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ROMANISCHE BIBLIOTHEK 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



I)R WENDELIN FOERSTER, 

PllOF. DER ROMANISCHEN riHLOLOGlE A. D. UNIVERSITÄT RONN. 



VIII. 
BERTKAN VON BORN 



HALLE A. S. 

VERLAG VON MAX NIEMEYER. 
1892. 






BERTRAN VON BORN 



Iß 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



ALBERT STIMMING. 



HALLE A. 8. 

VERLACI VON MAX NIEMEYEK. 
1892. 




-w 



VORREDE. 



Bertran von Born erscheint hiermit zum zweiten Male 
vor dem deutschen Publicum, nachdem inzwischen auch 
Frankreich durch Veranstaltung einer Sonderausgabe (Poesies 
completes de Bertran de Born p. p. A. Thomas. Toulouse 
1888) dem Dichter den ihm längst schuldigen Tribut ge- 
zollt hat. Letztere Ausgabe beruht zwar nicht auf einer 
neuen kritischen Bearbeitung des gesammten Materials, 
lehnt sich vielmehr im Wesentlichen an den Text der 
meinigen an, stellt jedoch trotzdem ihrer Vorgängerin 
gegenüber einen Fortschritt dar, da sie in mehreren Punkten 
den Text unzweifelhaft verbessert und auch durch Deutung 
einzelner bisher unklarer Stellen sich Verdienste erworben 
hat. Ebenso ist es dankenswerth, dass der Verfasser im 
Anhange aus dem Cartularium des Klosters Dalon alle 
Urkunden abgedruckt hat, welche sich auf unseren Dichter 
beziehen. 

Weitere höchst willkommene Hülfe bei dieser Neu- 
bearbeitung ist mir durch eine Anzahl deutscher und fran- 
zösischer Gelehrter, besonders Andresen, Bartsch, Cha- 
baneau, Levy, Stengel, Suchier u. a. erwachsen, welche 
eingehende Besprechungen der beiden früheren Ausgaben 
geliefert und dadurch in gemeinsamer, einträchtiger Arbeit 
ein immer völligeres und tieferes Verständniss dieser 
eigenartigen Dichtungen ermöglicht haben. Für die Lebens- 



VI 

beschreibung des Dichters war ausserdem noch Cledat's 
Arbeit (Du role historique de Bertran de Born. Paris 1879), 
für die provenzalischen Erläuterungen die von Chabaneau 
(Les biographies des troubadours en langue provengale. Tou- 
louse 1885) von Bedeutung. Endlich finden sich auch in 
einigen anderen Abhandlungen hier und da textkritische 
Bemerkungen über einzelne Stellen unseres Dichters ein- 
gestreut, so bei Settegast, Joi in der Sprache der Trou- 
badours, Berichte der kgl. Sachs. Gesellschaft der Wissen- 
schaften, 20. Juli 1889; bei Reimann, Die Declination der 
Subst. und Adj. in der Languedoc bis zum Jahre 1300, 
Diss., Strassburg 1882; bei Loos, die Nominalflexion im Pro- 
venzalischen, Marburg 1884, und bei Pleines, Hiat und 
Elision im Provenzalischen, Marburg 1885. Von den dort 
vorgeschlagenen Aenderungen habe ich in den Anmerkungen 
jedoch nur die mitgetheilt, die einen gewissen Grad von 
Wahrscheinlichkeit zu haben schienen. 

Die vorliegende Ausgabe ist aus einer sorgfaltigen 
Prüfung meiner früheren hervorgegangen, wobei ich natürlich 
alle erwähnten Vorarbeiten nach Kräften verwerthet habe. 
In Bezug auf die Datirung einiger Dichtungen bin ich zu 
anderen Resultaten gekommen als Cledat, ja auch als 
Thomas, und habe meine Ansicht jedes Mal, allerdings 
möglichst kurz, zu begründen versucht. Zu besserer Ueber- 
sicht gebe ich am Schlüsse der Lebensbeschreibung eine 
Zusammenstellung der verschiedenen Datirungen aller bis- 
herigen Biographen. Zwei Sirventese, welche die Hand- 
schriften unserem Dichter zuschreiben, habe ich in den 
Anhang verwiesen, weil sie vermuthlich nicht von Bertran 
von Born, dem Vater, sondern vielleicht von dessen gleich- 
namigem Sohne herstammen, und habe ebendort dasjenige 
angefügt, für welches auch die Handschriften ausdrücklich 
den jungen Bertran von Born als Verfasser bezeichnen. 



VII 

Die pvovenzalisclien Ei'liiiitemngen lasse icli nacli dem 
Vorgänge der Haudsclinften immer denjenigen Gedicliten 
vorangehen, für die sie bestimmt sind, obwohl sie stellen- 
weise sehr nnznverlässig sind, daher zuweilen eher irre 
führen, als zur wirklichen Erklärung des betreifenden Ge- 
dichtes dienen. 

In den wenigen Fällen, wo icli in Betreff des 
llandschriftenverhältnisses der Lieder meine Ansicht ge- 
ändert liabe, konnte ich dies nur an der Gestaltung des 
Textes bemerkbar maclien, während ich die Begründung 
meiner jetzigen Ansicht durch Vorführung des Stammbaumes 
für eine neue Bearbeitung der grösseren Ausgabe aufsparen 
muss. In gleicher Weise ist durch den Charakter der 
.Sammlung, in welcher dies Buch erscheint, auch die Mit- 
theilung der Varianten ausgeschlossen. Nur in den Fällen, 
Avo die von mir gewählte Lesart gar nicht durch die 
Teberlieferung gestützt ist, habe ich dies in den An- 
merkungen hervorgehoben, und habe ebendort auch die 
abweichenden Vorschläge der oben erwähnten Recensenten, 
soweit sie in Betracht zu kommen schienen, aufgeführt. 

Die Orthographie habe ich einheitlich geregelt. Mass- 
j, übend Avaren mir dabei einmal die Schlüsse, die sich aus 
der Beobachtung der Reime ergeben, sodann die Regeln, 
welche die'Leys d'amors über diesen Punkt aufstellen (vgl. 
Lienig, Die Grammatik der provenzalischen Leys d'amors, 
verglichen mit der Sprache der Troubadours L Diss. Breslau 
1890), endlich die Schreibung der Handschriften, soweit 
diese sämmtlich oder wenigstens nahezu sämmtlich tiberein- 
stimmten. Den Handschriften folgte ich in diesem Falle 
^>gar einzeln im Gegensatz zu den Forderungen der Leys, 
z. B. in der Setzung des n mobile bei un und in der 
3. Person des Plural sowie bei der Auslassung des h bei 
dem Hülfsverb aver. In der einen oder der andern Frage 



VIII 

sind mir allerdings Zweifel geblieben. Die für die Gedichte 
festgestellte Schreibung habe ich dann auch bei den pro- 
venzalischen Lebensnachrichten und den Erläuterungen 
durchgeführt, obschon deren Verfasser, die allerdings auch 
wohl der engeren Heimath des Dichters angehörten, mög- 
licher Weise eine etwas andere Orthographie gehabt haben. 

Die sogenannten angelehnten Laute habe ich nach dem 
Beispiele andrer durch einen Punkt von den zugehörigen 
Worten getrennt. Die Gründe, welche Paul Meyer (Rom. 
20, 168) gegen diesen Brauch anführt, scheinen mir nicht 
stichhaltig zu sein. Wenn man ein lama der Handschriften 
in einem kritischen Text durch Vama wiedergiebt, so kann 
man für deren amal mit genau dem gleichen Recht ama ' 1 
schreiben. Der Apostroph ist nicht weniger conventionell 
als der Punkt; beide deuten an, dass eine Vereinigung ur- 
sprünglich selbständiger Elemente vorliegt. Wenn Paul 
Meyer hervorhebt, dass wir es in Wörtern wie heus 
(= he vos) mit einem einsilbigen Diphthong zu thun haben, 
so ist dies richtig, spricht aber nicht gegen jene Schreibung, 
weil diese die Natur des Diphthongs in keiner AVeise ver- 
ändert, da z. B. la'i genau so einsilbig ist wie lai\ sind 
zwei Silben erforderlich, so muss man trennen, d. h. la i 
schreiben. 

Das Glossar giebt nur bei denjenigen Formen die 
Fundstelle an, welche von der normalen Gestalt aus irgend 
einem Grunde, z. B. dem Reime zu Liebe, abweichen. 
Dagegen sind in dem Namensverzeichniss sämmtliche Beleg- 
stellen aufgeführt, wenigstens die aus den Gedichten, aus 
den Erläuterungen nur bei denjenigen Namen, die in den 
Dichtungen nicht vorkommen. 
Kiel, im Mai 1891. 

Albert Stimming. 



Lebensbeschreibung. 



Unter den Quellen für die Nachrichten über Bertran 
von Born's Leben ist neben seinen eigenen Liedern das 
Urkundenbuch des nahe bei der Heimath des Dichters 
gelegenen Klosters Dalon die zuverlässigste i). Mit dessen 
Hülfe sind wir im Stande, die Familie Bertrans durch 
drei Generationen zurückzuverfolgen. Der Grossvater des 
Dichters, Itier von Born, erscheint als Zeuge in einem 
Aktenstücke des genannten Klosters aus dem Gründungs- 
jahre desselben 1114. Der Sohn Itier's, Namens Bertran, 
bekam von seiner Frau Ermengarde drei Söhne, nämlich 
ausser dem ältesten, unserem Dichter, noch zwei andere, 
Itier und Constantin, von denen der letztere, wie wir 
sehen werden, mit seinem ältesten Bruder melirfach in 
Zwist gerathen ist. 

Das Schloss Born, nach welchem die Familie ihren 
Namen trug, ist höchst wahrscheinlich dasjenige, welches 
in Perigord, und zwar hart an der Grenze von Limousin 
(im heutigen Dep. Dordogne, Gemeinde Salagnac), lag und 
dessen Überbleibsel noch jetzt inmitten eines grossen 
Waldes sichtbar sind. Es muss indessen früh in frem- 
den Besitz übergegangen sein, da in den Urkunden des 
zwölften Jahrhunderts stets andere Personen als Besitzer 
von Born genannt werden. 



^) Das Original ist verloren gegangen, doch befindet sich 
eine im Jahre 1680 gefertigte Abschrift in der Pariser National- 
bibliothek (f. lat. 17120); die auf die Familie Born bezüglichen 
Abschnitte sind von A. Thomas im Anhang seiner Ausgabe 
(S. 151—60) abgedruckt. 



Bomanische Bibl. Bertran von Born, 



— 2 — 

Das Geburtsjalir des Dichters vermögen wir nur an- 
näherungsweise anzugeben. Wir wissen, dass aus seiner 
Ehe mit Raimunda zwei Söhne, Bertran und Itier, sowie 
eine Tochter, Aimeline, hervorgingen, und da letztere nach 
der Angabe des Chronisten Gottfried von Vigeois im Jahre 
1183, wo jener sein Werk schrieb, bereits mit Seguin von 
Lastours verheirathet und Mutter zweier Söhne war, so 
wird ihr Vater vermuthlich zwischen 1135 und 1140 ge- 
boren sein. Dieser erscheint nun sowohl in seinen Ge- 
dichten wie auch in den Urkunden als Herr von Autafort.^ 
einem starken Schlosse, das etwa 12 Km. südlich von 
dem alten Stammsitz Born, 36 Km. östlich von Perigueux 
lag und das in verjüngter Form (jetzt Hautefort genannt) 
noch vorhanden ist. Wie uns der oben genannte Gottfried 
von Vigeois berichtet, gehörte es ursprünglich der Familie 
Lastours, und es ist nicht bekannt, wodurch der Besitz- 
wechsel veranlasst worden ist. Vielleicht ist dies auf dem 
Wege der Vererbung geschehen, da die beiden Geschlechter 
Lastours und Born mehrfach durch Verheirathung in ver- 
wandtschaftliche Beziehungen getreten sind. So war Con- 
stantin, des Dichters jüngerer Bruder, mit Agnes von Las- 
tours vermählt, und auch der Gemahl Aimeline's, der 
Tochter unseres Bertran, gehörte, wie wir gesehen, jener 
Familie an. Wie dem auch sei, Thatsache ist, dass in 
einem Aktenstück, welches zwischen 1159 und 1169 ent- 
standen ist, Bertran und Constantin von Born als Bewoh- 
ner, das heisst doch wohl als Besitzer, von Autafort be- 
zeichnet werden. 

Weiter entnehmen wir dem mehrfach erwähnten Ur- 
kundenbuche noch folgendes. Als des Dichters Gattin 
erscheint im Jahre 1179 Raimunda, im Jahre 1192 dagegen 
eine Philippa, sodass wir annehmen müssen, dass er in- 
zwischen Wittwer geworden war und sich dann aufs neue 
verheirathet hatte. In demselben Jahre 1192 erhielten 
zwei Söhne erster Ehe, Bertran und Itier, auf einem Feste 
in Puy Notre-Dame en Velay den Ritterschlag. Aus der 
zweiten Ehe des Dichters entsprossen zwei Söhne, Bertran, 
der zum Unterschiede von seinem Stiefbruder gleiches 
Namens Bertran der Jüngere genannt wurde, und Constantin. 



— 3 ~ 

Wenden wir uns nunmehr zu einer zweiten Quelle, 
nämlich den beiden uns erhaltenen proveuzalischen Bio- 
graphien, so erweisen sich dieselben als sehr dürftig und 
obenein unzuverlässig. Zunächbt ist hervorzuheben, dass 
sie von verscliiedenen Verfassern herrühren müssen, da sie 
tlieil weise mit einander im Widerspruch stellen. Die erste 
nennt nämlicli den Dichter einftich „chastela" sowie 
„Herrn von Autafort" und verlegt seine Heimath richtig 
nacli Perigord, die andere lässt ihn fälschlich aus Limousin 
stammen, giebt ihm den Titel „Vizgraf", der ihm durch- 
aus nicht zukam, und stellt die sicher übertriebene Be- 
hauptung auf, dass die Burg Autafort eine Besatzung von 
naliezu tausend Mann gehabt habe. Im übrigen beschrän- 
ken sich die historischen Angaben der ersteren auf eine 
allgemeine Bemerkung über Bertrans häufige Kämpfe mit 
seinen Nachbaren, mit seinem Bruder und mit Richard 
Löwenherz, über seine unausgesetzten Bemühungen, fort- 
während neue Kriege anzustiften, endlich über den Ein- 
fluss, den er auf den jungen Heinrich, ältesten Sohn des 
englischen Königs, ausgeübt hat. Falsch ist ihre Behaup- 
tung, dass er in gleicher Weise auch den Vater beherrscht 
habe. Die andere theilt uns mit, dass sein Spielmann 
Papiol geheissen und wen er mit den in seinen Sirventesen 
für die englischen Prinzen verwandten Verstecknamen ge- 
meint, wobei jedoch Richard Löwenherz mit seinem Vater, 
König Heinrich H., verwechselt wird. Auch die Angabe, 
dass er für den ältesten Bruder die Bezeichnung Mari- 
nier gebraucht habe, scheint auf einem Irrthum zu be- 
ruhen, da von den beiden Gedichten, in welchen jener 
Versteckname vorkommt, eins (No. 24) sicher erst nach dem 
Tode des jungen Heinrich niedergeschrieben worden ist^). 

Nach derselben Biographie soll Bertran sodann nur 
zwei Canzonen gedichtet haben, während wir deren min- 
destens acht kennen. Ganz falsch ist deren weitere Behaup- 
tung, dass der junge Heinrich in einem Schlosse Bertrans 



^) Ob jener Versteckname auch noch in No. 22 vorkommt, 
das ebenfalls nicht mehr zu Lebzeiten Heinrichs entstanden ist, 
lässt sich nicht mit Sicherheit augeben (s. Anm. zu 22, 64). 

1* 



^ 4 — 

von Born in Folge eines Pfeilschiisses gestorben sei, da 
er, wie wir sehen werden, in dem Städtchen Martel einem 
Fieber erlag. Endlich erhalten wir dort noch einen kurzen 
und, wie sich herausstellen wird, ebenfalls ungeschichtlichen 
Bericht über die Einnahme Autaforts durch König Hein- 
rich IL Da also mit Ausnahme einer später zu besprechen- 
den Mittheilung über die letzten Lebensjahre Bertrans alle 
Angaben dieser Biographie theils unbestimmt, theils un- 
richtig sind, so kann sie keinen .urkundlichen Werth be- 
anspruchen. 

Etwas mehr Bedeutung haben die uns erhaltenen so- 
genannten „razos", die ])rovenzalischen Erläuterungen zu 
Bertrans Gedichten. Da nämlich letztere viele Anspielungen 
auf Personen und Ereignisse jener Zeit enthalten, so hat 
man es schon bei der Aufnahme derselben in die alten 
Liedersammlungen für nöthig befunden, verschiedene von 
ihnen mit mehr oder weniger ausführlichen Erklärungen 
zu versehen. Es ist zu vermuthen, dass diese Erläuterungen 
etwa ein halbes Jahrhundert nach Bertrans Tode nieder- 
geschrieben worden sind, und es stellt sich bei näherer 
Untersuchung heraus, dass der Verfasser, richtiger der 
Sammler, ziemlich kritiklos verfahren ist, d. h. alle Nach- 
richten, welche damals über den Dichter umliefen, auf- 
nahm, ohne ihre geschichtliche Glaubwürdigkeit zu unter- 
suchen. Dazu kommt, dass manchmal seine Erläuterungen 
einfach in einer, obenein stellenweise recht ungeschickten, 
Umschreibung der betrefienden Gedichte bestehen, wobei 
nicht selten der Fall vorgekommen ist, dass der Verfasser 
deren Worte geradezu missverstanden hat. Wenn daher 
diese „razos" auch mehrere schätzbare Aufklärungen ent- 
halten, so sind sie doch nur mit grosser Vorsicht zu be- 
nutzen und müssen stets an der Hand der zeitgenössischen 
Chroniken und anderer zuverlässiger Quellen geprüft werden. 

Alle Quellen nun stimmen in dem Punkte überein, 
dass unser Dichter zu den Söhnen König Heinrichs nahe 
Beziehungen gehabt hat; in seinen Gedichten bezeichnet 
er sie wiederholt mit Verstecknamen, so den Richard mit 
Oc e No, den Gottfried mit Rassa, während es, wie gesagt, 



i 



~ 5 — 

nicht sicher ist, ob er mit dem Ausdruck Marinier den 
ältesten, Heinrich, meint. Wie diese vertraute Bekannt- 
schaft entstanden, wissen wir nicht, doch hat die That- 
sachc selbst nichts auffalliges, da die Prinzen sich oft und 
lange in der Nähe von Bertrans Ileimath aufgehalten 
haben. Ihre Mutter Eleonore von Aquitanien, welche nach 
ihrer Scheidung von dem französischen Könige Ludwig VII. 
am 18. Mai 1152 Heinrich II. Plantagenet, Grafen von 
Anjou und Maine sowie König von England, geheirathet 
hatte, weilte nämlich seit 1163 mit ihren Söhnen in 
Bordeaux als Statthalterin ihres Gatten; ja durch den Ver- 
trag von Montmirail (6. Januar 1169) wurde dem Prinzen 
Heinrich die Verwaltung von Anjou und Maine, dem 
Richard die von Aquitanien übertragen. Da nun also that- 
sächlich ein enges Verhältniss zwischen den Prinzen und 
dem Dichter bestand, so ist es begreiflich, dass letzterer 
an den zahlreichen Zwistigkeiten und Kämpfen der Brüder 
unter einander und gegen ihren Vater regen Antheil ge- 
nommen hat, ein Antlieil, dem er auch meist in seinen 
Dichtungen einen deutlichen Ausdruck verlieh. 

Dass er schon an der ersten grossen Empörung der 
Prinzen vom Jahre 1173 sich thätig betheiligt habe, lässt 
ich allerdings nicht beweisen. Auf Anstiften der Eleonore, 
ilie von einer heftigen Abneigung gegen ihren Gatten erfasst 
worden war, hatte sich nämlich ihr Sohn Heinrich, welcher, seit 
er am 15. Juni 1170 in Westminster gekrönt worden, der 
..junge König" liiess, mit seinen Brüdern Richard und 
(lottfried, mit seinem Schwiegervater, König Ludwig VII. 
von Frankreich, sowie mit zahlreichen französischen und 
aquitanischen Baronen verbunden, um seinen Vater vom 
Throne zu stossen. Erst nach hartnäckigem Kampfe ge- 
laug es der überlegenen Feldherrngabe Heinrichs II., aller 
-einer Gegner Herr zu werden und sie zu einem Frieden 
zu zwingen, der am 29. September 1174 zu Stande kam. 
Wenn auch die Vermuthung nahe liegt, dass Bertran von 
Born, wie später, so auch bei dieser Gelegenheit sich 
unter den Bundesgenossen des jungen Königs befunden 
hat, so bezieht sich doch unter den auf uns gekommenen 
Gedichten desselben keins auf diesen Feldzug; auch wird 



— 6 — 

in den zeitgenössischen Gescliichtswerken weder sein Name 
noch der seiner Burg genannt. 

Eine gewisse Bestätigung jener Vermuthung scheint 
sich aus dem ältesten uns erhaltenen Sirventese Bertrans 
von Born zu ergeben, obwohl dieses ganz anderen Er- 
eignissen seine Entstehung verdankt. Es bestand nämlich 
eine alte Feindschaft zwischen Alfons II. von Aragon und 
dem Grafen Raimund V. von Toulouse, die sich um den 
Besitz der Grafschaft Provence stritten, und Alfons hatte 
von jeher in Heinrich IL von England einen zuverlässigen 
Bundesgenossen gehabt, da dieser durch seine Gattin An- 
sprüche auf die Grafschaft Toulouse zu haben behauptete. 
Nachdem die langjährigen Kriege zwischen den Gegnern 
1176 durch einen Vertrag beendet, brachte Alfons schon 
im folgenden Jahre aufs neue ein Btindniss gegen Raimund 
zu Stande, worauf dieser 1179 mit der gleichen Massregel 
antwortete. Nachdem sich der Kampf längere Zeit unent- 
schieden hingezogen, brach der Aragonier im Sommer 1181 
mit einem starken Heere in das feindliche Gebiet ein, 
nahm und zerstörte mehrere Schlösser, ja erschien sogar 
vor den Mauern von Toulouse, dessen Umgebung er furcht- 
bar verwüstete 1). Raimund wandte sich hülfesuchend an 
die aquitanischen Barone, die ja als die alten Gegner 
Heinrichs und dessen Freundes Alfons' seine natürlichen 
Verbündeten sein mussten. Der Umstand, dass er seine 
Sendboten zu diesem Zwecke auch an Bertran von Born 
schickte, lässt darauf schliesscn, dass dieser ebenfalls jenem 
Könige schon feindlich gegenüber gestanden hatte. Be- 
merkenswerth ist es dabei, dass er unseren Bertran bitten 
Hess, er möge ihn auch durch seine Dichtergabe unter- 
stützen und seine Standesgenossen durch Sirventese für 
diese Sache begeistern. Wir dürfen hieraus den sicheren 
Schluss ziehen, dass Bertran sich damals schon wiederholt 
dichterisch versucht, ja durch kriegerische Lieder bereits 
eine gewisse Berühmtheit erworben hatte, sodass selbst 
mächtige Fürsten sich um seine moralische Unterstützung 
bemühten. Raimunds Hoffnung wurde nicht getäuscht. In 



») Histoire de Languedoc, VI, S. 68—70, 87, 93—94, 



dem Liede 1 (B. ') 23) erklärt der Dichter, dass, da der Graf 
von Toulouse ihn durch Aramon Luc von Esparro habe 
auffordern lassen, ein zum Kampfe anreizendes Sirventes 
zu machen, er nicht nein sagen wolle. Begeistert schil- 
dert er nun, wie der Graf nach Toulouse seinen Heerbann 
entbieten, wie ihm von allen Seiten Bundesgenossen, dar- 
unter der Dichter selbst, zuströmen und wie in dem dann 
beginnenden Waff'entanz die Feinde den wuchtigen Hieben 
ihrer Gegner unterliegen würden. Als die Entstehungszeit 
dieses Gedichtes ergiebt sich aus dem Gesagten der Sommer 
des Jahres 1181. 

Bertran scheint jedoch seinen Vorsatz, dem Raimund 
zu Hülfe zu ziehen, falls er ihn überhaupt jemals ernst- 
lich ins Auge gefasst hat, nicht ausgeführt zu haben Die 
Verhältnisse in seiner engeren Heimath gestalteten sich 
auch bald so, dass sie seine ganze Aufmerksamkeit und 
Thatkraft in Anspruch nahmen. Seit der Krönung des 
jungen Heinrich hatte Richard allein die Verwaltung von 
Poitou und Aquitanien erhalten. Ihm hatte daher auch 
sein Vater, als mehrere Barone den Frieden vom 29. Sep- 
tember 1174 nicht anerkennen wollten, die Unterwerfung 
der Aufständischen übertragen. Zwar war ihm dies da- 
mals auch gelungen, aber die Strenge und Härte, ja Grau- 
samkeit, die er bei seiner Regierungs weise an den Tag 
legte, riefen bald eine allgemeine Erbitterung hervor, die 
sich zu verschiedenen Malen in Empörungen Luft machte. 
Eine solche brach auch im Jahre 1182 aus, an welcher 
sich Ademar V., Vizgraf von Limoges, Elias V. Taleyrand, 
(Jraf von Pcrigord, sowie andere Barone betheiligten und 
die auch Bertran von Born mit seinem ganzen Einflüsse 
eifrig unterstützte. Zunächst allerdings nur mit geistigen 
Mitteln, indem er die Empörer anfeuerte, sie durch Eide 
zu einem festen Bunde zusammenfügte und ihnen neue 
Bundesgenossen warb. Am thätlichen Eingreifen wurde 
er durch seine persönlichen Verhältnisse gehindert. Wir 
haben oben erfahren, dass in einer Urkunde, die zwischen 



') B. =: Bartsch, Grundriss zur Geschichte der provenza- 
lischen Literatur. Elberfeld 1872. 



■ — 8 — 

1159 und 1169 niedergeschrieben ist, neben unserem Dich- 
ter auch sein Bruder Constantin als Herr von Autafort er- 
scheint. Wenn man hiernach vermuthen muss, dass beiden 
Brüdern jenes Schloss gemeinschaftlich gehört habe, so 
wird diese Vermuthung durch die eigenen Worte des Dich- 
ters (2, 1 — 7; 3, 41 — 45) bestätigt, obwohl wir ausser 
Stande sind, anzugeben, wie dieses eigenthümliche Verhält- 
niss entstanden war. Nach der Erläuterung zu 2 war 
Constantin ein vorsichtiger Mann, der die Ruhe liebte (non 
era hom que s'entremeses mout de valor ni d'onor), daher 
wenig Neigung zeigen mochte, den immerhin gefährlichen 
Plänen und Unternehmungen seines älteren Bruders seine 
Hülfe zu leihen. Bei einer derartigen Verschiedenheit des 
Charakters und des Temperamentes war ein friedliches 
Zusammenregieren von Autafort, zumal in politisch auf- 
geregten Zeiten, kaum denkbar; ein Streit war unausbleib- 
lich, und wer auch immer diesen begonnen hat, er endete 
mit dem Siege Bertrans; sein Bruder musste die Burg ver- 
lassen. Gottfried von Viegeois ') erklärt ausdrücklich, dass 
Bertran seinen Bruder durch Verrath aus dem Schlosse 
vertrieben hat. Nichts war nun natürlicher, als dass letz- 
terer, wie uns die erwähnte Lebensnachricht mittheilt, sich 
hülfesuchend an Richard wandte. Stand doch Bertran auf 
der Seite von Richards Feinden, ja möglicher Weise war 
gerade die Weigerung Constantins, sich an dem Aufstande 
gegen Richard mit zu betheiligen, die Ursache des Zwistes 
und damit auch seiner Vertreibung gewesen. So durfte 
er denn auch bei Richard am ersten eine freundliche Auf- 
nahme und ein thatkräftiges Eintreten für seine Rechte er- 
hoffen. In dieser Erwartung sah er sich denn auch nicht 
getäuscht. Richard Avusste sehr wohl, dass Bertran ein 
eifriger Förderer des Aufstandes gewesen war und dass 
dessen Gegnerschaft schwer in die Wagschale fiel. Obwohl 
er daher damals gerade im Kampfe gegen Ademar V. von 
Limoges, den hervorragendsten seiner Gegner, begriftcn 
war, so schloss er mit diesem Frieden, ja sogar ein Bünd- 
niss. Beide fielen gemeinschaftlich in das Gebiet unseres 



*) Reo. des Historiens de France 18, 218. 



— 9 — 

Dichters ein und verbrannten und zerstörten alles rings 
umher, so dass Bertran von Autafort aus tiberall auf 
rauchende Trümmer und zerstampfte Saatfelder blickte. 
Er hoffte nun, dass die übrigen Thcilhaber des Aufstandes 
herbeieilen würden, um ihn aus seiner gefährlichen Lage 
zu befreien. Da aber seine Hoffnung sich als eitel erwies, 
so machte er seinem Ingrimm in einem bitteren Sirventese, 2 
(B. 44), Luft. Nachdem er angedeutet, dass er seinen Bru- 
der deswegen aus dem gemeinsamen Besitze hinausgeworfen, 
weil dieser versucht habe, ihn, den Dichter, in seinem 
Eigenthum zu beeinträchtigen, klagt er über den Angriff 
des Richard und Ademar, erklärt jedoch, er hoffe jetzt 
mit ihnen fertig werden zu können. Dann aber geisselt 
er schonungslos die Schlaffheit und Unthätigkeit der Barone, 
unter denen er namentlich Elias Taleyrand von Perigord 
mit beissendem Spotte überschüttet. 

Einen Anhalt in Betreff* der xVbfassungszeit des Gedichtes 
gewährt uns die Erläuterung, indem sie angiebt, dass 
Richard (dort irrthümlich als König bezeichnet) bei Ge- 
legenheit der Bekämpfung des Aufstandes Perigord ge- 
nommen habe. Dies geschah nach dem Berichte des Gott- 
fried von Vigeois') im Sommer 1182. Nachdem Richard 
bereits im April einen Einfall in das Gebiet des Elias 
Taleyrand gemacht, wiederholte er seinen Angriff im Juni 
und zwang jenen, ihm seine Hauptstadt Perigord auszu- 
liefern, deren Befestigungen er zerstörte. Aus derselben 
Quelle erfahren wir auch, dass Ademar von Limoges am 
1. Juli Frieden schliessen und zwei seiner Söhne als 
Geissein stellen musste. Da wir also unter diesen Um- 
ständen keinen Grund haben, jene Angabe der Erläuterung 
in Zweifel zu ziehen, so wird das in Rede stehende Ge- 
dieht bald nach dem zuletzt angegebenen Zeitpunkte ent- 
standen sein. 

Bertran kam jedoch mit dem blossen Schreck da- 
von. Es scheint, dass wichtigere Angelegenheiten Richard 
zwangen, von der Belagerung Autaforts abzustehen; wenig- 
stens deutet der Dichter selbst darauf hin, wenn er in der 



^) Reo. des Hist. de France 18, 212. 



— 10 — 

zweiten Strophe triumphirend ausruft, Ademar und Richard 
hätten jetzt selbst so viele Widerwärtigkeiten, dass sie 
wohl genug daran haben würden. 

Auf diesen selben Bruderzwist dürfte sich auch das 
Gedicht 3 (B. 20) beziehen. Aus demselben scheint her- 
vorzugehen, dass Constantin, als der Versuch, mit Richards 
Hülfe wieder Eingang in Autafort zu finden, gescheitert 
war, sich zu demselben Zweck an König Heinrich selbst 
wandte und dass dieser zornig unseren Dichter zur Rechen- 
schaft zog. Jedoch durch seine Gewandtheit, mochte diese 
nun darin bestehen, dass er den König persönlich für sich 
zu gewinnen oder dass er seinen Anspruch auf Autafort 
geschickt in das richtige Licht zu stellen Avusste, gelang 
es dem Bertran, von dem Könige einen Urtheilsspruch zu 
erlangen, der ihm den alleinigen Besitz der Burg zuer- 
kannte. Triumphirend zog er nun in das lange umstrittene 
Schloss ein und gab den ihn bewegenden Gefühlen durch 
das Gedicht 3 beredten Ausdruck. Sein Mitbesitzer, ruft 
er aus, hat sich erkühnt, von ihm das Erbe seiner (Bertran's) 
Kinder zu verlangen, und er, Bertran, würde geneigt ge- 
wesen sein, ihm davon mitzutheilen. Da man aber dann 
doch an ihm würde auszusetzen haben, so will er lieber 
sein Vorhaben ganz aufgeben (v. 41 — 48). Er nehme die 
Entscheidung des Königs an und werde nunmehr mit Auta- 
^rt nach seinem Belieben schalten und walten (v. 49 — 52); 
nicht einen Fetzen davon wolle er aufgeben und, wer etwas 
dagegen einzuwenden habe, der müsse es auf einen neuen 
Kampf mit ihm ankommen lassen (v. 13 — 16). Da er aber 
jetzt mit dem Könige und mit Richard gut stehe, so möge 
Ademar, Amblart und Taleyrand ihn immerliin bekriegen 
(v. 9 — 12), er fürchte sich vor dem Kriege nicht (v. 17 — 
29); mit Gewalt werde niemand bei ihm etwas durchsetzen 
(v. 30 — 32). In der ersten Strophe schreibt er die Wieder- 
gewinnung von Autafort einzig seiner Schlaiilieit und seiner 
Gewandtheit zu (v. 1 — 8). 

Die Erläuterung zu dem soeben besprochenen Gcdiclite 
stellt den Verlauf folgendermassen dar. Als Bertran einst 
seinen Bruder Constantin aus Autafort vertrieben, habe 
sich dieser an Ademar von Limoges, Amblart von Peri- 



— 11 — 

gord und an Taleyrand von Montagnac um Hülfe gewandt; 
diese hätten auch wirklich Autafort belagert und genommen; 
jedoch sei Bertran mit seiner ganzen Besatzung entkommen 
und haV)e nun seinerseits die Burg angegriffen. Schliesslich 
sei es zum Frieden gekommen, und der anfängliche Zustand 
des gemeinsamen Besitzes sei wieder hergestellt worden. 
Aber kaum sei Bertran in Autafort eingezogen gewesen, 
als er seinen Bruder aufs neue vertrieben. Dieser habe 
nun Hülfe bei König Heinrich sowie bei Richard gesucht, 
und da ersterer dem Dichter als dem bösen Rathgeber 
seines ältesten Sohnes Heinrich gezürnt, so habe er Auta- 
fort genommen, es ihm dann aber wiedergegeben, wobei 
auf die Erläuterung zu dem Sirventes „Puois lo gens ter- 
rainis fioritz" (12) hingewiesen wird. Daran schliesst sich eine 
Geschichte, in der erzählt wird, auf welche Weise Bertran 
den König überlistet und dazu bewogen habe, ihn den er- 
neuten Bitten Constantins gegenüber im alleinigen Besitz 
von Autafort zu belassen. Es heisst nämlich w^eiter: „Aber 
als der König ihm (dem Bertran) Autafort wiedergab, sagte 
er scherzend: „Es sei Dein, Du musst es vernünftiger Weise 
wohl haben, da Du Drinen Bruder so übers Ohr gehauen 
hast". Und Bertran kniete vor ihm nieder und sagte: 
„Herr, vielen Dank, sehr gefällt mir das Urtheil". Und 
Bertran zog in das Schloss ein, und der König Heinrich 
sowie der Graf Richard kehrten mit ihrem Kriegsvolk in 
ihr Land zurück. Als die übrigen Barone, welche den 
Constantin unterstützten, dies vernahmen und sich über- 
zeugten, dass Bertran die Burg noch besässe, waren sie 
sehr zornig und riethen dem Constantin, er möge sich über 
Bertran bei König Heinrieh beschweren, der ihn in seinem 
Rechte schon schützen werde. Er that dies auch, aber 
Bertran zeigte dem Könige sein eigenes Urtheil vor, das 
er sich hatte schriftlich geben lassen, und der König lachte 
darüber und hatte seinen Spass daran. Bertran zog nun 
wieder nach Autafort, und Constantin hatte kein anderes 
Rechtsmittel \ 

Wir werden unten nachweisen, dass die ganze Scene, 
die nach der Erläuterung zu dem Sirventes „Puois lo gens 
terminis floritz" angeblich bei der Einnahme von Autafort 



- 12 — 

zwischen König Heinrich und dem Dichter sich zugetragen 
haben soll, ungeschichtlich ist, und denselben sagenhaften 
Ursprung dürfen wir auch wohl der eben gehörten Erzäh- 
lung zuschreiben. Der Erfinder derselben hat nur richtig 
erkannt, dass das Gedicht, zu dem er seine Erläuterung 
schreiben wollte, sich auf den Kampf der Brüder um Au- 
tafort bezieht und dass der Streit durch einen Urtheils- 
spruch des Königs entschieden worden ist. Sodann ent- 
nahm er dem Gedicht noch einige weitere Einzelheiten, 
z. B. aus den Zeilen 11 — 12 die Namen der Barone, die 
den Constantin angeblich unterstützten. Die Art und Weise, 
wie er diese seine Quelle benutzt hat, erkennt man aus 
einer andern Stelle der Erläuterung. An die Mittheilung, 
dass Bertran seinen Bruder zum zweiten Mal aus Autafort 
verjagt habe, knüpft er die Notiz: „Dies war an einem Mon- 
tage, wo es nach den Satzungen und Bestimmungen des Aber- 
glaubens und der Astrologie nicht gut war, irgend eine 
grosse Unternehmung zu beginnen". Diese wunderliche Be- 
merkung kann nur aus den völlig missverstandenen Versen 
25 — 29 (no'i gart dilus ni dimartz, ni setmanas ni mes ni 
ans etc.) hervorgegangen sein. Die Geschichte von der Über- 
listung des Königs soll offenbar eine Veranschaulichung der 
einleitenden Behauptung des Dichters bilden, dass er seinen 
Erfolg seiner eigenen Schlauheit verdanke. Da sodann 
* die Einzelheiten des Krieges zwischen den Brüdern, sowie 
die Verknüpfung der ganzen p]rzählung mit der späteren 
Eroberung von Autafort ungeschichtlich sind, so wird man 
nicht fehlgehen, wenn man die ganze Erläuterung als eine 
mit Benutzung einiger xVngaben des Gedichtes angefertigte 
Erfindung ansieht; und zwar wird sie von demselben Ver- 
fasser herstammen, dem die unten zu besprechende Scene 
zwischen König Heinrich und Bertran, zu welcher unsere 
Erzählung eine Fortsetzung bildet, ihre Entstehung verdankt. 
Dieser Zeit der Aufregung folgte eine solche, aller- 
dings kurze, des Friedens, welche uns zugleich unseren 
Dichter von einer ganz neuen Seite kennen lernen lässt. 
Selbst ein Mann, welcher, Avie Bertran, nur für die Politik 
Sinn zu haben und nur für den Kampf geschaffen zu sein 
schien, konnte sich der herrschenden Sitte, auch den Frauen 



— 13 — 

Huldigungen darzubringen, nicht entzielien. Nicht weniger 
als drei verscliiedene Damen sind von ilim besungen wor- 
den, und es zeugt von nicht geringer dichterischer Be- 
gabung Bertrans, dass auch diese Erzeugnisse seiner Muse 
einen sehr hervorragenden Platz innerhalb der provenza- 
lischen Liebeslyrik einnehmen. 

Die erste Edelfrau, welche er in Liedern gefeiert hat, 
war Maeut, d. h. Mathilde, eine Tochter des Vizgrafen 
Boso IL von Turenne (1122 43), welche mit ihren zwei 
Schwestern Maria von Ventadour und Elise von Monfort 
ein damals \ael gepriesenes Kleeblatt von Frauenschön- 
heiten bildete. Nach der provenzalischen Erläuterung soll 
sie mit Wilhelm Taleyrand, Herrn von Montagnac, also 
dem Bruder des Grafen Elias V. Taleyrand von Pcrigord 
verheirathet gewesen sein; doch scheint es, dass hier eine 
Verwechselung der beiden Brüder vorliegt, dass also Elias 
ihr Gatte gewesen ist, da dieser nach den Chroniken mit 
einer Tochter des Vizgrafen von Turenne verheirathet war '). 
Elias war, wie wir gesehen haben, im Frühsommer 1182 
der Bundesgenosse Bertrans gewesen, und bald darauf wird 
auch wohl das Verhältniss zAvischen seiner Gattin und dem 
Dichter stattgefunden haben. Wenn die Behauptung der 
zweiten Biographie richtig wäre, dass Bertran mit dem 
Verstecknamen Marinier den jungen Heinrich meine, so 
würden wir auf die Zeit vor dem 11. Juni 1183, dem 
Todestage jenes Prinzen, gewiesen, da in einem der hier- 
her gehörigen Gedichte (28, 56) Marinier angeredet wird. 
Wir haben jedoch gesehen, dass die Richtigkeit jener An- 
gabe in Zweifel gezogen werden muss. Aber ein sichrerer 
Anhalt führt uns in das Jahr 1182, da Bertran in einem 
anderen, gegen Ende 1182 entstandenen Liede (35, 11—14) 
erklärt, sein „Bels Senher" möge sich nunmehr nach einem 
anderen Anbeter umsehen, weil er, Bertran, jetzt der Krone 
aller Frauen diene. „Bels Senher" ist aber der Name, 
mit welchem Bertran die Maeut bezeichnete, und so muss 
seine Liebschaft mit dieser vor jenem Zeitpunkte liegen. 



^) Reo. des Eist, de France 12, 425; Art de verifier les 
dates X, 205. 



— 14 — 

Damit stimmt, dass die Worte 

E*l vescoms defeuda s'oDor 
E'l corns deman lalh per vigor, 
E veiam l'ades al pascor 

aus dem schon erwähnten Gedichte (28, 53 — 55) nach der 
Erläuterung sich auf einen Kampf zwischen Ricliard und 
dem Vizgrafen Ademar von Limoges beziehen, sodass wir 
darin eine Anspielung an den Aufstand des Jahres 1182 
s(^hen dürfen, von dem der Dichter also die Hoffnung aus- 
drückt, dass er im nächsten Frühling wieder ausbrechen 
werde. 

Das erste der an Maeut gerichteten Lieder, das, wie 
gesagt, die Form einer Zusclirift an Rassa, d. h. Gottfried 
von der Bretagne, aufweist, 28 (B. 37), preist mit warmen 
Worten die körperlichen und geistigen Vorzüge der 
Dame; da es jedoch in seinem zweiten Theile von einem 
anderen Gegenstande, den Erfordernissen eines wirklich 
vornehmen Mannes handelt, so ist es zu den Sirventes- 
Canzonen zu rechnen. In der Erläuterung wird behauptet, 
dass Bertran bei seiner Bewerbung mächtige Nebenbuhler 
gehabt habe, nämlich ausser den Prinzen Richard und Gott- 
fried den Alfons von Aragon und Raimund von Toulouse, 
doch beruht diese Angabe auf einem Missverständnisse der 
Verse 25 und 26 des Gedichtes. 

Dieses zarte Freund schaftsverhältniss wurde jedoch, 
wie uns die Erläuterung zu 30 belehrt, bald getrübt. 
Einer der Nachbaren des Dichters, der Vizgraf von Com- 
born, vermählte sich mit Guiscarda, Schwester des Guiscard 
von Beaujeu in Burgund, einer Dame, die weit und breit 
wegen ihrer Schönheit gefeiert wurde. Als nun ihre An- 
kunft bevorstand, begrüsste auch Bertran sie mit einem 
Liede, das uns leider verloren gegangen ist bis auf zwei 
Strophen, welche in die Erläuterung Aufnahme gefunden 
haben (No. 29, B. 1) und in welchen er das Land Limousin 
glücklich preist ob der Ehre, die demselben bevorsteht. 
Diese einer fremden Dame erwiesene Aufmerksamkeit er- 
zürnte die Maeut so, dass sie unseren Bertran verabschie- 
dete. Es scheint, a's habe letzterer ursprünglich die Ab- 
sicht gehabt, auch seinerseits in eine Trennung zu willigen 



— 15 — 

und sich dem neuen Sterne ganz zuzuwenden. Dafür 
spricht das Lied 30 (13. 10), in welchem er erklärt, der 
thue recht, welcher das Bessere für das Gute eintausche, 
und hinzufügt, er selbst werde der Besseren so treu 
dienen, dass sie ihn für seinen Verlust entschädige. Aus 
dem weiteren lulialte der Canzone lässt sich mit Sicherlieit 
vermutlien, dass mit „Besser-als-gut" Frau Guiscarda ge- 
meint ist. 

Aber bald bereute der Dicliter den gethanen Scliritt 
und richtete, um sicli mit Maeut zu versöhnen, an diese 
ein höchst eigenartiges Entscliuldigungsgedicht 31 (B. 15), in 
welcliem er die denkbar unangenehmsten Widerwärtigkeiten 
auf sich lierabwünsclit, falls seine Versicherung, dass er 
nie eine andere Dame geliebt, nicht der Wahrheit ent- 
spräche. Als aber selbst hierdurch die erzürnte Schöne 
sich nicht besänftigen lassen wollte, da beschloss Bertran, 
sich an deren Eitelkeit zu wenden, und verfasste das Lied 
32 (B. 12), welches eine äusserst feine Schmeichelei für 
sie enthält. Er erklärt, da sein „Bels Senher" ihn ohne 
Grund verabschiedet habe, so wolle er versuchen, in der 
Weise Ersatz für die verlorene zu finden, dass er jeder 
der gefeiertsten Schönheiten seiner Zeit denjenigen ihrer 
Reize entlehne, durch den sie sich am meisten auszeichnet. 
Aber kaum ist dies ideale Weib vollendet, als er auch 
schon erkennt, dass es nicht im Stande ist, ihn seine zür- 
nende Geliebte vergessen zu machen, ja es bereitet ihm 
höheren Genuss, nach letzterer zu schmachten, als erstere 
in seinen Armen zu halten. — Aber, was Bertran so sicher 
gehoft't, trat nicht ein, die Dame blieb vielmehr unerbitt- 
lich. Da begab sich der Dichter, wie in der Erläuterung 
zu 33 erzählt wird, nach Saintonge zu Frau Tiborc, der 
Gattin des Herrn von Chalais, Berbesil und Montausier, 
klagte über das ihm von Maeut widerfahrene unrecht und 
bat, dass sie ihn nun als ihren Ritter annelimen möchte. 
Frau Tiborc antwortete, sie werde, falls er ihr die volle 
Wahrheit gesagt, versuchen, ihn mit seiner Dame zu ver- 
söhnen und, wenn ihr Vorhaben keinen Erfolg haben sollte, 
>elbst ihn als ihren Ritter annehmen. Wirklich hielt sie 
Wort, und es gelang ihr auch, Frau Maeut von der Uu- 



— 16 — 

schuld ihres Sängers zu überzeugen, ja sie zu bewegen, 
diesen wieder in Gnaden anzunehmen. In dem Liede 
33 (B. 38) giebt der Dicliter seiner grossen Freude über 
dieses Ereigniss beredten Ausdruck. 

Bald darauf wurde es unserem Dichter beschieden, zu 
einer anderen, noch höher stehenden Frau in Beziehungen 
zu treten, nämlich zu Mathilde, der Tochter des englischen 
Königs Heinrichs IL, der Gemahlin Heinrichs des Löwen, 
Herzogs von Sachsen. Letzterer, in Folge seiner Empörung 
gegen Kaiser Friedrich Barbarossa mit dreijähriger Verbannung 
belegt, war Ende des Sommers 1182 sammt seiner ganzen Fa- 
milie in der Normandie zum Besuch bei seinem Schwiegervater 
eingetroffen und hatte dort für den Winter, und zwar zu- 
nächst in Argenton, seinen Wohnsitz aufgeschlagen. Richard, 
welcher bemüht war, das traurige Geschick seiner Schwester 
zu erleichtern und ihr den Aufenthalt in der alten Heimath 
möglichst angenehm zu machen, führte ihr auch seinen 
Freund Bertran von Born zu, dem er bei seinem leicht be- 
weglichen Charakter dessen Streich vom Sommer her längst 
verziehen hatte, und bestimmte sie, ihn als ihren Ritter 
anzunehmen, sodass er nun gew issermassen die Pflicht 
hatte, ihr auch durch Lieder seine Huldigungen darzu- 
bringen. Dies konnte ihm um so weniger schwer werden, 
als bei seinen nahen Beziehungen zu der englischen Königs- 
familie das herbe Loos der erst fünfundzwanzigjährigen 
Herzogin ihn nothwendig lebhaft erregen musste. In der 
That verdanken wir diesem Aufenthalte Bertrans an dem 
Hoflager in der Normandie während des Winters 1182 — 
83 zwei seiner schönsten Lieder, 34 und 35 (B. 9 und 19). 
In dem ersten, in Argenton entstandenen, nennt er seine 
Dame eine heitere Helena und versichert, dass sie an 
Schönheit die berühmten drei Schwestern von Turenne bei 
weitem übertreffe, und erkennt daraus, dass seine Liebe 
hoffnungslos sei. Es scheint jedoch, als habe Bertran bei 
Gelegenheit dieses Besuches nicht solche Befriedigung 
empfunden, wie er wohl erwartet. Sei es, dass ihm der 
am Hofe herrschende Ton nicht gefiel, sei es, dass er 
persönlich unangenehme Erfahrungen irgend welcher Art 
machen musste, — genug, er lieh seiner Enttäuschung nach 



— 17 — 

seiner Gewolmlieit einen unverblümten Ausdruck, wusste 
aber sogar diesen Tadel geschickt mit einer Schmeichelei 
für die l'rinzessin zu verbinden. Er erklärte nämlich in 
Strophe 3, dass ein Hof, an welchem man nicht scherzt 
und nicht lacht und nicht freigebig ist, eigentlich kein Hof 
sondern nur eine Versammlung von Baronen sei, sodass 
ihn in der That die Langweiligkeit und der Mangel an 
Feinheit, denen er in Argenton begegnet sei, umgebracht 
haben würde, wenn die Schönheit und die Liebenswürdig- 
keit der Fürstin ihn nicht daran gehindert hätten. In dem 
zweiten Liede spricht er zwar schon von der bevorstehen- 
den Rückkehr, sieht aber vorher, dass ihn in der Heimath 
die Sehnsucht nach der Dame seines Herzens erfassen und 
wieder zu ihr hinziehen werde. Mit Entzücken erinnert 
er sich der Stunden, die er in ihrer Nähe zugebracht, wie 
sie ihn neben sich hatte niedersitzen lassen und sich huld- 
voll mit ihm unterhalten hatte. 

Nach der provenzalischen Lebensnachricht verdankt 
dies Gedicht einem besonderen Umstände seine Entstehung. 
Während der Winterzeit, heisst es dort, unternahm Richard 
mit seinem Freunde einen Ausflug nach einem Truppen- 
lager. In diesem herrschte Mangel an Lebensmitteln, 
und so kam es denn eines Sonntags, dass der Mittag schon 
vorüber war, ohne dass sie etwas gegessen und getrunken 
hatten. Daher empfand Bertran, wie er in der Einleitung 
des Liedes mittheilt, eine sehr erklärliche Sehnsucht nach 
einem guten Wirthshaus, das ordentlich durchwärmt und 
reichlich mit Wein, Fleisch und Brot versehen wäre. Statt 
-ich jedoch vom Unmuth bezwingen zu lassen, zauberte er 
das Bild der Prinzessin vor seine Seele und dichtete die 
erwähnte Canzone. Dies muss vor Weihnachten geschehen 
-ein, da unmittelbar nach dem Feste der König mit seinen 
S(ihnen nach Anjou reiste, von wo Richard nicht wieder 
nnch der Normandie zurückkehrte '). 

Das nun folgende Jahr 1183 wurde das ereigniss- 
reiehste und folgenschwerste wie für Bertran so auch für 
die englische Herrscherfamilie. Schon gegen Ende 1182 



Reo. des Bist, de France XVII, 451. 

Bomauiache Bibl. Bertrau von Born. 



— 18 — 

hatte der junge Heinrich von seinem Vater seine sofortige 
Belelinung mit der Normandie oder einem andern Herzog- 
thum verlangt, wälirend der König ihm nur ein beträclit- 
liches Jahresgehalt und einen grösseren Hofstaat zugestan- 
den hatte, mit dem weiteren Anerbieten, dass seine beiden 
Brüder Ricliard und Gottfried ilim als ihrem künftigen 
Könige huldigen sollten. Während Heinrich und Gottfried 
mit diesen Vorschlägen einverstanden waren, verweigerte 
Richard den Huldigungseid, weil er als Herzog von Aqui- 
tanien unmittelbarer Vasall Frankreichs zu sein behauptete. 
Da Richard nun schon vorher mit Heinrich um das Schloss 
Clairvaux in Streit gerathen war, so wurde das Verhältniss 
zwischen beiden Brüdern immer gespannter, um so mehr, 
als die aquitanischen Barone, welche in ihrer Erbitterung 
gegen Richard jede Gelegenheit, dessen Joch abzuschütteln, 
ergritien, durch Boten dem Heinrich die Herrschaft über 
Aquitanien antrugen. 

In dieser Zeit der Spannung scheint Bertran das Ge- 
dicht 4 (B. 11) verfasst zu haben, da es Anspielungen auf 
den drohenden Bruderzwist enthält. Zunächst muss es vor 
dem 11. Juni 1183, dem Todestage des jungen Königs, 
entstanden sein, da letzterer in v. 58 als lebend erwähnt 
wird. Der Dichter tadelt ihn nämlich wegen seiner zögern- 
den Haltung und bezeichnet diese seine Schlaffheit, was 
bemerkenswerth ist, hier mit demselben Ausdruck (dormir), 
wie in einem Liede, welches, wie wir sehen werden, An- 
fang 1183 entstanden ist (6, 17). Auch dem Richard hält 
er höhnend seine Friedfertigkeit vor (v. 60 — 62) und stellt 
es ausdrücklich als das Ziel seines Strebens hin, die 
Grossen gegen einander zum Kampfe aufzureizen; dies ge- 
schehe nicht sowohl aus blosser Streitsucht, als vielmehr, 
weil im Kriege die minder mächtigen Edelleute eine viel 
einflussreichere Rolle spielen als im Frieden (v. 22 — 28). 

Eine weitere Bestätigung d§r vorgeschlagenen Da- 
tirung liegt in einigen anderen Anspielungen des Gedichtes. 
Strophe 6 und 7 beziehen sich auf die gewaltsame Besitz- 
ergreifung von Autafort (Sommer 1182), und Bertran ver- 
sichert, dass er zu dieser Massregel habe schreiten müssen, 
weil sein Bruder trotz der beschworenen Abmachungen 



— 19 — 

ihn fortwährend in seinem Besitze beeinträchtigt habe. 
Wenn man deswegen Verlänmdungen über ihn verbreite, 
80 kümmere ilin das nicht. In der dritten Stroplie erklärt 
der Dichter, es gefalle ihm, dass der kleine König von 
Terra-Major so vorwärts strebt und seine Vasallen unter- 
wirft; er räth ihm, nachdem er gegen Arras hin einen Er- 
folg errungen, seine Rechte nunmehr allseitig geltend zu 
machen. Unter Terra-Major ist wohl, mit Anlehnung an 
den in den Chansons de geste gebrauchten und auch 
den Troubadours geläufigen Ausdruck, Frankreich gemeint, 
und die auf den französischen König angewandte Bezeich- 
nung „pauc" soll sich vermuthlich auf dessen Jugend be- 
zielien, da Philipp August erst 1165 geboren war. Was 
nun die in der Strophe berührten Ereignisse betrifft, so 
ist damit unzweifelhaft ein Kampf gemeint, den Philipp 
gegen den Grafen von Flandern führen musste. Er hatte 
diesem 1180 bei seiner Thronbesteigung die Regierung 
seines Königi'ciches anvertraut, ihm dann aber bald allen 
Einfluss entzogen und ihn vom Hofe entfernt. Um sich 
zu rächen, hatte der Graf 1181 einen Bund mehrerer mäch- 
tiger Barone gegen den König zu Stande gebracht. Aber 
Pliilipp sammelte ein beträchtliches Heer und leistete 
kräftig Widerstand. Nachdem der Krieg sich bis zur 
Mitte des Jahres 1182 hingezogen, kam es zum Frieden, 
nach welchem die empörerischen Vasallen wieder in das 
Lelmsverhältniss zurückkehren mussten, und die beider- 
seitigen Eroberungen wieder herausgegeben wm'den'). 

Anderen Inhalt haben die beiden Anfangsstrophen. 
In der ersten spielt Bertran darauf an, dass ihm einst von 
seiner Dame das Dichten verboten worden sei, in der 
zweiten, dass jetzt die schönste der Schönen seine Lieder 
huldvoll entgegennehme. Es liegt nahe, in jener Dame 
die Maeut zu s«hen, in dieser die Herzogin Mathilde, der 
er ja im Winter 1882 — 83 seine Huldigungen darbrachte. 
Da nun zur Zeit der Abfassung unseres Liedes augen- 
scheinlich der offene Bruch zwischen den Prinzen nahe 
bevorstand, aber noch nicht eingetreten war, so wird man 



') Schmidt, Geschichte von Frankreich 1,400—402. 

2* 



— ^Ö -^ 

die ersten Tage des Jahres 1183 als die Entstehimgszeit 
des Gedichtes annehmen dürfen. 

Der junge König ging auf das Anerbieten der aquita- 
nischen Barone ein und verband sich nocli mit Gottfried, 
um Richard mit Waffengewalt aus seinem Besitze zu ver- 
treiben. Bertran schloss sicli mit der Melirzahl seiner 
Landsleute unbedenklich dem neuen Aufstande an, da er 
sicli zu dem milden, freundlichen und leicht lenkbaren 
Heinrich viel mehr hingezogen fühlte als zu dem schroffen, 
heftigen und rücksichtslosen Richard. In dem zu Anfang 
des Jahres 1183 verfassten Gedichte 5 (B. 33) zählt er 
stolz die Barone seiner engeren Heimath Perigord, die sich 
dem Aufstande angeschlossen, sowie die anderen Bundes- 
genossen auf und fordert siegesgewiss Richard zum Kampfe 
heraus, während er andererseits den jungen König, indem 
er ihn au die ihm widerfahrene Schmach erinnert, in mög- 
lichst heftigen Zorn zu versetzen sucht. In der That ent- 
brannte denn auch der Bruderkrieg mit unerhörter Heftig- 
keit. Heinrich nahm eine Schaar Brabanter in seineu 
Sold, und diese fielen zusammen mit der bretagnischen 
Miliz in Poitou und Aquitanien ein. Als es jedoch den 
Anschein gewann, als ob Richard in die Enge getrieben 
werden würde, kam der König mit einem Heere von Eng- 
land herüber, um den Frieden zu vermitteln. Der junge 
Heinrich erklärte sich bereit, dem Vater zu gehorchen, 
und gab sofort seinen Plan auf, indem er nur bat, der 
König möge das streitige Schloss Clairvaux an sich nehmen. 
Da Richard nun wirklich die Burg auslieferte und sich 
ebenfalls unterwarf, so war der Streit vorläufig zu Ende, 
und die drei Brüder schwuren dem Vater, unter einander 
stets Frieden zu halten. 

Dieser unerwartete Verlauf der Dinge war aber durch- 
aus nicht nach Bertran von Born's Geschma#k, der, wie er 
mehrfach ausgesprochen, gerade am Kampfe seine Freude 
fand, daher in dem begonnenen Kriege recht gehofi't hatte, 
eine Befriedigung seiner Neigung zu finden. Da nun die 
aufständischen Barone sich von Heinrich schmählich im 
Stich gelassen sahen, so machte sich unser Dichter zum 
Dolmetsch des allgemeinen Unwillens derselben und Hess 



— 21 — 

in dem Sirventes 6 (B. 13) den jungen König die ganze 
Scliärfe seines Spottes fühlen. Er höhnte ilin damit, dass 
er Richard gegenüber auf Befehl zu Kreuz gekrochen und 
dass er als gekrönter König von Renten lebe, ja er rieth 
ihm geradezu, sich König der Lumpe zu nennen. 

Und gerade als ob Bertrans Herzenswunsch doch noch 
in ErfülluDg gehen sollte, brach der kaum beigelegte Hader 
bald von neuem zu hellen Flammen empor. Die aufstän- 
dischen Barone weigerten sich nämlich, den ohne ihr Zu- 
thun geschlossenen Frieden anzuerkennen, und nach einigem 
Schwanken gingen Heinrich und Gottfried wieder zu ihnen 
über. Hatten bisher nur die Brüder sich nuter einander 
blutig befehdet, so erhoben nun zwei der Söhne frevelnd 
die Hand gegen ihren Vater. Bertran trug auch jetzt kein 
Bedenken, sich den Empörern anzuschliessen, obwohl, wie 
er es in dem bei dieser Gelegenheit gedichteten Liede 
7 (B. 14) geradezu aussprach, er sich wohl bewusst war, 
dass er der schlechteren Sache diente (v. 19 — 20). Er 
sprach jedoch die zuversichtliche Hoffnung aus, dass 
der junge König auch dem Vater gegenüber das Spiel 
gewinnen werde. Aber Bertran irrte sich. Obwohl die 
rebellischen Prinzen kein Mittel scheuten, um sich zu 
halten, ja nicht einmal vor der Plünderung der Kirchen 
und Klöster zurückschreckten, so ruhte doch kein Segen 
auf ihrer Unternehmung. Dazu kam, dass der junge König 
kurz vor Pfingsten an einem hitzigen Fieber erkrankte und 
am 11. Juni 1183 in dem Schlosse Martel starb, nachdem 
er noch auf dem Todtenbette von seinem Vater durch Boten 
Verzeihung erbeten und erhalten hatte. 

Dieser Schlag traf unseren Dichter besonders schmerz- 
lich, da er in dem Dahingeschiedenen nicht nur einen 
wohlwollenden Beschützer und mächtigen Bundesgenossen 
seiner Sache, sondern geradezu einen seinem Herzen nahe 
stehenden Freund verloren hatte. Diesem seinem Gefühle 
gab er denn auch einen ergreifenden Ausdruck in zwei 
-ehönen, warm und tief empfundenen Klageliedern, No. 8 
und 9 (B. 26 und 41), in welchen er die edlen Eigen- 
schaften und die Verdienste des Prinzen mit beredten 
Worten schilderte. 



— 22 — 

Durch jenen unerwarteten Todesfall wurde auch die 
Kraft des Aufstandes gebrochen. Da die Barone das 
ganze Wagniss ja nur unternommen, um dem jungen Könige 
die Herrschaft zu verschaffen, so fehlte jetzt jeder Vor- 
wand zur Fortsetzung des Kampfes. Das ganze Heer löste 
sich auf; jeder eilte, seine Heimath zu erreichen, um hinter 
starken Mauern Schutz zu suchen. Richard setzte den 
Fliehenden nach und vernichtete mehrere Abtheilungen 
derselben; einzelne der Barone unterwarfen sich sofort auf 
Gnade und Ungnade. Da nahte auch für Bertran von Born 
die Entscheidungsstunde. Gottfried von Vigeois, der ein- 
zige der zeitgenössischen Geschichtsschreiber, der dies Er- 
eigniss erwähnt, berichtet den Hergang folgendermassen-): 
„An demselben Tage (30. Juni) erschien der Herzog Richard 
mit dem Könige Alfons von Aragon, der vorher dem äl- 
teren Könige (Heinrich) zu Hülfe gekommen war, vor Au- 
tafort und belagerte die Burg mit aller Macht, . . . und, um 
mich kurz zu fassen, nahm das sehr feste (valde inex- 
pugnabile) Schloss mit Waffengewalt am siebenten Tage 
darauf, das heisst an der Octave des Peter-und-Paulstages 
(6. Juli) und gab es dem Constantin von Born, dem Schwieger- 
sohne des Olivier von Lastours, den sein Bruder Bertran 
von Born durch Verrath daraus vertrieben hatte, wieder. 
Darauf zog der König von Aragon nach Barcelona zurück, 
der Herzog Richard aber verwüstete das Gebiet des Grafen 
von Perigord und der Freunde desselben." 

Dieser Bericht wird nun durch des Dichters eigene 
Worte bestätigt und in einigen Punkten erweitert. In dem 
Gedichte 10 (B. 21), welches unmittelbar nach dem Er- 
eigniss selbst entstanden ist, ruft er aus: „Wenn ich auch 
Verlust gehabt habe, so verzage ich doch nicht, sondern 
werde mich bemühen, Autafort wieder zu bekommen, das 
ich dem Richard auf seinen Befehl habe übergeben müssen. 
Da er mir aber auf meine Bitte verziehen und mich ge- 
küsst hat, so brauche ich keinen Schaden zu fürchten, was 
er auch früher gesagt haben mag (v. 1 — 15)." Schliesslich 



Reo. des Eist, de France 18, 218. 



— 23 — 

bittet er ihn geradezu, ihm Autafort zur Bewachung anzu- 
vertrauen oder es ihm ganz zu geben (v. 61 — 64). 

Fassen wir nun dem gegenüber die provenzalischen 
Lebensnachrichten ins Auge, so liegen hier zwei Erzäh- 
lungen über die Einnahme von Autafort vor. Nach den 
Erläuterungen zu 10 erschien Richard, als die Aufstän- 
dischen sich zum grössten Theile unterworfen, mit einem 
Heere vor der Burg und schwor, nicht eher abzuziehen, 
als bis auch Bertran sich ihm unterwürfe. x\ls letzterer von 
diesem Eide hörte und sich vergegenwärtigte, dass alle 
seine Bundesgenossen ihn im Stich gelassen, übergab er 
ihm das Scliloss und unterwarf sich ihm. Der Graf Richard 
empfing ihn freundlich, küsste ihn und verzieh ihm. Diese 
Erzählung scheint ausschliesslich aus dem soeben be- 
sprochenen Gedichte geschöpft zu sein, da sie von einer 
freiwilligen Übergabe der Burg redet. In Wirklichkeit 
war diese jedoch, wie wir gesehen, mit Gewalt erobert 
worden, und an dieser Thatsache wird nichts geändert, 
wenn Bertran, um den Richard bei guter Laune zu erhal- 
ten, sich in seinem Gedichte so ausdrückt, als habe er 
-ich bei der Übergabe einfach den Wünschen des Grafen 
gefügt. 

Anders verhält es sich jedoch mit dem zweiten Be- 
richt, der in den Erläuterungen zu 12 (B. 32) enthalten 
ist. Der König Heinrich von England, heisst es dort, be- 
rannte Autafort mit seinen Kriegsmaschinen, weil er dem 
Bertran sehr zürnte, da er der Meinung war, dass dieser 
die Empörung seines Sohnes angestiftet hatte. In seiner 
Begleitung befand sich auch Alfons, König von Aragon, 
und Bertran war sehr erfreut, als er dies erfuhr, weil 
dieser sein spezieller Freund war. Als nun im Belagerungs- 
heere sich Noth an Lebensmitteln bemerkbar machte, 
schickte Alfons in die Burg und bat um Brot, Wein und 
Fleisch. Bertran sandte ihm das gewünschte, liess ihm 
aber durch den Boten, welcher die Geschenke tiberbrachte, 
zugleich die Bitte aussprechen, er möge dafür sorgen, dass 
die Kriegsmaschinen von ihrem jetzigen Standorte entfernt 
würden, weil die Mauer an der Stelle, wo sie jetzt arbei- 
teten, ftist zerstört sei. Alfons entblödete sich nicht, die 



— 24 — 

so erhaltene Kenntniss ans Hoffnung auf schnödes Geld 
dem Könige Heinrich zu verrathen. Dieser that natürlich 
gerade das Gegentheil von dem, was Bertran gewünscht: 
er verstärkte und vermehrte die Sturmblöcke an der be- 
zeichneten Stelle, und bald war aucli Bresche in die Mauer 
gelegt, und die Burg wurde erstürmt. Der Bericht fährt 
dann fort: 

„Und Herr Bertran wurde mit allem seinem Volk in 
das Zelt des Königs Heinrich geführt; und der König 
empfing ihn sehr übel und sprach zu ihm: „Bertran, 
Bertran, Ihr habet gesagt, dass Ihr zu keiner Zeit auch 
nur die Hälfte Eures Verstandes nöthig hättet, aber wisset, 
dass Ihr ihn jetzt wohl ganz brauchet." — „Herr", sagte 
Herr Bertran, „es ist wohl wahr, dass ich dies sagte und 
ich sagte wohl die Wahrheit." — Und der König sagte: 
„Ich glaube wohl, dass er Euch jetzt abhanden gekommen 
ist." — „Herr", sagte Herr Bertran, „wohl ist er mir ab- 
handen gekommen." — „Und wie das?" sagte der König. — 
„Herr", sagte Herr Bertran, „an dem Tage, an dem der 
wackere junge König, Euer Sohn, starb, da verlor ich den 
Verstand und das Wissen und die Kenntniss." — Und als 
der König das vernahm, was Herr Bertran ihm unter 
Thränen von seinem Sohne sagte, kam ihm vor Mitleid 
ein grosser Schmerz in das Herz und in die Augen, so- 
dass er sich nicht enthalten konnte, vor Schmerz in Ohn- 
macht zu fallen. Und als er wieder zu sich kam, ruft er 
und sagte weinend: „Herr Bertran, Herr Bertran, Ilir habet 
wohl Recht und es ist wohl erklärlich, wenn Ihr um 
meines Sohnes willen den Verstand verloren habt, denn 
er liebte Euch mehr als irgend jemand in der Welt. Und 
ich, aus Liebe zu ihm, schenke Euch das Leben und die 
Habe und Euer Schloss und gebe Euch meine Liebe und 
meine Gunst wieder und schenke Euch fünfhundert Mark 
Silber wegen der Schäden, welche Ihr erlitten." — Und 
Herr Bertran fiel ihm zu Füssen, indem er ihm Dank sagte. 
Und der König zog mit seinem ganzen Heere davon." 

Untersuchen wir nun diese Erzählung auf ihre Glaub- 
würdigkeit, so ist zunächst sicher, dass Alfons von Aragon 
sich mit in dem Belagerungsheere befand. Aber alles 



— 25 — 

weiter über ihn mitgetheilte scheint erfunden zu sein. 
Auffiillig ist es schon, dass Alfons hier als Bertrans ver- 
trauter Freund hingestellt wird, während wir unseren Dich- 
ter gerade unter den Gegnern des Königs gefunden haben 
(vergl. S. 6). Auch dass im Belagerungsheere Noth an 
Lebensmitteln ausgebroclien sein soll, ist höchst unwahr- 
scheinlich, da die ganze Einscliliessung ja nur eine Woche 
gedauert hat. Die Geschichte von dem angeblichen Ver- 
rath des Alfons scheint erdichtet worden zu sein, um den 
grossen Hass Bertrans gegen den Aragonier, welcher aus 
zwei später zu besprechenden Sirventesen deutlich her- 
vorleuchtet, zu erklären, während dieser bei der alten 
Feindschaft zwischen beiden, die ja durch die Theilnahme 
des Königs an der Belagerung von Autafort neue Nahrung 
erhalten hatte, völlig verständlich ist. Ebenso wenig kann 
aber die schöne Scene zwischen dem Dichter und König 
Heinrich geschichtlich sein, aus dem einfachen Grunde, 
weil, wie wir gesehen haben, der König bei der Einnahme 
von Autafort gar nicht zugegen gewesen ist. Der Dichter 
erklärt ja auch ausdrücklich, dass er dem Richard sein 
Schloss habe übergeben müssen (10, 6 — 7). Jene Erzählung 
scheint aufgebaut worden zu sein auf einen Ausspruch, der, 
sei es mit Recht, sei es mit Unrecht, dem Dichter zu- 
geschrieben wurde und der auch in der zweiten Biographie 
kurz erwähnt wird, nach der er nämlich behauptet haben soll, 
er bedürfe nie mehr als der Hälfte seines Verstandes. 
Wenn aber jene Scene in das Gebiet der Sage zu ver- 
weisen ist, so verhält es sich nicht anders mit der Angabe, 
dass Bertran der Anstifter und der Führer der Empörung 
war, beziehungsweise von dem Könige dafür gehalten 
Avurde. 

Die beiden soeben besprochenen Berichte geben ein 
deutliches Bild von der Art und Weise, wie die uns er- 
haltenen Lebensnachrichten entstanden sind. Beide wider- 
sprechen sich obenein, sodass sie nicht aus einer und 
derselben Quelle hervorgegangen sein können. Es ist nicht 
zu bezweifeln, dass kurz nach dem Tode des Dichters, 
der bei seinen Zeitgenossen und auch später jedenfalls 
eine erhebliche Berühmtheit besass, die Legendenbildung 



— 26 — 

über sein Leben begann, und dass namentlich über das 
wichtigste Ereigniss desselben, den Verlust seiner Burg, 
bald Erzählungen in Umlauf kamen, die je länger, je mehr 
sich von der Wirklichkeit entfernten. Als nun die Nach- 
richten über sein Leben zusammengestellt werden sollten, 
nahm der Sammler alles unter dieselben auf, was er in Er- 
fahrung bringen konnte, in unserem Falle zwei Berichte, 
von denen der eine die Worte des Dichters etwas ungenau 
wiedergiebt, der andere fast ganz auf poetischer Erfindung 
beruht. In der Bemerkung von Bertrans Urheberschaft 
des Aufstandes haben wir ein Anzeichen der auch sonst 
bemerkbaren Neigung zu sehen, die Wichtigkeit der Rolle, 
die unser Dichter zu seinen Lebzeiten gespielt, zu über- 
treiben, d. h. ihn als eine mächtige, einflussreiche, historische 
Persönlichkeit hinzustellen, was er in Wirklichkeit durch- 
aus nicht gewesen ist. 

Einer ähnlichen Mythenbildung begegnen wir, wenn 
wir uns der Frage zuwenden, wie der Dichter wieder in 
den Besitz von Autafort gelangt ist. Wir haben oben er- 
fahren, dass zuerst Constantin, nicht aber Bertran, die Burg 
erhielt. Dies wird auch durch das an Rassa, also Gott- 
fried von der Bretagne, gerichtete Gedicht 11 (B. 36) be- 
stätigt, in welchem Bertran die Frage aufwirft, warum 
gerade er im Gegensatz zu allen übrigen Baronen sein 
Land nicht zurückerhalten habe. Er benutzt dann die Ge- 
legenheit, um noch einmal die Feigheit der Mitverschwore- 
nen, die ihn schnöde verrathen und ihren Eid gebrochen 
hatten, rücksichtslos zu brandmarken. 

Wie dem aber auch sei, es scheint, als ob Bertran 
nicht lange auf die Erfüllung seines Wunsches zu warten 
gehabt hat, obwohl wir nicht angeben können, welchen 
Umständen er die Wiedereinsetzung verdankte. Die Lebens- 
nachrichten enthalten wiederum zwei völlig verschiedene, 
ja sich gegenseitig geradezu ausschliessende Angaben. 
Nach der P^rläuterung zu 10 soll Richard dem Dichter 
auf Grund der vierten Strophe dieses Sirventeses nicht nur 
seinen Unmuth verziehen, sondern auch ihm sein Schloss 
Autafort wiedergegeben haben. Von dieser Nachricht 
^ilt aber dasselbe, was oben über den Ursprung der ganzen 



— 27 — 

Erliiiitcrung zu 10 gesagt worden ist, sie scheint sich nur 
auf die Worte des Dichters selbst zu gründen, die jedoch 
zu einer derartigen Behauptung keinerlei Anlass geben, sodass 
mehr aus ihnen herausgelesen worden ist, als sie besagen. 
In der Erläuterung zu 3 dagegen wird, wie wir oben (S. 10 
— 11) gesehen haben, die Wiedereinsetzung mit dem Zwiste 
zwisclien Bertran und Constantin, zugleich aber mit der 
sagenhaften Einnahme Autaforts durch König Heinricli in 
Verbindung gebracht. Es ist jedoch bereits nachgewiesen 
worden, dass diese Erläuterung in jeder Beziehung unglaub- 
würdig ist, da sie von vornherein von der falschen Voraus- 
setzung ausgeht, das Gedicht 3 beziehe sich auf die Wieder- 
einsetzung Bertrans nach der Eroberung vom Juli 
1183, dass aber auch, hiervon ganz abgesehen, alles was 
sie über diese Wiedereinsetzung Bertrans durch den eng- 
lischen König mittheilt, in das Gebiet der Erfindung zu 
verweisen ist. Aus keinem der Berichte ist also zu er- 
sehen, welchem Umstände Bertran seine Rückkehr nach 
Autafort zu verdanken hatte. 

Kaum aber hauste Bertran wieder auf seiner Burg, 
als er mit gewohnter Schärfe seinem Zorn gegen Alfons 
von Aragon freien Lauf Hess, der ja schon früher einmal 
auf der Seite seiner Gegner gestanden und der, wie wir 
gesehen, im Sommer 1183 bei der Einnahme von Autafort 
thätige Hülfe geleistet hatte. Da die Macht des Geg- 
ners jede Rache mit bewaffneter Hand ausschloss, so 
suchte er seinen Zweck dadurch zu erreichen, dass er 
alles, was er nur tadelnswerthes und ehrenrühriges über 
den König in Erfahrung bringen konnte, in die Welt 
hinausposaunte. Von den beiden Sirventesen, welche 
diesem Zwecke dienen sollten, stellt das eine, 12 (B. 32), 
das politische, das andere, 13 (B. 35), das private Leben 
des Königs an den Pranger, wobei allerdings nicht ver- 
schwiegen werden darf, dass der Dichter in seiner Leiden- 
schaft es mit der Wahrheit nicht immer allzu genau nahm, 
sondern sich nicht scheute, auch offenbaren Verläumdungen 
sein Ohr zu leilien. Da in dem ersten Gedichte von der 
sich entfaltenden Blüthenpracht die Rede ist, so wird es 
in den Frühling 1184 gehören, während das andere nach 
der Erläuterung etwas später entstanden ist. 



— 28 — 

Etwa gleichzeitig mit dem ersteren verfasste Bertran 
das Gedicht 14 (B. 34). Zwar soll dies nach der Erläu- 
terung der Zeit nach Richards Rückkehr vom Kreuzzuge 
angehören, aber bei genauerer Prüfung erkennt man, dass 
der Verfasser der Lebensnachricht offenbar nichts über die 
Entstehung des Liedes wusste, sondern jene Datirung aufs Ge- 
rathewohl aussprach und dann einige weitere Bemerkungen 
hinzufügte, die nichts als eine Umschreibung zweier, obenein 
zum Theil missverstandener, Stellen des Gedichtes selbst 
sind, nämlich einmal von v. 18 — 21, sodann von v. 25 — 
32. Dass die Abfassung vielmehr vor die Thronbesteigung 
Richards fällt, ergiebt sich daraus, dass dieser einfach 
„der Herr von Bordeaux" (v. 20) und „Graf" (v. 46) ge- 
nannt wird. Ja, wir müssen ziemlich weit zurückgehen, 
da in Strophe 5 Rassa, d. h. Gottfried von der Bretagne, 
angeredet wird, dieser aber schon am 19. August 1186 
starb. Andererseits wird Richard als Thronfolger hin- 
gestellt (v. 48), sodass wir auf die Zeit nach dem Tode 
des jungen Königs hingewiesen werden. Das Gedicht 
scheint sich auf einen Zwist zu beziehen, der zwischen 
Richard einer-, sowie Gottfried und Johann, dem vierten 
Bruder, andererseits auszubrechen drohte. Nun hatte 
König Heinrich nicht lange nach dem Tode seines ältesten 
Sohnes von Richard verlangt, er solle Aquitanien an seinen 
jüngsten Bruder Johann abtreten. Da Richard jedoch 
heimlich nach Poitou entfloh und wiederholt erklärte, so 
lange er lebe, werde er nicht zulassen, dass ein anderer 
als er Aquitanien besitze, wurde der König zornig und 
gestattete Johann, den Richard mit Waffengewalt zu zwingen. 
Johann verbündete sich mit Gottfried; beide stellten ein 
Heer auf und schickten sich an, in Richards Gebiet ein- 
zufallen ^).- 

Da erhob denn auch Bertran wieder seine Stimme, und 
zwar zu Gunsten seines gesetzmässigen Lehnsherrn Richard, 
dem er seit dem Tode des jungen Ileinricli nie wieder 
die Treue gebrochen hat. Er hält dem Richard vor, dass 
es eine Schmach für ihn sein würde, wenn er freiwillig 



1) Reo. des Eist, de France 17, 458—60. 



— 29 — 

Limousin aufgeben Avollte, wo er so manclie schöne Waffen- 
that vollbraclit habe (v. 25 — 32). Daher sielit er im 
(ieiste seinen Freund Ricliard aucli bereits siegreich nach 
Norden in das Gebiet seiner Brüder vordringen; überall, 
in der Bretagne, in der Normandie n, s. w. werde man 
seinen Heereszug erblicken können (v. 41 — 45); ja, er räth 
ihm, gleich England und die Königskrone für sich zu be- 
anspruchen (v. 47— 48). Dem Gottfried dagegen macht er 
bittere Vorwürfe, weil er im Sommer 1183 so schmählich 
seine Bundesgenossen, die aquitanischen Barone, im Stich 
gelassen habe (v. 33 — 38); wenn sie jetzt Frieden haben, 
ruft er ihm zu, so verdanken sie das nicht Euch, son- 
dern dem wackern Grafen Raimund von Toulouse. Dieser 
hatte nämlich damals die Sache des jungen Königs und 
seiner Freunde thatkräftig unterstützt. Es scheint, dass die 
Barone jetzt wiederum Miene machten, die günstige Ge- 
legenheit zu einem neuen Aufstande gegen Richard zu be- 
nutzen (v. 19 — 21) Aber Bertran sieht ihre Sache als 
aussichtslos an und glaubt vorhersagen zu können, dass 
der Graf sie zu Paaren treiben werde (v. 17 — 24). Da 
der Krieg, welcher hier als erst drohend hingestellt wird, 
im Sommer 1184 wirklich ausbrach, so wird unser Sir- 
ventes kurz vor dieser Zeit gedichtet worden sein, womit 
auch stimmt, dass in der ersten Strophe von den in den 
Gärten aufspriessenden Blumen gesprochen wird. 

Das Gedicht 15 (B. 28) ist wohl nicht allzu lange 
nachher entstanden; wenigstens spiegelt es genau die 
gleiche Stimmung wieder, wie 14, nämlich eine scharf 
ausgeprägte Abneigung gegen die empörungssüchtigen 
Barone und eine unbedingte Parteinahme für Richard, den 
er sogar genau wie dort als „Herrn von Bordeaux" be- 
zeichnet und von dem er auch hier hervorhebt, dass er 
jenen die rücksichtsloseste Behandlung zu Theil werden 
lässt. Obwohl sie daher genügenden Grund und auch 
Lust zur Empörung haben, so wagen sie doch nichts zu 
unternehmen, und Bertran verhöhnt sie deswegen auf das 
unbarmherzigste. Als Anhalt für eine genauere Datirung 
können zwei Angaben dienen, zunächst, dass schon über 
ein Jahr Friede im Lande geherrscht (v. 3 — 4), sodann, 



— so- 
dass die Franzosen mit einem Angriffe drohen (v. 29). 
Was erstere betrifft, so war der Friede in der Weise zu 
Stande gekommen, dass, nachdem der oben erwälinte 
Krieg zwisclien den drei Prinzen den ganzen Sommer 

1184 liindurch gewüthet hatte, der König am 30. November 
auf einer grossen Versammlung zu Jjondon die Brüder 
versölinte, wobei Richard Aquitanien beliielt. Zwar machte 
dieser im Frühling 1185 noch einen Einfall in die Bre- 
tagne, fügte sich jedoch sofort dem Befelile seines Vaters, 
als dieser am 16. April selbst nach der Normandie kam. 
Danach würde sich als Entstehungszeit etwa der Winter 

1185 — 86 ergeben, und wirklich Avird auch in dem Ge- 
dichte von der damals herrschenden Winterkälte gesprochen 
(v. 32). Auch die zweite der soeben hervorgehobenen 
Angaben stimmt zu dieser Datirung. Die drohende Hal- 
tung der Franzosen wurde nämlich durch Gottfried veran- 
lasst, der plötzlich olinc Grund von seinem Vater das 
Herzogthum Anjou verlangte, und als dieser seine For- 
derung abschlug, nach Frankreich ging, dessen König Phi- 
lipp August versprach, ihm bei der gewaltsamen Durch- 
führung seines Planes behülflich zu sein. Der wirkliche 
Ausbruch des Krieges wurde allerdings, wenigstens vor 
der Hand, durcli den plötzlichen Tod Gottfrieds (19. Aug. 
1186) verhindert. 

Noch eine Stelle unseres Gedichtes ist bemerkens- 
werth, nämlich die Strophe 5, in welcher wie in den Sir- 
ventesen 12 und 13 der Groll Bertrans gegen den König 
Alfons zum Ausbruch kommt. Die Aragonier, behauptet 
er, trauern, weil sie keinen Staatslenker, sondern einen 
schlaffen und jämmerlichen Herrn haben, einen Dichterling, 
der mehr nach Geld als nach Ehre strebt. Auch hier 
liat sich Bertran durch seine Rachsucht wieder zu unwahren 
Behauptungen hinreissen lassen. Bekanntlich war nämlich 
Alfons nicht nur einer der wärmsten Förderer und Be- 
schützer der Dichtkunst sowie der Dichter, sondern hat 
sich auch selbst mit Erfolg als Troubadour versucht. Die 
zweite Biographie Bertrans enthält einen Ausspruch von 
ihm, der, wenn er wahr ist, sein Interesse und sein 
Verständniss für die provenzalische Poesie bezeugt. Er 



— 31 — 

soll nämlich die Sivventese Bertraiis von Born und die 
Canzonen Guirauts von Bornelli mit einem Eliepaar vei- 
g^liclieu haben, bei welchem jene den Mann, diese die 
Frau darstellten. 

Aber der Krieg zwischen England und Frankreich, 
welcher durch Gottfrieds Tod verhindert worden war, brach 
im Jahre 1187 dennoch aus. Auch abgesehen von Gott- 
frieds Anzettelungen konnte es an Ursache zu gegenseitiger 
Feindschaft nicht fehlen. Schon gleich nach dem Tode 
des jungen Königs war ein heftiger Streit ausgebrochen, 
indem Philipp August die Herausgabe von Gisors und des 
dazu gehörigen normannischen Vexins verlangte, welche 
die Mitgift seiner Schwester Margaretha bei ihrer Verhei- 
rathung mit dem englischen Thronfolger gebildet hatten. 
Der König Ileiniich hatte jedoch die Erfüllung dieser 
Forderung unter allerlei Vorwänden von Jahr zu Jahr 
hinausgeschoben, bis endlich ein blutiger Zusammenstoss 
unvermeidlich wurde. Heinrich kam am 17. Februar 1187 
mit einem Heere von England nach der Normandie herüber; 
eine Zusammenkunft, die gleich nach Ostern zu Nonancourt 
stattfand, führte zu keinem Ergebniss, nur mit Mühe kam 
ein Waffenstillstand bis zum Johannes-Feste (24. Juni) zu 
Stande'), und beide Parteien benutzten diese Zeit, um 
möglichst viele Truppen zusammen zu ziehen. Philipp fiel 
jedoch schon vor Ablauf der Waffenruhe in Berry ein, 
eroberte Issodun und belagerte Chateauroux, die wichtigste 
Festung des Landes, welche von Richard und seinem 
Bruder Johann vertheidigt wurde. Als Heinrich mit dem 
übrigen Theile des englischen Heeres zum Ersatz herbei- 
eilte, hob Philipp die Belagerung auf und zog sich eine 
kleine Strecke zurück. Am 23. Juni 1187 standen beide 
einander gegenüber, als die Schlacht im letzten Augen- 
blicke durch zwei Legaten des Papstes verhindert wurde, 
welche aus Rom gekommen waren, um über die Unter- 
stützung des bedrängten Palästinas zu verhandeln. Diesen 
gelaug es schliesslich, einen Waffenstillstand auf zwei 
Jahre zu Stande zu bringen, auf Grund dessen Philipp 

^) Reo. des Ilist. de France 17, GOT. 



— 32 — 

Issodun behielt, im übrigen aber alle streitigen Punkte auf 
sicli beruhen bleiben sollten i). 

Diesen Ereignissen, an welchen auch Bertran von 
Born, und zwar auf Seiten seines reclitmässigen Landes- 
herrn, thätigen Antheil nahm, verdanken wir die Sirventese 
16 (B. 2) und 17 (B. 31). Jenes muss während des ersten 
Waffenstillstandes niedergesclirieben sein, denn der Dichter 
spricht von dem Erwachen des Frühlinges und ist äusserst 
unzufrieden, dass die Zeit so träge daliingelit und das Fest 
(vermuthlich das des Johannes) so lange auf sich warten 
lässt. Er verwünscht den, der diesen Vertrag angerathen, 
und versichert, dass Feiglieit nicht so viel werth sei wie 
flottes Wagniss. Während er nun aber den Philipp die 
ganze Schärfe seines Spottes fühlen lässt, um ilm zum 
Kampfe zu reizen, erklärt er, dass er den Richard nicht 
aufzustaclieln brauclie, da dieser von jeher den Krieg dem 
Frieden vorgezogen habe. 

Als nun aber der kaum begonnene Krieg durch den 
zweijährigen Waffenstillstand sehr gegen Bertrans Wunsch 
ein so unerwartet schnelles Ende fand, da maclite Bertran 
in einem zweiten Sirventese (17) seinem Unmuthe Luft. 
Er sagt selbst, er werde es so stark pfeffern, dass, wenn 
die beiden Könige es vernehmen, jeder den Wunsch haben 
werde, den Krieg wieder zu beginnen. In der Tliat tlieilt 
er seine Geisseihiebe rechts und links aus, beschuldigt 
beide Könige und Richard geradezu der Feigheit, hält 
ihnen vor, wie sie durch ihre Handlungsweise ihr Land 
geschädigt und ihre Ehre verscherzt haben; namentlicli 
aber ist es wiederum Pliilipp August, den er auf jede 
Weise an den Pranger zu stellen sucht. Die Erläuterungen 
geben noch an, dass der französische König nur deswegen 
dem Drängen der Legaten nachgegeben und sich zu einem 
Waffenstillstände herbeigelassen habe, weil, als er zum 
Angriff schreiten wollte, er bemerkte, dass die Champagner, 
die von Heinrich bestochen waren, sich nicht vom Flecke 
rührten. Diese Angabe der Erläuterungen wird durcli 



') Benedict von Peterborough ed. Stubbs 11, 0—7; Reo. 
des Hist. de France 17, 24. 



— 33 — 

Stvoplie 4 des Godiclites bcstütigt. Im übrij^eii aber ent- 
halten sie wiederum melirere Unriclitigkciten. Zunächst 
übertragnen sie die ganze Rolle Ileiuriclis dem Richard, 
den sie dalier auch immer Köni^^ nennen, obwolil in 17, 19 
ausdrücklicl» llcinricli als König der Engländer liingestellt 
wird. Sodann soll die erste Zusammenkunft auf der Grenze 
zwischen Turenne und Berry stattgefunden haben, während 
Nonancourt zwischen der Normandie und Orleanais liegt. 
Weiterhin behaupten sie, dass die beiden Heere sich an 
dem Flusse Gaura (gemeint ist wohl Sevra, jetzt Sevre- 
Niortaise) bei Niort, also in Poitou, gegenüber gestanden 
haben, in Wirklichkeit geschah dies in Berry, nicht weit 
von Chateauroux. Endlich ist auch die Angabe, dass der 
Friede auf 10 Jahre abgeschlossen worden sei, ungeschicht- 
lich (in Wahrheit nur auf 2). Der grösste Irrthum aber, 
den allerdings auch einzelne moderne Biographen theilen, 
besteht darin, dass das Gedicht 16 nach 17 verfasst sein 
soll. Der Verlauf soll nämlich folgender gewesen sein. 
Nach dem Frieden habe Richard sich Philipp gegenüber 
allerlei Ungebührlichkeiten erlaubt, und als letzterer sich 
darüber bei ihm beschwert, seien beide heftig an einander 
gerathen, und dieser Umstand habe unseren Dichter mit 
lebhafter- Freude erfüllt und zu der Abfassung jenes Sir- 
venteses (16) angeregt. Wenn nun diese Darstellung schon 
an sich wenig wahrscheinlich klingt, so steht sie obenein 
mit dem Inhalte des Gedichtes selbst gar nicht im Ein- 
klang und widerspricht geradezu den geschichtlichen That- 
sachen. Denn wir erfahren aus den Chroniken, dass 
Richard, als er behufs Abschlusses jenes Waffenstillstandes 
in Philipps Lager kam, er sich von diesem so gewinnen 
Hess, dass er ohne seines Vaters Erlaubniss mit nach Paris 
ging, indem beide unterwegs sogar an demselben Tische 
assen und in demselben Bette schliefen •). 

Wenn es nun auch nicht zweifelhaft sein konnte, dass 
der so mühsam zu Stande gekommene Friede zwischen 
Engländern und Franzosen nicht von Dauer sein würde, 
so traten doch bald Ereignisse ein, welche die Aufmerk- 



Benedict von Peterborough II, 7. 

llomaaische Bibl. Bertran von Boru. 



— 34 — 

samkcit der streitenden Fürsten vor der Iland nacli einer 
völlig anderen Richtung lenkten. Am 4. Juli 1187 war 
am See Tiberias der König Guido von Palästina geschlagen 
und gefangen, sein ganzes Heer aufgerieben, das heilige 
Kreuz erobert worden, und am 29. September war auch 
Jerusalem in die Hände der Sarazenen gefallen. Ein all- 
gemeiner Ruf des Schreckens und des Unwillens durch- 
tönte das ganze Abendland, und viele Fürsten und Ritter, 
unter ihnen Richard, schmückten sich sofort mit dem 
Zeichen des Kreuzes, um die der gesammten Christenheit 
angethane Schmach rächen zu helfen. Auch die beiden 
feindlichen Könige konnten sich dem Einflüsse der all- 
gemeinen Begeisterung nicht entziehen. Am 21. Januar 
1188 trafen sie sich mit ihrem Gefolge unter einer uralten 
Ulme bei Gisors, schworen in Gegenwart des Erzbischofs 
von Tyrus, dass die Feindseligkeiten ruhen sollten, und 
empfingen sammt all ihren Baronen aus den Händen des 
Erzbischofs das Kreuz. 

Auch Bertran von Born lieh dem heiligen Unter- 
nehmen seine Stimme und verfasste zu diesem Zwecke zu- 
nächst das Lied 18 (B. 30), von dem uns allerdings leider 
nur der erste Theil erhalten ist. Er preist das edle Bei- 
spiel Richards, der sich vor allen anderen durch seinen 
Eifer für die grosse Sache auszeichnet; aber auch dem 
Philipp August enthält er seine Anerkennung nicht vor, 
der diesmal gezeigt habe, dass er seinem erhabenen Ahnen 
Karl dem Grossen nachahmen und ein echter König sein 
wolle. — Da bei dieser Gelegenheit des Umstandes, dass 
Philipp ebenfalls das Kreuz genommen, bereits Erwähnung 
geschieht, wenngleich nur als einer nicht sicher ver- 
bürgten Nachricht (v. 20), so wird dieses Lied vermuthlich 
bald nach der Versammlung bei Gisors entstanden sein. 

Aber so unmittelbar bevorstehend nach diesen Äusse- 
rungen der Kreuzzug auch zu sein schien, so Hess, wie 
Bertran in einem bald darauf entstandenen Gedichte lier- 
vorhebt (21, 17 — 18), doch die politische Eifersucht der 
Fürsten diesen vorläufig nicht zu Stande kommen. Ja Richard 
selbst, der doch am meisten Eifer gezeigt hatte, wandte 
mit gewohnter Unbeständigkeit und Wankelmüthigkeit seine 



— 35 — 

Aufmerksamkeit sehr bald ganz andern Dingen zn. Gleicli 
naclidem sei» Vater am 26. Februar 1188 nach England 
gegangen war, um die Mittel zum Kreuzzuge flüssig zu 
machen, erhielt er die Nachricht, dass Gottfried von Lu- 
signan einen liaron aus Poitou, der mit Richard befreundet 
war, heimtückisch getödtet hatte. Als Richard herbeieilte, 
um die schnöde That zu bestrafen, sah er sich wiederum 
einem Bunde aufständischer Barone gegenüber, unter denen 
Ademar von Angouleme und Gottfried von Ranchon die 
hervorragendsten waren. Aber Richard schlug die Em- 
pörung mit eiserner Hand nieder, sodass Gottfried aus dem 
Lande fliehen musste. Gleich darauf wurde dem Richard 
gemeldet, dass der Graf von Toulouse einige Kaufleute, 
welche aus Aquitanien in sein Gebiet gekommen waren, 
gefangen genommen und äusserst grausam behandelt hatte. 
Sofort sammelte der englische Prinz eine Schaar Brabanter 
und aquitanischer Vasallen, fiel nach Pfingsten in Quercy 
ein, nahm die Stadt Gabors, das starke Schloss Moissac 
und die ganze Provinz, rückte dann in die Grafschaft Tou- 
louse selbst vor und eroberte siebzehn Schlösser in der 
Umgebung der Hauptstadt. Der hart bedrängte Graf wandte 
sich an Philipp August, seinen Lehnsherrn, mit der dringen- 
den Bitte um Beistand '). 

So war denn Bertrans steter Lieblingswunsch wieder 
einmal in Erfüllung gegangen, ein Krieg war im besten 
Gange. Auch zögerte er nicht, seine Befriedigung da- 
rüber in zwei Sirventesen, 19 (B. 29) und 20 (B. 40), auszu- 
sprechen. Dass diese sich auf die soeben geschilderten 
Ereignisse beziehen, ergiebt sich aus dem Hinweis auf die 
Einnahme von Cahors und die anderen Eroberungen, die 
Richard gemacht hatte (19, 27 — 28), sowie auf die von An- 
gouleme und die Besetzung der Grafschaft Toulouse durch 
denselben Prinzen (20, 19 — 21). Der Dichter erklärt 
jedoch ausdrücklich, dass er selbst an diesem Kriege nicht 
theilgenommen habe, dass er sich vielmehr auf die mora- 
lische Unterstützung Richards beschränken müsse. Darunter 

') Benedict von Peterborough II, 34—36; Eist. gen. de 
Languedoc 6, 127—8. 

3* 



— 36 — 

scheint er die VcrliÖlmun<^ des französischen Königs zii 
verstehen, der denn aucli in beiden Gedicliten in der 
schonun^^slosesten Weise «^ebrandmarkt, namentlicli Ilicliards 
Anmassung gegenüber der Unentsclilossenlieit nnd Feiglieit 
bescliiildigt wird. Ausser den auch frülier sclion verwen- 
deten Mitteln, den Philipp zum Kampfe aufzureizen, er- 
scheint hier zum ersten Male (20, 22 — 28) der Hinweis 
auf die Beleidigung, die ilim und seinem Hause dadurch 
widerfaliren, dass Richard trotz seines frülicren Verlöbnisses 
mit Pliilipps Schwester diese im Sticli gelassen und sich 
mit der Tochter des Königs von Navarra verlobt habe. 
Diese Behauptung entsprach der Wirkliclikeit. Richard 
vernachlässigte die französische Prinzessin Alice, seine 
Braut, und bewarb sich um Berengaria von Navarra, die 
auch später seine Gattin wurde. 

Der Umstand, dass der Hinweis auf diese neue Be- 
werbung sowie auf die Besetzung von Toulouse nur in dem 
Sirventese 20 vorkommt, scheint dafür zu spreclien, dass 
dieses etwas jünger ist als 19. Beide aber sind vor Mitte 
Juni 1188 entstanden, wo Pliilipp den Krieg mit Richard 
wirklicli begann, dagegen nach dem Pfingstfeste dieses 
Jahres, da um diese Zeit der englische Prinz Quercy er- 
oberte, also entweder im Mai oder Anfang Juni. 

Heinrich H. von England starb am 6. Juli 1189, und 
Richard wurde Erbe aller seiner Besitzungen. Die ersten 
Monate seiner Regierungszeit brachte er damit zu, seine 
Herrschaft überall zu sichern, sodass fast das ganze Jalir 
verging, ehe er ernstlich daran dachte, den einst feierlich 
gelobten Kreuzzug auszuführen. Bertran scheute sich niclit, 
ihn sowohl wie Philipp August an ilir Verspreclien zu 
mahnen und ihnen wegen ihrer Verzögerung ernste Vor- 
würfe zu machen. Als nachahmensweithes Muster hielt er 
ihnen den Markgrafen Konrad von Montferrat vor, welcher 
durch seine Thaten in Palästina die Aufmerksamkeit des 
gesammten Abendlandes auf sich gezogen hatte. Als näm- 
lich Saladin nach der Einnahme von Jerusalem zu der 
Belagerung von Tyrus geschritten war, hatte er hier in 
jenem Markgrafen einen ebenso unerschrockenen wie ge- 
schickten Gegner gefunden, der ilim erfolgreich Widerstand 



— 37 — 

geleistet, ja schliesslich am 29. Dezember 1187 die feindliche 
Flotte vernichtete und den bisher für unüberwindlich gehal- 
tenen Saladin zum Abzug gezwungen hatte. Konrads helden- 
niüthiger Widerstand erregte allgemeine Bewunderung; alle 
verkündeten seinen Ruhm, und auch unser Dichter sprach 
ihm in dem Liede 21 (B. 4) seine warme Anerkennung 
aus, indem er zugleich klagte, dass Konrad in seinem 
Kampfe gegen Saladin immer noch ohne Hülfe sei, weil 
die grossen Herrscher fortwährend ihren Aufbruch nach 
dem heiligen Lande verzögerten. Erst wenn diese Ernst 
machen, wie er dies recht bald von Richard und demnächst 
auch von Philipp erhofft, werde er selbst auch zu Konrad 
stossen — falls nicht etwa seine blonde Herrin Einspruch 
erhebe. Da Richard in v. 17 als König bezeichnet wird, 
so muss das Gedicht nach dem 6. Juli 1189, und zwar 
vermuthlich kurz darauf verfasst worden sein. 

In der That entschloss sich Richard sehr bald, sein 
Gelübde einzulösen, und traf alle Vorbereitungen für den 
Kreuzzug. Ein gleiches that Philipp August, und auf einer 
Zusammenkunft am 30. Dezember 1189 schworen beide 
Fürsten sich gegenseitige Treue und Unterstützung. Um 
diese Zeit ist vermuthlich das Gedicht 22 (B. 3) entstanden, 
welches stellenweise schwer verständlich und voll dunkler 
Anspielungen ist. In der sechsten Strophe wird Oc e No, 
d. h. Richard, angeredet, und als König des gesammten eng- 
lischen Reiches begrüsst, während in der zweiten von dem 
bevorstehenden Kreuzzuge sowie den dabei zu erhoffenden 
Eroberungen im Orient gesprochen wird. 

Einer etwas späteren Zeit scheint das Gedicht 23 (B. 45) 
anzugehören. Die einzige Stelle, welche einen Anhalt für 
die Datirung giebt, ist in den Zeilen 41 — 44 enthalten 
und lautet: „Wenn Philipp, König der Franzosen, dem 
Richard Gisors hat geben wollen, so muss dieser ihm da- 
für sehr dankbar sein.'' Wir haben gesehen, wie Gisors 
und das normannische Vexin, welches einst die Mitgift der 
Margaretha gebildet hatte, von Philipp August seit dem 
Tode des jungen Heinrichs, seines Schwagers, fortwährend 
zurückgefordert und von Heinrich ebenso zähe festgehalten 
wurde. Dieser Streit fand während der Vorbereitungen 



— 38 — 

zum Kreuzzuge einen vorläufigen Abscliluss, indem der 
französische König auf einer Zusammenkunft mit Ricliard 
am 22. Juli 1189 diesem die beiden Gebiete unter der 
Bedingung zu überlassen versprach, dass die Entschädigungs- 
summe von 20,000 Mark Silber, die schon Heinrich zu- 
gestanden hatte, um weitere 4000 Mark erhöht würde '). 
Es scheint jedoch, dass diese Summe nicht ausgezahlt 
worden ist, denn bei einer späteren Verhandlung, welche 
zwischen beiden Königen im Frühling 1191 vor ihrem end- 
gültigen Aufbruch nach dem heiligen Lande in Messina 
stattfand, kam diese Frage aufs neue zur Sprache, und hier 
wurden jene streitigen Gebiete dem englischen Könige be- 
dingungslos zugesprochen 2). Wenn man nun zwischen den 
beiden eben angedeuteten Terminen zu wählen hat, so 
wird man sich für den zweiten entscheiden, da der ganze 
Ton des Gedichtes mehr zu diesem passt. Der Dichter 
klagt nämlich über den allerorten wahrzunehmenden Ver- 
fall; nirgends mehr Ruhm und Tüchtigkeit, ein schlaffes 
Geschlecht überall! Wo sind sie, die sonst Schlösser zu 
belagern, glänzende Feste zu geben und reiche Spenden 
an Söldner und Spielleute zu vertheilen pflegten? Nicht 
einer von ihnen ist mehr da. Zwar giebt es herrliche König- 
reiche, Grafschaften, Marken und Schlösser, aber nicht die 
dazu gehörigen Könige, Grafen, Markgrafen und Schloss- 
herren ! — Es ist kaum anzunehmen, dass Bertran derartige 
Gedanken hätte aussprechen können zu einer Zeit, wo ganz 
England und Frankreich die gewaltigsten Rüstungen für 
den Kreuzzug machten. Wohl aber würden jene Worte 
auf die Zeit passen, wo die Heerfahrt begonnen war, 
wo also die Könige mit ihren Vasallen, d. h. die tüchtig- 
sten, reichsten und kriegerischsten Barone, sich ausser 
Landes befanden, wo alle Fehden wegen des heiligen 
Unternehmens streng verpönt waren und glänzende Fest- 
lichkeiten naturgemäss sehr selten vorkamen. Ein solcher 
Zustand konnte einem so unruhigen, kampffreudigen Sinn 
wie dem unseres Dichters unmöglich zusagen, und es war 



•) Roger von Hovedeu 111, 4. 

''^) Reo. des bist, de France 17, 32. 



— 39 — 

nur zu erklärlich, wenn er seinem Unmuthe in bitteren 
Worten Luft maclite. Vielleicht enthält das Geleit eine 
Bcstätij!:ung der über die Entstehungfszeit ausgesprochenen 
Vermuthung. Bertran schickt das Gedicht durch seinen 
Spiel mann Papiol an die beiden Könige von England und 
Frankreich, indem er ihm aufträgt, dem Richard zu sagen, 
er sei ein Löwe, dagegen scheine ihm der König Philipp 
ein Lamm zu sein, weil er sich so berauben lasse. Diese 
Worte passen nicht auf 1189, denn in den Gedichten, die 
unmittelbar vor dem Beginn des Kreuzzuges geschrieben 
sind, vermeidet es Bertran geflissentlich, den König Philipp 
zu höhnen und gegen die Engländer aufzuhetzen, um der 
heiligen Sache nicht zu schaden. Ja möglicher Weise hat 
sogar das für beide Könige gewählte Bild eine bestimmte 
Beziehung zum Kreuzzuge selbst. Wie uns nämlich ein 
Chronist erzählt '), hatte sich Richard unter den Sicilianern 
durch seine ungestüme Rücksichtslosigkeit und Eigenmächtig- 
keit den Beinamen des Löwen zugezogen, während sie 
Philipp August, dem an einem freundschaftlichen Einver- 
nehmen mit den Eingeborenen zu thun war und der ihnen 
daher alles nachsah, das Lamm nannten. Es ist nicht 
ausgeschlossen, dass, da die verbündeten Heere vom Sep- 
tember 1190 bis zum April 1191 auf Sicilien verweilten, 
diese Anekdote auch in die Heimath gedrungen ist und 
dass aus ihr Bertran jene ihm sehr passend erscheinenden 
Bezeichnungen entlehnt hat. 

Unser Dichter hat also, wie wir hieraus ersehen können, 
den Kreuzzug, den er selbst so eifrig befürwortet und 
empfohlen hatte, nicht mitgemacht. Man wird nicht fehl- 
greifen, wenn man annimmt, dass die Worte des Liedes 19: 

Mas non ai ges Lizinha ni Rancom, 

Qu'ieu puoscha lonh hosteiar ses aver (v. 13 — 14) 

den Grund seiner Zurückhaltung aussprechen. Seine Mittel 
waren eben zu beschränkt, als dass sie ihm die beträcht- 
lichen Ausgaben einer so kostspieligen Unternehmung ge- 
stattet hätten. Den Ereignissen der Kreuzfahrt selbst ist 



*) Chronicum Ricardi Diviensis 18 (cf. Pauli, Geschichte 
von England III, 216). 



— 40 — 

keins der uns erhaltenen Gedichte Bertrans gewidmet. 
Ihn interessirten mehr die Wirkungen, welche sie auf 
die Verhältnisse seiner^ engeren Heimath hervorbrachten. 
Und diese waren einschneidend genug. Bekanntlich war 
König Richard, als er, ohne Jerusalem befreit zu haben, 
von Palästina heimkehrte, durch den Herzog Leopold von 
Oesterreich, den er im heiligen Lande schwer beleidigt 
hatte, gefangen genommen und an Kaiser Heinrich VL aus- 
geliefert worden; es verging fast ein volles Jahr bis das 
gewaltige Lösegeld aufgebracht war, und er aus seiner 
Haft entlassen wurde. Bertran empfand ein lebhaftes Mit- 
gefühl mit dem Schicksale des heldenmüthigen Fürsten, 
seines angestammten Lehnsherrn, und gerieth in heftigen 
Zorn, als die aquitanischen Barone die Abwesenheit des 
Landesfürsten benutzten, um sich gegen dessen Stellvertreter, 
den Seneschall von der Gascogne, zu empören. Zwar war 
es diesem im Jahre 1192 gelungen, die Empörer zu be- 
siegen, aber, als Richards Heimkehr sich immer mehr ver- 
zögerte, brach der Aufstand, besonders unter der Führung 
Gottfrieds von Ranchon und Ademars von Angouleme, 
von neuem aus. Endlich war Richards Freilassung erfolgt, 
und diese freudige Nachricht begeisterte unseren Dichter 
zu dem Liede 24 (B. 8), in welchem er sich die bald zn 
erwartende Ankunft des Königs bereits vergegenwärtigt 
und sich vorstellt, welche Folgen dies Ereigniss für seine 
Ileimath haben werde; er hofft, dass namentlich den ver- 
rätherischen Baronen ihr Frevel nach Gebühr heimgezahlt 
werden wird. Im Geleit lässt er auch dem Kaiser Hein- 
rich VI. eine Rüge zukommen, weil er Kreuzfahrer auf 
der Heimkehr vom heiligen Lande in Gefangenschaft ge- 
nommen habe, eine That, die dessen Vater Friedrich Bar- 
barossa sich nie würde haben zu Schulden kommen lassen. 
Da Richards Heimkehr aus Deutschland, auf welche in 
V. 36 hingewiesen wird, nach seiner Freilassung, d. h. nach 
dem 4. Februar 1194 erfolgte, so wird das Gedicht bald 
nach jenem Zeitpunkt entstanden sein. 

Noch ein zweites Sirventes, 25 (B. 5), ist der Be- 
grüssung Richards gewidmet. Mit der schönen Jahreszeit, 
so frohlockt der Dichter, wird auch der wackere König 



— 41 — 

kommen, und dann wird man wieder Kämpfe, Belagerungen 
und andre Waifentliaten erleben. Die meineidigen Barone 
werden dann zu Kreuz kriechen und versuchen, sich weiss 
zu brennen. Hoffentlich werde Richard gegen die wider- 
spenstigen unerbittlich, gegen die überwundenen dagegen 
-Tossmüthig sein. Eine andere Stelle des Gedichtes (v. 17 
— 23) liefert den Beweis, dass trotz des heranrückenden 
Alters bei unserem Bertran die leidenschaftliche Freude 
an Schlachten und Kriegsgetümmel keineswegs abgenommen 
hatte. Bemerkenswerth ist der Schluss, in welchem der 
Dichter sich gegen den Verdacht verwahrt, als sei sein 
Eifer für die Sache des Königs erkauft; dies treffe nicht 
zu, aber es sei Pflicht jedes Ehrenmannes, für einen tüch- 
tigen Herrn alle Zeit einzutreten. — Sowohl der Ausdruck 
„liebliche Jahreszeit" (v. 1) als auch die Thatsache, dass 
Richard, nachdem er die Verhältnisse in England geordnet, 
am 12. Mai 1194 über den Canal segelte i), lassen keinen 
Zweifel darüber, dass das Gedicht in den Frühling dieses 
Jahres zu setzen ist. 

Unter den noch übrigen politischen Sirventesen be- 
zieht sich eins, 26 (B. 25), auf das Verhältniss Richards 
zu seinem alten Gegner Philipp August und ist zu einer 
Zeit entstanden, wo wieder einmal ein Kampf zwischen 
beiden auszubrechen drohte. Aus demselben scheint her- 
vorzugehen, dass König Alfons VHI. von Castilien, der 
seit 1170 mit Richards Schwester Eleonore verheirathet 
war, versprochen hatte, seinem Schwager mit einem Heere 
zu Hülfe zu kommen. Dieses sein Versprechen hat er 
jedoch niemals gehalten, und wenn man erfiihrt, dass er am 
19. Juli 1195 von den Arabern unter Abu-Jusuf bei Alar- 
cos eine empfindliche Niederlage erlitt-), so wird man ver- 
sucht sein, anzunehmen, dass dies die Ursache seiner Zurück- 
lialtung gewesen sei. Jedenfalls ist es nicht wahrschein- 
lich, dass nach jener Niederlage er auch nur den Gedanken 
hätte fassen können, sich an einem Kriege in fernen Landen 
zu betheiligen, weshalb die Vermuthung nahe liegt, dass 



M Roger von Hoveden 3, 251. 

^) Schäfer u. Schirruiacher, Geschichte von Spanien 6, 255. 



_ 42 — 

unser Gedicht vorher, etwa in der ersten Hälfte des Jahres 
1195 entstanden ist. Im übrigen schildert dieses die 
beiderseitigen Rüstungen und gefallt sich in der Ausinahmg 
der Zustände, die der bevorstehende Ausbruch des Krieges 
schaffen wird. 

Em letztes politisches Sirventes endlich, 27 (B. 43), von 
welchem jedoch nur zwei Strophen erhalten sind, in deren 
zweiter sogar eine Zeile fehlt, tadelt mit bitteren Worten 
die Schlaifhcit und Uncntschlossenheit der Barone, von 
denen einige auch mit Namen angeführt werden. Es fehlt 
jedoch jeder Anhalt, das Gedicht zu datiren, nur lässt sich, 
da ein ganz gleicher Vorwurf auch in No. 2 und No. 15 
ausgesprochen wird, vermuthen, dass es etwa gleichzeitig 
mit einem dieser beiden verfasst worden ist. 

Es scheint, als ob weitere politische Sirventese unseres 
Dichters nicht auf uns gekommen sind. Zwar werden ihm 
in den Handschriften noch einige andere zugeschrieben, 
doch spricht die Entstehungszeit, die sich aus den in 
ihnen enthaltenen Anspielungen erschliessen lässt, gegen 
die Richtigkeit jener Angabe. Dahin gehört zunächst das 
von Bartsch unter No. 18 aufgeführte (I). Es betrifft einen 
Streit Richards mit seinem Netfen Arthur, dem nach dem 
Tode des Vaters geborenen Sohne Gottfrieds von der Bre- 
tagne. Richard hatte den Wunsch, seinen Netfen unter 
seinen Augen erziehen zu lassen, und verlangte daher 
dessen Auslieferung. Dem widersetzten sich aber dessen 
Mutter Constantia sowie die Mehrheit der bretagnischen 
Bevölkerung; die Patrioten riefen schliesslich, als Richard 
zur Gewalt schritt, den französischen König Philipp August 
zu Hülfe und zogen sich mit dem Prinzen in das gebirgige 
Innere der Halbinsel zurück, während Richard vergeblich 
das ganze übrige Land verwüstete, schliesslich aber, ohne 
seinen Zweck zu erreichen, abzog. In dem erwähnten Ge- 
dichte wird zunächst die Freigebigkeit des englischen 
gegenüber der Knickerei des französischen Königs gelobt, 
zugleich aber werden jenem wegen seiner Lässigkeit Vor- 
würfe gemacht, indem er unverrichteter Sache die Bretagne 
wieder verlassen habe. Sodann wendet sich der Dichter 



— 43 ~ 

gegen die Bretonen, die er unzuverlässig, ehrlos und feige 
nennt. 

Da der Einfall Richards in die Bretagne um Ostern 
1197 erfolgte, so wird das soeben besprochene Gedicht 
bald nach diesem Zeitpunkte entstanden sein. In diesem 
Falle aber ist es nicht glaublich, dass unser Bertran von 
Born dessen Verfasser sein sollte, da er damals vermuth- 
lich bereits ins Kloster gegangen war. Die zweite Bio- 
graphie berichtet uns nämlich, dass er im Alter in den 
Cisterzienser-Orden eingetreten sei, und in der That hat er 
sich die in der Nähe seines Schlosses gelegene Abtei 
Dalon, die er und seine Familie schon mit zahlreichen 
Schenkungen bedacht hatte, als Ruhesitz auserkoren, um 
dort fern vom Getriebe der Welt seine letzten Tage zu 
verleben. Da nun in einem Documente des Urkunden- 
buches von Dalon vom S.Januar 1196') „Bertran von Born, 
Mönch von Dalon", als Zeuge erscheint, so liegt es auf 
der Hand, dass dieser unser Dichter sein muss. Es darf 
aber wohl mit Recht bezweifelt werden, dass Bertran noch 
im Kloster fortgefahren habe, die politischen Ereignisse 
seines Landes in Sirventesen zu behandeln, wir sind viel- 
mehr um so eher zu der Annahme berechtigt, dass einer 
seiner gleichnamigen Söhne der Verfasser des soeben be- 
sprochenen Gedichtes sei, als auch noch mehrere andere Sir- 
ventese, welche ebenfalls den Namen Bertrans von Born 
tragen, nachweislich nicht von unserem Bertran herstammen 
können. 

Dahin gehört Bartsch No. 22 (II), welches, wie es scheint, 
ebenfalls unserem Dichter abgesprochen werden muss. 
Es bezieht sich auf die Kämpfe zwischen dem englischen 
und französischen Könige, also unzweifelhaft zwischen 
Richard und Philipp August, und zwar scheint aus den 
Zeilen 21-24 hervorzugehen, dass der Graf Raimund VI. 
von Toulouse sich neuerdings den Engländern angeschlossen 
hatte. In diesem Falle würde das Gedicht wohl in das 
Jahr 1198 zu setzen sein, weil in demselben der durch 
einen Waffenstillstand unterbrochene Krieg zwischen jenen 



1) fol. 97 (Thomas S. 159). 



_ 44 — 

beiden aufs neue, und zwar heftiger als je entbrannte, und 
melirere der Bundesgenossen und der Barone des französischen 
Königs von diesem abfielen, um sich Richard anzuschliessen, 
unter ihnen auch Raimund von Toulouse •). Da in dem 
Gedichte von dem Siege, den der englische König im Sep- 
tember des Jahres zwischen Gameges und Vernon über 
seinen Gegner davontrugt), nicht die Rede ist, so ist es 
wohl vor jene Zeit zu setzen. 

Das einige Jahre später entstandene Sirventes III 
(B. 81, 1) wird in den Erläuterungen ausdrücklich Bertran 
von Born, dem jüngeren, zugeschrieben. Es betrifft den 
Verlust der französischen Besitzungen der Engländer unter 
der Regierung von Richards Bruder und Nachfolger Johann, 
und der Dichter zeiht letzteren der Schlaffheit und der 
Unfähigkeit, indem er ihm das Beispiel seiner tapferen 
Vorfahren vor Augen hält. Aber auch die Barone kommen 
nicht besser weg, welche durch ihre landesverrätherische 
Haltung den Sieg der Franzosen möglich gemacht haben. 
Einen genaueren Anhalt für die Zeitbestimmung gewähren 
die Zeilen 11 — 12, in welchen dem Johann vorgeworfen 
wird, dass er Poitou und Tours fast ohne Gegenwehr dem 
Feinde überlasse. Philipps Einfall in Poitou begann näm- 
lich im August 1204, während die letzte Burg der Touraine 
im Hochsommer 1205 fiel, sodass man den Frühling 1205 
als Entstehungszeit ansetzen kann, da in der Einleitung 
auf die hervorsprossenden Blätter und Blüthen hingewiesen 
wird 3). 

Aber noch zwei andere Gedichte sind mit Unrecht in 
den Handschriften unserem Dichter beigelegt worden: zu- 
nächst eins (B. 6), welches einen glühenden Ilass gegen 
die Franzosen und die Pfaffen athmet, die unter dem Vor- 
wande, die Ketzerei der Albigenser auszurotten, die blühen- 
den Thäler Südfrankreichs vernichteten und verwüsteten. 
Es spielt auch auf die Rückeroberung von Beaucairc durch 



^) Roger von Hovedou 4, 54; Bist. gcu. de Langucdoc (i. 
185— 1 SB. 

'^) Roger von Ilovedcn 4, 55. 

^) Die drei zuletzt besprocheneu Sirventese sind im Anhang 
als No. I— III abgedruckt. 



^ 45 — 

Raimund VI. von Toulouse im Sommer 1216 an, und da 
Simon von Montfort, der Führer des Kreuzheeres, welcher 
am 25. Juni 1218 getödtet wurde, als lebend erwähnt wird, 
so fällt das Sirventes zwischen diese beiden Zeitpunkte. 
Diese Entstehungszeit schliesst aber jede Möglichkeit, dass 
es von unserem Bertran von Born stammen könne, aus, 
da dieser damals nicht mehr lebte. Die Chronik des 
Klosters Saint-Martial von Bernard Itier enthält nämlich 
folgende lakonische Notiz: „Sub anno 1215 octava candela 
in sepulchro (sancti Martialis) ponitur pro Bertrando de 
Born. Gera tres solidos empta est" •). Daraus geht her- 
vor, dass damals, also 1215, der Dicliter bereits gestorben 
war, allerdings vermuthlich erst kurze Zeit vorher. Aber 
auch dem jüngeren Bertran von Born dürfen wir dies Ge- 
dicht wohl kaum zuschreiben. Dagegen spricht der Inhalt 
und der ganze Tön desselben, dagegen auch wohl die Be- 
hauptung, dass es etwas nach einem Klausner schmecke 
(v. 3), und der Umstand, dass der Verfasser offenbar sich 
in der Umgebung des Grafen von Toulouse befand (vgl. v. 6). 
Es ist auch bemerkenswerth, dass in einer der Handschriften 
Guilhem Rainols als Dichter genannt wird. 

Ein letztes Sirventes, das in der Handschrift unserem 
Dichter zugeschrieben wird (B. 42), hat nachweislich einen 
Catalanen zum Verfasser, da dieser einerseits ein Unterthan 
des Königs von Aragon war (v. 41 — 42), andererseits von 
dessen südfranzösischen Besitzungen mit „lai" (v. 5, 14, 42), 
von Spanien mit „sai" (v. 21) redet. Er klagt sodann, 
dass der König Jacob I. von Aragon Melhau und Marseille 
an Raimund VII. von Toulouse verloren habe. Ersteres 
geschah durch den Frieden vom 17. Mai 1229, letzteres 
durch einen Vertrag vom 7. November 1230, sodass sich 
hieraus die Abfjissungszeit des Sirventeses ergiebt. 

Wir wenden uns nunmehr wieder zu unserem Dichter 
zurück, um noch diejenigen Lieder zu besprechen, welche 
nicht datirbar sind, weil sie nicht öffentliche Angelegen- 
heiten oder Ereignisse betreffen. Unter ihnen gehören 
einige zu derjenigen Gattung, welche die Provenzalen mit 



*) Kec. des bist, de France 18, 234. 



— 46 — 

dem Ausdrucke „sirventes joglaresc" bezeichnen, d. h. sind 
solclie, welclie der Dichter für einen Spielmann, der nicht 
selbst dicliten konnte, auf dessen Bitte verfertigt hat. In 
dem einen, 36 (B. 17), von welchem leider nur zwei Strophen 
auf uns gekommen sind, benutzt er die Gelegenheit, um 
ein höchst ergötzliches, durcli und durch satirisches Bild 
von den äusseren und inneien Eigenschaften des Folheta, 
namentlicli von seinen Leistungen im Gesänge, zu entwerfen. 
An denselben Sänger ist ein zweites, mit Wortspielen ge- 
würztes Sirventes, 37 (B. 16), gerichtet, in welchem jener 
unglückliclie Spielmann kaum besser wegkommt als in 
dem ersten. Ausserdem aber spricht der Dicliter sich darin 
noch über einige andre Personen, tlieils im lobenden, theils 
im tadelnden Sinne aus. In der metrischen Form und im 
Ton stimmt es mit einem Tadelgedichte Raimbauts von 
Aurenga gegen die Verläumder und Kläffer (Bartsch No. 5) 
übcrein. Noch deutlicher ausgeprägt erscheint die in Rede 
stehende Dichtgattung in einem weiteren Sirventes, 38 (B. 
24), welclies ganz und gar der äusserst witzigen Schil- 
derung der gesammten Persönlichkeit des Bittstellers ge- 
widmet ist. Wiederum kennt man ein zweites Gedicht, 
das dem unsrigen formell so sehr gleicht, dass das eine 
in Nachahmung des andern verfasst sein muss. Es ist 
gegen einen nicht näher bezeiclmeten Baron gerichtet, der 
darin mit den schwärzesten Farben geschildert wird. Die 
einzige Handschrift, welche es aufbewahrt (Paris, Bibl. 
Nat. 12474), nennt einen sonst niclit bekannten Lantelmet 
de l'Aghillon als Verfasser, doch ist der Herausgeber des- 
selben, Chabaneau, wegen dessen stilistisclier Älinlichkeit mit 
einigen Sirventesen Bertrans von Born geneigt, es unserm 
Dicliter zuzuschreiben, und das in Rede stehende vielmehr 
für eine, vielleicht von Lantelmet stammende, Nachahmung 
zu halten'). 

Auch das Gedicht 39 (B. 39) behandelt eine Privat- 
angelegenheit; es ist an den Grafen Gottfried, also wohl 
den englischen Prinzen, gericlitet, und macht diesem heftige 



') Poesies inedites des Troubadours du Perigord p. p. 
C. Chabaneau. Paris 1885, S. 5^}— 55. 



— 47 — 

Vorwürfe, dass er, als eine Dame ilim ein Stelldieliein 
gegeben, niclit erscliienen, sondern aus Ängstlichkeit zurück- 
geblieben sei. Im Geleite wird auf den Versuch Gottfrieds 
angespielt, von seinem Bruder Richard die Abtretung 
Aquitaniens zu erlangen, was also auf das Jahr 1184 hin- 
weist. 

Eine weitere Gattung von Gedicliten Bertrans endlich 
behandelt Fragen allgemeinen Inhaltes. Dahin gehTut 
No. 40 (B. 7), in welchem der Dichter eine Erklärung der 
Begriffe jung und alt, diese allerdings in besonders weitem 
Sinne genommen und namentlich auch auf das moralische 
Gebiet bezogen, giebt. In No. 41 (B. 27) verleiht er seiner 
schroffen Abneigung gegen die Bauern in seiner bekannten 
leidenschaftlichen Weise einen unverblümten Ausdruck. Aber 
auch seine Standesgenossen behandelt er nicht besser, son- 
dern liält ihnen ihre Vorurtheile, Schwächen und Untugenden 
schonungslos vor Augen. Dies thut er einmal in dem 
zweiten Theile von 33, dessen erster, wie wir oben (S. 15) 
gesehen, der Liebe gewidmet ist, sodass das Ganze eine 
Sirventes-Canzone bildet. Ähnlich wie bei 33 hat er auch 
in andre Lieder, so in 28 und in 25, einige Strophen ein- 
gefügt, die den Charakter eines Enueg, d. h. eines Gedichtes 
haben, in welchem der Verfasser aufzählt, was ihm unan- 
genehm und widerwärtig ist. 

Noch nicht völlig entschieden endlich ist die Frage, 
ob auch No. 42 unserem Dichter zuerkannt werden darf. 
Dagegen spricht zunächst der Umstand, dass in einer 
Strophe, der sechsten, eine Dame besungen wird, deren 
sonst in keinem der Gedichte Bertrans Erwähnung ge- 
schieht, nämlich eine Gräfin Beatrix, vermuthlich die Gräfin 
von Savoyen, Gemahlin Raimund Berengars V., Grafen von 
Provence. Da diese Strophe jedoch mit dem übrigen Theil 
des Gedichtes in keinem Zusammenhange steht, sich ausser- 
dem auch nur in einigen Handschriften findet, so liegt die 
Möglichkeit vor, dass wir es mit einer cobla esparsa zu 
thun haben, die erst später von irgend einem Abschreiber 
unserem Gedichte einverleibt worden ist. In einer jener 
Handschriften nämlich (Venedig, Marcus-Bibl. XI) geht der 
betreffenden Strophe eine andre vorauf, die sicher eine 



— 48 — 

cobla esparsa ist, da sie in nndern Maimscripteii einzeln 
und anonym au%efülirt wird. Aiicli die Angaben der 
Ilandscliriften geben keinen siclieren Anhalt in Betreff des 
Verfassers. Vier derselben nennen zwar unsern Dichter, 
wozu noch eine fünfte kommt, die bei Johann von Nostra- 
damus erwähnt wird; drei dagegen geben den Wilhelm 
von Saint-Gregori , drei andere den Blacasset, zwei den 
Lanfranc Cigala, eine endlicli den Wilhelm Augier an. 
Auch hier jedoch dürfte für Bertran die Thatsache in's 
Gewicht fallen, dass alle Ilandscliriften, die einen andern 
Verfasser nennen, bis auf eine auch die oben von uns be- 
anstandete Strophe 6 enthalten, sodass die Vermuthung 
nahe liegt, die Abschreiber hätten, als sie diese Strophe 
aufnahmen, auch den Namen des Verfassers willkürlich 
geändert, da sie wohl fülilten, dass jenes Einschiebsel nicht 
zu Bertran von Born passte. Diese Vermuthung erhält 
eine weitere Stütze durch den Inhalt und den Stil des 
Gedichtes. Die in demselben ausgesprochenen Gedanken 
tragen durchaus das Gepräge unseres Bertran, und mehrere 
Ausdrücke, ja ganze Wendungen desselben kehren wörtlich 
in andern sicher von diesem herstammenden Erzeugnissen 
wieder. 

Als weiteren Beweis hat man endlich auch den Um- 
stand angeführt, dass sich in zwei Handschriften ein Geleit 
findet, in welchem Papiol zu Herrn Oc e No gesandt wird. 
In der That wäre jeder Zweifel gehoben, wenn dies Geleit 
echt wäre. Man muss dies aber mit Recht in Zweifel 
ziehen, da von 13 Handschriften nur, wie gesagt, zwei es 
bringen, die obenein aus derselben Quelle geflossen sind, 
und sich ausserdem in zwei andern Handschriften ein ganz 
andres, längeres Geleit befindet, das unbedingt niclit von 
unserem Dichter stammt. Ist jener Umstand also kein 
sicherer Beweis für die Bejahung der aufgeworfenen Frage, 
so ist er es natürlich noch weniger gegen dieselbe, und 
man darf daher wohl behaupten, dass eine mehr oder 
minder grosse Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass Ber- 
tran von Born das in Rede stehende Gedicht verfasst hat '). 



') Über diese Frage s. Cledat, Du röle etc. 88—90 und Rom. 
2t»8— 274; Ghabaneau, Powsies iuedites des Troubadours du 



— 49 — 

Zusammenstellung der verschfedenen Datirungen der 
politischen Sirventese. 

D. = Diez, Leben und Werke der Tronliadours; ('1. = Clßdat; Tli. = Thomas; 
St. t bezeichnet meine frühere Ans^alie, St.'-i die vorliegende. 



Jahr 


St.2 


Th. 


Ol. 


StJ 


D. 


1176 




— 


2 
11 

1 


— 




1177 





— 






1180 






4 


— 




1181 


1 


1 


5 


— 




1182 


2 

3 
4 


2 


6 


— 


2 


1183 




— 








5 


5 


— 


5 
2 
10 


5 










— 






6 


6 




6 


6 






— 


— 


1 


1 




7 


7 


7 


7 


— 




j8 
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1^ 


(9 
18 




10 


10 


10 


— 


10 




11 


11 


— 


11 


11 




— - 


3 


3 


3 


3 


1184 


12 


12 


12 


12 


12 




13 


13 


13 


13 


13 




14 






14 




1185 


— 


4(?) 


— 


4 


— 


1185-86 


15 


— 


— 


15 


— 


1186 


— 


14 


14 




— 


1186—87 


— 


15 


15 


— 




1187 


16 


— 


— 


16 


— 




17 


17 


17 


17 


17 



Perigord 50—57; Bartsch, Lit.-Bl. f. geriii. u. roiii. Phil. ISSO, 145; 
Gröber, Ztschr. f. rom. Phil, n, 314-315; P. Meyer, Rom. 13, 029. 
Das Lied ist unter die echten Dichtungen Bertrans aufgenommen, 
jedoch ohne die oben besprochene Strophe und die erwähnten 
Geleite. 



Romanische Bibl. Bertran von Born. 



50 — 



Jalir 


StJ 


Th. 


Cl. 


St.' 


n. 


1187 




IG 






16 


1188 


18 


18 


18 
16 


18 


18 









21 






19 


20 




19 


20 




20 


19 


19 


20 


19 


1189 




23 


23 








21 


21 


21 


— 


21 


1189-90 


22 


22 




22 


— 


1191 


23 




— 


23 


— 


1194 


— 


— 


— 


— 


14 




24 


24 


24 


24 


— 




25 


25 


25 


25 


— 




— 




20 




— 


119.') 


26 


26 


26 


— 


— 


1197 


27 


27 


27 


27 




1198 






— 


26(?) 


— 



Die provenzalischen Lebensnachrichten. 



Biographie I. 

Bertruns de Born si fo iis chastelas de Teveschat de 
Peiregorc, senher d'un cliastel qiie avia nom Aiitafort. 
Totz t(?nips ac giierra ab totz los sieus vezis: ab lo comte 
de Peiregorc et ab lo ve>comte de Lemotges et ab so 
fraire Constanti et ab Richart, tan qiian fo coms de Peitau. 
Bus cbavaliers fo e bos guerriers e bos domneiaire e bos 
tiobaire e savis e be parlans e saiip tractar mals e bes, et 
era senher totas vetz quan si volia del rei Henric d'Engla- 
terra e de-1 filh de lui. Mas totz temps volia qii'ilh aguessen 
guerra ensems, lo paire el filhs e'lh fraire, l'ns ab l'autre, 
e totz temps volc qiiel reis de Franza el reis d'Englaterra 
aguessen guerra ensems. E s'ilh avian patz ni tregua, ades 
si penava es perchassava ab sos sirventes de desfar la 
patz e de mostrar com chascus era desonratz en la patz; 
e si n'ac de grans bes e de grans mals de so qu'el mesclet 
mal entre lor. E fetz maintz bos sirventes de'ls quals son 
gran re aissi escriut, segon que vos podetz vezer et eutendre. 

Biographie IL 

Bertrans de Born si fo de Lemozi, vescoms d'Auta- 
fort, que i avia prop de mil homes. Et avia fraires e 
cujava-ls deseretar, si no fos lo reis d'Englaterra. Mout 
fo bos trobaire de sirventes et anc no fetz chanzos fors 
doas. El reis d'Arago donet per molhers las chanzos 
d'en Guiraut de Bornelh a sos sirventes. Et aqnel que 
chantava per el avia nom Papiol. Et era azautz hom e 
cortes. E clamava „Rassa" lo comte de Bretanha e lo 

4* 



- 52 — 

rei d'Englaterra „Oc e No" ei rei jove, so filh, „Mari- 

I" nier". Et avia aital usatge qu'ades fazia mesclar j^nerra 

entreis baros. E fetz mesclar lo paire ei filh d'Engla- 

terra tan entroi joves reis fo moi'tz d'un cairel en im 

chastel d'en Bertran de Born. En Bertrans de Born sis 

vanava qu'el cnjtiva tan valer que ja no cujava que totz 

15 SOS sens l'agues mestier. E pnois lo reis lo pres, e qiian 

Tac pre^, el li dis: „Bertrans, auraiis encara mestier totz 

vostre sens?" Et el respos qu'el avia tot so sen perdut, 

quan lo reis joves morit. Adoncs si ploret lo reis de so 

filh e perdonet li ei vestit eih det terras et lionors. E 

20 visquet longamen ei segle e pnois rendet si a l'orde de 

Cistel. Et aqni trobaretz de sos sirventes. 



GEDICHTE. 



9 



I. 

Pülilisclie Hirveiitese. 



1. 

(Vgl. Lebensbcsclireibuug S. fi— 7.) 
Lü coms m'a maiidat e mog-ut 
Per n'AiHinon Luc d'Esparro 
Qu'ieu fassn per hü tal clianzo 
On siau treiichat mil escut, 
El in et aiisberc et alcoto, 5 

E perponh falsat e romput. 

Et er ops que sia atendut, 

Ptiois comtar mi fai sa razo, 

E que ges iio diga de no, 

Depuois que m'o a convengut; 10 

Que blastimarau m'en Guasco, 

Quan de lor mi tenh per tengut. 

3. A Tolosa, part Montagut 
Fermara'l coms son goiifano 
A'l prat coratal josta'l peiro, >•"' 

E quan aura son trap tendut, 
E nos lor trairem de viro, 
Tan que tres nochs i jairem nut 



4. E seran i ab nos vengut 
Las poestatz e li baro 
E li plus lionrat companlio 
De"l mon e li plus meataugut; 



20 



— 56 — 

Que per aver, que per somo, 
Que per precs i seran vengut. 

5. E desse que serem vengut, 25 
Mesclar s'al torueis pe'l chambo, 

E'lh Catala e-lh d'Arago 

Tombaran soven e menut, 

Que ja no'ls sostenran arzo; 

Tan grans colps los ferrem nos drut. 30 

6. E no pot esser remasut, 
Contra cel no volen tronzo, 
E que samit e cisclato 

E cendat no-i sian romput, 

Cordas, tendas, becbas, paisso H5 

E trap e pavilbo tendut. 

7. Lo reis qu'a Tarasco perdut 
El senber de Mon Albeo, 
Rotgiers, el filbs Bernart Otlio 

E lo coms Peire lor n'ajut 4»/ 

El coms de Fois ab Bernardo 
En Sanso, frair de'l rei vencut. 

8. De lai pensen de guarnizo, 
Que de sai lor er atendut. 

9. Totz temps vuolb que li aut baro 45 
Sian entre lor irascut. 



2. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 7—9.) 
Bertrans de Born, si com ieu vos ai dich en las 
autras razos, si avia un fraire, que avia nom Constanti de 
Born e si era bos chavaliers d'armas, mas non era liom 
que s'entremeses mout de valor ni d'onor, mas totas sazos 
5 volia mal an Bertran e ben a totz cels que volian mal 
au Bertran. E si'lh tolc una vetz lo chastel d'Autafort, 



— 57 — 

qii'cra fVamdos comunalmen. E'n Bertrans si'l recobret e 
sil cliasset de tot lo poder. Et aquel si s'en anet a-l 
vescomte de Lemotges, qucl degues mantener contra so 
fraire, et el lo mantenc. E'l reis Richartz lo mantenc 1^ 
contra "n Bertran. E*n Kichartz si guerreiava ab n'Aimar, 
lo vescomte de Lemotges. E-n Richartz e n'Aimars si 
<iuen'eiavan ab en Bertran e*lli fondian la soa terra e 
la'lh ardian. Bertrans si avia ftich jurar lo vescomte de 
Lemotges el comte de Peiregorc, que avia nom Talairan, 15 
al quäl Richartz avia touta la ciutat de Peiregorc, e no'lh 
en fazia negu dan, quar el era flacs e mialhos. En Richartz 
si avia tout Gordo a'n Guilhem de Gordo; et avia promes 
de jurar ab lo vescomte et ab Bertran de Born et ab los 
autres baros de Peiregorc e de Lemozi e de Caerzi, los 2^ 
([uals en Richartz deseretava, don Bertrans lo repres fort. 
E fetz de totas aquestas razos aquest sirventes que dis: 
„Un sirventes on motz no falh ai fach, qu'anc no'm costet 
un alh." 

1. Un sirventes on motz no falh 

Ai fach, qu'anc nom costet un alh, 

Et ai apres un' aital art 

Que, s'ai fraire, germa ni quart, 

Part li l'uou e la mezalha, 5 

E s'el puois vol la mia part, 

leu Ten get de comunalha. 

2. Tot mo sen tenh dintz mo serralh, 
Si tot m'an donat gran trebalh 

Entre n'Azemar e'n Richart; 1^ 

Lonc temps m'an tengut en reguart, 

Mas aras an tal baralha 
Que lor enfan, si*l reis no"ls part 

N'auran pro en la coralha. 

3. Guilhelms de Gordo, fol batalh 15 
Avetz mes dintz vostre sonalh. 

Et ieu am vos, si dieus mi guart! 
Pero per fol e per musart 
Vos tenon de la fermalha 



- 58 — 

Li dui vescomte, et es lor tart 20 

Qiie siatz en lor frairalha. 

4. Tot jorn contendi cm baralh, 
M'escrim em defen em tartalh, 
E"m fon hom ma terra e la m'art 

E*m fai de mos arbres eissart 25 

E mescla'l gra ab la pallia, 
E noii ai ardit ni coart 

Enemifi que no m'assalha. 

5. Tot jorn resoli e retalh 

Los baros eis refon e'ls calli, 30 

Que ciijava metre en eissart; 
E sui be fols quar ra'en reguart, 

Qu'illi son de peior obralha 
Que non es lo fers Saint Launart, 

Per qu'es fols qui s'en trebalha. ^55 

6. Talairans no trota ni salh 

Ni no'S muou de son arenalh 
Ni no geta lauza ni dart, 
Anz viu a guisa de lombart; 

Tan es farzitz de nualha 40 

Que, quan l'autra gens si conipart, 

El s'estendilli' e badalha. 

7. A Peiregors, pres dcl mural h, 

Tan quei puosch' om gitar ab malh, 

Venrai armatz sobre liaiart, ^5 

E se*i trop peitavi pifart, 

Veiran de mon bran com talha, 
Que sus pel cliap li farai bart 

De cervel mesclat ab mallia. 

8. Baro, dieus vos salf e vos guart 50 

E vos ajut e vos valha 
E"us do que digatz an Kichart 
So quel paus dis a la gralha. 



— 59 — 

B. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 10—12.) 

Si com vos nvetz maintas vetz aiizit, en Bertrans de 
IJorn c SOS fraire, en Constantis, agron totz tcmps guerra 
ensems et agron grau malvoleDza Fus a l'autre, per so 
([ue chascus volia esser senlier d'Autafort, lo lor comunal 
chastel per razo. Et avenc si que, com so fos chaiisa 5 
qu'en Bertrans agues presa e tolguda Autafort e chassat 
Constanli e sos fillis de la terra, en Constantis s'en anct 
a n'Azemar, lo vescomte de Lemotges, et a n'Amblart, 
comte de Peiregorc, et a-n Talairan, senhor de Montanbac, 
(pierre lor merce, qu'ilh lo deguessen ajudar contra so 1<^ 
fraire, en Bertran, que malamen tenia Autafort, qu'era mieis 
sieus, e no Ten volia dar neguna part, anz l'avia malamen 
deseretat. Et ilh rajuderon e consclheron contra en Ber- 
tran e feiron lonc temps gran guerra ab lui, et a la fi 
tolgron li Autafort. E'n Bertrans s'en eschampet ab la 1^ 
soa gen e comenzet a guerreiar Autafort ab totz sos aniics 
e parens. Et avenc si qu'en Bertrans cercbet concordi e 
patz ab so fraire e fo faclia grans patz, e vengron amic. 
Mas quan en Bertrans fo ab tota la soa gen dintz lo 
chastel d'Autafort, si'lh fetz falhimen e no'lh tenc sagramen -^^ 
ui conven e tolc lo chastel a gran felonia a so fraire. E 
so fo un dia de dilus, en lo quäl era tals hora e tals 
pointz que segon la razo dc'ls agurs ni de'ls pointz d'astro- 
lomia non era bo comenzar ncgu gran fach. En Constan- 
tis s'en anet al rei Ilenric d'Englaterra et an Richart, -^ 
lo comte de Peitau, querre mantenemen contra* n Bertran. 
E'l reis Ilcnrics, per so qu'el volia mal a'n Bertran, per 
so qu'el volia mal a*n Bertran, per so qu'el era amics e 
conselhaire de-1 rei jove, so filh, lo quals avia aguda 
uucrra ab el, e crezia qu'en Bertrans n'agues tota la colpa: '^^ 
-'\'\ pres ad ajudar, el e'l coms Kichartz, sos filhs; c feiron 
::ran host et assetgeron Autafort et a la fi preseron lo 
chastel en Bertran. E quan fo menatz al pavilho denan 
lo rei, ac gran paor. Mas per las paraulas las quals cl 
mcmbret al rei Ilenric del rei jove, so filh, lo reis li ^5 
rendet Autafort, e perdonet li, el e*l coms Kichartz, totz 
SOS mals talans, si com vos avet^ auzit en l'estoria que es 



— 60 — 

escriuüi denaii sobre lo sirventes que dis: „Puois lo gens 
terminis floritz." Mas quan lo reis Ilenrics li rendia Au- 

40 tafort, dis solazan ves en Bertran: „Sia toa, be la devcs 
tu aver per razo, tan gran felonia fezist tu de to fraire." 
Et en Bertrans s'engenolliet denan lui e dis: „Senher. 
grans merces! Be"ra platz aitals jutjamens." E*n Bertrans 
entret e*l chastel, e-l reis Henrics e-1 coms Richartz s'en 

^5 torneron en lor terra ab lor gen. Quan li autre baro 
qu'ajudavan Constanti auziron so e viron qu'en Bertrans 
avia ancaras lo chastel, foron mout dolen et irat e con- 
sellieron Constanti qu'el si reclames d'en Bertran denan 
lo rei Ilenric, quel mantenria ben en razo. Et el si fetz. 

50 Mas Bertrans mostret a'l rei lo jutjamen qu'el avia fach, 
quar el l'avia be fach escriure, e'l reis s'en ris e's so- 
lazet. En Bertrans s'en anet ad Autafort, e Constantis 
non ac antra razo. Mas li baro que ajudavan Constanti 
feiron ab lui lonc temps gran guerra an Bertran et el ad 

55 eis. E tan com visquet, no-lh volc rendre lo chastel ni 
far patz ab so fraire ni tregua. E quan fo mortz, acorderon 
si 11 filh d'en Bertran ab en Constanti, lor oncle, et ab 
SOS filhs, lor cosis. E per aquestas razos fetz en Bertrans 
aquest sirventes que dis: „Ges de far sirventes no'm tartz. 

60 anz lo fauc senes totz afans." 

1. Ges de far sirventes no'm tartz. 
Anz lo fauc senes totz afans; 
Tan es sotils mos genhs e m'artz 
Que mes m'en sui en tal enans 

E sai tan de sort ^ 

Que VC" US m'en estort; 
Que comte ni rei 
No"m forsfeiron rei. 

2. E puois lo reis e-l coms Richartz 

M'an perdonat lor mals talans, '"' 

Ja mai"^ n'Azemars ni n'Amblartz 
No"m do treguas ni-n Talairans; 

Ni ja d' Autafort 

No laissarai hört; 



61 



Quis vol. ra'eii ^nerrei, 15 

Puois aver lo dei. 

3. Qnan fis es deves totas partz, 
A me resta de giierra iis pans; 
Pustela en son uölli, qui ra'en partz. 

Si tot m'o comenzei enans! 2<» 

Patz nom fai conort, 
Ab guerra m'acort, 
Qu'ieii no tenh ni crei 
Negun' antra lei. 

4. E noi ^uart dilus ni dimartz 25 
Ni setmanas ni mes ni ans 

Nim lais per abril ni per martz 
Qu'ieu no tracte com venha dans 

A cels quem fan tort, 

E jab mc per fort 30 

No conquerran trei 

Lo pretz d'nn correi. 



K 



Qui qne fassa sos bos eissartz, 

len m'en sni totz temps nies en grans, 

Com puosclia aver cairels e dartz, 35 

Elms et ausbercs, chavals e brans; 

Qu'ab aisso'm conort 

Em tenh a deport 

Assaut e tornei, 

Donar e domnei. 40 



6 Mos parzoniers es tan ^alhartz 
Qu'el vol la terra mos enfans, 
Et ien vuolh Ten dar, tan sni gartz; 
Pnois diran qne mals es Bertrans, 

Qnar tot no loi port; 45 

Mas a malvatz port 

Venra, sous antrei, 

Anz qn'ab me plaidei. 



— 62 — 

7. No-ra chal d'Antafort 

Mas far d reell ni tort, r)!» 

Que'l jiitjameii crci 
Mo scnlior lo rei. 



4. 

(Vgl. Lebensbeschreibung 8. 17—20.) 

1. Cortz e guerras e joi (l'amor 
Mi soliaa far esbaudir 

E tener gai e chantador, 

Tro per lieis ciii dei obezir 

Mi fo mos cliantars devedalz, ö 

Et en la lei 
Es mos chans escomoniatz. 

2. Ära sui assoutz en amor, 
E veiretz anar e venir 

Chanzos, puois a la belazor 10 

Platz qne mos elians deia colhir; 
E mos Rassa s'es acordatz, 

Son cors a drei 
E non a negu dels comtatz. 

3. De-1 paiic rei de Terra-Maior 15 
Mi platz qu'nissi's vol enantir, 

Qu'oimais lo tenran per senlior 
Cilh qne'lli devon so fieu servir; 
Puois vencut los a ves Arratz, 

Ära s'estei 2o 

E cobre sos drechs daus totz latz. 

4. Nom tenhatz per envazidor 
8'ieii vuolh qn'us rics l'autre azir, 
Quar mielhs s'en poiran vasvassor 

E cliastela de lor janzir; 25 

Qne plus es francs, larcs e privafz, 

Fe qn'ien vos dei, 
Rics hom ab guerra que ab patz. 



— 63 — 

5. Elli volpilli de l'eniperaclor 

Volian Lombart envazir ••0 

E ja no laissan per paor 

Sobre de Cremona baslir; 

Que'l coms Jvaimons es sai lionratz 



Quar ab lo rei s'es afiatz. 35 

6. Be sai qiie li mal parlador, 
Quar vuolh de lor guilas ver dir, 
M'en apelaraii sofridor, 

Quar mi lais tbrzar iii balhir; 

(^ue-ls dos que mos frair m'a juratz 4o 

Et autre autrei 
Vol retener l'autra meitatz. 

7. Puois no Volon drech ni amor 
Faire ni negu placli sofrir, 

Ges per lezeros d'obrador, 4.) 

S'ieii m'en podia revestir, 
No dei esser mal razonatz; 

Qu'illi fan plaidei 
Maintas vetz qu'om no-ls n'a preiatz. 

8. Mas ieu ai tan ensenliador, 50 
No sai per Crist! lo mielhs chausir: 

Quan ieu pren e tuolh la ricor 
D'aquels que nom laissan fi^uarir. 
Dizon que trop mi sui cochatz; 

Quar no guerrei, 55 

Aras dizon que sui malvatz. 

9. Papiols, e tu vai viatz, 

A'l jove rei 
Diras que trop dormir nom platz. 

0. En Oc e No ama mais patz 60 

Ab Felip, crei, 
Q.nel frair Johans deseretatz. 



— 64 — 
5. 

(Vgl. LebensbesclireibuDg H. 20.) 
Bertrans de Born, si com vos ai dicli, eii la sazo 
qu'el avia giierra ab lo comte Richart, el fetz si que-1 
vescoms de Ventadorn e-1 vescoms de Comborn cl ves- 
coms de Segiir, so fo lo vescoms de Lemotges, e*! vescoms 
de Torena si jureron ab lo comte de Peiregorc et ab los 
borges d'aquelas encontradas et ab lo senhor de Gordo et 
ab lo senhor de Monfort, e si si serreron ensems, per qu'illi 
si defendessen da'l comte Richart, que'ls volia deseretar, 
per so quar ilh volian ben a'l rei jove, so fraire, ab ciü 

10 el si guerreiava, al quäl el avia tont totas las rendas de 
las charretas, de las quals charretas lo reis joves prendia 
certa chausa, si com lo paire li avia donat, e nol laissava 
neis albergar segur en tota la soa terra. E per aqnest 
sagramen qne tuch aquist avian facli de guerreiar en 

15 Richart, Bertrans de Born si fetz aquest sirventes: „Puois 
Ventadorns e Comborns ab Segur" per assegurar totas las 
gens d'aquela encontrada per lo sagramen que aquilli avian 
facli contra n Ricliart e reprenden lo rei jove, quar el en 
guerra non era plus pros, remembran a lui, com en Ricliartz 

20 l'avia toutas las rendas de las charretas e com li avia 
fach levar un chastel el miei luoc de la terra qucl 
paire l'avia dada, e lauzan lo senhor de Puoi-Guilhelm e 
de Ciarens e de Granhol e de Saint-Astier, qu'eran quatre 
gran baro de Peiregorc, e lauzan se mezeis e Torena et 

25 Engolmes, e dis que, si'l vescoms de Bearn e de Gavarda, 
so era en Gastos de Bearn, qu'era chaps de tota Guasconha, 
en Vivias de Lomanha cn Bernardos d'Armanhac el 
vescoms de Tartas venian sai ad eis, que volian mal a*n 
Richart: assatz auria el que far; e quel senher de Mauleo, 

30 so era en Raols de Mauleo, lo paire d'en Savaric, el 
senher de Taunai el vescoms de Sivrai el senher de 
Talhaborc C'l vescoms de Toartz, — que tuch aquist lor 
ajudarian, si lor fossen de pres, per lo gran tort qu'en 
Ricliartz lor fazia; e tuch aquist eran gran baro de Peitau. 

35 E de totas aquestas razos si fetz en Bertrans aquest sir- 
ventes que comenza: „Puois Ventadorns e Comborns ab 
Segur e Torena e Monfortz." 



— 65 — 

1. Puois Vcntadorns c Coraborns ab Segnr 
E Torena e Monfortz ab Gordo 

An fach acort ab Peiregorc e jur, 

E 11 borges si clavan de viro: 

M'es bei qu'ieu chan e qu'ieu m'eii entremeta 5 

D'im sirventes per lor assej^urar; 

Qu'ieu no vuolh ges, sia mia Toleta, 

Per qu'ieu segur non i auses estar. 

2. A! Puoi-Guilhelm e Clarenz e Granhol 

E Saint-Astier, mout avetz gran honor, 10 

Et ieu mezeis, qui conoisser la-ra vol, 

Et a sobrier Engolesmes maior 

D'en charretier que guerpis la charreta, 

Non a deniers ni no"n pren ses paor; 

Per qu'ab honor pretz mais paucha terreta 15 

Que gran empier teuer a desonor. 

3. Si'l rics vescoms que es chaps dels Guascos, 
A cui s'ate Bearns e Gavardas, 

E'n Vezias si's vol en Bernardos 

E'l senher d'Aics e cel cui es Marsas: '^•' 

D'aquela part aural coms pro que fassa, 

Et eissamen, aissi com el es pros, 

Ab sa gran host qu'atrai e que amassa 

Passe s'en sai et ajostes ab tios. 

4. Si Talhaborcs e Ponz e Lizinlias 25 
E Mauleos e Taunais fossen pres, 

Et a Sivrai fos vescoms vius e sas, 

Ja no creirai que no nos ajudes; 

Cel de Toartz, puois lo coms lo menassa, 

Tenha's ab nos e no sia ges vas; 

E demandem li que el drech nos fassa 

De'ls homes qu'el nos a trachs d'entre-ls mas. 

5. Entre Peitau e la Isla-Bochart 
E Mirabel e Laudu e Chino, 

Romanische Eil)l. Hertran von Born. 5 



30 



^ ßß -^ 

A Clarasvals an bastit ses reguart 35 

ün bei chaslar e mes en pla chambo; 

Mas no vuolh ges, lo sapclia iii lo veia 

Lo joves reis, qne nolli sabria bo; 

Mas paor ai, puois qne tan fort blanclieia, 

Que lo veira be de Matafelo. 40 

6. De-1 rei Felip sabrem be, si paireia 
s'el segral bon nsatge Charlo 

D'en Talhafei-, que per senbor Tautreia 
D'Engolesme, et el Ten a fach do. 

7. E non es dreclis de rei qne ren antreia, 45 
Pnois qu'a dich d'oc, que mais diga de no. 



6. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 20—21.) 

En la sazo quel reis joves ac facha la patz ab so 
fraire Richart elh ac fenida la demanda quclh fazia de 
la terra, si com fo la volontatz de'l rei Henric, lor paire; 
el paire li dava certa liurazo de deniers per vianda e 
5 per so que besonlis l'era; e negnna terra no tenia ni pos- 
sezia, ni negus liom a lui no venia per mantenemen ni 
per socors de guerra: en Bertrans de Born e tuit li autre 
baro que l'avian mantengut contra 'n liicliart foron mout 
dolen. E*l reis joves si s'en anet en Lombardia torneiar 

10 e solazar e laisset totz aquestz baros en la guerra ab en 
Richart. En Richartz assetja borcs e chastels e pres 
terras e derocha et ars et abrasa. E*l reis, joves si tor- 
neiava e dormia e solazava. Don en Beitrans si fetz 
aquest sirventes que comenza: „D'un sirventes nom clinl 

15 far lonhor ganda." 

1. D'un sirventes nom chal far lonhor ganda, 
Tal talan ai quel diga e que l'espanda, 
Quar n'ai razo tan novela e tan granda 
Del jove rei qu'a fenit sa demanda 



^ 67 — 

So frair Richart, piiois sos pairs lo comanda: 5 

Tan es foizatz! 
Puois n'Aenrics terra iio te ni manda, 
Sia reis dels malvatz! 

2. Que malvatz fai, quar aissi viu a randa 

De liurazo a comte et a garanda; 10 

Reis coronatz que d'autnii pren linranda 
Mal sembla Arnaut, lo marqiies de Bellanda, 
Nil pro Guillielm que conquis Tor Mirmanda; 

Tan fo prezatz! 
Puois en Peitan lor men e los truanda, 15 

Noi er mais tan am atz. 

3. Ja per dormir non er de Coberlanda 
Reis dels Engles ni conqnerra Yrlauda 
Ni tenra Anjau ni Monsaurel ni Canda 

Ni de Peitau non aura la miranda 20 

Ni ducs clamatz de la terra normanda 

Ni coms palatz 
Sai de Bordel ni de*ls Giiascos part Landa 
Seniler ni de Basatz. 

4. Conselh vuolh dar el so de n'Alamanda 25 
Lai a-n Richart, si tot no lo-m demanda: 

Ja per so frair mais sos liomes no blafida; 
N'oncas fai el, anz assetjals a randa, 
Toi lor chastels e derocha et abranda 

Deves totz latz; 30 

El reis tornei lai ab cels de Garlanda 
E l'autre sos conhatz. 

5. Lo coms Jaufres, cui es Bresilianda, 

Volgra, fos primiers natz, 
Quar es cortes, e fos en sa comanda 35 

Reiesmes e duchatz. 



-- 68 — 

7. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 21.) 

1. leu (chan quel reis m'en a pregat 
A Tauzen de mo menassat 

De l'afar d'aquesta guerra) 
D'aquest juoc que vei entaiilat, 
E sabrem, qiian Tauran jogat, •"> 

Del quäl dels filhs er la terra. 

2. Tost l'agra'l reis joves matat, 
Si"l coras no's n'agues ensenhat, 

Mas aissils clau eis enserra 
Qu'Engolmes a per fort cobrat KJ 

E tot Saintonge desliurat 

Tro lai part Finibus-Terra. 

3. Si'l coms pot far sa volontat, 
Que no'l vendon eist afiat, 

Ni del tot si desenferra: lö 

Anc cinglar no vim plus irat, 
Quan l'an brocbat ni l'an chassat, 

Qu'el er, mas sös cors no Terra. 

4. De mo senhor lo rei annat 

Conosc que an siei filh pechat, 20 

Que de-1 sojorn d'Englaterra 
L'an aoras dos ans lonbat; 
De-1 tot Ion tenh per enjanat 
Mas quan de Jolian ses Terra. 

5. Li Guia si son acordat 25 
Entr' eis e ves lui revelat 

Com aissilh de Lombardia; 
Mais Volon esser be menat 
Per rei que per comte forzat, 

D'aitan lor trac guarentia. «^'^ 

6. Aquest juoc tenh per guazanhat 
Deves nos e per renvidat, 



69 



Qiie dels pezos de Valia 
Avem rescachier desliurat, 
Que tuit n'aiieron esfreidat 35 

Ses comjat qii'iis non prendia. 

7. En Lemozi fo comenzat, 
Mas de lai lor es afinat; 

Qu'entre Franza e Normandia 
Ves Gisortz e vcs Nuoumerchat 40 

Vuolli qu'en aiüan cridar „Arrat"! 

E „MoDJoi"! e „Dieus, äia"! 

8. Lo sen venzerem ab foudat 
Nos Lemozi et envezat, 

Que volcm qii'om do e ria; 45 

Quelli Norman en son enoiat 
E dizon, si's n'eron tornat, 

Qu'us mais d'els sai no venria. 

9. Lo rei tenli per mal conselhat 

De Franza e per pieis guizat, 50 

Qnar vei que sos fachs estanba, 

Que li valrian mais daurat, 

E si no val a son conhat, 

Sens e pretz tem que"lh sofranha. 

10. Frances, si com etz abdurat 55 
Sobre totz e li plus lauzat, 

Parescha qu'us no remanba 
Companli quel reis aia mandat, 
Que ja mais no seretz prezat, 

Si non etz en la mesclanha. 60 

11. Lo ducs de Borgonh' a mandat 
Qu'el nos ajudara Testat 

Ab lo socors de Champanha, 
On venran tal eine cen armat 
Que, quan tuit serem ajostat, 65 

Non er, Peitaus no s'en planha. 



— 70 — 

12. Reis que per son drech si combat 
A mielhs drech en sa heretat, 

E, qiiar conqueret Espanha 
Charles, n'a hom totz teraps parlat; 70 

Qu'ab trebalh et ab larguetat 
Conquier reis pretz el guazanha. 

13. Senhe'n Rassa, aquest comtat 

Vos crescha"! reis ab Bretanha. 

14. Lo reis joves s'a pretz donat 75 

De Burcs tro qu'en AI amanha. 

8. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 21.) 

Lo plaintz qu'en Bertrans de Bora fetz del rei jove 

no porta antra razo si no que'l reis joves era lo mellier 

hom de'l mon, e"n Bertrans li volia mielhs qu'ad . home 

de'l mon, e lo reis joves ad el mielhs qu'ad home de"l 

5 mon e plus lo crezia que home de*l mon; per que lo reis 

Henrics, sos paire, el coms Richartz, sos fraire, volian 

mal a'n Bertran. E per la valor quel reis joves avia e 

per lo gran dol qu'en fo a tota la gen el fetz lo plaint 

de lui que dis: „Mon chan fenisc ab dol et ab mal traire." 

1. Mon chan fenisc ab dol et ab mal traire 
Per totz temps mais e'l tenh per remasut, 
Quar ma razo e mon gauch ai perdut 
E'l melhor rei que anc nasques de maire: 

Larc e gen parlan 5 

E be chavalgan, 

De bela faisso 

E d'umil semblan 

Per far grans lionors; 

Tan crei quem destrenha 10 

Lo dols, que m'estenha, 

Quar en vau parlan; 

A dieu lo coman, 
Quel meta en luoc Saint Johan. 



— 71 — 

2. Reis dels cortes e dels pros emperaire 15 
Foratz, senher, si acsetz mais visciit, 

Quar reis joves aviatz nom agut 
E de joven eratz vos guitz e paire, 

Et ausberc e bran 

E bei bocliaran, 20 

Elm e gonfano 

E perpoüh e pan 

E jois et amors 

Non an quils mantenha 

Ni qui los retenha, 25 

Mas lai vos segran, 

Qu'ab vos s'en iran 
E tuit ric fach ben estan. 

3. Gen acolhir e donar ses cor vaire 

E bei respos e be-siatz-vengut ^w 

E gran hostal pagat e gen tengut, 
Dos e garnirs et estar ses tort faire, 

Manjar ab mazan 

De viula e de clian 

Ab pro companho, 35 

Ardit e poissan 

De totz los melhors — 

Tot vuolh qu'ab vos tenba, 

Qu'om re no*n retenha 

AI segle truan ^^ 

Pel malastruc an, 
Qiie nos mostret bei semblan. 

