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Full text of "Codex inscriptionum romanarum Danubii et Rheni"

S8^ c 



CODEX 

inscriplionum romanarum 

DANDBII et RHENI 



von 



Hofrath Dr. Steiner, 

Historiographen des grossh. hess. Hauses und Landes, der konigl. Aka- 
demie der Wissenscliaften zu Muuchen correspondirenden Mitgliede, des 
archaologischen Instituts zu Rorn, der historischen Vereiue zu Augs- 
burg, Bamberg, Halle, Hanuover, libWnleuben , Meiningen, Miinchen, 
Rottweil, Sinsheim , Wetzlar , WiesbadeV,f ^Viirzburg Ehrenmitgliede, 
der historischen Vereine zu Altewurg| 4 Berlin, Kassel, Leyden, Lubeck, 
Mainz, Minden correspondirenden Mygfieiif, jies Vereins von Alterthums- 
freunden im Rheinlande, des historischen Vereins fiir das Grossherzog- 
thum Hessea ordentlichen Mitgliede, 



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III. T h e i 1. 



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Sellgenstadt 1954. 

Auf Kosten und im Verlage des Verfassers. 





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Jacob R a c h o r ' s Buchdruckerei in Dicburg. 



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1 i I 



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i\si!iirmi\i;,s 

Belgicae primae, Maximae Sequanorum, Alpium 

Foeninarum. 



u:i 



Bearbeitet 

von 

HofrathDr. Steiner, 

Historiographen des grossh. hess. Hauses und Landes, der konigl. Aka- 
demie der" Wissenschaften zu Miincheu correspondirenden Mitgliede, des 
archaologischen fustituts zu Roni, der historischeu Vereine zu Augsburg, 
Bamberg, Halle, Hannover, Hohenledben, Meiningen, Mf iiucheu, RottweiJ, 
Sinsheim, Wetzlar, Wiesbaden, Wiirzburg Ehrenmitgliede , der histori- 
schen Vereine zu Alteuburg, Berlin , Cassel , Leyden , Liibeck , Maiuz, 
Miuden correspondirendeu Mitgliede, des Vereins vou Alterthumsfreuu- 
den iin Rheinlaude , des historischen Vereins fiir das Grossherzogthm 
Hessen ordentlichen Mitgliede. 



III. T h e i I. 



Seligeiistaclt 1954. 

Auf Kosten und im Verlage des Verfassers, 



Voi'bemerkui]£. 



Bei dem Ersrheinen des dritten Theils dieses Werkes 
habe ich wegen einer aus ihm hervorgehenden nachfolgend 
beschriebenen Hauptabtheilung und der daran sich schlies- 
senden Register Folgendes zu bemerken. 

Da die romischen Provinzen Germania prima, Germania 
secunda, Belgica prima, Maxima Sequanorum, Alpium Poe- 
ninarum, Raetia prima, Raetia secunda, Noricum, Pannonia 
prima zusammen hinsichtiich ihrer Lage und Grosse fast ganz 
mit der aller jener Lander ubereinstimmen, welche Rom im 
alten Germanien besass, so ist hierdurch geographisch ein 
Boden gegeben, dle romischen Inschriften dieser Lander 
als eine aus dem grossen Codex inscr. Danubii et Rheni 
hervorgehende besondere Sammlung romischer Inschriften 
Germaniens separat zu halten und in Folge dessen statt bei 
dem dritten Theile (wie in der Vorrede zum zweiten Theile 
versprochen wurde) erst bei dem vierten, womit diese 
Sammlung als Hauptabtheilung schliesst , die Register fiir 
die Theile I., IL, IIL, IV. zu geben. 

Diese Veranderung des Planes wird man im Interesse 
der deutschen Geschichte und aus Riicksicht, dass hiernach 
zum ersten Male ein Codex der alteslen geschriebenen Ur- 
kunden zur Geschichte unseres Vaterlandes , *J nahe an 



*) Die urkundenlose Zeit des 5., 6. und 7. JahrFiunderts erlirilt durch 
die romischen Inschrifteu vieles Licht, nameutlich in Bezu^ auf StaHfe 
und Verwaltiingsbezirke. Im vierten Theile wird die Fortsetzung des 
Commentars unter der Aufschrift Civitates hieriiber Aufschliisse gehen 



IV 



4000 Nummern stark , zu Stande kommt , um so mehr gut- 
heissen, als durch diesen Plan der Geschichtsforscher nicht 
gehindert ist, rucksiehtlich der zugleich nach den Provinzen 
abgetheilten Register, welche zusammen dem vierten Theile 
beigefiigt sind, nach jeder beliebigen Richtung hiu zu arbeiten. 
Zu den im zweiten TheiJe befmdlichen 69 Zusatzen und 
Verbesserungen kommen in diesem dritten Theile noch 190 
andere , welche bis auf einige als das Ergebniss eigenen 
Studiums grosstentheils aus der Analogie geschopft worden 
sind. Da im Verfolg der Arbeit zu den nachfolgenden Thei- 
len sich oft neue Gegenstande der Analogie darbieten wer- 
den, so hofTe ich die Sammlung der Zusatze vermehren zu 
konnen. Um sowohl diese Zusatze und Verbesserungen, 
als auch die nachgetragenen Tnscliriften theils nach dem Um- 
iange der romischen Provinzen, theils nach dem der heu- 
tig-en Staaten mit dem ubrigen Inhalte dieses Werkes in 
Verbindung- und ZlIsammenhang , bringen zu konnen, wird 
ein Generaldirectorium beigefiigt, durch welches neben Re- 
gister und Commentar alles zusammengehorige Materiai ge- 
funden und uberblickt werden kann. 

Seligenstadt, im Dezember 1854. 

Der Verfasser. 



Inhalt des dritten Theils. 






Inscriptt. Belgicae primae. Sein. 

Konigreich Preussen .......... 1 

Kaiserreich Frankreich ......... 81 

Grossherzogthum Luxemburg ........ i)6 

Konigreich Belgien . . . . . . . . . 111 

Unhekannte Fundorte zu den inscriptt. Belgicae primae ge- 
horig nach Aufbewahruugsorten. 

Museum zn Wien 123 

Sammlung des Grafen Mansfeld . 125 

„ des Jesuitencollegs zu Luxemburg .... 131 
Unbekannte A u f bevvah r u ngs or te zu den inscript. Belg. I 

gehorig ..<... 133 
I n s c r i p 1 1. M a x i m a e Sequanoru m. 

Grossherzogthum Baden . . . . . . - . 140 

Schweiz 147 

I n s o r i p t t. P r o v. A 1 p i u m P o e n i n a r u m. 

Schweiz i , . 304 

Nachtrage zu Th. I., II., III. Inschriften der Prov, Germa- 
niae I. uud II. Nach Fundorteu. 

Konigreich Bayern. Pfalz 347 

Kon.greich Wiirtemberg 349 

Grossherzogthum Hessen .... .... 353 

Herzogthum Nassau 358 

Frankfurt 362 

Konigreich Preussen 363 

Konigreich der Niederlande 881 

I. Nachgetragene Inschriften der Provinzen Germania I 
und II. B. Nach den Aufbewahrungsorten. 

Antiquarium zu Mannheim , 383 

Museum zu Kasse) 884 

„ zu Bonn 386 

Martin Beaumont ♦ 888 



VIII 



II. Nachgetragene luschriften der Prov. Belgica prima. s e j, t 

Kduigreich Preussen 889 

Grossherzogthum Luxemburg . . . . . . . . 391 

III. N ac h ge t r age n e Inschriften der Prov. Maxima Sequano- 

rum. Unbekannte Fundorte 
Stadtbibliothek zu Basel 392 

IV. Nac hg e tr a gene Ioschriften zum I., II., III. Theil. Unbe- 

kannte Fundorte 393 

Zusatze und Ve rb ess e r u n g e o zum I., II., III. Theil. 

Fortsetzung 395 

Zum Cominentar, Fortsetzung . . . . . . . 430 



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Inscriptiones 



Konigrcich Prcusscn. 

Provinz Niederrhein. 



'MJM' 



II c i 11 # r a * li. 

Dorf nahe bei der von Bingen nach Trier ziehenden Kunst- 
strasse, mit welcher die romische Slrasse hier an dcm „slumpfen 
Thurme" und der dabei befmdlichen Romerstatte zusammenlauft. 
Daselbst lag das in der peutinger'schen Charte als Mittelstation 
zwischen Neumagen (Noviomagus) und Kirchberg Densen (Dum- 
nus) angefuhrte Bclginum, ein Stationsort (Mansio) und ge- 
schlossenen Vicus, bei welcher in nachf Inschr. eiu Quaestor 
(Gemeindecassier) angefiihrt wird. Viele hier gefundene Mauer- 
Uberreste, Anticaglien etc. beweisen, dass er nicht unbcdeutend 
war . 

Chassot v. Florencourt i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. III. S. 43. f. 

1G95. IN. II. D. D. DEA . . 

EFONE. VICA . 
I. BELG. P. CV 
RANTE. G. VEL 
ORIO. SACRIL 
LIO. Q. 

In lidnorem domus divinae, deae Epone. *) Vicani bclg(inalcs) s ) 
posuerunt curante °) Gajo Velorio SacrilUo q(iiaestore). 
Gefunden 1842 in einer auf der Romerstallc dahier erolFneten 
Kies- und Steingrube und im Museum zu Tricr befindlich. 
Ch. v. Florencourt i. d. Jahrb. etc. III. S. 47. 

1* 



- 4 - 

Anmerk, 1. S. Conim. a. v. Epona. 2) Da der Ort Belginum hiess, 
so ist dieses das Adj. gentilit. nach Analogie aDderer aur" „inu*i" sich 
endigendea Ortsnamen, 3) S. Comm. a. v. Cura. 



1696. IN. H. D. D. 

DEAE. EPONAE. 

L. ATTVCIVS. 

VECTISSVS. 

D. D. 

In honorem domus divinae deae Eponae. L. Attucius ') tec- 

iissiis dat dedicat. 
Auf einer an ihrer Basis beschadigten Ara von hier nnd im 
Museum zu Trier befindlich. 

Ch. v. Florencourt, Jahrb. etc. III. S. 49. und V. VI. S. 336. 
Anmerk, 1) Bei der ersten Bekanntmachung, Jahrb. III. 49. Ja- 
tiucius. Dieser damals schon vom Herausgeber als zweifelhaft bezeich- 
nete Name erscheint in den Jahrb. V. VI. S. 336'. wie oben steht, von 
demielben jetzt richtig gelesen. 



I c u )H a | c ii. 

Dorf an der Mosel. 

1697, D. M. 

VARVSIO. ATTO 
NL FILIO. DEFVNCTO. 
ACCEPTIVS. VARV 
SIVS. ET. TOTIA. LAL 
LA. PATRES. ET. SIBI. 
VIVI. FECERVNT. 

Diis Manibus. Varusio Attoni, a ) filio defuncto , Accepiius Va- 
rusius et Totia Lalla 2 ) patres 3 ) et sibi vivi fecerunt* 

Hier gefunden und zu Trier im Museum befindlich. 

Freher zu Auson. Mosell. p. 17. Reinesius, 681. 97. Hagen- 

buch. epist. epigr. p. 205. Brower. I. p. 55. Hontheim, I. 

p. 194. Steiner, 790. Lersch, III. Nr. 19. Wiltheim, p. 189. 

Anmerk. 1) S. Nr. 801, wo ebenfalls ein Atto. 2) BeiMuratori 

1184. 8. ersch. ein Carisius Acceptius und eiue Totia Lalla, welche ihrem 

Sohne Lollius Masceus eiu Grabdenkmal setzen. Es ist nicht ohne Bei- 

spiel solch ganz gleiche Namen (wie der der Totia Lalla) bei verschie- 

denen Personen zu iinden, 3) S. Comm. a. v. Sprachliches. 






— 5 — 
1698 



RIO. DEFVNCTO, ET. IVNI 

AE. CARIOLAE. CONIVGI. 

EIVS. VIVAE. CIMMIONI 

VS. CARIOLVS. ET. CIMMI 

ONIA. AESTIVA. FILI. ET. 

HEKEDES. FACIVNDVM. 
CVRAVERVNT. 
4 . . . rio dcfuncto et Juniae Cariolae, conjugi ejus vivae, Cim- 
mionius *) Cariolus ct Cimmionia Aestiva filii a ) et heredes fa- 

ciundum curaverunt. 

Gefunden 1822 in Triimmern alten Mauerwerks und im Muscum 

zu Trier befindlich. 

Hetzrodt, Nachr. S. 185. Fiedler, i. d.n.Jahrb. f. Philol. u. Pad. 
Suppl. 1831. S. 348. Wyttenbacli, neue Beitr. zu antiken heidn. 
und christl. Epigraph. S. 15. f. Lersch, III. Nr. 17. 

Annierk. 1) Des Vaters Gentilname ist Cimmionus. 2) S. Comm 
a. v. Sprachliches — Abkiirzungen, 



Sladt an der Mosel, zur Zeit der rom. Herrschaft unter dem 

Namen Colonia Augusta Treverorum (nicht Trevirorum , s. Nr. 

1707) Hauptstadt der Provinz Belgica prima und zugleich Haupl- 

ort des trierischen Verwaltungsbezirks (civitalis Treverorum, s. 

Comm. a. v. Civilales), Amtssilz der Provinzialprasides, Residenz 

mehrerer rom. Kaiser der spateren Zeit, merkwiirdig durch Ueber- 

reste grossartiger Gebaude: des kaiserlichen Palastes, der Basi- 

lika, der Porta nigra, des Amphitheaters und insbesondere durch 

eine grosse Zahl christlicher Grabinschr. aus Romerzeit. Es bc- 

findet sich hier ein Museum von Alterthumern. 

Quednow, Beschr. der Alterth. vou Trier und Umgeb. mit Abbild. 
Hetzrodt, Nachrichten. Wytteubach, Versuch einer Gesch # 
von Trier. Schmidt, Bauiteukm:ile der roui. Periode und des 
Mittelalt. zu Trier und Umgebung. Schneemann, Res. Treveri- 
carum Com. Steiuinger, Gesch. d. Trevirer. 



— 6 — 

1G99. I 0. M. 

L. PISINIVS. CEL 

svs. 

Jovi optimo maximo. Lucius Pisinius Celsus. 
Aus einer Kirche bei Trier, friiher daselbst zu einem Tauf- 
stein benutzt, gegenwarlig im Museum dahier befindlich. Auf 
beiden Seiten weibliche Figuren mit langen Gewandern und hohen 
Kopfbedeckungen. Auf der Riickseite Herkules. 
Lerscli, III. 3. 

4 700. I. 0. M. C . . VNIA 

VSIA , ♦ VS. ET. 
ALBIVS. IANVA 
RIVS. D. S. D. 
Jovi optimo maximo. C(ajus *} J~)unianus Ja(si)us 2 J et Al- 
bius Januarius de suo dedicant s ) 
Auf dem Basiment einer abgeschlagenen und nicht mehr vor- 
handenen Jupilerstatuelle in einer Nische. Die Fiisse der Figur 
und ein Rest der Nische sind noch sichlbar, Im Museum dahier 
aufbewahrt. 

Ch. v. Florencourt, Jahrb. d. V. v. A. F. V. VI. S. 337. 
Anmerk. 1) Wenn C Ueberrest von Q, so ist zu lesen Quiutus. 
2) Der Name Jasius bei Wiltheim fig. 63. 8) Ch. v. Floreucourt: de suo 
dedicaut, s. Comm. a. v. Siglae C. p. 408. 



1701. NVMINIBVS. AVGVSTI. 

ET. GENIO. TREVERORVM. 

IOVI. SAC. LVC. AEL. 

ARAM. FACIT. 

Numinibus augusti T ) et Genio Treverorum, Jovi sacrum. Lucius 

Aelius aram facit. 

Gefunden 1781, unbekannt wo befindlich» 

Hiipsch, 46. 1. Steiner, 808. 
A n m e r k. 1) S. Comm. a. v. Augustus im III. Th. 

1702. MARTI. CONSERVATORI. 

QVINTVS. MANLIVS. ET. 
CONSVTVS. M. TOSVERVNT. 
Marti conservatori. Qulntus Manlius et Consutus M(anlius~) po- 

suerunt. 



_ 7 — 

Bcfund sich in der Sammlung dcs Buron v. Hiipsch, wclcher 
dcn Stein uus Trier erhielt. 
Hiipsch, 40. 2. Steiner, 803. 



1703. DEAE. IVNONI. QVINTVS. 
SEVERVS. V. S. 
Deac Junoni. Quinius Scverus votum solvit, 

Fund- und friiherer Aufbewuhrungsort derselbe wie Nr. 1702 
angegeben. 

Hiipsch, 47. 8. Steiner, 804. 



1704. DEAE. MINERVAE. 

ORTELIVS. TRIVMV. 
V. S. 
Deae Minervae. Ortelius triumvir votum solviU 

Fund- und friiherer Aufbewahrungsort derselbe wie Nr. 1702 
angegeben. 
Hiipsch,47. 0. Steiner, 805. 



1705. CLODIVS. TRIB. DEAE. FORTVNAE. 

ARAM. POSVIT. DE, SVO. 
Clodius tribunus deae Fortunae aram posuit de suo, 

Fund- und friiherer Aufbewahrungsort derselbe wie Nr, 1702 
angegeben. 
Uiipsch, 47. 6. Steiner, 806, 



1706. DIBVS. ET. 

DEABVS. 

IVLIA. RI 

TICIANA 

PRO. SE. ET. 

SVIS. D. D. 

Dibus l ) e/ deabus. Julia Riticiana 2 ) pro se ct suis dat 

dedicat. 
Gefunden 1842 und im Museum dahier bcfindlich. 
Schneemann, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. III. 198. IV. 205. 
Anmerk. 1) S. Comni. a. v. Sprachliches. 2) Der Hcrausgeber 
fand Jahrb. etc. III. 198. an dem Namen RITICIANA Anstoss und ver- 
suchte fiir die ersten Buchstaben RI die Conjectur P. F. Eine nocluna- 



- 8 - 

lige Besichtlgung belehrte ihn aber, dass er, wle oben steht, richllg ge- 
lesen hatte. 



1707, MERCVRIO. 

TREVIRORVM NVN 

DINATORI. VINDEX. 

ALBINVS. ET. POSTV 

MIVS. VETVRIVS. 

V. S. L. L. M. 

Mercurio Trevirorum x ) nundinatori. Vindex Albinus et Postu- 

mius Veturius votum solvunt laeti lubentes merito. 

Gefunden 1784 und nicht mehr vorhanden. 

Wyttenbach, Gesch. v. Trier I. S. 82. 

Anmerk. 1) Die Schreibung TREVERI ist nach vorliegenden Bei- 
spielen auf Denkmalern und Miinzen die gewohnliche, z.B.Nr. 1320.1701. 
Lersch Centralm. III. S. 2. weisst dafiir 15 Beispiele nach, von welchen 
jedoch die Inschr. von Marmagen {Nr, 1002. Anmerk.), wo Lersch die 
Stelle . IRI . VERO mit Schannat unrichtig TREVERO liest, ausfalll. 
Steininger, Gesch, der Trevirer I. S. 3. wahlfc dieForm Treviri, gestutzt 
auf Cicero und Caesar, Schneemann Rerum Trevericarum commentatio 
I. p. 5. f. dagegen die Form Treveri, und diese ist nach dem Zeugnisse 
der Steininschr. und nach Miinzen, s. Senkler i. d. J. d. V. v. A. F. 
XV. 167.168., an welche lediglich zu halten, die allein richtige. Damit 
stimmen Lersch III. S. 2. und Diintzer i. d. Jahrb. d. V. v. A. V. IX. 
S. 157. iiberein. Beider SchreibungTREVIRI, welcheblos nach nicht mehr 
vorhandenen Denkmalen raehrmals vorkommt, scheint das hier ange- 
nommene I ein halberloschenes oder ein verlesenes E gewesen zu sein. 



1708. DEO. MERCVRIO. TREVIRO 

RVM. CONS. AELIVS. MESSIVS. 
ARAM. POSVIT. DE. SVO. 

Deo Mercurio , Trevirorum^ conservatori Aelius Messius aram po- 

suit de suo. 
Gcfunden 1784 und nicht mehr vorhanden, s. Nr. 1707. 
Hnpsch, 47. 8. Orelli, 1403. Steiner, 809. 



1709. I. H. D. D. 

MERCVRIO. 
SEVERVS. ET. CLAVDIVS. 
V. S. L. M. 



— 9 — 

ln honorcm domus dicinae Mercurio. Seticrus et Claudius volum 

solvunt lubentcs merito. 
Gefunden 1783 und nicht mehr vorhanden. 
Wytteubach, Gesch. v. Trier I. S. 83. 

1710. MERCVRIO. NVNDINAT . . . 

ET. GENIO. HVIVS. LOCI. 
SANCTO. CIVITAS. 
TREV . . . EX. VOTO. POSVIT. 

Mercurio nundinatori et Genio hujus loci sancto. Civilas Tre- 

verorum ex voto posuit. 
Unter der Statue Mercurs, gefunden 1786 und nicht raehr 
vorhanden. 

Wyttenbach, Gesch. v. Trler I. S. 83. 



1711. DEO. ASCLEPIO. 

T, IVL. TITI. FILIVS. FABIA. 
SATVRNINVS. PROCVRATOR 

AVGVSTORVM. DONO. DEDIT 

. 

Deo Asclepio. x ~) Titus Julius, Titi filius, fabia, Saturninus 9 
procurator augustorum 2 ) dono dedit. 3 ) 
Bei Erbauung einer Briicke 1734 von den Franzosen in dem 
Garten der deutschen Ordens-Comthurei gefunden. Dabei befand 
sich die versttimmelte Statue Aesculaps, welche nach Metz kam. 
Die Rasis mit obiger Inschr. wurde in das hontheimische Haus 
gebracht und befindet sich nun im Museum zu Trier. 

Hontheim, I. p. 186. Donnat, 15. 7. Stelner, 838. Lersch, 
III. Nr. 11. Ch. v. Florencourt, Jahrb. d. V. v. A. F. VIII. 
S. 130. f. 

Anmerk. 1) Griechiscke Form, welche statt der lat. Aesculapius 
luiufig in Inschr. vorkouimt, s. Orelli 4935, Gruter, XXI. 2. XXXVI. 6. 
(Lersch). 2) S. Comm. a. v. Procurator. Nach einer in der neuesten 
Zeit zu Rom gefundenen Inschr. erscheiufc dort ein „T. Julius Saturninus, 
procurator Augustorum et Faustinae," welcher dem Pantheo Augusto 
eine Ara widmete. Gerhard's Archaol. Zeitung Nr. 83. von 1845 S. 
143 f. Die Identitat der beideu Genaunten scheint ausser Zweifel zu 
sein. Aus dem Zusatz Faustinae geht hervor, dass deren Ursprung 
in die Regierung Marc. Aurels uud wahrscheinlich in die fruhere Zeit der- 
selben, vor dem Tode des Mitregenten C. Verus (f 169) zu setzen sei. 
Saturninus bekleidete zu dieser Zeit das Amt eines Procurators der 



— 10 — 

belgischen Proviuz, viellelcht nuch der beiden germ, Prov. und haftte 
vermuthlich seiuen Anitssitz zu Trier. 3) S. Comm. a. v. Sprachllches, 
Abkiirzuugeii III. Siglae Nr. 13. D. D. D. 



1712. IN. H. D. D. DEO. SILVANO. 

TEMP. CVM. SIGNO. VETVSTATE. CONLAPSVM 

SEXTVS. ATTONIVS. PRIVATVS. 

CIVES. TREVER. IIIIIIVIR. 

AVGVSTALIS. PECVNIA. 

SVA. RESTITVIT. 

ln honorem domus divinae deo Silvano templum cum signo vetus- 

tale conlapsum Sextus Attonius Privatus, cives treverensis, sevir 

augustalis pecunia sua restituit. 

Nicht mehr vorhandene Inschr. 
Ilonlhcim, I. p. 187. Steininger, I. S. 85. 
Anmerk. Bei Gruter 64. G. folgende Inschr. 
SEX. ATTONIVS. PRIVATVS. 
CIVIS. TREVER. IIIIIIVIR. 
AVGVSTALIS. 
wahrscheiulich Bruchst. von der obigen. 



1713. IN. H. D. . . 

GENIO. ARE . . 

RIORVM. CON 

. . STENTIVM. 

COL. AVG. TRE 

AXSILLIVS. AV 

ITVS. SIVE. SA 

CRVNA. 

D. D. 

In honorem domus (divinae) , Genio arenariorum J ) consisten- 

tium 2 ) Coloniae Augustae Treverorum Axsillius Avitus sive 

Sacruna dat dedicat. 

Au f einem Sandstein, gefunden 1817 im Podium des hiesigen 
Amphithealcrs. 

Heinrich bei Quednow, II. 38. Eichstadt, in den jeuaer Progr. 
v. 1819. 1827. 182§i Lehae, in Brewer's vaterl. Chrouik I. v. 
1825. S. 490 — 506. Orelli, 2773. Lersch, III. Nr. 12. Stei- 
ninger, I. S. 51. Not. 4. Steiner, 820. 



— 11 — 

A u m c r k. 1) Unter diasem Wortc werdeu hler die nuf der Arena 
feclitendcn Cladiatorcn verstanden, was im vorliegcndcu Falle durch don 
Ausdruck ,,consistentium a mit Hiicksicht auf dcn Fuudort dleser Iuschr. 
nach Ilcinricli, Lorsch, Klchstiidt u. A. gaoz ausser Zweifel ist. Uiese 
Beuenuung wirklich fcchtendcr Gladiatoren fiilirteu, nebenbei bemerkt 
die Glndintorcn , dcrcn es bekanntlich uach der WafTengattung und der 
Art zu kampfeu verschiedene gab, im Allgemeiuen auch ausserhalb dcs 
Kainpfes. Man findet sie in Zusammenstcllungen mit andcreu Schau- 
spielern, welche scenische Vorstellungen zum Gewerbe machten, z. B. 
bci Pctronius Snt. 12G, Capitoliuus iiu M. Antoninus c. 19. angefiihrt. 
Gauz verschieden vou dieseu waren die Grubenarbeiter, welche Sand 
f-tir Eteuten lieferteu uud Arenarii genauut wurdeu. Nach einer Inschr* 
b. Muratori 511. 31. fiudct uiau ein Collegium arenariorum Romae nego- 
tiaus. Dafiir will Lehue die obeugeuaunteu Arenarii halten, ebenso 
Orclli Nr. 4063, welcher ausaerdem dieMeinung aufslellt, dass sie Leute 
geweseu, die iiber die Areua Aufsicht fiihrteu und ausserdem bei den 
Kanipfeu der Gladi&toren Ordnung hiclten. 2) Bei diosem Worte kami 
der Begriff des Wohneus nach Gruter XI. 3. v. 483. 4. u 8. und Orelli 
1223, 4083 uicht gelten, soudern nach Heinrich nur der, wie sich die 
Kiimpfer tapfcr halten und den Platz behaupten. 3) Unrichtig bei Hein- 
rich und im Codex i. r. Kh. ^sacrum. 1 ' DerSteiu gibt SACRVNA durch 
sive als Nanie deutlich augezeigt, s. Comm. a. v. Namen. 4) Lersch 
dono dedit, s. jedoch Comm. a. v. Sprachliches — Siglae. 



1744. T. VARIO. CLE 

MENTI. FROC. 

PROVINC. BELG. 

PRAEF. EQVJT. ALAE. 

BRIT. PRAEF. AVXIL. 

HISP. TREV. CIV. 

OPT. PRAESIDI. 

Tilo Vario Clementi, procurafori procinciae Belyicac, praefecto 
equitum alae Brilannorum , praefecto auxiliariorum Hispanorum , 
Trecerorum cicitas optimo praesidi. 
Inschr. auf einem nicht mehr vorhandcnen, zu Gruters Zeiten 
in dem Hause des Geschichtschreibers Boissard zu Metz befindlich 
gewesenen Denkmale, nach einer Abschrift, welche Gruter von 
dcm genannten vormaligen Besilzer erhalten hatte. Der Ort, wo 
dicses Denkmal errichtet worden ist, kann kein anderer als Trier 
gcwescn sein. Bekanntlich sind nach vielen vorliegenden Bei- 
spielen aus ganz nahe liegenden Grunden die Fundorte der 
Ehrendenkmalcr obigcr Art immcr coincidcnt mit derjHcimath dcr 



— 12 — 

Stlfler und dem Orte (Laude) diensllicher oder sonst ntttzlicher 
Wirksamkeit der mit offentlichen Denkmalen Beehrten. Beide 
Kriterien finden sich zu Ermittelung des Fundortes in vorliegender 
Inschr. vereinigt. Das nahe Interesse der Civitas, fiir deren 
Wohl Varius Clemens als Procurator besorgt war, musste Ver- 
anlassung geben, ihm innerhalb des Bezirks (wozu Metz niemals 
gehbrte) ein Denkmal zu errichten, nicht ausserhalb desselben, 
was, wenn der Beehrte auch dort nlitzlich gewirkt hatte, Andern 
zu uberlassen gewesen ware. Ist es also nur die Civitas, wo 
ihm das Denkmal errichtet worden ist, so folgt daraus, dass es, 
ebenfalls nach vorliegenden Beispielen, deren Hauptorl Trier ge- 
wesen sein miisse. Dasselbe gilt hinsichtlich des Fundortes nach- 
folgender Inschr. 

Gruter, 483. 6. Hontheim, I. p. 182. Wiltheim, p. 115. Stei- 
ulnger, I. S. 205. Steiner, 820. 



JLT15. T. VARIO. CLEMENTI. AB. 

EFISTVLIS. AVGVSTORVM. PROC. 

PROVINCIAE. BELGICAE. ET. 

VTRIVSO. GERM. RAETIAE. MAVR. 

ET. CAESARIENSIS. LVSITANIAE. 

CILICIAE PRAEF. EQVIT. AL 

BRITANICAE. MILLIAR. PRAEF. 

AVXILIORVM. IN. MAVRET. TIN 

GITAN. EX. HISPANIA. MIS 

SOR. PRAEF. EQVIT. ALAE. II. PAN 

NONIORVM. TRIBVNO. LEG. XXX. VL 

PIAE. PRAEF. COH. II. GALLO 

RVM. MACEDONICAE. CIVI 

TAS. TREVERORVM. PRAE 

SIDI. OPTIMO. 
Tito Vario Clementi ab epislulis augustorum, procurator pro- 
vinciae Belgicae et utriusque Germaniae, Raetiae, Mauretaniae 
et C&esariensis , Lusitaniae, Ciliciae, praefecto equitum alae bri- 
tanicae milliariac, praefecto auxiliorum in Maurelania Tingifana 
ex Hispania missorum, praefccto cquilum alae II Pannoniorum , 
tribuno lcgionis XXX ulpiae, praefcclo cohortis II Gallorum 
macedonicae, civitas Treverorum praesidi optimo. 



- it — 

Inschr. eines gegenwhrlig auf der Hofhil>liothek zu W.en bc- 

fmdlichen Ehrendenkmals (nichl Grabslcins , wic Willheim ver- 

imrthet), welchcs, wie Willheim ohne riahcrc Angabe des Fund- 

orts obcrfliichlich angibt, auf Bcfehl i\es Kaisers Maximilian I. zu 

Gralz , wo man dio Grabstatto des Varius Clemens aus Colonia 

Celeja (h. Cilly in Stciermark) gcbiirtig, gefundcn haben will, 

langc Zeit aufbewahrt wurde. Aus den zu vorhcrgehcnder Inschr. 

nngefuhrten Griinden gehort diescs Dcnkmal nach Trier und kam 

wahrscheinlich auf Befehl des gcnannten Kaiscrs (wie dicses z. 

13. bci der Inschr. von Ettlingen, s. Nr, 878, geschchen ist), 

welchcr bckanntlich Freund der Alterthiimer war und Vieles 

sammeln Iiess, von Trier nach Gratz, vermulhlich in der be- 

sondcren Absicht, um in dem Landc der Geburt und des Begrab- 

nisses dieses vornchmen und verdienten Staalsbeamten die auf 

ihn beziiglichen auswartigen Denkmale zu versammeln, deren man 

bis jetzt sieben zu Celeja, Valcna u. n. A. gefunden hat. 

Wiener, Jahrb. Bud. 108. S. 53. Grn ter, 482. 7. Wiltheim, ed. 
Nejen Lucil. p. 114» Steiner, 885. Jahrb. d. V. v. A. F. VII. 
167. 
A n m e r k. Iin vierten Theile dieses Werkes Naheres von diescm 
uud den andern auf den Var. Clemens Hezug habeuden Deukmalen. 



1716. M. GA 

M. F. 

MAX 
PRAEF. 

filarco GaQvio), Marci filio , (palatina) Max(Jmo), pracf(ecto 

praetorio,) 

Auf einer 6' 9" langen, 2' 11" breiten, 6" dicken Platte von 
carrarischem Marmor aus der Vorstadt St. Pauli und jelzt im 
Gartenpark eines Landgutes bei Trier, das nelPsche Landchen 
gcnannt, aufgestellt. Diese Platte ist die Halfte einer grossen 
Tafcl, welche in ihrer ursprunglichen Grosse ein Prachtstiick wnr. 
Neben ihr steht die andcre Halfte, welche durch Abmeiseliing 
der Oberflache, der Schrift beraubt ist, Gleichartiger Stoff uml 
entsprechende Dimensionen lassen es nach Ch, v, Florencourt 
nicht bezweifeln, dass beide Halften ein Ganzes ausmachten* Die 
Buchst. sind 7 — 8" gross und entsprechen in ihrer Schonheit der 
Grosse des Monuments» Vermuthlich wurde es in einer der 



— 14 



Kirchen zu St. Poulin zu cincm Allare vcrwendet, in der Mitte 
durchsagt und ein Stiick als Deckplatte, das andere als Yorder- 
stiick gebraucht, s. Comm. a. v. Fundorte. 

Wytteubach, ueue Beitnige zur Epigraph. S. 16. Ch. v. Flortn- 
court, Jahrb. d. V. v. A. F. VIII. S. 109. f. 
Anmerk, Ch. v. Floreucourt ergauzt obige Schriftreste uach zwei 
Parallelinschr., 1) nach eiuer von Firmo iuMittelitalien beiMuratori 705. 
6. uncl Orelli 3157 folgenden Inhalts: 

M. GAYIO. M. F. PAL. 
MAXIMO. PRAEF. PRAET. 
CONSVLARIBVS. ORNAMENTIS. 

ORNATO. 
T. CLAVDIVS. FIRMVS. P. P. 
EX. CORNICVLAR. IPSIVS. L. D. D. D. 
Hier in Bezug auf die zvvei ersten Zeilen , deren Iuhalt (Namens- 
und Titelbezeichnungen des M. Gavius Maximus) zu den balbirten 
Nomenclaturen d*r vier Zeileu des trier. Fragments die entsprechende 
Erganzungeii nach folgendeu Vergleichungspunkten liefern: 

2) die zwei ersten Zeilen der 3) die vier Zeileu des trier, 

firmonischeu Inschr. in vier Zeilen Fragmeuts mit bezeichneter Er- 



jetheilt 




ganzung 




M. GA 


! VIO. 




M. GA 


vio. 


M. F. 


! PAL 




M. F 


pal 


MAX 


IMO 




MAX 


imo 


PRAEF. 


; PRAETORIO. 




PRAEF 


praetono j^ 



Zur Bestatigung dieser Erganzung dient 2) die andere Parallelinschr. 
,iii f dem Schlosse Seckau bei Leibnitz unweit Gratz , die zwar ia ver- 
schiedenen Versionen bei Gruter 415. 7. uud 1025. 6., Apian 387, 
Miichar, Gesch. v. Steiermark I. 426 zu finden ist, aber bei vergleicheuder 
Priifung sammtlicher Lesarten als wesentlichen Inhalt ergibt, dass sie 
eiuem Praefectus Praetorio M. Gavius Maximus gewidmet war, der mifc 
dem auf der trierer und firmouischen Inschr. genannten wahrscheinlich 
identisch isi. Gewisi ist dieses hinsiehtlich der beiden Letztgenannten 
wegen der Tribusbezeichnung PAL, welche in jener von Seckau felilt. 
Alle drei Inschr. bezeichncn den G. Maximus als einen beriihmten Mann, 
welcher, da nach Inschr. bei Gruter 258. 8., Orelli 3422 nochmals ein 
Gavius Maximus Pr. Pr. unter der Regierung des M. Aurel. Antoninus 
vorkommt, der Zeit ron 138 — 161 angehoren vviirde, wenn, vvie wahr- 
«cheinlich, der hier Genannte mit dem der trierer Inschr. identisch ist. 
3) Die Inschr. bestand nur aus obigen vier Zeilen , denn die Platte zeigt 
weiter keine Spur von Schrlft. Vergleicht man sie mit zvvei Inschr. bei 
Gruter 1025. 8. und Muratori 316. 2., auf welchen ebenfalls keine 
Namen der Stifter, vvie kier, vorkommen, so scheint angenommen werden 



— 15 — 

7A\ dtirfen, dass dte Colonia Augustu oder dle Civitas Trcvcrorum iie 
Stfftcr und dieses Denkmal cin in der Huuptstadt dcs Bezirkei errieh - 
tetcs oflenlliches gewesen. Die oblonge Fornt der Tafei spricht da- 
fitr, dass es eiue in irgend etnein offentliclten Oebjiude nufgeslellte oder 
in die Wand gesetzten Ehrentafcl, kein Vordersliick nn der Basis clner 
Statue war. 



1717. D. SEXTINIO. M. 

SECVNDINO. 

CONIVGI. DE 

FVNCTO. ET. SI (sic) 

VERINIANO. ET. 

SATVRO. FILIS. 

VIVIS. PRIMVLI 

SATVRNA. ET. SI 

BL V. F. 

Diis Manibus. l ) Sextimio Secundino , conjugi defttncto el Sc- 
veriano *) et Saturo filiis 3 ) vivis Primidi(a) Saturna cl sibi 

viva fecit. 

Hier gcfunden, befand sich in der Abtei St. Maximin und 
spater im Garten des Grafen Mansfeld zu Luxemburg. Diese 
Inschr, und die nachfolgenden vier anderen sind vvegen des in 
hiesiger Gegend so oft vorkommenden Namens Secundinus be- 
merkenswerth. 

Wiltheim, ed. Ne\en. p. 166. fig. 06. Brower, I. 43. Cruter, 
828. 4. Houtheim, p. 193. Steiner, 818. 
Anmerk. 1) In dieser Stellung kommen D. M. in hietiger Gegeud 
ofter vor. 2) Das I ohne Zweifel ein halberloschcnes E. 3) S. Comm. 
a. v. Sprachliches — Abkiirzungen. 



1718. MOTVCIO. LVPERCO. 

LIBERTO. SECVNDI 
NIVS. MOTOCVS. F, C> 
Motucio Luperco liberto Secundinius Motucus faciundum curarit. 
Bei Trier gefunden. 
Trierer Chronik Juni 1822. S. 71. 



- 16 — 

1719. D. SECVNDINVS. 

TAVENA . , CON 
DEF. A . . . V SA 
IVS. FABER. S 
ET. SVIS. VIVVS. FE 

Diis Manibus. *) Secundinae *) Tavenae } conjugi dcfunctae, 
annorum (XX) T? Sa . . . ius 8 ) faber 4 ) s(ibi) et suis vivus 

fecit. 
In der Abtei St. Maximin vormals befindlich. Unter der Schrift 
auf einem fragmentarischen Stein sind abgebildet: ein Schmiede- 
ambos, ein Zirkel, eine Zange und eine Ascia (s. Comm. a. v. 
Ascia. 
Wiltheiin, ed. Neyen. p. 1GG. fig, 95. Quednow, II. 100. Hoat- 
heim, p. 193. Steiner, 821. 

A n m e r k. 1) Dem D entsprechend stand am Schlusse der ersten 
Zeije das M, wie z. B. Nr. 1717. 2) Nach dem Zusammenhange scheint 
in der ersten Zeile statt SECVNDINVS gestanden zu haben: SECVN- 
DINAE und wird daher obige Stelle als verlesen zu betrachten sein. 3) Ue- 
berreste eines wahrscheinlich gallischen Namens. 5) Das nach FAUER 
folgende S kann sowohl nach dem gegebenen Raume als auchmitRiick- 
sicht auf den lnhalt der dritten Zeile, welche mit ET beginnt, nur mit 
sibi erganzt werden', woraus folgt, dass zu dem Worte FABER kein 
Adj. gehort. Es wiirde bei diesem Worte ungewiss sein, was fiir ein 
Faber der Stifter gewesen, wenn ntcht die Abbildung der Werkzeuge 
hier zur Htilfe kame. Sie zeigt eine Zange, einen Zirkel, einen Ambos, 
also Werkzeuge eines Faber ferrarius, Die beigefiigte Ascia bezieht sich 
nicht auf das Geschaft des Verstorbenen, sondern auf die Dedicatio sub 
aseia, s. Coinm. a. v. Ascia. 



1720 IINA 

PROTE V 
SAPPVLO. NEP 
OTE INVIRICO 
NDINA. ET. SECV 
VIVA F. C. 
♦ . . (Secund~)inae? . . ♦ . x ) Sappulo nepoti a ) Invirico . . . 
Se^cundina et SeeuQrat sibfy vivae 8 ) faciundum curaverunt 
Auf dem Bruchst. eines Grabsteins, kam in die Sammlung des 
Grafen von Mansfeld zu Luxemburg. Unter der Schrift eine Ascia, 
s. Comm. a. v. Ascia. 

Wiitheim, ed. Neyen. p. 174. flg. 11G. 



- 17 — 

Anmerk. 1) Zeile 8 wahrscheinlich fehlerhaft abgeschrieben , ge- 
hort zum uachfolgeuden Namen Sappulo, kann abcr nicht gelesen werden. 
2) Bei NEPOTE scheint E ein I zu sein, da die Namen der Verstorbeuen 
alle im Dativ stehen. 3) Bei VIVA scheiut nach A noch eiu E gestanden 
yai haben und verleseu zu sein. 



1721. 1). QVART 

RISSIMAE. 
IAISIVS 
DEEV 
CVNDIN 

Diis Qflanibvs^). l ) Quart(jnae . . conjugil cd)rissimae 

Secundinus . . . 

Auf einem Bruchstiick, gefunden bei St. Maximin, nach Wilt- 
heims Abschr. und nicht mehr vorhanden. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 142. fig. 63. 
Anmerk. 1) Dem D am Anfange der ersten Zeile entspricht nach 
vorl. Beispielen ein am Ende derselben befindlich gevvesenes, jetzt er- 
loschenes M. Diese in der vierten und fiinften Zeile unrichtig copirte und 
daher nicht mehr ganz zu lesende Inschr. ist wegen des iu der letzten 
Zeile stehenden Namens Secundinus bemerkenswerth. 



1722. D. M. 

FVLVIAE. ET 

GALBAE. TIT 

VS. POSVIT. 

Diis Manibus Fuloiae et Galbae. Titus J ) posuit. 

Dieser dahier gefundene Inschriftstein kam in die Sammlung 

des Baron von Hiipsch und befindet sich jetzt im Museum zu 

Darmstadt. 

Hii psch, 49.10. Walther, die Samml. von Gegenst. der Kunst, des 
Alterth. etc. im Museum zu Darmstadt S. 36. Lersch, Jahrb. d. 
V. v. A. F. VIII. S. 161. Nr. 6. Steiner, Nr. 797. 

Anmerk. 1) Im Codex i. r. Rheui unrichtig gelesen: titulum posuit. 



— 18 — 

1723. D. M. 

MESS. ORT 

ELIO. VIRO. 

FORTISSI 

MO. MESSA. 
FACIT. 

Diis Manibus. Messio Ortelio, viro fortissimo, Messa facit. 

Gefunden 1785 vor dem neuen Thore, befand sich in der 
Sammlung des Baron v. Hiipsch. 
Hiipsch, 48. 9. Steiner, 802. 



1724. D. M. 

EVGENIAE. 

FILIAE. DEFVN 

CTAE. IVLIVS. VIC 

TOR. CVPARIVS. 

ET. SACCARIVS. ET. 

ACCEPTINAE. CON 

IVGI. ET. FLORENTIO. 

FILIO. VIVIS. VIVS. 

FECIT. 

Diis Manibus. Eugeniae^ filiae defunctae, Julius Victor, cupa- 
rius et saccarius *) et Acceptinae conjugi et Ftorentio filio vivis 

vivus 2 ) fecit. 

Befand sich in der Sammlung des Baron von Hupsch, welcher 

den Stein aus Trier erhielt. 

Hiipsch, 52. 27. Orelli, 4176. Steiuer, 811. 

Anmerk. 1) S. Comm. a. v. Negotiatores. 2) VIVS mit doppelt 
fungirendem V, s. Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzungeu. 



1725. AFRANIVS. SIBI. ET. FARSVLESAE. 

CONIVGI. FACIVNT. 

Afranius sibi el Farsulesae conjugi faciunt. 

In der Sammlung des Baron v. Hiipsch befindlich, welcher den 
Stein aus Trier erhiclt. 

Hupsch, 48. 12. Steiner, 799. 



— 10 — 

IT2(*. I). M. 

FVLYIAK. DKFVNCTAK. 

samxvs. rATBR. kt. akckria. 

MATER. FILIAE. DVLCISSIMAK. 

Diis Mattibus Fulriac defunclae. Sabinus pafer et Aegeria maler 

fdiac dulcissimae. 

Vormals in dcr Sammlung dcs Baron v. Hiipsch, wclchcr dcn 
Slein aus Trier erhielt. 
Iliipsch, «8. H. Steiner, 801. 



1727. VRBANVSi AMBAT 

ANNORVM: XXX. 
STIPKNDIORVM. VII. 

Urbanus Ambat(us) ') annorum XXX, stipcndiorum VIL 

Bruchsluck, gefunden 1574 bei der St, Matlhias-BrUcke, vor- 

mals im Carten des Grafeii von Mansfeld bcfindlich. Ueber der 

Schrift cin Reiter. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 189. fig. 105. Hontheim, p. 1.00. Bro- 
wjer, p. 52. Sleiner, 823. 
A n I» e r L 1) .S. Comin. a. v. Ainbactus. 



1728. Q. BRIGANTI 

LEG. XII. P 
M VX. P. 

Quinius Briganti(cus) . , . (miles) legionis (X)XH p(rimigeniae 
piae ftdelis). M uxor posuit. 
Auf einem Bruchslucke von hicr, vormals im Garten dos Gr. 
Manfeld zu Luxemburg befmdlich. 

VViltheim, ed. Neyen p. 145. fig. 75. 



1729. D. M. 

L. TVTOR 

ALAE. 

EQ. TRE 

F F P P P 

Diis Manibus Lucii Tutori(s) alae *) cquilum Trccerorum. 
Fratrcs -) pro pietafpoc suerunt. 

2* 



— 20 — 

Wahrscheinlich (nach Hontheim) von hier, karn in clas je- 

suitencolleg zu Luxemberg und befmdet sich gegenwartig im An- 

tiquarium zu Mannheim. Wiltheim gibt TVTOR, Graff TVTO und 

ist hiernach das R erloschen. 

Witheim, ed. Neyen p. 145. Hontheim, p. 189. Graff, S. 36. 
Nr. 71. Steiner, 823. 

Anmerlf. 1) (Miles) alae, s. Comm. a. v. Miles legionis etc.Theil 
II. und Fortsetzung im III. Th. 2) Oder: eq. Treverorum, piae, fidelis. 
Pater pie posuit? daun wiire das vordereF als Ueberrest von P zu be- 
trachten. GrafF liesst: eq. Trevirorum (sic) fortissimo felicissimo pro 
pietate posuit. Steht, wie ich glaube, pro pietate posuit, oder pie posuit 
richtig, so muss dieser Formel nach dem Gebrauche dic Anzeige des 
Stifters (mit oder ohne Namen) vorangehen, welche bei der Lesung for- 
tissimo felicissimo bei Seite gesetzt ware uud den Zusammenhang der 
ganzen Inschr. vollig undeutlich machen wiirde. 



4730. IR. AVG. IVJNIANVS, 

MODESTVS. 
LIBERTVS. ET. HERES. 

♦ ♦ . ^sev)ir(o) *) aug{ustali) Junianius Modestus libertus et 

heres. 
Schriftiiberreste auf einem Grabsteinfragment , vormals in 
der Paulskirche dahier, wo ihn Apian sah, spater im Jesuiten- 
colleg zu Luxernburg. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 145. Gruter, 496. 1. Honthelm, 205. 
Steiner, 812. 
A n m e r k. Wiltheim unrichtig „credibile pertinere ad triumvirum 
aliquem augustalem/ 4 

1731. D. M. 

AELIAE. QVA 

DRATILLAE. 

FILIAE. 1NNO 

CENTISSIMAE 

Diis Manibus Aeliae Quadratillae , filiae innocentissimae. 

Jn einem Pfeiler des Kreuzganges der St. Paulskirche befind- 
lich. 

Wiltheim. ed. Neyen p. 144 Brower, 34. Hontheim, 196. 
Steiner 715. Cruler, 665. 6. 



— 21 — 

i732. BI. ET. AMA 

DIAE. SEV. 
CONIVGI 
VIS. FEC. 

„„ et Amandiae Severae conjugi (vi)vus ') fecu. 

Auf einem Bruchsliick im sog. Propugnaculum umgckehrt cin- 
gemauert. 

Lersch, III. Nr. 22. 
Anmerk. 1) Lersch (vi)vis. In der Stelle VIS ist I wahrschein- 
ein halberloschenes V und daher nach dem Gebrauche vivus zu lesen, 
ver&l. Nr. 1735. 



1733. L. MAGIO. 

PVDENTI. 

Lucio Magio Pudenti. 
Auf einem im hiesigen Museum beflndlichen Steinsarge, mit 
grossen schonen Buchstaben, gefunden 1832 in einem Garten bei 
Trier nachst den ersten Hausern der Vorstadt von St. Mathias. 
Es enthielt einen Aschenkrug und einige kleinere Gefasse. 
Wyttenbach, neue Beitrage etc. S. 18. Lersch, III. Nr. 21. 



1734. D. M. AVRELIO. MATERNO. AVG. M. 

LIB. DEFVNCTO. CONIVGI. RARISSIMO. 
ET. INCOMPARABILI. PIENTISSIMO. SVIS, 
ALEXANDRIA. PRVDENTIA. CONIVX. FEC. 
Diis Manibus. Aurelio Materno , Aurelii J ) Materni liberto, de- 
functo conjugi karissimo 2 ) et incomparabili pientissimo suis 3 ) 
Alcxandria Frudentia conjux feciU 

Auf einem reich verzierten Steinsarge, bei Ft, Maximin ge- 

funden und von Wiltheim copirt. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 142. fig. 65. und 66. Hontheim, p. 199. 
Maser. p. 92. Steiner, 812. 

Anmerk. 1) AVG. in der ersten Zeile scheint, wenn nicht die 
Lesung: Aurelio Materno augustali gefallen will, (Aurelio Materno Au- 
gusto zu lesen ist, ist jedenfalls unstatthaft) zu dem Namen des vor- 
maligen Herrn zu gehoren, aber nicht Augusti, sondern dem Namen des 
Freigelassenen entsprechend, Aurelii und das darauf folgende M. wie oben 
vorgeschlagen wird, Materni gelesen werden zu miissen, wesshalb 
AV6 in AVR verbessert und angenommen werden diirfte, dass hier eiue 
unrichtige Copie vorliegt. Die Mittheilung im Codex i. r. Rh. nach 



— 22 — 

Hontheiin: M. AVG, M. (gelesen : Marci Augusti Materni) ist theilweise 
unrichtig und blos Materni getroffen. 2J Statt RARISSIMO zu lesen : 
KARISSIMO, weil das K zuweilen undeutlich ersclieiut und desshalb irr- 
thiimlich fiir ein R angesehen wird. Deutlich geschriebene Inschr. geben 
stets ein K und der Gebrauch kenut nur das Wort Karissiuius. 3) SVIS 
im Codex i. r. Rheni unrichtig beanstaudet. Die Schrift gibt dieses Wort 
also, koinmt aber sonst in dieser Construction uicht vor und ist gegeu 
den Gebrauch. 



1735, AVRELIVS. SIBI. ET. 

AVRELIAE. SVCCESSAE. 
CONIVGI. VIVAE. SIBI. ET. 
SVIS. VIVS. FECIT. EO. QV 
OD. MIHL DEFVNCTO. NE 
MO. FACTVRVS. ERAT. QV 



Aurelius sibi et Aureliae Successae, conjugi vivae, sibi et suis 
vivus ] ) fecit, eo } quod mihi defunctus nemo facturus erat 2 ) 

qu . . . . 

Gefunden bei St. Maximin und ist nicht mehr vorhanden, 

nach Wiltheims Abschrift. Am C ein herabhangender Stiich zur 

Cursive ubergehend. 

Wiltheim, ed. Neyen p, 141. fig. 62. Hontheim, p. 194. Stei- 
ner, 817. 
Anmerk. 1) VIVS. S. Comm. a. v. Sprachliches und a. v. Grab- 
inschr. Sibi vivus. 



1736. DEFVNCTAE. CALIO 
NIVS. FESTVS. SI 
BI. ET. SVIS. VIVVS. 
FECIT. 

. . ♦ defunctae, Calionius Festus sibi et suis vivus fecit. 

Auf dem Bruchstilck eines Grabsteines , gefunden bei den Ab- 
teien von St. Paul und St. Maximin; ist nicht mehr vorhanden. Nach 
Wiltheims Abschrift. 

Wiltheim, ed.jNeyen p. 141. fig. 62. Hontheim, p. 193. Steiner, 
816. 



— 23 — 

1797. INFANTFi DVLCISSI 
MO. DEFVNCTO. 
QVI. VIXIT MENSES. V. 
DIES. XX. PATER. ET. 
MATER. DIISS. FECER. 

. . . . infanti dulcissimo defuncto, qui vixit menses V, dies XX. 
Pater et mater piissimi fecerunt. 

Auf cincm niclit mehr vorhandnen Fragment, auf der Seite der 
Inschr. geflugelte Genien. 
Gruter, 1718. 4. 



1738. A. PACATA. INDI F: 

. . (Juli)a Pacata, lndi filia . , . . 

Auf einem Bruchstiick bei SU Maximin gefunden und nicht mehr 
vorhanden. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 142. fig. 60. 
Anmerk. 1) S. Conim. a. v. Ala, insbesoudere Ala indiaua. 



1739. FL. GORDIO. 

RVFINO. C L I H 
ORTIS. RHAMAE. 
MILLIARIAE. IN 
SYRIA. GENITVS. 
IN. ASIA. THRAL 
LIS. DEFVNCT 
VS. AVG. TR. LV 
CIA. AFRANIA. 
VALENTINA. 
CONIVGI. RA 
RISSIMO. VIVA. 
FECIT. 

Flavio Gordio Rufxno, centurioni *) cohorfis Rhamae *) milliariac 
in Syria, genitus in Asia Thrallis , defunctus Augustae Trevero- 
rum, Lucia kfrania Valentina, conjugi karissimo 3 ) viva 4 J fecit. 
Gefunden bei St. Maximin, kam nach Luxemburg und istnicht 
mehr vorhanden. Das G zeigt eine cursive Annaherung durcli 
angehangten Slrich. 



— 24 — 

Wiltheim, p. 141. fig. 61. Brower, p. 120. Hontlieim, 163. 
Steiuer. 827. 
Anmerk. 1) Die Buchst. L 1 zwischen C und H in der 4. Zeile 
wie sie Willheim gibt, sind unrichtig erkannte Ziige von dein halber- 
loschenen CO. 2) Name einer Cohorte von 1000 Mann nach der Stadt 
Rhama benanut. Die Inschr. gibt unrichtig Rhamae st. Rhameae. 3) Das 
K wird oft unrichtig als R erkannt wie L mit kleinem angeh. Striche 
als I. 4) Wahrscheinlich wollte die Gattin bei ihrenJLebzeiten auch fiir 
sich ein Grabdenkmal zu dem ihres Mannes setzen und sollte dieses der 
Steinmetze durch die bekannte Formel et sibi viva ausdriicken. Er ver- 
fehlte hier diesen Ausdruck und schrieb blos viva fecit, Worte diesonst 
gar keine Bedeutung haben, iiberfliissig sind und nirgends fiir den Fall 
angewendet werden, weun Jemand ohne jene Absicht (sibi vivus, viva) 
einem Verstorbenen ein Grabdenkmal errichten liisst. 

1740. D. M. 

AEMILIVS. EPICTETVS. SIVE. HEDONIVS. GRAMMATICVS. 
GRAECVS. PRIMANIAE. IANVARIAE. CON. 
SANCTISSIMAE. DEFVNCTAE. ET. SIBI. VIVVS. FEC. 
Diis Manibus. Aemilius Epictetus sive Hedonius, grammaticus 
graecusy Primaniae Januariae, conjugi sanctissimae defunctae et 

sibi vivus fecit. 
Bei der Pauluskirche gefunden. Unbekannt, wo befindlich. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 117. Hontheim, I. 36. 
Anmerk. Wiltheim hat obige, Hontheim eine andere Zeilenabthei- 
lung und stehen bei letzterem D M der ersten Zeile am Anfang undEnde 
der zweiten Zeile vertheilt. 



1741. D. M. 

DOMITI 

TRYPHONIS, 

DOMITIVS. GRA 

PTVS. FIL. ET. 

TVTIA. MXSIMI 

ILA. NVRVS. F. C. 

Diis Manibus *) Domitii Tryphonis. Domitius Grapius filius et 

Tutia Maxsimilla 2 ) nurus faciundum curaverunt. 

Gefunden im Winter 1844 — 1845 auf einer Stelle des Fried- 
hofs zu St. Matthias, wo damals keine christl. Grabsteine zum 
Vorschein kamen. In der Sammlung der Portoa nigra aufbewahrt, 
Chassot v, Florencourt, i, d. Jahrb. d, V. v, A. F. XII. S. 78, 



— 25 — 

A n lii e r k. 1) Wahrscheinlich fanden in der Nsihe christlicher He- 
grabnisse auch einzelne heidnlsche Beerdigungen statt, doch verrathen 
Schriftform und regelmiissige Nomenclaturen eiue friihere Zeit. 2) In 
MX.S1MILIA scheint ein A in M einwarts verbuuden gewesen und das I 
Rest vou L zu seiu. 



1742. D. M. 

SECVNDINIVS. SECVNDINO. 
FILIO. TETVLVM. FECIT. 

Diis Manibus. Secundinius Secundino *) filio tetulum fecit. 2 J 

Befand sich in dcr Sammlung des Baran v. Hiipsch, welcher 

den Stein aus Trier erhielt. 

Hiipsch, 49. 10. Gruter, 49. 14. Steiner, 798. 

Anmerk. 1J Des Vaters Name scheint: Secundinus und davon 
regelmassig abgeleitet der seines Sohnes: Secundinius gewesen zu sein, 
daher die erste Zeile wahrscheinlich verlesen ist, s.Nr. 1744. 2) In dieser 
Inschr. treffen zweiFormeln, die heidnische D. M.unddiechristliche tetulum 
(titulum) fecit (gewohnlicher posuit) zusammen, ebenso in den nachf. 
zwei Inscbr,, s. Comm. a. v. Grabinschr. (christl.) Fortsetzung im III. 
Theile. 



1743. D. M. 

TERENTIAE. DEFVNCTAE. 
ALBINVS. FRATER. 
TETVLVM. FECIT. 

Diis Manibus Terentiae defunctae. Albinus fraier telulum fecit, 
Befand sich in der Sammlung des Baron v. Hiipsch, welcher 
den Stein aus Trier erhielt. 
Hiipsch, 47. 7. Steiner, 800. 



1744. D. M. 

SEVERINA. SEVERINIAE. FILIAE. 

DEFVNCTAE. TETVLVM. FACIT. 

Diis Manibus Severina Severiniae filiae defunctae tetulum faciU 

Wie vorhergehende Nr. 
Orelli, 4384. Hupsch, 48. 13. Steiner, 810. 



- 26 - 

1745. D. HIC IACET. AELIA. TRIB 

YNA. M. QVAE. VIXIT. AN. LX. 
D. X. TET. CRESCENS. 
CONIVGI. DEDIT. 

Diis QManibus.^} Hic jacet Aelia Tribuna, quae vixit annos LX, 
diis X, Telulum Crcscens conjugi dedit. 
Bei St. Maximin gefunden. 

Hiipsch, 50. 15. Steiner, 847. 

A n m e r k. Die heidnische Formel D, M. hier auseinauder gestelH, 
D am Anfange der ersten Zeile, M. in der zweiten Zeile vor ()Y 7 AE. 



1746 

OB. MEMORIAM. CVSTOD. 
ENDAM. ADQ. PROPAGANDAM. 
MAGISTROR. ET. PARENTVM. SV 
ORVM. IVSTIANI. IVLIANI. APRILIS. 

POMPEI 

THEODORI. MARTIALIS. ARCA 
DII. NYCTERI. CONCORDIVS. ET. 
HEMERIVS. HARVSPICES. PVBL 
. . . C TR . , . FECERVNT. 

*) ob memoriam custodiendam adque 2 ) propagandam 

magistrorum et parentum suorum Jusfiani Juliard Aprilis PompeiQi 
.... Theodori Martialis Arcadii 3 ) Nycferi, Concordius et He- 
merius, haruspices publici . . . Coloniae Treverorum . . fecerunU 

Auf einer vierseitigen Ara, gefunden 1809 im Altbaehe, 500 

Schrilte vor dem Altthore und im Museum dahier befindlich. 

Hetzrodt, S. 87. Lersch, III. Nr. 18. Steininger, S. 76. N. 3. 

A n m e r k. 1) Nicht mehr lesbare Zeile, welche auf dcm Gesimse 
des Altars staud uud wahrscheinlich die Formel IN. H. D. D. mit dem 
Namen irgend einer Gottheit enthielt. 2) Wegen dieser Schreibung s. 
Comm. a. v. Sprachliches. 3) ARCADI mit einem erhohten I am Schlusss. 
also ein doppeltes I. 4) Will mau von den einfacheu Namen der beideu 
Stifter Concordius und Hemerius auf die Namen ihrer Elteru undLehrer 
schliessen, so wiirden auch hier blos Personalnamen (cognoima) zu sucheu 
sein, deren es alsdanu acht waren, ohue die, welche iu der fiinften Zeile 
erloschen sind; hiernach wiirden ausser den beiden Namender zwei Vater 
(angenommen, dass die beiden Stifter nicht Briider waren) noch 6 Nameu 
(uud noch mehr wegen der erloschenen Namen Z. 5), namlich die ihrer 
Lehrer zuni Vorscheiu kominen, eine Erscheiuung, welche nicht ohne 






— 27 — 

Heispiel isi (so nniiiite sicli dcr Dichler Ausonius stets nur mit diesrni 
Niimen, so nncli Svinmachiis, dcs Dichlers Freiind, (s. Bocking iilxr 
des Ansonins Leben in den .Jiilirl). d. V. v. A. F. VII. N. U. .\. 2.J ui:d 
hinsichllich des IJnterrichtswcsens beachtenswerth erscheinl. 

1747. LOCVS. 

Auf cinem Tiifelchcn, im Amphilhealcr gefunden und im Mu- 
scum dahier bcfindiich. 
Lersch, III. Nr. 3G. 



1748. ADIVTFX. — ADIVTIM. 2) — ADIVWA22IC? 3) — 

ADIV . . 4) — ADI. 5) — ARMOTI. 6) — ARMOT. 7) — 

ARM. 8) — AVITVS. 9) — CAPlON A . 10) — CAPION. 11) — 

CAPIO. 12; — CAPI. 13) — CAPILIS. 14) — 

MAGNENTI. 15) — REGINVS. 16) — REIPVBL. 17) — 

TECEM. 18) — TMNC. 19) — VIRISIM. 20) 
Stcmpel auf gebranntcn Sleinen yp.n hier, tlercn Fundorle in 
den untenslehcnden Nolen angefiihrt sind. 

Schneider, iu deu Jahrb. d. V. v. A. F. II. S. 147. 248. Trier. 
Chronik 1825. S. 272. Lersch, III. Nr. 30 — 35. Schmidt, 
Baudenkmale der rom. Prov. II. Kft. S. 45. 4.9. 66. 
A n m e r k. 1) Adjutus feuxit. 2) Adjuti mauu. Schmidt gibt dieseu 
Stempei so: tIM ADIV. Der Anfang dieser wahrscheinlich in eineni Um- 
kreise sleheuden Schrift ist bei ADIV zu suchen und t erscheint als 
Ueberrest von T. Steht dieser Stempel nicht ini Uinkreise, so miisste 
eine Versetzuug der Lettern angenotninen werden wie Coniru. a. v. 
Stenipeliuschr. beispielsweise angefiihrt v\ ird. 3) Ich vermuthe ADIVTVS 
FX, oder ADIVTI MANV. 4j und 5) Adjuti manu oder Adjutus fecit 
(finxit), s. Comm. a. v. Stempelinschr. 6), 7} und 8) Armoti (mauu). 
Stempel 8 ARM ohne Zweifel ebenfalls Armoti, das steht iiber M. 
10) Schmidt gibt CAPIONA. Sein A scheint Ueberrest vou M und dieser 
Ueberrest (eigeutlich a) fur ein A gehalteu vvorden zu sein, daher zu 
lesen Capionis manu. 11), 12) u. 13) ohue Zweifel ebenfalls Capiouis 
(manu). Schmidt gibt noch einen Slempel CAPIO NNACI, wcvon CAPIo 
auf Capionis bezogen werden diirfte. Was soll aber NNACI bedeuten? 
etwa Capionnaci (manu)? Gehen wir von Nr. 10 CAPIONa aoS, so 
scheiut hier derselbe Stempel angeweudet gewesen und diese verlesene 
Schrift zu verbessern sein in CAPION MAN. 14) Zwischen den zwei II 
wahrscheinlich ein cursives L. 17) Reipublicae (manufactura), s. Comm. 
a. v. Stempelinschr. 18) Tece manu. Der Name "ware demnach Teca 
gen. Tecae (hier Tece). Wir kennen einen ahnlichen gall. Namen Tocca, 
s. Nr. 207. So findet mau geschr. Nr. 1317 LVCCE OF d. i. Lucc(ae) 



- 28 — 

oft. 19) Vielleicht derselbe Name wie Nr. 18 und folos mit dem An- 
fangsbuchst. T be/.eichnet. Schmidts Mittheilung TMNC nach meinem 
Vorschlage zu verbessern, etwa in T MANV, wiewohl das ausgeschr. 
MANV zu der Abkiirzung T nicht gerade passt und hierzu Beispiele 
mangeln. 20) Virisi manu. Von diesem Stempel fand man Exemplare 
derNN 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 18, 19, 20 
wie in dem Kaiserpalaste so auch in der Basilica. Schmidt kniipft hieran 
S. 45. s. Werkes hinsichtlich dcr Bauzeit beider Werke interessante Be- 
obachtungen, an welche wir die unsrigen in palaographischer Hinsicht 
reihen, s. Comm, a. v. Stsmpelinschr. Ein Exeuiplar von Nr. 13 CAPI 
wurde '/ 2 Stuude von Trier im Felde gefunden. Der Stempel zeigt er- 
habene Buchst. Nr. 17 kam in der Vorstadt St. Berborn zum Vorschein. 
Alle diese Stempel befinden sich in den verschiedenen hiesigen Samm- 
lungen zerstreut aufbewahrt. 

1749. ADIIIARI. I) — VERL 2) 

Stempel Nr. t auf einem Gefasse, vormals (1671) im Be- 
sitze des Malers Alexander Leclevque, Nr. 2 auf einem Amphore, 
in dem Jesuitencolleg zu Luxemburg vormals aufbewahrt. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 246. und p. 194. fig. 182. 
Anmerk. zu Nr. 1) zu lesen Adeiari raanu. 



1750. BIBE. 

Auf einem Topfchen von hier, unbekannt wo aufbewahrt. 
Quednow, II. p. 168. tab. 18. 5. 
A n m e r k. S. Comm. a. v. Spriiche. 



1751. AVFIDIVS. PRESBYTER. 

0. V. ANN. PLVS. MINVS. L. 

HIC. IN. PACE. QVIESC. 

CVI. AVGVRIA. SOR. 

ET. AVGVRIVS. DIACON. 

FILIVS. ET. PRO. CARITATE. 

TITVLVM. FIERI. IVSSERVNT. 
Aufidius presbyter, qui vixit annos plus minus L, hic in pace 
quiescit, cui Auguria soror et Augurius diaconus filius et pro 

carilate iilulum (xeri jusserunt. 

Gefunden 1781 in einem Garten nachst der MoselbrUcke. 
Hiipsch, 50. 16. Steiner, 848. 
A n m e r k. Wegen dieser Inschr. und den nachfolgenden 70 andern 
6, im Allgemeinen Coiuin. a. v. Grabinschr. (christliche). 



— 29 - 

1752. HIC. OVIES .... 

AMVLRIC 
LEVZ ET. MONA 
CHVS. OBHT. IIII 
NON. MARC 
Hic quiescit (i/i pace) Amulricus . levita tt monachus Obiil 
quartum nonas marcias. 
Im Muscum dahier befindlich, 
Lersch, III. Nr. 77. s. Nr. 1140. Anm. 2. 



1753, 

VRSINIANO. SVBDIACONO. SVB. HOC. TVMVLO. OSSA. 

QVIESCVNT. QVL MERVIT. SANCTORVM. SOCIARI. SEPVLCRO 

QVEM. NEC. TARTARVS. F VRENS. NEC. POENA. S AE VA NOCEBIT. 

HVNC. TITVLVM. POSVIT. LVDVLA. DVLCISSIM. CONIVX. 

. R. V. K. D. VIXIT. ANNIS XXXIII. 

Zvvischen zwei Tauben ein Krug. 

Ursiniano 

Subdiacono hoc tumulo ossa quiescunt. 
Qui meruit sanctorum socidri sepulcro, 
Quem nec tartarus furens nec poena saeva nocebit. 
Hunc tituliim posuit Ludula dulcissima conjux. 
Requievit quintum kalendas decembris. Vixit annis triginta iribus. 

(Xersch). 
Metrisch iibersetzt von Lersch: 

Ursinians des 
Subdiacons Gebein ruht sanft hier unter dem Hiigel, 
Der es verdient hat, gesellt zu vverden der Heiligen Grabe. 
Ihm vvird Wiithen des Tartarus, Grausen der Strafe nicht schaden. 
Diess Andenken errichtet ihm Ludula, seine Gemahlin. 

Diese Inschr. vvurde bei St. Paulin gefunden. Nach dem Worle 
qiuescunt cin Blatt als Interpunktionszeichen. 

Miiller, Tr. Chr. 1824. S. 172. Lersch, III. Nr. 54. 
Annierk. S, Coiuin. a. v. Sprachliches. 



- 30 — 

1754. H. IACET. ELIVS. CSTANCIVS. 

VIR CONSVLARIS. COMES. ET. 
MAGIST. VTRIVSQ. 
MJLICI& ATQ. PATRICIVS. ET. 
SCDO CSVL. ORDINARIVS. 

Hic jacet Elius Constancius , vir consularis, comes et magister 
utriusque milicie atque pafricius et secundo consul ordinarius. 

Vormals In der Kirche zu St. Paul befindlicli, nach Willheim 
eine in spaterer Zeit geferligte Copie, wie die Abkiirzungsstriche 
und die eigenthiimlichen Ligaturen be#eisen. Die Buchst. C sind 
theilweise so E dargestellt. 

Wiltheim, ed. Neyeu p. 143. fig. 74. 



1755. 
HIC. REQVIESDATA. IILODERICI. MEMBRA. SEPV(1)CRVM. 
OVI. CAPVS. 1N. NOMERO. VICARH. NOMINE. SVMSIT. 
FVIT. IN. PVPVLO. GRATVS. ET. IN. SVO. CENERE. PR(i)MVS. 
CVI. VxOR. NOBELIS. PRO. AMORE. TETOLVM. FIE(ri) IVS5IT. 
QVL VIxIT. INSAECVLO. ANNVS. PLVS. MENVS. (LXX?) IX. 
CVI. DEPOSICIO. FVIT. L\. SAECVLO VII (L Asg)VSTAS. 
Hic requies datu IHoderici ! ) membra sepu(l)crum , 
Qui capus *) in nomero vicarii nomine sumsit, z ) 
Fuit in pupulo 4 ) gratus et in suo genere pr(i)mus, 
Cui uxor nobelis pro amore tilolum fieQri) jussit, 
Qui vixit in sasculo annus plus menus LXX? 5 ) 
Cui depositio fuil in saeculo (antcdiem) septimum (ka)l. (Aug)us(as. 
Diesc Grabschr. wurde im Jahre 18 18 in der Abiei St. Max:- 
min mit mehreren andern Grabsehriften gefunden. Sie ist auf 
einer oblongcn weissen Marmorplalte von betrachllicher Dickc 
nicht sowohl einffemeiseit als ehuekratzt. Als von dem rom. 
Schriftypus cinigermassen abweichend crscheinen hier dic Lcltern 
A und 0, das etwas eckige C (E) und das verjungte X (x). 
Von den an die Schriftweise des spateren Millelalters erinncrnden 
Formen, z. B. \ stalt D, £ fur E, q fiir & s. w. zeigt sich 
hier kcine Spur. Im Ganzen findet man als vorherrschend dic 
Nachbildunof eiffentlich romischcr Schrlftwcise. Die Obcrflachc des 
Steins wurde zwar muhsam, abcr kunstlos geglatlet und an zwci 
Seilen sind Randvcrzierunffcn mit wcllcnartigen Ornamenten ohne 



— 31 — 

Kunstgeschmack angcbracht. Diese vicllcicht cincm riim. Dcnk- 
malc fruherer Zcit angehtfrii? gcwcsencn Marmorlafcl war vcr- 
muthiich als Dcckcl in cincn Steinsarg gcfiigt. Untcr dcr von 
niedriger Geistesbildung zeigcnden in cincm barbarischcn Style 
abgefassten Inschr. befindet sich noch gcarbcitet das christlichc 
Symbol des Fischcs in zweifacher Vcrbiklliohung, sodann zwci 
Taubcn. Das Christus-Monooramm vor dcm H dcr erslcn Zcile 

© 

ist nur theilweise erkcnnbar oder verungliickt. Aus diescn An- 
zeichcn crgibt sich der Schluss, dass dieses Dcnkmal noch in das 
fiinfte oder sechste Jahrhunderi gehore. Als diesc Marmorplatte 
gefunden wurde, war sie verstummelt und es fehlte davon etwa 
ein Vierthell ihrer urspriinglichen Lange. Die Schrift wnr damals 
nur bis dahin vorhanden , wo ii\ obiger Abscbrift links kleinere 
eingeklammertc Buchslaben stehen. Es fehlten in jederZeilc die 
Schlussnusgange, Lersch, welcher diesc Inschr. in ihrer damaligen 
BeschafFenheitzuerst cdirtc, proponirtc sprachgemasse Ergiinzungen. 
Ch. v. Florenc. entdccktc spaterhin (1844) das fehlende Bruch- 
stiick in der Capelle im Choraubau der Porta nigra , fand , dass 
es an das fruher edirtc Hauptsliick in allen jTheilen passc und 
gab die ganze Inschr. wic sie oben stheht, herau$. Dcr Sinn 
diescs Epitaphs, iu dessen Fassung der hexainclrische Rhytfrmus, 
wie schon Lersch vermuthete, bei jetzt vorliegcndcn originalen 
Schlussergiinzungcn als moglicherweise intendirt erscheinl, ist 
nach v. Florencoarts Uebertragung in einfacher Prosa folgender : 

„Hier ist Ruhe verliehen den Gliedern des Hlodorirus im Grabe, 
dcr, als ein (hervorrageudes) Haupt in dcr Menge, die Wlirde 
cines Vicarius tibernahm. Er war belicbt im Volke und in 
seinem Stamme der Erste. Seine adliche Gemahlin Iiess ihm 
aus Liebe diese Grabschrift verfertigen. Er lebte in der Zeit- 
lichkcit ohngefahr 71? Jahre. Seine Beisetzung in der Zeit- 
lichkeit geschah ain 7. Tasj-e vor den Aimust-Kalenden." 

o o © 

Lersch, III. Nr. 55. CIi. v, Florencourt, iu Jahrb. d. V. v. A* 
F. V. VI. S. 331. Nr. 111. 
A n m e r k. 1) Die Ligatur vou H mit L wird blos vermuthet. 
2) Carus uach Lersch. Capus nach v. Florencourt. Nach des letztereu 
Beobachtung siud die Lettern P und R durchgangig uuterschiedeu, alsc*. 
wie er sich iiberzeugt hat, CAPVS, gleich badeutend mit dem romischeu 
Caput (Oberhaupt, Haupt) — freilich, setzt v. Floreacourt bci: ,,wai 
sonst das mittelalterliche capus uur von Stossvogeln uud Kapphahneu 
gebriiucIiHch." 3) Vielleicht auch sumpsit. Wegeu des Bruches der 



— 32 — 

grade zvvischen SVM und ^SIT durcligeht, scheiut das P verloren ge- 
gangen zu sein. 4) S. Comm. a. v. Sprachliches. 5) Die Altersbezeich- 
nung lasst sich vvegen Absplitterung einiger Zeichen nicht bestimmen. 
Die Erganzung der Tagesbezeichnung ist unzweifelhaft. Die Inschr. hat 
keine Interpunktionen und sind vvegen Deutlichkeit beigesetzt. 



1756. FL. GABSO. P 

TECTOR. DOMES. 

TIC . . X TRIBV 

. . < OVIES 

. , . RSV 

i i ACF 

Flavius Gabso } protector domestic(us x ) e)xtribuno 2 ) (hic re)- 

quiescit (. . . in p)ace. 
Im Museum dahier befmdlich. 
Lersch, III. Nr. 60. 
Anmerk. 1) Bei Muratorius 701. 3. ebenfalls ein Protector do- 
mesticus. 2) Vergl. Codex civ. XII. 17. de domeslicis et protectoribus 
§. 3. wo vom Tribunatus die Rede ist. 



1757. IACET. HIC. MAVRA. CON 

IVX. BONIFATI. A. VESTE. 
SACRA, QVAE. RREC 
ECESS IT IN PAC 
ET. TVI. SECVM. AN 
NOS. XX. 
Jacet x ) hic Maura, conjux Bonifali 2 ) a veste sacra, 3 ) quae 4 
recessit b ) in pace et tul(it) 6 ) secum annos XX» 
Auf der unteren Seite eines Sargdeckels, gefunden im Winter 
4844 — 1845 und in der Sammlung der Porta nigra befindlich. 
Chassot v. Florencourt, in den Jahrb. d. V. v. A. V. XII. S. 75. 
Anmerk. l)In dieser ungevvohnlich zusammengestellten Eingangs- 
formel ist das T am Schlusse des ersten Wortes mit dem darauffolgenden 
H des nachfolgenden llgirt. 2) Bonifatus oder Bonifacius, welcher von 
beiden ist der richtige Name des Mannes? Ch. v. FJorencourt nimmt 
fionifacius an. In diesem Falle hatte der Steinmetze nach dem Gebrauche 
der rom. Steinmetzen^fruherer Zeit am Schlusse des Worts ein doppelt 
fungirendes epigraphisches I angesetzt und fiir C ein T gehraucht. Es 
ist dieses wahrscheinlich, wiewohl fiir den Namen Bonifatus Analogien 
vorkommen^und die lateinisch kliugeude Silbe Boni nicht irre fuliren 
diirfte eiuen lat. sondern einen gallischen Namen zu erkenuen, vvelcher 
z. B. den Volksnamen Caninefates, Caunefates, Canninefas in der End- 



- 33 - 

silbe gleich lautet. 8) Der Stifter dieses Denkmals war unter dem Conies 
sacrae vestis ein Subaltern bei der kaiserlichen Garderobe, wie Chass. 
v. Florencourt naher ausftihrt und gehortdiese Inschr. in dieZeit, alsMagnus 
Maxentitis (f 388) seine llesidenz inTrier hatte , nach welchem keiu Iegi- 
timer Ilerrscher nach Trier gekommen ist. Dleses ware nicht gerade ent- 
scheidend, weil in spaterer Zeit mehrere Usurpatoren, Constautinus III 
und Jovinus zu Trier temporar residirt haben, wenn nichtdie Schriftzeichen 
ihrerForm nach dem vierten Jahrhuudert anzugehoren scheinen. 4) Der 
Stein gibt ein O und scheint der kleiue Unterstrich Q erloschen. 5) Dcr 
Steinmetze, ein Pfuscher, hatte vor RECESSIT noch ein K angesetzt. 
In der Mitte dieses Wortes das Christusmonogramm. 6) TVI, hier das 
I Ueberrest von L. — Tulit kommt mehrmals vor, s. Nr. 1780. 



1758. HIC. PAVSAT. IN. PACE. INGENVA. 

CHRISTIANA. FIDELIS. VRSACIVS. 

CVRSOR. DOMINICVS. PIENTISSE 

T. OCTAVM. DECEM. KALENDAS FE 

BARBIASQVI. VIXIT. ANNOS XXVIII 

TITVLVM. POSVIT. DVLCESl 

ME. SVE. MATRVNE. 

IN. CHRISTO. 

Hic pausat in pace Ingenua , christiana fidelis. ') Ursacius^ 

cursor dominicus 2 ) pientisse(j?ie ari)t(e) octavum 3 ) decem(um) 

kalendas febarbias , 4 ) qui vixit annos XXVIII, teiulum posuit 

dulcesime sue matrune in Christo. 

Von dieser hier gefundenen, fruher iin Jesuitencolleg, gegen- 

wartig im Museum dahier befindlichen Inschr. sind noch folgende 

Zeilenreste iibrig: 

NGENVA. 
VRSACIVS. 
S PIENTISSE 
IENDAS. FE 
Die ganze Inschr. gibt Wiltheim (zu dessen Zeit sie nicht 
mehr ganz lesbar war) aus den Papieren des trierer Conventu- 
alen Paul Botbach. Brower und Hontheim folgfen der Mitthei- 
lung Wiltheims. Zwischen den Worten SVE und MATRVNE das 
Christusmonogramm und A w, 

Wlltheim, p. 140. flg. 49. Brower, I. 53. Hontheim, I. 189. 
Lersch, III. Nr. 68. Steiner, 840. 
Anmerk. 1) Unrichtig im Cod. i. r. Rheni als zwei Namen auf- 
gefasst, s. Comm. a. v. Grabinschr., Forts. im III. Th. 2) Diese Inschr. 

3 



- 34 - 

enthn.lt viele Worter der Lingua rustica, s. Comm. a. v. Sprachliches 
(Lingua rustica) und ist ausserdem theilvveise schlecht stylisirt. 3) In 
OCTAVM fuugirt das V doppelt, s. Conun. a. v. Sprachliches — Ab- 
kiirzungen. 4) FEBARBIAS scheint unrichtig copirt zu sein, das B 
zwischen K und I ist unstreitig ein verlesenes R, 



1759, HIC. OVIESCIT. VITALIS. QVL 

VIXIT. ANNOS* LXXV. MiLIT 
AVIT. INTER. 10 ...N.S SENIO 
RIS- AN. XL. CONIVX. KARISSIMA, 
TITVLVM. POSVIT. 

Hic quiescit Vitalis, qui vixit annos LXXV. Militavit inter Jo- 
(viano~)s l ) seniores 2 ) annos XL. Conjux karissima titulum 

posuit. 
Gefunden im Winler 1844 — 1845 auf dem Friedhofe zu St. 
Matthias bei Trier und in der Alterlhumssammluno; der Porta nigra 
aufbewahrt Die Inschr. ist auf der unteren Seite des Sarg- 
deckels befindlich» 

Ch. v. Florencourt, Jahrb. d. V. v. A. F. XII. S. 71. Nr. 1. Stei- 

ninger, S. 80. 

Anmerk. 1) Steininger INFEKIS als ein von ihm vermutheter La- 
pidarfehler fiir interris. Allein Ch. v. FI. entdeckte unter deu 5 niehr 
oder miuder ausgeloschten Schrifty.eicheu ziemlich deutlich ein N und liest 
Jovianos, welche Lesung mit Bezug auf „militavit u die richtige jst. In- 
teressant ist diese Inschr. wegen der Mdglichkeit einer naheren Bestim- 
mung der Zeit ihres Ursprunges, die bei den meisten altchristlichen fast 
ganz fehlt. Sie gehdrt in den Anfaug des fiinften Jahrhunderts, weil 
die Joviani seniores, vvelche aus den schon zur Zeit Diocletians (Jovius) 
bestehend«n Joviani unter Constantin, oder nach einer anderen Annahme 
bei der Reichstheilung Valentiuians mit seinem Bruder Valens (364) 
als hervorgegangene palatiuische Legionen der Jov. seniores und Jov« 
juniores, an dein Feldzuge gegen die iiberrheiuischen Fursten (387 oder 
388) Theil nahmen (Sulp. Alex iu Gregor. Tur, Histor. Franc.) und in 
dieser Zeit erscheinen. Der 75jahrige Veteran Vitalis diente 40 Jahre, 
welche vom Jahre 364 ihrer Formation au zuzuziihlen siud. 2) In 
SKNIORIS ist I zwischen 11 nud S ein erloschenes E. 



- 35 — 

1700. IIIC. QVIESCIT. 

VRSATIVS. VS 
TIARIVS. OVI. VI 
XIT. ANR. XLVII. CVI 
EXSVPERIVS. ICIIT? 
CIVS. TETVLVM. POSV 

Ilic quicscit Ursatius Usliarius, J ) qui viccit annorum XLV2I, *) 
cui Exsuperius Iciitcius *) tclulum posuil. 

Gcfunden bei St. Paul, gegenwarlig im Anliquarium zu Mann- 
heim befindlich. Unter der Schrift das Christusmonogramm zwischen 
zwei Tauben, nach Wiltheims Abschrift. 

Wiltheim, p. 144. fig. 73. Hontheim, p. 203. Brower, I. 71. 

Acta aes. pal. III. 43. Muratori, p. 1690. 10. Lersch, III. 

41. Graff, Nr. 50. Steiner, 837. 
A n m e r k. NachWUtheim kein Name, er sagt : „Ustiarium, seu Os- 
tiarium, nota inter Cleri ordines dignitate." 2) Unrichtig im Coder i. 
r. Rh. XVII. oder nach Andern LXVII; der Stein gibt nach Wiltheims 
Autopsie XLVII. 3} Graff: FILIVS. Wiltheim wie oben. Die Schriffc 
ist hier nicht ganz deutlich, CIVS steht jedoch richtig. Steht hier viel- 
leicht nicht eiu Name, sondern ein Wort, das eine geistliche Wurde be- 
zeichnet? 

1761. IIIC. IACET. EXSOPERANTI 

A. QVI VIXIT ANN IIII MEN IIII 
DIES. XV. TITV.VM. POSVIT. 
ALBIN . S. ET. TIRENTINA. 
. ATRES. IN. PACE. 

Hic jacel] Exsoperantia, qui vixit annos IV, menses IV, dies 
XV. Titulum posuit Albinus et Tirentinapaires, *) QQuiescit) 2 ) 

in pacc. 

Gefunden in der Vorstadt St. Paulin nahe bei der jetzigen 

Pfarrkirche und im Besitze des Herrn Dr. Schneider zu Em- 

merich. Unter der Schrift das Christusmonogramm zwischen zwei 

Tauben. 

Schneider, in den Jahrb. d. V. v. A. F. XII. S. 68. Nr. 165. 

A n m e r k. 1) S. Comm. a. v. Sprachliches. 2) In dieser Liicke 
unkenntliche Reste erloschener Buchstaben. 



— 36 — 

1762. HIC. IACIT. IN. PACE. BAN 

CIO. OVL VIXIT. AN II. ET. ME 
II ET. DI VIII. FAVENTIA. MATER. 
TETOLVM. POSVIT. 

Hic jacit in pace Bancio, qwi vixit annos II et menses II et dies 
VIII. Faventia mater tetolum posuit. 

Auf einer kleinen Marmortafel , in Form eines Trapeziums , 
wahrscheinlich fraher zu anderm Gebrauche verwendet: gefunden 
1844 — 1845 auf dem Friedhof zu St. Matthias und in derSamm- 
lung der Porta nigru befmdlich. 

Ch. v. Florenc. i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XII. S. 51. 






- 



1763. MARVS. IC. QVIESCET. in. 

PACE. OVI. VIXIT. AN. IIII. ME. III. 

DI XV. PArRIS. PIENTISSI 

MI. TITVLVM. POS 

ER VNT. 

Marus (k)ic quiescet in pace, qui vixit annos IV, mcnses III, dies 
XV. Patris pientissimi titulum posuerunU 

Gefunden 1844—1845 auf dem Friedhofe zu St. Matthias 

und in der Sammlung der Porla nigra befindlich. Unter der In- 

schrift zwischen die letzte Zeile hinein ein Oelbaum. 

Ch. v. Florenc, Jahrb. d. V. v. A. F. XII. S. 81. 

A n m e r k. Bei den Stellen DI dieser und der vorhergehenden Iuschr. 
befimiet sich das I in den Buchst. D hineiu geschrieben, sodann erscheinen 
iiber ME uud AN Abkiirzuugsstriche. 



i764. HIC. NONNITA. 

CET. IN. PACE. OV 

ANNOS. II . . . 
Hic Nonnita (quies)cet in pace, quae (vixit) annos II . . . 

Fund- und Aufbewahrungsort derselbe wic bei Inschr. Nr. 
1763. 
Ch. v. Florenc, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XII. S. 51. 



— 37 — 

1765. HIC. PAVSAT. MA 

RINVS. FIDELIS. 
OVI. VIXIT. AN. PL. M 
. i . TITVLVM. POSV 
. . ONNITA. FILIO. 
IN. PACE. 
Hic pausat Marinus fidelis, qui vixit annos plus minus . ♦ ♦ ♦ 

Titulum posuit. 
Fund- und Aufbewahrungsort derselbe wie bci der Inschr. 
Nr. 1763 an«regeben. Unter der Schrift das Christusmonograamm 
und zwei Tauben mit Oelzweigen in dcn Schnabeln. 
Ch. v. Florenc, a. a. O. XII. S. 81. 



1766. QVIES 

LENTINV 
VIXSIT. AN 
LXIII. ET. ME 
ET. DIE 
(Eic) quiescit QVa)tentinus Qqui) vixsit annos LXHI et menses 

... il (ItLo ... 

Gefunden und aufbewahrt wie bei der Inschr. Nr. 1763 be- 
merkt. 
Ch. v. Florenc. a. a. O. S. 82. 



1767. HIC. QVIESCIT. 

SVCIO. OVI. V 

vs. 

Hic quiescit Sucio, qui (vixit ann)us l ") . . ♦ 

Gefunden und aufbewahrt wie bei der Inschr. Nr. 1763 bc- 
merkt. 
Ch. v. Florenc. a. a. 0. S. .82. 
Anmerk. 1) S. Comra. a. v. Sprachl. — Ltngua rustica. 



1768. AMPELIO. 

IN. PACE. 

SIT. QVIXI 

ANNOS. XV. 

DIES. XXV. 

SICLVDO. 

SINOL 



— 38 — 

Ampelio in pace *) sitQus), qui vixi(t) l ) annos XV ', dies XXV. 

Sicludo Sinoi. s ) 

Auf einer dicken Marmorplatte mit schlechten Schriftziigen , 

gefunden und aufbewahrt wie bei der Inschr. Nr. 1763 bemerkt. 

Ch. v. Florenc. a. a. 0. S. 82. 

Annierk. 1) Der Steiumetze hatte hier statt der altrom. Schluss- 
formel hic situs est blos situs gebraucht. 2) QVIXIT besser getroffen 
uach dein Gebrauche alter Zeit, s. Sprachliches — Abkiirzuugen II. B. b. 
3) Ch. v. Flor. vermuthet : dulcissiino. Ist die Abschrift richtig, so ist 
zu verstehen: Sicludo, Sinoi (filius fecit.) 



1769. ARECIVS. QVI. 

DI. XII. FLOREN 
X. TITVLVM. 

N. PACE. 

(Hic quiescit) Arecius, qui (cixit annos . .) dies XII. Floren- 
(tina conju)x titulum (posuit i)n pace. 

Gefunden 1848 in der Kirche zu St. Maximin bei andern 
Steinsargen nebst Bruchst. von Schrifttafeln , aufbewahrt in der 
Sainmlung der Porta nigra. Unter der Schrift das Christusmono- 
giamm und eine Taube mit einem Oelzweig im Schnabel. 
Ch. v. Floreucourt a. a. O. S. 86. Nr. I. 



1770. HIC. QVIESCIT. IN. PACE. 

MARTINA. DVLCISSIMA. 
PVELLA. QVE. VIXIT. AN 
XVI. ET. ME. I. PATRIS TITV 
LVM. POSVERVNT. 

Hic quiescit in pace Martina dulcissima puella, qui vixit annos 
XVI et mensem I. Patris 2 ) titulum posuerunt. 

Zierlich gearbeitete Ioschr. auf einer in eine grosse Sandslein- 
platte eingefugten Marmortafel, gefunden im Winter 1844 — 1845 
auf dem Kirchhofe zu St. Mathias und in der Sammlung der Porta 
nigra aufbewahrt. Unter der Schrift ein Oelbaum und zwei 
gegeniiberstehende Tauben. 

Ch. v. Florenc, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XII. S. 87. 
Anmerk, 1) S. Comm. a. v. Sprachliches. — Liugua rustica. 



— 30 — 

1771, VRSA. MATER. PO 

SVIT. TITVLVM. PROi 

CAPITATE. HIC. 

FIDELIS. SIMPLI 

CIA. PAVSAT. IN 

PACE. 

VICTORINA. HIC. 

PAVSAT. QVI. VIXIT. 

ANNOS. L. 

Ursa mater posuit telulum pro caritate. *) Hic fidelis *) 
Simplicia pausat in pace. 8 ) Victorina hic pausat, qui vixit 

annos L. 

Doppelgrabinschr., gefunden im Winter 1844 — 1845 in dem 
an dem Kirchhofe zu St. Matthias angrenzenden Pfarrgarten, in 
der Sammlung der Porta nigra bcfmdlich. Ueber der Schrift daa 
Christusmonogramm zvvischen zwei Tauben. 

Ch. v. Florenc., i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. VII. S. 79. 
Anmerk. 1) In CAPITATE erscheiut P als Ueberrest von R. Pro 
pietate zu lesen, wiirde zwar dem Gebrauche entsprechen, allein wie 
konnte man alsdann das davor stehende CA erklaren? Vergl. Nr. 1018, 
wo (CA)RITATE. 2) fidelis, s. Conim. a. v. Grabinschr. (christl.) 
Fortsetzung im III. Th. 3) Wegen der hier fehlenden Angabe der 
Lebensjahre s. Conini. a. v, Grabinschr. christl.) Fortsetzung im III. 
Th. 



1772. HIC. IACET. VRSA. QVAE. VIX. 

ANN. VII. ET. MENS. X. VRSO 
LVS. ET. ROMVLA. PATRES. 
TETOLVM. POSVERVNT. 
IN. PACE ¥ DE. IDS AC . IAS 

Hic jacet Ursa , quae vixit annos VII et menses X. Ursolus et 
Romula patres tetolum posuerunt. In pacen 2 ) de^posita) idibus, 

ag(us}tas. 2 ) 

Auf einer Marmortafel, gefunden im Winter 1844 — 1845 
auf dem Friedhofe bei St. Matthias und in der Sammlung der Porta 
nigra befindlich. Unter der Inschr. neben dem Christusmonogramin 
zwei Baume, auf der einen Seite ein schwacher Stamm mit wenigen 



— 40 — 

Blattern, auf der andern ein krafliger Baura mit Laub und Bliithen, 
vvahrscheinlich Andeutung auf das unvollkommene irdische Dasein 
und die verheissene reichere und vollkommene Zukunft. 
Ch. v. Florenc, I. d. Jalirb. d. V. v. A. F. XII. S. 80. 
Anmerk, 1) In pacen, s. Sprachliches. — Lingua rustica. Der 
iiber deni N befiodliche Strich kommt auf christl. Inschr. noch mehrmale 
vor und erscheint bei demselben Worte als Verlangeruugszeichen fiir M. 
3) Ag(us)tas s. Sprachl. 

1773. HI QVIESCIT. in. PACE. 

AGRICIVS. QVIXIT. AN. VIII. 

ET. MES. II. CYI. FEBRARIVS. PA 

ER. ET. CAIVOLA. MATER. 

T.TOLVM. POSVIT. 
Hic quiescit in pace Agricius, qui vixit annos VIII et menses ') 
II y cui Febrarius pater et Cariola mater tetolum posuit. 

Zu St Matthias gefunden und im Museum dahier befmdtich. 

Der Stein ist in zwei Stiicke gebrocheu. 

Wyttenbach, Beitr. S. 20. Lersch, III. Nr. 09. 

A n m e r k. 1) QVIXIT, s. Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzungen 
II. B. a. 






1774. IIIC. REQVIESCIT. 

VALENTINVS. QVI. 
VIXIT.AN. XXXVIII. MAR 
ONTIVS. PATER. AGRI 
CIA. COIVX. ET. FILIjEl 

VS. TETVLVM. POS 

Hic requiescit Valentinus, qui vixit annos XXXVIII. Maronlius l ) 
pater, Agricia conjux et filii 2 ^ ejus 3 ) tetulum posuerunt. 

Auf einer hier gefundenen Marmortafel, im Museum dahier 
befindlich. Unter der Schrift zwei Tauben, zwischen ihnen statt 
des gewohnlichen Monogramms ein einfaches Kreuz f . Sie enthalt 
mehrere Ligaturen und ist im Worte FILI das F nach oben cursiv 
auslaufend. 

Ch. v. Florenc, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. V. VII. S. 329. 
Aumerk. 1) Marontius ist deutlich. Im Ball. mouuniental IX. Nr. 
2. p. 60. unrichtig Maponius. AIs Druchfehler bei Cb. v. FJor. 1. c. iii 
der Note 3. Mormonius und Agrisia. 2) In FILI das I doppelt fuu- 



— 41 — 

girend, s. Comm. a. v. Sprachl. — Abkiirzungen A. o. 8) Die Agricia 
erscheint nach dieser Wortstellung niclit als conjux des Marontius, sondeni 
als solche des Verstorbenen, welchem demnach seiu Vater, seine Gattiu 
uud seiue Kiuder dieses Ueukmal errichtet habeu. 



1775. HIC. REQ 

RVSTIC 

ACE. FEL 

VIXSIT. 

X. MENS 

VII. POSVI 

YYTVLA I 

NEPT. 

Ilic rcq(uicscit) Ruslic(us in p)ace fel(iciter). Vixsit (annos) 
(L)X? ?ncns(es . . el dies) VII. Posuit . . yylula . . . ?iept(is) 
Hier irefiinden und tm Museum dahier aufbewahrt. 
Lersch, III. Nr. 57. 

1776. HIC. AMANT 

IAE. IN. PACE. 
HOSPITA. C 
ARO. IACET. 

Hic Amantiae in pace hospita caro jacet. 

Auf einer in 5 Stiicke zerspaltenen Marmorplatte. Ueber der- 
selben zwei Tauben und zwischen ihnen das Christusmonogramm , 
gefunden 1818 in der Abtei St. Maximin bei anderen christlichen 
Grabschriflen und Sargen. Die Schriftzuge haben eine regelmassige 
Form; dieser Umstand, ihre Aechtheit und laconische Fassung 
(mit Hinweglassung aller Nebenumstande) scheint ihr wie Ch. v. 
Florencourt bemerkt „einen Platz unter unsern altcsten chrisll. 
Schriftmaler anzuweisen. 

Ch. v. Florenc, Jahrb. d. V. v. A. F. VI. S. 331. Nr. 110. 
Anmerk. Ch. v, Flor. iibersetzt diese Inschr. also: 

„Hier liegt im Frieden , als Gast, der Amantia Leib" 
und bemerkt hierzu : der Ausdruck „hospita u miisse nicht auf „pace", 
sondern auf das nachfolgende „caro a bezogen werden, und flnde man ia 
jenem, auf eine blos provisorische Beherbergung hinzielenden Beiwort eiue 
pragnante Andeutung der christl. Auferstehungslehre nach ihrer bei dea 
primitiven Christen vorherrschenden, strengsten Auffassuug. Wolle man 
den Ausdruck hospita auf pace beziehen (Hier liegt im gastlichen Frie- 



— 42 — 

dcu etc.) so wiirde, abgeseheu von dem Ungewohulichen einer solcheu 
Dictiou die religiose Bedeutung der Grabschrift sehr geschwiicht. 



1777. HIC. QVIESCIT. IN. P 

ACE.VRSVLA.QVI. 
VIX. ANNOS. XXI. 
ARIVLA. KABA. 
MATIR. TITI 
VLVM. TO 
Hic quiescit in pace Ursuta; qui vixit annos XXI. Ariula kara 

matir titiulum toQit). 
Im Museum dahier. 
Lersch, III. Nr. 67. 
Anmerk. 1) Statt tolit vielleicht doch posuit, da das T ein P zu 
sein scheint. Man bemerke die Worte qui, matir, titiulum. Iu KABA 
das B wahrscheinlich ein R, s. Nr. 1759. 

1778. HIC. QVIESCIT. in. PACE. 

PIOLVS. QVI. VIXI. AN. V 
ET. ME. II. ET. D. XII. NIGRINVS. 
PATER. ET. RVRICIOLA. 
MATER. TETVLVN. POSVE 
R V NT. 

Hic quiescit in pace Piolus, qui vixit annos V et menses II ct 
diis XIL Nigrinus ] ) pater et Ruriciola 2 ) mater tetulun 3 ) po- 

suerunt. 

r L\x St. Matthias gefunden und im Museum dahier aufbewahrt. 

Zwischen zwei Tauben das Christusmonogramm. 

Wyttenbach, Beitrage S. 18. u. 22. Lersch, III. Nr. 65. 

A n m e r k. 1) Wyttenbach AGRITINVS. 2) Wyttenbach RVIII- 
CVLA. 3) Wyttenbach TETVLVM. 



1779. HIC. SARRACINA. QVIESCIT. IN. PA 

CE. QVAIXIT. ANNOS. PL. M. XXXI 
IIII FILII. TITVLVM. PO 
SVERVNT. 

Hic Sarracina quiescit in pace , qua(e v)ixil annos plus minus 
XXXI. Quatuor filii titulum posuerunf. 
Zu St. Paulin gefundcn und im Museum dahier aufbewahrt. 
Miiller, Tr. Chronik S. 173. Lersch, III. 66. 



— 43 — 

Anincrk. Der Steinmetze hatte dic mehrmals vorkonimende Ab- 
kurzung QVIXIT (s. Comm. a. v. Sprachliches — Abkui^ZUDgen II. II. 
b.) i m Angc und ghtuble sie auch hier mit QVAIXIT anwenden zu 
kduuen , was jedoch nach dein Gebrauche durchaus unzulassig erscheiut. 



1780, ORIS. PAVS. 

vicisswo. 

I. TVLIT. ANNOS. DVOS. ET. MENSES. 
DECEM. ET. DIES. TREDECEM. 
TITVLVM. POSVERVNT. VICTOR. 

LORENTINA. ET 

MI. CVM. PACE. 
. . . oris paus .... (d)uicissimo , (jf)ui tulit annos duos ct 
mmsss decem et dies tredeccm. Titulurn posucrunt Victor, Flo- 

rentina et mi cum pace. (Lerseh.) 

Hier gcfunden und lm Muscum aufbewahrt. Zwischcn der 
dritten und vierten Zcile zwei Taubcn, das Christusmonogramui 
und die Buchstaben A w. 
Lersch, III. Nr. 63. 
A n m e r k. 1) Die erste und zvveite Zeile lassen sich vielleicht so< 
erganzen; (In nomine Salva t)oris paus(at). (Iufanti djulcissimo, qu)i 
tulit etc. PAVSat halte ich wenigstens ftir sicher, es kotnmt statt quiescit 
mehrmals vor. 2) statt in pace s. Comm. a. v, Inschr. christl. 



4781. HIC. QVIESCET. NVNECHIVS. IN. PA 

CE. QVI. VIXIT. ANNOS. PL. ME. LXX\. 
FLORENTINA. FILIA. CARISSIMA. 
TITVLVM. POSVIT. 

Hic requiescet Nunechius in pace, qui vixit annos plus menus 
LXXX. Florentina fdia carissima telulum posuit. 

Zu St. Matthias gefunden urid im Museum dahier befindlich, 
Lersch, III. Nr. 64. Wyttenbach, Beitr. S. 18. und 20. 



1782. . . . QVIESCET. in. PACE. 

HONORIA. QVI. VIXIT. A 
NNVS III. ET. MENSES. IIII. 
PARENTIS. TETOLVM. 
POSVERVNT. IN PACE. 






— 44 — 

(Hic re)quiescet in pace Honoria, qui vixit annus 7/J, menses 
IV. Parentis tetolum posuerunt in pace. 

Zu St Malthias gefunden und im Museum aufbewahrt, die ein- 

zelnen Linien sind mit Strichen eingefasst. 

Wyttenbach, Beitr. S. 20 Lersch, III. Nr. 62. 

Anmerk. Hinsichtlich der Worte quiescet, annus s. Comm. a. v. 
Sprachliches. 

1783. HIC. IN. PACE. QVIESCI 

DIGNISSIMA. FIDELES. 

OVA. VIXIT. AN. I. M. VIII. D. V. 

DIGNANTIVS. ET. MEROPIA. 

PATRIS. TITVLVM. 

POSVERVNT. 

Hic in pace quiescit dignissima Fidelis, *) qua(e) vixit annus 7, 

menses VIII dies V. Dignantius et Meropia patris 2 ) tetulum po- 

suerunt. 

Auf einem in der Abtei St. Maximin 1818 gefundenen Stein- 

sarge und im Museum dahier befindlich. Zwischen der vierten 

und fiinften Zeile zwei Tauben, das Christusmonogramm und A w. 

Quednow, II. 170. Steiner, 841. Lersch, III. Nr. 61. 

Anmerk. 1) Der Name Fidelis, s. Comra. a. v. Namen. 2) Qua 
und patres , s. Comm. a. v. Sprachliches. 



1784. M. HIC. IN. PAC. 

ANNOS. PL. 
(\ . . . bonae) memoriae hic in pace (jquiescit) ♦ . . Qqui vixit) 

annos plus (minus . ♦ ♦) 
Hier gefunden und im Museum aufbewahrt. 
Lersch, III. Nr. 75. 

1785. C. VIVI. 

AL 
♦ . ♦ POSVIT, TITV 
E. REQVIESCIT. 
♦ . . ♦ posuit titulum ♦ ♦ in pace requiescit ♦ . 
Im Museum dahier befindlich. Der iibrige Theil der zweiten 
Zeile kann hier nicht ganz durch den Druck gegeben werden, da 
die Buchstaben nur in ihren Ueberresten da stehen. Zwischen 



— 45 - 

dcr zwoitcn und dritten Zeile das Christusmonogramin und dio 
Buchslaben A w. 

Lersch, III. Nr. 70. 

1786. HIC. 

A. QVI. VJXIT. 
FLORENTIN ' 
VLVM. PO 

Hic q(uiescit . . .) a, qui vixit ♦ . . ♦ Florenlina . . . tetulum 

po(suit.) 
Hier gcfunden und im Museum dahicr befindlich. 
Lerscli, III. Nr. 9G. 

1787. HIC. IACET. 1N. PACE. ESCVRILIS. 

QVI. VIXIT. ANNO. ET. ME. X. 
ET. DIES. XVII. MATER. ET. PATER. 
TITVLVM. POSVERVNT. 

Hic jacet in pace Escurilis , qui vixit anno et menses X et dies 
XVIL Mater et pater tetulum posuerunt. 

Zu St. Matthias gefunden und im Museum dahier befindlich. 

Im Sarge lag eine Mlinze der Flavius Magnus Maximus und ein 

Schrcibgriftel. Dcr Stein ist in zvvei Halften gebrochen. Unter 

der Schrift zwei Tauben und das Christusmonogramm. 

Wytteubach, S. 23. Lersch, III. Nr. 73. 

A n m e r k. 1) Wyttenbach hat statt ESCVRILIS — ESCVPI und 
statt PATER — PAT. 



1788. N. PACE. VE 

1T. AN^ I. ET. ME 

ORENINA AL 
OSVIT. DP 
T SEPTE 

(Hic quiescit f)n pace, VeQnantia, quae vix)it annum I ei menses 

Florentina ti(iulum p~)osuit. Deposita (est . . .) Sqp- 

tembris. 

Zu St. Paulin gefunden, befand sich im Besitze des verstorbenen 
Dr, Lersch. 
Lersch, III. Nr. 71. 






- 46 — 

1789. HIC. IA . . . ONCORDIA. 

QVAE. VIXIT. AN . . S. PL. M. LXV. 
CONCORDIVS. ET. CONCORDIALIS. 
FILII. DVLCISSIMI. TITVLVM. 
POSVE 
Hic jacet in pace Concordia, quae vixit annos plus minus LXF. ') 
Concordius et Concordialis filii titulum posuerunL 
Zu St. Malthias gefunden und im Museum dahier befindlich. 
Im Sarge lagen zwei Ohrringe der Concordia, die durch Schuld 
der Arbeiter zerstort wurden, sodann 4 kleine Munzen von Con- 
stans, Constantin d. Gr. Sohn. Der Stein ist in zwei Halfte ge- 
brochen, Unter der Schrift zwei Tauben, das Chrislusmonogramm 
und A w. 

Wyttenbach, Beitr. S. 23. Lersch, III. Nr. 76. 

A n m e r k. Wyttenbacli unrichlig PL MI XV d. i. pIC"s) mi(nus) 
XV, das I uach JVI ist offenbar das verlesene oder theilvveise erloschene 
Zahlzeichen L. Nach Wyttenbachs Lesung XV hatten wir eine 15jah- 
rige Mutter von zwei Sohnen. 



1790. 

HIC. CONDITVS. GENESIVS. QVI. VIXIT. ANNIS, XLV, 

IN. MATRIMOII. CONIVCTIONE. FVIT. ANNIS. XVII. 

QVI. LICET. INMATVRO. OBITV. DISTITVS. 

TAMEN. SVPERSTITIBVS. OMNIBVS. FILIS. SVIS. 

ADQVE. VXORE. DEFECIT. TITVLVM. CVM. AETERNETATE. 

VINCTVRVM. CONIVX. SEMPER. AMANTISSIMA. SVL 

ADQVE. OBSEQVENTISSIMA. DEDICAVIT. 

Hic conditus Genesius, qui vixit annis XLV, in matrimo(n)ii 
conju(n)ctione fuit annis XVII, qui licet inmaturo obitu disti- 
stutuSy tamen superstitibus omnibus fdiis suis adque uxore defecit. 
Titutum cum aeternetate vincturum conjux semper amantissima sui 
adque absequenlissima dedicaviL 

Auf einer Marmorplatte von hicr und im Anliquarium zu Mann- 
heim aufbewahrt. Unler der Schrift ein Gefass zwischen zwei 
Tauben, die auf Oelzweigen silzen. Mehrere Buchstaben sind ligirt 
und theilweise cursiv. 

Acta acad. pal. III. p. 42. Kopp, Palaeogr. I. p. 105. Graff, Nr. 
49. 
A n m e r k. S. Comm, a, v. Christl. Grabinschr. 



1791. o MITE H 

T QVI. VI X 
TA. MENSE 

W 

INCIFI 

VLVM. INNO 

VERVN . i . 

. . , {ex co)mite h(ic in pace quiesci)t, qui vtx^ti annos . . ♦ 

g'm)ta mcnsc(s pr)incipi (a co .... tU(nlum in- 

no(ccntissimo pos)uerun(t). 
Von hior und im Museum dahicr bofindlich, 
Lersch, III. Nr. 59. 

1792. CO VOb 

IN. PACE. 

NNVS. XXX. 
ET. FILIA. DOL 
TVIVIA. PO 
ET. FILIVS. 
ITAL. 
♦ co Vob . ♦ . in pace qQuiescit, qui vixit a)nnus triginia 
(. , . conjux) et filia Dol(ciola) Tuivia(?) po(suerunt , , .) 

et plius , , . (V)ital(is). 
Gefunden und im Museum dahier. 
Lersch, III. Nr. 58. 

1793. HIC. IA . CET. IN PA . CE. INFAS 

DVL . CIS . SI . MA. FI . LI . A. ARABLI 

. ♦ QVE, VIXIT. ANNOS. VII. ET. 

T DIES. X. TI . TV 

. . OSIDONIVS. 

TER. EN. PACE. 

Hic jacet in pace infans dulcissima plia Arabli(a?) , T } que 

vixit annos VII et (menses) dies X. TituQum posuit P)osidonius 

(pa)ter in *) pace. 
Gefunden dahier und im Museum befindlich. Zwischen dcr 
dritton und vierten Zeile zvvei Tauben , das Christusmonogramm 
und die Buchstaben A w. Man bemerke die Interptmklionon der 
Silben. 
Lersch, III. 56. 



- 48 - 

Anmerk. 1) Lersch glaubt hier den Klang einer spateren barba- 
rischen Rhythmik zu fiuden und liest: 

Hic jacet in pace infans dulcissima filia Arahll, 
Que vixit annos septem et (menses etj dies deum. 
Titu(lum posuit PJosidonius (pa)ter en pace. 
Der Name der Verstorbenen kann nicht Arabli gewesen sein, wie ihn 
Lersch gibt, deun es fehlt demselben wenigstens noch eine Silbe, wie 
die erloschene Stelle Zeile 3 andeutet, wesshalb ich Arablia zu leseu 
vorschlage. 2) S. Comm. a. v. Sprachliches. 

1794. HIC. QVIESCIT. IN. PA 

CE. GAVDENTIOLVS. 
OYI. VIXIT. AN. VII. ET. 
MEN. VI. ET. DIES. XVI. TE 
TVLVM. POSVERVNT. 
GAVDENTIVS. 
ET. SERIOLA. 
PATER. ET. MATER. 
Hic jacel in pace Gaudentiolus, <\ui vixit annos VII et menses VI 
et dies XVI. Tilulum posuerunt Gaudentius et Seriola pater et 

rnater. 
Gefundon 1781 bei der St. Pauluskirche. 
Hiipsch, 59. 14. Steiner, 846. 



1795. HIC. IACET. CORNELIA. 

QVAE. VIXIT. ANN. XXII. 
SALVIA. MATER. ET. 
SEVERVS. PATER. TETVLVM. 
POSVERVNT. 
Hic jacet Cornelia , quae vixit annos XXII. Salvia mater et Se- 
verus paier titulum posuerunt. 
Gefunden auf dem St. Evangelistenkirchhofe. 
Hiipsch, 50. 14. Steiner, 845. 



1796. HIC. IACET. ANNIVS. CATO. QVI. 

VIXIT. AN. XXXI. MENS. IV. TET 
ANNIA. MATER. 
Hic jacet Annius Cato , qui vixit annos XXX7, menses IV, Tc- 

tulum Annia mater. 
Gefunden auf dem St. Evangclislcnkirchhofe. 
Uiipsch, 49. 12. Steiner, 843. 



— 49 — 

1797. HIC. IACET. AELIA. HERENIA. 

QVAE. VIXIT. ANNIS. PLVS. 
MINVS. XXI. PAVLA. MATER. 
TET. FACIT. 

Hic jacet Aelia Herenia, quae vixit annis plus minus XXI. Pauta 

mater tetolum facit. 
Gcfunden auf dem St. Evangelistenkirchhofe. 

Hiipsch, 49. 13. Steiuer, 644. 



1788. HIC. IACET. BONOSVS. QVI. VIXIT. 

AN . . . MENS. VI. DIES. XIII. TI 
TVLVM. POSVIT. 
IN. PACE. 

Hic jacet Bonosus , qui vixit annos . . . menses VI, dies XIII 
Titulum posuit in pace. *) 

Gefunden bei St. Maximin. 

Hontheim, p. 207. Steiner, 839. 
A n m e r k. 1) Fehlt der Nnme des Stifters dieses Denkmals. 



1799. LICINIVS. OVI. VIXIT. ANNIS. 

XXVIII. HIC. IN. PACE. OVIESCIT. 

Licinius, qui vixit annis XXVIII hic in pace quiescit. 

Gefunden auf dem St. Evangelistenkirchhofe. 

Htipsch, 49. 14. Steiner, 642. 



1800. HIC. IACET. PERPETVVS. 

IN. CHRISTO. DEO. SVO. 
BENEMERITVS. 
OVI. VIXIT. ANNOS. 
XXV. LECONTIA. 
MATER. TITVLVM. 
pOSVIT. IN. PACE. 

Hic jacet Perpetuus in Christo deo suo benemeritus , qui vixit 
annos XXV. Lecontia mater titulum posuit in pace. 

Gefunden bei St. Maximin (1703Jund nicht mehr vorhanden, 
nach einer Note im Cod. Aur. Vall. von unbekannter Hand. 
Wiltheim, p. 143. fig. 67. 

4 



— 50 — 

1801. VI VO. HIC. REQVIESCET. 

IN PACE FIDELIS VIGVR 

FILIVS. IPSIVS. PATRI PI 

• . o TITVLVM. PRO. 

OSVIT. 

Vivo hic requiescet in pace. Fidelis *J Vigur filius ipsius patri 

pientissimo tiiulum pro (piefate p^osuit. 

