tombuetii treibt einen lebhaften Handel mk
.elüen Carawenen«v welche >on Mmroko und d^i
Künen des Mittelländischen Meeres korafneni *Vion^
'Algier^ Tunis ^ Tripoli n^s.vt, werden alle-Aib-
ten vonTnch, EIjmriv Salz^ Musketen, Sthie£spul«
vevy Blei, Schwerter oder Säbel, Tabak, Opimd^
'Gewürz, Aäueherwerk und >ParfÜBiSt Ambrasehno«
ren und andere :S(^n<at:ksa}chea, nebst noch einJ^
2^& endem Artikeln , gebracht > Diese Ka'iifleat^
bringen dafür in ihre Heimath zurück £lephante»*
^R[hne, Goldftaub, verarbeitetes^ Gold^ Synegat--
.Gunimi,' Straufsenfedem, sehr kunstreich verfeii*
tigte Turbaney unctSdaven, von dm letztern eine
IpTjofse Anzahl , und auch manche unwichtigere Ar-
tikel in Menge* Die Sclaven werden" vom Südwest
gebracht, alle mit starken Fesseln belegt, und mati
verkatift sie sehr wohlfeil ,. so dafs ein gut gewach-
sener, robuster, männlicl^er für eln-Haik zuhaben
ist, welches im Marokkanischen » Reiche ungefähr
.«zwei Dollars kostet. Die Carawanen. hatten a^ und
campiten ungefähr i^wei Meilen voif* der Stadt in
^eineirr tiefen Thale und die Neg%r belästigdn sie
nicht. Sie bringen :ifare Waaren bis nahe an die
rMaueirn der S|adt^ wo die Einwohner, ihnen die*
aelb«nalfal«iU:aiu£en nod daSur die obenaülgesählteti
309 Ahhandlungih*
Artikel gebsii. Nicht inebr alt {unfzigMänneih voii
V jeder Garaw2£ne auf Ein Mal wird der Eiatritt iii.
^ie Stadt erlaulit^ ütid sie müftsiexi alle Mal wiedenr
hinaas ^ejn^ &he die Funfzlg YOtt cäner zweston
Carawana. hineintretfeiii
t)iese Stääi hat auch mit PFassänah (einimr
^eit südöstlich liegenden Stadt), einen lebhaft
^tesi 'fiklidei in '«illen jenen Artikehi; die sie
.reibst er«t durch die Garawanen erhalten fate,
;imd sie erhllt dagegen Sdaven, Elephantea-
irähne, Gold und dergleichisn. Die Tornehmstta
•iDiUaitlicfaen £il»m)hher skid init blauen Tncb-
Jheindöi, belcl^idet', welche von den Schulten^ bis
oitt'den Knieeh^ndiciheh.^ sehr weit sind, und um die
Xeliden l^ruäi ihit eiixer inothen und btaunen ban«i-
Jivöllenl^ä Scbitt»e oder Binde umgürtet irerdeo. Sip
l^ängen auch um ihre Körper Stücken von vertcbi^
denfarbigQm ll'uch und seidene Schhupf^ücher* Der
|Lönigist in eine weifse Rübe vt^tk einem i(hnlicbtt
iSchnitt .gekleidet, die aber mit imeifsen und gelbej^
Gold- und Silberplatten ^ welche in der Soitiie ael^
, gUtnzen^ überdeckt ist. Ac^ch manch^ andere gläor-
zende Zierathen von Mnschöln mud Steinen has£
er als Behänge to sich,, und ttägt ein Paar Bek>-
kleider wie die- Mausen und Juden der Besbcant
und eine Art wfeiliusn Turbalis auf A^ta Kopfe, der
sich xiitpit!Kt und mit verschiedenem Schmtick^ an
{Schnuren li. dgl.* umwundcfn ist.- . Seine Fufse
r.en rothe Marekkow Schuhe« £r tirägt keine
'dere.,Waffeny älsi rinen gMCieift widfsexi Stab öd«
. Scepter » ; gMchnmckt ;niit ein^m goldnen Löwen
iwder Spiuoc. JQer Ausdxuck. jsei&l^ jGosklKU 'let
AbhanätuHgtni ^t>^
|;lui2Güte> UBd et sebeint feine Untettlbaiken meht
wie ein Vater, als wie ein König, zu regieren»
Seine sänuntUcben Officiere und Garden tri^gen
JBeinkleider , die meistens von rolh gefärbtem Zeuch^
docb zum Theil auch weils oder blau sind. Alle, nut
, Ausnahme. des Königs, gehen baarbaupt« DieArmeii
unter diesem Volke tragen blol« ein einzelnes Stück
blauen oder anderen Tuches auf dem Leibe und
düe Sclaven haben nur eine Hüftbekleidung^ Di^
Binwohnei^zahl von Tombuctu ist sehr . l^deu-*
tendt ich glaube, es hat sechs Mal mehr Ein*
wohneTf als Säf^arak^ ohne noch die Araber und
anderen ^«»jZ^mm oder Mohammedaner zu>rech«
lysBkV d^e in ihi^i Millaft^ oder, abgesonderten^
\ Sud twobnen , deren Anzahl beinahe eb^nsogroli
aayn mub, als. die der saütnmtlichen £inwo)ii\ejg.
. von Swearah* *)
•• '. ^ ' . . , ' . -^
^y Sweärak ödär A^ögädör ehthäli ungefähr ^eclis und
dreifslg tausend Seelen i nämlich 30,006 Maureii und
6,obo Jüdeif; hiesb Angäbe der Einwölin^ricftht rbti*'
r Türfibuctu ist ihllhin ein(» toit Ä^cbt Sta^lteü' »M*^-^
gende^ da si^ sich sonach auf 2ii6|Oe». beliefe. Erwflgfi^
meta aberj wie bedeutend Totnbuctu als fiandelsplat«
Ist^ und die FrucktTsarkeit des die Stadt iiuigeliehdetl
Landes, iö findet kein Zweifel Statt, däls diesei" Öri
*' eine Seht grofs^JVl^nge roxi Ein w(}hnern habe; Uhd ic)is
mufs auch bem<ftrkän ^ däfr^ mrenn es ftur . ein«, kltditie
Stadt wäre und 'dock den ungeheuri^n R^ichtbunl. iii^
jich einhielte 4 den m^u ihr zuschreibt ^ eine ieh^be-
deutende Menschenmasse und Besatzung des OHdS
nöthig sejn würde^ um 4u irerhihderh j däfs hifclit dt«
streifeliden Atab^ der Wüstö'ühd Selbst diö CätaWa**
hen ihn durch UebertumpelUng odtr mit StlnJtiA i|ü«
' uähnoMu«
li. A. Qi £. ZI J3d/i 3. S^*
304 ^ihl^tidlu1kg0H, /
Die Weiber sind von der Brtist an bis hin-
ab 2«m JCnie mit einem leichten Hemd oder Unter»
i:leid bekleidet, und iiaben darüber eifie grüne,
rothe oder blaue Bedebkung. Dieses ganze Ge-
wand umfafst über dem ünterleibe ein rother Gür-
tel. Sie färben bei manchen Gelegenheiten ihre
Wangen und die Stirn roth oder gelb. Die verhei*
rathe,ten Weiber tragen eine Art von Aufsatz auf
ihren Köpfen, der aus blauem T»ch ode» 8eiile ge-
Inacht ist, und baumwollene Schnupftücher von
verschiedenen Arten und Farben. Sie gehen haar*
fufs. Der König und die Einwohner Tombuctv^s
lind nicht Gottes - Verehrer auf die Art , wie
die Moslemin^ sondern- vielmehr, so wie das Volk
Vt)n Soudariy beten sie in vier und «zwanzig Stun-
den blofs Einmal in der Zeit,' yfvo der ' Mond ge-
sehen wird, und wenn der Mondv nieht gesehen'
wird, beten sie gar nicht. Sie können weder le«
cen^ noch schreiben , sind aber rechtschaffeti , und
beschneiden ihre Kinder ebenso wie die Araber.
Sie haben keine Moscheen, abei? in jeder^Nacht
tanzen sie, so wie die Mauren und Arabet in
j^der Nacht beten. Der Schegar oder Kfinig
hätte urigefätir tausend Sclaven, Quantitäten von
Gummi , von Elephantenzähhen , Goldstaub ü. 8. w,
gesammelt,, dals. alles diels bereit sey fiir .die
geWöhnlidh alle •, Jahre kommenden Carawanen»
Aber da seit der ^Zeit, wo s|e gewöhnlich an-
kömxhen, schon drei Monate verfFosserf waren,
10 hielt er sie für ganz verunglückt , und beschlols»
eine Carawane mit einem Theile seiner erkauften
WaA]^e&, die nach Tambuciu durch, die groTse Wü-
ste gebrach^ worden waren ^ nämlich Salz^ Eisen«
'Abhandlungen. 305
Tücher und deT^!e!eh«it i üfleh ein«r grofsen Stadt
tu schicken, die nach in einer weiten Feme von
Tombuctu liegt. Nachdem ein Corps von ungefähr
drei tausend Männern, sammtlich gut mit Muske«
ten, langen Messern und Speeren bewaffnet» zu»
<ammengebracht war» nebst drei tausend £seln und
ungefähr zwei hundert Kameelen» sammtlich mit
schweren bürden » als Eisen» Salz, Tabak u.s.w.^
heladen » niiethcte deY König ^Cneinen Bruder Seiä
und mich, nebst noch zehen unserer Gefährten» um
auf unseren zwei Kameeletf Ebenfalls Waaren mit
nach PFassanah zu schaffen » wofür er uns» wenn
wir zurückkämen, Jedem zwei Haiks und einiget
'Gold g^ben wollte. Da wir jetzt ganz in sein^it
*Matht waren» so ws^ten wir es nichts diese Reise
von uns abzulehnen» und er .gab uns tmter di^
-Aufsicht seines Bruders» welcher Schelbaa hiefs
und das Commando über die ganze Carawane
hatte. Es geschah im Monate SchuäU dafs wir von
Tombuctu abreisten nach einen! Orte-, Von dem
wir zuvor nie gehört hatten« Koch unge^ahi^ 2Wei '
hundert Moslemln waren mit uX)4 auf die^eit Reise»
4kber der Commandeur der Carawane wollte unt
Moslemin nicht erlauben» unser Schiefsgewehr bei
i^ns zu führen» aus Furcht» dals wir uns B^gen^
ihn kehreh möchten , wenn er mit JFeindin iri §in
Gefecht kommen sollte,^*
• ( Der ScKlttts lolgt. )
Yd
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i^Mat^P
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BÜCHER • RECENSIONEN.
«^
C^n,sideration^ on th'S präsent pöliticsl
State of India, embracitig 'ohsenuaiqtis oft
tht hativesj on the civil (tnd criminal cfoUrtSf
ihe administration of justic^y the State of the
iand'tenur^f the Qondition of the peasaniry
and the internal police of our eastern domir
nionSf intehded chiefly as a manual, of In-
struction in their duties für the younger ser*
vi^nts of the Company. By AisxAffDZK Fra-
SEIL TrrrxÄÄ. Second Edition. London r8i6»
VohL XVI u. 432. Vol. It Vli: u. 392 SS.
y -
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Der Verfksiet hat sicli längere Zeit in lndi*n auf*
:ge1ialteli. und ein Riditeramt in den 24 Perguttas loeklei«
det. - Der n&chste Zweck seines Buchs ist auf dem Titel
angegeben { es soll als ein Iflandbucli für die jungen
.^Writers<< dienen> die nach Indien gehen , um ihr Glück
tu machen. Man findet hier sehr viele schöne und tref*
lioka Nachiiohteii und Bemerkung«», die man bei andera
I
J
Sucker - Recensionen» " • Joy •
Sehriftstell^'ii vergebens "^ sucht : ddtti Veif9«i6r. ist be-
sonders^ eine Klarheit eigen, um derenwülleH «lan ihn»
g^ern efnige * Redseligkeit zu Gute hält, und selbst • durch
manche Ausschweifungen und Wiederhohlungen nicht er«
müdet wird; mit diesen Eigenschaften verbindet er ein«
edle Preimüthigkeit, die sich^nicht scheut , Mifsbräuch»'
anzugreifen , selbst auf die Gefahr y den Mächtigen ia
mifsfalleh oder gegen Lieblingsmeinungen zu Terstöfsen«
Das Mtf^iste in diesem Buche ist aus Erfahrung und eigne»
Anschauung geschöpft: und verdient daher Tonilglich»
Aufmerksamkeit; in England hat man sie demselben auch
geschettkt, wie die zweite Auflage beweiset, die da^n in
so kürzer Zeit erschienen ist. Herr T. ist abermals nacH
Indien abgereist, uud er entschuldigt sich daher, .da£s e».
ihm unmöglich gewesen ist, die neue Auflage so cu %ex*
TollstKndigen , wie er gewünscht hätte. '
Im ersten Capitel kommt eine sehr lehrreiche Nach«
rieht von der Lage und der Bildung^ der sogenannten^
Writers vor: er vertheidigt da» Coll^ginm in Hertford
und das vom Lord WtHtfUy gegründete inCalcutta: beide.
eind bekanntlich zur Bildung künftiger BeamteMn detv
Compagnie bestimmt und nach einem gvolsen M^afsstabe"
mit einemt bedeutenden Aufwände angelegt: es sind un«
längst über das Colleglum zU" HeMord sehr heftige De«
hatten in den Versammlungen der \^ctieninhaber vorge^
fallen und man hat es als eine sehr kostbare, ihrem
Zwecke nicht entsprechende, Anstalt hemntergesetit« ^Dep
Verfasser tadelt, dafs die jungen Leute, die für Ostin«
dien bestimmt sind, sclion im älterlichen Hause verderbe»
werden , in Indien betreten sie eine höchst gefährlich«
Laufbahn, auf der sehr Viele su Grunde gehen. I)ie
Herrchen machen sogleich einen Aufwand, der eineua
Europäer unglaublich erscheinen mufs» ein solcher jua«
ger Mann macht schon, während er noch im Collegium
studiert,, ein Heus-, hälfr sich Equ^age und eine Diener-« 4
Schaft, die aus 30 Köpfen besteht! Es wird nicht ge^
sagt , wie viel sie während dieser Zeit von der Compagnie
empfangen: aber natürlich kann weder diefs, noch de»
Credit, den sie v:om Hause mitbringtii; biarnohen^ qia
^jfn§ * Bucher • Reeensionen*
•ioen AufwUttd dieser Art »u bestreiten , der noch duroli
die Befriediguiig ron allerhand modischex» Launen un*
gemein ^ergröfsert wird. Alles geschieht auf Credit:
Manianen strecken den' jungen Wüstlingen zu 12 Procenlf
Tor; und wissen dieselben sich auf eben die Weise dienst-
bar XU machen, wie unsre Juden die jungen Beamteten,
die einmal in ^ ihre Klauen get-athen sind, nicht wieder
loslassen, Die £finste, die der Babu anwendet, um sei-
»ea Schuldner fest tu halten und die merkwürdige Art,
wie er sich Sicherheit zu schaffen weifs, werden näher
auseinandergesetzt 2 der Schuldner ist lebenslang in sei-
ner Gewalt; er 'folgt ihm selbst oder diurch seine Jfel-
fershelfer nach ai^sw artigen Residenicn, wo er ^ge*
atellt wird,' und mafst sich sogar auf seine Amtsführung
•inen sehr nachtheiligen Eiuflufs an. Man kenn^ das
Uebel, aber es sind bis jetit keine durchgreifende!«,
Maalsregeln dagegen genommen. Das einzige Mittel,
was helfen könnte, ist, nach der Meinung deaVerfasters,
ein Gesetz, wodurch alle Forderungen eine« B€Jfu an ei«
nen Writ^n für ungültig erklärt werden« • Die Art, wie
die jungen ^eute sttidiren, ist ihrer Bes^mmung nicht
|;anz entsprechend; und bereitet sie zuwenig auf ihre
künftigfC Laufbahn vor« Diese ist eine vierfache ; enl^we«
. der das Fach der Justiz , der auswärtigen und politischea
Geschäfte, der Finanzen und des Handels; das erste ist da«
b^ehwerlichste , das zweite das bef chränktes^e ; die beiden
andern gewähren ein ruhiges und bequemes Leben: in«
dessen giebt jedei? Zweig des Dienstes bei sorgfaltiger
Pflichterfüllung hinreichende Beschäftigung, aber auch
die Mittel, EinQuIs und ileichthum «u erwerhen«
. Nach diesen allgemeinen Bemerkungen gieht der Ver*
' fasa^ eine parstellung des Zu Standes von BtngaUn und
eine Uebersioht der Verwaltung« Der Himmelsstrich nnd
^r Boden begünstigen ihrer abwechselnden Beschaffen«
Keit wegen it^ev^ Zweig des Landbaues oder der Manu*
IftQtur, Die Einwohner sind keineswegs einfältig, son«
dern in einigen Arbeiten 1 beS denen besonders grofWe
Nachfrage Statt findet^ kommen sie den Europäern nicKt
Vir gleich, sondern iihortrefEsn ^' sogar. Wenn mucli
Rächer - HeeensicneHf ffif,
diltoh ▼fivbess^rte Werkzeuge die Betriebsamkeit gewi».-
nen wiirde, <o würde doch die Einführung groXser und
cusaqiinengesetzter Maschinen ejnen sehr nachtheiligen
jEünfluIs auf die Eingebornen haben und viele Tausend*
unn ihren &werb bringen. Der B.eichthum ist indessen
unter die Zcmindarx oder l4indeigenthünv»r , einige we*
nige groXse Kaufleute, dre Mahadichant oder Geldmakler,
die öffentlichen Beamteten, die Diener der Zemmdan und
einige wenige kleine Gewerbleu t& rertheilt. ' Die groIte
Masse, namentlich die Bauern, Handwerker, ManufacUi-
listen und Unterbediente sind sänuntlicb arm und mora-
lisch höchst verdorben. Die Bevölkerung sch£t«t der
Verfasser auf I8 Millionen : es fehlt aber an allen sichern
I^aten , um dieselbe ausiumitteln. Die Fruchtbarkeit des
Bodens ist so grofs , dafs ein Mann hinreicht zur Bestel-
lung von vier Morgen* Nach dieser Berechnung würde
die jettige Bevölkerung, g^Örig vertheilt, hinreichen, um
.alles wüste l^and im Lande urbar zir, machen: und es isX
4iichts weiter dazu nothwendig,^ a^s dafs die Lage der
fifiots verbessert und ein Abzug für die vermehrteil Er-
aeugnisse erp&et wird. Unter diesen Umstünden würdest
die gegenwärtigen Hindemisse , die aus MiM>gel, ap Au^
strei^gungi den Plünderungen der sogenannten Dae^tt
und den Verhe^ungen wilder Thiere «ntstehea» bal'|l
aufhören.
, Auf den C^stenunterschied wird eigentlich nur nocl^
jn Hinsicht der Mraminen und der Sudra^t gesehen: dif
ersterln. haben zwar Einiges von ihrem alten ^ Ansahen vexr
loren, aber doch immer grolsen EinfluXs» Qewisse Cni-
sten oder. Unterabtheilungen ,, z.B. die Gouialn/, KuluÜchr
ter , di^ hauptsächlich von Milch unft Butter leb^ i sind
stärker als andre. Die Zahl der Mu^i^daqar verQuixi^
dert sich, je weiter man nach Westen kommt: sie sind
kuhner und unternehinender , die Hindus schlauer und
listiger: aber beide, gleich moralisqh schlecht. Auch
die Hindus essen Fleisch und selbst die Bfamintn müssen
bei gewissen Opfern, davon kosten: alle andern Gasten
essen es bisweilen* Diebe und Räuber sind die £^nzigen|
die gut leben* Gewährt den untern Clastan ein eb&i$ß
^XQ Mäe'her - Reeen^tonen,
\
img^nelmi^t Daleyn, sa|;t_der Verf^ssei^, und sie werden
eine' ehrliche Lebensart yorziehen. Die Hütten sind ei^
bärmlich und ^eben keinen Schutz ^egen die Räuber«
Weil es den' Bauern unniqglich ist, Geld oder Sachen
Tön Werth' aufzubewahren, verwenden fie ihren geringen
\ Erwerb sogleich auf die Verehrung der Gatter und rdf-
giöse Feste, worin der Aufwand der Braminen allein be»
steht. Der Bauer wendet sich immer an denMahatschan^
4er. ihm Geld, Saatkorn, kurz Alles, natürlich gegen Zin-
fCfn, vorschiefst^, so dafs jener beständig in Abhängigkeit
ist. Die Hauptaufgabe der Staatsverwaltung mnfs dahin
gerichtet seyn , die Lage der Bauern zu verbessern, im(t
ihnen ein glücklicheres und unabhängigeres Daseyn zu
▼erschaffen. Die Dörfer liegen in Bengalen weit ausein-
ander und nur das Land in ihrer Nähe ist angebaut«
Ehemals fand in den Dörfern eine sehr «weckmä£sig%
Communalverfas^sung Statt, die auch ^in dem Gasten«-
wesen eine gewisse Stütze hatte. Hierüber und über dim
▼eirschiedenen Arten von Käubem, Dieben und Gaunern
. giebt der Verfasser sehr genaue und lehrreiche An-
gaben. "£(8 ist merkwürdig, dafs gewisse Kasten mehr
9um Diebstahl geneigt sind, als andre. Das Klima Ben^
gaiens' ist nicht nngesundj, Qur mufs nian «jpk vi^t dev-
$oBne. aussetzen.
Hierauf schickt der Verft^ser eine kurze Darftelhmg
der Verfassung des Britisehen Indieni voraus, verweilt
Hber mit besonderer Ausführlichkeit bei der Au seinander-
^etttmg der rechtlichen Einrichtungen» der Veränderun-
gen, ^e nach und nach in denselben eingetreten sind,
nn^ macht Bemerkungen über die Vortheile und Mängel,
"idie dabei bemerkt werden. Das Ganze ist zu ausführ-
fich nnd geht auch zu tief in^ Einzelne, um einen Aus-
V^^ ^vt verstatten. Die Zahl der Richter ist zu klein Se-
gen ^en Umfang des Lapdes; 42 obrigkeitliche Personen
aus der Mitte~^ des herrschenden Volks entscheiden über das
Wohl von 30 Millionen» E;s ist unmöglich, dafs die Sa-
chen genau, schnell »nd sorgfältig untersucht und ab-
gemacht werden können. Das Geschäft des Richters
yciKA iCber «ucl( durch die gänzücit« Verschiedenheit dcj^
V, V
Bäcker '" Reo ensionen. 311
Jnßiiifr roll Ben %iiropHern erschwert ! hauptsfielilich dar«h
die Vollkommene Gleichgültigkeit gegen die Wahrheit,
Me bei den erstem Statt £fndet: dazu kommt dietchänd«
liehe Bestechlichkeit aller einheiiiiieohen Behörden. Dex
^ Verfasser zeigt besonders die Unmöglichkeit,- fiie Engll«
*^chett Oesetae und Englisches Verfahren in Inditn ein»
tuffihren: ein Vorschlag, der von selbst auoh ohne die,
nähere Kenntnifs der besondem Verhfiltaisse als anga»
recht und rerderblich erscheinen mufs.
Im driften Gapfitel entwickelt der Verfasser die Ur«
jachen näher, wodurch ro viele Verbrechen in /n«iiif»
reranlafst werden; %ie sind die gäntliche sittliche Ver-
'dorbenheit der Braminen und dernntern Classen. Audi
der Verfasser stimmt den neuem Beobachtern bei, die
uns die einst ^o gepriesenen milden , unschuldigen, harm-
losen Hindns Yon einer ganz andern Seite leigen. Die voi^
nehmst« Ursache dieser entschiedenen Schlechtigkeit lA
die Natur ihrer Religion, und die Abhängigkeit alles
andern Classen, lelbst deir Fürsten ton den BramJn^n.
die in den heiligen Bücfaem Gott gleich gesetvt werden:
ihnen nt Allet Glaubt und '- de Überlassen sich jeder
Ausschweifung. Durch gawitse Gebete {Mantar) kann
jede Sünde rers5bnt werden : und es giebt in den Scha*
«tert selbst Gdbete ffir die Diebe und Spitzbuben, de-
ren sie sich rar dar Ausitbung ihrer Schandthaten 'be-
dienen soHen. Der Sinflar» , den die religiösen Grand-
«Mtze auf den Charakter und das Leben iufsern, wird
'sehr gut auseinander gesetzt, auch die Garingschätxung
der Weiber hat -eine sehr nachtKeilige Wirkung. Nicht
minder verderblich sind die Folgen ^et Gastenwesen»; bei
den öerichten findet man beständige dafs die Zeugen
eine ontschie^ne ParthSilichkeit för die Glieder ihrer
Caste, und eine gefühllosie Verachtung gegen alle an-
dere beweisen. !>{% Gebote iäber die Gasten werden
)edpch nicht mehr so strenge, als ehemah; beobachtet^
und es ist klär, dafs eine Revolution in den Ansiphteu
und ^eiuuxigen des Volks sich vorbereitet, die mdt der
Seit einfe gänzlich^ Veränderung herbeiführen wird : man
«tufs «ie io^defeen nch selbst äberla^ten,^ uud aof kein«
\\
\
» I
X
«Ui;>cte Weit« auch nicht, durdi übereäte C^iaführu^i; d«
Ghristenthums heschleiinigen woUe^. Die Fauilieit ima ^ /
Gefühllosigkeit der' gemeinen Bengalejen übertrifft jede
Vorstellung. Sie sind scUvisch und knechtisch gegen.
Höhere, aber höchst an malsend, wenn sie die Gewalt ,h«i«
^eni surückhalljeiid, schlau und mit einem bewundern«*
rwürdigen Talent begabt, die Absichten i|nd Gaalnnungen
Anderer, »elbst der Europäer,^ z^ erfor^dhen. HimmelsH
strich und Verfassi^ng sind an ihrer Gefühllosigkeit und
ihrem übrigen Charakter wohl gleich schuld* — Btnga^
2gn ist vielleicht das einzige Land in der Welt^ wo Alles
c^irch Geld tu machen ist. Die Betrügerei wird allg;e*
n^ein ^rniuntert und macht ei neu. Theil d,ex Erziehung "
«aus 4 besonders« nierk.vvürdig sind die ßengaUtgn wegen
•ihrer Undankbarkeit,; wo von der Verfasser empörende Bei*
spiele erzählt; sie sind höchst abergläubisch, lüderligh und
^rocelssüchtig* Gelehrte giebt es gar nicht und die Er-
dliehung wird völlig vernachlässigt. Obgleich die Btnga"
« l#^«n sehr gesund sin4y haben sie doch wenig l^örperli^
che Stärke und gar keine geistige ULraft* GastfreuQdr
Schaft wird selbst^ gegen F|remde und Reisende beobachtet»
N.ach Tytlct^s Versicherung ist die Grausamkeit gegen
Thiere, die Ward ihnen vorwirft, ungegründet. Uebex-
haupt müssen die Hindus die Tugenden der.Mälsigkeit, der
Gastfreiheit, der. Wohlfh^lpgkeit und der Anhänglichkeit
an ihre Verwandten ^ugeftanden werden ^ die aber. doch
tchwerlich hinreichen , um die groi«enXAster auf zuwiegen»«
-(
Die Zweite Ursadie jder grofsen Schlechtigkeit unter dei&
untern Ständen ist die g9:9f«e Armuth ; sie ist hauj^tsachlich
durch die gänzliche Veränderung veranlafst| welche die
Britische Eegi^rung mit den Reiots oder den eigentliche^
Bauern vorgenommen hat; sie gabnäxtilißh alles^Landeigen-
thum in die Hände 4^r Z^mindarx* , Die Absicht hiebei war
die beXste ron der Welt;- man wollte den Zustand ' der £in*
geboruen verbessern und dachte zugleich | der Begicruni^
ein festes Einkommen au,f immer zu versichern, ohne ne mi^
den Erhebungskosten zu belasten. Allein man hatte sich
sehr verrechnet, indem man von Grundsätzen au^ieng^ die
-T auf Europa und den Charakter der Europäer ^we^d*
Bücher * Hecenjignejf, 315,
/
l>ftiL sind, . Die Z^mindars wareo eigentlich iiur die £r«^
lieber der Gefälle und hatten daher ursprünglich kein^
Kecht an den Boden, ohgleich ihr Verhältnifs zu den
Bauern ihx^n natürlich grolsen Einflufs gehen mufstie;
«ie hatten statt der Besoldung ein gewisses Stück Landes,,
machten ihre Stellen erblich i^d kamen auch wohl mit-
der Regierung üherein, ihr eine bestimmte Summe lu
bezahlen: sie wären j^edoch nur die Dienet des Fürsten|<
der sie 'zu j^der Zeit bestrafen, und ihrer Stelleu ent*r
setzen konnte: der Fürst hatte das Kecht, Land renten*
frei, an wen er wollte, zu verleihen. Der Verfasser geht
darauf ' in ^ine Auseinandersetzung der Veränderungeiv
über, die in Hinsicht auf das Landelgenthum seit der
Britischen Herrschaft Statt gefunden haben. Die Z<min*
darf sind nicht, wie die l&ngländer Termutheten» durclv^
die Sicherheit des Eigenthums veranlafst worden, ernst«
lieh an die Verbesserung des Landes zu denken, sonderi^
sie haben nur den grölstmögfliohtten Gewinn für den Au*«
genblick zu ziehen gesucht, haben die Ländereien un-
gemein zerstückelt und üben den gröfsten Druck über,
die Bauern aus. Die übertriebne Vertheilung des Landet
droht mit dem gänzlichen Verderben Bengaiens: d^r Ver«
^ fasser hat die Gründe genau auseinander gesetzt und si»
sind höchst einleuchtend : jeder Unterpaohter sucht nui^
zu gewinnen und die ganze Last fällt auf den Keiot, dei^
über^efs allen möglichen Erpressungen ausgesetzt ist,^
Er ist gan7 von dem Mahauchand abhängig, der ihnj
freilich Alles vorschiefst, aber natürlich nur gegen einen
sc'hr groXsen Vortheil« Zwischen dem Mahattehand und
dem Bauer findet aber ein so nahes Interesse Statt, da£|
der Erstere den Letztern, aufser den übereingekomme-
nen Bedingungen, nicht drücken wird: verschliefsl; deip'
lilahat schand kleine Speicher, so verödet da$ ganze Dorf,
die Reiots fliehen dayon , die Felder werden' mit Gestrüpp
bewachsen und bieten den wilden Thieren eine Zuflucht
dar : dessenungeachtet ist das herrschende System eine
Quelle vfelea Uebels und der allgemeinen Armuth; et
würde viel gewonnen seyn, wenn man es abschaffeK
könnte. Et ist zum Erstaunen, wie ungemein der Anbau
abnimmt ; blühende Gegenden sind in weni^ Jahren ^
9X4 Bücher "■ RecensionenJ
WTflsten ^ewordcft. Bei Streitigkeiten mit den Zemtndars'
find die Keiots immer in grofsem Nachtheil, da die ein-
^eboTiieu Beisitzer hei den Gerichten den erster» immer
gewogen sind ^ diese Beamteten selbst hesitzen^andeigen-
thum. und bilden defsw^gen eine zusammenhangende Ver-
bindung , die nichts brechen Jtann. Dex Verfasser m^acM
«ehr zweckmäfsige Vorschläge, um diesen schreienden üe-^ \.
beln abzuhelfen, und die Lage ddt Keiots^ worauf da«
Wohl des. Landes beruht , zu veirbe^sern.
Im zweiten Bande geht er die fer^nem Ursachen der
^ ▼ielcn Verbrechen, die in Bm^alen Statt finden,, durch;,
dahin gehörender Mangel einer höchsten Poliz'eibehÖrde,^
die ihren Sitz in Calcutta haben müfste, die pnzulang«
lichkcit der Strafen füi: 'die Diebshehler , die sich, ge-
genwärtig unter allen Ständen,, besonders unter den Bra:
tnineriy finden, die Freiheit, die aus dem Gefängnif« ent««
lalsnen Verbrechern verstattet wird, sich in denDistricten
aufzuhalten und der Mangel an Beschäftigung filr ent-
lassene Verbrecher oder gebrandmarkte üebelthäter,^ der
£intlu£$ der Mahatichanis an vielen Stellen ^ die Bestech-
lichkeit der Öffentlichen Wächter, ^die d«n Dieben und
ILäubcrn selbst die Hand bieten,, 13er Mangel eines Fqndt
«u Belohnungen für diejenigen ,r die Diebe entdeckt oder
fonst der Polizei nützliche. Dienste geleistet hab^n, deic
geringe Gebrauch y der von Gginda^t oder Spionen ge^
macht wird. Der Verfasser theilt ^ohr genaue Nach-
Tichtefi von denselben mit und glebt zugleich die Beschrän-*
Icungen an, unter denen man sich ihrer mit Nutzen be-*
^enen k&nnte; die l^ieichtigkeit eines geklagten, wahrend
der Untersuchung freigesprochen zu werden, sq, wie
$berhau^t die Mannichfaltigkeit der Mittel , wodurch
«in üebelthäter der Untersuchung entgehen k»hu; hierzu
tragen d^e Mängel de^Muh^medainischen und Hinduischeii
Criminal rechts, night wenig bei, die von dem Verfasser
weitlg^uftig auseinander gesetzt werden; die Schwierig«
!keit6n des Beweises, die schlechte Beschaffenheit de»
Gefähgnisse und dje unzweckmäfsi^e Art, wie die Ge-»
fangenen behandelt werden. Mosterhaft ist das Ge-
fSngnil^ ZU AliifQr€y welchem auch eist 'GrundriX« bei-«
Jiüphß,r - .Rtcen9ix>nen,
S15
fttlilgt iU. Die OrM«!, wel<^be siqK^ 4i«. fii>«^>iS9^
warter cu Scliulden kommen iafisen, um Geld^. von d«^
Eingekerketten tu erpressen, übersteigen in der Th^t al-
len Glaubva. Kürzer behandelt der Verfasser die noch
übrigen Ureachen der vielen Verbrechen: die Hoffnung
der Entdeckung wegen mangelhafter Polizei zu entgehen^
die Branntvreinläden , die Ueh'erladung der Beamteten ini|
üesehafkeii wuA die iibermäffigve äEcksicht auf Formal»
tend Kleinlichkeiten und. endlich die Beschaffenheit der
Indischen Häuser, welche di^ Einbrüche sehr leicht macht.
tm n^nten Cä^iitel giebt Hr. T-, eine kurke Uebersicht
alles dessen, was er vorjiex it^it yieler Ausfi^irliciikeit
vorgetragen : Recensent gesteht , dals dio' Darstellung
allerdings sehr hätte abgekürzt werden können: indes«
aen ist die Weitach weifigkeit eines Sahriftstellers immer
erträglich y wenn sie, wie bier> mehr Folge der Uo-
l^ebülfiich^eji^t dear ^Darstellung ist und er sich «pnst .nur
als einen verständigei^ Mannv bewährt» , Zuletzt giebt
4er Verfa^sc^ BOQb ..einige Winke für .einen jungen
Beamteten, der die Verwaltung eine^ unruhigen "üi*
a^cts übernimmU
y ■ ...
In' einem Anhange vretden die wahrscheialfehen FoU
gen , welche die Erlaubnifs eines freien Handels nadi iicU
kfien haben wird, untersucht. He^t T. ist der Meiaut^
'dafs, aller Wahrsaheinlichkeit nach, die Hkndäl4untei>-
nehmungen näeh IridUn einen schlechten Erfolg haben
Werden: er glaubt /dafs die Ooncurrenz andrer Kauileute
der Ostindi^hen' Cömpa^ie keinen Eibtrag thun werd«.
^ Es ist eine ganz vergebliche Hoffnung, dafii die HinduU
sich an Europäische Waaren gew5hnen sollte: selbst dSlb
^ reichsten Kaufleute in Calcutta^ wenn sie aach wtrkliab
innen Versuch machen, unsre Sitten nacbiuahmen, ba*
nehmen sioh dabei auf eine höchst lächerliche und Hiv-
kische Weise : übe^hftupt Werden die meisten Fabticata
ebensogut und um Vieles wohlfeiler in Jndi'sn rerfettigt*. -
» ' • •
Noch sind hinzugefügt ein Gesang der Dacoits
(JD^ebe), die ihre Geschäfte unter lustigep Liedern voU-
hringe;n, die meistens mit Sarkasmen gegen die Beamte«
.tan. angaf^Ut. ^d; dar BIaa zu eioctm Memoraudui^-
'3i6 Süch&r • Receftsionen*
Imch wnl e9^ie)i em' Glossarium ü^ Hütvfig torkottniw»
'd«n Indischen Wörter, -^ ^ -
'2*
Utkast til en Svensk Statistik. FörsUi Jf*
delningen. {Entwurf zu einer Schwedischen
Statistik, Erste Hbtheüung.) StQchfiolm t8l6«
J52 «JA nebst einer Tabelle» *
Als Verfasser hat tith. ttnter der Ztteigtmng an d«it
Herzog von SüdermAnrUand Herr P, A. X^ranjlHrg ge-
nannt, disrselbe,* dessen sehMtthtire Beschreibung ron 0»-
thtf^burg wir uuMngst angezeigt haben« Die vorliegencl«
'Arbeit füllt in der That eine Lücke in <Ier Literatur aurf;
dehn 'es giebt bis )etlt kern ähnlicii^ Werk über Sehw^-
dem Lagtrbring^s Abrifs ist ganz veraltet tmd entsptieht
4ieA Forderungen nii^tj die m»n ^egenwi^rtig an eiuie
Statistik »aebt. In d^r Vorredo entwickelt der Verfasser
jicu Gesichtspuiict, aus welobem er die Statistik betrack«
•tet. ffCde 3iaatsihauahaltung, sagt er, unterscheidet sich
«on> der Statistik dadurch, dafs die« erstere die Gründe
«um Wohlstaud eines Heichs an^^ebt; die letztere be^
jaehreibt Clas Verhält»ils in irgend einem, gegebenen
^taat, w&hretfd einer gewissen Peripdo ui^d, mehrfxk*
<äieils in ckr^giSgenwärtigen; aber diese ^e«ohrc^ibung
Jiat nur die Absicht, die Grunds atte der Staats «Haua*
Jialtuitg dara«^, aniuweuden* Die voUkon^menste Sta*
ttstik würde nach cHesev Besphreibuug diejenige seyn, die
«snit Genauigkeit das , innere VerhiUtniXs in jeder Brovinx
schilderte; ^iefs ilt nuefe mein Vorsatz, allein es sind viel^
Vorbereitungen erforderlich , ehe sie sich erwarten lafst :
indessen dürfte eine allgemeine Uebi^sicht nicht ohne
Nutzen seyn, besonders in einem Lande, wo die mei«teli
iskonomischen Verfassungen von den Keprasentatiteil deii
Volks ausgeh^irr del8wi^g^n hab«u auchr die 9tHnde '«iS
~\
• ■
lüehtem Beich«t«feil 4«n Vfiansfih g«ftQfi«r^, dafe eine
SehwedMOh« Statistik arscheia«]! möchte.'^ Es tind viel«
Schritt« ^Mchehaa , ' uvn eiae solche Arbeit xu Stande t«
lirihgen: und ans diesen offioiellen Angaben* hat lier Ver-
fasser gesch&pft4
Dicise erste Abtheilung enthält 6 Capitel. Das ersu
giebt die allgemeine Eintheüung und Beschreibung des
Landes.. Die Qrolse Schwedent . die Inseln Gottland
und Qeland eing|eschlo8sen , berechnet der Verfasser aujC
3,871 Schwedische Quadratmeilen^ .wovon etwa 200 auf dia
Landseen kommen. Die Gränzen,, die jphysische und po*
litische Eintheilung, die Wasserzüge und die umgebfn-
^n Meere werden in kurzen, aber treffenden und cha-
xakteristischen Zügen geschildert. , . .,
Im ^zweiten Capitel handelt der Verfasser vom Klima^
wobei er insonderheit die treflichen Beobachtungen fFah'^
Unberg*s benutzt hat. Interessante Bemerkungen über dia
Vegetation: wobei es hauptsächlich auf die gröfsere odet
geriVigere Höhe der Oerter über das Meer und*ihre Nach*
bärsöhdft mit ' den Alpgebirgen ankömmt : so «. B; ist in
Hinsicht auf den Wuchs der Pflanzen Äie Ge^hd um deit
Windelsee nntcr 65» 40* der Br.' utid von i,ooo Füfs-Höha
über das Meer deii Oertern um den Saggats.S^e untet
67^ d. Br. gleich. In Jemtland ist die Kälte an- einigeii
Stellen stärker , als bei TorneA und die Vegetation nimmt
um das Gebirge Jrethuta ebenso ab, wie "in deh nördlichi
sten Gegenden. • In Schonen , so wie überhaupt an dar
Westlichen Küste siad die Winter unbestündiger« n '
Da^ driite Capitel beschreibt die Natnrerceugnisse*
Man findet ao Geaelüechter oder 60 Arten vierfülsiger
Thiere. Die S^haale geben ;demlich feine Wolle , ob«
gleioh die Voj^iehfungeiii , die vor etwa 50 Jahren zur
Verbesserung dieses wichtigen Froductes getroffen wur-.
4en f nioht mehr befolgt werden. Jährlich wird eine be-
dautefida Menge von Erzeugniss^en , die das Thierreiclv
liefert, eingeführt. $p grofs derReichthum an Seevogela
•fich ist, ist in Schweden dio Kunst, sie zu. fangan, dock
«» «tnbdkannt» da(s m^fK waa4g Vortheil davo^ zieht*
\
\
V
Audi 4ft* PteHMereioh Is«fert tkichM^a vieU ^m^lieMf
als .4aft.B9<iüi:fnifs eti/Ofjfißftp «ttd obgleiob, lietfoiid^ir« iit
m»iiwn Zeiten y der Lfudbau gyofM. Forlaehntte gemßtcikM
iMki» <• w«^d^n 4o ehr selbst, m^ncbc ei«haiitiische GfM>
iwächse nicht so benutzt, wie man erwarten sollte. Seit
1748 ist die Getraide einfuhr in keinem Jahre» unter soo^ooo
l*oniieil gewesen. Au^ den ßaü vtyii FutterkraUteitt hat
inan sich wenige gelegt. Auch die Mineralien werden nicht
hinreichend beuutztk Der Verfasser hat hin und Wie-^
der eihige Winke zu besserer und haushUItischerer Be«
Uiutzuiijg^ der verschiddheii Naturerzeugtiisse gegeben Und
MUf das Beispiel andrer Lttiider Aufbfierksftnr gemacht,
ÜkU viirU CapiUl beschäftigt sich mit ^ den Einwbk'«-
iierU« pie Schilderung tler physischen und mtralischett
£igenschafte» des Volks scheint dem Kevensenten Imeson.-
ders gelungen. ^^^^ ScJiwede ist ^tark gebaut: di^
lierrschende f^arbe det Augen ist blau oder bläulich,' des
Haars braun; ^e Nase ist wenig- gebogen ^ die Lippen,
sind mäCsig grofs» Die Weiber hobefi. lebhaft rothe\y^a.t
gen und mehr runde | fds lange Gesichter. DerSobw^flß'
wird spät xeiL' Der . Jünglicig ist selten ver dem 20steti
Jähr a.u«ge wachsen s da& Mädchen gegen od^r nach dem
•echszefanten» Aber dagegen dauern 'beide desto lau*
ger auß, . Die £hw werden im Allgemeinen spät ge-*-
9chlas$en» Die Fruchtbarkeit derselben ist sehr.grors*
Dem <^cAuk4|?» geht die Lebendigkeit ab » welche die siid^
Jich^ra Völker EUivopa's auszeichnet^ selblt die l'eut*
8che|i, die voi| den Franzosen ^, Italienern, te]lbst ihrezt
Landsleuten^ der Langsamkeit beschuldigt wenden, sind
ip Vergleich knit den Sehwtden sb reizbar, dafs e$ zuku
Sprichwort von einem heftigen Menschen geworden isti
er ist so b6se, wie ein Teutsch^.^ Das Gefühl fü£
Freiheit und eine gewisse Gleichheit ist bei den S^hwe^.
äen tief eingewutzelt; daher bei dein grofden Häuf eit. dei^
Häls g^gen dieYornehmen und den Adel^ der sieh «bei
Allen Utttuhigeh Gelegenheiten zeigt-. Wer. ein MäI .G«*
legenheit hat, sich dias Vertrauen eiher Schwedisehtn Gts^
meinde zu erwerben, behält' es leicht; weil eine kiat6t¥
liehe Langsamheit TerVd:M«ht> dale dat Volk meht^geMk
/
MüiCkitr • Adkr#itW«iii* jm^
lern Hanf«« wcxdt« di«}eMC^I üp iü W«;4|tt§airfte
W^9e&, für lekettdifl^tr nn4 teilt«! b«4f UiMMiar «»f##
j#lilNi^ aUtdie Bewohner der Ebn^a.*' : I>itie.«iiMl (Ümtt
tWi^^'Bwifterkttng^i zettgen Ton der feiscA B»h < n ditlnig»»
H^i^ de» Ver&tMrs und lUcnssent wttiueht Mir, daH •»
dati« Charaktevistik uo^- laebv tlutgi»flllirt «nd bis<jü
#&•' «inc^lx^li Sciiattiruiigto ia den ttrtohAtduaett Xab^
«ekafte« ^ei!l«lgt iuüiea mögfli. ^« n«titti«x;heii Aii|Wi«ft
übtfr dütn^Statid uiad da« VetkUciiift.der BeTtHUrimgflMl^
m»0 dem Bericht de« TabcUconiptoüra iibr. ifliö' lintdj
4ittrch X«ui«che Zfottcdiriftta aekoii JMbmat« .
grud« Abnahmt 4«r BUea uitd di« al^ihvlick
4«««kl ttii«h«l|cher Kiader en^ffMSa niUk hninm gmt/lm
AttMichten auf «tue bleÜMiid« VtlkaTttaieknuif» a
Im fünften Capitel wird von dea Gewerben gabMiiili«
Der Ackerbau bat zwar in den letzten Jahren zugenom-
^MM» be409|den liad viele Peldftr urbar gaiiMbl| alküi dt»
yiebzuebt iit yertiiunit. Man kum eaneltmen ^ dsli iftitlMf^
elf drei Viertheile/ eäer RmohaeinwohiMr neb liiit
Feldbau beschäftigen. Der Werlh ellei Lendei^tift^i
ist bei der letzten Betteurung etwa auf 33,1 Millionen Bti«
Kerechnret. Üeber das Verhtltnif« der Arbeiter in dei|
5ret«chiedneii^ Gewerbeii, die Hindernisse des Ackerbaus
lt. s.w. kommen manche gesunde und richtige fiemerkun-
gen Tor. Die Fischerei ist gegenwilrtig im Ganzen von
keiner'' Bedeutung: sie ist überhaupt in der Ostsee t<reui^
gev wichtig ) als in der Nordsee. Die Zahl • der Schiffift
tad der Sfeelente hat in den letzten Jahren bedeutend ab«
genommen: 1814 hatteil die Schwdit^h^n Städte ''i,lÖ(^
I8f/) aber nur 1,036 Fahrzeuge, von denen kaum die
Hälfte auswärts jg^eht. Die sogenannten Waldgewerbe wer«
den zu sehr dem Ungefähr überlassen: die Forstwissfa-
echaft ist beinahe aoch völlig unbekannt: daher klagt
man in einigen Landschaften schon über Mangel en Brenn-
holz. Es giebt überhaupt 560 Bergwerke, deren Wertb
1^13 zu )etwas^nehr, als 8 Millionen Keiehtthalw enge*
acblegen ward. Die £isenf%briken find in den letste^
k. d. Q. M. II.Bds. 3. St. Z
\
Mä^^l^'er ^ R4esnsi9l^4n.
amm MMSüMtlitttt war «ut Vnten g«lrMbtfif M>i^eti;
Ufo- iMhMrikMi ' im fttüMi JLitolie habra i8r4 iifiekt
«HiMTy «li't8S»o^ Ili«n Mm vmI 114,000 Ellva- f^yoH*
IVtoM ir«r«ilMiUt, WM nickt eisiMl dir dat Bedliriitt£i
.JlMoUMm/ hinreicht: nioht besser itt et mit den Sddea-
iMd Banniwvttenfibriken bexchcffen. Der Getanmtwcrt^
i^eir gewonnenen Fahrionte imJ«Kvi8l4 w*rd«uf 8»tfs{3,it9
fttI.Spee.herCobttet. OerVerfaMer wflnscht dieAnlnahme
ätmSshwfsäUtküi Fahrihen. aber nicht ditrch vterbielendb
ÜMdkMgein gagen nnswärtige Goncutitent^ deiin di%
t0 «SdbiMtf ^mA« Ata^ wird nicht hinreiohefn, die Kfr-
itnd- Grinsen an bewachen , so lange 4i9 SühnUtg*.
«In bereidiemdea Gewerbe bleibt. Das Haupthia«'
dCs >far die Fabriken findet der Verfaiser 4n def b*»
üÜwirMcken imem Communiöation. Ueber den S^km^
Msühtn ^andel .änfsert sich Herr Or* «war kurz , aber
•ehr gichtig: SckwtdinB Actiyhandel ist beinahe gana
•1*»
i0as #aait«ai C«f»jtel giebt eine nlheve Ifaohlfioht vow
iM» ^tftdten , und beschreibt den Zustand der Berttlke*
mmg, der Gewerbe und die Gröfic tier Gontributunv «ir
MC iednn eintelneai OrtSr
Kacensent. hätte nur hin und wieder mehr Ausfäkr»
bchkeit gewünscht) im Ganaen aber yerdi^ die Arbeit
ein Ton^Iiches I«o]pi^ sowohl in Hinsicht auf die Aus*
wähl der Materialien I als auch wegen der rorurtheil»-,
iosen Freim^thigkeit^ womit d«r Verfasser sich iibfr 4ae.
Ii a>yi l1 iafte in den fiinrichtuiigen und Ver^ssapgexr
aeiires Vaterlands Sulsert. Wir wünsclien recht bald jdiä
l^'octsdtxung «otaigen tn
■•■
■^ ■» • • ,• . 'l - ' I . ' ' ' J • ■ ■ ,' ^ '
' iSiO'O^ I8li ^rfZ^ A^'s^ ^MT» <b>4:f Jl^fi^ AoUt«
Dagboger med tÜhörende BÜäg. (Ä. ffrshür)
JBLei$€mm^ch Stockholm in. dßn Jahren igjo mii
*l8iil otfer stihe axtf diesen Reiten geheüeneft
Tagebücher mit dazu gehörigen ,Beüagen^
Kjobenhavn I8i6. FUl 222 SS. 8- /
IUI I I 11 ■ - / lt.:
ütUlf y Mgl 4ev TtirdktiitYolle Ver£Mi«er in ,.4«r' Ypcreda^
'^Mike tf mir «n d«r gel^rig^«^ Z«it» T«0 iiitA Til^iMu
J9er Zmsk Irai «ei»eii. IUmw^ ikozü er von «•ia^rf llttfr
pi«fiuig tttt^r«tilttt w«rd^ war cifMitUdi, U^mrifcl^ mni
dia et ihm ttnpat«ef4 tolbieiiy^ Annüf « «üb Stmaä^n-W^H^
ken siiiteK Ar]»eit «intiiv^rleiheii, giebt er ,bl»r« f<üie
STiagejKiplieri wie er fiii, gefaeltea UuMei ,die, last «iqhtl»
alt N#«liriclue« von der PeftöaUplilBait dat
li^id yofi da» Bekaiinl88liaft,ea entlialteii » die ,f r.
Ji^ . In der. Vqtrrede iflieili er eine kiärze Li^tf.deri im
naiüera . Zeiten ül}«r&^iMtd<n.etfcliiMieiien| Heitebetohrair
l^aagen mjit, ,Auf die er J» T^t. Utwc^Um refw^%
Hecepseiit yarmilit danmter.mfliiii>«iretiettaE^gllfche.Bf»9f»
J»etcl»:eil»U9igen k.]I. von Thatmmß^ i^plf fo^ J^pt^t^^l^
dfoaßXä einige aucb ia^t Sqhweditohe üliartpUt ti2i4« ^^Bif
n^tta Keite dauerte vom lösten Mai bis aum gten .Jij|1mm^
j^eri^le am Tage ypr. der Ank«nft det Yexi.wü^idee
^^oapria» wpn ,S^w^4€n, geitQrboif und er ,war ,Zeuga
4er, allgemeinen, Tlieiln^lunie , die idietec Ungl4<^VI
tvagtes. maar eraäUte tebi^ viel^, :A^e]|dot|n«.>rm Dm.» ^9r
fiE^ndert üh9f uine Populaxiiäty .wel^wegen tr in«ge|pif«
een Zirkeln anch der Pöbelkönig genannt ^jn. tolL Hex«,
iV. ^ah aueb die E^rmordm^. des • Gi»ifi[^ Faf/««;. ua4
g^ebt ein%a Bemerkungeii Über 4iete Begebenb^it, •^'
4nf der «weiten Reite , die 70m T^cn April bit zum .^ot^lma
Jmm$ I8ig danarte» bi^ « ^e» faiKübrnt^n Itländiicbtn
y
SprtfcIiforscHer, Herrn JR4i,rib zuhi Begleiter. Üa« Tege-
buch ist nQch x^iogerer, «Is .das ron. dc^ ersten Aeisf«
tlei^r Abreise hatte det Verfius^r Schwierigkeit, el^ .
«ett Pafa fiiwr Oiir«^re M^ch CAH^firaift px erhalteq ; er
xeisHe daher ohne Fafe qirah dem er«ter|kOrt: Hind durcl
die Vermittlung einiger Bekannten und Graf Engesir SnCs
lÜlerälitMt erhielten «Kef Eeitendeii 4ie gewüiiechte £r- ^
jftnbnjfey mt^jftteii: 4bff. 6o(^ noch .den|el|»e9L Ahe^ O««
Tthro verfassen , . vermutlilich . weil man sie für Spionen
ftiell. ITeher Norwegen kommt gar nichts vor. - ' /
Eigentlich erhält dasBüchkin nur einen Werth durch
die beilegen, welche besonders für die Litter&rgeschichte
iron Wichtigkeit tiad..* t) Bericht an di« Commissioi^ zuf
^ Attfbcwahnnig der Atter^ütner über «ntiqnai^tfhe Mett*
frefiigktoni M Steeik4oAif^. t/)»M(ii vad huiidi- IMM^dSM
Minfti»eMl ta Kiwik'im ^ « fc ei trttV worüber aiMtere Qe*
liOm«' eO'fiel# nngereJuite Meüiittgea aüfgeeüeUt habett,
tiMHt Herr iV* «ine »eoe Antieiht ave Broo<iii«niit F4*
f itten »Hy die -wci^igetens einigermafeen wahrscheinlich ,
iet : ^8 scy , mein^ dieser Alter^mefortoherV tum An-
Ndenketi an die, ^oniVeneejfe» ane geeohehene, Bdiiehrung
«tfüi CbrÜtenthume boefinmit. ' Wx biWograj^htedh^ be^
%atai^it ward der Codex vdn #e|;;Blda '%v^ UpsaU bi^
schrieben, -Bei Ltmd * wird eine ji&bere Nftchncht Ten
^em dortigen hiitoviMdMn ICusenm gegelMln, hi w«I^ete
UMMDiders jrtierltodisolM Atterthüaier geetiiUtaeU und anf^
%eifrabtt werde»; Ueber die Alt«rthü]^er , die in St^ch^
§i^im f*Miand«n sind, iet noch 2) ein^ besondere N4«h<^
sieht Von dem Aufiieher, dem berihmten Mmiltnhfrg^ nä^
getheflti g> HtndschrifteB roniantiircher fiiehfungen la
«et höiilglichen* Bibliotheir in Siüekhßlm , ' 4A IHnitchc«
iahii Säiwediseher U^ersettnAg; 4) Uebei^ 'den JCtmst^
üläfif in $§hi»$ä$H nnd' die M^dlkanunet iti SfknhMü
*2K« S«ieII»Dh^ft fär den einheimischen Knnstfleira te
'Sp^nhagen butte den H^erfasser beauftragt, i^uch übflr
^^ Bi^ebsamfceit 4n Sthwgäen Erknndigutigen ''efnxtt-'
lEteheu, besonder» ob ^'olehe Zweige derselben^ die b<ä^
^8to Xiäadffm geÄieiilsAQ^ sind', in sihwgd^ grafsere Farfw
«dritte, ajls <^ Myigmkrk g^Mtkt bittoü? Hietib« ha*
N
X
J^ächer - R§<:eni(ionmfu \ ^^
4
k«| ijUPiotwdgPa S4il^vß$dwh§ ß^l^rte, nanieti^fich Dr.
BMUtr9m und der verttorbene Padagög Bmocmann einige
Auikläruiigen |;egebeit* I>ie feipeu Linnen ^ die in ffor*,
lan^ gewebt werden, |haben in neuem Zeiten einen Tor«
theilbaften Absatz in JVtstlnditn gefunden« Industriescbu-
len giebt et nicht. Der HauiUeilB auf dem Lande und
in den kleinern Städten bettebt banpttäohlich im Spin-
nen und Weben. Die Bauern weben ticb gröfttenihtils
Ihre Kleider selbst, in einer Prorinx besser, in der an-
deriv soM^Wi^hr f , f^b ^^ei^^c^tentie siob in det ll«gtl
ihr sämmllicbes Ackerget'äth. Im Jahre 1779 ist ein Yer*
seichnils der, auf der ModelÖcämmer in Stockhctan vor-
bandeaea MasdUaen- ettdiieaen , wovon bier ^dir fort-
setiupg aus dem handschriftlichea Gatalog gegeben wird.
t)& jenes yerzeicbnifs schwerlich in den Händen' irgend
eines Lesers seyn dfirfte , wäre es wohl t^teokmälsig' ge-
wesen , wenn der Verl citer - vt -ebenfalls hätte abdrucken
lassen: die Fortsetzung^ geht von Nnmer 230«-»359. Im
Tahr^lgfö )iat die Akademie der Wissenskiliafti^. tedhäor
iog[i8c1i^ Totlesungen 'zum Behuf der Heiidwerkeif ttn§
tCünsÜeFT veranstaltet. 5) 'Näöhridht Ton MetdlseHeit g^;
ichriebenen Oesetcbüchern in Aüt kDniglicheiiBIbliöthel \k
S^eeXiftotm. 6) Beschreibung kAxikr metlcwltrA|fen lAÜki-
dischen Handschrift in d6lr äkad^misdheif SMiöthilt ii
VpUlui dSe Tetscliiedftri^' fila^te ^hüläli. f) NädlH€ht
VoJk zwei Htode(/lifftteit , die der tK^ckshistofib^apIt
MaUtnUrg 'Besitzt. ])}e ^e «fÄtKält eüi^n Conit<i6ittaf
^i&ber GhrisÜ L^tdeii im fibhtfhUtluh Dialekt^ aus %ei-
ehern Redensaorten und Wö^fbrmea mitgetheilt ^ir^ttf^m
t) Ausz«g6 aus OtanCt ^i^Üßki dt tt. BentiUu^ ^ die ttf
der Stiftsbibllöthek zu LUki^in^ 1/efiifdlick sind. MHij
cheitifii Htteräiische Nachriebieii "' ubd tattheilungen. ' l||^
Zeitungsfebde. Ein Schreiben aus ChrutUfÄia üBef Üi
Nvrwgiichnn XnegC^aHtqg f^ j. weraiyf Herr ,.^«k|sich
berufen, fühlte zu antworten« ^JQfBide. .A^rtik«^! sind'gim%
-bedeutungslos i^nd hätten füg)iieh zurückbleäien können,
10) Prof. FeintV^ Erinnerungen ,^.nber Herrn Jmm^^wA
|;n^4^1i|9Jf'/ .Nachrichten ,fiber ^^^Inoht der Kon^i;^ .^ff
itia ZU^nprß von Sehwedtn^ (xa#se/^daI/*#.Ge'mahUn,|li^:]%
pänm^rk» Schdu aus dieser Anaeige wird einlfp^e^il
3^4 X Buther - Ke^entioneig.
se^, ^mU dieie Mitl&«iliiiigeii , 'wenn ancli die ftri-MÄ
'Staitt8knii4e eb^n keinen Gewinn vbn diet^ Kttten htL%
'doch fUr den X^iterator und ültertliamtfonclitr scte
cchäuenswerth sind« "
M0itr0ge zur Kenntni/s Rufslands und
seiner Geschichten HerausgegebenvonGjr^
Ersten Bandes erste Hälfte. , Üorpat tSlSn
336 SS. 8.
■^■•i
^ Die |>eidea berüluntett und tre flielitn Her«nf{pdbeir
iift^en «19)1 14er zu ein«m "V^erke rereinigti den .wir deit
belsten Fortgang wünschen; ei toll gewiitermaXsen ein«
FortiieUung-Yon. JtfüHfrf Sammlung Kussisch^r 0€t€hichte
eefa» deren letzter oder neunter Band i^ erschien und
wodurch zuerst die Bahn zu einer nähern Xe&iitniXi de«
llUs.fischen Aeichs gehrochen ward« Defswegen ist anck
lioch ein Titel hi^tugefilgt : Sfkmmiung hmMUfik^ Hfm^
sckiehUf tUs uhmtm Bandes trnu Stück» St» J?€$v4ht;fM
X816. . Der Inhalt des Werks ist theils statistisch -geogm^.
pKischy theils historis^ch ; in dem vorliegenden Thc^I si]^4
^ie.zur ersten Glasse geh^rigeigi Aufsätze die wichtigsten
und becteutendsten, ^ un4 .es rersteht sieh» daTs nnsra
Anzeko für die.A* Qi.Ef nur zunächst auf sie H^ck«
floht nimmt* > t . 1
'^ I. &usimvT voik Bnf;Mürät Nen^richtcn von den An^
eikdilunggn dir Tguisekin u^d anderer 'Bingev^anderten itm
iüdUihen Rufslande, Nehst' Bemerkungen Üher Üen dar*
tilftn- äÜkerkau. S. 1 — 70. Dieser Aufsatz ist ron, dem
Renrii Verfli»ser, einem Tlfeffen des Harausgebers auf ei«
«^«i^Kdse im Jahr 'x8t4 gesammelt und zeugt voif tref*
a Beobaditougsgelste^ er hat bei^deu häufigen Aue«
,'
Eil eher > it#etfitMtft(rn>ii. , 39|
«BttdcniMjf«» , M0 }t|it ia TenttelüAiMl an 4er lAigw-
«rdnntig Mnd, «in doppeIt#i latertt««» und r^tiünt^
yimhk kelicnigt tu werden. £■ wSv« TMleiobt gtK^ fit*
■iiifef daran» in- Volks tcHriften aufcnmhaae». Daa*Gas«a
ieii iB 7 AlMcHnitle fetlMilt. •
• « J>w4pH0 gJekt eiae' Anttelkt raa der OkerlNIeke^daa
dllrohrei$l*a»^Iia•datrioll«•'' Der Wataeneheider dev ndnt^
lieh «ad «ildlioi» flieTteadeii * Sttrdme det EuvopiUaalMA
Mu/tiBmis ' wand Tea deia Heiaeadea cwteokaa Pmrji^^
MMtn aad Aaolvajk fiberielolltea » aaeb Ifte/imd flili
das Laad ia ragülasea HAf^slfpruppea ab, die eiaerMeafa
▼on Seea eintaltüefseB ; die sMIieW Alidacbuaf » ai"f^
laderXütie dappelt •• wHt, fleielit eiaer grefraft» sieh
aaaft verfiicbende», tob TliiUeiii darribsdinüteaeagtoiy
in aftäHichea Tkeil wetdea %U imaier iveilar aad 4tl»as»
aidb eadheii ia uaabttlibave Steppea aat. Mia 4ea ¥•»-
aaliJedeaheiteB in lieirFaraiea liaider Abdadiaagaa iada Jt
sieh anieh, nageaohttt manclies UeWreineliaiflieadBa, dar B«^
den, der im tw9UinAhg^ni$%0 ^Sker darfealelH wicd. /AUff
*^em gaasen Wege» ISogt der tfidtidboi AMadbvag:» Üfc
die Erdart aieisteas Thaa und kia aad ar i a d te aiaxfalia^
ar Ki^staia, ia nManicIifaltigea Nflaneea: aaarsl 0^
•cliien Granit ia dem Flosse K^s » daa mmxL kia Ji^eviaä
kehSlt, wo 'er sich unter Lehmkdhea Tcrliert, Sei JTaara
JÜirgmwt kegina«. die'Siepfe; die Graad^aga flirer fettaa
•Bamaierde ht ia der norAsehea ^ülfle des Cket s a asah ea i
and in der ifidlickea desJakateriaaslaTsckenGaarvanMasaala
Cränit: dem lölgt kis JTriioac ü#9f Sakaefari^ daaa tm
Ckersonsckea, Kreide ia Bftnkea gaMidakte^: weiter sfi#*
lieh fester^ f cünkSmiger FlStakalksteta , der dcas Sckwar*
9cn Meer nüker, fast aar. ein .)Qakavaa^Masahal*GaB§Mh
merat ist. All» diese Felsea wetdaa Ia der ' AaaamS i i p p a
aar durek Scktaüktea und Tkiltr aa^adaakt, die,, glaiak
Flu^systeaiea, eiak.Teraweigead mit aiaam HauptlMa
snsanuaenkangen, das sie mit deaa Meere ▼askiada^
taaistaBe akne ikm Wasser aasaühraa. ftaa MiadBQr'
gea am Meer kaken saline Wa^er, das i* fiaaaasr
sein Sals aksean. Aadi die Utijfipm MÖnk mm Paiv^
kis aa ^m Xn» kaft aiaa 6raadfai|;a mida .tibaila.
tkeiU IMietiakem Xalkflieiw;. « . >•.
8i#
Bück0r »Jt^^tfir^i^ir^a.
iGflüwvclit der SMppen uii4 ihmm Klima. Die BättOM
.▼«rlief^Mi sich %9m% mit 4er Ste|pp« bei Mirgmr^dz 4a£t«ic
<4«i EbM» nmwgifln» rührt welvtehejnllvk mdit vob «tot
Bcsekeffenlieit des Bodeat^ timdent Vott etaer z« geria«'
f^ Be«4iMeniiif uwl dem «a ufpig«» Wuriu .der Orä»
der U9d Xriuter her. ¥«m FeiMroer Im« .sam Hei etf*
imck^ dee Gtm eise eoloke fiöke, de£i .sich ^beefe
' darin ▼irUerea: daaa TerdoYKt es allmllüiek: dae Vieh
MfiUt es ungern nad nuifert ab : tedi leüet es ämA
den so etazk er«ftra»Ua Boden an fitefca. aad KJaufia»
.fiia.&üblaag der Sotamerndcbte Und Herr -von £• nnAA
ma greii^ als man ibm gesagt hatte. Der etadke aad
flBUU^ Wechsel swisehen Hitae uad Kalte tritt erst
imit dem Heribst ein» der die PSaiaeawelt wieder-aae &»
«Mt Todteaschlaf erweckt* Aber |Ue ninhe Jakmeit
Sanftot bald ihre Becbte. Oen Aafaag des Winters
lAidigt anhaHeader und stärkerer Begea, der den Bo-
tiSli eo^darckanetekt, daCi es oft unmöglich ist lortnt*
temama. Der Sahnee bleibt nicht in iedem Jahr lai^a
genug, am sur ^cUsttenbahn beauitt weaden sa kdanmk
•in dar Btep^ ist heUdges Schneien oft Measdben und
itaaden hei ftarkem Winde
. Der «asrSe Mteknitt von daa Laat^ewohaec» dar
Ausihi t i t*ttn Oegeaden bis tur Orftase- ron Cker jan» und
jJttatsrtaasieio ist toII fsiner aad adohtiger Beobeehtnn*>
•|psn* Wenn man sich dem Goavememeat Pskmo aähatti
-wird der Ehete dem Rassen iauaer ähalieker: in die
-Sfsache mische» siidi Bnssische Wörter nad obgleii&.die
•KavakaerLatberaaer sind^ waUfithrten sie doo& imfirom*
mea Glauben aaeh dam beaachbarten Kloster P€Uckmr^
«um durch Verdiraag dm wuadertlUttigea HanenbildM
ÜMar Wfinsche tkeükaf tif ta werden. A^ffaHead ist die
BeiaUekkeit ia dea grors-ratsisehen Baaenrohnuagetn.
iler Acl^efbaa befiadet sidi neoh ia seiner Kindheit Bai
den AanMiemiigett das Genvaraemento IMekfik Terli^rt
liok enad^ dfr stfreuUake Wehlstaad dar Baaera:. smd
.«ie nma sich .der Grflasa. 9olms nähert^- nünmt: anak
d|e Reinlichkeit ab, ron der. hier selbst keiae Sfttr mehr
I '
i ^
i» «ebMi i$k fiai GMnd fiwiol <Ur V«ri«Ner wohl mit-
B«cbt in .d«l» Ticänd«x«cii Verhältnifs des BaiMnm. «MW«
BHttji Gvu»dhfti;a: iii^r dad FroliaeQ ühlicKi währetiil
.4«rt. «91» >DQrte mtr «in« jähirUcke Abgabe enl^riofattii.
fik FerwaniUcbaft d«« Weijjriif ««n mit dea^ Lett«« «od
XitthMsem . ist imiirttrkanttbar: et sab^int aiu «Intr Ver-
«üsobuag 4nr Rusitn vmd Letten eatstandea, daebmebr
4iam Itttetem nü^bf «artet «u. «eyn, Die/Polfa, v<^i*.
im. OoalranMmant' iUebii^ia uatar dei\ W^iTf ruete« .wob**
«^^ mifhtn ntokA gut auf diele, die nur ,%u $ebr ibir«
ÜBsauberbait sttd I^ed^Ucklceit anaebmen. Ia der U^aa^
jie ist. «rioder eia gana eifae« VoUk* Dar «ABbliick^ ainaa
'klaia-rasaiaebaB'. Doyfr ist einladend. Die. tiäaaar sitt4-
«ehr reinhcb und (derrSaubodrkeit in dea Wohn auf aa.aiit^
a|prtcfat«aiMih die Kletdim^» die «icb wesaatliob von ^mr^
in Gro£<rufsla»d übUcbau, uateriobeidetk. Scb«» der JKör*
perbau des Ukräners zeigt Yerscbiedatiheit. £r ist in
der Reg^ lüager^ maglrer-, OKBider kräftige alt derGrcfs-
^ fasset die Ukr&ttiMtb«n Weiber sind .dag«'f ea flaiacbicbler«'
Saar Ueinrassiscbe Bauer ist im Oettufi des ^«intireina
ebensa unmülüg, als der gyoCsrttsiiaebe» aM^^rd^m delR
. W^Unst erg^bea and ebae Erw|Ncbsa>an« Sobald, er . Galii
bat, kaaa man ibn «u iiicbts baw^go»,- wübraad 4ir
Groüfrasse ffir Geld in Allfixn, bereit, iijfc. Aber aaab der
IHurltner ist listig ..tmd.rerscblagea and «elbst die Naob*
bam baben ia dieser Hiasicbt eix9# grvTs«^ Bleiaaag vaw
• fiiin. Unter dea Ursaobe» diieter greisen VffMcbiedaa*
btei» ran Gbaxaktnr aweicr »o aaIiv«Ki«imdS(ey Völker «r-
lanbt sieb itor Verüasier nur einiielaa AaiiAUungaa; twtk
Tbeil Jndet er sie in der J>iflbligkeit| ^wxsasit (Ü^
Frucbltbarkeit,.des Landes dem Ukrfincr sttpen UafttfiiaU
eJiaa grofse Anstreagung gewäbit; sn eiaav erböbtea
]?^duictioa 9h9» bat er Iviaea üeta', -.^i^ilsiab baia«
'Aussiebt zum Abaatt daid^ietet. .