4. Senher, en vos non era res a faire, 
Qiie totz lo mons vos avia elescut 

Pe-1 melhor rei que anc portes esciit -45 

E-1 plus ardit el melhor torneiaire; 

Des lo temps Rotlan 

Ni de lai denan 

No vi hom tan pro 

Ni tan guerreian 50 

Ni don sa lauzors 



— 72 — 

Tan pcl mon s'enipenha 
Ni si lo revenlia 
Ni que l'an cerchan 

Per tot a garan 55 

Del Nil tro"l solelh colgan. 

5. Seniler, per vos mi viiolh de joi estraire, 
E tuit aquilh qiieiis avian vegut 
Devon estar per vos irat e mut, 

E ja mais jois la ira no m'esclaire: <'>o 

Engles e Norman, 
Breto et Yrlan, 
Guia et Guasco 
Et Anjaus pren dan; 

E Maines e Tors, 65 

Franza tro Compenba 
De plorar nos tenlia, 
E Flandres de Gan 
Trol port de Guisan 
Ploran, neis li Alaman. TO 

6. Loirenc e Braiman, 
Qnan torneiaran, 

Axiran dol, quan no'iis veiran. 

7. No pretz im bezan 

Nil cop d'uu aiglan "ä 

Lo mon ni cels que'i estan; 

8. Per la mort pesan 
Del bo rei prezan, 

On tuit devem aver dan. 



9. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 21.) 

1. Si tuit li dol elh plor elh marrimen 
E las dolors elh dan elh chaitivier 
Que om anc auzis en est segle dolen 



— 73 — 

Fossen ensems, semblcr;in tut leugier 

Contru la mort de'l jovc rei engles, 5 

Don rema pretz e joveiis doloros 

E'l mons oscurs e teintz e tcnebros 

Sems de tot joi, ples de trister e d'ira. 

2. Döleii e trist e ple de marrimen 

Soll remasut li cortes soiidadier tO 

Elli trobador c'lli joglar aviiien, 

Trop an agut en mo.rt mortal guerrier; 

Que toat lor a lo jove rei engles, 

Ves cui eran li plus larc cobeitos; 

Ja non er mais ni no crezatz que fos 15 

Ves aquest dan e*l segle plors ni ira. 

3. Estenta mortz, plena de marrimen, 
Vanar ti potz qucl melhor chavalier 

As tout al mon qu'anc fos de nula gen, 

Quar non es res qu'a pretz aia mestier, 20 

Que tot no fos el jove rei engles, 

E fora mielhs, s'a dieu plagues razos, 

Que visques el que maint autre enoios 

Qu'anc no feiron a'ls pros mas dol et ira. 

4. D'aquest segle tlac, ple de marrimen, 25 
S'amors s'en vai, son joi tenli menzongier, 

Que re no*i a que no torn en cozen, 

Totz Jörns veuzis e val mens liuoi que hier; 

Chascus si mir e'l jove rei engles, 

Qu'era de"l mon lo plus Valens de*ls pros; 30 

Ar' es anatz sos gens cors amoros, 

Don es dolors e desconortz et ira. 

5. Celui que plac pe-1 nostre marrimen 
Venir e*! mon nos traire d'encombrier 

E receup mort a nostre salvamen, 35 

Com a senhor humil e drechurier 
Clamem merce, qu'al jove rei engles 
Perdo, silh platz, si com es vers perdos, 



— 74 — 

El fassa estar ab lionratz companhos 

Lai on anc dol non ac ni aiira ira. 40 



10. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 22 — 26.) 

AI temps qu'en Richartz eva coms de Peitau, anz 
qu'el fos reis, Bertrans de Born si era sos enemics, per so 
qu'en Bertrans volia ben a*l rei jove, que guerreiava 
adoncs ab en Richart, qu'era sos fraire. E-n Bertrans si 
5 avia fach jurar contra 'n Richart lo bo vescomte de Lemot- 
ges, que avia nom n'Azemars, e'l vescomte de Torena e'l 
vescomte de Ventadorn e*l vescomte de Gimel e'l comte 
de Peiregorc e so fraire, e-1 comte d'Engolesme e sos dos 
fraires, e"l comte Raimon de Tolosa e'l comte de Flandres 

10 e'l comte de Bretanha cn Centolh d'Estarac, un comte 
de Guasconha, e'n Gasto de Bearn, comte de Begora, el 
comte de Dijo. E tuit aquist si Tabandoneron e feiron 
patz ses lui e si's perjureron ves lui. E n'Azemars, lo 
vescoms de Lemotges, que plus l'era tengutz d'amor e de 

lo sagramen, si l'abandonet e fetz patz ses lui. E'n Richartz, 
quan saup que tuit aquist l'avian abandonat, el s'en venc 
denan Autafort ab la soa host e dis e juret que ja mais 
no s'en partiria, s'el no'lh dava Autafort e no venia a son 
comandamen. Bertrans, quan auzit so qu'en Richartz avia 

20 jurat, e sabia qu'el era abandonatz de totz aquestz que 
vos avetz auzit: si'lh det lo chastel e si venc a son co- 
mandamen. E'l coms Richartz lo receup perdonan li e 
baisan lo. Don Bertrans fetz d'aquestas doas razos aquest 
sirventes: „Ges no mi desconort." E sapchatz que per 

25 una cobla qu'el fetz el sirventes, la quals comenza: „Sil 
coms m'es avinens e non avars", lo coms Richartz li per- 
donet son brau talan e rcndet li son chastel Autafort, e 
vengron fi amic coral. E vai s'en en Bertrans e comenza 
a guerreiar n'Azemar, lo vescomte que l'avia desamparat, 

30 e'l comte de Peiregorc; don Bertrans receup de grans dans, 
et el a lor fetz de grans mals. 

En Richartz, quan fo devengutz reis, passet outra mar, 
en Bertrans remas guerreian. 



— 75 — 

Ges no mi dcsconort, 

S'ieu ai perdut, 
Que no clnin e*m deport 

E no m'jijut 
Com cobres Autafort, 5 

Qu'ieu ai rendut 
A'l senhor de Niort, 

Quar l'a volgut; 
E puois en merceian 
Li sui vengutz denan, 10 

E ■ 1 coms en perdonan 
M'a retengut baisan, 
Ges noi dei aver dan, 
Que que m disses antan 
Ni lauzengier no blan. 15 

Vcs me son perjurat 

Trei palazi 
E'lh quatre vescomtat 

De Lemozi 
E li dui penchenat "-" 

Peiregorzi 
E li trei comte fat 

Engolmesi; 
E-n Centolhs ab Gasto 
E tuit l'autre baro 25 

Mi feiron plevizo 
E lo coms de Dijo 
Ab lo comte breto 
p-n Raimons d'Avinho, 
Et anc US no'm tenc pro. 



30 



Ses pro teuer amic 

Tenh per engal 
Com fatz mon enemic 

Que no*m fai mal; 
Qu'en un mostier antic 35 

De Saint Marzal 
Mi jureron maint ric 



76 



Sobr' iin messal; 
Tals mi plevit sa fe, 
No fezes plach ses me 40 

Qu'anc puois no m'en tenc re 
E nolh estet ges be 
Quar si mes a merce 
E s'acordet ab sc, 
So vos pliu per ma fe. 45 

Sil coms m'es avinens 

E non avars, 
Mout li serai Valens 

En SOS afars 
E fis com US argens, 50 

Hiimils e chars, 
E'l coms fassa los sens 

Que fai la mars: 
Quan ren i cliai de bo, 
Vol que ab lieis s'esto, 55 

E so que nolh te pro 
Geta fors e"l sablo; 
Aissi tanh de baro 
Que tenha son perdo 
E, s'el toi, que puois do. 60 

Lo corate vuolli pregar 

Que ma maiso 
Mi coman a guardar 

que Urm do; 
Qu'ades mi son avar 65 

Tuit eist baro, 
Qu'ab eis no puosp estar 

Ses contenzo; 
Ära mi pot cobrar 
Lo coms ses mal estar, 70 

Et ieu ves lui tornar 
E servir et honrar, 
E non volgui far. 



/ / 



Tro qii'a-l desampavar 

Sui vengutz de n'Aimar. ""> 

6. Domna ab cor avar 
De prometre e de dar, 
Puois no'm voletz colgar, 
Donassetz m'un baisar; 

Aissi'm podetz ric far ^'> 

E mon dan restaiirar, 

Si dieus e saintz m'ampar! 

7. Papiols, mon chantar 
Vai a mi dons comtar: 

Per amor de n'Aimar S5 

Mi lais de guerreiar. 



11. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 20 — 27.) 

1. Rassa, mes si son primier 
En la fi que an parlada 
Li senbor elh maisnadier 
Elh baro de l'encontrada; 

S'ilh an fach ves vos passada, 5 

Et ieu quäl mal vos en mier, 
Que terra non ai cobrada? 

2. Nos fom tal trenta guerrier, 
Chascus ab chapa traucada, 

Tuit senhor e parzonier, 10 

Per cor de guerra mesclada, 
Qu'anc non cobrem denairada; 
Anz, als colps quan ac mestier, 
An lor coralha prestada. 

3. Cad' an mi laissan derier, 1^ 
Quan m'an mes en la mesclada 

Li gentil e li lainier; 

Puois qu'an ma terra adermada 



— 78 — 

Et arsa et abrasada, 
Dizon cilh de-1 Colombier 
Qu'eii prenda drech, si m'agrada. 

4. Oimais seran lic portier, 
Que tenran porta serrada, 
E sabran arbalestier 

Qa'es la patz en Fencontrada; 
Qu'om no lor dara soudada, 
Anz auran cha e lebrier 
De"l comte s'amor privada. 

5. Austor e falco gruier, 
Corn e tabors en ciiirada, 
E brächet e liamier, 

Are e saieta barbada, 
Ganacha e chapa folrada 
Et hosas de Sal abier 
Seran mais de lor maisnada. 

6. Cerchat ai da Monpeslier 
Tro lai part la mar sal ad a, 
Que no trop baro entier 
Qu'aia proeza achabada, 
Qu'el miei luoc no sia oschada 
fraclia en Tun quartier, 

Ni mas us no mi aerrada. 



*&' 



7. Bela domna, a dieu vos quier, 
Que tan vos ai desirada 

Que mort m'an 11 desirier, 45 

Avinens domna prezada. 
N'Atemprel genzer m'agrada, 
Que m'a per son me§satgier 
Del mon la razo celada. 

8. Papiols, te drech semtier, 50 
No temas ven ni gelada, 

Digas mi a mon Kainier 
Que sa proeza m'agrada. 



— 79 — 
12. 

(Vgl. Lebeusbesclireibiing S. 21.) 
Lo reis Henrics d'Englaterra si tenia assis en Bertran 
de Born dediiitz Autafort e*l combatia ab sos edefizis, que 
mout li volia graii mal, qiiar el crezia que tota la guerra 
quel reis joves, sos filhs, l'avia facha qu'en Bertrans la-lli 
agues facha far, e per so era vengutz denan Autafort per ^ 
hü deseretar. El reis d'Arago venc en l'ost del rei 
llenric deuau Autfifort. E qiian Bertrans o saiip, si f'o 
moiit alegres qiie'l reis d'Arago era en l'ost, per so qu'el 
era sos amics especials. El reis d'Arago si mandet sos 
messatges dintz lo cliastel, qu'en Bertrans li mandes pa e 1^ 
vi e charn, et el si Ten mandet assatz. E per lo messatge 
per cui el mandet los presens el li mandet pregan qu'el 
fezes si qu'el fezes mudar los edifizis e far traire en antra 
part, quel murs on illi ferian era tot rotz. Et el, per 
gran aver del rei Henric, el li dis tot so qu'en Bertrans 15 
l'avia mandat a dir. E*l reis Henrics si fetz metre de.ls 
edifizis plus en aquela part on saup que*l murs era rotz, 
e fo lo murs ades per terra el cliastels pres. En Ber- 
trans ab tota sa gen fo menatz al pavilho de*l rei Henric, 
e*l reis lo receup mout mal, el reis Henrics silh dis: 2^^ 
„Bertrans, Bertrans, vos avetz dich que anc la meitatz del 
vostre sen no'us ac mestier nuls temps, mas sapchatz 
qu'ara vos a el be mestier totz." — „Senlier", dis en Ber- 
trans, „el es be vers qu'ieu o dissi, e dissi be vertat". — El 
reis dis: „leu cre be qu'el vos sia aras falhitz" — „Sen- "-^5 
her", dis en Bertrans, „be m'es falhitz". — „E com?" dis 
lo reis. — „Seulier", dis en Bertrans, „lo jorn que 1 Va- 
lens jovos reis, vostre filhs, morit, ieu perdei lo sen e*l 
saber e la connoissenza". — El reis, quan auzit so qu'en 
Bertrans li dis en ploran del filh, venc li grans dolors '^^ 
a-1 cor de pietat et als uolhs, si que no"s puoc teuer 
qu'el no pasmes de dolor. E quan el revenc de pasmazo, 
el crida e dis en ploran: „En Bertrans, en Bertrans, vos 
avetz be drech, et es be razos, si vos avetz perdut lo sen 
per mo filli, qu'el vos volia mielhs que ad home del 35 
mon. Et ieu, per amor de lui, vos quit la persona e 
l'aver el vostre chastel, e vos ren la mia amor e la mia 



— 80 — 

^racia, e vos do eine eens marcs d'argen per los dans que 
yos avetz reeeubutz." — E-n Bcrtrans si-lh ehazct a'ls 

40 pes, referen li gracias e merees. E'l reis ab tota la soa 
host s'en anet. — E.n Bertrans, quan saup que'l reis 
d'Arago l'avia faeha si laida felonia, fo mout iratz ab lo 
rei n'Anfos. E si sabia com el era vengutz a*l rei Henric 
esser soudadiers logaditz, e sabia eom lo reis d'Arago era 

45 vengutz de paubra generacio de Carlades, d'un chastel que 
a iiom Carlat, qu'es en Rosergue, en la senlioria de*l 
comte de Kodes. E-n Peire de Carlat, qu'era senher del 
chastel, per valor e per proeza si pres per molher la 
comtessa d'Amilhau, qu'era chazeguda en eretat, e si n'ac 

50 un filh, que fo Valens e pros e conquis lo comtat de Pro- 
enza. Et us sos filhs si conquis lo comtat de Barsalona 
et ac nom Raimons Berengiers, lo quals conquis lo reiesme 
d'Arago e fo lo primiers reis que anc fos en Arago. Et 
anet penre Corona a Roma e, quan s'en tornava e fo a'l 

55 orc Saint-Dalmas , el morit. E remaseron ne trei filh: 
Anfos, lo quals fo reis d'Arago, aquest que fetz lo mal 
d'en Bertran de Born, e l'autre, don Sanchos, e l'autre, 
Berengiers de Besaudunes. — E saup com el avia träida 
la filha de l'emperador Manuel, que l'emperaire l'avia 

60 mandada per molher ab gran tesaur et ab gran aver et 
ab mout honrada companhia, et los raubet de tot l'aver 
que la domna e"lh Grec avian; e com los enviet per mar 
marritz e consiros e desconselhatz; e com sos fraire Sanchos 
l'avia touta Proenza; e com si perjuret, per l'aver que'l 

65 reis Henrics li det, contra '1 comte de Tolosa. — E de 
totas aquestas razos fetz en Bertrans de Born lo sirventes 
que ditz: „Puois lo gens terminis iloritz s'espandis etc." 

1. Puois lo gens terminis floritz 
S'espandis jauzions e gais, 
M'es vengut en cor que m'eslais 
De fjir un novel sirventes 
On sapchan li Aragones •' 

Qu'ab mal agur, 
D'aisso sian ilh tuit segur, 
Sai venc lo reis, don es aunitz, 
E siei soudadier logaditz. 



- 81 — 

2. Sos bas paratge sobreissitz 10 
Sai quo fenira coma lais 

E toriiara lai don si trais, 
A Melliau et en Carladcs; 
Qnan quecs n'aura son drech conques, 

An s'en ves Sur; 15 

Mas grieii er qii'en mar nol debnr 
L'aura, quar tan es pauc arditz, 
Flacs e vas e sojoi'naditz. 

3. Proenza pert, don es eissitz, 

Qiie so frair Sanso prezan mais; 20 

Qu'el non a sonh mas qiie s'engrais 
E beva per Rossilliones, 
On tb deseretatz Jaufres; 

Qu'a Vilamur, 
En Tolsa-1 tenon per prejur 25 

Tuit cilli ab cui s'era plevitz, 
Quar los a per paor giqiiitz. 

4. Lo reis cui es Castrasoritz 
E te de Toleta-1 palais 

Lau que mostre de sos eslais 30 

Sai a"l filh de'l Barsalones, 

Quar per drech sos malvatz Iiom es; 

De"l rei tafur 
Pretz mais sa cort e son atur, 
No fatz cela don fui träitz «^5 

Lo jorn qu'el fo per me servitz. 

5. Lo bos reis Garsia Ramitz 
Cobrera, quan vida'lh sofrais, 
Arago, que'l monges l'estrais: 
E-1 bos reis navars, cui drechs es, 
Cobraral ab sos Alaves, 

Sol s'i atur; 
Aitan com aurs val mais d'azur, 
Val mielhs e tan es plus complitz 
Sos pretz que del rei apostitz. 45 

Komanische Bibl. Bertran vou Born. ö 



40 



— 82 — 

6. Per cola de ciü es maritz, 
Per la bona reina-m luis, 

E des quem dis so don m'apais; 

Berengier de Besaudimes 

Li retraissera, si'lli plagues; 50 

Mas tot rencur 
Sos malvalz fachs, que son tafur, 
Qiiar per el fo mortz e träitz, 
Don es sos linliatge aimitz. 

7. Mout träit lait Tempera iritz «^» 
Com fals reis prejurs e savais, 

Qiian pres a quintals et a fais 
L'aver que Manuels trames 
E la rauba c tot l'arnes; 

Puois ab cor dur, <>0 

Quan n'ac tracli lo vert e*! madur, 
El n'enviet per mar marritz 
La domna eis Grecs que ac träitz. 



IB. 

(Vgl. Lebensbesclireibung S. 27.) 
Ben avetz entendutz los mals qu'en Bertrans de Born 
remembret que-1 reis d'Arago avia fachs de lui e d'autrui. 
Et a cliap d'una gran sazo, qu'el n'ac apres d'autres mals 
qu'el avia fachs, si lovlh volc retraire en un autre sirventes. 
5 E f dich a'n Bertran qu'un chavalier avia en Arago que 
avia nom n'Espanhols, et avia un bo cliastel mout fort, que 
avia nom Castellot et era proprietatz d'en Espanhol et era 
en la frontereza de'ls Sarazis, don el fazia gran guerra 
a*ls Sarazis. E'l reis si entendia mout en aquel chastel 

10 e venc un jorn en aquela encontrada, e n'Espanhols si'lh 
veno encontra per servir lo e per envidar lo a"l sieu 
chastel e menet lo charamen, lui ab tota soa gen. E'l 
reis, quan fo dedintz lo chastel, lo fetz penre e menar de- 
foras e tolc li lo chastel. — E fo vertatz que, quan lo 

lö reis venc al servizi del rei Henric, lo coms de Tolosa 
sil desconfis en Guasconlia e tolc li be cinquanta chava- 



— 83 — 

liors; el reis Henrics li det tot Taver qne-lh chavalier devian 
pagar per la reenzo, et el no'l pagiiet, l'aver, a Is chavaliers, 
anz Feil portet en Arago. E'lh cliavalier eissiron de preiso 
e pao^iieron l'aver. — E fo vertatz qu'us joglars, que avia 2<^ 
nom Artusetz, li prestet dos cens marabotis, e menet lo 
beu im an ab sc e nolli en det denier. E quan venc im dia, 
Artusetz joglars si si mesclet ab un Juzieii, e-lh Jiizien li 
vengron sobre e nafreron Artnset malamen, lui et nn son 
conipanho. Et Artusetz e'l companhs auciseron un Juzieu, --^ 
don li Juzieu aneron a reclam a-1 rei e pregueron lo qu'el 
en fezes vendeta e que lor des Artuset e'l corapanlio per 
aucire, e qu'illi li darian dos cens marabotis. E'l reis los 
lor donet amdos e pres los dos cens marabotis. E-lh 
Juzieu los feiron ardre lo jorn de la nativitat de Crist, si ^^ 
com dis Guillielms de Bergueda en un sieu sirventes, dizen 
en el mal dcl rei: 

„E fetz una mespreiso 

Don hom nol deu razonar, 

Quel jorn de la naissio ^^ 

Fetz dos crestias brusar: 

Artus ab autre son par, 

E no degra aissi jutjar 

A mort ni a passio 

Dos per un Juzieu felo. 40 

Don US autre, que avia nom Peire joglars, li prestet de- 
niers e chavals, et aquel Peire joglars si avia grans mals 
diclis de la vielha reina d'Englaterra, la quals tenia Font- 
Ebrau, que es una abadia, on se rendon totas las vielhas 
richas. Et ela lo fetz aucire per paraula dcl rei d'Arago. ^'^ 

E totz aquestz laitz faclis remembret en Bertrans de 
Born a-1 rei d'Arago en aquest sirventes que dis: „Quan 
vei pe-ls vergiers despleiar los cendafz grocs, indis." 

1. Quan vei pe'ls vergiers despleiar 
Los cendatz grocs, indis e blaus, 
M'adoussa la votz de*ls cliavaus 
E"lh sonet que fan li joglar, 

Que viulan de trap en tenda, 5 

Trombas e corn e graile dar; 



/ 



— Ö4 — 

Adoncs vuölh un sirventes far 

Tal que-1 coras Ricliartz l'entenda. 

2. Ab lo rei mi vuolh acordar 

D'Arago e tornar en paus; 10 

Mas trop fö deschausitz e braus, 
Quan venc sai sus per hosteiar; 

Per qu'es drechs qu'ieu Ten reprenda; 
leu ho die per lui cliastiar, 
E pesa-m si'l vei foleiar 15 

E vuolh que de me aprenda. 

3. Ab me'l volon tuit encusar, 
Qu'us mi comtet de sos vassaus 
Que de Castellot ac mals laus, 

Quan ne fetz n'Espanhol gitar; 20 

E noTQ par que si defenda 
Ves el, s'el lo n'ausa proar; 
E, quan entret per convidar, 

Conquerit lai pauc de renda. 

4. Oimais no li puosc re celar, 25 
Anz li serai amics coraus: 

Gastos, cui es Bearns e Paus, 
Mi trames sai novas comtar 

Que de sos pres pres esmenda 
De'l rei, que"ls i degra liurar, «^0 

E volc en mais l'aver portar 

Que hom totz sos pres li renda. 

5. Que so m'an dich de lui joglar 
Qu'en perdo an fachs totz lor laus; 

S'anc lor det vestirs vertz ni blaus 35 

Ni lor fetz nul denier donar, 

Lait l'es qu'om Ten sobreprenda 
Que d'un sol s'en saup be pagar, 
D'Artuset, don fai a blasmar, 

Qu'en mes a'ls Juzieus en vcnda. 40 



— 85 — 

6. Peire joglar saiip mal pagar, 
Quelh prestet deniers e cliavaus, 
Quc la vielha que Fons-Ebraus 
xVtcn, lo fetz tot pesseiar; 

Qu'anc Fentresenlis fachs ab beiida 45 

De la jupa de'l rei d'armar, 
Que'lh balhet, no lo puoc j^uizar, 

Qu'om ab coutels tot nol feiida. 

7. Peire Röis saup devinar 

A'l piim que'l vi joves reiaus 50 

Que no seria arditz ni maus, 
E conoc lo al badalhar; 

Reis que badalh ni s'estenda, 
Quan au de batalha parlar, 
Sembla, ho fassa per vaneiar 55 

qu'en armas no s'entenda. 

8. leu lolh perdo sim fetz mal far 
A Catalas ni a Laraus; 

Puois lo senher cui es Peitaus 

Lolh mandet, non auset als far; 60 

E reis que logier ateuda 
De senhor, bei deu afanar, 
Et el venc sai per guazanhar 

Mais que per autra fazenda, 

9. Vuolh, sapchal reis et aprenda 65 
De son grat e fassa chantar 

Mo sirventes al rei navar 
E per Oastela l'estenda. 

14. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 28—29.) 

Quan lo reis Kichartz s'en fo passatz outra mar, tuit 

li baro de Lemozi e de Peiregorc si jureron ensems e 

feiron gran host et aneron als chastels et als borcs qu'en 

Richartz lor avia toutz. Et enaissi combateron e preseron 



— 86 — 

5 totz nqiicls quc-s defendian et enaissi cobreron gran re 
d'aquel qu'en Richartz lor avia tont. E quan eii l^ichartz 
fo vengutz d'outra mar et eissitz de preiso, mout fo iratz 
e dolens dcls cliastels e de*ls borcs que-lli baro Favian 
toiitz e comenzet los a menassar fortmcn de deseratar los 

10 e de destruire los. E-1 vescoms de Lemotges e'l coms 
de Peiregorc, per lo mantenemen qucl reis de Franza lor 
avia fach e fazia, si-lh tengron las soas menassas a iiieii 
e-lh manderon dizen qu'el era vengutz trop braus e trop 
orgolhos e que illi mal son grat lo farian franc e cortes 

15 et liiimil e qu'ilh lo chastiarian guerreian. Don Ikrtrans 
de Born, si com cel que non avia autra alegreza mas de 
mesclar los baros de guerra, quan auzit que-1 reis me- 
nassava aquels baros que no*l prezavan ren e metian per 
nien lo sieu dich, e que ilh l'avian mandat dizen que ilh 

20 lo chastiarian e'l farian mal son grat tornar franc e cortes 
et humil: en Bertrans si"n fo mout alegres. E sabia qucl 
reis en era fort dolens et iratz, d'aisso que illi dizian e de-1 
chastel de Nontron e d'Agen que*lli avian tout, e fetz un 
so sirventes per far salhir lo rei Richart a la guerra. E 

■i5 quan el ac fach so sirventes, el lo mandet a-n Raimon 
Gauceran, qu'era de Catalonha, dei comtat d'Urgel, senher 
de Pinos, valens hom e larcs e cortes e gentils, e non 
era nuls hom 'en Catalonha que valgues lui per la per- 
sona, et entcndia si en na Marquesa, qu'era filha de*! comte 

30 d'Urgel e molher d'en Guiraut de Cabrera, qu'era lo plus 
rics hom e*l plus gentils de Catalonha trach lo comte 
d'Urgel, so senhor. E comenza enaissi lo sirventes: „Quan 
la novela fiors par c'l verjan." 

1. Quan la novela fiors par el verjan, 
On son vermelh, vert e blanc li brondel, 
Per la doussor qu'ieu scn a'l torn de l'an 
Clian autresi com fan li autre auzel; 
Qnar per auzel mi tenh en maintas res, 5 

Quar aus voler tot lo mielhs qu'el mon es, 
Voler Taus ieu et aver cor volon, 
Mas no l'aus dir mon cor, anz lolh rescon. 



— 87 — 

2. leu no sui driitz, ni d'amor nom fenb tan 
Qu'e'l moii clomna ii'eurazo ni n'apel, 1'^ 
Ni no domnei, e si'm val autretan, 

Que lauzengier fals, enoios, fradel, 

Descnsenhat, vila e mal apres 

An de me dich, tan ne son entremes, 

Que fan cujar que la genzer de"l mon 15 

Mi tenlia gai, jauzen e desiron. 

3. Qu'om ses domna no pot far d'amor chan, 
Mas sirventes farai fresc c novel; 

Puois cliastiar cujan en guerreian 

Nostre baro lo senbor de Bordel 20 

E per forza tornar franc e cortes, 

Mal estara, s'ancar vilas non es 

Tan que cbascus aia gaucb, si'lb respon, 

E no'ls enoi si be*ls pela ni'ls ton. 

4. Anta aura, s'aissi pert son afan 25 
En Lemozi, on a tracli tan quairel 

E tanta tor, tan mur e tan anvan 

Fach e desfach e fondut tan cbastel 

E tan aver tout e donat e mei* 

E tan colp dat e receubut e pres 30 

E tanta fam, tanta set c tan son 

Com el a trach d'Agen tro a Nontron. 

5. Rassa, per vos remanon sai claman 
En Lemozi, de sai ves Moumaurel, 

Per vostre pro avetz fach de lor dan, 35 

So-m dis n'Aimars e"l senber de Martel 

E-n Talbafers en Folcaus en Jaufres 

E tuit aissilb qu'ab vos s'eran empres; 

Non an las patz ges per vos en que son, 

Anz fan lor «rrat lai a'l comte Raimon. 40 



Ö" 



6. Una re sapcban e Breto e Norman 
Et Anjavi, Peitavi e Mancel 
Que d'Autasvals entro a Monferran 



— 88 — 

E de Rosiers eiitro a Mirabel 

No'i aiira un, no veia son arnes; ^5 

E puois lo coms lio vol e sös drechs es, 

Deman ades la terra Saint Aimon, 

Tro que'lli pausen la cresma sobve'l fron. 



5(» 



7. Sirventes, vai a"n Raimon Gauceran 
Lai a Pinos, en ma razo Tespel 
Quar tan aut son siei dich e siei deman 
De lieis que te Cabrera e fo d'Urgel; 

A mo fraire en ren gratz e merces 

De Bergueda, de"l fi joi qiie m'cnques, 

Que tot mon cor mi tornet jauzion, 55 

Quan no3 partim amdui a*l chap de*l pon. 

8. Gauceran Durtz e so frair, en Raimon, 
Am autretan com s'eran miei segon. 

9. Si com l'auzel son desotz l'aurion, 

Son las autras sotz la genzor de'l mon. ÖO 



15. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 29—3 1 .) 

1. Mout m'es deissendre charcol 
De guerra far ab chastel 

E quar assaut ni cembel 

No vim, mais aura d'un an, 

E tenh m'o a gran afan ^ 

Quar ilh n'estan per paor 

E nos autre per s'amor 

De-1 senhor de Molierna. 

2. Que'ls aguza e'ls esmol 

E'ls tocha coma coutel •^ 

Lo seniler que te Bordel, 
Mas trop son espes denan 
E motz deves lo trenchan 



— 89 — 

E plus leial d'im prior; 

Merce de Tesmoledor 15 

Tuit venran a vida eterna. 

3. Ja'ii Berlais de Mosteroi 
Ni'n Guilhelms de Monmaurel 
Non agron cor tan isnel 

Com nostre baro cad' an, 20 

Quan ve a l'estiu entran; 

Puois, qnan entra la freidor, 

L'arditz torna en paor, 

Quan lo clars temps s'esbuzerna. 

4. De'l senhor de Mirandol, 25 
Qne te Croissa e Martel, 

No crei, ogan se revel, 

Tro que veia que -faran 

Frances, que van nienassan; 

Mas no son tan gabador, 30 

Be non atenda'l pascor, 

Que oimais pluou et inverna. 

5. Puois lo coms RicLartz mais vol 
Benauges sai pres Bordel, 

Que Conhac ni Mirabel 35 

Ni Chartres ni Saint-Johan, 

Grieu cobrera Botenan 

Ni feira a so senhor 

Braias molhar per paor, 

Per qu'ieu crei, Merlis l'esquerna. 40 

6- Aragones fan gran dol, 
Catala e cilli d'Urgel 
Quar non an qui los chapdel 
Mas un senhor flac e grau, 
Tal que 'S lauza en chantan 45 

E vol mais deniers qu'onor 
E pendet son ancessor, 
Per que 'S destrui et enferna. 



— 90 — 

7. Lai vir on la clens mi dol, 

Ves cela de cui m'es bei 50 

Qu'ieu la repti e l'apel 

De trazio e d'eiijan, 

Quar per son leugier talan 

Sofre que-lL fals fenhedor 

S'anea fenhen de s'amor 55 

De lieis, cui bos pretz governa. 

8. leu sai im austor terzol, 
Mudat, qu'anc no pres auzel, 
Franc e cortes et isnel, 

Ab cui ieu m'apel Tristan, 00 

E tot per aital semblan 
xVra pres per entendcdor 
Et am dat mais de ricor 
Que s'cra reis de Palerna. 

9. Tristans, per la vostr' amor 65 
Mi veirau torueiador 

En Peitau, qui que-m n'esquerna. 

10. Puois la reina d'araor 
M'a pres per entendedor, 
Be puosc far eine et ilh terna. TO 

16. 

(Vgl. Lebe»sbesclireibung S. 81— -.'Kl) 

Quan en Bertrans ac fach lo sirventes que dilz: „Puois 

als baros enoia e lor pesa" et ac dich a'l rei Fclip com 

perdia de eine duchatz los trcs e de Gisortz la renda el 

perchatz, e com Caercis remania en guerra et eu barata e 

5 la terra engolmesa, e com Frances e Borgonho avian 

chambiat lionor per cobeiteza, e com lo reis Felips avia 

anat plaideian sobrc la riba de Taiga, e com el non avia 

volguda la patz, quan fo dcsarmatz e, si tost com el fo 

armatz, pcrdct per viulat l'ardimen e la forza, e que mal 

10 semblava lo sor Gueric, l'oncle de Raol de Cambrais, que 



— 91 — 

d(3.saiui;ilz vulc ([uc la patz si fezes de Raol , so nebot, 
ab los qiiatre filhs ii' Albert e, depuois que fo armatz, no 
volc patz iii concordi, e com totz reis era aimitz e deson- 
ratz, puois comenzava gnerra ad autre rei per terra qu'a- 
quel reis li tolji^ues, quan el fazia patz ni tregua, tro la 15 
demanda que'lh fazia ag^ues conquista e recobrat so que 
fos dreclis e razos, don li autre rei lo tenon deseretat, e 
per far vergonha a'ls Cliampanes de-ls esterlis que foroii 
semenat entre lor, per so que illi no volguessen toriiar a 
la guerra: tuit li baro de Peitau e de Lemozi en foron 20 
iiiout alegre, que mout eran trist de la patz, per so que 
mens n'eran honrat e cliar teniiut per amdos los reis, Lo 
reis Ricliartz si charguet mout d'orguolh d'aquesta patz e 
comenzet far tortz e desmesuras en las terras de'l rei de 
Franza quo marchavan ab las terras d'en Richart. El 25 
reis Felips venia a reclam ad aissels que avian facha la 
patz entre lor dos, e'n Ricliartz no volia per lor tort ni 
(Irecli far; don fo ordenatz per lor us parlamens, on foron 
cnsems en la marcha de Torena e de Beiriu. E*l reis 
Felips si fetz maintz reclams d'en Richart, don amdui 30 
vengrou a grans paraulas et a malas, si qu'en Ricliartz lo 
desraentit e'l clamet vil recrezen. E si*s desfieron e si'S 
partiron mal. E quan Bertrans de Born auzit que ilh 
eran mal partit, si fo mout alegres. Et aisso fo e'l temps 
a'l comenzamen d'estiu, don Bertrans fetz aquest sirventes 35 
que vos aras auziretz: „A'l doutz nuou termini blanc de'l 
pascor vei la elesta." Et en aquel sirventes el poins fort 
lo rei Felip qu'el degues comenzar la guerra ab lo rei 
Richart a fuoc et a sanc, e dis que'l reis Felips volia 
mais patz qu'us mongues, en Richartz, ab cui el s'apelava 40 
„Oc e No", volia mais guerra que negus de'ls Algais, 
(pi'eran quatre fraire, grari raubador e raubavaii e menavan 
be ab lor mil raubadors a chaval e be doa milia a pe e 
no vivian d'autra renda ni d'autre perchatz. 

1. AI doutz nuou termini blanc 
De'l pascor vei la elesta 
Del novel temps ses contenta; 
Quan la sazos es plus genta 



— 92 — 

E plus avinens e val mais, 5 

Et liom deuria esser plus gais, 
E mellior sabor mi a jais. 

Per quem pesa quar m'estanc, 

Q.u'ieu ades no pas la festa, 

Qu'us sols Jörns mi sembla trenta 10 

Per Ulla promessa genta 
Don mi sortz trebalbs et esglais, 
E no vuolb, sia mieus Doais 
Ses la sospeisso de Cambrais. 

Pustela en son uolb e cranc 15 

Qui ja mais Ten amonesta! 

Que ja malvastatz dolenta 

No valra messio genta, 
Ni sojorns ni estar ad ais 
Tan com guerra, trebalbs e fais, 
So sapcbal senher de Roais. 



20 



4. Ni anc non vi bratz ni flaue 

Troncbat, ni cliamba ni testa 

Ferit de plaia dolenta, 

Ni ab gran bost ni ab genta 25 

No.l vi a Roam ni a Sais; 
E membres H qu'om li rctrais 
Qu'anc en escut lanza no frais. 



30 



5. Guerra ses fuoc e ses sanc 

De rei ni de gran poesta 

Cui coms laidis ni desmenta 

Non es ges paraula genta; 
Qu'el puois si sojorn ni s'engrais! 
E joves cui guerra no pais 
N'esdeve Heu flacs e savais. ^^ 

(). Reis de Franz;», ie'us tenb per traue; 
Quar bom a Tors no'us fai questa 
Ni de Gisortz nous presenta 



— 93 — 

Patz ni fi que sia genta: 
Ec vos la guerra e la pais! 4(i 

E ja, entro qu'om s'i eslais, 
Non er sos pretz fis ni verais. 

7. Ges de n'Oc e No no-m plane, 
Qu'ieu sai be qu'en lui no resta 

La guerra ni no s'alenta, 45 

Qu'anc patz ni fis no'lh fo genta, 

Ni hom plus volontiers no trais 

Ni no fetz coclias ni assais 

Ab pauc de gens ni ab gran fais. 

8. Lo reis Felips ama la pais oO 
Plus que-1 bos hom de Tarantais. 

9. En Oc e No vol gueira mais 
Plus que no fetz us de'ls Algais. 



17. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 31 — S:\.) 
En lo temps et en la sazo que lo reis Richartz 
d'Englaterra gueiTeiava ab lo rei Felip de Franza, si foron 
amdui en champ ab tota lor gen. Lo reis de Franza si 
avia ab se Frances e Borgonhos e Champanes e Flamencs 
e cels de Beiriu; e'l reis Richartz avia ab se Engles e 5 
Normans e Bretos e Peitavis e cels d'Anjau e de Torena 
e da-1 Maine e de Saintonge e de Lemozi, et era sobre la 
riba d'un fluni que a nom Sevra, lo quals passa al pe de 
Niort. E Funa hostz si era d'una riba e l'autra hostz era 
da l'autra, et enaissi esteron quinze Jörns, e chascu jorn 10 
s'armavan et aparelhavan de venir a la bat alba ensems. 
Mas arcivesque et evesque et abat et home d'orde, que 
cerchavan patz, eran en miei e defendian que la batalha 
no fos. Et un dia foron armat tuit aquilh qu'eran ab lo 
rei Richart et esqueirat de venir a la batalha e de passar 15 
la Sevra, e li Frances s'armeron et esqueireron. E li bon 
home de religio foron ab las crotz en bratz, pregan Richart 



— 94 — 

0*1 rci Felip quc la batallin no deines esser. E'l reis 
de Franza dizia que la batallia no remanria, sil reis 

20 Richartz no'lli fazia fezcutat de tot so que avia de sai 
mar: del dnchat de Normandia e de-1 dnchat de Qiii- 
tania e de'l comtat de Peitau e que-lli rendes Gisortz, lo 
qiial lo reis Richartz l'avia tout. Et en Richartz, quan 
auzit aquesta paraula quel reis Felips demandava, per la 

25 p^ran baudeza qu'el avia (quar li Champanes avian a lui 
l)iomes que no-lh serian a renconfra per la gran quantitat 
de-ls esterlis que avia semenatz entte lor) si montet en 
destrier e mes l'elm en la testa e fai sonar las trombas 
e fai deserrar los sieus gonfanos encontra l'aiga per passar 

30 outra et aordena las esqueiras de-ls baros e de la soa gen 
per passar outra a la batallia. El reis Felips, quan lo 
vi venir, montet en destrier e mes l'elm en testa, e tota 
la soa gens monteron en destriers e preseron lor armas 
per venir a la batalha, trach los Champanes, que no me- 

35 seron elms en testa. E'l reis Felips, quan vi venir en 
Richart e la soa gen ab tan gran vigor e vi que'lh Cham- 
panes no venian a la batalha, el fo avilitz et espaventatz 
e comenza far apelar los arcivesques e*ls evesques et 
homes de religio, totz aquels que l'avian pregat de la 

40 patz far; e preguet lor qu'ilh anessen pregar en Richart 
de la patz far e del concordi, e si lor promes de far e 
de dir aquela patz et aquel concordi de"l deman de Gisortz 
e de-1 vassalatge quelh fazia en Richartz. E li saint 
home vengron ab las crotz en bratz encontra lo rei Richart, 

45 ploran qu'el agues j)ietat de tanta bona gen com avia e-1 
champ, que tuit eran a morir, e qu'el volgues la patz; 
qu'ilh li farian laissar Gisortz e-1 rei partir de sobre la 
soa terra. E li baro, quan auziron la gran honor quel 
reis Felips li presentava, foron tuit al rei Richart e con- 

50 selheron lo qu'el preses lo concordi e la patz. Et el, per 
los precs de-ls bos homes de religio e per lo conselh 
dels sieus baros, si fetz la patz e*l concordi si quel reis 
Felips li laisset Gisortz quitamen, el vassalatge remas en 
penden si com el estava, e partit si del champ, el reis 

55 Richartz remas. E feiron jurar ambedui la patz a detz 
ans, e desfeiron lor liostz e deron comjat a-ls soudadiers 



— 95 — 

e ven^ron eschars et avar ambediii li rei e cobe c no 
volgron far liost ni despendre si noii eii falcos et en 
aiistors et cn clias et en lebriers et en compvar terras e 
possessios et en far tort a lor baros. Don tnit li baro <>0 
de'l rei de Franza foron trist e dolen e li baro de*l rei 
Ricliart, quar avian la patz facha per que chascus dels 
dos reis era vengutz escliars e vilas. E*n Bertrans de 
Born si fo plus iratz que negus dcls autres baros, per so 
quar el no si delecliava mas en guerra de se e d'autrui 65 
e mais en la guerra dels dos reis, per so que, quan ilh 
avian, li dui rei, guerra ensems, el avia d'en Richart tot 
so qu'el volia d'aver e d'onor et era temsutz d'amdos los 
reis per lo dire de la lenga. Don el, per volontat qu'el 
ac quelh rei tornessen a la guerra e per la volontat 70 
qu'el vi a*ls autres baros, si fetz aquest sirventes lo quals 
coraenza: „Puois a'ls baros enoia e lor pesa." 

1. Puois a*ls baros enoia e lor pesa 
D'aquesta patz qu'an facha li dui rei, 
Farai chanzo tal que, quan er apresa, 
A cadäu sera tart que guerrei; 

E no m'es bei de rei qu'en patz estei 5 

Deseretatz ni que perda son drei, 
Tro la demanda que fai aia conquesa, 

2. Ad ambedos te liom ad avolesa 

Quar an fach placli don quecs de lor sordei; 

Cinc duchatz a la Corona francesa, 1<^ 

E, sils comtatz, son a dire li trei; 

E de Gisortz pert la rend' e l'esplei, 

E Caerzis rema sai en trepei 

E Bretanha e la terra engolmesa. 

3. Ges aitals patz no melhura proesa 15 
Com aquesta ni antra qu'om li grei, 

Ni den sofrir qu'om li bais sa richesa, 

Puois Essaudu a tornat deves sei 

Lo reis Henrics e nies en son destrei; 

E nos cujes qu'a son home s'autrei, 20 

Sil fieu d'Anjau li merma una tesa. 



— 96 — 

Si'l reis engles li fetz do ni largucsa, 

A'l rei Felip, drechs es que Ten raercei, 

Qiielh fetz Ihirar la moneda englesa, 

Qu'en Franzan son cliarzit sac e correi; 25 

E no foron Anjavi ni Mancei, 

Que d'esterlis foro'lli primier conrei 

Que desconfis la lor gen champanesa. 



30 



40 



5. Lo sors Guerics dis paraula cortesa, 
Quan so nebot vi tornat en esfrei: 
Que desarmatz volgra'n fos la fis presa, 
Quan fo armatz, no volc penre plaidei; 
E no sembiet ges lo senhor d'Oiiei, 
Que desarmatz fo de peior mercei 

Que, quan el chap ac la ventalha mesa. 3^ 

6. A rei armat lo te hom a flacliesa, 
Quan es en charap e vai querre plaidei; 
Ben an chamjat honor per cobeitesa, 
Segon qu'auch dir, Borgonho e Francei; 
E valgra mais, per la fe qu'ieu vos dei! 
A'l rei Felip, comenzes lo desrei 

Que plaideiar armatz sobre la gresa. 

7. Vai, Papiols, mo sirventes a drei 
Mi portaras part Crespi e*l Valei 

Mon Isembart en la terra artesa; 45 

8. E digas li qu'a tal domna soplei 
Que marves puosc jurar sobre la lei 
Quel melher es de-1 mon el plus cortesa. 



18. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 33—34.) 
Nostre senlier somonis el mezeis 
Totz los arditz eis Valens e'ls prezatz, 
Qu'anc mais guerra ni cocha nol destreis, 
Mas d'aquesta si te fort per grevatz; 



— 79 — 

Quar pvesa es la vera crotz e'l reis, ^ 

E'l sepolcres a de socors fraclmra, 

Don tuit crezem ab leial fe segura 

Qiie lo saintz fiiocs i deissen, qii'om ho ve, 

Per que no fai nul esfortz qiü so cre. 

2. Gel que es coms e ducs e sera reis 10 
S'es mes enan, per qu'es sos pretz doblatz, 
Qu'el vol raais pretz qu'om de las doas leis, 
De'ls crestias e dels no-bateiatz ; 

E s'el vol pretz, a las obras pareis, 

Qu'el vol tan pretz e tan bon' aventura, 1i> 

Per que sos pretz creis ades e melhura, 

Qu'el vol lo pretz del mal el pretz del be: 

Tan ama pretz qu'ambedos los rete. 

3. Aras sai ieu qu'adrechs vol esser reis 

Lo reis Felips, que dizon qu'es crozatz, 20 

Et anc Cliarles en tal pretz no s'empeis 
Com el fara, d'aisso s'es be vanatz. 



19. 

(Vgl. Lcbeusbesclireibung S. 34—30.) 
Anc mais per re qu'en Bertrans de Born disses en 
coblas ni en sirventes a"l rei Felip ni per recordamen de 
tort ni d'aunimen que'lh fos diclis ni fjiclis no volc guer- 
reiar lo rei Richart; mas en Ricliartz si salhit a la guerra, 
quan vi la frevoleza del rei Felip, e raubet e prezet et 5 
ars chastels e borcs e vilas et aucis homes e pres; don 
tuit li baro, a cui desplazia la patz, foron mout alegre, e"n 
Bertrans de Born plus que tuit, per so que plus volia 
guerra que autr' om e quar crezia que per lo sieu dire lo 
reis Richartz agues comenzada la guerra, ab lo quäl el 10 
s'apelava „Oc e No", si com auziretz e'l sirventes qu'el 
fetz, si tost com el auzit qu'en Richartz era salhitz a la 
guerra, lo quals comenza: „No puosc mudar, un chantar 
non esparga." 

Bomanische Bibl. Bertran von Born. 7 



— 98 — 

1. No piiosc miular, im chantar non espar^a, 
Puois n'Oc e No a mes fuoc e tracli sanc, 
Qiiar g^rans guerra fai d'eschars senlior larc, 
Per quem platz be dels reis vezer la bomba, 
Que n'aian ops paisso, cordas e pom, 5 
E'n sian trap tendut per fors jazer, 

E'ns encontrem a miliers et a cens, 

Si qu'apres nos en chan hom de la gesta. 

2. Qii'ieu n'agra colps receubutz en ma targa 

E fach vermelli de mon gonfano blanc, 10 

Mas per aisso m'en sofrisc e m'en parc 

Que n'Oc e No conosc qu'un dat mi plomba; 

Mas non ai ges Lizinha ni Rancom, 

Qu'ieu puosclia lonli hosteiar ses aver, 

Mas ajudar puosc a mos conoissens, 15 

Escut al col e chapel en ma testa. 

3. Si*l reis Felips n'agues ars una barga 
Denan Gisortz o crebat un estanc, 

Si qu'a Roam entres per forza e*l parc, 
Que l'assetges pe'l puoi e per la comba, 
Qu'om non pogues traire brieu ses colom: 
Adoncs sai ieu qu'el volgra far parer 
Charle, que fo de'ls mielhs de sos parens, 
Per cui fo Polha e Sansönha conquesta. 

4. Anta l'adutz e de pretz lo descharga 25 
Guerra celui cui hom non troba franc, 

Per qu'ieu no euch, lais Caortz ni Cajarc 
Mos Oc e No, puois tan sap de trastomba; 
Sil reis li da lo tesaur de Chinom, 
De guerra a cor et auran puois poder; 
Tan l'es trebalhs e messios plazens 
Que los amics eis enemics tempesta. 

5. Anc naus en mar, quan a perdut sa barga 
Et a mal temps e vai urtar a'l ranc 

E cor plus fort qu'una saieta d'arc 35 



20 



30 



— 99 — 

E Teva en aiit e pnois aval jos tomba, 

No trais anc pieis, e dirai vos be com, 

Qu'ieu fatz per lieis que nom vol retener, 

Qne nom mante Jörn, terme ni convens, 

Per que mos jois, qu'era floritz, bissesta. 40 

6. Vai, Papiols, ades tost e correns, 
A Träinac sias anz de la festa; 

7. Di"m a*n Rotg^ier et a totz sos parens 

Qu'ieu no trop mais „omba" ni „om" ni „esta". 



20. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 34—36.) 

S'ieu fos aissi senlier ni poderos 

De me mezeis que no fos amoros, 

Ni no m'agues amors e*l sieu poder, 

Be feira tan qu'a totz feira saber 

Del rei Felip, quals mortz es e quäl dan 5 

E quals dols es quar el be non es pros 

E quar Peitaus vai ab Franza merman. 

K sai Richartz pren lebres e leos, 

Que non rema per plas ni per boissos, 

Enanz los fai dos e dos remaner 10 

Per sa forza, qu'us nos n'ausa mover, 

E cuja be penre d'aissi enan 

Las grans aiglas ab los esmerilhos 

Et ab buzacs metr' austors en soan. 

E*l reis Felips chassa lai ab falcos 15 

Sos perdigals e-ls petitz auzelos, 

E siei home no l'ausan direl ver 

Quar pauc e pauc si laissa dechazer 

Sai an Richart, que l'a tolgut ogan 

Engolesme, don s'es fachs poderos, 20 

E Tolosa, qu'el te sobre deman. 



— 100 — 

4. E pnois non es per sa terra iros, 
Membrclli sa sor e-1 maritz orgolhos, 
Que la laissa e no la vol tener; 

Aqiiest forfacbs mi sembla clesplazer, 25 

E tot ades que s'en vai perjuran, 
Que*l reis navars l'a sai dat per espos 
A sa filha, per que Taut' es plus gran. 

5. E s'aissi pert sos drechs, entre qu'es tos, 

Lai quan er vielhs, en sera vergonhos; 30 

E ja Frances non aian bo esper, 

Quar an lor tout qu'om sol sai tan temer, 

No prezan re lor dich ni lor deman 

Sai ves Peitau, enanz s'en fan janglos, 

Quan son ensems en Richartz e*n Bertran. 35 

6. E venran sai ab las novelas flors, 
E lor bobans sera de sobr' en jos, 
E ja'n Gastos no poira pro tener 

Que no'ns tolam lo Mon pres Saint-Sever, 

A Rocafort tot quan tolgut nos an, 40 

Si qu'en Peitau sera nostre brandos 

Gen alumnatz, si que tuit ho veiran. 



21. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 30-87.) 

1. Ära sai ieu de pretz quals l'a plus gran 
De totz aquels que 's leveron mati: 
Messers Conratz l'a plus fi ses enjan, 
Que 'S defen lai a Sur d'en Saladi 

E de sa maisnada croia; 5 

Socora'l dieus! quel socors vai tarzan: 
Sols aura'l pretz, que sols sofrc l'afan. 

2. Seniler Conratz, a Jesu vos coman, 
Qu'ieu fora lai, a Sur, so vos afi; 

Mas laissei m'en, quar s'anavan tarzan 10 

Li corat' elh duc elh rei e li princi; 



— 101 — 

Puois vi mi dons bei' e bloia, 
Per qiie s'anet mos cors jifebleian, 
Qu'ieu fora lai ben a passat im an. 

3. Senher Conratz, ieu sai dos reis qu'estaii !•'> 
D'ajudar vos, ara entendatz qui: 

Lo reis Felips es l'us, quar vai doptan 
Lo rei Richart, e cel liii dopt' aissi; 

Ar fos usquecs d'els en boia 
D'en Saladi, puois van dien galian, 20 

Quar son crozat e d'anar mot no fan. 

4. Senher Conratz, tot per vostr' amor cban 
Ni ges no'i gart amic ni enemi, 

Mas per sol fatz que'ls crozatz vau reptan 

De'l passatge qu'an si raes en obli, -^ 

No cujan qu'a dieu enoia; 
Qu'ilh si paisson e si van sojornan, 
Eus enduratz fam, set, et ilh estan. 



30 



5. Senher Conratz, la roda's vai viran 
En aquest mon, pur en mal a la fi, 
Quar paucs en sai que no s'anen penan, 
Com enjanen vezi e no-vezi; 

Mas cel que pert, nolh par joia; 
Don CS sapchan be cilh qu'ieu die qu'aisso fan 
Que dious escriu so que dich e fach an. 35 

6. Seniler Conratz, lo reis Richartz vai tan, 

Si tot, quan vuolh, de lui gran mal m'en di, 
Qu'el passara ab tal esfortz ogan 
Com far poira, so auch dir tot de fi, 

E'l reis Felips en mar poia -1^ 

Ab autres reis, qu'ab tal esfortz venran 
Que part l'Arbre See irem concpiistan. 

7. De n'Oc e No no"m vau ara doptan, 
Quar pesa li, si nula reih chasti, 

El reis frances vai si trop apriman, 45 



— 102 — 

Et ai paor qiie venha sobre mi; 

Mas anc a-1 setge de Troia 
Non ac tan diic, prince ni amiran 
Com ieu ai mes per chantar a mon dan. 

8. A mon Isembart part Troia 50 
Vai, sirventes, e di li m, qu'ieu lolh man, 
Qu'als reis crozatz es anta quar no van. 

9. Bels Papiols, ves Savoia 

Te ton chami e ves Branditz brochan 

E passal mar, qu'a*l rei Conrat ti man. 55 

10. Quan seras lai, no t'enoia, 

Tu li diras que, s'ar no-lh valh ab bran, 
E'lh valrai tost, silh rei nom van bausan. 

11. Mas ben es vers qu'a tal domna*m coman, 

Sil passatge no'lli platz, no crei que'i an. 60 



(Vgl. Lebensbeschreibung S. 37.) 

Anc nos puoc far maior anta 
Quan m'assols 
Ni mi pres en dols, 
E, puois ilh so a enquest, 
E platz mi dons que m'esclava 5 

Ni quem lais, 
No m'es dans 
Si'ls autrui enfans 
Colga e'l mieu berzol 

Qu'ieu sui grans. 10 

Fatz cors, puois ela t'enchanta. 
Tu fo cols 
E fas i que fols, 
Que de tot joi si desvest 
E de pretz si cura es lava; '5 



— 103 — 

Per ja mais 

Lo bobans 
Remanha el mazans, 
Qu'ieu ho vuolli, sil vol, 

Dos aitans. 20 

3. Lo seniler de ciii es Manta 

e Murols 
S'es prims de terzols 
Tornatz, ab que sai no rest: 
Sieus seria, s'el anava, 25 

Lai Roais, 
Tervagans, 
Alaps et Arans; 
Puois feira filhol 

De'ls Persans. 30 

4. Enaps e copas mazanta 

Et orzols 
D'arg:en e pairols 
E sec ribieira e forest 

E sai tolia e donava: 35 

No'S biais 
Dels afans: 
Pressas e mazans, 
Guerra ab tribol 

L'es enans. 40 

5. Entre Dordonha e Cliaranta 

Es trop mols, 
So'm dis n'Auriols, 
Qu'ancar re noi a conquest, 
Et er l'anta, si'S pausava, 45 

Qu'aissi lais 
Benanans 
E gortz e tirans 
Geis qu'amar no sol 

E poissans. 50 



— 104 — 

6. Ves nion Oc e No t'avanta, 

Papiols, 
Quar sieus es Bristols 
E Nortensems e Siisest 

E Londres e Titagrava 55 

E Carais 
E Roans 
E Coras e Cans; 
Puois tot a quan vol, 

Sai s'eslans. 60 

7. Bels Seniler, truaus 
Seretz, si no-us dol 

Lo mieus dans. 

8. Mariiiiers, enjans 

Es qu'amar destol 65 

A'ls amans. 



28. 

(Vgl. Lebcnsbesclircibiing S. 37—39.) 

1. Volontiers feira sirventes, 
S'om lo volgues aiizir chantar, 
Que pretz es mortz, honors e bes, 
E si los pogues revenjar, 

Tans n'i agra que mortz que pres 5 

Que, si fis de*l mon no'i vengues, 

Tans no"n pogra aiga negar 

Ni tuit li fuoc de*l mon cremar. 

2. Si non es tortz ni nescies 

So qu'en cliantan m'auzetz comtar; 10 

Quar dieus dona la rend' e'l ces, 

Que'l sens deia saber guidar, 

Segon que l'om e l'avers es; 

Mas ses mesura non es res: 

Aissei que 'S vol desmesurar 15 

No pot SOS faclis en aut poiar. 



30 



— 105 — 

3. Reiesme son, mas reis no g'cs, 
E comtat, mas no coms iii bar; 

Las marchas son, mas no'lh marques, 

Elli ric chastel elh bei estar, 20 

Mas li chastel a non i so, 

Et avers es plus qu'anc non fo; 

Pro an conduclis e paiic raanjar 

En colpa d'avol ric avar. 

4. Belas personas, bels arnes 25 
Pot hom pro vezer e trobar, 

Mas no-i es Augiers lo Danes, 
Berartz ni Baudüis noi par; 
E de pel penclienat son pro, 
Rasas dens et en cliais grcno, 
Mas no ges cel qiie sapcli' amar, 
Cort tener, domueiar ni dar. 

5. Si flaclia gen! ou so'lh cortes 
Que solon chastels assetjar? 

E que solon setman' e mes 35 

Cort mantener ab gen renbar V 

E que solon donar rics dos 

E far las autras mcssios 

A soudadier et a joglar? 

Un sol non vei, so aus comtar. 40 

ö- Si"l reis Felips, reis de"ls Frances, 
A volgut a Riebart donar 
Gisortz, aut luoc et aut pacs, 
Richartz Ten deu fort merceiar; 
Mas si Felips de'l mieu cor fos, 45 

Richartz no mouria'ls talos 
A son dan senes encontrar: 
E puois no*l vol, lais s'en ferrar. 

7. Papiols, Sias tan cochos, 

Di-m en Richart qu'el es leos, ^^ 

E'l reis Felips anhels mi par, 
Qu'aissi's laissa deseretar. 



— 106 — 
24. 

(V^l. liebensbeschreibimg S. 39—40.) 

Quan Richartz ac facha la patz ab Bertran de Born 

e'lh ac rendut son chastel d'Autafort, el si crozet, lo reis 

Richartz, e passet outra mar. E Bertrans remas guerreian 

ab n'Aimar, lo vescomte de Lemotges, et ab lo comte de 

5 Peiregorc et ab totz los aiitres baros de viro. E, si com 

avetz entendut, quan Richartz s'en tornava, el fo pres en 

Alamanha e si estet en preiso dos ans e si si rezemet per 

aver. E quan Bertrans de Born saup quel reis devia 

eissir de preiso, mout fo alegres per lo gran be qu'el sabia 

10 qu'el auria de'l rei e per lo dan que seria a sos enemics. 

E sapchatz qu'en Bertrans avia escriut en son cor totz 

los mals eis dans que aquist guerreiador avian fachs en 

Lemozi et en las terras de'l rei Richart, en fetz so sir- 

ventes. 

1. Bern platz qnar tregua ni fis 
No rema entrels baros, 
Qu'ades plantavan boissos, 
Tan aman hortz e jardis, 

Aise ab pauc de companha; 5 

Sembla'S guarden d'ansessis, 
Que ja lai on us d'els fos 
Non entreratz ses mesclanha. 

2. Ancaras i aura ris, 

E be lieu amaran nos 1^ 

Et acolhiran los pros 

E daran dels barbaris, 

Si Volon qu'ab lor remanha; 

Que ja per cridar „Paris"! 

Senes autras messios ^^ 

No conquerran gen estranha. 

3. Ja no crezatz qu'om ressis 
Puoi de pretz dos eschalos, 
Mas al soteira de jos 

Pot ben estar quetz e clis 20 



— 107 — 

Et en aqnel que remanha; 
Que per mil marcs d'esterlis 
Non poiria poiar dos, 
Tan tera qu'avers li sofranha. 

4. Be volgral reis fos devis 25 
E que passes sai mest nos 

E que saubes de'ls baros 

Quais l'es fals ni quals l'es fis 

E conogues la malanha 

De que clocha Lemozis, 30 

Qu'era sieus e fora'lh bos, 

Mas US sobros lolL gavanha. 

5. Be volgra, en mal chausis, 
Coras qu'en fos lezeros, 

E qu'en passes dos sedos, 35 

Anz que trop li endurzis, 

Puois vengutz es d'Alamanha; 

E vuolli, n'Aimars, lo mesquis, 

En Guis fassan partizos 

Tan engals qu'us no s'en planha. 40 

6. Mariniers, ges pels Chanzis 
Si'ls albergan Malmiros, 
Nom fassatz mal a rescos; 
Nous en serai plus aclis 

Ni pen Peiro La Cassanha, 45 

De que s'es mal menatz Guis 
Ves me de doas preisos 
En amor et en companha. 

7. Papiols, ja-n Frederis 

No feira aital barganha 50 

Com fetz SOS filhs n'Aenris, 
Quan pres romieus ab bordos, 
Don pert Pol ha e Romanlia. 



108 



25. 

(Vgl. Lebensbcsclircibuug S. 40— 41.) 

1. Ar ve hl coiudeta sazos 
Que aribaran nostras naus, 

E venral reis galbartz e pros, 

Qu'aiic lo reis Richartz no fo taus; 
Adoiics veirem aur et argen dcspendre, 5 

Peirieiras far destrapar e destendre, 
Murs esfondrar, tors baissar c deissendre 
E"ls enemics encbadenar e prendre. 

2. Ges no*m platz de nostres baros 

Q.ii'an fachs sagramens, no sai qiiaiis; 10 

Per so n'estaran vergonhos 
Com lo lops qu'a'l latz es enclaus, 
Quan nostre reis poira mest nos atendrc; 
Qu'estiers nuls d'els no s'en poiran defendre, 
Anz diran tuit: „Me no pot hom reprendre 15 

De nul mal plach, anz mi vuolh a vos rendre." 

3. Bela m'es pressa de blezos, 

Cobertz de teintz vermellis e blaus, 
D'entresenhs e de gonfanos 

De diversas colors tretaiis, 20 

Tendas e traps e rics pavilbos tendre, 
Lanzas frassar, esciitz traucar, e fendre 
Elmes brunitz, e colps donar e prendre 



No'm platz companha de basclos 25 

Ni de las putanas venaus; 

Sacs d'esterlis e de moutos 

M'es laitz, quan son vengut de frans; 
E maisnadier eschars deuria hom pendre 
E ric home, quan son donar vol vendre; 
En domn' escharsa no's deuria hom eutendre 
Que per aver pot plegar et estendre. 



30 



— 109 ~ 

Rom sap l'nsato^e qii'a"! leos, 

Qu'a re venciida non es maus, 

Mas contr' orgaiolli es orgollios; «^5 

E'l reis non a baros aitaus, 
Anz, qiian vezon que sos afars es mendre, 
Ponha chascus cossilh puosclia mesprendre: 
E no'iis cujetz qu'ieu fassa motz a vendre, 
Mas per ric bar deu liom tot jorn contendrc. 40 



26. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 41 — 42.) 

1. Miei sirventes vuolli far de"ls reis amdos, 
Qu'en brieu veirem qu'aura mais cliavaliers, 
De-1 valen rei de Castela, n'Anfos, 
Qu'auch dir que ve e volra soudadiers; 

Kiciiartz metra a muois et a sestiers 5 

Aur et argen e te s'a benananza 

Metr' e donar e no vol sa fianza, 

Anz vol guerra mais que quallia esparviers. 

2. S'amdui li rei son pro ni coratjos, 

En brieu veirem champs joncliatz de quartiers, 10 

D'elms e d'escutz e de brans e d'arzos 

E de fendutz per bustz tro a'ls braiers, 

Et arratge veirem anar destriers 

E per costatz e per peclis mainta lanza 

E gaucli e plor e dol et alegranza: 15 

Lo perdr' er grans e"l guazanlis er sobriers. 

3. Trombas, tabors, senheras e penos 

Et entresenhs e chavals blancs e niers 

Veirem en brieu, que'l segles sera bos, 

Que hom tolra l'aver a*ls usuriers, 20 

E per chamis non anara saumiers 

Jorn afiatz ni borges ses doptanza 

Ni merchadiers que venha de ves Franza, 

Anz sera rics qui tolra volontiers. 



— 110 — 

4. Mas sil reis ve, ieii ai en dien fianza, 25 
Qu'ieu serai vius o serai per qiiartiers; 

5. E si sui vius, er mi f^raus benananza, 
E si ieu muoir, er mi grans deliiiriers. 



27. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 42.) 

1. Un sirventes fatz dcls uialvatz baros, 
E ja mais d'els no m'anziretz parlar, 
Qu'en lor ai fraclis mais de mil agnlhos, 
Qn'anc non puoc far un correr ni trotar, 

Anz si laissan ses clam deseretar; 5 

Maldigals dieus! E que cujan doncs fiir 
Nostre baro? Qn'aissi com un confraire 
Non i es us, nol poschatz tondr' e raire 
ses congrenhs dels quatre pes ferrar, 

2. Bos e n'Aimars, n'Archambautz en Gnios ^ö 
Degran oimais lor joven demostrar; 

Quar joves rics cui no platz messios, 
Cortz ni guerra, no pot en pretz montar 
Nis fai temer ni grazir ni honrar; 



Que da Londres tro qu'a la ciutat d'Aire 
Non i a un qu'en la terra son paire 
Nolh fassan tort senes tot chalonjar. 



15 



IL 
Liebeslieder (Caiizoueii). 



28. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 12 — 14.) 
Bertrans de Born si s'apelava „Rassa" ab lo comte 
.Taufre de Bretaiilia, qu'era fraire de'l rei jove e d'en 
Kichai't, qu'era corns de Peitan. En Richartz cn Jaufres 
si s'entendian en la domna d'en Bertran de Born, na Maeut 
de Montaahac, e"l reis n'Anfos d'Arago en Raimons, lo -^ 
coms de Tolosa. Et ela los refudava totz per en Bertran 
de Born, que avia pres per entendedor e per chastiador. 
E per so qne ilh remasessen dels precs d'ela, el volc 
mostrar a'l comte Jaufre, quals era la domna en cni el 
s'entendia, e si la lanzet en tal manieira que paria qu'el 1^ 
l'agues vista nuda e tenguda. E volc be qu'om saubes 
que na Maeuz era la soa domna, aquela que refudava 
Peitau, so era en Richartz, qu'era coms de Peitau, e*n 
Jaufre, qu'era coms de Bretanha, e'l rei d'Arago, qu'era 
senher de Saragosa, el comte Raimon, qu'era senher de 15 
Tolosa, e per so dis en Bertrans: 

Rassa, als rics es orgolhosa 

E fai gran sen a lei de tosa, 

Que no vol Peitau ni Tolosa 

Ni Bretanha ni Saragosa, 20 

Anz es de pretz tan enveiosa 

Qu'a'ls pros paubres es amorosa. 

E d'aquesta razo queus ai dicha el fetz so sirventes e de 
blasmar los rics que re no donan e que mal acolhon e 
souan e que senes tort ocliaisonan e, qui lor quier merce, 25 



— 112 — 

qiie no perdonan ni servizi no g;nizerclonan; et aquels qiie 
mais no parlan si no de volada d'austor, ni mais d'amor 
ni d'armas non ausan parlar entre lor. E volia que'l 
coms Ricliartz g;iierreies lo vescomte de Lemotges e que*l 
30 vescoms si defendes proosamen. — E d'aquestas razos si 
fetz lo sirventes qiie ditz: „Rassa, tan creis e mont' e 
poia cela qu'es de totz enjans voia". 

1. Rassa, tan creis e monta e poia 
Cela qu'es de totz enjans voia, 
Sos pretz a las autras enoia, 
Qu'una noi a que rcn i noia, 

Que*l vezers de sa beutat loia ^ 

Los pros a sos ops, cui que coia; 

Que'lli plus conoissen e'lli mclbor 

Mantenon ades sa lauzor 

E la tenon per la genzor, 

Qu'illi sap far tan entieir' onor, tO 

No vol mas un sol preiador. 

2. Rassa, domn' ai qu'es fresclia e fina, 
Coinda e gaia e mesquina, 

Pel säur ab color de robina, 

Blanclia pc'l cors com flors d'es])ina, 15 

Coude mol ab dura tetina, 

E sembla conil de l'esquina; 

A la fina frescha color, 

A'l bo pretz et a la lauzor 

Lieu podon triar la melhor 

Cilli que si fan conoissedor 

De me ves quäl part ieu azor. 

3. Rassa, a*ls rics es orgolhosa 
E fai gran sen a lei de tosa, 

Que no vol Peitau ni Tolosa 2-^ 

Ni Bretanha ni Saragosa, 
Anz es de pretz tan enveiosa 
Qu'a'ls pros paubres es amorosa; 
Puois m'a pres per chastiador. 



20 



- 113 — 

Prec li qiie tenlia chav s'aaior 30 

Et am mais un pro vasvassor 
Qii'iin comte o duc g-ualiador 
Que la tengues a desonor. 

4. Rassa, rics hom que re no dona 

Ni acuolh ni met ni no sona 35 

E que senes tort ochaisona 

E, qui merce'lh quier, no perdona 

M'enoia, e tota persona 

Que servizi no guizerdona; 

E li ric home chassador 40 

M'enoian e'lh buzacador 

Gaban de volada d'austor, 

Ni ja mais d'armas ni d'amor 

No parlaran mot entre lor. 

5. Rassa, aisso'us prec que vos plassa: 45 
Rics hom que de guerra no*s lassa 

Ni no s'en recre per menassa, 

Tro qu'om si lais que mal nolh fassa, 

Val mais que ribieira ni cliassa, 

Que bo pretz n'acuolh e n'abrassa; 50 

Maurin ab n'Aigar, so senlior, 

Te hom per bo envazidor, 

E'l vescoms defenda s'onor, 

E'l coms deman la"lh per vigor, 

E veiam l'ades al pascor, 55 

6. Mariniers, vos avetz honor, 
E nos avem chamjat senhor 
Bo guerrier per torneiador, 

E prec a*n Golfier de la Tor, 

Mos chantars no"lh fassa paor. 60 

7. Papiols, mon chantar recor 

En la cort mo mal Bei Senhor. 

Romanische Bibl. IJertran von Born. ft 



114 — 



29. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 14.) 

Bertrans de Born si era drutz de ma domna Maeut 
de Montanhac, de la molher de Talairan, que era aitals 
domna com vos ai dich en la razo de"l sirventes de „la 
domna soisseubuda". E si com ieu vos dis, ela'l partit de 

5 se e det li comjat et encusava lo de ma domna Guischarda, 
de la molher de'l vescomte de Comborn, d'una valen 
domna, que fo de Borgonha, sor d'en Guischart de Beljoc. 
Avinens domna et ensenhada era, complida de totas beu- 
tatz ; si la lauzava fort en comtan et en chantan Bertrans. 

10 Enanz qu'el la vis, era sos amics per lo be qu'el auzit d'ela, 
et enanz qu'ela fos vcnguda a marit a'l vescomte de Com- 
born, e per l'alegreza qu'el ac de la soa venguda si fetz 
aquestas coblas que dizon: 

1. Ai! Lemozis, francha terra cortesa, 

Mout mi sap bo quar tals honors vos creis, 

Que jois e pretz e deportz e gaiesa, 

Cortesia e solatz e domneis 

S'en ve a nos, o'l cors estet anceis; 5 

Be"s deu guardar qui a drutz si depeis, 

Per quals obras deu domna esser quesa. 

2. Dos e servirs e guarnirs e larguesa 
Noiris amors, com fai l'aiga los peis, 
Ensenhamens e valors e proesa, 10 
Armas e cortz e guerras e torneis; 

E, qui pros es ni de proezas feis, 

Mal estara, s'aoras no pareis, 

Puois na Guischarda nos es en sai tramesa. 

E per aquesta domna Guischarda sil partit de se ma 

15 domna Maeuz, qu'ela crezia qu'el li volgues mielhs que 

ad ela, e qu'ela li fezes amor. E per aquest departimen 

el fetz „la domna soisseubuda" (No. 32) e'l sirventes que 

ditz: „leu m'escondisc, domna, que mal no mier (No. 31). 



115 



30. 

(Vgl. Lebensbeschreibimg S. 14 — 15.) 

1. Gel que chamja bo per melhor, 
Si'l mielbs pren, be deu mais valer, 
Qu'ieu ai cor, e dieus do-m poder, 
Que tan serva'l Mielhs et azor 

Que de Tira e de la dolor i> 

O'm mes cilh que'm degra valer, 

Que"m träit e cujct m'aucire, 

Plassa'lli quem torii en bo esper; 

Qu'enves me no-s pot escondire, 

Qu'a'l sieu tort no"in dones lezer. 10 

2. Lemozi, be vos deu plazer 
Qu'ara-us es vengutz Mielhs-de-bc; 
Tan com mars clau ni terra te 
Non a domna on puoscha chaber 

Lo bes qu'om pot eu lieis vezer; 15 

No'i a joi, qui de lieis no"l te, 

Qu'ela sap tan gen far e dire 

Tot so qu'a bo pretz aperte 

Qu'ab son joi fai los iratz rire, 

Tan avinenmen si cliapte. 20 

3. Aquesta vos die que mante 
Pretz e joi, tan ama"n honor, 
Joven e solatz et amor 

Et acuolh, dona e rete 

Grat de totz cels que si conve; '^5 

Per que tuit siei corteiador 

Parten denan lieis ab desire, 

Tan lor a sos vezers sabor; 

Qu'om no la ve que no consire 

Qu'anc de sos uolhs no vi genzor. 30 

4. Et a*m convenguda s'amor, 
Quan volra chavalier aver; 
Que cel que mais sabra valer 
Sofrira per entendedor; 

8* 



116 



Et er be inalvatz qui no cor 35 

A'l cors on hom met tan d'aver; 

Que-1 miellis qu'om piiosch' e-1 mon eslire 

Pot guazanhar e conquerer, 

S'es larcs et adrechs e servire 

E sap far e dire plazer. 40 

5. Guilhelme Bertran, fai saber 
Per tot aquest dir de part me, 
E, qui pros er, esforze*n se, 
Paubre e ric, segon poder, 
Qu'ela volra son dich tener, 45 

Qiie cel on mais veira de be 
N'aura guizerdo ses desdire, 



50 



Q.u'en tal luoc vol son joi assire 



6. Guilhelme, a Torena vai dire 
An Bos, que's chaptenha tan be 
Qu'om puoscha d'uoi enan eslire 
Que amors de son joi l'estre. 



31. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 15.) 
leu m'escondisc, domna, que mal no mier, 
De so que 'US an de me dicli lauzengier; 
Per merceus prec qu'om no puosclia mesclar 
Lo vostre cors fi, leial, vertadier, 
Humil e franc, cortes e plazentier 5 

Ab me, domna, per menzönjas comtar. 

A"l primier get perd' ieu mon esparvier, 

Quc'l m'aucian el ponh falco lanier 

E porten Ten, qu'ieul lor veia plumar, 

S'ieu non am mais de vos lo consirier 10 

Que de nul' antra aver lo desirier 

Que*m do s'amor nim retenha a"l colgar. 



— 117 — 

3. Aiitr' escondich vos farui plus sobrier, 
E no mi puosc orar plus d'encombrier: 

S'ieu anc fallii ves vos neis de*l pensar, 15 

Quan serem sol en cliambra o dintz vergier, 
Falha'm poders deves mon companhier 
De tal guisa que no'm puoscha ajudar. 

4. S'ieu per jogar m'asset pres de*l taulier, 

Ja no'i puoscha baratar un denier 20 

Ni ab taula presa no puoscha entrar, 

Anz get ades lo reirazar derier, 

S'ieu antra domna mais deman ni enquicr 

Mas vos, cui am e desir e tenh char. 

5. Senher sia ieu de chastel pa^'zonier, 25 
Et en la tor siam quatre parier, 

E l'us Tautre nons poscham ja amar, 

Anz m'aian ops totz temps arbalestier, 

Metg' e sirven e guachas e portier, 

S'ieu anc aic cor d'autra domna amar. 30 

6. Ma domna m lais per autre chavalier, 
E puois no sapch' a que m'aia mestier, 
E falha'm vens, quan serai sobre mar, 
En cort de rei mi batan li portier, 

Et en cocha fassal fugir primier, 35 

Si no mentit cel queus anet comtar. 

7. Domna, s'ieu ai mon austor anedier 
Bei e mudat, be prenden e maisnicr, 
Que tot auzel puoscha apoderar, 

Cinh' e grua et aigro blanc e nier, 40 

Volrai lo donc mal mudat, gal inier. 
Gras, debaten, que no puoscha volar? 

8. Fals, enveios, fementit lauzengier, 

Puois ab mi dons m'avetz mes destorbier, 

Be lauzera quem laissassetz estar. 45 



— 118 — 

82. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 15.) 

Bertrans de Born si era driitz d'una domna gentil e 
jove e fort prezada, et avia nom ma domna Maeuz de Mon- 
tanliac, moUier d'en Talairan, qu'era fraire de*l comte de 
Peiregorc, et ela era filha de"l vescomte de Torena e sor 
5 de ma domna Maria de Ventadorn e de n'Elis de Monfort, 
E, segon qu'el dis en son cliantar, ela-1 partit de se e-lh 
det comjat, don el fo moiit tristz et iratz e fetz razo qiie 
ja mais no la cobraria ni antra no trobava que fos tan 
bela ni tan bona ni tan plazens ni tan ensenhada. E 

10 penset, puois qu'el no'n poiria cobrar neguna qne pogues 
esser engals a la soa domna, qu'el en fezes una en aital 
guisa qu'el soisseubes de las autras bonas domnas e belas 
de chascuna una beiftat o un bei semblan o un bei acol- 
himen o un avinen parlar o un bei chaptenemen o un bei 

15 gran o un bei talh de persona; et cnaissi el anet queren 
a totas las bonas domnas que chascuna li dones un d'a- 
questz dos que m'avetz auzit nomar per restaurar la soa 
domna, qn'avia perduda. Et e"l sirventes qu'el fetz d'aquesta 
razo vos auziretz nomar totas las domnas a las quals el 

20 anet querre socors et ajuda a far la domna soisseubuda. 
E'l sirventes qu'el fetz d'aquesta razo si comenza: „Domna, 
puois de me no'us chal E partit m'avetz de vos." 

1. Domna, puois de me nous chal 
E partit m'avetz de vos 

Senes totas ochaisos, 
No sai on m'enquieira; 

Que ja mais ^ 

Non er per me tan rics jais 
Cobratz; e, si de'l semblan 
No trop domna a mon talan 
Que valha vos qu'ai perduda, 
Ja mais no vuolh aver druda. •*' 

2. Puois no'us puosc trobar engal, 
Que fos tan bela ni pros, 



— 119 — 

Ni SOS rics cors tan joios, 
De tan bela tieira 

Ni tan gais 15 

Ni SOS rics pretz tan verais: 
Irai per tot acliaptan 
De cliascima un bei semblan 
Per far domna soisseubuda, 
Tro vos mi siatz renduda. 2(> 

3. Frescha color natural 
Pren, bels Cembelis, de vos 
E'l doutz esgiiart amoros 

E fatz gran sobrieira 

Quar rei lais, 25 

Qu'anc res de be no us sofrais; 
Mi dons na Elis deman 
Son adrech parlar gaban, 
Quem do a mi dons ajuda, 
Puois non er fada ni muda. 30 

4. De Chales la vescomtal 
Vuolh que*m done ad estros 
La gola e'ls mas amdos; 

Puois tenh ma charrieira, 

No*m biais, 35 

Ves Rochachoart m'eslais 
A'ls pels n'Anhes que'm daran; 
Qu' Iseutz, la domna Tristan, 
Qu'en fo per totz mentauguda, 
No'ls ac tan bels a saubuda. 10 

5. N'Audiartz, si be'm vol mal, 
Vuolh quem do de sas faissos, 
Que'lli estai gen liazos, 

E quar es entieira, 

Qu'anc no'S frais 45 

S'amors ni's vols en biais; 
A mo Mielbs-de-be deman 
Son adrech, nuou cors prezan, 



— 120 — 

De que par a la veguda, 

La fassa bo tener nuda. 50 

6. De na Faidid' autretal 
Viiolli sas belas dens en dos, 
L'acolbir e*l gen respos 

Don es presentieira 

Dintz son ais; 5» 

Mos Bels Miralbs viiolh que^m lais 
Sa gaieza e son bei gran, 
E qiiar sap son benestan 
Far, don es reconoguda, 
E no's cbambia ni'S muda. 60 

7. Bels Senker, ieu no'us qnier al 
Mas que fos tan cobeitos 
D'aqiiesta com sui de vos; 

Qn'una lechadieira 

Amors nais, 65 

Don mos cors es tan lecbais, 
Mais vuolh de vos lo deman 
Que antra tener baisan; 
Doncs mi dons per que*m refuda, 
Puois sap que tan Tai volguda? 70 

8. Papiols, mon Aziman 
M'anaras dir en cliantan 
Qu'amors es desconoguda 
Sai e d'aut bas chazeguda. 



(Vgl. Lebensbeschreibung S. 15 — IG u, S. 47.) 
Bertrans de Born si fo acomjadatz de soa domna, ma 
domna Maeut de Montanliac, e noili tenc pro sagramens 
ni esdichs qu'el fezes en comtan ni en cliantan qu'ela 
volgues creire qu'el non ames na Guischarda. E si s'en 
anet en Saintonge vezer ma domna na Tiborc de Mon- 
tausier, qu'era de las plus prezadas domnas que fossen e'l 



— 121 — 

mon, de beiitat e de valor e d'ensenhamen. Et aquesta domna 
era molher de*l senhor de Cbales e de Berbesil e de 
Montausier. Eii Bertrans silh fetz reclam de ma domna 
Maeut que l'avia partit de se e no*l volia creire per 10 
sagTamen ni per esdich que li fezes qu'el no volgues ben 
a na Giüsebarda. E si la preguet qu'ela'l degues recebre 
per chavalier e per servidor. Ma domna na Tibors, com 
savia domna qu'ela era, si'lb respondet enaissi: „Bertrans, 
per la razo que vos etz vengut z sai a me, ieu en sui mout 15 
alegra e gaia e tenb nvo a gran honor, e d'autra part si 
mi desplatz: ad honor m'o tenh, quar vos m'etz vengutz 
vezer ni pregar qu'ieu vos prcnda per chavalier e per ser- 
vidor, e desplatz mi mout, si vos avetz fach ni dich so 
per que ma domna Maeuz vos aia dat comjat ni per que 20 
sia irada ab vos. Mas ieu sui aquela que sai be com si 
chambia tost cors d'amadors e d'amairitz. E si vos non 
avetz falhit ves ma domna Maeut, tost en sabrai la vertat; 
e si vos retornarai en la soa gracia, s'enaissi es. E si en 
vos es lo falhimens, ieu ni antra domna no'us deu mais 25 
acolhir ni recebre per chavalier ni per servidor. Mas ieu 
fjirai ben aitan qu'ieu vos penrai a mantener et a far lo 
concordi entre vos et ela." Bertrans si s'en tenc mout 
per pagatz de la responsio de ma domna na Tiborc e 
promes li qu'el non amara mais antra domna ni servira si 30 
no ma domna na Tiborc, si chausa era qu'el no pogues 
recobrar l'amor de ma domna Maeut. E ma domna na 
Tibors promes a*n Bertran, s'ela no'l podia acordar ab 
ma domna Maeut, qu'ela'l recebria per chavalier e per 
servidor. E non anet longa sazos, que ma domna Maeuz ^5 
saup qu'en Bertrans non avia colpa, et escoutet los precs 
quelh eran fach per en Bertran e sil tornet en gracia 
de vezer lo e d'auzir sos precs. Et el li comtet e-lh dis 
lo mantenemen que'lh avia fach ma domna na Tibors e 
la promessio qu'ela avia fach' ad el. Don ma domna 40 
Maeuz li dis qu'el preses comjat de ma domna na Tiborc 
e que-s fezes absolver las promessios e'ls sagramens que 
ilh avian fachs entre lor. Don Bertrans de Born fetz 
aquest sirventes: „S'abrils e fuolhas e flors." 

E si recordet lo socors qu'anet a demandar a ma 45 



— 122 — 

domna na Tiborc e racolhimeii qu'ela li fetz diutz son re- 

paire en una cobla que dis: „Domna, s'ieu quisi socors." 

Et en las autras coblas blasmet los rics bnros que 

ses donar, per paor volian pretz aver e cujavan qu'om 

50 non auses retraire los mals que ilh fazian; et autres que 
basten volian si far parer rics, autres per teuer chas et 
austors; et autres que per guerreiar laissavan joi e joven 
et amor, et autres per los grans guazanhs que fazian a"ls 
torneiamens, on raubavan los paubres chavaliers e laissa- 

55 van los grans fachs d'onor. E d'aquestas razos fetz aquest 
sirventes. 

1. S'abrils e fuolhas e flors 
E'lli bei mati e"lh clar ser 
D'un ric joi cui ieu esper 
No m'ajudan et amors, 

E'lli rossinholet qu'aucli braire 5 

E'l nuous temps vertz e grazitz 

Que'ns adutz jois e doussors 

E'l coindes pascors floritz 

Mi dons son ardit no creis, 

E no'lli merma l'espavens: 10 

Tart m'en venra jauzimens. 

2. Domna, s'ieu quisi socors 
AUiors, non ho fis en ver, 
E ve'us m'a-1 vostre plazer, 

Me e mos chans e mas tors; 15 

E pren comjat de"l repaire 

On tan gen fui acolhitz, 

On nais jois, sens e valors; 

E cel que mante faiditz 

Per honor de se mezeis, 20 

Quan fai bos acordamens, 

A sols los afiamens. 

3. Vostre reptars m'es sabors, 
Ric, quar cujatz tan valer 

Que ses donar, per temer 25 



123 



Volriatz aver lauzors 

E qu'om no'us auses retraire, 

Quan US fai que deschausitz; 

Mas semblaria paors, 

Si n'era per me cobritz 30 

Coms ni vescoms, ducs ni reis; 

Mas faitz vostres fachs tan gens 

Que 'US en sega diclis Valens. 

4. Us n'i a guerreiadors, 

Que an de mal far lezer 35 

E no"S sabon chaptener 

Nul temps ses enginliadors, 

Tan aman lanzar e traire; 

E vei los totz temps guarnitz 

Coma Vi via de cors; 40 

Per qu'ieu no lor sui aisitz, 

Qu'anc a bo pretz non ateis 

Ries liom, si jois e jovens 

E' dars no Ten fo guirens. 

5. D'autres n'i a bastidors, 45 
Ries liomes de gran poder 

Que sabön terra tener 

E fan portals e bestors 

De chauz e d'arena ab quaire 

E fan tors, voutas e vitz; 50 

E vei los bos manjadors, 

Eti fan lor dos plus petitz, 

E ges bos pretz no lor creis, 

Quar aitals cbaptenemens 

No val mest las bonas gens. 55 

6. D'autres n'i a chassadors 
Per la costuma tener, 
Ques fan ric home parer, 
Quar aman chas et austors 

E corn e tabor e laire, 60 

Qu'es lor pretz tan frevolitz 



— 124 — 

Et an tan panc de valors 

E lor poders tan freizitz 

Que res mas bestia o peis 

No lor es obediens 65 

Ni fai lor comandamens. 

7. Ges de'ls rics torneiadors, 
Si tot si g'uastan l'aver, 
No"m pot US a"l cor plazer, 

Tan los trop gualiadors; "^^ 

Rics liom que per aver traire 

See torneiamens plevitz, 

Per penre sos vasvassors, 

No l'es honors ni arditz; 

Mas eis non estrenh correis, 75 

Sol qu'ab eis s'en an l'argens, 

S'om puois s'en es mal dizens. 

8. Ric liome vuolh qu'ab amors 
Sapchan cliavaliers aver 

E quels sapchan retener SO 

Ab befach et ab honors 

E qu'om los trop ses tort faire, 

Francs e cortes e chausitz 

E larcs e bos donadors, 

Qu'aissi fo pretz establitz 8» 

Qu'om guerreies ab torneis, 

E quaresmas et avens 

Fessen soudadiers manens. 

9. N'Atempre, jois m'es cobitz, 

Qu'ieu n'ai mais que s'era reis; i?'^ 

Quc'l fels mesclatz ab aissens 
M'es endevengutz pimens. 

10. Papiols, s'est tan arditz, 

Pren mon chan e vai ab eis 

A n'Oc e No, quar presens 95 

Li fatz de maintz dichs cozens. 



125 



U. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. IG.) 

1. Cliazutz siii de mal en pena, 
Quar vau lai o"l cors mi mena, 

Don ja mais 
No'm descliargarai de'l fais; 
Quar mes m'a en tal eliadena 5 

Don malha no's deschadena, 

Quar m'atrais 
Ab un esguart de biais 
Una gaia, lisa Lena; 
Fach ai longa quarantena, 10 

Mas oimais 
Sui a'l dijous de la Cena. 

2. Tan es d'amorosa mena 
Que morrai, si no m'estrena 

D'un doutz bais, 15 

Mas en trop d'orguolh ra'eslais: 
De tota beutat terrena 
An pretz las tres de Torena 

Fis, verais; 
Mas ilh n'a sobre lor mais 20 

Tan quan fis aurs sobr' arena, 
Qu'ieu no vuolh aver Ravena 

Ni Roais 
Ses cujar qu'ela'm retena. 

3. Ja mais non er cortz complia 25 
On hom no gap ni no ria, 

Cortz ses dos 
Non es mas parcs de baros; 
Et agram mort ses falhia 
L'enuois e la vilauia 30 

D'Argentos, 
Ma'l gentils cors amoros 
E la doussa chara pia 



— 126 - 

E la bona companhia 

El respos 35 

De la Saissa-m defendia. 

Ren en beutat no gualia 
Ni*n fai nula fantaumia 

Lo joios, 
Joves, gens cors amoros, 40 

E genza, qiü la deslia, 
Et on hom plns n'ostaria 

Gnarnizos, 
Seria-n plus enveios, 

Que la noch fai parer dia 45 

La gola, e qiü-n vezia 

Plus en Jos, 
Totz lo raons en genzaria. 

Doncs bc'S tanli qu'amors m'aucia 

Per la genzor qu'e'l mon sia 50 

En perdos, 
Que, quan remir sas faissos, 
Conosc que ja non er mia, 
Que chausir pot, si's volia, 

De'ls plus pros 55 

Chastelas o rics baros; 
Qu'en lieis es la senhoria 
De pretz e de cortesia. 

De gens dos 
E de far que be l'estia. 60 

Domna, sai en Normandia 
Sui per vos la noch cl dia 

Apensos, 
Que'l vostre gens cors joios 
Mi sembla qu'ades mi ria. 65 



— 127 — 

85. 

(Vgl. Lebeusbeschreibmig S. 16 — 17.) 
Bertrans de Born si era anatz vezer una seror de'l 
rei Richart, que fo maire de l'emperador Ot, la quals avia 
nom ma dömna Eleina, que fo molber de*l duc de San- 
sonba. Bela domna era e mout cortesa et ensenbada e 
fazia gran bonor en son acolbimen et en son gen parlar. 5 
E"n Ricbartz, qu'era adoncs coms de Peitau, si l'assis lonc 
sa seror, e si'lh comandet qu'ela'lb disses e'lb fezes pla- 
zer e gran bonor; et ela, per la gran volontat qu'ela avia 
de pretz e d'onor, e per so qu'ela sabia qu'en Bertrans 
era tan fort prezatz bom e Valens e qu'el la podia fort 10 
enanzar, ei-lb fetz tan d'onor qu'el s'en tenc fort per pagatz 
et enamoret si fort de lieis, si qu'el la comenzet lauzar e 
grazir. — En aquela sazo qu'el l'avia vista, el era ab lo 
comte Richart en una bost el temps d'invern, et en 
aquela bost avia gran desaise. E quan venc un dia 15 
d'una domenga, era be mieis dia passatz, que non avian 
manjat ni begut. E la fams lo destrenbia mout, et adoncs 
fetz aquest sirventes que dis: „Ges de disnar no fora 
oimais matis." 

1. Ges de disnar no fora oimais matis, 

Qui agues pres bo bostau, 
E fos dedintz la cbarns e*l pas e'l vis, 

E'l fuocs fos clars com de fau; 
Lo plus rics jorns es buoi de la setmana, 5 

E degra m'estar soau, 
Qu'aitan, volgra, volgues mon pro na Lana 

Com lo senber de Peitau. 

2. Per saludar torn entre'ls Lemozis 

Celas que an pretz cbabau; 10 

Mos Bels Senber e mos bels Cembelis 

Quieiran oimais qui las lau; 
Qu'ieu ai trobat de'l mon la plus certana 

E la genzor qu'om mentau; 
Per que s'amors m'es tan quotidiaua 15 

Qu'a las autras mi fai brau. 



— 128 — 

3. Gens, *joves cors, francs e verais e fis, 

D'aut paratge e de reiaii, 
Per vos serai estranlis de mon päis 

E*m mudarai part Anjau; 20 

E, quar etz tan sobr' autras sobeirana, 

Vostra valors n'es plus au; 
Qu'onrada n'er la Corona romana, 
Sil vostre cliaps s'i enclau. 

4. Ab doutz esguar que*m fetz et ab clar vis 25 

Mi fetz amors son esclau, 
E mos senher m'ac pres de lieis assis 

Sobr' un feutre emperiau, 
E la paraula fo doussa et humana, 

E'lli dich cortes e soau, 30 

E de solatz mi sembiet Catalana 

E d'acolliir de Fanjau. 

5. A'l gen parlar quem fetz et a-l bei ris, 

Quan vi las dens de cristau 
E'l cors graile, delgat e fresc e lis, 35 

Trop ben estan en bliau, 
E la colors fo fresclia e rosana: 

Retenc mon cor dintz sa clau; 
Mais aic de joi que quim des Corrozana, 
Quar a son grat m'en esjau. 40 

6. De totas es na Maier sobeirana 

De quan mars e terra clau. 



IIL 
Gediclite verschiedenen Inhaltes. 



36. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 45 — 46.) 

1. Folheta, vos mi pregatz qiie ieu clian, 
Pero non ai ni senhor ni vezi, 
D'aquest afar aia cor ni talan 

Ni vuolha ges qu'en chantan lo chasti. 

Mas vos vos tenetz a joia 5 

Anta ab pro mais qiie honor ab dan, 
Et avetz mal cbausit al mieii semblan. 

2. La raucha votz, don cridatz en chantan, 
E'l negre cors, don semblatz Sarazi, 

E-lh paubre mot que dizetz en comtan 10 

E qnar flairatz sap e gema e pi 

Com avols gens de Savoia 
E quar etz lait guarnitz e mal estan. 
Ab que US n'anetz, farai vostre coman. 

37. 

(Vgl. Lebensbeschreibung 8. 4fi.) 
1. Folheta, ges autres vergiers 
No fiii folhar martz ni febriers 
Mas vos, que vos etz trop cochat. 
De montanha sai devalat, 

Enanz que grans chautz s'abata, 5 

Qu'ieu ai ja vist albre folhat 

Que's cocha, puois gels lo mata. 

Bomauiache Bibl. Bertran von Born. Q 



— 130 — 

2. Mas totz temps eissetz volontiers 
De vostra terr' ab los primiers, 
Anz qiie sia la flors el prat, 

E fatz comte de paubretat, 
Com Yos e vostr' asiata 

A tengut l'inverns enserrat, 
Qu'anc us non passet la lata. 

3. Folheta, siatz soudadiers 
N'Arcliambaut, que nasqnet dcriers, 
Qne l'autre si a tot laissat 

De proeza et el guazanhat; 

E, puois lieu e gen barata, 
E'l vei adrecli et alinhat, 

Lau qu'en proeza s'abata. 

4. N'Atempre, vos etz trop leugiers 
E fatz 1)0 coma esparviers, 
Que's laissa, qiian a randonat; 
Mas ieu com sahus afichat, 

Des qu'en la rota ra'abata, 
Non auria mil ans chamjat 

Qu'ieu sivals tot jorn no'i glata. 

5. N'Atempre, ges de Liencata 
No sui, anz ho ai tot laissat 

Et estau a Damiata. 



38. 

(Vgl. Lebensbeschreibimg S. 40.) 

Mailoli, joglar malastruc, 
Puois acoindat m'a hom de vos 
E mi venetz querre chanzos, 

En talan ai qu'iens en valha. 
Quar etz avols e semblatz bos, 
Mielhs fova, fossetz champios 

Que viure d'autrui curalha. 



— 131 — 

2. Aital solatz m'avetz faissuc 
Qu'aiitr' om en seria enoios, 

Et etz plus nescis que montos, 10 

E chanta plus dar la gralha ; 
Pore qu'om reguarda milhargos 
Fai melhor escoutar que vos 

nafrat, quan hom lo tallia. 

3. Quius apelava paoruc, 15 
Semblaria que vers no fos, 

Qnar etz grans e joves e tos, 

Fatz semblan, qu'aiatz coralha; 
Mas lai on lebres es leos 
Vos etz volpilhs e nualhos, 20 

Flacs, ses tota defensalha. 

4. Dedintz etz plus cliaus d'un säuc 
Et a maior cor us soiros, 

Mas lo fetges e lo polmos 

Es grans sotz la cliabessalha. 25 

Et etz de mati somelhos, 
Que, qui-us sona uii mot o dos, 

Fatz semblan que noiis en chalha. 

5. Mal vos tenon per acertuc 

D'armas en la host de'ls basclos, 30 

Que un non i a de'ls garzos 

Que denan vos non assalha; 
Si*s defendian ab melos, 
Chascus entrer' i anz que vos, 

S'aviatz elm e ventalha. 35 



6. 



Lai on sentetz raustir montos 
Vos fatz de l'entrar plus cochos 

Qu'al pal ni a la serrallia; 
E non es tan grans lo ronhos 40 

Qu'en un sol morsel o en dos 

No l'empassetz, quil vos talha. 



— 132 — 

7. Raimons de Phmel, quar es pros, 
Vuolh qu'auia'l sirventes de vos, 

El SOS ieschan ab trebalha; 45 

Quar sordeis chantatz que paos 
E gavanhatz los motz eis sos, 

Per qu'es fols qui los vos balha. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 46 — 47.) 

1. Senher en coms, a blasmar 

Vos fai senes falliia, 

Quar noi ausetz anar, 

Puois ela ho volia, 

A la domna parlar; 5 

Et a*l for de Catalonha 
A'l vostr' ops ieu n'ai vergonha 
Quar la*i fezetz fadiar. 

2. E fis drutz no"s deu tarzar, 

Si messatge • Ih venia, 10 

Mas que pens de l'anar 

E que 'S meta en la via; 

Com no sap son afar 
De si dons ni sa besonha, 
Be lieu a talan que jonha, J5 

Per que no'S deu aturar. 

3. E quan vitz vostre joglar, 

Que de ves lieis venia, 

Ja nous degratz restar, 

Qui -US dones Normandia; 20 

S'acsetz bo cor d'anar, 
Entre Beira e Dordonha 
De reguart no'us deran sonha, 
Ni ja no'us degra membrar. 

4. Mas ara podetz proar -^ 

S'es ver so qu'ieu dizia 



30 



— 133 — 

Que no f ai ad amar 
Ries hom per dnidaria; 
Tan an a consirar, 

Per quel jois d'amor los lonlia; 

Qu'ieu no viiolh aver Borgonha 

Ses temer e ses celar. 



5. Qu'ieu ja no vuolh esser bar 

Ni de gran manentia, 

Per quem pogues reptar 35 

Nuls hom de vilania; 

Mais am rire e gabar 
Ab ml dons que m'en somonha, 
Qu'ieu no volria Guasconha 
Ni Bretanha chapdelar. 40 

6. Mon chan vir ves n'Azemar, 

Que en s'onor s'abria, 

Cui nostre senher char 

Sa paucha Lombardia; 

Tan gen sap domneiar 45 

Que no's chamja ni s'embronha 
Per menassas, anz resonha 
Lemotg' e'l fai reserrar. 

7. Si"l coms Jaufres no s'eslonha, 

Peitau aura e Guasconha, 50 

Si tot no sap domneiar. 



40. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 47.) 

1. Bei m'es, quan vei chamjar lo senhoratge 
Elh vielh laissan a-ls joves lor maisos, 
E chascus pot giquir a son linhatge 
Aitans d'enfans que l'us puosch' esser pros: 
Adoncs m'es vis que"l segles renovel 
Mielhs que per flor ni per chantar d'auzel: 



— 134 — 

E qui domna ni senhor pot chamjar, 
Vielh per jove, be*s den renovelar. 

2. Per vielha tenh domna, puois qii'a pel latge 

Et es vielha, quan chavalier non a, 10 

Vielha la tenh, si de dos drutz s'apatge, 

Et es vielha, si avols hom lo'lh fa; 

Vielha la tenh, si ama dintz son chastel, 

Et es vielha, quan Fa ops de fachel; 

Vielha la tenh, puois Tenoian joglar, 15 

Et es vielha, quan trop vuolha parlar. 

3. Joves es domna que sap honrar paratge 
Et es joves per bos fachs, quan los fa, 
Joves si te, quan a adrech coratge 

E ves bo pretz avol mestier non a; 20 

Joves si te, quan guarda son cors bei. 
Et es joves domna, quan be's chapdel; 
Joves si te, quan no'i chal divinar, . 
Qu'ab bei joven si guart de mal estar. 

4. Joves es hom que lo sieu ben enguatgc, 25 
Et es joves, quan es be sofrachos; 

Joves si te, quan pro'lh costan ostatge, 

Et es joves, quan fai estragatz dos; 

Joves si te, quan art l'archa e*l vaissel 

E fai estorn e vouta e cembel; 30 

Joves si te, quan li platz domneiar, 

Et es joves, quan be vuolha jogar. 

5. Vielhs es rics hom, quan re no met en guatge 
E li sobra blatz e vis e bacos: 

Per vielh lo tenh, quan liura uous e fromatge 35 

A jorn charnal se e sos companhos; 

Per vielh, quan vest chapa sobre mantel, 

E vielh, si a cliaval qu'om sieu apel; 

Vielhs es, quan vol un jorn en patz estar, 

E vielhs, si pot guandir ses baratar. 40 



— 135 — 

Mo sirventesc port' e vielh e novel, 
Arnautz joglars, a Richart, quel chapdel, 
E ja tcsaiir vielh no vuolh' amassar, 
Qu'ab tesaur jove poira pretz guazanhar. 



41. 

(Vgl. Lebeusbeschreibimg S. 47.) 

1. Mout mi platz quan vei dolenta 
La malvada gen manenta, 
Qu'ab paratge muou contenta, 
E"m platz qnan los vei desfar 

De jorn en jorn, vint o trenta. 5 

E'ls trop nutz, ses vestimenta, 

E van lor pa achaptar, 

E s'ieu men, m'amiam menta. 

2. Vilas a costum de troia, 

Que de gen viure s'enoia 10 

E, quan en gran ricor poia, 

L'avers lo fai foleiar; 

Per que'lh deu hom la tremoia 

Totas sazos teuer voia 

E'lh deu del sieu despensar 15 

E far sofrir ven e ploia. 

3. Qui so vila be no serma 
En desleiautat lo ferma, 

Per qu'es fols qui no Tamerma, 

Quan lo ve sobrepoiar; 20 

Quar vilas, puois si conferma 

Ni en fort luoc si referma, 

De maleza non a par, 

Que tot quan consec aderma. 

4. Ja vila no deu hom planher, 25 
Si'lh ve bratz o chamba franher 

Ni re de sos ops sofranher; 

Quar vilas — si dieus m'ampar! — 



136 



A cel qiie plus li pot tanher, 

Per planher ni per complanher 30 

No vol de'l sieu ajudar, 

Per qu'om deu sos facbs refranher. 

Rassa vilana, tafura, 

Plena d'enjan e d'usura, 

D'orguölh e de desmesura! 35 

Lor fachs no pot hom durar, 

Quar dieu getan a no-cura 

E leiautat e drechura, 

Adam cujan contrafar; 

Dieus lor do mal' aventura! 40 



42. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 47—48.) 

Be'm platz lo gais temps de pascor, 
Que fai fuolhas e flors venir, 
E platz mi, quan auch la baudor 
De*ls auzels, que fan retentir 

Lor chan per lo boschatge, 5 

E platz mi, quan vei sobre'ls pratz 
Tendas e pavilhos ferniatz, 

Et ai gran alegratge, 
Quan vei per champanha rengatz 
Chavaliers e chavals armatz. •<> 

E platz mi, quan li corredor 
Fan las gens e l'aver fugir, 
E platz mi, quan vei apres lor 
Gran re d'armatz ensems venir, 

E platz mi en mon coratge, '5 

Quan vei fortz chastels assetjatz 
E'ls barris rotz et esfondratz 

E vei l'ost e'l ribatge, 
Qu'es tot entorn claus de fossatz 
Ab lissas de fortz pals serratz. 20 



— 137 — 

3. Et autresim platz de senhor, 
Quan es primiers a reiivazir 
En chaval, armatz, ses temor, 
Qu'aissi fai los sieus enardir 

Ab valen vassalatge; 25 

E puois que l'estorns es mesclatz, 
Chascus deu esser acesmatz 

E segre-1 d'agradatge, 
Que imls hom non es rc prczatz, 
Tro qu'a maintz colps pres e donatz. 30 

4. Massas e brans, elms de color, 
Escutz traiicar e desguarnir 
Veirem a Tentrar de Testor 

E maintz vassals ensems ferir, 

Don anaran arratge 35 

Chaval de*ls mortz e dels nafratz; 
E quan er en l'estorn entratz, 

Chascus hom de paratge 
No pens mas d'asclar chaps e bratz, 
Que mais val mortz que vius sobratz. -40 

5. Je 'US die que tan no m'a sabor 
Manjar ni beure ni dormir 

Com a, quan auch cridar: „A lor"! 
D'ambas las partz et auch ennir 

Chavals vochs per l'ombratge, 45 

Et auch cridar: „Aidatz! aidatz"! 
E vei chazer per los fossatz 

Paucs e grans per l'erbatge, 
E vei los mortz que pe*ls costatz 
An los tronzos ab los cendatz. 50 

6. Baro, metetz en guatge 
Chastels c vilas e ciutatz, 

Enanz qu'usquecs no'us guerreiatz. 



IV. 
Anhang. 

I. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 42—43.) 

1. Gen part nostre reis liuranda, 

Per que son tuit gras 

Siei Engles e nuoii e ras 

E chascus porta guirlanda; 

E Frances son rozilhos 5 

De portar lor giiarnizos 
E sofron fam e set e ploia e ven, 
E'l reis conquier Tautrui e-1 sieii defen. 

2. Reis que gran terra demanda 

Par que fassa gas, m 

Quan chaval no trai de pas 

Ni chaussa de fer no randa; 

E*l reis fetz que coratjos 

Quar venc sai entre'ls Bretos; 
Mas cel' onors tornara a nien, 15 

S'es tals la fis com fetz comenzamen. 

3. Guerra vol qu'om sanc espanda 

E qu'om fuoc n'abras 

E que ja no sia las 

De donar n'i meta guanda; 20 

Qu'ieu sai fraires aitals dos: 

L'us es reis, l'autr' es coms pros; 
Mas ges no ditz vertat aissei que men. 
Ni tuit lauzat no son pro ni valen. 



— 139 — 

4. Breto son fors de guaranda 25 

E son d'onor bas, 

Qiiar US coms de Saint Tomas 

Entret en Bresilianda; 

Be paron de bo cor blos 

E tornat de sus en jos, 30 

Quar lor Artus demandan frevolmen; 
No*n dirai plus, quar negus no m'enten. 

5. Als baros cui argens blanda, 

Sirventes, diras 

Qu'enanz que passen lo pas, 35 

Veian, si er foudatz granda, 

Si er sens o dans o pros: 

Quar per senhor dormilhos 
No vuolh entrar en guerra ni en conten, 
Quar grieu conquier hom be terra en dormen. 4(> 

6. Sirventes, vai t'en cochos 
A"l comte qu'a nom n'Ugos, 

Quar el val tan e ve e sap e sen 
Que ja no vol penre malvatz argen. 



II. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 43—44.) 

1. Guerr' e pantais vei et afan 
A maint baro malvatz, truan; 

Pauc m'es del dol e meus de'l dan, 

Per quem vuolh alegrar chantan, 

Quar ab joi vau et ab joi pes, 5 

E pensamens no m'empacha 

Ni sabers no'm fai sofracha 
De far un novel sirventes. 

2. Guerra 'ra platz, si tot guerra 'm fan 

Amors e ma domna tot l'an. 1*^ 

Quar de guerra vei traire enan 
Cortz e domnei, solatz e clian; 



— 140 — 

Guerra fai de vila cortes; 

Per que*m platz guerra be facha, 

E-m platz, quan la tregua es fracha 15 

De'ls esterlis e de*ls tornes. 

3. Esterlis e tornes cliamjan. 
Tolen e meten e donan 

Veirem de'ls dos reis anz d'un an 

Lo mens cruoi segon mo semblan: 20 

Per so*l senher coms, ducs, marques 

N'a be sa penhora tracha, 

Mas metre lo fan per guacha. 
So"m dizon Guasco et Engles. 

4. Ära parra qui mielhs poiran 25 
Sofrir los maltrachs ni-1 mazan; 

Maint chaval bai e maint ferran, 
Maint escut, maint elm e maint bran 
E maint colp ferir demanes, 

Maint mur, mainta tor desfacha 30 

Veirem, mainta testa fracha, 
Maint chastel forzat e conques. 

5. Ges no crei, Frances ses deman 
Tcnhan lo deseret que fan 

A tort a maint baro prezan; 35 

Per que meravelha'm do gran 
De"l senlior de Is Aragones, 

Quar a lor dan no-ls destacha, 

Puois a los ades a pacha 
Desmandatz lo coms, ducs, marques.. 4'^ 

6. Qui 'S vuolha n'aia mals o bes 

empacha o desempacba 
bratz rotz o testa fracha, 
Que tan m'es dels mortz com dels pres. 

7. Gai mi te una gaia res, 45 

Avinens, joves, be facha, 



— 141 — 

Et ai ab lieis una paclia 
Com an Pisa ab Genoes. 



III. 

(Vgl. Lebensbeschreibung S. 44.) 

Quan lo reis Richartz fo mortz, el remas iis sos fraire, 
que avia nom Johans ses Terra, per so qu'el non avia 
])art de la terra. E fo fachs reis d'Englaterra et ac lo 
reiesme e'l duchat de Quitauia e-1 comtat de Peitaii. E 
tan tost com fo fachs reis e senher de'l duchat e de*l <'> 
comtat de Peitau. el s'en anet a'l comte d'Engolesme, que 
avia una mout bela filha piucela, que avia be quinze ans, 
la quäl avia facha jurar en Richartz a n'ügo lo Bru, 
qu'era coms de la Marcha et era botz d'en Jaufre de Li- 
zinha et era sos vassals: e*l coms d'Engolesme l'avia 1<) 
jurada la filha a molher e receubut per filh, qu'el non 
avia plus ni filh ni filha. E dis a-1 comte d'Engolesme 
qu'el volia sa filha per molher, e fetz si la dar et esposet 
la ades e montet a chaval et anet s'en ab sa molher en 
Normandia. E quan lo coms de la Marcha saup que*l 1-'> 
reis l'avia touta sa molher, fo mout dolens et anet s'en 
reclamar a totz sos parens et a totz sos amics, e tuit en 
foron mout irat e preiron conselh que ilh s'en anessen en 
Bretanha e tolguessen lo filh de'l comte Jaufre, que avia 
nom Artus, e qu'en fezessen lor senhor; que per razo ho 20 
podian far, qu'el era filhs de*l comte Jaufre, qu'era enanz 
natz que'l reis Johans. Et enaissi ho feiron e feiron d' Artus 
lor senhor e jureron li fezeutat e meneron lo en Peitau e 
tolgron a:l rei Peitau trachs alquans chastels e borcs fortz 
que avia en Peitau. Et el s'estava ab sa molher en 25 
Normandia, que noch ni jorn mais da lieis no'S partia ni 
manjan ni beven ni dormen ni velhan, e menava la en 
chassa et en forest et en ribieira ab austors et ab falcos. 
Et aquist baro li tolian tota la terra. 

Be s'avenc qu'un jorn lor venc grans desaventura; 30 
que ilh avian sa maire assisa en un chastel que a nom 
Mirabel, et el per confoii: d'autrui si la socors a no-sau- 



— 142 — 

buda e venc si celadamen qii'anc non saubron novelas, 
tro qu'el fo Jos e"l bore ab eis. E trobet los dormen e 

35 pres los totz: Artus e sos baros e totz aquels que tenian 
ab el. E per jelosia de la mollier, quar no podia viure 
ses lieis, el abandoiiet Peitau e tornet s'en en Normaiidia 
e laisset los preisoniers per sagramens e per ostatges e 
passet s'en en Englaterra e menet ab se Artus e'.n Savaric 

40 de Mauleo e-l vescomte de Chastel Airaut. E fetz negar 
so nebot Artus, e*n Savaric de Mauleo fetz metre en la 
tor Corp, lai on hom mais no manjava ni bevia, el ves- 
comte de Chastel Airaut autresi. E tan tost com lo reis 
de Franza saup que lo reis Jolians ab sa molher era 

45 passatz en Englaterra, el entret ab gran host en Normandia 
e tolc li tota la terra. E'lh baro de Peitau si reveleron 
e tolgron li tot Peitau trach La Rochela. E*n Savarics 
de Mauleo , com hom Valens e savis e larcs , si s'enginhet 
si qu'el eschampet foras de la preiso e pres lo chastel on 

50 el estava pres. El reis Johans fetz patz ab el, qu'el lo 
laisset anar e det li en guarda tota la terra qu'el non avia 
perduda de Peitau e de Guasconha. En Savarics s'en venc 
e comenzet la guerra ab totz los enemics de'l rei Johan 
e tolc lor tot Peitau e tota Guasconha. E*l reis si so- 

55 jornava en Englaterra en chambra ab sa molher ni no 
donava socors ni ajutori an Savaric de Mauleo d'aver ni 
de gen. Don Bertrans de Born lo joves, lo fiUis d'en 
Bertran de Born que fetz aquels autres sirventcs. per lo 
besonh qu'era an Savaric e per lo reclam que tota la 

60 gens de Quitania e del comtat de Peitau en fazian, si 
fetz aquest sirventes: „Quan vei lo temps renovelar-" 

1. Quan vei lo temps renovelar, 
E pareis la fuolha e la flors, 
Mi dona ardimen amors 
E cor e saber de chantar; 
E puois vei qu'als no ra'en sofranh, ^ 

Farai un sirventes cozen, 
Que trametrai lai per presen 
A'l rei Johan, qucs n'avergonh. 



— 143 — 

2. E deurias be verg^onhar, 

Si'lh membres de sos ancessors. l'J 

Quar laissa sai Peitau e Tors 

A*l rei Felip ses demandar; 

Per que tota Guiana planli 

Lo rei Ricliart. que defenderi 

En mes maint aur e maint argen, 15 

Mas d'aquest no*m pav n'aia sonh. 

3. Mais ama*l bordir e'l chassar 
E bracs e lebriers et aiistors 

E"l sojorn, per qiie'lh falli honors, 

E's laissa vius deseretar; 20 

Mal sembla d'ardimen Galvanli, 

Que sai lo viram plus soveii; 

E puois autre conselh no pren, 

Lais sa terra al senhor del Gronh. 

4. Miellis saup Lozovics desliurar 25 
Guilhelme e far ric socors 

Ad Aurenga, quan Talraassors 

A Titbant l'ac fach assetjar; 

Pretz et liouor u'ac ab guazanli, 

leu ho die per chastiamen 30 

A'l rei Johan, que pert sa gen, 

Que no lor socor pres ni lonh. 



K 



Baro, sai vir mon chastiar 

A cui ieu blasme las folors 

Que avetz, e pren m'en dolors 35 

Quar m'ave de vos a parlar; 

Que pretz avetz tombat e*l fanh 

Et avetz apres un fol sen, 

Que no doptatz chastiamen, 

Mas qui'us ditz mal, aquel vos onh. 40 

6. Domna, cui desir e tenh char 
E dopt e blan part las melhors, 
Tan es vera vostra lauzors 



144 



Qu'ieu 110 la sai dir ni comtar; 

Qu'aissi com aurs val mais d'estauli, 45 

Valetz mais part las melhors cen 

Et etz plus leials ves joven, 

No son a dieti cilh de Cadonh. 

7. Savarics, reis cui cors sofranh 

Fara grieu bo envazimen, 50 

E puois a cor flac, recrezen, 

Ja mais nuls hom en el no ponh. 



ANMERKUNGEN. 



Komauische Bibl. Bertrau von Born. J() 



A. bedexitet die Besprechung von Androgen , Ztschr. für rom, Phil. 14, 
1S5— 218 ; Ch. = Chabanean, Revue des lauffues rom. 1S87, «0:5 sq. nnd 1888, 200 sq. ; 
Cl. = Clßdat (s. Vcrrede); L. = l^evy, Literaturhhitt 1890, 228—35; S. = Snchier, 
ib. 1880, 140 — 14; T. bedeutet Toblers in den Anmerkungen zur ersten Auflage 
mitgetheilte Besserungsvorschläge ; Th. endlich = Thomas (s. Voi-rede). 

I. 

1 . lo coms ist Graf Raimund V von Toulouse (1148—94). 

"2. Aranion = ahd. Arammid, Arimunt. — Esparro im 
Irrond. Gap (Dep. Hantes- Alpes) ist der Stammsitz eines alten, 
mehrfach erwähnten Adels yeschlechtes (Ztschr. 9, 127); von dem 
hier erwähnten Mitgliede desselben ist sonst nichts bekannt. 

4. ou als Vertreter des Pron. rel. mit der Präj). a zur Be- 
zeichnung des Mittels. 

U. blastimaran. Die Endung — ara kommt einzeln neben 
der analogischen — era im Condit. der 1. Conjug. vor (Rom. 1, 268; 
K. Meyer, Die prov. Gestaltung der mit dem Perfectstamm ge- 
bildeten Tempora des Lateinischen, S. 31). 

13. Montagiit, jetzt Montaigut im Dep. Tarn-et-Garonne, 
etwas u-estlich von Cahors, lag also von Autafort aus diesseits 
von Toulouse. 

15. prat comtal ist eine bei Toulouse gelegene Örtlichkeit, 
welche in einer Chronik von Guilhem Pelisso als „pratum comitis" 
erscheint;, die „Steintreppe" lebt in der heutigen „rue du Peyron" 
und in der „place du Peyron", beide in der Stadt Toulouse, 
fort (Th.). 

37. Lo reis qu'a Tarasco perdiit ist Alfons II von Aragon 
(1162 -96); Tarascon, eine Stadt in der Grafschaft Provence, steht 
für diese selbst, um welche der König sich mit Raimund von 
Toulouse stritt. Bertran lässt sich durch seinen Eifer dazu hin- 
reissen, die Sache so darzustellen, als wäre der Streit bereits zu 
Gunsten seines Freundes entschieden (iwl. v. 42). 

38. el senlier de Mon Albeo. Es ist nicht klar, icelcher 
der Bundesgenossen des Alfons hiermit gemeint ist. Th. liest 
Montarbezo und erklärt dies für identisch mit dem heutigen 
Pachtgut Montauberon bei Montpellier , das ehemals eiti Kloster 
war. Er ivill also in dem Herrn von Montarbezo den Grafen 
Wilhelm VIII von Montpellier sehen. Aber abgesehen davon, 
dass Montarbezo schwerlich die ältere Form von Montauberon 
sein dürfte, findet sich jene Lesart nur in einer unter 8 Hand- 
schriften. 

10* 



— 148 — 

39. Rotgiers ist Böge}- II, Vizgraf von Beziers und Graf 
von Carcassomie, Schwiegersohn Raimunds Y, aber mit diesem, 
verfeindet. 

Bernart Otho. So fast alle Handschriften; in den Chroniken 
wird er Bernard Atho (oder Atto) VI genannt; er war Vizgraf 
von Nimes, geb. um 1159, gest. 1214. 

40. lo coiiis Peire ist Peter von Lara, Neffe und Erbe der 
Vizgräfin Ermengarde von Narbonne (Th). 

41. E-1 coms de Fois. Graf von Foix war damals Roger 
Bernard I. — Bernardo ist wohl Bernhard IV von Comminges, 
einer Grafschaft in der Gascogne, im heutigen Dep. Haute - 
Garonne. 

42. E'ii Sanso. Der Bruder des Königs, Sancho, ivurde 
von diesem im Jahre 1181 mit der Verwaltung der Provence 
betraut. 

frair. Der Stützlaut fehlt zuweilen nach r, so noch frair 
4, 40; 6, 5; 27; 12, 20; pair 6, 5. Auch sonst, z. B: vir Peire 
Rogier 5, 19; (: acolhir) Peire Raim. de Toi. 18, 21. 



2. 

Erläuterung. 

1 . en las autras razos. Von den razos, auf welche hier und 
in der Erläuterung zu S, Z. 1 verwiesen ivird, ist nichts auf uns 
gekommen; ausser an diesen beiden Stellen ist von dem Bruder 
Bertrans nirgends die Rede. 

10. reis enthält einen Irrthum des Verfassers; Richard war 
damals noch nicht König. 

15. Lemotges. Die Hss. haben Lemozin, doch ergiebt sich 
das Richtige aus dem Zusammenhang. 

23. ou motz. Die Hss. lesen que mot. 

Gedicht. 

4. quart „Vettersohn ^' ; vgl. segon 14,58. 

5. mealba (lies medalha^, lat. metallea, bezeichnet eine kleine 
Münze, die Hälfte eines Denier, dann allgemein „Geld'' , z. B.: rica 
gazalha Nonj^erdra mezalha. Ans essaia Com dechaia e fassa nualha 
Gavaudan 5, 59 sq. ; no 2>retz mealha So quem dizes Cercamon 1, 19; 
tals qu'es rics tma mezalha (sc. no val) Jaufre 137^ ; El volria, 
per mealha, Tuit fosson mort e perit, Gedicht üb. d. h. Geist 
(ed. Kalepkg) v. 105. 

1 0. Azemar ist Ademar oder Aimar V, Vizgraf von Limoges 
(1148-1199). 

15. Guilhelms de Gordo. Gordon war ein Schloss in 
Quercy, ivo heute das Städtchen Gourdon liegt (Dep. Lot). Wilhelm 
von Gordon ivar der erste Gatte der Elise oder Alix, Tochter des 
Vizgrafen Boso II von Torena, einer Schwester der von unserem 



— 149 — 

Bertrmi gefeierten MaeiU, die sich in zweiter Ehe mit Bernart 
von Monfort verheirathete. Wilhelm gehörte zu den Bundes- 
genossen des jimgefi Königs in dem Aufstand vom Jahre 1183 
(vgl. 3,2); er lebte noch 1194 (Hist. de Langued. 6,155). 

15. fol batalh Avetz mes diiitz vostre soiialli bedeutet „Ihr 
habt einen tollen Streich gemacht", vgl.: En tal sonalh an mes 
batalh Don non tanh, pretz los vuelha Gull, de Montagn. 3, 25. 

20. Li dui vescomte. Gemeint sind wohl die in v. 10 ge- 
uamiten Ademar und Richard. Es scheint aus den Worten des 
Dichtet'S hervorzugehen , däss diese auf den Beistand Wilhelms 
gerechnet hatten, dass dieser ihnen aber einen Strich durch die 
Rechnung gemacht hatte {v. 15 — 16), durch den jene in Verlegen- 
heit gekornynen waren (v. 12), und für welchen ihm Bertran seinen 
Beifall ausspricht (v. 17). Der Erläuterer, tvelcher die Strophe 
nicht zu deuten wusste, stellt Wilhelm auf gleiche Stufe mit 
Talairan (Str. 6). 

30. calh kommt ivohl von calhar, it. cagliare, lat. coagulare, 
welches intr. „zusammenlaufen, gerinnen" heisst, also trans. „zu- 
sammenbringen" bedeuten ivürde. Anders Ch. „je les chauffe 
(caleo)". 

31. Qiie cujava. Ch. schlägt vor (allerdings mit?), zu 
ändern: Que-m cujavo. Aber abgesehen davon, dass keine der 
Hss. so liest, scheint auch der Inhalt der folgenden Zeilen dem 
zu widersprechen. 

34. lo fers Saint Launart sind nach Diez die in dem Heilig - 
thume Leonhards aufgehängten Ketten, die sämmtlich zerbrochen 
waren. In der That wurde der heil. Leonhard von Limoges oft 
von Gefangenen angerufen, um sie von ihren Fessehi zu befreien, 
vgl. : li pres faran de mi lor sanh Leonart, Qu'eu toldrai a cascu 
de vos sa part Ross. 7828 (0 8826): Deu recleime e saint Lie- 
nart, eil qui deslie les prisons Rom de Renard 1,746. — Ch. liest 
Saint - Launart U7id sieht darin die Stadt dieses Namens, das 
heutige Saint-Leonard (Arr. Limoges), da es in Limousin viele 
Hüttenwerke gab. Die Erzeugnisse von Saint-Launart, meint er, 
seien vielleicht von geringerer Güte gewesen. 

36. Talairans. Gemeint ist Elias V Talairan, Graf von 
Rerigord, vermuthlich der Gatte der Maeut {s. Lebensbeschreibung 
S. 13); er regierte 1166—1205. 

39. lolubart. Die Lombarden waren im Mittelalter als 
gewitzigte Kaufleute bekannt, und zwar nicht immer in der rühm- 
lichsten Weise, iveshalb das Wort mehrfach im tadelnden Sinne 
verwandt ivird, z. B. Frendo-l sordeis qu'avian soanat, Aissi com 
fez lo lombartz de las figas Raim. de Mir. 4,14; vgl. Aigar et 
Maurin v. 805. Ebenso im Französischen : nos cal avoir regart, 
Que Fransois soji Longobart Richard I Löwenherz 1,32; nous 
ne sommes mie lombart ne päisant, Ains sommes Chevaliers hardi 
i't combatant Rom. de Gaufreg 6164. 

43, Peiregors, jetzt Perigueux, Stadt im Dep. Dordogne. 



— 150 -^ 

44. malli. Nach Gh. liegt hier vielleidit eine Anspielung 
an das Maille-Spiel (ein Laufspiel) vor, doch bedeutet malh liier 
unziveifelhaft „Streithammer" , vgl. Sternberg, Die Ängriffsivaffen 
im afr. Epos, Marburg 1886 (Ausg. u. Abh. 48), S. 42; Bach, 
Die Angriffsiüaffcn in den afr. Artus- und Abenteuer-Romanen, 
Marburg 1887 (A. u. A. 70), S. 40 sq. 

45. Baiart, ein Fferdename nach der Farbe (bai, braun); 
derselbe auch: Baiartz li pren grans sautz Boss. 4265 (0 5001) 
und öfter. 

48. bart. Baynouard übersetzt das Wort mit „tache, marque", 
die Gram. prov. (ed. Guessard, S. 43) dagegen mit „lutum de 
terra", es heisst daher „Schlamm" . 

53. Eine Anspielung auf dieselbe Fabel findet sich: us s'en 
fazia clamairc De • Is ditz don autr' cra laire, Com fetz de la gralha 
paus Gir. de Born. 67,35; ein Bruchstück einer ijrovenzalischen 
Bearbeitung derselben Rom. 3,293. 



3. 

Erläuterung. 



i 



1. maintas vetz s. zu Erläuterung zu 2,^ Z. 1. ^ 

5. com so fos cliausa quo ist die Einleitung eines causalen ™ 
Nebensatzes, die sich formell und inhaltlich genau mit der italieni- 
schen, jetzt veralteten, Wcndmig coiiciofossecosache deckt; vgl. 
Vockeradt, Lehrbuch der itcdien. Sprache § 500. 

'12. dia de dilus. Über den Aberglauben, dass man kein 
Unternehmen an einevyi Montage beginnen dürfe, s. Chabaneau, 
Rev. d. l. r. 1883, 165. Über andre Tage, die im Mittelalter für 
unglückbringend galten, s. Lemckes Jahrbuch 7, 48 — 49. 

31. el fehlt in den Hss. 

40. eil. Die Hss. haben de. 

51. l'avia. In den Hss. avia und s'avia. 

i)0. seiies. Die Hs. liest bon ses. 

Gedicht. 

5. sort. Über Anspielungen auf die Zauberei und älmlichcn 
Aberglauben s. Chabaneau, Les Sorts des Apötres, 1881, S. 9, 
Anm. 1. 

8. rei steht des Reimes ivegen für re, ebenso sei 17,8 ; mercei 
17,34. Dasselbe bei andern Dichtern, z. B. malmei Raim. de Mir. 
12,22: arnei Gir. de Boryi. 15,36 u. a. Beispiele für mei, tei, sei 
A. V. Eisner, Form und Verwendung des Fersonalpronomens im 
A Uproveyizalischen, Kiel, 1886, S. 15, 16, 45, und Bohnhardt, Das 
Fersoncd-Pron. im Altprov., Diss., Marburg 1887, S. 16. _ Eben- 
dahin gehört auch mit Wegfall des auslautenden s: Francei 17,39; 
Valei 17,44; arnei Gir. de Born. 15,36; Boss. 1112; marquei ib. 
573; prei (st. ^wes) ib. 750 u. a. 



— 151 — 

11. Azemars s. z. 2,10. — Arablartz mll nach der Erläu- 
terung Graf von Peritjiwd gewcseti sein. Dies loar jedoch Elias V 
(s. z. 2,3(i). Vielleicht ist damit ein Nachbar des Dichters ge- 
Dieint, welcher in einer Schenkungsurkunde der Abtei zu Daton 
(fol. 57, Thomas S. 158) Amlardus d'Ans genannt wird, unter 
dcasen Zeugen auch Bertrandus de Born ersclieint. 

12. Talairaiis. Gemeint ist Wilhelm, der jüngere Bruder 
des eben genannten Elias V und, ivie dieser, Talairan oder Talley- 
rand zubenannt, Herr von Montagnac, jetzt Montignac, einem 
Schlosse, das cttuas südlich von Autafort lag. 

19. partz wohl nicht von jyartir „trennen, scheiden", obwohl 
Formen mit analogiscliem s in der 3. Sing. Präs. nicht selten sind 
(Hentschke, Die Verbalflexioji in der Oxf. Hs. des Girart de 
Rossillon, Diss., Breslau 1882, S. 15 — Ki), sondern von jyarcer, 
(dso = parcit. Die erste Person parc ('^^jarc'o^ findet sich 19,11. 
Weitere Belege Malm, Gramm. 234. 

34. eu graus. Die Erklärung dieses Ausdruckes giebt Tobler, 
Vrai aniel Anm. zu v. 2. Wie hier ersclieint der Pltir.: nietre's 
soll hom en granz Com agues pretz, honor c lau Bern, de Vent. 
21,3; der Sing.: met te, Peire, ditz Karies, per mi en gra?i 
lioss. (P) 3311. 

35. cairels. Lies quaireis. 

4. 

12 — 14. Die Verse gehen keinen genügenden Sinn. Rassa 
bezeichnet Gottfried von der Bretagne, aber mit wem soll er sich 
versöhnt liaben? Ist sodann cors in v. 13 = cursus oder =^ corpus? 

13. drei. Das auslautende t ist des Heimes wegen abgefallen ; 
henso in drei 17,6; Marc. ^,2; Mönch v. Mont. 13,23; adrei 

17,43; au 35,22; Boss. 362; esplei Mönch v. Mont. 13,18: frei 
Marc. 6,7; destrei ib. 6,8. Weitere Beispiele Lienig, Die Gram- 
matik der prov. Legs d'amors, verglichen mit der Sprache der 
Troub. Breslau 1890, 108. — Ch. schlägt vor, in v. 13 zu lesen: 
Socorr' a'l rei. 

1 .">. Terra-Maior. Diese Bezeichnung für Frankreich kommt 
auch sonst bei den Trobadors einzeln vor, z. B. Que ' l conquist 
que nostr' ancessor Conquisteron Terra-Maior, Perdem Aim. de 
Beten. 10,20. Der König ist Philipp August, vgl. v. 61. 

29 sq. Die Strophe enthält eine, cdlerdings dunkle, An- 
spielung auf die Kämpfe Friedrich Barbarossas mit den lombar- 
dischen Städten. 

33. coms ßaimons ist vcrmuthlich Raimund V von Toulouse; 
der in v. 35 genannte König ist wohl Alfons II von Aragon. 

41. aiitre autrei. Die Hss. haben e far autre autrei. Ch. 
>^r]dägt vor: e outre autrei „gegen den Vertrag", L.: en tals autrei 
>der e fag autrei, doch giebt „und andres Zugeständniss , d. h. 
was sonst zugestanden ist" guten Sinn. 

45. lezeros. So mit Ch. statt lezidors und lei eras der Hss. 

49. preiatz. Lies pregatz. 



— 152 — 

57 sq. Die heide7i Geleite sind nur in einigen Hss. enthalten 
und etwas entstellt. 

60. Oc c No ist Richard Löivenherz ; dessen in v. 62 ge- 
namiter Bruder ist Johatm mit dem Zunamen „oJme Land". 

5. 

Erläuterung. 

10. las rendas de las cliarretas. Die Behauptung, dass 
König Heinrich seiiiem ältesten Sohne die Einkünfte von den 
Karren, also etwa Strassengeld, überlassen habe, beruht offenbar 
auf einem Missverständniss der Verse 13 — 14 des Gedichtes, in 
welchem jedoch nur von einem Vergleiche die Rede ist. 

14. tucli. Lies tiiit; ebenso Z. 32 und 34. 

19. pros. Die Hss. haben prosperos, was keinen Simi giebt. 

23. Ciarens. So statt Clarensa der Hss., s. z. v. 3. 

24. gran fehlt in einer Hs., in den andern steht es vor 
qiiatre. 

25. Engolmes. Die Hss. lesen engolmesa. — Bcaru. hi den 
Hss. steht Born, s. z. v. 17. 

29. aiiria und que*l. So statt auia und sil der Hss. 
,M2 — 33. lor ajudarian. Die Hss. lesen (or) laiudarauon. 

Gedicht. 

1 . Ventadorns ist eine der vier Vizgraf Schäften von Limoasin 
(vgl. 10, 18 — 19), deren damaliger Besitzer Ebolus V war; der 
Name derselben lebt in dem Weiler Ventadour im heutigen Dep. 
Correze fort. Die drei andern Vizgraf Schäften waren Comborn 
mit Archimbald V, Torena, jetzt Turenne, mit Raimund II und 
Limoges mit Ademar V als Herrschern. Letzteres wird an unserer 
Stelle durch Segur veHreten, eines der bedeutendsten Schlösser dieser 
Vizgrafschaft. 

2. Monfortz ivar ein Schloss in Perigord, das damals ver- 
muthlich im Besitze eines Bernhard von Casenac sich befand, der 
später die Alice, Schwester des Vizgrafen von Turenne, heirathete 
und 1214 durch Simon von Montfort seines Schlosses beraubt 
wurde (Hist. de Langued. 6,449). Über Gordon s. z. 2,29. 

3. Peiregorc s. z. 2,36; die in v. 9 und 10 genannten 
Herrschaften Puoi-Guilhelm (jetzt Puy-Guilhem) , Ciarens (jetzt 
Clerans im Canton Lalinde), Granhol (jetzt Grignols, südlich 
von Perigueux im Canton Saint-Astier) und Saint-Astier, sämmt- 
lich im heutigcM Dep. Dordogne, tvaren Unterlehen der Grafschaft. 

7. no viiolh ges, sia mia Toleta. Ähnlich 5,7; 15,56; 
34,22; 35,39; 39,20,31,39. 

12. Engolesmes. Di der Grafschaft AngouUme war damals 
ein Erbfolgestreit ausgebrochen, auf welchen auch in v. 41—46 
angespielt icird. Nach dem Tode Wulgrin Taille fers III (im Juni 
1181) machten nämlich dessen Brüder Wilhelm V und Ademar, 



- 153 — 

die ebcu falls den Beinamen Taille fer führten, ihrer Nichte Math ilde 
das Land streitig. Als diese nun hei Richard Löivenherz Hülfe 
suchte und fand, ivandte sich Wilhelm an Philipp II August von 
Frankreich, indem er ihm versprach, im Fall der Hülfsleistung 
das Land von ihm zu Lehn zu nehmen (v. 43), icorauf jener ihn 
wirklich belehnte (v. 44). Selbstverständlich befanden sich daher 
die Grafen von Angouleme unter den Aufständischen, und der 
Dichter ermahnt den französischen König in v. 45 — 46, sein Wort 
zu hcdten. 

17. chaps de*Is Guascos isf 6r«sfon FJ, Vizgraf von Bear n 
(1173 — 1215), dem auch die Vizgrafschaft Gavardan (v. 18) im 
heutigen Dep. Landes gehörte. 

19. Vezias ist Vezian II, Vizgraf von Lomagne hi der 
Gascogne (1173 — 1215); der Name Vezian wird oft mit Vivian 
verwechselt ; so nennt auch die Erläuterung unser?) Vizgraf en Vivia. 

Bernardos bedeutet Bernhard IV, Grafen von Armagnac 
(1160—90). 

20. Aics ist das jetzige Dax, früher Acqs oder Acs (= ad 
aqiias) im Dep. Landes; es war eine Vizgrafschaft, deren Herr 
damals Feter hiess. — Marsan ist eine westlich von Gavardan 
gelegene Vizgrafschaft, gehörte zu jener Zeit dem Grafen Centulc 
von Bigorra. 

2 1 . coms bedeutet Richard Löwenherz, gegen welchen ja der 
Aufstand angeblich gerichtet war; er ist auch in v. 31 mit „el" 
gem.eint. 

25 -sq. Die in dieser Strophe aufgeführten Baronien waren 
Unterlehen von Poitou. Talhaborc, jetzt Taillebourg, liegt ebenso 
wie Pons und Taunai, jetzt Tonnay (v. 26), im heutigen Dep. 
Charente-inf. , dem alten Saintonge; die beiden ersten gehörten 
dem Grafen Gottfried von Rcmchon. Ebenso hiessen der Herr 
von Lezinha, d. h. Lusignan (Dep. Vienne) und von Taunai beide 
Gottfried. 

2H. Maiüeos ist Mauleon im nördlichen Poitou (Dep. Deux- 
Sl'vres). Dort herrschte damals Raoul, Vater des später berühmt 
gewordenen Savaric von Mauleon. 

27. Sivrai oder Sivrac, jetzt Civrai, war eine Vizgrafschaft 
im heutigen Dep. Vienne. 

29. Toartz, heute Thouars (Dep. Deux-Sevres), gehörte einem 
Vizgrafen Aimeric VII. 

33. Peitau bezeichnet die Hauptstadt der Grafschaft, modern 
Poitiers; L'Isle - Bouchard und Ohinoii liegen im jetzigen Dep. 
Indre-et-Loire, an der Vienne; Mirebeau und Loudun im Dep. 
Vienne. 

35. Clarasvals. Richard hatte das Schloss Clairvaux gegen 
den Willen seines Vaters in Anjou, dort wo jetzt Scorbe-Clairvaux 
(Dep. Vienne) liegt, errichtet, d. h. auf einem Gebiete, das nach 
dem Tode des Königs dessen Nachfolger, also dem jungen Heinrich, 
nicht aber Richard hätte zufcdlen müssen. Dies war demnach 
eine iveitere Ursache des Zivistes zwischen den beiden Brüdern. 



— 154 — 

40. Matafelo, ein ScJdoss in Anjou, jetzt Mateflon im Dep. 
Maifie-et-Loire. 

41. Fclii). Fhilipp II August war seinem Vater Liulivig VII 
im Jahre 1180 gefolgt. — Mit Carlo in der nächstem Zeile ist 
Karl der Grosse yeyneint; unser Dichter bringt öfter Anspielungen 
auf jenen Kaiser, z. B. 7,69; 18,21; 19,22; ebendahin gehört 
auch der Vergleich des jwigen Heinrichs mit Roland 8, 47. 

6. 

Erläuterung. 

9. s'en auet eii Lombardia. Diese Worte, die offenbar eine 
Erklärung zu v. 31 geben sollen, beweisen, dass der Scholiast den 
Dichter, tvie so oft, nicht verstanden hat. Zunächst wird in 
V. 81 nicht eine Mittheilung gemacht, sondern ein Wunsch aus- 
gesprochen. Sodan?i sind mit cels de Garlanda die Franzosen 
gemeint, ivährend der Erklärer, der jenen Ausdruck nicht zu 
deuten ivusste, die Lombardei daraus gemacht hat. Auch die von 
Th. und Ch. vorgeschlagene Änderung Normandia passt nicht, 
da Bertran in v. 31 und 32 eben von den Franzosen und Philipp 
August spricht, ivährend die Normandie damals nicht zum fran- 
zösischen Gebiete gehörte. 

Gedicht. 

7. Aenrics entspricht dem deutschen Haganrich, der ursprüng- 
lichen Form des Namens Heinrich; dieselbe kommt mehrfach neben 
Enric vor, z. B. 24,51; ausserdem: Landric e Aenric e don Aucer 
Boss. (0) 2969; Landric e Aenric e dan Gigon ib. 2982; Lo pro 
comte de Kodes, n' Aenric Folquet de Lnnel 4,23. 

12 — 13. Anspielung auf Arnaut von Beaulande, Sohn des 
Garin von Montglane, und auf Arnauts Enkel, den berühmten 
Wilhelm mit der kurzen Nase, icelcher bei der Einnahme von 
Orange auch den Thurm Gloriette, hier Tor Mirmanda genannt, 
eroberte. Ch. macht darauf aufmerksam, dass mirmanda ver- 
muthlich wie das neuprov. marmando „Wunder" bedeute. 

17. Cüberlaiida ist Cumberland. Der Gen. hängt von dels 
Engles ab; eine derartige Trennung kommt zuweilen vor, z. B. 
7,50; 13,10; vai cantar una messa sus en l'aiitar, per Jaufre, 
de Saint Esperit Jaufre 114^; mas d'en Bertran no-m tuolh 
d'Opian lauzar Guir. Riq. 82, 51; A ■ l pros Sicart vai de Montaut, 
mos romans Guil. de la Barra, Schluss; einige weitere Levy im 
Lit. Blatt 1883, Sp. 316. Dieselbe Stellung auch bei der Appo- 
sition: fai . . Girart sobre toz, lo duc, honrar Ross. (0) 224; 
grieu la'n apenria Mos senher e siei companlio, Lo coms Jaufres, 
que dieus ampar Berenguier de Palazol 10,37. 

19. Müiisaurel ni Canda. Ersteres ist jetzt Montsoreau, ein 
Städtchen in Anjou (Dep. Maine-et-Loire) an der Loire; Canda, 



— 155 — 

ein ScJiloss, heute Candes , an demselben Flass, nur eine kleine 
Strecke weiter aufwärts gelegen, gehört jetzt zum Dep. Indre- 
et-Loire. 

21. Ni ducs clauiatz. Dazu ist „sera^' aus dem voran- 
gehenden „aiira" Jierauszmiehmen, vgl. Tobler, Vcrm. Bcitr. 8.9 — 90. 

28. Landa ist der ebene Landstrich sildtich von der Mündung 
der Gironde, nach seiner Natur ..Heide, Steppe" genannt; auch 
das dortige Departement heisst Landes. 

24. Basatz, heute Bazas, ist eine Stadt in der Gascogne, 
nicht weit vom linken Ufer der Garonne (Dep. Gironde). 

25. e"l so de n'Alaiuaiida. Alamanda ist die kurze Be- 
zeichnung für eine Tenzone Girauts von Bornelh (Nr. 69) mit 
Frau Alamanda, welche beginnt: ,,S'ie'us quier conselh, bei' 
ami' Alamanda", und welche Bertran hier als Muster benutzt hat. 
Gedruckt bei Schultz, Die jyrovenz. Dichterinnen S. 19 — 20. 
Auch ITc von St. Circ nennt bei ztveien seiner Gedichte die von 
ihm nachgeahmten Muster: un sirventes M'as quist, e donar lo 
fai . . E'l so d'en Arnaut Plagues Uc de St. Circ 21, 4 ; Un 
sirventes vuolh faire en aquest so d'en Gui ib. 42,1. 

31. Garlanda ist eine französische Baronie; drei Brüder 
aus dieser Familie hatten hintereinander die Würde eines Seneschall 
von Frankreich bekleidet. „Die 'von Garlanda" ist demnach eine 
Bezeichnung für die Franzosen; der Dichter fordert den jungen 
Heinrich auf, mit seinem Schumger Philipp August zu turnieren. 

,S3. Lo coms Jaufres ist Gottfried von der Bretagne, der 
dritte Sohn Heinrichs IL — Bresillauda, ein Wald in der Bretagne, 
spielt auch in den Artus-Bomanen eine grosse Rolle. 

i, 

1. reis. Gemeint ist der junge König, der demnach unsern 
Dichter aufgefordert hatte, den Tadel {menassat), den er ihm in 
dem Siventes 6 hatte zukommen lassen, durch ein neues Gedicht 
wieder gut zu machen. 

2. A Tauzeii de. Das Gerund, kann den Artikel vor sich 
haben und von einem Gen. begleitet sein, ist dann also ganz ivie 
ein Subst. behandelt; z. B. A Veissen d'us ortz Mi niostret una 
sortz Gir. de Born. 20, 67; a ' l temps de l'entran d'abril Arn. 
Dan. 11.8; A'l pareissen de las flors, Quan Valbre's cargan de 
fuolh Peire Bog. 1, 1. 

de mo. L. schlägt vor, de'l mon zu ändern .,vor den 
Ohren der Welt" und dann ein Komma hinter pregat zu setzen. 
Mas bedeutet dann aber me^iassat"} 

8. 110 'S. «So Ch. statt no'l der Hs., also ..wenn der Graf, 
d. h. Richard, sich nicht darin (in dem Spiele) unterrichtet 
hätte". 

10. Die Angabe, dass die zu der Partei des jungen Heinrichs 
gehörigen Heere Angoumois und Sai^itonge (beide zusammen 
bilden das heutige Dep. Charente) eingenommen haben, wird durch 



— 156 — 

das Zeugniss Gottfrieds von Vigeois (Hist. des Gaules 18,415) 
bestätigt, dey^ noch Perigord hinzufügt. 

12. Finibus-Terra ist der ivestUchste Theil der Normandie, 
ivelcher jetzt das Dep. Finisterre bildet. 

16. Anc. Die Hs. hat qu'anc, doch ist que mit Th. zu 
streichen. 

18. mas SOS cors no Terra: sein Lauf geht ihm nicht irre, 
d. h. er findet den richtigen Weg heraus, ivährend der ivüthende 
Eber bekanntlich blindlings in die vorgestreckte Klinge hinein- 
läuft. Ch. fasst mas = pourvuque, L. zusammen mit no = „nie". 

21. sojoni d'Englaterra. De giebt nur allgemein an, dass 
zioischen beiden Begriffen eine Beziehung besteht; welcher Art 
diese sei, ergiebt der Zusammenhang; ähnlich in: Escutz traucar 
c desguarnir Veirem a V entrar de Vestor 42,33; cn laissai l'anar 
d^Espanha Mönch v. Mont. 12, 32; Bertrans a laissada Valor . . 
E Vanar d'autr' encontrada Dalf. d'Alv. 5,4; E vi a V entrar de'l 
molin una femna Jaufre v. 219. Dasselbe in Afr. : A Ventrer 
del castel fu li capleis fiers Aiol 7692 ; Ähnlich Ducs de Norm. II, 
38300; Rom. de Ren. 6,37; fu respoitiez li alers de Adrenople 
Villeh. 478 u. s. w. 

22. dos ans. Da König Heimich Ostern 1182 von Eng- 
land herübergekommen und seitdem in seinen französischen 
Besitzungen gehlieben ivar, so enthält diese Behauptung eine 
Übertreibung. 

24. Mas qiian. Quan erscheint mehrfach pleonastisch nebeti 
mas, z. B.: res no'n ai mas quan lo fais Peire d'Alv. 12,23; 
pensar no vuolh de re Mas quan de'l sieu enanzamen Gui d'Uis. 
1, 44. Die Construction ist elliptisch , indem das vorangehende 
Verbum zu ergänzen ist, und zwar mit der Negation, wenn der 
vorhergehende Satz affirmativ ist; ähnlich: Grant joie en faitlo 
reis . . E tuit si enemi . . Ne mais eil nobil ome ancienor Ross. 
(0) 7551 (mas quan P 5623); tuch desseneron mas sol us Peire 
Card. Sermo 1,5; tot qu'om fai.. dechai Mas so qu'amors ejois 
soste Peire Rogier 9, 7. 

'Ib. Guia. Die Hs. hat cjuazam; Thomas schlägt vor Guizan 
.,Aquitanier" ; die Form für diesen Namen ist aber Guia, z. B. 8, 63; 
vgl. Guiana ITl, 13. 

27. aissilh de Lombardia s. z. 4,29. 

32. renvidat. So oder revidat besser statt envidat der Hs.; letz- 
teres heisst „zum Spiel herausfordern" , jenes „überbieten", z. B. : Don, 
vostre dat son menudier Et ieu revit vos a doblier Guil. IX. 2, 52; 
son juoc revit s'el m'envida Marc. 24, b, 47; quan trop montan 
revit, non es ges bei, E'l sieus contrajogaire Fora tost rcvidaire 
Aim. de Pegulh. 36,10 — 12, Vgl. G. Paris, Mem. de la Soc. de 
lirig. I, 289; Tobler, Mittheilungen S. 261—2. 

33. p zos bedeutet zugleich Fussgänger und Bauer (im 
Schachspiel); der Dichter setzt also das im Anfang der Strophe 
gewählte Bild von dem Spiele fort, weshalb auch in v. 34 statt 
estachier der Hs. mit Ch. und Th, escachier zu lesen ist. 



— 157 — 

Valia, franz. Valce, früher Vnlie (s. z. t'. 41) ist der 
Name eines Landstriches in A^ijoii, ir elcher sich an der Loire 
von der Grenze der Touraine bis Les Fonts de Ce hei Anyers 
hinzieht. Gemeint sind also mit dem Ausdruck die Truppen des 
Königs. 

39. Fraiiza bezeichnet das heutige Isle-de-France. 

40. Gisortz. jetzt Gisors, an der Grenze der Normandie, im 
sogenannten 7W7fnanni sehen Vexin gelegen, bildete Jahre lang ein 
Sireitobject zwischen den englischen und den französischen Königen. 

— Nuoumercliat, franz. Neufmarche, eine Stadt in der Norman die 
(Dep. Seine- in f er.). 

4 1 . Arrat steht des Reimes wegen für Arratz {vgl. 4, 19) ; es 
ist der Schlachtruf der Flamlänäer, wie „Monjoi" der der Fran- 
zosen und „Dens äia'' der der No7'mannen. Dieselben erscheinen 
auch in folgender Stelle: 

Franceis cr'ient „Munjoie" e Normant „Dens a'ie'', 
Flamenc cr'ietit „Arras'' e Angevi^i „Valie". 

Rou II, 3924—25. 

44. envezat von envezar „erfreuen" bedeutet „lustig'^, z. B. 
Ai las! com muor, quan mi membra, com era (ich) Gaisejoves, 
alegres, envezat z! Raimon de las Salas 5, 10. 

52. que li. Die Hs. hat quel, was eine Silbe zu icenig 
ergiebt. 

5:?, son conhat. Der junge Heinrich war mit der Schwester 
Philipps II August verheirathet. 

50. lauzat. So Ch. und L. statt prezat der Hs., weil dies 
Wort in derselben Strophe noch einmal, v. 59, im Reim erscheint. 

<)!. Lo ducs de Borgouh' ist Hugo III (1162— 93) ; er hielt 
sein Wort und erschien am 26. Mai 1183 mit einem Hülfsheere 
bei dem jungen Könige (Rec. des Hist. des Gaules 18, 217). 

66. Peitaiis. In Poitou stand damals der englische König. 

73. Senlicn Rassa. Das auslautende r von senher fällt 
einzeln ab, nicht nur vor eyi, tvelches dann atigelehnt wird, z. B. 
senhe-n reis d'Arago Gir. de Born. 2,61; Senhe'n Girant Ala- 
manda 1,56; senhe'n Savaric Gaue. Faid. 26,14; senhe'n Coine 
Raimb.de Vaq. 29,1: senhe'n coms üc de St. Circ 33,1; Senhe'n 
Jorda Guir. Riq. 77, 1, sondern auch sonst, z. B.: si so fos mos 
senhe'l coms Jaufres Gaue. Faid. 40,28; Senhe'l voler vostre 
vuolh ben auzir Guir. Riq. 51, 18 (vgl. Levy, Guilhem Figueira, 
zu 5,45). Hiennit ist zu vergleichen der Abfall des r in per, 
Glicht nur vor dem angelehyiten Artikel, soridern auch vor en, 
z. B. 24,45; si non fos 2)e'n Bernardet Flamenca 1740 u. oft. 

— Eassa ist der Versteckname für Gottfried von der Bretagne. 

76. Burcs ist Burgos in Sjjanien; die französische Stadt 
Bourges hiess prov. Beorges (lat. Bituriges). 



— 158 — 

8. 

14. en hioc Saint Jolian, d. h. an den besten Platz im Para- 
diese; vgl. e-ls nietatz lai on esta Saintz Jolums Peire Card. 67,48; 
m'arma en fora escricha lai on es Saititz Johans Alb. de Sest. 11, 10. 

BO. be - siatz - veiigiit bildet einen Begriff, ebenso in: Qne-l 
sieus solatz era gais e chauzitz E Vacolhir de be-siatz-vengutz 
Aimer. de Pegulh. 22, 18. Auch sonst werden ganze Sätze nie 
ein Begriff behandelt, z. B.: Aissi m'en sui gitatz a no-m'en-cal 
Peire Vid. 4,33; Jovens torn' a no-ni'en-calha Gavauda 2,43; 
si-l faocs d'amor s'espreses en lieis . , De ben-o-val pogra 
(sc. ich) chantar Peire Vid. 30, 23. 

.SO. poissan ist keine rein provenzalische Form, sondern aus 
dem Französischen entlehnt (puissant) , dasselbe noch ein Md 
22, SO; vielleicht wurde es damals allgemein als Fremdwort ver- 
wandt; s. z. 16, 40 und 21, 23. 

48. de lai denan. Die Ortsadverbia werden oft auch in 
temporaler Bedeutung verivandt, so lai noch 20, 30; aissi 20, 12; 
sai: Que no fos tals de sai Adam Flamenca 119; dereire: Molt 
fort blasmava Boecis sos amics Qui lui laudaven dereer e'us ] 
(=e'ls) dis antics Boet. 139. 

55. a garan (lies a quaran/ Die Hss. schreiben meist agaran 
(d. h. forschend), doch ist besser mit Th. zu trennen; guaran heisst 
„Mass", z. B. : Aissi's vai lo pretz tnenuzan E'l folatges ieis de guaran 
Marcabr. 39, 14; grans amors no te guaran Raimb. d'Aur. 19, 34; 
Tota ma rancura es merces Si be's passa'l ditz los guarans Raimsn 
Vid., So fo e'l temps v. 294. Daher a guaran „sorgfältig", z. B.: 
es . . Faita d'un nuou talh prezan A compas et a guaran Gausbert 
de Puicibot 15, 50. 

63. Guia. s. z. 7, 25. 

66. Compenha ist die Stadt Compiegne in der Isle-de-France, 
im heutigen Dep). Oise. 

69. Guisan ist das flämische Wissa^it, eine kleine Hafen- 
stadt in Artois , etwas westlich von Calais. Es war im Mittel- 
alter sehr bekannt, ivird daher mehrfach erwähnt, z. B. E Ailins 
de Boloigne cui fu Guisang Boss. {()) 1857 ; S'ait Vermendois 
jusqu'au port de Guisant Bat. d'Alesch, 2647 (Vuisant Alisc. 
2700); von Paris unze an Vizsant Wolfram, Parzival XV, 838. 

71. Brainian si7id die Brabanter. 

78. rei prezan. Das Part. Präs. w'ird hier, ivie öfter, im 
Sinne eines Verbaladjectivs mit passiver Bedeutung verivandt; 
so noch 32, 48 ; II, 35 ; domna prezans Raimb. d'Aur. 12, 49, und 
Mönch V. Moni. 6, 41 ; si • m vols far seguir A negu cavalier 
prezan Jaufre 55 a.; vgl. Tobler, Verm. Beitr. S. 32 sq. 

9. 

5. contra „im Vergleich zu", ebenso in: no val lo sieu^ 
trobars una raba contra- 1 mieu Raimb. d'Aur. 15,37; per que'l 
destrics contra ' l creisser pars sia Guil. Aug. 4, 31. Gleich- 



~ 159 — 

bedeutend damit ist res in v. 14 und 16; ähnlich : Anc at'as lo 
seu cors non fo uns gens lioss. 4526 (0 5243). 

12. mort niortal. Der Dichter lieht die Nebeneinanderstellimg 
gleichlautender Wörter, so noch; Kl n'env'iet 2)er mar marritz La 
downa e'ls Grecs 12,62; Que de sos pres pres esmenda 13,29; 
aitan vol^ra volgues mo7i j^^'O na Lana Com lo seyiher de Peitau 
35, 7 {A). 

17. Estenta. ISach Bartsch (Chrest.) und Ch. = extenta, 
von extendere; jener übersetzt „gewaltig'^ dieser „mager, fleischlos'^ 
wie das it. stento; Delins fasste das Wort nach A. als exstinctus 
auf und gab ihn die Bedeutimg ^.erloschen, bleich''. Gegen letztere 
Ansicht ist einzuivenden, dass die Fonn ..esteintä" lauten müsste 
und dass die Bedeutung „ausgelöscht, erlösche?!" nicht passt (auch 
esteint als Compositmn von tenher ist ausgeschlossen). Die Vor- 
schläge von Bartsch imd Ch. haben formell zivar das Bedenken 
gegen sich, dass von tendere imd dessen Zusammensetzungen nur 
die Particijna tes und tendut belegt sind, doch lässt tent sich aus 
dem Subsi. tenta, franz. tente, und afr. estente, sowie aus tensar, 
tenser erschliessen. Was die Bedeutung betrifft, so erscheint die 
von Ch. angenommene nicht zutreffend zu sein, da das it. Subst. 
stento nach Diez von stentare, ..darben" herstammt, das auf absten- 
tare von abstinere zurückgeht, also mit extendere nichts zu thun hat. 
hl der von Ch. zur Stütze seiner Behauptung aus dem Rom. de 
Ben. angeführten Stelle „De jeuner estoit estens" liest Martin 
(3,183) „estans" ; dort liegt also stancus, „müde", nicht extensus 
(loelches estois ergeben haben ivürde, vgl. toise) zu Grunde. Das 
afr. estrait, das als Parallele angeführt wird, heisst nicht „mager", 
sondern „müde", s. Godefreg imter estraire und Aiol ed. Förster, 
A7im. zu v. 1789. Auch Bartschs Deutung „ausgedehnt, gewaltig" 
ist 7iicht sehr plausibel, zumal als Beiwort zu dem personifizirten 
Tode imd neben „plena de marriment". Daher ist Suchiers Con- 
jectur „estouta" „hart, unerbittlich", die Th. in den Text auf- 
genommen hat, sehr ansprechend. 

58. veiizir kommt nicht von vilis, da dies ein langes i hat 
(vgl. avilzir Arn. de Mar. 8, 41), sonderet wie das von Rayn. V, 
532 aufgeführte aveuvar „leer machen, berauben" von viduus und 
bedeiitet ..veröden" ; es wird auch in übertragener Bedeutung ge- 
braucht: ieu . . vei drech delir E merce e pretz veuzir Guil. 
Anelier de Tolosa 2, 15. 

29. cliascus si mir e*l jove rei. Dasselbe Bild auch sonst, 
z. B.: a'l falhimen d'autrui tanh qii'om si mir, per so qu'om guart 
se meteis de falhir Folq. de Mars. 11, 39; hom no la ve que no 
s'i mir Peire Rog. .3,39; qui vol pretz e'ls vostres faichs si mir 
Aim. de Belen. 1, 30. 

.10. 

Erläuterung. 

5. lo vescomte de Lemotges, nämlich Aimar oder Ademar V; 
er besass eine der in v. 18 bezeichneten vier Vizgraf Schäften von 
Limousin; über die drei andern s. z. 5, 1. 



— 160 — 

7. Gimel (die Hss. haben Gnmel) ist ein Schlots in dem 
heutigen Dep. Correze, der alten Vizgrafschaft Comborn. Der 
Herr von Gimel ist also Archimbald V von Comborn. 

9. e-1 comte de Flandres. Philipp vom Elsass icar damals 
Graf von Flandern, doch ivird dieser iveder in dem Gedicht noch 
in den Chroniken als Theilnehmer des Bundes genannt, sodass 
wohl ein Irrthum des Conmientators vorliegt. 

1 0. comte de Bretaiilia. Die Hss. schreiben Barsalona, doch 
wilrde der Graf von Barcelona der König Alfons II von Aragon 
sein, der hier sticht in Frage koynmem kann, während der bretag- 
nische Graf in v. 28 von dem. Dichter genannt wird. 

Uli comte de Guascoiilia. Man weiss nicht, wer damit 
gemeint ist. 

24. no mi. Die Hss. lesen eu no'm. 

Gedicht. 

2. si ist hier concessiv; gewöhnlich steht in diesem Fall 
tot dabei , oder be (z. B. 32, 41) , doch genügt auch si allein, 
z. B.: maltrach ni dolor No'm plane, si m'es cozens Arn. de 
Mar. 6, 6. 

7. A*l seulior de Niort. Niort ist eine Stadt in Poitou, 
im heutigen Dep. Deux-Sevres, der Herr von Niort ist also 
Richard Löivenherz. Auch bei dem Mönch von Mont. erscheint 
dieselbe Stadt einmal zur Bezeichnung der französischeil Be- 
sitzungen der Engländer: A Niort non agra senhoria Lo reis 
Johayis plus que a Saint-Massenz Mönch v. Mont. 17, 7. 

17. Trei palazi. Paladine waren überhaujjt die Grossen des 
Reiches, doch ist nicht ersichtlich, wer hier gemeint ist ; vielleicht 
die in v. 27 — 29 genannten mächtigen Würdenträger. 

18. Elh quatre vescomtat s. z. 5,1. 

20 und 21. Der Dichter meint Elias V von Perigord und 
dessen Bruder, wahrscheinlich den Wilhelm Talleyrand von 
Montignac; s. z. 3, 12. 

22 — 2;3. Die drei Grafen von Angouleme waren ausser den 
beiden zu 5, 12 genannten Wilhelm V und Ademar noch Elias, 
Söhne Wilhelms IV Taillefer. 

24. Ceiitolhs ist Gentule I, Graf von Astarac. — Gasto ist 
Graf Gaston VI von Bearn. 

27 — 29. lo coms de Dijo bezeichnet den Herzog Hugo III 
von Burgund; Raimons d'Avinho den Grafen Raimund V von 
Toulouse; der bretagnische Graf ist Gottfried. 

36. Saint Marzal. Gcyneint ist wohl die in Limoges gelegene 
Abtei des heiligen Martial, da jene Stadt der Herd der ganzen 
Verschwörung war. 

44. ab se. Die Verivenduny von se nach Präpositionen 
statt lui, lieis kommt einzeln vor, z. B.: Aimes e Aimeris ab 
Audefrei Nebot foro Terric, nuirit ab sei Ross. 2828 (O 3492); 
Dien! fetz ti parlar hui ab si? — Vers es, ab ma domna parhei 



— 161 — 

Flam. 4019; ilh (illa) n'agra'l cor jauzen, S'ieu m'an partir de 
lei; mais no'lh vnl re, Que ges mos cors no's pot partir de se 
Pons de Capd. 20,24; tan es issida sa banieira Qu'oni no's pot 
defendre ab se Guilhem Fig. 8, 32 ; quant se pot . . retnirar Cre 
que • s n'azaut tota domna de se Sordel 20, 28. Weitere Beispiele 
(Jh., Rom. 4, 343 und von Eisner Personalpron. im Altprov. S. 46; 
für das Altfranz. Ztschr. 5, 328. 