Gefunden und ini Museurn dahier. Zwischen der zweiten und 
dritten Zeile das Christusmonogramm und die Ruchstaben A w. 

Lersch, III. 39. Wiltheim, ed. Neyen p. 143. fig. 68. Muratori, 
1871, Donat, 1.91. 2., welcher unrichtige Zeilenabtheilungen hat. 
Anmerk. I) Wegen FidVlis s. Comm. a, v. Grabinschr, (christl.) 
Fortsetzung des Comm. im III. Th. 



1802. HIC. IACET. IA 

NVARIA. QVAE. 
VIXIT. AN. PL 
M. L. TITVLVM. 
POSVIT. VALERI 
VS. CONPARL 
SVAE. IN. PACE. 

Hic jacet Januaria, quae mxit annos plus minus L. Titulum 
posuit Valerius conpari suae in pace. 
Auf einer Marmortafel, welche zu einem Sarge gehorte, ge- 
funden im Garlen bei St. Paul, kam als Geschenk an Erzherzog 
Leopold. 
Wiltheim, p. 143. fig. 69. 



1803. DOXATES. HIC. SEPVLTVS. 

IACET. QVI. VIXIT. PLVS. MINVS. 
ANNIS. XXV. IN. PACE. 
Doxates hic sepultus jacet, qui vixit plus minus annis XXV in 

pace. 
Gefunden auf dem Kirchhofe St. Eucharius ( jetzt St. Matthias.) 

Wiltheim, p. 145. fig. 76. Brower, p. 62. Hontheim, p. 807. 
Steiuer, 838. 



— 51 — 

1804. Hlf. QVIESCET. DAR 

DANIVS. QYI. VJXIT. 
AN. XYXV. APRONI 
VS. FRATER. TITVLVM. 
POSVIT. IN. PACE. 

Htc quiescel Dardanius qui cixit annos XXXV, Apronius frater 

titulum posuii in pace. 

Gefundcn boi St. Paul. Unter dcr Fchrifl das Christusmono- 

gramm zvvischen zwei Taubcn. 

Wiltheim, p. 144. fig. 74. Brower, p. 89. Honthoini, p. 203. 
Steiner, 836. 

1805. INFANTI. DVLCISSI 

MO. DEFVNCTO. 
OVI. VIYIT. MENSES. V. ET. 
DIES. XX. PATER. ET. , 
MATER. PIIS. FECERV 

. . . infanti dulcissimo defuncto, qui vixit menses V, ! ) dies 
XX. Pater et mater piissimi fecerunt. 2 ) 

Auf einer Tafel zwischen Genien, gefunden bei S. Maximin 
und gegenwartig im Museum zu Trier beflndlich. Die zwei ersten 
Zeilen sind nicht mehr zu lesen. Heidnische Grabinschr. 

Brower, p. 34. Wiltheim, p. 142. Hontheim, I. 196. Gruter, 
708.4. Lersch, III. Nr. 74. Steiner, 814. 

Avmerk. Einige Herausgeber unrichtig MENSES ET DIES XX. 



1806. TITVLVM. POSVIT. GERO 

NIVS. CARISSIME. COIV 
GI. SANCTVLAE. QVI. VIXIT. 
AN. XXV. ME. III. D. XXVII. 01 
ESCE. 1N. PACE. 

Titulum posuit Geronius carissime conjugi Sanctulae, qui vixit 
annos XXI, menses IV. dies XXVII. Qiescet 2 ) in pace. 

Gefunden bei S. Matthias 1668. 
Wiltheim, p. 142. fig. 77. Hontheim, I. 202. Steiner, 835. 
A n m e r k. S. Comm. a. v. Sprachliches — Liugua rustica. 



4* 



— 52 — 

1807. HIC. IACET. EVSEBIVS. 

QVI. VIXIT. ANNVM. 

VNVM. ET. MENSES. SEX 

MENVS. DIES. V. TITVLVM. 

POSVIT. DVLCISSIMO. 

FILIO. SVO, VITA. XI 

MATER. 

Hic jacet Eusebius, qui vixit annum unum et menscs sex menus 

dies quinque. Titulum posuit dulcissimo filio suo Vita Christi X J 

mater. 
Gefunden bei der Abtei St. Maximin. Unter der Schrifl das 
Christusmonogramm zwischen zwei Tauben. 

Brower, p. 60. Hontheim, p. 195. Wiltheim, p. 139. tab. 18. 
fig. 47. Steiner. 829. 

Anmerk. S. Comm. a. v. Grabinschr. (christl.) in Bezug auf den 
Naraen Vita Christi. 



1808. SEDATVS. ET. PAVLINA. 

PATRES. DVLCISSIMAE. FILIAE, 

DVNAMIOLAE. TITVLVM. POSV 

ERVNT. QVAE. VIXIT. 

ANNOS. TRES. ET. MENSES. QVINQVIE. 

ET. DIES. VIGINTI. 

Sedatus et Paulina patres *) dulcissimae filiae Dunamiolae titulum 
posuerunt, quae vixit annos III , et tnenses V et dies XX. 

Gefunden bei der Abtei St. Maximin. Unter der Schrift das 
Christusmonogramm zwisehen A w von einem Kranze umgeben. 

Brovver, p. 90. Hontheim, p. 198. Wiltheim, p. 140. fig. 48. 
Steiuer, 830. 
A n m e r k. 1) S. Comm. a. v. Sprachliches bei: Verschiedenes. 



1809. QVIESCIT. IN. PACE. IPSYCHIAS. QVAE. 

VIXIT. IN. SECVLO. ANNOS. XXVIII. 
MENSES. III. ARCHONTVS. CONIVGL 
CARISSIME. TITVLVM. POSVIT. 

(Z/ic) quiescit in pace Ipsychias, *) quae vixit in seculo annos 

XXV 111, menses III. Archontus conjugi carissime titulum posuiU 

N T icht mehr vorhandene Inschr» von hier (bei St. Maximin), 

welche Willheim aus dcn Papieren des trierer Conventualen Bot- 



— 53 — 

bach milthcilt. Unter der Schrift das Chrislusmonogramm zwischen 

zwci Tauhen. 
Wiltheim, p. 140. fig. 30. Brower, I. p. 61. Hontheiin, p. 201. 
Stein er, 834. 
A n m e r k. 1) Wiltheim gibt nach Botbach IPSIOMVS. Nach Brovver, 
welcher ihm folgt, richtig verbessert IPSYCIIIAS. 



1810. S V NINVS. HIC. IACET. QVI. V 

ICSET. ANNVS. III. ET. ME 
NSES. II. TITVLVM. POSVE 
RVNT. MOCDO . . . IMA 



S(at)urninus hic jacet, qui vicset l ) annus III, et menses II. 
Titulum posuerunt MocdoQnius) . . ima 

Gefunden bei St. Maximin, friiher in dem Jesuitencolleg be- 
findlich Zwischen den zwei erloschenen Zeilcn das Christusmo- 
nogramm, nach Browers Abschrift, welchem Willheim folgt. 
Brower, I. S. 29. Wiltheim, p. 141. fig. 41. Hontheim, I. p. 

199. Steiner, 833. 
A n m e r k. 1) S. Comm. a. v. Sprachlich.es — Lingua rustica. 



1811. POSVA. F 

TO KAL MA 
. ♦ . Posua . ♦ (quar)to (ante) kalendas majas (marlias.) 
Auf dem Bruchstuck eines Grabsteines, gefunden bei St. Maxi- 
min, nach Wiltheims Abschrift. Unter diesen Schriftresten eine 
Taube mit einem Blatte im Schnabel, s. diese Bedeutung im Comm. 
a. v. Grabinschr. (christl.) 
Wiltheim, p. 141. fig. 59. 



1812. 


CE 




NI 




VI E S 




NNO S 




IES XVI 




PESS 




TITV 


(Hic re(\uies)ce(t) . . ni 


• . ui . c . i 


d)ies XVI . 


. pcss ♦ . tili 



s (qui vixit a)nno(s 
tilulum (posuit.) 



- 54 — 

RI 

IMOC 
IN. PACE 
(Hic) re(j\uiescit) i m o c in pace. 

Zwei Grabinschriftiiberreste auf beiden Seiten eines Fragmenls, 
gefunden bci St. Maximin und von Wiltheim copirt. 
Wiltheim, p. 141. fig. 58 



1813. HIC. QVIESCET. ARCADIOLA. 

OVE. VIXIT. ANN. DI. MEN. XXXIIII. 
SVIVRSVIS. ET. 
MAVRVS. ET. HETLEA. 
TETVLVM. POSVER 
VNT. IN. PACE. 
Hic quiescet Arcadiola, que vixit annum dies menus XXXIV. 
Sujursuis et Maurus et Hetlea tetulum posuerunt in pace. *} 
Gefunden bei St. Maximin, nach Rrovvers Abschrift; nicht mehr 
vorhanden. 

Brower, I. p. 200. Wiltheim, p. 141. fig. 52. Hontheiiw, I. p. 

199. Steiuer, 831. 

Anmerk. 1) Der Steinmetze vergass bei Hic quiescit das Wort 

pace beizuschreiben und setzte es unpassend nachtraglich hierher. Vergl. 

nachfolgende Nr. 2) Wegen der Worte meous u. a. s. Comin. a. v. 

Sprachliches — Lingua barbara. 



1814. HIC. IACET. GALLA. 

Q\E. VIXIT. A!\. X. DIES. XXX, 

TETVLVM. POSVERVNT. 

MARTYRIVS. ET. SIL 

VI A. 

IN. PACE. 

Hic jacet Galla, que vixit annos X, dies XXX. Titulum posuerunt 
Martyrius et Sitvia. In pace. 
Gefunden bei St, Maximin und nicht mehr vorhanden. Zwischen 
den Worten IN PACE das Christusmonogramm, A u/, unter zwei 
Taubcn. Wegen der Stelle, wo IN PACE steht, s. vorh. Nr. 

Brower, p. 39. Hontheim, p. 198. Wiltheim, p. 141. flg. 53. 
S teiner, 831. 






— 55 — 
1815. HIC 



DVM. LOCANDVMQVE. CVRAVIT, 

Uoberreste ciner christl. Grabinschr. mit dem Chiisliumono- 
gramm iiber der Zeile 4. 
VViltheim, p. 141. fig. 34. 



1817. E PIENTISSIME. DEFV 

NCTE. QVE. VIXSIT. AN 
NIS. XVII. M. VII. DIEB. V. 
M. HE IC 

IA. D RE. 

S ET R 

♦ . ♦ et pientissime defuncte, que vixit annis XVII j mensibus VII, 

diebus V ♦ ♦ ♦ . 
Schriftiiberreste e.ner wahrscheinlich chrisllichen Grabinschr* 
nach der Abschrift des trierer Conventualen Botbach. Zvvischen 
den 3 letzten Zeilen, die nicht gelesen werden konnen, ein leerer 
Raum in einer Tessera. 
Wiltheim, p. 141. fig. 55. 



1818 EST. PAVLA. 

RITO. IN. PACE. 
IN XXII . . VII. 
RITO II 
RITATE» PATER. 
MARITVS. 
IT 
(Hic sifa) est Paula (ma)rita *) in pace. (Vixit an)n(os) 2 ) 
XXII, (menses) VII s ) . ♦ . . (Proca)ritate Pater(nus) mariius 

(posu)it. 
Nicht mehr vorhandene Inschr. von hier, nach Willheims 
theilvveise unrichtigen Abschrift. 
Wiltheim, p. 141. fig. 57. 
Aumerk. 1) In RITO erscheiut O fur A unrichtig copirt. Die 
Lesung marita entspricht der Stelle MARITVS Z. 6. 2) Der Sleiu hatte 
wahrscheinlich abgekiirzt ANN. 3) In dieser Zeile 4 vielleicht noch 
DIES . ♦ . Die Stelle RITO offenbar unrichtigc Abschrift. 4) Pro ca- 



— 56 — 

ritate findet sich zuweilen auf christl. Grabschriften , z. B. auf der hie- 
sigeu Grabschr. des Presbyter Aufidius, Nr. 1751. 



1819. . . OVI . . . 

. AVI . . . . 
• . N XXXVIII . . 
. . . CIA. CON 
. . . ET 
QHic) quiQescit in pace) AviQtus , qui vixit an)n(os) XXXVIJI 
(. . . ,)cia con(jugi posu)it. ') 
Nicht mehr vorhandene Inschr. von hier. 
Wiltheim, p. 141. fig. 56. 
Anmerk. 1) ET wahrseheinlich IT. 



♦ • . • » 



1820. . . . MARTI. VICT 
. . G. GALBAE. PI 

. IBERTVS. AV 

(Deo) Marti victori *) y . . . g Galbae Pi . . (l)ibertus au . . 
Auf dem Bruchstucke eines Votivdenkmals, friiher in der 
Gartenmauer im sogenannten Herrnbriinnchen elngemauert, gegen- 
wartig im Museum dahier befindlich. 

Ch. v. Florenc., i, d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVI. S. 67. 

Anmerk. 1) Oder Deo Marti. Yictorinus . . . g Galbae P . . . . 
Hbertus. Mars victor bei Gruter 58. 6. und 7. 



Oei Xrier 

in der Gegend des Marxberges, wo an der von hier iiber Bilt- 
burg nach Koln ziehenden Romerstrasse der Vicus Voclannionum 
lag, in welchem sich ein Leichenhaus (Culina) befand. Forcellini 
beschreibt die Culinae wie folgt: 

„Sunt in suburbanis loca publica, inopum destinata funeribus, 
quae loca culinas appellant" u. a. 0. „CuIinae olim dictae sunt 
loca, in quibus epulae in funere comburebantur." 

Man fand im Jahre 1808 an der genannten zum Theil noch 
sichtbaren Romerstrasse daselbst verschiedene rom. Alterthumer, 
Sargo und folgende drei Iuschriftsteine, 



— 57 — 

1821. . . D. D. 1. 0. M. 

VOCLANNIONVM. CVLINAM, 

. . . ATE. CONLABSAM. INFRA 

. . DE. SVO. RESTITVERVNI 

. . IVS. CAVPO. IVLIVS. STATIANVS. 

. . IVS. SATVRNINVS. SATTONIVS. 

.... CIONIVS. AXILLIVS. 

. . . MITIVS. SATTONIVS. 

.... ILIVS. SECCO. PARDIVS. 

. . . NCIVS. VRSINVS. 

. . . . P DIVS . AFER. 

VS. QVARTIVS. 

.... RNIV . . . 
(In honorem) domus divinae, Jovi optimo maximo (et vico) 
Voclannionum. Culinam (vetust) ate conlapsam infra (scripii) 
de suo restiiuerunt Jul)ius Caupo, Julius Statianus, (Jid)ius 
Saturninus, S(extus) Attonius, . . . Cionius, Axillus, Domitius , 
Sextus Ationius, . . illius Secco, Pardius . . . (Juven)cius Ur- 
sinus, (Par)dius Afer. . . us Quartius, . . . (Satu)rnius. 

Gefunden 1808 und im Museum zu Trier befindlich. Gegen- 
wartig fehlen und sind erloschen aufZeile 2: VOCL; Z. 3: ATE; 
Z. 4: DE SV; Z. 5: IVS C; Z. 6 IVS. S. 

Hetzrodt, Nachr. S. 71. Proces verbale de la seance publique de la 

societe des recherches utiles du dep. de la Sarre Treves 1808. p. 

18. Lersch, III. Nr. 6. Steininger, S. 138. 

A n ra e r k. 1) Vergl. nachfolgende Inschr. wo Vicus VOCLANNI 

vorkommt. Wahrscheinlich wurde dieser Vicus nach dem Namen einer 

Familie der Voclannier (Voclannio gallischer Name?) benannt, jwomit 

zu vergl. Nr. 261, wo nach dem Namen der Melonier eine ;ihnJiche L Be- 

nennung vorkommt. Wegen der Ergiinzung et vico s. Nr. 1883 wo. I. 

0. M. ET. VICO. VOCLA. 



1822. I. 0. M. 

VICVS. 

VOCLANNI 

Jovi optimo maximo. Vicus Voclanni(jonum.) l ) 

Auf der Vorderseite eines wurfelformig- gehauenen Sandsleins 

mit Basreliefs, auf den drei andern Seiten: rechls ein Gefass mit 

Fruchten, links ein Adler, welcher eine Schlangc zertritt, wahrend 

eine andere ihn bedroht, auf der Ruckscite ein Eichenkranz. Dic 



— 58 — 

Schlangen bedeuten den Genius Ioci, welcher nach dieser bild- 
lichen Darstellung als dem Jnpiter unterwurfig bezeichnet wird. 
Gefunden und aufbewahrt wie Nr. 1821 bemcrkt. 

Hetzrodt, S. 71. Lersch, III. Nr. 7. Steininger, I. 138. 
Aumerk. 1) S. Iuschr. Nr. 1831, wo: VOCLANNIONVM. 



1823. I. 0. M. 

ET. VICO. VOCLA. 
VRISSVLIVS. CAM 
PANVS. 
D. D. 
Jovi optimo maximo et vico Voclanni(onuni). Urissulius Cam- 

panus dat declicat. 
Gefunden und aufbewahrt wie Nr. 1821 bemerkt. 

Hetzrodt. Nachrichten S. 71. Lersch, III. Nr. 5. Steiniuger, 
S. 137. 



1824 

• ••♦•♦»♦ 

CONIVGI. DEFVN 
CTO. CRICCONIA. 
DONILLA. COIiVX EI 
. SIBI. ET. POSTERI 
. . VIS. VIVA. FACI 
. . ♦ . M. CVRAVIT. 

c . . . conjugi defuncio. Cricconia Donilla coiiux ! } 

ejus sibi et posteris suis viva faciundum curavit. 

Auf dem Bruchstiicke einer Platte, gefunden unweit des Hofes 
„zum Hund" (ad UndasJ bei Trier und lm Museum zu Trier be- 
findlich. 

Anmerk, 1) Wegen dieser Schreibung s. Coinm. a. v. Sprachl. — 
Verdoppeluugen ini III. Th. 



I S e I. 

Dorf an der Mosel bei Trier, wo, zwischen Hausern hervor- 
ragend, das prachtvollste undmerkwiirdigste rom. Denkmal unter den 
diesseits der Alpen erhaltenen beflndlich ist. Es ist ein massiv 
von Quadern aufgebautes Monument, 72 Fuss hoch, bei einer 
Basis von 16 resp* 13 Fuss, einem viereckigen, auf al!en vier 



— 50 - 

Sciten mit Siiulen und Rclicfbildcni geschmiickten Thurm ahnlich, 

vveloher mit cincm ausgebauchtyn pyramidalisch geformlen Dache 

schliesst, auf dossen Spitze cine Kugel mit Merkmalen zvveicr 

Flii^el und mcnschlichcr Fiisse, Uebcrrestc eines darauf befmdlich 
© * 

gewesenen Adlers, welcher eine menschliche Figur trug, beiind- 
lich ist. Der viereckige Theil dieses Denkmals besteht aus der 
Plintc, dcm Stockwerke mit Hauptgebalk, der Attika und dem 
auf demselben befindlichen Froton. Nach Cavedoni's Bcmcrkung 
nahert sich dieses Monumcnt riicksichtlich sciner Gcsammtform 
der des Rogus bei der Consecration dcr Kaiser in dein Augen- 
blicke, da auf seiner Hohe die Flamme aufflackert, wesshalb, wie 
Wieselcr aus Cavedoni miltheilt: „Diese auf den Adlcr , wclcher 
eine Jiinglinorsfiffur trasfe und darffestellt sei gleichsam in dem 

© o o o o © 

Augenblicke des sich Niedcrlassens auf der himmlischen Halbkugel 
mithin auf die Gebriiuche bei der Apotheose der Kaiser und nicht auf 
dcn Raub des Ganymund zu beziehen." Dieses Denkmal war ein 
Grabmonument einer in hiesiger Gegend ansiissig gewesenen Fa- 
milienbranche der Secundiner — reicher Handels- und Geschafts- 
leute, zu welchen jedoch nicht alle in hiesiger Gegend auf andern 
Denkmalen vorkommenden Secundiner zu zahlen sind. Nach der 
Vermulhung Lersch 1 s wiirde eine vorsichtig unternommene Unter- 
grabung des Denkmals zu der Entdeckung eines grossen Colum- 
bariums fiihren. Die vier Seiten zeigen en relicf eine Menge sym- 
bolischer Bildwerke, deren Ausfiihrung an die bessere Zeit der 
griechischen Kunst erinnert. Sie enthalten theils Scenen des hauss- 
lichen und Geschaftslebens , theils Darstellungen der Schifffahrt 
und des Landhandels, theils Vorstellungen , welchc alle dem 
Mythenkreise des Herakles entlehnt sind, seine Geburt, seine 
Kampfe etc. (Kugler, Schorn) oder (nach Cavedoni) Vorstellungen, 
welclie mit Riicksicht auf den Beinamen dieser Secundinerfamilie : 
Aventinus eine Herleitung desselben von dem Herkulessohne Aven- 
tinus ein Namenspatronatsverhaltniss zu diesem anzeigen sollen (s* 
Comm. a. v. Namen, 6) und daher sich vorzugsweise auf die 
Zeugung und Geburt des Aventinus, Sohnes der Rhea Silvia, 
sodann auf den Herkules im Kampfe mit Cacus, seine Apotheose 
beziehen, woriiber Naheres bei genannten Schriftslellern zu lesen. 
Wir beschaftigen uns hier vorzugsweise mit dem Inhalte und der 
Erklarung der auf der Vorderseite (Mittagsseite) dieses Denkmals 
bcfmdlichen Inschr. Sic wurde zu verschiedenen Zeiten von 



— 60 — 

sachkundigen Mannern nach ihrer Behauptung mit der grtfssten 
Genauigkeit copirt. Von vielen ^Vbschriften legen wir vorzugs- 
weise folgende vier von Wiltheim, Quednow, Lersch und Schmidj 
vor: 

i) Wiltheims Abschrift. 
1825. 
D. T. SEGVN VOCA . . . M 

♦ ♦•».» .♦♦♦••liv' 

. I . SECVNOINI. SECVRI. ET. PVBLIAE. PA 
GATAE. CONIVGI. SECVNDINI. AVENTINI. ET. L. SAC 
CIO. MODESTO. ET. MODESTIO. MACEDONI. FILIO. EI 
VS. I. SECVNDINIVS AVENTINVS. ET. SECVNDI 
NIVS. SECVRVS. PARENTIBVS. DEFVNCTIS. ET. 
SI I VIVI . ♦ . . FECERVNT. 

2) Quednow's Abschrift. 
D. T. SEV . . . 



AC . . LIS SECVNDINI. SECVR. ET. PVBLIAE. PA 
CATAE. CONIVGI. SECVNDINI. AVENTINI. ET. L. SAC 
CIO. MODESTO. ET. MODESTIO. MACEDONI. FILIO. EI 
VS. LVC SECVNDINVS. ADVENTINVS. ET. SECVNDI 
NIV ECVRVS. PARENTIBVS. EFVNCTVS. ET. 
II II VIAE RENT P RVNT. 

3) Lersch's Abschrift 

D . . . . SECV V 

T 

NO ♦ ♦ . . ES SECVNDINI. SECVRI. ET. PVBLIAE. PA 
CAIAE. CONIVGIS. SECVNDINI. AVENTINI. ET. L. SAC 
CIO. MODESTO. ET. MODESTIO. a ♦ . EDONI. FILIO. EI 
IVS ♦ ♦ ♦ SECVNDINVS. AVENTINVS. ET. SECVNDI 
NVS. SECVRVS. PARENTIBVS. D . . VNCTIS. ET. 
♦ ♦ . VIVIVTAI . . RIEN .... ERVNT. 



— Gl — 

4) SchmidCs Abschrift und Zcichnung. 
DT SICV VCCAM 



NO . . LIS. SECVNDINI. SECVRI. ET. PVBLIAE. PA 

CATAE. CONIVGI. SECVNDINI . . NTINI. ET. L. SAC 

CIO. MODESTO. ET. MODESTIO. MACEDONI. FILIO. EI 

VS LVC SECVNDIN . VS. AVENTINVS. ET. SECVNDI 

NIV , 4 ECVRVS. PARENTIBVS . . VNCTIS. ET. / 

II VIVIV TA IMIT II ERVNT 

Hiornach warc dcr Text aus allen vier Abschriften zusammen- 
ges tcllt, vvie folgt: 

D. T. SECVN VOCA. M 

T NO 

. ILIS. SECVNDINI. SECVR. ET. PVBLIAE. PA 
CATAE. CONIVGI. SECVNDINI. ADVENTINI. ET. L. SAC 
CIO. MODESTO. ET. MODESTIO. MACEDONI. FILIO EI 
IVS. L. SECVNDINIVS. AVENTINVS. ET. SECVNDI. 
NIVS, SECVRVS. PARENTIBVS. DEFVNCTIS. ET. 
SI I VIVI VIAE RENT. FECERVNT. 
und zu lesen: 

Diis Manibus. *J TQito) Secun(dino 2 ) Securo et ) Vo- 

cat(iae 3 ) ct Secundino Aventi)no , 4 ) (f)iliis Secundim Securi 
et Publiae Pacatae, conjugi 5 ) Secundim Aventini et L. Saccio 
Modesto et Modestio Macedoni, filio eijus , 6 ) Lucius Secundinius 
Aventinus et Secundinius Securus parentibus 7 ) defunctis et sibi 
vivi moerentes 8 ) fecerunt 

Lersch, III. Nr. 14. uod die daselbst allegirten: Apian, p. 485. 
Ortel et Vivian itinerar. Dielhelm Antiq. p. 622. fiertel, Hist. 
Lux. 1.360. Brower, I. 42. Masen, I. 86. Bertholet. Hist. I. 360. 
Calmet Notice de la Lorraine p. 594. Hontheim, I. 193. LorentCa- 
juslgula. Neller bei Wy ttenbach, Geschv. Trier S. Abth. S. 104. 
Gerken, Reisen III. S. 393. Meier, Gesch. v. Achen S. 14. Hetz- 
rodt,S. 114. Quednow, II. 99. Abbild.T. IX.X.XI.XII. Haupt-Pa- 
norama, S. 264. Neurohr, Abbildung des rom. Monuments zu Igel 
(besonders zu bemerken wegeu der auf Taf. A. gegebcnen Zusammen- 
stellung verschiedener LesartenJ. Ost er w ald, das rom. Denkmal zu 
lgel miteiuem Vorworte G6the's. Wy ttenbach, i. d.Zeitschr. Tre-* 
viris 1831. Nr. 25. Steiner, 795. Sodaun folgende andere: Wilt-i 
lieim, ed. Neyen p. 401. Pl. 52. 53. Schorn, Versuch einer 
vollstandigen Erklarung der fiildwerke an dem rdm. Denkmale zu 
Igel (Abh. der philos, philol. Cl. der k. B. Akad. der W. Bd. I. 



— 02 — 

S. 259. f. mit einer Abbildung von Osterwald). Kugler, liber 
das Denkmal zu Igel in Schmidts Baudenkmalen der rom. Periode 
und des Mittelalters in Trier und seiner Umgebung Hft. II. S. 139. 
Taf. 8. Otto Jahn, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XI. S. 63. f. 
Cavedoni: Cenui critico — archeologici intorno al monumento 
llom. d' Igel presso Treviri. Estratto del T. III. dellaSerio terxa 
delle Memorie di relig. di moral. et de letteratura, Modena 1846, 
vorgefuhrt v. Fr. Wieseler i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XIII. S. 189. 
f. Pocok Travels, deufsch iibers. III. 324. MemoiredeT Institufc 
litt. ej urts II. Marie-Anne Libert i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. 
XIX. S. 83. mit einer Abbildung, hinsichtlich einer neuen den 
sprechendeu Erklarung der Bildwerke interessant, auf welche ich 
aufmerksam mache. 

Anmerk. 1) Die Anfangsbuchstaben D M der Eingangsformel sind 
hier nach dem in hiesiger Gegend oft vorkommenden Gebrauche wie die 
Abschr. Nr. 1 und 4 geben, vertheilt und es ist demnach das Abschr. 
Nr. 3 mitgetheilte V Ueberrest von M. 2) Die Stelle „L. Saccio Mo- 
desto et Modestio Macedoni begriindet die Annahme, dass mit Gevviss- 
heit (nicht mit Wahrscheinlichkeit, wie einige Erklarer wollenj wie 
oben steht die Namen im Dativ erganzt werden miissen. Unrichtig liest daher 
Lersch: Secundini. Kugler, welcher, wiewohl nur mit Wahrschein- 
lichkeit fiir den Dativ stimmt, liess diese unrichtige Lesuug unbeanstandet, 
wiihrend er doch, wie Note 3 vorkommt, conjugi und uicht conjugiszu 
Jesen vorschlagt. — Was den Namen Secundinus in dieser Form betrifft, 
so miissen wir nur au diese halten, soweit es die Namen der Verstor- 
benen angehtj die Namen der Stifter dieses Denkmals erscheinen dagegen 
in der Form Secundinius, wie auch Cavedoni theilweise richtig anfuhrt* 
In dieser Beziehung halten wir uns an die Abschriften WiItheims(Nr. 1) 
und Schmidts (Nr. 4) theilweise auch an die Quednows (Nr. 2} undver- 
Werfen die Lerschs (Nr. 3.) Analog damit sind die in dieser lnschr. 
vorkommenden Namen Modestus und Modestius. 3) Wiltheim liest er- 
ganzend: T. Secun(dino Securo et) Voca(tiae conjugi ejus) ... Da am 
Anfange der Zeile 3 ein Textesrest nach Abschrift 1. 2. 4. mit ILIS d. 
i (fjiliis (I doppelt fungirend) steht, so kann hier um so weniger von 
einer Gattin des T. Secundinus Securus die Rede sein, als eine Gattiu 
des Secundiuus Aventinus, desselben, welcher Zeile 2 als Sohn des T. 
Secundinus Securus durch Erganzung vorkommt, in der dritten Zeile ge- 
nannt wird, woselbst, wenn die Vocatia eine Gattin des Secundinus Se- 
curus gewesen ware, diese ebenfalls ihre Stelle erhalten haben wiirde. 
In der ersten und zweiten Zeile standen also nur Namen der Kinder des 
Secuudinus Securus, welche unter dem fiir Sohne und Tochter bekannten 
gemeinschaftlichen Worte filii (s. Comm. a. v. Filii) hier vorkommen. 

Ob die Tochter Vocatia geheisseu , geht aus VOCA (Nr. 1) und 
YCCA (Nr. 4) nicht hervor und steht dieser Name in der Erganzung 
nur als Vermuthung. 4) Die Wortreste NO geben Quednow Nr. 2 (hier 
ist AC verlesen fiir NO), Lersch Nr. 3 und Schmidt Nr. 4 iiber ein- 
dtimmend in Zeile 3, dagegen Witheim allein in Zeile zweu Die hier 
Vorgeschlagene Ergiinzung nach dem Zeile vier vorkommenden Secun- 



- 63 - 

dinus Aventinus, welcher mic dam ersten identlsch ist. 5) Lersch gibt: 
CONIVGIS(Nr. 1), Wiltheim (1), (Juednow (2), und Schmidt (4) geben da- 
gegen richtig CONIVGI. Nach dein in Anin. I Gesagtcn niuss hier dcr Dativ 
stehen. 0) Lersch (3) und Schmidt (4) geben KIIVS, die andern KIVS. 
Wegen KIIVS s. Coiiim. a. v. Sprachliches — Verdoppelungen B. 7) Ilier 
ijst uuter der allgeiiieiuen Beneuuung parcntes die Hede von verstorbenen 
Eltern und naheu Verwandten. Wie L. Saccius Modestus und sein sohn 
Modestius Macedo mit deu Secundiuern verwaudt waren , geht aus der 
Inschr. nicht hervor. 

Zu Krklsiruug des verwandtschaftlichen Verhaltnisses der iibrigeu 
Personen dieser Inschr. (unter Verwerfung des Scheina's ini Cod, i. r. 
Rheni Nr. 790) folgendes verbesserte: 

Secuudinus Securus. 



1 2 

T. Secundiuus Securus. Vocatia? 



Secundinus Aventinus 
uxor Publia Pacata. 



1 2 

L. Secundinius Aventinus. Secundinius Securus. 
Folgendes Schema nach Wiltheim , welcher die Vocatia (sub 2) fiir 
eiue Uxor des Secundiuus Securus halt: 

Secundinus Securus. 



T. Secundinus Securus uxor Vocatia. 



Secundinus Aventinus uxor 
Publia Pacata. 



L. Secundinius Aveutinus. Secundinius Securus. 

Dass er dem T. Secundinus Securus einen Sohn: L. Secundinius 
Aventinus und deni Secuudinus Aventinus einen Sohn Secuudinius Securus 
gibt, ist an und fiir sich unpasseud: gerade das Gegentheil muss ange- 
uouimeu werden. Ich glaube ausserdem hinsichtlich der Unrichtigkeit 
dieses Schemas auf die Bildwerke des Denkmals hinweiseu zu miissen, 
welche nach CavedonPs Ausicht wegen hier vorgestellter Geburt des 
Herkulessohues Aventinus auf eine Herleitung dieses Namens (Namens- 
patronatsverhaltniss) hindeuten und die Darstellung zum Hauptgegen- 
stande, (den mit der Publia Pacata verheuratheten Secundiuus Aventinus) 
machen. 8) Cavedoui ergjinzt: SIBI VIVENTES FACIVNDVM CVRA- 
VERVNT, oder: VIVI VNANIMTER TITVLVM POSVERVNT. — Mein 
Vorschlag: SIBI VIVI MOERENTES, ein Ausdruck, welcher z. B. Nr. 
247, wo am Schlusse MOERE vorkommt, scheint in Abschr. Nr. 2 und 
3, dagegen in der neuesten Abschr. von Schmidt Nr. 4 SIBI VIVI VNA- 
NIMITER FECERVNT zu liegen. 

Ich gebe hier verschiedene Namen , ohne bestimmen zu konnen, ob 
diese alle, oder welche zur Familie der Secundiner gehort haben: 

Sextus Julius Securus Nr. 1212. Secundinus Justinus Nr. 1213. 
Sextinius Secuudiuus Nr. 1717. Secuudinius Silvanus Nr, 1502. als neg. 



- 64 — 

eret. brittannicianus. L. Secundinus Moderatus Nr. 1509. Secundinus 
Nr. 1578. Secundinius Severus als neg. cretarius Nr. 1124 und sein 
Bruder C. Secundins Adventus 1124. Secundinus Motucus 1718. Se- 
cundinus Nr, 1721. Secundinus Vater und Secundinus Sobn 1742. 



1826. CLAVDIA. PARVA. IN. PA 

CE. QVAE. VIXIT. ANNOS. 
XIIII. ET. DIES. XX. TET 
ATHENIMIVS. 
EDVXIT. 
M. R. 
Claudia Parva in pacc, quac vixit annos XIV, ct dics XX. 7V- 
tulum Athcnimius eduxit. Mcmoriac bonac. *) 
Gefunden 1780 und im Museum zu Trier befindlich. 
ttupsch, 31. 26. Steiner, 796. 
Anmerk. 1) Das R offenbar ein erloschenes B. 



I d e n It e I m. 

Dorf bei Trier. 

1827. DEO. MERCVR 

10. SAC. SAVTVS. 
NOVIALCHI. FIL. 
AEDES. DVAS. CVM. 
SVIS. ORNAMEN 
TIS. Er. TRIBVRN 
A. V. S. L. M. 
Dco Mcrcurio sacrum* Sautus, Novialchi filius, acdcs duas cum 
suis ornamcniis 2 ) ct triburna votum solvcns lubcns mcrito. 

Gefunden 1811 unter Grundmauern alter Gebaude; im Museum 
zu Trier befindlich. 

Lersch, III. Nr. 10. Hetzrodt, Nachr. S. 63. 
Anmerk. 1)8. Comm. a. v. Ornamenta. 



C a r d e ii. 



an der Mosel. 

Die unter Nr. 1580 von unbekanntem Fundorte angefuhrte 
Inschr. gehort hierher. 

Overbeck, Katalog des Museums zu Bonn S. 50. 



— 05 — 

K ni b I I a «I. 

1829. DEO. MER 

s 
I ROM 
DIVTO 

SVLVS. 
M 
Deo Mercurio et Rosm(erlae.) Div(i)to (et) (Ur)sulus fvotum 
solccrunt lubentes) m(erifo?) 

Gefunden 1655, kam als Geschenk des damals lebenden Decan 
Mottendorf dahier an das Jesuitencolleg zu Luxemburg. 

Wiltheim, ed. Neyeu p. 116. T. 9. T. 26. 

Anmerk. Ich schlage obige Lesung vor. Vergl. 92t, wo Mercur 
mit der Hosmerta vorkommt. Wiltheims unrichtige LesuDg ist diese: 
Jovi optimo maximo et deo Mercurio pro salute Titi Rosmari Adjutorius 
rrsulus. 



H 1 n t e r I c h 
an der Mosel. 

1830. SABELIAZ 

CRSCENTIO. 
Sabelias. Crescenii o/ficina. 
Stempel auf Ziegelplatten (die Zahl ist nicht angegeben) die 
zu einem Grabe gehorten, 1841 gefunden und im Besitze des 
Museums zu Bonn. 

Lersch, Jahrb. d. V. v. A. F. II. S. 90. 



P o I e lt 

an der Mosel. 

1831. CATTIO. CARO. 

ET. IVL. SVAVSIAE, 

. VXORI. ATO. PARNO. 

AT~A. ET. AKIANA. FFIIIS. 

Cajo Atlio Caro et Juliae Suausiae uxori, Atlo , Parno, Aita et 

Ailiana *) filii *) ejus. 
Auf dem Sturz iiber der Seitenthure der Kirche zu St. Georg 
dahier nach einer Mittheilung des Professor Dronke an Lersch. 
Brower, I. p. 59. Lersch, II, Nr. Nr. 95. 

m 

o 



— 66 — 

A n in e r k. 1) AKIANA wohl verlesen fiir ATTIANA , weil des 
Vaters Name ATTIO und einer ihrer Briider ATTO ist. Brower gibt diese 
Stelle unrichtig so: ATAFAVIANAE FILIVS. 2) S. Comm. a. v. Filii. 



Wasserbillftff. 

Dorf an dor Gronze von Luxemburg. 

1832. 1) MALI. — B) FBEACOL 

Stempel auf Ziegelplatten aus den Ruinen eines unterirrdischen 
Mauergemaches. 

Schneider, i. d. J. d. V. v. A. F. III. S. 77. 

Anmerk. zu 2) FB (sind lig'rt) zu lesen: fabrica Eacoi, oder, 
weil fiir das voran gestellte Wort fabrica die Abkiirzung F diegewdhn- 
liche ist: fabricaBeacoi. Wegen dieser Stempel auf gebranuten Steinen 
s. Comm. a. v. Zieglernamen. 



Welschbftllig. 

Dorf 3 Slunden von Trier mit rom, Alterthiimern und einem 
merluviirdigen unterirrdischen Grabgemache mit Steinbildern. 

1833. M 

RIMANIO. 
VRSVLO. 
LIBERTO. 
OPTIMO. 
(Diis) Manibus (F)rimanio Ursulo, liberlo oplirno. 

Aus dem unterirrdischen Grabgemache in der Burg dahier, auf- 
bewahrt im Museum zu Bonn. 

Chassot v. Florenc, Jahrb. d. V. v. A. F. V. VI, S. 290. 



Daleftden. 

1834. 1) CASSIVS NOCTVRNVS PL FECIT 

2) FECIT 

i) Cassius Nocturnus plQumbarius) fecit. 
2) QCassius Nocturnus plumbarius) fecit. 
Auf einer bleiernen Wasserleilungsrohre im Museum zu Trier, 
welche 1835 im Distrikt „alte Kirche" zwischen Daleiden und 
Zalkereul gefunden wurde. Nr. 2 steht auf der Riickseite und 
erscheint als Ueberrest einer anderen Inschr. 
Lersch, III. Nr. 51. Barsch, rh. Prov. Bl. 1834. II. S. 328, 



— G7 — 

A n m c r k. Dieselbe Inschr., vvelcheNr. 1 ganz vorliegt, wurde auf 
die Hiickseite nuch eiunial gesetzt. Hiervou ist uoch das Wort KflClT 
iibrig, vergl. nachf. Inschr. Barsch liest: Cassius Nocturnus me fecit, 
gegen welche Lesung das deutliche PL sprichf. 



Z e r f . 

bei Trier. 

1835. 1) QVARTINIVS. ESTIVS. F FECIT. 

2) RTIN 

i) Quartinus Estius p^lumbarius) *) fecit, 
2) (J)ua~)rtin(ius Estius plumbarius fecit.) 

Auf einer kleinen bleiernen Wasserleitungsrohre von hier und 

im Museum zu Trier befindlich. 

Quednow, I. 76. Lersch, III. Nr. 50. 

Anmerk. Auch hier eine Doppelinschr. gleichen Inhalts auf der 
Vorder- und Riickseile (s. Nr. 1834), von welcher die Nr. 2 bis auf 
RTIN erloschen oder abgebrochen ist. 1) Das hier stehende F, welches 
Quednow gibt, erscheint als Ueberrest von P. Lersch hat ein D. Nach 
der Analogie von Nr. 1834 habe icn, wte oben steht, ergauzt. 



B I t t b u r g. 

Stadtchen, an dessen Stelle zur Romerzeit Beda vicus (Uiner. 
Amt) lag. Man findet hier haufig Miinzen, Urnen etc. 
1836. N H D 

DEO. MERCV 

VASSO CALETI 

MANDALONIV 

GRATVS. D. 

ln honorem domus divinae Mercurio vasso caleti(no) *) Manda- 

lonius Gratus dat. 

Diese Inschr. ist an der Ecke des Pfarrhauses, welches zur 
Pfarrei U. L. F. gehort, eingemauert, 
Barsch, Jahrb. d. V. v. A. F. I. S. 44. 
Anmerk, 1) S. Comin. a. v. Mercurius. Lersch a. a. 0. liest 
In honorem domus divinae Mercurio Vasso Caleli(nus oder Caletinius) 
Mandalonius Gratus dedicavit und bemerkt: man konne auch Vasso Ca- 
letinus et Mandalonius Grntus dono dederunt lesen. 



5* 



— 68 — 

E v d o r f 

bei Trier. 

1837. PEDATVRA FEICITER 

FINITA PRIM . NORVM 
D P 

Pedatura 2 ) feliciter *) finita prim(a)norum. Quingenti passus. 

Auf einein rothen Sandstein, 2' 1" lang, gefunden 1842 auf 

der Langmauer an der Kyll (Moselland unweit Trier) und im 

Museum zu Bonn befindlich. 

Urlichs, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. III. S. 98. Steininger, I. S. 
185. Overbeck, Katalog des rh. Museums S. 57. 

Anmerk. 1) S. Cornm. a. v. Pedatura. 2) Das fehlende L scheiut 
mit E ligirt gewesen zu sein. Urlichs gibt: ELICITER. Ueber dieses Wort 
s. Comm. a. v. Spriiche. 3) Overbeck liest: Pedatura feliciter finita pri- 
manorum quingentorum passuum. Ich schlage vor, die Inschr. in zwei 
Satze zu trennen, grade wie die lnschr. auf Strassensaulen abgefasst 
sind. 



I r 8 c h 

bei Bittburg. 

1838, D. M. 

ATACO 
SAMMO 
IOSION 
10 DEF 
ET. SIB 
S. FACI 

Diis Manibus. AfacoQnus?) Sammo(nius?') JosionQi fil)io defuncio 
et sibi (vivu)s faciundum curaviL 
Gefunden 1825 unter den Triimmern der St. Clemenscapelle 
bei Irsch und jetzt in einem Privatgarten zu Bilburg eingemauert. 
Ch. v. Florenc, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XIV. S. 68. 



— GO — 

S e f f e r w e I r li. 

Dorf Krcises Bittburg. 

1839. MESSIONI 

VITA:IS RI 
IIS 1131 VIVS 
ANNORVM LX 
McssioniQus) Vilalis . ♦ sibi viv(u)s ') annorum LX. 

Eine in der Mauer der Capelle decoll St. Johannis Bapt. be- 
findliche sehr verstiimmelte Inschr. 
Bsirsch, Jahrb. d. V. v. A. F. I. S. 40. 
Aumerk. 1) S. Comm. a. v. Abkiirzuugen. 



Heilenbaeh, 

Pfarrdorf Kr. Biltburg. In derNahe Ueberresle rom, Gcbaude. 

1840. TVTOR. SERVATIVS 

PLVMBVM FECIT 

Tutor Servatius plumbum fecit 

Auf einer bleiernen Rohre in einem Wald nahe bei diesem 
Dorfe gefunden» Unbekannt wo aufbewahrt* 
Barsch, Jahrb. des V. v. A. F. I. S. 40. 



F 1 t e m s e m. 

1841. DLENO XAXRII ARTE 

CO M IEDVSSIVS XXXG 
IVII a IVT 

SSV 

Inschr. auf einer kleinen Erzplalte aus den Ucberresten eincs 

rom. Gebaudes bei Fliesscm. Unbekannt wo aufbewahrt. 

Biirsch, Jahrb. d. V. v. A. F. I. S. 41. Verbesserungen und Zusiitze 
zum II. S. 157. 



1842. MASA FECIT. 

Auf einer Gefassscherbe v. t. sigill. aus den Ucbcrrestcn eines 
rbm. Gebaudes dahier. 
Biirsch, Jahrb. I, S. 43. II. S. 157. 



- 70 — 

\ a t i e ii li e i m. 

Dorf bei Bitlburg. 

1843. IMP . . S DIVI 

TRAIA . . ARTHICI 
FILI D NERVAE 

NE . OTI 
TRAIA . HADRIANO 
AVG PONTIF MAX TR 
POTEST COS III P P 
A. COL. AVG. MIL 
XXII 

Imperafori (cae)s(ari), divi Traja(ni p~)arthici fili(o), divi Nerme 

ne(p)ofi, Traja(n)o Hadriano augusto, pontifici maximo, tribu- 

nitia potestate 2 ) (II) consuli tertium, palri pafriae, A Colonia 

augusta 2 J millia (passuum) XXIL 3 ) 

Diese und die nachfolgende Inschr. wurden 1825 im natten- 

heimer Walde ohngefahr 1 Stunde hinter Bittburg zwischen hier 

und Priim an der Romerztrasse gefunden und beide befinden sich 

gegenvvartig im Museum zu Trier. 

Wyttenbach, Gymnasialprogr. Trier 1826. S. 8. Nr. 13. Lersch, 
III. Nr. 1. Schannat, Eifl. ed. Barsch tab. XVIII. Nr. 68. 
Eichstadfc, Prorector. progr. 1824. Steininger, S. 139. 

Anmerk, 1) Nach einer Inschr. bei Orelli Nr. 807 fallt Hadrians 
drittes Consulat mit trib. potest. II zusammen und ware daher oben zu 
lesen: tribunitia potestate iterum. Wahrscheinlich ist das Zahlzeicheu 
II erloschen. Es ist das Jahr 119 n. Chr. 2) Aus dem Fundorte und 
dem Inhalte der nachfolgenden Insclir. ergibt es sich, dass hier Colonia 
Augusta Treverorum gemcint ist. 3) Diese und die nachfolgende Strassen- 
siiule wurden, jene im J. 119 unter der Reg. des K. Hadriau, diese im J. 139 
unter der Reg. des K. Antonin d. Fr. auf dem Gebiete der Civitas Treverorum 
und zwar, wie aus dem Dativ zu schliessen, in welchem der Name des oben- 
genannten Kaisers Hadrian steht (uach diesem Vorgange ist auch die nach- 
folgendelnschr. Nr. 1844 im Dativ gelesen worden) von derCivitas selbst, 
welche innerhalb ihres Bezirks auf der Romerstrasse bauen (wahrscheinlich 
blos herstellen) liess. Auf derselben Strasse, aber in einem andern 
Bezirke, namlich dem der Civitas Agrippinensium wurde im Jahre 162 
n. Chr. gebaut, s. Nr. 1002. Zwischen dem Fundorte dieser Inschr. 
(Marmagen) und dem der obigen Inschr. (Nattenheim), welche beide 
Orte zweien an einander grenzeuden Civitates augehort haben, lief die 
Grenze derselben durch, s. Comm. a. v. Civitates und a. v. Strassen- 
saulen, Eine andere Iuschr. Nr. 365, welche unrichtig uach Maiuz ge- 






— 71 — 

setzt wird, gehort ebeufalls dem Bezirke der Civitas Treverorum au, s. 
Coinm. a. v. Civitates. 



1844. IMP . . . SAI 

AEL . ■ DRANTO 
AVG. PIO. PONT. MA . . 

TR POTTi COSH 

P P A C AV TR 

M P XXII 

hnperatori (cae)sa(ri Tito) l ) Aetio (Ha)dr(iano) Anto(nino) 2 ) 
augusto, pio , pontijici maximo, tribunilia potestate ilerum } con- 
suli iterum , patri patriae. A Colonia Augusta Tr(everorum) 

millia passuum XXII t 
Fund- und Aufbewahrungsort Nr. 1843 angegeben. 

Lersch, III. Nr. 2. Schannat, Eifl. ed. Barsch T. XVIII. Nr. 67. 

Orelli, Nr. 839. Steiuinger, I. S. 139. Wyttenbach, Nr. 
14. Eichstadt, Progr. p. 7. 

Anmerk. 1) Die erste Zeile nach einer Mittheilung des Herrn 
Prof. W.) tteubach. Steiuinger gibt sie so: 

IMP .... VI 

und bemerkt „\rahrsclieinlich sind die zwei ersten Zeilen zu ergauzen, 
wie fojgt' 4 

IMP. T. FVLVIO 

AELIO. HAD ANTONINO 

Diese Erg&nzung der ersten Zeile ist theils wegen des hier fehlendeu 
Titels CAES (den sie nach den vorh. Schriftresten ganz sicher gibt) 
theils wegen des dem gegebenen Kaunie nach hierher gar uicht passenden 
Natnens FVLVIVS nicht getroffen und diirfte nach CAESAUI hochstens nur 
uoch der Naine Titus (niit T angemerkt) gestanden haben. Ich bleibe 
demnach niit Wyttenbach bei obiger Lesung steheu. 2) Eiuige Heraus- 
geber und nach ihnen Orelli geben die zweite Zeile so: 

AEL . . . Dlt . ANO 

wodurch die Lesung Aelio Hadriano entstand, nach welcher die Be- 
merkung gemacht wurde „auffallenderweise fehle hier der Nanie Auto- 
nius. u Dieser Bemerkung schloss ich inich zu Nr. 365 Note 1 an. Durch 
obige Mittheilung ist dieser Anstand nunmehr beseitigt. Der Name 
Antouinus fehlt nicht, denn nach einer Mittheiluug des Herrn Prof. 
Wyttenbach gibt der Stein deutlich ANTO und zwar N mit T ligirt, 
welche Ligatur friiher iiberseheu wurde. Der Name Hndrianus war 
abgekiirzt geschrleben: HADR, worou noch DR iibrig siud. Auch Stei- 
niuger hat nach diesen Textresten richtig ergauzt. 3) (39 n. Chr., s. 
^relli 840. Unter der Regierung dieses Kaisers wurde im Jahre f40 



— 72 — 

ebenfalls lm Bezirke der Civ. Agripp. auf der Rheinstrasse in der Rich- 
tung nachKeinagen hii gebaut, s. Nr. 986. Lersch spricht von Vermes- 
sungen auf dieser Strasse. S. meine Bemerkung gegen diese Meinung 
im Comm. a. v. Strassensaulen. 



11 o I i e ii «I o v f 



Dorf an der Saar Kreises Bittburg. 

1845. DEAE. DIANAE. 

Q. POSTVMIVS 
POSTENS. V. S. 
Deae Dianae. Quintus Postumius Poiens votum solvit. 

Zwischen Bollendorf und Weilerbach in dem Walddistrikte 

Niederburg stehen die colossalen Ueberreste eines der Diana ge- 

widmeten Denkmals , vvozu ein Felsen benutzt wurde, dessen 

Fuss in seiner Urform blieb. Der obere Theil ist 10' hoch 4' 

breit und viereckig behauen. Darauf sleht unten obige Inschr. und 

tiber derselben erblickt man noch zwei menschliche Fiisse und die 

Fusse eines Thieres (Ueberreste der Figuren, welche Diana und 

einen Hund vorstellten). Zu erkennen sind auch noch zwei 

Saulen auf der rechten und eine Saule auf der linken Seite beider 

Figuren. Da rund um das Denkmal mehrere Felsenstucke liegen, 

und unter denselben ein Bruchstlick, welches zur Spitze des py- 

ramidalformigen Denkmals gehortc, so glaubt Barsch, es konne 

hergestelU werden. 

Quednow, 144. mtt einer Abbildung T. XIII. Hontheim, p. 184. 
Brower, I. 51. Lersch, Centralm. III* Nr. 7. fiarsch, i. d. 
Jahrb. d. V. v. A. F. I. S. 35. f. Steiner, Nr. 798. Wilt- 
heim, p. 4. Tab. 7. Fig. 15. 



1846. D. M. 

MARCIANI 

VICTORINA . . 

CONIVGI. DEFV 

NCTE. TETIVS. SECV 

. IDVS. CONIVX. EIIVS. 

. . . ECVNDIVS. VRSIO. 

. . IVS. EORVM. ET. SIBI. VIV. 

. ECERVNT. 



— 73 — 

Diis Manibus, Marcianae Victorinae, conjugi dcfuncte, Tetius ') 
Secundus, conjux eiius % ) et Secundius Ursio, filius eorum et 

sibi vivi fecerunt. 

Auf der iibrig geblicbenen Vorderseite eines nichl mehr vorfindlichen 
Steinsarges, nach Abt Bertels im Jahre 1593 in der Saar gefunden 
und im Jahre 1802 von Appellationsrath Miiller 1000 Schritte 
oberhalb des Dorfes nahe am l T fer der Saar nicht weit von einem 
Felsen, auf welchem das Denkmal wahrscheinlich gestanden, wahr- 
genommen, seit 1840? im Museum zu Bonn befindlich. Die 
Schrift ist jelzt sehr venvittert. 

Bertels, Deorum sacri ficiorumque gent. descriptio Col. 1606. p. 36. 
Muller, im Trier.Wochenblatte Jahrg. 1819. Nr. 20. Barsch, 
i. d. Jahrb. d. V. r. A. F. I. S. 37. Brower, Antiq. Trev. I. 
56. Muratori, 1374. II. Dorow, S. 116. Bertholet, Hist. 
d. K. I. 431. Lersch, II. Nr. 48. Steiner,917. Wiltheim, 
p. 293. Overbeck, Katalog Nr. 91. 

A n m e r k. 1) Muratori und Brower unrichtig DETIVS. Wiltheim 
TERTIVS, Bertels TITIVS, Lersch und Overbeck TETIVS. — Dass 
Tettius haufig vorkommt zeigt Gruters index nom. propr. Donat 40. 4, 
gibt nur einmal den Namen Titius. Da diase Inschr. von Ligaturen 
iiberall frei ist, so kann nicht vermuthet werden, dass gerade hier durch 
Verbindung nebeneinanderstehender Buchstaben TEttTIVS Cwie Wilt- 
heim mittheilt) geschrieben worden war. 2) Wegen der Schreibung 
EIIVS s. Comm. a. v, Sprachliches — Verdoppelungen B. 



1747. D. M. 

ATTVCIA. ARI 

ILLA. ET. ACCEPTIA 

TASGILLA. SATTON 

IVS. SECVNDINVS F 



I SIBI FF 

Dits Manibus. Attucia Ariilla et Acceptia Tasgilla Sextus Ationius 

Secundinus 

(yiv^)i sibi fecerunt t 

Diese dahier gcfundene Inschr. ist im Museum zu Tricr auf- 
bevvahrt. Die ersten 5 Zcilen stehen auf dem in Form eines 



- 74 — 

Halbkreises abgerundelen Fronton eines Grabsteines. Diese Form 
findet man in jener Gegend haufig, wje mehrere im trierer Mu- 
seum befindliche Denkmale und viele Abbildungen bei Wiltheim be- 
weisen. Die Buchstaben der letzten Zeile stehen auf einem Bruch- 
stiicke , welches zu diesem Grabsteine gehorte und den Schluss der 
Inschr. zu bilden scheint. 

Ch. v. Florenc, Jahrb. d. V. v. A. F. VI. S, 328. Nr. 108. Eng- 
ling, i. d, Publicat.de la societe a. de Luxemb. III. Hft. 8. 177« 

Anmerk. 1) Ariilla und Tasgilla, Frauennamen, die sonst noch 
nicht vorgekominen sind. 2) Oder Sattonius. 3) Hiiufig in hiesiger 
Gegend vorkoinmende Namen. 
fingjing gibt folgende Abschr. 

D. M. 

A LLVBINARI 

ILLAETA CC FILIA 

FASCIDIA ATTON 

IVS SECVNDINVS F 

welche Zeile 2 und 3 fast ganz unrichtig und Zeile 4 nur theilweise 
richtig ist. 



1848. D. M. AREGAIPPO i \ . DEFVNCTO 

VIN . La . E . • . . ERVNT. 
Diis Manibus. Aregaippo . ♦ defuncto .... (h~)e(redes posii)- 

erunt 

Inschr. auf einem halbcylinderformigen Sandslein, auf dessen 

einen Seite eine mannliche Figur in einem mit Waaren beladenen 

SchifTchen sitzend und in beiden Handen ein Ruder haltend, (ganz 

der Darstellung ahnlich , vvelche man auf dem Denkmale der Se- 

cundiner in Igel sieht) befindlich ist, gefunden oberhalb des Dorfes 

in der Nahe der Saar, unbekannt wo jetzt befindlich. 

Miiller, Mausolei Villae Bollonae descript. topogr. histor. critica al- 
legirt v. JBarsch in Jahrb. d. V. v. A. F. I. S. 37. 



91 5 i* 1 e n b a e li 

an der Kyll Kreises Priim. 

1849. IN. H. D. D. 

DEO. CAPRION 
L. TEDDIATIVS 



PRIMVS. 



- 75 - 

ln honorem domus divinac deo Caprion(o) Lucius Tcddialius 

Primus. 
Auf einer oblongen Steinplalte. 1' hoch, 1' 7" lang, 3" dick 
(also Gebaudcaufschriff), gefundcn 1840 in einem altcn Gemauer 
% Stunde von Morlcnbach an eincr Slclle, genannt „Hasenseifen" 
und im Museum zu Trier bcfindlich. 

Welleustein, i. Jahrb. d. V. v. A. F. XIV. S. 178. C h. ▼. Flor., 
Beitriige zur K. alter Gotterverehrung. De Wal. p. 56. Nr. LXXVI. 



Sehtfnerlten. 

Bei Priim, In der Umgegend die Ruinen „TaufendelI" ge- 
nannt. 

1850. 1) ATEI — 2) ATEI. X/VIII 

Stempel 1 auf einer Opferschale, St. 2 in dem Innern eines 
Gefasses von terra sig., gefunden 1846 am Taufendell, unbekannt 
wo aufl)evvahrt. 

Wellenstein, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XIV. S. 177. mifc einer 
Note von Lersch. 
Annierk. 1) A und T ligirt, zu lesen: Atei (manu.) 2) Lersch 
liest, Atei manu, ohne Riicksicht auf die Zahl, welche grade der merk- 
wiirdigere Theil dieser Stempel ist. Nach Comm. a. v. Abbreviaturen 
lese ich: Atei vigesimum octavum (vasculum.) Das Schragste / Ueber- 
rest von X. 



D a u n 

an der Liser in der Eifel. 

1851. D. M. 

L. APRO 

NIVS. SEC 

CO. VIVO 

SIBI 

FECIT 

Diis Manibus. Lucius Apronius Secco vivo ') sibi fecit. 

Diese Inschr. war an einem Bruckenpfeiler eingemauert und 

ist gegenwiirtig im Museum zu Trier befindlich. 

Ch. v. Florenc. , i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVI. S. 67. 
Anmerk. Da fiir VIVVS zuvveilen VIVOS vorkommt, so kdnute 
vivos gelesen werden, wenn es sich bei naherer Ansicht des Steiues er- 
geben vviirde, dass am Schlusse der vierten Zeile eiu fiuchst. erloscheo 
ware. 



— 76 — 

E 1 z e r n t h. 

1852. DIS MANIB 

P. FIRMIV . I 
COVI . . SVIVO 

SI ITTIAE 

AN . . . VXORI 

DE . . . . AE 

Diis Manibus. P. Firmius Covi(nu)s vivo(s) *) sibi Qei S)ittiae Q ) 

annorum . . . uxori de{funct)ae (fecit.) 

Gefunden in der Nahe des sogenannten Judenkirchhofes eines 
alten Steingehages am elzerather Walde. Im Museum zu Trier 
befindlich. 

Ch. v. Florenc, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVI. S. 68. 
A n m e r k. 1) Der in O Zeile 3 befindliche Punkt scheint Ueberrest 
von S zu sein. Da bekanntlich fiir VIVVS oft VIVOS vorkommt, so 
schlage ich obige Lesung vor. 2) Bei Gruter 251 Note der Name Sit- 
tianus, daher hier wegen der vor ITTIAE befindlichen Defectstelle die 
Aunahme des Namens (SjITTIAE. Auf gleiche Weise ware 1565 , wo 
vor ITIAE ebenfalls eine Defectstelle vorkomrat, (S)ittiae zu leseu. 



Saarburs 

an der Saar. 

1852. D. M. 



V FRVCTVOSVS EI AVRELIVS 
FRVCTVOSVS IVNIOR FILIVS 
EORVM FACIVNDVM CVRAVIT 

Nach Brower wurde dieser Grabstein, welcher prachtvoll mit 
Trauben und Laubwerk geziert gewesen, im Jahre 1592 dahier 
gefunden und stand auf einem Felsen bei der Kirche in der Nahe 
des Pfarrhauses. Hewer berichtet, er sei jetzt verschwunden und 
man wisse nicht, wohin er gekommen. Auf der andern Seite 
dieses Steines soll, wie Brower anfiihrt, noch eine Inschr. , die 
er jedoch nicht miltheilt, gestanden haben. Nach Ansicht der vor- 
bandenen Schriftreste diirfte rucksichtlieh der Schlussphrase folgende 
Erganzung und Verbesserung der Inschr. vorgeschlagen werden: 



— 77 — 
D. M. 

. . . . |ET AVUELI| 

V|S| FRVCTVOSVS |P1| AVRELIVS 

FRVCTVOSVS 1VNIOR FILIVS 

EORVM FACIVNDVM CVRAVIT 

Diis Manibus . . . . (e/ Aureli)u(s) Fructuosus (fieri jusserunt.) l ) 

Aurelius Fructuosus junior filius faciundum curavit. 

Brower, I. 56. Hever, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. VII. S. 155. 

A u m e r k. 1) Das hier stehende EI halte ich fur die bekaunten 
Siglen F I womit der zweite Satz der Inschr. schliesst , worauf der 
dritte ini Nominativ anfangt, s. Comm. a. v. Grabinschr. 



G r e 1 m c r a t h. 
Kreises Saarburg. 

1853. D. M. 

ACCEPTI AQVI 

CILIAS TALIOVNI 

ALVCIA MATRI 

DEF 

Diis Manibus. AcceptiQus) Aquicilias? TallouniQae) Lucia(e) 

matri defcunctae.) 
Dieser Grabstein befand sich friiherhin im Altar der hiesigen 
Kirche und ist dermalen in einer Futtermauer des Schulhauses 
eingemauert. Die Schrift i$t sehr undeutlich und in leichten Ziigen 
eingehauen. 
Hewer, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. VII. 



Hensweiler 

bei Saarbriicken. 

1854. 0. VAL. SABE 

Quintus Valerius Sabe(Jus.) 
Stempel auf dem Fragment einer Ziegelplatte , gefunden 1842 
in Gebaudeiiberresten einer Villa rustica. 

Schroter, i. d. Mittheilungen des hist. V. fiir Saarbriicken und 
St. Johann S. 141. 
Anmerk, Derselbe Stempel soll nach Schroter auch zu Kleinblit- 
tersdorf und zu St. Johaun auf Ziegelsteinen gefundeu wordeu sein. S t 
Coinm. a. v. Zieglernamen. 



— 78 — 

> 

Weusaarwerden. 
Kreises Saarburg. 

1855. K. MANIVS. 

PRISCVS. 
H. R. S. V. S. 
Kajus Manius Priscus H R S volum solvit. 

Kam 1770 von hier als Geschenk iu das Antiquarium zu Mann- 
heim. 

Graff, Antiq. S. 14. Nr. 81. 
Anmerk. Graff bemerkt: die letzte Zeile ist sehr unkenntlich und 
knum sichtbar. £r liest: honore recepto suo votum solvit. 



K a s t e 1 1 

an der Saar. 

1856. RIANIC 

ALI MAR 
CARBA 
PIT. 
Schriftreste auf einem hier gefundenen und im Museum zu 
Bonn befmdlichen Fragment mit Mortelspuren, wahrscheinlich Ueber- 
rest eines Baudenksteines. 

Lersch, i. d, Jchrb. d. V. v. A. F. IV. S. 183. 



1857. RIDHVNC 

Auf einem hier gefundenen und im Museum zu Bonn befind- 
lichen Fragment mit Verzieruno;, Wahrscheinlich Ueberrest eines 
Baudenksteins, 

L ersch. i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. IV. S. 183. 



1858. VIIVIA 

ESIAESI 

II^INAEI 

DEIVN 

OlIIAI 

.... esiae Secundinae f(iliae~) defunclae. 

Schriftreste auf dem Fragment eines Grabsteines hier gefunden 
und im Museum zu Bonn befmdlich. 

Lersch, i. d. Jahrb. d. V. v, A, F. IV. S. 184. 



- 7<J - 

Annierk. Zeile 2 ist I Ueberrest vou E. Zeile 3 II Ueberrcst von 
N, ferner o Ueberrest von D. Zeile 4 I Ueberrest von F. 



S o r fg. 

bci Kastell. 

1859. D. M. 

M. RESTIONIVS RESTITVTVS 
ET. M. RESTITVTIVS. 
AVRORIANVS. ET. RESTITVTIA 
AVRORIANA VIVI SIBI FECERVNT 

Diis Manibus. Marcus Restionius Restitutus et Marcus Restitulus 
Aurorianus et Restitutia Auroriana vivi sibi fecerunt. 
Inschr. auf zwei colossalen gut construirten Steinblocken aus- 
gehauen, bci dein Volke unter dem Namen das Wichtershauschen 
bekannt. Im Besitze des Pastors Goebel dahier, 

Lersch, III. 16. Hewer, in d. Jahrb, d. V. v. A.. F. VII. S. 155. 

Haupt Panorama S. 193. 



1860. POPPIVS SECVNDINVS 

SIBI SVIS QVE FECIT. 

Poppius Sscundinus sibi suisque fecit. 

Auf dem schweren Deckstein eines Familiengrabmals , in der 

Volkersgewann 1 Stunde von Sorg 1826 gefunden. Der Theil 

des Steines, welcher die Inschr. hat, kam in das Museum zu 

Trier. 

Hewer. i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. S. 156. Wyttenbach, i. d. 
Treviris Jahrg. 1834. Nr. 24. Lersch, III. Nr. 15. 



T h o 1 e i 

im Kreise Ottvveiler. 

1861. D. M. 

PRIMANIVS ING 
ENVS SIVE POTTVS 
SIBI. ET. SEMENTIN 
IAE. GABRILLE. CONIV 
GI. DEFVNCTE 
SVIS QVE V. F. 



— 60 - 

Diis Manibus. Primanius Ingenuus *) sive Potlus '") sibi et Se- 
mentimae Gabrille conjugi defuncte suisque vicus (eciU 
Gefunden in einem Grabe an der nordvvestlichen Grenze des 
Varuswaldes bei Tholei in der Nahe der alten Konigsstrasse, 

Erster Bericht des Vereins fiir Erforschuog und Saminlung der AKerth. 

der Kreise St. Wendel und Ottweiler S. 26. Lehne. ges. Schr. 

Inschr. Nr. 317. wo die Gegend von Bliescastel (Pfalzj angegeben 

wird. 
A n m e r k. 1) Lehne liest Ingenus und bemerkt: „da es nicht In- 
genuus geschrieben ist, so konnte Ingenus von der Stadt Ingena (Av- 
ranches) entlehnt sein. Wegen obiger Lesung Ingenuus s Comm. a. v. 
Sprachliches — Abkiirzuugen II. A. a. wo INGENVS Nr. 300 und 359 
als Beispiel angefiihrt ist und welchem wir dieses beifiigen. 2) Wegen 
sive s. Comin. a. v. Namen. Pottus ist ein significirender Name von 
potus (Trunkenbold) entlehnt. 






Haiserreicli Frankreicli. 

Departemertt der Mosel. 



**♦**« 



II e I z. 



Sladt an der Mosel, zur Zeit der romischen Herrschaft unter 
dem Namen Divodurum, Municipal und Hauptstadt der zur Provinz 
Belgica I gehorigen Civitas Mediomatricorum , s» Comm. a. v. 
Civitates. 

Vorderseite. 

1862. I. 0. M. 

IN. HONOR 

DOMVS. DIVI 

NAE. VICVS. HO 

NORIS. PVBLICE. 

POSVER. HI. QVI. 

1NFRA. SCRIPTI. SVNT. 

CVRA. EORVM. T. IVL. 

ADIVTORIS. M. PAVLLI 

MARTIALIS. P. DONNA. 

Nebenseite, 

Q. GIAMIVS. 
RELLVS. ET. 
COMMVNIS. 
GIAMI. FILI. 
ELVORIX. 
VARICELLI. F. 
MFLVS. CINTVS. 
M. F. 

6 



— 82 — 

2. Nebenseite. 

M. MACIRIVS. 
ATRECTVS. MANI. 
PRECIVM. DONAVI. 
TERENTINVS. ET. 
PEREGRINVS. 1L 
LANVISSAE. FILI 
GAIVS. GERM. CO 
RORVS. SEX. ELV 
IVS. CLEMENS. 
Ruckseite. 

P. ATTIVS. 
ANTICVS. 
L. VETTIVS. 
DERCOIE 
DVS. M. VET 
TIVS. MER 
CATOR. 

In honorem domus divinae, Jovi optimo maximo vicus honoris. ') 

Publice posuerunt hi, qui infra scripti sunt, cura eorum, Titi 

Julii Adjutoris (et) Marci Paulli Martialis. — Publius Donna, 

Quintus Giamius Bellus et Communis, Giamii filii; Elvirix, Vari- 

cilli filius; Melus Cintus, Meli filius; Marcus Macirius Atrectus 

Qmaniprecium donavi) ; Terentinus et Peregrinus lllanuissae 

filii; Gajus GermQanus) Corobus ; Sextus Elvius Clemens; Publius 

Aitius Anticus; Lucius Veltius Dercojedus; Marcus Vettius Mer- 

calor. 

Auf den vier Seiten des Fussgestelles einer hier gefundenen 

und nicht mehr vorhandenen Jupiterstatue. 

Schopflin, I. 437. Meurisse, p. II. Gruter, 12. 10. Acta acad 
pal. V. 66. Steiner, 996. 

Anmerk. 1) Die Stifter dieses Denkroals waren Bewohner des 
Vicus honoris (Stadtviertels), s. Nr. 427 und bedienten sich bei dessen 
Errichtung der Cura oben genannter zweier Manner, s. Coinm. a.v. Cura. 
Bemerkenswerth sind hier die Formen FILI und GIAMI riicksichtFch 
des doppelt fuugirenden I, s. Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzungen II. 



- 83 - 

1868, I. 0. M. 

IVNONI. MAGNAE. 

HERCOLI. 

ET. GENIO. LOCI. 

PRO. SALVTE. 

SVA. ET. GENTIS. SVAE. 

CORN. SECVNDVS. 

EX. VOTO. 

Jovi optimo maximo , Junoni magnae, Hercoli et Gcnio loci , pro 
salute sua et gentis suae Cornelius Secundus ex voto. 

Nicht rachr vorhandenes Denkmal von hier. 

Meurisse, Histoire des eveques de Metz. Schopflin, 1.471. Stei»- 
ner, 992. 

1864. MERCVRIO. NEGOTIATORI 

SACRVM. 

NVMISIVS. ALBINVS. 

EX. VOTO. 

Mercurio negotiatori 4 ) sacrum„ Numisius Albinus ex voto. 

Gefunden an der Wasserleitung , zu Gruters Zeiten bei Gold- 
schrmdt Joh. Auber befindlich. 
Gruter, 53. 3. Steiner, 988. 
Aumerk. S. Conim. a. v. Mercurius. 



1865. SILVANO. 

SACR. 

ET. NYMPHIS. 

LOCI. 

ARETE. DRVIS 

ANTISTITA. 

SOMNIO. MONITA. 

D. 

Silvano sacrum et Kymphis loci. Arete Druis aniistita somnio 

monita dedicaL 

Ueber der Inschr. eine Leyer und ein Syringe. 

Wiltheim, Lucil. rom. ed. Neyen p. 49. tab. 7. fig. 17. Acta acad. 
pal. V. 60. Steiner, 994. 

Anmerk. S. Comm. a. v. Ex visu etc. 



— 84 — 

1866. IN. 

HONOREM 

DOMVS DIVI 

NAE DIS MAIRABVS 

VICANI VICI PACIS 

ln honovem domus divinae dis Matrabus l ) vicani vici pacis, 2 ) 

Auf einem zu Gruters und Wiltheims Zeiten „in aedibus Dionysii 
Lebei — Batleii, regis apud Mediomatrices praesidis" befindlichen 
Denkmale von hier mit den Bildnissen dreier stehenden Matronae 
in vveiten Gewandern , von welchen zvvei Blumen in den Handen 
liallen und eine die Linke unter dem Kleide verbirgt, Sie un- 
terscheiden sich von den auf vielen andern Denkmalen abgebildeten 
Malronae dadurch, dass sie keine Kopfbedeckung haben. 

Wiltheim, Lueil. ed. Neyen p. 48. Schopflin,I. 437. Gruter, 
92. 1. Meurisse, Hist. p. 9. Steiner, 989. 

Aninerk. I) Die Abbilduog bei Gruter und Andern gibt deutlich 
MAIKABV8. Gruter schlagt die Verbesserung MATRABVS vor. Ueber 
die Frage ob mairabus oder matrabus zu lesen s. Comm. a» v. Matres. 
3) S. Comin, a. v. Vicus. 



1867. T. COELIO 

T. F. CELERI. 
A. CVR. AMIC 
AVG. PRAEF 
LEG. X. SALVT 
MEDIOM. CIV. 
B. M. P 
Tito Coelio, Titi filio, a curia amicorum Augusti, praefecto legionis 
X salutem. Mediomatricorutn civitas 2 ) benemerenti posuit. 
Inschr. auf einer vormals im Besitze Boissard's befindlich ge- 
wesenen Ara von hier, von welchem Gruter Abschrift erhielt, 

Gruter, 398. 5. 
A n m e r k. 1) S. Comm. a. v. Civitates. 

1868. T. CL. CARATI IIIIII AVG 

Titus Claudms Carati{us) sevir l ) auguslalis. 
Schriftreste auf einem Denkmal. 
Schopflin, I. 327. Steiner, 991. 
A n m e r k. 1) Fehlt nach der Zahl das VIR oder V. 



— 85 — 

18(>9. M. ANTONIVS. MARTIALIS 

PONTIF. CVR. IIIIIVIK 
SACROR. ERKBI. 
Marcus Antonins Mariialis , pontifex curialis , tecir sucrorum 

Erebi. 
Ini Hause Clerevant belindlich , nach Boissaids Mittheilungr. 
Gruter, 319. 3. 



1870, D. M. 

SEMPR. SACRATO 
IIIIII VIRO 
Diis Manibus Sempronio Sacrato seviro. 
Im Hause Clerevant vormals befindlich nach Boissard's Mit- 
theilung. 

Gruter, 46G. 8. 

1871. ARTIS CRETAR. DEF. QVI. VIXIT. 

AN. XXX. M II ET AMATORIAE ANI 
MVLAE. MATRI. VIVAE. Q. CA 
RATVLLIVS AMATOR. FRATRI. ET. MA 
TRI. F. C. 0. S V T L. 

♦ * . . artis cretariae *) defuncto, qui vixit annos XXXI et *) 
Amatoriae Animulae, matri vivae, Quinius Caratullius Amator 
fratri et matri faciundum curavit. Ossibus sit vestris terra 

levis. 8 ) 
Wiltheim bemerkt von diesem Ueberreste einer Grabinschr. 
„in aedibus quedam Lepidorum." Unbekannt \vo gegenwartig be- 
findlich. 
Wiltheim, p. 39. Gruter, 6. 41. 2. 

Anmerk, 1) S. Comm. a. v, Artes. 2) Wiltheim gibt AN XXXI 
M. AMATORIAE. 8) S. Comm. a. v. Grabschriften. 



1872. 



VENDI . V . . . RANI 
EXOPTIONE LEG AXII P 
P. F. DEFVNCTI ET FINITIMl 
AENONAE CONIVGI 

V . VAE 
FILl . HEREDES FC 



— 86 — 

(Dm Manibus . . . .) Ven(i)dii, k ) veterani, exopiione legionis 

XXII, primigeniae, piae, fidelis, defuncti et Finitim(ae) s ) Aenonae, 

conjugi vivae. Filii (et) heredes faciundum curaverunt. 

Auf einem hier gefundenen und irn Rathhause aufbewahrten 
Grabsteine. 

Devilly, Antiq. raediomatr. I. tab. I. fig. 41. 
A n m e r k. 1) Da der Name Vendus, so viel ich weiss, unbekannt 
ist, der Name Venidius dagegen sehr oft vorkommt, so sehlage ich die 
Verbesserung VEN(T)DI vor, und lese das am Schlusse stehende I, weil 
es, fiir den Fall der Richtigkeit dieser Verbesserung alsdann wie Zeile 
7 bei FILI, doppelt fungirt, wie oben steht. 2) Ich schlage die Ver- 
besserung FINITIM(AE) vor, denn bei Gruter 103. 13. erscheint ein 
Finitimus. Sicher ist das am Schlusse stehende I Ueberrest von A. An 
finitimi zu denken, ist theils sprachlich unrichtig, weil hier finitimi fiir 
affines gebraucht worden wtire, theils passt es nicht zur Construction 
des ersten Satzes dieser Grabschrift , auch ware es auffallend, hier 
gegen den Gebrauch nur einen Namen zu finden. Der Gatte Venidius 
fiihrte ebenfalls zwei Namen, von welchen der vor VENDI stehende er- 
loschen ist. Im ersten Satze dieser lnschr. steht jeder der beiden Na- 
men im richtigen Casus, und bezieht sich der im Dativ stehende Name der 
Gattin nicht auf Diis Manibus, sondern darauf allein der im Genitiv 
stehende Name des Gatten. In das Deutsche ubersetzt heisst die Inschr. 
„Den Schattengottern des verstorbenen Venidius, Vateranen und 
Exoptio den 32. Legion und seiner noch lebenden Gattin Finitima Ae- 
nona. Die Sohne (Kinder) und Erben liessen dieses Grabdenkmal er- 
richten. 

1873. D. M. 

CASATO. CARATIO. 
FICTILLARIO FELICL P. C. 

Diis Manibus, Casato Caratio, fictillario ') felici ponendum 

curavit. 
Befand sich ehemals in dem Hause des P. Lepid. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 166. Gruter, 643. 1. 
Anmerk. 1) S. Comm. a. v. Topfernamen. 



1874. D. . MEMORIAE. M 

IYKIANI. IVLLINI. DEF 
MAGNIA. MAXIMIOLA. CO 
ET SIBI VIVA. PONEND. 
Diis Manibus (et) memoriae Juniani Jidlini defuncti, Magnia 
Maximiola co(njux) et sibi viva ponendum (curavit.) 



— 87 — 

Unter der Schrifl Mann und Frau, boide Stahchen in der Haud 

haltend , der Mann dazu noch ein Korbchcn , womit angedeutet 

wird, dass er ein Negotiator, s. Nr. 1875, gewesen. Am un- 

tersten Ende eine Ascia, Dieses Denkmal kam in den Garten 

des Jesuitencollegs zu Luxemburg. 

Wiltheim, p. 187. fig. 168. 

Anmerk. Nach der Fig. 162 fehlt die oberste Zeile, welche Wilt- 
heim p. 187 uach Ueberlieferung mittheilt. 



1875. EGOT. ARTIS. CRETAR 

ET OSA MATER 

H F C 

. . . (n)ego(tiatori) ') artis cretar(iae) 2 ) osa(riae) 3 ) Maler 

heres faciundurn curacit. 

Ueber dem Bilde eines Mannes in weitem Aermelgewande, 
welcher in der Rechten ein Henkelkorbchen tragt und die Linke 
mit aufgehobenem Zeigefinger halt. Die zwei letzten Zeilen der 
Inschr. stehen auf den Seiten der bis dahin hinaufreichenden 
Nische des Grabsteines. Ueber der Inschr. keine Spuren der 
Verletzung, sondern eine grade Kante, auf welcher hochstwahr- 
scheinlichin einem Aufsatze (vielleicht Giebelaufsatz)derubrigeTheil 
der Grabinschr. stand. Auf der Seite eine Ascia. Dieses Denk- 
mal kam als Geschenk des Rector C. Haraucourt zu Metz (ex 
donatione Caroli Haraucurtei rect. coll. dividur.) zu Wiltheims 
Zeiten in das Jesuitencolleg zu Luxemburg und war im Garten 
daselbst aufgestellt. 

Hontheim, p. 39. Taf. 5. Fig. 11. 

Aninerk. 1) Der Name des Verstorbenen stand wegen der Formel 
H. F. C. hochst wahrscheinlich im Genitiv oder Dativ, s. Comm. a. v. 
Grabiuschr. 2) S. Comm. a. v. Artes. 3) Oss(ariae.) Die Inschr. gibl 
ein S. 



1876. NIGRO VRAO 

ARI. F. ELVO. 

PRIMVS 

CONTVBR 

NALI. SVO. 

Nigro Urao, Ari filio, Elvo, Primus contubemali suo. 



— 88 — 

Kam in die Sammlung des Jesuitencollegs zu Luxemburg nach 
einer Abschrift Wiltheims. Ueber der Schrift des Verstorbenen 
Brustbild. 

Wiltheim, p. 191. fig. 168. 
A n m e r k. In NIGRO ist das durchstrichen, s. Comm. a. v. Grab- 
inschriften. 



1877. D. M. 

L. STATILIO 

ISIDORO 

CVI. ET. VOLVN 

NIAE. VXSORI 

1VS. SEPVL 

CHRI. DEDIT. 

P. CELER 

ANTIVS 

Diis Manibus. L. Statilio Isidoro, cui et Volunniae uxsori jus 

sepulchri dedit Publius Celer Antius. 

Nach Roissard bei Gruter „ad portam campanam. 

Gruter, 829. 9. 



1878. CACETIO. SASSI. DEFVNC 

ARANTILLO. CARATILLI. V 

Cacetio, Sassi Qilio') defuncto. Arantiilo *) Caratulli (filius) 
(Jieres faciundum curamt^) 

Schriftreste auf einem bei P. Lepide befindlich gevvesenen 
Denkmale, nach Roissard's Mitlheilung bei Gruter. 
Gruter, 862. 2. 
Anmerk. Halten wir den zweiten Namen fiir den des Stifters so 
ware er ein im Nom. auf endigender gall. Name. Es kanu aber auch 
dieser Name ein im Dativ stehender sein und auf eiuen Verstorbenen 
bezogen werden. Falle, wo auf einer Inschr. mehrere Verstorbene 
genannt werden, kommen zuweilen vor. 



1879. MARONI. GRAECI. MARCIANA 

MAGNI. FIL. SIBI. ET CONI 
V C. P 

QDiis Manibus) Maroni Graeci. Marciana, Mayni filia, sibi et 

conjugi , . e p[osuit.) 



— 80 — 

Bruchstiickliche Grabschrift von hier, nach BoissanPs Abschrft 
bei Gruter. 

Gruter, 807. t. 

1880. D. M. 

L. ASTIOCHI. ASI 
SATBICA CONIVX. ARC 
ET HECALE 
Befand sich in der Paradiesgasse, nach BoissanPs Abschrift bei 
Gruter. 

Gruter, 758. 10. 

A u m e r k. Iu deu zwei letzten Zeilen scheineu Abschriftfehler vor- 
zuliegeu und ware daher folgende Verbesserung vorzuschlagen. 

D. M 
L. ASTIOCHI ASI 
SATRICA CONIVX (C)AR(A) 
ET HE(RES) F. (C.) 

Diis Manibus Lucii Astiochi Asi, Satrica conjux cara et heres faciuu- 

dum curavit. 

Cara ist zwar nicht gebrauchlich, sondern carissime. Dass Stifter 
stch selbst carissimi, pientissimi nannten, ist hinlanglich bekannt. 



1881. D. M. 

CRISPIO 

LVRICO 

SVBI (sic) VIVO ET 

MARIANAE 

DEVIERIAE 

VXORI DEFVNCTAE 

Diis Manibus. Crispio Lurico subi *) vivo et Maricmae Devieriae 

uxori defunctae. 

Nach Boissard*s Abschrift bei Gruter. 
Gruter, 777. 
Anmerk. 1) Subi wahrscheiulich verleseu. 



- 90 — 

1882. IVLIO 

RVESARIO 

MEDIVIXTAE 

CONVIC VIVA. P 

Julio Ruesario Medivixta ') conjugi *) viva posuit. 

Nach Boissard's Mittheilung bei Gruler. 

Gruter, 795. 8. 
A n m c r k. 1) Verlesen fiir MEDIVIXTA. 2) ebenso fiir CON(I)VGI 



1883. D. M. 

ST. MARTIAE 

CONIVGI 

ET LIVIL 

LAE, FIL 

ASON 

Diis Manibus St(atiliae?) Martiae, conjugi o{bitae) et Livillae filiae. 

Ason(ius . . posuit.) 

Nach Boissard bei Gruter „in aedibus Clerevantiis. Das isl 
dunhstrichen. 
Gruter, 808. 4. 



1884. D. M. 

NOCTVRNIO. NOCTVR 

NIANO. MEROCILA 

CONIVY POSVIT 

Diis Manibus. Nocturnio Nocturniano Merocilla conjux posuiL 

Nach Boissard bei Gruter, 
Gruter, 809. 3. 

4885. I). M. 

COSSVS. CARAVINVS 
ATTINIAE. IVLIANAE 

Diis Manibus. Cossus Caravinus Attiniae Julianae. 

Nach Boissard's Mittheilung bei Gruter im Hause des P. Lepid 
vorrnals befindlich. 
Gruter, 867. 8. 



— 91 — 

1886. D. M. 

GAI. HELVI. SI 

EX. TESTAM 

SVB. ASCIA 

DEDIC 

Diis Manibus Gai Helvii. Si ♦ . ex testamento sub ascia de- 

dicavit. 
Im Hause des Peter Lepid Yormals befindlich, nach Boissard's 
Abschrifl bei Gruter. 
Gruter, 872. 18. 
Aomerk. S. Coiiun. a. v. Ascia. 



1887. D. M. 

D. IVL. M. F 
PERPETVO. H 
ERES. CVRAVIT 
Diis Manibus. Decio Julio, Marci filio, Perpetuo. Heres curavit 

Im Hause des Peter Lepid nach Boissard vormals befindlich. 
Gruter, 875. 8. 



1888. DIS MAN 

VIBIVS. CEL 

TERENTI 

C. VECTI 

SATVRNINI 

Diis Manibus. Vibius Cel(er) 9 Terenti (jilius), Cajus Vecti(cius), 

Saturnini (filius) 

Nach Boissard bei Gruter, vormals im Hause Clerevant be- 
findlich. 

Gruter, 895. 3. 

1889. M. VALESIAN. 

SCAVRI. 
VITAVLI. ET 
VOLVSI 

Marci Valesiani, Scauri Vitauli et Volusi. 

Scliriftreste, nach Boissard bei Gruter, vormals im Hause Cle- 
revanl befmdlich. 
Gruter, 893. 5. 






— 92 — 

1890. D. LVCIO. M 

ALBINO. DEXTER 
ET. AVRELIA. AVIA. 
SOSI 
Diis Manibus. Lucio Albino Dexfer . . . . et Aurelia Avia 

Nach Boissard bei Gruter, iin Hause des P. Lepid dahier. 
Gruter, 878. 1. SOSI vielleicht POS d. i. posueruut. 



1891. D. M. 
ELIAE. MELIS 

NICOSIAE 
Diis Manibus Eliae Melis^sae} Nicosiae. 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clervant. 
Gruter, 910. 8. 

1892. D. M. 

T. IANVARII. COTTI 

Diis Manibus Titi Januarii Cotfi. 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clerevant. 

Gruter, 914. 5. 



1893. C. RHESIANO 

C. CALLISTIO. 

COLLIBERTVS 
Cajo Rhesiano, Cajo Callisfio collibertus. 

Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clerevwit. 
Gruter, 992. 1. 



1S94. D. M. 

SEX. AQVIMO 
CARATACO 

Diis Manibus Sexto Aquinio Carataco. 

Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clervant. 
Gruler, 902. 5. 



— 93 — 

1895. I). M. 

< OBERAT 
10. COBERILLO 

Diis Nanibus Coberafio Coberillo. 

Nach Boissard bei Gruler, im Hause des P. Lepid befindlich. 

Gruter, 907. 5. 



1896. D. M. 
CINTVS. MV 

NATIVS 
FELIX 

Diis Nanibus. Cintus Nunatius Felix. 

Vormals in Boissards Besitz. 

"ruter, 918. 80. 

1897. D. ff. 
CASSIAE 

MVSAE 

Diis Nanibus Cassiae Nusae. 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause des P. Lepide. 
Gruter, 906. 4. 



1898. MINI. CASSI 

TROPHIMI 
SOST 

. ♦ . mini Cassi trophimi Sost. 

Schriftreste auf einem Quaderstein, nach Boissard bei Gruter, 
im Hause Clerevant. 
Gruter, 906. 8. 

1899. D. M. 

S. AELIANI 
SENISINI 

Diis Nanibus Sexti Aeliani Senisini. 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clerevant befmdlich. 
Gruter, 904. 2. 



- 94 — 

1900. D. M. 

NONIVS SATTO 
Diis Manibus. Nonius Satto. 
Auf einem Bruchstucke. 

Wiltheim, p. 296. 



1901. D. M. 

AVL. SEVER 
Q. VARIO. BVC 
IIIIII VIRIS 
Diis Vanibus. Aulo Severo, Quinto Vario Buccio seviris . . 

Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clerevant. 
Gruter, 468. 7. 

1902. AVL. SEMPR. ASPRENATI 

FLAMINI. DIALI 

CONIVGI OPTVMO 

BENE MERENTI 

HECALE FLAMINICA 

P. C. 

BIX ANN XX C I 

M. IV. D. VII 

ET. IVLIO MODESTINO 

LEIB. B. M. 

ET SIBI ET SOVEIS 

kulo Sempronio Asprenati, flamini diali, conjugi optumo bene- 

merenti, Hecale flaminica ponendum curavit. Bixit x ~) annos 

LXXXI , *) menses IV, dies VII et Julio Modestino leiberto 3 ) 

benemerenti et sibi et souveis. 4 ) 

Nach Boissard bei Gruter, im Hause des P. Lepid dahier. 
Gruter, 307. 8. 

Anmerk. 1) 3) 4) S. Comm. a. v. Sprachliches. 2) Gruter er- 
klart: C pro v. i. e XXVI. Richtig ist jedoch die Zahlung XXCI d. i. 
LXXXI. 



— U5 — 

1903. D. M. 

L. FIHMO. VITA 

LIANO. MIL. LEG VII 

IVL HELVORIX 

KARO. CONTV 

BERNALI 

VIX. ANN. XXXX. D. V. 

ET. L. QVINTIO. P 

Diis Manibus. Lucio Firmo Vitaliano, militi legionis VII, Julius 

Helvorix karo contubernali. Vixit annos XXX dies V et L. 

Quintio posuit. 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause des P. Lepide. 
Gruter, 541. 5. 

1904. D. M. 

M. DVRONICI 
BIXIT. AN. IVL 
M. VI. D. XXIV 

MIL. AN. XX. 

Diis Nlanibus. Marci Duronici. Bixit annos XXXXVl, menses VI, 
dies XXIV , militavit annos XX. 
Nach Boissard bei Gruter, iin Hause Clerevant. 

Gruter, 540. 3. 



1905. D. M. 

VIRINO 
VERECVNDI. F. 
THERMARIO. 

Diis Manibus. Virino Verecundi filio Thermario. 

Nach Boissard bei Gruter, im Hause des P. Lepid. 

Gruter, 636 13. 

Anmerk. 1) Uekannt ist der Name Thermus bei Gruter 251. 4. 
and 261. 4. Dass Thermarius oder Thermanius ein nachgesetztes Nom. 
gentile ist, scheint wahrscheinlicher zu sein, als die Annahme, unter 
diesem Worte einen Aufseher iiber Bader zu verstehen. 



— 96 — 

1906. AEMILIAE. SY 

RIADI. VIX. AN 
LII. M. IV. D. IIX. 
VETVRIA. PRI 

MIGENIA 

MAMMAE. PI 

ENTISS. P. 

(Diis Nanibus) Aemiliae Syriadi. Vixit annos LIl, menses IVj 

dies VIII. Veturia Primigenia mammae l ) pientissimae posuit. 

Nach Boissard bei Gruter, im Hause des P. Lepid. 

Gruter, 663. 9. 
Anmerk. 1) S. Comm. a. v. Sprachliches. 



1907. D, M. 

IVL. ORESTILLAE 

DORCADI. 

DVLCISSIMAE 

IVL. SPVRINA 

if\ STATILIA 

PARENTES 

INFELICISSIMI 

VIX. ANN. XIV. 

Diis Manibus Juliae Orestillae Dorcadi dulcissimae Julia Spurina 
et Statilia parentes ') infelicissimi. Vixit annos XIV. 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clerevant. 

Gruter, 689. 13. 
Anmerk. 1) Parentes nahe Verwandten der Verstorbenen. 



1908. ATIA. SECCA. SIBL 

\ . . XANDRAE. POCI 
AE. MATRI. DEFVNCTAE, 

(Serv>~)atia Secca sibi (et Ale)xandrae Pociae, matri defunctae 

(posuii.) 
Ueber der Inschr. das Bild des Verstorbenen, befand sich nach 
Boissard im Hause des P. Lepid. 
Gruter, 780. 3. 



— OT — 



1909. 



D. 
CORNEL 
ALBINO 



M 

CLARAE. IVLIAE 

CAMP. MATRI 



Diis Manibus. Cornelio Albino, Clarae Juliae Campanae matri. 

Doppelgrabschrift auf cinem in zwoi Felder abgclheillen Sleine, 
befand sich nach Boissard ini Hause Clerevant. 
Gruter, 727. 2. 



1910. 



Diis Manibus. 



DIS. MANIB. 

MEMMIO 

AMETYSTIO 

CENSORINO 

FIL 

Memmio Ametystio Consorino filio. 



Nach Boissard bei Gruter, im Hause Clerevant. 
Gruter, 695. 13. 



1911. D. M. 

RESPECTIO 

GRATIANO 

CILICIARIO 

CATIOLA 

CONIVX 

PC 

Diis Manibus. Respectio Gratiano, ciliciario *} Catiola conjux 

ponendum curavit 
Nach Boissard bei Gruter, im Hause des P. Lepid. 
Gruter, 648. 6. Orelll, 4162. Steiner, 990. 
A n m e r k. 1) S. Comm. a. v. Artes. 



1912. 



D. M. 

M. TEREN 

TI. M. F. 

SOSIO 

IIIIIII VIR 

EBVRON 

SOTER 



- 98 — 

Diis Manibus. Marco Terenti(o), Marci filio, Sosio, seviro augus- 

tali Eburonum Soter. 
Histoire, d. M. I. VIII. 4. Hupsch, 68. 10. Steiner, 995. 



1913. GENIO 

C. AVR. MATERN 
PREF. STAT. Q. C. M 
CATHIRIG. DELFICVS 
CLIENS 
Genio Caji Aurelii Materni, praefecti statorum, x ) q(uaetoris) 2 ) 
cfjvium) mfunicipii) Cathirigum Delficus Cliens. 

Bulletin des seiences hist. Juin 1828. p. 434. Orelli, 4963. Stei- 

ner, 993. 
Anmerk. 1) S. Comm. a. v. Stator. 2) S» Nr. 1695. 



Grosslierzogtlnnii liiixcnihiir^. 



**♦>* 



L ii i c iii b ii r «. 

Hauptstadt des Grossherzogthums gleichen Namens und deutsche 
Bundesfestung. 

1914. AVE SEXTI 

IVCVNDE. 

VALE. SEXTI 

IVCViNDE 

Ave *) Sexti Jucunde. Vale a ) Sexti Jucunde. 

Ein altes handschriflliches Blatt, vormals im Besitze Dr. Lerchs, 
sagt von dem Fundortc dieses ehemals im Jesuitencolleg zu 
Luxemburg, jelzt im trierer Museum befindlichen Inschriftsteins 
Folgendes: „Item in Trevirorum agro ad aram Luciae £id opidi 
nosen est) in ducatu Luxenburg lapis exstat ut videlur columnae 
fragmentum cum hac inscriptione." Auf beiden Seiten des Steines 
zwei nackte Junglinge. Der eine halt ein mit Blumen spielendes 
Knabchen freundlich vor sich in die Hohe, der andere tragt einen 
alteren Knaben auf seinen Schultern, ist im Weggehen begriflen 
und wendet den Kopf zuriick; jener scheint zu sagen: Ave, dieser 
Vale; eine Andeutung, dass das geliebte Kind nur kurze Zeit 
gelebt. Nach VViltheirn eine Allegorie auf die Kiirze des mensch- 
lichen Lebens. 

Wiltheira, ed. Neyen p. 186. fig. 159. Houtheim, p. 197. Gru- 

ter, 889. 8. Orelli, 4732. Brower, I. 33. Lersclt, III. Nr. 

20. Steiner, 819. 

Anraerk. 1) 2) S. Comm. a. v. Spriiche. 



— 100 — 

1815. ECVNDIN 

Secundinus. 
Schriftiiberrest auf einem Fragment, welches in der Mauer 
des Pfarrhofes zu St. Nicolai eingemauert war. 
Wiltheim, p. 158. fig. 82. 



Hollerick, 

friiher Holderkingen genannt, siidlich bei der Festung Luxem- 
burg, 

1916. COM. TVM 

Auf einem zu Wiltheims Zeiten in der Kirchhofsmauer befind- 
lichen Bruchstiicke. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 235. Flg. 209. 



1H e r I a. 

Pfarrort bei Luxemburg. 

1917. ORINTHIA. V 

ATA. ET STME 
0. SIBI. PONI. IVS 
T.C.CRESCENTIVS 
ITVS. FIL 
(C)orinthia V(i)ata et . . '. ♦ ') sibi poni jus(serun~)t. Cajus 
Crescentius . . itus filius (posuiL) 

Auf einem in der St. Gangolphscapelle zu Wiltheims Zeiten 
eingemauerten Bruchstucke. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 226. Fig. 213. 

Anmerk. 1) Unrichtig copirte Stelle, welche nicht verbesserfc 
werden kann. 



1918. IOM MVN 

VSOR F 
Auf dem bruchstiicklichen oberen Theile eines Altars mit 
grossen schonen Buchstaben nach Willheims Abschrift. 

Wiltheim, ed. Neyeu p. 226. Fig 214. 
A n m e r k. Wenn Wiltheim die Schonheit der Buchstaben lobt, so 
istes zu verwundero, dass er von ihnen so unrichtige Abschrift nahm. Die 
Verbesserung fsl leicht. Sicher gibt der Stein folgende Schriftreste. 

IOxVl ET IVN 
ONI RE 



— 101 — 

M a ii d w e 1 I e r. 

Pfarr- und Gcmeindeort, i Stunde ostlich von Luxcmburo, -, 
vermuthlich das alte Villar ad turrim (Weiler la Tour) vvo hiii 
aiten Thurm 6 Romersteine (drei mit Bildwerken ohne Inschriftfuf) 
eingemauert waren. 

1919. D. M. 

IVNIO. SECVNDO. 
VOLIA PRIMA. ET 

Diis Manibus. Junio Secundo Volia Prima et . . . . 
Auf einem Bruehstucke nach Wiltheims Autopsie, 
WiHheim, ed. Neyen p. 305. Fig. 426. 



1920. CIPIO 

VIVS. SIBI 

ET. CL, MOSSAE 

DF. F. C. 

. . cipio vivus *) sibi et Claudiae Mossae defunciae faciundum 

curavit. 
Auf einem Bruchstiicke im Thurme dahier, nach Wiltheims 

Autopsie. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 306. Pig. 427. 
Aiimerk. 1) VIVS, s. Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzungen. 



1921. D. M. 

IMMVNIE 
VISCARE V 
IELIARI. VIVS 
ATERNIO ET SIBl 
TVRENE CONIV 
Schriftiiberresle auf einem Bruchstiicke am Thurme dahier, 
nach Wiltheims Autopsie. 

Wiltheim, ed, Neyen p. 307. Fig. 428. 
A n m e r k. Die zvveite Zeile beginnt mit dem nach dem bekannten 
rom. Namen Immunis (Gruter 960. 6. Note) gebildeten Fraueunamen 
Immunia und ware zu lesen Imniunie. Die Stellen der dritten und 
vierten Zeile scheinen Ueberreste gaJlischer Namen zu euthalteu uud 
kouuen wegen Mangel aualoger Nanieu nicht erganzt werden. Die 
fiinfte Zeile zu lesen (M)aternio et sibi vivus, oder et vivus sibi, wenn 
das Zeile 4 stehende VIVS zu den darunterstehenden Worteu ET SIBl 



— 102 — 

gehort, und, wie scbou oft vorgekommen, iiber dieselbefi gesclirieben 
worden ist. 



Sassenhei m. 

Pfarrort im Kanton Esch, 3 Stunden westlich von Luxemburg., 
4922. EGNV 

ALBANO. E. 
COBLVCIA 

Auf einem Bruchstuck in- einem hiesigen Hause, nach Wilt- 
heims Autopsie. 

W i 1 1 h e i m , ed. Ne^-eu p. 384. 



Oberanwen und H ostert. 

Zwei nahe beisarnmen liegenden Dorfer, zwei Stunden von 

Luxemburg, zum Theil an der heutigen Landstrasse nach Trier. 

Auf dieser Stelle lag an der Romerstrasse von Rheims nach Trier 

ein nach dem Uinfang hier gefundener Substructionen und Al- 

terthumsreste etc. bedeutender Romerort, das friiherhin vielge- 

suchte nun aber durch Prof. Englings grundliche und anziehende 

Nachweisungen hier an dieser Stelle gestandene durch den h» 

Martinus beriihmt gewordene Andethanna im Itin. Ant. als An- 

dethannala vicus eingetragen. 

Joh. Engling, i. d. Publicat. de la soc. d'hist. d. Luxemburg Hft. 
VI. S. 199 f. 

1923. EVII AMA 

A ETVTI AD 
fCOHIEROES 

Schriftreste , welche Wiltheim bei einem Bauernhause gefunden 
hat. Auf der einen Seite des Bruchstiicks ein Genius. 
Wilthetm, ed. Neyen p. 225. Fig. 202. 

J 1924. ORM 

ATTEI 
MATER 

. . . orum . . Attei mater, 

Nach Wiltheiin wahrscheintich von hier. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 224. Fig. 206. 



! 



— 103 — 

Schfttf ii iiyen (Sclilttrftugen. ) 

Pfarrorl bei Anvven, 3 Stunden von Luxcmburg. 

1025. . . CAI 

VS. CIN 

VS. SIB 

VIS. VI 

VIVIS 

Auf einem Bruchstuck in dem Eingang des Pfarrhauses zu 
Wiltheims Zeiten eingemauert, wahrscheinlich von der Rommerstallc 
Andethanna. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 224. Fig. 204. 



D a h 1 li e 1 iii 



Dorf an der ehemaligen Romerstrasse v. Metz nach Trier, 3 
Stunden sudostlich von Luxemburg. In der Nahe am „Petzel" 
eine grosse Romerstatte mit Ueberresten von Gebauden, Badean- 
lagen u, s. w. Bedeutender Miinzfund 1842. 
Senkler, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. IV. S. 1. f. 
1926. D. M. 

GERMANIA. GERMANIOLAE DEFVNC 
. . . VIV 

^iis Manibus. Germania Germaniolae defunctae . . . (et sibi) 

vwa (fecit.') 

Auf dem Bruchstiicke eines Grabsteins, mit der Abbildung der 
Germaniola zwischen zwei Tauben. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 275. Fig. 334. 



1927. 1) VICTOR F. — 2) CRASISA. F. — 3) P. CAMILLI 

MELISSL 

Topfernamen mit Stempel auf Gefassen. Der Stempel Nr. 3 

im Jahre 1850 hier gefunden. Dabei befanden sich noch mehrere 

Gefasse, Lampen ohne St. 

Wiltheim, p. 278. Publ. de la soc. de Luxembourg VI. Jahrg. 1832. 
S. 94. 



— 104 — 

1928, . . CVNDI 

VS. FRA 
. . VIVO 

. . . Secundinus fra(tri et sibi) vivo . ♦ . ♦ 
Auf dem Bruchstucke eines Grabsteines, welcher zu Wiltheims 
Zeit beim Abbruch des Pfarrhausthurmes gefunden wurde. 
Wiltlieim, ed, Neyen p. 278. 



Vilsdorf (Fftladorf.) 

Bei Dahlheim, 3 Stunden westlich von Luxemburg* 

1929. 1VI 

E/TI 

BTIMO 

VNDVS 

LACIDVS 

ENDVM 

VIT 

. . . ivi. (Mod)estio . . . o~)btimo. (Sec)undus (P)lacidus 

(faci)endum (curav)iL 
Auf dem Bruchstuck eines zu Wiltheims Lebzeiten in einer 
hiesigen Bauernhofraithe gefundenen Grabsteines. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 279. Fig. 339. 



II e iu s t i\ 1. 

friiher Hemmingsthal genannt, Pfarrort im K. Echternach, 4 
Stunden westlich von Luxernburg. 

1930. GIONIS 

♦ ♦ INCI 

Schriftiiberreste auf dem Bruchstiick eines in der Wand des 
Pfarrhauses eingemauerten Steines, nach Wiltheims Autopsie. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 281. 



1931. M 

S SCYRVS 

IS FECIT 

(Diis) Manibus, , , s, Scyrus . . ♦ (hic situs est.) (Heres) *) fecit. 



— 105 — 

Auf dem Bruchstiick eines in der Wand eines hiesigeri Bauern- 
hauses liegenden Steines, nach Wiltheims Autopsie. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 181. Fig. 345. 
Aumerk. 1) 18 wahrscheinlich Ueberrest von ES, 



Hersnerff. 

friiher Heisbruck genannt, ein Weiler der Gemeinde Beck im 
K, Eohternach ,^4 Stunden nordwestlich von Luxemburg. 
1932. T. AV 

sccv 

Titus A(ventinus) Secu(ndinus) ? 
Auf einem Bruchstuck, nach Wiltheims Autopsie. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 281. 



Consdorf. 

Pfarrort im K. Echternach, 6 Stunden von Luxemburg. In 
der Niihe Ruinen rom. Gebaude. 

1933. l ELOXTEH 

MATER 



Auf einem Bruchstiick in einer Tessera zwischen Verzierungen, 
zusammen einem grosseren nicht mehr vorhandenen Denkmale 
angehorig, in der Mauer hiesiger Kirche befindlich, nach Wilt- 
heims Autopsie. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 294. Fig. 378. 
A n m e r k. 1) Das der ersten Zeile ist durchstrichen, s. Comm. 
a. v. Grabinschr. , Fortsetzuug im III. Th. a, v. Mortis nota, wesshalb 
obige Zeilen als Ueberreste einer Grabinschr. erscheinen. 

1934. ENIGNVS. SEGV 

ENIGNIO. PRIMO. ET 
BL VIVVS. FECI 
(DUs Manibus. B)enignus Secundus x ) oder (Securus) Benignio 

Primo et sibi vivus fecit. 
Kam bei einer Wasserfluth zum Vorschein und verschvvand 
spater. Nach der Autopsie und Zeichnung des Christoph Wilt- 
heim. 

Wiltheim, ed. Neyeu p. 294. Fig. 379. 
Anmerk. 1) In SEGV scheiut G verlesen uud eiu C zu sein. ■ 



— 106 — 

A 1 t t p I e r. 

Dorf 2 l / a Stunden siidlich von Echternach; nahe dabeiaufder 
Hohe eine Romerstatte. 
Dorovv, Opferstatte II, 49. 

1935. DEO 

MERCVRIO 

GALBA 

EX. VOTO 

POSVIT 

Deo Mercurio. Galba ex volo posuit. 

Auf einem Alabastersteine in Gestalt einer Urne, befand sich 
in der Sammlung des Hofraths Dorow. 
Dorow, Opferstatte II. 49. 



1936. I. 0. M. 

Jovi opfimo maximo. 

Auf der Vorderseite eines Altars in einem verzierten Kranze. 
Die beiden Nebenseiten dieser wahrscheinlich fiir haussliche Ver- 
ehrung (s. Comm. a. v. Altare fiir haussliche Verehrung) be- 
stimmten Ara haben verschiedene unkenntliche Ziige und auf der 
Riickseite ist ein Adler mit Ring (Terlenschnur) im Schnabel ab- 
gebildet. Dem Vernehmen nach in einer Sammlung zu Luxem- 
burg befindlich. 

Schneider, i. d. Jahrb. d. V. v. A F. VIII^ 8. 92. 



1937. APRILIO. TRALIO 

DEFVNCTO 

Aprilio Tralio defvncfo. . . . 
Kaum noch kenntliche Schriflre Ae nuf einem im hiesigen Hause 
„Komes u am Heerde eingemauerten Steine. 
Mittheilung des Herr» Professor Dr. Eogling zu Luxemburg. 



1938. D MINERVINAE. CONIVGI, 

DEFVNCTAE 

QVAE VIXIT ANNIS XXXIII 

ALBINVS CONIVX TETVLVM 

POSVIT. 



— 107 — 

Diis (Manibus). *) Minervinae *) conjugi, quae vixit annis 
XXXIU Albinus conjux tetulum 3 ) posuiU 
Auf eincm im hiesigen Hause, genannt „Komes" in der Pferds- 
miihle befindlichen Steine, frtiherhin noch sichtbar, aber durch 
die Einmauerunsf daselbst den Augen entzogen. 

Mittheilung des Herrn Professor Dr. Engling zu Luxemburg. 
A n m e r k. 1) Nach deni in hiesiger Gegend oft vorkommenden Ge- 
brauch stehen D M am Anfang uud Knde der ersten Zeile vertheilt, und 
ist das M als erloschen zu betrachten. 2) Riicksichtlich der Ableitung 
dieses Nameus s. Comm. a. v. Namen. 3) Sonst nur auf altchristlichen 
Grabinschr. gebrauchtes Wort, s, Comm. a. v. Grabinschr. (christl.) 



IV m 1 d b i 1 I i e li. 

im Kanlon Echternach, 5 Stunden von Luxemburg. Man fand 
hier viele Ueberreste eines, nach Wiltheims Versicherung dem 
Secundinerdenkmal zu Igel ganz gleichen hier befindlich gewesenen 
Grabmonuments des Sallonius. 

Wiltheim, p. 295. 

1939. G. SATT0NI0 

. . T . . . 

Schone Schrift mit 6" hohen Buchstaben auf einem Bruchstiick 
von dem grossartigcn Grabmonument des Gajus Sattonius. Bei 
diesem Bruchstuck befanden sich noch viele andere mit allerlei 
schonen Verzierungen (Weinreben , Genien), nach der Autopsie 
des Cl. Willheim. 

Wil.theim, ed. Neyen p. 295. Fig. 380—391. 
A n m e r k. Die Stelle, wo dieses Prachtmonument gestauden hat, 
bestimmt Professor Dr. Engling auf eine Oertlichkeit, genannt: „Miillen- 
petter,' d. i. Miihlenpfade. Hier fand man 1843 zvvei Saulenstiicke, 
altes Gemauer, Ueberreste von Todtenurnen etc. 



— 108 — 

1940. 10. EI\ IVS 

MALIVT 

. . . iov 

CONIV 

MASSAE 

1VIR 

Beim Abbruch des hiesigen Kirchthurms zu Wiltheims Zeiten 

gefunden, von den Mauerern bald darauf wieder verwendet, nach 

der Abschrift des Pfarrers Pfalz dahier, welcher sie dem A. 

Wiltheim mittheilte. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 297. 
Anmerk. Bemerkenswerth von dieser bruchstiicklichen Inschr. die 
letzte Zeile wegen der Stelle IVIR d. i. erganzt IIIIIIVIR I. sevir. 



1941. D. M. 

GALLIONIO 

PLANCTO. 

CONIVGL 

DEFVNCTO. 

SECVNDINIA 

CONIVX. 

Diis Manibus. Gallionio Plancto , conjugi defuncto , Secundinia 

conjux. 
Gefunden 1823 in dem 7 4 Stunde von hier gelegenen, durch 
seine Schonheiten beriihmten Miillerthale, auf einem bei der Ober- 
miihle geleo-enen Brachfelde, wo man bei dessen Urbarmachunsf 
damals noch viele andere rom. Alterthiimer, namentlich 15 Stein- 
sarge, Urnen, Mlinzenfunterihnen einigevon Valens und Valenlinian), 
Gerathe etc. fand. Diese Inschr. hat schone Unzialbuchstaben und 
nach jedem Worte derselben einen Punkt. Zwei Jahre nach ihrer 
Auffindung sah sie daselbst Prof. liugling von Luxemburg schon 
theilweise verwittert oder zerslort und noch folgcnde Reste: 

II. M 

LIONIO 

ANCTO 

OlVGI 

AkVCTO 

NDINIa 
CNIV 






— 109 — 

nach welcher es sich ergibt, dass die ersto im Itineraire dc 

Luxemburg gegebene Edilion richtig vvar und vvio oben steht, 

beibehalten vverden kann. Im Jahro 1844 fand Prof. Engling 

dieses Dcnkmal an genanntem Orte, vvo es 1826 noch stand, 

nicht mehr vor. Alle zu diesem Grabmal gehorigen Steine vvurden 

1842 verschlagen und eingemauert. 

Kngling, i. d. Publication de la soc. p. I. rech. a Luxemburg III. 
Hft. S. 193. f. Itineraire, de Luxemb. 1845. S. 206. 



C h r 1 s t n a r h, 

Dorf bei Waldbillig vvo rom. Alterthiimer verschiedener Art 
gefunden vvurden. > 

1942. IVSTINVS 

Stempel auf einem aus Steinerde gebrannlen Gefasse. 
Engling, i. d. Publication de la soc. a Luxemburg III. Hft. S. 185. 

D ii r b li t. 

Unbekannter Name, bei welchem Wiltheim folgende Grabin- 
schrift gibt. Bekannt sind die Ortschaften Diirbach oder Dier- 
bach und ein wallonisches Stadtchen Dierbuy. Unter diesen ware 
allenfalls der richtige Fundort zu suchen. 

1943. D. M. 
LOL. ACILIAE 
COMPSAE HERS (sic) 

Diis Manibus Loliae Aciliae. Compsae ') heres (fecit.~) 

Nach der Autopsie Wiltheims auf dem Gute „Rom" genannt, 
zu dessen Zeiten befindlich. 

Wiltheim, ed. 'Seyen p. 329. Fig. 486. 
Anmerk. 1) Bei COMPSAE der Name des Erben zu suchen. 
Vielleicht Compsinus heres (Gruter 976. 2) oder Compse (Gruter 833. 
17.) 

Rcissweiler. 

Unter diesem Namen geben Gruter nach Boissard's Autopsie, 
sodann Wiltheim nach Gruter folgende Grabinschrift und bemerken, 
sie sei in den Ruinen einer hiesigen Kirche gefunden worden. 
Von dem Fundort sagt Gruter ,,in Luxemburgensi ditione Reiss- 






— 110 — 

weiler." Unter diesem Nainen ist aber im Grossh. Luxemburg 
kein Ort bekannt, Dagegen gibt es daselbst Ortschaften , welche 
Osweiler, Breitweiler, Beidweiler heissen, und an der Grenze 
liegt im Preussischen ein Ort Ferschweiler. Vielleicht lasst sich 
der wahre Fundort unler der genannten entdecken. 
1944. CROELONIA 

SACRVM. MA 

TRI. DEV . . CARAN 

TINVS. VEX 

. ILLVS. FILIVS 

SERISVE QVEN 
Eine oftenbar unrichtige Abschrift, zu deren Verbesserung ich 
folgende Darstellung in Vorschlag bringe* 

CROELONIA(E) 
SACR(ATAE) MA • 
TRI. DE(F) CARAN 
TINVS VEX 
. . ILLVS. FILIVS 
(ET SIBI VIVVS PONEN 
DVM CVRAVIT.; 
Croeloniae Sacralae, x ) matri defunclae. Carantinus Vex . . illus 
filius et sibi vivus ponendurn curavit. 
Gruter, 29. 9. Wiltheim, ed. Neyen p. 308. 