• ' •• ,:.,-• ....
In' dem südlicbea Tbeila dea- basohciebeaea Uader?»
amfangs. bis in die Steppen *bedafe:f d«ar Bodtei nie des.
](>ünger6 , der gar «tcbt JMfiatzt irird, auÜsar aar .Aa»^
b«ss«ra]|g der -. Witge. Hier siebt maa auch, de» taiai*
zlfc^riobteit Taitseben.rangy der. von vier, aneb wabl
»
•
3^ IMcksr • Recension^m
roB twStt O^litMi gevof es WM. VWa LitrflmM Mb
ffta^ gediinjtoB Gärten, währeiid von MMimw ^bn l»ts»
tere «ellr gut auf d«ii Feldern fortkommt , d«r «wIm
ihn §tm »leht mekr g<>vltli. Die Getnideavtai in des
CfftretPM'iSud, wie hk deu iidrdlicliea Oottvememcflls; imx
Eltrag alber i«t «ngleidk gröfser. Da» Kant wirft ia
grortän Schobern aufbewahrt und, wie üf der Badarf
f arder ty gedrotfcben. DfaObetaultar iet Bsbadvatattd
dse Vertucba» 4^e man Im Kiewtchmi arit dam Wasa
maobt batto, tebdiae« keman £rfalg gababt au kabea. ^IKa
Batiem efnd Leibeigae und geböfaa tbaila EdeUevtaa^
^eilt der Krone. Die Frobaea «lad vemabiedea, aber
im Gaataa um vialaa leichter, ak in Lm « aad Kbjf^
laad oder ealbet im ndvdlKbcn Tnitnbiead, w laaga im
diaMi Lind«»« dia Leibaig^aeobalt baatamL
De» Jümßt J^^hmCn betcbreibi dta Bawabaev dar
#apye m emeiiti C^ir^cn^ J#b«ter/n##iaw aad Taarifa, ai»
bnntat Tl»lkergam»tob an» Tataraa, Xlem* «ad Gra&*
Katlea, Fole«! Tanttebe»^ Sobweden^ Moldaaata, Balga*
i^n^ Seniem, -Grl^i^R, Jaden, Anaenianu Im AH-
gamaiaaa bftdea die Blnwabaer 4 QaMea 2 Adel, Bfisy
ger, Baneni aadAiitfiedler. Dia Banera riad tbaila vaa
d«r Vrovia ame ' Ri|/#land bieber Tcrsotst , tbeele tob da»
Bdettaaten mitgebracbt, oder at tiad Uebarlftafcv« £a
giebt aneb üreia Tb^elBbaer, dia aber. «ehr IfiderUdi
eiad. In der Krim eiad die Baaam meiftaat Tataraa vmä
aUe frei** AatftbrUcber sind die NaidiricbtM ftber dia
Aniiedler oder Goloaistra, die in iwei Glataea aexfaülett»
dta Binea ( Klaia • aad WeiCmisaen , Moldmiar » 6ri«cbe%
Armeaier* and eiaige Bnigare») §enit^Uax nur 10 Frei«
j^abro and siad alfdana den übrigen Untartbaaea glav^^ -
die Andern oder die Fremden babalta» aoab nacb d«i
Frei Jahren ihre eigne Verfatsting, entricbten wemjgeat
Abpiabea aad thaa bauia Kriogsdüenala. B^ wertem die
misten Aatiadlnage» b a ateh ea ans Taoladion» 3te stebna
tfSmmtlieb «nter ame« ObaivoramadiGbafteaBM, daa tai«
nen Sita In J#lra«errn##Ianr bat, and anttutValbar anter
dam Mfnittariam des Innern «lebt. Jade Tctttsebe An«
'\-
r- —^- *r -
Mfti^hi^f^^ itecehsiönen/ 3^9
«MSIättf iiftt i&r Obenchätttrigefitla ^nA In Am eStitel*
inhk DbiUim inteht das ^Stellüttengeridht die ettte fnstmt
«iii9. Die allgemeinen Vofschriften , 'tim Fleirs nnd Mä- ^
r«xgkeit zn «rhklteu', sind sehj vweekmSfsi^. Der Zu*
»taad der Ansiödlnngfen '- ist sehr verschiedeii : mancli^
der neuesten sind wolilliiibteder, ak Hire längst ^ier. an-
a^lb'|en Näolifiam. Die U!r^acbe liegt in den Eigen«
thümliehkeiteh, die jedes Volk anH seinem Lande , seir '
»em 'frühem Gewerbe und seiner Lebensweise mit hie-
]i€;rbrachte. Vielen Ansiedlern bat i^re IJnbekanntscbäft
jnit dem Ackerbau sehr geschadet, die hingegen schon y
frnher Xandwirthe waren , kommeh s^hr gtit fort : doch
k'ab^n auch, gröfsere Sittlichkeit nnd ' mitgebrachies V^r«
mb^en nicht wenig Einflur« auf' die bea^ere Lag« einiger
Ottlonisten, Besonders teJohneA 'sich dits Mennönisten;
unweit Jtkaurinoslaw, älus, die sij»h ganz, wie ihre Vitter
in Hcllatiä nnd Prcv/irn, angebaut lOiben. Die Meitno«
nisten sind tüchtige, rerstftniiige Leute, und ledftr Ter»
atebt, aufser dem Ackerbiau, auch noöh ein^Handwerk. Dl#'
Kussische Sprache verstehen ''blofs die Kinder' der hier
seit lange ansässigen Teutschen. Nur pafst die Teutscha
Att der Landwirthschaft nicht a|if das Klima und den
Boden r und es kostet Mühe, sie mit den Sufsem Bft^
liilfiiiigeti in Uebereinstimmung tu bringen. "Ferner ¥er«
ttereb sie '^ele Zeit mit 4er ihnen anb^ohlnen* W<B(rtuUg
der SeidenwUrmer und den Maulbeerpflanzungen. Diese
wöUaii niehi gedbihexi: und die- Saiden zuchC ist lange
Hiebt so' einträglich, als der Ackerbau, ^n aweitea
HaÖpthinderntirs,' das der Aufbahm'e* dieser Ansiedlungen
Im Wäge steht,r ist^ die BeschweiS^chkeit des Absatzes
tliiMi der geringe Preis des Getraides: doch liegt c^s Mei^
ate Immer an dem Uhfleil^ Und der ' Lüderlichkeit der
Colonfsten. Am mei^teii von allen hier angesiedelten
Vfflcetil haben die Bulgaren ^n Forderungen der Regie*
jrti^ig e»t^pr«fchteti ; sie kennen das"' Land, und verbinden
mit einer rasHftosen ^Hätigkeit eine ^ an O^k grftnzend^,
SpraVsäitnkehf:* sie sind aber so mif stra^iseh , dal^ sie ihr
Oeld nicht d^rGirculatibn anvertrauen, sondern es ent*
T^ed^r bei sich tragen oder vergraben. Sie behelfen sich;"
•o : wohBiabeild aie auch ^eyn- m6gt», auPe KiMiishst«;
33^ fiäeheF ? A^fenf40^§9*
Sie IfideiK «aok weaigsr von «KiMiJdImtta ^ ^^ .Sm- «%
dem Aottiediei;; den NordUladem. Ml^^it d«s UiuM
j «ehr verderblich, si» seyn« 'D«r Vertuch, Polnische Jr«
^ den mit gleichem Vorthei), wie die ührigon Eingowas*
derten^ cum «Acke^haa aaiiMiodoln, .ist ToUjg ^ miCi-
limgon. Dos Do^rf hfi Ni C«/«i<v wird «war n^k
von ihnen bewoJbat, ,m Useen aber • die JLänder th^iU
unbenutzt ^i^en, thail« durch gadiu|gene Knaiditi^ h^
arbeiten und treiben, ungeaditqt .da^ Verboti dar .Oh^
be^ördei alle den Schacher.
Im.44ekst4n 4h0<kf»$t iheilt d«ry«r{afaer sahr sehits«
bara Bamerhungan ubei; dan Landbau in» GbavamamaiU
Chersjon miu Ungaachiet allar Bemuhnngfn dar JUgi*«
rung i&t es bei weitam nicht angebaut und bevölkert §a*
«nug« Dar Pr^is der Ländareian rioblat sich nach dar
^ tum Absatc der Erxeugnisaa bat^ueman Xiaga , dar Mango
^ .cum Brannen ndthigen Schilis n« d. g* Bai schon ain*
* gerichtatan X«andgütarn baatimmt »ao dan Warth nich$
nach dem. Ertrage, sondern schützt ainsaln dan Wartb
des Landes, y der Gehittde, dar Manschen , das Z^ugvi^ia
u. s. w, . Bai .der garingan Zahl dar Laibaign«» hadifnt
• «uin siGh,]iMui^ dar Tagelöhnar, dia einen hohen iiohll
arl^ltan upd .üh^rdifls beköstigt, wardan. Eiyi Sahjiy»
bei Spanifchen Schaafen arhSlt jährüd» goD his jyM9
B41M B. A. ohne Kost, die aber nicht aahr tkauav ist.
Man säat auerst .Hirsa , oder Gurken tod Arbusaii^ in»
t weiten Jalpr Sonunarwaiian odar Arnaut». im di^iMvi«
Gerste, dann .Wintacwanan und Boggan und anlatat H#«
fyxi BadüBgt W9rd49it dia Faldar.gar niahti mpii^ lä^t
sie nach ^ \m djähriger Banujtiuqg abanao langa bc||gk
liagen; sie bewai^hsan dann mit yarschiedaan Kiüntaipg
yrelcha die Russen ßurjan nen^n , vnd ^lia als l$xmtistm
matarif.l benjut«t ^ardanu Am gawinnvei/ehs^dst Ar«mt»
weil aia immer ein G^^istand dar Aotfuhr ist; ßjtm
schlägt aber oft fehl; öfterer hai dan Tanaachen, als JM
den Bulgaren, die sich gan« vortöglich . anf i^m B^
dieser Getraidaart varstehan; aber fSMAk .npgamain Jia«
triehsam sind: und. wenn .dia Wittanuig gönalig .iaif
salbst dia Jaucht« d|irch #Gkarn. , .Xgxitaf ala. .aiod i^fPr
f4»A vHtOt/n «kUr )«lit 4|aiiyi»Mi]iili m^ Am fTm iMbt»
Jliaij|it> Qift ILclCeil^äliit siiidt4clibiilitc ^ülii {;Be«tel*>
luttg a«f Atük^ ^Ht . «liitcBftciaidi: T 4a«^ G4tr«Mle viril
iea. IH« B«Jgai«a Jlcdiene» aiictb . eiivis Bre»^ial3|ttttii«.
Theil« diu WiUeritBf ,' UieiU.der boiafcer «md du. iubk
siiaif^'WÜd« GiAif^ 4lMtt.den Salden Tiekn Stlude«*
Sitweika fi^odet Jick- A»ck Ftttt«ni|Mgel. Dar k4iittlJol^
WitsenbauMiiiiifiite «uffiftWti wnrdw« Ureil ma» «lulA««^
|;«1 an flDl»ft^«b* Qek&ge mmtkemkmwkr >Ma da« Vifl1>
«hlulMdtfiii Man h«e vii^ Ajrttn Momfi^ I>ie ScMÜ«»
veitoii Skid sdtr «intvigUck. ^ JDi« Sakl dar tatedidWn
Stlnairini Ocnnriafnaffiant CktrHm ^mill iie^. kiiintfn 19
f ahran «af ^äoo T^rmaiirt haben. Bm Hornrieh gleiobl;
dem Ukränischen. Die Kühe geben nur «anig Müeh:
man erhält sie auch nur, to lange die Mutter das Kalb
«iehW & MtA d%fa%r auch wenig Kä»e nnd BntUf ge«
«Finnen. BASA sind )»esottdart in dei JCriiftnft und ihve
Mti|oh ist die LitbUngsspeise der« Tätigen. Die Pferde
werden in greisen Beenden auf den unangebanten $tep»
pen fohalt«»«. figabifetn« weiden nur von den Tentsehen
getogen. ' Geflügel giebt es wenig» Bienen fintoi siek
ttidit; ek f^ls ihnen «n Nahrung, weil ditf Fflanaen in
1er ^itn det 8oninitef a «tt schnell Turblfikan« Das Vieh
wird haapte&ckKah nm des Tal^a willen, geseklaohtet:
der Talg ^rd in dan rokM Hanten de« Thiere jitifbe-
wnbvt und nnok J[en«s«ni<ne|ifl gamhiakl» Der Oewing
ist anadinltdii ' . v
Btt sMm$€HiAh$49miH iit Fiwigt« von Qdtosn' und sei»
MHa Handel hisiMigeittglb In mo Jahren tat dieser Ort tu ei-
neiP bliüianden Sladt «at f,?oo hibaeken steinernen Häusern
n^ MMMofitnaNTokAcmgediahen, Die ^ladt ist regelmäfsig
nng a i e gt » hat giAda nnd breite Hassan: nnd BidMEsemQ«r-^
tan. D«a Batesteita«i«l itf ein^piirl^ser Kalkaleiny) der das
Waaaer eintaiigt «ftd die WohnnjageQ i^^tvad macht
hi d4ni hübschen Sthwiipi^lkftnie wevdnn ren einer 0^
Üenden Bande Fokiiscka» Jknssiaeka' und ^Tentscke Stick«,
«tetLidbhAtnf tesweügn neugriechiaeke Xrauersp^^ «uf^
fMhrt. ■•^§ HlAt ^nk nkfk^ «n imdeiindAHailiohcn Lnstr
83*
Bü^hMr ^^A0C0n$io^n4tk.
•n«m» Ust«r 4«ii Teultefc«» SaMweifk^rn tiwi iMm
4utch IMetlkhkm^ «mi* Fir-dl<»' BHiimg dwJttgiwa^
l»ttond«r» Sit db» «iiit«rii SUM^a , in vltilktä g«t^cii«i^
BtrÜMdftl, dtr lo^nrlMi ftit d«r PteiMt, iM ^B^
iiim gMtftttet wurde, an^iekt», tidkm «oIumII bi^ntMiA
•b dunsh die ZeitirdthStBisse und« die Betekrlfikungen *
•r bvccKriliikte «ick «tildem afiiff 'Gctrtidte^ '^Eise» ihmI
Talg : ieoei geht ImvpUidiiick iiadfc M^M«^ . wuteik «aek
Momitamim^^li die tt*iet«n S^Mffa k»iimiiii wltdMlattt
(OieJCs ^eti nMi mm , da *Od«ffMi wiedäv kmta J^reÜMtma
atklirt ifty bald «udetf weide».) IMe Tacken tttkleii »«»x
ttaH adt bau'em Gelde, das «am Ultttaftt »«fckp^Mirk^
gecckickt wird. IMe bfSden Banken «tednur tttnrStlitle4
^er Handliin^ imd s^r Erleicktemng idet ITterkißu» te dek
Stftdt beatimttit.
IL CkwHUr twtinowhHh IktwUd^fs lfAtikridUm$ P9m
49T lnt$l K^ijak und den RusHrchgn Nitd^rlässumgwm da^
^glhit^ '8.7I — 149« Eta'von Herrn iMertis vei» £nftfl&
■hard abgeiflifeleri zweckmftfeig geordneter Anesng an«
dem zweiten Tk«j(;def tiiM Admiral SekifMs^w b^rave«'
|[egebeaen Reieebeschreibung det, ita ÜMsiitte* tdoy indesi
Wetlev der N^wm ertrunkenen I.iMt#ttaiftft Di^wlidefr dieiiF
f^aehrickten «lud ungemein lekrreick » udterkaHead naA
anziöbend. Znerst wird die Lage KedfAlts^ d» b. giols«
fn^el; «ind eMger benacbbärten fiüMide be«ehrielien^
Dna'&liuiw Mt lien niekt k«|tv tber fencbt «ndiangettnd.
Jtodjak ist gebirgig y von tiefen Buchten dimbaclui^en
und, nur die Xüste und die Ufer der filKcbe kSnnea an«
f ebaut ' wesdbyi. ' VakeMl «ind S|mthi- nntnrirdictbea
Feuert eiebtbar und die Eedbebett ▼emriaefaen faet fUßp»
iidh gvolSM Verindeninges: tteUevwelee^ kt der Bbdiv'
kobL OctnteimdOeroiUje gedeikeii>'icihirgnl:*cnii&wftdi-r
««n verecki«cln« nilt^i^ke Krittter*UBd'B«Hre«« OieAlM^
tifoben Intela^ haben keineli Waldi ^M« wicdMigetenSgaf^f
iMere fitadt Bireui WOlfe» Mühte j mäitUi Steinfidiefe»
J^uckse, Srnrnpfmamtf wüd# R«nutliierey wilde SckaafiaJ
Blenthiere, wilde lUegtn, Viäir^tf^ Polnieebe Mvurm^
^ere, Zobel, £fee«|]a«iue/ Ennindien» Bi8«iiti«tten\.li»»^
«Mline, ErdnlueiTy faidy Flu^Mtm^'^BIbt^y Meerotfeeni^
Mächtr-^ ReitnsÜtneli.
^»33
>WalLvo<s«^ 5ciaiöweB,tuiti vi«l0 riU^gmU StciMnr«. Auch
eiKd 4ie8« Gegmicl««. rmoh «a Land* upd becmsKifrs «li
$aev<igela. I>i6 HauptaaJitung der £iftwoha«r bestellt js
FieclMUi, an demcn da« \ Meer und penodUcH auek -4&
Flüsse «elir reiok sind. Die Fiseket welcke in groften
Ztgen «tt gewissen Zeiten aui. ifuieni in diese kemni«%
g;ek<kren meistens xn dem Qesekleckte der Lankse«
Die EJnwokner iTed/aft^ und der kenaokbarten Inseln
aennen sick K^njägtn: sie reden JE^ine Sprack^ ImJakvt
-I803 keltef tiek die Zakl auf 7,od^ Seelen. Die Kaekr
vickten von dieser Ydikersckaft , ikrer Bildung, ikrer Lr-
ikensart n.s.Wv sind durch ihre Unb«f«ngenkisit wnA Anf-
Jftkrlickkcit sekr ansi^end und eine wahre BereÜE^emu^
«der Vilkeykuade. Die Konfltgen lieben den Sekmuck ani
lieauden den I.eil^ mit R&theU Vor der Ankunft d^ Rus*-
«en kleideten sich Alle in Thierfelle. K&te maekea aip
inekr künstiiek ans Hols, ASade und Tannenwurteln.
4eit die Russen kensehen, kaben die Eingebornen Man»
«ckee an ihrer Trankt geändert Sie wohnen in Di&rferw»
längs den KOsten und Flütsen, in Hausen aus Balken
«nd Brettern: enge und sckmntsig» Sckon iror der A«^
icnnft der Russen liebten sie daa Bad, !Bitle Weiber wav
«»ken das Gesiokt mit UriU) In der Meinung dadurek
«ine weilse ^aut stt,«rkaltnn. Die Fiscke genieCien sfe
bisweilen kalb rok» aber am woklsckmeekandsUn finden
.sie die faulen, oder, wie man hier sagt^ sauTei» Piseke.
Wenn sie ikr« Vorräthe anfg^tekrt kaben , ^sen sie.Mu^
«eekeln» und obgleiek sie wissen 1 dafs viele sogar todS->
liok sind, dock okne ollen Un^rsckied. Die Russisch-
Anericanisok« Gompagnle kä}t die Koaiägen l^fs «ur Jagd
«md ysmk Fiscklang an uad sie ve^rwenden dafür auf dib
•£rk«ltnng und Verfertigung des daiu erforderlRhen Ge;^
-cithes viel Sorgfalt. Sie wagen <ick mit ihren leickten
•Käknen aus Fellen oft . viele Meilen weit in die stür-
mische S^e. Vor der Ankunft der Russen hatten die Kon-^
jagen SU . allon ikren Arbeiten . nur Beile und Keulen
ans einem* sckwarsgrünen Stein , Musckelsehaalen nnd
gesckärfto Stfickoken Eisen» die der Zulall iktt«n 10^
führte. Qei ikren. Arbtttjtn nnd 6esokitf|eft teigea sie
.•»• aubtC0ri«8tliciM AwdaMer. Di« KMUr wmimk' M|i
•bgoAiftrtet: ihre Siaite und u»gem»i» ^ß$chÄtU .vmd
4ie S«fil«iKf ülte , woloii« «ie xu gebTattCliffli> VcgraalMsiuflg
'lNÜ>fB» fe^t. Oe^en Andre, selbst afcwr VervalMlteflL bmI
Kiader wd ^ie im bjkb^ten Grade gleiekgiUtig^ £h«<
jpids l^ten sie ia liestiindigen Kn^m miteiii«»der.
Die B.tte«eft siikl ilmea sehr verhielt iMid tie. tttefce«
sich oft an ihneix la rftcben. Es fehlt ihnen nicht an
J^ebe »ur Freihat«, nidit an Ehrgefüht JDer Selbst-
fMrd ist b«i dieeen Wilden sehr g ewöhnli^ - Die &«•-
iXgea sin4 nicht so diebisch, wie die meisten^ roibcp Vö^
h^r« V Der Umgang mit den Rnesen hat ««thon .mei41icl^
.Taränd^rungen hMrreirgehracht. Die Fraaei» atehcn i^
g;xi^fserm Aasehen , aU bei mehrern andern rohen ¥elb-
iiern ; dey^Qes«hleohtitrieh erwacht sehr früh: iehttt «eh»*
]inAiKlfj<$lMrigfi|iA^«he«' geben sich Kn^^cH ▼«KgMchem
Mtpf hin«' H^jmd. aber selbst unnatürliche Laster }m ü^
nen mAX selten» Es giebt hier M&iner. mit atisgenähtem
JKinn, dia hl(^ weihliche Arbeiten ▼enriehten , immer mit
denWeihern kban» «ud, gleich diesen, einem ocber vwm
^Insiern angehören : He, heiXaen McknuUcMki. Stett ait
stt verachten, werden sie alt Zauberer geehrt: dcrjemr
ge, -dem «in solcher die Frau, ersetzt, wird glüebÜdc
gepriesen und wen» Aelterq , gegen ihren gewjämliehem
.IflTunsch XöchUr ^a hesitjien, ein Sohn «geheivett wird,
#o bestimmen sie ihn, verspr^t er bot eine ieii^pefi
«üd kMoere Körperbildttng , uim Achnntachihi. £e gi^rt,
doeh von den KonjXgen selbst gemifshilKgte^ iih^cho¥er-
hinduQgen zwischen Mutier und Sohn» Die'Wnndnr«»«^
hunst verriohten fneistens Weiber« Das Andenken der in<
derSohlaeht oder auf d^ Jagd UmgekommaBmi erivd e«br
geehrt. Im December fetern sie ein groCses F^eit, mit
.Opfern und Sohauspielen , die S, ifti «osftihsUch hesuhrii»-
ben werden* Es giebt auch Dichten U^A GÜachmpie^
leu sind sie leidenschaftlich ergeben» Si^ haben- naeb-
jrere Arten. Von ihrer Bieligion hat. der Verfasser wenig
»erfaliren; ihre Sagen si|i4 sehr widersjMreoheiid : iHre pe^
litischen V^baltnisse vor deir Ankunft der Rossen waama
.aehrv einfach: die Aufsaher vverden }etzt ron der iRiiasi*
«chiin ComKagnie ernamiti habt« aber wetif AmthMk*
I
')
-/
•
hi^Mlelt» Um'M^erottera au fai^geti, mÜssea^ie emeStr««
o|ce yron 1500 Wertteil chirchrudem t sie kotn^ieji 4«^
. hjiufig utti. Sie lind beständig tixr d^e Cotnpa^nie ^ fi««^
^ Bcliaftigt und daher aufs«r Staude, selbst Cur iWe eigntn
Vorrftthe gehörig itt sorgsn. Die Kussisch« AmenciuiU«lie '
Compagnie hat einen Oberattfselier in Jtaijak und aii mßhf
rem Stellen auf den Jn^eln und an der Itüste de» festea
Lande«. Die Niederlassung auf der Beringsinsel ist 1805
von den Kolju^chen gaux serttSrt» Die Versuche tur Be«^
hehruttg der Einwohner sindi atts Mangc^l an* Sprach«*
kenntniff, his jettt i^mer mifslungen. Die Schule , di%
Herr von Re^aner einrichtete ^ hat fiuch einen schlechten
Erfolg gehabt) 'denn von 10p Kindern siarben U05 die
Meiaten au^ Hunger und am Scharbock.
Bei iet Anzeige deV übrig«!! AufsJtttt dities HeiU
können wir una kfiraex fasten t tll. DU V^rhßndlun-
lg€n 40r SohwidUchkn Osiandi^sishtfi nach An^slßnA von
dem Aboschtn BUdkof Paul Jauntn^ tsfiq-^ 1572« in la«
teinischer Sprache* Sie sind erst von Porthan tfJS in
^•inig^ Dissertationen herausgegeben und ih,rer Seltenheit
^tvegen verdienten sie wohl einen neOeu Abdrucke Nicht
uninteressant zur Kenntnifs des daihaligea 2ustandes voll
J^^|f^länd* . tV. Zaar lytan^ der örausamgp Sendsthreibtu
'mn.GütthBrd.KettUr^ Üerteg su Curtandf ^ ^ori Johmm
'^auhe und Shrt Xrusi, Y» J, da Kodts Bedenken ühgt
'den, Ru^iischen Handel im Jahre 16^3. Aus dem Archiir
der' Sudt Kiga. Det Verfalset lebeint ein Kaufmann ge*
weaeu' su cejm. Der Aufsatz hat manche Uebereinitinv
mung mit J. Fh/Kilbütt^ei^i kurzem Unterricht vdn dem
Kusfischen Handel^ im dritten Theile.des Ewchinghcken
Magaztn^s: wahrscheinlich hat der Letztete sich dieset
Irühem Schrift bedient, die allerdings fÜt die kenntnifi
des Handeis ZU jener 2eit sehr wichtig i&1> t)ie Kiissei»
waren damals sehr gewinnsüchtig: J^eiche Und Atme leg«
ien sich auf 4^n Handel! Allein et war doch durch die
vif^en Monopolien. iehr betdiräukti die eintrKglicbstett
BandeUzweige ■ waren dem 2aar vorbehalten t die Busii#
N.JLQ.tU U,id9.i.Si. Äg
/' \
I V
• j36 BüeHer - Ktce'nsian&n.
^ * * * * *
sck« f^pdeTipolhik wäriiidemfl sÜht roh /wie der Ter»
fkAsermit irieleit Beikpiele« ieweis*t.' Er giebt aticB )ettt
ti<^ch l>rauc1ii>are Nacli richten von den BedetitinidstenHaii*
'dtUwaaren, die in Rujsla^ gefunden werden: auch S-
* tilget von den StSdten, der Vwinä, dem ^Wattertrantport
'u. s.ntr. ]!>at üance scheint ein officielles, f&r die Schwe*
' dische ^egiferung bestinimfes, Bedenken m seyn/ die ge^
tade di^mals die Ahsicht hatte , den Russischen Handel
^ wieder in seineu alten Gang üher Livland tu leiten , der
sieh gaftz naeh Archangel getogen hatte. V|. Schicksale
'iir Kusiifchen Kirche in China. £in gedrängter Anstuf
"auft der Husflischen Kirbhengeschichte dee Rassische»
Archimandriteft dmhrosiuf. Den Russen ward 1670 ein
eignes BethäUs in Peking zugestanden, doch ward fh*
nen dleie Erlaubnifs hernach wieder entzqgen. End-
lich ward auf Vorstellung eines Sibirischen Kanfknanna
17x4 abermal« der Ban eiQer Kirche genehmigt und aucH
eine Russische Mission abgeschickt. Im Xahr i^so sollt»
^in griechischer Bischof nach Peking gesandt werden,
den die Chinesefi aber, weil die Fomi de$ Empfehlung«-
briefs nicht gant Sn Richtigkeit war, nicht* zulassen vIoÜ-
ten. Auch nachher wollten sie keinen Bischof annehmen,
nur niedre Geistliche, hauptsSchlich waren die RänWi
der lesuilen an dieser Wefgerung schuld; auch der Wi-
derwille gegen das Christenthum überhaupt, der durch
den Zwiespalt unter den Missionarien entstanden war.
Nun ward ein Archimandrit mit bischSflicHer Gewalt
abgeschickt, der sich nur den altern Geistlichen nannte*
Die zweite Mission zog sich aber das Milsfallen des' Chi«
nesischen Kaisers zu : es wurden andre Archimandriteii.
liingeschichty die seitdem , selbst wenn zwischen den
beiden R.eichen Mifshelligkeiten ausbrachen, geschüttt
wurden, BH der Mission werden 4 Setninaristen zur Br-^
lernung fiex Chinesischen und Mandschurischen Sprachea
unterhalten« Die Kosten der ganzen Anstalt sind sdt
180^ auf 6,706 Rubel in Silber bestimmt. Die Geiaili«
chen erhalten auch vom' Chinesischen Kaiser theils l>e«
stimmte Verpflegungsgelder, theilt gewisse Gelder xu
Kleidern. Die Zahl der Bchehrten ist sehr gering. X>as
■Msische Kloster in Peking liegt dicht bei dem Gesandt-
' /•
Mütker - A^€€n9i0n0n^
niäitr AimMtkttttf zu S. 290 titil» ^err £iMf /, Mdl «Hb
«tMbeüi^ii 4er Cliiiicti»Glitti IUgi«nwf «n 4t» ^rigitva»
pr* awiKt iir -Peiwrsburg mk^ mm Bew«is«|'.'#«ioi(M
.<fil]itlg«fflM dit CliiBeMtt la ihM pölilUdMi t^wbknOt^
•ftfM^en lege». YU. Die Pra»4m^ ias äm*U Owutmhm^k
mdfiiufstm^ TOit Bein £wer« «tanwltt. VUL UmäMsw^H^sg
. , Aus dieser Anzeige wird der Werth dieses neuen
Werks deutb'ch lierrorgehen : möchte es eine ITnterstfiU-
iiii^ finden, die tu einer reclit raschen Fortsetzung
▼eranlafste. DieXs Werk macht der Unirersität Vor»
Vat eine Wirkliche Ehre und die Herausgeber verdienten
;^hirch einen öffentlichen Beitrag in den Stand gese^t
zu werden , ein Werk auszuführen , das , so anziehend
es auch selbst dem gebildeten Geschichtsfreund seyn
ihu£s, doch im Qanzen eine zu ernste und Wissenschaft«*
. liehe Tendenz hat, um unter dem grolsen Haufen zahl«
^tffik^ AJwithwrer tu finden.
- . . . ' M " * 5» -
^'t^. Q. H'AssEJ^sgeographitch'Statistisches
Haniwörterbuchf n^ch den neuesten Queh
• len und HSlfsmitteln ' in d Bänden hearbeitet*
Weimar^ in dem Verlage des .geographischen btr
l ^ ^tuts.^^J^ großS. Erster Band A^ K.
(31 Bogen); zweiter Bßnd jL ^ Z (40
* - Bogen)%
/
" Der ^lan des Verfassers blei der Aniarbeitung des
T&riiegenden Mtexkt geht, nach seiner eignen Andeutung
A a a
ükim) $lm jdijfcaihttiirtet AiptHvriim ibir' tf« tktUm
i«v SrflL-i Vaikcr • tfvd 8lMtnikiiii<U miifMMt*]!«», fi«lr
Ai>t| olm« dtte Oränmi eimt H«adwörlerim«lu--:M 9mt^
Mkr^tten ,' i» ^tdrftafter Kürze sieh aber älercM iMiatilNil
2Mfl«»€l TcrinitciLfoU» nai nicht bloXe lür'deii Lum^
— n4tin Midli fSr dem Btam rom Facbev dft ia. d«r Ob»
fdifelttdl|kcjl «iae' geaympliitelM oder ilMi$tis«lM N«li»
^tebly. Iifftiedigaad aad braaelÜNUr sejra aalL Der Viffwieet
iMt rf^h für seia, Tbaaa Bicht. allein ein jielup grofiee Pi^
Wcnm gewählt', :«oadera tagleich die LSfaag eiaer ediw%*
reu Au^ebe fibemoaunea.
Wir haben zwar der sogenaantea geographisch « itatU-
ftiechea Handw(Srterhficher genog, alleia mit Atunahiaa
det Jägif hUsnnwrtsehtn^ dessen Verdienst^ auch der Ver*
iasser anerk|h!iat, erfiUlt keia Einziges dfe Forderungen^
die eine, aiich nur billige, Kritik lu nuchcn berechtigt
ist I ttnd alle sind durch die Umwandlungen der £eit
Antiquit&t geworden. , Die Erscheinung des yorliegeadeli
Werke fÖIlt daher miam wesentliche LÖcke ia Unsnr
tlterattir ans*
Der Verlifser ist bei der Ausarbeituiftdeiiatbe«
aea eignen Weg gegangen, der sein Gebilde rmr aBeft
seinen Vorgängern auszeichnet. Die simmtliehea Artikal
^der Erd-, Vftlker • und Staatenkunde stehen twiM^ Ulr
sich, alt so Tiele einzelne Aphorismen da — Dorf, BCaikt»
ileoken, Stamm» Volk, Provinz, Staat u.«.w.-f aber a]^
sind in gewisse Helation mit den Hanptartikeln 'gebrach!^
der Ort mit der Prtfvinz . der Volksstämm »it der N**
tion, die Prorinz mit dem Lande, s(^da£s man oluM die
mindeste Abände|ping durch Zusammensetzung der eia-»
keinen Art&el ein fQr alle Class^n von Leseta hrtuöhba*
^8 und vollständiges Handbuch der ErdbescbreUm9§ aad
Statistik sich schaffeu könnte«
Ein Handwörterbuch hat tum Zwecke, aur dit^upU
notiten der Wissenschaft auszuheben und anschaulieh sai
maoheu r es kann daher in seiner beschi-änkten Sphäre
sieh ;Dicht fibar all«. Ofgenstände 'Yerbreitea, oder Allca
aufnehmen, was sieh ttrar das Einz^ne sagfUiiälsl. Di«ll»
^AStt aiitlBlrriiclim Wette* ^/ WM'%»m»^dA9r AU
!«• auf den richtigen Tact det-SbMftiMlInt ttii> in wie
fbn tfT' dtui Merkwtird^ aulgefcftl nad dali Mündet Bif«
^Ikelilielse rem der Hand gewieeen htLÜ Der Terf^iier hH
9itih eHirigit bemUhet, dieter Pordenteg eltf Gehäge tli
leitten, ohne f ieh an die HeiiolihllltigkeH MitftrQneQMI.
^jW' Binden 9 nnä wir Ihiden dahem flbendl ein^ tSMtljRfok
mif kelt in ieinem Wtok#y die w|r in allen «einen Voip^
l^ngemr veyg;ehlich suchen. "^ ''..•*.
• .' , . j . . . .....
EbensQ wenig Ut das B^ttsnben des Verftssert ?|i jm^.
^iMnu^n « nur den neuee^n Zustand der Ef4^$ " Vö^iei^
ipidSlpti^tfBkunde nach den )>eCstan Quellen und tiphemUan
^^lireyn darsustellen» und Alles, was der «enen-Gei»
.4pia9hie nii^ht mehr angehört , ans derselhen tu ^tle»
>;nen« Z^ar sind die Belege if^sam imd . nJL dann hei*
,§ebrftoht> wenn eine Noti« den Stäwpel ein|^ gefissefi
4^uJ^#llei4ieit hetrigti indeX« woU^tt wir dai^iü^ mit df»i
.^^rlassff*. mqh^ rechten^ da 4crselhe».ttm das .Wcf^yn^Ght
Jin, fveit aufzudehnenji «ich gewisse Orangen tui^ftn, n^iXir
4e|. un4 mch eine %a äi^ttliphe.. Qenaujghc^t ii| Beöhsiety?
-ßmt: ^tH9 Pixels inupec den 4»«4riqh ipn Ped^üOterie JiaJk
',;toiii'Wie I^escr der A. G/ p^.fait Jter* JfA he&anilt tn
IfiUchen^ womit dier Verfasser die eihiehien 6egen)Kti(n&
'i>eha^delt kat , heb^n wir zur Frohe nÄchfol^nde Ähikfi
5u8 dem Buchstaben JXui:'. / ' ." '■ '^
-rri0p0mf AsiftMnaelRifek . kn lapanifdheii' Meete» m^
^«cften 3» hl« 40^ ntidl. Brdle nnd I46f 45' Ua i$9« ostIL
A,<' welches aus 9 gnafsett'fnwd «inir unadUiMiEm Mottf«
tteluer Eilande besteht«, ^im, Aflieh,^ . einait ^n der G^
hohSchl«, Indem e^ s^t^anhr i|is' S4MI lahi^ ;attv«ff»
indert eeine. Interesat». jfm\ den «hrlg|d Nafihtfnad^ d«'
erde isnjlrt^und durdh' dJeees^MIttid'iuiid nntattrik||(hCi>
«tigung seiner Lag»«« anSettch'^ingtiafht hat,: Üab.htt-
«piellose Selbstitändigkeit lu behaupten. Jahrtausende steht
•einr Kaisertlren uttersahfittM^' «eiachfl6lMtar Xeifrißher»
MST) dem nämlichen Geschlechter ifaHVfaiitdriii ^Äufänps
äKt ehHffiichmi hittä m Jipm -Mgierte, .;itt 4er( BMii;
dih Mäeht wnd die yAtirftrt^a^H sairhf r jmililii " 1 i
\
3lb Bmühär *.Metenii^^if9'
Di^ ' JaMHÜffthMi TnttT« ImJmb ubK' OiitMMy dBait
«Um£ftiig. .voB P^ümi QiiadnliDiMil«By doch find Idarqiit^r m
Xnrtten moht ly^gnilipi» Dm ImaA Ut gelNi^y-dei^^B*-
.4lfi Mrre «nd nnto^tiiar» «b«r fut bewäsiert wjpil
,4uToli Cidtur so roitr«Qicli ImiiuM , dal» das Gfuiie* wie
üin GiMTtan «ig^Miiut «rinlMiBt. ' J>bm Xüma üt geiaä£iiiit
luid g^mmdf wean «neh tclioii OsmuM uad Stürine aif||t
'«^tea ffindy iMelir «abaf . noch in dm» umliageiidett Meese
wükheM. Japan hat viela und «ahr tchtttbaria Psoducta;
dia Tomaliiiitten sind wohl Gold, Silh^r, das befste Ku«
^g/let Inf dffr Jkrde, Zinn^ Eisen, Kom^ Reift , OcMülse,
-nOlsenfrOdite y Oelpfiansen, ^ahak, Bmmtm^Mm ^ Baü^
^flree^ edle FrfieÜfle, Obst, Papiem^ulbeerbittmei FfrnsfU-
Mnme^ Gampher, kleine PfeiNle, Rindvieh, weaigea ¥191,
tKhnex'y Fftehe. Die TolMsmengfr wird anf 15, von B^
d^ni'tnf m MilUdaen getehXttt, Menschen, die an dir
WöngoIisÄen Rasse gehören, den ]>hreii des Sin^f^
-BtiäihM vaä Cen/bttM 'folgen und- in Hinsicht der f«iiii-
g«te^GiAttnr Men ^Minesen weit Torgehen nnÄ die «tWfE-
flrttttten Bewohnet Asiens sind. In Hinsieht der LaiMl-
wifttttcftaft aber B^lftte irielletcht kein Volk sl4ifh Mt d«k
7a]^anetn messen* tttrinen: 'ftbetall ist dt^ Boden atif die
*^eHclichste angahimeli wd mit der frölsten £ins|q)^ be-
puttt. Auch .der kunstfieiTf ist äusserst lebhaft: ilirPoj^-
^iUani ihre Eisen- und Metallarbeiten ^ ihre Webereie|a
^stnd Ton höchster Vollkommenheit Der innere Handel
wird mit grolser Thätigkeit betrieben: es giebt. viele vinä.
-fpMs^ Handelisfildia und dia Hiv^n wiinniln TO^ff^ahr^
«dtugte, abar-4em «uiwirtsgHi Haaial 'ist Jb^ßmi^ '^ #>%
mim vesschtössen. Dia» lapeiiar ' tdibst» besnidi«» - keii^
ft re md a u rtN^üoaon ^ ' ' wJi vaftehran* blofs mit; jden GHIf*
j |#ee iH die -ra AAnange aiaoh il^ngMuwAt Ahrett, "miitf
vüt diwNMMrllMeitt, äUa fto^oatMoiatafl Wa»ea umdk
^mpmühtbigm dürfen; tidd -aiafc' dibei dit sohiBl|raidha«g
f|iiii*rtiil;,nngen'yfiiljkii. IWIan lawenJ r
* '
.>. ''Ja)Hm vMaMin 7 A^efttegeit^ tf» lAnds«|i«^kitt
4«id"dd4 tS*i«kiisbiBH(ej|lM; * Der vrekUoha JUisar odte
JbUet hn<rsttht , «kit :^Br «M&ten Dec^^rtie , . , mitt]
>t|!iai|(«|«ftr laiaitiiiiMi ain'Fämt; den iriMi de^
/
1
BmcHmt • B^cfnsifitfen. ^i
d^tSiV» TtTw^üw und «ejbft f ii| Lel^n ftirtlen lUum«
Dem Kubo^steht ein Staatsratli von. 6 })e]a])rten Männern
lur S^ite, 0er Dairi ist der Jfpanisehe Fapit;; er ge«
jfiefst eine fast gönliolie Ehre^ und der Xubo wird ^loXs
•Js «ein Statthalter angefebep, aber sein EinfluXi erstreckt
tißb nur auf die lUligion , i^id die Macht hat der Kubo
in den Händen/
Sdhneegans jMiMhaat die 'Biahttnihi det Rei^a «ul
414} Millionen Onlden» Käm^^fev f Mit die LandiiMtoht
«if looyooo Mann Iii&aterie und ^K^odf Mam . Gavnleii*'
an. Hierm kimniett die Contingente der I»ehnMriten ittH;^
360,000 Mann Ivfenterie und 389OOO Mann Garaleri)».
Die 3 gröfsem Insdn heiXs^n: I^ipon, Ximo luid
SUhoko.
IUriä^k49 C^birge) 8faA. Oehirfo, iMlehN «itf Mr
BaQ>insel am weitesten verhr^ltee ist. Et ninsmt Int W.
das Ebro aeSneu Anfang, - aoheidet beide CastSHM rtm
Aragon, und aiehjt sich unter Tersohiiidiiion • B a nem umgtti'-
bis nach Valencia, Granada und. Murcia herunterf .wo es
in den Vorgebirgen Oropesa, Martin, Palos undf Gata tn»
• digt. Die Sierra' de Oca ist ein Thefl desselbaii. Zu
seinen höchsten Spitzen gehören der Cabeso de^ Mari^
auf der Sierra de Alcarai 6,861, der Pik auf iac Sicacif^
dspädan 3,909 j der Gasueleda auf dieser nämlichen Sima,
^iib6 und der Pik roxi Penaglosa\2,6o4 Fui> hock. ^ ^
*■ ' * • ' ' ' . •
^ JiW«; (Br.|6* o^ 48", L. 31» 48' 60") Oesterr.Bergst'
am gleichnamigen Flusse, in demlUyrlschen Kreise A4als*
bergt mit 31^ Häusern und 3t5oo Einwohiiam, die rom
Berg- und HÜttenbau, Spit^nklöpppleiutidStrohgeflechta'
leben. Sitz des K* K. Bergamts. Das reichste Que^%
^ailber^ergwerk der 'Monarchie, welches jährlich iji 1^$,
i6,ooo JZentner liefert und ,'700 ^heiter beschäftigt,^ Dai|
bei eine Zinnoberfabrik« * '
• ^ ». 1-*- .r
Jnverne/s ,. Brit. Shire in Nordsootland , twischett 9*
'^Ibis 4^.<*^$»^«^süX^Ä^d,56<'st|'>^• 67* 4^
ipf N^ an Rofs« iy^ Q. an^^NaL^n^fftflui^l^y Bamf.«- Abej?
deen, im S. an Pexth ui^ Axf yl«| ifi^W^ §tk 4^ l^filff .
«42* Bücher j lL0^eH9iün0,$w
dwiiieiM Meer, wovi« etelge Biibridea «a Ikr g^Siren,
griUi«eiid. Areel ohne Seen: 900,10 QM. OherOiehe:
roller Gebirge , Felrea, Tliiler wid Seen. Boden : die Oe«
birge nakt und Öde, tparsem bewaldet, die ThSl^ eng«
und voller Moore. Gebirge: der Grampian« Gewisser:
der Spej, Nefs, Findhom, Fyers mit einem 170 Fufs bo*
ben Katarakte, der Kaledonisebe Canal; die Locbs-NeCs^
X«ooby^ £U , Ericbt. Klima» iröllig »eediicb, mit reiner,,
beitrer Luft, langen, kalten Winter mid kfirsen, aber
iMsDiemi Sommern; anf den Iniein sebr stfixmisob« Pro«-
dnole I Hadfsr, Kartoffeln, Flaobs, Tang, IMx, die gewöbn«^
lieben HaBeCbiwe, Wüd, Fisobe, aeiXU^ei, Torf« Volks*
menge: 7S,4X5* Mabrangsxireige ; Viebsucbt mit einem
Stapel von 60,304 Stück BindTieb, ▼ielfä Scbaafen un4
Ziegen, Kelpbrenaerei, Fiadiebei, Vogidfang, etwas Garn«
SfJAnerm und Leinwebevei. Knmg des^Ofeumies und Bo«
depis 3 /aoyoeo GtUden, Ansfebr : WoUe, iUut% ¥ieb, TU
sokf, i^, Federn. EMMwg: in. die eigentfi<*» Graf*
>^A»s> nghA^im Auilna
Jpl^a^ Afrikau, grofser Strom, welcber da« ganae
Sudan dBrchströmt und dessen Quelle man to wenig, ale
fdnen Attsflufs. kennt« Er ist der Nigfr dtr Alten nn4
soll sidi tb«lls als Steppenflufs in verscbiedenen grolsea
BInnetiseen verlieren, theils als Caual in den Busen von
Guinea ausgiffsen; aflein keines yon beiden ist erwiesen ,
und wir kennen bis Jetst so wenig den Anfang, als das
Binde ih$c9 mäobtigen Stroms , der einen fo betriobtU«
oben Tbeil des iniiem Afrika*i bewSssert«
Jimmil^ {flr^^ %V L« 46^ 30') Kuss. feste St. an der
Donau kl Bessarabien ; ' Tormals reicb |ind bevölkert, mit
S7 Moskeen Und prftcKtigen Hauen ; 'allein jetzt verlassen
und von wenigen Moldaueirn und Armeniern , Ai^ Hier %
K* beben, bewebnt pie Fettung besteht aus 5 Bastio«*
neu. Sa waro'w*s Belagerung und' Erstürmung 82« Dezbr«
T7S9 XCampenbaoaeit).
• V
Jfstemftttl, Aamliil, JrenstaniffMfslf,(Br<4ie t' 97^
L* 46« g§') Osman. ^uptstadt des weiten Belobe ata
Ifarmormeete in BumeB, die in die eigentUcbe Stadr iiud
^
lue V^infildfte «bg^heilt ist. Jen« leHat sidii an 7 It^i
geln einer ilaftin sei, von 2| Meilen im Umfange, welcbe'
Ae .Gestalt eines luigleiclieiii Direiecks hat , ' dessen Spitxe
gegen den B98phor gekehrt ist und dessen Basis mit Aem
yi^sten X4ande zusammenhängt; dietfe liegen theils in EU'*
sropa um die Stadt her, wie Galata, Fera, Tophaaa,' FA*'
sial, Pirl-!^ascha, Piall* Pascha, Kasnm- Pascha , theil«^
«uf der Küste Asiens , wie Eskiudar und /Kttdikevi. Jene'
ist mit Mauern , Wälli^ *und 548 Thermen befestigt, Un4
hat 12 Thore gegen die Land- , id gegen die Seeseite und
8 gegen den HaVeü; di^se sind mm Theil offen; beide
haben enge, finstre« uftrej^elmfirsige Gassen , schlecht ge«
|»auete, meistens hölzerne Häuser, neben einigen Pracht-
gehftuden, und überall stSIst man auf Unreinlichkeit unJ
Geschm^cÄlosigkeii. Mai^zählt 485 Dschami* und Moskeen^
'fiber 5,000 Mbtscheds^ 23 8^*^^'» iKuss.griech« 3 armen.»
^kath.K. mit 3 Kap. und 6 Klöstern, tahlreiche Synagor
gen^ Hespittller und Almosenstiftungen, 40 Haue, 130 5f*
toiülche Bäder, fiele grofse Plätze, wie die Atme jda odei;
, Hippodrom , mit i Obelisk und dem colossus strUQtilis,
über $0,000 Häuser und 500,000 Binwohneri worunteif
950,000 Osmanen, lj^,aoo Griechen , '^ 30,000 Annebier,
30,000 luden und 40,000 Franken. Sitz des GroXssqltaus
des DiTans und' aller Osm. Zentralbehörden, d6s MiiftiJ
des ersten gxiech. Patriarohens mit seinen 12 Synodal«
bifclidfen, eines armen. Erzbischofs und 4ines kath. Bi**^
tfchofs. Das SeraJ, die Residenz de» Grofssultans, mi^
gtofsen Gärten, i Meile im Umfange; das EskI Serajj
die 7 Thürme, daa Ak Sera} mit der Jengitscherikaserne,
der Jeni Bak^sohe oder neue Garten; das Aalan Vkxi ö4et
die Menagerie; die ^verschiedenen l/^asterleitai^eii^und
Cistfexhen , besonders Gistema basilica^' maxfma und Aspa^
TIS, die beiden A^äducte Bosdoghan Kemer und Burgas |
4ie' Sophien-Moskee, von Anthemiüs' von Tralles und Isi;
d<$y Ton Milet unter Kaiser Jiistinian erbauet; dieMoskwi
Mohamedn., Sultan Bajaze^'/ SbhaU S^elim II. ^ Sultan
Achmet L; dft SoIe7manie;'die Schai-^deh; cKe Ossna«
nie; dji^ Bah^ti; die Ten! Gitimtsl."''Gfie Akademie bei der
HoskeeHfohamed II. hüt 16 Olas^ni die Schüfe Ba|a'?
Mli n., 9dim I.V Soleimanir./ Achmet 1. ; OBmaA'fitf
344 Bißk^r -^A#4eii<ia«#iii
twi MmtafhA m.» «ktr]i#apt5tiUU«nJUkmu4at«p^
l«a6S SlemenUrtcbulea, i nuUienMtitehtt vmd Sc^ohid«^
13 dfffBtlielif Biblio^&ektii » doch ktine iib«r fl^ooo Bl^tn*
•cril^te iUrk uad obne %Ue f wlxaQkto Bücher. ^Tfirkiscfcc^
Axukmfiioke und jüdiicbe DrttokeveieB* Mancherlei Maiiii£.
in Leder, Muro^uii^ Saffian, bamnwpllejieit, teidenen «nd
leinenen Zenohen, Teppicken^ Sohakracken nnd Brief-
tatcken; Turki#cke Kotkiärbereien ; Gewckr-, Bufen* toid
Pf^ilfobxiken ; ' Gold-» , Silber- und MckereSarkeitoa ^
Steintckneidecpisn; Juwelieraibeiten; nelePeltireryScliiik«
macker ttnd Pfeifendreher ^ Allet in den Basars aa%e-
etellt, Bw Misr CharUck^, Markt für Aegyptitehe Waa-
ren; der Arret Basar» Weikeraarkt, der Beiaitan. Ana-
fekreiteler Handel , meistens in den B ind e n der Arme-
nier, Griecken und Franken. HaTen Tom Sem} bis %am
D.Ejoub, 3,000 Klaftern lang und. ^biß ffxi breit, fit-^
/sertt sicher und nie dem Verschlammen ausgesetst, der
Botphor zugleich die geräumigste und festeste Ekeedew
Station tüjü die Osmaniscke. Flotte« Eine Mei^^ Kaffee-
Üättsec und. Teriakhane. Unter dei| Vdrst&dt^; Fanal,-
4er Wohnort der greisen Griechischen Familien; Galat^
mit den 140 hohen Bniuk Kule, der Wohnort der ge*
meinen Griech. und .Frank« Xanllente« Fera , der Wohn-^
ort der fremden Gesandten > Gonsnln , . mit i Tentsehea
nnd I Franxosischen Seminar lur Bildung der Drago*
ipansi Tophana mit dem Artillcriearsenale und -Zeug*
hai}.se; Kassim P^cba, mit dem Palaste .des Kllpadaia-'
pssckl^, dem, Seearsenale, Magazinen und SohiSsnrerllstt«
fn, der Nähe die Oerter Bujukdere, Belgs^ Beschiktasoh,
foiviukli und Euru Tschesme«
. Ithakm^ auch T&stff vi, Tirnüf, Vmi di Cümpur€ n»4
C'Joiognm pic^la^ Jon. Insel im Golf tob Patrasso, u»*
ier 33« ^' 'n5xdl. Br« und 38« 40^ L., durch den Caaal
Viscardo ron. GefalOnien getrennt^ .4,111 Qoa^bratmeilm
groTs. Durchaus bergig mit aecrissenen Küsten, der 9a^
dea in den XkjSäMtvi stoinig imd kalkig , m% sfassaoNn
Bewässerung, nur dnrck QneUte; das Klima ,.4mi Giie-
chisohen ahnlich. Hatyp^^duote sind: Korinthen^ daak^
Kom« OeV odleFtfid^ nnd Weia. Von Vieh hatiiinii
Uoft Zie{^ und G«flüg«L ^e lAgd in tchlecht, die Fi-
scherei betoftchtlich. Die Einwohnen ^^,500 an der Zah1,_
^nd Griechifcl|# ]M*ti«nHiuäg »«ftÜ^W von Fischerei
und SchifffaJuPt. Sie bekennen sichium gne^iachen Cuf^
llüs«. Die Iifs^l (^ehSYl jettt zu deAi iStaateü Systeme Jo-
»i^ftt iin$ ii*»«orMg]|ch.alt Vater^tadnte Ulyiitrafterk-
if urdig, besitzt aber kein^ Aherlhümer ntehr. —
Das ganze Weric nmialet nur 70 Bogen: es ist yh
54o<A nfiti nH^'tfd'lrallitai Oekonoiasfc^'gtdm^t^.dalsder,
rV«r{«*ael^.auf.diM0fti&aiSmi fioh i&ber.«lle Gegewifcndjb
«ifl» geogziipbiBidicte luid. .^ütieltisöhiil^ Wiksens jnit ebtft
.4«ir .^SoälstiädigiMi reriMßtilett konnte, w«^n wlr:.w diia
^ilril^n ArtiJ^-mste IPMbfT gegeben haben, iiaüliaeilig
^iatr jtein Herit in gaqgrtjphit^ler wmI slatietSed&sr Htat
«aioht VeicbhaUifeet und utolateendeit,; ab dasr-Jlamie»»-
CiMiltrtdbif, ob • eelobee glfieh 3 aladbe Binde füllt:« zw9t
■enthält es, nicht so.Tsel« Wixitr^ abo«>MBt>* 'dnr Teifaa-
eer hat nur die ausgezeichnetsten aufgenon^en;-^ aber
jgi^peire« ist INI , in JM^htittg dar ^tMte<» JiWklfi4ckea
ji|iadJttsrs«Mter«fäisohett OrtadlialtiM t^MiÜbii gtifc u«i'4db
tiir «;ird :wAxu «iitt.Bftr#ptlsoh»:8tJiMil:;» .««te-tji»«a«b
•«a6fa^.*«a klei» und u t tb ed en land 'fvjmraaHf^t 'Cndot, idi*
•iöe« itioht aiceÜ^^latE^ eiimähiae. Dabei otslfc*.e9r mMM^
law EthnegrapM« uiid in der javiein BiümilMiig
4tir GegeMitfd» «tfit «inftthflMwr..
Einige Nach|rage/ "die der Verfasser .dem jweitej^
il^ande Beige£ügt hat , ...di(rfen nicht übersehen werden, da
sie thdls einijjjre' Beriohtiguiilgen, theils einige aus Ve^^
sehen ausgelasjtene .Artikel, wie . ilen, yon. KurJ^ian^
.fjnthalten. ,. . .. - , ; ... .
^'^'^ Wir sind ^e^f , dafs di^fs so ^Sngst geifinsehU INI^x
IH^HLlSkftidbtfeh, welches bei'seihiem Mehsi81o]MMiiiseh<^
Drucke und grofsem Formate doch auf den aul^erst biUi- '
gen Preis ron 4Thlr. 12 gr. gesetzt ist, allen Liebhabern
itoe^£^«Mer<^aschaiUi^iMim wt- g a ttnUg i l attm safar
^nifllfcomiii«! ^ceya wefde.«
•••1 . ♦ . ,;r ■ ' . ^ . • ■ > ■ V; jf ..- <. r<- y y.
t:s: ■ -« 4. >i» • ' ^ ^.- t ■'■TT i '^-''*t Ti. "^ r. 4''.
)
>'
90 Blfth^^Mi'e^ntiin^i.
'■.'■■ 64 ■ -^ ■■■
J ♦;» X * r «* t i fc' t
Oeher die Retenthn meinet geogr. ttatt fhfutwarte^
budu itt dmrHttUiachen A.JL7L inmi- toi?»*) '
V '9
la d«p OeMbef keffc d«r livfl. A. L. £.'Nvo.ii4S anfeiii« Art
«iai»girUirea , dsa' eins ünfitetuif nötiiig ibaoht; VLmam
IMÜiem Sehffifttn hiüben das GJIUsk galiAily in iHiMi B4^
icrliwil«ni Mänmr wem Tmch m ^umAmi ; - ieK IuIm dilMr
st« die P«dev tu ilflr«r VintiwidifWif «rgrlilnt» Imd tellMt
«b«r di«f e fteceiMioii wütd« iah ktiii Wc«| t«!)!«:«», «j^oüi
idi niola fifarchtMi ntül^itft, dafs d«t sinadcr luHmrichtttii
MUaeian ' dadiurdi in» ceüit«! wllvd». ^
Iflk iHAe laUvli ■iQli«' inm UmiUif uiul d«» Zf»»^
wmkan H«iidiWi«i>ttidu i« dam VOTb«ri«lrt» dvafUA
«Mfctprodlcv» ^ttlid i^k hoff« § «Uitm iw iMban.^- ««•
|di,d«m V^nlilibitm datiit Tfrtpfaöh — ^ ein Handfröirt«»»
tadi»i. weldwai Jis Galnet ' der £«d • VlffiMr- nnd. Sted*
•lentamde .nw :» -schien «er t w i l tod igeyn ' Funofeu in^
iaftt, «ttf AntführiiidilBcit vad VelUtindl^ett aber
duTclieiu k^ii«n Amspr^^ck ntaeVt. Wenn lUctnsent dle«^
•ea Begriff fe^t gek«lten kitte , lo würde er, nickt i^^
lein die Oekonomie, mit weicker eine Messe von m
liss 23,000 Artikeln auf din engen ^aum TOn nickt voHeigt
13 Alpkaketen gepraßt Ist» iönd^rn aü6& die Anti^r-
lickkeit und Prldfioiii mit weicker ^m meisten dieser
An^kel ^ai^^afst sind ^ , gewtrdigi. h«!»«* Ick , kii| weit
«^ntfemt» «Hf einr .#k«j9l^^ Vollkp]|»me|übiBi^ fm^gf^
^ WlffkiibM»fttr:itWt«elftMan« dktt AntikrMitaillMlAa
Frei ffoMstif natercr Aaaeige .^^Hiivs f^of^VillisckffiliS^
yicent nnieltt«Ib«r feigen sn lattesv damit aasre Ltier
g«ii *e«en der Mateie gUIckJn d«n Htnian bekaUen
können. : . - • : A
' i
beit allet.meiifcl^iGllen WisytJUi to m»G^ ffiP^9 eignez^
Omeagt, ali eben ieb» doch fordere"^ ich areist den &•*
Wtriiea %\a Verfldcbuiif g^^üW xiai ittUen« -
Wmn ReecttMnt mir den Varwurl maclit^ dafs ich
]^1 Behandlung d«r «uXf ereuropKtaclictn Axtikel hie nnd
4a iUitr dif GjrilttMn^ ei^iei H^nrdwSrteichuchs hina«fgf<»
(MHgen hin» nicht selten Völker ^^ £üande o4er OerteC
aufgeführt hahe»^ von welchen, man ^um.mehri als den
Namen kennt, lutd manöhe Oerte^ in Teu^ci|iland nud
#em übrigen .l^uropaiibergangen habe, die. durch Fabri«
ken oder i^^idere ',Qegtnstan<^e i|i^rbwürdig sind , so wie«
4erhohlt.cr hlols mit verdreheten Worten« /vras ich lA
sieiner Vorietde rertheidigt. habe. Ich hab« dort an^r*
deutät^ dafp ich um defswillen Gegenstände der . ai|f far^^ 1
f$ur epischen Geographie selbst nur mit wenigen Worten
j^assen ifpUen, weil sie -häufiger in Zeitungen TOrkom^
inen und einer Nachweisuing mehr b(E»dürfen>. als manohaa
TiC^tsphe od^r Europäische Dorf und MarktOeckeUi wo
aich nichts weiter > als- eine ]än41icha Fabrik » eihe H(l<!ta
0dor derglißichen ündet. WoUjte ich die Oakonomie dist^
Criwzen nicht aus den Augen verlieren , sa mnfato ich
«lir irgendwo Grannen stecken ,. und doch wird jeder La*
aar, der mein Wörterbuch auch iiur flüchtig durchgehe
iMcht leicht einen, Europäischen Ort ^ er se^ Borf oder
ftiai&tfiecken , vermisten , der sich durch' irgend eina
Merkwürdigkeit in industrieller oder commercieller Hin*
aicht ausK^chnet^ selbst manche Weiler tmd Höfe auf*
jgeieiahtiat finden» die ein historisches B*actum odev dia
Geburt eines berühmten Mannes de^ikwürdig gemadit
iat* PaXs ein Handw^örterbuch aber nicht auch diejeni«
^en t>örf er und Marktflecken sich aneignen kann^ dia
etwa eine Sagemühle^ eine Potasohensiederei^ eine Eisen«
t^miede oder eine sonstige IHndliokß Fahrikänstalt ha*
ien;. oder, wie. die Dörfer im Engebirgt^ in der Lausita
«ttd in den Preufsisohen FroTinzen Westphaleä» und Jü-
lifth^^^ — Glev.e -* Barg an der allgefl^einen Fabilef tion ^e^
ttandat, lia rmi üttu jcrölsaia Oartem ausgeht. 'An theii
I
i
/
«
349 ßSiher- A>reii#iüii««^
ifl^t,^ xAtä äiaii dilmttlVeiftr dod^ woM sidit' iui TiAr«
wiufe machai wollen. » .
'' ILwät" Iftlnrt der Aecenftent lAtiil'inir dem Bl>dh> fl | i
ben D eine Mehg^X^geuMsaäemutf ill# feiner *M«iiiAftxi^
nach in meinem Handwörterbuch« nicht fehlen dürften.
Ich frajgiR fbn aufsein GeWislenty - oh er anach wohl ge-
prtlft habe / wat er dort so leidittinnlf m e de T | eichrf<jt
ben'hatf Oe)^äde das, was einen wetentÜchen 'VMrv^
meinet MTerht ausmtchty ist die aorgfihi|e "Entfisratt^
tält$ det len , wts der nevem Oeojpnq^hie mcht mehr ant
gehört. Ehe' ich einen Artikel in toMiA' Hendw öiterbtt c l k
anltaahm, prüfte ieh mit der Quelle lüiid der Lendthnrti
Inif dem-lh'sche, oh er dieser Anfmdnne würdig, sey^
tind durch dieses Mitt^ ist es mir gelungen , den stlten
Sinerteig, der sich noch in' den meisten Geographrnl
und Wörterbfichem findet^ glücklich' ansinmitien ; andif
düe meisten Namen, die Recenient anfführt, si<fd rodT
ttkir sorgfältig gewogen tind für meinen Zw«fck zu leUM
befanden. ' Was sollte %. B. ein elendes Dorf, wie Da*
hr^wka (Sltere ^ebgraphen nennen es unrichtig Üa^r«^
Und machen-- es xn einer St&dt, welches es nach Mh^
tuwgu Charte' nicht ist)? Wa^ das in t^ümmem Hegendi
f>uckstuhly Hm keine andre Merkwürdigkeit iiat, alt dafi
hM einst einer ' verlornen Herrschaft des Hauses Oettinge^
den Namen gab ? Wfts die Französischen Döi^er Damoiafi^
- jyivHB tt. a.,' die freilich in den älteren Geographien all
Städte oder Marktflecken fignriren, nach Prudkomme und
CktMiini aber blofse Dörfer sind, in einem Handlexiconf
Was das flutsische Damjnn9k^ sonrt ein Hüttenort, aber;
#le Aecensent ans Htrmans Beschreibung des Rnssischen
fiÜttenbauei ersehen kan^, als soldier nicht mehr exitftirend^
find jetzt Terödet? Ist es ein MifssUnd oder ein Vereng
meines Werks, daf» ich dem Orte Düx, d^n keinFran»oe#
mit Büschiug Davqs oder Ax schreibt , * oder dem Orte
Dnof ^ den auch Büsching unrichtig in Veba umtaü^
ihre richtigen Stellen' angewiesen habe? ^ch ersuche Ke«!-
eensenten, mir doch den Ort Dawidcw auf der Fodröbuaja
Kärta oder ahf LhpiiTs Charte nachtu weisen : ^ ich hkhß
dpmach dasganie GtiuTir Mintk dttrcliiucht, itäd «ndOiclr
's«
Bächer - Reten^iofitn.
xnich Qberzeagt/ dafs der' l'oltif tclie TCtnne' i^tit in
loid 0o<iaro^ verwandelt iey^ uncl so wird ikh Kedenteüt
auch in meinem HandwÖrterlmoh« finden. ' Wenii K^cen-
' tent mft dem \D0zrnzono den Oesterreichisclietf Mai^-
Itecken Ütstnzano am Gardasee meint, 'i6 kann f ch ifan
versjchftni; dafs sowohl BacUr Valht al« cfi« Cnrta
' üitm ik 4. r e^n. /tat.' den Ort Dtseü zhri6 «<^t elben , w%
•r im W^rterhuche aufgef {ihrt^ ist, <' ich ih^ also ' muürtSijt-
Ucli in DetiAxafio umtaufen konnte;' eBeiisO keMt ttifein'
.liandbuoh kein D^mbührenf sondern ein Domhirn^ wia
dar Ort wirklach heifit , kein braikirch$n (der Kreisort
des V. U. W. W.)> sondern ein Trmukirch§n^ kein Dtheh^if
sondern ein Z^o/u*s.w. Sollte Recensent, wie es den
Anschein hat, auch ein Wörterbuch herausgeben wollen,
so Würde ich ihn bedauern, wenn er dasselbe mit diesen
▼eralteten Benennungen bereichern wellte. Es ist ein«
mal Zeit, dafs man in der Topographie bei der Recht*
Schreibung der Namen ein gewisses . Princip festsette^
ich habe es daher vorgezogen, blofs die im Lande übli-
chen und canzleimäfsigen Namen au adoptiren, wenn
auch Büsching oder ein andrer bewährter Sehriftstellet
fie anders getauft hah^n sollte. So ist es wohl nie ei-
ner Kurhessischen Behörde eingefallen , wie ich, der ich
einst Director des statistischen Bureau m Cassel war^ den
Recensenten Tersichem kann, die Diemelstadt TrkAdstburg.
f,Drtng€lbur£**f oder einem Westphalen die Stadt Doft^
muni y,Vort** zw schreiben, sondern essindProvincialismeir
im Munde der Plattteutschen , die doch wohl so wenig,
wie fTulbütul statt H^olfenhütut , Hilmsen statt Hildts*
htim in die Schriftsprache Übergehen sollten.
V
Recensenten« Bemerkungen , dafs Holstein kein Grofs»'
herzogthum, Stralsund kein Regierun g8l>ezirk sey und
die Provinz Jülich - Kl€v - Btrg nicht bloCs Kleve Btrg
heifse, sind richtig, können aber kein Vorwurf für den
Verfasser seyn, üa sich diefs Alles während des Drucks
des Werks oder nach dessen Ausarbeitung ergeben;
noch weniger kann es ihm zur Last gelegt wer-
den, ' dafs ^ er das Oxman. DaZmet/c» vergessen, denn er
bittet deli Recexisenten , ihm doch dieses in einer 0««>
V
\
f
J
idcher • Recensi0n0n.
asp
ftf dtSß dk Omttien Stftskt Toa BiUmatim besi^sett,
«b^ diM« fdbftrMi «ur Beglerbef «cliafl B«/tui und snm
Tliail tum S»iä >cl iak Miti^h, it$$ea fian^tört Mm^imr
^tp vmd der Ausdnatk Oimaaiscli Dalmaden fehöxt dar
^»etMm Gaojfn^bie ao wenig an, alt PrenTc^' ode«^ Oeater.
Yolen; ^ena Jenet ist Uk Umfnk^ diecet m Pe#eii mtd.