55. ab Heis s'esto. Alle Rss. bis auf eine schreiben lui, doch 
erscheint die Änderung durch das vorangehende la mars geboten. 
— Die unter dem Ei7ifluss des Conjunctivs do (donet) gebildete 
Form esto erscheint noch: Pus gen la (sc. la raubaj faitz talhar . ., 
Per so que gen s'esto Bartsch, Dkm,. 105, 30. 

75. Aiinar ist Aimar oder Ademar V, Vizgraf von Limoges 
(vgl. V. 18); derselbe ist auch in v. 85 gemeint. 

76 sq. Man weiss nicht, iver die Dame ist, welche in den 
beiden Geleiten erwähnt wird, vielleicht Maeut von Montagnac. 

79. Donassetz. In Wunschsätzen steht nicht selten der Conj. 
Imp., wodurch eigentlich die Erfüllung des Wunsches als zweifel- 
haft oder univahr scheinlich hingestellt wird, so noch 16, 27; 17, 20 
und 21,19; andre Beispiele: ai! mala fos reis Lozöics Marcabr. 
1,26; quar mi fos lai peleris! Jaufre Pud. 2,33; a, domna 
prezans, Abrasses vos en baisans! Paimb. d'Aur. 12,50; pendutz 
fos aut per la cervitz qui a molher! ib. 21,47; Ai, francha, de 
bon aire! Fessetz m'un bei semblan! Bern, de Vent. 37,38; Ai, 
deus! ar sembles irondal ib. 44,49; penses (sc. die Dame), Si's 
tanh que's volva ni's biais Gir. de Born. 1,50 u. a. Selteyi 
mit que: E pois merces no'm pot valer Ab vos, domna, qu'us 
messatgiers privatz yarles per mi Mönch v. Mont. 6, 39. Dieser 
Brauch findet sich nach Ch. noch heute in mehreren Patois. 

8;i sq. Das zweite Geleit ist nur in einer Handschrift 
vorhanden. 

11. 

14. coralha. So Th.; die Hss. lesen corelha oder querela 
(beides „Klage"), was keinen guten Sinn giebt. Nach Ch. verlangt 
der Sinn „Avem nostra" statt „An lor" ; der Dichter will aber 
offenbar gerade seinen Verbündeten den Vorwurf machen, dass 
sie den Math verloren hätten. 

20. Colombier ist ein Ort in der Vizgraf schaft Torena. 
Der Dichter meint also den Raimund II und zugleich seine übrigen 
früheren Mitverschworenen. 

'21 — 28. Die Jagd wird auch sonst als Sinnbild des Friedens 
hingestellt, z. B. 20,8—16; 22,23; 28,40; 46—49; 33,56—66; 
S07ist: anc nen amerent paz nejoc d'ostor Ross. (0) 9408; Estaran 
chavalier en gran sojor E seran de sazo che et austor, Falco e 
falconier e venador Ross. 8920—22 (0 9973—75). 

30. tabors. Fiir das weibliche Geschlecht von tabor spricht 
die von Reimann (a. o. 0. S. 61) angeführte Stelle: Trompas ni corns 
ni viulas ni tambors No valon re contra ■ l vostre socors Pons de 

Bomauische Bibl. Bertran von Born. \ J 



— 162 — 

Capd. 17,29. Trommeln wurden auch hei der Jagd verwendet, 
vgl. 33, 60; daher afr. tahorie „Jagdgetöse" , z. B. : apres vienent 
chasceors, . . Renars entent la taborie Rom. de Renart 5, 206. 

34. Salabier, oder, ivie die meisten Hss. haben, Salarier, ist 
nach Th. die englische Stadt Salishury, die im Afr. Salesbieres, 
Salebiere heisst und welche im Mittelalter viel Leder und Leder- 
waren herstellte und ausführte. 

36. Monpeslier, lateinisch Mons Fessulanus, ist eine Stadt 
im jetzigen Dep. Herault. 

48 — 49. Die siebente Strophe besteht inhaltlich aus zwei an- 
einander gereihten Geleiten. Ch. führt ein analoges Beispiel an. 

47. N'Atempre-1 genzer. So mit L.; Atempre ist der Vo- 
cativ mit angehängtem weiblichen Artikel. Ch. schlägt genseis 
ohne vorangehenden Artikel vor, also „besser", wobei Atempre Subject 
würde. Was diesen Namen betrifft, so kommt derselbe bei Bertran 
noch drei Mal vor, nämlich 33,89, sowie 37,22 und 29 (die 
Hss. schreiben na tempres und na tempra), doch weiss man nicht, 
wer darunter zu verstehen ist. Nach A. ist es ein Versteckname, 
der von dem Subst. tempre, atempre, franz. trempe, abgeleitet ist. 

49. Der Sinn dieser Zeile ist dunkel. 

50 sq. Das Geleit ist nur in einer Handschrift erhalten. 

52. Rainier ist ein sonst nicht vorkoynmender Verstecknam-e. 

12. 

Erläuterung. 

28. perdei. Die Hss. haben perdi. 

46. Carlat lag in der alten Auvergne, im heutigen Dep. 
Cantal; die Angabe, die allerdings in einigen Hss. fehlt, dass 
dies Schloss sich in Rosergue, d. h. Rouergue, dem jetzigen Dep. 
Aveyron, befinde, trifft nicht zu, doch lag es allerdings nahe der 
Grenze. 

49. Amilhaii, lat. Amiglavum, ist das heutige Milhau im 
Dep. Aveyron. Schon damals kam jedoch auch die verkürzte 
Form vor, z. B. in v. 13 des Gedichtes. — Die hier gegebene Ge- 
nealogie des Königs Alfons ist nicht ganz genau, s. z. v. 13. 

52. Raimons Berengiers ist Raimund Berengar IV, welcher 
1137 durch seine Heirath mit Petronilla, Tochter Ramiros des 
des Mönches, König von Aragon wurde; er starb am 26. August 
1162 (vgl. Z. 55). 

Gedicht. 

LS. A Melhaii et en Carlades. Alfons stammte von Seiten 
seiner Grossmutter her aus Milhau und Carlat. Berengar II von 
Milhau erhielt um 1070 durch seine Frau Adele einen Theil von 
Carlat. Beide Herrschaften fielen nach ihrem Tode an ihren 
zweiten Sohn Gilbert, dem seine Gattin Gerberge 1081 Arles und 
die Niederprovence zubrachte. Deren einzige Tochter und Erbin 



— 163 — 

Douce heirathete 1112 den Raimund Berengar III, Grafen vo7i 
Barcelona. Letzterer wieder hatte zwei Söhne, Raimund Berengar 1 V, 
den Vater des Königs Alfons, u?id Berengar Raimund; jener erbte 
Barcelona und Taragona, dieser die Grafschaft Provence, welche 
jedoch 1166 nach dem Tode ihres Besitzers ebenfalls an Alfons fiel. 

1 5. Sur, Tyrus, steht hier für das heilige Land, welches in 
jener Zeit oft von Abenteurern und Industrierittern aller Art 
heimgesucht wurde. 

16. debur. Das Verbum deburar ist sonst nicht belegt. 
Ragn. übersetzt es mit „verser'', Thomas mit „renverser?" , Diez 
mit „krumm biegen'', Ch. fragt, ob debur nicht für depur stehe, 
daher etwa im Sinne von „purger" stände, nämlich als Wirkung 
der Furcht. 

19. Proenza pert etc. Bei dem Tode des Oheims von 
Alfons erhob ausser diesem auch Raimund V von Toulouse An- 
spruch auf die Grafschaft (s. Lebensbeschreibung S. 6) , doch 
wusste sich Alfons in deren Besitz zu behaupten und setzte 1181 
seinen Bruder Sancho als Statthalter in seinen französischen Ländern 
ein. Letzterer nannte sich nun Graf ro7i der Provence, aber diese 
war so wenig sein Eigenthum, dass der König sie ihm im März 
1185 einfach wieder entzog und sie seinem Vetter Roger Bernard, 
Grafen von Foix, anvertraute. 

23. On fo deseretatz Jaufres. Wie Ch. hervorhebt, wurde 
Gottfried von Roussillon, nachdem der Papst ihn in den Bann 
gethan hatte, durch seinen Sohn Guinard II abgesetzt. Nach 
dem Tode des letzteren fiel Roussillon ebenfalls an Alfons. 

24— 25. Vilamur, En Tolsa. Tolsa ist das Gebiet von Toulouse, 
in welchem Vilamur in der That lag (heute Villemur-sur-Tarn, 
eine Stadt im Dep. Haute - Garonne , etwas nordöstlich von 
Toulouse). 

25 — 27. Welchen Vertrag Alfons gebrochen haben soll, ist 
nicht bekamit. 

28 sq. Castrasoritz, span. Castro Xeriz oder Castrojeriz, ist 
das alte Castrum Caesaris. — Toleta bedeutet Toledo, sodass hier 
von dem Könige Alfons III von Castilien die Rede ist. Zwar 
hatte Castilien früher eine Lehnsoberhoheit über einen Theil von 
Aragon besessen, doch bestand dies Verhältniss damals nicht mehr. 

33. tafur ist ein Wort orientalischen Ursprungs und bedeutet 
„Bettler, Lump". In dem ersten Kreuzzuge stellte sich ein nor- 
mannischer Ritter an die Spitze einer Schaar von Abenteurern 
und Taugenichtsen und wurde deshalb allgemein „le roi tafur" 
gemannt (vgl, P. Meyer, Girart de Roussillon 30, Anm. 2). Diese 
Bezeichnung wurde dann auch in Frankreich eingeführt (vgl. Huon 
de Bord. v. 38), später durch den Ausdruck „roi des ribauds" ver- 
drängt, mit dem man dann unter Philipp August den Anführer 
der königlichen Fussgarde bezeichnete. Mit dem, „Hof" dieses 
„Königs" ist die ehemalige „Cour des Miracles" in Paris, wie 
man die Freistätte der Gauner und Bettler nannte, zu vergleichen. 

11* 



— 164 -^ 

Schliesslich wurde tafur auch adjectivisch in der Bedeutung 
„lumpig, schäbig, schlecht" gebraucht, vgl. v. 52; 41,33. 

37. Lo bos reis etc. Als Alfons I, König von Aragon und 
Navarra, 1134 ohne Kinder starb, wurde in Aragon sein Bruder 
Ramiro II, mit dem Beinamen „der Mönch", dagegen in Na- 
varra Garcias Raynirez zuyn Könige gewählt. Seitdmn war zwischen 
beiden Königreichen ein Krieg ausgehrochen, der mit ivechselndem 
Glücke auch unter den beiderseitigen Nachfolgern fortgeführt 
wurde. Der Gegner des Alfons war der in v. 40 bezeichnete 
Sancho VI, später der Weise zubenannt, welcher aber gegen jenen 
nichts ausrichten konnte. 

38. Cobrera, quan vida*lh sofrais. Es liegt hier die Ver- 
schmelzung zweier Constructionen vor: „Er würde erobert haben, 
wenn er nicht gestorben wäre" und „er war im Begriff, zu er- 
obern, als er starb". S. Mätschke, Die Nebensätze der Zeit im 
Altfranz. Diss. Kiel 1887, S. 28. 

41. Alaves sind die Einwohner von Alava, einer Provinz 
des Königreichs Navarra. 

46. de cui es maritz. Alfons war mit Sancha von Castilien 
verheirathet. 

49. Berengier de Besaudunes ist nach der Erläuterung ein 
Bruder des Königs, cdso Raimund Berengar, welchen Alfons vor 
dem Sancho mit der Statthalterschaft in der Provence betraut Imtte 
(s. zu V. 19). Da dieser aber 1181 auf einem Kriegszuge nach 
Languedoc durch Aimar von Melgueil in einem Hinterhalte ge- 
tödtet worden war, so enthält der in v. 53 ausgesprochene Vor- 
wurf eine Verläumdung. 

55 sq. Alfons war in der That mit Eudoxia, der Tochter 
Kaiser Manuels von Constantinopel (1143 — 80), verlobt gewesen, 
doch hatte er sich, als jene ihn zu lange warten Hess, mit Sancha 
von Castilien vermählt, sodass jene Prinzessin, als sie endlich 
anlangte, ihre Stelle schon besetzt fand. Sie heirathete den 
Wilhelm VIII von Montpellier. 

13. 

Erläuterung. 

8. frontereza de-ls Die Hss. haben forteres(s)a de. 

31. Guilhelms de Bergueda. Wilhelm von Berguedan, so 
genannt nach der Vizgrafschaft Berguedan im nördlichen Cata- 
lonien, war ein hervorragender Dichter und Mäcen^ der etwa 
1135 — 1195 lebte. Das Sirventes, aus ivelchem hier eine Strophe 
mitgetheilt wird, ist nicht auf uns gekommen. Vgl. Bartsch, 
Guillem von Berguedan, Lemckes Jahrbuch 6, 231—78. 

48. In den Anfangsworten des Sirventeses lesen die Hss.: 
per und cendaus statt pcls und cendatz. 



165 



Gedicht. 

19. Castellot. Die in dieser Strophe enthaltene Anspielimg 
wird in der Erläuterung gedeutet. Unter Ccistellot ist mit Ä. 
wohl dns heutige Castcllote in Aragon am Guadalojye in der Pro- 
vinz Teruel zu verstehen. 

27. Gastos ist Gaston VI, Yizgraf von Bearn. — Pau ist 
ebenfalls eine Stadt in Bearn, im jetzigen Dep. Basses-Pyrenee^. 

29 sq. Audi diese Anschuldigung wird in der Erläuterung 
ausfuhrlich begnindet; ebenso die in Strophe 5 ausgesprochene. 

30. quels i degra liiirar. I als Vertreter des Dativs li 
ist ganz geivöh^iUch, ivenn es an lo, la, no u. a. angehängt wird, 
z. B. 1, 9; 3, 35; 40, 23 u. a. Selten kommt es dagegen in dieser 
Verwendung vor, ivenn es allein steht, z. B.: Mal ome foren . .; 
Volg i Boecis metre quastiazo Boet. 22. 

39. fiii a blasmar, vgl. Appel, Peire Rogier zu 2, 27. 

40. Qu'en mes. Ch. vermuthet Queu (= Quel = Que lo), 
doch giebt auch qu'en („den er deswegen, nämlich um sich bezahlt 
zu machen'^, v. 38) einen guten Siyin. 

41. Peire joglar. Von diesem Spielmann wissen wir nichts 
weiter, als ivas in der Erläuterimg erzählt wird. Vermuthlich 
war er auch Dichter und hatte Schmähgedichte gegen die Königin 
von England, Eleonore, verfasst; denn das ist wohl der Sinn des 
Ausdrucks:' „er hatte viel Übles von ihr gesagt". 

43. Fons-Ebraus, lat. Föns Ebraldi, jetzt Fontevrault bei 
Chinon, im Dep. Maine-et-Loire, war seit 1100 ein Benedictiner- 
Kloster, in ivelchem Nonnen imd Mönche wohnten. Nach der 
Erläuterimg wurde es mit Vorliebe von hochgestellten Fraueii als 
Alterssitz gewählt. Aus den Worten unseres Dichters geht hervor, 
dass man dort schon damals erwartete, dass auch Eleonore einst 
daselbst residiren werde. Wirklich starb sie dort im Jahre 1204. 

45 — 48. Über die in diesen Versen enthaltenen Anspielungen 
wissen wir nichts Genaueres. 

46. rei d'armar. Die „Wappenkönige" bildeten die höchste 
Klasse der Herolde. 

49 sq. Diese und die nächste Strophe werden in der Er- 
läuterung nicht erklärt. Mit Peire Röis ist nach Milä y Fontanals 
(De los trovadores S. 99, A^im. 19) Pedro Buiz de Azagra, ein 
navarresischer Ritter, gemeint, der 1161 ivegen seiner Erfolge 
gegen die Mauren die Herrschaft Albarracin erhielt. 

50. que"l vi joves reiaus. Auffallend ist der Nom., da man 
den Acc. erwartet; Ch. schlug vor vene = devenc statt ,,vi" zu 
lesen; nach Th. steht der Nom. des Reimes wegen statt des Acc. 
Man kann aber, wie A. bemerkt, übersetzen: „Als er (Alfons) als 
junger Prinz ihn, den Pedro einst sah, traf". 

53 — 54. A. macht darauf aufmerksam, dass die Zeilen ein 
Wortspiel mit badalhar und batalha enthalten. Noch augenfälliger 
ist das mit auzel und aus von ausar in 14, 4 — 8. Über zwei weitere 
Wortspiele s. z. 37,2 und 29. 



— 166 — 

58. Laraus sind die Bewohner von Lara, einer Herrschaft 
in Castilien, die mit Alfons verbündet icar. 

59. lo seniler ciii es Peitaiis bedeutet Richard Löwenherz. 
67. a-1 rci iiavar s. z. 12,37. 

14. 

Erläuterung. 

1. fo passatz outra mar. Über die Unrichtigkeit dieser 
Datirung s. Lebensbeschreibung 8. 28. 

23. Nontron. Die Hss. haben Montron, was nach A. ein 
Ort im heutigen Arrondissement Perigueux ist; mit Rücksicht 
auf V. 81 des Gedichtes ist jedoch Nontron zu lesen. — Die Be- 
hauptung, dass Richard die Burgen von Nontron und von Age^i 
eingenommen habe, beruht wieder auf einem Missverständniss der 
Verse 26 — 32 des Gedichtes. 

29. na Marqiiesa. Über diese Dame s. z. v. 52; in den Hss. 
steht la marquesa und larchesa. 

."iO. Guiraiit de Cabrera. Die Hss. lesevi Girout de Ca- 
briera(s). 

Gedicht. 

20. lo senhor de Bordel ist Richard Löwenherz. 

32. Agen, lat. Aginnum, ist eine Stadt im jetzigen Dep. Lot- 
et-Garonne. — Nontron ist eine Stadt in Ferigord, im heutigen 
Dep. Dordogne; der Dichter hat beide Orte als zivei von eina?ider 
entfernt liegende Pimkte gewählt, um den Hauptschauplatz von 
Richards Thätigkeit zu bezeichnen. 

34. Monmaurel. Es giebt zwei Orte dieses Namens, jetzt 
Monmoreau; der eine im Dep. Charente, der andre im Dep. 
Dordogne; zum eigentlichen Limousin gehört keiner von beiden, 
doch liegt der letztere dem Wohnsitze Bertrans näher. Ein 
Wilhelm von Monmaurel erscheint in 15, 18. 

:^6. Aimars ist Ademar V, Vizgrafvon Limoges; der Herr von 
Martel ist der Vizgraf von Turenne, da Martcl ein ihm gehöriges 
Schloss war, dasselbe, in welchem der junge König am 11. Juni 
1183 starb. 

37. Talliafers ist einer der Grafen von Angouleme, s. z. 5,12. 
— Ü7iter Folcaus is'^ Foucaud von Archiac (ein Schloss im heutigen 
Dep. Charente-ififerieure) zu verstehen, einer der Mitverschworenen 
vom Jahre 1183. — Wer mit Jaufre gemeint sei, ob Gottfried von 
Ranchon, von Rons oder von Lusignan, ist nicht mit völliger 
Sicherheit zu sagen. Da jedoch, wie Th. hervorhebt, der letztere 
zugleich mit Foucaud von Archiac unter den Empörern von 1183 
aufgeführt wird, so dürfte der Dichter auch hier diesen im Sinne 
gehabt haben. 

40. al comte Raimon. Dies ist Raimund V von Toulouse. 

43. Autasvals. Die Hss. haben Ostasvalhs, Osta^vaus, was 
nicht hat identifizirt werden können. Nach Th. sind jenes Ent- 



— 167 — 

Stellungen aus Aidasvaus, Autasvals, und dies ist ein 1180 ge- 
stiftetes Kloster, jetzt Tavaud im Dep. Haute -Vienne. — Mon- 
ferran ist eine Stadt in der Auver^ne, im heutigen Dep. Puy-de- 
Döme, dicht bei Clennont. Jetzt sind beide zusammengewachsen, 
auch mit ihren Namen. 

44. Rosiers. Dieser Ortsname kam mehrfach vor (vgl. 
Schnitz, Provenz. Dichterinnen, S. 15, Änm. 91); hier scheint 
das in Limousin (Dep. Correze) bei Uzerche gelegene gemeint zu 
sein. — Mirabel, Jetzt Mirebeau, s. z. o, 33. 

47. la terra Saint Aimoii. Der heilige Edmund ist Edmund, 
seit 855 König von Ostangeln, welcher am 20. Nov. 870 von den 
eingefallenen heidnischen Dänen entJiauptet und später heilig 
gesprochen wurde. Da er der Schutzpatron der eriglischen Könige 
war, so bedeutet „la terra Saint Aimon'- England, d. h. Bertran 
fordert den Richard auf, für sich die ^Yürde und den Titel eines 
englischen Königs zu beanspruchen, den sein verstorbener Bruder 
früher gehabt hatte. 

49. Raiiuou Gauceran war Herr von Pinos in Catalonien 
(heute San Pablo de Pinos) ; iceitere Einzelheiten über ihn giebt die 
Erläuterung. Sein Name erscheint in einem Friedensvertrage, welcher 
im Februar 1185 zicischen Alfons II von Aragon und Raimund 
von Toulouse geschlossen ivurde (Hist. de Langued. 6, 111). 

52. lieis que etc. Die Dame, icelcher Raimmid den Hof 
machte, war Marquesa, Tochter Ermengauds VII, Grafen von 
ürgel, Gemahlin des Guiraud von Cabrera. 

fo d'Urgel. So ist wohl mit Ch zu lesen, wenn man Glicht Fon 
d' Urgel schreiben und darunter eine uns unbekannte Ortschaft ver- 
stehen will, die etwa der Marquesa als Mitgift zuertheilt worden icar, 
während ihr Bruder Ermengaud VIII die Grafschaft Urgel erbte. 
Th. liest Seu d'Urgel, doch wird dies von Ch. mit Recht beanstandet. 

5;i — 54. 1110 ifraire De Bergueda ist wohl der zu 13, 29 genannte 
Vizgraf Wilhelm, doch ist nicht klar, was für einen Genuss jener 
für unsern Dichter erbeten, ebenso wenig, an icelcher Brücke beide 
eine Zusammeukunft gehabt. Settegast (s. Vorrede) S. 124 spricht 
die Ansicht aus, dass nach dem ganzen Zusammenhange hier von 
einer Dame die Rede sein müsse; er liest daher Mo Fy'aire und 
sieht darin einen Verstecknamen für eine Dame. 

57. Gauceran Diirtz ist eine sonst nicht bekannte Persön- 
lichkeit. Nach Jdilä y Fontanals (a. a. 0. S. 102, Anm.) 
gab es zwar eine Familie Durch (de Urgio), doch ist er 
geneigt, an unserer Stelle drutz „Courmacher' zu lesen. Mög- 
licherweise ist d'Urtz zu schreiben, und dann wäre mit A. viel- 
leicht an Urt im Arr. Bagonne oder an Urtg g Vilar in der Diöcese 
ürgel zu denken. 

15. 

1. charcol, it. cargollo, sjj. pg. fr. caracol, cat. caragol, 
Wendeltreppe. Der Vers bedeutet also: „Sehr heisst es mir die 
Treppe hinabsteigen". Dasselbe Bild verwendet der Dichter 



— 168 — 

24,17 sq., indem er das Erringen von Tüchtigkeit und Ehre 
mit dem Hinaufklimmen auf eine Treppe oder Leiter vergleicht. 
Ch. lüill destendre statt descendre lesen, übersetzt carcol mit 
„Kriegsmaschiene", molt m'es mit „je suis las de" ; Th. liest: 
Greu m'es descendre charcol E sapchatz que no m'es bei Qiiar 
eu assaiit ni cembel No vi . . Aber diese Lesart kann nach dem 
Stammbaum der Handschriften nicht die ursprüngliche sein, ist 
vielmehr als ein nicht glücklicher Versuch eines Abschreibers 
arizusehen, den etivas kühnen Ausdruck des Dichters durch einen 
angeblich verständlicheren zu ersetzen. 

8. MolTerna, heute Mouliherne, im Dep. Maine - et - Loire, 
ist eine Herrschaft in Anjou. „Der Herr von Anjou" ist also 
König Heinrich II, tvährend Richard Löivenherz bei. unserem 
Dichter als Herr von Niort in Poitou (10, 7) , als Herr von 
Poitou (13, 59) oder von Bordeaux (14, 20; 15, 11) erscheint. 

17. Berlais de Mosteroi dient hier als die Bezeichnung für 
einen U')iternehmungs- und kriegslustigen Mann. Mehrere Barone 
Nanums Berlai von Montreuil (jetzt Montreuil-Bellag im Dep. 
Maine-et-Loire) iverde^i in den Chroniken als entschlossene und 
hartnäckige Gegner der englischen Herrschaft genannt (vgl. An- 
dresen). Hier meint Bertran den Giraud Berlai, der um die 
Mitte des 12. Jahrhunderts sich iviederholt gegen Gottfried den 
Schönen von Anjou, den Schwiegersohn Heinrichs I von Eng- 
land, empört hatte. 

18. Guilhelms de Moumaurel ist ebefifalls ein kriegerischer 
Baron aus dem Anfange des 12. Jahrhunderts. Er ivar Feldherr 
Wilhelms VII, Grafen von Poiticrs, der als Herzog von Aqui- 
tanien Wilhelm IX hiess, und hatte als solcher zahlreiche Kämpfe 
zu bestehen. Es giebt ein Moumaurel, modern Montniareau im 
heutigen Dep. Charente und im Dep. Dordogne, s. z. 14, 34. 

22. eiitra la freidor. Des Reimes tvegen fehlt das Flexions- 
zeichen; ebenso 20,5; 28; 35; 22, 54; 31,25; 37,3 und 4. Die 
Lesart von Th. „ve a la freidor" ist nicht genügend gestützt. 

25—26. Die Verse enthalten eine Bezeichnung des Vizgrafen 
Raimund II von Turenne. Martel war der Hauptort der Viz- 
graf Schaft (vgl. 14,36); Cxoissdi, jetzt Creysse, liegt dicht dabei; 
das Schloss Mirandol ebenfalls nicht weit davon. 

33 sq. Die Strophe 5 ist von Ch. in einer Handschrift 
entdeckt und in „Poesies inedites des Troubadours du Perigord^^, 
Paris 1885 , S.5 (auch Rev. d. l. r. 25, 235) herausgegeben 
ivorden. 

34. ßenauges. So vermuthet Th. statt des unverständlichen 
Beirmes der Hs. Jenes ist eine Landschaft im alten Gebiete 
von Bordeaux. 

35. Conhac ist Cognac im heutigen Dep. Charentc-inferieure. 

— Mirabel, jetzt Mirebeau, liegt in Vienne. 

36. Cliartres ist nach Ch. walirsclieinlich Chastres bei Cognac. 

— Saint- Johan icohl das jetzige Saint- Jean -d'Atigely im Dep. 
Charente-inferieure. 



— 169 — 

37. Boteuan ist die provetizalisirte Form von Boutavant, 
einem im Besitze des englischen Königs befindlichen Schlosse im 
Vexin (jetzt Dep. Oise). 

40. Anspielung auf eine uns unbekannt gebliebene Vorher- 
sagung Merlins. 

42. Catala. Catalonien bildete einen Theil der Krone von 
Aragon. — Urgel gehörte damals Ermengaud VIII (s. z. 14, 52), 
es war aber ein Lehn der Grafschaft Barcelona, welche letztere 
ebenfalls mit Aragon vereinigt war. 

44. graii scheint des Heimes wegen für gram „traurig^' zu 
stehen (s. z. 3,8; 4,13); ebenso son statt som in: no pot dormir, 
quan a son Mönch von Mont. 10, 71; Dieus, que nasques en 
Betlehen Feire d'Alv. 3, 49; temps es que nos partam reimt auf 
volgra esser avan Bartsch, Denkmäler 53, 21; Ch. fasst gran als 
grandern auf und behauptet, es käme öfter in Verbindung mit 
flac vor. 

45. Alfons II icar selbst Dichter und einer der eifrigsten 
Förderer der proveyizalischen Dichtkunst. 

47. Die in dieser Zeile ausgesprochene Anschuldigung ent- 
hält eine Verläumdung. 

49. Verwendung eines im Frovenzalischen sehr beliebte^i 
Sprichwortes. Vgl. Feretz, Altprovenz. Sprichwörter, Rom. Forsch. 
3, 441. Die Italiener sagen noch heute : La lingua batte dove il 
dente duole. 

50. cela. Mcm iveiss nicht, ob der Dichter hier die Ma'eut 
von Montagnac oder eine andere Dame meint. 

57. terzol, nfr. tiercelet, ist das abgerichtete Mämichen der 
Jagdvögel, besonders der Habichte und der Sperber. Der Name 
stammt daher, dass diese um ein Drittel kleiner sind als die ent- 
sprechenden 1 Ve ibchen. 

60. Tristan ist der Versteckname für eine Dame, die nach 
V. 67 vermuthlich in Foitou lebte, also wolil nicht, icie Th. meint, 
Frau Tibor von Montausier, da deren Gatte in Saintonge an- 
sässig war. 

64. Palerua ist die xrrov. Form des Namens der Stadt 
Falermo auf Sicilien; afr. Falerne. 

70. eine und terna sind Ausdrücke des Lotteriespiels; jenes 
ist ein höchst güntiger, dieses ein massiger Treffer, vgl. quan 
falho'l prestador, Non pot far V tii VI terna Aimeric de Fegulh. 
32,16; de na Cunii^a sai i^ue ilh fetz ogan tal terna Fer qu'ilh 
perdet vita eterna Uc de St. Circ 28, 5. 



16. 

Erläuterung. 

1 . Quan en Bertrans ac fach. Über die Unrichtigkeit dieser 
Datirung s. Lebensbeschreibung S. 33. 

5. eugolmesa. In den Hss. steht dengolmesa und dangolerma. 



— 170 — 

1 0. lo sor Gueric. Über diesen s. z. 17, 29. Die Abschreiber, 
welche die Anspielung nicht verstanden, machten daraus de'l cor 
Enric und lo conf Henric. 

10. Raol de. Die Hss. haben Raols (del). 

1 1 . que la patz si fezes. Ein sehr frühes Beispiel für den Ge- 
brauch der reflexiven Construction im Sinne der passiven. Im 
Französischen trat nach Horning (Roman. Stud. 4, 255) diese 
Verwendung erst im 14. Jahrhundert auf, doch finden sich einzelne 
Beispiele schon früher, so: Vous que les terres d'Espagne conoisies, 
Saves Oll fei] soit terre ne castiaus ne cites Oä se pöust vitaille 
prendre ta^it que aisies En fust Vost? Prise de Pamp. 4146; 
se je demeur, je n'i voy p>oint de peril que mes royames se perde 
Joi7iv. 436. 

14. guerra fehlt in den Hss., man könnte auch guerreiar 
ergänzen. 

19. 110 fehlt in den Hss., muss aber eingefügt icerden, da 
nach dem Gedichte 17 (v. 26—28) und nach der Erläuterung 
dazu die Champagtier durch englisches Geld dazu gebracht ivorden 
waren, nicht ivieder an dem Kampfe auf Seiten der Franzosen 
Theil zu nehmen. 

29. en la marclia de Torena e de Beiriu. Über diesen 
neuen Irrthum s. Lebensbeschr. S. 33. 

37. vei la elesta. Die Hss. haben vez la estat. 

Gedicht. 

2. elesta ist das substantivirte starke Part. Prät. von elegir 
(elexita). Die Bedeutung „Ankündigung'^ entspricht der von eslire 
„entnehmen, erkennen" In Stellen: wie 30,51. 

13. Doais. Douai ist, toie Cambrai, eine Stadt in dem 
französischen Flandern. Der Dichter erklärt, er würde sich durch 
einen sicheren Besitz nicht bestimmen lassen, seinen Anspruch 
auf Erweiterung desselben aufzugehen. 

17. dülenta. Sternheck, Unrichtige Wortaufstellungen in 
Magno uards Lexique Roman. Diss. Berlin 1887, These 3 schlägt 
vor, manenta zu lesen (vgl. v. 24), doch wird diese Lesart unter 
6 Hss. nur von einer, und zivar tueniger guten, gestützt. 

21. senher de Roais. An Odessa, was Roais sonst bedeutet 
(z. B. 22, 26 und 34, 23), kann hier nicht gedacht iverdcn. Nach 
Ch. gab es auch in England eine Stadt dieses Namens, sodass 
der Dichter hier vo7i Richard Löwenherz spräche. Aus den 
Strophen 4 — 6 geht jedoch hervor, dass an unserer Stelle un- 
zweifelhaft von Philipp August die Rede ist. Nach Th. handelt 
es sich vielleicht um Rouy in Isle-de-France (Dep. Aisne), nach 
A. um Roaix bei Vaiso7i im Dep. Vaucluse. 

26. Roain ist die Hauptstadt der Normandie, jetzt Rouen. — 
Sais, ein ebenfalls in jenem Lande gelegenes Städtchen, heisst 
jetzt Seez, Sees (Dep. Ornc); in der Chron. des Ducs de Norm. v. 
15 095 erscheint es als Seis und v. 22571 als Ses. 



— 171 — 

27. membrcs li s. z. 10, 79. 

37. questa ist die Steuer, ivelche die Bauern ihrem Lehns- 
herrn entrichtet en ; hier im allgemeinen Sinne gebraucht. 

38. Gisortz ist die jiormannische Stadt Gisors, in dem heutigen 
Dep. Eure. Vgl. Lebensbeschreibung S. 31. 

40. pais ist die französische Form statt i)atz, ebenso v. 50; 
rgl. poissan 9, 36; 2,2, 50 und enemi 21, 23. 

51. que-1 bos hom de Tarantais. Diese M^orte loerden in 
der Erläuterung mnscliriebcn durch „qu'us iuongues''. Mit Tarantais 
(die meisten Hss. lesen Talantaise) ist daher wohl zweifelsohne 
das Kloster und zugleich Erzbisthum Tarantaise im cdten König- 
reiche Ärelat, südlich vom Genfer See, heute Moütiers-e7i-Tarcn- 
taise in Savoycn gemeint. 

53. US de'ls Algais. Nach der Erläuterung waren die 
Algais vier Brüder, die als kühne Räuber berühmt waren. Der 
englische König Johann ohne Land machte sogar einen Martin 
Algais zum Seneschall in der Gascoqne; schliesslich endigte der- 
selbe jedoch am Galgen. Auch auilere Dichter erivähnen diese 
Räuberfamilie (Pauli, Gesch. v. England HI, 476; P. Meyer, 
Croisade contre- les Älbigeois 11, 109 und 522). 



17. 

Erläuterung. 

8. Sevra. Die Hss. schreiben fälschlich Gaura, Caura; 
Z. 15 hat die eine IIs. das richtige. 

13. e. Ln den Hss. steht que, qui. 

14. fos. Era, wie die Hss. lesen, würde ein grammatischer 
Fehler sein. 

34. los fehlt in der einen Hs., die andern haben li, vgl. jedoch 
Erläuterung zu 14 Z. 31 und zu 111 Z. 24. 

49, e fehlt in den Hss. 

55. feiroü jurar. Die meisten Hss. lesen foron jurat; eine 
hat: fo jurada la patz d'amdos lofs] reis. 

72. a'ls baros euoia. Die Lesart der Hss. ist: li baron 
son irat. 

Gedicht. 

10. Cinc duchatz. Die 5 Herzogthümer der französischen 
Krone sind Francien, Normandie, Burgund, Bretagne und Aqui- 
tanien. 

11. son a dirc li trei. Dire bedeutet hier ,,als fehlend, als 
mangelhaft bezeichnen'' , daher es a dire „es fehlt", so öfter: mout 
raletz pauc, puois lo mielhs n'es a dire Pons de Capd. 7, 36; ieu 
foragais, s'a dire fos razos ib. 27, 49; merces n'es a dire (sc. bei 
der Dame) Aimeric de Peg. 20, 14. Namentlich mit der Negation: 
Sa gran beutat, don res non es a dire Peire Vid. 33, 17; amics 
cabalos, Tals don res a dir non fos Elias de Barjols 5, 11; tan 



— 172 — 

etz valeyis . . que non es a dire Negus bos aips qu'om jmosc' en 
domn' eslire Pons de Capd. 23,6; Anc nidha res no fo a dir 
Que rics hom a manjar desir Jaufre 54 a und 172 h. Seltener 
steht que vor detn Inf.: TJn an lo tenc, que re non ac que dir 
Daurel 1598. Dieselbe Wendung im Französischem bis zum 17. 
Jahrhundert, vgl. G. Paris, S. Alexis 184. — Die drei damals 
fehlenden Herzogthümer sitid Normandie, Bretagne, Aquitanie^i. 

13. Caerzis, lat. Cadurcinum, ist die Grafschaft Quercy. 

16. grei. greiar heisst 1) lästig sein, schiver fallen, z. B.: 
ja non es, si tot mi greia, Que enqueras plach no ' Ih man Ber?i. 
de Vent. 29, 49; 2) gefallen, z. B.: la bela don mi greia que no'm 
piiosc partir de'l sieu servir Gaue. Faid. S4,71; 3) gewährest, 
z. B. V espers que'lh prec que'm grei Arn. Dan. 13,27; letztere 
Bedeutung dürfte an unserer Stelle zutreffend sein. 

18. Essaudu, lat. Auxellodunum, jetzt Issoudun, ist eine Stadt 
in Berry (Dep. Indre); dieselbe war, wie wir auf S. 31 gesehen, 
von Philipp August schon vor Ablauf des Waffenstillstandes ge- 
nommen worden, und wir ivissen nichts von einer Rückeroberung 
derselben durch König Heinrich, sodass hier ein Irrthum des 
Dichters vorzuliegen scheint. 

20. ciijes s. z. 10, 79. 

24—28. S. die Erläuterung. 

29. Lo sors Guerics etc. Die ersten 4 Zeilen dieser Strophe 
enthalten, ivie auch die Erläuterung hervorhebt, eine Aiisjnelung 
auf das franz. Epos Raoul de Cambrai. Guerri, der Onkel des 
Helden, führt dort den Beinamen sor „blond", der also unver- 
ändert herübergenomme?i ist (prov. säur). Wie jedoch P. Meyer 
in seiner Ausgabe der chanson de gestc S. XIjVIII bemerkt, 
scheint dem Dichter eine etwas andere Version als die uns über- 
lieferte vorgelegen zu haben, da der von Bertran dem Guerri in 
den Mund gelegte Gedanke nicht ganz so von jenem dort aus- 
gesprochen wird. In v. 2170 sq. räth er nämlich seinem Neffen, 
die ihm von den Söhnen Herberts gemachten Vorschläge anzu- 
nehmen, und erst als ihn Raoid deswegen einen Fsigling nentit, 
weist er die Boten schroff ah und erklärt, der Krieg ivcrde fort- 
gesetzt werden. Als dagegen ein anderer Abgesandter mit neuen 
Anerbietungen erscheint, und Raoul dies Mal geneigt ist, darauf 
einzugehen, erinnert G^ierri seinen Neffen an den von ihm gebrauchten 
Ausdruck und ivill nichts von einer Verhandlung wissen (i\ 2299 sq.). 
33. lo senhor d'Orlei bedeutet Philipp August, da Orlei wohl 
des Reimes wegen für afr. Orliens, jetzt Orleans, steht. 

39. Francei s. z. 3, 8. 

42. gresa, eigentlich „Sand" (vgl. Diez, m?. II, 330), hier 
„Sandplatz, Schlachtfeld". 

44. Crespi e'lValei heisst tioch heute Cr espy-en-Valois und 
ist eine Stadt im Dep. Oise. 

45. Isembart. Dieser Name kommt bei Bertran 7ioch an 
einer andern Stelle vor (21, 50), doch ivissen wir nichts von der 
Persönlichkeit, die denselben trug. 



— 173 — 

18. 

I. Notre seniler ist Richard Löwenherz. Th. glaubt , es 
sei Christas gemeint, doch widersprechen dem die Zeilen 3, 4 
und 10. 

el mezeis. Über die Hinzufügung des Pron. pers. vgl. von 
Eisner, Das Fersonalpron. im Altprov. S. 10 — 11. 

4. si te fort per grevatz. Der Nom. nach einer Präp. 
rklärt sich durch eine Construction nach dem Sinn; ein andres 

Beispiel bei Bertran: qui a drutz si depeis 29,6. Hiermit sind 
zu vergleichen Wendungen wie: Cilh que si fan conoissedor 28,21 
u. a. Dieser Gebrauch des Nom. statt des Acc. ivird schon von 
dem provenzalischen Grammatiker Raimon Vidal hervorgehoben: 
qui volia dir, „ieu mi fas gai" o „ieu mi teng per pagat'^ . . . 
et dis hom ben „ieu me fas gais" o „ieu mi tenc per pagatz" 
(ed. Stengel, S. 78, 2 sq.). 

5. e*l reis. Guido von Lusignan, König von Jerusalem, 
war am 4. Juli 1187 in der Schlacht am See Tiberias sammt dem 
heilige7i Kreuze von Saladin gefangen genommen worden. 

8. lo saintz fuoes i deissen. Nach dem Glauben der Zeit 

wurden am Ostersonnabende die Kerzen auf dem heiligeii Grabe 

durch ein von oben her abkommendes göttliches Feuer entzündet. 

, 9. so. Ch. möchte lieber s'o schreiben, was unzweifelhaft 

ibe7i falls richtig ist. 

10. es coms e diics e sera reis. Richard, der muthmass- 
liche Nachfolger auf dem englischen Königsthron, war Graf von 
Poitiers, sowie Herzog von Aquitanien. 

II. pretz. Zu bemerken ist, dass das Wort pretz auch in 
(dien folgenden Zeilen dieser Strophe vorkommt. 

21. Charles ist Karl der Grosse, der Ahne Philipps, der 
diesem mehrfach von unserem Dichter gegenübergestellt wird; 
s. z. 5,41. 

22. Hier bricht das Gedicht in den Handschriften, die es 
uns überliefern, ab. 

19. 

5. pom. Die Zelte endeten oben mit einem, meist vergoldeten, 
Knauf, vgl. e en cascu (sc. trap) ac pom d'aur Ross. 114; N'i 
remas pavellons tenduz ne trau Ne ponz d'aur cuit d'Arraibe ne 
de cristau Ross. (0) 927; i ac plus de cinq cens (sc. Zelte); Las 
aiglas son e • Is porns dauratz Flamenca 208. 

8. gesta. Eine Entlehnung aus dem französischen Aus- 
druck chanson de geste; ebenso: No sabs ges de la gran gesta de 
Carlo G^iir. Cabreira 36. 

12. un dat mi plomba. Wenn man in einen Würfel Blei 
einlässt, so fällt er meistens, wenn nicht immer, auf eine bestimmte 
Seite, ist also zum Betrügen geeignet. Dasselbe Bild ivird auch 
von anderen provenzalischen Dichtern verwandt : Ben es fols qui 
si fia De sos datz Qu'a plombatz Marcabr. 24 a, 28; Ab us datz 



— 174 — 

menutz plombatz Nos a trichatz malvestatz Peire Vid. 48, 41 ; 
Ses fals' amor cujei viure, Mas he vei qu'un clat mi plomha Artiaut 
Dan. 11, 26. ^ 

Ki Liziiiha, jetzt Lusignan, war eine Baronie in Poitou 
(Dep. Vienne). — Rancom, heute Rancon, eine solche in Limousin 
(Dep. Haute-Vienne). 

17. ars una barga etc. Gisors liegt an dem Flusse Epte, 
der zugleich die Grenze zwischen der Normandie und Frankreich 
bildete. 

19. parc. Wie A. hervorhebt, hat Bertran hier den Wild- 
garten bei Rouen im Auge, der berühmt tcar, daher in mehreren 
von ihm angeführten Chroniken und Denkmälern erwähnt wird. 

21. brieu ses colom. Die Tauben ivurden schon fiilh als 
Briefboten verwandt, zuerst im Orient, vgl. Joinville 163; Prise 
de Damiette 306. 

24. Pülha e Sansonlia sind Apulien und Sachsen. Das n 
in letzterem Namen erklärt sich nach A. vermuthlich durch Ein- 
fluss des Namens Sanson. 

27. Caortz, das heutige Cahors, ivar die Hauptstadt von 
Quercy (Dep. Lot). — Cajarc ist ein Schloss in derselben Graf- 
schaft am Lot. 

29. Chinom ivar ein festes Schloss Heinrichs 11 in der 
Touraine, iyi welchem derselbe einen grossen Schatz aufbewaliirte. 
Heute ist Chinon eine kleine Stadt im Dep. Indre-et-Loire. 

40. bissesta. bissestar von bissextus, ursprünglich „Schalttag", 
dann „ Unglückstag", ja im Mittellatein bedeutete es geradezu „ Un- 
glück". Genau dieselben Bedeutungen hat das afr. biseste, besiste, 
bissestre (s. Godefroy). Noch Moliere verwendet es einmal: 11 nous 
va faire encore quelque nouveau bissetre Etourdi 5, 7. (S., Ch. 
und A.J. Daher bissestar „im Unglück sein" (nach S. „hinaus- 
geschoben iverden"). 

42. Träinac, jetzt Treignac in Limousin, Dep. Correze. In 
einer von Th. S. 159 mitgetheilten Urkunde des Klosters Dalon 
vom 8. Januar 1197 erschehit Bertran von Born, damals schon 
Mönch, in dieser Stadt (Trahinac) als Zeuge für eine dem 
Kloster zugewendete Schenkung. — Wer der daselbst befindliche 
Rotgier ist, zu dem unser Dichter seinen Spielmann schickt, 
wissen ivir nicht. 

4-1. „omba" ni „om" ni „esta", d. h. Reimworte mit diesen 
Endungen. Tobler führt zum Vergleich folgende alt franz. Stelle an: 
Et prist a dire isnelepas: Dixit dominus domino meo, Mais ge 
ne vos puis pas en o Trover ici consonancie. 

20. 

5. es fehlt in den Hss., man könnte auch e vor quals mortz 
einschieben. 

quäl dan. Die Hss. haben cal datis und quals dans; da 
jedoch der Reim dan erfordert, so ist auch vor deni AttHbut wohl 



— 175 — 

das Flcxionszciclicn zu streichen. Über derartige Unregelmässig- 
keiten des Reimes ivegen s. z. 15, 22. Reimann will solche nicht 
zulassen und versucht fa. a. 0. S. 38 — 40) in unserem Gedichte 
überall den Reim — ans durchzuführen, doch ist dieser Versuch 
licht als gelungen atizusehen. 

H. qiials dols es. L. möchte mit Rücksicht auf die Unregel- 
mässigkeit in V. 5 gegen die Hss. lesen: quäl dol son. 

b. sai. Die eine Hs. hat si (sie), die andre liest: E si 
Richartz que pren lebres bos fos; es scheint jedoch Richard dem 
König Philipp entgegengestellt werden zu sollen, daher ist sai 
zu lesen, im Gegensatz zu lai in v. 15; vgl. v. 19, 34, 36. 

10. los fai dos e dos reniaiier. Th. ändert willkürlich quetz 
(' clis remaner, u'ohl nach 24, 20. Doch ist dies nicht nöthig, dos 
e dos heisst „zu ziveien, paarweise'^, z. B.: Van cridan dui e dai 
Mula 1, 20; Ei baro cavalgueron doi e doi Chron. des Albig. 3787; 
also Richard setzt dem ^\ilde, d. h. seinen Feinden, so zu, dass 
sie nur zu ztceien zusammenhleiben lässt, er treibt sie zu Paaren. 

H. buzacs. Der buzac f Bussard, Weihe) wurde ehenfalls 
zur Beize verwandt, eignete sich aber weniger gut dazu als die 
Habichte oder die Sperber. Der Dichter sagt also in den Zeilen 
12—14, Richard hat die Macht der Barone so gebrochen, dass er 
ihnen gegenüber jetzt den Krieg nur lässig führt und mit geringen 
Streitkräften auskommen zu können meint. 

20. Engolesme. Über die Erobermig von Ängouleme und 
einem grossen Theil der Grafschaft Toidouse s. S. 35. Richard 
hatte diese Länder zwar nicht dem Philipp genommen, doch war 
dieser der Lehnsherr des Grafen von Toulouse, der sich daher auch 
an ihn um Hülfe geicandt hatte. — Ebendort die Deutung der 
Strophe 4. 

22. Die Hss. haben per sa terra non es, doch ist die Um- 
stelhmg der Caesur wegen erforderlich. 

27. l'a. l7i den Hss. fehlt das imentbehrliche V. 

28. Die von L. vorgeschlagene Änderimg Per qu'el anV a 
plus gran ist nicht nöthig, s. z. v. 5. 

32. tout. So ist das tot der Hss. zu ändern; Th. liest Quar 
om lor tolt, was ich nicht verstehe, da die 3. Pers. Ind. Präs. von 
tolre doch toi lautet (wohl nur Druckfehler). 

'Ab. Bertran. Man iveiss nicht, ob hier der Dichter sich 
■selbst meint. 

H6. flors im Reim auf jos erklärt sich durch die auch im 
Afr. häufig zu belegende Thatsache, dass das r vor Cons. kaum 
hörbar gesprochen wurde. So reimt avers mit — es Marcabr. 6, 40; 
domneiadors mit — os ib. 6, 41; convers mit es (est) Mönch von 
Mont. Hb, 68 (ed. Klein S. 82, Stt\ 5); Benmrda mit appellada 
Lomharda 1, 9. Weitere Beispiele Levy , Guillem Figueira zu 
2, 136 und Lienig, a. a. 0. 101. 

Ii8. Gastos ist Gaston VI von Bearn. 

no. Die Hss. haben nons und nous, u'os beides keinen 
Sinn giebt. Th. schreibt no ' Is, nimmt also an, dass los im Sinn^ 



— 176 — 

von lor stehe. Letzteres kommt jedoch nur in einigen Denkmälern 
mit dialektischer (gascognischerj Färbung vor (vgl. von Eisner, 
S. 19 — 30; Bohnhardt, S. 38 J, ist aber für Bertran von Born 
nicht zuzulassen. Pro tener „Hülfe bringen" kann jedoch auch 
ohne Dativ gebraucht werden, vgl. 10, 31. L. möchte no ' Is poira 
retener lesen. 

39. tolam. Die Hss. iveisen tollan auf. 

Mon pres Saint-Sever. Hierunter ist tvohl mit Th. das heutige 
Mont-de-Marsan, ein dicht bei der Stadt (und der Benedictiner- 
AbteiJ Saint-Sever belegener Ort im Dep. Landes, zu verstehen. 

40. A Rocafort. Th. liest gegen die Hss. e statt a. — 
Mit Rocafort ist die Stadt Roquefort, nordöstlich von Saint-Sever, 
gemeint. 

42. tuit. Die Hss. haben tot. 

21. 

3. Messers ist ein Lehnwort aus dem Italienischen (messere); 
die Provenzalen verwenden es, ivenn es sich um Italiener handelt, 
öfter, z. B. Di m'a'l pro marques messier Colrat Feire Raim. 
de Toi. 16, 47, wo von dem Markgrafen Konrad von Äuramala 
die Rede ist. Ebenso auch in den Biographien mehrerer Trou- 
badours: Raimbautz de Vaqueiras . . anet se a Monf errat a 
messier lo marques Bonifaci; messier lo marques de Monf errat 
lo (sc. Gaucelm FaiditJ mes en aver; Peire de la Mula estet en 
Peimont ab miser n'Ot de'l Carret. Peire Vidal erzählt: Per so 
m'an Lombart conques, Pos m'apelet car messier P. Vid. 47,18. 
In derselben Weise ivird das einfache sier gebraucht. 

4. Sur s. z. 12, 15. 

8. Senher Conratz bildet den Anfang der Strophen 2 — 6 ; 
ebenso Rassa in allen Strophen des Liedes 27, womit das berühynte 
Rügelied des Gruilhem Figueira (Nr. 2) zu vergleichen ist, in 
dessen sämmtlichen Strophen, und zivar fast immer aU erstes Wort, 
„Roma" vorkommt. 

23. enemi, d. h. die französische Form, steht des Reimes 
wegen statt enemic; ebenso v. 37 di statt die. Mehrfach geschieht 
dies auch vor dem Flexions-s, so Frederis 24, 49; Äenris 24, 51; 
totz SOS enemis Raim. de Vaq. 11. 14; si era entre sos enemis, No 
dirian Guil. de Cab. 7,13; tan sui mos enemis Peire Milon 1, 36 ; 
pauc mi valra , s'ieu sui fols ni enis ib. 1, 21; namentlich bei 
amis, obwohl Raimon Vidal (ed. Stengel S. 87) dies ausdrücklich 
als fehlerhaft bezeichnet. Beispiele: Philippson, Mönch v. Mont. 
zu 12, 36 U7id Bartsch, Ztschr. f. rom. Phil. 11, 136. Dahin ge- 
hört auch gas statt gaps 1, 10. 

28. Tobler schlägt vor, zu lesen: Enduratz fam e set et 
ilh estan. 

42. l'Arbre See ist ein im Mittelalter häufig erwähnter 
Baum, welcher nach der Sage seit der Erschaffung der Welt da 
ist, bei Christi Tode vertrocknete und wieder grünen wird, sobald 



— 177 — 

in abendländischer Fih'st das heilige Land erobern wird. Als 
-r.in Standort wird theils Palästina, theils Persien, theils der 
iiisserste Norden, nämlich das legendarische ..irdische Paradies" 
nigcgeben, vgl. Scheler, Bastars de Buillon, Anm. zu v. 209. 

43—5?. Über diese Verse s. z. 36,15. 
50. Isembart, s. z. 17, 45. 

Troia. Da die mit Isembart bezeichnete Persönlichkeit in 
Vrtois lebte, so muss mit Troia die Stadt Troges in der Cham- 
i>agne gemeint sein, die zwisclicn Artois und Limousin liegt. 

54. Branditz ist Brindisi in Italien, das alte Brundusium, 
das im Mittelalter als Hafenort ivohl bekannt war , z B.: De 
Brandiz a Duraz passent as naus Ross. (O) 134: los camis eis 
inyrtz De Brandts tro a'l bratz Saint Jortz Raimb. de Vaq. 
14, 72; im Roman da Clultelain de Coucg begräbt Gobert seinen 
Herrn in Brandes u. a. 

56. no t'enoia. Ch. macht mit Recht darauf aufmerksam, 
dass diese Construction ungeicöhnlich ist. In der That verwendet 
das Provenzalische statt des verneinten Imperativs entweder den 
Conjunctiv, z. B.: 8, 15 ; 24, 17; sonst: no't pes Peire Rogier 4, 47; 
Ja 710 'm laissetz a'l desirier aucir Raim. de Mir. 13, 15; Sim 
dizetz: vai o non ans ib. 13,35 u. a. Oder den Infinitiv: Don, 
iion laissar L'orguel Maurin Aigar 1215; tu, chansos, vai fen, 
Xo't tarzar men Gaue. Faid. 12,53; „vuolh m'en partir" — 
..no far'' Peire Rog. 4, 50. Oder das Futurum: Vos lai non iretz 
mia, ditz Bos lo bar Ross. 3442. Auch werden Umschreibungen 
verwandt, z. B.: no vos cal desesperar Marcabr. 1, 33. Der Im- 
perativ mit der Negation scheint erst sehr spät gebräuchlich ge- 
worden zu sein. So liest bei Arnaut Daniel 3 (XVI bei Canello), 
20 statt „E tu no far falha" die Hs. U „tu non fai fola"; ebenso 
weist im Breviari d'Amor, wo die oben aus Peire Rogier an- 
geführte Stelle (4, 50) zitirt wird, die Hs. des British Musemns, 
Reg. 19 C 1 (Mahn, Ged. 1, 215) „no fag" statt „no far" auf 
Das Alt franz. verwendet den Imperat. auch mit der Negation, 
daher ist es wohl auf französischen Einßuss zurückzuführen, dass 
in der Oxforder Hs. des Girart de Rossillon diese Construction 
einige Male vorkommt; es ist jedoch bemerkenswerth , dass die 
reiner provenzalische Versioyi P an diesen Stellen stets den Con- 
junctiv einführt: E ne laisat vos giens por aucaison 4058, E 
no laissetz . . P 3388; E non dotaz vos mige de mespreson 
4061 (P iviederholt hier deyi Vers 3388); Mais non quidaz vos 
mige que'l reis Voblit 4385, Mas no cuietz vos miga . . 
P 3708. So muss man also annehmen, dass unser Dichter hier 
dem Reim zu Liebe diese für das Provenzalische auffällige Con- 
struction verwandt hat. 

57, valh. Th. schreibt gegen sämmtUche Hss. vai, also die 
3. Person, wodurch die Stelle unverständlich wird. Ebenso ist 
in V. 48 die Verwandlung von Elh in Ewlh, das sich in keiner 
Hs. findet, unzulässig, da e hier wie oft den Nachsatz einleitet. 

ßomanische Bibl. Bertran von Born. 1^2 



178 



22. 

3. mi pres en dols. Prendre en dol soll nach L. „Wider- 
willen fassen gegen Jem.'^ bedeuten, wobei er auf jjrendre engrat 
verweist. Prendre mit dem Acc. einer Person heisst aber „dem. 
aufnehmen", der Zusatz en grat bedeutet „freundlich", demnach 
dürfte jene Erklärung kaum das Richtige treffen. Einen sehr 
guten Sinn würde es geben, wenn dols als Subj. zu prendre „ent- 
stehen" gefasst werden könnte, wie in: a pauc pietatz no m'en 
pren Peire d'Alv. 11,30 u. ö.; es dürfte dann jedoch en nicht 
von dem^ Pron. getrennt werden und mi'n pres dols loilrde eine 
Silbe zu wenig ergebe7i. (Sollte etiva Ni pres mi en dols, d. h. 
Unterlassung der Elision, zulässig sein?) Wenn man also nicht 
pres in mes verwandeln will, so muss prendre etwa „versetzen" 
heissen, eine Bedeutung, die ich allerdings sonst nicht belegen kann. 

12. Tu t'o cols. Cols kommt nach Ch. nicht von colhlr, 
sondern von colre (Mahn, Gramm. 203): demnach übersetzt A.: 
„Albernes Herz, da sie Dich bezaubert, so treibst Du damit Ver- 
ehrung und Du handelst darin thöricht." Besser ivürde dann la 
statt fo passen. Doch heisst colre auch „begehren" und „ge- 
statten" (vgl. Lienig S. 87, Anm. 1). 

19. vol. Subject ist „sie" (v. 14 — 15). 

21 — 22. Manta E Murols. Wenn damit die beiden heutigen 
Städte Mantes im Dep. Seine- et - Oise und Moreuil im Dep. 
Somme (Picardie) bezeichnet iverden sollen, so kann mit dem 
Herrn demselben nur Philipp August von Frankreich gemeint 
sein. Der Inhalt der Strophen 4 und 5, die sich offenbar auf 
dieselbe Persönlichkeit beziehen, passt allerdings schlecht dazu, 
vgl. in V. 41 und v. 35 sai, das sonst immer im Gegensatz zu 
Frankreich gebraucht tcird. 

23— 24. S'es prims de terzols Tornatz. Ich hatte übersetzt 
„hat sich zuerst von der Jagd losgerissen" (s. z. 15, 57 und z. 11, 
27). Ch. übersetzt „il est devenu premier de tiercelets" und deutet 
dies „er nimmt unter den 3 Brüdern die erste Stelle ein". Nach 
A. sind unter den terzols die Grossen zu verstehen, die das Kreuz 
genommen, und von diesen sei Philipp der erste geworden, habe 
die höchste Stufe an Ruhm und Ehre erstiegen. L. fragt, ob 
nicht prim ivie terzol eine Vogelart bedeute, mit Himreis auf 
Auzels cassadors v. 1788, doch giebt er zu, dass dann terzol er- 
fordert ivürde, was der Reim verbietet. 

26. Roais s. z. 16, 21. — Die folgenden Namen sind Be- 
zeichnungen sarazenischer Personen oder Örtlichkeiten. Tervagant 
kommt oft in den chansons de geste vor als Name einer der heid- 
nischen Götzen. Alaps ist die Stadt Alep oder Aleppo in Sgrien. 
Aram (Arans) ist der biblische Name für Syrien, z. B. 4. Mos. 
27,7: De Aram adduxit me Balac, rex Moab; Luther: Aus 
Syrien hat mich Balak, der Moabiter König, holen UuHsen (Th. 
und A.). 



— 179 — 

29. filhol. L. giebt diesem Worte hier die Bedeutung „Taufe", 
welche nach Mistral auch das neuproi'. fihbu hat. 

31. irsazanta. Mazantar ist nach Ch. das Verhum zu dem 
ji V. 38 und sonst öfter vorkommenden Suhst. mazan „Lärm"; er 
übersetzt es mit „faire retentir". Nach L. bedeutet es, wie das 
neuprov. masanta „hochheben, schivingen, schütteln". In beiden 
Fällen würde der Sinn der Verse 31 — 34 sein „er veranstcdtet 
Schmausereien und Jagden" : S. will m'azanta „widert mich an" 
lesen, und ihm folgt Th., indem er copas in copa ändert, doch 
muss in v. 31 dasselbe Subject sein wie in v. 34 sq. 

32. orzols, lat. urceolus „Meiner Krug" ; and/re Stellen sind: 
donet lor . . De triacha e de basseme j^lfii'ifs lor orzols Boss. (O) 
288: Volia se disnar d'un fogasol E d^aigua ab im ebne, no d'autre 
orcol Boss. 6403. 

34. ribieira e forest. Bibieira, afr. riviere, ist eigentlich 

.. Ufergegend" , daher ,, Jagdgebiet (unser Bevier) für die Vogelbeize", 

z. B.: cassa aurem en ribiera, erbat ge e fulh Boss. 71; endlich 

diese selbst, z. B.: Enoia mi . . d'avol austor en rivieira Mönch 

•. Mont. 10, 21. Forest ist der Ausdruck für die Jagd mit Pfeil 

and Bogen im Walde, und gleichbedeutend damit ist chassa, das 

daher 28, 49, icie hier forest, der Beize gegenübergestellt wird. Den- 

"irlben Sinn hat auch bos, afr. bois, z. B.: De bos e de riviera 

s essenhatz Boss. 4281. Drei dieser Ausdrücke finden sich: Irai 

II Bossillon prendre . . Cache, bois e ribere e mon conreiBoss. (0) 617. 

Dagegen wird das Verbum chassar von beiden Gattungen der Jagd 

lebraucht, z. B. 7, 17; 20, 15 u. a. 

43. ii'Auriols ist der Name eines nicht bekannten Barons. 

oO. poissaus s. z. 8, 36. 

53 sq. Die Namen sind z. Th. des Beimes wegen geändert. 
Bristol, London, Bouen und Caen sind klar; v. 54 enthält 
Xorthampton und Sussex; Titagrava ist Titgrave, eine Besitzung 
der englischen Könige; Carais wahrscheinlich Carhaix in der 
Bretagne. Dunkel ist Coras; A. schlägt vor, Eboras (= York) 
statt E Coras zu lesen. 

64 sq. Das ziveite Geleit befindet sich, obenein sehr entstellt, 
mir in zivei Handschriften. 

61. Mariniers setzt Th. statt Aremers, Manners der ITss., 
bemerkt aber, dass dieser Versteckname, der urspriinglich für den 
jungen Heinrich gebraucht worden sei, hier natürlich eine andre 
Persönlichkeit bezeichnen müsse. S. Anm. zu 28, 56 und Lebens- 
beschreibung S. 3. 

eiijans. So L., die Hss. weisen e manz und emanz auf. 
Also „der Trug ist es, was den Liebenden die Liebe raubt". 

28. 

Das Gedicht ist in der mis vorliegenden Form sehr entstellt. 
Die offenbaren Schreibfehler der Hss. gebe ich nicht an. 

4. Die Hss.: E sei pogues venjar. Cl. schlägt vor: E 

12* 



— 180 — 

se los en p. V.; A.: E se'l perdre p. v.; Th.: E si'ls 2>ogues 
nulz om V. 

11. la rend' e/1 ces ist eine mehrfach vorkommende Wendung, 
z.B.: Et es trop Iciit d'onrat pages, Quan recolh las rendas e'l 
ces Peire Vid. 39, 38; en amor non a renda ni ces (Antheil) 
Mönch V. Mont. 4, 25; si vol la rend' e ' l ces Qii'icii ai conquis 
ib. 4, 56. 

27 sq. Aiigiers etc. Die Hss. haben Aiigier lo domes, Berrautz 
ni Baudui. Mit dem ersten dieser drei Namen ist Ogier le Danois 
gemeint, der zweite bezeichnet nach Th. den Berard von Mondidier, 
weshalb er auch Berartz schreibt; der dritte den Balduin, Rolands 
Milchbruder. Alle drei gehören der Karlssage an, und während 
der erste der Held eines eigenen Epos ist, kom,mt von den beiden 
anderen jener im Fierabras, im Gaufrey und in der chanson des 
Saxons^ von Jean Bodel , dieser in dem zidetzt genannten Epos 
vor. Über andre Erwähnungen des Ogier und Berard s. Birch- 
Hirschfeld, Über die den prov. Troub. bekannten ep. Stoffe 
S. 71—73. 

33. cortes nach dem Vorschlage von Sternbeck (s. z. 16, 17), 
Th. und A.; die Hss. haben tornes. 

35. setman' e mes. So schlägt Cledat vor statt ses manemes 
der Hss., vgl. 3, 26; T.: ses man e mes „ohne Vorladung und 
Boten''. 

47. encontrar. So T. statt en contar der Hss. 

49. tan fehlt in den Hss. 

24. 

Erläuterung. 

Diese Erläuterung findet sich nur in einer Handschrift. 

1, ab. Die Hs. hat con. 

2. d'Autafort. In der Hs. fehlt d\ 
si fehlt in der Hs. 

5 — ß. com avetz entendut. In keiner der anderen uns er- 
haltenen Erläuterungen ist von Richards Gefangenschaft die Rede : 
vgl. Erläuterung zu 2, Z. 1. 

10. lo dau. Die Hs hat so dan. 

13. cn. So statt e der Hs. 

Gedicht. 

12. barbaris sind kleine Geldmüfizen, welche von den Viz- 
grafen von Limoges geschlagen wurden und welche ihren Namen 
von einem- bärtigen Porträikopf bekommen hatten, der sich auf 
denselben befand. 

13. ab lor rcinanha. Als Siüjject des Satzes ist aus v. 9 ris 
zu ergänzen, welches hier wie oft als Symbol der Freundlichkeit, 
Zuvorkommenheit steht. Der Zusammenhang ist wähl folgender; 



— 181 — 

In Str. 1 hatte sich der Dichter beklagt, dass die Barone sich in 
ihren Burgen eingeschlossen halten und völlig unzugänglich sind. 
Das wird, erklärt er in Str. 2, nun (hei Richards bevorstehender 
Ankunft) anders werden; jetzt werden sie edle sehr freundlich 
und vergnügt thun (v. 9), und zicar werden sie, wenn sie den 
Wunsch hegen, dass es so bleiben soll (v. 13), sehr liebenswürdig, 
gastlich und frei gehig sein (v. 10 — 12). Th. schreibt: Si'ls platz 
qu'om ah lor remanha, wogegen jedoch das zu 20, 38 Gesagte zu 
bemerken ist; Ch. co7ijici7't: Si volon c'ab lor rei n'anha. 

14. Paris steht bildlich als der Kriegsruf der französisch 
gesinnten Partei. Einzelne Barone hatten also während Richards 
Abwesenheit Verbindung mit Frankreich angeknüpft. 

29. malanha ist eine Ableitung von malum mit — anea und 
bedeutet enttveder „Schaden, Leiden, Übel", z. B.: Sotz Belfau 
sacosseguen en una planha . . Ab espazas se moven dol e malanha 
Ross. 690 (0 1268), oder „Bosheit", z. B.: Quant Vot Carles . . 
De dol e de malaigne tot negresit Ross. (0) 864 (P liest maV ira). 

31. fora.lh bos. Bo hat auch die Bedeutung „zugethan", 
entsprechend unserem „gut" in „Jemandem gut sein" , z.B.: E fu 
li bon' asaz c'amar le sol Ross. (0) 7852; or e desir que bona'm 
fos Si'm fazia d'amor presen J. Rudel 6, 10; per tres razos . . Li 
serai bos Raim. de Mir. 4,28; ilh m'es mala et iewlh sui bos 
rc de St. Circ 25, 55. 

32. sobros eigentlich „ Überbein, Geschwulst", ebenso im Afr. 
><oros; s. Ayidresen, Ztschr. 11, 359. 

.■<3. en ma*l. Die LesaH der Hss. len ma (mas) ist nicht 
idässig. Th. liest: lo mal, aber abgesehen davon, dass dies icohl 
kaum verändert und entstellt worden wäre, würden wir dann hier 
nur eine Wiederholung des in v. 29 ausgesprochenen Gedankens 
haben. Ausserdem verlangt der Sinn der Zeilen 35 — 36, dass 
auch V. 33 von der in v. 32 erwähnten Geschwulst , nicht aber 
von einem Übel im Allgemeinen die Rede ist, da dies nicht zer- 
schnitten werden könnte. In dem von mir vorgeschlagenen Text 
rilrde en ma „in seiner Gewalt" bedeute}!, ivie in: Ai, Proenzals! 
fz vengut en ma de cel de Franza Aimeric de Peg. 1,37. 

35. dos sedos. Die Hss. haben dos cedos, dos e dos, lo so 
los, offenbar iveil den Abschreiber}! das Wort sedo Glicht geläufig 
'rar. Es ist wohl das nfr. seton ,,Haarseil", das noch jetzt in der 
Chirurgie verwandt wird. Schon Raynouard (II, 370) übersetzte 
unsere Stelle „qu'il en 2)assät deux setons". L. möchte los sedos 
lesen, doch soll das besser gestützte dos vielleicht gerade den 
Wimsch nach einer recht giilndlichen Kur ausdrücken. 

38. Aimars mid der in der folgenden Zeile genannte (xui 
><i7id wohl Ademar und Guido, die beiden Söhne des Vizgrafen 
Ademar V von Limoges, des alten Feindes Richards. Beide hatten 
leährend der letzten Lehensjahre ihres Vaters Antheil an der Re- 
qierung. Aimar starb 1195, und Guido folgte seinem Vater 1199 
ni der Herrschaft. 

\ 1 . Mariniers s. z. 22, 64. — Was die übrigen in der Strophe 



— 182 — 

vorkommenden Namen betrifft, so sind die Chanzis und die Mal- 
miros Familien in der Nähe von Autafort, welche in dem Urkunden- 
huch von Daloti mehrfach genannt iverden. Ehendort erscheint 
auch (fol. 5) ein Petrus de Cassania, der 1189 jenem Kloster in 
Gegenwart Constantins von Born eine Schenkung machte. Gui 
ist wohl der in v. 39 genannte. Dagegen vermögen ivir nicht 
anzugeben, auf welche Ereignisse hier angespielt ivird. 

45. pe"n, s. z. 7, 73. 

49. Frederis. Gemeint ist Kaiser Friedrich Barbarossa, 
Vater des in v. 51 genannten Heinrichs VI, Kaisers von Deutsch- 
land. Der letzterem in v. 52 gemachte Vorwurf bezieht sich 
darauf, dass Heinrich sich den gefangenen Richard von Leojwld 
von Oesterreich hatte ausliefern lassen, um demselben dann ein 
hohes Lösegeld aufzuerlegeil. — Über die Form Äenric (v. 51) 
s. z. 6, 7. — Über den Ausfall des auslautenden c s. z. 21, 23. 

53. pert ist mit Recht von Th. statt pres der Hss., das sich icohl 
aus dem vorangehenden Verse eingeschlichen hat, eingesetzt worden. 
Heinrich hatte durch seine Heirath mit Constanze von Sicilien 
nach dem Tode seines Schwiegervaters Wilhelms II, d. h. 1191, 
Süditalien erhalten, fand aber in Tancred von Lecce, einem 
7iatürlichen Sohne Wilhelms, einen nicht zu verachtende?i Gegner. 
Der von Bertran gebrauchte Ausdruck perdre entspricht aber hier 
ebenso wenig den thatsächlichen Verhältnissen, wie 12, 19, wo er 
ihn seineyn Feinde Alfons von Aragon gegenüber verwendet. 
Heinrich behauptete vielmehr seinen Besitz mit starker Hand. 

25. 

14. nuls d'els no s'en poiran. Eine derartige Construction 
ist im Provenzalischen nicht ganz selten, z. B.: Mas negus d'aquels 
no ci son Jaufre 122 f>; Tuit es (=^ etz) miei home qu'us no's 
n'ausan tornar Daurel 1953; quan Vagron enrequit, tuit cilh 
que remasofi viu negus no'l volgron vezer ni auzir Leben des 
Perdigon; no'us meravilhetz negus Gormo7ida de Monpeslier 1,8. 
Dasselbe auch, ivenn der Satz affirmativ ist: Cascus podem saber 
per ver Folq. de Lunel, Mondana Vida 328; E adobero se cadäus 
volontiers Daurel 68; Quecs auzels en son lengatge Per la frescor 
de ■ l mati Van menan joi d' agradatge Arnaut de Mar. 10, 7. 

15. reprendre ist eine von Th. eingeführte Verbesserung 
statt mesprendre der Hss. (vgl. v. 38). 

20. tretaus. tretal ist, wie Ch. hervorhebt, eine Neben fonn 
von autretal; sie erscheint auch als Adv. „ebenso" in: O'l coms 
o'l rey tertal Guiraut Riq. Pur dieu 288. S. wollte darin das 
afr. trestel, nfr. treteau „Gerüst, Gestell'' sehen. 

24. Diese in sämmtlichen Hss. fehlende Zeile hat nach A. 
etwa so gelautet: E homes mortz sobre terra estendre. 

25. basclos. Mit diesem Ausdrucke, der eigentlich „Basken- 
bedeutet , bezeichnete man Wegelagerer; vgl. Bascli et ruptarii 



- 183 — 

qni popuhmi et terram vastabant (Du Gange, Bascli); nach S. 
sind es Tross- und Pferdeknechte. 

27. d'esterlis e. Diese Worte, die in allen Hss. fehlen, sind 
von Th. ergänzt. — Unter mouto verstand man eine Art fran- 
zösischer Goldmünzen, welche das Bild eines Schafes oder Lammes 
trugen, daher auch agnel genannt wurden. 

33. leos. Der Vergleich mit dem Löwen ist nicht ohne 
Absicht gewählt, da Richard schon bei seinen Zeitgenossen den 
Beinamen des Löwen führte; vgl. 23, 50. 

26. 

2. en brieu veirem. Dieselbe Wendung v. 10 und v. 19. 

3 . n' Anfos ist A Ifons VIII, König von Castilien (1170 — 1214), 
Schwiegersohn Heinrichs II von Engla^id. 

5. a muois et a sestiers. Derselbe Ausdruck, entsprechend 
unserem „scheff ehe eise'' : E met n'i pro (sc. formen) a muhs e a 
sestiers Daurel 1128 u. öfter. 

6. te s'a benananza. Man könnte auch sa statt s'a schreiben; 
beide Constructionen sind gebräuchlich. — benananza ist durch 
Volksetgmologie aus benenanza entstanden; vgl. benanan 22, 47. 

12. feudutz per bustz. Bemerkenswerth ist, dass das Part. 
Prät., obioohl substantivirt, einen Präpositionalausdruck bei sich 
hat; ebenso in: Ni que feran li liurat a mal traire? Gaucelm 
Faid. 22,32; zugleich von einem Adverb ist es begleitet in: E no 
cre que vis hom anc mais Mielhs aparelhat de manjar Jaufre 
134 f^, wo aparelhat neutral ist. 

13. arratge „umherirrend, in der oder die Irre'', geht auf 
erraticus zurück und kommt, wie es scheint, nur in der Wendung 
anar arratge ..umherirren" vor. Das Wort ist jedoch schon in 
den alten Handschriften fast immer durch Volksetymologie in a 
ratge vericandelt ivorden, und in dieser Form erscheint es daher 
auch meist in den Drucken. Einige weitere Belege giebt 0. Schultz, 
Provenzalische Dichterinnen S. 35, Anm. zu 14, 1. 

27. 

10. Bos nach einer Conjectur von Th. statt Lous der Hss. 
Gemeint wäre dann Boso von Torena (Turenne), Sohn des Viz- 
grafen Raimund II, der auch 30, 52 erwähnt wird. 

Aimars und Guios sind vermuthlich die schon 24, 38 und 39 
vorkommenden beiden Söhne Ademars V, Vizgrafen von Limoges, 
Namens Ademar und Guido. 

Archanibaiitz (statt Aquenbautz der Hss.) dürfte identisch 
sein mit dem 37, 16 genannten Archamhaud, daher den Vizgrafen 
von Comhorn bezeichnen. 

15. Der Vers fehlt in allen Hss. 

16. Aire ist das alte Atunis, Alarichs Residenz, eine Stadt 
in der Gascogne, im jetzigen Dep. Landes. 



— 184 — 
28. 

Erläuterung. 

4. s'entendian eu. Über diese, soivie die in Z\ 12 — 16 aus- 
gesprochene Behaiqjtimg s. Lebensbeschr. S. 14. 

10. paria. Die Hss. haben xmr. 

21. de pretz tan. Die Hss. lesen tant de pretz. 

Gedieht. 

1 1 . preiador. Lies pregador. 

24. Dieselbe Wendung erscheint: Ben es savis a lei de tos 
Raimon de Miraval 20, 17. 

34—85. Fiin ganz ähnlicher Gedanke, zum Theil mit den 
gleichen Worten ausgedrückt, begegnet in folgenden Zeilen: Vielha 
rica . ., Quan a poder e no doria Et acuolh mal e pieis sona, 
Pretz la mens que s'era ranca Feire Vid. 15, 41 — 3. 

40. li ric home chassador s. z. 11, 27. 

41. buzacador ist eine Ableitung von buzac (s. z. 20,14), 
bezeichnet also den, der mit Bussarden, d. h. mit minder brauch- 
baren Jagdvögeln die Beize betreibt. Wie in 20, 14, so wird also 
auch hier diese mangelhafte Art von Jagd der mit Habichten 
(v. 42) verächtlich gegenübergestellt. 

49. ribieira ni cliassa s. z. 22, 34. 

51. Maiirin ab n'Aigar. Dies ist eine Anspielung auf das 
provenzalische Epos Aigar und Maurin, ivelches uns nur bruch- 
stücksweise erhalten ist (hsg. von Scheler, Bruxelles 1877). 

53. vescoms ist der Vizgraf Ademar V von Limoges; der 
„Graf der nächsten Zeile ist Richard Löivenherz. 

56. Mariniers. Nach der ziveiten provenzalischen Biographie 
soll dies der Versteckname für den jungen König, also für Heinrich, 
gewesen sein. Diese Behauptung könnte für unsere Stelle wohl 
richtig sein. Da indessen derselbe Name noch in zwei anderen 
Gedichten Bertrans (22, 64 und 24, 41) vorkommt, die nach Hein- 
richs Tode entstanden sind, so ist entweder die Richtigkeit jener 
Angabe in Abrede zu stellen oder man muss annehmen, dass der 
Dichter jene Bezeichnung nach dem Tode des jungen Königs auf 
eine andere Person angewandt hat. 

57—58. Mit diesen Worten meint Bertran wiederum den 
Richard, der mit Ademar Frieden gemacht hat. 

59. Golfier de la Tor. Der Familienname, der hier nur 
dem Reim zu Liebe geändert worden ist, heisst sonst immer de 
las Tors, lateinisch de Turribus. Golfier de las Tors ivar der 
Lehnsherr Bertrans und Bruder von Agnes, der Gemahlin Co)i- 
stantins von Born. Er war seinem Vater Olivier de lau Tors 
gefolgt, nachdem dieser Anfangs 1180 im heiligen Lande das Leben 
verloren hatte. 

61. recor. Da der Reim ein geschlossenes o verlangt, so 
liegt recurrit vor, das jedoch factitivc Bedeutung „bringen" hat. 
A. belegt die gleiche Verwendung für revenir (vgl. 8, 53), tombar. 



— 185 — 

fornar und deschazer. Ein Beispiel für remaner in der Bedeutung 
.zurückbehalten'^ ist: E si n vol negu remaner, Seruetz li tan 
o'l plazera Jaufre (Hofmann) 192. — Ch. und Th. nehmen das 
Wort in intransitivem Sinne und schreiben daher gegen die Hss. 
,nos chantars. 

62. mo mal Bei Senhor. Wie aus der Strophe 7 von Lied 

')2 hervorgeht, ist Bei Senher der Versteckname für Maeut; das 

Beiwort „böse" kann hier also nur im Scherz gemeint sein oder 

s soll der Dame etwa Sprödigkeit vorwerfen. Denselben „senhaV 

rerwendet Girant de Born. (1, 40 und 5, 4). 

29. 

Erläuterung. 

;?— 4. „la domna soisseubuda". Gemeint ist Nr. 32 wegen 
V. 19 dieses Gedichtes. 

7. Guischart de Beljoc. Dies war wohl Guichard V, Herr 
von Beaujeu und von Montpensier ; möglicherweise auch dessen 
Vater Guichai'd IV. Guischardas Gatte, der Vizgraf von Comborn, 
Idess Ärchambaud V. 

11. fos venguda a marit. Diesen Ausdruck belegt Ch. durch 
eiiiige Beispiele; vgl. it. andare a marito „sich verheirathew' . 

Gedieht. 

n. 0*1 cors estet aueeis. So nach dem Vorschlage von Ch. ; 
die Hss. haben el cor estei anceis, was Th. stehen lässt, indem er 
nur cor in cors verwandelt. 

6. a drutz si depeis, s. z. 18, 4. 

]4. na Guischarda war Vizgräfin von Conibom; sie erscheint 
auch einmal in einem Liede der Lombarda: Alamanda no'm 
platz tan ni Guiscarda 1, 2. 

80. 

1. chamja bo per mellior ist ein sprüchic örtlicher Ausdruck; 
vgl. Escrich trob en un nostr' actor Quom pot be (lies bo) camjar 
per melhor Bartsch, Dkm. S. 33; be deu hom camjar bo per melhor 
Folq. de Mars. 6, 45. 

7. cujet ui'aucire. Cujar mit dem Inf. „beinahe etwas 
thun", entsprechend dem nfr. penser, manquer, faitlir in derselben 
Verwendung. So noch in Biograjjhie II, 3; andre Stellen : ab un 
amoros plazer quem fetz mi cujet aucire Peire Raimon de Toi. 
o, 87; A me mezeis mi cuja far aucir (sc. meine Herrin) Aimeric 
de Peg. 18, 9. Baysfsja s'a'l sabato, cujalh lo pe bayzier 
Daurel 104; Et ac ial ira que cujet enrabier ib. 253; il lo cujan 
ben aver mort, Aissi Van duramen e fori Ferit Jaufre 90 f>; Aisso 
CS . . tracios, Qu' alber gat m'avetz . . E puois cujatz nvaver träit 
ib. 10P>. Dasselbe im Afr., vgl. Engiver, Über die Anwendung 
der Tempora perfertar nctiovifi etc. Diss. Berlin 1884, S. 16. 



— 186 — 

12. Mielhs-de-be ist der Versfeckname für Frau Guischarda. 
Denselben verwendet auch Arnaut Daniel 2, 67; 17,33 und Folquct 
de Mars. 2, 3. Daraus folgt aber keinestvegs, dass damit jedes Mal 
dieselbe Dame bezeichnet icerdc. 

1 3. te. Tener steht hier intr., im Sinne von „reichen"; so öfter, 
z. B.: Des le Bin ten s'onor trosque a Bajone Boss. (0) 360; 
E deroquet Venvers . . Aitan hin de la sele'con Vaste tenc Boss. 
(0) 5108 (P 4397) ; efi aitan con te lo mon Ne la mar clau . . 
Jaufre (Hofmann) 366; Juli Cezar conquis la senlioria De tot 
lo mon tan com te Arnaut de Mar. 5,30; aitan com te lo mons 
e dura, Non es mais res . . Guilhem de Gab. 4, 29; Aitan quan 
mars ni terra pot tener Guiraut de Cal. 2, 41. Beispiele aus dem 
Afr. giebt Tobler, Sitzungsber. der Acad. zu Berlin 1885, S. 946. 

37. Quel mielhs. Mielhs als Substantiimm wird auch von 
Bersonen gebraucht, nicht nur collectiv, z. B.: Aqui at . . de'l melz 
de France Boss. (O) 1725; estava e'l palais ab lo mels de sa gen 
Daurel 37, sondern auch von einer einzehien Person; so hier und: 
Be puosc los autres escharnir. . . Que'l rnielhs de'l mon saupi 
chausir Peire Bogier 4, 19. Ja es kommt sogar mit dem weib- 
lichen Artikel vor, ivenn es von einer Frau gebraucht loird: no'm 
puoc entrar e'l cor nuls pessamens que no fossatz la mielhs qu'anc 
nasqiies Leben des Guilhem de Gäbest, (nach P). 

38. conqiierer intr. „Beiclithum erwerben" ; ebenso in: qul 
pogues tarzar la mort un Jörn . . Ben estera qu'om conquezes 
Giraut de Born. 24, 63. 

41. Guilhelme Bertran isi; wie es scheint, identisch mit dem 
Willelmiis Bertrandi, Sohn des Geraldus de Born, welcher in dem 
Urkundenbuche des Klosters Dalon vom Jahre 1184 (fol. 38) er- 
scheint. Vater und Sohn machten darin jener Abtei eine Schenkung, 
wobei unser Dichter als Bürge aufgeführt wird. 

46. veira. So Tobler statt volra der Hss., da letzteres ver- 
muthlich durch Versehen aus der vorigeti Zeile herübergoioni- 
men sei. 

48. V. 48 und v. 49 fehlen in allen Handschriften. 

52. Bos ist der Sohn des Vizgrafen Baimund II von Torena. 

u. 

1. leii m'escoudisc. Ein Entschiddigungsgcdicht mit ganz 
ähnlichen Gedanken iveist Milä g Fontanals bei dem catalani- 
schen Dichter Lorenz Mallol nach (Lemckes Jahrbuch 5, 159). 

7. get. gitar bedeutet das Loslassen des Falken oder Sper- 
bers gegen das Jagdwild, nachdem ihnen die Haube vom Kopf 
heruntergezogen, z. B.: Aqui los trobaram per los falcos gitar 
Daurel 1296. Das dazu gehörige Subst. ist get, z. B.: (esjmrviers) 
fo mainiers e privatz K de bos qetz apreisonatz Giraut de 
Born. 51,20. 

8. falco lanier. Diese bildeten nach dem Lehrgedichte Los 



— 187 — 

Auzels cassadors von Daude de Pradas die schlechteste Falkenart. 
Im Nfr. heisst lonier ,.SchlangenhHSsarä (fnlco galUcus)''. 

21. taula ist der Bretstein, daher jogar as (a) taulas ..Trik- 
trak spielen", z. B. Daurel 62, 1137, 1277, 1566; Boss 42H2 u. a. 

2'1. reirazar. Das Wort ist, wie Camilo (zu Arnoldo Da- 
niello 8,23) richtig bemerkt, zusammengesetzt aus reir (retro) 
und azar. Letzteres ühersefzt er mit .,sors'', während er dem 
ganzen Worte die Bedeutung „Nidl" gieht. Azar, frz. hazard, 
^p. pg. azar stammt nach Mahn vom arab. schar, sar „Würfel", 
mit dem Artikel „assar", und bedeutete ursprünglich „Wurf", tvie 
noch jetzt im Span, und Port. „Unglückswurf". Letzteren Sinn 
hat das Wort auch an unserer Stelle durch die Zusammensetzung 
mit reir, und dieser Begriff wird dann durch derier noch ver- 
stärkt .,äusserster, schlimmster Unglückswurf", hi der Stelle bei 
Arnaut Daniel: De drudaria no'm sai de re blasmar, Quautrui 
paria torn ieu en reirazar steht das Wort bildlich: „die Gesell- 
schaft anderer verachte ich". 

23. mais steht nach Ch. hier im Sinne von frz. desormais. 

25. parzonier gehört nach L. nicht zu senher, sonderet zu 
chastel, bedeutet also „in gemeinsamem Besitz befindlich", eine 
Bedeutung, welche für dies Wo7't zwar nicht im Prov., wohl aber 
im, Afr. belegt sei. Jedoch abgesehen davon, dass diese Bedeutung 
im Afr. nur ganz vereinzelt und nicht in literarischen Denkmälern 
vorkommt, giebt sie hier keinen Sitin. Niemand kann doch Herr 
eines in gemeiyisamem Besitz befindlichen Schlosses sein. Über 
das Fehlen des Flexionszeichens s. z. 15, 22. 

32. sapcha. Die Hss. schreiben saia oder sai a. 

34. Dieser Vers enthält nach Ch, vielleicht eine Reminiscenz 
an den cdtfranzösischen Roman d'Aiol. 

42. debaten. Dies war eine schlechte Eigenschaft bei einem 
Habicht, vgl.: lo bos austors que p)er talan no's mou ni no's 
debat, Enans aten tro qu^om l'aia gitat Richard de Berb. 10, 17 sq. 

82. 

Erläuterung. 

10—11. que pogues esser engals a la soa domna, qu'el . . . 
In den Hss. heisst es: que'lh pogues esser egals e la soa domna 
li conselhet qu'el . . . Th. schreibt: que pogues esser egals a la 
soa, don el si conselhet qu'el . . . 

Gedicht. 

14. tieira ivird von Ragnouard mit „tournure, encolure", 
also etwa „Haltung, Wuchs" übersetzt. Nach Diez stammt das 
Wort aus dem Germanischen, ags. tier „Reihe, Ordnung", ahd. 
ziari „Schmuck, Zier". Beide Bedeutungen hat es auch noch im 
Provenzalischen , erstere in: cen savis pot metr' en una tieira. 
Guilhem Augier 4, 17; fig.: per quel mal mi fug a tieira Girant 



— 188 — 

de Born. 44, 74; letztere in: fo heia domna de tieira Fla- 
menca 1914. 

22. Cembelis ist ein Verstechname, der hei imserm Dichter 
noch an einer andern Stelle vorkommt (35, 11). Auch Feire Vidal 
verwendet denselben zicei Mal {16, 53 und 24, 79). Wir wissen 
nicht, icer darunter zu verstehen ist. 

25 re-i lais. I als Vertreter des Pron. pers. der ziveiteu 
Person mit einer Präp. (a) ist selten; so noch iri: No'us oblit 
ges, anz i tenc noit e jor Los uolhs e'l cor Folquet de Mars. 
6,35; Per quHeu vos am, ja aatre pro no'i aia Pons de 
Capd. 10, 7. 

27. na Elis. Gemeint ist unzweifelhaft Elise von Monfort, 
Schwester der erzürnten Maeut. Th. schreibt n'Aelis, aber die 
Dame hiess unziveifelhaft Elis. Das geht aus der Erläuterung 
hervor und ebenso aus folgender Stelle: Don ma domna Elis cle 
Monfort, quera molher d'en Guilhem de Gordo, filha de ■ l vescomte 
de Torena . . lo mandet, Leben des Raimon Jordan. A. iceist 
darauf hin, dass Aeliz (Adelheid) etymologisch nichts mit Elis 
(Elisabeth) zu thun hat. 

31. la vescomtal heisst, wie A. hervorhebt, eigentlich „die 
Vizgräfliche" (vgl. comtal 1, 15), stellt hier aber natürlich gleich- 
bedeutend mit .,Vizgräfin" . Gemeint ist Tiborc von Montaimer, 
welche später die Versöhnung zwischen Maeut und dem Dichter 
zu Stande brachte, deren Gatte nach der Erläuterung zu 33, Z. 8—9 
Herr von Chales, Berbezil und Montausier war. 

36. Rochachoart ivar eine Vizgrafschaft in Limousin; heute 
ist Rochechouard eine kleine Stadt im Dep. Haute -Vienne. Von 
der hier erwähnten Agnes von Rochachoart wissen wir sonst 
nichts. 

41. N'Audiartz ist wahrscheinlich Audiart von Malamort, 
eine Freundin Marias von Ventadorn, der andern Schwester 
Maeuts. Diese Audiart lieh ihre Hülfe bei einer Intrigue gegen 
den Dichter Gaucelm Faidit (s. Robert Meger, Das Leben des 
Trohadors G. F. S. 30 sq ). Als „senlud" erscheint dieser Name 
für eine Frau bei Peire Vidal, Aimeric von Belenoi und nament- 
lich bei Pons von Capdolh ; für eine männliche Person verwendet 
ihn Gaucelm Faidit^ Raimon von Miraval und Raimon von Tolosa. 
Das Etymon ist nicht Hildegart, wie Th. behauptet, sondern, icic 
A. richtig angiebt. Aldigart. 

43. liazos. Ch. belegt se liar, eigentlich „sich schnüren'^, 
in der allgemeinen Bedeutung „sich kleiden" ; daher liazos „Klei- 
dung, Anzug, Toilette". 

47. :\Iielhs-de-be, s. z. 30, 12. 

48. prezaii, .9. z. 8, 78. 

50. La fassa bo teuer. Das unpersönliclw. faire verbindet 
sich, wie im Afr. und Nfr., so auch im Prov. mit einem Inf, 
zu welchem ein attributirisches Adj. gehört, z. B.: Bo chantar 
fai a-l gai temps de pascor Albert de Sest. 8,1. Der Inf. kann 
dann noch ein Ohject bei sich haben; so hier und: Grieu pensar 



— 189 — 

fai Viva ni ■ l dol ni • l dan Pons de Capd. 7, 7; En totas res fai 
bo menar mesura Guilhem de Cabest. 4,23; Ela fo fresca, fetz 
la bei esgardier Daurel 143; So fai mal ref agier ib. 149 
(das Object geht hier voran); oder einen Präpositionalamdrnck : 
Grien partir si fai d'amor, qiii la trolf a son talen Guilhem TX 
de Foitoii 3, 6. Dan den Inf begleitende Adj. steht zmveilen im 
Comparativ, so 3S, 13 und: Mais no m'o letz aras comtar Quar 
enan fai ynelhor auzir Jaufre (Chrest 249, 32). 

51. na Faidid' ist eine uns nicht näher bekannte Dame; 
ebenso wenig ivissen wir, iver mit Bels Miralhs (v. 56), oder mit 
Aziman (v. 71) gemeint ist; Aziman (Diamant) ist bei Bernard 
von Ventadorn der Versteckname für Eleonore von Poitou. 

57. gran. S. führt noch drei weitere Stellen an, in denen 
das ^yort suhstant irisch i7i der Bedeutung ,,Grösse'' gebraucht ivird. 
Gl. Bels i^enliGT, s. z. 28,62. 

33. 

Erläuterung. 

5. na Tiborc de Montausier. Diese Dame war in erster 
Ehe mit Wulgrin III, Grafen von Angouleme, verheirathet ge- 
wesen und hatte sich nach dessen im Jahre 1181 erfolgtem fnih- 
zeitigem Tode mit dem Herrn von Montausier vermählt, dem ausser- 
dem noch Chales, jetzt Chalais, und Berbezil, jetzt Barbezienac, 
sämmtlich im heutigen Dep. Charente gelegen, gehörten. 

45—56. E si recordet u. s. w. Dieser Schluss der Er- 
läuterung findet sich nur in einer Hs. 

47. que. Die Hs. hat qu'el. 

49. cujavan fehlt in der Hs. 

52. qne fehlt in der Hs. 
laissavau. hi der Hs. steht laisson. 

53. et autres. Die Hs hat li autre. 
guazauhs fehlt in der Hs. 

Gedieht. 

13. Alhors. Ortsadverbia werden nicht selten in Beziehung 
auf eine Person vericandt. So alhors im Sinne von „Jemmid 
anders'', z. B.: Non amarai alhors, Sia sens o folors Girant de 
Born. 81, 21 u. a. Ähnlich lai , z. B. : sui tengutz per fi amic 
Lai (=^ von ihr) on es ma volontatz Bern, de Vent. 24,13; „As 
enaissi ton cor en lai?'' — „si ai" Girant de Born. 3, 8; Atnors . . 
mon cor forza d'amar lai On sai be quamatz no sui ges Arnaut 
de Mar. 11, 3. Auch das Subst. luoc erscheint in dieser Ver- 
wendung, z. B.: Mos sens e ma conoissenza M'an fait en tat 
luoc chausir Mönch v Mont. 14, 2; La honors m'en valra mais 
Que d'autre luoc us rics jais ib. 14,25; qui en dos luocs s'aten, 
Vas chascu es enga^iaire Arnaut de Mar. 4, 34. 

15. tors. Der Plural bedeutet „Burg". Ebenso afr.: Brutum 



— 190 — 

mandent . . Que grant mestier unt de succurs, U il perdra mulf 
tost ses turs Münchener Brut 672. 

19. Die Verse 19 — 22 werden von Haimon Vidal in seiner 
Novelle „So fo e'l temps'^ tvörtlich angeführt. Die Stelle lautet 
in der Ausgabe von Cornicelius (Diss. Berlin 1888): 

So qii'en Bertrans dis a'l partir 
De lag on fo gent aculhitz: 
„E sei que mante faizitz 
Per honor de si mctegs, 
En fa bos acordamens 
Ab sols los afizamens." 

40. Coma Vivia de cors. Mit Vivia ist wohl der aus den 
afr. Epen bekamite Vivien, Neffe Wilhelms von Orange, gemeint, 
doch könnte man, wie Ch. hervorhebt, auch an den 5, 19 genannten 
Vivian oder Vezian von Lomagne denken. De cors „zu Streif- 
zügen'^ würde von „guarnitz" abhängen; Th. schreibt statt dessen 
„d'estors'^, doch findet sich diese Lesart nur in einer Hs. (unter 10). 
A. will daher de cors beibehalten, fragt aber, ob nicht etwa in 
dem zweiten Worte ein Ortsname, etwa Cours im Arrond. Agen 
stecke. 

60. laire ist das Verbalsubstantiv zu lairar „bellen^' und 
wird auch figürlich gebraucht, z. B.: ieu serai lens De tornar 
a'l laire, Si m'en puosc estraire Peire de Bussignac 2, 56. 

62. au möchte ■ Ch. in a • m vertcandeln. Dies ist jedoch 
nicht nöthig. 

T.i. penre im Sinne von „berauben, übers Ohr hauen'''; 
ebenso in: tant . . los prent con lonbars son conpaire Aigar 805; 
no troba merce ni chausimen Ab son scnlior, Anz, quar lo raub' 
e ' l j^ren, Si volria mudar de son estatge Mönch v. Moni. S, 3. 

75. Ch. schlägt vor, gegen die Hss. el no'n und v. 76 ab el 
zu lesen, doch ist ein zwingender Grund dazu nicht ersichtlich. 

82. Dieser Vers und die folgenden iverden von Kaimon 
Vidal in seinem didaktischen Gedichte über den Verfall der Poesie 
„Abril issi' e mags intrava" citirt (Bartsch, Dkm. 157, IS — 22): 

Fazian so qu'en Bertrans 
De'l Born dis en un sirventes 
A far rics homes plus cortes 
E plus francs e plus donadors: 
„Que sian ses tortz faire elitz 
Et adreitz e francs e chausitz. 
Ad aisso fo pretz establitz, 
Qu'om guerreies, e so fortmens 
Et a quaresma et avens, 
E fezes soudadiers manens". 

88. Fesson. Die streng grammatische Conslruction hütt< 
den Singular verlangt; doch ist es nicht nothwendig, zu ändern. 
da, wenn allgemeine Ausdrücke, wie „man. Jeder" etc. Subject 



- 191 — 

sind, mehrfach zivar in dem ersten Satze der Singular steht, im 
folgenden jedoch dem Sinne nach der Flural gebraucht wird, 
z. B.: Mal estara s'ancar vilas non es Tan que chascus aia 
gauch, si'lh respon E 7io'ls enoi, si be'ls pela ni'ls ton 14, 
22 sq.; hom o tenia a grau merarilha e dizian que . . Bartsch, 
ehrest. 24, 32. Ja es findet sich nach derartigen Begriff eyi sogar 
in demselben Satze der Plural, z. B.: Amor blasman per no-saber 
Fola gens Bern, de Vent. 15, 15; Totz hom mi van dizen en 
t'sta maladia Que..; Be sai qu'ilh dizon ver Sordel S7,l sq.; 
E aisso dizon totz lo mons Jaufre 122». Vgl. Anm. zu 25, 14. 
89. N'Atempre, s. z. 11,47. 



u. 

9. Lena ist eine Abkürzung für Elena, z. B.: cui ieu sui 
plus fis Qu'a Lena Paris Girant de Born. 28, 26. In dem Liede 
■15, das ebenfalls der Herzogin Mathilde geividmet ist, braucht 
der Dichter denselbe^i Vergleich, nur nennt er sie dort dem Reim 
zu Liebe Lana (v. 7.) Der Verfasser der Erläuterung ist in Folge 
dessen zu der falschen Angabe gekommen, dass die Herzogin 
Helena geheissen habe. 

10. Fach ai longa quarantena. Dieses von dem grossen 
kirchlichen Fasten entnommene Bild erscheint in demselben Sinne 
noch: ieu Vamava finamen; Fait ai longa quarantena Bern, de 
Vent. 4,40. 

1 2. dijous de la Cena ist der Gründonnerstag, der Tag der 
FAnsetzung des heil. Abendmahls; vgl. Det a manjar et a beure'l 
inmen Lo filh de dien lo dijous de la Cena A'ls apostols sus en 
la taula plena Bartsch, Dkm. 82,35 (Matfre von Ennengaud); 
Au dijos de la Cene semblant romeu Erberjat a Orlins Ross. 
(O) 7774. 

18. las tres de Torena s. Lebensbeschr. S. 13. 

20. sobre lor mais. Sobre steht nach einem Comparativ 
:mveilen im Sinne von que, z. B.: eil en ont grant dol . . E la 
reine en fait sor totz major Ross. (0) 7553; ela es sobr' autras 
plus cortesa 0. Schultz, Prov. Dichterinnen IV, 11; lo sap sobre 
totz plus valen Po7is de Capd. 1, 6. 

31. Argentos, Je^z^ Argentan, liegt im südlichen Theil der 
yormandie (Dep. Orne). Die ältere Fonn Argentom (Argentomnm) 
ist hier des Reimes wegen geändert worden. 

32. Ma'l, s. Hengesbach, Beitrag zur Lehre von der Inclination 
Im Prov. Diss. Marburg 1885, S. 14. 

H(). la Saissa. Mit der Sächsin ist natürlich die Herzogin 
Mathilde gemeint; s. S. 16. 

61 sq. Das Geleit zeigt in seinem Bau eine kleine Ab- 
weichung von der Regel. Ch. ist daher ge^ieigt, in den Versen 
61—65 den Anfang einer neuen Strophe zu sehen, doch scheint 
der Inhalt ein abgeschlossenes Ganzes zu bilden. 



— 192 — 
35. 

Erläuterung. 

1 — 4. seror de*l rei Ricliart etc. Diese Angaben über die 
Prinzessin sind nicht völlig zutreffend. Dieselbe hiess nicht 
Helena, sondern Mathilde. Der Irrthum des Erklärers ist durch 
den niissv erstandenen Ausdruck Lena, Lana (34,9 und 35,7) 
hervorgerufen. Sie war die im Jahre 1156 geborene Tochter 
Heinrichs II von England , welche 1168 Heinrich den Löwen, 
Herzog von Sachsen und Bagern, geheirathet hatte. Ein Anachro- 
nismus ist es, ivenn ihr eben erst geborener Sohn Otto hier Kaiser 
tmd ihr Bruder Richard König genannt wird. Letztere Be- 
zeichnung ivar erst seit 1189 zutreffend (vgl. Z. 6), erstere sogar 
erst seit 1198, wo Heinrichs des Löwen Sohn als Otto IV Kaiser 
von Deutschland wurde; er regierte bis 1218. Üeber die Gründe 
von Mathildens Aufenthalt am englischen Hof s. Lebensbeschr. 

6 — 7. l'assis lonc sa seror (vgl. Gedicht v. 27). Die Hss. lesen: 
laissis lonc temps sa seror und saissis lonor sa soror. 

Gedicht. 

7. na Lana, s. z. 34, 9. 

8. lo seniler de Peitau ist Richard Löwenherz. 

11. Bels Senher, s. z. 28, 62. — Cembelis, s. z, 32, 22. 

14. mentau. In einem Relativsätze^ welcher sich auf einen 
Superlativ bezieht, ist der Indicativ weniger häufig als der Con- 
junctiv, aber doch gebräuchlich, z. B.: etz . . la plus avinens Que 
negus hom mentau Peire Vidal 24, 14 u. a. Beide Modi neben- 
einander: Del melhor rei que sia ni anc fo Daurel 1820. 

17. Gens, joves cors. A. macht darauf aufmerksam, dass, 
während sonst jede erste Zeile sämmtliclier Strophen einen Binnen- 
reim auf — ar in der vierten Silbe hat, dieser hier fehlt. 

20. E"m mudarai. Mudar reflexiv „sich von einem Ort 
zum andern bewegen'^, z. B.: si volria mudar de son estatge Mönch 
v. Mont. 3,4; Atressi'm vuolh mudar de sa balhia ib. 3, 6; mos 
cors . . s'es en vos mudatz ib. 4, 39. 

22. es plus au. Esser hat hier, wie Reimann (a. a. 0. S. 66) 
hervorhebt, die Bedeutung, daher auch die Construction eines selb- 
ständigen Verbums, also „sich befinden, stehen''. 

31. Catalana. Die Catalanen standen im Rufe besonderer 
Liebenswürdigkeit. So sagt Raimon Vidal von Besaudun: terras 
doas tres, On trobava baros assatz Adreitz e ben acostumatz 
E donadors vas totas nias, E auzic nomnar Catalas Bartsch, 
Dkm. 150, 5 sq. Daher erklärt der heilige Julian, der Schutz- 
jiatron der Reisenden: En Cataloign' ai totz mos ces Et sui amatz 
Mönch V. Mont. 11^, 24—25. Namentlich gedenkt Guiraut 
Riquier der Catalanen mit begeistertem Lobe, so 40, 14 sq. und 



— 193 — 

i>i Lied 65, dessen ziveite Strophe ausschliesslich diesem Gegen- 
lande gewidmet ist. Einige weitere Belege giebt Ch. 

32. Fanjaii steht des Reimes wegen statt Fanjaus; es ist 

•as alte Faniim Jovis, jetzt Fanjaux oder Fanjeaux, ein Städtchen 

in Languedoc im Dep. Äude. Die Gastlichkeit seiner Einwohner 

wird auch von Peire Vidal besungen: Mos cors s'alegr' e s'esjau . . 

pe ' l castel de Fanjau Que ' m ressembla paradis, Qu'amors e jois 

s'i enclau E tot quan a pretz s'abau E domneis verais e fis P. 

Vid. 27, 1 — 7. Einzelne^i Orten und Gegenden icurden bestimmte 

FAgenschaften nachgerühmt; man vergleiche: es francs e gent 

cnsenhatz Tot enaissi com si fos natz A Tolosa part Cabestanh; 

Ardime?i a d'Aragones E gai solatz de Vianes u. s. w. Peire 

Vidal 30, 66 sq. 

36. bliau, s. Wi7iter, Kleidung und Putz der Frau u. s. w. 
Ausg. u. Abhandl. 45 (1886), 22—24. 

39. Corrozana soll die persische Provinz Korasan bezeichnen. 

41. na Maier. Dieser Versteckname für die Herzogin 
MatJiilde ist vielleicht mit Rücksicht auf die Gleichheit des ersten 
Theiles mit dem Namen (Maeut) gewählt. 



5. vos vos. Die Hs. hat vos o. 

8. La rauclia. So Tobler statt Faraucha der Hs.; vgl. E • Ih 
luca vo'tz Que rascla Aldric de Vilar 1, 16; m'enuoia . . D'ome 
nie que's fassa chantaire Mönch v. Mont. 15^, 2 — 3. 

11. e gema. Die Hs. hat engenia. 

12. avüls gens de Savoia. Es scheint hiernach, als ob auch 
damals schon die Savogarden, die sich nicht gerade durch Sauber- 
keit auszeichnen, sich in der Welt herumtrieben. 

13. mal estau. Über esser mit dem Gerundium s. Diez, Gr. 
:. 199; Ztschr. 10, 549—50. 

14. In der einzigen Handschrift, die unser Gedicht bringt, 
folgen auf die beiden ersten Strophen noch drei weitere U7id ein 
Geleit, die zwar in der metrischen Form zu jenen beiden Strophen 
stimmen, aber inhaltlich nichts mit demselben zu thun haben. 
Die ersten zivei sind nämlich eine Wiederholung der Strophen 
1 — 2 von Nr. 21. Die dritte und das Geleit finden sich zicar 
nicht in den übrigen uns erhaltenen Versionen des letzteren Ge- 
dichtes, passen innaltlich aber so gut z\i demselben, dass man kein 
Bedenken tragen icird, sie dort als letzte Strophe und erstes Ge- 
leit einzufügen. Die Form der Überlieferung unseres Gedichtes 
würde sich demnach so erklären, dass ein Aoschreiber in seiner 

orlage dasselbe unvollständig vorfand, nämlich nur die beiden 
i isten Strophen, und statt des fehlenden Theiles den Anfang und 
den ScJihiss einer uns sonst nicht erhaltenen Gestalt des Sirven- 
tescs Nr. 21 anfügte, weil dieses die gleiche metrische Form auf- 
weist. Reimann (a. a. 0. S. 36) möchte unser Gedicht dem Bertran 
■hsprechen, doch ist der einzige Grund, den er anführt, das häufige 

Romanische Bibl. Bertran von Born. j 3 



— 194 — 

Vorhommen des Hiatus (v. 1, 10, 11), nicht als stichhaltig anzu- 
erkeymen. 

1. Auch dies Sirventes möchte Reimann, offenbar mit Un- 
recht, unserm Dichter absprechen, weil es nach seiner Ansicht 
(a. a. 0. S. 87) dem Charakter desselben wenig gemäss sein tvürde, 
dass er in Bezug auf Heim und Strophenbau sich der Erfifidang 
eines andern Dichters, des Raimbaut von Aurenga {s. S. 46), be- 
dient hätte. 

2. folhar bildet ein Wortspiel mit dem Namen Folheta. 

7. gels. Das ges der Hs. ist ein offenbarer Schreibfelder. 

12. asiata ivird von Gh. für eine Ableitung von ais erklärt 
und mit „Wohnung'^ übersetzt, obwohl, wie er hervorhebt, die 
Endufig Schivierigkeitcn macht. ■ Das afr. assiete in a. de manoir 
„Heu oü V on 2)eut placer une habitation" (s. Godefroy), auf ivelches 
A. himveist, kommt von assedere, ist also ein anderes Wort. Da 
nun aus v. 14 {keiner von Euch) hervorgeht, dass der Wieder 
ausser dem Folheta noch andre Personen eingeschlossen hat, so 
ist doch vielleicht esclata {ahd. slahta „Geschlecht, Familie, Sijyjye") 
statt asiata zu lesen ; vgl. son de fer' esclata Raimb. d'Aur. 5, 21 ; 
renhatz per argen, Roma de mal' esclata e de mal coven Guilh. 
Fig. 2, 34. Th. behält asiata, verwandelt aber e in en. 

14. lata bezeichnet hier die Einfriedigung, den Zaun, der 
das Grundstück einschliesst; Ch. sieht darin den Sims des Daches. 

IG. N'Archainbaiit {die Hs. hat Archimbaud) ist lüahrschein- 
lich Archambaud V, Vizgraf von Comborn, s. z. 27,^ 10. 

17 — 18. Wie Ch. bemerkt, stellt Bertran hier die beiden 
Söhne des Grafen Elias V von Perigord einander gegenüber. 
Vers 17 lautet in der Hs.: qe lautres o ha tout laissat. 

25. sahiis. Über dies Wort s. Werth, Ztschr. 12, 265— (Ui. 
Ganz anders, nach meiner Ansicht nicht richtig, fasst Ch. das 
Wort. Nach ihm ist das in v. 25—28 enthaltene Bild aus der 
Vogeljagd mit Lockjjfeifen entnommen, in welcher der Jäger eine 
Lockpfeife aus Flieder (sahuc), die befestigt (aficat) ist, ertönen 
{glatir) lässt. 

29. Lieuata, heute Leucate, früher ein befestigter Ort, jetzt 
ein Dorf im Dep. Aude. Daniiata in v. 31 ist eine Stadt im 
jetzigen Dep. Tarn, also beide in Languedoc gelegen. S. und Ch. 
sehen in der Yericendung dieser beiden Namen ein Wortspiel. 
Jener übersetzt: „Ich bin nicht von Treffeleicht (lieu chazer), 
sondern weile in Schadenstadt {damnumY'; dieser sieht in dem 
ersten Namen einen Anklang an leu und catar „sehen'', in dem 
zweiten, wie S., an damnum (dam i a -{- ta). A. schliesst sich 
Suchiers Deutung an und giebt folgende Erklärung: „Ich bin 
nicht so glücklich daran, dass mir alles, was ich icünsche, leicht 
in den Schoss fällt, sondern muss Schaden und Verlust erleiden." 
Vgl. Tobler, Verblümter Ausdruck und Wortspiel in altfranzö- 
sischer Rede, Sitzungsber. der Ac. zu Berlin 1882, S. 533. 



— 195 — 
88. 

2. Die emzige Handsclirift, ivelche dies Gedicht überliefert, 
liest a comdat, ivofür T. acoindat. 

7. curalha. Die Hs. hat coralha. doch kommt dies Wort 
V. 18 als Reimwort vor. Wie A. hervorhebt, liegt hier jedoch das 
afr. curaille vor, das von eurer, escurer, nfr. eciirer „säubern" 
herkommt, und „Kehricht, Abfall" bedeutet. Benoit verwendet es 
in der That ein Mal in derselben übertragenen Bedeutung wie 
unser Dichter: Veuz mielz vivre d'autrui . . curaille Qu' od esforz 
d'armes . . Tun riche regne delivrer Ducs de Norm. II, 9340. 
Daher ist curalha zu lesen. 

12. milhargüs „finnig", afr. millargeux (s. Godefroy) heisst 
eigentlich „hirseartig", denn es ist eine Ableitung von milh, lat. 
milium „Hirse". — regardar ist hier technischer Ausdruck „be- 
schauen, auf Finnen untersuchen"; bei lebendigen Thieren be- 
schränkt sich dies auf die Untersuchung der Zunge. 

14. quan. Die Hs. hat qam; ebenso quieus in v. 15. 

23. Die Hs. liest as maior cors duns; die Besserung stammt 
von Th. 

36. Dl der Strophe 6 fehlt die erste Zeile mit dem Reim 
auf -uc. 

42. empassetz. Nach dem Vorschlage von T. schreibt Th. 
empansetz gegen die Hs.; eine Änderung erscheint aber nicht 
nöthig, da empassar in der alten wie in der modernen Sprache 
„herunterschlucken" heisst. 

43. Raimons de Planel. Eine Persönlichkeit dieses Namens, 
Schlossbesitzer in der Diöcese Agen, wird von Ch. für das Jahr 
1243 nachgewiesen (Hist. de Languedoc 8, 1119). 

39. 

6. a*l für de Catalonlia, d. h. wie ein Catalane es jetzt an 
Eurer Stelle thun ivürde (A.). Die Gatalanen waren ivegen ihres 
feinen Benelimens berühmt, vgl. zu 35, 31. 

T2 und 23. Die Lesart der Hss. Antre beira (antre bere, 
autre bera) e Dordonha De regart no'us daratz (dara) sonha 
geht offenbar auf einen schon verderbten Typus zurück. Th. 
!^c]ireibt Anc Ribairac, nimmt also an, es sei die Stadt Ribairac 
(Dep. Dordogne) gemeint. Man erwartet jedoch den Namen eines 
:weiten Flusses, der ebenso wenig wie die Dordogne einen feurigen 
Liebhaber zurückzuhalten vermocht hätte, Ch. lässt daher Beira 
stehen und vermuthet, dass damit die Vezere gemeint sein könne, 
indem er auf die beiden Parallelformen veire und vezer hinweist. 
Letzterer Hinweis ist allerdings in so fern nicht zutreffend, als 
in einem Falle ein d (videre), in dem andern ein s (Visera) zu 
Grunde liegt. A. schlägt vor, Autr' Ebera zu lesen, also ,,ein 
andrer Ebro, d. h. ein Fluss ebenso gross ivie der Ebro", doch 
ist dies, abgesehen von formellen Bedenken, wohl etwas iveit her- 
geholt. Welcher Fluss hinter Beira steckt, bleibt demnach noch 

13* 



— 196 — 

aufzuhellen. Sodann ist das Verbum statt ins Fut. unziceifelhaft 
ins Cond. zu setzen. Ich hatte daher dera geschrieben, und so 
liest auch Th.; Ch. conjicirt Antre Beira . . deratz, doch ver- 
schiüindet dann der Gedanke, dass die Gefahren des Flussübcr- 
ganges den Liebhaber nicht hätten zurückhalten sollen, ivährend 
die von mir vorgeschlagene Lesart denselben wenigstens beibehält. 

41. Azemar ist Ademar oder Aimar V, Yizgraf von Limoges. 

42. en s'ouor. Die Hss. haben sofior en sabria. Ch. schlägt 
vor: Qui s'onor cns abria „der sein Lehn und uns schützt''. S. 
und Th.: Qui s'onor eus abria „der sein Lehn selbst schützt." 
Bei letzterer Lesart giebt „eus" keinen guten Sinn, erstere scheint 
dem Inhalt des ganzen Gedichtes zu ividersprechen, iveil sie näm- ■ 
lieh ein Lob Ademars enthalten würde. Wie wir gesehen {S. 47), M 
ist das Sirventes etwa 1184 entstanden, als ein Streit zwischen 
Richard und Gottfried bestand. In diesem nahmen mehrere von 
Richards Baronen, die sich früher gegen ihn empört, gegen ihren 
Lehnsherrn Partei, unter ihnen auch Ademar, während Bertran 
energisch gegen diese imd für Richard auftrat {S.28 — 30). Da- 
her ivürden die Worte „Ademar beschützt uns" nicht nur unzu- 
treffend, sondern in Bertrans Munde geradezu undenkbar sein. 
Stellt man en vor s'onor, so ivirft Bertran dem Ademar vor, dass 
er sich jetzt in seinem Latide verkrieche, und das ist der Ton, 
in dem der Dichter immer von jenem Baron spricht, vgl. 2, 10 : 

8, 11; 10, 75; 14, 36 u. a. 

43. char ist schwer zu erklären. A. schlägt car vor und 
vermuthet, dies könne des Reimes ivegen für cair stehen, aUo von 
cairar kommen, das wie escairar „abrunden" bedeute. Cairar ist 
jedoch nirgends belegt und escairar heisst „ausmessen", dann 
„ordnen, regeln". S., Ch. und Th. lesen gar von garar „behüten". 
Aber abgesehen davon, dass wohl kaum ein Schreiber das schwer 
verständliche car statt des häufig vo7'kommenden gar gesetzt hätte, 
giebt letzteres auch keinen guten Sinn. Wie ich zu v. 42 hervor- 
gehoben, ist Bertran dem Ademar feindlich gesonnen, und man 
kann ihm daher hier nicht Worte in den Mund legen, durcli 
welche er jetiem etwas Gutes wünschen würde. Ich möchte nach 
wie vor in char den Conjunctiv von chardar sehen, das eigentlich 
„bürsten, kratzen, striegeln" heisst, hier also in übertragenem 
Sinne gebraucht wäre, ivie noch jetzt das franz. carder ver- 
wendet wird. 

44. Sa paiiclia Lonibardia. Nach Ch. hätte Bertran die ; 
Vizgrafschaft Limoges hier „die kleine Lombardei" genannt, um ' 
den Bund der limo\mnischen Barone gegen Richard ironisch mit 
dem der lombardischen Städte gegen Friedrich Barbarossa zu 
vergleichen. 

45. Hier und in den folgenden Versen ist von Richard 
Löwenherz (nostre senher v. 43) die Rede; der Dichter stellt ihn 
dem ängstlichen, vorsichtigen Ademar (v. 42) und dem ungalanten 
Gottfried (v. 1 sq. u. 51) lobend gegenüber. 



— 197 — 

40. 

0. qu'a pel latge. Die beiden Hss. haben ea pel aya und 
capcUaia, tvas keinen Sinn gieht. T.: pus c'a pel laja „ivenn sie 
hässliche Haut hat"; Th.: mas chapel latge „du ^noynent qu'elle 
laisse le chapean, qu'elle cesse de se parer la tete"; Gh.: mas c'a 
2)el latge oder mas chap' a latge. Die Conjectur Toblers ist wohl 
anzunehmen, nur mtiss statt laja dem Reim zu Liebe latge ge- 
schrieben werden. Die französische Endung -e statt -a erscheint 
noch V. 25 und wird auch von andern Dichtern einzeln vertvandt; 
z. B.: Que'l roda no's vire So desus desotz Folq. de Rom. 6, 33; 
Per mercc'us prec que no'm siatz salvatge (sc. die Dame) Alb. 
de Sist. 9, lo; M'enoia . . cavals que tire Mönch v. Mont. 10, 4. 
Weitere Beispiele s. Suchier, Lemckes Jahrb. 14, 307, Amn. 1 und 
Loos, Die I^omiiialflexion im Prov. S. 25, Anm. 3. 

11. s'apatge. In den Hss. steht sa paya und si paia. In 
Bezug auf die Änderung gilt das zu v. 9 Gesagte. 

13. si ama diiitz son cliastel. Nach Ch. „wenn sie ihren 
Gatten liebt", A.: „wenn sie sich von der Gesellschaft abschliesst 
und für sich lebt, um ungestört der Liehe zu fröhnen; die gute 
Sitte verlangte, dass sie sich zuweilen zeige". 

29. art l'arclia e"l vaissel, vermuthlich, damit das Geld 
nicht in die Kisten und Schränke verpackt werden kann, sondern 
ausgegeben werden muss. 

41. port' e vielli. A.: jyorta vielh; T.: man könnte auch 
denken an: port de vielh e novelh Arnautz joglars a Richart, wo 
port Conj. Präs. wäre. 

42. Arnautz joglars. Canello, La Vita e le Operc di Arnaldo 
Da7iiello, Halle 1883, S. 3—4 spricht die Vernmthung aus, dass 
liier Arnaut Daniel angeredet wird, der Spielmami ivar und der 
seinerseits einem Bertran ein Lied übersandte. 

44. poira. Die Hs. hat pot, und Ch. erklärt diesen Vers 
finit italienischer Caesur) für correct; es scheint jedoch richtiger, 
eine Silbe einzufügen. Th. stellt jove und pot um, doch ist die 
Stellung von jov>e durch v. 43 bedingt. A. schlägt pogra statt 
pot vor; mein könnte auch bo vor pretz einfägen, vgl. v. 20 ; 15, 
48; 27, 19 u. 50; 29, 18; 32, 42 u. 53. 

41. 

33. Eassa ist sonst bei Bertran von Born der Versteckname 
für Gottfried von der Bretagne, doch passt dieser hier nicht, da 
dayin das zu vilana, tafura gehörige Subst. fehlen würde. T., 
Ch. und Th. sehen darin it. razza, frz. race „die Rasse", doch 
(')klärt Gröber, Ztschr. 9, 557—58, dass dies Wort, welches ver- 
muthlich aus dem Slavischen entlehnt sei, im Mittelalter noch 
nicht vorkomme. S. bemerkt, dass Du Gange dem Worte rassa 
die Bedeutung „conjuratio" giebt uyid dass dies passe. A. ver- 
muthet, rassa sei Schreibfehler statt raca „schlechtes Pferd". 

tafura, s. z. 12, 33. 



— 198 — 

39. Adam. Ch. schlägt dafür A dam (ad dammim) vor vüt 
Weglassung des Kommas am Schluss von v. 38, doch ist diese 
Änderung unnöthig. Die Stelle heisst: Sie machen es fast dem 
Adam gleich, nämlich im Ungehorsam gegen Gott, s. z. 29, 7. 

42. 

11. corredor ist der technische Ausdruck für Flankier, z. B.: 
Degra si menar daus totz latz Coredors e cavals armatz Bonif. 
de Castel 1, 5. 

31 . Massas sitid die Streitkolben, die nur von Knechten, nicht 
von Rittern geführt wurden, vgl. enuoia'm . . 7'ics hom que massa 
vol traire Mönch v. Mo7it. 9, 6. 

33. a l'entrar de l'estor, s. z. 7, 21. 

35. arratge, s. z. 26, 13. 

53. guerreiatz. Th. hebt hervor, dass der Indicativ nach 
enanz que auffällig sei, und möchte in diesetn Fehler einen Grund 
sehen, das Gedicht eher einem Italiener, wie Lanfranc Cigala, 
als detn Bertran von Born zuzuschreiben. Dem gegenüber bemerkt 
Ch., dass auch bei guten provenzalischen Dichtern der Indicativ 
des Reimes ivegen statt des Conjimctivs eintrete. Richtiger ist 
es, zu sagen, dass damcils der Autor grössere Freiheit in der 
Wahl des Modus hatte, je nach der Färbung, welche er dem Ge- 
danken zu geben lüünschte. Eine andre Stelle, wo enanz que mit 
dem Ind. verbunden erscheint, ist: ai mestier . . De dar, enans 
qu'om no mi quier Daude de Pradas 10, 14. Ziemlich häufig 
steht im Afr. der Ind. nach ains que, devant (ce) que, s. Mätschke. 
Die Nebensätze der Zeit im Afr., Diss., Kiel 1887, _^ S. 47—48. 
Demnach ist die von Ch. eventuell vorgeschlageyie Änderung in 
„guerr' aiatz'' nicht nöthig. 

I. 

4. porta guirlanda, nämlich als Zeichen der Freude. 

8. E • 1 reis. Gemeint ist Philipp August von Frankreich. 

10. gas. Das auslautende p von gap ist hier nach fran- 
zösischem Brauch vor dem Flexionszeichen ausgefallen, s. z. 21, 23. 

21. fraires aitals dos, d. h. solche, welche den eben aufge- 
stellten Anforderuyigen genügen könnten; aus v. 20 geht hervor, 
dass er den König Richard und dessen Bruder Johann ohne Land, 
der den Titel eines Grafen von Mortain führte, meinte. 

27. US coms de Saint Tomas. Nach Th. bedeutet dies „ein 
englischer Graf, der heilige Thomas sei Thomas von Canterburg ; 
gerade so bedeute 14, 47 la terra Saint Aimon einfach Englaml 
nach dem h. Edmund. Gemeint wäre mit diesem englischen Grafen 
Ranidf, Graf von Chester, welchen Heinrich II. mit der Constanze, 
Wittive seines Sohnes Gottfried, Herzogs von der Bretagne, ver- 
heirathet hatte. Bei dem Tode Heinrichs von den Bretonen ver- 
trieben, ivar er mit Richards Hülfe 1196 siegreich in das Land 
zurückgekehrt. 



— 199 — 

28. Bresilianda, s. z. 6, 83. 

31. lor Artus deinandan. Anspielung auf die bekannte Sage 
der Bretonen, dass Artus nicht gestorben sei, sondern einst icieder- 
kommen werde, um sein Volk zu befreien. 

33. A'ls baros cui argens blauda etc. Wie Th. hervorhebt, 
gewann Richard 1197 mehrere französische Vasallen durch Geld- 
geschenke, besonders den Grafen von Flandern und Renaud von 
Dammariin. Der Dichter warnt nun solche Barone, die sich etwa 
ebenfalls durch Geld geivinnen lassen könnten, vor der Schlaffheit 
Richards. 

35. passen lo pas, flg. „den entscheidenden Schritt thun", 
vgl. si's gardes Domna a'l traspas, anz que'l passes. Ja vils ni 
sobriers ni savais No ' Ih plagra Gir. de Born. 1, 71 — 74. 

42. A'l cointe qu'a uom n'ügos Gemeint ist damit Hugo IX. 
von Lusignan, mit dem Beinamen der Braune, der spätere Graf 
von der Mark. Er befand sich in Richards Heer, als dieser 1196 
in die Bretagne einfiel, und gehörte zu denen, die der englische 
König auf die Nachricht von Philipp Augusts Angriff' auswählte, 
um sich gegen diesen zu loenden. Bertran drückt in v. 44 die 
Hoffnung aus, Hugo werde sich nicht durch die Franzosen be- 
stechen lassest. 

II. 

13. Guerra fai de vila cortes. Ein ähnlicher Satz findet 
sich bei Peire Cardinal 4, 16: gratis guerra ... fai mal senhor vas 
los sieus afranquir. 

10. esterlis und torues bezeichnest allgemein englisches U7id 
französisches Geld. Jenes ist das englische Sterling, das eine 
Münze bezeichnete und aus esterling, eigentlich „Ostling" ent- 
standen ist, ivie man die von Osten kommenden hanseatischen 
Kaufleide anfänglich 7iannte. Torues, frz. tournois, ist eine 
Münze, ivelche ihren Namen nach der Stadt 'Tours führte, ivo sie 
geschlagen icurde. 

19. dc'ls dos reis, nämlich Richard von England mid 
Philipp August von Frankreich. 

21. coms, ducs, marques. Gemeint ist wie in v. 40 Rai- 
mund VI. von Toulouse, welcher, wie Cledat hervorhebt, zu gleicher 
Zeit Herzog von Narbonne, Marquis von der Provence und Graf 
von Toulouse ivar. Ähnlich nennt der Delfin von Auvergne 8, 15 
Richard Löwenherz : Reis e ducs e coms d'Angieus. 

37. Del senhor de*ls Aragones. Der König von Aragon, 
der sich, ivie der Dichter hofft, dem Bündniss gegen die Fran- 
zosen anschliessen wird, ist Peter II., welcher 1196 dem Alfons, 
dem Gegner des alten Bertran von Born, gefolgt war. 

38. no • Is destacha. Das Is bezieht sich wohl auf die Ara- 
gonier, die im vorangehenden Verse genannt sind, ivährend mit 
dem los von Zeile 39 die Franzosen bezeichnet werden, von denen 
in V. 33 — 35 die Rede ist. 



— 200 — 

46 — 47. iina paclia Com an Pisa ab Genoes. Die Pisaner 
lebten mit den Genuesern in bitterer Feindschaft. Auch Peire 
Vidal 14, 1 sq. spielt auf dies Vfrhältniss an. 

in. 

Erläuterung. 

6. corate d'Engolesme. Gemeint ist Ademar, mit dem Bei- 
namen Taillefer (1181 — 1218), der letzte seines Stammes (vgl. Z. 12), 
der unter dem Namen Talhafer auch in den Sirventesen des alten 
Bertran mehrfach erscheint, z. B. 5, 43 ; 6, 37. 

7. bela filha. Diese Tochter Ademars hiess Isabella. Obwohl 
Richard Löivenherz sie mit dem, in Z. 8 genannten Hugo verlobt 
hatte, so zwang Johann ohne Land sie doch, ihn zu heirathen» 
(am 24. August 1200), nachdem er sich nach zwölfjähriger Ehe 
von seiner Gemahlin Hadtvisa getrennt hatte. Aus dieser zweiten 
Ehe ging der spätere König Heinrich III. hervor. Johann starb 
bereits 1216, und 1220 vermählte Isabella sich doch noch mit 
ihrem ersten Verlobten. 

8. Ugo lo Bru. Gemeint ist Hugo X., Sohn des in I, 42 
erwähnten Hugo IX. von Lusig?ian, Grafen von der Mark. Er 
folgte seinem Vater, als dieser 1219 vor Damiette gefallen war. 

9. Liziuha. Die Hss. haben la signa und la seingna. 

32. Mirabel. Die für Johann günstige Schlacht bei Mirabel, 
jetzt Mirebeau in Poitoii (Dep. Vienne), fand am 1. Aug. 1202 statt. 

.*i9 — 40. Savaric de Maiileo, Solm des in 5, 26 genannten 
Raoul von Mauleon, auch als Dichter bekannt, spielte zu semer 
Zeit eine hervorragende politische Holle (vgl. Z. 50—57). 

40 — 41. fetz negar so uebot Artus. Dies geschah am 
3. April 1203. 

42. la tor Corp. Nach Ch. höchst wahrscheinlich das noch 
jetzt existirende Schloss zu Cardiff in Südwales am Kanal von 
Bristol, das in den lateinischen Chroniken Corf genannt wird. 

42—48. vescomte de Chastel Airaut. Der Vizgraf von 
Chastel Airaut (jetzt Chatellerault im Dep. Vienn^e) ivar Wilhelm 
de la Rochefoucauld. 

Gedicht. 

2 1 . Galvanh ist Gauvain, Gavain, der bekannte Neffe König 
Arthurs und Mitglied von dessen Tafelrmide. 

24. al senhor del Grouli. Diez (L.u.W.426, Anm. 2) 
sagt: „Das Vorgebirge (groin) bei Saint-Malo fuhrt diesen Namen 
schlechtweg" j ivobei er sich auf Büschings Geographie beruft. 
Nach ihm ist daher hier Gui von Thouars gemeint, der, mit 
ArtJmrs Midier Constanze vermählt, damals Herzog von der 
Bretagne war. Dies erklärt P. Meyer (Rom. 11, 441) für einen 
Irrthum, indem er behauptet, der Ortsfiame bedeute die Stadt 
Logrono in Spanien. Letzteres trifft unziveifelhaft mehrfach zu, 
z. B.: Tuch VEspanhol de • l Gronh tro Compostelha Paulet de 



i 



— 201 — 

Marseille 1, IS. Auch im Altfranzösischen, z. B.: Pris le Groing 
et VEstoile Gui de Bourg. 70. Aber daneben scheint das ]Vort 
auch die von Diez angegebene Bedeutung gehabt zu habest. Nocli 
heute heisst die Landspitze östlich vo7i St. Mala auf den Karten 
Pointe du Grotiin. Auch in: Trop a grant don del Rin cntros- 
■/a'au Groing Ross. (0) 8264 ist offenbar ein Ort in Frankreich, 
nicht in Spanien gemeint. Da auch an unserer Stelle „der Herr 
von Logrono'' durchaus keinen Sinn gäbe, so i.st an Diezens 
Deutung festzuhalten. 

25. Lozovics. Die ersten fünf Zeilen dieser Strophe ent- 
halten eine Anspielung auf die Chanson d' Aliscans. Titbaut ist 
Thibaut d'Afrique, der erste Gemahl der Orable, die später, als 
sie Christin ivurde und den Wilhelm von Orange heirathete, den 
Namen Guiborc annahm. Die Belagerung von Oratige umrde 
nur durch ein Hülfsheer vereitelt, das König Ludwig auf Wil- 
helms 2)ersönliche Bitte eilig absandte. 

33. sai ist hier in dem Sinne von „zu Euch" gebraucht. 

4"^. Cadouli, Cadunium, franz. Cadoifi, ivar eine Abtei in 
Perigord. 

49. Savarics ist Savaric von Mauleon; s. z. Erläut. Z. 39 — 40. 

52. en el no ponh, Ponher en „streben nach", z. B.: m'es 
de latz en que ponh (sc. ich) Raimb. d'Aur. 8, 43; en antra no 
2)onh ib. 41, 21; faitz niun metge venir Que ponh' en ma nafra 
guarir Jaufre 120 f>. 



GLOSSAR. 



I 



i 



(R) bedeutet, dass die betreffende Stelle sich im Reim befindet. 



A. 



a, ad Präp. an, auf, in, zu, 
mit, nach. 

a Interj. ach. 

ab Präp. bei, mit, durch, in der 
Zeit von. 

ab que vorausgesetzt dass, wenn 
nur. 

abadia s. f. Abtei. 

abandouar tr. verlassen. 

abat s. Abt. 

abatre rf.. herabkommcM, sich 
hcrabstib'zen, pg. sicli ein- 
lassen (en). 

abdurat a. abgehärtet. 

abraiidar tr. verbremien. 

abrasar tr. anzünden, versengen. 

abrassar tr. fig. criverben. 

abriar rfl. sich schützen. 

abril s. Ajml. 

absolver tr. lossprechen, lösen. 

acertuc a. zuverlässig. 

acesniar tr. nisten, bereit machen. 

acbabada a. f. vollendet. 

achaptar tr. kaufen, fig. holen. 

acli a. geneigt. 

acoindar tr. bekannt machen. 

acülhimeu s. m. Aufnahme. 

acülhir tr. aufnehmen, fig. er- 
icerben; intr. gastfrei, ent- 
gegenkommend sein; s. Gast- 
freundlichkeit. 

acomjadar tt'. verabschieden. 

acordamen s. m. Versöhnung. 

acordar tr. versöhnen; rfi. sich 
vertragen. 

acort s. Vertrag. 

ad s. a. 



adermar tr. verivüsten, zerstören. 

ades adv. sogleich, fortwährend. 

ades que Conj. besonders da. 

adoncs adv. da, dami, nunmehr. 

adoussar tr. erfreuen. 

adrecli a. recht, rechtschaffen, 
gerade, gewa^idt. 

aduire Pr. hid. 3. adutz, tr. 
bringen. 

afau s. m. Anstrengung, Mühe, 
Widerwärtigkeit. 

afanar tr. abarbeiten. 

afar s. m. Sache, Ayigelegenheit. 

afeblciar intr. schwach werden. 

afiaraen s. m. Vertrauen. 

afiar tr. versichern ; rfi. sich ver- 
tragen. 

afiat a. sicher; s. Bundesgenosse. 

aficliat a. beharrlich. 

atiuar tr. beenden. 

ag'radar intr. genehm sein; auch 
unpcrs. 

aj]^radatgc s. d'a. adv. gern. 

agiillio s. Stachel. 

agiir s. m. 1) Wahrsager, 2) Ge- 
schick; mal — Unglück. 

aguzar tr. schärfen fig. 

ai Interj. ei, ach. 

äiar intr. helfen; Dieus, äia! ein 
Kriegsruf. 

aidar intr. helfen. 

aiga s. Wasser. 

aigla s. Adler. 

aiglaii s. Eichel. 

aigro s. Reiher. 

ais s. m. 1) Wohnung, 2) Be- 
quemlichkeit. 



— 206 — 



aise s. Wohnimg. 

aisit a. gewogen. 

aissei pr. dem. Sg. N.; aissilh 
Fl. N. derjenige, jener. 

aissen s. Absgnth. 

aissi adv. 1 ) so, ebenso ; — com 
Conj. da ja 2) hier, d' — eiiau 
fortan. 

aital, aitau 25, 30 (R) a. solch. 

aitan a. so viel, ebenso viel; adv. 
ebenso viel, ebenso sehr. 

ajostar rfl. sich (im Kampfe) 
messefi. 

ajuda 8. Hülfe. 

ajudar tr. midintr. helfen, unter- 
stützen; rfl. sich helfen, Mittel 
ergreifen. 

ajutori s. Unterstützung. 

al s. als. 

albergar tr. beherbergen. 

alcoto s. Panzerhemd. 

alegranza s. Heiterkeit. 

alegrar rfl. sich erheitern. 

alegratge s. Fröhlichlceit. 

alegre a. erfreut. 

alegreza s. f. Freude. 

alentar rß. sich verlangsamen. 

alh s. m. Ziviebel. 

alhors adv. flg. bei einer andern. 

aliiihat a. gerade fig. 

almassor Almansor. 

alquaii a. PI. einige. 

als, al 32, (U (R) pron. lud. 
neiitr. anderes; adv. anders. 

aliimnar tr. anzünden. 

amadors Ä. PI. von araaire s. 
Liebhaber. 

amairitz s. Geliebte, Liebende. 

amar tr. und intr. lieben. 

amassar tr. anhäufen, an- 
sammeln. 

ambas /'. PI. von ams j^y'on. ind. 
a. beide. 

ambedui, aiiidui; A. ambedos, 

amdos j^^'o^^- *^^^- ^- w**^ '^• 

beide. 
amermar tr. klein machen fig. 
amia s. f. Geliebte. 
amic s. m. Freund. 



amiran s. Emir. 
amonestar tr. ermuntern. 
amor s. f. Liebe, liebenstvürdiges 

Benehmen. 
amoros, -osa a. liebenswürdig, 

liebevoll, verliebt. 
amparar tr. beistehen, behüten. 
an s. m. Jahr. 
anar Präs. 1. vau, 3. vai, PI. 

2. anatz, 3. van; Conj. \. au, 

3. an, PI. 2. anetz, 3. ancn; 
Lnper. vai; hnp. 3. anava, 
PI. 3. auavan; Perf. 3. anet, 
PI. 3. aneron; Conj. PI. 3. 
anessen; Fut. a) 2. anaras, 
3. anara, PI. 3. anaran; b) 1. 
irai, PI. 1. irem, 3. iran intr. 
gehen, ivandern, weggehen, 
aufbrechen; mit dem Ger. = 
Verbum flnitum. 

anc adv. je; — no 7iie. 

ancar, ancaras adv. jetzt, noch. 

aneeis adv. Comp, früher. 

ancessor s. m. Vorfahr. 

aiiliel s. Lamm. 

annat a. älter. 

ansessi s. Mörder. 

anta s. Schande. 

antan adv. im vorigen Jahr, 

früher. 
antic a. alt. 

anvan s. m. Verschanzung. 
anz adv. früher, vielmehr; — de 

Präj). vor; — que Conj. ehe, 

bevor. 
aoras adv. jetzt. 
aordenar tr. ordnen. 
apaisar rß. sich beruhigen. 
aparelhar rfl. sich vorbereiten. 
apatge 40, U (R) statt apaia 

von apaiar rfl. sichbefriedigen. 
apelar tr. nennen, rufen; bitten; 

anklagen; rß. sich nennen. 
apensos a. sorgenvoll. 
aperte Präs. 3. von apcrtener 

intr. gehören 
apoderar tr. bezwingen. 
apostitz a. betrügerisch. 
aprendre Präs. Conj. 3. aprendaj 



207 — 



Part. 2. apres, apresa tr. 
lernen, erfahren, sich an- 
eignen; uial apres ungezogen. 

apres Präp. hinter, nai'h. 

aprinuir rfl. Pläne auahnlten, 
grübeln. 

a(|iiel N., aqiiel A., aquilh PI. 
N., aquels A. pron. dem. s. 
und a. derjenige, jener. 

lupicst N. und A., aquist PL N., 
aquestz A., f. aqiiesta j^'^'Ofi- 
dem. 8. und a. dieser. 

ar, ara, aras adv. jetzt, mm. 

arbalestier s. Armbrustschütze. 

arbre s. m. Baum. 

arc s. Bogen. 

archa s. Koffer. 

arcivesque s. Erzbischof. 

ardimeii s. Math. 

ardit 1) s. m. Muth, 2) a. kühn. 

ardre Präs. 3. art; Imj). PI. '6. 
ardiaii; Perf. 5. ars; Part. 2, 
ars, arsa tr. verbrennen. 

arena s. Sand. 

arenalh s. m. Gebiet. 

argen s. m. Silber. 

aribar intr. landen. 

arma s. Waffe. 

armar tr. bewaffnen; vgl. rei. 

arnes .s. m.Rüstung, Ausstattung. 

arratge adv. umherirrend; auar- 
umherirren. 

;irt s. f. Kunst. 

arzo s. Sattelbogen. 

asclar tr. zerhauen. 

asiata s. Wohnung (?). 

assai s. Unternehmung. 

assalhir tr. angreifen, intr. zum 
Angriff sclireiten. 

assatz adv. viel. 

assaiit s. Angriff. 

assegiirar tr. ermuthigen. 

assetjar tr. belagern. 

asset Präs. 1, von assezer rfl. 
sich setzen. 

assire Perf. 3. assis; Part. 2. 
assis tr. setzen, sitzen lassen, 
belagern; fig. anlegen, ge- 
währen. 



assolre Perf. 3. assols; Part. 2. 
assout tr. lossprechen, ver- 
abschieden. 

astrolomia s. Astrologie. 

ateudre tr. erwarten, Bescheid 
thun; intr: aufpassen, ge- 
horchen. 

ate Präs.'S. von atenerrß.gehören. 

ateis Perf. '6. von ateiiher intr. 
gelangest. 

atraire Präs. 3. atrai; Perf. 8, 
atrais t7\ anziehen, zusammen- 
ziehen. 

atur s. m. Mühivaltung. 

aturar rfl. 1) sich Mühe geben, 
2) sich aufhalten. 

aiicire Präs. Conj. 3. aucia, PL 
3. aucian; Perf. 3. aiicis, PL 
3. auciseron tr. tödten. 

aiiiiinien s. Verhöhnung. 

auiiir tr. schänden. 

aiir s. m. Gold. 

aura s. Luft. 

aurion s. Adler. 

ausar tr. icagen. 

ausberc s. Halsberge, Panzer. 

austor s. m. Habicht; — anedier 
Entenhabicht ; — terzol Jagd- 
habicht. 

aut, au 35, 22 (li) a. hoch; en 
aut adv. in die Höhe; d'aut 
bas adv. von oben herab. 

autre, antra a. ander; autrni cas. 
obl. Sg. u. PL s. 

autrei s. m. Zugeständniss. 

autreiar tr. anerkennen, ge- 
währen, versichern; rfl. sich 
bekennen als (a). 

antresi adv. ebenso. 

autretal adv. ebenso. 

autretan adv. ebenso sehr, -viel. 

anzel s. m. Vogel. 

anzelü s. Vöglein. 

auzir Präs. 1. auch, 3. au, PL 

2. auzetz ; Conj. 3. auia, PL 

3. aniau; Imp. Conj. 3. auzis; 
Fut. PL 2. anziretz; Gerund. 
auzen tr. und intr. hören, ver- 
nehmen. 



— 208 — 



aval adv. herab. 

avaiitar rfl. sich (vorwärts) be- 
gehen. 

avar a. karg, knickerig, eng- 
herzig. 

aveii s. Adventszeit. 

ave Präs. 3. von avcnir; Per f. 
3. aveuc iritr. sich ereignest. 

aventiira s. f. Geschick, Aben- 
teuer. 

aver Präs. 1 . ai, 3. a, PI. 1 . avcm, 

2. avetz, 3. an; Conj. 3. aia, 
PI. 2. aiatz, 3. aian; Inij). 3. 
avia, PI. 2. aviatz, 3. avian; 
Per f. 1. aic, 3. ac, PI. 3. agrou; 
Conj. 3. agiies, PI. 2. acsetz, 

3. agiicssen; Fat. 3. aiira, PI. 
3. auran; Cond. a) 1. agra, 3. 
agra, b) 1. auria; Part. 2. agut 



Hül fsverb; tr. haben, besitzen; 
unpcrs. es giebt; — fracliura 
bedürfen; — mestier, o\^s be- 
dürfen, nöthig sein, nöthig 
haben. 

aver s. Habe, Geld. 

avcrgonhar rfl. sich schämen. 

avilir tr. niederdrücken. 

avinen a. angenehm, anmuthig, 
freundlich; avinenmcn adv. 

avol a. gemei?i. 

avolesa 17, 8 (R) s. Gemeinheit, 
Schlechtigkeit. 

azaut a. artig. 

azirar tr. hassen. 

azorar tr. huldigen; intr. Hul- 
digungen darbringen. 

azur s. Azur. 



B. 



baco s. Speck. . 

badalhar intr. gähnen. 

bai a. brami. 

bais -s'. Kuss. 

baisar 1 ) intr. küssen, 2) s. Kuss. 

baissar tr. niederwerfen, flg. 
schmälern. 

balhar tr. geben. 

balliir tr. gehen, leiten. 

baralha s. Zwistigkeit. 

baralhar rfl,. sich schlagen. 

barata s. Handel, Streit. 

baratar tr. und intr. gewinnen. 

barbari s. m. Barbariner 
(Münze). 

barbat, -ada a. bärtig. 

barga s. f. Barke, Rettungsboot. 

barganha s. Handel. 

baro Sg. N. bar; A. baro; PI. 
N. baro ; A. baros Baron, vor- 
nehmer Mann, Mann. 

barri s. m. Schutzivehr. 

bart s. Brei. 

bas a. niedrig. 

basclo s. Wegelagerer, Strauch- 
dieb. 

bastidors .1. PI. von bastirc s. 
Bauliebhaber, 



bastir tr. und intr. bauen. 

batalh s. m. Klö^yfel. 

batallui s. Schlacht. 

batre tr. schlagest. 

baiideza s. f. Kühnheit. 

baudor s. f. Lustigkeit. 

baiisar tr. täuschen. 

be 1) adv. ivohl, sehr, recht; 2) 
s. das Gute, Vortheil. 

be - siatz - vcugut s. Will- 
kommen. 

bccha s. Haken. 

bcfach s. Wohlthat. 

bei, bela a. schön; vgl. esser. 

belazor Comp, von bei, mit Art. 
der scJiönste. 

bcuanan a. sich wohl befindend, 
glücklich. 

bcnanauza s. Glück. 

beiida s. Band. 

ben-estan s. m. das Wohlan- 
ständige, feines Benehmen. 

berzol s. m. Wiege. 

besüiili s. m. Noth, Bedürfniss. 

besonlia s. f. Bedürfniss, flg. 
Vorhaben. 

bestia s. Thier. 

bestor s. Thümichen. 



209 



beurc Präs. Conj. 3. beva; Part. 
2. begut intr. trinken. 

beutat s. f. Schönheit. 

bezan s. m. Byzantiner (Münze). 

biais s. Neigung, Zimeigung; 
en — adv. abwärts. 

biaissar 7'fl. sich abwenden, aus- 
weichen. 

bissestar intr. im Unglück sein. 

blaue, blancha a. weiss, fig. 
blüthenreich. 

blaucheiar intr. leuchten, 
glänzen. 

blaudir tr. schmeicheln, will- 
fährig sein. 

blasmar tr. tadeln. 

blastimar tr. tadeln. 

blat s. Getreide. 

blau a. blau. 

blezo s. Schild. 

bliau U), 36 (R) s. Seidengeivand. 

bloia f. von bloi a. blond. 

blos a. baar. 

bo, bona a. gut, geneigt. 

boban s. m. Pomp, Prahlerei. 

bocharaii s. m. Steifleinewand 
(für Wämmser). 

boia s. Fessel. 

boisso s. Gebüsch. 



bomba s. f. Aufzug. 

bore s. Burg. 

bordir intr. tourniren. 

bordo s. Pilgerstab. 

borges s. Bürger. 

bos s. m. Gehölz. 

bosehatge s. m. Gebüsch. 

bot s. Neffe. 

brac s. Schiveisshund. 

braehet s. Schiveisshund. 

braias PI. Hosen. 

braier s. Gürtel. 

braire int7\ singen. 

bran s. m. Schwert. 

brando s. m. Feuerbrand. 

bratz s. Arm. 

brau a. hart, rauh. 

brieu 1) s. Brief; 2) a. kurz, 

en — in Kurzem. 
brochar tr. stechen; Part. 1. 

broclian adv. eilig. 
brondel s. Ziveig. 
bruuir tr. putzen. 
brusar tr. verbrennen. 
bust s. Rumpf. 
buzac s. Waldgeier, Bussard. 
buzacador PI. N. von buzacaire 

jemand, der ynit Bussarden 

jagt. 



C. 



cada, cad' a. jeder; ead' an 

jedesmal. 
cadäu s. Jeder. 

caire, cairel vgl. quaire, quairel. 
calhar tr. vereinigen. 
eel s. Himmel. 
cel Sg. N; A. eel ; PI. N. cilh ; 

A. eels; /'. cela, celas j^^'on. 

dem. s. u. a. derjenige. 
celar tr. verschiv eigen, verhehlen; 

s. Liebesheimlichkeit. 
celadamen adv. heimlich. 
eembel s. Kampfspiel, Kampf 
een Zahlwort hundert. 
eendat s. Taft; Fähnchen, 

Standarte. 
eereliar i7itr. suchen, erstreben. 
certa, aua a. gewiss, zuverlässig. 



cervel s. Gehirn. 

ces s. Zins. 

eha s. Hund. 

ebabau a. überlegen. 

ebaber Inf. intr. fg. icohnen. 

cliabessaUia s. f. Kapuze, Kopf- 
bedeckung. 

cliadena s. Kette. 

eliais s. Backe. 

chaitivier s. m. Unglücksfall. 

ehaler Präs. 3. chal; Conj. 3. 
ehalba unpers. gelegen sein, 
daran liegen, kümmern. 

ehalonjar intr. herausfordern. 

chamba s. f. Bein. 

ehambiar rf,. sich verändern. 

cliambo s. m. Feld. 

ehambra s. Zimmer. 



llomaiiische Bibl. Bertran von Born. 



14 



— 210 



chami s. m. Weg. 

chamjar tr. venvandeln, ver- 
tauschen, wechseln; fig. ab- 
lassen von; rfl. sich ändern. 

champ s. Lager, Feld. 

champanha s. Feld. 

champio s. Söldner. 

chan s. Sang, Lied, Dichten, 
Dichtkunst. 

chantador S. A. von chantaire 
a. sangreich. 

cliantar tr. und intr. dichten; s. 
Gedicht. 

chanzo s. Lied, Gedicht. 

chap s. m. Kopf, Haupt; Ende. 

chapa s. f. Ma^itel, Heitermantel. 

chapdelar tr. regieren, verfügen 
über; rfl. sich benehmen. 

chapel s. Hut, fig. Helm. 

chaptenemen s. Benehmen. 

chaptener Inf.; Präs. 3. chapte; 
Conj. 3. cliaptenha rfi. sich 
benehmen. 

char a. iverth, theuer; anhäng- 
lich; charamen adv. freund- 
lich; vgl. tener. 

chara s. f. Antlitz. 

cliarcol s. Treppe. 

chardar tr. kratzen, striegeln fig. 

cliargar rfi,. sich füllen. 

cliarn s. f. Fleisch. 

charnal a. Fleisch-. 

charreta s. f. Karren. 

charretier s. Kärrner. 

charrieira s. f. Lauf. 

charzir intr. theurer iverden. 

chascu pron. indef s. Jeder. 

chaslar s. m. Schloss. 

cliassa s. Jagd. 

chassador PI. N. von cliassaire ; 
A. chassadors s. Jagdlieb- 
haber; a. jagdliebend. 

chassar tr. und intr. jagen. 

chastel s. m. Schloss, Burg. 

chastela s. m. Schlossherr, -be- 
sitzer. 

chastiador Sg. A. von chastiaire 
s. Rathgeber. 

cliastiar tr. belehren, zurecht- 



tveisen , schulmeistern; s. 
Strafpredigt. 
chau a. hohl. 
cliausa s. f. Sache, Ursache, 

Grund. 
chausir tr. und intr. sehen, 

herausfinden, wählen. 
chausit a. geivählt. 
chaussa s. Beinschiene. 
chaut s. Hitze. m 

chauz s. Kalk. ~ 

chaval, cliavau 13, 3; 41 (beide 

R) s. Pferd. 
cliavalgar intr. reiten. 
chavalier s. Ritter, Hofmacher, 

Anbeter. 
cliazer Inf; Präs. 3. cliai; Pejf. 
3. cliazet; Pa^-t. 2. cliazut, /. 
cliazeguda intr. fallen; — en 
eretat zur Erbschaft gelangen. 
eine Zahlwort fünf. 
cinglar s. Eber. 
cinlia, einh' s. Schwan. 
ciuquanta Zahlwort fünfzig. 
eisclato s. Seidenstoff. 
eist PI. N. pron. dem. a. dieser. 
eiutat s. f. Stadt. 
clamar fr. nennen, anfiehen; intr. 

klagen. 
clam s. Beschwerde. 
clar a. hell, rein; fig. freundlich. 
clau s. f. Gewalt. 
elaure Präs. 3. clau; Part. 2. 

elaus tr. um-, einschliessen. 
clavar rfi. sich verschanzen. 
cli a. gebückt. 
elocliar intr. hinken. 
coart a. feige. 
eobe a. habgierig. 
eobeitesa 17, 38 (R) s. Habsucht. 
eobeitos a. habgierig, begierig. 
cobir intr. zu Theil loerden. 
cobla s. f. Strophe. 
cobrar tr. ericerben, erobern,, er- 
kämpfen, in Besitz bekommen. 
cobrir Part. 2. cobert; cobrit 
33, 30 (R) tr. bedecken; fig. 
schonen. 
cocha s. Noth, schwierige Lage. 



211 — 



cocliar rfl. sich beeilen, hitzig 
sein. 

coclios a. und adv. eilig. 

coinde, -da a. lieblich, anmuthig. 

coiudetaf. von coindet a. lieblich. 

col s. m. Hals. 

colgar tr. legen; fig. Beischlaf 
gewähren; intr. untergehen, 
schlafen. 

colhir tr. entgegennehmen. 

colom s. Taube. 

color s. f. Farbe, Hautfarbe; 
de — farbig. 

colp s. Schlag, Hieb. 

colpa s. Schuld. 

cols Präs. 2. von aolretr. dulden, 
sich gefallen lassen. 

com Co7ij. wie, da (causal) ; com 
so fos chausa que sintemal. 

coma Conj. wie. 

coman s. m. Wunsch. 

comanda s. f. Geivalt. 

comaudamen s. Befehl. 

comandar tr. befehlen, empfehlen, 
anvertrauen; rfl. sich ergeben. 

comba s. f. Thal. 

combatre tr., intr. u. rfl. kämpfen. 

comenzamen s. Anfang. 

comenzar tr. beginnen. 

comjat s. Abschied. 

companlia s. Schaar, Gesell- 

■ Schaft. 

companhia s. f. Gesellschaft. 

companliier s. m. Gefährtin. 

companbo Sg. N. companh; A. 
und PI. N. companbo ; A. com- 
paubos s. Genosse. 

compartir rfl. gemeinsam auf- 
brechen. 

complanber i^itr. icehklagen. 

complit, complia 34, 25 (R) a. 
vollkommen, vollständig. 

comprar tr. kaufen. 

comtal a. gräflich. 

comtar tr. und intr. zählen, er- 
zählen, vortragen. 

comtat s. m. Grafschaft. 

comte Sg. N. coms ; A. und PI. 
N. comte ; A. comtes s. Graf 



comte s. Rechnung; Erzählung. 

comimal a. gemeinsam ; comu- 
nalmen adv. gemeinsam. 

comunalba s. Gemeinschaft. 

coucordi s. Eintracht. 

conducb s. Gastmahl. 

confermar rfl. sich festsetzen. 

confort s. Unterstützung. 

confraire s. m. Mönch. 

congrenb s. Nothstall. 

conbat s. tn. Schwager. 

coiiil s. Kaninchen. 

conoissedor PI. N. von conois- 
seire s. Kenner; vgl. faire. 

conoisser Inf; Präs. 1. conosc; 
Perf 3. conoc; Conj. 3. co- 
nogues tr. erkennen, zuer- 
kennen; Part. 1. conoissen 
a. erfahren; s. Bekannter, 
Freund. 

conoissenza s. f. Geisteskraft. 

conort s. Befriedigung. 

conortar rfl. sich erheitern. 

conquerre Inf. conquerer 30, 38 
(R); Präs. 3. conquier; Perf. 
Sg. 3. conquis; couqueret 7, 
69; coliquerit 13, 24; Fat. 3. 
conqiierra, PI. 3, conqiierran; 
Pari. 2. conqiies, -esa; con- 
quest, -esta; conqiiist, -ista 
tr. u. iyitr. erobern, erwerben; 
fig. durchsetzen. 

conrei s. Wirkung. 

consegre tr. erreichen. 

conselb s. m. Rath. 

conselbaire Sg. N. s. Rathgeber. 

conselbar tr. berathen; intr. 
Rath ertheilen. 

consirar tr. denken, in Über- 
legung ziehen. 

consirier s. m. Sehnsucht. 

consiros a. sorgenvoll. 

conten s. Streit. 

contenta s. Streit. 

contendre intr. kämpfen. 

contenzo s. Streit. 

contra Präp. gegen; im Ver- 
gleich zu. 

contrafar tr. nachahmen. 

14* 



— 212 -^ 



conven s. Verabredimg. 

convenir Präs. 3, conve; Part. 
2, convengut, -uda 1) tr. zu- 
sagen, übertragen ; 2) rfl. un- 
pers. sich ziemen. 

convidar intr. einladen. 

cop s. m. Schale, Näpfchen. 

copa s. Schale. 

cor s. m. Herz; Lust; Muth; 
Gesinnung. 

coral, coraii 13, 26 (M) a. 
Herzens-. 

coralha s. f. Muth. 

coras que Conj. wann auch 
immer. 

coratge s. m. Herz, Sinn, Ge- 
sinnung. 

coratjos a. muthig. 

corda s. Strick, Tau. 

com s. Hörn, Jagdhorn. 

Corona s. f. Krone. 

coronar tr. krönen. 

correr Inf.; Präs. 3. cor intr. 
laufen, eilen; Part. 1 . correiis 
adv. eilig. 

corredor PI. N. von correire s. 
m. Plänkler. 

correi s. m. Riemen. 

cors s. Körper; dient zur Um- 
schreibung des Pron. pers. 

oors s. m. Lauf; Streifzug. 

cort s. f. Hof, Hofhalt, Hoffest. 

corteiador PI. N. von corteiaire 
s. Anbeter. 

cortes a. höfisch. 

cortesia s. Höflichkeit, höfisches 
Benehmen. 

cosi s. Vetter. 

cossi Conj. wie. 

costar intr. kosten. 



costat s. m. Seite. 

costiim s. Gewohnheit. 

costuma s. f. Sitte. 

coude s. Unterarm. 

coutel s. Messer. 

cozer Präs. Conj. 3. coia tr. 

ärgern; Part. 1. cozen 1) 

adj. schmerzend, 2) s. Leid, 

Schmerz. 
cranc s. Krebs. 
crebar tr. vermittels Durchstichs 

ableiten. 
creire Präs. 1. crei, 3. cre, PI. 1. 

crezem; Conj. PI. 2. crezatz; 

Imp. 3. crezia; Fut. 1. creirai 

tr. glauben; ausführen. 
creisser Präs. 3. creis; Conj. 3. 

crescha intr. wachsen, er- 

tvachsen; tr. vermehren, ver- 

grössern. 
cremar tr. verbrennen. 
cresma s. f. Salböl. 
crestia s. Christ. 
cridar intr. rufen, schreien. 
cristau 35, 34 (P) Chrystall. 
croia vgl. cnioi. 
crotz s. f. Kreuz. 
crozar rfl. das Kreuz nehmen; 

crozat mit dem Kreuz ver- 
sehen. 
cruoi, croia a. 1) schäbig, 2) 

wild, roh. 
cuirada s. Lederüberzug. 
cujar Präs. 1. euch tr. glauben, 

wähnen, hoffen; mit dem Inf. 

beinahe etwas thun; rfl. sich 

einbilden. 
ciirallia s. Äfall. 
ciirar rfl. sich entäussern. 



D. 



da Präp. von — an. 

daii s. Schade. 

dar Inf; Präs. 3. da; Imp. 3. 

dava; Per/'. 3. det, PI. 3. deroii ; 

Conj. 3. des; Fut. 3. dara, PI. 

3. daran; Cond. a) PI. 3. deran, 

b) PI. 3. dariau; Part. 2. dat 



tr. und intr. geben, schenken, 
freigebig sein, aastheilen; flg. 
verursachen. 

dart s. Geschoss. 

dat s. m. Würfel. 

daurar tr. vergolden. 

daus Präp. nach — hi^i. 