Anmerk. 1) Der Name Comminius Sacratus Nr. 1080. 2) Viel- 
leiciit Vestinillus, Veranillus, Vectillns, und andere ahnliche Namen, 
deren die Register bei Gruter u. a. eine Menge zur Vergleichung dar- 
bieten. 






Konigreich Belgien. 



Provinz Luxemburg. 



►*5ve-*' 



A r 1 o n (Arl) 

Hauptstadt der belgischen Provinz Luxemburg, 5 Stunden von 
Luxemburg, an der ehemaligen Rornerstrasse von Rheims nach 
Trier. Hier lag das aus den Itinerar. bekannte Orolaunum. 

1945. D. M. 

MOIVNI PESSIAICO 
ET. I. MAVILLO 

Diis Manibus. MoiuniQo) Pessiaico et Jfunio) Mavillo. 

Auf dem bruchstucklichen Obertheile eines Grabstcines, zu 
Wiltheims Zeit „in domo Greischiana" befindlich. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 238. Fig. 236. 
Anmerk. Der Stein gibt mit einigen Ligaturen MOIVNI, Wiltheira 
liest daher unrichtig: Junio. 



1946. D. M. 

IBLIO MAR 
IAE. SACRED 



EFVNCTEGIAM 
ILLIA CIAMILIA 
FILIA VIVA FECIT f 

Diis Jfianibus lbliomariae Sacre l ) defuncte. Giamillia Ciamilia 

filia viva fecit f *) 



— 112 — 

Diese Inschrift befand sich nach Christoph Wiltheims Autopsie 
in dem Hause eines hiesigen Biirgers dessen Namen er nicht 
angibt. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 238. Fig. 238. 

A n m e r k. 1) Cognomen des Verstorbenen. 2) Wegen des am Schlusse 
der Inschr. beigefiigten Krenzes s. Comm. a. v. Grabinschriften (christl.) 
und Steiner Sammlung und Erklarung altchristlicher Grabschr. S, 43. 



1947. VIENA CONIV 

. . . IVS F 
.... Viena(e) ') conjuQgi et sibi v)ivus f(ecit.~) 

Auf dem Bruchstucke eines am Weinkellerthurm eingemauerten 
Grabsteins, nach der Autopsie des Christoph Wiltheim, 
Wiltheim, ed. Neyen p. 238. Fig. 239. 
A n m e r k. VIENA kann auch Ueberrest eines andern Namens sein. 

1948. SEC.NDINIVS SECCAL 

LIN. ACONT. SECCAL 
LINAE. VIVOS F 
D M 

Secundinius Seccallinus Acont(iae) Seccalinae vivos fecit. Diis 

Manibus. 

Gefunden vor 40 Jahren in der hiesigen Karmelitenkirche und 
gegenwartig im Hause ,,Resibois u befindlich. Zwischen den regel- 
widrig am Schlusse der Schrift stehenden D M ein Frauenkopf. 
Mittheilung des Herrn Prof. Engling zu Luxemburg. 
Anmerk. Vivos, s. Comm. a. v. Sprachliches. Die Bedeutuug 
dieser Inschr. bei der Stelle vivos wohl die: „et sibi vivus, %4 s, nachf. 
Inschrift. 

1949. D. M. 

MARCELLIANAE 
AFRE. CONIVGL DE 
FVNCTE. GRATI 
NVS ACCEPTVS 
ET SIBI VIVOS FECIT 

Diis Manibus. Marcellianae Afre, conjugi defuncte, Gratinus 
Acceptus et sibi vivos fecit. 



— 113 — 

Auf einem im Garlen des hiesigen Hauses ,,Resibois" cingfc- 
mauerten Steine, ohne Angabe <Ios Fundortes, 

BfittheilllDg des Herrn Professor Engliug zu Lu.Yenihurg. 



1 !)50. CIVI 

RAN 
Schriftreste auf dem Fragment eines Quadersteins. Dic Buch- 
slaben sind 6" gross und schon ausgefuhrt. 

Wiltheim, p. 26G. Fig. 326. 



1951. D. M. 

TIILION 
NO. CAVLNI 
Diis Manibus. Telionno , Caulni (frfio) 
Auf dem Gicbcl eines Grabsteines. 
Wiltlieim, ed. Neyen p. 247. Fig. 266. 



1952. D. M. 

SOLLI 

0. VICONIS 

ET SIMILIA 

Diis Manibus. Sollio , Viconis (filio) et Similia(e) . . . * ♦ 

Auf dem Giebel eines Grabsteines , auf dessen unteren nicht 
mehr vorhandenen anderen Theile die iibrigen Zeilen der Schrift 
gestanden haben. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 246. Fig. 261. 



1953. 1) ATTILIVS REGVLVS 

PATRONVS. IDEMQVE 
HERES 
2) D. M. 
PAT 
S F C. 
/) . . . Attilius Regulus, patronus idemque heres. 
2) Diis Manibus. Pai(ernu)s? faciundum curavit. 

Als im Jahre 1671 der 'hiesige Stadtwall mit den dazu ge- 
horigen Mauervvcrken abgclragen wurdc, fand man in letzteren 
vielc Romersteine mit und ohne Inschriften. Wahrscheinlich sind 

8 



— 1 14 — 

sie dem eigentlichen Fundorte nach von hier, oder aus der nahen 
Umgegend und vvurden bei Anffiihrung jener mittelallerlichen 
Mauerwerke verwendet (s. Comm. a. v. Fundorte.) Viele dieser 
damals aufgefundenen Steine gingen bald nachher zu Grunde. 
Willheim theilt uns von den anfangs erhalfenen obige zwei und 
die nachfolgenden 18 Inschriften mit. Beide Inschriften Nr. 1 
und 2 sollen nach Wiltheim auf einem Steine (Nr, 2 auf der 
linken Seite desselben) gestanden haben. Diese und dic Schrift- 
reste Nr* 1 sind, wie er anfiihrt, nachdem sie copirt gewesen, 
zerstort worden» Die auf dem Sleine befindlich gewesene Abbildung 
Fig. 245 zeigt einen Mann, welcher im Begriffe ist, im Beisein 
eines anderen Mannes einem Knaben mit der flachen Hand auf 
den Hintern zu schlagen, welche Darstellung Wiltheim auf den 
kleinen Sohn des Clienten bezieht, der im Beisein des Patrons 
vom Lehrer bestraft wird* 

Wiltheim, ed. Neyen p. 245. Fig. 245. 

A n m e r k. Wiltheim halt obige zwei Abschriften fiir zwei von ei- 
nander verschiedene Inschriften. Da die Inschrift Nr. 2 gebrauchs- 
widrig so kurz, wie oben erganzt ist, abgefasst erscheint, dass nur 
der Name des Stifters, aber uicht der des Verstorbenen augegeben ware, 
so scheinen diese Schriftreste zu denen von Nr. 1 zu gehoreu. Hiernach 
ware die dritte Zeile von Nr. 2 nicht, vvie oben steht, zu lesen, sondern 
bei derselben eine Verbesserung vorzusehlagen und dabei anzuuehmeu, 
dass die ganze Inschrift auf der vorderen (nicht linken) Seite des Steins 
augefangen und wie beiNr. 1958 auf der Nebenseite fortgesetzt und ge- 
schlossen worden ware. Was Wiltheim von der linken Seite versteht r 
beziehe ich auf die vordere Seite des Steines. Die Inschr. war demnach 
hochstwahrscheinlich auf folgende Art auf den beiden Seiten vertheilt 
gewesen: 

D M ATTILIVS REGVLVS 

PAT PATRONVS IDEMQVE 
S P C HERES 

Diis Mauibus .... Pat(erno) . . s . . f(i!i)o .... Attilius Regulus, 
patronus idenique heres (faciundum curavit.) 



— 115 — 

1954. M 

IU. CAHTO 

LyCANYS 

FECIT 

Diis Manibus .... ri. Capito Lucanus fecit. 

Gefunden 1071. S. Nr. 1953. 
Wiltheim, ed, Neyeri p. 244. Fig 248. 



1955. D. M. 

CN. AVIO. 

BOVO. D 

SEXTINA F F. 

Diis IWanibus. Cnaeio Avio Bovo, D(ecia~) Sextina f(ilia~) fecit. 

Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 244. Fig. 249. 
A n m e r k. Wiltheim filia fecit, vel fieri fecit. Ersteres richtig, 
Jetzteres gegeu deu Gebraucli uud ohne Beispiel. 



1956. D. M. 

ATILIAE 
ABBAE 

Diis Manibus Aliliae Abbae 4 

Auf dem Bruchstiick eines Grabsteins (oberer TheilJ, gefunden 
1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, p. 244. Fig. 246. 



1957. D. M. 

IVNIV 

S. IVSTINVS 

MATERNVS 

VIVS FECIT 

Diis Manibus. Junius Justinus IWaternus vivus ') fecit. 
Gefunden 167l, s. Nr. 1953. 

Wilthpim, p. 244. Fig. 247. 

Aum e r k. Fehlt sibi. Bei VIVS fuugirt V doppelt, s. Comm, a. 
v. Sprachliches — Abkiirzungen. 



8* 



— 116 — 

1958. GENIA EIVS VERE 

CVNDVS SISTIl ET 

♦ . . (Primi)genia (uxor) ejus, Verecundus, Sistii (fllius~) et . . ♦ 
Schriftreste auf der vorderen Seite eines Grabsteines , dessen 
Nebenseiten die erloschenen ubrigen Zeilen der Schrift enthiellen, 
gefunden 1671 , s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 845. Fig. 251. 



1959. LALVVS 

IVN 

Schriftuberreste auf einem Bruchstiicke, gefunden 1671, s. 
Nr. 1953. 
* Wiltheim, p. 245. 

1960. D. M 

DANNI 

SEXHNA 

DESIDERATA 

FILIA FAC 

Diis Manibus Danni. *) Sextina Desiderata filia faciundum 2 ) 

(curavit.) 
Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 244. Fig. 250. 
Anmerk, 1) Wahrscheinlich der bekannte Name Dannius und daher 
wegen des hier doppelt fungirenden I Dannii zu lesen. 2) Nach FAC. 
folgt kein C wie sonst im Gebrauche, daher vielleicht das C in FAC 
doppelt fungirend. S. Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzung. 



1961. D. M. 

PRIMANIO PR 

1MITIV0. DFVC 

ET MATO. COJNIVG 

FILI. F. C. 

Diis Manibus. Primanio Primitivo defuncto et Mato l ) conjugi 
filii faciundum curaverunt. 
Gefunden 1671, s. Nr. 1953, kam in das Haus des Johannes 
Neunhausser zu Luxemburg. lm Wort PRIMITIVO sind P und 
R, sodann I und M ligirt. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 245. Flg. 253. 



— 117 — 

Aninerk. 1) Vergl. Nr. 1 5M>;i. li>67. tni.l 1078, wo dic Prauen- 
painen MottO, Tnuso und NequlgO, belde erstere, wie der Obige, im gr 
Dutiv, letzterer ioi Nom. vorkommen. 






1962. I). M. 

PRIMANIO. APRTLI 

ET. PRIMANIO. SATVR 

NINO. PRIMANIVS 

SATVNRINVS. V 

SIBI. ET. SVIS. V. E. 

Diis Manibus. Primanio Aprili et Primanio Saturnino Primanius 
Saturninus vivus sibi et &uis vivis erexit. 

Gefunden 1761, s. Nr. 1953, kam in das Haus des Claudius 
jenitter zu Luxemburg 1 . In der zwciten Zeile hat der Steinmetze 
beim Worte APRTLI aus Versehen ein T slatt I und beim Namen 
SATVNRNINVS das R aus Versehen dem N nachgesetzt. 

Wilthehn, ed. Neyen p. 345. Fig. 353. 
1903. D. M. 

PRIMI 

PRISSONIS 

ET. PRVSCIAE 

MAIANAE. VX 

ORI. VIVA. VIDV 

CVS. FILIVS. FECIT. 

ET. SIMILIAE. SATIE 

BIMORTIA. NEQVIGO. 

Diis Manibus Primi Prissonis et Prusciae Maianae uxori(s~) vi- 
va(e). Viducus filius fecit et Similiae Salie Bimortia Nequigo. J ) 
Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 346. Fig. 363. 
Anmerk. 1) S. Anmerk. 1 zu Nr. 1961. 



1964. D. M. 

CATTONIVS SE 

CVNDiNVSET.SAP 

PVLA. VA. IDIEIRE 

FACIVNDVM 



— 118 — 

Diis Manibus. Cajus Aitonius { ~) Secundinus et Sappula uxor. 
ldieri faciundum Qcuravit.) 

Gefunden 1674 , s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 247. Fig. 258. 
Aumerk, 1) Vergl. Nr. 1821, wo der Name Sextus Attonius, 
dort geschrieben SATTONIVS, steht. Nach dieser Analogie lese ich 
demnach vvie obeu steht. 



1965. D. M. 

DOML 

LE. CONIV 

GI. COSVONI 

♦ t ACCEPTVS 

Diis Manibus, Donille conjuqi Cosuonifyis) Acceptus (faciundum 

curavit.) 
Gefundcn 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed, Neyen p. 247. Fig. 247. 



4966. D. M. 

BOVTIVS, AL 
CTVS. SIBI. ET. COP 
PO. FRATRI. VIVS F. 
Diis Manibus. Boutius Alctus sibi et Copo frafri vivus *) fecit. 
Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 247. Fig. 260. 
Anmerk. 1) VIVS wo V doppelt fungirt. 



1967. D. M. 

CORBIL 

LIO. PAVTONI 

ET. PRVSCIA. MOTTO 

CONIVGIBVS. MOTTVS 

Diis Mmibus. Corbilio Pautoni et Pruscia^e) l ) Motto Q ) conjugi- 

bus, Mottus. 
Gefunden 1671 , s. Nr. 1953. 

Wiltheirn, ed. Neyen p. 245. Fig. 255. 

Anmerk. 1) Wahrscheinlich auf dem Steine PRVSCIAE mit der 
Ligatur von A mit E und daher bei der Abschrift verlesen, Diese Au- 



119 



Dfriime iri §o mriir, :ds der Steiometjse rile Namen Corbiliui Pauto in 
den Dativ setjste. 8) Vergl, Nr. !!)<».*{, blosjchtiioh dea dort ebenfalls 
im Dntiv steheuden Frauennnmens Ma(<>. 



io<;s. r>. m. 

SEVERIAfc. MAR 

TIAE TONNIA. GAB 

RA. FILIA SVA I). S. F 

Diis Manibus. Severiac Martiae ') Tonnia Gubra filia sua dc 

suo fecit. 
Gelunden 1671, s. Nr. 1953 

Wiltheim, ed. Neyen p. 245. Fig. 2.54. 
A n ni e r k. 1) 8. Coinra. a. v. Namen. 



1969. LVCANIAE 

ADIAIVMAR 

. . Lucaniac Adiaiumar(us ?) , » . 

Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 245. Fig. 256. 



1970. MOXIO 

DRAPPO ATTLI 
LALLIANVS, 

ftloxio Drappo, Atilii (filio) Lallianus (fecit.) 

Gefunden 1671, s. Nr. 1953. ATTLI vcrlesen fiir ATILI. 

Wiltheim, p. 247. fig. 264. 



1971. D. M. 

TORNIONIIVS 
IMVNNIS. ET. COIV 
GI IVLINIA. POPILIVS 

Diis Manibus Tornionijus(i) v ) Immunis et conjugiQs) Julinia(e). 
PopiUus . . . (faciundum curaoit.) 

Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 247. Fig. 267. 

A n ni e r k. 1) Oder weun II — E, zu lesen Toniioneus(i). Zu be- 
inerken der beim gallischen Namen stihende roni. Ininmuis. 



— 120 — 

4972. D. M. 

CIDONIVS, AMR 
ETOVTVS S. V. F 
Diis Manibus. Cidonius Amrefoutus sibi vivus fecit 
Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 347. Fig. 259. 



1973. D. M. 

SOIIANVS ET 
SOLENNI FIL!0 
ET PATRI SOIIIO 
ET PRIMIA TAVSO MATRI 
Dtis Manibus. Soeanus l J et Solenni filio et patri Soejo et Pri- 
mia(e) 2 ) Tauso 3 ) matri. 
Gefunden 1671, s. Nr. 1953. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 347. Fig. 365. 

Anmerk. 1) Nach seines Vaters Namen Soejus wahrscheinlich 
Soejanus und daher irn Text SOIIIANVS, wo ein I erloschen oder aus- 
gelassen. Beide Namen konnen auch Sojeanus uud Sojeus gelesen werden. 
2) Ist ein e erloscheu. 3) Vergl. Nr. 1961 hiusichtlich des daselbst 
ebenfalls im gr. Dativ stehenden Frauenuameus Mato, sodann Nr. 1967 
und 1973. 



G e r e m o n t 

bei Virton. 

1974. DEO SILVANO SINQ 

PATERNIVS PRO SA 
LVTE EMERITI FILI 
SVI YO S L M 

Deo Silvano SinqQuati.) l ) Paternius pro salute Emeriti 2 ) filii ■*) 
sui votum 4 ) solvil lubens merito. 

Auf der Basis einer Bronzestatuette (nackte mannliche Figur, 
deren oberer Theil bis an die Mitte des Leibes fehlt und abge- 
schlagen ist), gefunden 1847. Die Schriftcharaktere sind schlecht 
und scheinen dem 4. Jahrhundert angehoren. 

Namur, i. d. Publicat. de la soc. dMiistoire de Luxemburg V. S. 49. 
mit einer Abbilduug. 



- 121 — 

A n iii e r k. 1) S. naclifolgende Iuschr. 2) Die Schrift scheint bel 
dleser Stelle eine Ltgator voi T mii E *u habeo, daher vlellelcht 
EMETERITI. 4) In fili daa I doppelt faogirend. 4) Bel io bal daa 
I oben ein kleines V, WOdorCb die Abkiirzung VOT dargestellt ist. 



1975. Di:0 SINQVATI 

. L. HONORAT 
IVSAVNVS 
V. S. L M 

Deo Sinquati, l ) Lucius Honoralius 2 ) Jusaunus votum solvit 

lubens meriio. 

Auf cinem im Jahrc 1849 dahier gcfundenen Bronzelafelchen 
ni it bessexer Schrift als der dcs Dcnkmals Nr. 4974. 

Numer, i. d. Public. de 1a soc. dUiist. de Luxemb. V. S. 47. mit 
einer Abbildung. 

Anmerk, 1) S. Comm. a. v. Sinquates und a. v. Tettus. 2) Ge- 
lesen nacb Aualogie der Stelle ASSONIVSTVS, s. Nr. 2 dieses Codex 
und Comm. a. v. Sprachltches — Abkiirzungen II. B. b. Die gallischen 
Naineu Juso undJusus sind bekannt. Davon abgeleitet Jusaunus. Doch 
dieses uur als Vermuthuug, denn auch Aunus oder Avuuus (V doppelt 
fungireud) kanu dem Klange nach ein gallischer Name sein. Namur 
liest: Lucius Honoratius Auuus. 






# 

IJiiliekaiiiite Fmiclortc 

zu rfen Mnscri&M. JBetfficue juritnue yehiiriy. 



— ~*-a#j- 



Museum m Trier. 

1976. DEO. AP 

OIIINI. 
INIICIVS 
IASSI. 

Deo Apollini Iniicius (Inecius) Jassi (filius) . ♦ 

Auf einem Bruchstiicke. In der zweiten Zeile sind die zvvei 
II Ueberreste von L L. 

Lersch , III. Nr. 8. 

Aomerk. 1) Jassus , Gallischer Mannsnamen Vergl. Nr. 1990, 
wo der Frauenname Jassa (gen. Jasse) vorkommt. 



1977. IN H. D D APOLLIN 

ET SIRO 

In honorem domus divinae Apollini [Granno?) et Sironae . , , . 

Auf dem Fragment einer Votivtafel mit vortretender Randung 
iiber den im inneren Felde befindlich gewesenen Bildern des 
Apollo (von welchem nur noch der Obertheil erhalten) und der 
Sirona (welche ganzlich verschwunden.) Die Schrift war an 
der unteren nicht mehr vorhandenen Randflache fortgesetzt. 

Ch. v. Florenc, i. J. des V. v. A: F XVI S. 65. 

Anmrrk. 1) S. Comm. a. v. Apollo und a. v. Sirona, 



— 123 — 

1!)78. DEAE. DIRONA . . 

L. LVCANIVS. CENSOR . . 
NV . . SIGILLVM. D . . 
Deae Dironae l ) Lucius iAtcanius 2 ) Censoriniis 3 ) sUjUlum 4 ) 

tlat dedicat, :> ) 

Aui' dem Fussgestelle einer nieht mehr vorhandenen Slatuette, 

von welcher <lie Reste der Fiisse in einer langen Gewandung des 

abgeschlagenen Bildes noch zu sehen sind. Spuren eines vor die 

Rasis gestellten Allars fwie z. B. eines zu Hedernheim Nr. G33) 

sind noch vorhanden. 

Ch. v. Florenc, iu d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVI. S. 63. 

A n m e r k. 1) S. Coinni. a. v. Sirona. In dem D befindet sich ein 
Horizontalstrich, s. Comm. a. v. Abkiir/ungszeichen. 2) In diesem 
Nameu steht das A klein geschrieben, C ebenso, 3) Das E in C. 
4) Vergl. Nr. 164. 5) v. Florencourt: dono dedit, s. jedoch Comm. a. 
v. Sprachliches — Siglae. 



1979. MODIK . 

PRO. SALVTE. 

SVA. ET TI A 

TI 

. . . Modikus J ) pro salute sua et Titi A . ♦ Ti(ti filif)? 

Auf einem Fraffment. 

Lersch, III. Nr. 13. 
Anmerk. 1) Oder: (Jovi optimo) m(aximo)? Odikus pro salute etc. 



1980. MHI ICCEPTIO 

ARTINO FILIO 

MAT . R PIEN 

TISSIMA. SOLI 

CITAE. FECIT. 

VALE 

QDiis^) Manibus. ! ) Acceptio QM^arfino filio, maler pieniissima 
soUcitae l ) fecit. Vdle. 3 ) 

Lersch, III. Nr. 20. 

A n m e r k. 1) Die Stelle H I unrichtig copirt. Hochstwahrscheinlich 
standen hier mehrere Anfangsbuchstaben bei irgend einein Pr«ienomen 
des Verstorbeneu. 3) Ein Beispiel, wo ae fiir e steht s. bei Gruter Nr. 



124 



993. 3, wo OPTIMAE fiir OPTIME geschrieben vvird, s. Comm a. v. 
Sprachliches. 3) S. Cotnm. a. v. Spriiche. 



1981. SEVVANTI . . AS 

Severus Vanti . . as? fecit? 
Auf einem messingernen Lbffei. 
L ersch, III. Nr. 49. 



1982. MAXSENTI. VIVAS. TVIS. F. 

Maxenti vivas tuis feliciter. J ) 

Auf der Vorderseite der an Umfang und Dicke einem Quinar 
gleichenden Scheibe von Silber (Medaillon), welche ohne Zweifel 
als Siegelbild eines Ringes, dessen Fassung verloren gegangen 
ist, angebracht war, stehen vertieft eingeschnitten gegeneinander 
gekehrt: die Kopfbilder eines jungen Mannes und einer jungen 
Frau, zvvischen ihnen der Kopf eines Kindes, iiber denselben 
zwei Tauben, welche die Banden den eines Kranzes in den Schnabeln 
halten. Ringsum lauft obige Inschrift. Es ist ein Sinnbild ehe- 
lichen Gluckes und gemuthlicher Eintracht, ein Angebinde. einer 
liebenden Gatlin dem jugendlichen Gatten bei irgend einer hauss- 
lichen Feier dargebracht. Nach dem Styl der Arbeit und sonstigen 
Anzeichen setzt Ch. v. Florencourt diese Miniaturglyphe in die 
Mitte oder in die zweite Halfte des 4. Jahrhunderts. Das Emblem 
der Tauben ist zwar ein beliebtes Sinnbild der friiheren Christen 
auf Grabmalern etc. kommt aber auch als Attribut der Venus und 
als Sinnbild gemuthlicher Eintracht auf heidnischen Monumenten 
vor, wesshalb der Herausgeber bemerkt, dass dieses Bild nicht 
mit Sicherheit als ein christliches bezeichnet werden konne. Der 
Fundort dieses im Museum zu Trier befmdlichen Medaillons ist 
unbekannt. 

Ch. v. Florenc, Jahrb. d. V. v. A. F. VII. S. 103. 
Anmerk. 1) Gewdhnlicher Zuruf bei fesllichen Veranlassungen; 
der Herausgeber iibersetzt: 

Maxentius, lebe, zur Freude der Heinen! Hei!!! 
S. Conun. a. v. Spriiche. 



125 — 

1983. A. V. B. 

Ave. 
Auf einem Tttpfcheh, 
Lertch, III. Nr. 52. 

» Anmcrk. S. Cojnm. a v. Npriiche. 



1984. 1) Q. VA. SABE. — 2) OVIANVS. — 3) PIPIS. — 

4) T MAIC. — 5) VIRISI M 

i) Quintus Valerhts Sabejus. 2) Omanus. 3) Pipis. 4) Tifus 

MaicQus^). 5) Virisi manu. 

Stempcl auf gebrannten Steinen. Der Stempel Nr. 1 komml 

zu Hensweilcr bei Saarbriickcn, s. Nr. 1854, noch einmal vor. 

S. Comm a. v. Zieglernamen. 

Lersch, III. Nr. 37 — 41. 



1985. i) OF. PONT. — 2) APRI. — 3) MINTIVS. — 

4) MINVSO F. — 5) POTITI M. — 6) ITITI 0. — 

7) CIANICO F. — 

Officina Ponti. 2) Apri. 3) Mintius. 4) Minuso fecit. 

5) Poiiti manu. 6) Ititi officina. 7) Cianico fecit. 
Stempel auf Gefassen von terra sigill. 

Lersch, III, 48 — 48. 



Ehemalige Sammlung des Grafen Mansfeld zu Luxemburg. 

Peter Ernest Graf von Mansfeld, Gouverneur des Herzogthums 
Luxemburg von 1555 bis 1604 , hatte (wahrscheinlich aus der 
Umgegend) eine Sammlung romischer Inschriftsteine in seinem 
Garten aufstellen lassen Nach seinem Tode kamen sie in Folge 
testamentarischer Bestimmung mit noch anderen Alterthiimern 
theils nach Madrid, theils nach Briissel. Nur vier Inschriftsteine 
blieben zuriick; sie befinden sich gegenwartig noch unter dem 
Thorgewolbe seiner ehemaligen Wohnung. 



— 126 — 

1986. DEAE BIBKACTE 

P 4 CAPRIL. PACATVS. 
IIIIIIVIR. AVGVSTALIS 
V. S. L. M. 

Deae Bibracte. Publius Caprilus Pacatus, sevir augustalis votum 

solcit lubens merito. 
Auf einer nicht rnehr vorhandenen Erztafel. 
Muratori, 107. 10. Orelli, 1973. Steiner, 984. 



1987. D. M. 

DACVO DAG 

SILLVS EBTHO 

CATO S VIVO FEC 

Diis Manibus. Dacuo Dagsillus Ebthocato {et) s(ibf) vivo 

fecit. 
Wiltheim, ed. Neyen p. 174. Fig. 115. Gruter, 868. 9. 



1988. D. M. 

ATTIANI 
MEMMIOLI 

Diis Manibus Attiani l ) Memmioli. 

Inschriftuberreste auf dem ausgehohlten Giebel eines Grab- 

steines, dessen unterer Theil, auf welchem die iibrigen Zeilen 

standen, fehlt. Auf beiden Seiten des Giebels befinden sich 

Lowenkopfe, nach Wiltheim „nota fortitudinis Attiani Memmioli." 

Wiltheim, p. 183. Fig. 141. Gruter, 923. 3. Steiner, 980. 

A n m e r k. Gruter : VAITIANI. 



1989. FVLVIVS POTENTINVS 

SIBI VIVS. ET. LVCANIAE 
IANVARIAE CONIVGI 
DEFVNCTE F 

Fulvius Potentinus sibi vivus ') et Lucaniae Januariae conjugi 

defuncte fecit. 
Ueber der Sclirift Mann und Frau, jener eine Rolle , diese 
ein Henkelkorbchen in den Handen haltend. 

Gruter, 783. 12. Wiltheim, p. 192. Fig. 180. Steiner, 982. 



— 127 — 

\ n in e r k. 1) VIVs mit doppelt fungirenden V lo der Miiic §, 
Comm. a. v. Sprachliches. 



1990. 1). PENNAVSIO, LAGANE. M 

SIDONIE. IASSE, MONIMEN 
TVM FILI. FACIENDVM. DE 
SVO. CVRAVERVNT. 

Diis Manibus, Pennausio Lagane QeQ Sidonic Jasse monimentum 
filii ') faciendum de suo curaverunf. 

Ueber der Schrift Mann nnd Frau, Dic Schrift wurde, nach- 

dem sie VVillhcim gesehen und copirt, spiiter zerstort. 

Hontheim, I, p. 1.96. Wiltheim, p. 1.97. Fig. 192. Gruter, 
736. 2. 

A n m e r k. 1) Bei FILI ist das letzte I erhoht geschrieben und daher 
ein doppeltes II. 2) Gruter gibt D M iiber der ersten Zeile stehend, 
sodann PENNAVSI und vor SIDONIE ein E et). Ist PENNAVSI richtig, 
so ware zu lesen: Diis Manibus Pennausi Laegaue et Sidonie Jasse. 
Monimentum filii faciundum de suo curaverunt. Der Name des Vaters 
ware demuach Pennausus Lagana. 



1991. D. M. 

LITVGENIO S 
ECVNDINO AVO 
VIVO ET NOCTVRNIAE 
AVIAE. DEF. ET. ANAV 
ONI AVIAE. DEF. ET A 
Diis Manibus. Lifugenio Secundino Avo vivo et Nocturniae Aviae 
defunctae et Anavoni *) Aviae defunctae ef A . . . 
Wiltheim, ed. Neyeu p. 63. fig. 21. Gruter, 732. 7. Steiner, 
A u m e r k. 1) Anavo, gallischer Frauenname. Unrichtig im Codex 
i. r. Rheni Anavoui(ae) gelesen. S. Nr. 2002 wo der gall. Frauenname 
Caudo. 



1992. MATERNVS. MARI 

. . VS. SIBI. ET. CENSOR 
INAE. FAVSTINAE. CO 

Maternus Mari(an)us sibi et Censorinae Faustinae coQnjugi faciun- 

dum curavit.) 
Wiltheim, p. 176. Fig. 128. 



— 128 — 

1993. DERA 

ECEM 

fCI 

HERES 

M. C. 

hercs (Jaciundu)m cyravit. 

Schriftijberreste auf einein Steinsarge. 

Wiltheim, p. 176. Fig. 130. 



1994. D. M. LVRCINTVS. D 

INDO. ET. CALEN 
AGATILLVS VXO 
RI F. C. 
Diis Manibus. Lurcinius Dindo Calen(ae) Agatillae uxori 

faciundum curavit. 

Ueber der Schrift ein Mann mit aufgehobenem linken Zeige- 
finger, neben ihm eine weibliche Figur in der Linken eine Ta- 
bella haltend. 

Wiltheim, ed. Neyen p. 176. Fig. 131. 
A n m e r k. Fehlerhafte Abschrift. Zur Verbesserung derselben vvird 
obige Lesung vorgeschlagen. 



1995* D. M. 

ARTO. DEFVNC 

LVCEIVS PATER 

F. C. 

Diis Manibus. Arto defuncfo Luceius pater faciundum curavit. 

Wiltheim, 176. Fig. 135. 



1996. DONISSIO, D 

MANIA. MART 
FILIO SVO DEF 

Auf einem Fragment nach Wiltheims Abschrift. Vor ihm sah 
Boissard nach Gruters Mitlheilung folgende Zeilen: 

DONISSIO DOTALI 
MANIA MARTIASIB 
FILIO SVO DEF VIVA 



— 129 — 

Oflenbar gehort das SIB nicht an dcn Schluss der zwcitcn 
Zcilc, scinc Slellc ist nach DEF, und kam cntwcdcr aus Verseben 
dcs Copislcn dahin, odcr durch Vcrnachlassigung dcs Sleinnictzen. 
Die Lesung- ist 

Donissio Dolali, Mania Nartia, fdio suo defuncio Qet) sibi viva 

Qccit.) 
Wiltheim, p. 176. Fig. 121. Gruter nach Boissard 680. 12. 
Steiner, 987. 

1997. D. M. 

VITALIA 
AMMILLO 
ILLIVS. IN 

TINCIVS 

TVS. ET. S 

VIVOS. F 

Diis Manibus. Vitalia . . Ammillo (conjttgi ejus~) . ♦ tincius . . 

tus et sibi vivos fecit. 

Ueberreste einer Grabschrift, nach Wiltheims Abschrift. 

Wiltheim, p. 170. Fig. 123. Gruter, 893. 8. Steiner, 981. 

Anmerk. Gruter gibt Zeile 6 IFVS und Zeile 7 VIVVS. Wilt- 
heim aber ausdrucklich VIVOS mit der Bemerkung: ,,vivos pro vivus, 
archaismus comoedis tritus," s. Comm. a. v. Sprachliches. 



1998. LI MICO 

MIA . . MI 
ONIS. VXO 
IVE. IVNA 
LIVS. F 
Sclmftreste einer Grabinschrift. 
Wiltheim, p. 169. Fig. 104. 
Anmerk. Die Stelle ONIS Zeile 3 wahrscheinlich die Genitiven- 
digung eines gallischen Frauennamens mit der Nominativendiguug auf O, 
wie Nr. 1991 und 2002. 



1999. D. M. 

M. MEMMIO 
COMMENTO 
ET. PRIMIAE VR 
BANAE. FILI. F. 



— 130 — 

Diis Manibus. Marco Memmio Commento et Primiae Urbanae 

filii l ) fecerunt 
Wiltheim, p. 165. Fig. 89. Gruter, 696. 1. 
Autncrk, S. Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzungen. 



2000, D M N 

OPAT 
CRETI C 
DEFVN 
LLE MAT 
DANV 
l TESTAM 
Diis Manibus. N . . . Op(t)ato . . ♦ creti(ariae) l ) ♦ ♦ defuncto 
. . ♦ ex testamento (faciundum curavib) 
Schriftreste auf einem Denkmale mit der Abbildung dreier 
Arbeiter, welche an einer grossen Butte (Kufe) stehen und mit 
Stangen oder Stecken in derselben herumriihren. 
Wiltheim, p. 166. Fig. 90. 
A n m e r k, S. Comm. a. v. Artes. 



2002. MELANASIACTO 

OTTEVTO. ET. CAVD 
ONI AVRVSI CONII 
EIVS ATTIOLVS 
. . . Melanasiacto Otteuto et Caudoni, l ) Aurusi (filiae) conjugi 

ejus Attiolus ♦ ♦ ♦ ♦ . 

Ueberreste einer Grabinschr. 
Wiltheim, p. 171. Fig. 113. 
Anmerk. 1) Gallischer Frauenname, wie Annavo Nr. 1991. 



■ssJS^^ # 308***»- 



Ehemalige Sammlung 
des Jcsuitencolle^iuiiis zu Luxemhurg. 



>wn- 



Diese Sammlung entsand durch die lobenswerthen Bemiihungen 
der Gebriider Christoph und Alexander Wiltheim und war im 
Garten des Jesuitencollegs aufgestellt. Sie ging spalerhin nach 
ihrem Tode ein. Einen Theil derselben kaufte der Rathsherr von 
Ballonfeaux ftir die Verzierung seines Gartens beim ,,Siechenhofe," 
Yon wo sie durch Kauf des Grafen de Villers an das Museum zu 
Metz gelangten. Der andere im Collegium zuriickgebliebene Theil 
dieser Sammlung wurde in den Fundamenten eines neuen Ge- 
baudefliigels vermauert!! vergl. Hontheim, Hist. Trev. dipl. III. 
225. 

2003. D. M. 

Auf dem Obertheile eines Grabsteins, dessen unterer Theil ab- 
handen gekommen ist. Diese zvvei Buchstaben stehen auf der in 
den Stein gehauenen Abbildung eines kleinen Fussbodens, die 
zwei sitzende mannliche Figuren zeigrt, von welchen die eine mit 
Vorlesen fvon der in der Hand gehaltenen Tabella) bcschaftigt 
ist und die andere gegeniibersitzende mit iibereinander geschlagenen 
Armen dem Ablesen zuhort. Wiltheim bezieht diese Darstellung 
auf einen Rationalis vinorum und den Vorsteher eines Collegii 
vinariorum, welchem dieses Grabdenkmal gesetzt vvorden ist» 

Wiltheim, p. 156. Fig. 158. 



— 132 — 

2004. . . RATRI ET. PATRIBVS 

C 
. . . (J)ratri et patribus (faciunduni) curavit. 

Auf der Vorderseite eines Steinsarges , dessen ubermauerte 
Deckelseite wahrscheinlich die ubrigen Zeilen der Grabschrift 
enthalt. Dieser massive Steinsarg wurde in dem Garten des Je- 
suitencollegs als Unterlage eines darauf gestellten Pfeilers ge- 
braucht, wodurch nur noch vier Seiten frei stehen. Man sieht 
unter obigen zwei Zeilen die Abbildung der Verstorbenen — 
Vater, Mutter und Bruder, den ersteren und letzteren mit auf- 
gehobenen Fingern der segnenden linken Hand , die Mutter sitzend 
an einem Tischgen, hinter ihr eine Sclavin. Auf der anderen 
Seite erscheint die Mutter noch einmal bei ihrer Toilette von zwei 
Sclavinnen bedient. Die dritte Seite rechts stellt Arbeiter vor, 
wie sie einen grossen Ballen fortschafFen und zur Verladung 
bringen. 

Wiltheiin, p. 189. Fig. 165. 166. 167. 



2006. D. SATTONIO. M 

ARTISIO. DEF 
PRIMITIVA. PRI 
• . AC. ET. S. V. F 

Diis Manibus. Sattonio Artisio defuncto Primitivo Pri ..... 

et suis viva fecit. 

Oberhalb der Schrift die Bildnisse des Verstorbenen und der 
Primitiva. 

Wiltheim, p. 296. Fig. 393. 



iiii*.'"nii.~''"i>*. — _A ~ ■a 1 '' 1 '" dgg 



Suft*'.!!*' 1 *!*^ • ▼ 



IJiiIiekaiiiite Aufhewahrimgsorte» 



+*¥W- 



Von folgenden dem Fundortc noch unbekannten Inschr. konnen 
auch die Aufbewahrungsorte nicht angegeben vverden, wesshalb 
sie unter obiger Aufschrift hier zusammengestellt worden sind, 

2007. L 0. M. 

ET. IVNONI. REGINE, 
PRO SALVTE. IMPERA 
TORIS. TRAIANI. AVG 
LICINIVS > LEG. VI. TRA 
IANI EX VOTO POSVIT 

Jovi optimo maximo et Junoni reginae pro salute imperatoris 

Trajatii augusii, Licinus , ceniurio legionis VI trajanensis l ~) ex 

volo posuit. 

Schmidt, Baudenkmale S. 73. 

Annierk. 1} Die Zeile 5 ist theijweise unrichtig copirt, s. Comm. 
a. y. Legio. 

2008. IOVI VINDICI TREBERORVM 

EX CENSV QVINQVE CIVITATVM 
RHENI PERTRIA DECENNIA 
DENEGATO. SED FVLMINE 
ET CAELESTI TERRORE EXTORTO. 
FACTVM ARTE MECHANICA 
Von dieser Inschr. gibt Wiltheirn aus dem Reiseberichte eines, 
unbekannt zu welcher Zeit bei Leben gewesenen Mannes Namens 
Galba folgende Notiz ,,Vidi etiam in eadem urbe ingentem pre- 
tioso marmore Jovem scultellum aureum, duorum pedum latitudine 
tenentum, ubi hoc erat scriptum. 
Wiltheim, p. 149. 



— 134 — 

2009. CAES. ROM. EXER IMP. P. P. 

S. C. AV. TREVE. INGR 

ESSVM. H. CASTRA. SARRAE 

FLV. PRO. MIL. CVSTODIA. 

BIENN. POTITVS EST. 
Diese Inschr. geben Hontheim I. 183. und, mit einer geringen 
Abweichung, auch Bertholet I. 34. Es wird dabei bemerkt, dass 
sie von der Saar nach Trier gebracht worden sei. Steininger 
fiihrt sie nach den Texten beider Herausgeber auf S. 157 seines 
Werkes vor und liest wie folgt: Caesar Romani exercitus Imperator, 
Pater Patriae, Senatusconsulto Augustam Treverorum ingressum 
foder vielleicht: ante urbis Treverorum ingressum; oder: ante 
Treverorum ingressunV) haec castra (hoc castro) Sarrae fluvii 
pro militum custodia potitus est." Daran werden sofort Un- 
tersuchungen gekniipft, aus welchen zu ersehen , dass Steininger 
mit Hontheim und Bertholet diese Inschr. fiir acht halt, eine An- 
nahme, welche nach Dem, was zu deren Geltendmachung ange- 
fiihrt wird, nicht gernchtferligt erscheint, denn jede Zeile dieser 
sonderbaren Inschr. gibt Vorstosse gegen die lat. Epigraphik und 
die Geschichte wird hier, besonders in Bezug auf den Namen 
der Colonia Augusta Treverorum arg missbraucht, da doch dieser 
Name, wie bekannt, zuerst in der Mitte des ersten Jahrhunderts 
n. Chr. urkundlich vorkommt. Ich glaube daher diese Inschr. mit 
Lersch III. S. 3 und Gruter 225, 4. in die Zahl der unachten 
setzen zu mussen. 



2010. MATRONIS 

SECCAHENIS 
SECVNDVS CERTVS 
V. S. L. M. 

Matronis Seccahenis. Secundus Certus votum solvit lubens tnerito. 

Bertholet, Hist. de Lux. VI. p. 386. 
A n m e r k. Als Fuadort vvird ein Lornmersheim angegeben. Da 
dieser Ort nirgends zu finden ist, so setzen vvir diese Inschr. unter 
obige Aufschrift. S. Comm a. v. Matres. 



i 



— 135 — 

2011. DEO INTARABO 

EX IMPERIO 

SOUMARIVS 

RITVS AEDEM CVM SVIS ORNA 

MENTIS CONSA 

CRAVIT L. M. 

Deo lntavabo ex imperio Q, Sotimarius Ritus aedem consacravil 

lubens merito. 

Gcfuiiden 1619 oder 1679 in den Ruinen eines Tempels. Als 

Fundort wird das Dorf Niersbach angegebcn. Da dieses nirgends 

zu finden ist, so erscheint die Inschr. unlcr obiger Aufschrift. 

Orelli, 2018. Hontheim, Prodr. p. 186. Donatus, Nov. tlies. I. 
69. Nr. 3. Wiltheim, p. 44. de Wal, Myth. sept. Nr. 151. 
Steiner, Nr. 907. 



144 — 



C o n b t a ■■ z. 

Stadl am Bodensee. 

2023. DONATO .... 

CAESARIS. AVG . . . 

SALVIANO 

EXACTOR TRIBVTORVM 

IN HELV. COMMVNIS 

VICARIVS 

Donalo .... caesaris augusii Qiberio~), Salviano, exactor(f) 
tributorum in Helveiia, Communis vicarius. 

Nicht mehr vorhandene Inschr. , nach Gruter „in praepositurr 
ulgo VViler appellata" vormals befmdlich. 
Gruter, 593. 9. 



— 143 — 

rerlana, conslaus, victrix (Wilhelmi) s. Comm. a. v. Leglo, insbesondere 
Legio XXI. 



2020. COH III H I 

Cohors III HQelvetiorum.) 

Stempel auf gebrannten Steinen ohne Angabe deren Zahl und 
des Fundortes, gefunden 1795. Das I Ueberrest von L. 
Wilhelmi, Sinsh, Jahresb. 1.56. Staiin, w. Gesch. I. S. 3. Nr. 3. 



Iff ii f i n g e ii. 

Stadt im Furstenthume Fiirstenberg. In der Nahe eine Romer- 
statte mit merkwurdigen Ueberresten. Auf Veranlassung und 
Kosten des regierenden Fiirslen Carl Egon wurden daselbst die 
Ueberreste eines Bades ausgegraben und mit einem Dache ver- 
sehen* 

Fickler, Romisches bei der Amtsstadt Hiifingeu in den Schriften des 
A. V. zu Baden und Donaueschingen II. B. I. Hft. S. 165. f. 

2921. O L EG. XI. — 2) LEG. XI. C. P. F. 

f) Legio XI. 2) Legio XI claudia, pia, fidelis. 

Stempel auf vielen gebrannten Steinen ohne Angabe der Zahl, 

gefunden 1821 in den Substruktionen rom. Gebaude und in der 

furstl. Sammlung zu Donaueschingen befindlich. 

Kruse, Arch. fur Gesch. I. 3. S. 1600. Stalin, w. Gesch. I. S. 37. 
Nr. 45. 46. Rappenegger, Nr. 70. 71. Steiner. 116. 

Anmerk. 1) Dieser Stempel ist unversehrt und ohne Merkmale 
eines Zusatzes, s. Comm. a. v. Legio, insbesondere Leg. XI. 



2022. 1) SVOBNIXX. — 2) OF FEC. — 3) OF MO und OF 
MOI. — 4) OF PATRIS. — CONATIVS F. — IBERIVS. 
Stempel auf Gefassen aus einer Topferwerkstatte dahier, ge- 
funden 1821, unbekannt wo aufbewahrt. 
Fickler, a. a. 0. S. 181. 
Anmerk. 1) Suobnillus. 2) Officina Fecundi. 3) OfFicina Moi. 
4) Fickler Patrii, s. jedoch Nr. 1533, wo der Name PATER, daher 
PATRIS richtig ist. 



KaisciTcich Frankrcicli. 

Departement des Doubs. 



!♦•-*< 



Besanron. 

i 

Stadt am Doubs mit rom. Alterthiimern und einem Museum. 
Hier laof Vesontio , zu Caesars Zeit eine bedeutende Stadt der 
Sequaner, spaterhin unter der rom. Herrschaft Hauptstadt der 
Provinz Maxima Sequanorum und als Colonia Sequanorum zugleich 
Hauptstadt der Civitas Sequanorum, s. Comm. a. v. Civitates und 
Inschr. v. St. Bernhard Nr. 2332. Dieser Name wechselt mit 
dem alten Narnen Vesontio. In Bezug auf den Namen civitas 
Sequanorum hier eine Inschr. von Lyon bei Gruter 13. 15. 

IOVI. 0. M 

ADGINNIVS VRBIC FIL 

MARTINVS SEG 

SACERDOS ROMAE ET. AVG AD 

ARAM AD CONFLVENTESARAR 

IS ET RHODANI FLAMEN 

IIVIR IN CIVITATE 

SEQVANORVM 

Eine andere Inschr. bei Gruter 58. 5 zu Lyon gibt denselben 
Namen. 



— 140 — 

2013. APOLLI ET MERC 

ESVCCVS MINERV. SC 

RICCVS V L RI 

V, S, L. M 

Appolli(ni) et Merc(urio) Esuccus Minerv(ae) sacerdos et Bitcus 
. . ♦ . volum solverunt lubentes merito. 

Gefunden in einem Rrunnen des Hauses „illustrium Achaeorum" 
dahier. 

Chiflet, Vesontio p. 76. 

2013. D. M. 
MEMORIAI 

IL . . . ARI 
VANATASTI 

ANN. V 
Diis Manibus (et) memoriae . . . ari Vanatasti (filii) annorum 

V . . . 
Gefunden zu Chiflets Zeiten „in campo nigro." 

Chiflet, p. 95. 

2014. D. M. 
MEMORIAI 
AVRELIAI VIN 

Diis Manibus (et) memoriae Aureliae Vin .... 

Gefunden zu Chiflets Zeilen „in campo nigro." 
Chiflek, p. 95. 

2015. IMP. CAES. AVG 
M. AVR, ANTONI 

NO ET. L. AVR. VERO 

CIVES VE 

Imperatori caesari augusto, Marco Aurelio Antonino et Lucio 

Aurelio Vero cives ve[sontinenses) *) 

Auf einer Saule zu Chiflets Zeiten im St, Magdalenenstifte 

aufbewahrt. 

Chiflet, p. 157. 

Anmerk. 1) Nach folgenden Inschriftstellen: agrippinenses Nr. 
335. 515 ;~c. baetesenses 346; civ. taunenses 269. 463. 557. 683. 64S 
c. trajanenses 1085. 1293. 



— 141 — 

2016. CASTOR 

SACR 
TI IVL 
SANCT 

FILIVS 
CELSVS 

VOTO. 

Castori sacrum. Tilus Julius, Sancti fdius, Cclsus, (jcx) vofo. 
In ciner dcr hiesigen Kirchen zu Chiflets Zeiten befindlich. 

Chiflet, p. 153. 



2017. D, M 

CLODIO ONE 

SIMO. IVLIA 

CARROTOLA 

VXOR 

Diis Manibus. Clodio Onesimo Julia Carrotola tixor. 

Zu Chiflets Zeit auf dem St. Stephansberge befindlich. 
Chiflet. p. 98. 



^♦ i'€«' 



Grossherzogthuni Baden* 

S e e k r e i s. 



— *-8-§«M 



G e i 8 8 1 i ii g e 11, 

Dorf bei dem Stadtchen Thiengen an der Wutach. Das 
Heidenschlosschen , eine Romerstatte daselbst. 

2018. LEG. XI. C. P. F. 

Legio XI, claudia, pia, fidelis, 

Stempel auf gebrannten Steinen ohne Angabe der Zahl, ge- 
funden 1795, unbekannt wo befindlich. 

Wilhelmi, Sinsheimer Jahresber. I. 56. Rappenegger, 72. 



2019. 1) LEG XXI. — 2) LXXI. — 3) .... XXI C — 

4) L. XXI. S. C. VI. 

1~) u, 2) Legio XX J, 3) [Legionis) XXI cohors? . . ,, 4) Legio 
XXXI severiana, claudia sextum (Orelli.) 

Stempel auf gebrannten Steinen, ohne Angabe der Zahl und 
des Aufbewahrungsortes , gefunden 1795. 

Wil helmi, Sinsh. Jahresb. I. S, 76, Rappenegg er, Nr. 76. Steiner. 
Stalin, w. Gesch. I. S. 33. Nr. 40. 

Anmerk. zu 2) Das C nach XXI scheint nicht ganz sicher und 
vielleicht ein S zu sein und severiana zu bedeuteu. zu 3) Derselbe fiir 
die Geschichte der Leg. XXI sehr interessaute Stempei kommt vveiter 
ziemlich oft vor: zu Windisch Nr. 2108, Kloten, Nr. 2117, Tattwyl 
Nr. 2113. Ueber obige Lesung OrelIi's und die zwei nachfolgenden: 
Legionis XXI severianae cohors sexta (Rappenegger); Legio XXI se- 



Inscriptiones 
Maocimae Sequanorum. 



Oberrheinkreis. 



Altenstadt. 

Amts Irstetten. 

2024. L. VECNATIO. 

POL. MAXIMO. DO. 
FOR. COR. MIL LEG 
XI. C P. F. ANN XLVIII. STIP. XX 
C. VSORIVS. H. S. E. 
C. ROSCIVS OMPHALVS 
HER. FAC. CVR 

QDiis Manibns}. Lucio Vecnatio, pollia, Maximo, domo Foro 
Cornelii, militi legionis XI, claudiae, piae, fidelis, annorum 
XLVIII, stipendiorum XX. Cajus Usorius et Cajus Roscius Om- 
phalus heredes faciundum curaverunU 
Nicht mehr vorhandene Inschr. aus den Ruinen der Alten- 
burg-. 

Rappenegger, rom. Inschr. S. 4. Nr. 2. Tschudi, Antiq. Helv. 

p. 106. Gerbert, Iter. alam. p. 18. Fuchs, Gesch. v. Mainz 

II. 82. 

A n m e r k. 1) Bei der richtigen Stylisirung dieser Inschr. ist nicht 

zu vermuthen, dass der Steinmetze deu zweiten Satz dieser Inschr. mit 

H. S. E. hic situs est geschlossen hatte, wiewohl Solocismen dieserArt 

auffallenderweise neben richtiger Schreibung doch zuweiJen vorkommen. 

Ist dieses hier der Fall, so stand das H. S. E. zwischen Zeile 4 und 5, 

Aber auch ohne H. S. E ware die Inschr. richtig coustruirt. Mit meiner 

Vermuthung, dass der Steinmetze auch nicht zwischen Zeile 4 und 5 

H. S. E ansetzte , soodern nach C. VSORIVS den dritten Namen dieses 

Maunes folgen liess, glaube ich anuehmen zu diirfen, dass hier ein Co- 

piefehler oder eine Defektstelle, wodurch uus dieser Name verborgen 

10 



— 146 — 

bleibt, vorliegt. Der Vorschlag C. Usorius hoc signum erexit zu lesen, 
findet keinen Beifall. Will man diesem C. Usorius mit Beibehaltung der 
nach seinem Namen folgenden Siglen irgend eine Handlung bei Errich- 
tung dieses Grabmahls zu theilen, so hatte vielleicht diese Zeile so ge- 
lautet: C. VSORIVS. H. S. F. (I) d. i. C. Userius hoc sepulcrum fieri 
fjussit), welchen Worten sofort die darauffolgende Zeile: C. Roscius 
Omphalus heres faciundum curavit nach der Analogie ahnlicher Inschr. 
entsprechen wiirde. 






Scliweiz, 

Kanton Basel. 



»**♦•+« 



B a m c 1. 

Stadt am Rhein. Sammlungen rom. Alterthiimer der anti- 
quarischen Gesellschaft und auf der Universitatsbibliothek. 

2025. D. M 

BELLINVS 
DIVIXT 
FILIO. 
Diis Manibus. Bellinus Divixt(o) filio. *) 
Gefunden 1837 unter dem Strassenpflaster hinter der Miinster- 
kirche und auf der offentl. Bibliothek befindlich. Der Slein ist 
unversehrt und enthalt noch drei andere polirte freie Flachen. 
Gerlach, i. Schw. Mus. II. 334. Roth, S. 10. Orelli, Nr. 200. 
Anmerk. 1) Roth: Diis Maoibus. fiellinus Divixtus filio. 

2026. D. M. 

MASVCO. 
iY L 1 B FRAT 

Diis Manibus. Masuconi liberio fratri. 

Fund- und Aufbewahrungsort diescr Inschr. ist derselbe, wie 

bei Nr. 2025 angegeben wurde. Der Stein ist unversehrt. 

Gerlach, a. a. 0. II. S. 336. Roth, S. 11. Orelli, ins. Helv. 
1844. Nr. 201. 

A n rn e r k. Oder auch Diis Manibus Masuconii liberti fratris. Das 
hinter MASVCO stehende Punktuin erscheint, wie bekanntlich oft vor- 
kommt, hlos als eiu Schlusszeichen der ersteu Zeile uud nicht des Wortes, 
welches sich mit Ni endigt. Hier fehlt- auffalienderweise der Name des 

10* 



— 148 — 

Patronus. Orelli erklart dieses auf folgeude Art: „Casu quamquam 
rariore evenire paterat, ut frater natu major manumissus ex patroni tes- 
tamento fratrem servum acciperet fumque ipse manumitteret. Fiir die 
Namen Masuco wie fiir Masuconius haben wir nach dem Namenregister 
verschiedene Analogien. 



2027. D. M. 

M. ATTO 

NIO AP 

RONIA 

NO. T. CA 

RASSOV 

NIVS. PAN 

TVRV. FRAT. 

Diis Manibus. Marco Attonio Aproniano, Titus Carassounius 

Panturv(us) frater. x ) 

Fund- und Aufbewahrungsort dieser Inschr. derselbe, wie bei 
2025 angegeben wurde. Der Stein ist unversehrt. 

Gerlach, a. a. 0. II. S. 335. Roth, S. 11. Orelli, Nr. 302. 
A n m e r k. 1) fratri. 



2028. RNO DEC 

I D SVO 
P I 
♦ . . (Satu)rno deo ') d(js) suo p(osuit) . . . 

Fragment, gefunden 1836 beim Abbruch des Spahlenschwib- 
bogens dahier und auf der Bibliothek befindlich. 

Gerlach, a. a. 0. Roth, S. 11. Orelli, Nr. 303. 

Anmerk. 1) Vergl. Gruter 23. 53. 14; 26. 2; 1066. 2. 3. Obige 
Lesung mit Riicksicht auf die Thatsache, dass L. Munatius Plancus, 
vvelcher die Augusta Rauracorum erbaut hatte, daselbst auch einen Sa- 
turnustempel errichten licss. Eine andere von Roth vorgeschlagene Le- 
sung isfc diese; (Pate)rno dec(urioni) . . . 



2029. SOCIETAT. S, I. LVC. RET 

Societatis S(exti) J(ulii) Lucretii 
Eine nach Ftisch 1653 im Garten des Klosters Klingenthal zu 
Kleinbasel gefundene Inschr. auf einem langlichen, etwa 66 Pfd. 
wiegenden Bleiklumpen, gegenwartig auf der Bibliothek zu Base^ 



— 140 — 

in zwei Stiicken (das eine mit dcr Inschr. SOCIETAT wiegt 32 1 /,, 

Pfund, das andere mit der Inschr. S. I LVC. RET 34% Pfd.) 

befindlich und mit deullichen Spuren dcs dicse vorrnals ganze 

Masse trennenden Stemmeisens vcrsehen. 

Roth, S. 19. Orelli, Nr. 318. Bruckner, S. 28,91 Fasch, 
Auct. thes. Grut. Nr. 43. Mss. auf der Bibl. /u Basel, desseu Er- 
klarung die richtige ist, \v;ihrend Bruckner falsch behauptet, 
beide Stiicke und Legenden hatteu nicht zusammen gehort. 

A n m e r k. Zu LVC und RKT zu bemerken der dieses Wort trennende 
1'unkt. S. Comm. a. v. Gewichtinschr. 



11 t\ I 1 e ii I» ii r tg. 

Dorf bei Basel. 

2030. TAVRICVS 

CARATl 
DE. SV(X D. D. 

Tauricus, Carati (filius) de suo dat dedicaU 

Auf eincm kleinen Postarnente von Bronze, hicr gefunden 
1788 und im Besilze der anliq. Gesellschaft zu Basel, noch nicht 
edirt. Die darauf befindlich gewesene Statuette ist nicht mehr 
vorhanden. 
Mittheilung des Herrn Prof. Dr. Roth zu Basel. 



\ ii m n t . (Baselau^st) 

Dorf bei Basel, % Stunde von dem am Rhein im Kanton 
Aargau liegenden Dorfe Kaiseraugst (s. das.) entfernt. An jenem 
Orte lag die 14 J. vor Chr. von Munatius Plancus gegriindete 
Colonia Augusta Raurica (^Rauracorum, Rauracum), an letzterem das 
Castrum rauricense der spateren Kaiserzeit. Ucberreste rom. 
Gebaude, Anticaglien (besonders zu Baselaugst) in Menge und 
manch interessanter geschichtlichen Bedeutung. Der Name 
Augusta gab einem spateren um diese Stadt gelegene Gau die 
Benennung Ougesgowe. S. eine ahnliche Erscheinung bei Augs- 
burg (Augusta Vindelicorum.) 



— 150 — 

2031. , . . CVR 

. ; . NVCIATTI 

. i ILIQVIR. MES 

. . AELO EX VOTO 

. ; ATER EORVM 

. . SCEPERAT. 

(Mer)cur(io) . . . quirina, . . . . ex voto, (quod p)ater eorum 

(su)sceperat. 

Im Besitze des Finders Papierfabrikanten Schmid, s. Nr. 2047» 
Roth, S. 14. Orelli, inscriptt. Helv. 1844. Nr. 299. 



2032. D. M. 

COCVSIAE 

MASVGIAE 

COCVSIA EV 

TYCHIS 

LIB. PIIS. 

Diis Manibus Cocusiae Masugiae. l ) Cocusia Euiychis 9 ) 

liberta piissi(ma fecit) 

Hier gefunden um 1800 und im Besitze der antiq. Gesell- 
schaft zu Basel. 

Anmerk 1) Der Buchstabe G erscheint in MASVGIAE mit unten 
herablanfendem cursiven Striche. 2) S. Nr. 930, wo der gr. Narue Eu- 
tychas, 

2033 1 . D. M. 

PAVLIO MEMVSO * 

PhlTTVSA LIBERT 

FRATRI PIENTIS 

SIMO 

P C 

Diis Manibus. Paulio Memuso Prittusa liberta fratri pientissimo 

p(onendum curavit.) 

Hier gefunden 1844 und in der Sammlung des Papierfabri- 
kanten Schmid. Noch nicht edirt. 

Mittheilung des Herrn Prf. Dr. Roth zu Basel. 



— 151 — 

2034. MARINI 

COSSI 
FIIIO AET IIII. 

MarinQus) CossiQo) filio ael(alis) IV, (fecit). 

Dicses im Besitze der antiquarischen Gcscllschaft zu Basel 
befindlichc Fragment wurde 1842 bcim Einjranoe in das Dorf 
Baselaugst (von Bascl hor) rcchts an dcr Strasse gefunden. Iin 
Worlc FIIIO isl das L thoilweise eiloschen. 

Both, S. 19. Orelli, inscriptt. Helv. 1844. Nr. 304. 
A n ii) e r k. Kotmte aucli so gelesen werden : (Diis Manibus) Marini. 
Cossi(us) filio ftetatts IV (fecit.) Beide Lesungen unter der Voraus- 
selzung, dass, wie ich vermutlie , diese Insclir. eine fragmentarische ist. 
>A ill man hier eine vollstandige luschr. annehmen und geradewegs Ma- 
riui Cossi filio aetatis IV lesen, so erscheint hierbei vor allem anstossig, 
dass die Formelsigle D M zu dem mit ihr in Verbiudung stehenden Ge- 
nitiv (was bis jetzt noch nirgends vorgekommen ist und nur hei Insehr., 
welche init dem Nominativ anfangen, zuweilen stattfindet) fehlt, ferner, 
dass die Schrift mit filio aus der Construction fallt, und endlich, dass 
der Name des Vaters fehlt, der seinem vierjahrigen Sohnchen dieses 
Grabmal widuitt. 



2035. o M 

AETEN 
AE MEM 

Diis Manibus *) aete(r)nae memo(riae). 
Auf einem Sand-tein der Anfano; einer Grabschrift, fiir welche 
untcr dicsen vicr Zeilen einc vertieftc und polirte mit Laubwerk 
umgebene Flache sichthar ist. Da ausser diesen Worten sonst 
kcinc Schriftzeichen sichtbar sind, so erschcint dieses Denkmal 
als ein noch unvotlendctcs und wahrscheinlich desshalb vom Stein- 
melzen fiir Bestellung vorraHhig gehaltenes. Im Besitze des 
Finders, Papieifabrikantcn Schmid, s. Nr. 2047. 
Roth, S. 9. Orelli, inscr. Helv. 1844. Nr. 298. 
Anmerk, 1) Fehlfc ET. 



— 152 — 

2036» RIAE 

NAE 

IVS 

TALE 

AVIE 

AE 

VIX. 

(Diis Manibns et memo)riae (aeter)nae ....... vixit .... 

Schriftreste auf dem Fragment der rechten Seite eines Grab- 
steins. Im Besitze des Finders, s. Nr. 2047. 
Roth, S. 9. Orelli, insc. Helv. Nr, 207. 
Aninerk. Nach einer andern Mittheilung H. Meyers Z. 5 AYIB. 



2037. D. M 

ETERNA . 

MEMORI 

CARINV 

VIX ANN 

IXV 

Diis Manibus et etern(ae) *) memori(ae). Carinus vixit ann(os) 

1XV? . . 

Gefunden wie Nr. 2047 bemerkt, im Besitze des Finders 

Schmid. Auf der rechten Seite eine kleine Beschadigung. 

Roth, S, 9. Orelli, Nr. 296. 

Anmerk. 1) In ETERNA sind vereint ET und ETERNA, s. Comm. 
a. v. Sprachliches — Abkiirzungen. 2) Orelli bemerkt: Meier habe XV 
gelesen. Unrichtig ist jeiienfalls IXV als Zahl zusammen. Soll die 
Zahl XV gelten, so ware das vor derselben stehende Ivielleicht Ueber- 
rest von S und die Lesung folgende: 

VIX ANN 
(I)S XV. 

Es kann aber auch, ich vermutiie mit mehr Wahrscheinlichkeit, 
gelesen werden : 

VIX(U) ANN(os) 
IX. V(ale). 

Das Vale, ein bekannter Zuruf bei der Leichenbestattung, s.j-Comm. 
a. v. Spriiche, fnsbesoudere Libationsspriiche. 



— 153 — 

2038. . i . . . 

T DIENS XXV 
VETAERANVS 
MILITAVIT IN 
L. P. M. SIG. 

, . . (qui vixit annos . . . rnenses) . . 1 ', diens XXV *) vetae- 
ranus. 2 ) Militavit in lcgione prima 3 ) minervia, signifer. 4 ) 

Auf dem Bruchstiick eines Grabsteins, iin Besilze des Finders 
Schmid, s. Nr. 2047. 

Roth, S. 9. Orelli, Nr. 295. 
A n in e r k. 1) Fiir dies, s. Cornin. ;i. v. Sprachliches. 2) S. Comm. 
a. v. Sprachliches. 3) Vergl. Nr. 1035, 1037 und Comm. a. v. Legio 
iusbesondere Legio I. 4) Wenu SIG sicher steht? Vielleicht doch SEV 
>vie bei Nr. 1(.»23, und zu lesen severiana, denn signifer erscheint hier 
gauz ohne Zusamraenhang. 



2039. BLANDVS VIN 

DALVCON HIC SE 
FILI PRO PIETATE POSIER 

Blandus , VindaluconQis ! ) filius~) hic siius est. Filii 9 ) pro pie- 

tate posierQunt.) 

Gefunden 1803 an dcr Strasse im Dorfe und im Garten des 

Rerrn Ehinger daselbst aufgestellt. Unter der Schrift das Brust- 

bild eines Mannes. 

\ubert, Pareut. Mem. hist. des Fouilles fait a Augst. Oreill, ins. 
lat. Nr. 3061, wo ein fehlerhafter Abdruck. Roth, S. 7. Orelli, 
insc. H. 1844. Nr. 290. 

A n m e r k. 1) So zu lesen schlage ich vor. Roth uud Orelli lesen : 
filandus Vindalucon(ius). 2J S. Comm. a. v. Sprachl. — Abkiirzungen. 



2040. D. M 

ADIANTONI TOVf I 

ET MARVLIN IARI 

FCON..GIADLED 

. IDNAMTVS 

M 

Diis Manibus Adiantoni, Touii (filii) et MandinQae) (M)ar(ii/li) 
filiae conjugi. Adfed(ius A)dnam(a)tus m(aritus faciundum cu- 

ravit. 



— 154 — 

Nach Riistinger (schr. 1620) langst zu Augst gefunden. Be- 
fand sich im Hause des Th. Zwinger zu Basel und ist gegen- 
wartig in der Hausflur der Bibliothek daselbst eingemauert. Obige 
Abschrift Qetzt noch kenntlich) nach Roth. 

Riistinger, de vet. urb. B. p. 36. Bruckner, p. 3069. Roth, S. 
4. f. Orelli, ias. Helv. Nr. 285. 

Anmerk. Zur Vergleichung folgende Abschriften: 

1) nach Riistinger: 

D. M 
ADIANTOITOV .... 
ET MAKVLLAE MARVLI 
CONIVGI ADLED 
.... ADNAMITVS 
. . . ET EORVM P. C 

2) nach Bruckner : 

D. M. 

ADIANTONTOVf 

ET MARVLLI AR 

. . COIvI ADLE 

. . . DNAMTVS 

Wir folgen hier unter Vergleichung obiger zum Theil unrichtigen 
zwei Abschriften der neuesten von Roth. 



2041. TIO. QV 

LLO. FLA 
VIRO. CO 
ATPCN 

. . ♦ tio, quirina, . . . llo , flaQmini, duum)viro Co(loniae Au~ 
gustae Rauracorum J ) p~)atron(o~). 

Schriftreste auf einem um das Jahr 1671 hier gefundenen 
Fragment, vormals in der Sammlung des Remigius Fasch und 
jetzt auf der Bibliolhek zu Basel befindlich. Die Buchstaben sind 
2 Zoll gross und zicrlich gearbeitet. In der Zeile 4 erscheinen 
P und C nls Ueberresle von R und 0. 

Bruckner, p. 3071. Schopflin, I. 385. Roth, S. 5. Orelli, 
inscr. Helv. Nr. 2S6. 
A n m e r k. 1) Es wird angenommen, dass dieser Name im erloschenen 
Texte abgekiirzt geschrieben war, etwa so: COL. AVG. RAVR. 



— 155 — 

2043. AN 

AX . . LI 

REGALI 

ARAM CV 

M E EX V 

, . . . . An(ius) Ax(il)ti(us) l ) Regali(s) aram cum e(dicula) 

ex v(oto posuit.) 

Auf cinom oben vcrstummelten , im Jahro 1742 dahier ge- 

fundenen und nrcht mehr vorhandenen Steine, vormals im Be- 

silze des J. Wernher Iluber zu Basel. 

Bruckner, p. 3075. mit einar Zeichuung. Orelli, insc. Helv. Nr. 
287. Roth, S. 5. 
A n m e r k. 1) oder Maxillius, beide bekannte Namen. 2) S. Comm. 
a. v. Aedicula. 

2043. III TONVS 

OMVLIIF 
OCCISSf IN 
VOC RVLLO 

VISVRIX 
MATER P. C. 
.*.... Visurix. Mater ponendum curamL 
Gefunden 1565, kam dtirch den Grafen Ulrich v. Montfort 
in seine Sladt Tettnang und ist nicht mehr vorhanden. 

Tschudi, Gall. Com. p. 2S2. Plantinus, Helv. antiq. p. 309. nach 
Simler Mss. Schdpflin, AIs. I. p. 460. Bruckner, p. 3067- 
Urstitius, Epit. hist. Basil. appeudix p. 22. Reinesins aus 
YVursteisen p. 671. Riissinger, de vetust. antiq. Bas. p. 35. 
AVaguer, Mercur. helv. p. 51. Brucker, Scriptt. ver. Basil. I. 
402. Mittheilungen der Gesellschaft fiir Alterth. zu Basel I. Die 
Inschr. des K. Basel v. Roth S. 2. Orelli, Nr. 284. 

A n m e r k. Obige Abschrift nach Urstitius. Eine andere gibt Tschudi : 

III TONIS 

OM. VIIIT 

OCCISSI IN 

VOCRVLLO 

VISVRIX 

MALER P. C 

Ebeuso Plantin. nach Simler mit dem Uutcrschiede, dass Zeile 2 

statt T ein F, wie bei Urstitius steht. Nach andern Zeilenabtheilungen 

erscheinen folgende Abschriften bei Riissinger (nach Wursteisen) und 

Wagner (nach Twinger.) 



— 156 — 

.... TONIS OMVLIIF 
OCCISI IN VOC. RVLLO 
VISVRIX MATE P. C. 

bei Brucker (aus einem Mss. TschudTs). 

...... TONIS. OM. VIII . . 

. . . T. OCCISI. IN. VOCRV . 
...LLO VISVRIX MA . . 
, . ER P. C. 

Reinesius, welcher die Zeilenabtheilung wie Urstitius hat, gibt Z. 
1 MTONIS und schlagt vor: Zeile 4 VOC PRAELIO, Zeile 5 VISVRIA 
zu lesen. Hieraus folgert er eine sehr willkiihrliche Deutung, die wir tiber- 
gehen. Ich glaube Zeile 3 und 4 die Namen Occissimus und Vocrullo 
zu finden, halte VISVRIX fur sicher, ebenso MATER. P. C. 



2044. 1) M. IVLI 2) MO 

Auf zwei nicht mehr vorhandenen Bruchstucken von gleicher 

Steinart (bacher Sandstein), gefunden 1582 in der Orchestra des 

hiesigen Amphitheaters, nach Amerbachs Aufzeichnung (jn der 

Stadtbibliothek zu Basel), welche Patin in seinen: Quatres relat. 

histor. unrichtig M. IVLII gibt, und von welchen Bruckner S. 

2601 unrichtig bemerkt, sie hatten nicht zusammengehort. 

Roth, a. a. O. S. 4. f. 
A n m e r k. Diese auf beiden Fragmenten 1)3) stehenden und hdchst 
wahrscheinlich zusammen gehdrigen Schriftreste zu lesen: M(arci) Julii 
Mo(desti)? Riicksichtlich des oben angegebenen Fundortes der Name 
des Besitzers eines Theaterplatzes. 



2045. 1) IVLI 2) QV 

VRA 

Zwei nicht mehr vorhandene Fragmente, 1803 dahier ge- 

funden; Nr. 2 beim Heidenloch. 

Aub. Parent. Mem. hist. p. 9 und 30. Dessen Mss. S. 13 auf der 
Bibl. zu Basel. Roth, S. 7. Orelli, Insc. H. Nr. 291. 



2046. L FIL. Q. 

FA. ET 

. ♦ . Lucii filius, (\(uirina) . ♦ fa et . . 

Auf einem Marmorbruchstiicke, gefunden 1803 bei dem Tempel 

auf der Grlinmatle bei Augst; im Besitze des Herrn Burkhart 

Merian zu Basel. 

Roth, S. 8. Orelli, ins Helv. Nr. 292. 



157 — 



O 2 ) 

2047. IN TAVRJ. 

P. FONTE OMET. AV 

Auf zwci Marmorbruchstuckcn, wovon Nr. 2 in ztvei Stiicken 
geschlagen; wahrscheinlich alle einst zu einem grossen Monument 
zusammengehorig. Die Buchslaben sind 6" hoch untl sorgfaltig 
eingehauen. Gefunden in den Ruinen der hiesigen Romerfestung 
und im Besitze des Finders Papierfabrikanten Schmid, welcher in 
den 1820 r und 1830r Jahren dahier wohnte und um Aufsuchunp- 
und Erhaltung romischer Denkmale sich verdient machle. 
Roth, S. 8. Orelli, Nr. 293. 



2048. 










2) 


CA 


M 


PERE 


STI 


CAS 


SPINO 


COIV 


M 



Auf zwei Fragnoenten eines Grabsteines von gleicher Dicke, 
Steinart und gleichem Fundorte, im Besitze des Finders Papier- 
fabrikanten Schmid, s. Nr. 2047. Das Fragment Nr. 1 ist nach 
Roth die untere Ecke der rechten Seite fder linken vom Be- 
schauer aus) und das Fragment Nr. 2 die obere Ecko der linken 
Seite (der rechten vom Beschauer aus) des Grabsteines. Eine 
Zusammenstellung lasst sich hiernach nicht genau geben, weil man 
nach dieser Relation nicht weis, wo diese beiden Fragmenten zu- 
sammenpassen. Nach den vorhandenen Wortresten scheinen sie 
jedoch, wie ich glaube, nicht als Ecken von einander getrennt, 
sondern naher zusammengeschoben zu sein und Nr. 1 blos um 
eine Zeile tiefer als Nr. 2 zu stehen* Ich schlage daher folgende 
Zusammenstellung vor : 

M 
CASTI 
PERESPINO 
CAS M 
COIV 



— 158 — 

und lese erganzend: (DiisJ Manibus. Cast(m)o Peregrino, Cas- 

(tina). M(a*ima)? conjufgi optimo, annorum ♦ ♦ . faciundum 

curavit. 

Roth, S. 8. Orelli, inscr. H. Nr. 249, 

A n m e r k. Die Stelle PERE Zeile 2 von Nr. 2 gibt Orelli nach H. 
Meyer PERT. Roth beinerkt: hinter PER kann IT oder blos E stehen. 
Durch meine Zusanmieustellung PERESPINO ergibt sich, dass es ein E 
ist, wenu das daran gehangte SPINO durch Verbesserung GRINO lautet, 
was ich um so mehr vermuthe, als das P Ueberrest von R und S eine 
unrichtig erkanntes G zu sein scheint. 



2049. VAL 

Auf einem grossen Quader, gefuuden um 1843 in den Fun- 
damenten des Castells, im Besitze des Finders Papierfabrikanlen 
Schmid. 

Roth, S. 12. 

2050. MIL 
ORT I 
STISIl 

. ♦ . miles (coli^ortis I ♦ . . . 
Auf dem Fragment eines polirten Kalksleins, gefunden wie bei 
Nr. 2047 bemerkt und im Besitze des Finders Schmid. 
Roth, S. 13. Orelli, Nr. 305. 



2051. REIPVBL 

PIP NAI 

Gefunden 1843 bei Untersuchung der alten Stadtmauer der 
Augusta an einem damals entdeckten Stadtthore derselben. Diese 
Reste schoner Schrift befinden sich auf dem Fragmente einer 
Tafel von polirtem Kalkstein, welche wenigstens 3' breit war, 
und von welcher ausscr obigem Stucke noch mehrere kleinere 
ubrig sind. Wahrscheinlich war diese Tafel als Baudenkstein an 
der Porta angebracht. Diese Inschr. scheint nach dem Wortreste 
REIFVBL angedeutet zu haben, dass hier unter der Regierung 
irgend eines Kaisers (die Schrift deutet auf die Zeit der Anto- 
nine) auf Kosten des Geiueinwesens gebaut worden ist. 
Roth, s. 12. 



— 159 — 

2052. 1) . EG I M. — 2) . EG I M P. — 3) . EG I M R. 

1) (L)cgio /, mincrvia. 2) QL)cgio I, mincrvia, pia. 3) [L)egio 

/, mincrvia. 
Stompel auf gebrannlen Sleinen, 1836 und in (Jen folircndcn 
Jahren dahier gefunden und in der Samniliing des Fabrikanlen 
Schmid zu Basel befindlich. Die Zahl der Exemplare ist niclit 
angegeben. Ausser oben mitgelheilten Stempeln wurden mehrere 
fragmenlarische gefunden. Bei Nr. 2 M und P ligirt, ebenso bei 
Nr. 3 M und R. 
Roth, S. 17. Orel ii, Nr. 311. 

Anmerk. Zul) Roth bemerkt, der Stempel Leg. I minervia sei, 
so vveit ihm bekannt, ein noch nirgends gefundener. Vergl. indess Nr. 
1012, 1035, 1380, 1475 a), vvo dieser Stempel deutlich vorkommt. Zu 

2) Vergl. Nr. 1037, vvo ebenfalls L. I. M. P ; kommt jedoch, so viel 
mir bekannt, sonst nicht mehr vor. Zu 3) Die ligirten Buchstabeu MR 
scheineu die Abkiirzung fiir das Wort minervia zu sein, vvie es sind: 
MC (s. Nr. 389) fur macedonica und RP (s. Nr. 1039) fiir rapax. Ich 
bin geneigt, anzunehmen, dass der Stempel MP, vvelcher, vvie ad 2 an- 
gegeben, nur noch eintnal vorkommt, ebenfalls den Typus MR unter 
der Voranssetzung, dass P Ueberrest von R ist, darstelite. Roth be- 
merkt indessen: MP Qigirt) ist ohne Zvveifel minervia pia. Orelli, 
vvelcher diesen Stempel Nr. 2 . EG I M P nicht genau, den Stempel 
Nr. 3 EG I MR dagegen richtig gibt, fertigt die Erklarung dieser drei 
Stempel mit der generellen Lesung Legio I minervia ab. 



2053. 1) ALBVS. FE. — 2) ANAILLF nach einer andern Copie 
ANANI. F. — 3) APRIO F. — 4) AVG ELTIA F. — 
5) BELSVS F. — 6) BOLMIO F — 7) CARVS F. — 
8) CATASEXTVS F. — 9) CIBISVS F. — 10) GENIALIS F. — 
11) LALLO F. — 12) SfARCINMIC F. — 13) MARINVS F. — 
14) MARTINVS F. — 15) MA'ERTS F. — 16) MOXSIVS F. — 
17) NIBO FEC. — 18) NICIO F. — 19) PIIR VIII IICI. F. — 

20) REGALIS F. — 21) SACIRO F oder SACLTORO F. — 

22) SACRATVS F. — 23) SENILIS F. — 24) TAXTVSIS F 

oder IAXTVSIS F. — 25) VICTOR F. 

Stempel auf Gefassen, Lampen u. s. w. von hicr, Nr. 1, 9 

im Besitze des Herrn Merian Burckhardt zu Basel; Nr. 2, 4, 5, 

6, 8, 20, 21, 22, 23, 24 im Besitze des Herrn Fabrikanten 
Schmid daselbst; Nr. 13 auf der offentlichen Bibliothek daselbst; Nr. 

7, 10, 12, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 25 nach Bruckner S. 3074 



— 160 — 

(Handexemplar des Verf. auf der Bibliothek zu Basel) nicht mehr 
vorhanden. Ich gebe unter obiger Nummer nach Roth's Classi- 
fication erstens <Jie Namen im Nominativ mit dem Zusatze F(ecit) 
FEC(it), wozu unten nachfolgende Berichtigungen und Vorschlage 
kommen. 

Roth, S. 14. Bruckner, 2893. 3074. Orelli, Nr. 300. 

Anmerk. Zu 2) Wenn ANANI. F, so ist zu lesen: Anani fabrica, 
gehort daher in die Classe der Namen im Genitiv mit dem Beisatze 
F(abrica), wofiir jedoch Roth keine besondere Classe bestimmt hat, s. 
Comm. a. v. Topfernamen I. b. Z. 3) Zu lesen Apri officina, s. Nr. 
202, wo: APER, F und 842 wo: OF APRT, gehort demnach in die 
Classe der Namen im Genitiv mit dem Beisatze OF(icina). Roth be- 
merkt: ,,bei den Namen die vor F ein haben, kann man bisweilen 
schwanken, ob sie nicht in die vierte Classe gehoren mochten." Obiger 
Beleg gibt Gewissheit, ebenso bei der Nr. 18. Zu 6) BOLMIO F, viel- 
leicht Bolmi officina. Es fehlt jedoch hierzu eine Analogie. S. Roth's 
Bemerkung bei Nr. 3. Zu 12) Marcini manibus? officioa? (Roth). Uas 
C vor F scheint Ueberrest von O und OF(icina) sicher zu sein. Diirfte 
vorgeschlagen werden, zu lesen: Marcini manu (et) officina und hier- 
nach anzunehmen, dass Marcinus Arbeiter und Offizinbesitzer zugleich 
war? Zu 15) Vielleicht Ma(t)er(nu)s. Zu 18) Zu lesen Nici officina, 
s. Nr. 1624, wo OF NICI, daher in die Classe der Nr. 3 gehorig, s^ 
oben Nr. 3. Zu 19) Zu lesen Pervinei(i) oder Pervinci fabrica, s. Nr. 
329, 590, 830 wo PERVINCVS und Nr. 335 und 380, wo PKRVINCIVS. 
Gehort in die Classe obigen Stempels Nr. 2. 



2054. 1) SaNVIIIIMA — 2) SVNOIVA — 3) CAVTERRA . . . 
4) COTIO. — 5) CVINTVS — 6) DOCCA. — 7) IAMNIA — 
8) OECVS. — 9) ORNICA. — 10) QVINTVS. — 
11) REHENVS. — 12) RlVIVlVq. — 13) SCAENSIA. — 
14) SEXTVS. — 15) VARA. — 16) VARA. — 17) VICTOR. — 
18) VIMINVS. — 19) VLLINVS — 20) VRBVRO oder OVRBVRO 

Stempel auf Gefassen etc. von hier und zwar Nr. 1, 10, 15, 
18, 19, 20 im Besitze des Herrn Fabrikanten Schmid zu Basel; 
Nr. 4, 5, 17, auf der offentlichen Bibliothek daselbst; Nr. 3 in 
der Sammluno; der antiquarischen Gesellschaft daselbst; Nr. 2 im 
Besitze des Herrn Merian Burckhardt daselbst; Nr. 4, 5, 6, 8, 
12, 13 nicht mehr vorhanden, nach Bruckner S. 3074 f. Hand- 
exemplar auf der Bibliothek zu BaseL Die Stempel COTTIO und 
C0H\TVS noch einmal vorhanden bei Herrn Merian Burkhardt: 



— 1G1 — 

Nr. 14 ini Bcsilz rfes Herrn Buchdr. Seul daselbst, Nr. 16' nicht 
mehr vorhanden nacl» Aubert Parent. — Nach Rolhs Classificalion 
Nmnen im Nominativ ohne eincn Beisatz. 

Rotli, »S. 4. Bruckner, 3074 f. Aubert P.irent. Orelli, i. II. Nr. 
307. Memoires etc. nacli dein Manuscript. auf der Bibl. zu Basel. 

A n iii er k. zu 1) u, 2) verkehrt eingedriickt, s. Coinin. a. v. Stemnel- 
insclir. Die ftaman sind: Amclianus oder Ammiauus, sodanu Avionus. 



2055. 1) AESIIVI M (Bruckner AESIVM) — 2) AKICAMM 

oder AFRICA.NI M. — 3) ALBVCI M. — 4) ATTICI M. — 

5) CEKIALI M. — 6) COOVIL. M. — 7) CROKISO M. — 

8J CVCALI M. — 9) DAMINI M. — 10; EDATI. M. — 

H) HABILIS M. — 12) IVSTl M. — 13) L. IGINl M. 

Parent unrichtig L. IC. NIMO. — 14) LOLLl M. — 

15) MVSICI M — 16) OCBIMAI ^illO) — 

17; OCBIMANVS. — 18) PAVLI M — 19) PIINTII MAN. — 

20) SACIROM. — 21) SACRI MAN — 22) SYGVDIM. — 

23; SORILLI M — 24) VENER. MA. 
Stempel auf Gefassen von hicr und zwar Nr. 2, 5, 7, 8, 9, 
11, 14, 15, 24 in der Sammlung des Fabrikanten Schmid zu 
Basel, Nr. 1 in der Sammlung der oiTentiichen Bibliothek daselbst; 
Nr. 1 das andere Exemplar, ferner Nr. 3, 4, 16, 19, 20, 22, 
23, nicht mehr vorhanden, nach Kruckner; 6, 10, 17, 18, 
nicht mchr vorhanden nach Aubert Parent. ; Nr. 12, 2i nicht 
mehr vorhanden nach eines Ungenannten Zusatzen zu Bruckner 
auf der baseler Bibl. — Namen im Genitiv mit dem Beisatze 
M(anu) und MAN(u) nach Roth's Classsification. 

Roth, S. 14. Bruckner, a. a. 0. Aubert Parent. , a. a. O. 
Orelli, Nr. 308. 

A n m e r k. Wegen der Lesung manu uud manibus s. Comm. a. v. 
Topfernamen. Zu 1) Aestivi manu. Zu 5) und 6) Cerialis manu uud 
Coovili mauu. Wortabkiirzungeu dieser Art kommeu berden mit Sicher- 
beit auzunehmeuden Geuitivendiguugeu haufig vor. Zu 13) Lucii Igini 
nianu. Zu 16) Oebi niauu. In MAI scbeint I Ueberrest voii M zu sein. 
Zu 17) Ocbimanus zu lesen, balte ich niclit fur gewiss, denu rur MANVS 
baben wir nocb keiue Belege. Icli denke hier nn den Namen Ocbimanus 
und vergleiche damit den Nr. 557 vorkommenden germanischen Namen 
Decmanus Zu 24) Wahrscheinlich Veneri manu. 



u 



— 162 — 

2056. i) OF BASSICO. — 2) OF BASSI — 3) BORILLI OF. *» 

4) OF CIAM. — 5) CIRMNIOI — 6) OF COM. — 

7) OF CREa. — 8) OF CRETIO. — 9) DOCIOFF. — 

10) OF FAR. — 11) OF FESE. — 12) OF FIRMO. — 

13) OF GEM. — 14) OF IVCVN. — 15) OF LICIN. — 

16) LVCII OF — 17) OF MANI. — 18) OF NEM. — 

19) OF MO. — 20) OF MOM. — 21) OF MON. C — 

22) OF PASSIEN. — 23) OF PATRIC. — 24) OF PVDE — 

25) OF VTA und VITALI. 

Stempel auf Gefassen; Nr. 2, 9, 11, 12, 17, 19 in der 

Sammlung des Fabrikanten Schmid; Nr. 16 in der Sammlung der 

antiquarischen Gesellschaft; Nr. 21 im Besitz des Herrn Merian 

Burckhardt; Nr. 1 , 3, 4, 6, 7, 20, 2l , 22, 23, 24 nicht rnehr 

vorhanden nach Bruckner; Nr. 8, 13, 14, 15, 18 nicht mehr 

vorhanden nach Aubert Parent.; Nr. 5, 10 nicht mehr vorhanden 

nach den Zusatzen zu dein Exemplare von Bruckners Werk auf 

der Bibliothek zu Basel. Namen im Genitiv mit dem Beisalze 

OFJicina) und OFF(icina) nach Roth 1 s Classification. 

Roth, S. 14. Bruckner und Aubert Parent. a. a. 0. Orelli, 
i. H. Nr. 309. 

Anmerk. Zu 1) Off Bassiconis. Zu 4) Off Ciami. Zu 5) Cermini 
officina. Das I Ueberrest von F. Zu 6) Off Commuois. Zu 7) Cereulis. 
Zu 8) Off Cretionis wie zu 1. Zu 10) Off Far(h? Zu 11) Off Fese d. 
i. Fesae wie bei Nr. 1347 FIDEd.i. Fidae. 12) Off. Firmonis. 13) Off. 
Gemini? 18) Off. Nemi? 19) Off. Momi. 23) Off. Patricii. 24) Off. 
Pudentis. 



2057. 1) AERVCIANI — 2) ALBVCI — 3) ALBVCIANI. — 

4) BASSI. — 5) CESORINI. — 6) CIVT. VCENI. — 

7) C. OPPI. RES. — 8) GERMANICI — 9) INI — 10) LVPI — 

li> MoCANI oder MACRRINI — 12) MACRNI. — 

13) MACERATI. — 14) MATORINI — 15) MN MELLISI ET 

MELlSSEi — 16) PATERCLINI — 17) GORATIHYLAE. — 

18) QVINTIIIANI. 19) SAECVI. 20) SECVNDI. 21) VALENI 

oder VALENTINI. — 22) VESPONI. 

Stempel auf Gefassen elc. und zwar Nr. 1, 2, 4, 5, 9, 11, 
15, 20 in der Sammlung- des Fabrikanlen Schmid; Nr. 7, 17, 
18, 19 in der Sammlung der oflentlichen Bibliothek; Nr^ 10 in 
der Sammlung der antiquarischen Gesellsehsft; Nr. 6 irn Besitze 



— 1G3 — 

dcs Ilerrn Medan Burkhard; Nr. 3, 8, 12, 13, 14, 16, i9, 22 
rrieht mehr vorlranden nach Bruckner. Nach Roth\s Cla^sification 
Namen im Gienitiv ohne cincn Beisatz. 

Roth, S. 15. Bruckner, a. a. 0. Orelli, i. H. Nr. 310. 
A n m e r k. zu 5) vvegeu der bier vvahrscbeinlicli anzunebmenden Syn- 
DOpe zu lesen Censoriui, vveleher Name oft vorkonunt. zu 6) Quinti 
Ireni. zu 7) Caj. Oppii UesQituti.) zu 10) Verkehrt eingedruckt. zu 
11) Manibus Cani? zu 15) M(a)nfibus) Melissi et Melissei, s. Comm. 
a. v. Tdpfernamen vvegeu Manibus. Geliort demnach in dic Classe der 
Nr. 2055. zu 17) Quinti Oratii Ilylne. zu 18J Quintiliani. 



2058. 1) AQVITAN. — 2) RVB und BVR beide vcrkehrt. — 
3) CERMANIR (M und A ligirf) — 4) CESORIN — 5) COCV. — 
6)CP VF SEC. — 7) CREIRO. — 8) CRESN — 9) EDDIL 
oder EDBIL. — 10) Q. A. GEMELL. — 11) IB SOLSOETIR — 
12) IVST ... — 13) . . . VENIS oder 1VVENIS. — 

14) REBVRRIN — 15) MALLEDO. — 16) MARTIALI. — 
17) MERCA (nach andern Abschr. V. ERCA.) — 18) MVNDV — 
19) SVOBNEDO. — 20) VAGIRV — 2l) VITA 
Stempel anf Gefassen ; Nr. 12, 13, 14, 20 in dcr Sammlung 
des Fabrikanten Scbmid; Nr. 0, 7, 8, 15, 19 in der Samrnlung 
der oITenliichen Bibliolhek; Nr. 18 im Besitze dcs Hcrrn Merian 
Burkhard; Nr. 1, 3, 4, 5, 8, 10, 11, 15, 16, 19 nicht mehr 
vorbandcn nach Bruckner. Nach Rolh's Classification undeutliche 
oder gar nicht flectirte Namen. 

lloth, S. 15. Bruckuer, a. a. O. Wagner, a. a. 0. 

4 u m e r k. Zu 3) Dieser Name scheiut, vvie Nertomir Nr. 392 und 
Ivir Nr. 842 itn Nominativ zu stehen und Germanir oder Germanir ge- 
lesen vverden zu kdnnen, ebenso der Name Ibsolsoctir Nr. 11. Beide 
daher zu Classe Nr. 2054 gehdrig. Zu 4) Ceusorini oder Censoriuus, s. 
Coinm. a. v. Sprachliches. Abkurzuugen — Syncope. Zu 6) Caji Pufii 
JSecundi (Roth), oder im Nominativ. Zu 7) 15) 19) Cre iro Malledo uud 
Suobuedo, vvie Cireiro und Corisso Nr. 1484, Carieso Nr. 1449 als 
Namen im Nom. zu fassen und daher zur Classe .Nr. 2054 gehdrig. 



11 



— 164 — 

2059, 1) AFl — 2) C. ANI . . . . — 3) CANIBMllIM. — 

4) CARA . . . — 5) CENESPSE auf dem Henkcl eines Kruges. — 

6) C. FRAAN. — 7) GASCE. — 8) CEIHMAN. — 

9) OEAOM. — 10) IXNXA. — 11) IHIIL - 12) IIII. — 

13) IIII NIXIIXI. — 14) INIIWXW. — 15) I: oIoOc — 

16) IYIAVIIA. — 17) MAIIlAAA- — 18) MAVI. — 19) MAEIN 

oder MEAIMA (M und E ligirt) — 20) MA oder MM OF (MA 

oder MM ligirt) — 21) MAIX. — 22) MVXIVIII M — 

23) PRIMVI. — 24) QESAI. VL r- 25) RT N. — 

26; SConLO. ~ 27) VIIVIVI oder VBNIVI. — 28) ILMI — 

29) VB M. — 30) W . . . . WIIII. 

Stempel; Nr. 4, 5, 6, U, 15, 17, 49, 20, 22, 23, 26, 

27 im Besitze des Fabrikanten Schmid; Nr. 11, 16, 28, 30 auf 

der Bibliolhek zu Basel; Nr. 13, 14 in der Sammlung der anti- 

quarischen Gesellschaft dsselbst; Nr. 1, 2, 7, 18, 21 , 24, 25 

nicht mehr vorhanden und nach Bruckners Werk; Nr. 8, 9 nicht 

mehr voihanden und nach Aubert Parenfs Werk. — Nach Roth's 

Classification verstiimmelte und ralhselhafte Namen, von welchen 

edoch einige nach unten stehenden Anmerkungen naher bestimmt 

werden konnen* 

Roth, S. 15, Bruckner und Aubert Parent. 

Anmerk. Zu 1) FI vielleicht FE. Zu 3) Canibmei manu? oder Oaji 
Anibmei manu. Zu 5) d. i. Cenespae. Zu 7) d. i, Gaseae, vergl. Nr. 
1347 \vo: FIDE d. i. Fidae uud Nr. 2056 \vo: FESE d. i. Fesae. Hier- 
nach ergeben sich die Namen Cenespsa, Gusca, Fida, Fesa. Zu 8) viel- 
leicht Germanus oder Germani? Zu 9) vielleicht Eaomus oder Eaomi? 
Zu 11) 12) 13) 14) s. Comm. a. v. Abbreviaturen auf Gefassen. Bei 
den Nr. 13 uud 14 vorkommenden W scheiut mit der Zahl V der An- 
fangsbuchstabe des Wortes vasculum euthalten zu sein. Zu l6)Joviani 
manu? Zu 20) M officiua. Zu 22) Maxioei manu? Zu 23) Primaui, 
das A verkehrt stehend? Zu 25) s. Comm. a. v. \bbrev. Zu 26) Seoni 
officina? Zu 29) Ub(ni) manu? Zu 30) Ulpii V(alentiniani?) vasculum 
octavum? Hiernach diirften einige dieser Stempel zur Classe Nr. 2055, 
andere zur Classe Nr. 2056, noch andere zu den Abbreviaturen aufGe- 
f.issen zu eahlen seiu. 



— 105 — 

2060. a) Namen im Nominativ mit dom. Beisatz F(ecit) odor 

FEC(il) odor FECIT. 

CONSTAS F — 2) CRICIRO FIICI — 3) DOCCALVS F. — 

4) SENATOR F. — 5) SVOBNEDO F. -~ 

b) Namen im Nominativ ohne einen Beisatz. 

7) OMONVS 

c) Namen im Genitiv mit dem Beisatze M(anu) oder M(anibus.) 

8) PATERNI M. — 9) ZANVIII MA 

d) Namen im Genitiv mit dem Beisatze OF(ficina.) 

10) OF AQV , . . — 11) ADVOCISI-0 — 12) OF. BASSl 
COS. — 13) TAVRICI OF — 14) OF PATRIC. — 15) OF 
MVRRANI — 16) OFIC. PRIM. — 

e) Namen im Geniliv ohne einen Beisatz. 

17) Ia2ZVAA^. — 18) IANVARI — 19) GERMANI — 

20) ROMANI. 

Stempel auf Gefassen und Bruchstiickon von hier, noch un- 
edirt, nach oiner Mittheilung des Herrn Professor Dr. Roth zu 
Basel. 

A n m e r k. Zu 1) Consta(n)s fecit. Zu 2) Der Name Criciro noch 
einmal Nr. 1484 zu lesen Criciro feci(t). Zu 9) Sanvini? manu. Zu 
12) S. Nr. 1449 vvo ebenfalls dieser Stempel. Zu 15) Die Buchtaben 
VR und AN sind ligirt. Zu 17) Caruzsai. Zu 19) Januarii, Zu 19) M 
und R siud ligirt. Zu 20) M und A ebenfalls ligirt. 






2061. EX. A. CAS. 

Ex aQuctoritate) CasQsify? 
Inschr. auf der Seitenrunduno; eines Metallo-ewichts , welche 
von Silber eingelegt war und deutlich, wie oben steht, interpungirt 
ist, Auf der oberen Flacho dieses Erzgewichtes befinden sich 
drei von Silber eingelegte Punkte •••, und auf der anderen Seiten- 
rundung drei senkrechte erhabene Striche III. Nach Bruckner 
befand es sich vormals im Cabinete des Grossraths Andreas Fasch 
und ist gegenwartig auf der Bibliothek zu Basel zu sehen. Ob 
es in Augst gefunden wurde, kann Bruckner nicht als ganz ge- 
wiss angeben. 

Roth, S. 19. Bruckner, S. 2914. Orelli, i. H. Nr. 313. 
Anm erk. Bruckner liest ohne Riicksicht auf die Interp. Exag(ium) 
As(sis) und halt hiemach das C fiir einG. Hierzu bemerkt Roth: „Man 



— 166 — 

hafc wirklich Exagia solidi mit dem Doppelhaupte des Constautius uud 
Constar.s, andere mit dem Bilde des K. Honorius und findet sie auch in 
einer Novelle Theodos. II und Valentiniauus III erwahnt. Und aller- 
dings ist ein Normalgewicht fiir ein Geldstiick etwas gauz Zwekniassiges, 
aber eiu Exagium fiir eine Scheideiniinze erscheint . schon an sicli durchaus 
unstatthaft." Nach weiterer Ausfiihrung dieses Gelehrten erklart er es 
wegen der oben beschr. Punkte und Striche fiir eiu Gewichtstiick von 
drei Uuzen oder von einem Viertelpfund, (quadrans.) Vergl. Bockh 
metrologische Uuters. S. 170 f. nach welchem oben angefiihrtes Gewicht 
mit demjenigen rom. Pfunde ziemlich iibereinstimmt, das er a. a. 0. zu 
3677 pariser Granen bestimmt hat. Ueber die Lesung ex auctoritate ist 
nach den in B6ckh's a. Werke gesammelten Gewichtinschr. kein Augen- 
blick zu zvveifein, insbesoudere nach einer anderu Iuschr. dieses Werkes 
Nr. 311. 



2062. VTERE FELEX 

Vtere felex. *J 

Auf einem silbernen LoiTel (in der Vertiefung) mit schief- 
liegenden Schriftziigen, welche ati die altesten lat. Mss. erinnern, 
nicht gevviss, ob von Augst, ehemnls in der Sammlung des Gross- 
raths Fasch, gegenwartig auf der Bibliothek zu Basel befindlich. 

Roth, 1. 20. Bruckuer, S. 2916. f. Orelli, i. H. Nr. 314. 
Anmerk. S. Comm. a. v. Spriiche und wegen der Schreibung felex 
Comm. a. v. Sprachliches. Statt F gibt die Iuschr. das gr. T. 



2063. VTERE YITftf 

Ufere felix. 

Auf einem silbernen Ringe links vom Steine eingegraben , 
hier o-efunden 1772 und in der Sammlung der Bibliothek zu Basel 

befmdlich. 

Roth, S 20. Orelli, Nr. 315. 
A n m e r k. S. Comin. a. v. Spriiche. 



2064. HAV 

Have? 
Stempel auf dem Bruchstuck eines gebrannten Steines, viel- 
leicht aus eine u Grabe, in der Sarnmlung des Fabr kanten Schund 
zu Basel, s. Comm. a. v. Spriiche, 

Roth, S. 20. Orelli. i. H. Nr. 320. 



107 



3065. AV 

ASRI 

Ave? , . . . 
Stempel auf cinem ringsum aboebrochcnen Ziegclstiicke (Schrift- 
reste) in der Sammhmg des Fabrikanten Schmid , ungewiss ob 
zur Classe dcr Spriiche gehorig. 

Roth, S. 80. Orelli, i. H. Nr. 320, 



2066. AVE 

VITA 

Ave vita. 
Auf einem Fingcrringe, gefunden 1843 und in der Sammlung 
des Fabrikanten Schmid zu Basel befindlicb, s. Comm. a, v. Spruche. 

Roth, S. 20. Orelli, Nr. 316. 



2067. DAM 

Auf einem 1772 gefundenen Melallknopfe, in der Sammlung 
der Universitat zu Basel bcfindlich. 

Roth, S. 20. Orelli, 317. 
A nine rk. Vergl. Nr. 1482, 19, wo auf eiuer Metallkugel A M d. 
i. wie Jausseu vorschlagt: Mitto , accipe, daher wahrscheiulich obeu 
eine ahnliche Legende, etwa, Da, mitto? 



2068. FELIC 

AVROR 

Felic(itas) Auror(ae.~) 

Auf einem goldenen Ringe, bisher unedirt und in der Samm- 
lung des Papierfabrikanten Schmid. 

Mittheilung des Herrn Professor Dr. Roth. 
Anmerk, S. Comni. a. v. Spriiche. 



2069. £oRTIS 

Griffelinschr. auf einem hier gefundenen Stiick Morlel, ini Be- 
sitze des Fabrikanlen Schmid. 
Roth, S. 20. Orelli, Nr. 321. 

Anmerk. Vielleicht CCajus) Orte(lius) (Roth ) oder: Fortis? ein 
oft vorkommender Name, s, Nr. 207, 394, 1159, 1317, 1352 u. a, 



— 168 — 

2070. iasmAo 

Carisei. 

Nach Roth auf einern Brenneisen (vielleickt Stempeleisen fiir 
Topfer?) im Besitze des Fabrikanten Schmid und hier gefunden, 
s. Comm. a. v. Stempelinschr. 

Roth, S. 81. Orelli, t. H. Nr. 318. 



207 1. AMASONIUS (mit rundem U) 
Bruckner berichtet: im Januar 1763 sei bei Augst ein Grab 
aufgedeckt worden, worin drei Kopfe befindlich gewesen. Auf 
vielen der Ziegelplatlen dieses Grabes habe dieser mit Stempel 
eingedriickte Namen gestanden. Von diesen vielen Ziegeln be- 
finden sich gegenwartig nur noch drei auf der Bibliolhek zu Basel: 
sie sind 16" !ang, 12" breit. Bruckner gibt den Typus AMASQNIVS 
ohne ein rundes U. 

Roth, S. 20. Bruckners Handexemplar auf der Bibl. zu Basel. 
Orelli, Nr. 320. 

Anmerk. S. Comtn. a. v, Zieglernamen. 



2072 LATERCVLI CIL COSS 

Laferculi CIL? tC~)oss(us~)? 
Griffelmschr. auf einem gebrannten Steine, hier gefunden 1844 
und in der Sammlung des Papierfabrikanten Schmid. Noch' un- 
edirt. 
Mittheilung des Herrn Professor Dr. Roth. 

A n m e r k. D'e Schrift ist cursiv mit einigen Charakteren der rom. 
Majuskel und wegen allzu grosser Eile des Schreibenden nur im Worte 
Laterculi zu entziffern, s. Comui. a. v. Griffelinschr. 



HI u n z a e Ii 

bei Liestal. 

2073. PRIMA. C. COTEI 

LIB. AN. XVI ET 
SOROR. ILLAEVS 
ARAVRICA ANNIC 
ET.MENS.VI.H.S.S 
PATRONVS PO 



- 100 — 

Prirna, Caji Cotci liberfa, armorvm XVI et soror illncus, *) 
Araurica 2 ) annic[uld) ct mensium VI hic silae sunt. Patronus 

posuit, 
Gcfunden 1707 (nach Lutz 1765) beim Abbruchc der St Lau- 
rentiuskirche , ffegenwBrtiff auf dcr Bibliothck zu Basel befindlich. 

Both, S. 6. Orelli, iusc. Helv. 1844. Nr. 888. 

A n in e r k. 1) Illaeus fiir illius, s Comm. a. v. Sprachliches. Eine 
andere Lesung ware Sororilla e(i)us, wenn nicht nach SOROR ein 
Punkt folgen wiirde, wesshalb obige Lesuug vorzuziehen. 2) Araurica 
nls Name zu fassen, scheint richtiger zu sein als a Raurica zu lesen. 



2074. D M. 

C. INDVTISA 

LVSTIANIC 

VICTORINI 

CONVNX 

Diis Manibus Caji Induti Salustiani (et) Caji Yictorini, conjunx. 

Gefunden 1767 (1765) beim Abbruch dcr Laurentiuskirche 
der Inschr. Nr. 2074. Nicht mehr vorhanden. 

Sclnnidt, Receuil d'antiq. S. 33. Orell, insc. Helv. 1844. Nr. 389. 
A n in e r k. Nach dieser Lesung wiirden hier zvvei Manner: Cajus 
Indutius (Indutus) Sallustianus uud C. Victorinus der ungenannten Ehe- 
gattin anzunehmen sein. S. Orelli Nr. 2037 wo ein umgekehrter Pall. 
Eine andere Lesuug wiire folgende: D. M. Caji Induti Salustiani Caju 
Victorini(a) conjunx, wenn nicht Caja anstossig und nicht ausdriicklich 
VICTORINI geschrieben wgre, daher an obige Lesung zu halten. 



Dietisberg. 

Alphof zwischen Buckten und Eptingen. 

2075. LEG VII 

Stempel auf dem Bruchstiicke eines gebrannten Steines, ge- 
funden in den 1750 r Jahren bei den Ruinen eines runden Thurms 
daselbst. 
Roth, S. 16. Bruckner, Merktn. XIX. S. 2277. 
A n m e r k. S. Comm. a. v. Legio. 



Kanton Aargrau. 



• ■ u ff&*»- 



Itai£«?r Augst. (Aargau Aug?st.) 

Dorf amRhein, y 4 Stunde von Basel Augst gelegen, bis zum 
lunneviller Frieden zu Oeslreich gehorig, daher Kaiser Augst ge- 
nannt. . Hier la£ das Castrum rauricense und zu Basel Auost die 
Colonia Augusta Rauracorum. 

2076. HIC RECVIISCIT 

RA DO ARA 
I N C X 

Hic requiescit *) Ra do ara 2 ) in nomine Christi. 

Gefunden 1841 auf dem Graberfelde bei Kaiseraugst und in 

der Sammlung des Papierfabrikanten Schmid befindlich. Noch 

nicht cdirt. 

Mittheilung des Herrn Professor Dr. Roth zu Basel. 

A u m e r k. 1) Die Lesung requiescit, wenn C Ueberrest von Q und 
bei deu Striclien II der vordere als i und beide zusammen als e gelten 
und daher eine doppelte Funktion derselben anzunehmeu iet. Ist C kein 
Ueberrest ,von Q so erscheint die Lesung recuescit, s. Comm. a. v* 
Sprachliches. 2) In diesem Namen zu bemerken das kleine d fur D, vvie 
oft vorkommt. 



— 171 — 

2077. I). M f 

m HOC TVMOLO 
REOVIISCIT BONE 
MEMORIAI BA/DO 
. - - VS OVI VIXIT 

. . . . NVS LV 

...IT QVINTO DE 

I I 0CT02RIS 

Diis Manibus f / ') In hoc tumolo *) requiescit s ) bone me- 

moriae Baudo 4 ) . . . . ns, & ) qui vixit (anri)us °) LV. 7 ) 

(Obi)it quinto dcQcimo di)e octobris. 

Gefunden 1841 auf dem Grabernfelde bei Kaiseraugst und in 
i\n- Samrnlung des Papierfabrikanten Schmid befindlich. Noch nicht 
edirt. 
Mittheilung des Herrn Professor Dr. Roth zu Basel. 
A n m e r k* 1) Hinsichtlich dieses Kreuzes im Gegensatze zu dem 
heidnischen D. M. s. Comm. a. v. Grabschr. christl. 2) 3) 5) 6) S. 
Comm. a. v. Sprachliches. 4) lu BNDO scheint N die Ligatur eiues 
nicht inehr deutlicheu A mit N oder V zu enthalten. Zu lesen: Baudo 
oder Bando. 7) Der Buchstabe L mit herabhangendem (Strich, fast cursiv. 



52 «s r z a c Ib. 

Stadtchen am Rhein. 

2078. M. IVNIO. M. F. VOLT. CERTO 

DOMO VIEN. VETERAN 

MIL. LEG XIII GEMINAE 

CERTVS ET AMIANTHVS 

PII HEREDES FECERVNT. 

Marco Junio . Marci filio , voltinia, Certo , domo Vienna, *) ve- 
ierano tniliii legionis XIII, geminae. Certus et Amianthus pii 

heredes fecerunt. 

In e^nem hiesigen Havse befindlich. 

Willimanu, de reb. Hel. I. p. 35. Haller, I. S. 59. Gruter, 548, 
7 uud 570. 10. Hagenbuch, Mss. v IV, p. 325. Orelli, i. H. 
Nr. 260. 

Anmerk. 1) Von dieser Inschr. siud gegenwartig noch folgende 
Reste zu lesen: 



— 172 — 

M P. VOLT, CERTO 

IENO VETERAN 

XIII GEMINAE 

ET AMIANTHVS 

EREDES FECER 

2) S. Comm. a. v. Vienna. 3) Wegeu des Ausdrucks veterauus miles 
s. Comm. a. t. Miles. 



2079. Q. VALERIVS 

Q. F. FAB. LIB 

ENS BRIXA 

MIL. LEG XI. C 

P. F. > ATTIENI 

MAXIMI 

Quintus Valerius, Quinfi filius, fabia, Libens, Brixa, ! ) tniles 
legionis XI, claudiae, piae, fidelis, cenluria Ailieni Maximi. 

Nicht mehr vorhandene Grabschrift von hier. 
Hagenbuch, Mss. 10. p. 337. Orelli, i. Helv. Nr. 261. 
Anmerk. 1) Brixia, oben geschr. Brixa, h. Brescia. 






2080. . . . . GIACVS 

. . OLLA. SVPER 

pO.EINTINA. MILES 

LEG XI. C. P. F. > SALNl 

MAXIMI ANNORVM 

XXXV. STIP 

. . . QM)agiacus? . . . pollia, Super , *) Po(l)entia y 3 ) miles 

legionis XI claudiae, piae, fidelis, centuria Saeni s ) Maximi , 

annorum XXX.V ', stipendiorum . . . 

Nicht mehr vorhandene Inschr. von hier. 

Hagenbuch, IV. p. 341. Orelli, i. H. Nr. 262. 

Anmerk. 1) Man findet einen Superus Nr. 1439, einen Superior 
Nr. 898, einen Superinus Nr. 1007. Der obige Name Super entspricht 
also vollkommen der lat. Namensbildung. 2) In diesem Worte ist das 
L erloschen. 33 In SALNI scheint L Ueberrest von E zu sein. Kann 
auch Salvii heissen, wenn N fiir V unrichtig copirt. 



— 173 — 

2081. . . OR. . 

. . PROC . . . 

Nicht mehr vorhnndene Schriflresle. 
Hagenbuch, Mss. IV. p. 343. Orelli, i. II. Nr. 263. 



O 1 t e it 



an der Aar, unrichlig Ultinum oder Ultinae genannt, da dieser 
Name aus einer unrichtig copirten und interpolirten Inschr. ent- 
nommen worden ist. 
Haller, II. S. 368. 

2082. IMPERATORI TIB 

CLAVD. NERON QVI TRANSIVRASSI VALL 

ROMANIS INVIAM 

COEPIT SVPERARE 

VICANI VLTINAT 

ENSES NAVIGANT 

ES POSVERVNT 

Auf der Briicke eingemauert. Diese Abschrift fertigte Abt 
Hermann und gelangte durch Probst Vogelsang zu Schonward 
um's Jahr 1778 an Haller, welcher sie spaterhin an Ort und 
Stelle mit dem Originale verglichen und wie er sagt, richtig- be- 
funden halte. Wie Hermann, Vogelsang und Haller gesehen 
haben, so auch Professor Pater lldcphons von Arx zu St. Gallen, 
von welchem Haller eine fast gleiche erhalten hatte. Eine andere 
von der obigen verschiedene fertigte 1778 der Generall. von Zur- 
lauben, die er in einer Abhandlung; Le soleil adore par les Tau- 
risques sur le mont Golthard, in den Discours de la Soc. Helv. d' 
Olten p. 15 mittheilte, wie folgt: 

> . . » AY 

CAIO NENONI VL 
TRA IVR . . VALL 

ROMAN IN VII 

CEPTV SVP . . AN 

ISANI VLTINA 

.... NAV. STAN 

TES POSVERVNT 



— 174 — 

Was alle diese Herrn in der vorgefassten Meinung, es handle 
sich hier von einer unler Tiber oder unter Nero liber den Jura 
angelegten Strasse in Bezug darauf inlerpolirt oder falsch abge- 
schrieben habe, stellt sich nun anders dar durch folgende zwei 
an Orelli 1844 gesendete Abschriften zvveier nicht genannter 
Manner, und zwar des einen: 

I. 

. . N MMOR API 

CAINI ROM 

IRHARISTIN 

ROMANI ANN 

CIPIVS VII AP 

AIMINI ANI 

MTIN AVSTA 

RIP POSVIRE 

und des andern: 

II. 

II MEMORIA AER 

CAII NERONI FRATRIS SINAA 

ROMANI I II CIPIVS VIX AN XXI SAININ IIN 

IISAI SENATVS Pa 

IS POSVERVNT 

woraus es sich trotz der fehlerhaften Abschriften ergibt, dass hier 
eine Grabinschr, vorliegt, zu deren Lesung ich folgende Ver- 
besserung vorschlage : 

(D. M) 
ET MEMORIAE AE(TE)R(NAE) 
CAII NERONI(S) FRATRIS .... 
ROMANI . . . QVI VIX(IT) AN XXI SATVRNINVS 

ET SAT Pa 

(RENT)ES POSVERVNT. 

QDiis Manibus~) et memoriae aeiernae Caji Neroni^s), fratris . . . 
Romani . . qui vix(it) annos XXI. Saturninus et Sat . . . pa- 

(j-en)tes posuerunt. 

Haller, I. S. 32. f. Schweizer Mus. Jahrg. III St. 3. Nr. 5. Orelli, 
iusc. H. N. 2. Nr. 264. 

A n m e r k. Parentes hochst wahrscheinlich in der Bedeutung: nahe 
Verwandten. 



- 175 — 

2083. M M 

MEMORIAE 

CINtfENI SECVN 

UVI VLXIT ANNIS 

XXI M VIII 

CINNENIVS 

SECVNDVS ET CINN. SECVN 

DIN FRATRI FA 

. . ENI) CVRAVE 

. . T 

Diis Nanibus (<?/) memoriae Cinnenii Secundi, qui vixit annis 

XXI, mensibus VIII. Cinnenius Secundus el Cinnenius Secun- 

dinus fralri fa[ci)endum curavc(ruii)t. 

Diese Inschr. ist nach Haller, welcher i807 Abschrift nahm, 
riiesseits der Briicke am Stadtchen einoremauert. 

o 

Haller, II. 372. Orelli, insc. Helv. Nr. 238. 
A n m e r k. Orelli gibt hierzu folgende ihm initgetheilte neue Abschr. 