' QMtün «aleif egaagao«
. Jr#lM#rtelle▼«l8l^ ^« BmssmL
■■■»M*-^^'
» «
I
^mmmm
CHARTEN -. RECENSIONEN.
\
^w-^
Mfänd-Jtlas über alU TJieile der ErdCf
nach dem neuesten Zustande, und über das
tVeltgehäude^ nebst einem geographischen Tex^,
te. Herausgegeben, und gemeinschafitick^ mit
C ß. Rrzcsasjo bearbeitet von Adolp Stis-
XXA. i; Lieferung. Gotha bei Justue Per^^
thes I8i7»
Dtt Veirleger^ dieses neuen Atlasses versicliert ii^ sei-*
ner^ im August i8i5 erlassenen Bekanntmachung ^ (Uft
derselbe ein längst und allgerAein gefühltes Bedürfnir«'
befriedigen werde. So wenig man es einem Verleger ver-
argen kann» wenn er seine Verlagsartikel dem Publicum'
«mpfiehlt , und auf deren Vorzüge aufmerksam maclit, ' so
dürfte doch diese Behauptung einen leisen Vorwurf ia*
tich fassen: warum denn diefs längst und allgemein ge-
fühlte. Bedürfnils noch von keinem Geographen oder an-
derm wissenschaftlichen Vereine nicht auch längst schon aus-
geführt worden sey? Denn dafs es zelther nicht an ein-
zelnen guten Charten für Jedermanns Bedürfnifs fehlte,
und auch systematische Zus«mmenst«Uungen derselbeja
N. A. G. E. U. Bds, 3. St. B b
, /
35* Charten - Rec^nsionen.
in Atlanten von mehreren j^^ographischen Anstalten unter-
nommen worden sind, weils Jeder, der nur einigenna-
fsen mit der Geographie und -ihren neuesten ProducteA
bekannt ist. Das allgemein gefühlte Bedürfnifs, von
welchem hier die Rede ist, bezieht sich daher wohl haupt-
sächlich darauf, dafs man längst gewünscht hat, den zeit-
her ob w alten deü ewigen geographischen Veränderungen
und dem damit unzertrennlich verbundenen ephemerea
Gebrauch der Charten und Atlanten ein Ziel , oder we-
nigstens, einen Kuhepunct gesetzt zu sehen. Ein zweites
BedüHnils, - das- dieser neue- Atias befriedigeil solly 'igt
wohl darin begründet, dafs die meisten seither erschie-
nenen Atlanten nicht g^ugsam flach einem festen Plane,
hinsichtlich der Art der Darstellung, der Projtfction, der
Gröfse der. Maafsstäbe , des Formatt u. 8. w. entworfen
und bearbeitet, auch'in dsnselben \iicht reiten gute ibicl
ijpi^telmäfsige Chart en^ vermischt anzutreffen waren. Beide
Eigenschaften der zeith«: existireuden^ Atlanten waren
aBer f iüi den leidigen VefSndei:|ingen begrOndet , die in
den legten 120 Jahren fast mit jedem Jahreswechsel im
Keiche der Geographie vorfielen , die beinahe alle altern
Charten und Atlanten völlig unbrauchbar für das Zeit-
bedütfnilsniiichtea, und bei Entwürfen, zu deuen Ailan-
ten durchaus keine solide Basis gestatteten y.na^h welcher
die ersten Bedingungen zur Vollkommenheit derselben,
Gleichförmigkeit in der D a r Stellung und Art der Projention^
Grofie dee^ Maafsstabes und vorzüglich ein zweckniäfsi-
g^es^Airangement der dazu ,geh&rigen Charten etc. auf
eine befriedigend« Art hatten bestimmt werden können.
IJttter solchen Umstän4,en< konnte schwerlich, eine AxbeiX
zur < Aeif e • und dauernden Vollkonunenheit gedeihen, wel*-
c^^, Jahre zu ihrer Ausführung bedarf, und bei der oft.
Charten noch vor der Vollendung zur Antiquität werden*
muTsten. Kein. Wunder also , wenn die Charten - Offici-
nen, um nicht durch diese nachtheiligen Verhältnisse,
ganz in ihrem Finanzsjstem erschüttert zu werden, ältere
Charten so oft und so lange, wie möglich , durch Be-
richtigungen und Gränzveräuderungen brauchbar zu ma-
chen suchten, und dessenungeachtet doch, oft in die XJn-
mö,g;lichkeit versetzt wurden, in Hinsicht des Erscheinend
I
<
'Charten- Recfitsionen* ^ ^3
aoeUer Und berichtigter Cbarten ^ mit der ScHnelligkeit Aer
%\kl einander folgenden g»ogr«pii^sc>ien Verftndidrungeii
gleichen Schritt sa haltea« . Sachktnner -we'rdea aus die«
9en Urat^clieii manches geographische Product der nettem
9eit nachsichtiger heHrtheilt hahei^^ Hnd diejenigen Gbar-
tenrerleger, diö mit Einsicht und, eifngeiki Bestrebep,
bei allen diesen MirsFerhältnisseu doch nach Kräften für
die 4H^^^^^^^°£> ^^ Bereicherung der Wissenschaft au
wirken suchten, von denen zu unterscheiden gewjirst
liahen , die gerade in diesen ewigen Veränderungitn^ nur
Mittel ^ für. ihren * Spectdationsgeist fanden , und^ von jfs-
dem» ki^mn das Licht der Welt, eshliekt hall#hd«n
Staate auch gleich dem neugierigen Puhlioom ein Charta
chen -- ijleichriel oh gut oder schlecht — CQ produci«
Iren hatten«
Sehr tweckmäfsig war es also« dafs der Herausgeber
didses neuen Atlasses, zum Beginnen seiner Arbeit einen
Zeitpunkt wählte, dei: v^-enigstens für die Zukunft. einen
diauerndern Zustand in der politischen Geographie ktf-»
ysn, wenn auch nicht gtt»\fs grwütteny läfst. Dafs übri-
gens das Publicum Tbn ein^ Vereini^ng zweier, im Fache
der darstellenden Geogratphie so bewähren Männer nichts
Mittelmälsiges zu erwarten habe» bedarf wohl kaum fite
^Srwähnung.
Dem Plane gemäfs soll der Atla« allgemeine Br4iueh'^ .
Parkett mit Gründliahkiit und VMUnHkdigkeft 9Ö iriel, wie
möglich, vereinigen , und sowohl dem Unterrichte^ CÜs auch
ätm. täglichen Gebrauche für alle Stände gewidmet' seyh.
Zur j£rreichung dieser . Ittbliohen^ Eigenschaften hat der
Herausgeber folgende; nähere Bestimmungen gemacht:
z) £ia bequeme)! (d. h\ wohl ''nicht zu grofses )- Format-
für die Charten. Jedfs Blatt 13Z0II Itfng und ti Zoll hoch.
V a) DieBestimmungtderBlätterkahd Bui /unftig, 3) Gleiok-
förmigkeit der Projeetiun und dejt Maasstabet na6h ge-
wissen Classificationen. < 4) MÖgUchite^ Riehtig^ek dar
Charten, mit zu' Grunde -Legung der; neuesten politischen
Seechaffenheit und Eintheiiung der Länder und Staaten.
lUutlichkeit und befriedigende Woilständigkeit derselben^
eorrecier und schöner Stich, Reitihßit des Drucks ^ ^^Kg-
fähige Illumin^Uon und guiu Papier, 5) Die Zugabe ei-
8b a
r
I
354 Charten'^ Recensionen»
»•• Testfs als gefrapküeht Skizze und alt Leitj
Mm Unterrichte «te. |ie]^ TollstXndigem alphaheiiMeJkem,
Register und Repertorium für die Charten,
Man t^elit hieraus, dafs das Publicum rpm Herauf-
geber viel zu eruMreen hat. Um nnsem Lesern jedocb
«ine, so viel als hier der Raum erlaubt, TOlIstandige
Vebersicht dieses neuen Atlasses zu geben , fugen wir
das gedrängte Terz«ichni£s der %vl den^salben , gehörigen
50 Bltttter hintu:
t. Titel.
8. Uebersichtsblatt der 50 BlKtter des Atlasses,
3. Mathematische Figuren das Weltgebäude betreffend,
4. Das Sannenrf Stern (Planetensystem);
5« Oi# Sternbilder der nordlid^n Halbkugel, und
bis sur Ekliptik,
^' \ Die beiden Halbkugeln,
O
7-. '
a
9
7
\
. ^ Ffiaf Plcniglobien «u rertehiedcnen Zwecken,
9. Weltcharte in Mereator^e Projection,
10* Bildliche Uebersieht der ▼omehmsten BesgliÖhett,
jl. Flufs " und Qebirgs - Charte vonEuropa^
22* Europa mit politischer EintheiliDig,^
13. Spanien mit Pprt&gaii
24. Frankreich,
15. Britische Inseln,
X6* Skandinavien. (D&nemaxk, Schweden and Nor*
wegen) ,
.27« Charte von Mittel -Earopa,
18« Flufs *. und Oebirga - Charte .von Teutith'-'^ ^
Und, . LS-g
.19. Teutsche Bundeastaaten, mit der S^weii, j^-gig
politisch begrünst,
90. Reise -Charte durch Teutschland und an-
gräncende Länder,
:8I- NordwastUches;. Teutschland und Nieder-
lande,
M. Nordöstliches Teutschland,
83. MitteldstUches Teutschland, '
94. Sttdwestlichea Teutschland, .
85* Südöstliches TeUlschlanii^
\
QKarteji' B.e'censionen,
355
Special- CHartea
in
SK^ BrandeBBurg^y
37. Königreich Sachs en^
38^ Sachwn - Ernestinische und be-
-"nachbarte Lande, . ^ —
, 39. Rheinmündungen, | gröfsereni Maal«-
30. Niederrhein, i stabe.
31. Oberrhein, 1
32« Rheinquellen oder die Schweiz, J
33, Italien mit Malta, ' ' /^
34. Oberitalien,
55» Unter- Donau und Carpathische LKildtr,
36. Ost - See* - Länder,
37. Rassisches Reich,
■ 38. Europäische türkci,
39. Asien, ^
• 40.- Afrika, ' ;
* .41. America, ^ j
' 42- 1 Mittelländisches Meer in 3 Blättern,
44. Ostii^dien, ' -
^ 45. Mittel -Afi^ka,
46* Nord - Ameriöa, - . ,
47. Vereinigte Staaten von Nord- America,
43. Westindien,
\ 49. Sü^damericä,
X 50. 1 Australien«
Es wäre nun hier eigentlich der Ort,
untersuchen, inwiefern der Herausgeber glücklich in der
Bintheilung seines Atlasses gewesen ist ? ob selbiger
nunmehr dem lüngst und allgemein gefühlten Bedürfnisse
wirklich abhelfen werde? ob nicht eine andere Eintnei-
lung tweckmäfsiger ^^ewesen wäre? u. s.w. Da sich je-
doch diese Fragen zur Zeit nocti nicht füglich gründlich
beantworten lassen diirften,. da es vorzüglich darauf an-
kommt,' wie diese ganze Arbeit im Einzelnen wirklick
durchgeführt wird, und sich diefs aus den wehigen er-
ffChienenen Blättern noch nicht völlig beurtheilen läfst,
so verspart Recensent sein Urtheil hierüber bis zur
Vollendung des Atlasses. |m Allge;meinen ist di^ Anord-
nung^ des Ganzen äufserst zweckmäfoig, vorzüglich in
näher zu
356 Charten - Recen^ip^fjt*
/
der froffcrn Glciehföniiigkeit d^r Frpj«etiQaeiiy
des MaaTsstabes , auch^der ganzen Bearbeitung aiUr Ch^ r*
ten, wie diefs zeiUier in uusernTeut«cbenAjtlanten in dfnt
Gi^ide noch nicht vorzufinden gewesen. Allein aueh eben
^eses Bestreben des Heraasgebers , besonders hinsicht-
lich der Gleichförmigkeit der Maafsstäbe der zum Atlas
gehörigen Charten, verursachte denn doch manche In-
, convenienz. So z. B« rermifH man aus eben dieser Ür«
•ache in dem Atjasse eine Tollständige Charte Ton JV^r-
w€gen und Schwedgn, und die in dem Plane geschehene
Ueberweisung auf * die, in eiuem 2| mal kkinern MaaTs-
Stabe bearbeitete Charte von Rvftland^ auf welcher das
fehlende Stück befindlich seyn soll, dürfte nicht Jeder-
manns Wünsche befriedigen. Ohne übrigens einige von
den, zu Specialckarten der Teutschen Länder bestimm-
ten, <!harten gesehen zu haben, ist Recensent \i\t
jetzt noch der Meinung , dafs in dieser Hinsicht zu we- '
»ig bei dem Entwurf^ des Ganzen gethan ist, un4 statt
mancher im Atlas befindlichen Charte , wodurch man«*
ches Land zuweilen in duplo, in eben, nicht bedeutend
verschiedenen Maafsstäben (als z. B. Württtmbtrg auf
No. 24 ux>d 31, die Freufsischen Rhein- und Weser-
Provinzen auf No. 3t und 30,. die Niederlande auf N6.
aiund29U. a.m. ) dargestellt worden, dürften noch einige
Specialcharten der vornehmsten Teutschen Staaten in etwas
gröfserem Maafsstäbe dem Publicum nicht unwillkommen
gewesen seyn. So 9. B. wird jeder Baier nur uugem eine
Specialcharte dieses Königreichs in dem Atlasse vermis«
scn, da die auf No. 24 befindliche Darstellung wohl tucht
als solche wird betrachtet werden können. Das König-
reich Manöver hat im Atlasse gar keine eigne Charte»
sondern mufs, so wie Kurkesstny erst durch Zusan^men-
setznng der beiden Blatte^ 21 und 22 (welches aber bei At-
lanten, die man gewöhnlich binden läfst, unbequem ist)
erhalten werden. Doch auch ohne diese Meinung, vor^
wirklicher Ansicht besagter Blätter als unfehlbar auszu-
geben, stimmt Recensent mit der Meinung des Herausr
gehers sehr gern äberein, dafs er die möglichste Benw
4zung des Raums , wenn auch nickt äüirphgehends hilligt^
doch grcjstenth»ils, gerne annimmt, da ihm sehr einleuc}^'*
iCJikirten ' Recinüöneh, "üt
.f^nd ist, daf9.y solange^ cUr Herausgeber eines Atlasses sei-
nen Entwurf den bestehenden politiscken^^ititheilungen un-
sers Erdballs anpassen mufs, diese Inconvenienzen fast gat
nicht zu yermeiden sind, we&u er nicht dieselben durc^
eine |;r5fsere Zahl von Blättern unschädlich n^achen will.
Zu .letzterm Mittel bat bereits auch «der Herr Ver«
faaser si/nh entschlossen , da er in »einen Voriiemex»
kungea €ur ersten Lieferung anzeigt, dafs «r sich .noek
SU einigen Zugaben zum Atlasse bewogen gefunden habe^
und derselbe noch mit
l) einer Specii|lcharte rem nordöstlichen Frankreich^
^) — . — — — — . England, • •
3) — — — . — — . Dänemark,
4) — — — — w- Preulse» und Poseu,
Termehrt werden solle. Durch No. g wird d«r Heraus-
geber den oben ' angeführten Nachtheil vermeiden , dafs
die Skandinavische Halbinsel bisher im Atlas keine voll-
Sii|;ändige Darstellung hatte , und durch No. 4*; dafs durch
deren Verbindung mit NcS. 21, 22 und 23 eine vollstän*
dige Charte der ganzen Preulsischen Monarchie erhal-
ten wird. Doch ist hiebei nothwendig zu bemerken, dafs
bei dieser Zusammensetzung ( so wie bei mehreren , in
dem CThartenverzeichnisse vorgeschlagenen) , es nicht dar-
auf berechnet ist, etwa 4 Blätter in gleichgrofsem For-
mate zusammenfügen, und daraus eine einzige Charte
bilden zu können, sondern die "Charten stofsen theils links,
theils rechts, theils unte|i susammen, und ds wüi*de,
nm ein zusammenhängendes Ganzes zu erhalten, immer,
ein Tfaeil der einen, oder der andern Charte verdeckt
oder' abgeschnitten werden nlfÜMen. — Dnrch diese Er-
weiterung des Atlasses, die nach unsrer unmaasgeblicheii
Meinung wohl nicht die letzte seyn dürfte, müfste
schon jetzt da« -Uebersichiff^Tableau des ganzen' Atlas-
ses verändert werden $ der Herr Herausgeber wüfH aber
wohl diese Veränderung bis zur letzten Lieferung an-
stehen lassen, da es sdnst leicht neuen Veränderungen
unt6)^worfen werden könnte. ■—
Der ersten Ankündigung zufolge sollte die erste Lie-
ferung diese« Atlasses schon zu Ende Aet Jahrs 1816 ^r-
\
V
358
Charten -ttecensionen.
tclieineiii und der ganze Atlas binnen i}.:IfiBreit toI«
lendet seyn. Kecensent inufs gestelien , dafs diese« Ver-
sprechen bei diesem ganzen Unternehmen gcradle das-
jenige war, was ihm am wenigsten gefiel, da 2 Kupfer-
stecheri (als soviel . zar Bearbeitung des Atlasses ange-
nommen worden wareh) unmöglich in diestr. Zeit
das Werk gut ausführen konnten. Wirklich erschien
aiich die erstc^ Lieferung statt im Jahre i8j6 erst im April
IS17 , dessenungeachtet aber hat man Ton dem Heransge-
ber das Versprechen, die Beendigung des Gänsen nicht
,iiher die Anfangs festgesetzte Zeit zu verspäten. |ieoen-
sent wünscht, dafs es mit dem Worthalten dieses Ver-
sprechens nicht so ernstlich gemeint sey, da dabei das
Werk nur gewinnet! würde; schreitet nunmehr aber zur
nähern Durchsicht der, die erste Lieferung des Atlass««.
bildenden , Charten.
Das erste Blatt enthält die Uebersicht sämmtlicher
Blätter des^ Atlasses, so wie es auch bei cter Ankündi-
gunjg: mit vertheilt ist. Es wäre sehr zu wünschen, dats
alle Atlanten ähnliche Tableaux hätten Y denn man über-
sieht hier mit einem Male Alles ^ was man in dem Atlas
tu suchen hat, da^ es aus ebenso vielen kleinen skizzir-
ten Ghärtchen besteht, als der Atlas selbst, die hier ig
ihrer Reihenfolge neben einander dargestellt sind. Die
Idee zu diesem Tableau macht di^m Herausgeber alle ,
Ehre.
Das sujeiu Blatt ist No. 5 des Atlasses, eine vom,
Iterausgebei^ entworfene Darstellung des nördliche^ ge-
sFtirnten Himmels , mit den Fixsternen bis zur ^ten Gröfsey
der Müchstrafse und den .i^rnbildeni, auch der Bahn
des Cometen von 181 1* Bo^tfVgrofser Himmelsatlas ist
hiebei zum Grunde gelegt,' tknd die Ausführung dieses
Blattes mit vielem Fleifs Und Sachkenhtnils geschahen,
die Illumination der Sternbilder zeichnet sich vor der
ähnlicher Charten vortheilhaft aus. Für diftjenigeu 9 de«
nen es an jäherer Bekanntschaft mit diesem G^en-
standfe fehlt, enthalten die Vorbemerkungen des Her«
ausgißbers zu dieser JUieferung^ die, ndthigsten Er-
läuterungen. " ,
/
1 ' •
Pas dritte Blau oder No. 6. dt$ Atlasses tti^llt di«
westliche und '
das vierte Bld'tt oder No. ^. des Atlasses die östlich*.
HiUfte unsrer Erdkugel, wie gewöhnlich durch den Me-
ridian von F'^^j^o getheilt, in stefeographi^chcr Frojection
dar. Beidirbharten sind äulserst zweckmäfsig von Herrn C.
C. Reichard nach guten Quellen bearbeitet; sie ge))ea/iii,
einem Maarsstabe von jf^^s^^, eine, nicht mit zu vielen,
Gegeinstä^den überladene Darstellung der beiden Hemi-
sphären, daher denn die Hauptgegenstände leicht in die
Augen* springen. Wirkliche, Fehler wird man wohl in
.den geographischen Arbeiten des Herrn Reichard nur
höchst selten antreffen, daher man diese auch hier ver-
geblich suchen wird; doch scheint. Manches darauf; hin-
zudeuten , als wenn die Zeichnungen zu' beiden Blättern
-schon vor mehreren Jahrlen entworfen wären. Reccn-
eeut schliefst diefs aus dem Umstände, dafs hi^ und
wieder einige, die Hauptländer bezeichnende, gröf sere
Quadratschrift eine solche Stellung ^hat, wie sie eigent-
lich wohl nach der neuesten Kunde nicht erhalten sollte.
So z.B. hat Canadä in Nord -America durch die Stellung
der Schrift einen viel zu kleinen Umfang erhalten, d*
es hier nur Unter- C«no<ifl (in engerem Verstände) be-
zeichnet, dagegen Labrador y welches ungeachtet seinet
beträchtlichen Gröfse nur eine Provinz von Unter- Canai^a
(in seiner weitesten Bedeutung) ist, hier als ein besonderes
Xiand bezeichnet wird ; die Benennung Hudsonsbai ""LÜn^
der ist auch nicht mehr gewöhnlich, da diese Länder
nunmehr bestimmte Benennungen haben. Der Umfang
der Spanischen Provinz Carracas ist j^tzt auch gröfiser, als
ihn die grofse Schrift gezeichnet, und der Benennung
■Magelhaens Land^ hätte Kecensent gewünscht, /den we-
nigstens ebenso gebräuchlichen Namen ^atagonieh bei-
gefügt zu sehen; bei St. Salvador in Brasilien vermifst
man den jetzt gewöhnlicher!! Namen Bahia. Eine be-
sondere Art der Bearbeitung zeichnet diese, so wie sämmt-
liehe obigen Charten des Atlasses (mit Ausnahme voh
No. 8«) vor den gewöhnlijchen aus; die gewöhnliche
Schraffirung der Küsten, nach der Wasserseite zu ist näm-
lich , und w ahrscheinlich aus der Ursache , um die hie-
I
I
I
360 diarien • Recensionefi,
&er mehrentiieils zalilreich fallende Schrift deutlieber zu
snachen , wegg^elassen , dagegen alles Land an den Kasten
TUiii einer y landeinwärts gehenden, schmal^ Schraffirun^
nach Art der Seecharten , eingefafst, um die Umrisse des-
»elben , die durch das Weglassen jener Sc1ufl|^rung nur
undeutlich in die Augen gefallen wären , bestimmter zu Be-
teichnen. Der angedeutete Vortheil ist hiedurcb erreicht^
und an das Ungewöhnliche dieser Darstellungsart werden
fficb die Besitzer dieses Atlasses leicht gewöhnen.
t
Das fünfte Blatt oder No. 8- des Atlasses stellt 5 Pia-
niglobien zu verschiedenen Zwecken dar. Der mittlere
grofsere, von dem Herrn Verfasser Planigloh der Jnti"
p^den benannt, ist nach eigener Idee desselben von ihm
entworfen," und liefert Stoff zu interessanten Betrach-
tungen. Beide Hemisphären sind hier auf einer Kreis-
fläche dargestellt, und zwar so, dafs, während man die
Länder der ^inen Halbkugel , wie gewöhnlich , dargestellt
erblickt, die Länder der gegenüber liegenden Hemisphä-
re, als Spiegelbild durchschimmern, gleichsam als ob !nian
einen durchsichtigen Globus vor sich habe,, doch mit dem
Unterschiede, dafs das Spiegelbild in verkehrter Stellung
ge?. «lehnet, und dessen Nordpol mit dem Südpol, des
oberen, und umgekehrt der Südpol des ersteren mit dem
Kordppl des letztem zusammenfallen. Es war natürlich
gleichgültig, welche Seite unserer Halbkugel .> zum Spie-
gelbilde gewählt wurde; hier erscheint die Americani-
sche Halbkugel als oberes, die entgegengesetzte als Spie-
gelbild. I^ier^us folgt unmittelbar, dafs auf diesem
Planigloh alle grofsten Entfernungen auf der Erde sich
unmittelbar decken müssen, und mau zu jedem Puncte
auf der Erde sogleich den Ort der Gegenfüfsler angeben
kann,, eine Aufgabe, die gewöhnlich durch einen künst-
lichen Erdglobus mit mehr Mühe gelöset wird. Aulser
manchen andern interessanten Betrachtungen, zu wel-
chen dieser Planigloh Gelegenheit darbietet , giebt er die
gleich in d\e Augen fallende Uebersicht, dafs der grofs-
ten Landermasse auf der Erde , auch die gröfste Wasser-
Ukasse gegenüber liegt u. m. dgl. Zeichnung und Stich
sind vorzüglich , und um die «Schrif t des Spiegelbildes
'Charten* Reeentioneru %6i
>
4iif 4en iHV l^n Blick v4}ta deif des oberen za tintftrscliei-
4eiit so is| «eibige io gestochen, dals die Buobstaben
fUFselbf^^ eine rückwärts liegendc«^ Neigung haben , ' wo*
durcb dieser Zweck vollkommen erreicht wird. Voti des^
4 ^pder^ kleinem Planiglobien stellen 2 die Erde in der
Po^rprojectio«, der dritte dieselbe so dar 7 dafs di«
frcjjte J^asf^ Landes ^ und der vierte so, dafs die gröjste
jjifas*€ Wassers sich dem Auge darf teilt. Sie sind we--
gf ^ ihrer Kleinheit natfurlteh nur skizzirt , erfüllen aber
4en Zweck vollkommen, und geben unter andern auch
^jkfi interessante Resultat, dafs fast alles ^ste Land in
§ins Halbkugel fällt. K6in Geographiefreund wird diefs
interessante Biatt ohne Befriedigung aus der Hand legen.
JXßs stehstt Blatt «der No. 9. dcis Hand iltl. ' enthält
eine sk^znrte Wdltcharte, in Mtrcator^s Projection, die
nach der, vom Verfasser^ ( Herrn L. B. Stieler) erhaltenen
Bestimmung »urüebersicht 6ier[ Erdßäche un^ grofser Sei^
reisen dienen soll. Wir nennen sie eine Skizze , weil au>-
fsi^r den Umrissen des Continents und der^ Ins«ln , wenig
iliebr als die Angube der vornehmsten Hauptstädte darauf
zu finden ist. Selbst .die Hauptströme der Erde sind , mit
einigen wenigen Ausnahmen, nicht angedeutet; ebensdi
9iangeln die BenennUn^n mehrerer Hauptmeere (als z.B.
des Mittelländischen, Baltischen, ^ethiopischen etc., in-
iejis das Schwarze , Caspische Meer u. a> ,' die Hudsons"
^at etc. benannt sind.) Der gr<>fse Nutzen dieser
Ghfii'te in dem Atlas leuchtet Reoensenten auch nicht
gan^ ein , da man die firdfläche ebenso gut auf den He-
i|)isphären übersehen, als das^bst die grofsen Seereisiln
verfolgen kann, wie diels z. B., Herr Höfrath Reiehardt^
in seinen beiden vortreflichen Globen (Nürnberg bei
^emko) dargethan hat. Uebrigens darf man nicht erwar-
ten, die Seereisen hier wirklich eingetragen^ zu fin^eh,
zU weichem Zwecke der Maarsstab der Charte (riif^^^^
der wahren Gröfse ) auch zu klein gewesen wäre.. Das
meiste Interesse dürfte diese Charte den Besitzern gö*
währen, um sich daraus einen deutlichen Begriff von;
diese» ungewöhnlichem Entwerfuügsart zu machen, wel*«
eher Zweck durch die auf beiden Seitan binzugefügteni
I
■X
369 ^httrten^.Reeansi^nen.
wAchtMtdea Biaafcstibe. wesentli^li befördert wltd« fime,
bei ahfljichea Weltoharten angewdbnliche f Eigeatc^Aft
bat die Charte noch dadarcb erhaltea , daft sie in Osten
.«■d Westen am 60 Grade wek^,- als der Umfang der
Erde reicht, se daXs fast %an% Europa und Afrika nnd
der gröbste Theil von America in duplo auf der Charte
lu ßnden sind... Diese Einrichtung gewährt den Yortheil,
dafs man , falls man die Charte %u dem erwähnten Zwecke
beautten wiJly die Seereisen rem Anfange bis tu Ende
ahne Unterbrechung rerfolgen, wie auch die Länder und
Meere in allen Verbindungen übersehen kann. Der durok
diese Charte picht ausgefüllte obere und untere ilaum dieses
Blattes ist au i wei interessanten Zugaben benutvt worden ; der
obere nämlich enthält eine Angabe der Zeitunterschiede be-
iiannter Meridiane , und der untere eine Skitte Ton Neu-
UMand nach Fr^cinetU neuester General - Charte diä-
tes Landes , mit Einweisung auf 5\ ▼erschiedene Ta«
bleaux, die daneben den gröfsten Theil der Küsten die-
ses Landes, nach eben dieser Quelle darstellen. Eiue su-
aammenbäogende Darstelluag in gröfserm Maasstabe
wäre vielleicht manchem Besitzer des Atlasses lieber
gewesen 9 allein nach des Heransgebers Angabe war des«
aen Charte ron Auetraliett bereits zu weit vorgerückt,
als dafs.es Zeit gewesen wäre, für diese daron Gebrauch
au .machen, und da in Freyeitut^s Charte noch viele aa-
stelsige Fransosiache Namen (alf a. B. Nmpoleon^s Land
u.a.m.) Torkommcn, die sicK Tielleicht binnen knnent
in andere verwan4eln dürften, so ist schon dieserhalb
es besser, da£s dessen Charte nicht so unbedingt vont
Yer&sser an%enomnien wordap, nnd man wird sich sehr
gern mit dieser Darstelluag begingen, bei welcher der
löbliche Zweck derselben , so wie die fleilsige Be-
arbeitung 9 nicht zu verkennen sind. ^ In der gewissett
Ueberseugung, dafs dem Verfasser die Angabe einiger
kleineu, der Correctur entgangenen, Stichfehler ni«JiLt
als ein Vorwurf erscheinen wird, bemerkt Recensent nur»
dals in der dstliehea Darstelluag von Süd7America der
la Plata-Flufs la Piada, die Lord Anklands-Inseln „^a^r»
lands'Inseln^^ benannt sind, auch fehlt der Nanie fVett*^
Indien in America« -^
I
/
Charten^Recensioneh. 363
Dat siehenU Slätt oder No. 15. des H. A« enthalt eine,
TOifL Herausgeber, >orztiglich nach l*apie*s Oharte der
Bvitischen Inseln in 6 Blättern , iliit^ Sorgfalt un(| Kritik.
, ^bearbeitete Darstellung von England ^ Schotland und Irt^
Jand. Ftir die Gröls^e ^es Maalstabei (vlo^nrw ^* ^* ^O
dürfte wohl etwas zu viel Detail auf der Charte ange«
Bracht seyn, was jedoch weniger hinderlich seyn würd?,
wenn der Stecher die Schrift im Ganzen etwas kleiner
gehalten hHtte, in ivelcher Kunst die Schrift klein und
doch höchst deutlich zu steclien, in Teutschland jetzt
Wohl die Befliner Kupferstecher aus des seeligen * Jäck's
Schule es am Weitesten gebracht habefn, und. anderen
Künstlern als Müstet dienen kennen. ^ Etwas undeutlich
erscheinen hier auch die,' nach der einmal angenomme-
nen Manier, unschraffirten Binnen -Seen, so wie auch
der Shannon in Ireland wegen deiner an mehrern Stellen
ansehnlichen Breite. Drei kleine Cartons, die Umge-^
bungen Londons^ und dieHäven von Portsmouth xmdSdinm
hürghy in grdfserm Maajsstabe darstellend , bilden au
schicklichen Stellen iiiteitessante Zugaben zu diesem
Blatte, und beweisen das Bestreben des Herausgebers,
'seinem^ Atlas ein vielfaches Interesse zu göLen.
pat achte Blatt oder ^o. 4.1. cT. A. ist eine General«*
Charte ;von Amiriod^ in Bonnescher Projection entworfen
und gezeichnet v6tt Reichar4» Eine Sufserst zweckmälsige
Bearbeitung und Benutzung der besten Quellen, Heraus«
liebung der wichtigem Gegenstände, und Weglassung alle«
Überäiissigen Details, das man ohnehin auf Generalchar«
ten nicht sacht, zeichnet diese Charte aufs Vortheilhaftestö
4US« Sie gieht eihe vortrefliche hydrq - und orographische
Uebersicht dieses ErdthMl8,|in'so fern diels von einer General«
ehatte in diesem Maasstabe nur erwartet werden kann. Di«
iBeibehaltUng dts^ für sSmmtliclie Erdtheile (mit Ausnahme)
TOttEuro|ra) bestimmten, Maasstabes (von v^itTv^^« d. w. G.)
nÖthigte den Verfasser den nordwestlichen und südlich^
jtten Theil dieses ErdtheAs in Cartons darzustellen; des-
fenungeachtet vermifst man noch den ganzen nördlich-
fften Theil von America nördlich von etwas über denl
do« Breitengrad a^, mit der iaffint^Bai^ örünland ü. s* w.
^364 Charten- Recensionen. ^
In Hinsiclit der politMchen EintHtüttng Am^riea** gilt ▼on
Aieser^ Cliarte übrigen« das«eU»e| wie toh No. 6. des At^
lasses. Der Stich ist sauber und sehr deutlich , da dxB
6rörs;2 der Schrift hier nicht so, wie bei der Torige^^*;
Charte der Deutlichkeit schadet«
Das neunte Blatt liefert eine Darstellung dea ndrdlir
öhen (nordöstlichen) Theils der Vereinigten Staaten voo
r^ord - America , entworfen von C« G. Retchard, l^esBen
irortrefliche Charte von den Nord - Amerieanisohen Frei-
staaten ist jeden^ Geographen hinreichend bekannt , und
da sie dieser Charte vorzüglich tum Grund« gelegt
ist, so bildet diese gewils, was die geographisG)ie Bear^
beitung anbelangt, eine der voraüglichsten Cbart^i das
Atiasses y da auch der Stecher das Seinige gethan hat,
durch reinen und säubern $tich .der gehaltvollen Arbaift
des Zeichners zu entsprechen. Obschon, wie dcir Heraus«
geber sehr richtig bemerkt, der hier ^ dargestellte Theil
der Vereinigten Staaten, nämlich die Staaten: Maines
ff ew - Hampshire^ Vermont^ Ma^iaehutttSf Rhitds ^ Jtland^
Connecticut, New - York, Pmnsjlvaniaf New-Jer^ey, De/««
wäre, Maryland, Virginia, Columbia, Ohio und Theile von
Kentucky und Indiana,, den wichtigsten oder trenigstent
den bewohntesten Xheil derselben ausmachen > so würde
Keceusent es doch vorgezogen haben j, die. Darstellung
sammtlicher Staaten auf diesem Blatte zu liefern , «relchay
wenn auch in etwas kleinerm Maalsstaba, doch noch hin« '
reichendes Detail würde haben geben können«. Die lieber«^
sieht des Ganzen auf der Charte Ton Nord «America dürftf
bei diesem, mit jedem Jahre merkwürdiger werdenden Staa|
die Ansprüche des Publicums nicht völlig befriedigen^ Was
die Begränzung der einzelnen Staaten anbetrifft, so bemerk^
llecensent noch, dafs selbige nicht völlig mit derjenigen
übereinstimmt, welche die neuesten, in Philadelphia ht^ .
ausf^egebenen , Charten angeben« Verglichen mit jenen is|
die Ausdehnung des Staats Ohio inWest(sn fast um diaHälfta
. zu klein ; auch weicht hier das topographische und hjF*
dro^raphische Detail etwas voneinander ab. Feimer hsl
der Staat Indiana jetzt nicht mehr jene Ausdehnung-, die
Herr Reichard demselben auf dieser Charte giebt, di^ du
/..
Charten- K^censionen. ^ 365
uSrdliche .Theil desselbeh zwischen den ,S6en Erit^ Huroii
und Michigan^ jetzt den neuen Staat Michigan bildet^
und auch hier «ich namhafte Differenzen in der Zeich-
nung dieser Provinz und der sie einschliefsenden ohen-
angeführten Seen von der, auf erwähnter Originalcharte,
vorfinden. Die auf dieser Charte ziemlich rariirte Schrift
und gebrauchten Ortszeichen lassen noch den Wunsch ei-
ner kleinen Zeichen •* .ua4 Schrift - EvkläfTuu g 1 übrig, die
9uf den übrigen Charten dieser ersten Liefei;ung. (allen^
f/dls mit Ausnahme jon Grcftbrüannien) füglich «ntbehrt
«eerden konnte ^ auf dieaer und allen ähnlichen Chartei^
aber 4ocb niobA gan» unwillkommen seyn würdtf»
Das 9$hnte und letue Blatt der erttan Lieferung «entr
b< Australien in Mercator^s Projection von H«rrn H^i-'
ckard entworfen« Reoensent hält dieses BlUtt- für eine der
Torzüglichtten Darstellungen dieses Erdtheils , obgleich 'et
aipht Gelegenheit hatte, die vieWn Quallen, die znr ^e«
arbeitung dersi^lben gedient bahm sollen, ^ Jus m t/M. da-
mit zu vergleflchen. Eine genaue Dur chiicht diesairCbarta
beweiset aber die Vollständigkeit derselben und sorgfaltige
j^ntragunig der. neuesten Bfildeckungen; -Man luldiet >jede
Hauptgruppe der zerstreut liegende^ Insrin AuHraliem^
mit ihrem neuesten und ziteokmäfsigsten Nailien benamt^
und' alle gröfsem und. -bedeutendem Inseln selbst» ao viel
ifur der Raum erlarabtev änmentli^ angeführt. Siei NeU''-
Müllan^ iit Flindtrs romämlioh zum Gründe. gelegt, eift*
Quelle, die gewils alle Achtang verdient, und die Friyr^
oinH theil weise selbst benisUi hat , und. da mehrere Be^
unsmuBgen der westlichen und^ südUebfen Küste, wie sie
Minäsr* giebt, wohl di% rou' Freycinet übeicleben' dtMi>
ten , ' ^o ist in dieaar. Hiatiidit nach Redententsi^s Mai*
nutig, die hier gegebene Datstellung Neu- Hollands für
den Atlas zweckmäf siger , als wenn sie streng nach Frey»
eintt entworfen worden wäre. — Aufser dafs ein Theil
von. den Marquesas und niedrigen Inseln schon in den
Rand fallen, haben attcVdie^' npch zu Australien gehöri-
gen Inseln Pitcairn und Oster -Insel wege^i des gleichen^
Maaf Stabes der Charte xnit Asien, Afrika etc. auf derselben
kainen Platz gefunden. ^ iitd« Qiorgign, Sandwich - Land^
366 Charten - Recensionen.
X4rguiUn*t Land und mehrere andere , , im Indischea
Oceane liegenden Inseln, die Herr Rgiehai^ früher (sieh«
detscn heide Hemisphären bei Campe) aucn zu Austrat
lign rechnete, sind hier sehr /Bweckmafsig ebenfalls nicht
angeführt 9 da sie besser su andern Erdtheilen gezählt
werden. V
Insofern wir nmunehr unsere Leser aaf diesem
beschränkten Rauntö mit de» zehn Blättern der erst«a
Lieferung dieses Atlasses bekannt maa^han kottuten,
Werdaii sie auch ohne Selbstansicht beurtheilen kSa*
n^n , dafs das geographische «Pubhciiem durch dt»
Herausgabe desselben mit keiner gno'dhnliehtn Arbeit
beschenkt wird, da die besten und tuVerlässigsten Quä-
len von iwei, .in der Mappirungskunst erfohruMi M&n-
Aern hier tu dem voigeseUtea Zwed^e benutzt werden.
Ksoeaseat mufs daher bestätigeu» dafs dieser Atlas nicht
nur t» Sehulänf sondern auch für Jsdsrmanii, dem nicht
Spacial-Charten in grdlseramMaalsstabe notwendig sind,
mit grolsem Nntsen wird gebraucht wetden können«
Obgl^h die Michaelis • Messe bereits Torüber ist,
ao hat Kecensent die, von dem Verleger gew^fs vmrspfo»
ak«n#, 9te Lieferung noch nicht erhalten ; doch er ge*
hlpftt i|icht zu denjenigen, die auf Kosten des inaeni
Werths, Uabereüung bei solchen Arbeiten wfinaohen,
und himreichend bekannt mit, den Hindernisse, die» bei
dem befsten Willen, • zuweilen die Erf&llung ähnlicher
Versprechungen unmöglich machen, sieht er zwar vol-
ler Erwartung , aber — gedaldig der Erscheinung der
•weiten Lieferung entgegen, von welcher er den Lesart^
•odaan baldinttgUchst weitora NuthnaiM: g^be^ wird.
II* p
m»
•*■*•
4 1
VEKMJESCHTE NACHRICHTEN.
t.
Nachrichten der Engländer Smee und Hardy
. , über. die Afrikanischfin Flüsse^ die ikrün Aus*
fi^ß ^^f der Ostküste haben^
Vorwort,
Mein Freund^ der Herr Hoftrath von Hammtr %n
tchrieb^ mir vor Kurzem: »>IcH erhftlte so eben iü^r-
Bagdad den Bombai-Gottriery deaten Beilage vom istes
MüCi d. J. eine 'interessante Nachricht ron. ange^teUteik
Untersuchungen über den L^uf des Nigers enthalt , Mn^
die ich Ihnen in beiliegendem, Blatte für Ihre N. A. G»
£ph. mittheile, da Sie Sich * sdbst jetzt damit beschäf-
tigen, alle Notizen Über das geographische Probletn des
Laufs dieses berühmten Flusse^ daiiiin >Zu sammeln. DH
tnan sich jetzt in England' so lebhaft und thätig dafnit
beschäftigt y so kann es nicht fehlen, dafs man d^ch end«'
lieh ein sicheres Resultat darüber erhalten müsse, ^etb."^ '
jy. A. G. E. H^Bdr, 3. St. G C
j68 Vermischte Nachrichten.
Indern icli meinen FreuMk hier öffentlich meliieB
wSrmsten Dank für diesen schätxbaren Beitrag sage, und
ihn unsern Lesern hier mittheile, muij ich für diese
noch folgende kleine Einleitung voran^chicken«
Das in London herauskommende Phitotoiphical Mm-
gctirte and Journal enthielt im Juliusstfick I8i6 einen aa-t
gehiicheii Auszug eines Briefes aus Surat, vom 26. Not.
18159' welcher von der hbchstwichtigen Entdeckung des
Ausflusses des Niger redet, die soeben gemacht worden
Bej, Dieser Auszug, nicht viel mehr als ein Dutzend Worte
enthaltend, uikLauf einen ausführlichen Brief hinweisend,
der nächstens folgen solle , ist allem Anscheine nach eine
blolse Fiction , oder der Briefsteller in Surat hat den ans-
führlichen Brief zu schreiben unterlassen, oder dieser
Brief ist verloren gegangen; denn man hat nie Etwas
von demselben gehört, obgleich die Wichtigkeit des Ge-
genstandes die Englischen Geographen gewils veranlalst
haben würde, sehr viel Geräusch darüber zu machen.
Dennoch ist sogar einer Ostindischen Zeitong, der
Jndia Gazette^ jene unbedeutende Kleinigkeit von wenigen
Zeilen nieht eiltgangen , und sie fordert eine andere Ost-
indische Zeitung, dben Btnnbßy» Courier ^ auf, dem Brief-
steller in Surat seinen ausführlichen Bericht fifaer die
Entdeckung tu entlocken. ~ Der Bombay - Courier antwor-
tet darauf: man wisse über die Afrikanischen Flusse noch
Nichts, als sehr unzuverlässiges Geschwätz, und er weils
selbst von dem aJbgeblichen Entdecker in Surat gar Nichts,
sondern vermnthet, der Brief im Bhilotophical Jeumal
rede von nichts Anderem, als ^n Entdeckungen, welche
im Jahre 181 1 Capitän Smes und Lieutenant Hardy ge-
madit h^hwn, und theüt «uglefcli einen hefriedigendeB
Bericht über dieselben mit.
Uns ist unbekannt, dafs diese von Smte und^Harif
gemachten Entdeckungen, von ihnen selbst oder von
Andern erzählt, schon gedruckt seyen, obgleich dex
Ton, iu welchem der Bombay ^ Cour itr davon spricht, es
yermutheo lufst. So weuig sie über den Niger selbst
widbtig^ ^ufschlüsse.jgeben^ so sind sie dennoch äuXserst
Vermischte Nachrichte^n. 369
scKätzbar . da das J)ui]kel , welc^^es über das Innere Jlfri^ v
Itü V' rerbreitet ist, doch einigermalsen dadurch vermin-
^ dert wird. Wir theilen daher den ganzen, diesen Gegen-
stand betreffenden Artikel der Ostindischen Zeitung, der
durch Vergleicbung m^t den Erzählungen Sidi Harnet^ s
und den Conjecturen RiUys noch ein, höheres Interesse
gewinn^ y in einer wörtlichen Uebersetzung hier mit. '
■ '■*■* *
Das ^^SuppUmint to tht Bvmhay -^ Courier ^ Mareh if^
1S17. enthält Folgendes :
folgender Artikel steht in der Ihdia Gazette
vom 17. Hornung 1%IJ,
„Wir haben folgende Notiz aus dem Philosophical
Jdagazine and Journal ^ Juliusstück 18169 ausgezogen.
Obgleich der Ausflufs des Niger ein Gegenstand ist, von
dem in 'Indien häufig Kenntnifs genommen und gespro-
.* chen wird^ so erinnern wir uns doch nicht, einen Be-^
iricht, der dem im folgenden Artikel erwähnten, ähnlich ^
wäre, gelesen zu haben. Vielleicht sind die Heraitsge- ^
her des Bombay - Courier im Stande , vom Schreiber des
Briefes seihst seinen Bericht über die Entdeckung , Vbn
dem er redet, zu erhalten, so dafs wir nicht darauf zu
warten brauchen, bis die Belehrung über diesen Gegen-
stand zu uns aus England kommt. ''
„D er N ig e r."-
^ ^,Nach folgendem Auszuge aus einem Briefe aus Iftw
dfUn scheint es , als ob der Niger keinesweges im Innern
Afrika^s sich Verliere, wie doch allgemein geglaubt wird."
„Suratf am 26. November 1815."
„In meinem nächsten Briefe hoife ich Ihnen einen Be-
tichtsüber die Entdeckung der Mündung des Ni^ersy we-
nigstens der Mündung eines sehr grofsen Flusses in
Afrika f zu geben, von welchem' die Eingebornen versi-
chern, dafs man nach sechsmonatlicher Fahrt auf ihm
in eine Gegend des Landes kommt, welche von wtifsen
Menschen bewohnt oder besucht wird« Die Mündung die-
Cc ^
370 . Vermischte Nachrichten.
•CS Flusses ist uubedeutenfl , wie es anch mit vielen gto«
Isen StToiuen Indiens der Fall ist. Selbst der Burram*
puter^ der Ganges und Indus können als Beispiele ange-
führt werden. Aber mein Berichgebe^t fuhr in seinem Boote
in die Mündung hin^^in und ungefähr 6o Meilen weit den
^trom hinauf, wobei er fand, dafs die Gröfse desselben
immer zunehme, je weiter man komme.*'
„Wir fürchten sehr, dafs unser journalistischer Herr
College wirklich nuf eine, aus England kommende, Be-
lehrung werde warten müssen, wenn er über die Mün-
dung des Niger etwas Zuverlässiges zn erfahren wünscht.
Nach allen bisher von uns über den Gegenstand erlang»
ten Aufschlüssen müssen wir dafürhalten , dafs es über
den Ursprung und den Lauf der verschiedenen Flüsse,
welche an det 'östlichen Küste Jfrikd*s sich in's Meer er^
giefsen , keine sehr glaubwürdigen Berichte giebt. Dal«
der Niger seine Mündung an der östlichen Küste habe,
ist nur eine der vielen vagen Behauptungen (ip^cu/atxons),
die man hinsichtlich dieses berühmten Flusses gewagt hat.
Mit der ausschliefseuden Absicht, auszumittfeln, ob dort
0inFluIs'von einer solchen Gröfse, dafs man ihn für den
Niger halten könne, wirklich existire, und über diesen
Cegeustand so viel Belehrung^ zu erhalten, als nur mög-
lich ^ schickte im Frühjahre i8il Herr Duncan^ da-
mals Gouverneur von Bombay ^ zwei Kreuzer, die Temata
i|nter Capitän Smee ^ und die Sylphe unter Lieutenant
Hardy^ ab. So viel- wir vermuthen können, redet der
Schreiber des Briefes aus Surate von einem der Flüsse«
die Capitän Smee und XJeutenant/f ar<f/ beschrieben har
ben. Wir wissen Nichts von einer späteren oder besse-
ren Belehrung über diesen Gegenstand, als die ist, wel-
che wir den beiden genannten Officieren verdanken. Ist
der Schreiber des Briefs aber im Besitz irgend einer sol-
chen, so könnte er uns glücklich machen, wenn er sie
der Publicität nicht vorenthalten wollte.«
„Aus der von den Herren Smee und Hardy gegebe-
nen Beschreibung erfährt man , dafs zwischen den Brei-
tep. von ungefähr 3^ nördlich und »5^ südlich auf der
Vermischte Nachrichten, '371
'O^küste Afrika'^s wohl sechs und zwanzig Flüsse, deren
einige von beträchtlicher Gtöfse sind, in den Indischen
Ocean fallen^, Alle Nachrichtfen darüber würden jedoch
fiaüptsäcHIich von eingebornen Handelsleuten erlangt, und
«ittd mithin blofs vage ErzShlungen, auf die man sich
gar wenig verlassen kann.''
,,Def erste f'lufs, den sie beschreiben, wird Dufo
oder Du — aw-^ro geiiahni;, den man nordwärts Maga*
doxa strömen , und eine Monatsreise Veit bestäfndig in
einer scblängelhden Richtung ' laufen sieht. JDer Flufs ist
Hein und ttagt blofs flache Boot^. Den zweiten Flufs
eieht man in der Nähe von Brava untör i* lo' n. Br. Et
ist breit, voll seichter Stellen, und blofs zwei Tageröi^
sen weit für Boote schiffbar. Doch erstreckt er sifeh eine
drei Monatsreise weit bis zu einer Stadt, die GunanA
heifst , und noch iiber diese hinaas , wo seinen Lauf
Niemand mehr kennt. Der dritte beschriebene Flufs wird
"Covind,' auch Juha und Fumhoy {Foomboo) und vom Ca-
pitän Biisee auch Rogues River genannt. Er ist groff,
aber wie w^it er strpme, war von den Eingebornen, mit
welchen die Officiere sprachen, Keinem bekannt. Die
Mündung; desselben war unter 13' s. Br. Drei Tagerei»
seil weiter hinauf ist eiiie grofse,- von Mobamntedanem
l^ewohnte, Sfadt, welche Sad heifst. Die alte Stadt Me»
tinda ist noch zü sehen und liegt an der Mündung eines
gleichnamigen Flusses , der drei oder vier Tagereisen weit
für kleine Schiffe und drei und zwanzig Tagereisen weit
für Boote schiffbar ist. Er entspringt unter einem gre-
isen Berge, 25 Tagereisen weiter im Innern liegend^
Der zunächst dann folgende Flufs ist Queliffe ,' unter 3*
ft6' s. Br. , ein sehr ansehnlicher klarer Strom , der an
seiner Mündung eine Viertelmeile breit, und dessen CJr*
)?pfnng 38 Tagfereisen weit im Innern ist. Dann folgt der
Flufs Momhar, von dbm lein, an seinen Ufern liegendes y^
JDorf den Namen annimmt. Man sagt, seih Lauf er-
strecke sich eine Monats - und eine halbe Tagereise weit
gerade in^s Binnenland hinein i Zwei Tagereisen süd-
wärts von ihm findet sich einer, der den Namen Sunga^
itittszt i^Softnr-^ ga — Jani-"se) hat^ und fünfzehn Tage*
37^ Vermischte Nachrichten^
reisen weit gerade fort in's Binnenland gehen loU* Sedit
Stunden weit, dem S'ungalantte südwärts, ist der Whosin^
( Jfhoskene) , der ebenfalls ungefähr 15 Tagereisen weit im
Innern entspringt und drei Tagereisen weit stromaufwärts
für Boote schiffbar ist. Eine Tagereise zn Schiff weitet
südwärts fVhotine^ oder drei Tagereisen lu Land^ ist der
Fluls Toitgsr, der' sich ebenfalls 15 Tagereisen weit in's
Innere erstreckt und dieselbe Quelle hat, wie .^er 7*0»*
garttTy welcher 'ungefähr sechs Stunden südwärts von fe-
neih erscheint. Die Mündung Beider ist ungefähr die
Hälfte von eines Kabels Länge breit. Der Fengarmi"
{Pengarmg€') Fli:\f8 , welcher sich 30 Tagereisen weit
schlängelnd nach Gazetih (Gasstrs) ia^s Binneidaud er-
streckt, ' erscheint ungefähr cehn Stunden weit. südwärts
▼om Tongarter mit einem sehr reif senden Strome. Jen-
aeits Gazetih verliert sich dieser Flufs so in 'darüher
wachsendem Gebüsch un4 Wald , dafs seine Quelle gpnM
unbekannt ist. Der Flufs Kessoumba ist sehen Stunden
^oder 15 Meilen südKch vom Pengarmi^ An seinem sfiäU-
chen Ufer liegt ein grofses, gleichnamiges Dorf. £r
schlängelt sich ungefähr 15 Tagereisen weit durch's Bin-
nenland , ' hat an seiner Mündung eine Achtelmeile Breite,
ist tief und zehn Tagereisen weit für Boote spbifEbar«
Zwanzig Meilen oder eine Tagereise weit südwärts davon.
Jst der Flufs Beu — eunni (Beu — eunnee) ^ der zehn Tage<*
reisen weit ii\'s Binnenland geradeaus und andere zehn
Tage schlängelnd läuft. Eine Tagereise vom Beu-^guipii
ist der Flufs Sardan ^ ungefähr im W. N« W. vom ZanzU
har^ ein groJ^er Flufs , der dreifsig Tagereisen davon eat*
lernt im Binnenlandc an einem Orte, welcher Seeemnm
heifst, entspringt. Der Strom ist reif send, und Boot^
können daher nur sechs Tagereisen weit auf ihm hinaiif«
fahren. Seine Mündung ist eine Achtelmeile, breit. IP&e*
tundo ist der Name eines dann folgenden Flusses , 16
Meilen oder io| Stunde südwärts von Sardan, £r erstreckt
sich zwei Monats > und 19 Tagereisen durcVs Land, aber
sein Ursprung ist wegen der dicken Wälder und dea Ge«
büsches, das ihn überwachst,^ nicht zu entdecken. Seine
Hündung ist beinahe W^ ^ S. von Zanzibar^ und unge-
'fähr 7 Tagereisen weit hinauf üniei sich ein Ann vo«
•
t
'Vermischte Nyucfuic/uen. 373
ihatf der Zugo genannt wird , welcher . sIcjIl ungefähr
swölf .Meäen südw.^rta dav£H:i ixi'a Meer erliefst. NocH
weiter . südwärts i^ ein anderer , aus dem Zugo Iloul-
Aender ^ Arm, der IFhinda genannt wird , und ^
nngefSIir - einoA halben Fnnct weit südwärts vom Arme
Hthind» {and about ^ a poiht y South of the ,hrünch
Whimdo) ist der Fl als Mutch-^ mr ^ fi ^ ne ^ der iu
einem' schlängelnden Laufe 95 Tagereisen weit durch*«
Binnenland geht uiid für ^Boote. stromaufwärts blols 4
Tagetei#en ,weit «'ch4£^bi^r ist. ti&c nächste ist der Fluf J
Itufßh {Luffte), ^ Seine Mündung ist ungefähr unter 6*
.00' sv' Br«. und' Lieutenant' ii#r<{;)^ mitthmafste nach dei^
gründllohcten. Ausjkunf t , die er darüber erlangen konnte^
di^fs möge einer 4er Ströme seyn^ die da9 Gewässer
des Nigers ▼ermehren. Man behauptet : 11 Tagerei-
sen, diirchströme er das Land in schlängelndem Laufe,
und. eine drei Monats, .und 15 Tager^en weiter, d^na
nehme er einen gunz geraden Lauf, in -nordwestlicher
Bichtung. ^ £r strömt in einen See, in welchem ein ho*
-li^r, felsiger Berg ist, welcher Zu — war — hah^ genannt
wird. Der See hat beinahe eine Tag^r&ise Umfang, und
AUS ihm kommt ein anderer Arm desjFlüsses, der unge«-
fähV' eine zwei Monatsreise westwärts strömt und danm
eine südlichere Richtung nimmt; aber der Berichterstatter
konnte |seine Auskunft darüber geben , ob der Flufs die
Westküste Afrika"* s erreiche.. Ber Luffih überströmt das
Land während der Regenmoaate < April, Mai und Junius),
und ict 25 Tagereisen weit schiffbar für Boote, worauf
der Strom $0 reifsend w4rd , 'dafs kein Boot sich entgegen« '
Stämmen kann. Der Strom ^oÜ an seiner Mündung blofs
'eine Aohtelmeile breit seyn.. ,. Wo pr die gröfste i^reite
hat, beträgt sie drei Meilen. An seiften Ufern liegen eine
Menge Dörfer, die von verschiedenen Stämmen bewohnt'
werden. Der wesiliche Arm dieses Flusses , (oder viel-
mehr der, aus dem See nach Westen strömende,^ Flufs),
htilit Condohih (^Con^^ dO'>^ h€t)y und. es wird gesagt,
<^snan habe eine vier- oder fünf Monatsreise bis zu sei-
ner Entstehung (Mündung? )^ Eine Monatsreise weit
vom Berge oder See ist ein Dorf an seinen Ufern , das
I
/
374 Vermischte Naehriel^ten.
Mar-^ r« — > ntr genanmt wird , und nngelttlir «ine tivet
Monfttsrejte rom Berge ein andere«, weldtee Singpfier
keilst. Die an dieiem westlichen Arme wohnenden Stiat*
■le werden Cond&hih genannt. Ungefähr «cht nnd xwanv
tig Tagereise^ vom Berge war auch ein Ort^ der HTtmga^
tah*) genannt ward, nach des Mannet Beschreibung ron
ihm eine Insel scheinend , die durch xwei ' Gahäl« d^
Flusses gebildet wird. Einer von Lieutenant H^rdy*»
Berichtgebem,. ein aher Bfann und Eingebomcr diese*
Landes, erinnerte sich, dafs vor nng«filliff 9o Jahren
•in WeiTser an Lesern Flusse hin oder In seiner Nihe
gereis*t sey, und aus' diesen Umständen muthaiafste
man, dieser Flufs sey der^ * welcher in -den Nigmr
■tröme. • »
Ungefähr drei Tagereisen rom Litffih sind die kls/nen
Vlftsse Mungarrah und Motschtrfenih { Mutehirfen^e)i
Acht Stunden rom Mungarwnh ist ein anderer kleiner
Flufs, Mgsatannihf Und noch eine Tagei^ise weiter der
Fltifs Buraomar -^ jhh, Diero Fliisse erstrecken sich nur
wenige Tagereisen weit in*s Binnenland.
4>) Herr Pinlurton im dritten Theil« seiner neuen^ Geichisp^-
te, wo er von des PtoUmäut and der Atabisehen Aut«r«ii
Berichten flber ^/rilta redet, sagt: ,,Scin {PtoUm&us) Pa^
^tnngra, iwitcjhea dem Oir nnd^em Niger^ mag das fVan*
„gerader Araber teya.'^ Und femer: „Nach eiaar gananem
„Prüfung des Edrisi wird es scheinen, daXs, w^UirendL
„sein Nil dtr Neger ^ von welchem er sagt, sein Lauf sey
„westwfirts irrig fflt den Niger gehalten worden, ist,. er
„wirklich von dietem^lusse nichts weifs , nnd sein Nil iti-
uNegeir der Gir des Pte^eihäui ist» 4cr sieh in einen Bii^
„nensee verliert, in welchem die Insfl Util wav, fiva
„Tagereise weit von der Mündung des Flusses , und auf
' ' „welche Insel ein andere^ Arabischer Geograph die Haupt-
„stadt des gansen Sudart yerlegt. iJeber diesen See unft
„diese Insel scheint sich £dri«i»^«;&enntiiifi vom inntrm
ffjtfriha nicht au erstrecken. AUe Gegenden und StfLdte«
„deren er gedenkt, scheinen zum Gir^ »ein^m. Nil der Ne^
ftger^ in gehören, der einen nordwestlichen Lauf hat, und
„nach seinem Berichte kand es icheiaen, daf« ^«/t^ar«
„das Delta des Gir ist. *'
Vtrmifeht^'- NacHrich t b"A.
m
^ \
> ^Mngehana iit-ein, iwei Tag^eifen südlicH vom Bu*
raomarjih zum Vovattbeixi kommeiidcry Flufs, der ^iä%
Monatfreise weit' einen sich windenden Lauf zu einem
Ot%^ nimiht, yveloüeix Manna^autwar heifst. Der Strom ist
firitsend, aber zehen Tagereisen weit können Bbote auf
ihm fortkontmen. Eine Tagereise yom Shingalanee (sie!)
ist der Flufs Kaitmeter, eine Acht^lmeile hteit ah seiner
Mütldung uhd ungefähr 20 Tagereisen weit davon ent-
•pringend. Der Sahega iit ungefähr 'anderthalbe Tage«
teise vom Kasemeter ^ ist an seiner Mündung zwei Mei-
len lireit , fünfzehn Tagereisen weit für Boote schiffbar,
und nimmt seinen Lauf durch^s Land 27 Tagereisen weit
in einer schlängelnden Richtung. Fünfzehn Tagereisen
$üdlich vom Sanega ist der Flufs Muttandö, der 20 Tage-
reisen entfernt, im Innern an einem Orte entspringt, wel-
cher Dinschirah (Dingeerah) heifst. -Eine Tagereise weit
t^om Muttändo ergiefst sich der Flufs Tanguerra durch
eine twei Meilen breite Mündung, an deren Ufern ein^
gleichnamige Stadt liegt. Die Quelle dieses Flusses ist
20 Tagereisen weit davon im Innern in eine/h Orte ^ ' dei^
Matumbn (Matoomba) genannt wird. Vet letzte der im
Berichte erwähnten Flüsse ist Nearsser, ( AT« — ars ~ /er)
sechszehn Tagereisen weit südlich vom Tanguerra , sei-
nen Ausfluf^s an einem Orte habend , welcher Muggort
(Mug^-^gore) genannt wird, wo ein Haven und gleich-
ilamiges Dorf ist. Dieser Flufs soll sich bis zur gegen-
überliegenden Küste erstrecken, und obgleich seine Mün-
dung schmal ist, kann er doch an Vielen Stellen hoher
hinauf in einer Strecke von zwei Tagereisen von Boot^
befahren werden. Es weht auf ihm ein sehr beschwerli-
cher und heftiger Wind stromab, vorzüglich im ApriT,
Mai und Junius. Nach '45- Tagereisen stromauf fangen
die schwarzen Berge an ; sie sollen die Gestalt von Py-
ramiden haben und . sehr voneinander entfernt stehen. ,
Blofs Einer wird für sehr hoch ausgegeben. In diesem
Flusse sind, nicht weit über seinet Münlftung, zwei Inseln,
und an Hippopotamuss^n und Alligatoren ist. ein Ueber-
flufs in ihm, wie überhaupt in allen grofsen Flussem
dieser Seite von Afrika, Der ^hlamm oder Sand auf
dem Bode» ist roth, und das Wasser selbii:^ soll ebenfalls
\
y-
37«
Vermischte -Naekrithten.'
roth seyn. Die Möndnh^ ist n«ch d«r Beffclire仫ii|; gans
dicht der Iiu«l Momambiqut gogenäber.'^ ■
'' i;Dor Original -Bcri eilt,, aus dem wir Vorstehendet
ausgezogen haben, ward auf die Belehrungen gfsgründet,
die iniin durch drei verschiedene Individuen^ siUnmtlich
Handelsleute an der Afrikanischen Kiiste^. erhielt, und
von Lieutenant Hardjr gleich auf der Stelle, so wie .ec
die Erkundigungen eingezogen hatte, niedergeschrieben^
ohne das Geringste daran zu ändern, oder hinzuzusetzen.
Seine Glaubwürdigkeit beruht daher blols auf der, wel-
che die Berichtgeber selbst haben, und wir denken, un-
sere Le«er werden mit uns einstimmen , dafs ai\ der Ge-
nauigkeit ihrer Erzählung wohl sehr stark zu zweifeln
sey, zumal wenn wir hier noch anführen, dals bei Er-
wähnung der 'Thiere des Landes diese Leute z. B. fol-
gende grofse Mährchen erzählten: ^^Es giebt schwarze
^Schlangen im innern Lande, die 15 bis 16 Faden lang
ffSejti. und eine ungeheure Dicke haben sollen, Sie ha-
lben lange Köpfe und grofse, einen Fuls lange 1 Zähne,
,,und'*wenn sie ihre Beute erfassen, richten sie sich em-
-„por und fahren ihr nach dem Kopfe. Sie fressen Man«
„ner, Weiber und Kinder, Vieh von allen Gattungen und
„auch reilsende Thiere von allen Arten. Es giebt noch
„eine gröfsere Art schwarzer Schlangen , äie ihre Beute
„ganz verschlingen sollen, und dann sich um eineh
„grolsen Baum herumwickeln, uni den verschlungenen
„grölsem Thieren in, ihrem Leibe dadurch die Knochen
„zu zerbrechen. Sie «ollen sich auch um kleine Dör-
,y{er herumwickeln und die sKmmtlichen Hatten umgei-
,^femdj Einwohner und Vieh verschlingen.''
2.
Der Staat Haytu
Folgender Aaszug aus einem übei; das Negerreich
tfujfsi neulich su Cap Utnri erschienenen Werks des Aaron
N
•
Vermischte Nachrichten^ 377
deVasfäXf *) eiaes Mtilatten und Ministes« de» K6iijg» Hein*
rieh y wird den meisten unserer Leser nicl^t uninteressant
seyn. Die Freunde der Neger - Emancipc^tion werden^liier
sehen, dals die Organisation des HaytUohen .;Staates doch
sc^on Weit gediehen ist,, und dals, wenn die. )(Vedrsen nicht
von selbst g,eneigt siud^ den Schwarzen Gerephtig&eit wi«-
derfahren «u lassen^ die Letztern gfgenwär^ schon he-
trächtlich genug in der Bildux^ vorgerückt sind,, um sich
durch ^ene Darstellung Gehör ^u rer schalten/ /
' • ■ • < . • ' ' . ^ I ■ '
._ .Durch eine voreilige Freilassung der Sci^^ven, bemerkt
^ Baron de Vfistt^, ^9^^^- sich die Franzosen, zuerit den Ver"
^ust der Königin der Azitilleu. zu, wie Ha/^i i^it Hecht
genannt, wird , und durch die Duplicität in ihren Versu»
chen der Wiedereroberung haben sie wahrscheinlich sich
um diese Calonie für immer gebracht. J}ex Kaiser NapO"
l49n sohickie 1802 — 3> wie bekannt, Le Clerc nach Ha'yti
SU dem ostensiblen S^wecke, den Etablissements die, durch
' inneren Zwiespalt , wie man sagte , sohon zu lange unter-
brochene friedliche Lage wieder zu. Verschaffen» Jn der
Proclaraation dieses Generals, die er erliels, als er landete»
hiefl es mit grolsem Wortreichthum : „.Ihr seyd Alle frei
und (unabhängig vor Gott und der Republik !*< Er eröff«
nete einen Briefwechsel mit den Negergeneralen DcstalU
nes und Christophe^ wobei diese Letztem ausgezeichne-
tes Geschick, Mäfsigung und festen Sinn an den Tag leg-
ten. Endlich ward aus dem ganzen To^e der Fran«Ösi^
sehen Vorschläge völlig, klar, dafs nichts Geringeres ala
unbedingte Uehergabe aller feisten Puncte und wichtigen
Positionen der Insel , mithin die Unterwerfung des ganzen
Volks unter den Willen Frankreichs, verlangt werde, undi
dafs diefs der einzige wahre Zweck der Invasion des FranzÖ-
cischen Heeres sey. Der ganze Schritt erschien nun in dem
X^iphte eines höchst verwerflichen Versuchs, die Freihei-
ten des Laudes , die bereits durch sehr viel vergossenes
*) Heflexiont aar jpie Lettre de Mezires , Ex - Colon Frangalff»
adress^e ä Mr. Sitmondi , snr les noirs et les blanc», la
V civüisation de TAfrique , le Royanme-d« Hayti , Par IrBa-»
t«n de Vaiteji a^i Ga^ Heniri. 181&.
/
1
578 dermis chte Nuchriehteii. .