213 



de Fräj). von, von — her. vo7i 
— an, aus, wegen, in Betreff, 
in, mit; de sai hier, de lai 
dort, de viro rings herum; 
defendre de vertheidigen 
gegen; mit Adj. = adv.; pleo- 
nastisch in dire d'oc, de iio ; 
nach Comparativ als. 

debateu Part. 1. von debatre. 
a. zappelig. 

deburar tr. einschüchtern (?). 

decliazer tr. zu Grunde richten. 

dcdintz adv. innen, darin. 

defendre tr. u. intr. vertheidigen, 
retten; rfl. sich vertheidigen. 

defensalha s. f. Widerstands- 
kraft. 

deforas adv. hinaus. 

deisseudre Inf; Präs. 3. deisseii 
intr. herabsteigen, -kommen; 
tr. stürzen. 

delechar rß. sich ergötzen. 

delgat a. zart. 

deliiirier s. Erlösung. 

demau s. 1) Forderung, Wer- 
bung, 2) Einrede. 

demauda s. f. Forderung, An- 
spruch. 

demandar tr. verlangen, abver- 
langen, beanspruchen; intr. 
Anspruch erheben. 

demaiies adv. sofort. 

demostrar tr. beweisen. 

den s. f. Zahn. 

denairada s. Werthsache. 

denan 1 ) Präj). vor, von — iveg ; 
2) adv. vorn; seither. 

denier s. m. Pfennig, Münze; 
PI. Geld. 

departimen s. m. Verabschiedimg. 

depeis Pe^f. 3. von depenher 
rfl. sich bezeichnen als (a). 

deport s. Vergnügen. 

deportar rfl. sich vergnilgen. 

depuois que Coyij. als, da einmal. 

derier a. der letzte, schlimmste. 

derocliar tr. umstürzen. 

des Präp. seit, von — an; des 
que Conj. sobald als, da, weil. 



desaise s. Unbequemlichkeit. 

desaiuparar intr. verlassen. 

desanuat a. nnbewaffnet. 

desaventura s. Missgeschick. 

deschadenar rfl. sich lösen. 

descliargar tr. herauben; rfl. sich 
befreien. 

deschausit a. roh, gemein. 

desconfis Perf. 3. von descon- 
fire tr. übencinden. 

desconoguda f. des Part. 2. von 
desconoisser tr. verkennen. 

desconort s. Trostlosigkeit. 

desconortar rfl.. muthlos werden. 

desconselliat a. rathlos. 

desdire intr. ividerreden. 

desempaclia s. Förderung. 

desenferrar intr. sich aus den 
Fesseln befreien. 

desensenhat a. ungebildet. 

deseret s. Raub. 

deseretar tr. berauben, enterben. 

deserrar tr. entfalten. 

desfar Inf; Perf. PI. 3. des- 
feiron; Part. 2. desfach, -a 
tr. zu Grunde richten, auf- 
lösen, zerstören. 

desfiar tr. herausfordern. 
desguarnir tr. zerstören. 
desirar tr. ersehnen. 
desire s. Sehnsucht. 
desirier s. m. Wunsch. 
desiron a. sehnsüchtig. 
desleiaiitat s. Ungesetzlichkeit. 
desliar tr. auskleiden. 
desliurar tr. befreien. 
desiuaudar tr. absagen. 
desnientir tr. Lügen strafen, 
ei)ien Lügner schelten. 

desmesura s. Überhebung. 
desmesurar rfl. über das Mass 
hinausgehen. 

desonor s. Unehre. 
desonrar tr. entehren. 
desotz Präp. unter. 
despendre tr. ausgeben. 
despensar tr. ausgeben. 
desplazer Inf.; Präs. 3. desplatz ; 



214 



Imj). 3. desplazia intr. miss- 

fallen: Inf. s. Missfälliges. 
despleiar rfl. sich entfalten. 
desrei s. m. Streit. 
desse que Conj. sobald als. 
destacliar tr. losmachen. 
destendre tr. loslassen. 
destol Präs. 3. von destolre tr. 

rauhen. 
destorbier s. Zivist. 
destrapar fr. losschiessen. 
destrei s. Besitz. 
destrenher Präs. Conj. 3. des- 

trenha; Imp. 3. destreuhia; 

Perf 3. destreis tr. flg. quälen, 

nahe gehest. 
destrier s. Streitross. 
destruire Inf; Präs. 3. destnii 

tr. vernichten; rfl. sich zu 

Grunde richten. 
desvestir rfl. sich entkleiden fig. 
detz Zahlivort zehn. 
devalar intr. herabsteigen. 
devedar tr. verbieten. 
devengut Part. 2. von devenir 

intr. werden. 
dever Präs. \ . dei, 2. deves, 3. 

den, PI. 1. devem, 3. devoii; 

Co7ij. 3. deia; Imp. PI. 3. de- 

vian; Conj. 3. degues; Cond. 

a) Sg. 1. degra, 3. degra, PI. 

2. degratz, 3. degraii; b) Sg. 

3. deuria tr. müssen, schuldig 
sein, diirfeti; dient auch zur 
Umschreibung d. Conjunctivs. 

deves Präp. auf, an, nach — 
hin; fig. in den Besitz von. 

devi .9. Seher. 

dia s. Tag. 

dich s. m. Wort, Rede, Leumund. 

dieus s. Gott. 

dijous de la Cena s. Grün- 
donnerstag. 

dilii s. Montag. 

dimartz s. Dienstag. 

dintz Präp. in, innerhalb. 

dire, dir Inf; Präs. ]. die, 3. 
ditz, PI. 2. dizetz, 3. dizon; 
Conj. 1. diga, 2. digas, 3. diga, 



PI. 2. digatz; Imper. di; Imj). 
1. dizia, PI. 3. dizian; Perf. 1. 
dissi, 3. dis; Conj. 3. disses; 
Fat. 1. dirai, 2. diras, PI. 3. 
diran; Part. 1. dizen, 2. dich 
tr. sagen, erzählen, mittheilen, 
beschreiben, aussprechen; intr. 
sprechen; fig. als mangelhaft 
bezeichnen 17, 11; dir Inf. s. 
Spruch. 

disnar intr. zu Mittag essen. 

diversa f. von divers a. ver- 
schieden. 

divinar intr. ahnen ; verläumden, 
klatschen. 

do s. m. Geschenk. 

doblar tr. verdoppchi. 

dol s. rn. Schmerz, Leid, Trauer. 

dol Präs. 3. von dolcr intr. leid, 
iveh thun. 

dolen, dülenta a. leidend, 
schmerzhaft; fig. erbärmlich. 

dolor s. f. Schmerz. 

doloros a. schmerzhaft. 

domenga s. f. Sonntag. 

domna s. f. Dame, Herrin, Ge- 
liebte. 

domnei s. Frauendienst. 

domneiaire Sg. N. s. Frauen- 
verehrcr. 

domneiar intr. den Hof machen, 
mit Frauen umgehen. 

doli adv. V071 wo, weswegen, ver- 
tritt de mit dem Pron. rel. 

donadors PI. A. von donaire s. 
Geschenkgeber. 

doiiar^r. gehen; fig. verursachen; 
intr. schenken, ausgeben, frei- 
gebig sein; s. Freigebigkeit; 
rfl. sieh erwerben. 

done, doncs adv. dann, also, 
denn. 

dons s. unveränderlich {mit ini 
und si) Dame. 

doptanza s. Furcht. 

doptar tr. fürchten; rfl. zweifeln. 

dormilhos a. schläfrig. 

doriiiir intr. schlafen fig. 



— 215 — 



(loussor s. Süssigkeit, Annehm- 
Uchkeit. 

doutz, doussa a. süss, lieblich, 
herzlich. 

drecli, drei 4, 13; 17, 6; 43 {alle 
E) 1) a. recht, gerade; 2) s. 
Becht, das Gebührende, Zu- 
kommende. 

drechura s. Gerechtigkeit. 

drechurier a. gerecht. 

druda s. Geliebte. 



drudaria s. Biihlschaft. 

drut s. Liebhaber. 

drut adv. dicht. 

diic s. Herzog. 

duchat s. Herzogthum. 

dui N. m.; A. m. dos, f. doas 

Zahlwort zwei ; dos e dos zu 

zweien. 
diir, dura a. hart. 
durar tr. ertragen. 



E. 



i' Conj. und, und zwar, leitet 

auch den Nachsatz ein. 
ec adv. siehe da, da ist. 
edefizi s. m. Kriegsmaschine. 
eis pron. indef. derselbe. 
eissamen adv. ebenso. 
eissart s. Holzung, Gereute; vgl. 

metre. 
cissir Inf.; Fräs. PI. 2. eissetz; 

Conj. 3. iescha; Per f. PI. 3. 

eissiron hitr. herausgehen, 

-kommen, stammen. 
el Fron. pers. der 3. Pers. m. K; 

D. li, r, -Ih, '\, A. lo, 1', -1; 

PI. N.'lWi; D. lor; xl. los, -Is; 

f.Sg.N. ela, illi; Dat.W, -Ih, 

•\', A. la; PI. A. las; Neutrum 

lo. Die volleren Formen sind 

Sg. m,. el, lui ; /'. lieis ; PI. m. 

eis, lor; f. lor. 
elescut Part. 2. von elegir tr. 

auswählen. 
clesta s. f. Ankündigung. 
elm, ebne 25, 23 s. m. Helm. 
embronliar r/?. sich ducken, sich 

einsch üchtern lassen. 
empacba s. Hinderniss. 
empacbar tr. hindern. 
empassar tr. herunterschlucken. 
ompenber Präs. Conj. 'S. em- 

penha; Perf. 3. empeis rß. 

sich verbreiten, sich einlassen 

auf (en). 
emperador Sg. A.; N. emperaire 

s. Kaiser. 
emperairitz s. Kaiserin. 



emperiau 35, 28 (R) a. kaiserlich. 

enipier s. Reich. 

empres Part. 2. von emprendre 

rfl. sich verbunden. 
en, n', 'n s. Herr. 

en, -n, ne, n' adv. davon, von 
da, weg; vertritt de mit dem 
Pron. pers. der 3. Person; 
= de vos 37, 14; deswegen, 
dadurch, in Bezug darauf. 

en Präp. in, nach., zu, auf, an, 
bei, gemäss; vor dem Gerund. 

enaissi adv. so. 

euamorar rfl. sich verliebe?!. 

enau adv. voran. 

enans s. Förderung. 

enantir tr. vorivärts bringen. 

enanz, enans 3, 20 (R) adv. vor- 
her, vielmehr, lieber; enanz qiie 
Conj. bevor. 

euap s. Pokal. 

enardir intr. muthig iverden. 

cncbadenar tr. fesseln. 

encbautar tr. bezaubern. 

enclaure Präs. 3. enclau; Part. 
2, enclaus tr. fähigen; rß. sich 
einschUessen. 

encombrier s. Bedrüngniss, codi- 
eret Unangenehmes, Lästiges. 

encontrada s. Gegend, Land. 

encoutra 1 ) Präp. gegen, 2) adv. 
entgegen. 

encontrar tr. begegnen. 

encusar tr. anklagen, beschul- 
digen (de). 



216 — 



endeveiigut Part 2. t'ow cn- 
deveiiir intr. iverden. 

cndurar tr. ertragen. 

eudiirzir intr. hart tverden. 

eneiuic, enemi 21, 23 {R) s. m. 
Feind. 

ciifaii s. K'md. 

enfernar rfl. sich in die Hölle 
bringen. 

eiigal a. gleich, gleichwerthig. 

enguatjar tr. einsetzen. 

engenolhar rf,. niederknieen. 

eugiüliadors PI. A. von eiigin- 
liaire s. Erbauer von Kriegs- 
niaschinen. 

eiigraissar rfl. sich mästen. 

enjan s. Trug, Täuschung. 

enjanar tr. betrügen, täuschen. 

ennir intr. iviehern. 

enoiar tr. ärgern; ifitr. abge- 
neigt, unangenehm seiii, miss- 
fallen; rfl. sich ärgern. 

cnoios a. lästig, widerlich, un- 
ausstehlich. 

enqiierre Präs. 1. enquier; Conj. 
1. enqiiieira; Perf. 3. enques; 
Part. 2. enqucst tr. erbitten, 
erstreben; rfl. sucJten. 

enrazonar tr. unterhalten. 

ciisems adv. zusammen. 

ensenliador Sg. A. von ensen- 
haire s. Lehrmeister. 

ensenliamen s. Bildung. 

ensenliar rfl. sich miterrichten 
in (de). 

enserrar tr. einschliessen. 

eiitaular tr. beginnen (vom Spiel). 

eutendedor Sg. A. von enten- 
deire s. Liebhaber. 

cntendre tr. hören, hören auf; 
rfl. I) sich verstehen auf (en), 
2) sich verlieben in (eii). 

entier, entieira, entieir' a. völlig, 
vollkommen. 

entorn adv. herum. 

eutrar intr. eintreten, ein- 
dringen; flg. sich einlassen, 
beginnen. 

entrc Präp. unter, zwischen; 



entre — e sowohl — als auch : 
d'entre aus — heraus; eutre 
que Conj. während. 

eutremetre Inf; Imp. Conj. 3. 
entremeses ; Par^. 2. entremcs 
rfl. sich abgeben, befassen 
mit (de). 

entreseuh s. Zeichen, Feld- 
zeichen. 

eiitro 1) Präp. bis, 2) Co7ij. bis; 
entro que Conj. bis. 

enuoi s. Langeweile. 

eiivazidor <S^. A. von envazirc 
s. m. Afigreifer, Störenfried. 

envazimen s. m. Kriegszug. 

envazir tr. und intr. angreifen, 
überfallen. 

enveios, -osa a. neidisch, be- 
gierig. 

enveß Präp. gegen, gegenüber. 

euvezat s. flg. lustiger Bruder. 

enviar tr. schicken. 

envidar tr. einladen. 

erbatge s. Rasen. 

hcretat s. f. Erbland. 

errar intr. irre gehen. 

esbaudir intr. fröhlich iccrden. 

esbiizeruar rfl. sich verdüstern. 

cscachier s. Schachbrett. 

eschalü s. m. Stufe. 

eschanipar rfl. entkommen. 

eschars, escharsa a. knickerig. 

esclairar tr. erheitern. 

esclau s. m. Spur. 

esclava Präs. Conj. 3. von es- 
clanre 22, 5 {R) tr. aus- 
schliessen. 

escomoiüar tr. excommunicirrn. 
verbannen. 

escoiidicli s. Unschuldshe- 
thenerung. 

escondire Inf; Präs. 1. escoii- 
disc rfl. seine Unschuld be- 
theuern; sich entziehen. 

escoutar tr. (willit/) anhören. 

escriniar rfl. sich beschützen. 

escriure Inf; Präs. 3. escriu; 
Part. 2. escriut tr. auf-, 
n i(iderscJi,reiben. 



— 217 



fscut *•. Schild. 

esdeve Präs. 3. von esdevenir 
intr. werden. 

esdich s. Ausrede, Entschul- 
digung. 

esfoudrar tr. ein-, zerschlagen. 

esfortz s. Anstrengung ; Heercs- 
macht. 

csforzar rfl. sich anstrengen. 

csfrei s. Schrecken. 

esfreidat a. erschreckt. 

csglai s. Schrecken. 

esgiiar s. m. Blick. 

esgniart s. m. Blick. 

esjauzir rß. sich erfreuen. 

eslais s. Heldenthat. 

eslaissar rf.. sich werfen, sich 
stürzen auf (a), sich daran 
machen, sich wagen. 

oslauzar; Präs. Conj. 3. eslans 
■22, (50 (R) rf{. eilen. 

vslire Inf. tr. ausivählen. 

eslonhar rß.. sich entfernen. 

esmenda s. Ersatz. 

esnierillio s. Lerchenfalke. 

esmoledor Sg. A. von esmoleire 
s. m. Schieifer. 

esmolre Präs. 3. esraol ir. schlei- 
fen fg. 

espaiidre; Präs. 3. espaiidis 12, 2 
tr. ausbreiten, vergiessen; rfl. 
sich verbreiten. 

esparga Präs. Conj. 3. von es- 
parger tr. verbreiten. 

esparvier s. m. Sjjerber. 

espaven s. Zaghaftigkeit. 

espaventar tr. erschrecken. 

especial a. besonder. 

espelar tr. auseinandersetzen. 

esper s. Hoffnung. 

esperar tr. erhoffen. 

espes a. ungeschliffen fg. 

espina s. Dorn. 

esplei s. Einkommen. 

espos s. Verlobter. 

esposar tr. heirathen. 

esqueira s. f. Schlachtreihe. 

esqiieirar tr. ordnen, aufstellen. 

esquernar tr. verspotten. 



esquina s. Rückgrat, Rücketi. 
esser hif; Präs. 1. sui, 2. est, 

3. es, PI. 2. etz, 3. son; Conj. 

1. sia, 2. Sias, 3. sia, PI. 1. 

siam, 2. siatz, 3. sian; Imp. 1. 

era, 3. era, PI. 2. eratz, 3. eran; 

Perf l.fui. 3. fo, PI. 1. forn, 

3. foroii; Conj. l.fos, 3. fos, 

PI. 2. fossetz, 3. fossen; Fut. 

a) 1. serai, 2. seras, 3. sera, 
PI. 1 . sereiii, 2. seretz, 3. seran, 

b) 3. er, PI. 3. eron; Co7id. a) 
3. seria, b) 1. fora, 3. fora, 
PI. 2. foratz. Hülfsverb sein; 
leben, existiren; — de^ers. ge- 
hören zu, unpers. sich machen 
aus; — a angehören; — bei 
gefallen; — tart sich sehnen 
nach; — ops nöthig sein; mit 
a und dem Inf. müssen; mit 
dem Part. 1. = verb. fin. 

est Pron. dem. a. dieser. 

establir tr. einrichten. 

estaiic s. m. Teich. 

estancar rf. nicht aus der Stelle 
kommen. 

estanli s. Zinn. 

estanbar tr. verzinnen. 

estar Inf; Präs. 1 . estau, 3. estai, 
PI. 3; estan; Conj. 3. estia, 
estei, esto; hup. 3. estava; 
Perf. 3. estet, PI. 3. esteron ; 
Fut. 3. estara, PI. 3. estaran; 
Part. 1. mid Gerund, estau 
intr. 1) sein, sich befinden, 
leben, 2) verweilen, Stand 
halten, 3) anstehen, zaudern, 
4) abstehen von (de); ben 
estau a. wohlanständig, ge- 
schmackvoll; estar _s. Woh- 
nung; mal estar s. Übelstand, 
Schlechtigkeit. 

estat s. Sommer. 

esteudilhar intr. sich recken. 

esteudre tr. ausstrecken; fig. ver- 
breiten ; rfl. sich recken. 

estenha Präs. Conj. 3. von 
esteuher tr. auslöschen. 

esteuta f. von esteut a. gewaltig. 



— 218 — 



«sterli s. Sterling (Münze). 
estiers adv. anders. 
estiu s. Sommer. 
estordre intr. entrinnen. 
estoria s. Geschichte. 
estorii, estor 42, 33 (R) s. Kampf. 
estragat a. übergross. 
estraire hif.; Perf. 3. cstrais tr. 
wegnehmsn; rfl. sich lossagen. 



estranli, -a a. fremd, ahwesend. 
estrenar tr. beschetiken. 
estrenh Fräs. 3. von estrenher 

tr. drücken. 
estros a. ad — adv. sofort. 
eterna f. von eterii a. ewig. 
eveschat s. Bisthiim. 
evesque s. Bischof. 



F. 



fach s. That, Handlung. 

facliel s. Zaubermittel. 

fada vgl. fat. 

fadiar intr. vergeblich ivarten. 

faidir tr. verbannen. 

faire und far Inf.; Präs. 1 . fauc, 

2. fas, 3. fa, PI. 2. fatz, 3. fan; 
Conj. 3. fassa, PI. '2. fassatz, 

3. fassaii; Imper. fai; hnp. 3, 
fazia, PI. 3. fazian; Perf. 1. 
fis, 3. fetz, PI. 2. fesetz, 3. 
feiron ; Conj. 3. fezes, PI. 3. 
f essen; Fut. 1. farai, 3. fara, 
PI. 3. faran; Cond. 1. feira, 
3. feira; Part. 2. fach, facha 
tr. machen, thun, dichten, 
äussern, zu Stande bringen; 

— son benestan sich fein be- 
nehmen; — costuraa de han- 
deln wie; — dol Schmerz be- 
reiten, empfinden; — drech e 
tort nach Belieben schalten; 

— esfortz sich Gewalt anthun; 

— esguar ein Blick zuwerfen ; 

— guanda aufschieben; — grat 
danken; — lo (= Beischlaf) ; 

— honor Ehre erweisen, ehren- 
vollhandeln ; —qv\esisi Steuern 
erheben; — sen verständig 
handeln; — los sens de han- 
deln wie; — semblaii thun, als 
oh; offenbaren ; — sofracha 
mangeln; — tan qiie es so ein- 
richten dass; non es res a ~ 
es ist nichts auszusetzen; 

— que handeln wie; mit dem 
Inf. lassen; mit 2 Acc. machen 
zu; rfl. — cochos eilen; — co- 



noissedor in Erfahrung brin- 
gen; — irat zürnen; — janglos 
verspotten; — poderos sich 
bemächtigen; intr. handeln; 
Vcrbum vicarium; Umschrei- 
bung des Verbs; unpers. sein; 
mit a und dem Inf. müssen. 

fais s. m. Last. 

faisso s. f. Gestalt, Zug. 

faissuc a. lästig. 

falco s. m. Falke; — gruier 
Kranichfalke; — lanier Wür- 
gefalke. 

falhia s. Fehl. 

falhinien s. Treubruch, Schuld. 

falhir intr. 1) gebrechen, aus- 
gehen, abhanden kommen; 2) 
mangelhaft sein, Fehler be- 
gehen. 

fals a. falsch. 

falsar tr. zerreissen. 

fam s. f. Hunger. 

fanh s. m. Schmutz. 

fantaumia s. f. Illusion. 

farzir tr. vollstopfen. 

fat, fada a. geckenhaft, thöricht. 

fau s. Buchenholz. 

fazenda s. f. Angelegenheit. 

fe s. f. Treue, Glaube, Wort. 

febrier s. Februar. 

fei s. m. Galle. 

felo Sg. A. von fei a. schurkisch. 

felonia s. Schurkerei. 

fementit a. tretdos. 

fendre tr. spalten, zerreissen. 

fenhedor PI. N. von fenheire s. 
Heuchler. 

fenher Präs. 1. fenh; Perf. 3. 



219 — 



feis; Gerund, fenlien rjl. 1) 
sich den Anschein gehen, 2) 
sich abgehen mit (de). 

feiiir tr. fig. einstelle)}, aufgeben; 
intr. endigen. 

fer s. m. Eisen. 

ferir Fut. PI. 1 . ferrem tr. und 
intr. schlagen, verivunden. 

fermallia s. f. Vertrag. 

fermar'fr. aufpflanzen, abstecken; 
fig. bestärken. 

ferran a. grau. 

ferrar tr. beschlagen. 

festa s. f. Fest. 

fetge s. m. Leber. 

feutre s. m. Polster. 

fezeutat s. Treue, Huldigung. 

ü s. f l) Bilde, 2) Friede, 
Vertrag. 

fi rt. 1) schön, echt, fein, 2) treu, 
zuverlässig. 

fianza s. f. 1) Sicherheit, 2) Ver- 
trauen. 

üexi s. Vi. Lehn. 

filh s. m. SoMi. 

filha s. f. Tochter. 

filliol s. Taufe. 

riac, flacha a. schlaff. 

flacliesa 17, 36 (R) s. Feigheit. 

flairar tr. riechen nach. 

flaue s. Flanke. 

flor s. f. Blume, Blilthe, Blumen- 
flor. 

florit a. blühend, blüthenreich. 

flum s. m. Fluss. 

fol s. Narr; a. thöricht, dumm. 

foleiar intr. Thorheiten begehen. 

folhar intr. sich belauben. 

folor s. f. Thorheit. 

folrar tr. futtern. 



fondre tr. vernichten, zerstören 

for s. m. Handlungsweise. 

forest s. Waldjagd. 

forfacli s. Übelthat. 

fors adv. draussen, hinaus, nach 

Neg. ausser; fors de Präp. 

ohne. 
forsfeirou Perf. PI. 3. von fors- 

faire intr. Schaden thun. 
fort 1) a. stark, 2) adv. sehr, 

3) s. Geivalt; fortmen adv. 

heftig. 
forza s. Kraft, Gewalt. 
forzar tr. zivingen, bezwingen, 

unterdrücken. 
forzat Part. 2. a. fig. unselbst- 

ständig. 
fossat s. Grabest. 
foudat s. Thorheit, tolles Be- 
nehmen. 
frachura vgl. aver. 
fradel a. verbrecherisch. 
fraire, frair s. m. Bruder. 
frauc, francha a. edel. 
franher Inf; Perf. 3. frais; Part. 

2. fracli, fracha tr. brechen, 

zerbrechen; rfl. verschwinden. 
frassar tr. brechen. 
frau s. Betrügerei. 
freidor s. f. Kälte. 
freizir intr. erkalten. 
fresc, frescha a. frisch, jung. 
frevoleza s. f. Schiräche. 
frevolir tr. schwächen. 
frevolmen adv. schwächlich. 
fromatge s. Käse. 
frontereza s. f. Grenze. 
fugir ititr. fliehen. 
fuoe s. m. Feuer. 
fuolha s. f. Blatt, Laub. 



ii. 



gabador PI. N. von gabaire a. 

prahlerisch. 
gabar intr. scherzen, spotten. 
gai, gaia a. heiter, fröhlich. 
gaieza, gaiesa 29, 3 (B) s. 

Heiterkeit. 
galhart a. verwegen. 



galiiiier a. Hühner jagend. 

ganaeba s. Gannasse. 

gartz a. fig. pflichtvergessen. 

garzo s. m. Trossbube. 

gas {statt gaps) 42, 10 (B) s 

Sj^ass. 
gaiich s. m. Freude. 



220 



gavanhar tr. schwächen, ver- 
derben. 

gel s. Frost. 

gelada s. Frost. 

gema s. Pech. 

gen s, /'. Volk, Leute. 

gen, genta a. schön, lieblich; 
adv. schön, freundlich; Comp. 
Sg. N. genzer; Ä. genzor schö- 
7ier; mit dem Art. der schönste. 

generacio s. f. Abstammung, 
Familie. 

gcnli s. m. Geist. 

gentil a. edel, lieblich, freundlich. 

genzar intr. schöner iverderi, gut 
daran sein. 

germa s. Vetter. 

ges adv. Füllwort der Negation. 

gesta s. f. That. 

get s. ni. Wurf 

getar vgl. gitar. 

giquir tr. 1) hinterlassen, 2) im 
Stich lassen. 

gitar (in den stammbetonten 
Formen e im Stamm) tr. 
iverfen; — a no-ciira vernach- 
lässigen. 

glatir mtr. kläffen. 

gola s. f. Kehle, Hals. 

gonfano s. m. Fahne, Banner. 

gort a. behäbig. 

governar tr. beherrschen. 

gra s. m. Korn. 

gracia 1) Gnade, 2) Bank. 

graile 1) a. zierlich, 2) s. Clari- 
nette. 

gralha s. f. Krähe. 

gran (statt gram) 1 5, 44 (R) a. 
traurig. 

gran, granda I) a. gross, ge- 
ivaltig; metre en grans vgl. 
metre; 2) s. Grösse. 

gras a. fett. 

grat s. Dank, Zustimmimg, Ge- 
nehmigung; de — gern; mal 
son — gegen seinen Willen. 

grazir tr. lieben. 

grazit a. anmuthig. 

greiar tr. gewähren. 

greno s. Bart. 



gresa s. f. Schlachtfeld. 

grevar tr. beunruhigen. 

grieu a. schwer; adv. schwerlich. 

groc a. gelb. 

grna s. Kranich. 

gruier a. vgl. falco. 

guaclia s. Wache, Schildwache. 

gnaliador Sg. A.; PL A. giialia- 
dors a. betrügerisch. 

gualiar tr. und intr. betrügen, 
täuschen. 

guanda s. Ausiceichen, Auf- 
schub; vgl. faire. 

guandir intr. sich davon machen. 

gnaran s. Aufmerksamkeit. 

guaranda s. Zusicherung, Zuver- 
lässigkeit. 

guarda s. Obhut. 

guardar tr. bewachen, behüten, 
erhalten, Rücksicht nehmen 
auf; rf. sich hüten, achten auf. 

guarentia vgl. traire. 

guarir i^itr. sich wohl befiriden. 

guarnir tr. und intr. kleiden, 
rüsten, ausstatten. 

guarnizo s. Ausrüstung, Rüs- 
tung, Kleidungsstück. 

guastar rß. vergeuden. 

guatgc vgl. metre. 

guazanli s. Gewinn. 

giiazanhar tr. gewinnen; intr. 
Gewinn haben. 

guerpir tr. im Stich lassen. 

giierra s. Krieg. 

guerreiadors PL A. von guerrei- 
aire a. streitsüchtig. 

guerreiar tr. bekriegen; flg. 
quälen; intr. Krieg führen; 
guerreian a. kriegerisch. 

guerrier s. m. Krieger, Feind. 

giiidar intr. leiten. 

guila s. Betrügerei. 

guiren s. Beschützer. 

giiirlanda s. Blumengewinde. 

gnisa s. Art und Weise. 

giiit s. Führer. 

guizar tr. führen. 

giiizerdo s. Lohn. 

guizerdouar tr. belohnen. 



221 — 



H. 

lia-, he-, lii-, ho-, hu- vgl. a-, e-, i-, o-, ii- 



i, -i adv. dort, darin, dabei, 
dorthin; vertritt das Pron. 
der 8. Pers. im Dat. und mit 
der Präp. a; = a vos 32, 25. 

hier adv. gestern. 

ieu Pron. pers. der 1. Pers. N.: 
Dat. mi, m', in; Ä. mi, m', 
•m; PI. N. uos; D. nos, "us; 
Ä. nos, 'US. Die volleren 
Forfnen Sg. me ; mi 2 1 , 46 (R), 
PI. nos. 

ja adv. je, schon, immer; mit 
der Neg. (auch mit hinzu- 
gefügtem mais) niemals, gar 
nicht, ja nicht. 

jai s. Freude. 

janglos a. spöttisch; vgl. faire. 

jardi s. Garten. 

jaiizen a. vergnügt. 

Jauzimen s. Freude. 

Jauziou a. froh, freudig. 

jauzir 7'fl. Nutzen haben. 

jazer hif; Fut. PI. 1. jairem 
intr. liegen, lagern. 

jelosia s. Eifersucht. 

jogar tr. und intr. spielen. 

jogiar s. m. Spielmann. 

joi s. Freude, Liebesfreude , 
Gunstbezeugung. 

joia s. Freude. 



I. 



indi a. indigofarben. 

inveni s. Winter. 

iuveruar intr. unpers. frieren. 

ira s. f. Trauer, Kummer, Trüb • 

sinn. 
irascut Part. 2. von iraisser a. 

erzürnt. 
irat a. l) zornig, 2) betmbt. 
iros a. zornig. 
isnel a. schtiell. 



J. 



joios a. heiter: 

jouchar tr. bestreuen. 

jonha Präs. Conj. 3. von jonher 
intr. ankommen. 

jorn s. m. Tag; tot — fortwährend. 

Jos adv. unten, hinunter; de — 
unten; en — herab; imterhalb. 

josta Präp. neben. 

jove 1) s. Jüngling, 2) a. jung. 

joven s. m. Jugendlust, Tüchtig- 
keit , Geselligkeit , Jugend 
(concret). 

juoc s. m. Spiel. 

jupa s. f. Rock. 

jur s. Schwur. 

jurar tr. und intr. schwören, zu- 
schwören ; rß. sich verschivören. 

jutjamen s. m. Urtheil. 

jutjar tr. verurtheilen zu (a). 



L. 



lai adv. dort, dorthin, damals. 

laidir t7\ beleidigen. 

lainier a. gemein. 

laire s. Gebell. 

laissar tr. 1 ) verlassen, im Stich 
lassen; 2) überlassen; 3) mit 
dem Inf lassen, zulassen; 4) 
rfl. nachlassen , unterlassen, 
abstehen von (de). 

lait, iV. lais 12, 11 (R); f. laida, 
latge 40, 9 (R) a. hässlich, 
imangefiehm ; adv. hässlich. 



lanza s. Lanze. 

lanzar intr. mit Lanzen iverfen. 

larc a. freigebig. 

larguesa 17, 22; 20, 8 (beide R) 

s. Freigebigkeit. 
larguetat s. Freigehigkeit. 
las a. müde. 
lassar rß,. müde werden. 
lata s. f. Umzäunung. 
latge vgl. lait. 
latz s. m. Schlinge. 
latz s. Seite. 



222 



lau s. m. Lob, Lobspruch. 
lauzar tr. 1) preisen, besingen; 

2) rathen; rfl. Ruhm suchen. 
lauzengier s. m. Schmeichler; Ver- 

läumder. 
laiizor s. f. Lob, Ruhm. 
lavar rf,. sich entziehen. 
lebre s. Hase. 
lebrier s. Windhund. 
lechadieira s. f. Feinschmeckerin. 
lecliai a. ivählerisch. 
lei s. f. 1) Gesetz, Bibel, fig. 

Religion, 2) Art. 
leial a. gerecht, treu, gehorsam; 

fig. zahm. 
leiautat s. Gesetzmässigkeit. 
lenga s. f. Zunge. 
leo s. Löwe. 
leugier a. leicht; fig. leichtfertig, 

schlaff. 
levar tr. errichten; intr. sich 

erheben. 
lezer Lif. s. Erlaubniss, Ge- 
legenheit. 
lezeros a. in Müsse befindlich; 

s. Müssiggänger. 
liamier s. Leithund. 
liazo s. Kleidung, Putz. 



lieu adv. leicht. 

liuliatge s. m. Geschlecht. 

lis, lisa a. weich, sanft. 

lissa s. Palisade. 

liuranda s. Lieferung (von 

Lebensmitteln), Spende. 
liurar tr. 1) liefern, auszahlen, 

2) loskaufen. 
liurazo s. Lieferung. 
lo, r, • 1 bestimmter Art. m. Sg. 

N.; A.lo, V,'l; PI. N. li, -Ih. 

A. los, 'Is; f. Sg. N. und A. 

la; PI. N. und A. las der, 

die, das. 
logaditz a. gedungen. 
logier s. Lohn. 
loiar tr. fig. gewinnen. 
lombart s. Kaufmann. 
lonc, longa a. lang. 
lonc Präp. neben. 
lonh adv. fern, in der Ferne; 

louhor Comp. a. länger. 
lonhar tr. fernhalten, fernbleiben. 
lop s. Wolf. 
lor Pron. pers. von der 3. Pers. 

PI. mit und ohne Art. ihr. 
luoc s. m. Ort; vgl. miei. 



M. 



ma s. m. Hand; fig. Macht. 

madur a. reif. 

maint, mainta a. manch. 

maior Sg. A. Comp, grösser. 

maire s. Mutter. 

mais adv. 1) mehr, am meisten, 
2) je, jemals, 3) immer, hin- 
fort; mit der Neg. niemals. 

maisnada s. f. Mannschaft, Ge- 
sellschaft. 

maisnadier s. m. Söldner führ et: 

maisnier a. zahm. 

maiso s. f. Haus. 

mal, mau 13, 51; 25, 34 (beide 
R) \) a. schlecht, böse, feige, 
zornig ; vgl. talau ; adv._^ ma- 
lamen ilbel; 2) s. das Ubele, 
das Böse; 3) adv. übel, schlecht, 
nicht; vgl. merir. 



malanha s. f. Krankheit. 

malastruc a. unglücklich, Un- 
glücks-. 

maldiga Präs. Conj. 3. von mal- 
dire tr. verfiuchen. 

maleza s. Schlechtigkeit. 

malli s. Streithammer. 

malha s. Panzerschuppe, Schake. 

maltrach s. m. Anstrengung, 
Leiden. 

malvastat s. Feigheit. 

malvatz, raalvada a. schlecht, 
feige, gemein ;_ s. Lump. 

malvolenza s. Übelwollen. 

maudar tr. 1) ge-, ent-, auf- 
bieten, sagen lassen, 2) schi- 
cken, 3) beJierrschefi. 

maneii, maueuta a. reich. 

manentia s. Reichthum. 



223 



mauieira s. Art. 

maiijadors Fl. A. von manjaire 
s. Schlemtner. 

manjar mir. essen, speisen: s. 
Speise. 

manteuemen s. Unterstützung. 

uiautener Inf.; Präs. 3. maiite, 
PI. 3. mantenon; Co7ij. 3. maii- 
teulia; Perf. 3. mantenc; Cond. 
3. mantenria tr. halte?!, 'ein- 
halten, hochhalten, aufrecht 
erhalten, unterstützen. 

mautel s. Mantel. 

mar s. f. Meer. 

maraboti s. m. Maravedi 
(Münze). 

uiarc s. Mark. 

marclia s-. /'. Grenze, Mark. 

marcliar intr. aneinander gren- 
zen (ab). 

iiiarit s. m. Gatte. 

marqiies s. Markgraf. 

marrimen s. m. Beirübniss, 
Jammer. 

marrit a. traurig. 

martz s. März. 

marves adv. sofort. 

mas, vor angelehnten Conso- 
nanten ma; Conj. aber; nach 
negativen Begriffen ausser; 
nach al, autre als; mas quan 
ausser. 

massa s. Keule. 

matar tr. matt setzen, besiegen; 
fig. schädigen. 

mati 1 ) s. m. Morgen, de — mor- 
gens; 2) adv. fn'ih. 

mau vgl. mal. 

mazan s. m. Lärm, EHönen. 

mazantar tr. ertönen lassen. 

medalha s. f. Münze. 

meitat s. f. Partei. 

mellior Comp. Sg. N. mellier; 
A. melhor; PI. N. mellior; A. 
melhors a. besser; mit dem 
Artikel der beste. 

melburar tr. bessern; intr. sich 
verbessern. 

melo s. Melone. 



membrar tr. ins Gedächtniss ru- 
fen; intr. pers. u. unpers. sich 
erinnern, im Gedächtniss sein. 

mena s. f. Gestalt. 

menar tr. führen; fig. regieren; 
rfl. sich aufführen. 

menassa s. Drohung. 

menassar tr. bedrohen; intr. 
drohen. 

menassat s. Drohen, Drohung. 

meudre Comp. Sg. N. a. un- 
günstiger. 

mens adv. iveniger. 

mentaver Präs. 3. mentau; Par-t. 
2. mentaugut, -uda tr. nenne^i, 
feiern, rühmen. 

mentir i7itr. lügen, betrügen, sein 
Wort brechen. 

menut a. zahlreich. 

menzongier a. trügerisch. 

menzonja s. Lüge. 

meraveiha s. Wunder. 

merce, mereei 17, 34 (R) s. 1) 
Dank, 2) Gnade, Barmherzig- 
keit, Vergebung, 3) Gunst. 

mereeiar intr. 1) danken, 2) um 
Gnade flehen. 

merchadier s. Kaufmann. 

merir intr. — mal schuldig sein, 
Schuld haben. 

mermar tr. verkürzen; intr. sich 
vermindern, abnehmen. 

mes s. Monat. 

mesclada s. f. Handgemenge. 

mesclanha s. f. Handgemenge. 

mesclar tr. mengen, mischen, 
veruneinigen, beginnen (vom 
Kampf); rfl. sich mengen ; sich 
entzweien. 

mespreiso s. f. Fehler. 

mespreudre intr. sich vergehen. 

mesqui s. Knauser. 

mesqiiina f. von mesqui a. zart. 

messal s. m. Messbuch. 

messatge ,9. Bote. 

messatgier s. m. Bote. 

messers (ital.) s. Heer. 

messio s. Aufwendung; fig. 
Wagniss. 



224 



mest Präp. zivischen. 

mestier s. Handlungsiveise ; Be- 

dürfniss, vgl. aver. 
mesura s. Masshalten. 
metge s. Arzt. 
metre Inf.; Präs. 3. iiiet; Conj. 

3. meta; Imp. PI. 3. nietiau; 

Perf. 3. mes, PI. 3. meserou; 

Fut. 3. metra; Ger. nieten; 

Part. 2. mes, mesa l) tr. 

setzen , aufsetzen , ausgehe^i, 

verursachen, aufs Spiel setzen; 

— guanda unterlassen; — a 
eissart in den Kampf treiben; 

— en guatge verpfänden; — 
en mesclada verfeinden; - - eu 
übli vergessen; — eu venda 
verkaufen; 2) intr. Ausgaben 
machen; 3) r% — primier sich 
an die Spitze stellen; — a 
merce sich unterwerfen ; — en 
enans sich in Vortheil brin- 
gen; — en grans sich bemühen. 

mezallia vgl. medalha. 

mezeis Pt'on. indef selbst. 

mi vgl. mos. 

miei a. halb; — luoc Mitte. 

mielhs Comp. \) s. und a. besser, 
mit dem Art. der beste, das 
Beste; 2) adv. besser, mehr, 
am besten. 

mil Zahlwort tausend. 

milhargos a. finnig. 

milier .s. Zahl von tausend. 

miranda s. f. Wartthutyn. 

rairar rfl. sich spiegeln. 

mol a. iveich, schlaff. 

molhar intr. nass werden. 

molher s. Gattin. 

mon s. m. Welt. 

mon s. m. Berg. 

moneda s. f. Geld. 



na, n' s. Frau. 

nafrar tr. verwunden. 

naisser Präs. 3. nais; Perf. 3. 

uasquet; Conj. 3. nasques; 

Part. 2. nat intr. geboren 



N, 



monge s. Mönch. 
monjoi ein Kriegsruf. 
montanlia s. Berg. 
montar intr. steigen. 
morir Inf.; Präs. 1 . umoir; Perf. 
3. morit; Fut. 1. morrai; Part. 

2. mort intr. sterben; Part. 2. 
todt, getödtet. 

mort s. f. Tod; üg. Ruin. 

mortal a. tödtlich. 

morsel s. m. Bissen. 

mos Pron. poss. der 1. Pers. m. 
Sg. N.; A. mon, vor f, m, n, 
s, V mo; PI. N. miei; A. mos; 
fem. Sg. N. und A. ma, m'; 
vor dons immer mi; PI. mas. 
Die volleren Formen sind m. 
Sg. N. mieus; A. mieu; fem. 
miü,mit und ohne den bestimm- 
ten Artikel mein, der meinige. 

mostier s. m. Kloster. 

mostrar tr. zeigen. 

mot s. m. Wort; mit der Neg. 
nichts. 

motz a. stumpf. 

mout adv. sehr. 

mouto s. 1) Schaf, Hammel; 2) 
Mouton (Münze). 

mover Inf.; Präs. 3. miiou ; Coiid. 

3. mouria; Part, mogut tr. bc- 
ivegen, erregen; rfl. sich be- 
wegen. 

mudar tr. 1) entfernen, um- 
stellen; 2) unterlassen; intr. 
mausern; mudat gemausert; 
rfl. 1) sich verwandeln, 2) sich 
ivegbegeben. 

muoi s. Scheffel. 

mur s. m. Mauer. 

niuralh s. m. Mauer. 

musart s. Maulaffe. 

mut, muda a. stumm. 



werden , seinen Ursprung 

haben. 
naissio s. f. Geburt. 
nativitat s. f. Geburt. 
natural a. natürlich. 



— 225 — 



nau s. f. Schiff. 

ne vyl. en. 

nebot s. m. Neffe. 

uegar tr. ertränken. 

uegre a. schwarz. 

uegu, iieguna ct. iri/eml ein; 

mit der Negation kein; s. 

niemand. 
neis adv. sogar. 
iiesci a. dumm. 
uescies s. Thorheit. | 
ni Conj. 1) noch, 2) und (in 

Nebensätzen u. unabhängigen 

Wunschsätzen). 
uieu s. nichts. 
uier a. schivarz. 
110, 11011 adv. 1) nicht, 2) ?2ciw. 
110 - bateiat s. Nichtqetaufter, 

Heide. 
iiocli s. f. Nacht. 
iio-cura vgl. gitar. 



iioia Präs. Conj. 3. von nozer 

i??fr. schadest. 
noirir tr. ernähren. 
nom s. Name. 
iiouiar tr. nehmen. 
iios vgl. ieu. 

iio-saubuda s. iti a — heimlich. 
nostre, uostra Pron. poss. der 

l . Pers. Plur. unser. 
uova s. Neuigkeit. 
uovel, iiovela a. neu. 
iiovela s. Neuigkeit. 
no-vezi s. Nichtnachbar. 
uuallia s. Faulheit. 
nualhos a. nichtsnutzig. 
iinl, iiiila, mü' a. irgend ein; mit 

der Negation kein; s.nieniavd, 

keiner. 
uiiou a. neu, frisch, jung. 
mit, iiiida a. 7iackt; flg. ohne 

Obdach. 



0. 



o adv. wo, wohin, vertritt das 

Relat. mit der Präp. a. 
o Conj. oder. 

ho, o Pron. dem. dies, es. 
obccVieii a. gehorsam. 
obezir intr. gehorchen. 
obli s. Vergessen. 
obra s. f. Werk. 
obrador s. Werkstatt, Laden. 
obrallia s. Arbeit. 
oc adr. ja. 

ocliaiso s. f. Ursache. 
ocliaisonar intr. anMagen. 
ogaii adv. in diesem Jahre. 
oiiuais adv. 1) nunmehr, 2") nach. 

3) fortan. 
ombratge s. Schatten. 
liom, Olli Sg. N.; A. home, ome ; 

PI. N. home, ome; A. homes, 

omes Mann, Mensch; Lehns- 

7nann; man. 
Oll adv. lüo, da wo, wann, wenn; 

vertritt das Rel. mit der Präp. 

a; vor einem Comp. je. 
oiieas adv. jemals. [heilen. 

oiih Präs. 3. von ouher tr. salben, 



hoiior, ouor s. f. 1 ) Ehre, 2) Lehn. 
hoiirar tr. ehren, Ehre machen. 
ops s. m. Bedürfniss, Interesse; 

a • 1 vostr' ops in Eurer Seele; 

vgl. esser. 
hora s. Stunde. 
orar tr. erflehen. 
orde s. Orden. 
ordenar tr. ordnen. 
orgolhos, -osa a. stolz, über- 

müthig. 
orgiiolh s. Stolz; Anmassendes. 
hört s. Garten. 
orzol s. ^Krug. 
hosa s. Gamasche, Stiefel. 
oschar tr. beschädigen. 
osciir a. dunkel. 
host, ost s. f. 1) Heer, 2) Schaar, 

3) Heerlager. 
hostal, hostau 35, 2 (R) s. m. 

Haus, Herberge. 
ostar tr. wegnehmen. 
ostatge s. Geissei, Bürgschaft. 
hostau vgl. hostal. 
hosteiar intr. Krieg fähren. 
oiitra Präp. jenseits. 



Roinaiusohi- Bibl. Bertran von Boro. 



15 



226 



pa s. m. Brod. 

pacha s. f. Vertrag, Bündniss. 

paes, päis (frz.) 35, 1 1) (R) s. Land. 

pagar tr. bezahlen; rß. sich be- 
zahlt machen. 

paire, pair 6, 5 s. m. Vater. 

paireiar intr. seinem Vater nach- 
ahmen. 

pairol s. Kessel. 

pais vgl. patz. 

paisser Präs. 3. pais, PI. 3. 
paisson tr. ernähren; rfl. sich 
mästen. 

paisso s. Pfahl, Absteckpfahl. 

pal s. m. Palisade, Verschanzung. 

palais (frz.) VI, 29 (R) Palast. 

palatz in coms — s. Pfalzgraf. 

palazi s. Paladin. 

pallia s. f. Stroh. 

pan s. Tuch, Fetzen; PI. flg. 
Gewänder. 

pantais s. Anstrengung. 

pao s. Pfau. 

paor 8. Furcht. 

paoruc a. furchtsam. 

par s. m. Ijenosse, Gleiche. 

paratge s. m. Adel, edle Art, 
Geschlecht, Stand, Abkunft. 

paraula s. f. Wort, Gespräch; 
fig. Aufforderung, Sache. 

parc s. Park, Wildpark. 

pareisser Präs. 3. pareis; Conj. 
3. parescha intr. erscheinen, 
sichtbar, offenbar werden. 

paren s. Verivandter. 

parer Inf; Präs. 3. par, PI. 3. 
paron; Imp. 3. paria; Fut. 3. 
parra intr. scheinen, erschei- 
nen, off enbar sein, sich zeigen; 
far parer darstellen; unpers. 
scheinen. 

parier s. Theilhaber. 

parlador PI. N. von parlaire s. 
Schwätzer. 

parlamen s. Verhandlung. 

parlar tr. besprechen; intr. 
sprechen. 

part 1 ) s. f. Antheil, Seite, Rieh- 



P. 



tung; en autra — anders wo- 
hhi; de part von Seiten, im 
Namen; 2) Präp. jenseits, über 
— hinaus, mehr als. 

partir tr. 1) trennen, 2) verab- 
schieden, 3) ver-, mittheilen; 
intr. scheiden; rfl. sich trennen. 

partizo s. Theilung. 

parzer Präs. 1. parc, 3. partz 
tr. verschonen; rfl. sich ent- 
ziehen (de). 

parzonier 1) s. Theilbesitzer, 
Partner; 2) a. mitbesitzend. 

pas s. m. 1) Schritt (Gangart),. 
2) Pass. 

pascor s. m. Frühling. 

pasmar iyitr. ohnmächtig loerden. 

pasmazo s. Ohnmacht. 

passar tr. überschreiten, hin- 
durchziehen, passiren; intr. 
kommen, hinüberkommen, vor- 
übergehen; rfl. sich begeben, 
hinübergehen. 

passatge s. m. Überfahrt. 

passio s. Leiden, Qual. 

patz, pais (frz.) 14, 40; 50 (beide 
R) s. f Friede. 

paii s. m. Pfau. 

paubre, paubra a. arm, ärmlich, 
niedrig. 

paubretat s. Armuth. 

pauc, paucha a. klein, wenig, 
winzig, jung; pauca^v. wenig; 
pauc e pauc nach und nach. 

pavilho s. Zelt. 

pel s. m. Haar. 

pel s. f. Haut. 

pelar tr. schinden flg. 

pena s. Schmerz. 

penar rfl. sich bemühen. 

penchenar tr. kämmen. 

pendre tr. aufhängen, erhängen ; 
en pendeu in der Schwebe, 
unentschieden. 

penhora s. f. Pfand. 

peno s. Banner. 

peusamen s. Denken. 

peusar Preis. 1. pes II, 5 (R) 



— 227 — 



intr. denken, bedacht sein; 
s. Gedanke. 

per, pe" Präp. auf, in, durch, 
über — hin, ivegen, um, — 
ivillen, von, zu, für, als; — tot 
überall; — cor de aus dem 
Wunsche nach; — dreit vyiit 
Recht; — que 1) iveswegen, 
2) c. Conj. damit, 3) c. Conj. 
vorausgesetzt dass; — so qiie 
c. Ind. iveil, c. Conj. damit. 

perchassar rji. sich quälen. 

percliat s. m. Ertrag. 

perdigal s. Rebhuhn. 

perdo s. m. Vergebung, Ver- 
zeihung; en — , -s vergeblich. 

perdonar tr. und intr. verzeihen. 

perdre tr. und intr. verlieren, 
Verlust haben. 

perjurar rß,. meineidig tverden. 

pero adv. jedoch. 

perponh s. m. Wamms. 

persona s. f. Person, Persönlich- 
keit; Leben. 

pes vgl. pensar, 

pesar tr. und intr. unpers. 
schmerzen, leid thun, unan- 
genehm sein, ärgern. 

pesseiar tr. zerstücken. 

petit a. klein. 

pezo s. Fiissgänger; PI. Truppen. 

pi s. Fichte. 

pia f. von pius a. fromm. 

pieis Comp. adv. schlechter, 
schlimmer. 

pietat s. Mitleid. 

pifart s. m. Dickwanst. 

pimen s. Würzwein. 

piucela s. Jungfrau. 

pla a. eben; s. Ebene. 

placli s. m. Verhandlung, Vertrag. 

plaia s. f. Wunde. 

plaidei s. Gerede, Verhandlung. 

plaideiar intr. verhandeln. 

plaint s. m. Klagelied. 

planher Inf; Präs. 1. plane, 3. 
planh; Conj. 3. planlia tr. be- 
klagen, vermissen; rß. sich 
beklagen. 



plantar tr. pflanzen. 

plazentier a. anmuthig. 

plazerln/".; Präs. 3. platz; Conj. 
3. plassa; Per f. 3. plac; Conj. 
3. plagues; Part. 1. plazen 
int7'. und unpers. gefallen; 
plazen a. angenehm; plazer 
s. Angenehmes, Verfügung. 

ple, plena a. voll. 

plegar tr. biegen flg. 

plevir Inf; Präs. 1 . plui tr. ver- 
sichern, verpfänden, ansetzen; 
rfl. einen Vertrag schliessen. 

plevizo s. Versprechen. 

ploia s. Regen. 

plombar tr. mit Blei verseilen. 

plor s. m. Thräne, Trauer. 

plorar intr. weinen. 

plumar tr. rupfen. 

pliiou Sg. 3. von plover unpers. 
regnen. 

plus adv. mehr, am meisten; 
dient zur Bildung des Com- 
parativs. 

poder Inf; Präs. 1. puosc, 2. 
potz, 3. pot, PL 1. podem, 2. 
podetz, 3. podon; Conj. i. 
puosclia, 3. puoscha, puosch', 
PL 1. poscliam, 2. poschatz; 
Imp. I. podia, 3. podia, PL 3. 
podian; Perf I . puoc, 3. puoc; 
Conj. 3. pogues; Fut. 3. poira, 
PL 3. poiran; Cond. a) Sg. 3. 
pogra, b) Sg. 3. poiria. Mit 
dem Inf. können; s. Macht, 
Möglichkeit, Einfluss; flg. 
Manneskraft. 

poderos a. mächtig; se faire — 
sich bemächtigen. 

poesta s. Machthaber'. 

poestat s. f. Geiüalthaber. 

poiar tr. hochbringen; intr. 
steigen, sich erheben. 

point s. Zeitpunkt. 

poissan (frz.) a. mächtig, stark. 

polmo s. m. Lunge. 

pom s. Knauf. 

pon s. m. Brücke. 

ponli s. m. Faust. 

15* 



228 



ponhar intr. streben nach. 

ponlier Präs. 3. ponh; Per f. 3. 
poius tr. stacheln, reizen; intr. 
streben nach (en). 

porc s. m. Schwein. 

port s. m. Hafen. 

porta s. f. Pforte. 

portal s. Thor. 

portar tr. tragen, bringen; en — 
sich aneignen. 

portier s. m. Pförtner. 

possessio s. Besitzung. 

prat s. m. Wiese. 

prec s. m. Bitte, Huldigung. 

pregador 8g. A. von pregairc s. 
m. Anbeter. 

pregar, preiar tr. bitten. 

preiar vgl. pregar. 

preiso s. f. Eroberung. 

preisonier s. Gefangener. 

prejur a. meineidig. 

preüdre und penre Inf; Präs. 1 . 
pren, 3. preu; Conj. 1. prenda; 
Iniper. pren; Imp. S.prendia; 
Perf. 8. pres, PI. 3. preiron 
und preseron; Conj. 3. preses; 
Fut. 1, penrai; Part. 2. pres 
tr. 1) nehmen, loegnehmen, 
greifen, fangen; fig. übers Ohr 
hauen, 2) annehmen, holen; 

— dan Schaden nehmen; — en 
dol in Schmerz versetzen; 

— dreit sich Recht suchen; 

— plaidei unterhandeln ; — 
port in Sicherheit gelangen; 

- per annehmen als; Part. 2. 
s. Gefangener; intr. 1 ) greifen, 
jagen, 2) erwachsen, 3) be- 
ginnen. 
pres adv. nahe bei, zur Hand; 
Präj). bei; - de Präp an, 
bei, neben, nahe bei. 



presen s. Geschenk. 

presentar tr. atibieten. 

presentieira s. Spenderin. 

pressa s. Gedränge. 

prestar tr. leihen, ausleihen; fig. 
weggeben. 

pretz s. m. Ruhm, Werth, Ehre, 
Vorzug. 

prezar tr. plündern. 

prezar tr. abschätzen, hoch- 
schätzen, ehren; Part. I.pre- 
zan gepriesen, geschätzt. 

prim a. der erste; s. Anfang. 

primier a. der erste ; vgl. metre. 

prince, princi 21, 1 1 (R) s. Fürst. 

prior s. Prior. 

privat, -ada a. vertraut, leutselig. 

pro s. m. Vortheil, Förderung; 
vgl. tener. 

pro a. ivacker, tapfer. 

pro adv. viel, genug. 

proar tr. 1) ausprobiren, 2) an- 
klagen. 

proeza, proesa 17, 15 und 29, 10 
(beide R) s. f. Tüchtigkeit, 
Tapferkeit. 

promessa s. Versprechen. 

promessio s. f. Versprechen. 

prometre Inf; Perf. 3. promes 
tr. und intr. versprechen. 

proosamen adv. tapfer. 

prop de Präp. nahezu, ungefähr. 

Proprietät s. Eigenthum. 

puoi s. m. Berg. 

piiois adv. dann, darauf, später; 
Conj. als, wenn, da, da ja: 
— que Conj. tvenn, nachdem, 
da ja. 

pur adv. nur. 

pustcla s. Eiterbeule. Eifer- 
blattern. 

putana s. f. Hure. 



quaire s. Quaderstein. 

qiiairel s. m. Pfeil. 

quäl, quau 25, 10 (R) Pron. 

infcrr. a. welch, welch ein; s. 

wer, ivelcher (Ausivahl); lo 



<i- 



quäl 1 ) Pro7i. interr. s. welcher 
(Auswahl); 2) Pron. rel. s. und 
a. welcher. 

quallia s. Wachtel. 

quan 1) Pron. rel. (nach tot) 



229 — 



ivas; tan qiiau so lange wie; 
beziehungslos alles was; 2) 
Conj. ivan7i, ivenn, da; mas 
quan vgl. mas. 

quantitat s. f. Menge. 

quar Co7ij. I ) denn, iveil, darin 
dass; 2) leitet einen Substa^i- 
tivsatz ein, dass. 

quarantena s. Fasten. 

qiiaresma s. Fastenzeit. 

quart s. Vettersohn. 

quartier s. m. Viertel, Bruch- 
stück; per -s iyi Stücken. 

quatre Zahlivort vier. 

que, qiv Conj. dass, sodass; c. 
Conj. damit, indem; mit no 
ohne dass; nach Zeithegriffen 
als, ivenn, ico; nach einem 
Comparativ als. 

que, qu' Pron. rel. Sg. und PI. 
K; Dat. und Acc. que, qu' 
und cui; Neutrum iV. und A. 
beziehungslos das ivas; vgl. 



faire; Pron. interr. Neutrum 
was; que que ivas auch immer; 
que — que theils — theils. 

quecs Pron. indef. s. Jeder. 

querre Inf; Präs. 1. quier, :i 
quier; Conj. PI. 3. quieiran; 
Per f. I . quisi; Part. 2. f. quesa 
tr. suchen, bitten, erbitten, um- 
werben. 

questa vgl. faire. 

quet a. still. 

qui, qu' 26, 2 1) Pron. interr. 
wer? 2) Pron. rel. beziehungs- 
los der welcher; ivemi man, 
wenn jemand; 3) qui que 
Pro7i. indef. wer auch immer; 
A. cui que. 

quiutal s. Zentner. 

quinze Zahlwort fünfzehn. 

quitamen adv. völlig. 

quitar tr. überlassen, schenken. 

quotidiana /'. a. geläufig, ver- 
traut. 



R. 



raire Inf. schaben, rasiren fig.; 

vgl. ras. 
ranc s. m. Klippe. 
randa s. in a — vollständig. 
randar tr. putzen. 
randonar intr. einen Anlauf 

nehmen. 
ras Part. 2. von raire a. glatt. 
rassa s. f. Verschioörung (?) 
rauba s. f. Waare, Sachen. 
raubador PI. N. von raubaire; 

A. raubadors s. m. Räuber. 
raucha f. von rauc a. rauh. 
raustir tr. braten. 
razo s. f. 1) Vernunft; 2) Grund, 

Anlass; fig. Erläuterung ; 3) 

Afisicht, Meinung; 4) Sache, 

Streitsache; 5) Hecht; i'^) Regel. 
razouar tr.X) besprechen, bereden; 

2) entschuldigen. 
re, rei 3, 8 (R) Sg. A.; N. res; 

PI. A. res s.f. I ) Sache, Ding ; 

2) Wesen; 3) irgend etwas, 

mit no nichts. 



recebre Inf; Perf 3. receup; 
Cond. 3. recebria; Part. 2. 
receubut tr. empfafigen, auf- 
nehmen. 

reclarn s. Klage. 

reclamar rfi. sich beklagen über 
(de). 

recobrar tr. wieder erwerben, 
ivieder erlangen. 

reconoguda Part. 2. von re- 
conoisser tr. kennen. 

recor Imper. von recorre tr. 
bringen. 

recordamen s. Vorhaltung. 

recrezer Präs. 3. recre rfi. ab- 
lassen von; Part. 1. recrezen 
a. feige. 

reenzo s. f. Lösegeld. 

referen Gerund, von referre tr. 
abstatten. 

referniar rfi. sich einschliessen. 

ref oudre tr. ivieder verschmelzen. 

refranher tr. einschränken. 



230 — 



refudar tr. zurückweisen, ver- 
schmähen. 

reguardar tr. (auf Gesundheit) 
untersuchen; rfi. sich abgeben 
mit (de). 

reguart s. 1) Rücksicht, 2) Ge- 
fahr. 

rei s. m. König; rei d'armar s. 
Wapjjenkönig. 

reiau 13, 50; 35, 18 (beide R) 
a. königlich. 

reiesme s. Königreich. 

reina s. f. Königin. 

reirazar s. m. Vnglückswurf. 

religio s. Religion. 

remaner Inf; Fräs. 3. rema, PI. 
3. remanon; Conj. 3. remanha; 
Per f. 3. remas, PI. 3. rema- 
seron ; Conj. PI. 3. remasessen ; 
Cond. 3. remanria; Part. 2. re- 
masut intr. 1) bleiben, hinter-, 
verbleiben; 2) zurückbleiben, 
ablassen, abstehen von (de); 
3) unterbleiben; Part. 2. fig. 
geendet. 

remirar tr. anblicken. 

rencurar tr. brandmarken. 

renda, rend' s. f. Rente. 

rendre tr. ergeben, übergeben, 
wiedergeben ; — grat, merce 
Dank sagen. 

rengar tr. aufreihen, -stellen. 

renhar s. Herrschaft. 

renovelar intr. sich erneuern. 

renvidar tr. überbieten. 

repaire s. m. Wohnung. 

reprendre Inf.; Conj. 1 . repren- 
da; Pcrf 3. repres; Part. 1. 
reprendeu tr. tadeln. 

reptar tr. tadeln, beschuldigen. 

rescon Präs. \. von rcseondre 
tr. verbergen. 

rescos Part. 2. von rescondre, 
a — heitnlich. 

reserrar tr. befestigen. 

resolar tr. loieder besohlen fig. 

resonhar tr. sorgen für. 

respondre Inf; Per f. 3. respos 
intr. antworten. 



responsio s. f. A^itwort. 
respos s. m. I) Erwiderung, 2) 

Unterhaltung, Unterhaltungs- 

gabe. 
ressis a. feige. 
restar intr. bleiben, unterbleiben; 

rfl. zurückbleiben. 
restaurar tr. wieder herstellen, 

ersetzen. 
retalhar tr. wieder zurecht- 

schneiden fig. 
retener Inf; Präs. 3. rete; Conj. 

3. retenha, retena 33, 24 (R) ; 

Per f. :{. retenc; Part. 2. reten- 

gut tr. zurückhalte7i, zurück- 
behalten, annehmen; intr. 

fesseln, gastfrei sein. 
retentir tr. ertönen lassen. 
retornar tr. zurückbringen. 
retraire Inf.; Cond. 1 . retraissera 

tr. vorhalten. 
revelar rfi. sich empören. 
revenha Präs. Conj. 3. vo7i re- 

venir tr. anregen. 
revenjar tr. rächen. 
revestir rfi. sich bemächtigen. 
rezemer rfi. sich loskaufen. 
riba s. f. Ufer. 
ribatge s. m. Ufer. 
ribieira s. Flussjagd. 
ric a. reich, mächtig, herrlich; 

auch s. 
richesa 17, 17 (R) s. Besitz. 
ricor s. f. Reichthum. 
rire Inf; Präs. Conj. 3. ria; Per f. 

3. ris iritr. lachen; fig. froh, 

heiter werden. 
ris s. Lachen. 

robiiia s. de — roth, rosig. 
roda s. f. Rad. 

romaua f. von roina a. römisch. 
roinpre Inf.; Part. 2. rot tr. 

brechen, zerbrechen, zerreissen. 
roiibo s. m. Niere. 
rosana f. von rosa a. rosig. 
rossinholet s. kleine Nachtigall. 
rot vgl. rompre. 
rota s. f. Seh aar. 
rozilhos a. rostig. 



231 — 



S. 



sa a. vemünftig. 

saber Inf.; Präs. 1. sai, ;{. sap, 

PI. H. sabon; Cofij. '.i. sapcha, 

PL 2. sapchatz, 3. sapchan; 

Imper. PI. sapchatz; Im}). '■^. 

sabia; Perf. 'A. saiip, PI. 3. 

saubron; Cor}j. 1. saubes, 8. 

saubes ; Fut. I . sabrai, 8. sabrn. 

PI. \. sabrem, ;i.sabran; Cond. 

:i sabria; Part. 2. /'. saubuda 

tr. wissen, keyinen, erfahren, 

verstehen : intr. schmecken ; 

— - bo gefallen; s. Wissen, 

Fähigkeit. 
sablo s. m. Sand. 
sabor s. Wohlgeschmack, Reiz, 

Genuss. 
sac s. Sack. 
sagramen s. m. Eid. 
sahiis s. m. Spürhund. 

sai adv. hier, hierher; de — adv. 
und Präp. diesseits; en — 
hierher. 

saieta s. f. Pfeil. 

Saint a. heilig; s. Heiliger. 

salada /'. vo7i salat a. salzig. 

salhir intr. springen. 

saludar tr. grüssen. 

salvamen s. Erlösung. 

salvar tr. erhalten. 

samit s. Taft (Stoff). 

sanc s. Blut. 

sap s. Tanne. 

saubuda Part. 2. a — offenbar. 

säuc s. m. Flieder'. 

saumier s. Saumthier. 

säur a. goldbraun. 

savai a. roh, feige. 

savi, savia a. verständig. 

sazo s. f. Jahreszeit, Zeit. 

se = lui 10, 44 (B). 

sedo s. m. Haarseil. 

segle s. m. Welt, Zeit. 

segon s. m. Vetter. 

segon Präp. gemäss, nach; se- 
gon que Conj. je nachdem. 

segre Inf; Präs. 3. sec; Conj. 



3. sega; Fut. :<. segra, PI. ;i. 
segran tr. folgen, nachgehen. 

segur, -a a. sicher, in Sicher- 
heit, fest. 

sem a. entblösst. 

semblan s. 1) Äusseres, Wiesen; 
'2) Zug; 3) Ansicht. 

semblar tr. gleichen; intr. schei- 
nen, erscheinen; auch unpers. 

semenar tr. säen fig. 

scmtier s. m. Pfad, Weg. 

sen s. m. Sinn, Verstand, Klug- 
heit; vgl. faire. 

senes Präp. ohne. 

senhera s. Fahne. 

senhor Sg. A.; N. und V. senher, 
senlie (vor • n) ; PL N. senhor 
s. m. Herr, Herrscher. 

senhoratge s. m. Herrschaft. 

senhoria s. fig. Spitze, das 
Höchste. 

seutir tr. 1) riechen; 2) ver- 
stehen, empfinden. 

sepolcre s. das (heilige) Grab. 

ser s. Abend. 

serinar tr. zurichten. 

serralh s. m. Verschluss. 

serralha s. f. Festung. 

serrar /r. verschliessen, einhegest; 
rfi. sich zusammenschliessen. 

servidor Sg. A.; N. servire s. 
Diener; a. dienstfertig. 

ser vir tr. dienen, bedienen. 

servizi s. Dienst. 

ses Präp. ohne, ohne zu. 

sestier s. Sextar, Scheffel. 

set s. f. Durst. 

setge s. m. Belagerung. 

setmana, setman' s. f. Woche. 

si, s' Conj. 1) ivenn; — be ob- 
icohl; — no ivenn nicht, ausser; 
— tot obwohl; 2) ob. 

si adv. so; — que sodass; — com 
1) so ivie; 2) da, da ja; c. 
Conj. so ivahr; Conj. und; e 
si und. 

sieu vgl. sos. 

sirven s. Beamter. 



— 232 — 



sirventes, sirventesc s. m. Sir- 
ventes. 

sivals adv. wenigstens. 

so Fron. dem. neutr. dies. 

so s. m. Melodie. 

soan s. Verachtung. 

soau a. sanft; adv. ruhig. 

sobcirana /'. von sobeira a. er- 
haben. 

sobrar tr. besiegen; intr. im 
Überfluss vorhanden sein. 

sobre Fräp. auf, über, über — 
hifiaus, mehr als; adv. über; 
— de oberhalb. 

sobreissir intr. über Gebühr 
emporkommen. 

sobrepoiar intr. zu sehr steigen. 

sobreprenda Fräs. Conj. 3. von 
sobreprendre tr. ertapp)en. 

sobrieira s. Verwegenheit. 

sobrier a. stärker, grösser; adv. 
ausserordentlich. 

sobros s. m. Überbein, Ge- 
schwulst. 

socorre Fräs. 3. socor; Conj. 3. 
socora; Ferf. 3. socors tr. und 
intr. unterstützen, beistehen. 

socors s. m. Hülfe, Zuzug. 

sofracha vgl. faire. 

sofractios a. bedürftig. 

sofranlier Inf; Fräs. 3. sofranh; 
Conj. 3. sofraiiha; Ferf. 3. so- 
frais intr. fehlen, gebrechen, 
mangeln, ausgehen. 

sofridor Sg. A. von sofrire s. m. 
Hungerleider. 

sofrir Inf; Fräs. 1 . sofrisc, 3. 
sofre tr. ertragen, erdulden, 
zulassen, annehmest; rfl. sich 
enthalten. 

soiro s. m. Milbe. 

soissebrc Imp. Conj. 3. soisseu- 
bes; Fart. 2. /'. soisseiibuda 
tr. entlehnen. 

sojorn s. m. liuhe, Aufenthalt. 

sojornaditz a. lässig. 

sojoniar rß. sich ruhen, müssig 
sein, .'andern. 



sol a. einzig; Conj. wenn nur; 

— que Conj. vorausgesetzt 

dass, wenn nur. 
solatz s. m. Unterhaltung, Scherz. 
solazar int7\ scherzen. 
solelli s. Sonne. 
soler Fräs. 3. sol, Fl. 3. solon; 

Imp. Fl. 3. solian intr. pflegen. 
somelhos a. schläfrig. 
somo s. Aufforderang. 
somondre Fräs. 3. somonis ls, 

1; Conj. 1. somoiiha tr. auf- 
fordern; rfl. sich Vorivürfe 

machen. 
sonalh s. yn. Glocke. 
soiiar tr. ertönen lassen, blasen, 

sagen; intr. anreden. 
sonet s. m. Lied. 
sonli, son 14, 31 (R) s. m. Sorge. 
souha s. Besorgniss. 
soplegar intr. anflehen; flg. den 

Hof machen. 
sor Sg. N.;A. seror s.f. Schwester. 
sordeiar intr. in Schande ge- 

rathen. 
sordeis Coyyip. adv. schlechter. 
sors (frz.) 17, 29 a. blond. 
sort s. Zauberkunst. 
sortz Fräs. 3. von sorger intr. 

erwachsen. 
SOS Fron.poss. der 3. Fers. yn. N.; 

A. soll, so {vgl. mos); /'. N. 

imd A. sa, si (vor doiis) ; Fl. 

N. siei; A. sos; f. N. imd A. 

sas. Die volleren Formen sind 

m. sieiis, f. soa mit uyid ohne 

Art. seiyi, der seinige. 
sospeisso s. f. Hoffnung. 
sosteiirau Fut. Fl. 3. voyi sos- 

tener tr. aufrecht halteti. 
soteira a. tiefer. 
sotil a. feiyi. 
sotz Frä}). utiter. 
soudada s. Sold. 
soudadier s. Söldner. 
soven adv. oft, häufig. 
sus adv. oben. 



233 



tabor 8. Trommel. 

tafur, -ura a. treulos, lunqrig. 

talj tau 25, 4 (R) a. solch, ein 
solcher; vor Zahlen etwa, circa; 
s. ein Gewiss er. 

talaii s. m. 1) Wunsch, Neigung; 
2) Sinn; mal — Zorn. 

talh s. m. Figur. 

talhar tr. und intr. sch^ieiden, 
Operiren. 

talo s. m. Ferse. 

tan, tanta a. so viel, so manch; 
das Neutrum tau als Quanti- 
tätsbegriff so, so viel, so sehr, 
so weit, ebenso viel, mit und 
ohne de. 

tauher Inf.; Präs. 3. tanh iiitr. 
angehebt; unpers. sich ziemen; 
rfl. unpers. passen. 

targa s. f. Schild. 

tart adv. ßg. schwerlich; vgl. 
esser. 

tartalliar rß. sich herumstreiten. 

tarzar i^itr. zaudern, sich ver- 
zögern; rü. zaudern, zögern. 

taula s. f. Brettstein. 

taulier s. m. Spielbrett. 

teiut s. m. Farbe; a. düster. 

temer Inf.; Part. 2. temsut tr. 
und intr. fürchten; s. Furcht, 
Liebesfurcht. 

temor s. Furcht. 

tempestar tr. quälen. 

temps s. m. Zeit . Jahreszeit; 
Wetter. 

teuda s. Zelt. 

teudre tr. ausspannen , auf- 
schlagen. 

tenebros a. fifister. 

teuer in/'.; Fräs. I . teuh, 3, te, 
PI. 2. tcuetz, 3. teuou; Co7)j. 
3. tenlia, PI. 2. teuhatz, 3. teu- 
hau; huper. te; Inqy. 3. teuia, 
PL 'S. teuian ; Per f. 3. teue, 
PI. 3, teugrou; Conj. Sg. 3. 
teiigues; Fut. 3. teura. PI. 3. 
teuran; Part. 2. teugut tr. 1) 
halten , behalten , festhalten, 



T. 



erhalten; 2) erfüllen, befolgen; 
3) besitzen, beherrschen, be- 
handeln; 4) binden, verpflich- 
ten; — per halte/n für; — a 
anrechnen als, halten für; — 
char in Ehren halten; — pro 
nützen, Nutzen bringen; intr. 
1) bleibe?!, 2) reichen; rfl. 1) 
sich halten, erhalten; 2) sich 
enthalten (de). 

terme s. Termin. 

termiui s. m. Jahreszeit. 

terra s. f. Land. 

terrena /'. von terre a. irdisch. 

terreta s. f. Ländchcji. 

terzol s. Jagdvogel; vgl. austor. 

tesa s. f. Elle. 

tesaur s. m. Schatz. 

testa s. f. Kopf. 

tetiua s. f. (weibliche) Brust, 
Busen. 

tieira s. f. Schmuck. 

tirau a. blühend. 

tochar tr. abziehen (ein Messe?') 

fig- 

tolre Präs. 1. tuolh, 3. toi; Conj. 
PI. 1. tolam; Imp. 3. tolia, PI. 
3. tolian; Coiij. 3. tolgues, PL 
3. tolguesseu; Fut. 3. tolra; 
Part. 2. a) tont, b) tolgut tr. 
und intr. nehmen, wegnehmen, 
rauben. 

tombar tr. werfen; i7itr. fallen. 

toudre, tondr' tr. scheeren; fig. 
quälen. 

tor s. f. Thurm; PL Burg. 

toru s. Wendung. 

toruar tr. 1) umicandeln, ver- 
wandeln, verkehren; 2) brin- 
gen; 3) u-ieder einsetzen; intr. 
1) zurückkehren; 2) sich ver- 
\candehi in, werden; 3) ge- 
rathen; rß. zurückkehren. 

toruei s. m. Tournier; fig. Kampf. 

torueiador%. A., torueiaire f/,S7//. 
^, 4H (B); PL A. torneiadors 
s. Tournier kämpf er, -held, 
-liebhaher. 



— 234 — 



torneiamen s. m. Tournier. 
torneiar wtr. tournieren. 
tonies s. Tourneser (Münze). 
tort 8. m. Unrecht, Verschuldung ; 
vgl. faire. 

tos s. Jüngling; a. jugendlich. 

tüsa s. Jungfrau. 

tostarZy. bald, schnell; tan — com 
sobald als. 

tot, tota PI. N. tuit 6'. und a. 
jeder, ganz; PI. alle; adv. 
ganz; del tot ganz tmd gar. 

trach vgl. traire. 

tractar tr. und intr. verhandehi. 

trUir tr. verrathen. 

traire Inf.; Präs.l. trac, 3. trai; 
Perf 3. trais; Fut. PI. 2. trai- 
rem; Part. 2. trach, tracha tr. 
herausholen, ivegnehmen; brin- 
gen; abschiessen; ertragen; zie- 
hen; an sich reissen; befreien 
(de); — enan fördern; — mal 
Leid enq) finden; — guarentia 
Schutz geivähren; intr. schies- 
sen; rit. kommen; Part. 2. 
trach Prä}), ausser. 

trametre l'erf 3. trames; Fut. 3. 
trametrai ; Part. 2. /". tramesa 
tr. senden, übersenaen. 

trap s. m. Zelt, Lagerhütte. 

trastomba s. Umschiveif. 

traiicar tr. durchlöchern. 

trazio s. Verrath. 

trebalh s. Mühe, Anstrengung, 
Schwierigkeit. 

trebalha s. Mühe. 



trebalhar rfl. sich Mühe geben 

mit (de), 
tregua s. f. Waffenstillstand. 
trci N. m.; tres /'.; A. tres Zahl- 

wort drei. 
tremoia s. f. Fresstrog. 
treiichan s. m. Schneide. 
trenchar fr. zerschneiden. 
trcnta Zahhvort dreissig. 
trepei s. Unord^iung. 
tres vgl. trei. 
tretaii (= autretau, autretal) 2r», 

20 a. ehemsolch. 
triar tr. herausfinden. 
tribol s. Mühsal. 
trist a. traurig. 
tristor s. Trauer. 
tro Präp. bis; Conj. c. Conj. bis; 

— que, qii' Präp. bis; Conj. 

c. Ind. und Conj. bis. 
trobaire Sg. K; PL N. trobador 

s. m. Dichter. 
trobar tr. finden. 
troia 6'. Sau. 
tromba s. Trompete. 
trouchar tr. verstümmeln. 
tronzo s. m. Splitter, Bruchstück. 
trop adv. zu sehr, zu viel; sehr. 
trotar i7itr. traben. 
truau a. elend, lumpig, grausam. 
tmandar tr. lumpig behandeln. 
tu Pron. pers. der 2. Pers. Sg. 

N.; D.t'i, t', -t; A. ti, t'„-t- 

PI. N. vos, 'US; D. vos, "us; 

A. vos, 'US; vollere Form PI. 

vos du, ihr. 
tuit vgl. tot. 



ü. 



humana/'. von huma,a.f7'eundlich. 
humil, umil a. leutselig, herab- 
lassen d ; demüthig. 
un, una N. us 1 ) Zahlwort eins ; 

2) Pron. indef. s. und a. ein, 
irgend ein; PI. einige; l'us 
der einzelne ; l'us l'autre ein- 
ander; US no keiner, Niemand; 

3) unbestimmter Artikel. 



huoi adv.. heute; d'uoi enan 

nunmehr. 
uolli s. m. Auge. 
uou s. Ei. 
urtar intr. stossen. 
usatge s. m. Brauch. 
usquecs Pron. indef. s. ein Jeder. 
usura s. Wucher. 
usurier s. W^ucherer. 



235 



\a a. träge. 

vaire a. fig. wankelmüthig. 

vaissel s. m. Gefäss. 

\h\qt Inf'.; Präs. 1 . valh, 3. val, 
Fl. 'l. valetz; Conj. 1. valha, V,. 
valha; Fut. I. valrai, 3. valra; 
Cond. a) 3. valgra, h) Fl. 3. 
valrian tr. aufwiegen ; intr. 1 ) 
icerth sein, tüchtig sein, gelten, 
einhr'mgen, vermögen, geachtet 
sein; 2) beistehen; Fart. I. 
valen a. wacker, tüchtig, hülf- 
reich. 

valor s. Werth, Tüchtigkeit. 

\'anar rfi. sich rühmen. 

\aiieiar intr. träge sein. 

vassal, vassau 13, 18 (R) Vasall; 
flg. Kätnpfer. 

vassalatge 1) Lehnsverhältniss ; 
2) Ritterlichkeit, Muth. 

\asvassor s. Aftervasall, Hinter- 
sasse. 

ve adv. siehe da. 

veguda s. f. Anblick. 

veu s. Wind. 

venau 25, 26 (R) a. verkäuflich. 

vencut, -uda vgl. venzer. 

veuda s. Verkauf. 

vendeta s. Rache. 

vendre tr. verkaufen; fig. ver- 
rathen. 

venguda s. f. Kommen. 

venir Inf.; Fräs. 3. ve, Fl. 2. 
venetz; Conj. 3. veuha; Imj). 
3. venia; Ferf. 'S. venc; Conj. 
3. vengiies; Fut. 1. venrai, 3. 
veura, Fl. 1 . venrem, 3. venrau ; 
Co7id. 3. vciiria; Fart. 2. ven- 
giit i7itr. kommen, her-, an-, 
gelangen; entstehen, iverden; 
unpers. — eu cor einfallen; 
rfl. kommen. 

ventallia s. f. Visier. 

venzer Fut. Fl. 1. venzerem; 
Fart 2. vencut, -uda tr. be- 
siegen. 

ver a. wahr, wahrhaftig, echt; 
s. Wahrheit; eu -- im Ernst. 



T. 



verai a. echt, wahr, aufrichtig. 

vergier s. m. Garten. 

vergonlia s. Scham. 

vergonhar rfl. sich schämen. 

vergonliüs a. beschämt. 

verjan s. m. Garten. 

vermelh a. roth. 

vert a. grün; fig. unreif. 

vertadier a. wahrheitsliebend. 

vertat s. Wahr^heit. 

ves Fräp. gegen, hi, im Ver- 
gleich zu. 

vescomtal a. viz gräflich. 

vescomtat s. m. Vizgrafschaft. 

vescüuite Sg. A.; JS. vescoms; 
Fl. N. vescomte Vizgraf. 

vestimenta s. Bekleidung. 

vestir tr. anziehen; s. Kleid. 

vetz s. f. Mal. 

veuzir intr. öder werden. 

vezer Jnf; Fräs. 1. vei, 3. ve, 
Fl. 3. vezon; Conj. 1. veia, 
3. veia, Fl. 1. veiam; Imp. 3. 
vezia; Ferf Sg. 1. vi, 3. vi, 
Fl. 1. vim, 2. vitz, 3. virou; 
Fut. 3. veira, Fl. I. veirem, 
2. veiretz, 3. veiran; Cond. 
Fl. ]. viram; Fart. 2. vegut 
tr. sehen, erblicken, erkennest, 
bemerken, nachsehen; intr. 
hinsehen; s. Anblick. 

vezi s. Machbar. 

vi s. m. Wein. 

via s. f. Weg. 

viatz adv. schnell. 

vida s. f. Leben. 

vielh, -a a. alt. 

vigor s. Kraft, Macht. 

vil a. gemein. 

vila, vilana a. gemein, roh, grob ; 
s. Bauer. 

vilauia s. f. Gemeinheit. 

vint Zahhvort zivanzig. 

virar tr. richten, ic enden; intr. 
sich wenden; rfi. sich drehen. 

viro vgl. de, 

vis s. 1) Gesicht; 2) Ansicht vgl. 
esser. 



— 236 



vitz s. Trei)i)e. 

viu a. lebendig. 

viula s. Viola. 

■viular intr. fiedeln. 

viurc hif.; Präs. 3. viii; Imp. 

PI. W. vivian; Perf. 3. visquct; 

Conj. '6. visques; Part. 2. vis- 

cut intr. leben. 
viiitat s. Feigheit. 
voch, f. voia a. leer, herrenlos. 
volada s. Flug. 
volar intr. fliege^i. 
voler Inf.; Präs. 1 . vuolh, 3. vol, 

PI. 1 . vülem, 2. voletz, 3. volon ; 

Conj. 3. vuollia; Jnq). 3. voliaj 

PI. 3. voliaii ; Per/'. I . volgui, 

3. volc, PI. 3. volgron; Conj. 

3. volgues, PI. 3. volguesscn; 



Fut 1. volrai, 3. volra; Cond. 

a) 1. volgra, 3. volgra; b) 1. 

volria, PL 2. volriatz; Part. 2. 

volgut, -iida tr. wollen, ivün- 

schen , verlangen , erstreben ; 

— mal übel ivollen; — mais 

voi'ziehen; intr. u. rfl. wollen. 
Volon a. begehrlich. 
volontat 6". f. Wille, Wunsch. 
volontiers adv. gem. 
volpilh s. Feigling; a. feige. 
vols Perf. 3. von volver rfl. sich 

ivenden. 
vostre, vostr', f. vostra Pron. 

jwss. der 2. Pers. PI, mit imd 

ohne Artikel euer, der eurige. 
votz s. f. Stimme. 
vouta s. 1) Gewölbe; 2) Tomiiier. 



VERZEICHN18S DER NAMEN. 



Adam 4(), 39. 

Aeiirics N. 6, 7; Aenris 24, 5 1 (R). 
\geii A. 14, 32. 
Vics A. 5, 20. 
Aigar A. 28, 51. 
Aimar A. 10, 75; 85 (beide R); 

N. -s 14, 36; 24, 38; 27, 10; 

vgl. Azemar. 
Aire A. 27, 16 (R). 
Alaman PI N. 8, 70 (R). 
Alamanda 6, 25 (R). 
Alamanha7, 76; 24, 37 (beide R). 
Alaps N. 22, 28. 
Alaves PI. A. 12, 41 (R). 
Albeo vgl. Mon. 
Albert i. E. zu 10. Z. 12. 
Algais A. PI. 16, 53 (R). 
Amblartz iV. 3, 1 1 (R). 
Amilhau A. E. zu 12, Z. 49. 
Anfos .V. 26, 3 (R). 
Anhes A. 32, 37. 
Anjau A 6, 19; 17, 21; 35, 20; 

N. -s 8, 64. 
Anjavi PI. N. 14, 42; 17, 26. 
Arago A. I, 27 (R); 12, 10; 

12, 39. 
Aragones PL iV. 12, 5 (R); 15, 

41; PL A. II, 37 (R). 



Aramon Luc d'Esparro A. 1. 
2 (R). 

Arans A^. 22, 28 (R). 
Arbre See A 21, 42. 
Archambaut A. 37, 16; N. -z 
27, 10. 

Argentos A. 34, 31 fi^/ 
Arnaut A. 6, 12; F. -z 40, 42. 
Arratz ^1. 4, 19 (R); Arrat A. 

7, 41 (R). 
artesa f. a. von Artois 1 7, 45 (R). 
Artus A. I, 31. 
Artuset A. 13, 39. 
Atempre F. 11, 47; 33, 89; 37, 

22; 29. 
Audiartz N. 32, 41. 
Augiers lo Danes N. 23, 27 (R). 
Aurenga III, 27. 
Auriols N. 22, 43 (R). 
Autafort A. 3, 13; 3, 49; 10, 5 

(alle R). 
Autasvals A. 14, 43. 
Aviuho vgl. Raimon. 
Azemar A. 2, 10; 39, 41 (R) ; 

N. -s 3, 11. 
Aziman A. 32, 71 (R). 



B. 



Baiart A. 2, 45 (R). 
Barsalona E. zu 12, Z. 51. 
Tlarsalones Sg. A. 12, 31 (R). 
Uasatz A. 6, 24 (R). 
Baudüis N. 23, 28. 
Bearns N. 5, 18; 13, 27; vgl. 

Gasto. 
ßegora E. zu 10, Z. 11. 



Beira 39, 22. 

Beiriu E. zu 16, Z. 29. 

Bellauda 6, 12 (R). 

Bels Seuher N. und F. 22, 61; 

32, 61; 35, 11; A. Bei Senlior 

28, 62 (R). 
Bels Miralhs N. 32, 56. 
Benauges A. 15, 34. 



— 240 



Berartz iV: 23, 28. 
Berbesil A. E. zu 33, Z. 8. 
Berengier do Besaudimes -4. 12, 

49 (B). 
Bergueda A. 14, 54. 
Bcriais de Mosteroi N. 15,17 (R). 
Bernardo A. 1, 41 (R); N. -s 

5, 19 (R). 
Bernardos d'Armanhac N. E. zu 

5, Z. 27. 
Beruart Otho A. 1, 39 (R). 
Bertrans N. 3, 44 (R): Bertraii 

JV: 20, 35 (R). 
Besaudunes vgl. Berengier. 
Bordel A. 0, 23; 14,20; 15, 11 

(R); 34 (R). 

Cabrera 14, 52. 
Cadonli A. III, 48 (R). 
Caerzis N. 17, 13. 
Cajarc A. 19, 27 (R). 
Cambrais A. Iß, 14 (R), 
Canda 0, 19 (R). 
Cans N. 22, 59 (R). 
Caortz A. 19, 27. 
Carais N. 22, 5ß (R). 
Carlades A. 12, 13 (R). 
Carliit E. zu 12, Z. 40; 47; vgl 
Cassanlia vgl. Peiro. [Peire. 
Castela Castilicn 13, 08; 2(), 3. 
Castelot A. 12, 19. 
Castrasoritz N. 12, 28 (R). 
Catala Catalane 1, 27; 13, 58; 

15, 42; f. Catalana 35, 31 (R). 
Catalonlia 39, (R). 
Cembelis iV. U7id V. 32, 22; 35, 

11 (R). 
Oi^ntolh d'Estarac E. zu 1 0, ZAO. 
Centolhs N. 10, 24. 
Cestel Cisterzienser Bioqr. 11. 
Chales A. 32, 31. 
Cliampanesa f. von Clianipanes 

Emwohner der Chmn}mqne 

17, 28 (R). 

Damiata 37, 31 (R). 
Dijo A. 10, 27 (R). 
Doais K 16, 13 (R). 



C. 



D. 



Borgonha, Borgonh' 7, Ol; 39, 

31 (^i^;. 

Borgonlio PI. N. 17, 39. 
Bos A. 30, 52; JV: 27, 10. 
Botenan A. 15, 37. 
Braiman PZ. JV. Brabanter s. 

71 fi^;. 

Branditz ^. Brindisi 21, 54. 
Bresilianda 0, 33 ; I, 28 (beide R). 
Bretanha 7,li (R); 17, 14; 28. 

26; 39, 40. 
Breto, breto Sg. A. 10, 28 (R) : 

PI. N. Breto 8, 62; 14, 41; 1. 

25; A. Bretos I, 14. 
Bristols N. 22, 53. 
Büros A. 7, 70. 

Champanha 7, {)3 (R). 
Cbanzis A. PI. 24, 41 (R). 
Charanta 22, 41 (R). 
Charles JV. 7, 70; 18, 21; A. 

Charle 19, 23; Charlo 5, 42. 
Chartrcs A. 15, 36. 
Cliastel Airaut E. zu III, Z. 

40; 43. 
Chiuo A. 4, 34 (R); Cliinom .1. 

19, 29 (R). 
Clarasvals A. 3, 35. 
Clarenz V. 5, 9. 
Coberlanda 6, 17 fß/ 
Colombier ^.11, 20 (R). 
Comborns JV. 5, 1. 
Com\)eu\\fi Compiegne 8, 06 (R). 
Conliac A. 15, 35.' 
Conrat A 21, 55; N. -z 21, :! 

V. -z 21, 8; 15, 22; 29, 3(;. 
Constanti E. zu 3, Z. 2 etc. 
Coras JV. 22, 58. 
Corp E. zu TU, Z. 42. 
Corrozana 35, 39 (R). 
Cremona 4, 32. 
Crespi A. 17, 44. 
Crist A. 4, 51. 
Croissa 15, 26. 

üordonha 22, 41; 39, 22 (R). 
Durtz vgl. Gauceran. 



-^ 241 — 



Eleina E. zu 35, Z. 3. 

Elis A. 32, 27. 

Elis de Moufort E. zu 32, Z. 5. 

Englaterra 7, 21 (R). 

Eugles Fl. N. und A. Engländer 

6, 18; 8, 61; I, 3; II, 24 (B). 
eiigles, -esa a. englisch 9,5; 

13; 21; 29; 37 (alle R) ; 17, 

22; f. 17, 24 (R). 
Eugolesme ^. 5, 44; 20, 20; N. 

-s 5, 12. 

Faidida 32, 51. 

Fanjau A. 35, 32 (R). 

Felip A. 4, 61; 5, 41; 17, 23; 

41; III, 12; N. -s 16, 50; 18, 

20; 19, 17; 20, 5; 15; 21, 17; 

40; 23, 41; 45; 51. 
Finibus -Terra A. 7, 12 (R). 
Flamencs A. PL FlamUmder E. 

zu 17, Z. 4. [Z. 9. 

Flaiidres A. Flandern E. zu 10, 
Flandres PI. N. Flandrer 8, 68. 
Fois A. 1, 41. 



E. 



Engolmes A. 7, 10. 
engolmesa f. von engolmes 17, 

14 (R). 
engolmesi a. 10, 23 (R). 
Ilenrics N. 17, 19. 
Espauha 7, 69 (R). 
Espanhol il. 13, 20. 
Esparro vgl. Aramon. 
Essaudu A. 17, 18. 
Estarac vgl. Centolh. 



F. 



^. 



Folcaus N. 14, 37. 
Follieta V. 36, 1; 37, 1; 15. 
Fons-Ebraus N. 13, 43 (R). 
Frances s. PI. N., V. und A. 7, 

.55; 15, 29; 20, 31; 23, 41 (R); 

I, 6; II, 33; Francei PI. N. 

17, 39 (R). 
frances, -esa a. 1 7, 1 (R) ; 2 1 , 45. 
Franza 7, 39; 50; 8, 66; 16, 36; 

17, 25; 20, 7; 26, 23 (R). 
Frederis (statt Frederics) N. 24, 

49 (R). 



Galvauh A. Gavain III, 21 (R). 
Gan A. Gent 8, 68 (R). 
Garlanda 6, 31 (R). 
Garsia Ramitz N. 12, 37. 
Gasto A. 10, 24; N. -s 13, 27; 

20, 38. 
Gasto de Bearn A. E. zu 5, 

Z. 26 und 10, Z. 11. 
Gauceran Durtz A. 14, 57. 
Gauceran vgl. Raimon. 
Gavardas N. 5, 18 (R). 
Genoes A. PI. II, 48 (R). 
Gimel A. E. zu 10, Z 7. 
Gisortz N. und A. 7, 40; 16, 38; 

17, 12; 19, 18; 23, 43. 
Golfier de la Tor A. 28, 59 (R). 
Gordo A. 5, 2 (R); vgl. Guil- 

helms. 
Granhol V. 5, 9 (R). 
Grecs PI. A. 12, 63. 
Gronli A. III, 24. 
Guasco PI. N.\, 11; 8, 63 (R): 

II, 24; A. -S 5, 17; 6, 23. 

Romanische Bibl. Bertran von Born 



Guasconha 39, 39 (R); 50 (R). 

Guerics N. 17, 29. 

Guia PI. N. Aquitanier 7, 25; 

8, 63. 
Guiana III, 13. 
Giülhelm A. 6, 13. 
Giiilhelme A. und V. 30, 51; 

III, 26. 
Guilhelme Bertran V. 30, 41. 
Guilhelms de Bergaeda N. E. 

zu 13, Z 31. 
Guilhelms de Gordo N. 2, 15. 
Guilhelms de Monmaurel N. 15, 

18 (R). 
Guios N. 27, 10 (R). 
Guiraut de Cabrera A. E. zu 14, 
• Z. 30. 

Guiraut de Bornelh Biogr. II. 
Guis N. 24, 39; 46 (i^).' 
Guisan A. 8, 69. 
Guischarda 29, 14. 
Guischart de Beljoc A. E. zu 29. 

Z. 7. 

16 



242 — 



Isembärt A. 17, 45; 21, 50. 
Iseutz N. Isolde 32, 37. 

Jaufre de Lizinha A. E. zu ITI, 

Z. 9. 
Jaufres N. 6, 33; 12, 23 (R); 

14, 37 (R)', 39, 49. 

Lana 35, 7 (R). 

Landa 6, 23 (R). 

Laraus PI. A. 13, 58. 

La Rochela E. zu III, Z. 47. 

Laudu A. 4, 34. 

Lemotg' A. (Stadt) 39, 49. 

Lemozi A. Limousin 7, 37; 10, 
19; 14, 26; 34; N. -s 24, 30 
(R); V. 29, 1. 

Lemozi PI. JSl. und V. Limou- 
siner 7, 44 ; 30, 11;^. 35, 9 (R). 

Maeut de Montanliac A.; N. -z 
E. zu 28; 29; 32; 33. 

Maier N. 35, 41. 

Mailoli V. 38, 1. 

Maines N. 8, 65. 

Malmiros iV. 24, 42 (R). 

Mancel PI. N. 14, 42; Maiicei 17, 
26 (R) Bewohner von Mcvme. 

Mauta 22, 21 {R). 

Manuels N. 12, 58. [Z. 5. 

Maria de Ventadorn E. zu 32, 

Marclia E. zu III, Z. 15. 

Mariniers V. 22, 64; 24, 41; 
28, 56. 

Marquesa E. zu 14, Z. 29. 

Marsas N. 5, 20 {R). 

Martel A. 14, 36 {R). 

Matafelo A. 5, 40 

Mauleos N. 5, 26; vgl. Raol. 

Maurin ^. 28, 51. 

Melhau A. 12, 13; vgl. Amelhau. 



I. 



Isla-Bochart A. 5, 33 (ß). 



J. 



L. 



Jesu A. 21, 8. 

Johan A. III, 8; 31: N. -s 4, 62; 
Johan ses Terra A. 7, 24 {R). 
Juzieus PI. A. Jude 13, 40. 

Lena 34, 9 {R). 
Lieucata 37, 29 (ß). 
Lizinha vi. 1 9, 1 3 ; iV. -s 5, 25 {R). 
Loirenc PI. N. Lothringer 8, 71. 
Lombardia 39, 44 (R). 
Lombart A. Lombardei 4, 30. 
Londres N. und A. 22, 55; 

27, 16. 
Lozovics N. III, 25. 
Luc vgl. Aramon. 



M. 



Merlis N. 15, 40. 
Mielhs A. 30, 4. 
Mielhs-de-Be N. und A. 30, 1 2 

(R); 32, 47. 
Mirabel A. 5, 34; 14, 44 (Ä); 

15, 35 (R); E. zu III, Z. 32. 
Mirandol A. 15, 25 (R). 
Mirmanda vgl. Tor. 
Molierna 15, 17 (R). 
Mon Albeo A. 1, 38 (Ä). 
Monferran A. 14, 43 (i^). 
Monfortz N. 5, 2. 
Monmaurel 4. 14, 34 (R); vgl. 

Guilhelm. 
Moupeslier A. II, 36 (R). 
Monsaurel A. 6, 19. 
Montagut A. 1, 13 (R). 
Montanliac E. zu 3, Z. 9. 
Montausier E. zu 33, Z. 9. 
Mosteroi vgl. Berlais. 
Murols N. 22, 22 (R). 



N. 



navar «. 1 2, 40 ; 1 3, 67 (R) ; 20, 27. 
Nil A. 8, 56. 
Niort ^. 10, 7 (R). 
Nontron A. 14, 32 (R). 



Norman PI. N. 7, 46; 8, 61 (i2); 

14, 41. 
normanda f. von norman a. 6, 

21 (R). 



- 243 — 



Normandia 7, 39 {R); 34, Hl (R); Nortenseins N. 22, 54. 
311, 20 (R). Niiüumerchat A. 7, 40 (7?). 

0. 

Oc e No N. und A. 4, 00; 10, Orlei A. Orleans 17, 33 (R). 
43; 52; IP, 2; 12; 28; 21, 43; Ot A. E. zu 35, Z. 2. 
22, 51; 33, 95. Otho vgl. Bernart. 



P. 



Palerna 15, 64 {R). 

Papiols 7. 4, 57; 10, 83; 11, 50 
17, 43; 19, 41; 21, 5.^ ; 22, 52 
23, 49; 24, 49; 28, 61; 32, 71 
33, 93. 

Paris {Kriegsruf) 24, 14 (R). 

Paus N. 13, 27. 

Peire N. 1, 40; A. 13, 41. 

Peire de CarlatX E. zu 1 2, Z. 47 

Peire Kois N. 13, 49. 

Peiregorc A. (Land) 5, 3. 



Peiro La Cassanha A. 24, 45 (R). 

Peitau A. 5, 33; 6, 15; 6, 20; 
15, 67; 20, 34; 41; 28, 25; 35, 
8 (R); 39, 50; III, 11; N. -s 
7, 66; 13, 59 (R)- 20, 7. 

Peitavi PI. N. 14, 42; a. 2, 46. 

Persans PI. A. Perser 22, 30 (R). 

Pinos A. 14, 50. 

Pisa PI. N. Pisaner II, 48. 

Planel vgl. Raimons. 

Polha Appulien 19, 24; 24, 58. 

Ponz N. 5, 25. 



Peiregors A. {Stadt) 2, 43. 

Peiregorzi PI. N. Perigordiner Proenza 12, 19 

10, 21 {R). Puoi-Guilhelm V. 5, 9. 

Quitania E. zu 17, Z. 21. 
R. 



Raimon A. 14, 40 {R); 14, 57 

{R); K -s 4, 33. 
Raimon Gauceran A. 14, 49 {R). 
Raimons d'Avinlio N. 10, 29 {R). 
Raimons Berengiers E. zu 12, 

Z. 52. 
Raimons de Planel 38, 43. 
Rainier A. 11, 52. 
Rancom A. 19, 13 {R). 
Raol de Cambrais A. E. zu 16, 

Z. 10. 
Raols de Maiüeo JS. E. zu 5, Z. 30. 
Rassa 4, 12; 7, 73; 11, 1; 14, 

33; 28, 1; 12; 23; 34; 45. 
Ravena 34, 22 {R) 



50; 40, 42; III, 14; iV: -z 3,9 

{R)] 13, 8; 15, 33; 20, 8; 35; 

21,36; 23, 14; 46; 24,4; 26,5. 
Roais N. U7id A. 16, 21; 22, 27 

(i?); 34, 23 {R). 
Roam A. 16, 26; 19, 19; N. 

Roans 22, 57 {R). 
Rocafort A. 20, 40. 
Rocliachoart A. 32, 36. 
Rodes A. E. zu 12, Z. 47. 
Rüis vgl. Peire. 
Romanha 24, 53 {R). 
Rosergue E. zu 12, Z. 46. 
R.osiers A. 14, 44. 
Rossilliones A. 12, 22 {R). 



Richart A. 2, 10; 53 {R); 0, 5; Rotgier A. 19, 43; N. -s 1, 39. 
26; 20, 19; 21, 18; 23, 42; Rotlan A. 8, 47 {R). 



S. 



.Saint Aimon A. 14, 47 {R). 
Saint -Astier Y. 5, 10. 



Saint Johan A. 8, 14 (Ä); Safnt- 
Johan {Ort) 15, 36 {R). 

16* 



— 244 



Saint Launart A. 2, 34. 
Saint Marzal A. 10, 36 (E). 
Saint-Sever A. 20, 39 (R). 
Saint Tomas A. I, 27 {M). 
Saintonge A. 7, 11. 
Sais A. 16, 26 (B). 
Saissa s. f. Sächsin 34, 36. 
Salabier A. 11, 34 (R). 
Saladi A. 21, 4 (jR); 20. 
Sanso A. 12, 20; iV. 1, 42; San- 

chos N. E. zu 12, Z. 57. 
Sansonha Sachsen 19, 24. 

Talairans iV". 2, 36; 3, 12. 
Talhaborcs N. 5, 25. 
Talhafer A. 5, 34; N. -s 14, 37. 
Tarantais ^. 16, 51 {R). 
Tarasco A. 1, 37. 
Tartas E. zu 5, Z. 28. 
Taimais ^. 5, 26. 
Terra-Maior A. 4, 15 {R). 
Tervagans N. 22, 27 {R). 
Tiborc de Montausier A.; N. 

Tibors E. zu 33, Z. 5 cte. 
Titagrava 22, 55 (R). 
Titbaut J. III, 2b. 
Toartz A. 5, 29. 

Ugo lo Bru A. E. zu 111, Z. 8. 
Ugos N. I, 42. 

Valei (statt Valeis) .4. 1 7, 44 (R). 
Valia 7, 33 (R). 
Ventadorns N. 5, 1. 
Vezias N. 5, 19. 



Saragosa 28, 26 (B). 

Sarazi A. Sarazene 36, 9 (R). 

Savaric de Mauleo E. zu 5, Z. 30 

und zu 111, Z. 39 efc. 
Savarics 7. 111, 49. 
Savoia 21,53; 36, 12 {beide R). 
Segur A. 5, 1 (R). 
Sevra iJ. ^rw 17, Z. 8, 16. 
Sivrai A. 5, 27. 

Sur4. Ti/ms 12, 15 (JB); 21,4; 9. 
Susest K 22, 54 (jB). 



T. 



Toleta Toledo 5, 7 (Ä); 12, 29. 
Tolosa 1, 13; 20, 21; 28, 25 (R). 
Tolsa das Gebiet von Toulouse 

12, 25. 
Torena 5, 2; 30, 51; 34, 18 {R). 
Tor Mirmanda 6, 13 {R). 
Tors N. und A. 8, 65 {R)\ 16, 

37; 111, 11 (jß). 
Träinac A. 19, 42. 
Tristan A. 15, 60 {R)\ 32, 38 

{R); V. -s 15, 65. 
Troia 1) Troja 21, 48 (jK); 2) 

Tmyes 21, 50 {R). 



U. 



UrgelA. 14, 52(jB); 15, 42 (ii!). 



V. 



Vilamur A. 12, 24. 
Vivia A. 33, 40; Vivia de Lo- 
manha A. E. zu 5, Z. 27. 



Y. 

Yrlan PI N. Irländer 8, 62 (R). Yrlanda 6, 18 (jK). 



Alphabetisches Verzeichniss der Gedichte. 



Nummer Seite 

1. Ai! Lemozis {Basisch und erste Auflage 1) . . 29 114 

2. A-1 doutz nuou („2) 16 90 

8. Aue no's puoc („3) 22 102 

-1. Ära sai ieu („ 4) 21 100 

5. Ar ve la coindeta („5) 25 108 

I). Bei m'es, quan vei („ 7) 4(> 133 

7. Bern platz lo gais {B. 233, 1; II) 42 136 

8. Bern platz quar tregua („8) 24 106 

9. Cel que chamja bo („ 1 0) 30 115 

10. Chaziitz siii de mal („9) 34 125 

11. Cortz e guerras („11) 4 62 

12. Domna, puois de me („12) 32 118 

13. D'uü sirventes no-m chal („ 13) 6 66 

14. Folheta, ges autres („16) 37 129 

15. Folheta, vos mi pregatz („17) 36 129 

16. Gen part nostre reis („18) I 138 

17. Ges de disnar no („ 19) 35 127 

18. Ges de far sirventes („20) 3 59 

19. Ges no mi desconort („21) 10 74 

20. Guerr' e pantais vei („ 22) II 139 

21. Ieu chan quel reis („14) 7 68 

22. Ieu m'escondisc, domna („15) 31 116 

23. Lo coms m'a mandat („23) 1 55 

24. Mailoli, joglar (,24) 38 130 

25. Miei sirventes vuolh far („25) 26 109 

26. Mon chan fenisc („2b) 8 70 

27. Mout m'es deissendre („28) 15 88 

28. Mout mi platz quan („27) 41 135 

29. No puosc mudar, un chantar („ 29) 19 97 

30. Nostre senher somonis („ 30) 18 96 

31. Puois a-ls baros enoia („31) 17 93 

32. Puois lo gens terminis („32) 12 79 

33. Puois Ventadorns („ 33) 5 64 

34. Quan la novela flors („34) 14 85 

35. Quan vei lo temps (J5. 81, 1; I) III 141 



— 246 — 

Nummer Seite 

36. Quan vei pe*ls vergiers („35) 13 82 

37. Kassa, mes si son („ 30) 11 77 

38. Rassa, tan creis („37) 28 111 

39. S'abrils e fuolhas („38) 33 12ö 

40. Senher en coms („39) 39 132 

41. S'ieu fos aissi senher („ 40) 20 99 

42. Si tuit li dol („ 41) 9 72 

43. Un sirvenles fatz („43) 27 110 

44. Un sirventes on motz („44) 2 56 

45. Volontiers feira („4."») 23 104 



Druckfehler. 

S. 8, Z. 19 lies: Vigeois; 17, 27: durchwärmt; 37, 2: ver- 
nichtet; 42, 6: Ein; 52, 12: quairel; 59, 27—28: per so qu' el 
volia mal a*n Bertran ist das zweite Mal zu streichen; 67, v. 10: 
guaranda; 08, v. 1: die Klammer ist hinter chan zu setzen; 71, 
V. 32: guarnirs; 80, 55: bore statt orc; 83, 2: a-ls; ib., 44: si 
statt se; ib., v. 1: desplegar; 92, v. 26: No"l; S. 97 in der Pagi- 
nirung: 97 statt 79; 101, v. 20: gualian; ib., v. 23: guart; 158 zu 
V. 55, Z. 1: guaran statt quaran; 169 zu v. 70, Z. 2: günstiger; 
195 zu V. 12, Z. 3: reguardar; 214, 3: desplegar. 



Druck von Ehrhardt Karras, Halle a. S. 



Inhaltsverzeichniss. 



Seite 

Vorrede V 

Lebensbesclireibuiig 1 

Die proveuzalisclieu Lebensuachricliten 51 

Politische Sirventese 55 

Liebeslieder (Canzoiien) 111 

Gedichte verschiedenen Inhaltes 129 

Anmerkungen 145 

Glossar 203 

Verzeichniss der Namen 237 

Alphabetisches Verzeichniss der Gedichte 245 

Druckfehler 240 



ROMANISCHE BIBLIOTHEK 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



DR WENDELIN FOERSTER, 

PROF. DER ROMANISCHEN PHILOLOGIE A. D. UNIVERSITÄT BONN. 



IX. 

LA BANDOLERA DE FLANDES. 



HALLE A. S. 

VERLAG VON MAX NIEMEYER. 
1893. 



DON B ALT AS AR DE CARAVAJAL 

LA BANDOLERA DE FLANDES 

(EL IIIJO DE LA TIERRA) 



COMMEDIE SPAGNUOLE DEL SECOLO XVII 

SCONOSCIUTE, INEDITE O RARE 
PÜBLICATE 

DAL 

DR ANTONIO RESTORI. 



HALLE A. S. 

VERLAG VON MAX NIEMEYER. 
1893. 



-Le novitä e le raritä delle grandi collezioni parmensi 
di commedie spagnuole non saranno cosi presto esaurite, e 
ricbiederanno l'opera di molti lavoratoriJ) Intanto, per 
cortesia del direttore di questa Biblioteca romanza e del 
suo solerte editore, esce a darne iin saggio, credo non dis- 
pregevole, questa Bandolera de Flandes. 

Fu composta o almeno ricorretta uel 1604, da Baltasar 
de Caravajal;2) e il mauoscritto che qui si publica e 1' auto- 
grafo. Appartiene dunque al miglior periodo del teatro 
castigliano, ed e nelle migliori condizioni per la publi- 
cazione. Ma un' altra circostanza viene ad accrescerle 
pregio. In una famosa loa de la conied/ia, che un bizzarro 
iugegno, Agostino de Rojas Yillandrando, inseri in un suo 

1) Di queste collezioni diedi conto in: Collezione de Dife- 
rentes Autores (vol. VI degli Studj di filologia romanza , Roma 
1S91) e: Una collezione di commedie di Lope de Vega, Livorno, 
Vigo 1891. 

2) II Barrera (Catdlogo del teatro espanol, p. 72 — 73) scrive 
Carvajal, ma Caravajal e nel suo autografo, nella loa piü oltre 
citata del Rojas, e in alcnni versi di Gregorio Hernando de 
Velasco, i qnali Barrera crede diretti a Michele Carvajal, ma 
potrebbero invece alludere al nostro Baldassarre: 

Caravajal en cuyo pecho inspira 

El dios Cilenio cuanto entiende y siente. 

Sulla vita del nostro autore nulla posso aggiungere a quel 
pochissimo che ue scrisse il Barrera. 




VI 

bizzarro libro, El viaje entretenido, da lui edito nel 1 603, 
paiiando di alcuni commedianti che scrissero comedias 
muclias y buenas, e detto: 

De los farsantes qne lian hecho 

Farsas, Loas, Bayles, Letras, 

Son Alonso de Morales, 
Grajales, ZoHta, Mesa, 



Y el del Hijo de la Tierra 
Caravajal, Claramonte, 

Y otros, ecc. 

Fra tanti nomi d' autore, ini sol titolo di commedia: El 
Hijo de la Tk'rra: era naturale che se ne deplorasse la 
perdita. Or nel leggere questa Bandolera mi accorsi, alle 
prime pagine, che essa, midato nomine^ non era altro che 
il creduto smarrito Hijo de la tierra. SiiU' identita non 
c' e dubbio possibile; Leon, il protagonista, e detto: 

V. 127: Hijo de la tierra misma, 
ed egli stesso se ne vanta: 

V. 226: Hijo de la tierra soy 

y este es mi primer hlason; 

e veggasi anche ai versi: 40, 148 e seg., 204 e seg., 
850, 1866. Ma questa indiscutibile identitu fa nascere un 
piccolo problema di cronologia. Se il Caravajal, e lo 
dice egii stesso, fini questa commedia agli 8 novembre del 
1604, come poteva il Rojas Villandrando parlarne con lode 
in una loa del 1603? Lodava egli, il che non e raro tra 
camerati e compagni, un' opera non ancor compiuta: o la 
commedia era giä stata rappresentata, e questo manoscritto 
del 1604 non e, per cosi dire, che un* edizione ritoccata 



VII 

e corretta? lo propendo per questa seconda ipotesi; e me 
ne pare una coDferma 1' avere scartato il primo titolo di 
Tlijo de la tierra, per qiiesto, che 1' autore poscia vi 
appose, di Bandolera de Flandes: titolo che, per ogni 
rapporto, le s' addice assai meglio. Comunque sia, e certo 
che la commedia qui publicata e qiiella stessa che il 
Villandrando lodava in sui primi anni del secolo XVII. 

E essa inedita, sconosciuta o rara? E certamente piü 
che rara: affatto sconosciuta. Ma non so se inedita; e mi 
spiego. II Barrera cita, di un Carvajal, che e poi il nostro 
Baldassarre , una commedia intitolata Kl Hijo Jionrado. 
non potrebbe darsi che i due Hijos, quello de Ja terra 
e questo lionrado, fossero nn hijo solo? La citazione del 
Barrera e presa dal catalogo Medel, che per la massima 
parte e fatto di commedie edite sueltas; sieche anche in 
questo caso c' e da scommettere dieci contro uno, che il 
Medel si riferiva a una suelta stampata. M' affretto peraltro 
a dire che questa identitä tra i due Hijos e possibile ma 
tutt' altro che probabile: non c' e in tutta la commedia 
una situazione, una fräse, una parola, che legittimi questo 
titolo di Hijo lionrado. E del resto, fosse pur vero il 
supposto, questa presunta suelta e oramai irreperibile. In 
Ispagna, il prof'". Mencndez mi dice che no esiste en hihlio- 
tecas pühlicas, ni im^wesa ni manuserita, Ja eomedia> 
de El Hijo Honrad o . . . . se trata de ohra deseono- 
cida. In Germania, il prof^. Stiefel, (a entrambi, grazie 
cordiali) m' assicura che das Stück el Hijo lionrado 
findet sieh in keiner deutschen Bibliothek, inshesondere 
tveder in München, noch in Wien. Es ist tvahrschein- 
lieh nicht wehr vorhanden. Quanto all' Italia, io non so 
che vi esista; sieche gli amatori di novitä bibliografiche 
possono senza scrupoli far buon viso a questa mia fatica. 



VIII 

Resta a vedere s' ella merita davvero questa fatica 
ch' io v' ho speso, e le lodi del Villandrando. A parte 
la sua preziositä per i bibliografi, a parte ch' ella sia la 
sola commedia che ci resti di un lodato contemporaneo del 
Tärrega gia vecchio e di Lope ancor giovine, merita per 
se stessa questa risurrezione ? Io credo di si. Chi dicesse 
che r intreccio e fantasioso e inverosimile, che il pro- 
tagouista Leon e im matm)ioros, e 1' eroina Cassaudra uiia 
virago, nou direbbe forse una bugia; ma darebbe a vedere 
di non conoscere punto il gusto dei public! di Spagna in 
sul nascere del Seicento. Anzi^ parve forse difetto, e contri- 
bui a far dimenticare la commedia, quel che ora spinge- 
rebbe a farla rivivere: 1' uso assai parco del cuUeranismo 
e la semplicita dell' eloquio; e (dote comune dei comme- 
diografi spagnuoli) la ricchezza e la facilitä del verso e 
della rima. Chi poi legga la commedia, e ricordi quali 
fossero, tra il 1600 e il 1604, le relazioni politiche tra le 
Fiandre, la Spagna e 1' Inghilterra, troverä in quelle circo- 
stanze assai ragioni degli applausi spagnuoli. Ma quelle 
condizioni mutarono, e ciö nocque alla commedia. Quando 
le Fiandre, dopo una sosta, che parve in Ispagna pace 
cordiale, ed era sospettosa tregua, ripresero nel 1609 le 
armi, era impossibile che la commedia si recitasse quäle 
era. Forse fu allora che 1' autore tentö di trasportare la 
scena dai Paesi Bassi in Sicilia, come si vede da correzioni 
che paiono di sua mano nella prima meta del primo 
atto, correzioni da me poste tutte tra le note; ma, o 
si stanco, o da circostanze che ignoriamo, fu impedito di 
proseguire. 

II tomo donde e presa questa commedia e 1' 81^ 
della coUezione De diferentes Atdores. E un volume di 
cm. 15x21, rilegato a hrocJuirc c contenente queste 



IX 

commedie: Travesuras de Carlo — Jerusalem conqiii- 
stada — hngaro famoso — Hermano Francisco — 
Vandokra de Flandes — Valles de Sopetran — Vando- 
lero de Flandes — Violencias del amor.—', le primc 
sei manoscritte, le iiltime due edite sneltas. Chi volesse 
maggiori notizie veda i numeri 681, 260, 831, 758, .171, 
832, 234, 449, del citato mio lavoro sulla collezione di 
Difer. Äutores. Alcuni di questi manoscritti, compresa la 
Bandolera, hanno appartenuto al Lic*^. Francisco de Rojas 
di Madrid (v. op. cit. No. 562) che vi fece qua e lä corve- 
zioni, di ciii io avvertiro il lettore. Del resto, trattandobi 
d' iin autografo, lo riprodiico talquale, con tiitti i suoi 
capricci ed errori. Soltanto, vo a capo ad ogni interlo- 
cutore; metto sempre la maiuscola ai nomi propri, che Y 
autore pone solo di quando in qiiando; e infine separo iina 
dair altra le parole, le quali, in quell' orribile calligrafia del 
Seicento, sono cosi a Capriccio confnse e legate, che il 
Rojas stesso mise qua e lä delle grosse virgole per sepa- 
rarle; sdegnandosi forse, egli spagnuolo, di ciö che per 
me, straniero, e stato sovente causa di molesta perplessitä. 
Quanto all' interpunzione , che ho dovuto porre quasi per 
intero, mi sono attenuto a quella in uso nelle stampe del 
secolo XVII, specialmente della prima metä di esso. Di 
alcuni segni che rarissimamente ivi si usano, come i pun- 
tini di reticenza e le parentesi che segnano 1' a parte, 
auch' io sono stato parchissimo, e solo li posi dove la loro 
assenza poteva nuocere alla chiarezza. A malincuorc, 
per esser fedele al suddetto criterio, ho rinunciato agli 
accenti, che specie negli omonimi (dbra, ahrä: amdras, 
amaräs), gioverebbero assai. Le pagine del ms. le ho 
notate in parentesi quadre. Delle forme metriche ecco 
lo Schema: 



1». atto. 



2". atto. 



quartine 


1 443 


ottave 


1336- 


-1519 


quintine 


444 588 


quintine 


1520- 


-1654 


romance 


589 700 


romance 


1655- 


-1766 


quintine 


701 — 730 


quintine 


1767- 


-2091 


sciolti 


731—812 


romance 


2092- 


-2221 


quintine 


813 1183 


quintine 


2222- 


-2471 


romance 


1184—1275 










quintine 


1276—1335 
30. 


atto. 










sciolti 


2472- 


-2567 








quintine 


2568- 


-2827 








quartine 


2828- 


-2983 








romance 


2984- 


-3057 








quartine 


3058- 


-3285 








sciolti 


3286- 


-3322 








quartine 


3323- 


-3494 








romance 


3495- 


-3633 







Parma, maggio 1893. 



Autoiiio Restori. 



La Baridolera de Flandes. 



frontispizio. Acto Priiiiero 

de la bandolera de Flandes. 



el Conde Aquiles 
Lucrecia dama 
Leon 



de Baltasar de Carabaxal 
y la tiene al fin firmada 
de SU mauo 



' labradores 



Cardenio 

Luzindo 

Tibaldo 

Iberio 

Arsindo 

Lauso 

Miralba 

un paje 

estas son las figuras de este acto. 



I. 

[Pag. la] (Sälen riiiendo Leon y Cardenio y metiendo 

los en paz Iberio, aldeanos.) 

1 Car. E de morir o acarbarte. 
Ibe. Leon, Cardenio. 
Car. Villano, 

miradme a la cara. 
Leon Hermano 

yo tengo de respetarte. 
5 Si agora enojado vienes, 

y es frenetico tu antojo, 

Rom. Bibl. IX., La bandolera de Flandes. J 



— 2 — 

pasara de ti el enojo 
y Veras si ra^on tienes. 
Ibe. Entre ermanos se coDsiente 

10 tan poca amistad? 

Car. No ay tal, 

110 es mi ermano. 
Leon Vuestro ygual 

basta ser, Cardenio. 
Car. Miente : 

yo un ermano solo tengo 
que pueda ermano llamar. 
15 Leon No me tienes de enojar, 
ni a renir contigo vengo; 
Ermano, digo, seiior! 
Car. No as de engafiarme otra vez. 
Leon Yo quiero que seas juez 
20 de mi causa y tu dolor, 

ün Josef tienes aqui 
u milde a tus pies rendido. 
Car. Dizes bien, por que oy vendido 
tienes de quedar por mi; 
25 ermano a de aver cruel 

que te prevenga un mal fin. 
Leon Y Dios que pida a un Cayn 

la justa sangre de Abel. 
Ibe. Porque a sido la quistion 

30 si es posible me dezid. 

Car. Pues lo preguntays oyd: 
fPao\ 2»! vereys si tengo razon. 

Segun me cuenta mi madre, 
abra como veynte afios 
35 que, entre mal conpuestos pafios, 

trajo a ese ydalgo mi padre 

muy pequefio de la Sierra, 
y casi a entender nos dio 
que una pena le crio 
40 y que le pario la tierra. 

Emos le, quäl veys, criado 
liasta el estado en que esta. 



— 3 — 

y agora que se ve ya 
dispuesto, galan y onrado, 
45 no acude al canpo, ni adquiere 

trabajar como los otros, 
sabiendo que entre nosotros 
no le falta quanto qiüere; 
si no vienese al aldea, 
50 mientras en el campo estamos, 

y las damas que adoramos 
nos solicita y pasea. 

En ora mala trabaje!, 
que trae la villa cansada. 
55 Tome el arado y la azada, 

y las costillas abaje, 

que las tiene muy enhiestas: 
y si es que quiere jugar, 
Dios nos dio para holgar, 
60 al ano, setenta fiestas. 

Deje la villa y las galas, 
y a los onbres no de enojo 
que ya no ay pared sin ojos, 
[Pag. 3 a] ni fama que no tenga alas. 

65 Leon Eso me pesa de oyr 

mas que quanto me as reiiido. 
Que esas razones an sido 
las que te an hecho reyr? 

Sosiega el pecho, y no tengas 
70 conmigo enojo, y veras 

que poca culpa me das 
quando a conozerme vengas. 

Dezirme que no trabajo 
no tienes razon, pues ves 
75 que anda mi boca a tus pies 

y a quanto quieres me bajo. 

En lo que es andar galan. 
bien ves que no me aconpaüo 
sino de un cal^on de paüo 
80 y un mal cortado gaban. 

No, ermano, ya se el Camino 

l* 



— 4 — 

que, para refiirme aqui, 
as tomado; por ay 
no viene el agua al molino. 
85 Tu estas eeloso: esta a sido 

la ocasion de tus enojos ; 
mira, ermano, que los ojos 
te an alterado el sentido. 
Si a cosa tuya, que pase 
90 de un atomo, yo e mirado, 

Dios enbie un rrayo ayrado 
que las entranas me abrase! 
Car. Si tan ynocente estas 

que tu fe se me acrisola, 
95 con una palabra sola, 

Leon, me reportaras. 
[Pag. 4 a] Leon Que quieres saber de mi ? 

Que por la luna sagrada 
de no negarte aqui na da 
100 fuera de una cosa. 

Car. Di 

a quien amas, que deseas 
quando a ver la villa vienes, 
que requiebro es el que tienes. 
que dama es la que paseas; 
105 que pienso que doy tributo 

a una cultivada palma 
que la a labrado mi alma 
y a la tuya rinde el fruto. 
Leon No podias preguntarme 

110 otra cosa que pudiera 

negartela, y yo quisiera 
contentarte y desculparme, 

pero no me mandes tal : 
solo se, porque concluyas, 
115 que no e puesto en cosas tuyas 

los ojos en bien ni en mal. 
Mira si a otra cosa vienes. 
Car. Dime esto. 
Leon No puede ser. 



— 5 — 

Car. En eso se echa de ver 
120 traydor la culpa que tienes. 

Leon Hermano ! 

Car. Hasta que te mate 

110 me des de ermano el nonbre, 
y no me tengas per onbre 
que la venganza dilate. 
125. A cosas mias se atreve 

un vil bastardo sin crisma, 
hijo de la tiera misma, 
que el ser que tiene me deve! 
Leon Ya te e dicho que mi yntento 

no es de enojarte. 
Car. Traydor, 

130 no me enganaras. 

Leon Sefior 

[Pag. oa] mini que mi pensamiento 

esta mas bien enpleado 
que lo que piensas: espera. 
Car. Yo are que la causa muera 
135 para vi vir sosegado. 

Quedate hijo sin padre, 
que para quien tiene onra 
esso basta por desonrra. (vase Cardeuio) 
Leon Eso fuera a tener madre: 
140 \ a tenella oy me pesara, 

quando le oyera algun onbre 
darme de bastardo el nonbre 
como sin padre me liallara; 
mas estando sin los dos 
145 no tengo de que afrentarme. 

sino alegre consolarme 
y dar mil gracias a Dios. 

Que si naci en una breüa 
y un villano me hallo, 
150 ni la tierra me pario 

ni me dio leche una pena: 
padre s tuve. 
Ibe. Ya me espanta 



— 6 — 

la umildad que aveys mostrado; 
no aveys de ser tan honrado 
155 con quien trae colera tanta. 

Casi me vi para azer 
im disparate, en verdad, 
qiiando os vi tanta umildad. 
Leon Toda a sido menester. 
160 Iberio saber querria 

de vos, como onbre que sabe 
qnanto en esta tiera cabe 
y en este monte se cria, 
[Pag. 6*i] el nonbre del capitan 

165 (yo e de perder los sentidos) 

de uuos honbres forajidos 
que en esa montafia estan; 

que me dicen que es mujer, 
y que la tienbla esta tiera. 
170 Ibe. Es verdad, de aquesa Sierra 
se suele favorezer, 

y dos mil onbres con ella, 
de quien vemos mil asaltos. 
Leon (Ya el coraeon me da saltos 
175 para ablalla y para vella). 

Y de adonde es V 
Ibe. Es de Amberet 

liermana del Conde. 
Leon Mira 

lo que dices. 

Que te admira? 
180 Leon De que en tal mujer cupiera 

valor tan gi'ande. 
Ibe. No se 

dezirte mas de que fue 
una tarde a esa ribera, 

y con una yndustria estrafia, 
185 ella y un criado asieron 

dos cavallos, y se fueron 
a esa espesa montafia. 

Unos dicen que su ermano 



— 7 — 

le queria dar la miierte, 
190 otros cnentan de otra suerte 

la culpa del caso. 
Leon Es llano 

(lue el vulgo a de variar. 
Ibe. Esto es Leon lo que pasa; 
venid, vamonos a casa. 
195 Leon Solo me aveys de dejar: 

luego, Iberio, me vre yo; 
{j[ue tengo qiie acer aqui. 
Ibe. Estays sin colera? 
Leon Si. 

[Fug. 7'«] Ibe. Volvereys a rrenir? 

Leon No. (vase Iberio) 

200 A Sefior, que tanta lionrra, 

tanta amistad, tanto amor, 
tanta liermandad, tanto honor, 
parase en tanta desonrra! 

Como la tierra es mi madre 
205 y una pefia me crio, 

({ue, tierra, muera aqui yo 
dime quien es mi padre. 

No estes muda, que me apocas: 
en caso que al onor toca 
210 habla, y si te falta boca 

yote abrire veyntebocas. (sacaunpunal) 

Braco y coracon disponte .... 
Mas si me pario la tierra, 
y me dio leche una Sierra, 
215 quien sera mi padre? un monte? 

Si de tierra el primer padre 
nacio, dandole Dios ser, 
sin que pudiera a mujer 
Uamarle en naciendo madre, 
220 y decienden de el los reyes 

que sabemos que an pasado, 
asi aquel que trajo estado 
como el que va tras los bueyes, 
porque tengo sin razon 



— 8 — 

225 de atrentarme ? adonde estoy? 

Hijo de la tierra soy, 
y este es mi primer blason. 

Pondre en mis armas la tiera 
que revienta para echarme, 
230 un monte qne a de anpararme, 

y criandome una siera. 

No me an de dar mas gogobrag 
[Pag. 8»] en mi aldea los villanos: 

valor me daran mis manos, 
235 y acreditarme an mis obras. 

(entra Lucrecia marquesa y un paje con 
ella, vestidos de canpo) 

Luc. Abra ya el conde venido? 

pa. Poco mas de media legua 
lo deje : pero esa yegua 
por el viento me a traydo. 
240 Dige que viene por ti. 

Luc. (Otras albricias tuvieras 

si en trueco de eso dijeras 
que viene a dejarme aqui: 

no ay cosa que se me niegue 
245 en esa aldea) Volved 

hasta el Camino, y haced 
que me avisen quando Uegue. 
pa. Sola avemos de dexarte? 

Luc. No ynporta. (vase el paje) 

Leon Quedate onor, 

250 si aqui me convida amor 

y me esta esperando Marte. 

Mas quiero disimular 
y lia§er que no la veo. 
Luc. Marquesa, prado, y deseo, 
255 no tengo mas <iue aguardar; 

pues apenas llego aqui 
quando el deseo a encontrado 
flores que esmaltan el prado 
y galanes para mi. 
260 Ay villano, ay pobre, ay rrico, 



— 9 — 

qae ya quiero azerte ygual, 
pues a im umilde sayal 
cuerpo y alma sacrifico. 
De las galas de la corte 
265 esta escojo por mi dafio: 

mas amo iin corte de pafio 
[Pag. O-'J ^ite HO de brocado im corte. 

Quiero con el enojarme 
aunque no tenga ocasion, 
270 qiie para mi perlas son 

las desciilpas que a de darme. 

Turbarele con rrecelos, 
que amor en mil ocasiones 
no es amor si no ay quistiones, 
275 y no es amor si no ay eelos. 

Oy bello labrador mio 
Leon A que yo le hable espera. (a parte) 
Luc. Bien llego de esta manera 

si al reiiirle no me rrio. (a parte) 

280 Que se hace aqui? 

Leon belleza 

mia, espero ese arrebol, 
que alumbrandome ese sol 
es Corona en mi cabeza; 
espero aquesos cabellos 
285 ({ue son de esa freute ynpresas, 

espero esas dos turquesas 
que alumbran debajo de ellof^, 

esas perlas engastadas 
por el platero mas sabio, 
290 el coral de aquese labio, 

esas mejillas rrosadas, 

esas colunas que un raro 
cielo sobre si sustentan, 
aquesas manos que afrentan 
295. a los marmores de Paro: 

si la que traes es llegada 
perlas, mejillas, cabellos 
corales, y labios bellos, 



— 10 — 

no tengo que esperar nada. 
[Pag. 10"] 300 Luc. Ay villano a quien di cuenta 

por mi mal de mis amores, 
confesor de mis erores 
pregonero de mi afrenta, 

ya tu mal gusto e sabido; 
305 que te ha lieclio mi persona, 

que as senbrado en Barcelona 
lo que te a amado y servido? 

Acaba, llega bablador, 
aspid de hojas cubierto, 
310 lengua viva en cuerpo muerto 

vestido de labrador. 

Llegate aca y al^a el rostro 
para que el furor rresista, 
bello Adonis de mi vista 
315 como de mi alma monstro. 

Tan poco en tu pecho cabe, 
que ayer el alma te di 
en secreto, y oy por ti 
en veynte partes se sabe? 
320 Que querias, que esperavas, 

si ayer te viste cansado 
en los surcos de un arado, 
y oy una marquesa amavas ? 
Falso que rrespondes? Di, 
325 que me dices a estas menguas? 

Ayer te sobravan lenguas, 
y oy te faltan para mi? 
Leon No sera la culpa mia, 

sino de quien sabe amar 
330 servir querer y adorar 

veynte vezes en un dia. 

Que tenprano muestras days 
[Pag. Ha] de quien soys! alli pedis: 

ayer days: oy rre^ibis: 
335 aqui amays y alli olvidays. 

Todo aqueso llevo mal, 
y OS rruego que me dexeys 



— 11 — 

y qiie viiestro ygual busqueys, 
que yo buscare mi ygual. 
340 Demos a este amor de mano, 

y aplicaremos despues 
a una marquesa im marques 
y a una villana un villano. 
Luc. Quando saben ya mil jentes 

345 la desonra en que me hallo, 

quiere ansi rremediallo ! 
Leon No ay tal, mira. 
Luc. Traydor mientes. 

Leon A no conocer el prado^ 

dijera quando llegaste 
350 que algun aspid encontraste 

alguna yerba as pisado, 
porque. . . . 
Luc. Quando te liable, 

te träte y te conozi, 
sin verme en prado, ay de mi, 
355 aspid vi y yerba pise ; 

y tal la yerba llego 
de tu lengua asta mi onrra, 
que dio vida a mi desonra 
y a mi onrra muerte dio. 
360 Si es yerba tu lengua acerba, 

bien podre creer, traydor, 
que es este el primer amor 
que muere erido de yerba. 
Leon Si obligado no estuviera 

365 a sufrir como criado, 

[Pag. 12 a] a todo lo que has hablado 

con libertad respondiera. 
Luc. Que rrespuesta tienes? 

Leon Muchas, 

pero tienes esta vez 
370 ojos ciegos de juez, 

y por eso no me escuchas. 
Luc. Enganado en eso estas, 

que si me quies entender 



— 12 — 

no vengo sino a saber 
375 las disculpas que me das: 

y luego (cielo, corrido (aparte) 
le tengo el rostro y rosado 
de vergiienza) me a ensefiado. . . 
Leon Qiiando te ubiera ofendido 
380 yo procurara desculpa 

qiic pudiera rreportarte? 
mas si amarte es agraviarte, 
confieso que tengo culpa. 
Yo enojarte ni ofenderte? 
385 faltenme primero aqui 

öjos con que verme en ti, 
lengua para rresponderte. 

Quando asta Anberes altivo 
corva, por verte, esa legua, 
390 me arastre mi misma yegua 

metido el pie en el estribo! 

Quando sienbre mi barbecho, 
produzga en lugar de trigo 
jaras : que mi mismo amigo 
395 con ellas me pase el peclio ! 

Cazando por esos cerros 
como animal huyr no pueda: 
ahuyendome suzeda 
lo que a Anteon con sus perros! 
400 Del cielo rayos aqui 

[Pag. i3"[ deziendan para vengarte, 

y por dar en otra parte 
den, mi gloria, sobre mi! 

si en mi dano ni en tu mengua^ 
405 en la villa ni en el prado, 

mis labios te an agraviado 
ni te a ofendido mi lengua. 
Luc. Si a desculparte dispones, 

di. 
Leon para que de descargo 

410 bastante, sepa yo el cargo 

de la culpa que me pones. 



— 13 — 

Luc. Bien sabes que vine un dia 

desde Anberes hasta aqui 
a una fiesta que por mi 
415 dijo el lugar que se liazia? 

Leon Todo lo vi. 

Luc. Pues, si di 

de mano a un cielo estrellado 
de galanes adornado, 
y entre todos te es[c]oji, 
420 sospechando (en tal deporte 

dejando mil caballeros) 
que entre estrellas y lu^eros 
eras un ynmobil norte, 

porque as perdido el decoro 
425 a la fe que te e mostrado, 

y en mil partes publicado 
que olvidandome te adoro? 
Es eso bueno, traydor? 
El cielo te de mas vida, (a parte) 
430 para no estar ofendida, 

ya es este mucho rrigor. 

No se si me aclare ya, 
y le diga que le adoro. 
Ay sayal y que tesoro 
435 contigo cubierto esta! 

[Pag. 14a] En pago de esta umildad 

le quiero abrazar mil vezes, 
que estas burlas son doblezes 
que descoje el amistad. 
440 pa. Seiiora el conde esta aqui. 

Luc. Que diges? 
pa. Lo que as oydo. 

Leon Todo quanto oy da el ejido 

son pesares para mi. 
Luc. El viene a mala ocasion; 

445 no quisiera agora que este 

se me fuese con pasion: 
plega al cielo no me cueste 
la vida el dar un picon! 



— 14 — 

Leon Todo oy me altera y me infama: 

450 oy mi ermano me ynputo 

que soliQito su dama: 
mi dama agora que yo 
traygo arastrando su fama. 
Bien mi esperanza esta vista 
455 quando mi Ventura muere; 

mal haze en esta conquista 
quien sin ser aquila quiere 
venzer al sol con la vista. 
Como Icaro subi 
460 hasta el gielo y endioseme, 

llegue al sol, y como di 
en sus rayos, abraseme 
y sin alas dezendi. 
Corri como Faeton 
465 sobre el carro por su esfera, 

y con poca discrecion 
a la primera carrera 
todo me volvi carbon. 

De su India amor me a dado 
[Pag. 15»] 470 riqueza, y su mar cruel 

con las olas que a formado 
me a sorbido mi vasel, 
y asi pobre me a dejado, 

que todo en sus ondas cabe. 
475 En mar de tanto poder 

quando navegar uO sabe, 
ay del triste mercader 
que no asegura su nave! 
Soy perulero a quien dio 
480 el agua quanto alcanzo, 

pero agora arrepentida 
solo me deja la vida, 
que lo demas me quito. 

Mas pues no pierdo ni gano 
485 hare cuenta, entre estas luchas, 

como el tahur que ynumano 
aquello que gana en muchas 



— 15 — 

pierde solo eii una mano. 
Como Icaro vole, 
490 como Faeton corri, 

como nave me anegue, 
como jugador perdi 
el dia que te hable. 

Quedate en paz, que me voy 
495 adonde .... 

Luc. Espera, si quieres .... 

Leon Ya no puedo. 
Luc. Adonde estoy? 

Pues e sabido quien eres 
tienes de saber quien soy. 

Ay de mi, ya el conde llega, 
500 no te vayas, vuelve en ti. 

(entra el Conde de canpo y jente) 
Con. Segun el prado te yiega, 
no ubieras parado aqui 
a ser mas larga la vega. 
Luc. No ay para mi alegre dia 

[Pag. 16»] 505 sino es quando el canpo veo. 

Con. Como estas? 
Luc. Por vida mia, 

aunque alegre, con deseo 
de ver a vuesenoria. 
Con. Yo por buscarte no encuentro 

510 cosa que gusto me de, 

y asi ynquieto asta aca dentro 
me trae el ayman de mi fe 
solo por buscar su centro. 
Agora que te ha hallado 
515 rreposara el coragon 

que traya desvelado. 
Pues bien, que haee Leon, 
mi bien, con vos en el prado ? 
Luc. A rrenido con su ermano 

520 por no se que ninerias 

que le ha dicho en este llano. 
Con. Y tu las paees hacias? 



— 16 — 

Luc. Sy seiior. 

Con. Diole la mano ? 

Luc. No a querido. 

Porque fue? 
525 Leon Porque a dicho que e faltado, 
y que e dicho no se que, 
que no solo no a pasado 
pero tal no ymajine. 
Luc. Yo Seiior como testigo 

530 se muy bien lo que paso. 

Con. Donde fue? 
Luc. Estando conmigo, 

y pues buiiando rriiio 
sea de su ermano amigo. 
Quiero, Senor, yo a Leon 
535 por buen vasallo ynfinito: 

dame esa mano. 
Leon Es razon. 

[Pag. 1 7 aj Luc. La satisfacion rremito 

para esta noche al baJcon. 
Leon Gustas tu que la de? 

Con. Si. 

540 Luc. Advierte que aquesta mano 
que das por tu ermano aqui, 
ni la tomo por tu ermano 
ni tu me la das a mi, 

por satisfacion la e dado 
545 del enojo que te e liecho, 

y yo la tuya e tomado. 
Con. Envidioso tengo el pecho 

por las pages que as tratado: 
diera por otro favor 
550 yo a Leon todo el valor 

que por mi Flandes encierra. 
pa. Aqui esta de Ingalaterra. 

un enbajador, Sefior. 
Con. Di que llegue. Vaste? 

(haga Lucrecia que se va) 
Luc. Si. 



— 17 — 

555 Con. Porque? 

Luc. Porque me a costado 

esa Ingalatiera a mi 
oy, sin mi padre, mi estado, 
sin lo que te cuesto a ti . . . . 

(entre el enbajador) 
Enb. Dame esos pies. 

Con. Levantad. 

560 Enb. Del caso la brevedad 

me a hecho saliiie al paso. 
Con. Que pide Florante? 
Enb. El caso 

es de amor: pide amistad. 
Con. • Muestra el pliego. 

Enb. A un onbre fiel 

565 y buen vasallo, permite 

ml Rey que liable sin el, 
y a SU lengua le rremite 
las razones del papel. 
[Pag. IS«] Quiere que yo rrepresente 

570 lo que el hiciera ante ti 

si se hallara presente : 
y asi ad vierte que esta aqui, 
mientras yo no estoy ausente. 
Lo que yo digo el lo afirma 
575 sin rrazon o con rrazon, 

y es, pues su ley lo confirma, 
SU pliego mi rrelagion, 
y mi persona su firma. 
Con. Di a lo que vienes. 

Enb. Si hare. 

580 Si el quarto, donde oy se ve (a parte) 

la liermosura, faltara, 
esta coluna bastara 
para sustentarla en pie; 

valame Dios que rrevengo: 
585 gran razon por el Rey teugo 

de pedir esta mujer. 
Con. Acaba de rresponder: 

Rom. Bibl. IX., La bandolera de FLindes. 2 



— 18 — 

a que vienes? 
Enb. A esto vengo. 

Sabras valeroso Aquiles 

590 qne abra diez aüos cabales 

que, por ciertas causas, vino 
a Yngalatera de Oranje 
a vivir con su ha^ienda, 
de Lucrecia el noble padre, 

595 por 110 se qiie decensiones 

que ubo entonces con un grande 
que averiguar con el qniso 
que era de mejor linaje. 
Aficionose mi Rey 

600 de SU presencia y su talle, 

[Pag. 19'i] que tras la nobleza tuvo 

cumplidas las demas partes: 
diole un oficio en su casa, 
y el cielo pava sus males 

G05 aquesta liermosa hija 

que agora tienes delante; 
criose con las demas 
seüoras mas principales, 
serafin en la nifiez, 

610 y en edad madura un anjel: 

que, a no conozer a Dios, 
los que la miraban antes 
por Dios la adoraran todos 
haciendo templo a su ymajen. 

615 De esta suerte se crio 

entre prinzipes y grandes, 
soligitada de todos 
por hermosura y donayre; 
quatro grandes por mujer 

620 la pidieron una tarde, 

y mi Rey, si rey no fuera, 
fuera posible casarse. 
Congertaronse unas fiestas 
por servir a 9ierto Alarave 

625 jenizaro Sanja bey 



— 19 — 

enbajador de levante-; 

jueves fiie el conyierto de ellas, 

y en seys dias naturales 

se engeraron veynte toros, 

G30 seys leones, y las calles 

amanezieron conpuestas 
para las fiestas. AI martes 
[Pag. 20« J salio de palacio el Rey : 

llego a la plaga al ynstaiite 

685 que Lncrecia, como el sol, 

en ella entro con su padre; 
los grandes a nn mismo tienpo 
se le pusieron delante. 
Tocaron mil ynstrnmentos, 

640 y los mismos tafetanes 

que aforravan las paredes, 
con los cnijidos del ayre 
a los tiros rrespondian 
que soltavan los Adarabes. 

645 Las damas de sus balcones 

con mil rrayos rrutilantes, 
mas fuego de si arrojavan 
de las encarnadas fazes 
que el abrasado Faeton 

650 desde el earro de su padre. 

Subio el rey, subieron todos, 
y tomando sus lugares 
Lucrecia se sento en medio 
del Frances y de el de Oranje. 

655 Trabose conversa^ion 

para la fiesta ynportante, 
donde pidio por mujer 
esta dama un ynorante, 
tantas vezes, que el buen viejo 

660 dijo colerico: traten 

otra cosa, y dejen eso; 
que si ubiere de casarse 
solo a de ser con el Rey, 
[Pag. 21"] dongella a de enterrarme. 



— 20 — 

665 Enojose el Rey enton(^es, 

y descalcandose un giiante 
tras de dalle un bofeton 
dio vozes que le bajasen; 
turbose el viejo y cayo, 

670 y antes que se levantase 

hiuchio de sangre un alfonbra 
y de lastimas los ayres, 
de principes el balcon 
y de plebeyos la calle. 

675 Asio SU hija al momento, 

y tras lagrimas y sangre 
pidio venganza del rey 
eon satisfacion bastante: 
volvio el afrentado rostro, 

680 y por donde subio antes 

con chirimias, baxo 
eon suspiros funerales: 
paso la calle mayor 
sin aconpafiarle nadie, 

685 y mientras que se acabaron 

las fiestas, en un ynstante 
tomando dinero y joyas 
se vino a que le amparases. 
Murio SU padre a diez dias, 

690 segun le an diclio a Florante, 

y el agora, enamorado 
de ella, quiere suplicarte 
que se la enbies por bien, 
por mal a de asaltarte 

695 tus ynvencibles murallas, 

tomando venganza ynfame. 
[Pag. 22a] Mira agora que respondes; 

dale lo que pide y guarte: 
no te vuelvas tu ya a Anberes, 

700 y se lleve a Elena Paris. 

Con. As dicho? 

Enb. Si Senor. 

Con. Ve 



— 21 — 

y di a tu Rrey de mi parte 
del modo que te escuche ; 
y si ayudado de Mavte 
705 dentro en Flandes mete el pie, 

de SU ejercito al partir 
a de ver pechos abiertos, 
y tantos que al enbestir, 
los montones de los muertos 
710 no le hau de dejar huyr. 

Contentese en que afrento 
una sangre que fue onrra 
de aquel que se la quito; 
pero toda esa desonrra 
715 la tomo en mis lionbros yo. 

Si SU valer tanto abona, 
ven^a azerme conpetencia: 
pase el mar: vera a mis pies 
quanta es la diferencia 
720 que ay del Flamenco al.Yngles. 

Lucrezia esta ya en mi tierra, 
mi poder su onor encierra, 
y estima entre ofertas grandes 
ser mas condesa de Flandes 
725 que reyna de Ingalatera. 

Vete en paz. Dame esa mano. 
Enb. A Londres me parto. 
Con. Parte. 

[Pag. 23«] Luc. Mi colerico aldeano 

esta noche quiero abiarte. 

(a parte del Conde) 
Leon A las doce? 
730 Luc. Mas tenprano. 

(eiitranse y sale Cardeuio, Arsiudo, Tibal- 
do y Berardo) 
Car. Aquesto pasa como digo ahora, 
e rreüido con el, y si los quatro 
lo jurado cunplimos, vive el cielo! 
que avemos de vivir sin sobresalto. 
735 Ar. Averiguastes vuestros 9elos? 



_ 22 — 

Car. Vilo, 

Arsindo amigo, como os veo agora, 
salir de en casa de mi dama apries«, 
y al encontrarmc se turbo de modo 
que no me pudo responder palabra. 
740 Ar. Pues que ynferis de aqueso ? 

Car. Que me agravia. 

Ar. Aveysle visto mas? 

Car. De un agraviado, 

Arsindo amigo, no querays mas que esto : 
que quiza por su onor no se declara. 
Basta deziros que os ofende y mucho, 
745 y no OS hagays de nuevas, que el aldca 

sabe muy bien que a todos nos afrenta. 

Ber. Mirad lo que dezis. 

Ar. Cardenio escuchame. 

Car. Que tengo de escuchar? No es y ndignaros 
para ayudarme a desaoer mi agravio, 
75Q que solo con la colera que tengo 

si fuera el hijo de la tiera Aleides 
satisficiera mi yndinado pecho, 
mas de que yo se bien. 

Ar. Oye Cardenio, 

que aunque aventure onor en lo que digo, 

755 de menos ynportangia es que se sepa 

f Pag. 24«] que no que muera aquese desdichado; 

y adbiertoos que el secreto que os publ ico 
una persona no lo sabe, y vilo 
sin pensar una noclie muy obscura 
760 que ymajino que nadie le mirava. 

El tiene entrada en esa casa, y juro 
por la sagrada luna que nos mira, 
que no es para ofenderos: el adora 
a LucreQia sin falta. 

Tib. Que me cuentas? 

765 Ar. Lo que digo es verdad, y tiene entrada 
por esa casa cada noche. 

Car. Arsindo, 

para un ^eloso no es desculpa aquesa: 



— 23 — 

de modo le aboneys que areys que crea 
que le servis agora de alcahuete. 
770 Ar. Yo de alcahuete? Por el cielo santo, 
que desde que le trajo vuestro padre 
enbuelto en dos pellejos, no le e hablado 
por milagro tan solo nna palabra. 

Car. Pues seüores, amigos somos todos: 
775 el que quisiere mi araistad, ayudeme; 

que el leon que soberbio se nos pinta 
esta noche le viene la cuartana 
que a de acaballe en esa calle misma. 
Ayudareysme? 

Ber. Si. 

Car. Pues muera! Arsindo, 

780 que rrespondeys al juramento hecho? 

Ar. Basta ser vuestro gusto; solo siento 
que tantos vamos a matar a. un onbre : 
dejadme solo, que matarlc quiero. 

Car. Pues quien lo a de saber? 

Ar. El gielo mismo, 

[Pag. 25a] 785 que no calla de aquestos un secreto. 

Car. Considerado soys. 

Ar. Es malo? 

Car. Es bueno, 

pero yo no dare solos dos clavos 
por un valiente ansi considerado. 

Ar. Y yo que podre dar por quatro juntos 
790 que sin considera^ion a un onbre solo 

le quieren dar la muerte? 

Car. Mucho siento 

traer a un caso tan resuelto aliora, 
Arsindo amigo, un onbre tan retorico. 

Ar. No lo digo, Cardenio, porque quiero 
795 sacar la brasa yo con mano ajena; 

que solo quiero yo darle la muerte. 

Car. Todos avemos de yr. 

Ar. Pues vamos todos. 

Car. Adios que es noche. 

Ber. Donde vays ahora? 



— 24 — 

Car. A ablar al Conde para cierto efeto. 
800 Ar. Pues que vays a dezirle? 

Car. Que a Liicrezia 

sirve Leon. 
Tib. Mirad. 

Car. Callad que ynporta, 

porque si por Ventura se supiese 
la muerte que le damos, es desculpa. 
Ar. De que suerte? 

Car. Diremos que le vimus 

805 escalando su casa y le matamos. 

Ar. No me parece mal. 
Car. Adios Arsindo. 

Todos OS disfragad y venid presto, 
para que quando entre donde suele 
mida la tierra con la ynfame espalda. 
810 Tib. Berardo, Arsindo, ven. 

Ar. Yo aqui me quedo; 

abreviad y venid al place puesto. 
Tib. Os tardareys? 

Car. Aqui sere muy presto. 

[Pag. 26a] (qucdase Arsindo solo) 

. Ar. Viose tal rresolu^don! 

Que una enbidia a de ordenar 
815 entre ermanos tal pasion 

que no la pude estorbar 
con una satisfacion? 

De manera estoy corrido 
que, con no le aver tratado 
820 ni amistad de el rrecibido, 

del mismo que e condenado 
defender quiero el partido. 

El para hacer su lieclio, 
nos hace a todos cabeza 
825 diciendo que con mal pecho 

nos afrenta y que es bajeza 
que suframos su despecho, 

y que no quiere a Lucre^ia: 
pues si se yo que el le adora, 



I 



— 25 — 

830 y ella le estima y le pre^ia, 

tener celos de el agora 
no sera cosa muy nezia? 

Vive Dios, qiie a de hablalla: 
porqiie onbre que tuvo asi 
835 valor para conqiiistalla, 

a de hallar aora en mi 
espaldas para gozalla. 

Las diez son; sii puerta y calle 
es esta, y a de venir 
840 a mudarse para hablalle: 

y le tengo de seguir 
fPag. 27 a] los pasos, para giiardalle. (sale Leon) 

Ya es noche: mucho se tarda. 
Leon Pues es ora, yr quiero a ver 
845 a mi Liicregia que aguarda. 

Quien es este? 
Ar. (El que a de ser 

oy el anjel de tu guarda.) 
Leon Harame que no me cuadre 

el paseo si el lo precia; 
850 si rronda aqueste a mi madre? 

pero vea yo a Lucrecia 
y acuestese con mi padre! 

(eiitra por otra puerta) 
Ar. Que alegre va y sin temor 

descuydado de su mal! 
855 Aora veo que en rrigor 

no vive mas el leal 
de lo que quiere el traydor. 
La noclie es acomodada 
para el caso y muy oscura: 
860 quien dudara que le enfada 

ver en esta coyuntura 
registro de su jornada? 

Ruego a Dios, sepa guardalle; 
ya que le supe valer, 
865 como puedo acompaüalleV 

(vuelve a salir Leon con otra capa) 



— 26 — 

Leon Por Dios que estöy por saber 
quien me pasea la calle. 

Pero si deseo ansi, 
subiendo por iin laurel 
870 secreto, al bleu que adqiüri: 

[Pag. 2&a] porque no querre para el 

lo que quiero para miV 
Ar. Yo le aconpaiio y le engierro 

con SU dama, vive Dios! 
875 Leon Si me sigue le destierro! 
Ar. Ya paregemos los dos 
a Tobias y su perro. 
(vanse el uno rrecelando del otro y salo 
el conde Aquiles, Cardenio, Berardo y Ti- 
baldo tras el) 
Car. Esta es Seuor la verdad; 

el la habla y tiene entrada 
880 con mucha facilidad 

donde la tienes guardada. 
Con. villana libertad. 

Leon en mi casa? 
Car. Si. 

Con. ^nelo que esto sufrias! 
885 De quien lo sabes? 

Car. De mi. 

Con. Luego lo as visto? 

Car. A tres dias 

que de ello testigo fui. 
Con. Como podre rremediar? 

Tras la afrenta la desonrra, 
890 que estos lo an de publicar. 

Ay valor, ay fama, ay onrra, 
quien te a de saber guardarV 

Si por una sola parte 
se asaltaran tus castillos, 
895 mil supieran conservarte: 

pero con tantos portillos 
solo Dios basta a guardarte. 

Dentro en mi casa un villano 



27 



que de im arado no qiiita 
Pag. 21)a] 900 la silvestre y turpe mano 

me procura y solicita 
lo que por ser quien soy gano. 

falsa! Sea maldito 
quien primero dio en poner 
905 el onor que soli^ito 

en una turpe muyer 
y en un lacivo apetito! 
Maldito sea el lugar 
que le dio entrada a hablarte, 
910 y maldito sea el solar 

que te dio aposento en parte 
que me puedas desonrrar! 
Sea la entrada maldita 
que ordenays tan sin rracon: 
915 la ora que os solicita: 

la noche que os da ocasion, 
la espada que no os la quita: 

la criada que os anpara: 
la puerta que se abre y cierra 
920 para entrar tan torpe cara: 

la cama, escalera y tierra 
que OS sustenta y que os anpara; 

la lengua desvergonzada 
que OS dio lugar a un delito 
925 que trae mi onrra ynfamada: 

y yo tanbien sea maldito 
que te di en mi casa entrada! 
Tib. Que presumes de este aviso? 

Ber. Ya me e arepentido yo. 
930 Car. Nuuca de eso estoy remiso, 
que quien no se aventuro 
|Pag. 30» J . nunca alcanzo lo que quiso. 

Con. Mal he Iiecho en alterarme 

935 y dar a entender que el miedo 

de este pudo alborotarme; 
remediar quiero si puedo 



— 28 — 

este dano. Por vengarme, 
abonar quiero a Leon, 
940 y dejar esta venganza 

para mexor ocasion. 
Culpando la coufianza 
de este aviso y rrela^ion, 
refüre su atrevimiento 
945 diziendo que yo he sabido 

de Leon el falso yntento. 
Cardenio 
Car. Sefior? 

A sido 
falso vuestro pensamiento. 

Por donde dezis que a entrado 
950 ese Leon a afrentarme? 

Car. Por cas de Arsinda, a quien dado 

e palabra de casarme. 
Con. Vos venia mal ynformado. 

(Aquesta es buena ocasion 
955 para estorbar los estilos 

qvie me an dado alteragion: 
quiero por sus mismos filos 
dezirle que es ylusion). 

Quando un caso tan soez 
960 le pongays, para abonarös, 

en las manos a un juez, 
sabed mejor ynformaros 
por vuestra vida otra vez. 
[Pag. 31 »■] Ya que os lo a dicho la fama, 

965 sabed que esa ardiente llama 

que a Leon trae desvelado 
vuestra dama lo a causado, 
ella os desonrra y disfama. 

De el mismo se aqueste yntento, 
970 y que casarse queria 

me dijo alegre y contento 
con ella, si no ynpedia 
yo SU noble pensamiento. 
Alboroteme de veros, 



— 29 — 

975 quaiido dijistes que entro 

en mi casa, por creeros: 
mas mi colera geso 
qnando ya llegue a entenderos. 
Si por parte mas estiecha 
980 entiara, creed de mi 

que la venganza era hecha; 
mas entrando por ay 
quitastesme la sospecha. 

Y no OS arojeys por Dios 
985 de ese modo vez ningima; 

tened cuenta con los dos, 
que aquesa mala fortuna 
corre toda sobre vos. 

Ella le adora, el la apregia, 
990 y ya se an dado la mano; 

otra vez vuestra alma necia 
sepa quien es vuestro ermano, 
y mire quien es Lucrecia: 

que, a no entender como os digo 
[Pag. 32aJ 995 que la ynoranoia os desculpa 

por quien a callar me Obligo, 
llevarades de la culpa, 
Cardenio, agora el castigo. 
Ydos muy en ora buena. 

(vase el Coiide) 
1000 Car. Tibaldo amigo, Berardo, 
con aquesta nueva pena, 
que me detengo? que aguardo? 
hasta el Conde le condena. 
Arsindo que dira agora 
1005 que le abono, quando diga 

quien es su sangre traydora? 
Ber. Esto a mas secreto obliga; 

vamonos de aqui que es ora; 
que la venganza nos llama 
1010 y a mi me provoca a furia. 

Car. Vamos: muera el que me ynfama, 
pues es de todos la ynjuria, 



— 30 — 

en los bracos de su dama! 
(eutranse estos tomados del diablo y salen 
Leon y Arsindo) 
Ar. Aquesta la vcidad es, 

1015 y, a no averme conocido 

por las Imellas de los pies, 
fuera sigiiiendo el partido 
que me obligo a lo que ves. 
Leon Pues Arsindo en cortesia 

1020 me dezid, que os a oblio^ado 

a andar tras mi hasta el dia? 
Que con la luna, e pensado 
que erades la sonbra mia. 
Ar. Donde vays? 

Leon A una visita, 

1025 que por ser en parte oculta 

vnestra vista me la quita. 
[Pag. 35«] Ar. De averos visto rresulta 

que el hacella se os permita. 
A las diez se concerto 
1030 que a las doze fueseys muerto, 

pero hallandome yo, 
Leon, a todo el conQierto, 
por mi causa se estorbo. 
De vuestra casa salistes, 
1035 yo desde ella arrebogado, 

fi por las calles que fistes, 
defendiendo a vuestro lado 
lo que enprendi y vos temistes. 
Viendome tras vos no osastes 
1040 entrar donde vos sabeys; 

fistes OS donde me allastes 
de la manera que veys, 
hasta agora que tornastes. 
Con temor abreys estado; 
1045 pues desenganado estays 

de todo lo que a pasado, 
mirad muy bien como andays 
V vivid con mas cuydado, 



— 31 — 



[Pag. 34 





qne teneys mas de un qnejoso: 


1050 


oy vuestro amor se mitigne, 




conservad con mas rreposo 




vuestro gnsto. 


Leon 


Quien me sigue? 


Ar. 


Todo el ynfierno, un geloso! 


Leon 


Es mi ermano? 


Ar. 


Y otros viles, 


1055 


que contino trae consigo, 




de pensaraientos serviles. 


Leon 


Tengo mas de ese enemigo? 


Ar. 


Si. 


Leon 


Quien es? 


Ar. 


El conde Aquiles. 


Leon 


Quien me a puesto en tal estrecho ? 


1060 Ar. 


Ale dicho vuestro ermano 




de las falsas de su pecho 




una traycion. 


Leon 


A ynumano! 


Ar. 


Reportaos. 


Leon 


Aquesto es hecho. 



Bien Lucrezia me dezia 
1065 quando me rreprehendio, 

el secreto que sabia; 
todo mi bien se acabo, 
Ar. Ya nos a cojido el dia: 
adios Leon, si quereys 
1070 alguna cosa mandarme 

para todo me allareys. 
Leon Que esos bra90s querays darme 

por la merged que me ageys. 
Ar. Pues ya sabeys lo que pasa 

1075 haced como onbre discreto. 

Leon Adios. 
Ar. Esa es vuestra casa, 

entrad. (vase Arsindu) 

Leon Ay onrra, ay secreto, 

medida y carga sin tasa! 
Quiero dexar esta tierra 



— 32 — 

1080 pues me da el cielo valor 

para vivir eii la guera. 
Maldiga Dios el traydor 
qiie me aroja de mi tierra! 

Quiero entrar porque me cnadre, 
1085 y despedirme al momeiito 

de mi venerable padre. 
Mas que es esto? vozes siento: 
porque rriüe con mi madre? 
[Pag. iV^a] (sale Lauso viejo, Miralba sii mujer, Car- 

denio y Luzindo liijos) 
Lau. Y no me respondays nada 

1090 si no quereys que le mate; 

esta es ora que en la arada 
haga falta, porque träte 
amores, desvergonzada? 
Mir. Lauso, que falte no alabo, 

1095 pero agraviome en razon 

que lo llevays por el cabo, 
y rregalando a Leon 
hagays a Cardenio esclavo. 
Es mi hijo y a salido 
1100 de mis entrafias, y quiero 

que pues va al canpo oprimido 
que vaya Leon primero, 
no sereys mi marido. 

Dezid, son buenas razones 
1105 que yendo mi hijo arar 

le amanezca en costerones, 
para que podays criar 
con SU trabajo, ynfanzones? 
Mirad Lauso, ese manyebo 
1110 por quien mi hijo olvidays 

le aborrezco aora de nuevo: 
si por el me castigays 
bien sabeys que no os lo devo. 
Luz. No teneys padre rrazon 

1115 de enojaros con mi madre, 

ni vos en esta ocasion 



— 33 — 

de tratar ansi mi padre 
porque vuelva por Leon. 

Mi ermano que esta presente, 
[Pag. 30» ] 1120 y yo con el, a la jente 

que en el canpo esta veremos, 
y las hazas araremos. 
Mir. Mientras Leon esta ausente! 
Luz. El, quando va, en un momento 

1125 solo suele mas haeer 

con SU cuydado que ciento. 
Leon A buen tienpo vengo a ver 
mis padres, para mi yntento. 
Mir. Tanbien vos volveys por el? 

1130 Laus. Quereys no darme ocasion 

a que os haga acordar de el? 
Mir. Yo muero en viendo a Leon. 
Lau. Yo vivo estando con el. 

Anda al campo. 
Mir. Ve a la arada, 

1135 mientras que Leon aqui 

come y duerme en la posada! 
Leon No quiera Dios que por mi, 
madre, vivays mal casada; 
ni vos, Sefior, la enojeys. 
1140 Si libre y negio e vivido, 

del bien que hecho me aveys 
estoy muy agradezido. 
Ved que mandar me quereys, 
que desde aqui e de partirme, 
1145 sin meter en casa el pie. 

Lau. Que dizes hijo? 
Leon. Que e de yrme. 

Lau. Pues yo no te dejare^ 

aunque en hazerlo estes firme. 
Leon. Senor, resuelto estoy ya, 

1150 y primero faltara 

[Pag. 37 «] de la tiera el firme asiento 

que yo müde pensamiento; 
una bendicion me da, 

Eom. Bibl. IX., La bandolera de Flandes. 3 



— 34 — 

que mi madre a de abracarme 
1155 y mis ermanos tanbien. 