M W 

NNLMIS LCVI 

IVIXIT ANV 

XXI M VIII 

CINNENIV 

SECVNDVS 

ET CINNE SECV 

IM FRAT P TA 

ND VPAI 

aus welcher hervorgeht, dass Z. 1 M M (verbessert und ergauzt D. 
MANIBVS oder D. MJ ganz fehlt, Z. 2 von MEMORIAE uur uoch MAI 
(verbessert MEM) iibrig ist und in den anderu Zeilen viele Buchstaben, 
z. B. Q R F theilvveise erloschen sind uud nur uoch in deu Resten C P 
P F da stehen. 



Ober-Culiu. 

bei Lenzburg. 
Haller, II. S. 432. f. 

2084. LEG XI C. P. F 

Legio XI, claudia , pia, fidelis. 

Stempel auf mehreren gebrannten Steiuen. Die Zahl der 
Exemplare ist nicht angegeben. 

Schmidt, p. 74. f. Orelli, insc. H. 1844. Nr. 239. 



— 176 — 

Anmerk. In neuerer Zeit fanden Arbeiter auf dem „Mauerhubel u 
verschiedene Quaderstiicke mit rom. Inschr., welche theils vermauert, 
theiJs zerschlagen wurden. 



B a d e st. 



Stadt und Badeort an der Limnat, zur Zeit der rom. Herr- 
schaft wegen seiner Bader beruhmt, Tacilus H. 167. Inschrift- 
lich werden Vicani aquenses genannt, woraus folgl, dass dieser 
Ort Vicus aquensis hiess. Die Ruinen desselben befinden sich 
auf dem linken Ufer der Limnat nordwestlich vom jetzigen Baden* 
Eine nach Baden Baden im Grossherzogthiim Baden (Nr. 850) 
gehorige Inschr. gibt Orelli unrichtig bei obigem Baden in der 
Schweiz. 
Haller, II. S. 470. f. 

2085. DEAE 1SIDI TEMPLVM A SOLO 

. L. ANNVSIVS MAGIANVS 

DE SVO POSVIT VIK AQVENSIB 
AD CVIVS TEMPLI ORNAMENTA 
ALPINIA ALPINVLA CONIVNX 
ET PEREGRINA FIL X C DEDE 
RVNT L, D. D. VICANORVM 

Deae Isidi templum a solo Lucius Annusius J ) Magianus de suo 
posuit vik(anis') aquensib(us), ad cujus templi ornamenta Alpinia 
Klpinula conjunx ct Peregrina filia denarios centum dederunt. 
Locus datus decreto vicanornm. 
Tempelaufschrift, ihrem Inhalt nach hierher gehorig und nicht 
nach Wettingen bei Baden, wo dieses Denkmal zwar gefunden 
und aufbewahrt worden ist, von da aberwahrscheinlich aus denRuinen 
des Vicus aquensis in das Kloster zu Wettingen kam. Die mit 
schonen Charakteren ausgefiihrte Schrifl hat mehrere Ligaturen, 
namentlich in dem Worte AQVENSIB. 

Gruter, 82. 9. Haller, I. S. 15. Hagenbuch, Mss. IV. p. 295. 
Orelli, insc. Hel. Nr. 264. 

Anmerk. 1) Haller: VIR AQVENSIS. Orelli : VIR AQVENS B, 

aus weleher unrichtiaen Copie uud Auffassung die Lesung(fex)vir aqueo(sis) 
b(is) entstaod. Nach Herrn Professor Dr. Meyers Mittheilung geben 
vvir obige richtige Abschrift uud die darauf basirte Lesuug. Zu be- 
merken hierbei die Schreibungeu VIK und Zeile 7 VICANORVM. 



— 177 — 

208«. I» 

MERCVRIO 
MARVNO 

. . . NS 
P. M. . . RP 



. . . . NR 

Sehriflrcsto, gefunden in den Ruinen des alten Schlosses da- 
hier und auf der Bihliothck zu Ziirch befindlich. 

Haller, II. S. 474. Hagenbuch, Mss. J. p. 330. Orelli, inscr. 
Helv Nr. 238. 

Anmerk. 1) Das Wort Marunus bezieht Haller nach Zurlauben 
auf ein Epithet des Mercur, ahgeleitet von dem Worte Maro, so viel 
als Vianus. Hagenbuch und Orelli sind dagegen der Meinung, dass 
hier eiu Mannsname mit der Nominativendiguug auf O vorliege. 

2086. l>) Nach Haller II. S. 475 sind zu vcrschiedenen Zeiten 
vicle nichl mehr vorhandcne Stempcl der LEG. XI und der LEG. 
XXI gcfunden worden , wurden aber von demselben ihrem In- 
halte und der Stellung der Typen nach nicht mitgetheilt. 



T e t t ii a it £ 

bei Baden. 

2087. DEO 1NVICTO 

TIB CASSIVS 

SANCTVS 

ET. TIB SANCTE 

1VS VALENS 

IEVI L 

Deo invicto Tiberius Cassius Sanctus et Tiberius Sancteius 
Valens ex visu 1 ) lubens merito. 

Wahrscheinlich aus den Ruinen des Vicus aquensis bei Baden 
hierher g-ebracht. 

Tschudi, Mss. p. 83. Tschudi, Gall. com. C. 8. p. 144. Hagen- 
buch, Mss.I. p. 335. Murator, praef. Tom. IV. p. IV. Gruter, 

12 



— 178 — 

81. 10. Simler, Antiq. Mss. I. fol. 53. Haller, II. S. 474. 
Orelli, ins. Helv. 1844. Nr. 157. 

Anmerk, 1) oder ex jussu. Vielleicht stand hier blos die Forrnel 
V. S. L L M 



W e t t f n g © n. 

Dorf nahe bei Baden. Die hier befindliche Inschr. Nr. 2085 
gehort riicksichtlich des Fundortes nach Badcn, da nach ihrem 
Inhalte angenommen wcrden muss , dass der darin genannte Isis- 
tempel im Vicus Aquensis gestanden hat. 
Haller, II. S. 185. 

2088. DEO MARTI MIL 

Deo Marti militari. 
Auf einem silbernen Geschirre (runden Platte) am 22. August 
1633 in einem Waldchen bei Weltingen gefunden. Dabei be- 
fanden sich noch 6 bis 7 andere ahnliche siiberne Flatten ver- 
schiedener Grosse mit Bildnissen kellischer und romischer Gott- 
heiten. Diese Gegenstande sollen, wie Reinesius berichlet, nach 
Wien in das Antikencabinet gekommen sein. 

Bochat, Mem. critiq. sur l'liist. d. 1. Suisse II. Zoller, Mss. mit 
Abbildungeu S. 248. f. Haller, II. S. 18G. Orelli, Nr. 365. 
Hagenbuch, Mss. IV. S. 321. Reinesius, p. 120. 
Anmerk. 1) Ein bek. Epithet s. Gruter 58. 4. 



2089. RINIONI BOITT/RI 

Rinioni , Boitturi, A ) 

Auf einer silbernen Plalte. Wegen Fund- und Aufbewahrungs- 
ort s. Nr. 2088. 

Literatur wie bei Nr. 2088. 

\ n m e r k. 1) Boehat BOLTVRI. Wahrscheinlich die^Namen zweier 
Stifter, s. nachf. Inschr. 



2090. BEMGNES LEGENTI REGLII 

Bcnignes (cl. i. Benignae) Legentii, Reglii (Regilii.') 
Ueber Fund, Aufbewahrung, Literatur s. Nr. 2088. 

A n m e r k. Legentii, Reglii wahrscheinlich Namen zweier Stifter, 
da der dritte Nsine der Mitstifterin Benignes einfach gegeben und daher 
beide andere ebenso zu fassen sind. 



— 179 — 

20JH MERCVRI 

MANI 

C. HIILVI 

PRIVATI 

Mercurii Mani, Caji ') Hclvii Privati. 

Auf cinor silbernen Plalle, gefunden vvie bci Nr. 2088 bc- 
mcrkt. 

Bochet, II. Zoller, S. 248. Haller, II. S, 180. Hageubuch, 
IV. p. 321. Reinesius, p. 120. Orelli, i. H. Nr. 265. 

A n m e r k. 1) ltrinesius und Andere beziehen diese Stelle auf den 
Merkur iind leseu Mercurio M.inio. Allein es liegt hier der Name des 
Mitstifters dieser h. Gefasse vor, und ist daher nach Orelli wie oben zu 
lesen. Vergl. die vorhergehenden Inschr. Wegen des hier einem Menscheu 
beigelegten Gotternamens s. Comm. a. v. Namen. 



W e I I e r. 

Dorf bei Baden. 

2092. IMP. CAESARI 

DIVI NERVAE F 
NERVAE TRAIA 
NO. AVG. GERM 
PONT MAX. TRIB 
POT. COS. II. PP DES 
III. M. P. LAXXV , 

Jmperalori caesari^ divi Nervae filio, Nervae Trajano augusto , 

germanico, pontijici maximo, tribunitia pofestaie, consuli itevum, 

patri patriae, disignato tertium. Millia passuum LXXXV. 

Gefunden im 16. Jahrhundert in der Nahe von Weiler und 

auf Veranslaltung Tchudfs, darnaligen Landraths, in Baden zu- 

nachst der Limnatbriicke aufgestellt, gegenwartig in der Stadt- 

bibliothek zu Ziirch befindlich. 

Stumpf, Schweizerchr. IV. Kap. 21. Grufcer, 155. 5. Murat., 
in praef. ad T. IV p. 6 (welcher die Inschr. fiir unedirt halt.) 
Hagenbuch, I. 314. Haller, I. S. 151. Orelli, insc. Helv, 
Mr. 256. 

Anmerk. I) Diese Strassensaule weisst wahrscheinlich auf Aven- 
ticum, s. Wiflisburg und vergl. Iuschr. zu Genf Nr. 2183 uud Conim. a. 
v. Strassensaulen. 

12* 



— 180 — 

W 1 ii d 1 s © li. 

Dorf am Zusammenflusse der Aare und Ruse auf der Er- 
hohung kleiner Hiigeln, vvo die rom. Stadt und Feslung Vindo- 
nissa lag, vvelche sich iiber die Stelle des jetzigen Dorfes hinaus 
auf der Gemarkung desselben, namentlich der sogenannten „Breite" 
ausdehnte, und eine der wichtigsten rpmischen Waflenplalze war. 
Nahe dabei befmden sich Romerstatten zu Konigsfelden , Ober- 
burs, Briiorcr, etwas weiter davon zu Allenburg, von vvclchen 
Haller bemerkt, sie hatten innerhalb des Bezirks des ehemaligen 
Platzes von Vindonissa gelegen, was jedoch nach des Verfassers 
naherer Beschreibung der Lage dieser Stadt dahin zu verstehen, 
dass alle diese Romerstatten auswarts liegende befestigte Ver- 
starkungspunkte des Hauptmittelpunktes gewesen sind, wesshalb 
die noch vorhandenen Denkmale nach diesen Orten, wo man sie 
gefunden , mit Ausnahme des Denkmals von Briigg aufgefuhrt 
werden miissen. 

Haller. II. S. 373. f. 

2093. IMP. T. VESPASIANVS 

CAES. AVG. VII. COS. MARTI. APOLLINI 

MINERVAE 

ARCVM VICANI 

VINDONISSENSES CVRIAE 

T. VRBANIO MATTONI 

VAL. ALBANO 

L. VETVRIO MELLOCOTTIO 

RVFO QVINTO SEXTIO. 

Diese Inschr. gehort ihrem Inhalte nach otfenbar hierher und 
befindet sich gegenwartig in dem nahe gelegenen Briigg in einem 
Hause. Obige Abschrift gibt Heinrich Gundolfinger in Wagners 
Merc. helv. Eine andere spater gefertigte Copie liefert nach 
seiner Autopsie, Haller wie folgt: 



— 181 — 

IMl\ T. VESPASIANO 
CAESAR. AVG. VII COS 



ARCVM 

VICANI VIIVDONISSENS. 

CVR. T. VRBANIO MATTONE T 

VALER. ALBANO. L. VETVRIO MELOCOTTIO. 



Dazu solze ich die neueste Abschrift, welche Orelli von 
Diacori Fisch zu Briigg erhalten hatte. 
Sie lautet wie folgt: 

IMP. T. VESPASIANO 
CAESAR. AVG VII. COS. 

ARCVM 

VICANI VINDONFSENSES 

CVR T. VRBANO. MATTONE T. 

VALER. ALBANO. L. VETVRIO MELOCOTTIO 

Da Haller aus eigener Autopsie Zeile 3 und 4 seiner Abschrift 
und am Schlusse derselben Zeile 9 drei Defectzeilen angibt und 
Gundolfingers Copie zu diesen spater erloschenen Slellen lesbare 
Worte liefert, so faHt es auf, dass Diacon Fisch eine ohne an- 
gemerkte Defectstellen copirte Inschr. mitlheilt, und miissen wir 
daher auf die Autoritat Gundolfinorers und Hallers hin, diese 
Abschriit in sofern beanstanden, als bei derselben jene Defect- 
stellen fehlen, wiewohl ihr iibriger Inhalt mit den friiheren Ab- 
schriften iibereinstimmt, ja mit Hinblick auf Hallers Abschrift rich- 
tiger ist, als die des Gundolfinger. Nach diesen Praemissen 
bringe ich folgende Verbesserung und Erganzung in Vorschlag : 

IMP. T. VESPASIANO 

CAESAR. AVG. VII COS 

(MAIiTI APOLLINI) 

(MINERVAE) 

ARCVM 

VICANI VINDONISSENSES 

CVR. T. VRBANIO MATTONE T 

VALERIO. ALBANO. L. VETVRIO. MELOOOTTIO. 

(RVFO QVINTO SEXTIO.) 



— 182 — 

Jmperatori Tito Vespasiano caesari augusto , septimum consulii, 

QMarti, Apollini, Minervae) arcum vicani vindonissenses curan- 

Hbus 2 ) Tito Urbanio Mattone, Tiio Valerio Albano, Lucio Veturio 

Mdocottio (Rufo Quinto Sextio.) 

Orelli, insc. Helv. Nr. 240. nach Fisch. Haller, I. 149. 
Gruter, 10«8. 3. Schweizer Museum, II. Jahrg. 8. St. Nr. 
IV. S. 704. Wagner, Merc. Helv. sub art. Windisch vvo Gun- 
dolfingers Abschr. Hageubuch, Mss. IV. 273. 

Anmerk. i*J VII COS erscheint gegen deu Gebrauch. Wahrschein- 
lich vor VII eine Defrktstelle, auf welcher zu lesen gewesen TKIB POT 
VII COS. 2) Gundolfinger unrichtig CVRIAT fur CVR , s. Comm. a. 
v. Jussu, instantia. Marti, Apollini, Miuervae, s, Comm. a. v. Sprach- 
liches — Asyndeton. 



2049. L. TITENNIVS. U F. 

LEMONIA. VIC 

TORINVS. BONO 

MIL LEG \|. C. P. F 

S* VALERIANA 

ANNOR XXXV 

STIPENDIOR. V. 

H. T. F. C. 

Lucius Titennius , Lucii filius, lemonia, Vicforinus, Bononia, miles 

legionis X/, claudiae, piae, fidelis , centuria valeriana, annorum 

XXXV l ) stipendiorum V. Heres litulum faciundum curaviL 

Nach Haller hier gefunden, kam in den Schlossgarten zu Ko- 
nigsfelden, wohin Orelli den Fundort unrichlio; setzt. 

Haller, II. S. 381. Hagenbuch, Mss, III. p. 85. Orelli, inscr. 
Helv. Nr. 253. 
A n m e r k 1) Orelli XXV. 2) oder Heres testameuti formula cu- 
javit, s. Comm. a. v. Grabschr. 



2095. M. MAGIVS M. F POB. MA 

VS. VERONA. MIL. LEG XI C. P. F. 

> MARCI MODESTi ANNO XXXIII 

EX TESTAMENTO H. F. C. 

L. ENNIVS SECVNDVS * 

Q ROMANVS VERECVN DV 
H. S. E. 



— 183 — 

Marcus Magius , Marci (Uius, poblitia, ') Ma[xim)us, a ) Verona, 
miles tegiones XI, claudiae, piae fidclis , cenluria Marci Modesti, 
annorum XXXIII, 5 ) Ex testamcnto hcrcdes faciundum curaccrunt 
Lucius Ennius Secundus, Quinlus Romanus Verecundus. Hic 

situs est. 

Nach Haller zu Windisch gefunden und an der Pfarrkirche zu 
Gebisdorf befindlioh, wohin Orelli unrichtig den Fundort setzl. 

Haller, II. S. 381. Orelli, Nr. 253. Gr u ter, 551. IV. Hageu- 
buch, II. p. 75. • 

A u m e r k. 1) Orelli nach Hagenbuch MI OB, verleseu fiir M. F. 
POB. 2)Orellinach Hageubuch MAG .. | C AVS. Ich suche hier einen der 
Namen Magissus, Magianus, Maxitnus. 3) Der Steinmetze vergass die 
Stipendia und setzte die Formelsigle H. S. E unrichtig an den SchJass 
der Inschr. 



2096. M. APRONIVS 

M. F. VAVIVS. SEG. 
. . . M. S M AV. CO. AVG 
MILES LEG. XI. C. P. F 
EX. CEN. FVSCI. ANNO 

XXXVII. STIPENDIO 

RV. XVII. H. S. E. EST 

TESTAMENTO FIERI 

IVSSIT. HEREDES 

FACIVNDV CVRAR 

VNT. 

Marcus Apronius f Marci filius, Vavius, sergia? *) .... Col. 

Augusta, *) miles legionis XI, claudiae, piae, fidelis, ex centuria 

Fusci, annorum XXXVII, stipendiorum XVII, hic situs est. Ex s ) 

testamento fieri jussit. Heredes faciundum curarunt. 

Gefunden 1794 und damals in der Wohnung Hallers zu K6- 
nigsfelden aufbewahrt. 

Haller, I. S. 189. Orelli, inscr. Helv. Nr. 242: 
A n m e r k. 1) Wahrscheinlich sergia, nach welchem Worte das er- 
loschene Agnomen des Verstorbenen und der Name des Ortes seiner 
Herkunft folgteu. 2) EST wahrscheiulich EXS g^schrieben. 



— 184 — 

2097. C. VALERI 

VB. C. F. VOL 

CAMPANVS 

VIENNA. MIL 

LEG. XI C. P. F. 

OLNI ANNO XL 

STIP. XI. T. FE 

C. COMINIVS 

NEMAV3VS. F 

F C. 

Cajus Valerius, Caji filius , voltinia, Campanus , Vienna, miles 

legionis XI, claudiae, piae, fidelis, (centurid) (V)ol(i)ni, ') 

annorum XL, stipendiorum XI testamento *) fieri (jussify Cajus 

Cominius Nemausus (h)c(res) faciundum curamt. 

Diese nach Haller hier gefundene und nicht mehr vorhandene 
lnschr. karn nach Altenburg, wohin Orelli unrichtig den Fundort 
selzt. 

Haller, II. 381. 382. Gruter, 564. 4. Hagenbueh, Mss. IV. p. 
71. Orelli, insc. Helv JVr. 251. 

A n m e r k. 1) Haller gibt liier eine Defectstelle, Orelli vvie oben. 
2) Die Buchstaben T FE vielleicht unrichtige Abschrift der nach deni 
Gebrauche hierher gehorigen Formelsigle H. S. E und also zu lesen hic 
siius est , wiewohl diese zuueilen fehlt. Ist dieses hier der Fall, so 
kann die hier angezeigte Formel sowohl in einem neuen Satze, als auch 
im Zusammenhange mit den rorhergehenden Worten gelesen werden. 
Hat der Steinmetze letztere Formel geschrieben, so ist T FE uurichtige 
Abschrift von T. F. I oder T. F(I)E(RI.) 3) F vielleicht Ueberrest von 
E, wenn HERES : vou H, wenn nur dieser einzelne Buchstabe dastaud. 
Obige Inschr. hat mit der nachfolgeuden 2098 in mancher Beziehung so 
viele Aehnlichkeit, dass hier die Formeln H. S. E und H. F C. ange- 
nommen werden diirften. 






2098. L. VEGNANTIO. 

FOL t MAXIMO DO 

FOR. COK. MIL LEG. 

XI C. P. F GVSORIVS 

ANN. XLVIII STIP XX 

H. S. E 
C. ROSCIVS OM PHA 
LVS HER FCA. CVR 



— 185 — 

Lucio Vcgnantio (. . . . fdio), pollia, Mdximo, domo Foro Cor- 

ucfii , militi tegionis XI, claudiac, piac, fidclis , centuria ') . . 

annorum XLVlll, slipcndiorum XX, hic situs est. Cajus Roscius 

Omphatus hercs faciundum curavit. 

Diese iiarli Haller hier gefundene ( rabinschr. befand sich, 
vvic Sftumpf bericlitet, in Allenburp; aufhewahrt, soll aber abhanden 
gekommcn sein. 

Ualler, II. 8. 383. Stumpf, Schw. Clir. L. VII. S. 305. Felilt 
bei Orelli. 
Aumerk. 1) Nach L. VKGNANTIO folgte die Stelle mit der An- 
zeige wessen Sohn er gewesen, also L? F. 3) GVSORIVS uurichtige 
Abschrift. Ohne Zweifel stand hier der Name der Centuria, wie bei 
Nr. 3094, 3095, 3096, vielleicht C. VSORII, centuria Usorii, oder C. 
VSORIANA d. i. centuria usoriana. 



2099 VLIO. M 

. . . R. MAXIMO 
. . GVSTO 
. . METO MIL 
. . XI C. P. F. 
. . VIII. STP V 

V s 
. . GEIVS MIL 
. . G EIVS DEM 
. . RES. EIVS. FECI 

(Diis Manibus C? JJulio, M(arci /Uio, (t)r(jomentinaY! x ) Vaximo, 

Avgttsta .... mcto, mititi (lcgionis) XI, claudiae, piac, fidelis, 

(tinnorum XX) V 111, stipendiorum V. S{. . . Ma)gcius , milcs 

(le)g(ionis) cjusdem (et he)res cjus fecit. 

Hier gefunden und auf der Bibliothek zu Ztirch befindlich. 

Orelli, insc. Helv. 1844 Nr. 345. 

Anmerk. 1) Wenn dieses R als Rest eiuer Worlabkiirzung richtig 
c opirt, auch noch zu leseu: (a)r(riensi, oder cornelio, galeria/horatia, 
quiriua, sergia, tromeutina, wozu der Name des Ortes zu sucheu, was 
niir nach Anleituug der Reste . . . GVSTO (ich vermutlie GVSTA) und 
METO bis jetzt noch nicht geluugan ist. 



— 186 — 

2000, MIL. LEG XXI 

RAPACIS. 
ANNOR. XLIIL 
STIPEND XIIX 



HAEREDES . * 
FAC. CVR 
H. S. E. 

♦ . ♦ ♦ tniles legionis XXI, rapacis, annorum XLIH , stipendiorum 
XVIII . ♦ . . Haeredes faciundum curaverunU Hic silus est. ') 
Zu Hallers Lebzeiten beim Abbruche eines Hauses gefunden , 
spater eingemauert und abhanden gekommen. 
Haller, II. 380. 

Anmerk. Versehen des Steinmetzen , weil diese Stelle vor HAE- 
REDES zu stehen hat. Fehler der Art kommen zuweilen vor. 



2001. APTEM12. E&E21&N. ETTTX0T2. 
AAEANAPOT, MEIAHTOIJOAEIT^N 

Auf einer Lampe von Erz, gefunden 1794 und damals im 
Besitze Hallers. 
Haller, II. S. 398. Orelli, Nr. 847. 



• • ♦ • ♦ 



2102. 

CLAVDI 



Auf einem Bruchstuckc. 

Orelii, Nr. 248. nach Hagenbuch Mss. IV. p. 363. Plantinus, 
p. 277. 



• ♦ • * 4 • 



2103. 

CAL 

. . VII 
-..10 

Auf einem Bruchstiicke. 
Orelli, Nr. 250. Hagenbuch, Mss. IV. p. 267. 



— 187 — 



2104. 

. . G. PON . . 
. , II POT III 
. , , LONIO PATR 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Bruchs 
Uagcnbuch, Mss. IV. p. 281. 





T 




M 


I * A 


■—* 


AXI ixv 


CASM 




L 





Dieses, unbckannt wo befindliche , auf den in Samolhrake 
eino-efuhrten Kabirencult sich beziehende Amulet soll nach dem 
Zeugnisse Hagenbuchs hier gefuuden worden sein. Die hier ein- 
geschricbcnen Buchslaben beziehen sich auf die Namen der vier 
Kabiren Axi(eros), Axi(ocersa) , Axi(occrsus) und Casm(ilos) 
worliber Naheres bei Lersch i. d. Zeitschr. des V. v. A. F. IX. 
S. 54. f. 

Hageobuch, i. eplst. ined. 1721. Orelli, insc. Helv. Nr. 844. 



2106. LEG VI 

Nicht mehr vorhandener Slempel, Bruchstiick, wahrsclieinlich 
Leberrest von LEG VIII. 

Ilaller, II. S. 395. Orelli, Nr. 845. 



2107. LEG XI. C. P. F 

Nicht mehr vorhandener Slempel auf gebrannten Steinen, 
die Zahl der Exemplare ist nicht angegeben. Wahrscheinlich be- 
sass Haller Exemplare dieses Slempels. 
Haller, II. S. 865. Orelli, Nr. 345. 
Anmerk. Haller gibt a. a. O. noch eiuen Stempel LEG. G P F 
und liest legio gemina pia fidelis, s. Comin. a. v. Legio, insbesondere 
Legio XI. 



— 188 — 

2108. LEG. XXI — LEG XX G — LEG XXI. G. R — 

LEG XXI S C VI 

Legio XXI — - Legio XX(7), galica, — Legio XXI, gallica, rapux — 
Legio XXI, severiana, claudiana, sextum (Orelli.) 

Stempel auf gebrannlen Stcinen von hier, ohne Angahe der 

Zuhl, wovon einige vormals im Besitze Hallers befindlich. 

Haller, I. 81. II. 335. Orelli, inscr. Helv. Nr. 345. Derselbe* 
inscript. lat. Nr. 441. 464. Schweizer Museuni, Jahrg. II. 
St. 8. S. 710. 

Anmerk. S. Comm. a. v. Legio, insbesondere Leg. XXI. 



2109. C. XXVII. 

Cohors XXVIL 

Nicht mehr vorhandener Stempel auf dem Fragment eines ge- 
brannten Steines. vormals im Besitze Hallers. 
Haller, II. 395. 

Anmerk. Cohors XXVII voluutariorum civ'um romanorum, vergl. 
Nr. 852, 858, 859. 



2H0. IOVIANVS F — TERTIVS F — OF CRESPI. — 
OF CALVS >) — ATIMETI. 2 ) 
Topfernamen auf Gefassen (N. 2 auf einer Lampe). StempeT, 
unbekannt wo befindlich. 
Haller, II. 396. Orelli, ins. Helv. Nr. 246. 247. Hagenbuch, 
Mss. IV. p. 263. 
Anmerk. 1) Officina Calus(i). 



Gtebistlorf. 

bei Windisch. 
Haller, II. 

2111. TI CLAVDIO HYMNO 

MEDICO. LEG. XXI. 
CLAVDIAE. QVIETAE- EIVS. 
ATTICVS PATRONVS 



— 180 — 

Tito Ctaudio Hymno, mcdico lcgionis XXI (c/) Claudiae Quietae ' ) 

cjus, Atticus patronus. 
Nacli llagenbuchs Autopsie. 
Orelli, ins. H. %r. 254. Hagenbuch, II. p. 76. 
A n m e r k. 1) scil. conjugi. 



B r fl | | 

bei Windisch. 

21 12. AVGVSTO 

VNDO. LEG AV 
LEGIO. 

. . . , Augusto (Sec^undo , legato au(gusli propraetore, legato) 

legionis . . . ♦ - 
Auf cinem 1843 gefundenen Steinfragment, unbckannt wo 
aufbewahrt. 

OrelH, insc. Helv. 1844. Nr. 855. 



T & t t w j 1 

bei Windisch. 

Ilaller, II. 466 

2H3. LEG XXI — LEG XXI S C VI 

Legio XXI — Legio XXI severiana, claudia sextum. 

Stempel auf gebrannten Steinen ohne Angabe der Zahl und 
unbekannt wo befindlich. 
Haller, II. S. 466. 
A n m e r k. S. Comm. a. v. Legio, insbesondere Leg. XXI hinsichtlich 
der Lesung sextum. 



- ■'! I \3H+i 



Hantoii Tliiirgau 



W%-t~ 



Rurg bei S t e i n. 

Dorf ain Rhein auf den Ruinen einer rom. Niederlassung, Gau- 
nodurum genannt. 
Haller, II. S. 131. 

2114. IMP CAES CAIVS PONT 

MAX TRIB P P , . 
. . . PP PROC . . 

. . ND . . . S . . 

» , . SC « . 

. DE . . . 

lmperator caesar Cajus pontifex maximus, tribunitia polestale 

. . „ . proconsuL 

Nicht mehr vorhandenes Fragment von hier. 

Gruter, 188. 7. Tschudi, Mss. p. 68. Hagenbuch, Mss. I. p. 
345. Haller, I. 66. Orelli, insc. H. 1844. Nr. 276. 

A d m e r k. Obige Abschrift nach Gruter, Tschudi und HalJer, welche 
rticksichtlich der zwei ersten Zeilen ubereinstimmen. Hageobuch gibt 
folgende Zeilen: 

IMP CAES CAIVS . . . 
. . . RIB. P. P . . . ASA 

. . . A . . . SS 

. . . DIO . . OC . . DI 

.... M ... . 

... SC • . . . 

... UJci ... 






— 191 — 

uncl Gruter rii einem nndern Orte 1031.3. nach Stumpf folgende Zeilen: 

IMP. CAKti. CAIVS . . 
MAX. TRIB. P. 1» . . 

A . . 

. D. P. P PROC. 

M 

SC 

DE 

Die zwel ersten Zeilen geben den Beweis, dass diese Inschr. anf 
den Kaiser Caligula bezogen werden kann, womit zu vergleichen Orelli 
ins. lat. Nr. 701 und 703. Die iibrigen auf 5 Zeilen vertheilteu Schrift- 
reste, deren Ergaiizung unmoglich ist, scheinen anzudeuten, dass diese s 
ein grosses Devotionsdenkmal war» Vergl. eine Inschr. St Tryphon Nr. 
2303, welche von einigen Erklarern ebenfalls auf den K. Caligula be- 
zogen wird, nach meinem Vorschlage jedoch dem K. Claudius angehort. 



• • 



• • 



• • 



2H5. FLVM. RHENO 

PRO SALVTE 
0. SPICI CRN 

Flumini Rheno ! } pro salule Quinti S(ut)picii C(a)r(t)n(i). 

Nicht mehr vorhandene Inschr. nach Hagcnbuchs Abschrift. 
Die dritte Zeile enthalt viele Ligaturen. 

Orelli, insc. Helv. Nr. 877. Hagenbuch, I. pt 349. 
Anmerk. Vergl. Nr. 1611. 



Kantoii Ziirieh. 



•*$♦ 



K. 1 o t e n. 

Dorf an der Romerstrasse zwischen Wintlisch und Winlerlhur 
mit vielen rom. Allerthumerh. Entdeckungen am Aalbiihel im 
Jahre 1724. 
Haller, II. 160. 

2116. LEG XI C P. F 

Legio XI, claudia, pia, fldelis. 

Stempel auf mehreren gebrannten Steinen, deren Zahl nicht an- 

gegeben isU 

Haller, II. S. 160. Breitinger, in Schelhonns Amoen. lit. VII. 
Hagenbuch, III. p. 11. Orelli, Nr. 269. 



2117. 1) L. XXI. C. — 2) L. XXI. S. — 3) L. XXI. S. C. VI 

i) Legio XXI, claudia. 2) Legio XXI, severiana. 3) Legio XXI 
severiana, claudia sextum. 

Stempel auf verschiedenen gebrannten Steinen ohne Angabe 

der Zahl. 

Orelli, Nr. 270. 271. 272. uud die oben Nr. 2116 angefiihrten 
Schriftsteller. Hagenbuch, III. p. 19. 

A n in er k. S. Comm. a. v. Legio, insbesondere Legio XXI. 1) Der 
Stempel L. XXI C scheint richtiger auf LKG XI C bezogen werden zu 
konnen, mau wolle dann annehmen, dass nach XXI der Buchstabe S 
erloschen sei, in welchem Falle sich. wie bei Nr. 3 der Stempel LEG 
XXI (S) C herausstellen wiirde. 



— 193 — 

JE i r i r li. 

Sladt am See gl. Namens. Urkundlich erscheint eine Slatio 
turicensis, s. Nr. 2l18, nach welchcr auf Existenz und Namen 
(Turieum), cinesdahicrbefindlich gewcsenen Romerorlsgeschlossen 
werdcn diirfte. 

Haller, II. 8. 179. 

2118. D. M 

HIC SITVS EST 
L AEL. VRBICVS 

QVI VIXIT AN 
VNO. M. V. D. V 
VNIO AVG LIB 
P. P. STATVRICEN 
XL. G. ET. AE. SECVNDIN 
P. DVLCISSIMO. F. 
Diis Manibus. Hic situs est Lucius Aelius Urbicus, qui vixit anno 
uno, mensibus V, diebus V. Unio^ augusti libertus, praepositus 
stationis *) turicensis XL Qquadragesimae^) Galliarum et Aelia 
Secundina puero 2 ) dulcissimo fecerunt 
Gef. 1747 in dem Lindenhof und auf der hiesigen Bibliothek 
befmdlich. Die Schrift hat viele Lijjaturen. 
Haller, I. S. 17. Orelli Nr. 266. 

Anmerk. 1) Zu beinerken die Schreibung STATURICEN wegen des 
doppelt fungirenden T, s. Comui. a. v. Sprachliclies — Abkiirzungen 
II. B. a. Ueber die Stationes Galliarum fzur Erhebung der Steuern in 
allen gallischen Provinzen errichtete Statten) nach deren Namen die 
Orte, wo sie errichtet waren, init benannt sind, das Nahere in mei- 
ner Topographie der rom. Provinzen. 2) Puero, ungewohnlich fiir das 
uberall gebrauchte Wort filio. Vermuthlich ist das P ein nicht richtig 
gelesenes oder undeutlieh gewordenes F. 



B u c9i s. 

Dorf zwischcn Ziirich und Baden an einer Romerstatte. Man 
fand 1759 Ueberreste einer Wasserleitung, Pavimente, Warme- 
leitunocn. 

HaJler, II. S. 146. 

2119 OF MODEST 

Offtcina Modesti. 

Slcmpel auf einem Gefassebruchstiicke. 
Orelli, iusc. Hel. 1844 Nr. 263. Haller, II. Nr, 146. 

13 



— 194 — 

Anmerk. Im Jahr 1759 wurdeu hier auch Stempel der LEG. XI und 
LEG. XXI gefundeu, wovon Haller keiue Abschrifteu mittheilt. . Auch 
Fasy, Scbweizer Sfaats- uud Erdbeschr., I. 459, huf welche sich Haller 
bezieht, giebt keine Abschriften. 



•f b e r g. 

Schloss bei Waltwyl 

Haller, II. S. 155. 

2120. MINERVAE AVG. 

L. CALLIDIVS. P. F. TR. 
PALMARO C V. IV . . 
QVADRAT. AMIC . . . 

ET. C. SECVJND .... 

PROINCOLVM 

. . . 1N SODALI . . . 



Minervae augustae. Lucius Callidius, Publil filius , iromentina, 

Pabnaro. 1 ) C(a)m[pan)uQs)? quadratari(orum) amicQus) et Cajus 

Secundus ..... pro inco luni(itale) sodalifii .... 

Aiif cinem am Sehlosse eingemauerten Frajjmente. 

Haller, II. S. 155. ilochat, !II. p. 421. Hagenbuch, Mss. IV. 
p. 179. Orelli, inscr. H. 1844. Nr. 179. 

Anmerk. I) Hagenbncli liest: palmarum centum. So ka,nn es aher 
nicht lieisseu , deun mau liest ja PALMAKO. Ich glaube, dass in dieser 
Zeile der Name des Ortes oder Landes der Horkunft mit dem nach- 
gesetzteu Cognomeu des Mitstifters Callidius gestanden hat, uud schlage 
dftlier obige Lesurig vor. Ueber das Epithet augustae s, Comm. a. v. 
Auguslus. 2} Diese Inschrift giebt Nachricht. von efnein dahier bestan- 
deueu Collegium quadrnturioruni. l)as Denkmal ist pussend der Minerva 
gcwidmet. 



KieeSer-liiiimereii. 

Dorf an der Strasse von Windisch nach Zug; in dessen Nahe 
eine RomerstaUe, vvo 1741 wichtige Entdeekungen gemacht 
wurden. 

Haller, II. S. 441. 

2121 ») EPONA — Q PASIEN. — COSRV. — 
OVRVA, — AFSARR, — RISCINVSVM 



— 195 — 

Slempel auf Gefasson, geftmden 1741, unbekannt wo be- 
lindlich. 

Breftinger, Nncbrlcht von einer neuen Entdeckung einer bisher 
unbekannieii Stadt. Zuricli 1745. Orelli, Nr. 207. 

Anmcrk. I) Dreser stempel hey.icht sicji auf die hcknnntc Gottheit 
Epona, s. Coinm n. v. Epona. Wnhrscbeiuljch gehorteo zu diesem VVorte 
noeh mehre, etwa eine Weiheformei, und der Name des Widmenden, 
vergl. Nr. 7.5f), 7<>0. 761. 2) Dieser StempeJ und die vier undern geben 
folgende Toplernamen : officinu Passtenr, Cosru(s), Ovurua, Afsarr, 
Risciiiusus(si)ii;anu. 



O I> e r W i n i e r t Ii u r. 

Dorf bci der Sladt Winterlhur. Die Stelle, vvo hier das 
romischc Yiluduriun lag, ist der bei dicsem Dorfe befindlichc 
Limbero- mit den dazu gehorigen Landereien. Man fand daselbst 
zu allen Zcilcn viele (JebatH-Vsubstructionen, nach welchen zu 
schlicsscn, dass dieser Ort sclir gross war und fasl bis an die 
Stadl Wintcrthur rcichte. Es scheint, dass bei dem rom. Castell 
auf dem Limberge ein in verlansferter Mauerumoiirtunff mit dem- 
selben vcrbundcncr Vicus (wie bei Hedcrnheim der Vicus novus, 
s. im ersten Thcil d. \V. S. 304) lag. 

Haller II, S. 121 f. 

2122. 

IMP CAES. G. AVREL. VAL. DIOCLETIANVS AVG. PONT MAX 

SAR. MAX. PERS. MAX. TRIB. POT. XI. IMP. X. COSV.P. P. ET. 

IMP- CAES. M. AVR. VAL. MAXSIMINVS AVG. PONT. MAX SAR 

MAX. PERS. MAX. TRIB. POT. X. IMP. VIII COS IJII. P P ET 1MPP 

EL. VAL. CONSTANTJVS ET. GAL. VAL MAXIMIANVS FILII 

CAESS. MVRVM VITVDVRENSEM A SOLO INSTAVRARVNT 

CVRANTE AVRELIO PROCVLO V. P. PR. PROV. MAX. SEQ. 

Impcrafor ccesar Gajus Aurclius Yuterius Dioclefianus augustus, 
pontifex maximus , sarmaiicus maximus . persicus maximus , tri- 
bunifia pofesfafe XI, imperafor a, consul J 7 , pater pafriae, et im- 
perator ccesar Marcus Aurctius Valerius Maxsiminus augustus, 
pontifcx maximus, sarmaiicus maximus, persicus maximus , iri- 
bunitia potesiate X, imperalor VIII, consul IV, pater patriae, et 
impcratorcs Ffavius Vafcrius Constanfius et Galerius Valerius 
Maximianus, fdii caesares murum vifudurensem a solo i?!sfaurarunt 
curante 2 ) Aurefio Proado, oiro perfeciisimo *) pracside provinciae 

Maximae Sequanorum. 

13* 



— 196 — 

Auf einem Baudenkstein (Platte), gefunden in den Ruinen am 
Limberge, welcher, unbekannt zu welcher Zeil, nach Constanz 
kam, wo ihn Fiirstabt Gerbert auf seiner Reise durch Deutsch- 
land im Jahr 1775 in dem Kreuzgange der Kathedralkirche da- 
selbst sah. Gegenwartig ist er, nach einer brieflichen Miltheilung 
des Herrn Professors Dr. Rappenegger zu Mannheim in einer 
Wand der Mauritiuskaqelle in der Domkirche eingemauert, was 
ich auf den VVunsch des Herrn Prof. R. als Berichtigung seiner 
irrlhumlichen Angabe (s. dessen Inschr. v. Baden Nr. l),. dass 
der Stein nicht mehr vorhanden sey, hiermit anfiihre. Die oben 
mitgetheille Abschrift wurde nach v. Raisers Versicherung im 
Jahre 1826 an Ort und Stelle geferligt. Sie stimmt mit den 
beiden von Tschudi (nach welchen Orelli edirte) und Gruter 
mitgetheillen. Copien bis auf die in dcr Note angemerkte Stelle 
nach ganz gleichen Zeilenablheilungen iiberein. Andere Heraus- 
geber geben sie defekt und nach anderen Abtheilungen der 
Zeilen. Der Stein war in zvvei ungleiche Halften zerschlagen, und 
hatte man wahrscheinlich bei Fertigung dieser Copien nur einen 
(das grossere Stiick) Theil des Sleines zu irgend einer Zeit vor 
Augen, als durch Veranderung des Orles der Einmauerung beide 
Sliicke nicht beisammen lagen. Gegenwartig sind beide Stiicke 
in der Wand zusammengestellt. Die Copie, welche Rappenegger 
millheiil, halte auf dem grosseren Theile des zerschlagenen 
Steines geslanden. 

Haller, Helvetieu unter den Ronieru II. 150 f. Desseu Gesch. Helv. 

S. 838 u. 276. Stumpf, Chr. V. 10. X. 16. Apian, p. 454. 

Gruter, 166, 7. Schopflin, I. p. 131, 132, 247, 391. Ger- 

bert, Iter. al. p. 261. Tschudi, Mss. p. 67. Hageubuch, 

Mss. II. p. 9. Orelli, iuscr. H. 1844 Nr. 275. Happenegger, 

Bad.Inschr. Nr. 1. v.Raiser, Ober-Douau-Kreis, I. Ablh. S. 23. f. 

Aum. 1) S. Conim. a. v. Inschriftdeukmale der diocletianischen Zeit. 

2J S. C. a. v. Jussu, instantia. 3) Andere Herausgeber V. C. PK. d. i. 

viro clarissiino praeside etc. 



2123. 1. 0. M 

DllS MANIBVS 

CORLV SAC. IOV 

IVL. F.P. YALE. V. 

Jovi opthno maximo. ! ) Diis Manibus C. R L V 2 ) sacerdotis 

Jovis. Julius filius posuit. Vale vale. 






— 107 — 

Auf einom gebrnnnten Steine (nicht angegeben in welcher 
Form), wahrschcinlich Platte mit Griffel geschrieben. Zu Hatren- 
buchs Zoiton auf der Bibliolhek zu Winterthttr hcfinrllich. 

Orelli, inscr. II. 1844. Nr. 273. Hugenbuch, Mss. IV. 283. 
Anmcrk. 1) Invocationsformeln dieser Art, nur auf Votivdenkmalen 
gebrauchlich, erscheinen auf Grabiuschriften hochst selten. L)ie Eigen- 
schaft des Verstorbenen als Priester Iupiters veranlasste wahrscheln- 
licb den ausnahmsweisen Gebrauch dieser Eormel. 2) Vielleicbt Cornelii. 
Die Stelle ist wahrscheinlich theilvvcise erloschen oder unrichtig copirt. 
3) S. C. a. v. Spriiche. 



2124. D. M 

C. LVCI PR 

m ppm 

VS M 

Diis Manibus Caji Lucii Primi. 
Pr(i)mus mQonumenlnm posuit) 

Auf einem p;ebranntcu Stein (wahrscheinlich Platte) mit GritTel 
geschrieben, zu Hagenbuehs Zeit auf tler Bibliothek zu Winler- 
thur befindlich. 

Orelli, inscr. H 1844 Nr. 271. Hagenbuch. Mss. IV. p. 289. 

Anmerk. 1) Es kommt zuweilen vor, dass die bekanntlich nur den 
Votivinschriften angehorige Formel V. S. L M auch auf Grabiuschriften 
gebraucht wird. Ist diese Abweichuug von der Ilegel hier vorhanden, 
so konnte die letzte Zeile gelesen werden: votum soluit merito. Die 
in der vorhergehemlen Zeile stehende Stelle P P M enthielte dann ent- 
weder die Anfangsbuchstaben der drei Nameu des VVeihehden, oder es 
diirfte augenommen werden, dass das eine P Ueberrest von R ware und 
einige Buchstaben erloschen seien. Die Erganzung und Lesuog wiirde 
hieruach diese seiu : PR(I)M(VS) Votum Soluit Merito. , oder nach 
Comm. a. v. Sprachliches — Abkiirzung II. B. c. PR(l)MYS M, nach 
welcher Figur das VS fiir Priinus uud fiir votum solvit merito doppelt 
fungirt. 



•— ■^■^♦n a— "■ 



Mniiton St. diaileii. 



K a p p c i» g w j 1. 

Stadtchen am zlircher See mit romischen Alterlliiitncrit. Merk- 
wlirdiger Fund romischer Mlinzcn im Jahre 1669. 

O. Jahn, der K. Bern. Top. antiq. S. 348. Haller, II. S. 144. 

2125. ME. CVRIO AVG. 

ST NIN CANVS 

FX. V CVNIA SVA 

T 

Mercurio augusto. St^atius Satur\ninQnus) Canus exv(oto pe)cunia 

sua (posuiy. 

Auf der Basis mit Spuren einer darauf befindlich gewesenen 

und nichl mehr vorhandenen Sta.tue Mercurs. Da, vvo die mit 

schonen Buchstaben ausgefiihrte Inschrift defekt ist, sind Stiicke 

aus dem Steine geschlagen worden. Hinter AVG wurde von 

unoeiibter Hand spater ein f hinzugefiigr, welches wahrscheinlich 

nach 0. Jahns Bemerkung „von einem chrisllichen Eiferer oder 

Heidenbekehrer herriihrt, welcher mit dem heiligen Zeichen deu 

Grauel auszusohnen dachte. Vielleicht hat dieselbe Hand auch 

die Inschrift versliimmelt." Dieses Denkmal vvurde in den 1790r 

Jahren entdeckt (vvo? ist nicht angegeben), verschvvand darauf 

und kam 1814 vvieder zum VorscSiein, als man es bei der Kirche 

unter der Erde entdeckt hatle. Gegenvvarlig ist es im Pfarr- 

garten daselbst aufgestellt. 

Orelli, inscr. H. 1844. Nr. 334. Schmidt, p. 3. 0. Jahn, a. a. O. 
S. 349. Mittheilung des Herrn Prof. Dr. O. Jahu. 



— 199 — 

Anmerk. 1) Obi-ge Lesung nach 0. Jahn. Orelli ltett: Bfercario 
Rugusto. Staftu)tiri(us) Canus ei \<>t<> pecunia sua posuit, Der Brgftn- 
sung Statutinus stehl jedoch derWortrest NIN entgegen, welcher vlel- 
inehr fiir <lie Ergaozung (Satur)nin(us) sprieht, u-nd wodurch sich drei 
Namen ergebeo mussen , \\ r ie sie oben nacheinander folgen. Bekannt Ist 
der Name Statius, s, Nr. 501. Der Naine Canus ist mir zwar l)is jetzt 
noch nicht yorgekomiuen , es ilnden sich jedoch die Formen Canius und 
Caninus (bei Gruter itn Namenverzeichniss), die als Dlstractionen auf 
Canus fuhren, s. C. a. v. Namen. 2) Ueber das Epithet augustus s. C. 

n. v. Augustus. 

— -■ ■ ' ' — ■ 

•I o ii e ii 

bei Rapperswyl. 

Haller, II. S. 141. 

2126. C OC PROVIN 

CIALIS . . . 
SL. D. D. D 

.... Cajus Octavius ProDincialis .... Locus datus decurionum decrelo. 

Schriftreste auf einem Allar, unbekaiml wo befinrilich. 

Haller, I. S. 9. Orelli, iuscr. H. 1844. Nr. 278, nach Hagen- 
buch III. p. 3. 

Anmerk. Die Schriftreste weisen auf ein Deukmal , welches C. 
Octavius Provincialis (s. Nr. 157(j, \vo ebenfalls der Name Provincialis 
vorkoinmt) irgend eiuer Gottheit, vielleicht pro salute eines Kaisers 
oder douius diviuae gewidmet hatte, und ist daher die Lesung- Hallers: 
Caesari Augusto Provincialis, nach welcher hier ein zu Ehreu des 
Kaisers Augustus vou Proviucialis errichtetes Monument vorhandeu sei, 
unrichtig. 



***s^gh -jj^ 



liaiiton Solof liurn 



>$&* 



S o I o t h u r n. 

Stadt an der Aar mit romischen Alterthumern. Hier lajr Sa- 
Jodurum, s. nachst. Inschrift. 
Haller, II. S, 355 f. 

2127. DEAE EPONAE. MA . . . 

. . LIVS RESTIO M . . . 
. EG. XXII. ANTONI 
NIANAE. P. P. F. IMMV 
. S COS. CVRA SA . . . 
. NS VICO SALOD 
III KAL. SEPTEMB. 
D. N. ANTONINO 
II ET SACERDO . . . 
COS. V. S. L. M 

Deae Eponae. l J MaQrcus Op)ilius Restio, m(iles l)egionis XXII, an- 
toninianae, primigeniae, piae , fidelis, immunis consulis, cura 
Sa(jodure)ns(ium) *) vico SalodQuro) s ) tertio 4 ) ante kalendas 
septembris domino nostro Antonino iterum et Sacerdote 5 ) con- 
sulibus votum solvens lubens merito. 
Dieses im l6ten Jahrhundert hier gefundene Denkmal ist 
nach Stumpf und Hidler an einem alten mitten in der Stadt ge- 
legenen Thurme eingemauert. Gruter gibt den Ort, wo es friiher zu 
sehen gewesen, also an: in via scholastica ad parietem privatae 
domus e regione macelli ad bodinas Helvetias. 



— 201 — 

Haller, I. S. 311. II. S. 53.5. Hagenbuch , Mss. IV. p. 109. 
JSchopflin, I. p. 444. Ileinesius, Epp. ad. Hupert p. 85. 
Stumpf, Chr. VI. S. 224. Hassel, Thes. inscr. in prof. IMan- 
Cin, II.lv. ant. p. 220. Orelli, inscr. Helv. 1844. Nr. 215. 
Grutcr, 87, Nr. 4. 
Anuierk. Gruter giebt diese Inschrift wie folgt: 

DKAE EPONAE.M. OPILIVS RESTIO 
MILES. LEG XXII. ANTONINIANAE. P. P. P 
1MMVN1S COS. CVRA SALENS VICO 
SALODOR. D. I). XXII KAL. SEPTEMBR 
D. N. ANTONINO AVG. II ET SACER 
DOTE II COS. V. S. L. M. 
Zeilenabtheilung, vollstandige Ausschreibung aller YVorter, die 
bei der Abschrift Stumpfs defekt erscheinen , mehrere ofleubar un- 
richtige JStelleu Z. 2 am Ende P P P tind Z. 4 XXII Kal. lassen an- 
nehnieu, dass hier nur eine Lesung, keine eigentliche Abschrift des 
Textes vorliegt, Wir fiihren sie zur Vergletchung mit unserer Lesung 
an und beinerkenzu verschiedenen Stellen dieser Inschrift noch Folgendes: 
1) S. C. a. v. Epona. Das nach EPONAE folgende MA lesen die ineisten 
Herausgeber Matri. Haller gibt nach Stuinpf sogar MAT und halt des- 
halb fest an Matri. Icli mochte aber lieber mit Gruter Marcus leseu 
und in dem bei Haller vorkommeuden MAT das T als Ueberrest von R be- 
zeichneu, wiewohl freilich das Praenomen nach dem Gebrauche nur 
mit M, dem Anfangsbuchstaben, jedoch zuweilen auch ganz ausgeschrie- 
ben erscheint. Fiir Eponae matri fehlt es auch an Beispieleu. 2) Ich 
schlage obige Lesung vor. Sie seheint in Bezug auf die Redeutung d»?s 
Wortes cura fs. C. a. v. Jtissu , instantia etc.) und mit Riicksicht auf 
die nachfolgende Stelle SALOD die angemesseuste zu seiu. Hagenbucli 
bezieht diese Stelle auf einen Curator Salinarum, Sequanorum, Haller 
auf einen Curator SA(li)EN(sium), Orelli: SA(line) E N(sium), Reinesius 
auf einin Curator Calendarii. 3) Die Lesung bei Gruter hat nach 
SALOD die bekaunteu Siglen D D d. i. donat dedicat, welche Formel 
allerdings hier noch gestanden haben mag. 4) Haller gibt XVIII KAL 
uud Gruter XXII KAL, letztere nach der Zahlung unrichtig. 5) 219. 
nach Chr. 

2128. MERCVR. AVG 

VALER. HISPA 
NVS IIIIII VIR AVG LVGVD 
EXS VOTO 

Mercurio augusto. 1 ) Valerius Hispanus, sevir augustalis Luguduni 

exs 2 ) voto. 

Nach Haller in dem Hause eines hiesigen Privattnanns, nach 
Glutz-Blotzheim unbekannt, wo gegenwartig befmdlich. 



— 202 — 

Haller, II. S. 360. Spon, Miss. p. 171. Hagenbuch, Mss. IV. 
p. 135. Orelli, inscr. H. 1844. Nr. 218. nach Glutz-Blotzheim. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Mercurius und a. v. Augustus.' 2) gf. C. 
a. v. Sprachliches. 



2129. IN HOflOR. DOM 

DIVIN. APOLLINI 
AVG. S DEMECEN 
VS. TEMPLVM 
D. S. D. DEDIT. 

In honorem domus dimnae hpollini augusto ') sacrum, Demecenus 2 ) 
iemplum de suo dono dedit. *) 

Gefunden bei St. Ursenmiinster und auf dern Ralhhause dahier 
befindlich. 

Haller, II. S. 360 nach den Abschriften des Generallieutenauts v. 
Zurlaubeu uud des Sliftsdirectors Herrmanu. Orelli, inscr. H. 
1844. Nr. 447 nach Herrmann, Glutz-Blozheim und Schulthess. 

A i) in e r k. 1) S. C. a. v. Augustus. 2) Die Stelle der zwiteu und 
dritten Zeile: S. DEMECENiVS erklart Orelli fiir uurichtig uud nach 
Nr. 2130, vvo der Name DEMECENVS vorkommt, fur eine daruach 
interpolirte. Da ihm folgende Abschriften vorlagen und zwar: von 
Schulthess: PCRRPA . . VSIVS, von Hagenbuch und Glutz-Blotzheim : 
FCR PALAVSIVS, vod Herrmann T CR PAMASIVS, so vvahlte er von 
denselben die Textesmittheilung FCR PALAVjSIVS, vvobei auzufuhren ist, 
dass derselbe Herrmann, vvelcher friiher die Interpolation S DEMECENVS 
gab, nun r vvie oben steht, geleseu hat. Nach dieseu nicht sehr von 
einander verschiedenen Abschriften schlage ich, da die Copisten mehre 
Buchstaben offenbar nicht genau erkannt und defekte Stellen libersehen 
haben, folgende Verbesserung der beiden Zeilen vor: AVG.(S)ACR(VM) 
PAL AVJSIVS undlese: Iu h. dom diviuae, Apollinl augusto (s)acr(um). 
P(ublius) Alausius templum d. s. douo dedit. Fiir Alausius vielleicht 
auch Ammausius, beide vvohl latinisirte keltische Namen. 3) Ueber 
die Formel dono dedit d. i. stiftete einen Tempel, s. C. a. v. Sprachliches 
— Siglae — Fortsetzung des Commeutars. 



— 203 — 

2130. <;kn. p. vkkhn;. 

J\ WONOftfeM 

r>o.vi. divinm: 

\\:\M CVM SI 

. . . svkcon 

demeoknvs 

de svo posvit 

i\1p. d. n. anto . . . 

i;t sacerdote 

cos. 

Genio pagl 1 ) ccrbiyeni' 1 ^ in honorem domus divinae aram cum 

si(giw) 8 ) Sueeonius Demecenus de suo posuif imperafore domino 
nos/ro Anfonino et Sacerdofe consulibus. * ) 

Auf einer Ara, gefunden 1752 bei Erneueniu>>- des St. 
lYsenmiinslers und auf dem Ratnnaiisfe (latiier befindlich. 

Hallur, I. S. 215. Schopfliu, in Act. Ac. p;il. I. p. 171. Orelli, 
iiKscr. H. 1844. JXr. 216. 

Anmork. 1) Das I» ist gegeuwtirtig (uach Orelli) erloscheu. Nach 
Haller war es uoch benierkbar. 2) Haller gibt nach Aht Herriuauu vou 
Soiothurn, Probst Vogefcsaug vou Schouwerd, Generallieutenaut v. Zur- 
Inuben, welche diese Inschrift saheu und copirten . VERBIG mit der 
Benierkung, dass K und R ligirt seieu und E durch seine mittleren 
Ouerstriche deutlich erknnut werde. Schopfiin gibt ebehfallfi VERBIG 
mit derselben Bemerkung. Orelli schreibt dngegen, gestiitzt auf Glutz- 
Blotzheim vou Solothurn, Zurlauben von Bern uud Schulthess vou 
Ziirich, wclche die Ligatur E init R und die am Fuleruin des R in 
friiiierer Zeit erkenubar gewesenen zwei Querstriche R nicht vorfanden : 
VRBIG. L)a nun eine Editio princeps aus der Zeit, als die Schrift uoch 
uoversehrt war, vorliegt , und die andere Ab^clirift uach eiuer spater 
erlcscheuen Stelle geferfigt wurde, so rst VERBIG um so inehr auzu- 
uehineu . als uach Schueiders Caesur. B. G. 1. 27 bessere von dieseni 
Herausgeber benutzte Codices dieselbe Schreibung geben , in welcher 
Beziehuog die in Herzogs Caesar. B. G. I. 27 vorfindliche Schr. Urbi- 
geuus uach Schneider uud nach jener Ed. pr. zu verbessern ware. 
3) Orelli : SEGN — E fiir I und ein Druckfehler. 4) 219 nach Chr. 



— 204 — 

2131. IMP. CAPS. M. AVREL. AN 
. TON .V. PIVS. FELIA A . . 

V BRI 

MAX TRIB 

POT. XVI. IMP. II. COS. IIII 

PROCOS 

. . . . P 

PACAT. VIAS ET 

PONT. VETVSTATE CON 

LABS .... ITVIT 

AVENT 

. . XXVI 

Imperator caesar, Marcus Aurelius Antoninus , pius , felix, 
angustus , (parthicus maximus), britannicus maximus , (pontifex 
maximus), tribunitia patestate XVI, imperator II, consul IV, pro- 
consul, (fortisimus invictissimusque im)p(erator , orbis) pacator, 
vias ei pontes vetustate conlabsas restituit. Aventicum (millia 

passuum) XXVI. 

Nicht mehr vorhandenc Inschrift von hier, vvelche Haller aus 
den Papieren des Generall. v. Zurlauben mittheilt. 
Haller, II. S. 364. Orelli, inscr. H. 1844. Nr. 219. 
Aumerk. t) Obige firganzuug uach einer Iaschrift von St. Prex 
Nr. 2289, welche, wie diese (trib. pot. XVI) in das Jahr 213 gehort. 
S. iiberhaupt Counn. a. v. Inschriftdenkniale des Kaisers Serverus und 
seiner Sohne und nachfolgende Inschrift, wo ebenfalls dieselbe Zeit- 
bestimuiung vorkomint. 



2132. 



. . TONIN . . 
. . . MA\ . . 
. . POTXVI . . 
PROCOS . . . 

. . SACER . . 

M 
XX 



— 205 — 

(Jmperator caesar , Marcus Aurelius An)lonin(us , pius , fetix, 
augustus, parlhicus tnaximus , brilannicus maximus , pontifex) 
maximus, (Irib.) poteslate XVI, (impcrator 77, consul 1\\) pro- 
consul, (fortissimus invictissimusque imperator , orbis pacator, l ) 
vias et ponles vetustatc conlabsas restituit, kveniicunt) XX *") 

Nicht mehr vorhandene Inschrift, vvelche Haller aus den Pa- 
pieren des Generall, v. Zurlauben mitlhoilt, ergiinzt nach vorher- 
gehcnder Inschrift Nr. 2131 

Haller, II. S. 3G4. Orelli, inscr. H. 1844. Nr. 226. 

Aiimcrk. 1) SACEH Z. 7 verlesen. Wahrscheinlich PACATOH. 
2) Der Zahl XX nach, welche diese Inschrift ohustreitig ebenfalls von 
Aventicuni (weshalb obige Erganzung) anzeigt, ware der Fundort dieser 
S trassensaule naher nach Aveuticuni hiu, etwa in die Gegend von Riitti 
zu setzen, wobei jedoch zu beinerken, dass wir die Zahl XX nicht fiir 
gauz sicher halten diirfen, weil vielleicht auch hier weitere zu XX ge- 
bnrige Zahlzeichen erloschen sind. S. Coniui. a. v. Fundorte, a. v. 
Strassensauleu, a. v. Inschriftdenkniale des Kaisers Severus und seiner 
Sohne. Haller (II. S. 365J fiihrt uach Fassys Schw. Chr. II. S. 679 an, 
dass auf einer nicht mehr vorhandenen Strassensaule von hier , dereu 
luschrift ganz erloschen, nur noch die Zahl XXVIII zu erkennen ge- 
weseu sei. Ich bemerke dieses an dieser Stelle, und verinuthe, dass sich 
diese Zahl XXVIII ebenfalls auf die Eutfernuug von Aventicum bezieht, 
und daher der Fuudort dieser Strassensaule in der Gegeud von Nieder- 
bipp und folglich iui Gebiet der zu Aveuticuiu gehorigen Civitas, s. 
C. a. v. Civilates gesucht werden diirfte. 



2133. 

. . JVIE . . 
DE REPVBLI RI 

T VER 
ET ARM DE SVO 
D D 
Nicht mehr vorhandene Schriftreste eines Ehrendenkmals nach 
Herrmann bei Orelli, inscr. H. Nr. 228. Dagegen gibt Haller, II. 
S. 363 folgende Abschritt: 



. . . ME . , 
DE BEPVBL 
T. VER. ET T. ARM 
D D. 



— 206 — 

Nach diesen beiden Absehiifien folgende Erganzung ■: 

ME 

DE RErVBL Rl 

T. VER . i . 

ET T. ARM DESVO 

D. D. 

. . . . cie republica l ) merito. Tifus Ver(jnus) et Tiius Arm(ius) 

de suo donant dedicant, ~) 

A n m e r k. 1) Ueber die Bedeutung des Wortes respublica verg!. 
Nr. 850 und s. C. a. v. Civitates. 2) Ueber die Formel L> l) s. C h. v. 
►Sprachliches — Sigiae. Fortsetzung. 



21 34. PARDV 

RIPARI 

V. ANN 

V ET AMAT 

PRINCIP III S 

TER ET PATER SS 

F C. 

Pardus, Ripari (Jilius) qui vixit annos . . . V et Amal . . . . 

(ma,)ter et pater . . . faciundum curaverunt. 

Schriftreste einer nicht mehr vorhandenen , theilweise un- 

richlig eopirten oder unloserlichen Grabsclirift. 

Glu tz-Blotzhei m, S. 35. Orelli, iuscr. H. 1844. No. 329 nach 
S c h u 1 1 h e s s. 

Aniuerk. Z. 4 gibt Schulthess statt AMAT - q. VftlANA. 



2135. D. M VI 

STATILIA PROMMA 

TVGENIAE MARCELLI 

NAE STATILI PATER N 

nach Hagenbuch Mss. IV. p. f 35. iialler, II S. 356. 

D M 
STATILI APRONIMA 
TVGENIAE MARCELLI 
NAE STATILI PATERN 
nach Glutz-Blotzheim a. 0. S. 102. 



— 207 — 
Auf emein Fiagmonl in der St. Calharinenkirche bei Solothurn, 

llrelli, inscr. II. 1M44. Nr. 223. 
Anmcrli. 1) Zeile 2 offenbar unrichiige Abschriften in der elnen 
vvie in <lcr andern «iblger .Miitheilungen, d;i Z. 3 und 4 die Genitiv- 
endigungen deutlich angegeben sind und daher diese auch rtir die Namen 
Z. 2 aagenoratiien werden nitisseu. WoIIte man Z. 2 die Nominativ- 
endigung annehmen, so wurden die darauf folgenden Namen im l);itiv 
stehen roussen, was doch hinsichtlich des STATILl PATEKN Z. 4 nicht 
dtfrlFaJl ist, Ich schlage daher folgeude Verbesseruug vor : 

l). M. 

STATILI APRONIANI 

KVGEXIAE MAIlCELLI 

NAE STATILI PATEKN 

und lese J 

Diis Manibus Stalilii Aproniani, Eugeniae Marcellinae, Statilii 

Paterni . 

Was die Z 1 uach D. M. stehenden Buchstaben VI betrifft, so 
hezieht sie Orelli auf Vl(xit) oder nuf V(ivi) F(ecerunt), \\ ozu es je- 
doch bis jetzt an Analogieu fehlt. GIutz-Blotzheim hat VI nicht. Liegt 
liier vieileicht eine Bescliadigung des Steius vor? Die StelJen APRONIMA 
und TVG-ENIAE oder IVGENIAE siud offeubar verlesen oder auf dein 
Steiniiberrest erloschen, wie I und T fiir E und MA fiir ANI. 



2136; S). M. 

L. CR. , ICI COR 
BVLOiMS IIIIII VIR 

AVGG LI PRIM 

VS ET SEC. CAIVS 

FILI EIVS PONEN 

DVM CVRAVER 

VNT 

Viis tuanibus LuciiCrfesbenjtis*) Corbulonis, seviri augustalis. 2 *) 

Prinius et Secundus Cajus, filii ejus ponendum curaoerunt. 

Auf einem dahier gefundeuen und im Rathhause befindlichen 
Grabsteine. 

Haller, II. S. 363. G lu t z -B lo t zh ei ro, S. 35. Orelli, inscr. 
H. 1844. Nr. 227. 

A n m e r k. 1) "Glutz-Blolzheim gibt CR ... II, nach vvelchen die 
Ergauzung vvie obcn. 2) HaJJer gibt folgende grossteutheils unrichtige 
Abschrift: 



208 



L. CAT. CORBOLONIS 
IHfH VIR 
L. PRIM 
C. CAIVS 

PONEN 

CVRAVER 

NT. 

Statt der offenbar theilweise unrichtigen Copie AV6G LI gibt 
Glutz-Blotzheim AVGG LI^ d. i. verbessert AVG(VSTA)LIS. Das am 
Ende des Worts stehende £), ein verlesenes oder theilweise erloschenes 
S. 3) Glutz- Blotzheim copirt CALVS, d. i. Calvus mit doppelt fungi- 
reudem V. lch schlage hiernach die Lesung der beiden Namen also 
vor: Primus et Secundus Calvus. 



2137, D, M 

SEVERI CV 

RAVERVNT 

FRATRES 

EIVS. 

Diis Manibus Severi. Ctiraverunt fralres ejus. 

Auf dem Rathhause dahier befmdlich. 

Haller, II. S. 363. Glu tz- Bloc zhei m, S. 35. Orelli, inscr. H. 
1844. Nr. 224 nach Schulthess. 



2138. D. M. 

MEMORINAE 

SEVERIANVS 

PATER 

F C. 

Diis Manibus Memorinae. Severianus paler faciundum curavif. 
Auf dem Rathhause dahier befindlich. 

Haller, II. S. 363. GIutz-BIotzheim, S. 35. Orelli, Nr. 225 uach 
Schulthess. 

Aninerk. Orelii nach Schulthess: MIMORINAE. Das I ein er- 
loschenes E. 






— 200 — 

2139. D. M 

S. IVNI MA 
IORIiM FI 
LI EIVS CVRAVERVNT 
Diis Manibus ') Sexti Juttii Majorini. *} Filii ejus curavcrunt. 
Auf dcm Rathhause dahier. Ucber der Schrift das Zcichen 
der Ascia. S. C. a. v. Ascia. 
Glutz-Blotzheim, S. 35. Orelli, Nr. 226. 
Anmerk. 1) Glutz - Blotzheim D. M | S. IVN. MA | IOKl . . . . 
Orelli wie obeu vollstaudig. 2) S. Nr. 1455, wo der Name MAIORENNA. 



2140. T. CRASSIO 

AVITO 

ANN. XXXV 

(X)iis Manibus.~) Tifo Crassio Avito annorum XXXV .... 
Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 

Gruter, 868. S, d. 909. v. Tschudi, Gall. com. p. 165. Orelli, 
ioscr. H. 1844 Nr. 221. Hagenbuch, Mss. IV p. 127. 

Anmerk. CRASSICO nach Tschudi Mss. und Hageubuch. Nach Her- 
man dagegeu CRASSIO. 



2141. D. M 

FL SEVERIANAE 

Diis Manibus Flaviae Severianae . , . 
Gefunden 1519 unler dem Hochaltar in der St. Ursenkirche. 
Dcr Stein, auf welehem obige Schriflreste gestanden haben, diente 
als Deckel eines christlichen Grabes, in vvelchem man die Ueber- 
resle zweier Leichname fand. Auf dem an der Hirnsthale des 
einen dieser Leichname befindlich jrewesenen Silberbleche waren, 
bezuglich auf die Legende von der bei der Christenverfolgung 
im Jahr 302 niedergehauenen thebaischen Legion, die Worte : 
Conditur hoc Sanctus tumulo Thebaidos Ursus zu lesen, s. C. a. 
v. Fundorte. Zwischen D. M. das Zeichen der Ascia, s. C. a. v. 
Ascia. 

Haller, II. S. 357. Gruter, 912. 2. Hagenbuch, Mss. IV. 
p. 129. Orelli, inscr. H. 1844 Nr. 222 nach Glutz-BIotzheim. 



14 



— 210 — 

2142. P. CORNELIO ". . . 

, . DEO CARO 

D . . VAL 
CONSTANT IMP 

EID. SAT 

C. CORNELIVS 

PHILOTH 

PRAFF SAT 

EX MANDATO 1MP 

FIL CLARISS 

PATER MER 

P. 

Diese Inschrift gibt Haller II. S. 366 nach Zollers Mss. S. 591 

mit dem Bemerken, sie habe sich ehemals in Solothurn befunden. 

Wohin sie gekommen, ist unbekannt. Nach ihrer Form und dem In- 

halte scheint sie gegen Regel und Sachverhaltniss abgefasst, und 

sie muss als eine unachte Inschrift bezeichnet werden, zumal da 

sie von dem bekannten Falsarius Guilielmus herriihren soll, der sie 

dem Lipsius mittheilte. Gruter setzt sie nach Salzburg in Hel- 

vetien, einen daselbst unbekannten Ort. 

Gruter, 600, 14. Haller, II. 366. Hageubuch, IV. p. 366. 
Orelli, inscr. Helv. Nr. 383. 



■«$3» 



Kaiiton Brrii. 



—+}+$+> 



J e n s* 

Dorf zvvischen Solothurn und Wiflisburg, am Fusse cies Jens- 
berges gelegen , auf welchem Ueberreste gevvaltiger romischer 
Forlificalionen und weit verbreiteter biirgerlicher Wohnungen be- 
findlich sind. Hier lag Petenisca der Itinerarien. 

A. Jalin, der Kanton Bern, antiq. topogr. beschr. S. 36 f. 

2143. 1) ILVST. — 2) ACO. HILARVS. — 3)CIBISVS FEC. — 
4) OF ALBANI ligirt. — 5) OF ALRI. — 6) OF CALVl 
zweimal mit ungleichen Lettern. — 7) OF PAR. — 8} OF PV^ — 
9) OF TER rnehrmals mit grossern oder kleinern Lettern. 
— 10) CONTIOFFIC — 11) LOGIRNM — 12) .IVSTL — 
13) CIVIOIVS. — 14) CENRSPSE — 15) CIAS. — 16) MNERT, S 

— 17) TINDARV 

Stempel auf Gefassen, gcfunden auf dem Jensberge. Der Auf- 
bewahrungsort dieser Stempel ist nicht angegeben , wahrschein- 
licfa sind sie in dem Museum zu Bern befindlich. S. C. a. v. 
Topfernamen. 

A. Jahn, a. a, 0. 8. 49 f. 

Annierk. zu 8. Officina Pti(dentis), eiu bekaunter Name. Zu 9. Off. 
Ter(tii), ein bekannter Nanie. Zu 10. Contio figulus fecit. Zu 14. Auf 
dein abgebrochenen Henkel eines YVeiukruges, s. Nr. 2059 zu Augst, 

14* 



— 212 — 

wo gleichfalls auf einem Weinkruge der Name CENESPSE, also hier 
stattR (was wohl verschrieben ist) ein E steht. Zu lesen Cenespse(ae). 
16) Auf dem Raud einesgrossen irdeneu Kruges, etwa M(ann) Nertis. 



2144. L. C FRISC 
L. C Prisci. 

Stempel auf der Leislenseite eines Ziegels, in schoner Form, 
gefunden auf dem Jensberge und wahrscheinlich in dem Museum 
zu Bern aufbewahrt. 
A. Jahn, a. a. 0. S. 56. 
Anmerk. S. C. a. v. Zieglernamen, vergleiche Nr. 2158. 

Scltaffis uiid Liserz 

am Bielersee. 

2145. A. CIRGI. F 
A. Cirgi fa rica. 

Stempel auf dem abgebrochenen obersten Theile einer Am- 
phora, s. C. a. v. Topfernamen. 
A, Jahn, a. a. O. 



Irl ia r i 



bei Bern. 
Haller, II. 

2146. DEAE 

NABIAE 
REG ARVRE 
CVR FEROC. L 

Deae Nariae reg(ionis) Arure cur^ante) Feroc{_e) l(iberto). 

Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 

Haller, i. d. allgemeinen Schweizerzeitung 1832, Nr. 69. Orelli, 
inscr. Helv. Nr. 235. 
Anmerk, S. Nr. 2162, eine Inschr. zu Neuenburg. Wegen Curante 
s, C. a. v. Cura. 



— 213 — 

2147. di:ae artion 

licinia sabinilla 

Deae Artion[ac~) Licinia Sabinilla. 
Auf der Basis eiucs kleinen dcr Pomona ahnlichen 7 Zoll 
hohen Erzbildes , unbekannt vvo aufbcwahrt. 

Haller, i. d. allg, Schweizerzeitung. 1832. Nr. 69. Orelli, inscr. H. 
1S44. No. 236. 
Auinerk. oder Artiou(iae). 



L e u z i n $ e n. 

Dorf bei Biiren an der rom. Strasse von Windisch nach 
Sololhurn u. s. w. In der Nahe eine Romerstatte. 
A. Jahn, der Cantou Bern, antiq. Top. S. 115 f. 
2148/ D. M 

M ANNOTIVS 



CONIVX 

Diis Manibus. Marcus Annolius conjux (Jaciundum 

curairit) 

Schriftreste auf einem 1843 in den Thurnakern (Romerstatte) 
gefundeuen Grabstein, als Abweisstein beim Garten des Grund- 
besitzers aufcestellt und so dem vollio;en Verderbniss ausgesetzt. 

Anmerk. Merkwurdig ist der Name dieses Dorfes. Es heisst ur- 
kuudlich Loeugesingen und erhtelt demnach wahrscheinlich diesen Na- 
men von dem Worte Leuga, weil verrauthlich in der Nahe auf der 
Strasse ein Leukenstein gestauden batte. 



B u iii |i 1 i b 

Dorf bei Bern. 

2149. MAXIMIANVS 

In dcr Mitte eines ums Jahr 1760 hier aufgefundenen ro- 
mischcn Mosaikfussbodeus. 
Haller, I. S. 276. 



— 214 — 

AiiisolcliBigeu (Anseldiiigen) 

am Fusse des Stockhornes. 
Haller, II. S. 296. 

2150. ... AMILL POLYNICES 

. ATIONE. LYDVS ARTIS 
1 VRIFEX CORPORIS 

ABR. TIGNVARIORVM 
. PVD EOSDEM OMNIB 
. ONORIBVS FVNCTVS 
VIXIT ANNOS .... 
. T AMILLIO. TAVLO 
. ILIO EIVSDEM ARTIS 
. T CORPORIS QVI VIXIT 
. NNOS. AETATIS. XXXIII 
(_Diis Manibus.) Amillus Polynices, natione, Lydus, artis aurifex, 
corporis fabrQum) tignuariorum (a)pud eosdem omnibus (Ji)onori- 
bus functus vixit annos . . . et Quinto Amitlio Taulo (fjilio, 
ejusdem artis Qe)t corporis, qui vixit annos aetatis XXXIII. 

Inschrift auf einer mit weissem Mortel iiberzogenen Slein- 

platle , mit schonen Buchstaben , welche , als der Mortel noch 

weich war, in denselben eingeschnitten wurden. Dieses aus zwei 

Stticken bestehende Denkmal ist an einem Pfeiler der hiesigen 

Kirdie (das eine Stlick verkehrt) eingemauert. 

Schweiz. Geschichtforsch., II. S. 156. Orelli, inscr. H. 1944. Nr. 230. 
Steiner, C. Rh. JNr. 545. A. Jaho, der K. Beru ant. top. S. 365. 

Anmerk. 1) Zu bemerken die Schreibung tignuariorum, s. C. a. v, 
Sprachliches und C. a. v. Tignarii, lignarii. Vater und Sohn lieseu sich, 
weil , wegen Maugel an Leuten ihres Geschaftes in hiesiger Gegend, 
kein CoIJegium bestanden hatte, der Zunft der Tignarii eiuverleiben. 
Der dem Vater urspriinglich alleiu gesetzte Grabstein ist spater fiir den 
Sohn benutzt worden, als dieser nach seinem Vater gestorbeu war. Der 
Verfertiger dieser nachgesetzten, den Sohn betrelfendeu Grabschrift fiel 
aus dem Casus, in welchem die Namen des Vaters uud seine Eigenschaft 
auf den vorhergeheuden Zeilen stehen, ein Solocismus, der nicht selten 
vorkommt, s. C. a. v. Sprachlicb.es. Wahrscheinlich ist dieses Denkmal 
fragmentarisch, weil der Name des Stifters fehlt. Es mangelt Jedoch 
nicht an Beispielen, nach welchen dieses der Fall ist. Gegen die un- 
richtige Lesung in meinem Codex Rom. No. 345 bedarf es uach obiger 
Lesung kaum noch der Bemerkung, dass Vater und Sohn ihrem Ge- 
schafte nach (artis) aurifices und dem Zunftverbande nach (corporis) fabr. 



— 215 — 

tigo. waren, was dttrofa dle Stelle „ejosdem artis etcorporls' 4 aiolaog- 

licli klar ist. 



2 1 5 1 . D. M 

MATI .IAE PV 

. INNAE QVAE 

VIXIT AN XXV 

MAT PERVINC 

. S PATR F. C 

Diis Manibus Mati(d)iae Pufs)innae, quae vixit annos XXV, 

Mat(idius) Pervinc(u)s patronus faciundum curaviU 

Gefunden 1809 beiin Abbruch dcs Chorherrenhauses in der 

Tiefe des Kellers und im Garten des Oberst von Luternen dahier 

befindlich. 

Haller, II. S. 2.96. Orelli, oach Lehners Abschrift Nr. 233. A. 
Jahn, der Kant. Bern antiq. tap. S. 264. 

Annierk. Ilaller gibt folgeude fehlerhafte Abschrift: 

D. M 

M . AT . . ERVI 

. INNAE . MES 

VIXIT ANN. XXV 

M . AT. PERVIA 

VS PATER F C 

2) Der fStein gibt PATR ohne Ligatur , daher wie oben zu lesen. 



2152. AaaAg 

Stempel auf einem gebrannten Stein verkehrt eingedriickt. Der 
Topfername ist SARDA. 
Orelli, inscr. H. Nr. 233 uacli Lehuers Mittheiluug. 



— 216 — 

2153. D. M 

IVLIAE PVSINNAE 

VXORl KARISSIMAE 

AC PVDICAE PIISSIMAE 

QVAE VIXIT ANN. XVIII 

DIEBVS IIII 

P. ACILIVS THASEVS 

PERINDE CARISSIM MARIT 

F. C. 

Diis Manibus. Juliae Pusinnae, uxori karissimae ac pudicae 

piissimae, quae vixit annis XVIII, diebus IV. Publius Acilius 

Thaseus perinde carissiQmus^) maril(us) faciundum curavit. 

Dieser Grabstein befkidet sich an einein Steinpfeiler der hie- 
sigen Kirche eingernauerL 

Schweiz. Gescliichtsforsch. II. S. 155. Orelli, Nr. 231. 



I* v u ii t v u t. 

Sladt arn Jura und an der Halie. 

2154. LAB. L. IVL. CAES 

TRIB. POTEST... IV. 

H. P. II. C. L. XIV. P. S. C 

INV. 10 VL STAT 
Diese Inschrift wurde iin Sonuner 1852 dahier aus<?egraben. 
Sie ist in einer, die Schriflflache des Steins um^ebenden Leislen- 
einfassung en relief gearbeitet, von gleicher Hohe dieser Ein- 
fassung, und das Produkt eines Falsarius. Welche Lesung man 
auch immerhin an diesem Stein versuchen mag, iiberall erscheint 
Formwidrigkeit, Verstoss gegan Geschichte und Alterthumskunde. 
Herr Professor Roth , welcher mir diese Abschrift mitlheilte und 
diese Inschrifl , wie von einem solchen Gelehrten zu erwarten, 
fiir falsch halt, liest sie: Labienus , legatus Julii Caesaris, tribu- 
niciae poleslatis quarlum, hoc per II cohortes legionis XVI posuit 
senatus consulto invicto Jovi Statori. 



— 217 — 

II a eli h f e 1 tl e n . 

Dorf unwrit Pruulrut , iri dessen Niihe d&s Kelsenlhor, Pierre 
PerfufeJ ein Pass im Jura. 

2155. NVMINI AVGVS 

.... VM 
VI A I . CIA PfeR M 
DVIIIVM PATER. . M 
II VIR COL HELVET 

Numiti 1 ) augu*(tor)wn via (fa)cla per Marcum [)u(jin)ium 
PalerQnum, duumoirum Coloniae Hetvetiorum, 

luschrifl an einem Felsen des Engpasses Pierre Pertuis nach 
Hallers Autopsie. 

Haller, I. S. 193 mit eiuer Abbild. Gruter, 151, I. Hagenbuch, 
Mss. IV r . p. 81. Bruckuer, Merkwiirdigkeiteu S. 1627. Orelli, 
iiiscr. Helv. 1744 Nr. 214. 

Aumerk. 1) S. C. a. v. Numen. Man kann aunelunen, dass sicli diese 
Inschrifl riicksichtlich der Schrifteharaktere und des Umstandes , dass 
die Kaiser Severus und Caracalla auch auf Strassensaulen iu diesem 
Werke oft vorkonimen , s. C. a. v. Inschriftdeukmale des Kaisers Seve- 
rus uud seiuer Sohne, auf die genannten beiden Kaiser beziehe. Orelli 
gibt den Aufang der Inschrift also: 

NVMINI AVGVS 

VM VI A. CTA PER M 

Wir halten uus jedoch au die Editiou Hallers. In der drilten 
Zeile sind die Buchstabeu V und T halb erloschen uud beide uur noch 
iu Strichen I ubrig. In der vierten Zeile sind in dein Namen DVNNIVM 
oder vielleicht DVNIVM (beide Formen kommen andervvarts vor), die 
N ebenfalls nur in Strichen iibrig. in PATERNVM ist das V vollig 
erloscheu. 2) Orelli liest mit Hagenbuch : Coloniae Helveticae, siehe 
jedoch die luschrift Nr. 2237, wo HELVETIOR und Nr. 2241, wo 
AVENTICVM HELVETIORVM. Aus dieser Inschrift geht hervor, dass 
diese Gegend des Eugpasses zutu Bezirke der Colonia Helv. Aveuticum 
gehort hatte. Wegen des Z. 3 gebrauchten Wortes PER. s. Comm. a. v. 
Jussu , instautia. Der hier geuaunte Duumvir erinnert an einen zu 
Avenches vorkommendeu Curator col. Helvetiorum mit Namen Publius 
Graccius Pateruus Nr. 2224. 



Enge-Halbinsel, 

eine durch starke Uuibieinuip- der Aare gebildete , eine halbe 
Stunde nordlich von Bern enlfernte und nordwarts ausgedehnte 
Halbinsel, welche i 1 /» Stunden in ihrein vollen Umfange enthalt. 



— 218 — 

Auf derselben befand sich, wie zahlreiche Baulriimmer, Anti- 
raglien etc. zeigen, ein grosser romischer Befestigungsplatz oder 
mehrere derselben in Gruppe, und darangereiht, wie gewohnlich, 
Ueberreste burgerlicher Wohnungen. Bedeutende Enldeckungen 
miissen in der Vorzeit hier gemacht worden sein, namentlich bei 
den Waldanlagen 1730—1734, als damals viele hundert Fuder 
behauenerSteine zumBauen weggefiihrt wurden. A.Jahn, welcher 
mit Recht die Gleichgiilligkeit rligt, womit die Ueberbleibsel der 
Vorzeit fast allgemein und so auch hier angesehen wurden, be- 
merkt sodann: ,.es soll ein mit Zeichnungen illustrirtes hand- 
schriftliches Werk iiber die Alterlhiimer, die man auf dieser 
Halbinsel gefunden hat, in einer der schweizerischen Kloster- 
bibliotheken (Rheinau, Weltingen, Muri) befindlich sein. Wer 
dieses Werk aus dem Staube der Vergessenheit ziehen wiirde, 
konnte des hochsten Dankes der Freunde der Geschichtforschung 
versichert sein. u 

A. Jahn, der K. Berti etc. S. 180 f. 

2156. 1) L. TITI. — 2) ATEI. — 3) AVGVS|]PVBLI 

4) AVIL. — 5) VTILIjSFPO — 6) C. TI||GRANI 

7) ALB? — 8) MIBO 
Gefunden in den !840r Jahren in den Substructionen eines 

Gebaudes, wahrscheinlich in dem Museum zu Bern befindlich. 

A. Jaho, a. a. 0. S. 214, 328, 505. 

Aomerk. Z. 5. Utilis Eponae sacrum? (A. Jaho). Ich vermuthe 
Utilis Epo(qus) s. Nr. 692 , vvo ein Eppoqus. Zvvei Nameo zusammeo 
auf eioem Stempel kommeo ofters vor , so auch Nr. 3 Augustus 
Pub]ius. 



2157. LBI. MIL. L. XXXv 

L(uc\i) B(alb)i, miliiis legioms XXX ulpiae. 1 ) 
GrilFelinschrift auf dein Randstiick einer Schiissel, wovon 
noch das Bodenstiick rnit unleserlichem Stempel vorhanden war, 
gefunden in den Substructionen eines Gebiiudes wie Nr. 2156. 
L und B sind ligirt, der Querstrich des L ist etwas herabhan- 
gend, noch mehr der des L (bei legionis); weniger, ja fast zu 
klein der in MIL, wie denn auf Steininschriften I und L oft fast 
gleich erscheinen und zu manchem Irrlhum Anlass geben. Das 
M ist oben gabelfonnig gekreuzl, s. C. a. v. Griffelinschriften. 



— 219 — 

A. Jahn, h. ft. O S. fcG6. 
Annierk. oder A(lbi) iiiilitis le«. XXX ul|>i:ie. 



2158. L C PRISCI 

Stenipel auf gebrannten Sleinen ohne Angabe der Zahl, ge- 
funden 1847 in Gebaudesubstructionen, Vergleiohe Nr. 2144 bei 

Jens und s. Coinm. a. v. Zieglernamen. 

A. Jalin, a. a. O. 231. 



— EoSEfi5=g><r irC^^* " * 



liairfoii Neiieiiburg:* 



» i »» ei ' 



^ e u e ii b u r g 

oder Neufchatel mit verschiedenen romischen Alterthumern, wo 
das romische Noidenolex lag. 

Halier, II. S. 287. 
2159. IOVI 

ET DIIS PENATI8VS 

PVBLIVS MARTIVS MILES VETERANVS LEG XXI 

CIVIVM NOIDENOLICIS CVRATOR DVVMVIR 

DESIGNATVS D. S. D. 

Jovi et diis Penatibus. Publius 1 ) Martius, miles veteranus legio- 

nis XXI, civium noidenoliceQnsium) , curator, duumvir designatus 

de suo dedicat. 

Gefunden 16 17 in den Felsen bei Neuenburg. 

Sinner, voyage lit. I. p. 169. Haller, II. S. 291. Orelli, inscr. 
Heiv. 1844. Nr. 163. 
Annierk. 1) Zu bemerken das ausgeschriebene Praenomen Publius. 
2) S. C. a. v. Civitates. In NOIDENOLICIS ist IS am Schlusse des 
YVortes ein ES mit erloschenem E. 



2160 . . S . IMP QVINTIL SEVIK AVG . . 

. . . (Verpa)s(iano) imperatori? Quinfilius sevir auqustalis. 
Auf einer 1656 bei dem Bout des roches de Chapel gefunde- 
nen silbernen Platte in erhabener Arbeit zwischen Zwcigen. 

Sinner, voyage lit. I. p. 170. Haller, II. S. 291. Orelli, inscr. 
Helv. (844 Nr. 161. 



— 221 — 

2161. 1MPERAT0RI CAESARI 

ALERANDRO SEVERO AVGVSTO 

PONTIFICI MAXLYIO 

TRIBVNIT POTESTAT CONSVL II 

FELICITATIS PVBLICAE RESTAVRATORI 

PATRI PATRIAE 

NOIDENOLEX 

Befand sich an einer Baslion dahier und erscheint in aller Be- 
zichung nach Styl , Form und dem sonderbaren Schlusse 
NOIDENOLEX als das Machwcrk eines Falschers, wofiir es auch 
Orelli hiilt, 

Sinuer, Voyage lit. I. p. 173. Haller, 1. S. 219. Orelli, inscr. 
Helv. 1844 Nr. 163. 



2162. NARIAE 

NOVSAN 

TIAE 

T. FRONTINIVS 

HIBERNVS 

V. S. L. M 

Deae Nariae Nousantiae l ) Titus Frontinius Hibernus votum 

soluit lubens meriio, 

Auf der Vorderseite eines Altars, gefunden iin Schlosse Lan- 
deron bei Neuchatel und nach A. Jahn seit 160S in der Kirche 
zu Griesuch aufbewahrt. Die Riickseite dieses Monuments enthalt 
folgende in Nr. 2163 mitgetheilte Inschrift. 

Orelli, inscr. Hel. Nr. 16*6 nach einer Mittheilung des Herru Matil 

dahier. A. Jahn, der K. Beru top. antiq. beschr. S. 71. 
Aumerk. A. Jahu sieht diesen Altar als eiu Monument der alten 
Niigeroli bei Neuenstadt an. 1) S. Nr. 2146 eine Inschrift zu Muri. 






2163. MARTI 

SACRVN 

T. FRONTINIVS 

GENIALIS 

V. S. L M 

Marti sacrum. l ) Titus Frontinius Genialis votum soluit lubens 

merito. 



— 222 — 

Auf der Ruckseite des in vorhergehender Nr. 2162 be- 
schriebenen Allars. 

Orelli, inscr. Helv. Nr. 167 nach Matils Mittheilung, A. Jahn, a. 
a. O, S. 71. 

Anmerk. 1) SACRUN ist N Ueberrest von M. 



2164. G . . . S . . T 

AG . RO . . . 
. . . L . F 
. . TL . . E 

Bei diesen hier gefundenen Inschriftreslen soll friiher noch 

das Wort HELVET Z. 4 zu erkennen gewesen sein. 

Sinner, I. p. 176. Haller, II. S. 392. Millin, sur l'anc. v. 
Noidelex. Orelli, Nr. 168. 






Kanlon FrcilHirg* 



•^vaaAAAAtvv- 



]fl u r t e ii, 

bci dem im Kanton Waadt gelegenen Wiflisburg» 

Haller, II. S. 389. 

2165. D. M 

T. NIGRI 

SATVRNIN 

SATVRNINA 

GANNICA 

LIBERTAET 

CONIVNX 

F. C. 

Diis Manibus Titi JSigri Saturnini. Saturnina Gannica liberta et 
conjunx faciundum curavit. 

Befand sich an der St. Moritzkapelle dahier und soll nach 

Wiflisburg gebracht worden sein. 

Haller, II. 8. 329. Gruter, 948, 11. Hagenbuch, Mss. IV. 
S. 23. Levade, p. 33* Orelli, inscr. H. 1844. Nr. 161. 



2166. D. M 

HIBERNIAL 
VALENTINA 

Diis Manibus. Bibernial{\) Valenlina. 

Befand sich an der St. Moritzkapelle dahier und soll nach 
Wiflisburg gebracht worden sein. 



— 224 — 

Haller, II. S. 329. Gruter, 873, 6 und 913, 15, Hagen- 
buch, Mss. IV p. 25. Levade, p. 33. Orelli, inscr Helv. 
1844 Nr. 162. 

Anmerk. HIBERNIAL geben riclitig Levade und Haller. Orelli 
dagegen HIBERNIA L, wohl aus Versehen. 



-►-W-SH^-H^H 



liaiiton f-enf. 



►«-S¥H< 



G e ii f . 

Hauptstadt des Kantons gleichen Namens am genfer See. Zur 
Zeit der romischen Herrschaft lag hier ein zur Civitas Equestrium 
gehoriger Vicus; siehe Inschrift Nr. 2 185, wo Vicani genavenses 
vorkommen, und die Erklarung zu Nr. 2186 hinsichtlich der da- 
selbst befindlichen Stelle GENEVENS PROVINCIA. Folgende 

sieben falsche Inschriften 
von hier und den beiden Dorfern Versoix und Cologne bei Genf 
stelle ich zur Verhutunof allenfalls moglichen Gebrauchs zusammen. 
Kenner, wie Orelli und Hagenbuch, haben ihre Unachtheit leicht 
erkannt. Wenn Spon bei einigen derselben die Orte bezeichnet, 
wo man sie vor Zeiten gesehen halte, so beweist dieser Urnstand 
keineswegs ihre Aechtheit, da es ausser den blos zu Papier ge- 
brachten falschen Inschriften auch solche gab, die gewissenlose 
Falscher auf Steine einhauen liessen, wie Beispiele aus den Nieder- 
derlanden lehren, siehe Nr. 1461, 1465, 1516. 
2167. D. M. S 

VETVRIAE. C F. BELLAE 

HEV POSITAE GNATAE TRISTES 

POSVERE PARENTES 

C. VETVRIVS 0. F. C. N. OVF. IVLIANA q F SCAR 

LIBB. MER 

15 



— 226 — 

Nach einer Mittheilung des bekannten Falschers Paulus Guiliel- 
mus an Lipsius, Spon bernerkt : „autrefois a Geneve." 

Lipsius, Auctar p. 45. Gruter, 714, 1. Murat, 1228, 6. Spon, 
Hist. II. p. 335. Hagenbuch, Mss. II. p. 301. Orelli, inscr. 
Helv. 1844 Nr. 106. 



2168, VIXI ET VIVIS 

MOIUERIS ET SVM MORTVVS 
SIC VITA TRVDITVR 

VALE VIATOR 
ET ABI IN REM TVAM 
Spon fiihrt an, diese Inschrift habe sich einstens in der Stadt- 
mauer dahier („vers la Corraterie".) befunden. Orelli bemerkt : 
„mihi est suspectissima." Lipsius auctr. p. 45 gibt sie als Mit- 
theilung des bekannten Paul Guilielm. Der Kenner wird aus dem 
Styl dieser Inschrift deren Unachtheit alsbald erkennen. 

Gruter, 898, 4. Spon, Hist. II. 329. Hagenbuch, Mss. II. p. 137. 
Orelli, inscr. Helv. 1844 Nr. 107. 



2169. FABIO MAXVM 

ALLOBROG. VICTOR 
R. C. 

Gruter uach Frrhers Mittheilung 406, 6. Hagenbuch, Mss. II. 
p. 187. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 107. 



2170. PRAE D AED 

AVG I CATS 

La Molte liesst, im Glauben an die Aechtheit dieser und der 
nachfolgenden Inschrift, die obige wie folgt: Praesint dii aedibus 
Augusti Julii Caesaris. 

La Motte, im Mercure Suisse, Juillet 1745 p. 29. Orelli, inscr. 
Helv. 1844 Nr. 108. 



— 227 — 

2171. D. M 

SAL. FAC. IMP 
H. SED. 

Deo Marti. Salvum fac imperaforem hic sedentem. 
So la Motte in oben (Nr. 2170) angezeigtem Mercure Suisse. 
Mit Recht bemerkt hierzu Hagenbuch, Mss. II. p. 186: Fungum 
pro cerebro habet, qui stylum hunc antiquarium putat, undOrelli: 
ridicule explicat. 

2172. D M S 

C. IVLIVS CAESAR LONGIN 
D. CIL C IVLI LEIBERTVS 
PERRVPTIS MONTIB. HVC TANDEM 
VENI VT HIC LOCVS MEOS CONTEGERET 
CINERES 
APOLLOTVAM FIDEM 
VIXIT ANNOS XLI MESS III 
DIES XIII 
HOR NVL 
T. FVLVIVS D D L 
COMMILITO COMMILITVM 
VALE LONGINE AETERNON 
S. T. T* L 
Spon bemerkt, man habe diese Inschrift ehemals bei St. 
Pierre gesehen, und Gruter fiihrt an, sie sei 1585 daselbst ge- 
funden vvorden. Lipsius Iheilt sie nach dem bekannten Guilielmus 
mit , von welchem er dieses Machwerk erhalten. War sie wirk- 
lich auf einen Stein geschrieben, so gilt von ihr dieobenstehende 
Bemerkung. Die drei ersten Zeilen wurden von Nr« 2176» ent- 
lehnt, und die Siglen 0. M, S der ersten Zeile daselbst oben in 
D. M. S umgeandert. Vergl. Nr. 1461, wo ein ahnlicher Fall 
vorkornmt. 

Lipsius, Auctar. p. 44. Gruter, 544, 9. Spon, Hist. II. 316. 
Hagenbuch, Mss. II. p. 141. Orelli, inscr. Helv. 1844 Nr. 104. 



15 



— 228 — 

2173. D M 

PAPIRIAE POLCRAE 
QVAE VIXIT ANN VIII 

MESS II DIES XII 

MAGNA FREQVENTIA 

t LEG XIII 

EL EST 

L. PAPIRIVS C. F PROBVS 

TRIB MIL 

AELIA AELIANA 

PAR MOER 

FIL MER 

D. C 

Spon fiihrt an, diese Inschrift habe sich ehemals zu Genf be- 
funden. Lipsius erhielt sie vjn P. Guilielmus Von dieser fal- 
schen Inschrift gilt dasselbe, was ich oben S. 226 bemerkt habe. 

Lipsius, Aucta. p. 43, 1. Gruter, 556, 1. Spou, Hist. II. p. 336. 
Hageubuch, Mss. II. p. 305. Orelli, iascr. Helv. 1844, Nr. 105. 






Aechte Insehriften von Genf. 



2174. 1) 

I. 0. M ARCVM 

ORNAMENT 
LSI LIB. VERE 

2) 

. . M 

ARCVM CVM SVIS ORNAMENTIS 

T. VIPIVS. CELSI LIB. VERECVNDVS 

i) Jovioptimo maximo arcum Qcum suis) ornamentis (Titus\ipius, 

Ce)lsi libertus, Vere(cundus). 
2) (Jovi oplimo) maximo arcum cum suis ornamentis Tifus Vipius, 

Celsi liberlus , Verecundus. 
Zwei Inschriften, Nr. I auf der einen, Nr. 2 auf der andern 
Seite eines Steines, gefunden (nach Spon) 1722 in den Funda*. 



— 229 — 

menten des hiesigcn Klosters und nicht mchr vorhanden. Diescr 
Votiv- und Gebaudeaufschriftstein bfldete wahrschcinlicli denSchluw 
des Arcus. Beide Scilcii dessclben zeigien obige gleichlautcnde 
Inschriftcn des Widmeuden. 

Spon, Bist. II. 372. Pocok, p. 79, 2. Hagenbuch, Mss. II. p. 167. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 24. 
Aninerk. 1) Da eine Gens vipia bis jetzt unbekannt ist, dagegen 
eine G. vibia oft vorkommt, s. das Natnenverzeichniss zu den Inschrif- 
ten Germ. I uud II, so ist es wahrscheinlich, dass die Stelle VIPIVS 
durch theilwcises Erloschen des Buchstaben B VIBIVS geschrieben 
war. IVIan kann auch an VLPIVS denken, wenn das I, wie so oft 
vorkommt, ein init kleinem Querstrich versehenes L war. 



2175. IOVI. 0. M 

CINGl DVO 
STABVLO ET AVLVS 
Jovi opfimo maximo. Cingii ') duo Stabulo et Aulus. 
Nach Spon „a la monte de la Treille ," spaterhin im Stadt- 
hause aufbewahrt. 

Spon, Misc. p. 72. Ders., Hist. de Gen. II. Nr. 307. Hagenbuch, 
Mss. II. p. 167. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 72. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Namen Nr. 8 und Forts. im IV. Theil a. v. 
Namen, sodann wegen der Schreibung CINGI a, v. Sprachliches — Ab- 
kiirzungen. 



2176. IOVI 

ASSIGN 
M. F 

N 

Jovi. \ssign(atius*), Marci filius, N ♦ . . 
Nach Spon hier gefunden und nicht mehr vorhanden. 

Gruter, 13, 3. Murat, 2, 5. Spon, Hist. de Gen. II. p. 308. Ha- 
genbuch, Mss. II. p. 189. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 73 



2l76 b . 0. M S 

C. IVLIVS CAESAR. LONGINVS 
D CIL. C. IVLI LEIBERTVS 



— 230 — 

(Jovi) optimo maximo sacrum. Cajus Julius Caesar Longinus, 
domo Cil(ina) *), Caji Julii leiberfus. 
Hier gefunden 1583 untl nicht mehr vorhanden s. Nr. 2t72. 

Gruter, 544, 9. Opsato Marni inediti Padova, 1659, p. 164. 
Anmerk. Cilina (Caelinae) in Gall. transp. Kann auch domo CiO^ja) 
gewohnlich Celeja s. Cilli gelesen werden. 



2177. APOLLINI 

M. AVFVSTIVS 
CATVSO 

Apollini. Marcus Aufustius 1 ) Catuso. 

Nach Spon „a la grande rue." 

Gruter, 38, 12. Murat, 22, 3. Spon, Hist. II.. p. 308. Hagen- 
buch, Mss. II. p. 143. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 75. 

Anmerk. 1) AVEVSTIVS walirscheinlich F verleseu und ein G, 
Ich vermuthe daher Augustius. 



2178. MARTI AVG 

SACRVM 
SENNIVS. SABINVS 

Marli augusto *) sacrum. Sennius 2 ) Sabinus. 

Nach Spon „sur les puits du Four de fer ,f befindlich. 

Gruter, 57, 9. Murat, 44, 1. Spon, Ilist. de Gen. II. p. 309. 
Hagenbuch, Mss. II. p. 191. Orelli, iuscr. Helv. 1844 Nr. 76. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Augustus. 2) Gruter: ENNIVS. Bei Rei- 
nesius p. 891, 31 ein L.Sennius und Nr. 1020 dieses Cod. ein Sennius. 



2179 MERCVRI 

AVG 

M. ATTIVS BIRR 

V S 

Mercurio augusto. ! ) Marcus Attius Birrus 2 ) votum solvit. 

Haller, Bibl. der Schweizergesch. IV. p. 124. Orelli, lnscr. Helv. 
1844 Nr. 74. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Augustus. 2) S. C. a. v. Sprachliches — 
Abkiirzuug II. B. c. Eiu Birrius kommt Nr. 830 vor. 



— 231 — 

2180. DEO INVICTO 

GENIO LOCI 

PRIMIDIUS SE 

VERINVS. MIL 

LEG VIII P. F 

C C STIP XXVI ARAM 

EX VOTO PRO SALVTE 

SVA. V. S. L M POSITAM 

MVCIANO ET FABIANO COS 

Y)eo invicto (e/) Genio loci. Primidius Severinus, miles legionis 

VIUj piae, fidelis, constantis, commodaet ') stipendiorum XXF/, 2 ) 

aram ex voto 3 ^) pro salute sua votum solvens lubens merito posi- 

tam Muciano et Fabiano consulibus. 4 ) 

Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 

Maffei, D. quir. p, 28. Hagenbuch, Mss. II. p. 345. Haller, 

Bibl. der Schweizergesch. I. p. 124. Orelli, Inscr, lat. Nr. 1908, 

5232, Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 79. 

Anrnerk. 1) S. C. a. v. Legio , insbesondere Leg. VIII. 2) EX 

VOTO V S. L. M s. Comm. a. v. Siglae S. 409 des zweiteu Theiles. 

3) Selteues Vorkommen der Angabe der Dienstjahre auf einem Votiv- 

denkmale. 4) 202 uach Christ. 



2181. DEO SILVA 

NO. PRO SALV 
TE RATIARIOR 
SVPERIOR A 
MICOR SVOR 
BASIM SANCT 
M. ARRIV CIVIS HEL 
V. S. L. M 

Deo Silvano pro salute ratiarior(um^ superioris, amicorum suorum 
basim sanctam. M. Ari'ius , civis Helveiius votum solvit lubens 

merito. 
Gefunden 1678 nach Spon „au pied de la tour de Pisle." 

Spon, Misc. p. 231. Spon, Hist. II. p. 337. Fabretti, 756, 622. 
Murat, 67, 7. Pocock, 80, 8. Hageubuch, Mss. II. p. 307. 
Orelli, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 80. 
Anmerk. 1) Stiperioris scil Rhodaui. 



. — 232 — 

2182. NVMINIBVS 

AVG. 

ET. DOM DIV 

VICTOR AVG 

LIB. P P S. 

Numinibus augustis ! ) et domus dimnae. Victor, augusti libertus, 

posuit pecunia sua. 
Naeh Spon „a la grande rue vis a vis de la Pelisserie." 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 313. Hagenbuch, Mss. II. p. 205. 
Murat, 103, 8 und 105, 2. Orelli, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 81. 

Aumerk. 1) S. C. a. v. Augustus. 



2183. IMP. CAES 

DIVI MAGNI ANTONI 
NI. PII. F. D...ERNE 

POS 

IA . . , , 

TRIB 

• . MIL PA . . . 

Imperafor caesar, divi magni Antonini, pii, plius , divi (Sev^eri 
nepos, QMarcus Aurelius kntoninus, ') pius, felix, augustus, pon- 

tifex maximus J 1rib> (potestate . . . .) (A Colonia 

Julia Equestrf) millia passuum . . 
Schriftreste auf einer Strassensaule , nach Spon zu Genf „sur 
la Treille" befindlich. Levade setzt den Fundort nach Nyon. 
Wahrscheinlich stand diese Saule auf der nach Nyon ziehenden 
Romerstrasse ; es ist jedoch ungewiss, in welcher Entfernung 
von da , weil die Zahl der Passus erloschen ist. Viellcicht stand 
ste auf dieser Strasse tn der Nnhe von Genf. Dass diese Saule 
nach Col. Julia Equestris zeigte, und von daher die Passus gezahlt 
wurden, halte ich fiir hochst wahrscheinlich , weshalb ich obtge 
Erganzung vorschlage, s. Comm. a. v. Slrassensaulen. 

Spon, II. p. 330. Murat, 1045. 8. Hagenbuch, Mss. II. p. 283. 
Levade, p. 223. Orelli, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 84. 

Anmerk. Kaun auch auf M. Aurelius Severus Alexander bezogen 
werden, da sich dieser Kaiser ebenfalls Autonini magni filius uud Se- 
veri nepos nannte. Da bei der Stelle TRIB. keiue Zalil , wie bei Nr. 
897 steht, welche aus dem daselbst angegebeneu Grunde auf den 






— 233 — 

Elagabalus hiuweist, so bleibt es unentschieden, auf welchen der bel- 
deu Kaiser oblge Inschrift zu bezieheu. 



2184. IMP. CAES. 

C. VIBIO TREBONIA. 
NO GALLO. PIO. FELICI 

AVG. PONTIFICI MAX 
TRIB. POTES. COS. II. P. P. 
IMP. CAES. C. VIBIO. ANNIO. GALLO. 
IANO. VOLVSIANO. 

. • » » 4 > • 

Imperatori caesari , Cajo Vibio Treboniano Gallo , pio, felici, 
augusto, ponfifici maxinto , tribunitia potestate, consuli iterum 1 ) 
pafri patriae (el) imperatori c tesari, Cajo Vibio Annio *) Gallo 

(Veldumin)iano Volusiano 

Schriflreste auf einer Strassensaule , nach Spon „a la Pelis- 
serie a dahier vormals befindlich. Von dem Fundorte dieser In- 
schrift gilt Dasselbe, vvas in der Note zu der vorhergehenden 
Inschrift Nr. 2183 gesagt vvurde. 

Spon, II. p. 334. Hagenbuch, Mss. II. p. 299. Orelli, inscr. 
Helv. 1844 Nr. 85. 

Anmerk. 1) 252 oach Chr. 2) Nach Murator 253. 4 und Barthe- 
lemy mem. de 1'acad. des inscript. XXVIII. 606. richtiger AFINIO, daher 
ANNIO fehlerhafte Abschrift. 



2185. L. IVL. P. F. VOL BROCCHVS VAL 

BASSVS. PRAEF. FAB. BIS. TRIB MIL 

LEG. VIII. AVG. IIVIR IVR DIC. HIVIR LOC 

PP. AVGVR. PONTIFEX IIVIR 

FLAMEN IN COL EQVE TR 

VICANIS GENAVENSIBVS LACVVS D. 

Lucius Julius, Publii filius , voltinia, Brocechus, Valerius, 1 ) 

Bassus, praefectus fabrum 2 ) bis, tribunus mililum legiouis VIII, 

augustae, duumvir jure dicundo,*) triunwir locorvm publicorum 

persequendorum,*) augur, pontifex, duunwir, flamen in Colonia 

Equestri vicanis genavensibus lacnus dat. 



— 234 — 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Baudenksteine, welcher 

sich nach Spon vormals in der Strasse des Chanvins, spater auf 

dem Ralhhause zu Genf befunden hatte. Levade setzt den Fund- 

orl nach Nyon , vermuthlkrh desshalb, vveil der Stifter in der 

Colonia Equestris gewohnt halte. Aliein als Denkmal, welches den 

Mann nennt , der im Vicus Genavensis (so ist die Stelle „vicanis 

genavensibus" wohl zu verstehen) Wasserkammern oder Wasser- 

behalter anlegen liess, war es doch natlirlich bei dieser Anlage 

selbst und nicht fern von ihr an einem andern Orte aufgestellt. 

Spon, Misc. 167. Ders., Hist. de Gen. p. 385 u. 380. Pocok, p. 
79, 4. Hagenbuch, Mss. II. p. 339. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 56 u. 57. Levade, p. 222 nach einer andern Zeilenabthei- 
lung und statt VICANIS — VIANIS. 

Anmerk. 1) Dieser vielnamige Beamte (s. C. a. v. Namen) kommt 
Nr. 2276 als Stifter eines Denkmals noch einmal vor , welches er zu 
Nyon (Col. Equestr.) seinem Sohne errichten liess. Sein Name Valerius, 
welcher oben abgekiirzt Val angezeigt steht, erscheint dort (Nr. 2276) 
VALER geschrieben. Hiernach ist die Lesung VAL(entia) um so mehr 
zu verwerfcn, als nach Nr. 440 u. 476 dieses Werkes keine der ver- 
schiedenen Stadte Valentia zur Tribus voltinia, sondern die eine zur 
Tribus palatina , die andere derselbeu zur Tribus pollia gehort habeu. 
Ein anderer Julius Nr. 2193. 2) S. C. a. v. Centurio fabrum. 3) und 
5) S. C. a. v. Municipalbeamte. 4) Vergl. Nr. 2193, wo LOCORVM P. 
PERSEQVENDOR. 6) S. C. a. v. Civitates. 7) S. C. a. v. Sprachliches. 



2186. C. VALERIO. T. F. AN 

TR. MIL LEG II 

PATRONO OPTIMO 

GENEVENS PROVINCIA 

B. M. P. 

VIXIT. ANN. LX. M. II. DIES XVII 

Cajo Valerio, Tili fdio , aniensi , ') . . . , tributi) mititum legionis 
//.../) patrono optimo genecens(es^) prooincia^les^)^ beneme- 
renti posuerunt. Vixit annos LX, menses II, dies XVIL 
Nicht mehr vorhandenes Grahdenkmal, welches sich nach 
Griiter vormals am Munzgebaude bei der Gervasiuskapelle be- 
funden hi.tte. 

Gruter, 477, 4. Hagenbuch, Mss. II. p. 253. Spon, Hist. de 
Gen. II. p. 388. Heuzuer, Itinerar. p. 61. Orelli, Inscr. Uelv. 
1844 Nr. 58. 



— 235 — 

Anmerk. 1) Orelli liest: Auli nepoti und bemerkt: „non anieusi 
tribu." Ua nach AN das auf dem Steine erloschene Cognomen dieses 
Manncs folgte, wie man mit Sicherheit annehmeu darf, so ziehe ich nach 
vorliegenden Beispielen (s. Nr. 2185, 2187 un<l viele andere) die Lesung 
aniensi vor. 2) Das Epithet dieser Legion ist , wie das Coguomen (s. 
Anmerk. I) erloschen. Wahrscheinlich italicae oder augustae? wie 
Nr. 2187, s. C. a. v. Legio. 3j Statt vicani genevenses. Der Sinn dieses 
besonderen Ausdruckes ist: die im Vicus genevensis wohnenden Provin- 
zialen der Maxima Sequanorum. Wiirde ubrigens je nachgewiesen vver- 
den konuen , dass es eiue Civitas genevensis gegeben habe, so ware das 
Wort PROVINCIA iu gauz gleicher Bedeutung zu fassen, wiedieStelle 
RESP. A(J. Nr. 850, namlich fur Civitas, s. C. a. v. Civitates. Fiir den 
Fall , dass genevenses provinciales gelesen werden kdnnte, mag die 
Textsehreibung PROVINCIA ohne L nicht anstdssig erscheiuen , da be- 
kanutlich fiir Abkiirzungen sehr oft willkuhrliche Formeu vorkommen. 



2187. . . BLANDIO. C. F. 

VOL. LATINO. 7 LEG 

I ITAL 7 LEG. II. AVG. 7 LEG. 

VIIII HISPAN 7 LEG XX 

. ONIS DONA . . i 

. . . Blandio , Caji filio , vollinia, Latino, 1 ^) centuriorii legionis 
(/) /, italicae, centurioni Ipgionis II, augustae, centurioni lcgionis 
/X, hispanae, centurioni legionis XX (valeriae victricis) (d)onis 

dona(Jo) 

Dieses fragmentarische Denkmal befand sich nach Spon „dans 
la muraille d'une des tours de la maison de Mr. Turretin du 
cote de la Treille." 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 373. Hagenbuch, Mss. II. p. 329. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 68. 

Anmerk. 1) Vergl. Gruter 553, 1, wo derselbe Maun merkwiirdiger- 
weise als Centurio von fiiof verschiedenen andern Legionen, in welchen 
er, wie auch nach obiger Inschrift, nacheiuander diente, vorkommt. 
2) Ueber die verschiedeuen hier angegebenen Legionen, namentlich riick- 
sichtlich derStelle LEG VIIII HISPAN s. C. a. v. Legio. 3) Nach dieser 
Stelle folgte die nun erloschene Aufzahluug der Ehrenzeichen z. B. 
vielleicht phaleris , hasta pura, corona u. s. w. 



- 236 — 

2188. RI 

ION 

LEGIONIS X 
HERE EX TEST 

« ♦ ♦ . ♦ ri ccntur{ion)i legionis X (jgeminae). Heredes 

ex testamento. 

Diese fragmentarische Grabschrift befand sich vormals im 
hiesigen Collegiengebaude. 

Gruter, 571, 6. Spon, Hist. de Gen. II. p. 318. Hagenbuch, Mss. 
II. p. 315. Orelli, lnscr. Helv. 1841 Nr. 69. 



2189. . . . S . N PATRIT . . AS ♦ . PP. 

. . RITFEBO . . . . AE ROMV 
D . . . . NIYGI T . ♦ . LLI . . . S MIL LEG XXII ADI 
♦ . . FECTVM . ♦ . BI 
.... OICA 
Auf einem nach Spon am Thor „du bourg" befindlich gewe- 
senen Fragment. Die Abschrifl erscheint augenfallig ganz fehler- 
haft, und kann durchweg nicht einmal eine Verbesserung bei ihr 
vorgeschlagen werden. Nur die Stelle RITFERO Z. 2 scheint 
auf AQVILIFERO oder SIGNIFERO und die Stelle ADI. Z. 4 auf 
P. P. F. bezogen werden zu konnen. 