Blut erkauft waren, za verrathen, und die Bewohner Hay*
tVs glaubten daher, zu Erhaltung ihrer theäersten fnteret^
9en, a^ermal^ die Waffen zu ergreifen gendthigt zu «ejm
Die iHichlosen und garnz unpolitischen Barbareien derPrai^
zÖsischeta Ankiee hatten jeden Bürger HayiV's emp9rt, iliiA
der FranzSsischen Sache abhold gemacht, lind' es folgte
nini ein' K^mi^f, ' der dem Spanischen- Guerillas 'Tjtiefsä
ittlse^t ähnlich war. Die Eingebomen hättett' 'j^glicheifc
Vortheil , TOrzügliih den siehr bedeutenden ihVes brennen««
den Klimans, und einer vollkommenen KenntnlTs aller wich«'
tigenPuncte der Insel. DieGluth einer scheitelrecht strah-
lenden Sonne am Tage und das Palleil eines sehr starben unft
erkälteten Thaues bei Nacht waren an sich sch6n hinreichend
die Französische Armee 'in's Verderben zu stürzen. 'Alz
tu diesem , röri der natCrlichen Beschaffenheit der Insel
bereiteten Ungemach noch hinzu'- kam ^, daf^ sie sich roü
Haytfs Volke aus seinen Dickichten und Hinterhalten an-
gefollen'sah, erlitt sie bald wahrhaft befspiellose Verluste. '
Das V^lk erklärte sich wieder ffir unabhängig. Eine
Regierung Ward organisirt, an der^n Spitze Dessalines
tt&nd. Der Handel erwachte allmählich aus seinem
Schlummer, und in jeder Abtheilüng des Gemeinwesens
begonn wieder Ordnung sichtbar tu. werden. Jedoch die
Grausamkeit ürjfdh'nex, der, obgleich ausgezeichne|erMili'
tSr, doch für ein' menschlich fühlendes Volk sich allzu
blutdürstig zeigte, bereitete den Weg zu seinem Sturze: er
^9xd meuchelmörderisch umgebracht, als er auf dem Wege
i&ach dem Süden der Insel war, wo er Rcvtie über dift
Truppen halten wollte. Touiiaint*/ Schicksal war ein nocK
Vräurigeres , er war «in Mensch von grofsen Herzen und
hellem ^Verstände. Trotz diesen Eigenschäften starb er
fammerlich im Moder eines der unterirdischen- Kerker
Frankreichs. 'Da^ Gomhiando kam nun on Henri Chri*
stophj „«inen Mann," sägt Baron rn«ey, der zu hohen Dingen
TOn der Natur ausgerüstet war, und welcher wirklich be«.
st^nnit scheint, ^er Unabhängigkeit, welche dem Vol]Le
cu erkämpfeuh £r so viel gethau hat, eine feste Dauer zu
gründen.^ . £r ward durch die einstimmige Wahl des Volks
«um Präsidettteli von Hmyti eththvn , und Zeichnete sieh
' V er mischte Nachrichten» 379
auf diesem Posten durch grofses Talent' und Thfttigkeit
aus.' Er revidirte die verschiedenen Verwaltungen, un-
tejrsuclite die verschiedenen Departements der Finanien',
des Handels und der Schiiffahrt, prüfte die Organisation
des Heeres ^ besuchte und untersuchte selbst ' ixe Lazare-
the, und half, u6i es' an Nichts fehlen tu lassen, und'einö
▼Sllige Reform zu bewirken, den ^bedeutenden Mangeln det
Gerechtigkeitspflege ab, indem er ein neues Gesetzbuch
zu Stande' brachte, welches den Titel Code Henry hat^
und unter dessen merkwürdigen Verordnungen vorzüglich
diese ist, dafs dtm Grundstückianbauir d§r Besitz we»
nigstens des vierten Theiles vom ganzen Product ge*
sichert wird^^
Durch die Weisheit «einer Maafsregeln in der Ach'«
tting -seiner Landsleute immer hoher steigend, wanl
Präsident Christoph bald eine« noch höherp Range«
werth geachtet, und im März iSH» im] achten Jahre
der erkämpf ten Unabhängigkeit y zur Würde einet sou^
▼eränen Beherrschers der Insel erhoben. Als l^öni([[
Heinrich hat er während seiner Regierung keine«wege«
die freien Künste und Wissenschaften aufser Acht gelas«
MBU* .Bereits sind Nationalschulen nach dem LankastCK^
soften System in der Hauptstadt errichtet worden, und
mit Errichtung anderer im Innern der Insel ist man ebett
beschäftigt f auch ist schon der Bau eines königlichea
Gollegiumt ziemlich vollendet, wo die höhern Wissen.«
Schäften von Professoren gelehrt werden sollen, die man
aiis England erwartet. Teutsche Officiere sind angestellt-
um die Cadets. zu bilden^ die sich zu Officieren. und Inge-»
aieuren vorbereiten sollen. Eine Maler -und Zeichnungs^
ftkademie erfreut «ich unter der Leitung . ausgezeichnetes
Künstler schon einer Zahl vpn etwa dreiXsig Zöglingen^
von denen einige durch ihr Talent wirklich recht sehr
viel .versprechen. \
Mit dem zunehmenden GeschmaclTe an den häuslf-
chen Bequemlichkeiten eines civilisirten Lebens ist auch
^chon die Nachfrage nach den ausländischen Artikeln
des Luxus sehr lebhaft. Gewöhnlich kauft die Regierung
einen beträchtlichen Theil' von jeder ^ in den Haven ge-
38Ö Vermischte Nachrichten.
kcnimeneii ^chilFaladungy und giebt Zucker, Kaffee, Sy-
xupi Baumwolle oder andere Producte der Insel in einem
Tauschhandel dafür. Die Bauern beschäftigt allgemein
der sehr yortheilhafte Anbau des Zuckers und Kaffee*s
für die Ausfuhr. Die militäi^ische Stellung, in welcher
sich die Nation immer noch zeigt, vielleicht nöthig, um
Frankreich von kühnen Versuchen abzuschrecken, ist
ohne Zweifel der Verbesserung des Bodens und voll-
ständigen Entwickelung der nicht zu berechnenden Vor«
theile desselben entgegen. Das EnrolUren aller maa»-
lichen Individuen für die Armee, sobald sie das sechs-
tehate Jahr erreicht haben, ist dem Anbau ein bedeu-
tendes Hindernifs. Ist aber auch nicht ein solcher lieber^
flufs an Producten da, wie man ihn wünschen kdnntf^
dennoch giebt es deren genug, um die eingeführt weir*
denden fi;emdeii Artikel damit bezahlen zu können. .
Cap Htnrif Ifii^ti'/ Hauptstadt, liegt am nördlichen
Ende der Insel. VomHaven betrachtet, hat sie ein auXser*
ordentlich hübsches Aussehen. Sie liegt in einer - aii-
liangenden Fläche, welche die Basis der,, hinter' der
Stadt sich erhebenden^ Berge ist. Ihre Lage in der
Nähe des Vorgebirges vom Cap gewährt' ihr ganz den
Vortheil der reinigenden Seeluft, un^ das ausgedehnte
Thal zur Rechten der Stadt giebt dem Luftstrome von
den Gebirgen während des Landwindes einen freien
Durchzug. In Hinsicht auf B.einlichkeit hält der Statt-
lialter mit der gröfstdn Strenge auf die getroffenen An-
ordnungen, und mit diesen Vortheilen dar? Cap Menri
Tiel^eicht das gesundeste Plätzchen in ganz iVtstindUm
genannt werden. Das gelbe Fieber., so verderbenbrin«
gend in Havannah^ Jamaika und andern Inseln, ist auf
Cap Henri unbekannt, und die Hauptkrankheiten, dene^,
Ausländer hier unterworfen sind, sind wirklich meist blo-«
Xse Folgen der Unmälsigkeit,
Die Tiscligesclligkeit (^conviviality) hat man hier
befördert durch die Einrichtung einer sogenannten gc-
mtinsamtn Tafel ^ deren Fonds aus den Subscriptionen
der vornehmsten fremden Kaufleute besteht, und zu wel*
Vermischte Nachrichten.. 381
duranch Ausländer nach gehöriger Einfülirung Zutritt hav
beil. Die, welche Familie haben, bringen ihre Nachmittage
j^ewöhnlich zu Hause oder mit gegenseitigen Besuchen
BU. ' Eine kleine ^ aber achtungs würdige und sich imraee
▼ermehrende, geschlossene ' Gesellschaft., bestehend aui
englischen, Americanischen , Teutschen und anderen'
Kaufleuten, bildet einen Zirkel, der für die Mitglieder
ungemein viel £rhMt«rtides hat. Die Fremden haben die
• O-ewohnheit , Sonntags auf einem Plantagenhau9e zusam*
nienzukommen , welches König -Henri zu diesem B^hu£
ttiit allem NÖthigen hat versehen lassen. Diese äufserst
Teizende Plantage liegt auf ^iner mäfsigen Erhöhung, un-^
gef&hr eine Teutsche Meile von der Hauptstadt , und man
hat dort die Aussicht über eine der weitesten und ma*
lerischsten Ebeben, die es in ganz V^tstindieH geben
kann, beinahe sechs Meilen weit in einer geraden Linie
aich^von Morgen nach Abend streckend. Hier sieht man
die üppigste Vegetation, da die Fettigkeit des Bodens,
die Bewässerung von den Gebirgen und die Wärme der
liUft, weil das Gebirge gegen jede rauhere Seeluft schirmt,
für diese Gewächse, als: Zuckerrohr, .BaumwoUenstäuden
Ihdigopflän^en , ' Kaffeebäume, hier Vor theile gewährt, die
sich sehr selten ^n gleichem Grade für dasselbe ver-^
einigt finden.
Haut de Cap-^ diefs ist der Name der Plantage«— war
\'das Eigenthum eines Franzosischen Adelichen, der sie mit
' Gärten verschönerte, in denen sich jedes "reitende Ge-
wächs, das die Tropengegenden dailsieten, entfaltet.
In einer Entfernung von ungefähr sieben Englischen
Meilen, auf dem folsigen Gipfel eines ungemein hohen
Berges, sieht man die Zitadelle Henrik die mit drei hun*
dert fünf und secbszig Canonen versehen und ganz dea
Grundsätzen der ächten Fortificatienskunst gemäfs er-
haltet ist« Man baut immer noch , und zwar unter der
unmittelbaren Leitung des Königs selbst, der persönlich
die Aufsicht führt , daran fort. Man behauptet, die ZU
tadelle sey mit Proviant für zehntausend Mann auf drei
ganze Jahre versehen. Sie ist das gxofse! Depositum der
Schätze des Königreichs, und wird daher mit äfufserster
3&I Fe r mischte Nuchrichteh.
Sorgfalt bewatlit. Vom GescliütT %9A% eingefalst xxaaA «rf
allen Seiten unzugänglich, mit Ausoaliine eines einzige«
Ftifsweges , der in den Felsen gehauen und so enge isl^
daf« nicht swci Personen nebeneinander auf ihm gehen
können , darf äiese Festung in der That für unbezwin^
Uch gelten.
Eine Engliccbe Meile ron ihr, vom Cap uiige£ä2ir
KWÖlf Meilen entfernt, steht der Palast S^nt-^Souci^ de^.
Lieblingsaufenthalt des Königs. Blols wer dui;cb einem-
gültigen Empfehlungsbrief bei Sr. 'Majestät ordentlich eza<»
geführt wird, findet in 4$on/-5«uct Zutvitt. Fursbodenund
Decke des Palastes sind tron. sehr glänzend polirtem Ma-
bagony. Un| das Innere- zu schmuoJBen , ist dai höstlicb«
$te Möblement ausgesucht worden, das Europa oder die
westliohe Welt nur darbieten konnte, und die Gärtem
und Lustplätze um den Palast herum sind toU der selt-
tensten Flüchte und Pjflanzen , bei dere^ Anordnung man
«ehr Tiel Geschmack bewiesen hat« Die Friichheit^ dei:
Luf^ auf dieser, über die Ebene so sehr erbÖhetea Stelle
(welche daher äufserstg^cklich gewählt ist), wird untex<»
stützt durch die Art,' wie die Bäume in Gruppen ver*
tb^ilt sind.
Ein sehr grofses Arsenal und die Barraken der Leik«
wache sind in der- Nähe. Der König ist täglich mit Mu*
sterung des Militärs beschäftigt, und besteigt mit Sonnen-
aufgang sein Kols.' Er gehört zu den schönen Männern^
ist sehr gut gebaut , von breiter Brust und breiten Schulr
tem, ifnd sein Ganzes kündigt grofse MuskeUtärke und
Leibes - Gewandtheit an* Ah Soldat hat er hinlänglich
^zeigt, daf 8 et Tapferkeit und Geschicklichkeit in glei*
chem Grade besitzt, im Kabinette öder Kriegsrathe zeigt
er Kick voll Urtheilskraft und Sehlauheit. Mäfsigunjg; und
der Entschlufs , sich durchaus nicht in die Angelegen-
heiten der Nachbarstaaten zu mischen, sind die c^<^
rakteristischsten > Züge seiner Verwaltung. Er scheiiit
eich die.gröfste Vorsicht zum Gesetz gemacht ^u habfexii
und nicht eher als wenn die .Unabhängigkeit HaytPs
▼on den ▼ersohiedenen Mächten anerkannt worden seya
wirdy jene Plä^e ausführen zu wollen, welche er zur
y ,
n
\
Vermischte Nachrichten^ ^jjA^
JVMiMMrang dar Lage seitfet V6Ubi entwöifiin Itat^ wk
•c bekannt ist.
Framde sind bei ihren Spatieiiflüigen aof die Uttige« '
Illingen von Cmp Htnri^ ton l*Jielaif iind von Haut de Cap
beschränkt Die, .welche Oeschafte mit dem Könige hm»
ben, werden nach Sans*Souci%9iu\itt^ und Raufleufen nnd
Snpetcargof , die in mercantiliichen Angelegenheiten da
aindy wird ^weilen erlaubt» Gonaivts 4u betuch^, ei^
«bn ilngefShr teühsiig Meilen Tom Cap entlegnen Haren^
wohin Schiffe kommen » um Baumwolle einsunohmen , da ^
-ax imMittelpuncte derBaumwoäenplantagen ist. L* Eclair
ist. ein Öffentliche» Haut mit einem hübschen Garten^, im
der Mitte des Abhanges vom nördlichen Torgabirge des
Gap gelegen , und wegen dieser seiner Lage eine weit«
Aussicht^ von entzückender Schönheit Jseherrachend« - "Dm
geräumigen Haven mit den Schiffen hat man gerade in des
Fronte ) zur Rechten dehnt sich die Stadt aus, und in dec
Feme sieht man die Berge Sans^Soucij Orange und Monte
Christen
^ ÜerM'alfkt in Ca)^ ^enri bietet' einen Sbhauplatz >d€a
Oeräiisehernnd der Thätiglceit* dät/ uhd wird mit abeA
Arten auimalitcber und vegetabilischer Nabtiingilnittel uf
grofsem Uebtei^nft versorgt. Früchte »^om herrlichsten
Geschmack , die blofs in da|^ tropischen Rlimaten bekannt
sind. Orangen, Limonien, Bananen, Pisange, Sappadil»
~lll^v:Mtfngoe*, Ananas., iind kiclr liBbi' wohlfeil f« Baben«
y^.n. GemiiCsen giebt es hier die Europäische Erbse , '• dl«
F^anac^aieffh^ Bohne, die Scharlachbokne, süCsa PataCtn^ '
Tamsy jQafiaTe*Wurael, die Eierpflanze und eine grofae
J^^nga .anderer y einheimischer sowohl, als etotisclMt«
Der Palast des vorigen Statthalters« qbgleinh.jet»t verlal« ^
len, ist* ein pifiä^tages. Geblude im obern Th#lle der Stadt. ^
'.Anf dam Wage tu ihm Jconunt man über einen schöfteit
ilteiem Platz mit Gras bewachsen , in d^sien Mittal- ^ \
puncto die Quelle ist, welche die Franzosen/, al« tte^d«^ ^
.wallen, Torgiftet hid>en saUen« Er ist' von zierliolien^
öffentlichen Gebäuden- M^eben*^ Links steht^ die Hanpt^
kirche^ der königliche Palast und der daran jstof sende dt»
lEÖii^lichen Prinzen f anr l^htan äJew div erabiMbölIi«
JiU. 0. 9. U. Bd*. gSi. Di
384
¥er^.i sehte Nachrichten.
gttwfthrt einen gefälligen Anblick, > •
Ole EingeboriMn tviekpen ticH dii^cli Snfterft 1i5fii-
di6i BenelmieB und Ztitrati^ielikeit gegen die Fremdeli
•(tot y und der scUeclitette BkVier itiftclil dem Weifeen im
'Vorbeigehen ein faöftiehet Gompliment. Die Reichen emd
ir6n eebr ge«cbli£fenen Sitten, mid offenb«r ron dem
Wunsche beseelt, dem Autlämler eine gttte Meinung toh
,eieh beizubringen. XM^ Wachsamkeit der PoUaei Idgr
4U^ertriftt jede, die man in i9^4ttvndimi ifgendiro fiml^t.
Ovdnung und Anftaud eharakterüiren den hiarigea <)•-
sellicbaftetfuetaud, lind Verbrechctt werden selten dur^
^Ue wirksMusten, tu ihrer Vei^ndernng gewählte Mittvl.
lAiisi&ttder werdan besonders begünstigt, und sie stehutlm-
tn dem unmittelbartii Schutiie dar Ragitruii^.<<
,CiviUsation der wilden Indißner in JSford- America,
.r JBIn. Mriif P0n /» ilf«te#, 4KrfV (ifsr sYs^ Itmgß im Che*
sü r^kv*«- Iiaii4s mi^e&a/tsit Aat.)
V'- : <A»i'd.tiMI]ll7MmiasABg;4iMi
•• t
tfisfiakireT^ hadte ^^ «i«e ZUhlmig dMt?M^aii#.
«^ Heikes uÄternen^fUftt , tind fahd ' er f!r»257 Klivie aüA.
.IM» männlichen« «ud Weibli^henandittdä^n %iirin »iSli
lan Zubl «iebtlfch gM^h. ISeit jetter 2eit hlMi^ m&^äik
.tetrlchCHch Vtermehn » so* däfs , lidt BinscMtlf s ' %üMr'^^
^onia yMi ÜAefelta#, welche si'ök'afii Plfiise ^rkiSKtiM^iB4-
dergiblastenliaben, ihr« AnMhl' nh|«fft1b ttfVS^M» kt. Ofa
an den. Arhanfdt ku»ge«7*ttdei*tl»n''C}htfrok«Kft'Sol«9kIy 'l6s
die noch «iif ih»em heiMiisClfen Boden k«findKdletty'iÜ-
bcii in ^dat Aueigtiutig nützlicher 'Küftste, ^lfzüglfek*te Mx
.Butmiwölleii« und Tach-Ato»iuii€llfr ^be'ditttinde ' Patt*
• Kkritte gemacht. Sie etbati4<tfl^Mmw^le ' nif d 'ftt dig«>, ^tmd
•habe« gegte wirtig imgäfthr' 5100 'Wetferstfifile. *pie »ei-
sten dieser S^klafliabav^^F lieh' MlbitfMIliiclit. ''ädb bn*
4*
rK9tniiiph$e N^JChric'hten. i%i
*4b0ii'niplir «U' 500 "PQü^Bf und* di« Be^erbeitting ihm Bo*
dfens nimlnt erstaunlich zu, Sie beiitzen sehe viel Hgra* /
läeh und Pferd^, 'Schweiue und auch )Ueine Spbaalheer*
den.- FedeVvieh, haben sie im Uebernusse, und es i*t'
offenbar, d^fs sich mit deni I7eb er Busse an Su})sisten«-
,ii^tteln Terhältnilsmäfsig auch die B^-völkerung vermehrti -
Dank eiuigen errichteten Schulen giebt es unter den jun*
jren Leuten dieses Volks schon vi^ Lesende, und Schrei«-
bende. Ein greiser Theil der Männer' hat die BngU»
*sche Tracht ang^ommen, die Weiber kleiden sich ohnf
Ausnahme, wie die der WeiJ^sen. Einige, die wohW
habend sind, erscheinen Sehr reich gekleidet. In ihrem
Aeul^ern sind sie in hohem Grade Schmuck und^ Rein-
lichkeit liebend. Diefs beweiset schon die bei ih^^ett gan«
allgemeine' Gewohnheit des häufigen' Badens in ihren
Flüssen , deren eine grolse Menge vom Jherdichsten, reiiv«
tten Wasser diefs Land durchschneidet. Männer, Weibeir
•und Kinder , Alles hat hier d^e Gewohnheit, sich zu b%*
d^n, welches, zuverlässig viel zu ihrfr blühenden Gf^und^
heit beiträgt. Alle können schwimmen., und diefs konui^t
ihnen oft sehr zu Sti^tten , da so kein FluXs auf ihrefi
Wanderungen sie in Verlf^enheit setzt. ^ Wenn sich di#
Weiber bad^, so haben sie nie Muthwill^n von de«
Männern zu fürohten, allgemein zeigt man Abscheil
.^ür jede Verletziiing . des Anstands gegen die ]f raueil*
Während . meines Aufenthalts bei diesen^ Voli^e gesch^
les, dafs ein junger Weifser um die Hand einer^ i^i^ngen
'Gherpkeesin warb. Sie gab ihm abeV eine ahschlägl^cK^
Antwort l^fiuptsächUch , wie sie anfühiü^e, aus dem Grund^
Weil er nicht, nach der Gewohnheit ihres Volkes, , sich in
den Flüssen bade. Sonst war diesem Volke das W^9heii
des ganzen KSrpets Heligionsvorschrift , aus diesem G^*
1iichtifi|nincte sehen sie es, wie es> scheint, nicht mehr an,
doch kommt ihn Fetthalten darüber einer moralischen
Tugend nahe. ' .
' ' Ich bin kein unaufmerksamer Beobachter der Wei«a '
dieses V^lks , äik es in sehr verschiedenen Lagen hat, ge^
Wesen, sowohrim Wald« bei der Jagd, als im häusliclien
Zixkel und bei 8«itteBL VmMttmlungen. . Ich habf» ihr«
. ü d ^
^
t «
3g(^ ^ Vermischte Nachriehteft.
Kiader in dbr Solmle im Begrttfen so tchn«!!« F»rlP^
fckritte rnaoh«!! tehen, wi» Kinder nur irgendwo.
bie Nfttur h^t diesen Menschen das schönste K6rp^*
Ehenmaafs gegeben. Wie thöricht, glauben zu wollen^
der Schöpfer habe diesem Volke, deiiDr Körper entsprebhende,
Geisteskräfte versagt! Niemand, der mit ihnen in bfit'-
yerbcheu Geschäften xu verhandeln gehabt hat', wird
ihre herrlichen Verstandesanlagen verkennen. Ihre Oast-
jBreundlichkeit in ihren Häusern ist anerkannt ron id.
len denen ) die im letzten Kriege gegen die feindseligen
Creehs mit ihnen zu thun hatten. Jedermann wird aber
gestehen, dafs , wo Gastfreundlichkeit und Seldenmüthig-
keit sich paaren, diesen Tugenden auch noch andere bei-
gesellt sind.
Dafs schon einzelne Indianer sehr unterrichtet und
▼on sehr geschmeidigen und angenehmen Sitten gefunden
werden I ist bekannt. Vt^as Figur anlangt, so ist bei der
Vergleichung mit uns der Vortbeil weit mehr noch auf
ihrer Seite, und ein BÜdhauer, dem es an Modellen schd*
»er, menschlicher Form fehlte, dürfte nur,, um die voll-
kommensten zu finden, eine Reise zu den, dem Ohio Strom
ffidlich Wohnenden Indianischen Stämmen machen. OrtV«
mlunland und Italien können unmöglich schönere Formen
darbieten, und wenn die Unschuld der Neigungen Einflttlii
liat auf ^/ die Körperbildung, so müssen diese Natum^on*
sehen wohl auch dadbrcK den Vorzug haben^
,Unge!l(hr dje Kä]fte des Cherokeesen - Volkes ist yron,
gemischten^ Blut, weil sie sich häufig mit Weifsen ver-
beirathet haben. Viele von ihnen geben ao Weifte de«
JSngländern Nichts nach«
Oie Chero^eesen glauben Alle, olme Ausnahme» au
das Daseyn eines Gottes. Sie nennen ihn den groXsen
Geist, und neoiien jhp nur ipit tiefer Verehrung. Sim
glauben, seintf Eigenschaften seyen unbegräuzte M^dit
und Güte. In ihrer eignen Sprache entweihen sie den
j^nqien Gottes nie, und zu solchen entweihenden Eed«aa-*
#rten oder Flüchen scheint 09 ibxex Spifrche gfui^ ma
WpriC« Hnd Frechheit nu, fehlen«
• . • . .
1 1 II I 11 II I ■^■■■■■■■■■■■■^■■■■■i^Mwr'^'i*»^
k
■■»t
t
1 N H A L Tt
• / , . , .
Ahhandlung^m* Seite
X« ToxlKufige Notiz von def letzten Snglisclien Unter*
•uchangs - Reue nach 4eiii Qongo - Flutte in Sftdr
Afrika . . • 96$
«• Sidl Hamet^s Reihen nach Tümbuciu und der
neuen StadI H^msiai^ah im Innern von AfrikU « , 97i
B Jl e )k e r - It e c e n / j o » e »•
!• ^Consideratidnt on the pretent political State of
India etc. By AUstmMr Friugr TyttUr • • ^
8t Entwarf zu einer SdiwediscKen Statistik,' Ertte^
Abtheilung • . , . . « , . 3l6
3« J^. Nfgrup Kelten nach Stockholm in d^ Jahren
X8I0 und i8i3 oder teine, auf diesen Reisen gehal-
tenen , Tagebücher mit dazu g^Öriger Beiläge 39S
4« Beiträge zur Kenntnifs Rulslands und seiner 6e-
schichte. Herausgegeben von Gustav Evers und
MprUt von Sngglhurdt. Ersten Bandes erste ^
HSlfta . , - , • , . . , . 3a«
5. Dr. G. HasnVt geographitoh • statistisches RiMad-
F^rterbuch, nach den neuesten Quellen undHülfs-*
mitteln in 2 Bänden beerbeitet* • • « • JU^
4« Dessen Antihritik\ über die 'R.eoeneion seines
geographisch^statistischen HandwÖrterhuohf in der
Ballischen A. L« Z«. • . , , < • 346^
CAnr^sn^Aeeeniioneii*
]Und^ Atlas über alle Theile der Erde, nach dem*
neuesten Zustande^^ und über dM WeltgdMvde,
388
I n k m t t.
nebtl wkWi gMfnpliitelieii T«xt«. Httmi^sfofe*
Imii, und femeinfichafUicli mit C O. tUidkmrd be*
uheiU^rQuAdoiyStitUr^ I. liefenuig •
I, Naclirichteii der Englfinder $m€€ und Mardy fibec
die AfirikaxiMclien BlOiee» "die- ihren Aosfltilt auf
der Ofltkütte haben 967
jp. {>er Staat H^fti . . • • . ^ • 376
3« CiTQitation der ifilden In^Mner in Nord-Amdricn»
Ein Brief von J. MeigSy £tq. , (der lieh lan|;e ia^
Gherokee •> Lande aufgehalten hat. ) « 334
\ • ♦
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I. . .. '..j ,|I«lttl'Aai|[t.ll|l#i**-r.-f.o:'l :■.:: ^..■/
Geograph iscb^
« P H E M E fi I B E Nt
Jl, Bandes viert eßSt^c^^^
V A.B H A.,N,Ö fc ,m,|jr.,.G,J..ll*,,,
s> * .*
I
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J.'^^i
^-\u ' ' "'
.- . wvia iUi* hai' V '
Ich dasrf in Beteln 6#itiSldt von dar Civilis
itlion ÄBt NogtLJei der Weib«r nicht verj^etsett^
^flf^iAänfiUtf«; iipitatt tnch noch 'nicht badtutend^
di« SphiM ■' . <ih«0f :• IMatfleifics ^ erweitett habenw
Vorher tpmüurii di iliit der.Spahdel mtteekMs^
•mnd^xiifwikdigtn ^eittbiii Welle ttnd BänmwiHt^
5^ Ahhandlungea.
letzt eiebt let^ConlfeErere tintiRr iäbeir, die audi
Hanf tind Flachf tpisnen. Die Weib^ ▼erSexti-
gen euch «Ue grobe Zeuche für das Haiuweeea
und zm Bekleillii9*i9p4APa«toci, dat in «Olca
Undem fast aiifscbli«bli|ph von Weibeni bereitet
vird, und aas' man l>ei einem rolle , das groCsen-
tyils vtn Mf^^^^^' ^^^ geiriss|x^Vtfko«r
inehb^f ez^rten dtirfte^^ist die Butter. Gerade
diese aber wird biet:, inhlprht nnd unreinlich zu-
bereitet, und bat einen abscheuliche^ Gei^^clu Sie
wit€ \tt^ic}A "i'^' ?bhett Öclileh > uHd ZiegeAiäu-
ten verführt, sie mülste aber. doch wenigstens ohne
Schmutz seyn; und dbch" ist sie davon gewöhnHch
eo voll ^ - d|£i die Kaufleute^ u{n sie anszj|f ül^ren«
fast%n]^er^ei«h^t Tinit' 9ie vdfh^zu "^schmel-
zen nnd auf diese A rt zu reinigen. Zwei hundert,
und fünfzig bis dreimal hundert Tausend Oka*s
• dieser Butter gehen indysen doch jährlich nach
Konitantinbpel , um den Gaumen der Tprkei| 9
ttttelnv die sie seW lafa&n: ^bo^'h'ii^bin s noch
4»^ Slbmiidie Bvti« yor A> dNbttüe«\&bn 'Eligui-
BAan verzeihe mir diese AusVCQürlitlld^it 'fLber
80 geringfügige 66^iM&ae/'üifä<%ttenke, daCi
ich über ein Volk sehi e ib e» für welches Alles
aeu ist, selbst untre gemeinsten und einfaeh*
" Ihtn Art; (daa Kern >ani »akfen,itlidi^IGraea»
gsnttd zm «ia<ifaiMi» iai. wtaigei goeittinlleb* Mea
IWmt'fdie üBteaUiatfae iMüfaie der KriniscbenT«^
«wtflir te d#r Rund« gvht.' Aber ite OiaArf übl*
^kr Noga!)«r in wMigär bekannt, -wemiLieb xaMt
. äicbt Irre. Zwei SteixM' von einer iialbenAriohnME
im Dtttchmetter liegen; aiif ekmm Tiidie od4r ei«
Mer Batik^ ein Nagel nU eiitea Stocke Hqh, dee
ibttr luiä Ringe dient, geht dnrch die Mitte dee
hintersten Steint' und |>«fst in ein zwei Wertchock
>reitet Loch in der Mitte des obersten Stein». Die«
eer ist durch den Rmg" etwas gehoben. In dieCs.
Xoch legt man tnit d^r Hand dae Getraide, and
athüttet nach, so Wie ea geniahlen ist Wodufdi '
wird aber dieser S^tSxt in Bewegung gesetzt ^ Ein.
leichter Stock , der mit^ einem Ende- an der Smbenr
decke befestiget ist, gebt' etwas gebogen mit dem
andern in einen Einschnitt auf dem äufsem ,
Rande des Stein», und bildet dadurch ' eine Art
Yon Kurbel.
• 'i - .
Ihre Grützmühle ist ein Balken,* etwa 3 Ar*
fchinen lang und ai Werschock dick; an einem
Ende desselben befindet sich der Kopf eines Sdilä«
gels, der ungefähr 10 Wetschock lang,, und an ei- ,
ner Seite so dünn ist^ dafs er nur etwa einett ^
Werschock im Jlurchmesser hat. Dieser Schlägel
i|t . mit einem eiserneu Reife umgeben und rings«
herum mit kleinen Nägeln beschlagen, und reicht
in einen hölzernen^ Mörser hinab, wo ' man die
Kömer nach und vmk hineinscbütt«!^^ 1^ no.von
Aar. Sdiaale an reittigen« Noch bis ja^zt I^e^^at
matt.aidi. uneh iti |^ein-Bu£iland derselben. V<^«,
richtung, um Grütze zu machen ; bei den Nogajern
ist nur ein kleiner Unterschied, in der Art, «iis zu
lebraoi^ett. Dieser BaKen; oder üriMehif der BMk
Ee g
I >.
•^
\ -..
39» Jtikhatkdym^i^
f \ *
ScUI^« 'li«t ia der MiM^.eiti «Srofies l4^^
d gegen euumder iir der Erdfti J^ffltigl^ Pfi^dk^
«merittttzen Um und helfen ibn {p«t^« vermiueltt
einet hölzeAe» Negeb» dee iie dar«bsclmc4det und.
• aum StüUponote .dient. . Sin Weib, da« ibxe.Kr|i$^
blols durch rinen Stock >erni(dil« setzt xmn weph«
selrviBiie ein^n Fnüi . nach, deo^, andern vor un4
hinter den Stiiicptinct and., hebt oder cciikt ao^
diese Art den Schlägt.«; .und; fem., mtepif^i: b^
#ttndemswürdigen OewMdtteitfr.difse Beweguxig
forty bili die 1 Arbeit yollexidet ist* • Bei den )(leinr
Bossen hingegen ist diit Bewegne^ weniger, leiirht»
de. hei ihnen imnvsr der nämlidie Fujis auf der
Spille des iHecnniers mbu
Die Weiber bereiten auch mit skuref Milch die
Schaaftelle, worau» «ie ihre ^elze machen. Die
Männer befassen sich nur mit der Zubereitung det
.Leders für ihre Sättel. Vier Stunden »^ nachdem
4as Thier geschlachtet worden, wird seine Haut
sd^on als Le4erwerk gebraucht. . Man zerschneidet
sie in handbreite Riemen, nimmt piit einem schar-
fen. Messer die Haare wegi .reibt. sie mit einem
Stücke Filz auf dem Knie ab und trocknet sie dann
an der Senn^^ Zuletzt zieht man sie mehrere Male
stark durch einen ge!gpal^ene4' Stock ' uncl tränkt
eie mit Talg oder Fett. ' ' « ' •
MSnnet xxhS Weiber ' ve^rfenigen Stricke' «ne
Pferdehaaren > die. man als' Leinen /ilr die Pferd»
lHllt»faf. An einem Striche 'ariiettük Mnf Persenm.
•«»
hunectiende Liebhabej?6i der Nogajer ist
dnsllmten, worin ji|f gr^ilf ei l^e^tei: «in(^ . )y?8P?^
>
/
y
/
Ittnw O^sdiieUiclikek iKbd> Bebtädic^rik rbfaadit
Juan si« seit ttndenUieb«!! Eeittn faift .flen gmiahi
Snrttfrbiien am l^hr desD^nt » nnd bai ilasty«r*
kaufe der Pferde ^uf gToCsen Märkten. Man wiird#
snit der grofsten Leichtigkeit drei htindeift ' unter ih«
V^n finden , die für eine geringe Bezahlting Atbei* "
'len dieser Art übemehnieny währendmah fast kel*
'^en Einzigen findet,"' der sich zum Feldbau vetw
dingen wilL ') * Allein ihre Lebensart bei de^
Stutereien verleitet sie^ zutxi Diebstahl^ und ' vat**
leidet ihnen durchaus das reg^lmäfsige, slttend«
lieben/^ Daher macht der Oxii Mais0n'<, ileni diö^
*ser Umstand nicbt entgangen ist, auch gewöbii-
lieh SchwierigkeUen» wennerp&sse nacb dftxti'ZKNli
•rtheilen soll*
/Man ' kennt ^ die Nahnmg der Nogajer^ sclnfef
'gehtQs'te Hirse ^ :die sie trcNtken in einem. «elsevtteft
1?opfaxq«tea. lassen« und die sie.so, odsrinir es'vris
^l¥Us9}xaiigefmichiet^f esssm. ^Bisv^eUen itotfatt» &b
sie auch in Milch und dann nennen sie. eut Si^im
Im Sommer wenig^ Flei^sch, desto mehr Milchspei«
ifeti ; 'iiö Winter -viel Fleisch, ScKaaffteisch 'frisch,
"^Skalziii un^ an der Soiine getrocknet, diefs Letz-
^ex^e V^xiken sx6 pAsira^a*; farisches tlindfteisch und
" t) EiarNoga}« t«riieait 150 Rubel dss Jahres, wenn ar
bei ;Ff erden' dieat, und 1^ Jiubel in «eobs Meüat#i^
wfnn er d^s.F^d, bauet; an beiden Füllen ist, er
siocb gut genährt und gekleidet. Und doch haben
die JMursah*« yiele Mühe, Arheiteii^ zur Bestellung n
ihrer Felder xu finden. Sie würden gem^ ^^ussen
dft«u nehmen, w^hn sie sich mit dlmen vcr^n^
digea kdnilteil. '. ' '''''-." *- • j>
V
\
•I
• \
394 ^hkmnälun'gän^
• \
MMeäa/9 lieibt; fmwr alle Arten GefMgd. Dir
Nogaje^lebl übetfaaupt viil^biiser» aUunMcBanec;'
Ihr Getränk ut geroaoene Milch oder eine Art
Yon «ehr icharfem Käie,, Kurde genannt , mit Was^
ter verdünnt. Sie bereiteiji. aui^h eip gegohrnes Ge-
tränk an« Hirse; aber nie. machen rie Branntwein
^daranf t indem sie noc]lp. immer Mahornet^s Gesetz
in dieser Hinsicht beobachten» trotz aller Ver«
jii^jmwjgent welche die Branntweinpächter anwen-
den , um den Gebreuch des Branntweins bei ihnep
^in^nfuhr.en. ^) Im Frühjahre und Anfange des
,S9ifnmers tractiren sie sich mit Statramilcfa» woip-
aus sie Kumi/s machen» ein Getränk, das man vor-
sichtig nehmen mufs, weil es leicht berauscht, das
r^ber in • einigen ebronischen Krankheiten," Wi Ab-
tialamm yäer Kräfte und besondera in derScbmüdanidit
«nfserst rwoUthitig ist. 4) - Btr Gmf ifisttors Twsi-
tdieefee »ity e» danke seine Wiededientellaiis Uels
diW^m G«traake.'
.'Oas häusliche Leben der Nogajer ist sehr mxh
fach, Die Weiber leben sehr eingezogen, ifi^d ves:-
richtpn in der Wirthschaft alle A^rbeiten, .^ ilinem
die Pflichten ihres Geschlechts und die Rohheit
der 'Kationalsitte auferlegen. Die Männer bringen«
waan sie nicht auf dMS «Felde atbeitta » *\hm Tmx
in einer Tö^ligMii Untbätigkeit ed«f dajnit hin , daf«
sie sich gegenseitig Besuche^ madhto. Triglieit ist
\ S) Sieke die Note t* am &de, .
4) $iebe am Ende die Note 7.
/
-» ,. ^ , , , ' , , •
^. r 'Jlmem 3;«}cbe0 Noig;&J0ii ivi^rd fei^e jHeerde tqh
130 FfeT,de;o d?^?!? eiORn A^immt^nn «wstrciiiiij:
•r tbat n^bts ,^ nm rie, wiede|iulixi4^Cl« . Nach yi^
Monaten nennt man ihm Tataren 9 bevwelcbeiir nuxi
•inige von teinen Pferden gesehen hat; nnnbegiebt
M sich d^fai i^M «llttiftt lie/ gegm ^He Ymrgutnng
^flr die gehabte lüdlM^i i»irü«k; > E« Ifiitie aber nw
-30 wiedeigeAind^nv'^^eJÜbfrlgen i^sfaran in Riit^-
«chen Börlern. Man ikgt' ihitli et aottef. sie 'dt»r<Ai
-iav Kr«s9ge«icbt aiiiffidLfforde«ii( 'lar Irägt dell^ Ü-
fehlsbalyet •dm^'Ratb «lAd erbSh dieielfad AnWätt
•temd das V«i*s{it«dDra, Hm tu infterstü»zen* ~ »Neüii,
ittgt ef, 'i)d^ <<^9 ^<^ mit Mibe |eben und idi
%«^^Tielite »oidi 6eMlNk9dbl#ii;i6o^t hat' mir- m^M
'^.Pfeidtf «>lttie MiiiMr g^Mbe^it», €» i^i^d 4i« mir,
^«wenn^es if<^ seyiv4oll| ««K^ ^bil« Mühe WieMr-
s«r .eilf Pferde; er verliert sie und denkt weiter
ttfdbiAA^imC: iKach; drei Monatei» 5i|^ nuut: ihm»
rflldb iii|ixs>^if io deo. St0pp9n am Ufnr dee Mmm
-geie}9<(en hat^ &r geh^ aHi^lg.:ihin und hohk .ab
wiedeif zurück. Wie mii^ wnAt U«r Ü« Bi«-
flufs der Religion ! ^ ^
- V K«:h«rdet(rlViizichriften det Koran erben dt»
JäBdez' tf^bixilichen Gincblednt das f äterücbi» Ve»^
InttgeB'curglttchen Th^lenu Die Ftaa 6rin^ doli
-Mdnne fceiiie Mitgift ani de»^Manii'^MNcn«ItfMtt
/ '
ff6 jlMk^fkShth'^^'
'iHn Aelten ^der -^mf elneii KttiSfMkf''^ <«H
'den weniger flteiäMtt iil'Miigtteiu'-in'iMm M» %Witf
Kuban und zwei Pf^xden beitiiit. ^ Hat Neg^,
der ^ar nichts besitzt, dient_lange Zeit bei den
'Aeit^m, 'efie er das ' Bfldcbeii erhalt Sollt«
diese Gewoliiih6lt. die Bratu eifaittfeb iä lassen,
Hidht eingef&rt'' sipi ,' um die Vielweiberei ein-
'ütfifclfräBkeH?' *• " "•
flurem. %I«me qtlSßchflit.., W^o^j^Ilcar ditf .Uoftach^
Jberkeit.dtr Fvaurdurdl diese^rZMeheit Ton V«r«
tti^m^ni^ bestiAft wird^ so bat dit» l^nfählg^eit des
•M^uniei die Trtvnimg vpii;jei«er Freii zitr Folge»
;Kiejraiber verordnen. . die Kedi's ffadnSfEiaii*! dw
Jhm^9. Die.zveii Ebelentü begeben sieb Jn ßioß
Kibltke: . die. Maibib's: ^ebe» «räi «tofeUb« he«»
MD* . ^ der.Mem btne benMtfb nodi eiM FidUt
,?i>n einem. Jahre .eihaltea, m«ii«ich ftoch einouil
.49nrselbeii Frobe. zu taiter^afen. /Gabt er imxm
nicht als Sieger berYor, so wird die Scheideaig Auf-
gesprochen.^ Der Mann b«t wph des J&echt« seins
>ratt za vnslotusu. > «• . ^ ->.„ ...
«rr'f: Bei allen ReUgioas- und bfirgerUckMl^eiehii-
ttitt^rsc&emt der Kadi; die Effendi'e «ind'Müliblf^
flveriamnlelu^stcb « und'vhr Ausspruch eifl^gt in G«»
^üwBirt 'det' BbCebldiebei».
Das ganze Gebiet der Nogajen ist in fünf Kreis«
«gUtheik I derm jedet* setuen Kadi Ak9tt$l> in: aM Met-
4idmt9 Q^er .Kirebspiele^ jed^ soH^^lfinemi S0emM»
Hibteai Man . und: esnom Mann^.* undi^Ui dtsei >ujUI
f lih an^ Ogtferi /.darai ladet ei«M iwsinl oda«J«i.
kauft. ' '•■
A
Die Unterhaltung ihrer Prio^^r. wird auf de]|
Zehaten von dem Ertrage der fi'eldfrüchte hettnu
%en. Aufserdem scnlaqitetvjs^ Familie bei,d0in
Sur^an? - Bairam - Feste mehrere Schlafe - o^r . ^^
Stuck Hornvieh , deren F#ll^ de^ . P)ewm A^,
|i(^e^c^^Qti| Äufall^n. ,/•' V. i . ^. ,-.' i
-r ' . . • ' '
Die ' 'bürgerlichen Chs«^ unteV * den )f bga]em
lind einfach » aber genau bestimmt. ^ Ein Murifc
heirathet nur eine Adeliche oder eine nichtadelich^
firfeimdeiWelse/ als eine Kaimackin u.a. . Qb fi#
gleich k^m^' Diplome über ihre Herkunft Habei^
lo ist die^ efscfalichene Anmafsong des Adels bei ilh-
»en doch' ünmitgUcfa. Einer aus der VolkiclateW
könnte Oeld'^nd aiaidere Bestechungen anwenden,
io viel er wolkig «m den Titel eines Mursa zti ei^
üalten^ er 'würde nie etwas ausrichten. Die ein«
zigen Beweise de*'AddS''>bei ihnen sind die allge«*
meine Anerkennung,^ tinä ^ib dieser Hinsicht kana
man auf li^r Z%0gnlfs bauen; nm vevaclit^n selbst
die Maafsregel]!», welche -wir skehmen , um die Ottl^
tigkeit unserer Titelr anerkennen za* lassen. "- Vofc
^ier oder fünf JahtiMi gab 'man'» den Befehl^ all*
Mnrsa's ' soUteli «ich 4n Sünfäröppt «einfinden , um,
dort ihren Adel anericennen' tint> slah in das AdiA»»
buch eintragen zulassen. -Aber nicht Einet er»'
«cbien. SoUtö indessisn diese Vernachlässigung nicht
auch vielleicht ihren Grund, in 'Ihset« g<erihgen Zu*
nei'gung zu una und in.ideriGeriitfgidiätzuag untef«
res Einriclituagon haben? Und wie ktolite ^diefif
Selbstüberfchatzung immer gleichen Schritt loit 4flf
Unwissenheit. Welche AuCklärong wäre aber auch
flenkbar gewesen hei eiiiem Hirtenvolke , das ei»*
xig mit seinem thierischen . Daseyn beschäftiget
%ar ! ' Es Icannte üe ' Schreibkunst » das ist wahi^
hb^r es hatte keine Bücher, keinen Unterricht
* . ■ •
Httr 'iaier^^tinllib'i hii vfemge andere Indiridaen
lernten lesen nnd schreiben , und diets war di6
jbiDchsto 6el^hnMik<^t> die ihre Pädagoge]^ er^
.?«ichte?u
. Kach dem effidelUn Berichte der Minister ha*
*
ym .4ie Nogaier ftgo^ooo Oessitittenf urhM»s Land
xini 4760 Dessätinen» die gar. k^in» GukWfSlug
jtnd. Alles dieüs Land itt ▼oUJu^oakt, nur «tt
eiiBg^n Stellen findet man etwas Geftbhola (xfani
catinus). Die ▼»Uige BliUsd dieser Gegenden« Um
.dlorch keine Bergkette weder gegellt den Nordfwilid«
jBu>eh gegen die WiiidcF|> :die v^moCaneastts'wdien,
feichiifut.sindf seut süß Ihjoifig mtem plötzlidi«n
JPxost nnd wuiheoAen. Stüxsnen aus. Am la Octo-
hvoiSu V tffaf .diese Ebenen . ein splcher nnerwnr*
^xer Frost und.heftiger Stuvm» .^wei Tage darauf
eidie jußh mehiHfre Tataüen .jtn dezi^ Befehlshaber
kommen» um Ihm. afiziiteigen» dab ihse SchaaC-
liMrden im MNr^ ~ umgekommien wären« ^ OmDs
geschieht gewöhnUch jede» Winter; aU^ Thiere^,4ia
dw .Nordwind mit Schneegestöber hiar übarililk»
driiien dam -Winde idan Rucken zu; so werden ria
iRon ihm foj^etcieihte. und laufen ganz betäubt
nach Sudan» wo uaa : sieh in das AsoYscha oder
/ -
/ .
0t ▼erhixideTny oder ,sie mir '^OBt .4il£)lnl^i<i&
aufhalten könnten* Wahrend des Winters von/
^181^ w&tbete eiü Mbbe» Stürm vief tage lang»
'Ullfl trieb alMn ' ixf ^ äicf ]^dit , - die das feste Land
^¥dn der Insel Tend'rh tTexml^ mehr alt 60,000
'^ilck 'Pferde, Bind'rieh; Sdiäefe und andere Thlere.
'DamaU litten die Nogajer fast gar keinen Veriüil,
' Weil ' 9xe ihre ^il^erden ans der NXlte na(£ -Haute
^cWften/ und d6xt' in dm StilQen und Eiiiziä«
Zungen eJ^sdiUelsen konnten. Im Jähre if^ ^^^
;ren sie nicht so glücklich , obgleich .der Winter
bei Wettern xiicht so strenge war/ wie der von l8'3*
Die Nögafer verlören hier so viel Vieh , dals 3io
Regierung siif ünterstüt^efn mufste* Sie schofs ih*
nen ;'a|boo Rubel vor', die in dem jetzt laufenden
Jahre wieder zurückbezablt sind. Aber damale
. köxlnteiX di4 Hii^en in dieser unermerslichen Fläch«
ihren He'erde^ aeinen andern Schutz anbieten , alt
einige ausgespannte Filzdecken, hinter welchen sie
pie. ^utammeo^r^ngtei^^.^ ein Mittel^ wfbs ipim^c
/lulnüt?^ ist, wenn der McUl oder I^ordw^nä mehr
tef^Tage weht , .o4ex ^^ef Sto^ria tebr heftig. 91t«
Ye«! deni ettiwe UiBliibcer Aiuiedlnog: i^ b4t«
ten also die Nogajer eine Wohnung, die sie und
ihze' Heerden hinf dicbettd gegen diö rauhe Jahrs^eit
^1 - tdiUtzte. -Man m^tde.tioh aber irren » wenn man
•^ufate, datftie deftwegettibrf neue Art ani lieben
4ey ailen vorzögen. &Mn dürfte et xiiur ^eisiadient
ihnen ^zq erlauben zu -der aken «uiücikzukehrmr^
man könnte teMmr äh|en hohen Preit auf AesAlfix^
kubnifii tetten, lil^ würdest gml AHM ^ffNdirtf»i
0$^ jtHMm \ i* uwf ^m.
was nfaui mlfllngt; iwd.aikr IMMtf
ihre SibitkeB ««ügen; "" -'* ^ *' *' *
' Dai L^id der Noga}» veseiiiigt fibtigfui fBoTfe
Vorsüge; ein Bodeat der im AHgemeiiieii 9^
^ feochtb^T ist« die lieicbtigkait» ikte Froducte. sipher
und vortlieiUiaJrt abzuietaen, .die ^achbarfdif^t 0^
aiet fifcbreicbea Meeres, Der online Theil de»
. VoKgebtrges Bfrdiansfu^a iB% mit IV^hr-taide^ « d4t
^•ie .za ^ Fiscbreuieii ^ind zur Heiuaiig. der , pfEsitf)^
.chen Gebäude iu ObifMhnex /b^n^wi;, . . t
. ' ,- • . » ••
Im Winter fischt man ui;iteT dem. Eiset >nit ei-»
juem Netze vou 100 bis 150 Faden «Länge. . Im Spm*
mer braucht man Schleppnetze von 5 bis goo Fadep
imd länger. Per häufigste Fisch in diesen Qe^ex\j
den ist der JVzr^zi^ (cyprinus brama und cyprini|s cul-
^tratus). Man läfst ibn fünf Tage lang in Salzwasser
'weichen 9 reiht ihn dann an d^n Kiemen auf und
trocknet ibn an- der Sonne, .
Diese Fischereien hjett dk Tanfmaim vöit' Siiek*
mmt gepaditet; sie trugen im Jahre igi^ tausend ein
hundert und secbszrim' ftubel ein/ Bei d^nseibeii
arbeiten ungefähr 150 Leute , mei^ens Russen,
Nogajer: verdiögen siek'4iie hd sfoiehen Arbeiten.
Andere Emkünfte aiäie» 4ie «Nögalir geii^Bitt-
ichaftUch, %. B. das Passagegeld iür iremde SchaaS-
)iee^len über ihr Gebiel.. Nach einem ükai dm
^^rig^eiiden Senate witd, für jede Nacht vwsk laur
Mnd Schaa£en mxiß bezahlt ; diela brachte im Jahre
18J^3. wmi lausend. fünf husden u«d lünf und fuaC-.
»ig9Ab«il «fu Oiers^CMdiliebt>ii«hvi&dieStiat«i
4kh9VM¥MgfW'
«%
. W^n matt nun. frSgt« ^nm 4ie InKf^litthteVM«»
walt«a^Lil]¥setfV«ULtv • das ilifei&t ..«intir Bjpi(ölft«mig
mn: 3a,ooolSecten^dttb St8«te kostet, .so wlfd^silMK
«lkr<\dnr'geriiige;Suin]tteiern4i>mil. Sie bfldlstigt
buc r,g6o Robel^ ').i' Biii^; rriü^t id^: AiMM:lll«gite<
Uitkotft^ ist z« ehier Zeit «gemacht» wodieBcmko»,
VDtexr/ vaermal mehr t wextb wafeiit . iU jet^t» und
•sJwüirde folgUdi nicht n^hr als billig seyii, luti
Beaintetenr, die Mittel auf tändig tu leben*, zu. edeiclw
ten»; uii& ibncn.ibzeBeioMung^nadl. ein^m Qten^.
attsznuUe»; dec/dem ehemaligen gleich Umew
Aus dem bishex Angeführten hat man\geseheni^
dhifs 'die^lndbstricj derNogajer noch immer mohU we»
Algei; als thätig oder kunstidch ist. Ich bebe Allelf
angetulirt, was diesen Namen einigermalseii''^eti^
dient. 'Bald aber ivlid eie einen Mlttelpanct ' W
keminettr der ^sie'ztvtegen wird» eich m^hi'l taA
Artiger >xtt entwickeln. Der Siu des Befehtshaberi
iM mitten in der Steppe an dem Ohitos^n^f bei*'
ieinex^Vereinigvmg xnit der Terendolgai einem FlüIW
öheif, d^s mehr, 'als' Dt>feieleTtel des Jahre» trockeii^
h^T Vdr ifini >/varen hier keine andern OeblulSe;/
dls jdne armeüsilciie Kiarcbe' tind* die Hjtnsexv oderr
liieluleh^ Httttea der 'Kronen die rar Verwidtaagr
tEbk WolinuMg dir Ideinen AnaaU dAei «ngeiteU*»
-» » «
V >
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^ INUax aabe am finde iHt Not» f*
j.'*
^*
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1
0Mt AbhänätKngitä^
teil Btemteten diente. ' ^ertdietet^t iMifftiüi^
j«rm^Vfer isim SülAx eiitnöh«. IMtOttit Mai^tm
hat iten- Plitn daztr entworfen »^ die Rkbiunf 4er
Straften selbst nach der Schnur gezogen, und !••
jknn Ale* ' Briaabnib -gegebta zu' baiimi; Di» Gp-^
'^iUMtt anf lernen SdiütZ' ^und sein^Wohlwolles
Mdmen zu können, und^ dieoimsaicbt tu, einem
irerdiellhafien Handel * hallen-, sdiim eme. gtidtm
Mtogff K-atifleme hiehev gezogen. Alaich im Ocio»
^•»11^4 hier durch kam , standen tdion ^ Bades
lind 5 Privathäuter, und man war^ im/ vollen.'
Baiiwn begriffen, *) Es gab '^hier sdion ein 1¥irdük
haus mir ekiem Zimmer >»ar Anftiahme W B^
moimi ;ein Titkkisches Kaffeehaus, awü Ourkochv
u. s. VC . So viel findet man beinahe« nicbl eiwaal^ift.
den meisten unsrer Kreisstädte.
t ' • 1 . . - ,1.
ObUoschney^ oder Nogaisky wie der Befelsdiii
liaber es: gexunnt ^u wissen .wünscht, kann eint
«nseho}!«^. St^ werd^ Es U^t nur zeha Wer«
•lei vkn d^m Ibven 4m AiisfiaMe-des Fluases giei«
4iae Namens 9 aeh|: günstig für die Zufuhr iimd d^i
j|o«i€bi£hn der ^ Ijändesprodocte. Eupa^oriß in
Südwest^ y^^.Xagmitoh im Oneti.dts Nogaji^cbe^.
Gebiert^ "sind beide weni^^ns 3 J^is 40Q Werste
davon entfernt. . l^Or die • Votliebe -für d^e Stfj^pe
und Goichmack am Herui«»iehei» klinQ^' die %^:
taren bMv^^en ^ ; ihfc lion^ so %K^it zu . Lande^ zn.
^phxen« . . Ihr .aatüicUcher übrntt, xmi% der Thfil
detrAfgvfcheäuMeeri»» ie]m» der ji» üHtSü^dw }^
gränzt. Ich weils nicht, ob der Hav^ von
r '
6) Man saht die Nöte ^.'WfenOer
'.'4.« •«_ -->'«' ' ^ j.
1
t
iL
i ^ÄirSÄfe-^^^ ««»^c^ttem ist ; ' }Shet ti ^wiii^hJt mir ;'%ö|'
I fcdMte' itm iii allen F&ireü 2ti^änglich li^acH^^
gi Ifo tidnter uxri andere kMnttf Fabrzevgf^*^ 'T^Mcb!^
s ' tte l^aardji' bi« Kurtsck^ odei* Fe&dojia briiigei^
könnten. Wenii <ler Ländbau "bei den Noga)^
ficli erst etWa« mehr tvirS 'verbreitet haben, so i^i^tK
Ar Tratisport anf Wagen • bis *iiöch Rupatprid i&rÄ
Tagahroek nicbt mehr znrriclienil' uijd fär g©>
tröfanllcÜe -Artftel ni Ico^bar ieyn;^ '^ Man lass^ ^\nfl
|eÜ8 ^'drai^Haädel hur freien Lauf, täd I^geiW
Brtrie ^Hln^rnisie in deä Weg; sö wird cfr «&i
tdiw^^deil Haven von Otätöschney ^u öflheÄ Wi«^
iÄBf; ' ibbiiia ^t «üinr Vortheil Terlangt* ' c*i >
i. ii lt.«
Welche Maafsregeln bleiben nun abet noch
jlinrig, tini die völlige CiVillsatJon^- d^r'Nogaje]^ zu
beseiil^iftiigen und ^ erMittöeifii? W^nn "mW
das Bei^d dW ükigeiii fi^itfd^n^Yor Augen= hat/
welche ciaslUichita SQden bevölkert haben^^Me^
dScn^ AtmeniÄ, luden, fatäten, Teutsdh^ u. 'Ä.?*
#0* dfft]^ sidi^ '^i^ ^°^^ icheint, die Nothwenäig^
keit "tftif , - die uxis durch Mti XJrh£¥i4chtf Mh\ef ^%ur
b(ringeh,^^at heirn, durch die Einführung der^Eäifi
jfessprache in Ihfö Schulen. Dasr scheilit ihir UV
ilclierste Mitf6i £U ^eyu, ihre jpolii^chen tmd '1^61^
ligiösen Vorurtheil^ unvermerkt 2uscftwächäd;' uhS
ihre Dänkfart mnsern EihritihtuÄgen nach und. nach*
inehr anzupassen. Solange diefs Volk uhsere Sürä'«''
che nitht 'versteht, wi¥d fes auch unsere Begrm^,
ilicfat annehmen^ so lange es ohile nähere' Verbizii'
idüng mit uns aufwlc^s-t^ sein Gebiet, seiäe S^xt^
che, seine Religion und seine Gebräuche "verschie*
den uhd abgesondW voii'dM'nhsr^gto Bat» "ftiti!
1
I
fft ifBpn fortfahrt», ftinm Staat im Slfilitf.Mr liS»
^Uui, und ihre VesachiMhiiiiig in.dea giawiifchaft*
tjffbfn Staattkoxscr wird .exft das We^k. voq- Jahap»
^iindarten teyn. * Bai diaa^m Vonchlage,« d^ 1^
ftfbaadaD yerordjauiigfßn wf ga^r das Q^braucha dac
]^iiasischeu. Sprache ))0^m CtiLtwricht^ ituf die fraan*
^|apf Scbalc$n a2isuwf]i4fiiKo ^^^A V^ ^^^ entfei^iv
Zwangtmittel awo^a^n: Gaarult w%de hieir AUaa
Tprdfdben« Wanninaii .iiitdl«^ Sdudoii em .wv4
l^ahrar der Rosnsc)iea^ii|cha «^^jba^t fo arürd 4a^
^aachiaadL^aii 4^rselbej9 j^en selbst konmiff^; oa^
IPfu^ j|aJ9&;Uin ja ancb dnirch allp Al^elf ifef||lm^
düe MäCsigiiii^ , Vorsicli»t imd ^p§lm^ jal^k^ »3i(a»
miigifii
Seit lapfas Zeit . i|t, 4fr 6x|l{ Maison ebeiifalla^
ilbecseiigtv"' daft nur fip «weckm^bigar Umerrich»
•iaan, l^sseni'Ge|f^ri«|^eY /den Kogaj^na aucweckieii,
Üpxi|e. Oefivagqiiv ,iu^;Um tu gieicbfr 2^it eiair
ae]^ wUnscbaiifwerthe Apnd^mng ia ibraa. 6^9».
l^naspeiiiuDgeji her^or^nluiiigan, >wol^te ar dorclk
^ Xadiaifil ^m .Korr^ fU^ri^igen^t^^ auf^sSphaa^
iMsen, di(9-dcaft Grv^sät^Ban des EArangeliaoM mnt^
q^^fchen; di^fs klqlpe püchelchen sollte gedruckt.
Hiifl 5lejp MuUah>. zur. Vertbeiliiag in ihren Scba-.
lea üficrgeben w^dan; abenso wonschte er füx.
diese Schulen einen Lehrer ^nr Bussi^faen Spt^ich«
nnd der R^chipep^unfti yreil diefs ungjjQUir; die Ge*
fenstände sindy auf, wfldie sich der Üfite^c^
b^i einem Volke einfchf Snkan nufs , das sich ipioch
U^ der., Kindheit ^er, bür^^l|chen Ge^l)schaft. be^
findet* Der Graf Maison ^at di^ n^af scl^adenAn
HfifiMche ißffk G9av^aaw vea Tauriäm voxgaileßt;
jdkh an dJ ungern* .-_ 405
wahrschehilich habeli die Umstände ihre A.usfQh*
rung noch hi» jetzt verhindert. Es ist übrigeiis dre
Sache der Universität Charkoff, darauf zu sehen^
> dafs ^er kaiserliche Befehl wegen des Unterrichts
in der Buj;sischen Sprache erfüllt werde. Viel« .
leicht werdei^ die Nogajer bald finden, dal« uiaa
das Aikssische mit grofser Leichtigkeit schreiben,
kann , und unsere Buchstab^^ für ihre Sprache an-
nehn^en , ein Schritt , der schon als ein grolser
Sieg über die Barbarei und Ujiwissenheit vange-
sehen werden könnte» > *
.Diels ist ungefähr, was ich über die Nogajet
zu sagen habe. Ich füge noch mit wenig Worten
«inige Nachrichten über die andern Colonisfen hin-
zu, deren Nachbarn sie sind* ,
Die Meno/iiten bewohnen das Land zwischen ^
dem Toknu^ und dem Dskuchanley y wo vortrefli«
che Weide und der Boden dem Ackerbau sehr gün»
stig ist. Sie sind von den üferri der Weichsel un4 '
der Nogat eingewandert ^ wo Friedrich der Gro/se
ihneü sehr fruchtbares Land angewiesen hatte.
3ede Familie besafs dort ein Grundstück von loo
lois 600 Morgen Preufsisch, uhd bezahlte von jedem
IMorgen ^) eine jährliche Ahgabe von l Thlr. g gif-
Sei ihrer Arbeitsamkeit und Ordnung gedieh die
Wirthschaft der Menoniten , . und einise von ihnen'
liAtten ein bedeutendes Vermögen erworben. Da
aber das Freufsiscbe Gouvernement sie im^ Jahr«
7) Vier und ein halber Morgen IPreufsisch macliea '
eine Dessätine.
N^ A. G. Ei IL Bds. 1^. Sn * Ff
>*
1
r
4d6 Abhnndtungen^
X805i ^^ ^^tt Anstalten zum Kriege gegen Franlc-
reich, der Werbung nnterwerfea wollte, wovon
«ie bisher befreit gewesen waren, • weil sich der
Kriegsdienst nicht mit ihren Religions-Grundsätzen
verträgt, so widersetzten sie sich; die Regierung
2eigte ihnen darauf an, dalj, wenn sie ihre Kin-
der nifi^t an der Vertheidigting des Vaterlandes
wollten Theil nehmen lassen, so sollten sie ihre
Grundstücke verkaufen» zehn Procent Abzi^gsgeld
von ihtem Vermögen bezahlen, und das Land ver-
lassen. Und da gerade damals Rußland den Me-
noniten eine Zuflucht anbot, so ■ verkauften sie,
i;vas sie nicht mitnehmen konnten. Auf diese Art
kamen sie alle zusammen^ mit ^ner grofsea Menge
Vieh von den' schönsten Rassen,*} und setzten sich
in dem Oisttict von Melitopol an. Dieser vnhigen
und braven Colonisten sind hier ungefähr 9,400
von beiden Geschlechtern»
Die Duchahorzüj eine Secte, die in kleiner
.Hinsicht in Bezug auf Civilisation über den andern
Bauern des Reichs steht, die aber doch von Eini-
gen die Russischen Quäker genannt werden, woh-
nen au^f der rechten Seite der Moloschna (jMb-
loschnüja Wo du). Ihre Zahl beträgt 1,153 Seelen,
die nach der am £nde dieses Aufsatzes befindlichen
€) ViAteiü^ea baben im der F«lge einen yroCsta Tbiul
davon weggerafft; eiuigermarsea waren sie aber aach
«elbst an ihrem Verlu$te schuld. Sie wollen nie das
jLranke Vieh von dem gesunden absondern , und man
\ bemüht sich umsonst , sie von . der Notkwendigkeit
dieser Maafsrc^;^! «i uheneugen«
t
- ^T—t-' —
Ah1i€indlungen^ 407^
Uebersicht, in acht Dorfschaften Vertheilti sind.
Sie besitzen 379114 Dessätineii Lancl^ Qbne die
Wolfs 'Insel zu rechnen^ die noch etwa tausend
Dessätinen grofs ist, und im Winter gute Weide
giebt ; w£ihrend d,es Sommers . würde das Vieh dort
von den Insecten umgebracht werden, die dort in
ungeheurer Menge schwärmen/ Die Duchdborzü
leften jetzt s^hr ruhig , sudien aber immer Prosely-
t^ ^ii,$Q^chen; sie. nennen ihre Colonie Gottes--
G(^be (Bf^d'anowka\ Man wird sich erinnern, dafs
der imn^r menschliche und grofsmüthige Alßxarir
der «ie im Anfange seiner Regierung hierhersetzte,
um siQ eiiiigermafsen für die harte Behandlung zu
entschädigen, die. sie unter Ii,aiser Paul erfahren
li^tten, der sie zwingen woUte., :dem Oleichheits*
System zu entsagen ^ das einei^ ihrer. Glaubens-
Artikel ausqaacht« ^) < ; ^
•/»
M
9) Maü bat den B^thaVhrtü Auf ibre Bitte erlaubt ^ eine
• Familie von ihrer Secte nach Orekoff su setzen, um
^ort ein Gasthaus '(l^ot#6Aiouyoi> Devor) fiki sich zu
liabeir. Das Haupt dieser Familie ist zugleich iHr
' Sacbv^lter bei dem Kteis|6riclit0 , nj^ih« ilinent'oi>*
. theü ¥MLhr und u!%t«rriclitet sie v^on Allem^ $ms ih* <.
«. t nen zu wissen yvichtig seyn kann. ' Er ^cbiplcte ^* •
aien Sohn mit in die £Lirchspielsschule , verlangte
aber vorher, dafs'man ihn nicht zwingen sollte^
dai) iSeichen des Kreutzers zu machen. ,Der A^ufseher '
d^i^Äelben, Heirr Schuifjakoß^ fein schätzbarer Giieis,'/
versprach es iy&» »tind die ]^ ehr ei*, hieltevi Worli.. . U^r s.
glücklicherweise, xpacht^ siph Jemand nach einige .
Tagen den SpaTs, und sagte dem Vater, man habe
«einen Sohn doch', gezwungen , das KiteUtz ^ zu ma-»
* tihen.' DiefS war genü^, uni' seinen Sohn igfsiöll
«WS de<A Sattle «uYiicl^ua.«bA|«Av ,
N
^
I
r
40S ' Abhandlungen.
Owtcirekher, Preufsen, Südteuuclie, Italie-
ner bilden in einem Kreise mehrere Dorf^chäften,
der^n männliche Bevölkerung sich auf i,694.Ropfe
beläuft. Da der Anfang diefer Colonien nicht im*
mer der beste war, so sind sie auch noch nichts
wepiger als blühend.
Einige Edelletite , die von der Regierung Lan-
dereien geschenkt bekommen , haben auch " in
derselben Gegend einige Dörfer angelegt. Die
2ahl der Bauern, die sie hier besitzen, ist 3,194
steuerbare Köpfe, oder etwa 6,400 Individuen
beider Geschlechter. Die bedeutendsten dieser
Landbesitzer sind die Gräfin Litta, der General
Popoff und d^r Graf Orloff- Denissoff,, Das Gut
des Letztem liegt %um Theil am Obitoschney und
das Vorgebirge , was denselben Nam^n führen
tollte, aber TVissennoria heilst, gehört ihm auch«
Es umfafst ii^ooo Dessätinen, und ist gerade das
Stück, über dessen Entziehung sich die Nogajer
beklagen j(. wie oben erwähnt ist»
Die wichtigsten Dörfer ab^r gehören der Krone;'
sie könnten für kleine- Städte gelten, wenn es hier
Künste und Civilisation gäbe, die alle gröfsere
menschliche Verbindungen auszeichnen müssen.
Das Dorf Tohnak zählt aÜein mehr, ,als 5»000 .Be-
wohner, und die andern zivölf enthalten zusam-
men nicht weniger, als 36 bis ^7,000 < Unter die-
sen befinden sich ungefähr 3,000, die vor 6 oder
7 Jahrs^i aus Klein -Rufslaüd einwanderten, und
die mai^ hier neben den No.g^jern ansiedelte.
Ich 'habe diese n^cht selbst* besucht, man hat mi^
Abhandlungen. 409
ihibt ihren Zustand als' höchst traurig geschildert^^
Die Hauptürsachen i^es Mangels sollen seyn , da£i
sie fast ohne alle' Mittel sich auf einem Boden
niedcfrliefsen, wo sie alle Kosten einer neuen Ein«
1 ichtung zu tragen hatten , ^ dals sie gleich äuTser«»
ordentliche Abgaben tragen. mufsten^V welche die
Umstände damals nöthig machten; und dafs das
Land, wa^ sie erhielten^ nicht hinreichen^ war,
ihre Fan^lien zu ernShren^
Bei dieser Gelegenheit wage ich es, den
'Wunsch laut werden zu lassen, dafs man auch
den Russisjchen Colonisten den besondern Schutz
und einen Tb eil der Privilegien bewilligen möch-
te, deren die Fremden genieTsen. Sie suchen frei*
lieh nichts wie diese, ein neues Vaterland, und
unterwerfen sich nicht fremden Gesetzen» Wenii
sie aber ^o aus dem No^en in den Süden, odqr
aus einer Provinz in die andere verpflanzt vyer«^
den; weil sie in dem OjCtCj wo si^ W5aren, nicht
onehr. l^hen Konnten , so verdienen sie wirklich
«ine aurse^rdentliche Unterstützung. Ich weift
ewar, dafs sie zwei oder drei Jahre lang gesvisse
Freiheiten ^eniefseni^; warum, macht man. ihnen
aber nicht ^uch Vorschüsse an Vieh, 5^n Acker-
^eräthschaft , an Geld,, um «ich Hütten zu bauen?
