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<3S 



SITZUNGSBERICHTE 



DER KAISERLICHEN 



AKADEMIE DER WISSEISCHAFTEI. 



PHILOSOPHISCH - HISTOEISCHE CLASSE. 



ACHTUNDFUNFZIGSTER BAND. 



WIEN 

AUS DER K. K. HOP- UND STAATSDRUCKERET. 

IN COMMISSION BEI KARL GEROLDS SOHN, BÜCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE 

DER WISSENSCHAFTEN. 

1868. 



SITZUNGSBERICHTE 



DER 



PHILOSOPHISCH-HISTOEISCHEN CLASSE 



DER KAISERLICHEN 



AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



ACHTUNDFÜNFZIQSTER BAND. 
Jahrgang 1868. — Heft 1 bis HI. 






WIEN. 

AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 

IN COMMISSION BEI KART. GEROLP'S SOHN, BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADRMIF 

PER WISSENSCHAFTEN. 

1868, 




As 



'59 



INHALT. 



Seite 

i^ilxun^ vom 8. Jänner 1868 3 

Sijxun^ vom 18. Jänner 1868 — 

8iJKUii^ vom 23. Jänner 1868 4 

Hößer, Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. (im Anschlüsse 
an die Juni- und Oetoberhefte 1861 der Sitzungsberichte der 

phil.-hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften.) . . S 

Zingerle, Bericht über die in Tirol im Jahre 1867 angestellten Weis- 

thümer-Forschungen 35 

Verzeichniss der eingegangenen Druckschriften. (Jänner.) 33 

!S»i<xuii^ vom 5. Februar 1868 S9 

SilKung vom 12. Februar 1868 — 

Nitxuug vom 19. Februar 1868 60 

Pfizmaier, Reichthum und Armuth in dem alten China 61 

FeriezcÄnzss der eingegangenen Druckschriften. (Februar.) .... 119 

Ü^ilzuug vom 11. März 1868 123 

j^itxung vom 18. März 1868 — 

.Sitzung vom 26. März 1868 124 

Mussafia, Zur rumänischen Vocalisation 123 

Dudik, Über Ablasstafeln 133 

Pfizmaier, Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes . . 181 

Ffr?«cÄ«i*s der eingegangenen Druckschriftei 237 



SITZUNGSBERICHTE 



DER 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



P H I L S P H I S C H - H I S TO R I S C H E C L A S S E. 



LYIII. M\b. l IIKFT. 



JAHRGANG 1868. — JANNER. 



4t Cominissionsbericht. 

Das w. M. Herr Prof. Dr. J. Vahlen legte zum Abdruck in den 
Sitzungsberichten vor: Lauretitü Vallae opuscula tria: I. Oratio 
L. V. hnbita in principio sui studii die XVIII. octobris MCCCCLV 
(nach cod. Marc. XI, 77); II. De professione religiosorum dialogiis 
(nach cod. Urbin. 595); III. Traductio Demosthenis pro Ctesi- 
phonte (nach cod. Urbin. 337). 



SITZUNG VOM 23. JANNER 1868. 



Der Secretär legt vor: 

1. Von Herrn Fr. Chlebik in Jaroslau eine Abhandlung: „Die 
Mathematik der deutschen Philosophie", mit dem Ersuchen des Ver- 
fassers um Aufnahme in die Schriften der Akademie oder um eine 
Subvention; 

2. von Herrn Dr. B. Bogisic in Wien eine Abhandlung; 
„Lettere politiche di Stefano Gradi alla repubblica di Ragusa 
(1642 — 1083), mit der Bitte des Einsenders um Aufnahme in die 
Schriften der historischen Commission. 



Höfler, Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 



Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 

Von C. Höfler. 

Im Anschlüsse au die Juni- und Octoberhefte 1861 der Sitzungsberichte der phil.-hist. 
Classe der kais. Akademie der Wissenschaften. 

Kurze Zeit nachdem mir die kaiserliche Akademie ermöglicht, 

das oarmen occulti autoris herauszugeben, erhielt ich aus Erfurt 

die freundliche Mittheilung, dass man daselbst mit dem Plane, das 

historische Gedicht seiner Merkwürdigkeit wegen zu veröffentlichen. 

sich lebhaft beschäftigt hatte. Nicht minder dass in Wolfenbüttel, 

Berlin und Kiel Handschriften des Gedichtes vorhanden seien. Es hat 

sich nun, wie Herr Professor Kelle mich aufmerksam machte, in der an 

Handschriften reichen domcapitelschen Bibliothek zu Prag gleichfalls 

ein Exemplar des Carmen occulti autoris vorgefunden, welches in dem 

Verzeichnisse desselben als occultus angeführt wird, mir aber vor 

Jahren, als ich den Katalog das letztemal durcharbeitete, gerade wegen 

seines mir damals unbekannten Titels entgangen war. Ich habe mich 

nun bei der ersten Müsse, die mir zu Theil wurde, einer Vergleichung 

zwischen der Universitätshandsehrift mit ihrem sehr verdorbenen 

Texte und meist guten Noten und der domcapitelschen Handschrift 

M. 121,4° unterzogen und erlaube mir, die Besultate hier mitzu- 

theilen. 

Der domcapitelsche Codex ist eine hübsch und deutlich geschrie- 
bene Papierhaudschrift vom Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhun- 
dertes und verdient dem Äussern nach durchaus den Vorzug vor dem 
viel uncorrecter geschi-iebenen Universitätscodex. Die unten folgende 
Einleitung, die Summarien der 5 Distictionen des Gedichtes, sowie 
die Noten machen auf mich den Eindruck, dass die IFandschrii't für den 



6 H ö f 1 e r 

Schulgehrauch hestimmt war. Auch darüher ist mir jetzt kein Zwei- 
fel, dass der Verfasser mehr Schalk als Biograph und Historiker war 
und die Lebensgeschichte des grossen deutschen Juristen Heinrich von 
Kirchherg zuletzt denn doch in eine Satyre ausarte, deren Spitze sehr 
unzweideutig gegen den Helden des Gedichtes gerichtet ist. Dass letzte- 
res in Bezug auf Sittenschilderung des 13. Jahrhundertes eine grosse 
Bedeutung besitze, wird niemand bestreiten. Wie in der Einleitung 
gesagt werden kann, dass die letzten Worte des Gedichtes : Tu de 
Gyteue auf den Namen des unbekannten Autors liinwiesen, ist mir 
unerklärlich. Da ich aber meine Meinung hierüber schon in einem 
Nachtrage ausgesprochen, kehre ich nicht wieder auf die Unter- 
suchung zurück, weiss aber auch in Betreff des erwähnten Wortes 
und seiner Bedeutung nichts anders anzugeben, als was die Note zu 
Vers 2405 sagt. 

Wohl aber ist seit der Veröffentlichung des cnrmen occulti au- 
toris ein sehr interessanter Beitrag zum Leben Magist. Heinrichs in 
dem Codex diplomaticus Sacconiae regius I. S. 149. n. 184 von 
Herrn Gersdorf bekannt geworden. Bischof Konrad von Meissen 
ersuchte nämlich am 28. Juni 1257 den Bischof Vollrad von Halber- 
stadt, die von ihm gegen Mag. Gerard genannt de Foresto und Mag. 
Heinrich genannt von K i r c h b e rg ausgesprochene Exconimunication 
auch in seiner Diöcese verhängen zu wollen. Beide — haeresim re- 
probatam sectando ut pote Novatiani — se ab exommunicationum sen- 
tentiis in ipsos per nos auctoritate ordinaria latis, in elusionem pontifica- 
lis dignitatis in nostra synodo vicissim praesumtione dampnabili 
absolverunt . . eo quod nostram synodum spretis mouitionihus tur- 
baverunt. 

Wir gewinnen hiermit nicht nur einen sehr wesentlichen Bei- 
trag zum Leben und Treiben des gepriesenen Magisters Heinrich und 
wohl auch zu der v. 640 erwähnten Synode; sondern auch einen 
festen Anhaltspunkt für andere Angaben des Gedichtes. Dass Mag. 
Heinrich eine derartige Störung der Synode, die ihm den Kirchenbann 
eintrug, nicht als junger Mensch wagen durfte, ist klar. Fand sie nun 
1257 statt, d. h. unter Papst Alexander IV., so ist es nichts weniger 
als wahrscheinlich, dass Mag. Heinrich unter dessen Vorgänger Papst 
Innocenz IV. (1243 — 1254} nach Bom gekommen war und damals 
das Subdiaconat erlangte v. 122. Es ist um so wahrscheinlicher, dass 
dieses bereits unter Papst Gregor IX. 1227-1241 oder unter Papst 



Neue Beitrage zu dem Carmen occulti autoris. I 

Honorius III. 1216 — 1227 geschah, als er von Paris sich nach Rom 
hegab, wo bekanntlich Innocenz IV. im Kampfe mit K. Friedrich II. 
begriffen, sich wenig aufhielt und am wenigsten Lust empfinden 
mochte, einem Deutschen besondere Ehre zu erzeigen. Fällt aber 
Heinrichs Aufenthalt in Rom in die Tage Papst Gregors, so war er 
doch mindenstens 25 Jahre alt, als er Subdiacon wurde. Da er nun 
in den Tagen Papst Martin's IV. 1284 — 8S, in welchen das Gedicht 
verfasst wurde, noch lebte, hätte er ein Alter von etwa 70 Jahren 
damals schon erreicht und könnte man seine Geburt in das zweite 
Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts, in das Pontificat des Papstes Hono- 
rius III. setzen. Will man dieses nicht annehmen, so könnte man Hein- 
richs Aufenthalt in Rom kaum in eine andere Periode setzen, als nach 
K. Friedrichs II. Tode, als Innocenz aus Frankreich zurückgekehrt 
war, also etwa 1252. Dann bliebe aber für sein Studium in Bologna 
und Padua, welches erst nach seinem Aufenthalte in Rom statt fand 
und für seine Wirksamkeit in Samland bis zu seinen Dissidien mit 
dem Bischöfe von Meissen Anf. 1257 eine zu geringe Zeit übrig. Er 
wäre in diesem Jahre ein junger Miinn von 30 Jahren gewesen, was 
nach der damaligen Art des Studiums, einem Aufenthalte zu Paris, 
Rom, Bologna, Padua und einer bereits vorauszusetzenden bedeutenden 
Thütigkeit als Jurist in Deutscliland nicht als wahrscheinlich anzu- 
nehmen ist. 

Jedenfalls bleibt aber dasjenige aufrecht, was ich gleich an- 
fangs über die Zeit der Abfassung des Gedichtes nacli liistorischen 
Combinationen festgestellt habe. 

Ich wende mich nun zur Vergleichung des Inhaltes des Capitel- 
codex mit dem der Universitätsbibliothek und schicke zu diesem 
Zwecke die Einleitung des ersteren zum ganzen Gedichte voraus. 

In principio liujus libri sicut in quolibet alio hec sunt incpiirenda- 
Que materia? que intencio? que utilitas? cui parti philosophiae suppo- 
nitur? quis autor? quis tytuliis? Materia hujus libri Magister Henricus 
de Kuchberch et quedam alle persone introducte. Et precipue civitas 
Erfordensis. Intencio est instiuere auditores qualiter idem Magister 
Henricus (M. Hns.) se habuit in negocio civitatis et quorundam alio- 
rum quorum fit mencio in hoc libro. Utilitas est ut pulcro libro disca- 
mus vitare malum et appetere bonum et maxime cavere a trul'fis. Ethice 
id est morali philosophie snbjicitur quia tractat de moribus M. H. et 
aliorum quorutn recitantur hie mores. Autor istius libri Iradiliir fiiisse 



8 H ö f le r 

commentator versificator dictus de Gytean sicut patet in fine libri. 
(v. 2405.) Tytulus est Ineipit occul tus liber quia aliquanto tempore 
fuit occiiltatus. autor iste more poetarum tria facit: proponit invocat et 
narrat. (Proponit) Vbi dieit: caraiinis auditor. (v. 1.) Invocat cum dicit: 
pbebe pater (\. 11.) Narrat ubi dicit quatuor aut quinqiie nominamus 
(v. 27.) qui liber dividitur in quinque partes, in principio agit autor de 
statu M. H. a puericia et in scolis et quomodo se babuit in vilia 
parisiensi et post in curia pape. Bononie et padue et in Erfordia. 
In secunda distinctione agit autor de quibusdam gestis ipsius M. H. 
et de causis diversis quas egit idem M. H. tam in civitate Erffbrd 
quam extra. In 3 distinctione egit idem autor de sacerdotibus illis qui 
celebraverunt tempore interdicti et dicit quodomnia mala que sunt in 
terra (que) veneruntpropter ipsoruminobedientiam. Et introducit abba- 
ten! de porta cum suo claustro ut ex unius dispendio parcant singulorum 
et in eadem distinctione vebitur contra sanctos qui sunt in celis quare 
permittunt hec fieri et postea invebitur contra fratres quare in predi- 
dicationibus non corripiant excessus bominum et quare non predicant 
de pace. In 4 distinctione describit ordinem et statum civitatis Erfordensis 
incipiens primo a personis ecciesiasticis usque ad ludeos ostendens 
qualiter se babeant quelibet officia et quod placeat vel displiceat in 
eisdem. In 5 et ultima distinctione asseruit autor commendationem 
M. H. pro cujus benevolentia captanda asserit se exposuisse (compo- 
suisse) istum librum. Et primo commendat eum ex gratia divina que in 
tantum prosecuta est eum, quod in tribus katbedralibus ecclesiis cano- 
nicus est efFectus et commendat eum ex bospitalitatis virtute, eo quod 
domus sua pateat omnibus advenientibus et quod unicuique adve- 
nienti vite necessaria ministrantur. Etiam commendat unum abbatem 
et docet orare sanctos usque ad sanctum Vitum. 



Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. v 

A. Noten des Capitel- Codex. 
I. 

V. 71. Exclamatio. 

V. 105. Ex parte morum assimilatur Katlioni, ex parte scientie assi- 
milatur plathoni, ex parte facundie assimilatur TuUio, ex parte 

nobilitatis Menelao qui fuit Rex. 
V. 116. Fuit formosus sicut berta (?) K. Ganimedes fuit pulcherrimus 
juvenis qui dum esset in venacione duetus fuit per aquilam in 

celum. 
V. 122. Sublevitatus i. e. subdyaconatus. 
V. 132. Papa jurat sibi per 3 Marias que venerunt ad sepulchrum 

Christi. 
V. 137. Hie papa fuit osculatus M. Henrieum. 
V. 140. Cum papa ordinavit eum in subdyaconum dedit ei prebendam 

unam sed canonici opposuerunt se sibi. 
V. 156. Dicit si mansisset in curia Romana ipse factus fuisset utique 

Cardinalis vel patriarcha aut Episcopus vel legatus. 
V. 168. Nervi testiculorum perplexi sunt. M. H. consuevit alleg^are. 
V. 228. Hie Episcopus Sambiensis contulit M. henrico prepositurara 

Sambiensem. 
V. 235. Hie M. H. distribuit prebendas Sambienses prima Arnolde. 
V. 242. Secundam Erico. 
V. 245. Tercia preposito Halberstadensi. 
V. 250. Decanatum dedit cuidam Hugoni qui postea resignavit et fuit 

factus monachus. 
V. 254. Hie suadet M. H. quidam, bene locet decanatum et dicit quod 

non sit homo sub celo dignior isti canonicatui quam autor 

istius libri. 
V. 261. Aliquis posset dicere quare iste commendat se cum laus in 

proprio ore sordescit. 
V. 269. Respondet quod res qua se dignum asserit, est modici valoris 

et probat hoc per equipoUeneiam quia dicit quod sit vilius 

quam lignum quod sub pedibus calcatur. 
V. 277. Dicit de Ottone preposito cui M. H. custodiam Sambiensis 

c'Cclesic donavit. 
V. 285. Dicit de Gunthero cui M. H. contulit Scolastriam. 



10 H ö n 6 r 

V. 302. Dicit de Bertholdo cui M. H. eontulit prehendam in ccclesia 
etponitqtiasi nondedit prebendam filioB(ertholdi)Wite(g-onis) 
quia dicior fuit iste quam ille. 
V. 316. Dicit M. H. privilegiatum ecclesie Sambiensi dedit qiiod quid- 

quid presenti datur simplum, absenti datiir duplum. 
\. 321. Dicit quidquid portatur ad forum quod alterius non est, hoc 

est Canonicorum Sambiensium. 
V. 324. Incipit tractare negocium Erfordense. dicit quare M.H. primo 

appellavit. 
V. 329. Hie prosecuti sunt cives appellationem suam et hoc in tractatu 

quem fecerat Archiepiscopus Mag-untinus. 
V. 341. Dicit quod predicatores minores et qtiidam plebani dixerunt 

esse erratum per M. H. illos fecit M. H. exeonimunicari. 
V. 348. Dicit quomodo canonici recesserunt de civitate. 
V. 352. Dicit quomodo morabantur in Arnstein et conquesti sunt coram 

Judice de dampnis sibi illatis. 
V. 358. Dicit quod M. H. fecerit cantare clerum dicens quod non time- 

rent sententias judicis et officialis et beneficialis. 
V. 369. Hie allegat M. H. 

V. 374. Hie improperant ei quidam quod fabellam recitaret. 
V. 374. Dicit de M. Gregorio qui appellavit in causa Herbipolensi ut 

Archiepiscopus confirmaret electionem Erbipolensem. 
V. 378. Hie M. H. inceperat loqui quoqne verba probrosa et non fuit 

permissus ab aliis qui prope steterunt. 
^ . 382. Hie tangit fabulam de quodam füre cui allegata fuit pro fabula 

illa quam allegeverat M. H. de quodam greco. 
V. 392. Dicit quod M. H. tunc clara die cum recederet de causa fecit 

sibi preportari candelas. 

^. 397. Dicit quod venit Erfordiam et quod triumphasset in causa et 

quod pars cleri succubuisset in expensis nisi quod episcopus 

Nurburgensis se interposuisse. 

^ . 4l8. i. e. Furia infernalis que stiinulat hominem ad faciendum malum. 

^. 419. Siste parum. Invehitur contra mortem pro eo quod tunc duo 

presbyteri mortui fuerunt M. Thydericus et prepositus. 
V. 435. Epitliaphium. 

V. 445. Dicit quod isti ita fuerunt concordes in vita sua quod in morte 
sua nohierunt separari, sed uno et eodem tempore sepulti 
sunt unus in Arnstein alter in Erford. 



Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 1 l 

V. 4S2. Dicit quod ecclesia Maguntina privilegiata a rege quod qui- 

cunque feeerit in excommunicatione archiepiseopi per annum 

integrum debet Rex proscribere et condempnare. 
V. 465. Dicit quod super facto isto homines diversimode loquebantur 

de M. H. 
V. 472. Hortatur M. H. ad concox'diam objiciens ei quod ecclesia B. 

virginis staret sine divinis. 
V. 495. Dicit quod quidam cives iverunt Magunciam cum quibus ivit 

M. H. tunc impositum fuit ei quod voluisset tradidisse cives, 

sed autor excusat eum. 
V. 500. Dicit quod oppositum fuit totum (verum) et quod clerus cum 

honore introduci deberet in civitatem et hie finitur prima 

distinctio. 

li. 

In ista secunda distinctione autor prosequitur factum Ma- 
gistri Henrici. Dicit quomodo Marchio accepit ei ecclesiam in 
quo (qua) episcopus misnensis citavit eum ad residenciam in 
ecclesia sua. Dicit quod M. H. excepit contra Episcopum quod 
non poterat ei mandare facere residenciam pro eo quod non 
esset, vinum in terra illa i). 

Ad 528, Faeit mencionem cu usdam Cristanni qui habet ecclesiam M. 
Henrici. 

V. 541. Dicit quidam M. H. ivit Romam et petivit a papa quod confir- 
maret Kyrieleyson quod beate virgini composuerit. 

V. 549. Dicit quod M. H. acciderit hoc quod lombardi venerunt pro 
lilio langravii et volebant eum facere regem. 

V. 556. Dicit quod cum venissent lombardi quod Marchio misnensis eos 
invilavit ut ipse esset aput eos et iret cum eis et ostenderet eis 
terras suas et scrutaretur ab eis quis esset status negotii. 
■ V. 571. Dicit quod cum lombardi fecissent factum suum marcliio fecit 
soivi expensas factas, tunc ipsi multo magis scripserunt quam 
M. H. ; ex hoc commotus marchio solvit quodM. H. solvcndum 
notaverat , sed proniisit non recedere prius quam solvissct, 
postmodum contra promissum veniens recessit et ivit doinum et 



k 



*) Aspires honi tempiis tibi si}>iiiiic;iliit. Si non :ispir:i.s lymlmiii iiotat et regionem. 



12 - H ö f I e r 

pro se allegavit illud capitiiUim : nialis promi'ssis rescinde 
fidem in turpi voto miita decretum. 

V. 586. Dicit quod creditor ivit ad sinodum et conqiiestiis fuit de M. 
Henrico et M. H. compariiit et allegavit quod pocius deberet 
esse in sua ecclesia quam in illius thaberna. 

V. 616. Petit M. H. sententiam utrum potius deberet esse in ecclesia 
vel thaberna. 

V. 620. In terra hebreorum due fuerunt obstitrices una vocabatur Se- 
phora, altera phura de quibus legitur in genesi quod timuerunt 
obstitrices deum. 

V. 642. Dieit de IX bobus quos M. H. mactari jussit et dixernnt qui- 
dam quod iion solverit sed Autor excusat cum. 

V. 665. Dicit quod quatuor fuerunt boves de quibus libenter recepis- 
set pelles sed servus suus dederat pro sale. 

V. 675. Questio quare rubedo culpatur in erine et conimendatur in 
faeie et dicit quod fuit ex culpa lüde qui habuit ruflfos capil- 
los. ostendit etiam quoniodo M. Henricus venit ad marchionem 
Tydricum et dixit ei quod deberet deponere ruffam barbam 
que esset sig-num infidelitatis et imponit autor M. H. quod in 
juventute habuit ruffam barbam. Hie commendatur rubedo in 
facie et vestibus militaribus et in ore dominarum quia os ru- 
bens plus plaeet et est habile ad osculum quam si palleret. 

V. 697. Dicit quod monachi fuldenses obtinuerunt a papa fieri inquisi- 
cionem contra suum abbatem et quomodo M. H. juvit abbatem 
contra monachos et quomodo abbas vestivit M. H. et conces- 
sit ei comitatum cujusdam terre Saromon. 

V. 711. Dicit de monachis quod illi deposuerunt in bo(henberg') ab- 
batem suum quem etiam iuvit M. H. in quantum potuit. 

V. 714. Dieit q(Jod monachi ho(henbergenses) abstulerunt ornamenta 
ecclesie et piacatis judicibus abbatem deposuerunt. 

V. 721. Dicit M. H. misit abbatem in terram Sambiensem, 

V. 725. Dicit de Gerharde et prepositura in Norcluiso (Nordliausen). 

V. 728. Dicit de M. Corrado quomodo M. H. egerit cum ipso. 

V. 735. De plebano in Ysnaeh. 

V. 736. De Volmaro. 

V. 748. Dicit de prepositura novi monasterii in Erbipoli ubi fuerunt 
duo prepositi quia (quorum) unus fuit M. H. 



Nene Beiträge zu dem Carmen oceulti autoris. 1 3 

V. 7K6. Dicit quod non sit aliquis in mundo qui melius faciat fovere 

causas quam M. H. et quod neseiat suceumbere sed semper 

triumphare. 
V. 766. Dicit quod missus fuit sibi equus et nova vestis et lete fuit 

susceptus. 
V. 7T2. Dicit qualiter ivit ad causas et exprimit g-estus suos. 
V. 776. Hie M. H. petit exhiberi sibi acta quomodo processum fuerit. 
V. 784. Hie dicit quomodo pars altera territa fuit ex auditu M. H. ita 

quod nihil scivit dicere. 
V. 788. Dicit quod impositum fuit M.H. quod ipse fecisset collocutio- 

nem cum parte altera et quod vellet tradere partem quam 

foverat. super hoc autor multum excusat eum. 
V. 803. Dicit quod M. H. fuit vocatus ad reg-em Ungarie qui dimiserat 

uxorem et voluit mittere ad papam pro dispensatione quod 

licitum esset ei aliam aecipere quod hoc posset fieri ostendit 

per multa argumenta. 
V. 825. (Wie im Texte S. 3S.) 
V. 832. In medio quadragesime legitur epistola quomodo Abraham 

duos fdios de duabus uxoribus quomodo generassent (sie). 
V. 839. Dicit deretum. Loth ebrius cum duabus filiabus suis contulit. 
V. 843. Legitur etiam multas habuisse uxores in ovio (Ovidio) magno. 
V. 847. Rex Boemorum etiam dicitur impetrasse a papa quod indultum 

ei fuit dimittere uxorem suum pro eo quöd esset sterilis et 

accepit aliam. 

V. 8o8. Quod Lachesis: 

Tres dee fatales que ducunt fila sorores. 
Cloto colum bajulat Lachesis trahit Atropos secat. 
V. 85S. Dicit de tribus sororibus quarum una aspirat ad mortem M. H. 

que jam sibi imminet. 
V. 865. Versus de morte M. H. que videtur sibi esse propinqua. 
V. 886. Dicit quod M. H. potest timere quod forte clerus revocet ad 

memoriam hoc quod ipse fecit et confundit eum in posterum. 
V. 901. Ad cavendum futurum malum providit autor M. H. in quibus- 

dam versiculis qui debebant scribi super sepulchrum gimel i. e. 

lamentum sicut patet in Jeremia. 
V. 909. Aliquis posset dicere quare est vivus sepultus, ad hoc respon- 

det, quod consilium est juris ut aliqua fient ad cautelam. 



14 H ö f 1 e r 

V. 9i5. Dicit qiiod jam scolares ceperunt versificare de M. H. et qiii- 
dam Fridmundus composuit istos versus et in cedula scriptos 
affixit ad hostium domus in qua morabatur M. H. 

V. 528. Istud erroris est positum in qualibet significatione sua. 

III. 

In hac tertia distinetione agit autor de clericis Ulis qiii non ser- 
varunt interdictum et dicit quod omnia mala que sunt jam in terra 
venerunt propter eos. primo imponit eis quod non servaverint quod 
in Omnibus prout consuetum est juraverunt obedire episeopo suo. 
V. 9S6. Inprobat eis et obieit quod turpis est pars que non eongruit 

suo tote. 
V. 96S. Aliquis posset dicere: isti clerici non cessaverunt a toto sed 
adheserunt civibus et ideo non meruerunt misericordiain sed 
prius essent puniendi qui recesserunt quam qui manserunt. 
V. 973. Respondet quod quid a majori parte vel potiori parte clerici 
(cleri) recedit, a suo toto recessisse videtur et tales incur- 
runt inregularitatem a qua non possunt nisi per sedem aposto- 
licam liberari. 
V. 979. Dicit quod sacerdotes isti debent ire ad papam. 
V. 984. Dicit quod papa forte non gratis absolvet eos. 
V. 991. Inveliitur (wie im Texte S. 40 — deberent esse pisces). 
V. 996. Dicit quod beatus martinus non sie optavit. 
V. 1000. Licet habet nomen sancti martini tarnen non habet omen 

suum. 
V. 1003. Dicit quod sit scribendum super istum papam si forte con- 

tingit eum mori. 
V. 1009. Autor concludit (sie) sacerdotibus quod non dicant quod sint 

theutonici sed dicant se esse ungaros. 
V. 1015. (Wie im Texte S. 40.) 

V. 1020. Dyna proprium nomen virginis que violenter corrupta est. 
V. 1030. Dicit armati homines intrant violenter eeelesias et auferunt 
que sunt intus et quod sacerdotes angariantur et minus 
curantur. 
V. 1042. Hie enumerat malum quod patitur abbas de porta ut per hoc 

intelligatur quod etiam patiantur alia claustra. 
V. 1067. Dicit quod plusquam decies fuit langravius ibi per noctem 
infra annum et tempore noctis fecit insolencias. 



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V. 1072. Hie recipit abbati equos in claustro. 

V. 1078. De venatoribus. 

V. 1089. De sag-ittariis. 

V. 1102. Dieit de dominabus que eciam venerunt illue cum funeribus et 

comedunt et bibunt. 
V. 1111. De Scolaribus qui eciam veniunt aliquando et petunt munera 

ab abbate. 
V. 1148. Maledicit ei cujus est culpa mali istius et quod de uno dieit, 

intelligi debet de aliis. 
V. 1134. Invehitur contra sanctos qui permittunt etiara quod episcopi 

faciant malum et ponit exemplum de uno. 
V. 1160. Dieit quidam elig-untur propter dona per symoniam. 
V. 1164. Dieit quidam vendunt ecclesiastiea sacramenta. 
V. 1168. Dieit quod quidam episcopi dotant uxores ac fdias suas cum 

patrimonio Jesu Christi. 
V. 1171. Dieit quod quidam episcopi edificant castra. 
V. 1180. Dieit quod aliqui falsificant monetas. 
V. 1184. Dieit quod quidam visitant sed non corrigunt sed tantum 

accipiunt munera pro peccatis. 
V. 1188. Dieit quod quidam petunt et extorquent magnas campanas ab 

ecclesiis. 
V. 1194. De corpore avari et sepultura ipsius. 
V. 1204. Sermo de Judith et Ester. 
V. 1243. De papa. 
V. 1246. De Rege. 
V. 1238. De prelalis. 
V. 1264. De monachis. 
V. 1267. De converso. 
V. 1271. De elerico qui amat mulieres. 

V. 1272. De presbytero qui post suppositionem ofticiat missam. 
V. 1274. De Scolari fugitivo. 
V. 1279. De Regina. 
V. 1282 De Roma. 
V. 1293. De principe. 
V. 1316. De bonis moribus. 
V. 1328. De transitu. 
V. 1338. De comite. 
V. 1343. De milite. 



16 H ö f 1 e 1- 

V. 1M4. De fticensoi'ibiis villariim. 

V. 1346. Qualiter raptori. 

V. 1350. Qualiter latroni. 

V. 1354. Qualiter furi. 

V. 1356. Qualiter prefecto. 

V. 1357. Qualiter preconi. 

V. 1360. Qualiter civibus qui in civitate sunt. 

V. 1368. Qualiter mercatoribus. 

V. 1372. Qualiter cauponibus. 

V. 1374. Qualiter rusticis. 

V. 1376. Qualiter servis. 

V. 1378. Qualiter mulieribus. 

V. 1392. Qualiter plebanis qui sub interdicto cantaverunt. 

V. 1395. Qualiter de pace per omnes casus. 

V. 1400. Probat quare pax populi numero careat. 

V. 1445. Hie dieit omnia bona que exoptari possunt in comparacione 
nihil sunt ad visionem dei. 

IV. 

In hac quarta (wie im Texte S. 53). 

V. 1483. De officiali. 

V. 1490. De fratribus majoribus et minoribus. 

V. 1492. Quomodo deus operatur per eos sig'na cottidie. 

V. 1534. De Scotis. 

V. 1510. Legitur in evangelio quicunque feeerit voluntatem patris mei, 

ipse mens frater est et soror. 
V. 1549. De Scolaribus et distinguit tria genera ipsorum primo de 

hiis qui sunt lusores et non frequentant scolas. 
V. 1554. De hiis qui frequentant scolas sed nihil discunt. 
V. 1564. De hiis qui student die et nocte. 
V. 1573. Hie de magistris scolarum et bonis scolaribus. 
V. 1583. De conventibus monialium. 
V. 1585. De plebanis totius civitatis qui quasi omnes probi sunt pan- 

cis exceptis qui sunt rüdes. 
V. 1588. De beginis primo de bonis. 
V. 1607. De beginis jubilantibus. 
V. 1610. De nequam beginis. 



Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 1 7 

V 1622. Dat exemplum de hyrundine que cum occiderit pnerum 
suum contraxit maculam de sanguine quem adhue habet in 
gutture. 
V. 16S4. De campanis. 
V. 1658. De prefecto et preconibus. 
V. 1660. De equitibus. 
V. 1663. De monetariis. 
V. 167S. De quibusdam qui composuerunt quosdam versus de cultellis 

Erfordensibus. 
V. 1681. De textoribus qoomodo illi juvenem langravium etc. 
V. 1692. De carnificibus. 
V. 1696. De carpentariis. 
V. 1716. De Cerdonibus. 
V. 1719. De pergamentariis quos arguit pro eo quod dederunt ei per- 

gamenum fluens. 
V. 1726. Delapicidis. 
V. 1729. De scriptoribus. 
V. 1730. De pellificibus. 
V. 1735. De caicificibus. 
V. 1741. De sartoribus. 
V. 1743. De pictoribus. 
V. 1746. De pane et cerevisia. 
V. 1749. De vino et medone. 

V. 1752. De burgensibus et de presumpcionibus Volradi. 
V. 1761. Hie dicit quomodo Archiepiscopus Volfradus fecit denuntiari 

excommunicatum. 
V. 1767. De consulibus. 

V. 1779. Dicit quod quinque consules mittuntur ad forum et daot duos 
panes pro denario quorum unus deberet solvere denarium. 
V. 1798. De suspensore et de predecessore suo. 
V. 1806. De cauponibus. 
V. 1820. De hiis qui faciunt clipeos et sellas. 
V. 1821. De pannis. 

V. 1826. De aqua que transit per civitatem. 
V. 1829. De moleiulinis. 
V. 1834. De ponte Erfordensi. 
V. 1838. De una institrice formosa. 
V. 1850. De balneatoribus. 

SiUb. d. phil.-hist. Cl. LYUl. Bd. I. Hft. ^ 



18 H ö f I e r 

V. 18Ö6. De barbitonsoribas. 

V. 18S9. De commodo post balneuni. 

V. 1861. De pectinafrice post balneum. 

V. 1866. De precio post balneum. 

V. 1869. De siti post balneum. 

V. 1880. De aneilla plebani. 

V. 1900. Exclamaeio de hominibus ebrii's. 

V. 1910. De lusoribus. 

V. 1913. De lusoribus qui taxillos redarguunt cum perdunt. 

V. 1927. De optatu armorum. 

V. 1930. Qualiter miles voluit eos paeificare. 

V. 19Ö0. De adjutorio mulieris que perdidit maritum suum. 

V. 19S4. De hospite qui sedavit litem. 

V. 1965. De istis qui biberunt et non solventes recesserunt. 

V. 1974. De sociis qui feeerunt versus super istos qui nolunt bibere 
ut habeant halensem ad solvendum. 

V. 1990. De servis dominorun» qui vadunt deponentes dominos suos et 
querunt inimicos ipsorum et Optant g-ordrudis amorem nee re- 
cedere volunt quousque ipsis datur quid moris habetur. 

V. 2009. De hiis qui serutinium faciunt super meretrieibus. 

V. 2012. De ludeis. 

V. 2024. De gwerra. 

V. 2028. De sessione bona urbis. 

T. 

Quarta (quinta) et ultima distinctio in qua commendatMagistrum 
Gebehardum et dicit se composuisse istum librum ad nutum suum. 
V. 2057. In libro niaehabeorum scriptum est: estote fdii potentes, melius 

est nobis mori in bello quam videre malum gentis nostre. 
V. 2103. Dicit quod Neumburg- tercia parum valeat post recessum Ma- 

gistri Gebehardi. 
V. 2113. Hie ponit donatum de Misna. 

V. 2119. (S. 12. — Succedere.) Autor probat, quod non debet fieri 
V. 2141. De quodam Beruliardo Episcopo electo quem papa noluit 

confirmare. 
V. 2175. Supplicat quibusdam canonicis quod sibi pareant si in aliquo 

excessisseiit contra eos. 
V. 2191. Hie ponit nomen istius libri. 



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V. 2194. Maledicit ei qui isti libro aliud nomen imponit. 

V. 2218. De abbate cui dedit primo copiam istius libri. 

V. 2229. Hie docet orare ad beatam virginem. 

V. 2240. Gyare dicuntur penarum loca. 

V. 2243. De angelis. 

V. 2247. De patriarchis et prophetis. 

V. 2254. De apostolis et primo de S. Petro. 

V. 2258. De S. Andrea. 

V. 2265. De S. Paulo. 

V. 2275. De duobus Jacobis. 

V. 2302. De S. Johanne ewangelista. 

V. 2304. De S. Thema. 

V. 2307. De S. Philippe et tangit (S. 77). 

V. 2315. De S. Matheo. 

V. 2324. De Symone et Juda. 

V. 2326. Dieit quod in die ipsorum in quadam eivitate sit dedicatio 
unius ecclesie. 

V. 2328. De dedicatione ecclesie. 

V. 2335. De S. Bartholomeo. 

V. 2343. De S. Mathia. 

V. 2347. De S. Luca. 

V. 2349. De S. Marco. 

V. 2353. De martyribus primo de S. Stephane. 

V. 2360. Si S. Stefanus oravit pro inimicis, multo plus tenetur orare 
pro aniicis. 

V. 2363. Dicit quod beatus Paulus fuit conversus ad preces S. Stefani. 

V. 2367. De S. Sixto. 

V. 2369. De S. Laurentio. 

V. 2378. De S. Georio. 

V. 2381. De S. Vito. 

V. 2383. Dicit quod musa non debet laudare S. Vitum eo quod ipse 
est patronus cujusdam abbatis Et Introducit consuetudinem 
cecorum qui cantant ante ecclesias. quando parum canta- 
verunt et homines delectantur audire, tunc cessant et pe- 
tunt munus et quando datum fuit eis, iterum cantant sicut 
autor iste rogavit musam quod suspendat carmina quousque 
abbas det aliquod. 
V. 2394. Petit abbatem quod aliquid det si de beato Vito plus velit audire. 



20 H ö f I e r 



B. Auslassungen, Zusätze, Varianten. 

Das numerische Verliältaiss der Noten in dem Capitei-Codex zu 
dem von mir gebrauchten Codex der Uiiiversitätsbihliothek stellt sich 
mit Auslassung der Summarien der 5 Distinctionen so heraus: 

Cap. Codex Univ. Codex 



I. 


42 


58 


IL 


42 


47 


III. 


63 


60 


IV/ 


66 


77 


V. 


38 


52 



251 294 

Somit ist die numerische Bereicherung durch den jetzt be- 
nützten Codex um so weniger von Belange, als unter den 251 Noten 
die überwiegende Mehrzahl mit denen des Universitätscodex sach- 
lich zusammenfällt und nur in den Redewendungen sich ein, oft 
höchst geringer, Unterschied hemerkbar macht. Ehe ich jedoch auf 
den wirklichen Unterschied eingehe, will ich noch den quantitativen 
in Betreff der Ausdehnung der 5 Distinctionen angeben. 





Cap. 


Codex 


Univ. Codex 


I. 


512 


Verse 


507 Verse 


II. 


435 


n 


438 „ 


III. 


514 


» 


512 „ 


IV. 


592 


» 


593 „ 


V. 


372 


» 


374 „ 



2425 „ 2424 

So verschieden diesem zufolge sich die einzelnen Abtheilungen 

des Gedichtes zu einander verhalten, so ist die Ahweichung der Ge- 

sammtzahl der Verse doch eine ganz unbedeutende. 
In der ersten Distinction fehlt im Cap. -Codex 

V. 1Ö9: aut invitatus ad honorem pontifieatus. 

Nach V. 25S : carte non alius quam carminis editor hujus 

wird hineingeschoben : 

Teste Jesu Christo vix est honio dignior isto. 

Nach V- 270 : Quali se meta laudaverit iste poeta : 

Se monstrans humilem satis ymo per omnia vilem. 

Nach V. 3ß9: Quid scis hoc loquere, quis lis (sis) modo mitte videre 
Sic tua vox enrrat quia pars adversa susurrat 
Snrgis prudenter potis audiri pacienter 
Allegas imilluni verbum nee ut estimo stultum. 



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21 



Nach V. 386 : demon adest furi dat et argenti sibi pari 

Pene decem marcas quas judex ut sibi pareas 
Accipe dum profert fit restis dum miser offeit. 

Nach V. 428: Sed nee ad hunc morsum mors est conversa retrorsum 
Ymo procedens simili morsu quoque ledeus 
Stravit etc. 

Zu V. 488 : Surgere fae etc. ist die Note : 

Multum deliro si cuique placere requiro 
Omnia qui potuit hae sine dote fuit. 
Und zu Ende nach V. : aspires horae tempus tibi significabit 
Si non aspiras lymbum notat et regionem. 
In der z w e i t e n Distinction fehlt v. 576 und heisst es im Manusc. 
V. 575 : nimisque notavit. 

577 et illuc solvisti de solvendisque dedisti. 

578 Ore manuque fidem quod nunquam donec ibidem. 

579 Totum solvisses etc. 

Nach V. 590 : Verba querulantis tibi turpiter improperantis wird ein- 
geschaltet : 

Quod tu truffator fidei date violator. Dann heisst es : 

V. 592 Nee sibi solvisses nee in urbe morando stetisses, 
V. 593 Tunc sicut debes in corde latencia prebes 
V. 591 Dogmata consurgens quia te dolor excitat urgens 
V. 594 Extendensque manum petis auditum quia vanum. 
Nach V. 682 Etiam laudatur quod si rubor appropriatur wird ein- 
geschaltet : 

Militiae testis commendatur rubra vestis. 

Nach V. 695: 
Barba rubens ve datur quod fraus exinde sequatur 

folgt : 
hoc deus avertat quia juris regula certat. 

Nach V. 735: 
Henrych nomen habens qui tunc fuerit quasi labens 

folgt: 
Per te surrexit et multo tempore rexit. 

Hingegen fehlen in dem Capitel-Codex die Verse über Bertold 
738, 739, 741, 742 ganz. 



22 H ö f I e r 

Nach V. 818 
Possunt vel pliires sine pondere eures 

folgt: 
Et sine mensura nee sit super hiis tibi cura. 

Eine grössere Variante findet mit V. 840 statt, welcher im Ca- 
pitel-Codex heisst : 
Contigit ex vino succumbens canino statt suecumbere more canino. 

Dann folgt: 
Pressit einim natas ut per se foret (faceret) viciatas (vgl. V. 841). 

statt : 
Passus erat natas per se fieri viciatas, 

und nach V. 842, 843, 844: 
Peregi (statt Perlegi des Textes) namque quod cognoscebat utramque. 

(V. 846). 
In decretali quadam sed nescio quaü (V. 845). 

V. 865 lautet: 
Nee potest hoc testor in quantum vivere nestor. 

Bei der Paraphrase des: mors est Ventura, welche im Texte 
durch 30 Verse von 866 — 896 durchgeführt wird, weicht der Ca- 
pitel-Codex beträchtlich ab. Einmal widmet er dem Gegenstande nur 
29 Verse und nicht 30, dann fehlen V. 868, 869, 871, 874. Die 
übrigen Verse folgen nach V. 876, so nach: Mors est Ventura 
prece nee precio fugitura 
ne plus vivas vetitura 
quantum debes monitura. V. 883. 
ut te tradat irreditura V. 884. 

nisi te rapiat moritura 
tibi treugas non habitura V. 887. 
finem mox exhibitura V. 888. 

per quam tua vox moritura V. 890. 
nee credo tui caritura 
fac ut sint pectora pura 
quam non fugat uUa figura.. V. 892. 
que confringit tua crura, V. 889. 
nescis que vita fugitura 
quid erit de prepositura 
doctrina parum valitura 
que nunc stans ruitura 



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tiia faux non plus bibitura 

tua ling-ua procax tacitura V. 886. 

non fac que scis nocitura V. 894. 

fac queque deo placitura V. 882. 

nee te neque me veritura 

quod emautur fac tibi thura V. 89 S. 

In der dritten Distinetion heisst es V. 973 : 
Qui de majori cleri vult parte priori 
Non de pejori vel certi de pociori, der im U. C. fehlt. 

Dann wieder nach V. 1046: 
Hie sexagenam panum petit alter avenam 
hie sedet ad cenam vini petit ille lagenam, der im U. C. fehlt. 

Hingegen fehlt im Cap.-Cod. V. 1203: 
Cur non arguitis ea que fieri mala scitis 
Sit sermo vester. 

Ebenso V. 1254: 
Tu gregis es tutor tu pastor es iste secutor. 

Hingegen fehlt im U. C. nach V. 1265: 
Debes inherere nee quid proprium retinere. 
Et mundum fugere sed et ora serata tenere. 

Ebenso nach V. 1272: 
Ut calidam picem sie exhorre meretricem: 
Et quasi ranarum reputabis fedus earum. 

Nach V. 1274: 
Ibis ad antra Stygis quum Christum crucifigis 
Ut sis immunis tua mansio sit sine cunis. 

Nach V. 1291: 
Sexagenarum nee credas hoc fore rarum : 
Nee rogo diffidas quia toUit quidquid ei das. 

Nach V. 1294: 
Tu cum sis princeps noli bombare deinceps 
Nee profer verba veluti lecator acerba 
(Nee coUo cedi debes nee ut hystrio ledi. V. 129S). 

Nach V. 1377: 
Huic bene non servit qui contra jussa protervit: 
Servi servite dominis vesceris sine lite 
Ne dicant rite servi nequam proeul ite. 



I 



24 H ö f I e r 

Dann folgen nach V. 1390 die Verse 1401—1407 incl. und 
fehlen VV. 1438, 1439. 

Bei der vierten Distinction wird nach V. 1468: 
quidam grammatici quidam probitatis amici ^ 

eingeschaltet: 
quidam Ieg"iste quidam in arte sophiste. 

Statt Kaffata V. 1498 heisst es: 
Est ibi erispata prebens spectacnia grata. 

Nach V. 1490 Est ibi majorum cetus fratrumque minorum sind 'die 
Verse 1523, 1524, 1525 eingeschaltet. 

V. 1546 heisst: Si non ignores bene possunt esse sorores. 

V. 1547: Sic Brigidam matrem Brandanum dieite fratrem. 

Nach V, 1596: Nam perfeeerunt quecumque deo plaeuerunt 
Et sine clamore spe corde fide vel amore. 

V. 1614 heisst: Et quoque chorum perlustraunt canonicorum — und 
dann folgt: 

Vel fortasse chorus malus est prius iste sororum. 
Vers 1699 fehlt, ferner v. 1800, 1936. 
Nach V. 1913: qui te fecerunt vel quod fieres voluerunt, folgt: 
Alter paeifice sie huic respondet araice. 

Hingegen fehlt v. 2022. 

In der fünften Distinction finden sich gleich anfänglich mehrere 
Einschaltungen : 

So gleich nach v. 2053 : et diffundetur plus dummodo vivere detur. 
Nach V. 2961 : Si eustodisset melius puto non nocuisset. 
Nach V. 2067 Dicitur exinde melior lis quam caput inde. 
Pugna preelecta melior quam sella resecta. 

V 2068 fiel aus, wie 2360. 

Nach V. 2172 folgt: Quod si debetur in promptu Carmen habetur 

Nach V. 2198 folgt: hie feror ad portum eoneludo poematis ortum. 

Die Verse 2400—2404 incl. fallen im Cod. Cap. weg. Hingegen 
werden zu v. 2412 eingeschaltet: 

Mors rapiat te neque scripserat omnia plene 
Die plangite gene (v. 2413) worauf der Capitel-Codex 
mit y. 2420 schliesst. 



Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 



^.5 



Die 4 nachfolgenden 2420 — 2424 gehören dem UniversitätL 
Codex an. 

Die zu dem grossen Wirthshausstreite in der 4. Distinction von 
späterer Hand hinzugesetzten 5 Verse übergehe ich als nicht zu 
dem Gedichte gehörig. 

Die wichtigste Frage ist nun, welche Textverbesserungen der 
Capitelcodex gewähre? Bereits ist durch die Noten hergestellt, dass 
der Codex zwar an historischen Anmerkungen weniger biete, als der 
Universitätscodex, hingegen seine Texterklärungen reichhaltiger 
sind. Die Varianten sind ferner namentlich in den ersten beiden 
Distinctionen sehr bedeutend, ohne dass jedoch gesagt werden 
dürfte, dass die des C. C. auch immer die richtigen seien. Jeden- 
falls geht aber aus der Vergleichung beider Handschriften hervor, 
dass der Universitätscodex dem andern an Richtigkeit des Textes 
weit nachstehe, letzterer einen für den Schulgebrauch des Gedichtes 
hergerichteten Text darbiete, in welchem Verse ausgelassen, hinzu- 
gefügt, versetzt und zur Hälfte verändert wurden. Nimmt man noch 
die Verschiedenheit der Noten, die dem Univ.-Codex fehlende für den 
Lehrgebrauch verfasste Einleitung, in welcher freilich in seltsamer 
Weise der Versuch gemacht wird, den Namen des Autors zu ermit- 
teln, so dürfte klar hervorgehen, dass beide Handschrilten von ein- 
ander unabhängig waren, jede eine besondere Recension des Textes 
darbiete. Die Verschiedenheiten in Betreff der eigenen Namen und 
die grössere sachliche Unkenntniss, welche der Capitelcodex ergibt, 
dürften dieses Urtheil noch mehr erhärten. 

Wenden wir uns nun nach den verschiedenen Distinctionen den 
bedeutendsten Varianten des Textes zu, der sich durch den Gebrauch 
des z statt s bei dem U. C. als in Böhmen geschrieben ausweist. 

Distinctio prima. 

V. 33, vati (statt nati). V. 34, vis dubitare, wie ich emendirte 
für devias a re, des U. C. V. 36. Post hec nancisci. V. 39., quam 
fuerit vafer nosti Therencius afer. Hingegen bleibt V. 41 Persius 
et plantus (statt Plautus) satis es vir ad omnia tantus (statt cau- 
tus). V. 44, Inde tuum (statt Tytum) repeti placet almum dogma 
Boeti. V. 47, hac arte secundus. V. 49, Triptota sint quare. V. 50, 
cur sit data forma supinis. V. 54, facundia quorum. V. 55, arte capis 
laudes quod nullo tempore gaudes. V. 67, que dura gravisque para- 
tur (statt probatur). V. 79, Forma dat informes repetant quantum- 



I. 



ft^ H ö f 1 e r 

yet or mes, was unsinnig ist. V. 91, Non datur hie sisti Roma sed 
n orbe fuisti. V. 67, terreat hostes C. Un. arceat hostes. V. 64, puer 
annis ut puto denis. U. C. pater annis jam duodenis, was keinen 
Sinn gab. V. 106, Menelaus bonore (statt amore des U. C). V. 131, 
vel si prebendam cathedralem petis (statt quamvis des U. C) ba- 
bendam. V. 142. tibi post breve tempus babendam. V. 144. Hec 
acceperunt statt boc perceperunt, was richtiger ist. V. 146. Donec de 
copia me ditet pbüosopbia statt: donec dote pia me ditet pbilosopbia. 
V. 156. Si tu mansisses nee abinde citius isses, statt: si tu mansisses 
et abinde cito minus isses. V. 158, vocatus statt creatus, V. 166, os 
reddit tibi letum. V. 170, scis doctore legente, was ganz passend ist. 
V. 183, facio statt facit. V. 184, isti statt ista. V. 185, et quis non 
fugeret ea que fugienda videret. V. 186, salvat. V. 187, hinc statt 
boc. V. 188, ex paradiso, statt des bessern in paradiso. V. 190, Missus 
homo gaudet cur se conferre quis audet. V. 194, socium camere statt 
des weniger guten socium tamen. V. 196, questio per te. V. 198, 
meliores statt pociores. 

V. 201, ex hoc ullius salvum putat sibi esse jus. V. 206, tacito- 
que ligamine nexam statt tantoque. V. 207, Hie ubi statt Hec ut — 
perfecta sunt omnia cana senecta. V. 208, fraglans statt flagras. 
V. 209. stare ibi ne statt stares ibi ne. V. 211, erimine baberes statt 
des bessern crimen baberes. V. 238, intitulare statt et titulare. V. 240, 
hie episcopus statt et episcopus. V. 242, Ericus statt benricus.V. 245, 
Halberstadensi statt Haverstadensi, censi statt sensi. V. 261, hie jae- 
tancie signum statt hec jactancia. V. eumque suam retinet laudem 
vicinia dicet, statt eumque suam recitet laudem vicinia deeet. Wichtig 
ist V. 278fuldensis (Otto) satt sulzensis. V. 299, cesseris statt cesserit. 
V. 300, successor fac tibi viam statt des besseren fiam, ebenso auch 
V. 312, major statt morior, V. 311, Nam ex privata statt lex privata. 
V. 324, offensa Maguntia statt horrenda M. V. 339, Magittina statt 
maguntina. V. 360, non nobis. V. 363, Non oberunt nobis quia jus sein 
profero nobis statt des bessern profore. V. 376, modo statt et. V. 377, 
Quando parasti. V. 368 , statt sensi wieder eensi. V. 378 , Dixisses 
mira fueras. V. 381, quid moror ad vota cum, statt ad vota tua. V. 385» 
Addictus morti statt des richtigen adduetus. 

V. 390, 391, Litera quam prebes quod causam perdere debes 
(statt tamen) 

Sic pro fabella tibi redditur ista fabella. 



« Neue BeitiSge zu dem Carmen occulti autoris. 2T 

V. 396, ufter te. V. 397, rogo statt modo. V. 338, Ex vi statt 
Exvi. V. 399, qui nisi misisset pro presule succubuisset u, V. 400 et 
non risisset quod quondam nata (statt condemnata) fuisset. V. 401, 
Nostris expeiisis sed ecciesiasticus ensis. V. 412 Omnis portractus 
statt esset subtractus. V. 413, sed non tarnen hiis (hoc. U.) quasi 
gratis. V. 404, quocunque statt quicunque u. V. 405, ad hoc statt 
ob hoc. V. 407, Quiiiimo statt amodo. V. 408, cadat statt cadit. 
V.411, Rite statt Ute. V.416, que nobis statt que nunc. V.419, Siste 
parum quia mors (est. C. Un.) male moribus usa. V. 423, flente 
cohorte U. C. stante. V. 424, Est depredatus, statt des richtigem 
deportatus, V. 423, quem statt quam u. V. 426, Caiidatus exta 
statt Nam datus extat. H. C. V. 429, Guntherum statt Gonucherum. 
Statt der Verse 430—434 folgen nun: 

Rite novum texit opus ut neque fraus neque fex sit 

Ymo nee invidia sed ibi sacra virgo Maria 

Virginem cetum carnis sine labe quietum 

Confovet et pascit nee in hiis pro te (!) sathanas seit (protunc v. 433) 

Hujus ego tristis et merens versibus istis 

Deplango (v. 434. U. C.) 

V. 441 , heisst es statt des richtigen justis , justi. V. 442, sed 
statt et und e mente statt in mente V. 443, Tam cito quam^ statt tarn 
cito tarn. V. 444, ist das fehlerhafte has quoque verbessert in: sed 
quoniam recolo und V. 446, statt des richtigen sed: quod. V. 4S<' " 
det eis vere se congaudendo ridere ist in Quatenus hiis vp"^ ^^^^ 
gaudendo ridere umgewandelt. V.453, Tale quod, muss *" statt talique 
heissen, und Sanctis V. 454 statt tactis. Ebenso V 455, talis nicht 
tales in hoc banno. V. 460 , quasi statt quia. V. 463 dolor in- 
festat nihil amplius. V. 464, vitare statt damnare. u. V. 465: quid 
modo facturus es, sermo patet tibi, statt mihi durus V. 464, est 
statt et. was einen guten Sinn gibt. V. 470, statt quoque, quasi. 
V. 472, et leti statt liti. Letzteres ist richtige!'- V. 473, statt non 
sie infesta, non plus. V. 480. pt .tatt ut. V. 481, orbe statt urbe. 
was besser ist. V. 482, fueris, statt des richtigeren pueris. V. 493, 
moneatur statt moveatur. V. 490, cum consorte statt des richtigen 
te consorte. V. 503 statt et clara luce: vel clara liice. 

Die zweite Distinction fängt damit an, dass es statt: 
Cetera quis nosset vel (quis) conscribere posset 
heisst: Cetera quis posset vel quis conscribere nosset. 



28 H ö f 1 e r 

V. 509, jam statt nam. V. 510, turbatus statt turbatur. V. 512, 
sed statt nee. Cod. Un. V. 414, quia vadit jure peregre statt: quia 
vadunt jura peregre. Der im U. C. unverständliche Vers 517 endet: 
cum sine vino, was der Sache erst Sinn gibt. Zum Oportet in oris 
V. 518, ist ein i. e. regionibus hinzugefügt und noch 2 Verse 
Erläuterung. V. 521, Ymo sciat certe und dann V. 522, Non est statt 
des bessern Non sit. C. U. V. 527 vel fiat statt vel flectere. V. 530, 
Istius statt Justius. V. 533, Omnes errastis quod statt et. V. 535, 
bis est, im Cod. Un. ; res est im Cod. Cap. V. 536, facere quod jus 
pro se seit habere, statt quia jus quod te seit. V. 540, Nee premonstretur 
statt des riehtigeren : nee puniretur. V. 545 , Nemyne statt Nempe. 
C. Un. V. 549, adhue statt ob hoc. V. 536, vel statt mea (castra). 
V. 561, da quecunque statt des richtigen quidquid. V. 580, statt leges: 
docens. V. 584, Sunt tibi statt ibi. V. 586, fäsehlich conspiciens, aber 
V. 588 richtig : eeleri pede quoquo dum. V. 612, postes eelesiarum. 
Statt V. 613, Callidus intraret velud et sathanasque vocaret: Callidus 
intraret sathanasque animasque neearet. V. 611, Hec ut statt hoc ut. 
V. 613, Istud an statt istud ut. V. 623, Te precor statt Deprecor. 
V. 624, cui contrarius fore novi. V. 626, Paceio statt Accio. V. 627, 
Sit lenis an statt sit lenis aut. V. 629, tibi quod statt tibi sit. V. 631, 
caeat rogo rustieus statt taceat. V.632, plus ve statt plus ne. V. 633, 
^uod statt ut. V. 634, frustratus sepeque recedat statt trustratus spe- 
qufc ,.g(.gjgj Y ß3g^ jjy^ß g^y^^ ^yj^ß Richtiger ist V. 636, quod 
male quo^iyjt male perdidit et bene scivit. V. 638, Quem mihi statt 
que mihi. V.^4l, quia statt qui. V. 643, fingere statt dicere. V. 644, 
Guntellinus statt Cuenzelinus. V. 649. sit statt sie. V. 650, facere 
statt faeit. Die Verse 609 und 660 sind unwesentlich verändert: 

Juste vixerunt sua largiri studuerunt 

NuUum IPserunt, satis ex proprio tenuerunt. Wohl aber 

V. 662, Nee dicant falsa fuerat quia jam caro falsa. V. 680, 
displicet — faeie tibi nulla rubedo statt faeias tua. V. 685, si fuerint 
statt si fuerat. V. 682, Os sepe wa« einen guten Sinn gibt, statt Qui si 
laudatur. V. 688, barba rubens videatur statt habeatur. V. 693, putant 
aliqui quod ad huc hoc tempore sequi statt si qui. Hingegen ist irrig V.701 , 
Accusaverunt statt Acceptaverunt. Statt jam sum hat der Cod. Cap.' 
das seltsame jamjam; statt inquisitorem removens hat der C. C. 
V. 706, retinens; statt terre Sarobiensis: Sarmiensis; endlich V. 711, 
Hohenbergenses monachi, während der C. Un. Nuemburgenses mona- 



Neue Beiträg-e zu dem Carmen oeeulti autoris. 29 

chi im Texte hat, hingegen in der Note vom abbas hohenburgensis 
und dessen München spricht. V. 720, credere jussi, nicht cedere. 
Hingegen ist der V. 723, in sanibus cellam vadit iundare novellam 
doppelt unglücklich. V. 724, in strifeta veste statt in strifFea. V. 730, 
dum te cognoscet statt dum cognosceret. V. 731, donum quod. Im C. 
U. domum quam, worauf sich pomum reimt. V. 732, statt gratis sibi 
restituisti : grates sibi retrihuisti. V. 734, statt Hildesinensis, Ysnicen- 
sis. V. 750, Auctrix statt Tutrix. V. 756, Et ubi statt et vir. V. 764, 
tractare statt agitare. V. 765, Non est ymo decus. V. 768, susciperis 
lete festina diecola de te. V. 773, Protinus jussisti. V. 776, istius 
ob merita causa non est bene trita, V. 778, fehlt non. V. 780, 
fine statt sive. V. 781, debemus statt valemus. V. 786 potuere statt 
valuere. V, 794, tale vel scelus exiciale. V. 795, fieret statt fieri. 
V. 796, vincla statt vincta. V. 798, cohors statt consors et amica 
malorum. V, 800, probra teuere statt timere. V. 801, fehlt quod. 
V.802, loquaces statt procaces. V.804, nova res statt est res. V. 811. 
per tua jura statt partis jura. Vers 815, ist versetzt: intra thesaurum 
regis gemmas fer et aurum. V. 826, statt tradunt: scribunt. V. 828, 
maxima cum dantur concessa. V. 836, cum statt cui. V, 840, 
succumbens canino was auf vino bezogen einen lächerlichen Sinn 
gibt. V. 858, quod Lachesis venit. V. 859, Per longum tilum. V. 860, 
sed antropos pendere querit statt atropos. C. Un. V. 895, Oppositam 
partem juris fovisse partem statt per artem. C. Un. V. 900, Illud 
ne sie sit volo quod titulus tuus hie sit. V. 901, Hie est statt hie 
jacet. V. 902, canewas besser ist als cave. V. 905, funus statt munus. 
V. 907, Nee fuit statt ne fiat. V. 909, sed diceret statt sed dicit. 
V. 910, vivo. V. 912, hec statt hoc. V. 913, quod statt ut. V. 914, 
bina cautela. V. 924, iens statt gens. V. 928, digito statt digitis. 
V. 930, Testor. V. 931, statt aut decalvarem C. U. pugillarem C. C. 
V. 936, et statt quod. V. 938, et feriat statt feriens. V. 939. coherceo 
stultum. V. 940, detractores. V. 941, reor esse recedite lusum 
statt vos que recedere. 

In der dritten Distinction sind gleich im ersten Verse die Worte 
musa die in die musa geändert. V. 958, toti statt tota richtig. V. 963, 
nach quisquis — ist es hineingesetzt und reputabit in reputabis 
geändert. V. 970, dat für det. V. 977, ut für aut. V. 978, queratur 
nomen sibi papa. V. 979, Nunc statt liunc. V. 1003, istum statt 
ipsum. V. 1004, quod si statt quod sibi. V. 1008, transit statt sed 



30 H ö f 1 e r 

Sit. V. 1017, quodlibet statt quilibet. V. 1018, Villa perit, ceres ruit, 
was im Contexte keinen Sinn gibt. V. 1022, vultque. V. 1039, vel 
qui. V. 1041, hie non egit opum quam vis ydolatra canopum. V. lOSl, 
cantum probat. V. 1055, vel piperis tortam. V. 1056, ohne quod. 
V. 1051 hie mihi statt hoc sibi. V. 1058, soccos et soculares. V. 1059, 
iste jubet currus ut eant ne destruat rus statt: quot erant vel de- 
struitur rus. V. 1080, nequit statt neque. V. 1081, sie statt tunc. 
V.1085, non det statt non dat. V. 1099, forsans rapiens. V. 1102, 
scemate tecte V. 1121, quia statt quid. V. 1125, es statt est. 
V. 1127, quis statt quid. V. 1148, pungit statt pugnat. V. 1154, 
res vestras. V. 1260, qui statt hie. V. 1174, nunquam jejunat 
V. 1178, detur statt datur. V. 1182, Et si vis plus. V. 1184, visitat 
exposcit ab eis quos eos reos seit (quos esse. C.U.). V. 1192, fatum. 
V. 1205, de Simone cras (vel C. U.) fariseo. V. 1219, est modo de 
getro. V. 1220, balaam. V. 1241, vel sermo non habet ovum (non 
valet ovum. C. Un.). V. 1242, dico novum fieri quod cras contingit 
haberi. V. 1251, miseris statt miserum-clerum. C. U. V. 1253, a statt 
in. V. 1255, si statt sie. V. 1256. deberes statt deberet. V. 1269, 
provenit extra sint ergo luminadextra. Jambene. V. 1281, Et modo non. 

Die nächsten Verse sind versetzt: 

dicite de Roma quod ibi sunt aiirea poma 

dicite de Roma quod ibi fidei sit aroma 

Quod ego non credo quia quater abinde recedo 

Et si vidissem duo vel tria forte tulissem. V. 1282 — 8S, 

V. 1286, quia statt quod. V. 1294, bombare. V. 1297, ingrati 
sederunt. V. 1298, cur exis. V. 1300, quovis sine crimine. V. 1304, 
teneret statt teueres. V. 1306, tibi dico. V. 1308, Ivit. V. 1310, fehlt 
im Cap. Cod. V. 1312, debeas. V. 1313. Gunegunde statt Konegunde. 
V. 1314, quam dos. V. 1322, flare statt stare. V. 1331, velint statt 
velit. V. 1335, divinum. V. 1341 und 1342: 

quod cum peecatis jus perdunt nobilitatis 
perque maios mores sint servis deteriores. 

V. 1354, dicatis statt dicatur. V. 1361, semper non ut modo 
vives. V. 1363, quo res tua tunc velit ire. V. 1366, recondidit. 
V. 1369, fehlt im C. Cod. ganz. V. 1380, blande. V. 1386, crimen 
statt scelus. V. 1393, dum statt cum. V. 1394, quod peregrinentur 
nee in hac plus urbe morentur. V. 1395, pociores statt meliores. 



Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 



31 



V. 1416, nonne nimis. V. 1419, ut simus tuti detis pluralia saluti 
statt detur plurale. V. 1420, pluralia nolo. V. 14^ö, requiescere 
rure. V. 1427 , et tunc pro Roma dare nollem duopoma. V. 1433, 
sed statt hec. V. 1434, nee sit statt et nee. V. 1435, aut dolor statt 
dolus. V. 1436, vireat quod ad huc fuit arens (Cod. Un. erens). Quis 
nunc (tunc) appeteret, celum si (qui C. U.) forte pateret. V. 1440, 
Isti delirant qui (et C. Un.) V. 1442, Que sicut audistis preponderat. 
V. 1445, que plus subscripta leguntur. V. l4ol, dat. V. 1454, ab 
homine. V. 1456, ut. 

Die vierte Distiuction beginnt im Cod. Cap. Non plus, statt quid 
plus.V. 1460, cedat.V. 1461, urbes. V. 1462, sinus statt situs. V. 1463, 
vivunt. V. 1464, sede beati statt locati. V. 1466, sunt et. V. 1467. 
provehit. V. 1475, pergamant are, was keinen Sinn gibt. V. 1478, si 
quis ibi statt quis quis ibi. V. 1438, vir bonus absque malis. V. 1503, 
curat. V. 1506, sacra. V. 1509, massa coartatur, V. 1511 und 1512, 
isti (statt multi} viderunt ita quod in orbe fueruntMore camelorum tur- 
gentia dorsa virorum. V. 1516, nimimumve statt nimiumque. V. 1520, 
ut statt et reor. V. 1521, ut statt nee. V. 1528, Hiis oblivisci statt hos. 
V. 1529, certius statt verius. V. 1530,me ferat huc mea sors. V. 1540, 
Attendant statt accedant. V. 1556, veilent torporem sed enim quia 
ferre laborem Nee studium poscunt. V. 1569, Hü de fönte bibent et 
sinthogramata scribunt. V. 1573, Ut puto. V. 1576, viventes. 
Nach V. 1596, quamvis absque nota domino reddant sua vota folgt; 

et sine clamore spe corde fide yel amore 

Perficiunt plus quam quam. 

VM599, quavis. V. 1604, capiuntur statt rapiuntur. Das letztere 
ist richtiger. V. 1620, convenit statt competit. V. 1621, hec — 
carmina. V. 1636, quod neque. V. 1646, virtus ipsorum sicut mos 
est aliorum. V. 1649, Unde fit. V. 1659, cujus precones jugulant 
cum fune latrones. V. 1660, compescant. V. 1674, scurram foret 
obsecro letes. V. 1683. Obtinere statt obtinuere. V. 1687, Prin- 
ceps Tylmanus statt des richtigen Tizmanus. V. 1688, Succen- 
dens. V, 1695, invenientur. Y. 1696, numerare statt des bessern 
numerante. V. 1701, Iste caminatam statt camenatam. V. 1702, 
pro commoditate. V. 1703, In veteri casa statt gasa. V. 1711, 
hie campanile pulchrum parat atque cubile; das sedile des V. 1711 
kommt nach tecta V. 1712. V. 1713, ist ungeändert: iste parat 
blidam quod erit grave forte cuidam und V. 1718, sunt precor (procul) 



32 Hofier 

a dignis procrf ensis et hostis. V. 1731 und 1732 sind versetzt und 
1732 zu 1731 gemacht. V. 1734, Huic statt hie. V. 1736, ut statt 
quod und hoc statt hie. V. 1737, criminis ausa. V. 1739, jocularem. 
V. 1740, quandop^ue statt quemque. V. 1742, notetur. V. 1743, 
pictores qui per variosque colores quod etc. V. 1749, Quod. V. 17S5, 
quem tarnen (centum) pene viri jam Contaminabantur. V. 1761, 
Insuper ut majus si+ pacis in urbe sua jus. Arcbiwernerus simul. 
V. 1764, conflictu fueiit, besser feriit. V. 1766, queret, V. 1767. 
Quis consulit statt quis consul sit ibi (Cod. Un.) V. 1775, Pervigili 
V. 1779, paciuntur statt des bessern pociuntur. V. 1784, hie canet 
statt des bessern: hoc cavet. V. 1782, denteque stridunt, V. 1783. 
turbe. V. 1790, Unam miratam. V. 1792, poteris si. V. 1802, manu- 
que. V. 1810, Nigra compater juxta. V. 1815, Nomine Dytricus 
furum. V. 1822, Frischal scarletum brunetum sive moretum. V. 1824, 
virides de quorum. V. 1826, aspiciantur statt des bessern apprecian- 
tur. V. 1833, Census istarum. V. 1835, que venalia. V. 1837, hie 
solus in ponte mihi prebuit asecla (oscula Cod. Un.) sponte. Institrix 
V. 1840, Egram. V.1847, abito. V.1857, forsan juvencula. V. 1860, 
suscipiet. V. 1865, si delectaris nee ab hujus amore vitaris. V. 1868, 
tollent — mallent. V. 1875, has. V. 1879. a rerum curis. V. 1880, 
Hinc — stilla. V. 1883, penes statt apud. V. 1886, Fere statt Paene. 
V. 1884, de villa sclava. V. 1894, quinque (quinqiiies). V. 1900, 
ebrius. V. 1906 in crate rotundo. V. 1910, sie arguit illos. V. 1927, 
nuUa ratione statt nullo rectore. V. 1934, vecte. V. 1938, ad statt 
in. V. 1958, decidisse statt cecidisse. V. 1965, poscunt Gerdrudis 
(statt Johannis) amorem. V. 1966, Nee persolverunt statt et non 
solverunt. V.1975,iste statt ille. V. 1981, zu hijo (Jo)-vacea. V. 1984. 
dedit audacter.V. 1990, Istarum. V. 1996, Volappa. V. 2001, statt Go- 
lappa. V. 2001, quem. V.2004, dices die, was sinnlos ist, statt age die. 
V. 2005, hoc tibi statt ego. V. 2006, peetore quod. V. 2007, Que statt 
quot. V. 2010, Ne loquar. V. 2010, mente manuque. V. 2018, Inplerem. 
V. 2019, qui. V. 2021 , fehlt quod. V. 2028, sedere statt manere. 
V. 2036, Hie vir finivit cunetis speculantibus und V. 2088, hoc est 
statt fuithoc. V. 2048, tune statt non. V. 2050, turbarit statt turbabit. 
In der fünften Distinction ist gleich im ersten Vers ein unstatt- 
haftes sed vor adhuc eingeschaltet. V. 2054, vir gratus. V. 2056, 
sibi nactus. V. 2062, vacavit. V. 2065, Sortem ponatur occidere 
populo minatur. V. 2077, Sunt. V. 2081, vocatur. V. 2083, citra. 



Neue Beiträge zu dem Carmen oeculti nutoris. OD 

V. 2087 lautet: demeruit quod grex datus est tibi pingwis agag rex 
was keinen Sinn gibt. V.2092 gnanis mentis. V. 2094, cui. V.2108, 
alter agag pingwis est nequam preco bilingwis. V. 2101, Jam quare! 
V. 2109, Qui si mentitur vel falsa loquens reperitur. V. 2111, longe 
majori quodobesset. V. 2114, possis sed cum. V. 2116, Vix erit buic. 
V. 2130, metis nobile fulmen. V. 2136, quod jam statt quamvis. 
V. 2142, rapiat et patronus sibi fiat, qui etc. V. 2143, Ericus statt 
Heinrieus. V. 2144, et manifestis. Quid etc. V. 2148, cum principe 
miles. V. 2155, buic populus. V. 2159, in atris generati statt matris 
generali. V. 2149, maledicetur — meditetur. Facto vel. V. 2161, 
contra si quidem si qui benedicat. V. 2171, boc statt bic. V. 2172, Et 
stati sed. V. 2180, debent. V. 2180, sed manifeste Intendo facere. 
V. 2183, aut statt et. V. 2187, et cancellandi sie eis locus et lace- 
randi. V. 2198, quod non oravit statt erravit. V. 2194, dat statt det. 
V. 2196, construxi nihil aut modicum quasi. V. 2197, quidquid 
statt quiquam. V. 2200, Reinhardo statt Bernbardo. V. 2204, Fulciat. 
V. 2207, vir bone Reinbarde de (statt te). V. 2109, ducem statt 
ducere. V. 2216, Reinbardo. V. 2218, Odislebensis. V. 2221, quin 
fecerit esse disertum. V. 2224, sanet statt salvet. V. 2229, dum statt 
cum. V. 2234, et fecundaris. V.2236, Vice tui. V. 2240, Non brevi- 
bus gyaris. V. 2243, implorato statt aggrediare. V. 2245, ter trino. 
V. 2254, dicas. V. 2258, sub egea. V. 2260, nobis requiei. V.22fM, 
qui modo te. V. 2266, ohne et. V. 2269, turris a terra. V. 2273, 
lumen cujus tu cernis acumen Dirigas. V. 2280, Spreto cum rete 
patre. V. 2282, effectus super. V. 2284, celis quod tantum. V. 2289, 
flagris. V. 23(!3. Ne satane stannis. V. 2308, posses. V. 2309, te 
fero. V. 2316, faciei statt speciei. V. 2320, unumque. V. 2322, ad 
te refert. V. 2323, feta statt veta. V. 2327, tantas. V. 2328, quando 
vacaverit hora. V. 2334, et denuo. V. 2339, pie Cbriste prece. 
V. 2345, favit. V. 2348, ad celos duc a mundi nos sorde caduca. 
V. 2349, die rex pie. V. 2350, spectentur statt speculantur. V.2352, 
Martirii. V. 2360, pro nequam quando. V. 2361, quid tui.c. V. 2364, 
impius statt impetus. V. 2365, post fata vocare. V. 2379, peritam 
statt petitam. V. 2393, Carmina suspende Cristane pater. V. 2406, Et 
satis atque bene superans. V. 2409, moriaris. V. 2414, signa cplencia 
mene Stringant in splene. V. 2416 se ne, V.2417, caro mortua nupsit 
arene. V. 2418, toHuntur arene Jam sunt aliene gentis. V. 2420 
finis datur ergo camene. 



Sit7.b. d. phil.-hist. Cl. LVIH. Bd. I. Hft. 



34 Uöfler, Neue Beiträge zu dem Carmen occulti autoris. 

Im Ganzen möchte ich das Urtheil fällen, dass zwar durch den 
Capitel-Codex mehrere Stellen, welche der Universitäts-Codex un- 
erklärlich und unverständlich gelassen hat, verbessert werden; jedoch 
weder der eine, noch der andere genüge, um eine ganz gute Recen- 
sion des Textes zu geben. Zu spät erfuhr ich bei meiner jüngsten 
Anwesenheit in Wien, dass daselbst ein Codex des Carmen occulti 
autoris aufgefunden worden sei. Der Pfingstfeiertage wegen ver- 
mochte ich nicht ihn einzusehen. Sein blosses Vorhandensein dürfte 
beweisen, welchen Weith man im späteren Mittelalter auf das Ge- 
dicht legte, nachdem jetzt an so verschiedenen Orten Codices des- 
selben Gedichtes auftauchen. Ich selbst werde wohl schwerlich mehr 
auf diesen Gegenstand zurückkommen können, und überlasse es 
Anderen, deren Augen sich in besserem Zustande befinden, als die 
meinen, die Vergleichung fortzusetzen. 



Zinfrerle, Bpriclil iib. d. in Tirol i..I. 1867 angest. Woisthiimer-Forscli. 35 



Berieht über die in Tirol im Jahre 1867 ange- 
stellten Weisthümer-Forsehungen, 

Von dem c. M. Dr. I g n a z V. Z i n g: e r 1 e. 

Zu den bereits im voriffen Berichte erwähnten Weisthümern 
kommen noch einige Nachträge, die ich zuerst anführe. Zu dem Dorf- 
rechte von Partschins (s. Pfeiffer 26) sandte mir mein Onkel 
Alois Zingerle einen Beitrag: „Abschrift des ersten Dorfbychels 
in Partschins vom Jahre 1371". Es beginnt: „Als man zeit nach 
unsers Herren Jesu Christi geburt 1371 des suntags zu Mitervasten, 
da ich Mathies Montalboner von Partschins dorfmeister daselben zu 
dorfrecht saz etc." Es weicht dies Weisthum von den von Rapp und 
Grimm veröffentlichten Dorfrechten derselben Gemeinde wesentlich 
ab. Derselbe übersandte auch eine Abschrift: „Aufgerichte alte 
Alpensordnung in der Zihler- und Mutter-Alpen der Gemeinde Part- 
schins und Rublandt vom Jahre 1768." 

Im k. k. Statthalterei-Archive fand ich eine „Abschrift des Suld- 
ner Peirlepiechl oder gemaine Ordnung" Papier in 4», 14 Blätter. 

Bl. l'\ „Zu wissen sei menniglichen, nachdem sich irtungen und 
spene erhalte", begeben und zuegedragen haben etc." 

Bl. 14''. „Dass dise Abschrift getrew dem zu meinen banden ge- 
legt gewissen Suldnerischen Originol-Peirlpiechl in Colationieren 
gleich lautent befunden worden, bezeugt meine aigne handschrift und 
Unterschreibung. Beschehen dem 22 Navember anno 1736. Pauli 
Matl in Stilfser gmain". 

Bei Herrn Kaufmann Leopold Ettel dahier fand ich die Dorf- 
rechte von Pillersee und Stil f es. 



ÜÖ Z i n g e r I e 

Ersteres (Pergament, 11 Blätter in klein 4o. aus dem 17. Jahr- 
hundert) hat die Aufschrift: „Das sindt die landtrecht in demPiller- 
see und ist zu mörken, was die recht sindt." 

Bl. l^ „Wann ain herr von Rott zu dem landt kumbt, so soll 
er dem brobst zue spröchen, ob er dem landt potten hab, als es von 
alters her kummen ist." 

Bl. 11^. „von dem selbigen gattern hinz gen Pergkuchel, von 
Pergkuchel hinz auf die Hörndlein." 

Das Zweite ist auch eine Pei gamenthandschrift, 12 Blätter in 4». 

Bl. P. „Dorfsordnung. Erstens soll ein iedweilliger anleger, 
der iehrlichen bei erhaltender Panpruggen recht zu Sterzing bestelt 
und in die pHicht genomben wird, obligiert sein, zugleich daß Dorf- 
maisterambt zu verrichten". 

Bl. 12\ „Gefertigt von Hrn. Wilhelm Wolgemuth von und zu 
Oberplänizing o. o. Regimentsadvocat und pfleger der herrschaft 
Strassberg und Sterzing. Sterzing 26. Julli 1721." 

Aus Stans bei Schwaz, wo ich im vorigen Jahre (s. Bericht, 
10) die Dorfordnung nicht vorfand, wurde mir dieselbe (Papier, 
9 Blätter in Folio v. J. 1636) zugesandt. 

Bl. l''. „Vermerckht die Öffnung der herlichait unsers genedigsten 
Herrn Herrn Sigmunden, erzherzoge zw Österreich und grave zw 
Tiroll und der nachperschaft zw Stans des Dorfs und auch der 
perckhieut." 

Bl, l^ „Item von erst heben wir an zu der linden dann wenig 
an der gassen am Sadurna (?) und obhin über das Schimerl- 
egg" etc. 

Bl. 9^ „Anno Dm. 1483. Item mer ist ain prembstall zu dem vich 
gefreit auf acher eben" etc. 

Bl. 10\ „Beschehen den nein und zwainzigisten tag monnats 
appril im sechzehenhundert sechs und dreissigisten iar." 

Auch aus Mils bei Hall vermittelte mir der Herr Gemeinde- 
vorstand und Landtagsabgeordnete Tiefenthaler, das im vorigen 
Jahre vergebens gesuchte Dorfrecht (Pergament, 6 Blätter in Quer- 
folio V. J. 1592). 

Bl. P. „Vermörckht ainer ersamen nachperschaft des dorfes und 
oblai Mülls aufgerichten üffnunge , irer alten eehaften, gebreuch und 
herkhumen, welliche iärlichen am eehafttäding, oder so oft es die not 
erfordert, den underthanen daselbs öffentlichen verlesen werden solle. 



Bericht üb. d. in Tirol i. J. 1867 angestellten Weislhüinei-Forschungen. 37 

damit sie sich darnach zu richten wissen. Richters besöldung am 
ehehaft täding." 

Bl. 6^ „oder ire nachkhumen darwider in ewig werende welt- 
zeit nichts anders ungebürliches fürnemen, reden, handien oder thiien, 
in khain weis oder wege, wie das beschehen niehte." 

Durch die Güte des kais. Rathes Dr. Schönherr wurde mir die 
Dorfordnung von Hopfgarten (Papier, 5 Blätter in Folio, v. Jahre 
1561) vermittelt. 

Bl. 1\ „Vermerckht das mit Vorwissen des edlen vnd vesten 
herrn Marx Lanngen zu Wellenburg und Minnchau, gerichtherrn der 
herrschaft Kitzpuhl, phfleger zu Utter und Kropfsperg ain Ordnung 
und fürnemen bei gemainem markht Hopfgarten" etc. 

Bl. 1\ „Erstlichen ist beschlossen und fürgenomen, das weder 
burger, inwoner noch yemandt ander kain feichteins, thannes, er- 
leins. baßlach noch anders holz" etc. 

Bl. 5\ „Beschehen am Sambstage nach Sandt Veits tag nach 
Cristi unsers lieben herren Hailandt vnd Saligmachers geburde funf- 
zehenhundert vnd im ain vnd sechzigisten Jar." 

Der Herr Lehrer Pallhuber zu Weer sandte mir ein „Ehe- 
haftäding Urtel" aus der Gemeindelade in Weerberg. Papier, 
6 Blätter in 4«, aus dem 18. Jahrhundert. 

Bl. 1\ „Das erste Urtl anfanglich also: Es ist das ehhaft-täding 
göster vierzöchen tog in rechter weil und zeit durch den ordentlichen 
khrichtsdiener auf öffentlichen khirchploz gerueffen und publiciert 
worden" etc. 

Bl. 6^. „So will ich davon geredt haben." 

Eine Papierhandschrift, 42 Blätter in Folio v.J. 1526, in dersel- 
ben Gemeindelade enthält zwei „Kundschaftsbriefe", in deren erstem 
mehreres die Weerberger alte Ehehaft Betreffende vorkommt. Sowohl 
das „erste Urtl" als der Kundschaftsbrief dienen dazu, das im 
Tiroler Boten 1821 über die Weerberger Ehafthaiding auszugsweise 
Mitgetheilte (s. Pfeiffer's Bericht p. 26) zu ergänzen, was um so 
willkommener sein muss , da die vollständige Ehehaft verloren 
scheint. 

Durch die Verwendung des Herrn P. Gerbert Mägerle, Con- 
ventualen des Stiftes Stams erhielt ich: 

1. Die Ehehaft von Wildermiemingen. Papier, 19 Blätter 
in Folio v. J. 1691. 



38 Z i n g e r 1 e 

ßl. 1". „Khiindt und zu wissen sei hiemit angefiegt mennigcli- 
chen, demnach ain wolersambe gemain zu Wildermiembingen" etc. 

Bl. 14\ „Jedoch soll diese ehehaft hochlandtßrstlicher herrschaft 
und dero nachgesötzten gerichtsobrigkheit an deren hohheiten, jus 
und rechten unvergriffen und unpraejudicierlichen sein". Die folgen- 
den Blätter enthalten Bestätigungen. 

2. Gemainsordnung, so die nachbarschaft Obermiembin- 
gen untereinander errichtet 1765. Papier, 8 Blätter in Folio. 

Bl. l"". „Erstens sollen alliährlich nebst den Dorfmaister vier ge- 
walthaber obrigkeitlich verpflichtet werden." 

Bl. 7\ „Achtzechentens haben auf all vorige puncten die gwalt- 
habere und der dorfmaister genaue obsicht zu tragen und in erfin- 
dung einer hinlessig-, schlefferig- oder partheilichkeit ieder achtze- 
ehen kreuzer pfandtgelt zu erlegen." 

3. Der ganzen gemain und nachperschaft zu Haimbingen, 
der herrscliaft Sanct Petersperg neu aufgerichte ehehaft und Ordnung, 
Papier, 37 Blätter in Folio v. J. 1644. Sig. Nr. 25. 

B1.3''. „Erstens, das vermig der alten ehehaft ain ieder nachper 
von seinen inhabeuden lechengietern" etc. 

Bl. 34'. „Da es aber nit beschicht und dergestalt den consens 
oder die verwilligung nit einholt, so soll ain solliche persohn alda in 
der gemain Haimbingen zu hausen nit aufgenomben oder gedult, 
sondern ab und weiter geschaffen werden." 

Die folgenden Blätter enthalten einige unbedeutende Nachträge. 
Die drei genannten Weisthiimer befinden sich in den Gemeindeladen 
der betreffenden Dörfer. 

In den Osterferien besuchte ich die Gemeinden: Thiersee 

» 

L a n g k a m p f e n , K i r c h b ü c h e 1 , B r e i t e n b a c h , K u n d 1 und 
hielt Nachforschungen, konnte jedoch nur in der Gemeindelade zu 
Langkampfen eine Gemeindeordnung finden (ein Pergamentblatt 
in Gross-folio): „Wir Georg Rendl des Wolgebornen Herrn Herrn 
Carol Schürfens zu Schenwerd" etc. Schluss: „Beschehen den vier 
und zwainzigisten tag monats Februarii nach der allerheilig und 
seligisten geburd Jesu Christi im sechzechenhundert vier und 
zwainzigisten Jahr.'^ Auch spätere Nachforschungen gaben in diesen 
Gemeinden keine erfreulicheren Resultate. Dagegen war die Aus- 
beute in Brandenberg reichlich. Es fand sich das Dorfrecht im 
Original vor (Pergament, 1 Blatt in Folio v. J. 1434). 



Bericht üb. d. in Tirol i. J. 1867 angestellten Weisthümer-Forschunffen. 39 

Anfang: „Ich Stepfan Schelkoffer, die zeit richter zw Ratenberg 
des vesten und weisen Matheisen des Turüdl, die zeit meines gena- 
digen hern herzog Ludweigs pfallenz grafTe bei Rein, herzog in 
Bairen und graffe zw Martann, ich phfleger zw Ratenberg bechenn 
offenleich etc." 

Schluss: „Daz ist geschehen ann mantag nach sand Michels tag 
nach Kristi gepurd vierzechen hundert iar und in dem vier und dreis- 
sigsten iare." Eine Abschritt ist enthalten im Bestätigungsbriefe des 
KristofF Bienzenauer (1 Pergamentblatt in Folio). 

Anfang: „Ich Kristoff Bienznawer, des durchleuchtigen hochge- 
born fürsten und herrn Georgen Pfalzgrave bei Rein, Hertzog in 
nidern und obern Bairn, pfleger zu Ratenberg bechenn" etc. 

Schluss: „Das recht hat sich ergangen am pfinztag nach Pan- 
graci nach der geburd Christi, da man zallt vierzehenhundert und in 
dem drew und achtzigislen iare." 

Eine andere Copie enthält das Bestätigungsbuch (Pergament, 
18 Blätter in Folio v. J. 1716. Bl. 6'^ — O''). Die jüngste Abschrift 
im Bpstätigungsbuche (Pergament, 34 Blätter in Folio v. J. 1744. 
BI. 11'' — 17*^'). Ich benütze diese Gelegenheit, um dem Herrn Dr. 
Hintner für seine Güte meinen Dank hier öffentlich auszusprechen. 
Eine ()ffnung der Hofmark Li cht wer und Münster befindet sich 
der freundlichen Mittheilung des Dr. a\ Inama zufolge im Archive des 
Schlosses Lichtwer. Auch aus Fügen in Zillerthale ist mir das 
Vorhandensein einer Dorfordnung vom dortigen Herrn Bürgermeister 
Rasim angezeigt worden. Nachforschungen in Vomp und Eben 
erwiesen sich resultatlos. Es mag hier, ehe ich meinen Bericht über 
meine Forschungen in Unterinnthale für diesmal schliesse, noch 
bemerkt werden, dass sich in den Monumenta boica noch drei 
Weisthümer aus dem Unterinnthale finden, die J. Grimm nicht 
mittheilt. 

1. Jura Hofmarchiae Pillerseensis anno 1466. B. II, 102-108. 

2. Die ()frnung von Wildschoenauve, Rattfelden vnd in dem 
Sweug. B. II, 164—166. 

3. Die Öffnung in dem Leuchenthal. B. II, 514—520. 
Nachforschungen in den Gemeinden Götzens, Axams, 

Ranggen und Zirl blieben erfolglos. Am 12. August trat ich mei- 
nen Ausflug nach Oberinnthal und Vinstgau an , wo ich meine For- 
schungen meist von Erfolge sah. Leider fand ich in manchen Dörfern 



Z i n g e r I e 

die Vorstände nicht vor, so dass ich meine Reise fortsetzen musste, 
ohne in die Gemeindeladen Einsicht nehmen zu können. Es ist dess- 
halb eine Nachlese noch erforderlich. In der Gemeindelade in Ötz 
fand sich vor: „Abschrift der Ehehaft oder Gemeindeordnung für 
Öt/ errichtet im Jahre 1715" (Papier, 8 Blätter in Folio v. J. 
J843). 

Bl. l*". „Erstens. Gleichwie die uralte herrschaftliche Ehehaft 
verbietet» dasz keine Gemeinde befugt sei" etc. 

Bl. 8^ „Geschehen die contirmation den fünfzehenten Tag Monats 
Jänner im siebenzehenhundert fünfzehnten Jahr." 

Nachträge dazu vom 12. Mai 1836 befinden sich ebendort. 

Im Dorfe Sauten s fand ich in der: „Vormerkung über die im 
Kirchenarchive vorfindigen Schriften" verzeichnet. 

1. „Die alte Ehehaft oder Gemeinsschrift v. J. 1655 und 
1774« 

2. „Alte Gemeindeordnung v. J. 1685". 

Einsicht nehmen konnte ich nicht, jedoch wurde mir die Zusen- 
dung dieser Stücke versprochen. In der Gemeinde R o p e u fand sich 
kein Weisthum vor. 

In der Gemeindelade zu Wenns befindet sich: „Ehehaft der 
Wennser Gemainde." Abschrift. Papier, 16 Blätter in Fol. v.J. 1782. 

Bl. l'\ „Herr Richter, seit Ihr herkumen und seit gsessen, als Ihr 
unser Öffnung verhören wölt, so thuen wür auch zu wissen alle 
unsere recht, als wir die von alter her haben bracht von unser gene- 
digen herrschaft, von herzog Mainhart und von König Hainrich und 
von den grafen von Escheloch und von allen herren, die seider ge- 
wesen seind zu Tyrol." 

Bl. 16\ „Herr richter, wann ein schnee feilt, so mögen wir vor 
dem schnee abtreiben an die Püzen und nach dem schnee wieder auf. 
Das soll uns niemant weren. Das diese Abschrift dem vorgelegten 
Originali collationando gleichstimmend seie, wird amteshalber atte- 
stirt. Imst den 9"'" 9"^" 1782. 

In der Gemeindelade zu Arzl fand ich: „1686. Der Gemain 
und Nachperschaften Arzl , Waldt, Leins, Ried und Hochenasten der 
Herrschaft Ymbst gemachter Schluss und Ordnung wegen der herzue 
ziehenden fremden Maus- und Weibspersohnen und ihrer dargegen 
zu bezahlen habenden Einlagsgeltes." Papier, 5 Blätter in Folio. Dann 
eine Markt-Ordnung. Papier, 1 1 Bläüer in Folio. 



Bericht üb. d. in Tirol i. J. 1867 angestellten Weisthiimer-Forschungen. 41 

Bl. 1\ „Zu wissen sei mäniglichen als kurz verschiener zeit 
durch der nachbarschaft im Bizerthall" etc. 

81. IP. „Imst den 27. Juli 1791." 

Im Dorfe Stanz bei Landeck enthält die Gemeindelade: 
„1768. Gemeinsordnung, welche im zechend Stanz, wie vermelt, 
errichtet worden." Papier, 6 Blätter in Folio. 

Bl. 1^ „Actum Perfuchs den eilften tag monats December anno 
sibenzechenhundert acht und sechzig. Erstens solle man abseiten des 
ganzen zechenden die putzung deren wälderen , wo immer die 
zechentleuthe einiches holz gehacket" etc. 

In Landeck fand ich: 

1. Dorfordnung der Gemain und Nachperschaft zu Angadeir der 
Herrschaft Landegg. Papier, 10 Blätter in Kleinfolio v. J. 1638. 

Bl. l^ „Erstens und weilen zu diser wenig anger und wismede- 
auch gmaine aezung gehörig, als solle khainer merer vich" etc. 

Bl. 10*". „Beschechen den ain und zwainzigisten tag manatsMartii 
nachCristi geburdt im sechzechenhundert acht und dreissigisten iar." 

2. Dorfordnung für die ehrsame Gemeinde Angerdair, ISIS- 
Papier, 1 1 Blätter in 4o. 

3. 1641. Dorfordnung zu Perfuchs und Pruggen. Papier, 
23 Blätter in 4o. 

Bl. 1\ „Khundt und zu wissen sei angefiegt allermenigelichen 
offenlichen hiemit:" 

Bl. 2"". „Zum ersten, und damit dann dise Dorfordnung so vil 
bestendiger erhalten werden mige, solle albegen auf ain oder zwai 
iar aus den gemainslaithen ain Dorfvogt sambt zwen fierern firge- 
nomen, erweit und verpflichtet werden." 

BLIS"". „Beschechen zu Perfuchs den siebenden tag monats Mai 
nach Cristi gepurt im sechzechenhundert ain und vierzigisten iar." 
Die folgenden Blätter enthalten Nachträge aus den Jahren 1642, 
1652, 1677. 

In den Gemeindeladen zu Flies fand ich: 

1. „Das ist die ehaft, die die nachpawrn zu Flies haben und die 
an die Dinggassen daselbs gehorent und iarlichen inn elichen Dingen 
a geldent." Pergament, 8 Blätter in Folio. Sign. Nr, 7. 

Bl. 1''. Des ersten thund si ier gnadigen Herrschaft von Tyrol 
zu wissen iere alte recht und gewonheit, die sie ie und ie gehabt 
haben." 



42 Z i n g e r 1 e 

Bl. 6''. „Dise eliaft ist durch Weiizelaus Rott afeschriben wor- 
den anno domini xv. und xvii. iar. 

2. Abschrift dieser. Papier, 12 Blätter in Folio. Sign. Nr. 37. 

3. Zu wissen hienach volgente artikhl der dorfrecht ainer ersa- 
men gemaindt und nachparschaft in und außerhalb des dorfs 
der pfarr zu Fließ.« Papier, 7 Blätter in Folio. (17 Ihd.?) defect. 
Sign. No. 100. 

Bl. 1'^. „Zu dem ersten solle ainem dorfvogt zu Fliess iedes iahrs 
drei angesessen verstendig nachpern" etc. 

Bl. T\ „Also abgeret im namen der gemain durch Christan 
Knabl dorfvogt.'^ 

4. 1801. Gleichlautende Abschrift der neu errichten Dorf- und 
Gemeindeordnung Fliess betreffend. Papier, 32 Blätter in Folio. 

Die Dorfordnung v.J. 1.H46, die im Verzeichnisse der Gemeinde- 
schriften mit der Sign. No. 66 aufgeführt ist, konnte ich nicht 
auffinden. 

Im Gerichtsarchive zu Ried konnte ich die mir angezeigten 
Weisthümer nicht finden, da sie vermuthlich nebst andern Pergament- 
briefen vor einigen Jahren ausgeschieden worden sind. Dagegen ent- 
hält die Gemeindelade : 

1. Vidimierte Abschrift des gerichts Laudögg ehehaft de anno 
1548. Papier, 17 Blätter in Folio. Sig. No. 3. 

Bl. 1\ „Nota: das ist die ehehaft des gerichts ze Laudegkh an 
der gewohnlichen dinggassen ze Prug, die da die nachpauren und 
gemainschaft daselbs haben." 

„Item des ersten soll ein iegkhlicher pflöger oder ain richter an 
des pflegers statt dreistund in dem iar eleich taidung haben." 

2. Perger-dritl ehehaft. Papier, 11 Blätter in Folio. Sig. No. 11, 
Litt. T. t. t. Der Anfang lautet gleich mit der obigen Ehehaft. 

Bl. IP. „Beschechen den siben und zwainzigisten tagmonats Mai 
(als gehaltener und besessner ehehaft) nach der gnad- und frei- 
denreichen gehurt Cristi im sechzechenhundert vier und zwainzig- 
sten iahr." 

Von der Ehaft zu Pfunds war bisher nur der erste und letzte 
Artikel bekannt, v. Dr. Pfeiffers Bericht p. 26. 

Im dortigen Gemeindearchive fand ich nun eine vollständige 
Abschrift dieses alten Weisthums v. J. 1S86. Papier, 8 Blätter in 
Folio. Sig. No. I. 



Bericht üb. d. in Tirol i. J. 1867 angestellten Weisthümer-Forschungen. 4r3 

Bl. 1\ „Von Christi unsers lieben herrn geburt dreizechenhun- 
dert iar und darnach in dem driten iar." 

,,Iteni so ist die meidung elicher täding, als die gemaind zePhuns 
gemelt hat und auch also habend sie es geben geschriben unser gnä- 
digen herrschaft von Schlandersperg." 

Bl. 8^. „Beschehen zu Innsprugg den vier und zwainzigisten Tag 
Monats Martii anno sechs und aehzig, CristofF Ebner." 

Ein Pergamentblatt enthält: „Des Gerichts Pfundts fürgenomene 
Ordnung von wegen des wildbretschiessens v. J. 1571." Sign. N°. 28. 

Im Gemeinde-Archive zu Nauders fand sich die alte Ehehaft 
(s. Pfeiffer p. 24) nicht vor. Dagegen liegt dort ein Dorfbuch. Pa- 
pier 270 Seiten in 4o: „Satzungen der Gemeinde Nauders in Betreff 
ihrer wirthschäftlichen Angelegenheiten und der dabei von jedem 
Gemeindegliede zu beobachtenden Ordnung, welche am 3. März im 
J. 1817 von 24 eigens dazu ausgeschossenen Männern nach Anlei- 
tung des alten Gemeinsbuches verfasst, den dermaligen Zeitumstän- 
den und Bedürfnissen angemessen etc. worden sind." 

Im Gemeindearchive auf der Haid befinden sich: 

1. „Collationirte Abschrift der Ehehaft von Dorf und ersamber 
Gemaint Hait von anno 1436 und anno 1531." Papier, 15 Blätter in 4o. 

Bl, 1'\ „Wir Ferdinand von Gottes Gnaden" etc. 

Bl. 14''. „Geben zu Insbrugg am dreizehenten Tag des Monat 
Marty nach Christi geburt finfzehenhundert und im ain und dreissi- 
gisten, unserer reiche des römischen im ersten und der anderen im 
fünften jare." 

2. Gemeindsordnung für die Gemeinde Haid. Papier, 24 
Blätter in 4«. 

Bl. P. „In iedem Jahre am ersten Sonntag in der Fasten sollen 
sämmtliche Gemeindleute" etc. 

Bl. 24"*. „Beschechen im Schlosse Naudersberg am 4. October 
1798. Joseph Bungger k. k. Landrichter." 

Auch liegt dort ein Pergamentbrief, der die „Recht der Alp, 
Waid und Holzes in der Grauner Alp" v. J. 1587 enthält. 

In Burgeis konnte ich wegen Kränklichkeit des Bürgermeisters 
nicht Einsicht in die Gemeindelade nehmen. Herr Professor P. Cöle- 
stin Stampfer versprach mir das vorfindige Dorfrecht zu senden. In 
Schleis war kein Gemeinderecht in dem sonst reichlialtigen Gemeinde- 
archive zu finden. In Schlud er ns findet sich ein Dorfrecht vor. 



44 Z i n g e r I e 

Pergament, 12 Blätter in 4" aus dem 17. Jahrhundert. Der Anfang 
fehlt. 

Bl. 1\ „geht ain gemainer offener wasserwahl und steig. Vermig 
alten peirnpiechl ist zu sechen, und befindt sieh das durch dem Haus, 
so anjetzt Georg Viseher innen hat, ain offner steig, geeht zu erhaltung 
des Gwoyl wahles." 

Bl. 12'. „Es soll auch ain ieder Dorfmaister sein ambtes rai- 
tung acht tag nach st. Peters Stuelfeirtag ablegen , damit man solhe 
alsdann bei erhaltender clainer gmain vorlegen und publiciern khann, 
und wan solches nit bescbicht, solle der raithalter die doriber ergeende 
uncösten abzufiehren schuldig sein." 

In Eyers befindet sich ein Dorf buch. Papier, 42 Blätter in 
Quart. 

Bl. 1\ „Auf das all und iedes zur gresseren ehre und glori got- 
tes, dann zum besseren nuzen, flor und aufnam der gemeinde Eyers 
gereiche" etc. 

Bl. S\ „Disem nach wirdet auf Verlangen aller hienach zu benen- 
den gemaindsinteressenten alda einverleibet" etc. 

Bl. 17\ „So beschechen zu Eyrs von wohlbemelten richter An- 
ton Mathaeus Purtscherden 9. Febr. 1775." 

In Laas und Schiander s konnte ich wegen Verhinderung der 
Gemeindevorsteher nicht Zutritt zu den Archiven finden. Herr Neeb, 
k. k. Forstmeister in Bozen, hatte die Güte „Des löblichen Gericht 
Schlanders Gemaindesprach." Pergament, 9 Blatter in Folio, zuzusen- 
den. Die Handschrift gehört vermuthlich dem 16. Jahrhundert an und 
ist nur eine Abschrift des schon bekannten Weisthums, s. Pfeiffer 
p. 24. Aus Sehn als wurde mir die Zusendung des alten Gemeinde- 
rechtes versprochen. Herr Steiner, Studierender an der hiesigen 
philosophischen Facultät, welcher die Ferien in Schlanders zubrachte, 
erbot sich, die Forschungen in der dortigen Gegend anzustellen. 
Er begab sich nach Laas und fand dort im Gemeindearchiv: „Ge- 
maines Dorfpuech 1544," Pergament, 12 Blätter in 4«. 

Anfang: „Anno dominitaussend fünfhundert und im vier und viert- 
zigisten Jar am Montag von dem SunntHg Oeuli in der uasten ist das 
gemain Dorfpuech ainer Ersamen Gmain zu Las erriohtt und die ar- 
tikl etlich gebessert und etlich geleychtert von aim Ersamen Aus- 
schuss" etc. 



Bericht üb. d. in Tirol i. J. 1867 angestellten Weisthümer-Forschungen. 45 

ßl. 12*. „An den 20 Tag Monats Marty 1603 demnach nun etlich 
iar her in dieser Gemain Laas durch den hausgesessenen Inwoh- 
ner" etc. 

In einem Register der Urkunden des Archires zu Kortseh vom 
J. 1642 fand Herr Steiner verzeichnet: „Ain alte Ordnung, wie die 
Gemain gehalten und die Ühertrötter und Ausbleiber gepfenndt wer- 
den sollen." Dies Weisthum ist jedoch verschwunden. Dagegen be- 
finden sich dort 2 Waldordnungen. Die Eine v. J. 1442 in zwei Ab- 
schriften, die andere vom J. 1604 im Original. 

In der Gemeindelade zuVezzan liegt: „Gemain Ordnung so 
in . . . und Gemain Vezzan Gericht Schlanders entzwischen denen 
daselbstigen Gemains-Interessenten aufgericht worden." Papier, 11 
Blätter in Folio. 

Bl. 1\ „Actum Schlanders den letzten February anno sibenzehen- 
hundert ain und fünfzig." etc. 

„Nemblichen und erstens ist es eine aller Orthen khuudige, durch 
widerholte Augenschein erwisene Sach, das daß ganze dörfl und 
gütter mehrfältigen Lanstrichen ausgesetzt und dise umb so gefär- 
licher werden" etc. 

Schluss : „Und das zu wahren Urchund hat demnach der wohl- 
edle, vest und weise Herr Johann Anton Stainberger, richter der 
Herrschaft Schlanders und Probstey Eyrs, von amtswegen sein aignes 
Insigl (doch anderwärtig hieran unschädlich) hier fir gestölt und an- 
mit disen Aufsatz und Ordnung bester Massen verfertigt und becreff- 
tiget. Actum ut supra." 

In der Gemeindelade zu Goldrain fand Herr Steiner ein Dorf- 
buch der genannten Gemeinde. Pergament, 11 Blätter in 4^. 

Anfang: „Im Namen Jesu Christi unseres ainigen Haillandts, Er- 
lesers und Seligmachers. Amen. Beschlossen am zwaintzigisten Tag 
Monats Februarj nach der Geburth Christi im fünfzehenhundert drei 
und achtzigisten Jar." 

Schluss: „Zum Beschluss, Avann die Mayrleith zu Schanzen und 
Morter ausser Gottes gewalt und Herren-Geschäft nit das Ihrige ver- 
richten, was dieerzelte Paurschaft aufladet, der soll von der Gemainde 
um ein Muth Roggen gestraft werden." 

In der Gemi-indelade zu Morters fanden sich vor: 

1. Eine am 24. März 1734 vom Gericht Montani vidimirte Ab- 
schrift des Morterer Dorfbuches. Papier, 14 Blätter in Kleinfolio. 



46 Z i n g e r 1 e 

Anfang: „Sol diß hernach gemeldte Dorfpueeh durch die Ersambe 
Gemain und Nachtparschaft Morter aufgericht worden am fünfzehnten 
Tag Monats Mai-ty anno füiifzühenhundert sechs und sibenzigisten. An- 
fangs so solliärlichenamKhassonntag ain ungepottene Paurschaft sein, 
und da man erscheinen soll auf der Gassen zu Morter, es seyen haus- 
gesessene oder Inwohner, sovil die ganze Gemain und Nachtparschafft 
belang thuet, und wellicherauf gemeldten Tag nit erscheinet und nach- 
läßig erfunden wirt, der soll gestraft sein umb sechs Kreuzer". 

Schluss : „Beschliesslichen so soll diß gemeldt Üorfpuch alle 
Jar am Khassonntag der Gemain und NachtparschafTt firgelesen wer- 
den, damit sich ain Jeder wiss zu verhalten." 

2. Eine Abschrift des Goldrainer Dorfbuches, doch sehr lädirt. 
Anfang und Ende fehlt. Das noch Vorhandene (Papier, 18 Blätter in 
Kleinfolio) stimmt mit dem Original wörtlich überein. 

In Latsch fand Herr Steiner im Gemeinde-Archive eine vidi- 
mirte Abschrift des dortigen Dorfbuches. Papier, 134 Blätter in Folio. 
„Dorfbuech in der Gemeinde Latsch, welches im Jahre 1607 errich- 
tet worden". 

Anfang: „Ordnung des neuen aufgerichten Dorfbuchs, was bei 
einer ersamen Gmain von Punkt zu Punkt in allen auch ieden Ämtern 
zu verrichten und nach Verstand gebührlich fürgehalten sei" etc. 

Schluss: „Bescbehen den dritten Tag Monats Martj nach Christi, 
unseres lieben Herrn und Seligmachers freudenreich Geburth im 
sechzehenhundert siebenten Jar." 

Eine Abschrift ist im Besitze des Herrn Vorstehers Oberdörfer. 
^~" In der Gemeindelade izu Stäben fand er eine Art Ortspolizei- 
ordnung vom Jahre 1665. Papier, 4 Blätter in Folio. Herrn Steiner, 
der sich im Kreise seiner Heimat mit so schönem Erfolge der Weis- 
tbümerforschung gewidmet hat, sei hiermit mein Dank ausgedrückt. 

In der Umgebung von Meran, wo die Weisthümer der meisten 
Gemeinden schon verzeichnet waren, fand ich eine Ausbeute nur im 
Archive zu Algund. Ich verzeichnete dort: 

1. „Ainer ersamen gemainschaft Allgundt verfach- und auf- 
schreibpuech , wie die dorfrecht zu Albion an der Rin daselbs seit 
anno 1631 iars neben neu ersötzendem dorfmaister, tögneyen und 
andern gemainen ämbdern gehalten worden." Papier, 83 Blätter 
in Folio. 

Bl. 2^ „Actum Albion am Sontang als . . tag May anno 1632." 



Bericht üb. d. in Tirol i. .1. 1867 angestellten Weisthiimer-Forsclmnpen. 47 

Bl. 83\ „Den i8. Mai 1683.« 

2. „Dorfpuech der gemaind Algundt de anno 1673 — 1764." 
Papier, 336 Blätter in Folio. 

3. „Saltnerordnung 1778 fir löblicher gemeinde Algund, wie in- 
stehend zu erlössen." Papier, 4 Blätter in Folio. 

Meine Nachforschungen im Lana, Völlan und Tisens , so wie 
in den vier deutschen Gemeinden des Nonsberges hatten nur nega- 
tive Erfolge. Doch wurde mir überall zugesichert, dass man darnach 
weitere Nachforschungen halten, und im Falle eines günstigen Erfol- 
ges mir sogleich Nachricht geben werde. In Proveis wurde mir mit- 
getheilt, dass noch vor 70 Jahren Bigel (Thaiding) gehalten worden 
war. Ich konnte aber in der Gemeindelade kein Dorfrecht, wohl aber 
Briefe über Wunn und Waide finden. 

Herr Joseph Wieser, Studierender an der hiesigen philosophi- 
schen Facultät, benützte seine Ferienaustlüge im Unterinnthale und 
Wippthale, um meine Forschungen zu unterstützen. Leider machte 
auch er, wie ich und Herr Steiner, die unliebsame Erfahrung, dass die 
Herren Gemeindevorsteher gerade an jenem Tage abwesend sind, an 
dem man sie aufsucht. In Neustift im Stubaithale fand er keine 
Ausbeute, da das Archiv dort erst seit einigen Jahren besteht. In 
Gschnitz undTrins konnte er keine Einsicht in die Gemeinde- 
laden nehmen, da sowohl Seelsorger, als Vorsteher abwesend waren. 
In Obernberg fand sich kein Weisthum vor, jedoch wurden dort 
ehemals Bautädinge abgehalten, wie sich aus mehreren dort aufge- 
fundenen Urkunden ergibt. So heisst es in einer Urkunde Kaiser 
Maxmilians (1509), worin „Irrungen und Spann" zwischen den 
„Leuten gemainiglich ab dem Obernperg" und denen von Matrei 
beigelegt werden: „Zum Ersten von wegen der gemainen pauteding 
sol der Richter zu Matray alle Jar dreymalen, als in der Vassnacht, im 
Mayen und umb sand Marteins tag ungeverlichen, auf den Obernperg 
auf der leut und undtertanen daselbs ersuchen und begern, sich 
verfuegen und daselbs gemain pautading, wie sich gepurt, halten und 
besitzen; dagegen sol ainem yeden Richter die vier und zwainzigk 
pfundt perner mit sambt dem Heu und fueter, so unz her all wegen 
ainem richter deshalben gegeben ist worden, zuesteen und vervolgen. 
Und ob die undtertanen auf dem Obernperg ainest , oder zu merern 
malen solich gemain pauteding zu halten an den Richter nicht beger- 
ten, so suUe dannocht demselben Richter vorangezaigts gelt, Heu 



48 Z i n g: e r I e 

und fueter nicht destminder volligclichen zuesteen und vervolgen. Wo 
aber die undtertanen den Richter darumb anruefften und ersuechten, 
und derselb Richter darüber solche pauteding, wie obstet, nicht hielt, 
so sulle dem Richter an dem gelt, heu und fuetter, so offt Er die 
pauteding auf Ir ersuechen nicht halten und besitzen wurd, allwegen 
der drittail abgezogen und nicht bezalt werden" etc. 

Im Archive zu Vi naders fand sich kein Weisthum vor. In 
Gries und Gossensass waren die Gemeindevorsteher abwesend. 
In Eben im Unterinnthale entdeckte Herr Wieser zwar kein Dorf- 
recht, doch eine Waldordnung vom Jahre 1723 (Papier, 32 Blätter 
in Folio). 

In St. Jodok im Schmirnthale und in St. Margaret hen 
im Unterinnthale wurde Herrn Wieser von Priestern die freundliche 
Zusicherung ertheilt, sie wollten weitere Nachforschungen halten 
und ihm die Resultate mittheilen. 

Meine Forschungen in Müh lau, Arzl, Rum blieben erfolglos. 

Aus Völs im Eisackthale, das ich im Jahre 1866 selbst besucht 
hatte, theilte Herr Cooperator Ludwig Tschurtschen thaler 
mit, dass er trotz seiner spätem eifrigen Nachforschungen kein 
Dorfrecht, wohl aber einen „Albmbrief auf Schalernes v. J. Iö63" 
(4 Pergamentblätter in Folio) vorfand. Herr Schindlholzer, 
Pfarrer in Kundl, kam in seiner Gemeinde auch nur zu einem 
negativen Resultat. Beiden hochwürdigen Herren sei für ihre Be- 



"& 



mühungen mein Dank gesagt. 

Der hocliw. Herr Georg Lettenbichler, Vicar in Hart, der 
sieb um vaterländische Alterthumskunde schon viele Verdienste er- 
worben, hat seine Unterstützung bei unsern Forschungen freundlichst 
zugesagt. Wie im vorigen Jahre Herr Anton Graf von B r a n d i s 
seine reiche Sammlung von Weisthümern zur Benützung in Aussicht 
gestellt hat, so verdient Herr Ferdinand Baron von Giovanelli 
in Hörtenberg bei Bozen durch seine grosmüthige Unterstüt- 
zung unserer Forschungen unsern wärmsten Dank. Der Herr Baron 
übersandte uns ausser vielen Statuten aus Wälschtirol Abschriften 
folgender Weisthümer: 

1. Dorfrecht und Saltnerei der Gemeinde Schön na v. J. 1509. 
1 '/a Bogen in 4«. 

2. Statut von Vahrn bei Brixen. 41 Seiten in 4o. 

3. Statut von Wangen bei Bozen. 22 Seiten in 4». 



Bericht üb. d. in Tirol i. .1. 1867 nnffesfellten Weisthümer-Forschrniffen. 



49 



4. Des Gerichtes Wangen Statuten und habende Freyhaiten 
anno 1338. Mit Nachträgen von 1451, 1484, 1491. 33 Seiten in 4o. 

5. Der Gemainschaft ze Kaltar Statut und Recht. 18 Blätter 
in 4", und eine zweite Abschrift in 17 Halbbogen. 

6. Landsprach von Sc hl anders, circa 1400. 6 Blätter in 4». 
7. Des. .Gerichts Schi anders Landsprach. 1490.6Blätter in4o. 

8. Ordnung des Vischens und Jagens im Gericht Schlanders 
und Brobstey Eyrs. 1631. 8 Blätter in 4o. 

9. Fischerei-Recht der Gemeinde Latsch. 1742.1 Blatt in 4». 

10. Die Recht und Gesätz des Perges und Gerichts Vill anders. 
(Nach einer Handschrift zu Trostbnrg.) 17 Halbbogen in Folio. 

11. Die Recht und Gesäz des Bergs und Gerichts Mölten, Särn- 
thal. Ritten und Villanders. 22 Bogen in Folio. 

12. Die Statuten der Stadt Bozen, auch für die Landgemein- 
den Gries und 12 Molgreien. 1476. 1556. 44 Blätter in Folio. 

13. Ainer Ehrsamen Gemain und Nachperschaft zu Schleus 
Gemain-Puech. 10 Bogen in Folio. 

14. Mort'rer DorfTpuech. 1576. 7 Bogen in Folio. 

15. Der Gemain Tärtsch Dorfpuech vnd peinliche Recht. 
1716. 17 Bogen in Folio. 

1 6. Statut der Leute des Lechthals, der Almsaßen zu Tannheim 
und in Allgau. 1416. i/g Bogen in Folio. 

Zum Schlüsse gebe ich wieder ein Verzeichniss der Orte, deren 
Weisthiimer uns bekannt sind. 



1. 


Absam. 


IS. 


Brandenberg. 


2. 


Algund. 


16. 


Büchelbach. 


3. 


Alrans. 


17. 


Buchenstein. 


4. 


Altenburg bei Kaltem. 


18. 


Bnrgeis. 


S. 


Altrasen. 


19. 


Enneberg. 


6. 


Ampass. 


20. 


Eyers. 


7. 


Angedair. 


21. 


Flies. 


8. 


Aiiget (s. Grimm IIF, 720). 


22. 


Fügen. 


9. 


Aiitholz. 


23. 


Galthür und Ischgl 


10. 


Arzl in Oberinnthal. 


24. 


Gnadenwald. 


11. 


Ascliau (Gericht Ehrenberg). 


2S. 


Göflan. 


12. 


Ascliau (Gerieht Zell). 


26 


Goldrain. 


13. 


Axams (s. Grimm III, 72S). 


27. 


Haid. 


14. 


Biberwier. 


28. 


Haimingen. 


Sitzb. d. phil.-bist. Cl. LVIll. Bd. I. Hft. 




4 



50 


Z i 11 g 


e r I e 




29. Heiterwang'. 




67. 


Pill. 


30. Hocheppan. 




68. 


Pillersee. 


31. Hopfgarten. 




69. 


Pfunds. 


32. Hörtcnberg. 




70. 


Rathfeld bei Rattenberg. 


33. Inist. 




71. 


Rattenberg. 


34. lenesien. 




72. 


Reutte. 


35. St. Johann. 




73. 


Ried. 


36. Kaltem. 




74. 


Rietz. 


37. Kolsass. 




75. 


Rindermarkt (Lienz). 


38. Kuens. 




76. 


Ritten. 


39. Kiifstein. 




77. 


Röschen. 


40. Laas. 




78. 


Sarnthal. 


41. Laatseh. 




79. 


Sautens. 


42. Laien (Grimni 


ni, 733). 


80. 


Schenna. 


43. Lang-kanipfcn 




81. 


Schlanders. 


44. Langtaiifers. 




82. 


Schleiss. 


45. Latsch. 




83. 


Schlinig. 


46. Laiuleg'g'. 




84. 


Schluderns. 


47. Lechthal. 




85. 


Schnals. 


48- Leng-berg-. 




86. 


Serfans. 


49. Leukenthal. 




87. 


Silz. 


50. Lüsen. 




88. 


Sonnenburg. 


51. Mais. 




89. 


Stams. 


52. Martell. 




90. 


Stans. 


53. St. Martin in 


Passeier. 


91. 


Stanz. 


54. Matsch. 




92. 


Sterzing. 


55. Ober-Micniinj 


?en. 


93. 


Stilfes. 


56. Unter-Miemin 


g-en. 


94. 


Stumm (Grimm III, 726) 


57. Michelsburg-. 




95. 


Sulden. 


58. Mils. 




96. 


Tarsch. 


59. Mölten. 




97. 


Tartsch. 


60. Münster. 




98. 


Telfs. 


61. Morters. 




99. 


Terfens. 


62. Nauders. 




100. 


Thaur. 


63. Ötz. 




101. 


Thurn an der Gader. 


64. Fariscliins. 




102. 


Tösens. 


Od. Passeier. 




103. 


Truden. 


6ü. I'erfuchs- 




104. 


Tschengels. 



Bericht üb. d. in Tirol i. J. 1867 angestellten Weisthümer-Forsehungen. 5 1 



105. 


Tyrol. 






115. 


Wildermiemingen. 


106. 


Umhausen i 


:Grimm 111,734). 


116. 


Wildschönau. 


107. 


Vals und 


Valtmar , 


Alm- 


117. 


Zams. 




Ordnung. 






118. 


Bludenz. 


108. 


Vezzan. 






119. 


Blumeneck. 


109. 


Villanders. 






120. 


Bregenzerwald. 


110. 


Vomp. 






121. 


Gaisau. 


111. 


Weer. 






122. 


St. Johann Höchst 


112. 


Weerberg". 






123. 


Lustenau. 


113. 


Wens. 






124. 


Montafun. 


114. 


Wiesing. 











Verzeichuiss der eiugegaugenen Druckschriften. o3 



VERZEICHIVISS 

DER EINGEGANGENEN DRÜCKSCHRIFTEN. 

(JÄNNER 1868.) 

Academie Imperiale des Sciences de St. Petersbourg : Memoires. 
Tome XI, Part 2, u. Tome XII, Part 1. St. Petersbourg, 
1867; 80. (Russisch.) 

— — des Sciences, Beiles -Lettres et Arts de Lyon: Memoires. 
Classe des Sciences: Tome XV*. Lyon et Paris, 1865—1866; 4o. 

Accademia delle Scienze dell' Istituto di Bologna: Memorie. 
Serie II. Tomo VI, Fase. 4. Bologna, 1867; 4o. 

Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss., zu Berlin: Monats- 
bericht. August 1867. Berlin; 8o. 

— Koninkl. , van Wetenschappen te Amsterdam: Verslagen en 
Mededeelingen. Afdeeling Letterkunde. X. Deel. Amsterdam, 
1866; 8«. — Processen-Verbaal. Afd. Natuurkunde. 1866 — 
1867; 8o. — JaarLoek. 1866. 8o. 

American Journal of Science and Arts. Vol. XLIV, Nrs. 130 — 132. 
New Haven, 1867; 80. 

Bericht des akademischen Lesevereins zu Prag. 1866 — 1867. 
Prag, 1867; 80. 

Claretta, Barone Gaudenzio, Storia della Reggenza di Christina di 
Francia, Duchessa di Savoia. Parte 1\ Torino, 1868; 80. — 
Memorie storiche intorno alla vita ed agli studi di Gian Tom- 
masoTerraneo, di Angelo Paolo Carena e di Giuseppe Ver- 
nazza. Torino, 1862; 8». — Di Giaveno Coazze e Valgioie, 
cenni storici. Torino, 1859; 8». — Notizie storiche intorno alla 
vita ed ai tempi di Beatrice di Portogallo, Duchessa di Savoia. 
Torino, 1863; 8». — Vita di Maria Francesca Elisabetta di Savoia. 



o4 Veneichniss der eingeg'angenen Druckschriften. 

Nemours, Regina di Portogallo. Torino, 1865; 80. — II Pre- 
sidente Gian Francesco ßellezia Torinese. Torino, 1866; S^. 

Genootschap, Bataviaasch, van Künsten en Wetenschappen : Ver- 
handelingen. Deel XXXII. Batavia, 1866; 4o. — Tijdschrift 
voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde. Deel XIV, Aflev. 
5 & 6; Deel XV, AHev. 1—6; Deel XVI, Aflev. 1. Batavia. 
's Hage, 1864, 1865 & 1866; 8. — Notulen. Deel. II, Aflev. 
1—4; 4; Deel III, Aflev. 1—2; Deel IV, Aflev. 1. Batavia» 
1864, 1865 & 1866; 80. — Catalogus der Bihliotheek. Bata- 
via, 's Hage, 1864; 80. 

Ger ding, Th., Geschichte der Chemie. Leipzig, 1867; S". 

Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Neuere Zeit. 
VII. Band: Geschichte der Ästhetik in Deutschland von Her- 
mann Lotze. München, 1868; 8». 

Gesellschaft, Deutsche morgenländische: Zeitschrift. Supplement 
zum XX. Band: Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1859 
bis 1861. Leipzig, 1868; 80; XXL Band, 4. Heft. Leipzig, 
1867; 80. 

— der Wissenschaften, zu Leipzig: Abhandlungen der philolog.- 
histor. Classe. V. Band, Nr. 3. Leipzig, 1867; 4«». — Berichte 
über die Verhandlungen der philolog.-histor. Classe. XVIII. Bd., 
Nr. 4; XIX. Bd., Nr. 1. Leipzig, 1866 und 1867; 80. 

— — Obei'lausitzische: Neues Lausitzisches Magazin. XLIV. Bd., 
1. Heft. Görlitz, 1867; 8». 

Gi essen, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften. 1865 — 

1867. 40 & 80. 
Haast, Julius, Report on the Headwaters of the River Rikaia. Christ- 

churcli, 1867; kl. Folio. 
Halle, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften aus dem 

Jahre 1867. 4« & 8«. 
Hamelitz. VIL Jahrgang, Nr. 45 — 49. Odessa, 1867; 4o. 
Helsingfors, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften : 1865 

& 1866. 40 & 8«. 
Istituto, R., Veneto, di Scienze, Lettere et Arti: Memorie. Vol. XIII. 

Parte 3. Venezia, 1867; 4». — Atti. Tomo XII, Serie 111% 

Disp. 10». Venezia, 1866—1867; 80. 
Keiblinger, Ign. Fr., Geschichte des Benedictiner- Stiftes Melk. 

U. Band, 8. & 9. Heft. (Mit Unterstützung der kais. Aka- 



Vei'zeichniss der eingeg-angenen Druckschriften. OiJ 

deniie der Wissenschaften in Wien herausgegeben.) Wien, 

18G7; 80. 
MTar bürg, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften. 1866 — 

1867. 40 & 80. 
Mittheilungen der k. k. Central-Commission für Erforschung und 

Erhaltung der Baudenkmale. XII. Jahrgang. September — 

October. Wien, 1867; 4«. 

— aus J. Perthes' geographischer Anstalt. Jahrgang 1867. XII. Heft. 
Gotha; 4». 

Piaggia, Giuseppe, Barone di Santa Marina, Nuovi studj sulle 

memorie della cittä di Milazzo e nuovi principj di scienza e 

pratica utilita. Palermo, 1866; 4". 
Revue des cours scientifiques et litteraires de la France et de 

l'etranger. V Annee, Nrs. 2 — 7. Paris & ßruxelles, 1867 — 

1868; 40. 
Schuler-Libloy, Fried., Deutsche Rechtsgeschichte. (2. Auflage.) 

Wien, 1868; 8». 
Societe litteraire , seientifique et artistique d'Apt : Annales. 

III" Annee. 186S — 1866. Apt, 1867; 8». 
Society, The Anthropological, of London: The Anthropological 

Review. Nrs. 18 — 19. London. 1867; 8». — List of Fellows. 

1867; 80. — Catalogue of Books. 1867; 8». 

— the Royal Geographical, of London: Proceedings. Vol. XI, 
Nr. 6. London, 1867; 80. 

— the Asiatic , of Bengal : Bibliotheca Indica. Old Series. 
Nr. 218-219; New Series: Nr. 99—109 Calcutta, 1866 & 
1867; 80. 

Statistik der Volkswirthschaft in Nieder-Österreich 1855 — 1866. 
Herausgegeben von der Handels- und Gewerbekammer in Wien. 
n. Band. Wien ; 80. 

Upsala, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften 1866 & 
1867. 80, 4« & Folio. 

Verein, historischer, für Steiermark: Mittheilungen. XV. Heft. 
Graz, 1867; 8". — Beiträge zur Kunde Steiermark. Geschichts- 
quellen. 4. Jahrgang. Graz, 1867; 8». 

— für Geschichte der Mark Brandenburg: Chronologisches Register 
zu sämmtlichen Bänden des Novus Codex diplomaticus Bran- 



ö6 Verzeichniss der eingeg-aiigeiien Druckschriften. 

denburgensis. Band I. Berlin, 1867; 4o. — Namensverzeicli- 
niss zu sämmtlichen Bänden desselben Codex. I. Band. Berlin » 
1867; 4o. 

Verein, Serbisch-literarischer, zu. Belgrad: Serbische Volkslieder 
aus Bosnien und der Herzegowina. Belgrad, 1867; 8». 

Weber, A., Über ein Fragment der Bhagavati. II. Theil, 2. & 3. 
Abschnitt. (Abhandlungen der K. Preuss. Akademie der Wissen- 
schaften zu Berlin, 1866.) Berlin, 1867; 4o. 

Wein hold, Karl, Bairische Grammatik. Berlin, 1867; 8«. 



S7 



SITZLINGSBERICHTE 



DER 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOSOPHISCH -HISTORISCHE C LASSE. 



LYIII. B4^D. II. HEFT. 

JAHRGANG 1868. — FEBRUAR. 



Commissionsbericht. O" 



SITZUNG VOM 5. FEBRUAR 1868. 



Das w. M. Herr Dr. August Pfizmaier legt eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor : „Reichthum und 
Armuth in dem alten China". 



SITZUNG VOM 12. FEBRUAR 1868. 



Der Präsident legt namens der historischen Commission eine 
für das Archiv bestimmte Abhandlung des Herrn AI. Huber vor, 
betitelt: „Das Grab des heil. Rupert". 

Das w. M. Herr Dr. A. v. Meiller legt eine für die Denk- 
schriften bestimmte Abhandlung vor „über das von Anselm 
Schramb (1702) und Hieronymus Pez (1721) veröffentlichte 
Breve Chrotiicon Austriacum, auctore Conrado Wizzenberg ahhate 
Mellicense^ . 



ßQ Commissionsbericht. 



SITZUNG VOM 19. FEBRUAR 1868. 



Der Secretär legt vor Herrn Prof. Dr. H. Kiepert's Rein- 
zeicliniing der Karte, welche der im XV. und XVI. Bande der 
Denkschriften enthaltenen Abhandlung des k. k. Generalconsuls 
G. von Hahn: „Reise durch die Gebiete des Drin und Wardar" 
beigegeben werden soll. 

Das w. M. Herr Archivar Dr. A. v. Meiller setzt den in der 
Sitzung vom 12. d. M. begonnenen Vortrag über das Chronicon 
Conradi de Wizzenberg fort. 



Pfizmaier, Reichthum iinri Armiith in dem alten China. 61 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 

Von dem wirkl. Mitgliede Dr. A. Pfizmaier. 

Die vorliegende Abhandlung erhält eine Reihe seit den ältesten 
Zeiten bis zu dem Hause Sung vorkommender denkwürdiger Bei- 
spiele von Reichthum und Armuth, wobei nicht allein BegrifT und 
Ausdehnung, sondern auch die Ursachen der beiden hier genannten 
Zustände näher erläutert werden. 

Was vorerst den Reichthum betrifft, so wird derselbe allgemein 
nach Zehntausenden oder nach Pfunden berechnet. Ein Pfund Goldes 
hat nämlich den Werth von zehntausend kleinen Kupfermünzen, was 
übrigens nur als eine beiläufige Schätzung zu betrachten ist , indem 
zu verschiedenen Zeiten auch eine grössere oder geringere Anzahl 
Kupfermünzen einem solchen Werthe entsprach. Selbst in den Fäl- 
len, in welchen Pfunde wirklichen Goldes erwähnt werden, soll, 
nach der Meinung Einiger, ebenfalls nur der entsprechende Kupfer- 
wei'th zu verstehen sein. 

Die Quellen des Reichthums sind Viehzucht, Ackerbau, Bergbau 
und das Schmelzen der Metalle, Kaufhandel, Schenkungen von Seite 
des Herrschers, hohe Ämter, glückliche Berechnung, Zufall. 

Die Ursachen der Armuth, in so weit dieselben angegeben wer- 
den, sind: arme Geburt, ausschliessliche Beschäftigung mit alten 
Studien, Freigebigkeit, Uneigennützigkeit, Eigensinn, Unabhängig- 
keitssinn. 

Bei der Armuth lassen sich selbstverständlich mehrere Abstu- 
fungen erkennen. Die Merkmale der niedrigsten Stufen sind ein ver- 
nachlässigtes Haus, mangelhafte Kleidung und Nahrung. 

Die Begriffe der Armuth stimmen mit den unserigen nicht immer 
überein. So gilt derjenige, der keinen Wagen besitzt und zu Fusse 



62 P f i E ro a i e r 

geht, für arm. Ein Armer ist, wer dreissig Morgen Reisfelder und 
ein Wohnhaus, oder zehntausend Stücke Kupfermünzen und einhun- 
dert dreissig Morgen Felder besitzt. 

Ein Anhang zu der Abhandlung liefert geschichtliche Angaben 
über die der Armuth verwandten Übel : Elend, Kälte, Hunger. 



Das Buch der Schang sagt: 

Von den fünf Glückseligkeiten heisst die zweite : der Reichthum. 

In den Gedichten von Mao heisst es : 

Man sehe, auf wessen Haus sich die Raben setzen i). 

In der Erwähnung der Gebräuche heisst es : 

Der Gelehrte hält Gold und Edelsteine nicht für kostbar, son- 
dern Redlichkeit und Treue hält er für kostbar. Er fleht nicht um 
Land und Erde, er hält die Begründung der Gerechtigkeit für Land 
und Erde. Er fleht nicht um viele Vorräthe, er hält die vielen Schrif- 
ten für Reichthum. 

In denselben Erwähnungen der Gebräuche heisst es: 

Fragt man nach dem Reichthum des Gebieters eines Reiches, 
so zählt man die Länder, indem man antwortet. Es ist dasjenige, was 
die Berge und Sümpfe hervorbringen. Fragt man nach dem Reich- 
thum eines Grossen, so sagt man: Er besitzt das Amt eines Vor- 
stehers, Einkünfte und Gewalt. Seine Opfergeräthe und seine Kleider 
werden nicht ausgeliehen. Fragt man nach dem Reichthum eines 
bevorzugten Mannes, so nennt man in der Antwort die Wagen. Fragt 
man nach dem Reichthum eines gemeinen Menschen, so zählt man 
die Hausthiere, indem man antwortet. 

In den Überlieferungen von Tso heisst es : ♦ 

Der Fürstenoheim Wen-tse von Wei erschien an dem Hofe 
und bat, dem Fürsten Ling Geschenke machen zu dürfen. Als er 
sich zurückzog, besuchte er den Geschichtsschreiber Thseu und 
meldete ihm dies. Der Geschichtsschreiber Thseu sprach: Du ge- 
räthst gewiss in Unglück. Du bist reich, der Landesherr ist habsüch- 
tig, die Schuld wird sich dir anhängen. 

Wen-tse sprach: Der Landesherr hat es mir bereits erlaubt. 
Wie kann dieses sein? 



^) Die Raben setzen sieh auf das Haus des Reichen. 



Reiehthum und Arniuth in dem alten China. 63 

Der Geschichtsschreiber Thseii sprach: Dies schadet nichts. 
Wenn du dich als Diener benimmst, kannst du entkommen i). Wer 
reich und fähig ist, sich als Diener zu benehmen, entkommt gewiss 
dem Unheil. Mo 2) ist hochmüthig, er wird zu Grunde gehen. 

In denselben Überlieferungen von Tso heisst es: 

Sse-thai von Tsching war reich und übermüthig. Er machte zu 
Günstlingen die Grossen des Reiches. Dabei stellte er beständig die 
Wagen und die Kleider eines Reichsministers in seiner V^orhalle zur 
Schau. Die Menschen von Tsching warfen auf ihn einen Hass und 
tödteten ihn. 

In dem Sse-ki heisst es: 

I-tün beschäftigte sich mit der Gewinnung des Salzes. Nach- 
dem das Salz hervorgekommen, wurde ihm gestattet, in den Um- 
gebungen von Han-tan das Schmelzen der Metalle als ein Geschäft 
zu betreiben. Sein Reiehthum kam demjenigen der Könige gleich. 

Lo von U-schi 3) war ein Viehhirt und Verkäufer im Grossen. 
Er verschaffte sich Leinenwaaren und sandte sie durch Zwischen- 
träger an den König der westlichen Fremdländer. Der König der 
westlichen Fremdländer gab ihm dafür das Doppelte des Werthes. 
Das Besitzthum Lo's häufte sich derart, dass er zuletzt durch Thal er 
die Menge seiner Rinder und Pferde bemass. Der Kaiser des Anfangs 
aus dem Hause Thsin befahl , dass Lo den belehnten Landesherren 
gleichgestellt werde. 

Der Vorfahr der Witwe Tsing fand eine Menniggrube, deren 
Ertrag er ausschliesslich für sich in Anspruch nahm. Durch mehrere 
Geschlechtsalter hatte auch das Haus nichts davon ausgegeben. Die 
Witwe Tsing verstand es, sich in ihrem Geschäfte zu behaupten. 
Sie schützte sich durch ihr Vermögen und Niemand that ihr etwas 
zu Leide. Der Kaiser des Anfangs aus dem Hause Thsin hielt sie 
für ein lauteres Weib und behandelte sie wie einen Gast. Er baute 
für sie die Erdstufe Niü-hoai-tsing-tai *). 



1) Wen-tse hatte sich trotz seines Reichthums ehrerbietig benommen, aber er hatte 

sich nicht zu einem Diener erklärt. 
*) Mo ist der Fürstenoheim Mo, der Sohn Wen-tse's. 

•) U-schi ist der Name eines zu dem Kreise Ngan-ting gehörenden Districtes. 
*) Niü-hoai-tsing-tai, die Erdstufe „unter den Weibern Tsing im Busen tragen". 



64r Pfizmaier 

Lo war der Eingeborne einer Landstadt und ein Ältester der 
Hirten. Tsing war die Witwe eines erschöpften Bezirkes. Die Behand- 
lung, die ihnen zu Theil ward, war einem Reiche von zehntausend 
Wagen zum Trotz, ihr Name ward in der Welt offenkundig. Wie 
sollte dies nicht des Reichthums willen geschehen sein? 

Dasselbe Sse-ki sagt : 

Wo man durch die Armuth nach Reichthum trachtet, ist der 
Ackersmann weniger als der Handwerker. Der Handwerker ist weni- 
ger als der Kaufmann. Buntes Stickwerk verfertigen ist >veniger als 
an die Thore des Marktes sich lehnen. Dies besagt, dass die letzten 
Beschäftigungen die Tauschwaare des Armen sind. Der Reichthum 
ist das, was der Mensch gemäss seiner inneren Eigenschaft nicht 
lernt, was aber in Gemeinschaft offenkundig ist. Jetzt gibt es Men- 
schen, die Abgaben und Ehrengehalle nicht in Empfang nehmen, die 
in Städte der Lehensstufe nicht eintreten, die aber mit solchen, bei 
denen dies der Fall ist, zu vergleichen sind. In dem höchsten Befehle 
heisst dies: ein einfaches Lehen. 

Das Sse-ki sagt ferner: 

Der Vorfahr Tschö-schi's war ein Eingehorner von Tschao. Der- 
selbe wurde durch das Schmelzen des Eisens reich. Als Thsin das 
Reich Tschao vernichtete, bestimmte man Tschö-schi zur Über- 
siedlung. Tschö-schi wurde somit gefangen genommen. Er und seine 
Gattin schoben auf dem Wege allein einen Handwagen und wandel- 
ten zu dem Orte der Übersiedelung. 

Unter den Gefangenen hatten wenige ein erübrigtes Gut. Sie 
wetteiferten, in Begleitung der Angestellten einen nahen Ort zu 
suchen. Sie erlangten durch Wahrsagung, dass sie sich in Kia-meng 
niederlassen sollen. Bloss Tschö-schi sprach: Dieser Landstrich ist 
schmal und unfruchtbar. Ich habe gehört, dass an dem Fusse des 
Berges Min, unter den bewässerten Strecken Zehrwurzel wächst. 
Bis zu dem Tode leidet man daselbst keinen Hunger. Das Volk und 
die Handwerker vertauschen sie auf dem Markte. — Er verlangte 
daher, dass man ihn in eine ferne Gegend übersiedeln lasse. 

Man brachte ihn nachLin-ngang, worüber er grosse Freude hatte. 
Er hämmerte und schmolz sofort auf den Eisenbergen Metalle und 
rechnete in seinen Unternehmungen auf das Volk von Tien und 
Scho. Sein Reichthum war zuletzt so gross, dass er tausend Knechte 



Reichthum und Arrouth in dem alten China. 65 

besass. Seine Freude an Feldern, Teichen, am Pfeilschiessen und an 
Jagden war derjenigen der Gebieter der Menschen ähnlich. 

Tsching-tsching war ein Übersiedeiter Gefangener aus Schan- 
tung. Er schmolz ebenfalls Eisen und trieb unter den Völkern, 
welche das Haupthaar in Gestalt einer Mörserkeule flochten , Kauf- 
handel. Sein Reichthum kam demjenigen Tscho-schi's gleich, und er 
wohnte so wie dieser in Lin-ngang. 

Das Buch der Han sagt : 

Nachdem Ning-tsching gestraft worden, schnitt er sich eine 
falsche Beglaubigungsmarke und trat aus dem Gränzpass. Er kehrte 
in sein Haus zurück und sprach: Wenn man es im Dienste nicht bis 
zu zweitausend Scheffeln bringt, wenn man es im Handel nicht zu 
tausendmal Zehntausenden bringt, wie wäre man da mit einem Men- 
schen zu vergleichen? — Er pachtete jetzt über tausend Joch an den 
Dämmen gelegener Felder und lieh sie armen Leuten, wobei er sich 
die Dienstleistungen von mehreren tausend Händen verschafl'te. Er 
hatte ein Erträgniss im Werthe von mehreren tausendmal Zehn- 
tausenden und trat endlich als Schirmgewaltiger auf. 

Dasselbe Buch der Han sagt : 

Als Hiao, König von Liang , noch nicht gestorben war , berech- 
nete man sein Vermögen nach zehntausendmal Zehntausenden , und 
es war nicht möglich, alles zu zählen. Als er starb, betrug das übrig- 
gebliebene gelbe Gold der Lagerhäuser und Versammlungshäuser noch 
immer viertausendmal zehntausend Pfund. Die anderen Güter standen 
in demselben Verhältnisse. 

Das Buch der Han sagt: 

Tschang-ngan-schi war, was seine ehrenvolle Stellung betrifft, 
ein Fürst und Lehensfürst. Die Städte, die zu seinem Unterhalte an- 
gewiesen wurden, enthielten zehntausend Thüren des Volkes. Dessen 
ungeachtet kleidete er sich in grobe schwarze Leinwand. Seine 
Gemalin wob mit eigener Hand. Die siebenhundert Knechte seines 
Hauses besassen Fertigkeiten und verrichteten eine Arbeit. Indem er 
sich im Innern mit der Hervorbringung von Gegenständen befasste, 
sammelte er das Feine und Unscheinbare haufenweise. Aus diesem 
Grunde war er im Stande, seine Waaren zu vervielfältigen , und er 
war reicher als der grosse Heerführer Kuang. 

Das Buch der Han sagt ferner: 

Sitzlj. d. phil.-hist. Cl. LVUl. Bd. 11. Hft. S 



66 P f i z m a i e r 

Weii-kiün, die Tochter Tschö-schi's, entlief zu Sse-ma-siang-ju, 
und dieser kehrte mit ihr nach Tsching-tu zurück. In dem Hause 
standen bloss die vier Wände. Siang-ju begab sich mit ihr nach Lin- 
ngang. Daselbst verkaufte er alle Wagen und Pferde, und Hess Wein 
auftragen. In dem Einkehrhause erhielt Wen-kiün die Weisung, in 
dem Weinkeller zu verbleiben. Siang-ju legte Gürtel und Hemd an, 
und wusch , indem er unter die Taglöhner sich mengte , die Gefässe 
auf dem Markte. Tscho-wang-sün schämte sich dessen. Er verschloss 
das Thor und trat nicht heraus. 

Die Brüder sprachen zu Wang-sün : Du hattest einen Sohn und 
zwei Töchter. Was ihnen mangelte, waren nicht die Güter. Jetzt 
hat Wen-kiün bereits ihren Leib an Sse-ma-tschang-king verloren. 
Tschang-king ist durch Wanderungen ermüdet. Er ist zwar arm, 
allein die Begabung dieses Menschen reicht hin, um sich auf sie ver- 
lassen zu können. Auch hast du ihn deinen Gast sein lassen. Wie 
kannst du ihn auf diese Weise beschämen? 

Wang-sün wusste sieh nicht anders zu helfen, als dass er Wen- 
kiün mit hundert Knechten, mit hundertmal zehntausend Kupfer- 
stücken, ferner mit den Kleidern, welche sie zur Zeit ihrer Vermälung 
getragen, und mit werthvollen Gegenständen betheilte. Wen-kiün 
kehrte wieder mit Siang-ju nach Tsching-tu zurück. Sie kaufte ein 
Haus und machte es zum Wohnsitze eines reichen Mannes. 
Das Buch der Han sagt : 

Der Kaiser hiess Jemanden, der sich auf die Beobachtung der 
Menschen verstand, Teng-thung beobachten. Der Mann sprach: Er 
wird in Armuth Hungers sterben. — Der Kaiser sprach: Es steht aber 
in meiner Macht, Thung zu bereichern. Warum sprichst du von 
Armuth? — Hierauf schenkte er Thung den Kupferberg von Yen-tao 
in Schö und gestattete ihm, Kupfermünzen zu prägen. Die Kupfer- 
münzen des Geschlechtes Teng waren in der Welt gangbar, und er 
wurde auf diese Weise reich. 
Das Buch der Han sagt: 

Thsin-yang wurde durch den Feldbau der Erste in der Provinz. 
Ung-pe nahm Fett in Tausch und warf den District zu Boden. Das 
Geschlecht Tschö verkaufte Dörrfleisch und ritt dadurch in gedräng- 
ten Reihen. Tschang-li war ein Pferdearzt und schlug dadurch die 
Glocke. 

Das Buch der Han sagt : 



Rcichthum und Armuth in dem alten China. ÖT 

Der Vorfahr des Geschlechtes Jin von Siiien-khio war ein Ange- 
stellter, der die Scheunen der Wege beaufsichtigte. Als Thsin ge- 
schlagen wurde, wetteiferten die Starken und Gewaltigen, sich des 
Goldes und der Edelsteine zu bemächtigen. Das Geschlecht Jin allein 
verbarg das Getreide der Scheunen in Erdhöhlen. Als Tsu und Han 
einander in Yung-yang gegenüberstanden, konnten die Menschen 
weder ackern noch säen, und der Scheffel Reis kostete zuletzt zehn- 
tausend Kupferstücke. Das Gold und die Edelsteine der Starken und 
Gewaltigen gelangten vollständig in den Besitz des Geschlechtes Jin. 
Das Geschlecht Jin begründete dadurch seinen Reichthum. 

Dasselbe Buch der Han sagt : 

Tausend Bäume von Ngan-yi Dattelbäume , tausend Bäume von 
Yen und Thsin Kastanienbäume, die Besitzer derselben stehen mit 
den Lehensfürsten von tausend Thüren auf einer Stufe. 

Das Buch der Han sagt ferner: 

Lieu-te war freigebig und betheilte gerne in grossem Masstabe. 
Wenn die Erzeugnisse seines Hauses einem Betrage von mehr als 
tausendmal zehntausend Kupferstücken im Werthe gleich kamen, 
beschenkte er damit seine Brüder und Gäste. 

Das Buch der Han sagt: 

Sse-tan erlangte alle Güter seines Vaters. Er selbst bezog 
überdies sein Einkommen von der Stadt eines grossen Reiches. Er 
wurde mehrmals belohnet und erhielt Geschenke im Gesammtwerthe 
von tausend Pfunden Goldes. Seine Knechte und Sclaven waren 
hundert an der Zahl. Die Kebsweiber in den rückwärtigen Ge- 
mächern waren mehrere Zehende. In dem Inneren herrschte Ver- 
schwendung und Regellosigkeit. Man liebte Speise und Trank, man 
trieb aufs äusserste die Freude an Leckereien, Tönen und Farben. 

In dem Buche der Han heisst es: 

Tschang-kuang, der Grosse der Mitte, richtete an den Kaiser 
ein Schreiben, worin er sagte, dass Wang-schang und sein 
Geschlecht Eintluss und Macht besitzen. Sein gesammtes Vermögen 
betrage zehntausendmal Zehntausende. Die zu seinem Hause ge- 
hörenden Sclaven seien tausend an der Zahl. 

Dasselbe Buch der Han sagt: 

Ko-hoang wurde in der Eigenschaft eines grossen Hung-liü ver- 
setzt. Der Kaiser besuchte mehrmals dessen Haus und^schenkte ihm 
Gold und Seidenstoffe in grossen Mengen. In der Hauptstadt des 



63 Pfizmaier 

Himmelssohnes nannte man das Haus Hoang's die Goldgrube. Mau 
bezeichnete dadurch dessen Reichthum und Ansehen. 

Das Buch der Han sagt : 

Puan - tung führte den Jünglingsnamen Kiün-yün. Die Ge- 
schlechtsalter verstanden den Ackerbau und befassten sich mit der 
Vervielfältigung der Waaren. Er war von Gemüthsart freundlich und 
von grosser Rechtlichkeit. Drei Geschlechtsalter versorgten ihn mit 
Gütern. Die Söhne und Enkel bezeugten ihm am Morgen und am 
Abend den Gebräuchen gemäss Ehrerbietung und betrachteten ihn 
dabei immer als Vater. Von seinen Einrichtungen und den Gegen- 
ständen der Hervorbringung wurde nichts aufgegeben. Von den 
Knechten, die zu Dienstleistungen bestimmt wurden, fand ein Jeder 
eine angemessene Beschäftigung. Desswegen konnte er nach oben 
und unten seine Kraft entfalten und seine Güter und Erträgnisse ver- 
doppelten sich alljährlich. 

Zuletzt erweiterte er seine Felder bis zu einem Umfange von 
mehr als dreihundert Joch. Die Hütten und Häuser, welche er auf- 
führte, besassen doppelte Hallen und hohe Söller. Die Canäle an den 
Dämmen wurden abgeleitet. In den Teichen gab es Fische, für die 
Hausthiere hatte er Hirten. Wenn Jemand etwas begehrte, wurde 
es ihm zuverlässig gewährt. Sein Vermögen betrug zuletzt zehn- 
tausendmal Zehntausende, und er beschenkte davon die Verwandten 
seines Hauses. Seine Wohlthaten erstreckten sich auch auf seinen 
Bezirk und seine Gasse. 

Das Buch der Han sagt: 

Zu den Zeiten des Kaisers Siuen war Yin-tse-fang von grösster 
Elternliebe erfüllt, und besass Menschlichkeit und W^ohlwollen. Am 
frühen Morgen eines Schalttages kochte er Speise , als ihm der Gott 
des Heerdes erschien. Tse-fang verbeugte sich zweimal und empfing 
von ihm den Segen. In seinem Hause hatte er ein gelbes Schaf, das 
er ihm opferte. Nach dieser Zeit gelangte er plötzlich zu grossem 
Reichthum. Er besass über siebenhundert Joch Felder. Sein Wagen 
und Pferde, Knechte und Diener Maren mit denjenigen der belehnten 
Landesfürsten zu vergleichen. 

Tse-fang pflegte zu sagen : Meine Söhne und Enkel werden ge- 
wiss mächtig und gross sein. — Als man erkannte, dass es drei 
Geschlechtsalter seien, erfolgte sofort Aufblühen und Glanz. Dess- 
wegen hatte man später die Gewohnheit , an einem Schalttage dem 



Reichthum und Armuth in dem alten China. Öö 

Heerde zu opfern und sich dabei eines gelben Schafes zu be- 
dienen. 

Das Buch der späteren Han von Sie-sching sagt : 
Tai-tsiin führte den Jünglingsnamen Tse-kao. Derselbe war reich 
an Gütern und Erzeugnissen. Er schätzte die Güter gering und liebte 
die Gerechtigkeit. Seine Gäste waren immer drei- bis vierhundert an 
der Zahl. Die Zeitgenossen nannten ihn Tai-tse-kao , den grossen 
Gewaltigen im Osten des Gränzpasses. 
Das Buch der Sung sagt: 

Tschin-yeu war in seiner Jugend arm. Als er zu Ansehen ge- 
langte, befand er sich in King-tscheu. Sein Beichthum war dem- 
jenigen der Könige und Lehensfürsten ähnlich. Seine sämmtlichen 
Säle waren in der Nacht mit Kerzen erleuchtet. Mehrere Hunderte 
seiner Leute trugen Perlen und Edelsteine, was bei gleichzeitigem 
Erscheinen überaus prachtvoll war. 

In den Worten der Häuser wird gesagt : 

Ngai, Fürst von Lu, fragte Khung-tse um die Lenkung. 
Khung-tse antwortete: Hat man mit der Lenkung Eile, so ist nichts 
wichtiger, als man bewirkt, dass das Volk reich ist und auch das 
lange Leben besitzt. 

Der Fürst sprach: Wie soll ich dieses anstellen? 
Khung-tse sprach : Wenn man die Dienstleistungen vermindert, 
die Abgaben verringert, so ist das Volk reich. 

Der Fürst sprach: Ich möchte thun, was du, o Meister, sagst, 
allein ich fürchte, dass mein Reich verarmen wird. 

Khung-tse sprach: In dem Gedichte heisst es: Freudig ist der 
Gebieter, er ist des Volkes Vater und Mutter. — Es ist noch nicht 
vorgekommen, dass der Sohn reich, aber Vater und Mutter arm ge- 
wesen wären. 

In denselben Worten der Häuser wird gesagt : 
King-schö von dem südlichen Palaste war reich. Er machte sich 
gegen den Fürsten Ting eines Verbrechens schuldig und floh nach 
Wei. Nach einem Jahre bat der Lehensfürst von Wei, ihn zurück- 
bringen zu dürfen. Jener lud seine Kostbarkeiten auf Wagen und 
erschien an dem Hofe. 

Der Meister hörte dies und sprach : Reich sein und nicht die 
Gebräuche lieben, ist das Verderben. King-schö hat hierdurch seine 



70 P f i z m a i e r 

Rangstufe verloren, aber er will sich noch immer nicht bessern. Ich 
fürchte, das ihm Unglück widerfahren wird. 

King-scho hörte dieses und eilte zu Khung-tse. Dann erst ge- 
nügte er den Gebräuchen und Hess sich belehren. 

In den Worten der Häuser wird noch gesagt: 

Ist man reich und vornehm und erniedrigt sich vor den Men- 
sehen, welche Menschen sind dann nicht anhänglich? Ist man reich 
und vornehm und ehrt die Menschen , welche Menschen sind dann 
nicht freundschaftlich? 

In den Worten der Reiche heisst es : 

Teu-tsiü sprach: Einst bekleidete Teu-tse-wan dreimal die 
Stelle eines Ling-yün, aber er besass nicht die Ersparnisse eines 
Tages. Es ist deswegen, weil er sich um das Volk kümmerte. So oft 
der König den Gehalt Tse-wen's verabfolgte, war es gewiss, dass 
dieser entlief. Wenn der König davon abliess, kam er zurück. 
Die Menschen sagten zu Tse-wen : Die Menschenkinder trachten nach 
Reichthum, du aber entläufst ihm. Warum ist dieses? 

Er antwortete : Indem man sich zu der Lenkung gesellt, schirmt 
man das Volk. Das Volk ist häufig erschöpft. Wenn ich mich aber 
der Reichthümer bemächtigen wollte, so würde ich nicht für Volk 
sorgen und mir dies zu Gute kommen lassen. Ich würde sterben in 
nicht fernen Tagen. Ich entlaufe dem Tode, ich entlaufe nicht den 
Reichthümern. 

In den Erörterungen über Salz und Eisen von Hoan-kuan 
heisst es: 

In der alten Zeit trank man aus schmutzigen Zubern und hölzer- 
nen Schalen, denn es gab weder Kelche noch Trinkbecher. In der 
gegenwärtigen Zeit besitzen die Reichen silberne Schwerter, Zuber 
mit gehäuften gelben Ohren und Thürklinken aus Edelsteinen. 

In denselben Erörterungen wird gesagt: 

Tschö-ki in Yen, Han-tan in Tschao, Wen-tschi in Wei, Yung- 
yang in Han, Lin-thse in Tsi, Yuen-tschin inTsu, Yang-thT in Tsching 
sind hinsichtlich des Reichthums die Ersten innerhalb der Meere. Es 
sind berühmte Hauptstädte der Welt. 

In den Erörterungen über die Vorbilder des Kaisers Wen von 
Wei heisst es: 

Kü-tsching von Lö-yang war im Resitze von Gütern im Werthe 
von zehntausendma! Hunderltausenden. In jedem heissen Sommer 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 71 

lud er Gäste ein. Seine Aufwärter und Selavinnen, mehrere tausende 
an der Zahl, waren reich geschmückt und trugen Seidenflor. Er liess 
sie Wein darreichen. 

In der Geschichte Lieu-I-king's wird gesagt: 

Wang-wu-tse verlegte sein Wohnhaus an den Fuss des nörd- 
lichen Berges Mang. Bei den Zeitgenossen gelangte er durch seine 
vielen Ländereien zu Ansehen. Er liebte Pferderennen und Pfeil- 
schiessen. Er kaufte ein Stück Land und baute eine Bennbahn. 
Indem er Kupfermünzen zusammenheftete und sie auf der Erde aus- 
breitete, zog er die Gränzen der Rennbahn. Die Zeitgenossen nannten 
sie : die metallene Rennbahn. 

Das Verzeichniss des Dunklen und des Deutlichen sagt: 

Das Haus Tschin-tsungs's, eines Eingebornen von Yü-hang, war 
gänzlich arm. Er ging mit seinem Vater in das Gebirge und fand da- 
selbst ein Ferkel von weissem Edelstein. Seitdem war alles, wohin 
er sich wandte, nach seinem Wunsche. Er hatte Ausbeute bei Feld- 
bau und Seidenraupenzucht. Sein Haus wurde sofort reich. 

Dasselbe Verzeichniss des Dunklen und des Deutlichen sagt: 

Hoang-tsin, ein Eingeborner von Hai-ling, lebte früher in seinem 
Hause einfach und in Armuth. Bei Sturm und Regen flogen immer 
zerstreute Kupfermünzen bis zu seinem Hause. Die Kupfermünzen 
stiessen im Kommen an grosse Bambussehüsseln, die er an sich zog. 
Was unrecht fiel und sich an den übrigen Orten befand, las er auf 
und setzte sich in den Besitz desselben. Tsin wurde sehr reich. Es 
waren zuletzt mehrere tausendmal zehntausend Kupfermünzen. 

Der Garten des Wunderbaren sagt: 

0-thang-tschö von Tsin-ling-khiö besass ein Vermögen von 
mehreren tausend Zehntausenden. Die Menschen der drei U nahmen 
häufig von ihm Geldwerthe und trieben Handel. Indem sie so 
ihren Unterhalt erwarben, erlangten sie unversehens das Doppelte 
des Geldwerthes. Andere reisten nach Tschang-kiang. Da erhohen 
sich plötzlich Orkane und es erfolgten Überfälle von Räubern. Wenn 
man die Kupfermünzen wegwarf, entkam man vielen Dingen oder 
brachte sie zu Stande. 

Nach dem Tode Tschö's wurde alles Metall, das er früher ver- 
graben hatte, fortgeschafft. Ein Nachbar stand einst am frü- 
hen Morgen auf und erblickte vor dem Thore plötzlich einen Betrag 
von ungefähr hundertmal zehntausend Kupfermünzen. Er war ver- 



72 Pfizmaier 

siegelt und trug als Aufschrift den Geschlechts- und Jünglingsnamen 
Thang-tscho's. Jetzt erst erkannte man, dass das Anwachsen und 
die Zerstreuung seiner Güter in einer Fügung des Himmels begrün- 
det sein musste. 

In demselben Garten des Wunderbaren wird gesagt: 

Auf dem Hausgrunde Tschang-Yun»'s befand sich eine Quelle, 
welche aus dem Aufenthaltsorte eines kleinen Drachen hervorkam. 
Seitdem führte er sofort das Haus eines Reichen. Nach dem Verlauf 
von Jahren sprang der Drache bei Gelegenheit eines Regens in die 
Höhe und entfernte sich. Bei dem Vermögen, welches jetzt erwor- 
ben wurde, reichte der Tag zur Übermittlung desselben nicht hin. 
Man pflegte daher zu sagen: Man wohnt gemeinschaftlich mit einem 
Drachen und kennt nicht das Bild des Drachengottes. 

Der Garten der Gespräche sagt : 

Der König von Tsu stellte an Tschuang-sin die Frage: wie ver- 
hält es sich mit den Reich thümern des weisen Herrschers? 

Jener antwortete: Die Reichthümer des weisen Herrschers 
werden dem Menschen geliehen, man kauft sie nicht. Sie verschaffen 
den Menschen Speise und Trank, man hat keinen Vortheil, keine 
Dienstleistungen. Die Nahen und Verwandten lieben ihn, die Ver- 
brecher halten ihn für gerecht, die Entarteten dienen ihm. Sie alle 
wünschen sein langes Leben und freuen sich, wenn er durch Un- 
glück keinen Schaden erleidet. Dies sind die Reichthümer des wei- 
sen Herrschers. 

In den Wagebalken der Erörterungen wird gesagt: 

Wang-tse-yün verfertigte die Worte der Vorschriften. Ein rei- 
cher Kaufmann von Schö gab zehnmal hunderttausend Kupferstücke 
und wollte dies in die Bücher eintragen lassen. Tse-yim mochte die- 
ses nicht thun, und sprach: Reichthum ohne Menschlichkeit und Ge- 
rechtigkeit ist gleichsam ein Schaf in der Mitte der Hürde. Wie 
kann man dies vergeblicher Weise eintragen ? 

In der Erzählung des Auflesens des Hinterlassenen von Wang- 
tse-nien heisst es: 

K6-hoang besass ein Vermögen von mehreren hunderttausend 
Pfunden. In seiner Vorhalle führte er hohe Verschlage auf und 
legte Wagebalken und Gewichte darüber. Er wog und mass auf diese 
Weise Perlen und Edelsteine. Man nannte dies: die Küche der Koral- 
len, die Höhle der Metalle. 



Reichthiim und Armuth in dem alten China. 1 ö 

Die von Tschang-yuen verfasste Geschichte von Kuang-tscheu 
sagt: 

Die Töchter der GeAvaltigen und Reichen verfertigen grosse 
Haarnadeln aus Gold und Silher. Man nimmt sie aus einer Trommel 
von ebenmässigem Kupfer und übergibt sie der Besitzerin. Man be- 
legt sie mit dem Namen: die Haarnadeln der Kupfertrommel. 

In den vermischten Erzählungen der Mutterstadt des Westens 
heisst es: 

Yuen-kuang-han, ein reicher Mann von Meu-ling, hatte einen 
Vorrath von zehntausendmal hunderttausend Kupfermünzen in 
Schnüren. Sein Haus besass acht bis neunhundert Knechte. An dem 
Fusse des Berges Mang Hess er einen Garten anlegen, der von Osten 
nach Westen vier Weglängen, von Süden nach Norden fünf Weglän- 
gen mass. In Entfernungen von hundert Schritten befanden sich ein- 
gedämmte Rinnen, durch welche sich Wasser in das Innere ergoss. 
Indem man Steine zusammenfügte, bildete man Berge, deren Höhe 
über zehn Klafter betrug und die sich auf einer Strecke von mehreren 
Weglängen neben einander hinzogen. Man hielt daselbst weisse Pa- 
pageien, purpurne Wildenten, Rinder mit Fahnenschweifen, grüne 
Büffel, merkwürdige Vögel, wunderbare wilde Thiere, die in den 
Zwischenräumen zusammengestellt waren. 