Luz. Que quieres Leon, dejarme? 
Leon Para algun alegre bien 
quiere, for9ado, sacarme 

mi voluntad de esta tiera. 
1160 Luz. Adonde te quieres yr? 

Leon Luzindo ermano, a la guera. 

Luz. Contigo quiero partir. 

Leon Bien estays en vuestra tierra, 

y para que a Dios le quadre 
1165 esta vida que teneys, 

servid y onrrad vuestra madre; 
solo OS pido que mireys 
por la vida de mi padre: 
a quien rruego (pues estoy 
1170 para partir desde aqui 

a las tieras donde voy) 
me digays donde naci: 
merezca saber quien soy, ' 

vaya yo desengafiado, 
1175 para que contento viva. 

Lau. Ya que a este punto a llegado, 
si en eso, Leon, estriba 
el peso de tu cuydado, 
quiero que sepas de mi 
1180 como veniste a mi casa. 

Luz. Huelgo de hallarme aqui. 
[Pag. 38^] Lau. Esto es hijo lo que pasa: 

oye. 
Leon Enpiega. 

Lau. Escucha. 

Leon Di. 

Lau. Oy hace veynte y dos anos 

1185 que, subiendo a esta montafia 

a corer un jabali 
con tres lebreles de Yrlanda, 
(que es monte donde se cria 
todo jenero de caza) 



— 35 — 

1190 vide una rierva herirla 

que se echo rrabiaudo al agua 
para descansar el fuego 
que le en^endio una lanzada: 
entro en el agua, y apenas 

1195 apago del fuego el ansia, 

quando enprendio una carera 
hasta la cunbre mas alta. 
Seguila la tarda toda, 
y en la deribada falda 

1200 que hacen dos altos riscos, 

hallo que un pero me falta: 
di una voz y respondiome, 
con un ladrido, que estava 
junto a un rroble que a una fuente 

1205 dava sombra con sus ramas. 

Llegue per ver que seria, 

Y vi de que aconpafiava 
una castana leona 

que un negro bulto guardava. 

1210 Vidome, estuvose queda, 

y con halagos aguarda 
[Pag. 39 a] a que pudiese llegar 

al lugar donde ella estava; 
temi como onbre en efeto, 

1215 y enzima de una carasca 

me subi para ynformarme 
de sus lialagos la causa; 
jimio, levantose en pie, 
y con mil caricias blandas 

1220 me dio a entender que bajase 

donde estava y donde andava: 
que pareye orden del eielo, 
que en negesidad tan alta 
conozca un vurracional 

1225 quien puede anparar sus ansias. 

Y yo, como honbre que siempre 
aquestas montanas trata, 

y entre tigueres y leones 

3* 



- 36 — 

el mas tienpo se me pasa, 

1230 perdi el miedo y abaje: 

y apenas fise las plantas 
sobre una linde cubierta 
de vallico espiga y grama, 
quando se llego haciendo 

1235 mil ceremonias estrafias: 

llegose a mi, donde vi 
que me abra9ara y besara 
si ynstinto para hayiello 
el Qielo en ella ynspirara. 

1240 Fuime tras ella y Uevome 

para que viese en su estanzia, 
dentro de un negro pellejo, 
[Pag. 40] un niüo como una plata, 

a quien el cuerpo cubria 

1245 un blanco liengo de Olanda, 

que tenia por cubierta 
quatro cebellinas martas, 
y aqueste joyel pendiente 
de esta ancha cinta de nacar. 

1250 Deje la caza, partime 

de la montafia a mi casa, 
donde halle a mi mujer 
de este parida en la cama : 
abraQote, que tu eres 

1255 el que con Ventura tanta 

por medio de una leona 
saliste de esta desgraQia; 
ella te dio leche sola, 
que si mujer te tomava 

1260 para dartela, al momento 

abracandote bramava. 
Murio de alli a pocos dias 
de una fiebre de cuartana. 
Cobrete afi9ion de modo 

1265 que entre mis liijos tus gracias 

eran perlas para mi: 
para ellos fuego y rabia. 



— 37 — 







Leona te sustento, 






por ella Leon te Ilamas, 




1270 


y pienso que lo seras 

entre la guerra y las armas. 

Agora ve ado quisieres, 

y pues te partes me abraza, 


fPag. 


41 aj 


que Dios sabe si me llevas 




1275 


en cada cabello un alma! 




Leon 


Suspenso quedo de oyr 
el orijen de mi vida. 




Lau. 


No te puedo maz dezir, 
que ya el alma enternezida 




1280 


llora viendote partir. 




Leon 


Dame, padre, ese joyel. 




La VI. 


Baja el cuello, vesle aqui, 
que en partida tan cruel 
llevandole sienpre ansi 




1285 


me allaras presente en el. 




Leon 


No ay cosa que no me cuadre 
dicha por ti. 




Lau. 


Dasme ynjenio 
para abiarte. 




Leon 


Escucha padre, 
haz que me hable Cardenio, 




1290 


y que me abraQe mi madre, 

que de Lugindo yo siento 
que llevo el alma tras mi. 




Luz. 


Dios sabe, ermano, mi yntento. 




Leon 


Quieres abraearme? 




Luz. 


Si; 




1295 


quien te lleva? 




Luc. 


^ierto yntento; 
yo espero en Dios de volver 
con mas contento a servirte. 




Mir. 


Ya e llegado a conocer, 
hijo, que vengo a sentirte 




1300 


quando te vengo a perder. 
luies quedarte? 



— 38 — 

Leon No por Dion! 

Cardenio, solo faltays: 
abragadme tanbien vos. 
Car. Yre con vos. 
Leon No: si vays, 

1305 no vivircmos los dos. 

Car. Porque? 

Leon Porque tragareys, 

[Pag. 42 a] sin esperar fe de abono, 

lo que tracado nie aveys. 
Car. Que e tracado? 
Leon Yo os perdono, 

1310 porque vos me perdoneys. 

Quedad con Dios, que esta vez, 
de este destierro que Lago 
por delito tan soez. 
vos soys la parte a (luien pago 

1315 y obedezco por juez. 

Quedaos ermano en buen ora; 
adios mi querida madre; 
Luzindo ermano, ya es ora, 
quedaos a Dios; y vos padre, 

1320 vida que la mia adora, 

queda a Dios! 
Lau. Pues dcsdc aqui 

sin entrar en casa vas 
de esa suerte? 
Leon Padre si. 

Lau. Oye un poco. 

Leon Es por demas. (vase Leon) 

1325 Lau. Estoy por yrme tras ti. 

Hijos, vuestro ermano es ydo: 
agora echareys de ver 
que ha^ia el mas, dormido, 
que podeys los tres hacer 

1330 velando en canpo y exido. 

Yd y en abiendo almor(jado 
Viva cada quäl al erta. 



— 39 — 



Car. Dondc yrcV 

j^aii. AI lino cercado. 

Mir. Yo a los gansos. 

^^^„, Yo a la huerta. 

1335 Lau. Y yo partire al ganado. 



Baltasar de Carauajal. 



frontispizio. Acto SegUlldo 

de la bandolera de Flaiides. 



' bandoleros 



Aqiiiles el Conde de Flandes 

Leon 

Nerba 

Zesar 

Polifemo 

Orbante 

Colatino 

Casandra 

im mercader 

iin yngles 

im flamenco 

im soldado 

ima mujer 

im marido suyo, 

Arsindo 

don Luys 

im coreo 



caminantes 



(Leon en el monte de la bandolera solo.) 
Pag. 43»] Leon Gracias a Dios o monte, que e llegado 

a medir con mis pies tu verde falda; 
de modo me pareces enramado, 
mirando tu cabeza por la espalda, 
1340 que del blanco rocio que a cargado 

sobre tus beilas ojas de esmeralda 
as bordado im dosel para los huespedes 
que albergue tienen entre aquestos ^es- 

[pedes. 



_ 41 — 

Que se me da que el Rey ufaiio more 

1345 en bella cuadra de iin real palacio, 

y que por puntos im pintor mejore 
la perdida color de cada espacio, 
qiie el otro dorador siis puertas dore, 
que el platero le sirva y de el topacio, 

1350 quepisejaspeenlosas,blancosmarmoles, 

si nada de eso falta entre estos arboles? 

Cina de pledras la Corona altiva, 

vista escarchados de Milan labrados, 

la Costa de su casa sea ezesiva 

1355 tiniendo tantos grandes por criados, 

no le den pesadunbre mientras viva 
agueros tristes, prodigiosos hados, 
pise en ladrillos de anbar y de algalia 
tapetes ricos de la bella Italia, 

1360 que mas quiero vivir en esta brena, 

por julio al sol y por dizienbre al yelo, 

liaziendo albergue de una tosca pefia 

[Pag. 4i='] y blanda cama de un silvestre suelo, 

sirviendo a una mujer que ya me enseiia 

1365 lo que por ella me promete el cielo, 

que no gocar a sonbra de otros alamos 
banquetes ricos, codieiosos talamos. 

Ya en efeto a su termino e llegado ; 
aquesta es su montaüa, que ya e visto 

1370 bastantes pruebas de lo que e buscado, 

a cuya sonbra por holgarme asisto. 
Aqui la gama, el dervo y el venado, 
con el contento del conejo listo, 
mudanzas hazen quando llego a ellos, 

1375 y fiestas luego por que vuelva a vellos. 

Quiero acostarme en esta fresca 

[sonbra 
que adornan los cristales de esta fuente. 
Que bellas aguas! que pintada alfonbra ! 
Quienduda que novenga aqui esta jente? 

1380 Ya me parege que a Casandra nonbra 

SU jente, el monte, el prado, la corriente, 



— 42 — 

y quo reciierdo a ver el qiie la llama, 
y que por ella vengo a tener fama. 
Para dormir bastante sonbra es esta. 
1385 Riiydo me parece que e sentido: 

si son los conejuelos que aren fiesta. 
viene alguno de la sed venzido? 
Quiero callar. 

(entran dos capitanes baudoleros (Jesar y Nerva) 

Ne. Aquesta es la floresta 

donde, abiendome Caesar entendido, 
1390 me aveys de rresponder con ayudarmc, 

que aqui no vengo solo a aconsejarme. 
Ze. Dezidme, que quereys? 

Ne. Solos estamos, 

sin teuer a este caso por testigos 
mas de sola esta fuente, aquestos ramos, 
1395 dos pefias, una senda, tres quejigos: 

que con ellos el caso que tratamos, 
siendo, como emos sido, tan amigos, 
no se vendra a saber. 
Ze. Deseo tengo 

[Pag. 45 »I de oyr a que venis. 

Ne. A aquesto vengo. 

1400 Oy secuniplenseysaüosqueveninK» 

con Casandra a este monte forajido, 
donde por capitan la obedezimos 
sin ynteres, sin ruego, sin partido: 
por nuestros hecbos grau valor le dinius. 
1405 y ella por su valor a conduzido 

a SU mando ocliocientos baudoleros, 
sobre los dos que fuimos los primeros. 
Verdad es que es tan noble, fuerte 

[y diestra, 
que ella por si aal canzado fama y nonbre, 
1 4 1 y a dado en mil encuentros tanta muestra, 

que a liecho al mas valiente que se 

[asonbre; 
pero considerando bien su diestra, 



— 43 - 

y que es de una miijer y no de iin onbre, 
perdemos el valoi* los que ganamos 
1415 con la espada la gloria que le damos. 

Bueno es que encuentre y venza 
[con mi espada 
y rinda al enemigo, y digan luego 
que Casandra vencio honra estremada? 
Para el soldado que arrojando fuego, 
1420 solo por ver su onra levantada. 

no ve el peligro, porque venze ciego, 
y digan luego que Casandra viva 
ciüendo sienes de laurel y oliva? 
Säle el romano pueblo que armas 
[toma 
1425 contra Annibal y venzele en canpana, 

y viene (^'ipion a entrar por Roma 
venzedor por caudillo de esta azana, 
como si tuese el solo quien le doma: 
y el que la tiera de su sangre bafia 
1430 venciendo por Ventura . . AI caso vuelvo, 

que enpiezo tarde y presto me rresuelvo. 
Casandra a de morir, que es grande 
[afrenta 
[l*!i^''. ln-'l que goce lo que venzo por mi mano, 

viva yo matando por su cuenta, 
1435 y que me quite el premio de la mano 

diciendo: todo es mio, y lo consienta 
un onbre como yo, porque me allano 
a esperar que se casa: y quando llega 
el conrertarse, la palabra niega. 
1440 Somos onbres aqui, por vida . . . 

Ze. Nerva, 

la colera rreporta, el brio aplaca. 

Ne. Su sangre a de teiiir aquesta yerba. 

Es mas de una mujer umilde y flaca? 

Que Penelope es, que onor conserva? 

1445 Que Etelfrida, que gelebre baldraca, 

sino una mujer V 

Leon (^'ielo, aqueste es tienpo: 



— 44 — 

quedese atras la burla y pasatienpo! 
Desde aqiü enpieca la segiinda parte 
de mi vida; agora resuzito; 
1450 si levanto entre aquestos estandarte, 

el mismo rayo de la giiera ymito; 
en los proprios anales del dios Marte 
oy tiene de quedar mi nonbre escrito, 
si al iino de estos dos traydores mato, 
1455 y al otro las cobardes manos ato. 

Ne. Este es mi yntento; en la primer 

[refriega, 
quando vaya a pasar por vos, dejalda 
y quando la veays venciendo ciega 
le pasad una bala por la espalda; 
1460 oy tiene de trocarse en esa vega 

de sus mejillas el rosado engualda, 
y para dar principio a mil proezas 
coronaremos estas dos cabezas; 

qne, siendo capitanes, quien nos 

[quita 
1465 qiie lo hagamos, si el blason se toma? 

Ze. Dos emos de reynar. 
Ne. Si, porque ymite 

el caso al fundador de la gran Roma. 
[Pag. 47»] ^6. No me parece mal que se permita: 

mas creo, si ese bra^o el orbe doma 

1470 siendo Romulo mas solo esto temo 

que a de morir a vuestras manos Remo. 

Ne. Yo te prometo a ley de buen amigo, 

de serlo asta morir; dame esa mano. 

Si alcanzas a venyer, venzo contigo: 

1475 si a rreynar, a reynar: y si tenprano 

Casandra muere, y este yntento sigo, 

no esta seguro el venzedor rromano, 

el franees, el flamenco, la Vandalia, 

no esta segura si atravieso a Italia! 

1480 Ze. Sabenlo los demas? 

Ne Quando este hecho. 

Solo aqueste secreto, (^^esar, sabe 



— 45 — 

aqiieste mio y vuestro ydalgo peclio. 

Ze. Y OS aseguro Nerva que en el cabe 

grande valor aviiique os pare^e estrecho; 

1485 si se ubiere de abrir, vos soys la llave: 

abrid quando querays. 

Ne. De esa manera, 

Casandra a de morir. 
Ze. Casandra muera. (levantase Leon) 

Leon Con poca ynformacion se a senten- 

[giado 
el pleyto que a pasado en mi presengia. 
1490 Ne. Y vos quien soys, que asi os abeys 

[entrado 
a oyrnos en el monte sin licencia? 
Leon Un onbre como vos; soy un letrado 
que quiere responder por su ynocencia, 
y castigar en medio de este valle 
1495 la falsa muerte que pensabays dalle. 

A vuestro jeneral traycion se trata? 
Porque se a de temer contrario ausente, 
si de esta suerte le acomete y mata 
SU mismo capitan? Aquesta fuente 
1500 que esala perlas entre blanca plata, 

ya que al castigo no parege jente, 
testigos e de azer de este delito, 
[Pag. 48«] cuya venganza a mi valor rremito. 

Sacad la espada, que la mia ordena 

1505 castigar la traycion de un pecho aleve: 

oy tengo de quedar sobre esta arena, 

muerto quien a ser traydor se atreve. 

Ze. Quien eres que te opones a esta pena? 

Leon Quien a de castigar tu peclio en breve. 

1510 Ze. Dejame Nerva, que sufrir no puedo 

que hable aqueste sin tenernos miedo. 

La espada rrinde, si vivir quisieres. 

Leon A quien la e de rrendir? 

Ne. A dos que estamos. 

Leon Yo e de rrendir la espada a dos mujeres ? 

1515 Oy tengo de llevar, si soys dos gamos, 



— 46 — 

las vuestras a Oasandra. No te älteres. 

que lo as de ver cunplido. 
Ne. Esto suframos? 

Leon cobardes! 
Ze. A Nerva, espera un poco: 

mira que es loco. 
Ne. Castigar al loco! 

(metelos Leon a cuehilladas por una puerta; y 
saldran por la otra coii este orden atados las 
manos los siguientes: uu mercader, un yngles, un 
espanol, una mujer, su marido } tres bandoleros 
con ellos, Orbante, Polifemo, y Colatino y, hecha 
un ala de todos, saldra Casandra con un calcon 
de pieles a manera de piel de tiguere, un capo- 
tillo de dos lialdas, y calQon de lo propio, un 
talieli con los pedrenales que pueda). 



[Pag. 49 a] 



1520 Gas. 


Que Camino dio esta presa? 


Pol. 


Dos la an dado, ese primero, 




y este que el monte atraviesa. 


Gas. 


Buen talle ! Eres caballero ? (al primero) 


Pol. 


Su dinero lo confiesa. 


1525 Gas. 


Quanto dio? 


Pol. 


Dos mil ducados. 


Gas. 


Que nacion? 


Merc. 


Soy jinoves. 


Gas. 


Que dio aqueste? 


Pol. 


Estos recados. 


Gas. 


Eres frances? (al yngles) 


Yng. 


Soy yngles. 




A pringipios desdichados! 


1530 Gas. 


Donde vas? 


Yng. 


A Amberes voy. 




a llevar cierta enbajada. 


Gas. 


Que dinero a abido oy? 


Gol. 


De sola aquesta enboscada 




tres mil florines te doy, 


1535 


que con lo demas que a dado 




este dia, llegaran 




a seys mil. 


Gas. 


Bueno as andado. 



47 



Col. 


Todos en tu cueva estan. 


Gas. 


Tu quien eres? (al espanol) 


Esp. 


Soy soldado. 


1540 Gas. 


De adonde eres? 


Esp. 


Soy de Espana. 


Gas. 


En tierra estrana as nacido. 


Esp. 


No se si es propria o estrana; 




ocho anos e vivido 




sin desnudarme en canpana, 


1545 


y en ellos tengo ahorrado 




veynte eridas que me an dado: 




si de ellas algo te debo 




pide, que estas justas llevo: 




pagarete de contado. 


1550 Gas. 


Quanto dio aquesta raujer? 


Orb. 


Esta cadena me dio. 


Gas. 


Trae dineroV 


Orb. 


Esta por ver: 




Quieres que la mire? 


Gas. 


No; 




esa le puedes volver. 


1555 Orb. 


La cadena? 


Gas. 


La cadena; 




y si mas dio, mas le da; 




que a mujer no le condena 




ley que por mi hecha esta. 




Toma y vete en ora buena. 


1560 


No se haga a mujer mal; 




todo quanto pasar pueda; 




pase si es suyo el caudal, 




que no deve su moneda 




a mis puertos un rreal. 


1565 


Tu quien eres? 


Mar. 


Su marido. 


Gas. 


Que dio? 


Orb. 


Tengo rrecibido 




de el ^inquenta y tres doblones. 


Gas. 


De eso nada le perdones, 




todo lo tiene perdido. 



— 48 — 

1570 El onbre en estos estados 

quanto lleve me a de dar, 
que es ley dada a mis soldados; 
la mujer puede pasar 
a montones los ducados: 

1575 si esto por mi se ordeno, 

seran mios tus averes, 
que la ley que he puesto yo 
solo habla con mujeres 
pero con los onbres no. 

1580 Vos hidalgo que dezis? 

Tan sin dinero venis? (al yngles) 

Do estan de este los rrecados? 
Orb. Aqui los tengo guardados. 

(dale Orbaute un papel) 

Gas. Donde pasays? 
Yng. A Paris. 

1585 Ay desdichado de mi! 

nunca yo viniera ansi! 
que estas son letras de canbio; 
yo Uevo la muerte en canbio, 
si esta las conoze aqui. 
1590 Gas. Oy pagas tu pena al doble: 

(rompe el papel) ^ 

trato es este de onbre noble! 
Orbante, un cordel me cuelga 
Tag. 51a] y aqueste yngles me descuelga 

de una rrama de ese rroble. 

1595 Letras de canbio pasays, 

sabiendo que me enojais? 
Pues por vida de quien soy, 
que me aveys de pagar oy 
los enojos que me days! 

1600 Asi, no pasan dinero? 

A qualquiera pasajero 
que estas gedulas Uevare 
y el dinero ansi pasare, 
liazed lo que de este espero. 

1605 Do vas? (al primero) 



— 49 — 

Merc. A Dnnqiierquo voy. 

Gas. Esta lejos? 

Merc. Ymajino 

que de el eien leguas cstoy. 
Gas. Soll diez dias de Camino: 
veynte florines te doy. 
1610 A los demas le daras 

a diez florines, no mas; 
y ziento a aquese espanol. 
Esp. Del mismo Marte eres sol, 
y espejo de las demas. 
1615 Gas. Yd en paz todos. 

(sale un baudolero asido de Arsiiido) 

Ban. Camina. 

Gas. Quien es este? 

Ban. Quien a muerto 

en medio de esa marina, 

por pasar, a Filiberto. 
Gas. Golgalde de aquela enzina. 
1620 Ar. Escuclia. 

Ban. A la muerte! Llama, 

da vozes, suspira, brama! 
Gas. Que es lo que aguardays con el? 

Ponelde al cuello un cordel, 

y ahorcalde de esa rama. 

[Pag. 52 a] 1625 Ar. Sefiora escucha. 

Gas. No quiero. 

Ar. Quieres oynne? 

Gas. Tanpoco. 

(sale Leon venziendo a Nerva y Nerva herido 
caira a los pies de Casaudra) 

Ner. Ten la espada caballero. 

Gas. Que es esto V 
Leon Gastigo a un loco. 

Gas. Quien eres? 
Leon Tu prisionero. 

1630 Gas. Apartaos; la espada entrega. 

Leon Vesla aqui, no tengo de yrme. 

Gas. Dala luego. 

Rom. Bihl. IX., La baiidolera de Flandes. A 



— 50 — 

Leon Quien la niega? 

Pero antes de rrendirme 
en medio de aquesta vega, 

1635 as de saber de que suerte 

hize esta temeridad. 
Gas. Dila luego. 
Leon El caso advierte, 

sabras toda la verdad, 
y luego dame la muerte. 

1640 A quanto fuere di^iendo 

si es verdad ve conyediendo, 

(a Nerva dize estas palabras) 
que si no, de estas espadas 
que agora ves levantadas 
contra mi, me estoy rriendo; 

1645 que todas, tiniendo aquesta 

libre yo en mi mano puesta, 
no las temo (no te asonbres) 
aunque saliesen mas honbres 
que ay ramos en la floresta. 

1650 Y porque sepas del modo 

que vine y quien soy de mi, 
ya que a verte me acomodo, 
tienes de saberlo aqui 
desde su prinzipio todo. 

1655 Abra cosa de veynte afios 

que, en una selva corriendo 
[Pag. 5:^a] la falda de una montafia 

un jabali con dos peros 
un noble viejo de Amberes 

16G0 que como presente tengo, 

a los pies de una leona 
me liallo nifio tan tierno 
que apenas comer sabia, 
que entonyes me dava el pecho. 

1665 Llego sin temor a mi, 

la leona agradeziendo 
la mereed que me hazia^ 
y voiviendo al lugar luego 



— 51 — 

que esta una le^^na de Amberes, 

1670 a im ama me dio, asta el tienpo 

que pude coii los demas 
muchaclios ruar el piieblo. 
Quandü llegue a los catorye 
sali en todo tan perfeto 

1675 que era yo eutre los demas 

sefialado con el dedo; 
en fiestas y rregogijos 
sienpre me halle el primero, 
en quistion metiendo paz, 

1680 en los trabajos no menos; 

en fiesta o juego de toros, 
si era el toro bravo y suelto 
primero que yo ninguno 
llegava a tocarle al cuerno; 

1685 si tirabamos la varra, 

ninguno la echo mas lejos; 
en bailes, juegos y danzas 
me llamaban el maestro; 
finalmente en quanto abia 

1690 sali tan perfeto y bueno, 

Pag. r)4a] que se dijo en el lugar 

que era el rey de todos ellos. 
Esto a merecer llegue: 
nobles pensamientos tengo : 

1695 quien e de ser o quien soy 

aqueso sabelo el cielo, 
como quien sabe tanbien 
de este mundo los secretos. 
Vuelvo al caso; de esta suerte 

1700 me crie entre dos raanzebos 

que me llamaban ermano, 
liijos de este mismo viejo. 
Afiyionose de mi, 
una tarde en cierto huerto, 

1905 una dama que tu ermano 

la cela y guarda del viento; 
apetecio my sayal : 

4* 



— 52 - 

que el mas rregalado, a tienpos, 
gusta despues del faysan 

1710 del manjar que es mas grosero. 

Concertamonos los dos, 
y para ablarnos y vernos 
era fuerza que yo entrase 
por cas de una dama de estos 

1715 dos hermanos que te e dicho, 

que es muy geloso y muy ne^io. 
Sintiolo, sacome al canpo 
preguntandome a que efeto 
en cas de su dama entrava. 

1720 Que pueden esto los gelos! 

Rreporteme; preguntome; 
sin alterarme neguelo, 
[Pag. 55 a] porque menos me ynportava 

SU amistad que no el secreto. 

1725 No se enfin por que Camino 

por quien vino a saberlo, 
que revestido de envidia 
se fue a tu ermano al momento, 
dando con toda mi gloria 

1730 en un punto por el suelo. 

Avisome ^ierto amigo, 
a quien yo la vida devo, 
y espedido de mi padre, 
de madre, ermanos, y deudos, 

1735 sabiendo que tu abitavas 

las cuevas de este disierto, 
de la manera que pude 
asta aqui me vine uyendo. 
Llegue, cansado del sol, 

1740 a esos pefiascos primeros, 

y junto a una fuente clara 
me eche por pasar el fuego, 
mientras declinaba el sol, 
al pie de un copado almendro. 

1745 Dormi; rrecorde al ruydo 

que este y otro yban ha^iendo: 



— 53 — 

y parnndome n escuchar 
de SU platica el efeto, 
hallo qiie quiercn matarte 

1750 anbos a dos por concierto, 

diciendo que muerta tu 
puedeii los dos este reyno, 
con esta jente que tienes, 
[Pag. 56 «J sujetar y vencer presto. 

1755 Levanteme, y meti mano, 

ya el delito raanifiesto, 
y por este monte abajo 
los e venido siguiendo. 
Oy a este monte llegue, 

1760 oy, estos, reyes se an heclio, 

oy te presento uno erido, 
oy te dexo el otro muerto, 
oy me escape y oy llegue, 
oy te vengo, oy me presento, 

1765 oy me perdona o me mata 

que oy rendido a tus pics me echo. 
Cas. Pues, gran Nerva, donde cstan 

las promesas y el rrecato 
que de vos diclio me an? 

1770 Esta es la ley y el buen trato 

de tan noble capitanV 

Quando pense que esa espada, 
a pesar de la fortuna, 
me pusiera esta xornada 

1775 sobre el cuerno de la luna, 

tal traycion me esta ordenada? 

Quando esta tenblando Espana, 
Anglia y Flandes, que la e.nbista 
la jente que me aconpana, 

1780 quereys faltar de la lista? 

[Pag. 57a] Porque codicia os engafiaV 

Que abeys visto V Que os e Leclio V 
Abeys os visto en estreclio 
en que yo no me aya alladoV 

1785 * Si os abeys aventurado, 



— 54 — 

tanbicn no aventuro el pecho? 

Quo asalto abemos tenido, 
^onde primera no e sido? 
Vuestras pagas no os las doyV 
1790 Porque me tracabays oy 

la trayrion qne abeys oydoV 

Al^ad la cara, miradme 
y de nuevo conocedme; 
si es asi, desculpa dadme, 
1795 a lo dicbo rrespondedme: 

y si no es asi, culpadme. 
Ne. Acabaudo de escucbarte 

quisiera acabar la vida; 
qiiien a de poder mirarte? 
1800 A iina traycion conoyida 

que desculpa puedo darteV 
Gas. Que causa pudo moverte? 

Ne. No mas de por ser mujer 
no querer obedezerte. 
1805 Gas. Que, por no me obedezer 
me trazabades la muerteV 

Que por mujer me la des? 
Bicn as hecho; mas, que pruebas 
a becbo Rroldan franyes, 
1810 cl gran Mazedon en Tebas, 

Anibal cartajines, 

mas que yo? No soy quien doma 
[Pag. 58''] el mas soberbio leon? 

No me tienbla Italia y HomaV 
1815 Sefialame que nacion 

de mis manos parias toma. 

En encuentros que c tenido, 
di, que espada me a rrendido, 
que rrescate os e costado, 
1820 de quantos emos triunfado, 

y a quantos emos venzido? 

Las fieras de esta montaüa 
quando salen a campafia, 
aunque sean mas crueles, 



- oo 

1825 en oliendo a nqiiestas pielcs 

no se esconden? Qiüen te" engaiia? 

Dale tu, Orbante, la mano, 
llebale a mi tienda luego. 
Ne. Dame la muerte. 
Cas. Es tenprano. 

1830 Agora erido estas ciego, 

liablarasme estando sano. (llevaule) 

Y vos dichoso manc-ebo 
a quien ya la vida debo 
desde este pimto mandadme. 
1835 Leon Dame esos pies. 

Cas. Abrayadme, 

llegaos aca. 
Leon No me atrevo. 

Cas. (No se que liechi(;o en si 

trajo este onbre, que en llegando 
el alma y vida le di; 
1840 todo le voy contemplando, 

que es muy proprio para mi: 

valiente me a parezido 
y sobre todo galan. 
Que gallardo y atrevido! 
1845 Entro tras mi capitan; 

confieso que me a venzido. 

Grande aüdon le c cobrado: 
[Pag. 59"] misterio sin duda tienc 

aberme de este pagado. 
1850 8i aqui por cl cielo viene 

a esta montaüa guiado! 

En quanto aqui me pinto, 
SU orijen no declaro. 
De esta manera le quiero? 
1855 De este un onbre acer espero 

con quien viva onrrada yo.) 
Como te Ilamas? 
Leon. Leon. 

Cas. (Ya tus uüas me an rrasgado 
hasta el mismo corayon.) 



— 56 — 

Y que quieres? 
1860 Leon Ser soldado 

de tu temido escuadron. 
Cas. Cono^es aquesta Sierra V 

Leon Afi(;ionado a la guerra, 

por ello vengo a buscarte. 
186Ö Cas. Quien es tu padre? 

Leon Quien? Marte! 

Cas. Tu madre? 
Leon La misma tierra. 

Cas. Tendras valor para echar 

de Londres su rrey? 
Leon Y dar 

con un anirao profundo 
1870 vuelta en breve tienpo al mundo, 

si me quies aconpanar. 

Mientras pueda mandar este, 
hasta que la muerte apreste 
SU cortadora, segur 
1875 correre del Norte al Sur 

y desdc 1' Este al Oeste. 

Si a Yngalaterra llevares 
aquesta, y quieres ven^ella, 
en ganalla no rrepares, 
1880 si fucran de ella y en ella 

vivieran los dozc Pares. 
Cas. No ay que aguardar mas aqui: 

dame esos bracos. 
Leon Yo ? 

Cas. Si. 

[Pag. 60») Leon Que es lo que diges, Seiiora? 

1885 Cas. Quiero a mi subirte agora, 

para abajar luego a ti. (adminmsr 

No me rrepliqueys, Orbante. 
Ninguno de esto se espante; 
oy quiero que en mi presenyia 
1890 deys a Leon la obediengia, 

y sirvays de aqui adelante. 
El es onbre, mujer soy; 



57 



la muerte rae dabays oy 
porqiie soy vuestra cabeza: 
1895 oy acabo yo, y enpieca 

el gobierno que le doy; 

vuestro deseo llcgo 
si todos le obedezeys. 
Ay quien me rrepliqiie? 
todos No. 

1900 Cas. No es muclio que os sujeteys 
a quien me sujeto yo. 

Doce pieles me adereca 
de seys tigueres los mas beilos, 
y Uli bravo vestido enpieza, 
1905 que quiero vestirte de ellos 

de los pies a la cabeza, 

porque, en vestido un leon 
de la piel de un suelto tiguere, 
lijereza y furor son, 
1910 para que luego peligre 

el mas temido escuadron. 

No estamos aca ensefiados 
a los matiyes pintados 
que de seda usays vosotros, 
1915 que aquestas pieles nosotros 

las tenemos por brocados. 

Aqui qualquiera animal 
nos viste, y es de manera 
[Pag. 01^1 que va todo por su ygual; 

1920 y ellos, si se considera. 

nos dan brocado y sayal; 

porque, aunque distintos son 
en color y en conplesion, 
ay cntre ellos de este modo 
1925 bueno y malo, y sirve todo 

desde el cordero al leon. 

Aqui me da cadaun aiio 
para mi y toda mi jente 
sayal el venado estrafio, 
1930 frisa el gamo dilijente 



— 58 — 

raso el ipo, el corco pano. 

La marta me da el broeado, 
terciopelo la cordera, 
tafetan me da el venado, 
1935 y el tiguere la primavera 

con SU pellejo pintado. 

Para mi ciieva, el leon, 
mientras el ynbierno pasa, 
me da alfonbras, qiie lo son: 
1940 que tanbien yo tengo casa 

servida y puesta en razon. 

El monte se desenpiedra 
para quanto me conviene, 
para asientos me da piedra, 
1945 para casas cuevas tiene 

entapicadas de yedra. 

Para lo que es mi sustento, 
me da el conejo avariento, 
el gamo, el cabrito tierno, 
1950 dame leche en el ynvierno 

y el verano nieve y viento; 

frutas tanbien: tiene huertas 
que los mismos ortelanos 
las tienen para mi abiertas, 
1955 y de miedo con sus manos 

[Pag. 62^] me la meten por las puertas. 

Todo enfin en conclusion 
tomado y puesto en rragon, 
el cordero y el venado 
1960 la marta, el tiguere pintado, 

el gamo, el corco, el leon, 

la cueva, el fuego, la piedra 
que para mi desenpiedra 
el monte, la nieve y viento, 
1965 el conejuelo avariento, 

y los tapices de yedra, 

a tus pies esta postrado; 
vitoria de ello as llevado, 
y una mujer que a su nonbre 



— 59 — 

1970 a temblado qiialquier onbre 

del frio al norte abrasado. 
Leon Senora, mi fe te enpcfio, 

que no se si a sido suefio, 
ylusion o fantesia, 
1975 todo quanto aqueste dia 

al alma misma le enseüo. 

Estas en tiV Que hechizo 
es este? Un advenedizo 
asi a podido vencerte? 
1980 Tuyo soy hasta la muerte, 

si mi sei" te satisfizo; 

y por las estrellas santas, 
qiie si agora me lebantas 
de quien soy a quien tu eres, 
1985 que bese por donde fueres 

las estanpas de tus plantas! 

Cielo, yo estoy espantado (alajente) 
de aqueste bien que e alcancado! 
Pero si lo considero 
1990 no soy el onbre primero 

que la fortuna a ensal^ado. 
[Pag. n.v j No subio un bajo pastor 

en un punto a enperador? 
Que me espanta csa raudanza? 
1995 'Soy yo el primero que alcanza 

de criado a ser senor? 

Podre dezir que soy yo 
pasajero que paso 
a la Yndia y rrico vino, 
2000 que mar a sido el Camino 

que esta rriqueza me dio. 

Pobre que hallo un tesoro; 
Yanba que por su decoro 
siguiendo un surco de un buey 
2005 llego en un dia a ser rrey, 

y a mandar un monte de oro. 

A tus pics estoy aqui; 
baz quanto quieras de mi. 



— 60 — 



Cas. 


Aqiii me tienes rrendida. 


2010 Leon 


Tu eres mi bien. 


Cas. 


Tu mi vida. 


1 


Quieresme mucho? 


Leon 


Yo si. 


Cas. 


Polifemo, liaz juntar 




toda mi jente esta tarde: 




quiero una fiesta tra9ar, 


2015 


despues de un vistoso alarde 




con que te pueda agradar. 


Leon 


A esa belleza me rrindo. 


Pol. 


Que e de azer de estos dos onbresV 


Cas. 


Por mi vida que estas lindo! 


2020 


Cuelgalos, no me los nonbres. 


Ar. 


Leon. 


Leon. 


Quien me llama? 


Ar. 


Arsindo. 


Leon 


Que es esto? 


Ar. 


Mi triste suerte! 




El conde supo el aviso 




que te di por defenderte, 


202Ö 


y darme la muerte quiso: 




y liuyendo de la muerte, 




a esta montaüa llegue, 




y porque a un onbre mate 


Pag. 64 a] 


me ahorcan de aquesta rama, 


2030 


que escapando de la llama 




en las brasas me halle. 




Si es posible me rrescata, 




seme fiador aqui: 




que si vivo y no me mata, 


2035 


yo le enbiare, por mi, 




mi mismo peso de plata; 




que bien sabes tu que puedo 




yo hacello. 


Leon 


Estate quedo, 




que si vida tengo aqui 


2040 


la aventurare por ti. 


Ar. 


Tuyo soy. 



— 61 — 

Leon No tengas miedo. 

Si la merzed rrezibida 
que otorgado se me a 
es cierta, y no ay qnieii la ynpida, 
2045 aquesta vida me da, 

qiie es a qnieii debo mi vida. 
Gas. AI flamenco o al yngles? 

Leon Aqueste. 
Cas. Si es para vos, 

de el, de mi, y de todos tres 
2050 os servid. 

Leon Guardete Bios! 

Ar. Dejame besar tus pies. 
Gas. Libres son de qualquier suerte, 

pörque la perfeta ley 
al condenado le advierte 
2055 que viendo la cara al rrey 

queda libre de la muerte; 
y pues los dos aqiii oy 
OS vieron, por vuestro abono 

(sueltaulos) 
libres quedan donde estoy. 
2060 Soltaldos, yo los perdouo, 

por vos libertad les doy. 
Yng. Viva mil siglos! 

Leon Quies yrte? 

Yng. Si, si li^engia me das. 
Leon Vete en paz. Nö as de partirte 
[Pag. 05 a] 2065 tu de mi lado jamas. 

Ar. Aqui estoy para servirte. 

(entra im caballero que se dize dou Luys de 

Rrocafula cuchillando a Colatino bandolero, hasta 

los pies de Leon y Casandra.) 

Luys Deja la soberbia lionrrada, 

no quieras barbaro ser, 
que si fias de tu espada, 
2070 trae de la muerte poder 

esta que ves levantada. 

La soberbia loca amayna, 



— 62 — 

que qnando esta deseuvayna 
este braco, as de pensar 
2075 que sin herir o matav 

no vuelve a eiitrar en la vayna. 
Col. Deten hidalgo el agero, 

baja la espada. 
Luys No qiiiero. 

Cas. Colatino, que es aquesto? 
2080 Apartaos. (mete Casaiidra mano para c 

Luys Este es el pucsto. 

Cas. Quien eres? 
Luys Un Caballero. 

Eres Casandra? 
Cas. Si soy. 

Luys Mil gragias al cielo doy 

que te e visto y te e hablado. 
2085 Cas. Que profesion? 

Luys Soy soldado. 

Cas. Adonde vas? 
Luys A ti voy. 

Cas. Que quieres? 

Luys Pedirte aqui, 

pues ya verte meregi, 
que me des un rrato audiencia. 
2090 Cas. De adonde eres? 

Luys De Valen9ia. 

Cas. EnpieQa. 
Luys Escuchame. 

Cas. Di. 

Luys En la ciudad de Valencia 

que es junto a la yspana Costa 
quatro leguas de Sagunto, 
2095 segunda ciudad de Roma, 

naQi de unos nobles padres, 
que tenga Dios en su gloria, 
Caballeros que en Valencia 
[Pag. 0(5«] oydia su fama lloran. 

2100 Yo me Hämo don Luys; 

mi apellido liasta agora 



— 63 — 

es Rocaful, iin linaje 
que cönoge Espafia toda. 
Contarte agora mi vida 

2105 sera disparate en forma, 

tienpo mal gastado; escuclia, 
vengamos a lo que yiiporta. 
Alli servi cierta dama 
tan discreta y tan liermosa 

2110 que callaran, si la vieran, 

Lncrecia, Androma[ca] y Porcia, 
y la que fue dano y causa 
de las 9enicas de Troya. 
Quando salia de casa, 

2115 el sol con su rrubia antorclia 

afrentado se quedava 
eclipsado por dos oras. 
Concerte con ella un dia 
de sacarla, y escondiola 

2120 SU madre, a quicn muclias vezt^s 

se la pedi por esposa. 
Pasc, sufri, y una tarde 
de carnestolendas viola 
un amigo y avisome, 

2125 y vila en una carroza 

con una mascara ablando, 
y dos mil onbres en tropa, 
que los llevava a la sirga, 
adorandola por diosa. 

2130 Fi al momento y desnudeme, 

Pag. r.7-'] calca larga y capa corta, 

hecheme un bravo vestido 
bordado de oro y aljofar, 
tome siete mil escudos 

2135 y una mascara muy tosca, 

y parti como un caballo 
por poder hablalla un ora; 
con la furia que llevaba 
rompi por medio la foUa, 

2140 llegue al estribo y liablela, 



_ 64 — 

y en dos palabras solas 
vengida, salio conmigo 
desde Valengia a Tortosa. 
Alli comi y descanse; 

2145 de alli parti a Barcelona 

con un onbre en conpania 
que pasaba a Famagosta; 
desde alli entre en Perpifian, 
y de Perpifian en Rrosas; 

2150 pase la Frangia y llegiie 

a Londres do queda agora. 
Puse casa, rrecibi 
criadas para mi gloria, 
conoci muclios amigos 

2155 y olla damas, porque ynporta 

al forastero tener 
propigias todas las cosas. 
Pasados algunos dias 
conzertaronse unas bodas 

2160 de gierte mosiur de Guisa 

que servia al Rey la copa. 
Hallaronse en gierta noche, 
en una sala espantosa, 
[Pag. 68»] con el Rey todos los grandes 

2165 que tenia la corte toda, 

que gelebraban entonges 
el desposorio y las onrras. 
Dejo a parte la belleza 
de las damas, las alfonbras, 

2170 los tapetes de oro y seda, 

las perlas, piedras y joyas, 
los sitiales de brocado, 
velas, pebetes y antorchas, 
que eran tantas que la vista 

2175 . mirandola estava absorta. 

Danzaron muy bien algunas, 
y cantaron muy bien otras, 
que, si se puede dezir, 
era un pedayo de gloria! 



65 — 



2180 Tuve no se que porfia 

con un yngles, y la colera 
(para abreviar) allego 
a SU punto, y eiitre todas 
las damas metimos mano; 

2185 que aqui enpego mi desonrra! 

Desmintiome el vil yngles: 
el palacio se alborota; 
sin respetar desde el Rey 
a la mas baxa persona 

2190 meti mano, yze lugar, 

y con esta misma hoja 
por matar a ml enemigo, 
ya con el alma en la boca, 
arroje mi desposado 

2195 en las faldas de la novia. 

Murio; salime huyendo, 
[Pag. (i!)aj y^ satisfecha mi onra. 

Quedo en la sala mi bien. 

Sali al canpo, y por las sonbras 

2200 que me hacian los pinos 

de unas levantadas rocas, 
llegue a un Camino y seguilc ; 
y tomando esta derrota 
por la fama que e tenido 

2205 de tu nonbre, espada y obras, 

vengo a que me favorezcas, 
pues se que tu mano sola 
puede dar a mi esperanza 
vida larga a pena corta. 

2210 ■ Oy a este monte llegue, 

oy te visito en tus hoyas, 
el yngles es tu enemigo 
y tu el rayo que le asonbra: 
este braco es espaüol 

2215 y toledana esta hoja: 

haz tremolar tus banderas, 
toquen a marchar tus tronpas, 
que, para memoria, el mundo, 

Rom. Bihl. IX., Ln bandolera de Flaiules. 5 



— 66 — 

por las manos poderosas 
2220 de la fama, en sus anales 

oy quiere escrebir tu ystoria. 
Pol. Este liidalgo que ves 

te biisca. (sale un coreo) 

Gas. Que quies? 

Cor. Un pliego 

te traygo aqui. 
Gas. Guyo es? 

2225 Gor. De tu ermano. 

Gas. Alcate luego. 

Gor. Bien estoy. 

Gas. Alcate pucs. 

Tiene salud? 
Gor. Bueno vive. 

Gas. Mi ermano en esta ocasion 
a escrebirme se apergibe? 
[Pag. 70 a] 2230 Lee esa carta, Leon, 

veremos lo que me escrive. 
„Reservando para nuestra vista la 
relaQion que me obliga a escrebirte, te 
rruego que no mirando la causa que te 
di para vivir la vida que vives, me ayudes 
con la jente que tieues contra Florante 
rey de Yngalatera a quien espero con 
un poderoso exercito este verano. Tanta 
parte tienes en el estado como yo; ya 
sabes, despues de la perdida, la desonrra 
que se nos sigue; o tu jente me presta 
con ella me ayuda, que con ella y el 
valor de tu diestra pienso como otro 
Alejandro ser nuevo senor del mundo. — 
el Gonde Aquiles." 
Gas. Pudo a mexor ocasion 

pedirme favor mi ermano? 
Venzida esta esa naQion! 
2235 Guiada de un valengiano 

y guardada de un leon, 
ea, don Luys, la guerra 



— - 67 



[Pag.Tla] 



teneys contra el que os destierra. 
Luys Pues no aguardes mas ensayos: 
2240 ronpan aqiiestos tus rrayos 

los muros de Yngalaterra. 
Gas. Toca a rrecojer, provoca 

a Marte, a esta giierra fiera; 
Orbante una caxa toca, 
2245 tu enarbola una bandera, 

pon tu un darin en la boca. 

Linpiad las armas mohosas, 
que en esas cuevas estan 
corridas de estar ogiosas, 
2250 que de esta vez quedaran 

por dos mil siglos famosas. 
Vos valiente don Luys 
agora la fama os llama. 
Ni leon ni flordelis 
2255 quede en pie, pues vuestra dama 

teneys adonde decis. 

No quede a vida persona 
de aquese yngles escuadron 
que la guera nos pregona; 
2200 y vos mi amado Leon 

mirad que estays sin Corona. 
Conozcan en esta guera, 
los que quieren tropellaros, 
el valor que en vos se engierra! 
2265 Partid, que e de coronaros 

en Londres de Yngalaterra. 

Vestid el peto y las grevas 
que OS an de dar onra y prez; 
sepa el mundo vuestras nuevas: 
2270 que os pienso ver de esta vez 

como al Magedon en Tebas. 
Erigad bien las guedexas 
que el leon suele ericar; 
renovad las uiias viejas: 
2275 ved que vays a degollar 

un cordero y cien ovejas. 



— 68 - 

Cubra mi jente ese llano, 
marche liiego, porque quiero 
qiie el tienpo no pase envano; 
2280 maüana ese canpo entere 

a de estar sobre mi ermano. 
Dame aquesa mano y parte. 
Lnys Rrecoje aquese esciiadron 

y muestrame ese estaiidarte. 
2285 Leon Brava estas. 

Gas. Como un leon. 

Liiys Ya os esta tenblando Marte. 

(sale el conde Aquiles eu entrandose [con] Lncre^ia. 
y SU canpo marchando). 

Conde Alcad las banderas baxas; 
el canpo pare; no marche; 
ola, sosiega esas caxas, 
2290 que tienpo vendra en que el parche 

con las cajas se agan rajas. 
fPag. 72 f] Hazed alto en esa vega, 

que a todos el paso niega; 
ved que en aquesta demanda 
2295 que no pasemos nos manda, 

y que paremos nos ruega. 

Todo el canpo a florecido 
con la gloria de esta guera, 
y de suerte lo an sentido 
2300 las flores, que de la tiera 

para vernos an salido. 

Diyiendo estan, con miraros: 
„eu las hojas de esmeraldas 
oy nagemos para honraros, 
2305 para que tejays guirnaldas 

con que podays coronaros," ' 
Ved la gloria que poneys 
a todo quanto encontrays; 
lo que ganays o perdeys; 
2310 si a los canpos obligays, 

a los honbres que liareys? 
Si damas dejays aqui 



69 



2315 



2320 



2325 



[Pag. 73 "J 



2330 



2335 



2340 



2345 



Sold. 



2350 



y vays y teneys vitoria, 
que mas bien qiiereys, dezi, 
que dezir: ya fi, mi gloria, 
llegue, pelee, y venci? 

Si en aqiiestas ocasiones 
cspejos qiiereys tener 
para ser fuertes barones, 
quantos os podre traer 
que an honrrado siis naciones! 

Roma no dio im (^ipion, 
y Francia iin Roldan frankes, 
Espafia im bibar leon, 
Cartago el Cartajines, 
V Tebas al Macedon? 

Gre9ia y Troya que abran dado? 
Quien fueron aquesos onbres? 
Cadauno fue im soldado 
que con brando aquestos nonbres 
a sus patrias han lionrrado. 

Ea Flamencos famosos, 
que oy con heclios valerosos 
Flandes a vozes os llama: 
volved el rostro a la fama 
y volvereys vitoriosos. 

Este es el paso por donde 
oy mi ermana a de venir; 
si el monte no me la asconde 
salgola nqui a rreoibir, 
saber que me rresponde. 

Podre, si viene obligada 
a la carta que escrebi, 
perdonarla: que es onrrada; 
y el canpo podra de aqui 
hacer mexor su jornada. 

Retirese aquesa jente, 
y descanse en esos prados. 
Toca a irecojer; soldados, 
retirense a aquesa fuente ; 
descansen que estan cansados. 



70 



Conde Vos, mi bien, de esta venida 

que dezis? 
Luc. Que estoy corida 

de que armas no e tomado. 
2355 Conde Para que? 

Luc. No soy soldado. 

Conde Sol dado soys a mi vida; 

soys el norte que a de ser 
el faro que a de ahmbrarme, 
fuego que me a de en9ender, 
2360 y estrella que a de enseiiarme 

la ciudad que e de venzer. 
Luc. Vos el soldado que parte 

a venger aquesta guera: 
[Pag. 74 a] yo soy flaco baluarte, 

2365 vos soys rayo, yo soy tiera, 

yo soy Venus, y vos Marte; 
vos la polvora engendida, 
y yo el humo que hazeys: 
vos la bala, yo la erida: 
2370 vos soys el que la venQcys, 

y yo la ciudad ven9ida. 
Conde Solo lo que falta es 

que mi ermana venga aqui 
para ponella a tus pies. 
2375 Luc. Quiero preguntarte. 

Conde Di. 

Luc. Una cosa. 

Conde Dila pues. 

Luc. Porque tu ermana se fue 

a vivir a esa montafia? 
Conde No lo sabes? 
Luc. No. 

Conde Oyeme; 

2380 todo fue colera y saüa 

de un enojo que tome. 

El rey Florante trato 
con mi ermana casamiento: 
ella le quiso, el la amo ; 



— 71 — 

2385 despues, no se por que yntento, 

SU palabra el Rey quebro. 

Sin mi se trato, y, ya dada, 
la pudieron desacer; 
que muy bien considerada, 
2390 como fue dada a mujer, 

no vino todo a ser nada? 
Quise mataiia y salio, 
y con una yndustria estrana 
con un caballo que asio 
2395 se subio a aquesa montana; 

donde esa jente junto, 

jurando de no parar 
hasta que pueda vengar 
el agravio, el falso yntento 
[Pag. 75 a] 2400 que el Rey tuvo; este es el cuento. 

Luc. Podrase agora vengar. 
Conde La principal causa es 
para que venga con gana. 
Luc. Quando tenblara el yngles? 
2405 Conde Quando sepa que mi ermana 
pone, donde estoy, los pies. 

(entra un soldado) 

Sol. Llego el escuadron que esperas. 

Conde En bajando esas laderas 

de ese valle al hondo asiento, 
2410 abatireys al momento 

las nuestras a sus banderas. 

(arimase la jente del Conde a un lado, y saldra 

por otra parte el bandolero caupo, Leon, Casandra, 

don Luys y los demas bandoleros que pucdan, 

sin que este flaco el canpo del Conde). 

Cas. Parad fuertes montaüeses, 

haced alto en ese llano, 
que oy os tienblan los Yngleses. 
2415 Leon Aqui esta tu ermano. 

Cas. Hermano ! 

Aper^ibid dos arneses. 

Conde Oy con aquesta venida 



— 72 — 

nie habeys puesto de manera 
por la merced rregibida, 
2420 que, si dos vidas tuviera, 

con esta os diera otra vida. 
Gas. La que tengo, el esciiadron, 

armas, dinero, opinion, 
y quanto tengu os consagro. 

(admirase Lucregia de ver a Leon) 

2425 Luc. Qielos, es este milagro? 
No es el que veo Leon? 
Ay desdichada de mi! 
perderme tengo, si aqui 
no se rremedia mi muerte. 
2430 Gas. Yo te dire de que suerte 
[Pag. 76a] llego, le hable y le vi. 

Habla a Leon, porque es 
a quien se a de dar la gloria 
y el premio de este ynteres. 
2435 Luc. Ay tal cuento! Ay tal ystoria! 
Leon Dejame besar tus pies. 
Gonde Algaos. 

Leon Esos pies te pido. 

Gonde Los bragos me abeys de dar. 
Leon Asme obligado y venzido; 
2440 toquen, Senor, a marchar 

que es este tienpo perdido. 

En el Camino sabras 
esta ystoria y las demas, 
que ay mil cosas que contarte. 
2445 Gonde Eres un leon. 

Leon Tu un Marte 

que dando valor me estas. 

Gaminen esas hileras, 
sigan por ese arenal, 
aprestadas y lijeras, 
2450 al estandarte rreal 

todas las demas banderas. 

AI son de esos atanbores 
se esparcan esas colores; 



— 73 — 

pavezeran, quando pares 
2455 a media legua, almaycares, 

y a legua prado de flores. 

Tremolen del parche al son, 
las cojidas se desplieguen; 
sigue esa ynfame nacion 
2460 liasta que sus puntas lleguen 

a tocar en su escuadron. 

Con aquestos tres que ves, 
si fuera cadauno ciento, 
no te a de quedar yngles. 
2465 Conde Asme dado gran contento. 
I Pag. 17"] Leon Ya me lo diras despues. 

Luys Dirne quien a a esperarte 

si llevas tales ventajas. 
Conde Ven Lucre9ia. Eres un Marte. 
2470 Gas. Haz pedazos esas caxas. 
Luys Toca a marchar. 
Leon Toca y parte. 



Baltasar de Carauajal. 



frontispizio. ActO terccro 

de la baiidolera de Flandes. 



Florante Rrey de Yngalatera 

Guillermo 

Alberto 

Casandra 

Conde Aquiles 

Leon 

Don Luys 

dos soldados 

Lucregia 

Arsindo 



[Pag. 78 a] (Jornada 3. Säle el rey Florante de Yngalatera 

medio desnudo como que se levauta soilando, y 
dormido de vozes.) 

Flor. Tenelde que me mata, Caballeros, 

cerad las puertas de la cuadra luego: 

2475 Guillermo, Alberto: o per[r]o a mi te 

[opones? 
Fues matarete con mis propias manos, 
que si eres un leon yo soy Aleides: 
que podre como el. 

(entre Alberto y Guillermo) 

AI. Seüor, que es esto? 

De quien huyes? que tienes? 
Flor. Yo soy muerto: 

2480 no veys la erida que en el pecho tengo. 



— 75 — 

y ese leon que enviste a mi grandeza, 
sin respetar la sangre de mi casta? 
No dizen que un leon rrespeto tiene 
a la sangre real? Como este agora, 
2485 sabiendo quien yo soy, no me rrespeta? 

No veys que enviste? Detenelde! 
AI. El suena; 

llega y detenle. 
Gui. Gran Senor, que es esto? 

Que te enoja? que as visto? 
Flor. Caballeros, 

aberme rrecordado os agradezco. 
2490 Valame Dios, que negia fantasia! 

Es posible que aquesto un sueiio puede? 
AI. De manera al pala^io as alterado 

que an tomado las armas, entendiendo 
que era del enemigo algun rrebato. 
2495 Flor. Pues porque no se altere ni armas tome, 
ni yo suefie otra vez mas disparates, 
esos leones de esa jaula, todos 
sin dejar a ninguno, en seys almenas 
los colgad en seys lazos. 
AI. Que as soiiado, 

2500 que tanto enojo pudo darte agora? 

Flor. Cansado de mirarlos, asenteme 
|Pag. 79-'] mirando el agua que a esos verdes 

[cuadrös 
con artifiyio tanto se reparte, 
y al olor de las fiores quede puesto 
2505 en los bracos del sueilo por un rato: 

y apenas me dormi, quando en un punto 
vi de un leon soberbio y erizado 
que con las ufias me arasgaba el pecho: 
y de manera lo senti que quiero 
2510 que oy no quede ninguno que no muera. 

AI. Los leones, Senor, no te entretienen? 
Si agora eso sofiaste, de aqui a un rato 
sofiaras otra cosa; porque un sueno 
que se suefie dos vezes es milagro. 



— 76 — 

2515 Flor. No me quiero poner en esa duda: 

haz lo que digo. (entra un soldado) 
Sold. Gran senor, escondete 

y Qierra la giudad! 
Flor. Dirne, que a abidoV 

Sold. Por traerte las nuevas, quatro leguas 
de manera e corrido que e dejado 
2520 por los yjares un caballo abierto. 

Flor. Acaba, di, quien son? 
Sold. Vien, ese llano, 

un ejercito tal que puede el mundo 
si lo mira tenblar de sus azeros : 
subete en esa torre u omenaje: 
2525 Veras los soles que tu tiera pisan, 

de los soldados las lu9ientes armas, 
las bellas picas, los penachos grandes, 
la variedad de gala y colores, 
que son tal es y tantas que por mayo 
2530 el fresco prado no podra a la vista 

en verdes hojas ofrezernos tantas. 
Dieen que viene Aquiles a embestirte, 
y en su ejercito trae, tras dos leones. 
un Rocaful que es roca del ejercito. 
2535 Flor. El valen^iano? El que dejo la dama, 
fPag. 8Ua] y mato a mi copero? 

AI. Aquese mismo. 

Gui. Plega al cielo que venga de manera 

(aparte) 

que en la primer refriega te deriben, 

y quel el suefio de agora a verdad salga, 
2540 para que pagues de tu padre algunas 

de las trayziones que eredaste suyas. 
Flor. Pues ea, mis Yngleses, esto es hecho! 

(Plega a Dios que mi sueuo mienta 

[agora!) 

No entendi que viniera asta el verano; 
2545 lo que pense hayer, conmigo a hecho. 

Vos, Alberto, mirad que al valenc'iano 

agraviado teneys, y pues que viene 



— 77 — 

y a buscado ocasion para vengarse, 
que tiene grau valor. 
AI. Que te alborotas? 

2550 Y les tienes tcmor? Qnien es Aquiles? 

Es el greziaiio fiiertc, es Pirro o Zesar? 
Mirad que Cipion! que Dario o Jerjes, 
para que tienbles de el! No es este im 

[onbre 
que te a rrendido parias? Que te al- 
peras ? 
2555 Quantas vezes le as vuelto las espaldas, 

para que agora con temor le esperes? 
No le temas, Seüor, mientras alcanza 
tanto poder tu braQO y esta diestra. 
No te alboroten bien forraados canpos, 
2560 ni todo quanto a diclio ese soldado, 

que viene sobre ti; llama esos grandes 
y vease esta tarde de que modo 
se puede resistir a su arogancia. 
Flor. Dices, Alberto, bien: llamalos todos, 
2565 vearaos de que suerte e de valerme, 

y darles muerte a todos esos viles. 
AI. Oy preso o aiuerto pienso darte Aquiles. 

(Säle Casandra, Leon, don Luys, con su escuadron; 
de pieles los tres capitanes) 

Pag. Sl'i] Gas. Parad, fuertes montaneses: 

ha9ed alto: esta es la tiera 
2570 donde, como a los Frangeses 

vido Espafia, Yngalatera 
a de ver oy sus yngleses. 
Ynperando Carlomano, 
como este por otro llano, 
2575 a Ronzesvalles salieron 

los doze pares que dieron 
onra y gloria al Castellano. 

Por alli salio Roldan, 
Dudon, Urjel, Durandarte, 
2580 Oliveros, don Beitran, 

Sansoneto, Brandimarte, 



— 78 — 

y el sefior de Montalban. 

Por alli im canpo salio 
de quien Espafia tenblo: 
2585 por alli cien mil salieron, 

y de todos quantos fueron 
solo im onbre se escapo. 

Si Anglia y Francia ermanos son 
en armas, con vuestro aiisilio 
2590 e de venzer sii escuadron, 

sin qiie me ayude Marsilio, 
ni los venda Galalon. 

Oy esta, si se atropella 
al embestir la batalla 
2595 y deseamos vengella, 

en viiestra mano el ganalla 
y en vuestra mano el perdella. 

Apergebid las espadas 
para esta enpresa guardadas, 
2600 que como alli los Franzeses, 

saldran aqui los Yngleses 
con las vuestras levantadas. 
[Pag. 82 fi] Cond. Antes me espanto de ver, 

que desde que el Anglia entramos 
2605 con el tuyo y mi poder, 

de los pocos que encontramos 
que le puedan defender. 

en sus murallas se engierra, 
esta temiendo la guera 
2610 que espera de mi escuadron, 

pienso que estos no son 
los canpos de Yngalatera. 
Leon Antes soy de parezer 

que dentro de la giudad 
2615 se nos quieren defender. 

Gas. 01a, un cäballo me dad. 
Cond. Para que? 
Cas. Voylo a saber. 

Dire al rey que le esperamos, 
que salga o que se te nmille 



— 79 — 

2620 pues ya su tierni pisamos. 

Cond. Y si no quiere? 
Gas. Enbestille 

de la manera qne estamos. 
Leon Yo sefior me partire. 

d. Liivs Yo teiigo de yr y otro no. 
2025 Gas. ' Es ynposible. 

d. Lnys Porqne? 

Gas. Si soy la afrentada yo, 

mejor qiie todos no yre? 
Gond. Que a sido la afrenta, calla. 

Gas. Darme la palabra ayer 
2630 de marido, y oy quebralla. 

Leon Y eso te lleba a saber 

quando as de dar la batall a? 
Ay Gasandra, agora veo 
[Pag. S3aj que le adoras y el te adora; 

2635 yo he hecho muy bien empleo! 

Gas. Que es lo que di9es? 
Leon Senora, 

que cunplas ese deseo. 
Gas. Que diges? 

Leon * Que me resumo, 

en que te lleva amor giego, 
2640 y que le adoras presumo: 

que donde quiera que ay fuego 
mal puede encubrirse el humo. 
Gas. Sabes quien soy? 

Leon No lo ves? 

Si, lo se; semilla fiste 
2645 de seda, bien claro es, 

que muerta en grano estubiste 
para revivir despues: 

fuego envuelto que guardo 
con que poderme abrasar: 
2650 giego que a dos afios vio: 

fenis que para tomar 
nueva vida se abraso. 

Tu le adoravas, y luego 



80 



2655 



2660 



Gas. 



Gond. 

Gas. 

Leon 



2665 



I Pag. 84 a] 



2670 Gas. 
Leon 



2675 


d. Liiys 
Leon 


2680 


Gas. 
d. Luys 

Gond. 




Leon 
Gas. 


Gond. 
2685 Gas. 
Gond. 
Gas. 



d. Luys 



le olvidaste: aora le quieres; 
mira si podre yo giego 
dezir a vozes que eres 
fenis, Qiego, seda y fuego! 

(Este esta desesperado, 
y si le aprieto, a de dar 
vozes, que esta apasionado) 
Quien la carta a de llebar? 
Yo a mi cargo la e tomado. 

Solo estoy por asaltar 
esas murallas y dar 
fin a la enpresa que vengo, 
que fuego bastante tengo 
para podellas volar. 

A cielo! yo e de morir, 
antes que llegue a maüana! 
No ay quien te pueda sufrir. 
Arne dado la quartana 
y muero por embestir. 

Deja que vaya al yngles 
de la manera que estoy. 
Que te a dado? 

No lo ves? 
Hecho un volcan todo estoy 
de la cabeza a los pies. 

Es esta su condiyion. 
Quisiera agora llevar 
la nueva, en esta ocasion? 
Quien sc lo puede estorbarV 
Quien venzer puede a un leon? 

Mira que ynpagiente estas; 
a Londres parto. 

Tu vas? 
Retiraös a t^sa canpana. 
Y Leon? 

El me aconpafia 
hasta los muros, no mas. 

No me atrevo a pedir nada 
agerca del yr. 



— 81 — 

2090 que no vays, quo cn la jornatla 

no qiieremos vuestra lengiia 
siuo solo vuestra espada 
Partid, sola me dejad 
con Leon. Nerba a ese llaiio 

2695 esa jente rretirad. 

Don Lu} s y vos, liermano, 
mientras viielvo, a Dios quedad. 

(entrause todos y queda Casandra y Leon) 

Solos estamos aqiii; 
dime, para que me enmiende, 
|P-\o- 85 »1 2700 lo que presumes de mi. 

Que te yela o que te enciende, 
para dar vozes ansi? 
Leon Ay Casandra, que te adora 

mi alma, y a ymajinado 
2705 que en ti alguna afi9ion mora, 

y que del amor pasado 
tienes reliquias agora. 

Nunca el gielo me dejara 
llegar a ver tus rriberas, 
2710 nunca este cargo acetara, 

no tratara tus banderas 
ni llegara a ver tu cara! 

Ay zelos, rabia y pasion 
de los que saben amar, 
27 L5 verdugos del corazon, 

a quien no hareys llorar 
si azeys bramar a un leon? 
Gas. Que e hecho? Que causa e dado, 

para poderme dezir 
2720 tantas quexas? Si as pensado 

que le tengo de admitir 
por ser rey, aste engaiiado. 
Solo adoro tu persona: 
si temes a su grandeza, 
2725 por todo el mundo pregona 

que estan sobre tu cabeza 

Rom. Bibl. IX., La liandolera de Flaudes. (J 



— 82 — 

las piedras de sii corona. 

En SU silla e de sentarte, 
SU Corona e de ponerte, 
2730 por rrey an de rrespetarte 

si me lo ynpide la mueite 
y nos es contrario Marte! 

Date ^elos su valor 
o.su persona? 
Leon Ay mi bien, 

[Pag. 80»] 2735 que te tengo muclio amor! 

Cas. Pues porque veas tanbien 
tu fe y salgas de ese eror, 
y veas que no apetezco 
ese rreyno, que aborrezco 
2740 oro y plata a mi ofrecida, 

y la mia, que es tu vida, 
a ajenas aras ofrezco, 

antes de partirme dame 
la mano, que ya tu esposa 
2745 quiero que el mundo me llame. 

Leon Y si yzieres otra cosa? 
Cas. Que me tengas por ynfame! 
Leon A una fe tan conozida 

quien podra nostrar desden.? 
2750 Quando a de ser la partida? 

Cas. Luego al punto. 
Leon Presto ven, 

que va en la tuya mi vida. 

(vase C'asandra) 

A quantos oy la fortuna 
sin dafio o pena ninguna 

2755 de su trono los a echado, 

y a quantos a levantado 
hasta el cuerno de la luna! 

Ayer me vi trabaxar 
con la azada y con la espuerta, 

2760 y oy sin dauo ni pesar 

estoy de un rreyno a la puerta 
para podelle maudar. 



~ 83 — 

Secretos del eielo son: 
el lo que puede me de ! 

(sale Lncrecia) 
2765 Luc. No es mala aquesta ocasion. 
Posible es que ya te alle 
sin ninguna ocupa^ion? 
Leon Que quies, donde vas, yngi'ata? 

Luc. A ti vengo. 
Leon Que me quieres? 

[Pag. 87«] 27.70 Luc. Como quisieres me trata, 

y despues a lo que oyeres 
me responde o me mata. 

No huyas de esa manera, 
que afrentas tu condicion: 
2775 que, si bien se considera, 

eres el primer leon 
que huye de una cordera. 

No eras tu quien yo adore? 
No eras tu que me adorabas? 
2780 Mi vida no te llame, 

tu vida no me llamabas? 
Quien te a trocado, o porque? 

Quando vestias sayal 
mas blando me pareeiste, 
2785 mas fue tal tu natural 

que de zera te volviste 
mas duro que un pedernal. 

Por un momento, no mas, 
el nonbre deja siquiera 
2790 de leon, y me ablaras; 

quica, de aquesta manera. 
mi bien, me conozeras! 

Acuerdome que algun dia 
esto llamaba donayre 
2795 tu boca, y la suerte ynpia 

quiere que oy se Ueve el ayre 
quanto sale por la mia. 

. Dame esa mano, esta toma, 
ablanda ese pecho ynfiel, 



84 — 



2800 


tu rrigor ynjusto doma, 






mirame Neron cruel 






y Veras ardiendo a Roma. 




Leon 


No te quise, no te ame 
mieutras que te pude amar? 




[Pag. 88«] 2805 


Viste en mi falta de fe? 
Rezibiste algun pesar 
el tienpo que te hable? 




Luc. 


Ninguno. 




Leon 


No me dijiste 
que no te ablara en mi vida? 




2810 Luc. 


Es verdad. 




Leon 


No me refiiste? 
No diste por bien perdida 
la palabra que me diste? 

Si es asi, a toda esta culpa 
no e sido, sin causa, yngrato, 




28L5 


y pues tu fe me desculpa 
no te quejes de mi trato, 
sino de tu mucha culpa. 




Luc. 


No te vayas, vuelve aca. 




Leon 


Lucrecia perdoname. 




2820 Luc. 


Mi alma .... 




Leon 


En tu cuerpo esta. 




Luc. 


Oye. 




Leon 


Faltara a la fe 
de quien la suya me da. 






(vayase L 


eun) 


Luc. 


Ay de mi, sin alma voy! 
Que aya visto.este depregio 




2825 


yo, a mis ojos? Por quien soy, 
que me a de pagar el necio 
esta libertad de ov! 





(entrase tomada de quiuientos diablos, y sale el 

Rrey Florante, Guillermo y Alberto, coii los 

Yugleses que pudieren) 

Flor. Ya vistes del canpo el modo, 

las armas, que los rreflejos 
2830 al 9ielo sirven de espejos 



85 — 



y de Rol al canpo todo, 

y abeys visto adonde esta, 
y a mi, mirado, me espanta, 
qiie no e visto jente tanta 
2835 desde Caiiomano aca. 

No entendi que brio tanto 
tnbiera para venir, 
[Pag. 89«] y qiie llegado a enbestir 

nos pusiera tanto espanto. 
2840 El verano pense dar 

en la tiera, y el ha hecho 
lo que yo trace en mi peclio 
y me a venido a cercar. 
Ya e nonbrado capitanes: 
2845 Coronen esas rriberas 

las armas; de las banderas 
tremolen los tafetanes; 

suenen las tronpas, relinchen 
al 8on de ellas los caballos, 
2850 que no puedan sosegallos 

quando enfrenados los cinchen; 

deje el soldado el placer, 
el rregalado la cama, 
el galan deje a su dama, 
2855 el marido a su mujer, 

el hijo deje a la madre, 
a la esposa el pretendiente, 
a la parienta el pariente, 
y a los hijos deje el padre, 
2860 tomen las armas, las galas 

para los saraos costosas, 
porque aqui seran vistosas, 
mejor que en doradas salas. 
De manera se resuelva 
2865 mi jente al salir pujante, 

que armada al contrario espantc 
y arrepentido se vuelva. 

Aqui tiene el que es honrado 
donde mostrar el azero, 



— 86 ~ 



[Pag. 90 a] 2870 



2875 



2880 



2885 



2890 



AI. 



2895 



[Pag. lU'^J 2900 Gui. 



2905 



SU ocasion el Caballero, 
y SU aventiira el soldado; 

y aqui tengo yo de ver 
los que Yngalatera cria. 
Amigos, este es el dia 
que quien soys e de saber. 

Ricos vienen y locanos, 
muy bien ay donde podeys, 
si las manos revolveys, 
adonde hencliir las manos. 

Mirad bien que la fortuna 
en seys batallas que e dado 
por SU venzedor me a onrado 
y no e perdido ninguna. 

El fuerte Anibal venoio 
por Cartago diez batallas, 
y todas vino a borrallas 
con sola una que perdio. 

Yo sigo aqueste conpas, 
mirad bien lo que hacemos, 
que si aquesta no venzeraos 
no e venzido las demas. 

Que aun temes que as de perder, 
Seiior, aquesta batalla? 
No salgas, que yo e de dalla: 
sin ti la pienso venzer. 

Ya Aquiles no me conoze? 
Quantas vezes le e venzido! 
Onze vezes me a Imydo, 
y con esta an de ser doze! 

Aquesta es buena ocasion; (aparte) 
oy la muerte te conzedo, 
y oy pagaras, si yo puedo, 
de tu padre la traycion. 

De SU canpo que seprecia? (alrey) 
Para querer ponderallo, 
ay mas de yr y tropellallo 
y traerte aqui a Lucrecia? 

Dejame correr tu tierra 



— 87 — 

y, con tu poder, juntar 
2ül0 desde el im marjen del mar 

al otro el poder que en^ierra, 

y Vera en esta ocasion 
por la boca del ynvierno, 
Flandes, el cordero tierno 
2915 cn las iiüas del dragon. 

Ellos como an entendido 
que n'nguna jente tienes, 
y si la tienes no vienes 
a estar, como el, prevenido, 
2920 arogante te a mostrado 

SU jente en aquese llano, 
y a de salirles en vano 
el ardid que traen pensado. 
Flor. Bravo don Luys vendra. 

2925 AI. No poca esperanza tiene 

quando con las armas viene 
a tus muros. 
Flor. Bien esta. 

Gui. Bravo Durandarte? 

AI. . Fama 

tuvo de eso. 
Flor. Y SU Belerma? 

2930 xVl. Abra un mes que vive enfcrma 
por SU ausenda en una cama. 
Flor. Pues temelde. 

AI. Porque? 

Flor. El onbre 

que tiene a su dama presa 
es un rayo que atraviesa 
[Pag. 92''| 2935 a la torre de mas nonbre. 

un soldado Un onbre como un leon 
que solo abiarte desea 
en ese zaguan se apea 
de la silla de un frison. 
2940 AI. Del contrario es. 

Flor. El cobarde 

que me quiere? 



— 88 



AI. Alg'im coneierto. 

Flor. Harelo si en canpo abierto 

oy me venze. 
(entra Casandra de gala como enbaxador) 
Gas. Dios os giiarde. 

Flor. Como, di, as ablado ansi? 

2945 Gas. Gomo ansi me abeys hablado. 
Flor. Quien eres? 
Gas. Soy im soldado; 

traed silla para mi. 
Flor. Niinca, en presenoia del Key, 

enbajador se asento. 
2950 Gas. Qiüen liizo aquesa ley? 

Flor. ' Yo. 

Gas. No abla conmigo e?a ley. 
Flor. Gomo que no? 

Gas. Aquesas leyes, 

si abeys mandado giiardallas, 

las guardad, que e de quebrallas 
2955 quando son nezios los reyes. 

(tonia iina silla de tres quo ay, no la del rey sino 

iiua de csotras — enpananse los Yngleses, y ella 

sentada ya) 

No os alboroteys; dejad 
la espada en la vayna pnesta, 
que esta no es quistion, que es fiesta 
que se haze a la ciudad. 

2960 Dejad el brio y la saüa, 

y si alguno se a ofendido 
del enqjo rreyibido 
oy se vengara en canpaüa. 
Gon otros no digo yo 

2965 que eso no liagan los reyes, 

que ablen con ellos las leyes, 
pero que conmigo no. 
[Pag. 93" I AI. En que te as fiado di 

para azer eso, villano? 

2970 Gas. En vosotros, en mi mano, 
en esa espada, y en mi. 



89 — 



AI. 
Gas. 
AI. 
Gas. 



2975 



2980 Flor. 
Gas. 
Flor. 
Gas. 

Flor. 
Gas. 

2985 



2990 



2995 



3000 



fPag. 94 a] 



3005 



Sabes quien su> 'i 

No por Dios! 
Alberto soy. 

Bien esta: 
esta tarde se sabra 
quien es don Luys; y vos 

sentaos, que yo asiento tengo. 
Hace otra silla traer, 
y oyd, si quereys saber 
quien soys, quien soy, y a que vengo. 

Brava arogancia! 

No es muclia. 
Di, de presto, a lo que vienes. 
Priesa tengo si la tienes: 
oye a espacio. 

Enpieea. 

Escucha. 

Yo, Florante, soy Gassandra 
liija del conde Normando, 
liermana del conde Aquiles 
que agora ocupa tus llanos. 
La palabra le pediste 
a ini padre y a mi ermano 
para ser tu esposa, y dada, 
sin mirar el muclio daüo 
que de acello se seguia, 
la que era tuya as quebrado. 
Lo que senti y lo que hize 
para vengarme y vengallos, 
Dios lo sabe; esto se quede 
esta tarde para el canpo. 
Este reyno que posees 
bien sabes que es usurpado, 
(jue tu padre ynjustamente 
se lo quito de las manos 
a SU lijitimo rey, 
por dos traydores vasallos. 
Pues si no te viene a ti 
y no es tuyo, no es agravio, 



90 



si te venzo, que yo agora 
le goze otros tantos aüos. 
A mi ermano le pediste 
a Lucrecia este verano 

3010 para, como a mi, engafialla 

y a9er con ella otro tanto; 
y que si no te la daba 
pondrias en esos llanos 
(•inqiienla y tantas banderas, 

3015 y docientos mil soldados. 

Aqui pides, aqiii niegas, 
aqui galan y loeano 
cantas, como el refran dize, 
adonde cantan los gallos. 

3020 Desafiado le tienes, 

y el como desafiado 
con la jente que dijiste 
que tenias de eercarlo, 
con aquesa misma, viene 

3025 pisando tus canpos bravo. 

Oy allegamos aqui 
destruyendo tus ganados, 
saqueandote las casas 
y abrasando tus senbiados. 

3030 Planto su canpo, penso 

que le esperaba tu canpo, 
y de onbres nunca a visto 
[Pag. 95"] doze juntos por milagro. 

Si por soberbia lo as liecho 

3035 oy tiene de castigarlo; 

si por descuydo, y no tienes 
quien te defienda, el a dado 
un remedio que esta bien 
a la soberbia de entrambos: 

3040 salgan tres de tu rreal, 

saldran del nuestro otros tantos, 
y donde tu sefialares 
conbatan los seys, llevando 
dos padrinos que averiguen 



— 91 — 

3045 la diferenfia del caso. 

Si perdieres, te daremos 
lo que pides, si ganamos 
el rreyno nos as de dar, 
pues lo que pides te damos. 

3050 No queremos enbestille, 

que le estimamos en tanto 
que ofendelle no queremos 
si se nos da por buen trato. 
Responde lo que as de azer, 

3055 mira y piensalo de espacio, 

que de la suerte que digo 
hasta maüana esperamos. 
Flor. Si para dezir y azer 

esas ynfamias te envian, 

3060 no mas de porque se fian 

de ti porque eres mujer, 
[Pag. 96 «j si por medio de tu lengua, 

no mirando que ay espadas, 
con tus palabras pesadas 

3065 me a tratado con tal mengua, 

y se atreve a que yo a ti 
no te tengo de enojar. 
bien lo pudiera estorbar 
que estoy por matarte aqui. 

3070 Ynfames, soezes, viles, 

de ynfame y de baja ley, 
un Conde se atreve a un Rrey, 
a un Florante un Aquile>? 
Mirad quien. para callar! 

3075 Un onbre que me a tenblado, 

y una mujer que a ganado 
SU vida a solo rrobar! 

Mio es lijitimamente 
el reyno que contradize; 

3080 y si el otra cosa dize 

una y treynta vezes miente. 

Dezir que si me a faltado 
quien me pueda defender, 



— 92 — 

qiie gnstara de hacer 
3085 el desafio traQado! 

Vere lo que bien me esta, 
y aquello que me estubiere 
mas bien y azer se pudiere, 
eso solo se hara. 
3090 Cas. Si no e llegado a enojarme 

para poderme vengar, 
es porqne en este lugar 
[Pag. 97 "J sera mejor reportarme. 

Muy bien se a ecliado de vcr 
3095 cn las palabras y el nonbre 

qiiien a sido agora el onbre 
y quien la ynfame mujer. 

Y estas Ron bien escusadas 
razones para decillas, 
3100 mejor sera remitillas, 

cobardes, a las espadas. 

Rien arojado os abeys, 
si bien el caso he notado, 
por estar aqui enzerado; 
3105 mas vos me lo pagareys. 

La respuesta, que tenia 
de llevar de mi enbajada, 
un dia sera esperada 
y sera maüana el dia. 
3110 Si falta quemo por tema 

a Londres y en un bastion 
estare como Neron 
cantando mientras se quema. 
Flor. Retenelda. 

Cas. No podran. 

3115 Flor. Eres mujer. 

Cas. Tu un bastardo; 

sal que enel canpo te aguardo, 
y a quantos contigo estan. (vasc) 

AI. Brava mujer. 

Flor. Ay Alberto, 

si yo HO la rrespetara 



— 93 — 

3120 no con libertad liablara; 

confieso que quedo muerto ; 

estoy por yrme ti-as de ella 
y a sus beilos pies echarme; 
n ;ii;. ii^*] que brio tuve al hablarme! 

3125 AI. Quieresla? 

Flor. Muero por ella. 

Alberto si no me das 
remedio para que aqui 
yo cobre el bien que perdi, 
e de morir. 
AI. Loco estas. 

3130 Flor. Quando negue con desden 

la palabra que pedin, 
y no entendi que pordia 
en perdella tanto bien. 
Si le volyiese a ofre^er 
3135 y a dar lo que le negue, 

sera mi mujer? 
AI. No se, 

Flor. Muerto estoy por la mujer. 
Nunca yo te cono9iera, 
nunca cosa te negara, 
3140 ni tu canpo aca pasara, 

ni tu enbajada se diera! 

Muy bien el nonbre alcanzaste 
que posees, si esto pasa, 
pues entrandote en mi casa 
3145 alma y vida me robaste. 

Que seguridad tendra 
el mundo pues que sin ley 
a la persona del rey 
el ladron se atreve ya? 
3150 Quien una Yndia alcanzara, 

quien quatro mundos tuviera 
de joyas, para que fuera 
caminando y me robara! 

Aora, Alberto, e conozido 
[Pag. Olla] 3155 por el pasado desden 



__ 94 — 

que no es conozido el bien 
hasta el puiito qiie es perdido. 
AI. Quieresla? 

Flor. Muero por ella. 

AI. Pues el remedio tenemos 
3160 con que traerla podemos 

si te quieres ver con ella, 

Ella no te dijo aqui 
que remitia su ermano 
a un desafio en el llano 
3165 la guera de entrambos? 

Flor. Si. 

AI. Pues luego al momento envia 

a SU real un soldado, 
diziendo que as acetado 
el congierto de este dia: 
3170 que salgan tres de su canpo, 

y de aca otros tres daras, 
y el canpo sefialaras 
junto a la puerta del canpo; 
y quando llegue el conbate, 
3175 de tres a tres estaremos 

con ella, y te ayiidaremos 
a asilla sin que te mate; 

y asida sin daüo o pena 
en la ciudad entraras, 
3180 y en peso la llevaras 

como el OSO a la colmena, 

y meteremosla dentro: 
y de la yiudad saldra 
jente que resistira 
3185 de los suyos al encuentro; 

y por si su canpo alerta 
[Pag. l(M)a] para guardalla estubiere, 

echar^s por lo que ubiere 
el rastillo de la puerta. 
3190 El muro es fuerte y podras 

con ella gozarte luego, 
y apagaras ese fuego 



— 95 — 

on (ijue abrasandöte estas. 

Gui. Bravo lieclio. 

Flor. Temerario, 

3195 tu lo pudiste advertir. 

Ven Guillermo, porque as de ir 
luego al canpo del contrario. 

(vanse Alberto y el Rrey y queda a Guillermo) 

Gui. Mi yntento a salido en vano; 

oy me ha quitado este heclio 
3200 hl venganza de mi pecho 

y la ocasion de la mano. 

Este a que sirvo a diez aüos, 
y para servirle vivo, 
de dos mil ti'agas cautivo 
3205 y Ueno de mil enganos, 

quiero le mal desde el dia 
que de su padre eredo; 
y como le quiero [yo] 
quise al padre que tenia. 
3210 Matome con falsa ley 

mi rey, con el reyno alcose 
y. a pocos dias muriose, 
quedando aqueste por rrey: 
ele servido forgado 
3215 y con tan mala yntengiou 

que deseo la ocasion 
que de el me e de ver vengado. 
I Pag. 101«] Plega a dios que este que viene 

arogante de esta suerte, 
3220 le de a este traydor la muerte 

y goze el reyno que tiene! 

(vase y sale Casandra y Leon en su canpo solos) 

Gas. Esto Uego a responder, 

pero hize en la ocasion 
lo que el mismo ^ipion 
3225 pudiera enton^es liaQcr. 

Bravos muros, fuerte tierra! 
Leon Si no me lo ynpide Marte 



— 96 — 

e de azcr oy coronarte 
en Londres de Yngalaterra; 
3230 oy, sin caiitelas de ülises, 

qiie la entraras, Dios me animyia, 
pisando entre verdes iincias 
amarillas flor de lises. 
(eutrau el conde Aquiles y dou Liiys) 

Cond. Don Luys, que me dezis? 

3235 Casandra es venida? 

d. Luys Ya 

en nuestras tiendas esta. 
Gas. ermano! buen don Lnys! 
Cond. Que ay del enemigo? 

Gas. Yo 

ymajino que esta tierra 
3240 ymfinita jente engierra, 

segun el me respondio. 
Cond. Esta soberbio? 

Cas. ITn Roldan 

tiene en el peclio enzerado 
Cond. Que te rrespondio? 
Cas. E pensado 

3245 que oy no no rresponderan. 

[Pag. 102»] Leon Luego, nada respondio? 

Cas. Sin su consejo de gnerra 

no a querido. 
Leon Yngalaterra 

por Florante se perdio. 
3250 Consejo, estando a la puerta 

tu poder? Acordaran 
por quäl de todas huyran, 
para que se quede abierta! 
Adonde estan, temerario, 
3255 e de entrar; que e deseado 

ver lo que vota un senado, 
quando esta cerca el contrario, 
d. Luys Pliega al ^ielo que me vea 
en sus muros peleando! 
3260 Cas. Deseaslo? 



— 97 — 

d. Lnys Estoy rabiaiido 

por verme y«a eii la pelea. 

Ay Margarita, on perdona 
lo mucho que te c dejado! 
Gas. Viva esta? 
d. Luys Ela guardado 

3265 para piedra a tu Corona. 

Tu por tal, reyna, la nonbra, 
que si te falta despues 
alfonbra para tus pies 
yo te servire de alfonbra. 
3270 Gas. Galan soys. 

d.Luys En la ocasion, 

pero si luego me llama 
la tronpeta de la fama 
soy con la espada un leon. 

(entra Guillermo con im pliego) 

Gui. Aquesta Gasandra es. 

3275 Para ti traygo este pliego. 

Gas. Levanta. Leele luego. (a Leon) 

Guyo es este? 

Leon Del Yngles. 

|Pag. 103^] „Azetando el partido que por Gasandra 

me avis[ays?] digo que, para la batalla, 
senalo el canpo en freute de la puerta 
que mira a tus pabellones; seran las 
armas rodelas y espadas; los de mi 
parte yo, Guillermo y Alberto, contra 
los tres que tu sefialares; sera esta 
tarde, que estas cosas mientras mas 
breves son mejores. — Florante de 
Yngalaterra." 

d.Luys Alberto es mio! pai-tamos! 

Gas. Vuelve y dile que me aguarde. 
3280 Gui. Esperate aquesta tarde. 

Gas. Dile que esta tarde vamos. 

Gui. Plega a Dios, que alla llegados 

(a parte) 
con el poder que llevays, 

Rom. Bihl. IX., La baiulolera de Flaniles. 7 



— 98 — 

le enbystays y nos vencays 
3285 y que os ayuden los hados! 

Gas. Qides valientes, valerosos Cjesares, 

soles del mundo, Qipiones bravos, 
de la giierra cometas encendidas, 
rayos que a lo mas fuerte vays de- 

[rechos, 
3290 el dia es este que la fama os llama: 

en el canpo os esperan, vuestras obras 
an de decir quien soys ; ermano, agora 
OS vereys sobre el cuerno de la luna, 
abatido y sin onra para sienpre; 
3295 y vos, Leon, agora vuestro nonbre 

equipare a la fuerca de esa diestra; 
cortad las-flor de-lises mal plantadas, 
que espera el mundo con guirnaldas 

[de ellas 
ceüir vengiendo vuestra onrada frente. 
3300 A vos, buen don Luys, no ay que 

[deziros : 

vuestra dama teneys en FranQia presa 

[Pag. 104»] y solo vays a conquistar un onbre. 

Cond. Quien son los tres de nuestra parte? 

Gas. Ermano, 

yo soy primera. 
Leon Yo sere el segundo. 

3303 d.Luys Quien me puede quitar ser el tergero, 
si Alberto es el tercero en su matri- 

[cula? 
Gond. No puede ser: yo tengo de ser uno 

de los nonbrados, don Luys. 
d.Luys A un principe 

no le esta aqueso bien; los tres ba- 

[stamos. 

3310 Gond. Mira Gasandra que me ofendes mucho. 

Gas. Esto a de ser; el canpo tras mi parta, 

por lo que sugediere: que la guerra 

todo es ardides, y el yngles podria 

junto a sus muros darnos algun tartago. 



— 99 — 

3315 Cond. No me parece mal; marchad. 

Leon Casandra, 

en tu vida mas bien me pare9iste 

que agora con aquesa onrada colera. 
d.LiiysOy pienso que te asienta la fortuna 

entre los nueve de la fama. 
Gas. Toca 

3320 aquesas cajas, suenen esos pifaros, 

que el yngles os espera. 
Leon Aquesos viles 

mueran, amigos! 
d.Luys Mueran! 

Leon Viva Aquiles! 

(vanse y sale Florante, Guillermo, Alberto, y 
los soldados que pudieren ; teudran a sus espal- 
das una puerta eu la quäl a de estar uu rastillo, 
que ynporta) 

Gui. Luego dijo que venia. 

Flor. Ea, de aquesa manera 
3325 oy la batalla se espera: 

amigos, este es el dia 

en que me abeys de valer 
para mi Ventura buena; 
Pag. 105»] aqui esta la griega Elena 

3330 de quien Paris e de ser. 

Por el orden que os e dado 
os poned, y en la batalla, 
digo, al tienpo de enpezalla, 
liaQed lo que os e mandado. 
3335 Vos con vuestros camaradas 

conmigo la cojereys, 
vosotros resistireys 
el furor de sus espadas; 
vosotros estad al erta, 
3340 y al entrar yo en la eiudad 

echareys con brevedad 
el rastillo de la puerta: 

y no le echeys liasta estar 
todos dentro, que si otros 

7* 



— 100 — 

3345 se nos entran tras nosotros, 

faciles son de matar. 

Sold. 1. AI rastillo vamos. 

Flor. Presto; 

vosotros ese lugar 

jiintos podeys ociipar; 

3350 tome cadaqiial su puesto. 

AI. Ya que en este sitio estamos, 

una pregimta, qne en parte 

es necia, e de pregimtarte 

mientras que los esperamos. 

3355 Flor. Y es, Alberto ? 

AI. Si alcanzaste 

a Casandra donde estabas, 

como, di, si la adorabas 

salir de aqui la dejaste? 

Flor. Pareme, amando, a mirar 

3360 la gracia y donayre de ella 

tanto que el yr a prendella 

Pag. lOßaj fue tarde y non vi lugar; 

y despues de eso no es ley 

a un enbajador que viene, 

3365 a lo que a un rrey no conviene 

detenerselo a su rrey; 

y al fin, para abreviar, fue 

ymajinar que a mi mal 

dieras un remedio tal, 

3370 y ansi salir la deje. 

(arrimanse a uu lado los tres y saleu por el otio 
lado Leon, Casandra, dou Luys, y el coude Aquiles.) 

Flor. Bravos vienen y luzidos. 

AI. Para dezir y hacer. 
Flor. A quien emos de temer, 

a ellos a los vestidos? 
3375 AI. Presto se sabra. 

d.Luys Aqui es 

donde me espera la fama. 
Leon Y aqui donde un leon brama 

por enbestir a un yngles. 



— 101 — 



3380 



3385 



Flor. 

Cas. 
Flor. 
Cas. 
Flor. 

Cas. 
Flor. 

Cas. 

Flor. 
Cas. 
Flor. 
Leon 



[Pag. 107 aj 3390 AI. 



Este es el piiesto, y Florante 
este que delante te es. 
Los tres? 

Los tres. 

Quales tres? 
Estos que tienes delante. 
Vosotros ? 

Estos seremos. 
A qnien quereys reservar 
al conde? 

El conde a de estar 
mirando mientras venzemos. 
Vuestro padrino? 

Este es. 
Aqueste el mio. 

Ea viles, 
Viva Flandes, viva Aquiles. 
Viva el vencedor yngles! 



3395 



3400 



(llegiie Florante a renir con Casandra, Alberto 
con don Luys, Leon con Gnillermo, y estando 
riiiendo llegnen los soldados de Florante y asgan 
en bragos por detras a Casandra y la meteran 
por la puerta del rrastillo, y en la tropa tras 
ella se e'ntraran Leon, don Lnys, y echado el 
rastillo quedara fiiera el conde Aquiles diziendo) 

Cond. Traycion, trayzion! 

(salen por otra parte Arsindo y soldados fla- 
mencos) 

Al*. No esta abierta? 

Entremos todos adentro. 
Cond. No, mirays, que esta al encuentro 

el rastillo de la puerta. 
Ea soldados los bra^os 

son agora menester, 

no ay hazas para hager 

aquesta puerta pedazos? 

Esto se sufre? Esta es guera? 

Dado me abeys oy el pago! 
Cas. Viva Flandes! Santiago, (dentro) 

Santiago ! 



— 102 — 

AI. Yngalaterra ! 

Crs. Don Luys, subi a la puerta. 

(todo deutro) 
Leon AI rastillo, arriba, arriba! 
3405 Cas. Viva Aquiles! 

d.Liiys Flandes viva! 

Soldados veysla aqui abierta. 

(siibido don Luys sobre la puerta, alga el rastillo : 

entran soldados, dase uua batalla, y metidos to- 

dos dentro sale Leon tras Guillermo, herido como 

que le va siguiendo Leou) 

IPag. 108»] Gui. Escucha un poco seiior. 

Leon Que me quieres? 
Gui. Dos palabras 

oye. 
Leon La boca no abras; 

3410 que e de escuchar a un traydorV 

Huyes? 
Gui. Por yr de vengida. 

(por otro lado don Luys tras Alberto de la 
misma suerte) 

d.Luys Aguarda, cobarde. 
AI. Espera, 

dame para ablar siquiera 
dos oras, no mas^ de vida. 
3415 d.Luys Media no te dare yo, 

que quiero para tu mengua 
cortarte la ynfame lengua, 
traydor que me desmintio! 
AI. Muerto soy! 

d Luys Bien hecho esta; 

3420 agora echareys de ver 

que nadie puede hager 
tanto, como pagara! 

Aquesta lengua le llevo 
por premio de esta batalla, 

hage que le corta dentro la lengua, porque dentro 
muere) 

3425 y a Margarita pagalla, 



103 — 



que a im aiio que se la devo. 

Pero primero e de ver 
fin de esta jente arogante. 

(entrase y sale Casaudra tras Florante y caydo 
eil el siiclo dize) 

Cas. Rinde la espada, Florante. 
3330 Flor. Ya no me puedo tener. 

Caydo es bien que me veas 
sobre este siielo muriendo, 
a tus pies estoy pidiendo 
lo que Turno a los de Eneas. 
3435 No creas que me vengio 

tu espada ni tu poder, 
[Pag. 109 a] amor me pudo ven^er 

con la beldad que te dio; 

a tus pies me tienes, diosa, 
3440 haz quanto quieras sefiora: 

ten de piadosa agora 
lo que tienes de hermosa; 

que si pudiera ynfundir 
mil almas en mi, oy tuviera 
3445 mil que tu pecho rrindiera, 

m tienes sed de rendir! 

Y no me a pesado aqui 
de perder en esta guera 
a Londres ni a Yngalatera, 
3450 sino de perderte a ti. 

No muera yö donde estan 
esos ojos; haz de mi 
lo que hizo, estando ansi, 
del gran turco el Taborlan. 
3455 Cas. Antes quiero que asi acabes, 

porque todo se concluya. 

(entra el Conde) 
La ciudad queda por tuya 
de ella te entrego las llaves 

(entra Arsindo) 
Ars. Ya no tienes mas que azer. 

3460 Cas. Arsindo, vos lo abeys hecho 



— 104 — 

oy muy bien, qiie vuestro pecho 
es qiiien me ayudo a ven9er; 

en 9ierto peligro os vi 
donde menester os übe. 
3465 Ars. Hize lo que pude, estuve 
adonde menester fui 
[Pag. 110a] Gas. Y Leon ? (entra Leon con Guillerrao) 

Leon Aqui me tienes; 

no ay en la giudad un onbre 
que no bendiga tu nonbre. 
3470 Gas. Agora de adonde vienes? 
Leon De con don Luys. 

Oas. Do estaV 

Leon Ya le dejo con su dama. 
Gas. Donde la tiene? 
Leon En la cama, 

dos mil abrazos le da; 
3475 di9e que por este dia, 

pues la guerra as acabado, 
le dejes. 
Gond. Bravo soldado ! 

Gas. Famoso, por vida mia! 

Es Guillermo aqueste? 
Leon Si. 

3480 Gas. Gomo esta vivo y contigo? 
Leon Ele traydo conmigo 

del modo que ves aqui. 

Llevandole de vengida 
me rrogo que le otorgase 
3485 la vida asta que te abläse, 

y asi le otorgue la vida. 

Ay le tienes de esa suerte; 
si escuchada su persona 
te ynportare, le perdona, 
3490 y si no dale la muerte. 

Gas. Tienes que dezir? 

Gui. Si tengo. 

Gas. Alzate, no estes ansi: 
enpiega. 



— 105 — 

Gui. Escuchame. 

Gas. Di. 

Gui. Oye rreyna a lo que vengo. 

3495 Yo nazi dentro de Londres, 

esta ciudad que as ganado, 
de unos padres . . . mas mis padres 
no me ynportan para el caso; 
[Pag. lllaj y en ella servi a Borbon, 

3500 rey que fue de ella a treynta aiios; 

dichoso si la go^ara 
mas que (^gssly ni Alejandro! 
Un padre de este traydor 
que a tus pies tienes postrado, 

3505 con traygiones, con cohechos 

se levanto con su estado. 
Mandole el rrey que de jente 
liiQiese un lu9ido canpo 
para que partiese a Espaiia 

3510 contra el poder de Fernando: 

hi9olo, y como en la guerra 
el jeneral puede tanto, 
y vienen sienpre a hacer 
io que el quiere los soldados, 

3515 deseoso de rreynar, 

ocho pagas muertas dando, 
vinieron contra su rrey 
con el los demas marchando; 
cerco a Londres, enbistiola, 

3520 y cojiendo descuydado 

al rrey, le dieron la muerte 
sin que pudiera estorbarlo 
todas las puertas que abia 
ni torres de su palacio. 

3525 Viendo a mi rrey muerto, fi 

a un ynfante, que del parto 
suyo la reyna quedo 
de la muerte en el regalo. 
Levantele de la cama, 

3530 y por un postigo falso 



— 106 — 

[Pag. 112a] le lleve al canpo, huyendo, 

sobre mis cansados bracos; 
echele un joyel al cuello 
con un liston encarnado, 

3535 seiial que antes que yo muera 

Dios me lo ponga en las manos, 
Dieronme dos mil pregones: 
toda la ciudad buscaron, 
avisando por la villa 

3540 todas las senas de entranbos. 

Fuime a iina Sierra, halle 
en iina leona anparo, 
que de lastima ella misma 
me le daba leche a rratos: 

3545 ansi vivi algunos dias, 

hasta un dia que, buscando 
para mi uu montes cabrito, 
halle mi niiio rrobado: 
no supe si la leona 

3550 se le comio, o si el collado 

le trago, si cazadores 
cazando me le hurtaron. 
Viendome sin el, parti 
a Londres, porque un villano 

3555 me dijo que murio el Rrey 

de dos cozes de un caballo. 
Deje la montafia, entre 
en Londres con miedo harto, 
temiendo si el sucesor 

3560 me seguiria otro tanto; 

aventureme, hablele 
temeroso de algun daiio, 
y en lugar de castigarme 
[Pag. 118»] me higo su secretario. 

3565 De esta suerte le e servido 

adulandole a su lado, 
y de quatro mil trayeiones 
haQiendole franco plato, 
supe como tu venias 



— 107 — 

3570 con este canpo marchando: 

alegre me rrogue a Dios 
que me diera por tus manos 
venganza de este traydor 
que a tus pies tienes llorando: 
3575 y mira si esto es verdad, 

pues llevandote un rrecado 
a tus tiendas, dije a vozes: 
favorezcante los hadosl 
AI perfeto rrey servi, 
3580 del bueno e sido criado, 

por del bueno me conoze, 
y no por de aqueste falso, 
que aunque me as visto servirle 
y que era un cuerpo el de entrambos, 
3585 era diferente el alma 

cl pensamiento y el trato. 
Esta es mi vida: si premio 
se le deve a un buen vasallo 
este premia, pues eredas 
3590 del pasado el mayorazgo. 

Leon ^ielo, aquesta es fantasia!, 
•estoy despierto o sofiando? 
Cono9eras el joyel? 
Gui, Si seilor, como a mis manos. 
[Pag. 114a] 3595 Leon Es aqueste? 

Gui. El mismo es. 

Leon Y yo a quien la vida as dado. 
Dame esos bragos, que oy pienso 
darle el premio a tu trabajo. 
Gui. Seiior, de que suerte a sido? 
3600 Leon Despues lo sabras de espacio. 
Ya sabes quien soy, Aquiles. 
Cond. Quien eres, Leon, alcanzo; 

que me pides? 
Leon A tu ermaua. 

Cond. Si ella quiere, yo la alargo: 
3605 que a no ser vos el que soys 

se OS debiera lo que os damos. 



— 108 — 

Leon Soys mi esposa. 

Gas. Vuestra esclava. 

Leon Yo mi bien soy vuestro esclavo. 

Gas. No en balde de Yngalaterra 
3610 la fuerga avemos ganado. 

Leon Do esta Lucre^ia? 

Gond. En mi tienda; 

con ella, Leon, me caso, 
y luego me parto a Anberes 
dejandote en este estado. 
3615 Leon En llegando alla, me enbia, 
Sefior, a mi padre Lauso, 
qiie mi crianza le debo 
y el amor a dos hermanos. 
Tu, Florante, ven conmigo, 
3620 que quiero adentro de paso 

averiguar miichas cosas 
que por cansados dejamos. 
Vos, Arsindo, de mi casa 
capitan de guardia os hago. 
[Pag. 115^»] 3625 Gond. Rocafull adonde esta? 

Leon En cas de su dama; vamos 
que le quiero dar el premio 
que se debe a tal soldado. 
Dame esa mano Gasandra. 
3630 Gas. Gon el alma. 

Leon Y vos, Senado, 

venid mafiana a las dos, 
que acabar se a mas tenprano. 



Acabe esta comedia en Zaragoza a 8 de noviembre 
de mil y seys §ientos y quatro. 

Baltasar de Carauajal. 



Note e Correzioiii. 



Atto I. 

Froiitispizio. La nota marginale ,,(le Baltasar de Cara- 
haxal.^^ ecc, e sciitta da mano diversa dal testo. 
Alle persone di questo Atto bisognerebbe 
aggiiingere : 'nn emlHvjudor de Imjalaterra (che 
entra al v. 559) e uii: Berardo aldeano (entra 
al V. 730). 
V. 1. 1. acaharte. 
V. 29. 1. Fo)' quo. 

V. 31. II Rojas corresse questo verso e il prece- 
dente cosi: 

me dezid si esto es posihle. 
Car. Con vuestro amor apagible. 
Forse: ni qiiiere. 

II Rojas corresse: .... qne este sin alas. 
Forse: renir. 

Forse il discorso e sospeso, e dopo imo 
cosa ci volevano i puntini di reticenza. 

La congiunzione y fu aggiunta dal Rojas. 
AI V. precedente, el fu posto dal Rojas, il 
quäle qui scrisse como invece di una parola 
cancellata ora illeggibile. 
Poni virgola dopo Iherio. 
Manca un verso. Tutto il passo fn poi 
corretto dall' autore cosi: 

Yhe. De Sicüia, 

hermana de su Rey. 
Leon Mira 



V 


. 45. 


V 


. 64. 


V 


. 68. 


V. 


100. 


V. 


111. 


V. 


143. 


V. 


160. 


V. 


179. 



— 110 — 

lo qne diges! 
Yhe. Que te admira? 

sera de su familia. 
V. 200. Leggi: A! Senor. 
V. 222. II Rojas corresse: de altivo estado. 
V. 235. II Rojas corresse: y credito fiel mis ohras\ 
e nella indicazione che segue questo v. scrisse 
egli le parole: vestidos de canpo. Prima di- 
ceva: Liicrecia marquesa, de canpo y'ecc. 
V. 253. II Rojas corresse: finjir que ecc. 
V. 319. 11 Rojas corresse: en den mil p. 
V. 347. II Rojas cancello: 'iuhri. e ripete: no ay tal. 
V. 388. Anheres fu poi corretto in Pcdermo. 
V. 397. II Rojas corresse: cotno rreo. 
V. 398. Forse: o Imyendo nie suseda — lo qiie a 

Aiiteon, ecc. 
V. 403. II Rojas corresse: fiiriosos den sohre mi. 
V. 413. Poi l'autore mise: de Palermo, poi una 
mano posteriore corresse ancora: de JBarcclona. 
V. 435. Per svista, questo v. e scritto due volte nel ms. 
V. 524. Pongasi l'indicazione Conde-, fu omessa per 

errore di stampa. 
V. 537. Questi, e i versi 540 e seg. sono a parte 

dal Conte. 
V. 551. Poi fu corretto: que tiene esta tiera en 

[mi (sie). 
Page De Napoles esta aqui ecc. 
Nel testo, dopo Ingalaterra tolgasi il punto. 
V. 557. Poscia: ese Napoles a mi. 
V. 592. Poscia: de Orange a la hella Napoles. 
V. 654. Poscia: del de Napoles y Oranje. 
V. 699. Poscia: en Palermo. 

V. 705. Poscia: en Sicilia, poi ancora: en mi tiera. 
V. 720. Poscia: que ay de Sicilia cd Yngles; e 
intine per rimediare a una rima che realmente 
rimane errata, tutto il passo fu corretto cosi: 
pase el mar por su persona-, 
tiene grande diferengia 
Napoles con Bargelona. 



— 111 — 

V. 724. Poscia: y esthna su peclio tierno 

ser mas condcsa en Palermo. 
V. 726. Le parole: Dame esa mano, devon esser 
dirette a Lucrezia. 

Forse: sin considerar. 
Dopo questo v. ce ii' e im aitro : El mnerto 
nonhre os conzedo^ che noii lia seiiso e sopra- 
vanza alla strofa. 

Ci viiole virgola dopo se. 

Imes, 1. Quies. 

II Rojas: q;ne si haeia. 



V 


. 790. 


V 


. 932. 


V. 


1006. 


V. 


1301. 


V. 


1328. 



Atto II. 



V. 


1375. 


V. 


1382. 


V. 


1461. 


V. 


1470. 


V. 


1801. 


V. 


1854. 


V. 


1893. 


V. 


1910. 


V. 


1930. 


V. 


2102. 



Frontispizio. In qiiesta lista di personaggi il Caravajal 
ha dimenticato Läwrezia, che entra al v. 2287. 
11 Rojas corresse: y mü retocas por ecc. 
Cosi il ms. 
I. en gualda. 

Forse: siendo Bomido vos . . . solo ecc. 
Cosi il ms. 

Probabilmente da togliera il«?» 
II ms. ha madabays. 

Mi pare che la sintassi lasci a desiderare. 

Prima c' era: difidcnte, poi fu cancellato. 

Ci deve essere allusione in realtä a qualche 

nobile valenziano. La famiglia dei conti di 

Rocafull era in effetto di Valenza; (Cfr. Esco- 

lano: Hist de Valencia — Valencia, Mey 1610, 

pag. 526). 

V. 2209. Cosi il ms. 

V. 2286. Neil' indicazione che segue sarä da togliere 

il con, oppure da leggere encontrandose. 
V. 2324. Si deve alliidere al Cid, Rodrigo de Vivar, 

ma la sintassi non e bella. Leggi: Vivar. 
V. 2330. Cosi il ms. ma forse da leggere: cohrando. 
V- 2356. Per segnare il giuoco di parole nel ms. c' e : 
sol, dado. 



— 112 — 

V. 2363. Nel ms. qiiesto verso c' e due volte, per svista. 
V, 2384. Nel ms. c' e: ella le qne quiso ecc. 
V. 2460. Cosi nel ms. 



Atto IIT. 



Fi'ontispizio. Nel terzo atto compare ancora Nerva (al 
V. 2694) ma non parla. 
V. 2475. La seconda r di pcrro fu messa dal Rojas. 
V. 2628. lo preferirei: 

Leon Que a snh Ja afrenta? 
Conde CalJd. 

V. 2715. Verso ripetuto due volte nel ms. 
V. 3103. Questo v. e del Rojas; l'autore se l'era 

scordato. 
V, 3111. II ms. ha: hestion. 
V. 3232. Cosi il ms. 

V. 3301. Cosi il ms. ma en Franpa e certo erroneo, 
V. 3319. Non e chiaro chi sieno questi miovc-, forse: 
doge'} 



♦>-<-• 



Drnck von Ehrhartlt Karras. HaHe a. S 



ROMANISCHE BIBLIOTHEK 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



m WENDELIN FOERSTER, 

PROF. DER ROMANISCHEN PHILOLOGIE A. D. UNIVERSITÄT BONN 



X. 

ALTBERGAMASKISCHE SPRACHDENKMÄLER. 



HALLE A. S. 

VERLAG VON MAX NIEMEYEK 
1893, 



ALTBERGAMSkISCHE 



SPRACHDENKMÄLER 



(IX.— XV. JAHRHUNDERT) 



HERAUSGEGEBEN UND ERLÄUTERT 



VON 

DR J. ETIENNE LORCK, 

LEKTOR AN ÖER UNIVERSITÄT BONN. 



HALLE A. S. 

VERLAG VON MAX NIEMEYER. 

1893. 



Passati il Serie, la Mella e lo Breuno (Brembo) 
Trovammo il Bergamasco in su la costa, 
Che grosso parla ed ha sottil lo senno. 
La lor cittä perö, ch'e si ben posta 
In forte luogo, porta pregio e fama 
Ch'alcuna volta da Milan si accosta. 

Fazio degli Uberti, Dittamondo III, 3. 

Die heutige Provinz Bergamo lehnt sich im Norden 
an den mächtigen Alpeuzug, der mit schroffem Abfall in 
das Veltlin die Wasserscheide zwischen der obern Adda 
und der Lombardei bildet. — Dieser langgestreckten Kette 
ist im Süden, zwischen Comer- und Iseosee, ein hohes Berg- 
land vorgelagert. Zwei Hauptfltisse, der Serio und der 
Brembo, schneiden in südwestlicher Richtung tief in das- 
selbe ein, während zahlreiche Querthäler sich rechts und 
links abzweigen (V. Gandino, Clusone, Imagna, Scalve, 
Bondione, u. a.). — Auf der Höhe und am Fusse eines der 
letzten Gebirgsausläufer, nahe dem Austritt der Valli Brem- 
bana, Seriana und Cavallina in die Ebene, baut sich Ber- 
gamo auf, geographisch und politisch der Mittelpunkt des 
Landes. — Von da aus erstreckt sich, zwischen Adda und 
Oglio, eine weite fruchtbare Fläche bis zur Provinz 
Cremona. 

Die Sprache der Gegend ist keine durchaus einheit- 
liche. Schon die Natur bedingte eine getrennte Entwick- 
lung. — Die Bevölkerung der Ebene bedient sich der 
links von der untern Adda verbreiteten ostlombardischen 

Hom. Bibl. Altberg. Sprachdeukmäler. 1 



— 2 — 

Mundart. Nur geringfügig sind die vom benachbarten bre-j 
scianischen, cremaskischen und cremonesisclien scheidenden 
Merkmale und meist beruhend auf einer weiter getriebenen 
Befolgung derselben Gesetze. — Andere Laute treffen das 
Ohr im Norden. In den abseits gelegenen Alpenthälern 
zeigen sich Sondererscheinungen und rätischer Einfluss ver- 
drängt oft die lombardische Eigenart. — Bergamo selbst, 
obgleich auf der Grenze des Hoch- und Tieflandes liegend, 
redet die Sprache des letzteren. Nur der Wortschatz gibt 
in manchem Ausdrucke Zeugniss von dem regen Verkehre 
mit dem Bergbewohner, auf den der Markt und die Kurz- 
weil der Hauptstadt stete Anziehungskraft ausüben mussten. 
Der bergamaskischen Mundart gebührt der Vorrang' 
in der ostlombardischen Gruppe, nicht allein wegen ihrer 
schärfsten Ausprägung der dialektischen Eigenthümlich- 
keiten, sondern vornehmlich wegen ihrer weit zurück- 
reichenden und vielseitigen litterarischen Verwendung. Von 
alten Denkmälern ist eine verhältnissmässig grosse Zahl 
erhalten.*) Im 16. und namentlich im 17. Jahrh. zeigt sich 
rege Bethätigung, und Bergamo wetteifert an Reichthum 
mundartlicher Erzeugnisse mit dem mächtigen Mailand. 
Der Werth entspricht freilich nicht der Menge. Bei den 
Uebersetzungen oder Travestirungen klassischer Werke, 
des Orlando furioso, der Gerusalemme liberata, des De- 
camerone , des Pastor Fido u. a. ist schöpferische Selb- 
ständigkeit von vornherein ausgeschlossen. Umfangreiche 
Sammlungen lyrischer Gedichte aus dieser Zeit harren in 
der Biblioteca civica zu Bergamo, in der Ambrosiana und 
der Marciana noch eines Herausgebers. In der ersten Hälfte 
unseres Jahrhunderts erhob Pietro Ruggeri, „der berga 
maskische Porta" die mundartliche Dichtung zu neuer Blüthe. 
Noch einiger Namen sei hier gedacht, deren in der Folge 
gelegentlich Erwähnung geschehen wird: Bressano, Quin- 



*) Sehr zu bedauern ist, dass E. Zerbini in seinen: JSotc 
storiche sul dialetto bergamascJio , Berg. 1886 sieh begnügt, von 
der in der Biblioteca civica - auf bewahrten Sammlung des ver- 
storbenen Tiraboschi, welche reichhaltig an mundartlichen Erzeug- 
nissen des 15. Jahrh. sein soll, nur kurze Bruchstücke zu ver- 
öffentlichen. 



— 3 — 

zaüo, 16. Jahili. (Gedichte); Bressanini (Ovids Meta- 
morphosen, c. 1630); Assonica (Tassos GoftVedo, 1670); 
Gius. Rota (Oapitoli, 1772).*) 

Die Reihe der altern bergamaskischen Denkmäler fand 
ihren Abscliluss mit dem Ausgang des 15. Jahrh. Dieselben 
bieten ein durchaus einheitliches Sprachbild, von dem sicli 
die heutige Mundart der Hauptstadt und der Ebene nur 
durch Verschärfung und entschiedenem Zug der Linien unter- 
scheidet. Wie im allgemeinen bei italienischen Dialekten er- 
staunt man auch hier über die Geringfügigkeit der Ver- 
änderungen, denen der Lautbestand der Sprache im Laufe 
der Zeit ausgesetzt gewesen ist. Der Bergamaske des 19. Jahrh. 
würde ohne irgend welche Schwierigkeiten sich mit seinem 
Landsmann aus dem 10. Jahrh. verständigen können. 

Bei dieser konservativen Eigenart war es um so un- 
crlässlicher bei der Beurtheilung der mittelalterlichen Denk- 
mäler im reichsten Masse die lebenden Mundarten heran- 
zuziehen. Es ist dies auch nach Möglichkeit geschehen, indem 
die Entwicklung des bergamaskischen und in gewissem 
Sinne des ganzen ostlombardischen bis auf die Gegenwart 
verfolgt worden ist. Die Lücke, die durch den Mangel an 
ausreichenden und brauchbaren Sprachproben aus dem 16.,' 
17. und 18. Jahrh.**) gelassen wurde, war gewöhnlich leicht 
zu überbrücken. Nur auf die zeitliche Festsetzung mancher 
Wandlung musste Verzicht geleistet werden. 

Für die Mehrzahl der in der vorliegenden Arbeit 
veröffentlichten Texte hatte ich das Glück, mich neuer 
Abschriften meines verehrten Lehrers , Herrn Professor 
W. Förster, bedienen zu können. Ihm sei auch an dieser 
Stelle für die liebenswürdige üeberlassung derselben mein 



*) Eine eingehendere Behandlung der bergamaskischen 
Litteratur bei B. Biondelli: Saggio sui dialetti gallo-italici , Mi- 
Imio 1853,J^. 104- lOG, 183—188, 665—667; A. Tiraboschi: Voca- 
boiario dei dialetti bergamascM antichi e moderni, Bergamo 1873, 
S. 11 — 27; Elia Zerbini: iiote stoHche sul dialetto bergamascho, 
Bergamo 1886. 

**) Dieselben sind theils schwer zu beschaffen, theils für den 
Zweck imserer Arbeit unbrauchbar. Die Schriftsteller des 16. 
und 17. Jahrh. bedienen sieh zur Erhöhung der komischeu Wir- 
kung mit Vorliebe einer mehr oder weniger getreuen Nach- 

1* 



_- 4 —• 

Dank aiisgesproclien. — Die früher in Gestalt einer Disser- 
tation erschienene Lautlehre ist vielfachen Umarbeitungen 
und Erweiterungen unterzogen worden, wobei mir einige 
gütige Mittheilungen des Herrn Prof. Salvioni, des gründ- 
lichen Kenners der heimatlichen Mundarten, wohl zu 
statten kamen. — Die Formenlehre konnte in Folge der 
unzureichenden Belegstellen nur Stückwerk ergeben. — 
In der Behandlung des Wortbestandes werde ich wohl 
manche Lücke gelassen haben, doch möge die mit voll- 
ständigerem Rüstzeug gewappnete Kritik berücksichtigen, 
dass ich auf die einzige Hülfsquelle der Wörterbücher an- 
gewiesen war. — Das beigefügte alphabetische Verzeichniss 
der auf ihre Etymologie hin besprochenen Wörter wird 
eine gelegentliche Benutzung dieses Bändchens wesentlich 
erleichtern. 

E. L. 



ahmung der rohem Gebirgsdialekte, namentlich desjenigen der 
Valle Brembana. — Was Bergamos weltberühmten Sohn, den 
Arlecchino, anbelangt, der in der Commedia dell' Arte stets ber- 
gamaskisch redend auftritt, so ist das demselben in den Mund 
gelegte Kauderwälsch philologisch nicht ansnutzbar. 



Der Laiitbestand. 

[Beispiele mit einfacher arabischer Ziffer sind dem Glossar ent- 
nommen, diejenigen aus den andern Texten sind überdies durch 
lateinische Ziffern gekemizeichnet.] 

Yokalisiims. 

Es mögen einige Bemerkungen über den Lautwerth 
der vorkommenden Vokale vorausgeschickt werden. — 
Während die mannigfaltige Schreibung der Consonanten 
durch Ilerbeiziehung der heutigen Mundarten ihre Erklärung 
findet, bleiben beim Vokalismus verschiedene Zweifel: 
a hat den Werth a, 
fj „ fl „ 1. eines offenen e, 

2. eines sich dem / nähernden ge- 
schlossenen f, 
„ „ „ 1. eines ö, vielleicht den eines g. 

2. eines sich dem u nähernden o, 

vertritt wohl auch den w-Laut, 

u „ „ „ eines ü, ob unter Umständen auch 

den eines u ist fraglich. *) 

V Zweifel über die Quahtät des graphischen u treten nur 
da auf, wo eine sekundäre Entwicklung aus vlt. p vorliegt, da 
lat. u lomb. von vornherein als ü anzusetzen ist. Da dem sekun- 
dären u im heutigen berg. selten u, meist ü oder AVeiterbildung 
von ü zu i entspricht, auch in den alten Denkmälern Fälle von 
/ aus p-u-ü auftreten, fühlt man sich versucht, der Schreibung 
u allgemein den Werth ü beizulegen. Für diese Annahme spricht 
auch der Umstand, dass in den Endungen -onem, -onum, -orem^ 
-OS um, wo die jetzige Mundart u zeigt, die alten Texte fast durch- 
weg schreiben. 



Vit. a = kl. lt. ü ä. 

I. Betontes a 
bleibt in oflfener und geschlossener Silbe. 

Ausnahmen. In offener Silbe: -arnim über -erium zu 
-er (-eri) berg. bres. -er (-ere) mail. -e (-eri) Bonv. -ere *) ; 
-aria zu -era, so auch gieret 637 em 698. Seltener zu 
halbgelehrtem -ari berg. -are; auffällig ist dinaro 1760 
(Jenari XIV 3, so auch in der Parafr. lomb., im Besc, 
Ug. da Laodho, Cato, Fra Giac, in franko -it. Texten u. s. f. 
Bonv. dinairi, doch V ü4 dener gem. lomb. daneir).'^) — 
Die bekannten aleyra 2083 ceresa 1313. — ase 1353 
adsa(t)i(s) *assei. — Merkwürdig ist semen 1907, das man 
für einen Lesefehler statt somen halten möchte. Man 
müsste sonst ladin. Einfluss annehmen, obeng. sein. Vor n 
zeigt sich dieser freilich schon in den berg. Alpen in der 
Trübung des a zu e, vgl. Tirab. Vocab. S. 32: „nellaValle 
Seriana superiore (Clusone) la vocale a e un misto di a 
e di e; onde si pronuncia Pä Domä". Im heut. berg. gra 
neb. gre (granum); dieselbe Erscheinung in der Bassa 
Brianza, vgl. Salv. S. 50; in Busto Arsizio, vgl. Arch. gl. I 
295; in lomb. rät. Grenzgebieten, vgl. W. M. It. Gr. § 20. — 
a zu durch Verschmelzung mit folgd. if-Elem.: fo 1337 
cho 1396; giod 1863. In plola 1642 berg. piola bres. 
piona zeigt sich rät. Beeinflussung, vgl. W. M. Gr. § 274, 
Arch. gl. 1296 Anm.; vgl. bordoncd unter unbet. a. — 
Betr. golta 70, vgl. au. 

In geschlossener Silbe: a zu e vor gedecktem r: 
erhör 1196, 1271, 1279 neb. arhor 110'6, arhero 1755, 
arhore 1761, 1779^ arboro 1999, lomb. mit e, worin W. M. 
It. Gr. § 50 piem. Einfluss sehen will; mascherpa 1181 
(Etym.?) neb. mail. com. mascarpta, doch amail. maseherpa; 
betr. castegnia 1301 vgl. W. M. Gr. § 273; guadenia XIII 1, 



^) Die Formen mit erhaltenem -i {-e) im Auslt. sprechen für 
die Annahme a zu e durch Umlt. und gegen die für das lomb. 
angenommene Zwischenstufe -airu, W. M. Gr. § 521. 

^) Salv. theilt mir mit: „dinar devar hört man sehr häufig 
in Oberitalien und ist, meiner Ansicht nach, ein Wort der Zoll- 
uud Steuerverwaltungssprache." 



_ 7 — 

wo die Abschwäcliung in vorton. Stellung vor sich gegangen 
sein mag; ce2a 31 (it. zazza); portent 1112, Part. Präs. 
1. Conjug. auf -entern sind häufig im nordit, auch im 
alten tosk. belegt. Entweder analoge Bildung zu dem 
Part. Präs. der andern Conj. oder aus dem Plur. über- 
nommener Umlaut. — a zu o häufig vor gedecktem l. 
Nach W. M. Gr. § 252 wäre der Wandel unmittelbar vor 
sich gegangen, nicht über rät. au : folda 423, molta 634, 
XIII 6, asolt 2066, oltra 111, coha^Sl, falz 1401; doch 
fällt l in oter 94, 115, 588, XIV 2, vgl. imi2 1332, 
(alnitium), andere Beisp. unter unbet. a. Eigenthümlich ist 
froscha 37, 1276, 2050, froscJiada 579, ostlomb. com. 
piac. rät. frosca cremon. frösca mail. frasca.^) 

II. Unbetontes a. 

A. im Anlaut. Bei Mask. meist erhalten. In la lum 
1574 (allumen) trat dadurch, dass der agglutinirte männl. 
Artikel + anltd. a dem weibl. Artikel gleich wurde, Genus- 
wechsel ein; lagiiiad 1165 ist vielleicht auch Femininum, 
vgl. bres. la goi (aculeum), doch im Gloss. ol goio 1165 
mit Aphärese des a, ebenso sasi 531 pom ranz 1326. — 
Bei Fem. ist der Abfall Regel wegen Verschmelzung des 
unbet. a mit dem Artikel; seya 98 (axilla) neben la osella 
2071, einer falschen Neubildung; ceta 529 teza ö8l vena 
665 legresa VII 13 u. a. — In dem Falle, wo ein Femininum 
mit dem bet. Stammvokal a anlautet, scheint bei der Syncope 
das Gleichlauten der ersten Silbe mit dem Artikel eine 
allmälige Verschiebung des Accents auf die folgende Silbe, 



') Salvioni schreibt mir: .^froscha scheint mir das Resultat 
der VerschmelzuDg von fronda und frosca zu sein.'' Es bleibt 
hierbei die Schwierigkeit, dass sich im heut, nordital. und in 
den alten lomb. ven. Denkm. keine Spur von fronda findet, und 
daher die Annahme einer frühern Verbreitung des Wortes, ohne 
welche keine Beeinflussung möglich wäre, etwas gewagt erscheinen 
möchte. Oder sollte man eine Einwirkung des schriftit. fronda 
annehmen „per la sola virtii della lingua letteraria che ci renne 
di Toscana, oppure, che e il medesimo, pel semplice diifondersi 
di quella civiltä di cui essa diveune lo stromento", Arch. gl. I 
3ll,V'? — Auch der Vokal v. folia eignet sich nicht, vgl. z.B. 
piac. föja u. frosca. 



— 8 — 

die für das Sprachgefiilil Stammträger wurde, hervorgerufen 
zu haben. Ausser dem nicht ganz sichern la mola 819 
(hamula) sprechen hierfür: lomb. meda, für dessen Bildung 
W. M. It. Gr. § 155 eine andere Erklärung giebt ,,amita 
in Verbindung mit folgendem Eigennamen zu tonlosem 
amita, mita, woher dann lomb. meda'^; dass der Abfall 
des Anlauts und der Accentwechsel Jüngern Datums sind, 
zeigen berg. meda tir. mada neb. com. dmada, wo sich 
die Qualität des neuen Stammvocals nur aus früher un- 
betonter Stellung erklären lässt; ostlomb. emil. n^dra nadra 
ist obigem ganz entsprechend gebildet und ist hier die 
Meyersche Deutung jedenfalls unmöglich. Diminutivformen 
mögen auch zum Falle des vorton. a beigetragen haben, 
vgl. Arch. gl. VII 444, Krit. Jahrb. S. 124. — Anltd. ati- 
am- zum Präf. in- im- geschlagen, vgl. Salv. § 79: ingosa 
871 inguila 1671 impoleta 1578. — Anltd. a zu e: 
erhosel 1354 vgl. erhör. — Zu o vor gedecktem l: olsape 
619; wegen folgd. u-Elem. olana 1300- 

B. im Inlaut, a) vortonig meist erhalten, auch vor 
gedecktem ?; daneben häufige Schwächung zu e: reyazo 
552 resora 653 trevis 1096 pesnaga 1245 preder 1368 
segrd 1514 sertor 1593 doch sartor 434 reso 2044 
meyster III 243. Bei seita 518 ist die Accentstelle un- 
sicher, berg. bres. seita\ doch wird die Schwächung des a 
zu e in unbet. Stellung vor sich gegangen sein. — Zu c 
durch Attraktion eines / der Folgesilbe: verola 242 (*variola 
**vairola) berg. {v)eröl{a) mail. var'öl{d) „che il Balestrieri 
scrisse anche vairör^^ Cherub., perol 880 (pariolum) vero 
1675 (*varionem), im heutigen berg. nebeneinander die 
erforderlichen Zwischenstufen variü - vairü - veirü - verü. a 
zu wegen folgender Labialis: sofrd 760 berg. bres. sofrd^ 
sonst lomb. mit a; vor gedecktem l vgl. W. M. It. Gr. § 131: 
coldera 879; zu incolzar 2030 eolzer 446 neb. calzd 438 
calzoler 1592 afoldd 424 smoltd 645 folci 1402 s. die 
Grundwörter unter bet. a\ dies o kann sich wie primäres 
in unbet. Silbe zu u (ü) erhöhen: culcina 635 berg. cal- 
sina V. Gand. cölsina mail. pop. colcinna, und mit Ein- 
busse des h uniz 1332 berg. onis ilniz önis. — Zu o 
auf rät. Wege vor n: hordonal 892 berg. hrandenal, 



— 9 — 

hrondonal, hordtmal crem, herdenal. — loto 1617 (Wb. 
ottone). — Zu i in colirol 1024 berg. bres. colarol aus 
*colariolum *colairol *coleirol colirol, vgl. Salv. Arch, gl. IX 
226 n. 1, Fon. Mil. S. 60—61. — Aehnlich ist vorton. a ge- 
fallen in amestrmnento III 105; mister 1033, 1601 (ma- 
gister - maister - meister). 

b) nachtonig. Es sei zunächst die Rede von dem 
tonl. Mittelvokal in Proparoxytonis, wobei ausser a auch 
die übrigen Vokale im Zusammenhang behandelt werden 
können. Der in dieser Stellung bevorzugte Vokal ist e, 
zu dem sich die andern Vokale mit Vorliebe abschwächen. 
Nach W. M. Gr. § 335 stellt sich in diesem Punkte das 
berg. „im Ganzen" zum Avesträtischen , d. h. es tilgt den 
tonl. Mittelvokal bei auslaut. a, behält ihn sonst bei. Die 
Mask. mögen daher von den Fem. getrennt angeführt 
werden. 

Maskulina, a: stomey 124 sigel 664 ceven 1680 
cater 225; capar 1255 gamhar 1686. — e: zoven 14 
pover 583 ciser 677 chuchumer 1252 vesper 1501 piver 
1534 micJier 1553; in-cender 207 vander 973 berg. sender 
vandi^) mail. scn{d)er'^) ist ein d eingetreten, obschon n 
und r durch einen, freilich tonlosen, Vokal getrennt sind. 
Es wird dies auf ein früheres cen're van're hinweisen, wo 
dann nach dem Falle des ausltd. Vokals ein Stütz -e ein- 
trat. So lassen sich auch mail. berg. tender V. Teil. 
venderdi mail. pond mod. componder bol. arponder rät. 
eiernder stiernder, vgl. Arch. gl. I 370 n., erklären. Einen 
lautlichen Beweis für den frühen Fall des Mittelvokals und 
das Eintreten eines Stütz -<? bietet mail. bell, aglier piac. 
agar [aker(em)], das über *akro *agro entstanden ist. Da 
die Gruppe muta -f- liquida auch im Wortinnern häufige 
Trennung durch tonl. (Stütz-) Vokal (e, a, o) erfährt, vgl. 
fevera 245 (fevra 252) päd. cavere tosk. pighero sen. 
Iworo vetoro piac. cavariö gravald mitaria u.a., so wird 



Ascoli Arch. gl. I 308 nimmt für friaul. vandi den Wandel 
-nn- zu -nd- an. 

'^) Auch das tosk. kannte und kennt cendere gendero ten- 
dero u. s. f., vgl. Arch. gl. II 337. 



— 10 — 

auch in Besc. onäerar mail. incomhoriss sen, sgomharare 
com. camhera neben mail. ccmibra Ruzz. camhara cogom- 
haro V. Teil, rascolo mescola der Mittelvokal keine andere 
Geltung haben. Aus alledem liisst sich der Schluss ziehen, 
dass bei maskulinen Proparoxytonis der zwischen Muta 
und Liquida stehende Mittelvokal keine etymologische Be- 
rechtigung hat, sondern einfacher Stützvokal ist. Hierfür 
spricht auch sein geringer, von der Metrik meist vernach- 
lässigter Lautwerth. — /: vir gen 8 pechen 190 calizen 850; 
eisen 725 cofen 742; astreg 646 porteg 14:4. maneg 817; 
companadeg 803 sdlvadeg 1153; formag 1182 lenguag 
288 gehen auch hier eigene Wege; vertes 197 anes 1266 
sales 1330; gomhet 97 sespet 1272; homeng 588 a^ewi 
1734. — Erhalten nur in gelehrten Wörtern: camis 1465 
acolit 1482 u. a. — o, u: avroden 1233, zagen 1480; 
rover 1339 arhero 1761; &?'^i(eZ 128 lomhel 160 few^e? 
1665; veschef 1473; marzader 1586 revenmder 1599 
bres. fosinader berg. tessader crem, tessadre gehören als 
Paroxytona eigentlich nicht hierher; o erhalten vor r: 
marmor 631 ?e^;ör 785 er&ör 1196; j>/cö? 729; testicol 
143 perigol 1940 i^ow? 2072 cerculo 1882 sind mehr 
oder weniger gelehrt. — sapiando + inclinirtem Pron. 
giebt sapiandel 2002 sapiandol 2003.') — 5^ram 732 
raw* 882 5a?aw 910 ntsum 1157 5fawi 1526 legniam 
1601 ^tfme 1823 wo^?^ 1987 pedersem 1214 gehen wie 
die entsprechenden it. Paroxytona auf stramen, aeramen u. s. f. 
zurück, während semen 1907 im Gegensatz zu sciame auf 
*examinem hinweist. 

Feminina: caneva 1016 lampada 1459; colera 164 
Camera 709 rasega 1980 neb. ra^^a 1641; femena 4, 
1372 neben femna 30, 126, virgena 8 lendena 186 i^er- 
fe^^c* 741 ameda 1717 rondena 1845, häufig anima. 
Doch zeigt auch hier die Metrik die Neigung, den Mittel- 
vokal zwischen Muta und Liquida unberücksichtigt zu lassen. 
In den Adjekt. auf -ida fällt das c? der Endg., i bleibt 

') Salv. § 100: vcdendom „vedendomi^^ credom ,^credenni^\ 
che generalmente suonano „vedendenv' y^credem'^. So auch im 
piac. vedendam u. s. f. 



— 11 — 

vokalisch nach Labialen^ palatisirt nach Gutturalen: trohia 
1064 crespia 1076 morhi III 145 marza 183 ranza 1004: 
y erhalten in lagriml 372 und gelehrten Wörtern. — o 
erhalten: pegora 1169, 1193 doch j^e^ra III 185; in der 
Dimin. Endg. -ola. — Neigung den tonl. Mittelvokal aus- 
zustossen bsds. bei den Subst. auf -icam : codga 26 nadga 
146 melga 671 salvadga 181 In gang a 991; ferner in 
frosna 1662 husla 758 neb. husola 1568 pö&?« 1331 
öt*>Yf III 51. — In dona 1 virda 867 hrasca 1766 ji)e>-?a 
201 ist die Syncope gem. rom. 

C. im Auslaut tonl. a erhalten als Fem. Endg. und 
in Verbalformen; als lomb. Endg. von Indeklinabilien: fora 
1751 doch fo 1047 /ma V 109 oltraXlY2, cdoralll 61, 
während III 25 u. 101 der Reim alor ancor zu verlangen 
scheint; die Präpos. da ist meist durch de ersetzt; sanza 
III 73 u. ö.: Zahlwt. trenta 1710. 

e. 
I. Vit. e = kl. It. e ac. 

A. e bleibt in offener Silbe. Das lombard. wie der 
grösste Theil Oberitaliens kennen keine Diphthongirung.') — 
moier 6 drcd 23 fei 157 fei'era 246 preda 630 zesia 1424 
pe 173 fe 1406 u. a. Neben cel 81 findet sich ciel 1731, 
das auch im heutigen bres. mail. com. wohl durch den 
Einfliiss schriftitalienischer Predigt diphthongirt vorkommt, 
Marg. Leg. ciello, vgl. dazu lomb. ciesa.'^) 

Ausnahmen: zu / im Hiatus dio 1704 neben deo 1758 
dei 1834 deij 1869 Dekal. Pass. de; arsinig 1575. — Zu 
a: rasega 1980 rasga 1641, wo a aus unbet. Stellung 
beim entsprechenden Zeitwort zu erklären sein wird, vgl. 
bres. resegd rasega, pav. resga. — Suff, -erkim giebt 



^) Im ostlomb. und mail. herrscht die Neigung, sowohl e 
wie f in offener S. (ausser im Auslt.) geschlossen, in geschlossener 
S. (ausser vor gedecktem u) offen auszusprechen. Im berg. 
scheint die Eegel so gut wie durchgängig zu sein. Vgl. W. M. 
It. Gr. §91 und Salvioni Krit. Jlirb. S. 131. — Ob dies schon zu 
der Zeit unserer Texte der Fall war, muss dahin gestellt bleiben. 

^) Vgl. den Prissian de Milan S. 83: ,,...ciel, eiert, che sc 
proferissen semper con i, anc ch'ai sien scric senz i, cel cert.^^ 



— 12 — 

-er -eri berg. bres. -er -ere mail. -e -eri: canter 601 
mester lold pa2)er 1565; halbgelehrt salteri 1435 äeskleri 
2076 sogar batüerij 1487. — Auch fera 1422 (feria, 
doch mit 7-Ablt. feria) gehört hierher. 

B. in geschlossener Silbe: veg 16 dent 73 niez 110 
peg 116 veter 126 /e^ 556 u. a. Ausnahmen: zu et: 
naspel 1315; vivanda 767 durch Einfluss der Gerundia, 
vgl. Formenl. 

IL Vit. e = kl. lat. e i oe (ae). 

A. in offener S. erhalten: femena 4 vena 86 rec/ 210 
pared 594 ^^^m 761 roreda 1344, cm 1453 recever 
1970; /'ß 132 (ren) rc 586 (regem) se 417 ^ni 1365 u. a. 

Ausnahmen: Vit. e wird im berg. gern zu i erhöht.^) 
Nach Palatalen ist diese Erscheinung dem ganzen lomb., 
dem piem. und gen. gemeinsam, vgl. W. M. It. Gr. § 83, 
und auch sonst ist sie weit verbreitet: ciser 677 eisen 725 
eil) 768; dann scheint eine folgd. Dentalis die Erhöhung 
zu begünstigen: sida 392 asit 1065 /Aida 1213 castegnid 
1362 sid V 88, berg. noch mida spid-, ferner sigel 664 
(vlt. secale),^) sira II, V 20 auch Bonv., Salv. Pass. u. a., 
liga III 124; merkwürdig ist i statt e nach Labialen: pü 
28 pir 1281 picer 1534 hif 2105, wo auch die heutige 
Mdt. im Gegensatz zum bres. mail. ein i aufweist; halb- 
gelehrt sind hatisem 1485 exprimer 2096 turihol 1456 
mmiipol 1467; die Subst. auf -itium -ielum: officio 1475 
juditio 1517 sentilisia 1952; perigol 1940 higiiel 128; 
licita 1842 pigra 1935 entsprechen den ital. Wörtern und 
sind keine völksthümlichen Formen. — tri 249 von *trei 
mit analogem Plur.-I, berg. tri mask. tre fem., ebenso 



^) Tiraboschi in Papanti S. 12: „Ai tempi dell' Assouica 
(IfiTO) era ancora costante V i in luogo dell' c finale atono, come 
deir e stretto anche accentato". 

i) Die Quantität secale ist falsch und beruht auf der irrigen 
Ableitung von secare. Das ital. hat segale mit. sigala und schon 
das Edict Dioclet. I, 3 hat sicale. Wahrscheinlich ist auch sicale 
die ursprüngliche Betonung, die sich fast in allen ronian. Sprachen 
wiederfindet, sodass das nur in wenigen Mdt. nachweisbare *sicdle 
erst später durch Anlehnung an das weitverbreitete Suff, -alcm 
entstanden sein dürfte. — W. F. 



— 13 — 

Bonv. — did 107 lomb. dif vom weitverbreiteten *dTtum 
(digitum *digt *diit). — Im Suff. -e{n)sum, -e{n)sem hat 
sich auch e zu i gehoben: arnis 510 pis 1838 prisa 
1541 desfis IV 16 palis V 37 intis V 38, vgl. SiMoYi payiso 
324 pavisari 526 veronisari 527. — fransos 2006 vom 
frz. frangois. — Die Verba auf -ere haben sich aus 
Analogie zu denen auf -ire geschlagen. 

B. in geschlossener S.: sinestra 101 treza 202 sempia 
217 meter 367 cep 453 coresa 470 % 595 pes 1656 u. a.; 
i -f n: seng 266 /et^^ 734 tegnia 178 u. a.; -ittum = -et, 
-illum = -el; -ilium: mey 669 consey 2125 roveya 680; 
-itium -iceum: pez 1338 caveza 1126, doch r/^ 1342 gem. 
rom. ericius; tc'la: oregia 50 5e^m 418 u. a., doch cadig ia 
173 cavigia 1776 lentigia 185 mit beibehaltenem ^' entspr. 
it. cavicchio lenticchiaA) 

Ausnahmen: kl. lat. i häufig erhalten als /, so vor 
gedecktem r: virgen 7 virda 867 cirg 1031, 1397 virga 
1197 virgi 1353 ^r/^'-e 1212 rn> 1694 irpe^ 1381 eir- 
cando V 230, X 48, so auch heute Birghem, fireni; vor 
gedecktem n: cing 41, neben cengki 1133, lingtia 82 
m^e>- 312 stringa 38B ^mc?a 461; ferner in ^fc 642 
silca 1356 wv>a J436, neben mesa 1460, pinola 1547 2) 
J9?7fer 1609 signo 1728, 1801 (^«(/mo V 66 vici III 138. — 
Betr. seyta 518 mister 1033 vgl. g. — i^^wm als Artikel 
u. Pron. Pers. unter unbet. i. 

e zu /: indrita 100 drig 1982 entspr. it. diritto.^) — Zu 
in fomna VIII 2. — Zu a in sansa III 73, X 48 ait. sansa. 

III. Unbetontes e. 
A. im Anlaut gewöhnlich Aphärese: mina 655 ?"aw 
882 ricola 1239 r?> 1342 2esia 1424 rif^ew 16'24 *-a5?« 



^) d'Ovidio Grob. Grd. S. 506 nimmt Anbildung an die 
Parallelformen caviglio lentiglia an, eine Erklärung, die für das 
lomb., wo keine zweiten Formen vorkommen (sie würden berg. 
auch auf -eja ausgehen) jedenfalls ausgeschlossen ist. Besser 
W. M. It. Gr. § 56 Vertauschnng von lt. -l,clus mit lt. -iclus. 

^) d'Ovidio Grob. Grd. S. 504: „in it. pillora pillola ist i 
gelehrt". 

^) W. M. It. Gr. § 50 nimmt Umstellung von directus zu 
*derlctus an. 



— 14 — 

III 23; erhalten in edad 13 evancfelio 1446; betr. insuda 
260 vgl. W. M. Gr. § 588. 

B. im Inlaut: a) vortonig meist erhalten: cenevella 
195 peverada 759 cadenil 851 sedaz 969 vaselet 1022 
candeler 1451 fererlbSß lomb. fre{r) segiir 1653 Bonv. 
•ser/w u. a. Präpos. de == de., selten c//, denans 22 u. ö.; 
Präf. re- de- = re- de-; resvegia 287 refiadar 357, rc- 
5j)o.9^y 1834 remover' 2067 deventato 1706 requerse X 3 
defeta Xl doch risplendent Nil ^. — Gefallen: (7rer/ 23 
cer^e? 34 sfer 654 ^r^^ 1365 scudler 1588 j9??cer 1597; 
zu a vor ?•, ?: stranuda 65 (ster- star- stra-)') scarmi öbl 
marenda 838 gtiamerj 954 marcJiad 1420 marzader 1586 
garobi 1645 marce V 127 Sariola II (v. Serio) a?me^ 1859 
aZeve V178; ganassa 71 entspr. dem frz. it.; ?a?;e^ 877 
it. laveggio',"^) sonst noch in ra5?a III 23 ragina IV 7 
rayna VII l damoni III 42 asemxn III 59; cAa statt cÄc 
VII 10, IX 5, X 58 u. ö., ebenso ^a statt ^Ä6 V 6 u. ö. — 
Zu / im Hiatus: miola 134 inog 189 cavriol 1091 cnatore 
III 8; vor ^: ,emo^ 168 dinaro 1760 miniaga 1287; bei 
einer Sibilanz und Palatalis: 5^*^(5^ 707 cigolci 1228 
(Accent? berg. sigola sigola mail. sigöUa com. sigola) 
spieiaria 1529 spicier 1532 neben ^pec^ 761; ferner in 
^«>o 422 ^/wo 1391 sticheto 1699 Grigoro III 36 Bonv. 
Grigol vgl. Arch. gl. II 280. — Zu o vor Labialen: rovcya 
680 (er- re- ro-) so veter 964 roversari 1384 romagni 
V133, VI 2 somensa XU; in rogniö 160 it. rognone^) 
mag Angleichung an den Tonvokal wie in nusun III 112 
eingetreten sein. Desgleichen in glotö 690 berg. ^/of/'/ 
//?Mfw mail. pav. mant. crem, gottön, wo jedoch auch An- 
bildung an ghiotto berg. gotü giutö 366 com. mail. gotton 
vorliegen kann, vgl. auch frz. glouteron mit glont{on).^) 

b) nachtonig, s. unter unbet. a. 

C. im Auslaut. Die Feminina 1. Dekl. lauten im 



^) W. M. Gr. § 576 nimmt Einmischung des Präf. stra- an. 

2) Nach W. M. It. Gr. § 140 ist laveggio aus *leveggio + la- 
vare entstanden. 

3) Gröber Arch. Lat. Lex. V 236 sieht in rognone ein frz. 
Lehnwort. 

*) W. M. Gr. .371 : ^,glonteron gehört nicht zu glette, sondern 
zunächst zu norm. glyotJ^ 



— 15 — 

Glossar stets wie die Mask. im Plural auf / aus. Dekal. Pass. 
Plur. Fem. ? seltener e: Mask. Plur. endungslos oder 7. — 
Fem. Plur. auf / im berg. bis zum 17. Jhrh., vgl. unter 
e Anm. 1. — Im heutigen berg. Plur. Fem. e Mask. 
endungslos (jedoch caai agnei coi u. s. f., vgl. unter I). — 
Y. Iraagna und V. Gandino ohne Plur. Endg., doch V. Gand. 
?■ ai „le ale". — In den Beitr. S. 19, Mon. ant. S. 123, 
Marg. Leg. LXXXIII Fem. Plur. auf l — Bonv., 8alv. 
Pass., F. Parafr. Plur. Fem. e Mask. i. — Im mail. Plur. 
Mask. und Fem. endungslos, doch bei einigen Pronomen 
und Adjektiven Pluralbildung auf i für beide Geschlechter, 
vgl. Salv. § 106. — Busto Arsizio Fem. Plur. auf -7. — 
In Mantua in der heutigen Bauernsprache und in alten 
Denkmälern (c. 1400) Fem. Plur. auf -7, Mask. Plur. ohne 
Endg., vgl. Cherubini Vocab. Mant. S. XX; desgleichen in 
Parma „e qualche dialetto romagnolo" vgl. Biondelli Saggio 
S. 212 und Näheres bei Mussafia Romagn. § 244. — In 
der V. Posch. Plur. Fem. auf i Mask. ohne Endg., vgl. 
Arch. gl. I 282. — In den Mundarten nördlich vom Lago 
Maggiore vgl. Arch. gl. IX 210. — Die weite Ausdehnung 
des Gebietes des Fem. Plur. auf i tritt aus diesen Angaben, 
die sich leicht werden vermehren lassen, hervor. — Ist in 
dieser Erscheinung eine blosse Verdrängung der Endg. des 
Fem. Plur. durch diejenige des Mask. Plur., wie Salv. 
§ 106 für die erwähnten Pronomina und Adjektiva im 
mail. annimmt, oder ein lautlicher Vorgang zu sehen? 
Ohne Zweifel letzteres, da die Schicksale der beiden i von 
vornherein auf verschiedenen Lautw^erth schliessen lassen. 
Der Wandel wird daher begründet sein in der allgemeinen 
Neigung der lomb. Aussprache, ein noch nicht verdumpftes 
e im unbet. Auslaut zu i zu erhöhen. So tritt in Busto 
Arsizio, einer lomb. Mdt., die den Auslaut ausnahmsweise 
erhalten hat, jedes auslautende e als i auf: antigamenti 
pasi disi u. s. f. Ebenso im berg. zur Zeit des Assonica. 
Im mail. wird ausltd. e in neuern der Schriftsprache ent- 
lehnten Wörtern wie i ausgesprochen : affari inveci forsi u. s. f., 
Salv. § 106. Das romagn. wandelt jedes tonl. e zu i^) und 

^) Ueber eine ähnliche Neigung im senes. y^]. Hirsch Gr«)b. 
Ztsehr. X 58, 412. 



— 16 — 

W. M. It. Gr. § 355 erklärt ebenfalls hieraus den dortigen 
Plur. Fem. auf i. — Es liegt nach alle dem nahe, für das 
lomb. vor Verdumpfung und Abfall der Endung allgemein 
einen Fem. Plur. auf i oder auf dem i sehr nahes e an- 
zusetzen. Auch die Schreibung e bei Bonves. u. s. f. muss 
diesen Laut bezeichnen im Gegensatz zu dem qualitativ 
jedenfalls verschiedenen mask. Plur. iJ) Daher auch das 
Schwanken der Schreibung für den Plur. Fem. e oder i in 
den meisten Denkmälern, während das Mask. stets -/ hat 
oder endungslos ist. Im heutigen berg. bres. stellt das e 
des Fem. Plur. eine Abschwächung des älteren i dar. 2) 
Andere sekundär ausltd. lat. i haben dasselbe Los gehabt: 
sie behielten ihre Qualität bis etwa zum 18. Jhrh. und 
gingen dann in e über. So -armm zu -m, dann -erc\ 
marohi 1234 alhi{o) 938 ceri 1453 asempi III 59 zu 
maröbe albe sere esempe, in der V. Im. noch heute -r, in 
der 1. und 2. Pers. Präs. Ind. zeigen die alten Denkmäler 
-^, heute -e resp. -et; in Uebereinstimmung mit dem Plur. ae 
ist endlich das e des Conj. 1. Conjug. zu / dann e ge- 
worden. 

Der Plur. des weibl. Artikels lautet in den alten 
Texten dem Plur. der weibl. Subst. analog auf i aus und 
entspricht in seiner Gestalt dem Mask. Plur. So ist es bis 
heute geblieben, da in proklitischer Stellung das weibl. i 
vor Verdumpfung, das männl. i vor Abfall geschützt war. 
Die ursprünglich qualitativ verschiedenen i fielen später 
zusammen und der Artikel wurde so im Plural für beide 
Geschlechter ein gemeinsamer. — Nun ist aber der Plur. 
des weibl. Artikels auf i nicht nur im berg. bres. heimisch, 
sondern fast über die ganze Lombardei und bis nach Emilia, 
ja Piemont hin verbreitet. Da in dem letztern Gebiete 
sich le vor konsonant. Anlaut, (li) (/) iy vor vokal. Anlaut 
findet, nehmen Salv. Lament. S. 13 Anm. 5, W. M. It. Gr. 
§ 382, Salv. Krit. Jhrb. S. 129 an, dass dies auch ursprüng- 



*) Die qualitative Verschiedenheit der beiden Endungen 
geht für das mail. noch heute hervor aus den Plur. paisa vesT 
Mask. paisan campan Fem. 

2) Die berg. Phir. fömen und fernen neben regelr. fomne 
sind einfache Anlehnungen an die Plur. ömen jm^en. 



— 17 — 

Hell im lomb. der Fall gewesen und dann das vorkonsonant. 
le durch / ersetzt worden sei. Das Gebiet des weibl. 
Artikels auf f deckt sich jedoch beinahe durchweg mit 
demjenigen, wo Fem. Plur. auf / anzusetzen sind. Es 
möchte daher die für das ostlomb. versuchte Erklärung 
für die ganze Lombardei und einen grossen Theil der 
Emilia gleiche Gültigkeit haben. Hierfür sprechen auch 
die mail. mask. und fem. Plur. sii qivi cerH, w^o auch 
mask. i fem. i (e) zusammen gefallen sind. 

Bei *dtii *dnae ist eine Vermengung der Formen ein- 
getreten: Mask. do 487, 1720, 1X2 doy 1852; Fem. do 
1390 doy 1721 du 1X5, ebenso im heutigen berg. du 
doi — du doi dg bres. du — dg du. — *trei *ti-eae 
lomb. tri tre^ tri 249 mask. 

Subst. auf -eni verlieren in der Regel das in den 
Auslaut getretene e. Bei Bonv. noch erhalten. Im heutigen 
lomb. Avohl durchweg gefallen, obwohl Tirab. parte fronte 
u. a. neben part, front angiebt. Im ersten Theil des Glossars 
(bis Gl. 1687) ist der Auslaut nur dreimal geschrieben: 
parte 22 neb. j)ar^ 23 fronte 36 pedc 117 neb. pe 174. 
Von da an häufiger. In den andern Texten verlangt die 
Metrik meistens Beseitigung des Auslautes, der der ge- 
wähltein Sprache eigen gewesen sein wird. 

Die Infin. Endg. -ere schwindet entweder ganz oder 
erhält sich als -er, vgl. unter /*. 

Im Anschluss an unbet. e möge die Erscheinung des 
sogen. Stütz-e ihre Besprechung finden. Während dasselbe 
im piemont. nach frz. Art ans Wortende tritt, im mail. nach 
prov. churw. Weise entweder zwischen die in den Auslaut 
getretene Konsonantengruppe gesetzt wird oder sich an die- 
selbe anlehnt (in letzterm Falle jedoch Stütz -a, vgl. Salv. 
§ 107 d, 108) wird im berg. bres. das Stütz -c stets zwischen 
die auslaut. Konsonanten [voc. cons. liq. {-\- Endg.)] ein- 
geschoben. Die verschiedene Behandlung entspricht also 
der geographischen Lage. In unsern Texten fast aus- 
schliesslich berg. bres. Art: colem 705 olem 1350 salem 
1450 intoren 152 caren 768 foren 986 coren 1161 veter 
126 quater 250 mader 151 (madr IV 30 padre III 34, 
41, 72) oder 1027 poleder 1110 eoyander 1558 pilter 

Hom. Bibl. Altbeig. Spracluleukmäler. 2 



— 18 — 

1609 mister 1033 canester 1090 incoster 1570 {nostre 
III 10) aver 68 faver 1583 liber 1702. — compar 1488 
comar 1489 verkürzt wie im ital., jMre III 95. (V) 

Vit. ^' = kl. lt. t. 

I. Betontes i. 

A. in offener Silbe erhalten. So auch in di 247 
caniisa 385 /^ 346 f?/ 2028 mit gem. rom. i. — glera 
1828 berg. gler{a) geht mit frz. loir tess. ^era u. s. f. auf 
*glirem zurück. — Die Dimin. Endg. -ino -ina gewöhnlicli 
regelrecht -i -ina: fanti 9 luvi 686 pelesina 159 oregina 
1226 u. a. ; daneben findet sich jedoch -e -cna, über dessen 
Verbreitung W. M. Gr. § 33, It. Gr. § 73, Arch. gl. I 300 
bis 301 zu vgl. sind. Die Trübung des i muss durch eine 
vor n eingetretene, im heutigen Dial. wieder aufgegebene 
Nasalirung, von der auch sonst Spuren, vgl. n, hervor- 
gerufen sein, me^e 997 bres. me^e mant. mezsen-, piisena 
137 piceni 1193 berg. pissen Bonv. pken. — Zu e vor 
m: stem XIV 2. 

B. in geschlossener S. erhalten. — Zu e durch J-Ablt. 
in zey 2033 neb. lüi 1262 berg. bres. zey^ Mon. ant. 122 
gijo, Arch. gl. I 509 (friul.): „Singolar coppia di riflessi 
ha „lilio" Uli e zi; il primo dei quali tevmini mantiene 
Vi deir antico iato {-lio) nella schietta condizione di vocale 
laddove il secondo e 1' esatta riproduzione di giljo, cioe 
della forma italiana." 

IL Unbetontes i (kl. lt. J t). 

A im Anlaut: gefallen in rondena 1845; Prüf, in- 
= in-, im-. 

B. im Inlaut, a) vortonig erhalten als i: stets lat. t: 
spinal 131 prestiner 959 marinella 1323; häufig lat. t: 
animay 51 sinestra 101 panisel 465 dmisol 1660 u. a.; 
im Hiatus: piar 11 vedriol 692 reficid 8^1 u.a. Häufiger 
ist Schwächung zu e: gengiva 69 pctenet 139 redesella 
155 pelesina 159 lesiva 206 vedir 329 vegid 301 pev<- 
rada 759 vedel 112 menestrd 907 sedella 932 arpcgd 



— 19 — 

1382 segrestia 1512 mester 1519 arfesd 1520 u. a. Präf. 
dis-: desnodada 277 deslogada 278 desenore III 66 u. a. — 
Zu a: vermasol 393 gradasella 891 ortasel 1209 lusarol 
604 formacilo II sanguanenta V 105; arpegd 1382; dann 
die bekannten: sangiar 784 salvadga 181 salvadesina 788 
halanza 1580. — Zu « bei Labialen: vosenda VIII toie- 
f/rt? 623, 1904 crt(e? 694 berg. cn>Z cröe? bres. crt^e?, 
vgl. berg. f/7e?a treeld trüeld tröeld trevld trebld v. 
^tribellare. — Gefallen in: cafdel 120 biguel 128 [(um) 
b(i)liculum] pegnd 191 hretta 212, berg. ?>re^a, sonst lomb. 
mit vorton. Vokal, cnsdura 432 neb. cusidris 435 f/isna 
834 carhongel 864 pesnaga 1245 visnesa 1413 mester 
1519 inchizneta 1622 i'0(?a 2056, 2103 berg. bres. {v)'ödd 
mail. svo'idd vojd com. ^oVf?a u. s. f. vgl. Seif. 76. 

Lat. ?7?e als Artikel tritt im Glossar ganz willkürlich 
in dreierlei Gestalt auf: e? o? ?ö (vor Vokal T, zuweilen 
lo) (Fem. ^a, Plur. für beide Geschlechter li i, Gen. di). Bis 
Gl. 1687 steht in der weit überwiegenden Anzahl von 
Fällen ol, daneben ?o, am seltensten el. Von 1687 -Ende 
ist das Verhältniss umgekehrt, neben weit häuügerm el 
stehen ?o, endlich ol. In den übrigen Texten ist das 
gleiche Schwanken. Im heutigen Dial. ol, Gen. del dol, 
bres. el ol mail. el, selten ol od. lo,^) amail. meist lo, com. 
ol. — üle als Pron. Pers. tritt als al auf. So noch im 
heutigen berg. mail. Nach Salvioni § 114 läge keine laut- 
liche Veränderung vor: „Jj al pron. proclit. di 3^ pers. sing, 
cosi frequente nel Prissian de Milan altro non e che el 
fuso con quel pronome di carattere indefinito che suona a, 
che e tanto commune nelle parlate lombarde e puö venir 
preposto ad ogni altro pronome od anche star solo davanti 
al verbo." 

b) nachtonig, s. unbet. a. — i erhalten in den lat. 
Endg. -ium {-eum) -iem: spaci 252 albio 938 marohi 
1234 Uli 1262 ceri 1455 garohi 1645; S2)eci 76 u. a. — 
Gefallen in us 622 asenz 1232, mail. ahsenzi, luz 1668; 

^) Salv. § 115: „Non so se ol per el fu mai detto da bocca 
iirbana, ma e oltre che nell' uso bassö-brianteo anche in quello 
d'alcuue parti dell' immediato siiburbio.'" 

2* 



~ 20 — 

altru colu. — Betr. -arhwi zu -er{i) -ari, -erhini zu -er(i), 
-ormni zu -or s. die betr. Tonvokale. 

C. im Auslaut. Das Nom. Plur.-« ist nocli meist 
erhalten. — Von dem durch dasselbe im lomb. und vor- 
züglich im mail. hervorgerufenen Umlaut des Stammvokals 
zeigt sich keine Spur. Das u in phiri 304 ^)?i/r V 95 
rührt vom Verbum her, wo ö in vorton. Stellung zu ti 
werden konnte, vgl. auch Arch. gl. I 425 n: ,.« di y^phiran'^ 
(plorano) non e specifico o di Bonvicino o di Lombardia, 
ma e fisso in una intiera serie di dialetti", W. M. It. Gr. 
§ 59: aven. plura Uguc. tosk. pmra\ cirg 1031 liat schon 
im Sing, cirg 1032, 1397; capili 1782 neben cavel 29 ist 
ein Latinismus. — Der Abfall des i ist besonders nach 
Palatalen häufig: vcg 17 og 226 neb. ogi 1751, 1754, 
V 165 oreg 227 it. orecchi (doch oregia 50 und heute 
i oregel) cirg i031 tug IV 6, V 11 morg, molimeng V 185 
tromeng V 186 grang V 182, 247 por^ 1015 neb. li porci 
1735, Sing, porch 155, homeng 588 Qiomeni III 68 Bonv. 
omini omni berg. ömcn omcn mail. com. omen), wo die 
Qualität des Schlusskonsonanten vom frühern -i zeugt; otcr 
94, 588 u. ö. neben aUri 51, 1800, 1892 u. ö. 

Attraktion eines Hiatus- J in die vorausgehende Silbe, 
vgl. verola perol verö unter unbet. a; hayguera 496; in 
ciiraza 504 nach der Attraktion gefallen. — Erzeugung 
eines / durch betontes i in der Folgesilbe: payli 367 wie im 
nordit. maiti; in haylia IV 2 kann das i etymologisch sein. 

0. 
Betontes o. 

I. Vit. = kl. lt. 0. 
A. in offener Silbe durch o wiedergegeben. Ist hierin 
reines o oder der heute in Norditalien weitverbreitete c>'-Laut 
zu sehen? Wie im altpiem., vgl. Förster, Gall. It. Pred. 
S. 59, im altgen., vgl. Röttgen, Vokalismus des Altgen., 
(Bonner Diss. 1888), S. 40, wird auch in den altlomb. 
Texten der Laut ausschliesslich durch o bezeichnet. Man 
möchte hieraus gern auf eine entsprechende Aussprache 
schliessen, da der Abstand zwischen dem ö-Laut und dem 



— 21 — 

liart uns ii streifenden agen. und lomb. () in der Tliat zu 
i^ross erscheint, als dass man nicht auf den Gedanken hätte 
kommen sollen, nach dem Vorbild der anderen roman. 
Sprachen, zu ihrer Schreibun«^ verschiedene Zeichen zu 
wählen. — Flechia Arch. gl. X 145 nimmt fürs agen. ö 
an. — W. M. Gr. § 213 setzt für die Anfänge der Litteratur 
in Oberitalien, also fürs XII. und XIII. Jhrh. o = ö an, 
weil bei späterer Entwicklung o aus au mitgegangen 
wäre. ') — So auch Parodi Roman. XIX 480. — omo 1 
(um VIII) stomeg 124 cor 147 sola 175 zog 564 cofen 
742 ho 773 cog 847 u. s. f. — Auch nod 113 gehört 
hierher, da lomb. nöd wie it. ngdo auf *nodum zurück- 
gehen. — -öhis zu -ol -ola. 

B. in geschlossener Silbe: dona 1 fronte 36 og 39 
OS 63 mol 72 col 91 gros 108 doya 224 u. a. -öceiim: 
harhoz 88 fioz 1492. 