Spon, Hist. II. p. 345. Hagenbuch, Mss. II. p. 515. Orelli, Inscr. 

Helv. 1844 Nr. 70. 



2190. CN ARVTIO. CN. F. CELERI 

PRAEF. COHORTIS 
LVSITANORVM 



Cnaeo Arutio , Cnaei /iho, Geleri, praefecto cohortis husiiano- 

rum ') . . . . . 

Auf einem nach Spon : ,,au bas du Perron <; befindlich gewe- 
senen fragmentarischen Denkmal. 

Gruter, 366, 5. 533, 1. Spon, Hist. II. 312. Hagenbuch, Mss. 
II. p. S03. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 67. 

Aumerk. 1) S. C. a. v. Cuhortes. 



— 237 — 

2191. G. AROS. MARCIANO OP 

TIMO 1VVENI ET liENTIS 
SIMO OFFICIO INTER CON 
VICANOS SVOS FVNC 
TO AEDIL HVNC MIHI 
INIQVE INIMICA MANVS AR 
TVLIT CONIVGEM CARVM 
ET PARENTIBVS I3NFELICISSI 
MIS POST CETEROS VNI 
CVM NATVM ATIS MARA CONIVGI AMAN 
TISSIMO ET MERENTISSIMO 

G(aio) ArosQio) Marciano, optimo juveni ') et pientissimo, officio 
intcr convicanos suos functo aedilicio. *) Hunc mihi inique ini- 
mica manus ablulit*) conjugem carum et parentibus infelicissimis 
post celeros unicum natum. Atismara 4 ) conjugi amantissimo 

et merentissimo. 

Diese mit vielen Ligaturen versehene interessante Grabschriffc 
wurde 1722 in den Fundamenten des hiesigen Klosters gefunden. 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 376. Pocok, p. 80 f. Hagenbuch, Mss. 
II. p. 337. Orelli, Ioscr. Helv. 1844 Nr. 2. 

Anrnerk. 1) In Bezug auf sein jugendliches Alter , nicht in der 
Bedeutung seiner Angehorigkeit zu der ersten Altersklasse der Biirger 
(collegiutn juventutis). Auf dieselbe Weise ist eiueStelle Nr. 333 dieses 
Werkes zu verstehen. 2) S. C. a. v. Magistratus. 3) Soll heissen: 
abshilit. 4) Atismara, gallischer Name , daher anzunehmen , dass die 
Gattin dieses Romers von Geburt eine Gallierin war. 



2192. RICCIO T. F 

OL FRONTONI 
VIR AERARI 

R 

EX TESTAM 

. . . Riccio, *) Titi filio, . . (p)ol(lia), Frontoni, (duum)vir(o) 

aerarii. . . Heres ex testamento. 

Hier gefunden und in der Mauer der St. Peterskirche befindlich. 

Gruter, 505, 8. Murat, 768, 7. Spon, Hist. II. p. 333. Hagen- 
buch, Mss. If. p. 295. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 61. 

Anmerk. 1) Zu vergleichen die Namen Rixsius und Rittius im Re- 
gister der Namen. 



— 238 — 

2193. T. IVL. T. FIL. CORN. VALERIANO 

PATRONO COLON 

IIVIR AER. IIIVIR 

LO^ORVM. P. PERSEQVENDOR 

TRIB. MIL LEG VI VICTR 

PRAEF FABR FLAM AVG 

PONTIFICI 

IVLIA. T. F. VERA. PATRI OPTIMO. 

Tito Iulio, l ~) Tili filio cornelia, Valeriano,pafrono Coloniae^ duumviro 
aerarii, triumriro locorum publicorum persequcndorum,' 6 ) tribuno 
militumlegionis VI, victricis ,*) praefecto fabrum, b ~) flamini augusti, 
pontifici, Julia , Tili filia, Vera, patri optimo. 
Auf einem im Museum dahier aufbewahrlen Ehrendenkmale, 
welches sich nach Spon vormals in der Stadtmauer „vis a vis 
de la Corraterie" befand. 

Gruter, 408, 6 u. 425, 7. Spon, Hist. II. p. 313. Hageubuch, 
Mss. II. p. 14. Orelli, Inscr. H. 1844 Nt\ 59. 

Anmerk. 1) S Nr. 2185, \vo ein auderer Julius. 2) Wahrsehein- 
lich Coloniae Equestris. Wenu Genevensis, so muss der Beweis gefuhrt 
werden, dass unter diesem Namen eiue Colonie bestandeu hatte. 3) Ver- 
gleiche Nr. 2185, wo ebenfalls eiu III VIR. LOC. P. P, 4} S. C. a. v. 
Legiones. 5} S. C. a. v. Centurio fabrum. 



2194. D. IVL. D. FIL VOLT. 

CAPITON 

AVGVRI IIVIRO AERAR 

FLAMINI MARTIS 

TR. MILIT . . . 

Decimo Julio, Decimi filio, voltinia, Capiioni, auguri, duumviro 
aerarv, flamini Martis, tribuno militum . . . 

Schriftuberreste auf einem Grabstein, nach Spon: „autrefois 
aux Hales." Levade nimmt Nyon als Fundort in Anspruch, gibt je- 
doch hierzu keinen naheren Beleg. 

Gruter, 421, 61. Spen, Hist. de Gen, II. p. 327. Hagenbuch, 
Mss. II. p. 111. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 60. Levade, 
p. 223. 
Anmerk. Der Verstorbeue scheint ein Sohn des D. Julius Ripanus 
Capito, Nr. 2276 zu Nyon gewesen zu sein. 



— 239 — 

2195. 0. STARDIVS. MACER. 
C. STARDIVS. PACATVS. 
C. ALBVTIVS. PHILOGENES. 
L. STATIVS. ANCHIALVS. 
C. NOVELLIVS. AMPHIO. 
CORNELIVS. AMPHIO IIIIIIVIRI. 

Q. Slardius Macer, C. Slardius Pacatus, C. Albuiius Philogenes, 
L. Statius Anchialus, C. Novellius Arnphio , Cornelius Amphio, 

seviri Qauyuslales). 

Auf dem Bruchstiick eines unbekannt welchen Denkmals, des- 
sen abhanden gekommenes andere Stiick den iibrigen Theil der 
Inschrifi enlhielt , nach Spon zu St. Peter befindlich. 

Gruter, 194, 8. Murat, 746, 7. Spon, Hist. de Gen. II. 316. 
Hagenbuch, Mss. II. 231, Orelli, inscr. Helv. 1844 Nr. 63. 



2196. . ; XTI FIL 

. . . RINAE 
. . MINICAE 
. , MATERNAE 

. . (Se)xti filiae . ♦ rinae . . (fia)minicae . ♦ Maternae. 

Auf einem Fragment , nach Spon im Collegiengnbaude befindlich. 

Gruter, 897, 19. Spon, Hist. de Gen. II. 317. Hageubuch, Mss. 
II. p. 231. Orelli, inscr. Helv. 1844 Nr. 65, 



2197. SEX. ATTIO, CARPOPHORO. 
IIIII VIRO AVG 
IERIA CASTVLA 

Sexto Attio Carpophoro , seviro augustali, Jeria Castula. 

Nach Spon vormals im Collegiengebaude befindlich. 

Gruter, 385, 4 und 385, 4. Murat, 678, 8. Spon, Hist. de 
Gen. II. 316. Hagenbuch, Mss. II p. 213. Orelli, Inscr. H. 
1844 Nr. 64. 






— 240 — 
2198. C IVL i IVLIA 



. i RATRV 
, . VRVM 



Schriftrcste auf einem nicht mehr vorhandenen Bruchstucke, 
nach Spon ehemals im Colleg-iengebaude befindlich. 

Gruter, 199, 5. Gudius, 86, 6. Spon, Hist. de Gen. II. 314. 
jHagenbuch, Mss. II. 209. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 75. 

Anraerk. Der Versuch, Z. 4 (a)RATRV(m circum duxerunt) uud 
Z. 5 (m)VRVM (aedificaruut) erganzend zu lesen, ist vollig unhaltbar 
und eiues jener unwissenschaftlichen Phantasiestiicke, von welchen man 
sich in neuerer Zeit ganzlich abzuwenden anfangt. Wahrscheinlich liegt 
hier eine Grabschrift vor, die, wie zuweilen vorkommt, mit der vollig 
ausgeschriebenen Formel FACIVNDVM CVRAVERVNT schloss , und 
wovon (nehmlich FACIVNDVM) VRVM noch Ueberrest ist , indem ich 
annehme, dass V von N iibrig blieb, und R unrichtig fiir D copirt wurde, 



2199. DIIS MANIB 

SEX. M . " 

• . ATRO ... VI 

SAGAR . . NI 

NARCISSVS 

• • ♦ AN 

Diis Manibus* Sexto, MQarci filio , ?Qatrono, (negatiori) 1 ) . . 

Narcissus . . . 

Nach Spon bei St. Germain befindlich. 

Spon, Hist. de Gen. II. 'Nr. 354. Murat, 1772, 8. Hagenbuch, 
Mss. II. p. 297. 

Anmerk. I) Vielleicht negatiatori saccario, wie Nr. 1723 zu Trier, 
s. C. a. v. Negatiator. Die Stelle SAGAR bezieht Hagenbuch auf einen 
Namen. Spon halt sich an die Lesung sagarius und bemerkt ,, un mar- 
chand de robes." 



— 241 — 

2200. D. M 

. , IETI AETERNAE 
, , NSVETINIAE IV 
- . NAE LIBERTAE 
j . RISSIMAE ET CON 
, . I INCOMPARA 
. . FEMINAE SAN 
. . SSIMAE C. MA 
. . VETINIVS PA 
. . NVS PATRONVS 
Diis Manibus et (jqu)ieti aclernae. (Ma)nsuetiniae Ju(lia)nae, li- 
bertae (ca)rissimae ctcon(Jug)i incompara(bili), feminae sanct- 
issimae Cajus Ma(?is) uetinius PatQer)nus patronus* 
Nach Spon zu St. Peter befindlich. 

Spon, Hist. II. p. 333. Gruter, 957, 7. Murat., 1847 13. H a- 
genbuch Mss. II. p. 294. Orelli, Insr. Helv. 1844 Nr. 88. 



2201. CAL VERNAE 

VER. VERVLA 
FIL PIENTIS. P. C. 
S. A. D 

QDiis Manibus) Cal(issae?) Vernae Ver(ra) Verula filiae pien- 
tissimae ponendum curavit (et) sub ascia dedicavit. 

Nach Spon in St. Peter befindlich. 

Gruter, 713, II. Spon, Hist. de Gen. II. p. 318. Hagenbuch, 
Mss. II. p. 235. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 90. 

Anmerk. S. C. a. v. Ascia. Der Naine Verra in folgeuder Inschrift 
Nr. 2202. 



2202. MEMORIAE 

AETERNAE 

VERR. VERVLAE 

COLUSSAE STVRD 

CONIVGI INCOM 

PARABILI F. C 

ETSVBASCIADED 



16 



— 242 — 

Memoriae aeternae VerrQae) Verulae Colussae. Sturd(ius') conjugi 
incomparabili faciundum curavit et sub ascia dedicavit. 
Nach Spon im Collegiengebaude befindlich. 

Gruter, 839, 8. Murat., 1418, 6. Spon, Hist. de Gen. II. p. 
317. Hagenbuch, Mss. II. p. 233. Orelli, Inscr. Helv. 1844 

Nr. 89. 



2203. D 

RVFIAE AQVILINAE C. F AT.' 

Diis QManibus) Rufiae Aquilinae, Caji filiae At 

Nach Spon „sur la Treille" befindlich. 

Gruter, 981, 18, Murat., 1738, 5. Spon, Hist. de Gen. II. p. 
332. Hagenbuch, Mss. II. p. 287. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 95. 



2204. M. CONNI SECVNDI 

M. IVL. MARCIANVS 
FRATRI 

(JDiis Manibus~) Marci Conni Secundi. Marcus Julius Marcianus 

fratri. 

Nach Spon „sur le puits du Four de fer" befindlich. 

Gruter, 547, 2. M u r a t., 1455, 4. Spon, Hisl. de Gen. II. p. 309. 
Hagenbuch, Mss. II, p. 197. OreJIi, Inscr. Helv. 1844 Nr. 97. 



2205. M IVL. MARCIANVS 

SIBI VIVOS POSTERISQ 
SVIS. FECIT 
Marcus Julius Marcianus sibi vivos posterisque suis fecit. 
Nach Spon „au Bourg du Four" befindlich. 

Spou, Hist. II. p. 315. Murat., 1696, 16. H agen bu ch^Mss. II. 
p. 199. Orelli, luscr. Helv. 1844 Nr. 98. 



— 243 — 

2200. SKX. VCCIO 

SECVNDO 

ALBVS FRATER 

D. S. D 

Sexlo Uccio Secundo Albus fraler de suo dedil. 

Nach Spon in den Mancrn des Collegiengebiiudes befindlich. 

Gruter, 75:3, 4. Spon, Hist. de Gen. II, p. 374. Hagenbuch, 
Mss. II. 325. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 94. 



2207. L. NAMMIO 

NVMIDAE 

Lucio Nammio Numidae. 

Nach Spon unter der Halle der Auditorei dahier befindlich. 

Gruter, 919, 2. Murat., 1615 , 10. Spon, Hist. de Gen. II. p. 
332. Hagenbuch, Mss. II. p. 289. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 96. 



2208. C. V. VA . . 

Stempel auf einer Todtenurne, nach Spon vormals itn Besilze 
des Prof. Meslrczat. 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 341. Hagenbuch, Mss. II. p, 319. 
Orelli, luscr. Helv. 1844 Nr. 99. 
Anmerk. S."£C. a. v. Abreviatureu auf Gefassen. 



2209. Q IVLIO SERGIO 

MEMORIAE 

EllVS FVLLON 

IVSTINVS ET TE 

RENflA BELLATVL 

LA ET IVL MACRINVS PATRONO 

HERED FACIVNDVM CURAVER 

Quinto Julio Sergio , memoriae ejus , ') Fullon(ius^) 2 ) Jusfinus 
el Tcrentia Bellatulla et Julius Marcrinus patrono. Heredes 

faciundum curaverunt. 

Auf einem nach Spon zu St. Peter befmdlichen Grabsteine. 

16* 



— 244 — 

Gruter, 943, 3. Spon, Hist. de Gen. II. p. 318. Hagenbuch, 

Mss. II. p. 201. Murator., 1543, 3. Orelli, Inscr Helv. 1844 

Nr. 91 

ADinerk. 1) S. Coni. a. v. Sprachliches — Verdoppelungen U. 2) 

Nicht fullones Justinus et Terentia etc. Fullouius eiu bekanuter Name. 



2210. ALERIO KANI 

OLKANO FILI 

(V~)alerio Kaniolkano v ) filiu 

Auf eincm Fragmente, gefunden in dem Fundamente eines 

Hauses in den Rues basses. 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 371. Hagenbuch, Mss. II. p. 354. 
Orelli, Inscr. Helv. 1£44 Nr. 92. 

Annierk. 1) oder : Kani, (V)olkano. Bei Kani (scil. filio). Sollte 
Kaniolkauo richtig sein, so ware dieser Name ein gallischer. 



2211. C. SEGELLIO TERRENO 

HER 
EX TESTAMTNTO 

Cajo Segellio Terreno. Heredes ex tesiamento. 
Nach Spon 1711 dahier gefunden und im Stadthause befindlich. 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 375. Pocok, p. 79. Hagenbuch, Mss. 
II. p. 335. Orelli, lnscr. Helv. 1844 Nr, 93. Gruter, 853, 5. 



]?I e y s e r 



bei Genf. 



2212. EFT SEVER 

C ARAB ADIAB 

M TRIB. POT IX 

DESIG III P P ET 

EL ANTONIN 

III COS DESIG 



— 245 — 

(Impcrafor cacsar Lucius S)cpt{imius Scvcrus (augustus , par- 
tfti)cQus), arabicus , adiabenicus (pontifcx) maximus , tribunitia 
potrslale VX, (consul iferum), dcsignatus tcrfium, pater patriae et 
iiVarrus Aur)e!Qius) Antoninus, (pius, augustus , tribunilia po- 
tcsiate) quartum , consul designalus (et Publius Septimius Geta, 
nobilissimus^caesar. A Colonia Equestri rniltia passurnm . . .) 

Schriftreste auf einer nicht mehr vorhandenen Strassensaule, 

welche sich nach Spon dahier befand und hochst wahrscheinlich 

als zum Bezirke der Civitas Equestrium gehorig- , auf Col. Eq. 

(Noviodunum) hinwiess, s. C. a. v. Fundorte. 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 343. Guichenon, Hist. de Sav, I. p. 49. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 83. 

Aninerk. Guicheuon gibt folgende Abschrift: 

EPI SEVER 

CAI SABADIA 

M RIB PO T EX 

DESIG . . III PP IT 

EI ANTONIN 

111 P C 

IIII COS DESIG 

Hier ist Z. 3 bei RIB POT die Zahl IX unrichtig EX fur IX co- 

pirt, also eiue Uebereinstimniung in der Hauptsache vorhanden. Diese 

Zahl weisst auf das Jahr 202 nach Chr. Es is daher die Zahl III der 

letzten Zeile obigen Textes nach der Copie Guicheuons Z 7, welche IIII 

gibt, als Ueberrest von 1111 zu betrachten , denn das neunte Tribunat 

des Severus fallt mit dem vierten des Caracalla zusammen. Dass Geta's 

Name ebenfalls auf dem Steiue staud , ergibt sich aus vielen Parallel- 

inschriften , s. C. a. v. Inschriftdenkmale dps Kaisers Severus und sei- 

ner Sohne. 



LARGITAS D. N VALENTINIANI AVGVSTl 

Largitas domini nostri Valentiniani augusti. 

Auf einem silbernen Schilde, unbekannt wo gegen wartig he- 
findlich. 

Sinner, voyage d la Suisse II. p. 79. Orelli, luscr. Helv. 1844 
Nr. 86. 



246 — 



S e 1 i g n y. 

Dorf zwischen Nyon und Coppet in einem zurn Canlon Genf 
gehorigen Enclavement. 
Levad e, 289. 

2214. D. M 

CORNELI 

BILCAISIONIS 

FIL 

PVBLICIA 

PERPETVA 

CONIVGIS 

1NCOMPARA 

BILIS 

Diis Manibus Cornelii, Bilcaisionis filii, Publicia Perpetua con- 

jugis incomparabilis. 

Nach Levade zvvischen Coppet und Nyon gefunden. Da nun 

Seligny ziemlich in der Mitte der Gegend dieser beiden Orte 

liegt, so scheint der Fundort in der Nahe jenen Ortes zu su- 

chen seyn. Der Inschriftstein befand sich in der hiesigen Kirche 

und diente spaterhin daselbst als Weihwasserbecken. 

Spon, Hist. de Gen. II. p. 341. Gruter, 775, 6. Orelli, Nr. 120. 
L evade, p. 225. 

Anmerk. Levade gibfc CONIVGI INCOMPARABILI, wahrscheinlich 
als seine Verbesserung und an den Gebrauch sich haltend. Die Schrift 
heisst aber nach Spon und Gruter, vvie oben steht, und muss in einem 
Satze gelesen vverden, vveil zu unterstellen ist, dass der Steinmetze mit 
dem zwischengesetzten Nameu der Publ. Perpetua in der Construction 
des Genitlvs fortfahren wollte. Vergl. Iuschrift Nr. 2282 von Coppet, 
Kauton Waadt, vvo auf gleiche Weise gebrauchswidrig construirt wor- 
deu ist. 



247 — 



V a p o u m c 

l)Ci (i(Mlf. 

2215. D. M 

D. 1VLI0 D . . 

IVLI . . FESTI 

F. VOLT MOD 

ESTINO PATRONO 

PIENTISSIMO LIBERT 

EIVS CVRAVERVNT 

Diis Manibus. Dccio Julio, Decii Julii Festi fdio , voliinia , Mo- 
destino , pairono pientissimo. Liberti ejus curaverunt. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von hier. 

Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 100 nacli einer Mittheiluug LevaaVs. 
Ders., Inscr. lat. Nr. 5020. 



2216. 

M. CARANTIVS MACRINVS CENTVR.O COH 

PRIMAE VRBANAE 

FACTVS MILES IN EAD. COHOHTE DOMITIANO II COS 

BENEFICIAR. TITTIENI SERENI. LEG. AVG. VESPAS. X. COS. 

CORNICVLAR. CORNELI. GALLICANI. LEG AVG EQVESTRIB 

STIPENDIS DOMIT VIII COS. ITEM MINICI RVFI LEGAT. AVG 

EVOCATVSAVG.DOMITXIIIICOS.CENTVRIO.IMPNERVAIICOS.T.P.I. 

Marcus Carantius Macrinus, centurio cohoriis primae urbanae, 
factus miles in eadem cohorte Domitiano iterum consule, benefi- 
ciarius Tittieni Sereni legati augusti Vespasiano decimum consuie, 
cornicidarius Cornelii Gallicani legati augusti equestribus stipen- 
diis Domitiano octavum consule, item l ) Minicii Rufi legati augusti, 
evocaius augusti Domitiano dccimum tertium consule, centurio 
imperatore Nerva iterum conside tiiulum poni jussif. ' 

Auf dem Bruchsteine eines Grabdenkmals vom Jahre 97, aus 
der Regierungszeit des Kaisers Nerva (96—98), gestiftet von 
dem zu dicser Zeit in der Cohors I urbana dienenden Centurio 
M. Carantius Macrinus, welcher unter der Regierung des Kaisers 
Vespasianus (69 — 79), als dessen Sohn Domitianus zum zvveiten- 
mal Consul vvar, (78 n. Chr.) in der genannten Cohorte seinen 



— 248 — 

Kriegsdienst antrat, und von dieser Zeit an vvahrend der Regie- 
rung des Domitianus nacheinander Beneficiarus, Cornicularius und 
Evocatus augusti (s. C. zu diesen betreifenden Funktionsbezeich- 
nungen) gewesen und darauf unter Nerva zum Centurio ernannt 
worden ist. Dieses fragmentarische Denkmal befindet sich in der 
Wand der hiesigen Kirche eingemauert. Die darauf befmdliche 
Inschrift enthalt , wie wir sehen , blos den Namen des Stifters. 
Wohin das andere Fragment, welches den Namen des oder der 
Verstorbenen enthielt, gekommen , ist unbekannt. 

Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr« 66 nach einer Absclirift des Prof. Fer- 

ruci zu Genf vom Jahre 1843. 

Anmerk. 1) Item d. i. cornicularius Miuicii Rufi leg. aug., und 

wahrscheinlich, wie bei dem vorhergenaunten Legatus augusti Cornelius 

Gallicanus — Domitiano XVIII consule. Zu bemerken ist hier die Zeit- 

angabe nach den Consulaten, statt der genaueren nach der trib. potest. 



Ii a ii d e c y. 

Dorf bei Genf. 

2217. P. DECIVS TROVCETEIVEPI F 

VOLTIN, ESVNERTVS 

C. MARCIO CENSORINO 

COS 

Publius Decius, Trouceteivepi filius , voltinia, Esunertus, Cajo 

Marcio Censorino consule. 

Hochst wahrscheinlich eine falsche Inschrift , unbekannt wo 
befindlich, und als Bruchstiick einer grosseren, deren oberer 
Theil fehlt, zu betrachten. Der hier genannte Consul kommt a. 
a. 746, also 7 Jahre v. Chr. vor. 

Spon, Hist. II. p. 371. Hagenbuch, Mss. III. p. t&7. Orelli, 
Inscr. Helv. 1844 Nr. 102. 



249 — 



V e r s o 1 x. 

Dorf bci Genf. 

22 18. D VALERIO ASIATICI LIBERT 

SISSI IIIIIIVIRO 
COL. EQ 
EX T. 

Decimo Valerio , Asiatici liberto, QA)sissi, 1 ') seviro Coloniae 
Equestris QHeres)*) ex testamenti. 

Hier gefunden und in Genf sur Hiorloge de Molard befmd- 

lich. Orelli urid Lcvade setzen sie nach Nyon im Kanton Waadt. 

Spou, Hist. II. p. 319. Hagenbuch, Mss. II. p. 115. Orelli, Inscr. 

Helv. 1844 Nr. 113. Levade, p. 225. 

Annierk. 1) Asisium St. in Umbrien h. Assisi. Ueber die Ortsan- 

gabe hier im G^nitiv (wenn nicht nach SISSI ein erloschen) s. C. a. 

v. Sprachliches. 2) Ist H d, i. heres ausgelasseu oder erloscheu. 



2219. D M 

L. AVR. RESPECTO IVVENI 

ERVDITO CAVSIDICO 

BIS CIVI VALENSE 

ET EQVESTRE DEFVNC 

TO ANNOR. XVIII 

FILIO PIENTISSIMO 

L. AVR. RESPECTVS 

PATER PONENDVM 

CVRAVIT. 

Diis Manibus. Lucio kurelio Respecto, juveni crudito , causidico 
bis, J ) civi vallensi et equestri 2 ), defuncto annorum XVIII, filio 
pientissimo Lucius Aurclius Respectus pater ponendum curavit. 
Auf einem hier gefundenen, nach Spon vormals sur 1'orloge 
de Molard befindlich gewesenen Grabdenkmale. Levade setzt den 
Fundort nach Nyon. 

Gruter, 652, 4. Spon, Hist. II. p. 319. Boissard, II. p. 50. 

Hageubuch, Mss. p. 117. Levade, p. 224. Orelli, Ioscr. Helv. 

1844 Nr. 224. 

Anmerk. 1) Xicht , wie Hagenbuch liest: causidico, bis civi val- 

lensi et equestri. Orelli , welcher causidic« bis, civi vallensi etc. liest, 



— 250 — 

bemerkt richtig: „qui etsi adolescentulus XVIII durntaxat annorum 
bis jam causas civiles egerat." 2) Die Stelleu VALENSE und EQVESTRE 
sind offenbar verlesen oder undeutlicli geworden. Gruter gibt, vviewohl 
unrichtig, VALINSAE statt VALENSI, doch das andere Wort richtig 
EQVESTRI. Da diese Inschrift soast fehlerfrei und normal abgefasst 
erscheint, so ist jene Verbesserung hiernach gerechtfertigt. Auch ent- 
spricht der Ausdruck civis valleusis et equestris ganz dem Gebrauche, 
nach welchem vvir z. B. lesen: civis tauneusis, civis treverensis, civis 
medioraatricus etc. 






Kanton Waadt. 

Nordlicher Theil. 

Aiimerli, Siehe bei der Abtheilung Inscript. prov. Alpium Poeninar. 
die Uuterabtheilung Kauton Waadt, siidlicher Theil. 



Wiflisburg flieiiclics), 

Stadtchen mit rom. Alterthumern. Hier lag eine bedeutende 
romische Siadt, inschriftlich genannt: Colonia Pia Flavia Constans 
Emcrita Aventicum Helvetiorum Foederata ; kiirzer: Colonia Hel- 
vetiorum Foederata Aventicum; noch kiirzer : Colonia Helvetio- 
rum; am kiirzesten, besonders auf Strassensaulen : Aventicum, 
welch* lelzteren Namen die hier einst liegende gallische Stadt schon 
in vorromischer Zeit fiihrte. Der zu dieser Stadt gehoriire Bezirk 
(Civitas) wurde inschriftlich : Civitas Helvetiorum, Civitas Aventi- 
censium genannj. 
Haller, II, S. 223 f. Levade, p. 19. 



2220. FERTILI BACCHO OREO 

CN CORN COTTA 
D. D 

Fertili Baccho oreo Cnaeus Cornelius Cotia dat dedicat. 

Auf einer vergoldeten Erztafel aus den romischen Ruinen, 
unbekannt wo gegenwartig befmdlich. 

Bochat, Mem. crit. sur 1'histoire III. p. 623. Haller, I. S. ,252. 
Mercure Suisse Oct. 1745. Hagenbuch, Mss. I. p. 247. Orelli, 
Iuscr. Helv. 1844 Nr. 197. 



— 252 — 

Anmerk. Die Benennnng oreo vielleicht aureo, oder montano, oder 
nach einem Orte, einer Gegend, tiner Gewanne. Orelli halt diese In- 
schrift fiir unacht, theils vvegen dieses Epithets, theils vvegen des ganz 
uubekannten Namens Corn. Cotta. Er sagt: Aurelios Cottas non Cor- 
nelios Cottas jamdudum ego noveram. Beide Umstaude scheinen jedoch 
eine Unachtheit nicht darzuthun. 



2221. DEAE 

YICTORIAE 

IVNIVS 
PRIMITIVS 
EX VOTO 

Deae Victoria Junius Primitius *) ex voto. 
Inschrift von hier, welche nach Haller II S. 271 nach dem 
eine Stunde von hier liegenden Dorfe Munchenwyler kam, wohin 
alle sowohl im Dorfe als im Schlosse befindlichen Inschriften mit 
vielen andern Quaderstucken zum Verbauen gebracht wurden. 

Haller, II. S. 257 u. 373. Hagenbuch, Mss. IV. p. 356. L e- 
vade, p. 18. O r e 1 1 i, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 198. 

Anmerk. S. Nr. 1507, wo ebenfalls PRIMITIVS. Ueber die Frage, 
ob Primitius oder Primitivus zu lesen s. C. a. v. Namcn. 



2222. DEAE VICTORI 

AE SABIN MARC 
IA 

Deae Victoriae Sabina Marcia. •) 

Hier gefunden, kam nach Miinchenwyler , s. vorh. Inschrift 
Nr. 2221. 

Haller, II. S. 357 u. 273. Hagenbuch, II. p. 243. Orelli, 
Inscr. Helv. 1844 Nr. 199. 
Anmerk. 1) Fiir Martia , vergl. Nr. 277 und 378 und Com. a. v. 
Namen Nr. 6 d. Forts. III. Th., wodurch OrellPs „Mirum a femina Vic- 
toriae dedicatum esse titulum" beseitigt vvare. 



— 253 — 

2223. BIVIS 

TRIBVIS 
QVADRVBIS 
Biviis , Tribviis, Qnadrubiis ^facruni). 
Hier gefunden 1744, kam auf das benachbarte Gut Salavaux. 
Bochat, Mcr. II. p. 429. Haller, II. p. 260. Hagenbuch, IV. 
p. 225. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 260. 
Anmerk. S. C. a. v. Bivii, Trivii etc. Die Schreibungen TRIBVIS, 
QVADRVBIS fiir TRIVIS uud QVADRVVIS. Zu bemerken ferner die 
hier doppelt fungirendeu I, nach C. a. v. Sprachliches — Abkiirzungen. 



2224. GENIO 

PAGI TIGOR 

P. GRACCIVS 

PATERNVS CVR COL ET 

SCRIBONIA 

LVCANA 

V. FEC 

Genio pagi tigorini, 1 ') Publ. Graccius 2 ) Paternus , curator co- 
loniae 3 ) et Scribonia Lucana vivi feceruni. 4 ) 
Hier gefunden und zu Munchenwyler befindlich, s. Nr. 2221. 
Haller, II. S. 110. Plantin, p. 215, 260. Gruter, 111, 4. 
Hagenbuch, Mss. IV, p. 251. Orelli, Inscr. H. 1844 Nr. 175. 
Anmerk. 1) Orelli macht auf die Schreibung TIGOR nicht TIGVR 
aufmerksam. 2) Haller gibt GRAGGIVS. 3) Helvetiorum. 4) Gruter 
gibt T. P. I. d. i testamento poni jusserunt. 



2225. NVMINIBVS AVG 

ET GENIO COL HEL 

APOLLINI SACR 

0. POSTVM HYGINVS 

ET POSTVM HERMES LIB 

MEDICIS ET PROFESSORIBVS 

D. S. D. 

Numinibus augusti ') et Genio Coloniae Helvetiorum Apollini 2 ) 

sacrum. 3 ) Quintus Postumus Hyginus et Postumus Hermes liberti 

medicis et professoribus de suo dedicaverunt. 

Hier gefunden und unbekannt wo aufbewahrt. 



— 254 — 

Gruter, 38, 14. Hagenbuch, Mss. I. p. 179. Haller, Gesch. d. 
Helv. 1793 S. 153. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 176 nach 
Tro3'on's Mittheilung. 

Anmerk. 1) S. Com. a. v. Augustus. 2) S. Com. a. v. Apollo. 
Die Widmung gilt vorzugsweise dem Apollo als Heilgott, wenngleich 
sein Name den andern Gdttern nachsteht 5 der Schluss medicis et jpro- 
fessoribus setzt dieses ausser allen Zweifel. 3) S. Com. a. v. Sacrum. 



2226. DEAE AVENTIAE 

ET GENIO INCOLAR 

T. IANVARIVS 

FLORINVS 

ET. P. DOMITIVS 

DIDYMVS 

CVRATORES COL 

EX STIPE ANNVA 

ADIECTIS DE SVO 

HS N T D. 

Deae Avcntiae et Genio incolarum *) Titus Januarius Florinus 9 ) 

et Publius Domitius Didymus, curatores coloniae 3 ) ex stipe^) annua 

adjectis de suo sestertiis numero mille quingentis 5 ) 

Dieses hier gefundene Denkmal kam nach Miinchenivyler, 

s. N. 2221. 

Haller, II. S. 259. Gruter, 119, 2. Hagenbuch, Mss. IV. p. 
191. do nutii p. 58, 8. Morcelli, de stylo inscript. I. p. 49. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 177. 

Anmerk. 1) Dieses der Stadtgottheit Aventia und dem Genius in- 
colarum (s. C. a. v. Genius) gewidmete Denkmal (unbekannt, weil das 
Denkmal nicht naher beschriebeu vvorden und jetzt verschwundeu ist, 
ob Basis fiir Statuen, oder Ara?) befand sich wahrscheinlich in einem 
Tycheum aufgestellt, wo auch, vvie zu vermuthen, die in nachfolgenden 
Nnmmern 2227 und 2228 angefiihrten Deukmale , zu deren Errichtuug, 
Erhaltung und Ceremonialkosten von den Stiftern ebenfalls, vvie bei obi- 
gem Denkmale, gevvisse Summen geschenkt wurden , gestanden habeu. 
S. C. a. v. Tycheum. 2) Haller und Gruter: FLORIANVS. 3) D. i. 
Helvetiorum. 4) S. C. a. v. Stipes. 5) S. C. a. v. lateinische Bezeich- 
nung des Geldes nach inschriftlichen Angaben. 



— 255 — 

2227. DEAE AVENT 

T. TERTIVS 

SEVEUVS 

CVR. COLON 

IDEMQ ALL 

CVI INCOLAE 

AVENTICENS 

PRIM OMNIVM 

OB EIVS ERGA 

SE MERITA 
TABVLAM ARG 

P L POSVER. 

DONVM D. S. P. 

EX HS V CC L D D D 

Deae Aventiae. J ) Titus Tertius Severus , curator Coloniae 9 ) 
idemque all(ector) } 3 ) cui incolae aventicenses prim(i) omnium 
ob ejus erga se merita tabulam argenteam pondo L posuerunt, 
donum de suo posuit ex sestcrtiis quinque millibus ducentis. 5 ) 
Locus daius decurionum decreto. 
Dieses nicht mehr vorhandene Denkmal kam nach Miinchen- 
wyler, s. Nr. 222!. 

Gr uter, 110, 3. Hagenbuch, Mss. IV. p. 207. Schmidt, p. 13. 

Urstitius, p. 10. Freher, Lib. III. C. 31 Nr. 2. Orelli, 

Inscr. Helv. 1844 Nr. 178. 

Aumerk. 1) S. Note 1 zu Nr. 2226. 2) Helvetiorum. 3) Schmidt 

unrichtig allectus, s. C. a. v. Allector. 4) S. C. a. v. lateioische Be- 

zeichnung des Geldes nach inschriftlichen Angaben. Gruter gibt EX 

HS N CC L DXI , zu verbessern, wie oben steht. Ware N richtig, so 

miisste geleseu werden: ex sestertiis numero ducentis. Bei obigem Ver- 

besserungsvorschlag ist zu bemerken, dass vor V CC die sonst selten 

fehlende Sigle N (numero) nicht steht, so dass man doch das vorge- 

schlagene V als Ueberrest von N betrachteu und: ex sestertiis numero 

ducentis lesen miisste. Fiir diesen Fall ware jedoch die Stiftungssumme, 

verglichen mit den Stiftungen Nr. 2226 und 2228, uud in Belracht des 

Standes und der Auszeichnung des reich beschenkten Stifters eine gar 

zu verhaltnissmasig kleine. 






— 256 — 

2228, DEAE AVENT 

C. IVL. PRIMIT 

TRIVMVIR 

CVR. COL HE. F A 

CVR IIIIIIVIR 

D D SV H M P 

... II 

L D D D 

Dieses hier gefundene Denkrnal ist im Schlosshofe einofe- 
mauert und nach Troyon's Autopsie bis auf die Stellen AVEN 
und C IVL PRl verwittert. Obige Abschrift erscheint theilvveisc 
unrichtig, namenllich bei den Stellen TRIVMVIR Z. 3, CVR Z. 5, 
SV und P Z. 6. Ich schlage fjlgende Verbesserung vor : 

DEAE AVENT 

C. IVL PRIMIT 

OVS) IIIVIR (L PP) 

CVR COL HEL, F. A(VENTI 

CEN) IIIIIIVIR AVG 

D D S P (EX) HS M D 



L D. D. D 

und lese: 

Deae Aventiae *) Cajus Julius Primiiius , iriumvir ( locorum 2 ) 

publicorum persequendorum^), curator Coloniae Helvetiorum Foe- 

deratae Aventicensium , sevir augustalis donum dedit de sua pe- 

cunia ex sestertiis mille quingentis 3 ) Locus dalus de- 

curionum decreto. 

Haller, II. p. 239. Hagenbuch, Mss. I. p. 230. Orelli, Inscr. 
Helv. 1844 Nr. 179. Schmidt, S. 14. 

Anmerk. I) Siehe Note 1 zu Nr. 2226. 2) Siehe Nr. 2285. 3) S. C. 
a. v. lateinische Geldbezeichnuug nach luschriften. 



— 257 — 

2220. IMP. CAESARI YESPASIANO 

AVG. PONTIF. MAX. TR. POT. III 
m LMP. VIII. COS. III. DESIG IIII PP 



Imperatori caesari Vcspasiano augusfo , ponti/ici maximo , trib. 
polcstafe III, impcralori VIII, consuli III, designato IV, pafri 

patriae 

Nicht mehr vorhandencs Denkmal von hier. 

Gruter, 243, 4. Hagen b u ch, Mss. I. p. 159. Schmidt, p. 7. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844, Nr. 187. 



PAS . ♦ . . G 
. . OS . . ♦ I 


. M ♦ . TO. 
M . ENIA . . 
S . . . IL V 


LAB 
. ST 

. ♦ 



2230. P . , AES . V . 

M . M . . . RIB . P 
P P 
APID . N . . DENOL 
TR . . VENT . . . 
TIT . VES . . . . AN 
Diese nicht mehr vorhandenen Schriftreste sollen im Jahre 
1647 dahier gefunden worden sein. Orelli gibt hierzu zvvei 
Erganzungen: 

i) nach von Westen „consu!i Basiliensi, viro lunc temporis 
inter nos clarissimo" vvie folgt: 

IMP CAESAR VESPAS AVG 

LAPIDIBVS. NOIDENOLICE. MVLTO LABORE 

TRACTIS. AVENTICL MOENIA. INSTAVRATA 

TIT. VESPASIANI FIL DEDICAVIT 

2) nach Levade: 

IMP CAES VESP AVG 

PONT. MAX. TRIB. POT. COS 

I DES II P P 

LAPID. NOIDENOL. MVLT. LAB 

TRACT. AVENT MOENIA. RESTAVR 

TIT. VESP. AVG FIL D. 

Bei der Erganzung Nr. 1, dic.auch Hailer gibt, fehlen dic 
Zeilen 2 und 3 der Schriftreste. Diese drei ersten Zeilen, welche 

17 



- 258 - 

an den Jnhalt der vorhergehenden Inschrift Nr. 2229 erinnern, 

sind ihrer Fassung nach zwar richtig, scheinen aber zum Zwecke 

der Herstellung einer falschen Insclirift entwederT^opie oder 

Ueberreste eines Originals gewesen zu sein, unter welche die 

drei nachfolgenden Zeilen fvielleicht auf einem besonderen dar- 

untergesetzten Steine) geschrieben worden sind. Der Styl dieser 

drei letzten Zeilen ist nicht der der gewohnlichen romischen Ge- 

baudeaufschriften, s. C. a. v, Gebaudeaufschriften (denn dafiir soll 

nach der Intention des Verfertigers diese Inschrift gehalten wer- 

den), weshalb ich sie mit Orelli fiir falsch halte, sofort auch die 

Originalitat der drei ersten Zeilen , insofern sie Copie sind und 

nach dem Beispiele von Nr. 1461 zur Tauschung benutzt wurden, 

oder die Zusammengehorigkeit derselben mit den iibrigen Zeilen, 

insofern unler sie, die Ueberre&te eines Originals, jene andern 

Zeilen in weit spaterer Zeit gesetzt worden sind , in Frage stelle. 

Sinner, Voyage I. p. 167. Haller, I. S. 157. Levade, p. 22. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 188. 



2231. . i . SIAN 

. . OL AV , . F 

. . ♦ Vespa)sian(o) .... (C)ol(onia) Au(gusta) F(lavia) l ) . ♦ 
Unbekannt wo befindliche Schriftresle. 
Levade, p. 22. Orelli, Inscr. Helv. 1814 Nr. 189. 
Anmerk. S. Nr. 2241, wo st. Augusta steht: Pia. 



2232. NOBILISSIMO CAES 

C. GALERIO 
MAXIMIA 

. . . F 
. . . nobilissimo caesari C. Galerio Maximiano. (Colonia Augusta) 

l(laviat)*) i J . 
Schriftsresle auf einer Saule. 
Haller, I. S. 278. Levade, p. 32. Bochat, I. p. 556. Orelli, 
Inscr. Helv. 1844 Nr. 190. 
Annierk. S. Nr. 2241. 



— 259 — 

22;W. DOMNAE AVG 

MATRI CASTROR 
HEL PVBLICE 

(Juliae) Domnae augustac, matri caslrorum (civilas) Helvetio- 

rum l ) publice. 

Gefunden 1848 an der Strassc von Bern. Wahrscheinlicli 
Schriftresle. 

Haller, IT. S. 253. Levade, p. 37. Orelli, Inscr. Ilelv. 1844 
Nr. 170. 
Anmerk. 1) Orelli: Helvetii. Nach vorliegendem Beispiele schlage 
ich ohige Ergnnzung vor. 



2234. IN HONOREM DOMVS DIVINAE 
NAVTAE ARVRANCI . . ARAMICl 
SCHOLAM DESVO INSTRVXERVNT 

LDDD 

In honorem domus divinae nautae l ) aruranci 2 ) (et) aramici 
scholam 3 ) d& suo instruxerunt. Locus datus decurionum decrefo 4 ), 
Gefunden 1804 ; im romischen Amphitheater befindlich , s. C* 
a. v. Aufschriflen an offentlichen Gebauden. 

Haller, II. S. 250. Levade, p. 32. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 174. 

Aumerk. 1) S. C. a. v. Nauta. 2) S. Nr. 2146, vvo REG ARVRE. 
3) Versammlungsort fiir Geschafte und Uuterhaltung. 4) S. C. a. v. 
Tycheum. 



2235. 



QVESTVRA IN I 

ASIA FVNCTV 

INCOLAE AVENT NS 

OB EGREG. EIVS ERG E MER 

PATRON P CVI SINGVLI 

ADQ VNIVERS OBLIGATOS 

SE ESSE PRAEFERVNT ADQ 

ETIAM PARVM SIBI VI 

DENTVR PRAEDICARE 

CVRA T NIGR MODESTI 

IIIIIIVIRI AVGVSTALIS. 

17 



— 260 — 

quaestura in . ♦ . et Asia functus, incolae avent(ice)ns(es) 

ob egregia ejus erga se mer(ita), patrono (o)p(timo), cui sin- 
guli adque l ) universi obligatos se esse praeferunt adque 2 ) etiam 
parum sibi videntur praedicare t Cura 3 ) Titi Nigri Modesti, seviri 

augustalis. 

Auf dem Bruchsliicke einer grossen Tafel, gefunden 1849 in 

den Ruinen einer langen Saulenfacade , woran sich ein mit Mar- 

morplatten belegter Boden schliesst. Der Aufbewahrungsort ist 

nicht angegeben. 

Th. Burkhardt, i. d. Beitrageu der histor. Gesellsch. zu Basel fiir 
vaterlandische Geschichte IV. S. 149. 

Anmerk. 1) S. Comm, a. v. Cura. 2) und 3) a. v. Sprachliches. 



2236. C. VALER. C. F. FAB. CA 

MILLO QVOI pvBLICE FVJNVS HAEDVORVM 

CIVITAS E T HELVET DECRE 

VERVNT. ET. CIVITAS HELVET 

OVA PAGATIM QVA PVBLICE 

STATVAS DECREVIT. 

IVLIA. C. 1VL, CAMILLI F. FESTILLA 

EX TESTAMENTO 

Cajo Valerio , Caji filio, fabia, Camillo , quoi l ) publice funus 

Hacduorum civitas ei Ilelveiiorum decreverunt et civitas Helve- 

tiorum qua pagaiim qua publice statuas decrevit , Julia , Caji 

Julii Camilli fdia, Festilla ex testamento. 

Gefunden 1810 an einem Orle dahier, genannt „Mausolie aux 

couches dessus." Haller bemerkt, es scheine ein Portalstuck ge- 

wesen zu sein und zu jenem gehort zu haben. Die Schrift dieses 

Denkmals ist schon und gehort in die Zeit des Kaisers Claudius, 

wie aus nachfolgender Inschrift naher hervorgeht. 

Haller, I. S. 69. Levade, p. 31. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 169. 
Anmerk. 1) S. nachf. Inschrift Nr. 2337, wo der Vater der Jul. 
Festilla noch einmal vorkommt. Da diese alleg. lnschrift der Zeit des 
Kaisers Claudius angehort, so setzen wir dfe obige wegen des Zusam- 
mentrefTens der Namen in eben diese Zeit. 2) Alte Form, st. cui, s. C. 
a. v. Sprachliches. 3) Interessant ist hier die Erwahnung der Civitas 



— 261 — 

Helvetiorum, und? des , wlo nach deni Worte pagatim zu scliliesseu, 
dazu geluirigen~ Pagf, s. Coin. a. v. Civitas. 



2237. . IVL C. F. FAB. CAMILLO 

. AC AVG. MAG. TRIB. MIL 
. EG. IIIL MACED. IIAST. PVRA. 
• T. CORONA. AVREA DONATO 
. TI CLAVDIO CAESARE. AVG 
. TER. CVMAB. EO EVOCATVS 
. N. BRITANNIA MILITASSET 
. OL. PIA ELAVIA CONSTANS 
EMERITA HELVETIOR 
EX. D. D. 
(Cajo) Julio, Caji filio , fabia , Camillo, (s)ac(erdotum) aug(us- 
talium) mag{istro), iribuno militum (l)egionis IV, macedonicae, 
hasta pura (e)t corona aurea donato (a) Tiberio Claudio caesare 
augusto (i)ier(um) cum ab eo evocatus in Britannia militasset, 
(C)o\(onia) Pia, Flavia, Constans, Emerita *) Helveiiorum ex 

decurionum decreto. 

Hier gefunden und zu Miinchenwyler befindlich, s. Nr. 2221. 

Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr, 173 nach Hagenbuch Mss. IV. p. 345, 
welcher die Inschriffc sah. Haller, I. p. 144. Murator., 1103, 
2, theilweise unrichtig. 

Anmerk. 1) S. vorhergehende Inschriffc Nr. 2336, wo sein naher 
Verwandte gleichfalls fab. tr. 3) S. Comin. a. v. Civitates. 3) Haller 
EMERITA AV HELETIOR , zu lesen : . . . Emerila Av(enttcum) Hel- 
vetiorum. 



2238. 

. . RO EPVLON 

. . VGVST PR. PR. 

. . IAN. SVPERIOR 

. \ VBL. PATRONO 

♦ . ♦ . (seoi)ro epulonum, (legato a)ugusti propraelore (Ger- 

m)aniae *) superioris (pjubtice pafrono* 

Nicht mehr vorhanden. 



— 262 — 

Plantin us, p. 267. Hagenbuch, Mss. IV. p. 241. Orelli, Inscr. 
Helv. 1844 Nr. 202. 
Anmerk. 1) Bei IAN Z. 3 erscheint I als Ueberrest vou M. 



2239. a) VESPASIANO. b) VESPAS 

Zwei Schriftreste an zwei Thiirmen dahier befindlich. 
Tschudi, Mss. p. 107. Plantinus, p. 261. Hagenbuch, Mss. 
I. p. 165. 167. 



2240. AD EVM, . . . 

. ; . NCIAE. IMPER . . 
i . MITTANTVR . ( 
. . . ERIT. AVT IS. CVI. I . . . 
E . 1MPERAT0R . . 
. . . SER ...» 
Schriftreste eines kaiserlichen Rescripts oder Edicts. 
Sinner, Catal. codd. Mss. Bibl. Bern I. tab. 1. Orelli, Inscr. H. 
1844 Nr. 201. 

2241. 

. . . LEGATO . . . 

1MP. CAES. NERVAE AVG. GERM. LEGJCVI 

FLAVIAE. FIRMA.E ET LEGATO IMP. NERVAE 

TRAIANI CAESARIS AVG. GERMAN. DACICI 
LEG VI FIRMAE SODALI. FLAVIALI PRAETORI 

AERARI MILITARIS. LEGATO 1MP. NERVAE 

TRAIANI CAESARIS AVG. GERMANICI. DACICI 

PROVINCIAE LVG DVNENSIS CONSVLl LEGATO 

IMP. NERVAE TRAIANI CAESARIS AVG.|GERMANI 

CI. DACICI AD CENSVS ACCIPIENDOS 

COLONIA PIA FLAVIA CONSTANS EMERITA 

AVENTICVM HELVETIORVM^FOEDERATA ] 

PATRONO 

. . , legafo . ♦ . imperatoris caesaris Nervae augusti, germanici, 
legionis XVI flaviae, flrmae et legato imperatoris Nervae Traiani 
caesaris augusti, germanici, dacici legionis VI firmae, sodali 
flaviali , praeforii acrarii mililaris , legato imperatoris Nervae 
Trajani caesaris augusti, germanici, dacici, provinciae lugdu- 
nensis, consuli y legato imperatoris Nervae Trajani caesaris 









— 203 — 

augusti , germanici , dacici ad census accipiendos, Colonia Pia 
Flavia Constans Emerita Accnticum Hclvetiorum Foedcrata patrono. 

Auf zwei Bruchsliicken eines Ehr endenkmals , hier gefunden 

und zu Hallers Zeitcn an der Sladlkirchc dahier befindlich. 

Haller, I. S. 164 f. nach dessen Autopsie. Hagenbuch, Mss. I. 
p. 171. Gruter, 447, 12. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 173 
nach Troyou's Mittheilung. Stumpf, Schweiz. Chronik IV, 273. 
Willimann, II. I. c. y. Levade, p. 126. Schopflin, I. p. 152. 

Anmerk. 1) und 2) s. C. a. v. Legiones. 3) Schopflin und Levade 
schlagen die Zusammenstellung oblgen Fragments mit nachfolgender 
Nr. 2242 b vor , auf welcher der Name CAIO LAELIO zu leseu ist. 
Haller glaubt zu £rmittelung des Namens dieses gewesenen Consuls und 
kaiserlichen Legaten folgende Parallelstelle auf einem im Museum des 
Cardiuals Albaui zu Rom befiudlichen Deukmale benutzen zu konnen: 

C. IVL 

PROCVLO COS . . 

. . . LEG AVG 

DDAD CENSVS PROVINCIAE LVG 

DVNENSIS 

. . . LEG ATO LEG VI 

. . . . AB ACTIS 

IMP TRAIANI AVG . . 

und bringt damit aus dem lnhalte des Fragments die Aogabe in Ver- 
bindung, dass dieser Beamte zur Zeit, als Trajan den Titel dacicus 
fiihrte , Consul gewesen. Darauf gestiitzt bestimmt er die Zeit, wahrend 
welcher dieser Titel bei dem Namen des Kaisers vorkommt, und sagt : 
„es ist der Zeitraum zwischen 856 u. c. 104 n. Chr. , dem Jahre, in 
welchem Trajan uber Dacien triumphirte, und 867 u. c. 113 n. Chr., 
als dieser Kaiser nach Besiegung der Parther zu dem Titel dacicus deu 
andern parthicus erhalten hatte." Da der Titel parthicus hier nicht 
vorkommt, so gab Haller jenem Zeitraume, wohin das Denkmal gehort, 
die weiteste Ausdehnung. Aus diesem verzeichnet er nach den Fasten 
folgende Consulu: 

Suburranus II. et Publ. Neratius Marcellus 104 n. Chr. 
P. Julius Candidus II. et A. Jul. Quadratus II. 105 u. Chr. 
L. Cejonius Commodus Verus et Lucius Cercalis 106 n. Chr. 
C. Sosius Senecio IV. et L. Licioius Sura 107 n. Chr. 
Oppius Trebon. Gallus et 31. Attilius Bradua 108 n. Chr. 
Aulus Cornelius Palma II. et C. Calvisius Tullius 109 n. Chr. 
Claudius Prisciuus et Salinus Orfitus 110 u. Chr. 
C. Culpurnius Piso et M. Vertius Bolauus 111 u. Chr. 
Nerva Trajanus Aug. IV. et C. Jul. Africanus 112 n. Chr . 
Luc. Celsus et Clodius Crispiuus 113 n. Clir. 



— 264 — 

und schlagt uuu iin Hinblick auf die Stelle der citirten Parallelinscbrift : 
C. IVL den ad a 113 u. Chr, vorkommenden Consul Cajus Julius Africanus 
mit der BemerkuDg vor , dass hierbei jedoch die andere Stelle dieser 
Inschrift; PROCVLO Anstoss gehe und zu erheblichem Einwurfe be- 
rechtige. Diese Bemerkung ist sehr richtig und eben so verdienstlich 
(weil vielleicht Veranlassung zu weiterer Forschung) als jene, nach 
welcher HalJer dieses Denknial, ich glaube mit unserer Beistimmung, iu 
den Zeitraum von 104 bis 113 u. Chr. gesetzt hat. 



2242. a. ... ERVNT ») 

, . TI PRAET 

b. CAIO LAELIO 

.... 



Zwei Schriftreste an zwei v erschiedenen Thiirmen. 

Tschudi, p. 107. Plantinus, p. 261. Hagenbuch, Mss. I. p. 161 
und 169. Bochat, I. p. 28S. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 
205 und 207. 
Anmerk. 1) restituerunt oder posuerunt, vergl. nachfolgende Xr. 



2243. . . . BYLARIA 

. . IB. CO. 1AER 
. . SVERVNT 
FCTI PRAEF 

Nach Hagenbuchs Abschrift Mss. I. p. 163. Vergl. vorher- 
gehende Inschrift. 

2244. CAMILL 

IVCVND 7 
V S. L M 

. . . Camillus Jucundus , centurio x ) Qegionis . . ♦ ) votum sol- 

vil lubens merito. 
Schriftreste auf einem Altarfragment , nach Hagenbuchs Ab- 
schrift Mss. I. p. 211. 

Orelli, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 208. 



— 265 — 

2245. a. NSR 

b. . . V ET. DE 

• . . B 
M L ED 

Zwei Schriftreste nach Hagenbuchs Abschrift Mss. I. p. 21! 
Orelli, luscr. Helv. 1844 Nr. 209 und 210. 



2246. . . . . DO 

NAVTAR 

(Or)rfo nautarum. 
Haller, II. S. 250. Orelli, Inscr. Helv, 1844 Nr. 212. 
Auuierk. S, C. a. v. Nauta. 



2247. a. ... ENDIS 

. . NT QVIQVE IN 

VERE V. T 
QVE C. I. H 

b. ... IDEM 

. . VAE BROX 
. . LB ES 
. . SSAE VIR 
Auf zwei Fragmenten zweier? Inschriftsteine von hier, unbe- 
kannt wo befindlich. Die Abschrift scheint theilweise unrichtig 
zu sein. 

Hagenbuch, Mss. I. p. 230. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 211. 



2247 c. IVLIA ALPINVLA HIC IACEO 

INFELICIS PATRIS INFELIX PROLES 

DEAE AVENT SACERD 

EXORARE PATRIS NECEM NON POTVI 

MALE MORI INFATIS ILLI ERAT 

VIXI ANNOS XXIII 

Julia Alpinula hic jaceo, infelicis patris infelix proles , deae 

Aventiae sacerdos exorare patris necem non poiui. Male mori 

in fatis illi erat. Vixi annos XXHL 



— 266 — 

Diese Inschrift erhielt Lipsius von dem bekannten Falsarius 
Guilielmus; sie ging von da in Gruters Werk und in die Schrif- 
ten mehrerer schweizerischer Geschichtschreiber iiber. Man hielt 
sie lange Zeit fiir acht , und selbst Muller, Schweizergesch. I. 6, 
stiitzte sich auf sie. Nach Levade soll der Stein, auf welchem 
diese Inschrift stand, von hier aus nach England gebracht, und 
dieses, wie Andere meinen, der Grund sein, sie, weil eine La- 
pidarschrift vorliege, fiir acht zu halten. Sie ist es aber nicht, 
wie Hagenbuch, Orelli und Ryk behaupten. Nach allen ihren 
Einzelnheiten in Form und Redeweise von achten romischen 
Grabinschriften verschieden, scheint bei ihrer Composition die 
Stelle bei Tacitus H. I. 68 des Inhalts: In Julium Alpinum e 
principibus ut concitorem belli Caecina animadverlit, ceteros veniae 
et saevitiae Vilellii reliquit", und die Existenz des Namens Al- 
pinia Alpinula auf einer Inschrift von Baden in der Schweiz, Nr. 
2085 Veranlassung gegeben zu haben. Sollte wirklich eine La- 
pidarschrift (keine blos zu Papier gebrachte Inschrift) vorhanden 
gewesen sein , worauf die Yertheidiger der Aechtheit so viel 
Gewicht legen, so wissen wir, dass damit kein Beweis gefiihrt 
werden kann, weil es auch aufStein geschriebene allgemein an- 
erkannte falsche Inschriften anderswo gibt, s. Nr. 1461, 1465, 
1516, 2169 u. a, 
Lipsius, Auct. p. 53. GruUr, 319, 10. Hageubuch, Mss. I. 

p. 218. Haller, I. 118. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 213, 

Ryk, ad Taciti anu. 3. 33. Levade, p. 21. 



2248. DONATO 

CAESARIS AV 

SALVIANO 

EXACTORI 

TRIBVTORVJVI IN HEL 

COMMVNIS VICARIVS 

Donato , caesaris au^gusti liberfo ) Salviano , ') exactori tribu- 

torum in Helvetia Communis vicarius. 

Auf einem nicht mehr vorhandenen? Denkmale von hier. 

Gruter, 593, 3. Hagenbuch, Mss. IV. p. 215. Levade, p. 27. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 171. 



— 267 — 

Anmerk. 1) Diesen Douatus Salvianus halte ich fiir eineu Freige- 
lassenen, theils vveil er eiu offentliches Auit bekleidete, theils weil er 
iwei Nameu fiihrte. Sein zweiter Name Salvianus, eine Distraction 
von Salvius , leitet auf die Vermuthung, dass er unter der Kegierung 
des Kaisers Didius Salvius Julianus (reg. 193 — 1.94 n. Chr.) manumittirt 
wurde. Der Errichter dieses Denkraals ist der Sclave Cominunis , ein 
servi vicarius, wobei zu bemerken, dass hier das Wort servi fehlt, was 
selten vorkommt (s. C. a. v. Servus) und wonach die Vermuthung an- 
genommen werden diirfte, dass diese Auslassung desshalb geschehen, 
weil Commuuis, welcher friiher, als Donatus noch Servus ordinarius 
gewesen ist, iu der Eigeuschaft eines Vicarius desselben diente, darauf 
beziehend nur jenes alten Dienstverhaltnisses, ohne Beifiigung des Wor- 
tes servi (weil Donatus iuzwischen libertus geworden ist, undeiuSclave 
nicht liberti vicarius sein konnte , weshalb das Worfc Vicarius nichfc 
auf exactori tributorum zu beziehen ist) im Allgemeinen gedenkeu 
wollte. Vergl. Nr. 355, wo noch ein Donatus als Servus villicus und 
Erheber der Vicesima hered. vorkomtnt. 



2249. a. POMPEIANO ET AVITO 
COSS. KAL IAN, 

b. AVITO ET POMPEIANO COSS 
KAL IAN 

Zwei Inschriften auf einem 1676 hier gefunden Masaikboden. 

Spon, Miscr. p. 40. Hagenbuch, Mss. 1. p. 303. Wild, Aven- 
ches. p. 178. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 191 und 192. 
Haller, II. S. 273. 
Anmerk. Civica Pompejanus und Lollius Avitus Coss. 209 n. Chr, 



2250. PROSTRASIVS FECIT 

Auf etnem Mosaikboden dahier gefunden 1704. 

Hagenbuch, Mss. I. p. 219. Orelli, luscr. Helv. 1844 Nr. 193. 
Haller, II. S. 274. 



— 268 — 

2251. D. M 

OTTACILIAE, FA 

VENTINAE. VXO 

RI. M. OTTACILIVS 

IIIIIIVIR AVG 

IBSA VIVA 

Diis Manibus 1 "). Oltaciliae 2 ) Faventinae uxori, 9 ) Marcus Otta- 

cilius , sevir augnstalis. Ibsa viva. 

Auf einem hier gefundenen und zu Miinchenwyler , s. Nr* 
2221, befindlichen Denkmale. 

Haller, II. S. 162. Hagenbuch, Mss. II. p. 201. Gruter, 446* 
5- Levade, p. 27- Orelli, Inscr- Helv. 1844 Nr. 182. 

Anmerk. 1) ^. M, fehlt bei Gruter. 2) Haller : OTACILIAE. 3) 
Gruter: VXSORI. 4) Hagenbuch und Levade: IPSA. Beide Ehegatteu 
setzten sich dieses Denkmal bei ihren Lebzeiten , weshalb ibsa (ipsa) 
viva als seltsame Ausdrucksweise statt: sibi vivi feceruut erscheint. 



2252. D. M 

L CAMILLIVS 

FAVSTVS 

IIIIIIVIR AVG 

VIVS FECIT 

IN ANN LXX 

VIXIT ANNIS LXXXXII 

Diis Manibus. Lucius Camillius Faustus, sevir augustalis, vivus ') 

fecit in ann(o) LXX. Vixit annis LXXXII. 

Hier gefunden und nach Haller zu Munchenwyler befmdlich, 

s. Nr. 2221. 

Haller, II. S. 261- Gruter, 384, 6. Hagenbuch, Mss. IV. 
p. 237, nach dessen Abschrift obige Mittheilung. Orelli, Insci*, 
Helv, 1844 Nr, 181. 
Anmerk. 1) VIVS mifc doppelt fungirendem V. 



— 269 — ' 

2253. IVLIAE CENSORINAE 

CA IVL C. AV 



PATER 



nach Hagenbuch. 



IVLIAE CEN 

SORINAE 

C. IVL. CVR AV 

PIVS PATER 

nach Hnller, und in folgender Art zu verbessern: 

IVLIAE CEN 

SORINAE 

C. IVL. C. AV 

PATER 

Juliae Censorinae Cajus *) Julius , civis 3 ) aventicensis , pater. 

Haller, I. S. 13. Hagenbuch, Mss. IV. p. 195. Levade, p. 27. 

Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 180. 

Annierk, .1) CA uicht gebniuchlich uud daher verlesen, 2) CVR 
AV, ebeufalls nicht gebrauchlich. Man findet dagegen CVR COL AV, 
Ich schlage daher C AV oder CIV. AV vor, vvofiir eine Menge Ana- 
logien sprechen, z. B. C. ME. C. TAVN. C. TREV. Hagenbuch liesst: 
C(ivis) AV(entici). Dieses ist aber ebenfalls gegen deu Gebrauch, denn 
man liesst: civis taunensis, c. treverensis u. s. \v. 



2254. D. M 

VALERIAE SECCAE 

OVAE IVCVNDE 
VIXIT ANNIS LXV 

L. SEVERIVS 

MARTIVS IIIIIIVIR 

Diis Manibus Valeriae Seccae, quae jucunde vixit annis LXV. 

L. Severius Marlius sevir {augustalis maritus faciundum curavit. 

Schriftreste einer nicht mehr vorhandenen Grabinschrift von 
hier. 

Wagner, Mercur. Helv. ed. III. p. 202. Hagenbuch, Mss. p. 
207. Levade, p. 30. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 183. 
Anmerk. Hagenbuch gibt IV. p. 261 ausser obiger Inschrift noch 
folgende Schriftreste einer Grabschrift: 



— 270 — 



. . I SIV Rl 

MARTIUS IIIIIIVIR 

AVG. MARITVS. 

P. C. 

velche zu Erganzung obiger Inschrift vollkommen passen und ohne 
Zweifel dazu gehoren, wie oben gelesen. Die Stelle IVCVNDE findet, 
alsauf romischen Grabinschriften ganz unbekannt, Austoss, scheint von 
einem Falsarius eingeschoben oder unrlchtige Abschrift eines anderen 
Wortes zu sein. 



2255. 

AELIAE MODESTINAE 

QVAE VIXIT ANNIS II M VI 

AELIVS CLADAEVS ET CANI 

NIA MODESTINA PARENTES 

FILIAE DVLCISSIMAE 

POSVERVNT 

QDiis Manibus) Aeliae Modestinae, quae vixit antiis II, men- 

sibus VL Aelius Cladaeus et Caninia Modestina parentes fdiae 

dulcissimae posuerunL 

Hier gefunden und an der Stadtkirche befindlich. 

Gruter, 665, 1. Hagenbuch, Mss. I. p. 199. Levade, p. 27. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 185. Haller, II. S. 271. 

Anmerk. 1) Levade und Haller : GLADAEVS. 



2256. D. M 

SEVERIAE 

MARTIOLAE 

SEVER. MAR 

CIANVS 

FRATER 

F 

Diis Manibus Severiae Martiotae Severius Marcianus frater fa- 

ciundum curavit. 
Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 

Gruter, 852, 1. Tschudi, Mss. p. 108. Hagenbuch, Mss. I. p, 
197. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 166. Haller, II. S. 272. 



— 271 — 

AGRICOLAE. - LACONIS. — P. CRISr. 
Stempcl auf drei Amphoren von hier. 
Hagenbuch, Mss. I. p. 221. Orelli, Inscr. H.»lv. 1844 Nr. 194, 
195, 196. 



Peterltngen (Payerne), 

an dcr Broyc, auf der Strasse nach Aventicum. 
Ilaller, II. S. 334. Levade, p. 249. 
2258. IOVI 0. M 

GENIO LOCI 
FORTVNAE 
REDVCI D A? 
PIVS AVGVS 
TVS DEDICA 

Jovioptimo maximo, Geniofoci, Fortunae reduci 1 ') Decimus Appius 

Augustus dedicavit. 

Hier gefunden und auf der Briicke uber die Broye befindlich. 

Gruter, 8, 4 und 78, 5. Schoepflin, Ab. I. p. 472. Pocok, 

p. 79. Hagenbuch, Mss. IV. p. 71. Haller, Gesch. S. 13 

u. 154. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 149 nach Troyon's Mit- 

theilung. Levade, p. 249. 

Anmerk. Gruter und Andere unrichtig L JVLIVS AVGVSTVS. 

Nach Hagenbuch , Troyon und Levade wie oben. S, C. a. v. Sprach- 

liches — Asyndeton. 



Uloudon (lUlden.) 

Dorf am rechten Ufer der Broye, in dessen Nahe das romische 
Minnodunum lag. 
Levade, p. 209, 



— 272 — 

2259. PRO. SALVTE. DOMVS. DIVINAE 

I. 0. M. IVNON REGIN 
ARAM 0. AELIVS AV . . NVS. IIIIIIV. AVG. 
DE SVO ITEM DONAVIT VICAN 
MINNODVNENS X DCCL EX 
QVORVM VSSVR GYMNA 
SIVM INDERCI TEMPOR 
PER TRIDVM EISDEM 
VICAN DEDIT IN AEVM 
QVOD SI IN ALIOS VSSVS 
TRANSFERRE VOLVERINT 
HANC PECVN INCOL COL. AVEN 
TICENSIVM DARI VOLO 
L. D. D. V. M, 

Fro salute domus divinac, Jovi optimo maximo , Junoni reginae 
aram Quintus kelius Av{ie)nus (Avianus) , sevir augustalis de 
suo. Item donavit 1 ) vicanis minnodunensibus denarios DCCL^) 
ex quorum ussuris 3 ) gynmasium inderc^isis)*) temporibus per 
triduum. 5 ^) Eisdem vicanis dedit in aevum 4 ) Quodsi in alios 
ussus 7 ) transferre voluerint , hanc pecuniam incolis Coloniae 
Aventicensium dari volo, Locus datus^) decreto vicanorum min- 

nodunensium, 

Auf einer im Jahre 1732 in der Nahe von Milden gefunde- 

nen und auf dem Rathhause daselbst aufbevvahrten Ara. 

Ritter, Mem. abr. et receuil de quelq. antiq. mit einer Abbildung V. 
Haller, II. 239. Murat., 1102, 5. Hagenbuch, Mss. IV. p. 
6. Levade, p. 209. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 145 nach 
Troyon's Mitth. M a f f e i, Sel. Gall. Ant. p. 22 u. 413, welcher 
das Denkmal unrichtig nach Genf setzt. 
Anmerk. 1) Haller und Levade unrichtig: DOXAVID. Der Stein 
gibt: DONAVIT. 2) Haller unrichtig: LXXL. Auf dem Steine: DCCL. 

3) und 7) S. C. a. v. Sprachliches — Verdoppelungen — Diplasiasmus. 

4) INDEBC. fur INTERC. s. C. a. v. Sprachliches. Maffei eriunert bei 
dieser Stelle an das im verdorbenen Dialecte vorkommende italienische 
Wort Inderci oder Derci, vvomit das Volk die voraus bestimmte uud 
wiederkehrende Zeit gewisser Spiele und Belustigungen bezeichnet. Den 
deutlicheu Sinn dieser Worte, nach welchem des Stitters Bestimmung 
dahin lautete, dass die Spiele „intercisis temporibus per triduum" ab- 
gehalten werden sollteu , erklart Hagenbuch auf foigende Art : „His 
ludis gymnasticis intercisis temporibus Minnoduui celebrandis oppouun- 
tur spectacula , quae per triduum siue intermissione ediderunt. u 5) und 



- 273 — 

0. TRIDVM und AKVM mit doppelt fungirendem V. 8, Comm. a. v. 
Mprachliches — Abkiirzungen. 8) S. C. a. v. Tycheum. 



lfei*ten ( YVertKua.) 

Stadt am neucnburger See mit romischen Alterthumern» Hier 
lap: dcr romische Vicus Eburodunensium. 
Haller, II. 22G. Levade, p. 357. 
2260. 1) 

MERC AYG 

PSILANIVS CANDIDVS 

NOMINE SVO ET 

M SILANI SABINI 

ET T SIL..VT SIMILIS 

FRATRVM SVORVM 
EX H$N IIII . . . T. P. I 

M. DOMITIVS MAGNVS 

UERES PONEND CVRAVIT 

ET EO AMPLIVS DE SVO 

ADIECIT HS eO CCCC 

DONA VENIBVNT 
AD ORNAMENTA EIVS 
ET EX STIPIBVS 
PONENTVR. 

f) Mercurio augusto. l ) Publius 2 ) Silanius Candidus nomine suo 
et Marci Sitanii Sabini et Titi Sil[a)nii 3 ) Similis, fratrum suo- 
rum ex sestertiis numero quatuor millibus 4 ) ♦ . . testamento 5 ) 
poni jussil. Marcus Domitius Magnus heres 6 ) ponendum curavit 
et eo amplius de suo adjecit sesferiios numero mille quadrin- 

gentos. 

2) Dona venibunt ad ornamenta ejus et ex stipibus ponentur. 

Auf etnem im Jahr 1825 dahier gefundenen und im Sladthause 

befind^chen Steine von Jurakalk, vvelcher, oben und unten ohne 

Gesims und Verzierung , auf allen 6 Flachen plalt behauen ist 

und beinahe einen Wiirfel vorstellt, dessen vordere und hintere 

18 



— 274 — 

Seiten 24" lang sind , wahrend die beiden Nebenseiten 22 " 

messen. Die Inschrift Nr. 1 befindet sich auf der vorderen 24" 

langen und die Inschrift Nr. 2 auf der 22" langen Nebenseite. 

lliernach erscheint dieses Denkmal nicht als eine Basis (wie 

Orelli und Andere anneflmen), sondern offenbar als ein Bau- 

denkstein (Aufschriftstein) , und zwar eines solchen , welcher 

am rechten Ecke eines Gebaudes als Quader, mit den zweiSchrift- 

seiten nach Aussen gekehrt, eingesetzt war. 

Mittheilung des Herrn Dr. Troyon zu Lausanne. Haller, Scliweizer- 
gesch. VI. Fasc, I. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 155. 

Anm. 1) S. C. a. v. Augustus, 2) Herr Troyon sclireibt rair, das P. 
Z. 2 sey nicht sicher, denn nach dem Fulerum I folge oben ein kleiner 
nicht gehorig ausgepragter Ruudstrich, der vielleicht als Verletzung 
betrachtet werden konue. Ich halte ihn fiir den Ueberrest eines P um 
so mehr , als hier, wie bei den Namen der beiden Briider Marcus und 
Titus, ein entsprechendes Praenomen gestanden haben muss, fiir deu 
Anfangsbuchstaben I aber kein Praeuomen zu finden ist , wohl dagegen 
(zumal da der Stifter drei Namen fiihrt) fur P. 3) Orelli gibt SILVI. 
Da hier das Gentile SILANIVS auch bei diesem Bruder unterstellt wer- 
den muss, so ist die Stelle SILANI bis auf SIL, VI erloschen uud V 
Ueberrest von N. Zu bemerken hier die Schreibung SILANI Z. 4 mit 
doppelt fungirendem I. 4) S. C. a. v. lateinische Bezeichnung des Gel- 
des. Nach den Zahlzeichen IIIl folgt eine Defectstelle , in welcher viel- 
leicht noch MIL stand, vergleiche Nr. 364 uud Nr. 3012 zu Pfaffen- 
miinster in Niederbnyeru N IIII MIL. Orelli gibt N IIIl VI P I uud 
bezieht das VI P I auf sex pondo mit der Bemerkung „nunc tota res 
fit iucerta. Nach Herrn Trpyons Mittheiluug, welche ich der Gefstllig- 
keit dieses Gelehrten verdauke, gibt der Stein wic oben steht , und be- 
finden sich vor dem T noch undeutliche Schriftzeichen, etwa wie V. 
5) Vielleichtj templum poui juffit, womit die Stelle : heres poueudum 
curavit und ad ornamenta ejus iibereinstimmen, Ist T testamento zu 
lesen, so staud vor demselben noch eine Sigle , etvva AED , oder das 
T galt doppelt fiir teniplum und fiir testamento. Nach der oben be- 
schriebeuen Beschaffenheit des Steines ist hier offenbar von einem Tem- 
pel oder einer Capelle des Mercurius die Rede , wozu vorlaufig 4500 
Seterzen bestimmt waren. Da aber , wie es scheint, der Bau mit ge- 
naunter kleinenSumme nicht vollstiiudig ausgefiihrt werden konnte und 
namentlich fiir seine Ornameute (s. C. a. v. Oruameuta) zureichender 
Foud fehlte , so ergiug zu dessen Herbeischaffung nach dem Iuhalte der 
Insehrift Nr. 2 eine Einladung mit der Vorausbestimmung , dass die 
Geldgeschenke auf Ilente angelegt (zu Kauf gegeben) und der jahrliche 
Rentenertrag zu jenem Zwecke verwendet werden solle, s. C.. ; a, v, 
Stipes. 6) Orelli HEES. Der Steiu gibt nach Herrn Troyon deutlich 
HERES. 



— 275 — 

2261. VICTORIAK 

IVSIVALLO 
V S L. M. 

Victoriae. Jusivallo volum solvit lubens mcrito. 

Auf einer 1816 gefundenen und im hiesigen Rathhause be- 
findlichen Ara. 

llaller, ia der Schweizergesch. VI. Fasc. I, Orelli, Inscr. Helv. 
1844 Nr. 156*. Levadc, p. 362. 
A n m e r k. JusivalLo gallischer Nitme, Hallers Lesung Victoriae 
lVSI(ae), wobei I eiu halberloscheues T wiire, bezieht sich auf ver- 
schiedene Munzen des Pisc. Niger und Sept. Severus bei Eckhel d. n. 
VII. p. 156 uud 170, vvo eiue Victoria justa vorkommt , hat aber, so 
viel mir bekauut, uoch keiue Aualogie aus der lateiuischen Epigraphik. 



2262. 

. . C3 . . 

. . SIIS IX HS N III ) 

. . N IVLIVS HERES 

PONENDVM CVRAVIT 

. . ADIECTIS . . 

si(u)s ex l ) sestertiis numero iribus millibus p(oni) 2 ) 

(jussit) . . . n Julius heres ponendum curavit ♦ , ♦ adjectis , . ♦ 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Denkmal von hier. 

Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 157. 

Anmerk. 1} Bei IX ist I Ueberrest von E. 2) Der Rundstrich ) 
Z. 2 am Ende wohl Ueberrest von P und poni iibereiustimmend mit den 
nachfolgendeu heres ponendum curavit wie bei Nr. 2260. 



2263. 

. ._H DI DIC 
HS ¥ CC AD 
. . . dedic(atum) (ex) sesteriiis numero duceniis ad(jectis) ♦ . . 

Auf cinein nicht mehr vorhandenen Denkmale von hier. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 158. 
Anmerk. S. C a. v, lateiuische Geldbezeichnung. 



18* 



— 276 — 

2264. MARTI 

AVG 
C. SENTIVS DI A D V 

MEN V S MEDIC V S 
V. S. L M 

Marti auguslo. *) Cajus Sentius Diadumenus , medicus votum 

solvit lubens merito. 
Gefunden 1814 und im Rathhause dahier befindlich. 

Schvveizer Gesch. VI. Fasc. I. Orelli, Iascr. Helv. 1844 Nr. 153 
nach Troyon's Mittheilung. 
Anmerk. S. C. a. v, Augustus. 



2265. MERCVRIO 

APOLLINi 

MINERVAE 

TOGIRIX METIATI 

V. S. L. M 

Mercurio , Apollini, Minervae. Togirix Metiati Qilius') voium 

solvit lubens merito. 
Gefunden 1814 und auf dem hiesioren Rathhause befindlich. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 153 nach Troyon's Mittheilung. 



2266. SVGEVLO 

FFDCO 
V. S. L M 

Sugeulo Jupidco *) votum solvit lubens merito. 
Gefunden 1824 und auf hiesigem Rathhause befmdlich. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 154 nach Troyon's Mittheilung. 
Anmerk. 1) Da einige Buchstaben dieser Stelle erloschen sind, so 
ist die Lesung nicht sicher. Ob der vorhergehende Name Sugeulo der 
eiuer topischen^Gottheit oder der eines Manues (Galliers) ist, erscheiot 
ungewiss- 



— 277 — , 

2267. C. FLAVIO CAMILLO 

IIVIR COL HEL FLAMINI 

AVGVSTI 

OVEM ORDO PATRONVM 

CIVITATIS COOPTAVIT EIQ 

OB MERITA EIVS ERGA REM 

PVBLICAM SCMOLAM ET STATVAS DECREVIT 

VICANI 

EBVRODVNEN ES 

AMICO ET PATRONO 

Cajo Flavio Camillo, seviro Coloniae Helvetiorum, flamini augusti, 
qucm ordo pafronum civitatis coopiavit eique ob merifa ejus erga 
rem publicam scholam *) ct statuas decrevil , vicani eburodu- 

nenses amico et patrono. 

Auf cinem 1814 hier gefundcnen Denkmale, unbekannt wo 

gegenwartig aufbewahrt. 

Schweizerischer Gesch. Forsch. VI. Fasc. I. Orelli, Inscr. Helv. 
Ib44 Nr. 150. 

Anmerk. 1) S. C. a, v. Schola und a, v. Tycheum. 



2268. IVLIAE C IVLI CAMIL 

LI FILIAE FESTILL^E 

PRIMAE AVG 

FLAMINICAE. VICINAE 

OPTIMAE OB EGREGIA 

MERITA 

VIKAN EBVRODVN 

Juliae, Caji Julii Camilli fdiac, Festillae, primae ') augusti fla- 

minicae, wicinae*') optimae ob egregia meriia vikani eburodunenses. 

Auf einern im Jahr 1814 dahier gefundenen und im Stadthause 
aufbewahrten Denkmale. 

Schweizerischer Gesch.-Forsch. VI. Fasc. I. Orelli, Inscr. Helv. 
1844 Nr. 151 uach Troyon. 

Anmerk 1) So Orelli. Troyou gibfc Z. 3 F PRIMIAVG d. i. fla- 
minis primi augusti. Wie ist nun das darauf folgende FLAMINICAE 
Z. 4 zu erklaren? Ist PRIMAE Z. 3 richtig, so konute auch so gele- 
sen : Juliae, C. Julii Camilli fillae, Festillae Primae , augustali flami- 
nicae und PRIMAE als dritter Name der Festilla aufgefasst werdeu. 



— 278 — 

2) Die Julia Festilla war Bewohnerin des Yicus Eburodunensium und 
wurde desshalb vicina genannt, eine Benennung, vvelche niit dem deut- 
schen Worte „Nachbar u , vvomit man ehemals in den Ithemgegenden 
Bewohner der Dorfer bezeichnete, vdllig gleiche Bedeutung hat. Orelli 
bezieht diese Benennung darauf, dass sie Civis aventicensis gewesen. 



Treycovagnes. 

Dorf bei Ifferten (Yverdun) im Bezirke Yverdun. 
Lev ade, p. 312. 

2269. IMP. CAES. 

L. SEPT. SEVERO I 

PERT. AVG. ARAB A 

PARTHIC. MAX P P. C 

ET IMP CAES M AVR 

ANTONINO PIO FEL 

COS 

AVENTIC E 
XXI 

Imperatori caesari , L. Septimio Severo , p(io felici) Periinaci, 
augusto, arabico, a(diabenico) , parthico maximo, patri patriae, 
^consuli ♦ . . trib. potestate . . ) et imperatori caesari, Marco 
AurQelio) Antonino, pio, felici, (augusto.~) consuli . . . . tribu- 
nitia potestate . . .) AventicQutn) (JT)e(lvetiorum millia^passuum) 

XXL 
Auf einer im Stadthause zu Ifferten aufbewahrten Strassen- 
saule, welche nach Haller im vorigen Jahrhundert bei diesem 
Dorfe an der Strasse von Ifferten nach Orbe gefunden und nach 
jener Stadt gebracht wurde, wo sie fruher in der Strasse du 
Four zu sehen war. Auf der linken Seite ist diese Inschrift be- 
schadigt. 

Haller, I S. 192. Reinesius, class. III. 33. p. 312. Hagen- 
buch, Mss II. 337. Orelli, Inscr. Helv, 1844 Nr. 159. Le- 
vade, p. 312. 

Annierk. Hagenbuch gibt folgende Abschrift, nach dessen Autopsie 
mitgetheilt von Orelli, Inscr. Helv. vom Jahr 1826 S. 19 Nr. 142. 



— 279 — 

IMP CAES 
L. SEPT SEVERO P 
ERT AVG ARAB. A 
PARTHIC. MAX P P 
ET IMP CAES M. AVR 
ANTONINO TPOTEI 
COSI 

AVENTIC IF 
XXI 

Vergleicht man diese mit der oben nach Troyou's Autopsie in OrelIi's 
neuester Sammlung vom Jahre 1844 mitgetheilten Abschrift , so ergibt 
sich dereu Uurichtigkeit nach folgendeu Wahrnehmungen. 

Zeile 2 setzt Hngenbuch am Ende derselbeu ein P an und bringt 
dieses mit ERT am Anfange der dritten Zeile in Verbindung. Er unter- 
stellt also hier keine Verletzuug der Schrift uud liesst PIERT. Dieses 
ist jedoch auch nach Haller unrichtig, welcher Zeile 3 PERT ebeu so 
wie Troyon gibt. — Hageubuch sah allerdings Zeile 2 am Ende ein P. 
Tro^on sieht nur noch einen Ueberrest I, Offenbar liegt also hier eine 
Verletzung der Zeile vor , wo noch die Worte PIO. FEL gestauden 
haben und zwar gerade in der Titelfolge, wie sie der Steinmetze nach 
Tro} r on's Abschrift Zeile 6 gebraucht hat. Die Stelle PIO FEL gibt 
Hagenbuch also : TPOTE I — sechs Buchstaben , wie bei Troyon, so 
bei Hngenbuch, bei deren naheren Betrachtung Uebereinstimmuugeu vor- 
kommen : iu O bei PIO und TPO, ferner iu E bei FEL und TEI, Ver- 
lesungen in : TPO, wo T uud P oflTenbar P und I, ferner in: TEI, wo 
T ein F uud I eiu L. siud. 

Zeile 4 setzt Hagenbuch am Schlusse blos PP und schliesst damit 
diese Zeile; Troyon aber , die Verletzuug dieser Schriftseite immer im 
Auge behalteud , findet nach PP ein halberloschenes C , d. i. Cos, wel- 
ches in der Titelfolge gerade so erscheint wie Cos Zeile 7, Der Stein- 
metze hat hier , wie Zeile 2, eine dem Gebrauche zuwiderlaufeude Titel- 
folge (der Gebrauch verlangt z. B. L SEPT. SEVERO. PERT. PIO. 
FEL, AVG) angenommen , wodurch Hageubuch irre gefiihrt wurde. 

Zeile 7 hat Troyou noch folgeude halberloscheue aber nicht ange- 
setzte Buchstabeu IOSICIOCV zu erkennen geglaubt, Hagenbuch da- 
gegen nur CVSI, damit die Zeile schliesend. Was Tro^on sah , halte 
ich fiir die daselbst befindlich gewesene Stelle TRIB. POT. oder TR. 
POTEST. 

Zeile 8 gibt Troyon nach E einen schief liegendeu Strich, welchen 
ich fiir ein L halte, Hagenbuch dagegen vor E damit verbuuden noch 
ein H, nach welchen beiden Mittheilungen sich die ligirte Abkiirzung 
IEL ergeben wiirde. 

Nach diesen Bemerkungen wird also diese Inschrift zu verbessern 
und zu erganzeu sein , wie folgt : 



— 280 — 

IMP CAES 

L SEPT. SEVERO P(IO. FEL) 

PERT AVG ARAB. A(DIAB) 

PARTHIC MAX P P (COS TR POT . .) 

ET IMP CAES M. AVR(ELIO .) 

ANTONINO PIO FEL (AUG) 

COS C TR POT.) 

AVENTIC. IEL 
(M P) XXI 

Ueber die Zeifc der Errichtuog dieser Strassensaule s. C. a. v. In- 
schriftdenkmale des Kaisers Severus und seiner Sohne. 



1T v o ii e n s. 

Dorf bei IfFerten. 

Haller, II. 321 f. 

2270. CATONI 

Schriftreste auf einem Fragment. 

Haller, II. S. 383, Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 160, Levade, 
p. 364. 



S a r r a z. 

Marktort im Bezirke von Cossonay, 
L evade , p. 386. 

2271. IMP 

CAES TRAIANO 

HADRIANO 

AVG. P. M. TRIB. POT. COS. III P P 

AVENTICVM 

M P XXXXI 

Imperatori caesari. Trajano ') Hadriano augusfo, pontifici ma- 

xitno, irib. potestate (//0, consuli III, pafri patriae. Aventicum 

millia passuum XXXXI. 

Auf ciner in hiesiger Gemarku.ig" im Jahre 1640 gefundenen 
und nn Schlosse d'0rny aufbewahrten Strassensaule. 
Muratori, 1030 6. Haller, I. S. 171 nach Plantiuus 1 Helv. antiq. 



— 281 — . 

S. 204. Reinesius, class. II, 8 p. 253, ebenfalls nach Planti- 
nus. SpoD, Misc. p, 377. Bochat, I. p. 500. Levade, p. 116. 
Orelli, Iuscr, Helv. 1844 Nr. 184. 

Anmerk. 1) Muratori nach Bimard Tlt AIANO , dagegen Haller 
nach lMantinusTR. FAI LIO d. i. Trajani filio Aelio. Spon TIT. AELIO. 
Mit Orelli gebe ich oben die Abschrift nach Bimard bei Muratori. Die 
Iuschrift gehort in das Jahr 119 n. Chr. 



C li a v o n a y. 

Dorf bei Orbe. 
2272. IMP CAES L. SEP 

TIMIO SEVERO PERTI 
NACI AVG ARA 
ADIABENIC PARTHI 
CO MAXIMO P P COS III 
SE . . ♦ . CAES 

Imperatori caesari Lucio Septimio Severo Pertinaci auguslo, ara- 
bico , adiabenico, parthico maximo, patri patriae, consuli III 
(j)rocon)s(uli') cp imperatori) caesQari Marco kurelio knto- 

nino) 

Auf einer in der Nahe von Orbe am Wege nach Ifferten 

gefundenen und zu Bochafs Zeit noch vorhanden gewesenen, 

jelzt verschwundenen Strassensaule. 

Bochat, Mem. sur l'hist. d. 1. Suisse I. p. 539. Haller, I. 192. 
Hageubuch, Mss. IV. p. 34. Levade, p. 73. Orelli, Inscr, 

Helv. 1844 Nr. 146. 

Anmerk. 1) Nach Levade standen in der letzten Zeile statfc 
SE . . . . CAES die Worte : SEPTIMIO GETAE CAES COS II, welche 
Angabe dahin zu berichtigen , dass diese Worte wohl weiter unten, 
nach mehreren Defektzeilen , welche Nameu und Titel des Caracalla 
enthielten , gestauden haben , etwa wie folgt : 
SE . . . . CAES 



SEPTIMIO GETAE CAES 
COS II 

Vergleicheu wir diese fragmentarische Inschrift nach ihreu bis jetzt 



— 282 — 

noch erhalteneu oben mitgetheilten Textesworteu mit den in diesem 
Werke zahlreich vorkommenden Strassensauleninschriften aus der Zeit 
des Severus und seiner Sohne, s. C. a. v. Inschriftdenkmale des Seve- 
rus und seiner Sohne, so miissen wir an der Richtigkeit der Abschrift 
namentlich in Bezug auf die hier fehlende Angabe derTRIB. POT. zwei- 
feln, und es ist wahrscheinlich , dass der Copist Defektstellen iiber- 
sehen hat. 



Coruant (Couarnens) 

im Distrikt Cossonay. 

Levade, p. 98. 

2273. D M 

IVL. DECVMIN 

ET POMPEIE 

REGINAE IVL 

VALERIANVS 

P E C 

Diis Manibus Juliae Decuminae et Pompeje Reginae. Julius Va- 
lerianus pQater^) faciundum curavit. ') 

Gefunden beim Abbruche der alten Kirche und gegenwartig 

an der neuen eingemauert befindlich. 

Bochat, III. p. 625. Haller, II. S. 312 (nicht wie bei Orelli I 
p. 342). Levade, p. 95. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 147. 

Anmerk. 1) Wahrscheinlich P E C. verlesen fiir P. F^C. Eine 
Julia Decumina zu St. Moritz No. 2311 und 2313. 



1¥ y o n. 

Stadt um Genfer See. Hier Iag die Colonia Julia Equestris 
Noviodunum, Hauptstadt der Civitas Equestrium. 
Leva d e, p. 218. 



— 283 — 

2274. , . ANTONINVS 

GORDIANVS 
TRIB POT III COS 

a i eo 

Qlmperator caesar Marcus) Anloninus Gordianus , (pius , felix 
augustm), tribunitia potestate III 1 ) consul iterum). QA) Colonia 
Julia Equestri (jnillia passuum . . ♦ .) 2 ) 
Auf ciner Strassensiiule, welche nach Genf gekommen seyn 
soll. 

Haller, Bibliothek der Schweizergesch. I. p. 236. Orelli, Inscr. 

Helv. 1S41 Nr. 111. 

Anmerk. 1) Diese Inschrift bezieht sich «*iuf Kaiser Gordianus den 

Dritten, regierte von 238 bis 244, und gehdrt in das Jahr 241 nach 

Christus. Vergl. Inschrift Lavigny Nr. 2291. 2) Oder einfacher: Co- 

lonia Julia Epuestris (millia passuum) \ . . . oder Col. Jul Equestris, 

ohue M. P und blos mit Beifiigung der Zahl , welche erloschen. Die 

Vermuthung Levade's „que ce milliaire etait un chef de file , qui ne 

doit poiut porter dMndication de milles a beruht blos auf Ansicht obiger 

Abschrift , bei deren Fertigung die nach C 1 EQ folgende Defektstelle 

iibersehen wurde. Fiir deu Fall, dass kein Defekt sichtbar gewesen 

ware und die Inschrift wirklich mit C. I. EQ geschlossen hatte, kann 

hier eine unvollendete Inschrift, deren Zahl erst bei Aufstellung des 

Steins an Ort und Stelle nachgetragen werden sollte, angenommen 

worden, — Durch Fundorte uud andere untriigliche Wahrnehmungeu 

sicher gestellte, auf den Hauptplatzen der Ausgangsorte (Hauptorte der 

Provinzialcivitates) nach dem Muster der Meta sudaus zu Rom aufge- 

stellt geweseueMetae (CJhefs de file), sind bis jetzt noch nicht gefunden 

worden; da es aber scheint, dass solche existirt haben, so mache ich 

auf diesen interessanten Gegenstand aufmerksam , s. C. a. v. Strassen- 

siiulen. 



2275. IMP. CAES. M 

AVRELIO 

ANTONINO 

PIO FELICI. AVG 

PONTIF. MAX 

TRIB. POTEST. XVI 

COS III 

CIVITAS 

EQVESTRIVM. 



— 284 — 

Imperatori caesari Marco kurelio Antonino, pio, felici, augusfo, 
pontipci maximo , iribunitia potesiate XVI, consuli III, civitas 

Equestrium. 

Auf einem hier gefundenen und an der St. Peterskirche zu 
Genf eingemauerten , von der Civitas Equestrium errichteten 
Ehrendenkmale des Kaisers Marcus Aurelius , welches von einigen 
Herausgebern unrichtig fiir eine Strassensaule gehalien vvird , da. 
mit der Stelle CIVITAS EQVESTRIVM (gleich Nr.2366) die In- 
schrift schliesst und keine Defectstelle nachfolgt, nach vvelcher, 
wie bei Nr, 871 und 872 angenommen werden miisste, dass hier 
mit Angabe des Ausgangsortes C. I. EQ. (s. Nr. 2274) die Ent- 
fernung von da M. P. (Zahl) gestanden hatte. 

Gruter, 258, 9 und 10. Spon, Hist. II. p. 334, Hagenbuch, 
Mss. II. p. 95. Muratori, 1045, 7. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 114. Levade, p. 220. 

Anmerk. 1) Beide Zahlen XVI und III gibt nur Gruter und nach 
ihm Orelli, welche diese Inschrift in das Jahr 162 nach Christi Geburt 
setzen, die jedoch wegeu der entscheidenden Zahl trib. potestate XVI 
in das Jahr 177 nach Chr. gehort. 



2276. D. IVL. L. F. VOL. RIPANO 

CAPITONI BASSIANO. 
EQ. PVBLICO HONOKATO 

PRAEFECTO FABRVM 

TRIB. MIL. COH I. GAL. 

L. IVL. BROCCHVS 

VALER BASSVS 

FILIO 

Decimo Julio , Lucii ftlio , vollinia , Ripano Capifoni Bassiano, ! ") 

equo publico honorato , praefecto fabrum,*') tribuno militum 

cohortis I. Gallorum, Lucius Julius Brocchus Valerius Bassus, 

filio. 8 J 
Nicht mehr vorhandenes Denkmal von hier. 
Gruter, 425, 6. Spon, Hist. II. p. 326. Hagenbuch, Mss. II. 
p. 27. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 117. Levade, p. 223. 
Anmerk. 1) Ein Vielnamiger, s. C. a. v. Namen. 2) S. C. a. v. 
Centurio fabrorum. 3) Bei Orelli felilt FILIO, welches Wort Gruter und 
Spon ubereinstimmend geben. 



— 285 — ' 

Zur Ucbcrsicht der durch die Inschriftcn Nr. 2185, 2194 und 
227G sich hcrausscllenden Blutsverwandlschaft dicser in hohcn 
Acmtcrn stehenden Miinner', des Grossvaters, seincs Sohncs und 
Enkels, folgendes Schema. 

L. Julius Brocchus Valerius Bassus , praef, fabrum , trib. miU 

leg. VIII aug. duumvir j* d. duumvir loc. publ. perseq. augur, 

pontif. flamcn. Nr. 2185 uad 2276. 



Dccimus Julius Bipanus Capiio , praef fabr. trib. milit, coh. /. 

Gallorum. Nr. 2276. 



Decimus Julius Capito, augur, duumvir aerarii, flam. Martis, 

irib. milit . . . Nr. 2294. 

Zu bemerken Nr. 2185 bei der Lesuug des Textes der Druckfehler 
firocechus statt Brocchus. 



2277. NIE PRIMUS 

E CENA OVIL IIII 

E CENAM BIL 

ERIEM 

Auf einem abhanden gekommenen Bruchstuck; unrichtige Ab- 

schrift. Zeile 2 scheint CENACVLA gestanden zu haben. 

Tschudi, Mss. p. 127. Plantinus, p. 244. Hagenbuch, Mss. 
II- p. 51. Orelli, Inscr, Helv. 1844 Nr. 118. Levade, p. 227. 



2278. PES 

P. SAEDIVS HOSPES 
SEX. IVL. PHILARGORVS 

. . Publius Saedius Hospes, Sextus Julius Philargorus. 

Auf einem Bruchstucke. 

Maffei, Mus. Ver. p. 420. 4. Hagenbuch, Mss. IV, p. 65. Orelli. 
Inscr. Helv. 1844 Nr. 119. 



— 286 — 

2279. • . * . DE CORN 

FABRO 

CVR. C. R. CONVENT 

HELVETIC 

IIVIRO 

IVLIAE 0. FILIAE. MARCELLAE 

CORNELIAE. 0- FILIAE. MARCELLAE 

(DiisManibus.) l ) De(cimo)? Corn(elio, Quinti? filio,*) prae- 

fecto) fabroQrum), s ) curatori civium romanorum conventus hel- 

veticif) duumviro (jure dicundo et) Juliae, Quinti filiae, Mar- 

cellae (et) Corneliae, Quinti filiae 5 ) Marcellae (N. JV. posuit 

(posuerunf). 
Auf einem nicht mehr vorhandenen fragmentarischen Grab- 

steine von hier. 
Hagenbuch, Mss. IV. Bochat, III. p. 610. Haller, II. p. 206 

nach Zeller's Mss. Muratori, IV. p. 6, 2. Tschudi, Mss. 

p. 127, Gruter, 497, 15. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 114. 
Anmerk. Diese Grabschrift ist eine jener, vvelehe aus drei ge- 
trennten Satzen bestehcn , wie obiger Leseversuch darstellt. 1) Vor 
De(cimo?) scheint noch ein Praenomen gestauden zu haben. 2) Quinti 
filio , mit Beziehung auf die Zeile 8 vorkommende Stelle: Corneliae, 
Quinti filiae. 3) Levade gibt FABRO, alle iibrigen haben offenbar un- 
richtig TABBO und Gruter CANTABBO. Die Schreibuug FABBOBVM 
kommt zuweilen vor, z. B. Nr. 385. PBAEP FABBOBVM , haufiger 
aber die abgekiirzte: FABBVM. Wahrscheinlich auch hier ein praef. 
fabror. In Gruters CANTABBO scheint PBAF FABBO zu liegeu. 4) 
S. C. a. v. Magistratus. Gruter unrichtig VAC. B. Vergleiche Nr. 2295, 
wo Publ. Clodius Primus als curator c. r. conv. helv. vorkommt. 5) 
Muratori unrichtig GELL statt Q. FILIAE, bei Haller nach Zoller 
fehlt Q. 

2280. C. LVCGONI CO 

TETRICI PRAEF 

ARCEND LATRO 

PRAEFECT PRO II VIR 

II VIR BIS FLAMINI 

AVGVST 

(Diis Manibus.) l ) Cajo Lucconi(o) , Cotetrici(i filio) 2 ) {prae- 

fecto 3 ) arcendis latrociniis, praefecto^) pro duumviro, duum- 

viro bis, flamini augustali. (N. N. posuit.) 



— 287 — ■ 

Auf eincm hier gefundenen und am nordlichen Ecke der Kirche 

ciniicmauerten Grabsleinc mit dem Bildnisse des Verstorbenen iibcr 

der Inschrift. 

Spon, Ilist. II. p. 339. Hagenbuch, Mss. IV. p. 53. Muratori, 
167. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 115. Levade, p. 20, Ab- 
bildungsheft Nr. 2. 

Anincrk. 1) Obige Lesuug ini Dativ nach der massgebend schei- 
nenden Stelle FLAMINI. Wiirde dagegen die Stelle LVCCONI als der 
Geniliv von Lucconius sicher sein, so warc die Lesung nach diesem 
Casus EU dirigiren und FLAMINI (s) zu ergauzen. 2) oder, wenn die 
Lesung im Genitiv angenommen werden konute, vielleicht Caji Lucconi(i) 
Cotretici(i), wobei jedoch auch Cotretici(i filii) zulassig wtire. Dieser 
Name scheiut ein gallisclier zu sein. 3) und 4) Zu bemerken die bis- 
her ganz uubekannten Aemterbezeichnungen, 



ANNOR XII C, PLINIO M F. C N FAVSTO 

L. PLINIO AEDILI II VIRO 

FAVSTI FIL IVL. EQ. FLAMIN 

SABINO C. PLINIVS FAVST 

VIVOS 
P C 

♦ ♦ . annorttm XII 9 Lucio Plinio, Fausti ftlio, Sabino. 
Cajo PUnio, Marci filio , Caji nepoti, Fausto, aedili^ duumviro 
Juliae Equeslris, flamini, Cajus Plinius Faustus vivos 2 ) ponendum 

curavit. 
Auf dem Fragmente einer Grabschrift mehrerer Personen 
einer romischen Familie, die das gemeinschaflliche Gentile Plinius 
fiihrlen, nach Spon zu Genf „a la porte de Rive u befindlich. Da, 
wo oben ein Slrich steht, befmdet sich auf dem Steine ein Baum- 
zweig. 

Lipsius, Auct. p. 242. Gruter, 454. Muratori, 1111, 2. Spon, 

Hist. II. p. 320. Hagenbuch, Mss. II. p. 97 und 137. Orelli, 

Inscr, Helv. 1844 Nr. 112. Levade, p. 221 nach einer andern 

Zeilenabtheiluug. 

Anmerk. Vivos s, C. av. Sprachliches. Dieses einzeln stehende 

Wort (gewohnlicher liesst man et sibivivus fecit) scheint hier in empha- 

tischer Bedeutung gebraucht worden zu seiu , da der iiberlebende C. 

Plinius Faustus den Tod mehrerer nahen vielleicht jiingern Blutsver- 

wandten zu beklagen hatte. 



— 289 — 

C o p c t. 

Stadt am genfer See, im Bezirke Nyon. 

Levade, p. 89. 

2282. D. M 

PHILETI BRIT 

TAE. ANNORVM 

XXIIII DEFVNC 

TO. CLAVDIA 

NVS FILI VNICI 

ET PIISSIMI 

P. C 

SVB. ASC. DED, 

Diis Manibus Phileti Brittae, 1 ) annorum XXIIII defuncti. 2 ) Quin- 
tus (et) Claudianus filii unici et piissimi ponendum curaverunt. 

Sub ascia dedicaverunt. 

Auf einem in der Nahe von Coppet gefundenen und daselbst 

von Spon copirten Grabsteine, welcher sich dermalen nach Le- 

vade „deriere l'Ecu de France" zu Genf befindet. Orelli gibt 

unrichtig Carouge als Fundort an. 

Spon, Hist. II. p. 320. Gruter, 700, 10. Muratori, 1200, 1. 
Levade, p. 89. Orelli, Inscr. Helv, 1844 Nr. 101. 

Anmerk. 1) Gruter BRITTAI, Spon BRITALI (I und LamSchlusse 
offenbar Reste von E), Plantin BRITTAE. 2) Gruter statt DEFVNCTO 
unrichtig D . . II . VNC|OS. Auch Spon's DEFVNCT0 ist unrichtig. 
Bei Boissard, auf den sich Gruter beruft, soll abgekiirzt DEFVNCT und 
O davon getrennt stehen, Das O halte ich demnach fiir ein verleseues 
oder theilweise vervvischtes Q, in Folge dessen wie oben zu lesen ware. 
3) S. C. a. v. Ascia. 



B e s n i n s. 

Dorf im Bezirke Nyon an einer Romerstrasse gelegen. 
Le vade, p. 43, 



— 280 — ■ 



2283. 



RA 


P LIC 


C GALI 


P 


LON 


♦ ♦ • • 4 » 



(lmpe)ra(tori) Publio Lic(ini)o Gall(icn)o (ct Cornelio Sa)- 
lon(ino, nobilissimo caesari, A Col. Equcstrium millia passuum 

. . o 

Schriflrestc auf dem Bruchstucke einer Strassensaule , vvelche 
181 i auf der Romerslrasse gefunden wurde und damals in den 
Besitz des Herrn Rigot gclangte, welcher den Stein in dcn Hof 
seines hiesigen Schlosses bringcn liess, 

Levade, p. 42. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 122. 
Anmerk. 1) Gallienus regierte von 259 bis 268 nach Chr., vergl. 
Insohr. v. Altripp Nr. 748 und von Hausen im K. Wiirteniberg im IV. Th. 
2) Z. 3 erscheint C als Ueberrest von und am Schlusse I als Ueber- 
rest von L. 3) Aurel. Victor de caes, cap. XXXIII . . . cum Salonino 
filio, cui honorem caesaris contulerat , . . Bei Orelli Nr. 1012 — 
1) N P. LICINIO CORjNELIO SALONINO VALERIANO) NOBILISSIMO 
CAESARI. Levade liesst: Imperatori P. Licinio Valeriano, Licinio 
Gallieno et Corneliae Saloninae, und bezieht diese Inschrift auf den 
Kaiser Valeriauus, seinen Sohn den Caesar Gallieuus uud dessen Ge- 
mahlin Salonina. Da es gegen den Gebrauch ist, Gemahlinnen derKaiser 
oder der Thronfolger auf Strassensauleu ihrem Namen nach mit anzu- 
fiihren, so halte ich diese ohnehin dem Raume der Inschriftreste unan- 
gemessene Erganzung fiir unrichtig. 



■• r u ■• &• i ii * . 

Dorf bei Nyon. 
2284, C. IVL. C, F, VOLT 

SEDATO 

II VIRO ITERVM 

FLAM AVG, 

L. IVL. CAPITO AMICO 

OPTIMO 

19 



— 290 — 



Cajo Julio, Caji filio, voltinia, duumviro iterum, flamini augus- 
tali, Lucius Julius Capito amico optimo. 

Auf einem hier gefundenen und nichl mehr vorhandenen 

Denkinale. Zu welcher Gattung von Monumenten dieses zu 

zahlen, vvird C. a. v. Grabinschriften erorlert. 

Levade, p. 223. Hagenbuch, Mss. IV. p. 85. Gruter, 424, 
14. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr, 121. 



» u 1 1 i f. 

Dorf zwischen Rolle und Nyon an der Dulive. 
L ev ade, p. 275. 

2285. . . R 

vs 

COS III S . . ISPON 
TES ET VIAS VETVST 
CONLABS REST 
COL. EQ. M. P. VII. 
nach Hallers Autopsie, welcher bemerkt, dass Exachet im Diction. 
des ponts Z. 4 NOBILISSIMVS gelesen habe, eine Lesung, die 
Levade ebenfalls, vvie folgt und mit einem Zusatze gibt: 

SEPT 

SEVER 

NOBILISSIMVS PON 

TES ET VIAS VETVST 

CONLABS REST 

COL. EQ. M. P. VII 

Diese im Jahre 1782 im Bette der Dulive gefundene Strassen- 
. auleninschrift, welehe sieh zu Hallers Zeit auf der Dulivebriicke 
befand, scheint mit Bezug auf vorliegende Parallelinschriften von 
Mauterndorf, Pfleggerichts St. Michei in Oberosterreich und an- 
dern daselbst angcfiihrten Orten (diese bereits im vierten Theile 
befindlichen Inschriflen sind noch nicht nuinerirt und wird hier 
bloss der Name Mautemdorf angefiihrt) auf foIgendeArt ergan- 
zend gelesen werden zu konnen: 



— 291 — 

{hnpcrator caesnr L.) Septimius Scvcrus, (pius, fclix, auguslus, 

arabicus , adiabcnicus , parthicus maxitnus , pontifex maximus, 

trib. potest. IX, iniperafor XII, consul II, pater patriae, pro- 

consul ct imperator caesar Marcus Aurctius Anfoninus , pius, 

augusfus, trib. pot. IV, proconsul el Publius Septimius Getd) 

tiobitissimus caesar pontes ct vias vetustate conlabs(as) rcst(i- 

tucrunt). Colonia Equestrium millia passuum VII. 

Haller, I. S. 204. Levade, p. 112. Orelli, Inscr. Helv. 1844. 

Amnerk. Die von Haller gegebene Stelle COS III S . . . * S 
soll nach Exachet (bei Hallerj und Levade NOBILISSIMVS zu lesen 
gewesen sein. Weil PONTES gleich nachfolgt und nach Levade die 
VVortreste SEPT SEVER gesehen wurden, die iibrigens nicht unmittel- 
bnr vor NOBILISSIJMVS gestanden haben konnten (der Copist beachtete 
nicht die Defektzeilen und zog die Inschrift ohne dieselben zusammen), 
so haben wir auch noch mit Bezug auf die Stelle pontes et vias vetus- 
tate conlabsas (conlapsas), wie bereits oben bemerkt, hochst wahrschein- 
lich den Inhalt einer ganz mit der Inschrift von Mauterndorf gleichen 
und nach derselben erganzten vor uns, bei welcher nur noch nachzu- 
weisen ist , wie die uurichtig copirte Stelle COS III S .... IS ver- 
bessert werden konne. Die gewohnliche Schreibung dieses Titels ist 
nach vorliegenden Inschriften NOBILISSIMVS CAES, seltener CAES 
NOBILISSIMVS. Wahrscheinlich ist hier letztere Form gebraucht wor- 
den uud das COS in CAES und die ubrigen Reste in NOBILISSIMVS, 
wovon IS am Ende der Zeile Reste von VS zu sein scheinen, umzuandem, 



V i n e y . 

Dorf im Bezirke Rolle. 
Levad e , p. 352. 

2286. L 0. M 

IVLIA PV 

SINNA 

FLAM AVG 

V. S. L M 

Jovi optimo maximo. Julia Pusinna, flamCinica) aug(ustalis~) 

votum soivit lubcns mcrito, 

Auf einem iin Jahre 1746 hier gefundenen und an einem hie- 

sigen Hause befindlichen Denkmale. 

19* 



_ 292 — 

Muratori, 1991, 6. Hagenbuch, Mss. IV. p. 99, Bochat, II. 
p. 444. Haller, II. S. 349. 



B I e p e. 

Dorf bei Au&onne. 
Levade, p. 47. 

2287. CAESIA VEGE 

TA APOLLINI 

V V S L M 
Caesia Vcgeta Apollini vota solvit lubens merito. 

Auf einem zwischen hier und Aubonne gefundenen und nicht 
mehr vorhandenen Denkmale. 
Levade, p. 18, Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 126. 



I?I I e z. 

Dorf im Bezirke Nyon. 
Levade, p. 196, 

2288, IMP CAES NERV 

VLP. TRAIAN AVG 
GERM. PONT MAX 
TRIBVN POT. COS II 
M P VIII 
Jmperator caesar Nerva Ulpius Trajanus, augustus, germanicus, 
pontifex maximus, tribunitia ] ) potestate consul iterum, (Colonia 
Equestrium) 2 ) millia passuum VHL 
Auf einer hier gefundenen und zu Genf „sur 1'horloge de 
Molard" befindlichen Strassensaule. 

Levade, p. 196. Spou, Hist. II. p. 339. Hagenbuch, Mss. II. 
381. Orelli, Inscr. Helv. 1844 p. 82. 

Anmerk. 1) 98 n. Chr. 2) Hochst wahrscheinlich erganzt, wie 
obeu , wegen der Nahe des Fundorts bei Nyon, 



— 293 — 



Dorf zwischen Morges und Rollc. 

L ev ftde, i». 3G4. 

2289. M AVR . . 



PIVS FEL . . M.MAX BRIT 
MAX PONT MAX TRIB POT XVI 

IMP II COS IIII PROCOS 
FORTISSIMVS INVICTISSIMVSQV 

.... PACATOR 

VIAS ET PONTES VETVSTATE 

COLLABS RESTIT 

(lutperator caesar) Marcus Aurelius QAnioninus), pius, felix, 
Qger)m[anicus) maximus , britannicus maximus, tribunitia po- 
tcslate XVI, imperalor II, consul IV, proconsul, fortissimus invic- 
tissimusque (augustus , orbis) pacator , vias et pontes velustate 
collabsas restituit {Cotonia Equestrium Q millia passuum ♦ . . ,J 
Auf einer zwischen Morges und St, Prex gefundenen Strassen- 
saule , wclche nach Haller und Levade auf der Boironbriicke bei 
St. Prex befmdlich ist. 

Haller, I. S. 309. Levade, p. 53. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 136. 

Anmerk 1) ColoniaEquestrium kann als sichere Erganzung gelten, 
vveil der Fundort zum Bezirke der Clvitas Equestrium gehort, s. C. a. 
v. Strassensaulen. 

2290. LIBERO PATRI 

COCLIENSI 
P. SEVERIVS 
LVCANVS 
V. S. L. M. 
Libero patri cocliensi* x ) Publ. Severius 9 ) Lucanus votum solcit 

lubens merito. 

Auf dem Piedestal einer Statuette von Bronze, gefunden 1744, 

kam auf die Bibliothek zu Bern. 

Haller I. S. 15. Hagenbuch, Mss, I. p. 87. Orelli, luscr. Helv. 
1844 Nr. 134 Exchaquet Dict. des ponts et chausses. Levade, 
p. 365. 



— 294 — 

Anmerk. 1) Haller bezieht diesen Namen auf Cully bei Lansanne, 
welclier Ort wahrscheinlich Coclium oder Coclia genannt worden sey. 
OreUi bemerkt „duminodo non sit titulus commenticius," 2) Haller und 
Levade: SEVERVS, 






Ii a ir i s ** y» 

Dorf bei Aubonne, im Bezirke Morges, 
Levade, p. 175. 

2291. IMP. CAES 

M. ANTONI 
GORDIAN 
PIO FELIC 
PONT MAX 
POT S IIII COS 
VI A. ET PONT 

TVS * 
COLLI 
M. P X NC 
Imperalor caesar Marcus Anloninus Gordianus , piu(s), feli(jx y 
augustus), pontifex maximus, tribunitia potestate quartum, consul 
(iterum) via(s) et ponle(s ve)ius(fate) colla(psas resiiluit). 
Millia passuum X(JI No)viodunum. 

Diese Strassensaule wurde in der Nahe des Dorfes bei der 

alten Slrasse (1'estras, via strata) gefunden und kam von da 

nach St. Lievres in das Haus des Herrn von Marzia. Levade, 

welcher dieses berichtet, bemerkt weiter , man habe diesen Stein 

in der Kiiche des Capitain Grivet zu Lievre zum Postament einer 

Saule verwendet. 

Bochat, III. p. 619. Levade, p. 185. Hagenbuch, Mss. I. p, 
140 uach Otto's Mss. Orelli Inscr. Helv. 1841 Nr. 125. 