Sie würden es gewifs nicht weniger pünqtlich zu-
jrücfczahlen ,^ als die Italiener, die Teutschen und
die Juden. Warum, i;ind, diefs ist das Wichtig;ste,
stellt man sie nicht auch nnter- die Verwaltung
des Comptoirs der Coloni^n.? Wenn man sie nur,
tuiter lindem, fünf Jahre lang von der Aufsicht
4er Kreis -Polizei- Aufseher' (i^jor/iz^m*) tmd voä;
4IO , Abhandlungen.
gewissen Abgaben, die ich nicht zu nennen brau-
che befreien wollte, so^ würde ^ieCs schon eine
grofse Wohlthat seyn. Während dieser Zeit köno*
ten sich die Familien erhofalen, und die Regierung
würde sie dann gewils bj^reitwillig finden, die ge«
' xing^ vorschriftmäEsigen Abgaben zu entridbten,
und yaxx Jahr zu Jahr die kleinen erhaltenen Vom
Schüsse wieder abzutragen. Ich. will damit nicht
sagen, dafs die Verwaltu;ig der ColonieUy voll-
kommen sey; indessen so wie sie ist, ist sie gyjx
uiid ich bin überzeugt, dafs unsere Russischen
Colonisten sich sehr wohl dabei befinden würden,
wenn sip unter das Comptoir der fremden Colo-
nien gestellt würden« In allen andpm Ländern
sind Gesetze, welche die gewöhnliche Obrigkeit
vorbeigehen, Yeranlassungen zu Mifsbräuchen ; in
Rufsland sind 'sie häufig ein Schutz dagegen«
Anmerkungen.
»
I, In W, Etüns*! Survey of tht turkish Empire, LüH"
fton -1797- d- S. 327« keifst es: ,^Whil€ J was in tim
^quarantint at the Rusiian JrouHer p in Sejtttmbtr I278f
^fthsre passed '^^fOOO Christiane , obliged by thg Rustians t^
j^tmigratt from th^Crimta (35,769 malet), — TTiese people
y^were Jent to inhabit the CQuntry abändoned by the Nogai
yyTatars^ near the wen eoast of the fea of Asof ( PalmM
,fMaeotis)i but the. winter coming on before the lufuees
^ybuilt for them wtre rea^y ^ a great part of tkem had r»
yyOther shelter front the cold than what was afforded tkem.
f^hy holes dug in the ground^ and covered with what tht^
^ycould pr^cure .'' they were people who all eame ftotn cam^^
yyfortable homes^ anä the greatest part periehed; eenem
y^houeand only wfre alive a feui year* ägo,^^ Mit.allee
Achtung iür das Zeugnils des HexTuEton^ der im Gmosen
Ahhand:lung^e*n» ' 411-
V , •
ein sehr ^utor Beobachter ist, scheint es miv cl(K;|i
schwioTy ihm hier zu glauben. P^^^jone/,. der im. Jahren
7^5 sich bei dem Kvimschen. Cba>n aufhielt, UAd all»
l^itteJL hatte sieh au belehren., schickte den MinisteiriK
Jjuflwigs XV^ ein- MenH^ire- über den hürgerlichen,^ politf"
sehen und miHtärischen- ZusUind der kleineni TaU^rei^, in
Velohem er die Anzahl der Griechex^ und Armenier in
de» 'Städten in^ runden Zahlen angi^eb^ Er rechnet die^
Erstem zu i^oo Familien^ die« Letztem zu a,5pa, , eini^^
andere Familien, ungerechnet, die noch auf. der HaUnnsel
▼ertheiU sind- Wenn i^^n diese Letztern; zu 200 annimmt^
so hat m^n zusammen 3^800 Familien,, düe,. eine in dift
andere zu sJ Indiyiduen gerechnet,, 8o,$00 Einwohner ge« "
hen, Keohnet man nun. noch, die> Katholiken hin^u , di^
na«h Beyss^nel ungefähr 250 FersoBien betragen, so hat
man für die ganze Bevölkerung dev Krim an Chri^tent
eine Summa' von 21)150. Aber wie kann man glauben,.
dafS'Von 1755 bisr 1778 diese Zahl sich bis auf 75,000 soll
rermehrt haben? Ist es- wahrscheinlich, dafs unter der
Herrschaft der Tataren die Zahl der Christen-, die tmmev^
gequält und unterdritokt waren^, svch» in 23 Jahren auf
eine Art vermehr! haben sdllte,. die Alle Erfahrung;' jft
fast alte Möglichkeit übersteigt?-' Es wülnie ' viehnehr
schon zu bewundern seyn , wenn sie sich bei se^ viel Stö-.
rungen der Willkühr ohne Abnahme erhalten hätte.
Pallas y d,er 15, Jahxe n«vcX -E/on die Gegenden besuchte»,
wohin, die ICrimschen Chtisteu verpflanzt worden waren»,
dem die Behörde» alljerv Städte ofücielle Uebersichtcn
der, Bevölkerung gaben, die vielieieht nirgends so genau
geführt werden, als in Rufsland^ Pallas gieh^t d^e Z^il
der Armenier unid Griechen, die in Mariupol^ Nachtschi-
wjar und der umliegenden Qegend wohnten, auf 20,873.
Köpfe an. Diefs wären 277 wenige*, als wir oben n^pjx
PeX'sonel iaaideut, Poillas sagt aber, nicht, daf^ alle. Chri-
sten, j^us rfer Krim dahin versetzt wären, et, giebt ihre
Zahl «ogs^r nur i|[uf ungefähr 3,000 an, bei dieser. Au.-
gäbe aber hat er unstreitig Familien und nicht < Indivi-
#ien gemefht,^ V^il er sonst mit sich selbst im Wider-
spruche wäre*. Wie dem auch sey , so viel ist gpwifs :- >
i) 4^s 41e Zahl der. Christen , welche die ^rim verlassen^
r
4it ^ Abhandlungen*
Binrsteii , «icht 75,000, s«adem hScluteiu die Hüfte kftHA
betragen haben« 9) dafs sie nicht durch grofse Sterb-
lichkeit auf 7,000 schmolxea, wie fis«m hehaoptet, w^eil
•ie cn PalUi Zeit noch 20,875 Kopfe stark #aren. -Aller-
dings m^en die elenden, von habsüchtigen Aufsehocm
erbautetr, Hfitten, die dieser Reisende noch 17^ sah, die
Au£g(*«v änderten y^pr ei che hier eine Zuflucht finden soll-
ten, eben nicht besonders gegen den strengen \irixiter
geschüttt haben ; und viele mdf en folglich aacb wohl
▼or Kalte umgekommen seyn. Dieser Umstand ist wabr«
scheinlioh die nächste Veranlassung gewesen, die I«ag»
Aller' ohne Ausnahme ndt den traurigsten Farben s»
* schildern. Ich bin aber fiberteugt, daTs man ihr Un*
gemach, und besonders die Zahl der Opfer desselbeit
^hr. übertrieben hat, und hoffe es auch bewiese«
m haben«
3. E* ist unmSglich , die Zahl der Nogajer g;eBau xn
wissen, die sich im Jahr 1791 im Norden des Asoifschen
Meeres festsetzten. Die Abweichungen, 'die man in den
verschiedenen. Uebersichtea derselben f3r die folgenden
Jahre findet, mufs man durch die Schwierigkeiten er*
klären, die von det Zählung eines Nomaden - Volk« un-
zertrennlich sind.
Im Jahre 1793 betrug nach PaUät^ der die Zahl der
Männer einer jeden Horde besonders angiebt, die Menge
der männlichen Individuen der Horden vom Shedissan, -
von Dsehambuiluk itnd vom Sheditchkul . , 5,oqi.
Im Jahre 1805 nach dei^ Berichte der Minister 6,000,
- ^ — um dieselbe Zeit nach der Zählung des
Oenerals von üosenbtrg^ Gouverneurs
von Tourien ^ % , , , 9i432<
— — 1806 im Mär^ , . • . . 9,043«
— — - 1808 als der Graf Maison xnm Befehls-
haber ernannt wurde .' , . Y»«?'«
— — l8io , . . , , . , * 89599«
^ In diesem und dem folgenden Jahre kamen noch 415
KBpfe von der Horde Yon ShedischkuV^ und. 75 andere
dazu , denen die Hegierung erlaubte, die Krim su verla«^
Aiht^ndlungiU.
4«3
sen ; die.rs tnacKt eis« Vernielijpung toh 490 Seelen« Jiu
dessen gieht .die Zählung, welcke der Graf Maüon*w»^
stellen' lieft j, e^< clie No^ajer 9ciK>ii«fctt angesessen war^H'
< im Jahre. i9U • « v • • . • i4>989«
— — I813 ' •• . % . ♦ .^ • tS)3>d*^
^ — I814. am Ende des Jahres . . • 15,341«
In dieser Zahl kind die Mursa^s und Mullah^s» sowie
die Budshaks nicht mit hegriiTen. '
3. Ausfuhrlichere Nachri elften über die ISTogaJer . 6n<^
det man in folgenden Werken;
Mistoirt gdndalagiqiue dts Tatars par Ahulgüii» Bayadurn
Chan, Le/de, 1226a 2 VoL in 12.
HUtoire gindraU- d<* Hunf^ par J^t Guignet^ ^ani
J^756» 5 Voh in 4. ,
Vöjragff faits principaUment en Äsit^ puhliit par Pi^rr^
Bergeron, La Hayt 173^« 2 Vol. in 4«
hibliothiqu^ OnsntaU par 4^ H^rbelot^ L^ Maye 1774
— 1777, 4 Vol m 4. •
^ Traiti 4ur U cQtnmtrce d§ la nur n^tire^ paf Peyjsonel^
Paris J787, 2 VaL in 8.
Memoirts du Baron de Tott sur les T^rct et l$s TatervAt
'Paris 1785» 2 f^oU in 8. .
Voyage de Vienne ä Btlgrade €t che% Us Tatars Boudjah^
et Nogais^ de 1768 ä 1770« Par Kleeman^ Neueht^n
tel 1780. in 8.
Descriptiofi de la Qrimie po,J^ Thunmann^ Strasbourg
1786. 12,
4. Joseph Barbar» hesohreiit die )>^weglidhen Wohr
nungen dieses Volks folgendermalsen ; »)/n hocpopulo in«
yjnvmerabiUs sunU^arri duarum ratarum^ n'^itris altit(;
„rex, 'feitris partim <foopert€l9f partim pannis^ quando a4
,,£01 pertiiiitnt^ qui^majQtis prdinis aut dignptatis sunt%
j^Quidam horum carrorum domuntulas supere^structas ha*
^ybent; quas Uli Hqc mod% ,aedifit:are solent* Cir^uli^ni ac*
yycipiunt ligneum^ cujus diaipcter s^squi alterius passttgi*
j^sit'/et super hunc alitßs injiciünt airculos ^ in media ses$
^finvicem intersiqant^s^ Jnttr h(ff d£in4f ^M^pant stmrmt
X
414 ' - Abhmndlungen.
y^€x awMuHnihtiw ustas^ ^asmuftetwU^ mut pönnis juxta
yfmor€m ti fiuugtudiium suam co^p€riuni. Et ^uiriMto
^cattrm mlieuii $mHari vkum , dtpmiumt 'cmstui iHai # flar>
f^riff 4Uqu€ in iit habitant.*^ Oe^rgii Hürnii Ulfsf€S
p»f0grinans* Fraucof. €t Lips^ I8* p* 375*
5. Alu dict t^i4haltt im Jahre 1307 anlLam9ii» wordem
9ie nach foIg;eu(ler Liste ver^eichxiet ;
Mursa*8 • . 91. Fraue9 der Mursa^t • 86
. Mullah*8 . 233. Frauen der Mullah*t • 217
Tatarei» . 1,59^. Weiber « , ^ i^^^S
I;92'^ 2} 166
' Zusammen 4,089 K9pfe beider Ge«clilechtei\
Bei der Zähluii^ von ifii betrügen die Mnllak's 185
tmd die TatarWi !2,845* ^^^ Weiber wurden nicht auf-
genommen , und die Mursa^s weigerten sich, ihre Namen
«niugehen. Bei ihrem Abzüge am Ende des Jahres i8l2
«ählte mau T53'Mursa*s, 185 Mulla Vs und 2,843* Tataren,
dte Weiber ungerechnet. Unterdessen kann man die ganze
auswandernde Horde auf nicht weniger, als 6,500 Köpfe
rechnen. Den dbraäs ' hervorgehenden Unterschied vo«
S,4II Köpfen %egen die Zählung von 1807 kann man, wie
•eho^ bemerkt, nur aus der allgemeinen Cntuverläsaig-
keit einer jeden Zählung eine» Nomaden «Volkes er->
Itläyen,
6. Die Nogajer,' denen ihre Religion den Gebrauch des
3r9ni^tweins yerl^etet, haben do«h.fünf Trinkhäuser {Ka-
Jfak) auf ihrem Gebiete, weil der Getränkpachter (O-
'kupschuckick) das Recht hat, in allen Krondörfern wel-
che anzulegen,, iifo er ea seinem Vartheil gemäff findet.
7. In den Memoiren der phjsieh-mediojnischen Ge-
vallschaffc zu illd^ft^u beimdet sich «ine Abhandlung ic&^r
dm Kumifp i odtr, gßgohvne. S$uunmil«Ay> und seine An^
Windung i als. Heilmittel y von Christinn itaahH'öberlein»
Der Verfasser maehte 1772 einen Felduig in der Moldau,
vxid WalU<:hei als Russiecher Chirvjrg , und bekam nack'
«inigen andern . bedeutenden Krankheiten eine Lungen--
fncUt mit' haftigettr Jinsten , Blutspeien^ .«ehrendem Fie^
r — '
1
hpt^i Siolklftflongkoilf tfn4; Andern' STmptomeii) tue witaea^
nfthen Tod ankün^g^leif« la 4^^>^ traurigen - ZuiS^änd»
üben^d^tb' iltn äfix .Ob^r^t^ »eines Eegiments, em Mked
zu bxauclien^ da» ihn in • einet ähnlichen Kvankkeit dat:
jL^h^n gerettet hätte, al^ alle Kunst, achon^ an ihm ge«
scheitert wa^re ; und dieses' Mittel war der JCumifo, Ende
Aprils X792 £eug HöifirUin diefs GetEäak aii und kurter-
waxf sich, der dabei nöthigen Diät, und am Ende de*
Herlfstes ware^ seine jCrafte schon wieder so freit her«-
geteilt y dats ^r alle Gesohä/te venricht^n und sein Amt
fortsetzen konnte* Ein heftiger Aerger, der ein starke»
Bluterbrechen, zur Folge hatte, endigte sdus Leben amt
2', Qecember IS€>5< (ch will hier aus Einern Memeir«
über den Kumifs das Wesentliche mittheilen/ ohne midi
heL den Vor&chriftenizur seinlichep Zuboreüimg , ödes
<^n Regeln der Diät axifiuh alten , die bei einer groXaen
Entkräftung besonders nöthig sind. leh möehte nur di«
^fm.erksamkeit der Leseif auf ein. Mittel richten, dae
im. Aus.la);»de fast ganz unbekannt und selbst .ia^,Hyfslanäi^
yiTewi^ gebräuchlich ist., und dochf die gröfisten: Li^iden
lin^^Tiv und. das lieben einer g^rofsen Anzahl Mansche»
{risteu könnte,' die r^qr der Zei^ sterben. Besonders wäre
di eis Mittel der Prüfung der Aerzte in. England (und
Wie^n) zu empfehlen, wo, die Schwi^idsucbt häufiger ist^
als irgendwo in JEIurp^a..-
Der Kumijs. wird aus Stutenmilch und Sauerteig be-^
reitet ; den letztern macht man von Waizeuteig. Maii>
giefst sechszehn Pfu»d lauwari^e Stutenmilch in ein, höl-
zernes Gefäfs und hängt don Sauerteig in einem lei^
nenen Lappen hinein,, bedeckt das Gefäfs imd bringt es.
in eine Wärme von 24 bis 26® Reaumur, bis die Milclt
einen säuerlich angenehmen Weingeschmack annimmt,^
wozu 16 bis 20 Stund ;sn hinreichen« Wird sie in- einel^
h Obern Temperatur gehabten, so geht sie zu- schnell i»
die Essiggährung, über; und ist dann nicht mehr tailg-^
Heb. Wenn die Weingährung vollendet ist, fo nimmt,
mau mit einem EÖlfel die fetl^n nnd kä&iohleo> Theilchen
ab, die sich ai{f der Oberhaut, auf dem Boden, oder a»
4en Seiten des Gefafses ansetzen , und seihet es. vorsieh-«
tig durch« Dazu», wird die Flüs$igkeit ' einj» Stunde lang
^l6 Abhmndlukgeiu . .
f«lmi viogerfilirt, nncl hfcraqf in fto«teUieii gefBllt , die
§ot* Terkorkt uad an einen kOhlmi Ort geitellt weieaden«
Statt des Sauerteigs kann man anck das Dicke der Milch,
•der aucH etwas von der gegohrnen Flüssigkeit nehmen.
Wenn man die gegohrne Milch anstatt des Snuer*
teiga mit den fetten und kfttigen Theilen Termischt,
m^d das Gänse einige -^ Stunden langsam amiiihrt, so er*r
}iält man ein sanerliohes, sehr angenehmes Getran^, und
dieXs ist der eigentliche Kunpfs der Tataren. Diels
Getränk ist sehr nahrhaft und hek6mmt daher nur
Personen, hei denen die Vei^auungswerkseuge nicht ge-
schwächt 'sind. Die Stuten, vpn welchen man die Milch
nahmen will,, erfcvdem besondere Vorsieht; sie müs-
sen das Mittelalter erreicht haben, nicht Ton ihren Fiil-
len g^rennt werden, Tag und Nacht auf guter Weide
seyn und wecier Hafer noch Heu bekommen* Die bet-
ten Monate lur Kur sind der Mai, lunius und Julius»
Will man den Kumifs im Win(er brauchen , so nuifs man
die Stuteu mit' dem besten Heu füttern, ihnen wenig Ha-
fer gehen und ihnen Bewegung machen lassen, die sie
nicht in Schweifs bringt^ Uebrigens ist es mit' dem KU7
mifs, wie mit einer Brunnenkur ; sein Gebrauch auf dem
l*ande und fem ' ron G^eschlften befördert die Wirkung
«ehr.««- C^mmgntüiiontt soeittatis phytico - mtdicat apud
univ^rtitattm iittrarum Caesaream Motqutnstn institutat»
i^9/mn«n l. P. iL Pt85— 105, Müsifuttt igzi« 4«
$• Dia Kosten deir Regierung für die Ncgaier sind
folgende :
Gehalt des Befehlshabers •. • • « 600 Kübel
Zur Reise bei' Untersuchu^ig de^ Dörfeir • 3oo —
Gehalt 'des Secret&rs . ^ • ^ • 300 <«—
««- des Dolmetschers • ^ . • •' 300 -^
— für 2 Schreiber ^ 120 R. • . , 8A0 • —
- KAUzlei^^usgabeil ^ . ^ , , . iso —
i2$6o KubeL
Shcmals hatte der B^hlshaher noch 15 Kosaken bei sich;
üese wurden aber im Kriege von ]8l2 zurückgenommen.
Der Jet« ga Dolmetscher, ein NefFe des Bufa^gt-Bai^ ist
^n Manu von vielem natürlichen- Verstände.
j^bkandlungen.
417
9. Man baut mit grorsen Ziegeln, die an der SoniM
getrocknet sind ; von aulsen sind die Mauern mit Tbon
hewoTfen, der mit Sand und Kuhdiitt durchknetet ist^
uitd dann mit weifsem Thon überzogen wird. Die Oä-
cber sind fast platt und mit Erde bedeckt. Diese Bau-
art, «ine Art von Pis^, ist dauerhaft, wenn die Mauerxk
nur von oben gegen 4eA Regen geschützt find.
y
üebersicht der Districtei Dorf er und einzelnen
Wohnungen' der Nogajischen Tataren, nebst zä-
rer mänrdichen Seelen ' Zahl^ und der Zahl der
MstschetSf im April 1804.
MWü^iMMHp
Dutrict van Miflottehanskaja^
DSr/er»
j. Edinokto t. •
9. NeffkÜ9se
3. Barkute • •
4. Edinokto 2.
5. Schujut Juret
6. Baurdak »
f. Esibey i*
8. Bsibey 2. . -^
9. Azberdi • . •
10. Tulga
11. Turnen . »
IS(. Barkute ...
13. Akermen
14. Aktam^ali
15. Kiltschick
16. Tschakbar •
17. Aktogul •
Zusajtuneii
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^bhnndl ung€fu
Di ft riet von Karsah^
Dörfer,
18- Kislik
10. Thiinschke
90. Kisj]dia-0|^lit •
SU. AUchinbaLiUje
22 Ternirgcga
23. l'mkon > Sasiktoeuii
C4. Kitscfakin^-Sasiktognn
25- Arschin .
s6 Saralar .
27. Asankoja
2H. Badaje •
29. Tohal
30. Emir «
31. Bekburlu
32. Acilkoja ..
53. Uschanatran
34 Kar^raga
35. Tastf
36. Tsduuua^ur •
Zosutuaen
Diu riet vpn Atchbu
I>örf0r,
37. SdbedK ' t.
.38. Ka{(«tsch i«
39. Beckfch^ol
40. Ka|^t0ch 3.
41. Scheikaje
42 • Mascbkir
43. Oniki • '
44. Kockpaf«
45. Igandasdh^kii
46. Togali .
47. Karakar$«k
SStttammi
Dhtrict 9on Kihittekim»
DSifer. '
48. Aktamgali
49. Jiigartanagali
go. Kaneeruefs
51. Katar Op^Iu
52. Anipo»«^ • * •
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Zusammen __ ^8 j ^hqq ) 64 | 82
District von Jalangaticht
nörfgr.
58. Kaxidakusli *' - »
59. Aslukschi • »
60. Kondatamgali «
6t. KOAUrbascui •
62. Boljutmen • ^
63. Saraugli • *
64. Argan
65. Scheckli 2* •
66. Umkon Beschk^li
67. Kitschkin^ Beschkeli
68* OrxtianUGhtf .
69. Akilboja •
70. Sosukane ' . •
71. Argakli l.
72. Argakli 2. '. •
73. Kalixigara
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12
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178
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3
164
—
5
284
31
II
135
3
6
140
8
^
3
336
15
15
I
178
5
6
2
186
9
2
- «55
14
8
2
268
15
2
^
«S3
2
4
28 3-Q3 1
i.'5 118
Xi7i
;t5748 1
aö9l
488
Zusammen
Ueberhaupt
Die Geburts«y Eben- und Sterbe- Register geben
folgende Kiesultate:
Eben»
I36i.
- 151-
152-
134.
94.
198*
15<S
' Der Monat December ist in dieser U'ebersicht des.
7aliTs 1815» nocb nicht mit inbegriffen, ^Diese Listen
werdei^ dem Befehlshaber regelmäfsig jeden Monat über«»
eandt. Seit i8i4) Toa wo an anaa Kussisobe Si^hraibw:
\
Geburten*
1809*
445.
I8IO.
469.
I8II.
559.
/18I2.
458.
18 13*
403«
2814- 1
.608.
1815«
^ 401.
Todetfällt.
<454*
622*
491.
359-
34?'
4M
AhhandlungBn.
hat, werdett die Namen def\ Indiriduen mit anfgezeicli-
»et. Bis dahin wollten die Nogajer keine Rnssiscben Be-
amtetem dulden. Wenn man diäte Ueberticht mit der
Ton der allgemeinen Bevölkerung derselben Zeiten yct-
gleicht , so wird man Abweichungen bemerken , die ilne
Genauigkeit verdachtig machell. Die Nvgajer hassen jede
Zählung, und sehen dahinter immer irgend eine politi-
sche oder finaiixielle Falle.
t^örjevt welche der Krone und Bdelleuten in dem
Districte Melitopol^ im TaUrischeh Gouver-
nement gehören. '
_ Im Jährt iSX4.
Dorfir dsr Krmu.
Grofs - Tokmack
Fetr opawl of ska
No wogrigoriewska
Klein Tokmak
Popofka .
Berestowaja • •
Nikolajewka
Andrejewka
Tschernigowka
MikaÜewka
Tiinochowka
Balka
AuU .
jj M I Troitskaja .
■f»? l Tambowskaja
i § 1 Spaskaja / '
^C^lKirüowka .
I^Jefremowka •
92/SfKt
Abhandlungen».
4»t
^afsilijewkal • • • « •
Skelka « J ...
. SariUchantkoj^-Kutei **" ^'S ^"!*
Wtfsselaja ... • J • • • •.
Oliitoscliiiaja, dem Grafen OrUJf DeHi-
» ' jog^ gehörig
-^ — dem Admiral Mordwinaff
gehörig . . . ,
Es giebt noch eidige andere Dörfer und
einzelne Besitzungen^ die andern
Edelleüten gehören iind die Ein-
wohner' haben • • .
Mfinnli-
che
Seelen
-r
486
344
551
3S
i8r
. Bftnern. der Edelleute • • • •
Bauern der Krone, mit Inbegriif der Nogajer
'Teutsche, Italienische und andere Golonisten
Mefmoniten • . • • « . . « \ • I9I13'
3,191
3» 191
38,020
i,6W
; 47*209
Kechnet man für die Weiber wenigstens ebenso riel^
80 hat man für die ganze Bevölkierung des Districts toi^
ßiielitopolf die Stadt Ordkhff nicht mitgerechnet, 94,418
Sinwohner und dieser ganze Landstrich zeigte noch vor
-wenig Jahren keine Spur v^n menschlicher Gesellsibhaft.
Die Kegierung hat dort, wie in dem Koste von Taurien^
auf ser der Halbinsel , 3 bis 400,000 Dessä^nen Land ver-
Icauft, die noch nicht überlassen waren. Diese Gründ-
stücke sind im ?ahre T814 auf Vorstellung des Duc dd
fiichelUu verkauft worden. Da es meistens teiche' Gut«'«
besitter sind, die die^e LStidereien' gekauft halben, ^o
fehlt es ihnen auch nicht an Mittel^, . sie zu bevölkem^
und ihr eigener Vortheil zwingt sie dazu.' Man darf al**
so annehmen, daüs die Zahl der Bewohner in diesen!
südlichen Theile des Reichs sehr schnell zunehmen winl»
Blolse 'Einweisungen dieser LäUdmieu ...Würden »für ikß
!)
r
4M ,Ahh€näluns0t!u
Luid in keSmr Kückncht ebea^so TorCheühaift gewesei
«eyii. Btam Iwt >deii Käufern «ec)is Jahre Fkist mit det
Betahlung gegeiien ; das dafür einkommesd^ Oeld wirf
Vax VerbekseruBg des Zustandet Ton Taiuri€tk verwandt»
«Mi
Sidi Harnet s Reisen nach Tombiiatu umd
der neuen Stadt Wässanuh im Innern
von Afrika.
( FortMttanf Von S. §05 «sd teUiiA der Aiiuige t*& ^Sfij^*^
£o/v 9f th€ Amtri€mt^ Mrig CommtrcB «tc, im II. St&^
( Uli einer 'Charte. )
Vierter Aufschnitt.
Sidi HamiV8 Reite nach Wassanäh. — Seine Anktnift difre^
und Betchreibiing dieser Stadt, des Landet and iTeincr Ein-
weJuier. — Batclireitrans det gröttvn Fluitet » welcher bd
ihr ▼^beittrSat.— Rückkehr nach Tombuttu,
^Dai Alles ii^ Bereitschaft war, reis^telCi tiür
von Tombuctu aus lungefähr zwei ^tvndeii lang
immer südwärts nach dem Ufer eines Fikisses, wel-
cher an dieser Stelle ^olihib genannt i^vird, und
dessen Breite beträchtlicher war, als ii^ des
Raums zwischen Mbgador und der Insel ( das ist
ungefähr 500 Yards). Hi^i? war ein elendes Dorf,
von Rohr gebaut, und in Sdüanym fast ganz vei^
sunken. Es fafste ung^fShr zwei hundert khnne
Häuser in sich, hatte aber keine Mauern. Dann
lenkten wir. uns gerade nadh dem Fltdüsüfer zu,
und reis^ten seohs* Tage in einem ganz flacheu
ebenem Lande da fort, datsuns imftier dieser Flvb
rechter Hand zur Seite' und im Angesicht waik^
da er däa^elben Lauf mit unserem Wege nahttii
u|»d un^fute RiQhtiuig nacl^ Osten zu ein wenig
südwärts^ ^tiBg. BiMX kamen wir lu einer klei*
Abhandlungen.
4^
Ben, mit Rohr und Dornbüschen umaXimten Stadtf
BimhinAh genannt, und verweilten swei Tage in
ihrer Nähe, um um Mundvortätbe und unseren
Thieren Erfaohlung' zu verschaffen« . Hier wandte
•ich der FluCs mehr sildostwSrtS, weil auf der Oiit*
Seite ein sehr hohes' Gebirg stand* Wir gien^n
dazin von der Flufsseite ab, und setzten unsere'
Reise durch ein gebirgiges , und sehr beheiztes Lan^
fünfzehn Tage lang mehr südwärts fort, wofauC
wir wieder an denselben Flufs kamen. In jedec
N^cht war es nothwendig; rings um die ganze
Catawane herum grofse Feuer anzumachen, mli
die reilsenden Thiete^ LoWön, Tieger und andere,
welche wir fürchterlich heolen hörten, abzt^altesi«.
Hier war eine kleine Stadt von Schwaben, die ei-
ner andern Nation angehören, und die Feinde d^
Königs "von Tombuctu iNraren, aber freundlich gck
stiint gegen den König von Wassaäak. Da sid
niehf zahlreiqh waren, thaten sie uns Nichts' z^
\>Xeide, und gaben uns'füt Waaren so. viel Korn,,
als wir nöthig hatten, und zwanzig Ochsen, Wir
sahen auf der andern Seite des Flusses eine grofse
Menge bewaffneter, fast ganz nackter, Neger, welche
f eindseelig zu seyn schienen. Sie> konnten abet
nicht über den Fltzfs, um uns anzugreifen. Wir
«ahen auch zwe| sehr grotse Dörfer, ' %ber von
Mau^rrn umgeben, wie die andern^ bei dtaen wit
vorbei gekommen waren. Wir machten hier
Halt , Hefsen unsere Kameele utld Esel fünf Tage
ausruhen, nnd giengen dann vorwärts drei Tage
lang in e;iner fast südöstSiobeii Biöhtung^ so daTs
unser Weg sich wand wie der Lauf des Flusses.
Oasn mufsten y»x über ek» tebx hohe« Gebitrg fei>
Gga
> '
494 Abhandlungen,
f
tat ; wosu wir s echt Tage liratUDliten , «nd als wir
auf der Spitze desselben waren , ^nnten wir ein»
«dir lange Kette hoher Berge iai Westen sehen.
Die Berge, über die wir kamen» Waren mit -sehr
iprolsen Bäamen dicht bedeckt, und ^s hatte an^
ÜMcrst ^iel Schwierigkeit, hinauf- und hinabzukom-
men; allem wir konntm keinen andern Weg neh-
men, denn der Flufs hatte seinen Lauf an der
atettea Seite des Gebirges, Als wir endlich über
dasselbe hinüber waren, kamen wir wieder an das.
Ufer des Flusses, wo er sehr eng und mit Felsen
angefüllt war, an welchmi die Wellen fürckter*
lieh sich brachen. Als wir dann einen guten Pfad
gfffonden hatten» hielten wir uns jeden Tag ein
wenig südöstlich, zuweilen m^r östlich, dann
wieder südlich. Auf diese Art gieng unsere Reise
nach Verlassung der Berge zwölf Tage nach ein-
•ander fort^ während welcher 2eit wir den FluXs
last jeden Tag uns zur rechten Hand geSehoa
hatten und über eine grofse Menge kleiner Flüsse
•geätommen waren, die sich in denselben ergiefsen*
Er war j^tzt sehr breit und schiwi tief zu a^yn,
filier sahen wir viele ausgehöhlte Bäume, den Boo«
ten zu Tfmihuetu ähnlich, die gebraucht wuarden»
-um Keger über den Fluüs zu bringen, wobei man
mit flachen Stücken Holz ruderte. Wir sahen
•auch die hohen Berge auf der Westseite des gro-
üsen Flusses sehr deutli^. Nachdem wir an der
•Stelle, wo man überfährt, sieben Tage liegen g^e»
blieben waren, seis'ten wir funfzeben Tage a&-
•haltend fort, fast immer Angenchts ^es Flusaet.
Als wir uns den Mauern der Stadt Wassanah nä-
imrten, kam der £önig mit einer grolsen Arme^
AbhaHdlungän* 4tS
die aut allen seinen Soldaten beitand, . heraas mid
unc entgegen. \ Da er aber fand , dafs wir bloCt
tiuf Befehl seines I^reui^de« Schegür, in Tomhuctui
und mit Waaren, die demselben angehören, ge4
iKLomnien waren, um hiär zu handdn^ lud er un«
#ern Anführer und die ganze Gaimwane ein^ sich
unfeinen viereckigteti , eingeschlosstaen Platz in
Aex Nähe der Stadtmauer zu begeben^ Hiec bliebeu
-wir zwei Monate und verhandelten unsere Waa*
xea gegen Si^läiren, Gold, Elephajatenzähne u. s, w»
« ,,Die Stadt fVassanah ist unfern dem Ufer dea
!E3.us9es erbaut, welcher im Süden vorbeiiströmt,
^wischen hohen Bergen auf beiden Seiten, jedochi
nicht ganz dicht am flusse. Dieser ist so, breit»
dafs wir einen. Menschen, der am jenseitigen ufex^
stand, kaum sehen konnten. Die Einwohner von
Tbm^cm nennen den Flufs JoUbiby und die von
tVassanah nennen ihn Zudi. Die Mauern der«
Sjtadt sind von sehr weitem Umfiu^g und aus gxo«
fsen Steinen gemacht ^ die übet einander gelegt
'Sind, wie in den Mauern, die man in der Provinz
JfähHah in Maroko sieht, aber ohne Thon od«c
Lehm dazwischen. Sie sind sehr dick und fest
und weit höhefr^ als diii Mauern Tambuctus. %s.
ward, mir Erlaubt,, in Gesellsobaft von sechs Ne-.
gern unt' ti^ he%um.i(U gehen, unct ich brauchte ei«
nen.g«Kföen Tag, dazu. Diese Mauern bilden ein
Quadrat, uxidyivif jeder Seite ist ein grpIiesThor»
Das Land um die ga]^z0< 'Stadt herum ist bearbei«^
tet und trägt Gerste, Roggen und andere Pfla»-.
zen. ^ Dicht am Flusse hin ist es mit Keils be^
d0ckt. Auch sieht, man da eine gtofie MengCl^r^xl
^a6 AhH^nälungen.
Ochsen» Kfihen und Eseln, die znr.Sudt gehSren,
aber keine Kameele, Pferde, Maulesel, Scfaaafe,
Ziegen. Um die Stadt nad iia ihr ' giebt es einen
lleberflufs von gesprenkelten Hühnern , und daher
sind Eier in Menge xa haben. Nicht der ganzen
, Mannschaft der Carawane ward der Eintritt in die
Stadt erlaubt, sondern blofs Zwanzigen au^ Ein M^^
«nd Alle mufsten noch ror Nacht wieder
' »yWir waren länger als ein«a Menat dort ge-
wesen, als die Reihe an mich kam, hineinzugehen.
Ich fand, dafs fast der ganze Raum innerhalb
der Mauern mit Hütten bedeckt war, die ans ei-
nem Gemäuer blofs übereinander gelegter, und
nicht durch Thon verbtbid^ner Steine bestanden,
und aus £k>hr, welches oben darüber lag, und
wiederum bedeckt war r^m Laube des Dattel-
oder Pklmbaunlet, oder eines anderen Baumes, der
dem Dattelbaume sehr ahnlich ist und eine
Frucht trägt so grofs, wie mein Kopf, welche ei-
nen weifsen und an Süfsigkeit die Mäch über-
treffenden Saft hat. 'Da» 'Innere dieser Frucht ist
hart und sehr geniefsbar» Die Bäume, welche
diese ansehnliche Frucht tragen, wachsen in die-
sem Lande im 'Ueberflus6#, und ihre Fracht ist
etwas ganz Ciemeines. ^yrisohen den Hütten der
Einwohner sind enge Gäfschen. Der Xödig oder
das Volkshauj^t wird CHihu (Oleehoo) gexftmiti wel-
ches in der Neger^rache beibt guter Stcltan» Er
ist ein sehr lalftger und noch gstnis junger Mann.
Seine Wohnung ist ein gtolses Tiereckigtes und ho-
hes, steinerne» Gebäude, in dessen Mauerwerk die
Spalten oder Oeffnungen mit etwas Weifsism wie
Ahhandlung^^.
¥f
lCa!k, aufgefüllt sind* Maa erlaubte mir ien Ein-
tritt in diefs If aus nicht , und sagte mir, er habe
ftnndert itod fünfzig Weiber oder n^h mehr, und .
zehii tausend Sclaven. Er trä^t ein weifses H^ihde^
fetrt so eins, \frie hier in Mogador Herr Wilkhire
trägt 9 und lange Ueberziehhosen, die ebenso ge-
macht sind^ wie Eure und orangeg^lb gefärbt (die
ich eben daxnals trag, waren gemeine, weite Matfb-
eenbeinkleider). Er hat über seinem Hemd, ei«
nen Kaftan oder ein Kleid xait Aermelil, aus ro«
thapoi Tut:he gemacht und von einem Gürtel oder,
Bu^de umgeben, der den I^aun^ von der Brust bis
zur Hüfte bedeckt und aus seidenen Sphnupftii«
ehern von allen Farbext gemacht ist. Auch. trägt
et um seine Arme und Beine geWu'ndene Schu^«
teq' von schön gefärbter Seide. Sein Haar ist ifli
kleine Zöpfe gebunden und auf dem Kopfe trSgt
fit einen sehr hohen, aus Schilf gema^chten, Htft|
ütlT sehr schön gefärbt umd mit Federn g^schiiiü^ki
ist:^ An ddh Fülsen hat er Sandalen, die mit gol-
d'enete Ketten aufgebunden sind, uj(id 0ine grofsf»
goldene Kette üb^r seiner Schulter , 'mit einem über
sdffier^ Brust hängenden, Sti^us von allerhand
SdÜkvLckXbunch ofömamentsyy aus glänzenden Stei«
lien und*Mu^heln gemiatht, 'die das Auge blenden,
und ak der Seite trä^ er in einer goldenen Scheide
einen ^ofsen Dolcli. SrJ reitet auf dem, Rückett
^ines ungeheureU Thiieres, das drei Mal 86 dick
und noch ein gut 'Th eil höher ^ aji mein ^ofses
Kameel ist, mit einer sehr langen Naie und gro-
fsen Zähnen und fast so schwarjs , wi^ die Negei^;
£s ist \ so' stark , dafs es , v^renn 'es iloll wird , hun-
dert Menschen in einer Mipute tödten kami. Diefs
1
fflg Ahhun'dlungen^
ist dasThier, in welchem die Zähne wachfes, ditf
wir von Tonibuctu nach JVidnun. bringen, weld&e
. Ihr Elephantenzähne nennt. Und diefs war dae
Einzige von dieser Thierart, das ich in Nator .sab,
mber sie sagten mir, diese Thiere seyen sehr häa-
fig in der Gegend von IVassanah am Flusse hinah. .
^Xy^t König von Wassanah hat eine Gard^ von
zwei hundert Negern zu Fufs , von denen hundert
mit Musketen, fünfzig mh langen Speeren und
fünfzig mit grofsen Bogen und Pleilen bewafihet
dnd, Alle aber lange Messer, an der Seite tragen.
Sie sind überall, wenn er auf seinem Thiere aua-
reitet, si^e , Begleiter. Er hat aud^ eijie sehr
•tärke Armee, und seine Soldaten fechten mit
^ Schiefsgewehr , Speeren, Bogen und Pfeilen. Die
Stadt hat zwei Mal so viel .Einwohner, wie Tom--
huctUf. und wir sahen eine grofse Men]|e Dör^
fer in ihrer Nähe auf der andern Seite des flua*
nes , auch verschieden!» kleine Höfe auf 6ieK
nämlichen. $eite tiefer.^ Weder der Köni^ ,nocfa^
das Volk beten, wie d^e Moslenun^ sondern sie
springen, hinkend herum ^ und fallen ni^4er. und
bei^in Tode eines Freundes zerr/^ifsen sie ihr Axulitz^
als ob sie toll wären, und ie4^ Mal^ wenn sie den
Neumond sehen, stellen sie ei^.grofsets Fest an und
tanzen die ganze Nacht, zu eine^ Musik,,, die aas
Gesang und aus deip Schlagen gewisser, über ein
hohles Holz gespannter^ Häute und aus dem Schüt-
teln kleiner, in einen Beutel oder eine Muschel
« • ....
gethaner. Steine besteht. Aber sie köxmen wedec
)esen, noch schreiben und s^id HeideiL Obgleich
freien £inwohner dieser Stadt das Laster des.
Ahha7tätung0iC 4S9
Stehlen« nicht haben und sehr gaistfrei sind, so
boffe ich doch, da£s die Zeit sich nähere, wo die
.IRechtgläubigen und« die Gott und seinen Prophe«
ten {ürchten, sie z\xxa wahren Glauben bekehren
oder sie ganz av^ e^em so schönen Lande hin*
-wegtreiben yyerden. - ;
jiDie yorirehmen Einwohiier von WiäsanaJt
sind in Hemden Von weifsem oder blauem Tuch
gelcleidet mit kurzen Ueberziehbeinkleidern; und
Einige tragen noch iütber das Ganze ein langes
Oewänd, und um dasselbe einen Gürtel von ver-
e'ehiedenen Farben. Die freien Negerinnen in die-
eet 'Stadt sind fkst alte sehr fleischig ,' und sie
kleiden sidlfih.ein blaues oderSveifses einfaches 6e-
irtrandy das über dem Unterleibe Von einem Gür^
tel von allerhand Farben zusammengehalten wird.
Sie tratgi^n eine gtofse -Mefnge "c^chiliüct von ^ Gold
und Perlen^ und*'* Mttschelü, ^die in ihren Ohren
und Nasen hSngen/'^uä«^' an ihtfen" Hüften j'-Aer-
^^f Knöcheln und An ihr^hi ^nzletl Haupthaar.
'"Aber" die Leute ' der Srnleren Class^ siitd blofs um
'ihwifendenf mit ^Än^m Tuche bedeckt, welckei
kUf dem Baume wächst, der die^ick^ lP]:^<dit trägt^
Ton welcher - ich Euch vorhin gesagt hdbe, ♦) -
T! '. 'j, i. r.io
i»Die<.29£innlichen Scl4.ifeii' gehen gan;^. nfpkt,
aV,er iden, weibliclien^g^bt man -ein Stücjk v,qa }e*
p^m :?^uch, um ihre BlöJso/rZ^. bedei^ken. Di|$
.•■,«•.'• 'l - V . •< , I*, ' '
■»
4
*)' Däfs bier' die 'Cocosnurs gemeint «ey, ist uiibeiwei-
" ' '' feit; kiley macht aber hier eine Note , und' xtigt
evftt lang und breit, dafo sie gemeint sey, und warum«
43»
Abhandlungen.
Menge der Sciavea ist sehr grofs, tmd "^ele voa
ihnen werden gefesselt. Sie werden mit Bear-
beitung dei Landes ntn die Stadt lieram besdiäf-
tigt. Die Einwohner fangen eine grofte Menge
Tische. Sie Tiaben Boote , die än9 grotsen ausge-
höhhen Bäumen gemacht sind , welche zebn, fosf-
^ehn 4>de^ zwanzig ' Keger in. sich fasten, und der
9ruder des Königs sagte Einem meiner mich b^
gleitenden Glaubensgenosse^ der ihn verstand, (dam
ich konnte ihn nicht verstehen) , dafs er in. einigen
Tagen m^t secbszig Booten eine Reise den Flnb
hinab mac|;i^n werde, um fünf hundert Sclaveip
^um großen Wa^ep, (Oceane), wohin ihre Ridi-
tung erst südlich, dann westlich zu nehmen le^,
zum Verkauf .zu. brii^gfn, weil man d(Ht in gB^
fcen Booten, viele Weifse antreffe, welche Mi^
keten, Fulver, Tabajb« blaues Tuch, und
Messer, un^ /iergle^chen bringen« >£dr sagte, ^
sey* eii^ weiter )/Veg, -ni^d er werd^ drei Monate
9u dieser Hßise brachen, un4 erst nach :|wanzig
jkiloiiateil .werde, er wieder in %tine:$tadt i^ojrudt-
kiebren können « ' aber da^ei, sehr: - reich, werden.
Ich fragtet dep E^bler hier,' wie i^iel. Boote woU
auf den^ Flusse bei Wussanah leyen» nnd er ant-
inrortete mir: „Eine grofse Menge, wenn ich nicht
irre, drei od6r vier hundert! Aber einige sind sdur
-Hein. Wir sahen eine grofie- Menge dieser Leuten
welehe 'mit Sclaven und Blephantenzähnen dte
Flub hinabgereis't waren, um zum grojsen Was'
ser zu kommen , nnd nun wiederr zurückkamen*
$iQ sagt^i das weiTse Volk lebe in grolsen Boo-
ten^' und habe Schiefsgewehr so dick, wie ein
Mettsoh, %dt^s ein Getös' wie Donner mache;
/
r
Ahhmndlüngen^ 431
tmd woU ^ie ganze Mannschaft v^n hundert Ne«
gerboeten Wld vernichten würde , wenn sie ihaai
zu nahe käm^i." Wir sahen ixa Flusse und am
Ufer eine grofse Menge. Fische mit Beinon und
ei&em gröfsen Maul» und diese sprangen' augen^
blicklich in's Wasser, wenn sich ein Mensch ihiusB
näherte, aber man sagte uns, da£s sie oft Kinder
und selbst Männer von den Booten in's Wasser
ziehen. Die Neger sind sehr liebreich, und sie
^aben uns stets mit Freigebigkeit, wenn wir
hungxi|^ waren, Gerste^ Korn, Reifs, Milch oder
Fleisch, ob wir gleich keine Sprache redeten, die
sie verstanden,
„Während wir bei Wassanak lagen ,, regnete es
fast ledenTag. Nachdem wir alle Waare», die wir
dahin' brachten, verhandelt hatten, nahm der ScheU
toa drei hundert Sclaven und eine grofse Menge
Elephantenzähne, funkebide Steipe, Musdbeln und
Gold: mit diesen Dingen reis*ten wir wieder zu-
rück und kamen auf demselben Wege nach Tojh^
i^ctU9r zn welcher Reise wir drei Monate braucht
ten« Acht Monate aber waren bei unserer Rück-*
kunft verflossen seit der Abreise nach Wässanah.
„Bei* meiner Ankunft* in Tcmbuttu wurden wii;
vom Haüptmanhe der Carawane, dem Verspre-
chen gemäfs, bezahlt, .und wenige Tage nachher
langte uort eine Carawane von Tunis an , an wel-
ch.e wir uns anschlössen, um mit ihr desselben
Weges in unsere Heimath zurückzukehren.*' *)
y
• • ^
'"*) Hier schiebt Riley sine lange Bemerkung ein fibey
dti» , nach seiadl I^eiumf mai Hamttu Bericht tu
r
43t Al^hanilungen.
Fünfter Abschnitte
Si4t Hsmei*» Rftckrcii« Yon TomUietu saQli Jäar»ho m,nt 4Ur
örtlichen Rout«:— • Baschreibnnf 4«' Sahara und de»
Ij«ndes zu beiden Seiten dertelbea.— Blutiges GefecM
niit ttrelfenden A*»berm.
„Die Carawane, an die wir uns in Tombuctit
uiichlossen, war eine sehr grobe , und gehörte ^/^
gründenden geograpl^sphcn Hypothesen» durch de«
ren^ wie er, sagt , in den befsten vorhandenen Char-
ten {afttr examining tht best mapi extant) sich findende
Bestätigung er bewogen wird, Folgeüdes beinahe fSr
gevriEs anzunehmen :
1) daXs die Samara auch auf der Südseite viel ho«
heres Land sey, als das anliegende;
2) dafs der Fluls Cozen' Zair in den Bergen, wel*
che die Sahara südlich begränzen, entspringe,
dafs diese Berge wahrscheinlich der nördliche
Arm der ausgedehnten Kette seyen, in weloher
auch der S€negaif Oambia und Niger ihre Quel-
len haben I und dafs der genannte Flufs ein Arm
des Niger sey , welcher ostwärts einige Hundert
Meilen bis Tombuctu laufe , in dessen Nähe er,
'-. verstärkt durch viele andere, den Naihen Jalihih
bekomme und unge^ihr 250 Meilen von Townm
huctu, immer ostwärts ströme , dann aber, durch
Berge gezwungen, sich mehr südostwärts wende
und in ^dieser lUchtung ungefähr 50O Meilen weit
einen schlängelnden Lauf habe , und dur<^h man*
cherlei Hindernisse , durch .welche er sieh Bahn
mache, gehemmt, endlich einen Wasserfall bilde,
'den 5idi Hamtt unter dem oben beschriebenen,
mit Felsen angefüllten, Flufsbette und „fürchter-
lichem! (most dräadfuüx) Brechen der Wellen^'
verstehe;
5) dafs der Flufs von diesen Wasserfällen Sti er»!
südostwärts^ und dann mehr südfwarts gehe, bis
et nach ungefähr 600 Meilen Wmsanah crrei*
Ahh^anälunßen. ^33
igter, Tunisr TripoH mid Fez gemobEnidhaftlicfa aa»
/Sie blieb zwei Moasie bei TomJmctUj und kaufte
awei tausend Sclavoi .undgrofse QuantitSten Gold-
•.«taub9\Blephasitenzäline» Turbane» goldene Ringe
und Kett«B, und Gununi Aber Seid Und ich haU
«lie, wo et von Einigen ^olihiby von Anderen
Zadi genannt Werde. (Man selie die beigefügte
Cbayte.)
4) dars das gropt Wtuset^ sn welcbem die Eini
wobner JVas9anSCs er^t «üdwärti, dann weit*
wärts gehen , der Atlantische Ooean seyn miiMey
wobei nach der angegeben^i Zeit, von 3 Mona-
^n, die sie zur Reise brauchen , die ganze Lan-
^e des iPIusses über 4,000 Englische Meilen au-
fschlagen werden kSune, Wenn man ein Drittel
auf die Windungen des Flösset rechae, und die
•Schiffenden auf einem so reifsenden Strome je-
den Tag 30 Meilen ^nrücidegeii lasse;
K. ^ daTs dieser Flufs in seinem iLaufe ostwärts durck
hohe Berge in den CentralregioneB dieses un-
erforschten Continents gehemmt und südWärta
zu gehen gehotbigt werde, dafs er süäwä^s längs
iiinab zwischen jenen Gebirgen fortgehe, deren
Von Sgnegal nach dem Meerbusen von Cuifum^
"stck erstreckend^ .und diesen Meerbusen um-
gebende Kette schon bekannt sey , luid . dafs er
immer mehr verengt und eingezwängt werde
durch }ene unermefsliche Bergkette^ in welcher,
wie bekannt sey, der NU seinen Urs|>rung habe,
^fs mithin sein so gedrängtes iznd immer hö»
^er stehendes Wasser (nachdem er zumal eine
Menge anderer Ströme in sich aufgenommen)
i?ndlicb über 'die westliche und schwächste Bar«
Here der Gebbree hinausbrecbe , zum Fufse der-
eelben hiuabstürze, sich den Weg immer weiter
WQslw&rt« zum JilantiMk§n Meetel bahne ^ und
/ «
I
♦
tm mir lyuwrn' znrei Kan^ievl^t ivad divro wvjm
blofs xnit eiuigeHi iänumni beladen, welches 3€m
Na$9ar^n^ dem Scheik der Tuaiser Abtheilung def
Ctlrawane ff hörte» Denn die ganze Carawanf
hatte drei ^cfaeihs. Als AUet in Bereitschaft war,
brachen wir von Tombuctu, auf und reis'ten est*
nordwärts «wanzig Tage l^ang durch- ein gebirgi-
ges Land, eine grofse Menge kleiner Flüsse pas-
tirendy welche nach Süd und West dem grojjen
Flusse zueilten, da es fast jede Nacht wühr^id
unsers ganzen Anfenthaits cu Tombuctu sehr stärk
.gere^bet hatte.
^AIs wir so zwischen den Bergen und Bäumet
hinreis'ten, sahen wir eine grolse Menge kleiner
iStädte. oder umzäcmter Orte, von denen die mei«
«ten mit guten, steinernen Mauern, einige eher
^it einem Zaun von Rohr und Oorngebüsch ein-
ge&fst war^i. Der Boden dieses Strichs ist sehr •
*
gut, und Korn wächst im Ueberfiusse fiuf dem«
soften, auch einiger Reifs und JQattebi« Wir sa«
endlicK ttichts Andexes sey, als de^ Flufs, der
jetzt den Niimen Ctmgo hat.
Indefs tst scbleckterdizigs nicht cn begreifen , wie
•ine •olcbe Peductioa durcb HamttU Bericht und
dvurck die bi^herjgen, in jenen Regionen so^ ganz ohne
Auskunft lassenden, Charten soll bc^^ründet werden
können, viebnehr scheint es, als ob Riley ffich in
H]nP^^^c>^ gafalle. Ich habe zur helleren Ueber-
eicht |von Ril^'^s Conjecturen seine Charte von die*
cem ..Theile ven AJHha nachstechen lassen, und ge-
wiTs zuiu Oaake unserer Leser hier bj^üg^iigt.
•> «
in^ atrch: einige Qc^^to , SchaiJ« mA E^el» tkni
ivenige Ffeide« Die l^inwöluier sind mit Ntp^em
vermischte J^auvcn ui^d Araber, fa^t te «chwarz,
wie völlige Neg^r, ^ Alle cind von unserer eigenen
Bieügionl Sie s^ni sehr rüstig<e und wilde Mäa^
Ber> doch enthielten sie sich aller Feindsee^lgkei»
ten gegen uns u^d verkauften uns Alles ^ was wir
^au<^ten , zu eihem billigfsn Preise. Sie tragen
keine Kleidung aufser einem Stück Tuch um ihrein
Unterleib, und die Weiber haben an den Arm-»
uiid Fufsknöcheln Ringe von Knochen oder £}fen^
bcin, und im Haar ernige perlenartig:e.Kügelchen4
£s ist friedliches Volk , das die Carawanen nie an«,
greift 9 wen^ü diese nicht selbst versuchen, es za
berauben* Die Mäntier^ sind mit Musketen und
langen Messern, mit Bogen und Pfeilen bewafiEnet«
Wenn sie sich genöthigt sehen zu kämpfen, so
thun sie es mit der gröfsten Wildheit , und ma<^n.
nie Gefangene oder nelimen Pardon an, und ve2>-
theidigen blofs ihre Rechte. Einige unserer Mit*
2*eisenden in derr Carawane erzählten , idafs vor
nur wenigen Jahren eine, von Tombuctu nach Tu'-
nisy Algier Uv s. w. Zurückgehende, Carawane bei deij
Durchreise durch diefs Land ungefähr vier hun-
'dert der Eingebornön überrumpelte und ge^ngen
nahm, und dieselben als iSclavea nebst einer gro»
Xsen M^^e yen Vieh und Getrai^e mit sich fort»
führte nach der grofsen Wüste hin. Aber die Ein*
^bomen rotteten sich zusammen, und höhlten
%ie Nachts, nicht weit von der Gränze, wo die
Wüste anfängt, ein, und metzelten ^ie gaJaza
Mannschaft der Carawane jämmerlich nieder, ob*
gleich dieselbe^ mdür als zwei tausend Maj^ stark
n
4^ *A*h'mndlungen.
m
imd wtAl'bewaf&iet war. • Blofr nngefalir funfeig
f on dersell^n entlcamen-y «nd langten glücklich
kl 2\im> tti » tim diern schreckliche Schicksid za
Terkünden, und dieft gelang ihnen hlofs daduxtli,'
daf« sie die schnellsten Katueele ritten«
■ I
ii
Nachdem wir xehn Tage lang zur Crqmcknng
unserer Kameele in einem schonen Thale, wo sich
zur TrSnke ' für sie ein herrlicher Wasserstrom
fland, liegen geblieben waren und die SfLcke mit
Kohlen gefüllt hatten, reis*ten wir weiter auf die
Sahara hinauf, und hatten unsere Richtung auf
dem ^flachen Boden' immer nordwärts. Wir kamen
zu einigen kleinen Thälern, wo die Araber sich
mit ihretf Kameelen einquartieren und von der Milch
derselben leben, und sich das gelehrteste, tugend«
hafteste und Religiöseste Volk in der Welt zu sejn
dünken, und auch das glücklichste von allen, ob
sie gleich weder Brod, noch Fleisch, noch Honig;
noch irgend eine Bekleidung haben , als ein^i um
ihren Unterleib gebundenen Lumpen, und blofs
ein herumschweifendes Leben führen und unter dem
Obdach von Zelten leben.
Wir reis*ten nordwärts achtzehen Tage lang,
und kamen dann zu einer bekannten Tränke, die
IVeydlah genannt wird. Hier war eine grofse
Menge Wasser in einem Suippfb, aber es war
.schwarz und ganz salzig, so wie das Wasser in
den Teichen nicht weit von der Meeresküste. Es
war ein sehr todtes und stitikende« Wasser und
schmeckte nach Schwdfel. Mian sagt, der Sumpf
sey sehr tief in der Mitte ^ uad man wisse nichts
Abhandlungen^ 43^
flafs er J€|xnals ausgetrockcet sey. Er war fest gan^
überdeckt von einem dicken grünen Schaume,,
Wir konnten viele Spuren der wilden l'hier^, deif
Tieger und Löwen j in der Nähe dieses Wassers
•eben. Wir hatten eine grofse Menge dieser Thiere
auf unserer Reise nach TVassanah und 'als wir von
Tombuctu meine nach Osten kamen, geseifLen.
Unsere Carawane bestand aus ungefähr funf-
xehn hundert Männern, grörstentheils gut bewafif'^
net mit Doppelflinten und »Säbeln , und wir hatten
nngefäHr vier tausend Kameele^ Bis zum nächstea
Teiche war 'die Reise noch sehr weit, daher blie*
bcn wir hier sechs Tage friedlich liegen , in einem
Thale in geiinger Entfernung von jenem Sumpf*
uns lagernd. Wir hatten die Kameele stets sich in
einen Kreis legen lass^en , so dafs unser Gepäck
iämmtlich in der Mitte lag, und die ganze Mann**
•cl?aft zwischen dem Gepäck und den Karaeelen,
Wir liefsen zwei hundert Mann Wache' haltex^
die auf )edes Ereignifs gefafst seyn mufsten. In'
dif^r Nacht des sechsten Tages, tmgefShf zwei Sltun«*
-den nach Mittemacht, wurden wir von einer sehx
grof^n Schaai' schweifender Araber angegriffen»
Sie waren schon bis in die Entfernung nur weni*
.ger Yards uns genahet, ohne dafs man ihr Rom«
xAen gemerkt hatte^ undi gaben nun ein schreck«''
lieh verkrustendes Musketenfeüer auf uns, zu glei*'
^her Zeit wie biungeri)de Tieger auf uns sich sttlri
zend, mit Speeren und Säbeln iti ihren Händen,
mit fürchterlichem Geschrei.
Einen Augenblick brachten sie die ganze juara?.
wane in grofse Verwirrung^ Aber wir waren in
N. A, C.E. JLBdi. 4. ir. , Hh
■/
^
^33 Abhandlunff0n.
einem dichteii Kreise, den die Kameele machten^
welcher« mit Beistand der Wachen sie eine kürzt
Zeit von uns noch abhielt , hi« wir Alle die Waf-
fen ergriffen und uns vereinigt hatten. Nun ent»
itand sogleich das all^grimmigste Gefecht. Dec
Himmel war bewölkt und sehr dunkel* Nur die
■ " • • • ' •
flammen, welche die Musketen ausspieen, ge-
währten noch ein schwaches Licht, während ihr »>
Knallen und das Klitren der Schwerdter, nnd das
Geschrei der fCämpfer, vmd das Brüllen der ver-
wundeten und erschreckten Kameele^ nebst dem
Geftch2 der verwundeten und sterbenden Männer,
den furchtbarst^ nnd granenvollsten Anfrubr be*
vrirkten^ der gedacht werden kann« Das Gefepht
dauerte ungefähr . zwei Stunden , Arm gegen Arm
und Brust gegen Brust. Dann mubten unsere
Feinde sich zurückzi^en und auf Einmal flohen
sie und üefteii ihre Todten und Verwundeten auf
der Wahlstatt. Wir blieben, mit den Waffen in
dar Hand, di^Se ganze Nacht hindurch wach. Ida
war durch eine« Kugel in meiner HiifN» ireiv
wundet , und Seid von einem Dolche iil seines
Brust. Am Morgen tählten wir unsere Manner»
und fanden^ dafs zwei hundert und^ drei£sig g^
tödtet, und ungefähr hundert verwundet waren^
Drei Hundert der Kameele waren entweder getöd-
tet oder so verwundet , dafs sie nicht . gehen keim-
ten, darpm tödietea wir sie selbst. Wir fanden
sieben hundert ynserer Feinde wi dem Boden
liegend, > entwedqr todt oder verwundet« Die, wel*
che gefährlich verwundet wareti, tödte^en .wir, nm
thnej) die Quaalen zu ersparep, und die Anderen,
welche noch gehen kbnnten^ nahmen wir* id» Scla-
r •
\
/ /
I
Ahhanälung^n» ^f^
yeti nait mii* Die Zahl dieser bali^f* iich «Sf
\W9e^iß^r hxxmäetu Ctt'tdie Feinde flöhen, ' nah»
.inei^ sie alle ihre guten Kaftneele mit aich; deAn
.■t^ la^tten^eielben unfern stehen lassen, so daf«
vrir nw etwa fünfzig von den , schlechtesten jiodi
£^.d?n, welche wir. todtetea. Aber- wir erbeute«
ten Kwei hundert und zwanzig gute Di^elflinletn
.^e auf « dem Sphl^chtfeld^ lagen« » Auch ungefähr
yjfiir. hundert Säbel qdei^. lange Messer erbeutete|t|
-wir. YcMUtdensOeÜGuageiien ward uns gesagt, da£i
sdie Gesellschaft « ' welche .uns angriff, ungefähr
^Xr ta^si^nd;: stark «ey, umd - idafs sie au die*
ßem Angriffe M drei ' Monate* lang sich vorbere^
tet gehabt« . . , . , •
Wir fürchteten uns vor eineih wiederhohlten
Angriff, und brachen desselben Tages aiif^ reis*ten
Sie ganze Nacht hindurch^ nah'itleh eine; von des
gewöhnlichen der Garäwä^ien äWeichende, Sich-
tung nordöstlich , und kamen nach direi und zwan«
zig Tageh zu einem Orte, weicher die Acht Tei*
ch^ genannt wird , wo Wir Ueberflufs guten Was-
aers fanden. Fünfzig von unsern Männern und
' 2wei und zwanzig Sclaven waren gestorben»
VSit blieben in der Ntthe Ai^fä^t schönen Tei^
che eilf Tage, wo tinsere Kanaeele^ da» Oebüicll
In den nahe. dabei liegenden Thälern abweideten»
Dann reia'teui^mr' nordiwestwärts und kamen am
zehnten Tftge.safh 7V&^i, einer guten Tränke»
Die letzte» dr^ Tage mufstea wit durch tiefen
Sand waien^ gleich )eneitti » diatch den wir ftüf
der Reife, vom tPUHuw^^t Üfiamen^ Wir bliebM
fejrei Tiaq/t^ ufad xeis^tt l^nJä nortM^ ^k
Hh I»
/ V
/
.ButtdUltiid liiaab und kamen ixxx.9i9At Guj^lA,
^fatem zu Tufät gehdrendM klemeat» fe^en Qi^
Den fanden wir im Ueberflntte Früchte vtnA gtt*
tet Wasser, Fleiich und Mileb. Wir btelte» 191
dort sehen Tage auf ^^ und dann verlieb . uns di^
nach Tripoli gehende, Ahthellttug der Carawaee
und giesg ottwärta durch ^e Berge» und des
übrige Theil machte nordostwSrtt eine zwoH*
Aägige Reise nach Tk^ggunmhf dicht aici einem Ge*
ftirge in der Näheres Fluiset Tegsäh hin, vrel-
eher sich^ wie man sagt, nahe bei Tunis bfi
Meer ergietst. Hier blieben wir fünf und zwanzig
Tage und die Tonise» Carawane trennte sieh 'toä
una. Tuggurtah istitine sehr grofse Stadt, mit
hohen und dicken Mauern, befestigt, und ha| eint
grofse Menge Einyirohner , die sich Alle zur yrahri^
Religion bekennen , und einp grofse Menge schwar-
zer Sclaven und auch einige weifse. Nachdem wir
hier fünf und zwanzig Tage geruhet hatten, gten-
gen. wir nordwestwäru durch ein sehr/ schönes
Land, voll von patteU und Feigenbäumen und von
Hornvieh, Ziegen, Kameele«, Schaafen und Eseha,
/Wir reis'ten dann zehen Tage zu den hoben Ber*
gen, wo die Algierer Carawane sich von uns
trennie, und wir,, nur noch achtzig Mann Stack wa*
Ken imd mit ungefähr zwei hundert Kjmieelen nadi
fpz gienji^^n. Wir reis'ten dann iLber das gx^
pebirge, wj^lches, wie uns versieheif ward, an
demselben Kette gehört, die wir ganz nahe hm Mimr
rokko n^d in Suse saheft (den Atlas), und aw^ Mo-
nSite späteur kamen..wir äxath^Fez, w« der ganze
Rest der. Carawane Uieb und^iäik'x vm unseres Va-
IV» üanifr ound läuefin Fai^iUna« .mm; Fntse .der
r
\
Jt'hhMnätungek.. i(^p
7
iCtIat- Oftbnrge, laabejbei der Sudt Miro]|r^i turüek«
kirrten, nachdem: wir läogor-^ak swel Jahre auf dat
Keise gewesen waran. Wir kamen blofs mit einem
•inzigen Kameel und einer geringen Ladung Waa«
refn zurück, da wir doch mit acht aahr reich be-
ladenen Kameelen ' ausgereicht waren. Allein wir
dankten Gott» dafs er unser Leben erhalten hatte«
Selin die ganze GaraWane^ zu welcher wir gehör-
tnn» war in der Wüste umgekommen ^ und von den
mchx und 1 wanzig Mann, welche gemeinschaftlich
mit i|ns sie verliefsen , erreichten nur vier ihre Hei-
math, lind zwar zu Fufi und obna daiT 'miftd^ita
Sigenthum J .. /
Ich fand »mein Weib und alle meine Kinder/
tmd meines Vaters Familie belv guter Gesundheit.
Scheick AU kam» mich zu besuchen^ sobald ar die>
Nachricht von meiner Ankunft erhalten hatte, xsoA
nachdem er einan Monat bei mir geblieben war,
lud er mich und meinen Btuder Sei4% mit ihm an>
seinen Ort zu g^hen, weÜGbe Binladong wir an«
nahmen. Und er versah uns mit einem Kamaal
imd einigen Haiks und blauem ^ch, 'und neth>
uns, in die Sahara zu reisen und für diese Waaten'
Straufsenfedem einzuhandeln zum Verkauf in Ma*
roko oder Swearah. Da wir arm waren , so nah-i
men wir sein Etbiet^i anv kanftan seine- Waaren
und sein Kameel, und es sollte die Bezahlung da«
für erhalten > wenn wit zurückkämen, yfix reis^ten
nadt der Sahara ab und waren schon zu einer
gtoCsen- Menge Arabischer StSmmd gc^kommen, ebne
Federn, wie wir sie wünftchten, erhalten zu l^n»;
tfenr Als der gxo&e Gett unsere Schritte za^Ekiretv
s
\
440 ^AhhMnilumgän:
Herrn Zeki hiidenbet und idi Eadi nhe. Idt
war einst ein eben« f o böfer Mann, waa Seid ; aber
anch ick bin in Unglück geweten« und in- ei-
nem fremden Lande, und hatte Freunde geianden,
die mein Leben retteten und mich xbeiaer Familie
wiedergaben: alt uh daher Euch sähe nack|ett
Leibet und alt ScUveti , nnd . von der SonnengWith
Eure Haut und Euer Fleitch hinweggebra^nt von
den Gebeinen und Euch tagen hörte, da£s Ihr .eis
Veib habet und Kinder, da gedachte ich naeinec
eignen ürühern Drangtale, und Gott machte mein
Hm milde , un^ ich ward Euer Freund. Ich fhat
AUety wat ich konnte, um die Bürde Ediret lam*
mergetchlicket zu erleichtern. Ich habe Hunger,
Dorti: und Strapätaen ausgeetandeny und füv Buch
gefochten, . und hajbe.jetast die hohe /Freude, zu
eekennen, da£t ich etwat Gutet in der Welt ge»
tfcaH habe. Möge Euch der groite Vater, unter AI*
ler betchütz^n! Ihr teyd ohne Verttellung tmd
jgutgetinnt . gegen miph geweten , und Euer Freund
hat mich, mit Milch und Honig gespeit*t: dafür
wül ich in Zukimft Allet thun, wat in meines
Macht tteht,, um Cbritten aua dem ScIaTenjoohe
au erretten«^'
Da RUey diesem ganzen höchn merkwürdigen
laichte auch durch Periodenbau utad alles Aikdere
die täutchendste Aehnlicbkeit . mit einer Erzählung
gegeben, wie tie einem' nicht ganz rohen' Ära«-
her wörtlich nachgetchrieben teyn kann, mithin
aUet Mögliche getl^ai hat, um von sich, selbst, ja-
«eü Verdacht det Betrüget zu entfernen» to miUst«
•«» »
' ; Vv
Abhandlungen.''