Ausnahme: g zu u phon. ü: uso 610 iis 622 (östium 
gem. rom. umgelautet *ostium "^^ustium) berg. ös mail. päd. 
iis äs Bonv. iisgi rät. «^'.s /6\ 

II. Vit = kl. lt. ö u. 

A. in offener Silbe durch o wiedergegeben; berg. 
meist zu u erhöht.-) Das o unserer Texte wird daher 
auch dem u nahestehen, wenn es nicht geradezu u be- 
zeichnet, in welchem Falle die Schreibg. u phon. stets 
= il anzusehen wäre. Im piem. gen., wo ebenfalls o zu 
II geworden ist, schreiben die alten Texte auch o (ausser 
vor Nasalen, vgl. unten), W. M. It. Gr. ^^ 27. Der Ueber- 
u:ang zu a konnte sich um so leichter vollziehen, als oft 
lomb. piem. gen. a weniger geschlossene Aussprache hat 
als tosk. u = lt. w, vgl. W. M. Gr. i^ 120. — zoven 14 



^) Dieser wohl entscheidende Einwand W. Meyers lässt sich 
nicht speziell für das berg. verwerthen, da hier der Diphthg. au 
eigene Wege eingeschlagen hat, deren Ergebniss o ist. 

-') Tiraboschi Voc. S. 20: „frequente mutameuto dell' o 
stretta in «, specialmente nelle voci italianc terminanti in one, 
nno, ore ed oso. Questo mntamento si fa piü sensibile nelle 
valli. ed in particolar modo nella Val S. Martiuo, dove si pro- 
iiuucia anche Fund Mund Tuud ece.*' 



— 22 — 

golla 85 vos 307 spos 709 flor 965 0(?er 1027 coma 
1138 a5C05i 1759 u. a.; -önem: hocho 80 polmo 148 
rognio 160 u. a.; -orem: iimor 163 of?or 299 segniori 
587, doch traditur V 23 splendur VII 7 stemadur XIV 2; 
-osum: luxorios 1688 tegniosa 179 u. a.; -orium: cJio- 
vertor 466 sgiesor 987 Grigoro III 37 resora 653 cesora 
1816 11. a. — ö zu ^f: ct</w 886, 1015, V2 u. ö. neben 
com(e) 1073, 1537 (qiiomodo) ; Präpos. ci«m 305, 311 u. ö., 
gewöhnlich co. 

B. in geschlossener Silbe zu o, berg. o oder w: codga 
26 w?^ 40 Z^öc/ia 62 ow^/a 114 m/'o/a 134 intoren 152 
lombel 160 f?öp?a 218 5ord! 346 ?ow^ 2059 (*longe) berg. 
Ions Bonv. Zow^e, azonzer 2068 u. a. 

Lt. ü findet sich häufig als u, bsds. vor Nasalen (vgl. 
W. M. It. Gr. § 74: vor einfachem und gedecktem n wird 
c im lomb. emil. geschlossen): unzer 381 untio 383 
unde III 30, 83 rotunda 1914 mit lt. Schreibung; j^ifn^ 
104; colamh 727 plumh 1617 clmclmmer 1252; ferner 
in 6w5Za 758 cwrfa 1932 mrfe I; u möchte auch hier 
phon. ü entsprechen: berg. com. häsola mail. hüssera^ 
berg. pön pin mail. pün\ berg. cöcömer mail. cocümet", 
berg. cor^ c^Vr^ agen. cwrfo. 

zu ft: franza 1772. — gr. o in osma 333 o^ma- 
me^^ 332 lomb. ven. tisnia. 

Unbetontes o (kl. lt. unbet. o ö ü). 

A. im Anlaut Aphäresc in hiavct 1550 rechalg 1616 
cassone III 71. 

B. im Inlaut a) vortonig: erhalten als o: moier 6, 
berg. moer mail. com. mijc, polmo 148 rotura 196 
onguent 382 ahotond 429 noseta 515 .<?o?rr 650 fo^r?/« 
751 mo«/ö^ 755 ?>oy 921 u. a. — Sehr häufig ist die 
Erhöhung zu u. Diesem u entspricht, ohne dass eine 
durchgehende Regel nachweislich wäre, vgl. Salv. § 128, 
in heutigen lomb. Mdt. ein ü, sodass u phon. ü angenommen 
werden darf, in hudel 156 suspird 315 suspiz 316 curaza 
504, bres. cüram, zugar 563 rustida 898 chiicJmmer 1252: 



— 23 — 

dieselbe Behandlung erfuhr sekundäres o in uniz 1332 cid- 
cina 635; in cus'tr 430 cusdura 432 ctisina 847 cugid 941 
cugiarera 942 fusina 1629 weist auch das ital. u auf. — 
Die heutigen Mdt. zeigen jedoch o oder ö (letzterer Laut 
kann sich im neuberg. freilich aus ü entwickelt haben) 
in shalurdida 285 ahalurdi 286 (gem. rom. *lordus st. 
luridus) giiitö 366 rudella 528 rtisum 1157 aguiad 
1165 difficultat 1837 sumita 1867. Auch hier darf man 
?i = ü annehmen.!) — Von dem frühern Dasein eines 
/V- Lautes zeugt die Weiterentwicklung zu i in chiniol 1201 
berg. chihöl piac. cJiinö com. c/mö, vgl. die mail. Beispiele 
Salv. § 129, 142; nizola 1303 sen. nicciuola. Zu a in 
den aus dem ital. bekannten Fällen: saldada 266 hamhas 
393, 1527 neben homhas 392; camamella 1243. — Ab- 
schwächung zu e in spero 511 hernas 894 .9eror 1724 
desenore III 66 desnor V80, vgl. Seif, dexnor ait. rZm- 
j^ore, volentera III 122 remor V 65 tosk. rimore. — 
Gefallen in ca^/ 1177, jedoch mail. quagd it. cagliare 
quagliare, sangiar 784 /ö^?a 853. 

b) nachtonig, s. unbet. «. — In big ad 128, berg. 
higol, doch in der V. Gand. higuel [hier auch pegiter 
= pecora, prigucl ==-- periculum, täquel (sonst faco^) = it. 
taccolä] bol. hligud, Schneller S. 243 jrigiid,^) ist das ?* 
aus propagginazione regressiva zu erklären: *bicul "''bigvul 
*bigvel biguel.3) 



^) Von der Unmöglichkeit, den Laut mit Sicherheit zu be- 
stimmen, möge das Schwanken in einigen lomb. Vertretern des 
lt. consuere ein Beispiel geben : berg. cus cusi crts, cusdüra neben 
cüsidüra; bres. ciizei' cozi; mail. com cüsi u. s. f. 

'^) Schneller erklärt piguel aus podium prov. pueg{\). — 
Betr. des aultd. p statt b, vgl. das Vocab. S. Galli: unipicido 
= nubulo, wozu R. Henning „lieber die St. Galler Sprach- 
denkmäler- S. 17 Anm. 210 bemerkt: „es stand umpilico da, aber 
die vier letzten Buchstaben wurden durchstrichen und culo dar- 
über geschrieben." 

3) Im heutigen mail. finden sich die Schreibungen priguer 
und reguela mit der Aussprache -ghe-, vgl. Salv. H.'.sS; s. ferner 
Salv. S. 37 — 3S: „finu ai primi decennii del uostro secolo k trovasi 
reso, con vezzo francese o spagnuolo per qii quando sia seguito 
da e in parole in cui quell' e corrisponde ad italiauo o (lat. ii) 



_. 24 — 

C. im Auslaut. Die Mask. Endg-, -o fällt meist, im 
heutigen lomb. ausnahmslos. — Sie ist in unseren Texten 
mit Vorliebe erhalten nach Palatalen: masgio 3 shadagio 
66 torgio 198 neb. torg 1195 calcagnio 172 scrinio 730 
scagnio 739; scliarchayo 321 goio 1165 morayo 1222: 
palasio 585 juditio 1517 u. a. Es mögen hier graphische 
Gründe vorliegen, da man -g von -g, -n von -ng zu unter-, 
scheiden wünschte. — Oft Schreibung desselben Wortes mit 
und ohne Schlussvokal, je nachdem sich der Verfasser mehr 
oder weniger gehen lässt und dem allgemeinen Zuge seiner 
Mdt. zur Abstossung ausltd. Vokale nachgiebt. — Im letztern 
Theile des Gloss. ist die Beibehaltung häufiger; hier aucli 
fiumo 1848 arboro 1998 nomo III 1, die ihr o ana- 
logischen Einflüssen zu verdanken haben, vgl. Ascoli Arch. 
gl. I 307 u. 424 n. 2 (-o statt -e im altlomb. und aven.), 
Salv. S. 139, Anm. 1 (Bonv. dolento finmo prenccpo u. s. f.). 
Ascoli vergleicht diese Formen mit „quella storta appli- 
cazione dell' o desinenziale che fa in Lombardia 1' uomo 
del volgo quando si mette a parlare in punta di forchetta". 

Vit. u = kl. lt. ü. 

Betontes u. 

A. in offener Silbe bleibt if, phon. ü\ berg. ö, ^) seltener 
ü'^ bres. mail. com. iL — caduch 228 dura 252 su 302 
mur 628 cruda 632 festuga 733 fmn 859 ruzen 1621 
segiir 1653 u. a. -utiim: -üd{a)\ -ura: -üra; -idcm: mczid 
56 cazid 925; -umen: -Um-, eigenthümlich hat sich Icni 
674 entwickelt, bres. lern Um mail. lern Bonv. lerne vgl. 

p. es. miracquel tabernacquel bacquel spectacqnel da leggersi 
,miracchel' ecc." Diese Schreibungen können doch nur graphische 
Reste einer frühern Aussprache sein. 

^) In W. M. It. Gr. § 90 wird der Uebergang von ü zu ö im 
berg. emil. vor gedecktem Konsonant und in freier Stellung nur 
in Buch Wörtern angenommen. Für das bergam. lässt sich 
letztere Einschränkung kaum aufrecht erhalten, da hier der 
Wandel auch in sieher volksthümlichen Wörtern geradezu die 
Regel l)ildet : föm öa rasen öna sä 2)ör mesöl cöl böba mal u. s. f. — 
Oft Doppelformen mit ö und ü, wobei die Aussprache ü wohl 
die gewähltere ist. 



— 25 — 

Seif. s. V., emil. lern [le(g:)imien (vgl. ver. liomi friaul. 
li(j)ums) leii'm (lium)- leüm (litim)- leem (liem)- lern 
(lim)]. — Durch // zu /: ricola 1239 inclüzen 1621. 

B. in geschlossener Silbe re, phon. iL berg. ö, bres. 
mail. com. ä. — put 10 (gem. rom. '^püttus) zuf 24: hrut 53 
flux 237 gust 337 frug 1278 hnmg 1292 (*prüneum) u. a.; — 
-Uceum: canaruz 87 palu2 732. — Zu o in: zongia 1600 
(jüncta) wohl beeinliusst durch berg. zonz == jüngere; gogia 
1638 geht auf acücula zurück, it. agocchia neben agticchia. 

Unbetontes it (lat. u). 
A. im Anlaut erhalten, phon. ü. — B. im Inlaut, 
vortonig: spinn 27 berg. spiöri, stranudd 65 lunella 83 
hrusola 182 siidari 319 -e'itj^d 390 guzeza 1812 u. s. f. — 
Zu /: higarol 427 p'dizol 1217. — Zu e: sgiesor 987. 

A. betont zu o; in I noch a<^: lauhla: berg. bres. o 
(au-ao - ao-o): poc pocr oca cossa fo dos lodola clot\ 
trosa CO. Dagegen tgr incgstcr Iota lohia. Westlomb. 
stets g. Ost- und westlomb. co(v)a vom vlt. coda st. cauda 
vgl. W. M. It. Gr. § 13. — pocha 348 or 420 jwrer 583 
ocha 723 tor IIb o 1046 incoster 1570. 

au über al zu ol, vgl. Salv. § 63/:?, Beitr. 10, Caix 
Orig. § 67 ff., Hirsch Ztschr. IX 550, W. M. Gr. § 290, It. 
Gr. § 125. — golta 70 (vlt. *gauta) oldi 325 neb. straodi 
326 odi 2107. Auch in cos{s)a 19 u. ö., Bonv. cossa^ 
ebenso im heutigen lomb. cossa, ist die Durchgangsstufe 
calsa colsa (consa) anzusetzen, vgl. Salv. 1. c, Muss. Bonv. 16 
Anm. 2, Seifert ossär (im heut. päd. rust. consa reg. counsa 
mod. counsVm, Ruzz., Kath. Leg., Fra Giac, franco-it. 
Texte consa u. s. f.; vgl. mail. ponsa Mon. ant. rcponso-., 
Parafr. lomb. 44,22 antorw, weit verbreitet oiK^ii'-, Ruzz. 
onscrd vic. orsarc; Kath. Leg. alonsenga [zu laus] u. a.) 

B. unbetont zu o: orcgia 50 osey 114 ovcta 209 
oreng 1296. — Zu u: straudiment 293 ascusi 297. — 
au erhalten: audimcnt 292 laudar 2010. 

^) Vgl. Flechia Arch. gl. II öl u. 2, wo die Haaptscbwierigkeit 
des Accentwechsels uuberücksichtigt bleibt. 



— 26 — 

Konsonantismus. 

Allgemeine Erscheinungen. — Die im ital. er- 
haltene (lat, oder rom.) Doppel- und lange Konsonanz ist, 
wie in Oberitalien überliaupt, so auch im bergamaskischen 
geschwunden. In den vorliegenden Texten überwiegt dem- 
nach bei Weitem die einfache Schreibung über die nach lat. it. 
Vorbild angewandte Verdoppelung. Nur -II-, so ausschliess- 
lich in der Endg. -ella, berg. -ela^ wird mit Vorliebe in 
der Schrift beibehalten. Dass jedoch hierin kein lautlicher 
Grund zu suchen ist, zeigt einerseits das Scliwanken in der 
Wiedergabe, andererseits unberechtigtes Setzen der Doppel- 
konsonanz. — Bonv. schreibt durchweg -11-. 

Das lomb. duldet im Auslt. nur stimmlosen Konso- 
nanten. Das Glossar bewahrt jedoch, in Uebereinstimmung 
mit der Passion und dem Decal., meist ausltd. -d -g, ent- 
sprechd. lat. d g oder urspr. intervokal, -t-, -Ji-, Es könnte 
hier eine ältere Lautstufe vorliegen. Docli sprechen die 
abweichende Behandlung der Labialen, die im Auslt. stets 
zu f verschärft sind, sowie einige Unsicherheit in der Wieder- 
gabe, namentlich bei t, dafür, in der Beibehaltung der 
Medien eine blosse Schreibung zu sehen. So stellt auch 
das mail. den längst zur Tenuis erliärteten stimmliaften 
Auslt. noch heute durch -d -g -v dar, theils aus geschiclit- 
lichen Rücksichten, theils um die durch den Ausfall der 
Endung eingetretene Ersatzdehnung des Tonvokals anzu- 
deuten, vgl. Salv. S. 158. 

Der in den spätem Ausführungen nachgewiesene Laut- 
werth der in Schreibung oder Aussprache vom italien. 
Brauche abweichenden Konsonanten ist der folgende: 

Gutturale, h: ch, seltener c vor a, o, ii\ ch vor e, /; 
ausltd. -ch {-g). 
g: g vor a, o, n; g vor e, /; ausltd. (-g). 

Palatale, c^ g: gl- vor a, o, u, einige Male cM-; ry-, 
seltener gi-^ vor e, i\ ausltd. -g. 
sc: sgi- vor a, o, ii; sg-, seltener sgi- vor e, 
i; ausltd. -sg. 
anltd. ni- ; inltd. -gn-, -gni-, -ni- ; ausltd. -ng. 



— 27 — 

Sibilanten, s: stimml. s (ss); stimmh. s. 

ts: s {zz) und c (^') vor e, i, selten x\ gelehrt 

auch -ti-. 
äs: z. 

l. 

I. im Anlaut erhalten, auch in loto 1617 berg. otü 
it. ottone^ doch mail. com. loton. — Gefallen aus Ver- 
wechslung mit dem Artikel in aver 68, berg. laer aer, 
orencj 1296; auch himedal 623, 1904 ohne beigefügten 
Artikel, sodass wohl l'umedal zu lesen ist, freilich heute 
berg. limidal. 

IL im Inlaut: a) intervokalisch meist erhalten. — Zu 
r in: canaruz 87 hasergo 1241; giavarina 5S6 giavarot 
537 gegenüber frz. javelot it. giavelotto; häufig im Bonv., 
in der Salv. Pass.: Maidarena 12,4o rorenta 22,35 
soramerite 22,35 u. a. — Zu fi in: menancolia 166 
durch Assimilation, pinola 1549 gem. lomb. durch Dissi- 
milation. — Fällt gem. lomb. bei voc. ■\- l {l) -\- Nom. I 
(Zwischenstufe -li -ji): animay 51 osey 114 testicoy 144 
cavay 1093 fradcy 1720 coy 304, 310, 889 neben coli 
303, 309, 313, di (aus dey) neben de li 1193 del 1194; 
auch sonst zeigt sich l erhalten: fioli 1752 ca^pili 1782 
animali 1800 o^e?// 1864; dasselbe Schwanken im Decal. 
castei, fradeli, fioi u. /?oZ?, cavai, qua/; Pass. disipoi. — 
l -j- i//a^. J (durch /) zu J: wo?tT 6 doya 226 hitayad 
448 hataya 486 roveya 680 payol 699 meyarina 704 
^o/o 1165 ayada 1230 /oT/a 1277 u. a. In den Auslt. 
getreten, erhält dieses j vokalische Geltung: w^e?/ 669 50// 
950 ^re/b?/ 1215 ay 1229 fem?/ 2001 ^c^ 2033 u. a. — 
In bullire entwickelt sich nach Analogie der 1. Pers. Präs. 
bull/o ein parasitisches /: "*bulljire mail. hüji, j -j- / zu /: 
hoy 921 (Accent? berg. hol hoi hui), hoyment 1975, wogegen 
hoyiment 1976 die ältere Lautstufe zeigt. — Von moyeta 
893 findet sich schon das Simplex berg. moj moja it. 
molla^ mail. smöj = molle, womit zu vgl. seya 98 = *axill(i)a 
neben osella 2071 berg. aseya sea sela mail. sclla seja, 
vgl. Salv. § 169 b, 199. 



— 28 - 

b) Konson. -f- l (vgl. Arch. gl. 1301 — 304; Salv. 
§ 202 ff.; W. M. Gr. § 423.) -^ d in jeder Stellung durch 
g wieder gegeben. Da in den heutigen lomb. Mdt. i) die 
Gruppe cl im Anlt., Auslt. und nach Konson. zu c (cl - 
ki-kj-c), intervokal, zu -g- geworden ist, muss obigem g 
auch dieser doppelte Lautwerth zukommen. — cl anltd. zu 
(j-, phon. c-'. (jiaf 106 gieresia 1478 giereg 1479 berg. 
carec, giam V 127, 162 mgina V 165; mit der Schreibg. 
cM-, welche jedoch kaum die ital. Aussprache bezeichnet: 
chiod 613 berg. cot, chiaf 616 chiara 1063; cl erhalten 
in clocli 513, da es hier sekundär ist; zu gl in gloto 690 
aus germ. Id. — Intervokal, zu -^-, phon. -g-: oregia 50 
shadagia 64 ogial 75 cadig ia 173 lentigia 185 segia 
418 magia 505 cugid 941 gogia 1638 vegia 2064; auch 
in gicsia 1516, III 45 palatisirte cl noch intervokal., denn 
berg. gesia mail. gesa^ mant. jedoch cesa. Dies g hat 
sich dann wie lat. (je gl zu stimmh. 2 weiter gebildet: 
zcsia 1418, V. Cal. zernag) — Zu (/) j: vcrmeya 810, 
V 254 tcnaya 1619 == it. vermiglio tenaglia. — lat. -ccl- 
in hocler 523. — Nach Konson. zu g, phon. c: ciscrgla 
679 cirg 1031 torg 1195; cerchio 1731. — 5C? zu 5^, berg. 
bres. sc mail. 5c sg^ vgl. Salv. § 202 d, ß: sgiainna 411 
sgiesor 987 mesgiada 1069 masgia 1346 ^^67/ 1347 
ra5^ XIII asgiari 1885 berg. mail. scari, dann schiavo 
1706 berg. 5c«o, maschio 1713; .5cZ erhalten: sclareza 
1236. — Ausltd. zu ^, phon. c: ^7e(/ 16 0// 39 -amor/ 168 
jjif>(/ 189 omy 227 cmnag 495. — /y? meist zu //, phon. 
g wie im heutigen berg. bres. mail. : ghäo 366 gicra 637 
giancla 1320 ^/a^a 1374, doch glazci 136, gkidilll 112 
Bonv. giadio', ongia 114 sangiar 784 cengia 1133; regiad 
951; in ve^/a 379 stregia 1147 hatte die Syncope statt, 
bevor ^ vor / palatisirte; 5el^(/ 387 m^/ 1177. — ^^ 

*) Merkwürdig erscheint die abweichende Entwicklung im 
brese. : {caf camd \\. s. f.) oreca shadacd caeca rem zenöcü und 
sbadag caeg vcg zenög ng u. s. f. — Das cremask. schwankt 
zwischen der berg. und bresc. Art : ucal und ugal, og und oc u. s, f. 

'^) Für diesen seltenen Fall scheint das mail. ein Gegen- 
stück zu bieten, vgl. Salv. S. 183: in uu sei caso / da gl parne 
alterato ulteriormente in 2: e sarebbe in „vezd^^ „guardapagllajo" 
(vig'lone). 



— 29 — 

erhalten in ijUs 642 glcrih 1828 ylandula 1319 niuyld 
1166. — gl hat sich in Folge vorausgehender Nasalis zu 
cl erhärtet in soda 1163 berg. Verdello zocla i\v. zoncola 
sofichia grödn. sontla (mail. gongJiera), vgl. auch Arch. 
gl. 1 303: „jongola (Bormio) juncla giuncla ziincla nei 
dial. grigioni, veron. rust. doncola^^. Dieselbe Erscheinung 
im ver. zincida^ bres. sancola neben crem. ven. sangola. — 
gl verliert spurlos sein l in trangot 365. — In der Gruppe 
Labialis -\- l \^i l bald erhalten bald zu i vokalisirt, ohne 
dass weitere Palatisirung einträte. Dasselbe Schwanken 
im Decal. ; in der Pass. fast durchweg l. Im heutigen berg. 
bewahrt vorzüglich die V. Gandino die Gruppe intakt. In 
andern nordit. Denkmälern (Bonv., Bescape, Mon. ant., 
Beitr. u. s, f.) dieselbe Unsicherheit, vgl. Arch. gl. I 303 
und die n. 3, und scheint die Erhaltung des l oft einfache 
Schreibung, vgl. W. M. Gr. § 423. — ph xyiaga 262 pkinzcr 
372 pie 995 piasa 1415 p>iomhi 1648 spiuri 193 neben 
plaga 1796 planier 2031 j)?ma 2081 plaz^a 14:19 p^lumh 
1615 sj^hirj 27, 192 u. a. — 2^1 zu l in Iota 633, 1386 
lomb. Iota lot, vgl. Flechia Arch. gl. II 358—59, W. M. Gr. 
§ 19. In astreg 646 ist auch das l, aus Verwechslung 
mit dem Artikel, gefallen. — hl: hianch 46 hiasar 78 
sahio QiWß hiava 649 higucl 128 neben amhla 1146 hlida 
1213 pohla 1331. — //: fiancJd 123 refiadar 357 fiumo 
1848 fiat 2039 neben fhix 237 flavel 697 flania 860 
flor 965. — tl assimilirt zu l: sj)ala 93. 

c) ^ -f- Konson. l bleibt erhalten, doch madise III 26. 
Betr. oter 94 vgl. a\ iinw 1332 vgl. unbet. a. — In cusi 
719 bekannte Assimilation. — In cortel 762 scarpel 1647 
l zu r wegen Dissimilation. 

HL im Auslt. bleibt l. So noch im berg. bres., 
während bei Bonv. und im mail. l nach dem Tonvokal 
fällt: pil 28 mezul 56 cel 81 spinal 131 u.a. In cugid 
941 liegt eher cochlearem, nicht *cochlealem Bonv. cugiaQ) 
zu Grunde, vgl. Seif. s. v. — Zu r: dater 1328. — Zu n: 
eeven 1680. 

Metathese des l in faliva 856; moltö 778 gem. rom. — 
l hervorgerufen durcli l der Folgesilbe: tdtilitad lll 16. 



— 30 — 

m. 

I. im Anlaut erhalten, auch in miola 135 milsa 149 
miza 280, wo sich berg. miola müsa mes und mail. niolla 
nilza nizz gegenüber stehen; zu n in naspel 1315 (gem. 
rom. *nespilum); nosehad 1556 wohl durch Anlehnung an 
nux; in nos noschana 1555 eher Assimilirung wie im piem. 
pom podon = pom codon. 

II. im Inlaut a) intervokalisch stets erhalten. — b) m 
4- Konson.: -mn- assimilirt in donna 1; bleibt in femna 
30, 32 u. ö.; nach Erzeugung eines parasitischen Jzu -nnj- 
-n-, vgl. Förster Gall. It. Pr. S. 63 und Salv. § 173 a: 
scaynio 739 schaniel 1430, vgl. auch brianz. dona tir. 
scrana mail. son Bonv. colonia dagno Seif. s. v.; -mnj-: 
ognia 247 omnia III 8; -mt- zu -nt-: senter 624 aconz 
1896; -mb-7np- erhalten, nur ranpi 984 lomb. rampi{n) 
conpito XI 16. Kin Schwanken bei der Setzung von ^>i 
oder n vor Labialen zeigt sich bei vielen alomb. Denk- 
mälern, so bei Lidf. Bonv., Marg. Leg., F. Paraf, lomb., 
im piem. bekanntlich stets -np-. Man möchte den Grund 
in der stärkeren lomb. Nasalirung suchen, wenn sich nicht 
dieselbe Unsicherheit im aven., atosk. vgl. Caix Orig. § 120, 
im äsen. vgl. Hirsch Ztschr. IX 558 u. ö. zeigte. Von einer 
bis zum Ausfall des m führenden Nasalirung, wie bei 
Bressano : exepi cap rop(i) tep Lipio (Olimpio) u. s. f., 
verrathen unsere Texte Nichts. — -mm- zu -mb- in gamhar 
1686 it. gamhero (vgl. mail. simhia it. scimmia), wo jedoch 
die Labialis auch wie bei it. homhero erklärt werden mag. — 
c) Kons, -i- m: m bleibt. 

III. im Auslaut erhalten: lum 45 lern 674 colem 705 
stram 732 u. a.; auch häufig cum neb. co; Nicode V 207 
im Reim. 

Entwicklung eines m vor Labialis, vgl. Salv. § 238: 
gomhet 97^); gamhisa 1164 berg. mail., vgl. auch mail. 
gamhüs Beitr. gamhuso = it. capuccio\ ramponci 1249 
mail. rampösgen; rampina 111121 Parafr. lomb. ranpina 
mail. acqua de ra{m)pina = torrente, vielleicht unter 
Einfluss von rampin{a). 

') W. M. Gr. § 587 : „mail. gomhet (an aecumbere angelehnt ?)" 



31 



n. 



I. im Anlaut erhalten; nioch 800 = it. gnocco, nach 
W. M. Gr. § 420 wohl aus *nocchio umgestellt, vgl. aucli 
Caix Etym. S. 27. 

IL im Inlaut a) intervokalisch bleibt n ; zu l in plola 
1642') molnnent V211 caloneg VIII 8; anscheinend ge- 
fallen in seladia 793 lomb. .zelad'ma, wo man eine 7i- 
Abbreviatur ergänzen würde, wenn nicht auch die Beitrüge 
zeladia zclaia „Sulcz" hätten, ven. 2eladi{n)a aret. gialla- 
di{n)a. Es wird daher *gelatia anzusetzen sein. — b) n 
-\- Konson. n bleibt. In spos (gelehrt sponsa V 2) payiso 
289 arnis 510 prisa 1541 pis 1838 cusir 430 ist der 
Ausfall vor s gem. rom. mester 1519 mostra 1956 wie 
im ital., doch instrument 2024. — Vor Labialen zu m'. 
cornpanadeg 803 impasta 980 sam Feder V 233 u. a. — 
n vor Dentalen, n ist einige Male vor Dentalen gefallen, 
eine im jetzigen berg. sehr häufige Erscheinung. Man hat 
hierin die Wirkung einer eingetretenen Nasalirung, wobei 
nasales n zuletzt in den Nasal vokal aufging, zu sehen. 
Heute ist die Nasalirung völlig geschwunden: der Vokal 
ist allmälig wieder rein oral geworden, nachdem der die 
lautliche Erscheinung bedingende Konsonant gefallen. Da 
jedoch in den Texten die Gruppe n + Konson. meist 
intakt bleibt, muss die Stufe: Nasalvokal -f- mehr oder 
weniger deutlichem n + Konson. angesetzt werden, eine 
Stufe auf der sich das heutige mail. noch befindet, vgL 
Salv. § 243 und die treffende Beschreibung des Lautes im 
Prissian de Milan S. 87.-) — Von einer Veränderung der 
Vokalqualität vor n -j- Dentalis, wie sie im ferrar. bei 
unbet. e, vgl. Beitr. 95 Anm., im mail. bei bet. ü eintritt, 
vgl. Salv. § 60, lassen sich keine Spuren nachweisen. — 
veter 126 berg. bres. veter mail. venter, artifitiosamet 321 



^) W. M. It. Gr. § 51: „mirand. piola erklärt sich aus Ver- 
mischung von pionu (mail. u. s. f ) mit pialla.'-^ (?) 

2) Auf derselben Stufe stehen anscheinend die Reicheuauer 
Glossen, in denen auch ein gelegentliches Schwinden des n vor 
Konson. zu belegen ist. Der Kopist, der das nasale n nicht 
mehr deutlich hörte, Hess es auf eigene Faust weg. 



— 32 — 

neben -ment 638, miifleta 1005 berg. niöfiet mail. moffo- 
lent, soveter 964 hedosch 318 hordonal 892 cuytar 
III 12 hiastemado III 41 ^ra^^ö III 82 gwar/o III 100 aiw«/- 
tanare III 135 ^ra V 134, 141 politamet 1X6; Bressano: 
negligesia xyemtesia presesia sciesia u. s. f.; Bonv. cof/- 
nuamente covertisce coveniva ciiito u. s. f., vgl. Salv. 
§ 249; vgl. auch Arch. gl. I 312 und n. 2; endlich in 
der Salv. Pass. vergo^a 5, 21 speraza 13,i cotra 10,9 
vedadolo 10, ao naturahnete 19, 11 u.a.') Meist ist jedoch 
w erhalten, so in dcnt 73 m^ra 312 dentro 306 forment 
661 sagrament 1518 parent 1714 ve>^^o 1926 ^ew^ 
2070 denanz 22 mal^^ 304, wo es die heutige Mdt. 
eingebüsst hat. — Vor Gutturalis ist n geschwunden in 
zoda 1163 sag VII 13; doch hranca 671 berg. bres. 
hra{n)ca (vgl. berg. s/c nia{n)cd doca ac cuca „conca" 
moc „monco" u. a.). — n 4- j = n: rognio 160 brung 
1292 scrinio 730 chiniol 1201; ist im Auslaut gefallen in 
fusta 391 berg. /osfa bres. mail. com. füstah. — c) Konson. 
-f n: -gn- zu -n-: pimg 104 5e*^^ 266 agnicl 11 ß steniada 
820 coniossc III 85. — -nw- nach Erzeugung eines para- 
sitischen / zu -n-^ vgl. Salv. § 173a: cignid 349. 

III. im Auslaut a) erhalten in lat. Proparoxytonis: 
virgen 8 pecJien 190 eisen 725 ealizen 850 moltituden 
2073 U.S. f., doch servitude 1876; in homeng 588 Pala- 
tisirung durch früheres Plur.-/, vgl. berg. äsen incösen 
coren rösen u. s. f. b) erhalten in lat. Paroxytonis, wo 
nach dem Fall der Endung zwischen die auslautende 
Doppelkonsonanz ein Stütz -e eintrat: intoren 152 caren 
770 foren 986 eoren 1161. c) gefallen so oft n sich 
dem Tonvokal anschliesst. Auch hier muss eine frühere 
Nasalirung, die sich im heutigen mail. erhalten hat, vgl. 
Salv. § 245, Schuld an dem Schwinden des Endkonsonanten 



') Salvioni schreibt mir: „Ich sehe keinen Grund, um in 
den spera(n)za vergo(n)za u. s. f. der com. Passion etwas Anderes 
als einen in den Hd. sehr gewöhnlichen Schreibfehler (speraza 
für speraza) erkennen zu wollen". Da die heutige Mdt. keinen 
Anhalt zu der Annahme eines Ausfalls der Nasalis zu bieten 
scheint, mag Salv. hier liecht haben. Beweisen liisst sich freilich 
weder das eine noch das andere. 



— 33 — 

sein. In dem heutigen berg. ist der Abfall durchgängig; 
bei Bonv. ist n noch erhalten, fanti 9 li 394 vi 807 
polmo 148 ma 99 u. ö. neben man 101, 102, cortia 589 
,(/m 668 sc 417 /5" 1098 m(?m III 23 sjri Y S2 u.a.; 
W>Y/m 1997 doch mrdi VII 4: ^?05öw (?) 1540 vm 1823 
/>rw 1941 neben co?irr III 95 be 1X9; no?^ 1752, 1755 
no 913, 1755. 

Eintreten eines unorganischen n in insuäa 261 ms?' 

V 169, e.^'- zu ms- geschlagen, vgl. W. M. Gr. § 588, Seifert 
inxir; senzcrvi 1311; anchona 1426; Manäalenn V passim, 

VI 18: in fnmgia 676 neben />y/// 678 liegt *franctum zu 
Grunde, it. franto fratto. 



I. im Anlaut erhalten; in osmani 1235 gem. lomb. 
osmari üsmari r dissimilirend zu /, worauf dies als Artikel 
abgetrennt wurde. Es liegt sicher auch Anlehnung an 
lomb. osma üsnia vor, vgl. cosa da osma 332. 

IL im Inlaut a) intervokalisch meist erhalten; mit 
dem beliebten Wandel zu n oder l: cenevella 195, mail. 
sinivella, tenevella 1646, mail. tinivella berg. tenehla, 
meneschalch 1589 osmani 1235; palafre 1101 coyander 
1558, berg. coriandol mail. com. colander, teray 2001 it. 
ferraglio. — b) r -\- Konson. r bleibt; gefallen in cirogia 
1545 mail. it. cerusia, sovestd 2054, in miniaga 1287 
zugleich mit anltd. a; dos 133 sti 302 gem. rom. dössum 
sfisum; zu l in scalfaret 4:4:5 (wenn dtsch. sJcarf, Schnell. 
S. 177). — c) Konson. -f r, r bleibt; in splurj 27 Dissi- 
milation, in tenevella 1646 Ausfall. — Für dred 23, 25 u. ö. 
arad 1376 hahstera 607 (JKdestra 512) mail. bres. ha- 
lestrera gilt die von Salv. § 208 fürs mail. aufgestellte 
Regel: „r puö cadere, tanto all' uscita che internamente, 
quando fa parte del gruppo muta -f- r^ sopra tutto poi 
quando la muta e ^". 

III. im Auslaut ist r erhalten. Das berg. befindet 
sich hier im Gegensatz zum mail., wo ausltd. r in endungs- 
betonten Mehrsilbnern gefallen ist (bei Bonv. jedoch noch 
nicht): moier 6 veter 126 cor 152 mnr 628 segiir 

Rom. Bibl. Altberg. Sprachdenkmäler. 3 



— 34 — 

1653 11. s. f.; -arem: sangktr 784 altar 1425, docli fogJd 
853, XIII 6, ciigid 941, wie noch heute; mit Siiffix- 
vertauschiing ogial lb\ gefallen in fo 1047 neben fora 
1751. 

Bei den Infinitiven auf -arc -ire herrsclit grosse Willkür 
in Beibehaltung oder Abstossung des Schluss-r. Die ältere 
(in II noch -are -ere) und wohl für die gewähltere Aus- 
sprache gültige Form liegt in einem Jahrhunderte langen 
Kampfe mit der Form der gewöhnlichen Ausdrucksweise. 
III zeigt dreimal -a, einmal -i neben häufigem -ar{e) -ir{e) 
(die volle Endung findet sich nur am Versende und im 
Versinnern, wenn die Metrik eine Kürzung verlangt); IV 
einmal -ar; V zweimal -ar und -h% sonst regelmässig -a 
und -?'; VI zweimal -ar, -ir, -r, VII einmal -r, X sechsmal 
-arie), dreimal -ir\ XIV einmal -a, viermal -ar(c). Im 
Glossar treten im erstem Theile die Infinitive auf -a -/ 
ungleich häufiger auf. Das Verhältniss zu denen auf -ar 
-ir ist ungefähr 10:1. Von Gl. 1687 -Ende werden die 
vollem Endungen zahlreicher. — In der Salv. Pass., Marg. 
Leg. u. a. gleichfalls Schwanken; bei Bonv. -ar -ir: im 
heutigen lomb. ist r durchweg geschwunden. — Von Infin. 
auf -ere findet sich nur avcr 1959; da der Uebertritt zu 
der 3. oder 4. Konjug. allgemein ist, wird avir zu lesen 
sein (so auch im Dekal. und in der Pass., berg. i = a(v)i(r). 
ai el i). — Bei den Infin. auf -ere fällt entweder die ganze 
Endung, der gewöhnlichere Fall, oder sie endigen auf -er. 
Bei Bonv., in der Salv. Pass., Marg. Leg. und andern west- 
lomb. Denkmälern: heve receve mete u. s. f. Im heutigen 
berg. mail. ist die Endung aufgegeben, im bres. dagegen 
häufig beibehalten {-er). An Beispielen seien aus dem 
Glossar nur die Korrekturen dormir 299 pianzer 305, 30() 
neben pianser 303, 304 pianz 307, 308 erwähnt. 

Unorganisches r in halestra 512 giosfra 562 wie im 
ital. — In frosna 1662 fransa 1772 zeigt das ital. 
Einschub eines l. 

Metathese des ;•. Konson. -f Vok. -f- ^ zu Konson. 
-f- r -(- Vok.: stranud 67 hresagio 521 screma 558 neben 
scarmi 557 trohm 1Ö64 r;v> 1694 neben vir£ 1212 
roveya 680 troment V 36, 78. — Konson. -}- r -{- Vok. 



— 35 — 

zu Konson. -f Vok. -|- >»: fonnent 661 hordonal 892 hernaz 
-894. — Ueberspringen des /' aus einer Silbe iu eine andere: 
preda 630 cadrega 74r) prestmer 959 presti 962 sen- 
zerri 1311 lampreda 1666. — Platzwechsel mit einem 
andern Konsonanten: niaruda 1063 neben madura, lomb. 
marnt Bonv. niarudo', vgl. lieutiges ostlomb. piac. romnd 
com. rona „numerare". 

I. im Anlaut erhalten: zu /> häufig bei anltd. ^)r-: 
h('rna.z 894 />r?yw// 1292 hnisad 2114 />/vwr/ 1768, vgl. 
Arch. gl. I 111 n. 4; holsa 1116; gefallen vor s: salteri 
1435 5a?ew 1450. 

IL im Inlaut a) intervokalisch zu t', das heute gleich 
primärem ?; gefallen ist, vgl. v. — cavel 29 cliovertor 466 
^>örf>' 583 i^a^^^ 682 luvi 686 5a?;?' 1001 avi 1907 
reschef 1473 u. a. — Dies sekundäre ?; verhärtet sich wie 
das primäre v zu g, vgl. Salv. § 274: cigola 1228 /eif/ör 
1709 neben levor 785 lomb. legor. Da diese Entwicklung 
nur vor oder nach labialen Vokalen einzutreten scheint, in 
Fällen, wo intervokales r leicht einer Verschmelzung mit 
eben diesen Vokalen ausgesetzt ist, vgl. -v und ver. leoro 
seola mant. molla ven. ceola u. s. f., so erklärt sicli die 
Verhärtung des v (über -gv-) zu -g- aus der Scheu vor 
dem Ausfall des Konsonanten (Erhaltungstrieb) und dem 
Eintreten des Hiatus. — j^ erhalten in gelehrten Wörtern: 
epistola 1440 copia 1878 rapina 2132 u. a.; capili 1782 
populo 1851 sind Latinismen neben caveli III 92 carel 
29 porol 2071 ^^ot'eZ 11132; auch j^o^jo* 1565 ist nicht 
volksthümlich, mail. palpc Ind. pal2)eyi\ tape 953 gem. 
rom. tapp-\ in contrapis 1581 fre/^e 890 erhielt sich die 
Tenuis wegen des Bewusstseins der Zusammensetzung. — 
zu h in gahus 1264; betr. p(Ma 1331 berg. pohla maiL 
pohhia vgl. Salv. § 202 a £ „intervokales pl wird im mail. 
stets zu {-hl-) -bj-^^. — Zu f anscheinend in cafdel 120, 
wo jedoch phon. v anzusetzen ist, berg. bres. brianz. 
cav{e)dd. — gefallen in co 21 rmiz 1246. — b) p 
-\- Konson. -pr-: cavriol 786, 1091 cavred 1173 cavra 
1174 neben capret 780 capra 782 capH 1732; /r^?'roÄ 

3* 



— 36 — 

III 117; aprh' 1^\2 proprio 1988 stupro 2131; -pt- zu 
-tt-, gelehrt scriptor 1635; -ptj- zu -z-\ casa 1734 dcs- 
CJi^ar '2011. — c) Konson. -\- p>' p erhalten; forresma 1634 
forves 1637, berg. forres forhes it. forhice, wolil Um- 
stellung aus forcipem - *forcibe - *forcive - forvice. 

III. im Auslaut. Nacli Vokal zu /': 2^i'^f 2060 /of 
XIII 8 rcschef 1473; nach Konson. bleibt ^9. 

h. 
l. im Anlaut stets erhalten. — IL im Inlaut a) inter- 
vokaliscli zu ?', das lieute entsprechend primärem v gefallen 
ist: cervcd 34 trcwel 5dS trevis 1095 lova 668 rorer 1339 
tarolaz 528 lavor 1371 u. a.; Verschmelzung mit voraus- 
gehendem labialen Vokal in cruel 694: neben criveld 911; 
Vokalisirung nach a in golta 70 olana 1300; erhalten in 
halbgelehrten Bildungen: riihi 485 Uhero 1705 habundant 
2079 dfhuta 2101 scriher IX 6: niarohi 1234 it. marohbio; 
gestützt durch unorganisches m in gombet 97. — b) b 
-f- Konson. -//r- zu -vr-: avroden 1233 öi^'cr 68; in ^en^cr 
1538 ist ^7 gefallen: Über 1702 fabricador 640 gelelirt; 
-6/- vgl. /; -/>f- zu -tt-\ -bs- zu -.9-: sosta 852 a.vew.5' 1232 
ascosi 1759. — c) Konson. -|- b: b intakt; betr. -ndh zu 
-m- vgl. >w. — III. im Auslaut. Nach Vokal zu /': bif 
2105 doch cd) 768; nach Konson. plumb 121 barb 1676 u. a, 

V. 

Häufiger, von satzphonetischen Gründen abhängiger 
Ausfall eines anltd. v (so auch in der V. di Bormio, vgl. 
Arch. gl. 1 290), und regelmässiges Schwinden des primären 
und sekundären v in intervokalischer Stellung (so auch 
meist im heutigen bres., bei Pellizzari jedoch noch -r-, und 
häufig in Bormio, vgl. Arch. gl. I 290) sind Hauptmerkmale 
des berg. crem, und trennen diese Mundarten von dem übrigen 
lomb. In unsern Texten ist v ausnahmslos erhalten. Aus 
den von Biondelli, Rosa und Tiraboschi mitgetheilten neuern 
Sprachproben scheint hervorzugehen, dass das Schwinden 
des V erst im Laufe dieses Jahrhundei-ts allgemein wurde. 

I. im Anlaut: virgen 8 reg 16 volt 40 vena 86 
veter 126 rif 161 vertes 197 u. a.; Erhärtung zu g in 



— 37 — 

garohi 1645 mail. carohi, vgl. Salv. ij 352, com. s(jarohi 
neben rerohf'; regul 964 berg. gnld; hayguera 496: gem. 
vom. wie germ. iv behandelt in (juayna 765, wenn nicht 
mit W. M. It. Gr. § 166 frühzeitige Umstellung von vagina 
anzunehmen ist. ^) 

IL im Inlaut a) intervokalisch: .t'oven 14 gengira 69 
chava 103 Icsira 206 sgiarina 411 stttjal 456 rocega 
680 faliva 856 i<m 1078 stira 1378 remorer 2067 u.a.; 
/; verschmilzt in allen nordit. Mundarten, vgl. Wendr. Ruzz. 
S. 31 — 32, leicht mit vorausgehendem oder folgendem 
labialen Vokal: toaya 751, ostlomb. com. toaja mail. 
toraja, gatiula (aus gativolä) 376 Zoan V 103; o (ubi) 

V 226 crucl 694 guarneri 954; in cadigia 173 neben 
carigia 1776, berg. cacga mail. cariga^ scheint -/•- aus- 
nahmsweise gefallen und hiatustilgendes ä eingetreten zu 
sein. Letzteres ist häufig im mail., Salv. § 436; in citad 
1407 hat sich y; dem t assimilirt. — Erhärtung des v zu 
h vor Hiatus-/, nach l (und /•), vgl. Beitr. 8. 17, Salv. 
s^ 272: alhio 938 berg. alhe a(l)hiol tir. alhi; zohia III 111 
Bonv. Ruzz. .moh'ia\ colohia 937 scolohia 1183 (von 
colluvies, Flech. Arch. gl. III 131, Salv. § 128), tir. auch 
deluhi V. Calep. delöhio mail. delüvi; doch ist v bei- 
behalten in salvia 1221 berg. salma salhia^ (im mail. 
crem. piac. savia ist die unangenehme Verbindung -Ivj- 
anders beseitigt, vgl. mail. afahet zoffreg); malva 1260, 
mail. Beitr. nialba, neben malhaiisg 1261; nialvasia 811 
salradeg 1153. — Eine doppelte Entwicklung hat lat. 
fovea genommen: foza 215, entspr. it. foggia'^)^ berg. fosa^ 
und fojia I und 848 (-vj-, -bj-, -pj-, -p-, Arch. gl. I414n., 

V 344 n.) gem. lomb. — Erhärtung zu g, die im mail. 
häuttg ist^), vgl. Salv. j^ 274, in hoga 452 gem. lomb., 
doch könnte g hier auch etymologisch berechtigt sein. 
Andere Beisp. unter p und h. 

^) Kein Beispiel von der iui heutigen berg. häufigen Er- 
härtung des Anlauts zu b (bia besba bolp bampa bapnr u. a.), 
eine Erhärtung, die aus Erhaltungstrieb eingetreten sein wird, 
als der Anlaut dem Schwinden ausgesetzt war. 

2) It. foggia postverbal zu foggiare = =• foveare, AV. M. Gr. § 5()S. 

■^) Umgekehrt g z\i v (über -gv-) im bres. voca „agocchia". 



— 38 — 

III. im Auslaut zu f^): (jiaf 106 vif 161 of Hol 
naf 1792 salf 111 131; für ho 773 it. hue ist ein Etymon 
bos *boem anzusetzen, W. M. Gr. § 279. 

V zur Hiatustilgung eingeschoben, vgl. Salv. § 278: 
cora 1377, mail. co{v)a, hiava 1548 flavel 697 avolteri 
III 158 asavit (asalit - asajit - asait) 1X2; cadrega II und 
745, wenn mit SaJv. § 274 die Entwicklung cathedra 
*catre(d)a *cadreva (vgl. mail. cardeja mit hiatustilgd. j) 
anzunehmen ist, vgl. auch Beitr. cane(/a^) Die Ver- 
wendung von /' zur Hiatustilgung bei nicht labialen Vokalen 
ist eigenthümlich. W. M. Gr. § 381 sieht darin Analogie- 
bildungen. — Auch das Hijjitus - v kann sich zu g erhärten, 
wie schon in cadrega der Fall war: riiga 1238, berg. 
erha röda neben erba rüga mail. com. rllga. 

f (Ph)- 

I. im Anlaut stets erhalten. — II. im Inlaut geblieben; 
in einer Anzahl von Fällen ist in Norditalien lat /'durch u 
wiedergegeben: senzervi 1311, mail. senziii Salv. § 286; 
Qeven 1680 mail. mant. zci-ol mir. zlvol u. s. f.; betr. 
mvanel 1250 it. ravano s. Flech. Arch. gl. II 373; so 
auch lomb. (piem. emil. ven.) Sfe{r)en afz. Estevene, ore{v)es, 
stn(v)a, ta{v)a{u), aven. scroa u. s. f. — III. im Auslaut 
erhalten. 

w. 

IV nimmt meist den gewöhnlichen Weg zu gw. guerz 
352 guarda 352 (lomb. ven. auch {v)ardd, vgl. Diez 
Gr. 1325) guant 460 guada 1654 u. a.; zu v. vise III 29. 

c. 
vor a u au guttural. 
I. im Anlaut erhalten; Schwächung zu g^) in go)nhct 
97, it. gomito, gativol 379, berg. gatigol Assonica catigol, 

Dante, De Vulg. Eloquio 1 14: „Trivisianos adducimus qiü 
niore Brixianorum et finitimormu suoruiii V coiisonantem per F 
apocopaiido profcrunt, puta }iof per uovem, vif pro vivo, quod 
quidem barbarissimuni reprobamus." 

'^) W. ^I. Gr. § 494 sonderbarer Weise für Einmischung von 
nicht romanischem quadriga. 

I) Reste einer alten Satzphonetik wie in grasso gamba u. s. f. 

W. F 



— 39 — 

(Jana 402 (jarso 403 (jahus 1264 (jarofel 1554 (janibar 
1686; in (foio llGo' (/0(jia 1638 giizcta 1812 stammt (j 
aus der früher intervokalisehen Stellung; anltd. er schwächt 
sich gem. rom. leicht zu gr: <frop 85 gratar 194 r/ra(<( 
1199 grasa 2080 wie im ital., jedoch cropa 1137 cropera 
1129, berg. cropera und gropeni. 

IL im Inlaut a) intervokalisch zu ry geschwächt; in 
6'0(/^a 26 nadga 146 voladga 188 ^^^e?^^« 671 /o(/?a 851 
hasergo 1241 rasga 1641 vor der Synkope, während diese 
in hrasca 1766 charalcJia 548 alt ist; micha 974 ricola 
1239 cliucJiumcr 1252 wie im ital.; gelehrt sind testicol 
143 fahricador 640 rechalg 1614 sacnficar 1979 u. a., 
piricada 1561 neben pcrzrgada 1560. Eine mit Aus- 
nahme des frz. gem. rom. Erscheinung ist die Erhaltung 
der Tenuis durch den Diphth. a^f, wohl wegen ursprünglich 
halb konsonantischen Charakters des zweiten Bestandtheils: 
pocha 312 oclia 723. In -c>-- wird c wie intervokalisch 
behandelt: lagrimi 372 alegra 1942 .S'a(//'ö 184 segrestia 
1512 Äe//m 1514 neben gelehrtem sacnficar 1979. In 
gativol 379 gatiida 374 ist entweder c (//) zu y geworden 
auf dem Wege der propagginazione regressiva (-gu-, -gv-, 
-V-) oder die Gutturalis ist gefallen und hiatustilgd. v ein- 
getreten. — c wäre gefallen in piar 77, wenn mit Salv. 
>j 319 als Etymon picare anzusetzen ist. Doch kann das 
Wort mit it. pigliarc lomb. pid identisch sein {piar coy 
denü 11), vgl. auch Beitr. impiar. *piccare scheint im 
lomb. allgemein die Gutturalis bewahrt zu haben. — In 
rodd 2056, 2103 scheint die Entwicklung (*vokitare, -kj-, 
-ji-, voidare) unlombardisch. Es liegt vielleicht ein Fremd- 
wort vor. 

c) c -f- Konson. -cl- unter l, -er- s. oben; -et- meist 
zu g phon. c, wie im heutigen lomb.'): lagiet 154 



') Intervokalischcs -et- ergiebt -c-, während intervok. -d-- 
-g- ergiebt. Ist der Grund hi der verschiedenen Art der Pala- 
tisirnng oder in einem zeitlichen Unterschied des Wandels zu 
suchen? — Die amail. (mit obiger identische) Schreibung -g- als 
Produkt eines intervokal, -et- scheint vielfach für eine plionetischc 
gehalten zu werden, während sie rein graphisch für -c- ist. Die 
Parafr. lomb. hat meist die Schreibung -chi-. 



— 40 — 

fagior 641 frangia 676 legiera 711 cogla 896 pongia 
1059 lagiuga 1223 zongm 1600 a/i(/m 2087 u. a.; j>e^ 
116 lag 418 % 556 trag 577 y^iO(/ V 44 (doch noti III 80) 
dispegio III 42 5«// VII 13 u. a. Neben dieser lomb. Be- 
handlung der Gruppe -et findet sich auch häufig die it. 
ven. emil. Assimilation zu t{t)^ die nach W. M. Gr. § 461 
sich von der Emilia aus gegen Pavia und bis Cremona und 
Brescia hin ausgebreitet habe: inärita 100 petenet 139 
fata 262 |jia/i^ 310 {plang V 175) perpontura 433 cen- 
tura 471 coltm 716 fritoia 798 streta 1692 fmfo 1765 
(fnig 1278) venäeta 1815 aspeta 1950 {aspegia VI 24) 
puntura 1953 ^m^a X 58. — In trogta 1664 läge -c^ 
zu -?'f- vor, berg. f>öYtt bres. trüita mail. com. träta, vgl. 
Arch. gl. 1265, Salv. § 328b/:/. W. M. Gr. § 16 schlägt 
statt tructa das mgr. tq(X)'/T7]c, als Etymon vor. — Merk- 
würdig ist pechen 190, 406 neben peten 1780 petenet 
139, anscheinend mit dem im roman. ganz ungewöhnlichen 
Wandel von -et- zu -/j-; herg. 2)eten, doch in derV. S. Mart. 
pechen, in der V. Q^ndi. peehen pecnina, pecni „pettinatore 
di lana" noch als Geschlechtsname; ebenso pegnd 191 
berg. petend S. Mart. pecliend V. Gand. pecnd. Phonetisch 
ist der Vorgang nur über *pet'n pet'na zu erklären; die 
Trennung der Gutturalis vom folgenden n ist dann später 
eingetreten, vgl. unter unbet. a. — et erhalten in gelehrten 

Formen: lecturi 1431 sancti 1759 rictoria 1778. ctj-\ 

driszava V 83, berg. drissar, untio 383. 

III. im Auslaut a) nach Vokal zu g, phon. wohl h 
wie im heut, berg.: zog 564 fog 854 log 916 fuj 1308 
samhiig 1341 stomeg 124 arsinig 1557 u. a., jedoch 
cad lieh 228 fk XIII 6; in doch 513 stoch 534 etymol. 
-CC-. — b) nach Konson. erhalten, jedoch rechalg 1614 
mcdhavisg 1261. 



1) Salvioui: „malbavisfj wird wohl als SchUisslaut -/ haben 
und it. malvavischio entsprechen". Zu der Annahme der ausltd. 
Tennis bewegt mich mail. malvavesch (Cherub. Banti) ; doch findet 
Salvionis Verniuthung eine kräftige Stütze im bres. bo)iaes^ mant. 
piac. bonavisc. Die gewöhnliche Bezeichnung der Pflanze ist 
malvo(n). 



41 — 



vor c l palat«al. 

Die als eigcnthiimlich lombardiscb anzusetzende Ent- 
wicklung der Gnttuvalis vor e, i ist: (kj-) (tj-) ts- s- stimml., 
intervokalisch (-ds-)^) stimmh. s. — Deraentspreclicnd 
stehen im heut. berg\ im Anlaut und nach Konsonant 
stimml. ,5, intevvok. stimmh. s, und vor Hiatus -7, wo im 
ital. -t"C-, stimml. s. — V. Gandino und S. Martino schlagen 
meist den rätisch (ital.) Weg zu c s ein. — Im mail., avo 
sich anscheinend willkürlich im Anlaut c s z .5, inter- 
vokalisch 2 und .9, gelehrt auch z finden, vgl. Salv. § 329 
bis 343, muss die regelrechte Entwicklung durch fremden 
Einfluss vielfach gestört worden sein."^) Hierauf weisen 
vielleicht schon die verschiedenen Schreibungen bei Bonv. 
hin. — Was unsere Texte anbelangt, so stehen sie auf 
dem heutigen berg. Standpunkt. Es findet sich anltd., 
nach Konsonanz und an Stelle des it. -cc- die Schreibung 
c {z)^ intervokal, s. 

Dafür dass c und z denselben Lautwerth haben, spricht 
zunächst die einheitliche Entwicklung in der heutigen Mund- 
art. Schreibungen wie spacio 1895 spatio 1880 regnc- 
ciare HI 46 rererencia III 76 siencla JV 23 u. s. f. weisen 
dem c die Aussprache ts zu. Auch wechseln zuweilen c 
und z in demselben Worte: pnzena 137 piceni 1193 Jiorz 
1015 porci 1735 folz 1401 folci 1402 celo IV 10 zel 
IV 11 faza V 68 faciaY %l\ die Aenderungen m panz{c)cra 
503 rai)ipouz{c)i 1249 beruhen auf einer gewissenhaften 
Abschrift des Kopisten, die gelegentliche Setzung einer 
Cedille reren 1680 carbongci 799, woneben casonzd 796, 
(vgl. Parafr. lomb. falro goioso senra lotKje) ist bloss 



^) Auch im aspan. palatales c intervokalisch zu -ds-, W. M. Gr. 
§ 441. 

-) R. Lenz: „Zur Pliysiologie und Geschichte der Palatalen" 
(Bonner Diss. S. 32): ..Ob eine Sprache tj zu c oder ts weiter 
entwickelt, hängt jedenfalls von bestimmten Bedingungen ab; 
wir finden zu derselben Zeit in derselben Gegend innner nur 
einen von beiden Lautwandkmgen und vorläufig ist noch nicht 
nachgewiesen, dass c und ts direkt verwandt sind." 



— 42 — 

graphische Spielerei. — c und ^ stehen auf der Stufe ^5,') 
da sich sonst Schreibungen mit s finden müssten.^) Die 
einzigen Beispiele hierfür wären se(a?)ng 887, wenn lat. 
cingulum, sowie vermasol 393 amisol 1660. Da die Fort- 
bildung des ts zu stimml. s jedenfalls zuerst intervokaliscli 
stattgefunden hat, was die Vertreter des palatalen y in der 
heutigen Mundart, vgl. g, sowie die Entwicklung des z 
aus t + j, vgl. ^, beweisen, mag dieselbe hier eingetreten 
sein. Vielleicht ist auch das s analogisch aus der Dimi- 
nutivendg. -icello == -isel übernommen. 

I. im Anlaut, meist c geschrieben, berg. stimml. 6': 
cesa II cervel 34 cd 81 cender 207 circha 336, V 230 
cega 351 cep 453 cirg 1032 cigola 1228 u. a.; s in zayna 
Ibb zespet 1272 mf 24: zock 736 zinqui III 38 zerto 
III 98 mgonia III 101 u. a.; xing 2090. 

II. im Inlaut a) intervokalisch zu 5, berg. stimmh. s: 
tasi 340 c«t5/r 430 noseta 515 lusarol 604 5ef?c.si 657 
mer 677 mew 725 asit 1065 risneza 1413 cisendel 
1459 redesella 155 panisel 465 fasiva III 89 madise 
III 26; 056?/ 114 05^?6> III 105 regelrecht von *aucelli 
gegenüber it. ticcello; in I noch die Aussprache ^5: forma- 
cilo montisello. — Zu ^, seltener c geschrieben, vor Hiatus-i 
und wo das ital. -cc- aufweist, berg. stimml. s: fcLza 38, 
V 68, 81 pimna 137 treza 202 pelliza 459 vczza 685 
plumazol 718 r/m^a 1574, V136 fazando III 51 ca^a- 
venmt II plizer 1597 /Wc/ 1730 " u. a.; hacinet 494 
hacila 824 ^ac/? 825 berg. hassüa u. s. f. gehen auf einen 
St. *bacc- zurück, Grob. W. xVrch. 1247, während hasia 
947 einfaches c voraussetzt; c findet sich ferner in einigen 



^) Dieser doppelte Lautwerth des c (ts vor e i, /c vor « o 
?0 zwang den Sclireiber c (aus ei cf) durch das Zeichen für den 
näclist verwandten Laut g, das nur noch in einer Verwendung 
diente, wiederzugeben. 

^) Anderer Ansicht ist Zerbini S. 10 Anm.: ,1a parola 
cesa (gli antichi) dovevano pronunciarla sesa, allo stesso modo 
che oggi [)ronunciamo sera scrvel ece." Schon die konsequente 
Schreibung der von Zerbini ausgezogenen Urkunden widerlegt 
diese Behauptung : fort)iacilo motitizello inzd cazaverimt u. s. f. 



— 43 — 

halbgelohrten Wörtern, wo das ital. trotz Hiatus-/ ein- 
faches c aufweist: S2)eci 761, 1530, spicier 1532 reficia 
831, VII 20 officio 1475 hedifici 1997, dann in recever 
1970, übereinstimmend' mit berg. spemie refiasid öfe^se 
rksef; licita 1842 sacerdot 2008 sind gelehrt. — b) nacli 
Konson. zu ^ und c: marza 183 f orzer 295 coha 437 
doho 993, IV 5 donzella III 61 hiza II; forcella 125 
ciilcina 635 colcedra 720 .Sö>-C6^/f 735 rowc/ 1103 porcil 
2133. 

III. im Auslaut: ms 308 C(>6^ 895 M05 1305 f/e5 III 2 
cTO.s^ III 17 Veras IV 13 u. a.; ?^(Cß 1754 gelehrte Schreibung; 
fez 1057 it. feccia; naris 55 fr^^r/s 1095 u. a.; rerfe6* 
197 sales 1330 ?rtr6\9 1333 u. a.; jedoch poleg 612, 1769 
irpeg 1373, berg. j>;ö7/c trj;6fc (auch polec neben ^;o76'.5 
7>ö7^s piilez „pulicem", sörfc, sömeija); diese und ent- 
sprechende Bildungen sind weit verbreitet, nicht nur in 
Norditalien, sondern überhaupt im ital., auch im span. 
port. rum. vegliot. u. s. f., vgl. Diez Gr. I 255, Wb. I fagotto, 
Ascoli Arch. gl. II 434 und in der Nachschrift zu den Duo 
recenti lett. glott. Arch. gl. X, Flechia Arch. gl. II 9 Anm., 
III 127, W. Meyer Ztsclir. XI 284, It. Gr. § 335, 338. Da 
ein Deklinationswechsel schon vor der Palatisirung des c 
eingetreten sein müsste und ein Zurückgreifen auf den früh 
verlornen Nominativ bedenklich erscheint, wird man eine 
Vertauschung der Endg. -wem mit -icum annehmen müssen, 
die durch den gleichlautenden Plural nahe gelegt war. Die 
Vorrückung des Accents ist Jüngern Datums, wie schon die 
Qualität des früher unbetonten e {-icuni) zeigt. Auf dem 
Wege der gegebenen Erklärung wird sich auch der ent- 
gegengesetzte Vorgang -iceni statt -icmn erklären, wie er 
im berg. medes neben medec eintritt, i) — -accu))i = -az\ 
-ocetim = -oz; -nceum = -uz\ -icium = -iz. 

sc -\- c, i = SS, s, berg. stimml. s, V. Gand. und S. Mart. 
wiederum abseits mit s: fassa 463 vascl 1021 fasera 1185 



^) -Ycewi hat freilich im nordit. auch sonst sein Gebiet er- 
weitert: heredex ]\hiss. Bonv. § 132 com. redes; veltres Ug. da 
Laod. Gloss. Doch ist hier die neue Endung einfach an das 
fertige Wort angetreten. Vgl. auch lomb. amis Sing. u. Plur., 
fonz Sing. 



_ 44 — 

pes 1656 siencia IV 23 stnishiava III 92; ganassa 71 
ciisi 719 it. (janascia cuscino; nncresciment 1870 uasce 
1995 gelehrte Schreibung. 

y 

vor a u au guttural. 

I. im Anlaut stets erhalten; zoya VI 8 zoyel 480 
zardin 1997 frz. Lehnwörter. 

II. im Inlaut a) intervokalisch erhalten; gefallen vor 
u: lern 674 fo 1337 auf dem Wege der propagginazione 
regressiva: zof 11^2 (jugum *jugvo *juvo; nach Salv. § 355: 
ju(g)o juvo mit hiatustilgd. ?;); -gv- zu -v- (-/") auch in 
delcf 901 ^dileguum *dilegvo. Im bres. neben äelegud 
„struggere" delegu und delegif, cremon. deleqv,^) also die 
gewünschten Mittelformen; berg. deUc mant. dlec dleg parm. 
doleg reg. dolfj. — h) (/ + Konson. -gr-: agrest 1067 
pigra 1935; -gm-: flegma 165 somer 1107; -(/w- zu -?2-; 
-gii-: lingua 82 onguent 382 inguila 1671 5aw(/ 161, 
III 16 5a?^/76 III 77, 81 sangue V 46, 138. — c) Konson. 
■i- g: ingosa 370 stringa 389 mer^o 931 u.a. Verhärtung 
in zocla 1163, vgl. n, (vgl. bres. crem. mail. percotd). 

III. im Auslaut ist g in der Schrift erhalten: horg 
1408 ?o^^ 1535 a>ew^ 1679, doch fonz XIII 6 lomb. rät, 
durch Einfluss des Plurals. 



^) Die Schreibung -gv -qv giebt denselben Laut wieder, den 
das mail. sangu cinqv (parm. sanghev sangov u. s. f.) darstellt, 
vgl. Cherub I XXX: ,,scrissi sangu per indicare in esso quel 
suono che avrebbe nell' italiano sangu alto se cosi lo scrivessimo"; 
Tirab. „sang{u): piü spesso si pronuncia saiic e nelle esclamazioni 
sango". Der unbestimmte halb vokalische halb frikative Charakter 
des u hat im Dekal, die Schreibungen sänge neben sang, in der 
Pass. sangue veranlasst. 

'^) Rosa: „clelec bres. = grasso perpetuo, forse dal lat. 
delectus = scelto"(!). — Flech. Arch. gl. II 324 — 325 : „Quanto a 
ledeg „viscido" e ledga „fanghiglia" mod. e assai probabile che 
insieme col parm. e regg. lidga „belletta'' e aiitico niil. ledeg 
„grasso untume" mant. dleg .,strutto" rappresentiiio una forma 
metatetica di liquido (*lichido lighido) passato in *lidig().'' Auch 
bei dieser Gruppe (aus der mant. dleg auszuscheiden ist^ liegt 
eher eine Umstellung von dileg deleg deleg (so bres.) 16deg vor. 



— 45 — 

9 
vor e i palatal. 

Der Entwicklung von palatalem c geht diejenige von 
(f zur Seite. Der im berg. eingeschlagene Weg ist daher 
(gj), (dj), ds, stimmli. s. Die heutige Mundart zeigt dem- 
entsprechend im Anlaut und nacli Konson. s, intervoka lisch 
(aucli vor Hiatus -i, it. -gg-) ein sA) Daneben tritt ver- 
einzelt und wohl nur in Lehnwörtern ital. Behandlung auf. 
In der V. S. Mart. und V. Gand. auch hier rät. (it.) Weise. — 
Im mail. ist nach Salv. § 361: „anche pei riflessi di g \o 
stesso caos che per quelli di r". — In unsern Texten 
stimmt die Entwicklung mit der des heutigen Dialekts 
überein, nur ist vor Hiatus-/ noch die ältere Stufe bewalirt. 

I. im Anlaut: .zinog 168 supo 390 zeladia 793 zenzer 
1538 zerma 1721 zent 1813 zentüisia 1952 u. a.; docli 
gengira{?) 69 berg. zenzia V. Gand. gemjia Salv. Pass. zen- 
zive 5, 28, und die frz. Lehnwörter giavarot 537 giava- 
r'ma 536. 

IL im Inlaut a) intervokalisch. Für it. einfaches -g- 
nur ein Beispiel: friso 1790 lomb. {s)fris; ymagene III 13 
jrrogenic 1763 gelehrt. It. -gg-: foza 215 coreza 470 
teza 581 calizen 850 veza 1018 pilizol 1217 sclareza 
1236 riizen 1624 fuzer 2018 Uze III 144. — Eine ab- 
weichende Behandlung erfährt intervokalisches g vor be- 
tontem e /; es ist hier, wie ja auch meist im ital., gefallen 
und zwar muss dieses Schwinden auf einer beiden Sprachen 
gemeinschaftlichen Stufe, höchst wahrscheinlich -dj-^ ein- 
getreten sein. Wenn sich im lomb. an der Stelle des 
frühern -g- ein -j- findet, ist hierin ein späteres hiatus- 
tilgendes j (häufig im mail., Salv. § 366) nicht eine laut- 
liche Fortbildung von -g- zu sehen, da eine solche eine 
Sibilanz ergeben hätte (vgl. dagegen Salv. § 366). — ^^cyta 



^) Palatales g hat sich also im Anlaut und uacli Konsonanz 
weniger weit entwickelt als palatales c, welches zu stimml. s 
geworden ist. Vor Hiatus-/ hat dagegen -ds- ebenso wie -ts- 
den Verschlusslaut aufgegeben. Es wird sich daher auch -ts- im 
Anlaut und nach Konson. länger als in intervokalisch er Stellung 
gehalten haben. 



— 46 — 

518, berg. bres. seita mail. sa(j)etta Beitr. sita;'^) mister 
1033 meyster III 243 mayster VIII 5, gelehrt magister 
V 13, mail. maister ma(j)ester; rayna VIII; payiso 324 
berg. pais paisii mdiW. pa{j)es; vgl. bei Bonv. reh'on reh'oso 
negliente (aiicli im Reg. Rect.; bres. neglet); mail. horaina 
sainclla lienda com. tienda lianda u. s. f. — Da sich / 
statt e in s{e)Ha m(e)ister wohl durch die Einwirkung der 
frühern Palatalis (-dj-) erklärt, wird das sonst schwer 
erklärliche i in maistad 1426 vielleicht den Schluss auf 
einen frühern parallelen Nominativ ma(j)ista gestatten (Fra 
Giac. majestä neben majesta). Ob eine gleiche Folgerung 
aus meyfad 658 (medjetatem) berg. meitat mail. com. 
Fra Giac. mitd zu ziehen ist, mag dahin gestellt bleiben. — 
In flavel 697 ist nach dem Ausfall der Palatalis hiatus- 
tilgd. V eingetreten; sigel X 55 gelehrt. 

b) nach Konsonant: pianzer 303 unzer 381 gorzeri 
498 verzella 1352 volziva V 123 sporziro V 16 u. a. — 
Dagegen gengiva (?) 69 pongenti V 82 plangis (?) V 97 
angel VII 1 strenge (?) X 1 1 gelehrt. 

III. im Auslaut: ruz 886 perponz 431 franz 889 
strenz 1551 lonz 2059; in orew^ 1296 berg. bres. orvnc 
liegt germ. Suff, -ing vor, vgl. Gr. II 379.2) 

i- 

Die Behandlung entspricht der von g. I. im Anlaut 
zu z stimmh.: zoven 14 zugar 563 -sö/' 1162 zocla 1163 
^o?>«a in 111 -s'^(4e V 67 zaN 181 u. a.: giostra 561, doch 
msfra X26: juditio 1517 msticia 1919, III 179 sind 
gelehrt. — II. im Inlaut intervokalisch mazorana 1220, nacli 
Konsonanz si^erzur 11121. — Roman. ^". Lat. Hiatus-/ s. 



1) Beitr. S. 1 8 : „Ob sita aus sa(g)itta bei noch gutturalem 
g(i) oder aus sa(j)ita zu deuten sei, kann zweifelhaft sein". 

•^) Zu den von Diez erwähnten lomb. Beispielen hissen sich 
noch hinzufügen: mail. marengh „vento marino", lüjengh, Bonv. 
staetigh; berg. ])res. friaul. balengh „traballante balordo" mail. 
bfilenga „Schaukel"; berg. gergo pastor. torlenc „boccale". — 
Nordital. Städtenanien auf -eng bei Rosa S. 82, Stcub, Herbst- 
tage in Tirol, S. 1 12, 258. 



— 47 — 

unter den vorausgehenden Konson.: parasitische Entwicklung 
s. unter l, m, n. 

qu. 

I. im Anlaut meist qu--, doch cofue 1073 u. ö., Pron. 
rel. und inter. chi che, Konjunktion che {que\ chela IX 5, 
sonst quel{a) qtielu u. s. f. {cohi III 25). 

II. im Inlaut -qu-; doch neben pasqua 799 2)a.^rha 
V 236 pascna IX 1; antica 19 mitnjitad 20; seguirW 21; 
Verlust der Giittnralis in soveter 964 suit 1X3 [seguit- 
sevit - su(v)it] ; torser 295 cos 895 cusma S^ß vlt. torcere 
cocere. 

t 

I. im Anlaut geblieben. Merkwürdig ist parma 221 
parmada 220, ostlomb. parma neben tarma^ wo irgend 
eine Angleichung vorliegen wird. 

IL im Inlaut a) intervokalisch zu -d- geschwächt, wie 
noch heute im berg. bres. i) Daneben ist häufig, namentlich 
in gelehrten Wörtern, -t- erhalten; so ausschliesslich in 
VII, X, XI, wo auch sonst das Bestreben auftritt, sich von 
dialektischen Eigenheiten los zu machen. Schon in I 
fradello pradello, neben I copata II menuto^ III pecadore 
27 contrade 63 spade 71 fradeli 175, 187 u. a., IV pe- 
cador 6, V spudava 81 podiva 214 heada 224 u. a., VI 
heada 17, XIII vedel^ corada, XIV stemadur 2, XV edad 
11 budel 156 refiadar 361 sida S92 cadenas 6il sedella 
932 oder 1027 madura 1003 preder 1368 roda 1393 
ptreveda 1463 u.a.; -aticiim = -adeg -adga, -eta=-eda, 
-atorem = -ador. Die Schreibung -th- findet sich nur 
einmal: tempratha IX 4. — -t- ist allgemein erhalten in 



^) W. M. Gr. § 346 hält -t-, -d-, -dh- in mittelalterlichen 
Denkmälern Norditaliens für blosse historische Schreibung und 
ist geneigt, schon vor Beginn der Litteratur allgemeinen Ausfall 
des primären und sekundären -d- anzusetzen. Den Umstand, 
dass das neumail. und neuven. vielfach -d- zeigen, erklärt er 
durch starken EinHuss der Schriftsprache. — Diese wohl etwas 
gewaltsame Entscheidung trifft jedenfiills für das berg. (und 
ostlomb.) nicht zu, da hier in der alten Spraclie die Schrift, in 
der neuen die Aussprache fast ausnahmslos die Dentalis bewahren 



— 48 — 

den Subst. auf -itatem -itudincm durch gelehrten Einfluss 
oder aus Dissimilation: antigitad 20 hifirmitad 232 sumita 
1867 u. a. moUituden 1795 servitude 1876; in gelehrten 
Wörtern: natura 320 muta 345 metal 1607 vita 1809 licito 
2055 rotunda 1913 ^mft* 2100, auch rmfi XIII 6, u. ö. — 
Ausfall von -t- nur in: zayna Ibb riiga 1238 ?>m?'a 1548; 
-^ zu -l- (/) in ^a^?/ 367 [patire *paidir *pail(j)ir] berg-. 
paidi pali pai com. paidi, vgl. Beitr. paire. — b) ^ 
-|- Konson.: -tr- zu -dr-\ zu -r- in palpera 42 lomb.; 
gelehrt metria 1472 impetra 1974 latron IX 2. -f^-, 
-f^'- zu -£- (c): denanz 22 maw^ 340, berg, c?6'wac mai" 
(über ante - anti - antj) , doch V. di Sc. denas, panza 129 
pancera 503. -^jy- meist zu -^-: mazol 211 ms"« 280 
5^t^o 866 piasa 1414 ^too 1523 guzeza 1812 scorza 
687 ?e>^^o? 717 redemcione III 18; -atiare -itiare = -asa^r) 
-eza{r)', cadenaz 617 5«^e^ 707 /az;e^ 877 j)0^ 933 i^^r-iO 
II u. a.; häufig lalinisirende Schreibung -ti-, so spatio 1880 
neben spaci{ö) 252, 1895 juditio 1517 neben hisfiria 
1919, stantia 591 otiosa 1937 u. ö. Zuweilen jedoch 
ist, besonders intervokalisch, die Weiterentwicklung zu 
stimml. ,9 eingetreten, welches die heutige Mundart all- 
gemein durchgeführt hat. Ebenso im mail., wo jedocli der 
Prissian (1606) die Aussprache -ts- lehrt, und sich in der 
Schreibung, so auch bei Cherubini, noch -z- findet, vgl. 
Salv. § 311. gos 275 gosuda 276 poson 1540 sent'ä'isia 
1952 yustisiä V 73, III 179 glis 642 galms 1264 (wenn 
it. capuccio?): bolso 519 olsape 619; in artesd 1520 
reso 1888, III 11, 70 aj)resiata XI 2 zeigt das ital. -g-, 
-stj- auch zu -S-: ingosa 370 berg. mail. ingossa; us{o) 
611, 622, die Schreibung uscJiio 1732, 1904 soll wohl 
phonet. usco darstellen, Bonv. usgio. — c) Konson. -f- t: 
t erhalten; in hatiserij 1487 berg. hateserc neben hati- 
stere ist Angleichung an das Zeitwort hatezd eingetreten; 
nach s fällt t als mittlerer von drei Konsonanten: pesnaga 
1245 poscena 842 bres. poscul. 

III. im Auslaut erhält sich das in früherer inter- 
vokalischer Stellung zu -d- geschwächte -t- meist als -f?, 
doch tritt auch häufig die im heutigen berg. durchgeführte 
Schärfung des Auslautes in der Schrift zu Tage: niarnl 5 



— 49 — 

edail 13 citad 1407 prad 1366 marchad 1420 stranud 
67 send 522 rcr/ 210 did 107 preved 1402 i>em(^ III 181 
7>?e^ar? IV 7 hcad Y 32 m? V 92 ased V 93 7«J 194 u. a.; 
(/rat 105 neben grad 1199 ?>^*^a^ 967 gomhet 97 a5?Y 
1065 ??iar?Y 1124 Jcfcfi2)ef 1272, III vanitat 145 ^?YaH89 
f/rr^ V212 u.a. Dasselbe Schwanken bei auslautendem 
lat. (/. Für die damalige Aussprache ist jedenfalls schon 
an der stimml. Dentalis festzuhalten.') Bemerkenswerth 
ist dann die Schreibung cavred 1173 it. capretfo, wo die 
phonet. Geltung des Auslautes = -t zweifellos ist. — 
Gefallen ist ausltd. -t, ausser in e, zuweilen et, und 
in (aut), in tape 953 infirmita 1729 sitmita 1867 
><egurta 2109, neben segurtade 2116, letztere wohl 
Italienisnien. 



Betr. -atum vgl. Morf, Gott. Gel. Anz. 1885, S. 858: „Von 
Zeruez, das an der Schwelle des Unterengadin steht, geht gleichsam 
eine doppelte Strömung aus : die eine {-atmn -au) führt den lun 
hinauf und erfüllt die Thäler des Tessin, um sich im Westen der 
lomb. Ebene auszudehnen; die andere {-atum -cd) folgt dem Inn 
abwärts, durchzieht das Livignerthal, breitet sich über das Veltlin 
und die Berge von Bergamo und Brescia aus und beherrscht 
den Osten der lomb. Ebene." In der beigefügten Anmerkung 
erwähnt Morf, dass die bergam. Poesien des Dugento (wohl 
Quattrocento gemeint) immer -ato schrieben, was bemerkenswerth 
sei, wenn man bedenke, dass die amail. Poesien nur selten -ato 
neben -ado , -adho, -ao hätten. Die ältesten Dichtungen von 
Brescia (Mi. Jhrh.) schrieben -at. — Zunächst ist die Bemerkung 
Morfs sachlich nicht richtig. Der Dekal. hat freilich fast durch- 
gehend -ato (-uto), doch prestad A^, die Passion dagegen -ad 
(-ud) neben parlat 37 (ferit 194 contrit 252), ebenso -ad in VI, 
XII, XIII; XIV einmal -at; das Gloss. -ad {-ud -id) neben 
seltenem -at und -ato. Dann ist ferner die Dentalis in -ato {-uto) 
nicht als eine Erhaltung der lat. Tennis anzusehen. Intervokalisches 
-t- war längst zu -d- übergegangen. Dieses schärfte sich in den 
Auslaut tretend wiederum zu -t, sodass obiges -ad phon. -at ist. 
Fügte man die vom Dialekt schon aufgegebene Endg. -o, welche 
die Metrik meist unberücksichtigt lässt, k^ünstelnd hinzu, konnte 
man phonet. nur -ato schreiben. So erklären sich im Dekal. 
auch die Schreibungen pecad neb. pecato, log neben loco u. ä. — 
In I -ata, Dekal. -ata {-e -i), sonst nur -ada (VI, XIIl, XIV, 
Glossar), in IX einmal -atha; falls die Schreibung -ata nicht 
latinisirend ist, kann die mask. Form angleichend auf dieselbe 
eingewirkt haben. 

Hom. Bibl. Altberg. Sprachdenkmäler. 4 



— 50 — 

d. 

I. im Anlaut erhalten. — 11. im Inlaut intervokalisch 
geblieben: caduch 228 pcdo 545 cruda 632 medcg 1543 
nido 1881 aduna 199:'), III benedego 33 siidore 82 ohedis 

182 tef?« V 5 fedel XlII 3 u. a.; in zeschadun III 57 u. ö. 
scheint die Metrik den Ausfall der Dentalis zu verlangen; 
d fällt vor dem Tonvokal in miola 134 piog 189 rays 
1273 neben radis 1762; bei den Adjekt. auf -nla: marsa 

183 rimza 1004 trohia 1064 crespia 1076 ^><or/// III 145; 
ferner in i^rö^a 1084 cora 1377 ovoUurare III 132 aro/- 
f6'r7 III 158, Marg. Leg.; in fregia VI 2 fregior 361 infregias 
360 wurde -cl^^- zu -^;^^- wie -c^ zu -c-; zu -Z- in invüia III 186 
neben öfterra nivnJia, vgl. Muss. Katli. Leg. Gloss. invüia, 
bei Ruzzante -d- häufig zu -1-. — dj- wird der Entwicklung 
von tj- entsprechend zu s- (stimmh.), heute stimmh. s: 
mes 110 mezul 56 mcse 997 garza 402 ors 663, XIII 6 
2wn.^er 1198 ^'^V^ 1212 ra^ 1395 .zagen 1480 u. a.; auch 
vergonza III 57 neben vergonia 64, 100; prenza V 253 
Marg. Leg. prenga; in inchizen 1621 vielleicht Suffix- 
vertauschung -uginem anzunehmen, W. M. Gr. § 535; das 
Hiatus -J hat nicht palatisirt in pinedi 1562 giadilll 112 
fastudi III 118 fastidiosa 1929 ohediente III 150. 

III. im Auslaut nach Vokal und Konson. meist -d 
geschrieben: nod 113 chiod 613 palnd 1357 7^wfZV210; 
frcsped 750 neben fre^t;' 890 entsprechendere 173, 240 u. ö. 
pede 177; fe III 46; jiw/^t? 238 .sy>?y? 346 sold 544 r/om/ 
916 fond 1040 u. a. Häufig auch Schreibung -t: lart 902 
ascofit 1977 D^'/Wf III 181 quant V 7, 47 rymwf V 2, 
150 fenf V 126 w^owf VII 5; siant III 32 &a.ww^ V21 
ozant V 98. 

Eintritt eines unetymologischen d: cender 207 vander 
969, s. unter unbet. a. — Zwischen in und dem Artikel 
tritt eine Dentalis auf und zwar die stimmh. in ind el 
lavez 920 ind ol nie corp V 197 ind i pe V 46, 110 ind 
i confini XIV 5; Parafr. lomb. ind i cor 61,2i (doch int 
d cor 72,2i); ind auch im heutigen mail. berg., vgl. 
Salv. §407; im friaul. in-d^ auch indactiarzisi = slcgoy- 
gersi, Pirona Wb. S. 121; im atosk., vgl. Caix Orig. § 193, 



— 51 — 

Plirsch Ztsclir. X 58 „?^2r?, wo n in ä t1bori!:o^angen ist". 
In den meisten nordital. Denkmälern steht die stimml. 
Dentalis: Dekal. int ol III 31, 57 int cl III 137 int i 
VI 23; so auch in Bonv., Salv. Pass., Besc., Marg. Leg., 
Muss. Kath., Ruzz., Calmo; im lieutigen romagn., vgl. Muss. 
Romagn. § 235; im rät., vgl. obw. en{t) Arch. gl. VII 526. — 
Die bisherigen Erklärer dieser Erscheinung berücksichtigen 
nur die Fälle mit der stimml. Dentalis und sind geneigt, 
lt. intus statt in anzusetzen, so Diez Gr. II 483 Anm., Muss. 
Romagn. § 235, Ascoli Arch. gl. II 404. Auch inter und 
intro werden vorgeschlagen, welche beiden Präpositionen 
in lomb. ven. Denkm. in der That häufig in ersetzen (so 
in Besc, Bonv., Maria Eg., Marg. Leg., Tobler Prov. u. ö.). — 
Lomb. friaul. (tosk.) ind, das denselben Ursprung wie nordit. 
int haben muss und doch unmöglich auf intus zurückgehen 
kann, möchte die versuchten Deutungen zweifelhaft machen. 
Es wird vielmehr derselbe lautliche Vorgang zu Grunde 
liegen, dem weitverbreitetes sontie) = sum, saronte fassante 
donte Ruzz. Wendriner S. 43, mail. com. cont = cum (Porta, 
I desgrazi de Giovannin Bonge: „Ovei, ch'el staga requi 
cönt i man" ; so häufig in den comask. Volksliedern, herausg. 
von Bolza, Sitz. Ber. Wien. Ak. LIX) friaul. on-d, an-d, 
Pirona Wb. S. 121, ihr Dasein verdanken. Bei einer aus 
Erhaltungstrieb starken Aussprache des im Auslaut leicht 
gefährdeten n (vgl. die Schreibung enn Kath. Leg. 646, 
alomb. innel Giorn. II 61, aven. inn un Giorn. II 163, 685, 
franko -it. Texte liäufig inn, ebenso im atosk., Caix Orig. 
§ 121, Hirsch Ztschr. X 58, Blanc Gr. S. 173), musste die 
Zunge, deren Spitze an die Oberzähnc gepresst war, bei 
ihrer Loslösung leicht die Dentalis (t oder d) hervorrufen. 
Die Wahl des stimmh. oder stimml. Konsonanten richtete 
sich nach der Qualität der vorausgehenden Nasalis. 

s. 
I. im Anlaut zu ^ verschärft in zuhra 449. — II. im 
Inlaut zu ,i in per.^eijfida 1560 nob^w perseg 1290; insens 

1457 ist Umstellung von immens. sj- zu -.s-: fasol 681 ^)/.srfc 

688 cercm 1313 masone III 184 caso V42; Hiatus-/ 
hat nicht palatisirt in den h albgel ehrten |)a/r/.9/o 585, ^csia 

4* 



— 52 — 

1424 giesia \')\(S, III 45, Asson. zesia, heute cesa', hosm 
2002 berg. bres. mant. hosia, Sclineller hosia, sonst lomb. 
emil. it. paroxytonon, vgl. Seif, husia. Die Zuriickzielnuig 
des Accents ist hier neuem Datums, da sonst %osa (aus 
*bos;ra *bosga *boga boza) zu erwarten wäre. Dass das 
Schwanken jedoch länger bestanden, zeigt die jüngere, auf 
der zweiten Stufe befindliche Palatisirung in der berg. 
Nebenform hösgia: crem, husgia scheint eine hybride Form 
aus *büsga -f- busia zu sein. 

III. im Auslaut geblieben. ') 

X. 

Meist durch 5, ss wiedergegeben, daneben mit gelehrter 
Schreibung, vielleicht auch Aussprache x: seya 98 cossa 
167, neben cos{x)al 509, Jesiva 206 asal 1392 u. a.; flux 
237 luximos 1688 exprimer 2096 proximo III 73 dextro 
V 227 u. a. 

^. 

Die Behandlung ist entsprechend derjenigen des sekun- 
dären ^ aus -i/j-\ zu erwähnen etwa sofVd 760 berg. sofrd 
gegenüber mail. ^a ff ran it. safferano. 

h 
findet rein graphische, oft latinisirende Verwendung. 

y 

dient zur Bezeichnung des konsonant. i und vertritt i als 
zweiten Bestandtheil eines Diphthongen vielleicht mit der 
Geltung -ji-. 



^) Von dem im heutigen berg., vgl. Tirab. Voc. S. 31, W. 
M. Gr. §417 und §4(18, weit verbreiteten Wandel von stimml. s 
zur Aspirata h findet sich kein Anzeichen. 



Der Formenbestand. 

Nomina. 

Betreffs der Flexion vgl. die Lautl. unter ausltd. -o 
-a -i -e. 

Pronomina. 

I. Person alia a) betont: eo; tu\ al (vgl. Ltl. unbet. i) 
el lii; alä\ no {}ioy XIV 4, 6); vo\ ali eli ay li 
(Mask. und Fem.) lor. — mi; ti^ lu-, Je; no\ vo; 
lor{o); si; meyo, teyo, scgo V219 doch con sigo 
III 139. — b) imbetont: wie oben, nur für eo meist 
c^ 3. Plur. ?e(?) III 77. — m{e); t{e)\ lo oh la\ y{e)\ 
n{e)\ v{e)\ li i (Mask. und Fem.) ?e (?) III 69; s{e\ 
sey m 191 .s/(?) V246. 

II. Possessiva: meo, unbetont und meist in enklitischer 
Stellung me, mia, Plur. me XIII 3 [me XI 23) mia 
X 33; to, kia, Plur. to-, so, sua {soa X 10, 41, XI 7), 
Plur. .so (soy Fem. XIV 4); nost noster nostre nostro, 
nostra, nostri {nos XIV 1, 2); vost, vostra, vostri 
{vos VII 14); lor, so (Ruzz. stets suus für illorum, 
Wendr. S. 59). 

III. Demonstrativa a) substant: Mask. Nom. Sing, qiielu 
V 14, 16 colu III 25 (^ueli III 26, Plur. quelor V 38, 
Fem. chela IX 5. b) adjeki: sto III 24 sta X 28, 60, 
ist(^) V 193, quest(ä) questi, quel(ä) quell qiiey. 

IV. Interrogativa: chi wer, che was. 

V. Relativa: cid und che, lo quäl, i qiiay. 
VI. Artikel vgl. Ltl. unter unbet. i. 



— 54 — 

Verba. 

«-Konjugation. 
Präs. Ind. 1. -o und ohne Endg.; meist tritt das Fron. 
Pers. e(ö) zu -/ erhöht an den Stamm: prego 
III 30 laf V 75 giam V 127; guardi V 101 
pregi V 135 clelegui V 136 mandi V 164 u. a. 
Heute zu -e abgeschwächt. 
2. -i, heute -e mit Hinzutreten von -t (tu). 
3. 6. -a (so auch der Imper. Sing.); die einzige 
Pluralform ist govemeno 1996, vgl. W. M. lt. 
Gr. § 393. 

4. -am; am acusa V 74, s. W. M. It. Gr. § 391. 

5. -e [a(t)i(s)], doch guarded V 1 9 1 torned V 233 ; 
portatl X55; mit angetretenem Pers. Pron. 
andef V 230. 

Konj. 1. 2. — 

.'). 6. -i: parli 339 p)legi 1936 castigi III 70 u. a., 
doch giiard IV 15. 

Impf. Ind. 1. -ava; im heutigen -ae ist nach W. M. It. Gr. 
§ 398 das e aus dem starken Perf. über- 
nommen. Näher liegt eine Beeinflussung 
durch das Präsens, wie denn die V. Maggia 
in der 1. P. Präs. und Impf, -i zeigt. 
— ; heute -aet. 
-ava-, heute -aa. 
am stemava XIV 2. 
tapasse HI 115; heute -es, W. M. It. Gr. § 421. 

-e [a(v)i]; heute -e. 

-as (-asti -ast) ; heute -eset mit Uebertritt zur 
fcj-Konj., die Endung -et ist aus dem Präs. 
und Impf, übernommen. 
3. 6. Meist -a, sodass man häufig schwankt, ob 
Präs. oder Perf. vorliegt; mit erweitertem 
Auslaut i): revoltaye III 177; dann -6: jho 

^) Diese in unsern Texten am Versende beliebten voU- 
töueudern Endungen sind weit verbreitet, nicht nur bei A'^erben, 
sondern in allen auf betonten Vokal auslautenden Wörtern, so 





2. 


3. 


6. 




4. 


Konj. 


3. 


Perf. 


1. 




2. 



— 55 — 

III 67 mando III 171 lasso X 51 und mit 
Erweiterung: madoe III 116 ordenoe III 170; 
endlich -c: ande V 240 (juarde V 245 (jtame 

V 162; lieute -c. — Plur. Form: trovano(?) 
III 158, vgl. Marg. Leg. XCVI. 

4. — ; heute -esem durch Anlehnung an die 
5. Pers. 

5. -asef (-ast -as -|- analogischer Endg.), heute 
-esev. 

Fut. 1. -arö', doch clmytaraye III 12, womit daye 

V 103 statt doye zu vergleichen ist, auch sal 
zweimal neben so im Ug. da Laodho S. 29. 

2. -an'i 

3. 6. -am\ -araye III 138, 139, 140. 

4. -aramo, (juadaniaramo III 54. 

5. -ari', retornariti X 56. 

Cond. 1. Mirave XI 14 (st. zurarave); starave XI 5 
(als 2. Pers.?!) 

Gerund, -ando -ant. Infin. s. Lautl. unter r. Partiz. 
s. Lautl. unter t 

e-Konjugation. 

Präs. Ind. 1. -o oder endungslos. 

2. -r, cri 111 23 als Imper., doch ve V 108. 

3. 6. -e oder endungslos; cre III 27; h<äufig tc{ii). 

4. -ewio; öf/M fe XIV. 1) 

5. -i: inqtiiri V28; secori IV 12 als Imper. 
Konj. 3. -«, s. die i- Präsentia. 



namentlich bei Besc. ujid iu der Kath. Leg.; im atusk. und im 
heutigen floreni, vgl. Nanuucci Manuale S. 42 — ()2, 155—171, Caix 
Orig. § 87, Hirsch Ztschr. IX 536, X 427. 

^) Im heutigen berg. Impf. 4. amäem und mamda Perf. 4. 
ameseni und m'ame Futur 4. temirem und am temird, also cüu 
(homo?) + 3. P., W. M It. Gr. § 391. — Es lassen sich diese 
Bildungen vielleicht auch durch den Einfluss der alten Doppel- 
formen des Futurs {stamm neb. am star u. s. f.) erklären, wobei 
am als Kennzeichen der 4. Pers. mit der 3. Pers. des Verbums 
verbunden wurde. 



— 56 — 

Impf. Ind. 1. 8. -wa\ credia X 15 prendla XI 11, AV. M. 
It. Gr. § 443. 
Konj. '6. savese XI 26. 

Per f. 1. — , heute e. 

3. 6. -e, ,, -e. 

4. — , „ -esem. 

5. -esef: avesef IV 32, heute -esev. 

Fut. 1. -erö: metero X 28. 

2. -er 6'. vore V 204. 

3. 6. -em: jjerf?emye III 141, doch j>erc^araXIV4. 

4. — 

5. -en\ averiti X 57. 

Kond. 1. -cref: roref'Y 130, heute -erev; es ist zweifel- 
haft ob hier Infin. -f- habui oder -|- habebnm 
vorliegt, vgl. Marg. Leg. C und Muss. Bonv. 
S. 128. — vorm XI 9. 
2. -eres: saveres{tu) V 243, heute -ereset mit 
analog, -et 
3. 6. -eraf: voraf XIV, heute -erev und -erav. 

Gerund, -audo mit Angleichung an die a-Konjug., 
heute -end. 

^-Konjugation. 

Präs. Ind. 1. -o, -i, und ohne Endung. 

2. -/; Inchoat. con^ew^^^e III 114 idzissi ferisse 
III 115. 
3. 6. -e und ohne Endg.; Inchoat. perisse III 112 
ohedise III 182; häufig ve{n)\ Pluralform rc- 
neno 1807 mit Anhängung von -no an den 
Singular, s. Marg. Leg. IC. 

4. — 

5. -i, udi III 89 Imper. 
Konj. 1. -a: consenta X 19. 

Impf. Ind. 3. 6. -iva: veniva IV 11. 

Perf. 1. — 



— 57 — 

2. -is: nassis V 105, heute -i,set; zu benedis 
V 201 statt henedesis vgl. fisti Ugu^on 721, 
1231, Marg. Leg. XCII. 
a. 6. -l: sufri III 17 niori V 2 jfjttr?^/ V 22, auch 
queri V 216 ^a^^ X 37. 

4. — 

5. -/bY/': fm2)arturissef lY 27 ^ VII 18 vedisef 
IV 30. 

Fut. 1. -iro: diro V3 sporslro V 16. 

2. -/re: (jnarire III 129. 

3. 6. -/>'tt: tradira Y d aparlraY 205^ doch veni- 
ara IV 25. 

4. — 

5. -iri: din V 13 vener i{d) X 27. 
Koud. 3. morirave XI 26, heute -/rcv; -//-«r. 

Ger und. -mit, heute -e?if?. 

üiiregelmässige Yerba. 

cssere. 
Präs. Ind. 1. 6*0 ; sont XI 23 son XI 24. 

2. c V 33, 57: tu si e X 16; heute se. 
3. 6. e\ Pluralformen son{ö) 1723, 1759, III 
101, XIV. 

4. — 

5. siti X 54. 
Konj. 1. sia X 20. 

2. — ; si III 150 Imper. 
3. 6. m-, 6^m V234, 252. 

4. am sia IV 16. 

5. 5/e/' VII 15, 17; sie IV 35, 36 Imper. 
Impf. Ind. 1. 3. 6. era. 

2. m. 

Konj. 2. fosse. 

Perf. 1. /b IX 2. 

2. — 

3. 6. /b III 34, 164. 

4. — 

5. fosef IV 30, 34. 



— 58 — 

Fut. 3. sera. 
Geriind. siant 111 32. 

avere. 

Präs. Ind. 1. Jio. 

2. e. 
3. t). a. 

4. amo 111 80, havemo XIV 4, heute em. 

5. tt^^y; doch avid Vll 16 «^-/^ VII 21. 
Konj. 2. ahia 111 101 Imperat. 

3. 6. ahia 111 130, XIV. 

Impf. 3. «^fm 111 38; /m(?) III 163 vielleicht mit 
der im heutigen hia eingetretenen Kürzung. 

Perf. 5. acesef IN ^2, 33. 

Fut. 6. avem V 38. 

fieri. 
Präs. Ind. 1. fi IX 1, 3. 

3. fi 1461. 

Konj. 3. fid V 113, zu welcher Form Marg. Leg. CIV 
zu vgl. ist. 

Inf in. fi 343, IX 4. 

Einsilbige Präsenti.a. 

dare: Präs. Ind. 1. äo V 157; 5. def Y 36, 42; Impf. 3. 
dava V40; Perf. 3. de 1113, V93; Imper. 2. 
Plur. de IV 24. 

fare: Präs. Ind. 2. fo V 73, 100, 111; 3. fa III 58, 
V 33; Konj. 3- faza V 72; 4. /«cmo III 84,IV 13; 
Perf. 3. fi 111 35, 59, V 4, 20, 45, flce 111 170, 
171, fici X50; Put. 5. fari V52; Kondit. 2. 
/arc^^^e (faresseV) 111 110, 167; 5. farasev XIV 3. 

Stare: Präs. Ind. 3. sta 1914; 4. stam V 134; Konj. 3. 
staga 1904; Impf, stasiva III 88, vgl. Marg. 
Leg. CVl. 



— 59 — 

andare: Präs. Ind. 2. ve XI 19; 3. va III 55: 5. cuide 
V231 cmdefY 230; Perf. 3. aude V 240. 

dire: Präs. Ind. 1. digo III 26; 3. dls V30; Imper. 
Sing-, f// VI 11, Pliir. dld V 233. 

sapere: Präs. Ind. 1. so V 69, XIV 2; 3. 6. sag Y 6, s. 
Marg. Leg. CVIII. 

potcre: Präs. Ind. 1. posso V 158; 2. i^oge III 76; 3. 7>o 
III 29: Konj. 3. iwssa; 4. poscmo III 83; Fut. 2. 
;>o>c' XIII 2. 

i- Präsentia. 

Präs. Ind. 1. rog III 168, V 150, VI 13, 14, coge V 104; 
romagni V 133; ^^e^o V 149 rege V 106, 179; 
3. vol VI; fo^(?) V245; 6.^ veneno 1807 
nach der 3. P. gebildet; 5. voli V76, toU 

V 70 imperat.; Konj. 3. mantenia IV 38; /a^a 

V 72; preiiza V 253; tolemo III 101 facemo 
IV 13 imperat. 

Impf, cazica V 173 zaziva III 74 ^cj^/« XI 17 

cenica IV 11. 
Fut. 3. rew/a /•« IV 25 ; 5. reneri(d) X 27 . Gerund. 

fiuatido III 51 ozcmt Y ^4. Part. ^e^^^riJ 

V 249 zaziita XI 24 vemuda 254. Inf in. 
/o?/ III 153 m^i V79 tegni 296 &öv/ 921. 

deberc: Präs. Ind. 1. dogeY 125 dcif/c V99; 2. (?i 

V 159, 160 de III 7, 19, 43, 74 u. ö.; 3. de 
III 49, 52; 4. deiiio V 128, VI 12; Konj. 4. 
dehi'em III 11: 5. dehie III 30: Fut. 3. 
dem V 14. 

Starke Perfekta. 

Ablautende: fi, fiee, de, fo s. oben. — 3. clde III 37, 
V 228, XI 13 v'td V 171 vito III 63 cit{el) 
III 173, s. Cron. Imp. Ann. vete 268 u. 
Anra. 3, betr. der Endg. -o s. Marg. Leg. XCVI; 
5. cedisef IV 31. 



__ 60 — 

u-Perf.: 1. vcnc X 9 solY 158; 3. ten III 66, 175 
ven III 118, 161, V221; cogniove V245: 
vole III 157 roleu V 5 wird eine schwache 
Form sein, s. unten volse; toi V 245 mnss 
dem Sinne nach Perf. sein, s. unten tolsc, 
nassis V 105 ist schwach fiektirt. 

s-Perf. 1. 3. 6. unterschiedslos mit -i -e und ohne 
Endung: trasse X 14 rolse V 119; misi 
III 69 fmsse X 10 mis V 77, X ^2, comis 
III 181 idcis III 176; reqnerse X 3; pns 
V 99 respos V 15, 27 respons V 34; mossi 
X 1 3 ; tolse III 1 69 tols V 208 ; äisse III 94, 
111, X 7 disllll61,Y9; volse XI 20 uols 
V62, 94, 250 (v. volere). 

Starke Partizipien. 

diy III 34 invoUY 210- mpiesto X 34; tohtN U2, 
202; prlsa 111 64 6/e6/i6^ IV 16 iutls V 38 mcs V 226 
ascosi 1759. 



Metrisches. 

Die von Miissafia in den Mon. ant. S. 131 — 134, in 
der Kath. Leg-. 8. 240 — 247 und in der Romania II 114, 
von Tobler im ügu^on S. 36 — 39 und von Wiese in der 
Marg. Leg. S. CXII — CXVIII für die von ihnen heraus- 
gegebenen norditalienischen Denkmäler aufgestellten me- 
trischen Grundsätze finden auch in den vorliegenden alt- 
bergamaskischen Gedichten ihre Befolgung. 

Zunächst muss bei der Bestimmung des Versmasses 
von der Schreibung der Texte vielfach Abstand genommen 
werden. Dem Schreiber, dem es hauptsächlich auf den 
Inhalt ankam, verlor bei der Aufzeichnung das Metrum 
aus dem Auge und zerstörte den Vers, indem er sich bald 
einer historischen Schreibung bediente, bald die gewähltere 
durch das ital. beeinflusste mundartliche Form statt der 
volksthümlichern, oder auch umgekehrt, einsetzte. Er fügte 
so beim Substantiv, Adjektiv und Verb den tonlosen Auslaut 
-e -i -0 oft hinzu, wo derselbe eine Ueberladung hervor- 
rufen musste, oder liess denselben, wo vom Dichter er- 
fordert, auf eigene Faust weg. Andere Schwankungen des 
Dialekts, so namentlich die mehr oder weniger verkürzte 
Gestalt des Infinitivs, mussten unter diesen Umständen 
weitere Entstellungen nach sich ziehen. — Der Artikel, 
die tonlosen Pronomina und Adverbia sind meist mit 
Verlust der geschriebenen Vokale enklitisch oder proklitisch 
zu lesen. — Die Herstellung des l zwischen Vokal und 
Plural-/ ist gewöhnlich auf Rechnung des Schreibers zu 
setzen, sodass auch statt cn7n li, de li, a It, e li meist 



— 62 — 

coi , dij ai, ei eintreten müssen. Aehnlich c -f- Yok. statt 
et -\- Vok.; ve, te, no + Vok. statt ven, ten, non u. s. f. — 
Ein tonloser Vokal wird liäufig durch vorangehende oder 
naclifolgende Liquida absorbirt, so namentlich der Mittel- 
vokal bei Proparoxytonis. Im Dekalogos: idtüitad 15 
idolatri 27 benedego 33 omnjpotcnte 39, 56 setemana 48 
misericordia 51 vanitad 53, 61, 145 veritade 60, 145 
fernem 146 reverencki 76 comandament 5, 74, 107, 
132 u. ö. carnalitate 147 desenore 174 (neb. desnor Y 79)-, 
humilitad IV 8 dolorosa IV 34 spirito V 122 (neb. spirto 
IV 18) carjtad V 253 cristkmitate X 25; imagen III 13 
.e'orj^w III 103 angel III 171 dulcisem IV 17 mader lYM 
(neben madr lY SO); häufiger denans, de la. — Besonders 
zu erwähnen sindi : iustixia III 178, das wie in der Marg. 
Leg. zweisilbige (!) Geltung haben könnte; per li III 63, 
das, wie ebenda, einsilbige Aussprache zu verlangen scheint 
(wolil pei zu lesrn); für per la IV 29, 33 lässt sich kaum 
einsilbige Aussprache annehmen, wie Wiese es thut; cescha- 
duna III 55, 57, VI 16, das mit Aufgabe des d dreisilbig 
zu lesen sein wird. — Der Hiatus im Wort und zwisclien 
Wörtern ist ganz freigegeben. — Flickwörter sind häufig 
auszuscheiden, gelegentlich einzuschieben. 

Eine durchgehende metrische Wiederherstellung der 
Texte würde bei der grossen Zahl der Unregelmässigkeiten 
sowie bei der häufigen Unsicherheit, welche Art der Ver- 
besserung bei zwei oder mehreren Möglichkeiten die gerade 
zu wählende sei, die Mühe nicht verlohnen. Da ein solcher 
Versuch auch allzu ausgedehnte Veränderungen des Ueber- 
lieferten mit sich führen würde, ist derselbe nach dem von 
Mussafia und Toblev in ihren erwälinten Ausgaben gegebenen 
Vorbild unterblieben. Nur wo das Versmass gröbere Ver- 
derbniss aufweist, findet dies in den Anmerkungen I^e- 
sprechung. 

Bei Zugrundelegung obiger Grundsätze stellt sich für 
die einzelnen Gedichte Folgendes heraus: 

Die 191 Verse des Dekalogos lassen sich von wenigen 
ganz entstellten Versen abgesehen entweder von vornlierein 
als 10 -Silbner lesen oder doch leicht zu solchen umfi)rmen. 
Die häufigen Erweiterungen des ursprüngliclicn Masses zu 



— 63 — 

12 -Silbnern wird lianptsächlich der Schreiber verschuldet 
haben. 

Die Salve Maria ist in 8 -Silbnern abgefasst. Eini^^e 
Erwciterung;en zu 10-Silbneni lassen sich auf das alte 
Mass zurückführen. 

Die Passion, sowie die Bruchstücke VI weisen eben- 
falls 8 -Silbner auf, und ist hier das Versmass verhältniss- 
mässig gut bewahrt. 

In der Salve Regina sind 12 -Silbner, im Contrasto 
7 -Silbner, in XI ist das Versmass schwerer zu bestimmen, 
doch scheint der 14 -Silbner zu Grunde zu liegen. 

Als Bindemittel der Verse gilt der Reim, gelegentlich 
auch die einfache Assonanz. Wo Entstellung eingetreten, 
wurde in den Anmerkungen die Besserung versucht. 

Im Dekalogos reimen die Verse meist paarweise oder 
im Doppelpaar, selten zu drei oder fünf. — In IV paar- 
weise, doch tritt von 26 — 35 eine neue Ordnung ein: 
a b b (b) a b b (b) a. — In V, VI und VII reimen je 
zwei Verse und zwar sind in den beiden ersten Gedichten 
je vier Verse zn einer Strophe zusammengezogen. — In X 
ist der Strophenbau künstlicher. Auf eine kurze vierzeilige 
Einleitungsstrophe folgen sieben achtzeilige Strophen, deren 
Endverse mit dem Anfangs- und Schlussvers der ersten 
Strophe und also auch unter sich reimen. Das Schema ist 
daher: abba — cdcddeea. 

Es zeigen sich einige Ungenauigkeiten des Reimes, 
meist graphischer Art. Zunächst Fälle, wo die unbetonten 
Vokale der nachtonigen Silben nicht übereinstimmen: -ento: 
mte III 58 sole : fiolo III 88 -ade : -ati : -ade : -ate III 144 
-ente : -enti : -ente : -ento 111 150; ancora : -ore III 25 al- 
lora : -ore III 161 7nosi : fosse X 13, 15 eura:puro X 29, 31. 
Dann Schwanken zwischen Tonvokal e und i, o und v: 
dire : caralere III 169 plena ■ ragina IV 21 vedisef: nare- 
sef IV 31 menari : mide V 29, 51 credi : zude V 61 tra- 
ditur : signior V 23. 

Besonders zu bemerken sind noch die Reime eomandd: 
p6rpordY69 yusHsid : acusd Y 7 4: , wo Proparoxytona zum 
Zwecke des Reimes einen Nebenaccent auf die letzte Silbe 
erhalten, vgl. Marg. Leg. 0X111. In Marie -.fre V 123 



__ 64 — 

cogniove :pe V 245 miiss wohl Tcxtverderbniss angenommen 
werden [Marie -.tre, cogniove (cognosce Mar. Leg. XCVIII) 
:i?e??]. 

Assonanzen sind besonders zalilreich in lY und V. In 
III nur straMnare - padre III 94, was jedocli aucli als 
Reim aufgefasst werden kann. Reim ist natürlich delcct: 
tolet V 141. Die vorkommenden Assonanzen nach der 
Eintheilung Mussafias Kath. Leg. S. 16 ff. geordnet sind: 
1. mit Verschiedenheit des auf den Ton vokal folgenden 
einfachen Konsonanten: veniva : ingina IV 1 1 laf: dad V 75 
stramontid : morir V 149 lamentava : heada V 223 Feder 
: cdeger V 233. 2. der einfache Konsonant n, v fehlt in 
einem der Wörter: Maria : disiplina VI 37 Maria :podiva 
V 213 compania : planmva V 218 via : disiplina VI 21. 

3. der Doppelkonsonant ist verschieden: cappa-.agraffa X 10. 

4. freiere Assonanzen sind: senior e : graciosa IV 26, 30 
fnoliment : temp V221; bei fratre : peccato X 5, 7 liegt 
die Einsetzung von frato nahe. 

Vokale in geschlossener Silbe assonieren mit ent- 
sprechenden in offener: 1. der einfache Konsonant bildet 
einen Bestandtheil der Verbindung: Crist : contrit V251: 
wo gedecktes n im Spiele ist, kann ein Verstummen der 
Nasalis mit eingetretener Ersatzdehnung des Vokals vor- 
liegen: portad : phtrant Y 211 circando : resusitado V 231 
caritad : hianch V 253. 2. der einfache Konsonant findet 
sich in der Verbindung nicht: guard : ternal IV 15 partu- 
risef: fasiva IV 27 cros : doh V 115 Zovan : gram V 119 
fantina : ancilla V 139. 



Die bergamaskisclieii Sprachdenkmäler 

vom IX. bis XV. Jahrhundert. 

(Die Worttreunung, die Auflösung der Abbreviaturen, die Setzung 
grosser Anfangsbuchstaben sowie der Eedezeichen, die Scheidung 
von n imd v, i und j rühren vom Herausgeber her. Für j wurde 
das in den JBandschriften beliebte y beibehalten, so auch wo i 
den zweiten Bestandtheil eines Diphthongen ausmacht, da hier 
die fast durchgängige Schreibung y vielleicht auf die Aussprache 
ji hinweist. Die runde Klammer umschliesst das aus dem Text 
Auszuscheidende, die eckige das den Text Ergänzende.) 



Rom. Biljl. Altherg. Sprachdenkmäler. 



IX. und X. Jahrh. 

I. Einzelne Wörter mundartlichen Gepräges aus lat. 
Urkunden enthalten in Mario Lupos Cod. JDiploni. cirit. 
et ecclesiae Bergomatis, Berg. 1784 — 1799, und mitge- 
theilt von E. Zerbini: Note Storiehe sul Dialetto Berga- 
maseo, Berg. 1886, und von Tiraboschi Voc. 12: 

ca, formacilo, tegia, curte, broilo, barba meo, albare, 
fope, aqua corente, laubia copata, fradello, pradello, mon- 
tizello.i) 

X. XL und XII. Jahrli. 

II. Einzelne mundartliche Wörter aus berg. Urkunden 
nach einer Sammlung von Tiraboschi mitgetheilt von Zerbini 
op. cit.: 

i-la, in-za, nora, Sariola, scherpa, grano menuto, cesa, 
(gerbus, salectum); a sira, Bateferi, de fontana de aqua 
morta, cazaverunt, buschezare, taliare, rastelare, foliam tollere, 
secliabant, taliabam de brokis per dare capris; cadrega, puzo.^) 

XIV. Jahrh.*) 

III. II Decalogo. 

Aus einer notarielle Urkunden enthaltenden Handschrift 
(Palimpsest) des Jahres 1253, die zuerst im Archivio Notarile 
zu Bergamo aufbewahrt wurde, dann längere Zeit spurlos 

*) Aus dem 13. Jahrh. stehen leider keine Texte zur Ver- 
fügung. Mittheiluug von dem Vorhandensein solcher giebt Grion 
im Propugnatore III S. 59 nach G. Libri, Hist. des Math., Paris 
1838 S. \'il: „Je possede quatre anciens manuscrits de poesies 
populaires italiennes, ecrites en divers patois. L'uu, qui est de 
1259, et qui est un livre de confrerie, contient un grand 
uombre de poesies en patois de Bergame et de Brescia; 
elles montrent que ces dialectes n'out pas seusib) erneut varle 
depuis six siecles". 

5* 



— 68 — 

verschwunden war, bis sie sich im Archivio della Miseri- 
cordia des Ospedale (Ricovero dei poveri) dieser Stadt 
wiederfand. Die Schrift des Dekalogos ist jedocli sicher 
um ein ganzes Jahrhundert jünger. Derselbe wurde zuerst 
von Biondelli nach einer Abschrift Gabr. Rogas, im Appendix 
seines Saggio stii dialetti gallo -italwi, Mil. 1853, dann 
in seinen Poesie lomharde medite, Mil. 1856 veröffentlicht. 
Gabr. Rosa gab das Gedicht selbst im Jahre 1855 heraus 
in seinem Buche: BialeUi , costumi e tradisioni delle 
provincie di Bergamo e di Brescia, Berg. 1855. A. Bartoli 
Hess diese Abschrift des Dekalogos (und des Salve Maria) 
durch Tiraboschi kollationieren und verleibte die neue, 
vielfach bessere Lesung seiner Crestomazia della Foesia 
Italiana del Feriodo delle Origini, Tor. 1882 ein. Ein 
Nachdruck findet sich in J. Ulrichs Ältitalieniscliem Lese- 
huch, Halle 1886. W. Förster endlich benutzte seinen 
Aufenthalt in Bergamo im Jahre 1880 zu einer neuen 
Abschrift, durch deren gütige Ueberlassung es mir ermöglicht 
ist, einen von den zahlreichen Lesefehlern Rosas und 
Tiraboschis geläuterten Text des Dekalogos herauszu- 
geben. — Nur wo die Lesungen Försters und Tiraboschis 
auseinandergehen, ist die varia lectio Rosas unter dem 
Texte angegeben. 

A nomo sia de Crist ol di present 

D-i des comand(and)ameti alegramente, ^) 

I quay de De, pader omnipotent, 

A Moyses per salvar la zent, 

E chi i des comadamenti observara 5 

In vita eterna cum Cristo andara. 

El primo camandament ol de honorar: 
Sover omnia cossa ama ol criatore 
Cho Tanima e cho-1 cor e cho la ment 
E in lu meter tut ol nostre amore.2) 10 



2 T. R. comandame7it{i) alegrament 5 T. R. comanda- 
me7it(i), im Cod. keine n-Abbr. 7 T. R. comandament Cod. 
deutlich a 



— 69 — 

E la reson per qiie no ol debiem amare, 
Se vo m'ascholte, eo v'ol chuytaraye. •^) 

Per zo che a la sua imagen al n'a formato 
E lo libero arbitro lu si n'a dato. 
Tute li cosi a nostra ultilitad li a creati 15 

E de - 1 so sang precios al n'a recomperati, 
E SU la cros al sufri passione 
Per la nostra redemcione. 

El segondo comandamento de observare: 

El nomo de Deo in va no-1 menzonare, 20 

Ni in sperzur ni in biastemare 

Ni in faturi ni idoli menare; 

Non cri a-y indevi, ch'al e rasia, 

Ni in vana cossa clii in sto mondo sia. 

Colu che se sperzura^ biastema ol Creatore, 25 

E queli che lo madise el digo ancora. 
In idolatri cre i miser pecadore, 
Ay cre a-y indevi et a-y incantadore. 
In asse vise se po Deo biastemare, 
Unde ve prego che ve-n debie guardare. 30 

Int-ol vegio testamento se trova scripto: 
Siant ol povel de Deo fora d'Egipto, 
El fo uno che biastemava Deo benedeg[i]o, 
E per parola de Deo padre el fo dig amos, 
E de fora ay lo fi menare 35 

E si lo fi lapidare. •*) 

E po vide san Grigoro, de Deo serventc, 
Un fanti, lo quäl aviva zinqui ani,^) 
El quäl biastemava Crist omnipotente. 
Ol padre no-1 castigava de niente 40 

E biastemado Deo el padre in brazo ra[viva]. 
Ol damoni a so dispegio de brazo i-lo tolpva]. 

15 T. R. utilitad 10 T. li. recomperato 22 T. in idoli 
K. ni in idoli 27 T. miseri 32 T. de Egipto 33 T. R. un 
Cod. gleichsam un cche 34 T. a fnos R. digamos 35, 36 Cod. 
1 Zeile 37 T. R. Grigore{i), Coä. eher Grigoro, doch sind e(i) 
und oft schwer zu unterscheiden 39 R. T. biastema{?i) Cod. 
a-f Abbr. 41 T. R. Uava 42 T. R. tolava Cod. la-\-u{?) 
toi 4- a (?) am Rande 



70 



El terzo comandamento de observare, 

Zo e la festa de Deo ben guardare, 

Andar a la giesia, a li messi, e iidi predica[re], 45 

E-1 nostro Creatore de regraciare 

Con tut ol cor e no co la fe vana 

De zo che al n'a prestad in la setemana. 
A-n-ol^) se de andar tevernazando, 

Ma pover e infirmi revesitando 50 

E ovra de misericordia anda fazando. 
• Li doni non de a-1 bal andar cantando, 

Ma tirar-se la vanitad da-1 cor e de la testa. 

Alora guadaniaramo la bella festa. 
Ceschadima dona che va desonestamente 55 

Alla offende a Cristo omnipotente 

E fa vergonza a zeschadun so parente, 

Com fi una int-ol vegio testamento. 

Un bei asempi ve diro de presente: 
Fiola de Yacob ala era in veritade, 60 

üonzella alora plena de vanitade. 

Novamente ala riva') a una zitade. 

Li doni la vito andar per li contrade. 

Quella donzella fo prisa e vergoniata 

E duramente ala fo lapidata. H5 

Li so dodes fradey s'ol ten a desenore 

E li pio la zitade a grando forore. 

Homeni e femeni e fantini ancora 

Per tay de spade li misi al'hora.^) 

Per zo chi a fioli li castigi per rasone 70 

A zo che no li pechi per vostra cassone. 

Questi comandamenti pertene a Deo padre 

E li altri VII a-1 proximo sanza falire. 

El qiiarto comandamento de observare: 

Se tu e pader ni mader tu li de honorare, 75 
Fa-ye honore e reverencia quanto tu poye, 



45 Cod. predica am Rande 50 T. offenda 69 T. R. 
li Cod. le, doch da e u. i sich wenig unterscheiden, ist erstere 
Lesung vorzuziehen, so auch V. 77 70 T. R. razone 70 T. 
faye R. faic Cod. fa -4- r ähnlichem Buchst. 



— 71 — 

Per che li t'a dati la caren e-1 so sänge, ^) 

Li nostri padri che n'a inzenerati, 

E li nostri madri che in corpo n'a portati. 

Ase mali noti e di y-amo dati, 80 

E de-1 so sänge eli n'a resaziati. 
Ali n'a aquistati la roba con grado sudore 
Unde no posemo stare a grando honore. 
De^^*) non facemo cum fa lo re servente 
Che non coniosse che ye serve de niente ") 85 
Cum fi un fiol menescredente 
El quäl aviva el pader vegio certamente. 
Ol pader era vegio, stasiva a-1 sole. 
Or udi que fasiva quel re fiolo: 
Ol pader che era vegio se spudava; ^'^) 90 

El fiol l'aviva in schifi '^) e si-1 piava, 
Per li caveli dredo s'ol strasinava 
Fin ad uno loco che-1 pader se parlava. 
AI disse a-1 fiol: piu no me strasinarel 
Fin chinloga e strasine ol me padre. 95 

Chi bäte pader e mader mal conve fenire, 
Cosi fara li so fioy a lor senza falire. 

Che mal fara per zerto mal conve avire, 
Che Yesu Cristo ne fara pentire. 
Quado li son vegi, de non abia vergonia! 100 

Tolemo asempio che ne da la zigonia: 
Quand la zigonia e vegia e no po volare, 
La zigonia zoven se la met a covare, 
E si ye percaza cosse da mangiare. 
Quando un oselo ne da amestramento, 105 

Inprendi-me ^*) senza demoramento. 

El quinto comandamento : nisu fa morire, 
Co-1 chor ni co la lengua ni ^^) consentire. 



77 T. 11. li Cod. le, doch ist erstere Lesung vorzuziehen 
81 T. R. eli Cod. eher oli 82 T. grando R. grade 85 T. R. 
chi T. R. serve Cod. s + Abbr. , dann 1 — 2 undeutliche Buchst. 
4- e 90 T. R. si V)3 T. R. si 05 T. chiuloga R. chiloga 
9^^ T. R. Chi 100 T. R. quand(o) 102 T. non 105 T. ß. 
ainaestramento 106 T. imprendime 



— 72 — 

Ni CO li onori guarda non falirc, 

Che a Yesum Crist fares-te a despiasire. 110 

La zobia sancta Crist a san Petro disse: 

Chi de (a) giadi fere, a giadi perisse. 

Se la morte de nusiin tu consentise, 

Tu-1 iilzissi xi cum sc tu-1 ferisse. 

Ben che el re Herodes li puer non tayasse, '^') 1 15 

Per che al i fi morir, sentenzia De ye madoe, 

AI deventa levros amantenente 

E-1 ven in fastudi a-ssi et altra zente, 

E po se despero stava-sse de presente. ^^) 

El sexto comandamento : non de furare, 120 

Usura ni rampina non de farre. 
Volentera ol danioni te-1 consent a fare, 
A to l'altru per forza et a robare, 
A to l'altru el damoni te liga 
Et a satisfare al te molto gran briga. 125 

Quando l'omo e amalato e-1 ven a coatessione 
E-1 preyto ye domanda satisfaccione, 
Illora el damoni ye da temptacione 
E si ye dis: tu guarire ben a zeschadu fare rason[c ].''') 
Se l'omo mor in quela e non abia renduto l.'^o 
Pensa ben s'al e salf o perduto. 

El septimo comandamento: non avolturare! 
Volentera ol damoni te-1 consent a fare, 
P«r che do anime in quel fa pecare 
E da l'amor de Cristo i fa aluytanare. 135 

Per zo ol damoni ol fa biastemare, 
Molti n'aquista per quel pecato. 
Chi int-el vici de la luxuria perseveraraye, 
Con sigo ol damoni lo menaraye. 



ItO T. faresti li. farese Cod. eher faresse 111 T. sani 
IIM T. R. consentisse 114 T.li.ferissi Cod. eher fezisse, doch 
nähert sich zuweilen die Schreibg. r und z Mi) T. mandoe R. 
madre 119 in despero ist per im Cod. unsicher 120, 121 T. 
R. dl Cod. unsicher 126 T. amalado 129 T. razon R. raso7i 
im Cod. r (z?) und on (er?) undeutHch, doch sicher s 



— 73 — 

Se in questo mondo penetencia nun faraye, 140 
L'amor de Cristo a-1 tuto perderaye 
Per qiiel pecato bruto e deslionesto. 
Un bei asempi ve diro manifesto: 
AI se leze che al era zinqiie citade 
Morbi e grassi e pleiii de gran vauitati. 145 

Ilomen e femeni e zoven in veritade 
Usava luxuria cum granda carnalitate 
Per quel pecato Deo li fi abissare 
Se no tre persone che scampa de lor(e). '•') 
Epo) octavo comandamento si obediente 150 

De non fa 11 falsi segramenti. 
Tu biastemi Deo omnipotente 
A voll provar quel che non e niente, 
Como fi quey do int-el vegio testamento. 
Int-ol vegio testamento se trova 155 

Que li do vegi Susa[na] acuso 
Per que a-no-la-y vole consentire. 
Ali disse che In avolteri la trovano, 
E per quel devlva fi lapidata. 
Sovra queli Deo ye manda sentenza. -') 160 

Daniel profeta ven e dis allora: 
Questa sentenza non e yusta, seniore, 
Cum ay liva^^) acusata falsamente, 
E lepidati lor fo duramente. 

El nono comandamento: non desiderare 165 

L'altru moyer ni fiola ni serore, 
Che a Yesu Cristo fares-te a despiasire. 
De Davit profeta ve voy dire: 
La moyer tplse ad un so cavalere 
E po ordenoe e fice-llo morire. 170 



140 T. R. peniteneia 144 T. R. leze Cod. eher lezi 149 
T. loro R. lore Cod. letzteres 154 T. intol 155 Das Blatt 
ist unten eingerissen, sodass trova, 15t) aciis {-i- -e? -o? -to?) 
157 vole (-0?) dicht am Rande stehen, consentire befindet sich 
auf neuer Linie 160 Von hier an sind Tiraboschi und Rosa 
benutzt, da die Abschrift Försters nur bis V. 159 geht 101 T. 
allore R. allora 167 T. farestu R. faresti 



— 74 — 

Deo ye mando l'angel e fice n'ol pentire. 

AI fi penetencia de qiiel grand pecato, 

E po d-i so fioli se vit-el trebulato. 

Un de li fioli zaziva co IIa serore, 

E li altri fradeli s'ol ten a desenore. 1 75 

Ali iilzis Amon ad ira et a furore 

E posa contra el padre se revoltaye. 

Qnando Caim ulcis Abel, la tera a le cride-'^) 
E de quel pecato yustisia domandava. 
Po im d-i cavaler quel Acsalon ulcis 180 

Per quel pecad che Davit si comis. 

El decimo comandamento obedis-el per rason: 
Non desiderar l'altru possesione, 
Terra, ni vini,'--*) ni bosclio, ni masone, 
Caval, ni bo, ni pegra, ni ronzon. 185 

Per invilia Caim ulcis Abel, 
E li fioli de Yacob vende so fradel. 
Per invidia li Zude alzi Cristo belo, 
Per invidia se desfa zitat e castcy,^^) 
Per invidia se met guera e rasia 190 

E molti personi sey met in mala via, 

lY. Salve MarLn. 

In demselben Pergamentband, in dem sich der Deka- 
logos befindet. Von Gabr. Rosa op. cit. S. 331 heraus- 
gegeben, später von Bartoli op. cit. S. 7 nach einer Kollation 
Tiraboschis. Hier liegt eine Abschrift W. Försters vor. 

Salutacio virginis Marie. 

De ve salve, virgena Maria, 

Che tut ol mond ol avi in baylia. 

Vo pregari quel vost fiol. 

Che in corp ol portasef senza dol, 

Vo ol pregari per dolz amor 5 

Per no e per tug i pecador. 

Ragina, dona de pietad, 



171 T. R. ficevol 



— 75 — 

A li pecador de-y liumilitad 

Per la legreza che vo portasef, 

Quand in celo che vo montasef. 10 

nobel stela che da-1 zel veniva, 

Secori li animi che a vo ingina. 

Facemo prego a Cristo veras 

Che al ne conservi in la bona pas, 

C'al ne conservi e si ne guard 15 

Ch'am sia desfis da-1 fog ternal. 

Et hanc a vo, dulzisem pader me, 

A vo recomandi lo spirto me ; 

Et hanc a vo, virgena Maria, 

Ve recomandi l'anima mia. 20 

Ave Maria de gracia plena, 

Dominus tecum, o salve ragin a, 

Ave Maria de granda sientia 

De a no gracia de far penetcncia, 

Quand veniara ol di de la sentenzia, 25 

Che vo sie denanz a-1 nostro seniore. 

Cum dolzamenter ') vo l'inparturisef 

Xi granda festa li angey fasiva, 

(E per la festa che li angey fasiva,) 2) 

E ilora fosef madr graciosa; 30 

Quand su la cros che"^) vo-1 vedisef 

Granda doya a-1 cor vo n'avesef, 

(E per la doya che vo a-1 cor n'avesef) 

Illora fosef mader dolorosa. 

Ave Maria, vo en sie lodata, 35 

Denanz a Cristo sie nostra advocata, 

Vo pregari Cristo, virgena Maria, 

Che al ne mantenia in la sancta disiplina. 

Y. Passion. 

Dieses Gedicht wurde zuerst von Gabr. Rosa op. cit. 
S. 334 herausgegeben. Dasselbe befand sich auf einigen 



12 T. iiigiva 16 T. deffis 23 T. siencia 29 fehlt 
bei T. 30 T. mader 37 T. vergena 



— 76 — 

zerrissenen Papierbogen im Besitze des Herrn Stef. Borsetti, 
weiland „cancelliere delT Arcli. Notarile" von Bergamo. Es 
fehlt eine Jahresangabe, doch schreibt Rosa (und nach ihm 
Tiraboschi) das Gedicht auf Grund des Papiers, der Schrift 
und der Sprache dem 14. Jhrh. zu. — Der Versuch, eine 
Kollation der Passion zu bekommen, war vergeblich, da die 
losen Blätter, auf denen sie enthalten, nach dem Tode 
Borsettis verschwunden sind. Doch fand sich in der im 
Archivio Notarile aufbewahrten Sammlung Tiraboschis eine 
zweite Abschrift des verlorenen Originals, die mehrfach 
von derjenigen Rosas abweicht. Diese wurde auf die 
liebensAvürdige Verwendung Novatis und des Grafen Carlo 
Lochis hin kopiert und liegt unserm Text zu Grunde. 

Chi vol odi de-1 nost signior 

Cum al mori cum grant dolor, . . •') 

Che ve diro de-1 comenzament 

Cum 11 Zude fi ol tradiment. 

Nostro signior voley tradi, 5 

Ma no ga2) say trova caso. ^*) 

Chi4) 

Quant cum li disipoy Crist cenava, 
Xi fortament lu suspirava, 
Dis: un de vo me tradira, 
Pur a la cena questo sera. 10 

Chi 

Tug i disipoy a Crist guardava 
E San Zovan Crist domandava: 
Magister, me diri a mi 
Chi sera quelu che ve dera tradi? 

Chi 
Cristo ye respos: e te-1 diro, 15 

Quelu a chi ol pa e sporziro. 



2 el, quant & trova chi 8 fortement li) puz 12 sant 
13 mi diri Ih le respos IG quelo 



— 77 — 

E saut Zovan niolto stremi, 
In brazo a Crist stremoiiti. ^) 

Chi 

E-1 so disipol falsament 

De sira fi lo tradiment, 20 

Basant la boclia lo tradi; 
Tug i disipoy se-n parti. 

Chi 

Yuda ol vende, quel traditiir, 
Trenta dener ol so signior. 

A modo de un ladro ay lo meiia, 25 

Denanz ad Ana lo acusa. 

Chi 
Ana respos cum gra furor: 
8i lo inqniri per malfator, 
Tost a Gayfas ol menari, 
Che al dis che al e re d-i Zude. 30 

Chi 

Denanz a Gayfas Crist fo menad, 
E si aspiava^) Cristo bead: 
E tu quelo che se fa re d-i Zude? 
Crist no ye respons ni bo ni re."^) 

Chi 

E Crist ye dis xi humelment: 35 

Per que me def questo troment? 
E ho semper parlat palis, 
Bead quelor che me avera intis! 

Chi 

E un de lor la ma levava, 

Una goltada si ye dava. 40 



18 stramorti 19 discepol 21 basand 22 discipoi 23 el, 
traditor 27 con, gran 34 \no), resjjos, ni se 35 le 30 torrnent 
37 parlad 38 beat^ color 



— 78 — 

E Crist ye dis questa reso: 
Per que me def senza caso? 

Chi 
A una colona ay lo ligava, 
Tuta la nog ay lo frustava. 

Peccad no fi a quey Zude 45 

Clie lo sangue ye ve fina ind-i pe. 

Chi 
Quant la nog che al fo frustad 
In la doma^) che al fo mennd, 
Denanz a Pilat al fo acnsad, 
Ana e Gayfas ge l'a mandad. 50 

Chi 
Pilat si dis a qiiey Zude: 

A-1 re Erodes vo si-1 menari. 
Cum al vora, vo sin fari. 
Caso a dos a lu-no-y trovari. 

Chi 
E-1 re Erodes a Cristo guarda, 55 

Cum gran furor si lo domanda: 
E tu quel che se fa re d-i Zude? 
Crist no respos ni bo ni re. 

Chi 
E-1 re Erodes comanda: 

Vesti lo daves^) de porpora. 60 

Per fa-se-n bef quey Zude, 

Per che a-no-y vols in lu credi. 

Chi 

Cum furor ay lo menava, 

Denanz a Pilat ay lo acusava. 



49 Pilad 56 grand 58 ni se 00 lo das fi2 que, lu. 
03 fiiriir 



— 79 — 

Cescadn crida e fa remor: 65 

Dignio al e de mort senza demor. 

Chi 

Pilat Zude^o si-1 fi frusta, 
In la doma si-1 fi mena: 
Caso no so trova a quest doctor, 
Toli Baraban clie-1 e malfactor! 70 

Chi 
E tilg comenza a crida 
Clie Cristo faza crucifica: 
Se tu no-1 ' ') fe yustisia 
Denanz a Cesar fam aciisa. 

Chi 

Respos Pilat: i ma me-n laf. 75 

De che ol voli, ve siel dad. 
A dos ye mis una cros 
Per da-y troment plii angiistios. 

Chi 
Cazi ol fasiva quel signior 

In terra spes per fa-y desnor, 80 

E per me la facia ye spiidava, 
K de spi pongenti Tincoronava. 

Chi 
E SU la cros ay lo drizava, 

Li ma e i pe clie ay l'inchiodava. 

De grandi dolori che al senti, 85 

Pocho fo de me che a-no-1 mori. 

Chi 
E Yesu Cristo cridava fort 

Per li grandi peni de la mort 



()H (de) 71 tue 7(» re siel 78 toiment 79 E azi 
81 faccia 



— 80 — 

E per li peni chc-1 porfn[va], 

E molta zent lu si salva[va]. 90 

Chi 
E Yesu Cristo si e-1 an^ustios: 
Sid ho, dis in plana vos. 
Ased e fei ye de i Zude, 
Ma to no-n vols ol fiol de De. 

Chi 

A-y pe de la cros fo xi grandi plur, 95 

Non e a-1 mond cor cosi dur 
Che no plangis amarament 
Ozant Crist fa gra lament. 

Chi 
Sancta Maria pris a di: 

fiol me, tu-m fe mori! 100 
Quant e te guardi, fiol me bei, 

01 cor me passa d'un cortel. 

Chi 

fiol me, que daye fa? 

Flu in questo mondo no voye sta. 

Quando tu nassis, e m'alegre, 105 

Mo veg e ben lo dolor me. 

Chi 
Santo Zoan, dilecto me, 
Ve la facia de-1 fiol me 
Sanguanenta fina ind-i pe, 
Se al fo may dolor a-1 me. i-) 110 

Chi 

dolor grand, tu me fe mori, 
L'anima raia tu la fe parti. 



89 portava 90 salvava 95 i fo 90 Non ne, mondo 
97 planzis 98 Osant, gran 101 a te 103 doye 105 a 
maleyre 106 No veg 108 De la 



— 81 — 

Signior Zude. fid ve-n pietad '^) 
D'ol fiol me tanto tormentad. 

Chi 

erbor formad in cros, 11^ 

A-1 me fiol cosi dolz 
No ye da tromenti cossi angnstios, 
A-y member cossi doloros. 

Chi 

E po se volse a san Zovaii, 

Che stava li dolent e gram, 120 

E po ye dis: o Zoano me, 
Da mi se part ol spirito me. 

Chi 

E po se volziva a le Marie, 
Che planziva tut i tre, 

E dis: seror, que doye fa, 125 

Che-1 cor me se fent? 

Chi 

Marce te giam, fiol me car! 
Zoan e mi que demo far? 
Crediva avi de ti confort, 
Per ti, fiol, voref la mort. 130 

Chi 
fiol me, de pietad! 

Asse d-i to t'a abandonad. 
Sola romagni, dolzo fiol. 
Zoan e mi stam in gra dol. 

Chi 

Parle-m, fiol me, che te-n pregi! 135 

Xi cum la glaza me delegui. 

113 fidnenpiatad 115 en 117 Ao le, tormenti 121 le 
dis, Zoan 123 volsive 127 gram 133 roniagnio 134 yran 
1 35 preghi 1 3li T. II. mi 

Born. Bibl. Altberg. Spruchdeakuiälcr. ^j 



— 82 — 

Spesso te «^narcli enm scran dolfor] 
E de saiiguc, fiol, e ol to color. 

Clii 
Tu me lassas cossi fantina 

Per tiia mader e per ancilla, 140 

E te nudrige cum gra delect. 
Quey may Zude te m'a toi et. 

Chi 
Sie vo gram, 14) signior Zude! 
Rendi-m a mi ol fiol me, 

Credi-m a mi la veritad 145 

Che al e signior de-1 regiiio bead. 

Chi 

E po reguarda ol so fiol: 

Jus de-1 mondo, de ti me dol. 

Quant e te vego xi stramontid, ^^j 

De grant dolor voy pu morir. 150 

Chi 

Po dis: dolzo fiol me, 
No me lassa viver de dre. 
Consola mi e li seror 
E la Mandalena che ha dolor. * 

Chi 

E Yesu Cristo ye respos: 155 

Femena, ye dis in plana vos, 
E te do Zoan per to car fiol. 
Che tego no posso star cum e sol. 

Chi 

E tu, Zoan, la di guarda 

E per mader la di ama. 160 



> 



137 dol 13i) cosi 141 niuhighe, gran 143 Sic 1 l(i 
slynur 148 R. te me T. ti mi Mi) a te, stramortid 150 noy 
läli Femina 



— 83 — 

Cristo onnarda a-1 firmamont, 
Giame-1 so pader de present: 

Chi 

pader me, e te recomandi 
Ol spirito me, che lo mandi ! 
Abassa li ogi e stremonti. 165 

L'anima illora se parti. 

Chi 

Longino Ebreo no demorava, 
Cum una lanza l'implagava, 
Donde sangue e aqua si ne insi(di). 
La luna e-1 sol si s'ascuri."') 170 

Chi 

Quand ala vid ol so car fiol 
Che era mort a xi grant dol, 
Caziva in terra, strangossava, ' '') 
Per che ol fiol la abandonava. 

Chi 
E illora fo plang angustios 1 75 

Da li do parti de la cros. 
La mader crida: o fiol me, 
Cum grau dolzor e t'aleve. 

Chi 

fiol me, e te vege sta 

Su SU la cros xi repossa 180 

Che tu no senti za plu (di) ''») 
Che romagni cum grang dolor. 

Chi 

Per lu se turba e-1 mar e-1 vent 
E li stelli de-1 firmament, 



162 Ciamel ]Mtelo 165 stremorti 169 insi 170 fa 
scuri 171 Quant Ml fioi 179 T. o te R. (e) 180 su{su) 
18! plu Valgor 182 Me, yrand 183 Flu se 



— 84 — 

E i morg insi de li molimeng, 185 

Quant ay odi xi gra tromeng. 

Chi 
E li planziva fortameiit, 
La Mandalena verament 
E li Marie planz e plura, 
La virgena sancta e piira. 190 

Chi 
zente, giiarded ol me fiol, 

Se a-1 mondo fo ma dolor ni dol. 
Guarde cum ist a i ma e i pe 
E-1 lad che ferit d'ol fiol me. 

Chi 
Quel che fo sanctificad, 195 

Del spirito sancto fo aimnciad 
Ind-ol me corp cum gra dolzor, 
Ma no-n perdi la sua flor. 

Chi 

Gabriel, tu m'asaludas, 
Mader de Cristo tu me giamas, 200 

Tu me benedis ol fruto me. 
Tolet me l'a i fals Zude. 

Chi 

L'angel respos: tu salvarc, 
Mader de Cristo, chi tu vore. 
A-1 terzo dl te aparira 205 

Quel che tug ne salvara. 

Chi 
E San Yosep e Nicode 

Tols zo de la cros ol fiol de De. 



18t) tormeng 190 viryina 194 ferid 201 Te 2(»(» 
salvera 



— 85 — 

Qiiand zos de la cros fo deponud 

Involt che al fo che al era nud. 210 

Chi 

A-1 moliment Cristo fo portad, 
Li Marie dret ye va pliirant. 
Dred ye va sancta Maria 
Che sostenir no sc podiva. 

Chi 

Lo secondo di che Cristo mori, 215 

La Mandalena si-1 qiieri 
Cum ong-uent precios 
Da onzer Cristo g'lorios. 

Chi 

E era sego in compania 

Li Marie che fort planziva; 220 

E li si ven a-I moliment 

Ol sabato de doma per temp. 

Chi 

E molto fort se lamentava 
E li Marie e la beada, 

E li si era ol'-') moliment 225 

fo mes Cristo de present. 

Chi 

E li guarda da-1 dextro lad, 
Vide Gabriel xi splendorad. 
L'angel si ye dis xi humelment: 
Que andef circando xi de present V 230 

Chi 

Ol corpo de Cristo ande ciicando, 
E ello si e resusitado. 



210 I vuol che, a tera mid 212 dred 213 Dred i 
214 soste7iis, podia 219 compagnia 227 — 230 fehlt bei Eosa 
231 corp "^32 resusitando 



— 86 — 

Torned in dred, did a snm Pcdcr 
Che al sia fort e aloger. 

Chi 
Che in Galilea aparira, 235 

A-1 di de pascha che-1 vedira, 
E legrament in dred torna 
La Mandalena, si lo giiarda. 

Chi 
E si era iino orto i-llo a pe, 

E Yesu Cristo dentro si ande. 240 

La Mandalena si lo guarda 
E si ye dis: o ortola, 

Chi 
Saveres-tu novella de-1 meyster mc? 
No me tocha! zo dis a le. 

Guarde-y a-1 vis, si-1 cogniove, 245 

E-1 dolzo Cristo se toi da pe. 

Chi 
In dred torna con grang dolor. 
lUora dis a li seror: 
E vezud ol me signior, 
Sil vols tocha cum grand amor. 250 

Chi 
Chi vol servi a Yesu Crist, 
D-i so peccad sia ben contrit, 
Prenza l'abito de la caritad 
La cros vermeya e-1 campo bianch. 
Amen. 

VI. Auf denselben Blättern, auf denen sich die mit- 
getheilte Passion befindet, entdeckte Tiraboschi noch zwei 

233 san 2'A6 pasqua, ne dira, T . R. chil 2S1 T. lagremant R. 
alegrament '24'd S^avresta 24(»T. K. si 2A1 cum 2-\9 Lo vezud 



— 87 — 

weitere religiöse Oediclite, das eine zu 16 Strophen, das 
andere zu 22. Heide behandeln die Leidensgeschichte. 
Zerbini, der hiervon Mittheilung giebt, begnügt sich leider 
mit dem Abdruck von ,5 Strophen des erstem Gedichtes: 



E (piando guardi la tua facia, 

E romagni plu fregia cha la glaza,') 
Per che al'e guasta e spudazada 
E de-1 so esser destigurada. 

planzi ! 5 

fiol me, tu me eri dad 
Per signior e per podestad, 
A dar-me zoya e alegreza, 
E tuto me tornara in gran tristeza. 

planzi! 10 

Per zo me parla e si me di 
Che de'mo far Zoan e mi? 
Se tu no me parli, e voy mori, 
Ni de quest mal e voy guari. 

planzi ! 1 5 

Cescadu d-i to m'a abandonada, 
Se no Zoan e la beada, 
Quela che a nom la Mandclena 
Che porta mego dolor e pena. 

planzi! 20 

Die letzte iStrophc lautet: 

Chi vol seguir la bona via, 
Prenza la sancta disciplina; 
Non dormir plu int-i peccad, 
Che Cristo n'aspegia a-1 regno bead. 



9 Z. tornard 2 1 Z. vuol 22 Z. prendm 23 Z. dormia 



88 



VII. Salve Regina. 

Gefunden von TiraboscLi in einem Papiercodex des 
14. Jhrh., Bibl. civica von Bergamo. Näheres bei Zerbini, 
S. 17. 

[D]e ve salve, rayna da l'angel asalutata, 
Sponsa de Yesii Cristo, mater glorificata, 
De ve salve,... d-i tre perso divi,^) 
Rosa de-1 paradis e flor de quel zardi. 
De ve salve, madona de tut el mont rayna, 5 

Aurora resplendent e Stella matutina. 
De ve salve, splendur de la fe christiana 
Plu resplendent e bella clie la Stella Diana. 
De ve salve, lucerna de tut el mond comuna 
Plu crescant'^) e bella clia-1 sol ni clia la lunä. 10 
De ve salve, maystra de la divina seola, 
Sponsa de Yesu Crist e mater e fiola. 
De ve salve, legreza d-i sag-^) d'ol paradis, 
Solaz e refrigeri de quey ch'e vos amis. 
Benedeta sief, rosa nata de spina, - 15 

C'avid portat a-1 mont la claritat divina. 
Benedeta sief, columba senza fei, 
La qiial imparturissef quel ch'e plu dolz c'la mel. 
Benedeta sief, c'avi fructificat 

Quel snavissem frug che n'a reticiat. 20 

Benedeta sief, c'avit imparturit 
Quel che n'a reden '*) 

Till. In demselben Codex auf dem dritten Blatte 
recto finden sich einige Wörter eines lat. berg. Glossars 
mit etymol. Erklärungsversuchen, vgl. Zerbini op. cit. S. 19. 

Nom. hie vir id est Vuni et dicitur a vireo vires 
„ hec mulier id. la fomna et dicitur a molio, molit 

erum 
„ hoc ignifer id. ol hernaz et dicitur ignifer, ferens 
ignem 



6, S Z. risplendent 



— 89 — 

Nom. hie sacifer id. ol portasac et dicitur ferens sarciam 

Iiic magister id. ol mcvyster et dicitur magis allis ter (!) 

., hoc negotium id. la vosenäa et dicitur ncgans ocium 

,, hie cornipes id. ol caval et dicitur quia habet pedem 

cornu 
„ hie canonicus id. ol caloneg et dicitur a canone quod 

est regula 
„ hie lapis id. la preda et dicitur lapis ledens pedem (!) 

IX. In einem Pergamentcodex des 14; Jh., Bibl. civ. 
?P, III, 50, grammatikalischen Inhalts, findet sich eine 
Anzahl Uebungssätze zum Uebertragen in das lateinische, 
von denen Zerbini S. 20 die folgenden anführt: 

1. E fi senorzat da Peter et incalzat da Marti. 2. E 
fo asavit da do latron. 3. E fi suit da Petro. 4. Co la 
pena mal tempratha no po fi bona letra. 5. Du pene 
temprat[e], ru[na] da Peter, l'otra da Marti, chela ch'e 
temprata da Peter e molt mey da scriver cha chela ch'e 
temprata da Marti. 6. Co Funa e co Totra de queste pen[e] 
temprat[e] da Peter se po ase be scriber ma no politamet. 
7. El me inzo a dormi bocho. ^) 



X. Coutrasto tra uua penitente e il frate 
coufessore. 

Das Gedicht l^efindet sich auf dem Verso des ersten 
Pergamentblattes einer Aktensammlung des Notars Maifredi 
del Lino aus dem Jahre 1340. Die Schrift des Gedichtes 
lässt auch auf das 14. Jahrh. schliessen. — Zuerst ein 
Bruchstück herausg. von Rosa op. cit. S. 134, vollständiger 
von Zerbini op. cit. S. 23, endlich ungekürzt im Giorn. 
stör, della lett it. VII, 458. Der unten folgende Text 
giebt eine Abschrift AV. Försters wieder, wobei die im 
Giornale angenommene Verseintheilung beibehalten worden 
ist. — Dieses und das nächste Gedicht scheinen sprachlich 
durch eine italienische Vorlage vielfach beeinflusst und 
können jedenfalls nicht als durchweg glaubwürdige Ver- 
treter der bergam. Mdt. angesehen werden. 



— 90 — 

Confesando la mia defeta 
L'altrer a sant Agustino, 
Me requerse d'amor fino 
Ol boii ronco frato sbereta. 

A ({uello sbereta tVatre 5 

Me n'ande molto contrita 

E ye disse ol meo peccato, 

Perdona-me mia fallita. 

Quando vene a far partita, 

Misse man soto soa cappa, 10 

E-11 me disse: strenge e agraÖa, 

Tasta ol pistel da salseta. 

De color tiita me mosi, 

Trasse in dre la mia mano. 

Credia che Santo fosse 15 

E tu si e cosi villano! 

To penser e fol e vano, 

L'inniraigo si t'atenta. 

Sc tu trovi che te consenta, 

Da De sia maladeta. 20 

E llo fra con vesta bruna 

Disse: dona, in veritate, 

E non confesso nesuna 

Che non provi mia bontate 

Per acresser cristianitate. 25 

E VC domando de zostra, ') 

Venerid a cassa nost[r]a, 

Metero sta mia claveta. 

De vostra clave e non o cura, 

Zo ve diffo in fide mia. 30 



'h' 



1 Z. confessando 5 Z. qiielo Cod. unmöglidies ando 
7 Z. {E) \l. Giie 11 Gioru. strenze, (e) 12 Giorn. rit' 18 Z. 
mossi 18 Z. II. inimiifo R. tetanta 19 Z. contenta '11 Cod. 
vcneri da Z. veniri, vostra Cod. nosta 



— 91 — 

Co H'animo dritto e puro 

Me mis a venir per via 

Per dir li peccata mia, 

E tu m'e reqiiesto malle, 

E possa m'a^) domandato 35 

Cossa che non e ben neta. 

Tanto se sapi laudare 

Sbereta frati d'amore 

Che ye disse: e voy provar 

Se tu n'e bon servitore. 40 

A casa soa sanza temore 

Me meno sbereta frate, 

E ye disse: sberita te^) 

Qual modo piu ve dilleta. 

E Uo fra con bon talento ■lö 

La volta me de de sotto 

E-1 vedro e-1 novo testamentc). 

Me zirco sanza far moto 

Con gran dolzeza de botto, 

E-1 me fici straculare, 50 

E possa me lasso stare 

Com fo piena la boneta. 

E Uo preyto pri[s] zo a dir: 

Dona, confesata siti, 

Po che-1 me sigel portati. 55 

A cassa vu reto[r]nariti, 

Riche zoye da mi averiti, 

Piu cha scarlata tinta in grana, 

Po che do in vostra quintana 

Colpi de sta mia bolseta. 60 



39 Z. e voy Cod. eher o voy 41 Z. scnza, hmore Cod. 
tcjiore 44 Z. dileta 4('» Z. desoto 47 Cod. eher ol novo 
48 Z. sirco 53 Z. priso 5(> Z. casa, ritornariti 57 Z. 

ai'iriti 



— 92 — 

XI. 11 iiiarilo i^eloso che si veste da prete per 
coiifessare la sua moglie. 

In demselben Codex wie das vorhergehende Gediclit, 
recto des letzten Blattes. Von Zerbini op. cit. S. 25 ver- 
öffentlicht. Hier nach einer Abschrift W. Försters. Das nur 
fragmentarisch erhaltene Gedicht ist vielfach verderbt. 

Doman a pascua rosata andar-me-ne voy a-1 santo 
Con dona Anesa,') dona bionda, dona apresiata tanto. 
Lase-me andare, marito,^) 
Fino a confesar-me in poco co-1 meo padrino. 

Oy^) De lassa-me dolento, se e te ga biso andare! 5 

Forsse per aventura starave^) troppo a tornare 
A confesar-te a-1 preyto lo losengasse 
E lle soe companiesse la messianasse ^) 

padrino meo zentille, presta-me una cappa in poco, 
Che voria star zelato e favelar co-1 marcadante 10 

E CO IIa cappa te reco davante. '^) 

E Ha cappa clie-1 prendia tostament al indossava. 
Lo zelloso a la fanestra mansueto se n'andava 
E IIa dona si llo vide, a l'andar lo figurava, 

Ben zurave qu' ello e-1 meo marito, 15 

Anco ye donaro lo zorno mal conpito. 

Lo zeloso a la fanestra stretament incapuzato 

Che-1 no tenia ol volto ad essa, domand(and)o li so peccato, 

E IIa dona si disiva e-llo so cor ridando: 

Anco te daro lo zorno clie tu ve zircando. 20 

Volse meyo a un albergero che non volse a tuto el mondo ^) 

Zazi con un marcadanto, e-1 meo peccato no te l'ascondo, 



1 — 1 Cod. ohne Versscheidung 2 Z. anesia 5 Z. ae laso 
i\Z.forse ~ Z. coufessarte 10 Z. vorria, mercadante \bZ.quelo 
\i\ Z. compito \' Z. geloso IS Z. domando 22 Z. mercadanto 



— 93 — 

Ma dir-te voye tute li me riebe, ^) 
Che sont inamorata d'nn bell preyto. 

Con qiiel preyto e son zazuta mille volte sot un lanzolo, 25 

Per zo Famo ello amante piu clia la matre lo fiolo. 

Se-1 me marito lo savese, el morirave de-1 dollo, 

E te 11 digo, preyto, e-lla gran credenza 

— — — de teiii[r]-me zellata la mia penitenza. 

XII. Das Yocabularium breve Gasperiiii 
Bergomensis Magistri. 

Papiercodex des 15. Jlirli., Bibl. civ. ^^11 47; gedruckt 
in Mailand 1565. Von Biondelli Saxßjio XXXV u. S. 184, 
von Diez Gr. I, 91 als „bergamaskisches Wörterbuch" 
bezeichnet. Nach Zerbini S. 27 wäre die Mdt. venezianisch 
und nur gelegentlich träten echt bergamaskische Formen 
auf. Als solche führt Zerbini an: 

la rosada, Tora, la cornagia, la rondena, la quaya, la 
preda, la scorza, la foya, el cornal, la gianda, la somenza, 
la stobia, la paya, el bo, la cavra, l'era, la toaya. 

XIII. Das Frammento Grrammaticale. 

Aus der Sammlung Tiraboschis, jetzt in der Bibl. 
civ. ^Vll. Von Tiraboschi dem Ende des 14. Jhrh. zu- 
geschrieben. Es umfasst 15 Blätter, von denen 5 Uebungs- 
beispiele in der Mundart, 10 ein etymologisches Glossar 
enthalten. Zerbini S. 28 führt nur einen Auszug an: 

1. Peder noster guadenia omnia di des sold a-1 plu 
e quater a-1 me. 2. Quey dener i quay te preste Toter 
di, rend-ie-mi a-1 plu prest che tu pore. 3. Tu e ol plu 
fedel d-i me amis. 4. Catarina e plu vegia cha Margarita. 
5. Deo fa semper ol meior d-i omegn. 6. El poz, el lach, 



23, 24 im Cod. 1 Zeile 23 Z. le me Cod. unsicher 24 Cod. 
vielleicht Mo sont, Z. inamorada, bei 25 Z. zazuda, lenzolo 
2() Z. che 27 Z, savesse, de dolo 28 Z. te lo, lila Cod. unsicher 
29 Z. teninne; am Anfang des Verses ist ein Stück aus dem 
Pergament gerissen 
1. Z. noder 



— 94 — 

el mar, cl formet, el mey, el pnni^, l'orz, la melga, la 
vacbeta, el vedel, el tor, el coren, el manz, la pegora, 
el braz, el gombet, la ma, el clid, did gros, el did che e 
a pres a-1 marmel, l'ongia, el stomecb, la corada, el sang, 
el cag, la cagiada, el formag, el bech, l'ors, el cerf, lof, 
el gus, l'anedra, el reati, el pir, el perseg, el pom granad, 
el fic, el fonz, la braga, el scalfaret, la breta, el quadrel, 
la molta, lus, el rasg (tridens), el fogla, la sosta, el cami, 
la moyeta. 

XV. Jhrh. 

XIY. Zerbini S. 31 führt ein Denkmal aus diesem 
Jahrhundert an, in dem nach seiner Aussage die sprach- 
lichen Eigenthiimlichkeiten der V. Seriana ohne Beein- 
flussung durch städtische Bildung rein wiedergegeben seien. 
Es handelt sich um ein im Archivio comunale von Pos- 
cante befindliches Manuskript aus dem J. 1484, das Grenz- 
streitigkeiten zwischen den Gemeinden Olera und Nesc 
betrift't und in dem hier und da Zeugenaussagen in mund- 
artlicher Rede verzeichnet sind. 

(S. 53) Ein Mann aus Olera heliagt sich, dass die 
Bewohner von Nese auf gewisse auf der Grenze 
liegende „Grumelli^' Anspruch erhöhen: 

1. Ay e quey da Nes che i me^) voraf tor i nos 
grumey. 

(S. 53) Ein Sachverständiger erklärt hierauf: 

2. Chi sa mey questa cosa come so mi e Antoni d-i 
Bruney e i oter stemadur chi era com tut nu a fa el stem 
de la val? che quan am stemava la el comun da Nes, 
qucy da Nes respos: No passe quela val chi e li in co 
d-i nos lavorat, da Nes vers quey de Olera, per che oltra 
quela val al g'e de quey d'Olera. 

(S. 81) Ein Anwesender möchte die Sache friedlich 
heigelegt wissen : 

3. A farasev melio a cordar-ve che a Spender li 
vostri denari. 



— 95 — 

(S. 81, 82) ZfciscJirn zivri Betheüigten kommt der Streit 
zu einer geivissen Hitze: 

4. Quell i de Olera perdara per che a-no-y a li soy 
raso in orden, e so mi, donde sono li soy carti, e si 
liavcmo noy li carti de qiielli grumelli e tutte quelle raso. 

5. Al'ha torto quelli de Auexio per che al he ne 
una preda la ind-i confini de Olera e de quelli de Anexio, 
la quäle si he ne semper may chiamada la preda de Olera. 

(S. 177) Endlieh lieht Einer hervor, dass das Hecht 
ein Wenig auf beiden Seiten sei: 

6. Ar e Vera che noy de Anes am te che el fondo 
de quell a peza de tera sie nostro, ma queli de Olera j^he 
habia rason de pascolar-ghe, buschezare et stramezare. 



XV. Lateinisch -bergamaskisches Glossar. 

Dasselbe befindet sich in einer Sammelhandschrift 
lateinisch- grammatikalischen Inhalts, Nr. 534 der königl. 
Universitätsbibliothek zu Padua. Der Papiercodex, in den 
einzelne Pergamentblätter mit eingeheftet sind, gehört dem 
15. Jhrh. an und ist in kursivartiger Minuskel geschrieben. 

Das eigentliche Glossar beginnt mit neuer Nummerirung 
auf dem Recto des 22. Blattes und umfasst 29 Blätter 
sowie das Recto eines 30. (Fol. 22 — 52 des Cod.). Zwei 
Blätter weiter in demselben Codex schliesst sich eine nach 
lat. Synonymen und Homonymen geordnete Glossensammlung 
an, welche wiederum mit neuer Zählung 12 Blätter ausfüllt 
(Fol. 55 — 67 des Cod.). Diese letztere lässt sich als eine 
Fortführung der mit den beiden letzten Glossen des erstem 
Theiles begonnenen Synonymik ansehen. — Giusto Grion 
glaubte auf Grund der Orthographie annehmen zu müssen, 
dass das Glossar die Abschrift eines etwa um ein Jahr- 
hundert weiter zurückliegenden Originals sei. Einige Lese- 
fehler, Correkturen und Doppelschreibungen bestätigen in 
der That die Annahme einer Abschrift. Auch entspricht 
die Rechtschreibung völlig derjenigen, die in den Denk- 
mälern des XIV. Jahrh. auftritt. Da diese aber gewohnheits- 



— 96 — 

massig geworden war und in allem Hauptsächlichen mit 
der damals in der Lombardei überhaupt üblichen tiberein- 
stimmt, da weiterhin die Sprache bei der langsamen Ver- 
änderung der Mundart keinerlei Anhalt bietet, liegt durch- 
aus kein Grund vor, unserm Texte ein wesentlich höheres 
Alter als der Handschrift zuzuschreiben. — Dagegen be- 
rechtigen, um von der verschiedenartigen Anordnung ab- 
zusehen, sprachliche Unterschiede zu der Annahme, dass 
das Glossar und die Synonymik verschiedenen Verfassern 
angehören. Es möchte somit der Abschreiber des erstem 
zugleich der Verfasser der letztern sein. — Das Glossar 
wurde zuerst mit mangelhafter Lesung und unvollständig 
(bis Gl. 1671) von Giusto Grion im Fropugnatore HI, 
S. 80 — 88 herausgegeben. Der nachfolgende, auch die 
Synonymik umfassende Text beruht auf einer Abschrift 
W. Försters aus dem J. 1880. 