In der Geschichte des Erddammes der Kupfermünzen von Lieu- 
tao-tschin wird gesagt: 

Der das Meer abhaltende Erddamm ist von der Stadt eine Weg- 
länge entfernt. In der Provinz berathschlagte man sich. Tsao-hoa-sin 
war reich, und derselbe baute diesen Erddamm, um das Wasser des 
Meeres abzuhalten. Als man mit dem Bau begann, erliess man eine 
Aufforderung, indem man sagte, dass man Jedem, der einen Scheffel 
Erde zur Stelle schaffen würde, sofort einen Ganting Kupfermünzen 
geben wolle. Binnen zehn Tagen hatten sich die Herbeigekommenen 
gleich Wolken gesammelt. Als der Erddamm noch unvollendet war, 
verkündete man verstellter Weise, dass man nichts mehr annehmen 
werde. Alle legten die Erde nieder und entfernten sich. Der Erd- 
damm wurde hierdurch vollendet. Man veränderte hierauf dessen 
Namen und nannte ihn den Erddamm der Kupfermünzen. 

In der Geschichte des Berges Lo-feu heisst es : 

Die tiefen Höhlen des Flusses Nieu-tan sind grundlos. An der 
nördlichen Uferbank befindet sich ein Felsen, der ungefähr drei 



74 Pfizmaier 

Klafter im Umfange hat. Die Fischer sehen daselbst ein goldenes 
Rind, das aus dem Wasser hervorkommt und sieh um diesen Felsen 
windet. Tseheu-ling-pu von I-hing sah einst dieses Rind auf dem 
Felsen schlafend liegen. Ihm zur Seite befand sich eine goldene Kette 
gleich einem Stricke. Tscheu-pu war kühn und muthig. Er ging 
hin, verdeckte dieses Rind und hieb die Kette ab. Er erlangte davon 
zwei Klafter. Sofort war er durch Güter ausgezeichnet. 

In den Erwähnungen des Suchens der Götter heisst es: 

Tschang-khiü aus der Provinz Wei war ursprünglich reich. 
Plötzlich starb er und der Reichthum verschwand. Man verkaufte das 
Haus an Tsching-ying. Die ganze Familie erkrankte schwer. Man 
verkaufte es an Ho-wen. Wen war früher allein mit einem grossen 
Messer in der Hand in die nördliche Halle getreten. Auf der Rrücke 
sah er um die Zeit der ersten Nachtwache einen Menschen, der über 
eine Klafter mass. Derselbe trug eine hohe Mütze und ein rothes 
Kopftuch. Er rief: Dünne Lende! — Die „dünne Lende" gab 
Antwort. 

— Warum ist hier die Luft eines Menschen? 

Er antwortete, dass Niemand da sei. Jener entfernte sich sofort. 

Wen ging zu dem Orte, wo man sich dem Rufe zugewendet 
hatte. Dabei fragte er: Wer ist derjenige mit rother Kleidung und 
Mütze, dem du dich zugewendet hast? 

Er antwortete: Es ist das Gold. Es befindet sich unter der 
westlichen Mauer des Hauses. 

Er fragte: Wer bist du, o Gebieter? 

Jener antwortete: Ich bin eine Mörserkeule. Ich befinde mich 
jetzt unter dem Herde. 

Wen grub die Stelle auf und fand dreihundert Pfund Goldes. 
Er verbrannte die Mörserkeule und gelangte dadurch zu grossem 
Reichthum. Das Haus ward i*ein und ruhig. 

In denselben Erwähnungen des Suchens der Götter wird gesagt : 

In dem Zeiträume Yuen-khang (65 bis 62 v. Chr.) hörte man 
in dem Hause Yao-hoai's, District Liü, plötzlich aus einem Teiche 
die Stimmen von Hunden. Als man nachsah, fand man zwei junge 
Hunde, ein Männchen und ein Weibchen. Die Ältesten und die Greise 
sagten: Diese heissen mit Namen: Nashornhunde. Wer sie findet, 
wird reich. 



Reichthum und Armuth in dem alten China. Tö 

In den Erwähnungen des Suchens der Götter heisst es ferner: 

Tseheu-kien-si war arm und liebte die Wege des Gesetzes. Er 
und sein Weib lagen in der Nacht von der Feldarbeit ermüdet. Da 
träumte ihm, dass der Fürst des Himmels herüber kam und ihn be- 
dauerte. Während er ihn ermahnte, war ausserdem Jemand, der die 
Gaben verleihen sollte. Der Vorsteher der Einkünfte fasste einen 
Beschluss und sprach : Über diesen Zeitpunkt hinaus dürfen diese 
beiden Mensehen nicht arm sein. Tsche-tsche-tse soll ihn mit tau- 
sendmal zehntausend Kupferstücken beschenken. Tsche-tse ist aber 
noch nicht geboren. Ich bitte, sie ihm leihen zu dürfen. 

Der Fürst sprach : Es ist gut. — Mit Tagesanbruch erwachte 
er und erzählte dieses. 

Mann und Weib strengten jetzt ihre Kraft an und sorgten Tag 
und Nacht für ihren Lebensunterhalt. Indem sie dies thaten, er- 
langten sie ein Vermögen bis zu einer Höhe von tausend Zehntau- 
senden, 

In früherer Zeit war ein Weib, das regelmässig zu Kien-si ging 
und als Taglöhnerin in den Feldhütten arbeitete. Dieselbe war schwan- 
ger. Im hochschwangeren Zustande ausgeschickt, gebar sie unter 
dem Dache eines stillstehenden Wagens ein Kind. Ihr Herr begab 
sich dahin, um es zu sehen. Er bedauerte es, weil es verlassen war 
und Kälte litt. Er bereitete Reisbrei und nährte es. 

Er fragte: Welchen Namen soll man deinem Kinde geben? 

Das Weib sprach : Es wurde unter einem Wagen geboren. Mir 
träumte, dass der Himmel zu ihm sagte: Dein Name ist Tsche-tse 
(der Sohn des Wagens). 

Kien-si besann sich jetzt und sprach: Mir träumte einst, dass 
ich von dem Himmel Kupferstücke eintauschte. Ausserdem sagte mir 
Jemand, dass er mir die Kupferstücke Tschang-tsche-tse's leihe. Es 
ist gewiss diesef Sohn. Die Güter müssen an ihn zurückl'allen. 

Seit dieser Zeit schwand sein Vermögen täglich und verrin- 
gerte sich. Als Tsche-tse erwachsen war, besass er grössere Reich- 
thümer als das Hnus Tscheu's. 

In denselben Erwähnungen des Suchens der Götter heisst es: 

In der Mutterstadt Tschang-ngan lebte ein Mann von dem Ge- 
schlechte Tschang. Derselbe weilte allein in dem Hause, als eine Taube 
von aussen in das Haus flog und sich auf dem gegenüberstehenden 
Bette niederliess. Dem Manne von dem Geschlechte Tschang war 



76 P f i z m a i e r 

dies zuwider. Er öffnete den Busen und sprach die beschAvörenden 
Worte: Ist es mein Unglück, so fliege auf die Staubschüssel. Ist es 
mein Glück, so fliege in meinen Busen. — Die Taube flog in seinen 
Busen. Als er sie mit der Hand suchte, wusste er nicht, wo die 
Taube hingekommen war, und er fand ein goldenes Gürtelschloss. 
Er betrachtete dies sofort als eine Kostbarkeit. 

Nach dieser Zeit lebten seine Söhne und Enkel in Glanz und 
Cberfluss, und ihre Güter vermehrten sich um das Zehntausendfache. 
Im Westen des Grenzpasses gab man daher dem Geschlechte Tschang 
den Namen: das überlieferte Gürtelschloss. 

In den Erwähnungen des Suchens der Götter heisst es ferner: 

Kuan-mi-kiao von Ho-kien wohnte an der nördlichen Uferbank 
des Flusses Lin. Er befasste sich mit Feldbau und Kaufhandel. Was 
er unternahm, gelang ihm nach Wunsch. Einst belud er zwei Dop- 
pelschiflFe mit Reis und Hess sie abwärts nach der Hauptstadt fahren. 
Während die Ausfuhr des Getreides im Zuge war, sah er plötzlich 
in dem Hause ein Thier. Dasselbe hatte in seiner Gestalt Ähnlichkeit 
mit einem Krokodil, war jedoch grösser. Als der Zug zurückkehrte, 
hatte er unversehens grossen Gewinn. Auf diese Weise gelangte sein 
ganzes Haus bald zu ungeheuren Reichthümern, Durch zwanzig 
Jahre war er immer im Besitze von zehntausend Scheffeln Reis. 

In den fortgesetzten Erwähnungen des Suchens der Götter 
wird gesagt : 

Si-hoang, ein Eingeborner von Pa-khieu in Lu-ling, beschäftigte 
sich nach dem Beispiele seiner Vorgänger mit Feldbau. Die Felder, 
die er in einem Jahre bebaute, waren immer im Ausmasse von meh- 
reren Zehenden von Morgen. Sein Haus gelangte dadurch allmählich 
zu Reichthum. Im Anfange des Zeitraumes Tai-yuen von Tsin (376 
bis 396 n. Chr.) war dasjenige, was er im Herbst einheimste, mehr 
als das Gemähte. Wenn alles vorüber war und man am nächsten Mor- 
gen auf die Felder kam, stand alles Getreide wieder voll und dicht 
wie vorher. Man schnitt es sofort von Neuem. Auf diese Weise ge- 
langte er zu ungeheurem Reichthum. 

In den Überlieferungen von charakterfesten Frauen wird gesagt : 

Die Gattin Tao-tä-tse's ist die Gattin Ta-tse's, eines Grossen 
von Tao. Tä-tse verwaltete Tao. Durch drei Jahre wurde die Ehre 
seines Namens nicht erhöht, aber der Reichthum seines Hauses ver- 
mehrte sich um das Dreifache. Seine Gattin machte ihm öfters Vor- 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 7 7 

Stellungen. Tä-tse zürnte und sprach: Dies ist etwas, das du nicht 
verstehst. 

Nach fünf Jahren hatte er in seinem Gefolge hundert Wagen. 
Die Stammverwandten, welche bei ihm der Ruhe pflegten, zogen an 
Stricken Rinder, stellten Wein auf und beglückwünschten ihn. Seine 
Gattin nahm ihr Kind in die Arme und weinte. Die Schwiegermutter 
zürnte hierüber und hielt es für unglückbringend. 

Das Weib sprach : Die Fähigkeiten des Gebieters sind gering, 
aber sein Amt ist ein bedeutendes. Dies nennt man : sich um den 
Schaden winden. Er besitzt keine Verdienste, aber sein Haus ist von 
Glanz erfüllt. Dies nennt man: das Verderben anhäufen. Einst ver- 
waltete der Ling-yün von Tsu das Reich. Sein Haus war arm, aber 
das Land war reich. Der Landesfürst ehrte ihn, die Menschen des 
Volkes trugen ihn auf den Häuptern. Deswegen knüpften sich Glück 
und Wohlstand an seine Söhne und Enkel, sein Name gelangte herab 
zu den nachfolgenden Geschlechtsaltern. 

Jetzt ist der Gebieter begierig nach Reichthümern. Er strebt 
nach Grossem und nimmt nicht Rücksicht auf den späteren Schaden. 
Ich habe gehört, dass es auf den Bergen des Südens Leoparden gibt. 
Bei Nebel und Regen steigen sie durch sieben Tage nicht hernieder, 
um Nahrung zu nehmen. Was ist davon die Ursache? Hir Gemüth 
ist satt, ihr Bauch ist hungrig. Es wird ihr Wunsch sein, ihr Pelz- 
kleid glänzend zu erhalten und ihren buntfarbigen Schmuck zu Wege 
zu bringen. Die Schweine wählen nicht ihr Futter und mästen ihren 
Leib. Sie werden schuldig befunden und warten auf den Tod. Jetzt 
verwaltet der Gebieter das Land Tao. Sein Haus wird täglich reicher, 
aber das Land wird täglich ärmer. Der Landesfürst ehrt ihn nicht, 
die Menschen tragen ihn nicht auf ihren Häuptern. Dass der Gebieter 
in Unglück gerathen wird, ist gewiss. Ich bitte, mich entfernen zu 
dürfen. Ich will mit meinem kleinen Sohne zugleich entkommen. 

Demgemäss verliess sie ihn sofort und trat aus dem Hause. Nach 
einem Jahre wurde über das Haus Ta-tse's wirklich wegen Diebstahls 
die Hinrichtung verhängt. Seine Mutter wurde mit Rücksicht auf ihr 
Alter begnadigt. Das Weib kehrte jetzt mit ihrem kleinen Sohne zu- 
rück. Sie ernährte die Schwiegermutter, bis diese eines natürlichen 
Todes starb. 

In den merkwürdigen Überlieferungen der Verzeichnisse (lo-i- 
tschuen) wird gesagt: 



78 P f i z m a i e r 

Einst fuhr Ngeu-ming, ein Sohn der Stadt Lu-ling, auf dem 
Wege der gastenden Kautleute über den See von Peng-sehi. Er warf 
jedesmal alles, was er in dem Schiffe besass, ob es viel oder wenig 
war, in den See, indem er sagte, dass er ihm dadurch seine Ehr- 
furcht bezeige. 

'Als er dies durch mehrere Jahre gethan hatte und er dann 
hinüber fuhr, sah er, dass mitten in dem See sich ein grosser Weg 
befand. Auf dem Wege war viel Wind und Staub. Mehrere Ange- 
stellte waren auf Wagen und Pferden herbeigekommen und warteten. 
Sie sagten, der Gebieter der grünen Fluth heisse sie eine Begegnung 
veranstalten. Ming wusste, dass dies ein Gott sei , allein er getraute 
sich nicht, den Gang zu unterlassen. Ihm war sehr bange , und er 
fragte die Angestellten, indem er fürchtete, nicht mehr zurückkehren 
zu können. Die Angestellten sprachen: Dir braucht nicht bange zu 
sein. Wegen der Artigkeiten, die du ihm in früherer und in späterer 
Zeit erwiesen, muss der Gebieter der grünen Jluih dir auf ausge- 
zeichnete Weise begegnen. Von all' den Dingen, die er dir anbieten 
wird, mögest du nichts zusammenlesen. Begehre bloss Ju-yuen und 
entferne dich. 

Man bot ihm wirklich ein Geschenk von bunten Seidenstoffen. 
Ming verweigerte die Annahme und begehrte Ju-yuen. Der Gott wun- 
derte sich sehr, dass Ming sie kannte, und zeigte grosses Leid- 
wesen. Er konnte nicht umhin , Ju-yuen zu rufen. Er hiess sie Ming 
folgen und sich entfernen. Ju-yuen (nach Wunsch) war die Sclavin 
der grünen Fluth, und der Gott hatte sie immer beauftragt, Gegen- 
stände zu holen. 

Ming nahm Ju-yuen und kehrte zurück. Alles, was er wünschte, 
erlangte er ohne Umstände. Nach einigen Jahren war er ein sehr 
reicher Mann geworden. Sein Gemüth wurde jedoch allmälig stolz, 
und er liebte Ju-yuen nicht mehr. 

Einst am Morgen des neuen Jahres , als der Hahn einmal ge- 
kräht hatte, rief er Ju-yuen. Ju-yuen stand nicht auf. Ming wurde 
sehr zornig und wollte sie schlagen. Ju-yuen entlief und Ming verfolgte 
sie bis auf den Mist. Auf dem Mist befand sich das an dem vorher- 
gegangenen Tage zusammengekehrte Reisig des alten Jahres. Ju- 
yuen konnte durch dasselbe sich entfernen. Ming wusste dieses nicht 
und glaubte, dass die Entlaufene sich in dem aus gehäuftem Reisig 
gebildeten Mist befinde. Er schlug mit dem Stocke darauf, damit sie 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 79 

herausgehe. Als nach längerer Zeit Niemand herauskam, erkannte 
er, dass er nichts ausrichten werde. Er sprach daher: Du hast mich 
nur reich gemacht, ich werde dich nicht mehr schlagen. 

In dem gegenwärtigen Zeitalter gehen die Menschen an dem 
Morgen des neuen Jahres, zur Zeit des Hahnenrufes im Kreise umher 
und schlagen den Mist mit Stöcken. Sie sagen, dass dies den Menschen 
reich macht. 

In dem Durchdringen der Gewohnheiten (Fung-so-thung) wird 
gesagt : 

Pang-kien aus Ping-yin in Ho-nan war ursprünglich ein Einge- 
borner von Nie in der Provinz Wei. In einem Zeitalter der Bedräng- 
niss verlor er seinen Vater. Kien war damals drei Jahre alt, seine jün- 
geren Geschwister befanden sich kaum in den Wickelbändern und 
auf den Armen. Die Familie zog weiter und Alle lebten als Gäste in 
Lu-li. Daselbst gruben sie einen Brunnen und fanden mehr als tau- 
sendmal zehntausend Kupferstücke. In Folge dessen wurden sie 
reich. 

Kien bekleidete das Amt eines Angestellten des Kreises und er 
selbst machte sich mit den Geschäften des Hauses vertraut. Er ging 
und suchte einen alten Diener, dem er sein Zutrauen schenken und 
dem er Aufträge ertheilen könne. Derjenige, den er fand, war über 
sechzig Jahre alt und sein Preis waren zweimal zehntausend Kupfer- 
stücke. Er hiess ihn die Rinder, die Pferde und den Feldbau beauf- 
sichtigen. 

Einst war in dem Hause aus Anlass einer Hochzeit grosse Gesell- 
schaft. Die Mutter befand sich oben in der Halle. Als man sich des 
Weines freute, wurde Musik aufgeführt, man sang und lachte. Der 
Sclave befand sich an dem Fusse des Herdes und war für die 
Küche behilflich. Er sagte verstohlen: Die Mutter oben in der Halle 
ist mein Weib. — Die Fröhlichkeit der Gäste hatte ein Ende. Die 
Sclavinnen wechselten Worte und erklärten nach der Reihe, dass der 
alte Sclave von Sinnen sei und unbegründete Dinge rede. Was er 
sage, dürfe nicht als Richtschnur dienen. Man möge genau ausfor- 
schen, welche Bewandtniss es damit habe. 

Dis Mutter gebot den Sclavinnen, eine Prüfung anzustellen und 
nach den Thatsachen zu fragen. Der Sclave sprach: Als unser Haus 
sich in Nie befand, wohnten wir in der Strasse Fu-lo, westlich von 
Yuen. Mein Weib ist von dem Geschlechte Ngai. Der Mädchenname 



80 P f i z m a i e r 

meiner Tochter ist 0-hang. Der Jünglingsname meines grossen 
Kindes ist O-I. Derjenige meines kleinen Kindes ist Yue-tse. Ich 
war damals ein Angestellter des Districts und wurde von Leuten ge- 
raubt und verkauft. 0-hang hat unter ihrem rechten Fusse einen 
schwarzen Fleck, unter ihrer rechten grossen Zehe hat sie ein rothes 
Merkmal gleich einem halben Kamme. 

Die Mutter sprach: Es ist euer Vater. — Dabei stieg sie von der 
Halle herab und stand ihm gegenüber. Die Kinder und das Weib 
weinten. Sie sprach: Es war früher euer Vater. — Nachdem sie sich 
verbeugt, wusch er sich sofort, und sein Leib wurde in Kleider ge- 
hüllt. Hierauf waren beide Mann und Weib wie vorher. 

Die Zeitgenossen sagten von ihnen: Die Familie Pang von Lu-li 
grub einen Brunnen und fand Kupfer. Sie kaufte einen Sclaven und 
fand einen Vater. — Die Söhne und Enkel schämten sich dessen. Sie 
sagten: Unsere Vorfahren, welche anfänglich in Lu-li wohnten, sind 
zwei Brüder. Das Haus kaufte bloss einen Sclaven und fand einen 
Vater. 

In den Gesprächen des Zeitalters heisst es : 

Kaiser Wu kam einst zu dem Hause Wang-wu-tse's herab. Für 
die Speisen , welche Wu-tse darreichen Hess , bediente man sich 
keiner Schüsseln, man gebrauchte durchaus Gefässe von Glas. Die 
Sclavinnen waren über hundert an der Zahl. Dieselben waren in 
Seidentlor gehüllt, trugen Reitkleider und hoben mit den Händen 
Speisen und Getränke empor. Das gedünstete Dörrfleisch war fetter 
und schöner als die gewöhnlichen feinen Gerichte. Kaiser Wu wun- 
derte sich darüber und fragte, auf welche Weise man dieses erlange. 
Man sagte, dass man den Thieren Menschenmilch zu trinken gebe. 
Kaiser Wu zeigte in seiner Miene grosses Unbehagen. Er hatte noch 
nicht alle Speise und den Trank zu sich genommen, als er sich 
entfernte» 

In denselben Gesprächen das Zeitalters wird gesagt: 

Wang-kiün-fu umstellte die Kessel mit Reiszucker. Schi-ki-lün 
kochte mit Wachs. Kiün-fu verfertigte aus purpurner Seide eine 
Schutzwehr der Schritte auf einer Strecke von vierzig Weglängen. 
Tsung i) verfertigte aus goldgestickter Seide eine Schutzwehr der 
Schritte auf einer Strecke von fünfzig Weglängen. Der Mann des 



1) Schl-tsung, der so eben genannte SchT-ki-lün. 



Reichttium und Armuth in dem allen China. ö 1 

Geschlechtes SchT bereitete Mörtel aus Pfeffer und aus dem Mörtel 
Schirme. Der Mann des Geschlechtes Wang baute Mauern aus Mörtel 
von rothem Steinfett. 

In der neuen Einleitung wird gesagt: 

Meng-hien-tse von Lu erkundigte sich als Gesandter in Tsin. 
Han-siuen-tse bewirthete ihn mit Wein. Während des Trinkens 
wechselte man dreimal die angehängten Glocken und Musiksteine. 
Ohne dass man etwas wegzuschaffen brauchte, waren sie in 
Bereitschaft. 

Hien-tse sprach: Wie reich bist du! 

Siuen-tse sprach: Ist dein Haus reicher oder das meinige? 

Hien-tse sprach: Mein Haus ist sehr arm. Ich besitze zwei 
Männer, Namens Yen-hoei und Thse-wu-ling. Diese zwei Männer 
bewirken, dass mein Land und Haus ruhig, die hundert Geschlechter 
einträchtig sind. 

Als der Gast austrat, sprach Siuen-tse: Jener ist ein Weiser, 
er hält den Besitz weiser Männer für Reichthum. Ich bin ein gemei- 
ner Mensch, ich halte Glocken, Musiksteine, Gold und Edelsteine für 

Reichthum. 

Khung-tse sprach: Meng-hien-tse's Reichthum kann in dem 
Frühling und Herbst offenkundig gemacht werden. 

In dem Hinwenden zu dem Aui'hewahvten (kuei-tsangj heisst es : 

In der Höhe gibt es erhabene Erdstufen, in der Tiefe gibt es 
grosse Teiche. Wie könnte durch diese Dinge der Gebieter vornehm 
sein? Oder wie könnte durch die Kautleute der Markt reich sein? 

Das Werk Lie-tse sagt : 

Der Mann des Geschlechtes Yü war ein reicher Mann von Liang. 
Sein Haus war angefüllt, seine Kupferstücke und sein Metall waren 
ohne Mass, seine Güter hatten nicht ihres Gleichen. Er stieg zu 
hohen Stockwerken, blickte hernieder auf grosse Wege '). Er ver- 
anstaltete Musik, setzte Wein auf und Hess die Cither in den Stock- 
werken schlagen. 

Das Buch Kuan-tse sagt: 

Wer sich mit den Wegen des Reiches befasst, muss die Men- 
schen bereichern. Sind die Menschen reich, so sind sie leicht in 
Ordnung gebracht. Bei den Gebietern von neun und siebenzig Nach- 



b 



') Der grosse Weg lieisst der bei dem Opfer für den Himmel verwendete Wagen. 
Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LVlIl. Bd. II. Hft. 6 



g2 Pf i z m a i e r 

folgen sind die Vorschriften und Einrichtungen nicht einerlei, die 
Verkündungen und Erlässe sind nicht die nämlichen. Dass sie dessen 
ungeachtet in den Besitz der Welt gelangten, warum geschah dieses? 
Das Land musste bei ihnen reich sein, und des Getreides war eine 
Menge. 

Das Buch Wen-tse sagt: 

Die gerechten Könige bereichern ihr Volk. Die ungerechten 
Könige bereichern ihren Boden. Die in Gefahr schwebenden Beiche 
bereichern ihre Angestellten. Die geordneten Beiche scheinen Mangel 
zu haben. Die ungeordneten Beiche scheinen Cberfluss zu haben. 
In einem fortbestehenden Beiche sind die Speicher voll. In einem zu 
Grunde gehenden Beiche sind die Speiclier leer. 
Das Buch Siün-king-tse sagt: 

Wer sich mit dem Ordnen befasst, ist König. Wer die Lenkung 
führt, ist stark. Wer das Volk in Schranken hält, hat Sicherheit. 
Wer Abgaben sammelt, geht zu Grunde. Desswegen bereicherten die 
alten Könige das Volk. Die Obergewaltigen bereicherten die Erde. 
Dasselbe Buch Siün-king-tse sagt : 

Das Gute der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und der Ge- 
bräuche verhält sich zu dem Menschen wie die Güter und das Getreide 
zu dem Hause. Wer davon viel besitzt, ist reich. Wer wenig besitzt, 
ist arm. Wer endlich gar nichts besitzt, ist elend. 
Das Buch Han-tse sagt: 

Wenn der Mensch Glück hat, so kommen Beichthum und Ehre. 
Kommen Beichthum und Ehre, so sind Kleidung und Speise vor- 
trefflich. Sind Kleidung und Speise vortrefflich, so entsteht ein stolzer 
Sinn, Entsteht ein stolzer Sinn, so ist der Wandel unrecht und in den 
Unternehmungen setzt man die Ordnung hintan. Ist der Wandel un- 
recht, so stirbt man einen frühzeitigen Tod. Setzt man in den Unter- 
nehmungen die Ordnung hintan, so verrichtet man keine Thaten. 
Das Buch Schi-tse sagt: 

Besitzt ein Haus Edelsteine im Werthe von tausend Pfunden 
Goldes, aber man weiss es nicht, so nennt man dasselbe noch immer 
arm. Wenn ein vortrefflicher Künstler sie bearbeitet, so ist man 
reich. Überdeckt man zwei Beiche , besitzt selbst das grösste Anse- 
hen, aber man weiss dieses nicht, so nennt man einen solchen noch 
immer niedrig. Wenn höchstweise Menschen es verkünden, so ist 
das Ansehen das höchste in der Welt. 



1 



Reichthum und Ai'inuth in dem alten China. 83 

Das Buch Khung-sung-tse sagt: 

I-tün war ein armer Mann von Lu. Wenn er ackerte, litt er 
gewöhnlich Hunger. Wenn er Maulbeerhäume pflanzte, litt er ge- 
wöhnlich Kälte. Er hörte, dass der Fürst von Tschü reich sei. Er 
ging zu ihm und fragte ihn um die Kunst. Der Fürst von Tschü sagte 
zu ihm: Wenn du schnell reich werden willst, so musst du die fünf 
Arten von Kühen halten. 

Er trieb jetzt an dem westlichen Flusse Kaufhandel und hielt in 
grossem Massstabe Kühe und Schafe im Süden des Geschlechtes I •)• 
In zehn Jahren war die Zahl seiner gezüchteten Thiere unberechen- 
bar, sein Vermögen war mit demjenigen der Könige und Fürsten zu 
vergleichen, und dies bewirkte, dass sein Name die Welt durchlief. 
Weil er seinen Reichthum in dem Geschlechte I begründet hatte, gab 
man ihm den Namen I-tün. 

Das Buch Hoai-nan-tse sagt: 

In der Welt gibt es einen äusserst grossen Reichthum , es sind 
aber nicht Gold und Edelsteine. Es gibt ein äusserst langes Leben, 
es sind aber nicht tausend Jahre. Ist man ruhig von Gemütli und 
weiss sich zu begnügen, so ist man reich. Setzt man in das Licht die 
Unterschiede von Leben und Tod, so besitzt man das lange Leben. 

Dasselbe Buch Hoai-nan-tse sagt: 

Reich und vornehm sein und nicht die Wege des Gesetzes 
wandeln, ist Grund genug zu Sorge. Den Wagen verlassen, in den 
Handwagen steigen, trachten, sich selbst hinzustellen, dies nennt man 
mit Namen: die Triebwerke des Fallens und Straucheins. Fettes 
Fleisch, reichlicher Wein, trachten, sich gegenseitig Stärke zu ver- 
leihen , dies nennt man mit Namen : die Speise des verdorbenen 
Bauches. Feine, blendendweisse Zähne, die Töne von Tsching und 
Wei, dies nennt man mi4: Namen: die das Wesen des Lebens fäl- 
lende Axt. Diese dreifache Sorge wird durch Reichthum und Ehre zu 
Stande gebracht. 

Dasselbe Buch Hoai-nan-tse sagt: 

Die Perlen des Lehensfürsten von Sui, die Rundtafeln des Ge- 
schlechtes Ho, wenn man sie erlangt, ist man reich. Wenn man sie 
verliert, ist man arm. 

In dem bilderlosen Gedichte auf die Hauptstadt Tschao von Lieu- 
schao heisst es: 

*) Das Geschlecht I (I-schi) ist der Name eines Districts. 

6* 



S4 P f i z m a i e r 

Spricht man von reichen Menschen, so ist bei dem Lehensfürsten 
von Ko und seines Gleichen das Besitzthum grösser als dasjenige von 
Tao und Wei. Ihre Verschwendung ist übermässig und ohne Gren- 
zen. Gold und Lasur sind ihre Sänften, rother Mennig ihre Räder. 
Wenn man sich zu Festlichkeiten versammelt, ist ihr Gefolge gleich 
Wolken. 



In den Worten der Reiche wird gesagt: 

Schö-hiang besuchte Han-siuen-tse. Dieser war seiner Armuth 
willen betrübt. Scho-hiang beglückwünschte ihn. 

Siuen-tse sprach: Ich besitze den Namen eines Reichsministers, 
es fehlt mir aber die Wirklichkeit. Ich habe nicht zwei oder drei 
Menschen, die mein Gefolge bilden. Aus diesem Grunde bin ich be- 
trübt. Warum beglückwünschest du mich? 

Jener antwortete : Einst besass Luan-wu-tse nicht einmal das 
Feld eines einzigen Arbeiters. Sein Amt war nicht in Bereitschaft, 
die Geräthe seiner Vorfahren waren zerstreut, aber seine Tugend war 
thätig. Was die Beachtung seines Beispiels betrifft, so waren die 
Lehensfürsten ihm befreundet, die Fremdländer des Westens und des 
Nordens liebten ihn. Jetzt hast du mit Luan-wu-tse die Armuth 
gemein, und ich hielt dafür, dass du seiner Tugend fähig bist. Aus 
diesem Grunde beglückwünschte ich dich. Wenn du betrübt bist, 
dass die Tugend nicht geübt wird und dabei bedauerst, dass die 
Güter nicht hinreichen, so hätte ich nicht Zeit, um dich zu trauern; 
wie sollte ich dich da beglückwünschen? 

Das Sse-ki sagt: 

Wei-po hatte in seiner Jugend den Wunsch, Tsao-san, dem 
Reichsgehilfen vonTsi, vorgestellt zu werden. Sein Haus war arm und 
er hatte kein Mittel, zu ihm zu gelangen. Er fegte daher immer allein 
vor Tagesanbruch den Platz vor dem Thore der Hausgenossen des 
Reichsgehilfen von Tsi. Die Hausgenossen wunderten sich hierüber. 
Sie glaubten, es sei ein übernatürliches Wesen und verlegten sich 
auf's Spähen. Sie fanden blos Pö. Po sprach: Ich wünsche, dem 
Gebieter, dem Reichsgehilfen vorgestellt zu werden und hatte hierzu 
kein Mittel. Deswegen fegte ich für euch das Haus, und ich trachte 
dadurch, ihm vorgestellt zu werden. — Die Hausgenossen stellten ihn 



Reichthum und Armuth in dem alten China. ÖO 

jetzt vor. Tsao-san machte ihn bei diesem Anlasse zu seinem Haus- 
genossen. 

Dasselbe Sse-ki sagt: 

Der Lehrer Tung-ko wurde zum Beruhiger der Hauptstadt er- 
nannt. Der Lehrer wartete lange Zeit auf die höchste Verkündung, 
durch welche ihm ein öffentlicher Wagen zur Verfügung gestellt 
werden würde. Er war arm und erschöpft und litt Hunger und Kälte. 
Seine Kleider waren abgenützt, seine Schuhe nicht ganz. In diesem 
Zustande Mandelte er durch den Schnee. Seine Schuhe hatten einen 
Obertheil, aber keinen Untertheil , so dass er mit den Füssen voll- 
ständig den Boden trat. Die Menschen auf dem Wege verlachten ihn. 

Das Buch der Han sagt: 

Sse-ma-siang-ju hiess mit dem Jünglingsnamen: Tschang-king 
und war ein Eingeborner von Tsching-tu. Sein Haus war arm und er 
verkaufte früher auf dem Markte von Lin-ngang mit den Leuten 
Wein. Dabei fegte er als Taglöhner den Weg zu dem W^eine, legte 
einen Gürtel an und zeigte sein Hemd mitten auf dem Markte. Er las 
jedoch schon in seiner Jugend mit Vorliebe Bücher und erlernte die 
Fechtkunst. Sein kleiner Name war eigentlich Kiuen-tse. Da er 
jedoch Lin-siang-ju als Menschen bewunderte , veränderte er seinen 
Namen und nannte sich Siang-ju. 

Später wanderte er nach Liang, von wo er nach einigen Jahren 
wieder zurückkehrte. Er stand mit Wang-ke , dem Befehlshaber von 
Lin-ngang, auf gutem Fusse. Tschö-wang-sün und Tsching-tsching 
gehörten zu den reichen Männern von Lin-ngang. Von diesen sagte 
einer zu dem andern: Der Befehlshaber hat einen vornehmen Gast. 
Wir wollen ihn in unsere Gesellschaft kommen lassen. Zugleich las- 
sen wir auch den Befehlshaber kommen. 

Als der Befehlshaber gekommen war, Hess man Tschang-king 
bitten. Tschang-king entschuldigte sich und mochte nicht kommen. 
Der Befehlshaber von Lin-ngang getraute sich nicht, Speise zu kosten. 
Er stand selbst auf und holte Siang-ju ab. Siang-ju wusste sich nicht 
zu helfen und machte sich gezwungen auf den Weg. 

In der Versammlung war alles in heiterer Stimmung und freute 
sich des Weines. Der Befehlshaber trat vor, spielte die Cither und 
sprach: Ich vermass mich, zu erfahren, dass Siang-ju hiervon ein 
Freund ist. Es ist unser Wunsch , dass er sich selbst damit erfreue. 
— Siang-ju spielte jetzt eine Weise. 



86 P f i z in a i e r 



I 



Tscho-wang-sün liatte eine Tochter, Namens Wen-kiün. Die- 
selbe war vor kurzem Witwe geworden und liebte die Musik. Siang- 
ju machte auf sie Eindruck. Wen-kiün floh in der Nacht zuSiang-ju 
und dieser kehrte mit ihr eiligst nach Tscliing-tu zurück. In seinem 
Hause standen indess nur die vier Wände. Tscho-wang-sün war sehr 
entrüstet und sprach: Meine Tochter ist ohne Begabung. Ich kann 
mich nicht dazu verstehen, ihr zu Hilfe zu kommen. Nicht mit einem 
einzigen Kupferstück soll sie betlieilt werden. 

Nach längerer Zeit kam Wen-kiün in Begleitung Siang-ju*s 
nach Lin-ngang, um Wein zu kaufen. In dem ])etrefTenden Hause hiess 
man Wen-kiün sich zu dem Becher stellen, während Siaug-ju, unter 
die Taglöhner sich mengend, auf dem Markte arbeitete. Tscho-wang- 
sün schämte sich dessen. Seine Brüder sagten zu ihm: Dasjenige, 
was bei einer Tochter nicht genügte, sind nicht die Güter. Aber 
Wen-kiün hat ihren Leib an Siang-ju verloren. Siang-ju ist zwar 
arm, jedoch die Begabung dieses Menschen genügt, um sich auf sie 
zu verlassen. Wozu nützt es, ihn dergestalt zu beschämen? — 
Wang-sün wusste sich niclit anders zu helfen, als dass er ihm hun- 
dert Knechte und hundert Myriaden Kupferstücke zukommen liess. 
Wen-kiün kehrte jetzt mit Siang-ju nach Tsehing-tu zurück. 

Kaiser Wu hatte Yang-te-I, einen Eingebornen von Schu, zu 
einem mit der Aufsicht betrauten Aufwartenden erhoben. Der Kaiser 
las das bilderlose Gedicht Tse-hiü und fand es gut. Er sprach: Mir, 
dem Kaiser allein, war es nicht vergönnt, ein Zeitgenosse dieses 
Menschen zu sein. — I sprach: Dies ist Sse-ma-siang-ju, ein Einge- 
borner meiner Vaterstadt. Er hat dieses bilderlose Gedicht ver- 
fertigt. 

Der Kaiser erschrak. Er berief Siang-ju zu sich und fragte 
ihn. Siang-ju sprach: Es ist so. Dies handelt jedoch von den Lehens- 
fürsten. Es ist nicht so viel , dass es betrachtet werden kann. — Er 
dichtete jetzt das bilderlose Gedicht Schang-lin. Als er dieses vol- 
lendet hatte, trug er es dem Kaiser vor. Der Kaiser hatte an dem 
Gedicht grosses Wohlgefallen, und ernannte Siang-ju zum Leib- 
wächter. Später ernannte er ihn zum Anführer der Leibwächter 
der Mitte. 

Siang-ju stellte das Abschnittsrohr auf und reiste mit einem Auf- 
trage nach Scho. Der Statthalter von Scho kam ihm in dem Weich- 
bilde der Hauptstadt entgegen. Der Befehlshaber des Districtes trug 



Reichthum und Airauth in dem alten China. öl 

auf dem Rücken eine Armbrust und sprengte voraus. Seine alten Be- 
kannten in der Gasse des Bezirkes, unter ihnen Tseho-wang-sün, 
machten ihm jetzt durch die unter seinem Thore befindlichen Leute 
ein Ehrengeschenk von Rindern und Wein und gaben ihm ihre 
Freude kund. Wang-sün sprach hierauf seufzend : Es thut mir nur 
leid , da SS ich meine Tochter so spät Siang-ju dienen lassen konnte. 
Dasselbe Buch der Han sagt: 

Tsao-tsö machte an dem Hofe eine Meldung, worin er sagte: In 
der alten Zeit betrugen die Abgaben , mit denen man das Volk be- 
legte, nicht mehr als ein Zehntel. Thsin handelte diesem nicht 
gemäss. Es brachte zur Geltung die Gesetze Schang-yang's, es ver- 
änderte die Einrichtungen der Kaiser und Könige, es schaffte die 
Felder der Brunnen i) ab. Das Volk konnte kaufen und verkaufen. 
Die Reichen verbanden mit einander die nördlichen und südlichen 
Wege der Felder. Die Armen verloren den Boden für die Aufstellung 
eines Bohrers. Desswegen kleidete sich das arme Volk gewöhnlich in 
die Kleider der Pferde und Rinder und verzehrte die Speise der 
Hunde und Schweine. 

Das Buch der Han sagt ferner: 

Tschin-ping stammte aus dem Bezirke Hu-yeu in Yang-wu. In 
seiner Jugend war sein Haus arm. Dasselbe besass dreissig Morgen 
Land, und er wohnte bei seinem älteren Bruder und seinem Oheim, 

die sich fortwährend mit Feldbau beschäftigten. Sie gestatteten 

Ping, herumzuziehen und das Lernen zu betreiben. 

Ping war von Gestalt gross und schön. Es gab Leute, welche 

sagten: Ping ist arm. Was mag er wohl essen, dass er so fett wird? 

— Seine Schwägerin war darüber ungehalten , dass Ping sich nicht 

mit den Geschäften des Hauses befasste, und sie sagte : Er verzehrt 

blos die Grütze und den Reis. Einen solchen Schwager besitzen, ist 

schlechter, als man besitzt keinen. 

Ping las mit Vorliebe die Gedichte und Bücher. Sein Haus wftr 

arm, er wohnte in einer elenden Gasse und bediente sich einer Matte 

als Thüre. Gleichwohl waren vor dem Thore häufig die Radspuren 

von den Wagen der Altesten zu sehen. 
Dasselbe Buch der Han sagt: 



'j Das Ausmass der Felder. Ein ßrunnen heisst eine Flache von neunhundert Morgea. 



§§ Pfizmaier 

I-kuan war ein Mann von tausend Wagen und führte die Ge- 
schäfte des obersten Buchführers. Ngeu-yang-seng war arm und 
besass kein Vermögen An seinem Gürtel trug er die vorschrift- 
mässigen Bücher und jätete. Wenn er ausruhte, las er sie sofort mit 
lauter Stimme. 

Das Buch der Han sagt: 

Wang-tschang führte den Jünglingsnamen Tschung-king. Er war 
ein Eingeborner von Riü-ping in Tai-san. Er wurde ein Beflissener 
und lernte in Tschang-ngan. Daselbst wohnte er allein mit seiner 
Gattin. Als Tschang erkrankte, hatte er keine Decke, und er lag in 
einer Kuhdecke. Er nahm von seiner Gattin Abschied und weinte. 
Die Gattin schalt ihn und sprach zürnend: Tschung-king, die Geehr- 
ten und Vornehmen der Mutterstadt befinden sich in der Vorhalle des 
Hofes. Wer unter den Menschen ist zu Tschung-king herüberge- 
kommen? Jetzt bist du krank, müde und in Gefahr, du aber ermannst 
dich nicht, du vergiessest im Gegentheil Thränen. Was für eine 
Gemeinheit ist dies? 

Das Buch der Han sagt: 

Tsai-I war ein Eingeborner von Wen in Ho-nei. Weil er in den 
vorschriftsmässigen Büchern bewandert war, erhielt er die Begünsti- 
gung, in dem Versammlungshause des Zeltes des Oberfeldherrn die- 
nen zu dürfen. Sein Haus war arm, er ging immer zu Fusse und 
koimte das für den Anstand Erforderliche nicht bestreiten. Die 
dienstfreundlichen Männer unter dem Thore traten zusammen und 
kauften ihm einen Farren sammt Wagen, den sie ihn besteigen 
hiessen. 

Das Buch der Han sagt ferner: 

Kung-yü richtete an den Hof ein Schreiben, worin er sagte: 
Ich bin bejahrt, arm und elend. Das Vermögen meines Hauses beläuft 
sich nicht ganz auf zehntausend Kupferstücke. Für die Gattin und 
die Kinder sind Kleien und Hülsenfrüchte nicht zur Hand. Kurze 
Kleider von grober Leinwand sind nicht bereitet. Ich besitze Felder 
im Ausmasse von hundert dreissig Morgen. 

Dasselbe Buch der Han sagt: 

Yang-hiung ward wegen Krankheit entlassen. Er wurde von 
Neuem berufen und zu einem Grossen des Beiches ernannt. Sein 
Haus war einfach arm, und er liebte den Wein. Die Menschen 
kamen selten unter sein Thor. Einige Dienstbetlissene luden Wein 



Reielithum und Armuth in dem alten China. o9 

und Fleischspeisen auf Wagen und zogen mit ihm umher, um zu 
lernen. 

Das Buch der Han sagt: 

Kuang-heng führte den Jünglingsnamen Tschui-kuei. Derselbe 
stammte aus Sching in Tung-hai. Sein Vater war wie seine Vorgän- 
ger ein Ackersmann, und erst Hang befasste sich mit Lernen. Sein 
Haus war arm, er arbeitete als Taglöhner, um sich den Unterhalt zu 
verschaffen. Dabei bekundete er einen ungewöhnlichen Geist, und 
seine Kraft war übermenschlich. 

Das Buch der späteren Han von Fan-hoa sagt: 
Sün-khi führte den Jünglingsnamen Tschung-schi. Er war ein 
Eingeborner von Thsi-yin. In seiner Jugend war er ein Beflissener. 
Sein Haus war arm, und er diente seiner Mutter mit äusserstem 
Pflichtgefühl. Er hütete die Schweine in dem grossen Sumpfe und 
widmete ihr dadurch seine Dienste. Die entfernten Menschen, welche 
sich ihm beim Lernen anschlössen, erfassten die vorschriftmässigen 
Bücher auf den Feldhöhen und an den Bainen , indem sie ihm nach- 
eilten. Die Gassen und Niederlassungen wurden durch seine Beschei- 
denheit umgewandelt. 

Dasselbe Buch der späteren Han sagt: 

Schin-tu-fan führte den Jünglingsnamen Tse-lung. Er stammte 
aus Wai-hoang in Tschin-lieu. Sein Haus war arm, er trieb das 
Handwerk eines Lackarbeiters. Ko-lin-tsung sah ihn und hielt ihn 
für einen ausserordentlichen Menschen. 

Dasselbe Buch der späteren Han von Fan-hoa sagt: 

Li-tschung führte den Jünglingsnamen Ta-sün und war ein Ein- 
geborner von Tschin-lieu. Sein Haus war arm, die sechs Brüder 
kleideten sich gemeinschaftlich und speisten abwechselnd. Die Gattin 
sagte heimlich zuTschung: Da wir jetzt so arm sind, ist es unmöglich, 
lange -zu verbleiben. Ich besitze eigene Werthgegenstände. Mögen 
wir daran denken, uns abzusondern. 

Tschung gab verstellter Weise seine Zustimmung und spracli: 
Wir müssen Wein sieden, die im Hause befindlichen und die aus- 
wärtigen Verwandten versammeln und uns gemeinschaftlich berathen. 
— Sofort setzte man Wein auf und bewirthete damit die Gäste. 
Tschung trat vor, kniete nieder und meldete seiner Mutter: Dieses 
Weib ist unnütz. Sie hiess mich von der Mutter und den Brüdern 



9Ö Pfizmaier 

mich lossagen. Ich schicke sie jetzt fort. — Hiermit schalt er sie und 
entfernte sie. 

Das Buch der späteren Hau von Sie-sching sagt: 
Wang-tschung führte den Jiinglingsnamen Tschung-jin und 
stammte aus Schang-yü. In seiner Jugend wurde er eine Waise, und 
in der Gasse des Bezirkes pries man seine Elternliebe. Er kam in die 
Miitterstadt , wo er eine Beschäftigung übernahm. Er lernte im 
Grossen und erlangte eine weite Übersicht, wobei er sich nicht an 
Abschnitte und Sätze hielt. Sein Haus war arm , und er besass keine 
Bücher. Er wanderte gewöhnlich zu den Marktbuden von Lö-yang 
und durchblickte die Bücher, welche daselbst verkauft wurden. Was 
er einmal mit den Augen gesehen, konnte er ohne Umstände auswen- 
dig hersagen. Somit war er bald vielseitig gebildet und in allen 
Fächern des Wissens bewandert. 

Dasselbe Buch der späteren Hau sagt: 

Tschang-khai führte den Jüngliugsnamen Kung-schao. Er ord- 
nete den alten Text des Frühlings und Herbstes des Geschlechtes 
Yen. Die Leute von dem Thore des obersten Buchführers kamen, um 
ihn zu fragen. Wagen und Pferde erfüllten sein Thor. Die vornehmen 
Verwandtschaften erhoben sich und warteten in den Durchgängen, 
indem sie von den hinüberziehenden Gästen einen Nutzen erwarteten. 
Khai verdross es, dass dies geschah. Er wanderte ohne Umstände 
aus und ging ihnen aus dem Wege. Sein Haus war arm, und er hatte 
keinen Erwerb. Er bestieg gewöhnlich einen mit einem Esel bespann- 
ten Wagen, fuhr zu dem Districte und verkaufte Arzneiwaaren. Wenn 
er so viel gelöst hatte, als für seine Nahrung hinreichte, kehrte er 
ohne Umstände in die Gasse des Bezirkes zurück. 

Die Geschichte der Hau von der östlichen Warte sagt : 
Die Gattin Fu-jung"s starb. Er war arm und veranstaltete kein 
Leichenbegängniss. Die Menschen des Bezirkes wollten für ihn den 
Sarg und die Kleidung herbeischaffen. Jung wollte dies nicht an- 
nehmen und sprach : Die Todten des Alterthums warf man mitten in 
die Wildniss. Bei der Gattin und den Kindern kann man dies thun. 
— Er begrub sie einfach in die Erde. 
Dieselbe Geschichte der Hau sagt: 

Min-tschung-schö lebte in Ngan-yi. Er war alt und krank, sein 
Haus war arm, und er konnte sich kein Fleisch kaufen. Er kaufte sich 
täglich ein Stück Schweiusleber. Die Fleischer wollten es ihm 



Reic'htliiim und Aiinuth in dem alten China. 91 

manchmal niclit abschneiden. Der Befehlshaber von Ngan-yi wartete 
auf ihn und fragte die Söhne, was der Vater esse und trinke. Sie ant- 
worteten: Er isst bios Schweinsleber. Die Fleischer wollen sie ihm 
manchmal nicht geben. — Der Befehlshaber ging fort und ermahnte 
die Angestellten des Marktes. Wenn Jener von nun an einkaufte, er- 
hielt er alles ohne Umstände. Tschung-schö verwunderte sich und 
fragte seine Söhne. Diese sagten ihm, wie die Sache sich verhielt. 
Er sprach seufzend: Wie sollte Ming-tschung-schö mit Mund und 
Bauch an Ngan-yt gebunden sein? — Er entfernte sich sofort und 
begab sich nach Pei. 

Das Buch der fortgesetzten Han sagt : 

U-yeu verlor in seinem zwanzigsten Jahre seinen Vater. In 
seiner Wohnung konnte man keinen Stein auf den Schultern tragen, 
aber er nahm keine Unterstützung an. Er hütete gewöhnlich die 
Schweine in dem Sumpfe vim Tschang-hoan. Dabei sagte er Stellen 
aus den Musterbüchern und dem Buche der Geschichte her. Ein Be- 
kannter seines Vaters traf ihn und sprach zu ihm : Du bist der Sohn 
eines Angestellten von zwei tausend Scheffeln , aber du beschäftigst 
dich mit gemeinen Dingen. Dass man dem Sohne gestattet, das Ehr- 
gefühl zu verleugnen, wie steht es da mit dem Vorfahren? — Yeu 
begnügte sich, Entschuldigungen vorzubringen, und er beharrte bei 
seinem Vorsatze. 

Das Buch der späteren Han von Sie-sching sagt: 

Schi-yen führte den Jünglingsnamen Kiün-tse und stammte aus 
Pei. Sein Haus war arm, seine Mutter alt, und er wendete alle Kraft 
an, um sie zu ernähren. Er verschaffte sich seinen Unterhalt 
durch Melonenbau. Sein Bang war zuletzt derjenige eines grossen 
Beruhigers. 

Dasselbe Buch der späteren Han sagt: 

Im fünften Jahre des Zeitraumes Yung-ping (62 n. Chr.) wurde 
Ku, der ältere Bruder Puan-tschao's, aufgefordert, sich zu dem 
Hiao-schu (dem vergleichenden Buchführer) zu hegeben. Tschao 
folgte mit seiner Mutter und gelangte nach Lö-yang. Sein Haus war 
arm, er schrieb gewöhnlich um Taglohn und verschaffte sich dadurch 
seinen Lebensunterhalt. Endlich verdross ihn dies. Er gab seine 
Beschäftigung auf , warf den Pinsel weg und sprach seufzend: Ein 
grosser Mann hat keinen anderen Vorsatz, er darf nur trachten, dass 
er bekannt werde. Kiai-tse und Tschang-teng erwarben sich Ver- 



92 P f i z m a i e r 

dienste an fremden Grenzen und ihnen wurde dadurch die Belehnung 
als Fürsten zu Theil. Wie könnte ich mich lange mit Pinsel und 
Tintenstein befassen? 

In den kurzgefassten Denkwürdigkeiten von Wei heisst es: 

Tschang-lin war in seiner Jugend einfach arm. Trotz seiner 
Armuth nahm er von den Menschen nichts , was er nicht durch die 
Kraft seiner Hände verdient hatte. Er war ein Freund des Lernens 
und wurde gegen das Ende der Han ein Beflissener. Die Muster- 
bücher an dem Gürtel, ackerte und jätete er, während seine Gattin 
ihm auf das Feld die Speise zutrug. Obgleich sich Lin auf den Fel- 
dern befand, ehrte man ihn wie einen Gast. 

Die kurze Fassung der Vorbilder sagt: 

Tsching-kien führte den Jünglingsnamen Meu-fu und war ein 
Eiiigeborner von Wu-yin in Nan-yang. Er besass Menschlichkeit, 
Elternliebe und Lauterkeit. Er lebte in Armuth und war ohne Ver- 
mögen. Seinen Lebensunterhalt erwarb er sich durch Schleifen 
von Spiegeln, wobei er von den Menschen keine Wohlthaten 
annahm. 

Die Mütter klopften Seide und riefen einander abwechselnd zum 
Speisen. Einige unter ihnen assen nicht, und man sagte zu einer 
solchen: Du bist nicht Tsching-meu-fu. Warum verzehrst du nicht 
die Speise der Menschen? 

Das Buch der Erhebung von Tsin (tsin-tschung-hing-schu) sagt : 

W^ang-meng, ein Eingeborner von Pe-hai, wohnte in Wei-tu. 
In seiner Jugend arm und niedrig , betrieb er den Verkauf von Erd- 
körben als ein Geschäft. Einst kam er nach Lo-yang, wo er mit 
Erdkörben handelte. Daselbst war auf dem Markte ein Mann, der die 
Erdkörbe um einen hohen Preis kaufte. Derselbe hatte jedoch kein 
Geld und sagte : Du kannst mir nachfolgen und das Geld in Empfang 
nehmen. 

Meng folgte ihm und war, ehe er sich dessen versah, in das 
tiefe Gebirge gekommen. Der Mann sagte zu Meng, er möge sich 
einstweilen unter einen Baum stellen. Er selbst müsse ihm früher 
den Weg bahnen, der Gebieter werde sogleich kommen. Meng trat 
vorwärts und sah einen vornehmen Mann, der auf einem Bette sass 
und dessen Haupthaar gänzlich weiss war. Seine Begleiter waren 
ungefähr zehn Menschen. Einer derselben führte Meng und sprach : 
Der grosse Vorsteher der Pferde ! Du kannst vorwärts treten. — 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 9ö 

Meng verbeugte sich jetzt vor dem vornehmen Manne. Der vornehme 
Mann sprach: Welches Anliegen hat der Herr Wang? — Er ver- 
beugte sich und gab ihm als Gastgeschenk das Zehnfache des Preises 
der Erdkörbe. 

Er schickte hierauf Leute, welche Meng das Geleite gaben. Als 
dieser austrat und sich umsah, war an der Stelle ein hoher Berggipfel. 

Dasselbe Buch der Erhebung von Tsin sagt: 

Schün-yü-tschi führte den Jünglingsnamen Schö-ping und war 
ein Eingeborner von Thsi-pe. In dem Hause Pao-yuen's von Schang- 
thang kamen häufig Todesfälle und Krankheiten vor, und es gab da- 
selbst Armuth und Mühseligkeit. Man sagte zu ihm: Schün-yü-schö- 
ping ist ein göttlicher Mensch. Warum versuchst du es nicht und 
unternimmst die Wahrsagung? 

Yuen hiess hierauf Tschi die Abrisse verfertigen. Dieser vollen- 
dete sie und sprach: Du sagtest mir, dass im Nordosten des Hauses 
ein grosser Maulbeerbaum sich befindet. Wenn du auf dem Fuss- 
wege zu dem Markte gelangst und in das Thor trittst, wird in der 
Entfernung von einigen Zehenten von Schritten ein Mensch sein, der 
sich einer neuen Pferdepeitsche bedient. Du bittest ihn , sie dir zu 
geben, kaufst sie und hängst sie an diesen Maulbeerbaum. Nach drei 
Jahren wirst du dann plötzlich Güter erlangen. 

Yuen richtete sich nach diesen Worten. Er ging auf den Markt, 
erlangte wirklich die Pferdepeitsche und hängte sie auf. Genau nach 
drei Jahren grub er einen Brunnen und fand tausendmal zehntausend 
Kupfermünzen nebst verschiedenen kupfernen und eisernen Geräth- 
schaften, deren Werth wieder zwanzigtausend Kupferstücken gleich- 
kommen mochte. Das Geschäft seines Hauses wurde hierdurch erwei- 
tert, und auch die Kranken wurden gesund. 

In den Denkwürdigkeiten von Wei heisst es: 

Hoa-yin war von einfacher Lauterkeit und arm. Seinen Gehalt 
verwendete er zur Unterstützung seiner Verwandten. Desswegen war 
in seinem Hause nicht so viel als ein Stein vorhanden, den man auf 
die Schultern nehmen konnte. 

Dieselben Denkwürdigkeiten von Wei sagen: 

Teng-ngai führte den Jünglingsnamen Sse-tai und stammte aus 
I-yang. Da er stotterte, konnte er kein Amt bekleiden , und er wurde 
ein Gehilfe der Wächter der Pflanzen auf den Reisfeldern. Die Ange- 
stellten seiner Provinz hatten Mitleid mit seiner Armuth und betheil- 



94 Pfizmaier 

ten ihn sehr reichlich mit Geldmitteln. Ngai dankte anfänglich nicht 
im Geringsten. So oft er einen hohen Berg oder einen grossen Sumpf 
erhlickte, mass er ohne Umstände die Entfernung und zeichnete mit 
dem Finger das hefestigte Lager für ein Kriegsheer. Die Zeitge- 
nossen verlachten ihn häufig <). 

In den Denkwürdigkeiten von U heisst es : 

Liü-fan führte den Jünglingsnamen Tse-heng und stammte aus 
Ju-nan. Derselhe hatte ein stattliches Äussere. Lieu-schi, ein Ein- 
wohner der Stadt, war reich und seine Tochter schön. Fan hewarb 
sich um sie. Die Mutter war ihm abgeneigt und wollte sie ihm nicht 
geben. Lieu-schi sprach: Liü-tse-heng ist mir lieber, er wird lange 
Zeit arm bleiben. — Hierauf vermalte er ihn mit der Tochter. 

In den Denkwürdigkeiten von U heisst es ferner; 

Fan-tschang führte den Jünglingsnamen Wen-kuei und stammte 
aus der Provinz des Ostens. Er liebte den Wein und sein Haus war 
sehr arm. Er war dabei ein Freund vom Borgen und sagte ohne Um- 
stände, dass er gewaltig und reich zurückkommen müsste. Sün- 
kiuen 2) hielt ihn für einen sehr ungewöhnlichen Menschen. 

Sehang, Fürst von Hia und Feldherr von Wei, belagerte die 
Hauptstadt der Provinz des Südens. Er baute schwimmende Brücken 
und setzte zu der Insel der hundert Weglängen über. Tschang fällte 
an der oberen Strömung des Flusses Schilfrohr und verfertigte Mat- 
ten, die er bei günstigem Winde in Brand stecken wollte. Als die 
Matten vollendet waren, zog sich Sehang sofort zurück. Tscliang 
wurde in Folge dessen zu einem den Norden beruhigenden Heer- 
führer ernannt. 

Das Buch der Tsin sagt: 

Yuen-hien führte den Jünglingsnamen Tschung-yung und 
stammte aus Tschin-lieu. Um jene Zeit war es Sitte, am siebenten 
Tage des siebenten Monats die Kleider in die Sonne zu legen. In 
einigen Fällen stellten die Verwandtschaften ihre Kleidungsstücke in 
der Vorhalle in Reihen. Hien war arm und besass nichts. Er zog 
den Badegürtel aus, breitete die Unterhosen und hängte sie auf die 
Spitze einer Bambusstange. Die Menschen fragten ihn, warum er 



^) Teng-ngai war später ein siegreicher Feldherr von Wei. 
2) Siin-kiuen ist der erste Kaiser von U. 



Reichthum und Armuth in dem alten Chin». Oo 

dies tliue. Er antwortete : Ich kann mich nicht der Sitte ent- 
schlagen. 

Das Buch der Sung sagt: 

Als Lieu-yÖ, der Kaiser Wu, jung war, herrschte in seinem 
Hause grosse Armuth und er arbeitete mit den Menschen als Tag- 
löhner. Als er zur Kaiserwürde emporstieg, waren seine Ackerge- 
räthschaften noch immer vorhanden, ebenso sein geflickter Lein- 
waiulmantel. Er befahl, dies alles aufzuheben und es seinen Söhnen 
und Enkeln zu zeigen, damit sie sich daran ein Beispiel nehmen. 

Dasselbe. Buch der Sung sagt: 

Das Haus Kiang-tschen's war arm und man lebte daselbst ein- 
geschränkt. Er erzielte keinen Ertrag der Güter. Die ihm als Ge- 
schenk übersandten Speisen erfüllten sein Thor, und er empfing nie- 
mals eine einzelne. Er besass keine mehrfachen Kleider und keinen 
Überfluss an Lebensmitteln. Einst wurde er zu dem Kaiser beschie- 
den. Tschen wusch eben die Kleider und liess sich unwohl melden. 
Nach mehreren Tagen waren seine Kleider in Stand gesetzt und dann 
erst machte er sich schnellen Schrittes auf den Weg. 

Seine Rinder waren einst hungrig, und der Knecht suchte 
Gras. Als es lange Väbrte, sprach Tschen : Man kann ihnen zu trin- 
ken geben. 

Das Buch der Sung sagt ferner: 

Tao-tsien liebte den Wein, aber sein Haus war arm, und er 
konnte ihn nicht immer erlangen. Seine Verwandten wussten dieses 
längst. Sie trugen bisweilen Wein auf und riefen ihn herbei. Wäh- 
rend des Trinkens hörten sie ohne Weiteres auf, und dies war um 
die Zeit, wo sie betrunken sein mussten. Nachdem sie sich verab- 
schiedet, zogen sie sich zurück, was er ihnen noch niemals übel ge- 
nommen hatte. Nach ihrer Entfernung blieb er in einem aufgeregten 
Zustande innerhalb der Bingmauer, wo er vor Wind und Sonne nicht 
geschützt war. Er trug ein kurzes Kleid von grober Leinwand, er 
hatte ausgehöhlte und zusammengebundene Kürbisse, und alles war 
bei ihm ärmlich und leer. 

Das Buch der Liang sagt: 

Das Haus Yuen-hiao-tschü's war arm, und er hatte nichts, um 
den Kessel zu heizen. Seine Magd entwendete Brennholz bei dem 
Nachbar und unterhielt dadurch das Feuer. Hiao-tschü erfuhr dieses 
und ass in Folge dessen nichts. Er befahl, das Dach wegzunehmen 



96 Pfi zmai er 

und damit zu kochen. In dem Hause, welches er bewohnte, befand 
sich nur ein Bett, und dieses war rings von Bambussträuchen um- 
geben. 

Das Buch der späteren Wei sagt: 

In dem Hause, welches Hu-seu bewohnte, waren Zimmer von 
Beifuss und Teppiche von Gras. Er machte sich nur des Weines wil- 
len auf den Weg. Er sagte gewöhnlich zu den Leuten: Bei diesem 
Leben scheine ich den Glanz einer Fackel zu übertreffen. — Indem er 
sich mit keinem Erwerb befasste, hielt er Hunger und Armuth nicht 
für schimpflich. Er zog einen Sohn auf, dessen Jünglingsname Ming- 
ling (die grüne Baupe des Maulbeerbaumes) und durch den er sich 
den Unterhalt verschaffte. Wenn er zu einem sehr vornehmen Hause 
kam, fuhr er immer mit einer Kuh und breitete einen drei bis vier 
Ganting fassenden Sack aus. Nachdem er satt gegessen und getrun- 
ken, füllte er den Sack mit dem übriggebliebenen Fleische und den 
Kuchen, und übergab ihn Ming-Iing. Wenn ihm prachtvolle Gespanne 
begegneten, blickte er auf sie mit Verachtung. 

Das Buch der Sui sagt: 

Als Fang-yen-kien sich im Besitze seines Amtes befand, ver- 
wendete er den ganzen von ihm bezogenen Gehalt zur Unterstützung 
seiner Verwandten und Freunde. In seinem Hause befanden sich 
keine überflüssigen Güter, die Wagen, die Kleidungsstücke und die 
Geräthschaften trachtete er zu erhalten, und er war einfach sparsam. 
Von seiner Kindheit bis zu seinem reiferen Alter waren seine Worte 
und seine Handlungen dieselben, und er hatte noch niemals für sei- 
nen Nutzen gesorgt. Selbst wenn er in Mangel gerieth, zeigte er 
sich immer heiter. 

Einst lachte er mit sich ohne einen Anlass. Er kehrte sich um 
und sprach zu seinem Sohne Yuen-Iing : Alle Menschen bereichern 
sich durch ihren Gehalt. Ich allein bin bei meinem Amte arm. Was 
ich meinen Söhnen und Enkeln hinterlasse, besteht in Lauterkeit und 
Unbescholtenheit. 

In den sechs Köchern (lö-tao) heisst es: 

König W^u stellte an den grossen Fürsten die Frage : Armuth 
und Beichthum, wie könnten sie durch das Schicksal bestimmt sein? 

Der grosse Fürst sprach: Wer sorgfältig zu Werke geht und 
nicht reich wird, in dessen Hause befinden sich die Diebe. 

König Wu fragte: Was nennst du die Diebe? 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 97 

Der Fürst sprach : Eine Sache nicht reiflich erwägen, ist der 
erste Dieb. Zur Unzeit säen und ernten, ist der zweite Dieb. Ein 
Weib nehmen, ohne es fähig zu sein, ist der dritte Dieb. Zu 
viele Töchter ernähren, ist der vierte Dieb. Die Geschäfte hintan- 
setzen und sich dem Weine zuwenden, ist der fünfte Dieb. Eine über- 
mässige Menge von Kleidungsstücken ist der sechste Dieb. Beim Ver- 
schliessen und Borgen nicht sorgfältig sein, ist der siebente Dieb. Von 
dem Brunnen und dem Herde keinen Nutzen haben, ist der achte 
Dieb. Den Sohn emporheben und ihm Hochachtung bezeigen, ist der 
neunte Dieb. Ohne dass man etwas zu thnn hat, eine Lampe brennen, 
ist der zehnte Dieb. Wessen Theil dieses ist, wie könnte er reich 
werden? 

König Wu sprach: Vortrefflich! 

In den Überlieferungen von charakterfesten Frauen heisst es; 

Die Gattin Kien-Iiü"s ist die Gattin des Lehrers Kien-Iiü von Lu. 
Als der Lehrer starb, machte sich Tseng-tse mit den Menschen des 
Thores auf den Weg, damit er um ihn trauere. Er sah, dass der 
Leichnam des Lehrers sich unter dem Fenster befand. Derselbe war 
mit einer Decke von Tuch bedeckt, und seine Hände und Füsse 
waren nicht vollständig eingehüllt. Bedeckte man das Haupt, so 
wurden die Füsse sichtbar. Bedeckte man die Füsse, so wurde das 
Haupt sichtbar. 

Tseng-tse sprach: Man bringe die Decke in eine schiefe Rich- 
tung, und er wird dann eingehüllt sein. 

Die Gattin spracli: Der Überfluss des Schiefen ist nicht so viel, 
wie das Unzureichende des Geraden. Weil ferner der Lehrer nicht 
schief war, ist es mit ihm so weit gekommen. 

In denselben Überlieferungen von charakterfesten Frauen heisst es : 

Siü-ngu von Tsi war ein armes Weib in der Gegend des östli- 
chen Meeres. Dieselbe hatte mit ihrer Nachbarin Li-ngu und anderen 
Weibern eine gemeinsame Kerze und begab sich mit ihnen zur Ar- 
beit. Siü-ngu war sehr arm, und ihre Kerze wurde öfters nicht bei- 
gestellt. 

Li-ngu sagte: Die Kerze Siü-ngu' s wurde öfters nicht beige- 
stellt. Ich bitte, dass wir sie nicht an der Nacht theilnehmen lassen. 

Siü-ngu sprach: Was für ein Wort ist dies? Wenn jetzt in 
einem Hause ein Mensch mehr ist, wird die Kerze desswegen nicht 
heller. Entfernt man einen Menschen, so wird die Kerze desswegen 

Sitzb. d. phil.-hist. n. LVIU. Bri. W. Htt. 7 

j 



98 Pfizmaier 

nicht dunkler. Warum spart man das überflüssige Licht der östlichen 
Wand? Mir Armen ward nicht die Wohlthat, dass man mich be- 
dauert. Dass es für immer meine Nacht sei, wäre dies nicht auch 
möglich? 

Da Niemand etwas erwiedern konnte, Hess man sie wieder an 
der Nacht theilnehmen. 

In den Überlieferungen von hohen Männern (Kno-sse-tschu€n) 
heisst es : 

Kao-lai-tse war ein Eingeborner von Tsu. Derselbe trieb Acker- 
bau an der Südseite des Berges Mung. Er hatte Wände von grünen 
Bohnen und Binsen, ein Zimmer von Stabwurz und Stroh, ein Bett 
aus Baumzweigen und Teppiche von Beifuss. 

In den besonderen Überlieferungen von Tung-fang-so heisst es : 
So lieh Kung-sün-hung ein Schreiben, das er verfasst hatte und 
worin er sagte: Ich soll mich als Begleiter nach Kan-tsiuen begeben. 
Es ist mein Wunsch, die Bückseite des äusseren Stalles auszuleihen 
und den Ibischbaum zu besteigen, der am Abend stirbt, am Morgen 
lebendig wird. Es ist auch nicht nothwendig, dass ein Mann für die 
Dauer arm sei. 

In den besonderen Überlieferungen von Li-hö wird gesagt : 
Kung lebte in Armuth, aber er befasste sich nicht gern mit der 
Hervorbringung. Er besass dreissig Morgen Beisfelder und ein Wohn- 
haus. Er kam in die Mutterstadt, um zu lernen und zu fragen. Er 
schrieb um Lohn und verschaffte sich dadurch seinen Unterhalt. Er 
war ein Mann von tiefem Wissen, auffallender Zierlichkeit und besass 
grosse Urtheilskraft. 

In den besonderen Überlieferungen vonKo-lin-tsung wird gesagt. 
Das Haus Lin-tsung' s war arm. Als er das erste Mal des Ler- 
nens willen umherwandeln wollte, besass er keine Geldmittel. Er 
ging zu dem Manne seiner älteren Schwester und lieh von ihm fünf- 
tausend Kupferstücke. Er zog in die Ferne und gelangte nach 
Tsching-kao, wo er sich einem Lehrer anschloss und eine Beschäf- 
tigung erhielt. Er ass für mehrere Tage. Seine Kleider verhüllten 
nicht die Gestalt, und er bediente sich gewöhnlich eines Deckels und 
einer Binde. Er ging durch einen Schirm aus und ein. Beim Ein- 
treten schützte er die Vorderseite. Beim Austreten verdeckte er die 
Rückseite. 

In den besonderen Überlieferungen von Ping-yuen Avird gesagt : 



Reichtluiin und Armuth in dem allen China. 99 

Yueii führte den Jünglingsiiameii Ken-kiü. In i.eineni eilften Jahre 
verlor er den Vater. Sein Haus war arm und er frühzeitig verwaist. 
In der Nachbarschaft befand sich ein Schreibhaus. Yuen gins: zu 
dessen Seite hinüber und weinte. 

Der Lehrer fragte: Warum ist der Knabe traurig? 

Yuen sprach : Der Verwaiste ist leicht zu verletzen, der Arme 
ist leicht zu rühren. Diese Schreibenden haben gewiss ihren Vater 
und ihren älteren Bruder. Was das Eine betrifft, so wünschte ich, dass 
ich nicht verwaist wäre. Was das Zweite betrifft, so bin ich begie- 
rig, an dem Lernen theilzunehmen. Im Herzen schmerzt mich dieses, 
und ich weine deswegen. 

Der Lehrer ward ebenfalls traurig über die Worte Yuen's und 
er sprach weinend: Wenn du schreiben willst, so kannst du schreiben. 

In den besonderen Überlieferungen von Hoan-kiai wird gesagt: 

Kiai war arm und sparsam. Kaiser Wen besuchte einst sein Wohn- 
haus und sah, dass die Söhne keine Unterhosen hatten. Kaiser Wen 
schlug in die Hände und sprach lachend: Die Söhne eines Ältesten 
haben keine Unterhosen ! — Er schloss die Kinder in die Arme und 
nahm sie zu sich in den Wagen. 

An diesem Tage ernannte er die zwei Söhne zu Leibwächtern 
und Hess an das gelbe Thor den Auftrag ergehen, dreissig Kleider 
herauszugeben. Indem er dieses schenkte, sprach er: Wenn deine 
Kinder fähig sein werden, herbeizueilen, können sie dies in Un- 
terhosen thun. 

In den Überlieferungen von Männern der Schrift (loen-sse- 
tschiieuj heisst es: 

Lieu-liang führte den Jünglingsnamen Man-san, Man nennt ihn 
auch mit dem Namen Kien. Derselbe war einer von den Söhnen und 
Enkeln des Hauses der Han. In seiner Jugend zeigte er grosse Fä- 
higkeiten und wurde seiner Belesenheit willen geschätzt. Liang war 
arm, er verkaufte gewöhnlich Bücher, um sich Kleider und Speise 
zu verschaffen. 

In dem Wandel der früheren weisen Männer von Ju-nan (jii- 
nan-sien-hien-hmig-tschuang) heisst es: 

Hu-ting führte den Jünglingsnamen Yuen-ngan und stammte aus 
Ying-tschuen. Er zeichnete sich zuletzt im Wandel vor den übrigen Men- 
schen aus. Als er sich einst in der Trauer befand, gingen Fasanen und 
Hasen in seinem Vorhofe umher und der Schnee bedeckte sein inne- 

7» 



100 Pfiz maier 

res Haus. Der Befehlshaber des Districtes entsandte Zugetheilte der 
Gerichtsdiener der Thüren, damit sie den Schnee durchbrechen und 
sich nach Ting erkundigen. Bei Ting war der Vorrath an Kornfrucht 
bereits zu Ende gegangen, seine Gattin und seine Kinder lagen in 
den Betten. Der Befehlshaber schickte trockenen gerösteten Beis und 
machte ihn ihm zum Geschenke, Ting nahm davon die Hälfte an. 

In dem Verzeichnisse der Entscheidungen der drei Stützen 
(san-fu-kiue-ld) i) heisst es : 

Sün-tsching führte den Jünglingsnamen Yün-kung. Sein Haus 
war arm, und er trat in keinen Dienst. Er wohnte in der festen Stadt 
der Altäre und beschäftigte sich mit dem Weben von Staubschüsseln. 
Er war in den Gedichten und in dem Buche der Geschichte bewan- 
dert und wurde ein Gerichtsdiener der Verdienste der Provinz. 
In den Wintermonaten hatte er keine Decke. Er besass ein Bün- 
del Beisig. Am Abend legte er sich in dasselbe, am Morgen ver- 
brannte er es. 

In den Denkwürdigkeiten des Beiches Hoa-yang wird gesagt: 

Tschü-liang führte den Jünglingsnamen Yün-king und war ein 
Eingeborner von Schi-fang. Er erhielt seinen Unterricht zu Tschang- 
ning in der Provinz Scho. Er ass zerstossene Hülsenfrüchte und 
trank Wasser, wobei er Stellen aus Büchern hersagte. Seine Ge- 
nossen bemitleideten ihn wegen seiner Armuth und reichten ihm Beis 
und Fleisch, was er aber nicht annahm. Da sein Haus arm war, ging 
er immer zu Fusse. Er wurde ein Gerichtsdiener der Verdienste 
der Provinz. 

In den Gesprächen des Zeitalters wird gesagt: 

Li-hung-to seufzte fortwährend, weil man ihm nicht ernstlich 
entgegenkam. In Yang-tscheu wusste man, dass sein Haus arm sei, und 
man fragte ihn : Kannst du deinen Sinn beugen für eine Strecke von 
hundert Weglängen oder nicht? — Li antwortete: Die Seufzer des 
nördlichen Thores sind schon längst in der Höhe gehört worden. Ein 
verkommener Affe, der in den Wald entläuft, wie sollte er Zeit haben, 
sich den Baum zu wählen? — Sofort bekleidete er ein Amt in dem 
District Meu. 

In den Gesprächen des gewöhnlichen Lebens heisst es: 



1) Die drei Stützen (san-fu) heisst eine Provinz, gebildet aus drei Kreisen: Dem 
Kreise der Mutterstadt, dem linken Fu-fung und dem rechten Fu-fung. 



Reichthum und Armuth ia dein allen China. 101 

Lieu-tschin-tschang wohnte in seiner Jugend in Tan-tu. Sein 
Hans war änsserst arm, und er wob Schuhe aus Schachtelhalm, um 
seine Mutter zu ernähren. 

Der Garten der Gespräche sagt: 

Tse-sse wohnte in Wei. Er trug einen hänfenen Mantel ohne 
Futter. In zweimal zehn Tagen ass er neunmal. 

In den vermischten Erzählungen der westlichen Mutterstadt 
wird gesagt: 

Sse-ma-siang-ju begab sich anfänglich mit (seiner Gattin) 
Tscho-wen-kiün nach Tsching-tu. Wen-kiün war arm und niederge- 
schlagen. Sie ging mit dem Pelze von Sü-schuang 9> in den sie ge- 
kleidet war, zu Yang-tschang, einem Menschen des Marktes, und 
erhandelte dafür Wein. Hierauf kam man überein, nach Tsching-tu 
zurückzukehren und den Wein zu verkaufen. Siang-ju legte selbst 
einen ßadegürtel an und wusch die Gefässe. Er wollte dadurch (den 
reichen Schwiegervater) Wang-sün beschämen. 

Das Buch Lie-tse sagt: 

In Tsi war ein Armer, der auf dem Markte der festen Stadt 
bettelte. Er trauerte über sein Elend, doch Keiner von Allen gab ihm 
etwas. Er begab sich hierauf zu dem Stalle des Geschlechtes Tien. 
Er schloss sich daselbst an die Pferdeknechte, verrichtete Dienste 
und entlieh Speise. Die Menschen in der Vorstadt verspotteten ihn 
und sagten: Schämst du dich nicht, dass du dich den Pferdeknechten 
anschliessest und dich auf diese Weise ernährst? — Der Bettler 
sprach: Unter den Dingen, deren man sich in der Welt schämt, geht 
nichts über das Betteln. Zu betteln habe ich mich gleichsam nicht 
geschämt, warum sollte ich mich der Pferdeknechte schämen? 

Dasselbe Buch Lie-tse sagt: 

Der Mann des Geschlechtes Kuo von Tsi war sehr reich. Der 
Mann des Geschlechtes Hiang von Sung war sehr arm. Dieser begab 
sich von Sung nach Tsi, um sich über die Kunst Rath zu erholen. 

Der Mann des Geschlechtes Kuö sagte zu ihm: Ich verstand mich 
gut auf das Stehlen. Als ich zu stehlen anfing, hatte ich in einem Jahre 
mir zur Stelle geschafft. Nach zwei Jahren hatte ich zur Genüge. 
Nach drei Jahren hatte ich grossen Überfluss. Seit dieser Zeit ging 



*) Der Vogel Su-schuang, eine Art Paradiesvogel. 



102 Pfiz.maier 

es weiter und meine Wolilthaten erstrecken sich auf die Provinz und 
die Gasse. 

Der Mann des Geschlechtes Hiang hatte grosse Freude. Er ver- 
stand die Worte, dass jener gestohlen hatte, er verstand nicht die 
Art und Weise, wie er gestohlen hatte. Er überstieg sofort Ring- 
mauern, durchbohrte innere Häuser, unter dem, was Hände und 
Augen erreichten, war nichts, das er nicht durchsuchte. Es währte 
nicht lange, als man wegen des Verbrechens des Diebstahls das Ver- 
mögen seines Vaters einzog. 

Weil der Mann des Geschlechtes Kuo ihn getäuscht hatte, reiste 
der Mann des Geschlechtes Hiang zu ihm und zeigte sich über ihn 
ungehalten. 

Der Mann des Geschlechtes Kuo sprach: Schade! Was die 
Art und Weise betrifft, wie ich gestohlen habe, so hat der Himmel 
die Jahreszeiten, die Erde hat die Erträgnisse. Ich stahl die Erträg- 
nisse des Himmels und der Erde, die Befeuchtung des Wolkenregens. 
Auf meinen Erdhöhen stahl ich die Vögel und die wilden Thiere, in 
den Flüssen stahl ich die Schildkröten. Es gibt nichts, das ich nichl 
stahl. Das Gold, die Edelsteine, die seltenen Kostbarkeilen, das Ge- 
treide, die Seidenstoffe, die Güter und die Waaren, welche von den 
Menschen gesammelt werden, wie könnten sie Gaben des Himmel.s 
sein? Wenn man sie aber stiehlt und dabei eines Verbrechens schul- 
dig wird, was für einen Grund hätte man da, ungehalten zu sein? 
Das Buch Tschuang-tse sagt: 

Yuen-hien nahm seinen Aufenthalt in Lu. Er wohnte in dem 
inneren Hause einer Ringmauer. Die Thüre aus Stabwurz war nicht 
in Stand gesetzt, die Thürangeln waren von dem Holze des Maul- 
beerbaumes. Bei dem aus einem Kruge gebildeten Fenster sickerte 
es oben durch, unten war es feucht. Er sass auf einer Kiste und 
sang zu dem Saitenspiel. Tse-kung fuhr in einem mit grossen 
Pferden bespannten Wagen, dessen Inneres blau und dessen Aussen- 
seiten weiss waren. Das Vordach und der W\igen hatten in der Gasse 
nicht Raum. Er kam, um Yuen-hien zu besuchen. Yuen-hien wandelte 
langsam mit einem Stocke und stand an dem Thore. Tse-kung 
sprach: Warum bist du, o Meister, krank? 

Yuen-hien antwortete ihm und sprach: Wie ich gehört habe, 
wird derjenige, der keine Güter besitzt, arm genannt. Denjenigen, der 



Reichthum und Armuth in dem alten China. lud 

die Wege des Gesetzes erlernt hat, aber nicht im Stande ist, auf 
ihnen zu wandeln, nennt man krank. 

Tse-kung ging im Kreise umher und zog sieh mit beschämter 
Miene zurück. 

Dasselbe Buch Tschuang-tse sagt: 

Khuug-tse sprach zu Yen-yiien : Dein Haus ist arm, du befindest 
dich in einer niedrigen Stellung. Warum trittst du in keinen Dienst? 
Er antwortete: Ich habe keine Lust zu dienen. Ich besitze aus- 
serhalb der Vorstädte fünfzig Morgen Felder. Sie reichen bin. um 
mir gerösteten Reis und Grütze zu verschaffen. Zehn Morgen Felder 
innerhalb der Vorstädte reichen bin, um Seide und Hanf herbei zu 
stellen. Die Trommeln und die Cithern reichen hin zu meinem Ver- 
gnügen. Was ich von dir, o Meister, gelernt habe, reicht hin zu mei- 
ner Freude. Ich habe keine Lust zu dienen. 

Khung-tse wechselte die Farbe und sprach: wie schön! 
Dasselbe Buch Tschuang-tse sagt: 

Das Haus Tschuang-tscheu's war arm. Er ging daher fort, um 
sich Hirse von dem Lebensfürsten von Kien-ho zu leihen. Dieser 
sprach : Sobald ich das Gold von meiner Stadt erhalten haben werde, 
werde ich dir dreihundert Pfund leihen. 

Tscheu erröthete vor Zorn und sprach : Als ich gestern kam, war 
mitten auf dem Wege Jemand, der nach mir rief. Als ich mich um- 
sah, war in dem Wagengeleise ein Bars. 

Ich fragte ihn: Was ist dir geschehen? 

Er antwortete: Ich bin ein Diener der Wellen des östlichen 
Meeres. Könntest du mich nicht mit einer Mass oder einem Ganting 
Wasser am Leben erhalten? 

Ich sagte: Ja. Ich werde im Süden auf der Erde von U und 
Yue umherwandeln, das Wasser des westlichen Stromes zurücklei- 
ten und dir entgegengehen. Darf ich dieses? 

Der Bars erröthete vor Zorn und sprach : Wenn ich eine Mass 
oder einen Ganting Wasser erlangte, würde ich am Leben bleiben. 
Da du dieses sagst, müsstest du mich schon in den Buden der ge- 
trockneten Fische suchen. 

Dasselbe Buch Tschuang-tse sagt: 

Tseng-tse lebte in Wei. Wenn er den Kragen zusammenzog, 
wurde der Ellbogen sichtbar. Wenn er die Schuhe anzog, fehlte der 
Fersentheil. 



104 Pfizmaier 

Das Buch Siün-king-tse sagt: 

Tse-hia war arm, seine Kleidung glich einer hängenden Wach- 
tel. Die Menschen sprachen: Warum trittst du in keinen Dienst? — 
Er sprach: Bei den Lehensfürsten, welche sich gegen mich stolz 
benehmen, werde ich kein Diener. Die Männer, welche sich gegen 
mich stolz benehmen, besuche ich nicht mehr. 

Das Buch Pao-pö-tse sagt : 

Hung-pin war vom Leib krumm, er war mager und litt zugleich 
an vielen Krankheiten. Er war arm, besass weder Wagen noch 
Pferde und war nicjit im Stande, zu Fusse zu gehen. Dornge- 
büsche wuchsen in seinem Vorhofe und unter dem Gesimse. Huflattig 
und Wicken versperrten die Treppe und die Dachtraufe. Indem er 
zur Seite die Haselstauden erfasste, trat er aus dem Thor. Indem er 
die Gräser zurückschlug, trat er in das innere Haus. 

Das Buch Hoai-nan-tse sagt: 

Der Arme öffnet im Sommer das Kleid von grobem Tuche und um- 
gürtet sich mit einer Schnur. Er nimmt in den Mund Hülsenfrüchte 
und trinkt Wasser, um die Hitze zu zertheilen. Im Winter trägt er 
einen Schafpelz gleich einer dünnen Platte, das kurze Kleid von gro- 
bem Tuche verdeckt nicht die Gestalt, und er wärmt sich an der 
Öffnung des Herdes. Deswegen ist bei dem Aneinanderreihen der 
Thüren und dem Zusammenstellen des Volkes zwar kein Unterschied, 
allein der Abstand zwischen Armen und Reichen ist ungefähr so 
gross wie zwischen den Gebietern der Menschen und den Knechten 
und Gefangenen. Es lohnt sich nicht der Mühe, Vergleiche an- 
zustellen. 



Anhang. 

Tien-tse-fang verliess einst das Haus und sah ein altes Pferd 
auf dem Wege. 

Er fragte: Was ist das für ein Pferd? 

Der Wagenführer sprach: Die Thiere in dem Hause des Fürsten 
sind entkräftet, und man kann sie nicht brauchen. Desswegen lässt 
man sie frei. 

Tien-tse-fang sprach: Die Thiere, die in der Jugend ihre ganze 
Kraft aufgeboten haben, wenn sie alt sind, sie zurückstossen, der 
Menschliche thut dieses nicht. 



Reiclithum und Armuth in dem alten China. 1 OS 

El" löste die Thiere durch zusammengewickelte SeidenstofTe aus. 
Die elenden Männer, welche dies hörten, wussten, wohin sie sich 
im Herzen zu wenden hatten i). 

Tschao, König von Tsu, Hess eine Einladung an Khung-tse er- 
gehen. Khung-tse zog aus, um ihm seine Hoachtung zu bezeigen. 
Auf dem Wege kam er nach Tschin und Tsai. 

Die Grossen dieser Länder hielten mit einander Rath und spra- 
chen: Khung-tse ist weise und höchstweise. Seine Stachel worte 
und sein Tadel treffen die Krankheit der Lehensfürsten. Wenn er in 
Tsu verwendet wird, so gerathen Tsin und Tsai in Gefahr. 

Sofort entsandte man Krieger zu Fusse, welche sich Khung-tse 
entgegenstellten. Khung-tse konnte nicht weiterziehen und seine 
Lebensmittel gingen zu Ende. Durch sieben Tage war er ohne allen 
Verkehr, mit Brühe von Beifuss konnte er sich nicht sättigen. Seine 
Begleiter erkrankten 2). 

Khung-tse befand sich zwischen Tschin und Tsai in Elend. 
Die Brühe von Beifuss wurde nicht gemengt. Tse-lu kochte ein 
Schwein. Khung-tse fragte nicht, woher das Fleisch gekommen und 
verzehrte es 3). 

Das Buch Siün-king-tse sagt: 

Wenn der Vogel elend ist, so pickt er mit dem Schnabel. Wenn 
das wilde Thier elend ist, so packt es mit den Klauen. Wenn der 
Mensch elend ist, so befasst er sich mit Trug. 

Khung-tse begab sich nach Tsu und wandelte zwischen Tschin 
und Tsai. Durch sieben Tage genoss er keine Nahrung. Tse-lu sprach : 
Ich habe gehört: Demjenigen, der gut ist, vergilt der Himmel mit 
Glück. Demjenigen, der nicht gut ist, vergilt der Himmel mit Unglück. 
.Jetzt hast du, Meister, angesammelt die Weise der Tugend, warum 
ist ihr Wohnsitz in der Verborgenheit? 

Khung-tse sprach: Die wohlriechende Luftblume wächst in den 
tiefen Wäldern. Es ist nicht der Fall, dass sie nicht wohlriechend ist, 
weil es keine Menschen gibt. Bei dem W^eisen, der lernt, ist es nicht 
das Nämliche. Wer in keiner Verborgenheit lebt, dessen Gefühle 



*) Han-sehi-wai-tschuen, die äusseren Überlieferungen von Han-schi. 
^) Die Worte der Häuser. 
^) Das Buch Me-tse. 



106 Pfizmaier 

kommen nicht zum Durchbruch. Wer in keiner Zurückgezogenlieit 
lebt, dessen Gedanken sind nicht grossartig i). 

Das Buch Tschuang-tse sagt; 

Wenn die Quelle vertrocknet, befinden sich die Fische in Ge- 
meinschaft auf dem festen Lande. Sie blasen auf einander, um sich 
zu befeuchten. Sie erweichen einander, um zu schwimmen. Sie müs- 
sen nothwendig auf den Strom und den See vergessen. 

Khung-tse befand sich in Elend zwischen Tschin und Tsai. 
Durch sieben Tage verzehrte er keine Speise von dem Feuer, die Brühe 
vonBeifuss wurde nicht gemengt. Yen-hoei legte das Gemüse zurecht. 
Tse-kung und Tse-lu sprachen zu einander: Dem Meister wurde die 
Vertreibung zu Theil in Lu. Seine Fussspuren wurden getilgt in Wei. 
Seine Bäume wurden gefällt in Sung. Er ist elend in Tschin und 
Tsai. Kann ein Weiser so ohne Ehrgefühl sein? 

Yen-hoei antwortete nichts, er trat ein und brachte Khung-tse 
die Meldung. Khung-tse schob die Cither von sich und sprach seuf- 
zend: Yeu und Sse sind unbedeutende Menschen. Ich berief sie zu 
mir und sprach mit ihnen. Jetzt habe ich an den Wegen der Mensch- 
lichkeit und Gerechtigkeit festgehalten und habe die Unbilden des 
Zeitalters erfahren. Wie könnte dieses das Elend sein?^) 

Ein Mensch von Lu war geschickt im Weben von Schuhen, seine 
Gattin war geschickt im Weben von seidenen Mützen, und sie über- 
siedelten nach Yue. Jemand sagte zu ihnen: Ihr werdet gewiss in 
Elend gerathen. Die Schuhe sind dasjenige, worauf die Menschen 
treten, aber die Menschen von Yue besteigen die Schiffe. Die sei- 
denen Mützen sind dasjenige, womit die Menschen das Haupt be- 
decken, aber die Menschen von Yue bedecken sich mit ihrem 
Haupthaar. Wolltet ihr auch von Elend befreit sein, kann euch die- 
ses gelingen? 3) 

Das Buch Hoai-nan-tse sagt : 

Vor den elenden und niedrigen Altären*) klopfte man auf die 
Schüsseln, schlug die Krüge in gegenseitigem Einklang und sang. 
Man hielt dies für eine Musik. Einst versuchte man es, statt dessen 



1) Das Buch Siün-king-tse. 

2) Das Buch Tschuang-tse. 
") Das Buch Han-tse. 

*) Die elenden und niedrigen Altäre sind die kleinen Altäre der elenden Gassen. 



Reichthum und Armuth in dem alten Cliina. 107 

die aufgestellten Trommeln zu rühren, die grossen Glocken 7a\ 
schlagen. Jetzt erst erkannte man, dass man sich der Krüge schämen 
müsse. 

In dem Buche der vermischten Wege (tsä-tao-schu) heisst es : 

An dem Fusse des Berges Ti-schi (der Berg der Erdlunge) 
wächst eine Pflanze, deren Name Kieu-khiung (die Bettung von dem 
Elend). Dieselhe gleicht dem Bamhus und verdorrt weder im Winter 
noch im Sommer. Wenn man sie pflückt und verzehrt, kann man die 
Brodfrucht enthehren und hraucht nicht zu essen. Sie hringt hei dem 
Menschen das lange Leben zu Wege. Wenn man sie dreissig Tage 
einnimmt, erreicht man im Gehen ein laufendes Pferd. 

In dem hilderlosen Gedichte des elenden Vogels von Tschao-yi 
heisst es : 

Es gibt einen elenden Vogel. Er legt die Flügel zusammen auf 
der Hochebene und in der Wiidniss. Netze und Seile nähern sich 
ihm von oben, Maschinen und Fallgruben befinden sich unter ihm. 
Vor sich sieht er den grasgrünen Sperber, hinter sich wird er von 
daher jagenden Männern bedrängt. Die Kugel armbrust mit der Schnur 
wird gespannt zu seiner Rechten, der Bogen des Schützenmeisters 
wird gespannt zu seiner Linken. Fliegende Kugeln, Pfeile an Schnü- 
ren vermengen und sammeln sich bei ihm. Gedenkt er zu fliegen, so 
kommt er nicht dazu. Will er singen, so kann er dieses nicht. Erhebt 
er sein Haupt, so fürchtet er, anzustossen. Bewegt er den Fuss, so 
fürchtet er, zu Boden zu fallen. Sein Inneres ist blos voll Furcht 
und Aufregung, es ist bald Eis, bald Feuer. 

Khung-tse hiess Yen-yuen die Zügel ergreifen und gelangte 
über die Umgebungen von Kuang hinaus. Khung-tse hatfe in seinem 
Äusseren Ähnlichkeit mit Yang-hu, und man glaubte, dass dieser jetzt 
wieder zurückgekoamien sei. Die Menschen gingen einer dem an- 
deren voran und schlössen Khung-tse ein. Die Einschliessung hörte 
durch mehrere Tage nicht auf, und seine Jünger hatten die Farbe 
des Hungers. Khung-tse blickte zum Himmel und sprach seufzend: 
Der Weise ist gewiss auch elend ! 

Tse-lu hörte die Worte Khung-tse's, wie sie schmerzbewegt 
waren. Er gerieth in einen heftigen Zorn, riss die Augen auf und 
zog das Schwert. Seine Stimme glich den Glocken und den Trom- 






108 Pfizmaier 

mein. Er blickte nach rückwärts und sprach zu den zwei oder drei 
Jüngern : Lasset mich in diese Gefahr gerathen <) ! 

Die Erzählung von Khung-schü-yuen im Elend sagt: 
Er schickte einen Brief, in welchem er Sün-tschung-khai, dem 
Statthalter von I-yang, Kunde gab und seine Noth und seinen Man- 
gel klagte. Er erhielt zwei Stück dicke Seidenstoffe und einen zer- 
fallenen Wagen. Er verkaufte diesen und erhielt drei Stück dicke 
Seidenstoffe. Dafür kaufte er einen Scheffel Reis und drei Scheffel 
Eicheln. Die Menschen, welche davon zehrten, waren fünf und dreis- 
sig an der Zahl, und durch hundert Tage fristeten sie dadurch ihr 
Leben. Diese Menschen hatten die Gelenke von Störchen und be- 
sassen nicht mehr die Farbe des Blutes. 



Das Heer von Tsu machte einen Angriff auf Tsching. Es setzte 
an dem Fasse des Yü-tschi über 2). Es regnete stark, das Heer von 
Tsu litt viel von Kälte. Die diensthuenden Fussgänger wurden beinahe 
aufgerieben 3). 

Sin, König von Hän, unterwarf sich den Hiung-nu's. Der Kaiser 
griff ihn an der Spitze eines Heeres an. Er kämpfte ununterbrochen, 
machte sich die Siege zu Nutzen und gelangte im Norden nach 
Leu-fan. Da fiel starker Regen, die Krieger litten von Hunger und 
Kälte '*). 

Im vierten Jahre des Zeitraumes Thien-fung (17 n. Chr.) be- 
gab sich Wang-mang nach den Umgebungen des Südens und liess 
daselbst das Nössel der Macht giessen. Das Nössel der Macht ver- 
fertigte man aus dem Kupfer der fünf Steine 5), Es glich dem Nössel 
des Nordens (dem bekannten Sternbilde) und mass zwei Schuh fünf 
Zoll. Er wollte dadurch die Heeresmenge niederhalten und bewäl- 
tigen. Als es vollendet war, hiess er den Vorsteher der Befehle es 
auf dem Rücken tragen. Wenn Mang auszog, befand es sich vor 



I 



') Kin-tsao, das Festhalten der Cither. 

*) An dem Fusse des Berges Yü-tschi (der Berg der Fischzähne) befand sich einFluss 

Daher heisst es, dass das Heer übersetzte, 
ä) Die Überlieferungen von Tso, das dritte Jahr des Fürsten Siang. 
*j Das Buch der Han. 
*) Das Kupfer von fünferlei Steinen wurden bearbeitet und daraus das Nössel der Macht 

verfertigt. 



I 



Reichtlium und Arimith in dem alten China. 10 J 

ihm. Wenn er einzog, wurde es zur Seite auf einem Wogen geführt. 
An dem Tage, wo man das Nössel goss, trat grosse Kälte ein. Unter 
den Mensehen und Pferden der Obrigkeiten kamen Fälle von Erfrie- 
rung vor i). 

Der Vater Pao-kuei's war ein Angestellter des Districtes. Der- 
selbe machte sieh eines Verbrechens schuldig, und der Befehlshaber 
wollte ihn tödten. Kuei war dreizehn Jahre alt. Er lag fortwährend 
vor dem Thore auf der eisigen Erde, wobei er Tag und Nacht mit 
auter Stimme rief und weinte. Der Befehlshaber war gerührt und 
iess Begnadigung zu Tlieil werden 2). 

Wang-tschung-te, der stechende Geschichtschreiber von Siü- 
scheu, erzählte an dem Hofe, dass Tung-yin, der Statthalter von 
Hia-pei, auf den Wegen immer weiter gezogen und dass ihn in dem 
eilften Monate des Jahres die Kälte überrascht habe. Beim Auszuge 
lus der Provinz sei er auf Eis getreten und habe den Schnee über- 
setzt. Drei Menschen, unter ihnen Wang-me, dem Vorsteher der Re- 
gister, seien die Füsse durch die Kälte gänzlich abgelöst worden s). 
Fürst King unternahm einen Vergnügungszug auf der kalten 
Strasse. Er sah Todte und Verkümmerte. Er verhielt sich schweigend 
ind fragte nicht. 

Yen-tse sprach: Einst unternahm Fürst Hoan, unser früherer 
ijandesherr, einen Vergnügungszug. Er sah Hungernde und gab ihnen 
»peise. Den Kranken gab er Güter. Jetzt unternimmst du, Gebie- 
jier, einen Vergnügungszug auf der kalten Strasse. Die Hungernden 
and Frierenden, die Todten und Verkümmerten blicken auf einander. 
)och du, Gebieter, fragst nicht, du hast den Weg des Gebieters 
iiiusser Acht gelassen. 

Der Fürst Hess jetzt die Todten und Verkümmerten aufheben. 
5r verabfolgte Getreide und unterstützte die Armen. Durch drei 
ilonate unternahm er keinen Vergnügungszug*). 

Ko-i mied Tsi und begab sich nach Lu. Erst als grosse Kälte 
intrat, übernachtete er mit einem Jünger jenseits der Umgebungen, 
ds die Kälte zunahm, sagte er zu dem Jünger: Wenn du mir das 



*) Das Buch der Han. 

^) Die entscheidenden Verzeichnisse der drei Stützen. 

'j Tsin-yuen-kia-khi-khiü- tschii. 

*) Der Frühling und Herbst Yen-tse's. 



110 Pfizmaier 

Kleid gibst, bleibe ich am Leben. Wenn ich dir das Kleid gebe, 
bleibst du am Leben. Ich bin ein vorzüglicliei' Mann des Reiches, 
und die Welt trauert über meinen Tod. Du bist ein entarteter 
Mensch, und man braucht sich um dich nicht zu betrüben. Gib mir 
das Kleid. 

Der Jünger sprach: Wie kann ein entarteter Mensch einem 
vorzüglichen Manne des Reiclies das Kleid geben? 

Ko-i zog sein Kleid aus und gab es dem Jünger. Um Mitter- 
nacht starb er, jedoch der Jünger blieb am Leben '). 

Tseng-tse war in seiner Jugend wohlwollend, menschlich und 
von Elternliebe erfüllt. Er trieb Ackerbau an dem Fusse des Tai-san. 
Es kam langwieriger Regen, der ihn benetzte. Es fiel Schnee, der 
Kälte verursachte. Einen ganzen Monat konnte er nicht zurückkehren, 
und er dichtete das Lied der traurigen Gedanken 2). 



In Tsi war grosse Hungersnoth. Kien-ngao speiste auf dem 
Wege. Er wartete auf die Hungernden und speiste sie. Es war ein 
Hungernder, der mit dem Armelkleide bedeckt war und die Schuhe 
zusammenlegte. Er kam mit trübem Blicke. Kien-ngao reichte ihm mit 
der linken Hand Speise, mit der rechten Hand hielt er das Getränk. Er 
sprach : Ich bedauere ! Komm und iss ! — Jener öffnete die Augen 
und blickte ihn an. Dabei sprach er: Ich verzehre nicht die Speise 
desjenigen, der mich bedauert und kommen heisst, und ich bin bis 
dahin gelangt s). — Er näherte sich und bedankte sich. Er verzehrte 
durchaus nichts und starb *). 

Der Kaiser gab einem Manne, der gut die Menschen beobachtete, 
den Auftrag, Teng-thung zu beobachten. Der Menschenbeobachter 
sprach: Er wird den Tod des Hungers sterben. — Kaiser Wen 
sprach : Es kommt auf mich an, ob ich Thung bereichern will. Warum 
sprichst du von Armuth? 



1) Der Frühling und Herbst des Geschlechtes Liii. 

2) Das FesthaUen der Cither (Kin-tsao). 

3) Die Worte: „Ich bedauere! komm und iss!" bekunden zwar Mitleid, aber wenn 
man sie Jemanden zuruft, zeugen sie von keiner Hochachtung. 

*) Li-ki-tan-kiung. 



Reichthum und Armuth in dem alten China. 111 

Er schenkte somit Teng-thung den Kupferberg von Yen-tao in 
SchÖ und setzte ihn in Stand, Kupfermünzen zu giessen. 

Als Kaiser King zur Nachfolge gelangte, gab Jemand an, dass 
Teng-thung das gegossene Kupfergeld raube und über die Grenzen 
ausführe. Die Sache wurde den Gerichten überwiesen, und bei der 
Untersuchung zeigte es sich, dass etwas Wahres zu Grunde liege. 
Das Urtheil lautete, dass sein ganzes Vermögen eingezogen werden 
solle. Teng-thung war nicht einmal fähig, eine Haarnadel aufzusetzen, 
und er starb hierauf den Tod des Hungers ')• 

Tsu machte einen Angriflf auf Tschung-san. Der Landesfürst 
von Tschung-san entfloh. Es waren zwei Männer, die in der Hand 
Lanzen hielten und ihm nachfolgten. Sie sprachen: Unser Vater war 
einst hungrig und im Begriffe zu sterben. Du, o Gebieter, reichtest 
ihm den Topf herab und speistest ihn. Unser Vater sprach: In 
Tschung-san gibt es etwas zu thun, ihr müsset für ihn sterben. 
Desswegen kamen wir, um für dich, o Gebieter, zu sterben 2). 

Als Kaiser Yuen zur Nachfolge gelangte, waren in der Welt 
grosse Überschwemmungen. In den eilf Provinzen östlich von dem 
Grenzpasse waren die stärksten. Im zweiten Jahre war Hungersnoth 
in dem Lande von Tsi, der Scheffel Kornfrucht kostete dreissigmal 
zehntausend Stücke Geldes, das Volk starb häufig den Tod des Hun- 
gers. In der Provinz Lang-ye verzehrten die Menschen einer den 
anderen s). 

In den letzten Jahren Wang-mangs's verbrannten die rothen 
Augenbrauen die Paläste, die inneren Häuser, die Märkte und Gassen 
von Tschang-ngan, um Keng-schi zu schaden. Das Volk litt Hunger 
und verzehrte sich gegenseitig. Es starben mehrere Hunderttausende. 
Tschang-ngan verödete, innerhalb der Stadtmauern wandelten keine 
Menschen. Die Ahnentempel, Gärten und Wälder wurden umgewühlt 
und aufgegraben. Bios Pa-Iing wurde in den Stand gesetzt*). 

Gegen das Ende der Jahre Wang-mang's herrschte in den 
südlichen Gegenden Dürre und Trockenheit. Das Volk litt häufig 



1) Sse-ki. 

2) Die Tafeln der kämpfenden Reiche. 
^) Das Buch der Han. 

*) Das Buch der Han. 



j|2 Pfizmaier 

Hunger, die Räuber drangen in die Sümpfe der Wildnisse, gruben 
die Entenwicken aus und verzebrten sie «). 

Im ersten Monate des neunten Jahres des Zeitraumes Kien-wu 
(33 n. Chr.) verliess Wei-ngao aus Hunger die Feste und verzehrte 
gerösteten Reis. Sein Rauch schwoll und er starb 2). 

Tschü-po überreichte an dem Hofe ein Schreiben, worin er 
(den Feldherrn) Ma-yuen bemängelte und sagte : Im achten Jahre s) 
straften die Wagen Wei-ngao. Dieser machte bloss Ti-tao zu seinem 
Reiche und vertheidigte sich hartnäckig. Die Krieger und das Volk 
litten Hunger. Sie benagten Armbrüste, kochten Schuhe und fristeten 
ihr Leben durch Augenblicke*). 

Der Kaiser stellte an Ti-u-lün die Frage: Ich habe gehört, dass 
du als Angestellter der Gerichte den Vater deiner Gattin schlugst 
und deinen Neffen keine Speise verabreichtest. Sollte dies der Fall 
gewesen sein? 

Lün antwortetete : Ich war dreimal verheirathet und meine 
Frauen hatten keinen Vater. Meine Geburt fiel in die Zeit der Hun- 
gersnoth und der Wirren. Der Scheffel Reis kostete zehntausend 
Stücke Geldes. Ich getraute mich nicht, unnöthiger Weise den 
Menschen Speise zukommen zu lassen s). 

Als Wang-lang sich erhob, eiUe der Kaiser aus dem Südosten 
von Ki herbei. Am frühen Morgen und in der Nacht weilte er in 
Grashütten und er gelangte zu den Blockhäusern der Dickichte von 
Scliao-yang. Um diese Zeit traten Kälte und Frost ein, die Menge 
des Heeres litt an Hunger und Erschöpfung. (Der Feldherr) Fung-I 
reichte dem Kaiser einen Brei von Hülsenfrüchten. Am nächsten 
Morgen sprach der Kaiser zu seinen Heerführern: Gestern erhielt ich 
von Kung-sün einen Brei aus Hülsenfrüchten. Der Hunger und die 
Kälte sind geschwunden s). 

Teng-yü kämpfte mit den rothen Augenbrauen. Die rothen 
Augenbrauen stellten sich geschlagen, sie Hessen die Lastwagen 



1) Die Geschichte der Hau von der östlichen Warte. 

2) Die Geschichte der Han von der östlichen Warte. 

3) Im achten Jahre des Zeitraumes Kien-wu (32 n. Chr). 
*) Die Geschichte der östlichen Han. 

5) Tung-kuan-han-ki. 
"J Tung-kuan-han-ki. 



Reicilthiini und Arinuth in ilein nlten China. 1 1 d 

zurück und entflohen. Sie beluden die Wagen mit Erde und bedeck- 
ten den oberen Tbeil mit Hülsenfrüchten. Die Krieger litten Hunger 
und wetteiterten, sie wegzunehmen. Die rothen Augenbrauen kehrten 
sofort zurück und machten einen Angritf. Das Kriegsheer schmolz 
zusammen und gerieth in Unordnung. 

Um diese Zeit herrschte unter den Geschlechtern des Volkes 
Hungersnoth und die Menschen verzehrten einer den andern. Ein 
Pfund gelben Goldes vertauschte man gegen fünf Ganting Reis. Die 
Wege waren abgeschnitten und ungangbar, die Zufuhren gelangten 
nicht zur Stelle. Sämmtliche Krieger des Heeres benützten die Samen 
der Früchte als Mundvorrath^). 

Keng-kung befand sich in der festen Stadt Su-li und keine 
Streitmacht erschien zum Entsätze. Nach einigen Monaten waren die 
Lebensmittel zu Ende gegangen, und es herrschte Elend und Noth. 
Er kochte jetzt Panzer und Armbrüste und verzehrte Sehnen und 
Leder a). 

In der Welt herrschte Unordnung und die Menschen verzehrten 
einer den andern. Li, der jüngere Bruder Tschao-hiao's, wurde von 
hungrigen Mördern gefangen. Hiao erfuhr dieses. Er band sich 
sofort selbst, ging zu den Mördern und sprach: Li hat lange Zeit 
Hunger gelitten und ist abgemagert, er ist nicht so gut wie ich, der 
ich fett und satt bin. — Die Mörder erschraken heftig und ent- 
liessen sie Beide *). 

Die rothen Augenbrauen drangen in Tschang-ngan. In den 
vSeitengebäuden des Palastes befanden sich mehrere hundert bis 
tausend Menschen. Seit der Zeit, als Keng-schi geschlagen worden, 
verschlossen sie das Thor der Vorhalle und traten nicht heraus. Sie 
gruben die Wurzeln des in dem Vorhofe wachsenden Schilfrohres 
aus, fingen die Fische in dem Teiche und verzehrten sie. Die Todten 
wurden in dem Palaste begraben. 

Daselbst befand sich ein alter Tempel. Ein Tonkünstler aus 
Kan-tsiuen schlug noch immer in ihrer Gesellschaft die Trommel, 
sang und tanzte. Seine Kleidung war dünn und durchsichtig. Er sah 
Fen-tse, schlug das Haupt gegen den Boden und sagte, dass er hungrig 



1) Tung-kuan-han-ki. 

2J Tung-kuan-han-ki. . 

•) Das Buch der späteren Han von Sie-sching. 

Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LVIU. Bd. II. Hft. 8 



114 Pf 



I ic 111 a I c r 



sei. Fen-tse gab den Auftrag, dass ihm das gelbe Thor der Mitte 
einige Ganting Hirse schenke. Später entfernte sich Fen-tse, und 
Alle starben den Tod des Hungers i). 

Die Macht Teng-yü's schwand allmählich , und er litt überdies 
Mangel an Lebensmitteln. Seine Anhänger zerstreuten sich, und die 
rothen Augenbrauen drangen wieder in Tschang-ngan. Yü kämpfte 
mit ihnen, wurde geschlagen und floh. Er erreichte Kao-ling. Die 
Krieger seines Heeres litten Hunger und lebten von Kreuzdorn- 
früchten und Gemüse 2). 

Die kaiserlichen Wagen gelangten nach Lö-yang. Um diese 
Zeit waren alle Paläste und inneren Häuser verbrannt, die Obrig- 
keiten bedeckten sich mit Dorngebüsch und stützten sich an die 
Wände der Erdhügel. Sie hörten, dass die Landschaften und Pro- 
vinzen überall stai-ke Streitkräfte enthalten und dass die Zufuhren 
nicht eintreffen. Die Gefährten litten Hunger und Mangel. Von dem 
obersten Bucbführer und den Leibwächtern abwärts traten sie hinaus 
und pflückten wilden Reis. Einige starben den Tod des Hungers 
innerhalb der Mauern und Wände s). 

Als Yuen-schÖ sieh in Scheu -tschün befand, kostete der 
Scheffel Kornfrucht über hundertmal zehntausend Stücke Geldes. Er 
lud Gold- und Kupfermünzen auf einen Wagen, begab sich auf den 
Markt und suchte Reis zu kaufen. Auf dem Markte war kein Reis, 
und er Hess die Kupfermünzen zurück und entfernte sich. Die Ge- 
schlechter des Volkes litten Hunger und Kälte. Man benützte Maul- 
beeren und Heuschrecken als trockene Speise*). 

Lieu-kuen sprach zu dem Reichsgehilfen Tsien: Dass ich das 
Kriegsheer nicht vorwärts bringen kann, ist in der That, weil ich 
keine Lebensmittel besitze. Das noch übrige Volk zerstreut isicli 
gleich den Vögeln, es ist von seinem Haupthaar umschlungen und 
geht barfuss. Wenn die hölzernen Bogen einmal gespannt werden, 
kommen zehn Dornenpfeile hervor. Zusammengeheftete Pflanzen 
ergänzen den Mundvorrath und genügen nicht für volle zwei Tage, 
im Sommer sind es Maulbeeren, im Winter sind es wilde Bohnen 



•) Das Buch der späteren Han von Yuen-san-sung'. 
2) Das Buch der späteren Han von Fan-hoa. 
•'J Die Überlieferungen von dem Ksi'ser Hien von Hau. 
*) Die Denkwürdigkeiten von V. 



Reic'htiiuiii 1111(1 Ai'iiMilli in di'iti iilteii Cliinn. 11^ 

Wenn ich dies betrachte, seufze ich traurig, es macht den Muth des 
Menschen schwinden. Ich fürchte, dass U-sün nnd Han-pe dies viel- 
leicht noch immer für ein Unglück halten würden, um wie viel mehr 
ich bei meiner Zaghaftigkeit und Schwäche. Wer Gaben besitzt, soll 
sich hier an die Spitze stellen und den Räubereien ein Ende machen 'j. 

Wang-ni führte den Jünglingsnamen Ki-sün. Als in Lo-yang 
Umsturz und Untergang sich ereigneten, ging er den Wirren aus dem 
Wege. Zu den Zeiten des Königs Teng von Kiang-hia wurde er ein 
stechender Geschichtschreiber von King-tscheu. Kr besuchte den 
König, und dieser hatte an ihm grosse Freude und beschenkte ihn 
reichlich. 

Ni hatte sein Weib frühzeitig verloren und besass blos einen 
Sohn. Er brauchte kein Wohnhaus, sondern hielt sich blos einen 
Leiterwagen und ein Rind. So oft er sich auf den Weg machen 
sollte, hiess er ohne Umstände das Kind den Wagen lenken. Wenn 
der Abend kam, übernachtete er auf dem Wagen. Er hatte keinen 
bestimmten Aufenthaltsort. 

Als Teng starb, war in King-tscheu Hungersnoth und Miss- 
vvachs. Ni tödtete das Rind, zerstörte den Wagen und briet es. 
Zuletzt starben Vater und Sohn den Tod des Hungers -). 

Der Vater Yue-schi's litt Kälte und Hunger. Er wurde durch 
drei Jahre der Knecht eines Menschen. Yen-tse löste das linke Pferd 
des Dreigespanns und kaufte ihn los 3j. 

In Thsin war grosse Hungersnoth. Der Lehensfürst von Ying sprach 
zu dem Könige: Die Pflanzen, das Gemüse, die Eicheln, die Früchte, 
die Kreuzdornfrüchte und die Kastanien meines Gartens genügen, 
um das Volk am Leben zu erbalten. Ich bitte, ihn eröffnen zu dürfen. 

Der König sprach : Wenn wir jetzt unsere Gärten eröffnen, um 
das Volk am Leben zu erhalten, so würden wir dadurch bewirken, 
dass die Würdigen und die Unwürdigen wetteifern, sich der Gegen- 
stände zu bemächtigen. Ehe die Menschen leben und Unordnung 
erregen, mögeo sie lieber sterben und sich im Zustand der Ordnung 
befinden *). 



1) Das Buch der Tsin von Wang-yin. 

2) Das Buch Tschung-hing von Tsin. 

') Der Frühling und Herbst von Yen-ts^. 
*3 Das Buch Haa-tse. 



\ \Q Pfizmaier 

In dem Hause Hoei-tse's herrschten Elend und Hunger. Durch 
mehrere Tage hatte er kein Feuer angezündet. Er besuchte den 
König von Liang. Der König sprach: Der Weizen des Sommers ist 
eben reif. Ich bitte, ihn für dich schneiden zu dürfen. Darf ich 

dieses? 

Hoei-tse sprach: Ja bin so eben zu dem Hauptwasser unter den 
Rinnsälen gegangen. Ein Mensch ertrank daselbst in der Strömung 
und wurde nach abwärts getrieben. Er rief mich an, dass ich ihn 
rette. Ich antwortete ihm: Ich bin kein guter Schwimmer. Ich werde 
für dich den König des östlichen Yue um Hilfe anrufen. Er wird 
einen seiner guten Schwimmer wählen, damit er dich rette. Darf ich 
dieses? — Der Ertrinkende sprach: Wenn ich den Beistand eines 
Kürbisses erhalte, so bleibe ich am Leben. Wenn du den König des 
östlichen Yue um Hilfe anrufst und dieser einen seiner guten Schwim- 
mer wählt, damit er mich rette, so suche mich lieber in dem Bauche 
der Fische und Drachen auf dem Boden des vielfachen Abgrunds der 

Wasser i)- 

Der Fürst von Tschi erlebte die Trauer und die Wirren von 
Yung-kia 2). Er war elend und hungrig, die Menschen des Bezirkes 
speisten ihn gemeinschaftlich. Der Fürst führte an der Hand zwei 
kleine Kinder, einen Sohn seines älteren Bruders und einen Neffen 
von mütterlicher Seite, und ging, um zu speisen. 

Die Menschen des Bezirkes sprachen: Von uns selbst ist Jeder 
elend und hungrig. Weil du, Gebieter, weise bist, wollen wir dich, 
Gebieter, gemeinschaftlich am Leben erhalten. Wir fürchten, dass 
wir nicht im Stande sein werden, Speise hinzuzugeben. 

Der Fürst ging jetzt allein zum Speisen. Als er hiermit zu Ende 
war, nahm er ohne Weiteres die Speisen in den Mund und stellte die 
Wangen zur Schau. Als er zurückkehrte, nahm er es aus dem Mund 
und gab es den zwei Kindern. Später wurden Alle am Leben er- 
halten 3). 

Der alte Markt des Districtes Lö-ngan war wüst und in einem 
Zustande der Unordnung. Die Menschen des Volkes waren daselbst 
Hungers gestorben und die vertrockneten Gebeine erfüllten die Erde. 



1) Das Buch Fu-tse. 

2) Der Zeitraum Yung-kia (307—312 n. Chr.) 
') Die Gespräche des Zeitalters. 



Reichthuni und Armiifh ii) dem alten China. 1 1 T 

So oft der Himmel sich verfinsterte und Regen eintreten wollte, hörte 
man sofort ein Summen und Pfeifen, und Seufzerlaute klangen vor 

dem Ohr ')• 

In den alten glänzenden Liedern (ku-yen-ko) heisst es: 

Wenn man im Wandeln nicht den Wegen folgt, kommt man 
hinüber zu den Abhängen der Berge. Wenn Pferde die Blätter der 
Pistazie verzehren, wenn Menschen das Harz der Pistazie verzehren, 
dürfen sie dies nicht bis zur Sättigung. Man kann kurz zur Hungers- 
noth übergehen. 

Das Gedicht von Fu-yuen sagt: 

Gluth und Dürre erstrecken sich durch drei Jahreszeiten, die 
Kreisläufe des Himmels haben ihren Weg verfehlt. In der Mitte des 
Flusses erhebt sich fliegender Staub, in der Wiidniss und auf den 
Feldern wachsen keine Pflanzen. Hat man einmal den Berg der dop- 
pelten Erdhügel verzehrt, ist man darüber traurig und stirbt als 
Greis. Der Landesfürst hat kein halbes Korn als Vorrath, Gestalt und 
Schatten bewahren einander nicht. 



1) Die Verzeichnisse des Dunklen und des Hellen. 



Verzeichniss der eiiigegiingeiien Druckschrifteii. 119 



VKKZEICHMSS 

DEH KINGEGANGENEN DRUCKSCHRIFTEN. 

« 

(FEBRUAR 1868.) 

Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss., zu Rerlin: Monats- 
bericht. September, October 1867. Berlin; 8". 

Central-Commission, k. k. statistische: Ausweise über den 
auswärtigen Handel Österreichs im Sonnenjahre 1866. (XXVH. 
Jahrgang.) Wien, 1867; 4». 

Helfert, Joseph Alexander Freiherr von, Russland und die katho- 
lische Kirche in Polen. (Aus der österr. Revue 1864— 1867 
besonders abgedruckt.) Wien, 1867; gr. 8«. 

Istituto, Reale, Veneto di Scienze, Lettere ed Arti: Atti. TomoXIHo. 
Serie IIP, Disp. V — 2\ Venezia, 1867- 1868; 8o. 

Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde: Handelingen en 
Mededeelingen over het Jaar 1867. — Bijlage tot de Hande- 
lingen van 1867. Leiden, 1867; 8«. — - Gedenkschrift. 1766 — 
1866. Leiden, 1867; 8». — Feestrede bij de Viering van het 
Eeuwgetijde .... den 20. Juni 1867. Door M. de Vries. 
Leiden, 1867: 8o. 

Mitth eilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und 
Erhaltung der Baudenkmale. XII. Jahrgang. November — Decem- 
ber 1867. Wien; 4o. 

Palacky, Franz, Geschichte von Böhmen. V. Band, 2. Abtheilung. 
(Böhmisch und deutsch.) Prag, 1867; 8". 



I^Q Verzeicliiiiss iler einjjcgaiifjeiieii Druckschriften. 

Revue des cours seientifiques et litteraires de la France et de 
retranger. V" Anne'e, Nr. 8—11. Paris & Bruxelles, 1868; 4o. 

Scherzer, Karl von, Statistisch -commercielle Ergebnisse einer 
Reise um die Erde, unternommen an Bord der österr. Fregatte 
Novara in den Jahren 1857—1859. (Zweite Auflage.) Leipzig 
& Wien, 1867; kl. 4o. 

Society, the Asiatic, of Bengal: Journal. Part II, Nro. l, 1867. 
Calcutta ; 8o. 



SITZUNGSBERICHTE 



DER 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOSOPHISCH -HISTORISCHE CLASSE. 



LVIII. BAXD. III. HEFT. 



JAHRGANG 1868. — MÄRZ. 



9 



CoramissioRshericht. 123 



SITZUNG VOM 11. MÄRZ 1868. 



Der Se(M'elär legt vor: 

1. Eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abliaiullung des 
Herrn Prof. A. Mussafia: „Zur rumänischen Voealisatinn"; 

2. ein Ansuchen des Ausschusses des Vereines für Geschichte 
der Deutsclien in Böhmen und des correspondirenden Mitgliedes 
Herrn E. Wocel um Mittheilung einer Anzahl akademischer Druck- 
schriften ; 

3. eine Einladung der Universität in Lund zu dem im Mai d. J. 
zu begehenden zvveihundertjährigen Jubiläum ; 

4. eine Note des Herrn k. k. Landespräsidenten in Salzburg 
vom 22. Februar 1. J., womit für die Weisthümer-Commission einige 
im Landesarchive aufgefundene Documente mitgetheilt werden. 



SITZUNG VOM 18. MÄRZ 1868. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Joseph Strobl in Wien: „Über 
Heinrich von Neustadt. I. Apollonius von Tyriand", mit der Bitte des 
Verfassers um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

2. Den Schlussband der mit Unterstützung der kais. Aka- 
demie herausgegebenen Acta CaroUnoriim des Herrn Professor Dr. 
Th. Sickel; 

3. den fünften und sechsten Band der „Geschichte des Ab- 
falles der Griechen vom türkischen Reiche" von Sr. Excellenz dem 
Herrn Freih. von Prokesch -Osten, mit welchen Bänden das 
ganze Werk abgeschlossen ist. 



124 Commissionsbericlit. 

Das w. M. Herr kais. Rath Dr. A. v. M e i 1 1 e r beendigt den in 
der Sitzung vom 12. Februar begonnenen und am 19. Februar 
fortgesetzten Vortrag über das Chronicon Conradi de Wizzenberg. 



SITZUNG VOM 2Ö. MÄRZ 1868. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des correspondirenden Mitgliedes Herrn 
Dr. B. Dudi'k: „Über Ablasstateln" ; 

2. eine Abhandlung des Herrn Dr. P. A. Dethier in Constan- 
tinopel : „Derrhiupos, ou rupport detaille sur une Conference tenue 
dans le Syllogon grec de Constantinople le 9 mnrs 1868 concer- 
nunt une inscription grecqiie inedite dun peuple satyre lacustre*^; 

3. ein Programm, betrelYend eine von Herrn Dr. W. F. A. 
B ehr n au er in Dresden herauszugebende Sammlung von photo- 
Hthographirten arabischen, persischen und türkischen Texten. 



Das yf. M. Herr Dr. August Pfizmaier legt vor eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung: „Beiträge zur Geschichte 
der Edelsteine und des Goldes." 



Zur rumänischen Vocalisation. 125 



Zur rumänischen Voealisation. 

Von dem c. M. A. Mussafia. 

Die rumänische Voealisation weist manche Eigenthümliehkeiten 
auf, welche ihren Grund besonders darin finden, dass in dieser 
Sprache mehr als in irgend einem romanischen Idiome die Gestalt 
des Vocals dem Einfluss des vorangehenden oder nachfolgenden Con- 
sonanten oder Vocals oder auch des in der folgenden Sylhe enthal- 
tenen Vocals unterworfen ist. Ich bringe hier di-ei Erscheinungen zur 
Sprache, die mir einer ausführlicheren, ins Fiinzelne gehenden Erörte- 
rung werth erscheinen. Bei meiner Untersuchung beschränke ich mich 
auf den lateinischen Bestandtheil der Sprache, als auf jenen den 
ich mit Sicherheit beurtheilen kann ij. 

I. Diplitlioiigicrung von betontem o und e. 

A. Betontes o = 6n. 

1. Betontes o, dem e oder e folgt, wird offen und breit augespro- 
chen ,• es hört sich wie oa (mit dem Accente vorzugsweise auf dem o) 
und wird so auch am besten bezeichnet. Die Formel lautet demnach : 

ö . . . e, e = oa, 
6 . . . i (?"), u (u) = 2) 



') Ich verdanke viel den einheimischen GrammiiHkern , unter welchen ich Molnar, 
Cipariii und Pumnul besonders hervorheben will. Mündliche Mittheiliing-en von 
Seite einiger meiner Zuhörer leisteten mir ebenfalls dankenswerthe Hilfe. 

^^ Nöatinü (annotimis) und söarice (soricem) scheinen oa vor folgendem i zu haben ; 
indessen ist i der vorletzten Sylhe von Proparoxytona immer einem e gleich (ferece, 
limpede, oameni, purece, puntece u. s. w.), so dass noatenü soarece als die gemein- 
ten Formen anzusehen sind. Letztere kommen in der That mehrfach vor. 



J26 Mussafia 

Z. ß. lat. portu, i'um. poarte; lat. f'lorem, rum. floure — aber lat. 
coquis, rum. koci; lat. hämo, rum. omü. 

2. Ein solclies oa kann sich auch (nach Labialen und r, s) zu 
a vereinfaclien: afare {ad-foras) statt afoare ; koraste (colostra) 
mit der weniger volksthümlichen Nebenform kolastre s). 

3. Die Quantität des hat auf die Diphthongierung keinen Ein- 
fluss : langes, kurzes und Positions- o verhalten sich auf vollkommen 
gleiche Art. 

4. Eben so wenig ist diese rein lautliche Erscheinung auf irgend 
eine Gattung von Wörtern beschränkt; auch Indeclinabilia nehmen 
daran Theil: so, ausser dem eben erwähnten iifare, uprnape (ad- 
prope), foarte (fortem). 

5. Secundäres o wird ebenfalls zu na: huioale (in-natat), 
foame (f'uiitesj. 

Dieses lautliche Gesetz zeigt sich besonders in der Flexion thätig. 

Nominalflexion. 

Genus. 

6. Masculina aiil/f haben ö ; die entsprechenden Feminina auf e 
haben on. 

domnn doamnc, porkn ponrke, sotzü soatze, nepotü nepoate, 
sokru Koakre. 

> 

Das Suffix -olus, in romanischer Betonung -olus, wird zu orü 
und oare: kepriorü und keprioare (capreolus), f'retziorü und 
sorioarc (^sor-eo/aj. 

Das Süf^x-toriKS, aus tor erweitert, wird zu toritl und toare: 
Ihidetoriü leudetoare , lucretoriü iucretoare. Eben so adepetoare 

y } j > y y > l y 

(nd-aqu-atoria) , privighetoare {per-vig'datoriaj . 

Das Suffix -onius, aus on erweitert, das sowol zur Augmenta- 
tion als zur Motion dient, wird zu oiü und oae: int/poiii; lupoae, 
ursoae. Durch Einschiebung von -ik- entsteht dann für das Femininum 
die Form oa-ik-e: damnezoaike neben dum/tezoae („Göttin"), 
iepuroaike neben iepuroae. 

Man vergleiche i\\\c\\ pornü (pomus) und/jortw^; {poma, Plur. 
von pomunij, sorbü und aoarhe. 



3) Die driüe Person Sing. Hes Auxiliare vojtl (vol-coj lautet va; ich deute diese Form 
aus vol-et voalc va[lc] ; a statt oa nach r. 



Zur romünlschen VocalisBh'on. 12T 

Nicht anders bei Adjectiveii und Participieu : 
koptu koapte (coctns) rosa rnase (/russusj 

f'ostü foaste CPartc. von esse) skosu skoase (exciissus) 
mortü monrte (mortuus} torsü toarse (Vic. von torquere) 

orbü oarbe (orlms) totü toate (totus). 

roibü rouihe (^rubeus) *) 

Suffix -osus : osu oase : 
apetosu apetoase (nqu-at-osusj frumosü frumoase (formosus). 

Namerus. 

7. Die Nomina der f. Declination, welcheim Singular mit -eund 
im Plural mit -e ausgehen, bewahren in beiden Numeri das ou. Also 
von den Feniiiiinis, die ^. 4 erwähnt wurden, lautet der Plural: doa- 
mne, iiepoate, poarce, sonkre, keprioare, sorioure ; dunuiezoaice, 
iepnroaice ; poame, soarbe ; koapt(\ founfe, niomfe, oarbe, roaibe, 
roftse, skoase, tourse, foate; apetoase, fntnioase. 

Andere Beispiele wären: 

koanie koame (coma) skoarfze skoartze (W. scorzaj. 

koapse koapse (co.va) skroaf'e skroafe (scrofa) 

konsoarte koitsoarte (con-sort-em) toatane toamne (avtumnus) 

koroane koroane (coroaa) rioare rioare friofa) 
koaste koaste (eosta) 

Die Nomina mit dem Plur. auf / haben im Singulare oa, im Plur. 
o: leudetort, adepetorh priric/hetort. Dazu: 
cikoare eikorf (cichoria) ploaie plol (pUnna) 

foaie f'oi (folia) poarte portzi (portn) 

nioare mort (mola) foarte tortzi f„neuki^]" foifaj 

Manche haben eine doppelte Form im Plural: 
koade koade und kozl oare oare und nri 

koarde koarde „ korzi roate roate „ rotzi 

oale oale „ oli skoale skoale ,. skoli. 

8, Die Nomina der II. Dedination, welche im Plurale auf e oder 
e ausgehen, diphthongieren das betonte o. 

poporu popoare (popiilus) '•) osü oase {os-sum)- 

koiü konie (colea) periodii per loa de. 



*j Aber aus dem Substantiv rubia mibe mit einfachem o. 
') Auch popuarc, Oü (oviim) hat ouc, uichf oaue. 



1^8 M 11 s s a f i a 

Suffix -orii: 

nksor aksoare (\i. aghiccivolo) piciorü picioare (peUolusJ. 

Suffix -onü: 

balkonü balkoane pavilomi paviionne. 

Manche schwanken im Plural zwischen oa. . .e und o. . uri. 
akordii akoarde und akorduri sinodu sinoade und sinoduri 
karto7iü kartoane „ kartonnri sepotiü sepoane „ seponuri 
kornü koarne „ kornuri transportü irmispoarte und 

transporluri 
Andere schwanken zwischen oa. . .e und o. . .^ 

atomü atoame u. atomi flokü floake u. /loci. 

Oder es kommen alle drei Ausgänge vor: 

kofu koate «} kofuri (cubitus). 

9. Die Nomina der III. Declination haben im Sing. oa. . .e, 
im Plur. 0. . .1. 

foale f'oi (^follh) oae oi (ovisj soare sori (solemj 

noapte noptzi (noctem) oaste osti (hostisj soarte sortzi (sortem) 

Ausgang - orem : 

floare flori sudoare sudori 

Adjectiv: mofde moi (^mollis). 

Vereinzelt steht omü oameni (homo hotninesj. 

Casas. 

10. Der Vocativ der Masculina der II. hat oa wegen des e des 
Auslautes: aus domnii, doamne; aus nepotü, nepoate. Bemerkens- 
werth ist jedoch, dass das oa des Femininums auch im Vocativ ver- 
harrt, trotz des Ausganges o: wie doamne, so auch Voc. doamno. 

Verbalflexion. 

11. In der I. Conjugation haben oa: die 3. Sing, und Plur. 
Präs. Ind. und die gleichlautende 2. Sing. Imper. wegen des auslau- 
tenden e;dann die 3. Sing, und Plur. Conj. wegen des auslautenden e. 
Also aus purtd (portare; flexionsbetonte Formen haben u, stamm- 
betonte aber o und zwar o vor i und ü, oa vor e und ej wohl portü 



") Auch kote ohne Diphthongieningp. 



I 



Zur rumänischen VocalisRMon. 129 

portzi aber ponrfe und im Plurale : purtcm purtätzi aber poarte 
(portantj. Imp. poarte, Conj. poarte. 
Andere Verba sind: 



msurd 


hiüoare 


insoare 


(u.rororj 


itmotfi 


innoate 


invoate 


(in-nato) 


rugä 


roage 


roage 


(rogo) 


sburd 


sboare 

1 


sboare 


(ex-volo) 


zukd 


zoake 

> 


ioace 


Qoco) 



12. In den anderen Conjugationen weisen oa auf: die 3. Sing. Ind. 
wegen e; die 3. Sing, und Plur. Conj. wegen e. Überdies in den 
Verben auf ere: die 1. 2. Plur. Ind., die 2. Sing. Imp. und der Infi- 
nitiv, endlich bei den starken Verben auch die 3. Sing. Perf. Ind. 
Mcgen des folgenden e. Also aus pute fpot-ere mit gleichem Vocal- 
wechsel wie bei pviid) wohl potu (auch pociv, aus pot-eo; tj = c) 
potzi aber poate; im Plurale putem pufefzi potü. Conj. poate (pot- 
eat, -eantj. — Aus coqaere Inf. koace ; dann wohl kokd koci aber 
koace und im P\m\ köacem köucetzi (coquimus coquUis; ?=e^, aber 
aus coquunt, kokü. Imp. koace (coque) ; Conj. koake (coquat u. co- 
quantj. Perf. koapse (co.vit) ''). — Muri (morire; unbet. u, bet. 
0, oa): morü mori moare murim mnritzi niorii. Conj. nioare. 

Andere Beispiele wären: 

II. dure doare doare (doleo)\ 

in. koase köasem köasetzi koase (consuo) 

kunoaste kunoastem kunöastetzi kunoaske (cognosco) 

roade röadem röadetzi roade roase {rodeoj 
skoate sköatem skoatetzi skoate skoase(excutioJ; 

IV. diirmi doarme doarme (^dormio)', sorbi soarbe soarbe (^sorhio)- 

1 3. Es mögen hier noch ein Paar Wörter erwähnt werden, die 
besondere Erwägung verdienen. Aus lat. nova novem und nobis 
M'ird ein Homonym, über welches die Angaben schwanken. Altere 
Werke schreiben mit cyrillischer Schrift Hoau', neuere mc»r, Pumnul 
transcribiert noue. So weit ich die Aussprache aus mündlichen Mitthei- 
lungen entnehmen konnte, hört sich o wie oa, darauf ein leiser vermit- 



') In früherer Zeit war auch die 1. und 2. Plur. gebräuchlich: köapsem, köapsetzi 
oder auch köapsei ohne Sibilierung de.s /. Es sei hier auch bemerkt, dass die 
Formen koapsei skoasei, welche Diez II, 125 anführt in knpsei skosii zu berich- 
tigen sind ; oa ist nur unter dem Accente zulässig. 



130 Mussafia 

teliider Laut, der zwischen o und «schwebt; deiSchlussvocalschwaukt 
wieder zwisclien e und e: also nöa-ii-e u6a-ü-e ^^. Eben so aus vofns 
vöa-ü-e oder voaü-e Koaiv. Hieher gehören auch doaüe ^oaw 
(duae; im Masc. doij, ptonue iiAoaw plüv-iaf, aus ploud, Conj. 
ploaie plüüiet plofvjiet, roaue pc>aw (^rorem, mit bemerkens- 
werlhem Wegfalle von r). 

14. Die Ausnahmen betreffen fast ausschliesslich weniger volks- 
Ihümliche, in neuerer Zeit eingeführte Wörter, bei welclien Lautge- 
setze, wenn sie nicht durch Reflexion angewandt werden, kaum wirk- 
sam sein können. 

Nore(ni(rus; u-o) und sore fsororj »hid acht rumänische Aus- 
drücke ; das Unterbleiben der Dipthongierung erklärt sich aber leicht 
dadurch, dass der Ausgang e nicht ursprünglich ist. Die dem lateini- 
schen entsprechenden Formen sind iforü und sorü, und sie kommen 
in der That auch vor; erst später mag die Bedeutung dazu geführt 
haben, diesen Wörtern den weiblichen Ausgang zu geben: da war 
aber das Lautgesetz nicht mehr tbätig. Probe ist sufüxiose Ableitung 
aus probd; derartige Bildungen nun sind zwar im Rumänischen nicht 
selten, die Sprache gewährt ihnen aber dennoch keinen grossen Spiel- 
raum; es sind viele Fremdlinge darunter. Das Nämliche ist vanvoie 
(=üo<y, ^. 29) zu sagen, aus dem Stamme vnl- mit wirksamem Ablei- 
tungsvocal, vgl.it. ro<//«V/. riteguo convegno. In voibe (verbumverba) 
ist zu erwägen, dass das n secundär ist und sich ganz vereinzelt aus 
betontem e, wohl unter Einlluss des v, entwickelt hat. Mau bemerke 
noch köperiü aköperiü, wo man oa erwarten würde »). Bei manchen 
Wörtern schwankt die Aussprache — kolone kolonne, persone 
persoane — besonders bei solehen, die auf gelehrtem Wege einge- 
führt werden : axiome, npnstrofe, amazone, idiome, u. s. w. Wer 
auf Sprachgesetze seine Aufmerksamkeit richtet, bestrebt sich, diesen 
Wörtern romanisches Gepräge zu geben und spricht na aus; Andere 
legen grösseres Gewicht darauf, der Etymologie gemäss auszuspre- 
chen und ziehen« vor; für unseren Zweck sind solche Wörter von 



^) Die Schreibung W für e oder e iltcIi (ursprünglichen oder vermittelnden) '/. kommt 
iu alleren Drucken auch sonst vor: man findet RSA^w statt des jetzigen ferfH-i,'-e 
mit hiatuslilgendeni v, it. vedova. 

^_) Übrigens soll «uch koapertu hie und da gehört werden; auch kummeu Formen 
mit ua in älteren Schriften vor. 



Zur nimänischen Vocalisation. lol 

keinem Belange'"). Andere Fremdwörtei- mit o wären: agone, diplome, 
dof/me, episode, eskorte, metmnorfosc, metode, norme, pompe, sof'e. 

B. Betontes e = ea. 

15. E, dem e oder e folgte, muss ebenfalls in früherer Zeit offen 
und breit ausgesproeiien worden sein, aber so dass der e- Laut noch 
fortdauerte. Die Ausprachemuss zwischen e und ea geschwebt haben, 
und daher bezeichnet auch das cyrillische Alphabet ein solches e ganz 
richtig durch -fc, welches im Aitslovenischen zwischen diesen zwei 
Lauten schwankte; Miklosich I, 91 und 239. Diez \, 342. Man findet 
A'fcrÄ (lat. ligat) und ^'kvt (lat. legem), und die erste Sylbe 
mag einst nur um eine kleine Nuancierung verschieden gewesen sein, 
je nachdem e oder e folgte. Im Verlaufe der Zeit wird nun das -fc, 
welchem e, folgte, immer breiter ausgesprochen worden sein, so dass 
es die Ansprache ea (mit dem Accente vorzugsweise auf dem a) an- 
nahm, während ein -k, dem e folgte, die Aussprache e begünstigte und 
nunmehr wie einfaches wenn auch breites e ausgesprochen wird. Aller- 
dings bleibt die cyrillische Schrift in beiden Fällen bei demselben 
Zeichen -fc stehen, allerdings pflegen Werke, welche das Cyrillische 
genau transcribieren, in beiden Fällen ea anzusetzen; man darf sich 
aber dadurch nicht beirren lassen, denn gibt man auf die Aussprache 
Acht, so bemerkt man, dass betontes e, bei folgendem e, ed (oder, wie 
gleich gesagt werden soll, id d) lautet, während es bei folgendem e 
mit nur wenig Ausnalimen unverändert bleibt")- l^'«^ Formelist 
demnach : 

e . . . e = ea 

> 

e . . . €, i, a = e. 



'*') Polysu gibt in seinem Wörterbuclie den Singular dieser NdiiiIiih auf -ume, den Plu- 
ral aller auf -oame au. Diese rnlerscheidunji ist wolil uiibefiriiudet. Höchstens 
könnte man annehmen, dass früher uxioiuü, idiotnü fjesagt wurde, die regelrecht 
im Plur. axioaine idioame ergeben; e im Singular wäre dann lieminiscenz an das 
etymologische a, die ohne Eiuthiss auf das o blieb. Diese Crklürung passt aber nur 
für einige dieser Substanti\a. 

' ') Dies zeigt sich schon darin, dass die lateinisch transcribierenden Werke bei fol- 
gendem e mehrfach zwischen ea und e schwanken. Diez I, 342: .,Zwiscben ea und e 
ist die Schreibung sehr willkürlich: mujare mvjere, peaste peile, seacerü tecerü; 
nmn hört leaye wie lege, vradc wie ved£ sprechen." Wie man sieht, laufer Bei- 
spiele von e . . . e; hei e . . . e isi Schreibung und Aussprache von ea constant. 



132 Mussafia 

z. B, ht. fenesfra, vum. feredsfre oder feredste ; lat. fenestrae, 
rum. ferestre oder feresti. Vgl. acesfü acesti aceste, aber aceaste 
(ecce ishim). 

16. En neigt sich zur Aussprache von id, wie überhaupt unbeton- 
tes e in offener Sylbe einem i äquivalent ist: »uspefra peatre, das wie 
piatre gehört wird; aus eqna esca: eape easke, die inpe iaske lauten 
und mehrfach auch so geschrieben werden; aus ceiyt genn: cenre 
geane, das kaum anders als ciare ginne ausgesprochen werden 
können u. s. w. 

17. Ein solches en (in) kann dann leicht, besonders nach La- 
bialen und ;• (vgl. §. 2), auch nach Sibilanten , sich zu a verein- 
fachen ; das e verstummt. 

Nach m : cnmfsin [kcnwnscj kemnse*'^^ 

menm [mease] rnnsc 

„ p : prniia [penne / pnne 

ptrn [penrej pnre 

„ v: ver fvenre] rare 

virdia [venrzcj vnrze 

virga [venrge] varge 

„ f: foetn [fente] fntc 

„ r: prnedn [prendej prade 

„ Sibil. : sern [senrej sare 

terrn [tzenre] tznre i^). 

18. Auch Indeclinabilia weisen en (inj = e auf: eccum mit 
der Endung a '*) eake (iake) ; aus iterum it'rum (Positions-?= e 
und t abgefallen) erum und mit dem Ausgange n: iare. 

19. Nur selten nahm betontes e auch bei folgendem e die Aus- 
sprache ed (n) an. Vor allem in der abgekürzten Form des Infinitivs 
der Verba der 11. lat. Conjugation. Die Aussprache schwankt zwischen 
aved seded veded und nve sede vede (hnbe[re] sede[re] vide[re]). 
Die vollen als Substantiva gebrauchten Formen nvere sedere ve- 
dere werden nur mit einfachem e ausgesprochen. In bed (das auch 



13) Auch kemese ohne Dipthongieruilg. 

•*) Manche hierher gehörige Verbalformen verzeichnet das §. 49. 
'^) Das Kuinänische scheint bei Indeclinabiiien a im Auslaute zu begünstigen ; ^rergl. 
dupe, inke. 



Zur rumänischen Vocalijation. 133 

6e gehört wird) entspricht ea dem e (lat. /) des Stammes: aus bi- 
[öejre, bere (wie im Ital. neben bevere). Aus Septem zuerst seapte, 
dann sapte, aus sex mit paragogischem e: sease sase, aus serpens 
[searpe] sarpe. Übrigens hört man auch mannigfach sepfe sese 
serpe aussprechen. Aus nwem wird ned statt neu[e] '*). 

Wir yerzeiuhnen nun die Erscheinungen bei der Flexion, und 
zwar zuerst bei Nomina. 

Nominalflexion. 

Crenos. 

20. Das Mascul. hat e. . .ü, das Femin. ea. . .e. 
iedii eade fhaedusj meiestrii meiastre (rnugistrum) 

Grekü Greake (Graecus) serbü searbe {sermis) 
Suffix -issn: tmperatü imperetease (Imperator) 

preütü preutease (presbyterum). 

Man vergleiche auch ciresu (ceras-eus) und cirease (ceras-ea), 
miezü C„das Innere** medius) und miaze („die Mitte", media; auch 
in miazezi, miaze noaptej. 

Adjectiva und Participia : 
desu dease (densusj diresu direase ^Ptc. von dirigere), 
desertü desearte (desertus) alesü alease ( „ „ eligerej, 
dreptü dreapte (directus) fertü fenrte ( „ „ feroere), 
• intregü intreage (integrum) mersü mearse ( „ „ mergere) 
negru neagre (nigruni) sters stearse ( „ „ ex-tergere) 
sekü seake (sicmis) 
• Suffix -ensis: frnncesu fruncease 

-iscus: berbeteskü berbeteaske. 

Nomerus. 

21. Sing. ea. . .e, Plur. e. . .e, i, uri. So lautet der Flur, der 
' §§.16 — 20 angeführten Nomina wie folgend: pietre, iepe^ gene, iede, 
Grece, meiestre, serbe, imperetese, preutese, cirese, dese, deserte, 
drepte, intrege, negre, direse^ alese, ferte, merse, sterse, fruncese ; 



") Oder soll etwa Übertritt zur I. Declination ungenoinmen werden? Dann wäre nea 
aus neafe] regelrecht. Und in der That soll die Aussprache neäue (mit leisem ver- 
mittelndem ü) mehrfach gehört werden. 



134 M 11 s s a f i a 

herbetesti. Ebenso mese, pene, pere, fete, verze '«); serpt veri ; sere 
und seri', tzere und tzeri ; prezi, vergi^''^. 

Andere Beispiele sind: 

ceape cepe (^caepa) tarne ierni fhihernum) 

cearte certe ^aus certu) mreane mrene fmnraena) 

kreaste hreste {cresta) teake teci ftheca) 

fenre fiere fferrO ( aeqete , ., , . 

• / . , ^, I ^ seneute { ' . . (sagittaj 

larbe levbun (lierbaj ' \ segetzi 

Suffix -itia: blundeatze blundetze. moleatze moletze. 

Das Suffix -e/a hat im Rumänisclien a:rosse Verbreitung gefun- 
den; es lautet im Sin"-, eafe iale ah, im Plur. eil; Diez II, 303. 

22. Besonders zu erwähnen sind die Nomina auf ella, deren volle 
Form eale wäre; im Sing, fällt le weg, so dass die Endung ed lautet, 
während im Plur. aus lat. ellae ohne weiters ele wird. 
Stella: st ele siedle steä •») 
stellae: stele. 

Ebenso : mesed niesele fniaxilla), rnnduned rntiduiicle {hirundi- 
nella),sed(d'ä»ü\\chsdge]ü)vi\\ivd)selefsella)a:ergedvergelen.&.\\.^^). 



") Dass hier tler Stamm im Sing. ä. im Plur. e aufwei.it. int nach dem Gesagten voU- 
koinmen verstiindlich. Der Griiiidvocal ist e; im vSing. verändert er sich unter dem 
Einfluss des e und durch Vermittlung von ea zu a; im Plur. dagegen, da die Be- 
dingung 7.iir Veränderung fehlt, bleibt die Sprache beim ursprünglichen e: 
aus mensa : mesa niease mase 
„ mensue : mese. 
Nur durch .\iialogie mit diesen Bildungen lässt sich die Veränderung des etymo- 
logischen a des Stammes zu e in manchen Pluralen erklären: fatze fetze (faciemj, 
piatze pietze (platea). spate spete (spatha). 

*'') Über das e der letzteren Nomina §. 53. 

'*) Mit hinzugefügtem Artikel bekanntlich steä-o-a, wo da.i o (das beinahe wie n gehört 
wird) wohl nur euphonisch eingeschoben ist. (Ich vermiithete einst, o könnte /, wie 
imSlavischen, ersetzen; und diese von mir seitdem aufgegebene Vermuthung wurde 
von Schuchardt (Vocalisation II) in die Öffentlichkeit gebracht.) 

19) Durch Analogie entstanden dann die Plurale mele aus nieä statt nieae (mea), rele 
aus reo. statt reäe (rea)., curele aus cureä statt cureae (corH[gi]a). grele aus greä 
statt greae (d. i. gravis grevis, wie it. greve, prov. greu, dann durch Übertritt zur 
zweigeschlechtigen Declination gleichsam grevus greva, rum. greü und gree 
greae J, endlich auch zile ans zt (dies), das ebenfalls bei hinzutretendem Artikel 
o {u} einschiebt: ztoa. 



Zur rumänischen Vocalisation. 



135 



Nicht anders in den Pronomina; ed tele (illa), aced acele fecce 

illa) ««)• 

23. Nur ein Nomen der 11. Declination hat im Sing. e. . .u , im 

Phir. ea (ja) . . .e : 

ferriim: ßerü fiare. 
CasQs. 

24. Der Genitiv und Dativ Sing, der Feminina endigt auf ei 
oder ii. Der Gebrauch zwisclien den zwei Formen schwankt (die von 
Diez II, 50 nach Clemens aufgestellte Unterscheidung ist unhegrün- 
det); heide aber schliessen das ea im Stamme aus, so dass im Gen. 
Dat. das ursprüngliche e wieder erscheint. Also Nom. geane, Gen. 
Dat. genei; Nom. iape, Gen. Dat. iepei (le = ej ; Nom. Greake, 
Gen. Dat. Greeei oder Green u. s. w. Nicht anders pane (^=peane) 
penei; mase {= mease) mesei me.^ii ; endlich aten (= steule) 
stelei stein, aced ("= acealej aeelei. 

Verbalflexion . 

23. I. Conjngation. Betontes ed (d) kommt in der 3. Sing, und 
Flur. Praes. Ind. und in der gleichlautenden 2. Imper. wegen des e 
des Ausganges. Also aus eeiid : eertü eertxi cearfe certem certdtzl 
cenrte. 

Andere Verba sind: 

aplekd np/eake (applieo) 

botezd boteaze (^baptizo) 

ajeptd ajapte (ejecto) 

asleptd asteapte (exspecto) 

cerkd cearke (circ-o) 

krepd kreape krape (cvepo) 

deseid desale (de-sell-o) 

desertd desarte (^desert-o) 

f'rekd freake (frico) 

tnferd inf'iare {in-f'err-oj 



mnekd inueake (in-neco) 
visemnd t'naeamne insamne fin- 

signoj 
intrebd intreabe (interrogo) 
legd leage (ligo) 
ier/d iarte (^libert-o ?) 
pesd ni pase fpens-atj 
•sekd seake sake fsiecuj 
aegetd segeate (sagitto) ^'j 



2") Die volkslhiiinliclie Form el (bei welcher die Tiiibiing de» e (aus Positiüiis -/) zu 

e zu bemerken ist) hat in Femin. a=alle], d. h. ä statt eä. DerPlur., wo man elf 

erwarten würde, lautet al&. Nicht »nders estii aste aste. 

> > > 

21) Das Verbura levare verändert in flexionsbetonten Formen le zw lii. wohl unter Ein- 
fluss de» einst fol{;enden v -. luä, luätzi, liiäm n. s. w. ; slammbetunte Forme« 
haben eine eigene Darstellung. Die 3. Ind. iä dürfte für iae stehen, aus levat mit 



136 Mussafia 

Dazu die Verba mit -ez- zwischen Stamm und Endung (Üiez II, 
249): lernezü lerneaze, lukrezu lukreaze^-). 

26, In den anderen Conjugationen findet sich ea (d) in der 
3. Sing, und Plur. Praes. Conj., die auf -e ausgehen. 

II. seile sade oder saze (sedeo), vede vade oder vaze (video). 

III. purcede purceade (-cedo) incepe inceape (incipio) 
cerne cearne (certio) merge meurge (^mergo) 
krede kreade {credoj perde pearde {perdo) 
kr est e kreaske (crescoj cere ceure (quero) "8) 
ulege uleage (lego) usterne astearne (-sternoj 
direge direage (dirigo) ienie teame (imeoj 
f'erbe fearbe (ferveo) tzese tzease (texoj 

gerne geame (gemo) trece treuke (trajicere). 

IV. esi ease (exeo) 

pari peare (pereo) *»). 

Dazu die Verba mit -esk- zwischen Stamm und Endung: repeskü 
repeaske (rapio). 

27. Es sind noch eiti Paar Verba zu erwähnen (über andere 
sieh §. 50) welche im Lateinischen stammhaftes a haben, im Rumäni- 
schen aber e und nur vor e das ursprüngliche a aufweisen: in- 
coa-gulo: inkiegü^'*) inkiegi mkiage ; Conj. mkiege — in-glaci-o : 
in-ghietzü inghietzi inghiatze ; Conj. inghietze. 

Man könnte Analogie mit den §. 2S aufgezählten Verben anneh- 
men: da neben apleake aplekü, neben intreabe intrebü vor- 
kommt, sei man verleitet worden, auch zu inghiatze inghietzü zu bil- 



ausgestossenem v : leat, e zu ea ia, vor welchem / austrat. Dieses ia dann verharrt 
nicht bloss in der 3. Conj. iä oder iae vor e (levet) , sondern auch in der 1. 
und 2. des Praes., wo man eher ieu iei (lev-o, as) erwarten dürfte. 
**) Kann auch bei Proparoxytonen das e des Auslautes auf die betonte Sylbe zurück- 
wirken ? Im Allgemeinen nicht; aus fierekü wird fiereke , nicht feireke , aus 
impiedekü impiedeke u. s. w. Doch aus preserü (streuen, wol aus per-aerere) 
preäsere. 
*8) Daneben ceaie peaie (so nach Pumnul ; man versichert mich aber, dass wo diese 
Formen gebraucht werden , sie nur ceaie, peaie lauten , worüber §. 30 nachzu- 
sehen ist) aus quaer-i-nt (cfr. it. chieggio, afr. querge), pereat periat mit abge- 
fallenem /•. 
?*) coagulo cagulo cag'lo clago. 



Zur rumänischen Voealisatfon. 1 3T 

den. Gegen diese Deutung spricht aber erstens das i vor dem e^^^ : 
genaue Analogie hätte geführt zu highetzu inkeipi; noch mein- aber 
das Bedenken, dass eine einzige Form die ganze Conjugation modifi- 
ciert habe. Ich ziehe daher eine andere Erklärung vor. An die Stelle 
des a trat e, und secundäres e ward dann wie primäres behandelt, so 
dass in der 3. Ind. die Sprache auf einem Umweg zum ursprüngli- 
chen Laute zurückkehrte. Nur kann man zweifeln, ob schon beton- 
tes a unter Einfluss des vorangehenden i unmittelbar zu e geworden 
sei (§, 34) oder vielmehr die flexionsbetonten Formen auf die Gestalt 
des Stammvocals eingewirkt haben. In letzterem Falle wäre z. ß. 
aus glaciare glaciatis u. s. w. zuerst -ghietzd ghictzdtzi u. s. w. 
geworden (unbet. (i = e) und e klärte sich wegen des vorangehenden 
i zu e (§. 29): -ghietzd ghietzdtzi u. s. w. , welches e dann auch 
unter dem Accente sich behauptete: -ghietzu. Auf gleiche Art ist 
kiemü kiemi k/ame kiemem kiematzi kiame ; Conj. kieme zu beur- 
theilen; nur ist hier noch zu bemerken, dass neben kiem auch die 
Form kiem vorkommt (vgl. §. SO) 26). 

28. Die Ausnahmen betreffen auch hier nur Fremdwörter. So 
ist -intze die acht rumänische Darstellung für das Suffix -entia 
(-§. 42); daneben kommt das entlehnte -ew/z^^, mc\\i-eantze, vor: kom- 
tpetentze, konknrentzc, diferentze, s^ententze. Neben -eatze {-Itia 
;§. 21) findet sich auch -etze: delicatetze, nobletze; neben -ense 
(gisset %. 20) auch ese-.kontese ,- neben -ed[lej auch ele: capele, 
\libele, novele. Das Suifix-ett - ist dem Rumänischen fremd: caftta- 
\nete, clarinete, corvete, lanzeie, lornete. Überdies zahlreiche ein- 



'5) Das leise i, welches ich mit i bezeichne, wird zwar nicht von Allen g-esclirieben — 
Viele transcribieren inkegä inghetzii — , lässt sich aber in der Aussprache «jenau 
wahrnehmen. 
'«) Aus glaciem wird nicht blos ghiatze (vgl. it. ghiaccia) , sondern mit masciiliner 
Endung' auch ghietzu PI. ghietzuri (it. ghiaccio). Ist iä = ie ? Oder hat hier das e 
des Verbums eingewirkt? Oder ist endlich aus ghiatze der Plur. ghietzuH (viele 
schreiben ghetzuri) wie aus earbe (iarhe) ierhuri g^ebildet, und aus dem Plur. der 
Sing, ghietzu erschlossen worden? Ähnliches ist von clavem zu sag'en. Man findet 
die Form K'ki, transcribiert keae (cheae), im Plurals aber Kfi kiei (chei). Stünde 
die Sache so, so wäre hier für tu aus la die nämliche Schreibung wie für ia (==ea) 
aus e angewandt worden und kiae kiei wäre mit platze pietze zu vergleichen. Aus 
dem Munde von Einheimischen hörte ich aber nur kieie (das zweite leise i ver- 
mittelt die Aussprache), Plural kiei mit weniger breitem e aussprechen. Es ist hier 
also wohl der Einfluss des i auf a zu erkennen, wovon §. 34 sprechen wird. 

I Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LVIU. Bd. III. Hft. 10 



138 M u s s a f i a 

zelne Wörter, von denen einige geniigen mögen : adrese, arene, at- 
mosfere, cisterne, kuriere, kofecte, krete, diademe, gangrene, oferte, 
putetite; eterne, fraterne, interne, materne, moderne, modeste, 
oneste, korekte, perfekte. Demnu (digmis) hat acht rumänisches Ge- 
präge, und trotzdem wird als Femininum demne, nicht deamne ange- 
geben. Da indessen das Wort in älteren Lexicis fehlt, so ist dasselbe 
wahrscheinlich in neuerer Zeit von Gelehrten gebildet worden, welche 
wohl auf die gesetzmässige Vertretung von gn durch mn, nicht aber 
zugleich auf die von e. . .e durch ea bedacht waren. 



II. Eintliiss eines i auf den nachfolgenden Vocal. 

29. Auslautendes a wird zu e (^.38); geht (oder gieng auch 
nur) ein i (e) voraus, so zeigt sich die Neigung, dafür e anzu- 
setzen: 

cikoare (cichorinj lesie (liviva) 

foaie (f'oliu, Phir. von folium) mie (milia) 

frimkie (fimbria) moare (murin) 

gingie (gengiva) pnie (palea) 

glie Cd^ßfbJnJ vie (vineaj 

gutuie (cydonia) voie ^aus dem Stamme vol-, 

ital. vogliaj 

Suffix -alia: hetae (batualia), vepae (y«/>-a/^a Et. W- II, 74). 

Suffix -[üjla: unghie (img'la ungl-j -aj, ureke (auriclu 
auricl-j-a). 

Das Suffix -iu, mit romanischer Betonung ia, wird zu ie, 
Diez II, 281. 

Aus onia wird oue „nicht oae^ Diez II, 319. 

Die Adjectiva auf e-M haben im Femininum i-e: viu vie; eben 
so im Suffixe -orius: leudetoriü leudetonre, Diez II, 73. 

Die lat. Endung -io, ionis wird ebenfalls zu ie: konditzie, in- 
ventzie und das Feminin gewordene scorpie. Man vergleiche alveus, 
welches das Fem. dlbie ergab, 

Dass ein solches e aus e entstanden ist, fühlt man noch, wenn 
man den Nomina den Artikel anhängt: aus karte kartea, aber aus 
voie, nicht voiea, sondern voia (d. h. e-{- u = a, doamne doamnri); 
eben so plöaie fplnmu) plöain, nicht pUaieu. 



Zor rnmänischen Voealisation. 139 

30. Die gleiche Erscheinung begegnet bei der Verbalflexion: 
aus taiü, nicht taie, sondern taie; aus tnkiiiü, statt inkuie, inkuie, 
Diez II, 249. Eben so aus periu perie („er bürstet"); aus fiat, nicht 
fie, sondern fie. Cooperiat wir durch a-köperie wiedergegeben, und 
eben so wird aus sufferat — mit eingeschobenem i: sujfer-i-at — 
süferie. Bei solchen Verben pflegt also in allen Conjugationen die 
3. Person des Indicativs mit jener des Conjunctivs zusammenzufallen. 

31. Auch in der Mitte des Wortes zeigt sich diese Neigung 
thätig; statt teietoriü feieture (ital. tagliat-ore, uro) teiet., eben so 
teietzei (ital. tagliatelli); daher privighefoare , nicht -ghet- 
(pervig' l-j-at-) . 

32. Manchmal aber verharrt e, besonders bei verstecktem i: 
platze {plateaj, ghiatze (glaciem glaciam). Nicht selten schwankt 
der Gebrauch : arie und arie (area) , immoaie und immoaie 
(immolUat), pUaie und ploaüe (plüv-iatj. 

33. Auch die Endung ins scheint gerne zu ie zu werden: so in 
den Eigennamen Virgilie, Anastasie, und in den Monatsnamen Ja- 
nuarie, Februarie, Martzie, die Neuere mit tu endigen lassen. So 
erklärt sich das Masculinum gemmke aus genucl-j-um, wo sich dann 
das i verflüchtigte. 