Anuierk. Hagenbuch gibt nach einem gewissen Otto, welcher ro- 
mische Inschriften sanunelte , folgzude Abschrift : 



— 295 

IMP .... 
M. ANTONI 
GORDIAN 

Pll felic 

PONTIF. MA 
POTS IIII CO 
VIA ET PONT 
TVST COL 
ALPON 



Die Miltheilung Lev;ide's ist diese: 



IMP. CAES 

M. ANTONINVS 

GORDIANVS 

PIUS FELIX 

PONT. MAX 

TR POT IIH. COS II 

- VIAS ET PONTES 

VETVST COLL. REST 

M. P. XII 

Wir betrachten sie nur als erganzende Lesung des nach Bochat sicher 
defect gewordenen Textes uud fiigen hierzu folgende Bemerkuugen bei. 
2) Die Stelle PIV Z. 4 deutet auf den Nominativ, in welcheui diese Iu- 
schrift zu Iesen. Die nachfolgende StelJe FELIC scheint desshalb uu- 
richtig fiir FELIX copirt worden zu sein. Vergleiche die auf derselbeu 
Strasse bei N3 r on Nr. 2274 befindliche, eiu Jahr altere Inschrift, welche 
denselben Kaisernamen deutlich im Nominativ gibt und Com. a. v. 
Strassensaulen. 3) Die Strassensaule bei Njou Nr. 2274 wurde im J.ihr 
241, obige 242 n. Chr. gesetzt , beide auf derselben Strasse. 4) Die 
schwierigste Stelle bietet Z. 10 nach Bochat M. P. X NO und uach der 
Abschrift Otto's (Hagenbuch) z. i) ALPONA. Jene (BochafsJ Stelle 
lesen Bochat und Levade „millia passuum XII," diese (Otto's) Hagen- 
buch ,,ab Alpona millia passuum I."' Wissen wir, dass es sich hier um 
eine Strassensaule handelt, welehe auf den Hauptoi t Noviodunum (Nyon) 
hinweisst , so ist rb Alpona (soll Aubonne seinj reiu aus der Luft ge- 
griffen, zumal da Alpona inschriftlich unbekannt ist. Da unser Augen- 
merk nach Com. a. v. Strasseusaulen auf deu Hauptort der CivUas 
Equestrium , geuannt Colonia Equestrium (Noviodonum) hier gerichta 
seiu muss, so erscheint die Lesuug Bochat's und Levade's: Millia pas- 
suum XII besser und der Eutfernung von Nyon entsprecheud. Allein 
was soll in der Stelle M P X NO das NO seju ? etwa undeutlich ge- 
wordene Zahlzeichen II, oder die Abkiirzung des Namens NO(viodu- 
uum) ? Gegen jene Anuahme spricht die allzugrosse Verschiedeuheit 
zwischen NO und II oder III, gegen letzt^re der Gebrauch, den Namen 
des Ortes der Entfernung uud der Zaiil nachzusetzen, fiir jene An- 
nahme wieder der Gebrauch, ohne Vorsetzi:ng des Ortes der Entfernuug 



— 296 — 

einfach M P uebst der Zahl zu schreiben, ftir diese andere Annahme 
meine Vermuthung, dass der Steinmetze, dem gewohnlichen Gebrauche, 
den Ort.der Eutfernung beizuschreiben, folgend , die er der Zahl vor- 
zusetzen vergessen hatte, derselben nachsetzte , weshalb ich mlch dahin 
entschieden habe , der im Ganzen richtigen Abschrift Bochat's folgend, 
dieses NO vorschlagsweise Noviodunum mit der besouderen Riicksicht 
zu lesen, da dieseStellung im Nominativ z. B. auch Nr. 2297, 2322 und 
2223 vorkommt. 



V i d y, 

bei Lausanne, wo viele romische Alterthlimer gefunden wurden 

Levade, p. 344 f. 

2292. IN HONOREM D . . . 

DEA APOLLINI CA , . 
BELA IVLII CONIVX 
NIS VIRI ^VL V. S. M. 
In honorem domus [divinae) , deo Apollini Ca . . . *) Bela Julii 

conjux 8 ) votum solvit meriio. 

Auf einer im Rathhause zu Lausanne aufbewahrten Urne, 
welche in der Nahe von Vidy bei vielen andern ganzen und zer- 
brochenen Gefiissen gefunden worden ist, bemerkenswerth wegen 
der Votivinschrift auf einer Urne. 

Bochat, III. p. 544. Haller, II. S. 220. Levade, p. 344. 
Orelli Inscr. Helv. 18*4 Nr. 129. 

Anrnerk. 1) CA . . gehort zu dem unbekannteu Epithet des Apollo 
uud nicht zu den Namen der Stifterin, welche sich Bela nanute. 2) Le- 
vade gibt TIS statt, wie obeu, NIS; beides scheint uurichtig zu seiu. 
Halt man sich an YIRI, so diirfte hier die Verbesserung flHII VIKI AVG 
vorgeschlagen werdeu, welche Stelle jedoch gegen den Gebrauch dem 
Worte conjux nachgesetzt ist. 



2293. FOR BEL 

Stempel auf der Handhabe eines gebrannlen Gefasses, gefun- 
den in der Nahe von Vidy bci andern Gefiissen und im Ralhhausc 
zu Lausannc aufbewahrt. 

Bochat, III, p. 545. Orelli, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 131. 



- 297 — 

Anmerk. S. Com. a. v. Abbreviaturen auf Gefassen. Orelli liesst 
FOH(ma). Wahrscheiulich For(tuuatus) nel(enus). 



2294. 0. 1VLIVS TOCCAE 

F. RVFVS A 0. M 

Cajus Julius, Toccae filius, Rufus (aquarwn magislery? 

Gefunden 1804 und auf dem Rathhause zu Lausannc aufbe- 
wahrt. 

Levade, p. 845. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 130. 
Anmerk. Diese Insclirift scheint der Ueberrest einer grosseren, 
unbekannt von welcher Gattung zu seyn. Die Siglen AQ. M, welche 
Levade, wie obeu steht, liesst, gehoren zu der Klasse jener vielen Ab- 
kiirzuugen, init welcheu inan Aemter bezeichnete. Tocca ist ein oft 
vorkonunender Topfername. Zu bemerken der gallische Name des Va- 
ttrs uud der roinische seines Sohnes. 



2295. SOLI GENIO LVNAE 

SACRVM. EX VOTO 
PRO SALVTE AVGVS 
TORVM P CLOD CORN 
PRIMVS. CVRATOR VIKA 
NOR. LOVSENNENSIVM II 
IllIII VIR AVGVSTAL C. C. R 
CONVENTVS HEL D. S. D< 
Soli, Genio Lunae *) sacrum. Ex voto pro salule auguslorwn 2 ) 
Publius Ctodius, cornelia, Primus, curator vikanorum lousennen- 
sium iterum , sevir augustalis, curator s ) civium romanorum con- 
venius helvetici de suo dedicaU 
Dieses hier gefundene Denkmal mit schoner Schrift befindet 
sich auf dem Ralhhause zu Lausanne aufbewahrt. 

Muratori, 1054, 1 et 2053, 6. Hagenbuch, Mss. III, 111. Bo- 

chat, I. p. 537. Haller, I. S. 181. Orelli, Inscr. Helv, 1844 

Nr. 128 nach Troyon's Mittheilung. 

Anmerk. 1) S. Com. a. v. Genii deorum. WiirBe hier nicht an 

einen Genius Lunae gedacht werden diirfen, so ist die Lesung per 

Asjudeton folgende : Soli, Geuio (loci), Lunae. S. Com. a. n. Sprach- 

liches, Asyndeton, wo mehrere ahnliche Falle angefiihrt sind. 2) Viel- 

eicht , der schonen Schrift wegen, die beiden Kaiser M. Aurelius und 



— 298 — 

L. Verus. 3) Nicht censitor, vergl. Nr. 3279 \vo : CVlt. C. lt. CONVENT 
HELVETICI, s. Com. a. v. Magistratus. 



HI a 1 e y, 

bei Lausanne, bis wohin sich das romische Lousonium ausdehnte. 

Levade, p, 191. 

2296. BANIRA ET DONINDAI 

DAEDALVS ET TATO ICARI FIL 

II SVLFIS SVIS OVI CVRAM 

VESTRA AGVNT IDEN 

CAPPO ICARI F 

Banira et Doninda(lus), Daedalus et Tato , Jcari filii Sulfis suis, 
qui curam vestraQri) agunt iden (iterri) Carro, lcari filius, 

Auf einem 1719 hier gefundenen und in der Sammlung zu 
Lausanne beflndlichen Steine. Die sonderbare Zusammenstellung 
gallischer Namen mit griechisch mythologischen muss hier auf- 
fallen, und zur Vermuthung, dass diese Inschrift falsch sey, Ver- 
anlassung geben, wie Orelli bemerkt. 

Montfaurou, Suppl. ant. II p. 236. Muratori, 1443, 4 und 

1987, 2. Martin, Relig. des Gaul. I. p. 173. Hageubuch, 

Mss. III. p. 289. Levade, p. 173. Orelli, Inscr. Helv. 1844 

Nr. 132. 

Annierk. Der Ausdruck : qui curam vestra(m) agunt ist, vvie C. 

a. v. Cura zu finden , ein nur bei gewissen Geschiiften und Unternehm- 

ungen des offeutlichen und Privatlebens iibliclier und oft vorkommen- 

der, bei Gottheiten , deren Schutze man sich anvertraute, niemals iib- 

licher, weshalb ich in dieser Hinsicht bei der sonderbaren Zusammeu- 

stellung mythologischer und gallischer Namen uud der vielleicht 

geflissentlich hier angewendeten fehlerhaften Orthographie und unepigra- 

phischen Stylisirungi, (die an sich in gewissen andern Fallen keine Un- 

achtheit mancher Inschrifteu aus der Zeit verdorbener Latinitiit uud 

barbarischen Eiuflusses annehmen lassen durfen) Orelli's Vermuthung 

fiir richtig halte. 



— 299 — 



P u u <l e x . 

Oorf im Bczirke Lausanne. 
Levade, p. 347. 

2297. IMP 

AES T. AEL 

ANTO N AVG 

PIO. P. M. TR P 

COS III P. P 

AVENT M. P 

XXXVIII 

lmp[eratori c^aesQari), Tilo Aelio AnloQnf)no augusto, pio, pon- 

tifici maximo , trib. potestate QIII) , consuli III 1 ) patri pafriae 

Aventicum *} millia passuum XXXV 111. 

Gefunden 1809 in der Nahe dieses Ortes, kam in den Be- 

sitz des Herrn Professor Levade zu Lausanne und befindet sich 

gegenwarlig in der offentlichen Saminlung daselbst. 

Haller, I. S. 176. Levade, p. 173. Orelli, Inscr. Helv. 1844 
Nr. 136 nach Troyon's Mittheilung. 

Annierk. 1) 140 n. Chr, 2) Vergl. Inschr. Sarraz Nr. 2271 , wo 
ausgeschrieben AVENTICVM und Com. a. v. Strassensaulen. Zwischen 
hier und Schloss Gerolle bei St. Saphorin iui Kanton Waadt ist die Granze 
der beiden Provinzen Max. Sequanorum und Pr. Alpium Poeninarum, s. 
Nr. 2298 bei Schloss Gerolle. 



Inscriptiones 

Provinciae AMpiwm, 
Poeninarwm* 



»*^>*>€-3<^^^«- 



S C II W E I Z. 

(Fortsetzung.) 

liaiitoii Waadt. 

Siidlicher Theil. 

Anmerk. Siehe bei der Abtheilung Inscript. Maximae Sequanorum die 
Unterabtheilung Kauton Waadt, nordlicher Theil. 



-H-I^l-H- 



Seliloss Gerolle, 

bci Vevey und St. Saphorin. 
Leva d e, p, 254. 

2298. TIB CLAVDIVS DRVSI F 

CAESAR. AVG. GERM 

PONT MAX TRIB. POT. VII. 

IMP. XII. P P. COS III 

F C A 

XXXVII 

Tiberius Claudius , Drusi filius, caesar augustus, germanicus, 

pontifex maximus, tribunitia potestate VII, imperator XII, l ) pater 

patriae, consul 1IL Forum Claudii Augustum, 2 ) XXXVII s ) 

Auf einer bei dem Schlosse Gerolle gefundenen und an der 

kleinen Kirchthiire zu St. Saphorin eingemauerten Strassensaule. 

Haller, I. S. 71. Levade, p. 284. Reinesiu?, Class. XII. 5. p, 
25a. Spon. Hist. II. p. 338. Hagenbuch, Mss. IV. p. 143 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 137 nach Gaudin's Mittheilung. 
D ayks, i. d. Jahrb. d. V. n. A. S. XI. S. 10 f. Ubert, Geogr. 
II. S, 292 Nr. 17. 

Anmerk, 1) Nach Gaudin bei Orelli XII, nach Bavien bei Hagen- 
buch XIII. Beide Zahlen (sey es die eine oder die andere derselben) 



— 304 — 

kommen mifc trib. pot. VII i. d. Jahr 43 n. Chr. uberein. 2) und 3) 
Levade liest: Forum Claudii Aventicum XXXVII, und nimmt hiernach 
an , dass diese Strassensaule auf Aventicum, die Hauptstadt der Civitas 
Aventicensium, s. oben bei Nr. 2220, gevviesen habe. Als Grund dieser 
Ansicht wird auf die Inschrift von Paudex Nr. 2297 hingewiesen , wo 
die Stelle AVENT M. P. XXXVIII zur Erklaruug des obenstehenden A 
um so mehr dienen soll, da jene Zahl von Paudex mit der obigen 
XXXVII von Gerolle in Verbindung stehe und hiernach die Strassensaule 
von Paudex um eine Meile weiter als die zu Gerolles (Saphorin) von 
Aventicum entfernt gestanden habe. Gegen diese Annahme wiirde hin- 
sichtlich der Entfernungsangabe nichts zu erinnern sein , wenn nur die 
Siglen F. C. A mit der des Steines von Paudex AVENT. (ibereinstimm- 
ten und nicht hekannt ware (s. Nr. 2220), dass Aventicum niemals den 
Namen Forum, sondern Colonia gefiilirt. Zu einer andern Ansicht fiihrfc 
dagegen die Strassensaule von VilJeneuve Nr. 2301, vvo die ganz glei- 
chen Siglen F. C. A mit der Entfernung M. XXVI. vorkommen. Da 
nun rucksichtlich dieser Zahl XXVI einer auf derselben Strasse stehen- 
den Saule, und in fietracht, dass auf eben derselben bei Paudex die auf 
Aventicum hinweisende Zahl XXXVIII vorkommt, — der Fundort Pau- 
dex naher , Gerolles entfernter von Aventicum liegt , keiue andere Er- 
klarung der Zahl XXXVII zulassig ist, als die, dass sie sich in 
entgegengesetzter Richtung und mit der Zahl XXVI von Villeneuve cor- 
respondirend auf die Hauptstadt der Civitas Valeusium, genannt Forum 
Claudii Augustnm, Forum Claudii Valeusium (s. bei Nr. 2321) beziehen 
miisse , so geht aus dieser Annahme zugleich hervor, dass zwischen 
Paudex und Gerolle die Grenze zvveier Civitates und zvvar der Civitas 
Aventicensium und der Civitas Valensium , womit zugleich die Grenzen 
der beiden Provinzen Maxima Sequanorum und Alpium Poeninarum zu- 
sammenfallen , befindlich war, s. Com, a. v. Strassensaulen , wo eiu 
ahnlicher Fall vorkommt. Auch Deyks bezieht diese Inschrift auf For. 
CI. Augustum (Martinach), Ubert dagegen unrichtig auf die Col. 
Equestrium (Nyon). 



■ 

2299. FORTVN REDVCI 

L FL POTITIANVS 
V. S L M 

Fortunae reduci. L. Flavius Potilianus votum volvit lubens merito. 
Auf einem beim Reparaturbau der hiesigen Kirche im Jahre 
1818 gefundenen Steine. 
Levade, p. 285. SchweizerischerGeschichtforsch.nl, S.217. Orelli, 

Inscr. Helv. 1844 Nr. 138 nach Gaudin's Mittheilung. 
Anmerk. 1) L, F. L im schweizer. Geschichtsforscher. Levade 
und Gaudin L. FL. 



305 — 



V e v e y . 

Stadt am gcnfcr Sec, wo das kcltischc nachher romischc Vi- 
viscum vormals lag. 

Levade, p. 331. 

2300. DEO SILVANO 

L SPER. VRSVLVS 
BENEF LEG XX 

Dco Silvano Lucius Spcratus 1 ) Ursulus, bencficiarius 9 ) lcgionis 

XX. 

Inschrift mit schonen Charakteren, gefunden 1777 bci dcr Kirche 
zur h. Clara und auf dcm Stadthause dahier befindlich. 

Haller, I. S. 25. Levade, p. 333. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 
133 nach Troyon's Mittheilung. 
Anmerk. 1) Haller unrichtig ESPER. st. L SPER 2) S. C. a. v. 
Beneficiarius. 3) Unrichtig bei Orelli LEG XII. Haller und Levade 
geben LEG XX 



V i 1 1 e n e u v e. 

Dorf am genfer See, in dessen Nahe das keltische spater fo- 
mische Penilucus lag. 

Ilaller, II. S. 230. 

2301. D D N N CONSTANT 

ET MAXIMI . . . INVICT PR . . CI . . 

MAXIMINO 

NOBILISSIMIS CAESS 

F. C. A. M , . XXVI 

Dominis nostris Constani(io) ct Maximi(ano) , invict(issimis) 

pr(in)ci(pibus), Maximino (et Severo) , nobilissimis caesaribus. 

Forum Claudii Augustum millia (passuum) XXVI. 

Auf einer Strassensaule , welche bei cinem hiesigen Brunnen 

einer darauf gelegten Steinplalte als Unterlage dient. 

Haller, 1. S. 281 aus den Mem. de la soc. des sciences d. Lausanne 
p. 67. Levade, p. 347. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 139 nach 
GaudiVs Mittheilung. 

Anmerk, Diese Inschrift bezieht sich auf die nach der Throueut- 
saguug Diocletians uud seines Milregenteu Maximianus Herculius (a. Chr. 

20 



— 306 — 

303) zur Kaiserwiirde erhobenen friiheren Casaren FI. Valerius Con- 
stantius und Galerius Valerius Maximiauus (s.Nr. 2132, wo sie init dem 
Diocletiauus und dem Maxiinianus — nicht Maximinus, welches dort ein 
Druckfehler ist — zusammenstehen) und deren Casaren C. GaleriusMa- 
ximinus und Flavius Severus s. Eutrop. Lib. X 1 u. 2. Galerius wird 
hier einfach Maximianus genannt, und ist die obige Defektstelle so zu 
erganzen. Haller hat nach MAXIMI noch ein kleines unmittelbar ste- 
heu , allein bei der Abschrift wurde die Defektstelle fiir AN iibersehen. 
Ebenso ist Z. 3 nach MAXIMINO fiir den sicher daselbst befindlich ge- 
Avesenen Namen SEVERO unrichtig keine Defektstelle angemerkt, zu 
welcher Annahme die nachfolgende Stelle NOBILISSIMIS CAESS Stiitze 
genug ist. Haller halt die Abschrift fiir unrichtig, gibt aber nicht an, 
an welcher Stelle, und weiss desshalb ihren Inhalt nicht zu deuten. Hatte 
er auf die bei ihm nicht angemerkten oben verbesserten Defektstellen 
(die einzige Unriohtigkeit seiner Copie) sein Augenmerk gerichtet, so 
ware der Widerspruch, den er bei dieser Inschrift zu finden glaubte, 
beseitigt gewesen. Dieses Denkmal gehort, da der darauf genannte 
Kaiser Coustantius im Jahre 306 starb , in die Zeit von 303 bis 306, 
s. C. a. v, Inschriftdenkmale des Kaisers Diocletianus, seiner Mitregenten 
und Nachfolger. 2) Nach Gaudin F. C. A, nach Levade unrichtig F, C. V. 



2302a. . VICTOIil 

AVG 

. . NITIO GENNAE 

TVLLIA 

. . NTI 

Victoriae augQuslae) . ♦ . . nitio^ Gennae Qilius) 

Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier, 

Muratori, 91. 10. Haller, II, 233. Hagenbuch, Mss. IV. p. 77. 
Levade, p. 349, Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 140 nacfeGaudin. 

An merk. Hallcr giebt Z. 3 NITIO GENNIAohne Defekt vor NITIO. 
Iedenfalls ist hier eiu gallischer Name vorhanden. 



91 u r a z, 



bei Villeneuve. 
Le vad e , p. 214. 

2302 b, MERCVRl - HERMINALIS 



— 307 — 

Auf zwci hicr gefundenen Gefassen von Erz, unbekannt wo 
befindlich. 
Levade, p. 214. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 141 uud 142. 
Anmerk. Levade beschreibt diese Gefasse wie folgt: „en forme 
de boulettes de cuivre, dont les auciens se servaient pour puisser 
Tenceus dans Ja petite cassette qui le contenait, qu'ils appellaient: tliuri- 
bulum ou acerra." 



St. Tryphon, 
Dorf bei Ollon, unweit rier Hauplstrasse nach dem St. Bcrn- 
hardsberg. 

Lev ade, p. 313. 

2303. CAESAR 

MANICO 

AXIMO 

OTESTATI 

III 

A I 

Auf cinem Fragment, welches Levade an dem obcren Theile 
cines hiesigen Thores sah. Wahrscheinlich wurde es in dcr Nahe 
dieses Dorfes gefunden, und kam in den l820r Jahren in den 
Besitz des Herrn Constant, welcher den Stein auf sein Gut Sour- 
terns bei Lausanne bringen liess. 

Diese Schriftreste diirften nach meinem Vofschlage mit Bezug 
auf die nicht seltenen Parallelinschriften des Kaisers Claudius bei 
Orelli Nr. 706, 708, 710, 711, 712, 714 u. a., insbesondere nach 
Nr. 708, welche folgenden Typus gibt: 

TI CLAVDIVS CAESAR 
AVGVSTVS GERM 
PONT. MAX TRIB. POTEST 
COS DESIG IIII IMP XI. P. P. 

jedoch blos hinsichtlich der vier Zeilcn des Fragmcnls erganzt 
werden, wie folgt: 



20 



— 308 — 

(TIB CLAVDIO) CAESAR(I) 
(AVGVSTO GER)MANICO 
(PONTIFICI M)AXIMO 
fTRIB P)OTESTATI(S) 
III 

(Tiberio Claudio) caesar(j augusto, ger)manico, (pontifici m)aximo 

(tribunitiae p)otestati(s. 

Haller, I. S. 67 Mem. de la soc. phys. de Lausanne III. 62. L e- 
vade, p. 314. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 144. 

Anmerk. In Ermangelung einer Beschreibung derForm des Steines 
lasst sich nicht bestimmen, zu welcher Gattung zvveier Denkmale, die 
hier vorliegen konnen , namlich entweder einer Strassensaule oder eines 
Widmungs- und Ehrenmonuments obiges Fragment gehort. Ware bei dem- 
selben die Endigung im Nominativ vorhanden, so vviirde mit Hinsicht 
auf die Inschrift Nr. 2398 von Gerolle , vvelche auf einer Strassensaule 
den Namen des Kaisers Claudius im Nominativ anfiihrt, um so mehr der 
Schluss, dass auch diese Inschrift auf einer Strassensaule gestanden 
habe , gezogen werden konnen, als hier die Lokalitat, namlich das nahe 
Beisammensejn beider Denkmale iu der Nahe einer romischen Strasse, 
und die nach jener Inschrift von GeroIIe vorhandene Moglichkeit auch 
die von Tryphon zu erganzen, wie folgt : 

(TIB CLAVDIVS) 
(DRVSI. F.) CAESAR 
(AVG. GER)MANICVS 

(PONTIF MJAXIMVS 

CTRIB PjOTESTATE 

(VII IMP XII. P P) 

(COS) III 

(F. C. A M P . . .) 
zur Annahme dieser Erganzung viel beitragen. Gerade aber diese Ver- 
schiedenheit der Casusendigungen (die an sich sonst nichts entscheiden 
wiirde , weil auf Strassensiiulen verschiedene Eudigungen oft vorkom- 
men) hier auf zwei Denkmalen nahe beisammen liegeuder Fundorte, die, 
wenn sie einerlei Gattung gewesen wareu, nach dem Gebrauche der 
Steinmetzen in gleichmassiger Form hatten geschrieben werden miissen, 
iasst die Vermuthung zu , dass obige Inschrift nicht auf einer Strassen- 
saule, sondern auf einem Widmungsdenkmale mit dein Schlusse des Na- 
mens des Widmenden gestanden hatte. In diesem Falle hatte '/,. B. nach 
Iuschrift Nr. 2275 der Schluss gelautet: Civitas Vallensium, und die 
ganze Inschrift vvie folgt: (Tiberio Claudlo) caesar^i augusto , g)erma- 

nico , (pontifici m)aximo (tribunitiae p)otestati(o .... III 

civitas Vallensium). Haller und Levade beziehen diese Inschrift auf 
den Kaiser Caligula. Levade erganzt und liesst: (Imperatori Cajo) 
caesar(i ger)manico , (pontifici ma(ximo, (tribunitiae p)otestatis (quar- 



— 309 — 

tum , consuli tertlum, patri patrlae\ . .) Nach dlesein Vorschlage wtirde 
sich an dem gtgebeneo Raume der Schriftreste die Erganzung iu Dncial- 
schrift auf folgeude Art darstellen : 

(IMP CAIO) CAESAR(I) 

(GKH)MANICO 

(PONTIFICI M)AXIMO 

(TRIB P)OTESTATI(S) 

(IIII COS III PP) 

und daraus hervorgehen, dass, weil die Schriftreste gerade auf der 
uhriggebliebenen liuken Seite des Denkmals untereinander und die Zel- 
len endigend steheu, fiir die zvveite Zeile mehr als GERMAMICO und 
fiir die erste Zeile weuiger als IMP CAIO CAESARI gefordert werden 
miisste, diese Ergiinzung nicht richtig ist. Einen besseren Anhalt bietet 
dagegeu, wenu man mit Haller und Levade diese Iuschrift auf Caligula 
bcziehen will, die Inschrift Nr. 702 bei Orelli dar, welche folgenden 
Typus gibt: 

C. CAESAR. AVG. GERMAMICVS. IMP. P. MTR. P. COS 
CN. ATEI. FLAC IN POMP FLAC IIVIR. O V. I. N. C. 
und deren erste Zeile zur Erganzung obiger Schriftreste entspricht, 
wie folgt: 

(CAIO) CAESAR(I) 

(AVG GER)MANICO 

(PONTIFICI M)AXIMO 

(TRIB P)OTESTATI(S) 

COS 

Durch diese Erganzung auf Caligula wird die andere auf Claudius im 
Gleichgewicht gehalten, und nur durch die Vermuthung, dass nach den 
localen Verhaltnissen , namlich dem Inhalte der Inschrift von Gerolle 
Nr. 2398 und dem Namen des Hauptortes, welcher zu Ehren des Clau- 
dius dessen Namen (Forum Claudii Augustum) fiihrte, hier eiu auf den 
Kaiser Claudius bezugliches Denkmal vorliegen werde, scheint jenes 
Gleichgewicht aufgehoben zu seyn. 



O 1 1 o n. 

Hauptort des Bezirks gleichen Namens. 
L evad e , p, 229. 



— 310 — 

2304. IMP. CAES . i ; VA . . 

. ICINIANO LICINIO 

P F INVICTO AVG 

F C. VALL OCT 

M F. XVII 

Imperatori caesari Valerio Liciniano Licinio , pio, felici, iuvicto, 

anyusto. Forum Claudii Vallensium Octodurus millia passuum 

XVIL 
Auf einer an der Strasse zwischen hier unil St. Tryphon ge- 
fundenen, gegenwartig an der hiesigen Kirche bcfindlichcn Stras- 
sensaule , vergl. Nr. 738 und 753. 

Haller, I. p. 279. Levade, 228. Orelli, Iuscr. Helv. 1844 
Nr. 147. 



■ ■ i fZS EE + HS gi» " - 



ltuntoii Wallis. 

S t . M o r I t z . 

Sladt an der Rhone mit der daselbst befindlichen Abtei des 
h. Mauritius. In der Nahe lag das keltische Agaunum, auch 
Tarnaja (Itin. p. 351. u. Tab. peut.), richtiger wahrscheinlich 
Tarnadae (nach einer Slelle des Itin. Tarnadas m. p. XII, 
welche auf den Nom. Tarnada fiihrt) genannt, wobei zu be- 
rucksichtigen, dass in der Regel die Abtei St. MauriUi „tarnatensis" 
(s. Acta S. Mauritii) genannt wurde. Der Name dieses Ortes 
kommt inschrifthch nicht vor. Nach Haller war der Boden der 
Abteikirche mit romischen Inschriftsteinen „gleichsam gepflastert." 
Viele derselben befanden sich auch am Thurme und auf dem 
Kirchhofe, von welchen die meisten jezt verschwunden sind. 
Unter den Inschriften von hier sind vier wegen ihres hohen Alters 
bemerkenswerth, s. Nr. 2305 bis Nr. 2308, und untcr denselben 
das noch vorhandene dem Kaiser Augustus gewidmete Inschrift- 
denkmal , das alteste dieser Sammlung vom Jalire 731 urb. c. 
(22 Jahre vor Chr.), s. Nr. 2304, mit welchem ein zweiles nicht 
rnehr vorhandenes, ebenfalls dem Kaiser Augustus gewidmetes 
Denkmal Nr. 2306 von hier, gleiches Alter hat. 

Haller, I. 55, II 532. Deyks, i. d. Jahrb. d. V. XI. p. 15. 
2305. IMP CAESA 

DIVI F. AVGVST 

COSXI TRIBVN POTEST 

PONTIFICI MAXIMO 

NANTVATES PATRONO 
Imperatori cacsa(ri) , divi ') fHio, Augusfo/ consuli XI, iribu- 
nitia poiestatc , pontifici maximo Nantuates patrono. 



— 312 — 

Auf einem am Thurme der Abteikirche befindlichen , seines 
Alters wegen und da es das alteste noch erhaltene dieser Samm- 
lung ist, merkwurdigen Denkmale voin Jahre 22 vor Christi 
Geburt. Obige Abschrift bei Orelli nach Canonicus Boccard. 
Haller gibt sie unrichlig mit Defeklstellen. 

Guichenon, Hist. d. Savoye I. p. 35. Spou, Hist. p. 193. Hagen- 
buch, Mss. I. p. 11.5. Haller, I. S. 53. Orelli, Inscr. Helv. 
1844 Nr. 1. 

Anmerk. 1) Divi. scil, Julii filio, vergl. Orelli Inscr. lat. Nr. 596 
wo : IMP. CAESARI. DIVI. IVLII. F. und Nr. 3336 dieses Codex. 3) 
Nach POTEST zeigt sich keine Defektstelle , wesshalb hier mit dem 
eilften Consulate des Kaisers Augustus derAnfang seiner tribunicischen 
Gewalt urb. c. 731 (23 Jahre v. Chr.) anzunehrneu ist. Es gehort da- 
her die Inschrift bei Orelli Inscr. lat. Nr. 597 wo : COS XI. IMP. VIII. 
TRIB. POT..III zusammenstehen , in das Jahr urb. c. 733 s. Baiferus, 
Fast. und Ekhel D. N. VI. p. 91. 3) Hieraus geht hervor, dass die 
Nantuates Bewohner dieses Ortes und der Umgegend watan, s. nachfol- 
gende Inschrift. 

2306. IMP AVG IVLI F 

TRIB POT. PONTIF M 
NANT PATRONO D D. 
Imperatori Augusto, {jdivty *) Julii filio, tribunitia polestate, pon- 
tifici maximo, Nant(juales~) pafrono dant dedicant. 
Auf einem im Jahre 1816 gefundenen, wahrscheinlich jetzt 
nicht mehr vorhandenen Denkmale, weil Canonicus 'Boccard von 
demselben nichls erwahnt, 

Schweizer. Geschichtsforscher II. p, 160. Orelli, Inscr. Helv. 1844 

Nr. 3. 

Anmerk. 1) Wahrscheinlich stand vor IVLI ein D oder DIVI nach 
der Analogie bei Orelli Inscr. lat. Nr. 396 wo DIVI IVLI und Nr. 
2336 dieses Codex. Nach Orelli's Vorschlag wird fiir IVLI die Ver- 
besserung DIVI vorgeschlagen. Dieses scheint nach Nr. 3305 richtig 
zu seyn. Da aber IVLI nach der angefiihrten Analogie ebenfalls unter 
obiger Voraussetzung richtig ist , so darf an dem Ttxte nichts verbes- 
sert werden. Obige Inschrift gehort, wie die vorhergehende, in das" 
Jahr urb. c. 731, s. C. a. v. Inschriftdenkmale des Kaisers Augustus uud 
seines Hauses. 



— »13 — 

2307. L. CAESARI. AVGVSTl. F 

DIVI I . . . NEPOTI. PRINCIPI 
IVVENTVT. COS. DESIGN 
Lucio Caesari, Kugusti fllio, divi JQulii) nepoli, principi juven- 

tutis, consuli designato. 
Diese nicht mehr vorhandene Inschrift befand sich nach Gru- 
ter auf einem liinglichen Steine „in muro prope vivarium" dahier. 
Ober der Inschrift ein Stern in besonderem Felde. 

Tschudi, Mss. p. 415. II ;i» e n l> u c h , Mss. I. p. 107. Gruter, 
1083. 3) Haller, I. S. 55. Orelli, Ioscr. Helv. 1844 Nr. 3. 

Aunierk, Lucius Caesar, Soliu des Agrippa uud seiner Gemahlin 
Julia, Tochter des Kaisers Augustus, der diesen seinen Enkel adoptirt 
hatte, wurde, wie sein alterer Bruder Cajus Caesar a. urb. c. 752 zum 
Priucips juventutis und Consul designatus ernaunt, Lucius Caesar starb 
urb. c. 755 zu Massilia. Es gehort daher diese Iuschrift in den Zeit- 
raum von 752 bis 755 (2 Jahre vor und 1 Jahr nach Christus) s. No- 
nisii Cenotaph. Pis. in Gravii thes. VII. 5. Gorius Etr. 2. p. 10. Ma- 
rini Atti I. p. 24. Nach einer defecten Inschrift von Martinach Nr. 
2324 scheint seinem Bruder Cajus Caesar ebenfalls ein Devotionsdenkmal 
errichtet wordeu zu sein. Ein beiden Briidern zusammen gewidmetes 
Denkuial befand sich zu Nismes , s. Orelli, Inscr. lat. Nr. 640. Jedem 
derselben allein gewidmete Denkmale kommen ofter vor , so fiir Julius 
Caesar bei Orelli, Iuscr. lat. Nr. 637, 638; fiir Cajus Caesar daselbst 
Nr. 633, 634, 635. 

2308« ♦ RVSO CAESARI 

AVGVSTI. F. DIVI AVGVSTI 

NEPOTI. DIVI. IVLII PRONEP 

AVGVRI. PONTIF. QVAESTORI 

.LAMINI AVGVSTALI COS II 

TRIBVNITIA POTESTATE II 

. . . S IIII VALLIS POENINAE 

(D)ruso Caesari, {Tiberii) 1 ) Augusti filio , divi Augusti nepoti, 

divi Julii pronepoti, auguri, pontifici, quaestori, flamini augustali, 

consuli iterum, tribunitia potestate iterum (civitate)s quatuor 

vallis poeninae. 

Auf einem in der Abtei St. Moritz befindlichen Denkmal. 

Ilaller, 1. S. 64. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 4 nach Boccard's 
Autopsie. 

Anmerk. Haller gibt die Zeile 1 niit zwei Defektstellen also: 



- 314 — 

. . . RUSO CAESARI ...... Boccard dagegea nur eiae Defectstelle 

vor RVSO. Dem Rauin nach muss nach CAESARI und vor dem Au- 
fang der zweiten Zeile noch ein Wort gestanden haben, das mit Riick- 
sicht auf den ganzen iibrigen luhalt dieser lnschrift, wie oben steht, erganzt 
werdenkann. Diese Inschrift vom Jahr urb. c. 774 (21 nach Chr. Geb-) 
bezieht sich namlich auf Drusus Caesar, einzigen leibiicheu Sohn des 
Kaisers Tiberius, welcher im Jahr 23 n. Chr. an Gift starb. 2) Zu be- 
merkeu die Schreibuug JVLII st. der in augustischer Zeit gewohnlich 
vorkommenden IVLI. TIBERI, s. Com. a. v. Sprachliches. 3) Diese vier 
Volker siud: Nantuates , Seduni , Veragri, Viberi. 



2309. ; . . ONOR D D 

GENIO STA 

. . ONIS VIRI - 

• S PROBVS 

. ILES LEG VII 

ALEXANDR .... 

.... RFIMI D N , . 

. .'. EXAND. . . . 

(In hon)orem domus devinae Genio stationis l ) Virius Probus, 

(m)iles legionis VII, 2 ) alexandr(ianae, geminae), piae 9 ) fidelis 

imperatore 4 ) domino nostro (Severo Al)exandro s ) Qet . . . 

consulibus). 

Auf einem 1820 gefundenen Denkmale. Orelli gibt zu Nr. 
5027 seiner Inscr. latin. nach Levade als Fundort Marsognier bei 
St. Moritz an, spater nochmals nach Levade, sodann nach Boc- 
card St. Moritz selbst mit der Bemerkunp; „in theatri pariete." 

Orelli, Inscr. lat. Nr. 2527. Derselbe, Inscr. Helv. 1844 Nr. 15. 
Anmerk. 1) Vergl. Nr. 2118. 2) Orelli, Inscr. lat. Nr. 5027 nach 
Levade LEG XXI. Orelli , Inscr. Helv. Nr. 15 nach Boccard und Le- 
vade LEG VII, womit zu vergleichen Nr. 684 dieses Codex etc. , wo: 
LEG VII. GEM, P. F SEVERIANA ALEXANDRIANA , daher an der 
Richtigkeit der neuen Mittheilung OrellPs Nr. 15 nicht zu zweifeln, 3) 
In der Stelle R F Zeile 7 ist R unrichtige Abschrift des wahrscheinlich 
nicht mehr deutlichen P. 4) Die Stelle IMI Z. 7 ohne Zweifel urspriing- 
lich IMP und das 1 am Schlusse Ueberrest von P. Levade bei Orelli 
Inscr. lat. Nr. 5027 sah IMP. 5) Levade bei Orelli Inscr. lat. 5027 
und Inscr. Helv. Nr. 15 wie obeu. Boccard bei Orelli Inscr. Helv. Nr. 
15 offenbar uurichtig .... MD. O fiir .... ND. O mit Hinweglassung 
der Buchstaben EXA, die wahrscheinlich jetzt erloschen sind. Wegen 



— 315 — 

des Ilnumes glnube ich die ErgiinzungNevern beifiigcn zu durfen. Gegen 
den Gebrauch liest Orelli Alexandro Severo , vergl. Nr, 872, 1865, 
1690 dieses Codex. 



2310. !). 1'ANSIO. M. FI 

SEVERO. AN. XXXVI 
IVL DECVMINA MAT 
FIL PIENTISSIMO 

Dccio Pansio , Marci filio , Sevcro ') annorum XXXVI. Julia De- 
cumina maler ? ) filio pientissimo. 
In der Abtci dahier befindlich , nach einer Abschrift, welche 
Prof. Dr. Deyks auf seiner Reise durch die Schweiz 1847 an 
Ort und Stclle nahm. 

Deyks, Index lectionum academ. Monast, a. MCCCLVII p. 5 seq. 

G ru ter, 447. 8. Hagecbuch, Mss, I. p. 85 und III. O rel 1 i, 

Inscr. Helv. 1844 Nr. 7. Gruter, 699, 13. 

Anmerk. 1) Orelli unrichtig TENERO. Das in nachfolgender In- 

schrift Nr. 2311 stehende Cognomen des M. Pansius SEVERVS hatte 

ihn belehren miissen , in obiger Inschrift des Bruders Decius Pansius 

gleiches Cognomen anzunehmen. 2) Orelli MATR, Gruter MATER, 

allein der Stein gibe obigen Typus. 



2311. M. PANSIO COR 

M. FILIO. SEVERO 

II VIRO FLAMINI 

IVLIA DECVMINA 

MARITO 

Marco Pansio , cornelia , Marci filio , Sevcro , duumviro, ') fla- 

mini, Julia Decumina 2 ) marito. 

Auf eineni in der Abtei befmdlichen Dcnkmale. 

Gruter, 447, 8. Hagenhuch, Mss. I. p. III, Orelli, Inscr. Nr. 
8. Vcrgl. vorhergehende Inschrift. 

Anmerk. 1) juri dicuudo. 2) S. Nr. 2313, \vo dicselbe Person. 



— 316 — 

2312. V. F 

IVLIA DECVM FIL 

DECVMINA 

FLAMINICA 

Viva fecit ! ) Julia , Decumii filia , Decumina flaminica. 

Nicht mehr vorhandene Grabschrift der Galtin des Nr. 231 1 
genannten Pansius. 

Gruter, 325, 13. Hagenbuch, Mss. I. p. 89. Haller, II. 535 
nach Plantin Helv. antiq. p. 262. 

Anmerk. 1) scil. sibi. 



2313. D. M 

I TINCI. VRE 

CVNDI OMN 

IBVS. HONORIBVS 

VNCTO 

XASSONIA. M. F. 

I VRC ACO . . . C 

VVNI IARIS 

Diese Inschrift, welche sich gegenwartig in der hiesigen Abtei 

befindet, ist an vielen Stellen erloschen und theilweise sehr un- 

deutlich geworden. Orelli gibt sie nach Boccards neuester Mit- 

theilung , wie oben steht. Nach Anleitung einer friiheren Ab- 

schrift bei Guichenon und Muratori folgenden Inhalts: 

D. M 

I. TINCIO. VERECVNDO 

OMNIBVS HONORIBVS FVNCTO 

♦ . /MASSONIA. M. F 

VIRO OPTIMO 



sodann nach Hagenbuch's Verbesserung, die er auf diese und 
und Scheuchzers nicht ganz richtige Abschrift griindet und fol- 
gende ist: 



— 317 — 

n. m 

L. TINCIO VERE 

CVNDO OMNIBVS HONORIBVS 

FVNCTO 

(M)ASSONIA. M. F 

VIRO. OPTIMO. 
POSVIT. MARITA 

versuche ich, weil Boccards neueste Abschrift wenigstens hin- 
sichllich dcr Zeilonahlhoilungr die richtigstezu seinscheint, folgende 
theilweise Verbesserung unter Bcibehaltung seincr Defectstellen : 

D. M 

I. TINCI VRE 

CVNDI. OMN 

IBVS. HONORIBVS 

VNCTO 

(M)ASSONIA. M. F 

IVRO ACO . . . C 

PONI IAVIT 

Diis Manibus. Lucio Tinci[o) VerecundQo"), ') omnibus hono- 
ribus functo, Massonia, *) Marci filia, conjugi incomparabili poni 

curavit, 

Orelli, Inscr. Helv. Nr. 6. Guichenon, Ilist. de Sav. I. p, 43. 
Murator, 750, 2. Scheuchzer, p. 481. Hagenbuch, Mss. 
1. p. 118. 

Anmerk. 1) In VRE wahrscheinlich noch ein ligirtesE. Das I Ueber- 
rest von 0, die Endigung ergibt sich aus (F)VNCTO. 2) In XASSONIA 
ist X offenbar undeutlicher Veberrest von M. 3) Die zwei letzten Zei- 
len konnen nicht ganz hergestellt werden. Hagenbuchs Verbesserung 
scheint darin nicht zu Hegen. Ich schlage obige Lesung vor, nach welcher es 
vielleicht gelingt , bei nochmaliger Autopsie einen andern Typus der 
Wortreste zu finden. . 



2314a. SEX . . . F • . . I 

SEVERI 



♦ ♦ • ♦ . 



Nicht mehr vorhandene Inschriftreste von hier. Zu bemerken 
der Name Severus, welcher mehrmals hier vorkommt. 



— 318 — 

Tschudi, Mss. p. 41. Hagenbuch, Mss. I. p. 405. Orelli, Inscr. 
Helv. 1844 Nr. 10. 



23!4b. D» M 

ANTONI SEVERI 

NARBONAE DEFVNCTI 

OVI VIXIT ANNOS XXV 

MENSES III. DIEBVS XXIV. ANTONIVS 

SEVERVS PATER. INFELIX. CORPVS 

DEPORTATVM HIC CONDIDIT 

Diis Manibus Antonii Severi Narbonae *) defuncli, qui vixit annos 

XXF, menses III, diebus XXIV. Antonius Severus pater infelix 

corpus deportalum hic condidit. 

Nicht mehr vorhandene Grabschrift von hier* 

Haller, II. 8. 543, welcher sie ausRivax eclairissement sur la Martir 
de la leg. theb. p. 156 (Paris 1760) eutnahm. Orelli, Nr. 11, 
welcher eine andere Zeilenabtheilung gibt. 

Anmerk. 1) Die gewohnliche Form ist Narbo , s. Caesar, B. G, 
III. 20. Die Form Narbona kommt erst in spaterer Zeit vor, s. Amm. 
Marcell. XV. II. Rasche Lex. num. III. p. 1083 und iiberhaupt Uhert 
Geogr. II Th. 2. Abth. S. 408. 2) Haller gibt nach Rivax: CONDEDIT, 
Aus den Schreibungen Narbona , condedit und den ungleichen Casus 
menses III, diebus XXIV kann man mit Wahrscheinlichkeit auf eiue 
spatere Zeit, welcher diese Inschrift angehoren diirfte, schliesen, 3) 
llallers Bemerkung: ,,es habe von der in Helvetien und im poninischen 
Thale verbreiteten severischen Familie nach den hier in St. Moritz be- 
findlichen Grabinschriften so viele gegeben , dass man diesen Ort fiir 
deren allgemeine Begrabnisstatte halten konne, u diirfte mit Riicksicht 
auf Das , was Com. a. v. Fundorte gesagt wurde , ihre Widerlegung 
fiuden und nur in beschrankter Weise anzunehmen seyn. 



2315. D. M 

. . M ♦ . SER . . ♦ G . . 
... ivi • ♦ ♦ ♦ . 
♦ . SE ♦ ♦ P . . R 

♦ ♦ ♦ x\ X ♦ ♦ ♦ ♦ 

Nicht mehr vorhandenen Schriftreste von hier. 

Tschudi, Mss. p. 415» Hagenbuch, Mss. I. p. 91. Orelli, Nr. 12. 



— 319 — 

28*6, IVNI. MARINI 

V. E EXDVCENA 
RIO. IIIC AB 
HOSTIBVS PV . . 



(/)■«.? Manibus) Junii Marini, v(irf) e^gregii), 1 ) ex ducenario hic 
ab hostibus pu(gna occisf) Q ) 

Iu der Pfarrkirche dahier befindliche Inschrift. 

Orelli, Inscr. Helv. Nr. 13 nach Boccard's Mittheilung. 

Anmerk. 1) und 2) OrellPs Lesung. Wenn gleich auf einein Steine 
dahier befindlitii , niochte ich an der Aechtheit dieser Inschrift dennoch 
zweifeln, s. Anra. zu Nr. 2172. 



2317. . . i VLLI F 

. . ONTIF 

i 4 ONO D D 

.... pontip(f)? Qpatr~)ono? dat dedicut. 
Schriflreste an der Wand des Theaters dahier. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 14 nach Boccard. 



31 a n n o it % o ■•• 

Dorf bei St Moritz. 
Haller, II. S. 537. 

2318. SEX. VARENO 

T FIL. SERG 

PRISCO 

VI VIRO. AN. LVII 

VARENI FRATRI 

OPTIMO 

Sexto Vareno, Titi filio, sergia , Prisco, seviro 1 ) annorum LVL 

Vareni 3 ) fratri optimo. 

Hier noch vorhandene Inschrift. 

Gruter, 481, 10. Guichenon, Hist. de Sur. I p. 45. Mura- 
tori, 753, 9. Hagenbuch, Mss. I. p. 92. IV. V. I. Haller, 



— 320 — 

II. S. 538. Orelli, Inscr. Helv. Nr. 16 nach Boccard's Mit- 
theilung. 

Anmerk. 1) VIVIRO statt nach dem Gebrauche IIIIII VIRO. 2) Meh- 
rere Briider (Varener) des Verstorbenen. 



F u 1 1 y, 



bei Martinach. 

2319. D. M 

OVARTILI 

AE. VALERIAE 

SENTIVS SVC 

CESSIANVS CONIVGI 

INCOMPARABILI 

Diis Manibus Quartilla Valeriae Sentius Succesianus conjugi in- 

comparabili. 

Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 

Guichenon, Hist d. Sav. I. p. 43 (nicht ganz richtigj. Hagen- 
buch, Mss. II. p. 55. Orelli, Inscr. Helv. Nr. 17. 



2320. 
Nach einer Notiz bei Plantinus Helvetia anliqua et nova p. 362 
und Guillirnanus Hist. I. 2 p. 157 soll sich unter den vielen in 
der hiesigen Kirche befindlich gewesenen Schriftrestcn ein Frag- 
ment befunden haben, auf welchem der Name des Kaisers Titus 
Vespasianus gestanden hatte. Der Typus dieses Schriftresles ist 
nicht mitgetheilt worden. 



Iflartinaeli (Hlartlgny). 

Stadt an der Dranse nicht weit von der Einmiindung in die 
Rhone und an der Strasse zum grossen St. Bernhard, in kel- 
tischer Zeit unter dem Namen Octodurus als Vicus Veragrorum 






— 321 — 

dem J. Caosar bekannt, welehcr ihn bcsetzen liess, bald darauf 
aber verlasscn musstc (B. G. III. 13). In <ler Nahe Ueberresle 
romischcr Befcstigungen zum Schutze des Passes. Schon untcr 
Kaiser Augustus vvurde hier im Thale angebaut und Oclodurus 
erscheint friihzeitig als Hauptort der Civitas Vallcnsium. Man 
kennt bis jetzt acht Strassensaulen , vvelche auf diesen Hauptort 
weisen, und dcrcn Inschriften dieNamen desselbcn angeben, wie 
folgt: Forum Claudii Vallensium Octodurus Nr. 2304; Forum 
Claudii Augustum Nr. 2298 und 2301; Forum Claudii Vallcnsium 
Nr. 2322, 2323, 2325, 2329, 2330. 

2321. V M OP L 

IC P AV 
F MAXIMI 

Diese und die nachfolgende Inschrift Nr. 2322 bcfanden sich, 
vvie Haller aus Rivax mittheilt , im Stockalper'schen Hausc da- 
hier. Ob beide noch vorhanden, ist unbekannt. Haller und Orelli 
stellcn beidc Inschriften auf folgende Art zusammen: 

Haller nach Rivax: 

VMOPL DNN 

1C P AV MAXIMI 

F MAXIMI T CONST 

. . NOBILI. C. C. 

j . F. CL. VAL 

. ♦ M I 
Orelli: 

Nr. I, Nr. II. 

V M OP L . . . D D "N N 

IC P AV . . . MAXIMI 

F MAXIMI . . . T CONST 

NOBILI C C 

M. I. 

Haller bemerkt zu seincr Zusammenstcllung : „Eine andere In- 
schrift zu Martinach findet man aus der Regierung des Licinius; 
diese wurde zugleich den beiden Casaren Conslanlin und Maximin 
errichtet." Aus dieser Angabe scheint hervorzugehen , dass sich 
Haller vorstellte , es seyen alle diese Namen in eincr Inschrift zu- 
sammengestelll gewesen , weshalb nach Orellfs Mittheilung die 

21 



— 322 — 

bci Haller gctrcnnten Zwischenraume der Zeilen naher zusatnmcn- 
geruckt, ja sogar dic drei letzlen Zcilen seines Textes vorge- 
schoben (wie oben zu sehen) worden sind. Die Folge dieser 
Behandlungsweise war nach Orelli die Annahme des Vorkommens 
folgender Namen zusaminen: Gajus Valerius Maximianus, Gajus 
Valerius Maximinus (Gaza) und Constantinus mit der Jahresangabe 
311 n. Chr. Von dem Kaiser Licinianus wird hier nichts erwahnt, 
obgleich Haller darauf ausdriicklich hingewiesen hatte. 

Bei dicser Verwirrung findet sich ein Weg zur Aufklarung 
der Sache. Betrachet man namlich zuerst die Stelle Z. i DDNN, 
so erscheint sie gleich dem Anfange der Inschrift Nr. 2323 von 
hier offenbar gleichfalls als solche einor besonderen Inschrift und 
keineswegs im Zusammenhange mit den auf derselben Zeile vor- 
herslehenden Schriftreste V M OP L , weshalb ich unter Hinwei- 
sung auf Nr. 2323 , wo die iibrigen Zeilen derselben mit dem 
Texte Nr. II ubereinslimmen , zwei verschiedene* wenn gleich 
auf einem Steine gestandene ganzlich getrennte Inschriflen an- 
nehme , wovon ich zuerst die Nr. I. (2321) hier und Nr. II. bei 
Nr. 2322 betrachte. 

Was zuerst diese Inschrift Nr. I. (2321) betrifFt, so kann 
man annehmen, dass die Schriftreste (besonders Z. 1) unrichtig 
copirt sind. Indessen finden sich bei denselben zvvei Anhalt- 
punkte, namlich die Stellen IC und MAXIMI , welche auf die 
Augusten Valerius Licinianus Licinius und Valerius Maximinus 
(beide waren in den Jahren 310 und 311 im Einverstandnisse, 
spater zog Licinianus gegen Maximinus zu Feld und Ietzterer 
starb 313) bezogen werden konnen, und hier zusammen vorkom- 
men, wenn folgende Verbesserung der Textesreste, die ich vor- 
schlage , Beifall finden wiirden: 

v (D D N N IMPP VA)L(ER) 
(L)IC(INIANO) 
E(T) MAXIMI(NO) 



[Dominis nostris imperatoribus VcQlQerio L')ic(imano') e[f) Ma- 
ximi(no. Forum Claudii Vallcnsium millia /.) 

Dieses Zusammenlreffen (nach der Geschichte und den Schrift- 
reslen schr wahrscheinlich) ware cine epigraphische Scltenheit, 



— 323 — 

weil man bis jetzt nur solche Inschriftcn kcnnt, dic dcn Lici- 
nianus allein (s. Nr. 738 und 2304) odcr zum Thcil mit ihm 
seinen Sohn, dcn Cacsar Licinius nenncn (s. Nr. 753). Aus diescr 
Kritik wiirde folgcn, dass obigc Inschrift (2321) dem Zcitraume 
von 310 — 3 12 n. Chr. angehort, wahrend die auf demselben 
Stcine gcstandene Inschrift Nr. 2322 ohne allen Zusammenhang 
mit jenem und den Cacsarcn Constantius und Maximinus gewid- 
met, eincr fruhern Zcit (306 n. Chr.) zugeschrieben werdcn 
muss. Die Yeranlassung, beide Inschriften auf eine und dicselbe 
Saule zu schreiben , war keine anderc, als zwcimaliges Bauen 
(Repariren) auf derselben Strasse um 306 n. Chr. und spater um 
310-312 n. Chr. (s. C. a. v. Strassensaulen). 

Haller, I. 280. Rivax, Eclairiss. p. 115. Orelli, Inscr. Helv. 

1844 Nr. 19. 
Anmerk. Hinsichtlich dieser Erganzung s. Nr. 2322 Anni. 2 u. 3. 



2322. D. N N 

MAXIMI 
T CONST 
NOBILL C C. 
F. CL. VAL 
M I 

Dominis nostris Maximino et Constantino *) nobilissimis caesari- 
bus. Forum Claudii Vallensium millia L 

Siehe vorhergehende Inschrift Nr. 2321, welche bei der obigen 
aufeiner StrassensauIezusammen,jedoch davon getrennt stand. Obige 
vvurde bei Setzung der Strassensaule, als in dieser Gegend an 
der Strasse des peninischen Thales gebaut worden war, zuerst 
(um 306 n. Chr.) gefertigt, AIs bald darauf um 310 — 12 
nochmals gebaut wurde, ist auf denselben Stein am oberen 
Theile der Rundung hinten hin die zweite Nr. 2321 gesetztwor- 
den, wesshalb die Defektstellen, welche Haller (s. Nr. I. zuln- 
schrift Nr. 2321) zwischen beide Inschriften setzte, als willkiir- 
liche Zeichen wegfallen miissen, da hier nie Buchstaben gestan- 
den haben. Nachfolgende Inschrift Nr. 2323 setzt ganz ausser 
Zweifel, dass obige eine ftir sich bestehende war. S. Allegate 
bei Nr. 2321. 

21* 



— 324 — 

Amnerk. 1) (Valerio) Maximino (Gazae) et (Valerio) Constantino: 
ii in 306 n. Chr. als das romische Reich auf einmal sechs Regenteu hatte: 
die Augusten Galerius, Severus, die Caesaren Constantinus, Maximinus 
uud die Usurpatoren Maxentius und Maximianus; s. nachfolgende In- 
schrift, wo die oben genannten Casaren noch einmal vorkommen. 2) 
Aus der Angabe der Entfernung (M. I) folgt, dass die Erganzung 
der andern Inschrift Nr. 2321 beziiglich des Schlusses ausser Zweifel 
steht. Der Fundort dieses Steiues ist also nicht Martinach , sondern 
eine romische Meile davon entfernt eine Stelle auf der Strasse entweder 
aufvvarts nach dem Poeninus oder herab in dem Thale nach Ollon hin. 
3) Ich wiirde bei dem Typus M I Anstand genommen haben , wie oben 
steht, zu lesen und daran gedacht haben , dass I Ueberrest von P seyn 
konne und die darauf folgende Zahl fehle, wenn nicht der Typus MII 
bei Nr. 2223 an die Hand gegeben hatte, denselben Typus (ohne P) 
namlich M I analog anzunehmen, s. C. a. v. Strassensaulen. 



2323. D. D. N. N. 

MAXIML FT, CONST 

NOBIL. C. C. 

VOT. V. MVLT. X 

F. CL. V. 

M. II 

Dominis nostris Maximino et Constaniino , nobilissimis caesaribus, 
votis quinquennalibus, multis decennalibus, Forum Claudii Valen- 

sium millia II. 

Vormals hier befindlich gewesene jetzt nicht mehr vorhandene 
Inschrift auf einer Strassensaule , welche zwei romische Meilen 
von Octodurus entfernt stand, ungewiss jedoch ob auf der Strasse 
aufwarts nach dem Poeninus oder abwarts von Martinach nach 
Ollon hin. 

Ualler, I. 281. De Loges, Essaix histor sur le mont de fieroard 

p. 157. Orelli, Nr. 20. 
Anmerk. Orelli lies't nach Ekhel D. N. VIII. p. 36 also: Dominis 
nostris (Gal. Val.) Maximi(ano) et Const(antino) nobilissimis caesaribus 
votis quinquenalibus, multis decenalibus. Forum Claudii Vallensium M. 
P. II. mit der Bemerkung: „Vota quinquennalia amborum horutn caesa- 
rum congruunt in anno p. Chr. 311." Haller bezieht dieze Inschrift auf 
die Caesaren Maximinus (Gaza) und Constantinus , s. Com. a. v. In- 
schriftdenkmale der diocletianischen uud constantiutschen Zeit. 



— 325 — 

2324. RI AVGVSTI. F. 

... I NEPOTI 

. . . IPI 1VENTVTI 

. . . ICI. CO . DES 

(Cajo Caesa)ri, Augusti fillo, (divi Juli)i nepoti, (princ)ipi ju- 

ventutis, (pontif)ici , consuli designato. 

Dicse Inschrift befand sich nach Gruter zu Martinach ,,in 

angula templi" und ist nicht mehr vorhanden. 

Gruter, 235, I. Tschudi, Mss. p. 422. Haller, I. S. 55. Orelli, 
Inscr. Helv, 1844 Nr. 18. Stumpf, 617. Lipsius, Auct. p. 17 

♦ 

Antnerk. Simuiler, Tschudi und Stumpf geben ubereiustinimend obige 
Inschrift mit ihren hier angezeigten Defectsteileu. Gruter theilt nacli 
Lipsius cine angeblich von P, Guilielmus herriihreude Abschrlft nach 
folgendem Typus init: 

CAESARI AVGVSTI. F 

DIVl. IVL NEPOTI 
PRINCIPI IVVENTVTI 

PONTIFICI. COS. IA 
von vvelcher Simmler bemerkt, sie s*y keine Abschrift, sondern eiue 
Erganzung, uud wirklich ist dieses auch nach denMittheilungen Tschudi's, 
Stumpfs und Simmler's , vvelche nur eine verstiimmelte Inschrift kann- 
ten , also. Wie fehlerhaft obige Erganzung ist , zeigt Z. 1, vvo vor 
CAESARI einer der Namen LVCIVS oder CAIVS fehlt. Tschudi's Er- 
gauzung ist folgende: 

C. CAESARI. AVGVSTI. P 

DIVI IVLI NEPOTI, 

PRINCIPI IVVENTVTIS 

PONTIFICI COS DES. 

Der Grund, weshalb er hier den Cajus Caesar aunimmt, ist ntcht 
angegeben. Ich finde zur Annahme dieses Namens einen solchen in dem 
hier vorkommenden Titel pontifex, welcher inschrifllich bei dem Nauien 
des firuders Lucius niemals, bei dem des Cajus aber mehrmals (Orelli 
Nr. 633, 634) erscheint. Auch scheint der Umstand, dass , da iin Ge- 
biete der Nantuater dem Lucius Caesar ein Denkmal errichtet worden 
ist (s. Nr, 2307), in demselben Gebiete, vvozu die Gegend von Marti- 
nach gehorte, ein anderes dem Cajus Caesar zu errichten fiir schicklich 
gehalten vvorden zu seyn. 



— 326 — 

2325. IMP. CAESARL FL. VAL 

CONSTANTIO PIO 

FEL. INVICTO. AVG 

DIVL CONSTANTIN. PIL AVG 

FILIO. FOR. CL. VAL BONO 

REIPYBLICAE NATO 

Imperatori caesari Flavio Valerio Constantio '}, pio, felici, invicto, 

auguslo, divi Constantini pii, augusti filio. Forum Claudii Va- 

lensium bono reipublicae nato. 2 ) 

Inschrift auf einer Strassensaule (nach Stuinpf), welche nicht 
mehr vorhanden ist, s. Com. a. v. Inschriftdenkmale der diocle- 
tianischen und conslantinischen ZeiL 

De Loges, Essaix hist. etc. p. 16*1. Stumpf, p. 2. Gruter, 284, 5 
aus Simmlers Werk. Tschudi, Mss. p. 413. Pocok, p. 68, 4. 
Hagenbuch, Mss. IV. p. 69. Haller, I. S. 284. Orelli, 
Inscr. Helv. 1844 Nr/21. 

Anmerk. 1) Haller gibt nach cle Loges folgeode Abschrift : 

IMP. CAES FL. VAL CONSTANTINO 

PIO. FEL. INVICTO. DIVI CONSTANTII 

PII AVG FILIO FOR. CL. VAL. BONO 

REIPVBLICAE NATO 

und bezieht demnach diese Inschrift auf Constantin den Grossen. Gruters 

Abschrift ist nach Simmler und Stumpf folgende: 

IMP. CAESARI. VAL 

CONSTANTIO. PIO. 

FEL. INVICTO. AVG 

DIVI. CONSTANTII. PII. AVG 

FILIO. FOR. CL. VAL. BONO 

•REIPVBLICE (sic) N^ATO 

Stumpf hat jedoch Z. 4 statt CONSTANTII blos CONSTANT, alle iibri- 
gen: Tschudi, Pocok, Hagenbuch geben wie Orelli mittheilt obige Ah- 
schrift und bezichen dieses Denkmal auf den Constantius , Sohn Con- 
stantins des Grossen. Gruters Mittheilung ist in sich selbst wider- 
sprechend , weil er von einem Constantius Constantii filius spricht. Bei 
dieser Verwirrung scheint nach folgenden Satzen der Ausweg nach 
Wahrheit gefunden werden zu konnen : 1) Bei der Theilung des Reichs 
(335) Constantins des Grossen erhielt dessen altester Sohn Flavius Va- 
lerius Constantinus Britanien, Gallien, Hispanien, der zweite Sohn Fla- 
vius Julius Valerius Constantius den Orient, der dritte Sohn Flavius 
Julius Constans Italien, IHyrien, Africa. 2) Constantinus (der erste 
Sohn) hatte die Namen Flavius Valerius und Coustantius die Namen 
Flavius Julius Valerius. Es lasst sich nicht annehmen, dass dem Con- 



— 327 — 

s(an(ius, sondern dcm Constantiuus II., welcliem Gallien iiuheiuigcfullcn 
war und worin der Fundort dieser Inschrift lag, diese 8trassen.s:iiile 
gewiduiet wurde; feruer gibt dio Abschrift die Nainen FL. VAL und 
niclit FL. IVL. VAL. Icli schlage dalier mit Hinweisung auf die Nummcrii 
SJ38U uud 2330 dieses Codex folgeude Lesung vor : imperatori caesari, 
Flavio Valerio Constantino , pio , felici, invicto, augusto, divi Cousian- 
tiui pii, uugusti filio. Forum Claudii Valleiisiuin, bono. reipublicae 
nato. Vergleiche liierzu die Iusclirift von Cilli bei Seebau in Steiermark 
(Bd. IV. Iucript. Norici) uud Com. a. v. Iuscliriftdeukmale des conslau- 
(inisclien liauses. 2J Der Schluss dieser Insclirift ist zu verbessern, 
wie folgt: 

FILIO IIONO 

KKIPVBLICAK NATO 

FOR. CL VAL 



uud zu lesen: iilio, bono reipublicae nato. Forum Claudii Valleusiuui 
(uiillia passuuui . . .) wie Iuschrift Nr. 2329 deu IScliluss gibt. 



S 1 t t e u. 

Sladl an der Rhone aufwarts von Martinach mit einer Romer- 
stalte, auf welcher wahrscheinlich der Hauptort der inschriftlich 
vorkommenden Civitas Sedunorum lag. Bemerkenswerth ist die 
hiesige Inschrift Nr. 2326 vom Jahre 752 urb. c. (2 Jahre vor 
Chr.) auf einem dem Kaiser Augustus gcvvidmeten Denkmale. 

Ilaller, II. 539. 

2326- . i P CAESARI DIVI I . . . 

. . . VGVSTO COS XI . . . 
. . RIBVNICIA POTESTATE X v . . . 
PATRI PATRIAE 
PONTIFICI MAXIMO 
. . IVITAS SEDVNORVM 
(lm)peratori l ) caesari divi JQulii 2 ) filio , A)ugusto, consuli 
X1(II, imperatori XIII, 3 ) t)ribunitia potestate X(XI), palri pa- 
iriae, pontifici maximo (^civ)ilas Sedunorum. 
Dieses Denkmal befand sich an dem Haupleingangc der hie- 
sigen Kirche b. Mariae virg, , wie Gruler nach Simmler bemerkt. 
Lipsius, Auctar, p. 17. Gruter, 226, 6. Muratori, 1080,4. 



— 328 — 

Hagenbuch, Mss. IV. p. 147. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 

50. Haller, I, 53, Simmler, Descript. p. 15: 
Anmerk. 1) Obige Lesung nach Ekhel D. N. VI, p. 119. Das 
Denkmal gehort nach der Erganzung in das Jahr urb. c. 752 (2 Jahre 
vor Chr.) Vergl. Nr. 2305 und 2306 vom Jahre urb. c. 73! (22 Jahre 
vor Chr.), sowie Nr. 2307 aus dem Zeitraume urb. c. 752-755 (2Jahre 
vor und 1 Jahr nach Chr.), sammtlich der Regierungszeit des Kaisers 
Augustus angehdrig. 2) Vergl. Nr. 2305 und 2306. 3) OrellPs Er- 
ganzung dem Raume nach wahrscheinlich.. 4) Orelli gibt TRIBVNITIA 
POTESTATE XVI, der Stein hat aber nach Gruter und Simmler XV 
("V Ueberrest von X), mithin XX, wozu das Zahlzeichen I als Ergan- 
zung kommt. Haller schreibt statt XV unrichtig XV, s. Com. a. v. Iu- 
schriftdeukmale des Kaisers Augustus. 



23261). ...F.NI CAMPANI PREFECTI MAXIMIANI VIRI CONS 
OMNIBVS HONORIBVS IN VRBE SACRA FVNCTI 
VE . . T ANN . . . RIS VALERIA . . . MATER 
6ARISSIM0 . . . OFERRI CVRAVIT 
SVB ASCIA D D 
(Diis Manibus . . Ru)f(f)ni Campani, prefecti Maximiani, viri 
consularis, omnibus honoribus %n urbe sacra functi. Vixit ') 
annos ♦ ♦ . menses*') . . . Valeria . . . mater carissimo filio*) 
fieri 4 ) curavit Sub ascia dedicatum. 4 ) 
Auf einem nicht mehr vorhandenen Grabsteine. 
Rivax, Eclairissement etc. p. 110. Haller, I. 262. Orejli, Inscr. 
Helv. 1844 Nr. 51. 
Anmerk. 1) VE..T wo E offenbar ein I. 2) RIS unrichtig fiir 
SES d. i. (MEN)SES. 3) O Ueberrest von (FILIjO, 4) FERRI unrichtig 
fiir FIERI. 5) S. C. a. v. Ascia. 



— 329 — 

2327. RELIGIONE VIGENS 

AVGVSTAS PONTIVS AEDES 

P 
AX« 

RESTITVIT PRAETOR 

LONGE PRAESTANTIVS ILLIS 

QVAE PRISCAE STETERANT. 

TALES RESPVBICA QVERE. 

D. N. GRATIANO AVG IIII ET MER COS 

PONTIVS ASCLEPIODOTVS V P. PI 

P 
Religione^) vigens augustas 2 ) Pontius aedes^ [AXfl^ restituit 

praetor. Longepraestantlusillis, quaepriscae*) sfeterant. Tales^ 

rcspublica quere. Domino nostro Gratiano augusto IV et Mero- 

baude consulibus. Pontius Asclepiodotus vir perfectissimus poni 

jussit. 

Auf einem iin hiesigen Rathhause beflndlichen Aufschriftsleine. 

Rivax, Eclairissement etc. p. 110. llaller, I. 314. Orelli, lnscr. 

Helv. 1843 Nr. 52. Hagenbuch, Mss. IV. p. 314. Steiner, 

Samml. d. Erkiarung altchristlicher Inschr. Nr. 88. 

Anmerk. 1) Rivax und Haller RELIGIONE, Hagenbuch und Orelli 

DEVOTIONE. 2) Rivax und Haller AVGVSTAS, Hagenbuch unrichtig 

AVGVSTVS. 3) Hagenbuch AEDIS, das I als ha^^erloschenes E. 4) 

PRISCE. 5) Orelli nach Hagenbuch TALIS, das I als halberioschene? 

E. 6) 377 n. Chr. 7) S. Com. a. v. Jussu. Diese Aufsrhrift ist sehr 

merkwiirdig, weil sie die bis jetzt bekannte einzige der diesseitigen 

romischen Provinzen ist , welche beurkundet, dass a. Chr. 377 zu SH- 

ten eine christliche Kirche bestanden hatte , die oben genannter kaiser- 

liche Statthalter in einem kaiserlishen Gebaude (vielleicht Basllica) 

einrichten liess , und zu deren fleissigen Besuche der Stifter die Be- 

wohner der dortigen Gegend aufgefordert hatte, 



S I d e r s. 

Dorf am rechten Ufer der Rhone, oberhalb Sitten gelegen, 
Haller, II. S. 541. 

2328. MERCVRIO 

VALERIVS 
OPTATVS 
V. S. L M 



— 330 — 

Mercurio. Valerius Optalus votum volvit lubens merito. 
Diese Inschrift befindet sich am hiesigen Kirchthurm. 
Haller, II. S. 544. Orelli, Inscr. Helv, Nr. 58. 



St. Plerre Mont-J ou. 

Kirchdorf an der Hohe des Poeninus, der nachste Ort beim 
Hospiz St. Bernhard von Martinach her. Der Name Mont-Jou 
von Mons -Jovis. 
Haller, II. S. 320. 
2329. IMP CAESARI COJNSTANTINO 

P. F. INVICTO AVG. DIVI CONSTANTINI 

AVG. FILIO BONO REIPVBLICAE NATO 

F C. VAL. XXIIII 

Imperatori caesari {Valerio") 1 ') Conslantino, pio, felici, invicto, 

augusto, divi Constantini, (jpii felicis) augusti filio, bono reipu- 

blicae nato, Forum Claudii Vallensinm XXIV. 

Auf einer nicht mehr vorhandenen Strassensaule , vvelche am 

„Barrasou bei St. Pierre" unter Bautriimmer gefunden wurde, 

und im Jahre 1812 am hiesigen Kirchhofe aufgestellt zu sehen 

vvar, nach Hallers Aulopsie und einem mit seiner Copie iiberein- 

stimmenden Mss* Vergl. Nr. 2325. 

Haller, Helvetien unter den Koinern , Zurich 1793, 252 Nr. 29. 
Dessen Helv. ant. d. K. 1812 1.285, II. 513. Orelli, Inscr. Helv. 
1844 Nr. 22. 

Anmerk. 1) Mtt Hinblick auf nachfolgende Inschrift Nr. 2330 stand 
hier noch VAL und eben so 2) hier noch P. F wie dort. Vergl. Nr. 
2325. Die Eotfernung M. XXIV von Martinach trifft mit dem hiesigen 
Orte ungefahr iiberein , uod scheiut in der Nahe desselben der Standort 
dieser Saule gewesen zu seyn. Hinsichtlich aoderer auf dieser Strasse 
foefindlich gewesenen Strassensaulen beinerkt Haller II. 513: es befan- 
den sich zvvischen Martinach und Orsiere zwei Stellen, welche ihre 
Benennung von den ehemals daselbst gestandenen Saulen erhalten haben, 
namlich: le Tiercelin d. i. tertius lapis bei dem Dorfe Beauvernier und 
le Dix millieu d. i. decimum milliarium bei St. Branchier gegen Orsiere 
hin. Die Formel: bono reipublicae natus ist eine jener seit Diocletian 
und Constantins M, Zeiten vermehrten Schmeicheleipradicate, welche 
zusammen damals in folgenden Ausdriicken bestanden haben : Beatissimus, 



- 331 — 

super omnes retro principes piissimus, fortissimus et indulgentissimus 
bono reipublicae natus, cleinentissiinus, liuuianaruin rerum optiinus prin- 
cipes, pius, felix, invictus, felicissiinus , seraper augustus. Hei lebendeu 
Hcgcnteu wurde sic auf solennen Denknialen in dieser Ausdehnung ihrein 
Naraen beigesetzt. Auf Strassensaulen koninien sie nicht alle, sondern 
nur irgend eiue jener Phrasen nach Belieben der Steinmetzen vor. 



2330. IMP CAES VAL CONSTANTINO 

P F INVICTO AVG 
DIVI CONSTANTIN P. F. AVG 
FILIO F. CL VAL B0N0 

Inschrifl auf einer nicht raehr vorhandenen Strassensaule, 
welche Haller aus einer ,,Handschrift S. 163" mittheilt. DerSlein 
befand sich vormals am hiesigen Kirchhofe. Da die Slelle F CL 
VAL« Z. 4 aus Versehen des Copisten unrichtig placirt erscheint 
und um eine Zeile tiefer stehen muss, so kann mit Hinblick auf 
die vorhergehende Inschrift Nr. 2329 die obige auf folgende Art 
verbessert werden: 

IMP CAES VAL CONSTANTINO 

P F INVICTO AVG 

DIVI CONSTANTINI P. F. AVG 

FILIO BONO (REIPVBLICAE 

NATO) FCL. VAL (XXIII) 

Imperatori caesari Valerio Constantino , pio, felici, invicto, au-< 

gusto , divi Constantini pii , felicis , augusti filio , bono (reipu- 

blicae naio). Forum Claudii Vallensium (XXIII) *) 

Haller, nach dem Mss. eines Ungenannten , 1« S. 286. Orelli, 
Inscr. Helv. 1844 Nr. 22. 

Anmerk. 1) Vermuthlich diese Zahl. Der Stein Nr. 2329 mit der 
Zahl XXIIII und der obige befanden sich nach dem Mss. , auf welches 
Haller Jlezug nimint, zusaramen am hiesigen Kirchhofe und wurden ohne 
Zweifel von nahegelegenen Fundorten dahin gebracht. S. Nr. 2329, 
Anmerk. 3. 



— 332 — 



H t . Bernliard. 

Kloster und Hospiz auf dem grossen St. Bernhardsberg an 
der aus Italien nach der Schweiz ziehenden schon zu Zeiten der 
Romer (fruher der Celten) angelegt gewesenen frequenten Slrasse. 
In dem Hospiz befindet sich eine Sammlung hier gefundener ro- 
mischcr Altcrthumer. Nahe dabei Ueberreste eines Tempels des 
Jupiter Poeninus und hier befindlich gewesener Wohnungen in- 
nerhalb ehemaliger starker Befestigungen (eines romischen Strassen- 
castells), durch welche die Strasse zog. 
Haller, II., 8. 490 f. 

2331. IOVI. M 

GENIO LOCI 

FORTVNAE 

REDVCI 

TERENTIVS VARRO 

DEDIC 

Jovi optimo maximo, Genio loci, Fortunae reduci. Terentius 

Varro ') dedicavit. 
Nicht mehr vorhandene Altarinschrift von hier. 
Haller, I. S. 20, II. S. 503. 
Anmerk. 1) Feldherr des Kaisers Augustus, welcher 85 Jahre vor 
Chr. den Krieg gegen die Salasser begaon, Augusta Pratoria, h. Aosta 
zuin ( Schutze des Landes anlegte, die Strasse iiber den Poeninus in 
Stand setzte und auf der Hohe desselben, wo wahrscheinlich schon da- 
mals ein Tempel des Jupiter stand , Befestigungen baute. 



2332 IOVI POENINO 

0. SILVIVS PEREN 
NIS TABELL COLON 
SEQVANORVM 

V S L M 

Jovi Poenino. 1 ) 0* Silvius*') Perennis, tabellarius s ) Coloniae 

Sequanorum**) votum solvit lubens merito. 

Auf einem in den Ruinen des Jupitertempels gefundenen und 

im Hospize aufbewahrten Erztafelchen, nach einer Mittheilung des 

Herrn Professor Dr. Deyks, welcher auf seiner Reise durch die 



— 333 — 

Schwciz nach Italicn 1847 dic Sammlung dcs Hospizcs sah und 

dasclbst Abschrift nahm. 

Deyks, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XI. S. 20. Ders., im Index 
lect. academ. Monast. a. MDCCCXLVII p. 6. Haller, II. S. 514. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 26. 

Anmerk. 1) Zu bemerken 1. die hier und in den nachfolgenden In- 
schriften (mit Ausnahme Nr. 2344 wo PENINO) vorkommende Sehrei- 
bung Poenino, 2. die Namen Jupiter Poeninus Nr. 2332 bis 2340 und 
Poeninus Nr. 2341 bis 2350. 2) Orelli nach Boccard: SILVVIVS mit 
anderer Zeilenabtheilung; beides unrichtig. 3) Orelli nach Boccard un- 
rlchtig: STABELLARIVS. Haller dagegen wie Deyks : TABELLARIVS, 
d. i. Briefbesleller , Briefbote. 4) CoIoniaSequanorum (Vesontio in gall. 
Zeit), Name des Hauptortes der Civitas Sequanorum s, Com. a. v. Ci- 
vitates uud oben Th. III. S. 139 Besancon. Andere halten Colonia und 
Civitas Sequanorum unrichtig fiir abwechselnde Benennungen der Stadt. 



2333. IOYI OP M POENINO 

T CI SEVERVS FR 
LEG III ITALIC V S L 
MERITVM (sic) 

Jovi op(timo) l ) maximo Poenino Titus ClQaudius) 2 ) Severus, 
fr(umentarius) legionis III ilalicae voium solvit lubens merito. 

Ort des Fundes und der Aufbewahrung derselbe wie bei Nr, 

2332 angegeben, 

Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 45 nach Boccards Mittheilung. 

Anmerk. 1) OP seltsame Abkiirzung. Es sind , wie ich glaube, 
einige Buchstaben nach folgendem Erganzungsvorschlage: OP(TI)M(0 M) 
erloschen. 2) Offenbar ist bei CI der Strich Ueberrest von L und die 
hier hekannte Abkiirzung CL. vorhanden, wesshalb die Lesung T(itulum 
oder tabulam) c(urari) j(ussit) unrichtig. 



2334. IOVI P ♦ • . . 

0. IVI 

ALP 

PRO 

RE 

V. S. L. M 



— 334 — 

Jovi PQoenino) Quinius Julius (Junius) Alpinus *) pro (ifu et) 
re(dilu) 9 ) votum solcit lubens merito. 

Die Orte des Fundes und der Aufbewahrung dieser mit sehr 
zierlichen Charakteren ausgeluhrten Inschrift dieselben wie bei 
Nr. 2332 beinerkt. 

Haller, II. S. 516. Orellt, Inscr. Helv. 1844 Nr. 39. 

Annierk. 1) Haller ALP, Boecard ALT d. i. , wie er dafiirhalt, 
Alt(inus), aus Altinum, Stadt aiu adriatisclien Meere , h, Altino. Dieses 
ALT kann aucft auf den bekannten Namen Altius bezogen werden, weuu 
ALP, auf deu ebenfalls bekannten Namen Alpinus, und wiirde demnach 
der Widmende , wie so oft vorkommt, drei Namen (praen. nom. cogn.) 
gehabt haben. 2) Vergleiclte Nr. 2350 PROITV AC REDITV. 



2335, I. 0. M 

POENINO 
M. SVLPIC. MAR 
CELLVS . . AC. N. P 
V. S. L M 
Jovi optimo maximo Poenino. M. Sulpicus Marcellus .... 
votum solvit lubens tnerito. 
Die Orte des Fundes und der Aufbewahruno; dieser auf einem 
Erzplattchen befindlichen Inschrift dieselben wie bei Nr. 2332 
bemerkt* 

Haller, II. 514. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 30. 
Anmerk. 1) OreJli nach Boccard gibt diese Stelleso: ACNIP. Haller 
liest: (S)acCerdos) Nep(tuni). 



2336. NVMINIB AVGG 

IOVI POENINO 

SABINEIIVS CENSOR 

AMBIANVS 

V. S. L M 

Numinibus augustorum ') Jovi Poenino. Sabineiius 2 ) Censor 3 ) 
Ambianus*) votum solvit lubens merito. 



— 335 — 

Dieselbcn Orto dcs Fundcs und dcr Aufbcwahrung wic bei 
Nr, 2332 bcmcrkt. 

Haller, II. 514. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 32. 
Aomerk. 1) S, C. a. v. Augustus , bezieht sich auf sswei Kaiser. 
2) Ueber diese Schreibung s. C. a. v. Sprachliches Diplasiasmus. Haller 
gibt SABINEIVS. 3) Als Name zu fassen. Von Censor kommen die 
bekannten Distractionen Censorius, Censorinus. 4) Ambiani , Volk im 
belg. Gallien iu der Gegend des h. Amiens. 



2337. I. 0. M POENINO 

PROSALVTE HELI ET SVORVM 

APRICLVS EIVS DEDIT 

DONVM VOTO S L M 

Jovi optitno maximo Poenino pro salute Helii ') ei suorumAgri- 
clus *) (filius ejus s ) dedit donum 4 ) voto suscepio lubens tnerito, 

Dieselben Orte des Fundes und der Aufbewahrung wie bei 
Nr. 2332 bemcrkt. 
Haller, II. S. 214. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 37. 
Anmerk. 1) HELI Orelli nach Boccard, dagegen AELI nach Hallers 
Autopsie. 2) Haller gibt: APRICIVS. Die Mittheilung OrellPs nach 
Boccard APRICLVS d. i. Apriculus von Aper. Hinsichtlich dieser 
Schreibung s. C- a. v. Sprachliches — Abkiirzungen. 3) Haller EIVS 
LIB. Ich schlage obige Lesung vor. 4) Haller: D D | V. S. L M. 



2338. IOVI POENINO 

0. CASSIVS FACVNDVS 

A. COM COS 

V. S. L. M 

Jovi Poenino Quintus Cassius Facundus a com^entariensibus") 
consulis l ) votum solvit lubens merito. 

Die Orte des Fundes und der Aufbewahrung dieselben wie 
bei Nr. 2332 angegeben. 
Haller, II. S. 514. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 31. 
Anmerk. 1) Haller gibt Zeile 3 L. ACOMMCOS, Boccarddagegen 
wie oben steht. Nach derEdition Hallers wiirde zu lesen seyn : libra- 
rius a comentariensibus consulis, s. Com. a. v. Librarii und a. v. Com- 
mentarienses. 






— 336 — 

2339. I. 0. M. P0ENIN0 

L. MACRINIVS DE 
MOSTRATVS 
V. S. L. M 

Jovi optimo maximo Poenino L. Marcrinius Demostratus 1 ^ votum 

solvit lubcns merito. 
Fund- und Aufbewahrungsort wie bei Nr. 2332 bemerkt. 

Deyks, i. d. Jahrb. d. V. v. A. S. XI. S. 20. Ders., Index lect. p. 
6. Halle r, II. S. 514. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 27. 

Antnerk. 1) Nach Haller und Deyks, welche das Votivtafelchen 
sahen. Auch Orelli Inscr. pl. Nr. 231 gibt diese Form, und nocli ein- 
mal Inscr. Helv. vou 1844 Nr. 27, auf Boccard's Autopsie sich zu viel 
veralassend, unrichtig DEMONSTfrATVS. Der oben mitgetheilte gar 
nicht seltene Name ist der eines Freigelassenen. 



2340. I. M POENINO 

C. CATVLINVS 
CARINVS. VETER 
AVG V. Bi L. M 
Jovi optimo maximo Poenino C. Calulinus Carinus, veteranus 
augusti votum solvit lubens merito. 
Die Orte des Fundes und der Aufbewahruno; dieselben wie 
bei Nr. 2432 bemerkt. 

Haller, II. S. 515. Orelli, Inscr. Helv. 1826 Nr. 24. Derselbe, 
Inscr. Helv. 1844 Nr 29. 

Anmerk. Ich folge hier der Abschrift Hallers, welclie Orelli Inscr. 
Helv. 1826 beibehielt. Spaterhin 1844 Nr. 29 gab er nach Boccard's 
Autopsie folgende Abschrift: 

I. O. POENINO 
C. CATVLINVS 
CARINVS. VET 
AVG N. V. S. L. M 
mit der Bemerkung, dass nach I. O. kein M folge und statt AVG da- 
stehe AVG N (augusti nostri). 



— 337 — 

2341. C. IVL RYFVS. POENINO. V. S L. 

AT. TVA. TEMPLA. LYBANS. VOTA. SVSCEPTA. PEREGI. 

ACCEPTA. VT TIBI. SINT. NVMEN. ADORO. TVVM. 

INPENSIS. NON. MAGNA. QVIDEM. TE. LONGE. PRECAMVR. 

MAIOREM SACVLO NOSTRVM ANIMVM ACCIPIAS 

Cajus Julius Rulus Poenino voium solvit lubens. 
At ') tua templa lybans *j vota suscepta peregi, 
Accepta ut tibi sint numen 3 ) adoro tuum, 
Inpensis 4 ) non magna quidem de longe precamur. 
Majorem saculo 5 ) nostrum animum accipias. 
Eine interessante Inschrift auf einem Erztafelchen, gefunden 
in den Tempelruinen und im Hospiz aufbewahrt. Es geht daraus 
hervor, dass auf dem Berge mehrere Tempel gestanden haben, 
wahrscheinlich einer des Gottes Poeninus und ein anderer des 
Jupiter Pocninus. 

Haller, II. S. 506. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 42. Meyer, 
Authol. p. 202 Nr, 563. 
A n m e rk. 1) Ad. 2) Libans — lubans. 3) Haller : NOMEN, Orelli nach 
Boccard: NVMEN. 4)Haller: IMPENSIS, Orelli: INPENSIS. 5) Sacculo, 
s. C. a. v. Sprachliches. 

2342. . . . . NO VOTVM 

. . . . R IA OVFD 

. . (Poeni)no votum .... 

Inschrift auf einem Erzplattchen von hier und in der Samm- 
lung des Hospizes befindlich , nach Boccard's Abschrift. 
Orelli, Inscr. Helv- 1844 Nr. 47. 



2343. . . . . NO 

. . . . VS 

. . S SEO 

. . E LIBONI 

. . M . SER 

. . . (Poeni)no ....«« (civita)s Seq(uanorum) l ) 

Inschrift auf einem Erzplattchen von hier und in der Samrn- 
lung des Hospizes nach Boccard's Abschrift. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 49. 

22 



: — 338 — 

Anmerk. 1) Eine Civitas Sequanorum bei Gruter 13, 15 und 58. 5, 

nach welchem wir hier erganzen. Verschieden von der Civitas ist die 

Colonia Sequanorum, s. Nr. 2332 und wieder die Provincia Maxima 
Sequanorum. 



2344. LVCIVS LVCILIVS 

DEO PENINO 

OPTIMO 

MAXIMO 

DONVM DEDIT. 

Lucius Lucilius deo Penino ') optimo maximo donum dedit. 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Erztafelchen. 

• 

Orelli, lnscr. Helv. 1844 Nr. 43 und die daselbst allegirten : Crud.54, 
6. Muratori, 8. 6. Cuperus, in mon. ant. Harpocrati subj. 
p. 184. C. A. H. i. c. Cannegicterum in Dorvillii observ. misc. 
nov. 1743 IV. 18!. Hagenbuch, Mss. I. p. 189 sig. Bochat, 
II. II. 423. 
Anmerk. 1) Die Schreibung Penino nur selten. 



- 

2345. PHOEBVS FVSCI 

TI CAESARIS 
POENINO V. S. L. M 
Phoebus, Fusci Qilius'), Tiberii caesaris (Jibertus) Poenino volum 

solvit lubens merito. 

Die Orte des Fundes und der Aufbewahrung dieselben wie 
bei Nr. 2332 angemerkt. 

Haller, N. S. 505. Orelli, Inscr. Helv. Nr. 41. 

Anmerk. Haller TI, Orelli nach fioccard LI ; letzterer (Orelli) 
schlagt folgende Lesung* vor: fiir den Haller'schen Tj r pus „Phoebus, (vi- 
carius) Fusci, Ti(berii) caesaris (servi) Poenino elc," fiir den Boccard'- 
schen „Phoebus, (vicarius) Fuscili(i), caesaris (servi)." Beides halte ich 
fiir zu ausgedehut und dem Texte nicht angemessen. Icli schlage obige 
kiirzere Lesung vor. 






— 339 — 

2340. PAVLVS VE . . . 

RESTITV . . . 

TRIB. MIL . . . 

POEN . . . 

V . . . . 

Paulus VeQrns ? ) ') Restitutus , 9 ) tribunus miQitnm legionis . .) 
Poenino votum [solcil lubens mcrito.) 

Diescs dahicr gcfundene Erztafelchen befindct sich im Museum 

zu Bern aulbewahrt. Friiher besass es Haller. 

Deyks, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XI. S. 21. Haller, II. S. 516. 
OreUi, Inscr. Helv. 1844 Nr. 38. 

Anmerk. 1) Verus des Raumes wegen gewahlt. Vielleicht auch 
aus gleichem Grunde : Vedius, Veccius , Vettius u. a. Haller gibt fol- 
gende Abschrift: 

PAVLVS VE . . 

RISTITI . . 

TRIB MILL . . 

POEN . . 

I . . . . 

und liesst: Paulus ve(teranus imperato)ris Titi (Vespasiani augusti) 

tribunus militutn legionis . . . Poeuino votum solvit lubens merito. Seine 

Abschrift VER ... I RISTITI . . . ist fast nahe der andern (nach 

Deyk's) gleich, die Lesung derselben aber ganz verfehlt, und, weil von 

Haller vorgeschlagen, sehr auffallend, noch auffallender aber, dass der 

vorsichtige und besonnene Orelli Haller's Lesung ohne Betnerkung wei- 

ter mittheilte, und nicht an eine Verbesserung dieser Stelle dachte. 



2347. DEO POENINO 

L. PACCIVS. L. F. PAL NO 

NIANVS 

FVNDIS 

LEG. VI. VICTRI CIS P. F 

EX VOTO. 

Deo Poenino. Lucius Paccius, Lucii filius, palatina, Nonianus, 
Fundis *) (ce/i/wno) 2 ) legionis VI. victricis, piae, pdelis ex voto. 
Die Orte des Fundes und der Aufbevvahrung dieser Inschrifl 
auf einem Erztafelchen dieselben wie bei Nr. 2332 bemerkt. 
Obige nach Haller. 

22* 



— 340 — 

Haller, I. S. 135. Cardiuali. diplomi imperiali p. 128. Orelli, 
Inscr. Helv. 1844 Nr. Boccard's Mittheilung. 

Annierk. 1) Fundae Stadt in Latium h. Fundi. 2) Cardinali gibfc 
7 LEG VI VICTRICIS. P. F. Bei Haller fehlt das Zeichen 7 , ergan- 
zend setzt er bei centurio. Orelli gibt nach Boccard's Autopsie LEGIONE 
VI VICTRICIS | P. F EX VOTO. Mit Bezug auf VICTRICIS kann 
LEGIONE durchaus nicht richtig sein und halten wir wns an Haller's 
und CardinalPs wahrscheinlich bessere Editionen, es miisste denn nach- 
gewiesen werden, dass LEGIONI (E verlesen fur I) mit einer Defekt- 
stelle nach I dasteht. Fiir die Erganzung centurio schreibt Cardinali 
7 LEG. VI. 



2348. L. LICINIVS SEVERVS 

EQVES LEG 

IIII MAC POEMNO 

V. S. L. M 

Lucius Licinius Severus, eques legionis IV, macedonicae Poenino 
votum solvit lubens merito. 

Die Orte des Fundes und der Aufbewahrung dieselben wie 

bei Nr. 2332 bemerkt. 

Haller, II. S. 415. Orelli, Inscr. Helv. 18S6 Nr. 23. Ders., Inscr. 
Helv. 1844 Nr. 25. 

Anmerk. Nach Boccard's Autopsie gibt Orelli Inscr. Helv. 1844 
Nr. 25 folgende Abschrift : 

L. LICINIVSS SEWVS 

EQVES LEG 

IIIl MAC. PHOENINO 

V. S. L. M 

mit der Bemerkung zu LICINIVSS und PHOENINO „sic teste Boc- 
cardo," sodann zu SEWVS „sic teste codem per monogramma , quod 
accuratius imitari non possum adeo ut dubium maneat, an in editione 
ricte supletum sit SEVERVS," woriiber Haller's Abschrift Auskunft 
gibt, der diese Ligaturen , wie oben steht, gelesen hatte. 



2349. FELICIO ET 

CRISPINVS FRA 
TRES PVOENIN 
0. VOTVM SO 
LVERVNT 

i; m 



— U4i — 

Felicio et Crispinus fralres Puoenino ') votum solverunt lubenes 

merito. 
Dieselbcn Orte des Fundes und der Aufbcwahrung vvie bei 
Nr. 2332 bemerkt. 

. Haller, II. 514. Orelli, luscr. Helv. 1844 Nr. 33. 

Aninerk. 1) So Orelli uaeh Boccard , sodauu Haller ganz iiber- 
einstinuneud. 



2350. C. IVLIVS AN 

TVLLVS. PRAE 

FECTVS. COHOR 

IS V ASTVRVM 

POENINO. V. SOL 

Cajus Julius Anlullus , praefectus cohortis V Asturum Poenino 

votum solvit. 

Auf einem Erztafelchen mit punktirter Schrift, gefunden in den 
Ruinen des Tempels und in der Sammlung des Hospizes befindlich. 

Haller, II. S. 514. Orelli, nach Boccard's Mittheilung Nr. 25. 

Aunierk. Haller's Autopsie gibt, wie oben steht, dagegen dieBoc- 
card's COHORIS ASTORVM. Ich folge der Abschrift Haller's und ver- 
muthe , dass Boccard das V dsr puuktirten Schrift iibersehen oder als 
erloschen nicht mehr gefunden hat. 



2351. POENINO 

PROITV AC REDITV 

C. IVLIVS PRIMVS 

V. S. L M 

Poenino pro itu ac reditu. Cajus Julius Primus vptum solvit 

lubens merito. 

Auf einem Erztafclchen, gefunden in den Ruinen des Tempels 
und in der Sammlung des Hospizes befindlich. 
Haller, II. S. 514. Orelli, Iuscr. Helv. 1844 Nr. 34. 



— 342 — 

2352. SEXE 

MIL. LEG 0. 
GEMINAE 

, . . Sex(tus) l ) . . . miles leg(i)o(nis) . . . gemmae . . . 

Inschriftreste auf einem Erzplatlchen von hier und in der 

Sammlung des Hospizes befindlich. 

Orelli. Inscr. Helv. 1844 Nr. 46 nach Boccard. 

Anmerk, 1) Bei SEXE scheint E ein T z\\ seyn. 2) Folgende Le- 
gionen fiihrten das Epithet gemina: Leg. VII, X, XIII, XIV. 



2353. 

. . CEN . . . 
. . XXII . . . 



Inschriftreste auf einem Erzplattchen von hier und in der 
Sammlung des Hospizes nach Boccard's Autopsie. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 48. 






2354. 



. . TRICENSIMA 

. . . VNTARIORVM 

OSVIT EX VOTO 

.... (cohors) tricensima (vol)untariorum x ) (p)osuit 2 ) ex voto. 

Die Orte des Fundes und der Aufbewahrung dieses fragmen- 
tarischen Erztafelchens dieselben wie bei Nr. 2332 bemerkt. 
Haller, I. S. 531. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 40. 

Anraerk. 1) S. C. a. v. Cohortes. 2) Haller OSVIT ; Orelli nach 
Boccard SVIT und liesst solvit mit der Bemerkung „mirum compendium." 
Fiir SOLVIT ware diese Abkurzung allerdings auffallend und gegen den 
Gebrauch. Es heisst aber wirklich (P)OSVIT, freilich ebenfalls bei 
Widmung eines Yotivtafelchens auffallend und gegen den Gebrauch , in 
der lat. Epigraphik jedoch rucksichtlich der vielseitigenBedeutuug des 
Wortes pouere hier nichfc grade verwerflich. 



— 343 — 

2355. M. APISIVS. A | . . 

PRAEF. C . . . . 
V. b. L. • 

Mavcus Apisius, A(uli plius) 9 praefectus c(johorHs . . ♦ totum 

solcit lubens merilo. 

Die Orte des Pundes und der Aufbewahrung dieses Welchens 
dieselben wie bei Nr. 2332 beinerkt. 

Iluller, II. S. 514. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 34. 



2356. M. PAPIRIVS EVNVS 

EX VOTO 
Marcus Papirius Eunus, ex voto. 
Dieselben Orte des Fundes und der Aufbewahrung dieses 
Tafelchens wie zu Nr. 2332 bemerkt. 
Haller, II. S. 514. Orelli, Nr. 35. 
Anmerk. 1) Griechischer Name eines Freigelassenen. 



2357. T 

ANNIVS CISSVS 
Mit punktirter Schrift auf einem Tafelchen, gefunden und auf- 
bewahrt wie zu Nr. 2332 bemerkt. 

Haller, II. S. 514. Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 36. 



2358. PASVS 

Schriftuberre*t auf einem Granitsteine, aus dessen Form man 
sieht, dass er zu einem zertrummerten Monumente gehort hatte. 
Haller, II. 8. 514. 



- 344 — 

2359. 1) DEPPI - 2) HYLA. 

Zieglernamen mit Stempel auf gebrannten Steinen aus den 
Ruinen des Jupitertempels. 
Haller, II. S. 514. 

Anmerk. 1) Deppi fabrica oder Deppi im Nominativ, wie Boddi Nr 
607 Menimani Nr. 544. 2) Ein TSpfer 0- Oratius Hvla zu Augst 






• 



- 






lianton Tessin. 

li O V II ■• II o. 

2360, LENTVLVS 

Auf einer Urne von Erz gefunden 1560. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 250. 



2361. L AEMILl 

BLASTI 

Auf dem Boden einer Glasurne, soll nach Rom gekommen 

seyn. 

Wagner, Mercur. Helv. p. 133. Reiuesius, cl. XVII 177 p. 861. 
Orelli, Inscr. Helv. 1844 Nr. 881. 



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. 



I 






\ 1 C II T II l(i i 

zum 

i.| II., III. Theile. 

y<$3 Q°-~i — 



■«.» - 



I. Inschriften der Frov. Germania I. nnd II. 

A. Nach Fundorten. 






lionigreieli Bayern. Pfalz, 



■ 

Brellenliaeli. 

Dorf Kantons Waldmohr. 
2362. CILEIOI 

A CON 

LIBE 

V 4 S« L» . 

.... Cileio(no) ? ') A(ulus) , Con(stantini) ? Ubertus votum 

solvit lubens merito. 

Oder: 

, ♦ ♦ ♦ Cileio(nus)? \(uli) Con(stanlini) ? libertus votum solvit 

lubens merito. 
Aut dem Bruchstiicke eines zu Gruters Zeiten an der hiesigen 
Kirche befindlich gewesenen Votivaltars. 
Gruter, 139, 10. 



— 348 — 

Aumerk. 1) Bei dem ersten Leseversuch wiirde der Name einer 
gallischen Gottheit zu unterstellen seyn. Da jedoch angenommen wer- 
den diirfte , dass mehrere der ersteu Zeilen verloren gegangen sind, 
und hiernach der Name der Gottheit fehlt , so scheint der zweite Lese- 
versuch , nach welchem blos der Name des Widmenden iibrig geblieben 
ware , dem ersten vorgezogen werden zu diirfen, wobei jedoch die Na- 
men selbst immer noch unsicher sind. 



2363. D. M. PO 

ET.VAL 
IAE. POPP 
SOLIMAI 

Diis Manibus Po . . . et Val(er)iae Poppae Solima(rus) ♦ ♦ . . 
Auf einem Brnchstuche von hier. 
Gruter, 898. 12. 

11 hna i idznl .1 

2364. CATVLLINL IV 
STI. VPPILII. FILI 
IS. SANCTISSIMIS 

QDiis Manibus) ..... Catullini. JustiQus) Uppili(us) filiis 

sanctissimis . ♦ ♦ ♦ 

Auf einem Bruchstucke in der Kirchmauer. 

Gruter, 898, 13, 

i 



! 



. • 



y I 



lionigreieh Wiirteniberg. 



II o t t e 11 to u r g. 

2365. D M 

S CALLAE 

AN 

Diis Manibus S(e)callae ! ) An . . . . \ 

Schriftreste auf einem im Jahre 1851 in dem Felde zwischen 

der wurmlinger und siilcher Strasse gefundenen Grabsteine. Das 

eine L ist mit A ligirt. 

v. Jaumaon, i. d. Jalirb. d. V. v. A. F, XVIIL 224. 

Anmerk. 1) Das Zeile 2 voranstehende S ist , vveil zwischen ihm 
und C ein Buchstabe erloschen zu seyn scheint, als Aufangsburhstabe 
des Namens zn betrachten und nicht sacrum zu lesen, wiewohl Diis 
Manibus sacrum zuweilen vorkommt. Das Zeile 3 folgeude AN lese 
ich nicht annorum . . . , sondern beziehe es auf den zweiten theilweise 
erloschenen Namen der Yerstorbenen , oder (weun nicht der gallisch 
klingende Name S(e)calla oder S(_u)calla der eines Mannes wie z. B. Fesa, 
Cenespsa, s. Nr. 1347, 2056) des Verstorbenen. 



2366. D M 

TESSIAE 
IVENIL HEL 
AN XXXVIl 
SiLIVS VPCOR 
HEL. CONIV 
GI ET SIBI 
F C. 



— 350 — 

Diis Manibus Tessiae ! ) Juvenilae *) Helvetae annorum XXXVU. 
Silius Upcor Helvetus conjugi et sibi faciundum curavit. 
Ort und Zeit der Auflfindung dieselben wie bei . Nr. 2365 be- 
merkt. Auf beiden Seiten des Steines zwei einander vollig gleiche 
Abbildungen zweier Manner in trauernder Stellung mit einer kur- 
zen Toga und liingerem Untergewande bekleidet, das mit einer 
Kapuze lekleidete Haupt auf einen in der Hand gehaltenen Slaab 
neigend. 

v. Jaumann, a. o. a. O. S. 224. 
Anmerk. 1) Bekanoter Name bei Gruter 743, 4 und 833, 13. 2) 
Falls das V doppelt fungirt , wie oben zu lesen, kann auch Ivenil(ae) 
heissen und ein helvetischer Name seyn. Dafiir spricht die Stelle Hel- 
veta und die Analogie des darauf folgenden helvetischen Namens Upcor 
niit dem Beisatze Helvetus, welcher Beisatz hier uichfc als Name , son- 
dern als Wort der Herkunftbezeichnung zu fassen. 



2367. OTACILIA 

MATRONA 
HERICVR'F 
V. S. L. L. M. 

Otacilia Malrona, Hericurt(i filia) f) votum solvit laeta lubens 

merito. 

Auf einem Altare, gefunden 1851 auf der Nr. 2365 bemerk- 

ten Stelle. 

v. Jaumann, a. o. a. 0. S. 229. Becker, i. d. Jahrb. d. V. v. 
A. F. XIX. S. 107 f. 

Anmerk. Nach einer brieflichen Nachricht des Herrn Donidekan 
v. Jaumaun gibt der Stein nicht, wie er a. o. a. O. mittheilt, HERICVREI, 
sondern nach einer vorgelegten Zeichnung genau wie oben steht, wobei 
Herr v. Jaumaun bemerkt: ,,Der Stein ist rein erhalten, nirgends zeigen 
sich erloschene Ruchstaben, nirgends ein D. M oder sonst eine Hindeu- 
tung auf eine 6ottheit. u , Becker, an die fruhere Edition HERICVREI 
sich haltend, schlagt vor, hier den Namen einer Gottheit zu suchen und 
MERCVRIO zu lesen, wobei er auf eine Inschrift a. d. Mem. et diss. 
d. 1. soc. des.Antiq. d. F. XX. p. 60 Nr. 12 folgenden Inhalts hinweist: 

VIPVS SCA 

EVAEI. F 

MERCVRI 

V. S. L M 

Mit dieser Analogie kommen wir indessen hier nicht zum Ziele, selbsfc 



— 351 — 

wenn man uoch das HERICVREI vor Augen haben wiirde, denn ich habe 
laugst hier den Namen des Vaters der Widraenden gesucht und finde 
ihn nun mit Gewissheit in dem neuerdings getreu mitgetheilten Typus, 
Dazu bietet noch die Inschrift Nr. 2373 eine Analogie, wo die gallischen 
Namen Matrona und Carratullus (MATRONA CARRATVLLI (filia) vor- 
kommen. Nun abt>r entsteht die Frage, vvelcher Gottheit war dieser 
Altar gewidmet und aus welchem Grunde fehlt hier grade das Wesent- 
liche einer Altarwidmung, die Nennung einer Gottheit? Den Bescheid 
geben uns hierauf ahnliche Altarwidmungen , bei welchen satt der Na- 
men die Signa vorkommen, womit man allein den Gegenstand der Wid- 
mung bezeichnet. Ebenso bei einer Tempelinschrift zu Habeuden in Ober- 
bayern im IV. Th. 

2368. IN HONOREM 

DOMVS DIVINE 

EX DECRETO ORDINIS 

S A E E\ V C SVMELOCENNEN 

SIS CVRAM AGENTIB 

IVL DEXTRO ET C TVRRAN 

MARCIANO IIVIRIS C 

In honorem domus divine ex decreto ordinis s(_enatus") afm- 

ptissimi) et ex voto Coloniae *) sumelocennensis 2 ) curam agen- 

tibus*) Julio Dextro et Cajo Turrano Marciano 9 duumviris Co- 

loniae 4 
Auf einer 3' 7" langen, 2' hohen, 7" dicken Steinplatte mit 
sehr schoner Schrift, gefunden im Jahre 1850 am Wege nach 
Weggenthal (wo rechts und links fruher romische Gebaudesub- 
structionen entdeckt worden sind) beim Graben eines Brunnens 
in einer 4' unter der Erde von Sud nach Nord ziehenden 4' 
breiten Mauer. Die Flatte lag genau Uber dieser Mauer, nach- 
dem 1' derselben abgebrochen war, mit der Schrift nach unten 
fest auf, und deckte einen ausgemauerten mit Schlamm ange- 
fullten Behalter. Hieraus geht hervor, dass dieser ursprunglich 
an einem rbmischen Gebaude als Aufschrift desselben befindlich 
gcwesene Stein in spaterer Zeit als Deckel zu angegebenem 
Zwecke benutzt worden und kein Grundstein ist, wie Domdecan 
v. Jaumann, welcher dieses in seinem Besitze befindliche interes- 
sante Denkmal bei Auffindung desselben zu conserviren das Ver- 
dienst hat und zuerst edirte, bemerkt, Naheres hieruber Com. 
a. v. Fundorte und a, v, Aufschriften an Gebauden* Die Schrift 



— 352 — 

ist mit einer verzierten Rabme eingefasst. Rechts derselben ein 

Halbmond. In der Stelle EXV Z. 4 ist X mit V ligirt. 

v. Jaumano, i. d. Jahrb, d. V. v. A. F. XVI. S. 133 f. 

Anmerk. 1) Nicht Civitas wie Com. a. v. Civitates nachgewiesen 
wird. 2) Man bemerke die Schreibung SVMELOCENNENSIS. Die ge- 
wohuliche ist SVMLOCENNENSIS. Auch ist diese adjective Benenuung 
abweichend von der gewohnlichen im Genitiv pluralis der Bewohnerna- 
men gewisser Civitates, Colonien, Municipien und Landgeraeinden wie 
C. a. v. Civitates nachgewiesen ist. 3) S. C. a. v. Cura und Jussu etc. 



2369. H. S. Q B 

RHI E V. T. R 
VTVM S I P 
Auf einem viereckigen Steine unlen und oben mit Wulsten 
und Staben, gefunden wie bei Nr. 2365 bemerkt» 
v. Jaumann, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVIII. S. 329. 
Anmerk. Wenn dieses Deukmal nicht falsch ist, so gehort es unter 
die Zahl derjenigen , auf welchen nur Anfangsbuchstaben der Worte 
vorkommen, die sich auf Votivinschriften oder Ehrendeukmale beziehen. 



2370. D. M 

IVLIAE 

SEVERINAE 

D. IVLIVS 

SEVERVS 

F. C. 

Diis Manibus Juliae Severinae Decimus A ) Jullus Severus faciun- 

dum curavit. 
Gefunden 1852 an dem Nr. 2365 angegebenen Orte. 
v. Jaumann, a. o. a. 0. S. 229. 
Anmerk. 1) Wenn D ein verlesenes oder undeutlich gewordenes F 
fcu lesen : filiae. Vergl. Nr. 2372, wo Zeile 4 ara Aufange eiu F. 



— 353 — 

2371. D . . 

V , . ELLI 
. . . IARTI 
ALIS . . . 
VIX 
. . T 
Diis Manibus. V(it)elli(us M)artialis, (qui) vix(it annos . ♦ . 
hic situs est. Heres ex) t(estamento faciundum curavit). 
Gefunden 1851 an dem Nr. 2365 bemerkten Orte. 
v. Jaumanu, a. o. a. O. S. 228. 
Aomerk. Martialis kann auch ein Genitiv seyn und gelesen wer- 
den: Diis Manibus Vitellii Martialis qut vixit etc. 

2372, DIETR 

I CVPE 
OVINI 
A IX V 
010 V 

I I 

(Diis Manibus) Dietricupe, l ) Ovini (filiae quae vivit annos) IX 
(menses .... Oto . . .) 2 J 

Schriftreste auf einem Grabsteine, gefunden 1851 an dem 
Nr. 2365 bemerkten Orte. 

v. Jaumann, a. o. a. O. S. 228. 

Anmerk. 1) Gallischer Name , vielleicht auch Mannsname wie z 
B. Fesa, Fida, Cenepsa u. a. 2) Name des Errichters dieses Denkmals 
nicht mehr vollstandig erhalten : das I zwischen O und O nach v. Jau- 
mann vielleicht ein T, etwa Oto(i)v(us). 



2373. [ P. R. I. V. — CASSIVS — 

CEREALIS — IOF IOV. — 
Die Buchstaben P. R. I. V. auf einem diinnen Ziegel zwischen 
Rahmen , gefunden auf der Ziegelsteige in einem romischen Zie- 
gelofen, die drei Topferstempel an verschiedenen andern Platzen 
der Stadt. 
v. Jaumann, a. o. a. 0. S. 235. 

23 



— 354 — 

Anmerk. 1) Hinsiclitlicli der Ziegelstempel P. R. I. V s. C. a. v. 
Ziegelinschriften. 






- 



2374. DIS MAN 

MATRONA 
CARATVLLI 
F. CIVES HEL 
AN XL. BALB 



VS LIBER MRT 

i 



F. C. 

Diis Manibus. Matrona , Caratulli filia, cives helvetica annorum 
XL. Balbus Liber marilus faciundum curaviU 
Gefunden 1851 wie bei Nr. 2365 bemerkt. 
v, Jaumann, a. o, a, O, S, 228. 
Anmerk. Fehlt die bekannte Formel H. S. E. 



►+-MH?*A*53HiHM-4- 















■ 



Grossherzosrtlium Hessen. 



2375. 



LAUj^llllllll 


— IJ?M«~— 


]fl a i n z. 


. POLLIN 


. . . CRVM 


. . . RANI 


.... IMA 


. . . . SIG 


LE .... XII 


PR . . . . EX 


VO 



(A)pollin(i sa(crum. (Ve)rani(us ') Pr)ima(nus) signifer l(egionis 
X)XZ/, primigeniae, (piac, fidelis) ex vo(to posuit). 

Gefunden 1851 an der Philiprsschanze zu Mainz und in der 
Sammlung des Alterthumsvereins dahier defindlich. 

Klein, im Programm des Gymnasiums zu Mainz 1853, S. 15. 
Anmerk, 1) Veranius mit Wahrscheiulichkeit, Primauus fast gewiss. 



2376. 

T. FLORIVS. SA 
TVRNINVS. VET. 
EX. SIG. LEG. XXII 
PR. P. F. ALEXANDRI 
ANAE. M. H. ||-. AD 
LECTVS. IN. ORD 
. . EM. C. R. M. MOG 
EX VOTO FC . . . 
(Jotxi optimo maximo?) T. Florius Saiurninus, veteranus, ex 

23* 



— 356 — ■ 

signifrro ') legiotiis XXII, primigeniae , piae, fidelis , alexan- 

drianae, 3 ) missus honesfa missione, adlectus in ord(iri)em civium 

romanorum municipii^ Mogontia censium ex voto posuit. 5 ) 

Diese im stadtischcn Museum befmdliche Ara wurde 1852 im 
hiesigen Stadthause gefunden. 

Klein, im Programm des Gymnasiums zu Mainz 1853 S. 16.* 
Anmerk. i) S. C. a v. Excenturione etc. 2) Dieses Wort ist, wieauf 
andern Inschriften derselben Legion , s. Nr. 633, 684, nicht ausgeloscht. 
3) In ordinem (decurionatus). 4) R. M der vorletzten Zeile undeutlich 
und nach Klein zweifelhaft. 5) Ich glaube, dass hier PO(SVIT) ge- 
standen hat. Das F Ueberrest von P und das C Ueberrest von O. Klein: 
facieudum curavit. Diese Worte fiudet man oft auf Grabsteinen , sel- 
tener auf Votivdeukmalen. 



W O P Bll 8 



2377. DEO 

MERCVRI 
ET ROSM 
ERTE. L 
SERVANDI 

VS QVIET 
VS EX VOTO 
IN SV. P. 
Deo Mercurio et Rosmerte *J Lucius Servandius Quieius ex voto 

in suo s ) posuit. 

Ueber den Fund dieses im Besitze des Herrn Rentners Ban- 
del zu Worms befmdlichen Denkinals theilte mir derselbe folgende 
hriefliche Nachrichl mit* „Dieser Votivstein ist im Jahre 1844 in 
hiesiger Gemarkung auf der Sudwestseite bei Gelegenheit eines 
grosseren Erdabhubs zum Daminbau einer neuen Strasse gefun- 
den worden. Der Platz, worin er so lange gelegen, ist jetzt 
mit der sladlischen Kieskaute in Folge des genannten Abhubs 
vereinigt, welche vordem den vorletzten ausseren Festungsgraben 
formirte; er lap; also zwischen den beiden ausseren Bollwerken 
unserer nn Miltelalter erbaut gewesenen Festung, wo immerhin 






— 357 — 

eine sehr ansehnliche Flache freien Feldes geblieben vvar, die 

moglicherweise als Viehmarkt benutzt vverden konnte , denn neben- 

bei gesagt, erinnere ich mich sooar, dass im Jahre 1797 und 

1798 der Versuch zur Einfuhrung eines Viehmarktes dorlen ja 

beinahe an derselben Slelle gemacht vvorden ist. Ob die Wahl 

des Platzes damals eine zufallige gewesen , oder ob irgend Je- 

mand durch Tradilion dafiin gewiesen hatte, ist mir unbekannt, 

jedoch vvurden ohngefahr 100 Schritte davon naher zur Stadt 

romisches Mauerwerk, Bronzesaclien, z. B. ein Herkules, der 

in die Sammlung nach Darmstadt kam, Geschirre von terra sigil- 

lata, Rudera einer romischen Topferei mit vielen halben und gan- 

zen Stiicken gefunden und wiederum weiter 100 Schritte cJstlich 

ist das Katerloch, ein klassischer Boden flir Romersachen. 

Mittheilung des Herrn Bandel zu Worms. Freudenberg, i. d. 
Jahrb. d. V. v. A. F. XIX. S. 92, wo eine unrichtige Zeilenab- 
theilung. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. llosmerta. Die Nr, 606 und 607 mifgetheil- 
teu Inschriften befinden sich nicht in der Sammluog des historischen 
Vereins zu Wiesbaden, sondern in der des Herrn Bandel. S. C. a. v. 
Possessiones. 






■ 






■ 
I 






^ 



Herzogtlium Nassan. 

llecScrnheiitt. 

237 7a. OL 

. . VL . LNTIVS 

HISPANVS 

L L M. 

. ♦ ♦ ol ') (F)ul(jg)entius 2 ) Hispanus votum solvit laeius lubens 

merito. 