üi
f • «
;\
die Aechtlieit ^r Erzl^hlung» oäel*» vrenn ^ieso
nicht gelaugnet werden, kan^/ die Glaubwürdige*
Iceit ' de9 dict^renden Arabers Jh^oü aus inperx|
Gründen angefochten wejrden^ die aus. dem Ma^«
teriellei^ seines Berichts ^ h^rgen9i]Qime4 ^i^irden
können. * ' - "
th
Am in^eressantißsten ha^ akh bis jetzt ubo
4)ese ^ P:uiicte, No. XXXII des Englischen Quarterly\
Jt^tfu^in «^ii^er S^ecenMon Afi^ Rileyschetk Werks
Xernetene^ lassen,, und wir theilen, daher %«^ dicH
ser Kritik nachträglich. hier einige Stellen. mit,. iSm.
zum Tfaeil gerade die wichtigstenBedeQkUchkeüepR
aussprechen, di^ zna^ bei> der L'^ctüre dieses son^
derbareij^ Products haben kanUt vielleicht ahefr sie
nicht genug' beseitigen ui^d'^zu weiten} ßellexiönöli
Anlaß geben.
f . . » > . . .
Xiley-s EbrKchkeit erkennen *e Aeviewerm
last unbedingt an» und sagen (S» 308« ) : - ' '
„Wir s{)rechen Herrn ÄiZ^ ganz frei voA
dem Verdachte, dafs er Kenner der Theorien un*
selbst Theilnehmer an ihnen ity> drie- s^U« 'JCur«-
zem über die wichtige ' Frag/e , welchen Lauf des
JSiger nehme» m>n den EuropäisohenG^ögre^heA
geschmiedet warden sind« Ei: «rscheint sogar tri<i.
vmphirend in seinen , au£ viel Sagacltät Anspruch
machenden Conjecturen und Aufklärungen übeii^
Gegenstände, die längst vor seli^ea yy^Sufferimg^
und captivity** conjeeturirt und aufgeklärt worden^
sind y wovon er aber Nichts %u wissen scheint.,^^
•
Von der seltsamen Erscheinung , daft -R//^**
Herr getade ein Araber sejn mvSsx der über 4m
.\
0^ » Abhandlungen^
jetzige LiebliBgtthema der Engländef » «ber T<m»-
huctUt f o viel zu sagen weih, sind die Revieivert
nicht befremdet, londexn bemerken (S.309)': „dea«
iu Mogador Wohnenden ist es gar nichts sehr
Neues, mit Mauren und Arabern zu sprechen, wel«
che die jährlich nach Soudan ziehenden Carawa-
nen von Unter" Suze aus begleitet haben* Herr
DüpüiM hatte häufige (Gelegenheit, mit dergjdl-
<3ben'Reisendeti sich zu unterhalten und für die
UebereuHtimmnng ihirer. Schilderungen aiit 'dem
Berichte des ganz ungelehrten Schiffers, Robert
Aäams hat er bekanntlich ein merk^lruidiges 2^ug«
aifs abgelegt. ** —
tLüey selbst behauptet, dals Maurische Kauf-
leute von Fez^ die sich mit ihm und Sidi Harnet
zugleich in A/o^iz4or befanden, von Towhucti^ eine
sehr ähnliche Beschreibung machten, und sogar
iMhanptmän, dafs. von ihnen selbst' Siäi Harnet
vor einigen- Jahren in Tombuctu gesehen worden
%py. Hierzu machen die Reviewer^s (8.309) fol-
gende Bemerkung:
„Wir können tagen , ' daf^ im Wesentlichen S£di
Hamet's Beschreibung von Tombuctu sogar mit der-
jenigen übereinstimmt, die schon Leo Africanus
uns von dieser merkwürdigen Stadt gegebeni hat»
und in allen Haüpipuncten auch mit der weit
neueren des Adams. Ueber Adam's Ehrlichkeit
und die Glaubwürdigkeit seiner Erzählung haben
wir unsere Meinung früher gesagt, und wir fühlen
uns glücklich, unserer dafür gegebenen Stimme
jetzt das Zeugnifs eines Mannes hinzuiuge^ zu
können I der die Gültigkeit des Beweises^ >velcheli
' \
J^bhilnd^^^g^n*
445
wir duh:b Adams besitzen, zu beurtlieilen in weit
höherem Grade fähig ist, als wir uns schih eichein,,
konnten, es zuseyni. Diefs ist nämlich das Zeug«
nils des iehr merkwürdigen Reisenden, dessen wir
in unserer Beurtheilung von Legh's Reise in Ober'
Aegjpteö'^datht haben, und) der Jetzt im Afigen- '
bücke, "WO 'mit 4ieft schreiben ^ • wabxveheinlieli
eehon .«n Sawobn^r von Tom^uo^ii ist, ^des Rei^
«enden, der sich Scheik Iffrahim t^nnt!' .ScheiK'
Ibrahiiri hatte^ wie es scheint , in d^r Mitte von
Aegypten selbst ^- jeneis Stück uhsers Jourtials' er-
bälten , in welchem AdarrCs Erzählung recensirt ist.
Von dieser Erzählung versichert er, dafs sie genau
mit allem 'deQi übereinstimmt, was er selbst von'
deh'Arabischen Kajufleuten, .die er in NubienSLn^
traf, liber jene berühmte Stadt zu erfahrl^n im
Stande war. .Deir einzige Zweifel, fügt ,er hinzu»
den er an der Zuverlässigkeit von AdanCs Brzäh«
lung haben konnte I ^ward durch jenen Theil der-
selben veranlaüst , wo AdanCs nach der Abreise
von TonAuciu dreifsig Tage lang durch die Wüste
bei gänzlichem Wässermängel gereis't seyn will^
ein Umstand» den er — Scheik Ibrahim — gerade-
zu für eine physische Unmöglichkeit erklärt, da
die Kafneelc^ (selbst ohne Ausnahme derer von Dar^
fuvy die als, die besten und %u^ langer Entbehrung
des Wassers fähigsten bekannt sind) durchaus
nicht länger, als aehn oder zwölf Tage des Was-
sers entbehren können.^) Der Nubische Reisende
^) ^yLiQ Africanus^ der, so wie MäreoPolo^ überall, wp
er aus seiner eignen Erfahrung spricht , äulserst ge-
nau ist, bemerkt y das Afrikanische Kameel halte die
/
4|j|5 Abhandlung em*
bemerkt jedoch , dafs er Adamt^s lieransgekommeiie
ReiiebeschreibuDg nicht selbst, sondern nnz das
Sifick des Quarterly Review gesehen lube, wozin
sie recensirt ist. •* ♦)
Abinte^erlicfa sobeint dar Bericht Jäirmeif^ dnzch
die erzähbo Vernichtung so ungeheurer Carawj
zu weiden. üi^B^iewer» h^egnen diB
mit folgender 'Bemerkung:
w
9,Die TÖllige Vernichtung ^ so grpiser Cwrawa^
nen ist kein ungewöhnliches Ereignifs. Jakson er-
wähnt eine im Js(hre T805 von TombtiQtu nach
Titlet gehende 9 die aus zwei tausen4 Männern
und tausend acht hundert Kameelen bestand, und
durcli Wassermimgel in der Wüste gänzlich ver-.
I^chtet wurde. Hinlängliches Zeugnifs für diese
scha^derhaften Katastrophen hat man von der
Menge der menschlichen Gebeine und d^r Gebeine
von Kameelen und anderen Thierep , die über die
g[ro(se Wüste verstreuet sind, was gan? vorzüglich
in d^r Nähe der gewöhnlichen W^sserpl^tz^ der
FaU ist/*^
Wanderung fimfxehen Tage ok^e Wasser ans. Herr
IRiUx bebauptet gar, ein Kameel könne das Wasser
twanzig Tage entbehren. Allein, er ertählt uns —
* 'selbst daran glaubend — auch ei^ anderes Wunder,
ä^ts näfldicli die Araber der Wäste. sehr bftufig xwci
bundert Jahre alt werden, was allerdings eine, Mög-
lichkeit ist, aber was wir bes weif ein su dürfen nm,
Erlaubnifs bitten. *<
^ Der B.ecensent bemerkt hier, daC> Sehtik IhrahtnCt
Beschuldigung blofs aus eiueni Mifsv^erstehen der
Ueoens. entstanden tej* D» IL
%
(
1
^!^ In Betreff Asr Uebeii&instiidmung iFto ManiH't
Bericlut mit A'em Adams* sehen uttd anderen geben
die Revieioeps folgende kritische Brlättterungeni die^
zwar blofs wenige (einzelne Umstände .angeben»
aber wlobtig genug slnd^ <
* ' . .
' ^y&idi 'Harnet erwähnt eines Meinen, bei Tom^
huctu vorbeiströinenden t^lusses von salztgeim Wasser»
und sagt, dafs, '^dr er bei einer ihrer Reisen vexw
trocknet gefunden ward, die Aa^^ber sieh gen<hbigt
sahen,- au einem gröfsen, zwei Standen von der'
Stadt in» Süden derselben strömenden, Flusse, wel«
eher Jolibib g%ndintkt ward, nach Wasser zu gehen.
Dieser, bei Tombuctu vorbei, westwärts strömende -
Flufs wird von ''allen Reisenden erwähnt. Scheik
Jbrahim satgt, ä^ii die Naehrichtien » die er davon
'habe, sammtHch d^m Flusse die nämliche Rieh-"
tung geben, und Denon hdrte dasselbe von jenem
Kubischen Fürsten, mit dem er bekannt ward„
dem Bruder int Königs von Darfur, -*« -^ Harnet
bescdireibt den Beherrscher von TombUetu ebenso»
wie Ad^ms, als' einen grofsen, schon bejahrten
und grauköpfigen Neger, Sehegar genannt: Adams^
der kurze Zeit nach Sidi Hanvefs dortigem Äüf^
enthalte nach TemÄz/cf I« kam,' nennt diesen alten
Herrscher, oder König >!rz/Ho,.und im Jahre igÖofwaiTy
nach. Jakion 9 der Name des Königs Wullo {}Vooh ^
l(hy^' und derselbe zugleich König von Bambarra^
Dtefs, wenn es wahr ist, scheint nicht leicht zu
vereinbaren, mit Mimgo PiirAj' Angabe, der Name
det Königs von Bambarra sey Mänsongf wie er
es in den Jahren 1795 und 1805 gefUndeü haben
will« Infbeiden Jahre« ko^mte <BE»^-hi^i>über nicht
44S 'jlhh^ndiuHgfn.,
t
inw , 4a «r iB nalie Betührtuig adt ihm gekom-
men war« Aber ws eiimr Note in sjäämco^s Tage-
buche erfcbeint auch, dals^der Name Toh ACm-
9pnfi> Vieler iVuÜQ war« Der erwähnte Reisende
Legh hat diese scheinbaren Wider^rüche gehoben«
Nach ihnl ist TVuUo kein eigentlicher Name, son-
clem ein'bloftes Beiwort « welches bedeutet: ^ro-
ySpiC* Oberhaupt oder Befehlshaber. *•
Uehrigens kann man sich , wenn man die bis-
herigen Schriften und Nachrichten über TombuctUy
wie sie auf einander gefolgt sind« vor sich nimjnt
npd vergleicht» des Staunens kaum erwehren über
den seltsamen Ziuammenhang der Quellen , ans
denen diese Nachrichten hauptsächlich kommen.
Und wenn man bedenkt, wie sehr das auüserorr
deutliche Streben, nach näherer KenritniTs vom. In«
nern AfriluC,s% von dem seit einigen Oecennien,
vorzüglich die Engländer, gespornt . werden, anrei»
zen kgü^j^e, über dais gcheimnir'voUe Land aller-
lei abenteuerliche Details in*s Publicum zubringen,
so findet man leicht die Harmonie in jeneQ. Nach-'
richten verdächtig imd das Ganze einer My^ifi-
catiou aufserordentlioh ähnlich. Daau kommt noch,
d^fs ma^ dem Wundermanne Sidi Hamett der doch
keines w^es ei^e grofse öffentliche Person, ton-
dern nur ein unbedeutender Handelsmann ist, in
jenen Nachricbtfsn fast ohne Ausnahme, begegnet,
und man mit ihm alle jene Berichtserstatter in
Bekanntschaft findet. Man ist mit ihm, 'wie in
einer Bezaub^rnng nnd kann sich die Erscheinung,
wie gerade, dieser Mensch dazu kommt, alle WilÜs-
beigierigen mit Nachrichten ,über Tombuctu za
versorgen, nicht genug enträthaehL.
A-bhandlungtn.
44»
Die erite naeAwürdige Schrift, die vib^rTorri-
"huctu ausführlichere Nachricht gieht, itt JacksorCit'
bekanntes Werk,^) dessen erste Ausgabe schon 130^
erschien. Seine ausführliche Erzählung von delr
Einrichtung und dem Zwecke der Carawanenreiseti
ist vielleicht überhaupt die erste gründliche ,. dit
'man darüber erhielt, und sie ist Sidi Harne fs Er-
zählung sehr gleichförmig. Es wäre interessant ttk
wissen , ob nicht schon Jackson seine Nachrichten'
iron diesem Sidi Harnet hatte; wahrscheihlibh ist es.
Die zunlchst auf JatkiorCs' Nachrichten fol*
genden sind '^- wenigsteus der Zeit tiachy in der
sie niedergeschrieben wurden, -^ die von Ali Bey
in seineu sehr bekannten f^oxages,*^)' Hier findet
man fast ganz tmverkennbar schon den Sidi Harnet
in der Person des Sidi Matte BuhläL
Dupuis vind Adams sind y wie schon erwähnt,
^ebenfalls Sidi Hamefs Bekannte. ViellMcht, wenn
auch Riley .selbst für äufserst ehrlich gehalten
werden mufst hat man gerade ihn als ein passen-
des Instrument gewählt , . und Alles hat eine kunst-
reich ersonnene Anlage » wodurch bezwe^ckt wird.
f) An AcMtmt 0f fhe Empirg «/ 'Marpcc^ #f^» with an
intßrtning aeeavnt of Timbuctgo etc. ^ hy Jamtt
Gr€y Jaehson* Third tdition 1814. 4^0. London,
D. m
'^^yVoyagot. tPM'Bty et Abq/si, Paru 18I4. T. I ^ ♦
IIL Teutsche Ueb«rs«tztuig in Bertiichs N. Bi-
bliothek der K«itiBii ,« Vlh und VII{, Bd« Wir werden
auch stauen interessanten Bexi^^it über Tombuctu ^ 90 -
wie seine Conjectur über ein grjofses Binnen* Meer
im Innern von Afrika^ bi unaasgesetzter Folge lie-
fern. ' ^ V.B.'
v_
/
4|gt» ' Ahhandlungeiu .
das Interesse für die von England auigerosteten
Expeditionen immer lebhaft zu erhalten. Der
bei*m Lesen von ßiley^s Buche zuerst sicli au$»
dringende Gedanke ist wohl bei jedem Leser, der
▼om Qußrterly Review ausgesprochenem »,lst et
gar nicht wahr» dafs Sidi Harnet ein solches Hi»
atörchen erzählt bat» . müssen wir das Ganze ab
blofse Erdichtung Ailtjr^s ansehen , so haben sich
nicht nur seine Americanischen Freunde, sondern
auch Herr fVülshire in seinem Charakter ganz ent«
tetzUch getäuscht, und er selbst , so vielen Perso»
neu gegenüber,^ die ihn sogleich Lugen strafen
könnten, müfste der schaamloseste Mensch seyn,
den es geben kann. Wir können nicht so niedrig
von ihm oder von ihujen denken« Sehr zu bedau«"
em ist es, dadüs unsere Vicecönsuls zu Mvgador
sich nidit selbst die Mühe geben wollen, bei den
sehr vielen Maurischen Kaufleuten und Arabischen
Freibeutern, die in Soudmn, gereis't sind. Nach«
ira^e zu halten, und ihre verschiedenen Berichte
zu vergleichen.»—.
YieReicfat aber fot hleÜM Sidt Hdmet der Lügnet
und 'der Spanische Dolnretscher dazu ; und dier ehr*
liebe Riley, der Betrogene ! Wenn einerseits das son*
derbare U^berallseyn dieses Ataber» tu einehi »ol*
eben Arg wohne verleiten kann,, so sprechen den*
noch bedeutende Thatsacfaen für ihn^ und der
ganze Ton dei; Erzählung ebenfalls. > ^
Die. wichtigste Frege ist natürlich die: »^Waa
scheint eigentlich der Reise von Toihbuctu nach
fFt^sanah'^xirtAi die obige Erzählung,' wenn sie
für wahr angenouimeb wird, für die klarere An»
Abhandlungen. 451
siebt des innem Afrika gewQnnen, und wie «tuxii-
znen dl« darinn enthaltenen Angaben mit denen, ^
die man in altem Autoren über Afrika findet^
übexein?**
Aucli über diesen Gegenstand läfst «ich Atk
Quart erly Bevtew vernehmen, und wir wollen,
diese Aliseige mit den folgenden Bemerkungen def*-
nelbeti beschliefsen«
„Herr Dupuis** heifst tß dort, „hat, wie wi^,
Jiören» die Sammlung und Einsendung aller bis
jetzt von den Maurischen und Arabischen Kauf«
leuten, die Soudan durchreisen, gethanen Au»-
sag^n . versprochen, und diese wird denn ohne
Zwieifel über das geheimnirsvoUe Land^noch mehf
Licht v^rbrei^en, als wir schon haben* Inzwjl*
sehen lafst ups sehen, was denn eigentlich aus Sidt '
Harnet' s Reise und seiner £rzählung von ihr Wich»
tiges hervorgeht! • >
„Der ganze Boden, den dieser Araber von JT^^r^r
aus bereiste, beschäftigte ihn, (wenn man drei
Tage hinzufügt, die das Absteigen von den Bergen,
und sechs Tage, die das Aufsteigen auf dieselben
raubte), sechszig Tage. Die ersten sechs Tage
gieng die Reise in östlicher Richtung, ein wenig
südlich, während der übrigen Zeit aber -meist
südöstlich. Da sie mit Eseln reis^ten, so können
wir auf den Tag nicht mehr, als funfzehu fingli*
iche Meilen rechnen, \Velche diese Thiere /aber
bei häufigem Anhalten und gutem Futter recht "^
füglich zurücklegen können. Diese ungefähre Be*
recbnung würde die Stadt ft^assanah in die Fol>
' /
j^^2 Abhandlungen'.
höhe von tiiigefdhr 7«» nördl. Breite und 14^ ö«t-
*]icher LMng^ bringen. Nach sechstägiger Reise von
'Tombuctu 6äBt Kabra krümnite etne südQstUdk
IsLafende Bergkette' den Flufs aus seineni östlichen
Laufe in diese Richtung. Diese Berge fuhren sie-
ben und zwanzig Tage lang fort den Flufa zxl h^
gleiten» worauf das Land flache ward und ver«
schiedene kr besucht^ obwohl zuweilen noch Boote von
Cabenda zu diesem Bidiuf abgeaefaickt worden.
Man hatte y keinen Orand, die Richtigkeit 'dieser
* Angaben zu bezweifeln, da während des Verwo-
lens der Kxpedition dort ein Europäisches Boot
zwischen beiden Häven segelnd, gesehen ward.
Dieser sich sehr brüstende Mann trug ekte
feine rothe Jacke, und sein Secretär war mit der
Scharlach uniform eines Generals geschmückt, de»
ren Feinheit mit seiner Haut <*— denn ^r hatte
gar Nichts weiter auf dem Leibe, als diese Uni«
form — einen sehr sonderbaren Contrast machte.
Der vornehme Officier, der ihn begleitete, er-
ichien ^mit ähnlichem Prihike,' in einem rothe»
j
«umil Biit goMenenf Trossen besemm Rbdce. Di9
andern Umhüllungen, .^^^ man bei diesen Afri»
jtanerh gebräuchlicii fand, waren ^^in Um den
Unterleib gebundenes Stück BaamwoUenzeu^Gh, und
^in kleiner^ ant dem Fell einer wilden Katze ge-
machter,' Sthnrz^ Man erfuhr, dafs diefr ein«
Auszeichnung ^es Adels sey, ^die von Individuen
Iciied^^n Standes nitht getragen werden dürfe, ^alt--
'WbbnQT^n 'vdn Kü^elchen, Ringe, aus den Knocheii
^er Etepliantenschwänze gemacht, welche sie Morpi
•nennen, Und deren Zahl gröfser oder geringer^
^ar, je nachdem dfer Tragende mehr oder minder
jgeschmückt erscheinen wollte, waren d^e Zierä-
then, mk' denen sie den Hals schmückten. Span»
gen von Rupfet oder Eisen schznücktexi ihre Knöch-
el an Arttien und Füfsen, und waren so befe-
•stigt, ddTs '#ie nicht abgenomitien werden kenn«»
ten. Einige der kupfernen 'waren mit erhobenes
Arbeit verziert , dii^ ziemlich kunstreich war. Von
-einigen der'|uhg^n> Leute wurden der Halsschnuren
«o vii^e <'|;ftiragen^ dafs sie i^ur mit Schwierigkeit
-den Kopf «bewegen konnten. Die Bejahrten oder
gesetzteren Minner der Nation > trugen nieht mehr
als' eiiis oder<2Wel. Alle, ohne Ausnahme » wären
Üiit Feiisfchen b^angen, den sonderbarsten und
mannichfaitigsten, die man finden kann. Sie wai»
xen verfertigt au«' Lumpen , Holz, Steinen, Muschel«
scbaalen, Hern, Glas und dergleichen; vorzü^li^
iaber ein Bein von einem gev<rissen Affto war der
Gegenstand religiöser Verehrung. De^ Haupt'
Fetisrck Am^^Mafuka ist ein abenteuerliche« Ge-
bilde von 2wei' Mee«chen, umgeben von Ziegett«
bockshörnern^ Mu>c)iehi und dergleichen. Er trug
ihn an einem Gürtel von Scl;ilangenhänt über di«
Schulter gehängt. '• Man bemerkte mit Erstaunen,
♦dafs diese Mei^dhen-Figixren 'statt deu Negergesich-
ter, die maii'2u finden erwarten io\\Ve^\ägyptische
Physiognomien heLtxen; die Nasen warexi Habichts»
nasen und ^ iMe Stirnen hoch. Der Mafuka Un4
•eine Freunde trugen auf dcmXojßfe eiüen gestreif-^
/
469 .Ahkanilujfg^.
«ten Turban, oder dafiir eliian Stell v i ^ m tay m
eigner Erfindimg uud sonderbarer Form. Da d«
Mafüfut gecen Tuckey $icb zur Herbekcbaffung
•eixugar fxiscber Mundvorrätbe erboi» to nabm L-et^*
terer diefs Erbieten , da er in gerudger finjfernu|ig
.von dort aicb vor Anker legefl muffte, sebr gern an.
Die Boote, in weichen die Schwcurzen gekonMne^f
.waren, wurden za diesem BebuC wieder an die
.Küsfe geschickt, aber der Mafuka vnd aqht seii&ar
Begleitung blieben am Bord. Dieb,thaten' de
blof«;, weil sie gut mit Branntwein bewirtbet an
werden hofften« in welcher Erwartung sie aicb
.auch nicht täuschten. ' Wegen des sieb umsetse&dea j
.Windes mufsten die Expeditionsschiffe Ins vor Ctf- j
.benda^ und von diesem Platze fand sich am ai^- l
^dern Morgen ein Boot voll Eingebomer bei ihnen
ein, die sämmtlich für Gentlemans angesehen
^seyu wollten. Der Capitän, der schon der B0811- >
eher dieser Axt überdrüssig war« verweigerte sie i
an Bord zu nehmen. Auch die Gäste von Mm- \
lemha schickte man« da von den venpro^enen
Mqndvorräthen nqch Nichts zu sebec^^eder au bö-
'ren war« mit di^er Gelegenbett suriick, obgleich
sehr gegen ihpen Willen. ' Sie waren mit ihren
Nachbarii von Cabenda beiiiesweges im besten
Vernehmen, und es entstand y»^ Geräusch nnd ^
Geschrei zwischen ibtien. Jede Pan^i s^bimp/te die
.andere ^^erdammte schwarze CanaiUenf*^ eine Phra-
se, ,di^ ^ie zuv^erlässig frühem Englischen Besu-
ehern ihres Landes abgelernt hatten -^ d^h fielen
keine Schläge/ Mati behielt sie. tQi Geliebt bis m
Einbruch der Nacht« wo sie immer noch zwei Drit-
tel ihres Weges zurüdUulegen hatten.
*
Die MannscTiaft > des znr Herbeischaffung von
Mund Vorrätben von detOorothy^ abges/phicktenBoo«
tesy war, ehe sie sieb das ihr aufgetragene Geschäft
angelegen seyn liefs^ auf den Con^ gegangen} alf |
sie denr Lieutenant Hawkey zuredest in Medemba '
einzulaufen, > ind0m iie versicherte, do;t seyen im^
V r
^leli^iAifMk tlnd aufsetzt vrbblfeil SüUv«il ziihtkom»
4n«n,,«ind di0 Gegend ei» wahres PüracJ^e«. i Ihrer
i^schiraihong nach sey. die Landschaft üppig fruishtK
bar- und aagemein rei^h an Vieh und Geflügel voift
•der voxtügUch»tenGiit^. Die .Weibefr-^ ein flän»
^ebartikel ^1 bei dessen Vor^üglichkißit in dieser Ge^
^end ' sie. besonder« •vernreilte •-« seyen die «chon^^
.^«ten von allen, die man an der ganzen Küste findo.
Als ihnen vorgestellt ward, dafs Lieutenant Hawkey
ib;ren Vyünschen ohne die Genehmigung des Cd?
.piträs nacht ' entsprechen könne/ konnten sie nicht
4>efiK:eif en\ wie Ein Individuum der (jonamandent
nvon; dwei Schiffen -seyn könne, uitd »riieuerten ihrft
ZiUredungen. Sie versuchten, die üngei*echtigkeit
.der A^^bschaffung.det Sclaveohemdels zu zeigen y \xvA
{sagten. ni%t pjHbeti$cb&r JSntvüstung, wie es ihnea
•l^ünftig uüö^Hch seyn ^oUe»' sich >Kiei4eV, HaUbäi^
V der und Branntwein zu kaufen, wenn ihre eitiziglß
Yerkäufli<[ihe Waarey ihre Ge£an^en)en^ nicht mehr
ynn tl^n^Eiirio^sbeFn} gesucht würden. - Nach dem,
w^^ man über die Beschaffenheit des Lander au«
ihnen herausbrachte, scheint es reich, an Kupfer
za seyn. OieSitteh dieser Mei^schen «ehildert zum
Theil «ch<m -da« Gesagte. ' Diö, ^welche an Bord
4er £)<>rofÄy, blieben^ legten sich des Nachts zwl-
it<;hen den Verdecken auf Segeltnch Särzimtlich zu
einander V und standen iblt Täge'sanbrnch ^ieder^
i^uf» um sogleich Branntwein zu trinken und Tu-
bak izu rauchen. • ^it Ausnahme ih#er wirkUcih
ziemlich kunstreich fabricirten Kopfbedeckung sah
man nicjitf- ?i,n ihnen,- . woraus „man auf ein© be-
sondere Geschicklicbkeit in gewissen Kiinsten und
Handarbeiten;hfitte schliefsen können. Ih^e Kano^
bestand j^n aus einem einzigen Baumstamxne. Jedes
ward durch gutgemachte länge.&ebai»£e1n fortgeri^
dert, und die Ruderer .standen Ap};^}. ^^fiecbt«
" ' ■ ' ^ - " . -
\ ^FUnftes CapUbh,
Die Küste vqxi der* Loango * Bai bis zum Congo
ist in den. bisherigeil Charten «ehr^fehtofbaifl an-
«
4i4 'AhUMnilung-efi
f egebfb« Zirischeti Indian Pöim liaA Ctißmdm te
bloCt der Loango Louiza oder Ju0 Qmgo.^) D&i
Polhöhe teiaer Mündniig üt 50 ij* t. Br. ^y Sm
itt zwiicbeii Bergen, «ehr breit, und wie es ec h e mt ,
t>hiie alle Hemmang. Ein Neger, mit dem Frädi^
eat König von Loango beehrt; itt die Hauprpexaon
in diesen Gegenden. Manche kleine Rei«Jie sonst
unabhängiger Fürsten erkennen seine Oberherrschaft
nn. Das letzte gegen Norden heilst Boai, **^) JMe-
honga^ woiu der Haren Malembm gehört, gränxt
anBofU. Nach Baal folgt der Staat Ne Gox^'***)^
welcher die Nordküste bei'm Ausfinsse diM Congo
bildet« Sein Uavea ist Cabenda$ und sein Gebiet
adeht sich längs dem Flusse bin. Der König ron JMb-
hory^s oder Malemba residirt niobt an der Koste,
•ondem in Innern dt% Landes, in einer Stadt, die
-Chihgele genannt wird, welches offenbar • das £ii*
hele der gemeinen Charten, und das Kinghele Am
' Murr ny'' sehen Charte ist. Sie liegt aber keimst-
weges an dem Flusse', wie es doch in allen diesen
Charten angegeben ist.
papitätt Tmkey war sehr darauf bedacht, sü-
hnen schwarzen Gälten so viel Nachnchlen über das
Xand abzulocken, als möglich. Besonders zog «c
Vortheil von dem , imstande, dafs diese Schwärzt!
dorcb d«p Verkehr mit Europäern aiemlich das
^pgUfcbe undlPranzösische (besser )edoch ,inß Xma^
tUx%} sprechen gelernt hatten, vnd sich darin ynat-
*
«
*^ Xä Congo ist nämlich seine fewobnlielie Benemmag
in den Cli arten, und Louiza heifsl er in der Gbar-
te, die MurrtiyU ,»Ditcoveries in Afrika^* voranstelil;
**) Riclitig ist diese Lage anck in der eben erwähnten
Charte vor MurrayU Discoveries angegeben«
♦♦*) In Murray'f Cliarte hö^mli.
*♦•♦) Die Ckavte Bat keine Namen ffir diese Staates,
nhd die Reclitichreibung des letstem. kann leickt
hier veirfehlt seyn. ^.KingkuU^* ist die einxige Be-
nennnng, die man anl dien Ckartan findet. ^
f
ftandlicli^ machex^ /konnteo,. B« gelfti^; ihm d»»
durch, ein, kleines Wörterbuch, 'ihres eignen Idioml
SU verfertigen, weichet in der Folge bei'm Ve]>
keht mit den £ingebomen sehr! gute Diehste
leistete^ ^. . / , -
Am dten Julius ward ein Boot an die Küste ge»
schickt/ um das von de Grandpri bescbriebelie
Ufer des Flusses Büe aufzuluchen , Welches nack
dieses Schriftstellers Angehe im Süden voii MaUm^
bß seyn, und bis auf sieben Faden Tiefe bekom*
xneii soll. Die Nachsuthung War jedoch vergeh
hens, und man fand, dafs das Wasser vdn dort en-^
wo das Schiff lag, immer seichter ward bis drei
(Engliscl^e) Meilen von der Käste entfernt, wa et.
wieder fünf Farden> Tiefe hatte. Einer der Ein^
f6;bomen aber ^versicherte^, er sey selbig an ianem:
Ifer in Gesellschaft M^;rt£;i>/r# gewesen , es fey*
nicht weit von der Küste entfernt, und mehr in
der Nähe von Malentbcf\ als iif' der von Cahenda^
Man konnte die Richtigkeit dieser Angabe siicfat
erörtern. Die CoHgo und Dorathy segelten hei
einem günstigen Winde bis Um g Uhr Atbends
. , längs der Küste hin und legten sich dann bei
acht Faden Tiefe vor Anker. Mtln fand, dafs eine
halbe Meile vom Strande, in dessen Nähe die Se«
ihil-e Wogen sehr heftig an. einem Felsenriff bricht,
das Wasser in der Regel nur drei Faden Tiefe hat
Diefs .schien eine Art von Schutz für das Gestad»
dahinter, wo ^ Boote ohne Schwie^^S^eit land^a
können. Wo die Schüfe anke*««» ßieng *«
Strom N,N.W., if Meile in Aßr^^^nde. Dasror
the Vorgfibirge oder CAa&^ro/^"Y®^gebirge, wie
es von dei^ Eingebomen gena^* wird, konnte msut
an diesem Tage deutlich f*^®°„ ^^ dritten und
vierten Tage hatte man Y ' Bemerkungen über
die Küste zu machen, '^^ ™*» wegen mangeln-
den Windes nicht we-'*.f ****"!•• . Da«- Und ist
von'4,50 bis nach ^^^«««^bin beträchtliDh er-
Aöht, und von Fe'''*' *• <wMn der Loangp-Bai
V
466- . Abh^ndlUngtnn^
IhÄUcli tmif cltirchsciiititteh. V^ön Cahenäa oAw
ein wenig darüber at) aber ^afa trihA Nichts, alt
niedrige» Land, tniV Wald bedec'kt^ Wovon tnait
glaubte, dals es Mangl«-*ßänme seyeti. Die £iii-
gebornen behaupteten, bei Chaberoca ergieüce sidh
tin kleiner Fluls in's Meer,
Am*5ten Nacbmitrags konnten die Scbiffe w^^
ler. Voo M Faden Tie£e kamen «ie bald in lg
Faden, aber um 3 ^^^ Abends vermehrte sie sich
ideder zu i^ Faden, und £ast sogleich darauf fand
4ai Senkblei bei 150 Faden noch keinen Grund«
Tu€k$y sah ytXfX ein , dals er weiter g^angen waxg
ils er wünachen konnte, . da er durch die Strön^ung
Bch in das tiefe Bette des Congo hatti» hinein reis»
Ben lassen. .£irj konnte nun nicht, wie ^r sich v^r*'
genommen hätte , am nördlichen Ufer ankernt ison*
dem mulste das Flufs bette passirej). Oanoch eine
Stunde, lang da;cu- günstiger Wind !war> so br^H^hte
er die Schiffe über die grofse Tiefe des Congo
glücklich* zum südlichen Ufer hinüber, wo sielnit
einem eben so schnellen Uebergange» als jener,
drübeii von 18 Faden Tiefe ^u der unermersUcben
gewesen wutr, anf ^in Mal bei 33 Faden schon
Gdind hattien. n 9ei dieser s^ Fadeo. Tiefe an-^
kefte man. } : ,
Mit Tagesanbruch, am 6ten Julius, entdeckte ^mau
"Jabo Padron ♦) und äsis Haien- Forgebirge, Mit*
tgs lichtete >mn bei günstigem Winde? die Anker»
Vid ' führ, zvy^isc^n die^sen Vergebirgen* weiter in*s
l^aid, bis eine iKjbe Meile von. der Küste emferfit. '
Als man 2p Faden Vefe hatte, lenkte die Dorothy
flach dem Haien" n^ehirge,, verlor hier sogleich
Ankeigrund, und fani erst lange niit dem iSenk-
Wei gar kein^en wieder /^ann aber flötzlich eincn^
♦) paf SäuUn^Porgehirge. Es Vt den .Name» von ei-
c«/rrbtte citiditetSf^ ^ • ^^ ^*ä
* , *
Sbkdndluitffen. 46^
vOÄ ffi&r Faden Tiefe.' Man watf den Aiikjer nun
•bgl^eidi mit dein Ketten-Kabel aus, 'allein das
Sifl^iff blieb treibend , und Tuckey vermuthete daw"
tor, die Kette müsse losgegangen seyn/ ündvliefk
einen ftndefh' Anlc^r werfen. Ehe. diefs aber ge^
tchehen konnte, war das SchiiF schon über einem
^ Faden tiefen Gründe, und immernoch treibend,
heides, Kette und Kab^l, ^ard nbb'-*gewendet, und
'das Schiff endlich in. festen Stand gebracht. Die»'
Congo , welche ihren Anker bei 4 Faden Tiefe ^e-'.
\^orlrn hatt^, war auch treibend', und verlor An-^
ki« Imd Kabel. -^
Am Vormittage , ^Is beid^ Schiffe auf gunsti*
gto Wind warteten, stattete der Mafuka des Haien-
Vorgebirges den Eeisend'en einen Besuch ab. Uiti
ihnen bemerkVich ta machen, welch* eine wich-
tige Person er sey', kam er in Begleitung eines*
halben Dutzend elend 'gekleideter Neger- seines
Staatsgefolges. Er machte Anspruch a»f alle die
Aclitungsbc^ogübg , die man Fürsten schuldig ist,
obgleich er. eii) ebenso schmutziger ;iind zerlumpter
Kerl war, als jene.' Der gewöhnliche gute ^it«
auf dem Verdeck stand ihm nicht, an, für seine
Herablassung glaubte er Ansprüche auf mehr Auf-
merksamkeit zu haben, und verlangte, > dals ein
Stuhl mit einpnif Kissenr für ihn gebracht werde.
Mit. einem Kissen konnte man nicht dienen, und
er mnfste sich, statt desselben, mit einer zusarnm^n-
gevyickelten Plagge begnügen. Er trug auf dem
nackten Leibe eine alte, abgetragene Pelisse von
rothem Samnöet mit goldener Tresse, hielt sich
eitlen ^ JD'rünseidenen Sonnenschirm; obgleich die
Sonne eben nicht scliien, über deu ^o^f, und sei*^
nen amtlichen, mit Silber beschlagenen, Stock in
der Hand. Er kam gerade, als der Cäpitän früh',
stuckte, und unterliels nicht, merken zu lassen, er
werde eine Einladung in die Kajüte annehmen.
Man nahm jedoch von diesem seinem Wunsche
keine Kenntnib, d« nicht nur «eine ganze Pej^son
-^. .
466 Abh^ndlungem
•
unlieblich rocb» tondeni aoch aäx eiti#ii^.I}attiaiM^
•chlac behaftet wai;, der sehr in die hxxg(^n fieL
M^n liefs aUo den vornehmen Gait «af depi V«^
decke, um sich dort zu amüsireni so ^t er. konnte*
Diefs fircerte ihn. Doch » da er dai^i von einer
Carronaden; Salve und «einer zieinlichen Quantitit
Branntwein freundlich begrürtt ward, ^gte et
«Ich bald wieder hei guter Laufif. • Seines Kpm»
mens Abriebt schien hlofs einige Gläser gebrann-
tet W«Mer zu erhalten: dieser Nektar erheiterte
Um 80» da£s er den Euroländern seine Gesellsci^ft
auch hoch für die folgende Nacht und für die gm^.
len fünf folgenden .Tage gönnte. Er brachte die
Nachricht mit, dafs zu Embomm^ rieben, PortaBgie»
rische Schiffe vor Auker se^en» um Sc^ven ,zu
JEaufen. Ferner erhielt man die Belehrung von
ihm, die Dorothy könne, wegen der nun folgen^
den Leichtigkeit des Flusses, in dieser Jahr^zeit
unmöglirh den Finfs höher, als bis Tau Tree-
Insel hinauffahren, also nur noch ungefähr 40.
(EngL) Meilen vom Orte, wo sie jetzt warex^.
A^ 8^en Nachmittag«, da ein günstiger See«
wind kam, lichteten die Schüfe die Anker, und
«m 9 ^^ Abends ankerten sie wiederum für die
Nacht und zwar vor Sheru/ood^s Creekj einer von
MttcweU benannten Bucht.
Lieutenant Howkey und sechs Andere fuhren
nodi an diesem Tage, ob es gleich schon dunkel-
te, im Boote an*s Land hinüber. Sie kamen so*
^eich in einen ungeheuren, aus Palmen undMangle-
Bäumen bestehenden Wald , mulsten aber , da es
3U finster ward, und die herabhängenden Aeste
und aus dem Boden ragenden Wurzeln der Masigle-
Bäume sie im Gehen hinderten, bald wieder um-
kehren, nachdem sie einige Adler /^nd Königs*
fische (hing -Äschers) geschossen un^. einige Pflan-
zen gesammelt hatten, upter welchen ^ck Xüne*
nia Americana, aber keine einzigCf dem Botaniker
ganz neue t befand*
\
- -J _, _ .... ^. .
s
Um 4 Uhr Nachmittags war ein Schooner mit
Schwedischer Flagge gesehen worden, der abet'
diese bald mit königlich Spanischer vertauschte,
und auf die Dorothy fetüertc, bei welcher der
Schufs nable vorbei gieng. Zu dieser schickte de«
Schooner dann ein. Boot , um zu fragen, wofür
man iie und ihre Begleiterinn zu halten habe*
Auf gegebene Auskunft über den Zweck der Ex-»
Spedition, 'und ^afs die Schiffe mit Engländern be-
mannt seyen, ward we^en des Schusses eine höfli-
che Entschuldigung vorgebracht, und versichert,
man habe blofs über die Flagge Gewifsheit haben
wollesi. Die Spanier gaben sich für von HavännaH
Kammende aus. Ihr Zweck war, trotz dem Ver*
' böte, Sqlävenhandel, und ihr Schooner mit zwölf
Canonen versehen, um jeder Anfechtung trotzen
' 2a können» Als er durch sein zurückkehrendes
Boot beriachrichtigt warä-, dafs eine* Kriegsscha-
luppe -den- Flufs hinaufgefahren sey, lichtete et in
grof^er Eilfertigkeit die' Anker , und entfernte i$icH. ,
Von dieser Zeit bis zum latep ward die Do*
rothy bei'm Haien - Vorgebirge (in einer sehr un*
bequemen Lage, weil sie. nicht günstigen Wind
b^kam, um das Vorgebirge herum zu kommen), zu
'verweilen genötbigt. ^ Der- Mafuka i van Market
Point und ein Eingeborner von Bmbotnma koniem
All Bord derselben, und der Letztere gab dem Ca*
pitän zu vernehmen, dafs er vom gr o tsen Mafuka
von Embomma abgeschickt sey, um ihn den Flufd
, hinauf zu begleiten, und mit allen erforderlichen»
, ^NAphricbten . und Belehrungen, welche er zuge-
ben im Stande sey, zu untierstützen. " Tuckey
. empfieng sie höflich, obgleich seine FteiXde, mit
ihrem Besuche beehrt zu werden, nicht Sonder»
lieh war. . Er «nahm das ßrbieten des angebli»
eben Abgesandten von Embomma an, [ unterlieft
jedoch nicht , ihm und > dem Mafuka zu sagenv
dafs sie nicht etwa bewirthet zu werden bofCen
iollten» Vie sie es oft an Bord von Sclavenschif«
Ji.4, a, B. IL Bds. 4. Ä. K k.
^>^
•.
47# Abhandlungen.
f«D wurdeB. Dieser Wink war ihnen unlieb, dock
fehlen er sie nicht ganz verdrüfslich zumachen,
und die Uniformen der Officiere und Seesoldaten
flötsteo ihnen für das Schiff alleii Respect ein,
den Tuck^y wünschte. Unter den «SStmio-Nogem,
die an Bord kaojen, waren einige^ von den Porta*
giesischen Missionarien zum Christ enthum bekehrte.
Der Contrast, den mit ihrem Glauben ihre Sitten
machten» war nicht weniger ^rots und widrig, als
man ihn' oft bei den Rechtgläubigen der civilisir-
ten Länder findet. Einer von ihnen schie;a gleich-
sam: durch ein Diplom bevollmächtigt, did erho-
benen Wafafrheiten des Christianismus Andere ^a
lehren, hatte sich die Fertigkeit erworben, seinen
Namen und den des heiligen Antonius za schrei-
beo, und konnte, obgleich etwa^ kauderwelsch,
die Römische Litanei im Latein lesen. Ein Ge-
fährte von ihm war voll Eifer, sich eine gleiche
IVlasse des Wissens zu erwerben. Man konnte nicht
glauben, dafs die Missionarien sich mehr, als ei-
nen Spafs mit ihnen machen und mehr bezwecken
wollen , als dafs die Anstellung solcher Lehrer ein«
Satyre abgäbe auf den Dünkel der Ifinoranz, die
eben erst aus dem Zustande der Wildheit heraus-
tritt, denn auch ihr Dünkel war über alle Mafien
grols. Sie und ihre getauften Begleiter hatten alle
viel mit Crucifixen zu schaffen, welche äufserst
wunderthätige Reliquien enthalten sollten«^ Ta-
ckey wünschte das Wunder eines schnell sich er-
hebenden günstigen Windes, welches sie durch
die Reliquien zu bewirken versprachen, so wie
die noch heidnischen Schwarzen durch ihre Fe-
tische. Beide Partheien riefen mit sehr lautem Ge«
plärr ihre Götzen an, aber diese blieben taub.
Denn Einfalt, bübische Verschmitztheit, Fröm-
migkeit und viehische Wollust, Ailes im sondern
barsten Beisammenseyu , charakterisirten ihre Aea*
fserungen und ihr ganzes Benehi^en.
Alle Besucher, von denen, beide Schiffe in die-
ser Periode heimgesucht wurden, hatten auf ihxtr.
Abhandlungen*
\
- Hant erhabene- Figuren, und man bemerkte nicht,
dafs di^se bei ihneh nach der Verschiedenheit der
Religion Verschieden waren. Zwischen ihren grx)-
&en Vorderxähnen ward eine. Oeffnung bemerkt^
In welche Alle, ohne Ausnahme, beim Tabakrau*
chen die Pfeife steckten, zu welchem Behufe sie.
datier Anfangs den Reisenden ausschliefsend ge^
macht sthien. Allein bei der Nachfrage erfufas
man, dafs blofs Gefallsucht, um den Frauen rei^
Bender zu erscheinen ^ sie bewege, die Vorder*
Zähne an ihrem Innenrande auszufeilen ; . ja es
schien sogar, als ob über Männersehönheit von
den^ Frauen ganz im Verhähnisse der'Gröfse die-
ser Oeffnting in den Zähnen geurtheUt werde.
Bei manchen Individuen, <^i® ausgezeichnet breite
Vorderzähne hatten, war diesre Kluft drei Viertelt
:iolI weit. Denselben Zweck, das schöne Ce^
«ehlöcht verliebt zumachen, hatten auch die er^
habeoe^ Figuren auf der Haut«
Das Aeufsere der Sonio- Neger war im hoch»
^«ten Grade widerlich und schmutzig« Es veran-
lafste den Capitän zu der Bemerkung ^ man sehe
deutlich, welches Europäische Volk den ersten Ver*
such gemacht habe, hier die Civilisation einzu*
führen. Diese Ehre gehörte den Portugiesen^
Ihre Haut war nicht blofs mit dickem Schmutz,
sondern auch mit Ungeziefer bedeckt , und von^er
Krätze se^r übel zugerichtet. Sehr verschieden
V ^ davon war das AeuCsere der Eingebornen von Ma»
lembay welche Reinlicl^keit liebende npd heitert -
'Menschen sind^ und durch ihren Verkehr mit den
Franzosen v^el Empfänglichkeit für Auswahl in
der Kleidung bekommen haben. Die Franzosen
schienen sie zuweilen damit zum Befsten gehabt
und ihnen abenteuerliche Trachten au%eschwatzt
zu haben, allein die Eitelkeit, die jsie diesen Putz
treuherzig annehmen läfst , ist ein liebenswürdi«
ger Zug, wenn man sie mit jener, die Zöglinge der
Portngieselxcharakterisirendeu, Kothliebe vergleicht^
K k li
^
479 ' idbhandlung&n^
Sechstet Capitel.
Der Mafuka und seine Begleiter konnten erd
Anrch viele wiederhohlte Betheurungen zum Glau-
ben gebracht werden, dafs Sclaveneinkauf ganr
nnd gar nicht der Zweck der Expedition sejv
Aber im Stillen, wie man dentlich merkte, bUe*
ben ne immer i^och Zweifler, und bei jedem klei-
nen Anlatte sab man, dafs man sie von ihrer
Schwergläulngkeit nicht geheilt hatte. Wenn ih-
nen der eigentliche Zweck der Expedition genannt
nnd erklärt ward» antworteten sie durch ein un«
Ibäfsiges Gelächter, als ob sie sagen wollten, man
moM^ sie nicht fiir so stockdumm halten , dafs ae
sich mit solchem Larifari , gleich Kindern, foppen
lassen könnten. Mit dem spöttischem Lächeln eines
Weltklugen fragte der Mafuka^ ob schöne G^en*
den zum Spatzierengehen ond Bäume und Fel4^
nicht auch im Lande der Engländer seyen, nn^l
wie man Narr genug seyn könne , def^wegen eine
•o entsetzlich weite Reise durch*s Meer ■ zu ma-
chen? — Dieser, sich für sehr vornehm haltendot
Mann hatte gleich bei seinem Erscheinen auf dem
Schiffe verlangt, dafs man seine Ankunft durch
einSalntiren mit dem Geschütz fßiem, und daüi
man d^e Flaggen aufstecken solle , ferner, dafs man
den von den Handelsschiffen gewöhnlich ^u erlegen-
den Tribut bezahlen solle. In beiden ersten Puncten»
da es so wenig kostete, that man dem Narren
nach Wunsch. Das Letzte aber waurdihm rund abge-
ichlagen, und zu vernehmen gegeben^ dafs Briti«
•che Schiffe Nichts von der Art bezahlen, aufsei^
wenn es ihnen abgezwungen werde, und dafs sie
auch dann nur mit dem Donner ihrer Canonen
Tribut gäben. Er und sein Freund , der vortref*
liehe Räigionslehrer, runzelten bei dieser Antwort
die Stirn, und wurden nur durch den 24usatz ge-
tröstet, dafs man allen gewünschten Proviant, den
man von den Eingebomen auf die Schiffe erhalte,
•ehr honett bezahlen^ werde. Doob beunruhii^^
l
y
Ahhandlungen^ 473
iie di« Canphen ein wenig, und sie nannt^B M
furchtbare Anstalten zum offensiven Kriege,
Die . Unterhaltungen der Matrosen mit den
Eingebornen, obgleich in mannich fachet Hinsicht
«ehr ergötzlich und. manches Gelächter veranlass
send,, führten zu Nichts, Man that eine Menge
Fragen an sie , über Mancherlei , über ihre Ein-
riebt ungen, über ihre Eben vorzüglich und derr
gleichen , aber gar nichts IntereiM^antes ward da»
hei berausgebracht. Die Sprache» in welcher ihre
Antworten gegeben wurden » verrieth sich ^ häufig
als eine noch so ganz ungebildete » dafs keine Be-
•cbreibung eine Vorstellung davon geben könnte.
Vorzüglich bemerkenswerth war , dals selbst Dinge;
die äultterst auffallend von einander verschieden
eind, in dieser Sprache mit einander verwechselt
werden» und man wiUkührlicb, für dieselben bald
das eine, bald, das andere Wort braucht. , ;
So einfaltig und ungebildet indels diese Men*
pcben auck schienen» so liefsen sie es doch^ im
Handel keinesweges an Beobachtung gewisser For«
men fehlen. . Sie hätten . eine » mit > ihren wenigen
Begriffen vom Handel sich gattende» Neigung zum
Ceremoniel und zu hergebrachten Gewohnheiten^
der man sich, vvenn man einen Handel mit ihnen ab*
flchliefsen woUte, anschi^iiegen mufste» da ein Man«
gel an Auünerksaittkeit in diesem Puncte alle Mal
die Folge hatte, dafs detn Engländer, wenn er glaub-
te^, dea: Handel sey nun völlig abgeschlossen» nocli.
Aiuwendungfpsi gefi,en die Giltigkeit gemacht wuj^r
.den. Sollte ein Kauf gillig seyn» so war nöthis,
dafs . Käufer und Verkäufer einen Grasbahn zvru
schan sich zierbrachen. Solange diese Ceremonit
noch nicht beobachtet war, kotinten beide "Jl^^heile
wieder vom Contracte abgeben» und Alles,' vfaß
' man verhandelt hatte ^ galt für Nichts. Einmal
wurden zwei Hühner gekauft» der festgesetzt^
Preis bezahlt , und . die Hühner sogleich getödtePt
' nnd zubereitet. Die Käufer hatten keinen andern
Gedanken» 'als» di^l Bez^h^e j^böre ttua ihnexl^
474 Abhandlungen.
ketbst nach Afrikanischen Gesetzen. Diefs war ein
Imhum« aus dem sie bald durch die Forderung
gerissen wurden« die der Verkäufer machte, daft
man ihm die Hühner zurückgeben «olle i weil er
den Handel noch nicht abgeschlossen > da jene Ce«
telconie noch nicht vollbracht sey. Noch ein Glas
Branntwein, das man dem Querulanten gah, be-
schwichtigte ihn endlich. ^^-^ Man kaufte an je-
ner Stelle nur wenige Artikel für die Schiffe, da
die Preise, welche die Eingebomen für die un-
bedeutenden Dinge, welche sie geben konnten, for-
denen, viel zu hoch waren. DerCapitä|i fürch-
tete, durch all/ jgroise Liberalität in eine, ihm bei
der Weiterreise- auf dem Flusse geÜbrlicShe Be-
riJhmtheit zu kommeu, und beschränkte rieh da*
her blofs auf den Einkauf des nothwendif^sten
Bedarfs an Hühnern uud Eiern. Von dem Werthe»
den die Eingebornen duf gewisse Dinge legten, wait
man sehr befremdet. Für ein Messer , das nnge-
fShr Vier Pfennige werth war, erhielt man ein
ausgewachsenes Huhn, ebenso für eine leere Glas-
flasche und eine kleine Brille , die etwa jede drei
Pfennige werth waren. Eine Perlenschnur hingö-
*gen, die in England zehn oder zwölfHühner hätte.
gelten müssen, wenn die ersterwähnten Oinge^eins
gelten sollten, galt bei diesen Afrikanern nicht
mähr, als zwei Hühner. Indefs» wi# sehr 0ian sich
auch darüber wundem mufste, verrieth sich doch
noch mefhr Verstand der Eingebornen hierin, als
man bei ihnen zu suchen nach mancher andern
Sonderbarkeit berechtigt war. Sie gaben doch ei-
nen guten Preis immer nur für solche Ding^, aus
4en^n sich irgend ein reeller Nutzen ziehen liefs,
tind für Alles, was bloCs Tand war, boten sie auch
so wenig, dafs der Verkäufer es kaum dafür las*
ten kotmte. Vorzüglich ein Handel machte dem
Xapitän Vergnügen. Man erhielt äufserst billigen
Kaufs eine Flufeschildkröte von 40 Pfdnd, deren
Fleisch man in jeder Hinsicht ebenso schätzbar
^and, tne dks der grünen Scfaildkröie»
\
Abhandlungen»
•475'
■ - . Mau sah die Eingebornen in dieser Gef^end au-
rserordentÜch viel Fische in Netzen fangen und
dabei viel Ge\vand|^heit zeigen. Am iiten wurden
zu demselben Behuf zu der Stelle, wo man sip
gesehen hatte ,^ zwei Boote geschickt.' Sie waren
mit ihien Neizön auf der Innenseite der Land-
spitze, n'achdem sie auf der Aüf?€nseite ihre-Ver»
suche vergeblich gemacht uiid iiicht einen einzi-
gen Fisch gefangen hatten, aufsetst glücklich;,
"denn auf Einen Zug erhielten sie dreifsig gro(se^
Fische, deren einige nicht weniger, als 6o Pfund
'wogen. Dies^ waren sammtlich von ^er Gattung
Spams. Sie halten ein vortrefliches Fleisch, das
man dem des Kabel jau's sehr ähnlich fand. DiCj'
'Eingebörnen nennen den Fisch F'eta. Aufserdem
fieng man dort einige kleine MuUet's und eiffen
*gr6fsen Katzenfisch {Cat-fish),
' Ehe man das Haien- Vorgebirge verliefs , be-
nutzten die Gelehrten jede Gelegejjheit, ExcartiQ-
nen in's Land zu machen, und mehr als Einmal
-war ihnen das Resultat derselben sehr belo&nend.
.D/ Schmidt erhielt manche iutai^essante Pflanzea«
'Cranch war niobt w;eniger glücklich , und kam In
den Besitz einer Menge von hageln, darunter ejn
vidier yüsd mehrere Kanigsfisciier, die sich ziehi*
wh von einander unterjKckieden, ferner ein Tu^
kan^ und eine grofse Menge kleiner Vögol;
Bis jetzt w€ir noch Nichts vorgekommen^ wm
auf Sie Vermuthung führen konnte, dafs die Be-
wohner der Küste, w^ie rohe Menseben si^ awb
waren, Kannibalen seyen. Bei einer der obener-
wähnten Excursionen aber Jtamen die Gelehrten
^an einen, nicht weit yo^ dej Küste entfernten Ort,
y/o ein ^Feuer angezündet war, in dessen Nilhe
/sie mit ebenso viel Er^taun^n, als . Ekel, die Ter-
^•treuien üeberreste menschlicher. Körper fanden.
.Schädel und andere, ganz unverkennbar meti^chji-
che Knochen« die sogleich in die Augen fielexii
schienen es ilber jeden Zweifel zu^erbeb^, daXs
y
^
I
I
1
47^ Ahhajidlungem
hier tinglücliliche Gefangene geschlaclitet imd g^
liraten worden waren.
AeuCserst verdrUrslich, solange dort vor.A:t-
^er liegen za müssen, beschlofs der Gapitän £i:e
Reise zu Verfolgung des Hauptzweckes fortzusetzMiy
und gab es wegen der zu grofsen Schwierigkeit
auf, da^ Transportschiff nait stromaufwärts zu neh-
men. Er liefs daher alle Vorräthe anf die Co^go
•chaffen» Zu diesem Behufe wurden am Morgen
des ißteh die sämmtlichen Boote beladen,, und
Capitän Tuchey^ von den Naturforschern beglei-
tet, verliefs Nachmittags a Uhr die Dorothy^ gab
sie unter die Aufsicht des Lootsen und des Zahl-
meistert, und unterrichtete die^e in Allem, waa
' zu thun sey , um noch der. Cqngo nachzukommen,
\V(#uh Umstände es begünstigen tollten. Glücklich
erreichten sie nach einigen Stunden die Congo^
Siebentes Capitel,
So. weit Capitän Tuckey und seihe begleiten*
den Gelehrten den berühmten ' Cöti^o - Fltifi , des«
•en Lauf zu erforschen der grofse Zweck der Ex-
pedition, war, nun kennf^n gelernt hatten,, nämlich
bis zum Haien ^ Vor gehirge^ (Shark* Point) ^ hatte
et ihnen wirklich Nicht» dargeboten, \was dio
hocbgeipanaten Erwartungen, welche frühere Rei«
«ende Mniichtlioh desselben erregt hsrben, hätte
'befriedigen können. Er schien ihnen kaum dext
Nanien eines Flusses vom zweiten Kange zu ver->
.dienen, wenn man nicht etwa das Gewässer zwi-«
sehen dem Sonio tmd dessen entgegengesetztem
Strande für ceine wahre Mündung halten mufs.
Dafs diefs aber eine völlig unrichtige Annah*
me seyn würde, war Capitän Tuck&y auf*8 Fe-
tteste überzeugt. Die wahre Mündung des FIuä-
aes Ton Fdthomlefs Point {Grundlos - Vorgebirge^
anfangend, glaubte er nicht breiter, als un<^efäh«.
^drei (Engl. )Meilen , die mittlere Tiefe nahm er
' ^ ünge'br 40 Faden betragend an, und den Stront
V
.--»*-^
* /
Ahhandlung&ni 477
Melt er für* nicht schneller; als dafs fer ungefähr
fünfthalb E. Meilen in einer Stuntle zurücklege.
Sind die Reohachtungen, attf Welche diese ße-
reohnuDgen sich gründen-, zuverlä'ssig, — und füt
-ihre Genauigkeit ist wirklich jede günstige Ver^
inuthung da, — «o folgt, dafs die Berichte der
bisherigen Reisenden übdr diesen sehr wenig ge^
kannten, aber weit ausposaunten Flufs entsetzlich
«übertreiben, iiideni'das Volumen^Wasser, welche
-er in die See rollt, weit unter dem bleibt, . was
es nach jenen Berichten wäre. Der südliche. Ein*
gang in ^en Flufs ist duirch das Cabo Padron
(Säulen- Vorgebirge) und durch das Haien -Vor-
gebirge begränzt. Die Halbinsel, welche dies»
Vorgebirge bilden, hat allem Anschein nach ihre
^Ge^talt durch das vereinigte. Arbeiten des M^e^^
res und des Flusses erhalten. Dfixx äu&eren oder
See - Strand der Halbinsel markirt ein stellet
Ufer, das durch angehäuften Sand gebildet ist.
^Auf der Innenseite hat das Pittorfeske sehr viel
'Abwechselndes, da der Flufs von Moräst^n^ aus
welchen die Mangrl^- Huin» herauswachsen und
deu Flufs überschatten» einge€afst ist« BeifW-
thomleß Point ist die Ansicht des Landes zut
beiden Seiten des ^Flusses so ganz dieselbe, wie
rdort, dafs weiter keiue Beschreibung nöthig ist. £s
ist von zahlreichen Buchten durchschnitten» in wel-
.chen idas ^Yasser völlig stehend ist. Die von die-
.. Iren Strömen gebildeten Inseln erhöhen noch \xn\
A^ Vieles das Malerischi^ des Ganzen. Wegen der im
. Wasser selbst wachsenden Bäume ist es an vielen
•Stellen nicht leicht» an'sUfer zu komnoen. Da und^
> dort erleichterte diefs 2war ein kleine Fleck Islo^
£sen sandigen Gestades sehr , im Ganzen . ebd^r kaiui
man 4en Mangle • Wald,, der den Flufs auf beideh
Seiten einfafst» sehr wohl einen undurckdringht
chen nennen. Er erstreckt sich ^au£ beiden Seiten
' iiebbn oder acht (Engl.) Meilen weit in's Land hin«
ein» wo er dann den Ur* Beden des Landes eiv
. reicht , vxm ^AewL man eioea Anblick blof^ ctuf ja^
478 Abhandlungen.
Her Stelle det Flustes hat, wo das Schiff jetzt lag,
nämlich ungefähr eine balbe M^eile^ vom südlichea
Uier ganz nahe vor Sherwood^s Cfeek und ha-
gefähx. zehn Meilen vom Haien -Vorgebirgen wel-
ches zu umfahren der Capitan so lange vei«
geblich gearbeitet hatte* Die Strömung w^ar hier
eehr unregelmälsig. Für die Ursache .davon hielt
man ein Anprallen und Ge^chwächtwerdeoi der
Fluth an Landspitzen oder kleinen Sandbänken,
welche den Strom oft hemmen und das Wasser
trübe fliefsend machen, welche Wirkung man an
einigen Stellen eine halbe Stunde anhalten sah,
dahingegen an andern es in la^eniger, als fünf Mi-
nuten wieder klar ward. Das Wasser hatte hier
dieselbe röthliche Farbe, wie bei Cabenda^ und
ebenso wie dieses erschien es völlig farblos, wenn
man es in ein- Glas that, jedoch zu getrübt Tom
Schlamm, als dafs man es zum Trinken und
Kochen hatte nehmen mögen. Das Steigen und
'Fallen der Fluth war sehr deutlich an den Mangle-
Wäldern an jeder Seite des Flusses wahrznnehmoi
und man fand, dafs der Unterschied zwischen dem
höchsten Steigen und' tiefsten Fallen ungefähr dritt-
halb Fttfs war,
Die Congo ward in ihrer neuen Existenz (als
ein schwer beladenes Schiff) ebenlalls von Man-
chen der Singebomen besucht« welche kamen,
Ziegen, Ferkel, Hühner, Eier und andere Artikel
zum Kauf anzubieten. Ihre Forderungen waren
wenige» überspannt, als die - ibrer Nachbarn bei
Shark Point; doch waren die Preise noob nicht
niedrig genug, um den Capit&nzticü Vielkaufea
anzureizeiL Einige handelnde Kanots sah man den
Flufs hinaufgehen, deren jodes von zehn bis zwan-
'zig Menschen bemannt war. Die Europäischen
Schiffe zogen sogleich ihre Aufmerksamkeit auf sich
und die meisten von ihnen näherten sich, , um ihre
Neugierde, zu befriedigen, und zu' versuchen, ob sie
von diesen Fnoideo einigen :£n>fit baben könntm.
Abh ajidl u hg tn. ' 47f
Die Ladungen dieser Boote, deren ReiSe nach ci^
Her Art von etablir<tem Markt zu gehen. schien, be-
standen aus Salz und Palmnüssen, Die Eingebornen
Terstehen die Kunst^ aus den letzteren Oel zu. schla-
gen , welches bei ihnen von viel^chem Gebrauch
JUt. . Das Salz, mit welchem sie beladen wareH»
wird am nördii'chen Ufer bei Fäthomlefi Poiitt
vgehohlt; aii, einer Stelle, welche Uulamv^eäba heilst.
Unter den Waaren, welche die Kanots führten»
;befand sidaNaucfa ein Elephamenzahn/'
Eine ganz genaue Untersuchung ^er zahlrei-
chen Buchten im . Eingänge des Flusses war ei»
Geschäft^, mit welchem sich zu befassen Tuckey
jaicht wapen durfte;' Doch den nächsteli, wo die
^Congo jetzt vor Anker kg," untersuchte Lieut^
nant Hawkey bis in eine ziemliche Entfernung
.v^crm Ufer, Nach dem Berichte., den er gab, scheint
es, dafs das Wasser sich in zwei Arme von ent-
eegeugesoizter Richtung theilt, indem Ein Arm
aer Bucht seinen Weg südöstlich , der andere nord-
westlich nimmt. Er kam bei zwanzig kleinen
Zwischenbuchten svorbei, deren Lauf aiifserordent-
lieh schlängelnd und gekrümmt war, ujjd kam
am Epde in's Hochland, welches durch beträciit-
Jich steile Felsen sich auszeichnet. Es w^rd klar,^
jdafs die Tieger und Elephanten hier einheimisch
- "se3>en, denn der Koth sowohl von diase^ Thieren
^ ,als von manchen andern reifsenden, auch ^er von
manchen unschädlichen, ward häufig auf dem ßo-
iien gesehen. Man sah eine Antclope, und Einige
der Gesellschaft fanden das Skelett vom Kopfe ei-
nes wilden Schweines. Am sandigen Gestajde,
ganz ^nahe bei einem Teiche stehenden Wassers
bemerkte man in ungeheurer Menge die Eier >d^
Flufsschildkröte im Sande, -
Von den Eingebornen , die, während die Cort"
^o hier lag, an Bord kamen, wurden die Rei-
fenden belehrt, 'daXs der -König von Sönio 'Zu
Bauza^uio' wsidire^ aa den Ufern eine« Flasses,
48^ 'AhhandluHgeit.
dessen Autflab in'f Meer sie genau bezeichnet^ii,
und der nicht« Anderes ist, als RaphaeVs Creek
auf MazwelVs Charte. Nach ihrer Versicherung
würde' ein Boot von dort aus^ avo man eben war, )
den Strom hinauf hi^ zu jener Stadt , obgleich der
^trom Jiicht heftig ist, zwölf Stunden brauchen.
Mau konnte jedoch kein iuteressantes Detail über
die Stadt aus ihnen herausbringen. Ueber die £ro
jcheinung von Spuren .des Kannibalismus, - über
welche die Gel^lurten auf einer frül:^em ßxcursiou ^
so sehr erschrocken waren, erhielt man hier Auf«
Schlafs. In Beantwortung der Fragen , die mau
hinsichtlich dü&ses Puncts sehr angelegentlich au '
die Eingehomen that, läugneten sie 'mit dem feier^
liebsten Ernste, dafs ein so schändlicher Gebrauch \
/bei ihnen gefunden werde, und versieherten. jener j
Platz, wo man Schädel und Menschenknochen habe
liegen sehen, sey ein Hinricbtungsplatz für die |
Verbrecl^cr eines gewissen Districts, und man hal^e \
erst vor Kurzem einige Missethäter dort hingericb«
tet, deren Verbrechen auch ix^ jedem andern Land^ ' \
mit dem Tode bestraft wordeii seyn würden.
Am I7len Nachmittags lichtete die Z)orotAy bei
neuen günstigen Winde die Anker, ward bei <S%isrJk
Point eine halbe Stunde aufgehalten, und kam
dann mit der Fluth ohne Schaden weiter. Durch
grofse Anstrengungen des Oberlootsen auf der Co/i«
go gelanges, sie an einen Ankerplatz zwei Meilen
d«ivon an der Innenseite des Vorgebirgs zu bringen.
Hier waren die Versuche der Eingebornen, den
Capitän zu übertölpeln, zahlreich. In jeder Stun-
de hatte 'das Schiff neue Ankömmlipge, welche
sehr ernsthaft versicherten, der Zweck ihres Kom-
mens sey einzig, ihren Englischen Freunden alle
erforderliche Hülfe zu leisten, ohne den lentfernte»
• sten Gedanken an eigenen Vortheil. ViTie gewöhn-
lich, gaben auch diese Besucher sich für Gentlemen
«US, und sagten dem Capitän, sie seyen vom Ma-
/uA0 fon Embonuna abgeschickif uu»^ djeu Schiffen
• »
l —
Abhandlung tjt'
4SI
\
jKU helfen y sicher clcn Flufs hinauf xii kommen.
13er Capitän war vecdrüf&lich , sich so belagert zu
«ehen^ und, da sie vielleicht Alle, Spitzbuben wa-
ren 9 wenigstens ihm es ganz an den Rütteln fehlte,
dife Ehrlichen von den ITnehrlichen zu unterschei-
den,, in Verlegenheit, was er mit ihnen machen
40olle. Doch sie ihrer Seits waren jetzt in nicht
"tiel gerineerfir» da sie sahen, dafs sich eine zu
grorse.Zahl aufgedrungen habe, und nun für Kei« *
aien Viel .zu erjagen sey. Jeder wünschte die Ent- '
Jassung der Uebrigen ebenso aufrichtig, als den
Capitän wünschte, dafs sie sich, Alle fortpackea
xnüchten. . Jeder wollte ihm vordemonstriren , blofs
Er sey der 'eigentliche Abgescbic^ xles Mafuka;
das ganze übrige Gesindel sey verdammtes schwai^-
zes Lumpenpack 9 das sich blofs herzu4ränge, uia
nüt ein wenig Branntwein erquickt zu werden»
Tuckey wollte nicht gern harte Maafsregeln ergrei-
fen: .endlich verfiel er glücklicherweise auf ein^
recht passende. iKr kündigte, an , er behalte Alle
an Bord , bis der Mafukaj auf den sie sich berie-
fen, selbst ankomme, /der. dann auch selbst unter-
suchen >jnd die Lügner unter ihnen bestrafen
mö^e. Von diesem AugenblicfLe an waren Alle
blofs damit beschäftigt , zu seh^n, wo man ent«
schlüpfen könne. Da man ihnei;! bei .dieser Ab*
sieht die Wege nicht verdämmte, so ward man nujA
schnell von ihrer lästigen Gegenwart befreiet.
Wenn man sich auf das, was diese Besucher er-
zählten, verlassen darf, so hatte das Erscheinen eine»
Britischen Kriegsschiffes auf den? Congo unter den
Bewohnern des anliegenden Landes einige Bewe-
gung verursacht Sie versicherten, ein Eilbote sey.