34. Bemerkenswerth ist dann die Einwirkung des i auf ein fol- 
gendes «. Vor allem bei den Verba der I. Conjugation : aus ad-prope 
wird ad-propi-are, frz. approcher (pj = s)> '"^ Rumänischen wird 
ein solches a, dem i vorangeht, zu einem Laute, welchen die cyril- 
lische Schrift durch \ wiedergibt. Dass die Geltung, welche dieses 
Zeichen in der früheren Sprache hatte, zweifelhaft ist, haben wir 
schon oben (•§. 15) bemerkt; befragen wir nun die jetzige Aus- 
sprache, so bemerken wir, dass in einzelnen Gegenden e gehört wird, 
in anderen der Laut sich zu ed neigt. Es findet sich hier dasselbe 
Verhältniss wie bei den Verben der II. : wie die Aussprache zwischen 
vedd und veded schwankt, ebenso schwankt sie zwischen apropie 
muie (^molli-arej und apropied muied. Und so erklärt sich auch 
wie mehrere Grammatiken solche Verba geradezu der II. Conjuga- 
tion zuweisen. 

35. Die Formen, bei welchen die Veränderung des a zu e 
(ed) stattfindet, sind, ausser dem Infinitiv, die 1. 2. Plur. Praes., 
lund die 1. 2. 3. Sing. Pfc. ; im Participium findet sich sowohl e als a. 
»Also 2. B. von muie: 

10' 



140 



M u s s a f i a 



Praes. moiü, moii, moaie, muiem, muietzi, moaie. 
Pfct. muiei, muiesi, muie, muidremü , muidretzi , 
miliare. 

Parte, muietü und muiatü. 
Solche Verba sind nun: 



deskuiS' 



f-cnne-are) 



inkuie' 
despoie' (dispoUare) 
munie' (mani-ure) 
periie' „bürsten" fpil-J 



skelcie' (e.v-calceure) 
esie 1 ^ „ . ^ 
infesie ) 

iiigresie' (in-crass-iare) 
hikieie' (in-clav-iare) 



subtzüe' (suhtil-iare) 

Man bemerke auch beietü und beiatu „Kind" (bajtdatus bn- 
liatus), Phu". gewölinlich lun* beietzi. 

36. Dass übrigens diese rein lautliche Erscheinug nicht auf 
Verben beschränkt bleibt, lässt sich erwarten : aus vine-arius wird 
KJ'fcp oder Ki-kpiS, das gewöhnlich vierü vieriu ausgesprochen wird. 



III. Vocaltrübung. 

37. Trübung eines Vocals wird zunächst durch folgendes n, oft 
auch durch combiniertes m, hervorgebracht. 

38. A wird am häufigsten zu u (im Anlaute i geschrieben), wel- 
ches sich bei einzelnen Wörtern zu u klärt oder zu i spitzt. 

In offener Silbe : 



knne (^canis) 
kiinepe (caunabis) 
nmne (mane)"^^^ 
nmne (manus) 
mtineke (^manica) 
lune (laua) 

Suffix -«w "^ ; pegiinü fpaganus) , betninu (^veteranus)^^^, 
rumiinü (rojnanusj^^), funtune Q'ont-an(i). 



pune (panem) 
inime (anima)^'') 
alune (avellcma). 



*^) Dazu das Verbum mxinekü (ich mache mich früh auf). 

2'') Nebenform inime. 

28) „alter Mann", jüngere Form veteranü. 

*9) „Rumäne," neben romanü »Römer. " 



I 



Zur rumänisehpii Voralisation. 141 

Vor abgefallenem n: ffrnu {grafn]um), rntiiiu fnut-mieun)^'^^, 
kelkuiu (caleaneiis), kcpetniu ^Kopfkissen, capit-aneusj, muiü 
remuiü fmaneo remaneo) neben kelkunü mumi rernumi. 
In geschlossener Silbe: 

imbi {amboj strumbü (stra-m-bo) 

imblu (ambnlo), auch nmblu 

cumpü fcampus) skimbü (ex-cambio). 

ingerü (angelns) prunzii (prandium) 

bhiudü (blandus) kundü {quando) 

kuntü (^canto) selemiindre (salmnandra) 

kuntekü (canticus ) sunge (scmgiiis) - <) 

f'rungu Cf'rango) shindure (scandula) ^^^ 

mgunu fiit-gannio) 

luncedü (languidus) ghinde fglandem) 

comundü fcnm-mnndoj grindine (grandinem) 

muiikü (mandaco) spintekii (ea'-pantic-o)^^^ 

puntece (panticemj 

plungü Qümigo) niighin ((ingidus). 

Endung des Gerundiums der 1. Conjug. ; leudundii (Imidtmdo), 
kiintiindü (cantavdo) ; nach i, indn : teiind (yow teid, it. tagliare, 
tal-eare). 

Vor abgefallenem w; Ä-«^?/ (qualnjtnm), ntutii (ad-tu[n]tnm} 
Vor eingeschobenem n (m) : mmbete (subbutus), amermfzü 
(ad-minacio). 

Die gleiche Trübung findet in Wörtern gleichen Stammes auch 
in unbetonter Sylbe statt s*); überdies in mgnstü (ich verenge, aus 
angustiis) , indre (December , aus Andreas) munie (maiiia), 
inelii (^cm-ellusj. Vor anderen Consonanten wird unbetontes « im 



^^) Nicht Ulis uutcrius (hWv. I, 2(»!>) .xlcr aitlaiiiig (II. 488). Die in iiUeren Schriften 

vorkommende Form inlunifi heiiimuit allen Zweifel. 
^1) Wird auch «iiige ausgesprochen. 
32) Ist ainte in inainte aus ad-ante zu deuten? 

*3) Stellt mynzü (Füllen) mit ital. mamo (mansiis) im Zusammenhange? 
**) In dimineatzc (Morgen, aus de-mane + Sufl'. itia) hat sieh u in unhelonter Sylhe 

zu i gespitzt. Einst soll das Wort demuneaUe gelautet haben. 



142 Mnssafia 

In- und Auslaute immer zu e^'): zu u in kurndtzü (^urst, carn- 
atium) , hurtie (chart-) , turziu (tard-ivnsj, also var combiuier- 
tem r se). 

39. wird gewöhnlich zu u, und nur vereinzelt zu e , u. 

In offener Sylbe: 

kum (^quo7nodo) sunü (sonus) 

nume (?iomen) teciune (titionem) 

i/totiitvu / 

klimme (^Corona) 3') tune (tonatj 

punü puiü (pono poti-i-oj 
Suffix -onem: kerbune (cnrhonem), pennü (pavonem). 
Suffix -tionem: rngecttme (rogationem). 

Vor abgefallenem n: nii (no[7i]J, gutuiu gutuie fcydonius 
cydonia). 

In geschlossener Sylbe : 

friinze (frondem) punte (pontem) 

fruiite (f'rontem) respundü (respondeoj 

lungü (lotigusj tundu (toudeoj 

niutüe (montem) kümpetü (^computo). 



'^) Betontes a wird zu e nur in der I. Conjugatioii als Scheideform; purthnü (porta- 
tnusj purtamü (portabamus), purtei (portavi) purtai (portahasj. purie (portavit) 
purtä (portahat) . Die 2. Siug. des Perfeetes lautetp«»-<m (portdsti), wohl aus Ana- 
logie mit der 1. und 3. Pers. Über eine flexivische Erscheinung-, wodurch ä zu e 
wird, §.33. Das Präfix ej:<rö, das fast immer unbetont ist, wird zu stre •, in strekurü 
(durchseie, extra-colo) bleibt e^uch unter dem Accente. über ä vor oder nach 
Labialen, das bald zu e bald zu e wird, siehe §. 50. Diez I, 136 führt streinü (extraneus) 
an; es wird aber sireinit ausgesprochen; der Accent wurde auf das Suffix über- 
tiageii und tonloses w wird regelrecht zu c. Ein anderes Beispiel von <i zu e könnte 
man in cumnetzie (cugnatio) erblicken (Diez II, 313), es wird aber cumnetzie aus- 
gesprochen. 

^^) Der Nexus tir+Cons. ist im Rumänischen ungemein häufig; es kommt in einer 
grossen Anzahl von Wörtern, nicht lateinischen Ursprunges. Hier nur einige: durgü 
(Kohlenkriicke), hurhfi (Scherben), kokosturkü (Storch), kurdü (Heerde), purciü 
(Böcklein), sturvü (Aas), turgü (Markt), viirfü (Spitze), zgurciü (Knorpel), 
hurlögü (Schlacht), gurbaciü (Peitsche), kyrpaciü (Flicker), svvrceskü (runzle), 
svurleskü (werfe), Auch ul-\-Cons. ist nicht selten: hulciü (Messe), hulmfi (Hau- 
fen, Hügel, etwa aus eulmen?), stulpü (Säule), tulkuitoriü (Ausleger). 

''") ISiben koroane. 



Zur rumänischen Vncalisatioii. 1 4o 

u in gipifu (couflo), hinge (longe, vgl. oben Inngü), plumune 

(^pulmoiiem, vgl. oben kerbune). 
e in ketre {co[n]traJ neben incontre s»). 

Da die Sprache zu u entschiedene Neigung hat, so tritt dieser 
Vocal statt o unter dem Accente auch vor anderen Consonanten ein: 

kurte (gehörtem) kute (cotem) 

kügetü (^cogito) muru {morusj 

kulkü (^colloco) use (ostium) 

kuskru (consocrum) ruse frosaj 

kustu (consto) spute (spodiumj. 

Dann ungemein oft in unbetonter Sylbe; ein Beispiel von ii fin- 
den wir in rmpiestire (^monasterium), also zwischen m und n ; dann 
auch in funtune (neben funtune §. 38), also nach f. 

40. U wird zu u (i) : 

adunkü (aduncus) sunt (sunt) 

mtindru (mundulus?J 

Mit eingeschobenem n : tnsoru fnxoror), mpiunkü (manduco). 

In tonloser Sylbe: Brundüse (BrundusiumJ, rmiduned ; plu- 
mune 3»). 

In gufu (gutiur) wird u zu n auch vor einem anderen Con- 
sonanten. 

41. / wird zu u (i) . 

In offener Sylbe: 
tnipiu (minor, ich führe^, sünü (sinus). 

In geschlossener Sylbe : 
Präfix in-: implu, (impleo), hiflu (inflo). intru (entro)'*^) u. s. w. 
sfrungu (stringo), sftaigü (exstinguoj ; frumbie (fimhria)'*^^. 

Manchmal schwankt die Aussprache zwischen i und n: 
»ingurii stmguru (singulua), skintete und fiknnteie (scintillaj'*'^). 



'®) Auch in coantre mit Diphthongierung: nfä (xc luäj cu cineva fii coantre „mit 
Jemanden in Zwist sein fgemthen)". Daraus muss sich auch das hemerkenswerthe 
Substantiv coantre Plur. coantre „Zwietracht, Uneinigkeit" entwickelt haben. 

'^) Auch plemune. 

*") Nebenformen vnßu, umplu, untru, 

*') Neben frimhie. 

*') Vor comfainiertein r (§. 36) wird i (y) i\x m in türme „Faden" (syrima). 



144 Miissafiu 

Auch ein vorangehendes r pflegt i zu ti oder e zu trühen : 
rudü Q'ideoJ, rupe (lipaj, ruu (^rivitsj. 

42. E wird gewöhnhch zu i: 
In offener Sylbe: 

bi7ie (befiej nime nimene (nemo tieminem) 

eine (coe?iaJ tzine (tenet) 

ginere (generumj vine fvenitj 

alinu (ad-len-oj vineri (vener is [dies]) 

Suffix -enus: plinü (plemis), veninü verinü (venenum). 
Pronomina mine, tine, sine (me, te, se mit paragogischem ne). 

In geschlossener Sylbe: 

argintü (argenhim) mintzü (mentio-r) 

dinte (denteni) timpü (tempus) 

linte (lentemj simtzü (senlio) 

niinte (mentemj 
Suffix -entern: ferhinte ff'erventem), perinte (parentem). 
Suffix -entia:. pniinfze (poteniia), stiintze (scientiaj. 

Die Gerundia der II. und III. lat. Conjug. gehen auf undü, worin 
Einwirkung der 1. Conjug. erblickt werden darf: kezundä (ca- 
dendo), zeknndü (jacendoj; cerundü (quuerendo) , scotziindü 
(exciitiendoj. — Aus tempora wird tumple (Schläfe), aus tem- 
plum (griechisch rs'^./T/ov „die Vorderseite des Altars") tumple Plur. 
tumple *3j. 

43. Auch sonst wird e vor n zu n, aber mit einer besonderen 
Einschränkung . Während nämlich alle anderen vier Vocale die Nei- 
gung zeigen, sich ganz unabhängig vondem V^ocale der folgenden wSylbe 
vor n zu u zu trüben, wird e in der Regel nur dann zu u, weno die 
folgende Sylbe keinen hellen Vocal (e, i) enthält. Und so bemerkt 
man oft, dass in verschiedenen Formen eines und desselben Wortes 
sich bald u, bald i, je nach der Beschaft'enheit des folgenden Vocals 

findet. Die Formel ist: 

en. . . e, i, = in 

en. . . u (ü), e = un '*'*) 

*8_) Vor d bemerke 111:111 hudü hude aus foedus. 

**) Der Vocal a weist ein derartiges vereinzeltes Beispiel: aus sanctus suiitü sunte, im 

Plur. aber sinte sintzi. Eben so in der Form sfuntü (eine Verquickung: von lat. 

xanctus und sla\. AveO sfuiUe, sfintzi sfinte. 



Zur rumänischen Vocalisation 14;0 

Überdies lässt sich wahrnehmen, dass diese Trübung von en 
zu 7in nur nach bcstiniiuten fonsonanten eintritt. Es sind diese : die 
Labialen und r. 

Nach m: Das Suffix -w^ew^<^m wird im Singular zu mmitu, im 
Plural zu ?7iN7itiirf oder minte: mormipitü (monumen- 
tum) mormhde, pemuntu (pavimentum) pemun- 
turi. Semuntze (sem-entia ; das Suffix -entia wird 
jedoch gewöhnlich zu intze §. 42), Plur. semintze. 
Fremuntü fremunte f'rennintd (fermento) ; 2. Ind. 
fremintzi; 3. Conj. freminte'*^^. 
Nach p : spnnzurü (e.v-pend-ulo it. ftpenzolo). 
„ h: infierhmitü (-fervent-) infierfmnte, iihev hifiei'bintzi 

infierhinte. 
„ v: vune (vena) i\hQV vine (^veiiae). 

imndii (vendo) vunde vunze (vendai) und eben 
so in unbetonter Sylbe mmdüi vundut vuuzundü, aber 
vinzi (vendisj oinde fvenditj vindeniü und in ton- 
loser Sylbe vindedm u. s. w. 
mintü fventus) vunturi und das Verbum vunturü. 
vuntre aber vintre (veutrem). 
n /': funu (foenum) fnnuri. 
Indessen ist dieses Gesetz nicht constant, und nicht selten 
bleibt u auch vor folgendem e, i: f'ruuu f'rnu, Plur. f'riuie und 
ebenso aus hifrunu mfruni hif'mne. Astumperü und astihnperi 
§. 47 ,• desnnaäü (dk-ment-o) desmuntzi dei^munte. Neben f'remintzi 
ist auch fremuntzi gebräuchlich *6j. 

44. Ganz analog mit diesem Verhalten von u aus e je nach der 
Beschaifenheit des folgenden Vocals ist die Trübung von betontem 
oder unbetontem e zu e. Wie bekannt, hat e seine vorzüglichste Quelle 
in unbetontem u, zugleich entwickelt es sich auch aus e (=lat. 
e oder i, äusserst selten aus i, o, u), und zwar fast ausschliesslich in 
bestimmter Stellang. 



*5) Wie ist flcmyndü (liuiigrif,^ zu deuten? Wohl aus famulenlm fam'lenlus flamentus 
mit Vertiiu.schung des Sufl'ixes -cnius mit der Endung des (ieiundiums. Das u lileibt 
auch im Pliirale ftemundzi flemunde. 

■*®J • hetoiitei Sylbe ist amundoi (ambo-duoj — vor eiageschohenem n — zu be- 

uierkeo. 



146 M u » s a f i ^ 

45. Die Nähe von Labialen und r, weit weniger wirksam die von 
Sibilanten, begünstigt die Trübung von e zu e, aber nur dann wenn 
die folgende Sylbe kein e oder i enthält. Sehematisch dargestellt: 

e. . .a, e, u = e 
e. . .e,i ■=■ e. 

Es erleichtert die Übersicht, die Fälle, in denen e betont ist, von 
jenen zu sondern, wo e dem Accente folgt oder vorangeht. 

46. Betontes e: 

nach h: imbetü'^'') hnbete — imhetzi imbete (im-bi[bi]t-oJ 

nierü — meri {melus statt mahnt) 
kelemeru *») — kelpnert (calumariumj 
mesuru »o) (metisuro) 
pometu 5 1) — pomeie fpomefumj 

„ p : ape'sn — apesi, apese (ad-pens-o) 
kepestru — kepestre (capistrum) 
ospetzü — ospetze (liospitiumj 
perü — peri (pilus und pirns) s») 

« f: fetu — fetzi (f'oetus) ^s) 

„ V : adeve'ru adeveruri (-verusj 
ve *») (vobis, it. vi vej 
vedii — vezi vede (video) 
ve'duve veduve CviduaJ 
vefu ve'lurr (^velumj 
versü — versf, verse (^verso) 
vesku {vej;o Diez I, 243) 
veskii (^viscus) 

invetzu — iiivetzi, hivetze (hi-viti-o) 
vor m: blestemir"'^) blestemuri (blaspheminj 



*') Auch tmbetu. 

*^) DRiieben te, ne, se, 

*^) Auch kelemariü. 

J 9 

'") Mit retiahierJem Accente, während das Substantiv mesüre das « betont. 
5') Häufiger pojne<»I. 

'•) Kommt pekiire (Theer) aus pix ptc-ia mit dem SufTixe -ülaJ 
58) Vergl. logofetü O-O'/oSriTy)?}. 
**) Auch blestemü. 



Zur rumänischen Vocalisation. 147 

nach r: mdereiu (in-de-retro) 

predü — prezi"^^^, prede (praedo) 
tremurü {tremuloj ^^). 

Das e verharrt auch vor i in reu rei (reus)^"^^, 

„ s; tnsemnu — insemni, insemne (in-signo} 
hisetü — insetzi, insete (^in-sit-o) 
sekü — seci 
„ z: Dumneze'u {Dominus DeusJ 
„ tz: tzemnü fcygnusj^^). 
47. Nach dem Accente ^s) : 
Formel tner: nümeru — numere (^mimerus) 

HÜmerü, numere — numeri numere 
> > > 

ümerü — umeri (humerusj 
„ men: skdrmeim, skdrmene — skdrmeni, skdrmene fexcar- 
mino} ««) 

„ per: akopfrm — akoperi, aköpere fad-cooperioj 

astumperu, astumpere — astnmperi, astumpere f-fem- 

peroj 
piperü, piperc — pipert, pipere fpiper-oj 
si'iperü, supere — superf, süpere (superioj 



I 



^^) Moliiar verzeichnet auch pradii prazi, welche Formen nur durch Analogie mit der 

3. Person prade (§. 49) zu erklären sind, 
ä^) Weit häufiger tremurü. 

ä') Ist strSmurü (Stachel, Treiber) aus Stimulus mit eingeschobenem r, tztrmurü aus 
terminus (vgl. vergure aus virginem) ? Ob aretil aus ad-recto (Diez 1, 337) her- 
rührt? Der Umstand dass die 1. Person aretzi. nicht aretzi, lautet, dürfte bei- 
nahe dagegen sprechen. 
^'') Nach Sibilanten ist e nicht beständig. Nebenformen mit e machen sich fast überall 
geltend, so sevmü und setnm'i, dann itisefu, seku und die Nominativbildung secete 
(siccitas), Dumnezeu. Neben den allgemein gebräuchlichen Formen sedü (sedeo), 
tzesü {texo) findet man auch sedü txesü. Die Endung der starken Verba wird bald 
mit sei bald mit sei {^=s •{- evi) angegeben. — Wir wollen hier noch die Prono- 
mina Personalia seu und teü erwähnen. Sie scheinen dem mcus, das seinerseits 
mieu ergab, nachgebildet: teus seus statt tuus suus. Die Verdunklung des c zu c 
verharrt auch vor dem i des Plurals: tei sei. Das Femin. ta, sa kann aus tea[e] 
sea[e] gedeutet werden; der Plural, wofür man (Anm. 19) tele, sele erwarten 
würde, bleibt beim a: tale sale. 
**) Vergl. die unlateiuischen Wörter: kelügeru lägern, ciüberu lorberü, 
SO) Auch skä)uwne; d. h. e der Formel men trübt sich weiter bis zu u. 



148 M H 9 s a f i a 

Formel pet: kümpeiu^^) — kumpeie fcompUus) 
öaspetü **2) — öaspefzf (hoHpUemJ 
stredpetü 

„ fer: mferiü — suferi, süf'ere 

„ ver: leuddveru — leuddveri (luudabilis) 

„ der; federe (hedera)'^^^ 

„ ser : päsere (passerem) «*) 

präserü (vgl. Aiim. 22) «5) 

„ sein: Endung des Pluscfiiamperfectums: leuddsem (lauda- 

vissemj 
„ rem: Idkremc — Plur. ^. 53 (lacrima) 

Idkremü, Idkreme — Idkremi, Idkreme 
„ tem: hldstcmü, bldsteme — hldstemi, blasteme (blasphemo). 
48. Vor dem Accente verhält sich e auf gleiche Art. Also in Ah- 
leitungen aus den hisher angeführten Wörtern: vezüi vezütü wegen 
des ü, aber vede'm i^ede'fzf rede' wegen des e'; adeverdtü tind adeve- 
rire, perosit, fetütze w. s. w. Andere Wörter, in denen unbeton- 
tes e vor dem Accente zu e wird, sind: 

nach b: betrnnü (veteranus) 

„ m: armesariii (armessarius in der L. Salica = admis.), me- 
rnnt (minniifH), mrsarm fmensnrius)^^). 



•") ü tn i (vergl. it. vompito) iiiid i zu e (Aiiiu. 2). Es wirH iiiicli mit hellem e ausge- 

spiofhen : kümpetü. Ebenso im Verlniiii: sowol kümpetu kümpete als kiimpetü küm- 

pete, aber nur kiimpetzf kumpete. 
"^j Mit Übertritt zur 2. Deelinatioii . <;'Ieiclisiiui hospifuin. Es komtnt aber auch die 

Form öaspete vor. Das Verbum lautet sowohl öaspetü oaspete als öaspetii oaspete ; 

aber natürlich nur üaspetzi oaspete. Kepetä ist wol aus capit-are: käpetu käpete und 

käpefzf käpete. Eben so skäpctii skäpcte und sknpetzi skäpete aus skepetä. das mit 

ital. scappare, rum. skepä, zusammenhängt. 
••') Wofür man eigentlich fadere erwarten würde. Es wird übrigens auch ledere mit 

hellem e gehört. 
•>*J Weit häufiger päsere; auch in päsere ist e, da e folgt, unorganisch. Oder soll 

mau an eine l^'orm passarem (unb. n ^ e) denken? Vergl. Schuchardt F, 206. 
ß^) (Jewöhulieh preserü (da der Einfluss der Sibilanten weniger durchgreifend ist, 

Anm. ö8). Eben so wird die Endung des Plusi|uani|)f. mehrfach mit -se7n angegeben. 
••••J Ist mediihe iiicduve (Mark) aus mcfto/Za? Geminiertes l wäre abgefallen wie in der 

Endung ea[e] aus elta, wie in kai vioi (caballi, molles), und der entstandene 

Hiatus durch lüuschiebuog von h, v wieder aufgehoben. 



Zur rumänischen Vocalisafion. 1 41) 

„ p: pecatü (peccattim), pecurarü fpeeorarius) , peduke 
(peducnhis), imperatü (imperator), petrunde (perhin- 
dere) ^"i). 

„ v: vergutze (viry-)^^^ 

„ r: remmkiü (reti-unculiis *^^), retundu (rotundus, o zu e: 
at'r. reond, spaii. redondo); fremiintü (fermento), stre- 
nutü (sternuto) ^o). 

Das Präfix re- wird vor Labialen häufiof zu re: remunu. 
repausü, repunü-, vor 6* schwankt der Gebrauch zwischen 
res und res. 

„ s: sekdre (secale), seküre (securim), selbütikü (silvati- 
cus), semcud semunfze fsemino), septemune (septi- 
manaj rnserdtü (- serusj, serhd (servare)''^). 
Nach anderen Consonanten: 
teciune {titiouemj^^y, das Präfix de wird selten zu de; vor m: 
indemune fin-de-mami). vor ;■ ; iuderetu, sonst : deunezi (de una 
die)"^^)', lecnste (Idcusta) '>'*). 

Endlich lässt sich die Neigung wahrnehmen, in Ableitungen das 
kurze i durch e darzustellen. Hier scheint noch ein anderes Moment, 
als die begleitenden Consonanten einzuwirken. So mag in dem eben 
erwähnten septemiine oder in kepetuiu (§. 38) sich die fjabialis 



S') Hiehergehört, als vereinzeltes Beispiel von u=^e, stuch plemtine, dein pelmune, 

das noch im Südruman. lebt, vorausgegang-en sein wird. 
^^) In vergeä (viry-ella) , da]L'egen bleibt helles e wegen des darauffolgenden e. In 

desvurtire (-vertere) , vurtule fvirtutem) ist e (= lat. e und Positions-z) vor 

combiniertem r zu u geworden, Anm. 36 und 42. 
^8) Neben rinikü (ren-iculas) . 
''') Auch sternutü. Soll etwa starnutare wie im Ital. (a in anlautender tonloser Sylbe) 

angenommen werden? 
''•) Auch hier ist e nach s nicht constant (Anm. 38 u. 6.')) ; es kommen mehrfacii auch 

Formen mit e vor: secare. semenä, serhä u. s. w. Wenn neben serinü seninn 

auch ser. seit, vorkommt, so ist die Trübung unorganisch, da der folgende 

Vocal i ist. 
'2) Das J, ursprünglich lang, wird wegen der Position (tj) wie ein kurzes behandelt 

und zu e verändert. 
'3) Auch deunezi. 
'*) Soll etwa luemta voi'ausgesetzt werden? (a in tonloser anlautender Sylbe; vergl. 

span. la-n-yosta)- e wäre dann wie gewöhnlich = unb. a. 



f 50 M 11 s s » r i a 

geltend gemachthaberi, aber bei redecine fnidiC-ina) wird man dem d 
kaum einen solchen Einfluss zuschreiben können. Kusetiire f= it. 
cucitiira), feketure (fac-Hnr(i), tzeseture (tex-i-tura)', cinghetoare 
(cing-i-toria), treketoare (trajic-i-toria), vunzetorü (= it. ven- 
diforej; arzeciune (nrd-i-ttonemj; kezemuntn (cad-i-mentum) , 
krezemnntu {cred-i-mentum) ^5) können nach Analogie der Ablei- 
tungen aus der I. Conjug. aretiire (arat-ura), sepeture (\i. zappa- 
titraj; adepetoare (§. 6); inkineciiine ; zuremuntü, ligemuntü 
gebildet sein, wo dase regelrecht tonlosem a entspricht. Man bemerke 
endlich das Suffix -Hatem, welches zu etate wird, nicht blos nach w, 
dem man vielleicht trübende Kraft zuschreiben könnte — bunetate, 
pegunelate, senetate — sondern auch nach anderen Consonanten: 
miseletate, moietate, und an einem fremden Stamme: bogetate. 

49. Die zwei Erscheinungen, die wir unter I. B. und III. erörter- 
ten, treten uns manchmal in verschiedenen Formen eines und dessel- 
ben Stammes entgegen. Dann kommt zum Schema von §. 45 eine 
dritte Reihe, und dasselbe lautet: 

e. . .a (e)> ii = e 
e. . .e, i == e 

e. . .e = ed oder vielmehr nach §.17 a. 

Also aus foetus wird fetu (wegen ii) 

foeti foete „ fetzi fete ( „ «, e) 
foeta „ //e«^e/ fate ( „ e) 

Eben so lauten die Formen mit dem Ausgange -e der in §. 46 
erwähnten Verba wie folgend; 

3. Ind. der I. Conj: tmbate, apase, invatze, varse, prade''«^, 
3. Conj. der II. Conj: vade oder vaze. 

Aus luciferum wird lucifer lucefer; aus der Formel fer ergibt 
sich f er : lucef er ; das e bringt die Diphthongierung hervor: luceu' 
fern Plur. luceferi. Eben so aus geminiis (Formel men = meti) : 



'5) Daneben teieture , teietorü, koperemnntü wegen des vorangehenden (sichtbaren 

oder versteckten) i von taleo (talio), coopttio; §. 29. 
'•J Das Präsens von tnvetxä wird z. B. lauten : 

invetzu invetzSm 

invetzi invetzätzt 

3 

invatze invatze. 



Zur romänisclirn VooHliaation. 101 

geamenu Fem. gedmene, im Pliir. aber gdmeni geniene. Nicht anders 
das Verbiim: inqedmenü inqdmetü tnqedmene inqemenem Inqe- 
menatzi ingedmeue, Conj. higimene. — Aus pectuio vvii'd piep- 
teiiu ; zugleicli kann das e der Formel ten auch sich zu e trüben: 
pieptenü, und die Diidithongierung des betonten e findet statt 
oder unterbleibt auch in diesem einzehien Falle. Es sind demnach 
in der 1. Ind. drei Formen gebrauchlich: zwei organische — 
pieptenü pidpfenü — und eine unorganisciie — piSpteuü — ; die 
2. Ind. ist natürlich nur piAptetii, die 3. Conj. nur pieptene ; für 
die 3. Ind. soll nur pidpteue im Gebrauche sein. — Aus semino 
(Formel men): seamenu sdmenu, 3. Ind. seamene samene (auch 
snmune, vgl. Anm. 60); 2. Ind. s^meni, 3. Conj. sämene. Neben 
letzteren Formen sollen auch sdmeni sdmeiie vorkommen , die dann 
als unorganische durch Analogie mit der 1. und 3. Person entstan- 
dene Formen zu bezeichnen sind. Ganz gleich dürften sich ver- 
halten semend und asemetid („gleich sein" und „gleich machen" 
aus simüo) ; hie und da hört man auch men ohne Trübung des e, 
in welchem Falle dann die 1, Person nsdmenu lautet. — Ddperü 
„ich rupfe, zupfe" ist wohl aus de-pÜ-o ; e in der Formel per zu e 
und dadurch ^ zu a ( = ea), 3. Pers. ddpere, 2. Ind. d^peri, 3. Conj. 
d^pere. — M^siirü (§.46) sollte, da u überall folgt, überall e haben ; 
für die 3. Ind. wird auch mdsure gebraucht, also wieder ein Bei- 
spiel (Anm. 22), wo das e um zwei Sylben zurückwirkt. 

50. Es sind noch manche Verba mit stammhaftem d zu er- 
wähnen. Z. B. 

ad-aqu-o: adepü adept adape adepemü adepatzi; adepe. 

Ebenso depertu impertzü ^de- , im-partior ^'), distremu 
{dis-tram-oj, ingresu (in-crass-o), infesu (in-fascio), pesii (it. 
passoj, skelciä (e.x-calceo), serü (sal-o). 

Wie man sieht, kommen bei diesen Verben nur die stammbe- 
tonten Formen in Betracht, denn die flexionsbetonten lassen nicht 
unterscheiden, ob a oder e gemeint ist: die Formeln fas, pas, tram 
und fei, pes, frem geben ausser dem Accente gleiches Resultat : /es, 
pes, trem. Von den stammbetonten Formen ist die 3. Ind. auszu- 
schliessen, wo ebenfalls einerseits a und anderseits e, dem e folgt, in 
der Darstellung a zusammentreffen ; es bleiben also nur drei Formen 



'^) Auch impartü. 



152 



M II s s a f i i) 



mit betontem e und zwar eine mit e (pesii), zwei mit e fpesi pese). 
In Bezug auf erstere nun lässt sich vielleicht annehmen, dass auch a 
in der Nähe von Labialen und Sibilanten die Neigung hat, sich zu e 
zu trüben, so dass wieder z. B. die Formeln i)as und pes auch unter 
dem Accente dasselbe Ergebniss liefern: nämlich pes''^). In einem 
solchen Falle war nichts leichter als dass man die wenigen Verba, 
bei welchen e aus a kommt, mit den viel zahlreicheren, wo 
e = e ist, vermengt und folglich auch bei ersteren in den mit ^, e 
auslautenden Formen das helle e angesetzt hat ^s). 

Mcsteku bedeutet „ich mische" und „ich kaue". Die zwei Be- 
griffe gehen zu weit auseinander, und daher glaube ich dass sich in 
dieser Form zwei Verba vereinigen: mlvt-ico und mas-iico. Letz- 
teres wird zuerst mesteku ergeben haben : dann aber durch Ein- 
fluss sowohl des folgenden e als des ähnlich lautenden Verbums: 
mesteku. 

Sl. Gleicher Lautgang // e e kommt auch in unbetonter Silbe 
vor: aus pharmnc-o fdrmeku ; da nun unbetontes « immer e ergibt, 
so müsste die 2. Ind. fdrmeci, die 3. Conj. fdrmece lauten; an die 
Stelle dieser Formen traten aber fdrmeci fdrmece, als ob e aus e 
herrührte«"). Man kann hieher auch ki'imperü fcomparoj ziehen. 



'*) Man vergleiche cumctre (com-matr-eyn), wo mir 7Aihemerken ist, dass das auslautende 
e nicht vermochte, a in der betonten Silbe zu retten. Dar Plural lautet cumetre. 
Daraus moviert ciimetru cumetri (Gevatter). Megure aus maeula (Et. Wb. I, 258) 
gehört auch hieher. Hängt hetzti „Stock" mit fta««o zusammen ? Fe aus fac: ve 
aus vade. Die Präpos. fere ist vielleicht so zu deuten foare fare (§. 4) fere. 

■'S) Die Annahme von a bei Labialen zu e wird auch durch den Umstand unterstützt, 
dass bei diesen Verben mit stammhaftem a manchmal auch die 2. Person e aufweist : 
neben adepi impertzi auch adepi impertzi. Bei letzteren Formen griff also die 
Analogie mit denVerben, die stammhaftes e haben, nicht durch. Eben so lehrreich ist 
die Nebenform adape für die 3. Imper., in welcher ursprüngliches« unversehrt blieb. 

80) Ja selbst färmekü wird gehört; d. h. die 2. Ind. wirkt auf die 1. ein und die Spra- 
che widersteht in diesem einzelnen Falle der Neigung, e nach Labialen bei folgen- 
dem ?< zu e zu trüben. Auch die Sylbe vor dem Accente bieten bei diesem Verbum 
eine bemerkenswerthe Erscheinung: aus pharmae-are sollte regelrecht fermekä 
werden. Nun wirken Formen wie färmekii färmeci färmece auf das zweite e ein 
und lassen es zu e werden: also fermekä fermeketoriü fermekelure ; zugleich aber 
wird das e nach f als ein aus e herrührendes angesehen und durch das folgende e 
geklärt, so dass neben den so eben erwähnten Formen auch fermekä fermeketoriü 
n. s. w. gebräuchlich sind. 



Zur rumänischen Vocalisation. 133 

das hunperi kihnpere bildet; es wäre denn, dass man durch Hinweis 
aufital. compero eine unmittelbare Vertretung von a durch e anneh- 
men wollte si). — Depend entspricht dem ital. dipanare, nur mit 
dem Accente auf dem Präfixe: also aus depano zuerst depeuu (unb. 
a = e), und da e auf die betonte Sylbe zurückwirkt: dedpenü auch 
ddpenü; eben so in der 3. Ind. dedpene ddpeiic. Das e bei folgendem 
e oder l wird aber durch Analogie zu e und kann daher die Diphthon- 
gierung nicht mehr hervorbringen, und so lautet die 2. Ind. depeni, 
die 3. Conj. depene. 

52. Auch mit der §. 43 erwähnten Erscheinung steht diese Trü- 
bung von e zu e in Wechselbeziehung. Das e der Formel ner in tene- 
rum wird vor u und e zu e, und da bemerkt man, dass, so lange die- 
ses e vorhanden ist, der betonte Voeal nicht blos wie gewöhnlich zu i 
(•§. 42) wird, sondern selbst zu u sich verdunkelt, während vor e, i 
nur isich findet: also tüneru und tuieru, tdnere und tincrc, aber nur 
tineri tinere. Nicht anders bei vijnetu (veuetus culor, coeruleus), 
dem vinetii zur Seite steht, und im Fem. vnuete neben vinete, wäh- 
rend im Plur. nur vinetzi vinete gehört wird. 

53. Alle bisher erörterten Erscheinungen sind rein lautlich; 
und die Vorgänge bei der Flexion sind nur Anwendungen der Laut- 
gesetze. Anders zu beurtheilen ist ein flexivischer Norgang, nach 
welchem Substantiva^^) weiblichen dreschleclites, die im Siagalar d 
haben, dasselbe im Plurale auf / zu e werden lassen. Z. B. karte 
kertzi, cetate cetetzi^ vale vei (llyovi fällt ab); alle substantivisch 
gebrauchten Infinitive auf -are haben im Plur. ei'i. Das i wirkt auch 



^•) \siaperu („verlheidigen" und „verbieten" wie franz. defendre) aus ab-päro? apere 
— aperi apere. 

^'-) Substantiva, nicht Adjectiva ; also aus larye nicht lergi , sondern largi ; 
weiblichen Geschlechtes, nicht männlichen; also aus herhatü nicht herhetzi 
sondern berhatzi, aus frate nicht fretzi sondern fratzi; cfr. kale kei (callis) und 
kalü kai (cahallus). Ich glaube dalier kaum, dass bradit brezi (auf keinen Fall 
hretzi), das Diez 11, 34 anführt, richtig ist; ziiijrevi, das er I, verzeichnet, findet 
sich bei Clemens; wenn die Form richtig ist (meine Quellen geben zugrävi oder 
züyrevi an) so ist sie als eine Ausnahme anzusehen. Wenn dann Diez hinzufügt: 
„nicht alle Nomina unterwerfen sich diesem Lautgesetze: es heisst ban baiü mc\\i 
beni^, so ist diese Bemerkung unbegründet, da eben nur Feminina« zu e verändern. 
Unter den Fem. entziehen sich nur sehr wenige dieser Regel ; z. B. vake, vaci 
nicht reci, frage fragt. 

Sitzb. d. |.hii.-hist. Cl. LVIil. Bd. III. Hft, 11 



"1^)4 Mussafia, Zur ruiiiiinischen Vociilisation. 

um zwei Silben zurück: vor allem in den Pluralen auf uri: nrame 
aremtiri (aeramen), käme kermnn, metase metesnr} Qnataxn), 
dann auch in anderen: pnsere peseri, märgine mcrgini, hikreme 
lekremi. Ein a, das nicht ursprünglich ist, sondern durch ea sich aus 
e entwickelte^ wird manchmal auf gleiche Art behandelt: also aus 
varge vergh f^us prade prezi, aus tzare ^«er? (neben tzere); bei an- 
deren Wörtern dagegen tritt das ursprüngliche e in seine Rechte 
wieder ein : väre veri; neben dem eben erwähnten vergi findet man 
auch vergi verzeichnet ; aus sare seri und seri (neben sere^. 



D 11 .1 i k, Ül.er Ablasstafeln. 155 



über Ablasstafeln. 

Von Dr. ß. Dudik, 

0. S. B. 

Seitdem das General-Concil von Trient in seiner 21. Sitzung 
die Ablassverkündiger und Almosensamnilerein für allemal abgesehalYt, 
und dieses Amt sowie die Prüfung der Ablassbriefe den Ordinarien, 
oder Diücesan-Biscböfen, übertragen hatte, wurden die Ablasstafeln 
auf höheren Befehl aus den Kirchen und Sakristeien entfernt. Dies 
der Grund, warum heutzutage Original-Ablasstafeln zu den kirch- 
lichen Seltenheiten gehören. 

Unter einer Ablasstafel versteht man Holzschränke, die entweder 
bilderartig, also in Rahmen, oder in Form eines verschliessbaren Tri- 
ptychons die einem religiösen Orden, einer religiösen Bruderschaft 
oder einem bestimmten Gotteshause vom apostolischen Stuhle oder 
von einzelnen Bischöfen ertheiten Indulgenzen sammt den an selbe 
geknüpften Bedingungen enthalten, und durch öifentliche Aufstellung 
in Kirchen und Sakristeien ihre Rechtskraft darthun. 

In der Sakristei der Deutschordens-Kirche zur heil. Elisabeth in 
Wien haben sich bis zur Gegenwart zwei solcher Tafeln mit Ablässen, 
die sich auf den gesammten deutschen Ritterorden beziehen, erhalten. 
Die eine datirt vom Jahre 1466, und die andere vom Jahre 1513, 
beide also stammen aus der Zeit vor dem Concil zu Trient, welches, 
wie bekannt, 1564 sein Ende erreichte, ein Umstand, welcher bei 
ihrer Beurtheilung ganz besonders in die Wagschale gelegt werden 
muss. Bevor wir dies thun, wollen wir vorerst ihre genaue Beschrei- 
bung geben. 

I 



156 Dudik 



I. Ablasstal'el vom Jahre 1466. 

Veranlassei-, dass diese Tafel im genannten Jahre 1466 ange- 
fertigt wurde, ist der Deutseliordens-Priester, Jacob Wolgemuet, 
damals Komthur und Pfarrer der Deutschordens-Kirclie zur heil. Eli- 
sabeth in Wien. Er selbst hat dies am Schlüsse der auseinanderge- 
setzten Iiidulgenzen mit folgenden Worten angemerkt : „Haue tabu- 
lam disposuit fieri frater laeobus Wolgemuet, tunc temporis Com- 
mendator et plebanus huius ecciesie. Anno Domini M.CCCC. sexage- 
simo sexto". Und dass hier wirklich von der D. 0. Elisabethkirehe 
in Wien die Rede ist, ersieht man aus den unmittelbar dieser Note 
vorangegangenen, mit Mennig geschriebenen deutschen Zeilen: „Nach 
crist gepurd, do man czalt Tausend dreie hundert vnd in dem fünf- 
vndnewczigisten iar an dem vierden suntag in dem advent ist ge- 
weicht worden dy gegenwürtig chirchen, vnd ist dy chirichweich 
gesetzt an Suntag nach Elisabeth" — eine Thatsache, welche die 
Geschichte der Deutschordens-Commende zu Wien vollkommen be- 
stätigt, und eine Bestimmung, welche sich bis auf die Zeiten Kai- 
sers Josef II. erhalten hatte. 

Die Tafel selbst ist aus Nadelholz, 76 Centimeter breit und 
60 Centimeter hoch, bildet demnach ein längliches rechtwinkeliges 
Viereck, und wird von einem im vorigen Jahrhunderte angefertigten 
gekehlten, braun lackirten Rahmen von 9 Cent. Breite umfasst. Auf 
dem reingehobelten, mit lichtbraunem Pergamente überzogenen, aus 
zwei gleichen Theilen bestehenden Brette sind in 4 Columnen, die 
Columne zu 40, 41 und 42 Zeilen, die von den Päpsten dem deutschen 
Ritterorden verliehenen Ablässe in deutscher Sprache mit lateinischen 
Buchstaben niedergeschrieben und führen die Aufschrift: „Item 
summa vnd besamung des ablas der prüder des deiutsches ordens 
des Spital vnser lieben Frawen zu Jherusalem, Anno Domini Milesimo. 
CCCCo. sexagesimo sexto". Es zeigt demnach diese Aufschrift, dass 
die hier niedergelegten Ablässe wirklieh für den gesammten deut- 
schen Ritterorden geltend sind. 

Dass jedoch das vorliegende Exemplar speciell für die St. Eli- 
sabeth-Kirche in Wien bestimmt war, ha!>eii wir bereits erwähnt. 
Dies wohl die Ursache, dass statt des Initials der ersten Zeile eine 
nette Miniatur, 9 Centimeter hoch und 9 Cent, breit, die heil. Eli- 



über Al.ln,sstaMii. 137 

saheth von Thüringen vorstellend, angebracht ist. Die Heilige er- 
scheint hier im Gewände des dritten Ordens des heil. Franciscus, 
also in einem braunen Habit, blauen Mantel, und das weisse Tuch 
um den Kopf gewiekelt, wie sie einem lahmen Bettler im gelben Ge- 
wände das Brod in Form einer Wecke darreicht. Es ist dies die älteste 
Darstellung der frommen Fürstin. Man findet dieselbe in den „Monu- 
ments de la vie de sainte Elisabeth" von Montalembert mit der An- 
gabe, dass sie von einem Köllner Künstler aus dem 14. oder IS. 
Säculum stamme. Wir haben hier genau das Datum des Bildes. Es 
ward 1466 gemalt. 

Nach der Legende, wie sie uns lacobus de Voragine aufbewahrt 
hatte, verwandelte sich einmal das für die Armen bestimmte Brod 
im Schosse der Heiligen in weisse Rosen. Diesen Umstand benützte 
unser Miniatur-Maler, um die Verzierung des Initials, also hier des 
goldumrahmten Bildchens, in Rosenzweige ausgehen zu lassen, 
welche recht sinnreich am unteren Räume der Tafel ein Medaillon 
umranken, in welchem der Pfarrer und Komthur, Jacob Wolge- 
muet, im weissen Ordensmantel kniend erscheint. Ein von seinen 
Händen gehaltenes Spruchband mit den Worten: „Sancta Elisabeth 
ora pro me" zeigt den Zusammenhang dieses Medaillons mit dem 
obigen Bilde der Heiligen. 

Der W^ortlaut der Ablässe ist folgender: 

„Czu dem ersten haben dy obgenannten prüder deivtsches orden 
allen den ablas, den do gehabt haben dy prüder Templer von irem 
orden, vnd auch allen ablas, den do haben dy prüder Spitals des hey- 
ligen harren sand bansen, dye man Johanniter nennet, von irem 
orden. Den antlas allen haben in verliehen dy heylign väter: pabst 
Honorius der dritt, Alexander der vierd, Gregorius der newnt, und 
auch von viel andern päbsten ist also dem obgenaimten dewschn 
orden das also gegeben vnd bestätigt worden. — Zu dem andern 
mal (roth). 

Haben dy prüder dewtsches orden in fünfhundert vnd dreu vnd 
achczik iar al)]as vnd auch erledigung aus fünf und sechczik kerem 
von dem pabst Honorio dem dritten, Alexandro dem vierdn, Johann! 
dem cway undt zwanzigsten. — Item nota (roth). 

Allen den, dye in ir chirchen, oder chappelln, chomen in allen 
grossen Hochczeitn, item zu Ostern acht tag nach einander, am auf- 
fartag dy acht tag nach einander, am phingstag acht tag, am tag der 



158 Dud.'k 

heiligen driualtikait, an gotsleichnam tag, czu unser lieben frawn 
tage, und dy acht tag irer heiligen schidvng und irer heiligen geport 
tag, an dem tag, als das heilig ehreucz erfunden ward, vnd auch an 
dem tag seiner erhöchung. An allen heiligen tag. zv sand Elspten tag 
ir gepurd, auch an dem tag irer erhebvng (zweite Columne) vnd acht 
tag darnach, zv weichnachten, am prohemtag vnd acht tag darnach 
zu den hochczeitn der heiligen, dy patron sind, vnd ist also ann ersten 
in (zu) eren dy chirchen, cappelhi, oder altar geweicht sind oder 
heiligtumb vorgephlancze ist. Auch am antlastage, am Karfreitag, an 
der chirichweich vnd acht tag darnach. Auch cze mittermäsigen 
czeiten, als an den czweli potentag, an sand Johaims tagen gots 
täufFer seiner gepurd vnd seiner enthauptnuss und dy aclitag darnach, 
vnd audi der vier lerer, czu sand Michelstag, czu sand Barbara tag. 
Der antlas ist geben allen den, dye mit irer hilf oder rat czu nucz 
chomen, oder chomen sind dem obgenannten orden Also, welcher 
mensch rechte paicht und wäre rew vmb seine sünd bat. — Czu 
dem dritten mal merk (roth). 

So haben dy deutschen herrn von dem pabst Honorio dem dritten 
czwai vnd vierzig iar ablas vnd erlösung, auch czwai vnd vierzig kar- 
reit besunderlich czu drein czeitn im iar: czu Ostern, czu des heilign 
ehreucz erhöchung tag vnd czu der chirichweich vnd all mantag, all 
mitichen, all freitag dy gancz vasten. Vnd auch so uil von papst Gre- 
gorio dem newtn. — Czu dem vierden mal (roth). 

Haben sy von czwai vnd czwainzig bischolfen vnd erczbischol- 
fen von yedem vierczig tag vnd ein kerrem ablas. Item czu den syben 
hochczeiten iares, als dy prüder nach ordens löblicher gewohnhait 
gottleicbnam enphahen. . .Item von pabst Johanni dem XXII. Alles 
das gepet, das geschieht vorb dy prüder, dy sich paichten, dy haben 
XXIII. iar vnd syben kerrem ablas. Item von papst (dritte Columne) 
Honorio dem dritten hat man XXV. tag all, dy andächtichlich in ir 
chirchen oder capelln chomen. — V. mal (roth). 

Haben sew von acht päbsten, von yedem sühen tail rechter vnd 
aufgesaczter pues ablas alle, dy in ir chirchen oder cappelln chomen 
in den obgeschrieben hochczeiten, vnd ir almusen vnd hilf nach irem 
vermügen dar geben. Item von pabst Celestino dem dritten, in des 
czeitn der orden erhebt vnd auch von im löblich bestätigt ist worden. 
Item der pabst Honorius der dritt, Gregorius der newnd, Innocen- 
cius der vierd , Urbanus der vierd, Clement der vierd, Honorius 



über Ablasstafelii. 159 

der vierd, vnd Bonifacius der acht pabst. — Czu dem sechsten 
mal (roth). 

Hat man von fünf päbsten, von ieglichem das dritt tail rechter 
vnd aufgesaczter puess abhis alle, dy den prüdem ros oder harnasch 
geben czu hilf dem heilign land wider dy haiden, vnd das haben sy 
von dem Pabst Honorio dem drittn, Gregorio dem newnten, Innocen- 
cio dem vierden, Alexandro dem vierden, vnd Paschasio dem drittn. — 
Czum VII. mal (roth). 

Haben sy besunderlich von dreien päbsten, Honorio dem drittn, 
Bonifacio dem achtm, vnd Honorio dem vierden, von ieglichem ganzn 
ablas aller ir süiide alle, dy sich mit leib vnd gaet dem orden erge- 
ben in rechter lieb durch gots willn. — Merke (rotli). 

Auch haben dy obgenanten prüder von pabst Honorio dem drittn, 
Gregorio dem vierden (sie, statt IX, weil Gregor IV. lange vor der 
Stiftung des deutschen Ritterordens, von 827 bis 844, gelebt hatte), 
Alexander dem vierden, auch von viel andern päbsten söliche frei- 
hait; wer dy prüder desselbigen Ordens, oder ir hewsser, ir lewt, 
oder ir armen lewt, bah vnd guet (fünfte Columne) mit gewalt anfalln 
oder unczimlich leydigen oder druckchen, das man dyselbigen, mit 
vnächtunge alles gedinges auf ain höchern richter, für sich pringen 
an als vercziehen; wen sy an fordern, der sol sein mit prinenden 
cherzen vnd mit anslahen der gloken offenlich in den pann chünden, 
als lang in genueg bescheche. Vnd wen sie die genad der lösvng aus 
dem selbigen pann begern, so muessen sy sich für des pabst angesich 
erczaigen mit ires pischofs brief, vnder dem sie sind mit geisticher 
gehorsam, es sein priester oder layen, als es dan chlärleich vnd pas 
begrifFen ist in der grossen tauel. 

Summa der genaden iar facit: sechshundert iar vnd dreü vnd 
sechczig iar, summa der karem : hundert vnd dreu vnd vierczig 
kerem. Vnd das ist die Summ der iar vnd kerreit, die nämlich geseczt 
sind in dem ablas (roth). 

Täglicher antlas: wer in ir chirchen oder Chapelln chümpt czu 
gotesdinst andächtikleich, der hat alle tag täglich fünf vnd hundert 
tag tödlicher sünd, vnd als uil läslicher sünd ablas vnd erlösung. 

Nota, wen die chirch geweicht ist: Nach christ gepurt u. s. w. 
wie oben. 



160 T) n <1 1 k 



II. Ablasstafel Yom Jahre 1518. 

In Form eines Triptychoiis von 135 Centimeter Breite und 82 
Cent. Höiie, wenn die beiden gerade in der Mitte schiiessenden Flü- 
gel, jeder von 33 Cent. Breite, geöffnet sind, Hess der Landkonilliur 
der Bailei Österreich, Conrad von Kotwitz, dessen Familie einen rotlien 
Querbalken im weissen Felde führt, eine Ablasstafel aus weichem 
Holze anfertigen, inwendig mit starkem Papier überziehen, und auf 
dasselbe die Sunimarienjenerlndulgenzen indeutscher und lateinischer 
Sprache niederschreiben, welche für den gesammten deutschen Rit- 
terorden von den Päpsten ertheilt wurden, und wie selbe der Hoch- 
meister desselben Ordens, Albrecht von Brandenburg, aus dem zu 
Königsberg in Preussen aufbewahrten Centralai'chive des Ordens ein- 
geschickt hatte. Wir finden diese Data auf dem Mittelstücke des 
Triptychons verzeichnet. Dort liest man deutsch und lateinisch: „Hie 
auf der Tafel ist geschrieben der Ablass des teutschen Ordens unser 
lieben Frawen Spitals zu Jherusaleni, den man mag verdienen in allen 
des Ordens Capellen, den der hochwürdig Herr und Fürst, Markgraf 
Albrecht von Brandenburg, des teutschen Ordens zu den Zaiten hoch- 
maister gewesen, dem erwirdigen herrn. Her Konrad von Kotwitz, die 
Zeyt Landt-Kommentor zu Österreich, Steyer, Kerjithen und Khrön 
des selbigen Ordens, kürzlich ausgezogen, von Preussen zugeschickt 
hat im Tausend Fünfhundert vnd dreyzehenden Jare". Albrecht von 
Brandenburg erseheint als Hochmeister vom 13. Februar 1511 bis 
10. April 1525, und Conrad von Kotwitz als Landkomthur der Bailei 
Österreich vom J. 1505 bis 1513. 

Da die im Triptychon enthaltenen Indulgenzen-Summarien so ge- 
schrieben sind, dass auf den Flügeln je in zwei Colunuien, also im Gan- 
zen in vier Columnen, die Summarien lateinisch, und auf dem Mittel- 
raume dieselben in deutscher Übersetzung in drei Columnen zu 02 Zeilen 
auf rothen Linien erscheinen, oder da die Ablasstalel, wie sie auf der 
Aussenseite des rechten Flügels selbst sagt, nur zu gewissen Zeiten 
geöffnet war: „quam (tabulam) certis temporihus videbis apertam", so 
trug man borge , damit das Äussere dieses Thesaurus , wie sonst 
solche Flügelaltärleiii hiessen, anständig und kirchlich sich darstelle, 
und verzierte somit die Flügel mit Bildern. 



Ül.iT Ahlasstiifehi. 161 

Auch unsere Ablasstafel weist Bilder nach, uud zwar auf dem 
rechten Flügel oben eine Annuntiatio und unten den rothen hranden- 
hurgischen Adler im weissen Felde mit dem Deutschordenskreuze 
auf der Brust, und auf dem linken oben die Madonna mit dem Kinde 
und Anna und unten das Hochmeisterkreuz. Zwischen den Bildern ist 
auf einem angeklebten Pergamente eine Art von Inhaltsanzeige in 
deutscher und lateinischer Sprache der in der Tafel selbst enthal- 
tenen Indulgenzen. 

Sie lautet: 

„Summa dess Ablass der Teutschen herren Spitals vnser lieben 
Frawen zu Jherusalem (roth). 

Zum Ersten: Vnsere Gotzhewser haben alle Gnad, Gaben vnd 
Freyheyten, die do haben die prueder des Spytals sannkt Johannis 
zu Jherusalem. (Im lateinischen Texte wird noch der Templer-Ab- 
lässe erwähnt, die im Deutschen verschwiegen sind.) 

Item Innocencius der viert hat unss geben die Freyheit: ob 
unrecht gewonnen gütter unnserem Orden geben würden, so man nit 
weiss, die recht treiben, so werden sy recht gefertiget, vnd wir 
mögen selbe gütter zu der Eer gottes vnd Verhierung des glaubens 
anfnemen. Item zerbrochne Glüh durch den Pisehof verwandelt, 
. mögen wir riegen .... ausgenommen das gelüb gen Jherusalem. 
Item do ir interdicit wer, mögen wir vnsere mitprüder nach gewon- 
lieit begra])en , ausgenummen die olFnen Wucherer vnd auch die im 
Panii seyn. Item von den namhafftigen oder heyligen tagen findest 
du in dieser tafel, aber alle andern tag, durch das gancz jähr, hast 
du täglich hundert vnd fünf tag al)lass. Item acht päbst haben geben, 
ein yeder in sunderhait, den sibenden tayl Vergebung aufgessetzter 
puess. Item fünf Päbst, ein yeder in sunderhait, last ab den vierten 
tail aufgeseczter puess. Item Bapst Honorius der dritt, vnd auch 
Honorius der (viert), hat verheissen ablass aller sündt allen denen, 
diemil Bat, oder hyllT vnsz leysten vnd thun wider die Vnglaubigen. 
Item, von den heyligen Päpsten: Clemente dem vierten, Honorio dem 
dritten, Alexandro dem vierten, vnd auch von anderen Päbsten wird 
geben der siebend tayl Vergebung der siindl , welche vnss täglich 
hilff raychen, welche aber dargeben Boss, Waffen etc. den dritten 
tayl Vergebung der sünden, vnd die sich selber vnd auch ire gütter 
vnnss übergeben, Ablass aller sündt von pein und schuldt." Der latei- 
nische Text setzt noch hinzu: „Qui autem se et sua (ordiiii conferunt) 



162 itiiHi'k 

remissioriem omniiim pecatorum suorum consequentur. Multas alias 
concessiones et gratias invenies in ista tabula, quam certis tempori- 
bus videbis apertam. Laus deo et eius castissime genitriei". 

Betrachten wir näher die vier Bilder, von denen die obern 
26 Cent, breit und 31 Cent, hoch sind, die untern hingegen 
zwar auch 26 Cent, in der Breite, aber nur 21 Cent, in der Höhe 
messen. 

Das erste Bild am rechten Flügel stellt die Verkündigung Mariens 
dar, und zwar wie sie von den altern deutsehen Künstlern aufge- 
fasst wurde. Maria kniet unter einem pistazien -grünen Zelte und 
erhebt die zusammengelegten Hände zum Gebete. Vor ihr liegt auf 
einem braunen Bettstuhle ein aufgeschlagenes, roth gebundenes Buch; 
ihr goldgelbes Haar ist lang lierabwallend, sie selbst im scliwarzen 
Kleide mit einem weissen, reiche Falten am Boden bildenden Mantel; 
ober dem goldenen Heiligenscheine der heilige Geist in Gestalt der 
Taube. Eine rothe Bank ist im Hintergrunde sichtbar. Die Jungfrau 
wendet den Kopf gegen den grüssenden Engel. Es ist Gabriel, welcher 
unbedeckten Hauptes sich eben auf das linke Knie niedergelassen 
hatte, um die Botschaft zu verkündigen. Er trägt ein weisses Gewand 
und darüber einen rothen Chorniantel mit einer goldenen Schliesse, 
womit nicht nur die englische Reinheit, sondern auch sein Priester- 
amt ausgedrückt wird. Die rechte Hand erhebt sich zum Segen, 
während die linke statt des üblichen Lilienstengels einen Gold- 
scepter hält, der in eine Kreuzblume endet. Die Eile seiner Bot- 
schaft drücken die von seinen Schultern ausgehenden Adlerfittige 
aus. Sein Ausdruck ist der der Ruhe, Ehrfurcht und Freundlichkeit. 

Das Gegenstück zeigt die gekrönte Madonna, gleichfalls im 
schwarzen Kleide, das ein weisser Mantel zum grösseren Theile deckt. 
Sie sitzt und hält auf dem Schosse das stehende nackte Jesuskind, 
von dessen Haupte rothe Strahlen ausgehen, wie es nach einem 
Apfel greift, den ihm die heil. Anna im grünen Unterkleide, das ein 
rothes wallendes Gewand zum Theile verbirgt, entgegenhält — das 
Sinnbild des durch Christum wieder eroberten Paradieses der Er- 
lösung. Anna's Haupt umschliesst ein weisses Tuch. 

Wie aus demselben Apfel, aus welchem die Sünde kam, auch 
die Erlösung hervorgeht, davon spricht folgende vom Freiherrn von 
Lassberg im Anhange zum Grafen Fritz von Kollre mitgetheilte Sage: 
„Gott warf, so heisst es darin, den Apfelbaum, welcher dem ersten 



über Ablasstafelii. 163 

Menselienpaare den Tod brachte, aus dem Paradiese, Abraham aber 
fand ihn, und seine Tochter ass von den Früchten, wurde gesegneten 
Leibes und sollte desshalb verbrannt werden. Ins Feuer geworfen, 
blieb sie unverletzt und gebar den Chanuel, der sofort aus seinem 
Schenkel die Anna, Mutter der Madonna, zur Welt brachte". In 
diesem Zusammenhange stehen in unserem Bilde der Apfel, die heil. 
Anna und das Kind. 

Nicht absichtslos kleidete der nicht ungeschickte Künstler auf 
beiden Bildern die heil. Jungfrau in das schwarze und weisse 
Gewand; es ist dies das Gewand des deutschen Bitterordens, dessen 
besondere Patronin die Mutter Gottes ist, wesshalb auch der Hoch- 
meister in Preussen die Madonna mit dem Jesuskinde am Throne 
sitzend im grossen Siegel führte, und der Orden sich ganz besonders 
den marianischen nannte. Ebenso charakteristisch ist das Abgehen 
von den allgemein angenommenen Farben in der Gewandung der 
heil. Anna. Auf Kirehenbildern wird sie stets mit grünem Mantel 
gemalt, weil sie die Hoffnung der Welt in sich trug, und Grün die 
Farbe der Hoffnung ist. Ihr Unterkleid ist roth als Farbe der Liebe. 
Auf unserem Bilde ist das Umgekehrte, die Liebe soll noch die 
HofTnung überstrahlen bei dem Darreichen des paradiesischen 
Apfels. 

Und nun noch etwas über die beiden Wappen. Das Wappen 
auf der rechten Tafel gibt den gut stylisirten rothen, nach rechts 
sehenden Brandenburger Adler auf einer weissen Tartsche, welcher 
jedoch stattdesüblielieiiHohenzoller'schen Mittelschikles das schwarze 
Ordenskreuz im weissen Felde führt. Der Hochmeister Albrecht hat 
dieses Wappen als ein Brandenburger eingeführt. In der linken 
Ecke des Flügels ist ein kleiner Schild, weiss und schwarz der 
Länge nach getheilt, mit einem aufspringenden und an einem rothen 
Halsbande angeketteten schwarzen Windspiele im weissen und mit 
einem dergleichen weissen Hunde im linken schwarzen Felde 
angebracht. 

Am linken Flügel ist das hochmeister'sche Wappen sichtbar. 
Es bestebt aus einem weissen Schilde, hier in Form einer Tartsche, 
mit dem einfachen schwarzen Balkenkreuze, worauf das goldene 
Kreuz von Jerusalem, hier statt der Krücken Kleeblätter zeigend, und 
ein darauf gesetzter goldener Mittelschild, mit dem nach rechts 
sehenden alten, einköpfigen schwarzen Reichsadler. 



164 .1» II ,1 1 k 

Es ist auffallend, wie dieses schöne, so bedeutungsvolle Ab- 
zeichen königlicher und kaiserlicher Huld durch die Länge der Zeit 
verunstaltet wurde, so dass aus dem historischen goldenen Krücken- 
kreuze ein Lilien-, und in neuester Zeit sogar ein Scepterkreuz 
wurde. In der alten heraldisch richtigen Form sah ich das Hoch- 
meisterkreuz in grossen Dimensionen auf dem Hauptthore der für 
die Baugeschichte so merkwürdigen Elisabethkirche zu Marburg in 
Hessen; unsere Tafel bewahrt die alte Erinnerung, verlor aber bereits 
das Verständniss derselben, die einfache Krücke genügte nicht mehr, 
sie musste Rundungen erfahren und sich die Kleeblattform gefallen 
lassen, gerade wie unter den Hoch- und Deutschmeistern: Walter 
\on Kronberg, Erzherzog Maximilian und Erzherzog Karl, auf die 
Krücke die Lilie gesetzt wurde. 

Da dieses Wappen auch in der österreichischen Heraldik noch 
immer eine Rolle spielt — der deutsche Ritterorden ist ja in den 
österr. Staaten allein begütert und zudem ein unmittelbares Kron- 
iehen — so mögen hier über die Geschichte desselben einige Worte 
stehen, welche ich bereits 1858 in meiner Beschreibung und ge- 
schichtlichen Darstellung der Münz-Sammlung des deutschen Ritter- 
ordens in Wien niedergeschrieben und documentirt habe. 

Die sogenannte alte Ordenschronik erzählt, dass König Johann 
von Jerusalem als Zeichen seiner Huld und königlicher Belohnung 
für die erspriesslichen Dienste und die Tapferkeit der D. 0. Brüder, 
die sie im Jahre 1219 bei Damiette's Belagerung bewiesen hatten, 
dem Hochmeister, Hermann von Salza, und allen seinen Nachfolgern 
die ehrenvolle Erlaubniss ertheilt hatte, in ihrem schwarzen Kreuze 
das goldene Kreuz von Jerusalem führen zu dürfen. Dus])urg, sowie 
alle älteren Quellen wissen zwar von dieser Auszeichnung nichts zu 
erzählen, auch die späteren Chronisten, ja selbst Hartknoch, sind 
hierin irrig und uneins; nichts desto weniger muss diese Begabung 
als historisch richtig angenommen werden, weil das goldene Krücken- 
kreuz von Jerusalem in allen bis jetzt bekannt gewordenen Secret- 
Siegeln der Hochmeister, und auf allen Münzen bis zu den Zeiten 
Johann's von Tiefen, also bis zum Jahre 1489, ohne Ausnahme vor- 
kommt. Ebenso richtig ist es, dass Kaiser Friedrich ü. die Ehre 
dieses so belegten Ordenskj-euzes mit dem schwarzen deutschen . 
Reichsadler im goldenen Felde erhöht hatte. Eine Urkunde existirt 
zvar nicht über diese Gnadengabe, Dusburg ist hierüber in seiner 



über Ablasstafeln. 163 

riironik pag. 27 die einzige alte Quelle; indess, da dieser Kaiser- 
schild sich üherall ohne Ausnahme dort vorfindet, wo das goldene 
Krückenkreuz angebracht ist, lässt sich Dusburg's Tradition ver- 
nünftiger Weise nicht bezweifeln. Voigt verlegt in seiner Geschichte 
Preussens II, S. 151 u. ff. mit vieler Wahrscheinlichkeit diese Aus- 
zeichnung in das Jahr 1226, mit der Bemerkung, dass damals Her- 
mann von Saiza und alle seine Nachfolger unter Einem zu Reichs- 
fürsten erhoben wurden, und Papst Honorius III. ihn, Hermann, zum 
Zeichen dieser fürstlichen Erhebung mit einem kostbaren Ringe 
beschenkte, der nachmals bis in die Gegenwart von Meister auf 
Meister überging als ein Kleinod zum Andenken der einstigen Huld 
und Hochschätzung, die Hermann von Salza beim heiligen Stuhle 
genossen hatte. 

Wie verhält es sich aber mit den Lilien, welche die Enden 
des goldenen Kreuzes zieren , und so aus einem Krückenkreuze 
ein Lilien-, ja in neuester Zeit sogar ein Scepterkreuz gebildet 
haben? 

Der Ü. 0. Ritter und Geschichtsschreiber Wal erzählt in seinem 
Essai sur l'histoire de Tordre teutonique Tom. I , pag 465 u. ff., 
dass Frankreichs König, Ludwig IX. der Heilige, dem deutschen Orden 
diese Auszeichnung verliehen hatte für die ihm von Seiten einiger 
D. 0. Ritter in Egypten geleisteten tapferen Dienste, und setzt hinzu: 
„le Saint Roi fit expedier les lettres patentes de cette concession a 
St. Jean d'Acre le 20 aout de Tan 1250''. Nach dieser Datirung 
sollte diese Begabung unter dem Hochmeister Heinrich von Hohen- 
lohe geschehen sein, von dem es erwiesen ist, dass er nie in Egypten 
weilte; Wal gibt dies zu, findet aber in eben diesem Umstände den 
hohen Werth dieser königlichen Gnade: „ce ne fut pas pour predi- 
lection pour sa personne, de sort que ce furent les Chevaliers que 
meriterent cet honneur ä leur chef". Wäre der erwähnte Gnaden- 
brief vom 20. August 1250 vorhanden, dann würden freilich alle 
Zweifel schwinden, doch gerade dieser fehlt, und Wal glaubt, dass 
er bei der Zerstörung Akkons durch die Sarazenen im Jahre 1291 
verloren ging. Wir fragen, wie kommt es, dass gerade dieser Brief 
verschwand, während die im Haupthause zu Akkon — das erste D. 0. 
Archiv — damals aufbewahrten Urkunden sich bis zum heutigen Tage 
erhielten? Das D. 0. Central-Archiv bewahrt 24 Transumte der im 
dortigen Ordens-Archive aufbewahrten Urkunden, die alle das Datum 



166 i> 11 a I k 

Akkon 1277 tragen, und unter diesen, sowie überhaupt in keiner 
älteren Quelle, die bis zum Jahre 1525 geschrieben wurde, findet 
sich auch nicht eine Spur einer solchen Begabung, Dusburg weiss 
gleichfalls nichts davon, obwohl er 1326 seine Chronik abfasste, und 
die kaiserlichen Ehrenstücke, wie wir sehen, recht gut kannte. 
Kaspar Schütz, welcher um das Jahr 15GI schrieb, ist der erste, 
welcher in seiner Historia rerum Prussicarum Fol. 26 erzählt, „dass 
zu des Hochmeisters Landgraff Konradi Zeiten König Ludewig in 
Frankreich, den man den Heiligen nennt, als er in dem Zuge kegen 
den Sultan in Aegypten nach eroberung der festen Stadt Damiata 
gefangen, vnd sich neben seinem Volke mit grossen Summen Geldes 
gelöset, vnserm deutschen Orden aus sonderlicher Zuneigung vier 
Güldene Lilien in ihr Wappen gegeben". Hartknoch bezieht sich bei 
Erzählung dieser Begebenheit, die den 20. August 1250 geschehen 
sein sollte, in seinem Alt- und Neu-Preiissen S. 258 auf die Chronik 
des Kaspar Henneberg, welche 1584 erschien, von der er jedoch 
selbst gesteht, „multo pluris aestimari* potuisset, nisi tot anilibus 
historiolis esset defoedatum". Am umständlichsten ist in diesem 
Punkte der historische Bericht vom Marianischen Teutschen Ritter- 
orden des Job. Kaspar Venator vom Jahre 1680. Ludwig der Heilige 
kommt nach Akkon, besucht das deutsche Haus, und nachdem er 
hier „den weissen Schild mit einem vom Papste Cölestino gegebenen 
schwarzen, und vom König zu Jerusalem ertheilten güldenen Kreutz, 
sammt deme vom Kaiser hinzugesetzten Reichs-Adler besichtiget", 
sprach er: „So wollen auch wir diesem Schild ein Zierde zulegen", 
und verlieh so die vier Lilien. Wir sehen, dass je jünger, desto um- 
ständlicher die Quellen werden. Venator benützte die sogenannte 
Maximilianische Chronik, Cod. Ms. chart. fol. Nr. 170, welche sich 
nach einer Abschrift eines Stuttgarder Ms. im D. 0. Cent. Archiv in 
Wien vorfindet. — Nach unseren über diesen Gegenstand angestell- 
ten Forschungen ist nicht die Ordens- oder sogenannte Hochmeister- 
chronik, wie sie Wal I. c. S. 465 citirt, die Hauptquelle dieser 
Erzählung; sondern jene „Cronica des hochlobwürdigen ritterlichen 
Teutschen ordens zu sampt den Edeln Lande Preussen vnd Leiff- 
landt vrsprung vf das aller kürtzest begriffen", welche die drei 
Brüder und D. 0. Ritter, preussischen Gebietes, Leo, Adrian und 
Faustin von Waiblingen — daher die Waiblinger Chronik — für den 
Landcomthur der Bailei Etsch, Heinrich von Knöringen, im Jahre 



Üher Ablasstafeln. 167 

1528 mit allem Fleiss zusammengesucht. Hier liest man im Cod. 
Nr. 95, welcher 419 Folioblätter enthält, pag. 145: „Der König 
Ludwig zog gehen Ackhers. Da er gar ehrlich empfangen wardt, 
verzog er ein weil vnd besähe das Regiment allenthalben vnd die 
Mauern vor der Statt Ackers. Er that auch besehen der Teutschen 
Herrn Hauss vnd auch ihr Wappen, das in der Bapst Celestinus hat 
gegeben, als den weissen Schild mit dem schwarzen Kreuz, auch 
das guldin Kreuz, das der König von Jerusalem dazu gegeben hat, 
vnd den guldin Schild mit dem schwarzen Adler, welchen Kaiser 
Friedrich der Ander dazu gegeben hat, vnd sprach, wir wollen das 
Wappen besern und zieren mit vier Lilien aus vnnserm Schild, da 
sie vnser beygedenkhen sollen , vnd gab dem Orden Brief darüber, 
vnd darzu zwei tausend Guldin zu ihrer notturft" etc. Offenbar 
schöpfte Venator aus dieser Quelle, die wohl nur der Tradition ent- 
springen konnte. Als nämlich die Waiblingen und Schütz schrieben, 
war wirklich das Krückenkreuz schon vergessen, und ein Lilien- 
kreuz an dessen Stelle getreten. Der Hochmeister Johann von Tiefen 
(1489 — 1497) ist der Erste, der sich dessen in seinem Secret- 
Siegel (Vossberg, Münzen. Taf. X) bediente und dasselbe auch 
auf einige seiner Münzen (Vossberg ibid.) anbringen Hess. Sein 
Nachfolger Friedrich von Sachsen (1498 — 1510), welcher der erste 
sein Familienwappen mit dem Hochmeisterkreuze auf sein Secret und 
mit dem Ordenskreuze auf die Münzen gesetzt hatte (Vossberg ibid.), 
eine Sitte, welche sich bis zur Gegenwart erhielt, sowie auch der 
letzte Hochmeister, Albrecht von Brandenburg (1511 — 1525), blieben 
bei der vom Hochmeister Johann eingeführten Neuerung, und da man 
nun dieser Erscheinung einen Grund unterlegen wollte, und dieser 
Grund, um das Lilienkreuz mit den andern Ehrenstücken in Einklang 
zu bringen, doch nur in Pälestina gesucht werden konnte; so musste 
man nothwendig auf jenen Regenten verfallen, der dort im guten An- 
denken stand, und den die alten Chroniken mit dem deutschen Orden 
wenigstens in irgend eine Verbindung brachten, und dieser König 
war Ludwig IX., der Heilige zugenannt. Hat ja der Kölner Scholastiker 
Oliverius in seinem Berichte „de captione Damiatae" an den Kölner 
Erzbischof Engelbert, als Augenzeuge die Theutonicos und die Fri- 
sones nur zu warm gerühmt, als dass man nicht unter diesem Namen 
die „fratres domus Theutonicorum", die allerdings bei Damielte 
raitgefochten , begriffen hätte. Dem Ordensgeschichtsschreiber Wal 



168 



l) u d 1 k 



ist es allerdings auffallend, warum unter den zahlreichen und um- 
ständliehen Chronisten gerade der von Ludwig geleiteten Expedition 
— man denke nur an Joinville und Wilhelm von Nangis — der D. 0. 
Ritter so wenig Erwähnung geschieht, während die Templer und 
Johanniter so häufig geloht w'erden; „soit qu'ils aient reserve tous 
les details pour les guerriers de leur nation, ou que les Teutoniques 
ne leur parurent pas assez nomhveux, pour faire un Corps remarcahle 
dans une aussi grande arme'e" — so sucht sich Wal diese Erschei- 
nung zu deuten. Wir glauben jedoch, dass die Chronisten nicht viel 
zu erzählen hatten, denn die D. 0. Brüder hatten ja gerade damals 
schon ein anderes Feld ihrer Wirksamkeit in Preussen gefnnden, ein 
Feld, das ihre ganze Thätigkeit in Anspruch nahm und nehmen 
musste. Im Oriente lebten im Haupthause unter einem Praeceptor 
hospitalis Acconensis gewiss nur wenige Brüder, und diese waren es, 
welche den König im Monate August 12S0 in ihrem Hause begrüss- 
ten. Hätte damals Ludwig den deutschen Orden mit seinen Lilien 
ausgezeichnet, wie wäre es möglich, diese Begabung von Seite der 
Hochmeister, besonders als der fromme König schon im Jahre 1297 
durch Bonifaz VHI. heilig gesprociien wurde, so gänzlich ausser Acht 
zu lassen! Wenn der deutsche Orden auf diese von einem Heiligen 
herrührende Wappenvermehrung in einer Zeit, wo des Hochmeisters 
nahe Verwandte, die heilige Elisabeth, zur Patronin im Orden erwählt 
wurde und man ihr zu Marburg einen herrlichen Dom zu bauen 
anfing, wo, wie die alte Preussenchronik erzählt, der Glaube lebendig 
war, kein Gewicht legte, wer kann uns verargen, wenn wir das 
plötzliche Aultauchen jener Sage in einer Zeit, wo der Orden an 
Kraft, weil am Glauben, verloren hatte, mit Misstrauen beurtheilen, 
und im Namen der Geschichte es bedauern müssen, dass das histori- 
sche Krückenkreuz dem unhistorischen, jetzt sogar unheraldischen 
Scepterkreuze des Hochmeisterschildes weichen musste. So viel von 
dem Hochmeisterkreuze, welches stets auf der Hauptfahne des Ordens 
prangte. 

Und nun gehen wir zum Inhalte der Tafel. Wir sagten, dass 
der Text auf den beiden Flügeln in 4 Columnen, in lateinischer, und 
auf dem Mittelstücke in drei Columnen in deutscher Sprache vor- 
liege. Wir gehen den deutschen Text. Nach der roth gehaltenen 
Aufschrift: Hie auf der Tafel ist geschrieben etc. bis im tausend fünf- 



über Ablasstafeln. t69 

hundert viind dreyczehenden Jare — wie oben — liest man (die 
Namen der Päpste roth) : 

„PabstCelestinus der drit seines Namens, zu dess czeytten 
der obgenant vnser orden am ersten aufgeseczt vnd bestetigt worden 
ist, bat geben allen denen, die den prüdem vnsers Ordens von Ihren 
güttern hylff raiehen, oder brüderschaft mit In nahmen, järlich den 
sybenden tayl aufgeseczten puss gnedige nachlassung, welche das 
mit rew vnd andacht thun. Dergleychen hat auch geben Honorius 
der dritt. 

Pabst Honorius der dritt hat geben allen menschen , die 
vnsern Gotsheuser mit andechtigkeit vnd mit Ihren Almüsen heym- 
suchen, dreymal im Jar, als am kartVeytag vnd an des heyligen 
kreutz erhöhung, vnd an der kirchweych (vnd zum vierten auch in 
der Fasten, am Montag, Mitwoch vnd Freytag), XLII. Jar vnd so viel 
kareni Ablass. Auch derselbig hat geben zu der kirchweyh vnd durch 
die Octaf, am Cristag vnd an dem heyligen üreykunigtag vnd durch Ir 
Octaf, aniAntlycztag (coena Domini, Gründonnerstag), am karfreytag, 
am Ostertag, Aufarttage vnd durch Ir Octaf, au der Enthauptung vnd 
gepurt Joliannis des Tftuffers vnd durch die Octaf, am tag vnd Er- 
hebung Elisabet (in die nativitatis et trai»slationis) vnd durch die 
Octaf, an aller heyligen tag, in den vier festen Marie, vnd welcher 
mit Rat oder hylff vnserm orden zu hylff kumpt CCCCCLXVIIl Jar 
vnd XL. karen. Derselbig Honorius bat auch geben XXV. tag Ablass 
alle lag durch das gancz Jar (ecclesias et capellas dicti ordinis visi- 
tantibus). Derselbige hat auch verheyszen Ablass aller sünden 
(remissioiiem et veulani omniuni pecatorum), welche den prüdern 
oder iren poteii hylff raychen; (jenen) die In rosz oder waffen 
wider die ungläubigen darleyhen oder geben, hat er den driten tayl 
aufgeseczter pusz nachgelassen, denen aber, die sich selber vnd auch 
yre gütter geben. Ablassung aller sünden. llem, derselbig Pabst Ho- 
norius hat gepotten allen Erczbischolfen, Bischolfen alle die zu pannen 
on alle Appellation, die fräuentlich band anlegen an Person, hewser, 
Gütter, Possession byss dass sy genug thuen vnd sych erzaygen vor 
vnserm heyligen Vater Pabst. 

Gregorius der newnt seins Namens hat nachgelassen 
allen guttätern vnsers ordens den sybenden tayl aufgeseczter puss; 
darnach zu einer andern Zeyt den dritten tayl nachgelassen. Item 
derselbe Gregorius vnd obgenannt Honorius vnd auch Alexander der III. 

öil^L. .i. phil.-hist. Gl. LVU[. Bd. Ul. Hft. 12 



170 Dudik 

hab vnnss geben alle frayheit, gab vnd Äblass, die den Gots- 
hewsern des Spytals S. Jobannis zu Jherusalem geben worden seyn 
von wegen gleycher aufftbeilung. 

Innocentius der vierd gibt allen guttätern vnsers ordens 
Vergebung des sybenden tayl aufgeseczter puesz. Derselbig gibt allen 
denen, die mit liylfFoder rat vnserm ordenzu bylffkummen.den dritten 
tayl. Item an s. Elizabeth tag XL tag Ablasz. Derselbig Innocentius 
hat gewalt geben vnsern prüdern oder Iren potten, dass sy mögen 
dispensiren mit den Todsslägern, verworfenen Eebrechern vnd die 
unkaischhait trayben in der freundsehafft, Raubern, Mayneydigen vnd 
mit denen, die geweychten plutrüstig machen, item, die Ire kinder 
ertrenken oder sunst versawmen, oder die vater vnd mutter vnvereren, 
die in kirchen, Capellen, freythofen ein andern menschen plutrüstig 
machen. 

Gregorius der XI. hat ernewert vnd bestettiget den Ablasz 
Honorii des dritten vom karfreytage, kreutzerhebung, kirchweyh, vnd 
Montag, Mittwoch vnd freytag in der fasten, das ist XLII Jar vnd 
souil kharen. 

Pabst Alexander der IUI. hat vnserm Closter zu Trier geben 
alle freyheit, gnad vnd Ablasz, die das bausz vnsern frawn zu Jheru- 
salem hat von päbstlicher freyheit. Derselbig hat geben allen Gut- 
tätern vnd mitprüdern vnsers Ordens den sybenden tayl aufgeseczter 
pusz. Derselb Alexander gibt allen, die hylf vnd steur geben vnserm 
erden den dritten tayl aufgeseczter puesz. Der obgenannte Alexan- 
der gibt vnssz das privilegi, dass nyemand mag excommuniciren oder 
Interdict legen weder unsern prüdern noch Iren Gotsheusern, on 
sunderlich gepot oder befelch vnsers heyligen vatters Pabst. Item, 
die freuentlich band anlegen an vnnsz oder vnsern gütter, wie vor 
bestymbt ist von dem heyligen vater pabst Honorio dem III. Item, 
freyn person, die sych in gesundtheit oder krankheit dem orden über- 
geben, mögen wir on alle widerred aufnemen. Item dass vnsern mit- 
prüder oder swester zu der Zeit gemeiner Interdict bei vnnsz begra- 
ben mögen werden, sy weren dann offenbar Wucherer oder 
im pann. 

Paschasius der dritt gibt allen gutthätern vnsers ordens 
den dritten tayl Vergebung aufgeseczter puess. 

Pabst Urban der viert gibt vnsern guttätern den sybenden 
tayl Vergebung aufgeseczter puess. Item allen Ablass von dem obge- -^^ 



über Ahlassf afein. 171 

nannten Honorio III. hat Er bestattiget vnd darzu geben XL. tag. 
Mehr hat er geben zum Pfingstag vnd Kirchweyh I. Jar XL, tag. 

Clemens der viert gibt vnsern guttätern nachiassung des 
sibenden tayls aufgeseczter Puess. Derselbe Clemens gibt auch den 
dritten tayl Vergebung der aufgeseczten puess als entlieh ander obge- 
melter Päbst. 

Pabst Honoriiis der viert gibt vnsern giittätern lassung 
aufgeseczter puess den sybenden tayl. Derselb gibt ab zu den tagen 
der Gepurt Cristi, Ostern, AuflFart, Pfingsten, vnd in den vier festen 
vnser frawen, an allerheyligen tag, an aller Zwelfpothen tagen, vnd 
an den tagen Marie magdalene, Laurentii, Nycolai, Elisabeth XL. tag 
Ablass vnd XIII karen. Auch hat er geben Ablass aller sündt denen, 
die vnnsz darleyhen oder geben Rosz oder Waffen wider die ungläu- 
bigen als Honorius III. 

Pabst ßonifacius der Acht gibt allen vnsern gutthätern 
in der gemain Nachlassung des sybenden tayls aufgeseczter 
puess, welche aber Rosz, waften etc. den dritten tayl, vnd welche 
sich selber vnd Ire gütter vnserm Orden dargeben, gibt er Ablass 
aller sündt. 

Johannes der zway vnd zwaynczigist gibt in allen 
hohen Festen totis Duplicibus seu duplicibus (als hernach steht) 
denen, die mit andacht heymsuchen vnser gotzheuser vnd mit Irem 
almusen XXIII. jar vnd so uil karen. Item in den syben festen, so die 
prüder communiciren, XXIII. Jar vnd VII. karen. Derselbig hat auch 
bestätigt den Ablass aller seiner vorvätter vnd viel andere darzu- 
geben. 

Item zwen vnd zwaynczig Erczbyscholff vnnd Pyscholff, ein 
yeder in sünderheit, hat geben demselben vnsern Orden, dass alle 
Menschen, die mit Rew vnd layd Ihrer sündten vnd mit andacht Ir 
hylf vnd almusen vnnsz mittaylen, XL. tag Ablass vnd L kharen. (Hier 
endet der lateinische Text. Auf der linken Tafel zum Schluss ist 
noch zu lesen: „Item, Domnus Sigismundus Lamberger, Episcopus 
Lavbacensis, contulit porigentibus manus adiutrices 40. dies Indul- 
gentiarum" — ein Satz, der im Deutschen nicht vorkommt, während 
das Nachfolgende nur im deutschen Texte zu lesen ist.) 

(Roth geschrieben.) „Hie nachvolgt die Summ aller Gnad vnd 
Ablass geben zu sunderlichen tagen des gannczen Jares : (die Fest- 
ig* 



172 D 11 d ( k 

tege alle roth; ganz nach dem Muster der sogenannten Sakristei- 
Kalender verfasst, wie man z. B. einen in dem Hayltumbs- Buche 
der St. Stefanskirche in Wien vom J. 1514 antritft). 

Zum ersten an dem heyligen Kristag CCCCCLXXXIIII. Jar vnd 
LXXXIIII. kharen. IF IF vnd LXX. tag Ablass. 

Wann syeh die herrn berichten mit gotzleychnam XXIIII. Jar 
vnd acht karen vnd den VII. tayl geseczter puess. 

Stephani protomartyris V^ vnd LXXXIII. Jar vnd LXX. kharen, 
IP' 11^ vnd XXX. tag. 

lohannis Evangelistae V*^ LXXX. Jar vnd LXXV. kharen. IP IF 
LXX. tag. 

Zu dem neuen Jartag XXIIII. Jar vnd XXIIII. karen. 

An der heyligen Dreikunigtag XXIIII. Jar, XXIIII. karen, IF vnd 
XXX. tag. 

An sant Pauls bekerung IIP' vnd XXX. tag. 

Zu Liechtermess XF vnd XLV. Jar vnd C. kharen. IP III^ vnd 
XX. tag von weden der Communication. 

Mathie apostoli XXIIII. Jar, XXX. karen. 11^ vnd XXX. tag. 

Durch die Fasten alle Montag, Mitwoch, Freytag vier vnd 
achczig Jar vnd souil karen, welche Menschen vnsern Gotzhheuser 
mit Andacht heymsuchen. 

Item Gregorii Pape et doctoris XXIIII. Jar vnd XXIIII. karen. 

Annunciationis Marie VF vnd LXX. Jare, C. vnd vnd XLI. karen. 
IP Iir vnd X tag Ablass. 

Am Antlicztag Y^ vnd LVIII. Jar vnd XLI. karen. 11^ vnd 
XXX. tag Ablas, aussgenommen die Communion oder berichtung 
der herrn. 

Am karfreytag V*^ vnd XLVII. Jare vnd LXXXI. kharen. IF vnd 
XX. tag. 

Am Ostertag V« vnd LXXXII. Jar, LXXXVII. karen. IP' IIF vnd 
XXX. tag on die Communiones , welche Ablass weren durch die 
gancz Wochen. 

Item, Ambrosii Episcopi, Georgii martyris, Adalberti Eplscopi 
vnd martyris , Georgii martyris Sambiensis (gefeiert im deutschen 
Orden den 24. April), Marci Evangeliste, Philippi vnd lacobi, ein 
yedes Fest in sunderheit XXIIII. Jar vnd XXIIII. karen. 

Die Erhebung Elizabet V« vnd LXXII. Jar vnd LXXIIII. karen. 
V«^ vnd V. lag. 



über Ahlasstafeln. 173 

Des heyligeii Creiitz .M-Iindiiiig \'' LXXXIll. Jar, XXVIi[. kan-n. 
11^' vnd LXX. tag. 

An dem tag der krön vnd anderen waffeii des leyden Cristi 
XXIIII Jar vnd souil karen. 

Am Pfingstag vnd die acht tag V*^ LXXII. Jar, LXXIIII. karen. 
IP' LXX. tag on die Communion. 

Trinitatis XXIIII. Jar, souil karen. IP' vnd XX. tag Ablass. 

Goczleyehnamstag XXIIII. Jar, souil karen. 11"^ XXX. tag. 

Barnabe Apostoli XXIIII. Jar, souil karen. 

Johannis Baptiste V*^ LXXXII. Jar, LXXV. karen, LXX. tag. 

Visitationis Marie XXXIII. Jar, XXXIIIl. karen, III «^ XXX. tag. 

Petri et Pauli Taylung der XII potten, Marie magdalene, lacobi 
apostoli, Aime, Erklärung Cristi, vor einem yeden fest XXIIil. Jar 
vnd souil karen, 

Hymelfart Marie V^ LXV. Jar, III« vnd XLII. karen, V*' tag on 
die Communioni utentes. 

Bartholomei vnd Augustini XXIIII, Jar, souil karen. 

Gepurt Marie XI ^^ XLV. Jar, CXLII. karen, IP' III ^ LXXII tag. 

An der kirchweyh VP XXII. tag, C. vnd V. karen, IUP vnd 
V. tag. 

Erbebung des beyligen Kreutz XIP. Jar, CXLII. karen, IIP vnd 
XXX. tag. 

Matbei apostoli, Micbahelis, Iberonymi, Luce evangeliste, Sy- 
monis et lüde, yedes fest XXIIII Jar, souil karen. 

An aller beyligen tag V ^ LXXXII. tag, LXX. karen. IIP XXXV. tag 
on die berichtung der berren. 

Elisabet V« vnd LXXII. Jar, LXXIIII. karen. V« vnd V. tag. 

Die Opferung Marie in templ XXIIII. Jar vnd XXIIII. kbaren. 

Empfenckniss Marie XXIIII. Jar, souil karen, IP vnd XXX. tag. 
, Andree vnd Tbome apostolorum, yedes fest XXIIII. Jar, souil 
karen." — Ende des deutseben Textes, 

Auf der linken Tafel nacb dem lateiniscben Texte, stellt nocb 
„ein andecbtigs gebet zu erlangen Gnad vnd Ablass dess Gotsbauss, 
in das du eingeest«, und nacb diesem Gebete: „Pabst Julius seeun- 
dus bat geben allen denen, die mit Andacbt sprecben diese drei gepet, 
so man lewt das Ave III (dreimal), LXXX Tausend Jar Ablass, und 
nacb diesem kurzen Gebete: (rotb) „Finitum Sabbato Reminiscere 



174 Dud/k 

1513," demnach im Sterbejahre des Pabstes Julius II., welcher von 
1503 an regirte. 

Vergleicht man die hier mitgetheilten zwei Ablasstafeln mit ein- 
ander, so wird man finden, dass sie einer und derselben Quelle ent- 
stammen, und obwohl 1466 und 1513 angefertigt, doch nur die In- 
dulgenzen, welche in der Zeit zwischen Cölestin III. und Gregor XL, 
demnach zwischen 1191 bis 1378 dem deutschen Ritterorden ver- 
liehen wurden, enthalten. Es liegt demnach die Vermuthung nahe, 
dass die ursprüngliche Zusammenstellung derselben unter Gregor XI. 
zu Stande kam. Diese Vermuthung wird zur Gewissheit durch eine 
im Deutscliordens-Centralarchive in Wien liegende Orignal-Urkunde, 
welche der Notar Thilemann von Cluve zu Trier am 1. Juli 1375, 
also unter der Regierung Gregors XL, für den deutschen Orden aus- 
gestellt hatte. 

Der Deutschordens-Priester und Pfarrer in Rathiche (oder 
Rachiches?), Diöcese Trier, Hermann von Amelberg, wendet sich 
nämlich im Auftrage seines Komthurs an den oberwähnten kaiser- 
lichen Notar, damit er eine ihm vorgelegte Urkunde als echt vidire 
und bestätige. Diese Urkunde enthielt eine Summa aller dem Orden 
ertheilten Indulgenzen und Privilegien, wie selbe die Päbste: Cöle- 
stin IIL (regiert von 1191—1198), Honorius IIL (1216—1227), 
GregorIX.(1227— 1241), Innocenz IV. (1243— 1254), AlexanderlV. 
(1254—1261), Urban IV. (1261 — 1265), Paschasius III. (Gegen- 
pabst von 1264—1268), Clemens IV. (1265—1271), Honorius IV. 
(1285— 1288), ßonifaz VIIL (1294— 1303), Johann XXIL (1316— 
1334) und Gregor XL (1370—1378) dem deutschen Ritterorden 
ertheilt haben. Die Zusammenstellung selbst besorgte ein Domini- 
kaner-Mönch, Henricus de Himis (sie). Es war dies in der zweiten 
Hälfte der Regierungszeit Wynrich's von Kniprode, Hochmeister 
vom 6. Januar 1351 bis 24. Juni 1382, welche zu den glücklichsten des 
deutschen Ordens nicht nur in Preussen, sondern auch in den d,eut- 
schen Landen gehört. Diese Urkunde ist die reine Quelle unserer 
2 Ablasstafeln. 

Stellt man diese Summa Indulgentiarum, wie sie in der Original- 
Urkunde vorliegt, mit den beiden Ablasstafeln in Parallele, so fällt 
bei aller Genauigkeit, welche in der Tafel vom Jahre 1513 liegt, auf, 
dass der wichtige, in der Urkunde nie ausser Acht gelassene Satz: 
die angesetzten Indulgenzen können nur zu gute kommen „qui vere 



über Ablasstafeln. 175 

contriti et confessi ecclesias vel capellas ordiiiis nostri (also hier des 
deutschen Ordens) visitaverint et eleemosynis ditaverint", auf der 
Tafel fehle, und dann, dass von der Aufzählung der mit den Fest- 
tagen verbundenen Indulgenzen, wie sie auf der Tafel 1S13 er- 
scheinen, in der Original-Ui-kunde keine Spur vorkomme. Dort in der 
Urkunde heisst es einfach: „Item domnus Johannes papa XXII, in Om- 
nibus festis et totis duplicibus, seu duplicibus, confert vere confes- 
sis et contritis, ecclesias eorum visitantibus, vel qui predicto ordini 
manus porrexerint adiutrices, XXIIII annos indulgentiarum et XXIIII 
carenas misericorditer tribuendo. Item lohannes confert ex gracia 
speciali omnibus penitentibus in VII festivitatibus, in quibus fratres 
communicare solent, vere confessis et contritis, XXIII. annos In- 
dulgentiarum et VII karenas misericorditer tribuendo" etc. und hier 
auf der Tafel werden die festa primae classis und die Duplicia 
namentlich angeführt und mit einer erschreckenden Anzahl von Indul- 
genzen belegt ! 

Die erwähnten 7 Tage, an welchen die Brüder zur heil. Commu- 
nion vermöge des Caput X der alten Regel (in den heutigen Statuten 
Anhang Cap. V) gelien sollen, sind : der Gründonnerstag, Ostersonntag, 
Pfingsttag, Himmelfahrt Mariens , Allerheiligen, Weihnacht und 
Lichtmess. Sie haben ihre besonderen Indulgenzen. Und da in dem 
reichhaltigen D. 0. Central-Archive in Wien von diesen letzterwähn- 
ten Indulgenzen keine Breven vorliegen, während die in dem Nota- 
riats-Instrumente des Jahres 1375 angeführten päpstlichen Frei- 
heiten und Gnaden sich fast vollständig mit Original-Bullen belegen 
lassen, so wirft sich bei Betrachtung dieser Tafeln dem Forscher fast 
unwillkürlich die Frage auf: ob denn die auf denselben verzeich- 
neten Indulgenzen auch echt seien, und welchen historischen 
Glauben überhaupt Ablass tafeln für sich in Anspruch 
nehmen können? 

Welchen Schrecken das blosse Wort Ablasstafel erzeugt, wissen 
sogar unsere Schulkinder. Jeder Vortrag über die sogenannte Reforma- 
tionszeit wird mit dem Schlagworte: „Ablasskrämerei« eröffnet, und 
was der Habsucht Einzelner zur Last fallt, der katholischen Kirche 
aufgebürdet. Leider müssen wir gestehen, dass mit keiner kirchlichen 
Lehre so viel Missbraucb getrieben war, als gerade mit der Lehre 
vom Ablasse. Eine Ablassbulle, die des Papstes Julius II. dto. Rom 
11. Januar 1510, gab Luther Veranlassung zum ersten öffentlichen 



176 n u d I k 

Auftreten. Unverstand oder falsche Vorstellungen , manchmal auch 
Habsucht tragen an dem Missbrauche die meiste Schuld. 

Dem Wesen nach besteht der Ablass in der Milderung, Linde- 
rung oder einer gänzlichen oder blos theilweisen Nachlassung der 
zeitlichen Sündenstrafen, die man nach der sakramentalischen Ver- 
gebung der Sündenschuld nach den von der Kirche angenommenen 
Satzungen entweder hier auf Erden oder auch nach dem Tode noch 
abzutragen hat. Welche zeitlichen Strafen für die verschiedenen 
Sünden und ihre Grade kirchlich verliängt wurden, darüber belehren 
uns die sogenannten Pönitential- oder Bussbücher. Der Ablass ist 
demnach mit der Bussanstalt der katholischen Kirche eng verbunden 
und folgt ihr durch alle Zeitperioden. So wie aber die Bussdisciplin 
in ihrer äusseren Form durch die Länge der Zeit und durch die ein- 
getretenen Umstände einen grossen Wechsel erlitt; so änderte sich 
auch ihre Folge, die Form der Ablässe. Schon mit dem Ende des 
IX. Jahrhunderts fing man an, einen grossen Theil der Bussstrafen 
durch Wallfahrten, Almosen, Geisselung, Fasten u. s. w. einzu- 
lösen; im XI. Jahrhunderte hingegen kam jene Form der Ablässe 
auf, die wir auf unseren beiden Ablasstafeln sehen. Entweder ward 
der Büsser von allen kanonischen Strafen freigesprochen, oder es 
beschränkte sieb der Nachlass blos auf einen Theil derselben. 
Es waren dies die Indulgentiae plenariae, der vollkommene, oder die 
Indulgentiae partiales, der unvollkommene Ablass. Der vollkommene 
Ablass besteht demnach darin, dass dem Sünder nach erhaltener 
sakramentalischen Lossprechung von der Scliuld , vermöge eines 
auferlegten Busswerkes, das der alten Bussstrenge bei weitem nicht 
gleichkommt, alle übrigen Strafen, welche die alten Busssatzungen 
sonst erfordert haben, erlassen werden. Durch den unvollkommenen 
Ablass hingegen werden nur gewisse Jahre, Tage oder Quadrage- 
simal-Fasten, sogenannte Carenen (ieiunium 40 dierum) von der 
alten Bussstrenge nachgelassen. So z. B. war auf gewisse Dieb- 
stähle eine Busse von 5 Jahren, auf eine Sodomie von 7 Jahren, auf 
Wucher von 3 Jahren u. s. w. festgesetzt; hat man die Busszeit auf 
die Hälfte reducirt, so nannte man dies Verfahren den unvollkom- 
menen, hat man die Busse gänzlich nachgelassen, den vollkommenen 
Ablass - — in den Urkunden einfach mit dem Worte Pienaria be- 
zeichnet, ein Ausdruck, welcher in der Aufzählung der Heiiigthümer 
einer Kirche gar oft Gegenstände bezeichnet, mit deren Anblick oder 



ri.er Ahlassbfeln. 1 77 

Gebrauche ein vollkommener Ablass verbumleti ist. Im sogenaiinlen 
Hayltumbsbueh der St. Stefaiiskirehe in Wien vom J. 1J>14 kommen 
solche „Plenaria" häiiOg vor. 

Noch eine andere Art des Ablasses kam im XIV. Jahrhunderte 
i auf, wovon man im Alterthume keine Spur findet. In den alten Zeiten 
beschränkten sich die Ablässe nur auf jene Personen, die der Papst 
oder Bischof ausgewählt, und denen er einzeln diese Gnade ange- 
deihen Hess. Die Ablässe waren so zu sagen persönlich; nach 
dem Jahre 1391 hingegen hat man allgemeine Ablässe, Indulgen- 
tiae universales, welche nicht mehr an eine bestimmte Person, son- 
dern an ein bestimmtes Object „pro omnibus fidelibus" geknüpft 
waren, angenommen. Ferner war in den alten Zeiten der Ablass 
nicht auf sehr lange Zeit ausgedehnt, und er endigte nach Verlauf 
eines deutlich bezeichneten Termins. Das XIV. Jahrhundert hingegen 
hat ewige Ablässe, Indulgentiae perpetuae, die auf unbestimmte Zeit 
lauten, ersonnen. Mit dieser Classe Indulgenzen am Ende des XIV. 
Jahrhunderts hat das Ablasswesen trotz der Bestimmung des Concils 
von Lateran im Jahre 121J>, wehihes alle über ein Jahr sich erstrek- 
kenden Ablässe verbietet, wohl den höchsten Grad der Unklarheit 
erreicht, und diese Unklarheit ist es, welche auf die Einfalt der 
Gläubigen zu speculiren anfing, und um ihnen den dornigen Weg 
zum Himmel leicht zu machen, Ablassbriefe construirte, und im 
XV. Jahrhunderte hie und da sogar nach fixen Taxen nicht nur für 
Lebende, sondern auch für Todte an Mann brachte. Da ward der Skan- 
dal zu gross und die römische Curie trat energisch dagegen auf. Eine 
ganze Beihe von Rreven kämpft gegen die falschen Ablässe, bis den 
7. März 1678 das „Decretum de apocry[)his indulgentiis" erschien, 
und dem damals bereits einlrägiichen Ablass-Geschäfte den Biegel 
vorschob. Dieses Decret ist zu lesen in „Eusebius Amort, de origine, 
progressu, valore, ac fructu indiilgentiarimi, nee non de dispositio- 
nibus ad eas lucrandas reijuisitis, accurata notitia historica, dogma- 
tica, polemica, critica etc. Augustae Vindelicorum et Graecii 1735. 
Fol.", welches Werk wir überhaupt Jedem anempfehlen ki'mnen, der 
eine gründliche Kenntniss über das W^sen und die Geschichte der 
Ablässe sich erwerben will. 

Um unserem Leser in den Stand zu setzen, die ächten Ablässe 
auf unseren zwei Tafeln von den untergeschobenen und erdichteten 
zu unterscheiden, stellen wir aus Papebroch's kritischen Abband- 






1 78 D .1 d 1 k 

lungen: „in coiiatu chroiiologiae Poiitificum", und aus des Papste^ 
Benedict XIV. gelehrtem Werke : de Synodo dioecesana, einige Regeln 
auf, wie sie Binterim in den Denkwürdigkeiten der christ-katholi- 
schen Kirche Bd. V, Theil 3, S. 496 u. ff. als Kriterien der Ahlässe 
niedergeschrieben hatte. 

1. Vor Allem ist sich gegenwärtig zu halten, dass die Päpste 
Ablässe nur von so vielen Jahren ertheilten, als Busse auferlegt 
wurde; auch natürlich, da sie ja doch nicht nachlassen konnten, 
was nicht vorhanden war. Alle Diplome und Briefe also, welche 
einen Ablass von mehr Jahren enthalten, als die alten kanonischen 
Busssatzungen bestimmen, sind verdächtig und meistens erdichtet. 
In der Ablasstafel von 1513 ertheilt Papst Honorius III. denjenigen, 
welche an gewissen, näher bezeichneten Feiertagen eine Deutsch- 
ordenskirche besuchen, und welche mit Rath oder That dem Orden 
zu Hilfe kommen, einen Ablass von 558 Jahren und 40 Carenen. 
Diese Bestimmung ist verdächtig und kommt in keiner Bulle dieses 
Papstes vor. Dasselbe gilt von der Unzahl der Jahre an den ver- 
schiedenen Festtagen. Man sucht solche Za)il.w\mici?i.^.?.Tjt z.u ent 
schuldigen, dass^xw' wohl Einige durch fortwährendes Sündigen 
einer^lfrtonischen Strafe schuldig machen, die erst nach Verlauf von 
iiffehreren hundert Jahren abgebüsst werden könne. Z. B. , welche 
Jahre lang im Concubinate leben, oder Unzucht trieben. Auf eine 
solche Sünde war eine Busse von 5 und 7 Jahren festgesetzt. Hat 
Jemand dieselbe Sünde hundertmal begangen, so waren 500 und 
700 Jahre als Busszeit berechnet. Diese Ansicht konnte erst dann 
entstanden sein, als man die Ablässe auch auf den Naclilass deri 
zeitlichen Strafen im Fegefeuer ausdehnte, was erst am Schlüsse! 
des XV. Jahrhunderts aufkam. Auf unseren beiden Tafeln, weichet 
in ihrer Anlage noch dem XIV. Jahrhundert angehören, findet man 
noch keine „Indulgentiae pro defunctis", nicht einmal in modo 
deprecatorio. Papst Benedict XIV., welcher 1740 zur Regierung 
kam und den 4. Mai 1758 starb, hat alle solche Ablässe ohne 
Weiters verworfen. 

2. Auch selbst die Indulgenzen, die vor dem XII. Jahrhuuderte 5 
mehr als 7 Jahre erlassen, sind erdichtet, die dies im XIII. thun, ^ 
zweifelhaft. Die Ablässe der Päpste Honorius III., Johann's XXII. und ' 
Gregor's XI. von 24 Jahren, wie sie in unseren Tafeln vorkommen, 
sind mindestens zweifelhaft; durchgängig ist sonst die Rede von 



i 



« 



über Ablasstafeln. 179 

der Nachlassung des 3. oder 7. Theiles der Busse oder von 
40 Tagen. 

3. Alle Tafeln, Diplome und Briefe, die vor dem XIV. Jahrhun- 
dert einen vollkommenen Ablass verheissen, sind erdichtet. In unseren 
Tafeln kommt ein solcher nicht vor, 

4. Alle Ablässe, die einen Nachlass von der Strafe und von der 
Sündenschuld „a poena et culpa'' versprechen, sind erdichtet. Wenn 
nun in unseren Tafeln Honorius IIl., Honorius IV. und Bonifacius VIII. 
„Ablassung aller Sünden" denjenigen versprechen, welche dem Orden 
mit Boss und Waffe, mit Gut und Blut helfen, so sind dies spätere 
Zusätze, von denen der Cardinal Cusanus als päpstlicher Legat um 
1452 in Deutschland ganz offen erklärt, dass sie nie vom apostolischen 
Stuhle ausgingen. Man merkt an der Stylisirung des Satzes, in 
welchem unter Honorius III. auf der Tafel des Jahres 1S13 von die- 
sen Ablässen geredet wird , dass hier eine Interpolation statt- 
fand. Ursprünglich war auf diese Schenkung, wie die Ablasstafel 
von 1466 darthut, der Nachlass des dritten Theiles der aufge- 
setzten Busse bestimmt. Die späteren Päpste hatten den Wohl- 
thätern des Ordens den siebenten Theil ihrer Busse nachgesehen. 
Der Interpolator corrigirte nachlässig, und gibt auf eine und die- 
selbe Handlung, Ablass aller Sünden, „remissionem et veniam om- 
liium pecatorum*, wie das Transumt vom Jahre 1375 sagt, und 
zugleich den dritten Theil aufgesetzter Busse. Papst Clemens V. 
(1305 — 1316) führt demzufolge in seiner Bulle „Abusionibus" als 
Kennzeichen der Ablass - Verfälschung die Formel an: a poena 
et culpa. 

5. Vollkommene Ablässe, die in Form eines Jubiläums, „in forma 
iubilaei" ausgefertigt sind, haben keinen Werth. Denn Clemens VI. 
(1342—1352) hat sich 1350 zuerst des Ausdruckes Jubiläum bei 
der Abkürzung des hundertjährigen, vom Papste Bonifaz VIII. aus- 
geschriebenen Ablasses bedient. Kommen nun dergleichen Ablässe 
vor Clemens VI. , so sind sie unterschoben, kommen sie nach 
Clemens VI., so sind sie durch Clemen's VIII. Dekret vom Januar 1597 
aufgehoben. Auch die Ablässe, welche die Clausel mit sich führen 
„porrigendi manus adiutrices" sind durcii Papst Plus V. (1566 — 

11572) renovirt, und liaben mitbin gleichfalls keine Geltung, wo hin- 
gegen Ablässe, in denen der Ausdruck: Bemissio pecatorum pro 
delunctis" vorkommt, immerhin als eclil gelten können, Meil diese 



180 Diidik. Über AMasstafeln. 

Remissio, per niodum siiffragii, iilso fiirbUhveise, zu verstehen sei. 
Übrigens steht es den Ordinariaten zu, jeden Ahlasslirief vor der 
Verkündigung zu untersuchen, wodurch in neueren Zeiten, und be-; 
sonders seit dem Concil von Trient, nicht so leicht ein Betrug statt- : 
finden könne. Ablasstafehi werden in keiner Kirche mehr aufgestellt, 
und darum gehören die zwei von uns beschriebenen zu den -Aus- 
nahmen, die Beachtung verdienen. 



I 



Pfizinaier, Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 181 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des 

Goldes. 

Von dem w. M. Dr. Aug. Pfizmaier. 

In den Nachrichten von den Edelsteinen und Halbedelsteinen 
des alten China macht sich vor allem eine grosse generische Un- 
bestimmtheit bemerkbar, indem nicht allein für viele angeführte Namen 
der entsprechende Ausdruck in unserer Sprache fehlt, sondern 
auch die etwa vorgefundenen Definitionen so allgemein sind, dass, 
wie als gewiss anzunehmen , öfters ganz verschiedene Werthgegen- 
stände dieser Art eine und dieselbe Benennung erhalten. 

Zu den Edelsteinen werden überdies einige Stoffe animalischen 
Ursprungs wie Korallen, Muscheln und sogenannte Schildkrötenschup- 
pen, ferner das Glas gezählt, welches letztere erst zu den Zeiten der 
Dynastie Liang aus Indien eingeführt und damals als etwas sehr 
Kostbares betrachtet wurde. 

Was das Gold betrifft, so wird unter demselben, wo es in der 
Geschichte vorkommt, wohl immer wirkliches oder gelbes Gold ver- 
standen. Es fehlt jedoch nicht an Auslegern, welche der Meiiunig 
sind, dass in manchen Fällen liier nur der Werth des Kupfers in Gold 
berechnet wird. So sagt bei der in den Überlieferungen Kuiig-yang's 
enthaltenen Stelle: „Fische um hundert Stücke Goldes« die Aus- 
legung: Hundert Stücke Goldes sind gleichsam hundertmal Zehntau- 
sende. Ehemals war ein Stück Goldes im Gewichte von einem Pfund 
so viel als heutzutage zehntausend Kupfermünzen. Eine andere Aus- 
legung zu einer Stelle Tschuang-tse's sagt: „Hundert Stücke Gol- 
des". Ein Stück Gold von der Grösse eines Geviertzolies und dem 
Gewichte eines Pfundes ist ein Stück Goldes (kin). Hundert Stücke 
Goldes sind hundert Pfunde. 



182 Pf 



z m a I e r 



Dagegen heisst es in einer Anmerkung zu dem Sse-ki: Das^ 
Ju-tsehün sagt, um jene Zeit hätte man sieh der Kupfermünzen al 
Tauschmittel bedient und ein Pfund gelben Goldes habe den Wert 
von zehntausend Kupfermünzen, ist unrichtig. 

Tschin-tsan sagt bei derselben Stelle: Thsin betrachtete ein' 
Doppelpfund (yl) als ein Stück Goldes. Han betrachtete ein Pfund als 
ein Stück Goldes. Das Obige hat diesen Sinn. 

Tung-yen-yuen sagt: Ein Pfund Goldes zu den Zeiten der Han 
sind vier Tael. Der Werth desselben beträgt zweitausend fünfhundert 
Mas Kupfer (fen). 

Tsching-tse-thung sagt: Einige sagen, ehemals seien zehn Tael 
ein Pfund gewesen. Diese Zahl sei gemeint, wo in den Werken der 
Kriegskunst gesagt wird, dass bei der Aufstellung eines Heeres von 
zehntausend Mann man täglich tausend Stücke Goldes verausgabt, 
ferner wo es von dem Könige Tschao von Yen heisst, dass er tausend 
Stücke Goldes zum Unterhalte vorzüglicher Männer verwendet habe, i 
Es sei nicht wie bei den jetzigen Menschen, welche vier und zwanzig 
Quentchen (tschü) auf ein Stück Goldes rechnen. 

In der Geschichte wird öfters das Gewicht YT (Doppelpfunde 
oder schwere Pfunde) erwähnt. In Bezug auf dasselbe sagt Tsching- 
tse-thung: Vor den Zeiten von Han belegte man mit dem Namen Dop- 
pelpfund ein Stück Goldes. Nach den Zeiten von Han belegte man 
mit dem Namen Pfund ein Stück Goldes. Ein Doppelpfund sind vier 
und zwanzig Tael. Ein Pfund sind sechzehn Tael. 

Die Abhandlung selbst enthält nach ihrem hauptsächlichen In- 
halte eine Reihe von Angaben über das Vorkommen, die Verwendung 
ujid die wirklichen oder vermeintlichen Eigenschaften der Edelsteine 
und des Goldes, ferner einige geschichtliche Ereignisse, welche mit 
Edelsteinen und Gold in Verbindung stehen, oder bei welchen diese 
eine Rolle spielen. 

Neue Eigenschaften finden sich besonders bei den Muscheln, 
bei dem Frauenglas und auch bei dem Golde verzeichnet. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 183 

Korallen. 

Das Schue-wen sagt: 

Die Korallen sind von Farbe rotli und wachsen in dem Meere. 
Einige wachsen in den Bergen. 

Kuang-ya sagt : 

Die Korallen sind Perlen. 

Das Buch der Tsin sagt : 

Schi-tsung und Wang-kai wetteiferten in Gewalt. Kaiser Wu 
half jedesmal Kai und beschenkte ihn einst mit einem Korallenbaume. 
Dieser Avar ungefähr zwei Schuh hoch und seine Aste standen weit 
auseinander, dergleichen in dem Zeitalter selten vorkam. 

Kai zeigte ihn Tsung, Tsung schlug sofort mit einem eisernen 
Rosenkranz den Baum und dieser wurde unter seiner Hand zerschmet- 
tert. Kai war erschrocken und betrübt. Er glaubte ausserdem, dass 
Jener ihn um seine Kostbarkeit beneidet habe, und seine Stimme und 
seine Züge bekundeten Leidenschaftlichkeit. 

Tsung sprach : Du hast nicht nöthig, viel zu grollen. Wenn ich 
jetzt in meinen Bezirk zurückkehre, werde ich allen Leuten meiner 
Umgebung den Auftrag geben, Korallen aufzulesen. Unter diesen sind 
einige drei bis vier Schuh hoch. Sie haben sechs bis sieben Aste, 
und Zweige und Stengel sind ganz ungewöhnlich. Ihr farbiger Glanz 
leuchtet in der Sonne. 

Es waren eine grosse Menge Korallen, welche mit denjenigen 
Kai's zu vergleichen waren. Kai war vor Freude ausser sich. 



In den Überlieferungen von den Fremdländern der vier Welt- 
gegenden wird gesagt: 

Das Reich des grossen Thsin heisst auch Li-kien. Dasselbe 
liegt im Westen des westlichen Meeres. Sein Gebiet misst von Osten 
nach Westen, ferner von Süden nach Norden mehrere tausend Weg- 
ängen. Es besitzt feste und andere Städte. Deren Gebiet hat im Um- 
'ange über hundert Weglängen. Die Häuser besitzen Oberbalken und 
'Gitterstäbe von Korallen, Mauern und Wände von buntem Glas, Säu- 
len und Fussgestelle von Krystall. 



184 



P f i z m « i e 



In dem Reiche Po-ssi (Persien) gibt es Salzteiche. Dieselben 
bringen Korallenbäume hervor, deren Höhe einen bis zwei Schuh 
beträgt. Es gibt daselbst auch Bernstein, Agate, echte Perlen, Feuer- 
perlen ') und andere Edelsteine. In dem Reiche werden sie nicht als 
Kleinode betrachtet ^). 



In detii Teiche der angesammelten Pflanzen gibt es Korallen- 
bäume, deren Höhe eine Klafter und zwei Schuh beträgt. Ein einzel- 
ner Stamm bringt vierhundert sechs und zwanzig Zweige auf drei 
Hauptästen hervor. Es sind dies die Korallen, welche Tschao-to, der 
König des Reiches des südlichen Yue, zum Geschenk machte. Sie 
heissen mit Namen: die Bäume der Leuchtfeuer. Bei dem Eintritt 
der Nacht verbreiten sie leuchtenden Glanz 3). 



Kaiser Wu erbaute die göttliche Halle, in der vorderen Vorhalle 
ptlanzte er Edelsteinbäume. Das Dachstroh bestand aus Korallen, die 
sich in Äste theilten*). 



In der Provinz Yo-Iin ]»efindet sich der Korallenmarkt. Es ist 
dies der Ort, wo die Gäste des Meeres mit Korallen handeln. Die 
Korallen sind von lasurblauer Farbe und wachsen auf dem Boden des 
Meeres. Ein einzelner Baum besitzt mehrere Zehende von Zweigen. 
Zwischen den Zweigen befinden sich keine Blätter. Die grossen Bäume 
haben eine Höhe von fünf bis sechs Schuhen, die kleinsten sind über 
einen Schuh lioch. Die Rochenmenschen '=) sagen, dass es an den 
Ufern des Meeres Korallenpaläste gibt"). 



Im zweiten Jahre des Zeitraumes Yuen-fung von Han (109 
v. Chr.) machte die Provinz Y6-Iin ein Korallenweib zum Geschenk. 



■) Mei-kuei , eine Art Rubin (ho-tsi), der so viel als die heutigen, den Ländern des 

Südens entstammenden Feuerperlen (ho-tschü). 

-) Alis den fieschiclitschreibern des Südens. 

•») Vermischte Erzählungen von der Mutterstadt des Westens. 

*) AUe Gegenstände aus den Zeiten des Kaisers Wu von Han. 

^) Ein Volk, das auf den Inseln des Meeres lebt. 

*'J nie Erzählungen merkwürdiger Dinge. 



Beitrage zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 1 ö5 

Der Kaiser befahl, sie an der Vorderseite der Vorhalle zu pflanzen 
und nannte sie: die weiblichen Korallen. Plötzlich standen eines 
Morgens Zweige und Blätter im vollsten Schmucke, Endlich, zu den 
Zeiten des Kaisers Ling, starb der Baum ab. Alle glaubten, dass das 
Haus der Han zu Grunde gehen und verschwinden werde. 



Die Korallen wachsen in dem Meere. Wenn man sie erbeuten 
will, verfertigt man früher ein Eisennetz und versenkt es bis auf den 
Boden des Wassers. Die Korallen durchbohren das Netz, indess sie 
wachsen. In einem Jahre erreichen sie eine Höhe von zwei bis drei 
Schuhen. Sie besitzen Äste, aber keine Blätter, und ihre Gestalt hat 
Ähnlichkeit mit einem kleinen Baume. Man schnürt hierauf das Netz 
zusammen und zieht es heraus. Die Korallen sind zerbrochen und 
befinden sich in dem Netze *). 

Die vorzüglichsten Korallen sind „die Pfeiler des kaiserlichen 
Wagens". Dieselben kommen von dem Boden des westlichen 
Meeres a). 

Die Geschichte von Yuen-Ischung sagt: 

Die Korallen stammen aus dem westlichen Meere des grossen 
Thsin. Sie wachsen in dem Wasser über den Steinen. Wenn sie 
zu wachsen beginnen, sind sie weiss. In einem Jahre sind sie gelb. 
In drei Jahren sind sie roth. In vier Jahren werden sie von In- 
sekten zerfressen und gehen zu Grunde. 



Das von Sse-ma-siang-ju verfasste bilderlose Gedicht auf 
Schang-lin sagt: 

Feuerperlen, Lasurstein und Korallen wachsen in Büschen. 

Das von Puan-ku verfasste bilderlose Gedicht auf die beiden 
Hauptstädte sagt: 

.\uf den Bäumen der Korallen sitzen Hühner von Lasur. 

Das von Fu-yuen verfasste bilderlose Gedicht auf die purpurnen 
Blumen sagt: 

Die Strahlen sind von ungleicher Länge und leuchten hell. 
Welche Lieblichkeit des Glanzes ist bei der Gestalt unmöfflich? Die 



1) Das Buch der Mitte des Meeres. 

2) Kuiiiiu-tschi. 

Sitzli. d. phil.-hist. Ol. LVIII . Bd. III. Hft. 13 



186 Hfi 



7.n\ Ulf r 



Bliitheiifülle ist reich und wird emporgehoben von lasurblauen 
Zweigen. Das Sonnenlicht ist gleich dem paradiesvogelartigen Er- 
blühen der Korallen. 

Das von Fan-ngan-jin verfasste bilderlose Gedicht auf die 
Granatbäume sagt : 

Es ist als ob der Göttervogel i) auf den Wald von Teng sich 
setzte. Sie sind gleich dem Schimmer der Korallen in dem grünen 
Wasser. 



Schildkrötenschuppen. 

Das Buch der Tscheu sagt: 

I-yün sprach zu Thang: Ich bitte, Schildkrötenschuppen zum 
Geschenk machen zu dürfen. 

Das Hiao-king sagt: 

Wenn das göttliche Licht überströmt, so sind die Schildkröten- 
schuppen mit Streifen geziert. 

Das Sse-ki sagt: 

Tschao schickte einen Gesandten an den Gebieter von Tschün- 
schin. Der Gesandte wollte gegen Tsu prahlen. Die Haarnadeln der 
Leute seines Gefolges waren von Schildkrötenschuppen, die Scheiden 
ihrer Schwerter waren sämmtlich mit Schildkrötenschuppen verziert. 

Das Sse-ki sagt ferner: 

Der Süden des Stromes bringt Zinnober, Nashörner, Ele- 
phanten, Schildkrötenschuppen, Perlen und Tropfperlen hervor. 

In den in dem Buche der fortgesetzten Han enthaltenen Denk- 
würdigkeiten über Sänften und Kleidung heisst es: 

Die angesehenen Frauen halfen bei der Seideiu-aupenzucht mit 
zweizackigen Nadeln von Schildkrötenschuppen. 

Das von Fan-hoa verfasste Buch der späteren Han sagt: 

In den Überlieferungen von Ku-lsung heisst es, dass das Land 
Kiao-tschi viele kostbare Erzeugnisse besitzt. Glänzende Tropfperlen, 
Flügel der Paradiesvögel, Elephanten, Nashörner, Schildkröten- 
schuppen, Wohlgerüche, vortrett'liche Bäume, alles werde daselbst 
hervorgebracht. In früherer und in späterer Zeit seien die stechenden 



') Tschang-Ii (der lange Vogel Li) ist daraus dem Süden stammende Gott des mennig- 
rotheii Sperlings, aiicli der „götfliehc Vogel" (ling-niao) genannt. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. lö T 

Vermerker häufig an der Spitze unlauterer Handlungen gestanden. 
Die Inhaber der Vorsteherämter erhoben Tsung zum stechenden 
Vermerker von Kiao-tschi. 

Dasselbe Buch der späteren Hau sagt: 

Das Reich Thien-tscho bringt Elephanten, Nashörner und ge- 
schuppte Schildkröten hervor. 



In den Verzeichnissen von U wird gesagt: 

Die geschuppten Schildkröten des Meeres Tschang in dem 
Districte Lu-pin im Süden der Bergketten haben Ähnlichkeit mit 
der Schildkröte, sind aber grösser. 

Dieselben Verzeichnisse von U sagen: 

Der Gesandte vonWei wünschte Perlen, Tropfperlen, Paradies- 
vögel und Schildkrötenschuppen gegen Pferde in Tausch zu erhalten. 
Sün-kiuen sprach: Dies alles kann ich nicht brauchen. Wenn ich 
aber dafür Pferde erhalte, warum sollte ich nicht Gehör geben ? 

In den Befehlen von Tsin heisst es: 

Die Kriegsmänner und die Handwerker dürfen sich nicht in 
Rhinoceroshorn und in Schildkrötenschuppen kleiden. 



Das Buch der Tsi sagt : 

Wang-tse-king von Liü-Iing war stechender Vermerker von 
King-tscheu. Als er sich in Tschin-ying aufhielt, erfand er häufig 
Kleidungsstücke und Schmuck gegen die Anordnungen und das 
Mass. Er verfertigte Wagengeräthe aus Schildkrötenschuppen. Eine 
höchste Verkündung stellte ihn desshalb zur Rede und es wurde ihm 
befohlen, schleunigst in die Hauptstadt zurückzukehren. 

Das Buch der Thang sagt: 

Zu den Zeiten des Kaisers Hien-tsung erschien an dem Hofe 
das Reich Ho-ling i). Dasselbe machte zwei alte Nonnen, Schild- 
krötenschuppen, Weingefässe, lebende Nashörner und andere Ge- 
genstände zum Geschenk. 

In den vermischten Erzählungen von der westlichen Mutterstadt 
heisst es: 

Han-yen verfertigte ein Bett aus Schildkrötenschuppen. 



1) Das Reich Ho-ling hefand sich in dem Meere südöstlich von Kiiaug-tscheu. 

13» 



188 P f i z rn a f e r 

In tleii Deiikwüi-digk^iteii von wunderbaren Dingen der südli- 
chen Gegenden wird gesagt : 

Die geschuppten Schildkröten gleichen den Schildkröten und 
wachsen in dem südlichen Meere. Die grossen gleichen einer Nelke. 
Auf ihrem Rücken befinden sich Schuppen von der Grösse eines 
Fächers. Wenn man sie eröffnet und die Schuppen wegnimmt, so 
erblickt man die bunten Streifen. Will man daraus Geräthe verfer- 
tigen, so siedet man sie und schneidet aus ihnen mit dem Messer 
einen beliebigen Gegenstand. Nach dem Erkalten bearbeitet man sie 
mit Spalten der Haut des Eulenfisches. Später glättet man sie mit 
den Zweigen und Blättern verdorrter Bäume. Sie erhalten dadurch 
glänzenden Schimmer. 

In den weitläufigen Denkwürdigkeiten wird gesagt: 

Die geschuppten Schildkröten liaben Ähnlichkeit mit der Schild- 
kröte. Sie kommen aus Khiü-yen-tscheu in Nan-hai. 



Das von Sse-ma-siang-ju verfasste bilderlose Gedicht auf Tse- 
hiü sagt: 

Das Netz besteht aus S(;hildkrötenschuppen, der Angelhaken 
aus purpurner Muschelschale, 

Das von Tschang-heng verfasste bilderlose Gedicht auf die öst- 
liche Mutterstadt sagt: 

Die Federn des Paradiesvogels werderj nicht gespaltet, die 
Schildkrötenschuppen wachsen nicht in grossen Mengen. 

Das von Sün-te-schi verfasste bilderlose Gedicht auf Nan-lieu- 
tschin sagt: 

Das Herablassen ist auf Teppiche von Schildkrötenschuppen, 
für das Stillstehen sind Betten von Elfenbein. 

In dem von Lieu-tsching verfassten" bilderlosen Gedichte auf 
das lautere Denken heisst es: 

An der Rückseite breitet man Teppiche von Schildkrötenschup- 
pen. An der Vorderseite legt man Matten von Riesenschildkröte. 

Das von Tso-sse verfasste bilderlose Gedicht auf die Haupt- 
stadt von U sagt : 

Rundtafeln von Riesenschildkröte, Schildkrötenschuppen und 
Stoff des Metalls schimmern schwarz. 

Das von Fan-yin verfasste Gedicht auf die Beruhigung des Ge- 
müthes sagt: 



Beiträge zur (ieschiehte der Edelsteine und des Goldes. 189 

Womit bezeichne ich Abschied und Trennung? Ich nehme jene 
zweispaltige Haarnadel von Schildkrötenschuppen. 



Das TG-hien übergebene Schreiben von Puan-kn sagt: 

Der glänzende Heerführer beschenkte Ku-kiao mit Haarnadeln 
von Schildkrötenschuppen. 

Das den Weibern übergebene Schreiben von Kao-wen-hoei 
sagt: 

Ich schaffe jetzt einen Kamm von Schildkrötenschuppen herbei. 



Muscheln. 



Das Schue-wen sagt : 

Die Muscheln sind Schalthiere des Meeres. Ehemals machte 
man die Muscheln zu einem Tauschmittel und die Schildkröten zu 
einer Kostbarkeit. Bis zu den Tscheu waren sie gangbar. Erst zu 
den Zeiten von Thsin schaffte man die Muscheln als Tauschmittel ab. 

In dem Tribute Yü's, Buch der Schang, wird gesagt: 

Der Landstrich Yang an dem Hoai und an dem Meer, seine 
Körbe sind Muscheln der Gewebe i). 

Das Buch der Tscheu sagt: 

Die grossen Muscheln und die grossen Trommeln befinden sich 
in den westlichen Gemächern. 

In der Deutung des Sinnes des Mao-schi heisst es : 

Die Muscheln sind eine Art Meerschildkröten. Es gibt auch 
purpurne Muscheln. Deren weisser Stoff ist gleich dem weissen 
Edelsteine und purpurne Punkte bilden Streifen, die in fortlaufenden 
Beihen zu einander passen. Die grossen haben im Durchmesser einen 
Schuh sechs Zoll. Gegenwärtig gebraucht man sie in Kieu-tschin und 
Kiao-tschi als Becher und Schüsseln und betrachtet sie als kostbare 
Gegenstände. 

Das Ni-ya sagt : 

Die Muscheln, die sich auf dem festen Lande befinden, heissen 
Pao. Die sich in dem Wasser befinden, heissen Han. Die grossen 



') Der in „Muscheln der Gewebe", d. i. in buntgestreiften Seideiistoffeu bestehende 
Tribut wird iu länglichrunden Körben dargebracht. 



|tj() Pli/. raaier 

heissen Kaug, die kleinen heissen TsTi)- Es gibt Muscheln des Ur- 
sprungs 2) und Muscheln der Geschenkes). Die Muscheln Yü-tschi 
sind gelb mit weissen Streifen*). Die Muscheln Yü-tsiuen sind weiss 
mit gelben Streifen 5). Die Muschel Pa ist ausgedehnt, in der Mitte 
breit und an beiden Enden scharf. Die Muschel Khiün ist gross, 
schmutzig und platt. Die Muschel Tsi ist klein, schmal und lang. 



In den grossen Überlieferungen zu dem Buche der Schang 
wird gesagt: 

König Wen befand sich als Gefangener in Yeu-li. San-I-seng 
begab sich an die Untiefen des Stromes und des Hoai und fand da- 
selbst grosse Muscheln, die einem Wageunetze ghchen. Er machte 
sie dem Könige Tsch'heu zum Geschenk. 

Die Rückkehr zu dem Aufbewahrten (kuei-tsang) sagt: 

Es gibt einen Menschen , der kommen und uns Muscheln als 
Werthgegenstand überlassen will. Wenn sie ankommen, sind sie gang 
und gäbe. Wenn man sie sieht, so findet man sie. Hat man Freude, 
so kommen sie an. 

Das Buch der Hau sagt: 

Kaiser Wen beschenkte Wei-tho, den König des südlichen 
Yue, mit einem Schreiben und mit Kleidern. Tso maclife durch einen 
Gesandten fünfhundert Muscheln zum Geschenk. 

Das Buch der Hau sagt ferner: 

Zu den Zeiten Wang-mang's mass eine grosse Muschel vier 
Zoll acht Linien und darüber. Zwei Stücke bildeten eine Doppel- 
muschel. Der Werth einer solchen waren zweihundert sechzehn 
Kupfermünzen. 

Eine männliche Muschel mass drei Zoll sechs Linien und darüber. 
Der Werth einer solchen Doppelmuschel waren einhundert fünfzig 
Kupfermünzen. 



1) Die jetzigen kleineu Muscheln, welche ebenfalls von purpurner Farbe sind, kom- 
men aus Je-nan. 

2) Yuen-pei. 

^) I-pei „die Musehein der Geschenke" sind von schwarzer Farbe. 
*) Sie haben eine gelbe Masse und weisse Streifen. 

5) Ihre Masse ist weiss, die Streifen und Punkte sind gelb. Die jetzigen purpurnen 
Muscheln haben eine purpurne Masse und schwarze Streifen und Punkte. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des (ioldes. 191 

Eine junge Muschel mass zwei Zoll vier Linien und darüber. 
Dei" Werth einer solchen Doppel muschel waren dreissig Kupfer- 
münzen. 

Eine kleine Muschel mass einen Zoll zwei Linien und darüber. 
Der Werth einer solchen Doppelmuschel waren zehn Kupfermünzen. 

Die Muscheln, welche nicht ganz einen Zoll zwei Linien massen, 
durfte man nicht als Doppelmuschelu verwenden. Der Werth eines 
einzelnen Stückes betrug drei Kupfermünzen. 

Das waren die Werthgegenstände der Muscheln. 



In den Geschichtschreibern des Südens wird gesagt: 
In dem südlichen Meere befindet sich das Reich Po-li. Dasselbe 
liegt südöstlich von Kuang-tscbeu in der Entfernung der Tagreisen 
zweier Monate. Es bringt gestreifte Seeschnecken und purpurne 
Muscheln hervor. Daselbst findet man einen Stein, dessen Name 
Han-pei-lo (das Netz der Herzmuschel). Wenn man diesen eben 
aufgelesen hat , ist er weich und geschmeidig. Wenn man aus ihm 
Gegenstände schneide! und ihn an der Sonne trocknet, erlangt er 
sofort grosse Härte. 



»■ 



Das Buch der Berge und der Meere sagt: 

Der Fluss des trüben Thaies von dem Berge des Yin ergiesst 
sich in den Sumpf Fan. In demselben gibt es viele gestreifte 
Muscheln. 

Das Buch der Berge und der Meere sagt ferner: 

In dem Flusse Yü von dem Berge Yin gibt es viele gestreifte 
Muscheln. In dem Flusse Mung von dem Berge Kuei gibt es viele 
gelbe Muscheln. Im Osten von Tschf-SK in der Wildniss des Tsang- 
wu, gibt es gestreifte Muscheln. 



In den sechs Bogengehäuseu Tai-kung's (tai-kung-lö-lao) 
heisst es: 

Der König der Scbang nahm Si-pe-tschang von Tscheu in 
Yeu-li fest. Tai-kung sagte zu San-I-seng, er möge Gegenstände 
suchen, um den Gebieter von der Schuld zu entlasten. In dem Lande 
der neun Ströme fand San-I-seng hundert Doppelgehäuse grosser 
Muscheln. 



192 P f i z m a i e r 

In den Erörterungen über Salz und Eisen heisst es: 

Die Lehren verändern sich mit den Gewohnheiten. Die Niedrig- 
keit wechselt mit dem Zeitalter. Die Fürsten der Hia bedienten sich 
der Muscheln des Ursprungs. Die Menschen von Tscheu gebrauchten 
purpurne Steine, 

Das Buch Pen-tsao sagt : 

Die Muschelsöhne heissen auch Muschelzähne. Sie Avachsen in 
dem östlichen Meere. 



In den Denkwürdigkeiten von Kuang-tscheu wird gesagt: 
Es gibt acht Arten von Muscheln. Die purpurnen Muscheln 
sind die schönsten, und kojnmen aus Kiao -tscheu. Die grossen 
Muscheln kommen aus Khiü-yen-tscheu. Sie werden von den reisen- 
den Kaufleuten eingetauscht. 

In der von Lieu-hin-ki vert'assten Geschichte von Kiao-tscheu 
heisst es: 

Die grossen Muscheln kommen aus Je-nan und gleichen einem 
Weinbecher. Die kleinen Muscheln sind die Muschelzähne. Sie sind 
ein wirksames Mittel gegen Güte. Es gibt deren, die nebstdem von 
purpurner Farbe sind. 

In den Denkwürdigkeiten von wunderbaren Dingen der südlichen 
Landstriche wird gesagt : 

In dem nördlichen und südlichen Meere von Kiao-tschi gibt es 
grosse gestreifte Musciieln. Ihre Masse ist weiss und die Streifen 
sind purpurn. Ihr Aussehen haben sie durch sich selbst. Ohne 
geschlifTen oder geglättet worden zu sein, leuchten sie mit glänzen- 
der Farbe. 



Das Buch der Beobachtung der Muscheln sagt: 

Was das Buch der Beobachtung betrifft, so erhielt Tschü- 
tschung dasselbe von Kin-kao. Kin-kao ritt auf einem Fische und 
schwamm zu dem Flusse und zu dem Meere. Die Erzeugnisse des 
Wassers wurden von ihm genau erforscht. Tschung lernte von Kin- 
kao die Kunst der Unsterblichen und eignete sich dessen Lehre an. 
Er machte dem Kaiser Wu von Han Perlen zum Geschenk. Man sagt, 
man wisse nicht, wohin diese gekommen sind. 



Beiträge zur Geschichte der EHelsfeino und des Goldes. 193 

Yeii-tsii wurde Statthalter von Kuei-ki. Tsohiing schickte ferner 
an Tsu Muschehi von einem Schuh im Durchmesser. Zugleich üher- 
mittelte die folgende Schritt an Tsu : 

Die echten ßeglauhigungsmarken, die göttlichen und wunder- 
baren geheimen Kostbarkeiten des gelben Kaisers, Yao's von Thang, 
Yü's von IIia,der drei Herrscherhäuser, dasjenige, was diesen zunächst 
kommt, sind die Muscheln von einem ganzen Schuh. Diejenigen, die 
von Gestalt gleich rothen Blitzen und schwarzen Wolken, nennt man 
die purpurnen Muscheln. 

Diejenigen, die von farbloser Masse, dabei dunkelroth und 
schwarz, nennt man die Perlenmuscheln. 

Diejenigen, welche einen grünen Boden und hellgrüne Streifen 
besitzen, nennt man die Perlen des breiten Bandes. 

Diejenigen mit schwarzen Streifen und gelber Zeichnung nennt 
man die Muscheln des dichten Nebels. 

Die purpurnen heilen Krankheiten. Diejenigen der Perlen klären 
das Auge. Diejenigen des breiten Bandes tilgen die Versperrungen 
der Luft. Diejenigen des dichten Nebels unterdrücken Würmer und 
Insekten. Sie sind nicht im Stande, das Leben zu verlängern und die 
Jahre zu vermehren. Die hier genannten Muschela sehfitzen vor 
Schaden und stehen in erster Reihe. 

Es gibt wieder andere, welche unter diesen stehen. Durch die- 
jenigen des Falkenschnabels und des Grillenrückens vertreibt man 
die Wärme und entfernt das Wasser. 

Unter den Muscheln, die ohne wunderbare Eigenschaften, glei- 
chen die grossen einem W agcnrade. 

König Wen bat um Muscheln des grossen Thsin, die im Durch- 
messer eine halbe Klafter hatten. König Mo erlangte deren Schalen 
und hängte sie über die leuchtende Thorwarte. Mo, Fürst von Thsin, 
übersandte sie an Yen-ming. Man konnte durch sie das Auge klären 
und das Ferne erforschen. Sie passten zu Edelsteinen, sie passten 
zu Gold. 

Die Muscheln des Südens gleichen den Perlen und Tropfperlen. 
Man nennt sie auch den harten Slo(r(pö). Sie sind von Eigenschaft 
kalt, von Geschmack süss. 

Die Muscheln, welche auf dem Wasser schwimmen, nachdem 
dieses vergiftet worden, bewirken, dass der Mensch Witwer wird 



194 P f i /. m .1 i p r 

und dein Weibe nicht naht. Dieselben sind zur Hälfte schwarz , zur 
Hälfte weiss. 

Die trüben und bespülten Muscheln bewirken, dass der Mensch 
leicht erschrickt und sich mit Jünglingen nicht befreundet. Dieselben 
besitzen gelbe Lippen, Zähne mit Pimkten und einen hellrothen harten 
Stoff. 

Die Eidechsenmuscheln verursachen Krankheiten und Wechsel- 
fieber. Dieselben besitzen eine schwarze Nase und sind ohne Haut. 

Die reinweissen Muscheln bewirken, dass die Leibesfrucht des 
Menschen sich auflöst. Man zeige sie keinem schwangeren Weibe. 
Dieselben besitzen einen hellrothen Gürtel und ein durchdringendes 
Rückgralh. 

Die aufgeweckten Muscheln bewirken, dass der Mensch leicht 
vergisst. Man nähere sie keinem Feuer. Dieselben besitzen an der 
inneren Schale hellrothe Fäden. 

Die trunkenen Muscheln bewirken, dass die Jünglinge bitkisinnig, 
die Mädchen unzüchtig sind. Dieselben besitzen grüne Lippen und 
eine hellrothe Nase. 

Die lasurblauen Muscheln bewirken, dass die Menschen stehlen. 
Dieselben besitzen über dem Rückgratb Fäden und haben krumme 
Lippen. Wenn es regnet, sind sie schwer. Wenn es zu regnen auf- 
hört, sind sie leicht. 

Die gekrümmten Muscheln bewirken, dass das Gemütb stark 
wird. Wenn man in der Nacht wandelt, unterdrücken sie die irre- 
führenden Dämonen, die Wölfe, Leoparden und die hundert wilden 
Thiere. Es sind die Muscheln mit hellrother Mitte. Wenn es regnet, 
sind sie leicht. Wenn es zu regnen aufhört, sind sie schwer. 



Bernstein. 
Das Kuang-ya sagt: 

Der Bernstein ist eine Perle und wächst in der Erde. Über und 
neben ihm bringt der Boden keine Pflanzen hervor. Die geringste 
Tiefe beträgt fünf Schuh , die grösste Tiefe beträgt acht bis neun 
Schuh. Er hat die Grösse eines Masses von zehn Nösseln. Man 
schneidet die Haut weg und bringt den Bernstein zu Wege. Der- 
selbe gleicht anfänglich dem Leime des Pfirsichbaumes. Indem er 
erstarrt und fest wird, bildet er sich. Die Menschen der Gegend 
gebrauchen ihn als Kopfkissen. Er kommt aus dem Districle Pu-nan. 



Beiträge zur (ieseliiclite der Edelsteine und des Goldes. 11)0 

Das Tien-lio (die Abkürzungen der Vorbilder) sagt: 
In dem Reiche des grossen Thsin gibt es vielen Bernstein. 
Das fortgesetze Buch der Hau sagt: 

Das fremdländische Reich Ngai-Iao^) bringt glänzende Perlen 
und Bernstein hervor. 



Das Buch der U sagt: 

Yü-fan liebte in seiner Jugend die Bücher und war hochmüthig. 
Als er zwölf Jahre alt war, wartete ein Gast seinem älteren Bruder 
auf, ohne dabei sich zu Fan zu verfügen. Fan übergab ihm nach- 
träglich ein Schreiben, worin er sagte: Ich habe gehört; Der Bern- 
stein zieht keine faulen Halme an sich. Der Magnet empfängt keine 
krummen Nadeln. Dass du herüber kamst und dich nicht um mich 
kümmertest, ist dies nicht auch angemessen? 

Als der Gast das Schreiben erhielt, betrachtete er es als etwas 
Merkwürdiges. Jener erntete dadurch Lob. 



Das von Tschin-yo verfasste Buch der Sung sagt: 
Zu den Zeiten des Kaisers Wu machte Ning- tscheu gewöhidich 
Kopfkissen von Bernstein zum Geschenk. Dieselben waren sehr 
glänzend und zierlich. Hierauf im Begriffe, einen Eroberungszug 
nach Norden zu unternehmen, heilte er mit Bernstein ein Metallge- 
schwür. Der Kaiser war hierüber sehr erfreut. Er gab Befehl, den 
Bernstein zu zerstossen und damit die Heerführer /.u betheilen. 



In den vermischten Firzählungen von der Mutterstadt des 
Westens wird gesagt: 

Kaiser Siuen besass einen kostbaren Spiegel des Landes Schin- 
tö. Derselbe hatte die Grösse einer Kupl'ermünze von acht Quentchen. 
Er verwahrte ihn gewöhnlich in einer Büchse von Bernstein. 

In den Denkwürdigkeiten von wunderbaren Dingen heisst es: 

Der Bernstein ist ursprünglich aus dem Leime der Fichte 
gebildet. Einige verfertigen daraus Weinbecher und Töpfe. 

In den Denkwürdigkeiten des Reiches Hoa-yang heisst es: 



1) Ein Eieicli der südlichen rrenidläuder. Ngai-Iao und das oben genannte Po-nan 
waren ehemals iiucli /.wci Dislricte desselben. 



l 



196 P f i z III a i e r 

Die PerlengTubeu bringen glänzende Perlen und Bernstein her- 
vor. Dieser besitzt die Eigenschaft, Hahne zu saugen. 

In den Denkwürdigkeiten der Reiche der westlichen Grenzen 
heisst es: 

In dem Sande an den Ufern des Flusses Mo-liü findet man die 
Nester der kurzleihigen Biene. Man verbrennt dieselben und bereitet 
daraus Bernstein. 



Die Geschichte von Yuen-tschung sagt: 

Wenn der Leim des Maulbeerfeigenbaumes in die Erde rinnt, 
wird er in tausend Herbsten zu Bernstein. 

In den Denkwürdigkeiten von vielseitigen Dingen heisst es: 

Wenn der Leim der Fichten in die Erde rinnt, verwandelt er 
sich nach tausend Jahren in Stechwinde. Die Stechwinde verwandelt 
sich nach tausend Jahren in Bernstein. Der Bernstein heisst auch: 
die Perle des Stromes. Gegenwärtig findet sich aufdemTai-san Stech- 
winde, aber kein Bernstein. Yung-tschang in Yf-tscheu bringt Bern- 
stein hervor, aber keine Stecbwinde. Einige sagen wieder, dass dies 
der Stoff ist, der aus gebrannten Bienennestern bereitet wird. Mankann 
diese zwei Aussprüche nicht erklären. 



Die Geschichte des Auflesens des Hinterlassenen sagt: 
Einst zu den Zeiten des Kaisers \\u von Han, im ersten Jahre 
des Zeitraumes Pao-ting '), befand sich unter den von den west- 
lichen Gegenden als Tribut gebrachlen Kleinoden und wunderbaren 
Gegenständen eine Schwalbe von Bernstein. Man stellte sie in das 
ruhige innere Haus. Daselbst sang sie und schlug mit den Flügeln. 

Der Vorsteher von U hörte, dass die Edelfrau von Fan mit Schönheit 
begabt sei. Er gab Befehl, ihm ihr Bildniss zu bringen. Das Bildniss 
ward vollendet, der Vorsteher von ü sah es und erschrack freudig. 
Er berührte es mit einem bernsteinenen Rosenkranze, und dieser zer- 
brach sofort. Er sprach: Dies ist eine Tochter der Götter. — Er| 
nahm sie demgemäss auf-'). 



1) 116 n. Chr. Dieser Zeitraum heisst sonst immer mir Yuen-ting', während Pao-ting 

ein Zeitraum aus den .lahren des Hauses Tsin. 
~) Aus der Geschichte des Autlesens des Hinterlassenen. 



Beiträg'e zur Geschichte fler Edelsteine und des Goldes. 1 9 i 

Sün-ho fand Gefallen an der Edelfrau von Teng, und er kam 
desshalb allmonatlich zum Tanze herab. Er verletzte aus Versehen 
mit einem krystallenen Rosenkranze ihre Wange. Er befahl dem 
Leibarzt, sie zu heilen. Dieser rieb Knochen der weissen Fischotter 
mit Bernstein zu einem Pulver und strich es auf. Sie wurde sofort 
lergestellt i). 



Das Buch Pen-tsao von Schin-nung sagt: 

Man nehme ein unbebriitetes Hühnerei. Nachdem das Gelbe und 
Jas Weisse unter einander gemengt worden , siede man es stark. So 
ange es noch weich ist, schneide man daraus einen beliebigen Gegen- 
stand. Man lässt es in bitterem Wein durch mehrere Nächte liegen. 
Wenn es erhärtet ist, gibt man Schminke hinzu. Dasjenige, bei 
velchem man etwas Vorzügliches trifft, ordnet das Wahre 3). 



Das von Tso-sse verfasste bilderlose Gedicht auf die Hauptstadt 
on Seh 6 sagt: 

Bernstein, das mennigrothe Grün, Perlen des Stromes und hell- 
'othe Edelsteine erblühen. 

In dem Gedichte Fan-nis heisst es : 

Des Wortes mächtig, Avandelt er zu dem westlichen Bergrücken. 

ir lässt das Auge ruhen auf den zwei blumigen Bergen. Goldene 

»tockwerke. Treppen von Bernstein, Betten von Elfenbein, Matten 

on Schildkrötenschuppen, in ihrer Mitte hefinden sich göttliche 

lüheiide Männer, man weiss nicht wie viele Jahre. 



Agat. 
Das Kuang-ya sagt: 

DerAgatstein stellt dem weissen Edelsteine im Range zunächst. 
In den kurzgefassten Denkwürdigkeiten von Wei heisst es: 
Das Reich des grossen Thsin bringt vielen Agat hervor. 



*) Die Geschichte des Aiiflesens des Hinterlassenen. 

2) Dieses Verfahren war durch alle Zeitalter gewöhnlich. Man verfertigt auf diese 

Weise einen Gegenstand, durch den man alles zu Wege bringen kann. Derselbe 

wird als eine Art künstlichen Hernsteines betrachtet. 



1 «lö P f i z in a i e r 

Die Geschichte von Liang-tscheu sagt : 

Im zweiten Jahre des Zeitraumes Hien-ho (326 n. Chr.) eröffne- 
ten Räuber die Erdhügel i) Tschang-siün's a). Sie fanden daselbst 
Weingefässe von Agat. 



Das Buch der nördlichen Tsi sagt: 

In dem Zeiträume Wu-ping (577 bis 582 n. Chr.) entfernte 
man Fu-fo und ernannte ihn zum stechenden Vermerker des östlichen 
Yung-tscheu. Als Tscheu das Gebiet von Piiig-tscheu bewältigt hatte, 
entsandte es (den Heerführer) Wei-hiao-kuan an Fö mit dem Auf- 
trage, diesen herbeizurufen. Der Abgesandte sprach: Ping-tscheu ist 
bereits beruhigt. Desswegen entsandte man mich mit dem Auftrage, 
dir die Meldung zu bringen. Es ist angemessen, dass du schleunigst 
herabkommest. Man verleiht dir das Amt des obersten grossen Heer- 
führers, eines Fürsten der Provinz Wu-hiang und des Reiches Khai. 

Sofort beschenkte er ihn mit dem Abschnittsrohre der Verlei- 
hung des Amtes. Er gab ihm zur Beglaubigung zwei Weingefässe 
von Gold und Agat. Fö nahm sie nicht an. 



In den Geschichtschreibern des Nordens wird gesagt: 
Siao-tschä, Vorsteher von Liang, hatte Weingefässe von Agat 
zum Geschenk gemacht. Kaiser Wen von Tscheu erfasste sie, blickte 
auf die zugetheilten Leibwächter und sprach: Wer im Stande ist, das 
Schwarze des Hauptes der gebreiteten Binsen s) zu schleudern, dem 
gebe ich sofort die Weingefässe. — Es hatten bereits Mehrere dies 
nicht gekonnt. Da erfasste endlich Sie-tuan das Haupt der gebreite- 
ten Binsen und sprach : Es ist nicht der Fall, dass diese Weingefässe 
schätzbar sind. Ich denke nur daran, die Wahrhaftigkeit der Sache 
zu zeigen. — Er schleuderte es, und alle fünf Söhne waren schwarz. 



•) Die auf Erdhügeln erbauten Städte. 

ä) Tschang-siiin von König' von Liang. 

3) „Oas Haupt der gebreiteten Binsen" (tschü-pu-teu), auch einfach „die gebreiteten 
Binsen" (tschü-pu) genannt, ist ein gewisses nicht näher bezeichnetes Spiel, bei 
welchem die höchste Leistung darin besteht, dass alle „fünf Söhne" oder alle 
„fünf Bäume" schwarz sind. Das Buch der Tsin sagt: Das Tschü-pu ist nur ein 
Spiel der Schweinehirten und Sciaven. 



I 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 1 99 

Kaiser Wen hatte hieran grosses Wohlgefallen. Er schenkte 
ihm sofort die Weingefässe. 



In den Erklärungen des Alterthums und der Gegenwart heisst es : 

Wu, Kaiser von Wei, Hess Pferdegebisse aus Agatsteinen ver- 
fertigen. 

In der Geschichte des Autlesens des Hinterlassenen wird gesagt : 

Zu den Zeiten des als Kaiser herrschenden Tschuen-hiÖ machte 
das Reich Tan-khieu Krüge von Agat zum Geschenk. Man füllte sie 
mit süssem Thau und stellte sie in die Küche. 

Auf dem Gebiete von Tan-khieu sind die Dämonen von Ye-tscha 
undKiü-pö. Dieselben verstellen es, aus rothem Agat Töpfe, Schüsseln 
und Musikwerkzeuge zu verfertigen, die feiner und zierlicher sind, 
als diejenigen, die man in dem mittleren Reiche findet. 

Einige sagen in Bezug auf den Agat; Das Blut der bösen Dämo- 
nen gerinnt und bildet diesen Gegenstand. 

Zu den Zeiten des gelben Kaisers hatte man Krüge von Agat. 
Zu den Zeiten des Kaisers Yao waren dieselben noch vorhanden. Der 
süsse Thau, der sich in ihnen befand, erfüllte sie und ging nicht 
zu Ende. 

Die Geschichte von Yuen-tschung sagt : 

Der Agat kommt aus dem Reiche Yue-lschi. 



In einer Anmerkung zu dem bilderlosen Gedichte auf die agate- 
nen Pferdegebisse des Kaisers Wen von Wei wird gesagt: 

Er (der Agat) ist eine Art weissen Edelsteines. Er kommt von 
den Ländern der westlichen Gränzen. Seine Streifen sind unter ein- 
ander gemengt und haben Ähnlichkeit mit dem Gehirn des Pferdes. 
Desswegen gab man ihm in jenen Gegenden davon den Namen i). 



Bergkrystall (lieu-li). 
Das Hiao-king sagt: 

Wenn der göttliche Geist befeuchtet, so gibt es Spiegel von 
Bergkrystall. 



1) Ma-iino „AgHt" Uat ursprünglich die Bedeutung „Pferdehirn". 



200 P f i z m a i e r 

Der erdbesehreibeiide Theil des Buches der Han sagt: 

Kaiser Wu hiess Leute sich auf das Meer begeben und Berg- 
krystall erhandehj. 

In den auf Wu von Han sich beziehenden alten Gegenständen 
heisst es: 

Kaiser Wu befasste sich gern mit Göttern und Unsterblichen. 
Er baute Tempel und göttliche Häuser. Die Thürflügel an denselben 
waren sfimmtlich aus weissem Bergkrystall verfertigt, und Lichtglanz 
leuchtete durchdringend in den innersten Tiefen. 

Kaiser Tsching von Han liess für Tschao-fei-yen die Halle Fo- 
thang errichten. Die Thüren waren aus meergrünem Bergkrystall. 



In den abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei wird gesagt; 

DasBeich des grossen Thsiu bringt zehn Arten Bergkrystall her- 
vor; hellrothen, weissen, schwarzen, gelben, grünen , meergrünen, 
blauen, hellgrünen, scharlachrothen, purpurnen. 

Das Buch der Wei sagt : 

Es kamen Kaufleule, Menschen des Beiches Thien-tschö, in die 
Mutterstadt. Sie sagten, dass sie im Stande seien, durch Schmelzen 
von Steinen Bergkrystall von fünf Farben zu verfertigen. Hierauf 
sammelte und schlilf mau Steine des Gebirges und schmolz sie in der 
Mutterstadt. Als man die Gegenstände vollendet hatte, besassen diese 
frischen Glanz und waren schöner als diejenigen, welche aus den 
westlichen Gegenden kamen. In einer liöchsten Verkündung wurde 
jetzt befohlen, daraus eine Gehhalle zu bilden, welche über hundert 
Menschen fassen konnte. Die glänzenden Farben erfüllten alles mit 
ihrem Wiederscheine. Alle, die es sahen, waren erschrocken und 
glaubten, dass dies ein Bau des Lichtes der Götter sei. 

Seit dieser Zeit wurde der Bergkrystall des mittleren Beiches 
verachtet, und die Menschen betrachteten ihn nicht mehr als eine 
Kostbarkeit. 



Das Buch der Tsin sagt: 

Wang-tsi war hochfahrend und verschwenderisch. Der Kaiser 
begab sich gewöhnlich in das Wohnhaus Tsi's. Die Speisen, welche 
dieser anbot, waren sehr reichlich, und alles war in Gefässen von 
Bergkrystall angehäuft. Der Kaiser fand diese sehr schön. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. Z\)\ 

Ycn-kuiig-king, König von Ju-nan, Hess den Wein in Gefässen 
von Bergkrystal! umheiTeiehen. Als der Wein zu Thsiii-luing kam, 
wollte dieser das Getass nicht ergreifen. Man fragte ihn um die 
Ursache, und er antwortete: Ich denke, es hat den Sinn, dass man 
einen Edelstein ergreift und nicht mit schnellen Schritten vor- 
wärts eilt i). 

In den Erzählungen des Tiefen und Dunklen wird gesagt: 
Tung-fang-so erhielt Thau von fünf Farben. Er füllte ihn in 
Gefässe von Bergkrystall und machte sie dem Kaiser Wu zum 
Geschenk. 

Die Erzählungen des Auflesens des Hinterlassenen sagen: 
Tung-yen stellte Windschirme von purpurnem Bergkrystall auf. 
In den Gesprächen des Zeitalters wird gesagt: 
Muan-fen fürchtete den Wind. Als er sich in Tsin befand, sass 
der Kaiser an dem nördlichen Fenster. Man hatte Thürflügel aus 
Bergkrystall verfertigt, die fest geschlossen waren, aber auseinander 
zu stehen schienen. Fen hatte das Aussehen eines Frierenden, und 
der Kaiser lachte über ihn. Fen antwortete: Ich bin gleichsam ein 
Büffel von U. Wenn dieser den Mond sieht, so keucht er 3). 



In den weitläutigen Denkwürdigkeiten wird gesagt: 

Der Bergkrystall kommt aus den Reichen Hoang-tschi, Sse-tiao, 
dem grossen Thsin und Je-nan. 

In den Angaben über merkwürdige Dinge des südlichen Land- 
striches heisst es: 

Der Bergkrystall ist, was den ursprünglichen Stoff" betriff't, ein 
Stein. Wenn man aus ihm Geräthe verfertigen will, so bearbeitet 
man ihn mit natürlicher Asche. Die natürliche Asche hat das Aus- 
sehen der gelben Asche. Sie wächst an den Ufern des südlichen 
Meeres , und man kann auch mit ihr Kleider waschen. Bei ihrem 
Gebrauche hat man nicht nöthig zu begiessen, sondern man wirft sie 



') Aus dem Buche der Tsin. 

2) Der Büffel von U ist ein W;isscrbüffel. Die Länder des Südens sind sehr heiss, und 
der Wasserbüffel fürchtet die Hitze. Wenn er den Mond sieht, p^lanht er. es könne 
dies die Sonne sein, und er keuciit desshiilb. Fen war der Enkel des grossen 
Beruhigers Tschung-. 

Sitzb. d. phil.-hist Cl. LVIll. Bd. HI. Hft. 14 



bloss in das Wasser. Sie ist schlüpfrig gleich bemoosten Steinen. 
Wenn man diese Asche nicht erlangt, ist der StolV unlösbar. 



In der Geschichte der zehn Inseln heisst es: 

Auf dem Berge Fang-tschang befindet sich ein Palast von Berg- 
krystall i). 

In einer Anmerkung zu dem von Fu-hien verfassten bilderlosen 
Gedichte auf einen beschmutzten Weinkrug wird gesagt: 

Jemand übersandte mir einen W^einkrug von Bergkrystall. Ein 
kleines Kind spielte verstohlen damit und Hess etwas Unreines hinein- 
fallen. Ich war darüber im Herzen ungehalten. Wenn es auf den 
Menschen Eindruck macht, dass Gegenstände beschmutzt und ent- 
weiht werden, so werden diese desjenigen verlustig, was man für 
kostbar hielt. Um wie viel mehr ist dies der Fall bei dem Weisen, 
der seinen Wandel einrichtet und Flecken bekommen kann. 



Das Wagennetz. 
Kuang-ya sagt: 

Der Stein des Wagennetzes folgt im Range nach dem weissen 
Edelsteine. 

Die abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei sagen: 
In dem Reiche des grossen Thsin gibt es viele Wagennetze. 
Die Erklärungen von Alterthum und Gegenwart sagen: 
Wu, Kaiser von Wei, Hess Weinbecher aus Wagennetzen ver- 
fertigen. 

Die Geschichte von Yuen-tsching sagt: 

Die Wagennetze kommen aus dem Reiche Thien-tschu. 



In einer Bemerkung zu dem bilderlosen Gedichte auf die Trink- 
schalen von Wagennetz heisst es : 

Das Wagennetz ist eine Art weissen Edelsteines. Dasselbe hat 

viele feine Adern und bunte Streifen. Es kommt aus den Reichen des 

Westens. Man hält es daselbst allgemein für eine Kostbarkeit. Die 



^) Der Berg Fang-tschang ist eine der drei von Unsterblichen bewohnten Inseln. 



Beiträge zur Geschichte iler Edelsteine und des Goldes. 303 

kleinen Steine hängt man um den Hals, aus den grossen verfertigt 
man Geräthe. 

Das von Wang-tsan verfasste bilderlose Gedicht auf die Trink- 
sehalen aus Wagennetz sagt : 

Man vermischte das ursprüngliche Gelb und bildete daraus den 
Stotf, Sie haben Ähnlichkeit mit Himmel und Erde, die noch un- 
getheilt sind. Sie fassen das Höchste und das Schönste unter den 
fünf Tugenden zusammen. Sie übertreffen sämmtliche Kostbarkeiten 
und sind einzig in ihrer Art. 