Auf einem Bruchstiicke, gefunden 1843 zu Hedernheim und 

im Museum zu Wiesbaden aufbewahrt. 

Klein, i. d. Annalen des nass. A. V. 4 b 3 Heft S. 304 f. 

A n m e r k. 1) Da der Stein wahrscheinlich nicht viel hoher gewesen 
ist und die Inschrift nur aus vier Zeilen bestanden hat , so scheiut die 
erste grosstentheils erloschene Zeile den Namen eines Gottes , etwa, 
wie Klein vorsclagt : DEO. I. SOLI oder I0VI DOL enthalten zu ha- 
ben, wobei bemerkt wird, dass DEO APOL wohl uicht vermuthet wer- 
den diirfte, da der Ueberrest eines Buchstabeu vor OL kein P verrath. 
2) Das L vor N diirfte ohne Anstand als Ueberrest von E angesehen 
und die Erganzung Fulgentius, vvie sie Kleiu gibt, fiir getroffen gehal- 
ten werden. 3) Zur Erganzung der Formel V. S. L. L. M kann das 
VS bei HISPANVS als doppelt fungirend angesehen werden, s. C. a, v. 
Sprachliches — Abkiirzung — - Krasis. 



23771). I. HO . NO . REM. D D 

MER . CV . RI . . NE . G 
. TI . A . TO . RI . 

In honorem domus divinae Mercurio ncgotiatori. 



— 350 — 

Auf der Basis eines auf einem Felsen sitzeuden Mercurius, 
unter ihm der Widder und eine kleine Schitdkrole. Der Schoos 
des Gottcs isl vortrefTIich gearbeitet. Der Oberkorper vom Bauch 
aufvvarts fehlt. Zur Linken eine ebenfalls verslummelte Figur, 
deren schon gearbeitetes Kopfchen getrennt aufgefunden wurde. 
Dieses iin Jahre 1843 unfern des jiidischen Begrabnissplatzes ge- 
fundene Denkmal befindet sich im Museum des nassauischen Alter- 
thumsvereins zu Wiesbaden. 

Didaskalia 1843 Nr. 345. Kleiu, i. d. Jahrb. d. V. y. A. S. XVII. 
S. 193. Derselbe i. d. A. des V. fiir nass. A. 4 r Band 2. Heft 
S. 296. 

Aumerk. Klein gibt: NE . G|0 . TI A . TO . RI 0| und llesst: 
Mercurio negotiatorio. Nach t-inem niir von Herru Conrector D. Rossel zu 
Wiesbaden mitgetheUten Papierabdruck, welcher auf das Genaueste die 
Schriftztige , Punkte , zufallige kleine Verletzungen und Narbeu gibt, 
halte ich das aui Ende stehende angebliche fiir ein filatt nach detn 
Punkt, und lese, wie oben steht. Ware dieses Blatt, wie Klein angibt, 
ein 0, so miisste nach demselbeu ein Dreieckpunkt grade so da stehen, 
wie ein solches nach jeder Sylbe dieses Wortes in der Mitte der Hohe 
jeder der Schlussbuchstaben dieser Sylben. Demnach ist das Dreieck- 
punkt nach der Sylbe RI das Schlusspunkt des ganzen Wortes, worauf 
das Blatt folgt, welches freilich iu aoderu Fiillen oft selbst als Inter- 
punktionszeichen gebraucht, die Stelle eines runden oder irregularen 
Punktes vertritt, hier aber nach demselben als Verzierung steht. Ich 
bemerke noch, dass die in dieser Schrift vorkonimendeu iiberall einan- 
der gleich sind , die Rundung des etwas schief liegenden Blattes dagegen 
oval und von jenen iibrigen ganz verschieden ist. Der Blattstiel ist 
nicht mehr sichtbar, weil eiue Verletzung des Steins grade au dieser 
Stelle geschehen. Da bei dem Mercur das Wort negotiatorius nirgends 
vorkommt, dagegen oftmals das Wort negotiator, s. C. a. v. Mercurius, 
so ist um so mehr an obige Lesuug zu halteu. Bemerkenswerth erscheint 
bei dieser Inschrift die genaue soustselten vorkommeude Sylbenabtheilung. 

■ 
— ] r- — 






• 






— 360 — 



Wiesbaden. 

2378. FIRMVS 

FIRMINVS 

ET ROMVLA 

VXOR 

ET VOTO 

Firmus Firminus et Romula uxor ex voto. 
Auf einer 3' langen 2' hohen, unten 6" oben 4" dicken 
Platte, gefunden 1853 bei Ausraumung der Fundamente der ab- 
gebrannten eyangelischen Kirche und im Museum dahier befind- 
lich. Obige Inschrift scheint nur der Theil einer auf der Basis 
eines Gotterbildes befindlich gewesenen grosseren Inschrift, oder, 
was ich fiir wahrscheinlich halte, die Aufschrift eines Ternpels 
oder einer Aedicula gewesen zu seyn. 

Periodische Blatter der historischen Vereine zu Cassel, Darmstadt, 
Frankfurt, Mainz, Wiesbaden Nr. 4 S. 13 und 14. 



2379. MVRANVS 

FOAIATILaVIA 

ANDI0VRI F CIVIS 

SECVANVS STIP XXII 

N 



Muranus , eques ala prima flavia, J ) Andiouri filius, *) civis Se- 
cuanus 3 ) stipendiorum XXH annorum . . . hic situs esty, 

Auf einem am untern Theile verletzten Grabsteine, gefunden 

1842 a:n Kranzplatze und im Museum dahier befindlich. Oberhalb 

der Schrift in Relief die Vorstellung eines Triclinium, unter der- 

selben eine mannliche Figur, welche ein Pferd am Ziigel halL 

In der Zeile 2 erscheinen F als Ueberrest \on E, I von L, I 

von F« Bei dem ist unten ein Doppelstrich sichtbar, der wahr- 

scheinlich ein andeuten soll. 

Annierk. 1) S. C. a. v. Ala. Hinsichtlich der Schreibung eques 
ala prima s. Comm. a. v. miles legionis. Becker liesst: alae primae. 
8) Steht gegen den Gebrauch nicht nach Muranus. 3) Ueber die Schrei- 
bung SECVANVS s. C. a. v. Sprachliches. 



— 361 — 

Uecker, I. H. Aunalen des nnss. A. V. Band 4 Heft 3 S. 358 f. 
Mittlieilung des Ilcrrn Courectur Dr. Rossel zu Wiesbuden. 



2380. MISCE 

Stempel auf einem Gefasso, s. Comm. a. v. Kprliche. Dorow 
Opfersialto I. Tab. 21 3 p. 58. 

O r 1 e n , 

Amls Wehen. 

238 i. LEG. XXII. P. P. F 

Legio XXII , primigenia, pia, fidelis. 

Auf mehreren gebrannten Steinen (die Zahl ist nicht ange- 

geben) aus den Ruinen des Casteils hinter dem Pfahlgraben, im 

Museum zu Wiesbaden aufbewahrt. 

Periodische Blatter der historischen Vereine zu Cassel , Darinstadt, 
Frankfurt etc. Nr. 4 S. 23. 

I 

.1} 

■ 

: 






I 



Frankfiirt a. jfl. 



2382 DV MATRIBVS SC 

SOLIMARVS. M 

COH. IIII. VIND 

V. S. L. L. M. S 

Dicis Matribus sacrum. Solimarus, miles cohortis IV Vindelico- 

rum voium susceptum laetus lubens merito sotoit. 

Diese Altarinschrift befand sich vor dem Jahre 1840 oder 
1841 lange Zeit in der Aula des alten Gymnasiums dahier und 
wurde wahrscheinlich in der Stadt oder deren Umgebung gefun- 
den. Seit genannter Zeit ist sie auf der hiesigen Stadtbibliothek 
befindlich. In der Stelie DV. MATRIBVS. erscheinen folgende Li- 
gaturen: V. M. A und T. R. I. B. Am Schlusse der ersten und 
zweiten Zeile gingen durch Verletzung mehrere Buchstaben ver- 
loren, und es sind von SCR noch SC und von MIL ein M ubrig. 
Die linke Seite des Altars zeigt einen Adler, die rechte ein 
Glasgefass, eine Kugel und ein kurzes Schwert (wahrscheinlich 
Opferkrug, Opferpfanne und Opfermesser, wie auf einem in mei- 
nem Garten bcfindlichen Jupiteraltar zu sehen). 

fiecker, i. d. Jahrb. d. V. v. A. P. XX. S. 101 f. Aschbach, i. 

d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX. S. 76. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Matronae. Obige Abbreviatur zu verglei- 

chen mit einer lnschrift bei de Wal Mondergodinen p, 47 Nr. LXXII 

und DV. NYMPHIS. 2) S. Comra. a. v. Cohortes. 3) Aschbach gibt 

a. o. O. die erste Zeile unrichtig DEVM BELLIM. SACR. 



Konlgreich Preussen. 



Kreuznach. 

2383. TIB. IVS 

. _ _ _ 

DAMO 

V. S. L. M 
Tiberius Justus Damo votum solcit lubens mertto. 
Auf einer hier gefundenen Basis , kam 1848 in das Museum 

zu Bonn. 

Overbeck, Katalog S. 73. 



C o to ■ © n m 

2384. REPLE 

Stempel auf einem Gefasse , gefunden bei Coblenz, s. Comm. 
a. v. Spruche. 

Ro ulex, Mel. II. 2 p. 2. 

; 
' ■ . - ■■ ■ ■ ' . 

. . I 



- 364 — 



It e m a g e ii* 

2385. IN. H. DD. 

ARCIAS MARI 
NVS SACERDO 
S DOLICHENI 
DONVM DONA 
VIT EQVITIBVS 
C . HORTIS I F DE 
CIO ET CRATO COS. 

In honorum domus divinae. Arcias Marinus, sacerdos Dolicheni *) 
donum donavit 2 ^) equitibus c(oywrtis, flaviae^) Decio et Grato 

consulibus, 
Inschrift auf einer 2' 9" hohen, 1' 8" breiten und 9" dicken 
Gebaudeaufschrifttafel mit schon und regelmassig ausgefuhrten 
Buchstaben in einer Leisteneinfassung, gefunden im Sommer 1852 
bei dem Neubau eines liiesigen Hauses ganz in der Nahe der 
Kirche und im Museum zu Bonn aufbewahrt. In der vier/en Zeile 
sind M und D, in der fiinften und siebenten Zeile E und T ligirt. 
Iin Worte CRATO ist der vordere Buchstabe einem C vollkom- 
men gleich und wie die iibrigen C dieser Inschrift ausgefiihrt. 
Es ist das bekannte oft vorkommende epigraphische 6. 

firaun, Jupiter Dolichenus. Einladungsprogramm zu der am Geburts- 
tage Winkelmanns (9. Dezember 1852) stattfindenden Generalver- 
sammlung des V. v. A. F Bona IS52 rait einer Abbildungstafel* 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Jupiter Dolichenus. 2) S. C. a. v. Sprach- 
liches — Siglae — Forts. im IV. Theile. Die Gegenstaude einer Stiftung 
wurden theiis ausdriicklich auf Inschriften bezerchnet, %. B. Nr. 2129: 
templum de suo dono dedit, theils nicht, wie z. B. auf einem Denkraale 
zu Augsburg s. IV. Th. und wie in obigem Falle. Den Lebenden jener 
Zeit war der Gegenstand der Schenkung und Stiftung durch den Anblick 
desselben bekannt. Wir miissen uns begniigen, aus den bei dem Fund- 
orte obiger Inschrift entdeckten Alterthumsiiberresten seine Beschaffeuheit 
zu errathen. Da man daselbst behauene Steine (unterdenselben einBruch- 
stiick mit D, wohl Ueberrest der Formel Diis Manibus), Urnen, Asche, 
Kohlen fand, scheinen diese darauf zu deuten, dass es ein Grabgebaude 
gewesen , welches der Priester Arcias Marinus^ gestiftet hatte. Die In- 
schrift Nr. 2225 diirfte aus dem Inhalt der obigen ihre nahereErklarung 
erhalteu, s. Nachtrage II. zum 3. Theil ad Nr. 2225. 3) S.Comm. a. v 
Cohortes. 4) 250 n. Chr. Da, wie obeu bemerkt, das C iu dem Worte 
CRATO den iibrigen C vollkommen gleich gebildet als epigraphisches C 



— 365 — 

fiir G ersclieint, so Ist nicht Crato, sondern Wie oben Grato zu lesen. 
Kin ganz gleicher Fall in eiuer Inschrift von Zirl in Tyrol (s. IV. 
Bd.), \vo bei AVG das G wie die daselbst befindlichen iibrigen C 
gebildet ist. 



R li e tl e r. 

2386. 1A ] RONIS 

VVFANIABVS 

. EVERINI 

VE . . . 

IIBERIVS 

V . CTOR 

. X IMPER 

SE ET S 

L 

Matronis Aufaniabus. l ) (S)everini(us) ¥) ve(teranus et) Tiberius 
Victor (e)x imperio (isparum pro) se et suis) votum solverunt) 

lubentes (merito). 
Hier gefunden und im Museum zu Bonn befindlich. 
Overbeck, Katalog des rheinischen Museums S. 30. 

Annierk. 1) S. Comm. a. v, Matronae. 2) In diesem Namen steht 
nach Overbek $ verhauen fiir V. Ich halte diese Scriptur fiir geflissent- 
lich ligirte Buchstaben. Fiir diesen Fall wiirde ein ganz anderer Namen 
angenommen werden miissen. 3) Overbeck liessfc wie oben. Das VE ist, 
wie ich glaube , Ueberrest des zweiten Namens. 



■ 

B o n n. 

2387. . . . IVS ANII IN 

CAT. INSP 

Schriflreste auf einem Fragment , gefuhden an den Franzis- 
kanern, und im Museum zu Bonn befindlich. 

Overbeck, Katalog S. 38. 
Anmerk. Die Stelle INSP vielleicht, in suo posuit? 





— 366 — 

2288. : ESTICIS 

. VIBVS 
EDOJMB 
FLAVIVS 
LODO 
M AYR 

QMatribus dom)esticis Qet Quadra)vbus Qet Com~)edonibus Ha- 
vius . . . M. Aurel .... 

Gcfunden 1848 beim Theaterbau nahe dem Kolnthor und iin 
Mdseum daselbst befmdlich. 
Overbeck, Katalog S. 64. 



2389. MATRIBV 

DOMESTICl 

Mairibus domestius .... 

Fragment gefunden 1848 nahe beim Kolnthor, wie vorherge- 
hergehende Nr. im Museum dahier befuidlich. 
Overbeck, Katalog. S. 65, 



2390. M 

CI 

OFTO SIT MIHI TERRA LEVIS STI XXVI FEC 

- 
' QDiis) M(anibus~) x ) ...... cu Opto sit mihi 2 ) terra levis* 

Slipendia XXVI feci. 

Obige Schriftreste stehen auf der zum kleinen Theil nur noch 

erhaltenen vorderen Wand eines Sarkophagfragments , dessen 

iihrigen Seitenwande abgebrochcn sind. Dieses im Museum zu 

Bonn befindliche Denkmal wurde auf einem Acker bei Bonn ge- 

funden. 

Braun, i, Jahrb. d. V. v A. F. XVII. S. 105 f.Overbeck, Katalog 
des rliein. Museums S. 48. 

Anmerk. 1) Wahrscheinlich standen die Buchstaben D. M auf der 
obersten Zeile am Anfange und Ende derselben vertheilt, wie viele Bei- 
spiele darthun. 2) Dieses Wort ist auf dem Steine nur theilweise er- 
halten , es lassen sich jedoch nach den vorhandeUen Ueberresten die 
Buchstahen OPTO leicbt errathen, 3) Obige der sonst gebrauchlichen 



— 367 — 

Formel sit tibi terra levis gauz entgegenstehende Phrase erscheiot hier 
ganz vereinzelt und mit uichts uachweisbar. Die Schrift gibt deutlich 
311111. Sollte wegeu dieses Ausdruckes Zweifel iiber die Aechtheit der 
luschrift entsteheu (wie bei Klein in den Heidelberger Jahrbiichern 1851), 
so autwortet darauf der unzweifelhaft acht romische Charakter dieser 
Iuschrift. Ich finde in dieser bis jetzt unbekannt gewesenen Formel einen 
und deuselben Beweggrund zu ihrer Abfassung, vvomit Lebende sich selbst 
(sibi vivi) Grabsteine setzten, — Besorgniss und Befiirchtung, — hier, 
dass die Kuhestatte ohue Grabschrift seyn, dort, dass mau dem Ruhen- 
den nicht das sit libi terra levis zurufen werde. 



2391. 1) SECCOF — 2) COMVNIS 

Stempel Nr. 1 auf einem Schiisselchen, Nr. 2 auf einer Lampe, 
gefunden 1852 bei den hiesigen Neubauten. 
Jahrb. d. V. v. A. F. XIX. S. 163 und 164. 



2392. 











I M 






GENIO LO 




c. 


L SECVND ; 


• ♦ 




SIMILIS M . 


• 




LEG XXX . 


* 






BF COS I . . . . . 
. AMERTINO ET RV . . . 

Jovi opiimo maximo, Genio locQi). Lucius Secund(inus') Similis, 
m(iles) legionis XXX (ulpiae , victricis) beneficiarius consulis 
(votum solvit lubens meriio (M)amertino et Ru(fo consulibus') ') 

Auf einem bei Bonn gefundenen und zu Willheims Zeiten im 
Jesuitencolleg aufbewahrten Altare, nach Wiltheims Autopsie. 

Wiltheiin, Lucilib. ed. Neyen p. 226. Fig. 262. 
Anmerk. 1) 182 nach Cbr. 






' 



— 368 — 

1% icfielliof bei Bomi. 

2393. REFLETE 

Stempel auf einem Gefasse von hier, unbekannt wo jelzt be- 
findlich, s. Com. a. v. Spriiche. 
Dorovv, Deukmale 12, 5. 



H o 1 n. 

2394. .... C ... . 
ET . . C 

IV... 

Schrift auf dem Fragment (erste Halfte des oberen Theils) 
einer Ara, gefunden an der alten von Koln iiber Zulpich nach 

der Eifel ziehenden Romerstrasse. 

■ 

. — i r 

2395. AVEViTAE 

Auf einem Ringe von Bronce im Besitze des Malers Weinerz- 
hagen, s. Comm. a. v. Spriiche. 

Lersch, I. Nr. 66. 

i 

_ 

2396. GAVDIO 
Schoeflin, Als. ill. III. I. p. 609. 

I i I H 

2397. SVPERINI R0MA 
NI PROTECT D N 

FLORENTINA . AL 

TA CONIVGI KA 

RISSIMO OBI . . . 

QDiis Manibus) Superini 1 ) Romani, centurionis protectorum 2 ) 
domini nostri. Florentina Alia conjugi karissimo obito (faciundum 

(curavit.~) 



— 309 — 

Gefundon bei St. Cunibrrt und im Muscum zu Bonn bcfindlich. 

Overbeck, Katalog 8. 14. 

Anmerk, 1) oder Superinii, wenn inan nach Nr. 1007 undlt20 deu 
Namen ►Superinius annelimen will. Alsdann wird das I, wie so oft vor- 
kommt, doppelt fungiren. 2) Die Leilnvache des Kaisers. Bei Gruter 
1028 Nr. 2 kommt ein Praef. protectoruni augg. vor. Im Codex Theod. 
tit. 24 istdie Rede de domesticis et protecloribus. ,S. Npartianus Caracalla 7« 



II c ii l /, 



2398. REGVLA 

NINVS. EX. N 
ION. TRA. LA 
I. SVB CVRA 
G V~. M. ANON 

Regula(nus Anto^ninust exn(umero .... sub cura . . . MQarci 

Anton(ini) t 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Bruchstiicke , welches im 
Jahre 1659 von hier in denGarten des Jesuitchcollegs zu Luxem- 
burg kam. 

Wiltheim ed. Neyen p. 195 Fig. 181. 



S t o m m e 1 n. 

Dorf 3 Stunden von Koln. 

2399. D. M 

CACVTIO 

SFERATO. ET 

PETRONIAE 

IVSTINAE 

Diis Manibus. Cacutio Sperato et Petroniae Justinae. 

Auf einer Steinplatle mit schoner Schrift, gefunden im Walde 

24 



— 370 — 

des Gutes Gertrudenhof bei Stommeln als eingemauerte Decke 
eines Grabes mit zur Erde hin gekehrter Schrift. 
Brauo, i. d. Jahrb. d. V. f. AF. XX. S. 127. 



X. a n t e it. 



2400. LEG VLPIA 

VET XXX 

Falsche Inschrift auf einem am Hause der Fraulein Haller ein- 
mauerten gebrannten Steine von 4' 7" im Quadrat m ft v ier Ros- 
setten en relief in den Ecken. Form und Verzierungen des Stei- 
nes und der von dem bekannten achten Stempel der 30. Legion 
ganz verschiedene Schriftinhalt desselben zeigen dieses hinlang- 
lich. Die Lesungen: Legionis ulpia(e) veterani trigesimae, ferner: 
Legio ulpia veteranorum trigesima , oder : Legio ulpia veterana 
trigesima, wie sie von verschiedenen Seiten in Vorschlag gebracht 
wurden, und selbst die versuchte Verhesserung VICT statt VET 
nach welcher Legio, ulpia, victrix trigesima zu lesen ware, haben 
in Ermangelung einer Analogie nur dazu beigetragen, die Un- 
achtheit deutlich vor Augen zu stellen. Waren schon hinsichtlich 
der unantiken Form und Verzierung des Steines Zeichen der Un- 
achlheit nicht vorhanden, so konnte angenommen werden, dass 
bei der Stempelung ein Versehen vorgefallen (wie zuweilen vor- 
kommt, s* C. a* v. Stempelinschriften) und die Zahl XXX nach- 
gesetzt worden sei, wobei jedoch immer das VET Anstoss gibt, 
wenn die Schrift folgende ware: 

LEG XXX VLPIA 
VET 
Hiipsch, 36, 62. Fiadler, rom. Insch. v. Xaoten S. 9 Taf. 3. 6, 

Lorsch, III Nr. 203. G. F. Grotefond in Zimmennanns A. 

Z. 1841. S. 431. Steifler, C. i. Rheni 636. 



— 371 — 

2401. MISCE 

Auf cinem Gcfiisse s. C. a. v. Spruchc. 
Cannegietcr, Mon. Dod. c G. Hassel, Actt. soc Traj. I. 1>. 258. 



Z ii I p i rh. 

2402. OVADRVBIIS 

SACRVM 

M. VITALINI 

Vp. A • • ♦ 

Quadrubiis sacrum. Marcus Vitalinius Marci filius? 

Bcfand sich im Besitze des Pastor Kampe dahier und kam als 
Geschenk desselben in das Museum zu Bonn. 
Overbeck, Katalog S. 74. 
Amnerk. S. C. a. v. Bivii Trivii Quadrivii- 



2403. AVFANIS 

AVAL. V BVS 

ET. IVSTINIA 

VRSA V. 

Aufanis Afjdus) Vakerius) U(rs)us ! ) et Justinia Ursa v(otum 

solverunt lubentes meritd). 

Gefunden 1851 — 1852 bei dem Strassenbau zwischen Commern 
und Ziilpich und vvahrscheinlich bei dem k. Baufiihrer Ewermann 
oder dem k. Friedensrichter Doinet zu Zulpich aufbewahrt* 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XIX S. 89. 

Anmerk. Nach Doinet's Mittheilung bei Freudenberg ist der dritt- 
letzte Buchstabe B ein K oder ein R. — Ist wegen des Zeile 4 be- 
findlichen Nainens LRSA zu verniuthen, dass Zeile 2 der Name URSVS 
gestanden, so scheint dieses vermeintliche B oder K oder R entweder 
ein S zu sein, oder es miisste zwischen R und V eine Defektstelle fiir 
ein erloschenes S angenommen werden, wie folgt; VR. VS. 



24 



— 372 — 



S o 1 1 e r. 

Dorf bei Zolpich. 

2404. TEXTVME 

I MODEST 
VSCRISPIN 
TVRBO L . . 

Texlumei(s) Modestus Crispinus Turbo lubens (merito). 

Auf einem Steine, welcher 1850 in einem auf dem „Dinsal" 
befindlichen Grabe, als Deckplatte eines Sarges (mit der Schrift 
nach Innen) benutzt, gefunden wurde, und im Besitze des Herrn 
v. Geyr, Rittergutsbesitzers, befindlich ist. Im Sarge lag das Ge- 
rippe einer menschlichen Leiche mit Halsschmuck von Glasperlen, 
neben derselben ein grosses Schwert nebst Helm und einem lan- 
gen platten in der ganzen Breite nach unten zugeschliffenen schwar- 
zen Stein (lapis lydius, in der preussischen Rheinprovinz bekannt, 
und zu Wetzsteinen dienlich), welcher als Messer (nicht wohl als 
Waffe) mag benutzt worden sein. Auf der andern Seite dieses 
Denkmals befindet sich eine Figur in folgender Gestalt eingehauen : 



o— 

und folgende Inschrift quer auf dem Stein : 

K. v. IVNII 
d. i. {obiit ante) kalendas quinto junii. 

Der Name des Verstorbenen ist ausgefallen. Jene Figur scheint 
in den Hauptziigen (Verticalgestalt) Aehnlichkeit mit dem bekann- 
ten Christusmonogramm in dieser Form D zu haben, und die 

genaue Angabe des Sterbtages auf ein christliches Begrabniss zu 
deuten, nach welcher Annahme zu schliessen, dass dieser heid- 
nische Stein zum Begrabniss eines christlichen Hauptlings in spa- 
terer Zeit benutzt worden ist. Die Kehrung der heidnischen 
Schrift nach Innen wird hier leicht erhlart durch den Gebrauch, 
welchen man von der andern Seite desSteines fiir die christliche 
Grabschrift machen wollte. Wie aber dieselbe Nachinnenkehrung 
der Steinschriften von Vettvveis, bei welchen keine Inschriften 
fiir den neuen Gebrauch' dieser Steine zu Sargen spateren Be- 



— 373 — 

grabnissc vorkommen, zu erkliiren ist, ob aus Aberglauben, odcr 
aus der noch in dem Volke lebenden Ehrfurcht vor den Malronen, 
oder im Gegentheile aus Verachtung des heidnischen, welche 
gebiete, solche Grauel dem Blicke zu entziehen? (welches daraus 
hervorzugehen scheint, weil mehrere dieser Steine zu Aptirung 
fur den neuen Gebrauch durch den Meisel arg verstiimmelt) muss 
einer naheren Untersuchung nach Einsammlung zuliinglichen Ma- 
terials anheimgestellt bleiben, s. Steiner's Sammlung und Erkla- 
rung altchristlicher Inschriften S. 51. 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V- v. A. F. XX S, 91 f. 



Antweiler. 
Dorf im Kreise Enskirchen. 

2405. ' MATRONIS 

VACALINEHIS 

AM. NOMIEIIVS 

PRIMV. I IMP 

I M 

Matronis Vacalinehis l ) Am(mius) * ) Nomiejius 3 ) Primus e(a?) 
imp^erio') i(jpsarum votum solvit lubens) m(erito). 

Dieser und die zwei nachfolgenden Inschriftsteine wurden iin 

Jahre 1851 oder 1852 beim Abbruche der hiesigen alten Kirche 

in deren Mauern zerstreut gefunden und sind zu Enskirchen im 

Hause des k. Landraths Schroder aufbevvahrt. 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XIX 1852 S. 85 f. , \vo 
das Jahr dieses Fundes nicht angegeben ist. Der Herr Herausgeber 
spricht in diesem Hefte von 1852 von einem neuen Funde. 

Antnerk. 1) V mit A ligirt. 2) Nach Nr. 1485 und 1487, wo der 
Name Ammius und Nr. 288, wo Ammia. — Freudenberg liesst Am(ius)» 
3) S. Comm. a. v. Sprachliches — Verdoppelungeu. 



— 374 — 

2406. LINE4IS 

VCCI 

T. 1VL 

ORIMP 

I 

(Matronis Vaca~)linehis . . . ucci . . . (e)f J(ulius) . . . or im- 
p(erio) i(psarum votum solvit lubens merilo). 
Auf einem Fragment, s. Nr. 2406. 



2407. TRONIS 

(Ma)tronis (Vaccalinehis . . .) 
Auf einem Fragment, s. Nr. 2406. 



JP a t t e w it. 



Dorf bei Jiilich. 

2408. M\ ALATERIIVII . . 

CORN. VERV . . . 
TACITVS . EX . . . 
L. M 

Matr(ibus) *) Alatervii(s) 2 ) Cornclius Veru(s) Tacitus 3 ) ex 

(voto) 4 ) lubens merito. 

Diese nicht mehr vorhandene Insehrilt, soclann die nachfolgende 
Nr. 2409 theilt Aegid. Gelenius in seiner auf der stadtischen 
Bibliothek aufbewahrten handschriftliclien Urkundensammtung, von 
ihm Farrago genannt, im Bd. 20 S. 240 unter der Ueberschrift 
„Monumen(a prope Pattern in terra Juliacensi in venta" mit. 
Braun, i. d. Jahrb. d. Y. v. A. P. XIX. S. 94 f. 
Anraerk. 1) Das am Fulerum des M befindliche P ist Ueberrest von 
R. Wahrscheinlich waren hier die Buchstaben MATR dergestalt ligirt, 
dass das Fulerum von M mit einem oberen Querstriche auch noch das 
T und mit einem Querstriche in der Mitte nach Innen versehen, das A 
darstellte. 2) Zu verbessern ALATERVII(S), wenn das nach R fol- 
gende H als fehlerhafter Zusatz erscheint, wofiir es nach der Analogie, 



— ;*7. r > — 

s. Anm. zu Nr. 1281 dieses Codex zu halten ist. l)ie Verehrung der 
Matres Alatervae oder Alaterviao scheint urspriinglich in der niederrhei- 
nisclien Gegend verbreitet gewesen und von da durch die Cohors Tun- 
groruin naeh SchottJand ubertrageii worden zu sein , s. Freudenberg i. 
d, Jahrb. d. V. v. A. F. XVIII. S. 112. Braun daselbst XIX S. 98 f. 
:*) Wie nian bei Fertigung der falschen Inschrift Nr. 2247c d. Cod. ver- 
fahren hatte , so auch bei der Compositiou einer anderu falschen In- 
schrift Nr. 120-4 d. Codex, fiir welch leztere der Nanie Coruelius Verus 
Tacitus aus pbiger Inschrift Nr. 2408 in Verbindung mit einer Stelle 
aus Plinius II. n. VII. 16, wo die Worte ,, Cornelii Taciti equitis Ro- 
mani BelgiCfte Galliae rationes procurantis" entiioininen wurde. l)er 
Verfertiger dieser von Reinesius zuerst edirten falschen Inschrift (Inscr. 
p. 11SJ war hochst wahrscheinlich ein gevvisser Langeriiianu , welcher 
8U Koln studirte und ohne Zweifel mit dem dainals dort lebcuden Ge- 
schichtschreiber uud Sammler Gelentus, Verfasser der oben allegirten 
Farrago, bekauut , vou diesem die achte Inschrift, wie sie uns zuerst 
von Braun mitgetheilt wird, erhalteu hatte. Ware sie unveraudert in 
die Hande des Reinesius gekommen, so hatte er sie unverfalscht wieder 
gegeben. Dieser Epigraph ist von keiner Seite her alsFalsarius bekannt 
oder im Verdacht, aber aus Mangel an Vorsicht und tieferer Kenntniss 
ist er zuweileu hintergaugen worden, und so auch hier. Er erzahlt un- 
befangen, die Inschrift sei ihm vou Langermann niitgetheill worden. 
Diese unbefangene Erzahlung verdient um so mehr Glauben, als, wenu 
Reinesius der Falsarius gewesen ware, ihm die Berufung auf den gleich- 
zeitig lebendeu Langermann Verdruss zugezogen hatte. 

Durch Braun's verdienstliche Mittheilung der achteu Iuschrift haben 
wir iiber die Entstehung jener falschen Inschrift nsiheres Einseheu er- 
langt. Wenn nun der gelehrte Herausgeber a. a. O. S. 96 sagt: „Aber 
unsere Inschrift ist acht, trotz allem Scheine vom Gegeutheile, nur nicht 
in der Gestalt, in welcher sie in allen gedruckten Werken vorliegt," so 
geht er zu Guusten eiuer falscheu Inschrift, an der wir uichts verbes- 
sern und audern wollen und kounen, die in keiuer anderu Beziehung zu 
der achten Inschrift steht , als dass daraus eiu beruhinter Name ent- 
nommen worden ist, zu weit. Zur Uebersicht hier beide Inschrifteu: 

falsche Inschrift aechte Inschrift 

bei Reinesius pag. 13 nach Lan<rmnaiuf s Mit- nach Gelenius 1«. Braun a. a. O. , von l.aiiger- 
theilung. mann zu Fertigung der falschen Inschiift Lenutzt. 

APOLLIM M > ALATERIIVII . . . 

RATIONATORIS HONORE CORN. VERV 

VSVRVS SECVNDVM TACITVS EX 

CORNELIVS VERVS TACITVS L M 

EREXIT MONIMENTI LOCO 
S. Nr. 1204, wo statt VERVS 

als Druckfehler VRSVS. 

4) oder ex jussu, ex imperio, ex mouitu, ex visu, s. Coui. a. v. E\ visu 

etc. iui II. Th. S. 388 uud uachfolgeude Iuschrift Nr. 840H , wo : EX 

IMP. IPS. L. M. 



— 376 — 

2409. . . . MV . « 

Q. VERANIVS I 
GENVS. PROSE. 
SVIS. EX. IMP. IPS. L 
M 
QMafronis HaJmavQchis) ? Quinfus Veranius PQrimi) gen(i)us 
pro se et suis ex imperio ipsarum lubens tnerito. 

Gelenius, Farrago Vol. 20 S, 240 (s. Nr". 2408). Brauu, i. d, 
Jahrb. d. V. v. A. F. XIX S. 101. 



C r e f e 1 d. 



2410. FPON FE I 

Epon feQci~)t. 

Stempel auf einem Gefassefragment von terra sigillata auf dem 

Rathhause zu Aachen befindlich. 

Lorsch, II, Nr. 86. 

Anmerk. Das vorn steheude F wahrscheiulicli eiu iheilweise er- 
loscheues E. 



2411. SOLLVS 

F 

Sollus fecit. 

Stempel auf einern Lampchen, auf dem Rathhause zu Aachen 
befmdlich. 

Lorsch, II. Nr. 87. 



2412. LEG XV 

Leyio XV. 

Slcmpel auf gebrannten Steincn, in der Burgerschule zu Aachen 
in mehreren Exemplaren vorhanden. 
Lorsch, III. Nr. 84. 



— 377 — 

2413. LEG XXX V V 

Legio XXX ulpia viclrix. 
Stempel auf gebrannten Steincn, in der Burgerschule zu Aachen 
in mehreren Exemplaren vorhanden. 
Lorsch, III. Nr. 83. 



24l4. EX. GERMINF 

Exercitus Germaniae inferioris. 
Stempel auf gebrannten Steinen (zwei Exemplare) in der Bur- 
gerschule zu Aachen vorhanden. S. Com. a. v» Legio, 
Lo rsch, III. Nr. 85. 



Vettweis, 



Dorf im Kreise Diiren. Im Jahre 1851 wurden bei diesem 
Dorfe auf der sogenannten Haide zwanzig Graber , in welchen 
die Sarge aus je vier Seitensteinen , einer Deckplatte und einer 
Unterlage zusammengesetzt waren , 2£' tief im Boden gefunden. 
Unter den roh bearbeiteten Steinen dieser wahrscheinlich der 
frankischen Zeit angehorenden Graber befand sich ein Grabmal 
aus fiinf sorgfaltig bearbeiteten Steinen, welche alle mit Bildwerk 
(vier derselben mit Inschriften) versehen und mit der Schrift 
nach Innen des Grabes gekehrt waren. Die Bildwerke zeigen 
Opfertische, Schwane, Fasanen oder Pfauen, Aepfel, Birnen, 
Pinienapfel (Pyr), Baume, Phantasiepflanzen. 

2415. VESVNIAHE 

C. NIGRINIV 
VS. EX IMIl I 

Vesuniahi[nis ) Cajus Nigriniu(jT) votum solvit ex imper(io 

ipsarum.') 
Auf einer stark beschadigten Sandsteinplatte aus dem oben 
beschriebenen Grabe, dessen eine Langseite diese Platte gewesen, 
gefunden 1851 auf der Haide und im Besitze des Herrn v, Geyr 



— 378 — 

zu Miiddersheim. Oberhalb der Schrift drei Matronen in einer von 

Saulen getragenen Nische (s. Com. a. v. Aedicula)* Auf der 

rechten Seite ein Tisch mit geschweiften Fussen (Opfertisch), 

worauf ein schon geformtes Gefass mit zwei auf seiner Oberflache 

hervortretenden Aepfeln. Auf der linken Seite befanden sich eben- 

falls nun durch Zerstorunp; unkenntliche Verzierungen. 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 65 miteinerAb- 
bildung. 

Anmerk. Freudenberg liesst : Vesuniahen(is) Cajus Nigriniu(s) 
. . . . us ex imperio ipsarum votum solvit lubens merito. Da nach der 
Abbildung die Stelle VS. Z. 3 genau unter NI des Namens NIGRINIV 
Z. 2 steht und vor VS weder Raum fiir einen dritten Namen (der auch 
ohnehin nicht zu vermuthen), noch Spuren eiuer Erloschung sichtbar 
sind , so schlage ich vor, diese Stelle wie oben steht zu lesen, wenn 
gleich diese Formel gebrauchswidrig vor ex imperio placirt erscheint. 
2) In der Stelle IMIII sind von PER diese drei Striche iibrig. 3) Freu- 
denberg bezieht den Namen Vesuniahenae auf das bei Vettweis liegeude 
Veitzheim, 



2416. MATROJNIS 

VESYNIA. ENI 

Q. FLAVIVS 

MANDVS. MILL 

G. I. MP. F. V. SI. M. 

Matronis Vesunia{K)eni^s) Quintus blavius Mandus , miles le- 

gionis I minerviae, piae, fidelis votum solvit lubens merilo. 

Auf einer Ara (ob mit Bildwerken, ist nicht an^egeben), ge- 

funden um 1850, und im Besitze des Herrn v. Geyr zu Miidderj- 

heim. Es wird bemerkt, dass dieses Denkmal und die nachfolgen- 

den zwei entweder von dem Orte auf der Haide oder einem ander» 

benachbarten Fundorte herstammen. 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 89. 



2417. MATRONIS 

VESVNIAHENIS 

M ANTONIVS 

PACATVS. L. M. 

Matronis Vesuniahenis Marcus kntonius Pacatus lubens merito. 



— :)7{) — 

Auf einer Ara , 3' hoch, 1' 9" brcit, 8" dick mit schonor 
Schrift uud Bildworken auf der Deckc uud den zwei Nebcnseileii, 
orefunden und aufbewahrt wio boi Nr. 2415 bemcrkt. Dicser Stciu 
wurde zur Ncbenseite des im obon bescliriebencn Grabc befind- 
lich gewescnen Sargcs (^die Schrift nach Innon) benutzt. 

Freudeuberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 87 f. 



2418. ATRONIS 

ESVNIAHENI 

L. VERINIVS 

SECVNDVS V. S. L. M 

{M^atronis (y~)csuniaheni[s~). Lucius Vcrinius Sccundus votum 

solvit lubcns merito, 
Auf einer fragmentarischen Steinplatte, mit Ueberresten von 
Bildwerken, gefunden und aufbewahrt, wie zu Nr. 2415 bemcrkt. 
Sie befand sich im oben beschriebenen Grabe als Fussende des 
Sarges hierzu durch den Meisel aptirt, mit der Schrift nach In- 
nen. Das Kopfende des Sarges bestand aus einem andorn unbe- 
schriebenen Steine mit auf die Matres beziiglichen Bildwerken. Fiir 
die Schrift war eine leere Seite frei und daher wahrscheinlich 
das Denkmal noch nicht vollendet. 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 87. 



2419. MATRONIS 

. . VNS . . IN 

V...N vM 
TVSP . ST 

VN . . . . 

Matronis QVcsuniahenis?) .... 

Auf einer Steinplatte , gefunden und aufbewahrt wie bei Nr. 

2415 bemerkt. Sie bildete den Deckel dos oben beschriebenen 

frankischen (?) Grabes, und wurde vvie die iibrigen 4 Matronen- 

steine von dem friihern Standorte derselben wahrscheinlich aus der 



— 380 — 

Nahe hierzu verwendet, s. C. a. v. Fundorte. Die Schrift dieses 

Steines ist ganz kunstlos und nicht tief eingegraben. Die Seiten 

des Steines haben keine Verzierungen. 

Freudenberg, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 86. 

Anmerk, Der Rest der 2. Zeile scheint (VES)VN(IA H)EN(IS) ge- 
lautet zu habeu, da VN uud IN (I Ueberrest vou E) deutlich hervor- 
treten. 



r£*3«HM- 



Houigreicli der Niederlande. 

T o 11 g e r n • 

2420. D. M 

NEPOS SILVINI FIL 
SIBI ET VELMADAE 
GANGVSSONIS FIL 
VXORIO OBITAE V. F 

Diis Nanibus. Nepos, Silvini filius, sibi et Velmadae, Gangus- 
sonis filiae, uxori obiiae vivus fecit. 

Gefunden 1844 behn Fundamentgraben eines Hauses hinter 
der Kirche Notre Dame dahier. 
Roulex, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XI S. 35. 



Ii e y d e n. 



2421. PRO SALVTE. DOM 

N. IMP. L. SEPT, SEVERI 
AVG. TOTIVSQVE. DOMVS 
EIVS. AVFANIS. MAT 
RONIS. ET. MATRIBVS 
PANNONIORVM ET 
DALMATARVM 






— 382 — , 

Pro salute domini nostri imperatoris Lucii Seplimii Severi au- 
gustiy tottusque domus ejus, Aufaninis matronis et matribus Pan- 

noniorum et Dalmatarum. 

Auf einem zu Smets Zeiten dahier befmdlich gewesenen 
Denkmale* 

Smetius, p. 94. Steiner, 973. 



Nachgetragene 

Inschriften der Provinzen Germania I nnd II. 

B. Nach dcn Aufbewalirungsorten. 



Aiitiquariiim /u Mainilieim. 

2422. BIBATIS 

Auf einem Trinkgefiisse s. Comm. a. y. Spriiche. 
Graff, Antiq. II. p. 43. Nr. 323. 



2423. SEMIS 

Auf einem Kruge, s. Comm. a. v. Abbreviatnren auf Gefassen. 

Graff, Antiq. II. p. 43 Nr. 333. 



1 Iii$eiini zu li;issH. 



-+*&t+~ 



Folgende Inschriften nach einer Mittheilung derDirektion im Jahre 1844. 

2424. D. M. 

SEX. AVFIDIO. PHITEIO. 

CONIVGI 
IANVARIA. B. M. FECIT. 
ET. SIBL POSTERISQVE. 

EORVM. 

Diis Manibus. Sexto Anfidio Philejo conjugi Januaria bene me- 
renti fecit et sibi posterisque eorum. 

Auf der inneren Seite des Deckels eines Steinsarges. Ueber 
den Gebrauch, auf die inneren Deckelseiten und Wande der Sarge 
Grabinschriften zu setzen, welcher bei den alten Christen zuwei- 
len vorkommt und nach obiger Inschrift auch auf einem heid- 
nischen Grabdenkmale, siehe Steiner Sammlung und Erklarung 
altchristlicher Inschriften S. 51 f. 



2425. D. M. 

L. AVRELIVS. TERENTIVS 

SIBL ET. 

C. TICHERNE. SVE, 

Diis Manibus, Lucius Aurelius Terentius sibi et Cajae Ticherne 

sue. 
Auf einem mit zwei Sphinxen gezierten Grabsteine von Marmor. 



— 385 — 

2426. CORNELIAE Q. L. 

FPITYCBIAE. 

0. CORNELIVS. 0. LIB. 

NARCISSVS. CONIVGI 

SVAE. FECIT. 

[Diis Manibus) Corncliac, Quinti libcrtac , Epilychiac. Quintus 
Comclius , Quinti libcrtus , Narcissus, conjugi suac fccit. 

Auf eincm Grabsteinc. 



2427. C. TANVSL C. F. BALBINI. 

ANICL 

( Diis Manibus) Caji Tanusii, Caji filii, Balbini, anicia . . . 

Auf einem Fragmcnt. 



2428. L. LIVIVS 

AMARIA. 

Auf eincm Fragmcnt. 



2429. D ET MEMORIAE. AET. M 

SEVERINAE. MAT. DVLC. 
PIENT. B. M. SEVERI. 

NA. F. P, 

(JDiis Manibus et mcmoriae aeternae Severinae matri dulcissimac, 
picntissimae bcne merenti. Severina filia posuit. 

Auf einer zu einem Grabmal gehorig gevvescnen schmalen 
Marinorlafel. 



2430. P SEPTVMIENVS 

L. F FRONTO AN X\V 

QDiis Manibus). Publius Scptumienus, Lucii filius, Fronto, anno- 

rum XXV. . . .' . 
Auf eincm Fragment. 



25 



jfliiseiim zu Boirii. 



— ► H*** 



* . .,1. 0. MEf 
. , . CVLI ET 
. . . VANO ET 
'. . . NIO DOMVS 

I . . NVS NEPOTI 
ANVS IN. CVST 

G f . . IIAPCIIIOl 
. . . OIANOIHTO 

II II 
C lIIIAIOCi 

II II n 0. COS 

(In honoretn domus dtDinae) Jovi optimo maximo , et [Berjculi 
et (Sil)vano el (Ge)nio dotnus 1 ) J . . . nus Nepotianus, In . , 

cust 2 ) . . . . CQrispino et Aelian)o 3 ) consulibus. 

Overbeck, Kat.-<log des rh. Mus. S. 7. 

Anmerk. 1) Vergl. OrelH Nr. 1257. 2) Die Liicke euthielt die Na- 
raeu mehrerer Persouen. 3) Vergl. Nr. 1085. Die Reste CI II II u O. 
COS scheiueu den vorj>eschlaj>enen Consuluamen. 



2432. . . I. VALERIO. LV . . 

. NEGOTIATO . . 
. . IANA P 

. . . (e)t Valerio Lu(po) . . . negotialoQri) . . . (Valeri)ana 

posuit. 

Obcn halte der Stein in zwei Medaillons die nun verschwun- 
denen Bilder der Verstorbenen. 

Overbec k, Kal.alog S. 39. 



387 — 



2433. 



No. 1. 



No. 2 

M 

H 



KALC 



IIDVS S E P B 



W 



< 



Auf zwei Steinen mit oben vorgestellten Linien 
Overbeck, Katalog S. 45. 



2434. IPA 

IAIVI 
CIVVV 

Schriftreste auf einem Stein. 
O v e r b e c k, Katnlog S. 45. 



-«»• 



2;V 



Iflii Besitze 

des Martin Beaumont zu Dortrecht. 

2435. MARTI. VICT 

GLADIATORES 
L G P. F 

Auf der Basis einer Marsstalue aus den rheinischen Gegenden 

Hollands. Zu Gruters Zeiten im Besitze des Martin Beautnont zu 

Dortrecht nach Smets Abschrift. 

Smetius, 28. Gruter, 38, 6. S e ri v er u s, 227. SUiner, 974. 

Aninerk, S. die Note bei Steiner 974 und Nr. 1820, wo wahr- 
scheinlich ebenfalls ein Mars victor. 



»-3K£<$<j)^ 3>$>(f>(Ea> ii»< 



II 

Inschriften der Provinz Belgica prima. 



\ a c h g c l r a g e n e 



l&onigrcicli I*i°ciikscii. 

— ~**a mz** — 

Hiittigweiler. 

Dorf bei Ottvveiler. 

2430. RO 

S. MAR 

VNDVS 

D 

Ro{smertae?~) s(acrum) W\ar(i'ws Sec~)undus (donal) dedicat 

Schriftreste auf einem Fragment, gefunden 1840 in den Sub- 

structionen eines in dem Grundslucke, „Tumb" genannt, aufge- 

decklen lomischen GJebaudcs, vvahrscheinlich noch im Besitze des 

Pfarrers Hansen zu Ottweiler. 

Hansen, i. d. Jatirb. d. V. v. A. F. XVIII S. 237. Becker, i. d. 
Jahrb. d. V. v. A. F. XX. S. 116 f. 



2437. C NAREfO 

Schriflreslc auf einern Fragment, gefunden wic bei Nr. 2436 
bemerkt. 

Hansen, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVIII S. 236. 



, _ 390 — 

2438. VL. SABE 

Quintus Valerius Sabe{ius~) 

Stempel auf Ziegelsteinen (die Zahl ist nicht angegeben), ge- 
funden wie bei Nr. 2436 bemerkt. 

Hausen, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVIII S. 237. 
Anmerk. S, Nr. 1854 und C. a. v. Zieglernamen. 



C a r d e n 



an der Mosel. 

2439, D. M 

LALLIO ATTICI 

NO DEFVNCTO. FR 

ATRI. PIENTISSIMO. ET 

POPAE. MATRI. POPILL 

IANVS. MATRI ET.FRATR 

FECIT. 

Diis Manibus. L. Allio 1 ') AtUcino defuncto fratri pientissimo et 
Popae matri. Popillianus 2 ) matri et fratri fecit. 3 ) 
Diese nach Wiltheim hier gefundene Inschrift war friiher in 
der Sammlung des Grafen Mansfeld und ist jetzt unter dem Thor- 
gewolbe des Eingangs zum ehemaligen Schlosse in der Vorstadt 
Klaussen zu Luxemburg befindlich. 

Wiltheim, p. 165 Fig. 90. Gruter, 737, *4. Hiibsch, 29. Stei- 

ner, 986. Mittheilung des Herrn Prof. Engling zu Luxemburg. 

Anmerk. 1) Hiibsch unrichtig Lallio. Der Name Allius ist bekannt. 

2) Nach dem Namen seiner Mutter Popa. 3) Dieses Wort ist nur noch 

in einigen Resten erhalten. 



■&»• 



fHi*o$slicr%ogtliiiiu Ijiivciiifiiirg*. 

"IKI" 

2140. D. M 

LOL. ACILIAE 
COMPSAE IIEH. S 
Diis Manibus Loliae Aciliae Compsac. Heres (faciunduni curacil). 
Zu YVilthcims Zeiten auf dcin Gute „Rom" befindlich. 
Wiltheim ed. Neveii p. 32!) Kig. 480'. 



— q <» - ^><lK jKft^ I 



III. 

Nachgetragene 

Inschriften der Provinz fflaxima Seqnanorum. 

IJnbekannte Fundorte. 



Stailtbifeliothek zu Basel. 

2441, SAIHqJA 

JJDV 

Alphiae Lucill{ae). 

Verkehrt eingeschnittene Schrift auf einem fusssohlcnformigen 
Typarium von Erz, aus der Sammlung Bruckners. 

Roth, S. 21. Bruckner, S. 3061. Orelli, Iascr. Helv. Nr. 319. 
Anmerk. S. C. a. v. Stempelinschriften. 



2442. FLAV 

TESTA* 
DVMBAL 

ovon^ 

Auf einem Marmorbruchstiicke. 

R o t h, S. 5 Note 6. 



- - 00<| ) <i)<D ^)^^^H l> & ■ *-*» ■ 



■ V. 



N a c h g e l r a g c n c 



Inschriften zum L, II. und III. Theile. 

Unbckaiinte Fimcl- imd Aiifliewaliran&sortc. 



2443. L. CLAVDIVS AN ; . 

PRVDENS. CONSI . . . 
ANVS. PRAEFECTVS 
ALAE. FRONTONIANAE 

H. S. E. 
OSSA. MONIMENTVM. 

{Diis Manibus). Lucius Claudius, an(iensi) Prudens, Consi . . . anus, 
praefectus alae frontonianae 1 ) hic situs csL Ossa monimentum. 

Nach Gruter 537 7, ex schedis Mercutoris, welcher bemerkt: 
„AIicubi atl Rhenum." 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Alae. 



2444. HELIADES 

ADRASTI 

ANTIOCESIS 

ANN. LV. STIP 

XXXIV. H. S. E. 

H. E. T. F. C. 

Heliades, Adrasti (filius), Anlioce(ri)sis, annorum LV, stipendio- 
rum XXXIV hic situs est. Heres ex testamenlo faciundum curaviL 

Nach Gruter 543 9 mit derselben Bemerkiui£ wie zuNr.2443. 



Zusalzc iiihI Verbcsseruiigen ziiin I., II. iinti III. Theile. 

Kortsetzung. 

(ISielie im zweiteu Theile 8, 367.) 



Nr. 24. Die lctzo und vorletzte Zeile sind Iheilvveise verlesen oder 
erloschcn, und schlage ich folgende Verbesserung oder Ergiin- 
zung derselben vor : 

LEG XXII P 
P F V S L M. 
zu Icsen : legionis XXII primigeniae piae fidelis volum solcerunt 
lubenles merito. Der dritte Strich von XXIII ist Ueberrest von 
P, ebenso der erste Strich in der letztcn Zeile. Das daraut' 
folgende E ist F, nach YS sind die Buchstaben L und M bis 
auf die Striche erloschen. 
Nr. 34. Zu verbessern: 

IN HON(OREM) 

D D MARTL C 

ABETIO SIGN 

AEREVM C AR 

RETIVS CON(DOLL; V S L L M 

In hon(oretri)domus dicinae Marti Cabetio signum aereum. C Ar- 
retius Condollus (Consutus^ votum solcit laelus lubens merito. 
Z. i. P ein verlesenes D und I Ueberrest von D. MATRI ist 
Druckfehler, Stalin gibt MARTI. Z. 3 bei SIMVL erscheint das 
M fiir die verlesenen odcr undeullich e;evvordenen Buchslaben 
GN und L als Ueberrest von M. Schvvierioer ist die Nachvvei- 
sung der Z. 4 vorgeschlagenen Verbesserung AEREVM bei 
der Stelle LACLVM. Sleht, wie ich glaubc, SIGNVM sicher, 
wird die p-Ieiche Zahl dcr Buchstaben bcrucksichlifft und dic 



— 396 — 

Verbesserung zuerst am Ende der Stelle vorgenommcn, nach 
welcher das L in LVM Ueberrest von E ware, wodurch die 
Schlussylbe EV A M zum Vorschein kommt, so muss, obgleich das 
gegebene LAC keinen Anhaltspunkt darbietet tmd nur in Bezie- 
hung auf die gleiche Zahl der Buchstaben indicirt , AER nach- 
fallen. Wahrscheinlich hatte der Copist auch hier verwischle 
Buchstaben vor Augen. Er schrieb nach Gutdiinken und ohne 
Umsicht ab. Zur Verg-leichung s. Nr. 879. Ueber die Verbin- 
dung der Schlusssilbe VS bei den vorgesehlagenen Namen Con- 
dollus oder Consutus mit den Buchstaben VS der Schlussformel 
V. S. L L. M vergl. Nr. 581, 775, 1089, 1399, 1637 und C. 
a. v. Sprachliches — Abkiirzungen II. B. c. 

Nr. 35. Mit Rucksicht auf die Abbildungen und die Schriftreste 
folgende Erganzung : 

(IN HONOREM DOM)V(S D)IVI(NAE) 

(I. 0. M. MERCVRI)0 (HERCVLI) 

(PRO SALVTE) 

(IMP. M. AVRELII) COMMOD(I) 

ET SVORVM OMNI 
VM VOTO SVSCEPT(O) L. L. M 

Nr. 39. Statt cohortis I germanicae zu lesen: cohortis I Germa- 
norurn wie Nr. 47 nach Analogie der Namen anderer Hiilfs- 
cohorten, s. Comm. a. v. Cohortes und Register der Cohorten- 
namen. 

Nr. 45. Die Stelle RORTIO schcint entweder BORTIO oder 
DORTIO gelesen werden zu konnen. Es ist ein gallischer Name, 
womit zu vergleichen BORIVS Nr. 1484. Die letzte Zeile 
IVVENTVT SV . . . bisher gelesen: (pro) juventute (juven- 
tuti ist dort Druckfehler) oder juventute su(mk)eennensi), kann 
auch ein Name sein, etwa IVVENTIANVS. 

Nr. 50. Die Textstelle LEG IIII. F F. wurde daselbst legionis IV 
flaviae felicis gelesen. Nach einer im vierten Theile dieses Wer- 
kes unter der Aufschrift „ Sammlung zu Ebersdorf bei Wien " 
befindlichen Inschrift, vvelche unler andern die Stelle G. III I- F FIDL 
gibt, ist die richtige Lesung folgende : leg. IV. flavia fidelis. 

Nr. 80. Zu lcsen: Jovi optimo maximo. Ala Valensium posucrunt 
laeti lubentes merito. 



— 'M)7 — 

Ni\ 154. Die Slellc ARMISSES nach Regel Com. a. v. Spraeh- 
liches — Abkiirzungen I. A. zu lesen : Armisse(n)s(es). 

Nr. 150. Der Name Sanctus noch mchnnals Nr. 802 und 1370. 

Nr. 109. Statt adjeetivisch tri(pu)tiensium zu lesen Triputiensium 

wie numerus Caddarensium , n. Brittonum u. s. w. , s. Com. a. 

v. Cohortes. 
Nr. 171. S. Com. a. v. Griflelinschriflen im II. Th. S. 298. 
Nr. 181. S. die Bemerkungen zu Nr. 585. 
Nr. 184. GEMEL Z. 8 kann auch ein Name sein, s. Nr. 960. wo 

der Name GEMELLVS vorkommt. OBIERVNT wiirde dann auf 

mehrere Verstorbcne, dercn Namen auf dem Sleine erloschen, 

deuten. 

Nr. 185. Z. 2 zu lesen: SALVTE D D N N SEV. Das M ist 
Druckfehler. 

Nr. 207. Bci dem Stempel OF CRES sleht die Lesung officina 
Cresti nicht in Frage, dcnn dieser Name kommt bci dcn Stem- 
peln Nr. G56 und 1449 deutlich CRESTI vor. 

Nr. 233. Die Richtigkeit der Erganzung dieser Inschrift in der 
Ilauptsache (beziiglich auf den Kaiser Caracalla und die Dati- 
rung) geht aus eincr Parallelinschrift von Pelronell (Agun- 
tum) hervor, vvelche im vierten Theile dieses Werkes mitge- 
theilt ist. 

Nr. 261. Dillhey im Archiv fiir hess. Gesch. u. A. K. VII I. Heft 
S. 89 bezieht diese Inschrift auf die keltische Gottheit Melona 
oder Melia, Der Inhalt und die Erklarun£ beweist, dass hier cin 
gcmeinschaflliehcr Gcnlilname vorliegt. 

Nr. 287. Dte Sehriftreste OVE IM Z. 2 erganzt : (ceteris dis dea- 
bus) que im(mortaIibus zeigcn entweder auf die Anrufung des 
Jupiters und des Genius loci (Nr. 1007 tind 10013) oder auf 
die Golter des capitolinischen Kreises, Jupitcr Juno und Minerva 
(Nr. 384). Ist SIRONA richtig copirt, so erscheint der Name 
dieser Gottheit auf ahnliche Weise dem Jupiter oder den Got- 
tern des capitolinischen Kreises beigefiigt, wie bei Nr. 372 die 
Fortuna redux nach der Erklarung im Zusatze zu Nr. 372 dem 
capitolinischcn Gotterkreise. Im ersteren Falle ware daher diese 
Inschrift hinsichtlich ihres Eingangs zu erganzcn : (Jovi oplimo 
maximo et Genio Ioci) Sironac (ecterisque dis deabus) que 



— 398 — 

im(mortalibus) . . . , im andern Falle : (Jovi optimo maximo, 
Junoni reginae, Minervae) Sironae (ceterisque dis deabus)que 
im(mortalibus . . ) . ^ill man SIRONA als vielleicht unrichtige 
Abschrift verbessern und Junoni dafiir setzen (wegen der glei- 
chen Zahl der Buchstaben und der Typen RON und NON em- 
pfehlenswerth, da N leicht fiir ein R erkannt vvorden sein mag), 
so ware hier blos der capitolinische Gotterkreis erwahnt. Nach 
dieser Beobachtung schlage ich daher vor, auf die Stelle SIRONA 
nicht zu bauen. Vergl. Zusatz Nr. 955. 

Nr. 298. Wegen der Lesung juventutis s. C. a. v. Sprachliches 
— Abkiirzungen II. A. b. 

Nr. 300. Das C Z. 6 ist Ueberrest von G. Da die Schrift am 
Schlusse keine Defectstelle hat, so ist zu lesen: strator consulis. 

Nr. 3 14. Nach dem frankfurter Conversationsblatt (Beilage zur 
Oberpostamtszeitung von 1852 Nr. 49) S. 196 hat die letzte 
Zeile nieht I. S FECIT (gelesen: in suo fecit), sondern blos 
S FECIT, d. i. sepulerum fecit, eine bekannte Schlussformel 
auf Grabdenkmalen. Die Formel I. S oder IN SVO kommt nach 
dem Gebrauche nur auf Altaren vor, die als Privatdenkmale 
in Hausern, Garten und andern Grundbesitzungen errichtet 
wurden. 

Nr. 330. Siehe unten die Bemerkung zu Nr. 573. 

Nr. 337. Zu erganzen : 

(D M) 
, ( . . « SEVERO PEDITVM) 
(SI)NGVL MISS(0 HONESTA) 
(MI)SSIONE. SEVERI. VRSVS SE 
(RV)ANDVS FABRICIVS FIL(I) 
(ET) HEREDES PATRI PIENTIS 
(SIMO F C)| 

(Diis Manibns . . . Severo peditum si)ngul(arium) miss(o honesla 
mfyssione, Severi, Ursus, Se(rv)andus, Fabricius filii etheredes 
patri pientis(simo faciundum curaverunt). Der Name des Ver- 
storbenen erjribt sich theilweise aus dem Zeile 4 befindlichen 
gemeinschaftlichen Gentile SEVERI, weshalb meine Angabe 
Anm. 2 zii Nr. 337, dass das am Ende stehende I Ueberrest 
von V und Severus zu lesen sei, unrichtig erscheint. Bei der 



— 309 — 

Slelle VGVL Z. 9 ist das V Ucbcrrest von N. Die Eraiinzung 
erribt sich aus Nr. 248, wo PEDtTVM SINGVLARIVM; ich 

unterstelle hier die Abkiirzung SINGVL. Was fiir cine Charge 
(ler Verstorbenc bckleidele, kann so wenig hicr , wie bei Nr. 
248 angegebcn werden, vielleiclit zu Iesen militi. Das Z. 4 am 
Ende stehcnde I ist Ueberrest von E. 

Nr. 341. Aschbach i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX. S. Gi verwirft 
dieTe.vlslelle EX CO | IIH TRAC und schlagt die Vcrbcsserung 
EX CO | II THRACVM mit Bezug auf Nr. 340 vor, wo richlig 
COH THRACVM ohne Zahl vorkommt, s. C. a. v. Cohortes und 
Nr. 589, vvo nach Aschbach unrichlig COH I TRAC slehe, und 
welches ebenfalls in COH THRAC verbessert werden miisse. 

Nr. 356. Fuchs I. 158 sagt von dern Fundorte ausdriicklich: 
„llutli£ hat diesen Stein in dem Hause dcs Probsten auf dem 
Albansbenxe abjjeschrieben." Findet man nun bei Gruter 332, 
4 die Bemerkung" ,,Grutero Boissardus qui vidit," ferner „ex 
Reissweiler dilionis Luxemburgicae," so ist anzunehmen, dass 
dieser Stein von Mainz nach Reissweiler gekommen ist, wo 
ihn Boissard aufbewahrt fand. Auch Willheim ed. Neyen p. 308 
FiiT. 433 snbt wie Gruter diese Inschrift bei Reissweiler. Beide 
setzen die unterste Zeile AVRELIVS D. S. F. als Anfangszeile 
an, zwischen welcher und der Zeile TER EXOMNVS ein Slab 
und eine Ascia ab£ebildet sind. Was den Namen des aWeb- 
lichen Aufbewahrungsortes Reissweiler betrifft, so findet sich 
im Grosshcrzogthume Luxcmburg kein Ort dieses Namcns. Es 
gibt daselbst Orle, wclche Osweiler, Breitweiler, Beidweiler 
heissen und an der Granze liegt im Preussischen ein Fischweiler. 

Nr. 365. Diese Inschrift gehort nicht nach Mainz, sondern in den 
Bezirk der Civitas Treverorum, weil a Col. Aug. Trev. auf dem 
Steine sleht, s. C. a. v. Strassensaulen und a. v. Civitates. 

Nr. 371. Die Stelle D C R MOG d. i. decurio civium romanorum 
Moofonliaci (nicht Magontiaci) zu vergleichen 1) mit einer In- 
schrift aus Monza in Italien bei Orelli 4976 folgenden Inhalts : 
L. SERTORIVS. L. F. 
OVF. TI . . VS 
VETERANVS LEG XVI 
CVRATOR CIVIVM ROMANO 
MOGONTIACi 



— 400 — 

2) mit einer neuerdings aufgefundencn mainzer Inschrift (Pe- 
riodische Blaltcr der Geschichtsvereine zu Cassel, Darmstadt, Frank- 
furt, Mainz und Wiesbaden Nr. 2 S. 65), welche erst im 4. 
Theile dieses Codex, weil die Nachtrage zu Th. III geschlosscn 
und im Drucke sind, mitgetheilt werdenkann, folgenden Inhalts: 



T. FLORIVS. SA 
TVRNINVS. VFT 
EX. SIG. LEG. XXII 
PR. P. F. ALEXANDRI 
ANAE. M. H. M. AD 
LECTVS. IN. ORD 
..EM. C. R. M. MOC... 
EX VOTO PC . . . . 

deren vier letzte Zeilen ich lese: . . . missus honesta missione 
adleclus in ord(in)em civium romanorum municipii Mog(ontia- 
censium ex voto posuit. Diese drci Inschriflcn geben Auf- 
schluss iiber das Bestehen einer bcsonderen Gemeinde romi- 
scher Biirger mit ihren Decurionen, Beamten u. s.,w. , im 
Municipium Mogontiacum neben der andern Gemeinde eigent- 
iicher Municipalen d. i. civium mogontiacensium, woriiber ich in 
der Topographie der romischen Provinzen ausfuhrlicher reden 
werde. 

Nr. 372. Riicksichtlich der Formel ceteris dis deabusque immor- 
talibus \n Verbindunp; mit dem auf dem Fra^ment noch vorhan- 
denen Namen Minerva im Genitiv ist der Schluss zulassig, dass 
diese Inschrift mit der Invocation des capitolinischen Gotter- 
kreises begonnen hat und mit Sicherheit zu erganzen ist, wie 
folgt: (Jovi optimo maximo, Junoni reginae) Minervae, For- 
tunae reduci etc, s. Zusatz zu Nr. 287. Das, was Fuchs nach 
der Anm. 2 in Bezug auf die Minerva angefiihrt, ist daher 
nicht als Veranlassung zu Errichtunof dieses Denkmals zu be- 
trachten, der Stifter halte vielmehr unter blos allgemeiner An- 
rufung des capitolinischen Kreises zunachst an die Hiilfe und 
Segnungen der Fortuna redux und des Genius loci gedacht. 
Vergleiche Zusatz zu Nr. 955. 

Nr. 373. Der Anfanor dieser fra^mcnlarischen Inschrift war wcjjcn 
Erwahnung des Gcnius loci sichcr wie fo'gt : 



— 401 — 

I. 0, M. 
IVNONI REG ET 

Nr. 378. Wiltheim ed. Neyen gibt p. 249 diese Inschrift wiefolgt* 

I. 0. M. 
ET. GENIO. LOCI 
L. SEPTIMIVS BELLVS 
SIG. LEG . . . I 
OPTIO NAVAL 
V. S. L L. M 
SATVRNINO ET 
GALLO COS 
mit der Bemerkung nuper inventa. 
Nr. 428. Wurde die Stelle MVNATI Z. 4 unter der Voraussetz- 
ung, dass der Name imNom. Munatius heisse, Munatii gelesen 
und zwar nach Regel Com. Sprachliches — Abkiirzung II. A. a. 
Nr. 435. Mit dem hier genannten C. Cassius Valens zu Mainz 
vergl. den Nr. 1200 (Putzdorfj vorkommenden Cassius Valens. 
Hieraus folgt jedoch noch keine Identitat, da bekanntlich ganz 
gleiche Namen verschiedener theils nahe verwandter (Vater 
und Sohne) theils nicht verwandter Personen vorkommen, z. B. 
ein Aurelius Germanus natione Dacus Nr. 344 und ein M. Au- 
relius Germanus domo Emona Nr. 570. 
Nr. 451. Die Stelle T. F ARBITER F C zu lesen: Testamenti 
formula arbiter faciundum curavit mit Bezug auf Com. a. v. 
Grabschriften II Th. S. 394. 

Nr. 493. Zu lesen; Titus Julius, Titi filius, sabatina, Secundus, 
Firmo etc. 

Nr. 526. Wahrscheinlich ist in der Schlussformel H. S. E. E. T. 
F. C. zwischen den beiden Buchstaben E und E ein H erlo- 
schen oder aus Versehen ausgelassen worden, demnach ergan- 
zend zu lesen : hic situs est. £Heres) ex testamento faciundum 
curavit. Will man annehmen, dass nichts erloschen oder aus- 
gelassen worden sei und dass der Steinmetze eines der beiden 
E fiir die Worte eres und ex doppelt fungiren liess, so ware 
zu lesen: hic situs est. Eres ex testamento fac. cur. Eres 
kommt fiir heres mehrmals inschriftlich vor. 

Nr. 544. Mit dem Namen der Frau Menimani zu vergleichen 

26 



— 402 — 

ein anderer auf einem Steine zu Laibach (IV. Th. codicis) wo: 
Voltaronti, Urbani filia, viva fecit, sodann die Namen derMan- 
ner Boddi Nr. 607 und Deppi Nr. 2359. 

Nr. 554. Diese Inschrift gibt Gruter 556, 5 ex Apiano in den 
zwei ersten Zeilen wie folgt: 

M. PETRONIVS 
CF. CLA. CELE 

zu lesen : Marcus Petronius, Caji filius, Claudia Celeja etc. 
Hiernach ware des Verstorbenen Vaterstadt Claudia Celeja h. 
Cilli gewesen, wo wir noch mehrere Petronier antreifen, s. 
im vierten TheHe bei Cilli und Seidl i. d. wiener Jahrb. 1846 
Bd. 115, Anzeigebl. S. 7. Bei dieser Gelegenheit ist ein Anstoss 
zu bemerken, den die Stelle AN XX. STIP. V gibt, da ein 
20jahriger Mann noch nicht 5 Diensljahre zahlen kann, weshalb 
bei der Zahl XX wahrscheinlich Zahlzeichen erloschen sind. 

Nr. 573. Kommt bei Nr. 330 noch einmal vor und ist, weil 
nicht nach Mainz, sondern nach Marienschloss gehorig, dort zu 
streichen. 

Nr. 582. Zu lesen : Diis Manibus. Tertiae, matri Venusti et Gemelli 
et Serotine. Primia Ammilla posuit ex voto pro pietate Ter- 
tini Venusti. < 

Nr. 585. Statt civitas magontiacensis zu lesen nach Com. a. v. 
Civitates : civitas Mogontiacensium. Wegen der abgekurzten Le- 
sung civitas Mogontiacensium leugae s. C. a. v. Strasscnsau- 
len. Dieselben Bernerkungen bei Nr. 181. 

Nr. 589. Naih Aschbach i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX. S. 61 
ist die TextsteUe COH I TRAC unrichtig und soll nach der zuNr. 
341 gemachten nachtraglichen Bemerkung heissen COH. THRAC. 
Diese Verbesseruno- scheint sowohl durch die Geschichte dieser 
Cohorte als auch durch die ungewohnliche Schreibung TRAC 
gerechtfertigt, da anzunehrnen, dass das scheinbare Zahlzeichen 
I als Ueberrest von T und das darauf folgende unrichtig copirte 
T ein Theil des H sein mag. 

Nr. 592. Diese nach Worms gehorige und im Museum zu Wies- 
baden befindliche Inschrift kommt Nr. 1625 noch einmal irr- 
thumlich vor und ist daselbst zu streichen, die Literatur jedoch 
der Nr. 992 beizusetzen. 



— 403 — 

J\r. 604, 676 und 1683. Aschbach i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX. 
S. 55 halt die Scubuli fiir eine pannonisehe Volkerschaft , die 
zwar kein Schriftsleller nenne, aber aus einerStelle (\es a. a. 0. 
erklarten Militardiploms (gefunden 1832 zu Wesprim in Un- 
garn und im Museum zu Pest aufbewahrt) , welche lautet : 
Ala Scubulorum — gregali Veturio Teutonii filio Pannonio, cr- 
rathen werden konne. Nach Lehne Nr. 11 isl vielleicht der 
Name von Scupi in Obermosien abgeleitet. In der Not. imp. 
kommt eine pseudocomitatensische Legio scupensis vor. 

Nr. 606 und 607. Beide Denkmale befinden sich jelzt in der 
Sammlung des Gutsbesitzers Bandel zu Worms. Zu Nr. 607 ist 
Z. 1 und 2 zu lescn : annorum L (mensium) VI., dierum XV. 
Das M ist erloschen. 

Nr. 608. Nach einer brieflichen Mlttheilunor des Herrn Bandel zu 
Worms steht auf dem Steine nicht NOVIANA MOTVCA, son- 
dern NOVIANIA. MOTVCA, sodann Zeile 3 nicht FILIVM FC, 
sondern FILIVM E, daher zu lesen: Lupulio Luperco, doctori 
artis calculaturae Noviania Motuca mater per Lupulium Lupianum 
lilium erexit. Erexit kommt selten vor. Per in der Bedeutung 
des Wortes cura, s. C. a. v. Cura, 

Nr. 628. Aschbach i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX. S. 76 gibt 
an, ich habe gelesen: COH IIII. NORICORVM ANTONINIANA. 
Dieses ist unrichtig. Meine Erganzung und Lesung der Defectstelle 
ist: cohors IV Vindelicorum antoniniana. Die letzte Zeile gibt 
NVMEIVS. Da bekanntlich die gewohnliche Formel folgende 
ist: NVMINI MAIEST.Q (numini majestatique), so scheint nach 
NVM wenigstens ein Q gestanden zu haben, aber erloschen zu 
sein und zwar nach diesem Typus NVMQ. Nimmt man dieses 
an, so wiirde M doppelt fungiren und daraus die Lesung nu- 
mini majestatique folgen. 

Nr. 636. Diese noch vorhandenen Schriftreste beziehen sich nach 
Klein in den Annalen des nass. A. V. 4. Bd. 2. H. S. 333 f. 
auf eine noch zu Lebzeiten des Benedictinerconventualen Fuchs 
(starb 1782 zu Seligenstadt) dahier befindlich gewesene vollstan- 
dige Lapidarschrift , welche derselbe an Ort und Stelle copirte, 
und wovon schon vor 250 Jahren auch Mauclerque zweimal 
Abschrift nahm, welche Gruter nach diesem Autopten edirte. 



Die drei Abschriften lauten wie folgt: 



26 



— 404 ^- 



M a u c 1 e r q u e. 



Gruter 1015, 8. 
I. H. D. D. 
DEAE. FORT 
AEL AELIO 

DORVS 
FALA MAVM 
EX. V. P I R 
M 



Gruter 1072, 2. 
1. H. D. D 
DEAE. FORT 
AEI AFIIO 

DORVS 
IAIAMAVIA 
EX. V. P. II 
M 



F u c h s. 

II. S. 61. 

L H. D D 
DEAE. FORT 
AEL AFIIO 

DORVS 
IAIA. MAVRA 
EX. V. P. L. I 
M 



Die Schriftreste dieses unbekannt zu welcher Zeit theilweise 
zerstorten Denkmals sind folgende: 

nach Habel nach Klein 

H. D D H D D 

AE FOR T AE FOR 

L AFLIO AFLIO 

OR. VS ORVS 

IAMATM 

und konnen nach jenen drei Abschriften leicht erganzt und 
also gelesen werden : In honorem domus divinae deae Fort(unae). 
AeQmilius) Aeliodorus (jp)r(aefectus) ala MaurQtanorum ex 
voto posuit laetus lubens merito. Der Grund, warum ich jene 
Reste nach Habel erganzte, lag darin, dass nach Inschrift Nr. 
635 in der Stelle PLAT PRAETOR ein Material zu Erganzung 
der zweiten Zeile jener Reste vorhanden zu sein schien, und 
daher bei dieser verlockenden falschen Spur (unter Nichtbe- 
achtung der oben erzahtten Thatsache) in der Meinung, Fuchs 
habe hier nur eine Erganzung mitgelheilt, an deren Stelle die 
des Herrn Habel Vorzug verdiene. Zu mehreren einzelnen Stel- 
len dieser Inschrift folgende Bemerkungen : FORT crscheint 
hier, wie auf mehreren andern Inschriften als Abkiirzung. Viel- 
leicht (doch fehlt es hierzu an beglaubigten Anzeigen der drei 
Abschriften) war zu lesen: 

DEAE FORT(V) 

(N)AEL. AELIO 
DORVS 
d. i. Deae Fortunae Lucius Aetiodorus, also nicht Aemilius? 
AELIODORVSoderAFLIODORVS. Wegen der Edit. princepsbei 



— 405 — 

Gruler mochte icli crsteren Typus vorzichen. FAIA. prae- 
fectus ala. Das F vielleicht Ueberrest von R oder ist P 
erloschen? Wir kennen nur dic Abkiirzungen PR. oder 
PRAEF. — Ala fiir Alae komuit nicht selten vor, s. C. a. v. 
Ala. Dass der Typus ALA tst, geht aus der Ed. princ. her- 
vor. Ware diese nicht vorhanden, so ergibt sich die Lesung 
aus viclen Analogien, vvo das L am untern Strich erloschen 
ist. — Will man F in E verbessern und eques ala lesen , so 
haben wir hierzu epigraphische Beispiele, Nr. 465, 598, 605. 
MAVM — MAVIA — MAVRA und neuerdings nach Habel MAVM. 
— nach Lesner MARVM. Daraus bildct Lehne MAVRAE. Dieser 
Theil der Inschrift ist gegenwarlig nicht mehr sichtbar. Ob jene 
Schriftreste auf eine Ala Mauritanorum, in welchem Falle viel- 
leicht die Abkiirzung MAVRIT da stand , oder auf den Namen 
eines Errichters dieser Ala bezogen werden konnen, muss un- 
entschieden bleiben. Eine maurische Cohorte erscheint bei Orelli 
Nr. 529 und bei G. CoIIingvvord Bruce thc roman Wall S. 399 
kommt ein Irib. cohort. ex prov. MAVR(itania) vor. Jeden- 
falls kann auf dem Steine nicht ALA MAVRA gestanden haben, 
da, wenn das Wort auf die Mauritanier bezogen worden ware, 
nach dem Gebrauch und vielen vorliegendenAnalogien derVoIks- 
namen imGen. plur. gestanden haben muss. 

Nr. 637. Die Schlusszeile gibt Ktein i. d. Annalen desnass A. V. 
IV. Bd. 2. Heft S. 342 wie folgt: 

TTTPP.P.T — 

und liesst: pater ex testamenii formula propria pecunia filii 
faciundum curavit. Die drei vor PP stehenden Buchstaben, 
von welchen der vorderste ein theilweise erloschenes E isl, 
auf welches zwei TT folgen, konnen nicht ex testamenti for- 
mula, sondern ex iestamento titulum gelesen werden, zumal da 
die Formel ex testamenti formula eine ungewohnliche ist, wie 
Com. a. v. Grabinschriften fheidnische) Nr. 2 S. 394 angefuhrt 
wird. — Die Lesung propria pecunia filii ergibt sich in Bezug 
auf filii und den nach PP folgenden Buchstaben und Resten T.I 
— nicht grade gewiss, und es kann diese Stelle zwar, wenn 
sie filii heissen soll, mit FILI und dem Zusatz F. C. , mithin im 
Ganzen FlLl F C. , aber auch ohne FILI blos F. C verbessert 
werden und diese Zeile pater testamenti formula propria pecunia 



— 406 — 

faciundum curavit gelautet haben , eine Lesung, die mit dem 
Texte vollkommen ubereinstimmt, wenn angenommen werden 
darf, dass der Sohn die Errichtung des Grabmals seinem Vater 
auf dessen Kosten testamentarisch auferlegt hat. 

Nr. 672. Zu dem hier genannten L. Veturius Primus gehort wahr- 
scheinlich der Nr. 912 vorkommende L. Veturius Quintus als 
dessen jiingerer und fiinfter Bruder, welcher diesen Zahlnamen 
fiihrt. 

Nr. 675. Klein, i. d. Annal. des nass. A. V. IV. Bd. 2. Heft S. 
292 versichert, dass Z. 1 und 2 nicht SAB j NVS, sondern 
SAR | NVS zu lesen sei. Es ist ein bis jetzt unbekannter Manns- 
name. Ein Fluss in Campanien hiess Sarnus Q. Sarno). Weiter 
bemerkt Klein CLEMES bedtirfe nicht der Lesung Clemens, 
sondern heisse Clemes, ein Name, der bei Gruter 601, 7 und 
bei Orelli 481 vorkomme. Endlich will Klein die Siglen C. R. 
nach COH. II RAI nicht auf diese Cohorte durch die Lesung 
civium romanorum , sondern auf den C. Julius Sarnus durch 
die Lesung civis romanus beziehen, s. Com. a. v. Cohortes das 
Nahere, indem ich vorlaufig bemerke, dass die Lesung civium 
romanorum gewiss die richtige ist, wie aus Arneth. Militardipl. 
S. 52, wo eine COII. VIII RAIT. C. R. erscheint, analog her- 
vorgeht und vielleicht auch aus Nr. 11 10 dieses Werkes, zu 
welcher Aschbach i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX. S. 61 vor- 
schlagt aus COH. TRAECERVM COH. I. RAE. CL ROM. zu 
machen. Die Verbesserung s. behZusatze und Verbesserungen im 
dritten Theil dieses Werkes ad. Nr. 1110. 

Nr. 684. Nach Becker i. d. Annal. d. N. A. V. 4. Bd. 2. Heft 
S. 375 lautet diese Inschrift vollstandig und genau also: 

IN. H. D. D. 
APOLLINITOV 

TIORIGI 

L MARINIVS 

MARINIA 

NVS o LEG VII 

GEM ALEXAN 

DRIANAE VO 

tT COMPOS 

Das Wort ALEXANDRIANAE wurde auszuldschen versucht, 



— 407 — 

ist aber nach genauer Belrachtung immer noch zu lesen. Ober- 
flachliche Ansicht desselben veranlasste clie unrichtige Copie 

GEM P F ALEXAND | D. D. D. FORTVNAE. 
Mit der Stelle TOVTIORIGI zu vergleichen TEVRIGO Nr. 116, 
TOGIRIX Nr. 2265. 
Nr. 72 1. Zu lesen: Marci Ulpii (nicht Ulpi) nach Regel Com. a. 
v. Sprachliches — Abkiirzungen II. A. a. 

Nr. 736. Wegen der Schrcibung DECCIVS mit scharf ausgespro- 
chenem C ist zu bemerken, dass dieselbe Schreibung auch auf 
einem aus Afrika nach Italien gebrachten und zu Florenz im 
mediceischen Museum befindlichen Steine (Strassensaule), Spon, 
Misc. p. 274, Gruter p. 273, Muratori p. 252, vorkommt. Stark 
Abhdl. iiber einen dem Kaiser Decius gewidmeten Meilenstein zu 
Wilten und Spon erklaren diese Schreibung fur einen Copisten- 
oderSteinmetzenfehler. Da sich diese Schreibung auch hier findet, 
so liegt vvenigstens dort kein Copistenfehler vor und was die 
vom Steinmetzen angenommene Form belrifft, so hat sie in dem 
Dialekte jener Zeit ihren Grund, und war daher Stark 1. c. 
S. 39 nicht befugt, die Schreibung DECCIVS in DECIVS zu 
verbessern, insofern es gilt, Inschriften nach ihrer urspriing- 
lichen BeschafFenheit gelreu mitzulheilen. 

Nr. 745, 746 und 753. Die Lesung der Siglen C. N. Civitas 
Nemetum leugae V wurde nach der Analogie der Inschrift in Nr. 
871, 672, 873 u. a., wo das Wort Civitas ausgeschrieben steht, 
vorgeschlagen , und weil nach den Buchstaben C. N der Name 
des Ausgangsorts nicht folgt, dieser nach Com. a. v. Strassen- 
saulen als sich von selbst verstehend angesehen. Da jedoch 
die Auslassung des Namens des Ausgangsortes sehr selten 
vorkommt und ausweislich aller Sauleninschriften gerade die aus- 
druckliche Nennuno- de* Ausganffsortes als wesentlicher Theil 
dieser Inschriften betrachtet werden muss, so schlage ich um 
so mehr die Lesung C(olonia) N(emetum leugae V) vor, als 
dafiir eine Analogie bei der Inschrift Nr. 747 vorkommt, wo 
der Schriftrest Z. 6 . . . OLN auf die Erganzung (C)ol(onia) 
N(emetum) weisst. 

Nr. 748. Zu dieser bis daher bekannt gewesenen einzigen In- 
schrift des Donau- und Rheingebietes kommt noch einc zweile 



— 408 — 

von Begnins K. Waadt Nr. 2283 und eine dritte von Hausen, 
wurtembergischen O.-A. Heidenheim im vierten Theil. 
Nr. 760. Cerealis ist bestimmt der Name eines Topfers und nicht 
der eines Formschneiders. 

Nr. 789. Zu lesen: (Diis) Manibus s(acrum). Melioni filio (et) 
sibi (vivus . ♦ . folgt der Name des Vaters ... fecit. 

Nr. 832. Da hier CIV TRIBOCCORVM steht, so war auf der nach- 
folgenden erloschenen Zeile das Wort LEVGAE oder die Sigle 
L mit der entsprechenden Zahl der Entfernung von demHaupt- 
orte Argentoratum an bis zum Standpunkt der Saule wie bei 
Nr. 753 geschrieben, s. C. a. v. Strassensaulen. 

Mr. 850. Hinsichtlich der Stelle RESP. AQ. zu vergleichen eine 
Inschrift zu Aquileja (im vierten Theile) wo REIP. SVAE 
AMANTISSIMO und daselbst weiter MVNICIP ET INCOLAE, 
s. C. a. v. Civitates. 

Nr. 852. Die Stelle ANICI geradezu Anicii und nicht Anici(i) zu 
lesen, weil I doppelt fungirt s. C. a. v. Sprachliches — Abkiir- 
zungen II. A. a. Eben so Nr. 428 MVNATI und Nr. 948 
VEXILLARI. 

Nr. 853 und 878. Mit diesen Inschriften zu vergleichen Nr. 948 
hier hinsichtlich der Stelle COLLEGIO, dort hinsichtlicli der 
Stelle CONTVBERNIO, welche beide durch Beisetzung der Prae- 
pos. in als ablat. loci metonymisch Versammlungsorte der 
daselbst genannten Gesellschaften bedeuten. In anderer und der 
gewohnlichen Bedeutung der Corporation kommt das Wort 
contubernium auf einem Denkmale zu Augsburg, siehe das. 
im vierten Theile, vor. 

Nr. 856. Mit GIAMTVS d. i. verbessert GIAMIVS , sodann mit 
GIMATVS zu vergleichen der Topfername GIAMATVS Nr. 1484. 

Nr. 863. Der grossh. bad. Hofrath Schrciber iiberlieferte dem k. 
k. Antikencabinet zu Wienfolgende zwei fragmentarische Stempel 
LEG XIIII G ....... G XIIII G. M. V. und LEG XIII.... 

welche wahrscheinlich nach Baden-Baden im Grossherzogthum 
Baden und nicht nach Baden in Oestreich gehoren, s. Seidl im 
Archiv furKunde osterr. Geschichtsquellen Bd.IX. Heftl. S. 92. 

Nr. 897. Der Regel nach findet nian geschrieben: divi Antonini 
magni filio, (fdius) divi Severi nepoti (nepos) s, z. B. Nr. 2183 



— 409 — 

(wenn diese Inschrift auf Elagabalus bezogen wcnlen kann), 
die Schriftreste von Nr. 897 weisen aber auf die umgekehrtc 
Lesung divi Severi nepoti divi Antonini lilio. 

Nr. 900. Nach VIRO folgen zwei scheinbare D D , welche als 
unrichtig abgeschriebene oder unkenntlich gewordene Buchstaben 
zu VIRO schon der entsprcchenden Zahl nach gehoren und in 
RE verbessert werden konnleu, so dass der Name VIRO(RE) 
hergestellt ware. 

Nr. 927. Der Literatur sind noch beizusetzen: Freher I. p. 58 
77. Gruter, 53. 6. Lersch , II. S. 14. ln der Zeile 3 ha 
Rappenegger: VL ET VO, GraflF: V. LETVO, Gruter: VITTVO 
und nach diesem zu verbessern : V L IN (S)VO, d. i. Yoto 
lubentes in suo. Ueber die Formel, vvelche mit voto anfangt, 
s. Nr. 8 und 8|5, ferner iiber die Schlussphrase in suo Nr. 427, 
wo eine ahnliche: V. S. L L D S d. i. de suo. 

Nr. 929. Diese Inschrift ist auf der linken Seite offenbar erloschen 
und diirfte auf folgende Art erganzt werden : 

(LVCIO) 
SEPTM(IO) 
SEVER(O) 
PERTINcACI) 
AUG 
CIVI(TAS) 
VL P(0)S 
Lucio Septimio (nicht Septimo, wie dort als Druckfehler in der 
Lesung steht) Severo Pertinaci augusto civitas voto lubens po- 
suit (pecunia smo), in welchem Falle der Name der Civitas, 
wie bei Orelli Nr. 973 nicht genannt ist, oder wenn er hier 
nur mit den Anfangsbuchstaben oder der Anfangssilbe bezeich- 
net werden soll, wie z. B. Nr. 1469 und 1522 wo CVT und 
Nr. 43 wo CAQ, so ware zu lesen: civitas UI voto posuit 
(voto pecunia suo). Auf welchen Namen das Ul zu beziehen, 
bleibt bis jetzt unbekannt. Wurde die Schrift statt VL — LV 
geben, so konnte man etwa Civitas Lu(pudunensium) rathen, 
denn bei dem Fundorte Ladenburg lag das bekannte romische 
Lupudunum. 
Nr. 950. Zuzusetzen: Mehrere nicht zusammengehbrige Inschrift- 
reste auf Steinfragmenten, Ziegeln und Gefassestucken. 



— 410 — 

Nr. 952. Zuzusetzen: Inschriftreste auf verschiedenen nicht zu- 
sammengehorigen Fragmenten. 

Nr. 955. Zu erganzen resp. zu verbessern : 

I(N H. D. D) 

IOV(I. 0. M.) 

I(VNONI reg; 

M(INERVAE) 

CE(TERISQVE) 

DIS (DEABVSQ) 

IM(MORTALIBVS) 
l(n honorem domus divinae) JovQi optimo maximo), JQunoni 
reginae), M(inervae ce(terisque diis deabusque im{mortalibus). 
Hochstwahrscheinlich bezieht sich diese Inschrift auf den capi- 
tolinischen Dreigotterkreis. lch verandere daher verbessernd 
Z. 3 das D in I und Z. 5 das DI in CE. Diese Verbesserun- 
gen ergeben sich aus den noch richtig erhaltenen Anfangsbuch- 
staben und Sylben Z. 2 IOV, Z. 4 M, Z. 6 DIS, Z. 7 IM. 
Nr. 956. Nach Nr. 947 wo: IMP. D. N GORDIANO AVG ET 
AVIOLA COS. zu erganzen resp. zu verbessern: 

IIS IMP. D N GOR 
(DIAN)O (AVG ET AVIOLA) 
(COS) 
Die oberen noch gut erhaltenen mit demAnfange der untersten 
Zeile von Nr. 947 ganz gleichlautenden Wortabkiirzungen IMP. 
D. N GOR fiihren in Betracht, dass beide Inschriften einem 
Fundorte angehoren, auf diese vorgeschlagene Verbesserung 
der Wortreste Zeile 2. 
Nr. 963. Zeile 6 steht nicht GOH II C R P E P, sondern nach 
Overbeck's Autopsie und Katalog S. 78 Nr. 156 COH II C R 
D D und ist die ganze Inschrift zu lesen : Jovi optimo maximo 
Junoni, Marti, Herculi sacrum, Cajus Domitius Rufinus, decurio 
cohortis II civium romanorum dat dedicat et commilitones vota 
solverunt laeti lubentes merito, wobei zu bemerken , dass die 
Worte dat dedicat in dem Sinne zu nehmen sind, wie der Aus- 
druck curante und curam agente gebraucht wird, s. C. a. v. Cura. 
Nr. 968. Die Zeilen 2 und 3 dieser Inschrift scheinen unrichtig 
abgeschrieben worden zu sein und diirften auf folgende Art 
verbessert worden: 



— 411 — 

IVNONIBVS ET MATERNIS 
MATRIBVS . . . . FOR 
TVNAT FELIXS .... 

Junonibus et Maternis matribus .... Foriunatus Felixs volum 
s. I. L m, Die Verbesserung Maternis rnatribus .... niit Be- 
zug auf Nr. 1090, vvo MATRIBVS PATERNIS als Analogie, 
sodann nach der Bemerkung im Com. a. v. Augustus Fortsetz. 
im IV. Theile. Bei der Slelle INVICTRICIS Z. 2 , welche eben- 
falls als unrichtig copirt zu belrachten ist, stand der Name der 
unbekannten Matres, welcher rnit keinem der vielen in dicsen 
Werken vorkommenden Mlitternamen verbessert werden kann 
und als ein bis jetzt unbekannter angesehen werden muss. 
Was den Namen Fortunatus Felix betritTt, so ergibt er sich 
aus dem Zusammenhange der Inschrift und konnte aus den Ty- 
pen E statt T und I I slatt IX leicht gerettet werden. 

Nr. 971. Nach Overbecks Autopsie und Katalog S. 31 Nr. 58 
folgende neunte und richtigere Abschrift als jene, welche Nr. 
971 nach Lersch mitgelheilt wurde : 

. AINIIRVI 
OOLABRA V 
S V I D 
CLASSIS AV^ 
GIIRI .... MD 
V S L M 

Zur Lesung dieser interessanten Inschrift schlage ich folgende 
drei verschiedene Erganzungen vor: 

1) 2) 

MINERVAE MINERVAE 

DOLABBANV DOLABRANV 

S(CL)P(RA)E(F)D(ET) S(CL)P(RA)E(F)D(ET) 

CLASSIS AVG CLASSIS AVG 

GIIR(MANICE)PIID GIIR(M. PLER)PIID 

V. L M V. S L. M 



— 412 ■— 

3) 
MINERVAE 
DOLABRANV 
S(CL)P^RA)E(F)D(ET) 
CLASSIS AVG 
GIIR(MANICA) PFID 
V. S. L. M 
Nr. 1. Minervae. Dolabra(nus classis) p{ra)efeclus) dedicat 
(et) classis aug(ustae) ger(manicae) pedites vola solverunt 
lubentes merito. 

Nr. 2. Minervae. Dolabra(nus classis) p(ra)e(fectus) dedicat 
(et) classis augustae germ(anicae pleromarii) pedites vota 
solverunt lubentes merito. 

Nr. 3. Minervae. Dolabra(nus classis) p(ra)e(fectus) dedicat 
(et) classis augusta ger{manica) p(ia) fid(elis) votum solvit 
lubens merito. 

Bisher wurde der Name Dolabra angenommen; der nach A arn 
Schlusse der zweiten Zeile folgende Schragstrich ^ weisst aber 
auf ein halberloschenes N und somit in Verbindung mit dem Z. 
3 am Anfange derselben stehenden S auf AN(V)S und den 
oben gelesene Namen hin. Dieser Dolabranus steht in irgend 
einer Funktionsbeziehung zu der Classis germ. und gerirt fiir 
diese auf ganz gleiche Weise, wie die Nr. 971 und 982 ge- 
nannten Offiziere. Welches Militaramt er bekleidete, wissen wir 
nicht, ich habe die erloschene Stelle mitpraefectus erganzt, weil 
ein noch erhallenes P darauf hinzudeuten scheint. Das amEnde 
derZeile stehende D gibt dagegen mit Riicksicht auf die Ana- 
logien in Nr. 971 nnd 982 die Gewissheit, dass es die Sigle 
fUr dedicat ist. Die fiinfte Zeile bietet Schwierigkeiten in Hin- 
sicht der Stelle am Ende IiID. Ich rnuss zuerst bemerken, 
dass am ersten Striche I oben ein kleiner Bogenstrich etwa 
so P zu erkennen ist , wodurch wir mit Gewissheit ein P an- 
nehmen diirfen. Der darauf folffendehalberloschene Strich konnte 
fiir ein erloschenes F, aber auch fiir ein I gehalten werden. 
War er ein F, so ist die Sigle FID vorhanden, und wissen wir 
aus Nr. 975, wo dieselbe Sigle vorkommt, dass diese das Wort 
fidelis bedeutet, so ware die Lesung Nr. 3 die richtige, zumal 
da nach Nr. 1059 und 1567 (s. C* a. v. Classis germ.) dieses 



— 413 — 

Epilhet zvvcimal erscheint. War dagegen dieser Strichrcst ein 
I neben dem andern I und dahcr, wie bei GIIR am Anfange 
der Zeile, ein in dicser bekannten Figur gegebenes E, so ware 
die Abkurzung PED fiir das Wort pedites vorhanden. In diesem 
Falle entsteht dieFrage, wie die zwischen GIIR und PIID befind- 
lichc Defectslclle zu erganzen ? ob wie Nr. 1 oder wieNr. 2? 
Gegen die Erganzueg Nr. 2 spricht der Umstand, dass, wenn 
PLER angenommen werden soll, solches nach dem Gebrauche 
nach PIID (wie namentlich in Nr. 970 wo PED. PLER. steht) 
foljren muss, wozu jedoch am Ende der Zeile und am Anfano-e 
der darauf folgenden, welche blos die Formelsiglen enthalt, 
kcin Raum gegeben ist. Halt man diese Bemerkung fiir wich- 
tig genug, hier blos pedites und keine pedites pleromarii anzu- 
nehmen, gab es einen Unterschied zwischen pedites und pedites 
pleromarii auf den Flotten (woriiber Naheres im Com. a. v. Classis 
germanica Fortsetzung im vierten Theile dieses Werkes), so folgt 
daraus die Erganzung undLesung Nr. 1 : tlassis augustae germanicae 
pedites, als die wie ich glaube wahrscheinlichste unter den 
drei vorgeschlagenen. 
Nr. 980. Wenn Aschbach i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 61 
bemerkt, ich habe im Codex Rheni Nr. 744 unrichtig cohorlis 
Thracum civ. rom. gelesen, so ware es hier am Orte und billig 
gewesen, zugleich anzugeben, dass ich dagegen spater irn Cod. 
rom. Danubii Nr. 980 die richtige Lesung cohortis I civ. rom* 
mich selbst corrigirend gegeben. Dieselbe Bemerkung gebe ich 
zu Nr. 187 des Cod. i. r. Dan., welche Nr. 206 des C. i. Rh. 
unrichlig gelesen wird. 

Nr. 982. Zu bemerken, dass nach der Zahl XX eine Defectstelle 
folgt, wo das Zahlzeichen I stand. 

Nr. 982. Overbeck gibt in dem Katalog S. 81 Nr. 161 nach sei- 
ner Autopsie folgende Abschrift: 

. M 
HER SAX SEX 

DONNIVS 

VINDEX C LEC 

X. G. PF D ET 

COMMILI 

TONES W S L M 



— 414 — 

Jovi optimo maximo, Herculi saxano. Sextus Donnius Vindex, 
centurio legionis X, geminae, piae, fidelis dedicat et commilito- 
nis vota solverunt lubentes merito. Zeile 4 ist hiernach nicht 
ein S, sondern ein C vorhanden und Z. 5 die Sigle PFD nicht 
pia fidelis zu lesen, sondern pia fidelis dedicat grade wie in 
Nr. 963 und 971 beziiglich auf D (s. Zusatze und Verbesse- 
rungen zu diesen beiden Nummern). Am Schlusse der Schrift 
ist ein doppeltes V gegeben. 
Nr. 985. Die Stelle Z. 6 AMI scheint unrichtig copirt zu seyn. 
Sie ist der Ueberrest der auf Strassensaulen vorkommenden 
Angabe der Enlfernung vom Ausgangsorte nach Passus. Nach 
dem Fundort scheint diese Saule auf Col. Agrippina hingewiesen 
zu haben, wesshalb zu vermuthen, dass hier zu lesen war: A. 
COL AGRIPP MP, wovon oben nur MI (I Ueberrest von P) 
richlig, A dagegen wahrscheinlich unrichtig copirter Ueberrest 
von AGRIPP (wegen Nr. 1002) oder nach A der Raum fiir 
erloschene Buchstaben nicht gehorig angemerkt ist. 

Nr. 995. Diese nach Rheder gehorige Inschrift kommt bei Wein- 
garten Nr. 1005 noch einmal unrichtig vor und ist bei letzt- 
genanntem Orte zu streichen. 

Nr. 1062. Steininger, Geschichte von Trier I. 144 halt diese In- 
schrift ebenfalls fiir acht, setzt sie aber unrichtig in die Zeit 
des Agrippa. S. die Note zu dieser Inschrift. 

Nr. 1005. S. oben Nr. 995. 

Nr. 1014. Wegen der Stelle VGG (d. i. AVGG) der untersten 
Zeile zu lesen: Gallo et Volusiano consulibus. 

Nr. 1019. AmSockel standen die davon jetzt abgebrochenen Buch- 

staben TIA. Overbecks Katalog S. 4. 
Nr. 1025. Nach dem Z. 1 folgt nicht wieder ein A, sondern 

ein C mit einem Punkt, daher nicht Octavo, sondern Cajo, fer- 

ner Z. 6 nicht Luperius, sondern Lupercus zu lesen. 
Nr. 1026. Zu dem in der Anrn. 1 hinsichtlich der scheinbaren 

Solocismen und Casusabwechslungen Gesagten ist Com. a. v. 

Sprachliches — Ellypsis (Forts. im vierten Theile) nachzusehen. 

Nr. 1044. EXCA zu lesen: exampidoctore. 

Nr. 1046. Die erste Zeile zu verbessern: 

APOLINI (SO)LI (IN)VIC(TO) 



— 415 — 

Apolini Soii inviclo. Apollo mit einem L geschrieben. Vergl. 
Nr. 1441 wo: SOLI INVICTO APOLLINI. 

Nr. 1454. Zu Iesen: Salvii Juliani, weil in SALVI das I doppelt 
fungirt. 

Nr. 1059. Den Schluss zu lesen: (Voto) hic suscepto, s. Com. a. 

v. Sprachliches III. Siglae B. 2. 
Nr 1059, 1082, 1159. Zu bemerken, wie sowohl die Cohors I 

Germanorum, als auch die Classis germanica ein und dasselbe 

Epithet fiihren. 

Nr. 1076. Zu lesen : Castori. Saturninus Tr(ebonius) oder Tr(io) 
votum solvit lubens merito. 

Nr. 1077. Altar der Victoria zu allegiren: Thom. Wagner und 
J. Chr. Rankelmann disputatio de Aris in Curiis et pro Tribu- 
nali apud Romanos positi Lipsiae 1732 und Gruter CXXXIII wo 
bei den Fastis zum 28. August steht : H. D. ARA. VICTORIAE 
1N. CVRIA. DEDIC. EST. Zu Rom stand in der Curie bestan- 
dig eine Ara Victoriae, s. Lamprid in Severo. 

Nr. 1087. Die Schreibung SERAPI zu vergleichen mit derselben 
Nr. 702 und mit der Schreibung SARAPI Nr. 1465, alle drei 
in dieser Flexion, welche auchbei Orelli Nr. 1887, 1889, 1892, 
1893 vorkommt und daselbst mit der Schreibung resp. Flexion 
SARAPIDI wechselt, weshalb SERAPI oder SARAPI nicht als 
Inschriftfehler zu betrachten. 

Nr. 1090. Mit Bezug auf Gelenius wo: LEG XXX zu lesen : 
centurio legionis XXX etc. 

Nr. 11 10. Aschbach in den Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 61 schlagt 
vor, die Stelle COH TRAECERVM so zu verbessern: COH. L 
RAE. CI ROM und demnach zu lesen : miles cohortis I Raetorum 
civium romanorum. — Er erwahnt hierbei einesin Bezugauf diese 
Stelle gemachten Vorschlages Cavedoni's, welcher lautet: COH. 
THRAC. GERM., dem er jedoch nicht beistimmt, weil die Coh. I 
Thracum, so lange sie in Germanien lag, darnach nicht benannt 
wurde, sondern erst seit der Zeit, als sie nach Pannonien neben 
einer andern Coh. I. Thracum equitata ihr Standlager erhielt. 
Ich bemerke zu diesem VerbesserungsvorschlageAschbachs, dass 
allerdings in der Stelle TRAE CERVM das voranstehende T als 
Zahlzeichen angenommen werden darf, welches, wie ich selbst 



— 416 — 

bei Mittheilung eines Stempels von Seligenstadt Cod. i. r. Rheni 
1837 Nr. 266 COH. T. C. R (spater richtig im Codex Danubii 
Nr. 187) gethan habe, fiir ein T unrichtig hielt. 

Nr. 1115 s. unten Bemerkung zu Nr. 1255. 

Nr. 1118. Erganzend zu lesen: (Diis Manibus . ♦ Valerio centu- 

rioni? legionis) XXX ulpiae (victricis) Cor(finio) $( sti- 

pendi)or(um , . .) qui vixit annos etc. Zur Erganzung Corfinio 
vergl. Nr. 523 

Nr. 1119. Die Schreibung PRIMINI kommt inschriftlich noch mehr- 
mels vor. 

Nr. 1121. Die Stelle A MILITIS zu lesen a militiis, da nach Re- 
gel Com. a. v. Sprachliches — Abkiirzung A a das I doppelt 
fungirt. Ein Marcus Gavius miles leg. XIV Nr. 441. 

Nr. 1134. Z. 5 scheint der Strich I vor DOMI Ueberrest von L 

und diese Lucius Domitius Verecundus zu lesen sein. 
Nr. 1172. Der Name T. Furius Verecundus noch einmal Nr.351. 
Nr. 1202. Dieser Stein wurde im Jahr 1833 bei Versetzung des 
Kreuzes, neben welchem er lag , herausgenommen und von 
dem Rittergutsbesitzer v. Geyr zu Miiddersheim in sichere Ver- 
wahrung gebracht. Die Inschrift ist folgende : 
I . . . TRONIS 
ARVAGASTIS 
AVTITIVS VICTOR 
L 

Matronis Arvagastis Aulus Titius Victor (voium solvit) l(ubens). 
Oberhalb der Schrift drei Matronen mit Friichten auf dem 
Schoose. Zwei derselben mit Wulsten. Auf der Nebenseite ein 
Opfertisch mit Schweinskopf, unter demselben ein flaschenartiges 
Gefass, hinter ihm ein langliches gehenkeltes Gefass. Auf der 
linken Nebenseite ein Fiillhorn mit Aepfel, Birnen und Aehren. 
Hinter dem Fullhorn ein Vogel (Gans oder besondere Art Haus- 
hiihner. Das G in derStelle ARVACASTIS istfast einem Cgleich, 
jedoch nach dem bekannten lapidarischen Typus als G zu be- 
trachten. Freudenberg i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XX S. 95. 

Nr. 1204. S. die Anmerkung 3 zu Nr. 2408. 

Nr. 1226 Zu lesen: Diis Manibus. Maselinio Materno etc. , weil 
die Formel D M in beiden Buchstaben am Anfange und Ende 



- 417 — 

rier Zcilc vcrlhcilt gogoben ist. Glcichcs bei viclen andern 
Grabschriflen. 
Nr. 1228. Nacli Ovcrbecks Autopsic nnd Lalalog S. 55. 
folgende Abschrifl: 

IVINONl 

BVS DOM 

PETIA 

VICANI 

. . . 011 

P . 

Juinonibus dom(eslicis). Pelia(nus) ♦ . . . vicani(s) , . • on . . 
p(osuit.) Die Schrcibung Juinonibus, st. Junonibus ein Vcrse- 
hen des Steinmclzen. Der Ergansungsvcrsuch nach Nr, 2085. 

Nr. 1230. Zu erganzen: 

(AV)FANIS(VA) 
LENTIN(VS) 
MESS(OR) 
(E)X IMP. IP(S) 
V S L M 
Aufanis (Vd)lentinus Mess(or) ex imperio ipsarum volum s. L 
m. Nicht Lentinius. 

Nr. 1234. Overbeck i. Katalog S. 75 Nr. 150 gibt folgende Ab- 
schrift: 

VETERANEHIS 

CORNELIVS 

PRIMVS. ET 

cor N VSXA 

. . CORMI 

. . VVNOLM 
undbeinerkt, „vvie Lersch liest: COR IV MA | SIVS CORNII | 
. . . SIMMVLM. , von denen er sclbst die Unsicherheit zuge- 
sleht, stchen so ganz sicher nicht auf dem Stein, und kaum 
kann ich glauben, dass die von mir genau gegebcnen Reste 
vor einigen Jahren noch so ausgesehen haben." Da nach dieser 
Mittheilung die bekannte Phrase EX IMPERIO IPSARVM hier 
in den zvvei untersten-Zeilen nicht gestanden haben kann , so 
waren noch zwei Namen zu suchen, und durch Verbesserung 
theilweise also zu finden: 

27 



— 418 — 

CO(R)N(ELl)VS X A 

. . ET CORNE(LIVS) 

.... VOTO L M 

Das X scheint ligirte und undeutlich gewordene Buchstaben 
zu enlhalten. 

Nr. 1244. Diese Inschrift wurde imCod. i. r. Rheni suh Nr. 908 
nach Gruler und den Act. acad. pal. und fcrncr im Cod. i. r. 
Danubii et Rheni Nr. 1244 mitgelheilt, und dabei die Bcmer- 
kung gemacht, dass Nr. 925 dcs Cod. i. r. Rh. eine unrich- 
tige Abschrift nach Hiipsch 43. 21. sei. Da Freudenberg i. d. 
Jahrb. d. V. v. A. F. XVIIL 112 auf diese unrichtige Abschrift 
Nr. 925 des Cod. i. i\ Rheni Bezug nimml, so muss ich auf 
die richtige Abschrift im Cod. i. r. Rheni Nr. 908 und im 
Cod. i. r. Danubii et Rheni Nr. 1244 aufmerksam machen. 

Nr. 1255. Zu lesen : ala frontoniana, weil bcnannt nach dcm Na- 
mcn ihres Bcfehlshabers und Errichters Fronto. Diese Inschrift 
hommt Nr. lH5 zu Koln noch einmal vor, und ist, da Grimm- 
lingshausen ausdrucklich als Fundort bezeichnet wird, bei K6!n 
zu streichen. Die verschiedene An^ahe dcr Aufbevvahrunffsorte 
liisst sich auf mancherlci denkbare Weise vereinigen, und ist 
hier besonders zu bemerken, das die Academie zu Mannheim 
sehr beflissen war, von allen Orlen her Vermehrung ihrer 
Sammlung zu erhalten. Die Abschrift , welche ich Nr. 1115 
nach den Act. acad. pal. gab, schcint die richtigere zu sein. 

Nr. 1256. Da Pacatus als Coonomen am gehorigen Orte steht, 
so ist die Vermuthung fur PAT d. i. Palavia nicht statlhaft. 

Nr. 1265 Z 9 und 10 bei der Stelle CANVTI MODESTI LEG | 
LEG SEPT. MVCATRA erganzend zu Iesen : Canuli Modesti 
legati legionis (ejusdem) etc , weil zu vermuthen, da s dieser 
Mann Legat bei der 30. Legion gewesen, und der Steinmetze 
das Wort EIVSDEM oder EIVSD aus Versehen nicht beige- 
selzt hatle. 

Nr. 1269. Die Stelle RATORI I F C. Z. 5 zu vergleichen mit 
Nr. 321 wo: NEG. I. F. Bei jener Stelle ist das R verlesen 
fiir (I)ATORI oder (TI)ATORI. Die Anfangssilbe NEG ist er- 
loschen. 

Nr. 1280. Nach Overbecks Autopsie und Katalog S. 26 Nr. 36 



— 411) — 

ist Z. 5. T. G. LE. zu seheri , nicht T, C. L. F. Was dieso 
Buchslaben, so wio dic Sylbe LEG Z. 3 botrifFt , so involviron 
diese kcincswcgs VcrdaclitsQTiindc zur Annahmo dcr Uniichllieit 
dicser Inschrift, da bokauntlich zuweilcn dicNamcn widmender 
Personcn mil oinzelnenBuchstabcn und Sylbcn auf Dcnkmalen ge- 
schricbon zu findon sind. 

Nr. 1281. Ueber dio Gollheit Alatoivia und die Malres Alalerviac 
s. Freudenberg i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVIII. S. 112. f. 

Nr. 1283. Z. 3 st. BLlA zu loson BELLA. Mit MATRIS AVG 
zu vergl. d. Wal. Nr. XIV p. 10, wo ausgeschrieben: MATRIS 
AVGVSTIS etc. 

Nr. 1233, 1284, 1285, 1286, 1290, 1291, 1296, 1297 haben 
nach Hupsch densolboii Fundort , wie solcher zu Nr. 1267 
angegreben ist, und gilt bei jenem Das, was zu Nr. 1267 be- 
nicrkt wird. 

Nr. 1287. Nach Ovcrbecks Autopsie und Katalog S. 17 ist das 
violbcsprochone Z. 5, welches bald ftir ein Centuriozeichen, 
bald fiir den Rcst der Abkiirzung LTO gohalten wird, ein ge- 
schlossoncs mit danebcn stehendem, davon getrennten Punkte, 
und wahrscheinlich doch dor Rest jener vermutheten , frei- 
lich inschriftlich ffanz unbekannten Abkurzunof. Die starko 
Decorirung des Caelius spricht nach Overbeck eher fiir einen 
Lcgaten als fiir einen Centurio. 

Nr. 1294. Die Zahl XX Ucberrest cntweder von XXX odcr XX. 
und XXII. 

Nr. 1305. Der Stempel DOW scheint bei W Ligaturen zu ent- 
haten und etwa auf den Namen Donatu(s) bezogen werden zu 
konnen. 

Nr. 1317. Den Slcmpel OF LVCCE zu lesen: officina Lucce(ae) 
und die Stompel FIDE MV zu lesen Fide(ae) manu, da das V 
ein umgekehrtes A ist. 

Nr. 1322. Nach der Analogie folgender Inschriften diesesCodex: 
Nr. 694 I N H. D. D (G)enio C(ohortis) AV(gustae) Tr(e- 
verorum); Nr. 947 IN. H. D. D. GENIO VEXILLAR. ET 
IMAGINIF; Nr. 949 GIINIOHOR(estorum) N(umeri) BRITTONVM 
scheint der Anfang dieser fragmentarischen Inschrift folijender 
gewesen zu sein: 

27* 



— 420 — 

(IN. H. I> D. 

GENIO) 

ALE VOR 

nach welcher Vermuthung die Stelle VAGE VERCV nicht auf 
eine Gollheit, s.Zusatz zu Nr. 1438, sondern auf einen Manns- 
namen zu beziehen ware. VAGE wiirde hiernach der Ge- 
niliv von VAGA, und dieser Name, gleich den ebenfalls auf A 
endigenden: z. B. FESA Nr. 2056, FIDA Nr. 1347, VARA 
Nr. 2054, LOSSA Nr. 1523, DOCCA Nr. 207, CENEPSA Nr. 
2059, s. im Register die Tbpfernamen , ein keltisch-gallischer 
sein, wobei zu bemerken, dass die meisten dieser Namen rnit 
der Genitivschreibung auf E vorkommen. Was die nachVAGE 
folgende Stelle VERCV betriflft, so gehort sie, wie ich glaube, 
zu diesem Namen als Bezeichnung des Landes oder Ortes der 
Hevkunft des Widmenden, welcher, der Sohn eines Gallicrs, den 
romisehen Namen Julius Quintus erhiclt, wie so oft vorkommt. 
Die Lesung der hiernach erganzten Inschrift wjire demnaeh 
folgende : Qln hotwrem domus divinae, Genio) ale VorQeden- 
siuni). Julius Quinlus, Vage {filius), VcrcuQanus) votum sol- 
vit lubens merilo. Die Stelle VOR ist nach Janssen in derZeiU 
sehrift Mnemosyne Juli 1854 S. 326 f. deuilich, weshalb meine 
Verbesserung NOR(icorum) zu Nr. 1322 unstatthaft erscheint. 
Eine Ala Voredensium kommt zwar nirgends vor, es vvird aber 
ein Ort Voreda in der Gegend genannt, wo das alte Petriana 
(h. Old-Penrith) in Britanien Iag, nach welchem die bekannte 
Ala petriana s. Bocking. Not. dign. occ. p. 920 ihren Namen 
erhiclt, die, wte Janssen vermuthet , vorher vielleicht ala Vo- 
redonsis oder Voredensium genannt wurde. Ich lese Voreden- 
sium, wie Com. a. v. Ala nach der Analogie nachgewiescn ist. 
Was die Lesung Verculanus betrifFt, so ist der Ort oder die Ge- 
gend Verculum, Vercula unbekannt. Vielleicht ist es ein zweiter 
Name des Vaga, und Vage, Vercu(lf) filius zu lesen. 