^4efshalb sogleich von Cahenda nach Embotnina ge-
schickt worden, um das Nahen dieser Schiffe ei-.-
Her Etpedition dort zu mejlden , ui^^d im AugexL-* ,
blicke y wo die Portugiesischen Sclavenhändler^
deren sich einige dort befanden, diese Nachricht
•rhielten^ verliefsen sie die Stadt mit müglichstei:
/
48* Jthkandlungeu,
Oescbwindigkeit und in der Dä<;btten Nacht aodi
den Flud; " um nicht von der Con^o iib4 D^
Tothy gesehen zu werden. Indefs alle diese Fnrdrt
vor Tuckeyt Ganonen war grundlos, da diesa
seinen Zweck (den einer wissenschaftlichen Rntdel^
kungsreise) zu fest im Auge behielt; als daTs er
sich darch Angriffe auf Schiffe, die andere Zweckt
verfolgten , davon hätte entfernen sollen. Kr hatte
im Oegentbeil den Einwohnern von Malemba und
Cahenda sogleich die Versicherung geben lassea,
dafs er sich in die Angelegenheiten der Sclavea-
bändler ganz und gar nicht mischen werde.
Der Mofffika von Embomma^ von dessen an-
geblichen Abgeschmkten sich eine so grofte Menge
eingefunden hatte, erschien am Morgen des igten
in eigner hoher Person. Er fand bei'm Capitän,
der nun aller der Possen ^^Jitka^s und von Mafukar
Abgfsandten und ^Gentlanen im höchsten Grade
überdrüssig war, keine sehr scfimeichelfaafte Auf-
nahme, und verliels das Schiff ohne grofses Ent-
zücken über die Tractamente. Er gieng aber dann
auch noch an Bord der Dorntky, wo* er von ei-
nigen der dort beßnd liehen Eingehornen sogleich
erkannt ward, und dann sein Hauptmann oder
'Dolmetscher - wieder zurück an Bord der Congo
eilte, um den C^pitän noch stärker zu überzeugen,
dafs er wirklich die bedeutende Person sey, für die
er sich ausgegeben hatte. Tuchey wollte nun den
begangenen gewaltigen Fehler wieder gut machen,
und^liefs an die Dorothy den Befehl ergehen^ den
grofsen Marun mit eiliem Caponenschufs gehörig zu
salutiren. Dadurch verwandelte sich bei diesem
der Verdruls über die vorige Behandlung in eine
solche Freundlichkeit, dafs er Nachmittags zur
Congo zurückkehrte, um dem Capitän noch ei-
nen höflichen Besuch abzustatten. Zwanzig schmu-
tzige Kerle eskortirten ihn aber nun als sein Ge»
folge, und dafs sie mit Branntwein tractirt wür-
den, erbat er sich selbst ohne Umstände« Da es
/
t
Abhandlungen» ^ 48^
^EUjmal hinzufügte., er. erfreue «ich' ehies nicht gtf^
^ngen £infla5£e5 am Hofe^von Embomma, $o konQte
Tuckey die Forderung nicht wohl ^bschlag^en. Er
'fügte sogar noch-m^hv Höflichkeiten hinzu, und
der Mafüka kehlte mit äufspist erheiterter Stira
zurück. , ' ' "■ . , . "
Achtes' Capitel.
Di^ Vorbereitungen zur Hinauffahrt auf dem
Flusse im Ooppelboote waren, während d^r zu-
letzt erzäl;vlten Ereignisse nicht vernachlässigt wor-
den. Man hatte! die nüthigen Vorräthe in's Boot
geschafft . und hätte am igten diese Reise an-
treten können 9 bekam aber erst ^|n ap>Sten den
dazu nöihigen günstigen Wind, wo es glückte, mit
der Congo die Halcy-onen- Insel zu erreichen, oder
Zunga Compenda , wie sie von den Afrikanern ge-
nannt wird. Die Ufer des Flusses behielten, hei
dieser Hinauffahrt jetzt noch dasselbe Aeufsere,
welches schon geschildert worden, nämlich' sie war
ren mit Wald von Manglebäumen bedeckt und
von zahlreichen Buchten durchschnitten. Obgleich .
die Reisenden häufig sich hundert Yards vom Ufer
efit ferst hielten , so konnte doch Nichts entdeckt
werden, i«^as nicht früher schon bemerkt worden
wäre. Die erste Bucht von beträchtlicher Gröfse^
die man, nachdem man y or Finna vorbei \^ar, be-
merkte, ward ihnen Kanga Bomba genannt, und
ist MaxwjßlVs Alligator' s Bond. Der sehr ausge« '
dehnte Wasserspiegel, den iiie ^em Auge darbieteti
macht , dafs man «ich ihre Gröfse bedeutender vor- '
stellt, denn nach der Beschreibung, welche die
' Eingebotmen machten, ist ihre Ausdehnung laiid^
einwärts keinesweges beträchtlich« Die Mündung
der nächstfolgenden Bucht, . welche Erwähnung
verdient, zeichnet dch durch die drei Inseln aus -^,
wenn sie anders so^ genannt zu werden verdie-
nen — welchen Maxwell die Namen KnoXy Son-
net und Halcyon gegeben hat. Die erste ist nach
der Behauptung der Eingebornen eine Halbinsel.
484 '• Abhandlung§tfu
4
Bannet •\n%A erhielt Riesen Namen von ehm
Grappe von Biomell , auf welche das Auge stö£i%
nnd die ihr ein sonderbares, sehr heiteret .Avs^cm
geben. Die Congo legte sich in einem TortrisSi*
eben kleinen Haven, der sich an der Mandong
dieser Bucht bildet und fünf Faden Tiefe hat« vor
Anker. Von den Eingebornen ward hier von ei*
ner Stadt, welche Lukansy {Loocansey) heirse» fj^
sprechen. Sie sollte, wenn man die Bucht hinauf-
fahre y in ungefähr drei Stunden zu en*eicheii sejm
Am aisten Julius früh ward eine Anzahl der Leatt
zum Fischen ausgeschickt» welche bis zur KnoTO*
Insel fuhr, wo sie eine sehr grofse Menge von
Fischen erhielt Alle )edoch, die man hier &en^t
waren blofs von vier Arten» darunter Sparus, &r*
matus und Balistes»
Während sie noch hier lagen, ankerte m Ih«
Ter Nähe ein Schiff mit Spanischer Flagge, mit
zwölf Canonen und fünfzig Mann, das zum Scia«
ven- Einkauf von Havannah kam. Die Maamschaft
bestand gröfstentheils aus Engländern «der Irlan» .
dern. Alle aber nannten sich Americaner» und
'Tuckiy hatte keinen Zweifel , dafs das SchifT, trotz
seiner Spanischen Flagge» ein Englisches oder Arne«
xicanischcs sey, das diesen Handel gesetzwidrig
treibe«
Tuckey^ entschlossen bis Embomma den Flols
im Schaluppen- Ooppelboote hinaufzufahren, weil
es wegen der Unbeständigkeit des Seewindes za
viele Schwierigkeit hatte, die Congö selbst hinauf-
zubringen, verliefs diese in Begleitung samroili«
eher Gelehrten , mit Ausnahme Herrn - Cmnch^s^
der lieber am Bord des ^Schiffes bleiben wolhe.
Um dei| reifsenden Strom zu vermeiden, entSeni-
ten sie sich nur Bootsjänge - vom Ufer, und es ^
lang ihnen vollkommen, dem Strome zu entgehen,
bis sie am. Vorgebirge ScotchmaiCs Head waren,
wo sie doch hineingcriethen. Hier fanden sie ihn
so schnell, da£s er vierthalb Meilen in einer Stund«
\
Abhandlungen. I85 ;
Ynrucklegte, und hatten den Seewind so schwach;
daffr sie sich kaum gegen den Strom hinreichend
Stämmen konnten. Her Cupitän hielt es für rath«^
sam, zttoi jenseitigen Ufer zu fahi'en und zi^ ver«
ifvchen, ob man vieUeicht einen Gegenstirom treffe.
AI« sie den Flufs passitten, war es schon völlig
dunkel; und sie ankerten am Ufer bei sechs Fnfs
tiefem Wasser und vollkommea aufser dem Strome,
Ben ijie vermeiden wollten. Bis jetzt hatte die ganze
Gesellschaft von ihrer Fahrt sehr viel Vergnügen *
' göhabt. Es war ein herrlicher Abend. Die milde,
aber heitere, Ansiebt der ganzen Umgebung, die
erhabenen Mangle- Baume, unter denen sie hin-
fuhren , der herrliche Anblick der Palmen , die* vom
leisen Lufthauche bewegt wurden, die erstaunli-
chen Heere von Papageien^ deren Stimmen allein
das tiefe Schweigen der umgebenden, undurch-
dringlichen Wälder brachen, alles diefs vereinigte
sich mit den Rückerinnerungen und Hoffnungen
der kühnen Reisenden, um ihnen diesen Abend
äufserst genufsrei^h zu machen, und der wis^en-^
schaftliche Eifer ^ der diese Menschen so weit von
ihrer Heimath hin weggelockt hatte, ward untec
so wonderbar lieblichen Umgebungen mit einem
Zufriedenheitsgefühl belöhnt, das sich bi^ zum Ein-
thusiasmus steigerte. Die Imagination zauberte
•ine Welt Ton strahlendem Glanz vor ihren Blick
hiM 9 abdr ach l die Nichts war.« als ein täuschendec
Traum von einer unglückschwangeren Zukv^nft ! ^)
Die Hapsgeiem, «welche, ^.ie^e Gegend in»gröls-
VSD, Ueberflusse hat >, . waren , wie sie a« . dies^in
Abende, schaarenweis zieh^nd.^ ^^sehen wurden»
*). Durch da^, ^an^e Englische Original hindarcn zieht
sich eine/ ivahrsch ein lieh deiXi'Au^or gefallende Ked-^
Seligkeit, '-die^ bald ih*« gani ^e^ein« Platte, balii
iu*s Sieotimentale »ich verliexi:^ i£kir Leser eniscbul- :
. ; «digedah^f- ^18; Ungleichheit d^s^^tyls, die sich a^ch
im Ai^SMise nicht ganz vermeiden lieis
^^ ' '" ^ Anm. d€i Unhgrf.
N.A.G.S.U.M4*.4.Su hl
^jb . Abhandlungeiu
auf ihrem nächtlichen Rückzuge zur Norctseite des
Flusses* Man fand, xcl^fs diese Vögel regelmäfsig
alle Tage ihre Reise üher den Congo hinüber
Hiachen , um sich auf den Pfldnzungen des India*
nischen Korns, welche auf der Südseite liegen, zu
nähren, und Abends zu ihren nördlichem Wohnun-
gen zurückzufliegen.
, Das Boot hatte in der Nähe einiger, kleinen In-
seln geankert, die von den Eingeborncn Monpan-
ha oder yySieh hinaus !^^ genannt werden. Man
fand sie mit einem^ sandigen und thonigen Gestade
eingefalst, in der Mitte war sumpfige Niederung,
Die meisten waren mit einer Art Rohrgras über-
wachsen. Man sah eine grofse Anzahl von Fisch-
adlern, weifsen Rechern und andern Seevögeln
auf ihnen, und einige wurden geschossen. Z7«
Schmidt war hier so glücklich» seiner Pflanzen-
sammlung ungefähr dreilsig neue Pflanzen hinzu-
fügen zu können. ,
Nachmittags konnte man wieder die Anker lich-
ten. Man fuhr am Ufer hin, dessen Mangle- Wald
so wild über den Strom herüber wuchs, dafs die
Schiffe von den Bäumen berührt wurden. Um 7
Uhr zwang Dunkelheit wieder zu ankern. Dieis
geschah ganz nahe bei der Insel, die ^\d MaxwelVs
Charta den N^men Draper' s Island hat, aber von
den Eingebornen Zwiga Kampenzy oder i^^Affmi^
Insel genannt wird. . -• *
Man hatte hier TaU-tree-lKUBi^xm^ die Mün-
du!ng von Maxwell' s River gaUzinahe. Von dec
Mündung dieses .Fli^^ses an ist. das Land ungefähr
drei Meilen weit dick mit Palmen, Mangle- und
andern Bäumen bedeckt.^ j^s \yerden hier beträcht-
liche Quantitäteil .5K^lmwein für den Ä/nZ^omma-
, Markt bereitet« „.ConoHylieii vou^ Geinus Suga wer-
den hier in grofser Menge gefunden,^ und- sind ein
merkwürdiger Handelsartikel' unter den Anwohnern
dieser Gegend, Man fiiiä^t sie im gröftten Oeber*
Abk^ändlungen. 4Sf,
flusse im Schlamme an der obenerwähnten Affen-
Insel; Die Art, wie sie für' den Verkauf zuberei'-
tet werden, ist, wenn man das Thier aus der Mu»
schel genommen hat, ganz die der Französischen
Köche iitei der Frosch- Zubereitung.; Ehe da*Thier
für efsbav gehalten wird, mufs es gedornt seyh,
das heifst ,~ es mufs , bis es beinahe in den Zustand
cle_r Fäulnifs übergeht, der Luft ausgesetzt werden.
Dann wird es von den Eingiebornen als die gröfst»
Deiicatesse verzehrt: der Geschmack davon so*
ivohl, als der Geruch ist ihnen etwas ganz Köstli»
ches, und sie würden es einen grofsen Fehler nen»
nen, wenn man die Speise nicht in einem so ab-
scheulichen , Zustande auf den Tisch brächte , in
>yelchem genossen sie jedem Engländer den Magen
umkehren miifste. Einige Reisebeschreiber haben
diesem Schaalthier rhit der Austeic verwechselt. AI*
lein es hat mit dieser äufserst -svenig Aehnlichkeit,
da es -gar nicht, wie die. Auster, roh gegessen wer-
den kann , indenr^es dann gar keinen Geschmack
hat. Diesen Versuch machten nämlich die Reisen^,
den,, ob sie gleich das Thier, so zu essen, wie e$
die Eingebornen lieben, sich nicht überwinden
tonnten. ^ . .
' •' * ' - *
Bei*^ Hinauf falferen auf dem Flusse kamen wie-v
der eine Menge Neger an Bord beider Schiffe. Sie
waren Menschen ziemlich von denselben Sitten, vvie
die schon beschriebenen, aber flurch Etwas, erreg-
ten sie d^ch Interessfe : als sie narülich ^Örten , däfs
^Einer ihrer Landileüte an Bord sey, *der aus der
Sclaverei bfefi*eit zu ihnen zurückkehre, bezeigtäu
sie ihre freudige TheilnäPhme an seiher Erlösung
ilurch mai^nichfaches seltsames Gesticuliren und
jauchzejides Geschrei. , Sie riefen den Etiglandern
lauti^n Beifall 2ü, und klatschten dazu mit den
Händen, ganz wie bei uns iin Theater göschiikt»
/
Mittags karften die B,eisenden an der- Süd-
seite 4ier Zunge Tschinganga oder ^cnr
LI a
A
48$ Abhandlunsen^
InseL*) und den Inseln itn Osten derselben
vorbei, und nun verlor sich die aufier ordentlich
dichte Bewaldung mit Mangleb&umen , durch wel-
che das Gestade in einer so weiten Strecke sich
ausgezeichnet hatte, auf £iniiuil gänzlich. DerBo«
den, den sie jetzt sahen, war ein zäher, thoniger,
in der Nahe des Flusse» mit hohem Gras odex
Bohr, wozwischen sich hie und da Palnabäume
zeigten, bedeckt, und in niedrige, perpendiculäre
Erhöhungen zerschnitten. Man kam bei einigen,
nicht weit vom Gestade liegenden, Negerdörfem
vorbei, und ankerte wieder, als es um 7 Uhr
finster ward.
Am folgenden Morgen, dem94sten, lichtete
man die Anker bei günstiger Luft>on Südwest, und
kam vor Stocking Island {iStrumpf- Insel) vorbei,
welches ebenso, wie die Inseln, die man am vo-
rigen Tage geseben hatte, mit schilfigem Grat
und Palmbäumen übersrünt war.' \3xn 8 Uhr
schon verlor sich auf Einmal jene günstige Süd-
west-Luft, und man sah sich genöthigt, am Ufer
in der Nabe eines kleine^ Negerdorfes, weltihes
Von den Eingcborn^n Pitsmasongy genannt wird,
2u allkern. Die Bewohner dieses Dorfes hatten
nichts Bedeutendes zu verkaufen, hlots einigeHüh-
ner und andern geringfügigen Proviant. Während
des kurzen Yerweilens hier hatte Tuckey einen
kleinen Schreck, da er, indem er in der Boots-
Kajüte nach Etwas suchte, seine Hand auf eine
Schlange gelegt hatte, die in's 3chiff gekommien
war und zusammengerpllt auf einem Sacke lag.
£r erhielt jedoch keinen,«gefährlichen Bifs von ihr,
iind das Reptil ward sogleich mit einem Säbel
getödtet und von. den Naturforschern genau unter-
sycht. Sie fanden keine Merkmale, dafs diese
Schlange zu den giftigen gehöre ^ obgleich die Ein*
gebornen behaupteten , ihr Bifs sey tÖdtlich.
' % ■ : »
'^) f^Monkty Island^' heilst es hier ihi Englischen Texte
* ■ wx«der. ~
\ I
Abhandlungen.
_ ' ' ■ \
%
I Neuntes Capiteh ' <
Schon um vz Uhr ward es möglich, wiederum
weiter zu segeln, und man dmchfuhr den Canal des
Flusses, der unter dem Namen Mambelld River be-
-''^kannt i^t, von den Eingebornen aber der Bootsy
Caruii (Boats Channel) genannt wird« In der Mitte
fand, man ihn voll trockener Seichten {dry shoals)^
und hatte viel Vorsicht nöthig, um das Schiff durch
clie sich äufserst windenden, engen Canäle zwischeh
denselben himlurch zubringen» Als man so hin-
überfuhr, sah man einen Hippopotamus ^ der je-
doch \>\oljs mit dem Kopfe aus dem VV asser her-
vorragte. Eben aus der g'rofsen Menge der seich-
ten Stellen in dieser Gegend des Flusses söhiofs
znan, dafs das Thier, welches man sah, nicht
schwimme, sondern auf dem Grunde herum spa-
ziere. Von der Unregelmafsigkeit des Grunds, die
sich hier überall zeigte, ward von den Eingebor*
nen sogar als Ursache angegeben, dafs grofse
Heerden jener Thievc sich- im Flusse versammeln,
und mit ihren gigantischen Füfsen Löcher in den
Grund machen. Wenn diefs wirklich die \yahre
^ Ursache ist, so .muTs noth wendig die Menge die-
ser Thiere sehr grofs und ihr Hin- und Herlau-
fen auf dem |71ufsboden sehr häufig seyn.
' Bisher hatten die Reisenden noch Nichts ge*
fanden, Was ihnen von der Betriebsamkeit und
GeschicRlichkeit <Jer Eingebornen im Ackerbau eine
- habe Idee geben konnte. Sie kamen jetzt bei der
kleinen lösel Fartjuhafs Island vorbei, und hier
. ^ahen Äie die erite Pflanzung von Indianischem
Korn. Das Aussehen desselben war nicht sonder-
lich gut. Es hatte von der Wurzel an ungefähr
zwei Fufs Höhe* Von dieser Insel kamen zu .d§n
Reisenden zwei Frauen an Bord, eine schon alt,
die andere noch sehr jung. Beide verriethen durch
ihre Kleidung, ihren Schmuck und ihre Haltung
deutlich, dafs sie schon zur hÖhernClasse gehörten.
Tuckey war artig gegen die beiden Damen, schettk-
199 Abhandlungen.
»
te ihnen einige Perl^cfanuren, und gab jeder an
Glas Rum. Geschmack an gebrannten Wasstem
ist in dieser Gegehd Afrika^s den Weibern eben
so eigen, * v^ie den Männern. Dieser Ge-
schmack, obgleich. an den. Ufern des Congo ganz^
liDgemein, ist dennoch sicherlich keiner, den die
Keger von Natur haben, oder auch nur, den sie
iaait Leichtigkeit erlangen. Diefs bewies ein iherk-
würdiges Beispiel, das. die Reisenden gleich 4]ier
hatten. Ein von seiner Heim^th weit abgeschweif-
ter iiingeborner des Binnenlandes war von den an
^en Ufern des Congo wohnenden Negern , als gute
Beute, die sich bei den Sciavenhändlern in Geld
verwandeln lasse, gejagt und wie ein Stück Wild-
{»ret durch Schüsse verwundet worden. Tuckey
ühlte sich als Mensch, da er jetzt sah, dals der
arme Kerl sonst rettungslos verloren sey, verbun-
den, ihn selbst zu kaufen, da er ihm überdiefs viel-
leicht auch bei der Weiterreise von einigem Nu-
tzen seyn konnte. Dieser Wilde verschmahete alle,
auf Englische Manier zubereiteten, Speisen, die man
ihm darbot, und that sich blofs im ganz^rohen
. Fleisch eine Güte. Aber zumal der Rum, (den
die Coit^o- Anwohner so lange und unmäfsig sof-
fen, bis Völlerei ibnen die Fähigkeit, wenn^gleicb;
nicht die Begierde, noch mehr zu trinken, raubte),
machte einen wahrhaft fürchterlichen Eindruck
auf ihn. Als er das Gjas angesetzt tmd arglos ei*
nen Schluck gethan hatte, ward sein ganzes Ge-
' sieht wild , verstört und den gröfsten Abscheu aus-
drückend, und er klagte laut, dafs man ihn ver*
leitet habe, Feuer in den Mund zu giefsen. So,
ganz unnütze und abscheuliche Genüsse haben al-
•o jene gesunden Naturmenschen, von nns hoch«
gebildeten Europäern lernen müssen!
<
Die beiden Negerinnen aber gössen jede den
Rum hinunter, als ob er Wasser sey, und waren
ebenso verhärtet gegen dieses Feuer, wie irgend
eiv^r der männlichen Neger. Für dieses L^absal
Abhandlungen, 491
»
** zeigten sie Dankbarkeit. Denn die AltCf erhei-
-tert durch die Heczstärkung , bot dem Capitän
an 9 daCs sie, aus Erkenntlichkeit für die gute 3e-
wirthung, ihre junge Begleiterin ihm zu beliebiger
^Unterhaltung zurücklassen wolle. Das Mädchea
f selbst hatte gar Niphts dagegen. Der Capitän je-
doch liefs . durch den zum Dolmetscher dienendejg,
auf dem Schiffe betindlichent Neger ihnen dafür
danken, und zu ei-kennen geben, dals vorwaltende
Umstände ihn auf diesen Gonufs Verzicht thun *
hielsen. Die Alte verwunderte sich höchlich dai>-
"örber , und* die wirklich hüb.^che Junge schien^ durch
ein solchcfs Verschmähen beleidigt. Doch war ihr
Benehmen, als sie gieng, immer noch ein
^^Sweety reluctant y amoroüs delay.^*'
Zu diesem Theile unserer Erzählung wollen wir, iii
Form einer Note, Einiges nachträglich erwähnen , wfts
wir andern Quellen verdanken, und was uns zu einer'
oder zwei Bemerkungen veranlafst;
Unser iSsrichtgeher, don wir als Quelle henutten, war
im Jahre 1^04 zu Weihnachten, als das Schiff B''ann3r von
Isiverpooly unter Capitän Mc Cliyan^ von 242 Tonnen dem
sogenanten ,,ßi^ Trte*'* auf dem Marktplätze von Äm-
homma gegenüber ankerte, mit auf diesem Schiffe. Die-
ser Kaut'fahrer feierte dort die Weihnachten mit aller in
■ England gewöhnlichen Festlichkeit.
Die liOotsen von Cabenda. sind bei Weitem die erfah*
rensten auf dieser Küste, und einer derselben sollte zum
Behuf irgend einer künftigen Expedition 2\l Erforschung
dieser Gegenden aufgehoben werden« Auf die Auctorität
dieses erfahrnen Keisenden können wir anführen, dafs'es
keinesweges ungewöhnlich ist, dafs sich Europäer in die-
sen "Gegenden hei guter Gesundheit erhalten. Er seihst
ist,' während er sich an der Küste oder auf dem Flusse
l>efand, anf welchem er fünf Mal gewesei^ist, und oft
am Gestade mit den Eingehornen Verkehr gehabt und
mehrere Jahre hindurch in jeder Kic}\^tung Keisen in*a
Land hinein so weit gemacht hat^ wie irgend ein Wei*
\
t
^1^ Abhandlukgen*
f«er, nie mit Kopfweh gequält gewesen. Individuen , die
auf diese Art an's Klima gewöhnt waren, würden also
ein lehr wunschenswerther Bestandtheil einer auf -Knt-
deckttng reisenden Gesellschaft seyn. Zu ratfaen würde
«uoh seyn , dafs i^an die von djen Bewohnern' stets g;e^\
hegte Meinung i man komme des Sclarenha^dels we-
gen, ihnen lasse, statt unnützerw^ise dagegen tu prc^
testiren. Fern sey es von uns, den Sclaveuhandel nicht
tu verahscheuen , aber, sow^e.ein Reisender dadui^h in
feinen Forschungen viel Glück hatte, dals er sich für
«inen Muselmaun ausgab, so schsir^t es auch ein sehr
uhschuldiges Mittel, den dortigen Afrikanern den WaAin
SU lassen, dafs sie durch Sclaveuhandel bei den Keisexi-
4en Etwas profitiren. können. Dadurch würde hian ihise
Di^nstCertigkeit und Mitwirkung gewinnen ^ statt dafs man .
durch die Betheurungen des Gegentheils sie verdrülslich
macht und ihre Eifersucht erregt.
Wir glauben, dafs viel nützliche Vorsichtsmaarsre-
geln und Nachrichten aus der Unterhaltung mit alten
Sohiffern der Afrikanischen Küste gewonnen werden könnf*
ten, Selbst die Konten, die man von den Con/ro- Ufern
in's Innere lu nehmen hat, sind Einigen derselben sehr
bekannt.
Das Wasser des Flusses ist von einer, der Gesundheit
sehr nachtheiligen BeschaJTenheit. Es ist von einer dun-
keln Kothfarbe. Europäern verursacht das Trinken des-
selben Dyssenterie und andere unangenehme Zufälle. In
offenen Tonren jedoch, einen Tag lang aurs Verdeck hin-
gestellt, klärt es sich, und wenn man eine geringe Quan-
tität Kalk hineinthut, wird es ein ganz unschädliches
gesundes Getränk. ' /
Während der Regenzeit vom October bis Mars
schwillt der Congo aufserordentlich- an, und die Strö-
mui^g wird äufserst heftig. Das Wasser^ reifst dann von
Siunpfgras, Röhricht ^ Gebüsch und Bäumen gebildete
Inselchen vom Moorlande an seinen Ufern los und mit
sich fort in's Meer 4 und unser Berichterstatter ^hat der-
gleichen, anderthalb Meilen im Umfang habende. Inselchen
gesehen , die sich 90Q Meilen weit von der Mündung des
)
Flttsset im Mtterik harum trieben. Nach noA akcli wurden
sie/^on der Macht der Wellen wieder ausein aiider geris-
sen und in kleine Bri^cHetücke zertheilt« , .
Tom Liverpioei, der sich für einen Edelmann ausge«
B^ide Neger y und einer der ersten Besucher des Capi*
tän TucktXy ' ist unserm Berichtgenör keines weges un*-
bj^kaiint. .Er ward: -einst weggefangen und nach Charles •
tawn in America gebracht, avo er vom Handelshause Boyd
und Comp, wieder ' losgekauft und in «ein . Vaterland za^ .
zückgeschickt ' ward« ' :
In Loango oder in Bitomma (wir haben- uns »den Na-
men nicht genau ' genügt' aufgezei^i^n et) wohnte der Rei«-
sende, dem wir -diese Nachrichten verdanken, dem Lei*
chenbegängnisse eines Häuptlings beii Rine^Art von Zelt '
ward errichtet, worin die Leiche in Parade lag. £s stan&
ein hübscher Knabe von etwa ei If Jahren, ein Sohn des
I
Verstorbenen neben ihr,, und vier andere Kinder, un-
gefähr von demselben Alter standen sich gegenüber, zwei
an jedem Fufs^. Auf ein durch ^ den :8olua^ gegebene^
Signal schlugen sie iu regelmälsigen Intervalleo auf ein
tönendes. HoU , und jedes Mal mit d«m Verklingen des
Tons ward in höchst n»elancholisch - traurigen Accorden
das blofse einsylbige Wort ♦iaw wiederhohlt; Diefs dau-
erte fort, so lairge . die Leiche dort lag. Au^h noch an-
dere Ceremonien fanden Statt, ^in benaqhb^rter Häupt-
ling kam niit einem Zuge von Untergebenen, um dem
todten Freunde die letzte Ehre anzuthun. JOiese bestand ^ *
in wilden und rohen Tanten , oder vielmehr einer Au£.^ '
einanderfolge von Gontorsionen , die «ie mit ihrem Ko»- V
per in einen^ Kreise um den Todten hernni machten:.
Sie renkten und verdrehten sich auf alle mögliche Axt
und Weise, und stielten zwei Stunden lang dn» klag- ,
lichste Geschrei aus , worauf sie sich wffeder entfernten« ,
Die Europäischen Zuschauer hatten nicht Mufse, daf
Ende des ganzen Spectakeis abzuwarten. • •
Zehntes Capitel.
Um drei Uht Nachmittags fuhr man über das
Flufsbette wieder zurück, und ankerte, als es dun-
kel ward, am östlichen Ende der Strumpfinsel.
494 Abhandlungen.
^ Atn d5ften früh, besuchte Tuckey den söge*
»aimten Fetisch - Felsen , der sich perpendiculär
aus dem Müsse erhebt und ganz isolirt , dasteht;
ander thaibe Meile vom Ufer entiernt, welches dort
nur eine weite Fläche mit Riedgras und ^hie und
da mit Pflanzungen Indianischen Korns darbietet
Vom Gipfel des Folsens hat man eine sehr weite
Aussicht, die jedoch auch nur durch ihren Umfang
interessant ist^ da die Ufer des Congo dem Auge
im Ganzen nur beinahe völlig nackte Berge zeigen.
Sben als man an den Fetisch -Felsen kaoi, sah
man zwei Hippopotamusse mit ihren Köpfea über
das Wasser henrorragen« Man schofs auf sie, ohne
mehr damit zu bewirken, als ihr .schnelles Ent-
fernen.
Um drei Uhr nachmittags setzte man die Reise
fort, und ankerte um 6 Uhr vor dar Stadt Lomhie.
Der Faka^ oder des Königs Kaufmann, der den
Capitän bei dem Tschinor ( Cheenor) oder König
von Bo/Timis • einführen sotlte, wohnte an diesem
Orte, der zu den bedeutendem gezählt wird« Lom-
hie hat nicht weniger als hundert Hütten. Der
iilarkt der Banya , oder der Stadt des Königs , wird
in I^rrüfze gehalten, und in Banya findet gar kein
'Handel Statt, daher alle zum Behufe des Handels
kommende Schiffe bei Lombie bleiben müssen.
Man forscht o nach den Ursachen einer so sonder-
baren Einrichtung , dafs der Markt des einen Ortes
im anderen gehalten werde, und bekam zur Ant-
wort, das Volk des Landes komme oft sehr zahl-
reich zu. Markte, und wenn Zank zwischen den
Auswärtigen und den Einwohnern von Banym ent-
stehen sollte , ' so würden die letzt ern in grofser
GeiahY seyn, überwältigt und verbrannt zu Hvbr-
den, und der Tschinor selbst möc];ite vielleicht
nicht unangefochten bleiben. • Ist dieser seltsame
Grund der richtige, so folgt wohl, dafs der Tschi-
ndr von Bomma sehr wenig executive ^walt hat,
und aus seiner Residenz den*Markt' in einen an-
dern Ort verlegen mufste> damit er das Reifsaus
Abhandlungen. 4^
. ' ■ -
Yiei ents^elieiid^u Marktgezänk noeh l>ei Zeites
^39.ebpien kdnue^y sobald ihm Curiere die Kunde
."brixig«!!. ..
Hier war der Ne^er Simmons^ der, al« die
'Congo bei Deptford 'Va^ ^ an Bord derselben von
ÄV Home Popfiafn geschickt worden war, um in
• sein Vaterland zurückgebracht zn werden , so glück-
lich, einige 'Seiner nächsten Verwandten zu sehen»
Sein Vater und sein Bruder kamen aufs Schiff
und erkannten ihn sogleich wieder. Die Freude
des Vaters war sehr grofs , da er längst keinen Ge-
-danken mehr daran gehabt hatte, seinen Sohn je-
"nials wieder zu sehen, J^^s Sohnes Freude war
•weit gemäfsigter:' er schien nach so langem Auf-
enthalte unter Europäern für die Reize des wil-
'den Lebens nun keine Empfänglichkeit mehr feu
* haben, und sich zu seinen wilden Blutsfr^unden
nicht sehr durch Empfindungen 'dts Herzens hin-
gezogen zu fühlen. Für die Stadt Lombie war
«eiiie Rückkehr jedoch eine Begebenheit, die* ge-
tvifs in ihren Annalen Epoche machen wird. Das
tiärmen und Jubeln darüber, unter Begleitung von
Trommel -Musik und Gesang', war- aligemein , imd
dauerte die ganze Nacht hindurch. Alle Ein-
wohner drängten «ich an ihn, und wollten von
ihm selbst seine Schicksale erzählen hören. Die-
'ser Neger hatte sich immer für den Sohn ^ eines
Afrikanischen Furzten ausgegeben. Man hatte we-
nig darauf geachtet, weil dergleichen Vorgaben
den Negerscia ven etwas, Gewöhnliches und oft un*
^vahr sind. Allein Simmons hatte fceinesweges ge-
flogen. Seine Geschichte ist kürzlich folgende.
Mengova Seki^ ein Prinz, von Geblüte am
Hofe des Tscliinors vßnBomma^ und einet der
Räthe desselben, Simmon's Vater, hatte eine hohe
Meinung von der Ueberlegenheit der Europäer über
seine Landsleute in allen nützlichen Künsten, und
■wünschte , dafs wenigstens sei^ Sphn einen Theil
jene;r Geschicklichkeiten sich erwerben möge. * £r
• /
49^ AbhandltMtgeHk ^
»
•pracb mit eiiMftn Schiffscapifän von Liverpoöly aii
der Knabe ueim oder leba Jahre äH wftr. Dieser
billigte des Mengova Plan, seinen Sohn in Eng-
land erziehen zu lassen, mit aller Schalksbosheit
eines gemeinen nieder träcbti^^en Sclavenkäuferif
spiegelte dem treuherzigen Manne vor, er dürfe
den Knaben nur in seine Obhut geben, und nach
einer Reihe von Jahren solle er ihn zurückerfaal-
len, ausgerüstet mit allen Kenntnissen und Fertig-
keiten , die ihn zum Wohlthäter seines . Vaterlan-
des machen könnten. Mengova glaubte mit treu-
.herziger Einfalt jedes Wort dieses Betrügers, über-
häufte ihn mit Geschenken, sicherte ihm seine Dank«
barkeit und Vergeltung der Dienste, denen seine
Freundschaft sich unterziehe, auch für die Zukunft
zu, und übergab ihm den Knaben. Der SchifTscapitän
segelte ab, brauchte denajmen Jungen zu den gans
gemeinen Sclayen verrieb tun gen, und verkaufte ihn
nach einiger Zeit an einen Pflanzer auf St Chri-
stoph'. Sehr gut wissend, dafs sein Vater ihn in
fanz anderer Alisicht auf jenes Schiff g^eben hatte/
ühlte der Knabe diese Schändlichkeit und die
Mifshandlungen, die er in solcher Lage erdulden
mufste, um so bitterer, und entfloh bei der er-
sten, sich ihm darbietenden, Gelegenheit, auf ein
Englisches, Kriegsschiff, wo er eine lange Zeit dien-
te. Als die Expedition nach dem Congo absegelte;
war er wieder aufser Dienst, und ward, wie ge-
sagt, an Bord des Schiffes geschickt,^ um mit in
seine. Heimath genommen zu wenden. £r machte
auf der ganzen Reise den Gehilfen des Kochs,. £r
hatte seine Europäische Kleidung behalten , sich
sogar mit einigen! theatralischem Flitterstaat ver-
sehen, und erschien vor seinen Verwandten xmd
übrigen Landsleuten nun wirklich als ein höchst
imposantes Wesen. Am folgenden Tage stattete
er^in der neuen Ausstaffirung ,■ in welche er sich
erst in yLombie geworfen hatte,' um dort recht
prinzlich auszusehen, seinen Englischen Freunden
«tuf dem Schiffe wieder einen Qesuch ab, wobei
Abhandlungen* 49^
er sich von^wei Negern in einer Hangematte tra-
gen und einen Sonnenschirm über sich 4ialten lief s.
Sein Vater und 5,eine Verwandten machten bei'm
Zuge den Vottrab, und der Nachirab bestand aus
zwanzig. Kerlen der Miliz von Bomma^ mit Mu&-
keten bewaffnet. Sein Vater beschenkte den Ca-
A
pitän aus Dankbarkeit mit einer milchenden Ziege,
einer Quantität Pi«ang's und eyner Ente. Es folgt»
auch ein Zug von Fakd'Sf denn diese Benennung"
ist ein Ehrentitel* dort,, welchen sehr Viele erhal-
ten. Jeder Faka war von einem Dolmetscher und
zwei oder drei anderen Individuen begleitet. Alle
erwarteten, mit so viel Branntwein bewirthet zu
werden«, als sie Lust hätten zu ti;inken.
- ■ ' N,
Die Productc, welc;he der Markt de« Orte«
darbot, waren unbedeutend. Der Capitän liefs
blofs einige Hühner, Eier und Pisangs kaufen,
\xn& '' für diese mufete a^ Perlenschnuren so viel
gegeben werden, dafs man sie in London wohl- '
feiler erkauft hätte« Salz war der vornehmste
Handelsartikel.
Sählufs des Herausgebers.
So weit gehen die Mittheilungen der Litetary
Gazette eLVis dem Tagebuche, indessen Besitze zu
seyn sie sich riihmt. I)a sie damit schnell ab-
bricht, so' wird dftdurc^K noch wahrscheinlicher,
dafs das Ganze nichts Anderes, als eines der zwei,
Uäcfasten^ im ßuchhandel über die Congo-Eehe
erscheinenden, Tagebücher des Capitäns TwcÄ^;^.
und des Botanikers «SVwz'rÄ sey, was jedoch dem Le»
ser des hier gegebenen Auszuges gleichgültig seyn
kann, da riiii demselben eine biofse vorläufige
Kotiz bezweckt- wird.
Der Zweck der Reise selbst ist, wie bekannt,
Äicht' erreicht worden, und vielmehr hat eine
kochst tiragische Catästrophe sogar die kühnen Mäigl
•1
J
493 ' Ah hart dl un gen.
»er selbst fast sämmtlich Märtyrer fhres Cifers
werden lassen. Die Hauptumstänäe sind kürzlich
folgende: Als die den Flufs^ hinauffahrende Cor-
vetie unjrefähr 120 Meilen weit in's Innere des
Landes gekommen war, w^urde eine Landreise un-
ternommen, da die ungemein' reifsenden Ströme
des Congo das Weiterfahren auf dem Schiffe fast
vnmögUch machten. Noch zu Lande drahg die
Gesellschaft so weit vor, dafs die Reise im Gan»
zen wirklich 150 Meilen weit, mithin 12O Meilen
weiter, als je ein Weifser gekommen, in*s Linere
des Lande» hineingegangen ist. Endlich waren die '
Entbehrungen und Mühseligkeiten nicht mehr zu
ertraj'^en, und in der Hoffnung, die Schiffe zu err
Teichen, kehrte man um. Schon auf dieser Rück-
kehr erlag der gröfsere Theil der'Anstrengung und
Erschöpfung. Aber nach der Zurückkunft aufs Schiff
' starben binnen 124 Stunden fünf und zwanzig und
nun waren nur noch dreifsig am Leben. Unter
' den Todten waren die säm milichen 'Gelehrten.
Vielleicht war ein,- ihnen boigeb raucht es, Gift die
eigentliche Ursache des Todes, wenigstens wird
4iefs von Einigen der noch Lebenden vermuthet.
Das Coramaiido übernahm nach des Capitäns Tode
Aex Schiffsmeister Fitzmnurice y. dpr nebst etwa
acbt Personen mit dem Leben davon gekommen ist»
Nach dieser Uebriggebliebenen Versicherung ist
vom Muthe der Einsebornen Nir.hts" zu befürch-
ten, da sie äufserst furchtsam sind," und die klei-
nen Könige nicht nur das Durchziehen durch ihre
Länder gern gestatten, sondern ^^Ib'st Eskorte da-
zu mitgeben. Wahrscheinlich würd6 also die grofs-
te Gefahr nur in der Nothwendigkeit seyn,. die
- Nahrungsmittel von ihnen zu erkaufen.
Noch ist nidit bekannt,. . ob die ^Englische Re«
gierung zu Ausrüstung einer zweiten Expedition
einschlössen sey.
Die beiden einzigen Geretteten, von.denclii,
mündlich noch etw ^s Befriedigendes ül^r diß Vorfall«
Abhandlungen,
499
und Unfälle der Rei»e mkgetheilt werden 'kanm,
sipd fler Schiffs meisteij Fitzmaurice und dör Wund-
arzt AfacÄerroM; , die auch Beide selbst nach dem
erlebten schrecklichen Unglück noch Entschlos-
senheit genug gehabt haben, die Reise noch Ein^
mal niitzumachen, Gewifs ist nichts mehr zn
"Wünschen, als dafs die Tagebücher, die hei Mur^
Tay in London erscheinen sollen ,' eine gelungene
Arbeit seyn mögen.
F.J. b:
< * .
y
n
/
I
BÜCHER - RECENSIONEN.
I.
Narrative of a voyage to Hudsons -Bay in His
Maj. ship Rosamond ^ containing some ac^
count of the North - East Coast of Arne-
rica etc. By Lieutenant Edward Chappell,
R. N. 8. »79 S. London. Mewmann I8i7«
Die Gegend bei Hudson* -Bay hui seit einiger Zeit
wegen der Streitigkeiten des Lord Selkirk mit der Hud-
sonsbay - Compagnie viele Aufmerktamkeit Erregt | weis-
wegen dieses nützliche Büchelchen desto besser auijge-
nommen worden ist. Die Vonrede rührt von dem be-
rühmten Keis enden Dr,Clarkt he^, dessen Verdienste um
die Wissenschaften die Universität Cambridge letzthin
dadurch belohnt hat, dafs sie ihn zu ihrem Bibliothekar
wählte. ChappeÜf ein würdiger Seeoffider, welcher lange
gedient hat , wurde im Mai 18x4 ^^^ ^^^ Englischen Re-
gierung befehligt, die «weijährUchen Kauffahrer dexHud-
aonsbay-Gompagnie nebst einer, den Missionarien der
Mährischen Brüder gehörenden! Brigg tu conroyirea.
r
Sucher - Recensionen^ 50I
• Xr segelte von der Nore zuerst nach den Orkadischen
Insel^, wo die Schiffe der Hudsonsbay-Ganipagnie die
North'' West ^ mtn heilsen , und ii^mer sehr erwartet
• wei'den, weil sie ihr Federvieh, Kindfleisoh^ Trinkwa«* -
•ßr, Q^miilse und andere für eine so-iange Ket^e un«
entbehrliche Bedürfnisse von hier mitnehmen^ und sot
den Bewohnern dieser Insel viel 7U verdienen geben. E^
, .ist hier zwar das eigene Tagebuch des Capitän Chappelt
abgedruckt, aber mit Weglassung allfer Umstände, die
es langweilig machen könnten. Es fehlt so sclir an glit-
ten Seecharten von Hudsonsbay, dafs. selbst| die der
Englischen Admiralität fehlerhaft sind ; so wird z. B, in
ihnen die Küste von Grönland um vier ganze^Grade
falsch bestimmt«! Diefs komn^t daher ^ dafs' die Offlciere
der Hndsonsbay- Gompagnie ihre nautischen Erfahrungen
für sich behalten, indem sie glauben, dafs das Monopol,
^hrer^ Sohiffahrtskenntnisse die sicherste Stutze ihres ^
Hand^smonopols seyn werde. , Vie Gonpipagnie giebt dft«
hier ihren Leuten strenge Befehle, alle Charten und 1
Papiere zu • verhein^lichen , welche das mindeste Licht
«uf den Peltereihändel der l^udsonsbay-Gompagnie wer*
,fen könnten. Demnach verdient der Verfasser den wärm*
,sten Dank der Seefahrer und Geographen für 4i6 hier
«litgetheilten nautischen Angaben. Die fernen Eisberge^
die ungeheuren herumschwimmenden Eisklumpen« diei ^
-dichten Nebel und die durchdringende Kälte machen
diese Weltgegend sehr betrübt.- Wenn gleich die Sonne
. zuweilen durch den Nebel dringt, so wärmf sie doch
' nie, sondern scheint vielmehr nur die Kälte empÜnd**
lieber, zu machen. Sobald die Gompagnie - Schiffe in*'
langen', kommen die Es^uimos gleich in ihren Nach* /
en herbeigerudert, weil ^e sehnlich auf ^.diese An«
Jiunft harren. Hierauf beginnt eine. Art von Jahr«»
znarkt, wo die Esquimos Stücke Metall, Messer ^ Näh*
^adelii 11. dgl. für Speere und Kleider eintauschen. Ray
nal hs^t gäi^zUch fleische Begriffe über diese Wilden veiv
breitet, Sie sollen nur 4 Fufs hoch seyn » und grofs«
Köpfe ohne Haar und Bart haben. Diefs. ist ebenso- ir-
rig, als dafs di» ganze Küst^ der "Bay mit Esquimos "^
})evÖlkert sey; vielmehr nehmen den gröfsten Theil der- ^
; JV. A. G. E. Üi Bds. 4, Su Mm
«
I
503 Bücher • Recenfi0nen.
Bleiben allerlei Stfimme Iiidianisclier Jäger ein, welche
die grörstcn Feinde von Jenen sind. Alle Sachen, welcbe
diese Wilden an sich hringen, belecken sie erst; dami
itecken sie dieselben in einen ihrer Stiefel , welches ihre I
▼ornehmste Tasche ist« Sie sehen es aufserst ungern, wenn j
Europäer in ihr Land eindringen. Ob sie gleich ihre Bo-
gen und Pfeile um keinen Preis vertauschen , so wnXste
sich Chapptlt doch einige zu verschaffen. Sie sind oben
mit Feuerstein belegt, gerade ^vie die Pfeilspitzen, welche
man in den Gräbern der Athener auf dem Marathon!- '
gehen Felde findet. Stirbt das erstgeborne Kind, ehe es |
^n gewisses Alter erreicht hat, so wird die Muttei* gleich
geopfert; daher sind die Kinder ungemein stark und ge-
sund, und ein kränkliches ist eine Seltenheit. Weil den
Es^uimos so viel daran liegt, ihre Wohnörter zu ver-
Üeimliche^, so g^ebt die Hudsonsbay-Compagnie ihxea
Officieren strenge Befehle , nie zu landen , und Lieutenant
« Ckappell und seine Reisegefährten waren seit vierzig Jak-
ren die ersten Personen, welche ihre Wohnungen sabea.
Unter andern findet man hier interessante Nachrichtei
über La PeyTous9,''t Ankunft in Hudsonsbay im Jahr T?82y
und i^ber die List, wodurch ihm die Englischen Schiffe,
auf welche er Jagd machte « entschlüpften. Die Ausfuhr-
-artikel der Hudsonsbay - Compagnie belaufen sich unge-
fähr auf sechszehn Tausend Pfund Sterlinge, und die
Waaren , welche sie zurüeJibringt , etwa auf 29,340 Pfund
,6terling. Sie bestehen vorzüglich aus Peltereien und
Fellen/ welche, nachdem sie zubereitet, in den Europäi-
schen Handel kommen, erstaunlichen Gewinn abwerfen,
da hingegen die Ausfuhrartikel aus England in Sachen
von gar keinem Werthe bestehen , so dafs dieser Verkekr
einer der vorth eilhaftesten ist- Sonst findet man hier
noch gute Auskunft über die Gebräuche, Sitten, j^o-
ducte und Klima dieser selten besuchten Niederlassnag«
Für SchifEfahrer aber und Geographen ist das Werkchen
unschätzbar«
/ .1
Bächer - Recensio'nifL
50*
» '
Natural and Statistical View of Picture of Cin^
- cinnati and the Miami- country; illustrated hy
Mapsy tüith an Appendix containing obsenva-
tihns on the late Earthquakes, the Aurora Bß-
realis and South * west PVind by . DanxM&
Daakz, Cincinnati 1815. g.
■Mi
Öie erste Topographie ^ die uns aus dem neuen firi-»
tlieile und xwar von einem Orte und einer Gegend zu-
kcfmmt , deren Namen mib vor 20 Jahren' in unsre Geo*
|;raphie noch* nicht aufnehmen konnte.
Die Stadt Cincinnati liegt am Ohio und ist dieHaupi^.
«iadt nicht nur der Grafschaft Hamilton in dem nord-
am^ricanischen Staate Ohio^ sondern der ganzen benach-
]»arten Gegend am Miamis die hierher ihre Waaren zur
Ausfuhr bringen« Ehe der Verfasse]^ uns in die Topo-
graphie der Stadt selbst einführt, theilt er uns im iten
C&pitei eine geographisch - statistische uild historische.
IJebersicht des Staats Ohio mit, die für uns Ausländor
nicht das Interessanteste des ganzen Werks seyn möchte.
, Der Staat Ohio y welcher seineh Namen von deni
grofsen Strome führt, der seine Gränzen gegen Ptnfisylm
vaniay Virginia und Kentucky macht, wurde von den
Franzosen, die am Lorenzo wohnten^ Schon im Jahre 1^34
aufgefunden, aber fast zwei Jahrhunderte vergiengen, ehe
£uropäich0 Gultur dahin getragen wurde. Erst um das
Jahr 1750 boten die Briten 600,000 Acres Land am Ohio
aus. Die Franzosen sahen diefs jedoch als einen Eingriff
ihrer Ei gen thumsrechte an, und verhinderten die Ansie-
delung durch Anlegung der Forts 1753 am Zusammen-
flüsse der Quellenflüsse des OAi'o, der Alleghany und Mo*
nanghela. Hierüber entspann sich zum Theil der sieben^'
jährige Kriege in dessen Verjaufe die Briten 1758 die Fran*
M m 91
'^i
1
/
I
V
X
504 Bücher - Reeensionen.
cosen ans du Qu€sih jagten, dein Fort den Namen PI«
beilegten und die Abtretung des ganzen Landstrichs m
Frieden von 1763 ertwangen. Nun>amen einzelne Rt-
ropäer in die.e Gegenden, aber ihre Zabl war aufoertt
«erin«e, und nur erit feit 1795 datirt sieb die sehn**-
le Zunahme dieser Colbnie, die bald so anwacbs,
dafs sie 1804 i» den nordamericaniscben Bund emtretea
konnte; Ohio liagt zwischen 3* 3o' ^i» 7^ 4»' ^- L. von
H^ashingto^, und »wischen 38^ 3©' !>« 4^^ »• Br.- Der
Flächeninhalt beträgt 40,000 D Amer. •= 1,860,47 geogr.
D Meilen oder 25 MiU. D Acres. Der Boden ist fett gut
bewässert und bringt alle Erzeugnisse des nuttlem Anu^
rJca reichUch herror : einen leichten Absatz seiner man-
nichfachen Producta gewährt der Ohio, der Miami und
Si0ta. Die Volksmenge, die «ÜO uocb nicht 3^00 iüier-
•tieg, wer schon igoo auf 42,156 und 1810 auf 230,786
Individuen gestiegen, wurde für 1814 au^ 312,000 geschätzt
nnd konnte bei gleicher Progression (vieUeicht nicht un-
wahrscheinlich, wenn di« j^xige Auswanderung aus Gräfin
hritannien, IrUnd und Frankreich fortdauern) i82o die
Zahl von 492,000 Köpfen ausmachen. Die Volksmenge
nimmt hier mit grölserer Schnelligkeit, als in den Schwes-
' terstaaten Tennessee und Kentucky «u , welches wahr-
•cheinlich von dem bessern Boden und Klima herrührt,
denn die übrigen Verhältnisse sind in diesen 3 Staaten
fast gleich. So hatte Tennessee 1791 schon 35,691 und
1810 erst 261,727, Kentucky aber 1791. 73»677^ und 1810.
406,511 Bewohner. Der Verfasser giebt über die verschie-
denen Populationsverhältnisse des Staats Ohio sehr in-
teressante Nachrichten, wobei wir ihm jedoch nicht fol-
gen können.
Die beiden Miami sind Nebenflüsse des Oäi'o; der
grofse Miami ist weithin schiffbar. Zu ihrem Flnfsge-
biete gehören die Grafschaften Hamilton mit 15,25g, CUr^
monfmit9,965, Warifn mit 9,925, JBut /er mit 11,150, PrehU
mit 3,304, Montgomery mit 7,722, Green mit 5,870, ^Äcm-
jinin mit 6,303, Miami mit 3,941 Bewohnern und Darke
(letztre ein Theil von Miami und seit 1795 gebildet).
Diese werden mit ihren vornehmsten Townships (Gemein-
^Bacher - Reöensionen. 5pg
cleUy die aus den zerstreueten Pflanzungen bestehen > in»
d«m der Staat, 0/izo i8io. ^"iO ifi 36 Grafsclraften zälüte)
kur« beschriehen. ^ .
Im zweiten Capitel gehl npx der Verfasser auf die
Topographie von Cincinnati über und zwar zur physical
Topography. Er giebt ihre Lage zu 7° 24' 43" w. L. von
Waihington und zu 39^ 6'^3o' n. Br. an; und bt schreibt
dann ausführlich ihre Ansicht und äufseren Umrisse, die
geologische Beschaffenheit des Bodens, die Flora und das
Klima. '
Das <2r/ft« ffapitel enthält die civil Topography. Da-
liin rechnet der Verfasser die innere Gestalt der Stadt,
die Häuser (etwa 1,100, wovon 20 massiv, 250 von Back*^
stein und 800 von Hol« aufgeführt sind), die öffentlichen
Gebäude, als das Rathhiaus, die Kirchen ( i presbyteri^
sehe, I baptistische, i methodistische, aufserdem i Ca-
pelle) das Cincinnati- Lancaster-Senünar, die Hallen u.
S.W«; dann die Gewerbe und Fabriken in Eisen, Baum«
wolle, Holzwaren U.S. w., der Handel, die beiden Bankeii,
die Miami Exporting Company, dio MArath, die Posten,
die Erziehungsanstalten, als die Cineinnati Univerjity seit
1806 und die Miami University Sßit 1809,' der Buchhandel
(diese Topog^raphie ist an Ort und Stelle gedruckt, ^ und
liier auch Rees Cyclopädia Und WiUons Gmithologie
herausgenommen) , die Religion, die Bibelgesellschaft, die
Freimaurerloge, der gesellschaftliche Umgang.
Im vierten Capitel wird die political Topography ab-
gehandelt. Die Landschaften am Miami y welche 1790
noch keine 2,Q0O Bewohner hatten, zählten 1815 deren
gewils lpo,00O, und die Volksmenge von Cincinnati wai?
seit J8I0 voi^ 2,820 auf 6,000 gestiegen. Dann sphilderf /
der Verfasser die Lage der Neger, deren Zahl im ganzen
Staatjß Ohio nicht 2,000 beträgt, das Kriegswesen, die Ar- ^
menunterstützungen und die übrigen bürgerlichen Ver-
bältni^se.
Das fünfte^ sechste und siehente Capitel sind mit me*
'dical Topographie, Antiquitips und Gonclusion überschrie-
ben, letzterer ist voller politischen" Ansichten und Hora-
/
t
1
goft
Bucher 9' Recensionsn.
scope, alles ist aber blols local, und interessirt den Axa^
Iftnder Tielleicht weniger, als der Anhang mit der Rtübnk
Xarthquaktff Aurora bortalis und Soutk- Wen Wind.»
Uebrigens ist dieses 331 Seiten haltende Werk, ob es
gleich nickt Alles erschöpft und über manche Gegen-
stände wegschlfipft, im Ganzen für seinen Zweck Brauck-
bar und unterrichtend, der Vortrag einfach ohne Scbxnuck,
aber deutlich , und die beiden dasselbe begleitende Char-
ten — der Plan der Stadt Cincinnati und eine Charte
von den Miamigegenden — ganz artig. Druck und Pa-
pier, beides Producta der andern Hemisphäre, sind zwar
nicht so ^prächtig» wie 4ia Englischen, doch nicht
schlecht*
3t
Geographie ov»f Kongeriget Dannemark} fof
faued ^ S,B. Juvz, og Cron. Kiöbenhaviu
18 16. 923 Ä 8.
/f*
s
Die neuere Zeit hat uns manche schätzbare Aufl[lav
'rnngen' über die Geographie und Statistik der nordischen
Keiche gegeben. Was Dänenlark betrifft, so verdienen
die Werke eines Thaarup, Begtrup und Nieman in dieser
Hinsicht gewifs einer ehrenvollen Auszeichnung, und
selbst, was mehrere Reisende , wie Co j-e, Kaufmann u.A.
«uns über diefs Reich berichtet haben, ist alles Dankes
werth; doch fehlte es bisher noch immer an einer ei-
gentlicl^en systematischen Erdbeschreibung und Topo-
graphie Um diese Lücke in der Dänischen Literatur
ausaufüllen, vereinigten sich n'un der Polizeimeister und
Voigt Juul %\x Helsingör und der Privatgelehrte Jr>-oii zu
Kiöbenhavn^ und so entstand das vorliegende Werk, Welches
indefs nur die Europäischen Besitzungen der Krone mit
Ausschlüsse von Lautnburg^ so wie von Island und
Fcfroer umfalst.
Sucher - Recensionen^
&P7.
Es ist eine blofse Topographie^ der die wehigen bei--
l^egebenen geographischen und statistischen Nachrichten
nur zur Folie dieiicn. die aber doch, besonders für den
Ausländer, sehi^ vielen Werth hat, da er hier die peuere
£intheilung des Reichs, die sämmtlichen darin beiindli'*
chen gröfsern und kleinern Ortschaften, und welche da-
von zu jedem Stifte ^ Amte und Herred gehören, genau
I kennen lernt.
Voran geht als Eibleitung auf 32 Seiten eine kurze^
t^ebetsicht des Königreichs, die freilich nur oberfläch*
lieh und mager seyn kann, und sehr gegen das weit
gediegenere Gemälde, was uns Thaamp neuerdings ge.
liefert hat, absticht. Nach unserm Verfasser enthält das
Heich^ ohne Island und die F'droer ^ ein Areal von
X,oöo □ M. mit ij Mill. Einw., 7 Stifter, 34 Aemter, ,10
Landschaften, 3 Herrschaften und i voi'malige Reichs-
^^afschal't {Ranzau), itt^ Herred er, 2) 103 Kirchspiele,
X34 Städte und, MartHecken , 20 Grafschaften , ' 13 Baro-
nic^n und 1,012 Rittergüter (^H^rregaardf)^ ^
Das "W^rk selbst enthält so Viele Abschnitte, als e»
Stifter giebt. .Der topischen ^Beschreibung ein^s jedeu
Stifts, so wie der einej^ jeden Amts, gehen einige stati-
stisch - geographische Notizen unter folgenden Rubriken,
▼oraus: Grunzen, Qröfse und Volksmenge, physische Be-
schaffenheit, Prpduqte, Kun^tflejXs und politische Ein«
, theilung, Alles so kurz, dafs sie nur vor jedem Haupt-
abschnitte höchstens 3, vor den Unterabschnitten i Seite
füllen. Bei den Städten sind die gewöhnlichen statisti-'
sehen, hie und da auch einige historische Notizen bei-'
" gefügt, Alles ^ aber so gedrängt als möglich. Lobens-
werth^ist, dafs bei Allen auf die geographiscie Orts-
bestimmung Rücksicht genommen wird. Dagegen fehlt
wieder so Manches, worüber man sich gern unterrich-
ten möchte, besonders Alles, was auf Cultur, Industrie
lind Handel Bezug hat. Dip Kirchspiel,- u«cl anderjji ge-
lingern Oerter s;ind uocl^ dürftiger, behandelt; bei den
ifteisten Kirchspielen steht blofs der Name mit der An-
zeige der , zu ihnen gehörigen Weilet, der Häuserzahl
lind dem, wozu sie in dem Steuerkataster angesetzt sind»
N
,1
508 Bücher - Reeensionen. ^
da; dagegen werden Vplksmenge und die fibrigen geogra«
phiaclien und ttittis tischen Gegeuitände gan« übergangen^
Da die neuere Eintheilung Dänemarkt in den mei-
ften untrer neuen Handbücher^ fehlerhaft angezeigt wird,
ao mögen hier die Hauptmomente derselben nacb. dem
▼erliegenden Werke stehn.
I. Stift Seeland . Es umfafst die Inseln : SstUmd^
BQrnhclm , Mön und Sams'ö — 147 Q Meilen mit 327,200
Binw.« unter i Hauptstadt, 6 Aemter und 34 Herreder
▼ertheilt. Auf die Q Meile kommen 2,224 Köpfe. Maa
sählt 24 Städte, 140 Rittergüter und 411 Kircbspiele«
Die Aemter sind :
X. Kiöbenhavfif (ohne die Hauptst.) Q M. 23 V. M. 39,6oQ
9. Fredrikshorg . * . ^ 23} — 32,000
3. Holbek
4» Soröe • •
5. Präst'öe • •
p, Barnholm •
die Hauptstadt
^ -'29 — 4ö»3oo
— 23 — 42,400
D M. 3 1 J V. M. 49,coo
— Jd — 19,000
'^lOOfOOO
II. Stift Vyien. Dahin gehören die Inseln Fy^en^ Lan-
geland und Taaiinge — 61 J DM. mit t27,ooa Einw., auf
Jede D M. deren 0,065, in 2 Aemtern , 14 Herredem , 9
Städten, 201 Kirchspielen und 180 Rittergütern,
-7. Odensee . ♦ » , • DM^32| V.M. 68,000
8. Svendborg . , , , _ 29 — 59>ooo
m. Stift Lßaland^ bestehend aus den Inseln Laaiand
Wd Falster — 30 □ M. mit 56,250 Einw. , auf jeder QM»
deren 1,875* ^* besteht nur aus i Amte-, ' 7 Herredern»
7 Städten, 3 Grafschaften , 2 Baronien^ 108 ^irehspielen
«nd 60 Rittergütern, D(L8 Amt« heilst ;
9. MarUbof,*)
*) Die neu» politiiche fiinthcilnng der 4 Jütischen Stiftet
weicht von der ▼ormaligen geistlichen Gerichtsbarkeit ab;
daher die Verfacser ni9ht im Stande waten, nähexe sta-
tistisch« Date'n anzugeben. Ueberhaupt ist die neaeste
Volksxähiung in Dänemark noch nicht in das Pablicnm
Sekomxnen, und die Angaben ^ der Verfasser beruhen eu|
blofstn ^Berechnungen nach Kitern Kihlunges,
I
Sucher * Haeenfioneiß, 569
IV. ^iift AalhoTfff einTheil von Jütland^ 142 Q Mei-
len ipit 121,000 Einw., auf die Q Meile der^ 852 in 3
Äemtexnz
10. Hiörring >. • . «DM,48 . l^.M. 39,400
, II, Aalborg . . '^ . •. • ' — 51 *— 64,660
12. Thisted . . . ♦ — 42$ - — 38,500
V. SHit Vihorgy ein Theil von Jütland — 50 D Mei-
len mit 40,000 Einwohniern , auf die Q Meile deren 800
in I Amte:
13. Viborg*
VI. Stift Aarhuus^ ein Theil Yon Jütland — jf}% Q Mei-
len mit 74,000 Einwohnern/ auf die Q Meile deren 910^
in 2 Aemtemt • , , .
14. Randers . , , . QM/36I V.M. 34,000
15. Aaarhuur '• • * • . — 40 — 40,000
Vn. Stift Ribe^ einTheil von Jütland — 149J D Mei-
len mit 111,600 Einwohnern, auf die Q Meile deren 744
ip 3, Aemtern : '
16. Veilt . , , , . ^ • O M. 38i V. M. '—
17. Ringhiobing ^ . . — 69 , — 1 —
18. Ribe , . . ♦ , ^ 42I - . -— ^
VIII. Öas Her^ogthnm Sl4^vig oder Südjütland^ 162
D Meilen grofs , I803 mit 278,342 Einwohnern , auf die
a Meile deren T,?r8 ; in 14 Aemtern , 13 Städten , 14
Marktflecken, 257 Kirchstiielen und 116 Rittergütern.
19. HadersUben • , . .DM.32 V.M. 34,825
' 20. Apenrade r • •
" 21. Ljrgum
22. Tendern milV^ihr und Sylt
23. Bredsted , ' « •
84, Husum , , •
25. Nordstrand • •
$(6. Eiderstidt • - • t
27« Stapelholm • • *
28. Hütten • • • «
' ia^ Sonderburg mit Atsen und' Aerrde -^ 9 '— ^Sy^^O
30. Flensburg . « » . -.-'16 — 27>6oo
_6i -^ 6,354
— 3 ■-- 4>o68
■^^^41 .— 34,57«^
■^ 5| — 11,000-
— 4 — 7>öoa
— 6i — 12,500
— 2| >- 3,963
• -
\ I
510 Mücher * Rteensi^^tK
33. Die aAichen Oütricte . — — — —
IX. Da« Herzogthum Hülsttin — 153* Q Meilen, ijoj
mit 325,743 £]nwohnem,*Buf die O Meile 29I229 die in 16
Aemtrn], 2 Landsrhafteu , l Gräucfaaft, 14 Stadien, 22
Marktflecken , 141 Kirchspielen und 147 Rittergütern woli-
nen. ( In der Eintheilung dieses Landes sind keine Yer-
Änderungen vorgefallen.)
4-
Cbk, Dan. Ebelinq^s Erdbeschreibung und Ge^
schickte von America* Der vereinten Staaten
7. Band* Hamburg 1816. bei Hof mann und
Campe, 8.; auch unter dem Titel-
i>. Ant, Frid. Büsching*s Erdbeschreibung 14.
Theily welcher America begreift. Ausgearbeir
tet von Ebklinq u.s.w^
Der sechste Band der £^eZin^ J«;&an Erdbeschreibnng
Ton America erschien im Jahre l8c^ Seit dieser Zeit
Iiinderte das Unglück der Zeiten, die Zerrüttung des
Buchhandels und die gehemmte, oder doch vieler Geiahr
ausgesetzte, Gemeinschaft mit America die Fortsetzung des
Unternehmens. Erst nach einer 14jährigen Unterbrechung
•sah sich Bheling im Stande, den vorliegenden siebenten
Theil dieses Werks. zu vollenden; allein leider ist solcher
auch sein Schwanengesan^ ge^ord^n , indem auch dieser
vrürdige Veteran .unserer Literatur .seitdem von dem
Schauplätze des Lehens,, worauf er spwohl als Mensch,
vrie auch als Lehrer und. Schriftsteller, %o wohlthätig ge-
wirkt hat, ' abgetreten ist.
Niemand ist gewifs von den Vorzügen der geographi«
•..Weg^ Arbeiten dUs -Verfasser» mehr eingenommen , nnd
/
Sucher - Recemiöneni 511
Niemand erkeimt offener an, was er denselben sti dait^
JiLeu hat, als Kecensent. Auch dieses Wjerk ist mit der
^rölsten SachkenntniXs und mit dem eisernsten Fleifse '
Angefangen und fortgesetzt und der einrig^ Tadel, der
«es treffen kann, ist, dafs es den Namen unsers JBüfcAin^V
«m der Stirn führt und noch immer als Fortsetzui^g sei<*
xies Handbuchs gilt. Es ist durchaus kein Bütehing^ der
in seiner Erdbeschreibung nichts weiter, als ein Hand-
Jauch geben wollte, sondern ein ausführliches Gemälde
«ler vereinigten Staaten, das jetit schon die Stärke von
^7 Bänden erreicht hat und seiner Anlage nach' blofs bei
diesem Staate wenigstens auf 20 Bände heranwachsen,
dürfte; dagegen Büsching ganz Europa nur in 7 Bänden
dargestellt hat^
Der vorliegende Band enthält die Beschreibung des
"wichtigen und interessanten Staats Virginia ; doch hat
der Verfasser blofs den geographisch * statistischen Theil
und die Topographie abgehandelt, und die ausführliche
Geschichte einem besondern Bande vorbehalten. Wir ^
kennen die* Manier und die Genauigkeit^ mit welcher der
Verfassei^ seinen Stoff benutzt, bereits aus den vorigen
Bänden dieser Erdbeschreibung, die in Jedermanns Häxir
den seyn sollte, |Und Recenseut enthält sich daher, tie-
fer ,in eine Beurtheilupg des Vortrags eifizugehin, und
liebt nur einige Notizen zur Berichtigung unserer geo*
graphischen Händbücher aus*
«
Sf 14 berechnet de^^ Verfasser den Flächeninhalt des
Staats auf 8,968 Q Meilen. Nach Morse, hat Virginia
70^000 Engl. = 3)254i geographische D Meilen. In Stein*!
liandbuch, 3. Auflage S. 423 steht noch immer die alte
Angabe von 5,300 Q Meüen , die , wenn uns unser Ge*
dächtnifs nicht trügt, von Leiste^ jedoch mit Kentucky
11. s.w. berechnet ist. Auch Cannabich hat diese alte Be-
rechnung aufgenommen*
Nach S. 264 belief sich die Volksmenge Virginias 1790
auf 747,610, 1800 auf 880,200 und 1810 auf 974,622 Indi-
viduen ; auf jede Q Meile kommen nur 328 Köpfe,, so
dafs Virginia in dieser . Hinsicht nicht blofs den Nach'«
513 Bücher • Reeensionem
]>antaat6ii Maryland und Delaware , sondem aiiclt gaai
lisuengland oder den sMmmtlichen nördliclieii Staaten
nachsteht Das Gros dieser Volksmenge besteht ans Land-
leuten ; denn in den Q2 Städten und Marktflecken des Lan-
des lebten i8io nicht viel über 48,000 Bewohner. An
Freigelassenen und Farbigen fand man i8lj|. 30,570', am
Sclaven 392 1518;
Interessant ist die im §. 14. gegebene Uebersicht d&s
Finanzwesens des Staats. Die Einkünfte betrugen 1805
63?» UA, 1806. 45^»932> 1807- 463>794 und i8i3- i>040.579
Pollars, die Ausgaben dagegen 1806. 3^,4^» 1807.