Das bilderlose Gedicht auf die aus Wagennetz verfertigten Trink- 
schalen des Königs von Tschin-sse sagt: 

Der Ort, wo diese Trinkschalen entstanden, befindet sich an dem 
erhabenen Uferrande des dünnen Windes. Ihr Glanz ist gleich ge- 
stauten Blitzen, ihr Wiederschein ist wie von schwimmenden Sternen. 
Der Flussgott bewundert sie als Beglaubigungsmarken von kostbaren 
Edelsteinen. Er überblickt sie einmal und erschrickt neunmal. 

Das von Wang-tschu-tao verfasste bilderlose Gedicht auf die 
Trinkhörner von Wagennetz sagt: 

Sie sind warm gleich dem steigenden Li -Drachen, der sich 
zu dem Himmel erhebt. Ihr Licbtglanz hat Ähnlichkeit mit umher- 
schweifenden Gänsen, die sich in der Ferne scharen. 



Glas. 

Die Geschichte der vier Fürstensöhne von Liang sagt: 
Ein grosses Seeschiff von Fu-nan kam aus dem Reiche des west- 
lichen Thien-tscho und verkaufte Spiegel von lasurblauem Glase. 
Dieselben waren einen Schub fünf Zoll breit und vierzig Pfund 
schwer. Sie waren inwendig und auswendig glänzend weiss und rein 
und zeigten an der oberen Seite Gegenstände in fünf Farben. Wenn 
man sie gegen das Licht betrachtete, war ihr Stoff nicht sichtbar. 
Man fragte nach dem Preise, und man bestimmte als solchen hun- 
dertmal zehntausend Schnüre Kupfermünzen. 

Kaiser Wen befahl den Inhabern der Vorsteherämter, den 
Betrag aufzuzählen. Man leerte die Versammlungshäuser und Rüst- 
kammern, und was man daselbst fand, war noch nicht die entspre- 
chende Summe. 

14* 



.I.Mic Küiillciilc sünlcii. im dieser (Ir<Mi/,«' der Karhe luilie der 
Ilimmelskiiiii|j; Aiiiielef-'enlieiltMi des Segens und der Krende. und der 
llinuiiel erunesse slarkeu IJefien. Ivs re^iie süiiuullielie Koslliitriieileu, 
und die Her}j;e iielnneu sie iiul". Man uelinie sie inis den Versleckeii 
der Herj^e und si«' seien schwer zu erlini<;en. Man werfe die Knoelieii 
grosser wilder Tliiere in die Versleeke. Wenn die Knoelien verdor- 
lien sind, seien sie eine Arl Knslltarkeilen. K'in Vo^^'el Iraj^c sie in dem 
Sehnahel heraus, inid dies seien die Koslharkeilen. 

In dem ganzen lleiehe wurde dieses niehl verslamicn. und nie- 
mand gelranle sieh, die als Preis gelorderle Snnnne zu erlegen. 



Das Hueh i\i'i' Thaiig sagt : 

Zu {\c\i Zeilen Kao-Isung's, im zwöH'len INlnnale des zweileii 
Jahres des Zeitraumes Sehang-yuen (liT.'i n. Chr.) maehle der König 
von l*o-han-|Mian lasurhlaues (ilas im*l Knigeih zum (lesehenk. Su-ki, 
König von Iloang-Ihse. maehle Silher und Mas zum (iesehenk. 



Die (Jesehiehle von Thien-Isehü sag! : 

Unter tien |{erg«'n des gross«'n Schnees lindel sieh der Herg der 
Koslharkeilen. Daseihsl <'nlslehen sännniliche siehen Kitslharkeilen. 
Man kann diese erlangen, indem man sie wegnimmt. |{|os das (Ilas 
enistehl aul' den ludien Herggi|il'eln und ist sehwei' zu erlangen. 

Di»' (icschichle xm Ynen-Isehung sagl : 

Das Heich des grossen Thsin hesitzl (Ilas in Inul' Karhen. Das- 
jenige von seharlaehrolher Karlie ist das koslharstc. 

I>ie (lesehiehte der /ehn Landstriche sagt : 

.Vnl' dem üerge Km'n-Iün lind««! man einen l'alasi von seharlach- 
rolhem und lasurhlauem (Hase. Ks ist derselhe. den mau mil Nanu'n 
„die Halle tier siehen Kitslharkeilen" nennt. 



Krystall. 

Das Kuang-ya sagl : 

Den Krystall nennt man die Sieinhiüthe. 
Das lluch der lorlgest'tztrn Man sagl: 

Das lleich der Kremdländer von Ngai-i.io hringl Kryslal 
hervor. 



Rrilrüee zur new-bifhU? der EdeUt«ine und de« Golde«. 2 " i 



•!,•= 



^ 



In rlen Jihffekürzteri Oerik Würdigkeiten von Wei hei«st es: 
Das Reifh des grossen Thsin heisst auch Li-nan. fJaselbst sind 
in (Jen Palästen und inneren Häusern die Säuleu von Krvstall. Die 

m 

Speisegefässe sind es ebenfalls. 

Die weitläufigen Denkwürdigkeiten sagen : 

Dei- Krvstall kommt aus dem grossen Thsin und dem Reiche 
(loang-tschi. 

Die Geschichte der zehn Inseln sagt: 

Auf dem Berge Kuen-Iün giht es eine Thorwarte von Krvstall. 

Das Kuch der Berge und des Meeres sagt: 

Auf dem Berge Thang-ting (dem Berge der Halle und des Vor- 
hofesj giht es viele Wasseredelsteine ij. 



In den Cherlielerungen Ton Unsterblichen heisst es: 
TschT-sung-tse gebrauchte als Arznei Wassereddsteine. 
Die Geschichte des Auflesens des Hinterlassenen sagt: 
Im dreiundzwanzigsten Jahre des Königs Ling von Tscheu er- 
baute man die Erdstufe Kuen-tschao. Zu ihrer Ausschmückung diente 
Mörtel von Krvstall. 

In dem Reiche der Fremdländer von Yö sind auf den Bergen 
Stockwerke und innere Häuser auf Pfosten erbaut. Thüren und Fenster 
öffnen sieh gegen das Licht. Die Treppen sind von Krvstall und 
Feuerhornblatt '-). 



Frauenglas. 

In den im Kreise sich drehenden Sternbildern des Nössels ;:nd 
der Angeln des Frühlings und Herbstes heisst es: 

Wenn der Angel'-tern sich verflüchtigt, bildet er Frauenglas. 

Das Buch der Han sagt : 

Unter den im Innern aufwartenden Menschen Wang-mang s, 
die auf die höchste Verkündung warteten, war einer, der sagte: Mang 
hat das Auge eines Geiers, die Mundwinkel eines Tigers, die Stime 
der wilden Hunde und Wölfe. — Mang liess den auf die höchste 



'j Der Wasseredeliteio i»l da»M;U>e, wa« gegenwärtig Krystall geoannt wird. 
-J Aos der Geschichte de« Anfle^eBS der Hiiiterla»seneD. 



206 Pf i/ m « i or 

Verküniluiig Wartenden hinrichten und hetheilte den Angeher mit 
einem Lehen. Von nun an versteckte er sich heständig hinter einem 
Windschirm von Frauenglas und mit Ausnahme der ihm Nahestehen- 
den bekam ihn niemand zn sehen. 

Das von Fan-hoa verfasste Buch der späteren Hau sagt : 

Tsching-hung wurde der grosse Beruhiger. Ti-U-lün wurde der 
Vorsteher der Räume. Anfjingh'ch war Lün Stattlialter von Kuei-ki. 
Der Kaiser berief Hung und setzte ihn zum Tu-yeu (Beaufsichtiger 
für Übertretungen) ein. So oft er an dem Hofe erschien, krümmte 
Hung den Leib und erniedrigte sich. Wenn jetzt der Kaiser Gehör 
gab, stellte er einen Windschirm von Frauenglas auf und errichtete 
dadurch eine Scheidewand. 

Der Frühling und Herbst von Tsin sagt: 

Als Sün-sieu sich unterwarf, wurde ihm ein Wagen von Frauen- 
glas verliehen. 



Das Bucli der Liang sagt : 

Der Lehrer Teng von Nan-yo hiess mit Namen YÖ. Er war ein 
Kingeborner von Kien-ping in King-tscheu. In seiner Jugend trat er 
in keinen Dienst und lebte in Verborgeidieit. Auf dem erhabensten 
Rücken des Berges Heng errichtete er zwei kleine Breterhäuser. 
Sein Fuss schritt niemals von dem Berge herab. Er schnitt das Ge- 
treide durch dreissig Jahre. Er trank bloss das Wasser der Gebirgs- 
schluchten und gebrauchte als Arzneimittel zerstossenes Frauen- 
glas. Tag und Nacht las er mit lauter Stimme das Buch der tiefen 
Wasserhöhlen. 

Das Buch der Thang sagt: 

Tu-lo-wei, König von U, hatte eine Vorliebe für die linke Seite 
des Weges. Demgemäss vereinigte er Metall mit Mennig und suchte 
die Kunst des langen Lebens. Als Arznei gebrauchte er gewöhnlich 
Pulver von Frauenglas. 

Dasselbe Buch der Thang sagt: 

Wei-tschi-king-te läuterte durch Verflüchtigung weisse Steine. 
Indem er abgeschlossen lebte, gebrauchte er als Arznei das Mehl von 
Frauenglas. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 20 / 

In den zehntausend vollendeten Künsten von Hoai-nan heisst es : 
Wenn Frauenglas in die Erde gelangt, so ist es in tausend Jah- 
ren nicht verfault. Wenn Frauenglas sich an den Füssen befindet, so 
tritt man auf keine Dornen i). 



Das Buch Hoai-nan-tse sagt: 

Das Frauenglas bringt Wasser zu Wege 2). 

Das Buch Pao-po-tse sagt : 

Das Frauenglas ist von fünferlei Farbe. Dasjenige, das grössten- 
theils grün ist, heisst die Wolkenblüthe. Man kann es füglich 
im Frühling als Arznei gebrauchen. Dasjenige, das grösstentheils 
roth ist, heisst die Wolkenperle. Man kann es füglich im Sommer 
als Arznei gebrauchen. Dasjenige, das grösstentheils weiss ist, heisst 
der Wolkensaft. Man kann es füglich im Herbst als Arznei gebrau- 
chen. Dasjenige, das grösstentheils schwarz ist, heisst die Wolken- 
mutter. Man kann es füglich im Winter als Arznei gebrauchen. 

Dasjenige, das bloss zwei Farben: die grüne und die gelbe be- 
sitzt, heisst der Wolkensand. Man kann es füglich im letzten Monate 
des Sommers als Arznei gebrauchen. Dasjenige, das durchsichtig und 
rein weiss ist, heisst der Stein des Felsenwassers. Man kann es zu 
allen vier Jahreszeiten beständig als Arznei gebrauchen. 



Das Buch Pao-pö-tse sagt ferner:. 

Der Anführer der Besatzung des Kaisers King von U Hess in 
Kuang-Iing Gräber aufgraben. Daselbst waren Menschen , welche 
Lebenden glichen. In den Särgen fand sich Frauenglas von der Dicke 

eines Schuhes. 

In den vermischten Erzählungen der Mutterstadt des Westens 

wird gesagt : 

Das Grab des Fürsten Yeu von Tsin war sehr hoch. Das Thor 
der Unsterblichen und der Durchweg waren von Stein und weissem 
Edelstein. Man schlug sie weg und drang in die Tiefe. Man fand eine 
Stelle von Frauenglas und sah über hundert Leichen, die in der 



1) Wenn man das grosse Frauenglas (zubereitetes Frauenglas) auf die Fussohlen 

streicht und man dann auf Dornen tritt, so können diese nicht haften. 
2) Durch den Stein des Frauenglases kann man sich Wasser verschaffen. 



208 P f i z m a : p r 

Quere sich mit den Häuptern und Leibern aufeinander stützten. Alle 
waren un verwest. Unter ihnen befand sich blos ein junger Mann, die 
Übrigen waren Mädchen. Einige sassen. Andere standen, Andere 
lagen. In Kleidung, Gestalt und Farbe waren sie von lebenden Men- 
schen nicht verschieden. 



Kaiser Tsching Hess Vorhänge von Wolkenmutter (Frauenglas), 
Wolkenbaldachine und Wolkenzelte in der purpurnen Vorhalle von 
Kan-tsiuen anbringen. In dem Zeitalter nannte man diese die Vor- 
halle der dreierlei Wolken '). 

In den Abstufungen der Ehrenbezeugungen für die Fürsten und 
Reichsminister von Tsin heisst es : 

Er verlieh als grosse Opfergabe dem Könige Hiä von Ngan-ping 
Handwagen von Frauenglas. 

In den Namen der Thorwarten der Paläste von Tsin heisst es: 

In dem Teiche Han-yuen befinden sieh Schiffe von Frauenglas. 

Die Geschichte der Vorhallen der Paläste von Lo-yang sagt: 

In dem Palaste befanden sich Lin , Schang und andere Thor- 
warten. Bei denselben war Frauenglas in das Innere der Fenster 
gestellt. Wenn die Sonne sie beschien, verbreiteten sie einen reichen 
rothen Glanz. 



In den Überlieferungen von den Unsterblichen heisst es: 
Fang-hoei war ein in Verborgenheit lebender Mensch a 
Zeiten Yao's. Derselbe läuterte und verzehrte Frauenglas. 



Die Geschichte der drei Tsi sagt: 

Bei der Feste Tung-wu liegt der Berg der Wolkenmutter (Yün- 
mu-S(in). Auf dem Berge findet sich Wolkenmutter (Frauenglas), 
daher der Name. Dies ist der Ort, zu welchem der Lehrer Ngan-khi 
gewöhnlich lustwandelte und wo er Speise verzehrte. 



Die geheime Geschichte des östlichen Gartens sagt: 
W^enn man den Leichnam mit Frauenglas ausfüllt, so werden 
die Verstorbenen vor Verwesung bewahrt. Fung. eine vornelime 



1) Alis den verniisphteii Erzählungen der MuUerstadt des Westens. 



Beiträge zur fie,s('luch(e der Edelsteine und des Goldes. <C()9 

Geliebte des Kaisers, gehörte zu den Schönheiten des Reiches. Die- 
selbe war bereits zehn Jahre verstorben , als ihr Grab von Räubern 
erbrochen wurde. Ihre Gestalt und ihr Anblick war wie ehemals, 
und sie war bloss kalt. Die Räuber schändeten sie in Gemeinschaft. 
Sie wurden später gefangen. Diese Räuber sagten, in dem Sarge der 
vornehmen Geliebten seien mehrere Scheffel Frauenglas gewesen. 



Die Geschichte Schi-hu's in Nie i) sagt; 

Hu verfertigte Fächer aus Frauenglas und Goldblättern des 
fünffachen Lichtes. 

In der von Fei-yuen verfassten Geschichte von Kuang-tscheu 
heisst es: 

In dem District Tseng-tsching findet man Frauenglas. Wenn 
man dieses gegen die Sonne kehrt und bescheinen lässt, verbreitet es 
hellen Feuerglanz. 

In den Denkwürdigkeiten in Bezug auf Eintheilung der Länder 
heisst es : 

Der Berg Ting in Lang-ye bringt Frauenglas hervor. 



Die Kunst der Vorbilder von Wang-kien-ping sagt: 

Es gibt fünferlei Frauenglas. Ein jedes, dessen Farbe grün und 
schwarz ist und das ungeordnete Streifen in fünf Farben besitzt, 
heisst die Wolkenmutter. 

Ist es weiss und etwas grün, so heisst es die Wolkenblüthe. Ist 
es wie Wasser und Thau, dabei gelb und weiss, so heisst es der 
Wolkensand. Dasjenige, bei welchem Grün und Hellroth gemengt 
sind, heisst die Wolkenperle. Ist es gelb, weiss und hellroth , dabei 
schwer und dick, so heisst es der Stein des Erstehens des Yang. 
Dieses ist die Wurzel des Frauenglases. Hat es in der Mitte schwarze 
Streifen gleich Kupfermünzen, so heisst es die Wolkengalle. Dieses 
verletzt den Menschen und kann nicht als Arznei gebraucht werden 

Die erste Gattung ist der Stein des Felsenwassers. Die zweite 
Gattung ist die Wolkenmutter. Die dritte Gattung ist die Wolken- 



') ScIiT- im, der sicJi selbst den Hiuimelsitöuig' uniinte , war ein llerrselier aus deiu 
Hause des späteren Tschao. Die Hauptstadt seines Reiehes war Nie. 



210 P f i 7. m a i .' r 

perle. Die vierte Gattung ist die Wolkenbliithe. Die fünfte Gattung 
ist der Wolkenglanz. 

Gebraucht man als Arznei den Stein des Felsenwassers, so ist 
die Lebensdauer fünftausend Jahre. Gebraucht man als Arznei die 
Wolkennuitter, so ist die Lebensdauer dreihundert Jahre. Gebraucht 
man als Arznei die Wolkenbliithe, so ist die Lebensdauer tausend 
Jahre. Gebraucht man als Arznei den Wolkenglanz, so ist die Be- 
wahrung mit Himmel und Erde gleich. 



Der Edelstein Si-si. 



In den vermischten Verzeichnissen des Hellen und Erhabenen 
wird gesagt : 

Der Kaiser errichtete in dem Palaste Hoa-tsing mehrere Zehende 
von Häusern des beständigen warmen Wassers. Er baute ferner ge- 
firnisste Schiffe von Silber und Stahl, bei denen selbst die Ruder mit 
Perlen und Edelsteinen verziert waren. Ferner häufte er in dem 
warmen Wasser den Edelstein Si-si und das Agulholz und bildete 
daraus Berge von der Gestalt der Inseln Ying-tscheu und Fang- 
tschang. 

Dieselben vermischten Verzeichnisse sagen: 

Die vornehme Frau des Reiches Kue entriss dem Geschlechto 
Wei das Wohnhaus und baute die Halle der Mitte. Als diese vollendet 
war, berief sie die Handwerker und übergab ihnen für die Kellen 
zweihundertmal Zehntausende. Nachdem sie den Preis bezahlt, 
belohnte sie sie wieder mit zwei goldenen Weinbechern und drei 
Nösseln Si-si. 

In späterer Zeit hatte ein Sturm gewüthet, der Bäume ent- 
wurzelt und mit ihnen die Halle überdeckt hatte. Als man hierauf 
nachsah, war nicht das Geringste verletzt. Als man die Ziegel weg- 
nahm und sie betrachtete, fand man, dass überall hölzerne Ziegel 
eingesetzt waren. Die bewerkstelligten feinen Ausbesserungen, 
von denen in den Überlieferungen berichtet wird , sind alle von 
dieser Art. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 211 

Der Edelstein Yü-khi. 

Das Schiie-wen sagt: 

Der Stein Yü ^) ist dem weissen Edelsteine ähnlich. 

Das Ni-ya sagt: 

Die schönsten Edelsteine der östlichen Gegenden sind die Edel- 
steine Siün und Yü-khi von I-wu-liiis), 

Das Buch der Berge und Meere sagt: 

Im Norden von Khai-ming findet sich der Yü-khi-Baum. Der 
Yü-khi ist eine Art Edelstein. 



Der Edelstein Lang-kan. 

Das Hiao-king sagt: 

Wenn der Geist der Götter sich aushreitet, erhält der Lang- 
kan Glanz. 

Das Ni-ya sagt : 

Die schönsten Edelsteine der westlichen Gegenden sind der 
Khieu-lin und der Lang-kan des Kuen-lün. 

Das Schue-wen sagt: 

Der Lang-kan ist ein Stein, der mit dem Aveissen Edelsteine 
Ähnlichkeit hat. 

Die abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei sagen: 

Das Reich des grossen Thsin bringt Lang-kan hervor. 

Das Buch der Berge und der Meere sagt: 

Im Osten von Khai-ming findet sich der Lang-kan-Baum. Auf 
dem Berge Kuai-ho gibt es vielen Lang-kan. 



Das Buch Kuan-tse sagt: 

Die alte Stadt des Kuen-lün erschien nicht an dem Hofe. Man 
bat, dass man aus Khieu-lin und Lang-kan Haarnadeln und Ohr- 
gehänge des Tributs verfertigen und Khieu-lin und Lang-kan im 
Werthe von tausend Pfunden fordern dürfe. Man könnte dann be- 



1) Yii ist so viel als die Zusammensetiuno: Yü-khi, welches letztere jedoch von Ande- 
ren als eine Art hellrothen Edelsteines bezeichnet wird. 
') l-wu-liii heisst gegenwärtig ein Berg in Liao-tiing. 



/C 1 <w P f i z m ii i e r 

wirken, dass der achttausend Weglängen messende Kiien-liin an 
dem Hofe erscheine. 

Das Buch Hoai-nan-tse sagt: 

Die neunfach übereinander gethürmten Mauern des Kuen-liin, 
der Lang-kan-Baum befindet sich in ihrem Osten. 

In der Geschichte des Auflesens des Hinterlassenen wird gesagt : 

Zur Seite des Berges Kuen-liin befindet sich die Erdstufe des 
Yao-Steines. Auf der Höhe derselben findet man die Edelsteine Lang- 
kan und Khieu-lin. Wenn man diese siedet, kann man aus ihnen 
Fett bereiten. 

Das Buch Pen-tsao sagt: 

Der grüne Lang-kan heisst auch die Rundscheibe der Perlen. 



Das von Tschang-heng verfasste bilderlose Gedicht auf die 
Hauptstadt des Südens sagt: 

Als Kleinode reicht man Lang-kan. Von ihm erfüllt und über- 
gössen sind zaldreiche Gegenden i). 

Das von Wang-yen-scheu verfasste bilderlose Gedicht auf die 
Vorhalle des göttlichen Glanzes in Lu sagt : 

Die dichtgedrängten Steine stellen sich in die Reihe mit dem 
Lang-kan. Die Ohrgehänge von Edelstein verbreiten Edelsteinglaiiz 
mit den Rundtafeln. 

Das von Liü-schin verfasste bilderlose Gedicht auf den Morgen- 
nebel sagt: 

Man beobachtet die Götter in Ying-tscheu =), oder Lang-kan 
auf den mehrfach gethürmten Mauern. 



Der Edelstem Ho-tsi. 



Das Schue-wen sagt: 

Ho-tsi ist der Edelstein Mei-kuei. 

Die Sammlung der Auslaute sagt: 



Dies bezieht sich auf die Verzierung der Musikwerkzeuge, wobei man GoM. Silber 

und Lang-kan verwendet. 
^) Ying-tscheu. eine von Unsterblichen liewolinte Insel. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 213 

Der Bergkrystall (lieu-li) ist die Perle Ho-tsi «). 

In den alten Begebenheiten bezüglich des Kaisers Wii von Haa 
heisst es ; 

Der Kaiser errichtete ein Dach der Götter^ das er mit dem 
Edelsteine Ho-tsi ansbesserte. 

In den Verzeichnissen von U heisst es: 

In dem Districte Si-kiuen gibt es Ho-tsi, der gleich der Wolken- 
miitter. Derselbe ist doppelt und lässt sich öffnen. Er ist von Farbe 
gelb und hat Ähnlichkeit mit dem Golde. 

In den Berichten über merkwürdige Dinge von Nan-tscheu wird 
gesagt: 

Der Ho-tsi kommt aus dem Lande Thien-tscho. Er ist von Ge- 
stalt gleich der Wolkennuitter. Seine Farbe ist gleich derjenigen des 
purpurnen Goldes. Wenn man ihn auseinander nimmt, so gleicht er 
den Flügeln der Feldgrille. Legt man ihn zusammen, so ist er gleich 
einem starken Seidenstoffe und doppelt. 



Lasur. 

Das Hiao-king sagt : 

Wenn der Geist der Götter sich verbreitet, so kommt Lasur 
zum Vorschein. 

Das Kuang-ya sagt: 

Was den Lasur betrifft, so gibt es hellgrünen Lasur und meer- 
grünen Lasur. Er kommt aus den Landschaften Sui und Yün in Yue. 

Das Schue-wen sagt: 

Der Lasur ist unter den Steinen der schönste. 



Das Buch der Hau sagt: 

Zu den Zeiten des Kaisers Siuen sagte Jemand, dass in Yi- 
tscheu sich Götter des goldenen Pferdes und des lasurenen Huhnes 2) 
befinden. Man könne ihnen opfern und sie herbeischaffen. Demgemäss 
entsandte man Wang-pao, der in den Händen ein Abschnittsrohr 
hielt und sie begehrte. 



1) Ho-tsi wird sonst i,ueh als die ans den südlichen Gegenden stammende Feueiperle 
bezeichnet. 

2) Die Gestalt von Gold hatte Ähnlichkeit mit einem Pferde. Die Gestalt von Lasifr 
hatte Ähnlichkeit mit einem Huhne. 



-i 1 4 IM' i z in a i e r 

In den gereihten Jahren heisst es : 

Im siebenten Jahre des Königs Hoei-tsching regnete es Lasur 
in Ying. 

In den alten Begebenheiten bezüglich des Kaisers Wu von Han 
heisst es: 

Der Kaiser errichtete ein Dach der Götter. Die Fussgestelle 
und Thüren waren sämmtlich von Lasurstein. 



Die abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei sagen : 
Das Reich des grossen Thsin bringt Lasur hervor. 
Die Geschichte des Gebietes Tai-khang von Tsin sagt: 
Der District Tsing-ling in Yün-nan bringt Lasur hervor. 



Der Garten der Merkwürdigkeiten sagt: 

In dem District Hoei-yuen, Provinz Yue-sui, befindet sich zur 
Seite des Flusses Yuen-ma ein Tempel. In dem Flusse gibt es Lasur 
und Perlen. Wenn man diese nimmt, ohne dass man den Göttern 
opfert, so bringt es kein Glück. 

Das Buch Tschuang-tse sagt : 

Tschang-hung starb in Scho und wurde begraben. Sein Blut 
verwandelte sich nach drei Jahren in Lasur i). 

In den Erörterungen des kunstreichen Zeitalters heisst es : 

Der Lasur hat Ähnlichkeit mit dem Edelsteine. Bloss I-tün^) 
unterscheidet es. 



Das von Tschang-hang vertasste bilderlose Gedicht auf Yü-lie 
sagt: 

Er steigt auf das geschnitzte Vordach von dem Steine Yao und 
von Lasur. Er pflanzt die Blumenfahne des ganzvollen Himmels. 

Das von Tso-sse verfasste bilderlose Gedicht auf die Hauptstadt 
von U sagt: 

Purpurmuscheln, fliessendesGelb, hellgrüner Lasur sind schlichte 
Edelsteine. 



') Tschang-hung war redlich und wurde verbannt. Desswegen ging sein Blut nicht in 

Fäulniss über, sondern verwiindelte sich in Lasur. 
2) I-tün, ein durch seinen Reichthum berühmter Mann. 



Beiträ<je iuv Geschichte der Edelsteine und des Goldes. ä 1 O 



"ö 



Das von Tso-sse verfasste bilderlose Gedicht aul" die Haupt- 
stadt von Scliö sagt: 

Unter ihnen befinden sich grüne Perlen, gelbe Ringe, Pfeilspitzen 
von Lasur und geläutertes Salz. 

Das von Tschang-heng verfasste bilderlose Gedicht auf die 
Hauptstadt des Südens sagt: 

Meergrüner Lasur mit purpurnen Blüthen, grüne Schiffe mit 
mennigrother Hirse. 

In dem Schreiben Lieu-kuen's an den Sohn des älteren Bruders 
wird gesagt: 

Der Schen-yü i) will nur Lasur erlangen. Du kannst nicht 
anders als ihn unter Siegel übergeben. 



Der Edelstein Min. 

Das Li-ki sagt: 

Tse-kung stellte an Khung-tse die Frage: Ich wage es, zu fra- 
gen, aus welchem Grunde der Weisheitsfreund den weissen Edelstein 
schätzt, aber den Min verachtet. Ist es desswegen, weil die weissen 
Edelsteine wenige, aber die Steine Min viele sind? 

Khung-tse sprach: Es ist nicht der Fall, dass man den Min ver- 
achtet, weil es solcher Steine viele gibt, und dass man die weissen 
Edelsteine schätzt, weil es deren wenige gibt, sundern die Weis- 
heitsfreunde verglichen ehemals die Tugend mit dem weissen 
Edelsteine. 

Das von Sse-ma-siang-ju verfasste bilderlose Gedicht auf Tse- 
siü sagt : 

Die Edelsteine sind der Min, der Lin und der Kuen-ngu. 



Der Edelstein Mö-nan. 

Die Geschichte von Yuen-tschung sagt: 
Der Mo-nan kommt aus dem grossen Thsin. 
Die weitläufigen Denkwürdigkeiten sagen : 
Die Perle Mo-nan ist von Farbe gelb, und sie wächst auf dem 
Gebiete der östlichen Fremdländer. 



ij Der Schen-yü ist der König der Iliung-nu's. 



216 l* t i /. Ml :i i I- 

In den Denwürdigkeiten des südlichen Yiie heisst es : 
Der Mü-nan hat goldene Flügel und den Mund eines Vogels. Er 
entsteht aus verdichtetem Schaume und ist eine Perle von der Farbe 
des Lasurs. Die Menschen des Landes des grossen Thsin halten ihn 
für ein Kleinod. 



Der Edelstein Mei-kuei. 

Das Kuang-ya sagt: 

Wenn der Geist der Götter sich verbreitet und die hundert 
Kostbarkeiten verwendet werden, so kommt Mei-kuei zum Vorschein. 
■ In den abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei heisst es: 

Das Reich des grossen Thsin bringt Mei-kuei hervor. 

In den von Puan-pieu an dem Hofe gemeldeten Dingen wird 
gesagt : 

Bei den Begräbnissen der Angestellten und des Volkes vergräbt 
man Pferde, die mit Haar und Mähnen bedeckt sind, Hörner, Hufe 
und Mei-kuei. Man sollte dies alles durch das Gesetz verbieten. 

Das von Sse-ma-siang-ju verfasste bilderlose Gedicht auf Tse- 
hiü sagt: 

Die Steine daselbst sind hellrothe Edelsteine und Mei-kuei. 



Der Schwerspath. 

Das Kuang-ya sagt: 

Der Schwerspath kommt im Bange nach dem weissen Edelsteine. 

In den Tafeln der kämpfenden Beiche wird gesagt: 

Si-men-piao war Befehlshaber von Nie. VA^en, Lehensfürst von 
Wei, sprach; Die Dinge haben oft mit anderen Ähnlichkeit, sind es 
aber nicht. Weisse Knochen könnte man für Elfenbein halten. Der 
Sch\\erspath hat Ähnlichkeit mit dem weissen Edelsteine. 

Das Buch der Hau sagt: 

Die fünf Obergewaltigen verhalten sich zu den drei Königen 
gleichsam wie der Schwerspath zu einem schönen Edelsteine. 



Das Buch der Berge und Meere sagt: 

Auf der Höhe des Berges Kuei-ki gibt es viele Steine Fu '). 



') Die Erklärung Kö-po's sagt: Der Min-fu ist der heutige Wu-fu (der Schwerspathj. 
Derselbe hat Ähnlichkeit mit dem weissen Edelsteine. Der District Lin-siang in 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine iiiul des Goldes. 217 

Die weitläufigen Denkwürdigkeiten sagen: 
Es gibt weissen und schwarzen Schwerspath. Man verfertigt 
daraus Handhaben und Fussgestelle. 



Das von Tu-wan-nien verfasste bilderlose Gedicht über die 
Beobachtung des Windes sagt: 

Der Lehensfürst Tai-po-fu hefahl mir, darüber ein bilderloses 
Gedicht zu verfassen. Er weiss in Wahrheit, dass der Schwerspath 
nicht von dem Geschlechte der Kostbarkeiten von King, und dass 
Merkur und der Morgenstern nicht die Gefährten der leuchtenden 
Gottheit. 



Diamant O- 



Die Erklärung der Thaten von Tsin sagt: 

Im dritten Jahre des Zeitraumes Hien-ning (277 n. Chr.) über- 
sandte Tün-hoang an den Hof Diamanten. Dieselben sind die Gebieter 
in der Mitte des Goldes und werden weder gewaschen noch 
geschmolzen. Man kann mit ihnen Edelsteine zerschneiden, Sie kom- 
men aus dem Lande Thien-tscho. 

Die Geschichte von Yuen-tschung sagt: 

Der Diamant kommt aus dem Lande Thien-tschö und aus dem 
Reiche des grossen Thsin. Man nennt ihn auch : das die Edelsteine 
zerschneidende Messer. Derselbe zerschneidet die Edelsteine wie ein 
eisernes Messer das Holz zerschneidet. Die grossen sind ungefähr 
einen Schuh lang. Die kleinen sind gleich den Reiskörnern. Wenn 
man Edelsteine schneiden will, muss man einen grossen goldenen 
Ring verfertigen. Man hält diesen zwischen den Fingern der Hand 
und öffnet seinen Rücken gleich einem Monde. Man schiebt das die 
Edelsteine zerschneidende Messer in die Mitte des Rinses und schnei- 
det damit den Edelstein. 

In den Denkwürdigkeiten von wunderbaren Dingen der südlichen 
Landstriche heisst es: 



Tschang-scha bringt ihn jetzt hervor. Er hat einen hellrothen Grund mit weissen 
Streifen. Die Farbe ist lauchgriin und nicht deutlich geschieden. 
1) Durch „Goldhärte" oder „Goldstahl" ausgedrückt, daher ursprünglich unter den 

Metallen verzeichnet. 
Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LVm. Bd. III. Hft. 15 



218 P f i 7. m a i e r 

Der Diamant ist ein Stein. Seine Gestalt ist gleich einer Pei'le. 
Er ist lest, scharf und ohne Regelmässigkeit. Die Mensehen der aus- 
wärtigen Reiche lieben es, mit ihm Ringe zu verzieren und ihn zu 
tragen. Man kann durch ihn Schädlichkeiten und Gifte vermeiden. 

In den Denkwürdigkeiten des südlichen Yue heisst es: 

Das Reich Po-lo-khi bringt Stahlperlen (d.i. Diamanten) hervor. 
Ihr Schimmer erleuchtet die dunkle Nacht. 

Die Geschichte von Lin-yT sagt: 

Fan-ming-tä, König von Lin-yi, überreichte als ein Geschenk 
Fingerringe von Diamanten. 

Das Buch Pao-pu-tse sagt : 

In Fu-nan gibt es Diamanten, mit denen man Edelsteine schnei- 
den kann. Ihre Substanz hat Ähnlichkeit mit der Blüthe des purpur- 
nen Steines. Die Menschen der auswärtigen Reiche bewirken vor- 
geblich tausend Verzögerungen. Wenn sie zu dem hundertsten 
Streifen i) kommen, legen sie den Diamant in eine Schüssel. Sie 
schlagen ihn mit einer eisernen Mörserkeule, sind aber nicht im 
Stande, ihn zu beschädigen. Wenn man ihn mit einem Widderhorne 
schlägt, so zergeht er wie Eis. 



Das Gold und die Metallwerthe. 

Das Schue-wen sagt: 

Das Metall sind die Metalle der fünf Farben. Das gelbe Metall 
ist unter ihnen das vorzüglichste. Lange Zeit vergraben, erhält es 
keinen Überzug, durch Läuterung wird es nicht leichter. Will man 
es umgestalten, so widerstrebt es nicht. Es ist der Grundstoff der 
westlichen Gegenden und wächst in der Erde. 

Das Buch der Schang sagt: 

Das Metall «) bewerkstelligt Loskauf von der Strafe. 

In dem Tribute Yü's heisst es: 



'J Die Streifen oder der Schmuck ist die Scliönheit bei einer Aufführung. So heisst 
es in dem Buche der Gebräuche : Bei den Gebräuchen ist Verminderung und Vor- ' 
wärtsgehen. Das Vorwärtsgehen hält man für den Schmuck. Bei 9er Musik ist 
Fülle und Rückwärtsgehen. Das Rückwärtsgehen hält man für den Schmuck. ■ 

«) Das Metall ist das Gold, das gelbe Metall. 



beilrüge t\iv (ieschichte der Edelsteine und des Goldes. 4 l «/ 

Der Landstrich Yang an dem Hoai und an dem Meere, sein 
Tribut sind die drei Ordnungen des Metalls i). 

Das Hung-fan sagt: 

Der vierte der fünf Grundstoffe heisst Metall. Es lässt sich um- 
gestalten und bewerkstelligt das Scharfe von Geschmack. 

Das Ni-ya sagt; 

Das gelbe Gold nennt man Thang a). Die schönste Gattung 
nennt man Lieu 3). Das Gold in Kuchenform nennt man Fan (Gold- 
platte). Dasjenige von überaus frischem Glänze nennt man Sien. Der 
schönste Gegenstand des Südwestens ist der Goldstein des blumigen 
Berges. 



In der ursprünglichen Geschichte von Thsin wird gesagt: 
Im achtzehnten Jahre des Fürsten Hien regnete es Gold in 
Li-yang. Der Fürst erhielt dadurch die glückliche Vorbedeutung des 
Goldes. Er errichtete desshalb den Erdwall von Feu in Li-yang und 
opferte daselbst dem weissen Kaiser. 

Der Kaiser des Anfangs aus dem Hause Thsin wurde auf dem 
Berge Li begraben. Man verfertigte Anten und Gänse aus gelbem 
Golde *). 

Das Sse-ki sagt: 

Wei-yang kam nach Thsin. Fürst Hiao ernannte Yang zum Vorge- 
setzten der unechten Söhne der Linken. Dieser beschloss zuletzt die 
Veränderung der Gesetze. Er pflanzte einen drei Klafter hohen Baum 
an dem südlichen Thore des Marktes der Hauptstadt des Reiches und 
Hess an das Volk eine Aufforderung ergehen, in welcher demjenigen, 
der im Stande sein würde, den Baum an das nördliche Thor zu ver- 
setzen, fünfzig Pfunde Goldes versprochen wurden. Ein Mensch ver- 
setzte den Baum. Er gab ihm ohne Umstände fünfzig Pfunde Goldes, 
um zu zeigen, dass er die Menschen nicht täusche. 



1) Die drei Ordnungen des Metalls sind Gold, Silber, Kupfer. 

2) Nach der Erklärung heisst Thang das schönste Metall, das von derselben Farbe wie 
der weisse Edelstein. 

8) Lieu heisst das purpurne geglättete Metall. 
*) Aus der Geschichte von Thsin. 



220 Pfizmaier 

Liü-pu-wei Hess seine Gäste einzeln veröirentlichen, was sie 
geschrieben. Er nannte das Werk den Frühling und Herbst des 
Geschlechtes Liü. Er breitete es an dem Thore des Marktes von 
Hien-yang aus und hängte tausend Pfunde Goldes darüber. Wer im 
'Stande sein würde, ein einziges Wort hinzuzusetzen oder zu streichen, 
sollte die tausend Pfunde Goldes erhalten. 



Hiang-yü ernannte Tschin-ping zum Landesherrn von Sin-wu. 
Dieser machte einen Angriff auf Yin und kehrte zurück. Er wurde 
zum Beruhiger der Hauptstadt ernannt und erhielt ein Geschenk von 
dreissig Doppelpfunden Goldes. Es währte nicht lange, als Han das 
Gebiet von Yin angriff und zur Unterwerfung brachte. Der König 
von Hiang zürnte und wollte denjenigen, der Yin festgestellt hatte, 
hinrichten lassen. Ping fürchtete sich, er versiegelte sein Gold und 
gab das Siegel einem Abgesandten, der heimkehrte. Er selbst zog 
unerkannt aus, verliess, auf sein Schwert gestützt, das Land und 
setzte über den Fluss. 



Der König von Han gab Tschin-ping viermal zehntausend Pfunde 
Goldes, um dadurch ein Einverständniss mit Tsu zu unterhalten. 
Weder der Landesherr noch die Diener fragten ihn, wenn er austrat 
oder eintrat. 



Als Hiao, König von Liang, am Leben war, Murde dessen Gold 
nach zehntausendmal Zehntausenden gerechnet und war nicht zu 
zählen. Als er starb, betrug das in den Kellern und Vorrathshäusern 
übrige gelbe Gold noch immer über dreissigmal zehntausend Pfunde. 



Tung-yen stand in Gunst bei der ältesten Kaisertochter von 
Kuan tao. Yuen-scho von Ngan-ling sprach zu Yen: Ich sehe, dass 
der Ahnentempel, der vollendet worden, entfernt ist und keinen 



Das Buch der Han sagt: 

Als Kaiser Wen eben eingesetzt wurde, ernannte er Tschin- 
ping zum Beichsgehilfen und Zweiten im Range. Er verlieh Ping tau- 
send Doppelpfunde Goldes und ein Lehen von dreitausend Thüren. il 



Beiträg'e zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. CitX 

Palast des Nachtlagers besitzt. Warum sagst du nicht der Kaiser- 
tochter, sie möge den Garten des langen Thores dem Kaiser zum 
Geschenk machen? 

Der Gehieter Tung begab sich zu der Kaisertochter und sagte 
es ihr. Die Kaisertochter machte den Garten dem Kaiser zum 
Geschenk. Der Kaiser hatte daran grosses Wohlgefallen, er verän- 
derte den Namen des Ahnentempels und nannte ihn den Palast des 
langen Thores. Die Kaisertochter war hierüber sehr erfreut. Sie gab 
dem Gebieter Tung den Auftrag, Yuen-scho ein Geschenk von hun- 
dert Pfunden gelben Goldes auf dessen langes Leben zu machen. 



Als Kaiser Wu eingesetzt wurde, sprach Luan-ta: Mein Lehrer 
sagte: Das gelbe Gold kann man verfertigen, und den Fluss kann 
man damit versperren. 



Wei-tsing machte einen Angriff im Norden. Er befehligte eine 
Heeresmenge von zehnmal zehntausend Kriegern. Die Kriegsmänner 
welche den Feind angriffen, zersprengten, Häupter ahschiugen und 
Gefangene machten, erhielten zum Geschenk dreissigmal zehntausend 
Pfunde gelben Goldes. 



Lieu-siang führte den Jünglingsnamen Tse- tsching. Sein ur- 
sprünglicher Name ist Keng-seng. Zu den Zeiten des Kaisers Siuen 
sagte Keng-seng, dass das gelbe Gold verfertigt werden könne. Der 
Kaiser befahl den Vorstehern der Kunst, sich mit Schmelzen der 
Metalle zu beschäftigen. Man verausgabte vieles, und die Kunst er- 
probte sich nicht. 

Tsche-pu-I war ein Leibwächter. Unter den mit ihm dasselbe 
Haus bewohnenden Leibwächtern war Einer, der meldete, dass er 
heimkehren wolle, und der aus Irrthum das Gold eines dasselbe Haus 
bewohnenden Leibwächters ergriff und sich entfernte. Der Besitzer 
lenkte seine Gedanken auf Pü-I. Pü-I kaufte Gold und ersetzte es 
ihm. Hierauf kam derjenige, der sich zur Heimkehr gemeldet hatte, 
und gab das Gold zurück. Der Verlustträger war sehr beschämt. 



II 



2^3 Pfizraaier 

Yuen-tsching-, der jüngste Sohn Wei-hien"s, wurde wieder, 
weil er in den vorschriftsmässigen Büchern bewandert war, in meh- 
reren Reihenfolgen mit Ämtern betraut und gelangte zuletzt zu der 
Würde eines Reichsgehilfen. Desswegen hatte man in Tseu und Lu 
das Sprüchwort: Wenn man seinem Sohne einen ganzen Tragkorb i) 
gelben Goldes binterlässt, so ist dies weniger als ein einziges Buch. 



Yün-ung-kuei starb, und in seinem Hause befand sich kein 
übriges Gut. Der Himmelssohn hielt ihn für weise. Er schenkte dem 
Sohne Ung-kuei's hundert Pfunde gelben Goldes, damit man das 
Opfer darbringen könne. 



Su-kuang übersiedelte und wurde der grosse Zugesellte. Scheu, 
der Sohn seines älteren Bruders, wurde der kleine Zugesellte. Vater 
und Söhne waren Vorgesetzte und Zugesellte, und sie baten, für ihre 
Gebeine sorgen zu dürfen. Es wurde ihnen bewilligt, und der Kaiser 
schenkte ihnen noch zwanzig Pfunde gelben Goldes. Der kaiserliehe 
Nachfolger schenkte ihnen fünfzig Pfunde. 



Unter den Gütern von Thsin führte das gelbe Gold, das einen 
Geviertzoll gross und ein Pfund schwer war, den Namen Yi s). Man 
hat keine Kunde, dass das Gold zu den Zeiten der Hia und Yin ein 
Tauschmittel gewesen. Zu den Zeiten der Tscheu gab es gelbes Gold, 
das einen Geviertzoll gross und ein Pfund schwer war. Desswegen 
betrachtete man das Gold als Tauschmittel und Kostbarkeit. Zu den 
Zeiten des Kaisers Wu richtete Wei-tsing einen Angriff gegen die 
Hiung-nu's, wobei er Häupter abschlug und Gefangene machte. Er 
erhielt ein Geschenk von zwanzig Pfunden gelben Goldes. 



^) Ju-tschün sag't: Der Tragkorb (ying) ist ein aus Bambus verfertigtes Geräth, das 
drei bis vier Nössel fasst. Gegenwärtig ist es in Tschin-lieu Sitte, sieh dieses 
Geräthes zu bedienen. 

Tsai-rau sagt: Ein ganzer Tragkorb bezeichnet bloss eine sehr grosse Menge, 
es steht hier nicht der Name eines Geräthes. Was die Berufung auf die Sitte von 
Tschin-lieu betrifft, so bin ich eiu Eingeborner von Tschin-lieu, habe aber von 
diesem Geräthe nichts gehört. 

2) \i, ein grosses oder Doppelpfund, waren zu den Zeiten von Thsin zwanzig Liang 
(Taelj, später vier und zwanzig Liang. 



Beiträge zur Geschichte dei' Edelsteine und des (joldes. /i/iiö 

Als Wang-wang geschlagen wurde, befand sich in dem abge- 
sonderten Theile des Palastes eine einzige Kiste mit zehntausend 
Pfunden gelben Goldes. Man schätzte sie auf sechzig Kisten. 



Das Buch der fortgesetzten HHn sagt: 

Yang-schin war Statthalter von Tung-lai, als sein Weg ihn einst 
nach Tschang -yi führte. Schin hatte früher die durch grosse Bega- 
bung ausgezeichneten Menschen befördert, und Wang-mi wurde da- 
mals Befehlshaber von Tschang-yi. Dieser meldete sich zu einem 
Besuche. Mit Einbruch der Nacht nahm er in den Busen zehn Pfunde 
Goldes und machte sie Schin zum Geschenk. 

Schin sprach: Wie kommt es, dass ich, der alte Bekannte, dich 
kenne, du aber mich, den alten Bekannten, nicht kennst? 

Ml sprach: Am Abend, in der Nacht ist niemand, der es weiss. 

Schin sprach: Der Himmel weiss es in seiner Göttlichkeit, du 
weisst es, ich weiss es; wie kannst du sagen, dass man es nicht 
weiss? 

Ml schämte sich und ging fort. 



Tschang-hoan wurde zu einem die abhängigen Beiche feststel- 
lenden Beruhiger der Hauptstadt befördert. Die Gewaltigen und Au- 
führer von Kiang waren von der Güte und Tugend Hoan's gerüiirt 
und verehrten ihm zwanzig Pferde. Die Häupter und Altesten von 
Sien-ling übermittelten ihm ein Geschenk von acht goldenen Schilden. 
Hoan nahm dieses an und berief den Vorsteher der Begister. In 
Gegenwart der Bewohner von Kiang goss er jetzt auf die Erde Wein 
als Opfergabe und sprach : Ich bewirke, dass die Pferde gleich Schafen 
nicht in den Pferdestall gelangen. Ich bewirke , dass das Gold gleich 
Hirse nicht in den Busen gelangt. — Er gab ihnen das Gold und die 
Pferde vollständig zurück. 



Das von Sie-sching verfasste Buch der späteren Han sagt: 

Tschang - tai von Yü- tschang führte den Jünglingsiiamen 

Tschung-tsung. Er war Statthalter von Kuang-ling und erhob die 

durch Liebe zu den Eltern ausgezeichneten Söhne. U-fung liebte die 

Eltern und war uneigennützig. Er bezeigte seine Hochachtung durch 



224 P f i i m a i e r 

ein Ehrengeschenk. Tai versperrte das Thor und nahm es nicht an. 
Fung füllte das Gold in einen Sack, warf es in den Garten Tai's und 
reiste ab. Tai Hess ihm nachsetzen, aber man erreichte ihn nicht. 
Das als Ehrengeschenk verwendete Gold gelangte nach Kuang-ling, 
und man gab es Fung zurück. 



Lui-I führte den Jünglingsnamen Tschung-kung. Er half immer 
den Menschen, welche sich eines todeswürdigen Verbrechens schul- 
dig gemacht hatten. Später bezeugte man ihm seinen Dank durch 
zwei Pfunde Goldes. I nahm das Gold nicht an. Der Besitzer wartete 
die Zeit ab, wo I nicht zu Hause war, und warf das Gold leise auf 
den Staubbehälter. Als später das Dach gedeckt und ausgebessert 
wurde, fand man das Gold. Der Besitzer war bereits gestorben. 
I Hess es dem Districte zukommen. 



Die von Tschang-fan verfasste Geschichte der Han sagt: 
Der Statthalter von Yung-tschang goss eine goldene Schlange 
und machte sie Liang-ki ') zum Geschenk. Tschung-kao, der ste- 
chende Vermerker von Yi-tscheu, entdeckte die Sache. 



Das Buch der späteren Han sagt: 

Im Anfange des Zeitraumes Tschung-hing s) lebte eine Mutter 
von dem Geschlechte Ying. Sie gebar vier Söhne und wurde Witwe. 
Sie gewahrte einen göttlichen Glanz, der den Altar erleuchtete. Als 
sie nachsah und suchte, fand sie gelbes Gold. Von nun an traten die 
Söhne in Dienste und hefassten sich mit Lernen. Sie besassen Gaben 
und ihr Name wurde bis auf Yang s) durch sieben Nachfolgen 
bekannt. 



Dasselbe Buch der späteren Han sagt: 
Aus Yi-tscheu kommt Gold und Silber, 



1) Liang-ki, ein Feldherr der späteren Han , befand sich eine Zeitlang im Besitze der 
höchsten Gewalt. 

2) Der Zeitraum Tschung-hing (501 bis 302 n. Chr.) ist nur in der Zeitrechnung des 
Hauses Wei enthalten, kommt aber bei den späteren Han nicht vor. 

3) D. i. Ying-yang. 



Beiträge zur Geschichte der EdelsfeJQe und des Goldes. 2<iii 

In den abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei heisst es: 
Tien-yü war Statthalter von Ping-tscheu. Ein Abgesandter von 
Hu nahm heimlich in den Busen dreissig Pfunde Goldes und sprach: 
Dieses machen wir dir zum Ehrengeschenk. — Yü breitete den 
Ärmel aus und empfing es. Er antwortete in dem Sinne, dass dies 
etwas Bedeutendes. Als der Abgesandte von Hu sich entfernt hatte, 
gab er alles in fremde Hände und sorgte dafür, dass der Sachverhalt 
bekannt wurde. 

Hierauf erfolgte eine höchste Verkündung, die sein Lob aus- 
sprach und worin es hiess: Einst öffnete Wei-kiang den Busen und 
nahm die westlichen Fremdländer auf. Du aber hast den Ärmel er- 
hoben, um das Gold der nördlichen Fremdländer zu empfangen. Ich, 
der Kaiser, billige dies sehr. 

Dieselben abgekürzten Denkwürdigkeiten von Wei sagen : 
Das Reich des grossen Thsin bringt Gold hervor. Man webt 
aus ihm Vorhänge. 



In den Denkwürdigkeiten von Wei heisst es : 

In dem Districte Fan-tschang erzeugte die Mitte der Steintafel 
Scheu-schen's Gold. Man übersandte sie mit einer Denkschrift an den 
Kaiser. Sämmtliche Diener wünschten Glück. 

In den Denkwürdigkeiten von SchÖ heisst es : 

Der frühere Gebieter beruhigte Schö. Er verlieh Kö-liang und 
Anderen mehrere hundert Pfunde Goldes. 



Das von Wang-yin verfasste Buch von Tsin sagt: 
Im Anfange des Zeitraumes Yung-kia (307 bis 312 n. Chr.) er- 
zeugte in dem Districte Hiang, Reich Tschin, die Mitte der Stein- 
tafel Ku-kuei's Gold. Die Menschen stahlen es, indem sie Stücke 
abmeisselten, und verkauften es. Nachdem sie es verkauft hatten, 
wuchs es von Neuem. Dies war das glückliche Zeichen von 
Kiang-tung. 

In demselben von Wang-yin verfassten Buche von Tsin, in der 
Erklärung derThaten des Zeitraumes Hien-ning (275 bis 279 ii. Chr.), 
ist die Angabe enthalten, dass die Provinz Tün-hoang Gold als Ehren- 
geschenk brachte. Die Mitte der Wasserhöhlen erzeugte Gold, das 



226 P f i z III II i e r 

durch Läuterung im Feuer nicht schmolz. Man konnte damit Edel- 
steine zerschneiden i). 

Das von Wang-yin verfasste Buch der Tsin sagt ferner: 

Po-yang und Lo-ngan bringen gelbes Gold hervor. Man gräbt 
die Erde zehn Klafter tief auf und wühlt in dem Sande. Unter dem, 
was man findet, sind die grossen Stücke gleich einer Bohne, die 
kleinen gleich den Körnern der grossen Hirse. In der südlichen Land- 
schaft, im Süden von Siang-lin, sind vier Reiche, deren Bewohner 
sich für Menschen von Hau ausgeben. Sie bringen als Tribut Gold 
und entrichten dieses als Abgaben. 

In den nachträglichen Wanderungen durch Tsin heisst es : 

Er «) setzte die Königin von dem Geschlechte Ku in einen 
Hirschwagen und begab sich mit ihr in die Feste Kin-yung. Daselbst 
verzehrte sie Goldpulver und starb. 

Das Buch der Tsin sagt: 

Als Tan, König von Tsing-ho, noch ein Sohn der Gesehlechts- 
alter von Tsing-ho war, wuchsen die goldenen Glöckchen, die er an 
dem Gürtel trug, plötzlich und erstanden unmerklich wie bei Hanf 
und Hirse. Seine Grossmutter, die Königin von dem Geschlechte 
Tschin, hielt dies für unglückhringend. Sie zerstörte sie und ver- 
kaufte sie. Da nach der Wahrsagung das Gold die glückliche Vor- 
bedeutung des Fortschreitens und der grossen Erhebung von Tsin, 
und Tan die erhabene Beglaubigung ist, so ist es dessen Glücks- 
zeichen. Dass man es zerstört und verkauft, ist als Bild ein Beweis, 
dass Tan die Absetzung erfahren und kein gutes Ende nehmen wird. 

In der Erklärung der Thaten des Zeitraumes Yung-ho (345 bis 
356 n. Chr.) von Tsin heisst es: 

Lu-yung, Statthalter von Lu-kiang, überreichte eine Denkschrift, 
worin er sagte, dass er im Norden der Feste Kö, an dem steilen Ufer 
des Flusses einen purpurnen und hellrothen Glanz gesehen und ein 
Stück Gold gefunden habe, dessen Zeichnung gleich den Zähnen 
eines Siegels gewesen. 

Das Buch der Sung sagt: 



*) Hier scheint eine Verwechslung mit dem Diamanten, der aUgemein „die Goldhärte" 

(kin-kang) genannt wird, stattzufinden. 
2) Liin, König von Tschao. Derselbe tödtete im ersten Jahre des Zeitraumes Yung-khang 

(300 n. Chr.) die Königin von dem Geschlechte Ku. 



Beitrüge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. cZi 

Yen-hoei war der oberste Buchführer für die Abtheilung der 
Angestellten. Ein Mensch bewarb sieh um ein Amt. Derselbe verbarg 
in dem Ärmel eine Platte Gold und verlangte eine Unterredung ohne 
Zeugen. Er zog das Gold hervor und zeigte es mit den Worten: Es 
ist niemand, der es weiss. 

Yen-hoei sprach : Wenn du geeignet bist und das Amt erhältst, 
so brauchst du dich dieses Dinges nicht zu bedienen. Soll dir aber 
das Amt durchaus gegeben werden, so kann ich nicht umhin, mit dir 
eine Probe anzustellen. 

Dieser Mensch fürchtete sich sehr, er packte das Gold und ent- 
fernte sich. Yen-hoei entdeckte die Sache, aber er nannte keinen 
Namen, und dieser war keinem Zeitgenossen bekannt. 



In den Geschichtschreibern des Südens wird gesagt: 
Tschü-nung, König des Reiches Fu-nan in Nan-hai, starb, und 
sein Sohn Yang-mai wurde eingesetzt. Als Yang-mai sich noch im 
Mutterleibe befand, träumte seiner Mutter, dass sie ein Kind gebar 
und dass ein Mensch ihm eine goldene Matte lieh. Die Farbe der- 
selben war glänzend und lieblich. Die östlichen Fremdländer bezeich- 
nen das reinste Gold mit dem Namen Yang-mai, und es ist dies das- 
selbe, was man in dem mittleren Reiche „das purpurne und geschlif- 
fene" nennt. Nach diesem gab man dem Sohne den Namen. 

Im zweiten Jahre des Zeitraumes Yung-thsu von Sung (421 n. 
Chr.) schickte das Reich einen Gesandten mit Tribut und Geschenken. 
Man ernannte Yang-mai zum Könige Lin-yi. 



Das Buch der Sung sagt: 

Wu, Kaiser von Tsi, kam gewöhnlich in das Haus Lieu-tsiün's 
und legte sich daselbst am Tage nieder. Als er erwachte, reichte ihm 
Tsiün ein goldenes Waschbecken, das vier Ganting fasste, und Hess 
ihn in ihm die Hände waschen. Bei diesem Anlasse gab er es dem 
Kaiser. 

Das Buch der Tsi sagt: 

Wenn derjenige, der als König herrscht, von grösster Eltern- 
liebe erfüllt ist, so kommt der goldene Wagen zum Vorschein. Wenn 
derjenige, der als König herrscht, die vollkommene Tugend besitzt. 



li'CiO P f i z m a i i' r 

SO schwimmt der Goldsaft auf dem rückwärts gelegenen Teiche. In 
Lin-yT zeigte sieh Goldsaft, der in den Flussarm floss. 

Dasselbe Buch der Tsi sagt: 

Wu, Kaiser von Liang, griff in Siang-yang zu den Waffen. 
Siao-ying-tscheu folgte seinem Beispiele mit King-tscheu. Um diese 
Zeit hatten die Bonzen des Klosters von Tschang-scha aus gelbem 
Golde einen Drachen im Gewichte von mehreren tausend Tael ge- 
gossen. Sie vergruben ihn in die Erde und hinterliessen und überlie- 
ferten ihn gegenseitig. Sie gaben vor, dass es gelbes Eisen der nie- 
deren Gegenden sei. Ying-tscheu nahm bei dem Anlasse diesen Drachen 
weg und deckte dadurch die Bedürfnisse des Heeres. 

Das Buch der Liang sagt: 

Ki, König von Wu-ling, hielt Schö nieder. Nachdem er im Osten 
herabgestiegen, machte er aus einem Pfunde gelben Goldes einen 
Kuchen. Hundert Kuchen machte er zu einer Unterstützung, so dass 
zuletzt hundert Unterstützungen waren. Bei Silber nahm er das Fünf- 
fache. Andere Gegenstände, wie goldgestickte Seidenstoffe und 
härene Teppiche, erhielten dieselbe Benennung. So oft er eine 
Schlacht lieferte , hängte er das Gold auf und zeigte es den Anfüh- 
rern und Kriegsmännern. Er gab durchaus keine Belohnungen und 
Geschenke. 

Dasselbe Buch der Liang sagt: 

Ying, der Sohn des Königs Tu von Lu-ling, war nicht gütig. 
Nach dem Tode des Königs kam er in die Büstkammer und musterte 
die kostbaren Gegenstände. Als er das gediegene Gold sah, fragte er 
die Leute seiner Umgebung: Kann man dieses essen oder nicht? — 
Sie antworteten: Man kann es nicht. — Ying sprach: Da man es 
nicht essen kann, so lasse ich euch Alle betteln gehen. 



In den Geschichtschreibern des Südens heisst es: 

In dem Beiche Lin-yT gibt es einen Berg, der ganz von hell- 

rother Farbe ist. Das Innere desselben erzeugt Gold. Das Gold 

kommt in der Nacht hervor und fliegt, von Gestalt den Feuerfliegen 

gleich, umher. 

In denselben Geschichtschreibern des Südens wird gesagt: 
Pin, der Enkel Kien-fa-tsung*s befasste sich mit Gängen. Die 

Bezirksgenossen priesen seine Rechtschaffenheit. Er begab sich 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 229 

gewöhnlich mit einem Bündel Hanfleinwand in die Landschaft. In der 
Rüstkammer des Klosters von Tschang-scha versetzte er es gegen 
Kupfergeld. Später löste er die Hanfleinwand aus und kehrte zurück. 
In dem Bündel Hanfleinwand fanden sich fünf Tael Goldes. Er 
wickelte es in ein Taschentuch. 

Pin hatte Gelegenheit, es in die Rüstkammer des Klosters zurück- 
zubringen. Die Menschen des Weges des Gesetzes waren sehr er- 
schrocken. Sie sagten, dass vor kurzem ein Mensch dieses Gold 
gegen Kupfermünzen versetzt habe. Sie wären um diese Zeit beschäf- 
tigt gewesen, wären nicht dazu gekommen, es aufzuheben, und hätten 
es versäumt, darüber zu verfügen. Jetzt sei es möglich, dass es 
zurückgegeben werde. 

Sie wollten ihm ohne weiteres die Hälfte des Goldes als ein 
Geschenk für zehnmaliges Kommen und Gehen eines Gastes über- 
lassen. Pin weigerte sich beharrlich, es anzunehmen und spraQ^h: 
Im fünften Monate des Jahres öffnet man den Schafpelz und trägt 
auf dem Rücken Brennholz. Wie sollte dies derjenige sein, der das 
verlorene Gold aufliest ? — Er gab schliesslich das Gold zurück. 

Wu, Kaiser von Liang, hörte dieses zu einer Zeit, wo er noch 
Leinenkleider trug. Als er die Füsse auf das Glück setzte , ernannte 
er Tsao , Lehensfürsten von Si-tschang , zum stechenden Vermerker 
von Yi-tscheu. Hierauf ernannte er Pin zu einem die Geschäfte ein- 
tragenden Angestellten des Versammlungshauses der Obrigkeiten. 

Als bei dem dreifachen Kriegsheere der Befehlshaber des Distric- 
tes Tai-pi ausrücken sollte, standen in einer Reihe mit ihm fünf 
Männer. Der Kaiser ermahnte diese zu Uneigennützigkeit und Sorg- 
falt. Als er zu Pin gelangte, sagte er blos : Du hast einst schön ge- 
handelt, indem du das Gold zurückgabst. Desswegen brauche ich diese 
Worte nicht zu wiederholen, um dir es aufzutragen. — Hierdurch 
gewann sein vortrefflicher Name an Glanz. 



Das Buch der Tschin sagt : 

Ngeu-yang-wei befand sich in Ling-nan. Yuen-tan-scheu, der 
stechende Vermerker von Kiao-tscheu, vertraute Wei insgeheim fünf- 
hundert Tael Goldes an. Er liiess ihn hundert Tael Kung, dem Statt- 
halter von Hö-pu, zurückgeben und vierhundert Tael Ni-tschi-khiü 
einhändigen. Die übrigen Menschen durften nichts davon wissen. 
Wei ward unterdessen durch Siao-pö geschlagen, und seine Barschaft 



<&<>U Pfizmaier 

und seine Güter gingen zu Ende. Bloss das ihm anvertraute Gold war 
noch unversehrt. Auch Tan-scheu starb in der Zwischenzeit, und 
endlich gab es Wei, bei beiden sein Versprechen haltend, zurück. 
Alle Zeitgenossen priesen ihn laut und zeigten sich unterwürfig. 

Die in dem von Thsui-hung verfassten Frühling und Herbst 
der sechzehn Reiche enthaltenen Verzeichnisse der späteren Tschao 
sagen : 

Im eilften Monate des ersten Jahres des Zeitraumes Kien-wu 
(494 n. Chr.) fiel kein Schnee. Bis zu dem achten Monate des zwei- 
ten Jahres stieg das Getreide hoch im Preise. Ein Pfund Goldes hatte 
den Werth von zwei Ganting Reis. 

Die in demselben Werke enthaltenen Verzeichnisse der früheren 
Yen sagen: 

Fan-tschao führte den Jünglingsnamen Sse. Sein Vorfahr war 
ein Eingeborner von Tün-hoang. Als Vorsteher der Register von 
Pi-tscheu richtete er die Gedanken auf die Zurechtstellung unrechter 
Dinge. Unter den Menschen von Schin-tai war Einer, der in der 
Nacht gegen Tschao sich mit gelbem Golde dankbar bezeigte. Tschao 
gab ihm einen Verweis und schickte ihn fort. 



Das Buch der späteren Wei sagt: 

Tschao-jeu führte den Jüiiglingsnamen Yuen-schün. Er war 
einst unter Weges und fand das von einem Menschen verlorene Gold 
und eine Schnur Perlen. Der Werth des Ganzen betrug hundert 
Seidenstoffe. Feu rief den Besitzer und gab es ihm zurück. 



Sün-khieu führte den Jünglingsnamen Yuen-king. Er war in 
dem Heere einer der Vorsteher der Pferde. Als Tai-wu die Länder 
He-lien-tschang"sJ) beruhigte, führte er die Befehlshaber in die Ver- 
sammlungshäuser und Keller dieses Herrschers und hiess einen 
jeden nach Belieben Gold und Edelsteine nehmen. Die Anführer 
nahmen diese Gegenstände und füllten ihren Busen. Khieu allein 
nahm nichts. Der Kaiser fasste ihn bei der Hand, suchte in eigener 



1) Tai-wu, Kaiser von Wei, schlugt im vierten Jahre des Zeitraumes Schi-kuang (427 
n. Chr.) das Heer von Hia. He-lien-tsehang, der sich Kaiser von Hia genannt 
hatte, verlies« das Land. 



Beitiüge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. /iöl 

Person nach Gold und schenkte es ihm. Dabei sprach er zu ihm: Du 
bist beim Anblick von Gütern uneigennützig. Dass ich , der Kaiser, 
das Geschenk vermehre, ist desswegen, weil ich deine Uneigennützig- 
keit allen Menschen bekannt geben will. 



Tuan-hoei ging durch Vermittlung Mu-yung-kuei's zu Wei über. 
Als Tai-wu nach Tschang -ngan kam, machte jemand die Angabe, 
dass Hoei nach Süden entfliehen wolle. Er habe gesagt, dass er Gold 
in den Sattel gelegt habe. Der Kaiser schickte insgeheim hin und 
Hess nachsehen. Es verhielt sich wirklich, wie der Angeber gesagt 
hatte. Er liess ihn auf dem Markte enthaupten. 



Li-ngan-schi war der den Gästen vorgesetzte Befehlshaber. So 
oft Gesandte von Kiang-nan ankamen, schaffte er in grossen Mengen 
die im Innern der Aufbewahrungsorte befindlichen kostbaren Gegen- 
stände hervor und hiess diejenigen reichen Leute der Hauptstadt, 
welche sich gern unterwürfig benahmen, sie veräussern. Dabei hiess 
er die Gesandten nach ihrem Belieben Tauschhandel treiben. 

Um diese Zeit kam Lieu-tsan von Tsi in die Bude des Goldes 
und der Edelsteine und fragte um die Preise. Tsan sprach : Das Gold 
und die Edelsteine der nördlichen Gegenden sind zu gemein. Es 
sollen solche Gegenstände sein, die den Bergen und den Flüssen ent- 
stammen. 

Ngan-schi sprach: An dem höchstweisen Hofe schätzt man nicht 
das Gold und die Edelsteine. Aus diesem Grunde haben sie gleichen 
Werth mit Ziegeln und Kies. Ferner steht die erhabene höchste 
Tugend im Verkehr mit dem Lichte der Götter, und die Erde geizt 
nicht mit den Kostbarkeiten. Desswegen findet sich in den Flüssen 
kein Gold, in den Bergen finden sich keine Edelsteine. 

Tsan war anfänglich Willens, in grossem Massstabe einzukaufen. 
Als er die Antwort Ngan-schi's erhielt, schämte er sich und stand 
davon ab. 



Das Buch der späteren Wei sagt ferner : 

Die Feste des Beiches Feu-ho hat im Umfange siebenzig Weg- 
längen. Der König des Beiches besitzt eine Vorhalle von gelbem 



lio 4/ P f i z m ;i i e r 

Golde. An dem Fusse der Vorhalle befinden sich sieben Kameeie, die 
drei Schuh hoch sind. 



Das Reich Po-teu bringt Gold und Silber hervor. Die Reiche 
Ho-keu und Kiang bringen Gold und Perlen hervor. 



In den Geschichtschreibern des Nordens wird gesagt: 

Li-yeu-lien von Tsi hatte in seiner Jugend wenige Wünsche. 
Als er noch ein Knabe war, that er das nicht, was die Hausgenossen 
begehrten und um was sie baten. Desswegen übergab man ihm einst 
Gold und Kostbarkeiten. Er nahm dies durchaus nicht in Empfang, 
und als man es ihm aufdrang, schleuderte er es ohne weiteres zu 
Boden. 

Später wurde er stechender Vermerker von Nan-tsing-tscheu. 
Siü-kien, der Vorsteher der Register, war reich und erlaubte sich 
Bedrückungen und Eingriffe. Die verschiedenen Lenkungen waren 
nicht im Stande, es ihm zu wehren. Yeu-lien war eben erst ange- 
kommen und Hess ihn , weil er etwas verbrochen hatte , aufgreifen 
und binden. Kien setzte sich insgeheim mit ihm in Verkehr und bot 
ihm aus der Ferne hundert Stäbe gelben Goldes und zwanzig Sclaven 
und Sclavinnen. Yeu-lien nahm dies nicht an und Hess ihn hierauf 
hinrichten. 

In denselben Geschichtschreibern des Nordens heisst es : 

Sui machte der Kaiserin ein Geschenk mit San-ling. Später 
bestimmte der Kaiser zum Geschenk für Yang-su *) eine goldene 
Schüssel, welche mit Gold gefüllt war, ferner eine silberne Schüssel, 
welche mit Perlen gefüllt war. 

Das Buch der Sui sagt: 

Der Kaiser betheilte den Fürsten von dem Geschlechte Wang 
und die unter diesem stehenden Männer mit Geschenken für das 
Pfeilschiessen. Der Pfeil Wang-su's war der erste. Der Kaiser er- 
fasste mit der Hand die von den auswärtigen Reichen als Geschenk 
dargebrachten grossen Schüsseln von reinem Golde, deren Werth 
zehntausendmal zehntausend Kupferstücke betrug, und schenkte 
sie ihm. 



1) Vang-su war ein Heerführer des Hauses der Sui. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 233 

Das Blich der Tliang sagt: 

Tai-tsung sprach zu den ihm aufwartenden Dienern : Dass Was- 
ser und Trockenheit nicht geregelt sind, ist dessAvegen, weil der 
Gebieter der Menschen die Tugend ausser Acht lässt. Meine, des 
Kaisers, Tugend wird nicht geübt, und der Himmel muss mich, den 
Kaiser, zur Rede stellen. Was sollten die hundert Geschlechter des 
Volkes verbrochen haben? Es sind aber noch viele elend und hilflos, 
ich habe gehört, dass es Leute gibt, welche ihre Söhne und Töchter 
verkaufen. Ich, der Kaiser, bin darüber sehr betrübt. 

Er entsandte hierauf den die Stelle eines kaiserlichen Vermerkers 
bekleidenden Grossen Tu-yen mit dem Auftrage, sämmtliche Land- 
schaften innerhalb des Grenzpasses zu bereisen. Indem er das Gold 
und die Kostbarkeiten der kaiserlichen Kammern hervornahm, kaufte 
er die Söhne und Töchter los und schickte sie den Eltern zurück. 



In dem Zeiträume Yuen-khai (713 bis 741 n. Chr.) war Tu-sien 
ein leitender und untersuchender kaiserlicher Vermerker. Er reiste 
zu den Hinterhalten und Aufstellungen des Westens. Die Menschen 
des Geheges schickten ihm Gold, das sie ihm zum Geschenk machten. 
Sien entschuldigte sich bei dieser Gelegenheit und nahm es nicht 
an. Die Leute seiner Umgebung Avaren der Meinung, dass man die 
Zuneigung der Menschen des Geheges nicht verlieren dürfe. Sien 
nahm es jetzt an und vergrub es unter dem Zelte. Als er die Gränze 
überschritten hatte, Hess er die beschriebene Tafel überführen und 
gab Befehl, das Gold' wegzunehmen. 



Im ersten Jahre des Zeitraumes Tsching-yuen (785 n. Chr.), 
im vierten Monate des Jahres, Avurde I-meu-tsin, König von Nan- 
tschao i), mit seinen Häuptern und Ältesten in dem Rathe einig. Er 
schickte Tschao-mo-lo, Mei-yeu und Nan-ngan als Gesandte. Diese 
drei Gesandten brachten ein Schreiben an Wei-kao 2). Ein jeder von 
ihnen hielt in der Hand ein Geschenk von rohem Golde und Zinnober. 
Sie theilten das Schreiben, das Kao früher Meu-tsin übergeben hatte, 
in drei Theile, und jeder von ihnen erfasste einen Theil zur Beglau- 
bigung, dass man in dem Jahre dreimal in die Mutterstadt kommen 
Averde. Ausserdem sagten sie: Meu-tsin bittet, dass er dem grossen 



') Nan-tschao war ein Reich der südlichen Frenidlander. 
~) Wei-kao war ein Heerführer der Thang. 
Sitzh. d. phil.-hist. Cl. LVill. Bd. III. im. 1(5 



234 Vi 



z m a I e r 



Reiche sieh aiischliessen und ewig der Diener des Gesetzes sein 
dürfe. Durch das rohe Gold, das er als ein Geschenk reicht, gibt er 
zu verstehen, dass die der Umgestaltung zugewendete Gnade fest m ie 
tTas Gold ist. Der Zinnober zeigt nur, dass sein Herz aufrichtig ist •). 
Der Kaiser billigte dieses und verlieh Meu-tsin ein Schreiben 
der höchsten Verkündung. 



Wei-tschi-I war um diese Zeit ein die Würde eines Han-lin 
bekleidender Mann des Lernens. Er nahm Geschenke der Erkennt- 
lichkeit an. Ein Mensch begehrte eine Prüfungsciasse, womit Hia- 
king nicht einverstanden war. Tschi-I suchte in dem Busen, nahm 
Gold hervor und Hess es in den Ärmel Hia-king's gleiten. 

Hia-king erschrack und sprach: Ich und du, wir stützten uns 
auf die Tugend der früheren Menschen und brachten den Namen und 
die Stufe zu Wege. Es ist ein Glück, dass jeder von uns bereits 
durchgedrungen. Wie kann man auf diese Weise handeln? 

Er zerriss den Busentheil des Kleides, drehte den Ärmel und 
entfernte sich. Tschi-I war sehr beschämt. 



Das Buch Kuan-tse sagt : 

Die Edelsteine kommen von dem Berge Yü-schi. Das Gold 
kommt aus dem Ju und dem Han. Die Perlen kommen von Tschi-ye. 
Diese Kostbarkeiten sind von einander siebenzig Weglängen entfernt. 
Thang kaufte mit dem Golde des Berges Tu die Söhne, welche das 
Volk verkauft hatte, los. Yü kaufte mit dem Golde des Berges Li 
die Söhne, welche man verkauft hatte, los. 

Die Perlen von Kiang-yang sind die einzig schönen in der Welt. 
In der Höhe gibt es Zinnober, in der Tiefe gibt es gelbes Gold. In 
der Höhe gibt es Magnet, in der Tiefe gibt es Kupfer. In der Höhe 
gibt es Steinmassen, in der Tiefe gibt es Blei und Zinn. In der 
Höhe gibt es Mennig, in der Tiefe gibt es Eisen. 

Der Berg Ko-lu wurde eröffnet und man förderte das Metall zu 
Tage. Tschi-yeu nahm es und verfertigte daraus Panzer. Der Berg 
Yung-hu wurde eröffnet und man förderte das Metall zu Tage. Tschi- 
yeu nahm es und verfertigte daraus Hakenlanzen. In Tsu findet sich 
das gelbe Gold des Ju und Han. 



1) Die Aufrichtigkeit iles Herzens wird hier dureh „das Herz ist roth" ausgedrückt. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. <^3o 

Fürst King Hess Schuhe mit Bändern von gelbem Golde verfer- 
tigen. Man war kaum im Stande, sie zu heben. 

Das Buch Lie-tse sagt: 

Das Buch Yen-tse sagt: 

In Tsi war ein Mensch, der Gold zu haben wünschte. An einem 
hellen Morgen kleidete er sich an, bedeckte sich mit der Mütze und 
ging auf den Markt. Als er zu dem Standplatze der Goldverkäufer 
kam, packte er das Gold und entfernte sich. Die Angestellten ertapp- 
ten und ergriffen ihn. Sie richteten an ihn die Frage : Die Menschen 
sind anwesend, und du packst das Gold der Menschen. Warum thust 
du dieses? — Er antwortete: Als ich das Gold wegnahm, sah ich 
nicht die Menschen, ich sah blos das Gold. 

Das Buch Lu-lien-tse sagt : 

Thsin belagerte Han-tan in Tschao. Wei entsandte den Heer- 
führer Sin-yuen-yen. Derselbe kam nach Han-tan und hiess Tschao 
das Beich Thsin durch Anerkennung der Kaiserwürde ehren. Lien-tse 
hielt eine Bede und man stand davon ab. Als das Heer von Thsin 
sich zurückzog, bestimmte der Landesherr von Pieng-yuen tausend 
Pfunde Goldes zum Geschenk auf das lange Leben des Meisters. 
Dieser lachte und sprach: Wenn ich es sofort nehme, so ist es ein 
Geschäft der Kaufleute. Ich bringe es nicht über mich, dies zu thun. 



Das Buch Han-tse sagt: 

Lu-tan hielt dreimal eine Bede vor dem Landesherrn von 
Tschung-san und erlangte nichts. Er warf jetzt fünfzig Pfunde Goldes 
aus und widmete seine Dienste den Leuten der Umgebung. Er er- 
schien nochmals zum Besuche. Er hatte noch nicht gesprochen, und 
der Landesherr gab ihm Speisen. Lu-tan ging fort. Ohne sich in das 
Einkehrhaus zu begeben, verliess er sofort Tschang-san. 

Sein Wagenführer sprach: Da man bei der Verbindung eben 
angefangen hat, gegen uns freundschaftlich zu sein, warum sollten 
wir uns entfernen? 

Lu-tan sprach : Wer in Folge eines Wortes der Menschen gegen 
uns freundschaftlich ist, wird gewiss in Folge eines Wortes der 
Menschen uns eines Verbrechens zeihen. 

Er hatte noch nicht die Grenze erreicht, als der Fürstensohn 
ihn verdächtigte und sprach: Er kommt im Auftrage Tschao's, um 

IG* 



236 P 1 i z III :i i r 

uns auszul'orscheii. — Der Laiitlcsherr von Tschuiig-saii Hess ihn 
demnach aufsuchen, indem er ihn eines V^erbrechens beschuldigte. 



Der jüngere Bruder des Königs von King befand sich in Thsin. 
Tlisin gab ihn nicht heraus. Ein Kriegsmann des Beruhigers der Mitte 
sprach: AVenn man micli hundert Pfunde verausgaben lässt, so bin 
ich im Stande, ihn herbeizuschalTen. 

Er lud jetzt hundert Pfunde in den Wagen und reiste nach 
Tsin. Er besuchte Schu-hiang und sprach: Der jüngere Bruder des 
Königs von King befindet sich in Thsin. Thsin gibt ihn nicht heraus. 
Ich bitte, hundert Plunde dabei überlassen zu dürfen. 

SchÖ-hiang empling das Gold und besuchte den Fürsten Ping. 
Er sprach zu diesem: Man kann Hu-khieu mit Mauern versehen. 

Fürst Ping fragte, wie dieses komme. 

Jener antwortete: Der jüngere Bruder des Königs von King be- 
iludet sich in Thsin. Thsin gibt ihn nicht heraus. Hierdurch erweckt 
Thsin Hass bei King. Er wagt es gewiss nicht, uns zu verbieten, 
dass wir Hu-khieu mit Mauern versehen. Wenn er dies verbietet, so 
sagen wir: Wenn ihr uns zu Liebe den jüngeren Bruder des Königs 
von King herausgebet, so erbauen wir keine Mauern. — Wenn jene 
ihn herausgeben, so können wir dadurch King gewinnen. Geben ihn 
jene nicht heraus, ^o erwecken sie zuletzt den Hass. Man wagt es 
nicht, uns zu verbieten, dass wir Hu-khieu mit Mauern versehen. 

Der Fürst hiess dieses gut , man begann den Bau der Mauern 
von Hu-khieu. Man sagte zu dem Fürsten von Thsin: Wenn ihr uns 
zu Liebe den jüngeren Bruder des Landstriches King herausgebet, so 
bauen wir keine Mauern. — Der König von Thsin gab ihn heraus. 
Der König von King war sehr erfreut und beschenkte Tsin mit hun- 
dert Doppelpfunden geläuterten Goldes. 



Das Buch Lie-tse sagt: 

LT-yin von Hia sprach zu Thang : Östlich von Pö-hai, ich weiss 
nicht, wie viele hunderttausendmal zehntausend Weglängen, liegt ein 
grosses Wasserthal. In dessen Mitte sind Berge. Der erste derselben 
heisstTai-yü. Der zweite heisst Fang-hu. Der dritte beisst Yüu-khiao. 
Der fünfte heisst Fung-lai. Die auf ihren Gipfeln befindlichen liolien 
Söller sind goldene Thorwarten. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine uiid des (loliies. /ioi 

Das Buch Hoai-nan-tse sagt: 

Tausend Pfunde aufbewahrten Goldes von dein Berge Kin-yen 
empfangen, hierdurch verschliesst man den habsüchtigen, niedri- 
gen Sinn, 



Wenn ich einen Ertrinkenden rette , gelten Gold und Edelsteine 
weniger als ein gewöhnlicher Gegenstand zum Anhängen. 



Wenn man tausend Pfunde Goldes auf dem Markte aufhängt, so 
getrauen sich die Menschen nicht, es wegzunehmen. Es ist, weil die 
Angehörigkeit bestimmt ist. Wenn man ein Kupferstück auf den 
Weg herablässt, so streiten um dasselbe die Knaben. Es ist, weil die 



Angehörigkeit nicht bestimmt ist. 



Das Buch Pao-pö-tse sagt: 

Zu den Zeiten des Kaisers King von U Hess der Anführer der 
Besatzung einen grossen Grabhügel aufgraben. Das Angesicht des 
Menschen in dem Sarge war wie bei einem Lebenden. In seinen bei- 
den Ohren und in den Nasenlöchern befanden sich Stücke gelben 
Goldes von der Grösse der sauren Datteln. Dies lehrt, durch welche 
Dinge man die Verwesung verhindert. 



In den Worten der Beiche heisst es: 

Fan-li bestieg ein leichtes Schiff und fuhr zu den fünf Seen. 
Niemand wusste, wo er sein Leben beschlossen. Der König befahl den 
Künstlern, aus gutem Golde das Bild Fan-li's zu giessen und bezeigte 
ihm seine Achtung an dem Hofe. 

Die Überlieferungen von dem Himmelssohne Mo sagen : 

Man betrachtete die Kostbarkeiten des Himmelssohnes, das Feft 
des gelben Goldes i). 



In den Worten der Zeiten nach dem Frühling und Herbst wird 
gesagt : 



1) Das Goldfett wird, in einem ähnlichen Sinne wie der Ausdruck „Edelsteinfett", iils 
die Essenz und der Siift des Goldes hezeichnet. 



J^38 Pfiz maier 

' Wei-liao hielt bei seiner Ankunft vor dem König-e eine Rede, 
worin er sagte: Bei der Stärke von Thsin sind dieLänder der Leheiis- 
fürsten mit Provinzen und Distrieten zu vergleichen. Sowohl die Lan- 
desfürsten als deren Diener sind von Hass erfüllt. Wenn sie sieh ein- 
mal zu einem Bunde vereinigen und mit dem Unerwarteten hervor- 
treten sollten, so ist dies etwas, wodurch Tschi-pe, Fu-tschai und 
König Min zu Grunde gegangen sind. Es ist zu wünschen, dass du, 
grosser König, die werthvollen Gegenstände nicht sparest uud die 
Gewaltigen und die Diener unter jenen beschenkest, um in die An- 
schläge gegen Thsin Unordnung zu bringen. Wenn du nicht mehr 
als dreissigmal zehntausend Pfunde verloren haben wirst, kann es mit 
den Lehensfürsten zu Ende gehen. 

Der König hiess dieses sehr gut. ■ 



Als Han-tan unversehrt geblieben war, hatte der Landesherr 
von Ping-yuen den Wunsch, Lu-tschung-lien in ein Lehen einzu- 
setzen. Tschung-lien weigerte sich und entschuldigte sich dreimal. 
Er Avollte es durchaus nicht annehmen. Der Landesherr von Ping- 
yuen Hess jetzt Wein auftragen. Als man sich des Weines freute, 
stand er auf, trat vor und reichte tausend Pfunde als ein Geschenk 
auf das lange Leben Tschung-lien's. Tschung-lien lachte und sprach: 
W^as an den Kriegsmännern der Welt geschätzt wird, ist: sie zer- 
theilen für die Menschen die Sorge, befreien von dem Ungemach, 
lösen die Verwirrung und nehmen nichts in Empfang. Würden sie 
etwas in Empfang nehmen, so wären sie handeltreibende Menschen. 
Ich Tschung-lien bringe es nicht über mich, dies zu thun. 

Hierauf sagte er dem Landesherrn von Ping-yuen Lebewohl 
und entfernte sich. So lange er lebte, besuchte er ihn nicht wieder. 



Im Norden von Han-tan lebte der Lehensfürst von Su-jin. Su- 
thsin reiste zu ihm und hielt vor ihm eine Rede. Der Lehensfürst 
von Su-jin reichte ihm als Reisegeschenk hundert grosse Pfunde 
gelben Goldes. Der Gehilfe seines Hauses tadelte ihn und sprach : 
Du, Gebieter und Lehensfürst, stehst zu dem Gaste in keinen alten 
Beziehungen, du gibst ihm aber als Reisegeschenk hundert Pfunde. 
Kann ich das, was er gesprochen, wohl zu hören bekommen? 



Deiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 239 

Der Lehensfüi'st von Sii-jin sprach: Der Gast ist der beredteste 
Mann der Welt. Während er stand nnd sprach, entriss er mir immer 
das Land und gab es mir wieder zurück. Ist mein Land auch klein, 
wie wären es die hundert Pl'unde? 



Die äusseren Überlieferungen von Ilan-schi sagen: 
Tien-tse wurde Reichsgehilfe. Nach drei Jahren kehrte er heim, 
um sich in die Ruhe zu setzen, und überreichte seiner Mutter hundert 
grosse Pfunde Goldes. Seine Mutter sprach: Eine ungerechte Saclie 
kommt nicht in das Haus. Wer als Diener unter den Menschen nicht 
redlich ist , ist als Sohn unter den Menschen kein guter Sohn. 
Mögest du dich entfernen. 

Tien-tse schämte sich. Er lief hinaus und stellte sich dem 
Könige vor. Indem er ihm das Gold zurückgab, bat er, dass er sich 
zurückziehen und in das Gefängniss begeben dürfe. Dßr König ver- 
zieh Tien-tse die Schuld und bestimmte das Gold zu einem Geschenk 
für dessen Mutter. 



Siang, König von Tsu, schickte einen Gesandten, der tausend 
Pfunde Goldes und hundert Paare weisser Randtafeln mit sich lührte, 
und Hess Tschuang-tse einladen. Er wollte ihn zum Reichsgehilfen 
machen. Tschuang-tse weigerte sich beharrlich. 



Yen-ling-ki-tse lustwandelte in Tsi und erblickte verlorenes 
Gold auf dem Wege. Er rief einen Hirten und hiess ihn es nehmen. 
Der Hirt sprach: Wie kommt es, dass du in der Höhe weilst, jedoch 
die Blicke nach unten richtest? Du bist von dem Geschlechte der 
W^eisheitsfreunde, jedoch deine Worte sind bäuerisch. Du besitzest 
einen Landesherrn und bist kein Diener, du besitzest einen Freund 
und bist kein Freund. In der Hitze bekleide ich mich mit einem 
Pelze. Wie sollte ich derjenige sein, der das Gold nimmt? 

Yen-ling-ki-tse erkannte, dass dies ein Weiser sei. Er fragte 
ihn bittend um den Geschlechtsnamen und den Jünglingsnamen. 

Der Hirt sprach: Du bist ein oberflächlich beobachtender 
Kriegsmann. Wi» könnte es der Mühe werth sein, den Geschlechts- 
namen und den Jünglingsnamen zu sagen? — Er entfernte sich 
sofort. 



240 P f i z rn :i i e r 

In den alten Erlebnissen des Kaisers Wu von Han heisst es: 

Der Kaiser war einige Jahre alt, als die älteste Kaisertochter 
mit dem Finger rings auf die aufwartenden Dienerinnen zeigte und 
fragte, ob er eine von ihnen zum Weibe haben wolle. Er mochte 
keine von ihnen verwenden. Später zeigte sie mit dem Finger auf 
die Königin von dem Geschlechte Tschin. Der Kaiser sprach: Wenn 
ich 0-kiao zum Weibe haben könnte, so würde sie in einem gol- 
denen Hause verwahren. 

In den inneren Überlieferungen von dem Kaiser Wu von Han 
wird gesagt: 

Der Kaiser erhielt das wahre Bild der Mutter des Königs des 
Westens. Er umgab es mit Bänken von gelbem Golde. 



Die Mutter des Königs des Westens besitzt neun Arten von 
IMennig, ferner Goldsaft und zubereiteten Goldtrank. 

In der geheimen Geschichte des üsllichen Gartens von Han 
wird gesagt: 

Wenn man bei Todlen die neun ()fl'nungen des Leibes mit 
gelbem Golde verschliesst, so können die Leichname niemals ver- 
faulen. 



In den neuen AVorten von Lü-ku heisst es: 

Schün verwahrte das Gold in dem Berge Kin-yen. Er warf die 
Perlen in die Abgründe der fünf Seen. Er verschloss die Ausschwei- 
fung und das Uin-echt, durchschnitt die Leidenschaften der Begehr- 
lichkeit und des Schmeicheins. 



Das von Tung-fang-sö verfasste Buch der göttlichen Wunder 



sagt: 



In der Wüste des Nordens gibt es zwei goldene Thorwarten, 
deren Höhe hundert Klafter beträgt. Es gibt goldene und silberne 
Schüsseln, die im Umfange fünfzig Klafter messen. 



Jenseits des weissen Palastes der westlichen Gegenden liegt 
der Goldberg. Auf dem Berge sind Menschen, welche fünf Klafter 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. C^\ 

hoch sind. Sie heissen mit Namen: Bewahrer des goldenen Nas- 
horns. 



Die Geschichte der Könige von Scho sagt: 

Der König von Thsin schickte dem Könige von Scho eine 
Truhe Goldes. Scho erwiederte dies durch Übersendung der nach 
den Gebräuchen gebührenden Gegenstände , aber alles verwandelte 
sich in Erde. Der König von Thsin zürnte. Sämmtliche Diener ver- 
beugten sich und wünschten ihm Glück, indem sie sprachen: Die 
Erde ist das Land. Thsin wird in den Besitz von Scho gelangen. 

Der Garten der Gespräche sagt: 

Schin-ming war durch seine Elternliebe bekannt. Der König 
verlieh ihm jetzt die Stelle eines Reichsgehilfen. Jener weigerte sich 
und nahm es nicht an. Sein Vater sprach: Wenn du einen Ehren- 
gehalt von dem Reiche beziehst, die Gerechtigkeit in der Vorhalle 
begründest, so bin ich ohne Kummer. — Schin-ming befolgte den 
Befehl seines Vaters und wurde Reichsgehilfe von Tsu. 

Als der Fürst von Pe Aufruhr erregte, sprach Schin-ming: Jetzt 
ist es mir nicht möglich, ein guter Sohn zu sein. — Sofort zog er 
die Trommel an sich und tödtete den Fürsten von Pe. Sein Vater 
fand ebenfalls den Tod. 

Der König machte ein Geschenk von hundert Pfunden Goldes. 
Schin-ming sprach: Mit welchem Angesicht, mit welchem Auge 
kann ich auf die Welt blicken? — Hierauf tödtete er sich selbst. 



Die neue Einleitung sagt: 

Hoan, Fürst von Tsi, sah einen Menschen der Stadt Mi-khieu. 
Er fragte ihn: Wie viele Jahre zählst du? — Jener antwortete: 
Achtzig. 

Der Fürst sprach: Möchtest du mir dein langes Leben erflehen? 

Jener sprach: Ich lieisse dich, o Gebieter und Landesherr, sehr 
lange leben. Mögen Gold und Edelsteine verachtet sein und mögest 
du Menschen für Kostbarkeiten halten. 



Kung-sün-ngao befragte den Meister Pe-siang, indem er 
sprach : Jetzt hast du , o Meister, zusammengerafft die Künste der 
Welt, du betrachtest vielseitig die vier Gegenden seit einer langen 



242 P f i 2 m a i e r 

Reihe von Tagen. Dass du noch nicht im Stande bist, zu verbessern 
die Lenkung in der Welt, ins Licht zu stellen die Weise des Ge- 
bieters und des Dieners, es ist, weil du noch nicht verschieden ge- 
wesen bist von den Versammlungshäusern und Rüstkammern, die 
Gold und Edelsteine bergen, von den Kisten und KofTern, die 
Urkunden und Bücher wie in einem Sacke bewahren. 



Ko-wei hatte eine Unterredung mit dem Könige von Yen, wobei 
er sagte: Ein Gebieter der Menschen in der alten Zeit verlangte für 
tausend Pfunde ein Pferd der tausend Weglängen. Das Pferd war 
bereits todt. Er mochte die Knochen um fünfhundert Pfunde nicht 
kaufen. Nach einem Jahre ereignete es sich zweimal, dass Pferde 
der zehntausend Weglängen ankamen. 



Die Wagebalken der Erörterungen sagen : 

Tschin-tsio und Tschin-ting, zwei kleine Knaben aus einer 
Familie des Volkes von Lu-kiang, badeten gemeinschaftlich in dem 
See. An dem steilen Ufer befand sich ein Weinzuber, der von Farbe 
rein gelb und in das Wasser versunken war. Tsiö hielt ihn für 
Kupfer. Er watete durch das Wasser, um ihn wegzunehmen. Der 
Zuber war so schwer, dass er ihn nicht aufheben konnte. Ting ging 
hin, um ihm zu helfen. Der Zuber sank nochmals unter, bewegte 
sich in Windungen und verschwand in dem tiefen Abgrund der 
Wasser. Ting und Tsiö blieben stehen und sahen ihm nach. Sie er- 
blickten mehrere hundert bis tausend den Kupfermünzen ähnliche, 
reingelbe Gegenstände. Sie fassten sie sofort auf, und jeder erhielt 
deren eine Handvoll. Bei der Heimkehr zeigten sie dieselben in 
ihrem Hause. Es war gelbes Gold. 



„Der Mund einer Menge schmilzt das Gold". Der zweite der 
fünf Grundstoffe heisst das Feuer. Das zweite der fünf Dinge heisst 
das Wort. Das Wort passt zu dem Feuer, desswegen sagt man, dass 
es das Gold schmilzt. 

In dem Durchdringen der Sitten und Gewohnheiten wird 
gesagt : 

„Der Mund einer Menge schmilzt das Gold", ist eine gewöhn- 
liche Redensart. Es ist hier schönes Gold vorhanden. Sämmiliche 



Beiträge mv Geschichte der Edelsteine und des Goldes. ä4o 

Menschen bemängeln es in Gemeinschaft und sagen, es sei nicht un- 
irermischt. Der Goldverkäufer will es verkaufen. Er nimmt es daher, 
ätampft es und brennt es, um zu zeigen, dass es echt ist. Auf diese 
Weise schmilzt der Mund einer Menge das Gold. 



In dem Buche der Han wird besprochen, dass Wang-yang 
Wagen, Pferde und Kleider liebte. Als er übersiedelte und im Amte 
versetzt ward, war dasjenige, was er auf den Waagen lud, nicht 
mehr als ein Sack Kleider. Nach der gewöhnlichen Überlieferung 
war W^ang-yang im Stande, gelbes Gold zu verfertigen. Ein Wort 
lautet: Das Gold kann nicht verfertigt werden, das Zeitalter kann 
nicht ermessen werden. — Wang-yang befand sich im Besitze seines 
Amtes, bezog den Ehrengehalt. Obgleich er auf Beinlichkeit, Wagen, 
Pferde und Kleider hielt, wie viel war er überdies im Stande? Wie 
sollte es der Mühe werth sein, es auseinanderzusetzen? Man über- 
lieferte demnach das gewöhnliche Wort !)• 



Die vermischten Erzählungen der westlichen Mutterstadt sagen : 
Han-yen schoss gern mit Kugeln und verfertigte gewöhnlich 
Kugeln aus Gold. In einem Tage gingen über zehn Stücke verloren. 
In Tschang-ngan sagte man sich hierüber ein Wort, welches lau- 
tete: Gequält durch Hunger und Kälte, jagt man nach goldenen 
Kugeln. — So oft die Kinder und Knaben der Mutterstadt hörten, 
dass Yen auszog, folgten sie ihm ohne Weiteres. Sie erspähten aus 
der Ferne, wohin die Kugeln fielen, und lasen sie auf. 



In den Erzählungen des Suchens nach den Göttern heisst es: 
In der Provinz Wei verkaufte Tschang-khiü ein Wohngebäude 
an Tschin-ying. Das ganze Haus Ying's erkrankte. Dieser verkaufte 
es an Ho-wen. Wen erfasste allein ein grosses Messer und trat am 
Abend in die nördliche Halle. Auf dem Dachbalken erschien um die 
Zeit der dritten Nachtwache ein Mensch, der über eine Klafter 
mass. Derselbe trug eine hohe Mütze, ein rothes Kopftuch und rief: 
Dünne Lende! — Man antwortete ihm zustimmend mit den Worten: 



1) Aus dem Durchdringen der Sitten und Gewohnheiten. 



244 P f j z ni ii i e r 

Warum ist hier die Luft eines Menschen? — Man antwortete: Ej 
ist Niemand da. 

Wen fragte: Wer ist derjenige mit der hohen Mütze? — Man 
antwortete: Es ist das Gold. Es befindet sich unter der Wand des 
westlichen Daches. — Wen grub den Boden auf und fand drei- 
hundert Pfunde. 

Die Geschichte des Auflesens des Hinterlassenen von Wang- 
tse-nien sagt: 

Zu den Zeiten Schao-hao's tönte das Gold in den Bergen, das 
Silber stieg in der Erde. Bisweilen war es gleich dem Geschlecht 
der Schildkröten und Schlangen, plötzlich hatte es wieder Ähnlich- 
keit mit der Gestalt der Menschen und Dämonen. 



Der Garten des Wunderbaren sagt: 

Yin-tao von Fu-nan erkaufte das Recht, in dem Wohnhause 
seines Districtsgenossen Tschang-nan die Erde aufgraben zu dürfen. 
Er fand hundertmal zehntausend Kupfermünzen und gab Nan ein 
Pfund Goldes heraus. Nan sprach: Deine ausgezeichnete Tugend hat 
die Götter gerührt, die Kostbarkeiten sind deinetwillen zum Vor- 
schein gekommen. — Er wollte es durchaus nicht annehmen. Tao 
übergab es dem Befehlshaber des Districtes. Tschang-piao von 
Ho-nan überreichte es mit einer Denkschrift dem obersten Buch- 
fülirer. 



Hoang-schü von Sin-ye pflügte in dem Zeiträume I-hi (405 bis 
41 8 n. Chr.) das Feld und fand ein Schiff Goldes. Der Wahrsager 
sagte ihm, er möge es durch drei Jahre nicht verwenden, dann 
würde er den Reichthum für die Dauer bewahren. Schü mochte 
dies nicht befolgen. Das Gold wurde sofort zu Erde. 



Über dem Brunnen Wang-kuang's von Yung-khang befand sich 
ein Waschstein. Man sah daselbst zu einer Zeit einen rothen Dunst. 
Später kehrte ein Mensch von Hu in dem Hause ein. Derselbe ver- 
langte plötzlich, den Stein zu kaufen. Kuang wunderte sich über 
dieses Begehren. Als man das Geld bemass, erblickte Sün-schi, das 
Weib seines Sohnes , zwei gelbe Vögel , die auf dem Waschsteine 
mit einander kämpften. Sie ging schnell hin, deckte sie zu und fing 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. !24t) 

ie. Sie verwandelten sich in gelbes Gold. Der Mensch von Hu 
t'usste dieses nicht und trachtete immer eifriger, den Handel ab- 
uschliessen. Nachdem es ihm gelungen, zerschlug er den Stein. In 
essen Inneren befand sich bloss die Wohnstätte der zwei Vögel. 



In Tsl-mi befand sich ein Grabhügel. Als man ihn öffnete, war 
aselbst ein goldenes Rind, das den Grabweg verschloss und sich 
icht bewegte. Verletzung wäre ein grosses Unglück gewesen. 



Die Erzählung der veröffentlichten Wunder (schu-i-ki) sagt : 

In Nan-khang, District Yü-tu, kommt der Strom Yuen im 
kVesten hervor. Drei Weglängen von dem Districte ist ein Ort, 
lessen Name: die mündende Höhle des Traumes. Derselbe ist von 
jcstalt gleich einer Felsenhöhle. Nach einer alten Überlieferung be- 
indet sich daselbst ein göttliches Huhn, dessen Farbe gleich der- 
enigen des guten Goldes. Dasselbe kommt aus dieser Höhle hervor, 
rhebt die Flügel und flattert umher. Der W^iederhall seines bestän- 
iigen Gesanges durchdringt die Lüfte. Wenn es einen Menschen 
ieht, fliegt es ohne weiteres in die Höhle. Desswegen gab man diesem 
i'elsen den Namen: der Felsen des Huhnes. 

Einst ackerte ein Mensch an der Seite dieses Berges. Er er- 
dickte in der Ferne ein Huhn , das hervorkam und sich belustigte. 
I^in älterer Mann hielt mit festem GrifTe eine Kugelarmbrust und 
iclioss nach ihm mit einer Kugel. Das Huhn sah dies von weitem 
md flog sofort in die Höhle. Die Kugel der Armbrust zeigte sich 
yenau über der Höhle und hatte sechs Schuhe im Durchmesser. Sie 
liug hernieder und verdeckte die Höhle. Daselbst war noch immer 
ils Thor eine Ritze, die aber keinen Menschen mehr fassen konnte. 

Ferner fuhr ein Mensch auf einem Schiffe stromabwärts und 
cehrte in den District zurück. Er war von diesem Ufer noch einige 
iVeglängen entfernt, als ein Mensch, der ganz gelb gekleidet war 
md auf der Schulter zwei Körbe gelber Melonen trug, verlangte, 
lass man ihn in das Schiff nehme. Man nahm ihn demnach auf. Der 
^elb gekleidete Mensch bat um Speise, und der Herr des Schiffes 
;ab sie ihm. Als das Schiff zu dem Ufer gelangte, bat der Herr des 
5cliifTes um das Geld. Dieser Mensch gab es ihm nicht und spuckte 
"ortwährend auf die Schüssel. Er schritt zu dem Fusse der Uferhöhe 
uid trat geraden Weges in den Felsen. Der Herr des Schiffes war 



246 p r i i m i. i P r 

anfänglich über ihn sehr ungehalten. Als er aber sah, dass er in den 
Felsen trat, erkannte er erst, dass dies ein göttliches Wunder. Er 
nahm das Speisegeräthe und betrachtete es. Er sah, dass Alles, was 
Jener auf die Schüssel gespuckt hatte, gelbes Gold war. 



Die früheren Gelehrten erzählen: Zu den Zeiten Yü's regnete 
es in der Welt Gold durch drei Tage. 

Ein altes Gedicht sagt: Wie könnte es dahin kommen, dass der 
Himmel Gold regnet? Das Gold würde wohlfeil wie Erde werden. 

Zu den Zeiten des Königs Tsching von Tscheu regnete es in 
Hien-yang Gold. Gegenwärtig gibt es in Hien-yang eine Hochfläche 
des Goldregens. 

In dem ersten Jahre des Kaisers des zweiten Geschlechtsalters 
von Thsin regnete es in dem Palaste Gold. Als dies geschehen, ver- 
wandelte es sich in Steine. 

Im ersten Jahre des Kaisers Hoei von Han regnete es in dem 
Palaste gelbes Gold und schwarzes Zinn i). 

Ferner war das Haus Ung-tschung-jü's arm. Derselbe war mit 
seiner Kraft thätig und wohnte an dem Rinnsale des Wei. Eines Mor- 
gens Hess der Himmel zehn Scheft"el Goldes in sein Haus regnen. 
Hierdurch wetteiferte er mit Königen und Lehensfürsten in Reichthum. 
Gegenwärtig gibt es in Thsin Greise des Goldregens. Dieselben sind 
von einem Gesehlechtsalter zu dem anderen reich. 



In den verzeichneten Überlieferungen der Wunder heißt es: 
Wei-tschao, ein Mann des Volkes von dem Blockhause Yin- 
hung-scheu inJu-nan, verstand sich auf das Buch der Verwandlungen. 
Als er dem Tode nahe war, beschrieb er ein Bret und übergab es 
seiner Gattin mit den Worten: Ich sterbe in grossem Mangel und 
Elend. Solltest auch du es sein, mögest du darauf achten, dass 
Niemand das Wohnhaus verkauft. Bis nach fünf Jahren wird im 
Frühlinge eine höchste Verkündung erlassen werden und ein 
Gesandter eilig zu diesem Blockhause kommen. Derselbe ist von dem 
Geschlechte Kung. Dieser Mensch trägt auf dem Rücken mein Gold. 
Gehe mit diesem Brete zu ihm und verlange es. 



1) Das si'liwiir/.e Zinn ist d;is Blei. 



Beiträge zur Gescluehte iler EJelsteine und des Goldes. ^47 

Nach seinem Tode gerieth die Gattin wirklich in grosse Ver- 
legenheit, und es ereignete sich mehrmals, dass sie das Wohnhaus 
verkaufen wollte. Da sie jedoch der Worte des Mannes eingedenk 
war, stand sie ohne weiteres davon ab. 

Um die angegebene Zeit erschien wirklich ein Gesandter von 
dem Geschlechte Kung in dem Blockhause. Die Gattin nahm sogleich 
das Bret, ging bin und verlangte das Gold von dem Gesandten. Der 
Gesandte ergriff das Bret und wusste nicht, was er sagen solle. 
Zuletzt sprach er: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht 
diesen Ort betreten. Wie sollte ich zu euch in Beziehungen stehen? — 
El" war in Gedanken versunken und murmelte vor sieh hin. Endlich 
fragte er sie: Welche Fähigkeiten hat dein weiser Mann besessen? 
— Die Gattin sprach: Mein Mann verstand sich auf das Buch der 
Verwandlungen, er war aber noch niemals ein Wahrsager unter den 
Menschen. 

Der Gesandte sprach: Es ist möglich. — Er wandte sich jetzt 
zu den aufwartenden Menschen mit dem Befehle, die Wahrsage- 
pflanze zu nehmen und in der Angelegenheit Lose zu ziehen. Als der 
Abriss vollendet war, sagte er zu der Gattin Tschao's : Ich trage für 
dich kein Gold auf dem Rücken. Dein weiser Mann hat selbst das 
Gold besessen. Weil er wusste, dass nach seinem Tode augenblick- 
lich Elend herrschen werde, verwahrte er das Gold und wartete auf 
den grossen Frieden. Dass er es der Gattin und den Kindern nicht 
sagte, ist desswegen, weil er fürchtete, dass das Gold zu Ende 
gehen und die Verlegenheit nicht aufhören werde. Er wusste, dass 
ich mich auf das Buch der Verwandlungen verstehe. Desswegen 
beschrieb er das Bret und vertraute mir dadurch seine Gedanken. 
Das Gold beträgt fünfhundert Pfunde. Es ist in einen grünen Kessel 
gefüllt und mit einer kupfernen Platte bedeckt. Es ist an dem öst- 
lichen Ende des Daches der Halle vergraben, eine Klafter von der 
Mauer entfernt und neun Schuh tief in der Erde. 

Die Gattin kehrte zurück und grub nach. Sie fand alles, wie es 
gewahrsagt worden. 



lu den Denkwürdigkeiten von wunderbaren Dingen heisst es : 
Das Volk von Lang-hang i) verkehrte mit den Menschen von 



*) Lang-h;in!j Wiir ein Ueich der südliclien Frenidländer. 



,c4o Pfiziriiiiei' 

Hau an dem Grenzpasse. Die Menschen jenes Volkes eröffneten 
gewühnlicli in der Nacht einen Markt. Sie berochen das Gold und 
wussten, ob es gut oder schlecht sei. 

Die Verzeichnisse des Verborgenen und des Hellen sagen: 
Das Wasser der Überfahrt des Flussarmes des Hoai, genannt 
der Flussarm des Rindes, ist unermesslich tief. Die Menschen an der 
Überfahrt sehen ein goldenes Rind, das von Gestalt sehr wunderbar 
und stark ist. Dasselbe trägt eine goldene Kette als Halfter. 



Die zwanzig Weglängen messende Strecke von dem Bergrücken 
der hundert Goldpfunde in dem Districte Pa-khieu aufwärts heisst 
mit Namen: Die Seitentiefe des gelben Goldes. Über derselben ist 
eine Stromschnelle, deren Name ebenfalls: die Stromschnelle des 
gelben Goldes. Ehemals angelte Jemand in dieser Seitentiefe. Er 
fing eine goldene Kette, die er an sich zog. Diese erfüllte sofort 
das ganze Schiff, und ein goldenes Rind, von Stimme und Anblick 
gewaltig, kam zum Vorschein. Der Angler wurde dadurch erschreckt. 
Das Rind sprang jetzt in die Höhe und kehrte zu der Seitentiefe 
zurück. 



Fing, zu den Zeiten der Tsin, König von Nan-tün, hatte ein 
neues Wohnhaus gebaut. Als er daselbst eingezogen war, sah er im 
Traume einen Menschen, der zu ihm sagte: Hoang, Befehlshaber von 
Ping-yü, wollte mit einem Gefässe Goldes Pao-shing-tschi beste- 
chen und wurde durch das Geschlecht Pao getödtet. Das vergrabene 
Gold befindet sich über mir. Ich werde niedergedrückt und bin sehr 
l)eetigt. Wenn du, o Gebieter, nochmals ein Haus baust, so habe ich 
kein Ufer mehr, wo ich aus- und eintreten könnte. 

Ping liess am nächsten Morgen sofort die Stelle unter der 
Mauer aufgraben. In einer Tiefe von fünf Schuhen fand er wirklich 
das Gold. 



Im Osten der Stadtmauern des Districtes Tsiao ward durch die 
Stadtmauern eine Erdstufe gebildet. Dieselbe hatte zwanzig Klafter 
im Umfange vuul acht Schuh Höhe. Einige sagen, dass dies ein alter 
Grabhügel gewesen. Wu, Kaiser von Wei, liess einen Bau aufführen 
und bildete daraus eine Erdstufe. Die Mauer der östlichen Seite 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 



249 



stürzte ein, wobei Gold und Edelsteine hervorrollten. Von den- 
jenigen, welche sie wegnahmen, litten viele den Tod. Demnach führte 
man den Bau von neuem auf. 



In dem Meere befinden sich goldene Erdstufen. In dem Innern 
der Erdstufen befinden sich goldene Bänke. Nach der Geschichte 
des Zeitraumes Yuen-tschung ist der Geist des Goldes ein Bind. 



In Tschang-ngan lebte ein Mann von dem Geschlechte Tschang- 
Derselbe weilte am Tage allein in dem inneren Hause, als eine Taube 
hereinkam und sich auf das Bett setzte. Dem Manne von dem 
Geschlechte Tschang war dies zuwider. Er öffnete den Busen und 
sprach die beschwörenden Worte : Taube, kommst du zu meinem 
Unglück, so setze dich auf den Staubbehälter. Kommst du zu meinem 
Glück, so fliege in meinen Busen. 

Die Taube flog sofort in seinen Busen. Er suchte sie mit der 
Hand, Er wusste wohl, wo sie war, fand aber einen goldenen Pan- 
zergürtel. Er betrachtete denselben als eine Kostbarkeit. Nach dieser 
Zeit war der Glanz seiner Söhne und Enkel vollkommen. 



Die Gespräche des Zeitalters sagen: 

Lieu-hoa verleumdete Tschin-kiao. Kaiser Ming übergab Kiao 
fünf Kuchen Goldes und sprach : Du hast mein Herz erleuchtet. Ich 
nehme Bücksicht auf deine Gattin und deine Kinder. Ich weiss davon 
nichts. 

Kuan-ning und Hoa-hin reinigten in dem gemeinschaftlichen 
Garten von dem Unkraut das Gemüse. Sie erblickten auf dem Boden 
ein Pfund Goldes. Der Mann von dem Geschlechte Kuan schob es mit 
der Jäthacke seitwärts, nicht anders wie einen Ziegel oder einen 
Stein. Der Mann von dem Geschlechte Hoa erfaßte es und schleu- 
derte es wieder weg. 



Die besondere Geschichte Tsao-tsao's sagt: 
Tsao führte die Streitkräfte vorwärts und drang in das Gebirge 
Hien. Er öffnete das Grab des Königs Hiao von Liang, zertrümmerte 

SItzb. d. phil.-hist. Cl. LVni. Bd. IM. Hft. 17 



2 !) p f i z m M ; p r 

den Sarg und raffte Gold und Kostbarkeiten im Betrage von mehreren 
zelintausend Pfunden zusammen. Als der Himmelssohn dies erfuhr, 
weinte er augenblicklicii. 



In den Überlieferungen von dem Geschmack an dem Alten in 
vermehrten Abtheilungen heisst es: 

Wang-schün führte den Jünglingsnamen Schao-lin. Er begab 
sieb in die Mutterstadt. In dem Einkehrhause der Gäste besuchte er 
einen der Schüler, der sehr krank war. Dieser sprach zu Schün: 
Unter meiner Lende sind zehn Pfunde Goldes. Es ist mein Wunsch, 
sie dir zu geben. Ich bitte, dass du meine Gebeine sammlest und ver- 
bergest. — Er hatte ihn noch nicht um den Geschlechtsnamen und 
den Namen gefragt, als seine Worte zu Ende waren. Schün verkaufte 
ein Pfund Goldes, womit er den Sarg herbeischaffte und einrichtete. 
Neun Pfunde legte er unter die Lende des Schülers. 

In den Denkwürdigkeiten der früheren weisen Männer des Rei- 
ches Lu wird gesagt: 

Schö-sün-thung war im Beginne seines Wirkens. Tschao-I 
ernannte Thung zu einem gewöhnlichen Angestellten der Darreichungen 
und beschenkte ihn mit fünfhundert Pfunden Goldes. Thung schenkte 
alles seinen Mitschülern. Die Schüler freuten sich hierüber und 
sprachen : Der Schüler von dem Geschlechte Scho-sün ist ein höchst- 
weiser Mensch. Er kennt die Bestrebungen des gegenwärtigen Zeitalters. 
In den Überlieferungen von den sieben weisen Männern von Liü- 
kiang heisst es : 

Tshin-yi führte den Jünglingsnamen Tse-thsu. Er kam zu 
dem Bezirke Lan und sah neben einem Pferde einen Menschen, der 
krank war und ihm zurief: Ich bin Wei-schao-kung von Tschang- 
ngan. Als ich hörte, dass du in Liü-kiang bist, war es eine Freude 
für mich, hierher zu kommen und zu lustwandeln. Jetzt bin ich krank 
und kann nicht vorwärts schreiten. — Yi nahm ihn mit sich nach 
Hause und pflegte ihn. 

Dieser Mann besass zehn Pfunde Goldes und zwanzig Stücke 
schlichten Seidenstoffes. Als er gestorben war, verkaufte YT den 
schlichten Seidenstoff und kaufte dafür einen Sarg und ein Bahrtuch. 
Das Gold legte er unter den Sarg. Er ritt auf dem Pferde aus und 
wieder zurück. 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. Cöi 

Spät(M' sah Tschang-kung, der ältere Bruder des Verstorbenen, 
das Pferd und fragte nach ihm. Die Angestellten der Gerichte 
nahmen Yi fest. Yi sagte alles bereitwillig, und man fand unter dem 
Sarge das Gold. Tschang-kung berührte mit dem Haupte den Boden 
und bedankte sich. Die zehn Kuchen Goldes warf er unter das Thor 
Yr's, Yi begleitete ihn nach Tschang-ngan und gab es ihm zurück. 



Die besonderen Überlieferungen von Ping-yuen sagen: 
Ping-yuen führte den Jünglingsnamen Ken-khiü. Da die Unord- 
nungen ausAnlass der Trauer eben grosse Ausdehnungen annahmen '), 
reiste er nach Liao-tung. Um diese Zeit befand sich Lieu-khiü, sein 
Provinzgenosse, ebenfalls in Liao. Dieser ging damit um, dem Statt- 
halter Kuug-sün-tö seine Stelle zu entreissen. To nahm dessen Ange- 
hörige fest. Khiü fand jedoch Mittel, zu entkommen und stellte sich 
in seiner Bedrängniss unter den Schutz Yuen's. Der grosse Ver- 
merker Tse-I, Statthalter von Tung-iai, besass Gerechtigkeitssinn, 
und Yuen gesellte Khiü zu ihm. 

Khiü, im Begriffe sich zu entfernen, übergab Yuen das Schwert, 
auf welches er sich mit der Hand wie auf einen Stock gestützt hatte, 
und drei Kuchen Goldes. Yuen nahm das Gold an, verMeigerte 
jedoch die Annahme des Schwertes. Er kehrte zurück und sprach zu 
To : Dass du, o Heerführer, den ganzen Tag ohne Unterlass mit 
Khiü zu thun hast und ihn tödten willst, ist nur desswegen, weil du 
fürchtest, dass er eine Biene und ein Scorpion ist. Jetzt ist Khiü 
fortgegangen. Wenn du die Angehörigen seines Hauses festhältst, 
wird sein Gift gewiss um vieles sich vermehren, 

To gab sofort die Angehörigen Khiü's heraus, und Yuen gab 
diesem das Gold zurück. 



In den inneren Überlieferungen von dem Landesherrn von Miao 
heisst es: 

Die goldenen Glocken und ähnliche Gegenstände, welche den 
Kaisern von Han bis Wang-mang als Geschenk dargebracht wurden, 
sind gegenwärtig auf der Höhe des kleinen Berges Miao vergraben. 



1) Nach dem Tode des Kaisers Ling aus dem Hause der späteren Han wurde dessjn 
minderjähriger Sohn, Kaiser Hien, durch Tung-tscho abgesetzt. 

17' 



252 Pfizmaier 

In denselben Überlieferungen von dem Landesherrn von Miao 
heisst es : 

Man nahm zehn Pfund Blei, legte es in ein eisernes Gefäss und 
erhitzte es bei heftigem Feuer. Nachdem es dreimal aufgewallt, warf 
man zehn Candarin neunmal sich drehender Blüthen in das Blei und 
rührte es um. Es verwandelte sich augenblicklich in neun Pfunde 
gelben Goldes. 

In den Überlieferungen von den auswärtigen Reichen zu den Zeiten 
von U heisst es: 

In dem Reiche Sse-tiao verfertigt man goldene Betten. 



Der Frühling und Herbst von U und Yue sagt: 

U-tse-siü machte einen Angriff auf Tsu. Er kehrte zurück nach 
Ll-yang. An den Ufern des Flusses Lai wollte er dem Weibe, das 
sich selbst getödtet hatte, durch hundert Pfunde vergelten, aber er 
wusste nicht ihr Haus. Er warf das Gold in den Fluss Lai und ent- 
fernte sich. In dem Augenblicke kam eine alte Frau weinend herbei. 
Sie sagte, sie sei die Mutter des Mädchens, nahm das Gold und ent- 
fernte sich. 



Die Überlieferungen von charakterfesten Frauen sagen: 
Yo-yang-tse zog aus, um dem Lernen obzuliegen. Seine Gattin 
Tsching-I schnitt sich das Haupthaar ab und verwendete es für ihre 
Ausgaben. Später fand Yang-tse einen Kuchen verlorenen Goldes. Er 
gab dieses seiner Gattin. Tsching-I sprach: Ein Weisheitsfreund 
befleckt seinen Wandel nicht durch Eigennutz. — Yang-tse schämte 
sich und entfernte sich von ihr. 



Das Weib des Geschlechtes Ju von Kuang-han ist die Gattin 
Ju-tün's. Tun hatte alles, was er erhalten hatte, Felder und Lände- 
reien, Sclaven und Sclavinnen, ein Besitzthum im Werthe von drei- 
hundert Zehntausenden, seinem älteren Bruder überlassen. Für sich 
selbst hatte er eine Anzahl von mehreren zehn Morgen Gartengrund 
abgeschnitten und zurückbehalten. Indem er daselbst eine Hütte 
errichtete und Ackerbau ti'ieb, fand er in der Erde ein Versteck 



Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 253 

mit Gold. Tun zeigte dies seiner Gattin. Die Gattin sprach: Du 
sagtest ursprünglich, dass du dasjenige, was dein Vorfahr besessen, ab- 
treten Avollest. Ist dieses allein etwas, das er nicht besessen hat? — 
Tun sprach: Es war mein Ernst. — Er nahm das Gold mit ihr auf die 
Schultern und brachte es dem älteren Bruder und der Schwägerin. 



In den Denkwürdigkeiten der Provinzen und Reiche heisst es: 
Das Wohngebäude Su-thsin's befand sich in Lo-yang, in der 
Gasse Jin-li. Später sah Hien-nie von Wei-kao daselbst jede Nacht 
einen hellrothen Glanz. Er grub an der Stelle des Glanzes nach und 
fand hundert Pfunde Goldes. Eine Inschrift lautete: Gold des Hauses 
Su. — Nie gründete damit ein Kloster. 



Die Geschichte von Lin-hai sagt: 

Der Berg der weissen Steine ist von der Stadt des Districtes 
dreissig Weglängen entfernt. Er gewährt von weitem einen Anblick 
wie Schnee. Auf dessen Höhe befindet sich ein See. Man erzählt sich, 
dass dies der Ort ist, wo goldene Gänse sich versammeln. 

Die von Tsching-tsi verfasste Geschichte von Tung-yang sagt: 

Der Berg Kin-tün (der Berg des goldenen Ferkels) liegt drei 
Meilen südlich von dem Districte Khang. Die Greise erzählen, dass 
ein Mensch daselbst ein goldenes Ferkel gefunden habe. Desshalb 
gab man dem Berge diesen Namen. 

Die von Lieu-hin-khi verfasste Geschichte von Kiao-tscheu 
sagt: 

Das blüthentragende Gold kommt aus Tschü-yai. Es ist dasselbe, 
welches man den bunten Schmuck der goldenen Blumen nennt. Der 
Schneeberg liegt im Süden von Sin-tschang. Ein Mensch fand einst 
auf dem Berge einen Klumpen Goldes gleich einem Masse von zehn 
Ganting. Er verirrte sich auf dem Wege. Als er zurückkehrte und das 
Gold an den ursprünglichen Ort legte, war es ihm möglich, herabzu- 
kommen. 

Die Geschichte von Tsien-tang sagt: 

Im Südosten des Districtes liegt der Berg Hien. Die Altesten 
und Greise erzählen sich, dass man daselbst Gold erntet. 



2.H4 pfi. 



m a I e r 



Die Geschichte des Berges Lo-feu sagt: 

Zelin Weglängen südlich von dem Kreise befindet sich die Sei- 
tentiefe des goldenen Rindes. Die Fischer sehen d,^selhst ein goldenes 
Rind aus dem Wasser hervorkommen. In dem Zeiträume I-hi (405 
bis 418 nach Chr.) fand Tschang-ngan, ein Mann des Volkes aus dem 
Districte, eine fingerdicke goldene Kette, auf die er getreten war. Es 
'waren bald mehrere Zehente vonKlaflei-n. Als er ohne Aufhören suchte, 
kam plötzlicii ein Wesen hervor, das ihr folgte und an ihr zog. Er 
war nicht im Stande, sie festzuhalten. Endlich durchschnitt er sie 
mit dem Messer und erlangte davon mehrere Schuhe. Ngan brachte 
es hierauf zu Reichtlium. 

In späterer Zeit überraschte Tscheu-yün von I-hing dieses Rind. 
Er schnitt die Kette, die er erfasste, durch und erlangte davon zwei 
Klafter. Er ragte hierauf durch Güter hervor. 



In der Geschichte von Lin-yi heisst es: 

Von Lin-yi reist man zu dem Orte, wo das Gold hervorkommt. 
In dreissig Tagen ist man angekommen. Man erblickt aus der Ferne 
den Goldberg mit steilen Felsen gleich hellrothen Stadtmauern. Der 
leuchtende Glanz hat Ähnlichkeit mit dem Schmucke des Himmels. 
An den BergMassern und in den tiefen Thälern gibt es auch leben- 
diges Gold. Dasselbe ist von Gestalt gleicli den Insecten und Wür- 
mern. Die kleinen Stücke haben Ähnlichkeit mit grünen Fliegen, die 
großen gleichen den Bienen und Feldgrillen. Es wandelt in der Nacht 
gleich Irrlichtern und glänzt wie Feuerfliegen, 

Die Abbildung des Erdspiegels sagt: 

Der Dunst des gelben Goldes ist hellroth und gelb. Bei tausend- 
mal zehntausend Pfunden und darüber ist der Glanz von dem Um- 
fange einer Spiegelschüssel. 



Die gesammelten Nachrichten von Yang-hiung sagen: 
Der Schen-yü reichte ein Schreiben empor, worin er den 
Wunsch aussprach, an dem Hofe erscheinen zu wollen. Kaiser Ngai 
fragte die Fürsten und die höchsten Würdenträger. Die Fürsten und 
die höchsten Würdenträger meinten, dass man es, weil man die Kost- 
barkeiten der Versammlungshäuser und der Schatzkammern ver- 



Beiträge «ur (iesch!«hte der Edelsteine und des Goldes. 255 

schwenden würde, vorläufig nicht zu bewilligen brauche. Der Gesandte 
des Schen-yü nahm Abschied und entfernte sich. Die Sache war 
noch nicht offenkundig, als Hiung ein Schreiben emporreichte, in 
welchem er dagegen Vorstellungen machte. Der Himmelssohn Hess 
den Gesandten der Hiung-nu's zurückrufen. Er beantwortete nochmals 
das Schreiben des Schen-yü und erlaubte es. Zugleich beschenkte 
er Hiung mit zehn Pfunden gelben Goldes. 



In den Erörterungen Khung-jung's über die Überlegenheit und 
die Schwächen der höchstweisen Menschen heisst es: 

Das vorzüglichste Gold heisst mit Namen : das purpurne 
Geschliffene. Es ist gleichsam wie Menschen, welche die höchste 
Weisheit besitzen. 

In den Erörterungen über die Wege des Scharfsinnes des Königs 
von Tschin-sse heisst es : 

Kan-schi von Kan-ling sagte zu mir: Mein Lehrmeister führte 
den .Geschlechtsnamen Han, sein Jünglingsname war Schi-ya. Ich 
verfertigte gewöhnlich mit dem Lehrmeister an den südlichen Strö- 
mungen Gold. Es war in früherer und in späterer Zeit einige vier 
Male. Wir warfen einige zehntausend Pfunde Goldes in das Meer. 



Das Verzeichniss der Merkwürdigkeiten der ßergtreppen sagt: 
Die Klüfte der Ströme und Bäche von Fu-tscheu, Pin-tscheu und 
Tsching-tscheu innerhalb der fünf Bergtreppen bringen Gold hervor. 
Die anwohnenden Menschen beschäftigen sich damit, das Gold in 
hölzernen Stauhschüsseln zu waschen. Unter ihnen gibt es einige, 
welche vom Morgen bis zum Abend nicht einen einzigen Stern ») 
erbeuten. Dasjenige, das man in Tsching-tscheu findet, ist das vor- 
trefflichste Gold. 



*) Ein Stern ist ein GoldUorn. In dieser Beziehung sagt das von Tsching-ki verfasste Ge- 
dichtauf die Leiden der Goldwüscher: Man durchwühlt den Sand mühevoll und fühlt 
sich in dem Busen verletzt. Wo immer man umhergeht, ist die Aussicht auf ein 
Theilchen, auf das Gewicht einer Feder auch verwehrt. Die Kraft erschöpft sich 
dur(!h ein halbes Jahr in dem tiefen Wasser. Es ist unmöglich, in Allem eine einzige 
Haarnadel des Paradiesvogels zu verfertigen. 



256 Pfizmaier. Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes. 

Ich wurde vor einigen Jahren als Gesandter in die oberen 
Reiche geschickt. Ein nahestehender Freund überbrachte mir zwanzig 
Tael des Goldes von Tsching-tscheu, damit ich es einem einfluss- 
reichen Diener gebe. Ich wunderte mich, dass es nur einzelne 
und wenige Stücke waren. Der Freund sprach: Das Gold ist zwar 
wenig, man schjitzt es aber, weil es in der Naclit leuchtet. Es ist ver- 
schieden von gewöhnlichem Golde. — Ich behielt daher das Gold 
über Nacht und überzeugte mich von der Walirbeit des Gesagten. 



Verzeicliniss der eingegangenen Druckschriften. 457 



YERZEICHNISS 

DER EINGEGANGENEN DRUCKSCHRIFTEN. 

(MÄRZ 1868.) 

Accademia delle Scienze dell' Istituto di Bologna: Memorie. 
Serie II, Tomo VII, Fas. 1. Bologna, 1868; 4o. 

Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss., zu Berlin : Monats- 
bericht. November 1867. Berlin; 8«. 

— — Königl. Bayer., zu München: Sitzungsberichte. 1867. II. 
Heft 1 & 2. München; S". 

— südslavische, der Wissenschaften und Künste: Arbeiten. II. Band. 
Agram, 1868; 8o. 

A r c h i V e s des missions scientifiques et litteraires. IP Serie. Tome IV, 

2'" Livraison. Paris, 1867; 8«. 
Ateneo Veneto: Atti. Serie II, Vol. IV, Punt. 2^ Venezia, 1867; 8». 
Central-Commission, k. k. statistische: Statistisches Jahrbuch 

der österreichischen Monarchie für das Jahr 1866. Wien, 

1868; 4o. 
Eisenstädter, Wilhelm, Saadja's Arabischer Midrasch zu den 

zehn Geboten. Wien, 1868; 8». 
Erlangen, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften. 1867. 

4o & 8o. 
Gesellschaft, Naturhistorische, zu Hannover: Das Staatsbudget 

und das Bedürfniss für Kunst und Wissenschaft im Königreich 

Hannover. Hannover, 1866; 4». 
— für Salzburger Landeskunde: Mittheilungen. VII. Vereinsjahr 

1867. Salzburg; 8». 

Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LVIII. Bd. III. Hft. 17 ^* 



/CDÖ Verzeichniss der ein;^t'g-nn<,'t'n('ri Druck.schrifleii. 

Gesellschaft, Schleswig-Holslein-Lauenburgische, für vaterlän- 
dische Geschichte: Jahrbücher für die Landeskunde der Herzog- 
thümer S. II. L. Band IX, 3. Heft. Kiel, 1867; 8». 

— k. k. mährisch-schlesische, zur Beförderung des Ackerbaues, 
der Natur- und Landeskunde : Schritten. XV. Band. Brunn, 
1866; 8o. 

Hamelitz. VII. Jahrgang, Nro. 50 — 51 ; VIII. Jahrgang, Nro. 1—2. 
S_7. Odessa, 1867 & 1868; 4«. 

Istituto, R., Veneto di Scienze, Lettere et Arti: Atti. Tomo XIII", 
Serie III', Disp. 3^ Venezia, 1867/1868; 8o. 

Jena, Universität: Akadem. Gelegenheitsschriften aus dem Halb- 
jahre 1868. 4o. & 8o. 

Loomis, William Isaacs, Incidents and Facts in My Life. New 

York, 1867; 8». — Discovery of the Origen of Gravitation etc. 

1867; 8". — A New Resolution of the Diameters and Distances 

of the Heavenly Bodies by Common Arithmetic . New York, 

1868; 8o. 

Meredith Read, John Ir. , A historical Inquiry concerning Henry 
Hudson etc. Albany, 1866; 8«. 

Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und 
Erhaltung der Baudenkmale. XIII. Jahrgang. Jänner — Februar 
1868. Wien; 4o. 

— aus dem Gebiete der Statistik. XIV. Jahrgang, 2. Heft. Wien» 
1868; gr. 8». 

— aus J. Perthes' geographischer Anstalt. Jahrgang 1868, 2. & 3- 
Heft. Wien; 4». 

Museum des Königreiches Böhmen: Pamatky. Rocni'k XIII, Dil VII, 
Svazek 4 — 6. V Praze , 1867 ; 4o. — Casopis. 1866. 
XL. Rocnik, Sv. 4; 1867. XLI.Rocnik, Sv. 1— 4. V Praze; 8o.— 
Nestor's russische Chronik, übersetzt von K. J. Erben. Prag, 
1867; 80. — Vortrag des Geschäftsleiters. Prag, 1867; 8». — 
Verzeichniss der Mitglieder der Gesellschaft. Prag, 1867; 8". 

Nachtrag, Erster, zu dem Kataloge der Bibliothek der k. k. 
Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Wien, 1868; 8«. 

Nationalmuseum, germanisches: XIII. Jahresbericht. 1867; 40. — 
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. N. F. XIV. Band. 
Jahrgang 1867, Nro. 1—12. Nürnberg, 1867; 4«. 



Verzeichiiiss der eingegangenen Druckschriften. /&5^ 

Palacky, Franz, Geschichte von Böhmen. V. Band, 2. Abtheilung. 
Prag, 1867: 8«. 

— Die Geschichte des Hussitenthums und Prof. Constantin Höller. 
Prag, 1868; 8». 

Petranovic, B., Die Bogomilen. Histor. Untersuchung. Zara, 

1867; 80. (Serbisch.) 
Revue des cours scientifiques et litteraires de la France et de 

l'i^tranger. V'Annee, Nrs. 12—16. Paris & Bruxelles, 1868; 4". 
Societe royale des Antiquaires du Nord: Aarbeger. 1867. 3. Hit. 

Kjöbenhavn; 8». 
Society, the Royal Geographica! : Proceedings. Vol. XII, Nr. 1. 

London, 1868; 8o. 
Verein, histor., für das Grossherzogthum Hessen: Archiv für 

Hessische Geschichte und Alterthumskunde. XI. Band, 3. Heft. 

Darmstadt, 1867; 8». 

— siebenbürgischer, für romanische Literatur und Cultur des 
romanischen Volkes: Transilvania. Anulu I, Nro. S & 7. S». 

— für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde: Jahr- 
bücher und Jahresbericht. XXXII. Jahrgang. Schwerin, 1867; 8". 

• — für Landeskunde von Niederösterreich: Jahrbuch. I, Jahrgang, 
1867. Wien, 1868; 80. — Blätter. Neue Folge. I. Jahrgang- 
Nro. 1 — 12. Wien, 1867; 80. — Karte von Wien sammt Um- 
gebungen. Gr. Fol. 

Vincent, A. J. H., Memoire sur le calendrier des Lagides a Tocca- 
sion de la decouverte du decret de Canope. (Extr. de la 
Revue arch(5ol. 1868.) Paris; S». 

Wilmowsky, von. Die römische Villa zu Nennig. (Herausgegeben 
von der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Turin.) 
Trier, 1868; Fol. 



SITZÜNGSBERlCH'rE 



UER KAlSKRLlfllEN 



AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOSOPHISCH - HISTORISCHE CLASSE. 



NEUNUNDFÜNFZIQSTER BAND. 



wii:n 

AUS DER K. K. HOK- UND STAATtJDKUCKEKEI. 

IN COMMISSION BF.r KARL OEROf.l) S SOHN, BLX'UHÄNDI.Eri DEK KAISERLICHEN AKAIiEMIE 

DER WISSENSCHAFTEN. 

1868. 



SITZUNGSBERICHTE 



DKU 



PHILOSOPHISCH-HISTORISCHEN CLASSE 



DEK KAISERLICHEN 



AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



NEUNUNOFUNFZICSTER BAND. 
Jahrgang 1868. — Heft 1 ms IV 

MIT 4 TAFELN SCHRIFTPROBEN. 



WIEN. 

AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDUUCKEUEI. 

IN COMMISSION BEI KAKL GEROLD'S SOHN, BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADKMIE 

DER WISSENSCHAFTEN. 

1868. 



INHALT. 



Seite 

Sitzung vom 22. April 1868 ^ 

Sitzung vom 29. April 1868 * 

Mimafia, Darstellung: <ler altmailändisehen Mundart »ach ßonvesin's 

Schriften ^ 

Reifferscheid, Die römischen Bibliotheken, ö. Die vaticanische Biblio- 
thek. Ii. Bihliotheca Reginensis "^^ 

Verzeichnis» der eingegangenen Druckscliriften l-^S 

Sitzung vom 13. Mai 1868 1*« 

Sitzung vom 20. Mai 1868 l^o 

V. Karajan, Bericht über die Tliätigkeit der historischen Commission 
der kaiserl. Akademie der Wissenschaften während des akademi- 
schen Verwaltungsjahres 1867, vorgetragen in der Commissions- 
Sitzung vom 20. Mai 1868 und darnach in der Classen-Sitzung 

desselben Tages durch den Berichterstatter derselben löl 

Stark, Keltische Forschungen ^^•' 

Bolza, Beitrag zum Studium der gallo-italisehen Dialekte 239 

Pfizmaier, Geschichtliches über einige Seelenzustände und Leidenschaften 247 

Verzeichnits der eingegangenen Druckschriften 3-7 

Sitzung vom 10. Juni 1868 331 

Sitzung vom 17. Juni 1868 



Seile 

$$I(Kiiug vom 24. Juni 1808 332 

Gindclij, Auszug aus der AbhainUiiiig „Die Löhiniselicn Finanz\ crliiill- 

nisse von 1526—1618" 333 

Florentinu, Der iisychisclie Moment in der Spraclilanl-Verändernn^ . . 339 

Verzeichniss der eingegangenen Druckschriften 347 

.Sitzung vom 8. Juli 1868 333 

Sitzung vom 22. Juli 1868 .-^54 

Schulte, Her Gallicum. (Mit 4 Tafeln Schriftproben.) 335 

Verzeichniss der eingegangeneu Druckschriften 497 



SITZUNGSBERICHTE 



DER 



KAISERLICHEN AKADEMIE DEK WISSENSCHAFTEN. 



PHILOSOPHISCH-HISTORISCHE CLASSE. 



LIX. BAi\D. I. HEFT. 



JAHRGANG 1868 — APRIL. 



Conmiissionsbericlit. o 



SITZUNG VOM 22. APHIL 1868. 



Der Secretar legt vor: 

1. Eine Eingabe des historischen Vereins in Steiermark, in 
welcher das Ersuchen gestellt wird, die Classe möchte dem genann- 
ten Verein fünfzig Exemplare der historisch-topographischen Terrain- 
karte überlassen; 

2. eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof. A. Mussafia: „Darstellung der altmailändischen 
Mundart nach Bonvesin's Schriften": 

3. eine für das historische Archiv bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Dr. ß. Dudik: „Preussen in Mähren 1742. Nach gleich- 
zeitigen Aufzeichnungen"; 

4. eine gleichfalls für das historische Archiv bestimmte Ab- 
handlung des Herrn Fr. Kopetzky: „Zur Geschichte und Genea- 
logie der Premyslidischen Herzoge von Troppau"! 



Das w. M. Herr Prof. Dr. J. Vahlen hält einen Vortrag über 
Francesco Poggio , in welchem er die Bedeutung dieses Gelehrten 
für die classischen Studien im XV. Jahrhundert und insbesondere 
seine Verdienste um die Wiederauffindung alter Autoren darlegt und 
schliesslich den Antrag stellt, die kais. Akademie wolle eine von 
Herrn Dr. August Wilmanns unternonunene neue Ausgabe der 
Werke Poggio's unterstützen. 



4 Coinniissionsberieht. 



SITZUNG VOM 29. APRIL 1868. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Eingabe des Herrn Dr. Max Letteris in Wien, 
worin derselbe um eine Subvention zur Herausgabe eines hebräischen 
Werkes: „Sicaron Basepher, Memoiren, ein Beitrag zur Literatur- 
und Culturgeschithte im 19. Jiihrhundert," ersucht; 

2. ein Schreiben des Herrn Karl Stadimayr, Oberlehrers zu 
Steinbach am Attersee, in welchem derselbe um Erklärung einer auf 
einer Bleiplatte befindlichen Inschrift ersucht; 

3. ein Dankschreiben des Herrn B. Czerwenka in Ramsau 
für die Monumenta conciliorum saccufi XV. 



Miissafii«, Darstellun« der iiltniailändisehen Mundart etc. Ö 



Darstellung der altmailändischen Mundart 

nach ßonvesin's Schriften. 

Von dem c. M. A. M u s s a 1 i a. 

Genaue Darstellungen der Laut- und Formverhältnisse einzelner 
Mundarten thun vor allem der romanischen Dialektologie noth. Aus 
derartigen Monographien wird sich dann eine vergleichende Dar- 
stellung der Mundarten jedes einzelnen Gebietes leicht aufbauen 
können. Besonderes Gewicht ist, soweit die Spärlichkeit der vorhan- 
denen Mittel es gestattet, auf die älteren Denkmäler zu legen, welche 
uns werthvolle Beiträge zur Kenntniss der geschichtlichen Entwicke- 
lung der Mundarten bieten. Eine der bedeutendsten Quellen für das 
Altnorditalienische , speciell für das Altmailändische, sind die Schrif- 
ten des trefflichen Franciscaners Bonvesin da Riva, die uns in 
sehr befriedigender Gestalt überliefert worden sind. Eine sorgfältige 
Beschreibung dieses Idioms kann mit Recht als die beste Grundlage 
für den Aufbau einer Grammatik des Altnorditalienischen betrachtet 
werden; und eine solche zu liefern beabsichtige ich in folgenden 
Blättern. Ich strebte nach Kürze und überging daher im allgemeinen 
alle Erscheinungen, welche die Mundart mit der allgemeinen Schrift- 
sprache gemein hat. Die Citate beziehen sich auf Bekker's Aus- 
gabe (Sitzungsberichte der Berliner Academie 1850 und 1851). Die 
einzelnen, nach ihrer Reihenfolge in der Handschrift geordneten, 
Stücke sind mit Buchstaben bezeichnet; nach folgender Concordanz : 

Blätter der Hs. Band der Sitzungsb. Blätter der Hs, Band der Sitzungsb. 



A 1^— 9b 1850, 322—334 

B 9"— 28^ 1850, 438—464 
C 28=^—29^ 1850, 379—380 



D 29^-36=' 1850, 380—390 
E 36^-43'' 1851, 132-142 
p 43''— 45" 1851, 142—140 



6 Mussafia 

Blätter der Hs. Band der Sitzungsb. Blätter ier Hs. Band der Sitziiiig-sb. 



G 46^—50^ i851, 3- 9 

H 50^-58=' 1851, 9— 16 

I 55='— 57* 1851, 90— 94 

L 57"— 67" 1850, 478—491 



M 67='— 69"^ 1851, 94— 97 

N 69" — 73^ 1851, 85— 90 

73^—78" 1851, 209-217 

p 79^-80" 1851. 217-220. 



Lautlehre. 

Vocale. 

A. 

1. Betontes a bleibt unveräiitlert. Greve I 105 aus gravis wie 
in der Schriltsspraehe. Bei atnnta E 336 hatten die flexionsbetonten 
Formen Einfluss auf die Gestaltung des Stammvocals: aus tentare 
konnte leicht tmitar atmitar werden, und das a haftete dann auch 
unter dem Accente. 

2. Unbetontes a wurde zu o in lomenti D 295, also vor m. 
M 35, wo Bekker parente druckt, hat die Hs. perente. Es ist viel- 
leicht ein Sehreibfehler; indessen ist die Erscheinung, dass ar vor 
dem Accente zu er wird, auch sonst bekannt >). 

3. Der Nexus al wird gerne zu ol: olta C 7 neben nlto C 6, 
oltro B 3 68, coldo B 548 coldnna D 354, cohno E 207 colzando 
B .372 descohar N 138, solto E 51 assolto N 103; boldo B 25 
holdeza D 364. 

4. Der Diphtong au wird nicht blos zu o, sondern auch zu 
o/8): oldir I 1, olziidho B 657 neben odire C 1, olcelUG 88, golzo 
D 270 (gaudinm) neben godhio D 223, gölte G 120 (gota, gaoita 
gau'taj. Dazu olcir %. 29. 

4*. Ai wird zu e in pleo I 131 (pla[c]itum); auch das Sufflx 
-ärius wird in der Regel zu er (aus air) ; iiodker A 467, primer- 
ana. Vgl. auch §§. 100 und 101. 

5. A tritt an die Stelle anderer Vocale in anlautender unbe- 
tonter Sylbe: datier B 305 neben dinairi B 162, marce B 271, 
piatosa B 350, sarrar B 813. 

6. Sehr begünstigt wird dieser Vocal im Auslaute von Indecli- 
nabilien; nicht blos in fora B 88, oltra B 262, wica B 328, wo das 

1) -ar-f) im Futiiruu) der 1. Coiijugation wird zu erö; Margherita, Caterina, lazze- 
retto, gheröfano, Baldasscröni. 

2) D. h. im zu al wie aldacc, aldire, Laldominc. und secuiidäres al, eben so wie 
primäres, zu ol. 



Darstellung der altmailändischen Mundart nach Bonvesin's Schriften. 4 

Lateinische das Vorbild gab, sondern auch in donca B 271 adonca 
B 328, insema B 484 (m-simulj, imperpetun B 961, sema A 77, 
(semel), volontera B 170 votitera A 286, und in dem adverbiell ge- 
brauchten Nomen mestera B 169. Auch omia A 95 ist zu bemerken. 



E. 

7. Betontes e wird zu / in candira B 679, sira B 525 , oenin 
G 72. Auch aus nee wird ni B 529. 

8. Betontes e wird nicht zu ie, sondern bleibt e: aleo A 262 
(laetns), ten A 35, vcn A 135. Eben so widersteht es der Verän- 
derung zu /vor Vocalen: deo B 148, eo B 465, meo I 19 neben 
mia 115. 

9. Betontes e wird gerne zu i, wenn die folgende Sylbe ein i 
enthält, eine Erscheinung, welche in der Declination und Conjugation 
am deutlichsten zu Tage tritt, §§. 83, 96, 99. 102, HO, 114, 115. 

10. Manches unbetonte e, welches in der Schriftsprache zu i 
wird, bleibt unverändert. Langes e in den Präfixen de-: defende 
B ^S, delectava B 447, demanda B 710, se~: segura B 444. Kurzes 
e im Präfixe re-: receverun B 158, repentio B 528, reposao B 538, 
reprendeva B 528, revelao B 403, (in romasi E 39 wird e zu o 
wegen des folgenden ni), dann in mejor B 207. Positions-e in preson 
B 87, segnor B 446. 

11. Weit seltener wird unbetontes e zu i, wo die Schrift- 
sprache bei e bleibt : Grigol B 546, rezitai D 67 •), spickdmente 
B 247 neben spec. B 274. 

12. Unbetontes <? fällt weg in adoltro B 14, desedrar D 381, 
invedrisca B 94 (in-veter-) , meltrLv L 280, (meretricemy, re- 
covrao AS2, sidradha G 65, (as-siderata}. Es verharrt dagegen 
in aspere D 370, wird eingeschoben in pegero F 50. 

13. Im Auslaute findet sich ursprüngliches e im Plurale der 
Feminina der III. Declination, §. 85, in manchen Verbalformen, 
§. 94, dann in anze E 149 denanze D 8 inanze B 42; auch in 
inverse E 62. 

14. Dieser besonders begünstigte Vocal vertritt sehr oft i, 
§. 15 — 18 und 20; dann unbetontes o, §. 28; unbetontes ii, §. 33. 



'_) Vgl. übrigens it. gitto neben (jctto, wo e selbst unter dein Acceiite r.ii i wird. 



8 



M u s s a f i » 



I. 



15. Betontes i wird zu e auch dort, wo die Schriftspraclie i 
bewahrt. Zunächst im Suffixe -j7/-; consejo B 252. farneja H 427, 
meraveja ß 637, dann in desedra E 306 (desiderat), rneser F 31 
neben misero A 13, pegero F 50; man bemerke auch edro N 208 
(iter). Dagegen bleibt i in liga. 

16. Eben so oft wird betontes Positions-/ zu e: atenze N 46, 
comenza E 331, endego G l3, inf'enzer B 251, lengua B 22, lenze 
N 141 (Ungere), prencepo A 37, senestra D 57, vence E 39, 
Suffix -ignns: benegno B 548, mulcgno A 157, und fremdes 
Suffix -iiig-: loseughe L 296, soleuga A 12. Dagegen bleibt i in 
magistro L 484, r///i5r6' \ 93 (viginti). In iufirmi B 246 neben 
ferma E 6, virgeni E 110 neben vergene B 56 mag das folgende i 
eingewirkt haben. 

17. Unhetontes ? zeigt gleiche Neigung zu e. Vor Allem in der 
vorletzten Sylbe von Proparoxytonis: Suffixe -ic- : domencga B 52, 
incarego D 262, salvadeghe B 634, toiiega B 553; -in-: femena 
B 370 neben femna 94, ordeyi B 683, vergene B 56 neben t?er- 
^iwe A 2; -/Z-.- fragel I 122, woä/V L 4, mirabele B 159 neben 
terribile D 23; überdies gomedhe N 28 (cubitus), lagreme L 223, 
lemosene B 39 neben lemosina B 99, polex N 170 (pollicem), 
prestedho B 130. Hei frngili D 140, mimbili C 3, previdlu P 40, 
(doch in demselben Verse auch prevedhi) mag das i des Auslautes 
das vorangehende geschützt haben. Übrigens bleibt / auch in an- 
deren Wörtern: anima E I, astVio 102, domino B 300, imagine 
P 65 und in der Hegel im Superlativsuffixe -isshno; nur F 73 no- 
vissemo und E 89 bellisseme (nach der Hs. ; Bekker druckte -issime^. 

18. Vor dem Accent wird i zu e nicht blos in Ableitungen von 
Wörtern, die schon in den §§. 15 und 17 erwähnt wurden: dese- 
draran D 114, lagremando B 383, meravejoso B 143, medegao 
B 509, sondern auch in zahlreichen anderen : amenuir A 358, de- 
xedhar H 128, (de-excitare), matremonio B 63, menestra B 607, 
menor D 157, semejante D 209, senestra D 57, setemana L 205, 
temorezo B 27, vesende A 28, Suffixe -imentum, -itor aus Verben 
der 111. lat. Conjugation: mteiidemcnfn B 235, planzemento D 270, 
rezemento L 475 , defendetrix \^ 371; das Suffix -?7a^- wird zu 
-erfÄrt (neben der weniger assimilierten itade), §. 132. 



Darstellung' der altmHiläiidisclien Mundart, nach Bonvesin's Schriften. 9 

19. Verbleiben von / und Positions-/, wo die Schriftsprache e 
hat. bemerkt man erstens in Ableitungen von Wörtern, die schon 
§§. 15 und 16 erwähnt wurden: ligndha B 140, amagistramento 
E 261 magistrar E 289, vingena N 81, infirmitu D 234, dann in: 
inimigo B 614, hospital B 268 neben hospedhai B 246, signao 
N 18, Präfix 171- : impir E 174, inflai D 175, intrar B 62. 

20. Weit seltener ist unbetontes i zu e, Präfix dis-: dexasiao 
B 10, dexdenioso B 14, descaro B 138, descavedhao B 610; de- 
seva L 419 (neben diseva L 108), benedexir D 331, henedexon 
B 292 (neben benedisem D 388), fedhusla B 326, premitie B 55 
premerana B 77 neben primer A 111, vesiti B 197. 

21. / entwickelt sich manchmal aus Consonanten: aus c in 
deleiti E 100, fridte E 104 (vgl. auch ct=g %. 60); aus g in 
cuintar J 1, recuinta B 393, cuinteza F 137, (it. contare racconta 
contezza aus cogntare) neben ciintao B 802 i) ; aus t in repairava 
B 657, repairi A 131. 

22. V^ersetzt erscheint i in di7iairi B 162, mainere N 59, paira 
51 (parkt, it. paja), dann auch pa/ro als Adjectiv; endlich bei 
Verbaltbrmen, §. 108. 

23. Ausfall von ? findet statt : am häufigsten nach dem Accente 
bei Proparoxytonen: dexme B 55, femna 94, lemosne B 98, me- 
desme B 123. sterla P 13, Suffix -bil- : starre B 27 und fast immer 
evre, •§. 132. Vor dem Accente in resustao B 356 neben resuscitao 
B 869. 

24. Dagegen verbleibt i bei Ableitungen mit dem Suffixe -Uas 
nach /, wo die Schriftsprache dasselbe ausstösst: so crudelitä D 233, 
humiUtae J 6 1 . Dagegen utiltä G 77 (neben utilitae B 282). 

25. Eingeschoben ist / in abondla E 116 abundiava B 667 
(ibondievremente B 179, alehiar N 148, maitin G 187, scurio 



•) Es kommt überdies vor : cuinta B 126 cuinter 64 und eiiintoroso N 23 in 
der Bedeutung' „Sorge, besorgt". Wohl wie prov. cocha aus eoquere coct. 
(Et Wb. I, 133); das n ist eingeschoben, worin auch die aus cognitare entsprin- 
genden Wörter eingewirkt haben mögen. Umgekehrt findet man iu der Hs. cuito 
ctiitar M öl für cuinto cuintar (wie Bekker emendierte) „ich erzähle, erzählen". 
Einen Schreibfehler anzunehmen, geht nicht an, da die nämliche Form auch in 
anderen Denkmälorn norditalienischer Mundarten vorkommt (siehe nseine Mon. 
ant. s. V. ciiitar): überdies ist eine ganz analoge Ausstossung des n in aloitani 
G 61 (lony'tanus) wahrzunehmen. 



10 Mussafia 

E 29 scuria D 221, strainiidhi N 69, superbii als Plural von su- 
perbio D 379 »). In incosfro H 191 enthält sich dagegen die Mund- 
art der in der Schriftsprache üblichen Einschiebung des i. 

I aus betontem e, %%. 7, 9; aus unbetontem, §. 11; aus 
unbet. u, %. 33. 

o. 

26. Betontes ö neigt sich zu u; vor allem im Suffix -osus : 
besognitisi B 110, necessitusi B 176, reliusi B 191, spagurusi 
C 30, vermenusi B 257 neben necessitoso B 181 , glorioso B 183, 
voluntaoso B 184; dann in ascusi C 29, cum A 40 (quomodo), 
phiran B 375. 

27. Betontes d bleibt unverändert, wird also nicht zu uo. In 
longo B 468 widersteht das Positions-o der Veränderung zu u. 

28. Unbetontes ö wird zu « : gugar E 205, pustema B 258 ; 
zu e: reonda B 681, seror I) 334. 

29. wird zu ol in olciv B 705, d. h. o = au = o/, §. 4. 

30. Unbetontes o fällt weg in dexnor J 25, verharrt dagegen 
in levore B 295. 

Vor m statt unbetontem a, §. 2; statt unbet. e, §. 10. 

U. 

31. Twird zu o auch in Fällen, wo die Schriftssprache u bewahrt. 
Betontes: dobio A 242, doe B 337, nomero B 355, soa B 437, ^oe 
J 12. Unbetontes: simolator B 21, mansoeta G 54, soperbia A 122. 
Ebenso Positions-o; adoltro B \^,f'olmeti 120, ponze G 139 cow- 
potiglo B 385, cow2;ow2;er D 30; in unbetonter Sylbe : ^o^ze/^« I 4«). 

32. Nicht selten findet sich dagegen u, wo die Schriftsprache 
vorzieht, in betonter Sylbe : midti C 22 neben moUe C 22 , pulli 
M 67, russi G 72 neben rosso G 76, vulti E 338. In unbeton- 
ter Sylbe: miniculo B 441, tribulao B 11; abundantia A 474 
nbundinva B 667, confundente I 36, dulcissimo I 19 (aber 

1) H 179 donca s'eo totio dra roba per qiiel no sont co fiura oder wie mir die Hand- 
schrift zu haben scheint fuira. Die Bedeutung kann nur „diebisch" sein, vgl. D 215. 
Ich deute das Wort aus für, erweitert zu furius. Ist darait anima fiija bei Dante 
nicht zu vergleichen? E 74 wüsste ich nicht zn entscheiden, ob pervers io mit ein- 
geschobenem i oder pereersio zu betonen sei. 

2) Hieher gehört auch formento B 612, wo das u ursprünglich lang war (fnimcntum), 
durch die Metathese aber in die Position trat. 



Darstellung der HltniHiläiidischen Mundart nach Bonvesin's Schriften. 1 1 

dolce I 7), mulHpUca B 143, miijer B 67, sepulture C 39, suspiri 
I 40, sustentamenio B 128, voluntu B 187. 

33. Unbetontes m wird zu i in p/sor B 169 {= piisor aus 
;??MS.), lissinioU G 87, zu e in volentae E 260 und Präfix smö-: 
se^^7^ D 375 assetilia N 184, secorre Ä 452. 

t/'aus unbetontem o, §. 28. 



Consonanten. 

Liquiden. 

34. L wird sehr häufig zu r: are H 94 neben ale H 101, «wjf- 
virao A 429, 6««m B 760 (balia), consoranze B 60 neben des- 
consolanze E 204, corfelo N 194, cor2;e (colVgere), dore M 85, 
feronia A 44, gameri N 52 (camelli) , gora E 154 gorardo B 14 
neben ^o/a E 291, gremorndha 305, invoraudo H 63, mamment 
E 251 1) maratia 182 maritioso A 182 neben maZ L 459, 
ortoran B 475, pdscoro 102, /^«rese D 74, pistore B 41, perigori 
A 476, reV/om B 62 inregoroso F 95, s^^oro N 186, ^ayore E 205, 
<ore M 88 neben ^oZ/e A 7, vare H 93, v/om B 347, vore E 386 
vor B 189 neben vol B 181, Suffix -bil: stavre B 27, caritevre 
B 365, meravejevre B 366, plasevre B 367, retornevre B 368, 
flevereza D 350 und in der Verbindung des Artikels mit der Prä- 
position de : dro dra dri dre, §. 79. 

35. Auslautendes Z fällt weg in ce B 228, ma F 104 a), dann 
in mirabe B 159 mirabi C 36, nobe B 769. /erf/w D 334 (=fedil 
fedili fedeiij. Inlautendes im Plural von Nomina auf -al -ol: 
hospedai B 246, mortui L 89, li qiiai B 248, broi E 108, vermesoi 
D 93. 

36. L nach einer Muta oder Spirans verharrt in der Regel: 
BL: blastemai D 75 neben biama N 77, blanco B 214. 

PL : piaghe B 258 implagao I 20, plauze D 3, plaque B 626, 
implegar B 204, |?Z<?« B 450, />Zm B 247, exemplo B 23. 
FL: flevereza D 350, «w/Z«i D 175. 
CL: claritae L 9. 



1) Bekker liest matament. 

^} Auch in f(/(//« N 181. wenn in;in ciiijial N 06 heriicksichtipt. 



12 Mussafia 

Ausfall von L durch eingeschobenes i und Verschmelzung des 
letzteren mit einem folgenden i bemerkt man in affizimentü 168 
(afflig.),pisor B 169. 

37. Die Formel CL wird sehr häufig durch g wiedergegeben : 
aparegiae B 433, agina G 60 degina M 123 ingina E 263 neben 
aclina A 206, cugial N 66 (cochlear) , covergiar D 110, gia- 
mando B 524, geda B 35, geregao L 478 (cleriratus), magia 
B 95, masgi 128, mesglada L 300, o^^o I 93 ogi B 523, orege 
E 154, sgiopar D 159 (^schioppare aus scloppus stloppus), soper- 
giar D 286 sopergio A 4, vennegia G 63 i). Eben so GL: giudio 
D 204, ^irtz« E 140, ve^mr B 113. 

38. Nicht nur dass l, wie so eben bemerkt, dem Eindringen 
eines i \vidersteht, nimmt es vielmehr die Stelle eines lateinischen 
i ein. Zuerst in Verbalformen, §. 108, dann auch in stracamblai 
C 35. Bemerkenswerth ist clera N 111, it. cera aus cara. 

39. LS wird zu ss in vasse vosse, sigmatische Perfecta von 
vulere, vol-ere. 

40. LJwird gewöhnlich zu j: Suffix -lU- (§. 15) fijo B 226, 
mejo B 298, mejor B I8, mujer B 413, rojo B 132 voja B 17. 
Bei vorangehendem unbetonten i kann y wegfallen: fioll B 59. Aller- 
dings kommt auch li vor: lilio L 7, travalie B 70; es ist aber 
sehr wahrscheinlich, dass damit wieder nur die Aussprache J ge- 
meint sei. Man vergleiche wenigstens batalia E 42 und bataja 
A 428, dolia und doja D 250, orgoliusi D 248 und orgojoso B 14. 

41. i? wird zu /; CM^m^ \ 66, Grigol B 546, w^Z^va? D 214. 

42. R wird versetzt: 1. von einer Muta zur anderen: intrego 
L 220 intregamente B 79 (neben interra L 7), prea A 300 pree 
C 23; 2. von einer Spirans sich entfernend: formento B 602. 

43. B. wird eingeschoben in senavre 293, soentre B 98, 
stiavre 300. 

44. ü/iV wird zu ii, gn oder w« geschrieben: dagno I 93 cow- 
dagnaiB 108, colonia L 76 (columna). In omia X 95, omi'fhomoj 
C 45 ist w ausgefallen; oder ist auch hier w/ -^ w anzusehen? Omni- 
poente B446 ist vielleicht nurReminiscenz an lateinische Orthographie. 

45. Auslautendes n in der Präposition in wird zu w?, wenn das 
folgende Wort mit Labialis anhebt: im parese D 98, im pacc B 47. 



*) Man bemerke auch sgieva L 12 (schieia), sgivomo D 260 {scfiivammo). 



Darstellung der altmailändischeu Mundart nach Bonvesin's Schriften. 1 3 

46. iVwird zu r, wohl durch Vermittlung von /, in arma B 52 

47. Verbleibt vor s: monstrava B 623, offension I 100 neben 
ojfession A 24, spensai B 512. 

48. Wird eingeschoben: insir A 175 eiixiva B 334, ingual- 
mente C 25, on B 5 (mit). 

49. Fällt ab in covertisce B 604, coveniva B 815 neben co?i- 
ven B 703. 

50. NI zeigt sich unverändert in venia B 859 und anderen 
Verbal formen, §. 108; sehr wahrscheinlich aber ist dies nur etymo- 
logisierende Schreibung für den Laut w. In derThat findet man dex- 
denioso B 15 neben desdegnoso, besoniusi B 116 neben besogniusi 
B 116, tammatn'e D 159 und taminagna B 342, endlich das §. 44 
erwähnte colonia, worunter nur colona gemeint sein kann. 

Dentalen. 

51. Sowohl primäres als secundäres d wird sehr oft dh ge- 
schrieben. 

52. D verhärtet sich zu t in oübito B 21 (cupidus) ; wird zu 
z: vezudha B 344 neben vedher E 173; vgl. §. 109. 

53. D tritt paragogisch zur Conjunction se hinzu: sed J 119. 

54. Fällt weg zwischen Vocalen : morbio E 238, morbieza 
E 66, pei D 43, qimerno D 115, roeran D 216, trnitor D 161; 
drneza E 114, guierdonao F 92. 