F homo 








l'omo e la dona 


vir 








l'omo 


mas, masculus 






lo 


masgio 


mulier, : 


femina 






la 


femena 


maritus 






5 


Ol 


marid 


uxor 








la 


moyer 


coniunx 








Ol 


marid e la moyer 


virgo 








Ol 


virgen e la virgena 


infans 








Ol 


fanti e la fantina 


puer 






10 


Ol 


put 


infantia 








la 


edad de-1 fanti 


puella 








la 


puta 


pueritia 








la 


edad de-1 put 


adolesce 


ns, iuvenis 




Ol 


zoven e la zovena 


juentus. 


juenta, 


adoles- 


15 


la 


edad de-1 zoven 




[centia 








senex 








Ol 


veg 


senectus 








la 


compagnia d-i veg 



1 Cod. N (Initiale) ominativo hie et hec honio huius hominis — 
hic vir hulus viri u. s. f. mit Angabe des Geschlechtes und des 
(icnitivs. In unserm Texte sind diese Angaben nur, wo es die 
Deutlichkeit wiinschenswerth machte, belassen 



-^ 97 — 



senecta 




la 


edad de-1 veg 


antiquus, annosus 




cosa antiga 


antiquitas, annositas 


20 


la 


antigitad 


Caput 




Ol 


cho 


Sinei putliun 




la 


parte denanz de-1 cho 


occiputium 




la 


part de dred de-1 cho 


siucipiit 




Ol 


zuf denanz 


occiput 


25 


ol zuf de dred 


cutis 




la 


codga^) 


cutella 




Ol 


spluri de la codga 


pillus 




Ol 


pii 


capillus 




Ol 


cavel de-1 hom 


crinis 


30 


Ol 


cavel de la femna 


1^ cesaries 




la 


ceza"^) de-1 hom 


coma 




la 


ceza de la femna 


craneum 




la 


crapa-^) de-1 cho 


cerebrum 




Ol 


cervel 


timpus 


35 


la 


tempia de-1 cho 


frons 




la 


fronte de-1 cho 


frons 




la 


froscha 


faties 




la 


faza 


supercilium 




lo 


sovercing^) de-1 og 


vultus 


40 


Ol 


volt 


cilium 




Ol 


cing de-1 og 


palpebra 




la 


palpera de-1 og 


oculus 




l'og 


ircus 




Ol 


canto de-1 og 


pupilla 


45 


la 


lum de-1 og 


albugo 




lo 


biancli de-1 og 


lippa 




la 


sbeza ^) 


lipposus 




cosa sbezada 


lippus 




Ol 


sbezad 


auris 


50 


l'oregia de-1 hom 


auricula 




l'oregia de-v altri aiiimav 


pinulla 




la 


piza de l'oregia 



24 Griou denanze 35 timpus mit. Scheideform statt tempns, 
vgl. Wb. II'' tin 39 Griou sorerany 47 Griou sceza 48 Griou 
scezada 

Rom. Bibl. Altbei^. Spi'achdeukmäler. i 



98 — 



amaror 


ol brut de l'oregia 


nasus 


ol nas 


naris 


55 la naris 6) 


interstitiiim 


ol mezul de-1 nas 


pirula 


la cuna"^) de-1 nas 


polipus, muccus 


ol brut de-1 nas 


mucidus 


cosa miciniosa^) 


mongo 


60 2^er moclia 


nasiterginm 


ol mocharoP) 


hoc OS 


la bocha 


hoc OS 


l'os 


hyo, osito 


2)er sbadagia 


2^ sternuto 


05 per stranuda 


hyatns 


lo sbadagio^^^) 


straniitus 


ol stranud 


labium 


l'aver de-1 hom^i) 


gingiva 


la gengiva de la femna 


gena 


70 la golta 


maxilla, faiix, mandibiila 


la ganassa 


mala 


ol mol de la golta 


dens 


ol dent 


dens praecissor 


ol dent denanz 


dens caniuus 


75 ol dent ogial 


molaris 


ol ganasal 


mordeo 


27er piar co-y denti 


mastigo 


per biasar 


imbolo 


2)er imbochar 


bolus 


80 ol bocho 


palatum 


ol cel de la boclia 


lingua 


la lingua 


Uvula 


la lunellai2) 


sublingium 


ol filet de la lingua 


epiglotum 


85 ol grop de la goUa^^) 



56 Cod. jnfsiiiin 59 Grion micimosa ()9 lieber den beiden 
g in gengiva sind kleine Schnörkel, wahrscheinlich kleine z, doch 
felileii Punkte unter den zu verbessernden Buchstaben 74 Cod. 
pcissor, Isid. XI, 1, h'l: praecisor 83 Cod. Vuca; da jedocli 
häufig einfaches u statt doppeltes geschrieben wird, wird uvuhi 
= it. ugola zu lesen sein 



— 99 



ortaria 




la Vena de la golla 


gutiir 




ol canaruz *^) 


mentiim 




ol barboz '^) 


barba 




la barba 


lanugo 


90 


la prima barba 


Collum 




ol col 


cervix 




la copa 


Inimerus 




la spala de-1 Iiom 


armiis 




la spalla de-y oter animay 


bracliium 


95 


ol braz 


miisculus 




Ol bludo'«) 


cubitus 




ol gombet 


assilla, scapula 




la seya^^) 


}^' manus 




la ma 


dextera 


100 


la ma indrita 


sinistra, leva 




la man sinestra 


palma, ir 




la palma de la man 


vola 




la chava de la ma 


pugmis 




ol pung 


craticula 


105 


ol grat de la ma'^) 


raseta 




la giaf de la ma'^) 


digitus 




Ol did 


polex 




ol did gros de la ma 


index 




ol did ch'e a pe^o) de-1 
[gros 


impudicus, veprns 


110 


ol did de mez 


anularis 




ol did de-1 anel 


auricnlaris 




ol did de l'oregia 


nodus 




ol nod 


unguis 




l'ongia de-1 hom o de-y 
[osey 


ungula 


115 


l'ongia de-y oter animay 


pectus 




Ol peg 


mamilla 




la mamella de-1 hom 


mama 




la mamella de la dona 


über 




la mamella de-y animay 



94 Cod. (l, worauf Rasur -\- ioter; es mag daher auch d-i 
zu lesen sein 90 Cod. eher muficifhis Irtß rafiefa s. Duo. s. v. 



lOÖ 



Papilla 
torax 
Costa 
ilia 
stomaciis - 

furcula 

uter, alvus 

venter 

umbelicus 

ab dornen, corpulentia 

3'" corpulentus 
Spina 
ren 

tergum, dorsiim 
medula 

nervus 

ancha 

Vena 

fibra 

femur, inguen, pecten 

veretriim 

priapus, preputium, miito 

Vulva 

testiciilus 

bnrsa testiculonim 

anus, podex 

natis 

cor 

pulmo 

spien 

jecur, epar 

matrix 

precordium 

omasus 



120 ol cafdel de la mamella 
l'archa de-1 peg'^') 
la Costa 
li fianchi 
ol stomeg: 2'-^) 

125 la forcella de-1 stomeg-^) 
ol veter de la fem na 
ol veter de-1 hom 
ol biguel 
la panza 

130 cosa panzuda 
ol spinal 
ol re 
ol dos 
la miola 

135 Ol nerf 
ol galo24) 
la Vena pizena 
la Vena grossa 
ol petenet25) 

140 la insegnia de-1 liom 
la insegnia de-1 hom 
la insegnia de la femna 
ol testicol 
la borsa d-i testicoy 

145 ol cul 

la nadga 

ol cor de-1 corp 

ol polmo 

la milza 
150 Ol figad26) 

la mader 

ol pan cli'e intoren a-lcor 

ol botaz2'7) de la bu- 
[zecha^is) 



13S Cod. zweimal grossa, einmal imterpunktirt 
indua (!) 



142 Grion 



101 



lactis 

cirbiis 

intestinum 

fei 

pellis 

peliculla 

liimbus 

sanguis 

criior 

Immor 

colera 

fles^ma 

melancolia 

coxa 

genu 

pobles 

tibia 

criix 

talus, calcaneus, calx 

cavilla, caviciilla 

Collum pedis 

planta „ 

avticulus 

alux 



Ol lagiet29) 
155 la redesella«^"*) de-1 porcli 

ol budel 

la fei 31) 

la pel 

la pelesina 
160 ol lombel over ol rognio 

ol sang vif 

ol sang mort 

Tumor 

la colera 
165 la flegma 

la menancolia 

la cossa 

zinog 

la padella de-1 zinog 
170 la gamba 

la schena de la gamba^^) 

ol calcagnio 

la cadigia de-1 pe 

ol col de-1 pe 
175 la sola ,, „ 

Ol did „ „ 

„ „ gros de-1 pede 



De infirmitatibus capitis. 



alopetia 

alopetiosus 

crusta 

tuber 

ferunculus 

sanies 

flegma salsum 

lens 

lens 



la tegnia 

cosa tegniosa 
180 la crosta 

ol bignio^3) 

la brusola34) 

la marza 

ol sagro^-'') 
185 la lentigia che se mangia 

la lendena^e) 



155 s. Duo. zirbus, Wb. 11«'^ zirbo 
cnis lS-1 it. flemma salsa „Salzfluss'' 



160 Cod. oiC 171 statt 



-— 102 



lentigo 
impetigo 

pediciihis, sexupes 
4^^ pecten 
pecto 
priirio 
Pruritus 
scalpo 
dura mater 
fractura 
Vertex 
torquilum 
nextula 
fertu sertum 
margarita 
trica 

intricatorium 
subtorquilum 
capitergium 
lexivium 
einer vel cinis 
vellum garbasum 
infula 
retinfula 
ligulus 
biretum 

pilleus, caputium 
pendulus, perpendulus 
facies 
rostrum 
simplus 
duplus 

tritus, frictus 
tineatus 
tinea 
galerum, galerium 



la lentigia de la fazia 

la voladga 

ol piog 
190 ol pechen 

per pegna 

per spluri 

ol spiuri 

per gratar 
195 ol pan de la cenevella 

la rotura 

la vertes 

ol torgio"^") 

la nestola-^S) 
200 ol fruzeP'») 

la perla 

la treza 

lo intrezador ''**) 

ol macliama^') 
205 ol sugaclio'*2) 

la lesiva 

la cender 

ol vel et 

la oveta"*^) 
210 la red de-1 co 

ol mazol de l'oveta^*) 

la bretta 

ol capuz 

la becha de-1 capuz ^•'') 
215 la foza „ „ 

el bech de-1 osel 

cosa sempia 
„ dopla 
„ frugiada^^J) 
220 „ parmada 

la parma 

ol capel 



202 s. Duc. trica 204 Cod. tnachaiifa 215 Cod. eher 



faries 



— 103 



galerus et galerius 




pro eodem 


cepliasicca 




la Vena de-1 cho 


cephalea 




la doya de-1 cho 


catarus 


225 


ol cater'*") 


otolmia 




la doya de-y og 


otalia 




„ „ de-y oreg 


ephylensia 




ol mort caducli'^s) 


Spasmus 




ol stramontament''^) 


spasmo 


230 


per stramonta 


tussis 




la tos 


tisis 




quella infirmitad 


tisichus 




cosa tisicha 


idropiciis 




„ ydropicha 


epaticus 


235 


„ epatica 


linticus 




„ amalada 


lincteria 




ol flux de-1 corp 


pondo 




ol pond^^') 


cirag-ra 




la gotta d-i ma 


Podagra 


240 


la ., d-i pe 


siaticha 




d-i galo 


Variola 




la verola 


morbilliis 




la fersa^') 


venicha 




la brusola 


Scabies, scabia 


245 


la rognia 


febris 




la fevera 


quotidianus 




cosa de ognia^^^ di 


biduanus 




„ de do di 


triduanus 




„ „ tri di 


qiiatriduanus 


250 


„ „ quater di 


continims 




„ continua 


parocismus 




ol spaci^^') che dura 
la fevra 


accessio 




la veniuda^'*) 


piilsus 




ol pols 


iirina 


255 


la uriua 


urinalc 




Turinal 



22B oifd^aXi^iia 227 wiakyia 228 epilepsia 232 phtisis 
TM'} s, Duo, lienteriüus lienteria linteria 241 Cod. gallo 



104 — 



iirino 
5"^ clistere, sirinx 
egero 
egestio 
sterciis 
viünus 
vulcus 
viilneratus 
viilceratus 
cicatrix 

claudiis 

claudiciis 

deanchatus 

gibbiis 

gibositas 

gibbosvis 

Struma, strumositas 

strumosus 

botium 

botiosus 

denodatus 

dislocatus 

dislocatio 

contussus 

contussio 

contuudo 

attonitus 

concassus 

alucinatus 

ablucinor 

expergiscor 

experiectus,experge- 

[factus 
fantasticor 



per Unna 

ringrester*''ö) 

per anda d'ol corp 
260 Tandada d'ol corp 

la insuda 

la piaga fata 

la piaga nada 

cosa impiagada da altri 
265 „ im- „ da si 

ol seng de la piaga sal- 
[dada 

ol zop 

cosa zopa 
^ sgarlatada^ß) 

270 Ol gob 

la goba de dred 

cosa goba de dred 

la goba denanz 

cosa goba denanz 
275 ol gos 

cosa gosuda 
„ desnodada"»') 
„ deslogada 

ol deslogament 
280 cosa miza^^) 

la mizadura 

per miza over per 

trucha-^i^) 

cosa storuida^«') 
„ sbatuda 
285 „ sbaliirdida 

per abalurdi 
„ resvegia 

cosa resvegiada 

per fantastica 



257 Cod. pis vor urina 258 Lesung sirma? unsicher ; Cod. 
sieiiia, letzter Buchst, undeutlich 2H2 Cod. vVnus 2(»4 Cod. 
vVneratus 205 Cod. vl'ccratns 275 botium zu Wb. I bozza 



105 — 



fantasticus 


290 


cosa fantastica 


cervicosus, capitosus 




cosa testera 


5^ cerebrivagus 




cosa cervelina over ston- 
[derafii) 


conqiiinisco 




per fa insegnia co-1 cho 


coniveo 




„ » „ co-1 og 


obsano 


295 


„ .. la moclia'>2) over 
torzer ol nas 


pernoto 




per tegni adog^*^) 


intueor 




„ ascusi^-*) 


palpito, palpebro 




„ palpignia 


dormio 




„ dörmi 


sterto 


300 


„ roncliar 


vigilo 




„ vegia 


luciibro 




„ sta SU a la lum*>^) 


fleo 




„ pianzer co li lagrimi 


liigeo 




,, pianzer co-y piuri 


lacrimor 


305 


,, pianz cum ment aba- 
[tnda 


gemo 




„ pianz dentro da si 


ploro 




., pianz in vos 


plango 




,, pianz cum batiment 


tietus 




ol pianziment co li la- 
[grimi 


luctiis 


310 


ol piaiit co-y piuri 


lacrimatio 




ol piant cum ment aba 
[tuda 


gemitus 




ol piant intro'"»*^) si 


planctus 




„ „ CO li ma 


ploratiis 




„ :, in vos 


suspiro 


315 


per suspira 


siispirium 




ol suspiz*'') 


tergo 




per forbir 


tersorium 




ol bedosch^'^) 


sudarium 




ol ßudari 



295 lt. sonnor. subsanno; Cod. vor ol uns steht de, über de 
dre. unter de sind drei Punkte 299 Cod dormir 300 Cod. 
ronchar 3u5 Cod. pianzer 300 Cod. pianzer, dent' 312 
Cod. Inf 



— 106 — 



loqiior 

faris vel fare, fatur 

loqiiella 

idyoma 

clima 

audio 

obaudio 

auditns 
6^ obauditus 

Video 

Visus 

odoro, olfo 

odoratus, olfatus 

odorus 

odorinsicus 

odor 

gusto 

gustus 

tango 

tactus 

taceo 

sileo 

taciturnitas, silentium 

muteo, mutesco 

mutio 

mutus 

surdeo, surdesco 

surdus 

surdaster 

ocilo 

cecus 

luscus 

strabo 

spuo, sputo 
ö"" Sputum, saliva 

screo 



320 per parla de natura 

per artifitiosamet parla 

la loquela 

ol lenguag 

ol payiso 
325 per oldi 

„ straodi 

lo audiment 

lo straudiment^'**) 

per vedir 
330 ol vedir 

per anasa 

l'osmament 

cosa da osma 

ol brach 
335 l'odor 

per circha'**) de la cosa 

ol gust 

2)er toclia 

ol tocliament 
340 jjcrtasi inanz che se parli 
„ „ po che s'a parlad 

ol tasiment 

2)er ü mut 

2)er muteza 
345 cosa muta 

per ii sord 

cosa sorda 

cosa pocha sorda 

2)er cignia'*) 
350 cosa cega'2) 

cosaguerzaaguarda in su 

ol guerz aguarda in part 

per spuda 

la spuda 
355 per scarcaya"'^) 



321 Cod. artißiosamet et, parlar, über dem j) ein kleiner 
Buchst., anscheinend a 333 Duo. odorenccci lt. odorisequus 

345 Cod. sardescho 348 st. ocello 



— 107 - 



screatum 
respiro, ancllo 
tiissio 
tussis 
algoror 
algor 
algoratus 
lambo, lingo 
inglutio, deglutio 
gliito 
ingero 
digero 
digestio 
oresis 
nausea 
stupefatio 
stupefactus 
stupefacio 
unguizo 
villico 
titilo 

imguizatio 
villicatio 
titilatio 
frico 
iingiio 
T'" unguentum 
unctio 



ol scarchayo 

per reüadar 

2)er toser 

la tos 
360 ^J6T infregias 

ol fregior 

cosa infregiada 

per leclia 

per trangot'*) 
365 Ol giuto 

2)er meter dentro 

2)er payli'^) 

ol payli 

ol briisor de-1 stomeg 
370 la ingosa'6) 

ol lirgament d-i denti''') 

cosa lirgada 

per alirga 

2)er sgrafinia 
375 2)er piciga 

„ gatiula '^) 

ol sgrafiniament 

ol picigainent 

ol gativol 

380 pfer frega 

., iinzer 

l'ongiient 

la untio 



De vestibus et suis pertinentibus 
vestis, vestimentum ) 



indumentum, amictus ) 

camisia, interula 385 la camisa 

serabiilum, brace la braga 



ol vestid over la vesta 



376 Grion gatuila 379 Grion gatuiol 384 Cod. oit' 
386 s. Duc. serahola sarahalla 



108 — 



brachale, lumbar 

aluda 
stapiliidium 

diplois 

pignolatiim 

bombisium 

bombix 

tella lini, pannus lini 

panmis lane 

pannus 

drapus 

pignolatura, pillotura 

pillotondeo 

pillotonsura 

tondella 

cardino, cardonizo 

cardo 

cardinatura 

discrimino 

pecten 

virgilo 

pell an da 

clamis 

mellota 

perula 

conctus 

capa 

epitagium 



ol bragarol over ol 

seng 

la stringa 

la tiracha da picha la 

stringa "^) 
390 ol zuparel over ol zu- 

po over ol zach ^^*) 

ol fusta 

ol bombas over la sida 

ol vermasol che fji ol 

bambas 

ol pan d'ol li 
395 ,, ., de la lana 

ol pan 

ol drap 

la pignadura^') 

per cima 
400 la cimadura 

la tondella 

per garza 

ol garzo 

la garza dura 
405 per scarteza^^^ 

ol pechen over la scar- 
[teza 

per virgeza 

la pellanda^-^) 

ol mantel 
410 ol tabar 

la sgiavina 

ol bordo 

la capa 

ol guarnazo 



387 über dem ersten r in bragarol steht im Cod. ein b, über 
dem e in f>eng ein a, ohne dass sieh ein Punkt unter e befindet, 
der Abschreiber war in Zweifel betr. der Lesung ; ou 3S0 stapi- 
ludimn? ahd. stapho + liulere? 390 ou' 392 on' 393 Grion 
bombas 406 ou' 412 conctus? vielleicht com(p)tus 413 Cod. 
eher la copa 41 4 wohl epitogium s. Duc. 



— 109 — 



tuniclia 


415 


la cotardida 


toga 




la gonella 


sinus 




ol se de la vesta 


sinum 




la segia dal lag 


pertinax 




lo astiiiado84) 


ora 


420 


l'or de la vesta 


gremium 




la geda^^) over ol scos 


riigremium 




ol giro 


ruga 




la foldaSß) 


rugosus 




cosa afoldada 


riigo 


425 


J9er afolda 


conrugo 




^er arufa^'') el nas 
over ol volt 


gremiale 




ol bignröl ^8) 


maspihis, torus 




ol boto 


maspilo 




per abotona 


sno, sartio 


430 


per cusir 


intersuo 




per perponz 


sutiira 




la cusdura 


intersutura 




la perpontura 


8^" siitor, sartov 




ol sartor 


siitrix, satrix 


435 


la cusidris 


intei'sutrix 




la perponzadris 


caliga 




la colza 


calceo 




per calza 


pedulus, pediilnm 




ol scarpi 


pedaiia 


440 


ol scarpi de dred 


pedulo 




iper scarpina 


depedulo 




per descarpina 


semipedal 




la colza solada 


supplanto, solero 




per sola 


colopedum 


445 


ol scalfaret^ö) 


sotular, subtular, calceus 




ol colzer 


pero 




ol colzer da bocha 



422 ruga + gremium? 428 s. Duo. maspilus „Knopf", wo 
das Wort mit mespilus „Mispel" ideiitifizirt wird 439 Duo. 
pedulus == avant pies lt. frz. (rlossar 445 Diic. calopedes calo- 
jiodmm (von Scheler und G. Paris als Etym. zu Wb. I gnloscia 
augesetzt) 440 Isid. subtalaris uilt. sotularis 



110 



milleiis 


ol colzer intayad 


manulla, suberina 


la zubra^O) 


patitus, patita 


450 Ol ziipept) 


patula 


la pata«-) over la tomera 


compes 


la boga 


cipus 


ol cep 


compedito 


per imboga 


decompedito 


455 „ desimboga 


crea 


ol stival93) 


8^ suffultura 


la fodraya 


suffulcio 


per fodra 


pellicia, pillortium, reno 


la pelliza 


cirotheca 


460 ol guant 


vitta 


la binda 


vitto 


p)er binda 


instita 


la fassa 


ragnelliim 


ol ragnel-*4) 


panniciiliis 


465 ol panisel 


coopertorium 


ol chovertor 


ciina, cuuabulnm 


la cuna 


cunagito 


per aniua 


fasinino 


per fa uini nino nina 


corigia 


470 la coreza 


zona 


la centura 


cingulum 


la cimosa^-^) 


cordula 


ol cordo 


pera 


la tasclia 


crumena, biirsa 


475 la borsa 


forulus, marsupium 


ol borsei 


loculus 


la scarsella 


balteus 


ol smald 


balteatus 


cosa smaldada 


monile 


480 Ol zoyel 



448 Duc. mileus 
mit lt. mülleusV 
450 s. Duc. patimis, 
patitus angeführt ist 
4 ('»4 Cod. ruynellum 
stipium 



; souler de roy lt. frz. Gl. , etwa identisch 

449 manulla'^ Cod. anscheinend subenna 

wo aus einem Statut von Vercelli auch 

451 Grion pala 45() crea'^ etwa crepida? 

469 facio + ninno 47(1 Cod. eher mar- 



111 — 



anulus 




Faiiel 


armila 




la 


spreza^ß) 


saphirus 




el 


Saphir 


9^ smarac^dns 




Ol 


smerald 


carbonculus, rubinus 


485 


Ol 


rubi 


De bcllo et pertinentibus ad bellum. 


bellum, pugna, certameii 




la 


bataya 


duellum 




la bataya de do 


puguo, dimico 




]f)er combat 


bello, certü 




per combat 


conflictus 


490 


la 


scharamuza 


confligo 




per scharamuza 


galea 




l'elmeto 


conuspinifer 




Ol 


peuo de-1 elmo 


casis 




Ol 


bacinet^^) 


trilix 


495 


Ol 


camag ^^) 


btirbuta, barbutegia 




la 


bayguera-»^) 


viseria 




la 


visera 


col lumbar 




Ol 


gorzeri 


celata 




la 


celada 


brachiale 


500 


Ol 


brazal 


ciroteca fereus 




Ol 


guant de fer 


armitega 




Ol 


spalarol»«<>) 


lorica, torax 




la 


pancera 


toracha 




la 


curaza 


lamus 


505 


la 


magia de la pancera 


registra 




la 


resta 101) 


registro 




pe'i 


r resta 


9^ ferripectus 




Ol 


peg de-1 fer 


coxale 




Ol 


coxal 


tibiale 


510 


Tarnis de la gamba 


calcar 




Ol 


spero 


balista, balistrum 




la 


balestra 



495 Cod. tulix 498 Das hier siunlose columbar wegen der 
anscheinenden Zusammensetzung mit colluni 50.'{ Cod. panzera 
mit c über unterpunktirtem z 5o:) lamus st. lamina 509 Cod. 
cosal mit x über unterpunktirtem s 



— 112 



clinitorium 


Ol doch 102) 


manutena 


la manetai"'^) 


nucula 


515 la iioseta"") 


telare 


Ol teleri<^5) 


stapes 


la stafa>06) 


spiculiim, sagita 


la seyta 


bulsonum 


ol bolso 


faretra 


520 ol carcaso '<^') 


meta, bresagiuin 


ol biesagio 


clipleus 


ol scud 


parma 


ol bocler 


pelta 


la targeta 


umbo 


525 la part ferada de-1 scud 


papisarium 


ol pavisarii'^8) 


veronisamim 


ol veronisari 


rotula 


la rudella over ol tavolaz 


bipenis 


la ceta 


sicca 


530 la daga 


siccarius 


ol sasi 


ensis, spata, miicro 


la spada 


capulns 


ol brand de la spada'"^) 


pugio 


ol stoch 


lancea 


535 la lanza 


lO*" misile 


la giavarina 


jaculum 


ol giavarot 


jaculor 


per slanzar 


tellum 


ol dard 


ancigladius 


540 ol cortel da galo 


cutellessa 


la cortellessa 


castramentor 


per met camp 


castra 


ol camp de bataya 


Stipendium 


ol sold d-i soldadi 


pedes 


545 ol pedo e la pedoua 


pedito 


per anda a pe 


eques 


Tom e la dona da caval 


equito 


per cavalclia 



528 CJod. rndelln mit u über uiiterpunktirtem o, ou' 
anca Wb. I + gladius 542 st. eastrametor 



540 



— 113 



milles 




ol cavaler e la cavalera 


milito 


550 


per fa cavalaria 


scutifer 




ol scuder 


striligifer 




ol regazo 


strigilis 




la stregia^io) 


politoria 




la panadorai'i) 


sterno 


555 


per sterni over per aba- 
ter over per stregia 


lectisterniiim 




ol leg de-1 cliaval 


ensiludo 




per scarmi 


ensilusio 




la screma 


astiludo 




per bagorda 


astilusio 


560 


ol bagordament 


crapiludo 




per giostra 


crapilusio 




la giostra 


braclnludo 




per zugar a-y brazi 


brachiliisio, brachi- 




ol zog d-i brazi 


[ludiiim 






fraupedio 


565 


per da la gambarola 


fraupedium 




la gambarola 


auchiludo 




per zuga de galo 


10^ geniludo 




„ „ de zinog 


geniludium 




ol zog d-i „ 


ecursito 


570 


per to la corsa 


ecursatio 




la corsa 


galipedium 




la galzopai'2) 


galipedio 




per anda a la galzopa 


passitranseo 




per passeza 


passitransus 


575 


ol passezament 


jacio, proiciü 




per tirar 


j actus 




ol trag 


pugil 




ol campio 



549 Cod. eher milies 552 Griou strigilifer 555 Cod. 
ou\ abaf 556 Cod. eher stecMsternium 56 1 rom. St. crap 
yrap + ludere? wohl das Kampfspiel mit der oben mit eiserueu 
Zacken versehenen Lanze, im Gegensatz zu den vorher erwähnten 
Kämpfen mit Schwert und scharfer Lanze 565 fraus + pedio? 
572 Cod. eher galipodium 

Rom. Bibl. AUberg. Sprachdeakoiäler. § 



114 



tigui'ium 




la 


fröschada^iS) 


mapale, magale 


580 


la 


froschada 


teges 




la 


casina over la teza^^'^) 


De domo et pertinentibiis 


ad domum. 


domus 




la 


casa de meza ma^'^) 


casa 
edes 






„ de-1 pover 
„ de-1 rieh 


atrium, pallacium, \ 
pretorium / 


585 


Ol 


palasio 


aula regia 




la 


casa de-1 re 


curia 
curtis 




la 


cort d-i segiüori 
„ d-i oter homeng 


auliculus 




Ol 


cortia 


castrum, castellum, 1 
opidum / 
mansio, liabitatio 


590 


Ol 

la 


castel 
stantia 


IP fondamen, fondamentum 


Ol 


fondament 


fondus 




Ol 


fond de la casa 


paries 
tectum 


595 


la 

Ol 


pared 
teg 


doma, columen 




la 


colmenia 


tegula 
trabicula 




Ol 
Ol 


copi^ß) 
travelii^) 


canale 




Ol 


canaPi'*) 


trabs, trabes 


600 


Ol 


travo 


tignus, tignum 
tignulus, tignulum 
loquear, tegularium 
lucifer, lucar 




Ol 
Ol 
Ol 
Ol 


canterii^) 

canterol 
templeri2o) 

lusarol de-1 teg^^i) 


canzelus 


605 


ol balcho 


fenestra 




la 


fenestra 


balisteria 




la 


balestera 


rima, rimula 




la 


felladurai22) 



602 Cod. tiguliis, indem für 7iu, wie häufig für uu, einfach 
// gesetzt ist t>03 st. laquear 004 Duc. liicanar „forauien 
in domo", vgl. Wb. 11'' lucarne 



— 115 



porta, janua, valva 

foris 

hostium 

cardo 
IV clavus 

clavus trabalus 

sera 

clavis 

vectis 

verticula 

altipes 

rabiosellum 

repaguliim 

fornix 

limen 

limes 

calis, trames 

aser, asis 

aspar 

muriis 

later 

lapis, petra 

marmor 

creta, argila 

gleba 

cementiim 

calx 

sabura, sabulum 

glaria, arena 

fabrico 
12'' edifico, domifico 

fabricator 

domificator 

glis 

pavimento 



la poita 

610 la porta 

l'uso 

ol poleg 

ol chiod 

ol chiod da canter 

615 la chiavadura 

la chiaf 

ol cadeiiaz'23) 

l'asal de-1 cadenaz i-'^) 

rolsapei25) 
620 Ol rabioseli26j 

la stanga 

la volta de-1 us 

l'umedal de la porta 

ol senter 
625 ol senter 

l'as 

la sezada''^") 

ol mur 

ol quadrel 
630 la preda 

ol marmor 

la terra cruda 

la Iota 

la molta 
635 la culcina 

ol sabio 

la giera 

per fa artifitiosament 

per fa casi 
640 ol fabricador 

ol fagior da casi 

la glisi28) 

per sola casi 



610 foris im Cod. durchdekliuirt 027 Duc. aspar: dicitur 
ex asseribus paries paratiis G3(» Cod. sabulUun mit Tilgungs- 
punkteii beim zweiten l 



8* 



116 — 



pavimentiim 

cemento 

bitumino 

bitumen 

cementatio 



ol solament 
645 per smolta 
per fa astreg 
l'astreg 
ol smoltament 



De oreo et pertinentibus ad oreum. 



12^ 



oreum, granarmm 

Solarium, solare 

Saccus, fiscus 

sacculus, fisculus 

resoria, mixtorium 

sextarius 

emina 

quartarius 

sedecinus 

medietas 

acervus, cumulus 

acervo, accumulo 

frumentum, triticum 

far 

ordeum 

siligo, sicalis 

avena 

ador 

aspica, arista 

gi'anum 

milium 

manipulus 

milica 
milicatium 
milicatiata 
legumen 



ol soler da la biava 
650 ol soler 

ol sach 

ol sachel 

la resora 121») 

ol ster 
655 la mina 

ol quarter 

ol sedesi 

la meytadi^ö) 

ol monto^'^^ 
660 per amontona 

ol forment 

ol far 

l'orz 

la sigel 
665 la Vena 

la spelta 

la spiga 

ol gra 

ol mey 
670 la lova over la 

[branclia ' ^^) 

la melgai^3) 

ol melgaz 
la uielgazada 
ol lern 



660 Cod. accervo mit Tilgungspunkten beim zweiten c 
667 Die häutige Aphärese eines anltd. a im berg. verleitete bei 
der Latinisirung zur Setzuug eines unberechtigten a in aspica 



— 117 — 



Qi- 



faba, fabum 


675 


la 


fava 


faba fressa 




la 


fava frangia 


cicer 




Ol 


ciser 


cicer fressum 




Ol 


ciser frag 


cicerciila 




la 


cisergia 


orobus 


680 


la 


roveya 1^4) 


faseolus, faseolum 




Ol 


fasol 


fassellus 




Ol 


navet 


lens 




la 


lentigia 


linosa 




la 


linosa 


vicia 


685 


la 


vezza 


lupinus 




Ol 


luvi 


siliqua 




la 


scorza de-1 lern 


pisa, pisum 




Ol 


lern che se soliva 
[pisa 135) 


acus 




Ol 


granazi^*^) 


lolium 


690 


Ol 


gloto 


zizania 




la 


lirga 


vitriolum 




Ol 


vedriol 


gramen 




la 


gramenia 


cribrum, cribellum 




Ol 


cruel 


ventilabriim 


695 


la 


pala 


ventilo, ventilabro 




per apala 


^' rupistorium, flagellum, 




Ol 


flavel 


[tribula 








rupisto, tribulo 




per bat in hera 


palleolum 




Ol 


payoli^T) 


merges 


700 


la 


cliovai38) 


pallea 




la 


paya 


palleare 




Ol 


payer 


trituro 




per tresclia 


meliacha 




la 


meyarina^'^^) 


culmus 


705 


Ol 


colem 


area 




l'era 


messorium 




Ol 


sigez da biava 


messor 




Ol 


segador da „ 



f)82 s. Diic. fassellus; das Wort gehört zur vorhergehenden 
Glosse und das Lemma von navet fehlt 697 s. Duo. rapastes 
„flagellum" aus Ugutio Pisanus 699 Cod. palleolu ohne wi-Strich 



— 118 



De Camera et pertinentibus ad cameram. 



Camera, talamus 

tonis, torum, grabatum 

lectica 

capiteria, capitega, 

[testeria 
aiileum, curtina 
coopertorium 
lodex 
perponta 
linteamen 
plumar 

plumus, cervical 
fultrum, fulcidra 
sufFultrum 

13^ peiina 
anseriniis 
gallianus 
olerinus 
anatinus 
columbinus 
sponda 

substentaculiim 
scrineus, scrineum 
palea 
stramen 
festiicha 
lignum 
siirculus 
stipes 
banchum 
archibanchum 
scamnum 



la Camera de-1 spos 
over de-1 scoler 
710 Ol leg 
la legiera 
la testera 

la cortina 

ol covertor 
715 la fresadai40) 

la coltra 

ol lenzol 

ol plumazol 

ol cusi 
720 la colcedra 

lo meter confi over el 
[sacho'^i) 

la penna 

cosa de ocha 
„ „ galina 
725 ,, „ eisen 
„ „ ocha 
„ de columb 

la sponda 

ol picoU'*2) de-1 leg 
730 ol scrinio 

la paya 

ol stram over ol payuz 

la festuga 

ol leng 
735 Ol sorceli«) 

ol zoch 

la bancha 

rarchabanchi*^) 

ol scagnio 



714 Cod. cooptorium ohne er-Abbrev. 718, 719 Cod. eher 
pluinar, plidniis, wie auch Grion gelesen hat; plumus wohl für 
plumeüs 721 Cod. lo met^ 9/1 ou' 



— 119 — 



lignipedum 


740 


ol picül de-1 scagnio 


pertica 




la pertega 


cophinus 




el cofen 


tricÜDum 




la sala 


porticiis 




ol porteg 


cathedra 


745 


la cadrega 


De caminata et per 


tinentibus ad caminatam. 


caminata 




la caminada 


epicarista 




pro eodem 


caminus, epicastorium 




ol cami 


discus 




ol descli 


mensa, tabula 




la tavola 


tripos, tripodia 


750 


ol tresped^^^'') 


gausape, mensale 




la toaya 


4"" mantile, digitergium 




ol mantil 


mapa 




la mapa 


manutergium 




ol sugama 


eiatus 


755 


la zaynai*^) over el 
[moyol 


sal 




la sal 


salinus, salinum 




la sal 


pixis 




la biisla 


piperatum 




la peverada 


crocus 


760 


ol sofra 


aroma 




ol speci 


ciilter 




ol cortel 


cultellus 




ol cortelli 


cultella 




la cortella 


Vagina 


765 


la guayna 


pauis 




ol pa 


ferculum, epulum 




la vivanda 


cibus 




ol cib 


cibarium 


• 


la congregatio d-i vi- 
vandi 



743 Cod. eher tacllnum 747 Cod. deutlich epicarista, das 
wohl zu epicaust(r)a zu verbessern ist, s. Duo. epicaustriim, epi- 
caustoriuni 



— 120 — 



caro 


770 


la caren de-1 hom 


carnes 




l'oltra caren 


vitiüinus 




cosa de vedel 


boviniis 




„ „ bo 


juvencbinus 




T) 1 


, manzo 


thaurinus 


775 


» 5 


tor 


agniniis 




?? ) 


agniel 


ovinus 




n j 


, pegora 


arietinus 




5? 5 


molto 


castratinus 




5) } 


Castro 


edinus 


780 


55 ! 


capret 


14^ irchimis 




n j 


bech 


caprinns 




5> 5 


capra 


porcinus 




» ?? 


porch 


aprinus 




'1 ? 


sangiar 


leporinus 


785 


n ? 


levor 


capriolus 




» > 


cavriol 


Sil vester 




„ salvadga 


silvestricina 




la salvadesina 


tostum, asatum 




ol rost 


lixatum 


790 


Tales 


adeps 




l'alefi^^) 


adipatiis 




cosa grassa 


geludium 




la zeladia 


artocrea 




la torta de caren 


artotira 


795 


„ „ „ formagi4*) 


artibotiniis, -a 




ol casonzeli^ö) 


frisellus 




ol tortel de padella 


cibula 




la fritola 


manutortum, artotirus 




ol casoncel de pasqua 


pastilliis 


800 


ol nioch over ol macharo 


lag-amim 




la foyadai50) 


frumentum 




ol forment 


coedulum 




ol companadeg 


conedio 




2)er da cuminadi^i) 



795 ccQTog -{- tvqoq; Grion del formag 796 aQzog -{- ßo- 

S^vvog „Grube"? Diic. führt aus bergam. Chron. ad aun. i886 u. 
1393 artibasalus, artibusolus = cazonzeWi , casoiicelli an; Grion 
liest artibotnia 800 Grion moch 



— 121 — 



conediiim 
viniim citrinum 
vinum 
viniüum 
citrinus 
15'" ribicondus, pontbicus 
malvasia 
miiscatellum 
vinum creticum 
vernatium 
bochale, urceus 
urceolus 
ansa 
oroficium 



phyala, amphora 

lagena 

crater 

patera 

siplms 

ciminilia, ciminile 

bacile 

cuprimis 

claretum, nectar 

confectio 

discumbo 

exciimbo 

reficio 



805 ol cuminad 

ol vi cisol'^'^) 

ol vi 

ol vineto 

cosa cisola 
810 cosa vermeya 

la malvasia 

ol moschatel 

ol vi de Cret 

ol vernaz 
815 ol bochal 

ol bocali 

ol maneg de-1 bocal 

ol bochet de-1 bocal over 
el dolzo i'^-^) de la 
stegniada over la ga- 
ledai54) 

la mola '5^) 
820 la steniadai56) 

la galeda over la taza 

la taza 

ol nap 

la bacilai^'') 
825 ol bacil 

ol bronzi ^^^) 

la stabadia '^'^) 

ol confeg 

2)er sedi a tavola 
830 j:>er leva da tavola 

2)er reficia 



810 ribicondus mit Anlehnung an ribes? Cod. v'meya 815 
Grion bochali 818 Grion orificium-, ou' 820 Grion scemada 
824 Cod. eher ciminiria^ s. Duc. cimia, ciminile, cimiline, cimi- 
nialia, J. de Janua : dicitur vas aquaticum ad abluendas manus, ut 
dicunt bacinum 827 s. Duc. claretum, nectar-, bei stab{':f)adia 
bereitete der 4. Buchst, dem Kopisten Schwierigkeiten. Nachdem 
er zweimal das ihm unbekannte Wort bis zum 4. Buchst., den er 
als b, dann als d aut'fasst, fortgeführt, entschliesst er sich bei 
der dritten vollständigen Schreibung zur einfachen Kopie des 
Buchst., der wohl ein b darstellt. 



122 



refectus 




cosa reficiada 


refectio 




Ol 


reficiament 


prandium 




Ol 


disna 


jantamen, jantacuhim 


835 


Ol 


disnarel 


Ib^ prandeo 




JJCi 


r disna 


janto, jantor, janta- 




per fa ol disnarel 


[culo, jantaculor 








merendo 




per marenda 


merenda 




la 


m „ 


ceno 


840 


jjer cena 


cena 




la 


n 


obsonor 




2)er poscena 


obsonum 




la 


poscena 


colatio 




la 


colatio 


colationor 


845 


jjer fa „ 


De coquina et per 


tinentibus ad coquinam. 


coquina, popina 




la 


cusina 


coqims, -inarius 




Ol 


cog 


rüder 




la 


fopa de la cusina 






over la insuda d-i 






cavriiß'^) 


epicastorium, caminus 




Ol 


cami 


caligo 


850 


la 


calizen'ß') 


sustile 




Ol 


cadenil»62) 


susta, catliena 




la 


sosta '^3) 


lar 




Ol 


fogla 


focus, ignis, pir 




Ol 


fog 


einer 


855 


la 


cender 


favila 




la 


faliva morta 


sentila 




la 


faliva viva 


„ -lula 




55 


faliveta 


16^ fumiis 




Ol 


fum 


flama 


860 


la 


flama 


pnina 




la 


brascha'^n 


exprimo 




2)er abrasch a 


835 s. Diic, jantaeulam. 


Wb. ; 


IIb 1 


jantar 861 Grion hrasca 



862 Cod. eher exprimo 



123 — 



carbo 




ol carbo 


carboncnlus 




ol carboncel 


torrizo 


865 


2)er astiza 


toris, ticio 




ol stizo 


viridis 




cosa virda 


aridus, siccus 




„ secha 


sufflo, perflo 




per bofa 


eflo, conflo 


870 


j^er sconfia 


eflor, conflor 




2jer ü sconfiad 


folis 




ol manteget^*'^) 


foliculus 




ol bofet 


fugiles 




l'azali 


accendo 


875 


2)cy aprend ol fog 


extinguo 




2)er amorsa ol „ 


lebes 




ol lavez 


lebeticulus 




„ lavezol 


cacabus 




la coldera 


aeniim 


880 


ol perol over ol stegniad 


stannum 




ol stang 


es 




„ ram 


cupium 




„ bronz 


patella, sartago 




la padella 


cultrum, tectoriiim 


885 


ol test 


16^ strideo 




2)er ruz'66) cum fa l'oli 
in la padella 


veru 




ol spid senza caren 


verutum 




„ „ CO la „ 


strido 




2)er franz co-y denti 


tripofeiTeus 


890 


ol trepe de-1 fer 


graticula 




la gradasella dc-1 fer 


prunale, ipopirgium 




ol bordonal 


tenaciila 




la moyeta 


ignifer 




ol bernaz i^*) 


lixo 


895 


jjer cos a les 


lixus, lixatus 




cosa cogia a les 


toreo, asso 




2)er cos a rost 



874 s. Duc. fugillus 880 Grion aerium 886 Cod. eher 
lali ', i 892 Grion pirinale ; Duc. ipopirgium, ipopigerium 



— 124 — 



17^ 



tostus, assatiis, assus 




cosa rustida 


frigo 




per para^*'»^) 


frixus, frictus 


900 


eosa parada 


sagimen 




ol delef 


lardum, siimen 




ol lart 


sagino 




per pergotaiß**) 


saginatus 




eosa pergotada 


subsagino 


905 


per impilota 


subsaginatus 




eosa impilotada 


ferciüo 




per menestra !''<') 


condio 




per eondi 


condimentum 




ol eondiment 


sagimen 


910 


ol salam 


salo, salio 




per sala 


salsus 




eosa salada 


insulsus 




» no „ 


salsatorium 




ol salador 


salsamentum 


915 


ol salam 


salariiim 




ol log dond se vend la sal 


sal 




la sal 


salarius 




ol saler 


cremo 




per squetai'i) 


inlebeto 


920 


per met ind-el lavez 


bulio 




per boy 


bulior, bulio 




ol boy 


ververto 




per mena ol spid da-1 
[rost 


capix 




la eaza 


capis 


925 


ol eazul 


mortarium 




ol morter 


pilus 




ol pesto 


tero 




per trida 


tri tu s 




eosa trida 


hoc mergus 


930 


la segia 


hie „ 




ol mergo 


situla 




la sedella 



898 in rustida ist der 1. Buchst, undeutlieli Uli) squera? 
930 s. Duc. unter mergorae : mergus, -oris = situla Joan. de Jan. 



— 125 



puteiis 




Ol 


poz 


casitria 




la 


gratarola>'2) 


salsitorium 


935 


Ol 


pestarol ' '^^) 


salsitoria 




la 


pestarola 


reliqua 




la 


colobia''"*) 


Unter 




l'albioi'5) 


mergorarium 




Ol 


segier^'ß) 


parapsis, scutella 


940 


la 


scudella 


coclear, cocleare 




Ol 


cugia 


17^ coclearia 




la 


cugiarera*'') 


incisorium 




Ol 


tayer 


liiter 




Ol 


lavador over la lu- 
[dria'^») 


pelvis, conclia 


945 


la 


concba 


catinus 




Ol 


conchet 


basilla, lanx 




la 


basiai'-') 


aspeleta 




la 


speorela ' s") 


dispensator 




Ol 


dispensador^^') 


doliiim 


950 


Ol 


soyi82) 


reclitorium 




Ol 


regiad ''•^) 


archa 




l'archa 


banchale, tapetum 




Ol 


banchal over ol tape 


repositarium 




Ol 


guarneri'^4) over 
[l'armari 


credenceria 


955 


la 


credenza 


urna, fidelia 




l'ola 


lapidellus, lecliitus 




Ol 


laveli85) 


panifer 




Ol 


paner de-1 pan 






over de-1 pa 


pistor 




Ol 


prestiner 


pistrix 


960 


la 


prestinera 


pistrina 




la 


panera i^*j) 


pristinum 




Ol 


presti 



934 casitria v. caseum terere 935 Cod. eher falsitorium, 
-ia, doch vgl. Aum. 937 Cod. hat siliqua (?) 944 Duc. luter 
„Waschbecken" 948 aspeleta"^ Griou aspeorda, Cod. la aspeo- 
rela mit Tilguugspiiiikteu beim a 951 reclitorium'^ 957 lapi- 
delhis wohl ungeschickte Latinisirung ; lechittis st. lecj'thus {hj- 
xvfi^og) 



— 126 — 



18^ 



farina 




la farina 


cantabrum 




ol regul over ol sove- 
[ter 187) 


asimilia 


965 


la floi-is^) de la farina 


furfur 




la cruscha 


atamen 




ol bugat>^9) 


atamino 




per abugata 


sedatium, cicotroniza- 




ol sedaz 


[torius 






cicotronizo 


970 


per asedaza 


cibro 




per crivela 


vanus 




Ol vali^»«) 


vano 




per vander^'**) 


miclia 




la nncha 


brissa, bucella 


975 


la feta de-1 pa 


morsellum 




ol morsel 


fermentuin, azima 




ol levad 


fermentatus 




cosa levada 


azimus 




cosa lisai'J2) 


pinso 


980 


per impasta 


repinso 




per gramola'^3) 


pinsa, pista 




la pasta 


pinsus 




cosa impastada 


uncus 




ol ranpi 


rapissula 


985 


la rasparola'^'*) 


furnus, clibanus 




ol foren 


clusorium 




„ sgiesor '9^) 


oleum 




l'oli 


condimentum 




ol condiment 


fartum 


990 


ol cervelad 


ila, luganicha 




la luganga 


tomaculum 




„ tomasela 


dulcium 




Ol dolzoi96) 


farcio 




per impli 


furcimen 


995 


ol pie de la caren 



964 Cod. catabrum ohne n- Strich 905 Cod. eher asi- 

milia; asimilia könnte aus simila verderbt sein 967 s. Duc. 

attamen, Wb. 1 tamigio 970 cicotronizo? 975 nordit. brisa 
„Krume" 993 s. i)uc. dulcium 



— 127 — 



pigmentum 



perna 
18^ rancor 
ancor 
mucor 
rancoro 



1000 



ol pie 

ol meze 

la mnfa de la caren 

la mufa de-1 vi 



ancoro 

mucoro 

rancorosiis, rancibuliis 

mucorosus, miicidus 

ancorosiis 

caruca 

carucosiis 

tinea 

tineatus 

nefranditiiim 

carbonata, frixa 

nefrendus, niazale 

nefrendis 

srrusrnimo 



pa 
la 



jper savi da mufa cum 
sa la caren 
ol vi 

per savi da 

cosa ranza cum e 

[caren 

1005 cosa mufleta cum 

e ol pa 

- vi 

la camola'^^) de la caren 

cosa camolenta 

la parma 
1010 cosa parmada 

l'aina '^S) ^e-l porch 

la carbonada 

ol porch castrad 

la •• ~a yi ~<» 
1015 per ruz cum fa i porz 



De penu et suis pertinentibus. 



penu, penus, -ris, penus, 

[-nus 
penulio 

veges 



vegiticulus 



la caneva 

Tom e la femna che 
[guarda la caneva 
la veza over la ca- 
[rera«99) 

ol vezol 



998 Cod. 7nuffa mit unterpunktirtem zweiten f 999 ancor 
Scheideform 1011 Cod. laina, über ai findet sich noch ein a 
Überschrieben I(>13 s. Diic. nefrendus ] miizale ist die dem it. 
majale entsprechende lomb. Form (pav. wio^r u. s. f.) Inl5 Cod. 
yruyuiino 



128 — 



vinicondra 


1020 


la bozzola 


vas 




ol vasel 


vasculum 




„ „ -let 


catasta 




la cadasta200) 


19^^ clepsedra, colus 




Ol colirol2o>) 


gerula, armila 


1025 


la brenta'202) 


gerulator, armilator 




ol brentador 


uter 




l'oder over la baga 


gerolla 




la civera 


clava 




„ maza 


„ -vula 


1030 


„ mazola 


circumlentea 




la cagiiia203) ^a-y cirg 


circulus 




ol cirg 


circiüifex 




ol mister da-y cirg 


torquis 




la stropa 


torquilus 


1035 


ol stropel 


siler 




la pendola204) 


siler 




quel herba 


calco 




ol cocho2<»5) 


dolia, facena 




la zena206) 


fundus 


1040 


ol fond 


vedo 




ol burio207) 


Spina 




la Spina 


spinigeriiim, brochamen 




ol sponzo208) 


stupa 




la stopa 


spinagito 


1045 


per Spina 2«ö) ol vi 


aurio, exaiirio 




per tra vi o aqua 


fundo 




per spand over buta 
fo vi aqua 


stagno 




per stagnia 


impleo 




per impli 


19^ repleo 


1050 


per recalcha^Jf») 


tranvaso 




per travasa 



1020 vinicondra'^ etwa vinuin + ;«o)(J?;? zu ^N\).W^ gonda 
1025 s. Wb. I yerla; Duc. armillum 1031 circumlentea? Cod. 
über dem i in caqnia ein kleiner Strich, so dass vielleicht cngnina 
zu lesen 1039 clolia wohl von dolare; facena von facere -\- lomb. 
zena 1041 vedo? 1043 v. spiniger; Duc. brocalium Wb. I 
brocco 1048 Cod. vor stagnia durchstrichenes stayna 



129 — 



invaso 

transvasator 

obturo, calcoTio 

stillo 

stilla, gutta 

fex 

tartanun 

aceo 

acesco 

acerbus 
maturus 
clarus 
dulcis 
acetum 
pastum, sapa 
agrestura, vinicerbum 
piirus 
mixtus 
limphatus 
merum 
limplio 

hie et hec aeris et 
[hoc acre 
eompositum 
insalata, lactuca 
crespia, gramimeria 
20'' mustum 
uva 
botnis 
racimus 

vitis 

palmes 

corimbus 



2}er invasella 
ol mudador da vi 
jöer incocona 
1055 per gota 
la gota 
la fez2ii) 
la garipla2i2) 
2yer pongia 
1060 j9er inforti over per 
comenza de pongia 
cosa bruscha 

„ madura, mariida 

„ ehiara 

„ trobia2i3) 

1065 l'asit 

ol most vord2i4) 
l'agrest 
cosa pura 
„ mesgiada 

1070 „ adaquada 
ol vi purad 
per adaqua ol vi 
cosa forta com e l'agrest 

la composta^is) 
1075 la insalata 

la crespia 2 iß) 

ol most 

l'uva over l'uvaza^i^) 

ol gra de l'uva 
1080 ol rampol over ol 

[grapel2ib) 

la vid 

ol garzol2i9) de l'uva 

ol cavirol de l'uva 



1060 Cod. Ott', comza, pügia 1066 Cod. deutlich pastum, 
man läse gern passum sc. vinum 1067 s. Duo. agresta: vini 

acerbum 1076 crespia lomb. aus *crispida; gramimeria? 

Rom. Bibl. Altberg. Sprachdenkmäler. U 



— 130 



tirsiim 

vinacia 

acimum 

cista 

cistella 

cong . , mium 

calatus, canistrum 

corinphus 



la trosa2'i0) 

1085 la vinaza 

ol vinazol 

la cavagnia 

la cavagniola 

Ol roz22i) de l'uva 

1090 ol canester 

ol cavriol de la vid 



De stabulo et pertinentibus ad stabulum. 



stabulum 
equistar 
bostar, bovile 
presepe, presepium 

feneria 
fenum 
prebenda 
equistratum, lecti- 

[sternum 
sterno 
hie manus 
sonipes 

gradarius, trotinns 
jumentiim 
equus 
caballus 
clitearius 
Oxis 
20^ cursarius 
pulusequus 
succusarius 



la stala 

la stala da cavay 
la stala d-i bo 
1095 la mangiadora over 
la trevis222) 

la rastellera 

Ol fe 

la prevenda de-1 caval 

Ol leg d „ „ 

1100 per sterni 

ol palafre 

ol destrer 

ol ronci 

ol caval da bast 
1105 ol caval 

ol caval vil 

ol somer 

„ bast 

ol corser 
1110 ol poleder 

ol troter 



108B acimum? wohl statt aeinum 1089 Cod. conge{J)i{'>)min, 
über dem i steht ein wohl r bezeichnender Schnörkel 1091 

corinphus? 109(j s. Duc. fenaria feneria 1098 Cod. pvenda 
10i)9 s. Duc. equistracium, lectisternium 1107 st. clitellarius 

1108 Oxis? etwa axis? 1111 siiccussator Lncil. sat. ii, 33 



131 — 



quadrnpedarins 




Ol portent223) 


mulus 




ol mul 


miila 




la mula 


mando 


1115 


per mangia ol fre 


tusicus 




cosa bolsa 


subalbus 




„ balzana 


ferripedo 




per fera 


ferripedatus 




cosa ferada 


deferipedo 


1120 


per desfera 


deferripedatus 




cosa desferada 


morsus 




ol mors 


lupatum 




ol mors de-1 fre 


frenum 




ol fre 


alena 


1125 


la brena^24) 


Camus, lorum 




la caveza 


capistrum 




Ol söget 225) 


antica 




ol pegioral 


postica 




la cropera 


sella 


1130 


la sella 


stapes 




la streva226) 


stapile 




stafil 


cingula 




la cengia 


calcar 




ol spero 


calcarizo 


1135 


per sperona 


falebre 




la coverta de-1 caval 


clunis 




la cropa „ „ 


coma, iuba 




la coma „ „ 


iingula 


1140 


l'ongia „ „ 


inio 




per fa ol vers227) d'ol 
[caval 


calcitro 




per tra d-i pe 


repedo 




n -n )5 n 


olfo 




per osma 


olfatus 




Tosmament 


2P succuso 


1145 


per trota 



1112 (jnoD. porteler 1123 Cod. fer 1125 s. Duo. allenae 
= corrigiae fraeiiorum, Papias 1136 st. plialerae 1140 Cod. 
fo (?) uers 1145 Cod. succuso mit einem Sclmörkel über dem 
zweiten u, sodass vielleicht sviccurso zu lesen 



— 132 -^ 



quadnipedo 




per ambla 


strigilla, strigillis 




la stregia 


strigillo 




j)er stregia 


politoria 




la panadora 


polio 


1150 


per imbeli 


bos 




ol bo 


vaca 




la vacha 


bubalus 




ol bo salvadeg 


juvencus 




ol manz 


juvenca 


1155 


la manza 


vituliis 




ol vedel 


vitellus 




ol rusum228) ^q.i of 


vitula 




la vedela 


taurus 




ol tor 


prolactaria 


1160 


la mora229) 


cornu 




ol coren 


jugum 




ol zof 


iugula 




la zocla 


stringula 




la gambisa230) 


Stimulus 


1165 


ol goio over l'aguiad^^i) 


mugo, bovo 




per mugla 


mugitus, bovitus 




ol muglament 


agnus 




Tagniel 


Ovis, bidens 




la pegora 


balo 


1170 


fa ol vers de la pegora 


aries, vervex, muto 




ol molto 


2V castratus 




ol castrad 


edus, capretus 




ol cavred 


capra 




la cavra 


ircus, caper 


1175 


ol bech 


lac 




ol lag 


coagulum 




ol cag 


coagulatum 




la cagiada 


coagulo 




per cagia 


balducta, iuncata 


1180 


la zonchada 


recocta, puina 




la ma8clierpa2'^2) 



1160 Grion prolataria 
1181 puina lomb., s. d. Aum. 



1180 s. Duc. balducta, juncata 



133 



caseus 




ol formag 


serum 




la scolobia233) 


casea 




la formagia234) 


fasina 


1185 


la fasera 


butirum 




ol panlag235) 


recoctena 




la carota-36) 


Conus 




Ol C01237) 


sinum 




la segia da-1 lag 


casearia 


1190 


la formagiera238^ 


opilio 




ol pegorer 


grex 




ol roz over la malga^^«) 



De li pegori over de li bestij piceni. 
armentum ol trop de-1 besti grossi 

De torciilari et suis pertinentibus. 



torcular 


1195 


ol torg 


prelum 




l'erbor da torg 


vertiplum 




la virga de-1 torg 


pondus 




ol ponzer240) 


gratis 




la grad 


22*^^ mazale 


1200 


ol mazal24i) 


cuneus 




ol cliiniol 


navatia 




la navaza242) 


qualus 




ol calarol243) ^a vi 


tina 




la tina 


vinazale 


1205 


ol vinazal244) 


delatorium, vacua- 




la drola245) 


[torium 







De orto et pertinentibus ad ortum. 

ortus l'ort 

ortolanus, pomilio l'ortola 



118.< Cod. eher scolobra J liiT Cod. vertipliwi mit einem 
kleinen Bogen über dem i, vielleicht vertipilum 1201 Cod. 

eher cmieul 



— 134 — 



ortulus 




l'ortasel 


orto 


1210 


per fa ort 


Ollis 




l'erba de-1 ort 


caulis 




Ol 


Virz246) 


beta, sicla 




la 


blida247) 


petrosilium 




Ol 


pedersem2^^) 


trifolium 


1215 


Ol 


trefoy 


milfolmm 




Ol 


milfoy 


pulegiiim 




Ol 


pilizol249) 


menta 




la 


menta 


mentastrum 




Ol 


m entaster 


majorana 


1220 


la 


mazorana 


salvia 




la 


salvia 


borago 




Ol 


morayo250) 


lactiica 




la 


lagiuga 


indivia 




la 


indivia 


portulaca 


1225 


la 


porcelana 


semperviva 




la 


oregina^öi) 


poriim 




Ol 


por 


cepa 




la 


cigola252) 


22^ aleum 




l'ay 


aleatiim 


1230 


l'ayada 


feniculum 




l'erba bona 253) 


asentium 




l'asenz 


abortaniim 




l'avroden 


marobium 




Ol 


marobi 


rosmarinus 


1235 


Tosmani 


scaturegia 




la 


sclareza254) 


isopus 




l'isop 


eriiga 




la 


ruga 


enica 




la 


ricola 


spinatium, atriplex 


1240 


Ol 


spinaz 


baselico 




Ol 


basergo 255) 


calamentus 




Ol 


calament 


camomilla 




la 


camamella 



1213 Liune: beta cicla; Theoplir. VII 4, 4: xevtXov Xevxör 
o xaAovoi Tivfc oixehxov; Pliu. XIX 8, 4- : siculum 1221 Cod. 
eher saliva-, die Glosse s-a geschrieben J2;jO sonst mit. 

sclaregia 



— 135 



23' 



serpilium 

pestinaca 

dauchus 

napus 

rapa 

rapiculiis 

rapaniim 

melo, pepo 

cucumer 

Cucurbita 

cucurbitarium 

caparus 

rosa 

rosarium 

plantago 

uvaspina 

malva 

altea, malbaviscum 

lilium 

lupulus 

capicaulus 

crifemerium 

anetum, anossum 

vitis alba 

consolida maior 

viola 



ol serpili^^^) 
1245 la pesnaga 

ol rauz25'') 

ol navo 

la rava 

ol ramponci 
1250 ol ravanel 

ol melo 

ol chucbumer 

la zucha 

ol zucher 
1255 ol capar 

la rosa 

ol roser 

la plantana 

l'uvaspina 
1260 la malva 

ol malbavisg 

Ol Uli 

la luvertiga 

ol gabus 
1265 Ol grufer258) 

l'anes 

la vidalba 

ranedalg25») 

la viola 



De planta et suis pertinentibus 
planta 



arbor vel arbos 

cepes 

radix 

tronchus 



1270 la planta 
Terbor 
ol zespet 
la rays 
ol troncho de-1 herbor 



1 24!) Cod. ramponzi, zi iinterpunktirt und ci überschrieben, 
dazu sind zwei p quer übereinander geschrieben, von denen das 
eine unterpunktirt ist; Grion ramponazi 1256 Cod. Gl. r-a 

1260 Cod. Gl. m- 1261 malva hibiscum, eviscum Plin. Val. 1, 6 
12(35 crifemerium^ 1270 Cod. Gl. p- 1272 st. cespes 



136 



ramiis 




1275 


Ol 


ram 


frons, -dis 






la 


froscha 


folium 






la 


foya 


fructus, huius 


-ctiis^ 1 
frugis / 








huius 




Ol 


frug 


pomiis 






Ol 


pom herbor 


pomum 




1280 


n 


,- frug 


pirus 






Ol 


pir erbor 


piriim 






« 


„ ft'"g 


morus 






Ol 


moro herbor 


morum 






?7 


„ frug 


cornas 




1285 


Ol 


cornal erbor 


„ m 






T) 


„ frug 


arminiacus, chrisomiiliis 




la 


miniaga260) erbor 


arminiaciim, crisomu- 




la 


miniaga frug 




[lum 








23^ cidonius 






Ol 


pom codong erbor 


cidonium 






. 


« • . 


peiöicus 




1290 


Ol 


perseg erbor 


„ m 






j) 


„ frug 


prumis 






Ol 


brung erbor 


„ m 






!7 


fi'ug 


arbor punica 






Ol 


pom granad erbor 


malum granatum 


1295 


Ol 


pom granad frug 


laurus 






roreng26i) 


baca 






la 


barimbaga2*'2) 


oliva 






Toliva erbor 


olea 








» frug 


avelana 




1300 


olana erbor e frng 


castanea 






la( 


3astegnia erbore frug 


maronum 






Ol 


maro 


colanis 






la 


nizola263) erbor 


„ m 






57 


nizola frug 


nux 




1305 


la 


nos erbor e frug 


amigdaliis 






la 


mandola erbor 



J295 Cod. eher granitnm l'ldl Cod. bar nnhaga, Cod. eher 
Anclaiia; vor olana Rasur 13o3 colarus roman. Ümstelhmg 
von corylus 



— 137 



amigdalum 




la mandola frug 


ficus 




ol fig erbor 


„ m 




„ » frug 


ficiis 


1310 


qiiella infirmitad 


gingininiis 




ol zenzervi264^ erbor 


giogininum 




frwg 


ceresus 




la ceresa erbor 


ce „ m 




„ frug 


esciilus 


1315 


ol naspel erbor 


,, m 




frug 


nucis persicus 




ol nos perseg^ßs) erbor 


:i » öl 




„ . y, fr-ug 


glandula 




la glandula de-1 perseg 


gl ans 


1320 


la gianda 


24^ amaratrus 




la marascha erbor 


amaratrum 




fr"g 


amarena 




la marinella erbor e frug 


cednis 




ol cedro erbor 


r, m 


1325 


r fr'Ug 


volemus 




ol pom ranz erbor 


^ m 




„ « V fr'ug 


palma 




ol dater erbor 


dactilum 




„ „ frug 


salex 


1330 


la sales 


popiüiis 




la pobla over l'albara 


ornus 




l'imiz266) 


ilex 




ol lares 


taxiis 




ol tas 


naxus 


1335 


ol nas 


tilia 




quel lierbor 


fagus 




Ol fo 


pinus, -ni, — , -niis 




ol pez26") 


quercus, -ci 




la rover 


„ , -cus 


1340 


la rover 


sambucus 




ol sambug 



1317 Cod. iiucis psicHS, nospseg ohne er-Abbrev. 1321 

Cod. deutlich amaratrus, -am 1328 Cod. salnia 1340 vor 
rover imCod. dnrchstricheues und dreimal unterpunktirtes uo 



138 



24^ 



dumus 




ol spi over ol riz^^s) 


dumetum 




ol boschet 


rubus 




la roveda 


Spina, sentis 


1345 


la Spina 


Oleaster 




l'oliva masgia 


pinaster 




ol pi masg 


seps 




la cesa269) 


sepio 




per circonda de cesa 


iilmus 


1350 


Tolem 


virga 




la virga 


virgiila 




la verzella 


virgultum 




ol log ond e virgi ase 


arbustus, -m 




l'erbosel 


nemus, lucus 


1355 


ol bosch 


Silva 




la Silva 


pal US 




ol palud 


salicitum 




la salesada 


olivetum 




l'olivet 


vinetiim 


1360 


ol vidag2'?o) 


vinea 




la vignia 


castaneatiim 




ol castegnid"^'!) 


pupiiletum 




I'albaril2'2) 


clausiim, predium 




la breda2-3) 


territorium 


1365 


ol tre 


pratum 




ol prad 


fenum 




Ol fe 


feniseca 




ol preder e la predera 


ager, agrum, campus 




ol camp 


cultura 


1370 


la cultura 


agricultura 




ol lavor de-1 camp 


agricola 




Tom e la femena che 
[lavora ol camp 


sulciis, lira 




Tirpeg over ol solch 


ligo 




la zapa 


siciiliis 


1375 


ol zapi 



1345 Cod. s-a 1351 Cod. vi-a 1352 Cod. v'zella 
1356 Cod si-a 1360 Grion vinctum l.3()3 Cod. pupuletum 
mit unterpunktirtem c, worüber ein anderes e 1370 Cod. Gl. 

c-a 1374, 1375 die Glossen in Rasur 



~ 139 — 

aiatrum l'arad 

biiris la cova^^'*) ^e-1 car over 

la stiva 

25'' dentale ol dental 

vomer la massa^^^) 

fossorium 1380 la vanga 

artica, arpica l'irpeg 

erpico jj^^r arpega 

bigarvalis ol plo^''^) 

roversarium ol roversari"^'') 

chilindrum 1385 la sbadigia^"^) 

gleba la Iota 

siiffodio per roncba 

plaustrum ol car 
currus, carpentum, \ 

redda, quadriga | ^^ ^''^^'^^'^ 

biga 1390 la careta de do rodi 

timo ol timo 

axis l'asal 

rota la roda 

cantus ol gavel^''^) de la roda 

radiiis 1395 ol raz „ „ „ 

modiohis ol co^so) ^^ ^^ ^ 

orbis Ol cirg „ „ „ 

orbita la spreza^si),, „ , 

137(1 die Glosse in Rasur 1381 Duc. aus frz. Urk. arti- 
gare: interlucare Silvas, dunieta suecidere, in culturam redigere; 
span. artigar „zum I. Male pflügen'*. Daher als Verb. Subst. 
(vgl. arvum v, aro, agov(ja v. ccqooj u. s. f.) Duc. artiga artigaUa 
aHigia span. artica artiga prov. artigua: incultus ager ad cul- 
turam redactus, recens proscissus, idem quod ,.exartus" (Wb. Ilc 
i'ssart). — artica = irpex ist von obigem Ztwt., dessen P2tym. 
noch dunkel war, vgl. Wb. II'' artiga, Kört. unt. artica, kaum 
zu trennen. Die Egge dient freilich nicht zur ersten Urbar- 
machung. Doch mag artica urspr. jedes (festgefügte) Acker- 
ii'eräth bezeichnet haben, oder bei fortgeschrittenerm Ackerbau 
in verwandte Bedtg. übergetreten sein. — Ansprechend erscheint 
<lann die Abltg. vom St. ar-o [woher artiis „Gefüge" arma 
..Geräthe'' (auch des Landmanns) artire „dicht zusammenfügen" 
bei Cato r. rust 40 u. f.] 1385 Cod. gestattet auch die Lesung 
sbadagia 



140 — 



lamirocha 




la tiraclia282) ^e la roda 


schal a 


1400 


la schala 


falx 




la folz 


falciila 




ol folci 


falcastrum 




ol segaspi 


badile 




ol badil 



capistercns, rastellum 1405 ol rastel 
fiircula la forcha da fe 



25^ De civitate et 

civitas, urbs 

biirgum, subiirgum 

castrum, castellum 

opidum, arx 

fortilica 

villa 

vicinia 

vicus 

urbaniis, civilis 

contrata 

hora 

transennda, stricta, 

[angulus 
platea 
forum 

merchatum 
nundine 
domicilium 
ecclesia, templum 
altare, ara 



suis pertinentibus. -83) 

la citad 

ol borg 

ol castel 
1410 la rocha 

la forteza 

la villa 

la visneza 

la maiola'^84) q^qy la 
[piaza 
1415 cosa citadina 

la contrada 

la hora 

ol canto 

la plazza 
1420 ol marchad over ol 
[brolet28ö) 

ol marchad 

la fera 

ol dorn 

la zesia 
1425 l'altar 



1399 Cod. lainirocha, unter dem zweiten J ein Punkt; 
Bdtg.? 1405 wohl capere + stercus; Duc. capisterius: vas 

([uodam, quo frumenta purgantur, ('olum 2, 9, 10: scapJiisterüm 
.,Wurfsdiaufel'', wo nach Georges Schneider falsch cai)isterio 
gelesen habe, genügen nicht recht in der Bdtg. 1412 Cod. 
Gl. f-« 1417 Cod. Gl. Ä-a 1418 s. Duc. trcmsenda, stricta 



-^ 141 — 



ancliona 


l'anchona over la mai- 






[stad286) 


figura 


la 


figura 


calix 


Ol 


cales . 


patena 


la 


patena 


26' scabellum 


1430 Ol 


sclianiel 


lecturinum 


Ol 


lecturi 


missale 


Ol 


misal 


antifonaiium 


lo 


antifonari 


breviarium 


Ol 


breviari 


psalterium 


1435 Ol 


salteri 


missa 


la 


misa 


confessio 


la 


confessio 


introitus 


lo 


introyt 


oratio 


la 


oratio 


epistula 


1440 la 


epistola 


antifona 


la 


antifona 


versiculus 


Ol 


verset 


offerenda 


la 


offerenda 


hostia 


la 


hostia 


heucaristia 


1445 la 


heucaristia conse- 
[grada 


evangelium 


lo 


evangelio 


credo 


lo 


credo 


pater noster 


lo 


pater noster 


prefatium 


Ol 


prefatio 


psalmus 


1450 Ol 


salem 


candelabrum 


Ol 


candeler 


candela 


la 


candela 


cereus 


Ol 


ceri 2S7) 


cereolus 


Ol 


ceriol288) 


cera 


1455 la 


cera 


tnribulum 


Ol 


turibol 


thus, insensum 


l'insenz 



1427 Cod. Gl. f-a 1437 Cod. Gl. ()f-o 1439 Cod. Gl. 
0-0 1440 Cod. Lemma epistola mit u über unterpuuktirtem o 
1441 Cod. Gl. a-a 1443 Cod. Gl. la— 1444 Cod. Gl. h-a 
1445 Cod. Gl. h-a 1447 Cod. Gl. c-o 1448 Cod. Gl. fi' nr 
14ö2 Cod. Gl. c-a 1455 Cod. Gl. la— 



— 142 



incenso 




per da Tinsenz 


lampas 




la lampada over ol ci- 
[sendel 289) 


misso 


1460 


per fa mesa 


missatur 




ol fi messa 


^^^ presbiter, flamen 




ol preved 


sacerdos 




„ „ e la preveda 


amictus 




l'amit 


camisium 


1465 


ol camis 


cordula 




ol cordo 


manipuliis 




ol manipol 


stola 




la stola 


planeta 




la planeda de-1 preved 


dalmatica 


1470 


la dalmaticha 


pluviale 




ol pluvial 


metria 




la metria 


pedum 




ol basto de-1 vesclief 


oblatio 




ofFerta 


offitium 


1475 


lo officio 


beneficium 




ol beneficio 


prebenda 




la prevenda 


clerus 




la gieresia 


clericus, clericata 




ol giereg 


diaconus, diacones, 


1480 


ol zagen 290) 


"lauta 






subdiaconus 




ol sotzagen 


acolitus 




l'acolit 


crisma 




la crisma 


crismo 




per crisma 


baptisma, -iis 


1485 


ol batisem 


baptizo 




per bateza 


baptisterium 




ol batizerij 


compater 




ol compar 


comater, obstetrix 




la comar 



146S Cod. Gl. Za— \ AI C) Cod. bnficium, bnficio 1477 Cod. 
pvenda 1479 clericata'^ clerica s. Diic. licsse sich zu clericus 
ziehen 1483 Cod. Gl. la— 



— 143 



27»' juvax 


1490 


Ol gudaz29i) 


iuvatia 




la gudaza 


filiolns. baptifilius 




ol fioz 


filiola, baptifilia 




la fioza 


hora 




la hora 


orologium 


1495 


roriol292) 


matutinum 




ol mati 


prima 




.... 


tertia 




terza 


sexta 




• • • • 


nona 


1500 


• • • • 


vesperi, vox 




ol vesper che se canta 


V „ e, vox 




» „ „ „ sona 


vesper 




Fora de-1 vesper 


completorium 




completa 


campana 


1505 


la campana 


tintinabulum 




ol bagioch ■'^93) 


campanella 




ol campanel 


corda 




la corda 


funis 




la soga 


funiciilus 


1510 


ol söget 


campanile 




ol campanil 


sacrista 




la segrestia 


sacer 




cosa segrada 


sacro 




per segra 


consacro 


1515 


per consegi'a 


sacramentum 




ol sagrament de la 
giesia 


iusiurandum 




ol sagrament che se 
fa in juditio 



De arte et eins pertinentibus. 

ars l'art 

artificium ol mester 

artifex 1520 l'artesa 



1490, 1491 Cod. jiiiiax, iniiat{c'^)ia, was diWah. junax ge- 
lesen werden kann; Duc. kennt das Wort nicht 1504 s. Duc. 
complctorimn, completa, complemla 1505 Cod. Gl. la— 



144 — 



27^ opus 




ol lavor fag 


opera 




la fadiga de-1 lavor 


officina, statio 




la stazo294) 


lanificium 




ol lavoreri295) de la 
[lana 


lana 


1525 


la lana 


stamen 




ol stam over raza29G) 


occatiim 




la gogiada29') 


bombisium 




ol lavoreri de-1 bambas 


apoteca 




la spiciaria 


aroma 


1530 


ol speci 


aromatizo 




2)er savi da speci 


apothecarius, aroma- 




ol spicier 


[tarius 






cinamonium 




la canella 


piper 




ol piver 


„ lungiim 


1535 


» » long 


„ -atum 




la peverada 


acutus 




cosa forta com e ol piver 


zenziber 




ol zenzer 


siropus 




ol sirop 


potio 


1540 


la poson 


dossis 




la prisa de la medesina 


medecina 


• 


la 


medicus 




ol medeg 


fisicus 




„ „ de fisicha 


cirogia 


1545 


la cirogia 298) 


ciregicus 




ol medeg da piagi 


pilula 




la pinola 


nebula 




la biava299) 


canestrinum 




ol canestri 



1 525 Cod. Gl. la — 1 527 Duo. occare = secare, scindere, 
mit einem einzigen Beleg aus der Yita S. Walth. : . . . ut omnes 
illum intuentes magis occandum crederent in eo, quam pro- 
trahendum filum temporalis vitae. Also occatum sc. filum „der 
abgeschnittene Faden". Vgl. Georges occo = eggen, Wb. II »^ 
hueco 1540 Cod. poso 1545 für chirurgia 1547 Griim 

Lemma pilida 1548 s. Duo. nebula Wb. I. nevula 



— 145 — 



laxativus 

constrictivus 

28^ eassia 
cucarium 
j>:ariofolum 
mix nuscliana 
iiuscliatnm, -iis 
ambra 
eovandnim 
cedreata 
persicata 
pericata 
pinedium 
passnle 
vibe 
papirus 
p „ -rotiim 
carta, perg^ameniim. 

[dica 
pixis 
Capsula 

atramentum, en- j 
caustnim, in — j 
Vernix 
mastix 
gumi 
alumen 

hoc resegar, arsiniciim 
tosicum 
vitriolium 
ampliorula, vitriolus 



1550 cosa che fa anda d'ol 
[corp 
„ „ ,, strenz ol 
[corp 

la cassia 

ol zuclier 

ol garofel 
1555 la nos noschana^^*^") 

ol noscliad 

l'ambra 

ol coyander 

la cedreada 
1560 la perzegada 

la piricada 

ol pinedi-'"') 

li uveti^o-i) 

li zebnli :^(':^) 
1505 ol paper 

ol biisolot 

la carta 

la busola 
la seatola 

1570 lo incoster 

la vernis 
ol masteg 
la guma 

la lum de giaza^^^) 
1575 l'arsinig 
ol toseg 
ol vedriol 
la impoleta 



1552 Cod. Gl. la — 155S coriandrum mit. coliandnim 1563 
Cod. vaetl 1564 Cod. ///6e(?); ze(o'^)bi/li 15()7 s. Duo. 

dica — chnTia, bei Papias und Joann. de Jauua, gr. di/a? der 
erste Buchst, ist im Cod. unsicher 1571 Cod. v'nis 1573 Cod. 
goma mit a über üuterpunktirtem o 1575 resegar'^ vielleicht 

realgar, die bekannte Schwefel -Arsen Verbindung 

10 



Rom. Bibl. Altberg Sprachdenkmäler. 



146 



2B^' lambicnm 




Ol 


vasel da fa l'aqüa 


statera 


1580 


la 


balanza 


stater, libvipens 




Ol 


contrapis 


draparius 




Ol 


draper 


faber 




r 


faver 


ferarius 




» 


ferer 


barbitoiisor 


1585 


« 


barber 


marsupiarius 




V 


marzader 


fij^ulus 




Ol 


boclialer 


scutelarins 




Ol 


scudler 


mango 




Ol 


meneschalch 


acufex 


1590 


Ol 


gogier 


cerdo 




Ol 


calgier ^^^^) 


calegarius 




Ol 


calzoler 


sartor, sutor 




Ol 


sertor 


satrix, sutrix 




la 


sertora 


intersutor 


1595 


Ol 


perponzidor 


„ -trix 




la 


perponzadris 


piliparius, pelliciarins 




Ol 


plicer 


carnifex 




Ol 


becher 



1586 in marsupiarius das erste r undeutlich 1589 Cod. 

maiigo; s Diic. mavgo „Reitknecht, Laquai, Page, Schüler", 
ferner niango „fallax, deceptor", bei Papias mangon, -nis : seductor, 
qui vulgü dicitur manganus ; dann mangoimre =^ nnndinari, trafi- 
quer, maquignonner. wovon mangonarius, manganerius =^ imnxi- 
torum propola, regrattier, reveudeur, fripier; span. man^o?i id. — 
Nicht zu trennen hiervon ist mango Plin. Quint. „Händler, der 
seine Waare durch künstliche Mittel aufputzt", bei Sen. „Sklaven- 
händler". — Im lomb. findet sich magna „furbo" und „calde- 
rajo". Dies führt zu der Wb. 11^ mana, von Flechia Arch. gl. 
111 175 behandelten Gruppe, welche auf inachlua, machinanus (!) 
zurückgeführt wird. Weit ansprechender möchte die Ilerleitung 
von obigem mango, ma(n>gnarius sein. lt. magnano piem. gen. 
magnin, deren Bildung aus mach(i)na Flechia unerklärlich ist und 
die er als westeuropäische Ivehnwürter bezeichnet, wären dami 
lautgesetzlich entwickelt. Span, mana Yb. Subst. v. ma(n'gnare 
gäbe in seinen Bdtg. die ganze Begriffsentwicklung: Kunstgriff, 
List, Verschlagenheit, Geschicklichkeit; manuela: mit Sclielmerei 
und Kunstgriffe verbundene List. Die Bdtg. „Geschicklichkeit" 
vermittelt dann diejenige des *magnanus als artifex. Zur walloii. 
Bdtg. ,,mignün" stimmt mango „Page" 15*,)() Cod. p'ponzidoriSj 
über dem unterpunktirten i, dessen Aenderung zu a versucht ist, 
ein a\ o dtirchstrichen 



— 147 — 



revenditor, auctionator 




Ol 


revenzader^<^6) 


additio 


1600 


la 


zongia^"') 


carpentarins 




Ol 


mister da legniam 


cemeiitarius 




Ol 


inister da mnr 


textor 




Ol 


testor 


textrix 




la 


t „ -a 


pavicula 


1605 


la 


navesella 


licium 




Ol 


liz 


29^ metalum 




Ol 


metal 


stannum 




Ol 


staiig 


piltrnra 




Ol 


pilter 


fernim 


1610 


Ol 


fer 


calibs 




l'azal 


argeutum 




l'avgeiit 


aiirum 




l'or 


oriclialchum 




Ol 


rechalg 


plumbum 


1615 


Ol 


pliimb 


es 




?7 


ram 


lotonnm 




n 


loto 


maleus 




n 


martel 


teiiaculnm 




la 


tenaya 


maleolus 


1620 


Ol 


martel li 


IQCUS 




lo 


inchiz<'n 


incudula 




la 


inchiziieta 


lima 




la 


lima 


rubigo 




la 


ruzen 


squama 


1625 


la 


schaya3<>^) 


fcrnigo 




la 


cliegaza^"'!) de-1 fer 


precisorium 




Ol 


tayador^'") 


sclutorhim 




Ol 


scambiador^") 


fiicina 




la 


fusina 


f „ -nale 


1630 


Ol 


f „ -nal 


lucellum 




Ol 


Insel 31 2) 


extinctorium 




Ol 


spazarol 


pilus, navacula, ra- 




Ol 


resor 


[sorium 









1602 Cod. misf 1005 s. Georg. Duc. pavicula in etwas 

abweichender Bdtg. 1023 Cod. la — 1028 sciutorimn^ 1()33 
Duo. pilwn rasorium; uuvacnla 

10* 



— 148 — 



forpex 




la 


forvesina 


forpicula 


1635 


57 


„ de-1 Script Ol* 


forfex 




57 


„ ,, sertor 


forceps 




77 


forves da taya ol pan 


29'' acus 




la 


gogia 


acufer 




öl 


gogiaroP''^) 


digitale 


1640 


Ol 


didal 


sera 




la 


rasga 


leviga 




57 


plola 


„ -gula 




Ol 


plolet 


trula 




la 


manera'^^'') 


terebrum, vertibnim 


1645 


Ol 


garobi^'^) 


terebellum 




la 


tenevella'^'ß) 


galofodium, scalprnm 




Ol 


scarpel 


perpendulus 




Ol 


piombi 


circinus 




Ol 


sestäH) 


quadrangnla 


1650 


la 


squadra 


quadrum 




Ol 


quader 


colipedium 




Ol 


tay3i8) 


securis 




la 


segur 


curvipenis 




l'aza 




1655 


la 


pescharia 


piscis 




Ol 


pes 


rete 




la 


red 


sagen a 




la 


guada^i^) 


lineola 




liniola320) 


hamus 


1660 


l'amisol 


piscitena 




la 


nassa 


tridens 




57 


frosna 


squama 




la 


scaya 


torentina 




la 


troyta 


timolus 


1665 


Ol 


temel 


murena 




la 


lampreda 



1 647 xäXop -\- fodere 1 652 colipedium „Flascheiiziig" Abltg. 
von xoXXoy 1654 curiwpcnis analogiscli nach bipennis. — Fürster 
ciirvijjenis — pescharia , Grion curvipenis — l'aza. Das Lemma 
zu pescharia wird im Cod. fehlen. 1 659 Cod. eher lineola Lern, 
u. Gl. KKW) Grion amasola 



149 — 



tenca 






la tencha 


Intins 






ol luz 


]0' alecb 






l'areng 


gobio 




1670 


la boza32') 


ingnila 






ringuila 


draco 






ol drag 


angnis, idrus, vipera, 




ol serpent 




[scrpens 






capeto 






ol cavezar^2-2) 


variolus 




1675 


ol vero 


barbus 






,, barb 


carpio 






., carpio 


agnonns 






i'ago-^'") 


avolanus 






la volana'^"^'*) 


cephemis 




1680 


ol geven 


cetus, focba, plnr. be ( 
[cete, indeclinable 1 


• 


la balena 


delfin 






ol delfi 


siren 






la serenella 


ingiorins 






la ingioria''25^ 


tonina 




1685 


*7 V 


Cancer, -cri 






ol gambar over qnella 
[Stella 


, , -ceris 




qnella infirmitad 


1 "^ nepos 






ol luxnrios 


nepos 






lo abiadegi^-*^) 


nepos 




1690 


ol descendent 


calns 






la dnreza de la caren 


calis 






la via streta 


colis 






el col de-1 mont 


canlis 






el costo^zT) de-1 vriz 


canla 




1695 


la stala d-i pegori 



J667 Cod. Lern, fencha mit nnterpunktirtem h 1678 Cod. 
(ifjiiouns, sodass auch agnonus gelesen werden kann lliST im 
Cod. folgen liier lat. Hexameter, welche noch zwei Blätter, f. 31 
n. 8J, ausfüllen. Darauf hebt f. 3.-5^ das Glossar wieder an, doch 
mit neuer Nummerirung lOVM» im Cod. folgen lat. Verse : dicitur 
esse nepos de repa luxuriosus, — ast natum gnati, post natum die 
esse nepotes 



150 — 



Collum 




ol col de-1 cho 


colus 




la rocha 


radius 




lo sticheto de-1 philo- 
[sopho 


5? 




lo razo de li rodi 


» 


1700 


la navesella de-1 testor 


n 




lo razo de-1 sole 


liber 




el liber 


?5 




la scorza de-1 arbor 


» 




ol dio Bacho 


» 


1705 


colu chi e nado libero 


libertus 




colu chi era schiavo et e 
deventato libero 


„ -tinus 




ol fiol de-1 liberat 


1^ lepor 




el bei parlar 


lepus 




la le^or 


vir 


1710 


lo homo da trenta anni in su 


Tl 




el maridat 


n 




lo homo savio 


n 




lo maschio 


affinis 




el parent de pari de moyer 


agnatus 


1715 


„ „ da „ „ pader 


cognatus 




„ „ da „ „ mader 


amita 




la ameda da part de pader 


matertera 




!? »? T) :i 5? "^ » 


patruus 




ol barba da part de pader 


avunculus 


1720 


^^ Ti r) n ?? ^ ?? 


amitinus 




ol zerma"^2>) dji e nat de una 
sorela e de uno fratelo 


patruelis 




de do fradey 


consobrini 




li zermani - son nati de 
[doy sorelle 


2^ sororius 




el marit de una seror 



1697 folgen lat. Verse 1702 folgen lat. Verse 1707 

folgen lat. Verse 1708 die Seite beginnt mit lat. Sachen 1700 
folgen lat. Verse 1710 Cod. (uä 1713 folgen lat. Verse 

17U; folgen lat. V. 1718 folgen lat. V. 1720 folgen lat. V. 
1723 folgen lat. V. 



~- 151 — 



levir 

fratria 

Cancer 



arcus 



1725 cl cognat da part de-1 marit 

la moyer de im to fradel 

el gambar 

iino signo celcstialc 

una infirmita 
1730 lo archo da li frici32i») 

„ „ de-1 ciel 

la volta de-1 iischio 

lo cerchio 



agaso 




colu cm 


caza-^-^^j li aseni 


subulcus 


1735 


77 77 


7, 7, poi-ci 


mulio 




55 n 


„ li EQUli 


opilio 




n n 


„ li pegori 


epulus 




■7 -7 


cazi li capri 


bubulcus 




77 7) 


., -a „ bovi 


hospes 


1740 


colu cbi 


alberga 


17 




77 77 


li albergat 


alumnus 




colu Chi 


nudriga 


alumnus 




77 77 


fi „ -at 


vector 




77 77 


mena 


'7 


1745 


77 77 


fi „ -d 


casus 




el caso 




7) 




la fortuna 


n 




lo advegnamento 


77 




el cazer= 


«1) 


strabo 


1750 


colu clii 


guarda in traverso 


orbus 




77 77 


a fora li ogi 


orbus 




77 77 


noa a fioli 


orbus 




colu chi 


non a pader 


cecus 




77 77 


a liogi e uon a la luce 


luschus 


1755 


77 77 


non ha se no un ogio 


lar 

77 




ol fogla 
la casa 




7? 




ol deo de casa 



1726 folgen lat. V. 1729 folgen lat. V. 1730 Cod. eher 
friti^ 1733 Cod. vielleicht circhio; folgen lat. V. 173S gr. 
((iji(')/,0Q 1739 folgen lat. V. 1 742 folgen lat. V. 1743 folgen 



lat. V. 
lat. V. 



174.5 folgen lat. V. 1749 folgen lat. V. 17.55 folgen 



152 



lar 




li 


cosi sancti chi sono ascosi 


3^ stips 


1760 


el 


dinaro 


stipcs 




el 


troncho de-1 arbero 


stirps 




la 


radis 


5? 




la 


progenie 


primiis 




lo 


brugno arbore 


„ -m 


1765 


?? 


„ fruto 


„ -a 




la 


brasclia 


bruma 




la 


part de-1 anno piii breve 


priiina 




la 


brina 


cardo 




el 


polego 


5? 


1770 


el 


garzo 


fundus 




el 


campo 


„ -a 




la 


franza ^^2) 


,, -um 




el 


fondo 


tahis 




el 


dato 


» 


1775 


el 


zog'o d-i dati 


» 




la 


cavigia de-1 pe 


palma 




la 


palma de la ma 


5? 




la 


victoria 


?? 




imo arbore 


pecten 


1780 


el 


peten de la lana 


pecten 




el 


peten de la tela 


V 




el 


peten da li capili 


pecten 




el 


petenagio de le done 


j? 




lo 


ordine de lo ballo over 






el 


penello de la chitara 


3^ torus 


1785 


la 


pelle ch'e denanz a li bovi 


?) 




la 


cadrega 


3 




el 


leto 


ora 




la 


contrada 



1759 Cod. scti; folgen lat. V. 1763 folgen lat. V. 17(57 
Cod. ano 1768 folgen lat. V. I77ü folgen lat. V. 1773 

folgen lat V. 1776 folgen lat. V. 1779 folgen lat. V. 1784 
nach der Abbrev. von ou(er) folgt eine zweite undeutliolie Abbrev.; 
Cod. chifa; folgen lat. V.: pecten apt tclas, naveni simul atque 
capillos, — pubes inferior, piscis onlo conce (Cod. corcc;'?). est 
pecten chitare 1787 folgen lat. V.: esse toros dices palcaria, 
in corpore pulpas, — et sedes torus, pro lecto sepc vocatur 



— 153 



hora 




Tora de-1 di 


ora 


1790 


el friso^-^^^) 


limbus 




'(dem 


prora 




la parte denanz de la naf 


piipis 




„ „ de dret 


carina 




ol fondo de la nave 


classis 


1795 


la moltitnden de le nave 


plaga 




la plaga 
la contrada 
la ret 


auris 




Toregia de lo homo 


aiiricula 


1800 


„ de li altri animali 


unguis 




l'ongia de-1 bom 


iingula 




,, de li altri animali 


opis 




lo adiutorio 


ops 




la terra 


opes 


1805 


11 richizi 


1' lens 




la lentigia 


lentigo 




li signi chi veneno su la faza 


lens 




la lendena 


vita 




la vita de-1 hom 


n 


1810 


la binda 


acies 




el filo de-1 cortel 

la guzeza-^^^) de-1 ogio 

la sqiiadra de zent d'armi 


vindicta 




la bacheta de-1 podestad 


■n 


1815 


la vendeta 


forfex 




la cesora 


forceps 




la tenaya 


forpex 




la forvesina 


continue 




semper 



1791 folgen lat. V. 1795 Cod. mUtituden-, folgen lat. V. 
I79(> Cod. la— 179S folgen lat. V. 1800 Cod. alt + höher 
stellendem i; äihli-, folgen lat. V. 1804 Cod. t'ra 1805 Cod. 
richzi , h mit Querbalken; folgen lat. V. 1807 Cod. venco 
1S0S folgen lat. V.: len.s. -dis capiti, lens lentis convenit ori — 
lentigo in facie nota sit rubieonda vocata 1810 folgen lat. V. 
1818 folgen lat. Y. 1814 über bacheta steht pretoria virga 

1815 folgen lat. V. 18 Ib folgt: forfex est filorum, -ceps ferri, 
-pexque pilorum 



— 154 



continuo 


1820 


statim 


amiirca 




la fez de l'olio 


fex 




„ „ de ognia altra cosa 


torens 




el fiume chi ven presto e 
[cala presto 


toriis (lignum 


el stizo brusat 


[adustum) 






4^ manus 


1825 


ma 


n 




la compagnia 


?5 




la possanza 


glis 




la glera335) animal 


» 




, terra creda 


5? 


1830 


la bonaga herba 


sors 




lo advegnament 


„ (capitale) 

77 




ol cavedal 
la fortuna 


sortes 




li resposti d-i dci 


mola 


1835 


la preda de-1 moli 


» 




la farina chi usava li antiqui 
[a far sacrificio 


moles 




la grandeza slve la difficultat 


n 




ol pis 


falx 




la ranza336) 


fax 


1840 


la fasela 


faux 




la ganasa 


fas indccl. 




cosa licita 


Thetis 




la mader de Achille 


Tcthios 




la moyer de Occeano 


S'" irnndo 


1845 


la roudena 


irudo 




la sanguisuga 


arundo 




la cana 


tigris 




un fiumo 


5) 




qiioddam animal 


popiilus 


1850 


uno arbore 


n 




el populo 



1822 folgen lat V. 1S26 Cod. qpagnia 1827 folgen 

lat. y. 1830 folgen lat. V. 18H4 folgen lat. V. \S'M\ Cod. 
farta, nntiq, q mit Querbalken Lat. Verse nach Gl. 1838, 42. 
44, 47, 49, 51 



155 — 



alter 




uno de doy 
uno altro 
el segondo 


lacto 
lacteo 


1855 


2)er teta 

2Jer da la teta 


Conus 

?5 




el fruto de-1 cipresso 
el penagio 


cassis 




l'almet 


75 


1860 


la tayola 


clavis 




la chiava 


;, -a 




la maza 


,, -US 




ol giod 


pena 




la pena de li oselli 


n 


1865 


5? :i 


pina 




la reth (rcthe lat.) 


pinaculum 




la sumita d-i muri 


religio 




la paura 


:? 




la honoranza d-i deij 


fastidium 


1870 


el riucrescimcnt 


fastigium 




cosa alta 


tergum 




la schena de-1 bom 


tergus 




la schena de li animali 


sinciput 




la part denanz dc-1 co 


occiput 


1875 


,, „ de dre „ ., 


ministerium 




la servitude 


misterium 




cosa sancta 


exemplar 




la copia 


., -plum 




el libro chi se scrive 


lustrum 

55 


1880 


el spatio de 5 anni 

el nido de li animali (cu- 

h'de ferax) 
el cerculo (circmtus) 


n 




la purgatio 


lustro 




jjer purgare 


7) 


1885 


jjer asgiarri (darificat) 


lustro 




per guardarse (circumspidt) 



Lat. Verse nach Gl. 185«', 58, 60, 63, 67, 69, 71, 73, 75, 77, 
TV», &:^, 86 1857 Cod. cipsso 1876 Cod. s'vitude 1S77 

Cod. scta 



156 — 



jus 




el brodo 


» 




la reso 


■n 




la possanza 


cura 


1890 


el penser 
l'amor 


vulnus 




la piaga fata da altri 


Ulcus 




„ „ nata da si 


tempus 




una part de-1 co 


n 


1895 


un spacio de-1 di 


n 




lo aconz 


?? 

;? 




Taiero {comod'das — aier^^') 
la compra de li cosi 
(emptio renim) 


acus, -ris 




el granaz (pimjatio grani) 


?5 


1900 


la gogia 


lima 




la lima 


„ -US 




el fango (cemim) 


limis 




colu cbi e torto (ohliquis) 


limen 




l'umedal de-1 uscliio 


limes 


1905 


el termino (tcnnuias) sice 
[el seater 


examen 




la interogatio 


'? 




lo semen de li avi 


55 




la lengueta de la balanza 


exanimo 




per amazar 


examino 


1910 


per interogar 


patulus 




cosa chi staga averta 


patens 




„ chi se possa aprir e 
[serar 


terres, -tis 




cosa chi sia rotunda cum 
'e l'asta 


rotundus 




cosa rotunda cum e el pom 


assiduus 

5) 


1915 


cosa richa 
cosa atenta 


specula 




la vedeta 


specnlum 




ol speg 



Lat. Verse nach Gl. l8Sfi. S9, 91, 93, 98, 1900, 1905, 8, 10, 
12, 14, It), 18 



— 157 — 



justicia 




la yusticia 


justiciiim 


1920 


quel tempo che non se te 
[reso 


T" stagniim 




l'aqua clii sta ferma 


stannum 




ol stang 


flagro 




per arder 


fragro 




per mandar odor 


chonis 

J7 


1925 


ima compagnia 
iino vento 


moriger 




cosa servicial 


moratus 




cosa acostumada 


morosus 




cosa fastidiosa 


oblitiis 


1930 


cosa dismentegada 


11 




cosa spegazüda^^^^"") 


argiitus 




cosa 'curia (hrcris) 


11 




„ sonora 


11 




„ scaltrida (ccdulMs) 


lentiis 


1935 


cosa pigia 


n 




„ ein se plegi (flexihiJe) 


11 




cosa otiosa 


7^ discrimen 




la diferentia 


?? 




la vertes ••■'-') (glahra) 


J5 


1940 


ol perigol 


invidiis 




cosa chi se dole de-1 ben 
[d'altri 


invidiosus 




cosa chi se ne alegra 


colega 




el compagno a-1 officio 


comes 




„ „ in Camino 


socius 


1945 


„ „ a lavora 


sodalis 




„ „ a la tavola 


equalis 




, „ in amor e 
[de tempo 



Lat. Verse nach Gl. 1920, 22, 24, 26 (turmam scito choram, 
sed verrat (!) in aere chorus), 29, 31 (immemor oblitus tibi fodus 
et oblitus esto), 34, 37, 40, 42 (invidus ipse dolet, gaudet in- 
vidiosus liabendo) 47 

190(5 Cod. int'ogatio 1934 Cod. gestattet auch die Lesuug 
scalfuda 1943 Cod. gpagno 1917 Cod. tpo 



— 158 



occido 




pc) 


' nmaza 




V 




per 


mori per 


si 


8^ operior 


1950 


per 


aspeta 




n 




per 


• celar 




stema 




la : 


zentilisia 




sticma 




Ol 


bolo (piint 


ura) 


scema 




Ulla 


figura chi se fa n-el 










[parlar 


fero 


1955 


per 


porta 




n 




per 


mostra 




n 




n 


sustenir 




n 




n 


da 




w 




» 


avir 




» 


1960 


» 


desiderar 




» 




n 


purgar 




» 




11 


meuar 




w 




11 


venir 




J7 




11 


combater 




arvimi 


1965 


ol campo 




ervum 




la roveya^'"') 


et etiam la 










[cisergia 


iirvus 




Ol i 


solcli 




cogito 




per 


peiisa 




excogito 




11 


repensa 




admito 


1970 


per 


recever 




amito 




per 


p erder 




8^ admito 




per 


pecca 




oro 




per prega 




exoro 




per 


impetra 




estus 


1975 


el boyment de-1 sol 


n 




el boyimeiit de-1 mar 


condo 




per 


ascont 




n 




11 


far 




»? 




» 


sacrificar 





Lat. Hexameter nach den Gl. 1949, 51, 53, 65, (57, 69, 72, 
74, 76, 79 

1949 Cüd.^ mit Querbalken + si 1953 Cod. put'urn 1959 
Cod. aver VMW Cod. cobater 1966 Cod. cls'yia 1967 s. 
Duc. urvus 



— 159 



serra 


1980 


la rasega 


sera 




la seradnra 


cüiisto 




per sta drig 


J7 




„ „ in pe 


5» 




„ esser eomposito 


n 


1985 


„ esser maiiifesto 
per eompra 


Q'' pronomeu 




el sovernom 


iionien 




el proprio nom 


aojnomeii 




cl nom d'elogi, vt Scipio 
[Afriranus 


cog-o 


1990 


per eonstrenzer 


)7 




„ molzer 


n 




2yer sot met 


•)i 




„ aduna 


5? 




„ acreser 


pometiim 


1995 


quel logo dove nasce li pomi 


p Olli avium 




„ „ „ se governeno 


pomerium 




el zardin ehi e de fora da 
[li hedifici 


hec malus 




nno arboro 


hie ,. 




lo arboro de la nave 


ager 


2000 


el campo chi se lavora 


agger 




el teray 


mentior 




2)er fala bosia^^'^i) sapiand-el 


diceie mciidatium 




„ „ „ ,, nonsapiand-ol 


9^ amo 




2)er ama grandament 


tliligo 


2005 


per ama mancho (mimis) 


galliis 




el franzos 


57 




el gallo 


77 




el sacerdot de madona Cibele 
(sacerdotem ( %eUes) 


cano 




per cantar 


cano 


2010 


„ laudar 



Lat. Hexameter nach den Gl. 81, 86, 89, 94, 97, 90, 2001, 
3, 5, 8 

1984 Cod. eer gposito 1895 Cod. eer maifesto 198(5 Cod. 
cdpra 1989 Cod. di lugi 1998 Cod. oia arboro 20ij8 
Ct)d. madä 



160 — 



cano 




2)('r (lescriver 


» 




per iudivinar (fata prophetat) 


arceo 




per remover 


» 




per constrenzer 


lO^' lego 


2015 


per mandar 


ligo 




per ligar 


fugo 




per descazar 


57 




per fuzer 


pulso 




per sona 


» 


2020 


per bat 


J? 




„ descaza 


trunclms 




el tronclio de la vit 


vinea 




el resto de la vit 


V 




im cert instrnment de gnerra 


atro 


2025 


per render 


» 




„ fa 


JJ 




„ meiia 


n 




„ di 


57 




„ trotar 


» 


2030 


„ incolzar 


plan^o 




per planzer 


« 




per sbaterse (qui percutit 
\pra) 


10^ alga 




ol zey de-1 mar^^^) 


r 




la palud 


anima 


2035 


la vita 


« 




el vent 


n 




l'aqua 


jj 




lo animo 


» 




Ol fiat (alifus) 


J5 


2040 


l'ira 


parco 




per sparguir 3'*^) 


parco 




„ perdonar 


via 




la via 


» 




la reso 



Lat. Verse nach den Gl. 2012, 14, 16, 18, 21, 24 (tnmclms 
erit solus vitis, sed vinea plures), 3(1, lU, 40 

2012 Cod. 'md/TT/ar, sodass vielleicht iiidavinar zu lesen 
202:5 ('od. re(?).s^(?)o undeutlich 208S Cod aio 



— 161 



via 


2045 


la «saiiza 


vero 




per spaza 


» 




2wr volta 


r 




2)er tra 


frons, -tis 




la front 


„ , -dis 


2050 


la froscha 


vaco 




per intender 
dar logo 
servi 


n 




sovesta (super estat) 


n 


2055 


esser licito 


V 




mancha e per voda 


W periculum 




ol perigol 


?? 




la prova 


emiims 




da lonz 


comiuus 


2060 


da prof 


notus 




vento 


nothus 




el bastardo 


antiqmis 




cosa zentil 


ji 




„ vegia vel cosa cara 


saltem 


2065 


almancho 


saltim 




a solt a solt 


amoveo 




per remover 


admoveo 




per azonzer 


ala 




l'ala 


V 


2070 


la zent d'armi 


n 




la osella 


IP' classis 




una part de-1 povol 


r 




la moltitiiden de li navi 


11 




la zent d'armi 


albitns 


2075 


cosa circondada (elausus) 


r> 




ol desideri 


libo 

11 




per sacrificar 
per humilia 


letiis 




cosa habundant 



Lat. Verse und Prosa nach den Gl. 2045, 48, 5t), 50, 58, 60, 

(12, 04, 68, 71, 74, 76, 78 

2053 Cod. h'vi 2054 Cod. supestat, p mit Querbalken 

2055 Cod. eer 2073 Cod. mltituden 2075 st. ambitus 

Rom. Bibl. Altberg. Sprachdenkmäler. 11 



— 162 — 



letus 


2U80 


cosa grasa 


n 




„ plena 


« 




„ presta 


» 




„ alegra 


letum 




la mort 


loco 


2085 


2^rr meter 


" 




„ maridar 


n 




„ afigia344) (parat precris) 


w 




„ aloga 


puer 




el famey 


)? 


2090 


el puto da xinqo anni 


11 




el mascliio 


12'- siiitilla 




la favila apresa 


favilla 




„ „ -illa morta 


consequor 




per aquista 


n 


2095 


per manda a executio 


» 




per exprimer 


prociil 




da lonz e da prof 


laxo 




per aslarga 


lasso 




„ afadiga 


peto 


2100 


per domanda cosa grata 


posco 




„ „ „ debiita 


flagito 




„ „ cum pregera 


aurio 




per voda 


w 




„ sorbi 


n 


2105 


bif (hihü) 


n 




giiarda 


» 




odi 


11 




feri 


vas, -dis 




la segurta 


vadum 


2110 


el logo dove cor el fiume 


vas, -sis 




el vasel 


12^ pira 




la meda de li legni (con- 
geries Ugnorum) 



Lat. Verse und Prosa nach den Gl. 2084, 88, Ol, 93, 96, 97, 
99, 2102, 8, 11 

2082 Cod. psta 2087 Cod. pcijs 2090 Cod. xinqo un- 
deutlich: xiiij, über den 4 letzten Strichen 4 Punkte -fo; ani 
2092 Cod. apHu, vielleicht aprisa 



— 163 



bustiim 

rogus 

vado 

,j -1* 
civitas 
urbs 
latex 



frans 

consnltus 
„ -or 
„ -um 

vindex 

nltor 
fetiis 

iiisidie 



hara 
ara 



la legiia bnisada 

el legnier quand al e briisad 
2115 per anda 

per far segiirtade 

la citad 

li cosi de la citad 

l'aqua 
2120 el vi 

ringano 

el perigol 

colli chi da ol consey 

colli clii to-1 coiisey 
2125 ol consey 

cohi chi descaza li mall 
[che . . . venir 

colu chi piinis el mal pasat 

cosa plena 
„ chi lia impartnrit 
2130 li fiirti 

lo stupro 

la rapina 

el porcil 

l'altar 



f i n i s. 



Lat. Verse und Prosa nach 2114, 16, 18, ?0, 22, 25, 27, 29, 
32, 34 

2022 Cod. pigol, p mit Querbalken 2126 Cod. ch p venir, 
h und p mit Querbalken, po (potest) zu lesen? 2129 Cod. 

iparturit 

Im Cod. folgt auf dem nächsten Blatt ohne Nummerirang 
ein lat. Traktat. 



IV 



Anmerkungen. 
III. 

1) Der Sinn ist wohl: Es sei im Namen Christi, dass ich 
lieiite rede von . . ., so dass che diro zu ergänzen ist. 

2) ZuV. 7, 8, 9, 10 sind dielleime leicht dnrch Umstellung 
herzustellen: honorar — amar, cor — amor. 

3) chuytaniye statt cuytaroye, vgl. Formenl., von *cognitare. 
Seif. Gloss. cuintar. — Vollen Eeim ergäbe die Lesung „ve voy 
cuytare". 

4) Die V. 34, 35, 36 sind, wie schon das Versmaass zeigt, 
verderbt. Da von dem Levit. Cap. 25 , V. 10 — 1 (5 erwähnten 
Falle die Rede ist, wird statt des sinnlosen anios „a Maises^' zu 
lesen sein. — Der Keim lässt sich herstellen, wenn man dig^ au 
das Versende rückt. 

5) „lo quäl aviva zinqui ani" scheint spätere Ilinzufügung; 
V. 38, 39 lassen sich dann vereinig'en, wodurch dem Reime Ge- 
nüge geschähe. 

i\) a-no-l = al 710. Diese eigenthümliche Zerreissung des 
Pers. Fron, und Einschiebuug der Negationspartikel zwischen die 
beiden Bestandtheile ist häufiger belegt : III 1 57 a-no-la-y = ahi 
no ye V (J2 a-7io-y = ay no V 86 ci-no-l XIV a-no-y, wohl auch 
V 54 a lu-no-y = a luy no. Es liegt hier also nicht das aus dem 
emil. und piem. bekannte reduzirte Pers. Fron., W. M. It. Gr. 
§ 372, vor, wie Salvioni Krit. Jahresber. I, S. 128 annimmt. 

7) Wohl nicht „aV ariva^' zu trennen, da berg. riä. 

8) D. h. „air ultima ora''. 

9) Im V. 76 stand wohl ursprünglich ,,po fare'^, im V. 77 
lässt sich li fa dati an das Versende setzen. 

10) Ver. 6Üe = inde = it. ne, s. Arch. gl. 1, 464 n. 

11) Der Sinn sowie die enthaltene Anspielung sind mir unklar. 

12) Vielleicht „sporcava". 

13) Ostlomb. schife mail. schive. 

14) imprendi — ne (inde)? es wäre dann im V. 105 ve st. ?yp 
zu lesen. 

15) Wohl lo consentire zu lesen, vgl. V. 113. 

16) Dem Reim würde ein „^ilzisse" genügen. Der folgende 
reimlose V. scheint späteres Einschiebsel. 

17) stavnsse de prese7ife? 



— 165 — 

ib) Der Hinn verlaugt: „tu giuirire 8euz(a) a zeschadii fare 

19) „(7^<' de lor fi scampare^^ würde den Reim herstellen. 

20) Dieselbe Konstruktion im V. 1S2, wo auch a-l zu erwarten 
wäre. Ist e-l zu trennen? si ohediente Hesse sich auch vom 
V(»rh ergehenden trennen. 

21) Von V. 155—160 sind die Reime verderbt. V. 158 wohl 
trorata, V. 160: sentcnza ye a mandata zu bessern. 

22) liva'i mau würde Va erwarten. Wenn aviva zu lesen ist, 
inüsste im folgenden V. e getilgt werden. 

23) Vielleicht „a De cride" oder besser „cridava" im Reim 
mit rcvoltava und domandava. 

24) Phon. vini. 

25) Der Reim verlangt castel. 

IV. 

1) Betreffs des r vgl. Mon. ant. S. 123, Marg. Leg. LXXXII. 

2) Der V. ist entweder auszulassen oder die Konjunktion 
des folgenden V. ist zu streichen. 

'i) che hat ausser der Bedeutung „hier" auch diejenige von 
„darauf, jetzt". So auch in der Passion V. 48, 210 u. ö., in der 
Marg. Leg. ~ Liegt IV 10 etwa eine Konjunktion quand . . che vor'? 

V. 

1) Es werden zwei Verse ausgefallen sein, die eine Auf- 
forderung zur Aufmerksamkeit enthielten. 

2) Berg, ga, ghe = it. ci, vi, a lui u. s. f. 

3) Der Reim ist zerstört; der Sinn ist wohl: „sie wissen 
gegen ihn keinen Anklagegrund zu finden". 

4) Besagt das eingeschobene chi, dass die in den ersten 
2 (4) Versen enthaltene Aufforderung zum andächtigen Zuhören 
vor jeder Strophe zu wiederholen ist? 

5) Betr. stremonti s. Anm. 49 zum Glossar. 

6) Betr. spim' „fragen" s. Marg. Leg. S. 99 s. v. 

7) Ug. da Laod. V. 799: ne hon ne reu; Maria Egip. V. 1066: 
re ni hon „Niemand". 

8) „In das Gerichtshaus". 

9) Rosa: vesti lo das, eine Lesung, die das Verständniss 
auch nicht erleichtert. „Vesti lo de vesti de porpora^^? oder „vesti 
lo daver de porpora^^ ? 

1 0) Zudc hier als Schimpfwort gebraucht , vergl. Marg. Leg. 
S. lOL 

11) no y{e) st. no-l zu erwarten. 

12) V. 1 92 : „Se a-l mo7ido fo ma dolor ni doV". Ist „ingiial'' 
zu ergänzen? oder ist ma lt. major, in welchem Falle del me zu 
verbessern wäre? 

13) Besc. V. 2257: „Do lor ve-7i fite grande marce". 

14) Vielleicht: Si e ve giam. 



— 166 — 

1 5) Der Reim verlangt stramonfir, das sich auch besser dem 
Sinne fügt, da Christus noch nicht gestorben ist. 

16) Berg, scwns = oscurarsi ; betreffs des vorgeschlagenen a 
vgl. aspiava V. 32 asaludar V. 199 und VII 1. 

17) strangossa „ohnmächtig werden" vgl. Marg. Leg. S. 99 s. v.; 
im heuligen berg, „trambasciare, penar grandemente''. 

18) Rosa liest l'algore, welches nur den Reim befriedigt. 
Vielleicht tremore „Zittern, Furcht" (bei Ugu§. und in der Marg. 
Leg.) oder angore friaul. ancur lancur = angoscia einzusetzen. 

19) Wohl e-l moliment. 

VI. 

1) Ascoli Arch. gl. I, 802 erwähnt diese beiden Verse mit 
der Bemerkung: „si puö quasi dubitare se sia ladino, provenzale 
o lombardo". 

VII. 

1) Bonves. B. V. 397: tute le hon person. Im atosk. vgl. 
Caix Orig. § 197. 

2) V. coruscantem, Itala: scoriscare. 

'.\) sag entspricht lt. sandi, nicht it. saggi, wie Zerbini an- 
nimmt. 

4) redemptus. 

IX. 

1) Die lat. Uebersetzung lautet: „inclinor dormire ore verso 
in pulvinar". Liegt hier eine unpersönl. Konstruktion vor, wo- 
gegen das Tempus spräche, oder ist „e comenzo^' zu verbessern? 

X. 

1) Lomb. züstra^=\t. quintana^ vgl. V. 59; it. „ferire in 
chhitana'^ auch in obscönem Sinne. 

2) Der Sinn verlangt nie. 

3) sberitate? etwa sbereta fate^H 

XI. 

1) Phon, wohl Anesa berg. Anes. 

2) Der Vers ist verstümmelt. 

3) Für voy. 

4) 2. Pers.?! 

5) Die beiden Verse sind sehr verderbt; losengasse'^ ; V. 8 
etwa: CO lle toe companie sse a la messa anasse. Freilich ist 
cQmpagnessa häufiger belegt, s. Salv. Annot. 396. 

6) Mangelnder Reim und Strophenbau zeigen, dass ein Vers 
ausgefallen ist. 

7 u. 8) Der Sinn ist unklar. 
8) Wohl (e)resie. 

XIV. 

1) Ist einfach che ne voraf zu lesen? 



Der Wortbestand des Glossars. 

1. Lomb. cöd{e)ga\ berg. V. Cal. mit vorgerückter Tretfsilbe 
codega, ebenso bres. päd. coega, wo die Qualität des e noch 
Zeügniss ablegt von der frühern Betonung. In der V. Calepio 
auch cohga mit phonetisch schwer erklärlichem h aus -t-, -d-. 
Freilich bemerkt Tirab. S. 32: ,,in alcuni luoghi della V. Calepio 
la d prende il snono che si avvicina moltissimo a quello della 
r''. Intervok. d kann jedoch, sei es unmittelbar oder über -Ö-, 
-s-, nur kakuminales r ergeben, vgl. Anm. 128. einen Laut, welchen 
Tirab. nicht durch h bezeichnet haben würde. Kakuminales r 
muss daher zu uvularem r geworden sein, woraus durch Verlust 
der Vibration der stimml. velare Reibelaut hervorgehen konnte. 

2. Findet sich in dieser einfachen Gestalt in den Wb. des 
heutigen oberit. nicht: com Posch, zezzan Tr. P. 2'e2'zen = ca- 
pellatura lunga dell' uomo che cade sul collo, ib. zezzend = tirare 
i capelli; cremou. zizzöt de cavej = capelli disordinati; ven. 
c/zzowrt = scompigliato; romagn. ^iz^arem = zazzera. — Wohl 
vom ahd. zata „Zotte", woher auch it. zazza zazzera bres. sdsera. 

3. Lomb. piem. crfqm bres. cremon. crapa u. grapa (ib. 
sgrapd = levare la cotenna dal capo) rtr. creppa Ajlz. grex)pa 
in der Bdtg. testa cranio. — Zu it. grappa „Klammer'', indem 
der Schädel als etwas das Gehirn umklammerndes bezeichnet 
wurde. Dagegen nach Gärtners Vermuthung, Ztschr. XVI 327, zu 
der lantmalenden lat. W. crep- zu ziehen, von der ähnliche, aber 
meist mask. Wörter für „Scherbe, Stein, Fels" herrühren. — Die 
gutturale Tenuis wie im afz. crape auch im com.: Man. grappci 
Tal. crapci Posch, crapella „Eishaken an Stiefeln'^ 

4. (super)cilium ist ersetzt durch (super)cingulum „Gurt, Ein- 
fassung des Auges" : bres. crem, seng ver. sengiu bres. surasing. 
Im Gloss. 387 : sen^r = cingulum. — mail. mant. zijf = cilium; bres. 
surasin crem, surasen cremon. zcn pav. piem. sin scheinen durch 
*cinnare beeinflusst. — Ueber cingulum in der Bdtg. „Fels" vgl. 
Schneller unt. cengio. Auch com. tess. seng berg. V. Bremb. 
se7u' = pastura, luogo boscato fra rupi. 

5. Berg. crem, sbesa, daher sbeset; bres. {s)besa sbersia; crem. 
sbeza-, com. sbersa berca, dav. sber'sat, Posch, bergna; mant. sberca 
sbergna, dav. sberzgnon in der Bdtg. cispa, cisposo; V. Teil. 
sbersaf = con occhi assonnati; crem, bizo = miope guercio bercio. — 



— 168 — 

Es sind dies Ableitungen des im it. bircio bercilocchio auftretenden 
Stammes, über dessen zweifelhafte Etymol. Wb. 11» s. v. — Hier- 
her geh()ren nun auch com. Tal. Z>er;? Posch. s6f^r^ = cencio , ve- 
stiti logori; berca und bersa, die im Y. Teil, neben „camicia 
rotta" auch „cispa" bedeuten; berg. sbergnbt V. S. M. bersöt 
= cappello logoro; mail. besds crem, bezds, cremon. besdz — cencio 
logoro; com. besds = snciAo cencioso; piem. s&esi = cencioso. 
Diese doppelte Bdtg. des Stammes erhöht die Wahrscheinlichkeit 
der von Diez vorgeschlagenen Etymol. ahd. brehhan. — berc com. 
Tr. P. = lumacone ignudo wird auch hierher zu ziehen sein und 
in seiner Sinnesübertragung dem gleichbedeutenden span. babosa 
siz. bavaluci entsprechen, vgl. auch gröd. snöc „Rotz'' und 
,, Schnecke", carcalogna „Schnecke" zu lomb. scarcaj = sornacchio, 
Schnell. S. 251; frz. escargot prov. escaragot zum St. carc? vgl. 
Flech. Arch. gl. III 123 n. 2. 

6. Pav. naris = narice ; mit Bedeutungswandel zu moccio 
mail. com. naric V. Teil. 7iarit. 

7. Berg, cüna = culla und = concavo : rientranza piü o meno 
profonda nella superficie ordinaria dei corpi; com. cüna, sonst 
lomb. cüneta it. cimetta „Gosse". — Gemeint ist wohl die Rinne 
unter der Nase, deren Bezeichnung durch pirula ihre Gestalt 
treffend wiedergiebt. 

8. Am meisten nähert sich miciniosa in den Vokalen berg. 
V. Calepio mihinü mehiml mehen. Die weitere Nebf. mohinii 
führt zu bres. mosen tnosinü mosinä, endlich mosinüs, das der 
Glosse in der Endung entspricht. Die Beitr. haben muzinoso 
muzifwso tir. mocinos „rotzig". Man würde hier Ableitungen 
einerseits vom St. mUc (kl. lt. mücus), andererseits vom St. muc 
(gem. rom. mucus) annehmen, wenn sich nicht auch siz. micciusu 
„cisposo" miccinu „Traubenfäulniss", woher ammiccinarisi, fände, 
wo sich i nicht aus ü lat. U erklären lässt. In den berg. Formen 
könnte man auch Angleichung an den im Gl. 280 in niiza miza- 
dura ynizd = coutusus, -io, contundo auftretenden St. sehen : berg. 
crem, mes, woher missd, bres. mes mis com. cremon. miz niz tir. 
miz, sonst lomb. emil. niz piem. nis gen. nisso luch. nizzo ncap. 
nizzo ven. mizzo [smilzo] in den Bdtg.: uniido mucido molle 
fracido contuso livido, vgl. Wb. 11» mezzo, Körtg. unt. *mitiare, 
Caix Etym. 424. Die etymolog. Bestimmung ist unsicher. 

9. Bres. cremon. com. mocaröl = moccichino , pezzuola che 
si tien appiccata alla spalla o alla cintola a' bambini, vgl. auch 
Beitr. mocar. 

10. Vgl. Beitr. sbadichiar. 

11. Die Unterscheidungen durch del hom, dela femna sind 
sinnlos. 

12. Berg, lönela bres. crem, cremon, parm. lünela piac. lünetta 
„Zäpfchen im Halse". Zu vgl. Georges unt. luna „die halbmond- 
förmigen Knorpel der Gurgel" Sidon, carm. 7, 192. Hier liegt 
jedoch wahrscheinlich in der Bezeichnung durch „Möndchen" 



— 169 — 

eine volksthümliche weitere Austuhriing des Bildes ..cielo della 
bocca*' vor. 

13. Lomb. grop (d'Adam), vgl. Beitr. groppo de legno „Ast". 

14. Vgl. Beitr. canaruzo. — Das Wort ist gem. lomb. 

15. Vgl. Beitr. harbizuolo. 

16. bludo findet seine Erklärung im ven. biondo ven. päd. 
mant. bei. bionda parm. 6ionfZen?i<j = legamento. Parte lega- 
mentosa, bianca, robusta, che lega in alcunl hioglii del corpo 
umano le ossa. Espansione membranosa diin tendine. In blndo 
wäre g zu u geM-orden vor der Nasalis, vgl. crem, biimd blunda, 
worauf n vor der Dentalis gefallen wäre. — Mail, heisst ., Sehne, 
Nerv'' tiracca u. co{v)azza. Ersteres v. tirare, letzteres v. cauda; 
nach Cherub, coazza, forse per l'opiuione invalsa tra le fanciulle 
che mangiata faccia loro crescere i capelli (mail. codzz „Zopf) (I). 

17. Vgl. Beitr. 99, Anm. 2. Durch Försters Lesung werden 
Mussafias Erklärungsversuche von scya hintlillig. 

18. Berg. bres. mail. gra{t) „Flechtwerk''. Hier zur Be- 
zeichnung des Handrückens; vgl. le grae d-i pe Paraf. lomb. 59, 
30; 72, 20, welches Salvioni Arch. giott. XK 407 unerklärt lässt. 

19. Berg. bres. ciaf di ma „Handwurzel". 

20. ape in der Bdtg. ,, neben''. So auch V39; in F. Par. 
lomb. 8, 2; 9, 12 u. ö.; Besc. 314; Salv. Pass. 11, 2; Bonv.; Kath. 
Leg.; Marg. Leg. Vgl. auch Beitr. 71 Anm., wo a pe „neben, 
knapp an" aus dem altern ven„ ver., aus Riizzante ii. s. f. belegt 
wird. Heute entspricht a pe hi seiner Bdtg. it. appie, doch im 
piem. da pe = vicino, presso, wie auch bei Fra Giac, Par. lomb. — 
Bei Assonica findet sich auch a galu (galü = coscia) = appresso 
accanto. 

21. pec im heut. lomb. nur in der Bdtg. „Kuheuter" nfrz. 
2)ifi. — pectus ist im eigentlichen Sinne meist durch stomachus 
ersetzt. 

22. Berg, stömec i\. stomec. Auch imV. Teil, stombec, vgl. 
Arch. gl. I 30sn. Sonst im lomb. paroxytonon. 

23. Die Stelle, wo die Eippen gabelförmig auseijiandergehen. 

24. Betr. galo vgl. Anm. 56. 

25. Bres. petenet mant. petnet = it. pettignone. 

26. Tirab.: fidec, e scherzevolmente fighet. Ersteres ist die 
gewöhnliche lomb. Form, daneben bres. fegdt. Diese ursprüng- 
liche Betonung im ven. ver. trent. mant., vgl. Beitr. figäi. 

27. Vom weitverbreiteten St. butt, vgl. Wb. I botte, Wölffl. 
Arch. I 254 buttis, Kr)rtg. unt. butt, Schuchardt, Romano-Magyar., 
Grob. Ztschr. XV, 97—104. — Berg, botas „Bauch", bres. crem. 
botas ,,Krug, Bauch", mail. botas „Schlauch, Flasche, Bauch" com. 
id. und dazu „Kind" (vgl. com. baga ,, Schlauch, Bauch", com. 
berg. crem. piac. bagdi = \)utto, dtsch. „Balg" für Kind), päd. 
botaz com. botic „Flasche, Bauch", com. mail. botta „(Fass)bauch, 
Wade". — Zu *bötan, vgl. Körtg. s.v., geh()rt lomb. bot in der 
Bdtg. „Schlag, Augenblick", bei Assonica debot, Bovo 799 de 
boto = presto subito ; Dante Inf. 24 : di butto = subito. — bot hat 



— 170 — 

noch eine weitere Bedeutungsentvvicklung genommen. So Pen: 
bott significa anche quautita, valore che piglisi cosi alla grossa; 
comprd , vender a hott = comperare o vendere senza misurare, o 
pesare, o altrimcnti riconoscerc il valore delle cose, also „etwas 
auf den Schlag, auf einmal nehmen"; ver. a öo^ = alla Ventura, 
berg. de bot = quasi pressoche. — Demselben Gedankengang 
unterliegt lomb. la{v)ord a &of = lavorare a cottimo, da die 
Arbeit eine im Ganzen bedungene ist. Schnellers und Lexers 
Erklärung aus dtsch. bot, bayr. schw. hott „Angebot", wird daher 
abzulehnen sein. — Mussafia Beitr. botar Anm. ist geneigt, berg. 
(Assonica) hota Ruzz. 6o^^rt = volta fiada, auch in den Y II Com- 
muui a botta „bisweilen" an andar hotta „ein andermal", mit it. 
volta zu identifiziren. Doch abgesehen davon, dass sich im 
mail., com. V. Teil, auch das Mask. bott „Mal" findet, verlangt 
schon der Sinn die Zugehörigkeit zur obigen Gruppe: frz. beau- 
coup, encore im cowj;u. s. f., Assonica: (ie fcof = molto assai, com. 
V. Teil. ß/;o^ = abbastanza, bayr. tir. kam. schw. alle hott „alle 
Augenblicke, Jedesmal". 

28. Vgl. Wb. I hozza. Auf die Gestaltung des Wortes hat 
jedenfalls (bugio) buso lomb. bilz büs eingewirkt, vgl. das syn- 
onyme bucherello. 

29. Berg. crem. com. lacet bres. latizi u. laceg- (Pell.) ver. 
lattcsini „Gekröse" u. s. f. 

30. cirbus u. redesella entsprechen it. zirbo reticella „das Netz 
im Leibe"; cremon. ret bres. redezel ver. radisel; mail. 7-ec reg 
zeigt Palatisirung der ausltd. Dentalis, die auch im bres. regmag 
neb. remag (rete -4- *mac'lum, vgl. Wb. I tramaglio lomb. tramac 
tremac), sowie im bres. ^rtr6/ = parete paretajo eintritt. Ebenso 
im obw. -mente zu -menc -meng, obw. forte zu fierg, mail. dente 
zu denc, berg. denac inac, indem im unbetonten Auslaut durch 
„affilamento della sottil vocale etimologica" (vgl. it. altrimentiu. ä.) 
zuerst die Zwischenstufe -ti -tj entstand, vgl. Arch. gl. I 83 n. — 
Berg. mail. pav. heisst das „Netz" gradescla, crem, auch gradela, 
von cratis, vgl. Anm. 18. — Frz. ratclle v. rast(r)ella. 

31. fei ist im lomb. weiblich wie weiter unten la vertes, 
la sal. 

32. Für schena in der Bdtg. „Schienbein" nur noch ein einziger 
Beleg in den Beitr. schena. Im heut. berg. bres. schenca mail. 
schinca, vgl. Wb. 11'^ stinco. 

33. Betr. bigniö und seiner unsichern Etymol. vgl. Wb. 1 
bugna, Körtg. unt. bugna, Beitr. hugno. 

34. Com. brüsö „ein Hautausschlag", crem, brüzola = incotti 
„Brandflecken", piem. brüsöla brüsaröla „Getreidebrand", ven. 
brüsola „Blutschwäre'' lassen sich nicht mit Caix Et. 223 zu brozza 
ziehen , sondern sind Ableitungen von brüsä = bruciare. — It. 
brozza, K()rtg. unt. brot, entsprechen mail. brossa, brössola und 
analoge Bildungen in der übrigen Lomb. und in Piemont. — In 
der Bdtg. „Schwäre" und Aehnlichem finden sich auf dem ganzen 
Gebiete noch Bildungen von einem St. broff bruff, der sich in 



— 171 — 

{s)hrofd sbrufd it. shruffare wiederfindet, welclies Caix Et. 51 
von pro-flare herleitet, vgl. auch Körtg. unt. //o, Gärtner 
Ztschr. XVI 3i:{. — Yen. brusco päd. brusco{l<)) berg. bröscatcl 
com. Erto brusch bnisch = pustola ciccione gehören zu bruscus, 
vgl. Körtg. s. V., Plin. 10, OS: bruscum: tuber aceris arboris intorte 
cri.spuni. 

35. Vgl. Beitr. brnto male, — ol sagro mag it. flotima salsa 
..Salztluss" (it. fiamma salsa crem, sals „Schwindtiechte*"), it. 
I'uoco sagro berg. föc de Sant Änto7ie „Rose", endlich berg. bres. 
sagra „Milchschorf' entsprechen. Bei der allgemeinen Bezeichnung 
durch sagro ist eine Entscheidung schwer. — Andere Benennungen 
des lattime sind mail. persim berg. persini persöm lipcrsin crem. 
perzöm pav. parsima (Etym.? etwa perispema I>iig. = aordes, im- 
munditiae; limatura, purgamenta u. s. f.); päd. ven. frescuziiie ; 
piem. rufa, vgl. Anm. 87. 

36. Vgl. Beitr. gendena. 

37. törgio oder torgiö? — torcü bezeichnet im bres. crem. 
..iSchneckengewiude, spiralförmig Gewundenes'', daher berg. jja 
torcü ,,Art Brod", piem. torcd „Art Kuchen**. — Zu vgl. wäre 
etwa it. torciglione = antico ornamento da tcsta per le donne. Fanf. 

38. Berg. bres. nestola nistola „Band zum Schmuck", com. 
nastola V. T. nestola pav. nastol. — Die berg. bres. Fonnen 
sprechen für dtsch. Ursprung des Wortes, vgl Wb. IL' nastro, 
nicht für lat. 7iastidus, vgl. Körtg. s. v. 

39. fertu sertum — ol fruzeV^ Da von einem jetzt vielleicht 
veralteten weiblichen Kopfschmuck die Rede ist, bietet das Wort, 
dessen Lemma auch nicht recht verständlich ist, der Erklärung 
Schwierigkeiten. Früzel kann identisch sein mit it. fronzolo 
= galano , nastro o altro vano ornamento solito portarsi dalle 
donne. Fanf {o zu u vor der Nasalis, welche dann ausfiel; nach- 
ton. zu e wie in biguel lombel u. s. f ) Da it. fronzolo Dimin. 
von ♦frondeus ist, würde sich auch das Lemma fertu sertum er- 
klären. — Anderer Herkunft ist crem, frisel (u. triscV. zu tresa 
:=treccia?) „corona di fiori, serto che si pone a' morti bambini"; 
bres. frisel deV osfen« = insegna (wohl auch ein Kranz, eine 
frasca), welche zu fris it. fregio zu ziehen sind, grödn. {s)fris 
„Stirnband", mail. com. piem. frisa ^an. frexetto „Band". Auch 
cremon. ferzcl „ghirlanda di fiori" muss hierher gehören. Ferner 
Bonv. „Mo parla April cortes con so' testa infrisada", wohl „blumen- 
bekränzt", vgl. dagegen Seif 38. Ob auch bres. fersel „an Stangen 
tragbares Netz, mit dem man Nachts die auf Bäumen sitzenden 
Vögel fängt"? 

40. Vgl. it. mtrecciatojo = ornamento di perle intrecciate da 
porre suUe trecce. Fanf 

41. subtorquilum = ol machania (die Lesung der beiden vor- 
letzten Buchstaben ist nicht sicher)? Da das Wort männlich ist, 
muss ein Kompositum vorliegen. Grion liest machama, doch 
wird das Wort auch so nicht verständlich. 



— 172 — 

42. Com. V. A. sügaco = sudario fazzolctto. 

43. Mail. com. ovetta = ciiffia, vgl. Beitr. veta, Körtg. unt. hüha. 

44. Berg. bres. piem. mas, mnssöl „Strauss, Bündel". Hier 
liegt wohl die Bedtg. des it. mazzocchio vor „ornato appropriato 
a tenere iusieme raccolti come iu iin mazzo i capelli delle donrie, 
Sono alcuni nastri raccomandati a uiia pallottola rossa, e lo por- 
tano tuttora alcune donne delcontadö''. Fanf. 

45. Berg. mail. com. beca „das auf die Schultern fallende 
Ende der Kaputze" it. batolo. 

46. frugiada entspricht lautlich einem ^-fructata; nur das 
com. kennt ein früc = frusto, logoro, welches sich in der Eigen- 
schaft eines Verbaladj. zum obigen Zeitwort stellen würde. 
Während *fructare auf *fructus zurückginge, führt eine gleich- 
bedeutende andere Gruppe auf den St. fru{i): berg. ver. päd. 
ven. tir. /'ma(r) = logorare , früo ven. früada tir. früament „il 
consumo che si fa di checchessia usandolo"; vgl. auch Beitr. 
fruar „vernücze'', wo Mussafia noch friaul. frujd fruvd frujuzza 
anführt, ohne über die Etymologie des Wortes zu einer Ent- 
scheidung zu kommen; auch ait. fruare ,,pi(i volte in Fr. Guitt." 
Tommaseo, neben fruire. — Während dasVerbum fru-are durch 
die Bedtg. „Früchte von etw. gewinnen" „Nutzen aus etw. ziehen, 
lt. frui^^ „etw. aus- abnutzen, vgl. rom. usare'- hindurchging, hat 
sich der St. fru auch in ursprünglicher Bedeutung erhalten : mail. 
com. Posch. V. Teil, frila sard. friia fruja = frutto in latticini 
„der aus der Milch gezogene Nutzen, Butter, Käse, Lab u. s. f."; 
rtr. früa „Saatfrüchte"; sard. friia „germoglio". 

47. Berg. bres. (mal äel) cdter „englische Krankheit" ; bres. 
auch „Gicht"; endlich cremon. ca'^fer = catarro. — Die Zurück- 
ziehung des Accents ist auftällig. 

48. Statt des unmöglichen mort caduch jedenfalls morb zu 
lesen; Parafr. lomb., auch Bönv. kennen morbus. 

49. stramontare = spasmare „ohnmächtig werden"; in der 
Pass. V. 18, 149, 1Ö5 stremontir stramontir, das sich dem syn- 
onymen it. (s)tramortire noch mehr in der Form nähert, obgleich 
anderer Abstammung. Es liegt eine bildliche Verwendung von 
tramontare mail. com. stramonta (der Gestirne) vor, vgl. stra- 
passar, traversar Bonv. Besc. transir Mon, ant. = sterben. In 
weiterer kühner Uebertragung com. stramonta: si dice di abito 
di cui uno dei quarti, o uno sparato monta piii o meno sopra 
l'altro; pav. lat stramonti „übergetretene Milch" (bei Frauen). 

50. Berg, mal de pont it. mal del pondo „Dysenterie". 

51. Berg. mail. päd. ven. ferr. bol. /ersa bres. crem, cremon. 
(s)ferse bol. sfersadura, sonst lomb. fers „Röthein, Masern", tir. 
fersene id., welches Schneller vom dtsch. fraiss mhd. vreisse her- 
leitet. Da dies Wort nur „fallende Sucht" „Milchschorf" bedeutet, 
sähe man gern eine sicherere Ableitung. Obw. sfierer or „aus- 
schlagen, Hautschärfe" {üerer „werfen, schmeissen" ßersa, „Wurf"), 
sodass *sfiersa dtsch. „Ausschlag" entspräche. Es läge so eine 
Bildung aus ferire vor, vgl. Arch. gl. VII 550. — Wenn man vom 



— 173 — 

Merkmal der Fieberhitze und der Hautröthimg ausgeht, könnte 
man an einen Zusammenhang- mit V. Teil, fersa = fervente eocente 
(menestra — , acqua — ), ib. ferza =■ calore denken, vgl. auch ci>m. 
fe,rs — farinatii con latte e vhio cotta insieme, tir. ferz grödn. fiers 
, .siedend heiss"; Duc. farsa „Hitze*'; Dante: fersa (de' di cani- 
cular), it. ferza (del sole, del caldo), wotür die Herleitung aus 
ferire auch am nächsten liegt (vgl. Ovid : süI radiis ferit eacumina, 
Lucr. : acre ferit frigus). Siehe dagegen Wb. 11^ ferzare, wo Diez 
darauf aufmerksam macht, dass aus ferire kein feritiare ferzare 
werden könne, da die 4. Konj. keine Partizipialverba abgäbe. 
Ein dtseh. "^'fillazan (Intens, zu fillan) genügt Jedoch lautlich 
nicht, da grödn. fiers ein oftenes e voraussetzt. Auch ist rät. 
fiersa „Wurf" kauui anders als von "^feritiare zu erklären. 

52. Betr. ognia vor einem Mask. vgl. Wb. I ogni, Seif, omiay 
W. Meyer It. Gr. § 387. Auch in XIV : oninia di (III, 8 omnia 
cosa). Ait. ogna Bonv. omia. Auch Assonica hat ögna und von 
den heutigen Mdt. bewahrt das com. oqna als Mask. Weiteres 
Salv. Annot. Arch. Ol. XII 417. 

53. Berg. {s)pas com. spaz in der konkreten Bdtg. ,. Klafter, 
Maass der ausgespannten Arme"; daneben com. spaz{[) mail. 
spazzi ,,(Zwischen)raum". 

54. Hier vom Fieberanfall. 

55. ingrester = in + clyster. Vgl. Salvioni Annot. Arch. 
gl. XII 397, wo ein increster aus einer alten Passion von Revello 
belegt wird; berg. tir. crester. 

56. Vgl. das Wort und seine weitere Verbreitung in den 
Beitr. galon, wo es Mussafia nach dem Vorgange Schnellers von 
einem kelt. gar „Schenkel, Schienbein" ableitet, wobei er die St. gal 
und garl identifizirt und dieselben mit Wb. 1 garra, Körtg. unt. 
gar, zusammenstellt. Für die ZusammengehJJrigkeit mit garra 
sprechen, ausser bres. mir. {s)garlet crem, sgherlet cremon. sghhiet 
in der Bdtg. des it. garetto, noch die Doppelformen parni. garlet 
garet; mant. sgarlet garet; com. gareti garlet i ^^ legami da calza. — 
Der so gewonnene St. gar gal garl hat eine noch weitere Ver- 
breitung als Mussafia annimmt. Zunächst verbale Ableitungen: 
sgalii com. Posch. ^= rompere il garetto, Tr. P. =^ sciancare ; bres. 
crem, brianz. com. Posch, sgald rtr. sgalinar mail. auch sgard 
sard. isgarrare = schiantare, rompere con violenza, fendere (v. 
Bäumen, Holz), ferr. — dla terra Sf'cca == franare, pav. sgalsa = ta- 
gliare i rami all' ingiro. (Betr. der Bedeutungsentwicklung vgl. 
sard. iscosciare im arvere = it. scoscendere; berg. V. Bremb., V. Ser. 
slaiicas släcds bres. slacas = scoscendere, rompere o spaccare, zu 
Wb. I anca mit agglutinirtem Artikel, sard, isancare it. sciancare; 
Pell, slacat = sciancato , i\Ielch. anda slacdt = andar a sciacqua- 
barili) ; neben gal wiederum gar(-el) : bres. sgarld — sciancare, 
crem, com, Bo. — azzoppare, com. sgarelä = sciancato, ven. sgarld 

^bilenco; mail. com. sgarld crem, auch s gherld = acoseeüdere 
Mjuarciare: ed e proprio lo svellere rami d'albero con lacerazione 
presso al tronco. Endlich von garlet garet: ferr, bol, sgartar 



— 174 — 

= dicesi delle piante che si tagliano rasente a terra, mail. 
sgaretd = sgangherato, piem. desgarte sgar{e)te = scalcagnare, 
com. sgarlatd = schiantare scoscendere , Gloss. sgarlatada = de- 
anchatus. — Es treten auch Formen mit gutturaler Tenuis auf: 
churw. caliin calun V. Lev. caron „Hüfte", com. descareld parm. 
scarlincd sc/ierZinc« = sciancato sbilenco; wohl auch bres. crem, 
com. mail. pav. scarligd, mail. auch sc/ieWi^a = sdrucciolare, wie 
es com. Bo. sghirlar (neben ghirla ■= gamba) in ders. Bdtg, be- 
weisen möchte, vgl. dagegen Mussafia Beitr. 1 06, Anm. 5. Endlich 
mant. ferr. scarlos crem, scalos = inciampo trabalzo scossa, piac. 
scaloss von einer übermässig magern Person. — Ein weitverbreitetes 
Adverb muss auch diesen St. enthalten : berg. (in) sgalemher mant. 
sgalemh ferr. mir, romagn. sgalembar tir. sgalembro friaul. sgalemhri 
scalemhri ven. a sgalembro siz. scalembru = storto obliquo, vgl. 
piem. ande d' ^are/a = andare torto, a sghembo, piac. garrein 
= vacchino. Vgl. dagegen Wb. 11» sghembo. — Da piem. sgari' 
= sdrucciolare , smucciare il piede u. fig. sbagliare smarrirsi, u. 
V. St. gal piem. sgalese (s.^arse) = prendere errore, sbagliare; siz. 
sgarrimi sgarratu(-ra) = errore sbaglio , sgarrunari = sgarettare 
(siz. garrimi, garra sard. carroni garroni = garetto), so wird auch 
it. sgarrare sgarrone, welches Diez Wb. II« garer für ein franz. 
Lehnwort hielt, hierher und damit zu Wb. I ga7'ra zu ziehen 
sein, wofür auch die Schreibung mit doppeltem r spricht. — Von 
andern Wörtern, die sehr wahrscheinlich denselben St. enthalten, 
seien noch kurz erwähnt: parm. sgarada „Prahlerei" tir. sgarnr 
„gross thun, prahlen" (wohl ursprünglich „breitbeinig, prahlerisch 
auftreten", vgl. mail. andd sgaratd := andare a sciacquabarili) ; bres. 
sgalmere „Stelzen" friaul. päd. ver. sgalmare tir. sgalmera scal- 
mera „Holzschuhe" tir. sgalmerom „Person mit schleppendem 
Gange" (vgl. mant. sgamberla „Stelzen") piac. sgaramp =^zoggoIo. — 
Caix führt in seinen Studi 333, vgl. auch Rivista S. 57, lomb. ven. 
tir. (s)garla sgherla sghirla u. s. f. auf lat. grallae zurück, doch 
wird diese an und für sich sehr ansprechende Deutung jetzt auf- 
zugeben und die kleine Gruppe zu der obigen grossen Familie 
zu ziehen sein. 

57. Mail, desnodd = sbilenco , storto ; it. snodatura == piega- 
tura delle giunture. 

58. Betr. miza mizadura mizd vgl, Anm. 8. 

59. Betr. triicd und seiner germ. Herkunft vgl. Wb. I trucco, 
Beitr. strucar, Schneller struccar. Die Bdtg. entspricht derjenigen 
des prov. truco „Quetschung". 

60. In ganz Norditalien findet sich eine zahlreiche auf den 
St. sturn zurückgehende Wortsippe : storn{o) stören storna stornel 
stürnel Storni stürni sturni parm. reg. störel piem. stor^i striin 
strüni in den Bdtg. : leichtsinnig flüchtig unbeständig unvorsichtig 
(so im ven.) betäubt schwindelig schwerfällig dumm (auf dem 
ganzen Gebiete); davon abgeleitet (i7i)stornir stornit storniment 
stornitd. In besondern Bedeutungen: com. storn(-el) „taub" 
{stomi „betäuben"), Borm. storn — ostinato incaponito, mail. stornir 



— 175 — 

= torre gli occhi,^) churw. stnrn „albern, betrunken" (ven. storn 
dal vm), sturnel „Querkopf, närrischer Kerl" sturnir „nieder- 
schlagen" sturniar „albern tliun" sturnizzi „Schwindel" sturnez 
„Delirium" sturnadad „Trunkenheit". It. stornimento = confusione 
di rumore che stordisca, Tom., id. = capogiro vertigine. Fauf. ; it. 
(capo)storno (auch capogatto genannt ) piac. capstörmi = malattia 
che viene a' cavalli, pecore ecc. e che rende stupido e stordito 
r animale che n' e preso. Fanf. ;'^) siz. strunari = stordire. Vielleicht 
gehört anch hierher prov. estornat Fier. 1143, vgl. Wb. 11^ etonner, 
estornit Fier. 1175, welche C. Hofmann Kom. Forsch. I 122 in 
estonat bessern zu müssen glaubte.'^) — Alle diese Formen weisen 
auf sturnus hin: loiub. storn stören storna stornel pann. reg. 
störel piem. storri strünel „Staar" siz. sturnu sturneddu. — Wie 
ist diese merkwürdige Bedeutungsübertragung zu erklären? Im 
Rufe des Leichtsinns, der Unvorsichtigkeit steht der Staar auch 
sonst im rouian., vgl. Littre unt. etourneau, afz. teste d' estournel; 
dtsch. Staarmatz. Wenn aber der Name des Vogels fernerhin 
zur Bezeichnung eines Zustandes der Betäubung, des Schwindels, 
der Dummheit, der Trunkenheit dient, so findet der Staar in 
dieser uns so ungerecht erscheinenden Geringschätzung einen 
Leidensgefährten in einem andern Vogel, der Drossel. 

Förster Ztschr. II 84 bestand auf der Ableitung des roman. 
stordire v. turdus , nachdem dieselbe von Diez Wb. I s. v. ab- 
gelehnt worden war. Körtg. unt. ex - tordire, nach dem A'organge 
von Baist Ztschr, VI 119, meint, dass vor der Annahme dieser 
Deutung erst nachzuweisen sei, dass die Drossel bei den Romanen 
im Rute der Dummheit gestanden habe. Obgleich letzterer 

^) Mail, stornir = torre gli occhi ruft unwillkürlich die Er- 
innerung an das dtsch. Staar norw. dän. stoer als Bezeichnung 
der Augenkrankheit wach. Es wird als nhd. Umbildung eines 
aus ahd. staren nhd. starren 4- blind zusammengesetzten Wortes 
erklärt. Diese Deutung, welche wohl nur auf ideellen Gründen 
fusst, da ahd. starablint auch auf ahd. stara „Staar" zurückgeht, 
kam. stärl in beiden Bdtg., erscheint schon deswegen wenig 
glaubhaft, als dem modernen Menschen, der seine Vergleiche 
nicht mehr dem innigen Zusammenleben mit Natur und Thier 
entnimmt, ein „starrblind, starr(äugig)" jedenfalls näher gelegen 
hätte. Zu alledem kommt im ags. neben stcerblind auch pürblind 
vor {pur „Rohrdommel"), Ben Jonson hat bird-eyed „blind, kurz- 
sichtig'". Vgl. die etwas unklare Beweisführung bei Kluge Et. 
Wb. 327 u. 328. 

2) Afz, tourd tourde „Drossel", nfz, id. „Drehkrankheit der 
Schafe". — Frz. soi2l comme une grive erinnert an chw. sturn; 
schw. en Amsle ha „einen Rausch haben", im Schweiz. Idiot. I, 241 
mit unzutreffender Auslegung, 

3) Berg, storäit), -ment, -da; cremen. stura{t); com. Bo. storar 
= apportare noja, fastidio, stancare, straccare wird wohl mit Recht 
von Rosa S. 122 zu ahd. stören nhd. stören gezogen. 



— 176 — 

Begriff sich im romaii. erst sekundär , aus dem Attribut des 
betäubt, schwindelig Seins herausgebildet zu haben scheint, 
fehlen doch nicht die Anzeichen, dass die Drossel diese Beurtheihmg 
erfuhr. So im it. tordo siz. turdani =■ iiomo semplice e balordo, 
Fanf.; der Gattungsname tiir Drosseln, Amseln, Wachteln: meriila 
dient im ital. und franz. zur Bezeichnung eines Dummkopfs, 
Tölpels; Baist führt noch aus dem span. tordo loco an; sard. 
ümurtido = tordo. 

Wie kam nun die Drossel in diesen Ruf der Betäubung, der 
Dummheit? Man möchte gern an alten Volksglauben anknüpfen, 
doch scheint leider wenig überliefert zu sein. Diez führt nach 
Covarruvia die Ansicht an, dass die Drossel in der Mittagshitze 
betäubt vom Baume falle, daher der Ausdruck te^ier cabeza de 
tordo „einen Drosselkopf haben, leicht hi Betäubung gerathen ■ 
(entspr. capostorno). Die Griechen hielten die Drossel für taub, 
woher die Redensart xanpöxeQoq xixXriq. Grimm Wb. Drossel 
theilt mit, dass dieser Vogel für dumm gegolten habe, weil aus 
dem eigenen Koth des Thieres der zu seuiem Fang dienende 
Leim gewonnen werde. — Wie weit nun auch alter Volksglaube 
mit im Spiele sein mag, so scheint doch die weite Verbreitung 
und die grosse Beliebtheit der Ableitungen von turdus und 
stnrnus eine näher liegende Veranlassung zu haben. Da das 
Vogelstellen ein früher von Hoch und Niedrig mit Vorliebe ge- 
pflegter Sport war, liegt es nahe, in den dabei gemachten Er- 
fahrungen den Grund für die der Drossel und dem Staar bei- 
gelegten Eigenschaften zu suchen. Hierfür spricht allein schon 
der Umstand, dass diese beiden Thiere gerade diejenigen sind, 
welche als Lockvögel am meisten Verwendung finden, die Drossel 
als schiamazzo, der Staar als Storno accodato. Das dabei ein- 
geschlagene A'erfahren macht es leicht erklärlich, dass der Vogel 
als betäubt, verdutzt, schwindelig angesehen wurde: schiamazzo, 
quel tordo che si tien nelF uccellare in gabbia, e si fa gridare 
mostrandogli la civetta, facendogli paura, acciocche quei che son 
neir aria si calino a quella voce. Fanf. Um den Lockvogel zum 
Flattern und zum Schreien zu bringen, wodurch er die andern 
Vögel anlockt, wird er an dem Ende eines aus einer Gerte ver- 
fertigten Hebels befestigt und dieser mit einem Faden auf- und 
abbewegt, oder man setzt ihn auf einen Pflock, der sich beim 
Anziehen einer Schnur in Drehung versetzen lässt. 

Eine weitere Bestätigung findet diese Vernuithung durch die 
zahlreichen ganz analogen Ableitungen, welche dem dritten für 
den Vogelsteller wichtigen Vogel, der Eule, zu verdanken sind. 
Wie it. allocco ausser „Eule" einen „schwerfälligen dummen 
Menschen" bezeichnet, finden sich reg. mod. mir. romagn. alöc 
mail. berg. bres. com. crem. pav. mant. cremon. parm. loc piem. 
{o)loc mail. loröc oröc orlöc com. oroc olöc orloca pav. orhic; 
it. chiü ven. chiü mail. mant. parm. gen. du cio piem. tir: cioc; 
endlich tir. dugo in den Bdtg. balordo intronato sbalordito assor- 
dato abbagliato. An Ableitungen: parm. locchir reg. allocchir 



— . 177 — 

berg. iriail. piac. inlocchi piem. nnlochi anluchi = sbalordire, 
assordare, stordire, torre il capo, seccare, iufastidire; auch sen. 
allocchire ^= ammutollre, neap. allucchirsi siz. allucchiri alluccari 
= Stupidire ; mail. piac. tra(r) loc = far istupidire, sbalordire, in- 
cantare; parm. lucchiment bres. lochizia mail. com. locacla loro- 
cada siz. allucchimentu = stordimeuto u. s. f.; hinzu zu ziehen sind 
endlich noch friaul. cahtss — assiolo u. stordito, guss = eivetta, 
iwfitssire = assopire stordire, f wsse = ubbriachezza. ^) — Die Be- 
deutungsübertragungen entsprechen also in Allem völlig den- 
jenigen, denen wir bei sturnus und turdus begegnet sind. Zugleich 
weist mail. piac. trar loc = far istupidire o maravigliare deutlich 
auf die oben angegebene Verwendung der Eule zur Ersehreckung 
der Drossel hin. — Dass die zahlreiche, namentlich in Italien 
und Spanien vertretene Wortsippe, welche Diez Wb. I mit. locco 
anfiilirt, und die er nur zögernd zu ulucus alucus „Eule" (Servius 
zu Virg. Ecl. 8, 35) zieht, wirklich dahin gehört, beweisen die 
besprochenen nordit. Vertreter. 

61. Ausser „rund" „einfältig dumm", Bedeutungen, welche 
lomb. tond mit it. torido (rotundus) gemein hat, heissen berg. 
mant. tir. tond berg. bres. stonda „trunken, Trunkenheit", auch 
.,iible Laune, Zorn". — Com. stonderä com. mail. andd in ston- 
dhra = andare gironi, a zonzo. — In der Bdtg. stravagante findet 
sich nur berg. stojidü, doch entspricht stondero gen. atondajo 
. . wankelmüthig unbeständig". 

62. Lomb. fa la moca = aguzzare le labbra inverso uno o 
cacciar fuori la lingua o altrimenti fargli brutto viso in segno di 
disprezzo. — Daneben lomb. ven. bol. moche „diconsi gli atti e 
le parole che ci pajono superflue e Icziose"; fa miga di mache 
= non faxe smorne; fa di moche a er^/w =^ vezzeggiare , far ca- 
rezze eccedenti ed affettate. 

63. a<io^ = ad oculum; lomb! docd ducd dögd dugd, it. adoc- 
chiare. 

64. ascusi = intueor muss zu prov. causir escausir gehören, 
vgl. Wb. 11^ s.v., Körtg. unt. kausjari. Das in ital. Mdt. bisher 
wohl nicht belegte Wort findet sich in der Bdtg. „unterscheiden 
sehen" auch im afz.; auch it. ciausire (prov. chausir nachgebildet) 
= vedere scorgere. Als fremder Import wird es sich nie recht 
eingebürgert haben. (Sollte das im Varon Mil. S. 42 erwähnte 
scuzon = uu accorto ed intendente hierher gehören ? vgl. span. 
iniron v. mirar). — Mail. com. sguisi =■ sbirciare, guatare, ravvisare 
dalla lontana, über dessen Etymol. Salv. § 267 u. 279 zu keiner 
Entscheidung kommt, gehört ohne Zweifel zu got. witan „be- 
obachten", und damit zu der indg. W. wid „finden", dann „sehen 
erkennen". Unser Wort scheint zu beweisen, dass auch ahd. 

1) Auch Namen anderer Vögel finden entsprechende bildliche 
Verwendung: piac. bca „Gans" und ,, seh werfällig verdutzt", inöcd 
= intronare maravigliare, inöcas, andä in öca =^ svagarsi distrarsi; 
friaul. cocäl = gabbiano u. balordo, incocali = sbalordire stupidire. 

Rom. Bibl. Altberg. Sprachdenkmäler. \ 2 



— 178 — 

tvizzan ausser der Bdtg. „wissen" noch die ältere durch das got. 
vertretene Bdtg. gehabt hat. — Com. sbisi (neb. sguisi) entspricht 
it. sbirciare, vgl. Anm. 5. 

65. In der Bdtg. „künstliches Licht'' ist lumen mundartl. 
meist weiblich, vgl. Beitr. 75. 

66. Berg, eter et mail. enter entra (mit Stütz -a). — Lat. 
intra giebt lomb. veu. intrd mit der bei der Bildung des it. fra 
fra anzunehmenden Betonung. Der Accentwechsel trat dadurch 
ein, dass i?i als selbständige Präp. gefühlt wurde. 

67. Berg, srtspir = sospiro , dann die 8cheideform (söspir) 
sösjns, swspib' = nausea ; süspis in adj. Verwendung = soffice. — 
Lt. susjnrium it. sospiro „Brustbeklemmung Athemnoth". - Die 
andern Mdt. kennen die Form auf -itium nicht. Bres. sospir „in 
ein Fass gebohrtes Loch", tir. sospir „Luftloch Dachfenster". 

68. ol bedosch = tersorium ist eine Abltg. v. benda, entspr. 
ven. bindelo it. benduccio „Leinwandlappen um Kindern die Nase 
zu putzen". — Ein bedosch findet sich heute nur im com. in ab- 
weichender Bdtg. = grosso batuflfolo di paglia e d' altro, wohl 
eigentlich „ein Haufen Lumpen". — Von binda benda rührt eine 
Anzahl Ableitungen her, in denen n öfters durch Nasalirung ge- 
fallen ist: berg. MntZw = cencioso, sconcio negli abiti e nella per- 
sona, com. Posch, bindon = infingardo ozioso, ven. bindolo = cosa 
pendente, bindolon =^ womo inetto, pigro, dappoco; bres. crem. 
sbindö berg. sbindet cremon. sbindacat tir. sbindom., -olom = la- 
cero cencioso bres. sbindd = sbrandellare , ib. indd sbindundt 
= audare a zonzo ; com. Tal. bedön = cencio , Posch, sbedan 
= cencioso scioperato, berg. sbedenäs =^ ^ioTvaa^Tsi (di scarpe), 
com. Tal. sbedend=^ stirare, crem. sbidanä=^ allargare mollificare; 
dann com. bedöi bidöi bedoja „unordentliche schlumpige Person", 
berg. bidoi bidoja crem, bidoja bidana „schlapp schlaff", com. 
Posch, bedana = donna sgolata. Von dieser Gruppe ist kaum zu 
trennen tir. sbeana „zerlumptes herumschweifendes Weib" (nach 
Schnell. S. 1 74 identisch mit it. befana). Nach dem Schwund des 
n fiel hier auch d ganz entsprechend wie im ver. sbiond — lacero. — 
Eine mit Obigem ganz analoge Bedeutungsentwicklung zeigen: 
tir. sbrindola „herabhängender Tuchfetzen", sbrmdolom, -ona „zer- 
lumpte Person, Landstreicher", friaul. sbrendul sbrindul sbridin id., 
sbrendold „hängen", welche Schnell. S. 177 mit Recht zu it. brandone 
zieht; auch tosk. mwciaccok = donna sciatta, vgl. Caix Et. 7ß; 
berg. nistolü = dondolone zu nistola, vgl. Anm. 38; berg. strasseta 
strassund = puttana sgualdrina zu straccio ; berg. strigossa = ciam- 
mengola, indd strigosset = andare a zonzo, v. strigbs = brandello 
cencio ; com. lampel = cenci, lampana = donnaccia. 

69. Vgl. Beitr. straoldir „überhöre" v. extra -audire 

70. Im heut. lomb. nur in der Bdtg. „suchen": berg. sircd 
{circd sircd hircd) bres. sercd. — *circare „versuchen kosten" 
noch im ven. cercar (co la boca), päd. cercare, vgl. Arch. glott. I 
S. 351, 3(52, 377 ft'.; auch im rum.; in den Beitr. circar, Macaire 
^:erchar. 



— 179 — 

71. Berg, sind, fa cino sifio simi^=ta>T capolino; bres. crem. 
sind ; com. shid cind = far cenuo coli' occliio chiudendoue una 
palpebra; mail. sind bäur. ^iwocca = sonnecchiare ; crem, zeh bol. 
zen znar piem. sen == it. cenuo acceunare , über dessen zweifel- 
hafte Etym. Körtg. uiit. ctnnus. — Eine Einwirkung von Signum 
auf die Gestaltung des Wortes ist möglich, wenngleich die Formen 
sich auch rein lautlich erklären lassen. 

72. caecus ist in seiner eigentlichen Bdtg. heute durch orbus 
(Dante: orbo) ersetzt. Es finden sich jedoch im berg. V. Gr. ^e^rtf 
mail. Hgd „blenden", cremon. zigd = mandar viva luce. — In 
übertragener Bdtg. findet sich caecus im berg. Y. Ser. sup. sec 
sega „ungesalzen'" [in der V. Cal. hart (surdus) = senza compana- 
tico] ; com. Hg brianz. .«ec = fosco torbido {öv — , ciel — , vi7i—), daher 
berg. V. G. sec „Nebel", berg. sighera seghera sighera mail. com. 
cremon. zighera „dichter Nebel, Hof um den Mond", vgl. Arch. 
gl. VII 538 n. 2, wo entsprechende Formen aus dem churw.; berg. 
sec {sec hec) „Getreidebrand". — Endlich tritt caecus in Zu- 
sammensetzungen zur Bezeichnung der „Blindschleiche" it. cicigna 
auf: berg. V. Bremb. sigorbola com. Tir. sigorbola von c. + orbulus 
(com. Posch, sigorbol =^ oieco d' un occhio); berg. V. G. sinocla 
V. Ser. sup. sinacola v. cinnare + oculum; V. S. M. ösorhola ilsor- 
bola isorbola v. lucem + orbulus (com. üsel neb. lüsel); mail. 
orbesin orbisö bissorbola , sogar bissa bissorbola, it. biscia, piac. 
orbsein; g-assö v. glacies (it. serpente vetro); com. tobisöla brianz. 
tobisöra neb. tobis tobisö = bircio losco (v. Tobias) ; com, vedar- 
bola = vitrum + orbola? 

73. lieber die Verbreitung dieses AVortes und seine Herkunft 
vgl. Flech. Arch. gl. III 121 ff. Es ist wahrscheinlich eine rein 
lautnachahmende oder doch onomatopoietisch beeinfiusste Bildung. 
Da berg. sgargajd auch „sich gurgeln" heisst, ferner com. carcajd 
„gracidare, certo gridare della gallina e dell' oca" bezeichnet, 
frz. jarguer jargonner, könnte man mit Galv. Gl. Mod. S. 415 
die ganze Gruppe auch zu der von Körtg. unt. garg gorg ge- 
sammelten Wortfamilie ziehen. — Bedeutungsverwandt mit (s)gar- 
gajä (s)carcaja ist lomb. {s)margdi = sornacchio. Die Etymol. 
ist dunkel. Ascoli Arch. gl. II 403, Flechia Arch. gl. IIH24 denken 
an (a)murca amurga „Oelschaum". Am nächsten scheint dem St. 
zu stehen bres. (Kosa) marga = canale che da V acqua nelle 
ruote da molino (vgl. norm, niargas „schlammige Pfütze", se 
margasser „sich besudeln", Wb. 11^ marcassin) ; lomb. piem. (s)mar- 
gdi bres. smargot tir. smargel „Qualster"', com. V. Lev. marghe 
= moccio , marghiön = moccioso (mail. margai auch „mager ab- 
gem ergelt", piem. smargdi „Lumpen, Sachen ohne Werth, 
Schmutz"); reg. margös = torso „(Obst)gröbs" (in derselben Bdtg. 
berg. crem. reg. carcbs, vgl. Anm. 107); [berg. margatel „kleiner 
Kropf", bres. margatö V. Teil, margna (auch „Buckel") margniga 
id.; bres. margot (it. margutto) berg. bres. margnöc com. margnüc 
., Knüppel, dickes Stockende, dumm, schwerfällig, halsstarrig"; 
V.Teil. mm-^^*ac — indolente poltrone; mail. bres. margnif, -on 

12* 



— 180 — 

= scaltritone lassen sich wegen der abweichenden Bdtg. schwer 
unter dems. St. unterbringen.] — Die obige Bdtg. des mail. 
mm^güi „mager abgemergelt" möcht« auf die wahrscheinlichste 
Etymol. der Gruppe führen. „Mergeln", welches ein früheres 
marg- voraussetzt, ist nach Kluge Et. Wb. S. 22.] vermuthlich 
verwandt mit dtsch. morsch mhd. murc „morsch faul morastig", 
mhd. morgen „trocken kraftlos". Diese Herleituug möchte allen 
lautlichen und logischen Anforderungen genügen. ^) 

74. Berg, trangot trangoti trengoti Marg. Leg. {s)tra(n)gutir 
Rime gen. strangotir neb. berg. ingloti insfoti got{-ü). — Derselbe 
Ausfall des l unter analogen Umständen im crem, sangös sangot 
sangom berg. M. di P. S. Pietro sangot mail. bäur, sangut'^) (neb. 
sangrat) v. *singluttire. [Com. sajut{-i) V. Teil, sajot mail. sajutter 
erklären sich durch Nasalirung und Schwinden des 7i in *san^>ot, 
Fall der vor dem Tonvokal stehenden Palatalis £■ und Eintreten 
eines hiatustilgd. j; anders Flech. Arch. gl. II .:177: -ngl- zu -j- 
wie im siz. und tar. ; ebenso entstand berg. bres. crem. rät. majd 
neb. man^dj vgl. Arch. gl. I 370 n. — Pav. s/e^ = singhiozzo 
scheint zu Wb. I schiantare zu gehören, frz. eclat; zu vergl. 
Bonv. sgiesso Salv. Pass. sgiexo F. Par. lomb. 65, 23 schiesso 
„Schrecken Furcht", mail. s'c{i)ess agen. szheso, von dem Flech. 
Ann. s. V. meint: potrebbe connettersi etim. coli' ant. alto ted. 
skleizen per sleizen „lacerare" etc., vgl. Seif. 67 j. Da in trangot 
sangot u. s, f., wo die übrigen Mdt. regelrecht -g- aufweisen, der 
Ausfall des l schwer erklärlich ist (Muss. Beitr. jotir nimmt 
einfach glo zu go an), muss wohl irgend eine Anlehnung an 
Sinnverwandtes stattgefunden haben. Hieran denkt auch Ascoli 
Arch. gl. I 109: lagutter laguoter lagiwtter = inghiottive , cioe: 
*glutere *gheliitere (darauf Metathesis) , und Arch. gl. I 112: 
. . . dove perö va considerata 1' attrazione analogica di giitter 
guotter „gozzo della gola", so Par. lomb. 74, 12 strangolar = m- 
ghiottire. Im lomb. bietet sich hierzu got(-a) „Tropfen Schluck"; 
got „Becher", vgl. Flech. Arch. gl. VIII 357; gos „Kehle". — Betr. 
mant. tragondar Bonv. travonder piem. tra(v)onde = inghiottire, 
vgl. Flech. Arch. gl. VIII 39!) , Seif, travonder. — Bol. tragönzer 
ferr. strangussar scheinen sich ersteres zu it. trangugiare (n durch 
Einfluss von tragondar?), letzteres zu it. {in)gozzare zu stellen, 
lieber atosk. strangosciare nordit strangossd v. angustiare vgl. 
Marg. Leg. S. 99, Salv. Ann. 435. 