885,'254,. 1809. 3(3^),288 uad 1813- 829,445 Dollars. Die
eigene Staatsschuld ist unbedeutend, höchstens 135,600
Dollars, da die Zinsen 18I2. nur 5,447 Dollars betruf:en;
dagegen schlägt Galatin Virginias Antheil an der allgemein
xien Bundesschuld auf resp. 2,934,416 und 3,619,091, mit-
liin zusammen auf 6,553,507 Dollars an. Man. sieht aber
auch bei den hier mitgetheilten Details , welch' ein uner-.
mefsliches Heer von Auflagen auf die, in Europa so glück-
lich gepriesenen Bewohner der neuen Welt drückt!
im §. 16 wird der Religions zustand abgehandelt. Das
Gtos der Bewohner bekennt sich zur anglicaaischen Kir-
eh'e ; doch, wird auch hier geklagt|. dafs aus Mangel as.
Geistlichen die Landl eilte sich in manchen^ Gegenden
damit begnügen müssen, dafs in ihren Kirchen, zu weilen,
von' umherziehenden Predigern Gottesdienst gehalten,
wird ; andere haben niit 2 oder 3 benachbarten Gemein-
den^ einen einzigen Prediger , der abwechselnd des Sonn-
tags den Gottesdienst bei ihnen versieht. Auch Presby-r
terianer sind zahlreich. Noch findet ndän einige Gemein-
den der Baptisten, Katholiken und Quäker. Die Metho-
disten zählten 1309. 18,27^ W^ifse und 5,739 farbig«
Bekenner. /
Von höhern Schulen hat Virginia die Universität oder
das. TVilliam und Mary College zu fVUliamthurg mit 6
Professoren der Moral und Physik, der Rechte, der Ma-
thematik, der alten^Literatur, der neuern Sprachen und der
l^aturgeechichte und Chemie, ^thin eigentlich nur ein
I
/
Lyceum, das igot erst 53 Studenten aählte. Die Lehrr
liücher, worüber hier gelesen wird-, haben meistens Bti-«
ten zu Verfassern; doch wird das Völkerrecht nach un-
serm Martens vorgetragen, das Näturrecht nach Burla*
tnaqui» Autser dieser sogenannten Universität giebt e»
oiocH das J^ampden Sidney ^^^ das Washington Colle-
gium, die beide wenig besucht werden, als höhere
Xiehtapstalten s eine gelehrte Gesellschaft besteht zu Har-
risonbürg, Buchdruckereien sind an verschiedenen Or-
ten ; 1810 zählte man s3 Zeitungen. "^
^ Der Abschnitt f5ber Handwerke* und Manufacturen is«
lixigemein vollständig und erstreckt sich auf das kleinst^
Detail , leidet hier aber keinen Auszug, Der Werfh der
ganzen Manufactur beträgt nach einer Schätzung 15)263»
^73 Dollars, worunter Alles eingerechnet ist, -was in
den Häusern zu" eignem Gebrauche verffertigt wird.
Dabei fehlt jedoch das, was ^uf 441 Mühlen an Mehl
gewonnen wird, der ' Ahorn zucker (1,695,447 Pfund), die
Producte von 112 Sagemühlen und der Salpeter, zusaih«
men 5,715,^52 Dollars an Werthe. ,
Ebenso lehrreich ist der Abschnitt 'Über den Handel,
die Schiiffahrt und die übrigen Anstalten zur Belebung des
Verkehrs ausgearbeitet. Im Jahre i^il wurden an einhei«
mischen Produc^en für 4,798,612, an fremden für ^2S,695, zu-*
sammen für 4,822,307, im Intercpursejahre von 1813 abcflt
imr für 1,819,414 Dollars eigne und für 308 Dollars fremde,
mithin für 1,819,722 Dollars ausgeführt. Darunter ist
Tabak der wichtigste Artikel, , dessen Ausfuhr 1792..
61,203 Oxhofte betrug, dann Waizen und Waizenmehl,
Maismehl, Pöckelfleisch , Baumwolle {gegen 500,000
Pfund) u: 8. w. '
Im I8i §. fot^t die Ortsbeschreibung:, die pufserst
rollständig ist. ' Der Verfasser berechnet die Zahl aller
Ceuntitiy worin Virginia eingetheilt ist,' auf 99, wovbii
97 namentlich aufgeführt und beschrieben werden, 2 aber
.nocli dem Namen und dex Lage nach in Europa un*
bekannt seyn ' sollen^ indem diese neuerdings aus an^»
i^xn altern abgesondert sind, Morst hat ebenfalls erst '
/',
^1^ BMeh'er -* Reeentianin*
97 CoutittV/. Hier nur die geograpbisclie La|;e der tot-
nehmiten Ortscliafteii :/
'^ichmond mit 8>.s64 Einwohnern (l8T0 hatte sie nach
dem Ceusus deren 9,735) unter 37** 32' 30" Br. und
299° 56' 25" L.
^li/iamj^ur^ mit 1,400 Einwohnern unter 37^ 15' 55''
Br. und 300^ 6X' L.
Jforfolh mit 9,193 Einwohnern unter ^ef> ^' 45" Br.
und 300^ 56' 30" L.
'AUxandria^ eigentlich im District^ Columbia, mit 7,227
Einwohnern unter 38° 45' L. u»d 300^. 29' Br»
Jamestpwn unter 37« 9' Br. und 301^ 55' 15'' L*
Y^rktown unter 37° 13' Br. und 300^ 47' lu
Fundgruben des Orients* IF, Bunds ^er Heft
und V, Bandes yer Heft* Wien, FoL
In den frühem Jahrgängen unsrer A» G. £. liaben wir
mehrere Male über den Werth der schätzbaren Fundgruben
des Orients uns geäulsert, und begnügen uns hier mit ei«
ner Anseige des geographischen und historischen Inlialtes
der letzten uns zugekommenen Hefte.
Zuerst bemerken wir S. 339 des IV. Bandes eine hi-
ctorische Notiz über die Jsma'elier oder Batenigr^ die
▼on den Geschichtschreibern «der Kreuiiüge Aisassiiur
genannt werden , unter welchem Namen' sie den Euro«
päern am meisten bekannt sind. Die Franzosen ha-
llen ihh sogar in ihrer Sprache aufgenommen^ Mm einen
Mörder zu bezeichnen. Ueber die Geschichte dieser
merkwürdigen Sektirer haben Herr Falconet in den Mi-'
moirfs dt litdrature y Herr Silvestre de Sacy in einer ei*
genen Denkschrift , Herr Jourdain im 9ten Theil der iVb-
-tices d€s manus Grits u. A. bereits mehr oder minder aus-
Bücket - RecensioHen.
S15
fiihriiclie'Nacliri6!iten geliefert.^ Diese Assassiner, Ar»i|l
ciden, Ismaelier oder Batenier haus'teli im Norden von
JPertitn und in Syrien^ in welchem letiteren Lande, vor*
«üglich in dem Flecken KillUy «wischen Schugr und
Hama^ und im Gebirge von Kuibie^ in der Nachbarschaft
•von 'Ltaodieea, zwischen Halep und Antiochien, HÄrr Nie^^
^uAr. noch einen Ueberre st von Tsmaeliern fand. AucÜi
Herr Rmisxeau giebt im 42sten Hefte der Annaief des vo^
^ya^tt Nachricht von den gegenwärtigen Isma^iern. Ini
laten und I3ten Jahrhunderte standen' sie in dem furcht»
baren Ruf, dafs, wenn sie den Tod eines Menschen be-
schlossen hatten , ihre ausgesendeten Kundschafter ihn
irgendwo «u finden und niederzustofsen wufsten. Ihr
' Oberhaupt war unter dem Namen des Alten vom Berge
allgemein gefürchtet, und erhielt selbst von Europäi-
schen Monarchen ansehnliche Geschenke, damit er ihres
Lebens schonen möchte. — -Dieser Alte vom Berg^e wufs-
te, ^urch eine, die Phantasie seiner Anhänger berau-
schende Aufnahme in bezaubernden Gärten, wo alle Ge-
nüsse sich darboten, sie zum blinden Gehorsam au be-
wegen. Gab er einem oder mehreren den gefährlicbstöit
Auftrag, in den entferntesten Landern Sultane oder Kör
nige yum zubringen, so giengen diese Todesboten freuc^ig
an's Werk, schlichen sich unter allerlei, Verkleidungeji.
an die Höfe, harrten oft Jahre lang auf den günstigeix
Auge'hblicky bis sie ihres Opfersr gewifs waren. Dafs si^
selbst gleich darauf hingerichtet wurden, schreckte sie
nicht; denn sie glaubten, unmittelbar nach einem voll-
zogenen Befehl ihres Gebieters in jene Gärten versetzt
KU werden , deren paradiesischen Zauber sie einmal 'ken-
nen gelernt Hatten. — Herr Quatremere beschränl^t sich
in seinen Nachrichten von dieser Sekte nur auf diejeni-
gen Batenier, welche in Syrien , vorzüglich in Masiaf
.oder Masiathy ihrer Hauptstadt , im isten und igten Jahr-
hundert sich furchtbar machten* Aus Persischen und
Arabischen Schriftstellern und aus den altern Gesjchicht-»
Schreibern der Kreuzzüge sammelte er die Ncahrichten
von den Thaten dieser Fanatiker. Niemand wird diese
^Notizen ohne lebhaftes Interesse lesen, obgleich sie blofs
chronologisch zusammengestellt sind.
Si6
Muck Ar • Recensii^fi^n.
Ein anderer Auiiatt: Usbtr.die Oat0u dir
%Vüsi€^ eine ia der HumauitäU - Gesellschaft zu Berlim
gehaltene Vorlesung von Herrn S. IdeUr ^ verdient als
eine lichtvolle Darstellung früherer Untersnchungen dea
Dank Teutscher Geographen. Der hertthmte Rennet hat
in seinem^ Werk ^^über die QtQ^raphie- des Hermdoi^^
und in seinen Abhandlungen in den Froctedings der Afri-
kanischen Gesellschaft die «erstreuten Berichte der Grie-
chen , Römer 9 Araber und neuere^ Europäer kritisch ver-
glichen und ausxumitteln gesucht, ^EAS wir siclier wissen, und
was noch ein Gegenstand künftiger Forschung seyn nkuis.
Besonders scharfsinnig sind seine Untersuchungen über' die
drei inselartigen fruchtbaren Stellen der Libyschen W«*
ate, welche die Alten Oasen genannt haben« Diesen Ge-
genstand behandelt Herr Ideler in seiner Vorlesung^ , und
«ucbtl nicht nur die Resultate der Forschungen des En-
glischen Geographen in eine leichte iJeber sieht zu brin-
gen' sondern auch auf dem abgeämteten Felde noch
eine kleine Nachlese zu. halten.
Unter dem Titel : Urtheil des Persischen Reisenden
Jäirsa Abu Thalib Chan über Teutsche , finden wir S. 460
fiber Herrn von Hammer folgende gute Meinung : ^^Misttr
^Hammer ; derselbe ist ein edler ^ junger Mann mit
^Sufserer Annehmlichkeit und innerer Vollkomnienheit
,,geschmf)ckt, welcher ungemeinen Scharfsinn und durch-
zudringenden Verstand besitzt. <* —
Seite 463 meldet ein Englischer Brief aus CaiVe an
Herrn von Hammer den Tod unsers berühmten Kei senden,
des Herrn Seetzin,
Noch bemei'ken wir nachträglich, dafs in dem er«
aten Hefte dieses IV. Bandes unter den geographischen
Beitragen sich folgende zwei Abhandlungen befinden;
nttmlich l) Beschreibung des Paschaliks von lleppo von
Herrn Rousseau , und 8) Engelhardt^s Besuch bei den
Qalgd Inguschen^
In dem 2ten Heft des V. Bandes finden wir wenig,
das den Geographen interessirt. Die merkwürdige Stelle
,$ber den Ursprung der Magyaren (Ungarn), aus der
\
Bücher - Rßcenäi^nBi^n f^if
licifebetclireibttng ^wZiV// 2 Theü«; von Hefeni if^nUam^
wnerp lautet, wie folget: „Aus 4en, ron den Persern a)}«
itiittiiiic^iide»^ Uttgläubigen sind %ttet«t fiei Sohlte M0*
nuit^Juhr^i die StammviUer. Diese entfiobtn uad iieXseii
aMi %u Agru {Brla) niedex*» wo man sie f ragte i.w^r seyd
ihr? Sie antworteten: Ma t4char is d. i. wir sind vier*
Aus! Mu ■ uchär entstand dann* dtirch feMerliiifte Aus«^
ipl^äc^e das Wort Madichar^ det Volks^ame d^t iVIadstka»
Ten.** Uerr von Hammer gestellt selbst^ dafs diese Stella
df&n Kritiker nicht geniigen kann, und nur als Volkitagt
ninige Aufmerksamkeit Terdient. -^ Die Abhandlung 2
^^Bülasiae urbU orige atifut fata^ ^atarice 9% La%in9y eurm ^
€^M. fraehniif^ Rostochigrüit giebt Nachrichi Von dat
dtadt Biljäirlta^ f I Meilen voH Sim^ifsk, dem mmt}kma£t*
Heben Ursprung der Bulgaren« '• "^
In dem 3ten Hefte des V« Ban4< geK6n ttur dm A^*
aatx: Nott de la route» ei* est ä dire, des e$atione de Var*
mie OttomanHe^ tommandee pur te gratid^vitir Itcueie^
paecha en 1799» de SeutOri jusqü*ä Damäs^ hieher. £•
ist ein blofses trocketies Namenvel'zeichnirs ^ dai abat
gleick«rohI den Cbastenteiabiterit T«a Wadktiglbnl^ irer«
dsn kann« < -
Diels ist Alles, Was wir in dieset Liefetung derFiin4«
gmben Aes Orients in Bezug «u£ Linder- und Völker*
. künde aufgetundeti haben«
tfHMM«MMMtfM*^MI
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ft.d.<^.s. n.Mi4.^.Sf. Kji
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gig Büthtr^' Regemioneti.
Ngti£$te Geographie von Steiermmrk. MU
ihren statistischen^ physikalischen^ induetri^
lern und topogf^phischen Metkwürdigkeiten.
Nebst einem alphabetischen Verzeichnijs aller
in Steiermarh befindlichen Städte^ Märkte^
merj^ürdigen Dörfer^ Schlösser^ Klöster^ Ber^
ge^ FUUsej SeeUf Miheral^Quellen, StrdsfseHf
Pasten t Wasserwege^ historiseken ^ pkysikali'
kehen^ industriösen und statistischen Rigenhei-
l ien* Von Dr, Franz Sartoki^ k. k- nieder-
östem HegierungS'Sscretar^ Amtsvorsteher des^
k*k, Central^ Bikcher'- Revisionsamtes in Wien^
'^"tr.t:u^. ' "Mit einem Kupfer- und einer Land-
Charte; GrättTSl6^ b. Ferstl. g. «37 S. *
*mß
'''' Dft'dvr V«ffiitMr im dem» Tdii ilmi bttclalefc^aaMy.
Ijande geboren ist, et wiederhohlt durchreitet b«tf xmA-
livcb .in Verhfiltnitien stebt. wo er ticb ron manchen
JDingen, genauer und fieberet unterrichten bonnte^ alt et
Kfanchem möglich te^ möchte, to erwartet mati mit Za-*
«^erticbt etwat NtU4s und ütditgenu^ Aber et tcbeinli*
daft der Verfatter weder teinen Plan steh- klar und be-
ttinunt genug gedacht , noch die ndthige Mühe t\ir Auf«
ftidung neuer Tbattachen und Notiten verwendet habe.
3chott der Titel beweitet» dtXil tX .von vielen Dingen habe
unterrichten wollen , die tu einem und demtelb'en Zwe-
cke nicht wohl vereinbar sind. Sonderbar muTt ttMui et
neunen> dalt der Ver&tter bei jedem Städtchen wohl die.
Hititertahl, togar jedei Lottobüraiiu angegeben bat» nicht
aber die 2oAi dtr Eiwookntr^ OrÜtt und Marburg aut-
^nommen» So itt auch dat Wittenschaftliche mit den,
wat dem Aeitebetchreiber alt Zufäiliget auEallen» und
dArielbe allenüallt anführen mag, hier im Handbuch bunt
unieir einander gemengt. Die aiatittiscbett Angaben cind
. (
pMxMal fioi^tolfr^elle Aaf libMi envfthml. ; . /i
ser seine IVachrlcttteii auffülut, ist gdt gew^Mt, ' ttur
fünfte es Ulis u^n6tIiijg^ bei IcTd^ift erä^^lhett Krefs^det^
• ölinekin ttur 406 jp ]^. 'grofs^Ä , X'fttides die Artikel ?
Flüsse^ K&rperJasiü deit ßinw^bhii^t ^" Niftixr -^ Pf odttcie ^i
«Ilen drei Keic^en u. ^L zu wiederhohlen. Die Kück-
Blicke auf die 'öeoj^rapfiie der Vdrz^f sind zu toheh|. un-
geachtet die VermüthungeÜ im Fblde d(^ alten G^6gfti\
phit höchst Winkührlicji und uhx^chtzg seyn Möchten.
;I{i Bi^ü^ieh^ 49r Benennui^ .Ji^er^t. der Veri^ssex
Sf fljir ricjbtig , . dals . 9MI» ßU Stei^ülM^rfc .««a!^» ivi^ W€i . sün*
digi aber^aj^f dem TiM si^lb^t, gegen seiii^/eign^ Kegef»
jgi4iei||.^t j[j^|fl09jQf>B^ trf n St^rn^ark, ^taU vpn d^^rSteier»
. itiark, schreibt. — Ebenso richtig ist diß Arniahme.» daff
niAn Grtfs statt Grätz schreiben müsse | was jBiuch det
Sprechweise der Steiermärker vollkommen angefressen ist»
. Auffallend ist das VerhältniXs des weiblichen Geschlech»
tes xum männlichen in deni ganzen Lande, wie 32 : 3I1
^firas allerdings eine Folge der vielen Kriege seyn mag,
«Ue in der letzten Zeit die Blüthe des mähnlichen Ge«
. »«^blechtet hin weggerafft Jubea. . Die hUrgerliche Clasii»
ßeirung des männlichen Getohlecbtet giebt der Verfat«
#er folgendermafsen an :* i)378 <j-eistliche^ 1,324 weltliche
Adeliehe , 3>487 unadeliche "Beamtete itnd Honoratioren^ .
10>4I9 Bürger, Gewierbsinhaber und Künatler, 66«8ii5
Bauern , 635 Häutler, Gärtneir und Menschen vermischter
: Beschäftigung, 2,717 Keser^emänUer , 4^931 Lahdwekr*.
männee. Di« ganze Bevölkerung auf 801,626 Seelen»—
HÖchstinteressant sind die Angaben über die öktmomufikt
JRintkeiluHg des Landes* Der Flächenraum der sämmt«^
liehen Aclcerfelder beträgt %t%wx 6x Q Meilen« Mai^ reck*
net, da^ der Landmann alle Jahre 558)574 Joch Aecker
bestelle , und au^ diesen nach sehr geringem Maalsstabe
664,671 Metaen Weiten; 1)364)008 M. Kork!, 5fiil)368 M»
Gerste und 1)899)370 M« Hafer gewinne. -^, Die natür*
liehen und künstlichen Wiesen ers^ecken sich im gen«
wm Lande über 44 Q Me9ien und die Hutbweiden Übet
Nag
I /
1
1^
Büthßr - jSee^nttdrmMl
Der FMclieiirAiunf der tlanitit^eR W4Üdmigtii Vettig»
fCfMi JI5PDM«ücii. — iPi« «iiniiitliclieB WehigArtes der
j^iVr««rfc ^ eritreckevi tich über $( p MeileDi — 0er
Viehitmd lut ia neueipi Zeiten telir «bgenoauneii ; deaa
■mh tXUt^jetit kaum mehr 60yOoo Öckien» etett ükU
Torluii im Uuide aliiein 99^000 Toi^^^*nden ^aren.
*• .
UelitiMiM verdient der Verfatf er fär die. Bearbeftnng
djieteti aii Lehrkucll ia Sctitden gant brauchbareo and
XindsrmuimWM und LUchunitfr^*$ Ar)>eiten torUetxendei
Werkchen den wirnitten Dank. — Beigefügt ist ein Ah'
d^ack der alten , nac^ Idttganii^s 1ffiahftidUnttB|reti 1779
entworfenen, KtudetmünnisAen Ckartg^ und eme kl^e
Ansicht isr Stndt (hätz^ von der Südaefte her aaf^«naai*
Inen. Ein gutes KvgUter erlHiflt dif
ganxeki WcAdient«
: 1
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CHARTEN - RECENSIQN&Kv
m0mm^a^
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^lg€^i%einä f^Atcharte nach Mercator^s P^^ai^^
, entworfen von A, JUvon Küvsenstzkn^ Cani^
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'-'• ' täm ^n. Russischen Maiiue^ J^n4onm I&lfi»
> c«
Bev berülimte WeltnmMgler beieltoiilit hW de«. g«o^
grapliiscthe fitbn\cuin^ mit einem ii»ter«si«]itea Prodtwfc^
der Blappfruiig^skünffty dtt« auchi mbge^eiieii, T€m< toiiieni
iiuieim' Wertke^ schon dutch-deB NoiiiMn det VerfksMrs
-ffir jeden Freund der Erdkunde ein beeondres IntfiriiWi
Jiab'en wird. Wir kennen den Endzweck nicht , der deJt
Terfas^er vefanlafot Hat, den Entwurf dieser Wcdtchart»
'aelbst zu Übernehmen, indefs adieint «la Mehtttea^ das*
'0uf hinzudeuten , ala aey selbige Tori0glich tum ngstttn
09brauoh€ entworfen^ Worden.' Schon der Name dea Vexpo
fassers und der Ort, -wor die- Charte evschien,. uad-ba*
arbeitet wurde, und wo^ fidh die befsHv <2ueUen< tu ei^
. iier solchen Arbeit beisaqimen findet,- lasten ke^ne ga-
; wohnliche Aä>eit erwa^rteli, und eine sorgf^tig^ 9ril*
]üa^ bewährt hinreichend , daCs die Chai^, v^krmigUek
mls Seecharte httrqcktit^ einen classisohen Wevth hat, miti
die aiifterst genaue Verzeichmmg der Küsteb terväth 'dia
Benutzung vieler tre^ichen, «iin\ l^eil H^ch waaig ^.
fca»ntieii, Qi|«>llen; ^ « ^ .
5'i9 Charten* Recemionen*
-1^% «
Die Charte Iiat im inoeni Rande eine Breite von jt
parif^ Zoll , und eine Höhe Ton 2T,3 Zoll. FnnCEeha
Grade des Ae^uatore hetragen i{ Pariser Zoll» and der
erste Meridian ist der von Gr^enio Jc&; die Meridiipie sind
ton 15 zu 15 Graden, die Parallelkreise von 20 «u 20 Gre-
llen ausgezogen. Schon oben bemerkten wir, dafi wir
der Charte, alaSee<^«rte betrachtet, einen gröf sem Wertk
beilegen würden , da sie, «If solchty grofse Genauigkeit
mit genügciidir' V}>IIstindjgkeit, hili4c1|tU<>b |i^}A&I-
nähme der neuesten Entdeckungen , in so fem eoldiei
der Maafsstab erforderte, Keriundet, und sowohl ifar Ue^
bersicht aller merkwürdigen Seereisen , als auch sar ei»
genea Eintragung derselben Kafserst brauchbar ist. An-
fser der Reiseroute des Verfassers in den Jahren 1804 bis
mltt^üßd Mdfr die SeerMatn ton jift^Uon l^)^', vv
'jlf«ltffpifid Z793 und ChickagcJ^ 1^65 eingetragen. V(h>
tüglichen Fleifs scheint der Verfasser auf die Daratdlnng
Jii«trell#»e Tervtendet;' an haiieil, . wo mkn . dlUanlliche
Inseln ton einiger Bedeutung^ benannt findet nnd nur Sa-
Jserst wenige gtaiz rermissen wird. Bei einem g^rofsea
VkwXm '>der4elh«i llt das- /a4r 4<r B mi ttllm n^ y^imea^
«igt; Die im Jelise 1806 ent4ei^ii^.J>i^|^ im. siSrdli-
aibaa Eiameere (von einigen Geqgi^j^h^ fffu^SMrUn ge-
«nmnt) finden nix hier xym erHefiMaku ihf^ F^
fw^^ . dai^tttelU. * . . .j
BilM»' §m^etB .€vrg4 d«r, Vellkemmenheit hat ^t/m
"im^ Gkk9M%9^ als «ügpiMAM 9^§iiphar$€, dor^ ^if api des
wekfen Orten etiVM «u.. sehr skittirle u^d selbst an ei»
-«igen SteUen feblfrbafle DarftKUuDg • i|«a Zanem des fe»
etoirXt^nd^ef » U9d et acbeint 4«fi M der Bearbeitung
^dieatrChelPte^jdtiii.Vfrfaifer.Tprgeick^w^te» Streben nach
VoUkoliimeaheiti (wit dM c^oir) ^eemai^ie auch sehr Ter-
tejhlieh ist) YerxügUch 4ie .^c)(tttng napb dem Meere
geaomnaen t» hab^n, JD^ch f^ir^d wahrseheinlicli den
gvdlsten Thetl difser Schuld d4r Stecksr trag^, der übri;
f ens durch einen Ii^serst eleganten Stich, ^e man dieft
▼on den Ei^liaehfi^ Kupferstechern gewohnt ist, , tur Ver>
sehl^nerung dieser Charte 4as Seinige reiehUbH beigem
tragen ^aU
*
Um* diepe Bemerkimg ^och wenigHeus in el;was za
j^legen ,, wollen wir lüef nur f inige der, in dieaf^r HioV
jicKt gemachten, B^merlmngen heranbilden. -^ Zuer||
2>emfri^en wir, datf deir Lauf der Jiauptßüsse zunn Thfiil
mit sehr geringer Geiiauigkeit eingetragen ist; um dies«
j^hauptung mit sehr bek^nten; Daten su beweisen,, be^
fliehei^ wjr uns nui-, auf , die Verzeichnung ^es Rfkeifu^ der
4S/A#, der. /^WfÄ/#i, «der^ftfEf, ^Aon#,. öuadal^uivir in^Si^
rfpa,u^d i^s. läfst sich ^pu d4ßr yerzeichnung so h^ka^g»
f ^ ^trqi^e. auf . die in den andern Weltthfdlen sqhj[ie£5<MV
^glei^c^.wi^ hier Mine 'jo.ai«/'/«^«.iidi«n.J[7iuriphtig^e2teu be^
itierk,t hahpn. Einim faö^st sond^baren Contrast bildet
dift Lage ^ic^er Strl^ine niit 4er. L^flpe di^r bekanutc^tv^
Hauptörter in Europa»' Der Rhein z. B. entspringt un-
gefähr in der Gegend von Siuitgardt j', und Mannheim liegt
mn i6 Meilen jenseits des linken Kheinufers* . Die Elba
entspringt etwan in der Gegend von BauttgUf und Dre#«
din liegt ebenfalls 15 Meilen von der Elbe entfernt. Bfr^
tiit' liegt auf dem rlBohteii Ufer der Oder, «twa^in'äer
fiVft09d ir!0sß ClüHrin^ ygmü/ßr^äuu 10 Mailen vdn cSesem
Flusse entfernt. Ebenso fehlerhaft ist die Lage von War-
schau und der Lauf der WeichteU Südlich von Mün*
£hen , etwa da , wo Inspruh 4iegt , findet man die Sta^
Bern^ und an durchaus unbenannten Ortszeichen hat die
<3kiirte eine» anisehnliolieii Vörrath aufiuweiseti. ' Meh-
i^re-Orte, die als Hauptft&dte ganzer Lander wohl einett/
^ktz auf der Charte verdient hätten, fehlen ganz, ali
^B* ChriitidniA in Norwegen ^ Turin in. liaHefif IVAfraii
in Psrj^eit, Maroce» in der Barbarei, Mtsico^ Wa^hinit''
ton U. m. a. in America u.'ä. w. VWir geben -^u, dafs die
Bestimniung der Charte nicht vornehmlich dahii;| ^>^»
diese Orte darauf aufzusuchen , indefs w{h*e es eitte lei«||«
^ te Mühe gewefen , allen diesen Orten -und Flüsiren eine
richtigt Lage zu geben.. Hin und wieder fehlen ^Vith
mehrere, nicht ttnwiclitige , Bcnenniingen ganzer Länder
^und selb'a« einiger Meere-, als z. B, von' 2Vi«AHn , tind «ien
Ländern an der OstkÜ&tift von Afrika^ V4»n Xle\u€ka$tlan$
und NaubrauHsckw^fß in Nardamenfs^ von IFfiriMi^n, der
gtöfscn Büchärti^ aoädb fehlt «din- Benennung d^s Aethic^it
sehen Meerip«, ferner in AfkikaAet gmfsede» Mamwi u, s,w.
1
g94' -^hmrten • K^een^ionen.
f D«c1i wir wollra la der AuffRliniiig d^ gefnadeae*
Itleincii MJliigel n teilt tu weitlfinftif werden ; oncli komotf
%ti d^ .BeuHhcfloag dieser Gliarte Vielet auf den JSm^
9W€äk ihr MM Entwurf €s an, den wfr ttldttinit Bestfauaft^
lieit aiig«beB ktaoeii, da die Charta, to Wel wir wlsse^
bia {etat nicht ili den Boehhandel gekommen iat« Qe»
birgftfig« sind gar nicht angegi^ben, nnd dieCliarte ohne
^le f Ihimination ; schonet Stich, Tortrefiiclie« Pap«
und TortUglipher Druck gaben ihr aher ein aalo' rar-
Cheilhaftas A^ufsere, so dafi ihre Voratiga die geHigftd
fldingel hei wcHam ttertrtff^n. Sehlierslicli 1>«n»erkcB
mir noch, dafs in Afrika auch die Raiteroutan von ^raisa,
Mwi^f f^rk W4 Jfarnsmsnn^ugetni^eil aind«
iv^vm«^«">V"«w
2.^ *
C0r$e routiire de Iß France f dr^ssie par .Ordre
d9 < Montieur le Directemr giniral dm^ Pmu
0t Chams^es. Jglö'
Mi
Die DiractJon das Brücken « und Wagabanaa in Frtad»
f0kh hasohenkt den Geographen durch obig« Chaste mt
«nam dar wichtigsten Eraangnisaa aua dem FaoKa te
darstallendan Erdkunde. Schon friihvr menhtcn Frant«^
tan deu VeJCsuoh, von ihrem V;aterlande branchbare W^a*
Charten herauszugeben, insbesondere aeiohnete sich der bs*
kennte Om^mins vortheilhaft aus. Seit dem Erscheinen Mr
aev Vorig re«<iers d^ Im fr^ncs sind aber schon viele Jahrs
▼erflosseu, und während dieses Zeitraumes, die inao»
Verbindung, Frankteidis ^ sowohl duroh Stral^to als Ca«
liele to sehr geftedeit worden, dafs das CapitaineadM
Werk gegenwärtig, seinem Zwecke nach, gän^icH an«
Jbrauehhar ift Der Mangel, einer, in dieser Httisicht wni
für unsere Zeiten nfitalichen Darstellung» des von iM.
schönsten Kunststrefien dnlrchschmtlenen> Ftanftösiechen
KöiiüigTeichi wurde ron dem ebem Vorsteher 4e« Brd«
%1teii- Änd Cltanssee - Baizweifeng leWs' mit fielen VSreiin-^
^^n der Topographie gefHIilt." Er hat ihm dürbh Vorlie-
gt! de' Charte aaf eine We^e AbiuheH^n gemiTst« fttr dte
jkia der grBfste'DaiilEf |;elrfthrt. Um indessen ' un^re Leset
'irift dex* Charte etwas n&her hekatint zü'michett,'^1»exherki
ftfecent^nt/ dafo sie äaa 6Btätteni bestehe, ^^ren dn ieUef
r6t,ofl t^S lAnieri. hoch mid 23 Zoll ^7 Linie» htt iteiieren
4L4xide breit sey. Ba» Netit hat conoentri^ch« Pät'altel-
V^d gegen die Pole ^«Ver^ende,' gemdHtiige Mittags^
kreise. Die Oradüatioik* ist übrigens i/euntig - und htiti»
"dörttheilig, Deif Maaftstab' ^iebt ilf«iret , TbUtin^ wvd
i,uii*V nn. l^hi MirJchängfad.vdn 66'MitiuteÄ '=fc S-ZoÖf,
•5,8 Linien > Alle» in Bezfin'al - Maafs. We Zeichen«
^tklätimgen ^nthah foIgehdeOegenstlinde: Departements^
^nd Bezirks -Hauptstädte, giewöhnliche "Städte, fTecken
liind ^ofse BorfeT, KiroHsmele, B&iierschaften nnd ein-
celn^RMuter, befestigte Städte, F}>rts, Stralsen» Wegei
welche nur mit Maulthieren zu bereisen sind, ' Post'sta*
tionen, ein Zeichen für die 9chiffbarkeit der FlÜsfe,
«cUifEbare *wnd 'Entwä^serungs-iCanäle^
/
*" B^kanntermaafsen sind die Französischen Chafussee»
|n zw'ei Abtiieilungen getheilt, in JloiiffJ royaUs nndRou«-
Vex dipattementaUs. ' pi» erste hat dröi I/nlerabtheihin^
gen 'Od^r Class^n,' i^elc;he üch. dadurch untevscheiden,
dafs die'Erbauungs - und ünterhaltungs- Kosten der Rom -
i'esl Hy'ähs de 4^r9 Ctiuä aus dem kdnigltchen Schc^tze
-allein bestritten werden^ die'^deic i2ttfn 'und 3^1 €lass«
'dMc' aus dem königlichen Schatze u^d dem Fonds der De-
partemente gemeinschaftlich , dtirch welche dje Ghatisse«
führt. Die Erbauung und i^eparatnx der" Hpuu^ ddpa^
^'ehientaUs liegt aber eixizi|( dem Departemente ob, -wel-
Vfhes die Anlage' t^htei^ Genehmigung ' des Mitiisteriums
. leichlief^t. Die Reuus royalks haben eine fortlaufend^
tiummer^ durch allÄ drei ClasseYi. Die tirniu* ddpartg*
•menial'gf sind nicht nnmerirt. Auf unserer Charte sin4
"beide Arte» wohl Yon einander tVL unterscheiden; jene
haben ' eine starke und eine schwache Linief diese zwei
feine Linien als Zefdhen. Wünschenswerth würde et
•ber auch g[eweBen seyn, wenn di^ t^xsaihi^i/Kfmxi Cla9<i
]iit(^,, da viellflioht dm mmttim B^fitzcm. dieser Chartr
4am ailiere KMiiitniXt der ftutganmUf weLcHe der ertte%
tiTMUo qder drittan C]at»e t^9^9hfif^ » «^gelüen dwHU.
Ol^leiok uiypiriiiiglick di« ¥4>r)i9ge|id« Gluärte wur
imr OmteUimg du CpmaMmioaticui bestimm^ j^wcsai
jfl, fo fiiidea wir doch Mich di«, Tprtiigliehftei^ ü»0e^
f«A und «a d«n Grande«, tou ^ronilfrcie^ vorkoiptwcndg^
Erd«rii«l>«nheiteaft als;, di« 41|^^9 Pjrreiulen, die Ge«
Urg« im füdliqhen FraohrticK, 4i« Vo|^e«esetc
Uiiifr» cecbl Sectionea erttjrecktn tich auck Ober »•
Bea groXie« .Thfü ▼«» Tguuekltmd^ halitjn^ Spmnim^ uad
MiigUmd^ welche Thelle aber mehrentheilf nur akixxiit
nnd« Mit gleicher Aiuftihrlich- und Genauigkeit, wk
dju alle FfankMtch^ sind die, dem $r0/t€u Reiche^ durch
die Friedeauehlüffe reu I814 und t8i5 entnaseueft Hol-
ländiichen , Teutschea uad Italienischea |>epart«nieBtS|
kehaadelt.
Der Natxea der Charte wird aoch^ durch dieSecÜoBt-
Eintheiloag d«r Castinischen Charte erhöht» weldb^ hier
befindlich ist. Diese Eiatheilung ist durch puactirte JA*
juea ühcr TTeuiMthlandj du SckwtiB, SpajiLien und
fortgeführt worden.. Keoensent vermnthety daXs et
Uebersicht tu einer Fortset«u|ig de$ Cassinischen Wex&es
•eyn soll» welche das D4p^t gMrmi dt U gH€rr€ in Pe-
ru unter Napoleon*! Regierung heabfichtigte.
Der Stich d^ Situation ist tqu, Cmüjfi^ d^ von der
Schrift durieh Hcnunu, besctgt», , B^e «eigen aich als
yollen^e^. ^iinst^r» eia Ji^er in seinem Fach«* Jas*
besondere J9^ichnet sich die Schrift durch fine gewiiae
Gefälligkeit und grofse Festigkeit «us.
Die. hier angeteigte G^^te kostet i^ Berlin hd
Sekrppp ,9oThBler f eia Preis» der nicht eineni Jeden de|i
^Uikayif ,^]^u)>ea wird. Daher dürfte es yielleicht rom
Inter^is«ie si^tt^ wenn sie von eiaem gewaadtea. Grecgxft*
phen in rerkleinerteai Maafsstabe».auf Teatsch^ Boden
veipfianet uad durch einen aiftfsigea Fxeif gemeiaaötsi-
gef . gemacl^
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VERMISCHTE. \N ACHRICHTKN.
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- <f,eßgraphisch^ 4tati^iscbe, ^cv$llistik. ^
'^rcNmiieme Versuche dtr - Engländer* ' nach , dßm
\ Nordpol. '" •■' '; . { ;:'/ /•,'•• '^^ ■ ■ '
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•1
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Man ir^rdcKeift y laft- ohiie> Vtfnitgi'eiii'^oHilF aus^«»
TÜiftet Wetden uiid in See tteoMeli sofU, üiH' eilf« Neue die
nerdwesUicIke DuiNsbfahft TOn ilviirWÄr cu^t^cÜen, die so
^ftoge Seit Hier GegtHttlittd' bfors^Amohfldeef Tertü^lie det
^BwUAitkr «geweien itt; Die -Meeifesbesoliaifeiihejt in )eiier
Region Ist dasn nie f öilstiger geweieiii ai| ii^et in di«^
;Kni Jeliye itft, imd^hat d«» ^ohiffen -nie mehr offene
Bblitt gezeigt. ' Man liat nouli nie greraer«. Maiseit von
Bis: 10 weit Jiii m>.Atiatt^8Qhe Meev heeabkomiiie» ee-
^a. Von diesen EinaaBsen babeo bu^^r- mehrere durdi ^
ikatOk tittgehettretf^^J^ang und ilm Crediegenheit, de»
IVej^, oiine «erechiiMilxen sn werden, ins ^«lim 408ten Bi^ip
t&fegxade henü^Lnde» könne^v^ wo sie • endlick der Son«>
nenglutk iiAoligeb^ ma£s|ui iwd in üat Element tiek
anflds'ten.
/
» .( .. '
^
§98 Vermischte Nnehriehien.
Tioht«n d«r SckifftCApitäne, die in der Nfthe der Kfisfea«
Crihiiand'g eioli her* mgetriebea lieben» weilrm«^, deft
dae Meer )etst dort offener päd von Euriade aacl Ein
bergen freier ist, eis jrgend ein^ GrSnlmnd berührendey,
Sohl ff bifher et gefanden' hat. Irgend eine besondere
Xreftanetrengnng der Natur mof* Statt gefimdea. Itaben,
wodurch diese VeranderQng bewirkt worden ist, und
inan beschftftigt sich jettt noch damit, den Ur^d^n
Hachxuspiihreu, Mehrere Schifff sind, «An« lucr da# min*
4€H€ EU zu find$n^ bis tum 84sten Breijkengrade Hinauf-
gefahren | und feit vier hundert Jahren ist es in diese«
fun ersten ^Male geschehen, daXs die Schitfe wiedev bis
•n die 0*tküsf GT'6nlmnd*s haben vordrii^en können.
Jdan gUnbt, toger den Pol selbst tu erreichen, wöxde
ihnen mdgUch gewesen seyn, wenn es nicht gan» luifser
dem Plane ^^t Gapitäne dieser Schiffe gelegen hüte, noch
Weiter nordwftrts hinaufxufahren,
» « • ■
> Diese höchst interessanten und folgvidölm Wahr«
fiehmungen haben die kdnigliche Societät in Lcmdmm, be-
trogen , sich an^s Ministerium tn wMiden , nm nian Wie»'
derho^lung der Nachforschungen nach der ncq^WC^^dmi
Ueherfahrtsstrafse anbeföhlen an sehen, und kieue Auf-
munterungen der mit Fischerbooten dahin Segelnden, ds(s
sie so weit toerdwirt» tu gehen snchen, als ^nur mtSgUdk
Xs ist >orgesahlageA werden, die Prl^mie, welche für die
Bntdecfcung. der UeberiahrlRi.slr«£io g^oten ist, in q^riir
«ere Tlieila fu sondern »: iifel^he g«g^>^ werdM nie Be*
lohnun g des Vovdiiageiit in jedsn «inselneu Bmteiigi«^»
in weloh#n Sit konuiiM» . dep Sohiffern tber dfn 84tit«i
^rad hinaw i«iU|igfn wird«
Et wirde^ auch awetkmifsig sejn, dia Kwifleiite^
welche GrönkntMihrer bemannen, oder beite WaUSteV
fange statk lütevessirt sind, lu-vnranlassan, dafs ei« dm
Absegeln dieeer Pahnenge hesehlennigen , lun noch rem
den jetst eingetretenen günstigen UmstHnden Vortiieil sn
sieben. Die h^ern Preise des ThranM werden sie hdt-
länglich entschädigen f und müssen sie anlmnntem, At
los zu TeMnehtnj was nur irgend ausfilhtrba£.fiih«ist;
(«
\
• . » ^ '■ '^■*
£t l»efltStigt siclii däft die Regierung entscHlossezr
-ist, eine gröfse' Cntdecktttigsreise in'd^em Eistncere Unter*
A^htnefi tu la»s«ii. Viet Schiffe von 300 T6iinen solle»
XQ Deptford dftvu i^laligerüttet #eVdetl^, i2e wenden äüp-^'
"pelt gefuttert und beschlftgen^ um den scliWinimendea
SisachoUen zu wideratehen. Die mutKvollsten und unter-
ficilitetuten Pffiqiere der Englischen Seemacht beeifem
sich, Theil an dieaem Untemehnaen zu haben , dea$ea
Beatimmung dahin geht, aich volUtÜndig^ ftänntfiits ia
iicr Gegend der Nordpols über unaere &dkngel zu ver^»
cchaiEe»^ Die fifc^r ilie JLnaedaa jUeutenaHte vm ir#tz#-
I^MT ertchienenen Berichte , ao wie die Ertfthlungen uii<»
•erer Grönlandsfahi^er, hubea die Admiralität d4hin'Ter«
a^B^ht^. diese denkwürdige Expedition anatibefeblen*
(Schon am ^iten März Idi6 hatte ein gewisaer Score/kf
voa ^fnhbyy in der Wemetischen Gesellschaft zu Edin-^
hurgh eine Denkschrift übet die. Möglichkeit , den Nord«
pol besuchen zu lassen » vorgelesen^ auch selbst schon"
npiehrer,e Beisen nacli dem Eismeere g,ethan. Vielleicht
ist es Unsetm !2eitaUer vorbehalten, dieses, aoch voa kei^
aem Auge eines Sterbliclieii gesehene^ Aufaenende dea £rd*
balla SU beobachten«)
•MMhi
I
C. N^uß B^ise in's ^Innere Afrika^ 9^
fiey voa Tripolis h&t d^ finglisoheii ftegierung
lirlätibt, nacti 'der Hauptstadt ^dinet Staaten einen, in deil
Wissenschafteil und det Literatur bewanderten, Mann zu
tcndeil, um sich Nachweisungen über das lAnete Von
Afrika zu sammeln, die Sprache und Sitten seiner VöU
&er zu studieren Und eiiie VerbiiidUnj; niit Tomtmctu zU
ciröffaen. Dem zu f'blge ist äert Khchity gegenwärtig
l^nri^ttecrtftlte ansera Oeaaadtea ia BarU^ taai Engli*
\
\ «
1
530 Fermitchte Naehric%ienl
'.a
Willem 9 mit einem Firmati det Dey rerselien i^d . tos
ciiier militäritclieii Efcorte begleitet, die Camwue, wd«
che fielt Ton TripflU bacIi Tomkudu begiebt, %u bc»
gleiten* ■ . ^
Nach alleB bitber nntemoiDmeQeB Bxpedltioiien, dtt
gröritentbeilt gefcheiteit sind» scbcint dieser neue Ves^
•ttcb den besten Erfolg sa yerspfccben«
1>. Neueste Bevölkerung von Ru/dänd und
Schweden.
• . • A . • I . /
Die Beirttkeiviig ifufiimnd'^ betrUgt, tmch eincv vCenen
Sebättnag 4^ Mäliraeii 8eel«n. Die leiste Imt^dkm»
Berl^lkenasg betrog 3^060 Seelen. • • /
SehwBßen hätte nach der letsten Völkfilbhing'
/ahre 1815 eine Bevölkerung rdn 2Millione» 4649941 See*
f&n und demnach 57,735 mehr, als im Jahre )-8i3* Die
Bevölkerung der 86 Städte betrug 8489O29 Köpfe , wovon
7^,989 auf 5tflrc&Ae /fit kamen. Der Bauernstand , in an*
dern Ländern gewöhnlich ein Drittel der Toiksmengey
macht in 5^ie«doi über xwei Drittel aus.
£. Neue Cränze vt)n Bessarabien^
•Ik
ConätmniinoptU j^<& i'Qten September tetf*
Unsere Differenzen mit Ri^sland sind beigele^'^ dt
unser Hof die vorgeschlagene neue Qränze von Bessara»
iien am 2ten dieses zugestanden l^at. JDiese wird in det
Folge durch den, unter demKamen Sulina bekannten^ Ami
der Donaii gebildet | dem dieselbe bis dahin folgt, wO et
dch oberhalb Ismail mit' dem Jti'h' vereinigt, .
•..^- , IJ ■■■ ■. ■ . ■ » . !
■■■■■1
i N IT Ä L t;
« «••*•«<
• •
■f
•
: i. Udherdie Civilitinuig cI«p Nogaiüfdhcii &tarni;räil
Süden des EiD'OplUsch^ RuTslands. Von Herrn Httf«.
rath De^iiro|f in Chflbrko7 (Schlttfs.) . • • 9^9
0^ Sidi Hathet^fl' Itei^n nucliToiliBiiGlti ui^ ddr tiefes
Stadt WatMhah im Innern von AÜrik«* (MtL^i^iB^ i.
.ClM^e.)' Forueunng undr Schliers» « r. , .< .429
t* Vorläufige Notiv^Ton der ktslenE|i§liseli4>i<lAiiter»
sttchuagVB^is« nach 4^n Congo*JPltta<f<in^Si4Fl*/{
Afrika. (Fortfetzimg und Schluls.) .» <,'< » 457
I« Narratxve of a voyage to Hudsons «-Bay in ^isMaj*
ship Rosamond, containing some account of the
North *£ast<^Coait of Anaerica etc. By t<ieutenätat
Edward Chappell » • « ... . 500
8* Natural and statittical View of Picture of Cincin-
»Bti and tke Miami - eountry ; illustrated byMaps,
with an Appendix containing observations on the
late Eartkquake^i th^ Aurora Borealia and South- .
West Wind ky Oanitl Dralu . • • -503
3* Geographie orer Kongeraget Danhemark; forfatted
kf S. B* Juul og Cr^n «••«•• fi06
4* Chr. Dan. Kbeling*s £rdhe«chrelbuii^ tmd Geschick-
te von America. Der vereinten Staaten 7. Bd. oder :
JD. Ant.Prid, BilicAJng*#'£rdbelchreibung 14. Tkeil»
Welcher America hegreift/ Ausgearbeitet von
MMins • ... • . ., ^ 5fO
r.
f
n
539 Inhalt.
1^ l'aiidgrnlkeii dct Orients» IV* Bands ^Ut Heft und
V. Bande« 3ter Heft, • »^ .... 514
#• Ifma^sf 0€9§rmphU ven Suiermath. Mit ihren am*
tistischen, physicalisclten,^ industlriellen nnd topo-^
graphischen Merkwürdigkeiten etc. Von Dr« Frmn^
Martert •»••••» ^ % . p8
r
CJkarSan* ftecsnsionen.^
t. Aügekneine "Welt - Charte nach Mercator*s Are-
jection^ entworfen von A, In ven Kruitnsttm 531
t* C^urte rottti^re de la ^anee» dress^'e par Ordre de
Mjebsienr le JDiitMileur gtfndtal dee PbnU etCbsaft^
fdee •»»••%.*• • ^fie|
♦
Fe'rmitf« Jk »e JV* «.^ Jkr i'eA t.e n»
4. Neueste VerswD% der Engllndef »ach dem
Mrdpol tu gekngea • » » • • ^
f
B. £ngtfsehe Eotdeoknags-Beiee nach dem Nord<>
' pole *ft % k - % • *~ » ' « $29
C. Neue Reise in^s Innere Afrika^s . » ^ 529
] D. Neueste 'Bevölkerung vpn Kul^iland aüd Schwe*
den '♦.••» fc * 530
K. tieue Gxftnia ron Bessarabien • . • -53*
!■■ I II
1 •
\ >
tm
REGISTER.
./
• '
Jhhatiilufigtn» Vehet
' die Civilidmn^ der No-
gajiÄchen Tataren im Sü-
den desv Europäische^i
Kufsland'«. Von Herrn
* Hofrath Deguroff in Ghar*
kow, 3» f. — Dessen Port-
'' tetzung und Schlufs, 389.
f%— Beitrftge zur topo-
Ipraphi sehen und statisti-
' achen Kenntuift rdn Bos*'
' nien, 38. f- — Ausführ*
liehe Nachricht fiher die
'Sandwich • Instln^ 133. L
m^ Nachrichten üher die
Insel Kodiaky 178* f* —
Vorläufige Notis von der
letzten Englischen Unter-
suchungS'- Reise nach dem
Conjg^o - I^usse in SÜi-
Jfiihttf 255- f» 457' ^- —
SidiMamtVs Reisen nach
Tomhuctu Und der neuen
Stadt Wastäiiiäi im In-*
' tierti rttk Afrika, 979* f*
— 429» f. —
Atht Teich«! 439«
ASett-tniel» 48tf*
Afrika, neue Reise in^s Im*
nere von, 539*
Afrikanische Flüsse« die ih«
ren Ausfluls auf der Ost»,
küste haben, aus Nach«
' ricl^ten der England««
Smte und Hardy^ 367. f*
Akhissar, fester Fiats, 45* .
Alexandria oder St. Paul^
Hauptstadt der Insel Ko«
diak, 179.
Baha, Gebirge, 4t*
Banialuka, 39. 48* Peshmfi
45*
Bass, Haven, 139«
ßauzä Sonio, Resident diMi
Königs yon Sonio, 479»
Beliiöreg, 53.
Berbjr, befestigt» Stadt, 4g»
48*
fiessarabien, dessen iiiat
Gr&nze, 53a
liihacs, lE'estung, 45/
Boal, Negerreich, 41^1
/
/
N. A, O. JB. //.
4«^n
Oa
1
5a4
Rtgitter,
^#
Aomiet • Iiitelf 48g«
Bosua, Landscliaf^ 39, Flufs^
43-
Bom« S«ri) (Saraj«To)i Stadti
48.
Botttien» aS. t ^ MÜiUlri*
/iche Eintheflnsgi 40. Afi-
Aeral-und Salt^QiMUeiif
iliid iAüditrariar, 50. ^
MlrAtioiit, cliiefly geogra-
pKieal^ of the History of
tlie expeditioA />£ Gym|
irom Sardit to Babylonia
«md tBe Ketireat t>f the Ten
tiiousand Oreek«» froht
thence to Tlfebuqnde and
s Lydia wjth An appeudix
containing 9m Enqiiiry
lato the best methbd of
iniprevitig the Geogtaphy
of the Anabatii etc. Ex*
' plained by three Maps*'
By Jatna Rgnhell^ 55,
f. — 'Littrtf'fr^m Por'
tugal^ Spain ßnd Wrunet^
written diuing the cam-
paigni of t8t^> 1813 et
( J8i4 » addiratsed a ftiend
in England; describingilie.
l^arding features of the
* prövinces patsed throuch)
alld[« thil' itate of tocietyi
maniieri, habits etc. of
'4he people. By S* D.
Brvughtofij^ 58. f. -j- Vo'f.
' y'^i^ tn Sävoie^ tn PU-
mont^ ä Nic$ gt k GenuJ'
Ptir A. L» Mniin^ 631 f., --
Essi^ MUaistiqu$ ncr 2^
Canton d€ Vaud^ Ave^
uno carte exacte de ceoan-
ton^ 66. «— ]>etcrqption
topographi^e et alatifti-
qae de VErMk6 de BdU^
66. — * tUptnario alfmht^
tieö dei 9aesi del «Regno
2iomba rd0 - Vtnetq , jpofti
sottQ r ammin istratioae
deir 1 J« K. Gorerno di
MilADOy classificato. per
Province» Dittretti^ com-
muni frationi di coan-
muni giusta ü. compaiti«
mento territoriale, 67. —
Begthenhgitgn des Qapi*
tänt von dtt RuSMch*
Kaiitrlithm Maritu, Ge-
I o wnin^ in.dgr Gtfungen^
iehaft hsi dgn Japanern in
denlahren xgii^ 18 f 2 und
1813» nebst seinen Bemer-
kungen über daa Japani*
sehe Reich und einem
Anhangt dei Cupij^nM Kt-
^'kard^ Aus dem Rosai-
sehen überseht ron Br,
C. S, ßehuUz. ier Theü,
69« f. — Mtünchign wUfr
ICönig Maximilian Je«
seph I, Ein hittorischer
Versuch ziiBmrn*s rech-
ter Wu:fdigung. Von i>r.
Christian MäU$r^ 2 Tb^iU.
76. f . r" Gef^Me Ton
Norwegen in, fQVLüfHshmr»
historischer^. s^ti^jtÜGili*
geographischer find nter-
caatiHsoher Hivickt o««*
\
r
RegisteTM
535
^. TOB einem gebomen
t^onnann, 79. — , Rehe^
jiacli dem Demeraty, neigst
einer Beschreibung ^ex
Niederlassungen daselbst, i
fo wie jener am.Esse^ue-
1k>» Berbice und andern
benachbarten Flüssen von
-Guyana, von H« Boling-
^ hrokt. Au^ dem Engli-
' #chen übersetzt , $0« f< -^
A Voyage round tjbe world
from t^^to iSi2f in whicH
Japan^ Kamtschatka, the
Aleutian islands, and the
Sandwich islands we:i;e vi«
sjted ; including a Narra-
tive of the Authors ship-
wreqk on the island of San«
iiack, and his subsequent
wreck-in the ships long
boat. With an Account
iOf the present State of the
Sandwich islands and a
Vocabulary of their lan-
guage. By Archihald Camp*
1^«//, 187. f. — J. ö.ikTstt«
stVs Lehrbuch der Stiiti«
«tik. Vierte Ausgabt, I9I,
£ — J t il. JVjrss IVeise in
das Bemler Oberland, 197.
f. -*- Lofs of the. AnuH"
can Brig Commerce^ wre-r
ft . ^ » » -.
cked ' on tbe western coast
of Afrika, in the month of
. August 18 (5* with.an itfc«
cüunt of Tomhuetoo j and ,
of the hitherto itndiscQtjß-
^ted great city of Wassa*
nah» By James Riley^ 200,
f. — 27a. f. ^ Contiiw*
rationsfun the present fjfUv*
tieal etaie pf Jndiaf em?
bracing ob^ervations . on
the natives, on the ciyit
and criminal ccmrts, the
adinini$trf|tion of ju^ticei
the State peas^try «nd
the internal police of Qur
«astern dominions ; intens
ded chiefly «s. a nunual
of Instruction in their du*
ties foT tbe youpger ;i^r-
▼ants of tbe qompfiny. 3y
Alexander Fräser TyttUri
306. f. •*— Utkast tU £n
Svensk Statistik* (Entwurf
zu einer Schwedisplieti
Statistik.) 316. t- -^ Ä.
Nyerup '^e)s^ til StOf^k-
holm i Aaren« I610 «g
I812 eller bans pon disse
JVejser holdte Dagboge?
med tilhörende Bilag, 3iB|.
f.— Beitr&g<e iur l^ennt;««
nifs Eufslands U|i4 f eineip
Geschichte. Herausgege«.
ben TOXI Gw(ta9^ Evers, uj^4
Mprh9 V9fk Bngelhorätf
384.^.— Dr. Cr. Ila*s^'^
jgeographisch« «t^tistisQ.)vQi
JiandwörteTbucl^ 9»^ ^«1
neues teil Quellen un4'
Hülfsmitteliv. in 2 Ji^XCifiXK
bearbeitet» 337- fc-^ Dx,
G. AAT^^rx Antikritik ^ber
die B.eciQnrion seinem geo-«
graithiscb * »t^t« IfMidwör*
terbuchs in der U^i-«
sehen A* L. Z. von 18 1?«
0^0 a
" *
n
sa»
Jl#fi«(#r.
346.' f. -^ ff tmtiT« of •
▼oyaf e to RodsoiM - Bay in
His Ma]« fhip KoMimoacl^
coataining some acconUft
of the Nortk - East Coatt
ef America etc. By U*
v«ri Ckappelt^ 500. f. —
* T9atural and ftatiiUoal
Titw of Pietmre of Gin*
ciBBati and the Miami-
eountTT^; flltutratad bf
Mapt, with an Appendix
eontaining . obtervatlona
en the late Earthquaket,
the Aurora Borealit and
South -wett Wind by Dm*
niel Drahtig 503. f. — .Geo-
graphie over Kongeriget
' Dannemarfc; forfatted af
5.^. Juul 0% Cren; giod.
1 — Chr. Dan. Bbtling**
lErdbetchreibung und Ge<»
schichte Ton .ifiicrice. Der
Vereinigten Staaten WL
Bandy oder D. Ant. Fr Bfi*
sehing^s Erdbeachreibung
X4. Theily welcher Ameriot
l)egreifty:5to. f. — ' Fund'
grub€n d4M OrUn$s. IV.
Bandes 4ter Heft und V«
Bande« sterHeft, 514 f.—-
Jfeu€ßt€ G€ogtmphi§ von
JSrWcrmark, - Mit ihren
etatiftif eben , phytikali«
tcheui indoftriellm und
fopographifbhen Merk«
Würdigkeiten; Nebtt ei-
nem alphabetitchen Ver-
seiebnift aller in Steieir«
naxk befinaiohtn StXdte^
MIdtta,; oHrkwii^ligen
DörfeTf Schlosser»
BergOi Fliissei Seen,
neral - Quellen , StralM»,
Posten, Wasserwege, hi-
storischen, physikaliachen,
indnstHös^ und statifti-
•eben Eigenheiten. Yoa
Dr. Frans 5arSort| 518* ^
&
Cabenda, Landschaft, 460^
Haren, 464«
Cap Mayumba, 458*
Chmrtgn^ A#c«n«ieit«n. Gro^
Js€r topograpkisehtr Atlas
d€* Königreich* BaUrn^
Siebentes bis eilftes Blatt,
86. f ' — MUiiHr " CharU
von 5iid - TstfS/cAlanif, in
90 Sectionen , nach den
befsten astronomischen,
trifonometriscben Orts-
bestimmungen und Riilfi«
gellen. Unter Leitung
des General -Liieuteaaiita
von Rmglovieh aiif dem
Ingenieur -Bureau des Ge-
neral-Stabes der Reserve-
' Armee entwoirf en und her-
ausgegeben von dem In-
genieur -Hauptmann itf. 9.
Ooulon, 89. f. — Charte
der, im Königreich B6hm^
und dessen Leitmeritser
Kreise' gelegenen, Morr*
Schaft Ttplits^ nebst der
umliegenden Gegend, ^
f.-» Neu^scbieneneSpe*
cialoharten ron den tin*
It0gi 9 t gn
N
m
ken der Preoftif chen Mo*
imrchie, 3l4»f. — derHo-
|peruiig9 Betirki tu ilCüii-
4terf 215. — . d«» Aegit-
Tungs-'Bezirkf «uüfiiulciiy
. fll6. f.-^ des RegievQttgs-
Bezirkt zu Cölln^ 918* -^
. des RegieruDgs-Be^irk« zu
Dü#isi4oi/|:ai9. — desKe-
. gierungs -* Bezirks zu B res*
In« f 290* -^ des R«gie-
rungs-Bezirks zu Rtiehßi^
hachf 322« — des ^Regie^
' - rux^s-^zirks zu Oppeln^
. 899. -- Allgtmeen^ Ifaart
^ van ket Koningryh d€ r Nt*
dtrlanden^ zynde, Toor soo
▼erre de litehaal zulks ge-
doogty eene itineraire'Viui
dezen Staat ; uit dp laaUte
xiaauw keurige driehoeks
metltigeu en de beste ta-
^ pograpliische Stu&ken za-
. mengesteld. Met boogst
deszelf^ toestemüig opge«
dragen aan zyne Majesteit
den K^ning door Casparu*
Mülhr^ 223. f. — Geae-
Vttlcharte von dem König-
reiche der Niederlande^
nebst dem Grolsherzog-
tbume I^Hxemburg nach
. den vorzügliobstexi Quel*
len entwölken tou C. F«
Wnlandi 228» i* -* Char-
te des PrsufsiseJun Staat f^
»ach seiner neuesten Be-
grenzung und Eintheilung
in Müitibr-Abtheiluogen,
Proviausn luid HegN*
rungf • BezirXe im Jabs«
X8X5* OezeicbnM too J.
M. F. .Sckmid$y 29D* U —
Hand -Atlas über alle^
Tbeile der Erde, nach
dem neuesten Zustande^
• und über das Weltgebäude^
nebst einem geographi-
schen Texte. Heraüsge«»
geben und gemeinechaftr
lieh, mit C. G« Reiehowd
bearbeitet von Adolf StU*
Ur^ I. Lieferung, 351. f. — ->
Allgemeine Weltehartii
. nach Mercator^s Pre-
jectiony entworfen ron/JL
' L. «en KruMtmstMmy fgzu
f. * Carte routikre de 1»
Fr«noe,' dresstfe par Ordx^
^ de Mmisfenr le Directeur
gtfntfral des Pont» et
Gbauss^es, 524. f.
Chivgele, Stadt, 41(4.
Cincinnati, Stadt, 503*
G^erna Gore, Gebirge^ 41« .
Gzetttn, District, 38«
Czettiiiay FluXs, 38«
Dervent, 48.
Draper's Insei^ 48^«
Drina^'Flttfs, 43. 45*
Entdeckuugen im iiBrdli«
chenPol^uteeise, s^i« f,
P.
Farqiihar 's. Insel 489«
Fetisch - Felseai Beifi 494«
\
"SSS
Jtt^^¥t^i%
f^mkkHitk^ uevo Vermes-
timg-md Gkaiie toil üt^
' fem StMte , 95t,
G.
#fOgF«p&<MA«# /»ftitllf SM
Ji«s*fo«4, xttnmtm Arbeiten
^«UtteUMii, aji^
^GrMUtka, (Beriiir) befetüg-
te Stadt, 45« 48.
OuHali» Sta4t, 440.
JUeyonen-Iiiaely 483«
Bmrmra» Stadt, nnd Harev,
Üaodelf^CAaftle» twei pene
. uk Te«tt9Uand , 126«
iK«jfi,Nachric)itfn filier die«
een Staat, im Äuttuge •au«
d# rM#r'' Werk, 376. L
Rertek, Leadfcbaft, 3g,
Hertegowiiia, $9.
9älcte, fester FIatX| 45.
latsenOracT, 3s«
Jathrowy 286.
ladiaaer, wilde, fiber deren
Qinlisation inJ^ord^Ame»
»ica, 334. «»
Indien * Point , 499«
Jolibib, Flufs , 422.
Jeiclmin, Aiitinf einet Briefs
aus deni Miirsiiippi^taat,
948. f.
Iwan-Planiuat Gebirge, 41,
Ka . Con^o, Flufs , 464 .
-XaBfa*Bottba*Bat {A)l%a*
tor'f "Bend) , 483*
~K^, Landaaliaft, 99.
XU«, Landaebalt, 39.
Knoar«>Iniel| 483«
Kodiak, Insel, 178«
Xe«a4ft«#*#, Otfe vm^ Naeb*
- rttpblten ron der aenen
Entdeekunfereise d«s Rus-
aiseben Scbiffs der Anrik,
101 . f . *— AnsT^g «IM aei-
nem Tagebncbe, 10^.' l;
Kosaraos, fester Plats, 45«
Katarag^irge, 45,
jrrtt#<ii#air»V, von, Beriebt
nn die königKcbe GnMll«
•cbaft der Witaenacbaften
tu Göttingen ron ficc
netten'Knssischen Botdek«
kungsreite des SebiA der
Bmrikf lOf. t
Loango^ NegerkSnigrescb^
464.
Lombie, Sudt, 494«
Lukansy, Stadt, 484.
Makongo , 464»
Makorj; Negerteieb, 484*
-Malemba,! 464.
MambellaRirer, Ganal, 419.
Mayuniba-Bai, 45g. ^
Monpanka • Intel , 486«
Mori^a, (Pafana) Flufa, 44.
Mostar, beÄMtigte Haupt-
•Udt, 45,
Jfarent«, Plult, 44. 45.
Ne Goy, NegertUat, 4^4.
\-
R0^is t0n
sa9
Nigefy Plnft^ 4S3- ^
iNis^ova -Gora, Gebirge,' 4t«
Nogajifche Tataren, Ueber-*
' sieht' der Districte, Dörfer
und einzelnen Wohnungen
derselben, 417* f«
Nogajiaqhe Tataren im £tt<*
\ropäi8chen'Sud « BLuIsland^
y über deren CiWlitirung;
3- ^-
Nordpol, neueste Versuche
der Bngländ^r dahin^ 527*
— ^£nglische Entdeckung«'»
reise nach dem Nordpole>
NoTi, fester Platt, 38r45«
NoTipaiär, 39.
O.
OäiMHy. üher.dasSteigia des«
selben, .184*. f.
Ostrovicza^. 46*
P.
Pliva, Fluls , 4g.
Porto Praya^ Hay6tl und
Stadt, * 262.
P6Mhtfga, Landschaft, 39.
Predor, fester Plktx, 45.
Primorien, 38*
l^usacs, fester Platz, ^45*
lUdacta, Gebirge, 4t.
Rahovicsa, Lai^dschaft, 39*
Rohissa, Landschaft, 39.
Kutsland^ deiM6n neu^ft«
Bevölkerung» 539.
S*
JSahara, gjröfse Wiistd^ dSd*
Sanna, Flul> ,45.
Sawe, Pluf^, 45.
Schulfahrt, twt^irdUche b^
iVigan, j^a. f*
Schweden, dessen neueste
Bevölkerung^ 530. ^
Seychelle«- und' Admiralv*
täts " Inseln, Beschreibung .
derselben , 235. f.
Stdiliamtt^f erste K.eiie T9tt
^ ff^idnun durch die grolle-
Wüste nach Ti^mbuctu und
wieder zurück nach fFid*
nun^ .278* f* -^ DeBM^n
zweite, Reise, aack Tum*
hiutu^ 988« L — Deiseil
Kückreise von T^mhn^tu
.nach Matfoceoy 43a. fr ^ -
Sonic «Neger, 470«
Sr«beriiik» 39.
Strupipf -Insel , '488«
Swear4th odetMagad&tf^ 303»
I .
Tegtuh, Plttfs , ' 440»
Thompsitn^^.A.f Nachricht
und Ankündigung von des^
sen A^tdo^ odi»r dem gro*
f sen geographisch - histo-
rischen Leicicon von Arne-»
' rica und Westindien, nebst
Atlas von 19 Charten»
242; f. —
Tombucttt« 283» ^98*
Travnik , 39*
^Tristan d^Acünha, NachHch«
ten über diese Insel, 232.1*
jrrebimczjl, Fliifs, 45»
Trebinie, b^fesü^e Stadt»
3» 45. /
Tuggurtah, Stadt» 4401
/
<'
1
SI9
AegiBf^r.
V.
IMcrsIcJit dar OHrfert^w«!-
ch« der Krooe und Edtl«
letttea in d«ia Districte
M$litppüif' im T«ttrisc]i0n
OonremeiiiMit gehttTtn,
420.
Uilitta Kottd, G«birf«^ 41.
Umia, Flab, 45.
Vacup , 46*
V«lickiy Geliirge, 41.
ycrbafy.FluiSiy 49» 45.
Vorf tbirge,' dai xotb« od«
CbibcrofiH-y^ 4^
^ ^ , du SAnlctt., 46^
— ^ t ^^ lUieB*, 4Mt
■
W.
Wahn, Iwdiy B«tebreit>ttiig
dertelben, I36i> Anbau des
liandct, 14a* Sicbdaaelbft
«vlbalieade WetÜM» 143^
Eingeboraa, 145» König»*
liebe Gewalt, 146, PoliMi*
w« tif. Äeligionuil^
KligiSter Aberglanbe» 14t .
L Macabeite-Feit, iga*'
Wobnnngen^ 153. Nak-
mngtmittel^ I54. Znittni
der Fniue&y 158* Mian*.
lacturen, 161.' Bdkf-
dong, l6o* FiacbereiyXdd.
Handel, 165. Lebenfmittel,
X66. Beluttigoagen, i6f.
Gebriuche bei Todetfil-
len, 1^0» Krxegfmacltt»
271. Cirilisatiotti Fort-
•cbritte in der^ der Eiii-
wobner, 172. Königlidie
FtmiÜey 173. Ehrenlie*
teignngen, 177*
VTaManab, Stadt, 43$*
Weymumme,. oder Ferir
rirer, ^ncbt» 140«
Wejtito*B«i, 137«
Zironiik, Pettung^, 4^
Zwornik, Landscbafti JHf
Stadt, 48»
• . *J
'*
1
I
I I
I
i
J
IIA? ?, ■ 193S