55. Z)'C wird zu g: mungiar, svevgianza A 188. 

56. Dl mit folgendem Vocale wird zu z: vergonzoso B 27, vgl. 
§. 77. Aber selbst aus di ohne folgenden Vocal erzeugt sich der 
palatale Laut g : crigi F 26 aus credifdij credj; eben so grangi 
B Si) (grandi), dann auch im Femininum grange B 426 i). 

57. T erweicht sich zwischen zwei Vocalen oder vor einer 
Liquida zu d (dh) : aidhi A 90, atndhao A 356, convidha B 617, 
descavedkao B (i 10, fadhlga D 227, tnercadhantia B 228, rmidho 
B 645, refudho I 134, sedhe D 354. tridhe L 381, veda B 122 
vedhiie B 436, vedre B 313. 

58. Das zu d erweichte t kann dann ganz wegfallen (§. 54) : 
Suffix -as atis: caritae B 282, utilitae B 282, citain B 161; Par- 



1) In ftpodiao B 749 {appoygiato) , ordio H 137 (orzo) bleibt ursprüngliches di. 



^4 M u s s H f i a 

ticipien: tribulno B ö, partia B 330 neben veuudho B 165 (§. 116) 
und Participialsiitfix -/or; (/w/cf/mor E 270, olcior L 103, peccaor 
I 5, robaor A 92, servior E 319 neben peccator I 17, salvator 
I 94; ferner 6ztto B 8, flao M 106, ^mo B 427, peccai I 6. Andere 
Beispiele sind: aiao B 89 (aitato), barraer L 193, c«ew<; D 166, 
criava B 566 (quiritabat), fraelli B 266, graellin N 99, mrfreo 
F 141, inviamento N 193 hiviavano 60 neben invidha, mealia 
N 252, jjZßo 1131 (placitum), noer A 469 neben nodher A 467, 
j[>oer A 469 pnente B 9 jmestae A 53, reonda B 681 , squella 

N 98. 

59. T bleibt unverändert vor r in /a^ro E 351, matre B 60, 
j^rt^re B 142 patrin B 43. Dagegen wird <r zu rr in porrave 
B 472. 

60. 77 ohne folgenden Vocal erzeugt «/ (vgl. dj, §. 56), erstens 
in Pluralformen von T-Stämmen, §. 84, dann in vinge N 93 (venti), 
pogl B 130 QwtKi potj), stigi I 39 (steti). Dem entsprechend ist 
sti=sg: usgi B 190 (ostla). 

Q\. CT wird zu </ — d. h. et, it, ti, tj, g — ; vor allem in 
starken Participien (§. 120), dann in folgenden Wörtern: aspegiar 
C 40, confegi G 132, delegia E 306, frugio B 334, legio B 49, 
Ingio F 28, noge B 103, ogieti C 25 ('ocZ-J, pagio B 74, |>e^/o 
D 87, plnngi J 20 »). Auch aus ctj ergibt sich g in stragia A 34, 
(it. strazia straccia aus e.v-tract-i-are). Von j»^ finden wir ein Bei- 
spiel in scrigin D 115 scrigiura B 310. 

Gutturalen. 

62. Gutturales c wird manchmal k, qu geschrieben: ki B 3, 

que B 487. 

63. C erweicht sich zu g: arnigo B 460, apregonar A 462, 
consego B 159, contego J 43, /ö^/o C 16, logo B 290, 7w/^a B 186, 
mendigo B 138, j[>r/wiV/o E 178, pegore B 333, segoro B 343 se- 
(/o/rtr B 29. In criava B 566 dagegen verharrt die Tenuis. 

64. Qu wird zu gu : reguer B 4 (dagegen im Anlaute quere 
J 4) oder zu g: inigo E 355. 



1) E 135 trifft man facio, H 48 gar facif/io (d.h. der Schreiber corrigierte sich, ohne 
ei zu tilgen.) 



Darstellung der altmailändisehen Mundart nach Bonvesin 's Schriften. 1 Ö 



'o 



65. C vor e, i lautet in der Regel sibilant: s (§. 75), auch z. 
Oft findet man das Zeichen c beibehalten: dolceza D 386 neben 
(lohe D 383, rcceve A 164 neben rezeve A i6l, nocente A 170 
neben ?iosivri D 95, placevre G 39 neben plaxevre D 360, medici 
B 510 neben amisi 412. In solchen concurrierenden Fällen wird 
man kaum anstehen, c als Zeichen der Sibilanten Aussprache anzu- 
sehen. Wie ist denn carcere A 440, ce celesta D 340, lucente 
A 118, olcelli G 88, pnrcisce A 103, prencepo A 37 u. s. w. aus- 
zusprechen? 

66. Die Media gutturalis scheint manchmal auch vor e, i durch 
blosses g bezeichnet zu werden; so wird wohl in largeza B 449 das 
g guttural lauten. 

67. Eingeschoben erscheint g in pagura C 5 und den Ablei- 
tungen spagurnsi C 30 spagurivri D 147 spagvrai C 34 spagura- 
mento D 124. Daneben pagiurn D 117 und spagiura A 33, also mit 
palatalem g. 

68. G vor e, i wird in der Regel zu z, §. 77; zu s in reo; A 38 
(sprich res mit weichem s aus, §. 75) ; in vergene B 329 wird es 
palatal, und '\\\ jesta D 339 erweicht sich die Palatalis zw j. 

69. G fällt weg in negliente A 424 neben negligente L 168, 
dann in relion B 196 relioso B 17, wo die zwei zusammenstossen- 
den i (relifgjionem) mit einander verschmelzen. 

G aus d'c, §. »5; aus dj, §. 56; aus tj, §. 60; aus et, ctj, pt, 
§. 61. 

liabialen. 

70. P erweicht sich zu b in cubiloso B 13, dobio D 171 ; p und 
6 zu V in averto D 72, descavedliao B 610, levore B 295, levroso 
B 23, lovo E 335, saveva B 648, Ihre B 306. 

71. V fällt aus und wird durch g ersetzt in uga H 213 (vgl. 
it. ugolii). 

Spirans. 

72. J bleibt manchmal unverändert: justi B 109, mjurle B 19, 
major B 69, majestue A 56 ; i/ geschrieben : Yeronimo C 4. 

73. Es wird aber auch zu g: giase B 215 und noch häufiger 
zu z. ^. 77. 

J aus g ^. 68. 



\^ M u » s » i i n 



Sibilanten. 



74. Es gibt ein scliarfes und ein weiclies s. Als concumerendes 
Zeichen für beide Aussprachen muss x angesehen werden. Wenn 
laxe B 42 neben lassa B 467 vorkommt, so werden wir lieine Ver- 
schiedenheit der Aussprache annehmen, sondern in ersterer Form 
eine Erinnerung an die lateinische Orthographie erblicken. Und hatte 
man sich gewöhnt, x als Zeichen für scharfes s zu gebrauchen, so 
schrieb man auch istexa B 354, xeinbianze B 58, obwohl diesen 
Wörtern kein lateinisches x zu Grunde liegt. Eben so zeigen Schrei- 
bungen wie raxon B 42 rason B 289, dexedra E 362 desedra 
E 308, tulrix L 41 consolatris L 59, dass x und s inditferent ge- 
braucht wurden, um den Laut des weichen s zu bezeichnen. Hie und 
da findet man z, wo man weiches s (x) erwarten würde: cazon 
A 239 neben cason A 237, tradhizon E 122 neben demnndaxon 
B 436, mmon 314 neben mason B 250, parezai D 104 neben 
pariise D 74. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch hier nur ein 
Schwanken in der Schreibung, nicht aber in der Aussprache, vor- 
liegt i). Endlich kommt auch sc vor e, i vor. Ich glaube nicht, dass 
damit s (fr. cK) gemeint sei, sondern sehe darin wieder nur etymo- 
logisierende Schreibung für scharfes s: amonisce E 295 und amonisse 
E 293 stellen wohl dieselbe Aussprache dar. In der That findet man 
auch niscun P 77, das kaum anders als nissun lauten kann und uns 
zeigt, dass man sc und ss als äquivalent betrachtete. 

75, Überblicken wir nun die Quellen aus denen s floss, so er- 
gibt sich folgendes Schema : 

Scharfes s, geschrieben s, ss, sex. 
= it. SS, lat. SS, X, ps: rixe B 31, traxe B 423, istexa B 3542). 
= it. s, lat. sc, X, stj: incresudi B 266, laxivitä E 335, iusiva 

B 477 enxiva B 334, angosa D 107 an- 

goxosamente. 



1) In falzo B 614 neben falso B 613 und vahente B 133 mag dagegen « wie im Ita- 
lienischen lauten. Die Schärfung des sibilanten Lautes wurde von dem vorangehen- 
den l herbeigeführt. 

2) Man bemerke cossa B 93 (auch lat. caussa) ; zugleich ossa D 303 ossama A 398, 
reposse B 52. Ist es ein Zufall, dass iuiih in letzteren Beispielen die SchSrfung 
des s nach ursprünglichen» au stattfindet? 



Darstelliing^ der altriiiiiländischen Mundart nach Bonvesin's Schriften. 1 7 

A^' e i c h e s s, g e s c h i- i e b e ii s, .v {zj. 

= it. /', lat. c (qu) (vor e, i): cose B 635 (coquere) , dex N 63 

(decet), dexnie B 55 dodhesen C 4t quiiidex 
C 2, giaser B 485, leseN 135 (licet), nosivri 
D 95 (tiocevoU), ravax ravasi D 163, ye- 
sewr/e B 584. 

= it. c, lat. sj : camisn B 558. 

= it. g, lat. ^*, sj: carnason I 112, demandaxon B 436, c«son 

B 350, mason B 250, p-^so« B 87. 

76. Auch si (sei) begegnet in einzelnen Wörtern. In gesia 
B 35 (lat. sj) mag das s weich lauten ; in palasio B 642, nnscion 
P 75, servisii I 72, despresia A \ij3,justisia A 18 (lat. (/) wird es 
scharf lauten. 

77. Auch z stellt zwei Laute dar, einen scharfen und einen 
weichen, und für beide gilt das andere vollkommen identische 
Zeichen p i). Sucht man nach deren Quelle, so ergibt sich folgendes 
Schema : 

Scharfes z (g). 

= it. c, lat. c (vor e, i): dolze D 383, rezece A 161, venzndho 

I 131, das ^u\' venze zurückgeht. 
= „ lat. cj (ci, chi, ce, que): brazo A 45, faza B 38, giaza 
E 140, noza D 378, complnza B 293, zu B 4, zä 
A 222 (ecce hac). 
= „ lat. tj^ ptj: acomenza B 494, cazava B 632, conzamente 

B 480, </escowzo E 1 59. 

Weiches z (g). 

= it. g, lat. ^ (vor <?, i): afflize B 113, corze B 725 (coll'gere) 
grezi B 333, leze B 401, sporzeva B 636, stravolze 
B 328, s/r^wze B 494, zema L 6. 

= „ lat. y.- pezor B 226, sperzwii B 33 scouzurao B 702, 
(daneben mit zt; sconziura B 700), 2;a B 46, zi- 



1) Es wäre rSthlich, <m Drucke die zwei Laute zu unterscheiden, so dass etwa, un- 
bekümmert um die Schreibung^ der Handschrift, p für den scharfen , z für den 
weichen Laut gebraucht würde. Also z. B. pö =■ it. cib und zb == it. yiü, älteres 
yio[so]. 
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LIX. Bd. I. Hft. 2 



J3 Mussafia 

zunii ß o2, zifo B 726 rezitae B 218, zoghi B 32, 

zovnr B 466 «). 
= it. g, lat. r//; zevano B 434, «oso C 42. Dazu golzo D 270, ü^»-- 

gonza D 106 vergonzoso B 27 (mit zi: vcrgonzioso 
E 345). 
= it. d, lat. rf; mze C 46 decnzudhi B 253, olzudhe C 14 ^«?/fl?- 

i^r/e^, vezndha B 344. 

Formenlehre. 

Artikel. 

78. Sing. Masc. lo X I. vor Vocal T, inclinierend / A 125. 

Fem. In A 14 2), vor Vocal /*. 
Plur. Masc. li A 92 / A 202 s). 

Fem. le li H 59 e A 132. 

79. An Verbindungen des Artikels mit Präpositionen sind her- 
vorzuheben: dro dr A 234, dra dr' A 171, dri B 196, dre B 659 
und il A 128 (= in lo) neben tiel und getrennt in lo A 217*). 

Überdies ist zu bemerken: ititro so core L 317, entro deserto 
L 358, entra sciiella, entri peccai H 3, entre vertue G 82. Sind 
dies Zusammensetzungen mit der Präposition inter (yg]. inter Vinferno 
D 113, enter li qtini L 308, entre l'infernni destrigi D 146)? Der 
Artikel wäre dann bloss durch o, a, i, e dargestellt. Besser dürfte 
sein, darin bloss die Präposition in mit euphonischer Einschiebung 
eines t zu erblicken: in-t-ro, Diez Gramm. IP, 453 Anm. 

Nomen. 

80. Manche Nomina verändern die indifferente Endung e in die 
markirtere o, a: airo C 44, consolo A 38, fitimo L 358, prencepo 



1) Dazu trazevan B 416, wo z einem eingeschobenen i (j) entspricht. 

2) B 1038 lo tuha ist ein Schreibfehler. 

S) O 103 in tanto eli Sahei si fon asolto fazando. Ist eli zu e li „auch die" zu 

trennen, oder eli als Artikel aufzufassen? 
*) Durch Ausfall des vocalischen Auslautes entstehen die Formen für das Femininum : 

dcl mt-e man A 410, col toe man F 57, il toe memhre E 89, il qtie H 177 (= neue 

qtiali). 



Darstellung der aUinailändischen Mundart nach Bonvesin's Schriften. 1 9 

A 37, specia B 649, temperia D 3S7 — ceJesta D 340, comrnia- 
menta B 29, doJento A 97. Loxo D 232 aus laus oder laudes (Et. 
Wb. s. V. lusingd) ist auch zu bemerken. 

81. In Bezug auf das Genus ist lo passio I 21, la mare C 6, 
oltre flor G 90 neben oltro flor zu verzeichnen. 

82. Der gutturale Auslnut des Stammes wird vor dem i des 
Plurals Sibilant: amigo amisi A 412, inimigo A 109 inimisi A 141, 
monego L 458 motiesi L 468, presi B 365 aus prego L 122, 
losil) 152 (hioghi) aus logo, dagegen zoghi B 32 und das wohl 
ebenfalls guttural lautende zogt D 339. 

83. Das betonte e des Stammes wird oft im Plurale zu i 
(§. 9): desco N 3 dischi, parese parisi D 83, povereto B 561, 
poveriti B 386, qtielo quillt A 412, questo quisti D 317; das Suffix 
-evre lautet im Plurale ivri z. B. siflivri, colpivri, nosivri, caso- 
nivri D 93 — 96. Ebenso biet D 56, comprisi D 81, defisi D 84, 
pristi D 374 (prestij, versiti G 88. Diese Erscheinung ist trotz- 
dem nicht constant, man findet auch olcelli G 88, serpenti D 144, 
versi D 367, viventi D 321. 

84. Die Dentalis des Stammes wird vor i zu g (§. 56 u. 61): 
dengi D 107 dingi A 431, fangi 106, ^aw^i D 312, tugi Bill, 
grangi grange §. 56. 

85. Der Plural der Feminina der dritten Declination bleibt e: 
le nave L 194, doe parte H 242, quelle voxe D 160, parolle cor- 
tese E 158, le peccatrLv dolente G 151, cose plaxevre D 360. pa- 
rolle terribele D \, le cosse vivente C 1 6 *)• 

86. Der Plural mancher Masculina geht auf -e (im Italieni- 
schen -a) und wird weiblichen Geschlechtes: brace I 133, carre 
B 955, castelle, die (dita) , gomedhe, membre E 89 neben 
membri E 135, osse C 38, ove E 182. Doch findet sich auch der 
Ausgang ~a: milia 261, paira. Bemerkenswerth ist fiadha, 
das im Plural unverändert bleibt: qiiatro fiadha L 313, mille 
fiadha A 84. 



1) Le corpore sozure B 39ö, le tempore figure D 17 sind zwei durchwegs analoge 
Beispiele einer nicht ganz deutlichen Form. Ist corpore = corporee? Und lässt 
sich lempöree annehmen? Ich wäre versucht corpore, tempore zu betonen; e = ae 
aus ale. Auch das Pronomen relativum hat im Plur. Fem. (sehr selten Im Masc.) 
nur te que z. B. B 360 d. h. qua[l]e. 

2* 



20 M u s » u f i a 



Numerale. 



87. Nebst um flectieren noch: du B 827 do für das Msc, doe 
ß 335 für das Fem.; Msc. tri A 141, Fem. tre B 334, einmal auch 
trea; Sing, mille A 80, Pliir. milia. 

Pronomen. 

Personale. 

88. I. l[. Person. Nomin.: eo k 13, tu A 65, nu B 848, vu. 

Cas. obl.: mi A 46, ti A 44, nu D 36 vu 
voi D 44. 
Conjunctive Formen sind me A 6 m X 22 m X 14, te A 47 /' 
A 93, 7ie B 582 ii A 466 « G 224, ve B 633. 

89. m. Person. Sing. Nom. ello A 46, el A 48, elta A 7 i). 

Cas. obl. Zw A 70, le L 45 2). 
Plur. Nom. HU A 295, i A 73 ^i?»). 
Conjunctive Formen. Für den Dativ beider Genera und Numeri 
ghe A \G0 ge A 90 / A 146 je A 21 und / B 875. Im Accusativ 
ist zu bemerken i nicht bloss für das Masc, B 1048, sondern auch 
für das Femin., E 276. 

90. Zugleich ist eine inclinierende Form für den Nominativ zu 
bemerken: Masc. lo l, Fem. la. Beispiele: tanf e-lo desemejao 
212, no ha-lo membro 183, no fo-l trop tribulao 140, non 
de'-l far stragio ; in far misericordia de-la esser dadha M 26, 
regina del paradiso perzo fi-la anomadha. 

91. Das Beflexivpronomen der III. Person ist si für die abso- 
lute, se für die conjunctive Form. Als Beflexivum der I. Person im 
Plural findet sich auch se: no se vössem D 257 {non ci volemmo), 
nu se possamo asconder D 290. Da dieser Gebrauch im Singular 
der I. und bei der II. Person nicht vorkommt, so ist wohl in se nur 
die mundartliche Aussprache von ital. ci zu erblicken. 



<) cUe no mhave dar hrcga A 28 ist wolil nur Druckfehler. 

2) de la nasce no poet-a P 28, wo man versucht sein könnte d'ela zu lesen, ist ein 

liruckt'ehler; die Hs. hat de le. 
*) A 292 s'ei huvessen oder se i hav. ? 



Daistellunsr der altiiiailändist-heii Mundait nacli Boiivesin's Siliritleii. 



2{ 



Verbum. 

92. Der Conjugatioiien sind drei, da lat. II. und III. zusammen- 
fliessen. Übertritte aus einer Conjugation in die andere sind häutig; 
sichtbar ist die Neigung zur e-Conjugation. Zu derselben bekennen 
sich folgende Verba: 

der lat. IL: impii- E 174, liisir E 86, venia nir A 386 perma- 
nir-ö E 194, merk B 2 (mererij , mouir B 203 amomr E 283, 
parir C 13 nppario B 527, ridiva B 870, tenir B 19 (doch te?ieva 
B 652) mantenir B 200 sostenir B 263; 

der lat. III.: benedixir D 331, parcir A 102, querir B 198 
reguerir B 199, derelinqidr I 139, sternio J 139, trair> E 125, 
vertir B 4 convertir D 257, r/t?/üa B 480 i)- Aus lat. fugere (it. 
fuggire) füzere D 117 neben /w2;m' E 18. Oyferre suferre, die im 
Ita 1. oyfr/re, so/frire lauten, schlagen sich hier zur II.: offreva 
B 561, so/rer B 270. Eben so wird capere zu caver B 981. 



petis-o 
f'all-i 
regn-a 
sper-am[o] 

am-än[o] 

demnnd-ava 
ingnerri-avi 
am-ava 
predic-dvamo 



93. Paradigma der Conjugation. 

II. IIP 
Indicativ Praesens. 

tem-o . . . .-o 

tem-i par-i 

prend-[e] reguer-[e] 

lez-em[o] 



met-en[o] sent-en[o] 

I m p e r f e c t u m. 



iir 

. . . .-isco 
trad-isci 
guar-isce 

part-iscenfoj 



consent-iva 
consent-ivi 
prevedh-eca manten-iva 
receo-e'vamo scheru-ivamo 



tem-eva 
po-ivi 



nlberg-ävanfo] corr-evan[o] ven-ivan[o] 



•) I) 48 ki tal desnur porlunse iumui n<> f» purio. Pari« .sclifiiil iiiiT „y i'lioicii" zu 
bedeuten, dann wäre es aus parir = purere. 



22 



M II s s » 



II. 



IIP 



iir 







Per 


fec 


tum. 




pori-i 




compon-i 




-1 




pecc-assi 




vedk-issi 




deven-issi 




apili-ö 




recev-h 




part-i 




sgiv-omo 




nasc-emo 




. . . .-iyyio 




. . .-assi 




vol-issi 




viv-issi 




neg-ön 




. . . '^n 




od-in 








Im 


perati V. 




lev-a 




atteiid-e 




mor-e 




cant-em[o] 




pon-em[oJ 




betiedic-em[o] 




mang -ei 




rec-ioi 




ven-l 








C n j u n c 


tiv 


Praesens. 




hlasm-e 




destrenz-a 




olz-a 


.... -isca 


guard-i 




faz-i 




serv-i 


.... isci 


guard-e 




possedh a 




esc-a 


mon-isca 


mang-iamo 


fü 


poss-amo 




. . . -nmo 


mer-iscamo 



guard-eno 



scapuz-asse 
pecc-assi 
acat-asse 
. . .-dssemo 

ai-dsseno 



ar 



ado ao 



ando 



prend-äno olz-uno 

Imperfectum. 

dev-esse serv-isse 

. . .-issi ven-issi 
vol-esse . . .-isse 

. . . -dssemo mer-issemo 



vol-esse no 



mor-isseno 



Infinitiv. 
er, e[r] ir 

Partie! pi um. 
udo iio ido io 

Gerundium. 
niido ando 



. . .iscanfo] 



D;)i'iitvllung der altinaiiiiiulisoheii Muiidai t Uiicti Buiivesins Schriften Co 

Allgeiuciiie Bciuerkuiigcn über die Conjugalion. 

94. Die Anlehnung an das Lateinische ist oft noch grösser als 
im Italienischen. So in der 1. Plur. Praes. Ind., in der 1. und 3. 
Sing, und 3. Plur. Praes. Conj. der I. Conjug., im Auslaute der 2. 
Sing. Imper. der II. Conjug. und der I. Sing. Impf. Conj. 

95. Das -e der 1. Sing. Pfct. in der I. Conjug. ist aus -avi ai, 
wie im Spanischen und Französischen, -omo wohl aus -nvimus, 
nv'miis, aumus. Schön ist die Unterscheidung zwischen Praes. Ind. 
und Imper.: speramo und cnntemo. Letztere Form entspricht wohl 
dem lat. Conj., und daher darf man für die entsprechende Flexion 
im Conj. ebenfalls -emo annehmen '). 

Die 1. Plur. wird auch dadurch gebildet, dass das auslautende 
m in der Form um dem Verbum vorangeht. Die vorhandenen Bei- 
spiele sind folgende: um se J 121, um era D Cö7, um fe D 390, 
um sia E 1 1 9, um venia E 228, um devesse D 26, um fosse D 29, 
um poesse D 291. 

96. Die 2. Sing, begünstigt den Ausgang -/, so dass -as -es im 
Praes. Ind., -bas im Impf. Ind., -es -as im Praes. Conj. und -ses 
im Impf. Conj. sieh dieser Endung anbequemen ^J. Im Imper. dagegen 
finden wir das lat. e von tlme und lege nicht blos in der IL , sondern 
auch in der III. (:= lat. IV.) Conjug.; daneben macht sich schon in 
der II. auch i geltend: ardhi E 14, habli sapli. Das / des Auslautes 
niodiiicirt dann einzelne Flexionen der II. Conjug. ^): im Impf. Ind. 
wird -ebas evi zu -ivi, im Perfecte -e[vijsti esti essi zu -issi, im 
Impf. Conj. -e[vijsse[s] esse essi ebenfalls zu -issi. Nicht anders im 
Plurale des Perfectes (efinjstifsj = issij und aller Wahrschein- 
lichkeit nach auch des Imjif. Conj. : efvijssetis es'tis essi issi. Dass 
übrigens in unserem Denkmale für fast alle Formen der 2. Plur. 
Belege fehlen ist recht bedauernswerth. Im Praes. Ind. der II. Conjug. 
wird diese Flexion i gelautet haben, d. h. etis edi i[di] i; dafür 
spricht der Imper. recioi und mit voller Form metidhi, dann das 
Futurum prender-i (-i aus avl und dieses aus avidi = habetis). 
Die Imperativform mangei B 838 dürfte man auch für das Praes. 



*) Allerdings findet man B 849 se tu voi ke nii mangiamo; wir werden aber liald 

sehen, dass der Cunj. der I. Conj. oft -a bietet, wo man -e erwarten würde. 
3) Vereinzelt kommt (x ndovre E 214 vor. 
') Über den Einfluss auf den Stamm sieh;-' § 99. 



24 M u s s a f i a 

Conj. annehmen, ans lat. -eftjis; im Praes. Inil. wird wahrscheinlich 
die Flexion -e, lat. aftjis, gelautet hahen. 

97. Entschieden ist die Neigung, die 3. Plur. nach der 3. Sing, 
mittels Anhängung von -wo zu bilden ; sonst hätten arnnf irimt 
kaum so starke Contractionen wie -dn -in hervorgebracht. Dieselbe 
Neigung mag dahin gewirkt haben , dass während im Ital. im Praes. 
Ind. -ent -unt -iunt sich zu -unt (ono) vereinigen, diese Formen in 
unserer Mundart in -eno ihre Darstellung fanden. Die 3. Sing, und 
Plur. des Praes. Conj. in der l. Conjug. weist neben den regel- 
rechten Endungen -e, eno (lat. et, ent) auch -a, äno. Bei einzelnen 
Stellen liesse sich zur Noth annehmen, es sei der Indicativ gemeint; 
in den meisten aber ist der Conjunetiv unverkennbar. Eben so 
verbietet die Menge der Beispiele '), Schreibfehler zu vermuthen : 
es ist also darin Einwirkung der zwei anderen Conjugationen zu 
erkennen. 

98. Die Verba mit gutturalem Characteristicon haben, wenn der 
Ableitungsvocal nicht einwirkt, vor a, o den gutturalen Laut, vor e, 
taber s: digo B 734, diga B 693 und disi A 223 (dicis), dise 
B 738, disen G 108, di.veva B 317. Im Conj. tu dighi G 29, nicht 
tu disi, da es eigentlich auf tu dicas zurückgeht. Eben so condugo 

■ L 416 aber indux H 54, yiasco G 31 und nasci G 33 und in der 
Nebenform des Praesens der III. Conjugation. Der Form fugio ent- 
spricht entweder p/^o H 100, wo der Ableitungsvocal abgefallen ist, 
oder fitzo H 96 fgj = z oder Einwirkung des Infinitivs fuzerej; 
aus fngis fugit wird dann regelrecht /)/t/ H 123 fiize A 443. 

Bosoiidere Bpinerkiingen zu den eirizplneii Tempora. 
Präsens. 

u) Indicativ. 

99. Manche Verba mit stammhaftem e veriindern dasselbe in der 
2. Sing, wegen des i der Flexion zu i: offindi A 288, prindi A 80. 



1) Hier einige: Domino deo reyraüe . . . parte im pax . . . se segna ( : regna) 
comande . . . ohserve B 49 ; Za premerana cosa me par que questa sia, k'illi se 
tornau a la veryen . . intregamcnte iinamauo B 78—79; confessan li peccai, 
no invedrisea le magie, fiano renovai ß 94; atu ke deo glic l'avonza B 213; azö k'el 
ye perdoim B 9;J7 ; lo preyo k'el preya la reyma e preyhc lo satvalor 1» 394; ki 
vol dura s't dura E 164; comanda k'clle sc guurdano K 279. 



Darstellung der iiltminländischen Miindiirt lüioh Hoiivesin's Schriften. 25 

Oft aber verharrt das e: neben miti B 484 findet sich metti B 490 i), 
dann perdi G 99, recevl A 96, rezi E 82, resplendi G 187, senti 
G 98, consenti E 382, temi B 1052. 

100. Zwei Verba der I. bieten eine Eigenthümlichkeit in der 
2. Sing.: de A 65, ste A 91. Diese Formen entsprechen denen 
der Schriftsprache dai, stai (al = e), wo das i entweder als der 
beliebte Ausgang dieser Person oder als der gewöhnliche auch bei 
anderen Wortarten vorkommende Ersatz für ausgefallenes s anzusehen 
ist (^cras crai, post poi, sex sess sei, nos noi, vos voij. 

101. Einige Verba der II. Conjug., besonders häufigen Ge- 
brauches, weisen starke Contractionen auf, und wie in der Schrift- 
sprache lässt sich das Streben nach gegenseitiger Aiigleichung 
wahrnehmen. 

habere: ho A 88, he A 193, ha 139, harn B 848, , han D 17, 

vadere: vo H 95, ve, va B 299, vam E 313, , van B 190, 

facere: fo E 372 2), fe A 247, /•« B 99 , fan ^ 217, 

trahere: tro A 62, tre G 1 18, tra E 200 s) trau B 288, 

sapere: so B 61, sai 686, sa B 468, samo B 244, , san A 472. 

102. Abgekürzte Formen sind dt' B 1042 aus debes (d. h. -es 
wird zu i, welches das betonte e wieder zu i werden lässt; dann 
fällt die letzte Sylbe weg), vi' (=vidi vedi) B 775, to (tolUs) 
A 88, te (tenes) A 100; de B 3 ("= deve) , ve B 119 preve 
B 960 prove' H 48 (= vede). Aus der 3. Sing, werden dann durch 
den oben (§. 97) erwähnten Zusatz von -n[o] die Formen den 
B 1043 (ital. denno), ven M 438. Hieher gehört auch cren N 47 
(credunt) das cre' voraussetzt. Contrahirt erscheint bei den näm- 
lichen Verbis auch die 1. Plur. : dem D 287, vem D 278. 

103. Posse hat folgende Formen: posso B \^1. poi E 8 po' 
A 170 (po[t]es), />o ß 3 (po-test) *), pom D 285 neben posseni 
1) 384, pou B 64. 



*) Aus lat. vincere wird veneer (Posit. i = e % 6); in der 1. Person Präs. Ind. ent- 
weder veuci ESI, oder durch Einwirkung des i: vinci E 4.'J. In letzterer Form 
kehrt die Sprache durch einen Umweg auf den ursprünglichen VochI zurück. 

2) Danehen die vollere Form fazo E 372. 

^) Danehen traze A i'ö'l. 
*) Daneben pol R 897. 



26 M II s s a f i a 

104. Velle: vojo (* voleo voljo %. 40), voi A 91 vo' A 108 
(*vo[lJesJ, vol B 181 neben vor B 353 {l = r §. 34). Darnach 
lassen sich die Formen vom und von vermuthen. 

hj Imperativ. 

105. Zu bemerken sind die Formen für die 2. Sing. : /a B 318, 
tra E 117, m A 110, di' A 222, rete N 181 '). 

c) C o n j u n c t i V. 

106 Diire und stare wie in der Schriftsprache. Zu belegen 
sind eo stia G %\, el stia B 74, eZ ^m B 23. 

107. Posse: possa E 174, possi E 27, /?oss« B 201, possamo 
D 290 , possan B 466. 

Einflass des Ableitangs-Vocals. 

108. Die Verba der lat. II. und IV. und manche der III. Conjug. 
weisen zwischen Stamm und Endung einen (Binde- (»der Ableitungs)- 
Vocal auf: tim-e-o , serv-i-o, fnc-i-o. Im Bomanischen iallt dieser 
Vocal in der Begel weg; oft aber verharrt er: 

1. in seiner ursprünglichen Gestalt und Stellung: debio E 349 
eo debia E 258 el debia B 1045. habia B 6, sapia B 230, servio 
B 1048 servia B 32; 

2. in Gestalt eines i, aber mit veränderter Stellung: moira 
(moriat-ui) M 247, pairo G 27 (pareo) paira H 202 (paream); 

3. i (j) geht mit dem Characteristicon eine Verbindung ein; 
es entstellt ein neuer Laut : 

aus nj wird w, ni geschrieben (falls das §. 50 Bemerkte richtig 
ist): tenio P 21 teiiia ß 15, venio E 370 venia B 859 veniano 
D 248; 

aus Ij wird j in vojo B 132 (* voleo) el voja B 17 vojan 
B 198. Hieher sind auch zu rechnen die Formen mit li (§. 40) 
valiu G 132, toliok 57 toUa B 42 {tollo, mit eingeschobenem/; tolio), 
acolio N 137 (nd-coUifg]o oder vom Infinitive acoje G 60 adcoW- 
gere coljere bedingt); 



•) Mit der Negation bleibt die j^ewöhiiliclif I'Oiiii no te raneura A 392 (: natura), nun 
habli B 1035, no sii E 74. 



Darstellung der iiltmailiindischen MunHait nach Roiivesin's Schriften. 27 

aus c; wird z (scharf ausztisprechen): fazo E 129 ke tu f'azi 
B 781 el fnza B 38 fazamo E 308 fazano D 61, noza M 175. 
plaza H 198 

4. Das I wird zu / (§. 38 j : eo deblo A 202 eo rf^Ä/« H 78 
ke tu dibli A 232 el debln B 675 rfeö/rtw B 245, saplan B 221. 

109. In welchen Personen ist nun der Ableitiingsvoca! berech- 
tigt? Nach dem Lateinischen in der 1. Sing, des Indic. und im 
ganzen Conj. für alle betheiligten Conjugationen; in der 3. Plur. 
Praes. Ind. blos für die III. und IV.: fac-i-unt ven-i-unt , aber 
vid-eni. Im Ital. wo unt zu ausschliessliche!' Geltung gelangte, zeigt 
sich der Vocal auch bei Verben der II. thätig; nicht bloss muojono 
vengono sondern auch giacciono sogliono veggoiio, gleichsam j'«cm«^ 
solimit vidiiuit. In unserer Mundart dagegen, wo die Form etit für 
alle Conjugationen gilt, erlischt die Thätigkeit des Vocals auch bei 
Verben der III. und IV. : nicht blos paren D 306 p/asen B 278 
teneno B 246 voleno B 64 (ital. pnjono piacciono tengono vogUono) 
sondern auch veneno H 43 (lat. veniunt). In der 1. Plur. Ind. ist im 
Lat. kein Ableitungsvocal zu treffen: in unserer Mundart finden wir 
ihn in hablemo D 3 1 3 (habemus), vojemo B 846 C* vol-emus). 
Eben so verharrt das i von salio in assalie A 435 (assulit). Endlich 
sind die Imperative habli I) 195 snpU A 413 (habe, snpej zu 
bemerken, wo ebenfalls der Ableitungsvocal nur kraft der Analogie 
sich eingefunden hat. Bei Formen wie vezo B 276 vezano D 118 
preveza B 191, olza E 167 olzan D 464 ist nicht nöthig, Eintluss 
des Bindevocals (^dj = z) anzunehmen, da schon d an und für sich 
zu z wird. Eben so wenig in fuzo H 97 (dem ftigo H 100 zur Seite 
steht), da schon der Infinitiv /w^ere lautet. Endlich sind einige Prä- 
sensformen aus Verben mit dem Characteristicon d zu erwähnen, 
bei welchen gutturales g eintritt. So zuerst vego A 265 (neben dem 
eben erwähnten vezo}. Dieses kann mit ital. veggo verglichen werden; 
^j = ^ff = 99' Wie ist crego A 13 zu deuten? Soll credio credjo 
zu Grunde gelegt oder Ausfall von d und Ausfüllung des entstan- 
denen Hiatus credo creo crego angenommen werden? Letztere Deu- 
tung passt auch am besten für olciga B 1023 (occidat). 

Iniperfect. 

HO. Dare und stare setzen im Stamme e statt a : el denn 
B 215 devano B 263, eu steva L4o2 el steva B 452 slemino B 836 



C H M II s s :i f i :» 

B 836 neben stavun L 109. Dieses ^ kann dann in der 2. Person 
zu /werden: stivi F 86 neben stevi F 99. Vereinzelt findet sieh 
monstrevi D 199. Facere hat, wohl im Anschlüsse zu faciebam: eo 
feva A 384 el feva B 314 fevan B 362 und in der zweiten 
Person fivi B. 532. Endlich findet man von zir (ital. gire , lat. 
de-ire) '} el zeva B 558 zevano B 434, 2. Person zivi F 53 neben 
zevi F 90. 

1 

Perfect. 

111. Schwach. Das st der 2. Person wird in der Regel zu ss, 
wir finden jedoch alezisti A 396, recognosciati A 120, vollste A349. 
Die 3. Sing, der III. Conjug. weist auch die Flexion -ite auf: morite 
B787 2). 

112. Manche Verba , die im Italienischen stark flectieren, be- 
kennen sich hier zur schwachen Flexion: eo alezl A 326, eo com- 
potii D 396, el vivi L 383. 

113. Stark. Die starke Flexion beschränkt sich auf stammbe- 
tonte Formen: 1. 3. Sing., 1. 3. Plur., die 1. Plur. also nach ur- 
sprünglicher Einrichtung — di.vimus f'ecinms; auch im Ital. dis- 
simo fecimo neben dicemmo facemmo. — Der Ausgang der 1. Sing, 
schwankt, neben dem lat. i kommt auch e \ov: pogi B 130, sostinni 

D 44, omi E 3 und heve E 137, vidhe B 237, vosse A 373; die J 
3. Sing, hat e: remase B 612 und die 3. Plur. eiio: remdseno 
A 293 (it. rimasoNo); die 1. Piur. emo aus lat. hniis, da i in dieser 
Stellung zu e wird, §. 17. Das auslautende i der 1. Sing, kann auf 
das e des Stammes zurückwirken. 

114. Die vorkommenden Perfecta sind nun: 

I. durch -i gebildet: /?' A 78s), fe' B 364, fen A 38 

eo vidhe B 237, el vidhe B 404, videmo 

D 389 *), vidhen L 466 i 

vini E 3, venne B 379 convene B 509 
devenne L 474 



ij Oder ist ein Infinitiv zer anzunehmen? vgl. §. 111, Anm. 

2) Zir {oAevzer?) hat ze B 387, zen 244. 

3) d. h. feci fici fi'. 

*> Die Hs. hat eigentlich vedemo; Metrum um! Bedeutung lassen aber die Emeudation 
unzweifelhaft erscheinen. 



narstelliing- der- iiltmiiiläiiili.sclien MuiHlart nach Bonvesin's Schriften. 29 

Reduplicierte : dede B 367, de B 368 

stieß B 39 '), stete B 502, stetetio A 291. 
crigi F 26 wohl aus credi (credj) statt 
credldi Die 3. Sing, lautet crete B 1016. 
Dazu aus der -ui Classe : heve, have, have?i 

pogiB 130 3) 

sostinni D 44, tenne B 517 sostenne 
D 39. 

II. durch -ui (vi) gebildet: plaque B 373 

sope A 343 s) 
cognoven 214. 
analogisch: naque L 30 

III. Sigmatisches Perfect: dixe B 390 ^/.sse 77, dissen 

224 
aduxe L 346 
mise B 475 impromise B 907, 

misen P 24 
romasi I 39, remase L 220, rema- 

seno A 293 
^raore B 424, 6-«.r B 419 sostrna: 

B 903 

Analogische Bildungen. 

a^ Aus der e-Classe: intese B 366, intesen 202 

oyf/si A 77 
olcise B 785 
prese B 444 
respose E 157 
ein reduplie. : cressen B 728 (credidernnt , auch 
im Ital. cresi) 
b) Aus der w«-Classe : vasse L 115 (valuit) ; eo vosse 

A 373, e/ vosse B 422, vossem 
D 258, iJossew D 133 ("^jo/?/<> 
115. Flexionsbetonte Formen — 2. Sing, und Phir. — sind, 
wie gesagt, schwach; nur bei dare, stnre und fncere lässt sich eine 



1) d. h. steti stetj stegi stigi. 

2) potui wird zu poti (auch altit. potti) potj, ij =3 y §. 60. 

3) Das M verändert hier seine Stellung: sapuit saupit sope, wie im Alt.spanischen. 



30 M u s » a f i » 

Ausnahme erblicken. So wie im Ital. Formen wie dessi, steinmo, 
feste wohl auf dedisti stetimus fecistis beruhen, so in unserem 
Idiome tu dessi A 121 (nicht dissi), tu stessi F 119 neben stissi 
F 123, tu fissi A 216 und vu fissi D 52. Eben so in dem sonst 
immer schwach flectierenden Imperf. Conj. : el desse B 75 (de[di]s- 
set) ; el stesse M 76 ; eo fesse F 135, tu fissi A 387, el fesse A 39, 
vu fissi D 52, f essen B 917. 

Participium. 

116. Schwach. Das t bleibt nie unversehrt; es verändert sich zu 
d (fast immer dh geschrieben), und dieses kann dann auch weg- 
fallen: indnradhn A 91, perdudlio A 81, vemovudhn B 167, deca- 
zudlii, B 252. fuzidhi B 30; ligao All, medicai B 258, regitae, 
prevedliuo B 166, prevedhui B 256, partio A 57, compartia. 
Endlich kann auch das o des Masc. Sing, wegfallen, so dass die 
ganze letzte Sylbe verschwindet: cercu, venu D 188. 

117. Contrahirte Participia der I.Conjug. sind ^oco E 92, ^rowco 
B 518. 

118. Die Endung -udo verdrängt bei manchen Verben der III. 
(tat. IV.) die auf -ido: vemidho B 834 wie in der Schriftsprache, 
tenudho , das eigentlich der II. Conjiig. angehört, olzudho B 657 
(auditus) '). 

1 19. Der Ableitungsvocal zeigt sich thätig in hahludho A 224, 
supindliü I 48, desteniudho N 16, vojudho A 102, malvojuda 
H 113. 

120. Stairk. Sie folgen in der Regel dem lateinischen Vorbilde. 
Wir stellen sie hier zusammen: 

auf -sum : ascoso B 144 ascusi C 29, conf'usi D 76, defeso 
B 519 defisi D 84 ojfeso E 350, destisi D 98 inteso B 658, preso 
A 11 compreso B 520 comprisi D 81 represo A 390 reprisi 
D 995, remusa B 775, resposo A 373, roso L 220 rosa B 581, 
speso B 518 spesi B 529. Bemerkenswerth ist comosta I 139, das 



*) Confundio L 149 (dem übrigens confondudho A 82 zur Seite steht) wäre ein Bei- 
spiel der umg-ekehrten Erscheinung-: -ido für die II. Conjug. Oder soll ein Infinitiv 
confundir zu Grunde gelegt werden ? Indessen ist das Beispiel verdächtig, da das 
Wort mit drei anderen auf -ndho reimt. 



Darstellmig der altmailündischen Mundart nach Bonvesiii's Schriften. 3 l 

wie it. nascosto. rimasto , risposto die zwei Endungen -sum und 
-tum combinirt; vgl. movesto noch in heutigen Mundarten. 

kni -tum: corto {= it. co/to), corroto 184, intente E 318, 
pasto E 207, sporto B 115, volte D 271 stravolte D 269. Aus der 
III.: aperto D 72, morto A 283; schliesslich prof'erta D 153, neue 
Bildung aus proferre wie im Italienischen. Geht dem t ein c oder 
einp voran, so wird aus et, pt der Laut (/ (§. 61): acollegia G 53, 
{collectiis neben der eben erwähnten contraliierten Form corto), 
affligi B 110, afrangi 35, cogio N 80, compongio B 385, con- 
dugi D 369 redugio L 70 redugi f) 256 sedngio 18, convengia 
I 128, corregio E 387, destrugio A 284, df/^/ 112 maledigi 
B 112 benedigi D 55 neben benedicti B 109, fagio B 146, pengia 
P 66, ^ra^/o B 467 tragt H 164, s^re^/io B 115 destregio 152 
destregia G 55 destrigi D 84, «ow^/ E 231 conzongio E 84 cow- 
zongia I 129; scrigio A 469. Dazu tollegia G 56 nach dem mittel- 
lateinischen Participium lollectus (Nachbildung von coUectus). 

121. Manche Participia , die im Lat. und Ital. stark flectieren, 
sind hier schwach ; von einigen, die wir mit einem Sternchen be- 
zeichnen, findet sich die starke und die schwache Form zugleich: 
*confo7idiidho A 82, descendudho B 603, derelinquidhi D 139, le- 
zudho B 330 alezudho B 950 (neben acolleglo), metudho A 253 
metua H 97 imprometudho 146 trametudho L 151, offendudho 
A 148, pascudho, prendudha H 115, redemudho A 456, remo- 
vudho ß 167 (neben comostd), rezndho F 132 (neben corregio 
und sporto), sotoponudho F 98, venzudho I 131 und das Nomen 
verbale la venzudha == it. vhicita (neben convengia). 

Gerunfliuin i). 

122. Geht, wie im Paradigma angegeben, für alle Conjugationen 
auf -ando. Beispiele, aus der I. Conjug. sind nicht vonnöthen. Be- 



1) Das Gerundium mit dem Auxiliare esse wird nicht selten als eonjugatio pertphra- 
sttca angewandt : le ovre k'el era demenando B 418; una vision, la quäl ghe fo 
tnonstrando B 420 ; el ghe donava la tonega k'el era a si portando B 5S3 ; have 
tema com da morte e fo ravejando B 1015; moW era angustiando B 1017; per ti 
eont apenando D 195. Überdies wird das Gerundium in der Bedeutung- des Partie. 
Präs. gebraucht: pieta ghen fiva del pover mal hahiando B 332; la fera guardatura 
del judex judicando D 119; responde al judex demandando D 147; han odir la 
vox del judicando D 143. 



32 M II s Ä !i t i a 

mei-kensworth sind nur dagando B 324, stngando B 501. Aus der 
IL und III. : bevaiido M 95, covrando ß ;}72, crezando P 97, di- 
gntido B 528, fngnndo L 284, imprendaudo B 56, olznndo B 1009, 
pascaudo B 371, planzando B 381, temando B 618, vezando 
B 231, raY/wrfo B 30. 

123. Häufig haftet der Ableitungsvocal auch beim Gerundium: 
habiando B 532, sapiando B 628, teniundo B 651, veniando B 707, 
vojavdo B 816. In moirando I 35 ist das i versetzt. 

124. Zu bemerken ist noch tragando aus tra-entem mit ein- 
geschobenem g. 

125. Ein vereinzeltes Participium Präsens ist crezafite E 353. 

Infinitiv. 

126. Das e des Auslautes fällt in der Regel weg; steht es auch 
manchmal ausgeschrieben, so ist ihm, wie auch das Metrum zeigt, 
für die Aussprache keine Wichtigkeit beizulegen. Auch das auslau- 
tende r kann sich verlieren; selten nach a, c, i, fast immer nach e. 
Da E 38 neben dar, dura E 164, nm/tgiä, pregä A 70, stä 
B 464 neben star A 424; havi' E 268 Jiaver H 17, podhe F 116, 
temi' E 360; parturi B 210. Von den sehr zahlreichen Fällen 
mit e geniigen einige: af'flize B 113, hate D 107, corre A 410, 
cose B 635, dcfemle B 65 offendc A 160, morde D 94, resplende 
E 90, sporze A 460, caze A 143 cazer D 20, cognosce B 128 
cognoscer B 131 , conzonze D 177 coiizouzer D 30, reprende 
B 997 repreuder B 999. In sotpon E 123 fällt dann auch das e 
weg, so dass der blosse Stamm übrig bleibt. 

127. Coütrahierte Infinitive der ^-Conjug. sind: far B 186 fä 
B 182, trar A 154 trä neben der vollen Form traze (trahere mit 
eingeschobenem z), crer erb E 229, dire A 229, olcir B 705, 
rire E 243, tor tö B 8, destrur A 256. 

Futurum und Conditionale. 

128. Werden auf zweifache Art gebildet: das Auxiliare habere 
ist suffigiert, oder es erscheint vom Infinitive getrennt vor demselben. 
Letztere Ausdrucksform gehört nicht zur Formenlehre, und da ich 
schon bei anderer Gelegenheit ') zahlreiche Belege gesammelt habe, 
so will ich mich hier mit der blossen Erwähnung der Thatsache 



1) Sitzungsberichte XXXIX. 342 (T. 



Darstellung der altmailändiscben Mtindarf nach Bonvesin's Schriften. od 

begnügen. Das suffigierte Auxiliare erseheint nun in folgender 
Gestalt : 

Futurum. 

lassnr-ö star-am i) neben cazer-cmo 

aquistar-e neben partir-al prender-i 

perder-ä menar~än 

Die doppelte Form der l.Plur. entspricht der doppelten bei ha- 
bere: kam liablemo. Eben so setzt die Nebenform der 2 Sing, eine 
Form hai voraus, die aber von unserem Denkmale nicht belegt wird. 

Conditionale. 

guardar-eve 2) far-dvem 

star-issi s) ... -issi 

afondar-ave . . . -dvenfo] 

Für die 1. und 3. Person kommt auch eine Zusammensetzung 
mit dem Imperfecte von habere vor: daria B 118, devria B 930, 
eo porria I 127, el pnrria D 381 *). 

129. In Bezug nun auf die Gestaltung des ersten Bestandtheiles 
der Composition, des Infinitivs, ist Folgendes zu bemerken : 

Das a der I. Conjug. bleibt unverändert, wird also nicht zu e 
wie im Italienischen. 

Das e und i der II. und III. fallen manchmal weg: 

nach r: morrä C 45 neben morirö E 193, parran C 19 neben 

appariran C 31. 
nach l Qr=rr): vorre E 55 



1) E 379 serän = seräm. 

-) VereinzeU ist heverave N 96. 

^) tu porrisse E 30; die Hs. scheint m\r porrissi zu haben. 

*) Es mag- hier noch ein Modalzeitwort erwähnt werden, das an drei Stellen begeg-net : 
Deo sa que el ha da far in tute le soe rason | ni g" arte querir consejo in Ic soe 
adovrason A399 — 400. Parolle de grand pagura quiloga se comprende | del grün di 
del judisin, lo quäl si n'arte attende D 56. Tu giasi in questa toinha, hon 
companion verax. \ repossa fin a tempo e sta seguro im pax. \ no farte haver plu 
tetna ke Vinimigo ravax\ te possa mai comprende entr' infernal fornax F 63 — 68. 
Arte scheint demnach „fa d'uopo, e mestieri w. s. w." zu bedeuten; woher das 
Wort? 

Sil/.li. •!. lilill -liist. CI. MX. It.l. I. Iin. 3 



II 



34 



M II s s a f i a 



nach n (nr=rr) : verrai E 5ö, couverrä B 979 neben venira?i 

E 145 
nach t (tr=rr) : porr^ E 125, porrä A 448, porram D 288, 

porrave A 112 (^auch porave A 300), porriasi 

A 371 

nach v: devrä B 166, devran B 108, devreve A 195, devrissi 
A 76, devrave A 166, ÄatTo u. s. w., savreve B 633, 
savran D 61. 
130. Ich lasse nun das Paradigma der Auxiliaria folgen. 
Esser B 16 eīe B 8 Hnver A 13 



Ind. Praes. sonto B 1031 
e' A 133 
^ A51 
sem D 256 
8ij I 44 
en A 412 

Impf. era B 687 

m E 51 
era A 152 
[eramo] . . 



Perf. 



e?-rt/? B 365 
fu' A 77 
///8S« A 126 
fo A 94 ') 



Fut. 



[ftissij . . 
fori A 294 
serö A 423 
sere E 32 
sera B 138 
s eramo D 252 
[seri] 
seran B 105 



ho A88 

he A 193 

Äa A 139 

hamß 848 hablemo D 313 

[havij 

han D 17 

[havevaj 

havivi A 256 

haveva A 115 havea B 706 

[havevamo] 



havevano B 361 
Äewe A 286 
havissi A 129 
have A 28 
Äöüm E 299 
havissi D 50 
haven A 326 
Äavro E 78 
ÄfliJr^ E 132 
hnvrä A 99 
havram E 139 
[havrlj . . 
havran E 135 



') A 237 Eo sont quel lo quäl st fu rason. Ist fu 3. oiler 1. Person? Ipli tienke ersi 
vgl. 20 mi son un che . . . noto. 



Darstellung^ der altmailandischen Mundart nach Bonvesin's Sehriften. 



35 



Coiid. sereve A 324 

serissi A 236 
serave A 228 seria 
[seravemo] 
[serissi] 
sernven 

Conj, Praes. sia A 23 
sii E 10 
sia A 48 



[hnvreve] . . 
havrissi A 296 
havrave A 179 
[havrdvemo] 
[havrissi] 
[hnvraveu] 

habia A 200 
habli H 1 1 3 
habia B 6 





• • • • 






sian B 1048 


habian B 97 


Impf. 


fosse A 193 
fussi A 296 


havesse A 270 
havissi A 298 


Impf. 


fosse A 145 

• • • • 

• • • • 


havesse A 144 



fosseno 334 havessen A 292 

Imper. sü E 74 habli B iOZ^ 

131. Dazu kommt das Verbum fir (fieri) , das zunächst zur 
Bildung des Passivs dient, aber auch absolut gebraucht wird. 

Praes. Ind. : /?o E 16 fizo E 15, tu fi G 36. fi A 17, , 

fin B 248. 
Impf. : ..... fivi, fiva B 5S2, fevano B 512. 

Pfc: . ,fi,fiteB 590. 

V\it.:fird F 28, fire E 31, firä B 48. firam E 133, , fiati 

A 106. 

Cond. : firave L 440. 

Conj. Praes.: /?« H 85, fizi N 16, /?« H 85 fiza B 234, /faw 
D iSO fizatiD 63. 

Impf. : fissi E 29, /?sse A 144. 

Inf. : fir A 387 /? A 82. 



30 M II s s :i (• i a 

Wortbildimgslehre. 

Ableitung. 

132. Als sutfixlose Bildung aus einem Verbum der I. Conjug. 
ist triga B 692 zu verzeichnen; vielleicht auch cövedha B 772 aus 
einem nicht zu belegenden Verbum covedhar. 

lA: hospitalia B 250, iraitoria A 251; mit Einmischung von 
r: (icataria B 33, albergaria B 956, poestaria B 954, spensaria 
H 83. 

JUM. lA : stremirio D 23, wohl aus stremire. Was bedeutet 
moviria H 246? Und was für ein Suffix ist darin zu erkennen? 

IC. Bemerkenswerth ist heredex B 451, das auf hered-icem 
zurückführt. 

AT-IC: parenttidego M 37, salvadheshie E 179 '). 
ACEUS: rossnza G 71. Verbal: pegazar im Participium pega- 
zai B 95. Es kommt auch das Primitivum pegar vor (aus pioe 
picis). ÜberpMwa.r A HO Et. W. 11, 392. 
ICWS: femorezo B 27. 

B/LIS: fast ausschliesslich in der Form evre, Plur. ivri für 
-ahtl. ebil-, ihil-. Ist ungemein häufig: 
an Nominastämmen: 

caritevre B 163 casonevre A 196 

concordevre-mente B 415, E 64 2^ misericordievre H 81 
an Verbalstämmen: 

abondievre-mente B 179 dcvdesevre A 194 
alegrevre B 156 meravejevre B 302 

aregordevre A 193 procurevre B 83 

convenievre G 86 retornecre B 368 

dexdenievre L 54 spagurivri D 147. 

dexevre B 900 (decere) 
Mit beibehaltenem e ■= i: flevereza D 350 (flebil-itia). — In 
der Form -bei: tristabel D 254. 
AMEN: lecame H 230. 



1) d. h. salv-adego -\- ina: g vor i zu s (§. 68). 

2j Die Hs. hat an beiden Stellen kein i. Kekkei- druckte an zweiter Stelle concor- 
dievremente. Ist die Euieudation nulliig? 



Darstellung' der altmailändischen Mundart nach Bonvesin's Schriften. Ol 

INUS: alegrin ß 751; in Veibiiiduiig eines anderen Suffixes: 
corb-at-in H 194; mit eingeschobenem r: rosoriua G 29. 

ENÜS dient zur Bildung von Numeralien: ciiiquen, sexcn, 
seien, ogien, noven, dexen u. s. \v. 

ION: dominion G 90 (no g'ha vnler amisi parenti ni com- 
panioii, ni filii ni grange richeze , castele ni dominionj = Irz. 
dongeon, wodurch die bestrittene Ableitung dieses Wortes aus do- 
minium beinahe unzweifelhaft wird. 

T-IÜN in den Formen tion, son (zon). — Sehr häufig: 
adovrasoH H 62 pentison A 135 

dispulation G 1 proaison I 110 

investison ß 722 robason L 104 

lomentason E 301 tradliizon E 122 

maiigiason F 19 tremason D 68. 

pagason h 264 
ANEUS: grenimie B 160 (grevante?). 
ONEUS: cativonia ß 35. 

OR: crior B 126, puzor D 235, sonor B 1009, sozor H 187, 
tremor ß 728, verdor G 136. 

ARIUS: cuinter B 983, lomer B 431. Erscheint auch in der 
Form ario : usurario D 187. 

OSUS: alegroso maniusi D 207 

cubitoso B 13 rancuroso D 557 

confortusi D 372 remonioso A 426 

curusi ß 1048 squinzoso B 25 

frodoso D 187 travaliose E 275 

inamoroso ß 1001 vermennsi ß 992. 
inregoroso D 312 
Mit eingeschobenem r: cuintoroso N 23. 

In Verbindung mit anderen Suffixen : altivosa L 29 ; gramezo^o 
D 252; bontaosi E 276, voluntaoso E 75. 
UTUS: foliudha G 142. 

ITIA: boldeza D 364, drueza E 114, lomenteza D 363, ran- 
cueza B 452. 

ATT: corbatin H 194, olcellnto M 92 (= uccell-accio). 
ETT: archeta G 19, adorneta H 203. agreta H 204; mit 
anderen Suffixen: f'antineto B 787, piceneta G 18. 



38 M u s s a f i a 

TAT (tas, tutis) in der Form -itä, itae: arsitue A 335, f'ran- 
chitä D 346, laxivitä E 335; in der Form -edhne: briitedhue 
IJ 220, gordedhae H 238. Bemerkenswerth ist cegedkä P 107 wo 
der gutturale Laut verharrt = it. cechitä, seltenere Nebenform von 
cecitä. 

ALD : giavnldo B 26. 
ENSIS: paganese. 
MENTUM: Ungemein häufig : 

atantamento A 113 reficiameiito E 186 

casamenti E 107 schernime/ito B 224 

f'adhigamento B 316 significamento H 107 

gahamento H 125 spngtiramento B 942 

imbregameiito A 107 vergonzamento B 127 

ovramento A 131 zermeliumento G 243 

perdoHfimento B 75 zovamento A 106. 

ENTUS: ovrente H 226, sangidnente J 34, veninento A 429. 
Mit eingeschobenem r : plangioreiita B 866. 

ANTIA: conso}((7iza B 532, ossanza A 397, pesanza B 288, 
Krcnginnza A 188; auch aus den Verben der II. Conjugation: ben- 
x'ujanza B 285, cognoscanza B 286, temanza B 965. 

ARD: gorardo B iA,juriardo D 179. Verbal: lecardar E 291. 
An V^erhalahleitungen wäre die durch -ez- zu verzeichnen: 
acnnezao A 431, cocedhezo E 240, grevezar E 69, matezao A 46 
iietezni B 260, plaezan G 5, pestezadha G 111, me strnmadhezo 
E 238. Diese Ableitungen sind am besten mit jenen durch -eggiare 
im Italienischen zu vergleichen, und wie diese auf das Suffix -icnre 
zurückzuführen. 

Zosanimensetznog. 

133. Nur die Partikelzusammensetzung kommt hier in Betracht. 

a) Präpositionen. 

AD. Dieses Praefix ist ungemein begünstigt: 

abatdjao A 141 apcna L 221 

ac/ina A 206 api/iö B 389 

(wnmenza B 494 apregonar A 462 

agina (J 57 nregurdassi K 171 



Daistelliiiig der altmailändischen Mundart nach Bonvesin's Schriften. 



39 



ngiiadeniao I 101 
alezere A 295 
amenuir A 358 
nmoverse N 63 
anomadha G 68 



ariiinar B 22 
aslevao E 266 
nsmorza B 100 
atudhao A 356. 



CUM: comprivar Dill. 
DE: destregkira A 35. 

DIS. Wird ebenfalls äusserst häufig gebraucht; manchmal ver- 
tritt es de: 



dexasevre E 50 
desbate B 577 
descatao B 6 1 1 
desconzo E 161 
descuminvi B 131 
dexdesevre A 194 



desguarnio A 444 
dexmesurai E 134 
dexsensai C 33 
desüomentir D 17 
destrenzimento Ü 121 
dexoiadha A 152 



Es vertritt auch de: dexmostradha B 85. 
EX: scombaterö A 414, sfahndha L 65, smerrai D 374, 
smorbiar E 343, spagiura A 33, svengianza A 188. 

EXTRA: straschernio D 46, straportadha L 36, sirapassadha 
F 2, strasonamenti E 105, straviai B 878; stromenai D 167 
(§. 2). Oft in der Bedeutung des Superlativs: strabelli E 108, 
stragaudenti D 321, stragaviso B 155; und vor dem Superlative 
selbst: stradurissimo D263, stragramissima B794, stragrevissimo 
D 362. 

/iV; inama L 274 
imbrittlsce L 203 
ingramir B 375 
inguerrinvi F 89 
impenso B 1040 



impilio L 408 
inregoroso F 95 
inrichio B 660 
inrosadhai B 19 
inrovedhae G 55 



I 



imprometudlio A 146 involia D 255. 
PL'ß; perfinisce D 11; = pro; percaza B 296 percazianle 

B 360. 
PÄE (=pro): prevedhui B 556. 
5'f^ß.- sofrenar E 374, sos^ra.r B 495. 
SUPER: sordoradha L 508. 
TRANS: travacao N 23, frawowrf N 42. 



' 



40 Mussatia, Darstellung der altraailändisclieii Mundart etc. 

hj ifominaladverbia. 

BENE: benestrudho B 656. 

MALE: malastrudhi A 337, mulpnrai B 253, luulpnrio 

B 713, malvezao B 642, malviao A 4ö. 
MINUS: smenaoen A 308. 
MULTUM: molben B 572. 
TANTUM: tammagna B 342. 
BIS: a-biscurava D 190, bescuiutn \\ 692. 



Berichtigung. 



Auf S. 6 ist im Abschnitte „Lautlelire. Vocalf. A" statt des Absatzes 1 zu lesen: 
A. 1. Betontes a bleibt uiiverändeit. Greve I, 103 aus gravis wie in der Schriftsprache. 

1*. Ehen so selten ist betontes a an der Steile eines anderen V'ocals, Bei ataiila 
E 33ß u. s. w. 



R üi ffcrscheid. Die röiiiisolien Bibliotheken. 41 



Die römischen Bibliotheken. 

6. Die vaticanische Bibliothek, 
b. Bibliotheea Reginensis. 

(Itiblintlieca Alpx.'iiidrina.) 

Von A. ßeifferscheid. 
Ambrosii expositio de psulmo CXVUl. 

32. meiiibr. Grossoctav. foliorum 177. saec. X. 

f. 1 In nomine sce trinitatis. Incipit expojsitio de psalnio cxviiimo. 
sei amjbi'osii mediolanensis urbis episcopi ' Licet i) niystieae ä) quoq.s) 
uelut I tub^ increpuerit sono dauid proph&a tarnen moraliii mag- 
nus I — 

f. l*" adseruntur esse descripti. | Prima littera aleph — 
f. 177*' Coepit in hortis ee ecclesia. postquam in hortis j passus 
est xps ; Liber sei benedicti abbatis i floriacensis coenobli *). | si quis 
furauerit anatbema sit | Explieit de psaimo j cxvm sei ambrosii | me- 
diolanensis urbisj episcopi. finit | Liber sei benedicti abbatis | Sicut 
desiderat nauigator. Ad ripa uenire. Sic desid desi|derat. Scriptor 
niaganarius. Ad regnii di uenire | x qui legit ora ^ illo peccatore. j| 



1) XV 1197 — -) mystica — ^) quaeque. Lies niystice quoque — *) Die- 
selbe Provenienzangabe kehrt mehrmals in der Handschrift wieder, z.B. f. 25'' 
oben: hie est lib sancti. ßunedicti. abbatis. floriaeesis cenobii. 



42 Rfiffeisclieid 

Arator. 

300. niembr. fol foliorum 1—40 saec. X, toi. 41 — 78 8«ec. X(, 

f. 1 Diu» •) SCO«) uenerabili et in xpi gra abhati floriano «) arator 
subdi|aconus in xpo*) | Qui nieriti florem niaturis sensib; ortum | — 
Cede dies operi. quod pia causa dedit s) I)no scTte) beatissimo atque 
apJico sacer doti ') papae uirgilio ^) arator subdiaco|nus. ») dabo tibi 
laudem j Moenibus undosis bellorum incendia eernensj — 

f. l*" Si quid ab ore plaeet laus monitoris erit ' Explicit prologus. 
Incipit über, bic bre iiit sequit passione seu resurrectione | Ut sce- 
leris iud^a sui polluta cruore — 

f. 19^ Claudit iter bellis. qui portam pandit in astris [ Aratoris 
subdiaconi sc^ ^cc^ae roman^ j explicit über primus; Incipit scds| 
eiusdem; De eo ubi saulus qui et paulus — credidit. »») | Sps accen- 
sam uerbo radiante lucernanii — 

f. 39*" Et tenet aeternam sociaüs gracia <i) palmam ! Explicit al- 
mitonans in xpo dignus arator j Finito libro reddatur cena magistro| 
Finis adest Übri laudentur dicta malgistri; Explicit über aratoris | 
subdiaconi; Finit arator in hoc con|Surgit deniq; pastus : || f. 40 
leer \\ f. 41 Incip epJa sedulii poete eximii ad macedoniii pl5rm | 
Dfio 12) meo sco ac beatissimo patri macedonio presbitero sedulius | 
in xpo salutem. Priusqua me uenerabilis pater operis nri decurso — 

f. 41'' sciorum. Amen j Finit prologus sedulii presbiteri j hoc 

opus sedulius int cartulas — patricio. j Paschales carminib; über pri- 
mus j Sume sacer meritis ueracis dicta poet^. | — si uig& ore tuo [| 
f, 42 Prefacio paschalis carminis Beati sedulii poete , Pascbales qui- 
cuq; dapes conuiua requiris j — Rubra quod appositum testa minis- 
trat hol US | Incip sacrü opus ex ueteri testainto | quod poeta incitat 
se ad scribendum | Cum sua gentiles studeant figmenta poetae | — 

f. 54 Ora lupi uitaq: frui per pascua xpi. Explicit | lii .i. Inci- 
pit über secundus | Prima su§ dns j thalamis dignatus adesse j — 



1) LXVIII 63 — 2) sancto ac — 3) spiritaliter erudito floriano abbat! — 
*) ubdiaconus S. - *) luvet — *) sancto ac — ') et in toto orbe primo om- 
nium sacerdolum — 8) Vigilio — ») subdiaconus S. — '") om. — n) giatia — 
12) XIX 533. 



Die römischen Bibliotheken. 4d 

f. 60 Et speciale bonu cu sit generale reuolua || f. 60'' Explicit 
lii .II. ubi dominus innume|ras ad adae seruat cateruas | Jam pla- 
cidas iordanis item tiansgressus harenas I — 

f. 66 Qui regit ^thereu princeps. in principe regnu; | Explicit 
liber tertius. Incipit über .im. | ubi dominus petit patre se elarificari 
ab eo I Has inter uirtutis opes iam ^xima pascb^ | — 

f. 74 Sufficer& densos p tanta uolumina libros | Explicit lit .mi. 
Pascbalis carminis heroici. | Incip carmen eleiacu. qd uocatur parac- 
tejricu .i repcussum. eo qtf repcutiat unus | uersus ab altero hoc 
e. iniciü pmi fit ultimu scdi paractera gce. latine repcussio dr. De- 
scriptis 11 f. 74^ ia miraculls hortat poeta secü oms canere xpo |&gras 
reflferre j Cantemus socii diio cantemus honorem ] — 

f. 76 Cum SCO spu gJa magna patri | Explicit Incipit ambrosia- 
num ipsius sedulii | A solis ortus cardine adusq; terre limite xpm ca| 
namus principe natu maria uirgine | — 

f. 77 Scüq; spu. In sepitiia se-ta; | Amen. Explicit | Sedulius xpi 
miracula uersib; edens | — 

f. 77'' Stabunt bi garrula dicta testudine uersus | Utilibus moni- 
tis prudens adcomodet aures | etc. Audit qd non uult qui pgit dicere 
qd uult| —Magno conficitur discrimine res memoranda||f. 78'' Metrü 
Eugenii de decem plagis egiptiorum | Prima plaga egipti limphas in 
sanguine uertit; | — Quod nee il facimus pascua nee sequim | 
In honore diii nri ihu^xpi dfaetlni | i Perpetuo eolitur xps hie ihs ho- 
nore 6 Verse. 

•ii- Jacob. Thomas. Philip' .Bartholoms. 4 Verse, ebenso im Fol- 
genden. 

•III- Jacobus Matheus . Simon Thomas. 

•im Leo Felix Marce Marcell^ Fabiane Siluester. 

•v- Atansae Ambro Agüti Donte pauline. 

•¥!• Tecia . Sabina . Petronilla . ppetua. felicitas. | & Septem filii 
eius 

.vii- Patrici . Aedani . Ninia . Coriba . Cerani. 

•vm. Antoni . Pauli . Benedict! . Hilario . Symeon 

•vim Anastasia . Lucia . Eulalia . Eugenia et machabei. 

•x- Kerne . iJioni . germani . hylarii. 6 Verse. 



R f i ff (• rs (• h e i d 



Augustinus de bona patientiae, de bono coniugali, de sancta viryinitate, 

de nuptäs et concupiscentia. 

318. niembr. 8. foliorum 258. saec. X. 

f. l""') Incipiunt capitula huius libri | — 

f. 2 Incipit sermo sei augustini epi de hoc quod dris | ait. dimit- 
tite et dimiltitur uobis | Preceptum ^) saluberrlnui audiuiimis de seo 
eugelo. ut dimit,tamus peccatn fratri qui iii nos peccauerit — 

f. 4 dabitur uobis. Explicit über | sei Augustini epi de hoc 
qH dns die. dimittite et i dimittelur uobis. Incipit eiusdem. j de boao 
pacientiae > Virtus s) animi quae patientia dicitur. ta magnil di 
donii .e. | ut &ia | — 

f. 11" ac ferus uoüt habere *), Explicit de bono pacientiae 
I Lib sei aug epi. Incp üb eiusde de bono eoniugaü ^ Qin ') unus- 
quisq; homo humani generis pars .e. & sociale — 

f. 28'' ^pt xpni patres | fuerunt.* Expl' de bono eoniugaü. Incp 
de sca uirginijtate. Hoc de übro retraetationu xlvuii j de sca uirgini- 
tate über i | Posteaqua scripsi — ostendi, Bic über — aedidimus s) 
I Explicit praefatio. Incipit über , Libru ') de bono coniugali nup 
^didimus in quo &ia xpi uirgines | — 

f". 49 exaltate eü in sel'a. amen. Explic de sca | uirginitate. 
Incipit uita beati | Valentini. eonl'ess. Lingonensis j Igitur beatus 
ualentinus in laticensi suburbano ügonensium 0|riundus fuit — 

f. 50'' facile intellegatur. Explicit uita beati V^alentini conf. || 
f. 51 Incipit de nuptiis. et coneupiscentia. ad Valerium ina- 
gis truni equitura. Hoc de libro retraetationu. De nuptiis. et 
conep. I ad Valeriu. lib .n. | Scripsi duos übros ad inlustre — curas. 
Explicit praefatio | Domino illustri & merito pstantissimo »). alij. in 
xpo 9) dilectione carissimo filio uale rio. agustin' in dno sal' •,• Cum 
diu moleste habere — 



1) f. 1 m. s. X/Fhie est über sancti biidicti flo«f ; häufig in der Handschrift, 
namentlich am Anfanfj d(^r Qiiaternionen , wiederholt. Der Index von alter 
Hand. — ~) XLVl 997. Nach einer Cassinenser Handschrift herausgegeben. — 
8) XL 611 — *) Stimmt nicht. — 5) ]. c. 373. — 6) Das cursiv Gedruckte von 
anderer Hand. — i) 1. e. 397 - ») Aug. ep. 200 - 9) Christi. 



I 



Die römischen Bibliotheken. 43 

f. Sl*" cömodius intimabit; Expi praef. Incp. lib. i. | Her&ici i) 
noui dilectissime fili ualeri. qui medecina xpi qua^ peccata sanant 
carinalit — 

f. 63'' ut &iä noctnas aliquas horas leclioni uigllanter inpen- 
das. ll f. 64 Inter militiae tuae curas & illustris psonae. qua p meritis 
gestas actusq: rei publicae | — 

f. 19^ brachio. digito. labro. lingiiae. & ad nutum nmi ctinuo 
corriguntur. 2) |j f. 80 Viris ueri di cultoribus. et ihn xpT diii | nri 
scorumque eins non fictis amatorijbus : Einardus peccator | Qui ui- 
tas et facta iustorum ac seciin|dum — assurgat. j Incipit über primus 
I Cum adhuc in palatio positus — 

f. 92'' reputando ^fect su; Expt. lil). i. de uirtutibus scoi^ 
marcel|lini et petri. Incp. praefatio libri scdi •,• ) Scriptiirus uir- 
tutes atq: miracula quae beatissimi martyres xpi marcellin' j — 
f. 93 miracula | ^feram; Incipit prosecutio uirtutum | Postqua sacra 
beatissimoru corpora — 

f. 106^ cömodius inchoent ExpJ lib, ri. Incip. lib. m. | In rela- 
tione signorü atq: uirtutu — 

f. 121'' ac sie dm & ^roximii quos amare iubent. se odisse de- 
clararent. \ Folge?i rituelle Bemerkungen, zum Theil aus Isidors 
Büchern de officiis, von anderer gleichzeitiger Hand \\ f. 122'' 
Hymnus auf den Erzengel Michael jj f. 123 Incipit passio scorum 
martiru petri et marcellini | quae est mi. non. iunias | Benignitas,sal- 
uatoris — 

f. 126 saluatoris etc. amen finit | Passio beati apollinaris ponti- 
ficis sub die x. kalenjdarum augustarum | In diebus claudii — 

f. 133'' Augustarum etc. Amen. Expl. pass. sei apollinaris 
mar. |j f. 134 Incipit uita ^^ beati confessoris | Cum in nomine — 

f. 137 hodiernum diem etc. Amen. || f. 137'' Incip pass. sco- 
rum sergii et bacchi j Tempore illo Maximiano — 

f. 144 clarificemus. etc. Amen | Explicit pass scoi^ sergii et 
bacchi. Incipit | passio scorum. speusippi. elasippi (eleusippi 
corr.} et mele[sippi. | Tres pueri — 



<) XI.IV 413 — 2) 1. c. 468 (porrigunlur). Die vier letzten Capitel 
fehlen. Die fehlenden Blilttor sind ei-hiiiten im Codex 383 f. 94 fl. 



r, i4<>*^ loouillao. iunillar. <M noo nis f. 147 l>nu»lia Hio- 

ronymi (m. »w. ^ j iVnnana ') a\u<Mn .v imiltos hab«Mv ilioitiir .v nujl- 

tas :u'oipcr»^ portionos 

I". 1S4 in no uilal«^ uitao ambnir^ rfr. am«Mu Inoip. opla. hioio- 

mi pUri a«l prinoipiaiu de uita inarooll»o Sopo •) ä: n\»il(u 

flasritas — 

f, ISO*" Inoipit uita boatissiiui k;\ri lofi saoorilolis soii ;»l)batis 

nuMiaslori Anisolonsis 

f. !7ir Inop c\>Ia SOI hioronimi prbi ad paulinii pbnn d(» om- 

nibvis diuinis historiao libris 

f. 179 K|>ia hoati Hioronimi phri ad paula c[ Kus toohiü de as- 

süpliono soäo mariao «irijinis 

f. 19«>'' inopt iiita boati Lifardi abbatis 

f. 199 Inopt pass. soi ualoriani mar 

f. 201 Inop uita soi fursoi. abbatis 

f. 207 Inop. pass. soi Knstaohü. uvoris. c\ rtlio nun cius 

f. 213 Inop. uila .soi maroolli opi parisiaoonsis 

f. 215*" Inoipit nila boati Hioronimi pbri. Hioronimu* ni^ in 

oppidi> stridonis qd a sjothis uorsü. dalmatioao «|uondä panno 

niaoq: — 

f. 219 Inoip pas.sio sei oarauni martiris 

f, 222 Inoipit uita soi morouoi confo.^soris 

f. 227 Inoipit pass. söoa maurioii. atq: sooionim eins 

f. 232 Inoipit. pa.s.5. .soo* martyrum. donatiani ot ro^atiani 

f. 23J> Inoipit uita soi iuliani opi ot oontossoris 

f. 24 1*" Inoipit uita soi turibii opi ol oontossoris 

f. 244 Inoipit uita soi panati^ opi ot oonttv-isoris 

l". 247 Inoip uita so» uioturi opi atq; uioturii filii oius et opi 

t 249*" Inop uita domnao mariao aogiptiao. translata de gre oo 

in latinum — 

f. 2.S6 Inoip. pass. soi niootori. martjris 
f. 258 F-vplioit pa.ssio soi nioofori. martj-ris 



»)?-•) \xn ii^l 



f. ■*»■ 
Dif i'OiiiiHclii'ii Kililidllifki-ii. -T i 

AL<iMi;S AviTUS. 
Z078. tneiubr. SoInnHlfolio. folioruui 15U. »mc. IX — X ^). 

f. 1 C'^<fr rf^r ^<fi7<? t?(/w neuerer Hand 'J'heocluJplii V^ers' ' 
Quicquid ah ebreo slilus atticus alq; latinus sunisit I — 

f. 2'' Hiiic aquilae specimeii ceLsa p&eiitis hab&. Domino «J 
8CÖ in xpo piisimo et »j bealissimo | apolliuari epi *) alciinui) ada- 
tius 6j auilus Irater. Nuper | quidein paucis — 

f. 3 loquendi lege presuruitur. Explicil pjologus. alcinru. auiti 
ep). de inilio inuiidi. Incpt lib .i. — 

f. 3'' Quicquid agit uarios humaua in gente labores; | — Viuit 
peccati rnoribunda in canie cicatrix; | Jarn paler omp» librantis pon- 
dere uerbi; — 

f. 8'' La&u8 in aslrigerarn caeli se sublulit «j aulam. I Alciml 
Auiti epi de initio mundi. | expiicit über i incipit de originali pec- 
cato I über secundus 1| f. 9 Vtitur interea uenturi neseia casus: — 

f. 16 Corifictum periit fugiens ') per nubila corpus I Alcimi 
Auiti epT, expücit de originaü' peccato ' über secundus incipit de 
sentetia dPj über tertius | Tempus erat quod *) sol medium trans- 
cenderat axem | — 

f, 23 Fortior antiq: reddat tua gratia sedi | Alcimi Auiti epi 
expi'i de sentencia di ' Liber tertius Incipit de diluuio mun di Über 
quartus | Inieclum quendam uitia sco cordibus •} orbem | — 

f. 34 Et flammam timeas quo lo) iam non subp&it unda ' Alcimi 
Auiti epi expiicit liber | quartus Incipit de transijtu maris rubri liber 
quiutus I Hactenus in ter"* undas potuisse ^^ <*iinc'iti ' — 

f. 46 Hoc tenui cumbe ponimus non cütore portum ^2) ! AlcW- 
mi Auiti epi expiicit | de transitu maris rubri über .v. | ieüciter 
amen j Post consumationem isj übellorum quos non | — 



«) Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Prolegomena zu Pru- 
denlius 4, 78. Zu Üressf-ls Zeit (vgl. Prud. prolegg. p. LXj war die Haudsclirift 
verscliwunden. — ^) LIX 323 — »J »c — *j episcopo — ^) Ecdicius — 
*) suslulit — 'j linquens — *) quo — *J quondain vitiis concordibus — 
*o) quia — ^^) patuisse — ^^) PoiiIhius hoc tenui cjmbae nunc littore porluni 
— "j 1. c. 367. Die Überscbrift des Briefes fan ApoilinarisJ feblt. 



48 Reiffeischeid 

f. 46'' fitlei adstrictione i) | deseruiat. | Alcimi Auiti epi 
expt Über v | Incip Liber vi de uirginitate 2) || f. 47 Suscipe con- 
plectens xpo dignissima uirgo — 

f. 58 Conscripsi en celeris deno sub lumine solis s) || f. 58'' 
Aurelii prü dem certam uir|tutum contra uitia | Xpe *) graues homi- 
num semp miserate labores | — 

f. 70 Ornamenta animae quibus oblectata decoro ] Incip ars 
capri de ortografia. | Haec uia quo ducit non ubi cato discendit | — 

f. 74'' ab similitudine stillarum. | Expt ars capri de ortojgrafia 
Incipit ars agroetii | Domino Eucberio episcopo agroetius Libellum 
I capri de ortografia — seruare possumus-; | Vale memor nri et pre- 
sidium meu Incipit ortogra|fia agroetii rethoris || f. 75 Agroetius et 
cum latine scribas per oe dyptongon | — 

f. 79'' Supplicia d&ormentis dicimus %• | Versus Belesarii sco- 
lastici I Sedulius xpi miracula uersibus *aebens j — 

f. 80 Semotis cunctis modicis saturauit ab escis | Sedulius diii 
per culta noualia gaudens j — stabunt hi garula dicti testudine uersus 
I Auieni vc adamus cosale agro (sie) \ Rure morans quid agam res- 
pondi pauca roga^tus | — Prandeo poto cano ludo lauo caeno 
quiesco •,• | ludicii signum teUus sudore madescit •/ j| — 

f. 80'' Tartareumque chaos monstrabit terra dehiscens. | 
Versus Virgilii ad cesarem | Nocte pUiit tota redeunt spectacula 
mane — Sic nos non uobis melliticatis apes || f. 81 Virginitas s) 
fulgit (corr.} lucens ut gemma coronae — 

f. HO'' Plumabant pariter macta uirtute coronam | Digestis 
igitur scorum laudibus almis | — 

f. 113" Sed tyro infracta tectus testudine xpi || f. 114 Über 
der Zeile von der Hund des Petavius finis Lib. primi Catonis | Cum 
dubia incertis uers&ur uita periclis — Dum fueris dando (in ras.) 
semper tibi proximos esto | Incipit Liber secundus (Catonis von 
der Hand des Petavius hinzugefügt) \ Telluris si forte uelis 
cognoscere cultus | — 



1) astructione — *) 1. c. 369 (de consolaforia laude castititis ad Fusci- 
nam sororem deo virginem sacratam) — s) ßj,. drei Verse am Schlüsse, wel- 
che Labbaeus nova bibi. mss. libronim ed. F;\ris. 1603 p. 22 'ex codicc ms. 
Naudoano' zuerst bekannt gemacht, finden sich auch in dieser Handsch-ift. — 
*) Mit Unrecht biihauptet also Dressel, dass diese Handschrift nicht die Psy- 
chomacliia enlhiolte.— ^) Vorher fehlt rin Quartornio. 



Die römischen Bibliotheken, 49 

f. 115 Dum uigilat superat Qal. m. corr. sperat) per somnum 
oernit id ipsii | Incipit Liber tertius | Hoc quicumque iielis carm cog- 
noscere lector | — 

f. 115'' Nee matrem offendas dum uis bonus esse parenti | Ex- 
plicit liber. tertius | Incipit liber quartus | Securam quicumque 
cupis pducere uitä | — - 

f. 117 Hoc breuitas fecit sensus coniungere bonos (^cojt. 
binos) j Explicit Liber catonis quartus | in nomine patris et filii et 
spTi sei I ds omps conuexae conditor arcis | — 

f. 117^ Gundradae egregie moribus & facie [ Hos karolo regi 
Versus Hibernicus exul | Dum proceres mundi regem uenerare uiden- 
tur I — 

f. 119 Sic fatus regis. """ dono ad castra recessit | Versus Ka- 
roli imperatoris | Haec est uestra fides celi que ducit ad aulam | — 
collectum ex uariis flore cum ante rosis | Versus Karoli impera- 
toris I Carta xpo comite per teluris spatium | — 

f. 119'' Deme xpi seruulo sie memor exiguo | Versus Karoli im- 
peratoris I Laudibus eximiis caelebratur scJa prisca | — • Nobilis 
aut sanguis dextraue marte potens | Fini ///////// honis || f. 120 Versus 
ad ecclesiam | Haec est mira domus uario depicta metallo | 6 V. 
Versus ad fontes [ Hie fons inriguus uitali ad ora ministrat | 6 V. 
Versus ad fenestram | Ne dauid grabatum temptatur callidus intrat | 
4 V. Versus ad hostium | Quia egyptius agni dudum de sanguine 
potes I 2 V. Versus ad ministerium j Qui ex duro latices iussit pro- 
ducere saxo | 2 V. Sit tibi summa salus seper sine fine beata — Sol- 
uenti ueni& criminum solutio xpi | Verba philosopbi ad discipulos | 
Quisquis alumne uelis uartes cognuscere serum — 

f. 120'' Sed labente die lacidiora dedi. | Magister exortans dis- 
cipulos I Discite nunc, pueri dociüs cito uertitur aetas | — Nam sine 
doctrina u'ta perit hominum. j Magister cumminans discipulis | 
Quemlibet bic slgnem leuitatis culpa remord& — Gratiaque meritäs 
ultio nulla for& | Vir orans | Haec rogo parua domus caelesti pace 
serena | — Asiduis uotis laus ton& alma di || 

f. 121 Epitalium filii cathonis | Quid tibi mors faciam que nulli 
parcere nosti | — Sint tibi uitalijs sint tibi la&a modo | Epitafium 
Folradi | Felix illa bominum est mors e< pciosa bonorü — 

f. 121'' pro peregrino me posco pcar&uo: | Item alium epium | 
Qui pietate pater pastor cura ma magister | — a&ernis meruit lau- 
Siizb. (i. piiii.-iiist. ci. r-ix. Bii. I. mt. 4 



50 Reiffersclieid 

dibiis & precihus | Item alii uersus | Egregii proceres clot'anus ac 
dagoberlus — Cum naiit'ilde sua quem exornant aurea busta | Item 
r<lii uersus j EIYigies regnum hie & nomina clara refulgent — Caesar 
quem peperit berta pulcherrima mater. | Hoc iac& in tumulo pip- 
pinus rex uenerandus — 

f. 122 Raptus ab orbe fuit cito pastor largus egeiitu | Epita- 
fium Alquini | llic rogo pauxilulum ueniens subsiste uiator | — pro 
quo funde preces mente legens titulu | Epitafium || f. 122" Qui mani- 
bus librum lector conprenderos istu I — d& sibi sie dns perp&uam re- 
quiem | Item alium | Hoc recubat tumulo motbarius ille sacerdos | — 
ante fuit bumilis plenus amore di | Item | Quisquis es bunc cernens 
titulu die pectore puro | — 

f. 123 de mortis nullus lege solutus ade [ Item | Authelmi mo- 
nacbi busto s membva sub isto | — perp&uam requiem d& sibi posce 
ds j in. al. acquali Incipiuut enigmata aldelmi | De terra | Altrix 
cunctorum quo mundus genstat (n eras.^ in orbe | — 

f. I3Ö Sciscitor inflatös l'ungar quo nomine sophos | Expliciunt 
(Miigmata de uariis reb; aldelmi epi || f. 135'' Incipit preiatio enig- 
matis simpbosii. | Häe quoque simpbosius de carmine lusit inepto | 
— Da ueniam lector quod non sapit ebria musa. j i. De grafio j De 
summo planus sed non cgo planus in imo — 

ibid. xcnii De adamante lapide j En ego non uertor rigidi cri- 

mina ferri | Est mihi de pelago corpus de flore loquela | Vincula de 

terris. sopbia de digitis | Epitaphium Karoli regis | Aurea caelorum 

postquam de uirgine prolis | — Astrileram Karoli teneat die sps 

arcem 1 <• ^^^ Incip opusculu beati eugenii epi i) | Obliquo mem& 

uisu q figis ocelle | — & laueat iugis pax tibi paxq; tuis | Oratio 

eiusdem | Rex ds inmse quo constat macbina mundi | — ccede ue- 

nia cui tollit culpa Corona, j De mentis humane mutabilitate | Nescia 

mens nri fixii seruare tenore | — Tot nram faciem mutat sententia 

formis j De bono pacis | Qui cupis infestiT sep uitare chelidru j — 

Ultima que decima |)lis primordia truncat. | Eptameron de primordio 

mundi i Primus in orbe dies lucis primordia silpsit | — Septimus e 

dno reqes his rite pactis | Domni Euantii | Nobilis & magno uirtutü 

culmine celsE | — Oiiipsq; tuis non reddat debita culpiS | De ani- 

mantib; ambigenis j Hec s ambigene que nutu dispare constant | — 



1) LXXXIX 3ä9 f. !4t von einer imdiMn Hand (saec. X.) als das Übrige. 



Die römischen Bibliotheken 5 1 

At lupus & catula formant coeuiido licisca j Item ad ioliannem ] o lo 
uersiculos nexos quia dispicis hannes | — PRoq; tibi ut nro ue- 
niat ex carmine pectvs [ Instar lucilii cogor disriipere uersus j| f. 141'' 
Quisque uenis studio discendi fretus amice j — Eloquiique potens 
rustieitate carens. | Facundi dicti sicucui est studiosa uoluntas. I — 
Moribus & lingua ciarus & arte uigil. | Qiiisquis habes uotunique 
sit dialectica scire | — 

f. 142 Discussaque bonum nube referre palam. | Lector aritme- 
tice Conductus amore magistre. | — Rebus & bis non est quod 
queat esse sine. | Qui cupiat formas quas dat geometrica nosse. 1 — 
Forma figurarum plena necesse fiat. | Musica quid ualeat quid sit 
quicuque requiris | — 

f. 142'' Et lenis &igres melificando truces | Astrorum cubitus 
quisquis scrutator adisti | — Et que occulta iacent mox manifesta 
fore I Lucida que cernis clarescere tecta uiator | — Munera deque 
suo languida menbra iouens. | Dextera magna di ecclesiam tueatur 
ab bostes | — 

f. 143 Saluet & orne& am& dextera clara di | Ad boree partes 
arcino". uertuntur et anguis | — Celsior bis cunctis & tardior Omni- 
bus astris. | Versus de adnunciacione | Hie niariam claro gabribel 
sermone salutans j — Hie natus passus surgens scandensque re- 
demptor | De natiuitate | Cardine quadrato colitur quo uertitur 
orbis I — 

f. 143'' Qua dempsit mundo crimina cuncta ds | Versus de as- 
censione | Hie pia surgentis ueneranda est gloria xpi | — Reddat & 
acceptos actibus & meritis | Omnipotens dns qui celsa uel ima guber- 
nas I — Effectum tribuas semper habere ds | Hoc construxit opus 
lector quod cernis honesta — f. 144 Prebeat &herii premia larga 
soli I Qui cupiat rerum studiosus forte uiator | — Et quam cum lacri- 
mis posc& hab& ueniam | Omnipotens miserere | — rex pius adq' 
mei I Hanc quisque de uoto — pectoraque percuto | Det xps domina- 
tor enim de semine dauiD j — 

f. 144'' lux digneris clam Omnibus es quia uerE | Dona 
anime miSerendo meae seDem oro quietiS | — Omnipotens eX- 
celse ueni quO te rogo supleX j Dux pietatiS ades cArne qui ex Se- 
mine dauiD I — 

f. 14o Egregios R&us quOs inde fOrtis ubiquE | Siderea de 
sede poli pater ahne serenus | — In quo iure. Meain requiem Oro 

4* 



52 Reifferscheid 

xpe morari | Digne semper amande piis deus inclite dauid | — Exau- 
di rector seruo mihi iustus semper ubique | See deus miserator tu 
pia uia salutis | — Xpe tuo populo saluans sub nomine tu dux | — 

f. 14o'' Da pietate potens det mitissime dauid | — pi&as 
bernouuino praecurrere cliento | Summa salus pia laus uictrix per 
tepora uirtus | In solio excelso felix quies gloria regni | Rex aeterne 
Salus uia lux data dulcis et auctor | Es quia praecelsus populorum 
rector in orbe | Rex requiem bernouuino da pater atq; pius rex | — 

f. 147'' Pendens plebem liberauit hostis ab insidiis | Ephy- 
tapbium | Qui cupis ut praecibus domini mereare fauorem | — nam- 
que petens eaelum aeterna tenens || 

f. 148 Versus bernouuini epi ad crueem | Conditor. aeternae 
quem laudo uersibus istic | — Xpe tu iustus iudex miserere mihi iam 
uerus rex | Omnipotens dfis mundi formator et auctor | — Suscipe 
haec munus accipe supplex rogo | Versus in ealicae et patena | Ber- 
nuui.nus bumi.lis sua. reddit.vota to.nanti. j Hoc eor.pus humi.lis. 
prestat ui.ta bea.ta. || 

f. 148'' Item alium j Quisquis magnorum dolet breue decidere 
uita I — Indiccio xi obiit qui in seculo uixit annos xxx . et vn . | 
Item alium j Hie constans alacer celebri probitate refertus | — Aut 
tribuit natis aut sibi post obitum It alium | Et licet omne fretum se- 
cliuia sca salutis. | — Presidium ucnies emeruisse docet. It alium | 
Hie probitatis apex hie status gloria prisci | — 

f. 149 Sic uixdum tenerae radicabat Gore iuuente. | Item 
alium I Quod salibus cordis protulit ore serentem | Et tribus adiectis 
mensibus atque tribus. j Quantum iure potest ornari femina donis | — 
Janu decimo migrauit arii dida kalendas || f. 149'' Von anderer 
Hand Contra aebrietate I Qui cupis esse bonus et uis dinoscere 
uerum \ — Quod tenuis miseros suppungit anhelitus artus | Como- 
nitio mortalitatis human^ j mortalis homo mortis reminisce casus | 
— Quod bene quod iuste quod recte feceris ipse | Ctra cra- 
pulä I Propens {sie) & stomachum qui farcit dape ciborum | — 

f. 150 Castig& uentrem tunc homo doctus erit. | Das Fol- 
gende von einer Hand des eiJften Jahrhunderts. Discernendi ignarus 
nihil difert ab asino. Amor potentö 1 instabilis — 

f. 130'' (iMercurius) Celerior planetis quia septima die | pmeat 
circulos II 



Üie röiiii.^fhen Bililiotheken J)3^ 

Basilii sermones. 

141. membr. 8. foliorum 170. saec. IX — X. 

f. 1 Incipit sei basilii j de psalirf primo | Omnis scriptura diuinitus 
inspirata iitilis est | — 

f. 9^ et ex bis quae audistis p gratiam | dni nostri ibii xpi cui 
gloria in scJa sctorum amen, j De eo quod scribtum est •; j adtende 
tibi ne forte fiat in eorde tuo | sermo occultus iniquitas. | Sermonis 
usum ds nobis qui nos creauit indulsit. [ — 

f. 19 ut possis adtendere do. | De eo quod scriptum est in 
euangelio. | hominis euiusdani diuitis fructus ube|res ager attulit. 
et reliqua. | Duplex est temptationum speeies ; aut | — 

f. 26^ pgi-atis regna caelestia. per eii qui uos uoeajuit xpin 
ihfiT dniif niMh. cui gloria & imperiöf. in | scla seculorum. amenv| 
De inuidia | Bonus est ds, et dignis lauda°tur | — 

f. 33^ sicut & ds donauit uobis. in xpo ihu diio wvo. | cui * 
est do patri cum spü sco gloria in scfa sci'orü. ainf; | De fide | Di 
quidem sine intermissione esse memojrem — 

f. 37 derelinquere per gratia dni nri ihu xpi. Cui est gloria | 
& potestas. in scla saeculorum amen. | Incipit in principium prouer- 
biorum | salomonis quam dixit cum esset presbijter iubente epis- 
copo. I Magna est oboedientiae merees. | — 

f. 53'' diuine uolun|tatis in xpo ihu. cui gloria in scJa saeculo- 
rum. amen, j Incipit in psalmo .Lvmi. | Consideranti mihi & 
puin[denti intentos ad audiendü [ — 

f. 57 conroborati | in spe nra. qui est xps ihs diis nr. Cui est 
gloria & pojtestas. in scJa scJoru. amen v | Incipit de ieiunio. | 
Canite tuba in initio mensis in die insignis | — 

f. 59'' sapientia di. & unigenitus filius eins diis | iir ihs xps. 
Cui est gloria & potestas cum spu sco in a&na | secula seculorum; 
Amen. Finit. oraT ad popuj de ieiuH. | Incipit de eadem re dictio 
secunda. | habeant fortasse aliquid (d ex t) dit'ficultatis | — 

f. 63 & iudice ! do nostro. per quem est do patri cum spii sco 
glo|ria & a&ernitas in saecula saeculorum, amen. | Explicit in 
dilo feliciter. || f. 63'' Prefatio. [ Proficiscenti mihi ex urbe magno- 
pere iniungebas a^^niane — 



h4 Rei fleisch e id 

f. 64^ tu qui utriusq; liiigu^ habes peritia magis probato. 
Finit.| Gregorli epi nanzanzeni incipit apolojgeti'us in latinuni 
translatus in greco. | Uictus sum. et fateor me esse superatum. | — 

f. 92 grex simul & pastores in xpo ihfi diTo | nostro. eui gloria 
in seeula secnlorum. amen. | Incip de primis epiphaniis | id est de 
natali (i ex e) dni. | Xps nascitur. gloriamini. xps 9 celis. occurrite. 
xps In tei'iris. exaltamini. Cantate — 

f. 100 possibile est. per xpni ihm dimi nostrum. cui | est 
gloria & potestas in seeula seculorum. amen. | De luminibus quod 
est I de eundis (sie) epiphaniis. [ f. lOO** Iterum ihs meus, ^ et 
iteru mysteru. mysteriu il erroris alicuius j — 

f. 102'' Ubi ante carnis fuerit facta purgatio. ibi continu || 
f. 103 cum <) et inluminantis clarius fuerit lumen accensu et audito- 
res puTjgatas — 

f. 108'' fulgeat coram hominibus per xprn duTn nostrum Cui est 
glorija in sola scJoru amen. De pentecosten, et de spff | sco dicta 
in ecelesia constantinopolis | De soliemnitatis huius die pauca di- 
cenda sunt — 

f. 116 exulta|tio scorö. Cu quo est do patri gloria & potestas 
in spu SCO in scfa scJoif am. | Desiderabamus filii. quia et pari 
mensura desi^derabar — 

f. 124 uila & nde projbabili. Tibi gloria & potestas in seeula 
saeculorum. Amen, j Incipit de hieremia dicta praesente imjperatore 
aput quem et intercedit pro quojdam periclitante. | Uentre meü 
uentre meG doleo. & sensus mei turbajti — 

f. 129 misericordia speramus. j p xpm diuh nrln. uiuente secff & 
regnante cü spii scÖ in scfa sclof aiTi; || f. 129'' De reconciliatione et 
unitate monachoriJ. | Lingua nostra soluit alacritas. & hominG lege — 

f. 138'' custodiat corda uestra in | xpo ihii diTo Cui gloria & 
potestas in scta sctorQ amen: | De grandinis uastatione cum pater | 
episcopus reticeret. | Quid laudabilem soluitis ordinem. quid in- 
pellitis lingua | — 

f. 148 quem fructificauit in xpo iliu | diio nostro. Cui est gloria 
& potestas in scJa sctorum. amen, j Incipit de arrianis quod non 
licet j semper et publice de do contendere | Ad eos qui in sermone 
callent. sermo nobis est. — 



1) Vorher ist ein Blatt ausgefallen. 



Üif riiiiii.ji'lieii ßiLliütlieken. 5 

f. loO'' Natiuitate | ili & creationem & dm ex nuUis exstantibiis. 
& substantiae Sectio |nem atq; scisionem et resolutionem. ut quit 
{corr.) audit profanus || 

f. 151 Incipit compt grecoru anni eirculi qualiter | calculare 
debeas 

f. 152'' Item ad argumentum ad fer. uel ad lufi | seu ad ter- 
minos pascbat inueniendum 

f. 153'' Item argumentum j qualiter secundum latinos uel 
greeos xiiii lunas paschales j uel initium primi mensis absq; ullo 
errore inuenire debeas 

f. 154 argumenta calculi 
f. 154*^ de punctis uel momentis 
de temporibus anni 
de solestitia et aequinoetium 
f. 1 55 de mensibus 
f. 155'' de saltum lunae 
de lunae cursum 

f. 156'' Incipit. [ Romano computatio ita digitorum flexibus 

u. s. w. 
f. 157'' De mensib; qd horas habent in die uel in nocte 

It argumenta unde creatur bissextus 

Incipit de mundi principio 
f. 159'' Uentus aer commotus & agitatus «. s. w. nach Isidor. 
f. 160" — 163 Rotae (Zoneutafel — Windtafel) 
f. 163" — 165" Angabe der Indictionen, Coficurrentes u. s. w. 

von 804—873 
f. 165" Prima a&as in exordio sui. | contin& creationem 

mundi — 
f. 169" Eraclius aii xxvii huius | — f. 170 vdcccxxxni. Colle- 

gitur omne tempus ab exordio mundi usq; | in psente 

glori recensuinthi principis. aii x. | qui .e. era. dcxcvi. 

an. V. dccclvi. 1| f. 170" (von nicht viel späterer 

Hand) Aii uel resp in natl sei. eligii. epi et confes- 

soris ad uesperas. 



56 Reifferscheid 

BoETHius de musica. 
1638. membr. 4. foliorum 128. saec. X. 

f. 1 Von späterer Hand über der Zeile ') Prohemiü. | Musica 
naturaliter nobis ee j coniunctam — 

f. 12 2) De consonantiis et semitonio [ Nani si uox uoce s) 
duplo sit acuta uel grauis — • 

f. 28" (xxxiiii) de poetarum carminibus iudicandi ; Explicit | de 
musica id est armonicae iustitutionis über .i. | Incipit liber secun- 
dus I I. Prob°emium. | — 

f. 29'' (xxxi) sex tonis iion constat *); Explicilint capitula. | 
I. Proboemium. Incip Hb sc | Superius uolumen cuncta digessit. quae 
nunc diligentius | — 

f. 61'' (xxxi) nunc uoluminis seriem fastidii ui'ator astringam; 
I Explicit de musica id e armonica institutione liber se|cundus incipit 
liber tertius .i. aduersum aristoxenu | demonstratio super particu- 
larem proportionem diui di *) in aequa non posse atque ideo nee to- 
num; j Superiore e) uolumine demonstratum e ^ diatessaron. | — 

f. 70" (vnii) semitonium minus; | apotome igitur est ED. ') 1| 
f. 78 XV. Apotomen ») maiorem esse quam quattuor commata | 
minore quam .v. tonum maiore qua vni. minore qua vnn. | Eadem 
hac ratione. et semitonium — 

f. 80 (xvi) comentarii disputatione censuimus | transferenda ; 
Explicitus de musica. id est armonica | institutione liber .in. Incipit 
liber .im; I i Uocum difterentias in quantitate consistere | — 

f. 80" XVIII Queadmodum indubitant musicae consonanti^ aure 
diiudicari''"""' | Expliciunt capitula; i. Vocum differentias in | quan- 
titate consistere | Etsi omnia quae demonstranda erant — 

f. 8S" medior») enarmonios .pi grecü et signa i») cuersilo n). || 



1) LXIII 1167 — 2) f. 1—11 saec. XI— XII. Mit Nam si vox (I. c. 1181) 
beginnt die ältere Handschrift, die zu Anfang zwei Quaternionen verloren hat. — 
*) voci — *) constet — 5) dimidii — 6) Diese Handschrift gehört zu den- 
jenigen, in welchen die Figuren nicht fehlen. — ■?) 1. c. 1234 — ^) 1. c. 1263. 
Das Dazwischenliegende (f. 71 — 77} in derselben Zeit ergänzt, wie f. 1 — 11. — 
9) Meson — i") Lies Sigma. Die Ausgabe C. — *') Hier bricht die alte Hand- 
schrift ab: mit f. 86 beginnt wieder die Ergänzung. 



Die römischen Bibliotheken. 57 

f. 111 ^porcionis dissonantia i) reddat. | (Fignr) \ Explicitus de 
musica id est ] armonica institutione \\h im Ineipit lii) .v. || f. 111'' Post 
monacordi (a in o corr.) regularis diuisione. adicienda ») esse | — 

f. \2^^ ut in diatonicis geuerib; nus|(juam una. | Von anderer 
Hand Segmina pgameii tereti circudata ligno. Perpetiio inscribe 
uersu 1 qui du resolutus. Non respondentes sparso dabit ordine 
formas | Donec consimills ligni replicet in orbeni. || 

f. 126 Nona noane Primus tropus Ineipit. Mese pmi ti'op inei- 
pit I Prima in introitibus düTerentia — 

f. 128 (odavus tropiis) Sebastianus | Gloria patri & filio & 
spiritui sancto sicut erat in principio & | nunc & semp & in secula se- 
culorum. amen. || 

CaNONES concüiorim^'). 
1040. membr. Grossquart, foliorum 86. saec. IX. 

f. 1 suscepit quas bumanae aegrimoniae narrationes babens & 
I non simulatione sed ueritate Id non mea uokmtas ut osten[dat car- 
nis subsistentlam — 

f. 36'' postquam praesentis causae. plurima | & praecipua ca- 
pitula. coram nostra pi&ate iam pacta sunt *) 1| f. 37 Actio duode- 
cima I in nriin diii et dominatoris | ibQ xpi di saluatoris ni impe|ran- 
tib; a do coronatis et sere|nissimis ni^is dominis flauiis [ constantino 
data XXII. die. meüs | martii indictione vini | Resedentibus quoq; 
gloriosissimis patriciis — 

f. 39'' additi tres. falsi. quat|terniones, bunc sermonem ad- 
struens. Reliqua uero i| f. 40 quod 5) multotiens sei patres nostri. ut 
lucrentur plurijmam animarum. — 

f. 48 quae promissa sunt super sergio bonorio [ atque sofronio 
opere adimplente. actio .xiii. | In nomine diii et dominatoris | ihü 
xpi di et saluatoris nostri | imperantibus. a do coronatis | ac serenis- 
simis nostris domijnis. flauiis. | Constantino quidem piissimo — 

f. öS"" discendisse de caelis | & incarnatus esse ex spu sco | & 
domina nostra sca || f. 54 antiquae romae. quem & accusauerunt. 

1) dissonantiam et consonantiam. — '") arbitror esse. — •'') Concilien- 
Sammlungen finden sich ausserdem in cod. 848. 849. 1127. Die Handschriften 
i040 und 1043 stammen aus der Bibliothek des Petavius. — *) f. 1—36' ent- 
hält Fragmente der zehnten und eilften actio; mit f. 17 beginnt der sechs- 
zehnte Quaternio. — s) Zwei Blätter fehlen. Auch im Folgenden ist die Hand- 
schrift mehrfach lückenhaft. 



5 (S _ Pi e i f f e r s c h e i il 

(jLia (qiii a ni. al.^ parte sunt agathonis | scissimi pape apostolice 
sedis — 

f. 59'' ad nos per|ducatui' de propria fide sua. interrogandus 
I Actio XV. II f. 60 in nm diii et dominatoris | Im xpi di atque salua- 
toris ni | imperantibus a do | coronatis ac serenissimis | nis dom'nis 
flauis I Constantino quide piissimo — 

f. 62 scTii concilium | dixerunt sufTiciunt & qiiae hodierna die 
acta sunt. | actio .xvi. | In nm dni et dominatoris | ihü xpi di atq; 
saluatoris ni imperantib; a do — 

f. 63'' detinitione rectae | tidei conueniente. sinodaliter statu- 
emus. actio xvii. | defmitio ortbodoxe fidei .ri. facta in j regia übe 
temporibus piissimi ac tranjquilh'ssimi domini iii Constantini magni | 
uictoris imperatoris. | In nmin dfii et dominatoris — 

f. 72 ueri di nostri anatbima. actio xvni. | In nimi dni et domi- 
natoris ihu xpi I di atq; saluatoris ni — 

f. 75'' pjcipimus naturas ita & duas naturales uolontafes & duas 
I naturales, operationes. || f. 76 operatur enim utraq; natura cum 
alterius communione quod projprium babuit. uerbo operante — 

f. 86'' clejmentissinmm niii dm quia usq; dum nr sps statutus est 
ex I du esse in nobis. ipsas cartas inlibatas. & inconmutabiles. || 

1043. membr. fol. foliorum 159. saec. X. 

f. P Incipiunt tituli canonum apostolorum 

f. 2 Incipiunt tituli canonü niceni conc. num. xx 

f. 2'' Incipiunt tituli canonum | ancbyrani concilii. numero xxnn 

f. 3 Tituli canonü neocaesariensiil | concilii numerum. xiiii 

f. 3'' Tituli canonii gangrensis | concilii numerum. xx. 

f. 4 Tituli canonü antioceni concij. nm xxv. 

Tituli canonii apud laodicia pbrigie i^"f,„, 
f. ö'' Incipit canon concilii apud constantinojpolim congregati 
numero .ni 

rwy, !• ~ 1 J ■ COnCl' DUmr 

Tituli canonü calcedonensis xxvn 
.o lituli canonü sardiensis ~ ^^, 

Dumr. XXI 

f. 6'' Tituli canonü congregatio apud car|tagienensis numr xxxiii 
f. 7" Tituli canonii diuersoril concilioi^ | africana prouincia 
numei^. c. v. 

f. 9 Incipiunt tituli decretoi^ pape sirici numr. xv 
f. 9'' Tituli decretoi^ papf innocentiL"'" vT 



Die römisclien Bibliotheken. DJ 

f. 10b Tituli decretoi^ pap^ bonefacii nuni im 
Tituli decretoi^ pape caelestini num xxiii 
f. 11 Tituli decretoi^ pape leonis num 

XLVIIll 

. 1 2" Tituli decretoi^ pap§ hilari num. vi 
Tituli decretorum pape simplicii 
Tituli decretorij pape filicis 
Tituli deeretoi^ pape gelasi num xxviu 

f. IS*" Tirdecretoi^ pape anastasi vnT 
f. 14 Tit deeretoi^ pape symmachi """'" 

It tiFeiusde concilii 
f. 14'' TiF decretoi^ pape hormisde 
Tit decretoi^ gregorii iunioris 
f. 159'' (Incipit constituta pape gregorii) p&rus archidiaconus 
gregorius //////////// l| 

1043. meinbr. Kleinfolio, foliorum 174. saec. X. 

f. 1 Consulatu domni nri marciani perpetui augusti et qui fu|erit 
nuntiatus sub die .vm. idus octobris, indictione quarjta. calcidona 
sedm praeceptione sacratissimi et piissimi domni | nri. marciani per- 
petui augusti. Congregatis in scli eeclesia scae martiris eulimiae — 

f. 8P Uisus est ad religiöse memorie flauianu mississe | epistolam 
legimus: expt .i. cognitio calchedonensis concilii. | Incip eiusdem .11. 
cognitio calchedonensis concilii. j Consulatu piissimi — 

f. 102 gesta cum omnium nrorum supscripcione huic relajtioni 
sociauimus. Exp secunda cognitio calchedonensis | concilii. Incipit 
eiusdem sinodi. cognitio tertia | Consut domni nri marciani — 

f. 111 Quae interlocutionibus prolata sunt effectui mancipentur. | 
Explicit cognitio tertia calcedonensis concilii. || f. IIP Incipit actio 
quarta in calchedona. | Consulatu doriTni nostri martiani — 

f. 121 & amplissimus senatus. dd. | a sca synodo formula da- 
bitur I Explicit actio quarta. incip | actio quinta ] Consolatu domni 
nostri martiani — 

f. 123"' diuino uertici. | Explicit actio quinta. incipit act vi" | 
in calchedona | Consulatu domni nostri marciani — 

f. 133 a sca synodo discedat j Exp actio sexta sinodi calchedo- 
nensis incipiunt | eiusdem sinodi tituli canonum numero xxvii || 
f. 133'' Tituli canoii concilii calchedonensis numero xxvii De eano| 
nib; uniuscuiusq. concilii [ i Regulas scoril patruin — 



00 Reifferscheid 

f. 136 (xxvii) si uero laici anathematizentur, Exp canones 
concilii calchedonensis | Incp aet octaua | Consulatu domni nri mar- 
ciaai — 

f. 137 ob hanc causa legi legimus. Explci concilii calchedo- 
nensis octaua. I Incp act nona eiusde synodi. j Consulatu domni nri 
marciani — 

f. 139 concordia. Legi legnus legit. Exp actio nona synodi 
caljcliedonensis. Incip eiusde concilii decima actio. Consulatu domni 
marciani — • 

f. 140'' efficiat manifestam. | Exp act decima concilii calchedo- 
nens. Incip eiusdem synodi. actio undecima similiter | vi- kJ noufi 
eodem eodem (^sic) consulatu — 

f. 150 fortitudinem retinebant. | Exp auditio. synodi. calchedo- 
nensis. undecima. Incipit eiusdem concilii [ actio duodecima. | Con- 
sulatu dorn nri marciani — 

f. 154 Exp actio synodi calchido|nensis duodecima || f. 154'* 
leer || f. 15S Incipi^^t eiusdem concilii j auditio tertia decima. | Simi- 
liter III W nouembris eode consulatu — 

f. 15Ö'' causa laesionis ei fuert restitu&. | Explicit actio tertia 
decima. | synodo. calchedonensis. | Incipit cognitio eiusdem concilii 
quarta decima. || f. 156 Consulatu doiii marciani — 

f. 157'' quae dixisti conscripta sunt; | Explicit sinodi calchedo- 
nensis quarta | decima | Incipit eiusdem concilii audatio (sie) \ 
quinta decima || f. 158 Consulatu doiil martiani — 

f. 165 SCO concilio | firma consistant | Expt actio synodi calche- 
donensis xvma V Incip eiusd ccilii auditio xvi. j Consolatu domni 
nri marciani — 

f. 168*' tota synodus conprobauit. j Explicit synodus ca'chedo- 
nensis amen amen amen | Incipit responsio seu allocutio sei & uni- 
uersalis calchedonensis concilii — similiter refutarunt j Et hoc pro- 
fecto uestru decebat — 

f. 173 sua nostris dement adiungens. | Expl allocutio seu res- 
ponsio sei calchedonensis concilii cu subiectis testimoniis patrü | 
Exemplar relationis archetypae scae magnae et uniuersalis synodi 
quae in calcheldoniae metropoli congregata est ad sce memoriae pa- 
pam leonem. | Sca & magna & uniuersalis synodus quae — patri le- 
oni. Repletum est gaudio — 



Die römischen Bibliotheken. 61 

f. 174 luuenalis eps hierosollmitaiuis ualere me in dno ora scis- 
sime & beatissime pater. Explicit. || f. 174" Von gleichzeitiger Hand 
hie über sei Germani parisio^f urbis psulis. 

1997. membr. 8. foliorum 160. saec. IX— X. 

f. 1 Litterae formatae 

f. l'' In nme | diii | incipit | tituli | eanonu | aneyrenjsium | 
24 Can. Isti sunt canones | priores quidem — f. 2 tituli [ uiginti 
quattuor, | Folgt der Text. f. S Et isti sunt eanones sejcundi. quidem 
ancyjrensium, Et eorS qui | ineocesaraea sunt expositi. de nieenos 
ante primi sunt. | Sed in ancyrenses. constituta | sunt, tituli xnn | — 
f. G"" Incpt canones. quf | apud cangrente | acta sunt. | domini 
honorabilib' in arm°enia | constitutis. sanctis & conminis|tris. Euse- 
bius — glangra. | Incipiunt tituli. cano|num. gangrensium 
f. 9'° Incp. tit. canonum | anthyocaensium 
f. 15 Incpt responsa | et constitutiones qu^ | aput Karthagine 
acta I sunt 

f. 2^"° Incpt epistula. ab omne | conciliQ. sst. a bonifacio | ur- 
bis romae eps scripta 

f. 27'' Incp epi'tula |1 f. 28 attici epis eccfae cons|tantinopo| 
lytanae. ad | bonifatium | urbis romae | episcopus (corr.) j data 
cum exemplariis | nicaeni concilii de gr^co | in latino translatis. ac 
I beatissimi cyrillo & at|tyco episcopis alexandrin^ | & constantinopo- 
litan^ eccJ^. | et directis p innocentiu | praeü suil & asellum subdiac 
I ecclesiae Karthagine"'" ut | superius recitatii est fides | niceni con- 
cilii cum titti XX ; | epistola uero contin&ur. | Atticus eps eccJe. | 
constantinopolijtanae. sco fratri | bonifatio. urbis | rom^ episcopus 
(corr.) salutem. j Ededi cationes sco* | patrü. olografa | manu. & 
subscripjtos a me amen; | Graeca elementa littera|rum — 

f. 28'' .1. XL. VIII. L. I Incp epistula sei aurejli. epi. ad scm 
caelesti|num. urbis rome | eps. de aduentü apiarii. | — 
f. 30'' Incpt titl. canon. calcijdonensium. 
f. 36'' Incp capijtulü. caii. constan|tinopolitanum 
f. 39'' Incipit. capitujla. nicaeni. | concilii 
f. 52 Incip. kapitula. de cons|titutis. sei syrici epis. 
f. 57'' Incp epistola sei leojnis episc. ad rusticum 
f. 62 ad mauros episcopos 
f. 65 ad llaniaiiu epm. coiistaiitinopolitaiuim 



62 Reiffeischeid 

f. 70'' tliorybio eps aiisturensi 

f. 78 uniuersis eps — per sicilia const 

f. 82 nicetae epi aquiliensi 

f. 8Z^ Innocentius uictorio episcopo ratomagensi 

f. 86'' Caelestinus uniuersis episcopis per biennensem et nar- 
bonensem ^puincia constituti 

f. 89 Incpt statuta, sei. gela|Sii. episcopi 

f. 96 Iiicipit gesta de no|mine acaci. j In causa Gd^i xpijan^ — 

f. 99*' ad anthioc^lna misit ecclesiam. | Epistola hieronimi | ad 
euangelum pbr. | Legimus in esaia. fatu|us. fatua loquatur. | Audio — 

f. 100'' & diaeones in ecclesia | uindicent. j| f. 101 Innocentius. 
exsulperio. epo tolosano 

f. lOS"" Innocentius Rufe etc. episcopis | Machedonib. et diaj 

conib' 

f. 108 Zosimus esycbio. episc salotano 

f. 109'' C^lestinus. uniuersis episcis. per apuleam et calabria 
constitutis 

f. 110'' Bonifatius episcopus | honorio aug 

f. MV Victor holnorius inclytus. tri|umpbator. semp aug. | 
sco. ac uenerabili bonifa|tio pape urbis aeternae 

f. 112 Incpt exemplü sacri | edicti. glyceri. iifip. | dat. ad 
bimelconem. | pc pp tt. 

f. HS*" Felix himelco. pp | dioscorus. aurelia|nus protadius. 

iTu j cc. pp dd. 

f. 114 Incpt epistola. pap§ | leonis ad aquiliense epm 

f. 116 Incp eiusdem. ad | septimu. episcopu 

f. 116" pc. paulini. aug. sub | die lifmart in basi|lica beati pe- 
tri apsli | residente uiro uene|rabile pa symmacho etc. 

f. 121'' I Scs petrus. sed. annos. xxv, m. ii. d. iii. 

f. 122 L. II. hormisda sed. anfi. viiii. dxviii. | Expl. Amen. | 
Exemplar, constitujti facti, a domno. sym|macho papa. de reb' | 
eccTf conseruandis 

f. 127'' Incpt. prec. reg .iii. | missa ad synhodQ. | 

f. 128'' Preces regis .im. | missa ad synhodff. | Fl. theodori- 
cus rex 1 uniuersis — pacem. episc | symmacho criminosis projposi- 

tionib. etc. 

f. 130 Relatio episeopojrum. ad rege. | Agimus do gratijas etc. 



Die römisclien Bibliotheken. t)»» 

f. 131 Preceptio. regia. | Fl. Theodoriciis rex. j uniiiersis epis- 
copis. ad syn|hodum coiuiocatis. Deciie|rat qiiidem etc. 

f. 132'' Incpt constitiitiolnes. episcoporum. | Rufio magno. | 
fausto. auieno. | uiic. const. | sub. d. x. kl. | nouembris. | Sca 
synhodus. apud | urbem roma. ex praecepto | gloriosissimi regis 
theodorici | etc. 

f. 137 Ineipil. fides. nicaena. | Fides [ que a patrib' | nris, 
exposijta | breuiter | conprehendit. | Sic eiiim spirita|liter oma posuj 
erunt. ut tota | legis, et prophe|tariini euaiige|liorum. et apos|tolo- 
rum precep|ta du ßdeliter. j legitur. ilüc pojsita ee. monstretur. j 
nam dicit | Credinius — 

f. 152 ur|giiente in gehennam | missiis perpetuas | liiet poenas 
I Fides catholica. ] aput nieheam j exposita expl | amen. j| 

f. 152'' Incpt. capitulu | editum. a siluesjtrio papa urbis | ro- 
mae j Dum residisse | in syn^odo | cum eonsjtantino augusto. | et si- 
mul cum eis | residentes, centu | lxxviii episcopos. | et cum eis du- 
centi septuajginta pbris & diacones .xl. | et simul cum eis. omnes 
ro|manos populus. dum re|sidisset in termas. Sic | statiierunt in syn- 
liodo. I placuit eis & ad omnem | xpianorum populü rojmanoru , Ut 
nuUus laijcus audeat clerico crimen | ingerere. Nisi sub idoneos j tes- 
tes ^^^ uiros iustos | religiosos dm timentes, & j xpm pdicantes. Non 
inlitjterati. quorum filios bajbeat uxoratos. et nepotes. [ et filias 
iam nuptii traditas | Incpt. canone | constitutus j uel religio, qualit 
I custodiatur. a sil|Uestrio. epo. urbis | romae. presul^^ | nisi in 
septuaginta | duo testes j ^*^^^x^* a quemqua | iudicabitur. — 

f. lo3 ei danda esse cojmunionem, | Xpo enim fauente I le- 
gentib' cunc|tis inploro, pro | exiguo me ceterisq, [ sacerdo'es. 
ciuib' bis. | quamquam innierito | nomen. sacerdotii | minime fun- 
genti bo|nore Sicipertus | humillimus. xpi | hunc opusculum | opere 
explicaui | domno beatissimo | precipienti fieri in|gilramo. Rursü 1 
magis magisqj lectojriba queso. quod si | aut ex syllabis scisma | 
aliqua inueneritis | minime detrahatis | insipientie mee. | Sed quod 
ura. habun|dat sapientia cordis | sollogismo aufe|ratis ab eo. | Vt alma 
di intemerajta maria. et beati | thom§ simul et | beati iustini. in 
cujius sedis hunc perlficitus iiiit. delicjtaqs uITi deleantur | per- 
enne polleat. | preceptor opifex. | saluificelur | in ouum. amin | 
f. 153'' i) hoc capitulu est de epla | sei gregorii pap^ ad sejcundinum 

1) f. 153-1 Gl) saee. X. 



64 Reiff erscheid 

inclausu •,• | Dilectisslmo filio secundino seriio. | di inclaiiso •/ Gre- 
gorius seruus serjuorum di. dilectionis tu^ litteras | suscepi — 

f. 154'' redime|re uenit •,• Epla hisidori | ad ma^ssonem 
epin V I domino iiero (uiro corr.^ sco meritisq; beato j fratri ma'soni 
epo. hisidorus eps | in dilo salute •/ Ueniente ad nos | — 

f. 155'' extat | auctoritas •,• Explicit || f. 156 Ine ordo de sacris 
or|dinib; benedicendis 

f. 160'' Litanei, in welcher für hludouicus adocoronatus mag- 
nus et pacificus impF, angelberga imperatrix imd die novissima 
proles regalis gebetet wird. 

ClaudianUS Mamertus de statu animae. 

201. raembr. 8. foliorum 80. saec. X. 

f. 1 i) Incipiunt capituia libri primi | i De opinionib. 2) imperi- 
torii — 

f. P XXVII Quod quislib& s) absens corpore, earü suum ui- 
deat mente. *) | Incipiunt capituia libri secundi | i Quia facilius dinos- 
citur 5) — 

f. 2 (xi) raptus ee credatur «). | Incipiunt capituia libri tertii 
Huius I actio tarnen ex euanglo dum incorpo|ralitate animae uti. 
teste utitur "). | i De lazari corpore — 

f. 2'' (xiii) inferiori spu pponitur. || f. 3 Superiorum in breui 8) 
recapitulatio librorum. [ In finem buius libri ») ueniam postulat con- 
flictori 10). & iteruni 11) | utrumq, certamen »2). | huius operis auctor 
ignoratur | quia tacito nomine ista conscripsit. | contra qua (eras.J 
claudian' tres hos libros disseruit 13). | Praecipis »*) ut respondeam 
quae in rebus humanis | — 

f. 6 soci&ate dominatur. | Incipit prefatio libroru claudiani pre- 
fec|torio i^). patricio doctissimo. et optimo uiro | sollio i«) sidonio. 
claudianus i'). | Edicionem libellorum — 

f. 7 ueteris. reparator eloquentiae. | Explicit prologus. Incipit 
über I de statu animae primus. | Unter der Zeile Pa Petauius 



1) Unten P Petauius. — 2) LIII 699. — s) quilibet — *) mente videat — 
5) Stimmt nicht. — 6) Stimmt nicht. — '^) Huius — uti om. — *} brevis — 
9j In — libri om. — i") veniam auctor a suo petit conflictore — ^0 inter. — 
'2) certamen ipsum deligit iudicem — i^) huius — disseruit om. — **) Un- 
edirt. — <•'*) 1. c. 697. — '«) C. Sollio. — \^) Claudianus sal. 



Die römischen Bihlintlieken. Dg 

C. R. •) II f. 7'' De opinionibus — pertinatia. | Magnum in genere 
humano. soli ä) sidoni t'rater amantislsime — 

f. 43 (xxvii) quae post hinc disputanda sunt. prin|cipio se- 
cundi uoluminis ordiamur. Cuisupra. | Finit über primus. Ineipit se- 
cund^ I in mg. de contrariis | Saepenumerum s) mecum reputanti 
mihi, quonä pacto ex|cellentissinia — 

f. 66'' intentio huiusce iam uoluminis | iste sit fiiiis. | Editis in 
astructionem ueri & merito pariter & numero sa|tis ut arbitror — 

f. 80'' proinde quicquid illud ampliusculo sermocinati sumus, || 



Cyprianus. 

118. membr. fol. max. 2 col. foliorum 87. saec. X. 

f. 1'' *) Ad donatum i — 

f. 2** passio cypriani | Lege in xpo j| s) 

f. 3 Über der Zeile * Ad donatn * | Bene admones «) — 

f. 6 religiosa mulcedo | Ad donatum explicit | Ineipit de habitu 
uirginü | Disciplina custos spei ^) — 

f. S*" uirginitas honorari | De habitu uirginü expJ. | Ineipit de 
lapsis. I Pax ») ecce dilectissimi fratrfes ecciesiae reddi|ta — 

f. 15 sed coronam »); | De lapsis explicit, | Ine de ecciesiae 
catholice unitate i»^ | Cum n) moneat dns — 

f. 20 xpo dominante | regnabimus; | De ecciesiae catholicae 
unitate | expl. Ineipit de dominica | oratione, la) || f. 20'' Euangelica is) 
praecepta fratres dilectissimi. nihil | — 

f. 26'' non desinamus; | de dorn oratione explicit | Incip de 
opere et elymosina i*) | Multa et magna sunt — 

f. 31'' passione geminabit | De oper? et elymosin^ | expJ. Inep 
de mortalitate | telieiter. |j f. 32 Etsi ^'=>) apud plurimos uestrum fra- 
tres — 



1) f. 24 unten HB Bi dyonisii ario|>. — ^) Solli. — 3) Saepenumero — 
*) f. i enthüll die Provenienzangabe, die aber bis auf das noch erkennbare 
Aurel ausradirt ist. Vgl. den folgenden Codex. — *) Index, — 6) IV 192. Unten 
auf derselben Seite Petauius. — '') I. c. 440. — ») I. c. 463. — ") et coro- 
nam — '") de unitate ecciesiae — **) '• P- ^9^- ~ *^) de oriitione dominica — 
13) 1. c. SI9. — '*) eleemosynis — <5) I. c. 583. 

Sitzl,. .1. |)hil.-hist. Cl. MX. M. I. Hit. 3 



66 



R e i f f e r s c h e i d 



f. 36 desideria maiora, | De mortalitate explicit | Incip ad de- 
metrianu feliciter | Oblatrantem i) te & aduersus dm — 

f. 40 inmortalitate securiis, | Ad demetrianu expJ. | Incipit de 
pacientia 2) lege | feliciter, | De pacientia s) loeuturus — 

f. 4ö dm timentib. honorem; | De patientia explicit , | Incipit 
de zelo et liuore, | lege feliciter , || f. 45^ Zelare *) quod bonum — 

f. 48" ante placeamus ; | De zelo et liuore explicit. | Incipit ad 
fortunatum | Desiderasti 5) fortunate karissime — 

f. 55 conscientia coro|natur; | Ad fortunatum expJ | Incip ad 
quirinum Hb primus «) | Cyprianus ') quirino filio salutem; Obtempej 
randum fuit — 

f. 55'' accesseris ») | Folgt die Capitulation. \ Capitu^lu pri- 
mÜ I a Judaeos in offensa di grauiter deliquisse | quod diio (corr.J re- 
liquerint 9) et idola secuti sint; | In exodo populus — 

f. öO*" locutum. e ista ; | Ad quirinum liber prirh expJ | Incip 
eiusdem Hb 11, | Capitulation \ Capitulu. primum. | a Xpm primo- 
genitum esse. & ipsum esse sapien|tiam di. per quem omnia facta 
sunt. Apud I salomonem in parhoemiis; 10) — 

f. 67 in uitam Seernam; || f. 67'' Caecili. Cypriani | ad quiri- 
num liber 11. | explicit. | Incipit epl'a (add. m. post.J ad eundem | 
Excepta capitulorü | n c xx | Cyprianus quirino filio salutem ; | Pro fide 
ac deuotione tua — semper bene ualere. |j f. 68 Capitulation || f. 69 
Excepta capitulorum | Ti cxx explicit | Incipit ad quirinum ft. iii. | Ca- 
pitulii primum (add. m. post.J \ De bono operis | et misericordiae [ 
Apud Esaiam I Exclama — 

f. 81 meditabitur die ac nocte I Caecili (corr. m. post.J Cy- 
priani j ad quirinum | liber tertius explie. | Incipit ad caecilium. | de 
sacramento dominici calicis. | Ciprianus n) caecilio fratri j salutem 
I Quamquam sciam — 

f. 84 semper bene ualere j Caecili Cypriani ad Caecilium | De 
sacramento dominici | calicis explicit | Incipit ad rogatianum | iunio- 
rem et confessores ^^) \ Cyprianus «sj rogatiano i*) et | ceteris conff 
in do perpetujam salutem | Saluto uos fratres carissimi — 



1) I. c. 544. — 2) de bono paüentiae — s) 1. c. 622. — *) 1. e. 638. — 
5) 1. c. 6Si. — 6) Testimoniorum libri tres adversus Judaeos. — ') 1. c 
675. — 8^ accesseris. Opto — valere. — *) dereliquerint. — <•') prover- 
biis — 11) 1. c. 372. — 12) ad Sergium et Rogatianum et ceteros confessores Iq 
carcere conslilutos — ^^) 1. c. 424. — **) Sergio et Rogatiano. 



bie römischen Bibliothekeh. 67 

f. 88 gloriam i) perueuire 2) ; | Ad rogatianiim iuniorem | et 
confessores explicit; | Incipit ad antonianiim | de cornelio et noua- 
tiano I Cyprianus s) antoniano | fratri salutem- | Aecepi primas lit- 
teras — 

f. 90 semper bene ualere ; | Ad antonianum de corii | et noua- 
tiano explicit. | Incipit ad martyr et confessr | Cyprianus *) marty- 
ribus I et confessoribus ihS xpo 5) diio nro j in do e) perpetuam sa- 
lutem. I Exulto laetus — 

f. 91 meminisse; ualete; | Ad martiras et confessor j explicit. | 
Incipit moysi et maximo j prsbb et ceteris confessor | Cyprianus 7) 
moysy et maxijmo praebb et ceteris confes j dilectismis fratribus 
Salt j Gloriam fidei & uirtutis — 

f. 91'' milites coronatos *). | Moysi et maximo et ceteris | con- 
fessoribus explicit I Incipit secundus j Cyprianus moysi et maximo | 
presbiteris. et ceteris conjfessoribus fratribus salut I & cunctos uos 
pariter — 

f. 92'' nostri | meminisse: Mosi & maximo presbitero & | c&erls 
confessoribus ji. explicit; | Incipit ad clerum de deprecanjdo do pro 
peccatis nostris ») | Cyprianus lo) pb et dd fratrib v | salutem | Quam- 
quam sciam — 

f. 94 semper bene ualere <i); | Cycili Cypriani ad clerum j de de- 
precando do pro peccatis nostris explicit | Incipit ad clerum et ple- 
bem j de aurelio confessore i^^ | lectore ordinat^o | Cyprianus is) 
presi & d^d" item 1*) plebi uniuersae | salutem; In ordinandis i^) — 

ibid. semper bene ualere. | Ad clerum et plebem de aurelio ! et 
confess lectore ordinato exptt v | Incipit ad clerum et plebem de 
ce"'rino confess i«). lector ordinato. || f. 94'' Cyprianus i^) presb et dd 
et plebi I uniuersae fratrib. ; salutem is). | Agnoscenda&amplectenda — 

f. 95 semper bene ualere | Ad clerum et plebem de celerin j et 
confess lectore ordinato expt. | Incipit ad thibaritanos i^). | Cypria- 
nus 20) plebi tbibari consistenti salutem. | Cogitaueram quidem — 



*) gloriae — «) pervenire. Victor — salutant. — ^) 1. c. 345. — *) I. c. 
245. — 5) in Christo — «) et in Deo patre — ') 1. c. 288. — ») coronatos- 
Opto — meminisse. -- 9) pro — nostris om. — 10) 1. c. 240. — n) valere et 
nostri — Vaiete. — 12) om. — is) ]. c. 317. — i*) et. — ^^) ordinatio- 
nibus. — 16) om. — i^) I. c. 320, — i») in Domino salutem. — i») ad Thibari- 
tanos de exhortatione martyrii — 20) ), c. 349. 

S* 



08 Reifferseheid 

f. 97" Ad thibaritanos explicit. | Incipit ad Cornelium | de con- 
fessoribus eius prima, i) | Cyprianus 2) cornelio fratri | salutem. Cog- 
nouimus — 

f. 98 Ad cornelium | explicit || f. 98'' Incipit eiusdem secunda | 
Cyprianus s). Liberalis. Calidonus | — 

f. 99*" Ad cornelium secund | explicit | Incipit ad eundem ter- 
tium I Cyprianus *) cornelio fratri | salutem. Legi litteras tuas — 

f. 104" minas ingerunt respuantur. s) | Ad cornelium in. de 
quinq; | presbiteris «) explicit. | Incipit eiusdem epistula | quarto de 
nouatiano ^) | Cyprianus cornelio | fratri salutem | Et cum diligentia 
et dilectione «) |j — 

f. los*" Ad cornelium de Nouatiano (Nouato corr. m. posf.) \ 
epistula quarta explicit | Incipit quinta | Cyprianus ») cornelio fra|tri 
salutem. j Et religiosum uobis 10) — 

ibid. Ad cornelium v. explicit. j Incipit sextus. | Cyprianus »1) Cor- 
nelio fratri | salutem. Quod seruis di — 

f. 106" Ad cornelium vi. explicit | Incipit septimus. [ Cypria- 
nus 12) cornelio fratri | salutem. Üenerunt ad nos — 

f. 107 reuertantur. »s) | Ad cornelium de episcopajtu^ eius- 
dem 1*) explicit. I Incipit octauus. | Cyprianus 15) cornelio fratri | 
salutem. | Et egisse nos — 

f. 107" extra ecciesiam detineri is). | Ad cornelium epistulae | 
numero vin explicit. j Incipit ad rogatianum | et ceteros de obser- 
uanda | disciplina. •'?) | Cyprianus i»^ Rogatiano pb | et ceteris confes- 
soribus | fratribus salutem; Et iam pridem — 

f. 108" Ad cornelium (corr. m. post.) \ et ceteros explicit. | 
Incipit ad plebem | de quinto (quinq; corr. m. post.) prr 's) | Cy- 
prianus 20^ plebi I uniuersae salutem. | Quamquam fratres carissimi — 



1) I. c. 339 sqq. (in exilium de eius confessione). — 8) ep. S7. — ^^ III 
SSI. — *) ep. S5. — *) respuantur. Opto etc. — «) de Foitunato et Feli- 
cissinio sive contra haereticos — 7) ep. 49. Responsum ad Cornelium de 
Novati scclt-ribus. — ^) cum dilectione — 9) ep. 43. — 10) nobis — n) ep. 
42. — 12J ep, 41 — 13^ revertantur. Opto etc. — **) quod ordinationem 
Novatiani non reeeperit — i^j ep. 47. — '6) detinen. Opto etc. — 1^) ad 
Rogatianum presbyterum et ceteros confessoies — tsy jy 235. — i») de quin- 
que presbyteris schismaticis faetionis Felicissimi. — *<>) 1. c. 332. 



Die römischen Bibliotheken. 69 

f. 109*" precibus insistere. | Ad plebem de v. pir j explicit || 
f. i 10 Incipit ad epi'tectum i) . | Cyprianus 3) epicteto fratri & plebi 
assujras consistenti salutem. j Grauiter & dolenter motus sum — 

f. HO*" Ad epictetum et plebem. explicit. || f. lil Incipit ad 
clerum et plebem s) de uictojre qui fastinum presbyterum | tutorem 
nominauit. | Cyprianus *) presbiteris & diaconibus & plebi | t'urnis 
consistentib. salutem. j Grauiter commoti sumus — 

ibid. Ad clerum et plebem de uictore j qui faustinum presbite- 
rum. I tutor nominauit. explicit. || f. 111'' Ad lucium de exilio reuer- 
sum. 5) I Cyprianus 0) cum collegis lucio fratri salutem. | Et nuper 
quidem — 

f. 112 Ad lucium de exilio reuersum | explicit. j Incipit ad ma- 
ximum | et nicostratum ^). | Cyprianus s) maximo & nicostrato & j 
ceteris confessoribus salutem. | Cum frequenter carissimi — 

f. 112** Ad maximinum (^(Corr.J et nicostratum | de unitate explicit. | 
Incipit ad florentium. quem et | pupianum. 9) | Cyprianus »"^ qui et 
eascius n) florentio cui et | pupiano fratri salutem. | Ego te frater — 

f. 114 utru|que recitabitur. j Ad florentium quem et pupiajnum 
explicit. I Incipit ad maximum. presb. | et urbanum. et sidonium. 
I et macarium 12) | Cyprianus 13) etc. salutem. Lectis litteris ui^is | — 

f. 115 Ad maximum presb. et urba|num. et sidonium et maca- 
riii I explicit. | Incipit ad martyras et conf. | in metallo constitu- 
tis. >*) I Cyprianus i^j, nemesiano — 

f. 116'' raejminisse ualete. 1«) | Ad martyres et confesso|res. in 
metallo constitutis. j explicit. | Incipit ad urbanum | de hereticis bapti- 
zandis | epistola .in. ") | Cyprianus i») adiubaiano 1«) fratri saluem; | 
Scripsisti mihi — 



1) ad Epictetum et plebem Assuritanorum de Fortunato quondam eorum 
episcopo — 2^ 1. c. 389. — ^) plebem Furnis consistentem — *) 1. c 397. — 
*) ad Lucium papam Romanum reversum ab exilio. — ß) 1. c 338. — 
') ad confessores Romanos ut ad unitatem redeant — ^) 1. c. 340. — 
9) ad Florentium Pupianum de confessoribus — i«) I. c. 400. — n) Thas- 
cius — **) ad confessores de reditu ex schismate eongratul;itoria — '^) I. c. 
342. — '*) ad Nemesianum et ceteros martyras in metallo constitutos — 
15) 1. c. 414. — 'S) om. — ") ad Jubaianum de baereticis baptizandis. — 
18) 1. c. 4i2. — 1«) Jubaiano. 



70 Reifferscheid 

f. 121 Ad iubanum de hereticis j baptizandis. explicit. j item 
incipit, ad quintum. | epistola .11. de bis ipsis. *) | Cyprianus^) quiiito 
fratri salutem. | Retulit ad me frater — 

f. 122 Ad quintum de bereticis baptilzandis explicit episl .111. | 
Incipit ad iubaian 3) de bereticis | baptizandis. epistT .111. | Cypri- 
anus. liberalis. cal^donius (^m ras.) — 

f. 122'' CaeciHi Cypriani. ad iubaianu | de bereticis baptizan- 
dis I epi. 11 .III. explicit. | Incip. sefit. episcoporum. n. lxxxvii. *) 
II f. 123 Cum 5) in unum — 

f. 127 de antixpis | xpiani. | Sententiae episcoporum. | nu- 
inero lxxxvii. de bereticis | baptizandis. explicit. j Incipit ad Pom- 
peium. contra | epistulam stepbani. «) | Cyprianus ') pompeio fratri 
salutem. | Quamquam plene — 

f. 129 a pastore restitui; s) | Ad pompeium contra stepbani | 
(•|)istolam (0 ex u) de bereticis baptizanidis explicit. | Incipit ad mag- 
iium de nouatiano. ») | Cyprianus i») magno filio salutem; Pro tua | 
religiosa — 

f. ISP ad xpi ecclesiam ueniunt. | Ad magnum de nouatiano ) 
et bis qui in lecto consequnjtur. prima, explicit. | Incipit ad eun- 
dem. 11) I secunda | Quesisti etiam fili carissime — 

f. 132" ad magnum. de nouatiano. et bis | qui in lecto conse- 
quantur .11. explic | Incipit de martiale et basilide. 1«) | Cyprianus is). 
caelicius 1*). primus | — 

f. 134'' de Martiale et Basilide explicit j incipit ad fidum de in- 
fantibus j baptizandis | Cyprianus i») et ceteri collegae — 

f. 135" Ad fidum de infantibus | zaptizandis. explicit. | Incipit 
ad eucratium | de bistrione | Cyprianus »«) eucratio i^) fratri salutem. 
I pro dilectione — 



1) de haereticis baptizandis — 2) i. c. 408. — 8) ad CorneJium ? III 
851 ? _ 4) Sententiae episcoporum LXXXVII de haereticis baptizandis. — s) III 
JU52. — 6) Stepbani de haereticis baptizandis — ^) IV 412. — ») resiitui. Oplo 
etc. — 9) de baptizandis Novatianis et de iis qui in lecto gratiam consequun- 
tur. — 10) 1. c. 414. — 11) In den Ausgaben und den meisten Handschriften 
bilden diese beiden Briefe nur einen. — 12) ad clerum et plebes in Hispania 
consistentes de Basilide et Martiale — »s) I. c 400. — »*) Caecilius. — 
15) 1, c. 3S9. — '6) 1. c. 362. — '7) Euchratio. - 



Die römischen Bibliotheken. 71 

ibid. Ad eucratium de histrioiie | explicit | Incipit presb et dia- 
conib consisteil romae i) | Cyprianus. ^j presbiteris & diaconib. t'ra- 
tribus I salutem; Quales litteras ad clerum — 

f. 136 fraternitate s) ualete. [ Ad maximum. preb et urbimum. 
I et sidonium et macharium. explic | Alia presb et diaconi romae con- 
sist I Cyprianus presb et diac romae consisjtentibus salutem, Qm com- 
paeri — 

f. iS&^ ad romanos explicit | Incipit ad presb et diaconibus. | 
ut bis conff. qui in carcere sunt | constituti. | humanitas omnium. | 
praebeatur. s) | Cyprianus «). presbit & diaconib; fratrib. salute | 
Quamquam sciamus ') — 

f. 137 meo nomine salutate. ») | Ad presbit et diaconibus ut bis 
confrat | ut qui in carcerem sunt constituti ] humanitas omnium. pre- 
beat. I Explicit j Incipit de laude martyrii. | Etsi ») incongruens est — 

f. 142 creditur | non negare. | De laude martyrii. explicit, | 
Incipit de numidico conf'essores | presb ordinato. i") | Cyprianus n) 
presbyteris & diaconibus & plejbi uniuerse carissimis ac desiderantis- 
simis I fratrib; salutem. Nuntiandum uobis fuit | — 

ibid. honorem florere. 13^ | De numidico conf presb ordinato | ex- 
plicit. I Incipit ad lucium et qui cum eo sunt, »s) | Cyprianus 1*) fratri 
& College lucio i^^ & qui cü | eo iß) sunt fratres omnes in dÖ salutem. | 
Exultantib. nobis — 

f. 142'' qui tecum sunt. uale. | Ad lucium et qui cum eo sunt, 
explicit. I Incipit epl. felicis. iader. polionis. i^) | Cypriano i«) caris- 
simo & dilectissimo felix | — 

ibid. uthy|ciano salutem. 1») | Cypriano felix iader polianus. 
explic I Incip epJ nemesiani. prima 20) || f. 143 Cyprianus naemesi- 

ano. licio. a*) — 



1) ad clerum Carthaginensem de missisRomam et acceptis inde litteris — 
«) 1. c. 316. — 3) Fraternitatem salutate. — *) I. c. 262. — 5) ad clerum ut 
confessoribus in carcere constitutis ouinis humanitas praebeatur — «) 1. c. 
327. — 7) sciam vos — «) salutate. Valete. — 9) 1. c. 788. — 10) de Nu- 
midico ordinato presbytero — n) 1. c. 324. — 12) florere. Opto etc. — 
13) ad Cyprianum Lucii et ceterorum martyrum responsum — •*} 1, c. 422 
Cypriano. — i*) Lucius — i^) mecum. — i^) Felicis Jaderis Poliani et 
ceterorum martyrum responsum ad Cyprianum — '*) I. c. 423. — i») Euty- 
chianum saluto — 20) ad Nemesianum et ceteros martyras in metallo con- 
stitulos. Siehe oben fol. 115. — 21) Felici, Lucio. 



^2 Reifferstheid 

f. i44 meminisse ualetis. i) | Ad nemesianum episl .i. explicit | 
incipit secunda epistula. 2) | Cypriano s} fratri nemesianus datiuus — 

f. 144'' felix I et uictor *). explicit. j Incipit quod idola. dii non 
sint 5). I Quod idola dii non sint — 

f. 146'' fuerimus secuti «)> | Quod idola dii non sint | Explicit, 
I Incipit ad romanos || f. 147 Incipit ad romaii. '^) | Cyprianus 8) 
presbiteris & diacojnib; rom^ consistentibus 9) salutem. Quamquam 
I bene sibi — 

f. 148'' nostri meminisse j Explicit ad romanos | Incipit cypri- 
ano papae , moyses maximus. pr. bb. | Cypriano i») pap§ moyses & 
maximus prbr j — 

f. 150 nri meminisse. | Cypriano papae moyses et maximus | 
jTp.bb explicit. | Incipit ianuarium de baptismo, j Cyprianus «i) cum 
col legis — 

f. 151 Ad ianuarium de baptismo explicit. | Incipit ad clerum 
de cura pauperum 12) | Cyprianus 13) presbiteris & diaconib; fratrib; | 
carissimis salutem. Saluto uos — 

ibid. Ad clerum propter curam pauperum. | explicit. | Incipit 
ad clerum sicut supra. | Cyprianus 1*) presbiteris & diaconib; fratrib; | 
carissimis salutem. Saluto uos — 

f. 151'' salutant | ualete. | Ad clerum sicut supra explicit [ In- 
cipit ad rogatiana et ceteros confessor 15), | Cyprianus 1») presbiteris 
& diaconib; fratrib; | salutem. Optaueram quidem — 

f. 152 admonete. uale i<). | Ad rogatianum et ceteros confes- 
sores explicit. | Incipit ad pomponiS de uirginib; j Cyprianus i«) ceci- 
lius uictor — 

f. 153 ad pomponiQ de uirginib; explic || f. 153'' Incipit ad for- 
tunatum et | ceteros i») de bis qui per tor|menta superantur | Cypri- 
anus Ibrtunato ahymno optato | — 



1) Valete — 2) Nemesiani etc. responsum. — ^) 1. c. 420. — *) Stimmt 
nicht. — ^) 1. c. 563 (de idolorum vanitate quod idola dii non sint et quod 
di'us unus sit et quod per Christum salus credentibus data sit). — «) imitali. — 
7) Cleri Romani ad Cyprianum - ») 1. c. 307 Cypriano papae - 9} pres- 
bytcri et diaconi Romae consistentes. — 10) 1. e. 290? — n) 1. c. 408? — 
12) aJ clerum de cura pauperum et peregrinorum — ^^) 1. e. 326. — 
41) 1. C.228. — 15) ad presbyteros et diaconos — ««) i.e. 231. — »7) Valete — 
18) 1. c. 364. — '») alios coliegas. 



Die römischen Bibliotheken, 



73 



f. 154 Ad fortunatu et ceteros de bis j qui tormenta superantur 
expJc. I Incipit ad rogatianu de diacono. | Cyprianus «) rogati- 
ano fratri salutem. | Grauiter & dolenter — 

f. 154'' Ad rogatiauum de diacono explicit. | Incipit ad stepha-» 
iium de concilio. | Cyprianus s) & ceteri — 

f. 155" Ad stephanum de conjcilio explicit. ] Incipit ad clerum 
— reddiderunt | Cyprianus *) — salutem. Quamquam sciam — 

f. 156 salutate ualete. etc. \ Incipit epistola ad Cyprianum — 
fecisse. j Cypriano s) fratri maximus urbanus — 

ibid. Incipit ad cleru de^quibusldam presbiter qui temere ] pa- 
cem laps dederunt. necdum | sedata pars «) et citra conc episc | 
Cyprianus 7) _ salutem. diu patientiä meä | — 

f. 157 nn meminisse. ualete. | etc. \ Incipit ad martyres et | 
confessores qui lapsis | petierunt pacem dari et | corripet pr qui pa- 
cem dedejrunt eis qui poenitenjtiam non egerunt. **) ] Cyprianus ») 
martyrib; 10) carissimis tra|trib; salutem. SoUicitudo loci nri | — 

f. 157" nri meminisse. ult | etc. Incipit ad plebem facta | sig- 
nificans quid ad m \ martyres de lapsis peti|erunt. »0 | Cyprianus i») 
fratribus in plebe consisjtentib,- salutem. Ingemescere uos | — 

f. 158" nostri meminisse. ualef | etc. \ Incipit ad clerum ae- 
puae j propter lapsis is) et caticuminis ne uacui exirent| Cyprianus **) 
presbiteris & diaconibus | fratrib; salutem. Miror uos — 

ibid. admonete is) ualete | etc. \ Incipit in qua rescripjsit 
clero 16) de bis qui ad | pacem festinant. || f. 159 Cyprianus ^O 
presbiteris & diaconib; fratrijb; salutem; Legi litteras uestras — 

ibid. admonete ualete. | etc. \ Incipit epistola cipriani | ad cle- 
rum non temere pace | dandam ubi et dicit et se | solum idoneum non 
esse. 18) I Cyprianus i») presbiteris & diaconibus | fratrib; salutem. 
Dfis loquitur — 



1) de diacono qui contra episcopum contendit — *) 1. e. 393. — ') 1. c 
411. — *) 1. c. 327. Siehe oben fol. 136\ — 6) 1. c. 342. — 6) persecutione - 
») 1. c. 250. - 8) et conipit — egerunt om. — 9) 1. c. 253. - i«) marty- 
ribus et confessoribus — n) ad plebem — la) 1. c. 256. — i3) ad clerum 
de lapsis — 1*) I. c. 258. — i5) admonete et rogate. — le) ad clerum. — 
17) 1. c. 260. — 18) ad presbyteros et diaconos de praeeedenti et duabus 
equenlibus epistolis — '») I. c. 269. 



74 R eif ferscheid 

f. 159'' uniuersam salute ') | etc. \ Incipit epistola cipriani | ad 
cälidonium | Ciprianus 2) caldonio fratri salutem. | Accepimus litte- 
ras tuas — 

f. 160 Incipit epistula cipriani | scribentes romae ad clerü | de 
redditione episc urbi c 3) | Cyprianus *) presbiteris & diacouibus | ro- 
mae eonsistentib; iratrib; salutem. j Cum de excessu — 

ibid. bene ualete s). | etc. \ Incipit epistula cipriani | ad clerum 
insinuans quod | ut romae litteras mittere | fec se optato hypodia- 
cono j et saturum lectorem «) | Cyprianus 7) presbiteris & diacouibus | 
fratrib; salutem. Ne quid conscientia | — 

f. 160'' salutate ualt | etc. \ Incipit epistola cipriani ad | clero 
urbico 8) de multis 9) et de | luciani uerecundia 1») et de n) | clerini 
conff modestia. | Cyprianus 12) — salutem. Factis is) ad uos — 

f. 161 Incipit epistola uniuersorii | conff ad ciprianum de | pace 
datam. <*) | Uniuersi »^^ confessores — 

ibid. Lucianus scripsit. || f. 16P etc. Incipit epistola caldonii 
) cypriano et clero de eis. | qui sacrificia et postea | exhorrentes 
facti sunt. | et pacem postulauerunt. i^^ | Cypriano ") & cumpresbi- 
teris carissimis i«) | eonsistentib; caldonius salutem. Necessitas j — 

ibid. felicissimos bene ualere. i») | etc. Incipit epistola celerini 
ad I lucianum petens pro nomine | numeriae et candidae ut eas | in 
mente* habere^t quae nujmeria ut dicit premium de|dit ne sacrifica- 
rent 20) | Celerinus 2») luciano 22) haec cum tibi — 

f. 162'' legere | digneris. | etc. \ Incipit epistola luciani | re- 
scribentis celerino sup | nomine numeriae et candidae | et nomine 
pauli. et mappalice | et ceterorum signif sibi eos | mandasse ut pe- 
tentibus j daret pacem. 23J | Celerino 24) domino si dignus — 



') salutate — 2) j, c. 273. — 3) ad presbyteros et diaconos Romae 
eonsistenles — *) 1. c. 228. — 5) valere — 6) ad clerum de litteris Romam 
missis et de Saturo lectore et Optato hypodiacono factis — ''') 1. c. 287. — 
'^) ad clerum Romae consistentem — 9) multis confessoribus — '") invere- 
cundia — n) om. — 12) ]. c. 282. — i») Post factas — 1*) Confessorum 
ad Cyprianum — is^ 1. c. 268. — '6) Caldonii ad Cyprianum — *') I. c. 
272. — 18) eompresbyteris Carthagini — i») Stimmt nicht. — 20) Celerini 
ad Lucianum. — 21J i. c. 274. — 22) Luciano sulutem. — 2S) Lucianus re- 
spundet Celerino — 24) ). c. 279 Lucianus Celerino. 



Die römischen Bibliotheken. »9 

f. 163 Sofia quas uobis comendo. | etc. \ Incipit rescribens ce- 
lerino | luciano i) | Didicimus secessisse benedictum papatem s) cy- 
pri|anum — 

f. 163'' Incipit epistola cipriani | ad presbiteros et diacones j 
romae consistentes. | Cyprianus s) presbiteris & diaconibus \ romae 
consistentib; fratrib; salutem | & dilectio communis — 

f. 164 ualere. ualete. | etc. \ Incipit rescriptis presbiteris | et 
diaconibus romae consistentib; *) | Cypriano 5) papati ß) pi-^ri & dia- 
cones romae | consistentib. ') salutem. Cum plegissemus ] — 

f. 164" quas uolebat accepit. | etc. \ Incipit cipriano aduersus 
I lapsos qui illic scripserunt. «) | Dfis *>) noster cuius — 

f. 165 tranquille agere. (ualete adä. m. post.) \ etc. Epistola 
cipriani aduersus j lapsos qui illic scripserunt | explicit ] Incipit rescripta 
corneli | ad ciprianum de scismaticis. »«) | Cornelius n) cypriano fratri 
salutem. | Quantam sollicitudinem — 

f. 166 irater carissime. | etc. Incipit alia cornelii ad cylprianü 
de nomine maximi | longini et machei et nicosjtrati et euaristum. ^^) | 
Cornelius is) cipriano fratri salutem. | Ne quid minus — 

ibid. frater carissime. | etc. \ Incipit epistola cipriani ad cle| 
rum de eis qui temere lapsi comjmunicauerunt et de philumino {in 
ras.) I ibrtunato bypodiacono | et fauorino acholyt. 1*) | Cyprianus i^) 
presbiteris & diaconib; fratribus | salutem. Integre & cum disci- 
plina — 

f. 166" salutate ualet iß) | etc. \ Incipit epistola cipriani | diacoS 
caldonio et hercu|laneo sup nomine felicissimi | peruersi i') | Cypria- 
nus 18) caldonio & herculaneo. coUejgis item rogatiano & numidico 
cum|presbiteris salutem. Vehementer contristat' | — 

f. 167 Item incipit ad caldoni ] herculanei et uictoris de 
1 absente felicissimo et aliis | de extorrentes rescripserunt i») | 
Caldonius so) — , 



*) Cleri Romani ad clerum Carthaginensem de secessu divi Cypriani — 
2) papaiii — 3) I. c. 302. — *) Presbyteri et diaconi Romae consistentes 
ad Cyprianum — s) 1, c. 303. — e) papae — ^) consistentes — 
8) Cyprianus lapsis — ») 1. c. 298. — 10) de confessoribus ad unitatem 
reveisis — »i) 1. c. 34i. — 12^ de Novati scelerlbus — i^) 1. c 342. — 

»*) ad presbyteroset diaconos — is) 1. 0. 30O. — »e) et valete — ") ad 
Caldoniuni, Herculanum et ceteros de abstinendo Felicissimo — i*) 1. c. 329. — 

'9) de absteiito Felicissimo cum suis — 20) |. e. 331. 



<0 Reifferscheid 

ibid- budianarium ») | etc. \ Incipit epistola cipriani. ad suc- 
cessum, «) | Cyprianus 3) successo fratri salutem. Ut non | uobis in 
continenti — 

f. löT*" in diio bene ualere. | Caecili Cypriani epistola ad suc- 
cessum explicit. | Incipit aduersus iudaeos j qui insecuti sunt druh iim 
ihm xpm | Ailtentite *) sensum — 

f. IGO** Incipit epistola cypriani | de alätores s) | Magna •) no- 
bis ob ') uniuersa — 

f. 172 noli respicere, amen. | Epistola cypriani ad alajtores ex- 
plicit. I Incipit de duobus montib; ») | Probatio ») capitulorum — 

f. 175 gentes credant. loj Caecilii cypriani de duobus | montibus 
explicit. I Incipit ad uigilium epm | de iudaica incredulitate. n) | 
Etsi 12) plurimos gentilium — 

f. 177" puerum tuum ^s) scissim^. | Caecilii cypriani ad uigilium. 
I epm de iudaica incredulitate | explicit. | Incipit cecilii cypriani | an- 
testis di i*)| Cyprianus '^^ religiosus antestis ac testis doi«) | gloriosus 
& simulata 1^) conscripsit — 

f. 181 fidei gloriosü gentib; & dolendum i«) || f. ISP Epistola 
cypriani antistites di | explicit. | Incipit caecilii cypriani ad flauijum 
felicem de resurrectione mortuor; «9) | Qui 20) mihi ruriculas 
optauit 31) carniine musas | — 

f. 184 atqj a&erna suis ueni& ad pmia uotis 22) | Cecilii cypri- 
ani ad flauin felice e sie \ de resurrectione mortuorQ explicit | Incipit 
caena cypriani. | Quidam as) rex nomine iohel nuptias faciebat in | re- 
gione orientis — 

f. 185'' dolmus suas rep&ierunt. | C^na cypriani explicit | In- 
cipit oratio cypriani 2*) | Agios. 25) agios. agios sce scorü patrü 26) 
nrorö I — 



*) budinarium — 2) ad Suceessum de nuntiis Roma reversis perseeu- 
tionem nuntiantibus. — 3) ]. e. 429. — *) 1. c. 919 Attendite. — 5) de aleatori- 
bus. — 6) 1. c. 827. — 7) ab — ») de montibus Sina et Sien — 9) 1. c. 
909. — 10) credent et sperabunt — ^9 Celsi in altercationem Jasonis 
et Papisci praefatio de iudaica incredulitate ad Vigilium episcopum — ^^} VI 
49. — 1^} tuum Celsum — i*) De vita et passione Cypriani per Pentium 
diaconum — i5) m 1481. — i6) Dei — i^ taraetsi multa — i») ? — 
19) Incerti auctoris de iudicio domini II 1089. — 2«) Quis — 21) aptabit — 
22) ? _ 23-) ]^ c. 926. — 24) Oratio Cypriani Antiocheni pro martyribus — 
35) I. c. 905. — 26) pater patrum. 



Die römischen Bibliotheken. I i 

ibid. saeculorum, amen. | oratio cypriani explicit | Incipit eius- 
dem alia oratio | ^^^ quam dixit sub die passionis siiae. | Diie i) 
sce pater agios d? a te & ad te ds meus 2) | — 

f. 187 scJorü amen. | Oratio Cypriani quam sub j die passionis 
suae que dix expfc | Incipit passio eiusdem j Passio cypriani ex die 
qua cyprianus mar|tyriü tulit — 

f. 187'' ex tabella recitauit thasciij cyprianum gla|dio animad- 
uerti plac&. | passio cypriani explicit. |j 



116. membr. fol. foliorum 115. saec. IX — X. 

ra 

f. 1 s) Caecili Cypriani epistola ad Donatum | Bene*) ajäliiones 
("w. al.J donate carissime. Nam et promisisse me memini | — 

f. 4 religiosa mulcedo. Ad Donatum explicit | Incipit de habitu 
uirginum. Disciplina 5) custos spei — 

f. 9 uirginitas honorajri. amen e) ad uirgines explicit j Incipit 
de zelo et liuore | Zelare '') qd bonü — 

f, 12 de opere et elemosynis«) 

f. 17 de lapsis«) 

f. 23 ad tibaritanos 10) 

f. 25 de unitate ecclesiae'i) 

f. 30 de oratione dominica J«) 

f. 35^ de mortaiitate »s) 

f. 39 de bono patientiae »*) 

f. 43 ad Demetrianum 1*) 

f. 47'' ad Fortunatum amen | Pressurarü i«) & persequutionu 
pondus incübit — 

f. 53 Quod idola non sint i') 

f. 54'' Ad Quirinum liber. primus i») 

f. SS*" Caecili Cypria"ni ad Cyrinum de sacramento xpi | liber 
primus expl" Incip liber secundus || 



•) 1. c. — 2^ (Jeus hagie et hagie deus meus — ^) Oben: Petri Danielis 
Aurelianen l.')64. — *) IV 192. — s) 1. c. 440. — «) om. — 7) |. c. 638. — 
8) 1. c. 601. — ») 1. c. 463. — 10) 1. c. 349. — 'i) 1. c. 493. — »2) j. c. 
S19. — <s) I. c. S83. — 1*) 1. c. 621. — i5) 1. c. 345. — le) I. e. 651. 
(Dosiderasti Fortunate carissime ut quoniam persecutionum et pressuraium 
pondus) — <■') 1. (.. 563_ _ is^ lg 675^ £>£„ einzelnen Büchern gehen Capi- 
tulationt^n vorher. 