75. payli = digero, vgl. Beitr. paire. — In der Bdtg. „ver- 

1) Als Kuriosums möge noch der Deutung Cherubinis aus gr 
uaQyaQov gedacht werden: ögnun vede come, ad onta dell' 
apparente sconvenienza, esista assoluta affinita (?) tra 1' essere 
che sta rinchiuso nella perla (1. conchiglia) e il nostro margai o 
r ostrica pur figurata che gli corrisponde (mail. ostrega „Auster 
Qualster"). 

2) Das von Ascoli Arch. gl. I 264 erwähnte cont. mil. sangidt 
verzeichnen die Wb. nicht. 



— 181 — 

daiien" findet sich ♦patiro im berg. pai paiäi V. Im., V. di Sc. 
pali (I erklärt sicli als Erliärtung eines hiatustilgd. j, vgl. com. 
paglis = paese , Beitr. abroar com. shrogUd berg. sbrojd) bres. 
2)ai mant. bol. padlr parm, paidir friaul. paidi veu. päd. paire 
gen. pai siz. appaidari. Auch ait. padire = smaltire. — In der 
Bdtg. „cacare-' bres. piem. (Zalli) ^;rti Azz., V. Teil. pair. — In 
der Bdtg. .,scoutare pagare" — was freilich unter Umständen 
einem „Leiden" gleichkonnnen kann — berg. pai tir. pai (welches 
Asc. Arch. gl. I 2b4 n. 7 zu pagare ziehen möchte) ven. päd. paire 
friaul. paidi (hier nur bildlich). -- Da eine obigem „payli" ent- 
sprechende Form sich nicht belegen lässt, soll die Schreibung 

wohl „pali" wiedergeben. 

76. Lomb. emil. ingossa crem, ingossia ven. angossa = nausea 
schifo V. angustia, — Nordit. ingozd ingossd = soifogare, far nodo 
nella gola, zu it. ingozzare] im reg. ingonser Einschub eines n, 
vgl. oben bol. tra ganzer. 

11. lirgament (d-i denti'}) = stupefactio, lirgad = stupe- 
factus. — Im heut. berg. finden sich lerega lerga lirga = capo- 
giro, vertigine, dolor di capo prodotto dal acido carbonico; 
möre de la lerega, leregas = asfissiarsi. — Ferner Gl. 691 lirga 
= zizania; Eosa: Zir^« — loglio , biada che mangiata stordisce, 
mail. brianz. [ir^fa = lolium temulentum ..Taumellolch'', frz. ivraie; 
com. V. Teil, liriga = loglio ; bres. lirga = lero capogirlo „Ross- 
wicke". — Einen Beweis dafür, dass der Pflanze und ihrer be- 
täubenden Wirkung obige Ableitungen zu verdanken sind, bietet 
die analoge Verwendung von lolium (lomb. loj löj): gem. lomb. 
{s)lojä{t) = spossato svogliato stupido nojato (it. auch allogliato); 
mail. löj com. löj und slöj = \onzo fiacco floscio; tir. löj{-a) piac. 
löja mail. com. crem. pav. {s)lbja =. svogliatezza tedio ; berg. slojat 
piac. löja tir. ver. Ibina „faul träge", loinar „zögern trödeln", 
sard. loinu = capostoruo; piem. ojd = infermiccio svogliato. 
Schneller S. 64, Salv. S. 76, Flech. Arch. gl. II 325 Anm. 1, haben 
die nordit. Gruppe mit it. noja identifizirt (üoja = in-odia, loj 
= in-odium), wobei anltd. n zu l geworden wäre. Doch schon 
die Bedeutungen v. (s)lojät (s)loj(a), die von einem körperlichen 
Uuwolilsein auszugehen scheinen, sowie das häufige intensive s 
(ein ^snojare hiesse eher ..die Langeweile benehmen") weisen auf 
lolium hin. Auch Seif. S. 39 bezweifelt obige Herleitung. Zu 
vgl. ist noch friaul. vrä{j)c (ebriaca) = loglio , fä vigni le vrdje 
= far venire sonnolenza u. far venire la stizza. — Woher kommt 
obiges lirga? Monti denkt an gr aiQixos v. aiQa .,Lolch", welches 
mit agglutinirtem Artikel wohl ein ler(e)ga ergeben könnte. Es 
bietet sich auch delirare lerare (it. lero „Rosswicke"?), worauf 
sich auch zurückführen lassen bres. crem, lirü = dondolone ba- 
lordo scimunito; pav. /iron =^ scioccone scioperato; mail. lirond 
= dondolare; tir. esser en li ro n = essei un tentennone. Doch 
finden sich Nebenformen mit intervok. s: pav. lison bres. lisnü 
mail. lizön lizond, die ein älteres Gepräge zu haben scheinen. — 



— 182 — 

Wo sind ferner einzureihen: it. lernin ..noine che si da a per- 
sona stentata, debole, e che niuna vivanda gli si atfä*'. Fanf.; 
mant. crem, leriia „leichtes Fieber"; com. piac. lerna com. mir. 
lorna „Schläfrigkeit Müdigkeit Trägheit"? — Fiem. loira = noya, 
tedio del lavoro, pigrizia, daher loiron, ß la loira = donzellarsi, 
wird mit piem. loira = ghiro zusanniienhiingen. 

78. gatiidd gativol zu *catticulum, vgl. Flech. Arch. gl. 11 
321 — 23. — Zu Flechias Sammlung lassen sich bres. gdsol com. 
gäsol hinzufügen. 

79. tiraca v. tirare, in mannigfacher Verwendung: Hosen- 
träger, Schwanzgurt des Pferdes, Deichsel des Pfluges, zähes 
Fleisch it. carne tirante, Sehne Nerv, mant. auch lesina „Pfriem". 
Hier muss ein Theil des Wammses, an dem die Ilosennesteln 
befestigt wurden, gemeint sein. 

80. zach zu Wb. I giaco. — Assonica zac „Panzerhemd", 
heute eine Bauenijacke. 

81. Vgl. Beitr. pignolä. 

82. It. scardasso tritt im Norden mit stimml. Dentalis auf: 
berg. scartes mail. scartag scarton ven. scartamazzo piem. scar- 
taca parm. scartassa n. s. f. Man kann den Grund der Abweichung 
im ahd. charta mhd. karte „Weberdistel" sehen, was wohl am 
nächsten liegt, öder mit Salv. S. 265 Anm. Ableitung vom ahd. 
skarti „IJriich Einschnitt", Yg\.Wb.l cardo, annehmen. Gut ent- 
sprechen würde auch ein *ex-carptare, welches Flech. Arch. gl. 
III 125 dem mod. scrtr^cr = potare tagliare zu Grunde legt. — Zu 
scarti lassen sich noch am leichtesten ziehen: parm. scartd = sbie- 
cato smusso, berg. bres. scartada = vomero solamente abbozzato ; 
zu * ex - carptare : mail. scartd = spianarc il mattone, scartind 
== ripulire le pelli, parm. sc/niador = ferro da pelare, vgl. span. 
escarpar „glätten", Körtg. \mi, "^excarpare, i^eif. scarpar. — Parm. 
scartlar = romperc le serramenta di una cassa, entspr. frz. 
ecarteler. 

83. Vgl. Beitr. pelanda. — Wie halandra (vgl. Schneller s. v.) 
hat berg. bres. com. pelanda die Doppelbdtg. „abito lungo e 
largo, abito cencioso" und „puttana". Dass die erstere Bdtg. 
die ursprünglichere ist, machen die Anm. 68 gesannnelten Bei- 
spiele wahrscheinlich. Als erwünschte Uebergangsformcn zu it. 
palcmdrano lassen sich cremon. spelandra gen. pellandron an- 
führen. — Betr. der Etymol. vgl. Körtg. unt. balatro. 

84. lo astinado = hie pertinax? Vom Lemma ausgehend 
würde man auf die Lesung ostinado berg. stinat schliessen. — 
Betr. des folgd. Vor de la vesta vgl. Beitr. orel. 

85. Vgl. Körtg. unt. gaida. 

86. folda = riiga. — Berg, folda chw. falda in der Bdtg. 
„Falte"; berg. desfoldd == indossare un vestito la prima volta, vgl. 
Beitr. 70 Anm. 2. 

87. Vgl. Wb. I ruffa, Körtg. unt. rupfen. — Berg, röfd bres. 
rüfd com. rüfd-sü = mr cipiglio. — rüfa Wb. 1. c, Körtg. unt 
mhd, ruf ahd. /irw/" „Schorf", bedeutet im lomb. „Kopfschuppen"' 



— 183 — 

im piciii. „iMik'hschorf, im veu. friaiil. „Schmutz"; mail. ruf 
..Kehriclit Diiug'or Schmutz"; berg. röß^^a „Schiunuel auf Käse- 
rinden, grüne Schale der Nuss", romagn. röfia „Kopfschuppen" u. 
..rTetreidebrand", Dante roffia „Nebel Dunst". — Neben ruf 
findet sich in ganz entsprechender Bdtg. lomb. emil, rü{d), jeden- 
falls ahd. rüda hmdo „Räude Grind". — Dazu bres. liic 
..Sclnnutz", wohl zu rät. ruc „rauh roh", ahd. ruh zu ziehen. — 
l'mil. rüsc „Kehricht", parm. rüsca = segatura ist vom lomb. 
räsca „Rinde Schale Schlacken", Wb. II c ruche, nicht zu 
trennen. — Berg, rözia = forfora geht mit bres. rözie = rosume, 
rözibl = torsolo, rözid friaul. roseä — rodere, auf rosicare zurück, 
welches auch bres. rozeijd ergiebt (vgl. mail. resid =■ contrariare 
neb. resegd, lt. resecare, Salv. sj3l9); cremon. rüsia berg. rös^'a 
= rosume (piac. rosi = torsolo) zeigen unverhärteten Mittel- 
konsonanten (-S- zu -z- häufig im bres.), die Schreibg. -s/-, der 
wir in Anm. 179, berg. bas^'a aus bas(o)la basia, Ltl. unt. s, bres. 
busgia aus büsia, noch einmal begegnen, giebt die noch unvoll- 
kommene Palatisirung eines sekundären und späten -sj- wieder. 

88. Berg, bres. crem. biyaröl{-a) bigar{o)U bigari. üeber 
die Etvm. vgl. Beitr. 36 Anm. 1 . 

89. Vgl. Beitr. 103, Schneller 177. 

90. Berg, sibra sebra söbra bres. söbra mail. com. zibretta 
cremon. mant. zibra cremon. (scarpe) cul süer bol. sovcr = piauelle, 
nuile sugherate: diconsi quelle che abbiano cortecce di sughero 
fra suolo e suolo. — Von suber, it. auch das Fem. sjighera; Bugge 
fände hier eine erwünschte Stütze für seine Abltg, des frz. 
scmclle aus subella, Rom. III 157. 

91. Berg, söpel spd bres. söpel süpel com. V. T. zipei niaut. 
tir. zoppli parm. ziipe, zuplen= zoccolsijo; parm. zupei auch 
= biudolo „Eimer am AVasserrad" ; ven. scarpe a zopelön päd. 
n zopolon = scarpe a pianta o a ciottola o a cianta o a zoppel- 
letto (Boer.) — Betr. der Herkunft des Wortes setzt Schnell. 

oppcl ein lat. zopelus (?) an. Diic. kennt nur ein zipellus ze- 
i>'ilns aus nordit. Urkunden. Rosa denkt an supedale. — Der 
Zusanmieuhang mit it. zoppo, vgl. Wb. I s. v., Körtg. unt. sclioppen., 
sclieint jedoch einleuchtend, indem man mit dem plumpen Ilolz- 
M-huh gegen den Boden stiess „schupfte", Aehnlich sind schwäb. 
■ Uippcr mail. crem, clac — galosce gebildet. Wenn die Unfönnlicli- 
keit des zoccolo maassgebend gewesen ist (vgl. afz. cliope „Klotz" 
neb. chopper „anstossen", it. scarpe a ciottola neb. ciotto = zoppo), 
bijte rhein. Klumpen" = Holzschuh ein Analogon. 

92. Von den oberit. Mdt. scheint nur das com. chw. pata 
in der Bdtg. „Pfote" zu kennen, sonst bedeutet das Wort stets 
..Fetzen Lappen (Hosen)latz" und bsds. häufig ^^guiggia'' : la 
parte di sopra della pianella o dello zoccolo fatta per ordinario 
d' una o piü strisce di cuojo. Diese letztere Bdtg. ist auch im 
Gl. anzusetzen. — Die von Körtg. unt. pat{t) versuchte Begrifts- 
vermittelung zwischen palta „Pfote" und patta „Lappen Latz" 
„eigentlich wohl fusssohlenartig geschnittenes Tuch" ist schwerlich 



— 184 — 

zutreffend. W. Meyer, Ztschr. XV 244, (';iix Et. 190 setzen als 
Grundwt. got. paida „Gewand" an, welches weder lautlich noch 
begrifflich recht zu genügen scheint. Auf den St. pat{t), von 
dem kaum abzukommen ist, würde auch eine Kombinirung von 
engl, patch u. got. plats bayr. plcfz ..Flicken Fleck Lappen" 
führen; Erto piad-a „Fliekfleck Schuhfleck". 

93. Berg. crem. mail. pav. stri{v)al mit Entwicklung eines 
unorganischen r nach st, vgl. Salv. §215, Beitr. 57 Anm. 3. — 
Bres. und sonst lomb. steval stival. 

94. Berg, racnel ragnel raweZ = pezzino : grosso panno che 
si mette sulla parte di dietro del bambino sopra la fascia per 
maggior pulizia (mail. pattonin); bres. raganel reganel „Bett- 
unterlage bei Säuglingen", auch „straccio di pannolano da fasciar 
i bambini" ; com. Posch, reganel = yq\o , coltra che si stende su 
cuHa. In völlig entsprechender Bdtg. bei Papias rachina = stratus 
lectorum, vgl. Duc. racana. — Das mtl. raca raga gr. Qaxrj könnte 
ohne weiteres Suffix vorliegen im berg. bres. mail. raca com. rac 
= verga fessa per legare un festone di vite ad un altro, vielleicht 
auch im sard. raga = mutande. Für die Zugehörigkeit von berg. 
V. Cam. sup. »y«s = bimbo in fasce (Rosa : forse in luogo di 
TtaiQ), com. Tir. u.Brusio ?Ym = ragazzo figlio, zu derselben Familie, 
möchte V. Teil. r<'m = gonna ruvida da femina sprechen; rdis 
wie piac. raganell „piccolo fanciullo" würden so zunächst dtsch. 
Lump, Lümpchen entsprechen, womit andere wenig liebens- 
würdige Bezeichnungen des Kindes, mail. hotas berg. hagdi friaul. 
canäi u. s. f zu vgl. sind. — Die Erhaltung des mit. racana im 
lomb. und die besondere Bdtg., die demselben zuertheilt wird, 
möchten die Etyraol. des it. ragazzo aufhellen, "^racatius, -a ist 
ursprünglich das Kind, dem noch eine raca unterbreitet werden 
muss oder das in racae eingewickelt wird. Von da aus ist die 
Bedeutungsentwicklung ganz dem Sprachgeiste gemäss zu „Bube, 
junger Bursche, Diener", Duc. regatius = servus, vorgeschritten. 
Der von Diez eingeschlagene umgekehrte Weg : „ragazzo, Knecht, 
der die raga trägt, nachher auch Knabe" erscheint an und für sich 
schon unwahrscheinlich (vgl. nalq naiölaxri lt. puer span. mozo 
it. mozzo frz. gargon dtsch. Mädchen u. s. f. erst „Knabe Mädchen", 
dann „Diener(in) Knecht Sklave"). Canellos Herleitung des ra- 
gazzo von *radicare ragare „che e in piü d' un dialetto dell' alta 
Italia" leidet, von andern Bedenken abgesehen, an derselben un- 
gewöhnlichen Bedeutungsentwicklung wie die Diez'sche: prima 
„servo tonsato" indi „giovinetto". Ausserdem verzeichnen die 
Wb. nur im ven. ein ragar als term. agr. =saeppolare, tagliare 
alle viti il gambale sopra il saeppolo, per ringiovanirle , dessen 
Ableitung v. rädere *radicare auch zweifelhaft erscheint. 

95. Berg. bres. simosa mail. Hmossa u. s. f. nur in der Bdtg. 
„Sahlleiste" it. cimossa. Die weitere Bdtg. cingulum nur im pav. 
zimossa, -ozza = vivagno u. fascio o nastro che cinge. 

96. La S2?re2:a = armilla u. Gl. 1397 = orbita. Da an der 
zweiten Stelle von Theilen des Rades die Rede ist, findet sich 



— 185 — 

spreza wieder im bres. sprcs niail. sj^res spresit pav. sprez ^= cer- 
chietto di ferro che riveste internamente il mozzo delle ruote dei 
carri. Mail, spres auch „dünnes Stabeisen". Duc. citirt aus einer 
berg. Chronik, ad ann. 1406: ... . acceperunt uuam spreziam auri 
(eine Spange Goldes?). — Das Wort muss gerni. Herkunft sein: 
vgl. dtsch. spreizen; bayr. spmgeln = spreizen sperren; nhd. 
Sjn'iegel „schmale Schiene, Bügel über Wagen u. s. f." 
97. Vgl. Beitr. bazeneto „Beckelhaub Eisenhut". 

98. Vgl. Beitr. camajo ..Gehenge" (d. h. die Maschen am 
Helm). — Das Mussafia unerklärliche tulix ist sicher trilix zu 
lesen. 

99. h(nj()uera muss it. haviera entsprechen und wird Lehn- 
wort aus der Schriftsprache sein. Da die Endimg -iera den 
I>ombarden nicht geläufig ist, sprang das i in die vorausgehende 
Silbe über, *baivera, und v erhärtete sich zu g wohl unter Ein- 
fluss V. guerra. 

100. Mail, spallirö: la parte del tinimento di un cavallo da 
carrozza, che pende dalla sella e sostiene il pettorale. — Hier 
entspricht das AVort it. spallaccio: pezzo di bracciale, ed ha due 
Palette le quali coprono la spalla. Fanf. 

101. It. resta: quel ferro appiccato al petto dell' armadura 
ove s'accomoda il calce della lancia per colpire. — Diez Wb. I s. v. 
leitet dieses resta, span. ristre enristre pg. reste rist{r)e v. restare 
ab. — Storm, Rom. VI 68, zieht it. resta „Reihe", span. ristra 
„Schnur von Zwiebeln, Knoblauch u. dergl.", ristrar „reihen", 
statt mit Diez Wb. I s. v. zw lt. restis, zu regesta *regist(r)a. — 
Die beiden resta w^erden trotz ihrer so verschiedenen Bdtg. 
etymologisch zusammen gehören und beide auf *regist(r)a zurück- 
gehen, für dessen spätlt. Verwendung als „Lanzengabel" das Lemma 
unserer Glosse Zeugniss ablegt. Es scheint das Einlegen der 
Lanzen in die Gabeln urspr. mit einer Einreihung (in ein Ver- 
zeichniss) verglichen worden zu sein. Gegen die Ableitung v. 
restare spricht auch die Präposition des span. enristre. 

102. ol doch =■ clinitorium. — cloc muss dem bei Duc. er- 
wähnten crocus: uncus quo arcubalistae tenduutur, entsprechen; 
vgl. Beitr. crogo „Spaungürtel". Dieses croc ist noch erhalten 
im com. scrocd: scattare, si dice dello scappare scricchiando di 
certe cose tese e ritenute da molla o da altro, e in ispecie del 
cane del fucile quando batte il fucile, e il focone non si alluma. 
Non si direbbe del cadere della verghetta che tiene teso Tarchetto 
da caccia; e dello scoccare della schiaccia. Monti. Friaul. scrocc 
= scatto. 

103. maneta berg. pav. böl. in der Bdtg. „Griff"; it. teniere: 
fusto della balestra. 

104. noseta entspricht it. noce: quella parte della balestra 
dove s'appicca la corda quando si carica. Auch mhd. 7iuz. — 
lomb. noseta „Nüsschen Knöchel", berg. ..Kniescheibe". 

105. ol teler? Ist hierunter der Rahmen (telajo), in dem 
die grosse Ballista ruht, zu verstehen? 



— 186 — 

106. staffa „Bügel an der Armbrust'-; vgl. Alw. Schultz, 
Hof. Leben II 173: „Am obern Ende der Armbrust war eine 
Art Steigbügel aus Eisen augebracht; wollte man den Bogen 
spannen, so stützte man die Waffe auf die Erde, trat mit einem 
Fuss in den erwähnten Bügel und zog die Sehne hinauf bis über 
den Haft (die nuz)". 

107. A^gl. K()rtg. unt. carchesiimi. — Berg. bres. crem. reg. 
carcbs, crem. bres. auch scarcös, ja bres. sarcbs, doch pav. scarcäs 
„Gerippe" mit merkwürdigem o, das vielleicht einer Anlehnung 
au *ossum zu verdanken ist. {-oceum gäbe reg. -oz). 

108. Vgl. Wb. I pavese. — veronisari ist eine ähnliche Be- 
zeichnung für einen besondern Schild. 

109. Vgl. Wb. I brando. Da das Wort im rom. stets 
„(Schwert)klinge" bezeichnet, muss die Wiedergabe durch capulus 
„Griff"" wohl irrthümlich sein. Vielleicht ist mit. capulare „ab- 
schneiden'*, vgl. Wb II« chapler, Schuld an der Verwechslung. 

110. Berg. bres. crem, strögia strögid; mail. striggia , doch 
mail. strögia piem. strogia mail. crem, strögid „Prügel, prügeln", 
frz. etriller. — Daneben bres. ströbia parm. stribbia cremon. 
strubiä wie it. strebbiare zu Wb. I trebbia. — Der A^okal in strögia 
erklärt sich wohl durch Anlehnung an die Nebenform. 

111. panadora = politoria (auch als Gl. 1148) findet sich noch 
im mail. piem. panadora = pezzo di pannolano ordinario con cui 
si liscia il peh) ai cavalli nelle scuderie. Es ist eine Abltg. von 
pannus. — Mail, panadora „Butterfass" zu it. panna. — Mail, pana- 
dora = credenza leitet Cherub, treffend vom span. aparador ab. 

112. ajtda a la galzopa = galipedio; bres. zögd a galsop 
mant. zügar a in gall zopp mir. andä in gall zopp bol. andd a 
zopp gaUett sard. giogare a s'angaUita (auch — a s'anchitta, an- 
carita v. anca, it. ancajone, woher sich vielleicht die erste Silbe 
von angallita erklärt) = giocare a pie zoppo, andare a calzoppo. — 
Als erster Bestandtheil dieses Ausdrucks lässt sich nicht mit 
Meschieri gallus „Hahn" ansetzen, zu welchem höchstens die 
Volksetymologie eine Beziehung geschaffen haben mag. Es nniss 
sich vielmehr der in der Anm. 56 besprochene St. gal gar cal car 
„Schenkel Bein", der heute nur in Ableitungen mit Suffixen 
vorkommt, hier rein erlialten haben. Einen weitern Beleg hier- 
für bietet berg. galsop (neben gal trosbt, galöj) de' it) = gsimho 
vecchio o malaticcio di vite che non da ne tralci ne frutti. 

113. frascada: tetto o pergola di frasche per lo piü innanzi 
alle osterie di campagua, fatta per comoditä di clii vuole star a 
bere e a mangiare all'aria. Cherub. 

114. Betr. der Verbreitung des Wortes *tegia (welches Diez 
Gr. 1 85 Anm. 1 auf attegia zurückführt) in Ehätien und Ober- 
italien, vgl. Schnell. S. 2U5. Hinzu zu fügen wären berg. V. di S. u. 
V. Bremb. f»"'/« „Schirmdach" (Rosa: porta che mette al solajo), 
mant. teza =^ fienWe , tezza =^ t'i^imo tetto, tezzon = tetto]3L. — 
Bres. crem, teza, sonst lomb. tesa,, Vogelherd", it. tcsa, zu tensum. 



— 187 — 

115. (2)al) de mezza ma = (palo) mezzano. Cherub.; F. Parat, 
lomb. 18, 31 povero de me^a man; Besc, Kath. Leg. d'omiunca 
»tum Fat. lomb. 4S, 9 d'ogne man Kath. Leg. de moltema)i; auch 
in der Crusca; vgl. dtsch. „aller hajid''. 

116. Gem. lomb. coj) „Dachziegel", vgl. Wb. I coppa, Beitr. 
und Schnell, unt. co/;(-o). 

117. Berg. crem. bres. trael trecl crem. pav. tract „Dachlatte*'. 

118. Bres. canal del tet, — dei cop „Dachrinne". 

119. Berg bres. canter mail. pav. cantir{-öl) == trave che parte 
dal comignolü del tetto e giunge all' estremita ov" e la grondaja. 

120. Berg. V. G. templer com. tempid Auz. tampier cremon. 
tempier reg. teimpia romagn. timpion ..Leisten zur Stütze der 
Ziegel"; bres. mant. tempiel tampiel einfach = travicello. — Es 
sind Ableitungen von dem bei Vitruv sich findenden templa „die 
horizontal liegenden Balken auf den Sparren, die Dachfetten". 

121. lüsarö{l) lüsirö(l) gem. lomb. ..Dachfenster Lichtöffhung". 

122. Berg, feladura „Kiss Spalt", auch sfeleradiira: (de)- 
sfelcras vom ..Springen des trocknen Holzes"; piem. (s)ferleca 
= taglio ferita, tir. sfiec = squarcio. — Von ferula, welches in die 
Bdtg. „Splitter" übergeht: berg. V. Br. ferela und felera: dicesi 
ad vimine spaccato, fesso in due; Y. Ser. sup. ferla M. di R. 
sfhia = vetta „Gerte"; com. (s)fclora = scheggia di legno, sfelorä 
= scheggiare ; Rosa : feler V. di S. = lembi di corteccia (nach 
Rosa V. phellos = sughero); raail. ferola ferla ferol neb. felora 
fclor felorot in den Bdtg. ..Spross" (piem. gen. ferla) „Leisten 
Streif Gerte", s/tTZ^/(s) = squarciare schiantare stracciare, sferlo(-a) 
= squarcio schianto. — Bres. sfescrega mail. fesa. -in, -inö päd. 
ferr. ven. s/Vsrf = fissura, v. fissus. — Lomb. sbregar v. ahd. 
brehhan, Caix Et. 506. — I^ad. risa ristla friaul. riscle „Splitter'" 
v. aristula, vgl. Schnell. S. 24B. 

123. Berg, cadends, gem. lomb., und daneben carnds scarnds, 
ferr. cadnazz neb. carnanz, com. V. Teil, carnas; ebenso berg. 
scörli neb. scödeli, berg. sparleta spadoleta spadoli = wotiohi, 
mail. carlet Beitr. Cfl?7<?fo; Präf. ad- zu ar- Ruzz. 37, Beitr. 21 — 22. 
Man kann hier sciiwanken, ob man einen Wandel von d zu r 
(über l, vgl. Ltl. d) annehmen soll oder die Entwicklung über 
-(S-, wie in S. Fratello auf Sizilien. In letzterm Fall läge ein 
lautl. Beweis für das Bestehen eines altlomb. 9 vor, wovon schon 
die Schreibung alter Denkmäler -dh- st. -d- (Lidf. Bonv. fisel 2b 
neb. fidel 123?) zu zeugen scheint, vgl. Salv. S. 259, W.Meyer 
lt. Gr. § 2(K). 

124. Lomb. piem. assa{l) Mon. ant. a^al „Wagenachse"', com. 
Posch. rt^aZ — stinco della gamba, v. *axalis, vgl. Wb. 11» sala, 
Körtg. unt. axalis. — In der besondern Bdtg. des Glossars findet 
sich das Wort heute nicht. 

125. Mail. pav. alzapc „Thürklinkc". mail. com. auch „eine 
Schlinge, um Wild bei den Füssen zu langen, Vogelschlinge", 
endlich mail. „Drehkreuz". In der zweiten Bdtg. findet sich 



— 188 — 

auch span. alzapie port. al(:ape^ doch ist die Ucbereinstimmiing 
wohl eine zufällige. Betr. span. Lehnwörter vgl. Anm. 140. 

126. Da rabiosel einen „Verschluss" bezeichnet, finden sich 
Stamm und Bedeutung unseres Wortes wieder im romagn. rnbiella 
„Thürklinke", rahiol = legnetto o ferruzzo impernato ne' telai 
delle fiuestre, che serve a teuer chiusi gli sportelli. In ganz 
entsprechender Bdtg. hat das bayr. tir. schw. ein reiber ryber 
„drehbarer Wirbel zum Auf- und Zuschliessen, z. B. Fenster- 
reiber". Die lautliche Verwandtschaft der roraan. und deutschen 
Wörter ist unverkennbar und zwar möchte dtsch. Keiber wegen 
seiner etymol. Durchsichtigkeit Anspruch auf Priorität haben. 
Auch sonstige nordital. Bezeichnungen eines Thürverschlusses 
weisen auf dtsch. Ursprung: bres. todeschi; tir. snol gröd. snolla 
kärn. Thürschnalle ; tir. vYiarUss (Markschloss). Sollte jedoch 
„Reiber" volksthümliche Umgestaltung eines roman. Wortes sein 
und eine lat. Etymol. gesucht werden, läge das begrifflich freilich 
getrennte rutabulum am nächsten: lomb. recJabol mail. roabbi (frz. 
roabWi) pieni. rahi romagn. rabiell = frz. räble. Dieselbe Un- 

gewissheit, ob von rutabulum oder vom dtsch. St. ivrJb (ahd. 
riban doch dial. ribben) auszugehen ist. besteht für ven. päd. 
rabio romagn. rabiell „Art Hacke, Karst", während berg. Rom. 
reftZa = palone a tavola: si adopera per ammucchiare la roba 
suir aja irebld sä), deutlich auf bayr. ribel „Reibeisen", schw. 
ribbel „Scheuerwisch", dän. rive „Rechen" u. s. f. hinweist. — Bei 
der Annahme germ. Herkunft wäre in rabiosel vorton. i (über 
u-o) zu a geworden. Die Mittelstufe (vorton. i zu o vor Lab.) 
scheint im lomb. robiöla robiöra piem. rubiola (piac. noch i: 
ribiölä) erhalten, das sich vom synonymen bayr. reiherkäs tir. 
ribl kärn. ribarle nicht gut trennen lässt. Vorton. i zu a wäre 
endlich belegt im mail. com. pav. rabot „Schurke", mail. bres. 
rabot, -i, bres. ferr. raboe, -i, mant. raboj bol. rabueet „Bengel, 
kleiner Junge", kärn. rabas rhein. Babau, die zu Wb. I ribaldo 
und damit zu dems. St. ribb- (Körtg. unt. hriba „Hure" *hribr 
„Huren- Lotterbube") gehören. Auch neap. march. rabacchio 
romagn. rabac, welche Caix Et. 466 von rapere herleitet, werden 
derselben Herkunft sein. — Bres. rabotd = brontolare barbottare 
erinnert an frz. ravauder. — 

Zur Vervollständigung der im Wb. II'> rabo IIc iribasta, ra- 
boter verzeichneten etymol. dunkeln Wortgruppen diene eine 
Zusammenstellung oberit. Wörter. — Wb. H"' rabo (Etymol.? 
Diez neigt zu lautlich bedenklichem rapere hin): piem. rable 
„nach sich ziehen, schleppen", rabel „Schleppe Gefolge Ueber- 
bleibsel", „piccolo tetto cou un solo pendio ed annesso ad un 
altro tetto" (vgl Schmeller H 63 rafel: Vordach; schlechtes, nur 
nach einer Seite abhängiges Bretterdach über einer Schupfe und 
dergl, Etym.?) — An Wb. 11« rabasta erinnern in ihrer äussern 
Erscheinung (auch ein Bedeutungsübergang wäre herzustellen): 
piem. rabasfe rahase rät. rabacar = raccogliere prendere rubare 
portar via; piem. rabastesse = stidi^samaiTsi, rabastum, -ura „Kehricht", 



— 189 — 

romagn. rabazer '„Ausschiiss Ueberbleibsel", parm. rahattom 
„grosses Bündel". — Bei dieseii beiden Gruppen ist die A^er- 
suchung gross an ahd. rouhön oder ahd. *raffön ndl. 7'apen zu 
denken. Auch an obigen St. ribb könnte man anknüpfen. — 
Wb. Ilc raboter, Körtg. re-ad-bötan : mail. pav. piem. gen. rabot 
parm. raboden; bres. reböfi tir. rebbüffim; piem. gen. raboron 
= „Hobel", carlotta. Ist diese Gruppe von den besprochenen zu 
trennen? — Au den St. ribb scliliessen sich noch an: crem, ribba 
„Schmutz", woher ribüs, Hbolla — tal)acco e altra roba scadente, 
tir. ribbia (rebbia robbia) „Stelle im Gebirge, wo die Erde ab- 
rutscht", kärn. rubu; tir. ribbia (rebbia robbin) = schmviüii: tir. 
ribia „Bezeichnung eines unruhigen Knaben" (vgl. bayr. ribanze 
in ders. Bdtg. , ribanzen „hin und her rutschen, nicht sitzen 
bleiben, von kleinen Kindern. •' Schmel.); endlich romagn. rebba 
= filme. — Lomb. piem. rabadan com. Posch, rajyatan r= baceano 
di gente in festa, convito rumoroso e allegro, sind wohl, wie 
Gambini vorschlägt, mit dem heiligen Monat der Araber ramadan 
zu identifiziren. In Genua, das durch seine Schiffahrt in be- 
ständigen Beziehungen zum Orient steht, hätte sich das Wort in 
seiner richtigen Gestalt erlialten, gen. ramadan. 

127. la sezada = aspar entspricht einem *assitiata. Die lomb. 
piem. Mdt. kennen nur ein assada „Bretterverschlag". Daneben 
mail, cesada sesada „assito tramezzo" von caesum. Man läse 
daher gern la zesada, wovon sezada einfache Umstellung sein 
kann, vgl. Gl. insenz. 

128. la glis zu Wb. IIc glaise v. '^glitium? Das Geschlecht 
ist auffällig. Die Wörterbücher verzeichnen das Wort nicht. 

129. Berg, resitra = matterello , „Treibholz zum Ausbreiten 
des Teiges", eine Bdtg., die der Zusammenhang kaum zulässt. 
Da jedoch lomb. rasa, -i „ein Maass bis zum Rande füllen" und 
„ein Maass glatt streichen" heisst, entspricht resura dem it. 
rasiera: piccol bastone rotondo, di lunghezza d' un braccio, per 
uso di levar via dallo stajo il colmo che sopravanza alla misura. 
In ders. Bdtg. pav. päd. rasarola gen. razo'ia rasea; com. rasena 
..grano o simile che si fa cadere da una misura coUa rasiera", 
V. A. „sorta di misura da grano". Aus der übereinstimmenden 
Gestalt der rasiera u. des matterello erklärt sich die Doppel- 
bdtg. V. resura. 

130. Die hier anzusetzende Bdtg. noch im mail. com. miUi: 
metadella, misura cioe che e la sedicesima parte dello stajo. 

131. Gem. lomb. monto{n) „quantitä di cose accumulate piü 
grosso del mucchio", Seif monton. Hier in der spez. Bdtg. 
muntu de cöe = bica. Span, monton „Haufen, Heuschober". 

132. manipulus = lova oder brancha. Die beiden Bdtg. fallen 
heute nicht völlig zusammen, lova v. lobus {Xoßöq Xonöq) „Schote 
Hülse", vgl. Wb. IIa loppa. Berg. bres. mit merkwürdiger Um- 
stellung olva, mail. com. löva piem. lova „spiga, pannocchia del 
gran turco, del panico o del miglio (im Gl. folgt lova auf milium). — 



— 190 — 

lop(p)a findet sich im lomb. nur in der Bdt^. scoria „Schlacken", 
wonach Diez Wb. zu verbessern ist. — branca, lierg. bres. auch braca, 
vgl. Körtg. s. V., findet sich im lomb. nicht in der einfachen 
Bdtg. „Pfote Kralle", sondern nur in der ül)ertrageneu „Hand- 
voll" und spez. „quel tanto di colmi che il mietitore puö pren- 
dere colla niano". Dann branca branc{-ol) „ramo della forca, 
punta della forchetta". Mail, cremon. branc bezeichnet auch „die 
aufrecht stehende Metallstange, an welcher am Geläute des die 
Heerde leitenden Thieres die Glückchen befestigt sind". Parm. 
branc wie it. branco endlich die Heerde selbst. 

133. Gem. lomb. melga piem. mclia gen. merga it. melica 
melliga melega „Mohrenhirse". Diez Wb. 11^ mielga, Körtg. unt. 
tnedica, erwähnen die it. Vertreter nicht und halten den Wandel 
von -d- zu -/- für spezifisch spanisch; doch findet sich schon im 
Latein melicus in der Sprache des Landmannes für medicus, s. 
Georges s, v. — Berg, melgas „gambi secchi del grauo turco e 
della saggina". 

134. Ueber die verschiedene Gestaltung dieses Wortes vgl. 
Beitr. roveya. 

135. Nach Vorausnahme von ciser cisergia und roveya blieb 
dem Verfasser für den Gattungsbegriff nur die Umschreibung 
übrig: „das Gemüse, das man zu zerstampfen pflegte (!)". Pisa 
entspricht lautlich einem *pinsiare, it. pigiare, doch scheint dieses 
Zeitwort im heutigen uordit. nicht vorzukommen, dafür meist 
pistd{r). Vielleicht liegt pensare, berg. pisd^ vor. 

136. Lomb. granas = mondiglia vagliatura. 

137. Mail, pajö = ajata: il disteso delle spighe di grano pre- 
parate in sull' aja per la battitura. 

138. Lomb. cov cö{v)a, vgl. Wb. I covone; mant. päd. ferr. 
mod. bol. cavajon „Haufen Garben" ; pav. cöva auch = manata : 
tutta la quantita che puö stare nelle mani. — Die Herleitung von 
cavus, der auch Körtg. unt. ahd. hufö nur zweifelnd beipflichtet, 
wurde von Schneller und Scheler bestritten, da die Sinnes- 
übertragung von der hohlen Hand auf die Garbe in hohem Grade 
seltsam wäre. Dieselbe ist aber auch sonst belegt : brianz. scafeta 
„Garbe", mail. berg. scafeta „Haufen Garben" zum St. scaf „hohl 
ausgeh()hlt", vgl. Beitr. 98 Anm. 2; lat. manua manipiilus „Garbe"; 
s. unten Schweiz, gauf gaufei; (gr. ÖQayfia „Handvoll" und 
„Garbe"; dtsch. Garbe urspr. „Handvoll" und verwandt mit 
„greifen"; berg. bres. branca vgl. Anm. 132; vgl. auch die Her- 
leitung von port. gavela frz. Javelle von *capella aus capulus 
Wb. I s. V.) ; endlich sei noch des von Galvani erwähnten Aus- 
spruches des Philargyrius im Virgilkommentar wiederum gedacht: 
„fasces culmorum spicas habentium, quas metentes bracchiis 
sinistris complectuntur, quidam „cavos'' dicunt". Wäre trotzdem 
cavus abzulehnen, so könnte man auf mhd. goufe Schweiz, gauf 
„hohle Hand", gauf'el „Wisch Bündel Hand- Armvoll" zurück- 
greifen, welches von Diez als Etymon von gavela als gram- 
matisch unbefriedigend abgelehnt wurde. 



— 191 — 

139. meyarina v. miliuin. Bres. menr{-a) mearina „stoppia 
o seccia del miglio". Das Lemma meliacha entspricht dem 
gleichbedeutenden mail. mejacca. 

140. fresada ^ lodix ist jedenfalls identisch mit Duc. flaciata 
fieciata prov. pansada ßassada Schweiz, ßasade span. frazada 
frezada „wollene (Bett)decke". Die Uebereinstimmung der berg. 
mid span. Form beruht wohl auf Zufall, wenngleich auch Gloss. 720 
colcedra mit span. colcedra „Unterbett" zusammentrifft; zu vgl. 
auch berg. sta a macio =^ stare nel letto , maciäs = coprirsi ben 
bene coUe coltri, span. mncho .,Art Bettdecke''; bres. valensoMci 
ver. vic. tir. valanzana „Bettdecke". — Die heutigen Wl>. ver- 
zeichnen weder fresada noch colcedra. 

141. lo meticonfi (gebildet wie it. mettidentro) „das was 
man zwischen (d. h. zwischen den Boden des Bettes und die 
oberu Bettsachen) legt", it. saccone. 

142. S. Körtg. unt. pic picc. 

143. Lomb. sorcel sorsel „Knüppel Reisig Feuerbrand" v. 
surculus, -ellus. 

144. S. Beitr. archibanco^ Rivista II S. 56. 

145. tresped u. Gl. 891 trepe, vgl. Beitr. trespedo. 

146. Berg. crem. pav. sdina „quartuccio, un vaso di terra 
cotta o boccia di vetro che contiene la quarta parte di un boc- 
cale"; Rosa: saina „biccliiere, l'ottava parte di una pinta"; mail. 
com. zaina „bicchiere", ^'rtiwa ro^f« tig. = conca fessa , zainera 
„Gläserbrett" ; rätr. zaina zena „Glas"; päd. ven. zaina „grosse 
iSchüssel, (Wasch)napf." — Von cyathus *cyathina. In den Sta- 
tuten von Trient bei der Aufzählung von Maassen : rectos cyathos, 
urnas, brentas, starios, modios. Giornale I 146. — Salv. zog 
mail. zaina zu Wb. ir-i- zaino, was schon wegen der z aspra des 
erstem AVortes unmöglich ist. — Baist, Rom. Forsch. I 1(I6 be- 
zweifelte die von Diez für Wb. I cazza aufgestellte dtsch. Ety- 
mologie und stellte als wahrscheinliches Grundwort das bis dahin 
im rom. nicht nachgewiesene cyathus oder vielmehr gr. xvä&8iov 
xväx^iov auf. Die Erlialtung des AVortes in Oberitalien, sowie 
die erweiterte Bedeutung desselben im päd. ven. bekräftigen 
diese Annahme. Man müsste dann von einem *cuatium aus- 
gehen, wo vorton. u (o) wie in den rom. Derivaten von coagu- 
lare gefallen wäre, cazza cassa kommt mit zahlreichen Ab- 
leitungen in ganz Oberitalien vor in den Bedeutungen: Schöpf- 
löffel, Mauerkelle, Kalktrog der Handlanger, Wasser- u. Milch- 
gefäss, Schweiz. Gatze. Doch scheint sich die ursprüngliche 
Bdtg. cyathus noch im crem, cassa da bere = tazza erhalten zu 
haben; in der Parafr. lomb. 14, 2; 25, 5: cha(,-a d'aqua fregia 
Besc. caga id. Als „Getreidemaasse" erwähnt Duc. cazeola ca- 
zetus cazola cazolium, endlich Monti (unter caza) aus einer lat. 
Chronik caza. — Ebenso wie cyathus den Becher und bsds. die 
Schöpftasse bedeutet, ist im mail. pav. tazza in die Bedeutung 
„romajuolo" übergegangen. 



— 192 — 

147. Berg, alhf: grasso che i poUi hanno all' ano, V. Ser. 
sup. lef s. m., Rosa: Ihf: grasso clegli mtestiDi delle galliue, V. Gand. 
Kommt das Wort, wie Tirab. annimmt, vom gr. aXti(p(o uXet(paQ? 
Näher liegt es, im lt. adipem Wandel von d zu l anzunehmen, 
wie im sard. alipe, welchem ein berg. *((lef lautlich entsprechen 
würde. Wäre das Wort weiblich, würde sich der Accentwechsel 
leicht durch Verschmelzung des anlaut. a mit dem Artikel er- 
klären {la mola = hamula, la medci = amita). So muss man zuerst 
Vorrücken des Accents, wie in cutica bres. päd. cocga, stomachus 
berg. stomec u. s. f., und endlich Abfall des vorton. a, vgl. Salv. 
§ 78, annehmen. 

148. fonnag im pav. und als gewähltere Nbf. im mail. mant. 
cremou. Sonst lomb. und emil. formaj (auch rät., Sag. lad. 281 n., 
Azz.), während auf diesem ganzen Gebiete von viaticum nur 
Formen auf -ag {-az -as), von linguaticnm, vgl. Gl. 287, Paraf. 
lomb. 81, 10, com. brianz. romagn. auf -ac -ag vorkommen. — 
Salv. § 319 suchte formaj lautlich zu erklären: *formatjo *formatj 
^formajt, was nicht befriedigen kann; W.Meyer Ztschr. VIII 221 
erklärt formaj für rätisch „denn in Mailand lebte ähnlich wie in 
Venedig, nur noch mehr im Dunkel der Vorzeit verhüllt, rätisches 
Element neben lomb." Da sich formaj auch in der ganzen 
Emilia findet, wäre die Verbreitung des 'rätischen Wortes jeden- 
falls eine auffallende. Näher möchte es liegen, eine besondere 
Grundf. (formarium) "^formalium anzusetzen (Duc. kennt nur ein 
formella neben formaticum), eine Grundform, auf welche auch 
päd. formagio ven. formagio neben älterem foi^iazo (= mail. 
pav. formag) zurückgehen können. 

149. Berg, casonshl bres. cazonsel mant. casonzel = raviuolo, 
vivanda di erbe, uova, cacio ed altro chiusa in pezzetti di pasta. 
"^caseonicellum v. caseus. 

150. Ostlomb. emil. fojade (foliata) = lasagne, pasta di fariua 
distesa sottilissimamente e tagliata a lunghi e larghi nastri. 

151. cuminad „Gastmahl". Die Wb. kennen das Wort nicht. 
Zu Grunde wird ^communare liegen (berg. cnmü — commune, 
comwdl bei Guittone, vgl. Caix Orig. § 63); Besc. 2.'i4 acomumire 
Ug. da Laodho 1080 comunare in der Bdtg. „sich einigen"; piem. 
past an comunela „dicesi quello, in cui colui, che fa 1' appa- 
recchio, intima a ciascuno de' convivanti, ch' egli dee provvedere 
per la sua parte"; zu vgl. etwa conductum nordit. afz .prov. asp. 
„Gastmahl". — An zweiter Stelle käme combinare in Frage, 
Beitr. cominar friaul. cuminä, Arch. gl. I 521; mail. combind 
— concertare, convenire, darsi il caso. 

152. ol vi cisol u. Gl 808 cosa cisola = (vinum) citrlnum. — 
Bei Azz. cisol = vim piccolo, Schnell. S. 132 „der sehr saure Ilalb- 
wein"; com. ciss: dicesi del vino svanito, cercoue {ciss auch 
== quercio) ; cremon. sissa : vino che e assai leggiero. Etymol. '? 
Schneller 1. c. stellt das Wort zu tir. cisar cisolar = bruciarsi 
leggermente, grillare. In der letztern Bdtg. auch V. Teil, cisolis 
sisolis Yer.sisolar friaul. ma; ver. sisoZarse = rosolarsi (dei vestiti 



— 193 — 

o altro). Schneller zieht diese wohl ganz onomatopoietische 
Gruppe zu dtsch. zischeln ahd. zessön „brausen" v. Wasser. — 
Eeg. mir. siss, reg. auch ziss, parm. sizz „Jauche", roniagn. zisnell 
= Stereo della pecora, werden wohl mit mail. g^üs piac. sg-its 
piem. g-üss in ders. Bdtg. zu frz. jus gehören, vgl. Salv. Annot. 
unter giuso. Da eine Bedeutungsvermittelung nahe liegt, ist die 
zuerst erwähnte Gruppe wohl gleichen Ursprungs. 

153. dolzo oder dolzö^i Die Bdtg. des Wortes erhellt aus 
der Beschreibung, welche Monti von der galeda giebt: bigon- 
ciuolo di legno, con suo coperehio amovibile: in cui e uu manico 
fermo, ricurvo; con lunga cannella, detta ..tason'-'' e „tetirö'-^, 
per dove,si beve, o si versa il vino. Ce n' ha di varia gran- 
dezza. E usato dal volgo; e fin verso la fine del sec. XVIII 
si usö anche dai ricchi, perö col beccuccio d'argento in cima 
della cannella, e lo portavano sulle mense. — Die Herkunft liegt 
nicht klar zu Tage. Lat. dulcis (vgl. Gl. 993 dolzo) könnte 
höchstens volksetymol. die Grundform entstellt haben. Am 
nächsten liegt it. doccio, -one, v. *ductiare [-ctj- zu -z-, -s-, wie 
in berg. sisä = succiare ; in dozo hätte sich zunächst ein unor- 
ganisches 71 eingeschlichen wie im bres. berg. mail. donzena (nach 
ISalv. § 397 läge hier Dissimilation aus *dodzina vor), dies n 
dann zu l\. Identisch mit unserm Wort wäre dann com. Dolz, 
Valdolz „nom. prop. di torrente che passa presso Porta Portello 
a Como", welcher Bach in einer Urk. ad ann. 1257: (lectum) 
Valdiicis genannt wird; piem. doss churw. duc „Quelle Wasser- 
ader, doccia''. — Vgl. Körtg. unt. '^ductium. 

154. Die Beschreibung der galeda vgl. oben. — Monti 
führt noch eine Stelle aus Passalacqua, Ruina di Pluvio, Lett. II, 
an: La galera, o dlciamo galeda strumento di legno a cavare il 
vino. — galera V. di Bl. „bigoncino con cannella di legno e 
becco di ciiojo per dar il latte a' vitelli" . — galeda V. Teil, 
„bigonciuolo di legno, simile a brocca, in cui si porta il vino da 
bere". — Tir. galea galeda id.; Kar. galeida „Säugeeimer für 
Kälber, Weineimer", berg. (Rosa) „nella riviera di Salö „galer'-'- 
e grossa misura d'olio". Dann piem. (Zalli) galera: vaso grande 
di stagno di legno, con cerchii di ferro, ed un manico, per 
servirsi a trarre grau quantitä di vino in una volta; galarin: 
vaso di rame, o di altro metallo, in cui si conserva acqua per 
lavarsi le mani; galarin del lavaman: cannella dove cola l'acqua, 
robinet. — Endlich berg. galera : tavolo dal quäle Toste dispensa 
il vino. — Auch dtsch. Gelte, s. Kluge s. v. vmd besonders 
Schweiz. Idiot. I 2S1. — Woher stammt das Wort? galera und 
gale(d)a (mit hiatustilgd. d) lassen sich lautlich zu Wb. I galea, 
K()rtg. unt. *calaria, ziehen. Das Gefäss mit seinem Griii' und 
seiner langen Ausgussröhre mochte den Gedanken an ein Schiff 
wachrufen. Auch war es wie dieses meist und wohl ursprünglich 
aus Holz (vgl. it. tafferia „largo piatto, catiuo di legno", lomb. 
stejinia aret. tefania, welche Caix Giornale I 49 zu span. tafurea 
„nave piatta" zieht, das seinerseits vom arab. taifuriga „piatto 

Rom. Bit)l. Altberg. Sprachdenkmäler. 13 



— 194 — 

scodella" herrührt). — Eine älmliche, doch leichter erklärliche 
Bedeutungsübertragung liegt vor im mail. piem. galera „niedriger, 
von Ochsen gezogener Holzkasten zum Transport von Erde und 
Aehnl.", piem. auch galiota: sorta di carretta a due rote, span. 
galera „grosser bedeckter Lastwagen". — Ist jedoch galeda von 
Wb. I galea zu trennen, was bei der noch zweifelhaften Etymol. 
dieses Wortes doppelt schwer zu entscheiden ist, läge es am 
nächsten galeda mit frz. jale „grosser Kübel zum Mehlmessen, 
Weinmulde"; afz. jalon galon „Getreidemaass"; mit. galo galenum 
galetus galeta; henneg. galot „Kanne" zusammenzustellen [vgl. 
Wb. IIc jale, wo die Herleitungen von lat. gaulus und von nhd. 
„Schaale" zurückgewiesen werden; Körtg. mit. calathus (so Baist 
Ztschr. VI 118), mit. gerula (so Tobl. Mise. 75) u. unt. galea]. 
Es müsste dann ein gemeinschaftliches *gala angesetzt werden. 
Duc. erwähnt ein cala = godet de fust, Gloss. Lat. gall. — Au 
dritter Stelle kommt lat. calathus vlt. galatus (App. ad Probum: 
calatus non galatus) in Frage. Caix Et. 332 leitet v. calatia it. 
galazza ab „vaso di legno o tiua dove i conciatori mettono le 
pelli", und vermuthet für lomb. galeda = vaso da latte denselben 
Ursprung. Es sei zunächst bemerkt, dass berg. bres. mail. pav. 
gale{r) veu. päd. galaro = it. mortajo „Gerbergrube" sind, und 
hier schon die entsprechende Bdtg. die Zugehörigkeit zu it. ga- 
lazzo verlangt. Die erwähnten nordit. Formen leiten ferner zu 
unserm galera galeda über. Die lautlichen Schwierigkeiten sind 
auch nicht so gross, wie Caix vermuthet: *g;ilata musste *galeda 
ergeben (vgl. Duc. caletus pro calathus), in *gäleda konnte der 
Accent, wie häufig im lomb., vorrücken: galeda. 

155. la mola mit deutlicher Trennung des Artikels; dagegen 
mail. piem. amola mail. amera berg. amuli. 

156. Berg, stenät mail. com. stom = pajuolo, per cuocervi 
specialmente la polenta. 

157. Berg. bassil{-a) bassel{-a) „Becken" u. „Kredenzbrett". 
In der erstem Bdtg. reg. hazzila piem. bassina, in der letztern 
pav. piem. bassila cremon. bazila bres. basina. 

158. bronzi berg. bres. tir. = campanellino , sonst lomb. 
„(kupferner) Mörser". 

159. la stabadia = claretum nectar. Der Abschreiber hat 
sich ohne Zweifel verlesen, s. die Textnote, und es ist für die 
Vorlage das im ait. belegte stelladia „Nektar" anzusetzen, welches 
Tommaseo v. stilla di(v)a herleitet. Die Paraf. lomb. 39, 24; 
100, 21 hat stellaria. — nettare war übrigens auch die Bezeichnung 
eines Würzweines, s. Fanf. s. v. 

160. Lomb. /opa = buca fossa, von lt. fovea; berg. bres. 
auch mit Metathesis pofa pofela. — insuda d-i cavri „Ziegen- 
mist", vgl. Duc. rüder, -eris: fossa coquiuae vel immun- 
dicies eins. 

161. Vgl. Beitr. calizene „Russ". — Berg. bres. calösen (V. G. 
caligen calügen) mit Suffixvertauschung -uginem st. -Jginem. Eben- 
so im brianz. mant. ver. tir., Mon. ant. caluQen [ähnlich berg. V. di S. 



— 195 — 

früf<e7i = luligiuem *f(i)lugiuem]. — Mail, carisna pav. calisna 
mit Stütz -ö^. — Bres. call berg. V. Bremb. call friaul. calin gehen 
auf cal + inum st. -iginem zurück. Der von Muss. angenommene 
Wandel cali(g)inem (n zu i) ist nicht gut möglich. Dieselbe 
Vertauschung der ganzen Endg. wohl im tir. carazza, welches 
Schneller zu alid. chrazzön zieht. — In seiner eigentlichen Bdtg. 
ist caliginem erhalten in der V. Bremb. call = nebbia rada a ciel 
sereno, und mit Abltg. vom Nominativ; ven. caligo calighera 
ferr. romagn. calig. 

162. Bres. mail. cadenil: quel ferro o legno i cui capi sono 
confitti nei due muri laterali d'un caramino ed al quäle sono 
raccomandate le catene da fuoco. 

163. Berg. mail. sosta = catena da fuoco. 

164. Lomb. neben einander brasca und brasa, vgl. Wb. I 
bragia. — Das Zeitw. ist brasa{r), mail. auch brasca, it. abbra- 
ciare; mail. brasca auch in der Bdtg. „cavar la brace dalle for- 
naci col rescio [brascony''^ welche Bdtg. auch ahraschd = expruno 
zukommen wird. 

165. Mail.com. manteghet (oder baghet): „usato sul lago di 
Como per iudicare quegli otricelli enfiati che i pescatori mettono 
ai capi di certe reti per che servano a tenerle galleggianti''. 
Der Blasebalg ist im heut. lomb. nidntes, vgl. Wb. 11-^ mantaco, 
Beitr. mantighello. Der kleinere Blasebalg lomb. bofct neb. sofiet. 

166. Vgl. Gl. 1015 rüz cum fa i porz, lat. rugire. In der 
vorliegenden Bdtg. mail. rüsgi = ruggire crosciare friggiolare. 

167. Vgl. das Wort in d. Beitr. 37 Anm. 

168. Nur das bres. kennt pard =^i'nggGYG: cuocer chec- 
chessia in padella con olio, lardo e simili. Pelliz. Dann com. 
parada: sorta di farina fritta con olio o burro, V. Teil. pard. 

169. Berg. mail. (s)per^of a = go cciolare sopra gli arrosti 
lardo o simile materia strutta bollente, mentre si girauo; tir. sper- 
gozzar] mail. bres. crem. ven. tritt eine Erhärtung des g zu c 
ein, auch bol. percutar; piem. pergoti = gocciolare. — Von per- 

guttare. Vgl. Beitr. pregozar. 

170. Berg, minesträ manestrd^^ it. minestrare: mettere la 
minestra nella scodella. In dem weitern Sinne ferculo „auf- 
tragen" heute noch im bol. menstrar. Auch Ariost Orl. VII 20 : 
.,Tal non cred'io che s'apparecchi dove | Ministra Ganimede al 
sommo Giove". Dann bei Bonves. mcnestra ,,et\v. Angerichtetes, 
ein Gericht", vgl. Seif s. v., Wb. 11'^ mmestra. 

171. squerd (squetd?) = cremo. Das Wort ist mir völlig 
dunkel. 

172. Vgl. Beitr. gratacaso. 

173. Berg. ^^csM = arnese di legno per infrangere minuta- 
mente il sale; bres. pestaröl crem, pestel pestasal \\. s. f., vgl. das 
Lemma salsitorium. 

174. Berg. crem. com. cremou. pav. colobia mail. corobbia 
tir. colobie = rigovernatura imbratto, von colluvies, vgl. Seif. 
corobia, ist nur dem lomb. bekannt. Ebenhierher gehört Gl. 1 183 

13* 



— 196 — 

la scolobia — serum ,, Molken", ein Wort, das sich in dieser Bdtg. 
in den heut. Wb. nicht findet. Nur crem, scorobia neb. colobia 
„Spülwasser"; mit vorgeschlagenem s ferner: berg. scolobiera 
„Eiterung am Finger"; com. scolobia scorobia scorubid „laut ein- 
schlürfen"; tir. (ovo) scolöbi mail. (öf) scörübizä scürübizä (ex- 
*colluviciatum) = uova guaste fracide, vgl. Salv. S. 128. 

175. Berg. bres. crem, albe mail. pav. albi v. alveus, vgl. 
Beitr. albuol. 

176. Berg, seger „Spülstein", vgl. Beitr. sechiaro „Eimerstein". 
Von *sitularium. 

177. Mail, cugiarera „Löffelbesteck". 

178. Berg, laadur = lavatojo. — lüdria s. Beitr. lodra. 

179. basia kann (vgl. Lautl. Seite 42) nicht, wie Schnell. 
S. 112 will, zu *baccinum, s. Körtg. s. v., gehören. Ebenso- 
wenig jedoch mit Caix St. 77, Körtg. mit. vas, einem lat. *vasea 
entsprechen, da dies über -sj-s- lomb. *vasa ergeben müsste. — 
Das sich in ganz Norditalien findende Wort, berg. bres. cremon. 
mir. bol. tir. bdsia {bdziä), hat als Nebf. berg. mail. pav. parni. 
basia churw. mod. reg. besla piem. basola, dann berg. crem, basgia. 
Die ursprünglichste Form ist bas(o)la; hieraus entwickelte sich 
basia, wie ver. tir. biasia = *blasla noch deutlich zeigen, da hier 
das urspr. l der Endung ein l im Stamm hervorrief — basgia, 
die am weitesten vorgeschrittene Form mit palat. Hiat.-J, mag 
der heutige Vertreter unseres basia sein, während modernes 
basia jüngere Entwicklung aus basia sein wird. — Was die 
Etym. des Wortes anbelangt, so mag der St. im lat. batiola 
baciola batioca (Duc. bazia bacia) enthalten sein. 

180. la speorela = aspeleta. Es wird wohl lomb. sprella 
Paraf. lomb. 11, 10 asperella vorliegen, vgl. Cherub.: Erba che 
si adoperava gia tempo aforbirelestoviglie, e che si usa 
tuttavia per lisciare lavori d'alabastro, d'ebano, ecc. — Das o in 
speorela beruht vielleicht auf einem Schreibfehler. 

181. ol dispensador entspr. wohl it. dispensa „Speisekammer". 
Betr. des Suffixes vgl. oben ol lavador = \nogo dove si lava. 

182. Berg. bres. crem. mant. sbj mail. söj, mit vielen Abltg., 
in der Bdtg. „Zuber Kübel", bsds. colatojo „Laugenfass". Auch 
emil. — Vom lat. sölium „Badewanne" bei Suet. Fest. Geis.; im 
cremon. noch soi del bagn. 

183. Berg. bres. regiat: vaso a uso di tenervi l'olio, orcio 
di terra vetriato, grossissimo, di forma ovale, di ventre rigonfio. 
Im App. fügt Tirab. hinzu: si vuol riferire a Kezzate, paese 
brescianö che ha la cava del marmo, con cui si ftmno quci vasi. — 
Die palat. Gutturalis gestattet jedoch bloss, das Wort auf ein 
*regalatum zurückzuführen, d. h. ein mit regulae versehenes 
Gefäss; lomb. mir. reg. reg gia mail. aucli resgia: ferro lavorato 
in ispranghe, che servono a far cerchi da botte, da tino o d'altro. 
Au einem irdenen oder marmornen Kruge scheinen freilich Eisen- 
reifen wenig augebracht. 



— 197 — 

184. ol giiarncrl vom lomb. Verbuiu gaarnd = j^ubernare 
(üic'/i Wb. I guarnire^ Salv. § 279, zu ahd. warndn, Salv. Giorii. 
stör, yill 414 lüarnön ■\- gubernare) (Neubildiiiigeu aus dem Infin. 
-are: -arius, vgl. Muss. Katli. Leg. Gloss. uiit. confortero, Tobler 
Dion. Cato Gloss. unt. lavorero): berg. guarner{-e) mail. pav. com. 
giiarneri = ripostiglio armajo, bsds. „Wandschrank''. — Lat. guber- 
nare Besc. Bonv. governar Salv. Pass. governa, vgl. Seif. 33, hat im 
lomb. gunrna ausschliesslich die Bdtg. „riporre, mettere in serbo", 
it. governare auch „riporre in conserva". Auch Duc. kennt das 
Wort in dieser Bdtg. Die nur im berg. vorkommende Nebf. 
goernä {'l bestiam) wird kaum eine Scheideform, sondern ein rät. 
Lehnwort sein: rät. go{v)ernar = governare le bestie, ven. governa 
id. — Parm. guernar guarnar: governare; governare cavalli ecc; 
riporre nascondere; mir. guarnar: strigliare; ferr. guarnar (una 
caniara, pgnatta, lum,p€nna ecc.) allgem. „putzen"; piem. goernä: 
governare guardare riporre Als Abltg. wären anzuführen mail. 
(/jtar^a^' = gubernaculum; q,ovl\. govcrn: cassetta di scrigno, goern 
„Bettdecke"; berg. cremon. guarnaroba (st. guardarobba, obwohl 
guardd gem. lomb. erhalten ist). 

185. Das in ganz Norditalien verbreitete lavel berg. laH 
mail. 7iavel, crem, auch liel, vom lat. labellum, vgl. Beitr. lavelo, 
Wb. 11» avello. — Entsprechend der Bdtg. des labellum bei Cic. 
de legg, 2, fi6 „kleines Opferbecken zu Libationen auf einem 
Grabhügel", hat noch heute lavel häufig die besondere Bdtg. 
„Weihwasserbecken" . 

186. Ostlomb. com. reg. panera mir. panara = madia „Back- 
trog", vgl. Beitr. unt. paneriiol. 

187. regul u. soveter = cantabrum. Ein regul findet sich in 
keinem der oberit. Wb. Da in der zweitnäehsten Glosse die 
gröbere Kleie, it. lomb. crusca, erwähnt wird, muss hier von der 
feinern, aus der zweiten Siebung hervorgehenden Kleie die Rede 
sein, it. cruschetto. An einen lautlichen Zusammenhang von regul 
mit emil. reniul „Kleie", vgl. Beitr. remolo, ist nicht zu denken. 
Regul ist vielmehr Verbalsubst. zu re- volare (berg. bres. mail, 
guld berg. gtd = volare volo). Beim Schütteln des Siebes flog 
die in die Höhe geworfene Kleie wieder zurück, während das 
leichtere Mehl, lomb. voladega tir. goladiva, umherstäubte. Vgl. 
hierzu Cherubini Bd. V unt. gora : . . . . nel contado verso il Co- 
masco chiamano cosi la mondiglia di pule ed altro che si sce- 
vera dal grano nel ventilarlo. Forse gora da ^or« s^^or« : volatio. 
Als sinnverwandte Bildung kann piem. arprim arprüm (Zalli) 
= cruschello, ein Verbalsubst. von reprimere, erwähnt werden. 
Com. V. Teil, rebugatd = cruschello, von ve-biigatd = abburattare 
di nuovo. Was emil. remul piac. romla u. s. f , s. Beitr. remolo, 
anbelangt, so macht schon der Accent Mussafias Ableitung von 
re-molere unmöglich. Ein anderes Zeitwort möchte jedoch allen 
Anforderungen genügen, nämlich *remorare {it. remö\are = tsLT- 
dare indugiare, vgl. Caix Etym. rembolare), woher schon im lat. 
remöra re.mdris\ remora im Alterthum und Mittelalter Name 



— 198 — 

eines Fisches, der sich an die Schilfe anheften und dadurch ihre 
Fahrt hemmen soll; it. com. siz. rmor« == ritardo ostacolo; friaul. 
remul = rialto di sassi o di terra attraverso fossati o rivoli per 
sostenervi l'acqua. remolo wäre somit ursprünglich dasjenige, 
was das feine Mehl zurückhält, vgl. oben piem. arjmm. Schon 
Galvani, der unnöthigerweise ein archaistisches lat. remcre, das 
mit remoror zusammenhänge, annimmt, hatte dieselbe Auffassung: 
*remelus, la crusca, la quäle sul setaccio, tuttoche grossolano, 
arresta e remora il passaggio della farina. (Sollte sich nicht 
auch amail. resmulid „übrig geblieben": „de quel mangia ke 
g'avanza, dre peze resmuliae", Bonv. B, 218, ebendaher erklären 
lassen, wodurch Maschkas und Seiferts Etymologien und Ueber- 
setzungen hinfällig würden? Salv. Giorn. stör. VlII 416 denkt an 
re-*molliare.) — Das von Mussafia unerklärt gelassene romagn. 
ruvzol ist sicher eine Ableitung vom romagn. ruvd it. ruvido 
und würde sich mit piem. {a)riondin piac. avdo7id = cruschello, 
V. rotundus, vergleichen lassen. — Ver. tir, soventro = cruschello 
zu lat. sequentem, vgl. Schneller S. 192, Diez Gram. I 401, Arch. 
gl. I 89 n. 3, Seifert unt. soentre. 

188. Heute männlich, doch in alten Texten, wie zuweilen 
im ait. , weiblich, vgl. Salv. Annot. S. 404. Piem. noch la fim-, 
berg. la fiura „Frühfeige", ver. cremon. „Levkoje" u. gem. lomb. 
fiura del vi. — Statt fior di farina berg. com. mail. cremon. auch 
semola (= lt. simila), während it. seniola = crusca. 

189. Berg, bögat bres. com. bügat, vb. hügatä, = it. buratto, 
welchem mail. crem, cremon. u. s. f. bürat pav. büratera (neb. 
stamegna) entsprechen, während it. bucato = lomb. bilgada. Man 
nähme bei bögat st. bürat gern volksthümliche Anlehnung an Wb. I 
buco an, doch findet sich in Norditalien nur büs, Wb. I bugia, 
Körtg. unt. bosi. Berg, böc böga = vuoto vano (neb. vöt) gehört 
nicht hierher, da mant. bog (neb. vod vöd), wo ö aus ü (in buco) 
unerklärlich bliebe, com. bot (neb. vöit). Dies bog ist kaum 
von vöt zu trennen (anltd. v zu b oft im lomb., vgl. Lautl. S. 37 
und Salv. § 265 ; für ausltd. Dent. zur Gutt. giebt es auch sonst 
Beisp., vgl. Anm. 270, oder ausltd. j (mail. vöj) mag sich zu g 
erhärtet haben). Es bleibt so nur die Annahme, dass Wb. I 
bucato im ostlomb. in veränderter Bdtg. auftritt, ein Umstand, 
der sich durch die Aehnlichkeit des Vorganges beim „Auslaugen 
der Wäsche" und „Ausbeuteln des Mehles" hinreichend erklärt. 
Vgl. berg. bögadur „Laugentuch", bögatü „Mehlbeutel". 

190. Vgl. Beitr. valo. 

191. Vgl. Beitr. vander. Das d aus vann(e)re wurde bei- 
behalten bei späterm Konjugationswechsel, daher Formen wie 
vandd vander vandi. 

192. lis{-a) = azymus. In dieser Bdtg. nur im amail. Vocab. 
eccl. lixo = senza lievito , gen. liso = mal lievito. Das Wort 
muss zu it. liso lomb. parm. romagn. lis ver. sliso reg. bol. Icis 
ferr. dslesi = früsto logoro gehören; bres. lis les bezeichnet auch 
mucido vizzo, welches als Mittelbdtg. angesetzt werden darf 



— 199 — 

Die Herkunft ist uicht recht klar. Vom hit. elisus darf gleich ab- 
gesehen werden; näher liegt ahd. lisi .,leise sanft", worauf Diez 
Wb. 1 it. liscio u. s. f. zurückführen möchte, während Körtg. unt. 
germ. Thema lisja als Etym. gr. haaöq vorzieht: käru. linse 
Schwab, leins „sanft, wenig gesalzen", welches von Lexer mit 
dtsch. .,leise" zusammengestellt wird, bietet den erwünschten 
Bedeutungsübergang. — Eine Bestätigung findet diese Herleitung 
in dem synonymen ven. friaul. lind{-o) = \\^(i logoro, während 
])iem. lindo = schietto liscio , it. lindo = attillato azzimato. Diez 
Wb. I lindo, Canello Arch. gl. HI 330, stellten als Etym. limpidus 
auf. W.Meyer Ztschr. VIII 21() erblickt dagegen mit grösserm 
K echte in dem Worte ahd. lindi „weich sanft zart milde", eine 
Ansicht, die in den dial. Bedeutungen kärn. linde „wenig ge- 
salzen", bayr. lindschärig „abgetragen löcherig" eine weitere 
Stütze findet. 

193. Vgl. Wb. I gramci] lomb. gramola neben häufigerem 
grcmola in der Doppelbdtg. des it. gramola^ bayr. gramein und 
grämein, vgl. Salv. S. 51. — Körtg. unt. carminare. — Seif. unt. 
gremorare. 

194. Lomb. rasparola crem, respirola „Trogscharre", zu 
Wb. I raspare. 

195. s^riesor = ex- *clusorium. Im heut. berg. nur clüsur: 
chiusino, quella lastra di ferro o di pietra che chiude il forno. 
Mit Schwächung der vorton. Silbe jedoch mail. scesü sceso (neb. 
ciiiso)i) com. scesü, vgl. Salv. S. lOo, mail. sccsow6> = fornajo (die 
Nebf. sesonö kann kaum, wie Salv. § 332 will, eine regelrecht weiter 
entwickelte Form sein); ver. ce.srtra = serratura, neb. mant. ciu- 
sara cinsera; ven. chiesura = poderetto, neb. lomb. cios = campo 
(clausum) ; päd. chiesaro = magnano ; ven. päd. schieson = ber- 
tuccione, uomo brutto e contrafatto, wohl urspr. „Ofenklappe". 

196. dolzo wohl = it. dolce, -ia: il sangue del porco raccolto 
insieme, del quäle si fanno migliacci. 

197. Lomb. piem. gen. camola it. camola sard. siz. camula 
,,^Iehl- Holz- Kornwurm Schabe Motte". Diez Gram. I 135 
Aum. 1 erwähnt rät. chamaula „scheint zusammengesetzt mit 
maula „Raupe", das an goth. malö erinnert"; Schneller unt. cdmol 
bringt das Wort mit ahd. hamal, -ön „verstümmeln" zusammen; 
Gioeni s. v. zieht arab. Ursprung vor, arab. kaml „Floh", und 
hält das Wort für aus dem sizil. in die andern Mdt. importirt. 
Bei der weiten Verbreitung dieses Ausdruckes sähe man jedoch 
gern lat. Ursprung. Es böte sich lat. camur(-us') , Duc. camuris 
cnmyrus, da das „sich Krümmen" des Wurmes sowie die 
Krümmungen der hinterlassenen Bohrgänge gewiss auffallende 
Kennzeichen sind. Merkwürdig ist nur der allgemeine Ueber- 
gang des r in l, da im com. cdniora cambra V. Teil, catnbrin 
cambron r eher sekundär ist. Crem, camol plur. camoi „Locke", 
neb. camola „Schabe", weist auch auf etwas Gekrümmtes hin. — 
Das lomb. Wort für tarlo „Holzwunn" ist *car(i)ölus v. caries 
(die umgekehrte, übrigens nahe liegende Bedeutungsübertragung 



— 200 — 

zeigt aital. intarlamento v. tarlo für carie): lomb. rät. carol mail. 
cariö ueb. cairö, letzteres auch cüm. , veu. cariol neb. caroio, 
friaul. carol carül; davon mail. carioli berg. caHc^ = guasto da 
bruchi, entspr. carolenti Paraf. lomb. 36, 1; mant. carlos „hohle 
Nuss". Mit stimmh. Guttiiralis parm. garol „incavo buco; carie 
del cacio". Dann vic. scaolar tir. scaorlar „die Bäume von Raupen 
und Würmern reinigen". — Auf denselben St. weisen caruca, das 
Lemma imserer Glosse, mail. caruga, -ola „eruca, specie d'insetto 
dannosissimo alle uve", welches an port. caruncho (carugem) er- 
innert, Paraf. lomb. 38, 29 garruola pav. garuvla. Auch das 
port. Wort ist zu caries zu ziehen, wozu höchst wahrscheinlich 
auch Wb. I carogyia gehört, nicht mit K. Michaelis Jahrb. XIII 209 
zu einem St. carc corc. — Ueber weitere Abltg. von caries vgl. 
Anm. 236. 

198. Vanca clelporch = nefranditium. Die Lesung des ersten 
Wortes ist nicht sicher, doch wahrscheinlich, da das Lemma 
einen Tribut oder ein Geschenk in Gestalt von Schweinekeulen, 
Schinken, afz. pernage, vgl. Duc, bezeichnet. Das heutige lomb. 
ven. kennt freilich kein anca, sondern wendet Umschreibungen 
dafür an. — Der „Schinken" hat im lomb. dem it. prosciutto 
entsprechende Formen. 

199. Ostlomb. com. earer{-a) Bonv. carera v. *carraria, vgl. 
Wb. IIa caratello, Muss. Rom. II 121. 

200. In dieser besondern Bdtg. findet sich das Wort noch im 
crem, cadastre de vasei = traversa sbarra sedile „que' sostegui, 
sopra i quali si posano le botti". 

201. Berg. bres. crem, colarol mail. colarö it. colatojo „Seihe- 
tuch Durchschlag". 

202. Vgl. Wb. IIa hrenta, lomb. id. „mastello di legno stretto 
e hingo con maniche di cui servonsi i vinajuoli per tramutare il 
vino dalle carrere o simili nelle botti e per mandarlo alle case 
de' loro avventori". Berg, hrentadiir: chi porta vino con brenta. 

203. Lomb. cagna „Reifzange Stemmeisen", it. cane id. 

204. pendula entspr. zunächst dem pendula der Beitr. „Krösel- 
eisen, mit dem man den Falz in die Fassdauben macht". Muss. 
war das Wort sonst unbekannt, doch findet es sich noch im ver. 
pendula = bietta. Atosk. pendolo siz. pennula port. pendura werden 
Rivista II S. 58 irrthümlich als gleichbedeutend mit dem pendolo 
„Gereb- Kröseleisen" der Beitr. angeführt. Seine Benennung 
verdankt das Werkzeug vielleicht der Art, wie es der Böttcher 
mit sich herumtrug. — pendola in der Bdtg. siler findet sieh 
im bres. pendol parm. cremon. penzol parm. pendoz. Seine An- 
führung an dieser Stelle rührt von der Verwendung der Weide 
als „stroppa" her, eine Verwendung, die bekanntlich dem Strauche 
im ven. lomb. sogar den Namen gab: ven. stroper päd. ver. 
mant. stropar{-o) bres. stroj)ei. 

205. Vgl. die eingehende Behandlung des Wortes in den 
Beitr. 44. — Hinzuzufügen zu Muss. Sammlung ist Gl. 1054 in- 
vocond = obturo calcono , crem. bres. encocunä mant. incoccajar 



— 201 — 

= tiirar col cocchimne; com. incoconä = imhoecnTG ai bambini 
il cibo. 

206. Loiiib. veu. emil. zena zina piac. zeina päd. tir. zigna 
niail. (fm{n)a pav. gcna com. gigna gen. zinna sard. gina ingijina, 
vb. mgignai, siz. jina 'tigma „die Zarge in Fassdauben-', it. ca- 
pruggine. Die Herkunft dieses weitverbreiteten Wortes ist dunkel. 
Wb. I ingegno, lt. (in)genium, würde lautlich genügen, doch hätte 
sich die Bdtg. sehr spezialisirt. Zu erwägen ist auch die von 
Cherub, und Monti vorgeschlagene Etym. gr. yvvr}\ „in italiano, 
come in vernacolo dicesi femmina l'incavatura in lavori di fale- 
gname, e maschio il dado d'un legno fatto per intrare in un in- 
cavo". Schnellers Vorschlag cingula cinghia und Umstellung zu 
zigna ist lautlich unmöglich. — Merkwürdig ist bres. Ina neb. 
:ina (auch re^^iwa!), wo anltd. g satzphonetisch gefallen sein 
muss: la (/)ina. — Ver. zina entspr. in Bdtg. und wohl auch 
Herkunft it. centina {^ze(n)tina '^ze{t)ina, vgl. ver. sbiond Anm. ()8). 

207. Berg. bres. borü burü mant. parm. boron mail. borion 
crem, boru borag boraj cremon. buraj in der Bdtg. „turacciolo 
zaffo", tir. sioraor = cocchiume, crem, öorm = anima del gonii- 
tolo. — Von dem namentlich in der Lomb. weit verbreiteten St. 
bor, der etwas Kundes, Kugeliges bezeichnet. Die Haupt- 
vertreter desselben sind: gem. lomb. ven. rät. bora = pedale 
toppo (nach Schnell, s. v. arborea *alborea Habora la bora\)\ 
mail. borin pav. borei crem, buren = capezzolo; berg. borel = Tün- 
dello, boreta = piccola trave ; mail. crem. bres. borella mail. piem. 
borla = pallottola, mail. bres. bor(e)ld = rotulare, rät. borla „kleine 
runde Knospe, Goldkügelchen", it. Fanf. bore btire = sorta di ballo ; 
ven. &oro»fZoZ«r = arrotolare; mail. pav. cremon. 6oWo>i = cilindro 
riillo ; mail. borland = grosso sasso bislungo e rotondo. — Betr. 
piem. borenfi Bridel boreinflo bürg, boranfle vgl. Beitr. 35 Anm., 
Flech. Arch. gl. II 326. Als bescheidene Vermuthung möge als 
Grundwt. dieser Gruppe mhd. bor „oberer Kaum, hoch auf- 
gerichtet hervorragend", hier also „rundlich erhaben" angesetzt 
werden, vgl. Kluge unt. empor, Stalder unt. Bordiele. 

208. Von ex-pungere, berg. spons sjjonzt bres. sponzer; mail. 
com. spongion mant. sponzgnon = pungiglione aguleone spina. — 
Mant. sponcion=^ ex-*punctionem, vgl. Wb. I punzar. 

209. Berg, spind (ü vassel) = it. spillare : trar per lo spillo 
(berg. sjnna = zipolo) il vin dalla botte. Vgl. Beitr. spina. 

210. recalcd = repleo. Die heutigen Mdt. scheinen das Wort 
in dieser Bdtg. nicht zu kennen. Nur päd. far im recalchin: 
fare venire in tavola nuovo vino per ber di nuovo, muss damit 
zusammenhängen. Gl. 1038 bedeutet das Lemma cfdco „Spund 
Zapfen", Gl. 1054 ist calcono obturo = incocond „den Zapfen hinein- 
thun". Noch heute im friaul. calcon „Spund". Duc. erwähnt 
ein recalcare = implere, complere iterum (vasa), recalcatura = ex- 
pletio (bottae) (Comput. aun. 1 302 inter Probat, tom. 2. Hist. Nem.), 
ferner ein calcar = vinum, quod prinmm libatur e duobus (Gloss. 
vet. ex Cod. reg. 7646). — Muss. Beitr. cocon hält dies Wort 



— 202 — 

11. calcon für unzweifelhaft identisch und sieht in al nur eine An- 
lehnung an calcare „(das Stöpsel) hineinpressen-'. Ob ursi)rüng- 
lich in der weitern Bdtg. oder erst volksthünilich angeglichen, 
jedenfalls liegt calcare zu Grunde, welches leicht in den be- 
tretfenden Sinn übergehen konnte. Entsprechend mail. calcon 
„Gewehr- und Kanonenpfropfen", com. calcond „den Gewehr- 
pfropfen eindrücken", konnte *calco leiclit die Bdtg. „cocchiume 
turacciolo" erhalten. *calcare entspräche dann dem dtscli. „zapfen", 
recalcare „den Zapfen wieder einsetzen, nachdem man entweder 
das Fass gefüllt oder aus demselben einen andern Behälter 
gefüllt hat", endlich allgemein „vollmachen füllen". 

211. Bres. la fesa, und so lomb. nur mit Fem.-a. 

212. Bres. mant. tir. grep parm. pav. grejM berg. bres. crem. 
gre]j(o)la berg. mail. cremon. grippola com. grappa u. gropa ver. 
griopo, mail. auch croppa, = it. greppola „Weinstein", ver. tir. 
auch „Käsekruste", V. Teil, gripoi = frammenti di spighe. Das 
Wort scheint germ. Herkunft, vgl. Schneller S. 149, Wb. I 
rappare; mail. croppa com. gropa scheinen jedoch auf bayr. 
sich kraupen „s. ausbreiten", kroppen groppen kruppen (VII Com.) 
„kriechen" hinzuweisen, und dann böten sich für die Formen 
mit stammh. a, e, o, die synonymen bayr. krappein kreppeln 
Schweiz, grapelen gropelen „kriechen klimmen klettern", kam. 
graupen graupe „ein krauses, am Boden hiukriechendes Gewächs, 
Flechte", Schweiz, grappel gri2)pelcti „Baum mit wirren Ver- 
zweigungen". — Piem. rasa „Weinstein" gehört wohl zu Wb. IIc 
rausa^ wäre also auch germ. Herkunft. — Welches ist die Etymol. 
von it. taso emil. tass tes(s)? Das stimmh. s des ital. erschwert 
die vom Dial. gestattete Herleitung vom ags. tas, Wb. 11^ tas. 

213. Vgl. mail. torborin = il vino appena svinato o stretto 
e tuttora torbidiccio. Das Lemma dulcis bezieht sich auf den 
Geschmack des „Federweisses". 

214. It. vino verde = vino acerbo brusco. Hier vielleicht 
„frisch jung", vgl. berg. p)el verda = pelle fresca. — Vord muss 
ein Schreibfehler sein. 

215. Hier wohl ua in composta — uva acconcia, cioe accomo- 
data coli' aceto o coli' acqnavite. 

216. Lomb. crespola berg. auch ei'ba grespa, aniara = matri- 
caria (chamomilla). Da diese Pflanze kaum als Salat Verwendung 
finden möchte, ist vielleicht soncus (arvensis) gemeint, it. gris- 
pignolo, das nach Caix Et. 34".) v. crispus herstammt. Der „Hasen- 
kohl" heisst freilich heute mail. com. garzon bres. garzeg^ vgl. 
Wb. IIa garzo. 

217. uvaza kennen die Wb. nicht. 

218. Berg, rampol, -i: dicesi di ciascuna delle diramazioni 
del grappolo, it. rampollo „Schössling". Zu Wb. I rampa, vgl. 
auch Wb. II'i pollare. — Crem. mail. cremon. grapel, mail. auch 
grap{p)aj = grappolo, Wb. I grappa. 

219. Berg. mail. garzöi (de la vit) = oGch[o, gemraa: parte 
della vite per la quäle essa rampolla, Wb. IP^ garzo. 



— 203 — 

220. Berg, frosa bres. troza = filare di vite ; bres. tros ^= 
gruppo di gambi di vite; cremoii. trosa iiiail. f>os — tralce. Von 
traducem, vgl. Salv. § ()4 ; schon in den longob. Gesetzen trauceni. — 
Davon wohl zu trennen sind berg. (iVsson.) troz V. Ser. inf. stros 
bres. tros ver. trozo vic. trozzi (trodi) „steile H<^lzwege. rauhe 
Fusspfade im Gebirge", tir. trözol „Gässchen", von welcher Gruppe 
die rtr. Vertreter jetzt bei Gärtner, Mdt. von Erto, Ztsclir. XVI 852 
Anm. 12 gesammelt sind und unter Ablehnung der bisherigen 
Deutlingsversuche aus trivium und aus air. traig auf eine un- 
bekannte Grundform *trojo ^trogio zurückgeführt werden. 

221. Berg, ras d'öa = penzolo : piü grappoli d'uva uniti in- 
sieme, che si appiccano pendenti al palco per conservargli. Fanf. — 
Ferner berg. ros de pegore, — d'osei, — de zet, rossada de scec 
„Schaar", Gl. 1192 ol roz „Heerde". Das Wort ist in ganz Nord- 
italien heimisch: bres. crem. päd. piem. rßs(s) mail. com. ros 
mant. cremon. parm. mir. romagn. rozz tir. roz (s. Schneller s. v.) 
ven. päd. ro^zo; auch parm. reg. idz möchte dasselbe Wort sein; 
mail. ros „die Innern Theile, Eingeweide eines Thieres'*; mir. rozz 
= manella di canapa; Duc. rotium roziiim aus nordit. Urkunden. — 
Die Herkunft ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln. Schnellers 
und Montis Ableitung v. rotulus it. rocchio ist lautlich unmöglich. 
Ebenso ein *roteus, worauf Caix Etym. 491 it. roccia zurück- 
führen will. Sehen wir uns nach einem germ. Etymon um, so 
bietet Schmeller 11156: Geräusch „Eingeweide von Thieren", 
nach ihm wahrscheinlich zusammenhängend mit „Eausch'' mhd. 
rüsch, vgl. auch Kluge unt. Geräusch; dann nieds. rnsc „Masse 
von Sachen, Bausch und Bogen, Rummel, Busch, Büschel". 
Der germ. etymol. noch dunkle Stamm tritt demnach in allen 
gewünschten Bdtg. auf. 

222. Berg, trois treis trois bres. treis treviz = mangiatoja 
greppia. Von *trabicem. 

223. Vgl. Beitr. portanto „Zelteupferd^ 

224. Vgl. Schneller brena „Pferdegebiss Zügel"; Beitr. brena 
„Zügel"; Arch. gl. I 357 brana, I 380 berna id. — Nach Ascoli 
Arch. gl. II 413 wäre ven. brena friaul. brene ein Mischwort 
von brida und freno. — Im päd., wo sich wie im ver. auch ein 
sbrend findet, bezeichnet brena den „Wirbel am Pferdegebiss", 
ferner als weitere Durchführung eines Bildes brena del cavaleto 
da segati „Querholz am Sägebock". — Im mail. brenn{-a) brennitt 
neb. benna bennitt „la rastrelliera della greppia, i lati a rastrel- 
liera d'un carro" (auch ridoi, vgl. Scheler Wb. ridelle) ist eher 
unorgan. r anzunehmen, vgl. Salv. § 215. — Berg, brena = maglia 
scappata möchte jedoch oben einzureihen sein. 

225. Berg, so ghet = \3iCc{o capestro, zu Wb. I soga, Körtg. 
unt. soca. 

226. streva „Steigbügel" zu Wb. I estribo, Körtg. unt. sMp. 
Häufig in den franko -ital. Texten. — An Stelle dieses St. tritt 
im oberital., wie im ital. überhaupt, staffa. Nur das mail. hat 
ein streva neb. stiva als Ausdruck des Ackerbaus. Da der ab- 



— 204 — 

weichende Toiivokal die beiden Wörter zu trennen scheint (das 
Eintreten eines unorganischen r würde keine Schwierigkeiten 
machen), bezeichnet hier streva wohl dasselbe wie cremon. parm. 
reg. staffa (dla vanga): quel ferro o legno che si mette nel 
manico della vanga, e su cui per profondarla il contadino posa 
il piede; piac. strevda in ders. Bdtg. bestätigt die Annahme. — 
In anderer Bdtg. tritt streva im päd. auf: strevi dei libri = co- 
reggiuoli, striscioline di pelle alle qnali si legan le carte; siz. 
streva „legame per tener ferma la parte della scarpa che cuopre 
il calcagno", s. Gioeni s. v.; piem. strivass (v. contad.) „Viehgerte". 

227. versus bezeichnet in ganz Norditalien nicht bloss wie 
z. B. bei Plinius X 83 und im heut. ital. den Gesang der Vögel, 
sondern selbst nnartikulirte Laute, wie das Schreien und Heulen 
von Mensch und Thier, das Summen der Bienen u. s. f , ja jedes 
Geräusch, das Knirschen der Schuhe, das Sausen eines Geschosses, 
das Brodeln einer kochenden Flüssigkeit, das Rauschen des 
Regens, das Krachen eines brechenden Gegenstandes u. s. f. 

228. Berg, rossöm mail. rossüm bres. rösol = it. rosso (d'uovo) ; 
berg. ressömada mail. rossümada bres. rosolada „ein mit Eiern 
bereiteter Trank". — Neubildungen auf -unten sind häufig, sodass 
eine Anlehnung an albumen nicht nöthig ist. — Berg, horlina 
= tuorlo zu Anm. 207. 

229. mora = prolactaria? Ist das Lemma identisch mit Duc, 
prolecta = capistrum funiculus „non frenum, sed tantum prolectam 
circa coUum habebat"? mora würde dann zu der in den Beitr. 
unt. nioraja „Kloben", Körtg. mit. mutulus ausführlich behandelten, 
noch unerklärten Gruppe gehören und zugleich das Simplex der 
zahlreichen Derivata darstellen. 

230. Berg, gambisa V. di Sc. gambis = coUare, quella striscia 
di legno, piegata a foggia di coUare, che si mette intorno al 
coUo per lo piü alle vacche. In derselben Bdtg. bres. gambiza 
mail. gambisa com. V. Teil, gambis piem. ganbisa. Vom kel- 
tischen St. camb camm „gekrümmt", vgl. Wb. I gamba, Körtg. 
ib. — Zu demselben St. gehören in der Bdtg. v. Wb. 11^ jante, 
Körtg. unt. kelt. *cambitä: parm. gamböl piem. ganbossa „Rad- 
felge"; in der Bdtg. des port. cambaio „krummbeinig": piem. 
ganböss Brid. campein campion gambion. 

231. Berg. M. di Rom. ol göi, sonst gojdt-, bres. la göi 
cremon. [a)gujat u. gujol maut. gojadel friaul. gujade, vgl. Arch. 
gl. I 509, piem. ujd uje ujon „Stachelstock zum Antreiben der 
Ochsen". Von ^aculeatum. — Mail. com. pav. piac. ghiu mail. 
ghidra pav. ghiade reg. aghie tir. guiada viada m derselben 
Bdtg. sind auch desselben Ursprungs (agüjat *aghijd giiid; 
Salv. § 299 nimmt *acutale an). — Parm. ghia neb. ghiada, -eil, 
— rulla „spitzer Stock, um die Pflugschar von Erde zu reinigen", 
gehört auch hierher wie cremon. (a)güjat in derselben Bdtg. zeigt. 
Es läge dann ein *aculea (a)güja ghija ghia vor. 

232. Lomb. mascarpa masclierpa = ricotta , fior di latte ca- 
vato dal siero per mezzo del fuoco ; piac. mas^arpein. Die Her- 



.— 205 — 

kunft ist dunkel. Zum Vergleiche sind vielleicht hinzuzuziehen: 
com. y. Teil, wfwöcrt = latte acido, che scaldato al fuoco, si 
separö dalla parte sierosa, e coagulo in minuti grunii; mail. 
masoccd masottd = incuocere dei risi o simili che per soverchia 
coltura impoltigliano ; com. Tr. P. w«//occa = latte fatto quagliare 
col presame e dibattuto in pentola col matterello. Es scheint so 
die erste Silbe ..(saure) Milch. Molken" zu bedeuten und sie 
möchte daher zu kelt. medg ..Molken", vgl. Körtg. s. v., Wb. llc 
megue, zu ziehen sein. Die zweite Silbe wird mit com. carpi 
carpid „gerinnen", lomb. scarpid — lacerare staccare detrarre, 
identisch sein (vgl. com. sernu = cenmto scelto, u. V.M.: dieesi 
di latte che bollendo va in grumi). — Das Lemma puina gehört 
auch den heut. Mdt. als Synonym v. mascarpa au: berg. V. Ser. 
sup. puina bres. poina puina, und ebenso im com. mod. ver. 
ven. tir. friaul. Erto, mant. auch povina romagn. puvena reg. 
puena lad. puinna puina „frischer Gaiszieger", V. Teil, poiyia 
„Art Kuhkäse". Die Etymol. ist auch hier schwer bestimmbar. 
Nach Rosa s. v. ist das Wort finnisch, nach Galvani s. v. *pecorina (!), 
nach ßoerio identisch mit pruina(!), nach Schneller käme es v. 
lat. pap{p)a „Speise" (letztere Herleitung wäre möglich, wenn 
sich nicht im oberit. stets auf pappa mit -pp- zurückgehende 
Formen fänden). Als blosse Vermutlmng möge als Grundwt. lat. 
jjopina „Speise aus der Garküche" augesetzt werden, welches 
lautlich vollkommen genügt, und das in die allgemeine Bdtg. 
„Speise" übergehend, später wiederum eine Verengerung seines 
Begriffs erfahren hätte. So würde sich auch com. j^olne „Art 
essbarer Fichtenzapfen" erklären [oder gehört dies zu berg. 
puina mail. pbj püj com. jwini tir. pojat v. puUiis (-eus)?]. 

233. scolobia vgl. Anm. 174. 

234. Berg, cremon. forma ö-a: il cacio ridotto a forma per 
lo piii rotonda, il che fassi con un recipiente che i contadini 
chiamauo ,.fassera". Letzteres in der folgd. Gl., *fasciaria. 

235. pan lag „aus Milch bereitetes Brod", vgl. it. ^;«??e di 
burro, scheint eine ältere und volksthümliche Bezeichnung für 
Butter zu sein. Heute nur boter buter. 

236. la carota = recocteua. Da es sich um ein Gefäss 
handeln muss, welches die ricotta enthält, wird das Wort mail. 
carotola entsprechen: sp. di bossolo alto 8 centimetri e largo 10, 
assai cupo, in cui i cascinai mettono il fior di latte per tarne 
caciuole quadre; berg. V. Br. caroti: piccolo cerchio di legno 
da fare il cacio; V. Teil, caröt: secchia con fori per separare la 
ricotta dal siero; Posch, caröt: vaso di corteccia da mettervi 
resina o trementina. — Anscheinend derselbe St. tritt wieder in 
ganz anderer Bdtg. auf: Tal. caröt: tronco annoso e fracido di 
albero; Tr. P. carotd: strada rotta, sassosa o abbandonata; berg. 
V. Br. carota carcf com. Tr. P. scaröt =■ casa in rovina (mail. 
calic com. Man. caleg V. V. cancc in ders. Bdtg. wohl eher zu 
com. can mail. cagnon frz. chenille (canis) = baco verme, woher 
canos: vizzo, bucherellato internameute) ; endlich bres. crtröf = ba- 



— 206 — 

cato malaticcio. Während aber diese letztern Bildungen ziemlich 
sicher zu caries, vgl. Anm. 197, gehören, könnte fiir obiges 
Gefäss diese Herleitung nur insofern in Anspruch genommen 
werden, als es mit Löchern zum Absickern der Molke versehen 
ist. — Näher liegt es carota zum bayr. tir. Schweiz. Imr „Gefäss 
Geschirr", ahd. char zu ziehen. So entspricht unserm Worte 
bayr. tir, käskar „hölzernes, cylindrisches , etwa drei Spannen 
hohes Gefäss, unten und seitwärts durchlöchert, damit die noch 
übrige Molke vom Käse abtropfen k()nne"; karge „Gefäss aus 
Baumrinde'', vgl. in derselben Bdtg. oben Posch, cmvt. 

237. Lomb. col cid = colatojo : con un buco nel fondo rico- 
perta di uua teletta di crine o lino ovvero turato colla paglia. 
Die Latinisirung durch conus st. colum wohl wegen der kegel- 
förmigen Gestalt des Gefässes. 

238. Mail, formagera = caciajuola u. piattpllo sul quäle si 
porta il cacio in tavola. 

239. roz vgl. .'Xnm. 221. — Ostlomb. com., auch ven., malga 
= mandra; tir. )«a^^a = cascina, nach Schneller s. v. „Sennhütte", 
und in weiterem Sinne auch „Alpe" überhaupt, nonsb. malgar 
„Alpenheerde Alpenweide"; bres. malghes = mandriano, mail. 
malghe, -era, piem. marghe tir. malghes = cascinajo caciajuoli» 
lattajo. Duc. führt ein malga = grex, malgarius malgliesius = pastor 
aus nordit. Urkunden an. — Schneller nimmt wohl mit Recht als 
ursprüngliche Bdtg. der malga „Akt, Ort des Melkens" an und 
giebt so dem Wort deutschen Ursprung. Vgl. Schöpf, Tirol. 
Idiot. S. 432: die ikfe/c/i, Handlung des Melkens; Melcher, Knecht 
mit dem Milchvieh und der Milchbereitung beauftragt; Kluge 
Etym. Wb. unt. melk. — Im cremon. päd. mail. parm. ven. heisst 
die Heerde bergamina, der Hirt, Heerdenbesitzer bergamin, vgl. 
Cherub, unt. bergamin: nome di que' proprietari di mandre 
numerose di vacche i quali, dalla provincia di Bergamo special- 
mente, cd anche da altre parti submontane attigue al Milanese 
calano nel Basso Milanese, nel Pavese, nel Lodigiano a sVer- 
uare le loro vacche coli' erbe sempre vivide de' prati marcitoi. 

240. Nur das com. hat ein imnze = piombino della bilancia, 
contrappeso della stadera. Duc. 2}ondarium = statera. 

241. mazal entspricht wohl einem *mateale, und ist die 
Stange gemeint, mit welcher die Schraubenspindel der Kelter 
gedreht wird. In ähnlicher Bedeutung bres. masa it. mazza: t. 
di stamp. Ferro lungo da due braccia col quäle si move la vite 
del torcolo. Fanf. 

242. liOmb. navassa navazza navascia neasa : conca di legno 
oblunga a forma di nave per uso specialmente di trasportar uve. 
Da alle Wb. dem Behälter Aehidichkeit mit einem Schilfe zu- 
schreiben, mag *navatia eine Abltg. von navis sein. Zu vergl. 
das schon im lat. aus navis gebildete navia, urspr. ein „Einbaum", 
dann übertragend ein hölzernes Gefäss aus einem Stücke, etwa 
ein Zober. Georg, 



— 207 — 

243. calarol findet sich in keinem Wb. Das Lemma qualus 
könnte den Anschein erwecken, als ob eine Abltg. dieses bisher 
im roman. nicht belegten Wortes vorläge. Grion liest colarol, 
was gnt passen würde: bres. coladur mail. corrtr J = pannolino 
col qualc si preme la feccia. Das sonst ganz willkürlich ge- 
wählte (lualus setzt jedoch immerhin ein calarol voraus, was sich 
dann aus colaröl weiter gebildet hätte. 

244. V. Bremb. iuf. vinassal = quantita di vinacce. liier 
ist wohl der Behälter gemeint, in den die Trestern hineingethan 
werden. 

245. ?a f?roZa = delatorium vacuatorium? Nach dem Lemma 
zu urtheileu, läge ein Gegenstand oder eine Vorrichtung zur Ab- 
leitung des Weines und zum Leeren eines Behälters vor. Die 
Wb. kennen nur ein drola im berg, M. di Y. = canale di legno 
che serve all' irrigazione, e che si mette per far passare l'acqua 
da un campo air altro, quando vi si frappone un abbassamento 
di terreno. Es möchte daher unser Wort in seiner Bdtg. mail. 
hrefi brenn entsprechen: doccia. quel canale di legno, aperto 
superiormente, per cui dalla bigoncia (uavasa) si fa colare im- 
mediatamente nel tino Tuva giä pigiata in quella. — Woher diese» 
drola? Duc. führt ein troliim troglum an „Ableitungskanal" rivus 
canalis aquaeductus. Wenn die Tennis ursprünglich ist, läge 
wohl ^Verwandtschaft vor zwischen drola und lomb. trol{-a) — traino 
tirabrace, arnese con cui si raccoglie il grano battuto e sparso 
neir aja (vgl. Galvani s. v.), fastellone di legne trascinate giü da' 
monti a forza d'uomo (Rosa); berg. V. Ser. sup. trolä = strasci- 
nare, tirarsi dietro. Letztere verbale Bdtg. könnte allen diesen 
Bildungen zu Grunde liegen und es wäre damit eine Annäherung 
gegeben anWb.IIc tröler „herumschleppen herumtreiben", welchem 
Diez eine kelt. W. tro „Wehdung" zu unterlegen geneigt ist, 
vgl. auch Körtg. unt. frottulo. Man könnte jedoch auch in Duc. 
troglum bres. crem, trägol (neb. sträbol) friaul. traglimi targliun 
..Schleifschlitten" eine ältere Gestaltung sehen, und dies würde 
auf tragula v. ^trägere st. trahere und damit zu der von Körtg. 
unt. *tragea Hragimen tragula besprochenen zahlreichen und 
l>edeutungsverwandten roman. Wortfamilie führen. 

246. ol virz, u. Gl. 1700 vriz, zu Wb. I verza, Körtg. unt. 
"^viridiatus; berg. (v)ers irs mail. crem. verz. Die Metathesis des 
r kommt heute nicht vor. 

247. blida = beta. Ueber den Eintritt des / vgl. Arch. 
gl. I 51 5 n., Flech. Arch. gl. II 56 n. Die Erhöhung des vlt. e zu 
i in offener Silbe wegen der folgd. Dentalis. — Im bol. piac. 
bida pav. bidrava cremon. biderava mant. bidirava neb. bieda- 
rava könnte man in i die Vereinfachung eines frühern Diphthongen 
sehen. Doch beweist einerseits obiges blida die Möglichkeit 
einer Erhöhung von c zu i ohne Zuhülfenahme dieser Erklärung, 
andererseits zeigen parm. beda mir. parm. bedrava reg. bedreva, 
dass der Eintritt eines l nicht durchgängig ist. — Mail. pav. 
crem, bieda möchten ital. Lehnwörter sein, da der volksthümliche 



— 208 — 

Ausdruck berg. bres. mail. pav. ver. erb(-e) ist, tir. erhecina crhn- 
rava ven. päd. erheto. 

248. Vgl. die Darstellungen des lt. petroselinum im nordit. 
in den Beitr. peressemolo, 

249. pilizol V. ^'pulegiolum, vgl. Beitr. 2)olezolo. 

250. Berg, moräi = borraggine, von einem *moralium, 
vielleicht wegen der Abstammung aus der Levante, vgl. Wb. 1 
borraggine^ oder wegen der kurzen, krausen Haare, die Stiel und 
Blätter bekleiden, vgl. Körtg. unt. hurra. — Aehnl. Abltg. : mail. 
erha mora (lolium perenne), erba morella (solatium nigrum), mo- 
rellona od. negrera (salvia sclarea) u. a. 

251. *auriculina lomb. emil. Bezeichnung des „Immergrüns"; 
berg. bres. orecina mant. parm. orcina ferr. mir. urcina; reg. bol. 
urcella ven. recliiela. 

252. Berg, sigöla u. sigola Y. Cal. hegola, v. caepuUa. Der 
Wandel -p-, -v-, -gv-, -g-, tritt bei diesem Worte in der ganzen 
Lomb. und Emilia ein. Nur ferr. mir. bol. zivolla ver. zeola. 
Die Zurückziehung des Accents im berg. ist ein späterer Vorgang, 
indem die Diminutivendg. -ola analogisch einwirkte. 

253. Es ist dies die volksthüml. Bezeichnung des Fenchels : 
mail. com. pav. crbabona = finoechio. Tirab. erwähnt nur fenoc. 

254. sclareza zu Wb. 11* scJiiarea, Körtg. unt. ex-*claro; 
mail. scarleza scarlöza dtsch. Scharlei. Der Umstand, dass in 
obigem sclareza die Gruppe cl intakt geblieben ist, lässt auf 
eine jüngere Zurückversetzung des l schliessen. 

255. basergö --^ basiliconem. Im heut. berg. basilico wie im 
ital. , mail. basilcg pav. basilic; mit vorgerücktem Accent bres. 
bazalic emil. baselic, v. basilicum. Doch obigem basergo ent- 
sprechen mant. ver. cremon. tir. basalico crem, bazilicö ven. basegö. 

256. serpili zu Wb. 11» sermollino. 

257. rauz = *rapiceum. Das parm. kennt ein ravüz in 
anderer Bdtg. : camellina perfogliata, myagrum perfoliatum. Doch 
ist unser Wort in der Bdtg. „(^l<^>lir)rübe" enthalten im com. 
rause = rape dell' anno innanzi piantate per ftirle semenzire ; piac. 
ravizz — navone, friaul. ravizzon ravizze. 

258. grufer = cYifemefmm? Sollte eine Zusammenziehung 
V. caryophyllum vorliegen? Lomb. garöfol, mail. daneben gallo fer 
gallofor, Formen, die weiterhin grufer ergeben k()nnen. 

259. la nedalg = consolida major „Schwarzwurz". — Bres. 
hat anegal = consolida maggiore. — Eine der mittelalterlichen 
Bezeichnungen der Schwarzwurz (symphytum officinale) ist alum 
gallicum: dies gab *alogaleg *anegal{e)g und dies mit Dissi- 
milation einerseits anedalg, andererseits anegal. Letztere Form 
erinnert auch sehr an it. anagallide siz. anagalli in abweichender 
Bdtg. „Gauchheil". — Die radix consolidae majoris stand früher 
als Heilmittel in hohem Ansehen. 

260. Berg, bignaga mit auffälliger Vertauschung der Labialen 
im Anlaut (ähnlich etwa berg. bres. crem, barzami berzami mail. 
barzemi balzemi piac. balzmein = it. marzamina „eine Trauben- 



— 209 — 

art", vgl. Salv. S. 300). Das i iii bignaga wird Weiterentwicklung 
eines frühem ü sein, vgl. crem, hiinaga cremen, münaga mail. 
pav. monaga Giorn. stör. XVI 350 muniaga parm. müliaga ait. 
vmliaca, wo die vorangehende Labialis u hervorruft. Bres. (am)- 
hroiiaga (armeniäca *armenaga *amreijaga ambrenaga; durch den 
auch sonst im lomb. bekannten Einschub eines b zwischen m-r 
erklärt sich auch mir. amhroUa = üA&wWa, ^ vgl. parm. marolla 
mod. ferr. mrolla-, Rosa S. 24 deutet ambronaga aus am = ann, 
bronaga = pruna) piem. armonan ven. armelin. — Bol. bericoqula 
parm. bericöcli reg. baricbchel parm. baricbc Giorn, stör. XVIII 345 
baraeoca mit Wb. I albercocco, ngr. ßsQvxoxov, zu praecoqiuis 
„frühzeitig". 

261. Berg. bres. orenc, vgl. Lautl. S. 40. Die gewöhnliche 
lomb. Form ist la(v)or. Daneben com, {l)oiro briauz. {l)ori von 
laureus; brianz. lores v. *lauricem. Vgl. sonst Beitr. unt. lavranaro. 

262. Berg, barimbaga birimbaga V. Cal. barambagola = it. 
orbacca bres. orbaga robaga u, bagola. Der erstere Bestandtheil 
barim birim ist dunkel. Man könnte an ahd. beri nhd. Beere 
denken. 

263. Vgl. Beitr. unt. nizuola, Seif. S. 50. 

264. zenzerri zu Wb. I giuggiola, Körtg. unt. zizyphiwi, 
also entsprechend *ziziferinum ; Paraf lomb. 70, 15 f ewf ai?ro Scelta 
154 S. 120 ge7igavaro Giorn. stör. XVI 351 ^an^evaro; crem, zen- 
zebri piac. zi7izavrein cremon. zanzavreyi, dann mit Umstellung 
des r zenzervi. Der gem. lomb. Einschub eines n zeigt sich auch 
im ver. tir. zinzola romagn. genzola sard. zinzula gegenüber ven. 
bres. zizola Giorn. stör. XVI 349 ^iegola gi^olino bol. zizla it. 
zizzolo. Das heut. borg. bres. zctizerU zinzerli ver. zinevrela 
zeigen noch weitere Entstellungen. Mail, zenzuin aus *zenzüvin, 
vgl. Salv. § 116. 

265. Gem. lomb. persec nos ven. ver. naspersego cremon. 
perseg nusen = pesca che vien dall' innesto del persico sul noce. 
Vgl. auch Körtg. unt. mix persica. 

266. Berg, önes V. di S. 07iis V. Ser. sup. ms M, di R. enes, 
Assonica üniz. Ebenso zahlreich sind die Formen im mail. ol- 
nizza olnisa onisa olniz oniz onis. — V. *alnicium. 

267. Vgl. Beitr. unt. apezz. 

268. Die Wb. verzeichnen kein riz (ericius) in der besondern 
Bdtg. „Dornstrauch Gestrüpp". Doch liegt der Bedeutungsüber- 
gang nahe, vgl. etwa span. erizado „stachelig" und „dicht von 
Gestrüpp". 

269. Vgl. Beitr. cesa. 

270. vida^" oder vidag, *vit 4- ac'lum oder *vit + acum? — 
Das heut, lomb. kennt nur ein indat, Giornale I 134 terra vidafa, 
lat. Urk. haben stets vitatiim. Man müsste daher einen Wandel 
von ausltd. t d in die Gutturalis annehmen, vgl. mant. cadlet 
neb. cadleg Beitr. caileto-, berg. sbioc Beitr. sbiotar; berg. böc 

Rom. Bibl. Altberg. Sprachdenkmäler. 14 



— 210 — 

= vuoto ; berg. dndec piac. antag = audito ; bres. trespec Beitr. 
trespi, Arcli. gl. 1350; com. da plac ^di piatto(?), vgl. Seif. 
piaco; com. folc Gall. It. Pred. id. eher zu Wb. II« folc. 

271. Bres. castenet = bosco di castagni. Einen mit Kastanien 
bepflanzten Ort bezeichnet das heutige berg. durch castenif, und 
ebenso : alberif boschelif selvif morunif salegif magrif ripif (a 
pendio); com. brughiv canipiv pradiv j^^ndoriv; ven. cortivo fon- 
divo gualivo u. s. f. , wo also das Suff, -ivum eine weitgehende 
Verwendung gefunden hat. Merkwürdig ist daher die Aufgebuug 
des beliebten Suff, in berg. tardit = tardivo , temporit neb. ven. 
temporivo rät. tumpriv. 

272. albula + ile. Dasselbe Suff, auch im bres. predil 
„Steinbruch". 

273. Bres. cremon. breda = podere, possessione di piü campi 
con casa da lavoratore , ferr. braja = poderetti. Biond. , aven. 
braida „Feld", Giornale II 387, 420, ven. verso il Friuli: braida 
breida = poca terra che si affitta, friaul. braida = poderetto chiuso. 
In Mail, ist der berühmte palazzo di Brera [bre(d)a mit hiatus- 
tilgd. r, vgl. Salv. §216]; in Brescia giebt es einen corso di 
Breda; in Verona heisst eine ausserhallb der eigentlichen Stadt 
liegende Kirche S. Giorgio in Braida; ein Ort im bresc. hat den 
Namen Breda franca-, eine berg. Redensart lautet: menä a In 
breda = staucheggiare. — Flechia Annot. breo : poggio, da praedio? 
e da praedio praedia probabilmente anche i vari nll. dell' Italia 
superiore quali Breo Bre Breda Breja Brea. — Duc. führt braida 
aus zahlreichen, bis in die Longobardenzeit zurückreichenden 
nordit. Urk. an. — Woher kommt das Wort? Lat. praedia^ 
woran auch Biondelli denkt, ist wohl aufzugeben, da es kaum 
braida braja ergeben hätte. Weit näher liegt es, germ. Ursprung 
anzunehmen: got. brai'd's, wonach ein spezifisch germ. Adj. braida 
anzusetzen ist, nhd. breit, vgl. Kluge s. v.; bayr. Braiten Braitung 
Braiting: „Ebene" „Acker"; aus alten Urk.: „De agris^ qui 
vocantur „Prägten^'; gebreite =:SiYesL; kipreitta = 2igGic. Vgl. weitere 
Beisp. bei Schmeller I 370. 

274. Mail, cöa, coin di carr = coda, stanga che unisce il 
carro di dietro col carretto. 

275. Lomb. piem. massa mazza = vomere, Wb. I mazza. 

276. Lomb. pib, vgl. Körtg s. v., Wb. I aratro, Schneller piof. 

277. Vgl. Beitr. versor. 

278. Berg. com. sbadigia berg. auch sbadegia sbadesa V. y. 
sfeavic = mazzerauga „Ramme". Wohl zu Wb. I badare. Die 
von Caix Etym. 6 für sbadigliare sbavigliare vorgeschlagene 
Etymol. ex-*pandiculare entspräche hier gut dem Sinne. 

279. Lomb. piem. tir. ga{vyd bol. gdvel mir. gdvul ferr. 
ghebul reg. gavi „Radspeiche"; hd. gavegl, vgl. Arch. gl. VII 547; 
mail. parm. gavel(-a) auch „ferro curvo per collegare pietre", 
dann flgürl. „strambo stravagante", bres. „storpio"; lad. gavun 



— 211 — 

„eiserne Klammer"; reg. gavH parm. gaiml = pala da fuoeo; parm. 
gavla „Mühlradschaufel" (vgl. frz. jante u. jantille). — Zu ahd. 
gabal{-a), vgl. Körtg. s. v., Wb. I gafa. 

280. ol CO {de la rödä) „Kadnabe". 

281. Vgl. Anm. 1)6. 

282. Vgl. Anm. 79. 

283. Die Aufzählung der Stadttheile erinnert an Bergamo: 
Die cittä^ die borghi, die sottoborghi (S. Caterina, Palazzo), das 
castello , die rocca, beide auf beherrschender Höhe, der Markt 
oder das Broletto, der Platz und das Kaufhaus der Fiera, der 
Duomo. Hinzukommt die piazza oder die majola, letzteres wohl 
eine ältere Bezeichnung. 

284. maiola zu Duo. malliolus maleollus: novelletum, ager 
„malleoHs" consitus, span. majuelo afz. mailhol'^ — Oder ist etwa 
ein Platz zum Mailspiel gemeint? Vgl. Tirab. App. bald: cosi 
e chiamato uno spianato sotto le nostre mura di S. Agostino. 
Nei tempi andati si avea tanta passione per questo giuoco, che 
gli si destinavano luoghi appositi. 

285. brolet zu Wb. I broglio bruolo, Körtg. unt. kelt. St. 
brog, Seif. broi. — Berg, bröl bedeutet jeden zum Nutzen oder 
Vergnügen angelegten Baumgarten ; vgl. auch Text I : cum curte 
et orto seu broilo. — Von dem Platze erhielten anliegende Pa- 
läste den Namen. Auch Mailand und Brescia haben ihren Bro- 
letto, mail. Broet Brovet. 

286. Vgl. Beitr. ancona. — Berg. V. Im. maestd bres. mail. 
com. maistä piem. parm. mistd = immagine di santi e special- 
niente della Madonna. Eine sonderbare Bedeutungsentwicklung 
hat darauf das Wort im mail. genommen, wobei wohl die schlechte 
Ausführung und grelle Bemalung der Heiligenbildchen maass- 
gebend gewesen ist: mail. mais^« = macchia , 07i lenzö pien de 
maistä {\); namentlich von hässlichem, in die Augen fallenden 
Flickwerk an Mauern u. ähnl. 

287. Bres. seVe, sonst lomb. zeri ziri „grosse Kirchenkerze", 
V. cereus. 

288. Berg, seriöl = candela grossa di cera, bres. seriöl 
= cerino. 

289. Vgl. Beitr. cisendelo, Salv. Ann. cixende. 

290. Vgl. Beitr. zago, Salv. Ann. faan. — Auch das bres. 
kennt zago als „Kirchendiener"; berg. fa de zago „sich brüsten, 
gross thuu"; daga 1 zago — sculettare, dimenare tutta la persona 
camminando; zago = garbo sguajato „tölpelhafter Anstand", 
scheinen Anspielungen auf das Gebahren dieses kirchlichen 
Würdenträgers zu sein, der sich mit dem obw. garmddi „gram- 
maticus", it. sacce^ite „sapiens", vgl. Arch. gl. VII 507, über diesen 
Missbrauch seines Titels trösten kann; vgl. das span. es bravo 
sacristan „schlau, ränkevoll, darauf bedacht sein, sich Vortheile 
zu verschaffen imd Andere zu berücken". Booch-Ark. Auch 

14* 



— 212 — 

berg. zagh en =^ shilencü , storto, mal fatto, lässt sich schlecht v. 
diacouus trennen. Mussafia Beitr. 123 Anm. 7 zieht das Wort zu 
zanca „Bern", sard. zarwdnu ^^ zoippo , tosk. ciancanella. Der 
Ausfall des n würde keine Schwierigkeiten machen (vgl. berg. 
hraca cuca doca u. s. f.), dagegen erscheint der Wandel von k zu 
g auffällig. Die von Tirab. nicht verzeichnete Qualität des z 
würde die Frage entscheiden. — Noch schlimmer als dem diaconns 
erging es in Oberitalien dem canonicus, indem canonec als gleich- 
bedeutend mit capestro briccone mariuolo, auch accorto, gebraucht 
wird. Die Erklärung Malaspinas erscheint etwas optimistisch: per 
metafora venuta dal mal uso del sollazzarsi i monelli pe'vestiboli 
e le Scale delle chiese. 

291. Vgl. Beitr. giiolo, Wb. II^^ gudazzo. 

292. Berg. or(o)löi relöi reröi leröi mail. relöri relöi von 
einem *horolorium *liorololium. 

293. Lomb. emil. bacöc „Glockenklöppel" auch „Thür- 
liammer", v. baculus -f occo; cremon. bacocca „Trommelschläge!"; 
crem, bacoc, -i, mail. brianz. bacacol = ciondolo ; mant. bacocar 
= sbattere dibattere ; mail. bacocd = sciacquattare tenteimare ; 
mant. öaci^ar = tentennare ; lomb. sbacocd =^ siionnT le campane 
a tocchi separati, far un gran suonar di campane; lomb. ven. 
friaul. tir. bagola{r) „wackeln, vor Kälte zittern". — Neben diesen 
Ableitungen v. baculus finden sich in entsprechd. Bdtg. Bildungen 
V. *battere: mail. ferr. parm. romagn, piem. batoc; mail. com. 
bata^ gen. battago; crem, batacol; bres. ver. batocol{-o); ven. päd. 
batochio = battaglio; gen. battagi = ciondoli; tir. battarel = cam- 
panella martello; mail. ftato/« = scampauare. 

Unser Wort fand eine sehr reiche bildliche Verwendung. 
Die kurze, rundliche, sich nach oben verjüngende Gestalt des 
Glockenklöppels, vielleicht verbunden mit seiner Beweglichkeit, 
veranlasste im mail. com. crem, bacoc berg. V. I. bäcol romagu. 
batoc die Verwendung des Wortes zur Bezeichnung von „Kindern, 
kleineu Knirpsen", namentlich „per vezzo a bambino grassoccio 
e vispo". Samar. Ganz entspr. lucch. pisfello „bambino grasso 
e pesante". Aehnlich das bayr. klächel „Klöppel" und „plumpe 
vierschrötige Person", tir. „grober ungeschliffener Mensch". 
Schneller S. 109 dachte bei tir. bagol „kurze dicke Person" an 
ein Diminutiv v. Bacchus (!). — Die Schwerfälligkeit, der „dicke 
Kopf" des Klöppels hat ferner folgende Begriffe vermittelt: 
gem. lomb. emil. bacoc bacuc berg. V. S. M. mail. com. crem. tir. 
bdcol mail. bacacol bacica mail. batag = stolto babbeo balordo 
baciocco ; mail. bacoc auch = damo amoroso; piem. bacoc = mezzo 
assopito, torpido; Arlichm batoco : nome di una maschera burlesca 
da scena rappresentante per lo piü un servo bergamasco.*) — 



*) Schuchardt, Romano-Magyarisclies, Grob. Ztschr.XVS.102: 
„Mir scheint raagyar. boto7' „dumm" auf bot „Stock" hinzuweisen; 
man vergleiche olga7i mint a bot „stockdumm", botfej „Dumm- 



— 213 ~ 

Für it. baciocco nehmen Diez Wb. 11*^ s. v. und Gröber Wulff. 
Arch. I 247 eine Abltg. aus dem von Augustiis für stiiltus ge- 
brauchten baceolus an, vgl. Körtg. s. v. Es wird jedoch in baciocco 
eine Entlehnung der Schriftsprache aus den nördlichen Mdt.zu sehen 
sein, eine Entlehnung, die vielleicht gerade dem bergamaskischen 
Harlekin zu verdanken ist. Die ital. Form bachiocco neb. baciocco 
spricht wohl entscheidend für diese Annahme, da sie nicht von 
baceolus, sondern nur v. baculus herrühren kann und so eine Ueber- 
setzung des lomb. bacoc darstellt. — Die hängende baumelnde 
Lage des Glockenklöppels vermittelte den Gebrauch als Schimpf- 
wort = penzülo di forca „Galgenvogel" im parm. batoc (da forcä) 
ven. päd. batochio tir. batoco batocol; grödn. batatl „Quaste". — 
Der Begriff des durch den Klöppel hervorgerufenen Lärmes 
unterliegt com. batagd = chiacchierare, batag = chiacchierone. 
Das Wort erinnert an it. battolare lomb. emil. batt{o)la{r), tir. 
auch bettolar, = chiacchierare; lomb, emil. ven. batt{o)la päd. bato- 
leta = ciarlone. Die bisher versuchte etym. Bestimmung dieses 
Wortes erscheint nicht zutreffend. Nachdem Schneller S. 112 
bis auf engl, twattle twittle zurückgegriffen hatte, führt Caix 
Et. 1S9 battolare auf blaterare zurück „donde dissimilate le ultime 
due sillabe *batelare, da cui finalmente battolare per analogia 
coi derivati m-ulare e per la nota affinita tra w(o) e V^. Diese 
bedenkliche Laut^ymnastik wird durch die Annahme einer ander- 
weitigen Herkunft des Wortes unnöthig: maut. battola mir. ferr. 
battida bol, battla ven. päd. battarella = tabella, die „Charfreitag- 
klapper"; it. battola berg. batola bata{r)öla = quel legno del 
mulino che nel girare la macine si alza e si abbassa con gran 
romore ; frz. claquet : petite latte qui est sur la tremie d'uu moulin, 
et qui bat continuellement avec bruit, Dict. Ac. Vom Begriffe 
„klappern" war der Uebergang zu „plappern schwatzen" ein sehr 
leichter. Der Begriff' des Instrumentes ist noch deutlich im ven. 
cl ga la gran batola tir. aver na gran battarella = essere un 
gran chiacchierone. Um die Herleitung zweifellos zu machen, 
möge hier noch eine Reihe analoger Bildungen einen Platz finden : 
mail. com. tappella de molin ^ daher fop^^e/^« = parlantina , ciar- 
lone; lomb. tajjelä, berg. auch tapa, = chiacchierare. — Com. Bei. 
tarlic faWac = tabella , tarlecar = cinTl&xe. — Tir. racola = t3i- 
bella u. ciarlone, daher racolar, vgl. Schneller S. 167, ven. aver 
ima racola; XHI Com. räkeln = chiacchierare (nach CipoUa: 
torse dalla granocchiella , che in dial. it. dicesi racola); tir. 
ratschen „mit der Char freitagklapp er klappern", dann „viel 
schwätzen reden". — V. Gand. caclä = snonsLi la battola, berg. 
cacola „Geschwätz", zu Körtg. unt. germ. klak, wohin auch it. 
cMacchierare, entsprechend ftz. ciaquer dtsch. „klatschen", zu 
ziehen ist, vgl. dagegen Diez Wb. 11^ chachara. — Selbst it. 
tabella per met. = gracchione ; it. rhnora (zu remoror) : strumento 

köpf", und serb. batina „Stock" und „dummer Kerl" „Tölpel" 
(batinati „prügeln" und „dummes Zeug zusammenreden"). 



— 214 — 

del molino che sempre fa rumore e per metaf'ora s'applica 
ad imo che non si cheta mai. Fant. — Span, taravilla „Mühl- 
khipper" u. „Geschwätzigkeit, Schwätzer'^ — Die Sammlung wird 
sich noch leicht vermehren lassen. 

294. la stazo, vgl. Beitr. stazon „Kramladen Bude Standl". 
Ven. stazio s. m., romagn. staz s. m., vom Nom. statio, wo die 
im roman. männliche Endg. den Genuswechsel verursachte. 

295. Betr. der Bildung des Wortes vgl. Anm. 184; berg. 
Z«orcre = lavoro u. luogo dove si lavora, bres. crem, laurere \waX\. 
com. lavoreri = (gran) lavoro, manifattura. — Die Neubildung des 
Wortes erklärt sich durch die Verallgemeinerung des Begriffes 
labor im lomb. : berg. bres. crem, laür mail. com. lavö cremon. 
lavur = cosa coso, zur Bezeichnung eines Gegenstandes, den mau 
nicht näher angeben kann oder will. 

296. Berg. bres. assa; berg. V. G., V. S. M., mail. com. asa-, 
sonst lomb. azza; emil. lazza=^\t. accia filo spago refe; Dimin. 
mail. asö(-la) cremon. azzola. — Lat. acia. Ueber die vermuth- 
lich weitere Verbreitung des Wortes vgl. Galvani unt. zuler, 
Beitr. azolar. 

297. gogada it. gugliata „quella quantitä di refe ecc. che si 
infila nella cruna dell' ago per cucire". 

298. ^i ro/a = chirurgia ; mail. it. cerusia. Chirurgicus giebt 
mant. zerügic bres. serügec crem, serözeg berg. serösec. Dimeben 
berg. seröic, welches mit dem friaul. gh-öic (*girurgic *§irorjic 
^iroic, vgl. Arch. gl. I 500, 510) übereinstimmt. 

299. la biava = nebula. Betr. des letztern Wortes vgl. 
Wb. I nevula. biava ist das im mlat. mit nebula synonym ge- 
brauchte oblata : lomb. obiä(-din) berg. ohiada = ostia cialda, 
doch in der V. Ser., V. di Sc. und cremon. biada rät. blada. 
biava aus oblata ist lomb. biava aus ablata entsprechend gebildet. 
Die Aphärese des o scheint männlichen Formen entlehnt, 

300. Lomb. nus moscada; doch im rät. nusch nuscata, 
mischiata', m zu n unter Angleichung an nux, die Suffix- 
vertauschung zu -ana vielleicht durch nus nostrsmn veranlasst. 

301. Da von eingemachten Früchten die Eede ist, m()chte 
jnnedi it. pinocchiata lomb. pignocada bres. pignöl „confettura 
di zucchero e pinocchi" entsprechen. Im Giörn. stör. XVIII 3.*ih 
(De la pigna): 

„Caldo son fructo: e '1 mio nome e pigna. 
Bona in confecto e quaxi in medecina: 
E mia confectione si e apellata 
Dagli spizieri per nome pignochata.'"'' 

302. Berg, öhta rtr. uetta „Rosine". 

303. Aus Försters Nachbildung lässt sich nur zebuli heraus- 
lesen; Grion hat zebidi. Auch das Lemma ist unsicher, iubc 
oder vibe? Die Bdtg. scheint dagegen gesichert, da Jiach den 
passulae hier von den zibibbi, einer Rosinenart, vgl. Wb. II« s. v., 
die Rede sein wird: lomb. zibeb zibep zibet zibel zibebol. 



— 215 — 

304. Frz. alnn de glace. Bei Monti aus einem ZoUregister 
von Como, 15, jh.,: luminis fccie, liiminis glacie et röche (it. 
alliimc di rocca, di feccia). 

305. Bres. calgier und calier com. calger (nicht calglier, 
wie in den Beitr. unt. calig(h)cr angegeben ist). Da caligarius 

nur ein calgher und über cali-er (friaul. caliär) ein *caTer *cajer 
*caer, kaum cal^^er mit Pahitisirung des ,/ ergeben würde, nuiss 
vielleicht ein *caligularius *caligler *cali/er angesetzt werden. 
Vgl. jedoch berg. hösgu, Ltl. S. 52, has^'a, Anm. 179. 

306. Auf *revendiare zurückgehende Formen im bres. reeu- 
zaröl rovenzaröl. 

307. Heute nur zonta gonta it. giunta „tarantello, pezzo di 
carne o d'altro di qualita inferiore che si da a'compratori". 

308. scaja lomb. „Schuppe" und „Splitter", vgl. Beitr. unt. 
scaja. 

309. Berg. bres. (s)chigassa = scoria , daneben in der Bdtg. 
Stereo; berg. mail. chigä tir. chegd, neb. cagd, vgl. auch Beitr. 
sconcMgame. Im siz. cacaferru, cacazza di ferru span. cagafierro. 
Der Bezeichnung liegt also dieselbe Anschauung zu Grunde 
[Rosa S. 51 denkt an dtsch. „giessen'^ {\)], wie dem gr. axojQicc v. 
öüMQ, lat. stercus ferri. — Andere Ausdrücke für „Schlacken" 
sind mail. piac. ven. marogna pav. marogn, mail. auch morogna, 
die stammverwandt sind mit lomb. emil. piem. maroca = it. 
maramc „Brack Ausschuss", vgl. Wb. I marrir u. Anhg., Schneller 
unt. maroc. 

310. Lomb. tajadur = scarpello da tagliar il ferro. 

311. Ein scambiador kennen die Wb. nicht. 

312. Bres. liizel = portavento, cauale che porta il vento nelle 
magone; parm. lüsel = t. de' Vetr. lumella, foro per dar sfogo alla 
lornace. 

313. Berg, gogiaröl „Nadelbüchse". 

314. Zu Wb. IL'^ mannaja. 

315. Vgl. Beitr. unt. verigola. 

316. Berg, tenebla tenevla traela treela trebla com, tenevela 
pav. tcmavcla bres. trili zu *terebellum v. terebra, vgl. Wb. I 
taraire. 

317. Nur Pellizzari kennt ein sest = compasso. Doch wird 
auch im ital. sesto statt sesta in diesem Sinne gebraucht, und 
Fani^ini fügt hinzu : cosi appellasi il compasso anche oggidi dagli 
artefici in alcuni luoghi della Lombardia. Vgl. die verschiedene 
Deutung des Wortes bei Körtg. unt. sexta. 

318. Berg. com. tai, sonst lomb. tir. emil. taja päd. ven. 
tagia gen. taggia it. taglia ,, Flaschenzug". Diez Wb. I taglia, 
Körtg. unt. tciliare, erwähnen das Wort in dieser Bdtg. nicht. 
Doch werden die Einschnitte der Flaschenkloben, in denen die 



— 216 — 

Seile gleiten (dtsch. „schecren^^: das Einbringen der Taue in die 
Kloben) die Ableitung erklären. Zu vgl. ist auch das synonyme 
dtsch. „Talje". 

319. Berg, guada: sorta di rete da pescare che si usa alle 
rive dei fiumi quando sono törbidi; mail. guada: specie di rete 
colla quäle si pescano le rane e i pesciolini nelle acque fangosc; 
gem. lomb. tir. guada, auch it. guada, = vangajuola „Fisch- 
hamen"; dtsch. Wate bayr. kam. ivat „eine Art Zugnetz". Das 
Wort hängt sicher mit dtsch. waten zusammen (s. dagegen 
Kluge unt. Wate), da dies Netz nur bei seichtem, getrübten 
Wasser Verwendung zu finden scheint. Vgl. auch frz. trouble 
„Fischhamen". — Auch dem deutschen entlehnt ist das von Eosa 
S. 69 verzeichnete guer = trappola di legname pei pesci nel lago 
d'Olginate sulF Adda (forse dalla radice di guerra o di guatare). 
Ohne Zweifel dtsch, (FisGh.)ivehr rtr. uor it. gora kam. louore 
ivuere. 

320. Com. legnola mail. legnöra = lenza. Vom lat. linea 
„Angelschnur". 

321. Bres. boza berg. bpsa mail. bpggia bres. cremon. boz 
berg. V. Bremb. crem. &öS=^gobbio ghiozzo, pesce notissimo, 
senza lische, di capo grosso e al gusto aggradevole, die „Grandel"; 
berg. bossera „Grundelnetz"; mail. bpsa = girino „Kaulquappe". — 
Mit diesem Wort in Stamm und Bedeutung identisch ist mail. 
pav. bptta mail. com. bottina pav. com. botola reg. bottel panu. 
botol == ghiozzo; mail. bottera „Grundelnetz"; mail. hottaranna 
pav. botarann com. Posch, ranabotol ven. ranabotolo piem. ranabot 
„Kaulquappe"; cremon. ranabott rät. rambottel „kleiner Knirps", 
auch „Fisch mit breitem Kopf, Groppen"; Bridel: botasson: ra- 
bougri, se dit des enfauts et des plantes, botthollion : petit homme ; 
personne grasse et epaisse, courte et ramassee. — Die ganze 
Gruppe gehört ohne Zweifel zu der von Diez Wb. I unt. botta 
und bozza, Körtg. imt. germ. *bötan und unt. mhd. butze be- 
grilfeneu Familie, die etwas Aufgetriebenes, Abgestumpftes, 
Klumpenartiges bezeichnet. So findet sich denn auch im bayr. 
der Butt „Kaulquappe" (auch die Butte „Seescholle", niedl. 
bot engl, but, wird hierher gehören, obgleich Kluge den Ursprung 
für dunkel ansieht). Die Grandel und die Kaulquappe zeichnen 
sich beide durch dicken Kopf und unförmliche Gestalt aus, ein 
Merkmal, das dem Fische im ven. den Namen teston, der Kaul- 
quappe im mail. die Namen mazzacö cozzon, im senes. ^jcscc 
cor2)acciuto, im lat. gobius capitatus verlieh. Berg, laacö (lavare 
+ Caput) und menacö (gebildet wie mail. menacü: dicesi di chi 
cammina dimenandosi) verdanken wie it. girino ihre Bildung der 
Beweglichkeit des Thierchens. — Reg. bottel: nome di tutte le 
specie de' pesci fluviali nati di fresco. Da hier der Begriif der 
Kleinheit und Unausgebildetheit das hervortretende Merkmal zu 
sein scheint, sei noch hingewiesen auf bayr. tir. der butz butzel 
„Person oder Thier von kleiner Gestalt", bayr. Schweiz, der butt 



— 217 — 

„Person, Thier oder Pflanze von kleiner, kurzer, dicker Gestalt'', 
der bott „Thier von in seiner Art kleiner, unvollkommener 
Gestalt'', welche letztere Bedeutung genau dasselbe aussagt wie 
reg. bottcl. — It. hotta frz. hotte „Kröte" verdanken derselben 
Anschauung ihren Namen. Die Vennuthung Körtings, die Be- 
zeichnung des Thieres sei it. hotta „Stoss Stich Hieb" direkt 
entlehnt, indem die Kröte als stechendes, bezw. beissendes 'i'hier 
autgefasst wurde, ist sicher abzuweisen. Eine blosse Ueber- 
tragung des Namens der Kröte auf die Griindel (Monti: lo credo 
detto da botta, rospo, cui somiglia nelle macchie e strisce del 
corpo, nella grossezza del capo e larghezza della bocca) ist auch 
nicht anzunehmen, da dieselbe Grundanschauung beiden Thieren 
unabhängig von einander den Namen gegeben haben wird. Man 
vgl. noch betreifs der verschiedenen Bedeutungsentwicklung des 
St. hot Schweiz, groj)}) „Grundel Kaulquappe Kröte, kleiner 
Mensch", wo ein sinnverwandter St. ganz entsprechende Ver- 
wendung gefunden hat. 

322. Mail. pav. cavezal crem, caesal; ver. cavazin parm. 
cavazen cremon. cavezen tir. cavazim bres. caesi; com. cavcdan 
Tr. P. cavaddn ferr. cavdan ven. cavian; reg. cavädel cavedel 
bol. caveider = it. cavedine ,, Schmerle". Duc. führt ein cave^ 
danus an aus Stat. Bonon. ann. 1250 — fi7: „piscis genus mugili 
siuiile, sie appellatum a caveis aqua repletis, in quibus degit". 
capedines: „animalia dicta, quod manu capiautur". Papias. Eher 
als von cavus oder capere wird der Fisch seinen Namen von 
Caput haben, da der grosse, breitgedrückte Kopf der Schmerle 
ein auffallendes Merkmal ist. Da die Schmerle grosse Aehnlich- 
keit mit dem Härder (mugil cephalus) hat, würde der älteste 
Beleg für den Namen des Thieres vielleicht schon bei Cato 
r. r. 15S vorkommen, vgl. Georges capito, -onis „der auch ce- 
phalus genannte grossköpfige Seefisch". 

323. Lomb. (tgo{n) Schweiz. Agone, cyprinus Lariensis. Wohl 
von acus nach seiner Gestalt, wofür auch die Züricher Benennung 
„hangele'' und mail. stacchetta: „chiodino" und „agonciuo appena 
nato" sprechen. Monti führt einige ältere etymol. Versuche an': 
„Benedetto Giovio lo dice „aquone", aggiungendo che ebbe 
questo nome, perche 1' acqua e ad esso cosi necessaria, che uon 
vive un atomo fuori di essa: 

,.Larius innumeros in gurgite pascit aquones; 
Mollis aquo demptis vivere nescit aquis". 

Trovasi detto anche „acone". Altri non ammettono la derivazione 
datagli dal Giovio. Tra questi il Gesner (De piscium natura) 
lo vuol detto aquone, in vece di acone, dalle reste e spine acute 
del suo ventre, come dicesi corrottamente „aquifoglio" anche 
r elce delle foglie acute (Hex aquifolium)." 

324. Ein {a)volana kennen die Wb. nicht. Wahrscheinlich 
ist das Wort identisch mit berg. bres. crem. tir. dola „Barbe". 



— 218 — 

Aola wiederum wird zu Wb. II« able, mit. abula statt albula, zu 
ziehen sein. Die Barben zeiclinen sich durch helle Färbung aus. 
Küsa S. 87 fügt auch oa, Tir. = lasca, V. Calep. = piccolo pesce, 
zu aola und leitet dies vom gr. doXkr^g ab. 

325. Man möchte gern ingiova lesen, welches der gem. 
lomb. Form entsprechen würde: bres. enciova enciua com. incioa 
mod. inciova berg. anciua ver. ancioa mail. pav. incioda. Die 
Endung -oria ist dazu unlombardisch (-ora). 

326. Berg. bres. mail. biddec com. biadag rät. {a)biddi it. 
abiatico, v. *avius statt avus. — Bouv. abladhesi PI., Duc. ab- 
laticus St. abiaticus, Seif. S. 2. 

327. Nordital. Formen von einem Grdwt. *costonem, piem. 
auch Costa, — torso (de' cavoli). 

328. germanus in der Bdtg. „Vetter" ausser im ven. päd., 
vgl. Wb. II*' hermmw, auch im berg. crem, cremon. com. tir. 

329. Lomb. {s)friza berg. V. Bremb. ^essa mail. f^izza zu 
Wb. I freccia. 

330. Berg, cassd mail. cascid (i vacch, Taseti) = stimolare 
pungolare. 

331. el ca2rcT = casus ? Das lomb. kennt nur ein cazer=^[t. 
caciajo u. cassiere. Da casus wohl lt. cassus entspricht und Duc. 
casus = caducus hat, ist vielleicht lazer, zu Wb. I lazaro, zu lesen. 

332. Im heut. berg. fionda, doch bei Assonica und heute in 
Grignano sfranza-, sonst lomb. tir. sfronza; das auffällige a tritt 
wieder auf im piem. franda päd. frandigolo Duc. frandcgulum, 
vgl. Beitr. sarandegola. — Pav. andare in sfronza = andare a 
zonzo, girovagare; com. fronzd sfronzd = coneve qua e lä con 
impeto; attraversare macchie, messi e simili, frangendole ; vagare 
licenziosamente; daneben in der zweiten Bdtg. com. auch /ranra; 
piem. franda = andare precipitosamente , in furia, die beiden 
letztem wieder mit obigem a; grödn. sfrimdU „sich durch- 
drängen" gehört auch hierher (nach Schneller v. ex-frangularc). — 
Der Stammvokal a erklärt sich vielleicht durch Beeintiussung v. 
frangere. 

333. Vgl. Beitr. friso. 

334. Berg, gös, sonst lomb. güz. Der Auslaut ist vom Ztwt. 
*acutiare übernommen. 

335. Berg. bres. glcr{-a) com. V. V., tess. /cra; sonst mit i: 
berg. V. Bremb. glir V. di S. /ir V. S. M. gril, auch ghil (aus 
g(l)il?) piem. {a)ghi; mail. crem, g'ira pav. ^^^ireta. — Berg, auch 
busa, vgl. Beitr. 102 Anm. 1 , wo das Wort in der Bdtg. scojat- 
tolo verzeichnet ist. 

336. Gem. lomb. ranza piem. ranza ransa bol. ranzinella 
cv Gm. renzebina {romsign. rinzinella : sorta di scga amano); cona. 
ransia mail. rensia rensöt re{n)sö. In der Bdtg. roncola falci- 
uola. Vgl. Duc. ranzia Stat. Iliperiae : haud satis scio an Ilanzia 



— 219 — 

Sit falx seil instritraeiituui ad scindendum .... In scutis geutilitiis 
..Ranchier" vel „Rangier^^ iiostris dicitur falx foeniscca. — Die 
llerkimft des Wortes ist ziemlich dunkel. Frz. rauche leiten 
Diez u. Scheler v. ramex ab. Wenn man aber berücksichtigt, 
dass die „Gartenhippe Sichel' sich von andern schneidenden 
Werkzeugen durch ihre gekrümmte Klinge auszeichnet, fühlt 
man sich versucht, die Gruppe zu Wb. I raneo, Körtg. unt. 
germ. *rawÄ;, zu ziehen. Der einfache St. läge dann vor im tir. 
ranchinola „kleines Rebenmesser", nonsb. rancom „grosses hakig 
gekrümmtes Messer zum Abhauen der Fichtenzweige", welche 
Schnell. S. 169 zu runco zieht; auch afz. apr. rancon als ge- 
krümmte Waflfe. Denselben St. enthalten : mail. berg. parm. rancar 
reg. rancher = abbrancare ghermire afferrare ; pav. rancar = dira- 
dicarc estirpare; piem. rawc7ie = strappare scerpare, Flech. Annot. 
aranchä; it. clirancare. Den zuerst erwähnten nordit. frz. Formen 
läge demnach ein *wrankja v. *wrankjan zu Grunde, vgl. Kluge 
unt. renken. 

337. diero = tempus d. h. „Wetter". Von aerem mit 
Hiat.-J, vgl. Salv. § 183. Im heut. lomb. meist arla, doch berg. 
V. G. der com. Rog. djer mant. cont. djar ferr. djara ven. dgere 
dgare Calmo und Ruzz. dicre Beitr. djerc frianl. äjar^ vgl. Arch. 
gl. I 51^2. — Dasselbe Wort dürfte aicr = comoditas sein, wo 
dann nach einer Vermuthung Salvionis als Bdtg. „flatus, crepitus 
ventris" anzusetzen wäre. Aer ist freilich in den Wb. in diesem 
Sinne (berg. ora = flatuosita) nicht zu finden. 

338. spegazada = ex-*picatiata, vgl. Wb. Ipegar, Körtg. unt. 
pico. Schnell, unt. spegazzar, Beitr. empegar, Seif, pegar. 

339. Lomb. la {v)ertes(-a) „(Haar)scheitel" Daneben bres. 
crem, cremon. schida „Splitter Span" und „Scheitel''; mant. 
fichi{d)a auch „Riss Sprung"; parm.se/iiY7a ver. sc/na = scheggia; 
mail. pav. com. scheja „Splitter" und ,,Span"; nach Biondelli 
lomb. auch sche(d)a. Vgl. Muss. Beitr. schea „Scheitel" und 
Salv. § 183, welche diese Gruppe zu Wb. II scJieggia ziehen; 
den Formen mit inltd. d läge dann gr. axi^^] zu Grunde, vgl. 
K(3rtg. unt. *schidula. Es bleibt hierbei die Schwierigkeit, dass 
sich der Begriff „Scheitel" nur schwer aus dem Begriff „Span 
Splitter" herausgebildet haben kann, dass sich ein gr. axi^(ov 
oder dergl. in der Bdtg. „Scheitel" nicht findet, und dass das 
die Bedeutungen vermittelnde o/i'Csiv im roman. nicht vorkommt. 
Es liegt daher sehr nahe, für das nordital. ein germ. Etymon 
anzusetzen, welches in Bdtg. und Form allen Anforderungen 
genügt: dtsch. scheiden ahd. sceidan got. skaidan „sondern 
trennen", woher einerseits dtsch. Scheit (bayr. schatten „Span 
oder Abfall beim Hauen, Hobeln und Sägen des Holzes". Vocab. 
V. 1482: schayt = spon, scheita — sarmenta, span vel sceida 
astula u. s. f., vgl. Schmeller II 483), andererseits dtsch. „Scheitel" 
ahd. sceitila. — Andere Bezeichnungen für „Scheitel" in d. Beitr. 
scriminal u. der Anm. 



— 220 — 

340. Vgl. Beitr. roveja. 

341. hösia oder bosia? Vgl. Lautl. S. 52. 

342. „lilium inaris", eine mir sonst nicht bekannte Bezeichnung 
der Algen. 

343. Berg, spargni rät. spargnier, -ar, zu Wb. I sparagyiare. — 
Bres. spargirec = economico, viver con spargirica tir. — alla spar- 
(/irica = risparmiare ; zu it. spargirica, die „spagirische Kunst*', 
eine vom 1(5. jh. an für die Alchemie auftretende Bezeichnung 
(von onüü) „trennen scheiden" + dyeiQO) „vereinigen"?), vgl. 
Kopp , Beiträge zur Geschichte der Chemie I 63. — ßetrefls der 
Bedeutungsentwicklung vgl. ven. päd. ver. spargirico = empirico, 
dicesi di medico che si serve della sola notizia dell' esperienza; 
e si prende in cattiva parte. Dann ven. päd. spargirica = tro- 
vato partito ingegno astuzia giudizio; regolarse in casa con de 
la sp^argirica = YiveiQ con assegnatezza o con economia: vivere 
con giudizio. 

344. Zu Wb. I ßto, *ad-fictare; berg. (a)ßtd fetd, doch 
auch ficä, wie im bres. mail., Bonv. figi, vgl. Seif. s. v. 



Verzeicliniss 



der auf die Etymologie hin besprochenen Wörter nach 
den Hauptformen. 

(Die einfache Ziffer verweist auf die Aumerkungen ) 



Acomunnre Besc. 1 51 
(i cjülä berg. 20 
aghcr mail. S. 9 
ayhie reg. 231 
agon lomb. 323 
äier{o) 337 
nlbe berg. lTr> 
alcf berg. 147 
alijje ScOrd. 147 
allocco it. 00 
alzape 125 
ambrognaga bres. 200 
ambrolla mir. 200 
amera mail. 155 
anchitta sard. 112 
(inciua berg. 325 
dndec berg. 270 
anegal bres. 259 
angallita sard. 112 
anlochi piem. 00 
antag piac. 270 
^;o/r< berg. 324 
''/ j>c 20 
archibanco 1 44 
ardond piac. 187 
armclin ven. 200 
armognan piem. 200 
arprwi piem. 187 
artiga S. 139 
«r2'ö pav. 187 



r/scirt mail. 290 
ascusi 04 
asperella l&O 
aspiar S. 105, 166 
<T8'sa berg. 290 
assada lomb. 127 
rtssrtZ lomb. 124 
astinado'^ 84 
üstreg berg. S. 29 
{a)volana 324 
(72'-rn lomb. 290 

Bachiocco it. 293 
bacigar mant. 293 
bacioc lomb. 293 
6acoZ berg. 293 
ftrt^rt com. 27 
&(T^rti com. 27 
bagolar lomb. 293 
beliebig berg. S. 40 
&aZil berg. 284 
barbizuolo 15 
baricochel reg. 260 
banmbaga berg. 202 
barzami berg. 2.00 
baser go 255 
basgia berg. 179 
6rtSiVi 179 
?>r/sk berg. 179 
bassila berg. 157 



^rtfrt^ mail. 293 
batesere berg. S. 4S 
örtfot" mail. 293 
battarel tir. 293 
battolare it. 293 
bavaluci siz. 5 
bayguera 99 
bazzila reg. 157. 
öfc<T lomb. 45 
6e(fo parm. 247 
bedoi{a) com. 08 
fte^Zon com. 08 
bedosch 08 
benna mail. 224 
berc{a) com. 5 
bergamina lomb. 239 
bergna com. 5 
bericocU parm. 200 
berscia V. Teil. 5 
6e&r/ bres. 5 
ftes/a mod. 179 
beltolar tir. 293 
6irtf?rt berg. 299 
biadec lomb. 320 
biasia ver. 179 
öiftt;a 299 
fti^Za bol. 247 
bidana crem. (58 
^üZoi berg. (»8 
6ie^?« mail. 247 



222 — 



higaröl ostlomb. 88 
biynaga berg. 260 
hignio 33 
Mguel berg. S. 23 
hilz com. 5 
hmclclo ven. 68 
hi7idü berg. 68 
biondo{a) veu. 16 
hirimbaga berg, 2'62 
bissorbola mail. 72 
öiro crem. 5 
blateron com. 293 
&H(^?a 247 
bligucl bol. S. 23 
?>ZHr?o 16 
blunda crem. 16 
töc berg. 189, 270 
bofet lomb. 165 
boga lomb. S. 37 
bcigat berg. 189 
boggia mail. 321 
6onrt(v)es/bres. S. 40 
öorrt lomb. 207 
boraio' crem. 207 
borciunal berg. S. 8 
boren fi piem. 207 
borion mail. 207 
6ork mail. 207 
borlina berg. 228 
ftont berg. 207 
^os berg. 321 
bosia lomb. S. 52 
bot com. 189 
6of lomb. 27 
bota berg. 27 
?Jotos lomb. 27 
botasson Bridel 321 
botic com. 27 
botta mail. 321 
boza bres. 321 
ftrajö^ ferr. 273 
braida ven. 273 
bra{n)ca lomb. 132 
bras{c)a lomb. 164 
ircfia bres. 273 
?>rm brenn mail. 245 
Z>re7?a 224 
brenta lomb. 202 
treo gen. 273 



Brera mail. 273 
brindaccola tosk. 68 
öro/a lomb. 34 
brognaga bres. 2<)0 
6roi^o 285 
brolet 285 
bronzi berg. 158 
bröscatel berg. 34 
brossa mail. 34 
bro(v)et mail. 285 
brüsaröla piem. 34 
brusco ven. 34 
brüzola crem. 34 
bucherello it. 28 
fe%rtf bres. 189 
bügnaga crem. 2()0 
öwrrti mail. 189 
ÖMren crem. 207 
&WS lomb. 28 
ftits« berg. 335 
^rtz lomb. 28 

Cadastre crem. 200 
'Cadenil mail. 162 
cadigia S. 37 
cadleg mant. 270 
cadrega lomb. S. 38 
crtm bres. 322 
ca^nn lomb. 203 
cairö mail. 197 
calarol 243 
calcön 210 
calgier bres. 305 
c«Zi berg. 161 
mZter bres. 305 
crtZi^ mail. 236 
caligo ven. 161 
calisna pav. 161 
calösen berg. 161 
c{c)alun rät. 56 
calzoppo 112 
cambaio port. 230 
cambron com. 197 
camola lomb. 197 
camora com. 197 
campein 2.'^0 
crtwrtj friaul. 94 
canariizo 14 
crmet; com. 236 



canonec lomb. 290 
canos com. 236 
canter ostlomb. 11*.» 
capostorno it. 60 
carazza tir. 101 
carcajä com. 73 
carcalogna gröd. 5 
carcos ostlomb. 167 
c«rer(a) ostlomb. 199 
cm-iö mail. 197 
calisna mail. 161 
cm-/ef berg. 197 
mrZef mail. 123 
carnas berg. 123 
caroZ lomb. 197 
caro^ rät. 56 
carot{a) berg. 236 
car;;i com. 232 
carroni sard. 56 
caruga mail. 197 
carimcho port. 197 
casonsel berg. 149 
crtssrt lomb. 146 
cassrt berg. 330 
castegnif berg. 271 
cafer 47 

catuss friaul. 60 
causir prov. 64 
cavajon emil. 138 
cavazin ver. 322 
cavedan com. 322 
cazer'i 331 
crtv^^ra lomb. 146 
cesada mail. 127 
cesara ver. 195 
chiesiira ven. 195 
chigassa berg. 309 
chignöl berg. S. 23 
c/iii* it. 60 
dac(o)Za berg. 293 
cialiar friaul. 305 
ciausire it. 64 
cio cMt lomb. 60 
cioc piem. 60 
cios lomb. 195 
cirogia 298 
cisendelo 289 
moZ berg. 152 
ms com. 152 



— 223 — 



ciusara mant. 195 
clac mail. 91 
clüsiir berg. 195 
coa lomb. 274u. S. 25 
cocal friaul. 60 
cod{e)ga lomb. 1 
cohga berg. 1 
coe^a bres. 1 
col cul lomb. 237 
colarol ostlomb. 201 
colcedra span. 140 
colohia lomb. 174 
cölscina berg. S. 8 
cominal 151 
cominar 151 
co?«Srt päd. S. 25 
coravö mail. 243 
corobhia mail. 174 
cov(rt) lomb. 138 
co{v)azza mail. 16 
cozzon mail. 321 
c?'«7;a lomb. 3 
crapei com. 3 
creppa rät. 3 [S. 535 
crespola lomb. 216 
cric/ berg. S. 19 
cro^a berg. S. 39 
croppa mail. 212 
ctt^irt' S. 29 
civm'mad 151 
ertwa berg. 7 
fitss friaul. 60 

^eie'c berg. S. 44 
delef berg. S. 44 
descarcld com. 56 
desfoldä berg. 86 
desgarte piem. 5I> 
des7iodd mail. 57 
dispensador 181 
rZZe^ mant. S. 44 
(Zo<;a lomb. 63 
fZoie'^ parm. S. 44 
Do^2' com. 153 
dolzo 196 
(^?o?zo 153 

donzena lomb. 153 
rioss piem. 153 
drola 245 



r?.sZesi fer. 192 
diic rät. 153 
dugiä lomb. 63 
r??*^o tir. 60 

Enciova bres. 363 
ewes- berg. 266 
estornar prov. 60 
et(-er) berg. 66 

Fcissera 234 
/e^af bres. 26 
fetadura berg. 122 
feler{a) berg. 122 
/ereZ« berg. 122 
ferleca piem. 122 
fers{(i) 51 
/erseZ bres. 39 
fersene tir. 51 
/esa mail. 122 
^cirt bres. 344 
^rZec 26 
fiersa rät. 51 
/t(//ie^ 2() 
fionda 332 
flansada prov. 140 
/ZaveZ S. 4() 
^1^2-« mail. 329 
fojade ostlomb. 150 
folc com. 270 
folda berg. 86 
fomen berg. S. 16 
/bj9a lomb. 160, S. 37 
formag formaj lomb. 
franda^'iem. 'dS2 [148 
franza com. 332 
frazada span. 140 
fresada 140 
frescuzine ven. 35 
fris{a) lomb. 39 
/"ri^ra lomb. 329 
fronzd com. 332 
frosca ostlomb. S. 7 
frosna lomb. S. 34 
früa{r) lomb. 46 
/Wie com 46 
frugiada 46 
/t*M;Vi friaul. 40 



früsen berg. 161 
fruvä friaul. 46 
/"nt^-eZ 3V> 

Galarin piem. 154 
galazza it. 154 
galeda 154 
galera com. 154 
galiota piem. 154 
Ö^aZ^ef^ bol. 112 
gallo fer mail. 25 b 
^a^o?i afz. 154 
^aZö2? berg. 112 
galsop bres. 1 1 2 
galtrosot berg. 1 1 2 
galzopa 112 
gambisa berg, 230 
ganiböl parm. 230 
garela piem. 56 
gareti com. 56 
garlet bres. 5(5 
garmadi rät, 290 
garobi berg. S. 37 
^aroZ parm. 197 
garrein piac. 56 . 
garroni sard. 56 
garuvla pav. 197 
garzon mail. 216 
garzöi mail. 219 
^asoZ bres. 78 
gatiida 78 
^fareZ lomb. 274 
/ewa pav. 206 
genzola roraagn. 2(54 
/ßra com. 335 
ghebul ferr. 279 
^/w« mail. 231 
ghiara mail. 231 
^/iiZ berg. 335 
ghirla com. 56 
giassö mail. 72 
gigna com. 206 
ginna mail. 206 
/ir berg. 335 
^irts mail. 152 
gler{a) berg. 335 
<7Zis 128 

^?oht berg. S. 14 
glouteron frz. S. 14 



— 224 — 



goernd berg. 184 
goj berg. 231 
(joladiva tir. 187 
golta cremon. S. 25 
gombet lomb. S. 30 
gora mail. 187 
got lomb. 74 
go{v)ern com. 184 
gradela crem. 30 
gradesela berg. 30 
gramola lomb. 193 
grapa bres. 3 
grapel mail. 218 
grappa com. 212 
grappa mail. 218 
(/?-rt(0 lomb. 18 
gremola lomb. 193 
^^re^j bres. 212 
greppa tir. 3 
grcspa bres. 2 IG 
</n? 335 
griopo ver, 212 
grip{a) lomb. 212 
grlspignolo it. 210 
(/ro/j iomb. 13 
gropa com. 212 
grafer 258 
grumello S. 94 u. 235 
guada berg. 319 
guarnd lomb. 184 
gudaz 291 
(/Hcr berg. 319 
griernar berg. 184 
if/?4y'oi cremon. 231 
(yit/^i lomb. 187 
^rt^: lomb. 334. 

hnparturir S. 75 
iw« bres. 296 
incJiizen berg. S. 50 
mcocali friaul. 00 
incocona 205 
increster 56 
in^ssire friaul. 60 
ingirma sard. 200 
üigioria? 325 
ingloti berg. 74 
ingonser reg. 76 
ingossa lomb. 76 



ingrester 55 
inlochi berg. 60 
inoc« piac. 60 
insuda 160 
ir^ec S. 43 
isancare sard. 56 
isgarrare sard. 56 
ismurtido sard. 60 
isorbola berg. 72 
^'«7e, Ja7ow frz. 154 
jarguer frz. 73 
Jiwa siz. 2o6 

Z-artco berg. 321 
laadur berg. 178 
?ace^ bres. 29 
kct^f berg. 29 
lagutter rät. 74 
lampana com. (iS 
lampel com. 68 
Zmtr berg. 295 
lattesmi ver. 29 
ln{v)el nordital. 185 
lazer? 331 
Ze(i(/a, ZecZci^mod. S.44 
Ze/ berg. 1 47 
legnöra mail. 320 
üe^or lomb. S. 35 
?em lomb. S. 24 
ler{e)ga berg. 77 
lergna maut. 77 
Ze>q/ berg. 292 
^es bres. 192 
Hr^^rt reg. S. 44 
Ziei crem. 211 
lienda mail. S. 4() *- 
Zmdo veii. 192 
lindschärig hayv. 1 92 
Ziowi ver. S. 24 
Zir^a lomb. 77 
lirond mail. 77 
Zisnw bres. 77 
Zis(o) 192 
Zison pav. 77 
loc lomb. 60 
locchir parm. 60 
Zo/(a) lomb. 77 
loina ver. 77 
iow'O com. 261 



loira piem. 77 
lop(a) lomb. 132 
Zores briaiiz. 261 
lorgna com. 77 
Zoroc mail. 60 
lot{a) lomb. S. 29 
lova lomb. 132 
lucchiment parm. 60 
lüdria 178 
lilnela lomb. 12 
lüsaröl lomb. 121 
Zrt2^eZ bres. 312 

Machmrin? 41 
macho span. 140 
wirtdo berg. 140 
mmüa tir. S. 8 
maestd berg. 286 
magna lomb. S. 146 
magnano it. S. 146 
magnocca com. 232 
Wirt/« ostlomb. 74 
maiola berg. 284 
malhavisg 8. 40 
malga lomb. 239 
wirtwrt span. S. 146 
maneta berg. 103 
mangon span. S. 146 
maniegliet 165 
mantes lomb. 165 
mareng mail. S. 46 
marga bres. 73 
margato bres. 73 
marghe piem. 239 
marghe com. 73 
niargna V. Teil. 73 
margniff mail. 73 
margos reg. 73 
marlöss tir. 126 
maroca lomb. 309 
marogna mail. 309 
marolla parm. 260 
mas ostlomb. 44 
mascarpa lomb. 232 

[u. S. 6 
ynasciader lomb. 337 
»«asc'Mrj:>cinpiac.23 2 
mascioca com. 232 
masoccd mail. 232 



— 225 — 



masotta mail. 232 
massa loiiib. 275 
massöl lomb. 44 
mazal 241 
mazzaco mail. 321 
mear{ci) bres. 13V) 
meda lomb. Ö. 8 
medes berg. S. 43 
meitat berg. S. 46 
melga lomb. 133 
menaco berg. 321 
?wes üstlomb. 8 
meticonfi 141 
mehen V. Calep. 8 
micciusu siz. 8 
y