78 Rei ff e rseheid 

f. 66" über tertius 
f. 78 de sacramento calicis i) 
f. 81 ad rogatianü et ceteros confessores *) 
f. 82 ad martyraes et confessores 3) 
f. 83 ad moysen et maximum et ceteros confessores 
f. 83'' ad eosdem*) 
f. 8A^ ad clerum de deprecando do^) 

f. 86 ad clerum et plebes de aurelio confessore lectore or- 
dmato 6) 

ibid. ad eosdem de celerino confessore lectore ordinato 7) 
f. 87 ad praesbyteros et diaconos etc. Optaueram ») quide fra- 
tres I krni ut uniuersu cleru nostru integru — 

f. 88 ad nemesianum et ceteros in metallo constitutos ») 

f. 89 ad collegas de hereticis baptizandis lo) 

f. 90 ad praesbyteros et diaconos. Diu n) patientia meam — 

f. 91 ad martyres et confessores is) 

f. 9i'' de numidico praesbytero ordinato i») 

ibid. ad fidum de infantibus baptizandis <*) 

f. 92'' ad eucratium de histrione i») 

f. 93 ad corneliumi«) 

f. 94 ad eundem ii. 

f. 99'' ad eundem iir de confessione eins 

f. 100'' ad eundem im 

f. lOl*" ad eundem .v. 

ibid. ad eundem .vi. 

f. 102 ad eundem vii 

f. 102'' ad eundem viii 

f. 103 ad eundem vim 

f. 103'' ad rogatianü et ceteros confessores i') 

f. 104 ad antonium i8) de cornelio et. nouatiano i») 

f. 109 ad magnum de nouatiano et de his qui in lecto conse- 
quuntur 2») 



1) I. c. 372. — 2) 1. c. 424. — S) 1. c. 245. - *) I. c 253. — s) 1. c. 

240. - 6) 1. c. 317. - ') 1. c. 320. - «) 1. c. 231. — ») 1. c. 414. — 

10) 1. c. 408. - 11) I. c. 250. — 12) ? — 13) I. c. 324. — 1*) 1. c. 359. — 

«) 1. c. 362. - 16) 1. c. 339 u. s. w. — i^) 1, c. 235. — i«) Anton ianum — 

*») I. c. 345. — 20) 1. c. 414 (III 1137). 



Die römischen Bibliotheken. /9 

f. 109^ commixtione adunat? multitudinis copulatuni •) j| f. 110 
runt») spu inmundo redeunte quatianturs) | ut manifestü sit diabolum 
in baptismo fide credentis | — 

ibid. semper bene ualere j Ad magnum de cornelio et noiia- 
tiano explicit j Incipit ad epictetum et plebem assuritanonim de | 
fortunato quonda epo eoru*) 

f. 111 ad plebes in hispania constitutas de basilide | et martialis) 

f. 1 1 3 Incipi ad pomponium de uirginibus | Ciprianus «) ceeilius 
uictor sedatus tertullus conpresbiteri ^) — 

f. 114 placeamus Optamus «) te frater carissime ») bene | ualere 
ad Pomponium de uirginibus explicit | Incipiunt uersus beati cypri- 
ani martyris xpl ad quendam | senatorem ex xpiana religione ad ido- 
lorum seruitutem | conuersum | Cum lo)»" diuersis iterum uanisque 
uiderem — 

f. 115 Non erit in culpa quem paenit& ante fuisse | .C. Cypriani 
uersus aduersus quendam senatorem explic | PetriDaineUsAureli(men\\ 
f. HS" Incip passio cypriani martyris | im kl septb tusco & basso 
consulibus paternus proconsul cipriano episcopo | — 

ibid, ciprianus. Ciprianus dixit Ego sum eps Galerius maximus 
proconsul || 

EusEBius Emisenus. 

131. membr. Grossoctav. foliorum 173. saec. IX — X. 

f. 1 11) In nomine | ihü xpi incipit \ liber domni | eusebii que j 
translatü est j ex ebreo in latinü | baec superscriptu principii pro | 
utilitate factü ut si subito quod j solet fieri lapsus fuerit | inueniatur 
in nomine dni j| 

f. 1'' Audiuimus per proph&am dicentem. de najtiuitate — 
f. 5 porjtat in corpore; | Explicit humilia de natiuita|te dni 
1. incipit secunda j Bene nostis ff (fi^ corr. m. post.) carissimi & 
mecum fidelilter — 



1) III 1142 b. — 2) 1. c. Hole, coeperint — 3) quatiuntur — *) IV 
389. — 5) 1. c. 400. — 6) 1. c. 364. — •?) cum presbyteris — *) Opto — 
9) carissime ac di'siderantissime in Domino — '«) Cyprian. ed. Baliiz. app. 
p. CLVIL— 11) Oben: 39 N. Peta. 1656. Unten: Volumen XXXIX. Non Petauia- 
num. — Eine jüngere Handschrift des Eusebius findet sich unter der Nummer 
24Ö (membr. 8. foliorum 138. saec. XII— XIII). Ihr Inbaltjst folgender: f. 1 
Sermo Fausli ad nionachos primus. j Ad locum | hunc kmi. non ad | — 



80 Reifferscheid 

i'. 8*^ & sacrificium. mo|riendo; j Explicit humilia .i.i. de na| 
tiuitate dni; Incipit | stefani martiris j Satis notum e beatos martires 
& amicos di | — 

f. 1 1^ mansuris benediccionib; j inrigatui* (n in r); | Explicit humilia 
scT stejphani pri"" martyris qui et | leuita fuit. incipit humiJ | ephi- 
fanie et "fantS quos herodis j interfecit j| f. 12 Proxime natale dm 
saluatoris | exegimus — 

f. 18 etfecti eius qui regnat | in a&ernum; j Expli humilia | 
prima ephifanie | et infantil quos j herodis interee sie \ incipit humiJ 
sejcund^ephifanie | Die tercio nupcie fiebant; | — 

f. 21" tale transcrib&-,- | Explicit humilia .i.i | ephyfanie | incipit 
humilia terjtia ephyfaniae | Dies tercius trinitatis e sacramenjtum; — 

f. 27 uite meri|tis conparemus; | Expli feliciter hu|mii epi- 
phati tercia | incip huml epipha quar|ta et infantum scorum .vii. | Au- 
diuimus in euangelio uocem dni dicentis; | Non omnes — 

f. 33" la&&ur; &clesia; | Expli. feliciter. humija epyfania orum 
(corr. in ephyfaniorum) | nii. et scorum infanjtif. incp. inicio 
qualdraginsime | Sicut messium aut uindemianirum| — 

f. 36" Corona paratur j & gloria; | Explicit feliciter humilia | de 
qnadragensima incipit de | simbulo vnii. | Sicut nonnulli scire pro- 
missum e. aput ue|teres — 

f. 43" suscipiat ignis inferni; || f. 44 Explicit humilia simbuli 
felliciter prima incipit secunjda. | Fides relegionis catholicae lumen 
est anilme. — 



f. 4 iä resurgat. Explicit sermo pni'. | Item sermo eiusdem fausti; | In- 
struit nos atqiie hortatur sermo diuinus. quajiiter — 

f. G"" ad 4)missa dni liri ifiu | xpi cui e etc. Amen. Explic sermo .u. In- 
cip^ sermo .iii. ei 'de fausti. | Quod supplente & quodam cu caritate iu| 
bente — 

f. 12'" tribuatur uenia; am || f. 13 Sermo sei augustini de psecutione xpi- 
ana. | Frequenter diximus ivs kmi. qd semp xpianus | — 

f. 15'' tutos liberare etc. Amen. Augustinus de obedientia; | Nichil do sie 
placet quom obedientia — 

f. 18 audiendi audiat. etc. Amen. Incipit sermo | sei cesarii ad monachos 
primus. [ Seimus quidem — 

f. 23 pseuerando puenerit. | Ite sermo ei 'de | Fi^ kmi. ob hoc ad scm 
|)positü conuenini' — 

f. 24'" inuitante ueniam'. etc. Am | Item sermo ei'de .ni ; | Videte uoca- 
tione ui^am frs kmi; — 



Die römischen Bibliotlieken. ö l 

f. 49'" re|siirgere animas de fontis gurgite con || Em Blatt fehlt 
f. 50 satis agite carissimi noiiella adoptio diuinitatis | — 

ibid. uita custodiat v | Explicit humilia simbiili | ii. incipit iii. 
uae et de simbu|lo et de sca blandina lugdonensis ; | Etiam si 
lartyribus relegionis exjtraneae — 

f. 53'' uita qui uiiiit in secula seculoriim .xii. | incipit humilia 
rima die pasce ; | Exulta caelum. & la&are terram fcon\ m. 
)ost.) — 

f. 54 interitu formidam' ; ] Finit bumit prima pase | incipit se- 
;unda || f. 54^" Beneficia di nri. cum magna adque mirijfica — 

f. 56'' non meminerat | reum; Nonpoterat teuere damnatum || Ein 
3lattfehlt\\ f. 57seruitutis educerit celebre est ad plebistran[sitiim — 

f. 62 si ad xplii respiciant | iam redempti; | Explicit bumiiia 
)ascae terjcia item incipit quarta v xv. | Hodierni diei sacrosca sol- 
emnitas. | hebraeice fase — ■ 

f. 65'' rebellium transeat | angelorum; | Explicit bumiiia pascbe 
Uli. I incipit v pascbae .xvi. | Opportune & congrue sub die insigni 
5o|lemnitatis — 

f. 69 p alapis suis; | Explicit bumiiia pascbae v. | incipit .vi. j 
Magnitudo celestium. beneficiorii. | angustias — 

f. 74'' praeparare | dign&ur qui regnat in secula seculof ; | 
Explicit bumiiia. pasce | vi. incipit .vii; xvni. || f. 75 Bene nouimus 
primum esse ab origi|ne mundi; — 



f. 26'' in futuro psidium elc. \ Item sermo eiusdem ,iiii; | Scs ac uenera- 

bilis 1 — 

f. 31 supplicantibus uobis e(c. amen. Sententia | paulini ad monachos de 
penilentia | Detur penitentia sefari. — 

f. 32 non erit apta. Ineipiunt sententie | de opuscl'iä sei ieronimi; | Alii 
festinant ad celestia | — 

f. 40 in uoluptate impudicitia; Sententia nouati catho|lici de huniiiitate 
& obedientia x caicanda supbia. | Secularibus aliter in eccta loquimur. | — 

f. 43 profecit et non | periit; Augustinus de bono discipline; |1 f. 43'' fllulti 
sunt qui sane docfrine aduersantur — 

f. 48 tempore disseramus; Augustin' de eo qS' scptü e bonitajte x disci- 
plinä; | Inter cetera quibus beatus dauid — 

f. 50 blanjdior disciplina; EpJa augustini ad letu diaeonem || f. SO"" Dno 
etc. Legi epl'am tuam — 

f. 5b cömendare uoluisset;j Sermo sei maeharii ad monacbos; ( Fi^ 
knii. quanquam et noticiam scripturarü t earü | — 

Sltzb. A. phil.-hist. Cl. LIX. Bd. I. Hft- g 



82 tleifferscheld 

f. 18^ dalnare non possit; | Explicit humilia pascae. | vii. iri- 
cipit .VIII ; j Quodam loco sermo * hieremiae proph&ae | — 

f. 84 liomine portar& in celum; | Explicit humilia. pascae | 
VIII, incipit viiii. | Dies liec fratres si bene pspicimus. duplici 
no'ß I — 

f. 87 terminiim | non habebit; | Explicit humilia pascae. | viiii. 
incipit X. Festiuitates. | iste carissimi et celebritates. | — 

f. 89 cordis timore seru&ur; | Explicit humilia pasce. |.x.| | f. 89'' 
leer \\ f. 90 Incipit humilia xi. | Digne carissimi piis studiis exulte- 
mus I — 

f. 93 seruiejrunt in terris; xxiii. | Explicit humilia pasche 
XI I incipit xn j Resurrectio dili nostri carissimi cum | qua — 

f. 98 sensus nostros do nostro; xxiiii | Expliciunt. humijlie. 
pasche .xii. incipit. | humilia. de latrone. Ds erat in xpo mundum 
reconcijlians — 

f. 104'' cum ueneris in regnum tum. | Explicit feliciter hu- 
milia de latrone bejato qui in cruce missus | est quando et saf'tor 
noster a iudejis in cruce pependit. Incipit de le|taniis. | Congruum 
ac ualde necessarium est dilecjtissimi iVatres. ut sicut priori — 

f. 107 in libertate captiuus est •; || f. lO?*" Expicit humilia 
prima | de letaniis. Incipit de pejnitentia ninniuitaru | in laetaniis. | 
Cum sacro uolumine ione ^phetae gesta replicanjtur. — 



f. 62 felicis|simis hominibus p infinita regnemus scl'a scrorum amen; 
Incipit sermo primus ] Eusebii emiseni ad monachos; | Exhortatur nos sermo 
diuinus ut curramus | — 

f. 64'' accepimus | ad salutem etc. Explicit sermo | primus; Incipit sermo 
secundus; || f. 65 Quid salubritatis kmi — 

f. 66 timore | dignetur etc. Amen; Expiic | sermo .n; Incipit sermo .in. | 
Sicut a nobis diis^ suscep|ti — 

f. öO"" inueniat iudicaturus; Expiic sermo .iii; | Incip sermo .im; | Ad hoc 
ad istum loeum conuenimus | — 

f. 71 inuitante ueniamus; Explie | sermo .im; Incip sermo .v. | Si quando 
tre operarius. — 

f. 76 sempitna felicitas; Expiic sermo .v. || f. 76'' Incip sermo .vi. Ait quo- 
dam loco sermo diuinus; — 

f. 79'' sine | fine durarent; Incipit omelia .1. eusebii emiseni | de pascha; | 
Exulta celum. et letare terra — 



Die römUchea Bibliotheken. §3 

f. HO iit non moriatur in uita •; | Expicit de penitentia | ninni- 
uitarS. lucipit liu|milia de ascensione dm prima xx'n | Scire de- 
bemus carissimi. quod hodierjna festiuitas. non minor est — 

f. 115'' &emi iudicis precurramus •,• | Finit feliciter. humilia de 
ascen|sione diii prima: incipit | seeunda. [ Omnia se diis in hoc 
mundo, sub | fragilitate — 

f. 118 adquirat | natura gloriosior; || f. 118^ Explicit humiliae 
duae I due ascensione dni. injcipit de pentecosten | In illis diebus. 
dicit dlis. efFundam de spii | — 

f. 121 inexplibilib; desideriis explorare || f. 121'' Explicit. de 
pentecosten. | Incipit humilia. sei iohan|nis baptistae. | Hodie di- 
lectissimi ffs'. | iohannis qui dni precurrit — 

f. 122" in illo habitabit in nobis •,• | Explicit humilia. de sco 
iohanne | baptista; Incipit eiusdem j alia | Beatus iohannes a sco spu 
&iam in majiorum — 

f. 12S'' maluit augere. quam tacere v | Expliciunt humiliae .ii. 
de sco I iohanne. baptista de passiojne et alia. de natiuijtate sua. Incpt 
humilia de mathaueis; [Hodie itaque sacras Septem marty|rum 

f. 128 effecti qui regnat in a&er|num •; Finit feliciter. humi- 
lia I de machabeis. Incipit humilia | in natale apostolorum; 1 petri 
et pauli. I Beatorum martirum praeclara | gesta & speciosa 

f. 130'' & uulnerata remediu •; | Explicit humilia de natale aposl 
tolorum ; petri et pauli : | Incipit humilia de trinitate j generalis ; Praesenti 
lecti|one percipimus; | Si quis uult post me uenire. abneg& se 1 

f. 80" intitu formidamus; Eplic omelia i. Icip oraelia .ii. | Benefica di 
nri — 

f. 83'' dubitant pparatos; Explic ) omelia ii; Incip omelia .iii; Magnum et 
admirabile| — 

f. 88 respiciant iä redepti. | Explicit omelia .in; Incipit omelia. im- 1 
Hodierni diei sacrosca sollempnitas hebraice — 

f. OO"" transeat angJo'f; Explicit omelia .im; Icip | omelia .v, | Oppor- 
tune X congrue sub die insignis | — 

f. 93"^ alapis suis; Explicit omejlia .v; Incipit omelia .vi; | Magniludo 
celestium | beneficiorum — 

f. 98" ppa|rare dignetur. etc. | Explic omelia .vi; Incipit omelia .vii; | 
Bene nouimus pmü ee^ — 

f. 101" dampnare non possit; Explicit] omelia .vn; Incipit omelia octaua;|| 
f. 102 Quodani loco senno ieremie — 

f. 107 portaret in celum; Explic omelia .viii; | Ineip omelia .viiii; 1 Dies 
hee fi^ kmi si bene | — 



JJ>^ Reifferscheid 

f. ISS*" non dubites praeparatos •,• | Finit humilia de trinitate, [ 
generalis. Incipit de sco j episcop. maximo et abate •/ | Loquuturi 
de perfectione summi antestitis — 

f. 141'' in filiis merita \ iam resurgat-,- Expliciunt humiliae 
I XXXVI. sed hie de sco maximo | episcopo; Incipit ad dardanö de | 
terra repromissionis. | Quaeris dardane christianorii | nobilissime 
nobilium christianissime — 

f. 148'' nouissime sub regijbus offendistis dm v | Incipit de ui- 
giliis. ac templu cupi | Nos etenim. fi^ carissimi | si templum 
cupimus — 

f. 153 sequenti exhibebit lectione •,• | Explicit de scis uigiliis. 
Inci|pit de utilitate hymnorü-,- j Qui promissum reddit debitG soluit| — 

f. 159 qula ipsi. laudabunt diun in scJa sclöm amen; | Ex- 
plicit de utilitate hymnorü v | * Incipit at agalsiam questionij. | 
CTMMIKTWN; 1 I Cur iohannes discipulos suos mittit. ad diTrh ut 
introlgent — f. 159'' (xi) fuerit homo peccati & reliqua v | Filius 
mens apodemius qui interpretatione no|minis — 

f. 173 (vii) qui tritoco (corr.) manjdatorum; Hälfte der Seite 
leer 11 f. 174 pergule & incontinencie uicium mors | intrauit — 

f. 174'' purificacione \ ieiunii. uicina di. praesenciam (q; addm. 
nost.} conferri; [j f. 175 spiritali fenore ad ipsura boni operis recur|rat 
usura; — 

f. 175^ Ut I secundiim salamonem. castigato pesjstifero. fidelis 
efficiatur astucior; ij f. 174.175 lose Blätter 



f. HO tminü | ii habebit; Explie omelia .vnii; Incip omclia .x. | Festi- 
uilates iste kini celebritates — 

f. 112 timore seruetur; Explie omelia .x; | Incipit omelia .xi; | Digne 
kmi püs studiis exultem' | — 

f. 113 seruierunt in terris; Explie omelia .xi. | Incip omelia .xii. | Re 
surrectlo dni nTi kiTii cii — 

f. HS*" sensus nros äo ni^o; Explie | omelia .xii; | Incipit omelia de 
latne beato; | Ds erat in xpo mundü reconcilians — 

f. 123'' in regnu tuu; | Explie omelia de latrone beato; Incipit de | sym- 
bolo omelia prima; | Sicut nonnullis scire — 

f. 128'' ignis inferni; | Explicit omelia .i; Incipit omeli« .ii; | Fides reli- 
gionis catholice lum e anime — 

f. 133 uita custodiat; Explicit omelia sym|boli .n; Incipit omelia || f. ISS"* 

beati eusebii eroisseui 

de trinitate; | Presenti lectione pcipimus. si quis uult p' me | — 

f. 138'' ad eeleslia non dubites preparatos. | Explicit omelia de trinitate'; 
Liber scf marie longipontis. || 



Die römischen Bibliotheken. ÖO 

ExCERPTA de patribus. 

407. menibr. 4. foliorum 101. saec. X. 

f. Pi) ////////// qua audeat epos iud. | i De ecclesia — f. 2 lxii 
De conscientia august. | Incipiunt capitula secunjdi libri de diuersis | 
eoneiliis ecclesiasti[cae regulae in unum | colleetis. | De ciuitatibus 
m&tropoleis | X qiiales sub se babeant ciuitates | De causis singulis 
qualiter p | auetoritatem ueritatis uen|tilandae sunt | Statuta car- 
tbaginensis eccJae | antiqua cum capitulis lxxv [ Qualiter exami- 
n&up is qui | episcopus ordinandus est | i Ut eps ordinatus scdm patröj 
scorum diffinitiones uiuat | — 

f. 4*^ (cxxxii) 11 per | oma esse dispositam || f. 5 Ne temere 
quisquam audeat episcopos iudicare | Beatus bieronimus presbiter in 
libro bisjtoriae eeclesiasticae capitulo .ii. quem ipse eomposuit | 
astruit inter e&era. Constantinus catbolicus impe|rator — 

f. 28 LXII I Sermo sei august'ni epi. de conscientia. | Fratres 
estote fideles — 

f. 29^ mereamur saluari. | De ciuitatibus metropoleis uel quales 
sub se I babent ciuitates. | In italia. Roma. Rauenna. Gradus. 
Aquileia. Mediot. | Prima prouintia lugdunensis. hab& ciuitates .v. | 
Metropolis ciuitas lugdunum. | Ciuitas eduorum — 

f. 32 Prouintia alpium marijtimarum. bab& ciuit niini .viii. | 
M&ropolis ciuitas ebrodunu. | — Ciuitas. uinsintensis. | Incip ca- 
pituin eeclesiasticae regulae ex diuerjsis collectae eoneiliis. quae in 
romano canone li babentur. | Beatus augustinus in libris de ciuitate 
di dixit. I Omnes causae primitus — discernere deb&. | Antiqua 
constituta cartaginensis ecclesiae. | Qui eps ordinandus e. Ante 
examin&ur — 

f. 33 psentia ordinetur Cap .i. | Eps suscepto in nomine xpi 
episcopatu. — 

f. 54 (cxxxii) & censuram canonum estimare | Excarpsum de 
epla sei hieronimi ad rusjticum de poenitentia peccatoril cxxxiiij 
Diis per proph&am — 

f. 56"' ut facerem ei. cap cccxxxin (sie) \ Excarpsum de 
collationibus patrum abjbatis punupii sermo de paenitentia et | 
satisfactione. | Multi sunt poenitentiae fructus. j — 



•) Die ersten Blätter beschädiijt. 



80 Reifferscheid 

f. 59 parce seruo tuo. | De coUatione in theone abbatis. cap 
XXI. I Nee tarnen ex eo debemus — 

f. 60 obliui|oiie depereunt. De eucharistia | Ses cyprianus dix. 
Eueharistia cottidie — ii desinat. | Unde supra in epJa hieronimi ad 
lueinü | Eiicbaristiam quoq; — 

f. 60'' arbitretur. | Exhortatoria optima ioh constantinojpoli- 
tani epi ad poenitentiam quam fec | super psalm l. de reeuperatione 
lapsi. I grandis misericordia di — 

f. 6i^ ab operibus malis. Exearpsum de libro | beati iohannis 
constantinopolitani | epi quam seripsit ' reeuperatione lapsi | Quia 
ualde magnum — 

f. 63 & sincera conuersio. | De reparatione lapsi. gregorius. 
secun|dlno seruo di inelauso. | Dilectissimo filio secundino seruo 
inclauso. Gregojrius seruus seruorum di. Dilectionis tuae litteras] 
suscepi — 

f. 65 redimere | uenit. Item isidorus de reparatione lapsi | 
Domino sco meritisq; beato fratri mansoni episcopo | isidorus eps. 
Ueniente ad nos famuio uih) — 

f. 66^ dignitatis | recipi& meritum. Ex libro sei iohannis | con- 
stantinopolitani in euangel malthei. ne nimis erudelis sit sacerdos| 
in iudicio aliorum. | Alligant autem onera graula — 

f. QT & onerant inpotentes. | Sermo sei iohannis constantinopo- 
lita|ni epi de im mensibus ieiuniorum comlputatum secundü solare 
numerum. | Inter cetera propb&iae suae miracula. Zacharias — 

f. 68'' id est crisma nascatur | In explanatione zachariae prophe] 
te hieron prbi. de eisdem ieiuniis. ita | scriptum est ut ait idera 
proph I Et factum est uerbum dni — 

f. 70 bis qui credunt in eu. | De obseruatione quattuor tem- 
poru I Primi igitur mensis — 

f. 7P gaudio possidebit. | Excerptum de epia sei augustini ad 
e|uodium epm. ubi dr qualiter intellejgendum sit. quod petrus in 
actibus aposjtolorum de xpo dicit. et terra inota est | — qui dor- 
mierunt. surrexerunt. et de dd | in eadem resurrectione. | De eo 
quod dicit petrus — 

f. TS*" sine peccato simillimam. || f. 74 Sententia. baedae prbi 
de libro tractajtus sui in parabolis salomonis ubi die | Omnes qui 
ingrediuntur — 



Die römischen Bibliotheken. '^ o7 

f. 74^ Item unde et cuius siipra | Notandum autem — f alluntur| 
In caii ancii'ano cap .x. | de disponsatis puellis et ab aliis^rap. | 
Desponsatas puellas — constiterit. | De decretis siricii epi. cap 
.IUI. qiiod non | liceat alterius sponsam ad matriü rortiri. [ De con- 
iugali autem uelatione — uioletur. De ratione coniugu dicta sei 
aug I Qualis deb& esse uxor — 

f. 75 recipienda. Ite eiusd | Nolite uiri — alteram ducere | 
Ite unde supra. sei augustini. de concubinis. j Quäle est & illud. — 

f. 7^^ numqua licebit. De uxoribus non diimittendis. biero- 
nimus in comentario | super matbeo libro .in. cap xlvi inter | cetera 
sie exponit. | Et accesserunt ad ihm — 

f. 76'' subicimus seruituti. | Item de consanguinitate. ] Intel- 
lege quid lex loquitur. — 

f. 77 incestus est. | Incipit sermo uenerabilis uiri ambrosii | 
mediolanensis epT qui pastoralis dicif j Si quis fratres oraculum — 

f. 86'' dare promisisti amen. | De quattuor uirtutibus. | Porro 
antequa de principalibus — 

f. 87 Temperantia. | Prudentia est rerum diuinarum — 

f. 88 aperire. De iustitia j Justitia e animi — 

f. 88" hereditas comparatur. De fortitudin | Fortitudo est 
magna — 

f. 89 fortiter tolerare. | De temperantia | Temperantia est to- 
tius uitae — 

f. 90'' dubit& esse conexa. | De disciplina principum in eccle- 
sia. I Potestas imperialis & regalis — 

f. 92 seculorum amen. Exbortatio poenijtendi cum consola- 
tione et misericorldia dl ad animam futura iudicia 1| f. 92'' formidan- 
tem. Cur fluctuas anima — 

f. 96 cultores efferunt mundi am | In xpi nomine incipit sermo 
ad regem \ Moneo sublimitatem tuam nobilissime rex. ut qu§ tibi | 
caritatis stilo i) — 

f. 101 dandam. imploro o dulcissime rex. | Item sermo ali- 
cuius de bis quae iusjtus bomo obseruare debet. || f. 101'' bec 
Omnibus modis fuganda sunt & abscienda totaq; | animi uirtute se- 
paranda Languor a corpore, | Imperitia ab animo. Luxuria a uentre. 



1) fol. 98 Hlotharius atauus tuus tres | filios habuit hildebertum. lilodo- 
ueum et hlodlmirum. In hilfiberto quidem tanta sapientia u. s. \v. 



88 Reifferscheid 

A ciuitate | seditio. A domo discordia. & a cunctis temperantia | rebus 
homo Stateram ne transilias. id est ne iustitiam transgrediaris. 
Igiiem gladio ne fodias. | id est iratum uerbis maledicis ne lacessas. 
Coronam | ne carpas. id est leges urbiiim conserues. Cor non co| 
medas. id est merorem de animo proiee. Cum profecjtus fueris ne 
redeas. id est uitam istam post mortem ne | desideres. Per uiam pu- 
blicam ne ambules. id est mul|torum errores non sequaris. Hirundinem 
in domu | ne suscipias. id est garrulos & uerbosos homines in | 
eodem tecto non habeas. Oneratis onus inpone. | id est ad uirtutem 
ineedentibus äuge preeepta. | Deponentibus non communices. id 
est tradentes se | otio constringe. || 

FULGENTILS RuSPENSIS l). 
267. membr. 8. foliorum 228. saec. VII. 

f. 1 Anno gre m .cc. xxiii. Incep altcatio. * | it .b. epm lern. 
X, W. abbate .s. marc I It eud | abbate. t W. ppositQ cabonese. 
q noluit accipe | i priore. B. pic. moniales de usura — p laporebaria 
p. brunot.|| 

f. Ü In hoc codice continentur 

libri sei t'ulgentii. episcopi 

de praedestinatione über .i. 

de quaestione ab arrianis proposita über .i. 

item de alia ab eisdem proposita | quaestione liber .i. 

dicta regis trasamundi et contra ea | responsionum liber .i. 

de mysterio mediatoris ad suprascriptS | regem liber .i. 

de immensitate diuinitati" fili' di liber .i. 

de sacramento dnicae passionis liber .i. 

ad optatum de consultiscios liber .i. 

epistola ad gallam de uiduitate seruanda. 

ad probam de uirginitate et humilitate liber .i. 

epistola ad eandem uirginem probam. 

epistulam de bono caritatis ad eugepium 

epistola ad theodorum senatorem | de conuersione 

epislula ad uenantia"" non debere propter | peccata desperare 
conuersosä). 



1) Eine andere Handschrift des Fulgenlius siehe unten Tichonius 590. — 
2) Neben dem Index von einer Hand des zehnten Jahrhunderts: Hie est liber Sei 
Marcialis nionasterii Lemvukensis. Dus cursiv Gedruckte steht auf Rasur. 



Die römischen Bibliotheken. 



89 



f. 2 ») Gratias 3) ago dno quod de bono thenjsauro — 

f. S" ut nos dno adiuuante te non pigeat j hereticis respondere 
expJ. II f. 6 Litteraes) tuae fili karissime moiiime | qiiantum demoii- 
strant — ■ 

f. 52'' re|nouet Studium temperies distincjta librorum | Expl. 
über, primus. | Inc. Über, seeundus. \\ f. 53 Satis est*) ut arbiti-or 
monime karisjsime quaestionem de dluersitalte — 

f. 81 ac|cepisset supererogare non poslset. Expl. Über, se- 
eundus I Inc. über, tertius 11 f. 81'' Quotiens dileetissime monime 

I 1 1 "^ 

a xpi I famulis uirtus consideratur — 

f. 98'' eonsequetur salutem. qui in eo dijuine humanaeq, na- 
turae plena cognouerit ueritate. exp || f. 99 Über der Zeile Obiec- 
tiones. regis. trasamundi 5). | Dictum «) est patrem de se ipso hoc 
est de id 7) quod | ipse est inelfabiliter — concordant | 11 Obiec- 
tio 8). quid ad hoc dicitur — profiteatur. ] Responsio Equidem dum 
nominantur — 

f. 117 (xi) quia inseparajbiliter est iitrisque communis, ep- 
licat. II f. 117" leer || f. 118 Trumphalibusa) tuis sensibus piissime 
rex nejquaquam crediderim obliuione subtractum | — 

f. 134 deinjceps disputanda ds nobis ostium sermonis aperiat | 
Explicit. über, primus. de mysterio mediatoris. | Incipit. liber. 
seeundus. de inmensitate^f diuinijtatis fdii di. || f. 134'' Quotiens 
humanae condicionis infirmitas. | semetipsam protinus cognitura — 

f. ISS" dominicae passionis. alio rursus incipiamus | exordio. | 
Explc. liber seeundus. de immensitate | diuinitatis filii di. dili 
nostri ihu xpi | incpt liber tertius de sacramento | dominicae. pas- 
sionis. II f. 154 Quamquam secundo libro superni muneris | opitu- 
latione subnixi — 

f. 181 supra quam petimus aut intellegimus. ex ipso eni | et 
per ipsum et in ipso sunt omnia ipsi gloria in saejcula saecu- 
lorum. amen, j Explc. liber tertius. de sacramento dnicae passionis. || 



1) Unten: Pa. Petauius. — 2) LXV 151 (prologus in tres libros ad Moni - 
mum). — ^) 1. c. 153. — *) om. — ^) Fulgentii contra Arianes liber unus ad 
decem obiectiones decem responsiones conlinens. — ^^ 1. c. 205. — ^) hoc 
— s) Obiectio prima — »j 1. e. 223 (ad Trasimunduni regem libri tres). 



90 ^ e if ferse h e id 

iSi^ leer j| f. 182 Epistulam •) tuam scae sollicitudinis indicemj 
ante aliquot menses — 

f. 188 in quo continentiae uirtus palmam uitae meli|oris ex- 
pectat I Zwischenraum (in der Mitte eine ausradirte Zeile) \ 
Dominae 2) uere inlustri et in xpi timore uenerabili | filiae gallae 3). 
seruorum xpi famulus*). | ante menses aliquot diaconi mei ex urbe 
remeantis. | — 

f. 198^ in Omnibus et coram dno inuenies | gratiam | In klei- 
nerer Schrift diis te in uia iustitiae^) suae dirigat et ad regni j cae- 
lestis promissa perdueat | domina inlustris filia«) | Zivischenraum \ 
Spiritali 7) desiderio atque instituto suo s'ca famula. | di proba quan- 
tum congratuler — 

f. 211 quam debitae seruitutis officium sponsae dni denegare 1| 
f. 21 1'' Dominae«) in xpo plurimum uenerabili. et cum | omni bo- 
norifieentia nominandae. famulae di. \ filiae probae fulgentius ser- 
uorum xpi famulus | in dilo salutem. | Epistulam scitatis tuae. cum 
tota cordis gratula|tione — 

f. 215^ satiabimur cum delectatione et delectabimur | cum sa- 
tietate explicit. || f. 216 Domino 9) beatissimo et plurimum uenerabili | 
ac toto caritatis affectu desiderabili. seo fra|tri et conpraesbytero 
eugipio. fulgentius ser|uorum xpi famulus in diio salutem. | Utinam 
sancte frater tanta meo facultas sufjfragaretur — 

f 219 per|fecta sem"^" caritate regnatur | Zwischenraum \ 
Orantem pro nobis — frater 
domnus ianuarius — affectu 
benedictionem a uobis — acceptam 
suggestione fratris — uestris i"). || 

f. 219^ Domino n) inlustri et merito insigni j ac prfstantissimo 
filio thudoro 12). fulgenjtius seruorum xpi famulus in dilo saf | Ut 
ignotus corpore uidearJs) epistulari tibi mejam — 



1) 1. c. 303. Nach dem vorgesetzten Index ist dieser Brief an Optatus 
gerichtet. In der Ausgabe fehlt der Name in der Überschrift: Domino et merito 
venerabili filio Fulgentius servorum Christi famulus in Domino salutem. — 
2) 1. c. 311. — 3) gallae fulgentius — *) famulus in domino salutem — ^^ vir- 
tutis. Der Corbeiensis hat ebenfalls iustitiae. — ej filja amen — ■?) 1. c. 
324, _ 8) 1. 0. 339. — 9) 1. c. 344. — i») Der Schluss des Briefes ist in vier 
Absätzen mit kleinerer Schrift geschrieben. — 'i) '• <"• 348. — la) theo- 
doro — '3) audeam. 



Die römischen Bibliotheken. 91 

f. 222^ et subsequentem ualejat i) ad regni caelestis beatitu- 
dinem perueni". | In kleinerer Schrift Sanctam multumq; in xpo — 

f, 223 digneris. | Inseparabilis trinitas — inkistris fili 2) | 
Zwischenraum \ Domiiiae s) inhistri et merito uenerabili | filiae ue- 
nantiae. fulgentius seruorum [ xpi famulus. in diTo. salutem. | Sicut 
uera lux nullatenus obscuratur ita numjquam — 

f. 228'' faciem tiiam ne confundas nos, 1 Petauius 11 



GregORII TuRONENSIS libri miraculorutn et de miraculis S. Martini. 
S30. membr. Grossquart, foliorum 122. saec. X. 

Vorn und hinten je zwei Blätter, loelche von gleichzeitiger 
Hand Bruchstücke der glosa in exodum und in leviticum des Stra- 
bus enthalten 

f. 3*) Incipiimt capitula | i De natiuitate dni nri ibü xpi | in 
betbleem — f. 4 cvi De inportunitate | muscae signo epi auersa s) | 
Explicijunt | capi|tula || f. 4*^ Incip lib primus miracU|loru in gloria 
beatoru | martyrum opere geor|gii florentii gregorii epi | turo- 
nici 6) I Hieronimus '') prit & post apostolS paulü boniis doetor | — 
f. 5 salutar&uum. | i Nato ergo diio nH) — 

f. 52 (cvi) sanguinis commertio reparauit »). | Incipiunt capi- 
tula de passione j et uirtib; sei iuliani martiris 9). | i De passione 
eius 10) — 

f. 53 L De alio eaeeo inluminato. | Magnum in nobis quodam- 
modo — 

f. 67^ usq: ad eonsilmatione bui' uite custodiam i')- i Explicit 
liber de gloria sei iuliani. Incipiunt | captl de uirtutibus sei martini 
epi I I Quod seuerus uita sei i^) conscripsit — 

f. 68 {Oben bic est lü sei Martini) xxxv De securo con- 
tracto. I Georgi. florenti. Gregorii. turonici de uirtutib. beati 



1) qua valeat — 2) Vgl. fol. 219. — s) ]. g. 352. — *) Unten: oU 
a.TvyJii, Xt'av sury^oj | PPet. Genabens. — *) de Pannichio presbytero — 
«) Liber miraculorum. Liber primus de gloria beatorum martyrum. — ") LXXI 
TOS. — 8j reparavit. Amen. — 9) Liber secundus de passione virtutibus et 
gloria S. Julian! martyris. — i**) S. Juliani maityris — '•) custodiam. Amen. — 
"2) S. Martini. 



92 ' ReifferscheU 

martini epi ») || f. 68'' Dominis a) scis & in xpi amore dulcissim*is 
tVib; &3^ filiis aecJ^ turonljc^ mihi a do comisse Gregorius peccator. | 
Miracula quae *) diis ds iif — 

f. 69 uirtutibus elucere .i. | Multi enim 5) sunt — 

f. 82 olim meminisse iuuabit, Explicit liber prim' | Incipiunt 
capitula libri secundi. | i Qualifa febre & dissenteria erut' sum. | — 

f. 82^ LX. De oculi e} & capitis | mei | dolore. | Incipit über j 
secundus: | de uirtutibus | quae fac' sunt | postquam nos | ueni- 
mus') : II f. 83 Qni perscriptis uirtutibus — in cumulis .i. | Anno 
centesimo septuagesimo secundo — 

f. 87^ (xviiii) Lueescente autem die reseratis») || f. 88 (xxiiii) 
fere ») aut eo amplius. uenit iterum ad so'lemnitatem. — 

f. 91^ sum confessus in seculo. j Explicit liber .11. | Incipiunt 
capitula libri tertii || f. 98 i De dolore fauciu mearum. | — 

f. 98'' LX. De bis que in ^o^ itinere gestasunt. j Incipit liber ,ni. 
feliciter; | Tertio ii)ordinante xpo libello 12) — recessisse cum cursu | 
Quid autem nuper ptulerim — 

f. 111 prouehitur 13) ad coronam., Explicit liber tertius j Ca- 
pitula libri quarti. | i De dolore uentris mei. — 

f. 111'' XLV De eaeco et contractu 1*) | Incipit liber quartus | 
Saluberrimo nos hortatu proph&a — f. 112 restituit sanitati. 11 | Nu- 
perrimo autem tenpore — 

f. 120 (xLv) protinus morbo caruit; | Explicit liber quartus de 
uirtutijbus et miraculis beati martini | confessoris. || 

HiERONYMi liber de locis Hebraeorum , quaestiones hebraicae in Genesim, 

etc. 

39. membr. 4. fol. 1 — lOS saec. X, fol. 106—108 saec. XII, fol. 109 saec. XIII. 

f. 1 In nom scae trinitat. incip. lib. | sei hieronimi. de inter- 
praetacioii. lojcorum Hebraeorum j Eusebius is) qui a beato paphylo 



ij de miraculis S. Martini episcopi — 2) I. c. 911. — s) ac. — *) illa 
quae — ») oin. — 6) oculorum — ^) venimus nos — **) 1. c. 949 c. — 
9) 1. c. 9S1 c. Ein Blatt ausgeschnitten. — 10) in ineo — '9 Tertium — 
12) iibellum — is) provehetur — '*) Fehlt die Überschrift des letzten Ca- 
pitels: De incendio ope eius extincto. — '^ XX'II 8ö9. Vallarsi hat diese 
Handschrift benutzt. 



Die römischen Bibliotheken. 93 



martyjre cognomentum sortitus .e. — posse me credo. De Genesi 
f. l*" Ararat arminia — 

f. 43 ubi adonias immolat i) uictimas iuxta fontem rogel. | Ex- 
plicit. über locorum. sei. bieronijmi. feliciter. j| f. 44 Incipit 
über questionum sei byero j Qui2_) in principiis libroru debeamus s) . 
secujturi operis — 

f. 45'' garrire tbenebrosis. [ In prineipio fecit ds caelii & 
terra | — 

f. 90^ ser|uientes altari uiuant *) de altari | Explicit über 
questionum | sei bieromini | Incipit tractatus sei bieronijmi de chain^) 
II f. 91 Beatissimo papae damaso hieronimus | postqua aepistola tuae 
scitatis aceepi. — 

f. 97 plenitudo gentium | tunc omis israbel saluus erit. | Dilec- 
tissimo «) & bonorabiü fratri uicturio | bilarus areliidiaconus. C5 
pleriq: (i in u m. ead.) de ratione j pascbaü ta de greco translata — 
f. 97'' dirigatur. ora p nobis dilectissijme frt. | DiTo '^) uere sco 
& in xpo uenerabiü fratri biiaro | arcbidiacono uictorius. Vtina 
preceptis | tuis arebeds. Uenerabiüs bilare. tam | effectu ualea 
parere qua uoto. — 

f. 102 kl mairü. sedm aegiptios. ciI aliquotiens obser|uandii 
e. repperiri ii posse || f. lOE'' Incipit ordinis paschaüs | Cum«) 
omnes apostoü de hoc mundii | transissent p uniuersum orbe. — 

f. 105'' Narrat ergo & renuntiat. ea qu§ in psalmo tenenjtur. 
Expücit. II f. 106 Sermo ex dictis beati Athanasii summi ponlificis. 
de imagijne saluatoris xpT | Apud caesarea cappadotiae in urbe p- 
maxima conuenientes | — 

f. 109'' ad sua rediere laudantes dm; Ita de greca edicione ad 
latine | üngue noticia translata. sep maxima in iiris uoluminib; te- 
neat | bec lectio sacra. Ingenito genitori ac genito ingenito z ab 
utroq; | ^cedenti. Laus & bonor sit spitui p cuncta. scta amen. 
Explicit sermo de imagine dni. || 



1) immolavit — 2) 1. c. 935. — 3) debebam — *) vivunt — 5) ep. 36 
XXI 452. — ^) Bucherius de doctrina temporum (Aiitverpiae 1634) p. 1. — 
'} 1. c. p. 3. — ») ? 



94 ' Reifferscheid 

HiERONYMUS de viris inlustrihus. 
2077. membr. 4. 2 coL foliorum 101. saec. VII l). 

f. 1 Inc lib (der Titel selbst ausgegangen) \ hieronimi p5 j 
hortariss) dexter ut | tranquillum sequens | — 

f. 2 cognoscants) | uale in dilo iliu xpo. exp. | Incipiunt Lrebes| 
1 Simon Petrus — cxxxv hieronimus pb. us|que hie ad se fecit*) 
* I Incip indicul. uirorü | inl quos gennadius pb. post. | obitum beati 
hieronimi addidit [ cxxxvi lacobus cognomen|to sapiens | — f. 5 
ccxxvii lohannis pb. expl. | indicu|lum | Incip. ipse lib. j| f. 5^ Si- 
mon petrus filius | iobannis prouinciae | galileae — 

f. 47 nunc habeo | in manibus et nec|dum expleta sunt s) | 
(hl mg. ora pro me | diie bene|rauilis | pater) Exp. iül. uirorum lib. 
I I hieronimi | Incipit. idem inl. | uirorum. lib. secun|dus Gen- 
nadi presbj | Massiliense subiunctus | feliciter«) j| f. 47^ cxxxvi 
lacobus cognomejto sapiens niziuijne ■?) nobilis persa | — 

f. 78 dicitur ex ») tempore | declamare ») | Über der Zeile 
4< de duobus testibus | * Incipit de enoc et helia | Dicitur i») uenire 
enoch | et helia praedicatulri — 

f. 78'' potuit extorque|re sermonem | explicit || f. 79 Über der 
Zeile iiTm diu incipit ratio paschae j Ratio paschae. Dicente diio ad 
moysen mensis hie | — 

f. 79^ Post octogesimo quar|to anno, reuertitur ad se cyclusj] 
f. 80 I Anno kal. ian. die sabba lun. xxi dies pasc. vi kal. april. 
L.xvi Const VII et eonst°°. — 

f. 81 Lxxxiiii Ann. kal. Ian. d. vii. Lun. x d. p. in d. aprl. l.xxi 
actio, iterum et segr//^ | •h Explj conp. pasc. cum conpitem lunae 
quae si custoditur repraehendi il. potest | Id est hie usq. ad ann. ccec. 
a passione diu et in alio sequitur. a felice et ////// || 

f. Sl'' Über der Zeile liiin dni inc cronica | * adam | seth | — 



1) Palimpsest der Verrinen. Vgl. über diese Handschrift Mommsen Her- 
mes I S. 130 ff., de Rossi inscr. Christ. I p. LVHI sq. — 2) XXHI 601 Hortaris 
me — ä) agnoscant. — *) usque — feeit om. — ^^ In der Ausgabe folgt 
noch 'adversus Jovinianum — epitaphium'. — 6) Die Vorrede des Gennadius 
fehlt (LVHI 1059). — ') Nisibenae — «) et ex - 9) 1, c. 1113. Cap. 94—100 
des Gennadius fehlen. — i») ? 



Die römischen Bibliotheken. 95 

f. 93 deportatus est. quo persequentibus |j f. 93^' barbaris et 
incensa cum eo domo sepultura quoque caruit. | huc usque biero- 
nimus. exbinc prosper consecuta | subiunxlt. Igitur Ualente a gotis — 

f. 96'' Leone aug. ter. | Ineip. epitoma temporum et indiculus 
pascae | Scorum i) et uestris orationibus. faciam spiritaliter | quod 
solent bii facere qui in breui tabella terrarum | u. s. w. ^)|i f. 99 Nox 
in octo partibus diuiditur | uespera. fax. concubia. intempesta | 
gallicinium. couticinium. crespulum. aurora. | folgt eine Tafel der 
Winde \ A quarta usq, xi. B est. ab xi usqs xviii cauendum ab 
XVIII usq» I XXVII B est xxxvii usq> quarta. id. cauenda est. || 
f. 99^ Ex libro quarto publi uegati renati. de re militari, in titulo 
xxxviiii post prae|cepta belli naualis quae incipiunt a titulo supra 
seripti libri xxxi inter eejtera et ad locum s), Igitur uentorum 
numerum atque uoeabula. ars nauijgandi primum debet inspicere — 

f. 100^ non solum peritiae ratiorum. eti|am uulgus intellegit. | 
Item ex superioribus libris eiusdem operis inter cetera et ad lociJ. | 
Aput romanos in legione .x. cohortes erant — in praelio in qui- 
bus. ejrant sena millia armatorum 1| f. 101 liie. nomina beresum 
quarum etiam opiniones | subter adnexae ab augustino episo in hoc 
uo|lumine congestae sunt: ] i Simoniani — xc Eutychianistae *) 



Q. Julius Hilarianus. 

213. memtr. 4. foliorum 157. saec. X. 

f. 1 6) In di nomin | incipit ]ibel|lus quinti Ju|li (lii corr. m. 
«;.) bilarionis | Petavins fügt hinzu de Danielis Hebdomadibus, An- 
gelo Mai seu potius de cursu temporum vel de mundi duratione. | 
Quantocumque «) | tempore in diuijnis legibus cuius|cumque ti- 
mentis | diu intentus fuerit ] animus tanto e lege') que uera sunt 
disc& ut discendo 1 — f. 13'' manebunt. Impii in ambustione ^terna 1 



1) ? — 3^ Die epitoma temporum geht bis S62. — s^ Die von Momm- 
sen als juristische Formel bezeichneten Worte 'inter cetera et ad locum' 
kehren überall in «len patristischen Handschriften in Excerptentite'n wieder. 

— 4) Bloss die nomina sind erhalten. — *) Unten: PPetauius. — 6) XIK 1097. 

— '') Das corrupte eligere der Ausgabe wird durch die obige Lesart schlagend 
emendirt. 



t)6 Reifferscheid 

iusti aiit cum do in uita a&erna. amen. | Explicit libellus quinti iuj 
lii hilariani | Incipiunt capitula chroci | hieronimi excarpsum ~ | i De 
regnu^ asyriorum — 

f, lö*" LXii De iustiniano imp & belsarium patricium | Expliciunt 
capitula | Incipit liber | Regnum i) Assyriorum. | Primus rex nimus 
regnauit au li & mu|lier sua — 

f. 52*" (xLix) ita cuncta mixta sunt ut gestorum ueritas qu§ [ 
liistori^ insere possit ad plenum repperiri non | potest | Ydacius 2) 
seruus dnl nri ihö xpi uniuersis fide|libus in diio iiro ihö xpo & ser- 
uientibus se s) | in ueritate sahitem probatissimorum in om|nibus 
uirorum studio*) — 

f. 53 ignarus | indignissimus omnium seruorum di ydacius | 
seruus ihü x^i & diu iiri que secunt ab anno pri|mo tbeodosi agusti 
& conper& descripsi breue | ante fact^ prefationis inditio. | in mg. 
L I Romanorum xxxviiii teodosius per gratiajnum — 

f. 7ü^ (lxii) nominis gloriosis | uictus nomen uitaque amisit, 
Explicit liber \ Incipit prefati greca 5) | Decedant eo «) atqr imma 
potius pereunte ab | urbibus gallianis ') liberalium cultura litte|rarii — 

f. 76 ab ipso mundi pricipio libri poneretur initium primi ») | 
Explicit prefatio liber, Incipiunt | capitula libri quod est excarpsum | 
de chronica grecö epis thoronaci | i De hunis et agetiu patritium s). 

f. 78^ xcnii De chilperico quod filiä sua hispania 10) cum thes| 

auris direxit et in continuo calauilla mortu|os n) est. Expliciunt ca- 
pitula I I Cumque uuandali pterissent a galliis | — 

1". 105^ (xcnn) crudelissimam uitam digna | morte hmu'it sie. || 
f. 106 Incipiunt capit cbronici libri. | i De bonitate guntramni et 
ecclesia sei marcelli | — 

f. 108 (lxxxv) De uuillibadi interitö et flaocati obitii| Explcut 
capitula. | Incipit prologus | Cum 12) aliquid uiusso uebi is) proprietate 
non habeo. I — 



1) f. IS' — 1S7 Fredegarii chronicon. Denselben Inhalt hat die Wiener 
Handschrift des Hilarianus (vgl. Tahulae 482) und der Vossianus 5 in Leyden 
(Pertz, Archiv 7, 2S5). — 2) LXXIV 701. — 3) servientibus se om. — 
*) studia — ^) Fredegars Auszug aus der historia Franc orum Gregors von 
Tours. — 8) Decedente (LXXI 1S9). — "'^ Gallicanis — ^) libri primi pone- 
retur initium: cuius capitula deorsum subieci — 9) Agecio patricio (J. c. 
573~) _ 10^ in Spaniam. — i') ad Calam villam niortuus — 12^ I. c. 605. — 
13J unius uerbi 



Die römischen Bibliotheken. 97 

f. 109 cu childerici uita finis|set. scripsi •)• Explicit prologus | 
Incipit liber chronici | Guntranus. rex francoru cum iil anno xxiii. 
Inirs^unldie — 

f. i^7^ Karlus cu exercitu regressus in loeo | qui dicitur sillis 
sup ripam. | Von einer Hand des eilften Jahrhunderts Remigius 
psul meritis ortuque uenustus | francorum domino gente peperit 
luculenta |j 

HlLARll tractatus super psalmos. 

95. membr. Grossquart, foliorum 229. saec. X. 

f. 1 Incip tractat sei hila|rii epi pictauiensis super psalmos | 
Diuersas^) esse plurimorum ins) psalmorum | libro oppiniones. — 
^pria *} & eongrua claue pandamus. | Beatus uii*. qui non abiit 
in consilio impioru. et in uia peccatora non st&it. | — 

f. V sctorü. amen. Explicit. psalmus .i. Incipit psalmus .11. | 
Quare fremuerunt — 

f. 229 qd cü ds sp5 sit diu | tarnen non caro ia sit ///////// s) sed 
sps. Finit tractatus de psalmis .c.l. | in xpo diio ni^T amen | Hie 
est liber Sei maximini miciacen|sis monasterii quem petrus abbas | 
scribere iussit et ^prio labore ^uidit atque distinxit | et diae 
caene dni super sacru altare sei stephani do et sco | maximino ha- 
bendu obtulit sub huius modi uoto. ut quisjquis eum inde aliquo 
ingenio non redditurus j abstulerit cum iuda |>ditore anna /// caipba | 
atque pilato damnationem accipiat | Amen |j 

Ignatii epistulae. 

81. membr. Kleinquart, fol. 1 — 12 saec. X, fol. 13 — 97 saec. XI. 

f. 1 Ampla «) pectoralem suscitat uernia cauernam. | mestum 
extrico pulmone tonstrum. Sed gaudi|fluam pectoreis arto procellam 
artliereis. Cum | — 

f. 12^ in solum fabulosam exprimunt accole soriam. | Hisperica 
finiunt famina. amen. || f. 13 Name des früheren Besitzers Loys 
Cartier li 



1) Chilperici vitam finisse seripsit — ^^ IX 232 Varias — s^ de — 
*) propria sua — 5) laudatura — 6) Herausgegeben von Mai CA 5, 479. 
SItzb. d. phil.-hist. Cl. LIX. Bd. I. Hft. 7 



98 Reifferscheid 

f. 13^ Incipiimt epie sei ignatii mris | numero .xii, Incipit pri- 
ma. I Ignatius qui et theophorus mise|ricordiam — 

f. SS*" in pacientia iliG | xpi. Expliciunt .xii. eple. sei igna|tii. 
inris antiocensis. | Incipit laus H'ronis discipli sui | atq. successoris 
in eum. | Sacerdos & assessor sapientissimi di ignati. | — 

f. 89 sicuti prius solebas . faciebas; | Explicit laus liyronis. In- 
cipit I epJa beati policarpi Smirneoif | fccf^ epi ad philipenses con- 
flrman|tis fidem eorum. | Policarpus & qui cii eo st — 

f. 95 gra ipsius | cG oiTüb; uobis aiTi Explic epla bi | Policarpi 
ad philipenses. | Policarpus iotis apJi discipJs & ab eo | — 

f. 97'' que ndu ad nos puenerunt. j hui' op' scripti finalit ex- 
plicit istic. I hie lib ignatii radiatur dogmate sei. | Que lector sei 
fore cognoscat iiiliani. , hune si quis nequa sco subtraxerit uq. | p' 
fine uite barathri crueiet in igne v || 

IsiDORl allegoriae. 

231. meinbr. 8. foll 1—40 saee. XII — Xlil, fol. 41 — 16S saee. X, fol. 166 — 191 

saec. XII — XIII '). 

f. 1 Incipiunt capitula libri | magni aurelii eassiodolri senatoris 
de anima | Quid amiei requisierint. i | — Oratio, xvii j Expliciunt 
capitula | Incipit liber cassiodori senatoris | de anima; Quid amiei 
requisiuerint; | Um s) iam suscepti opis | optato fine gauderem. — 

f. 18 cuersatione tractare. Explicit liber | Cassiodori de anima. 
pax legenti. | uita credenti. salus scribenti. | gloria deo largitori. 
regnanti in | secula seculorum amen. Ineip lib sei | prospi ^ pdica- 
torib' grae dei. contra librü | Cassiani prbi q pnotat de ^tectione 
dT. II f. 18'' Gratiams) dl qua xpiani sumus qda j dicere audent. — 

f. 40'' pmatS, q se dix*) ee pncipiu. qiu ex ipso x p ipsG x 
in ipso sunt | oiTiia. ipsi gJa. in secula. amen. Explicit lib | sei 
prosperi contra librum abbatis quondam j cassiani qui preiiotatur de 
protectione dei. | siue aduersus dogma peiagii et celesti^i ^^*^ | 



I) Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Isidoriana 99, 28. — 
2) LXX 1279. — 3) LI 213 (de gratia dei et libero arbitrio liber contra 
coUatorem id est pro defensione S. Aurelii Augustini Hipponensis episcopi 
contra Cassiani presb. librum qui titulo de protectione dei praenotatur). — 
*) dixit se. 



Die römischen Bibliotheken 99 

■K^^*^^*^^^^^^^^^*^^ ») immioo ~) gr^ di & dui | nostri ihü 
xpi. jj f. 41 neres). rata pcipere. sca admoiiere; Ut quisq; l^jtus — 
f. 44 Quäuis eni in huius exilii aerunosa eaecitatem — 

2 

f. 54 iiigrediat explajuare. Iiicip prol'og libri secdi |-Omnis 
ilaq; scoruin aiictoritas — 

f. 69'' melius j arbitror. Incipit prolog libri Ttii. | Duas enim 
creaturas — 

f. Sß*" coiifitenti in oiTia scJa scorü sie | Adesto lumen uerü — 

f. 88 graliarii actio in seJa sepilna j Credimiis seam trinitatem 
id e patrem & filiii j — 

f. 89'' beatitudo & gloria. | Desiderantissinio filio fredegiso al- 
binus I salutein placuit prudentia urae fili j — 

f. 94 in eruce spm xps j Carissimae in xpi caritate sorori eu- 
laliae uirjgini albinus in dilo salutem scae sollieitudini urae | — 

f. 105'' fulgeat in meritis sie pia uirgo sacris. | Incipit expositio. 
sei euangelii. j Matheus sicut in ordine primus ponitur | — 

f. 109 in intelieetu uertitui* | Incipit de seriem generationis ihü 
xpi dni nri secundum carneni | Quomodo iuxta historiae fidem ae- 
eipiendu | — 

f. 113'' passione | finem accepit | Item de nouo testamento j 
Quattuor*) euangeliste diluiä) ihiii xpm sub quatjtuor — 

f. 122'' refectione saturabuntur «). Item praefajtiones librorö 
noui testamenti | Euangeliorii predicatio. quauis quadrifaria | — 

f. 123 eloquio edideruut. | Incipit über de int|pretatione quorun- 
dam noniinü | ueteris nouique testamenti '7) | Diu) & di seruo orosio 
epo«) isidorus queda notis|sima nomina legis & euangeliorö »). quae 
sub alego|ria — 

f. 131 coronam accepit lo). | Dns & saluator noster — 

f. 138'' ipsius misericordia liberamur. amen | Incipiunt intj 
pretationes no|minn ex hebreo in | latinu | hei : ds — 

f. 141 Anien: fidelis s nutricius j Gr nom intinterp 1 Otheus. dsl — 



1) In veteri Corbeiensi exemplari: nefandi (iou;inatis repertores ac defen- 
sores et — 2^ inimicos — ^) Ein Blatt fehlt. Vorrede von AIcuinus de tri- 
nitate. — *) Isidori allegoriae quaedam ex novo testamento LXXXIjl 115.— ^) om. 
«} saturabuntur, ad quam saturationem nos perdueat Christus. Amen. — ^^ Alle- 
goriae quaedam sacrae seripturae 1. c. 97 — s} Domino saneto ac reveren- 
dissimo fratri Orosio. — ^) evangeliorumque — lo) |. c. 116. Die allegoriae ex 
novo testamento siehe oben fol. 113''. 

7* 



100 Reifferscheid 

f. 141'' Biblioteca ropositio librorii |j f. 142 Incipt explatiat syrn- 
boli apostolice | Quando beatum legimus paulu apfm dixisse | — 

f. 152'' in symbulo coiitinen|tui'. amen | Iniunxisti mihi illud 
fidei apusculü qd passym in | ecclesiis recitalur — 

f. 165'' de illius laude & nos gloriemnr qui uiuit & regnat | p 
infinita semp secula scJoriim. amen | lii Quomodo intellegendii e 
illut qd in libro deuteronomi|um scriptfi e: ego enim sum diis ds 
tuus emulator. | reddens iniquitate — 

ibid. a dno redduntur. || f. 166 — 191 enthnltoi die Apncnlypse. 

Isinnnrs de natura verum. 

235. nieinhr. 4. foliorum 194. saec. X '). 

f. 1 Dno 2) & filio sisebuto ysidorus, dum intepr^xtante s) ingenio 
facundiaque | — efficiat | i de diebus — f. 1" xlvi De monte 
ethna *) || f. 2 Dies est solis orientis pr^sentia quousque — 

f. 21'' Finem numquam est babiturus | Explicit über primus sei 
Ysidori | Tu s) forte iuluculentus «) uaga carmina gignis — 

f. 22 luna meat fratrem reetis | obiectibus urgens | kt Octbr an- 
tiphona sei Germani | atleta inuictissimum germanum — 

f. 22'' a periculo mortis. A. || f. 23 Incipit lib pronosticorjeditus 
a iuliano tolotan^ | episcopo ad dida|lium episcop|um barcinojnen- 
sem 7) j Diem illii clara redempjtorS omniii exceptione | conspicuum. — 

f. 25'' debeat publicari sententia. Oratio | Desertum idume^ ce- 
cus et morbidus possessor inba|bitans — 

f. 26 rerum euidentia contueri. | Exph'cit prologus siue oratio | 
luliani cathedre Toletane epi. Ineipi""t capt lib priin. || f. 26'' De ori- 
ginae mortis humanae | i Quomodo mors primum subintrauerit in 
mundii j — 

f. 27 xxn De oblationibus qu^ ^ defunctis lidelibus | offerun- 
tiir. Explieiunt eapitula Hb prim | Incipit liber de origine mortis | hu- 



1) V^l. über diese Handschrift Arevalus in den Isidoriana 99, 39. — 
2) LXXXIII 963. — 3) te praestantem— *) Cap. 44 und 48 lehl.-n. Vgl. Isidonis 
de natura rerum ed. Becker prolegg. p. XXVI. — ^} 1. c. 1112. Vgl. Arevalus 
j. c. 76, 12 Isidori lib. de nat. rer. ed. Becker S. 78. — «) in luco lentus — 
7) XCVI 453. 



Die rijinischen Bibliotheken. 101 

mane qiiomodo mors prinuim | subiiitrauerit in mundum | Peccato 
primi hominis actum esse ut mors in mun|dum — 

f. IS^ nisi peruenire ad regnum cuiys nullus est finis. Expl | 
Tractatus sei ambrosii de superbia carnis (^von anderer Hand) \ 
Lxiii Ad te <) manu mea extendo que sentio in timore di tenere 
vexillu — 

f. 79 Itaque mortificem' carnem p abstinentia & ieiunio. ( & 
oratione. Explicit liber. pro^nosticof || f. 79'' Hymnus \\ f. 80 larum 
brachia decoraris. ille uirtutum ornamenta | anim^ su§. a xpo deco- 
rem accipit. Semper enim caeleste donum a xpo expectat, — Ideo 
Irater carissime. Consideremus quis est qui nos ] pr&ioso sanguine 
redemit. — 

f. 109 atquiR in aeterna beatitujdine una cum scis & electis tuis 
aeternaliter | regnare concedis. quia est tibi cum aeterno | patre 
& spü scü una deitas. gloria. uirtus. impe|rium. & potestas in scJa 
scJorum. amen: | Confessio ad prima | Confiteor diio et ti pater. quia 
peccaui in cogitaltionibus pessimis — 

f. 109'' perducat te ad uitam aeternam. Amen. || f. HO capia 
lihri primi-) | i Quod s) ds siimus & incomutabilis sit | — xxxi de 
gloria scorii \ hie desuni capla secundi libri \ Cap-la libri tertii \ i de 
flagellis di — lxvi de exitu | Incip. liber. spermologon. Isj dori. | i Quod 
ds summus et incommutabilis sit | Summum bonum ds — 

f. 134 & nos ascensuri sumus. Explicit liber ^^^^^^ | Incipit 
liber ^^**^^** | Omnis qui secundum dm sapiens — 

f. 159'' periculum exbibent *). Explicit liber secundus | Incipit 
liber tertius. .i. De flagellis di | Diuinae sapientiae subtil itas — 

f. 190'' caelestis aula l^tificandos includit. | — f. \^2^' Hymnus 
auf S. Germanus \ f. 193. 194 m. s. XHI : Gebete || 

1260. membr. 4. foliorura 178. saec. X^). 

f. 1 «) Liber Baedae prbti de natura rerum. 



') • ~ ') ^'^^ cursiv Gedruckte von einer Hand des vierzehnten Jahr- 
hunderts. — 3j LXXXIII 587 ((sidori sententiarum lihri tres). — *) exhibet 
— 5^ Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Isidoriana 101, 8. — 
^) Unten : Petri Üanielis Aurel. 



102 ' Reif f erscheid 

t 7'' Tempora, momeiitis. horis diebus niensib; annis. sclis 
aetatibus diuiduntur Momeiitil e | — 

f. 14'' apr die non tuisse aut ante aequinoctiu fuisse confirmet. | 
Est eni racio qualiter terminus pasclialus (corr.) inueniri possit. mar 
babet regula j — f. Iß*" ordo appelland. xi. VI. apJ. || 

f. 17 — 43 hidorns de natura verum i) 

f. 43 Tu 2) forte inluculentus s) uaga carmina gignis — 

f. 44 luna meat frajtrem rectls obiectibus argens *). j| 

f. 44'' Incipit über Hygini { periti magistri de as|troiioin bygi- 
nus m. fabio | pliu-lmam salutem. j Etsi te studio — 

f. 86 In sinistro lumbo ,i. |! f. 86'' Ad boreae partes arcti 
uertunt & anguis | — eridaniq, tluenta. || 

f. 87 In di nomine incipiunt pauca de ratione | conputandi se- 
cundum solem et lunam | Me legat annales uult qui eognoscere cielos 
I tempora qui uaria qui simul astra poli j Seiendu nobis. quomodo 
sol — 

f. 118 Incipiunt argumenta de titulis pascbalib; | aegiptiorü 
inuestigata söllertia q dionisius j conposuit utraq; lingua grec uide- 
licet et lat eruditus | Si uis scire qt anni s — 

f. 118'' illius mensis. | Aliud argumentum, de hac eadem ra- 
tione j Si uis scire septimane — 

f. 119 luc& luna xv. | Aliud argumentum de hac eadem ratione 
Victurius j Massiliensis dicit. | Si quis scire quot horas — 

f. 120'' lun xiiii paschalis. i u. s. 2v. j| f. 123'' De saltu lunae 
uicturius dicit. | Post decem & nouem anfi aegyptiorü more con- 
tinuato orldine — 

f. 124 dili|gentius animaduerti deb&. j| zwei Blätter fehlen. j| 
f. 125 5) Incipit lib aetliici philosophico editus | oraculo. a hie- 
ronimo presbitero trasjlat' in latiniK. Ex cosmogratia .i. mundi scrip- 
tura; | Edicta aethici phiiosoplii. eosmographi; | Philosophorum 
scedulas — 

f. 164'' Propauit in monte sacrii arasq. inuis famosissima || 

f. 165 — 178 Griechisck-tateinisckü Glossen. 



1) Der Titel fehlt. Ebenso fehlt c. 44 und 48. — 2) LXXXIII lil2 Vgl. 
Arevalus a. a. 0. 76, 12 Becker a. a. 0. vS. 78. — 3j in |ueo lentus — *) ur- 
gens. — 5) 125—178 saee. XII. 



• Die römischen Bibliotheken 103 

IsiDORi origines. 

19S3. membr. Grossoctav. 2 col. foliorum 210. saec. X '). 

f. 1 ä) Domino | meo et di | seruo brau|lioni epo | Isidorus •,• | 
Omni desiderio — l'rater | Domino meo et uere domino | xpique electo 
Isidoro episjcoporum summo braulio ser|uus inutilis scorum di | 
pie domne — 

f. l** marcescens | domino meo et di seruo braullioni epo Isido- 
rus I Quia te incolumem — domne Domino | meo et uere dno xpique 
elecjto isidoro episcoporum summo | braulio seruus inutilis seruo di j 
Sol& repleri — 

f. 3 mereamur Domino meo et di seruo | braulioni episcopo 
isidorus | Tuae seitatis — frater | Domino meo et di seruo braullioni 
epo hisidorus | En tibi — maiorum. Explicit. || 

f. S*" fnmnu s. XI) Sancta 3) dei genitrix. post partü uirgo 
pbennis — Mille p eflfusos uincis quos luminis orbes. | bic est Liber 
Sei Maximini '^^ || f. 4 En tibi — maiorum ausradirt. | Incipiunt capi- 
tula grammati|cae artis isidori epi (^m. s. XI) j i De diseiplina & arte 
— XXIII De 'storia j De diseiplina et arte {ni. s. XI) j Diseiplina a 
discendo — 

f. 210'' ignis ardore siccetur^). j Explicit &bimologiarum { Do 
gratias |j 

IsiDORl prooemia, liber de natura rerum, originum X., dtfferentiae, Syno- 
nyma. 

310. membr. Kleinfolio, foliorum 221. saec. IX — X6). 

f. 1 ') In noiii. sce trinitatis incp Hb proe|niio«»- de libris noui 
ac ueteris j testamenti «) plenitudine ») qua in canon. | catbolica re- 



1) Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Isidoriana 101, 32. — 
2j Unten: otj äru)(w, liav evTvy^Oi — 3) Nach dieser Handschrift lieraus- 
gegeben von Arevalus IV 50U LXXXII 729. — *) Das cursiv Gedruckte ist 
ausradirt. — s^ y^s vierte Buch der Origines ist in dieser Handschrift das 
seciizehnte. — •*) Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Isiiioiiana 100, 
19. — '') Unten oig ätuxw, Xtav svzvy^uy | Fetaui paul' Geiiabens. — ^) in libros 
veteris ac novi testamenti prooemia — '•>} LXXXHI 153 Plenitudo novi et 
veteris tesldinenti. 



104 ' Reifferscheid * 

cipit ecclesia iuxta u&ustam priorum | traditionem. i) In principio ui- 
delic& quini] libri moysi. Genesis exodus | — 

f. 8" duces 3) actaq; legationem s). It prefationes | librorum 
noui testamenti *) | Eiiangeliorii pdicatio quamuis quadrifaria sit. | — 

f. 10 flumen &iam baptismi mnndu uite s) diüTi ihm | xpm Ex- 
pj Lib proemioi^. || f. lO*" Incipt adnotationes prouinjtiaiy galliai^ 

V 

cum priui|legiis suis prouintia Lugdunensi | M&ropbJ ciuitas. Lugdu- 
nensium. | Ciuitas * aeduorum Ciut aurilianorum. — 

f. IP eint, uallensiu. octodorum. j In prouintiis. decim. 
eseptem. | ciuitates .cxv. || f. 12 Incipit rotarii lib | Isidori | Dno «) 
et filio Sesibuto | isidorus dum te prestante ') | ingenio fecun- 
diaq; 8) — 

f. 12'' dictorum fide [ efficiat. expJ pfatio. | Ineip. capitulatio. 
I I de dieb; — f. 13 xlvi De monte [ &bna. 9) | Explieiunt. ca| 
pitula. II f. 13^ Incipit textus. | de diebus | Dies e. soiis orientis 
psentia. quousq; | — 

f. bi^ Corpora damnatorum finem nujquam .e. habiturus. Finit 
do grajtias. amen | -h Gardum. garda. ingardum. Sca maria ora p me 
famulo dl. U. ihii. ihii. ihü || f. 52 'o) Incpiit glose (^corr. m. rec.) 
ex nojuo et ueteri testamento | seu ex ethimologiarij spirijtaliter. 
compositae. | Abauu. pal j>aui. id .e. auus aui | Abba pat. syrum 
nomen e | Abbacuc. amplexans | — 

f. 15 P Zizania. lolium. | Explieiunt glosae | do gratias | amen n) | 
Von anderer Hand folgt aeeio. euoeo .i. aceerso. abareeo. 
ai-cesso. — satni falx lelifag' uoeat lierba saliua. || f. 152 Inci- 
piunt capituia | libri deeimi. 12) Id .e. de qua|dam nomina p all'abej 
tu distineta. | De reliquis nominibus | iuxta ordiue elemtoi^ | lit- 
teraiy | i. De quib;da uocabulis. | hominu p denominatione | Licet 
origo nominum unde ueniant 13) a phijlosopis — 

f. löS*" Uenator. quasi beiiabulator | a uenatione 1*). seilicÄc 
I quo bestias premit. quat|tuor autem uenatorii | offieia. uestigatores j 



1) traditionem, ista est — 2) ducibus — ^) legationum — *) om. — 
5) lignumque vitae - 6) LXXXIll 963. — "?) praestantem — ») faeundiaque — 
9) Auch in dieser Handschrift fehlen cap. 44 und 48. — i») Unten: Pa Pflaui' 
in Regni Clirist"". I Curia. C. — •') Die Suiiscription ist ausradirt. — <2) Das 
zehnte liuch der Origines. LXXXII 367. — 'Sj veniat — 1*) venahiilo. 



Die römischen Bibliotheken. 1Ü5 

I iiidagatores. alatores. j pressores. || f. 169 Incp de proprie | 
sermonum. uel rerü | Inter polliceri i) & ^mittere hoc inte | qd 
^mittimus rogati. pollieemur | — 

f. 175'' Iiit homines & bestias. h'. iiit.e. | 5 bestiae uentri 
seniiunt. hojmines. ratione | ExpJ felieiter | Int basium. & oscuJ. & 
suauiu h' int.e basiu | pietatis. oseulum. amicitiae. suauiü. luxori- 
ae. II f. 176 Incpnt differentiae. | spiritales. 2) Isidori epi | iunioris. 
spaniensis. | Inter dm s). et diim. Ita quidam | difTinierunt. — 

f. 189'' diabolicae ruinae. absq; | exemplo. hvimilitatis. xpi *) 
I Explunt differentiae | spiritalium. siue car|naliu beati. Isido|ri. 
episeopi. || f. 190 In nomine diii. in xpo 5) karissimo | et dilectis- 
simo fri Braulioni archi|diaconi Isidorus | Quia non ualente e) per- 
fruere ^) oculis. carnis perfruar saltim. elojquiis. «) — la&ifiea|re. 
eloquiis. Incipit. Soliloquiorum Isidori Iunioris Spalenjsis epi ») Isi- 
dorus 'o) Lectori. Salutem. | Uenit nuper, ad manus meas. quae- 
dam scaedula. eycelronis quem sinonimamn) dicunt cuius Ibrmula 
perjsuasit — 

f. 201 Qui enim perseuerauerit usque | in 12) finem hie saluus 
erit I Explicit über primus | Incipit über secundus | Quaeso te anima. 
obsecro te. deprecor te. inploro te | — 

f. 214'' Taus misericordia peccata non purgat. sed am- 
püat <3). II 

f. 215—221 saec. IX. _ 

f. 215 Sermones sei agus|tini epi de natale diii | Audistis »*) frs 
quemadmodum | nobis beatus euangeiista hodie generationis xpi. 
r&ulerit | — 

f. 217'' ref'ormationis dni nostri ihii xpi. qui cum etc. amen. | 
Item ubi Supra | Audiat i^) in praesente dilectio uestra fvs kmi | 
quemadmodum esaias proph&a — 



1) LXXXIII 1319. — 2) Liber secundus de differentiis rerum — 3)LXXXI1I 
69. — *) Deprimit exemplum humilitatis Christi atijue diabolicae metus minae. 
Qui dum vult esse quod non erat et ipsum quod erat perdidit et tartari interna 
pronieruit. — &) 1. c. 898. Nach dieser Hiindschrifl von ßreulius herausgege- 
ben? — ö) valeo te — ■?) frui — *) aiioquiis — "j Synonyniorum libri. — 
1") 1. c. 827 (prolo^us alter). — 'i) seheduia quam Synonyma — i*) ad — 
13) 1. c. 867a. ampliiicat. Der Schluss fehlt in der llandschrilt. — i'*) Fui- 
gentii Ruspensis sermo (ed. Venet. 17i'i p. 31)6). — ''') ? 



106 ' Ueifterscheid 

f. 219 xps circa quingentos annos natiuitatis suae *) caiisas 
prestatu|rus * lites patitur. — 

f. 221'' humanis gressibus portabatur dictura difica. & in 
angus Ij 



IsiDORI sententtarum libri. 

1823. membr. 4. folioium 181. saec. X^). 

f. 1 8) quorum*) creator sps scs superferri Hill! \ IUI Hill stolums) — 

f. 22 & iios asceiisiiri | sumiis. Exjilicit liber primus. amen j 
Incipiunt capitula libri secundi. | i De sapientia — xliiii de absti- 
nentia. | Incp Hb; secundus | de sapientia | Oranis qui secundum dm 
sapiens est beajtus — 

f. 69'' adhib& Sed etiain periculQ exibet. | Expt. liber seciid 
I Incip. liber. tertius || f. 70 .i. De flagellis di — f. 71 lxvi De exitu. 
Incp liber tertius. | .i. Dibine sapienti^. subtilitas sicut interius | — 

f. 117 aula letificandos includit. | Explicit feliciter | über ter- 
tius I deo gratias. j amen | Ego iohannes. quamuis. indignus | dia- 
conus. qui hoc codicem exarajuit oiiis qui hunc librii | lecturi estis 
oret pro me peccatorem si dm | habeat protectore || 

f. 118 über der Zeile Eucherii epi«) | De questionibus diffici- 
lioribus uetejris et nobi testamenti quibus 7) scripturarü | testimo- 
niis trinitas adprobatur. | Multifaria & multis id quidem significatio- 
nib; | — exordio. | In principio. Inquit fecit ds c^lii et | — 

f. MS"" pstringamus iit possumus locu istG^j obscaritatib; | unter 
der Zeile Explic üb qstionü noui 3 ueters testaifiti || f. 149 inuo- 
lutij disputat contra eos 5 ex iudeis xpiani ») prologus | de nominib; 
hebreis | Qiü »oj fiiü kiSe superiori libro pro petitionib; n) — cau- 



1) Also nicht von Augustin, sondern von einem Autor des sechsten Jahr- 
hunderts. — 2) Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Isidoriana 4, 101 
LXXXI 849. — 8) Untt'n liB maioris eece ben. d. h. Beneventanae. — *) 1, 8 
LXXXIII 55Ü b. — 5) diceretur quod et apostolus - «) Unten liB e c ben""'. 
Derselb(>n Bibliothek gehörte ehemals der Casanatensis B. IV 18 (siehe oben 
S. 173) an, in dessen Provenienzangabe statt bon" zu lesen ist ben"'. — ') Eu- 
cherii instructio nuni 1, 2. Die praefatio tid Salonium fehlt. L 773. — ») sum- 
is — 9) 1. c. 8t)7 c. Der Rest des ersten Buches fe hlt. — '») Eucherii in- 
structionum 2 1. c. 811. (Exeerpte). — •') propositionibus 



Die römischen Bibliotheken. Iu7 

sam I) poiiam. de nominib; hebreis | Adonai in latiuum significat 2) 
das sabaoth exercituum | — 

f. 157'' integra hostico igni tradita eonsumebatur. s) || f. 158 
Qiiedam*) notissima nomina leguntur^) & euangelioru e) | — 

f. 1H5 coronam accepit. | Quattuor euangeliste diiiii ') ihm 
xpiu sub quattuor | — 

f. 175 ^terne «) beatitudinis. resurrectione ») saturabuntur. | 
amen. || f. 175'' Inter naliuitatem xpi et nostram hoc | interest. i«) | 
Quod omnis homo ex delicti lege conceptus est n) ille | — 

f. ISl** gaudium sempiternum. j| 

IsiDORl sententiae de aetiva vita atque contemplativa. 

281. membr. 4. foliorum 101 saec. X 12), 

f. i'' 13) Incipiunt sent differentiarum j be isidori de actiua ui|ta 
adque conteplaj Duae i*) ^*^* sunt uitae. p quas oms electi | ad ae- 
terna beatitudine pueniunt. — 

f. 7 ad id quod ardenter dijligit puenire potest. Finit | Inci- 
piunt capitula libri primi de | uita contepJa .i. Praef. | 26 Cap. 

f. 8 Diu 15) multuq •,• renisus sü uoluntati tu§ mi dne | studio- 
sissime | pontificü iuliane — 

f. 31 discucienda eontinejtur ratio disseramus. Expt Hb primus 
I Incipiunt capitula libri secundi | .i. prologus — f. 32 Expliciunt 
cap C^^J I Incipit liber secundus ] Superiori libro ratione contem- 
platiuae uitae | — 

f. o9 in tertio uolumine donante dno i«) disputemus, j Explicit 
liber secundus feliciter. do | semper laus et gratias in xpo ihu dno 
nro I Incipit capitula libri tertii. | i Quantü a ueris uirtutib; uirtutü 
similitudines distent. 28 Cap. 



1) causa — 2) sonat — 3) ]. c. 822. — *) Isidori allegoriae LXXXIII 
97. — 5) legis — 6) evangeliorumque — '') om. — ^) aeterna — ») refec- 
tione — 10) Excerpte aus Isidors differentiarum IIb. 2, 8—12. 14. lo. 19. 21. 
26. 27. 31. 36. — nj invenitur esse conceptus — 12) Vgl. über diese Hand- 
schrift Arevaius in den Isidoriana 4, 100 LXXXI 832. — i3) Oben Nu. 39. n.P.| 
1636. Unten Volumen LIX | Non Petauianum. — i*) LXXXIII 1243. - i*) lu- 
lianus Pomerius de vit^ contemplativa LIX 415. — 'ß) deo 



108 ' H e i f f e rs f h e i d 

f. 60'' Inclpit lib tertius de uita conteplt | et quantii ab ea diffe- 
rat actualis. uel qualit poss&is i) ipsius | — 

f. lOl** res ^ ueri sed ^ reb; enuntiandis uerba s instituta| 
Expl Hb ter de uirconfl Putas (uc} qui legis ora pro ipso serip- 
tore si dm habeas in omnib; protectore | Agambaldus indignus uo- 
eatus monachus scripsit do gratias. |1 



loHANISIS ChRYSOSTOMI et aliorum sermones. 
195. membr. 8. foliorum 66. saec. X. 

f. 1—23 Commentar znr Pasfiion^)\\ f. 23 Rectum igitur fuit | 
ut qui patre aut filiiJ dispexerant a filio & patre | id tito & uespasiano 
delerentur. & qui in sollemni|tate pharce diim cruciöxer. in eade 
sollempnitate | ab ostibus conclusi perirent. Finit. || f. 23^ Bis- 

niq, 

deni bideni. deio scribuntur in anno. | — Ne in medio ima ruas 



sed Clara *^ teneto | p ftberias uiuas. || f. 24 conciliü malignantiü 
obsedit me.Canü aG | nom in eos. e. &ia p ^pbeta alterG constitujtu. 
In esaia ein scriptü. e. Oius canes c^ci | nescientes iatrare. Canü 
em mos. e. ut ait | nr. hilarius. pastore adludere grege nosjse. — 

f. 29^ circG edificauit aduerjsum me ut non egrediar | Sermo 
scT hieronimi | prbi de uigilia osanne j Factum s). e. cum adpro- 
pinquasset ihs hierosolima | — 

f. 31 scto'*- amen. Incipiunt sermo|nes in cena diii | Pascba*) 
non sicut ^stimant grecum nom. e. | — 

f. 39^ scJo^»-, Item sermo sei iojhannis costantino|politano in 
parascllejHodierna die dns iir pependit in cruce. | & nos epulemur. — 

f. 47 diie ne statuas illis peccatu boc. | Item alius sermo de 
parasc eue. | Conuenientes ad statione eccl^ matris lecjtu — 

f. 50^ possijdeam' pp&ua claritate. Alexander piier magnus 
circuiuit — ex maria | uirgine || f. Sl Sermo beati Fulgentii |.epi- 
scopi de eo quod ait | Micbeas propbeta. Indicabo | tibi bomo quid 
sit bonum | De praesenti s) proph&ica lectione in qua nraru j — 



1) possitis — 2) Am Anfang; scheinen drei Blätter zu fehlen. Das erste 
Blatt ohen beschädigt. Fol. 1: Numero 95. N. Pet. | 1636. — s)? — 4) ? _ 
^) LV 246. 



Die röiiiisfheii Bibliotheken. 



109 



f. 5o^ iiidicio misericordiam inuenire | possinius. Explicit | 
Diiodecimi) abusiua s seculi | Hoc e sapiens, sine operibus — 
Populus. sine lege | Sic suffocat iuslitia. haec sunt duodecim abusiua 
scJi rota sie \ si in illo fuerint decipitur & ad tartari tenebras nullo | 
inpediente iustitiae suffragio p iustum di iudiciü | rotatur. Sapiens 
sine I bonis operibus || f. 56 Primus — 

f. 58^ dubitatur. lic& 2) enim inimicum esse diligendum s) \\ 
f. 59 dum*) ergo xps finis e legis 5). qui sine lege sunt | — xps 
esse incipiat in futuro. | Sei iobannis cl)ri|sostomi de epis|tola 
beaT pauli ap | ad corintbios priiii || f. 59^ In loco ubi dicit. Omnes 
quidem ^^* dormiemus | omnes autem immutabimur & c&. Quod 
autem dicit | — 

f. 60 absorta e mors | in uictoria. Sei thanasi archiepi | alexan- 
driae | Saluatoris quidem resurrectioii | communis e omnium re- 
paratio. — 

f. 60'' in gaudio consummatio | Sei Epipbanii episcopi cypri | 
Duo enim certa testimonia dederunt | — 

f. 6 1 & corruptibile incorruptibile | Sei Effrem de aduentu dni | 
Quando uidebimus oculis nostris ieffa|bile — 

f. 61^ resurjgit omnis creatura | Sei Gregorii episcopi | Ni- 
seni I Peracta quidem bominum genitura | — 

f. 62 & sie semper cum do erimus | Sei Augustini de re|surrec- 
tione xpT et genere humano | Sicut «) dicit in epistola iudas aposto- 
lus iacobi infi|de!itas — 

f. 64 absorta | e mors in uictoriam. Rufini praespitejri maxil- 
liensis de simbulo ad | Laurentium episcopum | Ecce t) mysterium 
dico uobis. Omnes quidem resurginy | — 

f. 65'' bii autem in confusionem & obprium &ernum. | Quan- 
tum remedii babeat confessio | peccatorii. Et quäle mereatur | oc- 
cultatio dolosa supplicium || f. 66 übei^ der Zeile Prosperi | ») buc 

accidit qd & ipsa peccata sie babent — 

f. 66'^ eines supne ciuitatis etTecti ad gaudia sempiterna pue| 
niant 11 



1) Vgl. IV 869 XL 1979. - 2) sie — 3) |V 8T2 d. - *) I. c 881 b — 
5) legis est — «J ? — '') Kxcerpt. — **) Am Rande: de vita contemplativa 

2,7. 



i 1 HeifferscIlPid 

luVENCUS. 
333. membr. 4. foliorum 163. saec. X <). 

f. 1 Incip praefatio iuuenci presbiteri | Matheus a) instituit iiir- 
tutum tramite mores | — Intonat aeternae pandens mysteria uitae | 
Item praelatio | Inmortale nihil muudi conpage tenetur | — 

f. 2 Duicis iordanis ut xpo dlgna loquamur. | Explicit praefatio | 
Rex fuit herodes iudaea in gente cruentus | — 

f. 26'' Sana ministerium prfbebat femina mensis | Explicit über 
primus; incipit über secundus | Jamq: dies prono decedens lumine 
pontum I — 

f. 43'' Oblatusq: illi est. quem daemonis borrida uirtus || 
f. 443) Si uultis uolucris penetralia noscere s^cli | — 

f. 44" Et pecus abrupto toll&is uile profundo || f. 45 Et lingua 
& uisu träncatum. uiuere poene 1 — 

de l ! I „ 

f. S2 In ' domum rep&it serus turbasq: reliquid*) | Exphcit 
über secundus ; incpt liber tertius | Fuderat in terras rosaeum iubar 
ignicomus sol | — 

f. 76 Paucorum felix hominum selectio fi& | Explicit euange- 
liorum liber tertius | Incipit liber quartus | Talia dicentem contestim 
factio frendens | — 

f. 101" Per diim lucis xpm qui in secula regnat. finit | Explicit 
liber. im euangeliorum uersibus | Gai uetti aquilini iuuenti presbi- 
teri. I Incipit proiogus sedulii amacedona | presbiteris: Domino 5) 
SCO ac beatissimo patri macedonio prbro sedulius | caelius in xpo sa- 
lutem. I Prius quam me uenerabilis pater operis | — 

f. 107 immolatus e xps | Cui honor etc. amen; explicit praefa- 
tio I Incipit secunda ] Paschales quicumq: dapes conuiua requirisj — 

f. 107" Rubra quod oppositum«). testa ministrat bolus. | Ex- 
plicit metricus prolocus | Incipit sacrum opus id e de ueteri testarat | 
Lib .1. Noua lege uel uetera || f. 108 Cum sua gentiles. studeant 
figmenta po&ae. | — 



1) Mit Interlinearglossen. Vgl. über diese Handschrift Arevalus in den Pro- 
legomena zu Juvencus 2, 48, zu Sedulius 3, 66. — 2) XIX 53. — Sj f. 44 ej^. 
gesetzt von einer Hand des iL — 12. Jahrhunderts. — *) reliquit — *) I. c" 
S33. — ") appositum 



nie römisoheii Bibliotliekeii. 111 

f. 119 Portantes nostros xpo iieiiiente maniplos | Explioit über 
ueteris testameiiti | Incipit liber primus in nouo testamento | Expu- 
lerat primogenituni seuissinuis anguis | — 

f. 139 & speciale bonum cum sit generale reuoluam | Explicit 
liber seeudus | Incp Hb .in. in xpo | lam placidas iordanis ite traiisj 
gressus areiias j — 

f. 148'' Qui regit a&heriü princeps in principe regnii | ExpJ Hb 
.in. Icpt liber quartus | Has inter uirtutes (con\) opes iam | pro- 
xima paschae | — 

f. 162^ Sufficere densos p tanta uolumina libros j Finitum est 
(über der Zeile von späterer Hand) | Explicit Hb im Incipit Hb ara- 
toris I Domino ') sacro sco. beatissimo a) atq: aposto|lico et in toto 
orbe primo omnium | sacerdotum papae uigilio arator subdiaco- 
nnsä) II f. 163 Hoc op; seduHus incerta cartulas dispsum reliquid 
qd recollectum adunatum atq; ad omnem | elegantiam diuulgatum est 
a turcio ruffo asterio uiro claro excsule oidinario atq; patricio; | 
Sume *) sacer meriHs ueracis dicta po&ae | — Plus tarn ad meritum 
e si uig& or&uo | SeduHus epistola macedonia premissa — coaptata | 
Iheronimus in catbalago scriptorum dicit; SeduHus uersificus — 
theodosii; | SeduHus xpi miracula uersibus edens — Stabunt in gar- 
rula ducti testudine uers; ji 



LUCIFER CaLARITANÜS. 
133. membr. 8. foliorum 166. saec. IX — X. 

f. 1. Quia absente nemo debet iudicare nee damnare 5).|Cogis6) 
nos constanti. absentem damnare — 

f. 41^ ille est testis qui nobis tribuere hoc potens est j De 
Athanasio'') Hb .i. explicit j incipit Hb .11. | Audes a do dicatos ten- 
dere constanti manus. ad eos uexandos quojrum — 

f. 72 has tarn salubres admoniones nostras despexeris;| 
De athanasio Hb 11. explicit. | incipit de regib. apostaticis liber .1. | 
f. 72^ Vsitatum **) quia hajbere dignaris uerbum. quod enim nisi 
& in|tegre — 



1) LXVIIl 71. — ^) sancto ac beatissimo — ^) subdiaconus salutem. — 
*) I. c. 779. — 5) Capiteliiberschrift. — «) XII! 817. — ") Pro saneto 
Athanasio ad Constanliuin imperatorpni — *) I. e. 793. 



1 I 2 Keiff.Tscheid 

f. 87 pter cruciamenta pcepturus paenarum ■; | De regibus apo- 
staticis über >?< | explicit incipit de non coiiue|niendo cum haere- 
ticis II f. 8V Cum omnibus 2) perniciosis tuis conatibus aduertisses. 
itum ob|uiam. — 

f. 103 narrat praecipites datos. lib. de non. | conueniendum 
(do rorr.) cum haereticis. explicit. j Incpt. lib. de non parcendum 
(do corr.) in diu delinquentib; | lib i. Superatums) te imperator a 
di seruis ex omjni — 

f. 144 ubi nunc | sunt cuncti illi contyranni tui. Explicit de 
non I parcenda in din delinqueiitib; Incipit mojriendum esse pro di 
fdio; I Üecuerat*) quidem constanti imperator. nibil iam te|cum — 

f. 162 pollicejatur ad gloriam sempiterna; Explicit moriundu 
pro dl filio j Incipit epistola florenti ad luciferG episcopum. | Diio 5) 
benignissimo lucifero florentius; nomine tuo codicem | quidam do- 
mino & augusto nostro — 

ibid. denuo offerri. | Forentio ß) magistro officiorum lucifer eps. 
codicis platore j quem memorat — 

f. 162^ eoeperit inueni&. | Domino^) dilectissimo fratri lucifero 
episcopo. & confessori | alhanasius in dilo salutem; do fauente cor- 
pore ualentes | misimus — 

f. 163 uere homo di ; bis acceptis litteris | beatus lucifer. misit 
libros quos ad constantium scripserat; j quos cum legiss& athana- 
sius. hanc infra epistulä misit »). | Domino 9) gloriosissimo ac 
merito desiderantissimo coepo lucifejro atbanasius in diio salutem. 
&si credo peruenisse &iä | — 

f. 164^ & in Omnibus desideranjtissime. | Gloriosissimo ^o) 
constantio augusto liberius eps opto n) tranquiljlissime imperator 
ut mibi benignas aures — 

f. 166'' clemtissime ac religiosissime augustae. Explic. | Incip 
exemplS epistulae athanasi de greco in la. transit 12). | Atbanasius 
solitariae uitae estudentib; & in fide di roboratis ac dilecjtissimis 
fratrib; in diu) salutem. diio quidem gratias ago qui donajuit 
uobis — 

f. 167 deputentur. | Explicit. || 



') ad Constantium imperatorem fügen die Ausgaben hier und im Folgenden 
hinzu. - 3) 1. c. 767. — s) 1. c. 93S. — *) 1. c 1007. — 5) j. c. 935. — 
6j I.e. — 7) 1. c. 1037. — s) Diese Notiz scheint unedirt. — 9) 1. c. 1039. — 
10) VIH 1351. — 11) obsecro — i3) ? 



I»ie römischen Bibliotheken. 113 

Orüsii apologeticus. 
286. meinbr. 4. foliorum 91. saec. XI. 

f. 1 9 Incipit epistola siue lib beati Hieronimi prbi | ad Tesi- 
phontem Urbicium 8). | Non audacter ut falso putas — 

f. 6 conprobentur. Explicit j epistola ad thesifontem | Seqiiitur 
prologus dialogi sei Hieronimi j recte fidei presbiteri cS Pelagio 
inoiTch | heretici dogmatis repertore quem sub j Attici et Cv'ii 
nominibus uoluit | adnotare j| f. 6^ Scripta sj iam ad thesifontem — 
xp5 reliquerit uoluntati. | Explicit prologus. Incipit dialogus sei j 
Hieronimi sub nominibus Attici et Critoboli compositus *) j Atticus 
Die mihi crithobole — 

f. 20'' repl&um est malitia Explicit pars | prima: Incipit pars 
.II. eiusde libri j CR Multa quidem de scripturis scis — 

f. 34 quae saepe replieauimus. Explicit | pars .ii. Incipit in. Ij 
f. 34'' CR Deleetatus sum tuorii — 

f. 42 errorem | sequamini. Explicit dialogus sei hieronimi j 
Orosii presbiteri liber apologeticus incipit | Possibilitatis s) ee) nec{,. 
pr^sumtionis meae. ■ — 

f. 59 et sie implebitis ■?) legem xpi ; | Explicit liber Orosii praes- 
biteri | Dilectissimis '*) iratrib: sunniae et ) fretele et ceteris qui 
uobiscum dfio deseruiunt ») hieronimus j Uere in uobis apostolieus et 
^pheticus sermo completus e — 

f. 68 ergo, dolatorium dici potest. || f. 68'' Incipit prefatio 
beati Hieronimi in libro psalmorum. j Eusebius loj. hieronimus. So- 
fronio suo salujtem dicit n). || f. 68''Scio quosda putare. psalterium. — 

f. 69 cupio. & meminisse mei. Explicit prologus. leronimus 
Marcellae | Nudius i^) tertius. cum centesimum — 



^) Unten Volumen XLIX | non Pelauianum. Die ersten zehn Quaternionen 
der Handschrift fehlen. — 2) XXII 1147. Die Handschrift hat Vallarsi benutzt. 
Nach seiner Gewohnheit erwähnt er den Zusatz Urbicium, ohne ihn aufzuneh- 
men. Thesipontem] liesCtesiphontem.— ^) XXIII 49S. — *) Bei Vallarsi lautet 
der Titel: dialogus adversus Pelagianos sub persona Attici catholici et Cri- 
tobuli hacrctici. Vgl. fol. 6. — *) XXXI 1173. Bei Havercamp. lautet der Titel: 
Liber apologeticus contra Pelagium de arbitrii libertate — «) ncn est — 
7) adimplebitis — ») XXII 837. — 9) seruiunt — lo) XXVIII 1123. — 
it) om. - 12) XXII 441. — 

Sitzb. «I. phil.-hist. Cl. LIX. Bd. 1. Hft. g 



114 Reif f erst- liei<l 

f. 69^ sub pedibus | nostris uelociter. ExpJi |[ f. 70 Incipit 
epistola sei hieronimi ad augustinum | Domino i) uere sco ac») bea- 
tissimo pape aiigustino. hieronim' j in xpti salutem. Anno pterito p 
frm nfni asteriG yppodia|coniim s) — 

ibid. suscipiende papa Explic | Hieronimus. Alipio. et Au- 
gustino episcopis | Doniinis*) uere scis atque omni affectione ac 
uere s) uenerandis alijpio & ag epis. hieronim' in xpo salutem. 
Scs innocentius pr^r | qui hui' sermonis — 

f. 70^ paucis lucubratiunjculis respondebim' «). j| 
f. 71 Item de hoc utrum in nouissimo diii aduentu sit futurum 
iudieium questio .i. 
Item de hoc quod dicitur a quibusdam sarra adulterium 

non euitare questio .i. 
Item de hoc quod dns ait eJegi dauid scdm cor mcum 

questio i. 
Item ad seih aurelium fi amouendis conuiis dedeclis. epi- 
stola I. 
Item ad sein alypium p dioscori conuersio i. 
Item eiusdem ad abbatem eudoxium insulae capprariae 
Item ad abbatem sebastianum epistola i. 
Item ad marianum ut conuerteretur epistola i. 

Item ad caelestinum diaconum salutaria epistola 

Item ad restitum diaconum ^ uitiosls in ecJa tolerandisepti. 

Item ad largum ammonens eum p bonis operibus epJ i. 

Item be" augustini cui' supra ad bonitacium comitem p 
contepnis renis : epi i. 

Item eiusdem ad crisimum cur in se man' inicere uo- 
luisse diceretur epJ i. 

Item memoratum episcoporum ad maximum medicum the- 
nitanum eunomianista ep i. 

Item beati augustini ad epm esycium solitanum de ad- 
uentu dni & fine scti ep i. 

Item rescriptum epi esici ad beatum augustinum quid de 
questione supernis sentiret ep i. 



1) 1. c. 831. — 2) et — 3) hypodiacoiuim — *) 1. c. 1181. — 5) jure. — 
«) Der Schlnss des Briefes non ut eonvincamus — venerabilis patres fehlt in 
der Handschrift, die hier kein Blatt verloren hat. 



Die römischen Bibliotheken. 115 

Item beati aiigustini resiirrectionis xpi & lazari eontra pa- 

ganos questio .i. 
Item cui' supra ad epm dehutherium ^ iiictorino manicheo 

subdiaco ep-.i. 
Item ad uictorianum pi^bm de cladibus belloriim & cl ep i. 
Item beati augiistiai sd ad macrouium epni donatistam p 

diac ne eum rebaptizar& ep i. 
Item eiusdem ad cecilianum contra donastas ep i. 
Ite eidem ubi sibi suecessorem prit eraclium elegit ab eo 

confecta gesta ep i. 
Ite pr$i abiti qui reliquias martiris stephani primum desti- 

nauit ad inspaniam epistola i. 
Ite beati augiistini ad quintillianum epis^copum commen- 

dandas gallam & simpliciolam ep i. 
Ite cuius superius ad felicitatem & rusticiim de eorrep- 

tionib: praesentis uitae ep i. 
Item beati augustini ad egdigiam cur nesciente suo uiro 

bona sua "tribuerit/* 
Item ei'dem ad seleucianam eo qd apJl baptizati credendi 

sint ep I. 
Ite cui' superius ad italicam de corpore mediatoris fdii 
di quod oculis corporeis non uideat substantiam 
di ep .1. 
Item epi eubodi ad scm augustinum de ratione & do ep i. 
Item eiusdem ad qSp de uirginitate beate mariae et cor- 
pore tili di ep I. 
Item eiusdem ad memoratum augustinum ut ei p inqui- 
sitis SS questionibus respondeat ep i. j] 
f. 71^ Item supra augustini ad memoratum eubodium de uisis 
somniorum ep i. 
Item cuius ad quem supra de corpore tili di quod oculis 
corporeis non uideat diuinitatem. & de uirginitate 
scae mariae & imaginib; ept .i. 
Item beati bieranimi ad uitalem epm quomodo salomon & 

achaz undecim annorum filios genuisse dicant ep i. 
Item memorati hieronimi papae damaso de tribus hyposta- 

sis. & cum quib: debeat communicare ep i. 
Item cos ad tbeudosium & alias anacboritas ep i. 

8-' 



1 1 ß Kei ff erseht' id 

Item CS hieronimi ad marcellani de quiiiq: questionib: 

noui testamenti ep i. 
Ineip retractatio questionis euangelioru. Hb ii j Sunt *) quae- 
dam expositiones | — non ita scriptum est Explicit retractatio | In- 
cipit prologus | Hoc 2) opus non ita scriptum est. ac si euangelium 
exponendum ) — 

f. 72 facile inuestigar&. Explicit prologus , Incipiunt capitula üb 
1. secundG math | i Quod ait nemo nouit filiom nisi pater — 

f. 72^ xLviii Quod ter dus orauit priusqiiam trader&ur Expli- 
eiunt capitula ] Incipiunt capitula in Lucam , i. Quod Zacharias ^u^dit 
ab angelo exaudita est oratio tua | — 

f. TS"" L Quod scriptum est de diiT) finxit se longius ire || f. 74 
Cum dicer& nemo nouit filium nisi pater. non dixit & cui uo|luerit — 

f. 79 impler&' uoluntas patris. Explicit lib i in math | Incipit 
in Luca | Quod zacharias orans p populo audit ab angelo |i — 

f. 91 Non I enim illud ita loquimur. uf dominas neritatis») || 

Orosii historiae. 

296. membr. fol. 2 ool. foliorum 108. saec. IX — X*). 

f. 1 fast ausgegrmgen 

f. 2*" scien|tiam consequantur. s) Expl. prol | Incipit Über sei 
orosii de] ormesta mundi | Maiores «) nri orbem | totius — 

f. 13 (xx) ") eruditiorib; 'om'nib; | continebit. | Finit liber 
prim. I Incipit lib secunjdus. ab orbe condito usq; ad urbe | condi- 
tam anni .TiTi. milia .cccc. | lxxxiiii. ab urbe condita usq; ad na| 
tiuitatem xpi. an°i. dccxv. colligunt. | ergo ab origine mundi in ad- 
uentü dfii nri ihS xpi anni .v.clxlviiii. ») j Neminem ^^^iam | esse 
hominum j arbitror — 

f. 23'' ut in subsequentibus caetera j prosequamur. | Expletis 
orosii duobus | libris prioribus. nunc | in xpi nomine sequitur | ter- 
tius I Et superiore iam libro | contestatus — 



1) Retract. 2, 12 XXXIl 634. - 2) XXXV 1321. — s) Cap. 33 I.e. 1348. — 
*) Mit vielen Glossen von einer Hand des zwölften .lahrhunderts. — ^) XXXI 
072 Ende von Uros. 1, 1. — «) Oros. 1, 2. — 7) Die Zählunor der Capitei geht 
durch das ganze Werk durch. Die letzte Capitelzahl CCLXXXVIII. Vgl. Halm, 
Verzeichniss der älteren Handschriften u. s. w. S. 49 (cod. Bern. 169). — ^) Dieser 
chronologische Zusatz scheint sonst nicht vorzukommen. 



Die römischen Bibliotheken. 1 1 / 

f. SS'' mox j punica consequautur. Explicit lib. iii. | teliciter. 
incipit über .im. j Dixisse aenean uirgi|lius refert. — 

f. 50'' si interioris spem a^cumijnis inuenirem. | Explicit orosii 
über .IUI. | Incipit über quintus | Scio aüquantos post haec de| 
inceps — 

f. 67'' übri saltim ter|mino separent •,• | Finit quinjtus Über. in| 
cipit über .vi. clviii | Omnes homi|nes cuius]ib& sectae i) | t uitae — 

f. 83" corripiiintur. expediam. | Finit über .vi. | Incipit 
über .VII. || f. 84 SufTicientia ut arbitror docujmenta collecta — 

f. lO?" si aedas p te iudi|cata si deleas. | Expl septeni übri sei 
orosii. quos. üos | monocus. iussit pingi diaconus. | Idcirco frs 
kiui qui istos scrutemini. | orate rogo pro iüo ut ds ei longeua || 
f. 108 feÜcemq; tribuat uitam. | & post in die ultimo eins anijmae 
in caelo: Requiem conjcedat cum scis & sedem regni | perennis. 
amen 11 



Epitome de OrOvSII htstoriis. 

342. niembr. 8. fofiorum 128. saec. X. 

f. 1 /ll/lllllllllllllllll cognoscere 2) mores haec praecepta legat qt 
Iii iste ten& j Scripserat fe inter curas rex Karlus aulae albinusq: si- 
mul. hie dedit ille probat | Unü opus amborum disparsi causa duo- 
rü. ille pater mundi. hie habitator inops | Ne temnas modico lector 
fi corpore libru corpore p modico mel tibi portat apes | Quia te uene- 
ranjde magister albine ds adduxit & reduxit. Quaesojut üceat mihi — 

f. 26'' legente non corrumpit. || 

f. 27 — 33 enthalten Schemata der divisiones mit Erklä- 
rungen und Versen \ f. 34 ^ Disce precor iuuenes motus moresq. 
uenustos | laud&ur toto. ut nomen in orbe tuum || f. 34'' Incipit de 
dialectica | Quia mentionem | philosophiae in priore disputationis 
nrae | sermone fecimus. — 

f. S4 iudex iniquus conferendus .e. | De periermeniis || f. 54" 
Periermeniarii subtilitates a te audire desidero. | — 

f. 57 socrates non disputat •,• || f. 57*^ 58 leer. 



') vel sectae — ') Alcuins Rhetorik. 



118 Reitteiscfieid 

f. 58^ Explic respoiisio beatissimi cüii|tra uigilaiitiu Incpt epfa 
theo|pliili ad beatum bieriilu prbm. | Dilectissimo i) et amaiitissimo 
fratri hiero|nimo prfiro. theophilus »). scs eps agathos s) | cum di- 
lectissimo diacono athenasio in ecjclesiastica directus est causa. — 

f. 58^ sopire doctrinas •,• | fi heernimi ad teophiJ jj f. 59 Beatis- 
simo *) pape theopbilo hieronimus duplicem i mihi gratiam — 

f. SO"" falce non ces|sent. Incpt cathalogü eusde | hieronimi 
prbi. I hortaris s) dexter ut tranquillü sequens | — 

f. 103 & necdum expleta sunt e) j] f, 104 Orosius vel potius 
Orosii epitonia. '^) | Praeceptis ») tuis parui beatissime | — 

f. 110 athinienses | fuisse refer. Finit über primus | Nunc de 
initio babilloniae uf nini | — 

f. 113'' c&era jjsequamur, finit über ii. | Eo quidem tempore 
qd galÜ romä | — 

f. 115 p breuitate Übri ommisimus, Exp!. | über .ni. | Anno 
ab urbe cond. .ccc.lxxx. | — 

f. 116'' in puluere | fuisse redacta. Finit über im. | Anno ab 
urbe cond. dcxxvii. carthajgo — 

f. 128'' d&ri'mentü magis reipubüce t'uit. si quis | in postero 
solücitus ^secutor adgrelditur quae acta fuerint ^sequatur || 



Pacianus. 

331. niembr. 4. foliorum 79. saec. X. 

f. 1 mercedesjuiüssima. Undebeneficentissima^uidentissima «<>) 
omps ds terrena feücitatem | — 

f. 22 magistrum nos habere testa|mur. Expücit. Incipit epfa 
sei aug ad uohisianum. | Domino etc. legi n) ütteras tuas — 

f. 28^^ prestantia uram multii salutat. | ExpÜcit epJa sei aug ad 
uolusianum. | Domino i^) nimiumis) uenerabiü & omnib; mihi ofTiciis 



1) XXII 755 — 2) Theophilus episcopiis - «) Agatho — *) I. c. — 
5) XXIII 601 (Hortaris nie) — «) Schluss des inlustrium viroruin liber. 
In der Ausgabe wird noch hinzugefügt: adversus .lovinianum epitaphium. — 
7) Das cursiv Gedruckte von ganz neuer Hand. — 8) XXXXI 663 — ") XXIII 
34;} (ep. 140). Die Schritt auf der ersten Seite fast ausgegangen. — '") Provi- 
dentia — «') Ep. 137 1. c. 515 — 13) Ep. 136 I. c. 514 — i«) niiniumque. 



Die römischen Bibliotheken. 11" 

uuice percolendo j patri augustiiio marcellinus. Uir iulustris uolu- 
sianus — 

f. 29'' iiicredibilitei- profuturos. Explicit. | Domino i) eximio & 
merito iiisigni carissimo ac desiderantissimo filio | marcelliuo augu- 
stiiius. 2j Iiilustri uiro & eloquentissimo nobisq; — 

f. 36 respondere curemus. s) Explicit. \ Bonifatio *) epo ^) Aug 
in dilo salutem. | Quaeris a me. utrum parentes — 

f. 39 reddidi quam potiii rationem. Explicit. | Incipit über sei 
Paciani epl de paenitentibus. | Etsi «) aliquotiens. tumultuose licet, 
de peuitentium curatione non tacui. me|mor — 

1". 44^ Uides. ubi de tuo reditu gaudeatur. Amen; | Mero- 
pius ■?) paulinus & tberasia. sco & amando scis ») fratribus in do 
xpo I salutem. Omnibus tempus & tempus omni rei sub caelo. Sup 
eaelü | — 

f. 50 ut portio nra communiter sit in terra | uiuentium. Finit. 
It incipit eiusde ad Sulpiciii. Seiieriim. | Habeo ») tibi adhuc aliquid 
dicere quamquam tu qui i«) in opertis litte|rarum — 

f. 54'' (jni ego uici mundum. Explicit | Si^i Paciani epi de baptis- 
mo I Aperire n) desidero. qualiter in baptismo nascamur. & qualiter 
innouemur. | — 

f. bl^ uotis spiritalibus optin&e. | amen. Expl. Incipit epia 
Paciani epi. ad simprotialnum nouatianum. de catbolico nomine. | 
Pacianus 12). simproniano fratri 13) Si non carnalis intentio. sed ut 
ego arbitror | — 

f. 61 quid tu sentias scripseris frater. plenius instrueris. Ad 
Simprolnianum prima explicit; Incipit epJa secunda. | Pacianus •*) 
eps. simproniano fratri salutem. In qu^stione prolixa. quanjtum — 

f. 64 & concordajre nobiscum. 15^ Finit ad SimpronianG de uerbo 
catbolico. |] f. 64'' Item incipit ad eundem. contra tractatus noua- 
tianorO. | Pacianus i«) eps. simproniano Iratri salutem. Tractatus om- 
nis nouatianolrü. — 



1) Ep. 138 1. c. S2S. — 2) yufrustiniis in domino salutem — 3) curemus 
Sis in Domino felix — (Icsitlerantissimc fili. — *) Ep. 98 I.e. — *) coepiscopo — 

6) XIII 1081 (Titel Paraenesis sive exhortatorius iibellus ad poenitentiam'). — 

7) LXl 367. — 8) om. — «} I.e. 286. — lo) om. — n) XIII 1089 (Titel 'sermo 
de baptismo'). — ^~) 1. c. lOäl. — i") Symproniano fratri salutem — '*) 1. c. 
10S8. - 15) nobiscum. Amen. — »e) |. e. 1063. 



120 Reifferscheid 

f. 76 & xpianum uiuere faciat ad concordiam spiritalem ; 
I Cum i) religiosissimus Imperator constantinus. constaiiti ad^que | — 

f. 78*" Quae etiam nunc ad memoria j sollicita ueneratione ser- 
uatur; | Sed s) sicut omnes per singulos enumerare non solum dif- 
ficile sed & imjpossiblle — 

f. 79'' hierusolymis locus. & golgothana rupis sub patibuli 
onere ///// |j 

Paulinus Petricordiensis. 

582. membr. Kleinfolio, foliorum 66. saec. IX — X. 

f. 1 Incipit prologus | Domino sco ac beatissimo speciali apud 
dm. pa|trono & cum omni cuitu & admiratione uene|rabili uereq; 
apostolico in omni religione j doctori perpetuo epo paulinus: Studio 
I caritatis — 

f. l*" sumpsistis incognitum | Explicit prologus s) || f. 2 Spar- 
serat *) in toto lumen uenerabile mundo; | — 

f. 10 atq; hostis spolium credentis gaudia plebis. | Finit in xpo 
über primus habens uersus .ccc. lxxxv s^. | Incipit Über secundus. 
I Panditur ecce nouii pelagus flatusq; benigni. | — 

f. 25 Prodidit & meritum quia me e) meruisse negauit. j Finit 
in xpo lib .ii. habens uersus | dccxxvii. Incipit. lib .in. in dno [ 
Quo rursus. sterilis calamus ') & sibila riiptis «). | — 

f. 28'' Plus peccata dolens plebis quam uulnera carnis | Finit 
in xpo lib .in. habens uersus | cccclviiii. Incipit lib quartus | Finie- 
rat sumptu translatio coepta uolumen. ] — 

f. 45 Finierit teneat transcripta oraüo laudem. «) | ExpJi lib 
quartus. de uita sei marjtini epi. Incp. lib .v. de uirtutibus | sei 
martini presentibus. | Incipit de uirtutibus sei martini presentib; | 
Instauras i"^ nostram. renouanda n) ad murmura cura | — 

f. 55 Perp&uo '2) urbs torouii martino antestite (^in ras.J 
gaud& I Finit .lib. vi. habens uersus .cccc. lxxiiii. j Domne ^^) ac 
beatissimo patrono perp&uo epo paulinus. j Iterato. asin^ — 



1) Rufini (Eusebii) bist. eccl. 9, 9. — 2) I. c. 8, 13 1. c. — 3) Der Prolog 
unedirt? — *) LXI 1009. — ^) Die stichometrischen Angaben fehlen in der 
Ausgabe. — 6) se — ''') steriles caimos — ^} rupti — 9) Das vierte und fünfte 
Buch bildet irrthüinlich ein Buch. — i") Invitas — n) revocanda. — 
•2) Perpetuum — i^j | (.. ^071. Domino sancto 



Die römischen Bibliotheken. 1 'w 1 

f. 55'' quia permittis i) audeamus. 2) | Incp uersus. paulini. 
de uisitatione nepotuli sui | Quam modica stilla quanto torrente. re- 
pendis | — 

f. 58 Laudari meruit iudicis ore di 3). Finit. | Basilica sei. ae 
beatissimi martiiii epi. abest | — columnas .cxx. | Incipiunt uer- 
sus. I Mitis *) corde pio eastusq; & corpore puro | — 

f. öS"* Dum modo n&repidus te diflfideiitia uincat. | m^stus 

adis. limina sei la&us abis. | Solus 5) in antiquo fulgebat claro po- 
testas I — 

f. 63 Omnia qu^ u&eri. d&estamento locutus. | Finiunt uer- 
sus uictorini. de lege | dfii nostri. ihü. xpi. ccxvi. | Item alii de 
natiuitate siue passione | uel Vesurrectione. domini. | Actus euangelii. 
confirmant gesta priora | — 

f. 65 di genitrix piissima domina — 

f. 65^ scia. amen. | sca maria di genitrix sepq. uirgo — filiüq: 
tuu q te elegit. || f. 66 Currimus. in longas. uiuendo luminis horas. | 
Expliciunt uersus .cvii. || 

Philippi commentum in Job. ß). 

111. membr. Grossquart, foliorum 131. saec. X. 

f. 1 Capitula de co|mento libeili primi | lob xpi gessisse per- 
sonam — 

f. l'' (k villi) & de clamore iniquitatis. | Capitula de libro .11. 
I k I Tenebitur planta illius laqueo — 

f. 2. (k villi) Clamo ad te & non exaudis me | It. de libro. 
.III. k. i Finita sunt uerba iob | Ecce et me sicut & te fecit ds. | — 
(k Uli) Scio quia omnia potes || f. 2'' Epistola philippi praesbiteri et | 
commentatoris ad aepiscojpum nectarium incipit, | Adhortante ■?) 
immo potius conpellente te nectari pat beatissime adgredior opus mihi 
I — absq; ulla scae fidei lesione pduei •,• | Incipit exposio in iob 
liber primus. | Scs iob uir summae pacientiae & uirtutis diq; testi- 
monio adprobatis. multa de xpo diio | — 



') permittimur — 3^ adeamus — ^)1 — *) ? — *) Links am Rande: Ver- 
sus I Victori|ni, rechts de lege dni | nri | ihn | xpi (Mai AC v 382). — 
6J Fälschlich Beda beigelegt. Vgl. XXllI 1471. — -< ) Beda 4, 447 ed. Col. 



122 Rei ttersclieid 

f. 40 qui aliis | locis ait ad dm. Scio quia in inferuo prote- 
gas me. et abscondas me donec | transeat furor tuus ; | Explicit über 
primus. || f. 40^ lucipit Über secundus | Uerba baldad ; Usque ad 

que 

finem uerba iactabitis. iiitelÜigite — 

f. 67 ueiiisset eum malum iion enim dedi ad peccatu guttör me- 
um. ut I Omnia quae m sunt fiü minime t desunt •,• || f. 61^ leer. || 
f. 68 expetere maledicens animam eius; Cum magnum sit. si de 
inimieis suis quis eum possit j — 

f. 76 sicut de eodem dno ait euangeüsta & contristatus est sup 
duritia cordis eorum ExpT üb | secundus utere feiix expositionum 
in iob. über tertius. | Cedentibus ailuersariis iob post multa prophseiae 
suae mistyria & ipse iiniuit sermone | — 

f. 99^ circa te uero | non ita. e. sicut iam dixi. cui 'ussioii 
imperii mei boc modo praecipi dicens. || f. 100 — 110 saec, XIV: 
Schenkungen an Andr. Chiurot prior S. Vincentii || f. 111 — 131 
saec. XV — XVI: Vitae regum Francorum von Chilpericus bis 
Ludwig XII. (Anfang fehlt). 



Prüsperi epigrammata. 
230. membr. fol. fol. 1 — 40 saec. XII— XIH, fol. 41—87 saec. XII, fol. 88 — 116 saec. X. 

f. 1 Aratoris versus in actus apostolorum 

f. 41 Commentarii in libros Aristotelis categoriarum & de 
enuntiatione 

f. 88 Anfang der Capitulatio erloschen \\ f. 88'' lvii De 
intemporaü ope dl | — cm De q.rendo pseuerant do | Expüciunt 
capiT I haec i) agustini ex sacris epigramata dictis [ — 

f. 89 3) Sidere eO caeü cupiunt qui scandere regnum | Inci- 
piunt epigramata prosperi uiri discertisjsimi deflorata agustini. in 
noe di siimi am j Dum s) sacris mente placet exercere loqueiis | — 
Venerat *) boc ^mat carmiiie laeta fides | i De uera innocentia &) | 
Innocentia uera e — peccat Epigramata | Perfecte bonus est et 
uer dicitur insons — 



1) Mai AC V p. 38(>. — 3) f. 102 oben: Hie est libersclBenedicti abbatis d.i. 
Floriacensis. — 3) LI 497. — *) Venerit — ») Quae sit veia iniioeeiXia. 



Die röinisuhen Bibliotheken. 1 >^0 

f. 113'' Crescere non cupiens pdit adepta tepens | Expliciunt 
epigramata prosperi || f. 114 Vers ^speri ad coiiiugem suä ] Age «) 
iam precor mearu comes in remota reru | u. s. w. 

f. 115" 116 116' fast erloschen. 

Prudentius. 

321, membr. fol. 2 col. foliorum 66. »aec. X 2). 

f. P Haec lege qui rectü fidei uis diiioscere callem — Pro nie 
^q. meo qui notat haec famulo | Aurelius. prudentius. elems iste — 
& alios quos p manib; habem. j Aurelii. prudentii. clenientis. | Viri 
consularis libri numero j noue. Catemerinon. | apotheosis | amarti- 
genia | Psieliomachia | Contra Symmachum | It ctra symmachum | 
Romanus | Peristephanon j Tituli istoriarö. | Gennadius prüt in cata- 
logo uiroJf illusjtriü — palatiü miles fuisse; | M&rum hoc tricolon 
tristrophon uocat | — inuentore ACKAcniAACON || f. 2 Praefatio | Per 
quinquennia ia decem — Liber. quo tulerit lingua sono mobilis ul- 
timo. I Liber cathemerinon. incip | Ymnus. ad galli cantü | Ales diei 
nuntius — Nouumq; lumen ingere. || f. 2'' Hymnus matutinus. | Nox 
& tenebr^ & nubila — 

ibid. Hunc nemo fallit iudice. jj f. 3 Hymn' ante eibum. | aaktiaikon | 
eriieifer bone lucis'ator — 

f. 4 Ignea xps ad astra uocat | Hymn' post cibum. <i)AAA6rTiON | 
Pastis uiscerib; ciboq; siipto — 

f. 4^ Constantq; tua cruce ferem*. | Hymn' ad incensG lucerne| 
ACKAdiiAAfON ] Inuentor rutili dux bone luminis — 

f. 5 Texens pp&uis saecula saeculis. \ Hymnus ante | somnum j 
ANAKPfONTiKON | Ades pater supreme — 

f. 6 Meditabiiii sopore | Hymnus ieiunantiü j nazarene lux 
betlee uerbii patris — 

f. 7 Ditatq. fructus t'enerante contiplex | hymnus post ieiu- 
nium I Xpe seruorü regiin tuoru | — Christicolarü. Amen. | Hymnus 
omis bore | tpojxaikon | Da puer plectril choreis ut cana fidelib; — 

f. 8 Oiuibus te concelebrent secJof hymnus circa exequias j de- 
functi ANAntcTi|KON| Ds ignee. fons animarS — 



')L. C.611 (couiiigis ad iixorem.) — ^) Mit vielen Glossen und Scliolien. \<^\. 
über diese Handschrift Arevaliis in den Prolegonien;« zu Prudentius 4,78, [)res- 
sel p. XLV[. 



124 Reiff(MschBiil 

f. S^ Liquido spargem' odore | Explicit | hymniis .viii. kl | 
lanuarias | Quid est qd artu circulum — 

f. 9 Mors hausit & mox reddidit; | hymnus in epiphania | Qui- 
cuq. xps queritis — 

f. 10'' lam nemo post hac mortuus || f. 11 Incipit apotheoses 
j Est tria summa ds. trinii specimen. uigor unus| — zizaniorum se- 
mina | Incipit contra heresim quae | patrem passum affirmant | Plu- 
rima sunt sed pauca loquar. nee dira relatu — 

f. 12'' Contra unionitas I Cede profanator xpi iam cede sabelli — 

f. 13^ Aduei'sum ludaeos | Haec si iudaicos sie intellecta 
rigassent — 

f. 15 Contra homiincionitas | Sunt qui iudaico cognatum dogma 
furori — 

f. 16'' De natura animae | Occurrit dubitans hie dissertator & 
illud — 

f. 17'' Aduersum fantasmaticos | qui xpm negant uerli corpus | 
habuisse | Est opere ptium nebulosi dogmatis umbram — 

f. 18'' Dispuite. exsurgens quo xps ^uocat ite | Finit apotheoses 
Incip amartigenia Liber | Fratres ephebi fossor & pastor duo — 

f.' 19 Aduersus marcionitas qui duos deos aflirmant | Quo te 
pcipitat rabies tua pGde eam — 

f. 25'' Glorificent. nie poena leuis demt adurat. | Finit amarti- 
genia liber .in. | Incipit Psichomachia Liber .im. | Senex fidelis 
prima credendi uia — 

f. 32 A&ernij[soliodiuessapientiaregn& I Finit Liber .im. Psycho- 
machia | Incipit contra orationem | Symmachi Liber .i. | Paulus 
praeco dei qui fera gentium — 

f. 37 Ne tractü sine fine ferat fastidia Carmen. | Explicit contra 
symmacii liber .i. j Incipit Liber .ii. Feliciter. am | Simon que 
uocitant petrum — f. 37'' Insistä fluitantibus Explic Pfatio | Hactenus 
'et ueterG cunabula prima deorG | — 

f. 45 Queq. duce beliis sequi! pietate sequat v |j 45'' Aur Pru- 
dentii | Clementis .u. c. | Finit contra | symmacG lib .n. | Incipit 
eiusdem | Romanus contra | gentiles j Romane xpi fortis asser- 
tor di — 

f. 50*" Sit dext agnus induat uellere, | Finit Romanus | Aurehi 
Prudentii 1 clementis u. Incipit | lib peristefanon. | Hymnus in hono- 



nif römischen Bibliotheken. 1 Zu 

rem j scoru martyrii emi terii. et chelidoni. | ealagurritanoru j Scripta 
s in celo duojf martyrü uocabula [ — 

f. Sl Sit dies haee festa noü sit sacratu gaudiö; | Iiicipit passio | 
laurenti beatissijmi martiris | Antiqua tanorii parens — 

f. 53'' Absolue uinclis seculi. { Hymnus in honore | passionis 
eulaliae | beatissimae j martyris ^ Germine nobilis eulalia j — 

f. 54'' Carmine ^piciata fouet; j Incip passio sei | uiacenti mar- 
tiris I Beate martyr ^spera j — 

f. 57 Cunctis in aeuu seculis : j Hymnus in honore j s'coru .x. et octo| 
martyrum caesarjaugustanorum. j Bis noue nr populus sub uno — 

f. 58 Tota sequeris •; \ Finit passio scoru .xviii. | Incipit passio 
agnes | Agnes sepulchru e romulea in domo — 

f. 58'' Dignaris. almo i pede tangere; j Finit passio Agnes | In- 
cipit hymnus in | honore beatissimoru | martyrü fructuosi epi ecci'ae 
terracoj nensis et augurii | et eulogii diaconorii j Felix terraco 
(corr.) fructuose uris | — 

f. 59'' Dulces endecasyllabos reuoluens j Hymnus in honore | 
Quirini beatissimi j martyris epi eccJae j sciscianae | Insigne meriti 
uiru — 

ibid. Fit pondus graue saxeil ; I Finit passio quirini j Incip passio 
cassiani | forocorneiiensis j| f. 60 Sylla forii statuit corneli' hoc 
itali urbe j — Domü reuertor, cassianü pdico ; | Explicit j Incipit de 
loco in quo | martires passi sunt | nunc babtisterium .e. | Electus 
xpo loc' -V- ubi cordo ^bata — 

f. 60'' Euectus gladiis alt & alt aquis | Ad ValerianiJ epm de 
pasjsione hyppoliti beatissijmi martyris | Inriumeros cineres sco^ ro- 
;iiula in urbe | — 

f, 61'' Diem bifestu sie colas memento; | Passio beati Cypriani 
martyris j Punica tra tulit quo splendeat ouie qeqd usqua ~ j — 

f. 62 Intruit (corr. m. post.J hie homines. illinc | pia dona dat 
patron' ; | De opusculis suis | Prudentius j Pius. fidelis. innocens. 
pudicus. I Dona conscientiae | — 

f. 62'' Quo regente uiuim', | Finit ctera | Syra. Incipiunt 
tituli ^istoriaru. j De adam et eua | Eua colGba fuit tunc candidi (in 
a corr.) nigra deinde j — 

f. 64 Et septe potuit signacula pandere solus. | Epilogus id" clau- 
sula \\l finis libri ■. Pius. fidelis. innocens. pudicus. Dona conscien- 
tiae j — 



-|20 ' Rei ff erscheid 

ibid. Quo regente unu; jj f. 64'' In natiuit Mariae | Exoritur 
hodie uirga radicis iessae | 8 Verse. \ In T sei michahel j Qd michahel 
idicos merito celebr& in aruis. j 8 Verse, ebenso im Folgenden 

In asspt scae mariae 

In nat. innocentium 

In pascha 

In ascensa dni 

In pentecosten 

In naF s. Petri et Pauli 

In nat sei iohis baptistae 
f. 65 In memoria sei syrenei 

In loco sei iuliani 

In laude Wilelmi coin | Inclite tu princeps natiuo germine 

com»» "!'"•' 

pses — Teq; uuit datäq; commd& alocon |j 

f. 66 Xpe qui lux es ac dies | etc. Te lucis ante terminii etc. \\ 
f. 66'' unleserlich. 

348. membr. 4. foliorum 38. saec. X O- 

f. 1. OAE TPIKOAOC TPlCTP04>0C | Nam primus uersus diconius 
dicitur — pyrricho | Per quinq.nnia iä dece — 

f. 2 Liber. quo tulerit lingua sono mobilis ultimo. | Explicit 
praefatio. | Incipit liber | ymnorum. au|relii. prudentii. clemtis | 
nobilissimi. ac facundis|simi ^^^^^^*^^^^^^^^ po|etae || 
f. 2^ Metrum lambicum, \ Ymnus ad galjlicinium. j Ales dijei 
nuntius. | — 

f. S*" NouumqD lumen ingere | Ymnus. ad matut. j metrum quod 
supra. Nox. et tenebrae. et nubila. — 

f. 5 Hunc nemo fallit iudice | Ymn' ante, cibum. | Metrum 
alcmanium — heroieo | Crucifer bone lucisator — 

f. 8 Ignea xps ad astra uocat. | Ymnus, post cibum | Ode mo- 
nocolon — trocbeis j Pastis uisceriba ciboq^ supto | — 

f. 9'' Constanterqa tuam crueem feremus. | Incipit ymnus ad 
incensu lucis i — 



1) Mit Glossen. Vgl. über die Handschrift Arevalus 4, 78, Dressel p. LH. 



l)i(j röiiiisdieii HililiiiUiekcu. 



127 



f. 10 Metrum monocolon — pirrichio \ Inuentor rutili dux bone 

lumiiiis j — 

f. 12'' Texens perpetuis scta s^culis | Ymnus ante somnum | 

Dimetrum — 

f. 13 & syU. j Ades pater siipreme. Quem nemo uidit un- 
quam. | — 

f. 14'' Meditabimur sopore | Ymnus ieiunantium | Metrü iam- 
bicü — diiambis, j Nazarene. lux bethlee. uerbü patris j — 

f. 19 Ditatque fruetus fenerantem centuplex. | Ymnus. post 
ieiunium. | Metrum saphicu. — dactilo. j Xpo seruoru i'egimen 
tuorum. I — 

f. 20'' cibus obsecrantum. xpieolarum | Ymnus. omni hora. | 
Metrum troehaicum — ordinatu | Da puer plecti^ choreis ut canä 
fidelib. — 

f. 23 saeculorum saeculis. Aih. | Ymnus. circa, exequias. 
defuiic. II 

f. 23'' Metrum anapesticum — sylhiba | Ds ignee fons ani- 

marum. — 

f. 25'' Liquide spargemus odore. | Finit über primus. de 
ymnis. | Incipit über .ii. | n€PlCT€<&AN(ON | ymnus. in honore | 
martyru. emeterii et cheledonii calagurritanorG | Metrum trochaicG 
— admittit \\ f. 26 Anima i) absoluta uinculis c^lum petit | — 

f. 26'' Sit dexter agnus induatur uellere | Finit romanus. aure- 
üi. prudentii | clementis. | Incipit. ymnus. viii. Vi. iaii. | Dime- 
trum — diiambis. | Quid est quod artum circulum | — 

f. 28 mors hausit. & mox redidit | Fin. ymn' .viii. kJ. iaii. 
hoc est. nat dm. | Incip ymn' de epipbania | Quicumq^ xpm quae- 
ritis. oculos. | — 

f. 30'' lä nemo postbac mortuus | Finit catbemerinon. prudentii. 
clejmentis. cv cv | Incipit de opuscuüs suis, imjmolat patri do| Tro- 
cbeum — endejcasyllabum j| f. 31 Pius. fidelis. innocens. pudicus. 
Dona conscienti^ | — quo regente uiuimus j Finit peristefanon | In- 
cipiunt tituü hystoriarum | p adam. et eua. Tetrasticha | Eua columba 
fuit tunc Candida, nigra deinde || — 



1) Lücke. 



128 ' Reitfeisolieid 

f. 37 Et Septem potuit signaeula pandere solus. | Expliciunt 
tituli hystoriarum |i f. 37'' Incipit AnoOe«) |cic. id est de diuinitate. | 
Est tria summa ds. trinum spejcimen — Et patris & xpi uirtutem 
in Corpora transfert | Est uera seeta. te magister consulo — 

f. 38" Zizaniorum semina 11 



Codex Regularum. 

140. merabr. 8. foliorum 130. saec. IX — X<). 

f. t . 2 saec. X—XI Fragment der vita S. Germani. 

f. 3 In nomine seae trinitatis hae sunt | in hoc codice collationes 
Septem j Id est abbatis piamon. de tribus generibus monajchorum. 
Abbatis iohannis. de fine coenobitae et hejremitae. Abbatis pe- 
nuphii de penitentiae fine. et | satisfactionis indicio. Abbatis theone 
de remissione | quinquagensimae. Eiusdem de nocturnis illusionij 
bus Eiusdem de anamarteto. Abbatis habraham de | mortificatione. 
Incipiunt capitula. j 16 Cnp. 

f. 3'' Incipit. praefatio in nomine patris | et filii et spüs sei. | 
Emissisa) iuuante gratia xpi — 

f. 4 instruxit industria. | Nunc conlatio abbatis Piamonis, | 
Post conspectum — 

f. id^ inbuente pcepimus; |Finit conlatio abbatis Piamon | de 
tribus generibus monachorum j Incipit abbatis ioh de fine coeno- 
bi'tae | et heremitae. j Incipiunt capitula (16 Cup.) — 

f. 20 Conlatio abbatis Iohannis orditur. | Post dies admodum — 

f. 26 XI Interrogatio de remedio eorum | qui cito de coenubio 
congregatione discurrunt s). | — decepti. Tranquillitatem nos men- 
tis*) immobile 5) j| — 

f. 27 Incipit«) exhortatio ad monachos | sei eucheri j Quid 7) 
uobis ex ibeamus ffs" kiiii. quod et no|bis — 



1) Diese Handschrift ist der von Lucas Holstenius in seinem Codex Regularum 
zu Grunde gelegte Reg. — 2^ Joh. Cassiani praefatio (in septeni ultimas con- 
lationes) ad Jovinianum Minervium Leontiun» et Theodorum XLIX t087. Eiiien- 
sis, — 3) coenobiis discedunt — *) mentis nos — ^) 1. c. 1141. Von der Hand- 
schrift des Cassianus ist nur ein Quinternio und zwei Quaternionen erhalten. — 
8) Hier beginnt ein neuer Quaternio und ein anderer Schreiber derselben 
Zeit. — 7) L 865. 



Die römischen Bibliotheken. 129 

f. 29 sclorum amen, Explicit exhortatio. | Incipit sententia 
paulini ad mona|chos de paenitentia i) | Interrogat'" (]iiomodo de- 
bemus agere penitentiam; Respondjt | — 

f. 29'' tabei'naculi ii erit apta. | Ex[dt sententia Eucheri ad 
monachos | In hunc») fere modum artifex et rector mundi^) ds cum 
cetera ani|malia — 

f. 31'' consectatur aeterna. | Incpt lib sei Atanasi epi. de 
obserjuationibus monacborum | Etsi*) gloriari in xpo licet huius mundi 
principiis sitis | — 

f. 36 pacis erit uobiscum Explicit lib Atanasii epi. | Incpt de 
ieiunio et de iona dicta | dominica .i. quadragesimae | Ad.e*). 
nobis splendidissimus dies, et deslderatum tempus | — 

f. 40'' scJorum. amen. | Incpt tractatus Sei ambrosii de ieiu- 
nio e) I Diuinum ad patres resultauit oraculum. ut (corr. m. al.) 
cum I — 

f. 44'' in xpo ihü diio nostro. | Incpt sermo de hospita'te divtus 
a sco abrosio ■?) j Legimus in libro genesis quod abrabam tribus su- 
peruejnientibus — 

f. 4S'' sede«) teneatur; finit {del. m. al.). \ Incipiunt sentcn- 
tiae de opusculis || f. 46 Sei bieronimi ad monachos j Aliis) festi-^ 
nant ad caelestia et superna desiderant. Alii terjrenis — 

f. öP uicturus occiditur. |j f. 52 Incipit tractatus sei augusti!ii| 
de oboedientia | Nibili») itaq; (m. al) do placet. quomodo oboe- 
dientia. Cham | — 

f. 53'' honor et uirtus et cetera. | Sei Agustini de eo quod scrip- 
tum e I inuicem" honera ura portate | et sie adiniplebitis lege xpi. | 
Quia u) ueteris testamenti custodia timorem babebat | — 

f. 56 diligere propter xpm. || f. 56'' Incpt epJ sei agustini ad 
letii missa | Domino dilectissimo et desiderantissimo fratri leto | 
augustinus in diio salutem. Legi 12) epistolam quam | — 

f. 60 commendare uoluisset. | Incipit sermo sei cesarii. qua- 
liter uerbum | di desiderari debeat uel requiri. | Inter reliquas is^ 
beatitudines. quas in euangelio diis et**) sal|uator — • 



1) Cod. reg. i 494 — 2) L 1207 — «) artifex mundi (et rector om ) — 
*) C. r. I 444 - 5) ? __ 6) XIV 697 de Elia et ieiunio — ') Maxinius Taur. 
sermo 96 LVII 72S. — ») aede — ») Nach dieser Handsehrilt von Valiarsi 
herausgegeben XXX 3H.— loj XL 1221 - 'i) ?— ^~) ep. 24^ XXXIII 10S5 — 
13) Aug. sermo app. 299 XXXIX 2:{17. — '*) ae. 

Sitzb d pliil.-hist. Cl. LIX. Bd. I. Hft. 9 



130 Reifferscheid 

f. 62 uiuit et regnat. | Incipit serino sei cesarii epi | de uersu 
psalmi Lxxv. | Vouete i) et reddite diiö do uro. quis quod potest. 
uo|ueat — 

f. 64 cum ipse dimiserit. | Explicit. Ite sermo sei cesarii ad 
nionachos | Admonet 2) me irs' dilectissimi amor conuersationis ur^ | ~ 

f. 66 uiuit et regnat. | De electis omnia relinquentibus | et cum 
xpo iudices uenientibus. | In fine 3) scJi cum du iudices uenient. qui 
nunc pro do. " iuste iudijcantur — 

f. 67'' quod uiueret inuenit. | De spontanea paupertate j Quis- 
quis*) stiniulo diuini amoris — 

f. 68 conscientiis n sunt. | De uita i conuersatione monachorii j 
Omnes ^) monachi sclm relinquentes. — 

f. 69" implicatione cessetur. | De humilitate i opere niona- 
chorum. Ammonendus ß) .e. monachus — 

f. 70 de minimis purgat. | De remissa conuersatione mona- 
chorum. | Sunt 7) nonnulli qui post uitam — 

f. 71 aridi apparent. | De monachis qui in curis scfi inpli- 
cantur | Nequaquam ») mens monachi — 

f. 72 actionis nostre neglegimus. | De tepi'"tate monachorum | 
Nonnulli 9) monachorum mundi quidem actionem | — 

1'. 72 "* su^ma (m. cd.) conetur | De libro moralif (^ eras.) 
lob 10) I Vndeii) et bene subditur. et dederunt ei unusquisq; | — 

1". 74*" metalla transcendat. j De contemptoribus mundi | et 
libro Isidori episcopi | Ea 12) quae scfi amatoribus — 

f. 75 ad superna | reuocare ubi se (^die beiden letzten Worte 
durchgestrichen) . \ De scTs qui a consortio mundi se separant j Sei 's) 
uiri funditus scto renunciantes. - — 

f. 75" futura inueniatur. | De pceptis altioribus monachorum | 
Alia 1*) sunt precepta quae dantur — 

ibid. abneget semetipsij. | De tepore monachorum. j Qui i^) non 
rigida intentione — 

f. 76 xpTlaborem. j De humilitate monachi uel opere | Summa i«) 
monachi uirtus — 

f. 76" in idolatria lapsum. | De mouachis qui . curis saecujli 
occupantur. | Hi i'^) qui pro di timore scJo renuntiant — 



1) ? _ 3) ? _ 3j ? _ 4) ? _ 5) ? _ 6^ ? 7j ? 8j ? _ 9) ? 



Die römischen Bibliotheken. 131 

f. 77 a bono prepedire [ proposito | De bis qiii muiidi amore 
ppediuntur j Multi i) cupiunt conuolare ad gratiam di. sed timent 
carere | — 

f. 77'' agendo obtinuerat. j De libro soliloqiiiorü isidori |[ f. 78 
Curiositas periculosa. praesumptio .e. — 

f. 78*' par poe|na constringit | Incipit ordo lectionum officii | 
sei columbani abbatis | Cogita 2) non quid s) es miser homo — 

f. 79 licet si nihil accepisses. | Qualiter monacbus do placere 
debet | Quid*) in mundo obtime^) e — 

f. 81 in scJa sctorum. | De oeto uitiis. | Octo «) sunt uitia 
principalia quae merguntur (ur del. m. al.^ — 

f. SP timorem uincuntur. j De disciplina. | Moyses') in lege 
scripsit — 

f, 83 scJorum. Incipiunt dicta uenerabilis tamuli | di. nili mo- 
nachi de oeto prin|cipalibus uitiis j Principium fructus flores — 

f. 84 ab impetu libidinis. | Incipit de fornicationis uitio. j Casti- 
tatem gignit abstinentia — 

f. 90 si ceeiderit conteretur. || f. 90^* Incipit ammonitio Fausti 
episcopi I Instruit^) nos atq; hortatur sermo diuinus — 

f. 94'' scJoi'um. Amen | Incipit sermo Sei Fausti de admoni- 
tione^ monachorum j Si ») quando terrae operarius et ruris cultor — 

f. 98 baec lo) sempiterna felicitas. | Epistola patris nostri 
Etropii 11) abba|tis aa petrum papam de districtione j monacborü. 
et ruina monasteriorii directa rom^ | Omps la) diis pro sua misericor- 
dia humanos miseratus errores. j — 

f. 101'' sua dextera protegit et cfortat. ain. | Incipit liber sei 
üaleriani (ualerianum corr. m. post.) 's) cimiljlensis epi (epni m. 
post.} de bono disciplinae | Multi s i*) qui (^m. al.J sane doctrine 
aduersantur. iustitiam culpant. | — 

f. 105. sequenjti tempore disseramus. | cxvm j deo (^sicj quod 
scriptum e in psalmo j bonitatem et disciplinam. lxviii | Inter ce- 
tera 15) quibus beatus dauid infirmitatibus nrarum medetur | — 



1) ? .— 2) LXXX 2o8. - 3) non quid] numquid — *) 1. c. 23S — 5) opli- 
mum — 8) 1. c. 2.'>9. — 7) ]. c. 250 — ») Fausti sermo 7 LVIII 883 Eucherii 
hnm. 3 L 836. — ») Eucherii hom. 8 L 8ö(>. - lo) ac - n) Eutropii — 
'ä) LXXX 15. — IS) Am Rande von derselben späteren Hand: •/. Ao^ustini — 
i*)XL1219 — iäjAug.sermoapp.55XXXlX 184l).Max.Taur. Iiom. lOTLVlUOO. 

9' 



132 Reiffersoheid 

f. lOß*" et disti'ictior. bonitas et "landior (m. al.J disciplina. 
Lx j sententia cu\\is'"(m. al.) de laude psalmodiae i)- | Quia") etiani 
proplietiae sps non semper eorum mentibiis | — 

ibid. intelleetus per di gratiam periieneris . lxi j EpJa cuiusda ad 
adolescentulos missa | Dilectissimis in xpo filiis boneq; spei adolesceu- 
*tulis I qui in ecclesia do ibü deseruire uidentur atq; ab ecjclesiasticis 
erudiuntur magistris in domo di ; Ego ilf j beneeupiens sa!utis ui^ae 
aeterne prosperitatis in xpo do salujtem. Desiderans s^ uos filii — 

f. Ii2 eorum prosperitatis mercedem babeatis perjpetiiam in 
caelis. lxii j De bumilitate et oboedientia. et de caljcanda supcr- 
bia sententia nouati sed cajtbolici. fs j Secularibus *) aliter in 
ecclesia loquimur. ;iliter uobis loqui | — 

f. 114'' uiam bumilitatis tenuit proficit et non perit | Incipiunt 
prouerbia) euagrii epi ad eos | qui in eenobiis et sinodocbiis | ba- 
bitant fratres s) || f. 115 Heredes di audite uerbum e) di. cobe- 
redes autem xpi susjcipe*) — 

f. 118'' anime meae») in tempore orationis. | Explicit bomelia 
secundum matbeum || f. 119 libri iohannis bosaurei | Vae mundo 
ab scandalis. necesse e enim ut ueniant — 

f. 120'' scJorum. amen | Incipit epistola sei eesarii epi arela- 
ten|sis. ad cesarea abbatissa eiusq. congraegatione || f. 121 Coe- 
gisti») me famula di. ac uenerabilis in xpTi soror. — 

f. 123'' mansura cum xpo. | Cesarius i») eps minimus omniii 
seruorü di | famulus cesariae scae sorori abbatisse f omni | congre- 
gationis n) suae. in xpo aetna saiutem. | Vereor uenerabiles in xpo 
filiae. ne dum uobis pro coniseruanda — 

f. 129'' scae ac uenerabiles femine. | Epistola 12) ortatoria ad 
uirginem do dedicata | profundum diuiciarum sapientiae et Sv^ien- 
tiae di — 

f. 132 scJof am. j Incipit sermo de decem uirginibus | In Jec- 
tione 13) quae nobis recitata e. trs" dilectissimi. audiuimus diTiu | 
dixisse. Simile — 



1) Am Rande von einor Hand des vierzehnten Jahrhunderts: sententia n | 
legenda in j coiiuentu. — 2^ ? — ^) ? — *) XVIII 67. — *) Euagrii monachi 
seitentiae ad eos qui in coenobiis et xenodochiis habitant fratres XX 11 Hl. — 
6j seimones. — '') percipite. — ^^ animae eins. — 9j f^xVIl 1123. — i") I.e. 
1128. — '1) congregationi. — '2) 1. e. 113S. — s 1^ Anonymi sermo 
LXXXVIll 1071 Aug. serm. app. 228 XXXIX 21(54. 



Die römischen Bibliotheken. 1 »id 

f. 134 inti-a in g-audium (Im tui qiiod ipse prestare dignetur. | Item 
seq eiusdem | In lectione ») euangelica qiiae nobis de dece | uirgi- 
iiibus — 

f. 135^ accipere. prestante diio nfo ihii xpo | Si uis hie eam 
diuide a) | Virgines uero qui integritatem corporis do auxiliante | — 

f. 137 excusare corjrecta. Prestante — saeculorum amen. | 
Incipit ad uirgines quae tarnen et in admo|nitione monaehorum 
commutari potest. | Si s) diligenter adtenditis uenerabiles fiüae 
euidenter — 

f. i'S9^ scJorum. amen. | Item ad uirgines | Quantum*) in 
caelestibus beatitudinem uirginitas sca possideat | — 

f. 149 saerilficio et ipse sit dignus. | Finit ad uirgines. In- 
cipit ad uirgines. | Dilige s) diTm et amabit te. (m mg. m. rec. 
Euagrii monachi) et serui illi et inluminabit cor tuum. | — 

f. 150'' adorandum et unius substantiae trinitatem. | Explicit 
de uirginibus || 



Sedulius. 

166. membr. 8. fol. 1 — 26 saec. XIII, fol. 27-41 saec. XI — XII, fol. 42 — 49 saec. X, 

fol. 50-55 saec. X— XI 6). 

f. 1 Incipit pV^g" in libriT q' uocaF sidonius | Tu precipis do- 
mine maior süma suaden|di u. s. w. \ Folgen ausgewählte Briefe 
des Apollinarls Sidonius. 



1) Anonymi sermo LXXXVIII 1073 Caesarii hnm. LXVII 1160 (unvoll- 
stündig) Aug. serm. app. 67 XXXIX 1892, — 2) Die Handschrift diente niimlieli 
zum Vorlesen. — ^} Eucher. app. L 1210. — *) Athanasii exhortatio ad 
sponsam Christi XVIII 77 Hieronymi ep. XXX 163Epistola Severi ad Claudiain 
sororem XX 227. Für Athanasius als Verfasser fällt die Autorität des Aachener 
Concils von 816 schwer ins Gewicht. — Neu herau8«/egeben von Halm in der 
Ausgabe des Sulpicius Severus p. 226. Die von Halm benutzte Collation dieser 
Handschrift rührt nicht von mir her (vgl. p. XH), sondern ist von Aug. Wil- 
manns in meinem Auftrage besorgt worde" ■ ^ Euagrii monachi sententiae 

ad virgines XX 1183. — ^) Vgl. über diese ilandsohrift Arevalus in den Prole- 
gomena seiner Ausgabe des Sedulius 3. 68 XIX 4(50. 



j O Ä Reiffer 8che id 

f. 27 Incip^ epFa Boetii contra Euticen | et nestoriu de psotia 
dm nri itiu xpi j Dno sco ac uenerabili patri j iofii diacoiio. boetius 
filius salute. | Anxie te quidem diuq: sustinui. | — 

f. 41 causa pscripsit. Ipsi honor j etc. amen. | Zwischenraum j no 
scTssimo 1 & a me plurimü uenerando sacro | egipio presbitero. dio- 
nisius exilguus i). Sco uenerationis tu^ stu || f. 41'' leer \\ f. 42 
Domno 2) meo patri macedonio presbitero | Priusqua me uenerabilis i 

pater operis | — 

f. 45'' scJof amen | Hoc opus sedulius int cartulas — patrieio;|| 
f. 46 Senex s) fidelis prima credendi uia — 

f. 47 Herede digno patris implebit domum. | Explicit pr^f In- 
cip inuocatio || f. 47** Xpe graues bominü (m. 2 in ras.) semp 
miserate labores | — 

f. 49'' p uarias *) inmota accies uariosq; tumultus *) || f. öO 
Qu^na 6) bella tibi clanget tuba rege peiiito | — 

f. 02 Sufficer& densos p tanta uolumina libros | Explicit lib 
sedulii | Cautem 7) '"" diio s) cantemus honorem | — ^ 

f. 54'' cum sco spu gloria magno patri | Sedulius 8) xpi miracula 

uersib; edens | — ^ 

f. 55 semotis cunctis modicis saturaü abesus | Sedulius «) dni 
p culta noualia pgens — 

ihid. Stabunt hi garula dicti i«) testudine Ssus | Utilib; n) moni- 
tis prudens accomodet aure | — 

ibid. Proximus esto bonis si li potest optim' ee | Carmen alpha- 
beticii sedulii 12) | A solis ortu isj cardine '" usq; ti^e limite xpm ca- 
nam prin|cipem natu maria uirgine j — 

ibid. dm latentur munere 1*) 



1) LXVII 345. — 3) XIX 533 Domino sancto ac beatissimo patri Mace- 
donio presbytero Sedulius Coeiius in Christo salutem — ^) Prudentii psycho- 
niachia LX 11. — *) medias — 5) Vers 110 1. c. 32. — e) Sedulii opus 
paschale 5, 354 XIX 742. - ^) 1. c. 753. - ») I. c. 782. - ») 1. c. 
784. — 1") gracili dut-tu — 11) ? — 12) 1. c. 763 (Hymnus). - «3) ortus — 
14) Vers 36 I. c. 765. 



Die römischen Bibliotheken. 13o 

TiCHONIUS. 
590. membr. 8. foliorum 148. saec. X. 

f. 1'' Gi'ammafisches Fragment, aus welchem als Probe ge- 
nügen möge Queritur enim si littere declinantur aut si n decliiiantiir 
qunre n decliinantur scieiidum e eni quia n declinant nee aput 
ebreos nee | aput grecos ideo nee aput latinos w. s. w. || 

f. 2 ') Incipit uita sei j fulgentii | episjeopi quae est | kJ. lanu- 
arii. j omnis 2) noui testamen|ti fidelissimus dispeasator — 

f. SO** eloquenter ab omnib: sapientibus leetoribus | ueniam 
p&as. I Explieit uita | sei | fulgenti. | f. 40 Incp beati fulgen|tii 
epi üb .1. ad eutimiiis) j de remissione peejeatorum | Explieare*) 
nequeo uerbis eutimi carissime | quantum — 

f. GS** dare possimus exordium. | Explieit. liber. prinius. || 
f. <>4 Incipit lib .n. j de remissione | peccatorum. | Non ignoro libri 
superioris initio — 

f. 90 injtra eecJ eatbolicam perseuerauerit usque in finem. 
hie j saluus erit*) •,• Expl. üb. secundus j fulgentii de remissione | 
peccatorum. j| f. 90** leer. \\ f. 91 In nomine dni incipit | tbieoni 
(x (idd. m. post.y ^^ ve^\\\^ üb .i. | de dni corpore bipertito^). j Ne- 
cessarium«) duxi ante omnia quae mibi uident \ übellum — 

f. 95'' donec de medio eins j diseedat ecelesia. | Explieit über| 
primus. ,| f. 96 Incipit lib .ii. de corpore | dni bipertito. | Regula biper- 
titi corporis | dni multo necessarior. & a nobis tanto dijligentius — 

98** eresjeere & florere. atque perire testatur | Explieit. 
liber. secundus. j Incipit liber .ni. de promisjsis et lege, j Aueto- 
ritas est diuina ») neminem aliquando | ex operibus legis iustificari — 

f. 112 reuelatio hominis | peccati discedente loth a sodomis 
Expl. de proin. et lege. |j f. 112''Incip. de speeie et genere. | 
liber .im. | De speeie & genere loquimur. non secundum uirjtutem — 

f. 127'' sed aduersus spiritalia nequitiae in cejlestib. Explieit 
de speeiae. et genere. amen |j f. 128 Incipit de temporibus. üb | 



') Über der Seite m. s. XIV: Iste lift est *i dyon — «) LXV 117. — 
3) Euthymium — *) I. c. 527. — 6) erit amen. — «l Tichonii — ') De 
domino et corpore eius. — ") XVIII 15. — «) divina est. 



136 Reifferscheid 

quintiis. j Tempctru {u in ras.) quantitas in scripturis frequenter 
iiiystica e [ tropo sinedoche i). — 

f. 134 qiiadragesimo die aut mense septimo aut | decimo. Ex- 
plicit über quintus. || f. 134'' Incipit Über .vi. de recapijtulatione. j 
Recapitulationis a) sunt enim ista. ab initio usq: in fine. j — 

f. 13(>'' apts dicens. fili abstinete uos a simujlacbris. Ex- 
pllcit. liber. sextus || f. 137 Incipit Über .vu. de diabolo et corpo| 
re eins j Diaboli et corpori s) eins breuiter uijderi potest si id quod 
de diiü — 

f. 14G'' sui parte debilitata pditio facta es & non eris in ae- 
ternum | Explieit de diabolo et corpore eins \ liber septimus. |j 

f. 147 hictus id e pcusus deriuat ab eo quod e icor iceris icit. 
unde biet' participiG j pcutit eni aer liictu. causa eni uocis e bictus id 
ie conlisio conlisionis autem | — 

f. 148'' denario senario numero | latinas litteras computant. 
dicentes y z grece littere in *) || 



Valerianus ClMELiENSls de botio dtsciplitiae. 

339. membr. 4. fol. 1 — 38 saec. X, fol. 39—46 saec. X— XI, fol. 47—54 saec. XI, 
fol. 53-69 saec. XU— XIH, fol. 70 saec. XV. 

f. I Sita 5j est p angulos suppellex. tulg& aureus scyfus — 
luuabit ore psonasse xpm. quo regente uiuimus; Finit peristefanon. | 
Ineipiunt tituli bystoriaru | p adam. et eua. | Ena columba fuit. — 

f. 4 (domus ezechiae) Lumine periusis docuit sol uersus in 
ortum. I Finit uetus testamentum. | Incipit nouum testamentum | 
maria et angelus gabrihel. j Aduentante do descendit nuntius alto — 

f. G'' (apocalipsis iobannis) Et septem potuit signacula pandere 
solus. j Expliciunt tituli hystoriarum | Incipit liber. ariü|0€üJClS. 
id est I de diuinitate. | Est tria summa ds trijnum specimen. uigor 
unus. I — Tempore nee senior pater e. nee nomine maior || f. 7 
(saec. XI—XIIJ GeschlechUtafel von Childerich bis zu Pipiu 
(dem Sohne Karls des Grossen) mit historischen Notizen 

1) syiiei'doche. — ^) Recapitulatinnes. — s) De diabolo et corpore — 
'*) BrucLstiieke ders. Ibeu Schrift, zu welcher das Fragment auf fol. 1 ge- 
hört. — 5) Prudentius. Weder von Arevalus noch von Dressel wird diese 
Handschrift erwülint. 



Die römischen Bibliotheken. 1 3T 

Über Schenkungen an die Kirche S. Galli und S. Otmari. Unten 
Bibliothecae Schobingiae fol. 32 j| f. 7^ Incip. lib. s. ualeriani ci- 
melensis epi. de bo|no discipline | Miilti i) qui sane doctrine aduer- 
santur iujstitiä ciilpant. — cursii solis luneque globü dis jl f. 8 
potierse omnia siib disciplina cstuit^^. \ Quid aut non && tene- 
brosum. quid non incompositum. quid ii | — 

f. 13'' nul|la aduersitate turbatus. non innitur propriis uiribus 
nee ad no || f. 14 reeedit corcius. Regni tastigium huniili | — f. 14" 
Sic legit in bieroboa q peccauit & peeeare tecit |j f. 15 israel. lUius 
aut adscribitur. quicquid exemplo — 

f. IS** qui eorum potestati suam eeclesiam credidit. Explicit || 
f. 1 6 De festiuitate sei miebaelis arcbangeli j Memoriam beati miebae- 
lis arcbangeli. toto orbe ueneranjdam. — 

f. 18'' propter eos qui bereditatem capiunt | salutis. in \po ibü 
diu) nostro. jj f. 19 Sei morat in uno quoq. signo xxx dies u. s. iv. 
Allerhand Noiizen, darmiter pilum dr tbiutizze tart und umbo dr 
tiutizze rantbouc j| f. 19'' Prologus de uita. karoli. aiigusti. | Vitam 
& eonuei'sationem & ex parte non modica res gestas domni | — 

f. 20 mibi pareendo pterire. || f. 20** Vita. karoH. impera- 
toris I Miserere diie miserere xpe | Gens meringorum de qua franci 
reges sibi creare soliti erant. usque in | — 

f. 38'' post obitum eins, summa deuotione adimplere curauit. j 
Finit uita karoli imperatoris do j gratias amen || f. 39 Incipit prologus 
in uita j sei ae beati amandi epi et et". | Scripturus uitam beati 
amandi. babitatorem eius | — 

f. 40 tradere curabo. | Explicit praefatio | Incipiunt capitula | i 
De initio conuersationis illius | — xxvi De obitu uel sepultura ipsius . 
Atque uirtutibus reliquis. |j f. 40'' Incipit uita | scT ac beaiti 
amandi | episcopi | et conte"" |j f. 41 Ajmandus j| f. 4^ igitur scis- 
simus atque reiigiosissimus aquitaniae — 

f. 46'' (xini) corpus ad sepeliendum sicut mos est abluere de- 
ber&. II f. 47 Incipiunt capitula qv'nte. ciuitates j mctropoles sunt 
sub se quales ciuitajtes babeant et castra | Prouincia lugdonensis. 
bab& ciuitates numero quattuor. | ciuitas lugdonensiü. Ciuitas edu- 



') IJl 09 1. Stimmt im Folgenden nicht überein. — ^) D<is Cursivgc- 
druckte von späierer Hand auf Rasur. 



löö Reif fer scheid 

oru. Ciuitas linguonu. | Ciuitas abillonensis. Castra matiscoiiinsis. 
rotomaginsis. | — 

f. 49 In brittania. ^uintias .v, brittania prima, brittania se- 
cunda. flabia maxima. ualentina. j Sunt simul num .cxii. 

f BPAUKON. 

ibid. OPO0ECCIA. KAI. EK0ECIC. TPAMMATON | Adam primus 
homo doctrina commouet aleph j BetW domus exprimitur signans 
CXHNüJMA pioru I — 

f. 49^ Tau Signum. CTATPOT. uel consummatio fertur | Haec ele- 
menta bis undeno conscripta tenore j — Quo baptizari uoluit sine 
nTEFMATE xps . TETEAECTE. EPFON. ENFPAHTON | KATAAOrOC. 
rPAMMATON. EAAINa)N. | Quattuor his nunc uersiculis perpende 
magister | Tres in personis unü in ditate potentem. | A alfa patrem 
signat quo caput esse uidetur j — 

f. bO 0J(O finis pfecta iugans & iuncta resoluens | Pharisei. di- 
uisi. — Quanto magis^'homo ad aliqua arte cscenderit tanto | magis 
ad homine ars ipsa descend& sie legit moyses | ascendit in monte & 
diis descendit. | — 

f. SS** VI. sunt locales mutationes corjporu. ante & retro. 
sursum & deorsü | dextrorsum. sinistrorsum | * Libra uel as. siue 
assis .XII. unci^ — srs Scripulus — 

.VI. siliqae 

f. 54 Siliqua hab& grana hordei )| — 

f. 54'' Lupinos .im. lentis } speltae xvi. || 

f. 55 — 69 Gilonis Carnotensis presbyteri de miraculis S. 
Mariae virginis 

f. 69'' Liber sce Marie de Sarnaio Quienq3 eum | furat'. fuit 
anatha sit. ain. | In eo )tinent bi libri. Quart' lii snai^. de sa- 
cramtis ecciie. Aurea | gemma Guardini, de erudit'one dictaminis. 
Op' magri -biiardi siluest's, | Furta mod'noJ^ latinof in unitate fni- 
tatis. Prou'bia autojf pfiof. j Minicula •bäte marie uirginis. in car- 
noten.eecJia facta, uel j ad laudem ipi' alibi patrata. & ibi scripto man- 
data. II f. 70 Ex Ms. Cod. Monasterii S. Galli inter Illustres | Vires 
Hieronymi et GeTiadii. interq) Cl. Claudianum | Romulus p'mus Roa- 
nojf Rex — Traianus (virov- illustu^ nomina). || 



Die römischen Bibliotheken. 1 ti" 



ViCTORius Aquitanus. 

586. niembr. 4. fol. i— 10 saec. X, fol. 11 — 96 saec. XI— XII, fol. 97—106 saec. Xll 
fol. 107 — 12S saef. X, fol. 126—140 saec. X— XI, fol. 141-134 saec. XIV. 

f. 1 Incipit. epistola. theophili. epi. | Post resurrectionem < ) & «) 
ascensionem diii saluatoris, | — 

f. 3 uobis iustum est celebrare; | Incipit. epistola. hilarii. ad 
uictorium. | de postiilatione cycli. | Diiectissimo s) & honorabili sca 
fratri uictorio hilarius | episcopus urbis rom^. cum pleriq; de 
ratione — 

f. 3'' dirigantur; | Ora pro nobis dilectissime frater. | Responsio 
uictorii ad bilarium | Domino *) uere sco & in xpo uenerabili hilario 
pap9 urbis | rome episcopo. Uictorius. utinam preceptis tuis — 

f. 4 uideres exposci; Finit. | Incipit prologus uictorii. ad bi- 
larium. I papam urbis romae de ratione paschali. | Paschalis igitiir 
festi cursum — diligenter obsoluam. | Incipit de diuersis cyclis. [ 
Dis^crepare inter se disputatores — 

f. 8'' repperiri non posse. explicit^). || f. 9 — 10 Ostertafel». 

f. 11—71 Vita S. Mariae Aegyptiacae 

Vita beate Eufaxie Vita b. Nicholai epi (Vorrede) 
Obitus sei Nicholai epi 

f. TP Incipit apologitica prefatio cuiusdam diederici molnachi 
ad uenerabilem richardum amarbacchensis | coenobii abbatem. [ 
Exigis a me mi pater reueren|de richarde. quatenus aliquo tibi 
compendiose — 

f. 73 euolare pmittas. Explicit | Incipit textus narrationis pro- 
posit^ festiuitatis. | Cum ca^lestiG^ sacramenjtorum limpidis- 
simus — 

f. 82'' re|gressi laudantes et benedicentes dum. qui uiuit et 
regjnat in seJa scJorum. amen, j Explic illatio. || f. 83 Prinio 
igitur ut retinetis auditores | prudentissimi. ^prif dici hominis 
animit — 

f. 84 nu monstrarent indicia. | Folgen Gebete — f. 88 Bene 
fecit no^ ds bene fecit noticii. quando nofi ta grande & ammirabile — 



'J Vgl. LXXXII 741 — 2) ed. Bucher. p. i. — ») 1. p. 2. — *) vel. — 
^) Darauf vier ausradirte Zeilen. 



140 Reifferscheia 

f. 91'' existere gaudioJ^ p xpni diim nrm; || f. 92 Piget multa 
diabolo p iniiirias nocendi — 

f. 96 ctingat cophendere. grä t mia diii nri ihu | xpi cui gJa 
in scia sclo'f. am; || f. 96'' De aegiptiacis diebus. | Si tenebr^ ^giptus 
graio sernione uocantur — Ne medio una ruas sed dam p aetbera 
uiuas II f. 97 In |»cessu sermonis etc. \\ f. 97*' Meminit eugJii pdicator 
etc. II f. 102'' Sermo j Ambrosii epi de pentecosten. j Pei'üdo'* i) cre- 
bro cadit omino — 

f. 103'' nofi aduenit etc. \\ f. 104 Allocutio sei augustini ppi de 
ephipbaii. | Post miraculSa) uirginel partus — f. 105'' post sepul- 
chra I uictores. || f. 106 Certi simus fratres etc. 

f. 107 — 107** historisches Fragment (Zug Pipins nach Ita- 
lien) 

f. 108 In nomine di summ', incipit epistola dionisii | exigui 
ad paetroniii epis de ratione paschae s) | Domino beatissimo et ni- 
mium desiderantissi|mo*) patri patronio^) episcopo dionisius exiguus. 
pascbab's fesjti ratione — 

f. HP eustodire dign&ur: || f. 112 Incipit disputatio dionisii exigui 
|Dominis6) a me plurimum uenerandis bonifacio primicerio | nota- 
riorum & bono secundicerio dionisius exiguus 7). Reuerenti^ s^ | pa- 
sebalis regula — 

f. Ho'' p' alios conscribere 9) ; finit do gratias. | Incipit epistola 
pasca««ini epis ad papa leonem | Domino uero lo^ seo atq; beatissimo. 
Ac apostolico niibiq; post diTm | plurimum colendo papa n) leoni 
paschassinus epS. Apostolajtus i^j uri scripta diacono panormitanae 
aecclesie silano — 

f. 11 7'' erit luna pascalis xiiii is^ | Arcades annü suu trib; 
miensib; explicabunt. carnenses. sex. | — 

f. 125 unde & greci lunam | üptmin nuncuparent. id est 
ipoTMHN quia aera secat. iono | H arbitra aeris merito initio mensiü 
id est kalendas buic deae consecrant. | Agustinus de bissexto | 
Sic b' modo intellegamus tempora & dies & annos & arjticulos 
quosda. quos sup' arologia conputamus — 



1) ? _ 3) ? _ 33 LXVII 19. 483 — *) desideratissimo. — 5) Petro- 
nio. — 6J 1. c. 23. — '') Exiguus salutem. — ») Observantiae. — ^) Stiinint 
nicht. — 10 j^ uere. — n) paiae. — '2) LIV Cü6. Die ßallerlni haben diese 
Handschrift benu tzt. — '^j Stimmt nicht. 



Die römischen Bibliotheken, 141 

f. \2^^ bissextii uocant. Ut eiindem || f. 126 Incip uita sei ac 
beajtissimi briccii epi | et confessoris | Igitur post j excessum beati | 
martini turonieae ciuitatis — 

f. 128 magni|fice scitatis Praestante etc. amen, j Inclpit ome- 
lia albini j magistri de uita sei | martini ( Posqua dilS nrt ihs xps j 
triumphator — 

f. 131'' pietates lae[tantium. Pstante etc. \ Explieit feliciter. 
amen || f. 132 Volum' nol) breuit exponere frs^. unde cepit sollep- 
nitas purifieationis etc. 

f. 133 Item alius quando | corpus eins trans|latum est | Opere 
praetium | est enim etiam illud inserere — 

f. 134 silere niquimus (nequiuimus corr. cd. m.} Hie finit. || 
f. 134^ Ineipit über sei | martini epi j de trinitate | Clemens trinitas j 
est. una diuinitas | — 

f. ISö^ in inmortalia sela selorum. | uae parua admodü taber- 
naculQ illius amjbiebat — 

f. 136'' auditoribus caena deberet. || f. 137 Inepiit uers in fo- 
ribus j priin cellae sei martijni epi 

It in eella alia 
It in eella interiore 
f, 137'' It illic super loeü lecti eins | Inepiit uersi basilicae 
f. 138 Item alius 

It in introitu a parte occidentis sup j ostiü. hystoria pieta 
uiduae 
f. 138'' It uers sup ostiu. a pari ligeris 
f. 139 It sup areu absidae in altare 
It circa tumulii ab uno latere 
It in alio latere 
f. 139'' Item desuper 

Item in absida 
f. 140 Item inept | Depositio — media nocte | It incpt in memoria 
securi rem | Quinq: beatorum retinet — aeuum praeeonia | Basiliea 
sei martini abest — f. 140'' ut uiuas in aeternum. |j 

t". 141 — 154 qufiednm praecepta synodalia dioecesis Carno- 
tensis. 



■|42 Reifferscheid 

Nachtrag. 



HiERONYMi chronicon. 

1709. membr. 8. fol. 1 — 14 saec. XH— XIII, fol. 16—23 saec. XI, fol. 24—31 saec. X, 
fol. Sa*" saec. XI, fol. 34. 33 saec. VI— VII, fol. 36—99 saec. XII, fol. 100—119 saec, XV, 

fol. 120. 121 saec. XI — XII. 

f. 1 — IS*" Priscianus de figuris numerorum, de metris f'abula- 
rum Terentii, eiusdem praeeivercitamina , Rufinus Atitiochenus 
{anonym) 

f. 14 Tractatio usus | Feneratui- dno qui — recipere habeamus; || 
f. H** 15 leer, f. 15'' einzelne Bemerkungen. \\ f. 16 si homiada. 
la egestate inquit eram. Indigebam cibo. Tegum. — f. IG*" seuit 
ut misereat. Folgen Verse des Johannes Scotiis und Excerpte aus 
Auqustin. — t". 21 || f. 21'' Messuit bos flores magni de i'onte ma- 
gistri I Odulricus athis plectro lilamina texens. | Persona dr a pso- 
nando — f. 23'' Trapezites collibistes. | nummularius. || 

f. 24 Incipit epistola Jobannis. diacoii ad Senarium. | Domino etc. 
sublimitatis uestrae i) — f. 31 miiiuitur ipsius naturae propri&asä) || 
f. 32 leer \\ f. 32" Hymnus 

f. 34. 35 Fragmenta Petaviana clironici Hieronymiani 3) 

f. 36—99 Ovidü fastorum I—V 24 

f. 100 — 119 Altfranzösische Urkunden und Gedichte 

f. 120. 120" Excerpte aus Venantius Fortunatus und Andern \\ 
f. 121 Conflictus veris et hiemis 



1) LIX 399 — 2) Unten: Ex libb. Petri Danielis Aurelii | l!)64. Ausserdem 
das Quaternionenzeiehen Villi — *) Vgl. Schoene, Euseb. p. XII. 



Verzeichniss der eingeg-angenen Druckschriften. 143 



VfiKZKICHlVISS 

DER EINGEGANGENEN DRUCKSCHHIF TEN. 

(APR[L 1868.J 

Akademia, Magyar Tudomänyos: Evkönyv. XI, 4 — 8. 1866 & 
1867; 4». — Philos. törv. es tört. Ertesitö. V, 2—3. 1866 & 
1867; 80. — Mathem. es term. Ertesitu. VI, 1—2. 1866; 8o.— 
Nyelvtudom. Közlemenyek. V, 1 — 3. 1866; VI, 1. 1867. 8«. — 
Arehaeol. közlemenyek. VI, 1. 1866 & 1867; Folio. — Statist, 
es nemz. közlemenyek. II. 1 — 2; III, 1 — 2; IV, 1. 1866 & 
1867; 8o. — Mathem. es term. Közlemenyek. IV. 8o. — 
Amagy. ny. Szötära. IV, 1—4. 1866—1867; 4».- Jegyzö- 
könyvei. IV, 1 — 2. 1866; kl. 8". — A magy. tudom. Akad. 
Ertesitoje. 1867, 1 — 17. 8«. — Monumenta Hungariae histo- 
rica. Scriptores. X, XIII, XVI, XVII, XVIII. 1865 — 1867; 8o.— 
Budapesti Szemle. XI— XXX. füz. 1866— 1867; 8». — Alma- 
nach 1867; kl. 8». — Czinar, Mor, IndeiC a/phabeticus co- 
dicis diplomatici Hungariae G. Fejeri. Pest, 1866; 8». — 
Toldy, Ferencz, Corpus grammaticorum linguae hungaricae 
veterum. Pest, 1866; 8«. — Amagy. tudom. Akad. munkälö- 
däsairol. 1866-ban. Pest, 1867; 8». — Törtenettud. Ertekeze- 
sek. I — VI. sz. 1867; 8«». — Philosoph. Ertekezesek. I — IV. 
sz. 1867; 8o. — Törvenytud. Ertekezesek. I-II. sz. 1867; 
8«. — Mathem. Ertekezesek. I. sz. 1867; 8o. — Termeszettud. 
Ertekezesek. I — VII. sz. 1867; 8o. — Observationes meteorolo- 
gicae. Tomus I. Pestini 1866; 4«. — Operationes plasticae 
18 tab. in folio. 



^44 Vftrzeichniss der eingegangenen Druckschriften. 

Akademie der Wissenschaften, Kais., zu St. Petersburg: Ver- 
such einer Grammatik der arabischen Sprache. Von Michael 
Navrockij. St. Petersburg, 1867: gr. 8». — Gdt'a Ahiina- 
vaiti Sarat'ustrica carmina septem latine vertit et explieavit 
etc. recensnit C. Kossowicz. PetropoU, MDCCCLXVIl; S». 
Arneth, Alfred Ritter von, Beaumarchais und Sonnenfels. Wien, 

1868; 8o. 
Gesellschaft, Deutsche, morgenländische: Indische Studien. Von 

A. Weber. X. Band, 3. Heft. Leipzig, 1868; 8«. 
Hahn, J. G. v., Reise von Belgrad nach Salonik nebst vier Abhand- 
lungen zur alten Geschichte des Morawagebietes. (2. Auflage.) 
Wien, 1868; 8«. 
Hamelitz. VHI. Jahrgang, Nro. 8 — 11. Odessa, 1868; 4». 
Hopf, Carl, Geschichte Griechenlands im Mittelalter. Leipzig, 

1868; 4o. 
Jülg, Bernhard, Über Wesen und Aufgabe der Sprachwissen- 
schaft etc. (Vortrag.) Innsbruck, 1868; 80. 
Kozina, Georg, P. Paul Puzel's Idiographia sive rerum memora- 
bilium monasterü Sitticensis descriptio. (Jahresber. der k. k. 
Oberrealschule in Laibach). 80. 
Lütolf, Alois, Joseph Eutych Kopp als Professor, Dichter, Staats- 
mann und Geschichtsforscher dargestellt. Lucern, 1868; 8«. 
Mittheilungen aus J. Perthes' geographischer Anstalt. Jahrgang 
1868, m. Heft. Gotha; 4o. 

der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung 

der Baudenkmale. XIH. Jahrg. März — April. Wien, 1868; 4». 
Museum -Verein, Siebenbürgischer: Jahrbücher. IV. Bd. 2. Heft. 

Klausenburg, 1868; 4». 
Revue des cours scientifiques et litteraires de la France et de 
l'etranger. VAnnee, Nrs. 17 — 21. Paris & Bruxelles, 1868; 4». 
Rubin, Salamo, Spinoza und Maimonides, Ein psychologisch-philo- 
sophisches Autitheton. Wien, 1868; 8«. 
Societe pour la recherche et la conservation des monuments 
historiques dans le Grand -Duche de Luxembourg: Publica- 
tions. Annee 1866. XXII. Luxembourg, 1867; 4«. 
Stern, M. E., Kochbe Jizchak. 35. Heft, Wien. 1868; 8». 



Verzeichiiiss der eingeg-aiigenen Druckschriften. 



I4o 



Verein, liistor., der fünf Orte Lueern, Uri, Schwyz, Unterwalden 
nnd Zug: Der Geschichtsfreund. XXII. Band. Einsiedeln, iVew- 
York und Cincinnati, 1867; 8». 
^ für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben: Verhand- 
lungen. XVIII. Veröffentlichung. Ulm, 1868; 4». 

— histor., von Unterfranken und Aschaffenburg: Archiv. XIX. Bd., 
3. Heft. Würzburg, 1868; 8«. 

— histor., für Ki-ain: Mittheilungen. XIX — XXII. Jahrgang, 1864 
bis 1867. Laibach; 4o. 

Vigncral, Ch. de, Ruines romaines de l'Algerie. Subdivision de 
Hone. Paris, 1867; 8». 



r 



w* 



I 



Sil^b. d. |)liil,.hist. Cl. LIX. ßil. (. Hft. 



io 



SITZUNGSBERICHTE 



DER 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 



PHILOSOPHISCH -HISTORISCHE CLASSE. 



LIX. BAND. 11. HEFT. 



JAHRGANG 1868. —MAI. 



I 



n 



Coramissionsbericht. 149 



SITZUNG VOM 13. MAI 1868. 



Der Secretär legt vor: 

1. Den zweiten Theil der Tahidae cadieum manu scriptornm 
praeter graecos et orientales in bibliotheca palatina Vhidoboiiensi 
asservatorum ; 

2. den von der kais. Akademie der Wissenschaften subventio- 
nirten zweiten Band von Dr. B. Dudik's Geschichte des Benedic- 
tinerstiftes Raigern; 

3. einen in der mathematisch -naturwissenschaftlichen Classe 
von den Herren Boue und von Hauer unter der Bedingung, dass 
es die Geldkräfte der Akademie gestatten, gestellten Antrag auf die 
Herausgabe des Catalogs der Bibliothek der kaiserlichen Akademie; 

4. eine Eingabe des pensionirten k. k. Statthaltereirathes in 
Innsbruck, Dr. Jacob Probst, in welcher er um eine Subvention 
zur Herausgabe eines druckfertig vorgelegten Werkes „Geschichte 
der Universität zu Innsbruck" ersucht; 

5. von Herrn Dr. W. F. Behrnauer in Dresden „Notizen 
zu dem zu publicirenden orientalischen Album"; 

6. von demselben eine Abhandlung: „Beiträge zur Geschichte 
Venedigs im 16. und 17. Jahrhundert"; 

7. von dem wirkl. Mitgliede Herrn Prof. Dr. Fr. Pfeiffer 
Vorschläge von Preisaufgaben für den von Herrn Paul Hai legirten 
Preis. 



11' 



150 Commissionsbericht. 



SITZUNG VOM 20. MAI 1868. 



Der Präsident erstattet Bericht über die Thätigkeit der histori- 
schen und der Conciliencommission in der Zeit vom 1. Juni 1867 
bis jetzt. 



Se. Excellenz das wirkl. Mitglied Freiherr v. Münch stellt 
einen Antrag auf den Druck des dritten Bandes der Tabulae codi- 
cum manu scripiorum in bibliotheca palatina Vindobonensi asser- 
vatorum. 

Der Secrelär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Dr. Franz Stark in Wien: 
„Keltische Forschungen. I. Keltische Namen im Verbrüderungs- 
buche von St. Peter in Salzburg, Erster Theil"; 

2. eine Abhandlung des Herrn Dr. G. B. Bolza: „Beitrag zum 
Studium der gallo-italischen Dialekte"; 

3. ein Ansuchen des akademischen Lesevereins in Graz um 
Betheilung des Vereins mit dem Almanach, den Denkschriften und 
den Sitzungsberichten. 



Das w. M. Herr Dr. August Pfizmaier legt eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Geschichtliches über 
einige Seelenzustände und Leidenschaften." 



T. Karajan. Bericht über dii' Thätigkeit der histor. Conimission etc. 151 



B e r i c h t 

über die Thätigkeit der historischen Commission der kaiserlichen 
Akademie der Wissenschaften während des akademischen Verwaltungs- 
jahres 1867, vorgetragen in der Commissions-Sitzung vom 20. Mai 1868 
und darnach in der Classen-Sitzung desselben Tages durch den Bericht- 
erstatter derselben 

Dr. Th. G. V. Karajan, 

d. Z. Präsidenten. 

Meine Herren ! 

Die historische Commission beehrt sich, den ihr durch die Ge- 
schäfts -Ordnung vorgeschriebenen Bericht mit dem beruhigenden 
Bewusstsein zu erstatten, dass sie auch im Laufe des Jahres 1867 
mit den ihr gewährten Geldmitteln das geleistet hat, was in früheren 
Jahren von der verehrten Classe als genügend gebilligt wurde. 

Auch in diesem Jahre ist der Umfang ihrer Veröffentlichungen 
hinter dem des Vorjahres nicht zurückgeblieben, die Zahl der Bände 
gleichfalls. Es wurden von den Fontes der siebenundzwanzigste und 
achtundzwanzigste der zweiten Abtheiiung, vom Archive der acht- 
unddreissigste und neununddreissigste geliefert. 

Den Inhalt dieser Bände wird die folgende sachliche Durchord- 
nung erkennen lassen, die sich den in früheren Jahren gegebenen zur 
Aufßndung und Vergleicbung genau anschliesst. Vertreten sind in 
ihr fast alle Theile des Reiches, mit grösBeren oder kleineren Bei- 
trägen zur Geschichte der einzelnen, wie auch des Gesammtreiches. 

Österreich anter der Enns. 

Für die älteste Landesgeschichte und die spätere haupt- 
.sächlieh während des Mittelalters liefert die Fortsetzung der schon 



lO'W V. Karajan 

seit Jahren mitgetheilten 'Beiträge zu einer Chronik der archäolo- 
gischen Funde während der Jahre 1864 bis 1866 von Friedrich 
Kenner' allerlei neues an Anticalien und Münzen aus der Römerzeit 
und dem Mittelalter. Sie stehen im Archive Bd. XXXVIII auf S. 133 
bis 168. 

Zur Kirchengeschichte und namentlich jener der geist- 
lichen Körperschaften des Landes ist einzureihen der zweite Band 
des 'Urkundenbuches des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des 
vierzehnten Jahrhunderts herausgegeben von dem c. M. weiland 
Dr. Hartmann Zeibig' im XXVIII. Bde. der zweiten Abtheilung der 
Fontes. Er enthält den Rest der Urkunden vom 16. Mai 1379 an 
bis 25. October 1400, und einen Anhang von zwanzig für die Ge- 
schichte des Stiftes wie an sich wichtigen Archivalien, als z. B. das 
älteste Urbar von 1258, Aufzeichnungen über die Einkünfte des 
vSliftes von 1284, die ältesten Zehentregister, Fischer-, Schiffer-, 
Fergen- und Ufer-Rechte des vierzehnten Jahrhunderts, ein Ver- 
zeichniss aller Gäste des Stiftes während derselben Zeit, der dort 
begrabenen Adeligen des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts, 
eine Sequenz gedichtet vom Probste Rudger I. 1167 bis 1168 
u. s. w. 

Anziehend für die Geschichte der politischen Verwaltung 
des Landes im sechzehnten Jahrhundert ist ein Beitrag des c. M. 
Dr. Beda Dudi'k aus einer Handschrift der ehemals fürstlich Dietrich- 
stein'schen Bibliothek zu Nikolsburg, nämlich: 'Kaiser Maximilians II. 
Jagdordnung vom Jahre 1575' und zwar zur Regelung der Land- 
und Hof-Jägerei in Österreich u. d. Enns erlassen, abgedruckt im 
Archive Bd. XXXVIII. auf S. 339 bis 416. 

Österreich ob der Enns. 

Hauptsächlich die Römerzeit, darnach jene späterer Jahr- 
hunderte betreffen durch Mittheilung von Münzfunden , Inschrift- 
steineii, altem Geräthe u. s. w. die schon oben erwähnten 'Beiträge 
zur Chronik der archäologischen Funde Friedrich Kenners' im Ar- 
chive Bd. XXXVm und zwar auf den SS. 169 bis 189. In diesen 
A^ird namentlich berichtet über das vielleicht älteste Grabdenkmal 
des Landes, einer Witwe Valeria des vierten Jahrhunderts geweiht, 
dessen Inschrift etwa im dreizehnten zu einer christlichen umge- 
staltet wurde. 



Bericht über die Thätigkeit der historischen Commission etc. 153 

Erzherzogthum Österreich. 

Zur Geschichte des Regentenhauses der Babenherger ist 
anzuführen die nachstehende iiritische Untersuchung des w. M. Alb. 
Jäger: 'Über Francesco Petrarca's Brief an Kaiser Karl IV. über das 
österreichische Privilegium vom Jahre 1058', durch welche nachge- 
wiesen wird, dass für das fehlende, hierin entscheidende Jahr des 
Briefes 1361 zu gelten habe, dass somit aus diesem Briefe für ein 
früheres Dasein des österreichischen Hausprivilegiums 'Majus' 
kein Beweis abgeleitet werden könne. Veröffentlicht im Archive 
Bd. XXXVIir S. 437 bis 483. 

Tirol DDd Torarlberg. 

Auch hier ist die schon wiederholt aufgeführte Arbeit Friedr. 
Kenners, 'Beiträge zu einer Chronik der archäologischen Funde' ein- 
zureihen, abgedruckt im Archive Bd. XXXVIII, und zwar für diese 
Länder die Seiten 223 bis 236. 

Steiermark. 

Für die älteste Landesgeschichte während der Römer- 
zeit und des Mittelalters ist die eben aufgeführte Arbeit Fr. Kenners 
auch hier zu erwähnen und zwar die Seiten 189 bis 198 derselben. 

Als Beitrag zur Adelsgeschichte des Landes aber wie jene 
der Nachbarländer erschien: 'Das Familienbuch Sigmunds von Her- 
berstein. Nach dem Originale herausgegeben von J. Zahn' im 
Archive Bd. XXXIX auf S. 293 bis 415. 

Rärnten. 

Zur Bereicherung der ältesten Landesgeschichte so wie 
jener des Mittelalters sind auch hier einzureihen die schon mehr- 
mal erwähnten 'Beiträge zu einer Chronik der archäologischen 
Funde, Friedr. Kenners' und zwar die Seiten 198 bis 210 der- 
selben. 

Hraiu. 

Bei diesem Kronlande und zwar bezüglich dessen ältester 
Landesgeschichte, wie jener des Mittelalters sind wie bei den 



1 54 V. Karajan 

vorausgehenden Ländern Steiermark und Kärnten aufzuführen, von 
der Arbeit Fr. Kenners die Seiten 210 bis 214. Gleiches gilt auch 
von dem Königreiche 

Böhmen 

zu dessen ältester Landes geschichte gleichfalls die Mitthei- 
lungen Friedrich Kenners 'Beiträge zu einer Chronik der archäolo- 
gischen Funde in den Jahren 1864 bis 1866', und zwar im Archive 
Bd. XXXVIII die Seiten 237 bis 249 zu berücksichtigen sind. 

Nicht minder wichtig für die älteste Geschichte des Landes 
und sein Verhältniss zu Polen ist die im Archive Bd. XXXVII auf den 
SS. 25 bis 120 gelieferte Abhandlung Heinrich Zeissbergs mit dem 
Titel: 'Miseco I. der erste christliche Beherrscher der Polen'. 

Zur Regentengeschicbte des Königreiches bringt aus 
bisher unbenutzten Quellen Neues Dr. Karl Grünhagen in seiner Un- 
tersuchung: 'Karl IV. in seinem Verhältnisse zur Breslauer Dom- 
geistlichkeit' mitgetheilt im Archive Bd. XXXIX auf den SS. 223 
bis 243. 

Einen aus neuen Quellen geschöpften Beitrag zur Geschichte 
des Städte Wesens in Böhmen lieferte Dr. Franz Kürschner in 
dem Aufsatze: 'Jobst von Einsiedel und seine Correspondenz mit der 
Stadt Eger. Aus dem Archive der Stadt mitgetheilt' , im Archive 
Bd. XXXIX auf den SS. 245 bis 292. 

Mähren. 

Die Landesgeschichte vom eilften Jahrhundert herwärts 
bereichern durch Beschreibung von altem Geräthe, aufgefundenen 
Münzen u. s. av. die schon oft erwähnten 'Beiträge Friedrich Ken- 
ners' und zwar auf den SS. 249 bis 257 des XXXVIII. Bdes. des 
Archives. 

Die Kenntniss des geschichtlichen Materiales fördert 
aus bisher unaufgeschlossener Quelle die Mittheilung des c. M. Beda 
Dudik unter dem Titel: 'Die Handschriften der fürstlich Dietrich- 
stein'schen Bibliothek zu Nikolsburg in Mähren', abgedruckt im Ar- 
chive Bd. XXXIX auf den SS. 417 bis 534. Die Sammlung, aus 440 
Handschriften bestehend, stammt aus der Bibliothek des einstigen 
Hofkammer-Präsidenten Ferdinand HoflFmann Freiherr von Grünpichel 



Bericht über die Thätigkeit der historischen Commission etc. 1 S5 

und Strechau und ersetzte die 1646 nach Schweden als Kriegsbeute 
entführte des Cardinais Dietrichstein. 



Schlesieü. 

Hier einzureihen und zwar als Beitrag zur K i r c h e n g e s c h i c h t e 
des Landes ist die schon oben erwähnte Arbeit Dr. Karl Grünhagens: 
'Karl IV. in seinem Verhältnisse zur Breslauer Domgeistlichkeit', im 
Archive Bd. XXXIX auf den SS. 223 bis 243. 

Galizien. 

Auch hier mit aufzuführen ist die schon oft erwähnte Arbeit 
Friedrich Kenners 'Beiträge zu einer Chronik der archäologischen 
Funde' und zur ältesten Landesgeschichte, für welche sie 
eine Beihe von Münzen, altem Geräthe, Meissein, Gewichten, in alten 
Grabmählern entdeckt, beschreibt, und zwar im Archive Bd. XXXVIII 
auf den SS. 258 bis 262. 

Zur Kenntniss des historischen Materials in diesem 
Königreiche dient ein Bericht des c. M. Dr. Beda Dudiks mit der 
Aufschrift: 'Archive im Königreiche Galizien und Lodomerien, im 
Auftrage des hohen Staats -Ministeriums beschrieben und durch- 
forscht', abgedruckt im Archive Bd. XXXIX auf den SS. 1 bis 222. 

Krakao. 

Zm* Rechtsgeschichte und zwar als Zeugniss deutscher 
Rechtsanwendung im slavischen Lande dienen die Nachweise in 
einem Aufsatze Dr. Ferdinand Bischoffs: 'Über eine Sammlung 
deutscher SchöfTensprüche einer Krakauer Handschrift'. Der Ver- 
fasser setzt den Ursprung dieses Rechtsbuches ins Ende des vier- 
zehnten Jahrhunderts und bespricht dessen Verwandtschaft mit einer 
in Berlin verwahrten Handschrift. Entstanden ist die Sammlung in 
Krakau selbst. Die Abhandlung ist veröffentlicht im Archive Band 
XXXVUI auf S. 1 bis 24. 

I ngern and Nebenläuder. 

Für die älteste Landesgeschichte auch dieser Bestand- 
theile des Gesammtreiches bieten die 'Beiträge zu einer Chronik der 



130 V. Karajan 

archäologischen Funde Friedrich Kenners', und zwar im Archive 
Bd. XXXVIII auf den SS. 26S bis 317, eine reiche Ausheute an 
Münzen, Inschriften und Alterthümern aller Art. Ebenso für die Ge- 
schichte der 

Militärgränze 

zur Zeit der Römer und in den Jahrhunderten des Mittelalters 
und zwar auf den Seiten 329 bis 337 des XXXVIII. Bandes des 
Archives. 

^ Dalmatieos 

älteste Landesgeschichte wird gleichfalls durch dieselbe Ar- 
beit Friedrich Kenners und zwar auf den Seiten 337 bis 338 mit 
Nachrichten über die Funde der Jahre 1864 bis 1866 bereichert. 

Der Geschichte der Republik Ragusa aber, namentlich in Be- 
zug auf die Gestaltung ihrer auswärtigen Verhältnisse, wird eine 
neue reichhaltige Quelle zugeführt in der Abhandlung des Dr. Bal- 
thasar Bogisic: 'Relazione sull' Epistolario di Stefano Gradi', be- 
stehend aus einer übersichtlichen Schilderung mit Proben der 
reichen Correspondenz Gradi's mit der Republik von Rom aus, wo 
er als Gesandter derselben weilte, und später mit Nicolo Rossi zu 
Rom und zwar von Ragusa aus. Die Sammlung umfasst im Ganzen 
565 Briefe aus den Jahren 1642 bis 1683 und wird zur Herausgabe 
vorbereitet. Der Bericht steht im Archive Bd. XXXVIII auf S. 417 
bis 436. 

Küstenland und Lombardo-Yenetien 

werden durch die oben oft angeführten 'Beiträge zu einer Chronik der 
archäologischen Funde Friedrich Kenners', abgedruckt im Archive 
Bd. XXXVIII, in Bezug auf die älteste Landesgeschichte man- 
nigfach bereichert. Ersteres auf den SS. 214 bis 222, letzteres auf 
den SS. 317 bis 329. 

Monarchie. 

Zur Geschichte der ältesten Zeit und des Mittelalters 
muss hier begreiflicher Weise die eben erwähnte Arbeit Friedrich 
Kenners eingereiht werden und zwar für die archäologischen Funde 



Bericht über die Thätigkeit der historischen Cominission etc. 1 o7 

der Zeit von '884 bis 1866. Wie sclion bemerkt, steht sie im Ar- 
chive Bd. XXXVm r.iu den Seiten 12i uis 338. 

Für die Geschichte des Regentenhanses aber ist von 
höchster Bedeutung die Fortsetzung der 'Relationen der Botschafter 
Venedigs über Deutschland und Österreich im siebzehnten Jahrhun- 
dert'. Der eben erschienene zweite Band umfasst die Jahre 1658 
bis 1699 und ist wie sein Vorgänger aus den Originalen des k. k. 
Haus-, Hör- und Staats-Archives herausgegeben durch das w. M. 
Joseph Fiedler im XXVII. Bde. der zvveiten Abtheilung der Fontes. 

Deatschlanil. 

Für die allgemeine Reichsgeschichte ist der eben er- 
wähnte XXVII. Bd. der zweiten Ahtheilung der Fontes, die Relationen 
der Botschafter Venedigs über Deutschland und Österreich ent- 
haltend, und zwar während der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahr- 
hunderts, von Wichtigkeit. 

Die Länder aber zwischen der Elbe und Oder und zwar deren 
Regentengeschichte nach Einführung des Christenthums und 
ihr Verhältniss zu Deutschland hat zum Gegenstande die Abhandlung 
Heinrich Zeissbergs: 'Miseco I., der erste christliche Beherrscher 
der Polen' abgedruckt im Archive ßd. XXXVIÜ auf den SS. 25 
bis 120. 



i 58 V. Kara.jiin. Bericht üb. d. Thätigkeit d. Concilien-Commission etc. 



Bericht 

über die Thätigkeit der zur Herausgabe der Acta conciliorum generalium 
saeculi XV. betrauten Coinmission während des Jahres 1867. Gelesen in 
der Classen- Sitzung vom 20. Mai 1868 durch den Berichterstatter der I 

Coniniission 

Dr. Th. G. V. Karajan. 

Meine Herren! 

Der Druck des zweiten Bandes der Monumenta conciliorum 
generalium saeculi XV., den ersten Theil der Geschichte des Basler- 
Coneils von Juan de Segovia enthaltend, ist bis zum 25. Bogen vor- 
geschritten. 

Die vollständige Nachvergleichung des zweiten Bandes dieses 
Werkes, im Manuscripte der ölTeiitlichen Bibliothek zu Basel 321 
Blätter im grössten Folioformat zählend, wurde vollendet. Die zeit- 
raubende Arbeit hat auch in diesem wie im ersten Bande die Her- 
stellung des Textes, der in der Handschrift der k. Hofbibliothek zu 
Wien durch nachlässiges Gebahren des Abschreibers an manchen 
Stellen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt ist, in der erfreulichsten 
Weise gefördert. Die Bearbeitung dieses den dritten Band der Monu- 
menta bildenden Werkes ist so weit gediehen, dass nach Vollendung 
des zweiten Bandes der Druck ohne Unterbrechung fortgesetzt 
werden kann. 

Die von der verehrten Classe der Commission bewilligten Geld- 
mittel reichten vollständig zur Deckung der nöthigen Auslagen hin. 



stark. Keltische Forschungen. 139 



Keltische Forschungen. 

Von Dr. Franz Stark. 



I. 

Keltische Namen im Verbrüderungsbuche von St. Peter in 

Salzburg. 

1. 

Die Bestrebungen Mone's und seiner Nachfolger alle nur mög- 
lichen Personen- und Ortsnamen, und die V^ersuche Leo's die Per- 
sonennamen im Polyptichon Irminonis i) als keltische Sprachgebilde 
zu deuten, sind, da sie vorzugsweise jeder wissenschaftlichen Methode 
entbehren, mit ganzem Rechte allgemein zurückgewiesen worden. 
Einer günstigeren Aufnahme hatten sich zu erfreuen jene Schriften, 
welche die gegentheilige Richtung einschlugen und eine Menge 
fremder Namen, die mit wirklich deutschen einigen Gleichklang 
haben, ohne Rücksicht auf den Widerspruch einzelner Laute und 
ganzer Theile , als deutsch erklärten. Das Hauptwerk dieser Rich- 
tung ist Förstemann's altdeutsches Namenbuch (Nordhausen, 1856); 
in ihm sind viele Hunderte keltischer Namen den deutschen beige- 
mengt. Obgleich nun seit dem Erscheinen dieses Buches zehn 
Jahre verflossen sind, haben diese Irrthümer weder von gegnerischer 
noch von germanistischer Seite eine Beanständigung oder Berichti- 
gung gefunden, und es hat in der Bestimmung und Deutung von 



^) Polyptique de l'abbe Irminon ou denombrement des manses, de serfs et des revenus 
de l'abb<iye de Saint-Germain-des-Pres sous le regne de Charlemagne publie . . . 
par B. Gue'rard. Tom. II. Paris, 1844. 40. 



160 stark 

Personen- und Ortsnamen eine Willkür und Verwirrung um sich 
gegriffen, wie sie kaum auf einem zweiten Gebiete der Wissenschaft 
wieder gefunden wird. Dieser Thatsache gegenüber habe ich, 
gestützt auf sorgsame Studien und auf eine Sammlung von deut- 
schen und keltischen Personen- und Ortsnamen, wie sie in diesem 
Umfange einem Zweiten gewiss nicht zu Gebote steht, mir die, ich 
weiss es, schwierige Aufgabe gestellt, die keltischen Namen, die bis 
jetzt den deutschen beigezählt sind, zu bestimmen und zu scheiden 
und so eine sichere Grundlage zu schaffen für ein wahrhaft deutsches, 
aber auch für ein von ihm getrenntes keltisches Namenbuch. 

Im. Vorliegenden bringe Ich eine kleine Sammlung keltischer 
Namen aus dem Verbrüderungsbuche des Stiftes St. Peter zu Salz- 
burg <), in welche ich auch irische Namen, die als solche bereits er- 
kannt sind, aufgenommen habe, da es hier galt sprachliche und andere 
Irrthümer in den vom Herrn v. Karaj an gegebenen „Erläuterun- 
gen" zu berichtigen. 

Ob der von mir eingeschlagene Weg dem vorgesteckten Ziele 
zuführt, muss einer sachkundigen Kritik zur Beurtheilung überlassen 
bleiben ; des Einen jedoch bin ich schon jetzt gewiss, dass diese 
neuen Forschungen, trotz mancher Irrthümer im Einzelnen, nament- 
lich in dem so schwierigen etymologischen Theile, die Erkenntniss 
vieler alt- und neukeltischen Namen erweitern und eine sorgfältigere 
Untersuchung bei der Beurtheilung deutscher Namen hervorrufen 
werden, als bis jetzt üblich war. 

Bevor ich mich aber den keltischen Namen des Verbrüderungs- 
buches zuwende, sollen die gegenwärtig in der deutschen Namen- 
forschung besonders hervortretenden Irrthümer an einigen Beispielen 
veranschaulicht werden. 

Gonotigernus mit derbeachtenswerthen Variante Cuncmtegernus 
(ep. Silvanect. Conc. Aurel. a. o44) ist ein gallischer Name = 
Cunau-tegernus , Cuno-ügernus, zusammengesetzt aus cum, kymr. 
cun (altitudo, summitas) Zeuss p. 109 2) und tigernns, kymr. tigern, 

1) Herausgegeben von Th. G. v. Karajan. Wien, 1852. — Ich benutze diese Stelle 
zu bemerken, dass in meiner gänzlich umgearbeiteten Schrift „Die Kosenamen der 
Germanen" (Wien, Tendier, 1868) S. 4 die durch ein Versehen stehen gebliebenen, 
dem Verbriiderungsbuche entnommenen biblischen Namen Jesus, Johel und Suffonias 
zu tilgen sind. 

~) Vo-I. Cuno-tamus Orelli n. 2779, armor. Cona-dam a. 831 Cart. de Redon n. 143. 



Keltische Forschungen. 1 (j I 

tigirn, tirn, jetzt tet/rn, armor. fieru, irisch tigerne, tigerna, jetzt 
tigheanin mit der Bedeutung „dominus«. Zeuss. p. 100. 158. 162. 
741 1). 

Nach Förstemann 1 , 54C ist Gonotiger/ms, Cunautigernus = 
Gonoti-germis und wird gonoti durch goth. knods (genusj und ger- 
nus durch ahd. gern (pronus, Studiosus, intentus, avidus) zu deuten 
versucht. 

Berloindis f. saec. 8. Polypt. Irm. 71, 1 = Berlo-ind-is, ist ab- 
geleitet mit -ind (Zeuss p. 754) von berlo = berla; vgl. irisch berla, 
jetzt bearla (lingua) O'Donovan, Gramm, of the irisch lang. LXXII. 
Lhuyd, Archaeol. Brit. (Oxford, 1707. Fol.) 1, 80. 

An Berloindis, welcher Name „eloquens" bedeuten mag, reihen 
sich die Personennamen: 

Berla saec. 8. Polypt. Irm. 36, 32, 

Berlio (ep. Bellicens.) c. a. 1135. Cart. Savin. p. 507 n. 940, 

Berloinus saec. 8. Polypt. Irm. 40, 23 = Berlo-in-us 2), 

Berlannus, Berlindis ssbc. 9. Polypt. Rem. 9, 23. 1, II = Berl- 
ami-iis 3), Berl-ind-is, 

Berla viiis a. 918. Perard p. 165 = Berl-avi-iis'*^, 

Berlibodus a. 955. Perard p. 66 = Berli-bodus^), 



1) Vgl. die kymrischen Namen Vertigernvs (res Britanniae) Hist. misc. 14; a. 408. 
Ann. Quedl. Mon. G. 5, 31, 18, Vortigerms, Gortigernus bei Nennius, Hist. Brit. 
28. 29, Eutigirn Lib. Landav. 233 = Avi-tigern-us , EUdeyrn (St.) Jolo 107, 146 
= Illi-tigern-us, die armorischen Namen Sultiern a. 866. Cart. de Redon n. 50 
= Soli-tigern-us , Maeltiern a. 826. 1. c. n. iZi = Maglo-tigern-us , dann den 
irischen Namen Caoiltighern (Sta) Martyr. Dungal. Sept. 13 und Tigerinomalus bei 
Graff, S, 379 (vgl. irisch Cathmal Ann. IV. Mag. O'Conor I. 1, 333 = Catu-malus, 
armor. Dothimalus, Sohn des bretonischen Königs Judualus, Exe. ehren, ßrioc. 
Morice, Memoires pour servir de preuves a Thistoire eccl. et civ. de Bretaio-ne. 
Paris, 1742. 1 col. 17) 

2) Vgl. Biroinus Mürat. "tn, 5, Vincoinus saec. 8. Polypt. Irm. 113, 29'» u. m. a, 

3) Vgl. Zeuss p. 736, dann Agrannus, EUsanna saec. 8. Polypt. Irm. 103, 194. 193. 
*) Vgl. Zeuss p. 746, dann Alsavia, Elavia saec. 8. Polypt. Irm. 213, 43. 241, 6 

Beravius 1. c. 93, 136; (colon.) a. 76S. Testam. Teliouis. Mohr, Cod. dipl. Rhsetiae 
1 n. 9 p. 14, Alavia saec. 9. Polypt. Rem 100, 10 u. a. 
5) Vergl. kymr. boddus (gratus, acceptus) = boduus (Zeuss p. 27 Nota. Glück p. 33 
Anm.). Berlibodus kann demnach „lingua (eloquentia) gratus" bedeuten. 



162 stark 

Berladius c. a. 1037. Polypt. Irm. App. 20 p. ^^^ = Berl-(idi-us <), 
dann der Name eines Flüsschens, „Fluviolus vulgari nomine Berlo 
vocitatus", saec. 10. Cart. S. Pefri Carnot. p. 73 c. 14 und die 

y\\\^e Berlaria, Berleta Si. ßU. 680. Pard. n. 331. S92 = Berl- 
ari-a. Berl-et-n, abgeleitet von den Personennamen Berlo, Berla. 

Bei Förstemann 1, 226 ist Berloindis verderbt aus Berilind 
und wird heri durch ahd. hero (ursus) gedeutet, für Und aber werden die 
Bedeutungen „Schlange'% „Quelle" oder „milde, sanft« vermuthet. 

Wie Berloindis so werden gegenwärtig sehr viele abgeleitete 
keltische Namen als zusammengesetzte deutsche betrachtet. Zwei 
weitere Beispiele mögen statt vieler genügen. 

Der Name Firmaii saec. 9. Meichelb. n. 563 ist identisch mit 
Firmanus (Alpinius) Steiner n. 1049,/?Vrwjam/s (ßg.) 1- c. n. 3328, 
Firmamis (Galliarum tabularius) de Boissieu, Inscr. de Lyon p, 255, 
13 und abgeleitet mit -an (Zeuss p. 281. 303. 734) von firm. Von 
demselben Worte sind gebildet die Namen : 

Firmus (Gildonis frater) a. 371. Ammian. 29, 5, 2, Firmus 
(Lasionius) Steiner n. 601, Ferme a. 1144. Cart. de Redon n. 389, 

Firma Lucia (uxor Tantavieli Eburonis) Steiner n. 592, Firtna 
(Laudonia) Orelli n. 4824, Firmia Sextiola, de Boissieu p. 503, 14, 
dann durch Ableitung : 

Firmann (Obricii filia) Orelli n. 2050 (Bourges), 

Firmatus saec. 9. Polypt. Rem. 74, 51, 

Firminus (Aurelius) Steiner n. 710, Firminus (Silius) Orelli 
n. 3798, Firminus saec. 9. Polypt. Rem. 68, 18 2); c. 1000. Cart. 
Savin. n. 547, 

Firmica Fabretti p. 567, 116. 

Firmidia Mussa, Knabl. Sehr. d. h. V. f. Inneröstr. 1, 70 n. 77, 

Firmula (Laudonia) Orelli n. 4824, Firmulus (SuUius) 1. c. 
n. 1508, 

Firmeri cura a. 1127. Cart. S. Petri Carnot. p. 261 c. 3, 

Firmindina (Sta) Cod. der Bened. Abtei Deutz. Jahrb. d. V. v. 
Alterthfr. im Rbl. 41 p. 45 = Firm-ind-iii-a «). 



1) Vgl. Zeuss p. 733. 754. 

2) Förstemann 1, 793 fragt, ob dieser Name nicht = Hirmin sei. 

3) Fermosia saec. 8. Cod. trad. Ravenn. p. 73 ist wahrscheinlich = Fer-mosia A. i. 
Ver-mosia. Vgl. Mosimus sec. 7. Julian, bist, de Wamba c. 34. Esp. sagr. 
Tom. 6, 369. 



Keltische Forschungen. 163 

In allen diesen Namen steht meiner Vermiithiing nach fnn der 
Stelle eines ursprünglichen v i) und es dürften demnach hier anzu- 
schliessen sein die Namen: 

Vermius in Vermiäco a. 584. Pard. n. 191, Vermionns (locus 
qui dicitur F.) saec. 10. Cart. Savin. n. 48, dann 

Wermo (mon. S. Audoeni) saec. 11. Cart. S. Trinit. in monast. 
Rothomag. n. 37. Cart. Sith. p. 441, 

Wermimi a. 790. Trad. Wizzenb. n. 116. 

Förstemann fragt p. 407, ob Firma7i deutsch sei und nimmt 
p. 902 man als zweiten Compositionstheil an. 

Der Name Ansedramnus (s&v\ws) ssec. 8. Polypt. Irm. 221, 55 
ist zusammengesetzt aus der Partikel «w- und aus sedranmus, wel- 
ches Wort auch, und zwar in der vollen Form Sideranmus, saec. 9. 
Polypt. Rem. 16, 12, als Name erscheint 2). 

Sedramnus, Sideramnus ist abgeleitet mit -m-n (Zeuss p. 734. 
735) von sedar sidar, irisch seathar, auch sead (strong, able) 
Lhuyd, armor. hezr (couragious) 1. c. 205 = hedr d. i. hedar, hidar, 
statt sedar, sidar s). 

Von diesem Worte sind gebildet die Personennamen : 

Sidra f. saec. 9. Polypt. Rem, 20, 13, Sedrae a. 972. Marca 
hisp. n. 112 col. 898, 

Sidronius (St. ep. Senon.) Martyr. Rom. Jul. 11 d. i. Sidr- 
onl-us *), 

Sidrac Goldast 2. 118 d. i. Sidr-ac^}, dem der irische Name 
Sedrach (ep.) Mart. Dungal. Apr. 20 zur Seite steht, dann 

Sidericus (pbr.) a. 871. Chron. Sampiri c. 6. Esp, sagr. Tom. 
14 p. 454 d. i. Sider-ic-us. 

Bei den alten Bretonen war dieses Wort zur Namenbildung 
sehr beliebt. Dies zeigen ihre Namen, so die abgeleiteten 

Hedrus a. 1089. Cart. Landevenec. Morice 1 col. 467 d. i. 
Sedrus, 

Hedren(e^.)c. a. 950. Cart. Landeven. Morice 1 col. 346 d. i. 
Sedron-i-us, 



1) Siehe bei Fusculo und Passiva. 

') Sideranniis a. 791. Perard p. 47 zeigt Ausgleichung der Ableitung -mn zu -7in. 
^) Über britannisches h = a siehe Zeuss p. 144 tg. 
*) Siehe Ammiloni. 
5) Vgl. Zeuss p. 771. 772. 
Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LIX. Bd. II. Hit. 12 



1G4 stark 

Hidrica. 871. Cart. de Redon n. 245. 246 d. i. Sidric, Side- 
ricus, 

Hedroc a. 1062. Cart. de Redon. n. 28S d. i. Sedrdc-us (Zeiiss. 
p. 815), dann die zusammengesetzten 

Hedremarchnc a. 834. Hedreioedoe a. 869. Hetriüoion a. 909. 
Hedromonoc sajc. 11. Cart. de Redon n. 2. 241. 277. 284, 

Hedrimelich a. 860. Cart. Prumens. Morice 1 col. 316. 

Hedrual a. 1031. Cart. Kemperleg. Morice 1 col. 368 und 

Kalanhedre a. 834. Cart. de Redon n. 2, 

Canathedri a. 860. Cart. Prüm. Reyr 1 n. 95, 

Gurhedr ssec. 11. Cart. Kemperleg. Morice 1 col. 368, Gor- 
hezre ssec. 11. Cart. eccl. Corisopit. Morice 1 col. 378, 

Tauhedr a. 1088. Cart. Kemperleg. Morice 1 col. 464, 

Glnhedr saec. 11. Cart. Kemperleg. Morice 1 col. 465, 

Von kymrischen Namen schliessen sich hier an Gurhitir Lib. 
Landav. 168, Mirhitr Lives of the British Saints (Rees) p. 89. 

Bezüglich der Partikel cm- (Zeuss. p. 828) in An-sedramnus 
bieten sich zur Vergleichung die Namen : 

Ancalites (pop. Brit.) Caes. B. G. 5, 21 neben Calites 7, 75 •), 

Anandimis siec. 8. Polypt. Irm. 115. 300 2), 

Anhlawd (Tochter des britann. Königs Rieingulid) saec. 6. Vita 
S. Iltuti. Lives p. 158») und der armorische Name 

Anhedr saec. 11. Cart. Kemperleg. Morice 1 col. 465 d. i. 
Ansedr-us, aus welchen Namen durch Ableitung Ansedramntis gebil- 
det ist. 

Nach Grimm, Gesch. d. d. Spr. 542 zeigt Ayisedramnus „einen 
ungehörigen Linguallaut mitten in der Zusammensetzung einge- 
schoben" und ist ahd. Anse-hram'*^. 

Einen eingeschobenen Linguallaut nimmt Grimm I. c auch an 
in den im Polypt. Irminonis verzeichneten Namen JE/ec^ar^/ws 165, 3, 



1) Vgl. Glück, Die Namen bei Cäsar p. 43. 44. 

2) Vgl. Audina 1. c. 91, 103. 144, 67, Audos Duchalais n. S61, Audasius Miirat. 
1385, 4, Audati m(anu) Fröhner n. 219, Audimia Pol. Irm. 62, 19 u. m. a. 

3) Vgl. li%mr. blawt (splendor) Mab. 1, 251 (Zeuss p. 810), irisch bläth (flos, laus, 
fama) yiuyd 1, 58. 60. 77. 

*) Im Polypt. Irm. 205, 37 erscheint Anseramnus , aber auch dieser Name ist = An- 
ser-amn-us, wie Anserada 3, 83 ^= An-ser-ad-a. Vgl. Serus FröLner n. 1958 — 39, 
Sirannus a. 642. Pard. 2 n. 300 p. 71, Victisirana (britannischer Fraiienname) 
Grut. 700, 6 == Victisirana. 



Keltische Forschungren. loD 

Ermentildis 18, 88, Erbedildis 103, 194, Ercadramna 201, 16. 
doch 

Electardus ist abgeleitet mit -ard und = Elect-urd-us *), 

Ermentildis ist abgeleitet mit -^7</ und ^=Erment-ild-is, Er-ment- 
ild-is 3). 

Erbedildis ist ebenso abgeleitet und zusammengesetzt und = 
Er-bed-ild-is s). 

Ercadramna ist = Er-cadramna, Er-cadr-amn-a'^^. 

Auch viele einfache Namen keltischen Ursprungs werden als 
deutsche betrachtet. Sie sollen an anderer Stelle vorgeführt werden. 

Ich wende mich nun zu den im genannten Verbrüderungsbuche 
erscheinenden keltischen Namen. 



*) Vgl. Electus saec. 8. Polypt. Irm. 15, 66; (pbr.) saec. 11. Kemble 4 n. 981 p. 309, 
Electa Site. 8. Polypt. Irin. 39, 11. 193, 17; saee. 9. Polypt. Rem. 47, 40. 46, 33 
und mit vokaliseher Ableitung Elect-e-o (Bruder der Elict-ild-is) Pol. Irm. 53, 7, 
Elect-e-us 28, 31. 159, 61. 209, 13. 210, 15; Pol. Rem. 49, 62; a. 866. Perard 
p. 52; saec. 10. Cart. S. Petri Carnot. p. 37 c. 7, 5, welchen Namen Grimm 1. c. 
538 = ahd. Alah-dio auffasst. — Nähere Belege für die gallische Abstammung 
dieser und der anderen oben genannten Namen werde ich an anderer Stelle 
bringen. 

3) Ermentildis ist abgeleitet von ermint , irisch ermitiu, armiiiu, airmitiu (honor') 
Zeiiss 762 d. i. er-mint, ar-mint (Zeuss p. 7. 829. 867). Auch Ennentaria, 
Ermentinga Pol. Irm. 47, 79. 134, 10 u. a. sind als Ableitungen von er-mint zu 
erklären. 

3) Vgl. Bethilt (mancip.) a. 797. Pard. n. 62. Auch der Name Erhedonia (Tochter 
der Erbedildis) ist = Er-bedonia, Er-betonia. 

*) Dieser Name ist zusammengesetzt mit er- und abgeleitet von cadrus, altkyrar. cadr 
(decorus) gl. Lxb. Zeuss p. 122, (fortis) Lhuyd 1, 61, armor. kadr , kaer (corais, 
pulcher) Lh. 198, Zeuss 165 in Belatucadrus de Wal n. 31. 32. 34. 35. 298—301, 
Vitucadrus (Mars) Ricardi Cicerst. De situ Britanniae c. 4, irisch Cathra (mac 
Maine) Miscell. of the celt. Soc. p. 19, kymr. Kadrmit Lives p. 268, 47 d. i. 
Cadr-ät, von den Römern Quadratus geschrieben. Vgl. Quadratus Togimari fil, 
Steiner n. 3188, dann Urbiqus 1. c. n. 1132 und Eqiätius = irisch Eochaid (Ec/n- 
dius) BoU. Jul. 5 p. 593. 



n 



166 stark. 

Adaba (sanctimonialis) 40, 48 saec. 9. 

Dieser Stamm lässt eine zweifache Auffassung zu. 

1. Er kann zusammengesetzt sein aus dem Worte aba und der 
Partikel ad-. 

Der Stamm ab erscheint in den gallischen Namen ^67?oī (mons) 
Plin. H. N. 4, 79 d. i. Ab-n-oba i), Abiama Steiner n. 1782, Abilus 
Fröhner n. 42), Abiniis Steiner n. 1557, 

in dem armorischen Namen ^6^«r saec. 9. Cart. de Redon n. 258, 

in dem irischen Namen Abiiier, abb. a. 825. The four masters 3) 
= Ab-n-i-er, 

ferner als zweites Compositionsglied in 

Soabo saec. 9. Urkdb. v. St. Gallen n. 391 = So-abo'^). 

Mit der Partikel ad- (Zeuss p. 835. 869) sind zusammengesetzt 
die gallischen Namen 

Adboyiiis Steiner n. 342, Adgennia Grut. 718, 9, Adgentius 
Orelli n. 2018. Adgonna Murat. 1621, 8, Aduamatus OvdW n. 4983, 
Advocisus Momms. n. 352, 2, Advolenus, Advolena Murat. 1623, 7, 

der armorische Name Adgano (mon.) saec. 9. Cart. de Redon 
n. 208. 

derkymrische Name Adguen (clericus) ssec. 6. Lib. Landav. 158. 

2. Adaba kann aber auch von dem Stamme ad abgeleitet 
sein, wie der gallische Mannsname Adams Steiner n. 1320 s), fer- 



1) Siehe Zeuss p. 752, dann Corohus Steiner n. 1862. 

2) Kymrisch Abel (saec. 6.) Lib. Landav. 137. 

3) Annais of the kingdom of Ireland by the four masters. Edit. by John O'Donovan, 
Dublin, 1831. 

*) Der Name Soabo, zusammengesetzt aus abo und der verstärkenden Partikel so-, su- 
= grieeh. fj (Zeuss p. 832. 866), kann erklärt werden durch das irische Adjectiv 
auabh (wohlgesittet, höflich) Lhuyd d. i. su-ab. Wie ab in Adaba und in den übri- 
gen Namen zu deuten ist, wage ich nicht zu bestimmen. Nach Owen bedeutet die 
kyrorische Wurzel ab „Tauglichkeit, Schnelligkeit". Auch will ich nicht unbe- 
merkt lassen die irischen Wörter ab (a lord) und aba (causa, negotium) Lhuyd. — 
Wie Soabo ist auch zusammengesetzt der gallische Frauenname Suasa Grut. 369, S 
(vgl. ir. so-as , experientia, Lhuyd) dann Suetrius, Suetria Orelli n. 3833, Suetri 
(pop. Alpin.) Plin. 3, 20 (vgl. ir. Etru son of Labraidh, chief of Monach , died 
a. 1056. The four masters, Ethrias [St.] Jolo 103, &0,Aetrius Naso Orelli n.4949), 
Suartus Fröhner n. 2033 (vgl. Artus, Sohn des Luceius, Steinern. 1993). 

6) In der Abhandlung „P.enos, Moinos und Mogontiacon" (München, 1863) p. 2 erklärt 
Glück als Bildungen von der Wurzel ad (wovon kynir. adu , jetzt addu Ire.) den 



Keltische Forschungen. 167 

ner Adafia^), Adams ssbc. 8. Polypt. Irm. 170, 39.207, 48, Ademna 
(mancip.) a. 812. ürkdb. v. St. G. n. 210 2). 

Die Ah\e'üuug-fib (Zeuss p. 7S1) zeigen die gallischen Namen: 
Arabus Grut. 687, 11, Ambi fil. Orelli n. 4019 8), 
Intarabus (^äeus) Orelli n. 2015 = //«^-«rrtAws (vgl. Zeuss p. 836), 
Cenabum (Hauptstadt der Carnutes, jetzt Orleans) Caes. B. G. 
7, 3, Kr;va/3ov Strabo 4, 191, Ptol. 2, 7, dann auch 
Setabius (ep.) a. 546. Concil. Valent., 

Elisnbe^^ Getiabe (sorores, mancipia) a. 814. Polypt. Massil. 
G. S. Cart. S. Vict. 2, 640, 

Sanzabo a. 1040. Marca hisp. n. 219 == Sansabol 
Dietrich (Aussprache des Gothischen 63) hält den Namen Seta- 
bius für westgothisch und zusammengesetzt aus set (ahd, sdza, 
Lager, Lauer) und aba (vis), allein die gallischen Namen Arius Seto- 
niiis Maximianus, Steiner n. 2697, Setosius Henry, Recherches sur 
la geogr. ancienne et les antiq. du dep. des Basses-Alpes (deux. edit. 
Digne, 1812) p. 78 (pl. 1 Fig. 8), Setubogfßus Esuggi fil. Spon. 
Mise. p. 109, 88 bestimmen mich Setabius diesen als gallischen 
Namen anzureihen. 

In gleicherweise erklärt Dietrich die Ableitungen -ap und -op 
in den Namen Aiistrapiiis (dux et deinde ep. Sellensis) saec. 6. 



Namen Adarus, dann den Flussnamen Adua Tacit. Hist. 3, 40, Addua Plin. 3, 16, 
20, (jetzt Adda) = gall. Adva (die schnelle) und den Volksnamen Aduatuci Caes. 
B. G 2, 4. 16. 29. 30. Noch reiht sich hier an der Mannsname Adduus Vellej 
2, 102. Ich vermuthe aber, dass die obenerwähnten Namen, auch Adarus, hier zu 
sondern und etwa durch irisch ad/i (felicity, success, good, blessedness, prosperity) 
Lhuyd, O'Brien, kyrar. az (iiiipulse, effort) Owen = ad {vgl. Zeuss p. 160) zu 
deuten sind. Jedenfalls ist Adasius a. 944. Marca hisp. n. 81 durch ir. adhas (bonus), 
kymr. adhas (dig'nus) Lhuyd 1, 44. 34 zu erklaren. 

*) Adafia d. i. Adavia, abgeleitet v/'i^ Aetavia Steiner n. 1363, Elisavia, Elavia ssBC. 8. 
Polypt. Irm. 43, 39. 241, 6 u. m. a. 

2) Vgl. auch Ademnits in „villa Ademnidciis" c. a. 980. Cart. Savin. n. 294. 

^) Arabi pbr. siBC. 9. Marca hisp. n. 49. 

*) Vgl. auch Elisabia, Elisaba ssec. 8. Polypt. Irm. 111, 273. 170, 39 und mit unter- 
drücktem ableitenden Vocal Helispa a. 804. Elisba a. 837. Dronke Cod. dipl. Fuld. 
n. 223. 301 neben Alisabia Polypt. Irm. 253, 70, 'AXsffta (Stadt der Mandubier 
im aquitanischen Gallien) Strabo \.^\., Alisanos ■ „Doiros Segomari ieru Alisano" 
Inschrift auf dem Bruchstück einer kleinen Melallsehale im Museum zu Dijon, Re- 
vue arch. 1867 p. 398 u. in. a., aber auch die kymrischen Namen Eliaael, Elisci 
Elisad Lib. Laadav. 203. 206 



168 stark 

Gregor Till". 4, 18 und Croiiopms saec. 5. Rurici epist. 2, 6 (Cannis. 
Lect. ant. 1, 284), die er für fränkisch hält. 

Der Name Austrapius aber, den a. ö84 ein Archipresbiter, 
a. 637 ein Cubicularius, a. 711 ein lector Pard. n. 192. 284. 480 
führen und der auch in der Form Osirapius saec. 8. Polypt. Irm. 145, 
78 erscheint, schliesst sich dem Wortstamme nach an die gallischen 
Namen Austrus (fig.) Fröhner n. 259 — 261, M. Anstrunius Fabretti 
p. 94, 205, Ocellio Oastrici^) Marcelli servus, KnabI, Mitth. d. bist. 
V. f. St. 2, 45, armorisch Cavalen Ostravent et Guerrerius frater 
ejus ssec. 12. Cart. de Piedon App. n. 75, Hostromis (Britannus, ep. 
S. Pauli Leonens, deinNamnet.) saec. 10. Exe. chron. Brioc. Moriceä) 
1 col. 28. 

Wegen der Ableitung -ap (Zeuss. p. 757) sind zu vergleichen 
die Namen: 

Menapii (belgisches Volk) Caes. B. G. 2, 4, 

Monapia (Insel bei Britannien) Plin. 4, 16, 

MoLvardoL, Ma.-ja.rAoi (Stadt und Volk in Irland) Ptol., 

Venapia (Sta) Codex der Bened. Abtei Deutz. Lacombl. Archiv 
5, 298. 

Galapiuso) a. 631. Pard. n. 254, 

Walapo ssec. 8. Polypt. Irm. 226, 88 *), 

„in Ganape"^ ssec. 8. Cart. Sithiens. p. 160 n. 87, 

Salapio a. 816. Cart. de Redon. n. 227, 

F'dapus a. 914. Preuves de Thist. de la ville de Nimes 1 n. 14 
p, 18 a, 

der irische Name Fiutenapus, Am. Peyron in Cic. orat. fragm. 
ined. p. 225 (Zeuss p. 1137). 

Auch Crotiopins ^} ist ein gallischer Name und gehört dem 
Wortstamme nach zu irisch Crondn Becc (ep. a. 642) Mart. Dun- 
gal. Jan. 7^), kymrisch „Cron filius Morciuanu" (ssec. 7) Lib. Lan- 
dav. 194, armorisch Groniar a. 867. Gronuhel saec. 11. Cart. de 
Redon n. 96. 306. 



1) D. i. Oustrici. 

2j Memoires pour servir des preuves ä l'histoire ecci. et civ. de Bretagne. Paris, 

1742. Fol. 
3) Solapius bei Mab. 

*) Deutseh iiaeli J. Grimm, Gesch. d. d. Spr. ö46. 
5j Chronupius Fortunat 2, 13. 4, 8. 27 etc. 
^) Vprl. auch Croynits n. 1200. Cod. Wang. n. 243 ^^ Cronus. 



Keltische Forschungen. lb«7 

Die Ableitung -op zeigen auch die gewiss nicht fränkischen 
Namen Meropia Sfeiner n. 1783, lusojms, Seiwpns s^c. 8. Polypt. 
Irni. 236, 72. 254, 66, Isopa (mil. prjpf.) Chron. Sax. ad a. 90S, 
Willielmus de Marcopns (sie) a. 11 22. Cart. S. Vict. Massil. n. 972 
p. 416, Simon Harop a. 1234. Miraei Opp. Tom. 3, 582 b, Bogopus 
(dux Aquitaniae) Exe. chron. Brioc. Morice 1 col. 21 i)- 

Adomnnn 71, 10 saec. 8. 

Adomnani im Verbrüderungsbuche ist Genitiv. Adomndn war 
als Nachfolger des Failfe nicht, wie Herr v. Karajan sagt, der 
achte, sondern der neunte Abt zu Hys), Dieser Irthum wurde da- 
durch veranlasst, dass Herr v. Karajan, Usher folgend, Lasseran, 
den dritten Abt zu Hy, anders gedeutet und zugleich die Angabe der 
Annal. Tigern, a. 605 (Collect, de rebus Albanicis 218): „Obit 
, laisren Ab. Jea" übersehen hat. Es sind demnach alle Abte von 
Fergna, dem vierten Abte, angefangen, in der Reihe um Einen hin- 
aufzurücken. 

Der Name Adomndn scheint zusammengesetzt zu sein aus der 
Partikel ad-^) und aus om««w, abgeleitet mit -an (Zeuss p. 281. 
303) von irisch omun, omhan (timor, terror) = gall. obmis, onmus, 
welches Wort in den Namen Ubnius Ackner n. 119, Eoeobnvs, 
Exommis, Exomnianius Verus Steiner n. 7. 356. 1497 erscheint. 
Vgl. Zeuss p. 105*). 

Sollte aber Adamndn^} als die ursprünglichere Namensform 
anzusehen sein, so bin ich bedenklich zur Deutung derselben auf 
irisch aniJmas, nach O'Brien „impudent, importunate, troublesome 
remarkable" «>) zu verweisen. 



1) Dieser Herzog wird I. c. auch Bego geschrieben, und das Schloss, das er bei Nante 
erbaute, ist „castrum Beyonis" genannt. 

2) Adomnän war nach den Ann. Tig. (Collect. 220. 234) im Jahre 624 geboren und 
starb im Jahre 704. Dem Martyr. Dungal. Sept. 23 zufolge war er 26 Jahre Abt. 

3) Siehe Adaba. 

*) Nicht unerwähnt soll hier bleiben, dass im Irischen auch ein Wort omna mit der 
Bedeutung (lancea, quercus) Lhuyd 1, 76. 134 erscheint. 

5) Adomnän schreiben die Ann. Tig. und Ult. a. 624, Adamnän erscheint in den Ann. 

Tig. a. 704, in den Ann. Iiiisfall. a. 693 und im M:ut. Dungal. 

6) Vgl. Amn-ard-vs saic. 11. Hist. abbat. Condom. D'Aeliery, Spicil. 2, 383 a. 



170 stark 

I 

Agarizzo pbr. 26, 2 ssec. 8; 19, 20 ssec. 10.; Agrizzo diac. 

17, 28 sac. 10. 

Dieser Name ist = gall. Agrlcius, in einer Inschrift zu Trier, 
bei Steiner n. 1773. Vgl. auch 

Agricia f. Steiner n. 1774, Agritia (mancip.) a. 542. Pard. 1 
n. 139 p. 107. 

Agritius (St., ep. Trevir.) ssec. 4. Hist. Trevir. D'Achery, Spi- 
cil. 2, 210% Agricius (archiep. Senon.) a. 545. Pard. n. 143, dann 
auch 

Agiricus (Virdun. ep.) ssec. 6. Greg. Tur. 3, 35 = Agir-ic- 
us; saec. 9. Polypt. Rem. 43, 8, 

Agericus (Turon. ep.) a. 615. Pard. n. 230 p. 206. 

Das Wort, welches in diesen Namen durch -ic abgeleitet er- 
scheint, ist agr, ager = irisch ar (strages) Sg. 50^ kymrisch hair 
(clades) gl. Oxon. = air, jetzt aer (proelium). Vgl. Zeuss p. 20. 119. 

Mit demselben Worte, welches in dem Töpfernamen Ager Fröh- 
ner n. 36. 45 erscheint, sind zusammengesetzt der gallische Volks- 
name Veragri Caes. B. G. 3 , 1 = Ver-ugri und der Personenname 
Suagrius Auson. Epist. (Ed. Bipont.) p. 330 = Su-agrius. 

Davon abgeleitet sind die Namen: 

Agriu (cogn.) Momms. n. 1188 i)» 

Akarisma (Sta) Cod. der Bened. Abtei Deutz. Jahrbücher des 
V. V. Alterthfr. im Rheinl. 41 p. 45 «), wenn nicht A-carisma, 

Agrarius (pbr.) a. 475. Pard. n. 79 = Agr-ari-us, 

Agrestius (Lucens. ep.) a. 433. Esp. sagr. Tom. 19, 51, 
Agrastus a. 1 1 64. Fantuzzi n. 83 s) wenn nicht A-grestius,A-grustus'*), 

Agrestina Murat. 515, 1, 

Agerinus (libertus) Tacit. Ann. 14, 16, 



1) Vgl. Agrius Victor, Fröhner n. 4S. 

8) Äkarisina in Lacombl. Arch. 5, 298 ist unrichtig. Vgl. Agrisma »sbc. 8. Irm. 86, 
67. 79, 21 = Agr-is-m-a (Zeuss p. 732)? 

8) Wegen der gallischen Ableitung -st (Zeuss p. 761) vergleiche man Orestilla Steiner 
n. 1097 = Or-est-ül-a, Ocarcstia a. 1093. Lupi 2, 782 (vgl. Ocrisia, Gefangene 
und Dienerin der Königin Tanaquill, Mutter des Königs Servius Tullus, Aurel. Vict., 
Ocrasia Murat 1424, 10, Ogvigenus ex coh. Aesturaerum et Callaecorum, Steiner 
n. 469), Desastua a. 709. Pard. n. 475. 

*) Auch Agrestina, Agerinns, Agradus, Agrannns können in derselben Weise aufge- 
fasst werden. 



Keltische Forschungen. 1 T 1 

Ageris a. 823. Fatteschi n. 46 = Ager-is^'), 

Agradus ssbc. 8. Polypt. Irin. 100. 173. 189, 8^ = Agr-ad-us ^} , 

Agrmimis (Sohn dev Agrisma) saec. 8. Polypt. Irm. 79, 21 
= Agr-ann-us oder Agr-amn-us s), 

Aigridus ssec. 8. Polypt. Irin. 115, 300*) = Agrid (d. i. Agr- 
id) in Agridesheim a. 991. Trad. Wizzenb. n. 311 p. 305 5). 

Die Ableitung -ic (Zeuss p. 771) , -izz in Agarizzo "), zeigen 
die gallischen Namen: 

Casticus (Sequanus) Caes. B. G. 1 , 3, Helico (ex Helvetiis ci- 
vis) Plin. 12, 1, Argicius Auson. Parent. 4, 

Belliciiis Seecio, Hefner, Rom. Bayern n. 182, 

Reticius Hefner 1. c. n. 253, Riticius (ep. Augustodun.) Greg. 
Tur. De gl. conf. c. 75, 

irisch Senic (St.) Martyr. Dungal. Nov. 10, 

die armorischen Männernamen Tanetic , Liosic, Paschic n. 38, 
Wetenic n. 47, Wnllonic n. 57, Cowetic n. 64, Catic n. 80, Wo- 
retic n. 166, Winic n. 223, Aostic n. 253, Romic n. 271 im Cart. 
de Redon ssec. 9, 

die kymrischen Männernamen Erbic, Etelic, MeiliCt Cremic 
im Lib. Landav. 105. 150. 153. 226. 

Agateus (pbr. mon. eccl. Tricas.) 116, 9 ssbc. 8. 
Dieser Männername erscheint auch in der Form Agndeus (man- 
cip.) a. 814. Polypt. Massil. G. 6. Cart. S. Vict. 2, i}40,Aigatheo ^) 
a. 703. Pard. n. 456. 



1) Vgl. auch Acharisius a. 1310. Fantuzzi 1 n. 186 p. 119. 

2) Vgl. Leutadiis ssec. 8. Polypt. Irm. 82, 3S und Zeuss p. 7S3. 

3) Vgl. lacus Verhannus Plin. 3, 19, Goanus a. 777 . Trad. Wizzenb. n. 230, Usanna 
sac. 10. Cart. Athanac. n. 63. — Dructamnus a. 863. HLgd. i n. 90. 

*) Vgl. Aidila wehen Adila, Aiglibertus nehen Aghilbertus (CenomAn, e^.) a.67S. Pard. n. 

379, Ai(/athariu.s(ep. Noviomag.) a. 636. Pard. n. 27S =Agitarius a. 6i2. 1. c. n. 301. 
5) Vgl. Carsidius Saeerdos, Tacit. Ann. 4, 13, Savidus , Aisida saec. 8. Polypt. Irm. 

228, 4. 233, 36, irisch Tigrid (Mutter des heil. Mogen.'ig) Mart. Dungal. Dec. 26, 

Naindidh (Sta.) I. c. Nov. 13. p. 308, Aithid: Aedh son of Aithidc, a. 934. The 

four masters. 
«) Vgl. Morizzo saec 9. Meichlb. n. 470 = Mauricius Polypt. Irm. 146, 83, Mori- 

zellus Polypt. Rem. 22, 4 = Moricclhis {Mauricellits Siec. 6. Ennod. I. 1 ep. 20), 

Erizo a. 1082. Cod. Wangian. n. 9 p. 19 ^=: Erico, Erieio (Ereciua diac. a. 917. 

Bsp. sagr. Tom. 34, 447), Erzo (notar. irap. Friderici) a. 1210. 1. c. n. 85 p.201 

= Ercelus (idemj a. 1083. n. 2 p. 20. 
^) Vgl. die vorhüigohHiidr Xud; 4. . ' , 



172 stark 

Der Frauenname Agntea ssec. 8. Polypt. Irm. 209, 8 wird 1. e. 
213, 45 Agathea und a. 808. Trad. Wizzenb. n. 20 Agafhiu ge- 
schrieben. 

Diese Namen sind aber eben so wenig, wie die dem griechischen 
dya^og, dya^rj nachgebildeten Formen Agatho H.62S. Pard. n. 237, 
ssec. 8 — 9. Cod. trad. Ravenn, p. 78, Agatha f. a. 804. Cod. Lau- 
resh. n. 1689, deutsch und aus den Stammen aga und dio zusam- 
mengesetzt i), sondern abgeleitet von einem gallischen Stamme ag ^) 
mit -ato und -e = -i. 

Ein abgeleitetes Wort agat finden wir in 

'Aydovj (Stadt im narbonnensischen Gallien; Agde) Strabo 4 
p, 183 = 'AyocTTj (Zeuss p. 89), 

Agatilla Steiner n. 1994; vgl. Agedillus Fröhner n. 35. 

Agathemer , Agathemeris (die Tochter) Fabretti p. 80, 97, 
Agathimerus neben Agathnerus (nepos Remigii Remor. episcopi) 
a. 533. Pard. n. 119 p. 88, n. 118 p. 83, und 

in dem irischen Namen Agatdn (St.) Mart. Dungal. Jun. 12 
p. 167, Agathanus p. 354 geschrieben s). 

Die Zahl der mit -at (Zeuss p. 758) abgeleiteten gallischen 
Namen ist sehr gross. Ich nenne hier nur wenige, jedoch solche, die 
zugleich vokalisch abgeleitet sind: Volcutius, Duratius Caes. B. G. 
6, 29. 8, 26. Caratius, Conatius Steiner n. 824. 2022, Isatla de 
Boissieu p. 304, 6, Arvatius (ep. Tuiigr.) Feedeg. c. 1, Namatius 
Sidon. Epist. 8, 6, dann Walateus, Alateus ssec. 8. Polypt. Irm. 1, 
2. 113, 295. 

Agemis (pbr. congreg. S. Amandi Elnon.) 20, 23 ssec. 9. 

Dieser Name, abgeleitet durch -ev von ag, schliesst sich an 
die gallischen Namen 

Ageio du Mege, Monum. relig. p. 310 n. 37, 

Agomanis (fig.) Steiner n. 1449; ep. a. 640. Pard. n. 293, 



1) Försteiiiann 19. 

3) Ob hier an irisch agh (praelium, pugna, certamen), auch aig (vgl. in Aignert 
Annal. IV. Mag-. O'Conor 3, 439 = Ago-nertus , d. h. pugna validus) = ag (Glück 
p. 100) gedacht werden darf, wage ich nicht zu bestimmen. In „The Battle of Magh- 
Radh", herausgegeben von J. O'Donovan (Dublin 1842, 40j wird p. 100 agh durch 
prowess (Tapferkeit), p. 223 agmar durch oaloroua übersetzt. 

3) Die irische Ableitung -an bildet Deminutiva. Vgl. Zeuss p. 281. 



Keltische Forschungen. 17o 

Aghmum Itin. Ant., Auson. Ep. 24 i) 

Agendicum (oppid. Senonum, jetzt Sens) Caes. B. G. 6, 44, 
Comageni Tab.-Peut. = Com-ageni^^, dann an 
Agia, Ägina, Agama, Agarna ssbc. 8. Polypt. Irm. 46, 65. 84, 
48. 103, 195. 181, 15. 

Wie Agevus sind mit -ev (Zeuss p, 746) abgeleitet die galli- 
schen Namen 

Geneva (Genf) Caes. B. G. 1, 7, 
Caleva (oppid. Brit.) Itin. Ant., 

Suleviae (Matronis Sulevinbus) Orelli n. 2101, dann 
Sanctevia, Atitevia saec. 9. Polypt. Rem. 50, 67. 52, 96, 
die armorischen Namen Spereioi ssee. 9. Cart. de Redon n. 77, 
Herveus Alvevi filius saec. 11. Cart. Marmout. Morice 1 eol. 415, 

der kymrisclie Name Bedeui in dem Ortsnamen Lmmbedeui 
SSBC. 10. Lib. Landav. 478. 

Von Agevus ist wahrscheinlich zu trennen der Name Acheviis 
a. 876. Perard p. 152»), welcher auf einen Stamm ac, acc^^ zu- 
rückzuführen ist, wie 

Acco (Fürst der Senonen) Caes. B. G. 6, 4 5), M. Accius Orelli 
n. 3730, 

Accia Fabulla (Tochter der Accia und des M. Fabius, Orelli 
n. 3424, 

Lol. Acilia Compsa, Steiner n. 1943, 

Acionna (Brunnennymphe) Orelli n. 1955, Acconms Steiner 
n. 732, 

Aciibius Salonius. Orelli n. 4764, Acubia Fröhner n. 10, 

die kymrischen Namen Acca (pbr.) a. 710. Kemble n. 62, 
Acheru Lib. Landav. 217, 

der armorische Name Acun saec. 9. Cart. de Redon n. 88 «). 



1) Zeuss p. 736. 

2) Zeuss p. 836. 

^) Derselbe auch Ächa 1. c. p. 130. 

*) Vg-1. kymr. ach (genus, generatioj Zeuss p. 80. 

5) Vgl. auch Acco saec. 8. Polypt. Irm. 28, 31. 

6) Ich schliesse als undeutscli liier noch an Achino fnion. ecci. Tricas.) siEc. 9. 
Verbriidh. v. St. P. ll;j, 31. Achinus (colonus) c. a 900. Perard p. 61. 



174 stark 

Agnelliis (ep. Sabion.) 70, 3 ssec. 8 

Auch im Cod. trad. Ravenn. p, 42 saec. 8, erscheint ein Agnei- 
lus (tribunus) und a. 1234 unterzeichnet im Cart. S. Vict. Massil. 
n. 922 ein G. Agnelll 

Dieser Name zeigt eine Verkleinerung, gebildet durch -eil, aus 
dem Worte agn, agna i), dem wir wieder begegnen in dem 

irischen Frauennamen Aghna (Sta) Mart. Dungal. Mai 18. 22, 
dem Agnes (Schwester der Albreci) ssec. 13 — 15. Liber vitae eccl 
Dunelni. p. HO, 2 sich anschliesst, 

in dem armorischen Mannsnamen Agtius a. 849. Cart. de Re- 
don n. 251, dann in 

Agna f. ssec. 8. Cod. Lauresh. n. 2676; c. a. 1075. Cart. Sa- 
vin. p. 398 n. 762, Agno I. c. p. 399 n. 764, Pontius Agno c. a. 
lOöO. Cart. S. Vict. Massil. n. 266, 

Agnnra (mancip.) a. 762. Beyer 1 n. 16 2), 

Agtialiis saec. 10. Marini, Pap. dipl. Annot. p. 232^ 

Agnes f. saec. 9. Polypt. Rem. 47, 41; a. 1113. Cart. S. Vict. 
Massil. n. 1099, Agnisl c. a. 1080. Cart. Savin. n. 765, 3 p. 401, 

Agnoardus, Agnoidls saec. 9 Polypt. Rem. 59, 4. 69, 22, 

Agnetrada f. a. 632. Pard. n. 257 s). 

Die Verkleinerung mit -eil (Zeuss p. 304. 728) zeigen die 
Namen 

TawiinsMarcellus de Boissieu p. 197, Marius Marcellus (votum 
solvit matronis Afliabus) Steiner n. 1094, 

Martia Marcellina Steiner n. 609, 

Muscelli fil. Arneth. Rom. Mil. Dipl. p. 34. Muscella (fig.) 
Steiner n. 2677, dann 

Mauvellus (Urgelitan. ep.) a. 653. Conc. Tolet. 8., Maiirellus, 
Morellus saec. 8. Polypt. Irm. 83, 40. 260, 114, 



1) Vgl. irisch agna (sapientia), agnaidh (sapiens) Lhuyd, Archeol. Brit. 1, 444. 

") Die Ablative Agnarane, Uildoaranee I. c. sind auf die Nominative Agnara, Hildoara 
zurückzuführen. 

3) Dieser Name ist wahrscheinlich von agnet (vgl. ir. agnaidh sapiens) doppelt abge- 
leitet durch -r-ad wie etwa Lexdrat saec. 8. Cod. Lauresh. n. 1260 == Lecd-r-at ; 
Lecdrada f. saec. 9. Polypt. Rem. 51, 37. Das mit -r abgeleitete Wort leet er- 
seheint auch in dem gallischen Volksnamen Cambolectri Plin. 3, 36 (Zeuss p. 75). 
Vgl. ir. lighda (nitidus, pulcher) Lhuyd 1, 99. 132 und Lictoria Cherusa (in civi- 
tate Oastellana) Orelli u. 4401. 



„ < O 

Matarcllos (libertus) a. 739. Pard. n. 559, 

Auscella f. ssec. 8. Polypt. Irm. 161, 70; vgl. Oscella (oppid.) 
a. 630. Pard. 2 n. 570 p. 7, 

Marellus sa?c. 8. Polypt. Irm. 119, 3, 

Marcella, Ermenella, Petronella (mancipia) a. 814. Polypt. 
Massil. H. 21. 22. Cart. S. Vict. 2, 643, 

Sabudelhis, Saporellus ssbc. 8. Polypt. Irm. 147, 68, 

Tomnella ssec. 9. Verbrdb. v. St. P. 97, 28, 

Sarelll fundus saec. 10. Marini, Papiri dipl. p. 233 a, 

Sirellus c. a. 1080. Polypt. Irm. App. 26 p. 363, 

Satellus (Hugo) ssec. 11. Perard p. 70; vgl. Satto, Satulhis, 
Barbia Sattula Steiner n. 258. 948. 3325, 

Mantellus a. 1161. Redel, Docum. de St. Hilaire de Poitieiis 

n. 145 0. 

Clavellus (Robertus) a. 1285. Charmasse, Cartul. de Teglise 
d'Autun 2 n. 147 2); vgl. Clavenna (jetzt Cbiavenna) Itin. Ant., Tab. 
Peut. und den armorischen Männernamen Clavihemius ü. 1038. Cart. 
de Roncerai. Morice 1 col. 376, 

Mursellus a. 1236. Remling n. 209, Morsellus et Nasus fra- 
tres (Bozen) a. 1287. Dipl. misc. n. 51. Fontes rer. Austr. 1, 223, 

die kymerischen Frauennamen Affrella (saec. 6.) Lib. Landav. 
8, Marchell Lives of the Cambro Brit. Saints 82, 

der armorische Beiname Mansellus (Goslinus) ssec. 11. Mont 
S. Michel. Morice 1 col. 382, 

der irische Männername Colmanellus Boll. Mart. 2, 560 »). 

Alateus (pbr. eccl. Tricas.) 116, 25 ssec. 8. 

Dieser Name, welcher 53, 48 in der Form Alatheus erscheint, 
ist vokalisch abgeleitet von alat~. 

Alateus findet sich auch ssec. 8. im Polypt. Irm. 113, 295, und 
an ihn schliessen sich die gallischen Namen 

Alateivia Steiner n. 1281 = Alat-eiv-i-a '') und 



*) Memoires de la societ. de antiquaires de I'Ouest. An. 1847. Poitieus, 1848. 

2) Publicat. de la societ. Eduenne. Paris et Autun. 1865. 4^. 

8) Vgl. Zeuss p. 304, dann irisch Colmän son of Comän , Mart. Dunga'. Nov. 21., 
Culmatius (diac. monast. Aretii) Marfyr. Rom. Jun. 19, „de Cuimedis" saec. 9. Po- 
lypt. Kern. 19, 3. 

*) Wegen ei in -ew statt e vgl. eiodem (= eodetn) Fröhner p. XXVIl. 



176 stark 

Alatiin (mancip.) saec. 8. Dronke n. 136 = Alaf-tm i). 

Das diesen Namen zu Grunde liegende Wort alat kann vielleicht 
erklärt werden durch irisch ala, aladh (wisdom) O'Brlen, Lhuyd, 
aJaihd (an art or trade) O'Brs). Damit scheint verwandt zu sein 
kymrischrt7rtMr(poIite) Lhuyd 1,213, «/«M3/r = ^/«^Ä?/r bei Owen a). 

Durch letzteres Wort erklären sich die amorischen Namen 

Aladronus (capellanus) saBC. 11. Cart. S. Geoigii. Morice 1 
col. 370 = Aladr-07i-us^), 

Aladrnmnus (comes in Marca hisp.) a. 850. Ann. Bertin. Mon. 
Germ. 1, 444, 23 = Aladr-anni-iis ^) , wenn nicht, die Auffassung 
Al-udronus, Al-udramnus vorzuziehen sein sollte e), dann 

Broaladrius (cymeterium St. Broaladrii) ssec. 11. Mont S. 
Michel. Morice 1 col. 441 = Bro-aladrius. 

Das Cart. S. Vict. Massil. n. 672 ssec. 11. enthält den Namen 
Andreas Alladius; ob aber zu seiner Deutung irisch allndh (excel- 
lency, fame, greatness) O'Br. herangezogen werden darf, ist zweifel- 
haft. Alladius kann in dieser späten Überlieferung auch = Alatius 
sein. 

Schliesslich sei noch erwähnt der irische Mannsname Aladhchü 
(anchorite) a. 782. The four masters = Aladh-chü ^). 

Amandus (mon. Tricas.) 114, 29 saec. 8 — 9 »). 
Amandinus (mon.) 50, 1 1 saec. 8. 

Römische Inschriften bieten M. Jul. Amandus (Matronis Ettra- 
henis et Gesahenis) Steiner n. 1219, L. Sabinus Amandus de Bois- 



1) Siehe die Ableituug-M« bei Zeuss p. 734 und bei Antunia. 

*) Vgl. auch ir. aladnadh (füll of artifice, comicnl, crafty) O'Br. — Im Irischen er- 
seheint ala, aladh auch in der Bedeutung „gefleckt". O'ßr., Lhuyd. 

8} Vgl. über das Präfix a Pictet Ad., L'affinite des langues celtiques avec le sanscrit 
(Paris, 1837) p. 120, dann Latronianus (ein Priscillianer) a. 387. Sulp. Sever. 
Hist. 2, 64 (== Ladr-on-i-an-us ?), irisch Ladhra (the first man that died in Ireland 
a. mundi 2242) The four masters, S. Salvador de Ladra a. 1128. Esp. sagr. Tom. 
18, 347 und kymr. llathr (illustris) Lhuyd 67. 

*) Vgl. Zeuss p. 734. 

^) Vgl. 'Ivr£päp.va (Stadt in Umbrien, jetzt Terni) Strabo S. 227, armorisch Drisc- 
amnus saec. 11. Cart. de Marmout. Morice 1 col. 386, dann Zeuss p. 734. 

*) Vgl. Adrama Poiypt. Irm. 100, 171 etwa A-drama, Ad-adramnus a. 749. Trad. 
Wizzenb. n. 69, aber auch irisch Fur-adhrän (St.) Mart. Dungal. Nov. 22. 

') Vgl. Faelckü bei Feilgoii. 

8) Ammandus a. 840. Perard p. 22. 



Keltischu Forsphungen. 1 7 T 

sieii p. 303, 4, Amandus (fig-) Steiner n, 1624, Jul. Sept. Amandas 
(eques Rom.) Hein. Rom. B. n. 334, Fl. Amandiis\. c. n. 173, M. 
Aurel. Amandus und seine Kinder Amandinus, Amandina 1. c. n. 166, 
Amanda (liberta) 1. c. n. 299, Oetavia Amanda Steiner n. 601. 

Aus jüngerer Zeit verzeichne ich Amandus n. 627. Pard. n. 242, 
Amand a. 967. Günther n. 20. 

Darneben sind zu vergleichen ^ma^i^ms (ep. Ruthenor.) Nov. 4, 
(diac. Gandav.) Mart. 19, (ep. Comens.) Apr. 8 im Martyr. Rom. , 
(manip.) a. 533. Pard. n. 118, 

Amanthms: ,,villa Amantiniacus^ ssec. 11. Cart. Savin. n. 602, 

Amentius a. 840. Cart. S. Vict. Massil. n. 28, Amentia (mancip.) 
a. 826. Beyer n. S8, Ament ssec. 13. Lacombl. 2 n. 130, abgeleitet 
durch -ant und -ent (Zeuss. p. 759. 760). 

Bei dem Namen Amandus an lat. amandus zu denken liegt 
nahe, und der oft erscheinende Name mag vielleicht manchmal so 
zu deuten sein. Dessen ungeachtet darf die Existenz eines gallischen 
Namens Amandus, Ammaiidus gleichfalls angenommen werden. 

Auf ein gallisches Wort am, amm weisen deutlich die den In- 
schriften bei Steiner entnommenen Namen: 

Octavius Atnmius n. 1487, Ammius (fig) n. 1484. Aurelia 
Ammias n. 633, Titinia Ammia n. 288, 

Ammaga n. 1227i)» Ammacius Hucdionis fil. n. 1500 3). Am- 
maeus (libertus) n. 1022, Nantius Ammavos n. 2538 s). Censori- 
nius Amausius n. 1275, 

Ammillus n. 1997, Primia Ammilla n. 583, Julia Ammilla 
n. 1003, 

Ammonius Seeundanus n. 231 *), 

Amio (fig.) n, 2677, Julius Amio (libertus) n. 2984 &), 

Amianthus «) Orelli n. 453 = Amiantus '). 



*) Vgl. Zeuss. p. 7S5. 

2) Amacus saec. 8. Polypt. Irin. 78, 12. 

5) Ulpia Ammava Orelli n. 2005. 

*J Ammonius Crassus, ssec. 11 — 12. Cart, S. Flor. Morice 1 col. 389. 
®) Amanda seine Tochter. 

6) In A7nio und Amiantus wird i als ableitender Vokal (vgl. Zeuss. p. 724) zu 
betrachten sein. 

') Vgl. Adianto Momms. n. 284, Samianta Steiner n. 2773, Elianta saec. 8. Polypt. 
Irin. 24, 2. Letzteren Namen bezeichnet Grimm. Gesch. d. d. Spr. p. 546 als deutsch, 
doch vgl. kymr. EU Lib. Landav. 192, Eleri (Sohn des Uingat) Lives p. 266, 22 



178 stark 

Aus jüngerer Zeit schliessen sich noch an: 

Afna f. a. 686. Pardessus n. 406, 

Amada f. a. 1177. HLgd. 3 n. 22 0, 

Amadus saec. 8. Polypt. Irm. 58, 48, Amatns a. 780. Cart. S. Vict. 
Massil. n. 31, armorisch Amat a. 1087. St. Flor. Morice 1 col. 463. 

Amada (mancip.) a. 814 Polypt. Massil. N. 6. Cart. S. Vict. 
2, 653; a. 915 Lupo 2, 98. Amata a. 903. Neug n. 643, 

Amuto, Amoto saec. 9. Meichelb. n. 615. 622, 

Amor (judex) a. 901. Marca hisp. n. 61; Reginaldo Amauri 
Capellano, saec. 12. Cart. Marmout. Morice 1 col. 666, 

Amunnus a. 873. HLgd. 1 n. 98, 

Aminus a. 757. Urkdb. v. S. G. n. 20, 

Amicus saec. 8. Polypt. Irm. 11, 36, Pontius Amig a. 1069. 
Cart. S. Vict. Massil. n. 46, 

armorisch Amicia (uxor Deriani) saec. 12. Morice 1 col. 639. 

Als Zusammensetzungen mit der Partikel «rf-2) können betrach- 
tet werden : 

Ad-amantius (abbas) c. a. 962. Esp. sagr. Tom. 19, 371, 

Ad-amannus a. 859. Cart. de Cormery n. 21, denn die Annahme 
einer doppelten Ableitung von dem Worte ad wird kaum anzunehmen 
sein. 

Ein geeignetes Wort zur Erklärung dieser Namen aufzufinden 
ist mir nicht gelungen. Kundigere mögen auch entscheiden, ob von 
den vorgeführten Namen nicht manche auszuscheiden und etwa Ama- 
cus durch irisch amac (vultur or any ravenvous bird) O'Br., 
Amicus, Amica durch kymrisch amic (greediness) Lhuyd 1, 213, 
AmiantusAwYch irisch a<w/iett?iw(pleasant, agreable) O'Br. =amianf 
zu deuten sind. 

Mit -afid (Zeuss. p. 754) sind abgeleitet: 

Quoranda (Flussname) ßoll. Aug. 4 p. 779, 

Curandius (trihunus sagittariorum) a. 371. Ammian. 29, 5, 24, 
Morandus, Tecanda saec. li. Polypt. Irm, 49^ 50'', 

Galandus (mon.) saec. 9 — 10. Cart. Sith. p. 155 n. 81, 

Jwiandus saec. 10. Cart. S. Petri Carnot. p. 63, 



{Elariua Polypt. Irm. 115, 300), Eloc, Elioc I.e. 154. 169, irisch £?m, son of Conra, 
king of Ulster, a. 56, Elarius anchorite, died a. 802. The four masters u. v. a. 

1) Vgl. kymrisch „ager Idraclis" saec. 6. Vita S. Cadoci c. 53. Lires p. 87. 

^) Siehe Adaba. 



Keltische Forscliungen. 179 

der irische Mimnsiiame Neamhnatid: ßaoithin mac JVeamfinaind 
Mart. üiingal. Jan. 12 p. 14. 

Doppelt abgeleitet mit -nd-in, wie Amandinus, sind : 

Jalandina f. Seidl, Arch. f. K. österr. Gq. 9, 1 20. Julina Calcmdina 
Steiner n. 3234, Kalandinus Muchar, Gesell. 1, 423 i), 

Norandinus saec. 12—13. Lib. vitae ecci. Dunelm. p. 82, 2 2). 

Zu den aus am, amm gebildeten Namen können im Salzburger 
Verbrüderungsbuche noch gezählt werden : 

Ämil (ex congreg. S. Petri Tricas.) 116, 14 s«c. 8 s), 
Ammiloni (abbas Juvav.) 118, 11 s»c. 9. 

Die Ableitung -il (Zeuss. p. 728), welche in beiden Namen 
erscheint, zeigen auch die gallischen Namen 

Basilus (Lucius Minucius) Caßs. ß. G. 6, 29, 

Abilus, CorW^) Steiner n. 1449, dann 

Darila, Dafila^) ssbc. 9. Polypt. Rem. 51, 82. S2, 94, 

irisch Medhuil (mM\c'\^.) f. saec. 11. Kemble 4 n. 981 p. 309, 
Reghuil (St.) Mart. Dungal. Jun. 11 , Dicuil mac Each. Annal. 
Tigh. a. 029 (Collect, de reb. Alban. I, 220). 

Die zweite Ableitung -oni, vielleicht -oni (Zeuss. p. 736), finden 
wir in den gallischen Namen : 

Racconius 851, 7; Voconia 476, 1; Voconms 489, 10; Duro- 
nius 179, 7; Sumelonius ^) 851, 7; Laronia 646, 2 bei Gruter; 
Laronins Fabretti p. 58, 331; Tammonius 2013, Raconius 2043, 
Cesonius, Cissonius (deus) 1406. 1979 bei Orelli; Sattoiiiiis 10, 
Favonnis 168, Luttotims 600, Lasionius 601, Fortionius 947, 
Massonius 1011, Opponius 1024, Cetronius 1267, Melonia GSi, 
Timonia 927, Saceronia 938, Masonia 1283, Cricconia 1824, 
Veponta 3114 bei Steiner. 



') Vgl. auch Kaiandria fmonaea) a. 11S7. Lupi 2, 1153. 

2) Vgl. Nor, Norus (fig.) Fröhner n. 1722. 1723, Lollius Noricus Steiner n. 2766, 
Norlinus saec. 9. Polypt. Rem. 9, 22, Norisius, Cardinalis, cujus familia a Bergo- 
matis agri oppido originem duxit. Lupi 2, 34, kymrisch Nor, Sohn des Owain, 
Genealogia S. Cadoci. Lives p. 81. 

') Amilo saec. 9. Polypt. Rem. 19, 7. 

*) Corilso d. i. Corüis o(fficina). 

*) Dafila d. i. Davila. Vgl. armor. Dau a. 826. Cart. de Reden n. 133. 

®) Sumelonius d. i. Su-melonius. 
Sitzl.. a. phil.-hist. Cl. LIX. Bd. I(. Hft. 13 



180 stark 

Als zweite Ableitung zeigen -on die Namen Mayuhdonius (rra- 
tus, Steiner n. 1836, Opilo7iicus a. 739. Pard. n. 559 = Opi-l- 

oni-c-iis. 

Anciogo 80, 18 ssec. 8. 

Dieser Name ist nicht von anci, sondern von einem Worte anti 
abgeleitet und = Antioco. Vergleiche 

Antiocus (Munius) Orelli n. 3793, Marius Aurelius Antiochus 
Steiner n. 1117, Aiitioch (Symon) a. 1270. Mohr, Cod. dipl. Rhsetige 
1, 256. 

Antoch a. 804. Cod. Lauresh. n. 3403 aber dürfte zu Ando- 
chius (St.) a. 721. Pard. n. 314 p. 323 zu stellen sein. 

Wegen ci statt ti vergleiche Heh'ecius Orelli n. 3973 statt 

Helvetius d. i. Elvetius, Amuncms Steiner n. 533 statt Amantms, 

LarcinswQhQnLartiusOvaWi n. 3031 u. v. a. Namen der jüngeren Zeit. 

Von einem Worte anti sind gebildet die Namen: 

Antia Suri filia, Knabl, Mitth. d. bist. V. f. St. 4, 416, Anteius 

Restitutus, Orelli n. 3976, Antiscius (Marcus) Orelli n. 4909, 

Antestius Gajus Fröhner n. 19, Tib. yl;«^is^//^s Marcianus Fausti 
fil. domo Circiana, de Boissieu p. 269, 

Anllanus, Anteria saec. 8. Polypt. Irm. 67, 55. 203, 25, 
Antevia, Tochter der ßlenoveia (d. i. Men-ov-erct), ssec. 9. 
Polypt. Rem. 52, 96, 

Antioni (comes) ssec. 11. Ribeira 1, 23. 

Der Ableitung nach vergleiche ich Anciogo nicht mit Orogia 
(mancip.) a. 872. Pard. n. 180, Flovogius (villa) a. 942. Cartul. 
Savin. n. 33, Gerogius (prsepos.) c. a. 1055. Cart. Paris. 1 p. 319 
n. 11, sondern mit 

Bibroci (gens Britann.) Caes. B. G. 5, 21, 
Ninnoca (Sta.) a. 458. Pard. n. 14, 
Totocha (mancip.) a. 788. Urkdb. v. St. G. n. 117, 
Quintiocus (judex) a. 874. Marca hisp. n. 34, 
Intiocus a. 879. Marca hisp. n. 39 col. 806, 
Maivioch Goldast 2, 104; vgl. Mavillus Steiner n. 1945, kymr. 
Mawan Lives p. 595, 39 i). 

Die Media g statt der Tenuis zeigen Domniga neben Domnica 
ssec. 8. Trad. Wizenb. n. 253, Waniggo neben Wahaninco (ser- 



1) über Jie Ableitung -oc siehe Zeuss. \>. 772. 



Keltische P'oischung-en. 181 

vus) a. 764. Urkdb. v. St. G. n. 42, Varciagus (villa) c. a. 1000. 
Cart. Savin. ii. 4S4 statt Varcincus u. a. 

Von demselben Worte, wie Anciogo = Antioco, ist abgeleitet 

Antesmo (pbr. mon.) 52, 26 ssc. 9. 

Dieser Name, dem der Frauenname Aintisma ssec. 8. Polypt. 
Irm. 46, Z^ = Antisma^^ zur Seite steht, ist abgeleitet durch -sm d. i. 
-s-m (Zeuss p. 732), wie 

Auresma, Gendresma saec. 8. Polypt. Irm. II, 32. 186, 62, 

Osismi (gall. Volksstamm) Cses. B. G. 2, 34, 

SuUsma (dea) Orelli n. 2052 2), 

Akarisma (Sta) Codex Theodorici derBened. Abt. Deutz. Jahrb. 
des Ver. f. A. im Bheinl. Heft 41 (1866) p. 45 3), 

dann im Polypt. Ivmmonh Acledrisma 82, 33. 103, 193, Adnl- 
garismn'^) 223, 65. Aclisma 113, 293. 251, 28, Adalisma 213, 46. 
Aderisma 103, 195, Advisma 114, 297, Agrisma 79, 21. 86, 67, 
Airisma 259, 105, Alcismus 81, 77, Alcis)7m26d, 136, Aldisma 
249, 28, Aurisma 16, 69, Baltisma 155, 35, Bertisma 37, 34. 
169, 33, Daidinsma 97, 154, Droitisnms (d. i. Droctismus) 192, 
12, EHsmus 69, 81. 202, 23, Erlismus 135, 15, Ermentisma 219. 
36, Florisma 230, 21, Frodisma 146, 79, Galdisma 140, 49, Ge- 
msma229, 8. 238. 37, Genismusßl, 62, GeirismnS^, 91, Gerisma 

108, 238. 174, 72, Giurisma 99, 164, Godisma 90, 92. 92, HO. 
93, 122, Ingrisma 33, 2. 101, 177, Landismu 53, 7. 253, 60, !«/«- 
drisma 91, 102, Leudisma 37, 34, Leudiisma 88, 84, Madrisma 
264, 143, Mandisma 12, 37, Nodisma 246, 5, Pefrisma 265. 144, 
Rageyitisma 175, 78, Rainisma 81, 30. 114, 296, Rodisma 150, 

109, Sigrisma 101, 176, Solisma 197, 7, Theodisma 113, 293, 
Walismus 215, 7, Wnldisma 145, 78, Waltisma 25, 12, Verisma 
213, 46, Widisma 148, 94, 



*) Vg-l. Aigridus bei Jg'ar/jjo. 

2) Vgl. Solisma (libera uxor coloni) unter den folgenden Namen des Polypt. Irminonis. 

3) Andesmios Fröhn. n. 179 ist wahrscheinlich = An-desmi-os aufzufassen. Vo-|. 
irisch dewe (ornamentum), deismyin (orno), deismis (curious) Lhuyd 1, 1Ü9, dann 
irisch an-bhal (huge, exceeding great), an-mhor (very great) und Ancalites (gens 
Britann.) Caes. B. G. 5, 21 = An-calites, Andossus (Herkules) Rhein. Mus. N. F. 
XVH. ^An-dossvs vi.- Aurelius Dosso Steiner n. 976), irisch AnyhaU. 931, Anlaith 
f. a. 933. The four masters = An-ghal. An-laith, 

*) Adalgarisma = Ad-algaiisniu. 

13» 



182 stark 

im Polypt. Rem. Aglisma 53, 101, Aintisma 46, 34, Altisma 
51, 77. 55, 118, Andrisma 87, 41, Angelisma 51, 86, Baldisma 
50, 71, Diorisma 48, 57, jEJ//smrt 49, 62, Gelistna 68, 18, Gentisyna 
37, 41, Gerismn 101, 19, Gerentisma 70, 29, Hildisma 50. 75, 
Ledisma 55, 115, Marisma 103, 41. 

Antiibus (pbr.) 51, 37 saec. 9. 

Dieser Name ist durch -6 abgeleitet von dem Stamme ««/ <), 
falls M zum Stamme gehört. Derselbe Stamm findet sich in den gal- 
lischen Namen : 

Antus, Anthns Steiner n. 1347. 1022, 

AtituUns Orelli, Inscr. Helv. n. 25, Pr. Antidlia Orelli n. 
3375, 

Antnyinus in dem Ortsnamen Antunndcum (Andernach am 
Rhein) Itin. Ant., Tab. Peut., Ammian. 18, 2, 4 (Zeuss p. 737, Glück 
p. 4. 5), dann in 

Antusa f. saec. 8. Cod. trad. RaAenn. p. 34, 

AntiDifja (masc.) a. 961. Marca hisp. n. 96, 

Antoerna f. ssec. 9. Polypt. Rem. 48, 48 2). 

Abgeleitet mit -b (Zeuss p. 752), wie Afittibus, sind auch die 
gallischen Völkernamen Mavooj/3to< Strabo 4, 191, Mandubii Cses. 
B. G. 7, 68. 78, Esnbii I. c. 3, 7, 

die gallischen Ortsnamen Vidubium Plin. 4, 18, 32, Vidiibia 
(ad Arar.^ Tab. Peut., Ussnbium Itin. Ant., Tab. Peut., Gelduba 
(castellum Rheno impositum) Plin. 19, 5, Tacit. Hist. 4, 26, Itin. 
Ant., Outpou^louix (äy.pov, Brit. promnnt.) Ptol. 2, 2, 

die Personennamen Briiiubus, Brhiubius (Brinubi filius) Arch. 
f. K. östr. Gq. 9, 134, Cornubius a. 1183. Marini, Papiri dipl. An- 
not. ad 132 p. 366. 



1) Schwerlich ist Antub-its auf An-dub zurückzuführen wie irisch Maelduhh, a chiftain 
of Connaiight, a. 622. The four masters == Mael-duhh. Eher dürfte Andob (Car- 
mano) auf gallischen Münzen bei Duchalais n. 293 — 297 in dieser Weise zu deuten 
sein. Vgl. irisch Rodubh (Fiaclira son of) a. 99ö. The four masters =Äo-rf«6A neben 
Ro-garb (Garb mucRogairh) a. 638. The Banquet of Dun na n-Gedh und the Battle 
of Magh Rath. Publ. by J. O'Donovan p. 82 (Dublin, 1842. 4«). 

*) Antoerna ist abgeleitet mit -ern (Zeuss p. 737) wie Iderna, Idernus Pol. Irm. 123' 
3. 20S, 35 u. V. a. 



Keltische Forschungen. 183 

Anfnd 24, 1 saec. 9. 

DieserName ist, wie Aiituöus, von atit oder antu durch -tid oder 
-d (Zeuss p. 7Ö3) abgeleitet i)- Die Ableitung -wrf zeigen die Namen: 
Abudiiis Rufus, Taeit. Ann. 6, 30 und davon abgeleitet Äbiidi- 
dcuni (Raet. loc.) Tab. Peut., 

Senudus n. 239, Sicliido n. 1768 2), Samuda f. n. 2976 Stei- 
ner, dann 

Ainda, Wmiudis f. ssec. 8. Polypt. Irm. 103, 191. 126, 24, 

Jngnd ssec. 8. Schann. n. 106 s), 

Aguda (castrum) a. 1099. Marca hisp. n. 320. 

Antiinia (sanctimonialis) 77, 33 saec. 8. 

Auch dieser Name ist von demselben Worte, und zwar mit -mii 
(Zeuss p. 734) abgeleitet. 

Diese Ableitung finden wir in den gallischen Personennamen 

Losiniius, Immunia'^') f. Steiner n. 1638. 1920, 

Sepimius Orelli n. 3298, 

in dem irischen Namen Papunius (Hibernus) Codex der ßened. 
Abtei Deutz. Lacombl. Arch, 5, 295 5). 

Dem Namen Antunia stehen zur Seite die Namen: 

Antonius, Antidhis Orelli n. ^(iZQ , Antonius S'\\o , A?itonius 
Lucii fil. Steiner n. 50, 1294, 

Antonia Sisiata, Neigebaur, Dacische Inschr. p. 51, Antotiia 
a. 814. Polypt. Massil. H. 28. Cart. S. Vict. 2, 644; stec. 8. Polypt. 
Irm. 68, 163 e). 



*) Äntud könnte auch, wenn nicht die auslautende Media im Wege stünde, als Com- 
positiou = An-tüt (vg-1. Con-toutos Duchalais n. 31, kymr. Eu-tütlAh. Landav. 264 
= Avi-toutos) aufgefasst werden. Siehe Zeuss. p. 118. 

2) Vgl. den armorischen Mannsnamen Sicli a. 797. Cart de Redon n. 191 und den da- 
von abgeleiteten Frauennamen Siclina ssec. 8. Polypt. Irm. 172, 64. 

S) Vgl. Jago (einer der alten britannischen Könige) Galfred. Monumet. 2, 16, 
armorisch Jayu saec. 9. Cart. de Redon. n. 9, Jacutus a. 1144. 1. c. n. 3Ö9. 

*) Vgl. O(fficina) /mj Steiner n. 1449, Iinius, Jmani Fröhner n. 1193. 1187, Himminiila 
(mancip.) a. 840. Dronke n. 531 =: Imminilla, kyrarisch Imor Lives p. 133, irisch 
ik Imhar (Donnabhan son of) a. 993. The four masters. 

*) Siehe bei Papo. 

"j Vgl. aueli Anlona (fluv. Britann.) Tacit. Ann. 12. 31. 



I 






184 stark 

Baithamis (mon.) 49, 37 saec. 8. 

Baithün ') ist wahrscheinlich der Name eines irischen Mönches, 
Buedhnin, d. i. Baeddnus, wird erwähnt in einem Gedichte des Gil- 
das Modudius hei O'Conor, Script, rer. Hib. I. i, 150, dann in den 
Annalen der vier Meister Baeddn son of Muircheartach, son of 
Muireadhach, joint-king of Ireland a. ooG und Baeddn, soii of Nin- 
nidh, son of Fearghus Cennfodha, slain a. 507 2). 

Bftrthani 71, 33 ssec. 8. 

Herr von Karajan bemerkt zu diesem Namen Fol. XLIII: 
„Barthani, oder, wie ihn die „Colieclanea" nennen, Baetin, was 
auch für Baitni verlesen sein könnte, war der zweite Abt des Klo- 
sters Hy*. In diesen Worten liegen zwei Irrthümer. Barthani ist 
nicht Nominativform, wie hier offenbar angenommen wird, noch 
überhaupt die richtige Form für den Namen jenes Abtes, welcher in 
den Annal. Tigh. (Collect, de rebus Albanicis p. 218) mit dem 
Todesjahr 598 ganz richtig i?rte^/w und im Martyr. Dungal. Jun. 9 
p. 162 in entsprechender jüngerer Form Buoitliin mit dem Sterbe- 
jahr 600, in den Annalen der vier iMeister Bueithin geschrie- 
ben ist. 

Barthani ist demnach ein Lesefehler und Genitivform wie die 
ganze Reihe der in Spalte 71 verzeichneten irischen Namen Columbe, 
Lassarani, Fircnoi, Seiani, Commeni, Failfei, Adom/umi, Kerani, 
Columbani, Durbeni, Killeni, Zsljbdcni, aber auch Koiiomblo, Tu- 
iiochodo, Feilgon, welche alle im Abdrucke des Verbrüderungs- 
buches als Nominative angesehen wurden. 

Lesefehler, wie Barihan statt Baithan sind übrigens im Drucke 
des Salzburger Verbrüderungsbuches nicht selten. Ich will nach einer 
jedoch nicht umfassenden Vergleichung der Handschrift hier einige 
derselben berichtigen. 



') Förstemann meint p. 201, dass statt Baithanus etwa Baitharius zu setzen sei. 

2) Im Mart. Dungal. p. 362 wird der Name Baothän (Juni 18) von anderen Baithin 
geschrieben, mit „Invencus" übersetzt. Zur V^ergleichung- bietet die kymrische 
Sprache das von dem Hauptworte haedh (aper) Lhuyd 1, 43, bei Owen haez. ab- 
geleitete Beiwort baezan d. i. haedhan (eberähniich). Baedhan hiess nach Owen 
auch ein Krieger in Arturs Zeit. Vgl. auch Fearghus Baeth Geiiealogy of Corca 
Lftidhe. Miscell. of tlie cell. soc. p. 18. 



Keltische Forschungen. loO 

Sp. i8, 14 Otriciis st. Otijcus^'). 21, 19 WUliporc st. Wihi- 
perc^). 24, 5 Theodolt st Tkcodol 24, 6 Woscolt^ st. Woseolt. 24, 
19 Ff/JiVo*) st. Wensco. 2^, 9 Leopryn st. Leoprim. 2S, 10 Rihho 
st. Fi7t/jo.40, 33,Goerw^) st. Guerni. 4:0,AiOdaIa, Wanpurc st. Orf«/. 
Aivanpurc 40, 57 J^/^//(/er p ß) st. Adalgerper. 42, 2 Cheltamar st. 
Cheitmur. 42, 41 perhth'dt st. /j^r. rf-/*//^. 61, 18 Hiltlwar st. £^iV- 
fiifjar. 68, 2 Perioinc st. Pernvint. 68, 4 Skllpunc st. Skilpunt. 
98, 10 Hrihpurc st. Hripiirc. 98, 2AFrimitkis st. Frintlds. 98, 25 
£jö/)o st. Poj^/Jo. 105, 3 Hrihfrit st. Hrifrit. 105, 8 Heccha, Cosa 
st. Hecchacosa. 108, 9 IF/Z/oc st. HV/Zoi. 141, 6 Gamanoldus s\. 
Gannanoldus'}. 

Papo, Papa f. »j 1, 6. 4, 23 sffic. 8 — 9. 
P«p<7o 48, 21 saec. 8. 

Das Wort jk</}, aus welchem diese Namen gebildet sind, konnte 
aus der deutschen Sprache bisher nicht erklärt werden, es mag da- 
her gestattet sein sie zu vergleichen mit 

Papus (fig.) Fröhner n. 269, Papius Fortunatus Steiner n. 964, 
Papia (Pureliius) Orelli n. 3101, 

Papidiiis Rufus, de Boissieu p. 379, 

Papianilla ssee. 5. Ruricus 1. 2 ep. 36. Cannis.Lect. ant. 1,399, 

Papiri libertus, Steiner n. 549, Papirius Eunus, Orelli Inscr. 
Helv. n. 35, Papirius Aelianus, de Boissieu p. 20, 20, 

Papiria Polcra, Orelli Inscr. Helv. n. 105 9), 



1) Vgl. im Verbiiiderungsbuche Tafel i, 1 der Schriftproben. 

2) Vgl. Tafel 1, n. 

3j Vgl. Voschissus (ep. Virdun.) ssec. 8. Gesta ep. Virdun. Mon. Germ. 6, 43 und 

Fusculo. 

*) Dieser Name findet sich im Verbrüderungsbuche auch 79. 39. 107, 14. 

5) Vgl. im Verbrdb. Kaerni 103, 15. 

S) p. d. i. prcshiter. 

7j Heinzaperth 37, 22, Hengryis 70, 24 und Ohtrin 3, 49 sind Phantasiegebilde und 
ganz zu tilgen. 

8J Förstemann hat 1, 193 Pa-pa irrthiimlich als Mannsnamen angegeben. Im Ver- 
brüderungsbuche erscheinen auch die Formen Pdpo 1, 30. 138, 28 ssec. 8 — 9, 
Paho 127, 30. Letzterer Name, dann Baho (pbr.) 130, 38; (ep. Gurc.) 132,8 
ssec. 11 stehen vielleicht statt Pavo, Bavo. 

9) In der Esp. sagi. Tom. 12, 107 erscheint a. 867 ein Episcopus Eliberifan. Bapiria 
auch Baparms geschrieben. Vgl. auch Papirus (villa) saec. 9. Cart. de St. Aubin 
d'Angers. Morice 1 col. 279. 



186 stark 

irisch Pnpimius (St., rex Hiberniae, frater S. Nothi) Codex der 
Bened. Abtei Deutz. Lacombl. Arch. 5, 295 wahrscheinlich identisch 
mit Papan St., filius Aengusii regis i). Mart. Dungal. Jul. 31 p. 206 
und Nota 3, 

kymrisch Papai, Sohn des Brachan, Lives p. 274«), 

Pabo Posl Pryden, Lives p. 267, 3S, 

arniorisch Papinus de Raheriis, ssec. 11. Cart. de Marmout. 
Morice 1 col. 409, dann 

Papia f.s»c.8.Polypt. Irm. 201, 12; s8ec.9.Po]ypt.Rem. 49, 62, 

Pabo a. 1204. Cod. Wangian. n. 70 p. 156, 

Pappolus (ep. Carnot.) a. 573. Greg. Tur. 7, 17; a. 533, 667. 
Pard. n. 118. 358 3), 

Papolenns a. 582. Greg. Tur. 6, 16, Pabolenus, Papolimis 
a. 692. Pard. n. 426, Bnbolinus(^co]on.) c. a. 499. Pard. n. 65 p. 39. 

Papulae (Odo) a. 1046. Polypt. Irm. App. 22 p. 359. 

Zur Deutung dieser letzteren Namen dienen die kymrischen 
Wörter pabyl (activity, vigor, energy, faculty), pabliis (nervous, vi- 
gorous) Owen =pabul, pabulus, die vielleicht auf die dort angege- 
bene Wurze\ p ab (that produces motion) zurückzuführen sind. 

Pascasius 81, 38 ssec. 8. 

Einen gallischen Wortstamm basc bezeugen : 

der gallische Name Bascei Andosso Andoxus , Du Mege, Ar- 
cheol. pyren. p. 159, dann 

der irische Frauenname ß«ma (Sta) Martyr. Dungal. Aprill3, 
der männliche Zuname Baschdn: Cairhve Baschaein, son of Conaire, 
a. 165. The four masters*), ferner 

L. Pasquidius Festus (a. 88). Orelli n. 1523 s), 

Pascentms{\\htY{xxs) a. 573. Pard. n. 180 p. 138; (ep.) a. 584. 
1. c. n. 192, 



1) Sein Bruder Natal entspricht dem vorhergenannten Nothus. 

2) Jolo schreibt p. 111 denselben Pahiali. In den Lives p. 606 nota wird er auch 
Pahlai, Pahliali genannt und ist wahrscheinlich Pallay, ein Schüler des h. Win- 
waloc (Guingualoe). 

3) Vgl. auch „Villa Papolpart" c. a. 499. Pard. n. 65 p. 39. 

*) Vgl. auch Crich- Baiscinn, MisceDany of the celt. soc. Ed. hy John O'Donovan 

(Dublin 1849) p. 61. — Irisch cHch (a land or country). 
*) Pasquidius = Pascidiut. 



Kritische Forschungen. 187 

Pascarius (ep. Namnet.) saec. 8. ßoll. Jul. 10. lü, 70 i), 
Pasc«.<fms Tiburtius, Orelli n. 7315% Pascasius (ep. Viennens.) 

s»c. 4. Boll. Febr. 22. Tom. III, 290; (diac. Romae} s*c. 6. Boll. 

Mai 31. VII, 438; (ep. Caballicens.) a. 693. Pai-d. n. 401; villa 

Pascasiü. 921. Esp. sagr. Tom. 18 p. 321, 

Optatina Retieia sive Pascasia Orelli n. 2771, 

Paschasia (A'irgo mart. Divione in Burgundia sub M. Anrelio) Boll. 

Jan. 9. I, 566, Pascasia (mancip.) a. 814. Poiypt. Massii. H. 45. 

Cart. S. Yict. 2, 645, und davon durch eine zweite AbleiUing gebildet 
Pascasiola (mancip.) a. 533. Testam. Remigii, Pard. n. 118 

p. 82. Dieselbe wird 1. c. n. 119 p. 87 Pascasidis geschrieben; ferner 
Paschalts a. 879. Marca hisp. n. 39 col. 805 2), 
Paschardns a. 1322. Mohr, Cod. dipl. Rh«3tiae 2 n. 193, 
Pasco a. 740. Ried n, 2. (mancip.) a. 814. Poiypt. Massii. H. 

59. Cart. S. Vict. 2, 646, Pa.vms Cochus a. 1241. Cod. Wangian. 

n. 183 (\g]. Paa;weten a. 895. Cart. de Redon n. 266 = Pasciveten 

a. 852. n. 35), 

die armorischen Namen Paschaham a. 820. n. 151 = Pascnvu 

Pascic a. 863. n. 80, Paschael a. 834. n. 128. 219 = Pasc-hael, 

Paschoiarti a. 830. n. 196, Pascioeten a. 852. n. 35 {Pasqiiitan 

a. 860. Cart. Prüm. Morice 1 col. 316), Pascworet c. a. 865. n. 82 

im Cartul. de Redon, 

der kymrische Name Pascent (Sohn des Vertigern) saec. 5. 

Nennius 53, Pascent Lib. Landav. p. 202, Pascetin p. 200, endlich 
Passcaleh in dem Ortsnamen Passcalehesdorf c. a. 1126. Mon. 

boica 4, 517 (vgl. die kymrischen Personennamen Enllech Jolo 

101, 13, Conlec Lib. Landav. p. 138, den armorischen Berthlec 

a. 834. Cartul. de Redon n. 4, den irischen NeachtUc ep. Mart. 

Dungal. Mai 23). 

Zur Erklärung dieser Namen dient vielleicht altirisch basc 

(round, circular, compleat, neat, handsome) Lhuyd , Arch. Brit. 1, 

141 in den beiden zuletzt angegebenen Bedeutungen. Im „Irish engl. 

dictionary" stelltLhuyd das Wort 6asc auch = dearg"^, red or scarlet. 



1) Vgl. .-»ucli Villa Bascara a. 898. Marca hisp. n. S2 col. 820 

2) Pasco oder wahrscheinlicher Paseellus in „villa Pasccllarius" ». tilit». Pard. 2 n. 
277 p. 43. 

') Vgl. Muireadhach Muindearg, king of Ulidia, a. 571. Tlic loiir in;i,sler,s = Muir('<l- 
hach Muinderg, Mart. Dungal. >Ihii. :t p. 7 hei Fiiiiiliijjli. 



188 



stark 



Wie Pascasius sind mit -as (Zeuss p. 747) abgeleitet die gal- 
lischen Personennamen ^t/rf«s«/s Murat. 1585, 4, Corasus i.e. 1319, 

I, Ferasius Steiner n. 712, Mucashis I. c. 1019, Mercasia Murat. 
135, 4, Vetasia Avilia (liberta) Steiner n. 1562, Ninasa Knabl, 
Mitth. des bist. V. f. St. 2, 354, Destasia Mab. Ann. saec. 1 p. 235, 

II, ferner 

A/fasia 85, 53, Austasia 49, 94, Enrasia 101, 178, Teudasia 
72, 19, Waltasia 253, 59 im Polypt. Irm., 

Nicasia, Timasia (mancipia) a. 814. Polypt. Massil. H. 74. 
Cart. S. Vict. 2, 644, 

Damasus (ep.) a. 938. Cartul. Sithiens. p. 142 n. 76, Adasius 
ssec. 10. Marca hisp. n. 81, 

der kymrische Name G//f/«si?<s (St.)ta. 370. Boll. Jan. 2 p. 958, 
Gildas (idem) Lib. Landav. p. 131. 

Pascmvialh 78, 34 ssec? 

Dieser Name stammt, wie Agleverta, den dieselbe Hand in 
der vorhergebenden Zeile eingetragen bat, offenbar aus romanischem 
Lande, und zwar aus Frankreich, und u in dem AVorte bascu ist 
wahrscheinlich als Ableitung zu betrachten. Diese zeigt sich auch in 
dem armorischen Namen 

Pascueivethen a. 869. Cartul. de Redon n. 242, dann in 

Pascuar'ms 188, 71, Pascuildis 83, 44, Pascoinus 43, 47. 
46, 64 Polypt. Irm., 

Pascualis Velletiz a. 1010. Esp. sagr. Tom. 36. App. n. 8. 

Das Wort ivialh in Pascuwialh ist wahrscheinlich fehlerhaft 
und durch walh zu ersetzen. Vgl. kymr. Tudwalch Carnau (V'^ater 
des Rbiallu) Jolo 106, 120, Dunwalhus (pincerna) a. 741. Kemble 1 
n. 86, Cnobualch (mon.) ssec. 9. Liber vitae ecel. Duuelm. p, 33, 2. 

Passiva (sanctim. vel religiosa) 40, 35 saec. 9. 

Mit diesem Namen, dem der Männername Passivus (pbr.) No- 
mina fratr. Tuberens. ssec. 9. Denkschr. d. kais. Akad. d. W. Philos.- 
hist. Cl. Bd. 5, 66 zur Seite steht, lassen sich vergleichen die 
Namen: 

Baaata-iJÖg (Irüherer Name des Kaisers Heliogabalus) Herodian 
5, 3 (3. Edit. Becker), Bassianus Ammian. Exe. -§. 14; procerum 
genere natus, notarius militaiis, a. 371. Ammian. 29, 2, 5; Aelius 



[ 



Keltische Forschungen. löy 

Bassianns Hein. Rom. Bayern n. 1!4; Bassiano (fundiisj ssec. 9. 
Cod. trad. Ravenn. p. 69 wahrscheinlich abgeleitet von Bassus, 

Bassiana Materna und Bassiana Paterna, Steiner n. 120S, 

Bassanus (St.) Cod. der Bened. Abtei Deutz. Lacomhl. Arch. 
5, 295, 

M. Basshnus Yitalis, Hefn. Rom. Bayern n. 45, Sedatia Bassiiia 
Steiner n. 038, 

Bassulus i) ssec. 5. Ruricus 1. 1 ep. 7. Cannis. Lect. ant. 
1, 376, 

BassuUnus (mon.) a. 876. Marca hisp. n. 35, 

Bassadellus (Dominico) judex c. a. 1130. Lupi 2, 931, 

Bassigonus (Odelricus) a. 1220. Mohr, Cod. dipl. Rhaet. 1 
n. 187 p. 269, 

Bassus Fi-Öhner n. 277—283, ^«ss»s(Ventilius) Orelli n.3283, 
Bassus (Tarratius) praef. Urhis, a. 368. Ammian. 81, 1, 27, Bas- 
sus Si. 1216. Cod. Wangian. n. 134 p. 309, B assa (phr.} Chrou. 
Sax. a. 669, 

Bassa f. Orelli n. 1297, 

Bassicus (fig.) Fröhuer n. 289—290, 

Bassaris (Avenia) Orelli n. 4586, l'erner mit p statt b (vgl. 
Fröhner p. XXVIII), 

OfT. Pässi Fröhner n. 285, Passus in „colonicam Passidcum'' 
a. 533. Test. Remigii. Pard. 1 n. 118 p. 83, 

Passidina Socratia, Fabretti p. 81, 111, 

Pass«e/ms Saturninus et Pass/e/i« Gemella conjux, Orelli n. 3004, 
Passienus Fröhner n. 291 — 293, 

Passilus, PassUius in „villa Passiüäcus" s8bc. 11. Cart. Savin. 
n. 219, 



IJ Dietrich schreibt (Aussprache des Gothischen 81) willkürlich Bassula und be- 
zeichnet unter Hinweisung auf altn. hassi (Bär) diesen Namen als gothisch. Allein 
von allen Personen, an welche Rurikus, der selbst einen gallischen Namen trug, 
seine Briefe schrieb : Faustus, Nepotiamis, Lupus, Fredar(ivs), Celsus, Eonius, 
Sidonius, Pomerius, Omacius, Mamacius, Cronopius, Capillutus, Evfrasius, Elafius, 
Praesidius, Faedamius, Vilicus, Tureiwiiis, Scdatus, Ceraunia, Pupiimilla, Parthe- 
mius, Eudomius, Melantia, Uispanus, Albinus, Taurentius, Aprunculus, Censurius, 
Vülamenus, Sthorachius, Clarus, Volusiamis, führt nicht eine einen Namen, welcher 
gothiseher Abstammung ist. Zu jener Zeit war der Klerus, insbesondere in Frank- 
reich unil Spanien, aber nicht blos dort, cbeu gri).ssenth:'ils gallist'lici- Herkunft. 



190 stark 

Passagvera (msisc.^ a. 1181. Lupi 2, 1339, waln\sclieinlich auch 

Passerius Afer, Orelli n. 6760, Sammius Passer(_ius} Steiner 
n. 2873. 

Wie Passiva, Passivus sind abgeleitet mit -iv (Zeuss p. 746) 
die gallischen Namen: 

Ovsy ioviog wx£avög(magnus oeeanus a meridieinsulaeHiberniae) 
Ptol. 2, i, 2; 8, 3 (Ed. Wilberg), 

Ambivms Turpio, Tacit. De orat. 20, 

SuUciae Idenicae Minervae (Inscr. Nemaus.) Orelli n. 20S1, 

Resivia Grut. 809, 5, Snnoica Fröhner n. 1787. 2041, 

Cativiis, Albucivus Steiner n. 166. 3062, 

Aestivus (in vas. fig.) Jahrb. d. V. v. Alterthfr. im Rbl. 41, 181, 
Aestiva (Cimmonia) Steiner n. 1698i), 

Manciviis 174, 65 2). Adeliva 265, 145. Adalivia 209, 9 
saBC. 8. Polypt. Irm. s), 

AUivus 65, 14*), Nadelivia, NodeUvia 16, 12. 17 s), Osivia^), 
Sanctivia'^^ 105, 56, 61 saec. 9. Polypt. Rem., 



*) Vgl. „oi 'Effuwvsf §£ Twv OOtvdsXixoav v.a\, xal TroXtS aürwv Ka/zTrodouvov" 

Strabo 4, 6, 8, dann Quartinius Estius Steiner n. 1835. 
*) Vgl. Mancius (St. mart. in Lusitania) Marl. Rom. Mai 13, Mancius (servus) saec. 9 

Polypt. Rem. 103, 38, Mancio (comes consobrinus Waifarii) a. 763. Ann. Meftens. 

Mon. G. 1, .S34, 36, Mancia (mancip.) a. 613. Pard. 1 n. 230 p. 200; saec. 8. 

Polypt. Irm. 222, 62, Mancimts (praetor) a. 334. Ammian. 14, 11 und irisch Man- 

ckän bei Sta Greallocc, Mart. Dungal. Jul. 13 p. 194. 
'j Vgl. Atalenus Hefn. Rom. B. n. 391, Adalsiyae (monaca) saec. 10. Cart. Sithiens. 

p. 153 n. 81 (vgl. die irischen Frauennamen Biccsech Jun. 28, Luighsech Mai 22, 

Brocseach (Mutter des h. Maelruain) Jul. 1 , Finnseach Nov. 9 u. a.). 
*) Vgl. Carantia Aelia, Assonius Aelius Steiner n. 3. 1489, armorisch Aelaunus (pbr.) 

a. 1141. Cart. de Reden n. 381 p. 339 u. v. a. 
*) Vgl. Pescennius Natalis Orelli n. 3787 p. 175, Pinarius Natta 1. c. n. 3880, 

irisch Nattal (St.) Mart. Dungal. Jul. 31, armorisch Kadal, Nalus saec. 8. Cart. de 

Redon n. 74. 113. — Notius Fröhner n. 1724, Notalis (Sohn der Warmasia) 

saec. 9. Polypt. Rem. 51, 81, Nodisma saec. 8. Polypt, Irm. 246, 5, armorisch 

Nodent, Notolie saec. 9. Cart. de Redon n. 14. 18 u. v. a. 
•) Vgl. Osa (Schwester der Mummia) saec. 9. Polypt. Rem. 103, 37, Osanna saec. 8. 

Polypt. hm. 9, 24. 108, 237; Cod. Lauresh. n. 81; saec. 9. Polypt. Rem. 103, 36, 

Osuva 1. c. 64, 3, Osilia saec. 11. Cart. S. Petri Carnot. p. 251 c. 37, kymriseh 

Osul (Sohn des Cinuelin) saec. 9. Lib. Landav. 208. 
') Vgl. Sanctus Maximus, Dasanti fil. Steiner n. 156, Sanctinus Orelli. n. 181, Sanc- 

tula Steiner n. 1806, iSanc<o««a saec. 8. Polypt. Irm. 137, 29, Sanctonidia a. 572. 



Keitisfhe Forschungen. IUI 

Arioi terra saec. 10. Cart. Savin. n. 276 «)» 
Gerrivus saec. 12. Cart. de Marmout. Moriee 1 col. 644 2), 
Aiiedivus saec. 12. Cod. Wangian. p. 74 3) und mit /* statt y 
Diiiifius (ep. Turon.) saec. 6. Greg. Tur. 3, 2*). 
Elifia 37, 34 s), Manrifius 120, 4 e) NataUfius 187, 65 saec. 8. 
Polypt. Irm,, 

Manifia^), Nonifia^') saec. 9. Polypt. Rem. 56, 119. 105, 63. 

Pasun 66, 21 saec. 8. 

Dieser Name, ursprünglich Basun, Basunius, ist von demselben 
Worte gebildet wie 

Basilus Cses. B. G. 6, 29, Helvius Basila (praetor) Momms. 
Inscr. Neap. n. 4546.4547, Badla (masc.) a. 813. HLgd. 1 und 18. 

Basilia (Basel, die Stadt) Ammian. 30, 3, 1, 



Pard. 1 n. 180 p. \i^ = Sanct-oni-d-i-a, Sancta a. 814. Polypt. Massil. J. 2. Cart. 

S. Vict. 2, 649, irisch Sanctän (St. ep.) Mart. Dungal. Jun. 10. 
1) Vgl. Areia, Aria, Arina, s8BC. 8. Polypt. Irm. 107, 233. 114, 297. 229, 8, Arriu» 

(eivis Helvetius) Steiner n. 2187, Arria Sucecesa, Spon. Mise. erud. antiq. p. 73, 

4 u. V. a. 
*) Vgl. Gero augusto sacrum, Muchar, Gesch. 1,253, Gerontius Ammian. 14,8 (kymr. 

Gereint Lives p. 267, 30), Gerontia (liberta) a. 573. Test. Aredii. Pard. n. 180 

p. 139, Gcrisma ssec. 8. Polypt. Irm. 108, 238, Gerindis saec. 9. Polypt. Rem. 102, 

15 u. V. a. 
5) Vgl. armorisch Ran- Anetcar c. a. 870. Cart. de Redon n. 232. 
*) Vgl. Dinomogetimdrus Mem. des antiq. de France 13, XVIII d. i. Dino-mogeti- 

märus, Dinoius Orelli n. 3874, Dinanus (pbr.) 572. Pard. 1 n. 178 p. 133, Dinachua 

(mancip.) a. 887. Cart. de l'eglise de Beaulieu n. 29. Dina a. 711. Pard. 2 n. 479 

p. 287; saec. 9. Polypt. Rem. 47, 46 u. m. a. 
5) Vgl. Elia f., Elias m. ssec. 9. Polypt. Irm. 84, 50. 176, 83, Elianiis 1. c. 174, 68, 

kymr. Eli saec. 7. Lib. Landftv. 192, armor. Eli saec. 9. Cart. de Redon n. 58, Sex. 

Eleius Pudens a. So. Arneth, Rom. Mil. Dipl. p. 40 u. v. a. 
ö) Maurus, Mauringa saec. 8. Polypt. Irm. 193, 35, Maurentia 1. c. 130, 61, Mora 

(mancip.) a. 828. Meichelb. n. 502; a. 739. Pard. n. 339 p. 374, irisch jlfor, 

daughter of Cearbhall, queen of Suth-Leinster, died a. 916. The four masters 

u. V. a. 
7J Vgl. Manneius Orelli n. 6232, Manneia Murat. 174, 2, Manidcus Orelli n. 3847, ir. 

j1/afl««:DermolO'Conor son of Manns, son of Turlough More of Connaiight, a. 1207. 

The four masters, armorisch Manus a. 860. Cart. de Redon n. 213 ii. v. a. 
8) Vgl. Nonnus (St.) Codex d. Bened. Abtei Deutz. Lacorabl. Areh. 3, 294, Nonna 

Tatugi filia Steiner n. 3187. Nonnita 1. c. n. 1764, Nonnito Conc. Tolet. a. 633. 

u. V. a. 



i 9 2 stark 

Basllia (mancip.) f. a. 573. Pard. ii. 180 p. 139;sffic. 11. 

Polypt. Irm. 50% 

Basilla (Baebia) Orelli n. 3290, Basilla a. 742. Trad. Wizenb. 

n. 52, j 

Basolus (confessor) saec. 7. Mab. AS. s«c. 2 p. 67, Basulus 
(mancip.) a. 573. Pard. n. 180 p. 139, 

Basinus (archiep. Trevir.) saec. 7. Boll. Marl 4.1, Z\^,Basinus 
(mon.)a. 756. Trad. Wizzenb. n. 221; (servus) sac. 8. Polypt. Irm. 
106, 217, Basenus a. 781. Cart. S. Vict. Massil. n. 83, Pnsen{i) 
M(anu) Fröhner n. 296, Basim (Zeuge) a. 1033. Kemble 4 n. 749, 

5ffs«;i«(Chilpericiregisfiliaex^«rfoivrrt) a. 590. Concil. Pictav. 
MansiTom. 10, 455'»; (colona) saec. 8. Polypt. Irm. 277, 40, 

Pasiann (monaca) a. 1114. Fantuzzi 1 n. 1 26 ; Basiano (casale) 
ssec. 9. Cod. trad. Raveuii. p. 28 aber ist auf Baso zurückzuführen, 

Bdsingus c. a. 780. Tiraboschi 2 n. 12, Basing saec. 12. Lib. 
vitae eccl. Dunelm. p. 5, 3, 

Bnso saec. 8. Polypt. Irm. 211, 25 und 

amorisch Basoniis a. 819. Cart. de Redon n. 226. 

Die Ableitung -un (Zeuss. p. 734) zeigen die Namen: 

'Iro'jva (aestuar. Brit.) Ptol. 

Magiums Grut. 1012, 8, Bissiimts (fig.) Steiner n. 1317, 

Sacnina Orelli n. 2773 (vgl. Sacrana [urbs Hisp.] Plin. 3, 12, 
dann Sacra Sauronis filia, Knabl, Sehr. d. h. V. f. Innerösterr. 1, 

34 u. m. a.), 

Pecuna f.(ecit), RitU7iu f.)ecit) Steiner n. 842. 875, 

Lucdiuius (Mannsname) saec. 10. Cart. Athanac. n. HO. Cart. 
Savin. 2, 635, wenn = Luctunns (vgl. Lncferius Cadurcus, Caes. B. 
G. 7, 7, Luctatus Mens, Boissardi Antiq. Tom. 4 p. 134 [Rom], 
Lucterius Orelli n. 3283,irischLoighteach [Loightech] St. imMartyr. 
Dungal. Oct. 1), auch 

die kymrischen Namen Thangun Lives p. 267, 32, Hydwn Jolo 
p. 101, 13, Hithiin ssc. 12—13. Lib. vitae ecl. Dunelm. p. 18, 2, 
Enun Lib. Landav. 211. 

Die Deutung dieser und der. bei Passiva angeführten Namen 
muss ich Anderen überlassen. Nur das Eine will ich bemerken, dass 
in allen diesen Namen für den Wortstamm wahrscheinlich geminirtes 
s anzunehmen ist (vgl. Fröhner p.XXX). Das Irische bietet für diesen 
Fall behufs näherer Erwägung das Wort bass (fatum, fortuna) Lhuyd. 



Keltische Küiseluin^en. l J O 

Sind aber einige dieser Namen auf bas zurückzuführen, so erinnere 
ich an irisch bas (Handfläche, Hand), doch vorzugsweise an die 
irische Wurzel bas in bahheal (superbia) = basal, baishealach 
(superbus) = basalach (Lhuyd 1, 158). 

Perwinc 68, 2 ssec. ? 

Pernuint im Drucke des Verbrüderungsbuches ist zufolge einer 
Vergleichung der Handschrift irrig gelesen. 

Dem Namen Perivinc, abgeleitet von peru mit -ine, stehen zur 
Seite die gallischen Namen: 

Pervincus Fröhner n. 381, Pervtncus (C. Talionius), vete- 
ranus, de Boissieu p. 323, (Senilius) Orelli n. 3484, (L. Sextius) 
Steiner n. 329, (Q. Vindillius) 1. c. n. 590, 

Perdnca (Seeundina) Orelli n. 494, Pervinca (Paterni filia) 
Steiner n. 820. 

An diese schliessen sich: 

Pervinciaims (Aurelius) Steiner n. 2594 p. 240, 
Pervinia (conjux Septimii Impetrati) Hefn. Rom. B. n, 174. 
In peru sehe ich das kymrische Wort per (dulcis) Lhuyd 1 , 56 
mit der vokalischen Ableitung n. Zur Vergleichung dienen Cotuatus, 
Gutruatns Cffis. B. G. 7, 3. 8, 38, Bituitus Flor. 3, 2, in welchen 
Namen das der Ableitung -at, -il vorhergehende u von Zeuss p. 725 
gleichfalls als Ableitungsvokal betrachtet wird. 

Aus jenem Worte per sind auch gebildet die Namen: 
Perus (flg.) Momms. Inscr. Helv. 352. 160, Perms (fig.) Fröh- 
ner 378—380, Perrius Justinus, Steiner n. 239 i), „in monte P«7« 
(trans Rhenum) Ammian. 28, 2, 5, 

PeruUus (fig.) Steiner n. 1634 und Bd. 4 p. 695, 
Perojiius {In^cY- Brix.) Murat. 1606, 5 2), 
Peroco in der gallischen Inschrift (de Gue'ret): „Sacer Peroco 
ieru duericoV. S. L. M." Revue arch. Tom. 8 (I867)p. 397, 
Peren f., Peris Archaeol of Wales II, 24. 50, 
Peru, Vater des Omyt, Vita S. Dewi, Lives p. 102, Peirio ap 
Caw (St.) ssec. 6. Jolo 101, 17, 



1) Vgl. Ferro a. l'ill. Cod. Wang^ian. n. 04 p. 223. 

2) Vgl. Peirona f. a. 1210. Part. S. Vict. n. HIß. Penini (aexwMi) a. SS.*;. Meichelb. 



194 stark 

Pereius ssbc. 12. 8. Sergii. Morice 1 col. 068, 

Periou saec. 11. Cart. Corisopit. Morice 1 col. 379 i), 

Peroian a. 913. Cart. de Redon n. 276, 

Pero7i (virgata) a. 834. Cart. de Redon n. 129 2), 

Perinis a. 878. Cart. de Redon n. 235, Perenesius tx. 1082. 

Cart. Kemperl. Morice 1 col. 456, Perennes, Mab-Ciiemul, saec. 11. 

S. Sulpice, Morice 1 col. 390 3). 

Zusammengesetzt mit der verstärkenden Partikel su- (Zeuss 

p. 832. 866) erscheint jf;er in den Namen: 
M. Ulpius Super(ns), Steiner n. 2827, 
Snperinia Decumilla Steiner n. 733, Stiperiiiius Rusticus 1. c. 

n. 1120, 

Superiana (Tullia) Grut. 1067, 4, wahrscheinlich auch in 
Superior Steiner n. 898, L. Bessius iSw/^erwr (V^iromanduus ; 

eques Rom.) de Boiss. p. 260*) und in 

Saperantia (niancip.) a. 814. Polypt. Massil. H. 2. Cart. S. 

Vict. 2, 642 5). 

Wegen der Ableitung -ine vergleiche Zeuss. p. 774, dann 
Probincia (Flavia) Orelli n. 4406 e), Provincialis (Sabinius) 

Ilefn. Rom. B. n. 74^); vgl. auch Propinq uns Steinern. 2888, 

Propincus (Naevius) Orelli n. 6896. 

Frimmcus a. 992. Charmasse, Cart. de i'eglised'Autun. I. n. 10 s), 
Leudincus (Sohn der Widomia) saec. 9. Polypt. Rem. 101, 16 u. a. 



*) Vgl. Zeuss. p. 785, dann armor. Bluchiou (mon.) a. 1073. Cart. Kemperl. Morice 1 

col. 441, Druniou, filius Riwalloni, a. 1088. 1. c. col. 464 u. a. 
2) Auch „de virg;ita Piro?)" a. 8.34. Cart. de Redon n. 128. — Judicalis Ptron 

ssec. 11. Cart. Marmout. Morice 1 col. 439, Piriäcus (locus) saec. 11. 1. c. col. 401, 

Hugo qui cognominor Pirarius, saec. 11. Cart. S. Petri Carnot. p. 182 c. 57 u. a. 
') Vgl. Q. Silvius Perennis Orelli n. 250, arraorisch Pirinis a. 866. Cart. de Redon 

n. 32, Pirinus, Sohn des Wiomarch, a. 834. 1. c. App. n. 38. 
*) Vgl. Jul. Onciorius de Boissieu p. 434, 68 armorisch Tenior a. 869. Cart. de Redon 

n. 241. 
*) Vgl. Peroman a. 810. Ried. n. 13 d. i. Perontianus, wie Morinzan a. 764. 

Urkdb. V. St. G. n. 41 = Maurencianus (mancip.) a. 573. Pard. n. 180 d. i. 

Maurentianus. 
6) Vgl. Attius Probatiolus (Lugduni) Orelli n. iööl, Probada, Proba (mancipia) a. 573 . 

Pard. n. 180 p. 139. 
'') Vgl. Provinciolus (colon.) a. 533. Pard. n. 118 p. 81, Provincianus (vinitor) a. 573. 

Pard. n. 180 p. 138, Provolus saec. 9. Polypt. Rem. 43, 5. 
8) Vgl, Frunitus (Inscr. Dalmat.) Archiv f. K. öster. Gq. 22, 237 u. a. 



Kpllisclie ForsoliHiigen. 195 



Petaruella (sanetimon. vel religiosa) 40, 36 saec. 9 <). 

Dieser Name ist = Petronilla a. 653. Pard. n. 324; sjbc. 8. 
Polypt. Irm. 158, 35. 161, 72, Petrone IIa (Sta) a. 741. Urkuudb. 
V. St. G. n. 7; (mancip.) a. 814. Polypt. Massil. H. 22. Cart. S. Vict. 
2, 643, Petranilla, Petrenilla, Pol. Irm. 222. 161. 104, 207 und 
abgeleitet durch -n und -eil aus dem Worte peh'u a). 

Aus petru sind auch gebildet die gallischen Namen: 

Petrocorii (gall. Volk in Aquitanien) Caes. b. g. 7, 75, Petru- 
corius: AdbogiusCoinagi fii. Steiner n. 342, 
Petrusia Proba (Patavii) Grut. 89, 6, 

L. Petrosldius Caes. B. G. 5, 37, M. Petreius Csbs. B. C. 1, 38. 
75, 76, 

L. Petronius Tertius (cent. coh. 1. German.) Steiner n. 47, 
Petronius Probus (procons. Air.) Grut. 450, 2, Petronia a. 653. 
Pard. n. 324, 

Petrullus (fig.) Steiner n. 1484. (Petruhis a. 906. Marini, Papiri 
dipl. Annot. ad 76 p. 263), 

die kymrischen Namen Petrocus (saec. 6) Lives p. 22, Petro?i 
(Sohn des Coledaue) I. c. p. 268, 52, Petranus (Vater des h. Padarn, 
saec. 6) 1. c. p. 189 = Pedrwn p. 503 Nota 2, dann 

Petrus (Vater der Petronilla) saec. 8. Polypt. Irm. 161, 72, 
Petrus (Sohn der Petranilla) I. c. 222, 61, 

Petronatus (^^hw) ^. 915. Lupi 2, 98. 

Wegen der Ableitung -7^-eZ/ vergleiche man Agjiellus, dann Nar- 
honellus a. 782. HLgd. 1 n. 5 (^Narbona, uxor Rainaldi Rostagni 
saec. 11. Cart. S. Vict. Massil. n. 285), Ermenella (mancip.) a. 814. 



1) Vgl. Petarinus de Tridento h. 1212. Cod. Wang-ian. n. 111 p. 235. 

*) Vgl. kyinr. petrus in dipetrus (non haesitans) Mabinog 2, 64 (Zeusa. p. 866), 

körn, petrus (doubtfui) Lhuyd 1, 238 und armorisch ßi« (piz?) tenax 1. c. 161 

Vielleicht ist aber auch zur Erklärung mehrerer dieser Namen ein Werf petar. 

petur anzusetzen: vgl. kymr. Petyr Lib. Land. 147, armor. Piturvore saec. 9. Cart. 

de Reden App. n. 20, Arganphitur a 847. I. c. n. 25 = Arganpitur (Zeuss p. 169; 

vgl. auch Hugo Scunbitor a. 1284. Perard p. 280), irisch Maelpeadair ep. a. 890. 

The four masters, dann Petureius (ep. Litiens. Castr.) a. 1179. Add. conc. Later. 

D'Achery, Spieil. 1, 637\ aber auch Petreius Cses. ß. G. 1, 38. 
Sitzb. d. pbil.-hist. Cl. LIX. Bd. II. Hft. 14 



196 St«rk 

Polypt. Massil. II. 22. Cart. S. Vict. 2, «43 (vgl. Ermnus 172, 52, 
Ermenaura 78. 1 3 Pol. Irm.). 

Brigida (sauctimon. congreg. S. Enntrudis) 134, 32 sfec. 8 ')• 

Brigida auch saec. 8. Cod. Lauresh. n. 968; a. 910. Lacombl- 
1). 85. 

Dieser Name ist gallischen Ursprungs, abgeleitet durch -id von 
altir. brkj (valor) V\'b. G\ 10\ 19^ Sg. 150" (Zeuss. p. 26), jetzt 
brigh (virtus, vis, valor, potentia; vigorosa, virtuosa). 

Einfach erscheint dieses Wort in den gallischen Namen : 

Brigia Brigi filia, Muchar. Gesch. Sleierm. 1, 433, 

Briga Aviti filia, Archiv f. K. östr. Gq. Bd. 24, 275, 

Brigonis filia, Steiner n. 544, 2. 

Atbrigantia (= At- brigantui) f. Knabl. Mitth. d. bist. V. f. 
St. 9, 27 zeigt die abgeleitete Form brigantia mit der Verstärkungs- 
partikel ate- (Zeuss. p 836) zusammengesetzt. 

Im Martyr. Dungal. sind Jan. 7 und Nov. 12 zwei heilige Jung- 
frauen Namens Brigh eingetragen. 

Im kymrischen erscheint der Mannsname Brii, Lib. Landav. 
p. 190 = Brtg. 

Dem abgeleiteten Namen Brigida in Deutschland entspricb.t 
irisch Brighit (abbes of Cill- dara; Sia) Martyr. Dungal. Febr. 1, 
Brigidda (Beata ; in Hiberiii:., -J- a. o23) Mab. Ann. saec. 1 p. 141, 
kymrisch Brigida und Breit (Sunt), Lib. Landav. p. 225. Vgl. auch 
Brida sai^c. 12—13. Lib. vitae eccl. i)unelm. p. 78, 2 und Bride = 
Brigitta, Herrn, v. Fritslar p. 76. 4. 

Als zweites Compositionsglied erscheint brigid in dem irischen 
Männernamen Maolbrighde (St.) Martyr. Dungal. Febr. 2 == kym- 
risch Mailbrigit (phr. ssbc. 10) Lib. Landav. p. 2, 230. 

Mit -id (Zeuss. p. 753. 754) abgeleitet sind die gallischen 

Namen : 

Epidins Sueton. gramm. 5. Osidiu.s Geta (poeta) Tertullian. de 
Proseript 39, L. Osidius Nervi us, de Boissieu, Inscr. ant. de Lyon 
p. ll4, Popidius Rufus (aedil.) 1. c. p. 379, Magidius Grut. 983, 



*) Bei Föisteniann 1, 282. 



Keltische Forschungen. 197 

10, Aufiditis Steiner ii. 76, Nmidius Valens, Fabretti p. 252, 38, 
Sex, Lartidius 1. c. p. 19, 77, dann 

im Polypt. Ii-minonis: Aisida 253, 5(3, Julida 106, 222, Savi- 
dus 228, 4, Stradidius 34, 25 u. a., ferner 

die irischen Namen C/7V/i<V//«s Boll. Mart. 1, 398, Lngidius ep. 
Boll. Mai. 2, 581, Tigrid f. Martyr. Dungal. Dec. 26 bei Mogenogn. a. 

Pußihis 87, 2 saec. 8. 

Dieser Name, abgeleitet mit -ul, ist jedenfalls zusammen zu 
stellen mit: 

Bufo in dem Ortsnamen Bupleiba a. 784. Dronke n. 610, 
Bofo saec. 9. Cod. Lauresh. n. 3539, Rainaldus Biiffo saec. 12. 
Morice 1 col. 659, Boßs de Curtina, a. 1225. Cod. Wangian. n. 277 
p. 500, Heinricus Biif a. 1225. Lacombl. n. 132, 

Büßl mit der V^ariaute Bufei saec, 12. Cart. de l'abbaye de 
Beaulieu n. 292 p. 268, 

Bufinus: terra Biifinidcus, saec. 13. Cart. S. PetriCarnot.p. 532 
c. 21, Menendus Bofinus a. 1155. Ribeira 1, 36, 

Bufarius (Hildegarius) saec. 12, Cart. S, Petri Carnot. p. 362 
c. 148, 

Bufart (Berrengarius) c. a. 1241. Cartul. Saviniac. n. 934, 

Bofiilco a. 1 188. Mittarelli, Ann. Camald. 1 n. 132 p. 284. 

Ob in allen diesen Namen /*auf v zurückzuführen ist i), wage 
ich nicht als sicher anzunehmen, doch stelle ich zur Yergleichung 
hieher 

die gallischen Namen Cnaeius Avius Bovo Steinern. 1955, Bovi 
Mfanu) Fröhner n. 440, 

Povartionius Secundinus, Stalin, Würtemb. Gesch. 1 n. 96 
(= Pav-avt-i-onius ; vgl. den obigen Zunamen Bufart^, dann 

Bovo saec. 8. Polypt. Irm. 13, 50, Bova, Bovila saec. 9. Polypt. 
Rem. 50, 69, 

Bovolo saec. 9, Verbr. v. St. Peter 61, 11, 

Bovolamcs a. 1192. Cod. Wangian. n. 54, 

Bovinza (mancip.) a. 955. Beyer 1 n. 199 = Bovinca, 

Boverius (Gunterius) a. 1102. Polypt, Irm. App. 32 p. 371, 



ij Vgl. Vavius Orelli , Inscr. Helv. ii. 242, Vavi(us) Steiner n. 27!t0 und Vafinus 
a. 044. Pard. n. 3.il, Prifernhis Orelli n. 40Ö4, diinn Fröhner p. XXVIII. 

14« 



198 -^ ' " '• "^ 

Bovolchinns a. 1211. Cod. Waiigian. n. 100 p. 139»)' eiullioli 

armorisch Bove, Born saec. 11. Cartul. de Redon n. 287. 288, 

Bovem s»c. 9. 1. c. n. 29 (vgl. Gauffredo Papa bovem, ssrc. 12. 

Cart. Marmoutier. Morice 1 col. 409 und Gauffredus Calcehovis sac. 

12. Cart. S. Florentii. 1. c. col. 387). 

Eine Erklärung des diesen Namen zu Grunde liegenden Wortes 
bov, bou weiss ich nicht zu geben, doch will ich hier nicht über- 
gehen, dass Zeuss p. 67 Bo-jovivoa (Fluss im mittägigen Irland) 
Ptol. 2) als Ableitung des irischen Wortes bü (bos, bovis) betrachtet. 
Ob aber diese Deutung auf die obigen Personennamen angewendet 
werden darf, ist zweifelhaft. 

Von diesen keltischen Namen sind etwa als deutsch zu trennen 
Boro s«c. 9. Wigd. Trad. Corb. 2ö8 s). Boiw (in Fresia) ssec. 9. 
Crecel., Index bonor. 1. p. 14, II, Bobo und Bovo (abb. Corb.) a. 
887. Erb. Cod. dipl. bist. Westf. 1 n. 31. 33. 

Wie Piifulus sind abgeleitet mit -«/ (Zeuss p. 728) die galli- 
schen Namen : 

Primulus, Prrnvila, Stimmnhi Steiner n. 1688, 
Marculus, Pantulus (Sli), Pautn/a (Sta) Cod. d. Bened. Abtei 
Deutz. Lacombl. Arch. 5. 293. 297, 

Serulus (pbr.) a. S37. Pard. 1 n. 128 p. 95. 
Cnffulus s»c. 8. Yel-br. v. St. Peter lö, 7, 
Jannuh, Sabulo (abb.) ssec. 9. Meiehelb. n. 366. 390, 
armorisch Ainul saec. 1 I . Morice 1 col. 454, 
irisch Simul lilius Ditiis, Ann. Ult. a. 724. Collect, de rebus 
Albanicis p. 240*). 

Cassio 85, 13 s?ec. 8. 

Das Wort casst, welches in diesem Namen erscheint, findet sich 
oft verwendet zur Bildung altg;illischer, irischer und britannischer 
Namen. Man beachte: 



1) Vgl. auch Prudamus Beuolchinus a. 127.1. Diplom, misc. ii. 8. Fontes rer. Austr. 
1, 177 und Bebukus a. 1139. Cod. Wangian. n. 5 p. 26. 

2) D. i. Buvinda, Buv-inda, irisch Boinne, Tlie Banquet of Dun na n-Gedh and Battle 
of Magh Rath. Ed. by J. O'Donovan (Dublin, 1842) p. 7. 194. 

•) Bovo nach Grimm, Gesch. d. d. Spr. tt48. 

*) Derselbe Sima lilius Druist, Ann. Tig. a. 725. I. c. 



b 



Keltische FDischungen. 1 519 

Cassius (fig.) Frohner n. 575 — 577, Casio (deo) Steiner 
n. 1692, Casi O(fficina) Fröhiier n. 574, Cassus Arch. f. K. östr. 
Gq. 3. 163, Cassi (pop. Brit.) Caes. B. G. 5, 21. 

Cassia Toutia (Segusiava) de Boissieu p. 118, 1, Cassia Musa 
Steiner n. 1897, Cassia Grut. 345, 10, Cassia (Sta) Cod. de Bened. 
Abtei Deutz. Laconibl. Arch. 5, 297, Cassibus (deabus) de Wal n. 
79, Steiner n. 775. 798, Casia Orelli n. 4600, 

Cassavus Zeitschrift für Alterthuniswissenschaft 1853 p. 88 '), 

Cassatus Caratius (fictillarius) Steiner n. 1873 2), 

Cassibratius Grut. 868, 7, 

Cassignatus (dux Gallorum) Liv. 42, 57, 

Cassiana (Memmia), Cassianus Lupulus, de Boissieu p. 
206. 298, Cassianus ssbc. 11. Cart. S. Vict. Massil. n. 40, 

Cassidia (Steierm.) Mitth. d. k. k. Central-Commission z. Erf. 
und Erh. der Baudenkmale. 1859 p. 17, Cassidia (Tirol) Arch. f. K. 
östr. Gq. 33, 72, 

Cassilius in dem Ortsnamen Cassilidcum Tab. Peut., 

Cassiola Cochet. Morm. sout. 1, 158, 

Cassivellaunus (rex Britann.) Caes. ß. G. 5, 11. 19, KaaoueX- 
la.\)vög a. 230. Cass. Dio 40, 2, kymr. Caswallawn Lavvhir, 
Jolo 110, Cassivallawn Mabin. 2, 69. 3, 297, 

Vercassivellaunus (Arvernus, consobrinus Vercingetorigis) Caes. 
B. G. 7, 76. 83 etc., ferner 

Cassilius a. 735. Perard p. 9, 

Cassetus a. 1148. Lupi 2, 1090, 

Cassauicus (notarius) a. 915. Lupi 2. 87, 

irisch Cas (d. i. Cassius^ Annal. Inisfal. ex cod. Dublin. O'Conor 
3, 562, Cas (St.) Mart. Dungal. Apr. 26, 

C«ss«w(St.)Mart. Üungal.Mart.28, Jun. 4. 20, Dec. 3, Cussunus 
(Hibernus) Bolland, Mart. 2, 559, 

Casside, Caisside O'Conor I. 1, 146, 

Cassiddnus (Hibernus) BoU. Mart. 1, 770. 777. 

Caissin (St.), Caissin (Sta) Marl. Dungal. Mart. 1, Mai 22, 

kymrisch Cassoc (ssec. 6) Lives p. 93, ager Porth Cassec Lib. 
Landav. 141. 



1) Vgl. Casaph (mon.) a. 78fi. Trad. Wi/.enb. n. 1S7. 

2) Vgl. den ilalienisclien Kauiilieiinamcii Cassuti. 



200 stark 

Als zweites Compositionsglied zeigt sich das Wort cassi in : 
Veliocassi Caes. B. G. 7, 7S, ex civitate Veliocassium Oi'elli 
li. 61)91, 

Bodiocasses, Tricasses, Viducasses Pliii. 4, 18, 32, 
Tricassini Ammian. 15, 11, 12. Grut. 371. 8; Tricasshuis de 
Boissieu p. 88. 

Die Bedeutung des Wortes cassi in diesen alten Namen ist nicht 
sicher zu ermittehi, denn das irische Wort cals, caise hat, wie schon 
Glück p. 163 bemerkt, verschiedene Bedeutungen, nämlich odium, 
inimicitia; amor, studium; festinatio, velocitas, agilitas. die alle aus 
dem Begriffe affectus hervorgehen. Das irische Beiwort cas bedeutet 
ardens, iracundus; velox, agilis, alacer. Im jetzigen Kymrischen 
erscheint cas als Haupt- und Beiwort mit derBedeutung odium, livor; 
odiosus, exosus. Im Armorischen bedeutet cass, cas, casoni odium 
mi\\'\i\^, cassaat odisse, casseus odiosus. Lhuyd 1, 105. 198. Im 
Irischen findet sich auch cassal mit der Bedeutung „Sturm" bei 
O'Brien und wahrscheinlich kann in den obigen Namen das Dahin- 
stürmen im Kampfe Ausdruck gefunden habi^i. 

Causit 105, 3 ssec. 3. 

Dieser Name, in Frankreich noch heute Familienname, ent- 
spricht als jüngere Form einem altgallischen Cositus. Vgl. C. Cossi- 
tius Primus, Steiner n. 2481, dann dem mit -ach ^=-ac^^ abgeleiteten 
irischen Namen Coissetach abbot of Lughmhag, died a. 754. The 
four masters und dem zusammengesetzten turnen Malcosehis de Biva 
a. 1192. Cod. Wangian. n. 15 p. 117 = Mal-cosetus. 

Von demselben Worte cos sind auch gebildet die Namen; 

Coso: Fronto Cosonis til. (Inscr. Salisb.) Grut. 872, 2, Cosius 
(fig.) Fröhner n. 814, Cossius Martinus (ssec. 3) Steiner n. 299, 
Cossus Caravinus 1. c. n. 1885, 

Cosifus Fröhner n. 811, Cosillus Steiner n. 724, 

Cosiulus (Publiusj Arneth. Sitzungb. 40, 343 2), 

Coserius Valens, Steiner n. 360, 

Cosutius Firmus, Sohn der Co.sM^m Vera, Arneth. Büm. ^lil.Dipl. 
p. 14, 8, 



1) Vgl. Zeuss p. 83. 771. 772. 776. 

2) Vgl. Causenna (uxor Merleti) saee. 12. Cart. S. Vii-t. .M.>ssil ii. 1113. 



Keltiselit? Forschungeu. /^Ol 

der kymrisehe Name Cosoc, Cossoc (ssec. 7) Lib. Laiulav. 190. 
193, jetzt Cosog 452, vielleicht auch 

Cocosates (Volk in Aquitanien) Caes. B. G. 3, 27 = Co-cosa- 
tes ') und 

Cosentms in dem Ortsnamen Cosentidcus s<bc. 10. Cart. S. Petri 
Carnot. p. 52. Vgl. Caueindulus a. 74ö. Fatteschi n. 4. 

Nicht unerwähnt m ill ich hier lassen : 

Cuses Sugenti fil. Orelli n. 484, Citsius (fig.) Steiner n. 926, 

Ciisonius Murat. 821, 7. Cuslaiius {Cuslano sacrum) Orelli n. 
1985 3). 

Cusa (abbas) ssec. 8. Kemble 1 n. 148 und 

Ziisius^^ de Cusilano a. 1211. Cod. Wangian. n. 249, aber auch 

Couso: Vibenius Cousonis filius, Knabl, Mitth. d. h. V. f. St. 
3, 117. 

Causorius, Causoria Orelli n. 4674*). 

Zur Erklärung dieser Namen bietet das irische Wörterbuch 
mehrere Anhaltspuncte, so rücksichtlich des Namens Cusonius das 
Adjectiv cuson (sapiens, prudens), bezüglich der Namen Cosentius, 
Causindulus das Substantiv cosaint (a reply, a defence) Lhuyd, O'Br. 
und das davon abgeleitete cosantach (defensor) Lb.; doch jede nähere 
Bestimmung überlasse ich kundigeren Forschern. 

Die Ableitung -it (Zeuss p. 738) zeigen die Namen: 

Iritus, Ititus Steiner n. 207. 1985, Haritus 1. c. n. 1317 = 
Ar Ulis, 

kymrisch Concit, Ermit (ssec. 6) Vita S. Cadoci. Lives p. 92 
Arit (ssec. II) Lib. Landav. 248, 

armorisch Fmitit ssec. 9. Cart. de Redon n. 256, Aermitit a. 
878. 1. c. n. 235 = Aer-mitit^), ferner: 

Avitus a. 615. Pard. 1 n. 230 p. 209. 



1) Vgl. Conamuioso Grut. 827, 1 neben Namuta Minutae filia, Merii. des Autiq. de 

France 16, 139 (Zeuss p. 836). 
*) Vgl. Cosli, der alte Name der Stadt Cusel (Zeuss (i. 7'i7). 

') Zusius siAÜCusius. Siehe Stark, die Kosenamen der (iermaneu \i. 120 (Wien, 186ö). 
*) Vgl. Scauri Vitauli Steiner n. 1889 = Scori Vituli, ferner Attbas und Haucca 

I. c. n. 1420. 1449= Obus, Occa; Plausurius Varus Orelli n. 3283 liehen Pliisia- 

niui-, Aringhi Romi subterranea p. 439. 
5) Vgl. irisch Maelmithidh son of Flannanan a 909, und Donnghal O'Maclmid/ir » 
948. The Tour nuislers. 



202 stark 

SpuUt a. 808. Meichelb. n. 134 '). 

MUitus a. 916. Esp. sagr. Tom. 18. 319 2), M/tVa (ep. Eli- 
pandi) 1. c. Tom. 5, 577 u. m. a. 

Celedonius (^Celetetonus) 11, 15 ssee. 8. 

Celt^tonus^ in den „Erläuterungen" des Herrn v. Karajan 
übergangen, steht irrthümlich statt Celedonhis. 

Celedonius und Emetaere, im Verbriiderungsbuehe unter einan- 
der eingetragen, sind nach Aurelii Prudenlii Vita Celedo?iü et Emetherii 
(ßoll. Mart. 3. I, 229) „fratres martyres Calaguri 3) in Hispania". 
Sie stehen auch im Verbrüderungsbuche unter der Cbersehritt „Ordo 
apostolor. scorum martyrum et confessorum". 

Als Name eines Bischofs findet sich Chelidonius saec. 5. Pard. 
n. 16. 

Celidonius ist abgeleitet mit -0/«**) von Celidus , und dieser 
Name erscheint in einer Inschrift bei Fabretti p. 48, 274: Marcus 
Venuleius Chelidus. Daneben findet sich auch der Frauenname Vibia 
Chelido Orelli n. 5460. 

Auf den Stamm cel, von dem diese Namen abgeleitet sind, füh- 
ren auch die Namen: 

Celius Fröhner n. 616 — 619, L. Sulpicius Ce/ms Steinern. 838, 

Celadius (Ti. Caesaris servus) Orelli n. 6369, 

Of. Celadi Fröhner n. 615, 

Celati fil. (Kalendinus) Knabl, Mitth. d. h. V. f. St. 9, 37, 

Celorius insins. Steinern. 1089. 

So geeignet zur Erklärung dieser Namen irisch cinll (intellec- 
tus, sensus) Sg. Zeuss p. 21. 196. 591 = cM, kymrisch coel 



*) Vj^l. Spoletus (Raymundus) und Spolricus (Leraldus) a. 10.')2. HLgd. 2 n. 198. 
Spolardus (Aimerius) saec. 11. Bourasse, Cart. de Cormery n. 36 p. 74, Espole- 
gatus (Bernardus) a. 1167. Marca hisp. n. 447 = Spolegatus, dann auch „collis de 
Spolla" a. 890. I. c. n. 32 col. 823. 

2) Derselbe auch Melitus a. 922. 1. c. p. 323. Vgl. Müüeis (Ispanus) a. 8)2. HLgd. 
1 n. 16, Mellitus (ep. Lond.) a. 603. Kemble 1 n. 4. Mellita (liberta) a. 700. 
Pard. 2 n. 432 p. 237 u. a. wahrscheinlich zu deuten durch irisch meall (ainoenus, 
bonus) Lhuyd = mell und zu trennen von dem irischen Namen Milidh im Martyr- 
Dung^al. Mai 7 bei St. Bercha'n, welcher durch irisch milidh (miles) zu erklären ist. 

*) „AntiquH Vasconum urbs". 

*J Siehe Ammiloni. 



Kj'lti'jche Foiscliuii^en. äOo 

(faitli, truth, honesty) erscheint i). so halte ich doch dafür, dass der 
Stammvocal in den angeführten Namen kurz ist und finde ich eine 
Bestätigung in den kymrischen Namen 

Kelydon Miedic, Mah. 2, 197, 

Cheleni (ssec. 6) Vita S. Cadoci c. 66. Lives p. 96 2), denen 
der armorische Name 

Kelnm 3) saec. 9. Cart. Kemperl. Morice 1 col. 389 und wahr- 
scheinlich auch der irische Heiligenname 

Ceallach (successor of Patrick) Martyr. Duiigal. Apr. 1 *) und 
die Verkleinerung 

Ceullachdn (St.) Martyr. Dungal. Apr. 22 , Sept. 24 sich an- 
schliessen. 

Ich möchte auch den irischen Namen Cele clerech (ep.) Mart. 
Dungal. Jul. 8, der nach p. 190 nota 1 identisch ist mit ChUianus 
(Cilianus), welcher zu Würzhurg den Tod des Märtyrers starb, und 
im Mart. Tamlacht. Celianus (Scottus) geschrieben wird, hier her- 
anziehen, doch will ich nicht unerwähnt lassen, dass 1. c. O'Donovan 
p. 375 Cele schreibt. Vgl. armor. Killae bei Killenus. 

Dem vorher erwähnten irischen Namen Ceallach entspricht im 
Verbrüderungsbuche 

Killach (ep.) 70, 14 ssßc. 8. 
Vergleiche Ceallach son of Dunchadh, Mart. Dungal. Jul. 18, 
und Ceallach, son of Ailill, abbot of Kildare and abbot of Jona, died 
in the country of the Picts a. 865 (864). Ann. Ult. (Collect, de reb. 
Alb. p. 259). Letzterer wird I. c. p. 253 bereits bei dem Jahre 814 
erwähnt. 

Kerani 71, 11 ssec. 8. 

Zu diesem Namen, der in der Reihe der Abte auf Jona und im 
Genitiv steht, bemerkt Herr v. Karajan Fol. XLIH.: „Neunter Abt 
von Hy, gestorben im Jahre 710. Usher sowohl wie die Collectanea 



*) Vgl. auch das davon abgeleitete irische Adjectiv cialldha, ceillidhe (rational, also 
of good sense or prudence) O'ßr. — „Saint LIeirwg, king of the Island of Bri- 
tain, the son of Coel" Jolo olS. 

8) Vgl. Celinia saec. 8. Polypt. Irm. 96, 142; saec. 9. Polypt. Rem. 8, 16. 

*) Vgl. irisch Ceallän (St.) Martyr. Dungal. Mai 1, Jim. 17, Oet. 8. 

*) Vgl. irisch ceallach (war, debate, contention). ehva abgeleitet von irisch ceal, 
ciol, cid (niorsj Lliuyd 1. 94, uiul (MiijI. cHl ( ociiilcri'). 



204 stark 

nennen ihn Conaimis und Conain the son of Failöi, ersterer S. 637, 
letzterer S. 235«. 

Das Alles ist aber nicht so sieher, als es hier dargestellt ist. 

Unrichtig ist, dass der Name Keran durch Conain zu ersetzen 
sei, und für ganz unwahrscheinlich halte ich, dass Conain, der Sohn 
des Failbe. Abt zu Hy war, wie sein Vater. 

Letzteres nimmt wohl Usher (Britannicar. eccl. antiquitates. 
Loivl. 1087. F. p. 367) an, allein nur in Folge eines Missverständ- 
nisses der Ann. ült (Collect, p. 234), welche zum Jahre 709 be- 
merken: „Conain mac of Failhi Abbas Jae pausat", in der Über- 
setzung: „Conain the son of Failbi, abbotofJona, died". Usher 
hat „Abbas Jac", einen Beisatz zu Failbe, welcher wirklich Abt auf 
Jona war, inthündicji auf Conain bezoffen. 

Eines Besseren belehrt auch schon ein Blick in die Annal. Tigh. 
ad a. 710. Diese sagen deutlich: „Conmael^} mc Abb Jae pausat" 
d. i. '^Conmael, son of the abbot of Jona, died". Hiermit stimmt auch 
das IMortyrol. Dungal. Sept. II überein, indem es nur bemerkt: „Co- 
namhail, mac Failbe" und noch beifügt : „He was of the race of 
Colla Uais, monarch of Erin". Wäre Conmail khi zu Hy gewesen, 
die Anuiil. Tigh. und das Martyr, würden nicht unterlassen haben 
dies hervorzuheben. 

Aber noch eine andere Thatsache spricht gegen die Annahme, 
dass Conmail Abt zu Hy war. 

Adomnan, dem Conmail in der Abtswürde gefolgt sein soll, starb 
den Ann. Tigh. (Collect, p. 324) zufolge im September des Jahres 
704. Nach Usher war nun Conain , d. i. Conmail, Abt vom Jahre 
704 bis 710 und Dunchadh sein Nachfolger vom Jahre 710 bis 717. 
Dem Allen widersprechen die Annales Tigh. und Ult. , indem erstere 
bereits zum Jahre 707, letztere zum Jahre 6i'6 bemerken: „Dunchadh 
Principatum Jae tenuit". In Übereinstimmung damit bemerkt das 
iMartyr. Dungal. p. 139 Mai 25, dass Dunchadh !0 Jahre lang und 
zwar bis 716 Abt zu Hy war. Für Conmail bliebe demnach nur das 
Jahr 705 und höchstens noch 706 übrig. Nach dem hier Erörter- 
ten ist aber wahrscheinlicher, dass in dieser Zeit jene Abtswürde 
unbesetzt Avar. 



ij Conain scheint die verkürzte Form des vollen Namens Conmail zu sein. 



Was aber die Behauptung betrifft, dass der im Verbrüderungs- 
buch eingeschriebene Keran = Conain sei, so lässt bei genauer 
Kenntniss der irischen Namen sich nicht verkennen, dass in ihi- eine 
Willkür liegt, die in den „Erläuterungen" des Herrn v. Karajan 
leider nicht vereinzelt dasteht. 

Der Name Keran erscheint in der Form Ciardn als Heiligen- 
name fünf'zehnmal im Martyr. Dungal. Drei dieser Heiligen werden 
als Bischöfe, zwei als Äbte bezeichnet. Unter diesen scheinen am 
hervorragendsten zu sein Ciardn of Saighir, bishop and confessor 
(Mart. 5), der nach Usher 1. c. p. 410 um das Jabr 352 geboren 
wurde, und Ciardn abbot of Cluain-mic-Nois (Sept. 9), welcher im 
Jahre 548 gestorben ist. Da aber durch die Namen Keran, Cohim- 
han uud Conomblo (Genitiv von Conomhail) die Reihe der Äbte zu 
Hy nach Adomnan, gestorben im Jahre 717, im Verbrüderungsbuche 
unterbrochen ist, so dürfte die Annahme gerechtfertigt sein, dass der 
Tod jenes Keran und Columbani)» wie der des Conomhail a) in die 
Zeit zwischen 704 und 7 1 7 zu stellen ist. 

Ciardn ist eine Verkleinerung von dar, Cer. Vgl Colmän Cerr 
(St.) Jan. 13, Cera (Sta) Febr. 5. 8 (= Ceara p. 374), Ceara 
(Sta) Oct. 16, dar (Sta) Jan. 5 im Martyr. Dungal. 

Zur Erklärung dieser Namen bietet sich irisch cear, ceara (als 
Substantiv blood; a kindred, parentage. race, lineal descent, progeny, 
als Adjectiv redd, ruddy) Lhuyd 1, 144 O'Br., cer, cera, dar (ni- 
ger) Lhuyd 1, 99. 

KiUenus 71, 17. 18 saec. 8. 

Zu diesem zweimal eingetragenen Namen bemerkt Herr v. 
Karajan Fol. XLIV: „^men sanctus Chillenus monachus Scotus- 
nennt MabillonAnnal. 1, 344 zum Jahre 628; ich weiss aber nicht, ob 
er mit unserem Killeni dieselbe Person ist", dann „diesen (zweiten) 



*) Herr v. Karajan denkt Fol. XLIII an Columban, welcher Abt des Klosters du 
Luxeuil in der Franche-Compte war und zu Bobbio im Jahre 613 starb. Es ist dies 
wahrscheinlich derselbe Heilige, von dem das Wart. Dungal. Nov. 21 nur bemerkt; 
„Columban, Abbot, who was in Italy". Vielleicht verdient aber hier mehr Beriicksicli- 
tigung der in den Annalen der vier Meister erwiiinile Colmdn soii of Seachnasach 
abbot of Lothra, uied a. 708. — Colniän und Co/iiinhä» sind DiniinutivN von 
CotuDi. Vgl. Mart. Dungal. ji. 148 no(a 'i. 

~) CoiK/uthail slarh im .Tahre 708. 



206 stark 

Killeni zu deuten bin ich für jetzt nicht im Stande". Die CoUectanea 
de rebus Albanicis geben p. 240 über den einen, p. 248 über den 
anderen Aulschi uss. Beide waren Äbte zu Hy und folgten einander 
in dieser Würde. 

Die Ann. Tigh. verzeichnen an ersterer Stelle: „Faelchu mc. 
Dorbene Ab. H. dorm. Cillenius longus ei in primatum successit" zum 
Jahre 724, dann „Cillenus longus Ab. Je pausad" (moritur) zum 
Jahre 726 i). 

An zweiter Stelle sagen dieselben Annales zum Jahre 752 : 
„Mors alle Droichtigh, Ancoritoe Jea" und die Ann. Ult. zum Jahre 
75J : „Mors Cilleine droctig, Ancorite Jea« mit dem Beisatze: „Mors 
Cilleni filii Congaile in Hi«. 

Auch die Annales der vier Meister gedenken dieser beiden Abte; 
sie nennen „Cillene Foda« (d. i. longus) „abbot of Ja", mit dem 
Todesjahre 723, dann „Cilleni Droigtheach, abbot of Ja" , abwei- 
chend von den vorhergenannten Annalen , mit dem Sterbejahre 747. 
Das Miirt. Dungal. Jul. 3 setzt den Tod des „Cillen Droichtech^). 
abbot of Ja Coium Cille", wie die Ann. Ult. in das Jahr 751. 

Mit diesem irischen Namen stimmt der gallische Name Cillinus 
(flg.) Steiner n. 1449, Cyllenius Orelli n. 1417, abgeleitet von 
am f.(ecit) Hefner, Rom. B. p. 280, 

kymrisch Cilla (Schwester des Abtes Hean) saee. 7. Kemble 
1 n. 46; 5 n. S998, Cille, Cilli (princeps) saec. 7. 1. c. n. 32. 40, 
armorisch Kdlae^) saec. 11. Cart. Kemperl. Morice 1 col. 366, 
Killdi Rufus sffic. 1 2. Cart. de Redon n. 377. 

Eine andere Ableitung von cill zeigt gallisch Cillutius (fig.) 
Steiner n. 1484, dem kymrisch Cillyd (St.) Jolo 109, 1 entspricht. 

Cisso (mon.) 49, 29 ssec. 8, 
Cissimo 65, 10 saec. 8. 

Diesen beiden Namen stellen sich zur Seite die gallischen Per- 
sonennamen: 



1) Das Marl. Dung, nennt diesen Cillenus nicht, dagegen mit dem Todesjahr 724 „Cü- 
lin Ua CoUa. Abbot of Fathan-Mura" am 3. Januar. 

2) Killae = Killdi Vgl. Zeuss p. 113. 

8) \ g\. ir. droiyfitheac/i (pedes) Lhiiyd 1, HS, abgeleitet y on troight, traigt ä. i. 
tragit. Vgl. Glück p. 86. 



Keltische Forspliuiigen. -iü7 

Cissus (T. Antonius) Orelli, Inscr. Helv. n. 36, Cisso (Cajiis) 

a. 85. Arnetli, Rom. Mil. dipl. p. 32, 

irisch Cis (Cennt'hionnän son of) Mart. Dung Jun. 12 bei St. 
Caoman, 

kymrisch (?) Cissa, Sohn des MWe, Chron. Sax. a. 477, 
Cissa (rex) a. 699. Kemble 1 n. 46; vgl auch Cm« (masc.) ssbc. 9. 
Liber vitae eccl. Dunelm. p. 21, 1. 

Hier können auch angereiht werden die abgeleiteten Namen : 

Ciso7iius (deus) Steiner n. 786, Cisanus n. 1214. Cod. Wan- 
gian. n. 124 p. 282, vielleicht auch 

Cessns (Tertinius) veteran. de Boissieu p. 322. 

Cesnmis (Petidius) Orelli n. 3963 i). 

Die Ableitung -im (Zeuss p. 732) in Cissimo zeigen auch die 
gallischen Namen : 

Bergimus (deus) Orelli n. 1971. 1972, Ophnhis (L. Vedius) 
Steiner n. 2731, 

Elvima f. Knabl, Mitth. d. h. V. f. St. 9. 21, Evima Grut. 763, 
Sissima: pars agri quod vocatur S. a. 634. Mab. De re dipl. p. 465, 
ferner 

Benimius 174, 65, Ediynius 198, 12, Celsima 143, 67, Bal- 
sima 237, 79"% Benimia 200, 10, Jolimia 213, 45, EocUmia 240, 
95, Ärdimia 250, 37 im Polypt. Irm. u. m. a. 

Conimenus 71, 8 saec. 8. 

Die Form Commeyii im Verbrüderungsbuche ist Genitiv. Comme- 
nus, der siebente, nicht sechste, Abt zu Hy, starb im Jahre 669. 
Das Martyr. Dungal. Febr. 27 schreibt diesen Namen Cuimmein 
Fionn 2), die Annalen der vier Meister schreiben Cummine Fi7m 
die Ann. Ult. (Collect, p. 226) Cummemis Albus, und beide gehen in 
der Angabe des Todesjahres um ein Jahr zurück. Die Ann. Tigh. ver- 
zeichnen „Ohitus Cumaine Ailbe Abatis Jea." In einem Hymnus 
überschrieben „Memoria abbatum nostrorum"^ (Zeuss p, 1137) wird 
dieser Abt Cuminenus, Cumnenus genannt. 

Diese abweichenden Formen erschweren eine sichere Erklärung 
des Namens und ich weiss nicht, ob für diesen Zweck irisch commdin 

1) Vgl. auch Cesianus, Archiv f. K. öst. Gq. 9, 137, Cesenms Ametistus, Orelli n. 
4S99. — Sollte irisch cea, jetzt ceas (cura, tristitia) Zeuss p. 93ä zur Deutung 
dieser Namen dienen ? 

2) Fionn. fiiin = find (albus). 



208 stark 

(i'avor) Wh. (J', 2^" (Zeuss p. 37), kyinrisch kymmwynas (bene- 
Yolentia) Mab. 2, 12 (Zeuss p. 114) = cummnuis'') oder altirisch 
cuman (memoria) \Vb. 8* (Zeuss p. 843), zusauimengesetzt aus 
cw,6-o(cum)un(l der Wurzel men, man (cogitare), comhne (memoria) 
/o«cÄo/y«e (memorabilis) Lhuyd 1, 88 = hi- comne, in- cobne 
(Zeuss p. 836 2) oder aber irisch ciiimne (protectio) Lhuyd sj deu 
Vorzug verdient, 

Conomail (Konomblo) 71, 13. ssec. 8. 

Kernn, Coliimban, Konomail unterbreciien, wie schon bei Keran 
erwähnt wurde, im Verbrüderungsbuche die Reihe der Äbte von Hy. 
Konomblo aber ist nicht, wie Herr v. Karajan meint, „Cynebillus 
(Beda, Hist. eccl. 3, 23), Cymbil (Mabillon. Ann. 1. 557, a), Abt 
von Lestingan (Lastingham) in Northumberland um das Jahr 680." 
Aus Cynebil, Cymbil jedenlalls ein kymriscber, nicht ein irischer 
Name, konnte nimmer Konomblo werden. 

Konomblo kann auch nicht Nominativ sein. Dieser Name steht 
Avie alle anderen Sp. 71 verzeichneten Namen im Geniliv. Die Flexion, 
ist hier die irische und zwar die der dritten Deklination (O'Donovan, 
Gramm, of the irisch lang. p. 93 — 95), welche im Genitiv dem 
Nominativ ein a (o) zufügt. *) Als Nominativ bleibt demnach Konombl 
übrig, eine Form, welche den Ausfall eines Vokals vor dem auslauten- 
den l deutlich verräth 5). Ich vermuthe nun als den ursprünglichen 
Nominativ Conomail. Aus dem Genitiv Conomaila wurde Conomla, 



1) Kymr. kymmwynas ist zusammengesetzt aus der Partikel cym = com, irisch cum, 
coim, com, d. i. gall. con (Zeuss p. 836. 841. 842. 874) und aus mwynas, abge- 
leitet von dem Adjectiv inwyn, muin, main, armor. muan, moan, maen, irisch meon, 
min, d. i. gall. men, min in der Bedeutung gracilis, suhtilis, tener, delicatus, moiiis, 
mitis, eomis, urbanus. Vgl. Zeuss p. 869, Glück p. 77. 79, dann die gallischen 
Namen Menius (tig.) Steiner n. 2790 , Adminius Suet. Calig. 44 = Ad-minius 
Menia ssec. 9. Polypt. Rem. 47, 43 u. v. a. 

*) Vgl. irisch cuimhneach (aufmerksam, eingedenk) Lhuyd, wahrscheinlich auch vor- 
sichtig, weise, wie coimeadach (cautus) 1. c. 1, 47, dann die Männernamen Cuim- 
neaeh abbot of Finnglais, died a. 823 und Cumeadha, son of Gilla-na naemh, 
died a. 1146. The four masters. 

3) Irisch kymnaim (protego) Lhuyd 1, iSO = cumnaim. 

*) Vgl. Tunochodo, Genitiv von Dunchadh. 

5) Vgl. den Genitiv in „Mac Liamhna" , wie der h. Neachtain nach dem Marl. Dung. 
Mai 2, als Sohn der Liamhain, genannt wird. 



Kellisclie Forscliiiiiyen. 200 

Conomblo, und vielleicht ist auch Konomhlo im Verbrütlerungsbuche 
zu lesen i}. 

Dieser Cononiuil, Cünamail ist aber wahrscheinlich niemand 
anderer als der bereits bei Keran erwähnte Comnail, Conamhail, Sohn 
des Abtes Fuilbe. 

Chuchhiad 53, 33 ssec. 9? 

Dieser Name scheint gleich zu sein dem irischen Frauennamen 
Coccnat (Sta) Mart. Dungal. Febr. \\,Cuachnat(ßiii) 1. c. Febr. 13; 
vgl. Cuach (Sta) Jan. 8 = Cöch. 

Chuchinad ist abgeleitet, wie Coccnat, mit -nat von dem Worte 
coc, cocc, das auch begegnet in den gallischen Namen: 

Cocca (fig.) Steiner n. 1448, L. Cocceius Cupitus 1. c. n. 2772, 
Cocceia Chrysis 1, c. n. 355, Cocceianus Orelli n. 150, Cocillus 
de Boissieu p. 118, 2. Cocusia Masugia Steiner n. 2032, 

in dem irischen Frauennamen Cocca (Sta) Mart. Dung. Jun. 6, 

in denarmorischen Männernamen Cochonsiee. 11. Cart. de Redon 
n. 324, Quocus (Petrus) a. 1075. Cart. Marmout. Morice 1 col. 444, 
Quoquus (Berno) saec. 12. 1. c. col. 409. Cokeliii a. 1111. Cart. de 
Redon n. 368, Cocardus (filius Cavallonis) ssec. 11. Cart. S. Sergii. 
Morice 1 col. 388, ferner in 

Coccio a. 700. Pard. n. 452, Cocus in dem Ortsnamen Cocidcum 
a. 936. Cart. de l'eglise d'Autun P. 1 n. 11, Cochus (Panius) 
a. 1241. Cod. Wang. n. 183, 
T Cochinus (Robertus praenomine C) sebc. 11. Cart. S. Petri 

Carnot. p. 195 c. 69, 

Chocede (Robertus) a. 1195. Cart. de l'e'glise d'Autun P. 2. 
n. 27 2), 

Cocliemeriis (Ingelbertus cognomento C.) a. 1102. Polypt. Irm. 
I App. 92 p. 371. 

Zur Deutung dieser Namen bieten sich kymr. codi (roth) = 
lat. coccus (Ebel. Beitr. z. vergl. Spracht". 2, 142), irisch coc (mani- 
festus) Lhuyd 1, 85 und cuach (monedula) Lhuyd. Doch vor Allen 
wird wohl Beachtung verdienen die Wurzel coc, von der ir. cogahn 
(hello) = cocaim, cogadh (bellum) = cocat und Cocidius, ein Bei- 



*) Vgl. wegen Antritt eines b an ?n Columha = Colum. 
2) Cuch.-t Fiiiniliennanie in Frankreich. 



210 S t . r k " 

name des Mars, Orelli 5887 d. h. bellator, abgeleitet sind. V^gl. (iliick, 
Renos, Moinos und Moguntiäcon (München, 1 6ö) p. 6. Anm. *** 

Die Ableitung -nad d. i. -nat in Chuchinad bildet Deminutiva 
(vgl. Zeuss p. 282) und erscheint besonders oft verwendet bei den 
irischen Frauennamen. Solche sind im Mart. Dungal.: 

Becnat Apr. 7 bei St. Fiona'n, CaomJmat Febr. 19 bei St. Baoi- 
thin, CraobhnatJu]. 17, Cholmnat '}♦ EamJmat p. 6. nota 1 , Fiadhnat 
Jan. 4, Gobnat Fehr. 11, Heretnat k^r. 10, ßliodhnat AugA, Nov. 8, 
Ralhnat^^ Aug. 5 u. m. a»), 

Cujfulus (pbr. mon.) 15, 7. 81, 11 saec. 8, 
Cvffolo (pbr. mon.) 52, 1 saec. 8. 

Dieser im Verbrüderungsbuche dreimal erscheinende Name 
bezeirhnet wahrscheinlich eine und dieselbe Person, die 15, 7 unter 
den Lebenden, an den beiden anderen Stellen unter den Verstorbenen 
eingetragen ist. 

Dem Namen Cujfulus, abgeleitet mit -ul'*), stehen zur Seite die 
Namen: 

Cufardus (Petrus) c. a. 1050. und Cufet (Rodullus) a. 1066. 
Cart. S. Vict. Massil. n. 514 und 698, 

Coffinus a. 509. Pard. n. 78 s). 

Zur Erklärung dieser Namen weiss ich nur Vermuthungen 
anzugeben. 

Ist die Spirans in diesen Nfynen ursprünglich, dann dient zur 
Deutung kornisch kueff, kuf (probus) Pass. 101, 1. 256, 3, armor. 
cuf, c;/yf (probus, mitis) Buh. 100, 6. 112, 18 (Zeuss p. 189. 190), 
aber auch nur dann, wenn/" hier nicht aut'6 oder wj zurückzuleiten ist e). 



»J Vgl. ir. eolumnat (gl. columella) Sg. 48' (Zeuss p. 282). 

2) Vgl. Radnath a. 8ö.i. Lacombl. n. 65. 

ä) Aber nicht alle auf -nat auslautenden irischen Frauennamen sind derartige Deminu- 
tiva. Eargnat (Sta) Mait. Dungal. Jan. 8 findet die Erklärung im irischen Adjectiv 
eargnaidh (magnificient) , abgeleitet von eargna (ingenuity) , welches Substantiv 
auf arg (famous, excellent, noble) Lhuyd, O'Br. zurückzuführen ist. 

*) Siehe Pufulus. 

') Coffinus kam mit Potentianus, Savinianus, Paternus und anderen „Christi discipu- 
lis", vielleicht aus Oberitalien, nach Gallien. 

8) Aus diesem cuf gebildet ist wahrscheinlich der armorische Mannsname Cofinoc 
a. 868. Cart. de Redon n. 126. 



Keltische Forschungen. ä 1 1 

In diesem Falle können auch die Namen Cuffa (Zeuge) a. 696. 
n. 40, Cufa (abbas) a. 803. n. 1024, Cnfa (minister) a. DOl. n. 1075 
bei Kemble mit einiger Wahrscheinlichkeit hier angereiht werden, 
aber auch kymrisch Ceffig (Lann ceffic) Lib. Landav. 117 == Coffuj. 

Allein körn., armor. c?//* scheint dem irischen cyv, cnov (man- 
suetus) Lhuyd 1, 85 = caomh (mild, gentle, neat, handsome) Lh. 
zu entsprechen und ist demnach zurückzuweisen i). 

Da mir ein anderes Wort cufznv Erklärung obiger Namen nicht 
bekannt ist, auch einaltgallischer Nameaus cm/" gebildet bis jetzt nicht 
gefunden ist, so denke ich, dass in Cuffulus, Cufardus Cuf'et, Coffinits 
ursprüngliches v durch f vertreten ist, wie in Prifernius Oreüi 
n.4054,ßr//6'/w/aFabretti p. 610,81 2), Jp-?//'^M«/sOrellin. 3147 s), 
Ofasius Firmus 1. c. n. 1740, OfilUus Gallus 1. c. n. 388ti, OfiUia 
Quinta, MafTei, Mus. Veron. p. 88, 1, fentmns Acknev n. 228*), 
Melloficns (mancip.)a. 533. Pard. n. 119 p. 87 = Mellovicus (idem) 
1. c. n. 118 p. 82, Vinofeifa (mancip.) 1. c. 5), Nif'astes (libertus) 
1. c. 6), Dinifius (ep. Tur.) Greg. Tur. 3, 2 '), Maurifius saec. 8. 
Polypt. Irm. 120, 4, Manifia, Nonifia ssec. 9. Polypt. Rem. 56, 119. 
105, 63. 

Ein gallischer Stamm cov erscheint auch in covinnns (Streit- 
wagen der Britannen und Beigen) MeJa 3, 65, Lucan 1, 426, Mart. 
12, 24, Sil. Ital. 17, 422 und in dem davon abgeleiteten Worte 



1) Da ir. caomh = coemh ist, so muss in com., armor. cüf =■ coe/" langer Vocal an- 
genommen werden. Vgl. Zenas p. 41. 123 und altir. coev (klein, zart) Lhuyd 1, 113 
= coemh. 

^) Vgl. Priva (Parisiis) Fiöhner n. 481, Privatua (C. Plarius) Orelli n. 4311, Priva- 
tus (C. Helvius) Steiner n. 2091 va\t p statt h im Anlaute (vgl. Fröhner p. XXVHl), 
„Ratin Brivatiom" (lies Brivationi ; Name einer Stadt?) Inscr. de Vieux Poitiers, 
Stockes, Beiträge z. vergleichenden Sprachf. 2 p. 100 n. 7 und p. 109; „in ilu- 
violo Brivancia" Baluz. 2, 1S16 (Zeuss p. 774), armor. Brihecio fillus Urvodii, 
ssec. 11. Cart. Marniout. Morice 1 col. 437. 

^) Aprufenius = Apruvenius- Vgl. Aprovit (fig.) Steiner n. 842. 

*) Vgl. Ovinius Steiner n. 1692, Ovianus (fig.) 1. c. n. 1984. 

5) Mellovicus, A, i. Mell-ov-ic-us; Vinofeifa, d.i. Vin-ov-eif-a {Viii'OV-eiv-a?'). 

6) Vgl. Nivalis (fig.) Steiuer n. 149, Nivacio a. 683. Pard n. 404 = Nivatio u. m. a. 
Wegen der Ableitung -ast in Niv-ast-es vgl. Zeuss p. 761. 

'^) Vgl. Ambivius Turpio , Taeit. De orat. 20, Aestivius Ursio, de Boissieu p. .'JOl, 3, 
Aestivus (fig.) Jahrb. d. V. v. Alterthfr. im Rheinl. Heft 41 p. ISl; Fröhner n. 28, 
Aestiva (Cimmionia) Steiner n. 16i>S, Risivia firut. 809, S. 
Silzb d. pliil.-hisl. <"l. LIX Bd W Hft LS 



212 stark 

covinarhis (Wagenlenker, -kämpfer) Tacit. Acrpic. 35, dann in den 
Namen Coovil (ßg-) Steiner n. 2055, 6. Julius Coventi (fiiius) 
1. c. n. 818. 

Cwidumnhc (mon. monast. Auwe) 59, 49 saec. 8. 

Dieser Name gehört olVenbar einem zugewanderten irischen 
Mönche an. 

Condmach (jetzt Connmacli) heisst ein irischer Heih'ger im 
Martyr. Dungal. Jul. 9 p. 190, und in den Annalen der vier Meister 
sind sechzehn Personen dieses Namens verzeichnet. 

Zur Erklärung dieses Namens dient irisch cunita (amicitia) 
Lhuyd 1, 42 d. i. cunda^), dann das irische Adjectiv j)iac, welches 
„purus, pulcher, clarus" (Lhuyd) bedeutet. 

Ciuidumac kann demnach durch „amicahilis, amicitia (sua) 
clarus" erklärt werden 2). 

Zur Vergleichung stelle ich hiehcr den aus irisch blath (flos ; 
laus) Lhuyd 1, 60. 77 gebildeten Namen Blathmac (St.) Mart. 
Dung. Jul. 24, welcher I.e. p. 366 durch ^Florus" wwCl „Florigenius", 
deutsch etwa „der Blumenschöne", übersetzt wirds). 

Auf das Wort cundn sind auch zurückzuführen die irischen 
Namen: 

Condach in den Miscell. of the Celtic Society. Edit. by J. 0"Do- 
novan (Dublin, 1849) p. 44 = Cond-dc-us, 

Connlaedh or Connlath bishop died a. 519. The four masters, 
Cotilaedh (St.) Mart. Dungal. Mai 3 p. 118 = Condlaedh p. 388*). 

Von diesen Namen sind wahrscheinlich zu trennen : 
Co?ida Cilline, Mise, of the Celt. Soc. p. 24, Conda (abbas) 
Mart. Dungal. Apr. 12 = Con-da d. i. Con-dag'^}, 



1) Vgl. auch ir. connailhe, condalva (d. i. condalbha; amicitia) Lhuyd I, 42. 

2) Vgl. das aus dem Substantiv ciall (intellectus) Wb. Sg. fZeuss p. 21) gebildete ir. 
Adjectiv cialhnhac (rational, of good sense or prudence) O'Brien. 

3) Blath (Sta) Mart. Dungal. Jan. 19 wird p. 366 „Flora" übersetzt. — Vgl. auch 
Corbmac (St.) I. c. Febr. 17, Mart. 26, Mai 11, .Tun. 11, 24, Sept. 14. 

4) Vgl. die irischen Männernamen Jarlath (St.) gest. a. 481, Gormlndh a. 101 1. The 
four masters. Oder ist Condlath = Con-dilalh? Vgl. Delatus de La moina a. 1266. 
n. 200 p. 393, Delaidus (medicus) a. 1241. n. 18S p. 378 im Cod. Wangian. 

5) Vo-1. (He Partikel con- (siehe Anm. 2 bei Coinineniis) und das irisolic Adjectiv da, 
du!//i. Mit: diKj (boiius) Zeuss p. KCi. kvmr. du (lioncsius) l.liuy.l 1. (•:; = da 



Keltische Forschung^en. 213 

Condath (abbot of Lis-mor) dietl a. 755. The four masters =* 
Con-dath '}, 

Condal (daiighter of Murchadh, abbess of Cill-dara) died a. 79?. 
The four masters = Coji-dah), 

Coiidalach, son of Ailill, slain a. 776. 1. c. = Con-dalach. 

Auszuscheiden sind hier auch die gallischen Namen Connins 
Grut. 776, 1. Momms. 94, 

Coimoiims Grut. 775, 2, dann 

der armorische Name Comiili (vilJa hun-Connili) ssbc. M. Gart 
Corisopit. Morice 1 col. 377. 

Diese Namen finden ihre Ei-klärung durch irisch conn, cen (svn- 
sus, sententia, ratio, intcllectus) co«w««7 (sapiens) Lhuyxl, kymr. 
ci//m<7 (skiifuO Jolo 9, 45. 351, 45. Vgl. Glück p. 68. 

Custmizo 91, 9 saec. ? 

Die ursprüngliche Form dieses Namens ist Custantiu^. 

Dieser Name schliesst sich an Cmta (Magni filia, uxor Nerto* 
mari Boji) v. Sacken, Sitzungsber. il, 354. Custins SImplicius Su- 
perus, Steiner n. 1438, Ciistica f. s«c. 9. Polypl. Rem. 87, 43, Cn- 
stuiniis ssec. 8. Polypt. Irm. 74, 53 = CHst'U-in-u.<t, ferner an 

Costa (mancip.) f. a. 1288. Mohr, Cod. dipl. Rhaeti» 2 n. 44«), 
Costantus ssec. 9. ürkdb. v. St. Gallen n. 354; (mancip.} a. 1039, 
Miraei Opp. 1 p. 54, 44, 

Costatus (Walterius) a. 1067. Carl. S. Petri Carnot. p. 131 c. 8, 

Costarosa (Umbertiis) a. 1067. Cart S. Vict. Massil. n. 162, 
d. i. Cost-ar-os-a, 



1) Im Marl. Dring. Marl. 3 Wird zu Connä fSta) bemerkt: „Ther is a Condath, 
daughtei- of Colma'u" «tc. — Vgl. „Daithi mac Fi.tchra" bei O'Brien = Datlii^ sOn 
of Fiachra killed by lightning- «. 428. Tiie four masters; Dathe {rex) Miscell. «f 
the celt. See. p. 4 nota k, Datheus a. 789. FumagaUi, Cod. S. Ambros. n. 78 uud 
irisch daith, daithi, (quick, nimble, active) 0"Br, = dathi, wie ir. flaith = flafhi 
(Zeuss p. €). 

3) Vgl, ir. dail (potentia, potestas) Lhuyd 1, I2S, dann 2>«ft« Fabretti p. 43, 243, 
Dallonis filia, Arch. f, K. östr. Gq. 13, 123, ir. Dael bei Sta Curcach Mart. Dung. 
Aug. 8 p. 213. la Condalach kann da/ach ein von daü abgeleitetes Adjectiv sein 
mit der Bedeutung „mächtig**. Dalach sou of Comjhus died a. 818. The four iuh- 
sters. Wie dalach von dal^ so sind abgeleitet die irischen Adjectiva cathnch. h/f- 
gach, neideach, ayach (pugnax) von den Substantiven cath, bay, neid, arj (iiiigua) 
Lhuyd 1, 131. 

^) A'yÄ<jet/,t Familienname-. 



Jdl 4 stark 

Costeriiis saec. 11. Perard p. 100, 

Costuz a. 1068. Beyer 1 n. 367 = Costucius, dann an die 
armorisehen Namen : 

Cnsto saec. 9. Cart. de Redon n. 212, 

Costion s«c. 11. Cart. Keniperleg. Morice 1 col. 454, 

Costardus saec. 12. Cart. S. Georgii. Morice 1 col. 409 i). 

Zur Erklärung dieser Namen bieten sich mehrere Wörter: das 
von armor. cust (pretium) abgeleitete Beiwort cystys (pretiosus) 
Lhuyd 1, 128 d. i. custus, dann die von kymr. aost (labor, severi- 
tas, austeritas) abgeleiteten Beiwörter cystawl d. i. custnl und 
cystig d. i. ciistic mit der Bedeutung „laboriosus, severus, rigidus, 
austerus**, Owen. 2), 

Auf einen besonderen Stamm gust, gosf weisen, wenn nicht 
Erweichung einer ursprünglichen Tennis im Anlaute angenommen 
werden darf, 

die armorisehen Namen Gustus, Gosto a. 833. Cart. de Redon 
n. 433), Gustamis (St) 1. c. Eclair, ccclv, Gustodhis (diac.) a. 
850. I. c. n. 42*), 

Worgost , Gurgost, Kedgost saec. 9. Cart. de Redon n. 116. 

124. 128 5). 

die kymrischen Namen Gustin saec. 11. Lib. Landav. 233, 
Giiorgust (Sohn des Coilhen) Vita S. Cadoci. Lives p. 82, Ungust 
saec. 7. Lib. Landav. 201, 

die irischen Namen Gosteii, Goisten (a chieftain) a. mundi3501 
und Aedh Gusian a. 600. The four masters, aber auch 

Gustinus (pbr.) a. 1002. Esp. sagr. Tom. 36 App. n. 7, 

Gustina n. 1177. Lupi 2, 1303, 

Gustantius a. 1018. Lupi 2, 491, fundus Gostanti a. 978. 
Marini, Papiri dipl. Annot. p. 230^ 



1) Vgl. auch Costart in „villa Costareius" saec. 10. Cart. Savin. n. 61. 

2) Vgl. auch körn, costan (clipeus^ sciitum) Lhuyd 1, 48. 147. 

3) Vgl. Gustio Didaz a. 1071. Esp. sagr. Tom. 26 p. 435. Seine Tochter heisst Mama- 
donna, Mumadona. 

*) Vgl. Gustodius a. 1039. Esp. sagr. Tom. 26 p. 448 neben Custodis f. a. 1000. 

Miraei Opp. Tom. 2 p. 946 c. 23, „parochia S. Mariae de Custodia n. 1158. Marca 

hisp. n. 428. 
5) Vijl. aucli Conf/usto (villa) saec. II. Ribeira 1 n. 23 und Bruneosted (Osbernus) 

s*c. 11. Cart. Silh p. 440. 



Keltische Forschungen. i^ 1 ö 

^usdovinus a. it8!. Lupi 2, 1335 und 

Gosta (prseposita in iMolIenbecke) a. 1342. VVeiik 3 u. 250 
p. 203. 

Zu sondern von allen diesen Namen sind: 

die gallischen Namen Costius, Costil'ms Fröhner n. 821. 820, 
dann 

die irischen Namen Costamliall (Glunsalach mac C) Mart. 
Dung. Jun. 3 p. 144, 

Cosdobhron: Airbheartaeh son of Cosdobhrohi died a. 1015. 
The four masters, 

Mac CosteUo vom 13. — 16. Jahrhundert in den Annalen der 
vier Meister oft verzeichnet, und 

Seanchostol (Faelan) a. 676. The tbur masters, falls sie, wie 
nicht unwahrscheinlich ist, o statt eines ursprünglichen a enthalten. 
Vgl. Mog- und Maguntiacum, Domn- und Danmonls , Lous- und 
Lausannu (Zeuss p. 81), Aonnos und Nafinus , Loronius und La- 
ronius, Coppus und Cappo (Pictet, Revue arch. 1867, p. 325 nota 3). 

Das Wort cast erscheint in den gallischen Namen : 

Titinius Castus Steiner n. 288, Laetilius Castus Orelli p. 4617, 

Cnstida (Jeria) Steiner n. 2197, 

Casticus (Sequanus) Cjes. B. G. 1, 3 i), 

Castinus (cons. a.424), Castina Grut. 1337, 7, Casthius (co- 
mes domesticorum) Greg. Tur. 2, 9, Castinus a. 879. Marca hisp. 
n. 40 col. 808, 

Casdianus (Pladicius) Orelli n. 3789, 

Castoboci, Castobocue mit den Varianten Costoboci, Custobocae 
Capitol. Ant. phil. c. 22. Ammian. 22, 8, 42 2), 

Tricastini (gens Galiise) Liv. 5, 34. Plin. 3, 36, « 

ferner in Atw jüngeren Namen 

Casto a. 979. Cart. S. Vict. Massil. n. 1042, 

Casta a. 1000. Esp. sagr. Tom. 35, 5 3), 



*) Casticho ssec. 9. Castuna pbr. mon. (bei Förstemann 4S2 als Frauenname bezeich- 
net) ssec. 8 im Veibr. v. St. P. 49, 47. 48, 34 sind vielleicht slavische Namen. 
Vgl. Castek, Casio n bei Miklosich 449, der aber bei n. 83 Casticho als deutschen 
Namen anführt, welche Auffassung ich nicht Iheile. 

2) Vgl. auch Piepori Coisstohoc(<insis regis) Orelli n. 310. 

^) Ihre Schwester heisst Lairja. Vgl. Annius Lari/iis, Antonius Largius, Orelii n.l676. 
3069, Largennius Sagitta (Inscr. Brixiae) üiclli ii. 66. — Wegen üaijüta vgl. den 
armorischen Namen „canii>us Kestenin Sii'/iXc" n. .S40. Cart. di" P.cdon ii. 121. 



2 1(> stark 

Castaldus a. 8'?6. Neug. u. 222; s»c. 10. Fantuzzi 1 p. 64, 
C(isteU(tnus (Hispanus) a. 811. HLgd. 1 n. 16; (artifex) a. 
814. Polypt. Massil. H. 25. Cart. S. Vict. 2, 643; (servus) sa?c. 11. 
Cart. S. Vict. Massil. p. 308 n. 291; (abb. Arulens.) a. 821. Mai-ca 
Iiisp. n. 3, daselbst auch Babilanus neben Babila. 

Castellana a. 814. Polypt. Massil. H. 68. Cart. S. Vict. 2, 647 ? 
a. 879. Marca hisp.n. 40, 

Castellinus Ibenabdila i) a. 925. Esp. sagr. Tom. 16, 433, 
Cashüid^), Castnich^) sa;c. 8. Cod. Lauresham. n. 3067. 3684, 
Gasdia (abbatissa) a. 1062, Gusdiola'*) a. 1264. Fantuzzi 1» 
n. 111. 132, dann: in den 

arnioi'iscben Namen Castat a. 892. Cart. de R^edon n. 271 
lind Cdstmofiock ^} a. 860. Cart. Prüm. Morice 1 col. 315. 

Auch der Volksname Castulnyi, Castulogi Plin. 4, 17, nach 
Zeuss p. 27 in Catuslogi zu bessern, kann unverändert hieber ge- 
hören und sieb ansehliessen aji Bemiltico (deo) Orelli ii. 1970,. 
dann an 



1) Ibenabdila = Jben (aiab.) Abdila, tl. i. Sbhii des Abdila. Vgl. AbdUeien(us)Toeeti. 
fil. Orelli II. 2049 (Inscr. Buidigal.J, Ahduvilhts (res Aliol.rogum) Caes. H. C. 3, 
59, irisch ,-li(Z/a inncUadach, I\lart. Diingal. Nov. 8 p. 3ö4, Eochaidh Jyjtoc/nnoiiarch 
of Irelaud a. in. 4248. Tlie Tour niasters. 

~) Vgl. die kyiiirisehcu Namen Cleisy uü i77, Caratyuit Itl, Byrguith 2,^9, Miryuitli. 
(St.) 262, Bleinyuid 207 im Liber Landav., die armorischen Uacldetwido, Haelwido 
(abb.) S8BC. 9. n. 58. 64, Jarnetwid siec. 9 n. 43 im Cart. de Redoii u. v. a.. 

3) Vgl. kymr. Cetniy (saec. C) Lib. Landav. 125,. gael. Usnechus Zeuss p. Vlil. nota 
u. m. a., dann aucli Iluodniy, Leudniy a. 772. Urkdb.. v. St. G. n. 66. 

*) Im Kymrischen bildet die .Vbleitiing -iol Adjectiva ; vgj. niucidiol (nocivus) von 
niued (dainnuni), niiieidio (iiocere) Lhuyd 1, 99. Siehe- Eunomiola bei Eunat. 

5) Der Druck bietet Caslinciwch. Vgl. im Cart. de Reden ssec. 9 die armorischen 
Namen Hesmunttc n. 3, Joiimonoc n. 21, Karmonoc n. 22. Carmunoc 73, Cenmunoc 
(abb.) n. 21, Eumonoe n. 13, Junetmonoc, Drimonoc. n. 38, Sulmonoc n. 40, Gleu- 
monoc, BUtmoiioc n. 50, Haelmonoc n. 64, Wenennuiwc n. 73, Tanetmonoc n. 77, 
Tanetmunoc ii. 268, Communoc lOä (kymr. Convonoc saec. 6. Lib. Landav. 135, 
jetzt Cynfonuy 386; Cunnionuc stec. 11. Kemlile 4 n. 981 p. 316), Moryenmunoc 
u. 126, Wetenmunoc n. 129, Wormoiwc . Uurmome n. 46, Junmonoc n. 142, 
Bethmonoc n. 147. Viumoitoc ii. 150, Courantmonoc n. 154, Boiantmonoc n. 160, 
Lunmonoc n. 171, Anaiimonoc (Kan-) n. 178, Chenmonoc n. 201 (Cenmenoc mancip. 
S86C. 11. Kemble 4 n. 981 p. 312), Riinonoc n. 249, Mainmonoc n. 252, 
Anjanhnonoc tW'i, Biidmoiwc i\. %7i , Cüyiialmonoc n. 280 , Hedromonoa. Hebnoiiuc 
sa'c. 11. \\.2%k.Zm. Uerdmonoc a. 860. App. n. 48, Cutmonoch a. 860. Cart 
l»ruin. Bever 1 ii. 60. 



Keltische Forsc'liuii{;eu. ä i 7 

die irischen Namen Fionnliigh (St.) Jan. 3, Mai 11, Jun 5, 
Nov. 13, Fionnlofih (Vater des h. Fionnchu) Nov. 25, Jarlufjh ep. 
Nov. 22, Naendugh (St.) Nov. 19, Caouduyh (Caoiltighera ingheii 
CuoimMoghd) bei S. Dagan Sept. 13, Beolog pbr. Febr. 12 im Mar- 
tyr. Diingal., 

die kymrischen Namen ßMholwch Mab. 3, 189 (Zeuss p. 173), 
Cadell Deynilhcg Jolo 101, 5, Conioc Lib. Landav. 73, 

die armorischen Namen Luketloc, Winheloc ssec. 9. Cart. de 
Redon n. 102. 212, Grudelocus saec. 11. Moni S. MicheJ, Morice 
1 col. 367. 

Zur Deutung der aus cast gebildeten Personennamen dient viel- 
leicht iiisch£'as/rt(eurled), custlior 1), casfuni (acurrdlock)Lhuyit a). 

Sollte in einigen der genannten Namen die anlautende Tennis 
statt der Media stehen, so dürfte irisch gasta (fine, neat^ clean; 
handsome; diligent; brave, brisk; generous; ingenious) Lhuyd, eine 
geeignete Erklärung bieten s). 

Kehren wir nun zu den aus cost, cust gebildeten Namen zurück, 
so können wir diesen noch anreihen: 

Costavoh (colon.) c. a. 499. Pard. 1 n. 65 p. 39, Costabnlus 
Costavolns ssec. 10. Cart, de Tabbaye de Beaulieu n. 109. 189, Co- 
stabnlus a. 1024. Perard p. 176, CostabiUs (masc.) a. 898. Cart. 
de Tabbaye de Beaulieu n. 29, etwa = Costa-v-ulus, Costa-b-il-is. 

Allein diese Namen gestatten noch eine andere Deutung; sie 
können auch mit der Partikel co- = coti- (Zeuss p. 836) zusammen- 
gesetzt sein, und ich halte dies für das wahrscheinlichere. 

Zu Coslabuhis = Co-stabulus'*) stellen sich dann die Namen 
Cingius Stabido Orelli, Inscr. Helv. n. 72, Stabnlus a. 804. Beyer 
1 n. 42, mit prosthetischem e Estavolus a. 949. Cart. Savin. p. 61 
n. 74, Stavalus SL. 937. Cart. de Tabbaye de Beaulieu n. 174. 

Zu CostabUis = Co-stabilisiügen sich die Namen StabiUs (colon.) 
ssec. 8. Pülypt. Irm. 82, 12; a. 830. Lupi 1, 679; siec. 12. Cart. 



^) Vgl. Castorius Cassiod. Epist. 3, 20 ; (libertus) a. S73. Pard. 1 n. 180 p. 138, 
Casttturina de Boissieu p. 402, 11 = Castoriiia. 

2) Vgl. auch ir. casdhlaoidh (curl-hair'dj Lhuyd. 

3j Vgl. auch ir. gaistin (a crafty fellow) Lhuyd. 

*) Vgl. Comontorios (Name eines Galliers) Pausau. 4, 16 = Co-moiitorios (Zeuss 
p. 13J, Conamotuso Gnil. 827, 1 == Co-namotuso. Siehe Numuta MiuutiB filia 
(Inscr.) Mein, des Auliq. (K- France 16. i:>6 (Zeuss \i. 259. 836). 



218 stark 

S. Petri Carnot. p. 606 c. 116, Stabiles, Staviles (idem) a. 873. 
HLgd. 1 n. 98; Stabila saec. 8. Polypt. Irm. 186, 62, Stabilia i\.S\^. 
Polypt. Massil. H. 6. Cart. S. Vict. 2, 642. 

Dieselbe Auffassung gestatten aber auch die Namen Costalus, 
Costantins, Costardus. Man vergleiche : 

mit Co-status die Namen L. StntiusSXem&v n. 501, Statins Seve- 
rus, Arneth, Rom. Mil. Dipl. 1 i)» Statianus (Pomponius) 1. (i.,Statilitis 
Calocerus, Fabretti p. 154, 138, Statilius Pragus, Orelü n. 114, 
Statilia Steiner n. 1907, Statura (Anconius) Orelü n. 3049, Stato- 
rius Avetus (libertus) Orelli n. 3797, Statutus (fig.) Steiner n. 1634, 
Statittus {Togiu»^ scec. 2. 1. c. n. 274, Statuta 1. e. n. 2770, Statuta 
(Cannonia) 1. c. n. 3273, Statulenus Juncus, Orelli n. 643, 

mit Co-stantius die Namen Stantdcus (in Umbrien) Tab. Traj., 
Stanteus (mancip.) a. 814. Polypt. Massil. H. 23. Cart. S. Vict. 2, 
643, StuutUdis I. c. H. 55 p. 646 und Instantius (ein Priscillianer) 
a. 387. Sulp. Sever. Hist. 2, 64 = In-stantius^y. 

mit Co-stardus die Namen Stardius Macer, Stardius Pacatus, 
Orelli, Incr. Helv. n. 63, Stardiariiis a. 786. Urkdb. v. St. G. n. 
104, Startcarius s) sajc. 8. Polypt, Irm. 113, 295. 

Würde diese AutTassung sich als richtig darstellen, dann 
müssten noch herbeigezogen werden: 

Constabulus sxc. 9. Polypt. Rem. 13, 2; a. 918. Cart. Savin. 
n. 5 = Con-stabulus, 

ConstabiUs a. 1006. Cart. Athenac. p. 893 n. 187 = Con- 
stabilis, 

Constantiiis (ep.) a. 680. Pard. n. 392 = Con-stantius, 



') Statins a. 807. Fatteschi ii. 40. 

2) Vgl. auch Capito Insteius Tacit. Ann. 13, 39 = In-steiua , dann Steius Aemilianus 
Fabretti p. 2ö3, 50, Stiua in „fundus Stiano" saec. 9. Cod. trad. Ravenn. p. 11. 
Wegen der Coraposition mit in- vergl. den Volksnaraeu Insuhres Liv. 5, 34 = In- 
subi-es (Sobrinus ep. Mettens. c. a. 965. Miraei Opp. Tom 3 p. 293*; Sobrero, 
italienischer Familienname), die Personennamen Indutus Steiner n. 2072 , irisch 
Indagh (St. Machan mac Indaiyhi) Mart. Dungal. Jan. 24. 

3j Vgl. den irischen Namen Tuathchar a. 833. The four masters, die armorischen Na- 
men Comaltcar, Guethencar, Carantcar saec. 9. Cart. de Redon n. 9. 10. 64, viel- 
leicht auch Venicarius Steiner n. 1449, wenn nicht = Veii-ic-ari-us. — Im 
Kyrarischen bildet -car, an Substantiva gefügt, Adjectiva, so aus ymladh (pugna) 
ymladhgar (pugnax) Lhuyd 1, 131, aus giveniaith (adulatio) gwenieithyar (blan- 
dus) Glück p. 167 Anm. 1. 



Keltische Forichungen. 219 

Constantia ssec. 9. Polypt. Rem. 17, 20 = Con-stantia, 

Co7istantinus (rex Britanniae, frater Aiidroeni)saic. 5. Exe. chron. 
Brioc. Morice 1 col. 11 = Con-stantinus. 

Die Namen P. Consti(\\s>) Tutianus, Grsevius p. 3, 4, Coiistinns 
a. 699. Trad. VVizenl). n, 205. Conatigerdis (Tochter des Consta- 
buliis) S8BC. 9. Polypt. Rem. 13,2 i) u. a. weisen aber auf einen Stamm 
cotist, und ich unterlasse jede Entscheidung bis für die eine oder 
andere Deutung fester Anhalt gewonnen wird. 

Schliesslich aber ist noch der Männernamen Costula ssec. 6. Cass. 
5, 30 und Costila a. 551. Neapol. Urkund. Massm. 14, 84 zu 
gedenken, die bis jetzt unbestritten als gothische gelten s). So wahr- 
scheinlich es aber auch ersciieint, dass Costula von goth. kustus 
(o&xt/jLr-y) abgeleitet sei und der vorher erwähnte Name Custica durch 
ahd. custig (probus) gedeutet werden könne, so ist hiemit die Rich- 
tigkeit dieser Annahme keineswegs sicher gestellt, selbst nicht 
dadurch, dass Costula und Costila auf a auslauten, weil bekanntlich 



1) Das Wort gert, gart zeigen im Auslaute die dem ersten Compositumsgliede nach 
undeutschen Frauennamen Wandregerdis Polypt. Rem. 46, 31 (vgl. Wandrisma 
Pol. Irm. 237, 77, armor. Guandromaer saec. 9. Cart. de Redon n. 58), Sadre- 
gerdis Polypt. Rem. 46, 33 (vgl. L. Satrius Orelli n. 7026, Satrius Justus, Satriut 
Faustus , Satrius Crescens 1. c. n. 1497. 3003. 3276, Satria ürsa, de Boissieu 
p. 339, 36, Satrelanus : „puero S- sive quo alio nomine nuncupatur nationem gal- 
lia" a. 72Ö. ex Archiv .\lediol. Sickel, Mon. graph. Fase. 1 Tab. 4, Sadrius saec. 10 
Cart. S. Peter Carnot. p. 37 c. 7, ö), Madregerdis Polypt. Rem. 49, 62 (vgl. Matreja 
loc. Raetiae, Tab. Peut., Jabidiana Matria Steiner n. i[Zä, Madrisma Pol. Irm. 264, 
143, Madrinus ssec. 9. Cart. de l'eglise deBeaulieu u. 17 p. Xi),Andregardi» Polypt. 
Rem. 61, 16 (vgl. I. c. Andreia; Andreus Pol. Irm. 186, 62, Andris ssdc. 11. I. e. 
50'', Andristna seec. 8. I. c. 86, 61, Andriga I. c. 213. 8, Androgoriiis, dux Trlno- 
baiitum, gentis Britann., Beda, Eccl. bist. 1, 2 [vielleicht der bei Galfred. Monii- 
met. 3, 19 erwähnte Andragius] , Andragathius [comes] Comes Marceil. ind. 1, 
p. 319. B. u. m. a.), Celsegardis Polypt. Rem. 11, 3 (vgl. Corainius Celsus Steiner 
n. 1346, Celsilia Fabretli p. 182, 391, Celsinus [Inscr. Lunffilac] Stelner n. 3299, 
Celsiiia Orelli n. 1223, Celsus [ep. in Hibernia] Mart. Rom. Apr. 6. derselbe auch im 
Mart. Dungal. als „bishop of Ard-Macha" , Celsima Pol. Irm. 143,67), der irische 
Mannsname Domangart Ann. Tigern. O'Conor 2, 136. 160 (vgl. Domengerdis f. Pol. 
Rem. 51, 82), dem kymrisch Dofngart Lih. Landav. 160 entspricht, der armorische 
Mannsname Diargarth a. 1074. Cart. Kemperl. Morice 1 col. 440 und der Frauen- 
name Horentgardis c. a. 1013. I. e. 339 (vgl. Orentius, St. mart. in Hispania, Mart. 
Rom. Mai 1). 

3) Vgl. Zeuss, die Deutschen. 81, Dielenbach. Goth. Wh. 2,433, Dietrich, Aus- 
sprache des Goth. 4.'!. 70. 



220 S t . r k 

nicht nur gothische, sondern auch gallische Männernainen denselben 
Auslaut zeigen. 

Was insbesondere Cosiula betrifft, so möchte ich die Unter- 
suchung darüber anregen, ob daraus, dass König Theodorich aus- 
drücklich bemerken musste „Costula igitur atque Dada, cum deo pro- 
pitio, Gothorum «o6-^?o;*?/w libertate Isetentur", nicht gefolgert werden 
kann, dass jene beiden Männer, oder Menigstens Costula nicht Gothen 
von Geburt waren. Rücksichtlich des Costila aber darf nicht ausser 
Acht gelassen werden, dass er nicht schon desshalb für einen Gothen 
erklärt werden kann, weil in jener Urkunde wirklich gothische Namen 
erscheinen, denn darneben treten auch gallische Namen auf, wie 
Minmiliis, clericus eccl. Gothicae i), /?^os6«^ ustiarius^). Auch das 
Landgut, von dessen Verkaufe jene Urkunde handelt, trägt den galli- 
schen Namen Caballaria ^). 

Dem allen zufolge, und da die meisten der vorher genannten mit 
cosl. cust anlautenden Namen sicher keltisch sind, wird immerhin 
auch die Aimahme gestattet sein, dass Costida, Costila, Ciisiica 
undeutsche Namen sind. Sie M'ird auch nicht beeinträchtigt durch 
den in dem Namen Cti.stii/fus ssec. 9. Polypt. Rem. 8, 14. 85, 25 
erseheinenden Auslaut -?///', dci-, wie ich bei anderer Gelegenheit aus- 
iiihrlicher nachweisen A\erde, in vielen keltischen Namen eine Ablei- 
tung ist und von dem deutschen Worte „wo//'", das oft auch in der 
Form uff auftritt, geschieden werden muss. Vorläufig mag es- 
genügen, aufmerksam zu machen auf die Namen: 

Calndulfns s»c. 8. Polypt. Irin. 3. !8, 

Fldnnnlf'us (der.) sajc. 9. Perard p. 21, 

Justiilf'us saec. 8. Trad. Wizenb. n. 19. 19t, 

TascuJf'us a. 739. Trad. Wizenb. n. 559, in denen calud, flaun, 
just, tasc Ulideutsche und zwar keltische Wörter sind. 



1) Ich gebe hier zu bedenken, dass von den 31 mit -ol, -iil abgeleiteten Namen, die 
Försteniann 1, 117 — 119 auffülut, nicht einer sicher als deutsch nachgewiesen 
werden kann. 

2j Uo^bat = Osb-at; vergl. Oshiman, Oshimanus, Oshimanmis Fröhner n. 1747 a-c, 
abgeleitet mit -man fZeiiss p. 73ö), Saedius Hospes (d. i. Ospes) Inscr. Novioduni, 
Maffei, Mus. Veron. p. 420, 4, Juventinia Auspicia (d. i. Ospicia) de Boissieu 
p. 514, 6a, arraorisch Oshernus (filius Rivalloni) a. 1086. S. Michel. Morice 1 ool. 
460 d. i. Osb-ern-us (vgl. Arverni Ca;s. B. G. 1, 31. 43. 7, 7, Tocernius tiermeros, 
Fahretli p. 212, 333, kynir. Etcrit Lives p. 82 und Zeuss p. 737). 

3; Vsl. Piclet. Revue arclieol. 11, 122 fg. 



Keltische Forsi-huiipeii. Iw^l 

Terra (sanctimon.) 40, 31 swc? 

Au diesen Frauennamen scliliessen sich der gallisclie Name : 
Terreinis (Segeliiis) Orelli, Inscr. Helv. n. 93, dann: 
Tirrarius: „Collum de Terrario" a. 974. Marca hisp. n. 116, 
Terrisius a. 1173. Fantuzzi 1 n. 36 i), 
der kymrische Name Ter Ulan (ssec. 6) Lives p. 191, 
die armorischen Namen Terrigia (mater S. Eligii, ex villa 
Catalauense in Armorica) Vita S. EJigii 1, 1. D'Achery, Spicil. 2, 
78 b, 

Terretic (pbr.) a. 866. Cai-t de Redon n. 98 s), 
Terethianus (St.) a. 1026. Cart. Kemperl. Morice 1 col. 366, 
Diridian saec. II. Carl eccl. Corisopit. 1. c. col. 376 und der etwa 
gälische Name 

Terri ssec. 12 — 13. Lib. vitae ecel. Dunelm. p. 81, 1. 
Die kymrische Sprache bietet mehrere an diese Namen anklin- 
gende Wörter.^ so taei', terydh (vehemens, celer) Lhuyd 1, 170. 220, 
dirioed (severus) 149,. ierig, teratcg (ardens, severiis) Owen. Bei 
diesem finden sich auch ter (clarus, purus), teredig (purificalus). 

Digiius 20, 4ö saec. 9. 

DiesemNamen lassen sich zur Seite stellen die gallischen Namen : 

Dignus (Julius) Inscr. Carnunt. Hormayr. Wien. Bd. 1 Heft 2 
p. 153, i>/(///«/s Secundiniis (nat. Raetus) Orelli n. 4C88, Dignius 
Ursius, Dignius Quartus Apronius, Steiner n. 461. llOö, 

Digua Muchar, Gesch. St. 1, 423, Digna (Trebia) de Boissieu 
p. 104, Digna (Julia) I. c. p. 331, 28, 

Dignilla (Martinia) Steiner n. 602, Dignantius 1. c. n. 1783, 
ferner: 

Dignus a. 822. Ried n. 22; a. 1011. Marca hisp. n. 16o 
col. 98Ö. Degniis a. 861. Cart. de Tabbaye de Beaulieu n. 54 p. 99, 

Digna (colona) ssec. 9. Cod. trad. Ravenn. p. 53, 



1) Vgl. auch „Godefridus de Bosco Terrec und Guillelmus Tereie saec. 12. C.irf 

S. Petri Cuniot. p. :^5,") i-. 30, y. 637 c. VI. 
") Vg;!. auch kymi'. Thcridaxc Iscoet, Lives p. '226, 22, in der Übersetzun;^ p. S94, 22 

Tenjyon. 



2VZ St«rk 

Digjioaldus (mancip.) a. 814. Polypt. Massil. H. 67. Cart. 
S. Vict. 2, 647 1), 

Dignertus c. a. 1000. Cart. Savin. n. i)39 = Dign-ert-ns^), 
wenn nicht = Dig-iiert-us s), 

der armorische Name Dignum a. 87i. n. 24a. 246; a. 878. 
n. 235; (ostiarius) a. 849 n. 251 ; (laicus) a. 895. n. 268 p. 218*) 
im Cart. de Redon. 

Aus demselben Worte, welches diesen Namen zu Grunde liegt, 
sind im Verbrüderungsb. von St. Peter auch gebildet die Namen 

Dignuliis, Dignulus 51,3. 52, 49 ssec. 8, 
abgeleitet mit -ul, wie Pufulus, dann 

Dignouar 51, 12 saec. ? 

In diesen Namen gn = n aufzufassen, wie in Ursigno Steiner 
n. 2890, Egignus a. 675. Pard. n. 379, Flodignus a. 840. Perard 
p. 22, Ci/igna saec. 9. Polypt. Rem. 62, 37, Pignio/us Gundemariz 
a. 916. Esp. sagr. Tom. 34, 437, erscheint mir bedenklich; ich 
ziehe vor einen durch n ^) abgeleiteten Stamm dig 6} anzunehmen. 

Wegen nar im Auslaute des Namens Dignouar können ver- 
glichen werden aus dem Lib. vitae eccl. Dunelm. Gungioar saec. 12. 
p. 49, 2, Bodiiivar saec. 12 — 13. p. 78, 3, dann Lupuuara saec. 9. 
Cod. trad. Ravenn. p. 70, Arnoluara (mancip.) a. 744. Neug. n. 13 ^). 



*) Vgl. die Namen seiner Geschwister Joannis, Joanna, Christiduna, Scaefredus und 
den seiner Mutter Aridia, dann annor. Donoaldus fil. Hidreniitrhuc saec. 11. C. de 
Redon. Eclair, p. CCCLXVIK. 

2J Vgl. Visertiis Fabretti p. 128, 40, Manertaius musicus, Steiner n. 1027, Seviertus 
a. 942. Aviertus a. 1032. Cart. Savin. n. 33. 636. 

^) Vgl. Esuncrtus (a. 7 ante- Chr.) Orelli, Inscr. Helv. n. 102, Cobnerta, Covnerta 
Steiner n. 808. 2913, kynirisch Jitdnerth saec. 6. Lib. Landav. 134, Louhonerd 124, 
Giiaidnerth 140; Aidnerth Vita S. Cadoci 34, Lives 88, Gwrnert/i (Bruder des 
Llywelyn) Jolo p. 107, 130. Lives p. 270, 34. 

*) Vgl. auch „hereditas Dignum, Degnum" a. 832. Cart. de Redon n. 127. 

5) Siehe Zeuss. p. 734. 

6) V^gl. kymr. dig (ira) Lhuyd 1, 73 = verg in Vergilius. 

T) Vgl. Arnallia (Minerva) Ore lli a. 1961 (Viliei in Burgundia) ; Maffei, Ant. Call, 
p. 29 (Allgustoduni), dann Arnalo a.973. Marea hisp. n. 113, Amelfredus a. 1028. 
Lupi 2, 533 (Boafritug, Inscr. Ratisbon. Grut. 527, 2, wenn nicht Ro-afr-it-us, 
arnior. i^a^/r^d frater Ratuili, Bili ?i\\üs ßatfred sajc. 9. Cart. de Redon. n. 221. 
230. AltfrU machtiern a. 832. 1. c. n. 20, dann Vescofredus &xe. 11. Cart. S. 



Keltische Forschungen. ' 22<$ 

Für die Deutung dieses war bietet die kymrische Sprache 
gvara (defensio, munitio) = vara (Glück p. 20), dann guar (inan- 
suetus, mitis) Lhuyd 1, 85. 92, hier, bei Owen und Jolo p. 251, 4 
giidr geschrieben. 

Davon zu trennen sind die mit kymr., körn, guare, armor. hoari 
(ludus) Zeuss p. 113. 145 nota. Lhuyd 1, 82, guaroi im Gl. Oxon., 
jetzt kymr. giiarae, guarau, guareu, auch guara (ludus) Zeuss 
p. 1083 nota 38^ zusammengesetzten Namen, und zwar: 

die kymrischen im Liber Landav. Conguare 133, jetzt Cynwar 
382, Gurguare 155, Catguare 140 i), Elguarni 181, 

die armorischen Loiswaroe, Riwaroi a. 846. 849. Cart. de 
Redon n. 138. 251. 

Tomnella 97, 28 ssec. 9. 

Dieser Name = Domnella ssec. 10. Marini, Papiri dipl. Annot. 
p. 232*2) ist eine Verkleinerung, gebildet durch -eil, wie AgneUns, 
Petarnella, aus dem Worte dubtnis, diimniis, kymr. dwvyti (profun- 
dus) Mab. 2, 41 , jetzt divfn, körn. dow?i (profundus) Pass. 66, 4, 
armor. doun, irisch domiin, jetzt domhain, doimhin, Zeuss p. 134. 
135. 

Das Wort domiin bedeutet aber im Irischen auch mundus und 
ihm liegt der Begriff „gross, weit" zu Grunde. In der Zusammen- 
setzung hat als Anlaut das Wort verstärkende Kraft wie griech. ßa^vg 
und altdeutsch irmiyi. Vgl. Zeuss p. 17. 738. 835. Glück p. 72. 73. 

Das Wort diimmis zeigen die gallischen Namen 

Dumnorix (Aeduus) Caes. B. G. 1, 5, Dubnorex (auf Münzen) 
Duchalais n. 113. 350 — 353, 

Dumnacus (dux Andium) Cses. B. G. 8, 26, 

AoixvöxAsiog Strabo 12, 543, 

Dubnissns (Mannsname) Knabl, Mitth. d. bist. V. f. St. 1, 60, 

Dumnissiis (fluv.) Auson. Mos. 8, 

Dubiia f. Steiner n. 2996. 3128, 



Vict. Massil. n. 666, Malnifredus a. 997. Lupi 2, 413 u. v. a.), Arnalsitidd a. 1Ü2S. 

HLgd. 2 p. 1S7 iRenosindus Greg. Tur. M. S. M. 2, S9, Dossisindus a. 869. Cart. 

de l'abhaye de Beaulieu n. 131 p. 184, Patilesinda a. 814. Polypt. Massil. N. 12. 

Cart. S. Vict. 2, 634) Jobesinda a. 879. Marca hisp. n. 39 col. 803 u. m. a. 
*) Catguare = gall. Catu-vareus, Glück p. 52. 
2) Die Tennis im Anlaute erscheint anch in „villa Tumminius" a. 661. Neugart n. 2. 



224 stark 

Dnhuotalus Bullet, moiiuni. 17, 310, 

Domnnlus, Dummdus Sidon. Ep. 4, 25. 9, 13, Domnolus (ep. 
Cenoman.) a. 554. Pard. u. 137 'J; a. 589. Greg. Tur. 6, 9, Dom- 
nolo a. 766. Odorici ä n. 27 p. 46, 

Domuola (Victoi-is, Redouens. ep. filia) saec. 6. Greg. Tur. 

8, 32, 

Domnolenus (pbr.) a. 670. Pard. n. 363, DomnoUnus a. 911. 
Lupi 2. 78, DomnuUua (liberta) a. 739. Pard. 2 n. 559 p. 373, 

DomnatUa f. c, a. 1060. Cart. S. Vict. Massil. n. 429, 

die allbritaniiischeii Namen Dumnonii i\n-iii\\m, Volk) a. 160. 
C. Jul. Soliniis, Polyh. c. 22, 

AoujuLva (l)ritatin. Insel) Plol. 2, 2, 

AojJLveivoy v. Bowyer, Miscellaneous Tracts. London, 1785.4. 

p. 153, 

Cogidumum (Lritann. König) Tacit. Agr. 14, Cogidnbnus Mo- 
nuni. bist. Brit. i. CXIX, 24, 

To7doou,avc? (Sobn des Cunobelinos) Cass. Dio 60, 20, 

die kymriscben Namen Dubn 82, Dunm 144, Dufyn 102, 
Domn 400 in den Llves of tbe Cambro brit. Saints = Dumnus, 

Diifiinwal I. c. p. 226, 22 2) = Dnmnovalm, 

Doniiif/itarei h\h. Landav. 199 = Dnmnovaretus, 

Di/fnau'f/ (St.) Lives p. 270, 35 = Dumndcus, 

Dyfnan Jolo p. 111, 119 = Dumndnm, 

Giiordubn Lives 82 = Verdunvius, 

Conduun Lil». Landav. 182 = Cottdumniis, 

der armorisclie Name Dumnownllon saec. 9. Cart. de Redon 
n. 97 = Dumnavelaunus, 

die iriseben Namen Domangart Annal. Tigh. ap. O'Conor 2, 
136. 160 (Zeuss p. 134), 

Domnit 1. c. 2, 257, vgl. Domuitius Sidon. Ep. 4, 20, 

Domnall mac Aeda, Tbe Banquet of Dnn na n-Gedli. p. 2 (Ed. 
O'Donovan. Dublin, 1842), Domnallus (Sobn und Nacbfojger des 
Königs Diarmicius) Chron. Scot. ad a. 1185. Mon. Germ. 11, 618»), 

Domaingm (St. ep. a. 748) Martyr. Dungal. Apr. 29 = Dum- 
nogemis, 

1) Derselbe Donnolus a. 366. Pard. n. 172 p. 129. 

2) Vgl. Diiunwalla (Zeujje) a. 741. Kemble i n. 86. 

■S_) Vgl. Jfoiiiiialdii.s a. 814. Polypt. Massil. H. 1. Cart. S. Vict. 2. 641. 



Keltische Forschungen. 225 

MaeJdomlmaigh, abbot of Tamblacbt, died a. 937. Tbe 1'oiir 
masters = Maeldomndch, 

Ferdomhtidch (St.) a. 781. Mai-t. Dungal. Jim, 10. 

Hier scliliesst sich seinem Wortstamme nach aus dem Verbrüde- 
rungsbuche noch an : 

Domnichio 65, 29 saec. 8. 

Dieser Name ist abgeleitet mit -ic ') wie Domnica (ancilla) 
ssec. 8. Cod. Patav. Mon. boica 3, 439; ssec. 8. Trad. Wizzenb. n. 
2S3, Dominica (mancip.) a. 572. Pard. n. 180. Dominiais (co- 
lon.) e. a. 499. Pard. n. 65; (mancip.) a. 814. Poiypt. Massil. A. 1, 
Cart. S. Vict. 2, 633, armorisch Dominic a. 868. Cart. de Redon 
n. 225. 

Das einfache Wort dumnus zeigen die Namen : 
JuHa Domna (Gemahn des Kaiser Septimius Severiis, a, 209) 
Steiner n. 618, 

Dominia ssec. 9. Poiypt. Rem. 49, 64. 52, 86 = Domnia, 
der armorische Name Dominus a. 858. Cart. de Redon n. 126 
= Domnius s). 

Dorheni 71, 15 saec. 8. 

Herr v. Karajan bemerkt Fol. XLIV zu diesem Namen: „Ohne 
Zweifel Trumvine, der als Rischof der Picten ums Jahr 673 bei 
Reda Hist. ecci. 4, 12 und in Mabillon's Annal. 1, 576 und 577 be- 
gegnet". Das hier Gesagte erlaube ich mir, trotz der Sicherheit, mit 
der es auftritt, vollständig zu bezweifehi, und zwar schon desshalb, 
weil kein Schreiber, am wenigsten ein irischer, der jedenfalls die 
Mittheilung nach Salzburg gelangen Hess, den Namen Trumvine in 
Dorbene umgestaltet hätte. Doch noch ein anderer Reweis liegt 
gegen diese Auffassung vor, und er lag für Herrn v. Karajan sehr 
nahe. Die von ihm allzu oberflächlich benutzten „Collectanea de rebus 
Albanicis» enthalten den Namen des Abtes Dorbene nicht weniger 
als fünfmal. 

Dort findet sich p. 237 aus den Ann. Tigh. zum Jahre 713: 
„Dorbeni Cathedram Jae obtinuit et v mensibus peractis in Primatia 



') Siehe Agarizzn. 

3) Vgl. Domnildis und Dominildis a. 814. Poiypt. Massil. F. 13, O. 1. Cart. S. Vict. 2, 
638. «39. 



220 stark 

V. Kai. Nov. die Sabati ohit", dasselbe auch aus den Ann. (lt. 
zum Jahre 712, wo dieser Abt Dorbein gesehrieben wird. 

Ausserdem erscheint 1. c. aus den Ann. Tigh. zum Jahre 716 
die Bemerkung: „Dorbene Abb Jae'^ und p. 238 zum Jahre 716: 
„Faelchu niac Dorbeni Cathedram Columbae . . . suscepit", endlich 
p. 221 gleichfalls aus den Ann.Tigh. zum Jahre 627: „Lachtnen, the 
son of Abbot Toirbene, was victorious". 

„Dorbene Foda ij mac Altaine, abb. Ja Colaim-Cille" ist auch im 
Mart. Dungal. Oct. 28 eingetragen, und die Annalen der vier Meister 
haben vorzeichnet: „Dorbaine Foda, Si. abbot of Ja, died a. 713". 

Zur Deutung dieses Namensa) kann, da im Anlaute desselben 
die Media vorherrschend ist, an irisch doirb als Adjectiv (morosus) 
Lhuyd 1 , 94, doirbh (pevish, quarelsome; hard, difficult) Owen, 
als Substantiv „an attempt" erinnert werden. Die mit der Tennis an- 
lautende Form Toirbene dagegen führt auf irisch torbe (utilitas; 
utilis) Wb. 1*. T (Zeuss p. 15. 569), bei Lhuyd tarva, tnrhha, 
tairve, tairbhe, tarvachd , iarbachd (utilitas, lucrum), tarviicli, 
tarbhach (utilis, lucrosus, munificus), wenn nicht Torbene als Com- 
positum aufgefasst werden muss, wie etwa Toird/iealbhach son of 
Murchadh, son of Brian Borumha, slain a. 1013. The four masters s), 
Tormogus (Hispanus, natus Segisamone) Orelli n. 4719*), dann 



1) Foda d. i. Fada, der Grosse. 

2) In den Annalen der vier Meister steht bei dem .Iahre714 „Faelehu, son of Dorbene" 
bei dem Jahre 720 „Faelchu, son of Dorbhe'*. 

') D. i. Tor-delhach. Der zweite Nanienstheil ist eine adjectivische Bildung von ir. 
delb, jetzt dealhh, dealv, dhealbh (faeies, imago. statua) Zeuss p. 12, Lhuyd 1, 58. 
67. 254, kymr. delu, jetzt delw fsemblance, forma; manner) Owen. Vgl. auch den 
irischen Frauennamen Sodhelbh Mart. Dungal. Nov. 9 p. 300 bei S. Benignus 
(Benen), p. 472 durch „Pulcheria" und daselbst Anm. 1 wörtlich „good visaged" 
übersetzt. — Bezüglich des ersten Namenstlieiles tor weiss ich nichts Sicheres 
anzugeben, wenn aber an irisch tor = tighearni, ri (Lhuyd) gedacht werden 
darf, so könnte Tordelbach „der wie ein König gesittete", Torbene „der königliche 
Held" oder „der Heldenkönig" gedeutet werden. 

*) Vgl. Jarmogio Augusto sacrum (St. Veit a. d. Drau) Orelli n. 4719, Benemaugius 
(rex Spanorum) a. 788. Ann. Laurish. Mon. G. 1, 33, irisch Dodimogh, anchorite 
abbot, died a. 743, Cathmogh (Maeiän son of Cathrnoga) a. 848. The four masters, 
dann Mogetius Murat. 873, 2, Mogitmarus Sitzungsber. d. kais. Akad. d. W. 11, 
329, d. i. Mogetimarus, Dinomogetimarus Mem. des antiq. de France 13, XVUF, 
kymrisch Mygotwas (St.) Jolo p. 255, 68, d. i. Mugetivassus wie Dagovassus Steiner 
n. 948, kymr. Diiitgiias Lib. Landav. 265, d. i. Driitovassus, Conguas 174 d. i. 
Conov)isgi(t. 



Keltische Fursclimigen. 227 

Esseheni filia (Novella) a. 182. Steiner n. 2715, Garibenus^) 
a. 866. Cart. de l'eglise de Beaulieu n. 2 p. 13, Salhnbene a. Uli. 
Annali Bologn. 1 p. 226 a). 

Der irische N?ime To7'bach (son of Gormaii, abbot ofArd-Macba, 
died a. 807) The four masters ist jedenfalls durch irisch tarbach, 
tarvach, torbach (utilis, munificus) Lhuyd 1, 95. 178 zu deuten. 

Dulcissimo (pbr. congr. S. Amandi Elnon.) 26, 26 saec? 

Im Verbrüderungsbuche von St. Peter erscheint auch der Frauen- 
name Dulcissima 24, 20, welcher der Stelle nach, an der er ein- 
geschrieben ist, aus derselben Gegend stammt, der Dulcissimo an- 
gehört. 

Der Name Dulcissima (uxor Arrici) findet sich auch mit der 
Variente Dulcisma a. 993. Cart. Savin. n. 441. 

Dieselbe Quelle bietet den Frauennamen Dulcisina (uxor 
Adalardi) a. 970. n. 266 gleichfalls mit der Variante Dulcisma^). 

Von dem Worte, das den abgeleiteten Namen Dulcissimo, Dul- 
cissima zu Grunde liegt, sind auch gebildet die Namen : 

Dulcicius Claudianus, de Boissieu p. 476, 2, Dulcitiiis (dux 
scientiae rei militaris insignis) a. 368. Ammian. 27, 8, 10, ferner 

Dulcis (archiep. Cantabr.) a. 844. Esp. sagr. Tom. 19, 334, 

Dulcis (comitissa Provinciae) a. 1094. Cart. S. Vict. Massil. 
n. 686*), Dulcia (comitissa Barcenon.) a. 1112. Marca hisp. n. 347, 
Dulza a. 1234. Cart. S. Vict. Massil. n. 975 p. 421, 

Dulcardus (St. natu Bituricens.) ssbc. 6. Mab. Ann. saec. 1. 
p. 614,5, 

Dulcierdis f. a. 879. Marca hisp. n. 39 col. 805, 

Dulciolenus Vita S. Eligii 2, 39. D'Achery, Spicil. 2, 114 b, 

Dulcelina a. 1110. Cart. S. Vict. Massil. n. 446, 



1) Vgl. Qarumna (fluv.) Caes. B. G. 1, 1, M. Folvius Garos (Fnser. hisp.) E. Hühner 
Reiseber, in d. Monatsher. der Berliner Akad. d. W. Januar 1861 p. 33. 

') Pictet erklärt in der Revue arch. 1863 p. 215 den Namen Mandubenos (dux) durch 
;roXÜ7a(ji.05, ^oXu'yüvai&f, indem er für den Auslaut des Namens ir. ben (femina) 
herbeizieht. Beachtenswerther erscheint mir ir. beine (a champion , a famous hero) 
O'ßrien. — Mandubenos kann vielleicht auch durch kymr. meindiiv (graeilis) Lhuyd 
1, 64 d. i. mandub erklärt werden. Über kymr. ei = a vgl. Zeuss p. 97. 

^) Vgl. Flurisinna sajc. 9. Polypl. Rem. 31, 70, Flurimna saec. 8. Poly|it. Irm. 230 21. 

*) TJulk ist noch Familienname in Süddeutschland. 

Sitzb. d. phil.-hist. Cl. LIX. Bd. II, Hft. 16 



228 stark 

Dulcidius mit der Variante Dulciiis (pbr. Tolet.) saec. 9. Chron. 

Albeid. Esp. sagr. Tom. 13, 460, Dulquitus (pbr.)a. 962. Esp. sagr. 

Tom. 34, 464, 

Dulciamis a. 1035. HLgd. 2. n. 435 p. 478 (monacus Flore- 

gie) a. 1235. Cait. S. Vict. Massii. n. 994, 

Dulcimis saec. 12. Cart. S. Petri Carnot. p. 355 c. 135, 
Dulcotiis a. 1194. Miraei Opp. Tom. 2 p. 1194 c. 85, 
Ditlcedranmus saec. 8. Polypt. Irm. 34, 112 = Dulced-r- 

amn-us i)> 

Dulcehertus saec. 8. Polypt. Irm. 179, 4 = Dulce-bert-us^^i 
endlich der armorische Name 

Dulcetus (Rivallonus) saec. 11. Cart. Majoris Monast. Morice 1 
col. 428. 

Dulgof'aiäcus (villa in pago Aliodrense) a. 632. Pard. n. 257 
p. 16 3) zeigt Erweichung der gutturalen Tenuis, dagegen ist in 

Tulca (pbr.) a. 1012. Esp. sagr. Tom. 35, 12 die ursprüngliche 
Media im Anlaute etwa als lautverschoben zu betrachten*). 

Aus dem Verbrüderungsbuche von St. Peter ist noch anzu- 
schliessen: 

Didcissania^6, 44. 107, 16 saec. 9. 
Dieser Name ist abgeleitet durch -s-an in ähnlicher Weise wie: 



1) Vgl. Dulcidius; doch vielleicht \at Dulcedramus ^ Dttl-cedramnus. 

«) Vgl. kymrisch herth (pulcherj Zeuss p. 862, körn, herth (fair, handsome), her- 
thauc (rieh) Lhuyd 1, 233, armor. herth (beau, illustre) Bullet 159, irisch beartha, 
hearthach (tnundus, nitidus, elegans, dives) Glück p. 173, auch breadha (pulcher, 
venustus) Lhuyd 1, 132. 171 (althd. berht, goth. balrht, clarus) in dem kym- 
rischen Namen Gurberth saee. 6. Lib. Landav. 140 = Ver-bert-us, in den armori- 
schen Namen Haelbert, Runbert, Fetbert, Besbert, Igebert saec. 9. Cart. de Redon 
n. 33. 76. 101. 126, in dem irischen Kamen Flaithbertach Ann. Tigern. O'Conor 
2, 233 = Vlati-bert-acus. 

3) Diese Villa ist benannt nach einem Personennamen, der etwa Dulgofaus, Dulgofao 
lautete. Vgl. Carrofai O(fficina) Steiner n. 149, Gars-fao-nia terra a. 879. Marca 
hisp. n. 40 col. 808, dann Faa (Gnoria) Steiner n. 857. 

4) Vgl. auch irisch Tulehän, Vater des h. Abtes und Bischofes Munna, Mart. Dungal. 
Oct. 21 und tulchan (a hillock) Lhuyd = tulachän von tulach (a hill). Im Per- 
sonennamen mag der Begriff des Hohen, Erhabenen liegen. — Zu scheiden ist der 
Name des westgothischen Königs Tulga saec. 7. E-p. sagr. Tom. 5, 461, der durch 
goth. tulgus (fortis, firmus), altsächs. tulgo (valde,_^fortiter) Grimm, Gesch. d. d. 
Sprache 452 zu deuten ist. — Statt Tulca (mancip.) a. 804. Schannat n. 187 hat 
Dronke n. 233 Totta gelesen. 



Keltische Forschungen. 221) 

Aprusianus, Volusiatius OveWi ii. 1747. dlil = Apru-s-i-an- 
us, Volu-s-i-an-us. 

Die Ableitung in Dulcissimo, Dnlcissinm ist -s-im, -s-m i) und 
erscheint auch, nur ohne Gemination der Spirans, in dem altgal- 
lischen Personennamen 

Carpusinio Murat. 1441. 4 = Carpu-s-im-o^^. 

Geminirte Spirans zeigen die Namen aus jüngerer Zeit, so 

Carissima^') c. a. 974. HLgd. 2 n. 111 p. 129; saec. 12. Cod. 
trad. Claustroneob. n. 628*), 

Bonissimus a. 897. HLgd. 2 n. 27 s) 

Goiiissimus a. 995. Marca hisp. n. 144. 

Tunochodo 71, 14 saec. 8. 

Dieser Name ist, wie H. v. Karajan Fol. XLIII richtig 
bemerkt, = Dimchad, Dunchadh. Tunochodo ist aber nicht Nomi- 
nativ, sondern Genitiv und = Dunchadka^^. 

Dunchadh mac Cindfaeladh, Abt in Hy, starb nach den Ann. 
Tigh. (Collect, p. 238) a. 717, nach den Ann. Ult. 1. c. und nach 
dem Martyr. Dungal. Mai 23 p. 139 a. 716. 



1) Siehe Antesmo und die dort erwähnten mit -s-m abgeleiteten Namen. 

2) Vgl. den Voiksnamen Carpi saec. 3. Lactant. De raortibus persecutor. c. 9, welcher 
auf die Einzahl Carpus leitet. 

.3) Vgl. Kapsi? (gall. Volk) Pausan. 1, 33, Carisius Steiner n. 1027, Karisia und 
Karissia (Stae) Cod. Theodorici der ßened.- Abt. Deutz. Jahrbücher d. V. f. Alter- 
thfr. im Rheinl. 41 p. 4ö, Karicus (L. Julius) Orelli n. 1374, Careia, Carei filia 
Grut. 428, 9. 468 6, Careia Sabina, Orelli n. 4828, armor. Carlo saec. 11. Mont 
S. Michel. Morice 1. col. 381; saec. 12. Archives de Teglise de Rennes 1. c. 408. 

*) Vgl. aber auch die Superlative Carvillius Felieissimus Orelli n. 3972, Silvarius 
Firmiss{imus) de ßoissieu p. 68, 49. 

*) Vgl. Bonisius (pbr.) a. 839. Marca hisp. n. 49, Bonesus a. 1043. 1. c. n. 227, Petrus 
de Bonisüda a. 1108. Fantuzzi 2 n. 48, Bonia Successi filia, Knabl. Mitth. d. h. V. 
f. St. 3, 100, Boniatus Archiv f. K. östr. Gq. 24, 277, Boniata Knabl. Mitth. d. h. 
V. f. St. 9, 27, armer. Bonieta (Ongnen und Petronilla ihre Schwestern) a. 1083. 
S. Serge. Morice 1 col. 438, Bononius Gordus (medicus castrensis) de Boissieu 
p. 333, 43, Bonoxus¥r'6hner n. 420, Bonosus (domo Hispaniensis, origine Britannus) 
a. 280. Flav. Vopiscus, Bonosus 14, Bonus (Brito) a. 380. Auson. Epigr. 109. 
Bonucius a. 972. Marca hisp. n. 113, Bonito a. 770. Gattola p. 12 a, Bonitus (ep. 
Salentinae) a. 791. HLgd. 1 n. 6, Boniza Bonanza a. 1013. Fantuzzi 1 n. 82 
Bonifa, Boniba (ep. Caur.) a. 638. Conc. Tolet. 6; a. 684. Conc. Tolet. 14 (Esp. 
sagr. Tom. 6, 346. 13, 161) = Bon-iv-a u. v. a. 

®) Vgl. Conomblo (Conomail). 

16» 



230 stark 

Der irische Name Dunchadh ist zusammengesetzt aus dum und 
chad. 

Das irische Adjectiv dun (firmiis, fortis) von Zeuss p. 29. 30, 
gefolgert aus dem irischen Substantiv diui (gl. castrum, gl. arx) 
Sg. 57^. 60\ aus dem abgeleiteten dünattae (gl. castrensis)Sg. 57' 
und aus diinain (claudo, obstruo) in der Zusammensetzung frisdü- 
naim (gl. neptßd'XXoj rdv ^ö-/\ov, obsero, obserare) Prise. Cr. 57'' i)' 
zeigen die Namen: 

Conetodunus (dux Carnutum) Cses. B. G. 7, 3, 

Cogiduniis (Britanniae rex) Tacit. Agric. 14, 

Dihiiis (Aelius) libertus, Knabl, Mitth. d. h. V. f. St. 8, 115, 

Mars Diinatis Orelii-Henzen n. 7416 7, 

Dunimius a. 739. Pard. n. 559 und 

altirisch Mailedün in Cr. 17^ (Zeuss p. 30). 

Das zweite CompositionsgliedcAa^/A m Dunchadh ist das irische 
Substautinc//«M(pugna)Wb. 9*. 22'\ 23'' (Zeuss p.82)= gall. catu 
und erscheint in den Namen; 

Caturiges C»s. B. G. 1, 10. Plin. 3, 20, 24. Orelli n. 626, 
Catuvellanni Itin. Ant., KaTovyvaTo? Cass. Dio 37, 47, Vellocatus 
Tacit. Bist. 3, 5, 

in dem irischen Namen Muirchatho, Cod. bibl. Carlisruh ssec. 8 
— 9 (Zeuss p. XXXII), 

in dem armorischen Namen Cativallon a. 878. Cart. de Reden 
n. 263, = gall. Catuvellaunus, 

in dem kymrischen Namen Catmor Lib. Landav. 267, jetzt 
Cadfor 551, = gall. Catumdrus. 

Eunat Q^, 33 ssec. 8. 

An diesen Namen, abgeleitet durch -at von enn, /w« 2), schliessen 
sich die gallischen Personennamen: 

Eunus (ergastalarius servus) a. 354. Ammian 14, 11, M. Papi- 
rius Eunus Orelli, Inscr. Helv. n. 35, T. Jul. Eunus Becker, Arch. f. 
Frankf. Gesch. N.F. 1 p.40, Eunus Murat. 929, 5. 1556, 8; Momms. 
Inscr. Neap. 1630 (87). 2531. 4502, Eunous 1. c. 6135, 

Eunius cognomento Mummolus (Autissiodorensis incola a rege 
Guntramno patriciatum promeruit) Greg. Tur, 4, 42, 



1) Vgl. Glüik p. 139. Revue archeol. 1867 jt. 387 nota 1. 

2) Vgl. Zeus . !>. 41. 



Keltische Forschiingen. 231 

Eunomiola de Boissieu p. S95, 55 = Eun-om-i-ol-n^^, fer- 
ner an 

Eonna ssec. 8—9. Eonhilt^) ssee. 10? Verbrütlerb. v. St. Peter 
43, 16. 96, 20, 

Eo7ioldus saec. 9, Polypt. Rem. 56, 119. 120 3), 

Eunulus a, 826. Fatteschi n. 47, 

Eunuciis (Fulco) ssec. 11. Cart. S. Petri Carnot. p. 192 c. 65, 

Adeimardus S3äc. 9. Polypt. Rem. 13, 2 = Ad-eiinardus^^. 

Die Formen hm, ion erscheinen in den Namen 

Junis Duehalais p. 231 n. 561 ; vgl. Jimisa f. ssec. 8. Polypt. 
Irm. 146, 83, Jonis f. sa?c. 9. Polypt. Rem. 47, 45, 

Jimia (Melonia) Steiner n. 631 ; vgl. Jona (mancip.) a. 876. 
Perard p. 153, 

Jonicus, Jonica Steiner n. 2698. 3135, 

Jimiamis Prognanus 5) de Boissieu p. 505, 21 ; Jimiatius (St.) 
c. a. 1085. Polypt. Irm. App. 27 p. 364, Julia Juniana Steiner 
n. 2772 6), 

Jimiavus Roll. Jul. 6 p. 584 = Jtmiau^), 

Junilla (Sta) a. 1124. Kausl. n. 281, Jimel (colonus) Fragm. 
polypt. Sitliiens. Pol. Irm. App. 3 p. 296, 

Jimandiis saec. 10. Cart. Savin. n. 76 p. 63 s). 



') Vgl. Fidamiolus (aus dem westi. Gallien) ssee. 8. Mab. Ann. saec. 1 p. 637, 
4 = Fid-am-i-ol-us, Maximiola Steiner n. 1874 = Max-im-i-ol-a , Viventiolu» 
(ep. Lugdun. saec. 6.) de Boissieu p. 381, 36 = Viv-ent-i-ol-iis, Cispiciolus 
(libertus) a. 333. Test. Remigii. Paid. n. 118 p. 82 = Cisp-ic-i-ol-us, (Cispia 
Martina, Orelli n. 3003) dann Gasdiola bei Custanzo. 

2) Vgl. Junildis {Junisa ihre Mutter, Jonan ihr Bruder) saec. 8. Polj'pt. Irin. 146, 83, 
Jonildis {Jonam ihr Sohn) I. c. 33, 6 = Jun-Ud-is. 

3) Eonoldus =: Eon-old-its ; vgl. Monoldus (St.) Cod. der Beoed. -Abtei Deutz. Lacombl 
Areh. 3, 293, Orioldis saec. 11 Polypt. Irm. 49^, Briceoldus, Fermenoldus saec. 9. 
Polypt. Irm. 33, 3. 33, 117. 

*) Vgl. Adaha, dann Eonardus a. 726. Pard. n. 533, Joonart sssc. 11. Polypt. Irm. 30*". 

5) Vater des Q. Carantius. 

^) Vgl. Jonan saec. 8. Polypt. Irm. 146, 83, Junan a. 990. Docum. et l'hist. de St. 

Hilaire de Poitieux n. 32, Junanus a. 1043. Cart. S. Vict. Massil. n. 768 p. 113. 
'') Vgl. die kymrischen Namen Liliau, Ceriau, Lihiau Lib. Landav. 124. 133. 183, die 

armorischen Cumiau, Ibiaui. saec. 9. Cart. de Redon n. 106. 133 und Zeuss p. 130. 
**) Vgl. Iliandis (ancilla) saec. 9. Polypt. Rem. 77, 67, Tecanda saec. II. Polypt. Irm. 

49''. In der Ablellung -and steht in diesen späten Formen, wie in Junandus, die 

Media wahrscheinlich statt älterer Tenuis. Vgl. Elianta saec. 8. Polypt. Irm. 24, 2. 



232 Stnrk 

• 

Von kymrischen Namen können hier angereiht werden Junnhui, 
Jonab Lives p. 70. 93, Eiinin saec. 9. Lib. Landav. 229, 

von armorischen Namen aus dem Cartul. de Redon: 

Junn (abbas) ssec. 9. n. 139, Jona (Zeuge) a. 868 n. 174 i> 

Junnm ssec. 9 n. 75 (vgl. Jonam [Zeuge] a. 537. Pard. n. 128; 
[servus] saec. 8. Polypt. Irm. 106, 122), Jnnanau a. 850 n. 250, 
Jntiasoi a. 837. n. 177, Jumooret ä. 838. n. 5, Junweten a. 857, 
n. 26, Junhael a. 846. n. 55, Jumval saec. 9. n. 67, Junwallon 
saec. 9. n. 189, Jnnüern a. 868. n. 221, Junicocon saec. 9. n. 124, 
Jiimiimet a. 868. n. 240, Jimiprit a. 850 n. 250; Junargant f. 
saec. 11. Cart. Landeven. Morice 1 col. 3;<8. 

Die Ableitung -at (Zeuss p. 758) in Eunat erscheint auch in 
den gallischen Personennamen: 

Gutruatus (dux Carnutum) Caes B. G. 7, 3. 8, 38 2), 

Cassatns Orelli n. 1986, Steinern. 1873 3), 

Liudatus Grut. 1159, 2; vgl. kymr. Lleuddad Lives p. 598, 4, 

Sedato (deo) Orelli n. 2043, 4972, Siidati uxoris, Sedatia, 
Bassina, Steiner n. 813. 638*), 

Sematus Murat. 167, 2, 3hitatus de Boissieu p. 61 1, 11 u. v. a. 

Failfei 71, 9 saec. 8 

Failfei im Verbrüderungsbuche ist Genitiv 5). — Failfe war 
der achte Abt zu Hy, nicht der siebente, wie H. v. Karajan Fol. 
XLIII annimmt e), und zwar nach dem Martyr. Dungal. p. 85 vom 
Jahre 677—679 ^). 

Die Annales Tighern. ») schreiben ad a. 673. 676, 679 Failbe, 
das Martyr. Dungal. Mart. 22 bezeichnet Failbhe als Sohn des Piopän. 



ij Vgl. auch Jonas (rex Arraor.) saec. !■ — 8. Exe. chron. Brioc. Morice 1 col. 15, 
Jona (ep.) a. 795. Cart. Paris. 1 p. 241, Jona (mancip.) a. 876. Perard. p. 153, 
Juno a. 819. Necr. Fuld. Dronke, Trad. et antiq. Fuld. p. 167, Jonus (vicecomes) 
a. 937. HLgd. 2 n. 64. 

2) Die Deutung dieses Namens siehe bei Glück p. 111 Anm. 1. 

^) Casatti Familienname in Oberitalien. 

*) Vgl. auch SUdatlani M(anu), Arch. biit. XXVII, 152 (Fröhner n. 1989), vielleicht 
Siidatiani (d. i. Sedatiani) zu lesen. 

5) Vgl. „Navigatio Failhei Abbatis" etc. Annal. Ult. a. 672. (Collect. 1, 228j. 

6) Siehe Adomnan. 

') Nach den Ann. Tigh. ist Failhe im Jahre 673 nach Irland gereist und im J. 676 nach 

Hy zurückgekehrt. 
8) Collectanea de reb. Alb. 1, 228. 



Keltische Forschungen. tioo 

Die Annalen der vier Meister verzeichnen noch drei andere 

Männer Namens Failbe: Failbhe, anchorite, died a. 923, Failbhe 

Beg, abbot, died a. 711, Failbhe Erdaimh died a. 766. 

Zur Erklärung dieses Namens dient das irische Adjectiv failbe, 

failbhe (vivus) Lhuyd 1, 75 d. i. „lebendig, rasch, muthig" '). 

dem etwa altgallisch valb entspricht. 

Die nachstehenden Namen mögen einer weiteren Untersuchung 

dienen. 

Valpinus (tig-) Smetius, J. Antiq. Neomag. p. 167 (Fröhner 

n. 2059) = Valbiuu6l 

Valbiis (colonus) a. 499. Pard. 1. n. 6o p. 39, 
Wulpulo ssec. 9. Hlud. et Hloth. capit. Mon. G. 3, 253, 3 = 
Walbulol 

WalebegihUs f. ssc. 8. Polypt. Irm. 145, 78 =Walbegildis^), 
Walbaut a. 860. Kausl. n. 129 = Walb-aud? Vgl.Zeuss p. 753, 
Valvomerus (Petrus) a. 355. Ammian. 15, 7, 4, 
Valvis f. ssec. 8. Polypt. Irm. 189, 82, Walvo de Menzano a. 

1211. Cod. Wangian. n. 102, 

Walveradus a. 1252. Mohr. Cod. dipl. Rhaetiae 2 n. 13, 
Walferias, Walfardns a. 1210. 1213. Cod. Wangian. n. 87. 

272 = Walf-eri-us, Walf-ard-us. 

Feilgon 71, 18 ssec. 8. 

Zu diesem Namen bemerkt H. v. Karajan Fol. XLIV: „Wohl 
Wlganius ep. Cantuariensis gest. 650. Mab. Ann. 1, 4 12." Dies ist 
ganz unrichtig, ebenso die dieser Vermuthung zu Grunde liegende 
Annahme, dass Feilgon nominativ sei. 

Hier ist gemeint, Faelchü, Sohn des Abtes Dorhene und gleich- 
falls Abt und Bischof auf Jona. 



*) Verwandt sind g-oth. valvjan (xuXövöeiv), ahd. walhi (volubilitas) u. a., die bei 
Diefenbach. Goth. Wb. 1, 179 — 185 nachzusehen sind. 

2) Ob in diesem und in vielen anderen offenbar undeutschen Namen auslautend yild 
als Compositionsglied (vgl. Gildas St. geb. a. 490. Chron. Brit. Moriee 1 col 2, 
Güdasius [Sohn des Cauuus] Boll. Jan. 2 p. 958) oder als doppelte Ableitung = 
-g-ild zu betrachten ist, muss erst untersucht werden. Doppelte Ableitung sehe ich 
in den keltischen Namen Sadregildiis sxc. 9. Polypt. Rem. 52, 9i = Sadre-g-üd-us 
neben Sadri-l-d-is f. saec. 8. Polypt. Irm. 40, 20 (vgl. Satrius und Satrica f. 
Steiner n. 486. 1880), in Petronaxildus (notarius) a. 742. Fatteschi n. 3 statt 
PetronacUdus, abgeleitet mit -l-d von Petronax (vgl. „a Petronaci, Petronace' 
archiep. Ravenn. saec. 9. Cod. trad. Ravenn. p. 29. 30) d. i. Petro-n-ac-iui. 



234 stark 

„Faelchu mac Doirbeni Cathedram Columbae Ixxiii. aetatis 
anno, in IV. Kl. Septembris die Sabati suscepit" bericbten die 
Annaies Tigbern. ad a. 716 (Collectanea p. 238). Dieselben Annales 
nennen ibn bei der Angabe seines Todes im Jabre 724 Abt zu Hy 
(Collect, p. 240.) Im Martyr. Dungal. Apr. 30 p. 114 ist Faolchii^} 
als Bischof ohne jede andere Bemerkung eingetragen. 

Die Form Feilgon im Verbriiderungsbuche ist Genitiv von dem 
Nominativ Faolchü, Fuelchü. 

Faelcliü ist zusammengesetzt aus irisch faol, fael (wild), im 
Genitiv feil, und aus irisch cM, cu (a dog; griech. xOwv, lat. canis, 
deutsch „Hund"), im Genitiv con, ciin, und bedeutet „wilder Hund," 
„Woir",Mird nacbO'Brien aber auch zur Bezeichnung eines tapferen 
Kriegers gebraucht ^). 

Fircnoi 71, 5 saec. 8. 

Der Nominativ dieses irischen Namens, denn die dem Verbrü- 
derungsbuche entnommene Form ist Genitiv, lautet Fergna. 

Fergna Britt war nach dem Mart. Dungal. Mart. 2 Bischof und 
Abt zu Hy und ist im Jahre 822 gestorben s), er war aber nicht, wie 
Herr v. Karajan angibt, der dritte, sondern der vierte Abt jenes 
Klosters auf Jona *). 

Im genannten Martyrologium p. 414 wird Fergna durch 
„Virgnous" (der Jungfräuliche) übersetzt. Der Name erscheint aber 
öfter: die Annalen der vier Meister nennen einen „Feargna son of 
Aenghus, king of Ulidia, a. 8ol'% und ich vergleiche lieber den gal- 
lischen Namen Verginius Jnsteius Tacit. Hist. 3, 77, L. Verginius 
Rufus (Cons.) Grut. 8, 3, der, wie Virgilius (richtiger Vergilius) 
Tibull. 4, 15. 3Iartial. 14, 19ö. Sidon. Carm. 13 5), abgeleitet ist von 



1) Faelchd p. ll."». — In den Annalen der vier Meister wird Faelchü bereits im Jahre 

714 als Abt bezeichnet und das Jahr 720 als sein Todesjahr angegeben. Das Martyr. 

Dungal. kennt noch drei Heilige dieses Namens, zwei Mai 23 und Juli 20 ohne jeden 

Beisatz, dann einen „Faolchü of Finnglas" Sept. 24. 
2J MitcAw, kymr., körn., armor. ci gebildet sind auch der irische Name Finnchü: Mael- 

padraig son of, bish. died a. 861. The four masters, und der kymrische Jlforcj Lib. 

Landav. 218. 
Sj^Auch die Annalen der vier Meister geben an „Feargna Brit St., abbot of Ja and 

biShop, died a. 622". 
*) Siehe bei Adomnan. 
5j Vgl. auch Veryüius Euphemus Fabrettip. 13, 37, Vergilius ^oAesins, Vergilius 

Maitaiius, Orelli n. 1281. 4644. Vrnjilia Heliodora I. c. n. 4631, Virgilia (liberta) 



Keltische Forschungen. 235 

verg, irisch /<?/■</, }eii\ fearg (motio, agitatio, ira), davon fercach, 
feargach (iratus, perversiis), kynirisch gioerg (efficax) Gl. Oxon. ') 

Fusctdo 6S, 9 S8BC. 8. 

Diesem Namen stehen zur Seite Fuscu/ns a. 774. Liipi 1, o30; 
a. 857. Blasius, Ser. princip. n. 99, Fuscolus Goldast 2, HS, und an 
ihn schliessen sich die Namen: 

Fuscns (Marcus Moccius) Cons. saec. 3. Steiner n. 239, Fuscus 
(et Püllio Proclii filii) 1. c. n. 7^0, Fusco ssbc. 9. Polypt. Rem. 60,6, 

F?fsm(Latinia) Steiner n. 1168, Fuscia Secunda (Proculi filia) 
1. c. n. 2710, Fusca s»c. 9. Polypt. Rem. 59, 4; a. 968. Fantuzzi 1 
n. 18o p. 21, 

Foscaims (Inscr. Pannon.) Hormayr, Wien, I, 3 p. 80, 

Fuscinus Catullus, Knabl, Mitth. d. h. V. f. St. 4, 188, Fusciiius 
(Matuccius) Inscr. Numid., Renier, Archives des missions scientifiqnes 
etc. 1851, p. 442, 

Fusciiinus (St.) Polypt. Irm. App. 5 p. 305, 

Fnshel f. a. 879. Perard p. 157, Fushihlis, Fuscliildis a. 882. 
1. c. p. 57, Fuscildis ssec. 8. Polypt. Irm. 72, 16, 

Fuscnrdus (prsepos.) ssec. 9. Perard p. 151; a. 1030. Fantuzz- 
1 n. 94, Foschardus c. a. 1100. Cart. Savin. n. 881, 

Fuscari (servus) saec. 8. Chron. mon. Casin. 1,10. Mon. G. 9, 
587, ZI, Foscharius a. 886. Perard p. 161, 

Fuscarinus Goldast 2, 115, 

Fasceradus, Fuscuradus a. 1064. 1065 Annali Bologn. 1. App. 
n. 64. 65, 

Ftiscarardus (Petrus) a. 1137. Fautuzzi 1 n. 186 p. 79. 

Hieher stelle ich auch: 

<I>ouaxtag (Gesandter des vandalischen Königs Gelimer) ssbc. 6. 
Procop. B. vand. 1, 24 2). 

Dass allen diesen Namen lat. fuscus zu Grunde liegt, halte ich 
nicht für wahrscheinlich und ich denke daher, dass fusc hier durch- 
wegs statt gallischem vusc stehe. 



a. 739. Pard. n. S59 p. 376, dann Vergoidis f. saec. 9. Polypt. Rem. Ijö3, 41, 

iriscli Ferghil, abbot, a. 877. The four masters. 
1) Siehe Zeuss p. 13. 14. 71. 933. 1078. 112j. Glück p. 131. Lhuyd, Aich. Lrit. 
3) Aus der Stellung dieses Mannes am Hofe des vandalischen Königes folgt nicht noth- 

wendig, dass er auch vandalischen Stammes war. Bei den römischen Kaisern, aber 

auch bei deutschen Fürsten, waren Gallier nicht selten in einflussreicher Verwendung. 



236 stark 

F statt V ist in römischer und jüngerer Zeit eine oft hervor- 
tretende Erscheinung. Man beachte: 

Fidorimis Fröhner n. 2127 statt Victormus, 

Fahiriuü (libertus) Sitzungsb. d. kais. Akad. d. W. 12 p. 90 
n. 68 9 statt Vahirius ; vgl. Vaherius Faustus, Orelli n. 3951, 

Fabricius Steiner n. 337 statt Vabricius; vgl. Vabrilo Steiner 
n. 3S6o, 

Fibirius (St. abb. Trevir.) Mart. Rom. Nov. 5 statt Vibir'ms 
u. V. a. 2) 

Das Wort vusc erscheint auch in den Personennamen: 
Voschlsus (ep. Virdun.) ssec. 8. Gesta ep. Virdun. Mon. G. 6, 
43, abgeleitet mit -is, 

Woscolt ssec. 9. Verbr. v. St. Peter 24, 6 3), 
VuscJwumd (mäncip.) a. 820. Ried n. 21; \g\. Restemimdus'*), 
Balsmimdus^) saec. 8. Polypt. Irra. 98, 159. 266, 156, Olomundus 
(abb. monast. Malasti) a. 815. HLgd. 1 n. 28 6), Geunimunt 
(mancip.) a. 861. Kausl. n. 136'?) Ostremundus a. 537. Pard. n. 
128; s«c. 8. Polypt. Irm. 192, 11 «). 



< 



1) Auch FaJer saec. 11. Polypt. Irm. 49 kann = Vaherius aufgefasst werden. 

8) Vgl. Wifirhi a. 807. Urkdb. v. St. G. n. 197 = Viviri , armor. Gueferius ssec. 9 

— 10. Exe. chron. Brioc. Morice 1 col. 20, dann Vibia Classic! filia, Knabl, Milth. 

d. h. V. f. St. 4, 201, Vihius Catussa Steiner n. 3006, Vibidius Varro, Tacit. Ann. 

2, 48, Vibidia (viigo vestalis) 1. c. 11, 32 u. m. a. 

'J Woseolt im Drucke ist ein Lesefehler. Vgl. die Lesefehler im Verbrüderungsbuche 

bei Barthani. 
*) Vgl. Restio Steiner n. 2027, Virgillus Restitus Orelli n. 3800, Restuta (Tochter des 
Cotula und der Asedia) Mitth. d. h. V. f. St. 3, 99, Restibia (d. i. Restiviu) 63, 
24, Restencius (d.i. Restentius) II.t, 320, Restata 137, 28, Restaurius 209, 13, 
Restedumis 215, 9 im Polypt. Irniinonis. 
5) Vgl. Balsa (opp. Lusit.) Plin. 4, 21, Balsma, Balsima saec. 8. Polypt. lim. 7, 7. 
237, 79'''% Baismus ssdc. 9. Polypt. Rem. 43,5.38, 127, Balsimius (mancip.) 
a. 708. Pard. n. 471 p. 278, Balsinda ssec. 8. Polypt. Irm. 41, 24 = Bals-ind-a 
u. m. a. Die Deutung des Namens Balsma, Balsima durch Balsampflanze (Grimm, J. 
Über Frauennamen aus Blumen p. 25) zeigt sich durch die Vergleichung mit den 
hier vorgeführten Namen als unstatthaft. 
8) VgL kymr. Olwen (Tochter des Rhodri Mawr) Jolo p. 14, il = Ol-wen, ir. Valgarg 
(Culenai son of) a. 1044. The four masters (Gargonius Paulinus, Orelli n. 4836). 
') Vgl. Geunfridus ssec. 8. Fragm. pol. Rem. Polypt. Irm. p. 289, 4, Geonuald sasc. 9. 

Liber vitae ecci. Dunelm. p. 29, 1. 
8) Vgl. Austnis (fig.) Steiner n. 12. 1624, M. Austrunius Fabretti p. 94, 205, Austre- 
monia sipc. 9. Polypt. Rem. 4, 7, Austremunus ssec. 8. Fumagalli n. 4, armor. 



Keltische Forschiing'en. Zo* 

Zur Deutung des Wortes vosc, vusc dient kymr. fysg (quick, 
liasty, inipetuoiis; impetuosity), ^irj/s^ (headlon, precipitate) Owen 
d. i. fusc, vusc !)• 

Hier ist auch noch zu berücksichtigen der armorische Mannsname 
Gtioscadöc a. 837. Cart. deRedon n. 1 3 2), abgeleitet von guoscäd d. i. 
vtiscdd; vgl. kymr. gwysgawd (precipitation) Owen. 

Die Namen Fiiscari, Fiiscariiius, Fuscuradus, Finicarardus 
sind zu vergleichen mit ir.^ fuascur (fuga, flight) Lhuyd = voscar. 

Der kymrische Zuname Gosgordvawr s) Lives p. 274 ist hier zu 
scheiden. Er ist zusammengesetzt aus kymr. gosgorz, körn, gosgord 
(Gefolge) Owen. Lhuyd 1, 233 und rawr d. i. 7ndr, welches Wort im 
Kymrischen magnns, grandis, amplus bedeutet und in zusammen- 
gesetzten Wörtern meistens der lateinischen Endung -osus ent- 
spricht*). Gosgordvmvr heisst „der Gefolgsreiche", „der durch sein 
Gefolg Mächtige". 



Ostravent saec. 9. Cart. de Redon App. n. 73 und etwa yster, yst (active, vivid, 

ardent) Owen, so dass Austrus, Austrunius u. s. w. statt üsterus, üsterunius 

stehen. 
1) Die Fusch, ein rasch fliessender Gebirg-sbach im Pinzgau, von dem das Fus eh er- 

thal den Namen trägt, ist durch dieses Wort zu deuten. Vgl. TarKs (Flussname) 

Plin. 3, 16, 20, noch jetzt Taro, d. h. der schnelle, von der Wurzel tar, skr. 

tar, ire. wovon taras (velox), irisch tara (agilis, alacer), Glück, Renos, Moinos 

und Mog'ontiacon p. 2 Anm. 4, dann Dänuvius (Donau) abgeleitet von dänu (ir. 

da'na, gäl. dan fortis, audax, intrepidus Zeuss p. 994), also von seinem starken 

Laufe benannt. Glück, die kelt. Namen bei Cäsar p. 92. 
3) Armer., körn, -oe, kymr. -auc ist = gall. de. Zeuss p. 90. 
8) Im Texte steht Elidur Gosgord vaur und Coscoruaur. Ich denke, dass Oosgordvaur 

herzustellen sei. Auch Jolo lOo, 110 schreibt Elifer Gosgorddfawr. 
*) Vgl. Glück, die kelt. Namen bei Cäsar p. 60. 



Berichtigung. 
S. 14 Z. 9 ist -at st. -ato zu lesen. 



238 



stark. Keltische Forschungen. 



Verzeicliniss 

der dem Verbrüderungsbuche von St. Peter in Salzburg entnommenen keltischen Namen. 



Seite 

Ädaba 8 

Adomnan 11 

Agarizzo, Agrizzo 12 

Agateus 13 

Agevus 14 

Agnellus 16 

Alateus 17 

Amandus 18 

Amandinus 18 

Amil 21 

Ammiloni 21 

Anciogo 22 

Antesmo 23 

Antubus 24 

Antud 2S 

Antunia 23 

Baithanus 26 

Barthani d. i. Baithän 26 

Papo, Papa, Papilo 27 

Pascasius 28 

Pascuwialh 30 

Passiva 30 

Pasun 33 

Perwinc 35 

Petarnella 37 

Brigida 38 

Pufulus 39 

Cassio 40 



Seit« 

Causit 42 

Celetetohus d. i. Celedonius .... 44 

Killach 4.'i 

Kerani 45 

Killenus 47 

Cisso, Cissimo 48 

Commenus 49 

Konomblo d. i. Conomail 50 

Chuchinad 51 

Cuffulus, Cuffolo 52 

Cundumahc 54 

Custanzo 56 

Terra 63 

Dignus 63 

Dignulus, Dignolus 64 

Dignouar 64 

Tomnella 65 

Domiiichio 67 

Dorbeni 67 

Dulcissimo 69 

Dulcissania 70 

Tiinochodo d.i. Dunchadh 71 

Eunat 72 

Failfei d. i. Failbhe 74 

Feilgon d. i. Faelchil 75 

Fircnoi d. i. Fergna 76 

Fusculo 77 



Bolza, Beitrag zum Studium der gallo-italischea Dialekte. 239 



Beitrag zum Studium der gallo-italischen Dialekte. 

Von Dr. J. B. Bolza. 

Nachdem die Sprachforschung der neuen Zeit den Satz fest- 
gestellt hat, dass die Dialekte keineswegs als aus den bezüglichen 
Schriftsprachen durch Corruption hervorgegangen, sondern als selb- 
ständige Umbildungen der früheren Idiome zu betrachten sind, aus 
welchen jene Sprachen entstanden, gewann ihr Studium eine Wich- 
tigkeit, welche den vorliegenden Versuch rechtfertigen dürfte. Und 
fürwahr verdienten die Dialekte, welche in der Lombardie gesprochen 
und unter der Benennung gallo-italici einbegriffen werden, eine aus- 
führliche Besprechung, die ihnen durch Bioiidelli's Schrift Dei dla- 
letti gallo-italici zu Theil wurde. Da jedoch letztere die genannten 
Dialekte nur im allgemeinen behandelt, ohne auf ihren inneren Bau 
einzugehen, sei es mir erlaubt, lediglich über die Formen der Zeit- 
wörter manches hervorzuheben; zu welchem Behufe ich mich darauf 
beschränken werde, die Paradigmen der zwei Hilfszeitwörter anzu- 
führen. Als Typus wählte ich den mir geläufigen Comer-Dialekt, 
welcher sich von den übrigen in der Aussprache, sonst aber wenig 
unterscheidet. 



Für diejenigen, welche die von mir herausgegebenen Canzoni 
popolari comasche i) nicht kennen, muss ich hier vorläufig wieder- 
holen, was ich daselbst in Bezug auf die von mir angenommene 
Schreibart bemerkte. 



1) Cauzoni popolari comasche, raccolte, e puhblieate colle meJodie, dal Dott. G. ß. 
Bolza. Vienna. In commissione presso il figlio di Carlo Gerold. 1867. — Tirate 
a parte dai Rendiconti delle tornate delP I. R. Accademia delle scienze, classe 
storico-filosofica. Vol. LIU. pag. 637. 



240 



B o I z, x 



1. Der accento grave (') zeigt, über einem Endselbstlaut, so 
wie in der Schriftsprache, dass letzterer scharf ausgesprochen werden 
soll, Anfangs, oder in der Mitte eines Wortes bezeichnet er blos 
die Tonlage. 

2. Die mit dem accento circonflesso (*) versehenen Endselbst- 
laute werden mit einer Dehnung ausgesprochen, welche einer Ver- 
doppelung derselben gleichkommt. Das e und das o stellen ausser- 
dem den geschlossenen Laut dieser Selbstlaute vor. 

3. Mund ö entsprechen dem w und eti oder oeu im Französischen. 

4. g lautet vor e und i wie im Französischen y. 

5. Endlich haben c und g am Ausgange eines Wortes den 
weichen Laut. 



Indefiuito. 



Vess, essere. 



Av^ (avegh, veghj, avere. 



Std, stato. 



Participio passato. 

Avü Qibiü, biü), avuto. 



S6n (sont), sono, ec. 

T4 si 

Lh 

Sem 

St 

fn 



lüdicativo. 

Presente. 



Ho (g'ho), ho, ec. 
The (te gJihS) 
Lim (el glia) 
Em (gh'em) 
Avi (hl, g'avi, gh'hij 
Han (ghan). 



Imperfetto. 



Seva, era, ec. 

Te sevet 

Viva 

Sevem 

Sevef 

Even 



Eva (gh'eva), aveva, ec. 
T'evet (te gh'evet) 
L'eva (el gWevaJ 
Evem fgh'evemj 
Evef (gKevef) 
Even (^gKeveny. 



neitrag- zum Studium der uMlIo-italiscIieii Dialekte. 



241 



Sö?i std, sono stato, ec. 
Te se std, ec 



Sarö, sard, ec. 

Te sare 

El sarä 

Sarem 

Sari 

SaruH 



Sia, sii ec. 

Ch'el sia 

Si 

Che sian 



Passato prossimo. 



Ho (g'ho) avü, ho avtito, ec. 
T'he (te ghliej avü, ec. 



Fotaro. 



Avarö fg'avaroj, avrö, ec 
T'avare (te g'avare) 
L'avarä (el g'avard) 
Avarem (g' avaremj 
Avari (g'avari) 
Avarun (g'avarän). 



Imperative. 



Abia, abbi, ec. 
Che Vabia 
Abie 
Che abien. 



Congiuutivo. 



Presente. 



Che mi sia, ch'io sia, ec 

Che te siet 
Ch'el sia 
Che siem 
Che sief 
Che Sien 



Se füdess, se fossi, ec. 
Se te füdesset 
S'el füdess 
Se füdessem 



Che mi äbia (che mi g'abia), ch'io 

abbia, ec 
Che te abiet (che te g'abiet) 
Che Vabia (ch'el g^ibia) 
Che abiem (che g'äbiemj 
Che äbief (che g'abief) 
Che äbien (che g' abien). 



Imperfetto. 



Se avess (seg'avessj, se avessi, ec. 
Se favessef (se te g'avessetj 
Se V avess (s'el g'' avess J 
Se avessem (se g'avessemj 



242 »^°»^« 

Se füdessef Se avessef (se gavessef) 

Se füdessen Se avessen (se g'avessefi). 

Condizionato. 

Saref, sarei, ec. Avaref (gavaref) avrei, ec. 

Te saresset Te avaresset (te g' avaresset) 

El saref U avaref (el g avaref) 

Saressem Avaressem (gavaressem) 

Saressef Avaressef (gavaressef) 

Saressen Avaressen (g'avaressenj. 

I. Vess. 

1. Schon bei dem Indefin. weicht der Dialekt von der Schrift- 
sprache, abgesehen von der Abkürzung, darin ab, dass das anlau- 
tende e ein v annimmt. Die Vorsetzung dieses Hauchlautes findet 
auch in vün und vüna, uno und una; vott und vutanta, otto und 
ottanta; vohä, alzare; voltra, oltre u. a. statt. 

2. Vergleicht man die Formen des Praes. des Indicat. des 
Dialektes mit den entsprechenden der Schriftsprache, so ergibt sich, 
dass die fünf ersten ziemlich übereinkommen, wobei höchstens Fol- 
gendes zu erinnern wäre. 

Son dürfte nicht aus so7io, sondern unmittelbar aus sum hervor- 
gegangen sein. Das hinzugefügte t (sönt) scheint nicht euphonisch 
einzutreten, wenn das darauf folgende Wort mit einem Selbstlaute 
anfängt (wie in cont für con) . da man es häufig am Ende eines 
Satzes findet 2), Ob dieses t nicht daraus entstand, dass, wenn man 
das n im Auslaute stark ausspricht, die Zunge, welche sich sodann 
gegen die Zähne legt, leicht den ^-Laut bildet? Auch im Walachi- 
schen heisst es ieu sunt. 

Se für sei und sem (abgekürzt von semo) für siamo werden 
noch heut zu Tage in der Poesie gebraucht. Se77io, organisch aus 
(el-serno, möglicher Weise durch Einfluss von avemo (aus habe- 



1) Ovei, Mel stuga regia cont i man. Porta. / desgrazi de Giovannin Bonge. 

2) Chi iiont? respondi franco. Id. 



Beitrag zum Studium der g-iillo-idiliselien Dialekte. 243 

mtis) gebildet, ist eigentlich die richtige, ursprünglich allein übliche 
Form, und nur in späteren Zeiten wurde siamo, ebenfalls vielleicht 
durch Einfluss von uhlnnmo (aus hahemmis), in A\e Sprache einge- 
führt, während der Dialekt sem behielt. 

Bemerkenswerther als die besprochenen Formen ist in. So wie 
bei avere aus ha in dem Plur. hatino entstand, bildete sich aus e 
selbständig eimo, abgekürzt en i), dessen geschlossenes e sich im 
Dialekte in i verwandelte. Somit ist dieses tu legitimer als das 
italienische sono, welches mechanisch aus dem lat. sunt hervorginp-, 
und überdies mit der Form der ersten Person gleichlautend ist. 
Auch ergibt sich aus dem Gesagten, dass die bei Herausgabe der 
Werke Porta's, Grossi's und Anderer allgemein angenommene 
Schreihart hin (welche gleichsam auf hanno hinweist), unzweck- 
mässig ist, während die Bezeichnung des i mit dem accento circon- 
flrsso dem Bedürfnisse, die in Rede stehende Form von der Praep. in 
zu unterscheiden, vollkommen entspricht. 

Noch ist hier etwas zu bemerken, was aber nicht dem Zeitworte 
vess und dem Praes. eigen ist, sondern für alle Verba und Tempora 
gilt, dass nämlich bei der 2. und 3. Pers. des Sing, das Pronomen 
nicht ausgelassen werden darf. Enthält der Satz eine Frage, in 
welchem Falle das Pron. dem Zeitworte nachgesetzt wird, so wird 
es mit demselben zusammengezogen 2). 

Die Formen des Imperf., welche sich von jenen der Schrift- 
sprache wesentlich unterscheiden, sind in einer Hinsicht nicht leicht 
zu erklären. Das Sanskrit as-am erscheint im Latein, durch die 
regelmässige Umgestaltung des s des Stammes {asj in r, als er-am, 
im Italienischen, durch die gewöhnliche Wegwerfung des Endselhst- 
lautes, als era. Die Umwandlung des r in v im Dialekte wäre nichts 
Ungewöhnliches ; allein diese Verwechslung kann man bei seva und 
den ähnlichen Formen nicht annehmen, weil bei denselben (wie in 
son, saro, sia und saref) das s des Stammes den ersten Platz ein- 
ninunt. Wahrscheinlich ist die Vermuthung, dass seca, durch Beein- 
flussung des analogen eim (statt aveva), regelmässig aus (e)-seva 
hervorgegangen und in der 3. Pers. beider Zahlen das Stamm-.« ab- 



1) Dante. Par. XXVIH. v. 64. Purg. XVI. v. 121. 
') Chi set? Chi sei? Dov" el? Dave e egli? 
Sity-Ii. d. iihil.-hist. Cl. LIX. B.l. II. Ufl. (7 



244 B o I z a 

handeii gekommen sei. Jedenfalls ist zu bedauei'ti, dass in der 3. Pers.' 
beider Zahlen die Formen von vess und ave gleich lauten. 

Keine Schwierigkeit bietet dagegen die Erklärung einer Er- 
scheinung dar, welche wir schon bei sem hätten berühren sollen, 
was wir aber aus dem Grunde nicht gethan haben, weil in jener 
Form der Dialekt der Schriftsprache folgt, nämlich der Suffixe. Das m 
als Pron. der 1. Pers. des Plur. hat sowohl das Griechische {es- 
menjü\s diisLüte'imsche {[ej-s-u-ynus} mit dem Sanskrit(7^«7^-wrt.5^ 
gemein. Hier aber finden wir als Suffixe die dem Dialekte gemein- 
schaftlich mit der Schriftsprache eigenen Pronomina, da im t (wel- 
ches a« die Stelle des s [sanskr. ds-t-s, lat. er-a-s] getreten ist) 
von sevet das Pron. der 2. Pers. des Sing. 0-uJ "icl»* zu verkennen 
ist, und das f von sevef als eine Verstärkung des Pron. der 2. Pers. 
des Plur. (v-oi) angesehen werden dürfte. 

4. Die gallo-italischen Dialekte haben das mit dem Wiener 
gemein, dass sie die Formen des Pass. rimolo (fui, ec.) nicht ge- 
brauchen. Nur in älteren Liedern kamen dieselben hie und da vor «). 

5. Im Fut. weicht der Dialekt von der Schriftsprache darin 

ab, dass 

a) das ö von saro (aus (e)s-er-ho gebildet) folgerecht zum 6 
wurde, weil der Erstere ho statt ho hat; 

b) das ai von sarai ein e (ai=ej gab; endlich 

cj dass das geschlossene e von sarete vom lautverwandten i 
verdrängt wurde. 

6. Der Imper. und das Präs. des Conjunct. geben keinen An- 
lasszu irgend einer Bemerkung, wohl aber das Imperf. Conj. Weit ent- 
fernt, das i vom lat. fuissem, wie die Schriftsprache fallen zu lassen 
(fossij, wodurch die Betonung auf das vorangehende o, welches 
an die Stelle des n trat, versetzt wird, hält der Dialekt die Tonlage 
auf das /, beziehungsweise auf das e fest, und schiebt, um das Zu- 
sammentreffen des ii mit dem e zu vermeiden, ein d ein. 

Bei dem Condiz. könnte beim ersten Anblicke befremden, dass 
das Suffix f, welches, wie bereits oben angedeutet wurde, bei der 
2. Pers. des Plur. dem betreffenden Pron. entspricht, hier auch bei 
der 1. und 3. Pers. des Sing, erscheint. Das verschiedene Wesen 



*) Quand ch'el fit ulla inattimi. Caiiz. iioj). com. II falso pellegrino. 



Beitrag- zum Stutliiim d.T gallo-italischen Dinlekte. 24I> 

dieses /"in den beiden Fällen erhellt aus der Zusammensetzung die- 
ses Tempus im Italienischen. So wie das Fut. sard mit Hilfe des 
Zeitwortes avere gebildet wurde, so entstand bekannter Weise sarei 
(was doch nur ein bedingtes Fut. ist) aus (e)s-er-ei, indem das lat. 
habui zuerst zu ebbi, dann zu e/ zusammenschmolz. Allein im Dialekte 
ist noch die Spur von ebbi zu finden, wenn man annimmt, dass das f 
von saref HiÄS, b von ebbi vertritt; was zur Folgerung führen würde, 
dass die in Rede stehende Form des Dialektes älter sei als die ent- 
sprechende in der Schriftsprache. 



II. Ave (avegh, vegh). 

1. Bei dem Indef. dieses Zeitwortes fällt bei der zweiten Form 
die Partikel ^/*<^ (abgekürzt <//i oder*/') auf, welche das Zeitwort in 
allen Tempora und Personen pro- oder enclitisch begleitet. Dasselbe 
ist zweifelsohne aus der Adverbial-Partikel ci entstanden, welche 
ursprünglich hier bedeutete i). später aber zum Füllworte wurde z), 
und wird dem Zeitworte avere jedesmal vor- oder nachgesetzt, wenn 
es nicht als Hilfszeitwort in Begleitung eines Partie, pass. 3), sondern 
als selbständiges, das Innehaben bedeutendes Zeitwort*) erscheint. 
Mit diesem ghe ist übrigens das gleichlautende Pron. nicht zu ver.- 
wechseln, welches so viel als a lui, a lei oder a loro heisst 5). 

2. Wie bei sarai ist im Praes. das ai von hai zu e geworden. 
Avemo schrumpfte zu emo, abgekürzt em, zusammen. Und wie sarete 
durch Wegwerfung der letzten Silbe und die Verwandlung des e in 
i, sari gab, bildete sich aus avete, avt 

3. Die Dialekte haben eine entschiedene Neigung zur Abkürzung 
der Wörter, und aveva kürzte sich dermassen ab (eva^, dass man 
versucht werden könnte zu glauben, der Stamm (avj sei ganz ver- 
loren gegangen. Das Verfahren war jedoch muthmasslich so, dass 
zuerst das a (veva), dann nach und nach das anlautende v ausblieb. 



1) Ci e cristiano? Ist Jemand (hier) zu Hanse? 

') Ci ha il sxto gusto a far del male. Es freut ihn Übles anzurichten. 

*) Hö fd el me dover. Uo fatto il mio dovere. Het disnä? Haipranzato? 

*) El g'ha rason. Ha ragione. Te gh' he tort. Hai torto. 

5) Ghe diro la veritd. GH. o le, o a loro diro la veritä. 

i7' 



ä46 ß 1 z a, Beitrag zum Studium der gallo-italischen Dialekte. 

4. Über die nachfolgende Tempora dürfte kaum etwas zu erin- 
nern sein, da hinsichtlieh der Suffixe das, was bei dem- Zeitworte vess 
bemerkt wurde, auch für av^ gilt, es wilre nur zu erwähnsn, dass 
im Fut. und in dem mit ihm verwandten Condiz. der mittlere Selbst- 
laut von av-er-ho und av-er-ei, welcher in der Schriftsprache ver- 
schwindet C(iv-r-d, nv-r-ei), im Dialekte als « (av-ar-o, av- 
ar-efj beibehalten wird. 



Pfiziiiaier, Geschichtl. über einige Seelenzustäiide u. Leidenschaften. 24T 



Geschichtliches über einige Seelenzustände und 

Leidenschaften. 

Von dem w. M. Dr. Aug. Pfiz maier. 

Die abnormen Seelenzustände und Leidenschaften der Bewohner 
Chinas zeigen in ihrem Ursächlichen und in ihrem Wesen, besonders 
aber in Bezug auf die Umstände, unter welchen sie zu Tage treten. 
Manches, das mit den gewöhnlich über dieselben verbreiteten Ansichten 
im Widerspruche steht. So kommt es beispielsweise vor, dass der 
höchste, mit rücksichtsloser Selbstaufopferung verbundene Muth in 
seiner äussern Erscheinung Furcht ist. So haben namentlich Zorn 
und Beschämung oft ganz andere Ursachen und Folgen als nach den 
bei uns gemachten Erfahrungen erwartet werden sollte. Übrigens 
bietet auch das, was in dem Erzählten mit unseren Begriffen über- 
einstimmt, noch des Lehrreichen genug. 

In der vorliegenden Abhandlung wird eine Anzahl geschicht- 
licher Ereignisse und gewisser in alten Schriftstellern enthaltenen 
Aufzeichnungen, welche zur Darlegung des Gesagten dienen, vor- 
geführt und theilweise erläutert. Die einzelnen Seelenzustände und 
Leidenschaften, deren Absonderlichkeiten hier zur Kenntniss gebracht 
werden, sind: Vergesslichkeit und Irrthum, Irrsinn und Blödsinn, 
Dummheit, Feigheit, Furcht, Zorn, Groll und Unzufriedenheit , Be- 
schämung, Hochmuth, Verschwendung. 



2^8 



H f i z 111 ii i e r 



Vergesslichkeit und Irrthum. 

Kaiser Yuen war als der zur Nachfolge bestimmte Sohn sehr 
vergesslich und hatte keine Freude. Eine höchste Verkiindung 
hiess Wang-pao und Andere sich in den Palast des Nachfolgers 
begehen und dem Nachfolger Freude bereiten und ihm aufwarten. 
Dieselben lasen am Morgen und am Abend mit lauter Stimme unge- 
wöhnliche Schriften und das, was sie selbst verfasst hatten. Nachdem 
die Heilung der Krankheit bewerkstelligt worden, kehrten sie heim. 
Der Nachfolger hatte Freude an den von Pao verfassten Lobprei- 
sungen von Kan-tsiuen und Tung-siao. Er befahl den vornehmen 
Geliebten der Rückseite des Palastes und den Leuten seiner Umge- 
bung, sie herzusagen i). 



Als Pa, Lehensfürst von Hia, hörte, dass Tsao-schuang hinge- 
richtet Morden und dass Yuen, Lehensfürst von Hia, der den Westen 
erobernde Heerführer, ebenfalls vorgeladen worden, hielt er dafür, 
dass das Unheil sich umwenden und ihn erreichen werde. Sein 
Gemüth war bereits von Furcht ergriffen. Zudem stand Pa mit Ko- 
hoai, dem stechenden Vermerker von Yung-tsche«, in keinem guten 
Einvernehmen, und Hoai wurde jetzt an der Stelle Yuen's der den 
Westen erobernde Heerführer. Pa empfand noch mehr Unruhe, und 
er floh daher ohne Verzug nach Scho. Auf dem Zuge nach Yin-ping 
verirrte er sich auf dem Wege und gerieth in ein elendes Thal, wo 
seine Mundvorräthe zu Ende gingen. Er tödtete die Pferde und ging 
zu Fusse. Nachdem er den Fuss gebrochen, blieb er unter einem 
Felsen liegen und hiess seine Leute den Weg suchen. Er wusste noch 
nicht, wohin er sich begehen solle, als man dies in Schö erfuhr. Man 
schickte daselbst Leute aus und Hess Pa abholen ä). 



Als der Fürst von Hai-si zur Nachfolge gelangte, vergass er, 
den Leopardenschweif aufzustellen. Der Leopardenschweif, auf ent- 
sprechende Weise getragen, ist dasjenige, wodurch der Gebieter und 



*) Aus (lern Buche der Hau. 

^) Aus den Ueukwürdig'keKen von Wei. 



I 



(■eschichtliehes über einige Seeleiizustände uiul Leideiiseliaftcn. 249 

die grosse» Menschen sich nach Art der Leoparden verändern, und 
der Fürst von Hai-si konnte ihn nicht fiighch vergessen. Es ist als ob 
der Himmel sagte: Hai-si ist thöricht und kann nicht den Landes- 
göttern vorstehen. Desswegen vergass er seinen Leopardenschweif. 
Es wird dadurch gezeigt, dass er nicht fähig ist ein gutes Ende zu 
nehmen i). 



Auf dem Berge Tschao-yao wächst ein Baum. Derselbe ist von 
Gestalt gleich der Papierstaude, ist aber schwarz gezeichnet. Seine 
Blüthen besitzen vierfaches Licht. Er heisst mit Namen Mi-ko (die 
Papierstaude der Verirrung). Wer die Blüthen an dem Gürtel trägt, 
verirrt sich nicht 2^. 



Auf dem Berge LT-ni gibt es viele Steineichen. Dieser Baum 
besitzt viereckige Stengel, runde Blätter, gelbe Blüthen und ist 
haarig. Seine Früchte gleichen denjenigen des Crotonbaumes. Wenn 
man sie als Arznei gebraucht, ist man nicht vergesslicli s). 



Auf den hohen Bergen im Südwesten von Scho lebt ein Thier, 
dass mit dem Affen Ähnlichkeit hat. Dasselbe ist sieben Schuh hoch 
und im Stande, sich wie ein Mensch zu gebärden. Es ist geschickt im 
Laufen und heisst mit Namen: Kia. Es heisst auch Ma-lioa (die Ver- 
wandlung des Pferdes), Einige nennen es Kiü. Es wartet, bis unter 
den des Weges ziehenden Menschen Jemand zurückbleibt. Diesen 
raubt es ohne weiteres und entfernt sich mit ihm, so dass die Men- 
schen nichts von ihm erfahren. Dieses Thier kann Knaben und Mäd- 
chen nach dem Gerüche unterscheiden. Desswegen nimmt es die 
Mädchen weg, ohne dass die Knaben etwas davon wissen. Nachdem 
es sie weggenommen, entfernt es sich mit ihnen und bewohnt mit 
ihnen ein gemeinscliaftliche? Haus. Diejenigen, welche kinderlos 
bleiben, können in ihrem ganzen Leben nicht mehr heimkehren. 
Nach zehn Jahren ist ihre Gestalt durchaus jenem Thiere ähnlich. 



1) Aus der Besprechung der Bestätigung der glilcklicheii Vorbedeutungen der Er- 
hebung von Tsin. 
■^> Aus dem Buclie der Berge und Meere. 
"*) Aus deni Buche der Berge uml Meere. 



250 Pfizmaier 

Auch ihr Geist ist von Irrthuni befangen, und sie denken nicht mehr 
an die Heimkehr. Diejenigen, welche ein Kind gebären, nehmen es 
ohne weiteres in die Arme und kehren mit ihm in ihr Haus zurück. 
Die von ihnen gebomen Kinder sind gleich den Menschen. Wenn 
eines dieser Kinder nicht aufgezogen werden sollte, so stirbt die 
Mutter unversehens i). 



Auf dem Berge Lu wächst ein Bergpfirsich. Derselbe ist von der 
Grösse der Arecanuss und hat mit dieser auch in der Gestalt Ähnlich- 
keit. Er ist von Farbe schwarz und von Geschmack süss und sauer. 
Die Menschen besteigen zu Zeiten den Berg und pflücken diese Frucht 
oder lesen sie auf. Es ist ihnen bloss möglich, sich oben an ihr satt 
zu essen, es ist ihnen nicht möglich, mit ihr herabzusteigen. Sie ver- 
irren sich ohne weiteres und können nicht zurückkehren s). 



In Nan-ye, Provinz Nan-khang, liegt der Berg Tung-wang. Drei 
Menschen des Volkes bestiegen den Berg. Auf dem Gipfel befand sich 
ein See, der klar und tief war. Ferner befand sich daselbst ein Wald 
von Obstbäumen, der ungefähr vier Weglängen im Umfange hatte. 
Sämmtliche Obstbäume waren zu Ende gepflanzt, und es befanden 
sich zwischen ihnen keine vermischten Bäume. Ihre Beihen waren 
regelmässig, als ob sie von Menschenhand gepflanzt worden wären. 
Die Pomeranzen waren eben reif. Die drei Menschen assen sich 
gemeinschaftlich an ihnen satt und nahmen endlich drei Stücke in den 
Busen, die sie den fremden Menschen zeigen wollten. Indem sie 
herumzogen, verirrten sie sich und konnten den Weg nicht finden. 
Da hörten sie, dass in dem leeren Baume eine Stimme zu ihnen sagte : 
Lasset schnell ein Paar Pomeranzen los, und ich werde euch erhören, 
damit ihr fortkommet. — Sie warfen die Pomeranzen, welche sie in 
dem Busen trugen, auf die Erde. Sie sahen sich hierauf um und 
erblickten sofort den Weg, der sie heimführte s). 



') Aus der Geschichte des Suehens der Götter. 
2) Aus der Geschichte von Kuiing-tscheu. 
^) Aus der Geschichte der erzählten Wunder, 



Geschichtliches iiber einige Seelenzustände und Leidenschaften. 2d i 

Wen, Fürst von Tsin, war auf die Jagd gezogen. Bei der Ver- 
olgung eines Wildes gelangte er in einen grossen Sumpf. Er verirrte 
sich und wusste keinen Ausweg. An dem Orte befand sich ein Fischer, 
Fürst Wen sprach zu ihm: Ich bin dein Landesherr. Führe mich 
heraus, ich werde dich reichh'ch beschenken. — Hierauf gelangte er 
bald heraus. 

Der Fischer sprach : Es ist mein Wunsch, etwas vorzubringen. 

Fürst Wen sprach : Von welcher Art ist das, womit du mich 
belehren willst? 

Der Fischer sprach: Die wilden Gänse und die Schwäne sind 
geschützt in den Flüssen und in dem Meere. Wenn sie dessea überdrüssig 
werden und zu den kleinen Sümpfen hinüberziehen, haben sie gewiss 
den Kummer der Armbrustkugel und der Pfeilschnur. Die Schildkröten 
und die Fische sind geschützt in den Abgründen der Wasser. Wenn 
.«ie dessen überdrüssig werden und in die seichten Flussarme hinaus- 
treten, haben sie gewiss den Kummer der Netze. Jetzt hast du, o 
Gebieter, das Wild verfolgt und bist hierher gelangt. Wie solltest du 
dich in deinem Handeln weit davou entfernt haben? 

Fürst Wen sprach : VortrelTiich ') ! 



König Wen fragte: Gibt es unter den Menschen grosse Ver- 
gesslichkeit? 

Tschö-tse antwortete: Eine grosse Vergesslichkeit kennt das 
Böse des eigenen Selbst, aber bessert sich nicht. Sie mordet dadurch 
das eigene Selbst und wird des Leibes verlustig. Einen solchen 
Wandel führen, nennt man eine grosse Vergesslichkeit »j. 



Als Yü die Wasser und die Erde in Ordnung brachte, verirrte 
er sich und verfehlte den Weg. Er gelangte aus Versehen zu einem 
Reiche. In diesem Reiche befand sich ein Berg, dessen Name Hu-ling 
(die Bergtreppe des Topfes). Auf demselben war eine ÖtTnung, deren 
Name Thse-hiue (die befeuchtende Höhle). Daselbst quoll ein Wasser 
hervor, dessen Name Schin-fen (die göttliche Quelle des Berg- 
gipfels). Der Geruch desselben übertraf die Luftblunie und den 



^) Aus den neuen Einleitungen. 
'^) Aus dem Buche Tschö-tse. 



^ ^ 2 P f i z III a i e r 

Pfeffer. Sein Geschmack übertraf den Most und süssen Wein. Die 
Menschen daselbst waren von Gemüthsart sanft und nachgiebig. Sie 
befassten sich nicht mit Streit und Zank. Sie besassen ein weiches 
IJerz und schwache Knochen. Sie waren nicht stolz, nicht einge- 
bildet. Ältere und Jüngere befanden sich in derselben Reihe. Es gab 
keinen Landesfürsten und kein Volk. Männer und Weiber wandelten 
ohne Unterschied umher. Es gab keine Vermittlung und keine Braut- 
M'erbung. Sie wohnten dicht an den Flüssen. Sie ackerten nicht und 
säeten nicht. Die Luft des Landes war warm und angenehm. Sie 
woben nicht und kleideten sich nicht. In hundert Jahren starben sie. 
Es gab bei ihnen keinen frühzeitigen Tud und keine Krankheiten i). 



Hoa-tse von Yang-li in Sung erkrankte in seinen mittleren 
Jahren und ward vergesslich. Was er am Morgen nahm, hatte er am 
Abend vergessen. Was er am Abend gab, hatte er am Älorgen ver- 
gessen. Wenn er sich auf dem Wege befand, vergass er zu 
gehen. Wenn er sich in dem inneren Hause befand, vergass er sich 
zu setzen ^J. 

Der Sohn des Mannes von dem Geschleehte Fung, eines Ein- 
gebornen von Thsin, besass in seiner Jugend hellen Verstand. Als 
er das Mannesalter erreichte, litt er an der Krankheit des Irrthums 
und der Täuschung. Wenn er einen Gesang hörte, so glaubte er, es 
werde geweint. Wenn er etwas Weisses sah, so glaubte er, es sei 
schwarz. Wenn er sich zu etwas Wohlriechendem wendete, so hielt 
er es für übelriechend. Kostete er etwas Süsses, so hielt er es für 
bitter. Handelte er unrecht, so hielt er es für recht. 

Der Mann des Geschlechtes Yang sagte zu seinem Vater: Die 
Weisheitsfreunde von Lu besitzen viele Künste und Fertigkeiten. 
W\nrum fragst du sie nicht? 

Sein Vater reiste nach Lu und traf Lao-tan, den er von den 
Krankheitserscheinungen seines Sohnes in Kenntniss setzte. 

Lao-tan sprach: Woher weisst du, dass dein Sohn von Irrthum 
befangen ist? Gegenwärtig befinden sich alle Menschen der Welt im 
Irrthum, und unter ihnen ist Keiner , der ernüchtert Märe. Auch 



') Aus dem Buche Lie-tse. 
2j Aus dem Buche Lie-tse. 



GeschichUicIies über einiu-e Seelenzustände und Leidenscliaffen. 253 

genügt der IiTthum eines Tages nicht, ein Haus umzuwerfen. Der 
Irrthum eines Hauses genügt nicht, einen Bezirk umzuwerfen. Der 
Irrthum eines Bezirkes genügt nicht, ein Reich umzuwerfen. Der Irr- 
thum eines Reiches genügt niclit, die Welt umzuwerfen. Wenn 
die ganze Welt sich im Irrtlium hetindet, wer kann sie zurecht- 
stellen? Gesetzt, der Geist aller Menschen der Welt wäre gleich 
demjenigen deines Sohnes, so würdest du im Gegentheil dich im 
Irrthum befinden. Traurigkeit, Freude, Töne, Farbe, Geruch und 
Geschmack, Recht und Unrecht, wer könnte dieses zurechtstellen? 
Auch sind diese meine Worte gewiss nicht frei von Irrthum. Um wie 
viel mehr ist dies der Fall bei den Weisheitsfreunden von Lu, welche 
sich am meisten irren i) ! 



Yen-yuen sprach: Hoei macht Fortschritte. 

Tscimng-ni sprach: Wie meinst du dieses? — Hoei vergisst 
auf Menschlichkeit und Gerechtigkeit. 

Er sprach : Es ist möglich. Aber es ist noch immer nicht ge- 
schehen. 

An einem anderen Tage erschien Jener nochmals und sprach: Hoei 
vergisst im Sitzen. 

Tschung-ni sprach erstaunt: Was nennst du: im Sitzen ver- 
gessen? 

Jener sprach: Den Leib fallen lassen, den Scharfsinn tilgen, von 
der Gestalt sich trennen, von dem Verstände sich entfernen, ist gleich- 
bedeutend mit dem grossen Wege. Dies nenne ich im Sitzen ver- 
gessen 2), 



Der gelbe Kaiser wollte den grossen Kuei^) auf dem Berge Kiü- 
thse*) sehen. Fang-ming war der Wagenführer. Tschang-yü war 
einer der drei in dem Wagen. Tschang-jo und Sl-peng gingen vor 



1) Aus dem Buche Li?-tse. 

2) Aus dem Buche Tschuang-tse. 

3) Nach dem Tse-wei ist Ta-kuei (der grosse Kuei) der Name eines Beiges. Es wird 
jedoch, mit Rücksicht auf diese Stelle, bemerkt, dass, da schon Kiii-thse als der 
Name eines Berges genannt wird, Ta-kuei kein Berg sein könne. 

*) Der Berg Kiii-thse liegt in dem Districte Yung-yang. Sein gegenwärtiger Name 
ist Berg Ta-kuei. 



254 P f i z m a i e r 

den Pferden einher. Kuen-hoen und Ko-ki gingen hinter dem Wagen. 
Als man zu der VVildniss von Siang-tsehing gelangte, verirrten sich 
die sieben höchstweisen Männer und hatten Niemanden, den sie um 
den Weg tragen konnten. Sie trafen einen kleinen Knaben, der die 
Pferde hütete. Diesen fragten sie um den Weg i). 



Ngai, Fürst von Lu, stellte an Khung-tse die Frage: In Lu 
herrscht grosse Vergesslichkeit. Man übersiedelt und vergisst sein 
Weib. Ist dieses der Fall? 

Khung-tse sprach: Dieses ist unter den Vergesslichkeiten die 
kleinste. Einst besass Tsch'heu von Schang einen Diener, genannt 
der Königssohn. Dieser befasste sich mit Schmeicheln. Durch ihn 
ergab sich sein Gebieter der Freude eines Augenblicks und vergass 
den Kummer des ganzen Lebens a). 



Kuan-tschung und Si-peng folgten dem Fürsten Hoang bei dem 
Angriffe auf Ku-tschö. Im Frülilinge zogen sie aus und im Winter 
kehrten sie zurück. Sie verirrten sich und verfehlten den Weg. Kuan- 
tschung sprach : DerVerstand eines alten Pferdes lässt sich brauchen. 
— Sie Hessen jetzt ein altes Pferd los und fanden sofort den Wegs). 

Irrsinn und Blödsinn. 

Tscheu-tse von Tsin hatte einen älteren Bruder, besass aber 
keinen hellen Verstand. Er war nicht im Stande, Erbsen von Weizen 
zu unterscheiden*}. 



Hiü-tschü führte den Jünglingsnamen Tschung-khang. Er war 
acht Schuh hoch und zehn Griffe dick. An Muth und Stärke übertraf 
er die übrigen Menschen. Tschü trat später in die Dienste Tai-tsu's. 



1) Aus dem Buche Tschuaug-tse. 
*) Aus dem Buche Schi-tse. 
S) Aus dem Buche Han-tse. 

*j Aus den Überlieferungen von Tso , in dem letzten Theile der Julire des Fürsten 
Tsching. 



Geschichtliches über einige Seelenzustände und Leidensohafteii. 2 öS 

Da er stark wie ein Tiger, doch dabei blödsinnig war, nannte mau 
ihn den blödsinnigen Tiger »}. 



Kia, der Vatei* der Kaiserin Ming-tao-mao , war ursprünglich 
ein Wagenmacher von Tien-yü. Er wurde plötzlich reich und vor- 
nehm. Der Kaiser hiess die Diener des Hofes sich in dessen Hause 
versammeln und an Trinkgelagen Theil nehmen. Die Haltung und das 
Benehmen Kia's waren sehr blödsinnig. Er selbst spracii von sich wie 
von der Person eines Lehensfürsten. Die Zeitgenossen hielten dies 
für lächerlich 2). 

Tai-tsu sprach zu dem obersten Buchführer Tsui-yuen-pe: Die 
Leute des Volkes von Jün-jün s) erschienen einst und wurden mit 
dem .Namen der Albernen und Blödsinnigen belegt. So oft sie herbei- 
kamen und plünderten, fuhren sie mit Kühen. Als sie davonliefen, 
folgten ihnen schnellfüssige Beitochsen. Die Kühe waren nicht im 
Stande , vorwärts zu kommen. Unter den Menschen einer anderen 
Abtheilung waren einige, welche ihnen riethen, die Kühe mit -den 
Beitochsen zu vertauschen. Die Jü-jün sprachen: Die Mütter sind 
schon nicht mehr im Stande zu gehen. Um wie viel weniger können 
diess die Söhne? — Sie vertauschten sie schliesslich nicht und wur- 
den hierauf von den Feinden gefangen *). 



Das Haus, in welchem Hoang-pu-liang von Tsi wohnte, war 
schmutzig und niedrig. Er schlug eine Tafel an und verkaufte es. 
Unter Denjenigen, die es kaufen wollten, fragten ihn Einige um die 
Ursache. Liang antwortete jedesmal, dass in dem Hause das Wasser 
durchsickere und nicht abrinne. Wenn es regne, fiiesse es unter das 
Bett. Aus diesem Grunde wurde das Haus niemals verkauft. Seine 
Aufrichtigkeit war so gross &). 



') Aus den Denkwürdigkeiten von Wei. 
^) Aus den Denkwürdigkeiten von Wei. 

^) Die Jün-jün WHren ein besonderer VoIksstHmm der Hiung-nu's. 
*) Aus dem Buche der späteren M'ei 
*) Aus ilen Geschichtschreihein des AoMiehs 



25ß P f i /. m !. i e r 

Yang-yuen-han war der Sohn Su's, des Vorstehers der Schaaren. 
Sein Aussehen war stattlich, und er besass einen schönen Bait. In 
seiner Jugend entwickelte er sich l.ingsam, und die Menschen sagten 
oft, dass er blödsinnig sei. Sein Vater sagte jedesmal zu Denjenigen, 
welche ihm nahe standen: Dieses Kind ist nicht blödsinnig. — Als 
Erwachsener liebte er das Lesen der Bücher und war geschickt im 
Reiten und Pfeilschiessen. In Rücksicht auf die Verdienste seines 
Vaters bei dem Kriegsheere stieg er im Range bis zu einem das Reich 
als Pfeiler stützenden Würdenträger i). 



Das Haus Tu-wei's hatte sich die Geschlechtsalter hindurch 
Verdienste erworben und war vornehm. Sämmtliche Brüder schätzten 
die Kriegskunst und die sechs Künste, aber Wei war mit Schriften 
und Geschichtsschreibern vertraut, die seine Freude waren. Er hielt 
unwandelbar an ihnen fest. Seine Brüder lächelten über ihn und 
sagten, dass er ein Büchernarr sei 3). 



Die verschiedenen kaiserlichen Verme