Nr. 1323. Diese Inschrift ist zu verbcssern resp. zu erganzen 
wie folgt : 



— 421 — 

(MANIB)VS DIIS 

(M)ISSICIVS 

(V)OCCONIVS 

aHC SI)TVS FST 

. . . TREBO 

(NIA MAKIT)0 SVO 

(FC) 

Manibvs diis. Missicius Vocconius hic silvs est. . . . Trcbonia 
marito suo faciundum curavit. Die Formclslellung Manibus 
diis gibt Anstoss, ist mir jedoch schon mehrmals in dieserAb- 
weichunjr vonrckommen. Die Allegate sind mir enlfallen. Der 
Name Vocconius ist cin bekannter. 

Nr. 1350 Folgende Lesung und Erganzung vorzuschlagen: Diis 
Manibus . . . (Corn)elii oder (Marc)cli. In jenern Falle wiirde 
I do: pelt fungiren, in diesem der bekannte Name Marcelus zu 
vermuthen sein. 

Nr. 1351. In der Note 3 wurde bcmerkt, dass diese Inschrift in 
die Rejjierungszeit des Kaisers Claudius von 4l bis 52 n. Chr. 
gehore. Diese Angabe ist jedoch unrichlig, wie es sich nach 
Schnelder i. d. Jahrb. d V. v. A. F. ZVIII. S. 13 1 f. aus der 
BeschafTenheit der Inschrift ergibt. Es isf namlichbei dem Worle 
TIBERII eine Verschiedenheit der Schriftziige gegen die aller 
iibrigen Buchslabcn dieses Denkmals bemerkbar, sodann ist die 
Slellc, wo dieser Name steht, tiefer liegend als die iibrigen 
Buchstaben dargestcllt, so dass es klar ist, dass an derselben 
etwas ausgemeiselt wurde. Die Vermuthung spricht fiir das 
Wort NERONIS, welches aus Hass gegen diesen Kaiser getilgt 
und wofiir TIBERII gesetzt wurde, was, da beide Kaiser bei- 
nahe vbllig gleiche Namen und ganz gleiche Titei fuhrten, leicht 
ausfiihrbar war. Sie sind fokjende: Nero Claudius caesar au- 
gustus germanicus, Tiberius Claudius caesar augustus germa- 
nicus. Die Verschiedenheit der Schrift an besagler Slelle mit 
der der iibrigen Beslandtheile der Inschrift geht vveiter aus den 
Endigungen CLAVDI und TIBERII , dort durch das einfache 
aber doppelt fungirende I, hier durch zvvei II dcrFIcxion her- 
vor, welche bcide ungleiche Darstelluegen von zwei Stein- 
metzen gefertigt wurden. Diese InsehriU gchoit dahcr nicht in 



— 422 — 

die Zeit des Claudius, sondern in die dcs Nero von 54 — 68 
nach Chr. 

Nr. 1362. Overbeck versichert im Katalog S. 53 Nr. 120, dass 
Z. 1 und 2 nicht CASTINO, sondern CASITINO stehe. 

Nr. 1363. Diese nach Umbach gehorige Inschrift kommt Nr. 1559 
in der Sammlung von Blankenhein unter der Aufschrift ,,unbe- 
kannte Fundorte" nochmals vor, und ist hicr zu streichen, da 
der Fundort Nr. 1363 angegeben ist. Was die Lcsung derSt^lle 
L. STERTINIO betrhTt, so halte ich die Nr. 1559 vorgeschlagene 
fiir die richtige, namlich diese: Lucius Slertinio. 

Nr. 1395. Zeile 1 und 2 zu verbessern, resp. zu erganzcn: 

(I. 0. M) ET GEN(IO LO) 
(CI F)ORTVNAE rERM(A 
(NENTI) 

Jovi opiimo maximo et Genio loci, Forlunae permanenti. In 
der Abschrift DEI erscheint D als verlesenes G und I als 
Ueberrest von N. 

Nr. 1418. Da nach CINNA Z. 2 dieZeile schlicsst, und die darauf 
folgende mit MVT beginnt, so ist der bekannte Namc Cinna 
gegeben und nicht Linna(tus) zu Iesen. 

Nr. 1420. Zu lcsen Marci liberto, Aubus(i)no. Marcus Anicio • . ♦ 
(faciundum curavit), oder wenn sich die Grabschrift auf mehrerc 
Verstorbene bezogen halte... Marci liberlo Aubus(i)no, Marco 
Anicio . . . Der priisumirte und bis jetzt unbekannte Name 
Abusinus gibt freilich Anstoss, man wollle denn annehmen, 
dass er von einem Lande oder einer Sladt abgeleitet ware. 
Der andere Name Anicius ist dagegen bekannt, kommt aber in 
der Form Anicio, so weit mir bekannt, sonst nicht vor. 

Nr. 1422. Kommt Nr. 1346 noch einmal vor, ist daselbst als da- 
hin nicht, sondern nach Nimwegen gehorig, zu slreichen, die 
Literatur von 1316 der Numrner 1462 beizusetzen. 

Nr. 1423. Zu verbessern: 

MASEIVS FRON 
TO GAL. CLEM 

Masejus Fronfo , galeria , Clemens . . . (Jiic situs csQ . . . . 
Bei PRON Z. 1 scheint P ein veiiescnes F zu sein. Fronto oder 



— 423 — 

odor Fronlinus ist oin bckannlcr, rronepos ein unbekaunler 
Name. Der Name Masojus ist abgeloilet von Masius. 

Nr. 1427. Dicse Iiisehriflrcstc auf ciner Erzlafel scheinen ciner 
Tabula honestae missionis nngchort zu htiben und so zu lcscn 
scin: (liberis)quo eorum (cu)in uxoribus, quas poslea (duxissent 
dnmlaxut singuli) singulas s. Com. a. v. Tabulae hon. missio- 
nis. Der unler dcm Striehe steheude Name vvar bei dieserAn- 
iKihme der ciues dcr Zcugen, vvelche anf dem nicht Yorgefun- 
denen Theilc der Tafel geslanden habcn. 

Nr. 1438. Becker i. d. Zeilschrifl f. d. A. YV. 1852 Nr. Gl S. 
483 sueht, durch Veibiodung der Stelle VAGDAVER CVSTI 
in eiri Worf, eine keltische Gollheit VAGDAVERCVSTIS nach- 
zuweisen und hierzu dic Slelle VAGE VERCV Nr. 1322 d. Codex 
als Stiilze anzuflihren , vvelche denselben Namen mit der klei- 
nen Abandeumg VAGE VERCV(STIS) gebe. Diese Aufslellung- 
vvird von Janssen in dcr Zeitschrifl Mnemosyne Juli 1854 S. 
321 f. vviderlegt und daselbst unter andern bemerkt, dass die 
Slelle CVSTI auf den Mannesnamen Custius zu beziehen sei, 
der bei Gruter CMLXX vorkomme, milhin zu VAGDAVER nicht 
gezogen vverden konne. Was Beekers Berufung auf VAGE 
VERCV belriflft, so beziehe ich rnich auf Das , vvas ich in den 
Zusalzen II. Th. III. ad Nr. 1322 angefiihrt habe. 

Nr. 1441. Z. 3 und 4 zu lescn: Soli invicto Apollini, Lunae, 
Dianae etc. s. C. a. v. Apollo. 

Nr. 1449. Der Stempel OFF BASSICOEl kommt Nr. 1317 also 
vor: OFF BASSICOFI. Vergieicht man damit den Stempel OFF. 
BASSI Nr. 1317, sodann den Stempel OF. BASSI CO Nr. 1449, 

so diirfte die Lesunff oificinae Bassi consulis fecerunt vor/u- 
sehlagen sein. Das EI, sowie Fl vvaren dunu als ve.lesen oder 
als misslungenzu betrachten und vviirde der Stempel FEzu unter- 
stellen sein. 

Nr. 1449. SILVINO zu lesen Silvini offieina, SILVIN als Abkur- 
zung des bekannten Topfernamens Silvinus. Der Slempel MICCIO 
und MICCI. FE zu lesen Miccii officina und Miccius fecit — 
das I also als doppelt fungirend. Der Slempel NASSOIS kommt 
vor Nr. 1484 NASSOIS F, sodann 1523 (NASSOIS (NASSOLS 
Druckfehler) , ferner 1634 NASSOIS F. Die Lesung Nassonis 



— 424 — 

(manu) ist also unrichtig, da der Name entschieden Nassois 
laulet. 

Nr. 1450. Die Siglen L. P. M S zu lesen: legio prhna minervia 
severiana und zu vergleichen Nr. 1023, wo LEG 1. M. 
SEVERI(ana). 

Nr. 1459. Die Erganzung augusti filius nach Nr. 36 und 850. 
Nr. 1462. Die unterste Zeile . . . ENIDIO RVM zu verbessern 
und zu erganzen : 

(VE)NIDIO RVFO 
da das M offenbar eine unrichtijje Abschrift ist. 

Nr. 1483. Zur Griffelinschrift AMAS Bezug zu nehmen auf Com. 
a. v. Spriiche. 

Nr. 1484. Der Stempel CORNIIRT zu verbessern in COBNIIRT 
und zu vergleichen Nr. 808, wo COBNERT. Ferner gehort der 
Stempel DEO MARTI unter die Votivinschriften von Voorburg. 

Nr. 1512. VIRTIRMATIS Z. 4 wahrscheinlich VIRTIRMARIS, ana- 
log mil den Namen Suomar, Vindomar. Das T, wie zu vermu- 
then, ein verlesenes oder undeutlich gevvordenes R. — In der 
Stelle FLAVS Z. 3 fungirt V nach Regel C. a v. Sprachliches 
— Abkurzung II. A. b doppelt. Mit dern V war ein I ligirt. 

Nr. 1548. CISRHENANA zu lesen: legio cisrhenana, analog mit 

Nr. 1378 und 1 188 wo LEG und L. TRANSRHENANA. 
Nr. 1558. Statt Candius zu lesen Candidius. 
Nr. 1557. Z. 3 ENVINVS wahrscheinlich (VAL)ENTINVS oder 
(TER)ENTINVS und Zeile 4 die Stelle ABINVS, wahrscheinlich 
(S)ABINVS. 
Nr. 1559. S. Nr. 1363 bei Nachtrag II. 
Nr. J567. Willheim p. 248 gibt diese Inschrift wie folgt: 

D M. 
L. AVR PROVIN 
CIALI VET. TR 
EX, LEG PF H. F C. 
also Z. 4 unrichtig EX LEG P F, statt EX CL. G. PF 
Nr. 1576. Nach Oveibecks Aulopsie und Katalog S. 28 Nr. 39 
ist RETOYIAE deutlich, und daher nicht anzunehmen, dass E 
ein veilesenes R sei, und Retomarus gelesen werden konne, 
wie Nr 1576 an£egeben wurde. 



— 425 — 

Nr. 1580. Z. 3 zu lescn: Tilus Ftavius Mandalus , Sauri /ilius, 
veteranus, el Sauria Avia soror ejus — nichl Sauri fdius le- 
gionis . . . veteranus el Tila Sauria Avia . . . besontlcrs wc- 
gen des unpassendcn Praenomen Tita. 

Nr. 1583. Dic Formel D M (hier MA) war am Anfang und Ende 
der ersten Zeile vertheilt und ist das vorn gestandene D er- 
loschen, wesshalb zu lesen : Diis Manibus Joincissi Atli defuncti 
ct sibi ctc. 

Nr. 1589. DIICMVS F zu lescn Decimus fecit. OFCAIVS zu tren- 
nen, dcnn OF ist der Uebcrrest eines andern Stempcls, dcssen 
Namen verloren ging, und CAIVS fiir sich allein die bekannlc 
Stellunor des Namens im Nominaliv ohne Beisatz. 

Nr. 1590. Zu verbessern und resp zu ergiinzen nach folgendem 
Yorschlag : 

D. M 
I. MAG(I)A(NVS ARA) 
TOR. AN(N0R . . . H. S E) 
H. F. (C.) 
Diis Manibus, Julius Mag(i)a(nus Arafor) an(norum .... 
hic silus est.) Heres faciundum curaviL Z. 1 ist das L ein 
verlescnes oder halberloschenes M. Der Name Macjianus bei 
Gruter 82, 9 und 195, 2, ferner der Name Arator Nr. 665 
dieses Codex. 

Nr. 1618. Zu lesen . . . et Genio lo(cf) a{ra)m posuif. 
Nr. 1619. Zu lesen (Accojnitus Adorafus et . . . . mma conjunx 
in suo posuerunt. Fragment eines Votivaltars, s. C. a. v. Altare. 
Nr. 1625. S. Nr. 592 im Nachtrag II. 

Nr. 1639. Zu verbessern resp. zu erganzen, so weit moglich, 
nach folffendem Vorschlasje: 

D M 
CLEMENTI 
ALAESSA-SIR FR 
ARRVNTIO CVR 
VIRIONIS MEM F 

Diis Manibus. Clemenli (militi) alae . . . Arruntio, Curvirionis, 
(filius) mem(oriam) f(ecit). Die Stelle ALAESSA (nicht ALESA 
wie Nr. 1630 *!< TVn C kfehler slcht) auf die Sladl Alesia in Gall. 



— 426 — 

lugd. h. Alise beziehen zu wollen, diirfte der Schreibung wegen 
unangemessen sein, daher in dieser Stelle das Wort ALAE ab- 
zusondern. Die darauf folgendcn Buchslaben werden sich auf den 
Namen dieser Ala beziehen, welcher von cinem Lande oder dem 
NamendesBefehlshabers undErrichters abzuleilen ware. Wasden 
Namen Arruntio belrifTt, so findet man einen ahnliehen (Arrun- 
tius) Nr. 350. Curvirio erscheint als achter gallischer Name. 
Der Grund der Stelluno- desselben im Geniliv ist hinlangiich 
bekannt. Die Stelle MLI Z. 5 lasst sich leicht in MEM verbcs- 
sern, wcnn man das L als Ucberrest von E und das I als 
Ueberrest von M betrachten will und kann. 

Nr. 1647. PIIRPETVS zu lesen Perpetuus nach Piegel C. a. v, 
Sprachliches — Abkiirzung II, A. a. 

Nr. 1651. Wie vorgeschlagen zu lesen: C(aji) St(ertini) priuium 

Qscil vasculum) anno tirbis conctitae MI (rnillestmo primo~) s. 

Com. a. v. Sprachliches — Abbreviaturen. 
Ni\ 1655. Der Slempel PAVITINVS F MB auf cinem Weinkruge 

ware etwa so zu lesen: Pavitinus fecit, Misce bibe, s. C. a. v. 

Spriiche. 

Nr. 1678. Diese nicht mehr vorhandene in das Jahr 2l0 n. Chr. 
gehorige Inschrifl selzt Bertholet Hist. d. Lux. VI. p. 295 un- 
richlig nach Luxemburg, wohin sie von dcm Fundorle Mainz 
zur Aufbewahrung kam. Gamans l. Z. 3 C. BRIANO, Bcrtholet 
dagegen C MABRIANO. 

Nr. 1679. Auch diese nicht mehr vorhandene Inschrift setzt Ber- 
tholet unrichtig naeh Luxcmburg 1 . Die Stelle OCECIT zu ver- 
bessern in C C EGIT d. i. cujus curam egif, wie C. L. Grole- 
sand i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. XVIII S. 241 richtig vor- 
schlagt, s. C. a. v. Cura. 

Nr. 1682. Zu lescn ; Diis Manibus Gai, nati Rhocli. kihcnodorus 
pater fecit, 

Nr. 1683. Mit Bezng auf die Nachtrage zu Nr. 604 und 676 die 
Stelle des Textes DECVRIO ALAEI SCVBLOR SIN | COS nach 
dem Vorschlage Aschbachs i. d. Jahrbuchern d. V. v. A.F. X\ 
S. 56 zu Iesen : decurio alae I Scublorum, singularis consulis, 
woriiber ich mir im Com. a. v. Singularii in Bezug auf die 
Qenennung Scubuli nahere Untcrsuchung vorbehaltc. 



— 427 — 

Nr. 1691. Diese Inschrift belindet sich ini Museuindcs nassauist hen 
Vcrcins fiir A. K. zu Wiesbadcn. Ilinsichtlich des Namcns Ja- 
nuarius s. C. a. v. Naincn. 

Nr. 1712. Browcr p. 51 setzl dicsc luschrift iu dic Gegend von 
Echlernach. Nach dcn PubliCat. de la soc. arch. d. Luxemb. VI. 
S. 50 sind Griinde vorhanden, nach vvelchen der Fundort un- 
gewiss ist. 

Nr. 1729. Professor Dr. Aschbach i. d. Jahrb. d. V. vou A. F. 
XIX S. 57 Note erhebt auf Ansieht der Nr. 823 dcs Cod. in 
r. Rheni (1837) Anstiinde gcgen die Aeehlheit dieser Insehrilt, 
welche durch die neue Edition Nr. 1729 des Cod. i. r. Danubii 
ct Rhcni bescitigt sind. Uebcr die hier o-enannte Ala s. C. a. 
v. Ala. 

Nr. 1744 und 1745 vergl. im Theil IV bei Lcibnitz eine ganz 
gleich lautende Inschrift d. Titus Varius Clcinens. 

Nr. 1822. Die Verbesserung ist genau folgende : 

D. M 

. , . (ET AVRELI) 

V(S. FRVCTVOSVS F. I. AVRELIVS 

FRVCTVOSVS IVNIOR FILIVS 

EORVM FACIVNDVM CVRAVIT 

Diis Manibus . . . (et Aurel'\)u(s) Fracluosus fieri jusserunt. 
Aurelius Fructuosus Jnnior filius faciundum curavit. Junior 
als Name zu fassen, und nicht wie dort junior zu schreiben. 

Nr. 1845. Die Silte, Figuren und Inschriften inFelsen einzuhauen, 
schcint zur Romerzeit in der Cegend von Salona besonders 
g-ehcrrscht zu haben, s. Wiener Jahrb. 1820 Anzeigebl. S. 12 f. 

Nr. 1862. Die Form PAVLLVS zu bemerken s. C. a. v. Diplasias- 
mus II. Th. S. 410. 

Nr. 1873. Das Wort FELICI habe ich auf FICTILLARIO bezogen, 
scheint aber der Name des Errichters dieses Denkmals zu 
sein und Felici(us) gelesen werden zu konnen , weil zu dcr 
FormelP* C. auch der Name desErrichters gehoren soll. Feli- 
cius eine Distraction von dem bekannten Namen FelixNr, 1896. 

Nr. 1896. CINTVS zu lesen Quintus und C als haiberloschenes 
zu betrachten. 

Nr. 2000. Die Lesung nicht sicher, da CRETI C auch euf einen 



— 428 — 

Namcn bezogen und Optato Cretico gelesen worden kann. Die 
beschriebene Abbildung bat auf den Gedanken gebracht, 
(artis) creta(riae) zu lesen Vielleicbt richtiger creli(ari)o? — 
Zu bemerken noch, dass Z. 1 DMN Ueberrest zu sein schcint 
von D M(A)N(IBVS) wie zuweilen theilweise oder ganz aus- 
geschrieben vorkommt. , 

Nr. 2023. Diese Inschrift ist hier zu streichon, weil sie nach 
Wiflisburg gehort, wo sie Nr. 2218 an richliger Stelle befind- 
lich ist. Dip Bemerkung Grulers „in praeposilura vulgo Wiler 
appellala, bczieht sich auf Miinchcnvvyler bei Wiflisburg. 

Nr. 2027. Dic Stelle PANTVRVkann auch Panturusgelesen werdcn. 

Nr. 2059. Die Lesung derSiglen L. D. D. V. M locus datus de- 
creto vicanorum minodunensium , nach der Analogie von Nr. 
2085, wo die Stelle L. D. D. VICANORVM. 

Nr. 2122. Diese Inschrift gehort in die Zeit von 292 n. Chr, als 
jeder der beiden Augusten Diocletianus und Maximianus noch einen 
Caesar annahm (welche hier genannt werden) und 308, als 
der hier angefiihrte Dioc^ctianus abdicirte. Eine andere Inschrift 
Nr. 1008 gehort in das Jahr 293 (nicht 2l3, cin Druckfehler). 
Eine drilte Inschrift von Petronell (Aguntum), s. im vierten 
Theile, gchort ebenfalls in die Zeit von 292 bis 305. Zu be- 
merken ist noch zu Nr. 2122 der Druckfehler MAXIMINVS st. 
MAXIVIIANVS, s. uberhaupt C. a. v. Inschriftdcnkmale derKai- 
ser Diocletianus und Maximianus und ihrer Mitregenten. 

Nr. 2199. Zulesen: DiisManibus. Se.\(to), M(arci filio, P)atro(no, 
ne(golialori sagar(io a)n(norum I....) Narcissus (Maxini)a- 
n(us? faciundum curavit). Der Name Patronus Nr. 617. Z. 4 
erscheint NI als Ueberrest von ANN und das I als Ueberresl von 
eincr Zahl mit vorgesetzlen I, oder dieses I Ueberrest von X. 

Nr. 2201. Zu lesen : (Diis Manibus) Cal(issae?) Vernae, Ver(na) 
Verula, nicht Ver(ra). 

Zu Nr. 2310, 2311, 23l2 folgendes Schema: 



— 429 — 



Mnrcus Pansius 
Ar. 2311. 



Dccumius 
AV. 2312. 



Marcus Pansius Sevorus, duumvir, Julia Dccumina, flaminica, crrichtet 
flamcn. AV. 2311. ihrcm Galten , ihrcm Sohne und 

sich sclbst bei ihren Lebzeitcn 
ein Grabdenkmal, AV. 23 10, 23 II , 
2312. 

Decius Pansius Severus Ar. 2310. 
Nr. 2225. Vergleiche Inschrift Ar. 2385 und die dort befindliche 
Bemerkuntr. Hiemach scheint auch hier eine Gebaudeaufschrift 
vorzuliegen, nach wclcher die darin genannlen zwei Libertj 
zur Ehre der dort bezeichneten Gottheiten etwa fiir die Ver- 
sammlungen? der Aerzte und Lehrer der Stadt Aventicum ein 
Gebaude gestiftet haben, cine Vermulhung, die ich aus der 
Stelle „medicis et professoribus , " verglichen mit der Stelle 
„equitibus" ATr. 2.385 , schopfe. Hiernach wiiren die Siglen 
D. S. D zu lesen: de suo dederunt, wie Nr, 2129. 



Zum Commentar. 



»^»f*^^4+ 



Annierk. Fortsetzung; im vierten Theile. 

Asca. (PauIPs Realencyclopadie a. v. Ascia.) HierzufolgendcBe- 
rnerkungen. Dieses Wort erscheint zuweilen auf Grabdenkmalen 
in der Formel SUB ASCIA DEDICATVM, oder es wird slatt 
dieser Fonnel eine Ascia der Inschrift bildlich beigefligt. Das 
Bild zeigt ein dem jetzigen Pflastererhammer ahnliches Hand- 
werkszeug, dessen vordere am kurzen Stiele befindliche Platte 
grade wie am Pflastererhammer schrag gestellt, jedoch nicht, 
wie bei diesem, einwarts hohl gebogen, sondern flach ist. Hier- 
nach scheint dieses mit einem der Platte gegeniiber stehenden 
kleinen Hammer versehene Werkzeug flir Erdarbeiten und zum 
Steinsetzen beslimmt gewesen zu sein, und war dalier von je- 
ncr Ascia ganz verschieden , welche in den Zwolflafelgesetzen 
in der Stelle: „rogum ascia nc polito" als Zimmeraxt vor- 
kommt. Ueber die Bedeutung dieser Formel Q das Bild der 
Ascia kam dabei nicht nach seiner BeschatTenheit, sondern nur 
im Allgemeinen mit in Betrachtung) beslehen bis jetzt folgende 
verschiedene blos auf Vermuthungen gegriindele Erklarungen. 
i) Bild undFormel bedeuten eine sorgsameBearbeitung und Zu- 
richtung des Grabmonuments mittels einer Ascia ; 2) die Ascia 
erscheint als Syrnbol des strafenden Gesetzes auf jenen Mo- 
numenten, die, vorziiglichen Personen gesetzt, heilig und un- 
anlaslbar sein sollen, Forcellini s. v. Ascia Osann in Zimmer- 
manns A. Z. 1837 S. 53 f. , Mabillon ouvrages posth. I. 277; 
3) die Einweihung des Monuments ist mit der vom Einweihen- 
den in der Hand hochgehaltenen Ascia vollzogen worden, Wilt- 
heim ed. A r eyen Lub. p. 172; 4) die Formel sub ascia be- 
deutet metonymisch die Einweihung eines Grabmals durch die 
erste Leichenbcstattung wahrend seiner Zurichtung (sub ascia), 



— 431 — 

odcr gleich nach sciner Vollendung, (Mazochi) und 5) cben- 
falls mctonymisch (nach Faciolali) dcn Ausspruch dcs Eigen- 
Ihiimers, dass das Grabmal noch nicht vollcndet (noch sub ascia) 
sei, welchcs dahin zu erkliiren, dass, da nach einem Decret des 
Collcgs der Ponlilices jedcs vollcndclc Grabmal unantastbar scin 
soll, dcr Eigcnlhumcr sich die Vollcndung des Grabmals, ohne 
desshalb bcsondcre Erlaubniss dcr Ponlifices cinholcn zu miis- 
sen, somit frcien Spiclraum vorbchiell, MalFei Antiq. Galliae p.58. 
Diescn Vermulhungen fiige ich nunmchr, gestiilzt auf dic bis- 
hcr nicht gehorig bcachtcte, oben bcschriebene Beschaflenhcit 
dcr Ascia, und auf cinc wahrscheinlich bis jelzt unbckannt £e- 
bliebene Inschrift bei Orclli Ni\ 4169, wo die Stelle A SOLO 
ET AB ASCIA folgende bei. Wir wisscn, dass romische Be- 
grabnisssliitten oft unlcr Angabc ihrer Brcite und Liinge (in 
fronte et in agro, oder: lalilia et longilia) n;il Wiindcn ein- 
gefricdigt (sepulcra maceric circumducla) und so vom Feldc 
oder iro-cnd cincm andcrn Boden gelrennt wurden. Wir wissen 
ferncr, dass statt der Wiintle (Mauern, Pfahlwande, Gilterwerk) 
um die Stalten Furchen gezogen oder Steine gesctzt vvurden. 
Einen Fall letzterer Art der Einfriedigung gibt die angefiihrte 
mit den Worten LVFROATE P. XIII. LVAGRO. I\ XVII. ASOLO 
ET AB ASCIA, wo das Wort ascia metonymisch ohne Zweifel 
soviel bedeutet, als elwas damit Gefertigtos: eine Furche, ein 
Griibchen, eine schmale Pflasterumgiirtung oder sonst eine 
niedrige Einfassung init behauenen Steinen, gesetzte Grenz- 
steine etc. Sleht dieses, wic ich glaube, richlig, so folgt wciter, 
dass einGrund vorhanden gewesen sein miisse, nach welchem 
so eingefriedigte Grabstiittcn, die, wie bekannt, stcls anoffent- 
lichen Platzen und Wegen befindlich waren, eine besondere Ein- 
weihung sub ascia erhiclten. Dieser Grund ist wohl kein an- 
derer gewesen, als der der Besorgniss vor jeder, ohne ort- 
liches Hinderniss so Ieicht zu veriibenden frevelhaften Bescha- 
digung und Verunehrung nicht eingefriedigter Grabstalten* 
Wurden zwar Beschadigungen jeder Grabstatten nach dem Ge- 
setze hart bestraft, und waren daher solche nicht eingefriedig- 
ten Grabstatten hiermit cbenfalls schon im Allgemeinen ge- 
schiitzt, so sollcn sie es kraft dieser Vorkehr (mittels beson- 
derer Einweihung und der hieriiber geschehenen monumentalen 



— 432 — 

olFentlichen Beurk undung) , besonders und im grosserem Maase 
sein, und zwar in doppelter Riicksicht, i) wegen des Ge- 
setzes und 2) hinsichtlich der Emwcihung, deren Aichtbeobach- 
tung und Missachtung wahrscheinlich zweifache Strafe zurFolge 
hatte. Formel und Bild sind daher der Ausdruck einer War- 
nung an den Voriibergehenden , hier an geheiligter Statte Ge- 
setz und Einweihung zu achten und beider eingedenk zu sein. 
Wir halten diese Ansicht auch noch in Bezug auf eine andere 
Erscheinung des romischen Alterthums fiir richtig, nach wel- 
cher bei manchen, an offentlichen nicht sehr besuchten und ab- 
gelegenen Orten aufgestellten, Gotterbildern die warnendeAuf- 
schrift vorkommt: qui hoc loco miaverit aut cacaverit cenlum 
habet iratos deos." Vergleichen mt nun diese Ansicht mit den 
obengenannten Erklarungen 1, 2, 3, 4, 5, so wird, abgesehen 
davon, dass auch da, wo die Ascia als Symbol des strafenden 
Gesetzes richtig erkannt wird , doch die Anfiihrung des Grun- 
des dieser Erscheinung fehlt, sonst auch noch mit dem Er- 
scheinen dieser Art Grabstatten gar nicht in Einklang zu brin- 
gende Unrichtige gesagt, denn man kann bei diesen Grabstat- 
ten nicht grade eine sorgsame Bearbeitung und Zurichtung 
annehmen, vielmehr das Gegentheil: eine, stalt Wanden und 
Gitterwerk, hier sehr einfache und nicht kostspielige, ferner: 
statt vorziiglichenPersonen, wegen ihrer Einfachheit Unbemittelten 
geselzte Denkmale. 

Die sehr selten und meist nur in gewissen Gegenden, z. 
B. bei Lyon, im Laude Luxemburg vorkommende Erscheinung 
diesor sub ascia gewidmeten Denkmale fiihrt zu verschiedenen 
Vermulhungen , nach welchen wir schliesslich die Fragen stel- 
len: war dieser Gebrauch in den alteren Zeiten Roms haufig, 
erforderte die Rohheit des Volkes damals noch den besondern 
Schutz der Weihe, und hatte man zu der Zeit, aus welcher 
die meisten unserer Inschriftee datiren, bei der grosseren Froin- 
migkeit des Volkes diesen SchuU nicht mehr nothig , ist 
dieses ein Beweis der guten Sitte dieser Zeit? oder wurde, 
weil diese Inschriften sub ascia meistens einselnen Gegenden 
eigen sind, blos fiir diese Gegenden 5 in welchen keine Scheu 
vor dem Heiligen allgemein herrschte oder bei eiuselnen Klassen 
der Bewohner vorkommt, dieser locale Schuts fiir nothig 



— 433 — 

«refunden? Norh ist zu bemcrken, dass die in dcn Provinzen 
Raelia I und Raclia II. zicmlich oft auf Grabdenkmalen vorkom- 
incnde AbbildngeinerMedusenmaske wohl nur im Allgcmeincn als 
Abtreibungsmittcl gegen Missgunst und bosen Zauber zu be- 
trachlen und von der oben erkliirten Bcdeulung Jder Formcl 
sub ascia verschiedcn sein diirflc. 

Jussu, insiantia, cura, odcr: jubenie, instanie (insistente~), cu- 
ranle. Diese inschriftlichen Worte zeigen vom Bcfehle bis aur 
Ausfuhrung die* Abtheilungen amtlicher Thatigkeit an, nach wel- 
chcn bei Erriehtung offentlicher Bauwcrke vorangeschrittcn 
wurde, und es bcdcutct insbcsondere : 

1) jussus (jubenie~)^ den Befchl einer oberen Staatsbehorde 
im Allgemeinen (in den Provinzen dcr Praesides) *u Errich- 
tung eines Gebiiudes , 

2) instantia (insisiente) die technische Vorschrift der jener 
Staatsbehorde untergeordneten oberen Baubehorde fiir Form 
und Ausstaltung desselben, 

3) cura, (curante) die hierbei erforderliche technische Aus- 
fuhrung und Beaufsichligung der untercn Baubehorde. 

Unsere heutige Organisalion des offentlichen Bauwesens ist 
nichts Neues, die Romer hatten eine in der Hauptsache gans 
gleiche, und es steht noch zu untersuchen, in welcher Weise 
sie das Mittelalter beibehalten und dcr neuesten Zeit iiberliefert 
hat. 

Als Hauptbeleg zu der ad 1, 2, 3 gegebenen Erklarung dient 
eine Inschrift von Koln Nr. 1100, wo, theilweise zwar erlo- 
schen, aber sicherer Erganzung fahig, die wichtige Stelle: 
JVSSV VIRI CL . . . STIS COMITIS ET INSTANTIA VC. 
MITIS DOMESTICORVM EI S EX INTEGRO OPERE FACIVN 
• . ♦ IT MAGISTER PRAELIVS ♦ . zu lesen : , . jussu viri 
clarissimi (krboga)stis comiiis et instantia viri clarissimi 
(co)mitis domesiicorum Ei . . s ex integro opere faciundum 
curavit magister privalarum rationum (Note 6 als Druckfehler 
privatorum) Aelius . . 

Was zuerst ad i das Wort IVSSVS betrifft, so findet man 
statt desselben auch noch den Ausdruck SVB z. B. ,Yr. 1362, 
SVB IVLIO CASTINO, LEG. I. M; Nr. 1457 SVB. VAL. 

28 



— 434 — 

PVDENTE. LEG. AVG. PRPR. Dass letzteres mitjenem gieich- 
bedeulend ist, geht aus den darauf folgenden Worten : instan- 
tia, curahervor. DerGebrauchistjedoch der: 1VSSV, IVBENTE 
zu sagen. Einmal kommt bei einem Bauunternehmen, Nr. 299, 
E. I d. i. ex jussu aussergewbhnlich vor. Ganz verschieden 
hiervon ist die Formel EX IVSSV bei Gotterbefehlen, s. C. a. 
v. ex visu, ex jussu, ex monitu fnicht monito weil Druckfehler). 
Das Wort INSTANTIA erhalt fiir die ad 2 bezeichneteAmts- 
thatigkeitindemAusdruckelNSISTENTE, Nr.39, (INSITENTE 
ist daselbst Druckfchler) seinen Commentar und bezeichnet ganz 
deullich, nach welchem zvl verslehen, dass etwa svorgenommen, 
in der Sache Fuss gefasst werde, also das Beginnen der tech- 
nischen Arbeit.*) Was darauf folgt, macht die Bedeutung die- 
ses Wortes ganz deutlich, es ist 3) das Wort CVRA(CVRANTE), 
als Ausdruck fiir die Ausftihrung des Werkes und durch eine 
Stelle bei Orelli Nr. 1126, wo: CVRANTE ET PERFICIENTE 
hinlanglich erklart. 

Nicht uberall findet man andere Inschriften dieser Art mit 
der oben genannten Inschrift Nr. 1100 gleich formulirt, es 
werden da oftWorte ausgelassen, mit andern verwechselt und 
ungewohnliche gebraucht, wie folgt: 

1) CVRANTE 1 CAEC. PVDENTE. V. C. LEG AVG G. | 
PR. PR. INSISTENTE. 0* MAMIL HONORATO. TRIB. COH. 
SS. Nr. 39. Hier steht CVRANTE fur IVBENTE und fehlt 
CVRANTE am Schlusse, offenbar ein Fehler des Beslellers der 
Inschrift oder des Sleinmetzen. Vielleicht dachte der eine oder 
andere an dic Bedeutung des Wortes CVRA, wenn man es allein 
gebraucht, wie gleich unten bei Nr. 6 vermuthet wird , und 
vcrwechselte hier Besonderes mit Allgemeinem. 

2) SVBIVLIOCAS | TINO.LEG.LE.I.M. | CVRA.PETRONI | 
AQVILAE Nr. 1362 und 

3) SVB. VAL. PVDENTE. LEG. AVG PRPR. CVRANTE | 
CAECILIO BATONE PRAEF, Nr. 1457. Hier fehlt das Mittel- 



-•') Mrio findet dieses Wort auch bei andern Gescliaften : quo instante 
urbs sacratissima oleo copiisque abundanter frulbatur. Gruter p. 164. 
Nr. 3, 4. 



— 435 — 

glied INSISTENTE, vielleicht desshalb, weil dieBaugegenstande 
£dort cia Brennofen, hier die Reparatur an einem Armamen- 
tarium) eine Vertheilung der technischen Arbeiten in oben an- 
gegebener Art nicht crforderle und die Besorgung alles dazu 
Erforderlichen einer Person anvertraut werden konnte, was 
bei Militiirbauten der Art uberhaupt Gebrauch war. 

4) AVR. FESTINVS C STRAT CI E I | . . GNATIANI LEG | 
TABVLARIVM PENSI | LE M A SOLO FECIT. ADIVTORE. 
COSSIO | MARTINO, Nr. 298, lies: Aurelius Festinus ceniurio 
siratorum ci . . ex jussu Egnatiani legati (augusti) tabula- 
rium. pensile a solo fecit, adjutore Cossio Martino. Hier steht 
FECIT fiir INSTANTIA und ADIVTORE fiir CVRANTE. Die 
Durchfiihrunqf des Bauunternehinens nach den drei Abstufungren 
amtlicher Thatigkeit bleibt iin Allgemeinen mit den bei Nr. 1100 
angefuhrten trleich. 

5) 0. TARQVITIVS CATV(L)VS. LEG AVG. CVIV(S) | 
CVRA PRAETO | RIVM IN RVINA(m) | (con) LAP SVM.AD | 
NOVAM FACIE(m) | RESTITVT(um) Nr. 1070. 

6) CVR CO? 0. VENIDIO RVF: curante co? Quinio 
Venedio Rufo (legato leg I, minerviae, piae, fidelis etcj) Nr. 
1460, nach welcher Nr. 14b*2 erganzt. Es fehlen die Worte 
1VSSV und INSTAiVTIA. Wahrscheinlich wird hier CVRANTE 
oder CVRA fiir INSTANTIA und CVRA einfach gebraucht. Je- 
denfalls setzt dieses Geschaft den Befehl einer hoheren Behorde 
voraus, wofiir hier der Ausdruck IVSSV oder IVBENTE fehlt, 
und scheint diese Art des Ausdruckes bei Militarbehorden und 
Kriegsbauten iiblich gewesen zu sein , denn es kommen noch 
folgende ahnliche Inschriften vor: 

7) PED. o IVL SILVA | NI. SVB CVRA | YATERCVLI. 
PRO 1 CVLl 7 LEGIO | VIII. AVG. OPVS PER, lies: Pedatura 
centuriae Julii Silvani sub cura Vatcrculi Proculi ceniurionis 
legionis VIII augustae opus perficientis, Nr. 52. Hier erhielt 
ein Centurio der achten Legion Befehl, durch den Centurio 
einer anderen Cenlurie eine Pedatur fcrtteen *u lasscn. Das 
Wort JVSSVS fehlt. Cura bedeutet zusammen instantia und cura, 
Ferner : 

8) BRITTONES TRIP | QVI SVNT SVB CVRA | T. MANI. 

28* 



— 436 — 

T. MANI. T. F. POLLIA | MAXIMI. SENOPE. | 7 LEG XXII. 
P. P. P. 0. P (opus perfecerunt) und 

9)PED.TREVER0R I VMPLXXXXVI | SUBCVRA(m)AGENTE 
| CRESCENTINO RESPECTO 7 | LEG VIII. AVG. Nr. 693, 904. 

Verschieden von dieser Cura ist die Cura bei Errichtung 
von Denkmalen sub aucloritate, s. Com. a. v. Cura. 
Stempelinschriflen kommen in einer weit grosseren Merige als die 
Griffelinschriften (s. d.) auf gebrannten Steinen (platten und 
hohlen Dachziegeln, Wandsteinen, Bodenplalten fiirHypokausten 
und Wohngemacher, Deckplalten fiir Graber, Wandrohren fiir 
Warmeteitung in den Zimmern (tubae), Saulchen fiir Feuer- 
gange), ferner auf Topferwaaren der verschiedensten Art zum 
hausslichen Gebrauche und auf Urnen in folgender Form (be- 
sonders aufgebrannten Steinen) vor: imUmkreise, in Tessern, im 
Kreuze, in gebogenen Bandenu Sie bezeichnen alsGegenslande ihres 
Inhalts : Narnen und Nummern verschiedener Legionen, Cohor- 
ten und Alen, Consulate, Titel, Standes und Diensteseigenschaf- 
ten, Personen und Ortsnamen, Ziegel und Topferwerkstatten, 
Namen der Topfer uud Ziegler, Sprtiche, Gefassenummern, und 
sind daher bei solcher Mannigfalligkeit ihres Inhalts und ihrem 
zahlreichen Vorkommen eine wichtige, vielfach belehrende und 
wegen ihrer Fundorte topisch interessantelnschriftenklasse. Die 
Buchstabencharaktere dieser Inschriflen sind von der edleren 
Form frirhererKaiserzeit an bis zur schlechten des vierten Jahr- 
hunderts in verschiedenen Stufen der Abnahme stets Majuskel 
mit zuweilen dabei bemerkbaren Cursiven. Zu den seltenen se- 
horen wie die edeln Charaktere der zweiten Halfte des ersten 
so die schlechten mit Cursivanhangen der zweiten Halfte des 
drilten bis zum Anfange des vierten Jahrhunderts. In der Mitte 
dieser Grenzen erscheinen die iibrigen, zwischen jencn Haupt- 
charakteren schvvankend oder geradezu die schone Form ver- 
lassend, sehr zahlreich, und es gehort das obengenannte Vor- 
kommen der Slempelinschriflen nach diesen Merkmalcn be- 
merkter Mittelzeit (in vvelche Zeit aus ganz gleichem Grunde 
auch die Steininschriften (marmora) geselzt werden) an, ein 
Vorkommen, welches bei der Erweiterung romischen Anbaues 
am Rhein und an der Donau mit der Verbreitung romischer 
Culttir grade zusammenlnfTt. Die Stempelinschriften wurden 



— 437 — 

theilsmitdemStcmpel (sigillum, typarum, typarium) vor dcm Brande 
in die wcicheMasse, vcrticft odcr erhahen, je nachdem die Worte 
oder Zahlzeichcn verlieft odcr crhaben in die Metall - oder 
Holzform eingeschnitten worden sind , ganz ahgedruckt , oder 
mit Letlcrn , die zu Darstellung der Schrift entweder einzcln 
ncbcn einander vcrwendet odcr hochstwahrscheinlich der heu- 
tiiren Schnftsetzuno- ahnlich in einem Tenakel zusammcnp-eselzt 
wurden, ausgefuhrt. Aus dcm Vorkommcn der unter andern oft gra- 
den Buchstaben verkehrt slehenden, nach Grossc und Form mit 
jencn zuweilen auch ungleichen Lcttern geht diescs sehr deut- 
lich hervor, und dient dieser unvorsichlige Gebrauch nachlas- 
siger Arbeiter uns als niilzliche Belehrung zu der weiteren 
Wahrnehmung, wie nahe man vor 1| lauscnd Jahren der so 
spat erfundenen Buchdruckcrkunst war, Hiernach unterschei- 
den wir Siegelstempel und Letternstempel (beide wurden von 
Formschneidern (sigillatores) gefertigt ) , und theilen hier- 
nach die Stempelinschriflen ein in Siegelstempelinschriften und 
in Letternstempelinschriflen. 

A. Die Siegelstempelinschriften kommen vor: a) auf ge- 
brannten Steinen, b) aufTopfcrwaaren, Urnen, Altiiren aus ge- 
branntem Thon.*) 



*) Dorow, Denkmale II. 6[ Tf. I. uud XXIII. Fig. 2, a, b gibt die 
Abbilduug' eines bei Neuvvied gefundenen Typarium von Eisen mit dem 
im Umkreise stehenden Typus COH III VIND. Unter vieleu hier gefun- 
denen Steinpeln auf gebrannten Steinen kommea auch Stempel im Um- 
kreise vor, s. Nr. 959 Auf der Bibliothek zu Basel befindet sich (s. 
Nr. 2441) ein Typarium von Messing in Gestalt eiuer Fussohle mtt den 
verkehrt eingeschnittenen Namen ALPHIAE LVCILL , abgebildet in 
Bruckners Merkwiirdigkeiten Tab. XXV 6, 7. Es diente zum Bezeich- 
nen eines Grabmals der Alphia Lucilla , s. Buonarotti osserv. sopro 
olinni fram antiq. diversi p. IV. Aehnliche Stempel gibt Montfaucon. 
Ferner befiudet sich in der Sammlung des Papierfabrikanten Schmid zu 
Basel ein Stempeleisen mit dem verkehrteiugechnittenen Namen CARISEI, 
s. Nr. 2070. Roth halt es fiir eiu Brenneisen. Es ist aber eiu Typa- 
rium, wie ich a, a. 0, blos vermuthete, jetzt aber fiir gewiss halte. Aus 
der Janko\vich'seheu Sammluug zu Pesth besitzt das k. k. Miiuz- und 
Antikenkabiuet zu Wien zwei metallene Typarien der LEG. XIII. 
GEMINA. Das eine ist oblong , an den Enden rund mit eiuer Hand- 
habe auf der Riickseite, neben der Handhabe die Buchstabeu D. L d. i. 



— 438 — 

Zu den ad a) auf gebrannten Steinen gehtfren und es er- 
scheinen oft: 1) die einfachen Sigilla der Legionen, Cohorten, 
z. B. LEG. XXIL P. P. F, COH. III. C. R. und sehr viele 
andere; 2) die Sigilla der Legionen und ihrer Centurien z. B. 
LEG XXIL P. P. F 7 GAL. STRABO Nr. 414; LEG. XXII. P. 
P. F. 7 L. ATTI. ATRECTI. Nr. 4l5 und anderc; 3) die SU 
gilla der Legionen und ihrer Centuriones fabrum s. LEG 
XXII P. P. F. JVLIVS. PRMVS. Nr. 666; LEG. XXII. P. P. 
F. SEMPERONIVS Nr. 209, 411, 616. LEG XXII. P. P. F. 
HELVIVS MOIANS (sic) iVr. 662 , LEG. VI VICT. P. F. IVL. 
MAXIMVS Nr. 1539; 4) die Sigilla der Legionen und ihrer 
dabei befindlichen Aufseher der Arbeiter z. B. LEG. XXII. P. P. 
F. MANGANDI F, 1. Leg. XXII. p. p. f. Mangandius figulus 
Nr. 413; LEG.XXII P. P. F. IVLIVS. PRIMVS F Nr. 413 (ein 
Julius Primus erscheint Nr. 666 als Ceuturio fabrorum s. a) 
ad 3 und Com. a. v. Centurio fabr; ferner LEG. VI. VIC. P. 
F. SECVNDVS F, Nr. 1308, LEG. IV. VIR. SEVER. PLAC. F, 
Nr. 1299; 5) die Sigllla der Privatleute, welche das Ziegler- 
handwerk fiir sich betrieben, z. B. 0. VAL. SABE, 1. Quintus Va- 
lerius Sabeius Nr. 1854 (der Brennofen dieses Zieglers lag 
\\ Stunden von Saarbriicken, seine Ziegel findet man mit die- 
sem Stempel versehen an mehreren Orten der Saargegend); 
MVSAO. 0., 1. Musani officina Nr. 1390; 6) die Sigilla stadli- 
scher und anderer olFentlichen Ziegeleien, z. B. REIPVB I. 
Reipublicae officina d. i. der Col. Aug. Trevcrorum Nr. 1748; 7) 
die Sigilla fiir Spruche z. B. VTI FELIX VIVAS auf einem Grab- 
ziegel Nr. 541. 

Zu den ad b) auf Topferwaaren, Urnen gchdren 1) die Si- 
gilla der Topfer auf Gefassen insofern mit Gewissheit, wann sie 
in Tessern vorkommen, z. B. die vielen Topfernamcn zu Rie- 
gel Nr. 840, 841 und andere; 2) Trinkspriiche s. Com. a. v. 



decurio legionis, auf der Flaclie LXIII GEMI verkehrt eingeschnitten. 
Das andere Typarium ist fast sohlenformig mit detn Typus LXIII GEMI, 
neben der Handhabe DECVRIO, woraus hervorgeht, dass das Geschaft 
des Stempelns von den Decurionen der Fabri besorgt vvurde, s. v 
Sacken im Sitzungsberichte der k. k. Acad. der W. zu Wien , philos. 
histor. Classe Bd. IX, Heft IV, Jahrg. 1852, S. 688, Note I. 



— 439 — 

Spriichc ; 3) dic Sigilla fiir Inschriften auf Allaren von ge- 
branntcmThon: z. B. SILVANO | TETTO | SERVS | FITACITI | 
EX VOTOR | Nr. 755, 756, 757; dieselbe Inschrift auf 
einem Gefasse Nr. 758; auf etner Thonplatte Nr. 759; die- 
selbe init Lettern s. B ; eine andere auf der Handhabe eines 
Gefasses Nr. 2293. 

B. Die Letternstcmpelinschriften wurden dargestellt entweder 
durch Abdriicke zusammengcsetzter oder einzeln gebrauchter 
Leltern. Bci den Inschriften Nr. 760 und 761 wurden ein- 
zelne Lettern angewendet , weil die Buchstabcn, durch ihre 
Schiirfe bemerkbar, in ungleichen Raumen zwischen Bilderzier- 
rathen yon ganz anderer Form stehen. Ausser diesen zwci 
lnschriften kann ich bis jetzt keine andere bczeichnen, bci wel- 
cher diese Verwendungf mit Gewissheit anzunehmen. Verkehrt 
stehende Lettern, welche so oft vorkommen, beweisen noch nicht 
ihre einzelne Vervvcndung, sie konnen auch beim Zusammen- 
stellen der Leltcrn unrichlig eingesetzt worden sein. Alle diese 
Letternstempel kommen meistens auf Topferarbeiten vor. Als 
eine seltene Ausnahme erscheinen auf gebrannlen Steinen die 
Stempel Nr. 687 LEG I IVD , Nr. 739 LEG. IIXX, wo A und 
XXII verkehrt entvveder zu den andern Lettern im Tenakel, 
oder einzeln vervvendet worden sind. 
Strassensaulen , cylindrische, gewohnlich 8 bis 9' hohe Stcine, 
dienten zu dreifachem Zvvecke und waren (diess veranlasst die 
Annahme zu der obigen allgemeinenBenennung) 1) Meilen- und 
Leukenzeiger , 2) Denkmale zu Beurkundung ausgefiihrter 
Strassenbauten, 3) in spateren Zeiten Denkmale zu Ehren der 
Kaiser. In den Provinzen des Donau - und Rheingebietes er- 
scheinen sie nach dieser dreifachen Bestimmung. 

I. Was ihre vorziigliche Eigenschaft als Meilen- ued Leuken- 
zciger betrifft (aus diesem besonderen Grunde ihr Name „Mil- 
liaria b. Orelli Nr. 905), so enthalt die oben am Stein ange- 
brachte Inschrifl den Namen eines Ortes und die ZahlderPassus 
oder der Leukcn mit der Angabe, wie viele deren es sindvon 
dem Orte an bis zur Saule , gewohnlich ausgedruckt durch 
die Prapositionen a und ab und, wie unten vorkommen wird, 
aus dem dort angegebenen (s. Anm. 1) Grunde zuweilen auch 
ohne dieselben. Nach dieser feststehenden , von der heutigen 



— 440 — 

Art (von dem Wegweiser bis m einen Ort) zu zahlen , musste 
Inschrift Nr. 1455 „a municipio ad Forum constituto m p. XII" 
gelesen und Altings Lesung,, ad Mosam" verworfen werden. Die 
Ausgangsorte, vonwelchenan also die Zahlung geschah, erschei- 
nen, in den Provinzen vertheilt, immer als Hauptorte der Civi- 
tates (Verwaltungsbezirke); man zahlte z. B. a Colonia augusta 
Treverorum, a Col. Agrippinensium, ab Aquis, a Municipio ad 
Forum, a ColoniaNemetum, ab Aventico, a Castello, ab Augusta, 
a Campoduno etc, und es ist noch keine Strassensaule an einem 
der obengenannten oder andern Hauptorten gefunden worden, 
deren Inschriften von Hauptort auf Hauptort verweisen: immer 
geschahen, wie mit Bestimmtheit angenommen werden darf, 
nachdem die friihere Art , von Rom und grosseren Provinzial- 
stadten aus zu zahlen , aufgehort hatte, 1 ) mit dem Entstehen 



1) Wir besitzen aus der Zeit derRegierung des Kaisers Claudius eine 
Strassensauleinschrift von Tholl in Tyrol (s. im vierten Tbeile dieses 
Werkes) , welche einer von dem Padus bis an den Danubius ziehenden 
Strasse niit der Zahlung derPassus innerhalb dieser Linie gedenkt, auch 
ist bei dieser Inschrift noch eine von Cesio Maggiore angefiihrt, wclche 
aus derselben Zeit von einer Strasse redet, die Drusus von deramadria- 
tischen Meere gelegenen Stadt Altinum in Venetia bis an den Danubius 
anlegen und mit Strassensaulen besetzen liess. Andere ahuliche Inschrif- 
ten sind aus den Provinzen der Donau und des Rheins bis jetzt nicht 
vorgekommcn. Mit der friihzeitig unter Augustus hier begonnenen Or- 
ganisation kleinerer Civitatsbezirke , s. C. a. v. Civitates, kam ini Zu- 
sammenhange das oben angefiihrte Sj r stera der Zahlung in Anwendung, 
wesshalb sehr wahrscheinlich Strassensiiulen derjenigen Gattung , wie 
von Tholl und Cesio Maggiore, wenige vorhanden gewesen sein werden. 
W 7 ir besitzen schon aus den Zeiten des Claudius eine Inschrift von 
Gerolle Nr. S298, auf welcher die Zahlung nach jenem S3 r steme vor- 
kommt , und Forum Claudii Augustum Millia passuum XXXVII lautet. 
Was die Po-Donaustrasse betrifFt, auf welcher unter demselben Kaiser 
Claudius die alte Art zu zahlen noch stattfand , so steht zu untersu- 
chcn , in welchem Verhiiltnisse dieses zu der damals im Donaugebiete 
Ratiens und Vindeliciens eingefiihrt gewesenen Civitatsverfassung gestan- 
den hat. In spiiterer Zeit hiiren wir nur vou Strassensauleu , welche 
dort auf Civitatshauptorte weisen, z. B. Augusta Vindelicorum u. A. Der 
gelehrte und grundlich forscheude Stark war iiber das Verhaltniss der 
Ziihluug nach alter und nach neuer Art nicht im Klaren , aber nahe 
daran, den Grund der letzteren zu finden; er sagt namlich in seiner 
Abhandlung iiber einen zu Wilten in Tvrol befindlichen Meilenstein des 



- 441 — 

dcr rrovinzialcivitates , die Zahlung nur bezirksweise und nur 
von den Hauptortcn dctselhcn aus innerhalh dcrsclhcn , niemals 
iibcr ihre Grenze hinaus. 2 ) Dcn Heweis dieser Annahme lie- 
fern die Inschriften von Steinbach Nr. 871, 872, 873, von El- 
mendingen Nr. 887, von Nollingen Nr. 890, 891, von Au Nr. 
897 in Verlundurigr mit jcncn zu Nattenheim Nr. 1813, 1844, 
und Marmagcn Nr. 1002. Wolltc man, um zucrst von den Sau- 
len zu Sleinbach , Ndttingen und Elmcndingen zu redcn, ein- 
wcnden , dass dic Ziihlung ab Aquis auch ausscrhalb des Bc- 
zirkes m einer daiangrenzenden andern Civitas hiille fortge- 



Kalsers Decius (s. Wilten im 4. Theile) Augsburg 1838 S. 36: „ Nach 
jedem Tauseaid solcher geometrischen Schritte, die eine romische Meile 
(Milliare) ausmachteu , stand ein 31eilenzeiger (Lapis milliarius) , uiii 
damit die Eotfernuog von einer Stadfc zur andern, oder von einer Stadt 
zu einem Flusse, oder auch von einem FJusse zum andern zu bestimmen. 
Die beiden letzteren Falle werden durch zwei Meilenstcine von deoi 
Kaiser Tiberius Claudius bestiitigt. In dem einen liest man: ab Altino 
usque ad flumen Danubium, in dem andern heisst es : a Pado flumioe 
usque adflumeu Danuvium. Diese uoter den friiltereo Kaisern in den In- 
schriften angegebenen Entfernungspunkte verloren sich an den spater 
gesetzten Wegsaulen , wie es , um nicht mehrere Beispiele anzufiihren, 
der Stein von Wilteu bezeugt. u Hier hatte nun auf die Zahluog nach 
Civitatshauptorteu iibergegaogen werden oiiissen. Der Verfassee kommt 
aber, indem er blos sagt ,,die Zahluug der alten Art habe sich spater 
verloren, 44 von dem Grunde dieser Erscheinung gauz ab und fahrt fort : 
,,Demohngeachtet geht aus dessen Meileuzahl M. P. CXII (s. diese In- 
schrift bei Wilten in Tyrol im 4. Baude) hervor, dass , wenn man die 
Analogie zu Hiilfe nimmt, die Strasse von Augusta nach Veldidena, 
welche der Kaiser Sept. Severus im Jahr 201 vvieder hergestellt hatte, 
unter dem Kaiser Severus vou Neuem ausgebessert wurde, u wodurch er 
zu verstehen geben will, dass blos die Meilenzahl die Strecke der Ausbesse- 
rung andeute, eine Annahme , die dem Zwecke der Zahlangabe — die 
Ensfernung von dem Hauptort anzuzeigen, nicht entspricht unddeuVer- 
fasser von dem Punkte richtiger Forschuog abgelenkt hat. 

2) Ausnahmsweise findet man auf verschiedenen Strassensaulen statfc 
z. B. ab Aveutico die Augabe des Ortes im Nominativ mit btigesetzter 
Zahl z. B. Nr. 2297 AVENT. M. P. XXXVII als Beweis, dass auch ohue 
jeue Praeposition die Ziihlung von dem angegebeuen Orte aus sich von 
selbst versteht. Nach einer Iuschrift von Marein in Steierraark (s, Th. 
IV.) erscheint sogar blos die Zahl der Entferuung ohue Augabe des 
Hauptortes Viruuum. 



— 442 — 

setzt werden konnen , so antworten darauf, die Saulen Von 
Marmagen und Nattenheim, welche aufderselben Strasse 
zwischen Koln und Trier befindlich , nicht entweder nur nach 
Koln oder nur nach Trier allein , sondern , sich gleichsam den 
Riicken kehrend, — die zwei von Nattenheim nach Trier, der 
anclere von Marmagen nach Koln weisen, also von beiden Haupt- 
orten in entgegengeselzter Richtung zahlen. Der Grund dieser 
Zahlung kann nur in der Verschiedenheit zweier, hier zwischen 
Nattenheim und Marmagen aneinander grenzenden Civitates zu 
suchen sein, deren einer zu Koln und der andere zu Trier 
gehorte; und was hier von zweiBezirken und ihrenHauptorten 
gilt, muss auch bei anderen Bezirken staltgefunden haben, na- 
mentlich bei dem der Civitas Aurelia Aquensis, innerhalb wel- 
cher die Saulen von Steinbach, Nottingen, Elmendingen und 
Au gestanden haben. 3 ) Hieraus geht hervor, dass die Inschrift 
Nr. 365 nicht nach Mainz gehort, sondern wegen der Stelle 
A COL AVG . . R d. i. a Colonia augusta (T)r(everorum) in 
den Bezirk der Civitas Treverorum, deren Hauptort Colonia 
Augusta Trevcrorum war, in welcher Civitas der bis jetzt noch 
unbekannte Fundort auf einer der trierischen Romerstrassen 
nach Maasgabe der auf der Saule befindlichen Leukenzahl 
LXXXVIII ( wenn anders die Abschrift ricbtig ist ) vielleicht 
noch ermiltelt werden kann. Nach diesem Grundsatze wurden 
auch die zwei Sauleninschriften Nr. 2297 und 2298 erklart, und 
zwischen den Fundorten belder (Paudex und Schloss Gerolles 
bei St. Saphorin ) die Grenze zweier Civilates , wie bei Mar- 
magen und Nattenheim, und damit zugleich auch zweier Pro- 
vinzen nachgewiesen. 4 ) DieseZahlung von den Hauptorten aus 



3) Einige haben diese Saulen fiir Grenzsteine des Bezirks gehalten. 
Dieses ist nach dem Gesagten unrichtig. Waren sie dieses gewesen , so 
miisste man ein Gleiches bei andern Saulen annehmen, die doch, vrie 
jjene zu Brumat Nr. 838 und Altripp Nr. 738 ganz nahe bei diesen Haupt- 
orten gestanden haben uod in dieser Beziehung gewiss nicht fur Grenz- 
steine gehalten werden konnen. 

4) Vergl. Nr. 1098, welche an der betreffendeu Stelle nach diesem 
Grundsatze ergauzt wurde. Eben so Nr. 985 im Nachtrag Il/Zusiitze 
und Verbesserungen zuui I. II. III. Theil. Fortsetzung im dritten Theil 
ad Nr. 985. 



443 



findcn wir auf dem Steine von Tongern Nr. 1514a) conscqucnt 
beobachtcl, denn Seite 3 sleht einc Ziihlung a Castello und 
noch einc in der lelzten Zeile, wo der IS T ame des Hauptortes 
wcgen Vcrletzung dcs Steines nach der Praeposition a nicht 
melir zu Iesen ist, also zwei verschiedeneZahlungen von zwei 
Hauptorten aus, eine Erscheinung, welche dahin zu crkliircn, 
dass dieser Stein wahrscheinlich an der Grenze zweier Bezirke 
stand und derselhe zu zwei verschiedenen Zahlungen nach ent- 
gegengesetzten oder sich seilweits trennenden Richtungen be- 
nutzt wurde, ein Fall, der auch im Donaugehiet vorkommU 5 ) 
Ausserdem diente dieser Stein merkwiirdigerweise gleich den 
Itinerarien auch noch als Zciger fiir die vorziiglichsten Routen 
am Rhein zur Bequemlichkeit der Reisenden, und wahrschein- 
lich slanden, da er sechs Seiten hatte, auf den ubrigen zer- 
storten dei Seiten noch mehrere Ilinerarangaben. 6 ) Wegen 



3) Zu Wolkershofen im k« bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken (s. 
IV. Th.). Der Stein gidt AB AVG. M P XLV nnd ALG M P LHII. Wel- 
cher Ort unter LG gemeint ist, konnte noch nicht erforscht werden. 
Jedenfalls war er ein nicht zum Bezirk der Augusta Viudelicorura ge- 
horiger. Wegen der Namensahnlichkeit wiirde er, wie v. Hefner rom. 
Bayern III. Aufl. S. 131 bemerkt, LaUingen scin, aber das Meilenmaas 
trifft nicht zusammen. Dieses wiirde mehr auf Heidenheim oder die da- 
bei befindliche Burg Helenstein passen. Ich bemerke hierzu noch , vor 
Allem ist die Strasse zu ermitteln , welche von dem Steine an in einer 
andern Direction zog, als es die ist, welche vou demselben Steine nach 
Augusta lief. Jedenfalls verirrt man sich, wenn dieser Ort LG auf der 
Strasse nach Augusta gesucht werden wollte. 

6) Der Stein von Tongern gibt auf Seite 1 abweichend von der 
Tab. peuting, welche die Route von Italien aus anzeigt, umgekehrt die 
Route vom Unterrhein her, wie folgt: 

Stein von Tongern. S. 1. Tab. peuting. 

• . • . L. XI Borgetomagi XIII 



(Rigo)magus 


^, 


VIII 


Bauconica 


XI 


(Antojnacum 


L 


VIII 


Mogontiaco 


VIIII 


(Confl)ueutes 


L. 


VIII 


Bingium 


XII 


(Bo)udobrica 


L. 


VIII 


Vosavia 


VIIII 


(Vo)solvia 


L. 


VIII 


Bautobrice 


VIIII 


(Bjingium 


L. 


VIII 


Coufluentes 


VIII 


CMojgontiacum 


L. 


XII 


Autunuaco 


VIIII 


(Bau)couica) 


L. 


VIII 


Rigomagus 


VII II 


(Borb)itomagus 


L. 


XI 


Bounae 


VIII 



— 444 — 

dieser zvveifachen Bestimmung erhielt dieser Stein ausnahms- 
weisc nicht die gewohnliche cylindrische, sondern die kantige 
Form fur sechs Schriflflachen. 

Die Bezirkssaulen , andere gab es seit der geographischen 
neueren Eintheilung romischer Provinzen nicht, standen von 
Meile oder Leuke zu Meile und Leuke, wie folgende Beispiele 
zeigen: M. P. I. M P. II (Nr. 2322 und 2324) und L. II. L. 
V. (Nr. 738, 745, 746). Aus diesen Zahlen geht hervor, dass 
zwischen den Saulen mit L. II und L. V nochzwei andere init 
L. III und L. IV geslanden haben. An der Spitze der Saulen- 
reihe befand sich nach dem Muster der Mela sudans in Rom, 
wahrscheinlich an jedem Hauptorte ebenfalls eine solche ohne 
Zahlangabe. Bis jetzt hat man jedoch keines dieser Monu- 
mente gefunden oder ein Augenmerk darauf gerichtet. Viel- 
leicht war Nr. 2274 eine Meta sudans. So viele der Haupt- 
strassen auf den Bezirkshauptort zogen , so viel wahrscheinlich 
auch ber Reihen darauf gesetzter Saulen. Diese Bemerkung, 
um des Forschers Augenmerk auf diesen noch nicht ermittelten 
Punkt zu lenken. Da die Steine ohne Angabe der Entfernung 
« ndrer auf der Route nach dem Hauptorte der Civitas gelege- 
nen Orte , nur dazu dienten, dem Reisenden die Entfernung 
blos von jenem anzuzeigen , so war damit nicht diejenige Be- 
quemlichkeit geschaffen, vvelche die in jetzigerZeit vorhandene 
Einrichtuug der Wegvveiser bietet, und dem Reisenden jener 
Zeit konnte, so viele der Saulen er passirte, auf welchem stets 
nur ein und dieselben Ortsnamen zu lesen waren , aus deren 
Aufschrift keine Belehrung erhalten , wie weit von ihm der 
naehste Ort liege, er mlisste sich denn der Ilinerarien und der 
Charte (tabula pieta ) haben bedienen konnen, die fiir dieses 
Reisebedurfmss geschrieben und gezeichnet vvurden, aber nur 
fiir jene llauptstrassen , die zufalligerweise verschiedene ein- 
zelne, nicht alle, Civitates durchzogen, bestanden haben. 

Da nach dem Gesagten zwischen den Zahlenan^aben der 
Tabula und der Strassensiiulen ein Unterschied darin besteht 
dass bei Abfassung jener nur gevvisse Distanzen von Ort zu 
Ort im Auge gehalten vvurden , wahrend die Saulen zwischen, 
neben und zufallig wohl auch grade in Orten nach Meilen oder 
keukcn von der Zahl 1 ari bis zum Hauptort der Civitas fort- 



— 445 — 

laufend nuinmcrirt standcn, so ist kcin Verhallniss vorhandcn, 
Anhallpunkte fiir Uebereinstimmung irgcnd ciuer Zahl zu fin- 
den, oder aus der Angabe dcr Tabula dic Angabe der Saule 
und umgekehrt zu vcrbcsscrn, auch kann dcr Slandpunkt ciner 
Saule nicht nach Angabe dcr Tabula, sondcrn nur nach ihrcr 
cigenen Zahl bcstimmt werdcn. Ein Beispicl mag das Gesagle 
crlaulern. Zu St. Marein bei Neumarkt (dem allen Noreia) 
in Stcicrmark (s. Th. IV) bcfindet sich eine Strassensaule, 
welche auf Virunum mit der Zahl XXII wicss. Nach der Tab. 
pcut. ist die Entfernung Norcia*s von Virunum M. P XXVH 
bcslimmt. Die kleine Diflerenz von M. P. V. ( 1} osterreichi- 
sche Meile) ist nur aus dem Umstande erklarbar, dass der 
Standort dieser Siiule nicht der Ort seiner jetzigen Auf- 
bewahrung (St. Marein bei dem alten Noreia), sondcrn auf 
der Slrasse von Noreia nach Virunum naher nach lelzterem 
Orle hin gewesen ist. Wenn nun der verdienstvolle Prof. Seidl 
im Archiv fur Kunde osterr. Geschichte IX. Bd. I. H. S. 119 
bemerkt: „Dieser Mcilenstein ist hdchstmerkwurdig- fiir die Be- 
stimmung- der Entfernung Noreias (Neumarkt) von Matucajum 
(Treibach) XIII mit Hinzuzahlung der Entfernung der letztern 
von Virunum (Zollfeld) XIV, zusammen XXVII, was von der 
Angabe des Steines hinsichtlich der Enl.fernung• Norejas von 
Virunum M. P. XXII auf der Tab. peut. um die kaum nenncns- 
werthe Zahl M. P. V differirt," so hat derselbe statt blos die 
Zahl des Steines und seines hiernach zu ermittclnden Stand- 
punktes zu beachten , auf den Fundort desselben (der nicht 
immer der urspriingliche Standort romischer Slrassensaulen ist) 
sein Augenmerk gerichtet, und hiernach jene Differenz zu fin- 
den geglaubt, die nach der ursprunglichen Beschaffenheit der 
Sache niemals vorhanden war. Eine ganz sleiche Bewandtniss 
hat es mit der bei Nr. 987 (Remagen) angegebenen Differenz, 
die ich, den Fundort des Steins im Auge haltend, damals (1851) 
fur richtig hielt, nunmehr aber (1854) verwerfe, weil nach der 
oben angegebenen genauen Untersuchung der Stein der Zahl 
nach nur eine Meile entfernt von Remaffen ffestanden haben 
muss. 

Was die Zahlung nach Millien und Leuken betrifft , so er- 
scheint sie am Rhein in den Provinzen Maxima Sequanorum und 



— 446 — 

Germania secunda, ferner an der Donau in den Bezirken aller 
dasigen Provinzen nach romischen Millien (Millia passuum) und 
in der Provinz Germania prima (also zwischen den Provinzen 
Germania secunda und Maxima Sequanorum) nach gallischen 
Leuken. Da diese Verschiedenheit durchweg genau naeh den 
Bezirken getrennt vorkommt, so konnte innerhalb der Bezirke 
keine Verwirrung entstehen. Eine romische Meile bestand, was 
ich hier als Einschaltung anfuge, aus 1000 Passus M P (mille 
passus , millia passuum) , worunter man einen geometrischen 
Schritt von 5 Fuss oder zwei gemeine Schrilte (gressus, gra- 
dus) je einer zu zwei und einen halben Fuss verstand. Der 
geometriscke Passus war also seinem Ursprunge nach ein Dop- 
pelschritt des mililarischen Ordinarmarsches t und 2, oder viel- 
leicht auch des Geschwindmarsches ^ und \ bei den Decursio- 
nen der Soldaten. Die gallische Leuke bestand aus 1500 solcher 
rbmischen Passus, aber ihrer wahren Messung nach aus 1000 
gallischen Passus, d. i. drei Gressus = 7j [rbmische Fuss, 
vvelcbe den Geschwindschritt XXX (noch heute bei den Spa- 
niern im Gebrauch) darstellen. Von diesem Geschwindschrilte 
hat man noch die Benennung „Passganger ," wowit ein Pferd 
bezeichnet wird , welches zwischen dem Schritte und Trabe 
schreitet. Die Niehtbeobachtung des Vorkommens der hier ge- 
nannten zweierlei Masse (M P und L ) nach den Bezirken der 
Civitates hat, um diese Verschiedenheit in Einklang zu bringen, 
Veranlassung gegeben, unter M P auch L zu verslehen. Wir 
werden durch diese Erscheinung so wenig irre gemacht, als 
auch durch eine andere mehr aufTallende, nach welcher an 
einem Orte zweierlei Masse der Tabula und des Steines vor- 
kommen, z. B. Nr. 987, wo der letztere M. P und die erstere 
L angibt. 

II. Die Beurkundung ausgefiihrten Strassenbaues (Neubauten 
oder Herstellungalter Strassen) war der andere Zweckder Errich- 
tung dieser Denkmale. Sie geht theils aus dem Inhalte der In- 
schriften, theils aus dem Slandorte der Saulen hervor. 

Was den Inhalt betrifft, so gibt dieser bei allen l) dieNa- 
raen der Kaiser, unter deren Regierung gebaut wurde, 2) bei 
einigen die Namen der Civitates innerhalb deren Grenzen gebaut 
wurde , 3) mit seltener Ausnahme (s. Note 2) die Namen der 



— 447 — 

Bezirkshauptorte , von wo aus die Zahlung der Leuken und 
Meilen geschah, endlich 4) zuweilen die den Zweck derStras- 
sensaulen in dieser Beziehung sehr bezeichnendenWorte „vias 
et pontes restiluil" — „vias et milliaria renovavit" — „nova 
via strata." 7 ) 

Die Namcn der Kaiser stehen bci cinigen Inschriften imNo- 
minativ, bei andern im Dativ. Die Wahl dieser Casus ist nicht 
zufallig, sondern beruht auf Thatsachen, denn da , wo der 
Kaisername im Nominativ (analog mit dem Gebrauche auf Ge- 
biiudeinschriften) selten im Ablaliv 8 ) steht, gcschah derStras- 
senbau auf Kosten der Kaiser, und dort, wo der Dativ ge- 
braucht wird, auf Kosten der Civitates. AIs mit dem Entstehen 
dieser Bezirke die so eigenthumliche bezirksweise Zahlung 
von jedem Hauptorte ausging , scheint gleichzeitig die Ver- 
pflichtung dieser Civitates, die durch ihr Gebiet ziehenden 
ofFentlichen Strassen bauen zu miissen, aufgekommen zu sein, 
namenllich in den Rheinprovinzen , denn wir finden hier auf 
vielen deutlich ausgeschriebenen Sauleninschriften von Bru- 
mat Nr. 832, Altripp Nr. 738, 745, Rheinzabern Nr. 753, 
Steinbach Nr. 871, 872, 873, Nottingen Nr. 890, Elmendingen 
Nr. 887, Marmagen Nr. 1002, Naltenheim Nr. 1843, 1844, so- 
wohl zum Theil die Namen der Civitates, welche die Steine 
setzen, mithin auch bauen liessen, als auch die Namen derKai- 
ser, unter welchen dieses geschah, im Dativ. Iin Donaugebiet 
kommen dagegen Sauleninschriften vor, welche mit den Namen 
der Kaiser im Nominativ weiter ausdriicklich erwahnen, dass 
dieses auf ihre Kosten geschehen, z. B. zu Jeny in Wurtem- 
berg, zu Baisweil und Jckstatten im Reg. -Bez. Schwaben und 
Neuburg, zu Giintzelhofen undValley im Reg.-Bez. Oberbayern, 
zu Mauterndorf, Miittau, Tvveng in Oberosterreich, zu Ivenza 
und Rain in Steiermark, zu Kurbisdorf in Krain (s. IV. Theil). 
Dieses scheint als Ausnahme von der allgemcinen Verpflich- 



7) Als auhwartige Beispiele Orelli Nr. 783 und 905, sodann im 
4. Theile dieses Codex die Inschriften zu Sechtenau, Mittenwald, Par- 
tenkirchen Valley in Bayern und im dritten Th. Nr. 2131. 

8) S. Nr. 871, sodann Orelli Nr. 3314, wo der Ablativ. 



— 448 — 

tung betrachtet werden zu konnen, und vielleicht , obgleich 
hier ebenfalls von einem besirksweisen Bauen die Rede ist, mit 
den Verhaltnissen der friiheren Zeit iin Zusammenhange su ste- 
hen, als die Strassenbauten nach andern GrundsaUen ausgefiihrt 
wurden. Die Frage, wie bei theilweise erloschenen und hin- 
siehtheh des Casus undeutlich gewordenen Inschriften die Le- 
sung 3u ergansen sei, ob im Dativ oder im Nominativ, scheint 
mit Riicksicht auf die Civitates nach der innerhalb derselben gleich- 
massig vorkommenden Form jsur Annahmc derselben beantwortet 
werden z\i konnen, wonach also z. B. Inschriften der Civitas 
Aurelia Aquensis irn Dativ erganzt wiirden , weil alle daselbst 
entdeckten noch deutlich zu lesendeu Inschriften in diesem Ca- 
sus stehen. Ueberhaupt scheint am Rhein nach den bis jetzt 
bekannt gewordenen Inschriften der Gebrauch des Dativs all- 
gemein gewesen zu sein und dagegen imDonaugebiet der des 
Nominativs. Die Inschriften des Rheingebiets Nr. 365, 986, 
987, 1002, 1366, 1485, welche ich friiher im Ablativ (diesem 
Casus, der nach obiger Ausfuhrung nur als seltene Ausnahme 
vorkommt und nicht alsRegel betrachtet werden darf) las, sind 
daher alle im Dativ zu Iesen. Wenn Stark in seiner Abhand- 
luno; iiber einen dem Kaiser Decius und seinen Sohncn gewid- 
meten Meilenstein zu Wilten S. 40 der Dativstellung die Deu- 
tung: Trajano Decio (restitutori) gibt und hiernach dieEr- 
bauung als vom Kaiser ausgehend annimmt, so ware dieses in 
der allgemeinen Beziehung hochstenRefehls zwar richtig, nicht aber 
mit Rucksicht auf Ausfiihrunsf und Traffunsr der (Kosten von 
Seiten der zum Bau verpflichteten Civitates, wie oben aus In- 
schriften nachgewiesen worden ist. 

Dem Standorte n$ch endlich beurkunden die Strassensaulen, 
auch wenn auf ihnen keine der oben angefiihrten auf Strassen- 
bau Bezug habenden Worte stehen, insbesondere die Ausbesse- 
rung einer Strasse 1) wenn deren zvvei oder mehr verschie- 
dener Zeit angehorig an einer Stelle mit gleicher Zahl der 
Passus oder Leuken zusammen angetroffen werden, so die 
Saulen zu Steinbach Nr. 871, 872, 873, Nottingen Nr. 890, 
891, Altripp Nr« 745, 746; 2) wenn auf einer Strassensaule 
zwei oder mehr der Zeit nach verschiedene Inschriften stehen, 



— 449 — 

s. Nr. 2321 und 2322; 9 ) 3) wenn cine und dieselbe Inschrifl 
zwei oder mehrere durch Zwischenraume mehrercr Jahre gelrenntc 
Zcilangaben enlhalt und von der Zeit an, als die Siiule bei einer 
Strassenreparalur geselzt wurde, auf erne andere friihere zuriick 
datirt wird ; so auf den Siiulen zu Kosching- in Obcrbayern, 
Wolkershofen in Mittelfranken, Rain und Ivenza in Steiermark, 
St. Michel und Slrasswalchen in Oberosterreich, Wilten in Tyrol 
im IV. Theil); 10 ) 4) wenn aus der Form der Siiulen zu er- 
sehen, dass frlihcre darauf geslandene Inschriflen vollig abge- 
meiselt wurden, um auf die durch dicse Abmeiselung gewon- 
nene neue Fliiche eine Inschrift setzcn zu konnen, wie z. B. 
eine Strassensiiule von Zirl in Tyrol, s. daselbst im IV. Theil, 
zeigt 

Je mehr der Saulen, Doppelinschriften etc. an einer Stelle 
gefunden werden, wie z. B. bei Steinbach, Martinach, Kosching 
etc, desto wahrscheinllcher, dass hicr auf der Strasse oft gebaut 
worden ist, woraus auf starkern Verkehr oder haufige Kriegs- 
ziige, wodurch die Strasse viel ausgefahren wurde, geschlossen 
werden diirfte. 21 ) 

III. Die Strassensaulen waren, wie die meisten oflentlichen 
Denkmale, auch noch Monumenle zur Verehrung der Kaiserund 
zum Andenken an sie. Alle Inschriften derselben begiunen mit 
ihren Namen und Titeln. Devotion und Verehrunsf wurde durch 



9) Orelli gibt Nr. 1067 zvvei Inschriften , welche, die eine oben und 
die andere unten , auf der Siiule stehen. Der Gruod dieser Erscheinuug 
ist dieser: als auf der Strasse reparirt wurde, hatte man die Siiule uni- 
gekehrt, ihren obereu Theil mit der Inschrift iu die Erde gesetzt, und 
auf deu fniheren unteren , jetzt oberen Theil der Saule, die zweite In- 
schrift geschrieben. 

10) v. Hefner, rom. Bayern, Aufl. 3 S. 130 bemerkt: „Das Ereigniss, 
welches diese Meileusteine durch die beiden getrennten Zeitaugabeu ver- 
ewigen , ist kein auderes, als die WiederherstelJung "derselben Strasse 
in den genannten Jahren. 

11) Lersch im Centralmuseum (irgendwo) nimmt an , es sei von 
der Stelle aus , wo mehrere Saulen gestauden haben , eine wiederholte 
Vermessung der Strasse vorgouommen wcrden , und Jager im Berichte 
des histor. V. f. d. Pfalz halt diese Aufstelluug fiir ein Zeichen erneuer- 
ter Widinung zu Ehreu des Kaisers. Beide Ansichten sind unrichtig. 

29 



— 450 — 

die Stellung der Namen im Dativ vorzugsweise ausgcdriickt, 
besondersinder constantinischenZeit durch Beifiigu ng der schmei- 
chelnden Formeln z, B. Nr. 2325, 2329, 2330 „ bono reipu- 
blicaenato" und Nr.2325 „votisquinquennalibus, mullis dccennali- 
bus, Ni\ 2131 forlissimus invictissimus imperator, orbis pacator. 
Die Stellung der Namen im Nominativ beurkundet mit dem vom 
Kaiser ausgehenden Befehl zugleich einfach das Andenken an 
Aus einer von dem gelehrten Schopflin beigebrachten Stelle des 
Codex Theodosianus ersehen wir, dass die Kaiser -Widmungen 
dieser Art nicht verschmahten ; er sagt in seiner Alsatia illustr. 
I. 567 ,,Impcratores vialium cipporum dedicationes interpraec- 
lara munera reputasse, ex Arcadii et Honorii Imperatorum tes- 
timonio discimus, qui in Codicis Theodosiani constitutlone qua- 
dam (Lib. XV. Tit. III. Leg. VI.) ita loquuntur." „ Absit , ut 
nos instructionem viae publicae et pontium stratarumque operam, 
titulis magnorum principum dedicalam, inter sordida munera 
numeremus." 

Schliesslich ist noch zu demerken, welch* wichtige Denkmale 
die Strassensiiulen sind zu Beslimmung der Lage, Grosse und 
Grenzen der Civitates. J 2 ) Bei der Seltenheit dieser bis jelzt 
erhaltenen Monumente wird es natiirlich nicht iiberall moglich 
sein, und wir miissen uns in dieser Beziehung mit dem Weni- 
gen begnugen, welches zu finden bis jetzt gelang, wovon ich 
zwei Proben zu I dieses Artikels vorgelegt habe. Ferner ist 
hier noch anzufiihren, dass nach Sauleninschriften von Maut-, 
terndorf, Miittau und Tweng in Oberosterreich, Kiirbisdorf in 
Krain (js. im IV. Th.) die Namen hoher Provinzialbeamten vor- 
kornmen, unter deren obersten Leitung Strassenbauten und Re- 
paraturen genannt werdeu, Angaben, die den Beweis liefern, 



12) Stark bemerkt in der oben (Anm. 1) allegirten Schrift S. 47: 
,,welch' wichtige Urkunden die Strassensaulen seyen, weil sie mit Zu- 
verlassigkeit zeigen, wo und wann Heerstrassen ausgebessert wur- 
den. u Von ihrem Nutzen in Bezug auf Bestimmung der Lage, Grenze. 
Grosse und Ortschaften romischer Civitates war ihm nichts hekannt, wie 
bereits in der Anmerk. 1) angefiihrt worden ist. Bis jetzt hat auch kein 
anderer Schriftsteller hiervon geredet, und es herrschten iiber diesen Ge- 
genstand immer noch ebenso unklare Begriffe , als tiber die nach den 
Bezirkciij hier nach M P, dort nach L vorkommende Zahluug. 



— 451 — 

dass bei dem so wichligen romischen Strassenbauwescn die- 
selbe Organisation wie bei dcm Hochbauwcsen (s. C. a. v. 
Jussu etc.) bestanden hatte. 

Topfernamen, zahlreich in den Gebieten der Donau und desRheins 
noch erhalten (s. die Register der Topfernamen im vierten und 
scchsten Theile) erscheinen als eine besondere Abtheilung der 
Stempelinschriflen (s. C. a. v. Stempelinschriften) beachtens- 
werlh: 1) wegen des haufigen Vorkommens gallischer (kelti- 
scher) Namen und 2) rucksichllich der genau zu unterscheiden- 
den Namen der Besitzer von Topfereien, sodann der der Topfer, 
(Arbciter), nach welcher Unlerschcidung allein die Stempel zu 
lescn sind und verstanden werden konnen. 

I. Die Namen der Topfereibesilzcr wcrden erkannt: 

a) an den Siglen OF, OFF und OFFIC (selten 0) vor und 
nach dem Namen im Geniliv z. B. OF AQVITJM, I. officina 
Aquitini Nr. 1317; MACONI OF , 1. Maconii officina Nr. 349; 
OFF PVERI 1. officinae Pueri Nr. 149; CONTIOFFIC, 1. Conti 
officinae Nr. 2143 ; OFF BASSI CO FI (verbesscrt OFF BASSI 
COS) 1. officinae Bassi consuls; OF BASSI CO, I. officina Bassi 
consulis Nr. 1449 (Bassus trieb dieses Geschaft an verschie- 
denen Orten des Nicderrheins auf eigene Rechnung); OFIC. 
VIRIL 1. officina Virilis Nr. 1648; RVFINI, 1. officina Rufini 
Nr. 842; CRESTI 0., 1. Cresti officina Nr. 1449. 

Wegen der Schreibung OF ist zu bemerken, dass das unter 
dieser Sigle gemeinle Wort Officina im Singular immer mit einem 
F epigraphisch vorkommt, wie insbesondere Nr. 1648, wo: 
OFIC. VIRILIS deutlich zeigt. Es erscheint demnach hier die- 
ses F doppelt fungirend, wie Com. a. v. Sprachliches II. A. 
C. gezeigt vvurde. Die andere Sigle OFF muss dagegen nach 
dieser Voraussetzung als bekannte Plurialbezeichnung, wie z. 

B. AVGG. 00. IMPP. etc. angesehen und gelesen werden, s« 

C. a. v. Sprachliches a. a. Ortc und Nachtrag im vierten Theile 
zum Sprachlichen. 

Ferner werden die Namen der Besitzer erkannU 

b) an der Sigle F fiir das Wort fabrica mit dem Namen im 
Genitiv, z. B. AVGVSTI F, 1. Augusti fabrica Nr. 1484 ; ROMVLI 
F., 1. Romuli fabrica Nr. 1484; MAGNIF, L Magni fabrica Nr. 

29* 



— 452 — 

N 

1523 (nicht (O)F(icina), wie ich gegen Iannsens richtige Le- 
sung dort Yorschlug); ANANI F., 1. Anani fabrica Nr. 2053; 
FBEACOI, 1. fabrica Beacoi Nr. 1832 (viclleicht auch fabrica 
Eacoi, wenn FB abgekiirzte Sigle. 

c) an der Sigle FIG fur das Wort figulina z. B. MATTVGE 
FIG, I. Maltuge(ae) figulina zu Weslerndosf in Oberbayern L.-G. 
Rosenheim (im IV. Theil). Diese Sigle kommt selten vor. 
Unten bei den Siglen der Arbeiter erscheint der Stempel 
MATTO FG d. i. Malto figulus. Ebenfalls von Westerndorf. 
Ferner : 

d) an den Namen im Genitiv ohne eines jener Siglen sub. 
a. b. c, jedoch mit Vorsicht, da diese Siglen auch auf Arbei- 
ter (s. II) bezogen werden konnen. 

II. Die Namen der Topfer (Arbeiter) erkennt man: 

a) an der Sigle F oder FE, welche sehr oft vorkommt und 
das Wort fecit bedeutet, wie Nr. 842, wo MACO FEC, 1. fecit, 
s. Nr. 691, wo CAPI FEC, noch deutlicher Nr. 113 beweisst, 
wo SANTO FECIT und Nr. 1652, wo ABBO FEC. T, ausge- 
schrieben steht. Beispiele des Stempels F, welcher sehr oft 
vorkommt Nr. 1449: NISTVS F, SATTO F; ferner von FE 
Nr. 1449, NISTVS FE u. a. m. 

b) anderselten gebrauchten Sigle M, MA und MANfurdas Wort 
manu z. B. SECVNDI M, 1. Secundi manu Nr. 149; TRICI M, 
1. Trici manu Nr. 1449; FIDE MV (A verkehrt), 1. Fide(ae) 
mnnu Nr. 1347; VIATINI MV (A verkdirt) Nr. 1347; SACRI 
MAN. PIINTII MAN Nr. 2055. Eine weitere Schreibung mit 
mehr Buchstaben ist bis jetzt unbekannt, man musste dann den 
Stempel FELICIS MANIBVS Nr. 394 hierher ziehen wollen, 
der iibrigens auch auf die Dii Manes des Felix bezogen wer- 
den kann. Der Stempel MN MELISSI ET MELISSEI Nr. 2057, 
daselbst Nr. 15 Manibus Mellissi et Mellissei gelesen, kann auch 
M(a)nii Mellissi et Mellissei bedeuten, weil MAN stets demNa- 
men nachgesetzt erscheint. Ferner: 

c) an der Sigle FG fur das Wort figulus, selten vorkom- 
mend, z. B. MATTO FG 1. Matto figulus, Stempel zu Western- 
dorf in Oberbayern L.-G. Rosenheim (im IV. Theil); 

d) an dem Namen der Arbeiter im Nominativ ohne die Sig- 



— 453 — 

len F oder FE und FIG. , z. B. Junius , 1. Junius (scil fecit) 
Nr. 1624, oft vorkommend; 

c) an den Naincn dor Arbeiter iin Geniliv ohne dic Sigle M, 
sclten erschcinend, mit Vorsicht und nach Vergleichungspunkten 
nur als Ausnahme zu gcbrauchen, da dieser Geniliv auch auf 
offuiua bczogen vverden kann und wirklich wcgen der so hau- 
finr vorkommendcn Sigle OF und dagegen sehr seltenen M. in 
der Rcgel auf Topfereibesitzer bezogen werden muss. So wurdo 
dcr Stempel NIBBICl Nr. 1449 nicht Nibbici officina zu lesen 
sein, sondern Nibbici manu, weil dieser Nibbicus ebendaselbst 
durch den Slempcl NIBBIC F, 1. Nibbicus fecit, als Arbeiler 
erscheint, eben so der Stempel CALVINI Nr. 1449 zu lesen 
sein Calvini manu, weil gleich dabei ein andererStempel steht, 
CALVINI M. 

Aus dieser Zusammenstcllung gehet hervor: 

1) dass die Sigle OF, welche ohngefahr dem vierten Theile 
der vorhandenen Stempel des 1. 2. 3. Theils Codicis angehbrt, 
den allgemeinen cpigraphischen Gebrauch i\es Wortes officina 
documentirt, und dagegen wegen des seltenen Vorkommens 
der Sigle F das Wort fabrica bei Stempel nicht iiblich ist, auch 
fur die bisher von den Epigraphikern angenommene Lesung der 
Siglc M mit manufactura gar kein inschriftlicher Beleg vorliegt; 

2) dass die Sigle F, wie bisher angenommen wurde, nicht 
figulus (weil fur dieses Wort die sellen vorkommende Sigle 
FIG iiblich ist), sondern mit Rucksicht auf den Stempel FE, 
welcher sammt dem Stempel F wohl dem vierten Theile der in 
diesen drei Theilen des Codex gesammelten Stempeln angehort, 
ferner mit Rucksicht auf die Stempel FEC. FECIT, wie oben 
angefiihrt, fecit bedeulet; 

4) die Sigle M, wclche in geringer Anzahl vorkommt, nicht 
manufactura , sondern manu heisst , wie wegen der so haufig 
erscheinenden S»gle OF. (zuweilen F) als den einzig bekann- 
ten epigraphischen Bezeichnungen so lange zu schliessen ist, bis 
unzweideutige Stempel das Gegentheil darthun; 

5) die Genitive der Namen ohne Siglen, welche in dieser 
Form wohl ebenfalls sum vierten Theile dieser Sammlung vor- 
kommen , theils mit der Sigle OF theils mit der Sigle M *u 



— 454 — 

zu erklaren sind , wobei stets fiir OF die Vermulhung spricht 
und daher die Lesungen finxit, manufactura, wie sie bisher ohne 
Grund gebraucht wurden, bei keinem Stempel eine Anwendung 
fuiden konnen. 

Ferner geht aus obiger Erorterung hervor, dass, sofern bis- 
her unter dem Worte „ Topfernamen " auch Topfereibesitzer, 
welehe nicht Topfer sugleich sind, wie z. B. der Consul Bas- 
sus Nr. 1449 mit verzeichnet wurden, diese Benennung unrich- 
tig ist und statt deren die oben vorgeschlagene sub. I und II 
gelrennt angenommen werden miisste. In dem Namenregister 
sind verschiedene dieser Besitzer angemerkt. 

Von den Namen der Topfer und der Topfereibesitzer sind 
verschieden die Namen der Ziegler QegulariiJ wie Coin. a. v. 
Zieglernamen vorkommt. 

Was die so haufig an vielen Orten zerstreut vorkommenden 
Namen Fortis, Secundinus betrifit, so folgt daraus nicht, dass 
es viele Topfer dieses Namens gegeben hat, sonderndassunter 
diesen Firmen verschiedene Hauptfabriken bestanden haben, de- 
ren Waaren nach vielen Orten versendet wurden. 

Professor Lauchart gab in der Zeitschrift des archaologischen 
Vereins zu Roltvveil Jahrg. 1845 S. 10 — 45 eine Zusammen- 
stellung von Topfernamen, sodann eine systematische Uebersicht 
der auf Lampen, Gefassen etc. befindlichen Bilder. 

Hinsichtlich der Namen der Formschneider f sigillatores) schlies- 
lich die Bemerkung, dass diese zuweilen auf Stempeln neben 
den Namen der Topfer vorkommen. S. zu Westerndorf L.-G. 
Rosenheim in Oberbayern (s. IV. Th.J CSSIANVS F , 1. Cajus 
S . . s(igillator) Janus fecit; CSSSEDATVS F., 1. Cajus S . . 
sigillator, Sedalus fecit. 



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Druckfehler des zweiten Theiies (Torlselzung). 



Seite 37 Zeile 14 v. u. st. gebohrt 1, gekehrt. 

97 — 9 v. ii. st. tlie untere Halfte 1. der unteren Halfte und 

— 10 v. u. st. die obere Zahl 1. der oberen Halfte. 

— 17 v. u. st. welche deu Opferdienern 1. welche deu der 

Opferdiener. 

— 22 st. Corelius 1. Caelius. 

— 78 bei Nr. 981 ist bei der Zahl XX das nachfolgende I erloschen, 

— 130 die Note zu 1097 st. unter welchen unsere Inschrift 1. unter 

welchen das uuserer Inschrift. 

— 131 Zeile 18 v. o. st. privatorum 1. privatarum. 

— 143 — 2 v. u. st. natiirlich 1. wahrscheinlich. 

— 7 v. u. st. wurde 1. welche. 

— 167 Nr. 1180 Zeile 2 v. u. st. patri 1. patris, 

Zeile 1 v, u. statt alae 1. ale. 

— 216 — 13 st. einen 1. eine. 

— 249 — 2 st. sichtbare I. sichtbaren. 

— 3 st. Yerse 1. und den Abdruck der Ferse seines etc. 

— 264 — 18 st. Ansehen 1. Aussehen. 

— 273 — 9 st. ausser der Worte 1. ausser deu Worten. 

— 350 st. 1565 1. 1655. 

— 358 Nr. 1679 st. Mariellinus 1. Marcellinus und das. st. cousulis 

1. consulibus. 

— 368 Zeilell st. Jupito 1. Jupiter. 

— 387 — 8 v. u, st. devotion 1. Devotion. 

— 398 — 20 v. o. st. Formel D D 1. Formal D M. 

— 406 — 11 st. noch nebeneinander 1. nahe nebeneinander. 

— 412 — 3 v. u. st. decundo 1. dicuudo. 

Nr. 860 st. Legio IX macedonica 1. Legio IV macedonica. 

— 969 st. Caccius 1. Cacius. 

— 1008 in der Note st. oder impensa sua 1. impendio suo. 

— 1204 st. VRSVS 1. VERVS. 

— 1233 st. VNVCSALL 1. VNVSCALL. 

— 1264 in der Note 2 st. muss verneint werdeu alexandriuae zu leseu. 

I, muss verneiut werden, Alexandrinae zu lesen. 

— 1283 Z. 3 st. BLIA 1. BELLA. 

— 1284 st. Publiii 1. Publii. 



— 456 — 

Nr. 1294. Bei der Lesung lst nach Diis Manibus das Komma zu strei- 
clien s. C. a. v. Grabiuschrift. 

— 1693 st. Cassio 1, Casio. 

— 1686 Zeile 1 st. Ruine 1. Rinne. 



Druckfehler des drilten Theiles. 



i 



Seite 85 Z. 11 v. o. st. in aedibus quidum 1. iu aedibus quondam. 

— 97 Nr. 1910 st. Consorino J. Censorino. 

— 124 Z. 5 v. o. st. messingerne 1. messingeue. 

— 15 v. o. st. banden den 1. Bander. 

— 133 — 2 v. u. st. tenentum 1. tenentem. 

— 124 — 16 v. o. statt Verstoss 1. Verstdsse. 

— 186 st. 2000 1. 2100. 

— Ib6 st. 2001 ]. 2101. 

— 247 Z. 6 v. u. st. Brucksteine 1. Bruchstiicke. 

— 311 st. Tarnada 1. Tarnadae u. Z. 8 st. in der Regel 1. die Regel 

der Abtei. 
Nr. 1701 st. posuit 1. facit. 

— 1717 st. Sextimio 1. Sextinio. 

— 1790 st. DISTIT VS 1. DISTITVTVS. 

— 1793 st. deum I. decem. 

— 1910 st. Cousorinus 1. Censorinus. 

— 2971 Die Textlesung des Anfangs der Inschrift ist folgende: Im- 

peratori caesari Trajano Hadriano augusto, und fallt 
der Punkt nach Caesari weg. 

— 2291 Ist zu lesen : Millia passuum X(II) No(viodunum). 

— 2319 In der Lesung ts. Quartilla 1. Quartillae. 

— 2341 In der Lesuog st, de longe 1. te longe. 



I 



CODEX 

inscriptionum romanarum 

IIAMBII et KIIEM 



von 



Ijpfratl) l)r. jur. et phil. j8»teiiur/ 

Historiographen des grossh. hessischen Kauses und Landes, Ritter erster Kiasse 
dea grossh. hess. Philippsordens, Inhaber der k. k. osterr. goldenen Gelehrten- 
Verdienstmedaille , Mitglied der koniglichen Akademie der Wissnnsehaften zu 

Miinchen etc. etc. 



IV. fcfjetf. 



-°&»2&m8&^&*&>~ 



Gross - £ t einlie iiu , 1 8 6« . 

Auf Kosten und im Selbstverlage des Verfassers. 






S\\W 4 '. 






Kittsteiner'sche Buchdruckerei in Hanau. 



INSCRIPTIONES 

Raetiae primae, Raetiae secundae, Norici, 
Fannoniae primae. 



^C^ 



Von 



l)tffniti) I)r. jup. ct phil. S&tmcv, 

llistoriographen des grossh. hessischen Hauses und Landes, Kitler erster Klasse 
des grossh. hess. Philippsordens, Inhaber der k. k. osterr. goldenen Gelehrten- 
Verdienstinedailic, Mitglied der kdniglichcn Akademie der M 'issenschaften zu 

Miinohcn etc. cte. 



iv. eoctr. 



-^^m^3^^^ 



Gross - S t v cnlieim , fi$©£. 

Auf Kosten und im Selbstverlage des Verfassers. 



1 1 



fx 



\ 






Vorbemerkung. 



Bevor ich nach nunmehr abgeschlossenem vierten 
Theilc, welcher seit 1857 bis jetzt beftenweise erschienen 
ist, mv Publication des funften Theiles, dessen erstes Heft 
die Inschriften der Herzogthumer Krain und Karnthen 
enthiilt, schreite, werde ich in eiuem besonderen Hefte 
die Register zu den bis jetzt edirten lnschriften der 
Provinzen Germania 1. und II., Belgica 1, Maxima Sequa- 
norum, Alpium Poeninarum , Raetia 1. und II. erscheinen 
und in einem zweiten Hefte alle ilbrigen Register zu den 
im funften und sechsten und theilweise in diesem vierten 
Theile gesammelten lnschriften der Provinzen Noricum 
und Pannonia I. nachfolgen lassen. 

Nach dieser Einrichtung, wodurch die Register einen 
abgesonderten Theil des ganzen Werkes bilden , ist es 
ermoglicht , Das , was bisher erschienen ist, fur wissen- 
schaftliche Zwecke schon jetzt benutzen zu konnem 
zumal fiir die Urgeschichte Altgermaniens, dessen In- 
schriften der darin gelegenen romischen Lander des 
Donau- und Rheingebietes , daiiir ein reiches Material 
bieten , wie z. B. mehrere Artikel des Commentars: 
Strassensaulen, Civitates, und meine Schrift : „Das Castrum 
Selgum" beweisen. 



VI 

Zusatze uud Verbesserungen sind auch diesem vierten 
Theile beigegeben worden , und werde ich dainit in den 
nachfolgenden Theilen (vorzugsweise zur Herstellung 
richtiger Texte) fieissig fbrtfahren. Durch ein am Schlusse 
des ganzen Registerbandes befindliches Directorium ist 
ihre Aufsuchung sehr erleichtert. 

Gross-Steinheim a. M., im Marz 1862. 



Der Verfasser. 












Inluilt des vierten Theils. 



Inscriptiones Raetiae priraae et secundae. 

K o n i g r e i c h W ii r t e m b e r g. Seite 

Donaugebiet 3 

K 5 n i g r e i c h B a y e r n. 

Donaugebiet 11 

(Siehe Th. I. 336, 350.) 

Kaiserthum Oesterreich. 
Tirol 209 

Inscriptiones Norici et Fannoniae primae. 

K ai s e r t h u m O e s t e r r e i c h. 

Herzogthum Salzburg 227 

Herzogthum Steiermark 267 

Nachtrage dazu 501 

Erzherzogthum Oesterreich : 

a. Land ob der Ens 505 

b. Land unter der Ens 540 

Zusatze und Verbesserungen 680 

Zum Commentar 698 



Inscriptiones 

Itaefiae primae ef Jtaetiae 

seeanttae. 






Konigreich Wiirtemberg. 



Heidenheim. 
Stadt OAmts Heidenheim. 

2445 D. M. 

T. FL. VITALIS. 
CIVES. IAL. 
VIX. AN. LXX. 
FL. AVCVS. LIB. 
ET. HERES. FAC CVR. 

Diis Manibus. Titus Flavius Vitalis , cives 1 ) Jal. 2 ) vixit annos 
LXX. Flavius Aucus 3 ) libertus et heres faciundum curavit. 

Aussen an der Kirche eingemauert. 

Staliu i. d. wiirtenib. Jahrb. 1833. 1. Heft. S. 36 N. 24 und die das. 
alleg. Walz wiirtemb. Stamm- und Namensquell. S. 258 — 259. Zeiller, tr. d. 
X. circ. p. 368. 370. Steinhofer, 2. S. 12. Zapf, S. 50 — 53. Sattler, 
Top. S. 431. Hanselmann, II. S. 31. Buchner, II. S. 39. Magenau, 
Giissenberg, S. 10. Leichtlen, IV. S, 42. Grotefend in Seebode's 
brit. Bibl. 1828. S. 605. Pauly, S. 22. u. v. Raiser, 0. D. Kr. II. S. 37. 
Mittheilungen des Diaconus M. Binder, des Praeceptors Deininger zu Hei- 
denheim. 1835. 



- 4 - 

Anmerk. 1) S. Comra. a. v. Sprachliches. 2) Anfangsbuchstaben einer 
nach Name und Lage bis jetzt unbekannten Civitas. Leichtlen bezieht diese Stelle 
auf die Stadt Aalen und lisst : Juliae Alensis ; ein unbelegter Lesevorschlag, wo- 
durch nichts gewonnen ist. ,3) Der Sclavenname Aulus auf einem Topfer- 
geschirre bei Wieland S. 120. 

2446 





D 


TE. 


.TO 


E 


SEX 



Diis (Manibus). 

Schriflreste eines Grabsteins, vvelcher friiher beim hiesigen Ober- 
amtsgebaude lag und jetzt im Antiquarium zu Stuttgart befmdlich ist. 

Stalin i. d. wtirtemb. Jahrb. 1835, I. S. 35 N. 25. Gruter, Idunna und 
Hermode. 1816. N. 47, S. 85. 

Anmerk. Gruter gibt: TE IDTO ET SEX. Da diese Schriftreste auf 
der iibriggebliebeuen rechten Halfte des Steines stehen , so schlage ich folgende 

Lesung vor: Diis Manibus. Titus F(lavius An)to(nius) et Sex(tus Das 

E nach T scheint ein verlesenes F mit beigetzt gewesenem aber erloschenem L 
(wie bei N. 2445) zu sein. 



2447 MERCVRIO. 

SAC. EX. V 
TO. AI. FLO 
RENTINVS. 
RO. SALVTE. 
PRIMITIVI. 
FILI. 
VSLLM. 

Mercurio sacrum ex v(o)to *) A(clius) 2 ) Florentinus (p)ro sa- 
lute Primitivi fili(i) 3 ) votum solvit lubens laetus merito. 

An dem Hause des Farbermeisters Pfister in der mittleren Vor- 
stadt cingemauert. 

Stalin, i. d. wiirtemb. Jahrb. 1835. I. 36. N. 26. Gruter, Idunna und 
Hermode 1816. N. 47. S. 185 

Anmerk. 1) Zu bemerken: ex. voto .... votum solvit lubens merito s. C. 
a. v. Siglae, insbes. V. S. L. M. II. Th. S. 407 f. 2) Gruter, p. 389. N. 1, 
wo ebenfalls A I, aber im Index notar nicht gedeutet. Ich schlage obige Lesung 



- 5 - 

vor. Das I nach A BOheint Uoberrost der LigatOI von E niit L zu sein. .'{) I'ILI 
s. C. a. v. Sprachliches. — AbkQrzungen, II. Th. S. 405. 406. 



Hausen ob Lonthal. 

Dorf OAmts Heidenhcim. 

2448 IP. CAES. GALLI 

GERMANICV 
INVICTVS. AV 

(I)mperator caesar Galli(enus) germanicus , invictus, l ) 
au{gustus) 2 ). 

Gefunden 1835 beim Abbrucli des Kirchthurms und hierauf in die 
Kirchmauer eino-esetzt. 

Stalin, i. d. wiirtemb. Jahrb. 1835. I. S. 37. N. 27, nach einer Mittheilung 
des Pfarrers Baur zu Hausen. Schwabische Chronik v. 16. Marz 1835. 

Anmerk. 1) Der hier gebrauchte Nominativ beurkundet, dass dieses Bruch- 
stiick entweder vou eiuem Gebaudeaufschriftstein oder einer Strassensaule herkommt. 
Naheres lasst sich nicht bestimmeu, weil die Form dieses Bruchstiicks unbekannt 
ist. s. Comm. a. v. Aufschr. an offentl. Geb. Th. II. S. 379 s. u. a. v. Strassen- 
sauleu, Th. III. S. 447. 2) Gallienus (reg. von 259 — 268) nahm den Titel 
germanicus um d. J. 256 u 257, an s. Ekhel, D. N. p. 390. 391. Diese 
Inschrift gehort daher in den Zeitraum von 256 bis 268. Vergl. zwei andere In- 
schriften dieses Kaisers zu Altripp, N. 748, und Begnins, N. 2283. Beide gehoren 
einer fruhern Zeit an. 



2449 NO 

ALIFR 
HISPANV 
F C IVL 

IPSISSI 

(Imperatori caesari Publio Licinio Gallie)no *) (pio , felict, 
augusto, pontifici rnaximo, tribunitia potestate 2 ) . . . ) Ilispanus 
. . . . Jutius . . . devotissimi 3 ) (numini majestatique ejus . . .) 

Schriftreste auf einem in die Kirchmauer eingesctzten Frag- 
mente, welches im Jahre 1835 beim Abbruch des Kirchthurms gefun- 
den wurde. 

Stalin, i. d. wurtemb. Jahrb. 1835. I. S. 39. N. 28, nach einer Mittheilung 
des Rectors Moser zu Ulm und des Pfarrers Baur zu Hausen. 



— 6 - 

Anmerk. 1) Die Abschrift gibt (in Frage stellend) u. C. Mit tyiicksicht 
auf die , wie unten vorkommt, zu verbessernde Stelle der fiinften Zeile IPSISSI, 
sodaun hinsichtlich der Stellung des Namens HISPANV als eines der zwei oder 
drei? Widmenden, im Nom. diirfte als Dativeudigung eines Namens anzunehmeu 
sein. 2) Das F in der zweiten Zeile, vom Copisten in Frage gestellt, scheint in 
Verbindung mit dem darauf folgendeu R eiu T zu sein, wodurch die bekannte 
Abkiirzung TR (fiir das Wort tribunitia) hergestellt ware. 3) Die Stelle IPSISSI 
erscheint mittelst der vorgeschlagenen Verbesserung VOTISSI als Schriftrest des 
Wortes DEVOTISSIMVS oder DEVOTISSIMI in der bekannten Formel devotissi- 
mus (devotissimij numini majestatique eius. Da in der vorhergehenden Nummer 
der Name des K. Gallienu s an demselben Fuudorto vorkommt, so scheint er auch 
auf diesem Fragmente gestanden zu haben. Ich schlage daher obige Lesung vor. 
Miisste die Stelle NO Z. 1 nicht, wie oben steht, gelesen werden, so konnte dieses 
Fragment nur als der linke Theil des abhanden gekommenen Denkmals zu dem 
Fragmente N. 2448 als dem rechten desselben gehoren, und ein Zusammenhang 
der beiden Schriftreste hiernach gefunden werden. 



Zwiefalten. 

Dorf OAmts Miinsingen. 

2450. DEO. INVICTO. 

SOLI. TEMPLVM. 
A. SOLO. RESTI 
TVIT. VALERIVS. 
VENVSTVS. V. P. P 
P. R. SICVTI. VOTO. 
AC. MENTE. CON 
CEPERAT. RED 
DITVS SANITATI. 
V. S. L. L. M. 

Deo invicto Soli templum *) a solo restituit Valerius Venustus, 
vir perfectissimus, praeses provinciae Raetiae 2 ) sicuti voto ac mente 
conceperat } redditus sanitati votum solvens laetus lubens merito. 

Auf einem viereckigen Altare, welcher frtiher in der hiesigen 
Klosterkirche stand, von da in den Garten der hiesigen Kameralamt- 
wohnung kam, und jetzt im bischoflichen Garten zu Rottenburg 
befindlich ist. 

Stalin, i. d. wurtemb. Jahrb. 1835. I. S. 76. N. 59, u. d. das. alleg. 
SulgerAnn.Zwief.il. 244. Gerbert, Iter. al. ed. II. 12. 212. Buchner II. 105. 
Vanotti w. Jahrb. 1824. I. 102. v. Memminger Beschr. d. 0. A. Munsingen 
S. 17. Orelli, 2844. v. Raiser, Ob. Donau Kr. II. 15. 



— 7 - 

AnmerU. 1) Narh v. Mcmminger soll dieser Mitlirasfcmpcl zwischen Zell u. 
Zwiefelten, nach efnei andern Nachrichl bei Reiehenstein, woam Wege der Gotzen- 

stein (eine unliirmliche Figur) sichtbar ist, gestanden haben. 2) "Welser bei Sol 
ger : vir perfectissimus, praefectus (praeses) prov. Raetiae. Gerbert: vir prae- 
-tuntissimus , praefectus prov. Raetiae. v. Vonotti: vir perfectus praetor prov 
Kaetiarum. v. Memmiuger: vicepraefectus praetorio prov. Raetiarum. v. Rai- 
ser: vir perfectissimus propraetore. Orelli u. Stalin: mit Hinsicht auf Orelli 
i. sel. 1845. 1933. 2343. 2332 seq. vir paerfectissimus, pater patrum (als Superior 
der bcim Mithrastempel angestellten Priester (patres). Zur Annahme meiner oben 
vorgeschlageneu Lesung beziehe ich mich auf folgende Inschrifteu d. Werkes 2122 : 
V. P. PR. PROV. MAX. SEQ. — 2467: (..) P. P. RETIE. — 2477. VPPPR. 
— 2485: VPPPR. sodanu Renicr Inscript rom. de 1'Algerie. 109: VPPPN. — 
111: VPPPN. — 117: VP. PPN. zu lesen: vir perfectissimus, praeses provinciae 
Numidiae. 



Ristisen. 

Dorf OAmts Ehingen. 

2451. IN. H. D. D 

I. 0. M ET. DANV 

VIO. EX. VOT 

0. PRIMANVS 

SECVNDI V S L L 

MVCIANO ET FABI 



In konorem domus divinae Jovi optimo maximo et Danuvio ex 
voto. Primanus, Secundi (Jilius), votum solvit laetus lubens Muciano 
et Fabi(ano consulibus) *). 

An der Sudseite der Pfarrkirche eingemauert. 

Stalin, i. d. wurtemb. Jahrb. 1835. I. S. 24. N. 39. D. u. d. alleg. v. Va- 
notti, i. -wurtemb. Jahrb. 1824. I. S. 74. Borghesi, i. Giornal. arcad. 1824. 
Genuaro, p. 50 seq. Memminger, Ehingen. «S. 10. 11. Ferrusac, Bull. 
des sc. hist. I. Th. 1830. p. 72. Orelli, N. 1651. Osann, i. d. allg. Schul- 
zeit. 1830. II. Abth. Septbr. S. 928. v. Raiser, 0. D. Kr. II. S. 12. Wil- 
helm, in Ersch u. Gruber, Enryel. Th. 23. S. 91. 

Anmerk. 1) 210 n. Chr. 



- 8 — 

Granheim. 

OAmts Saulgau. 

2452. APOLINI. 

GRANNO. 
ET. NIMPH 
IS. C. VIDIVS. 
IVLIVS. PRO 
SE. ET. SVIS. 
V. S. L. L. M 

Apolini (sic) Granno et Nimphis. Cajus Vidius Julius pro se et 
suis votum solvit laetus lubens merito. 

Gefunden i..!. 1810 auf dem ennetaeher Berg, und beim Eingange 
des Schlosses der Stadt Scherr aufgeslellt. 

Stalin, i. wiirtemb. Jahrb. 1835. I. 42. Borghesi, i. Giornal. are. Ge- 
nuaro 1834. Merarainger , OA. Saulgau. S. 24, Ferrusac, Bull. des sc. 
hist. Th. II. 1834. p. 71. Osann, allgem Schukeit, 2. Abth. Septbr. 1830. 
S. 928. 

Anmerk. I) S. C. a. v. Apollo. 



I s n y. 
Stadt OAmts Wangen. 

2453. IMP. CAES. 

DIVI H F. DlVi. TRAIANI. N 

DIVL NERVAE PRONEP. 

ANTONINO. AVG. PIO. 

PONT. MAX. TRIB 

POT. VII. 

COS IIII. P. P. 

CIVITATES. 



Imperatori caesari, divi H(adriani) filio, divi Trajani n(epoti) y 
divi Nervae pronepoti, Antonino augusto, pio, pontifici maximo, tri- 
hunitia potestate VII l ) conssuli quartum, patri patriae civita* 
tes 2 ) . . . . 



- 9 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal, wclches nach dcr Chronik der 
Abtei Isny und nach ciner polit. statist. Geschichtc der Dynaslie 
Trauchberg (Mss) in die Ablei gebracht wurde. 

v. Raiser, 0. D. Kr. I. S. 35. 

Anmerk. 1) 142 n. Chr. 2) Dieses Denkmal errichteten mehrere Civitates 
des Prov. Ratien, vielleicht alle derselben , und es geht daraus hervor, dass im 
.1. 142 n. Chr. die Civitatsverfassung in dieser Provinz bestanden hatte. v. Rai- 
ser bezieht das Wort Civitates bloss auf die Orte: Bregenz, Gestraz, Wangen, Isny, 
Kempteu. Die Widerlegung dieser Annahmn im Commentar a. v. Civitates. Vor- 
lauflg vergl. eiue Inschr. v. St. Moritz, N. 2308. 



2454. IMP. CAESAR. 

L. SEPTIMIVS. SEVERVS. PIVS. 

PERTINAX. AVG. ARABIC 
ADIAB. PARTHICVS. MAXIMVS. 
PONTIF. MAX. TRIB. POT. VIII. 
IMP. XII. COS. II. P. P. PROCOS ET. 
IMP. CAESAR. MARCVS. AVREL. 
ANTONINVS. PIVS. AVG. TRIB. 
POT. IIII. PROCOS. ET. 



VIAS. ET. PONTES. REST. 

A. CAMB. M. P. 

XI. 



Imperator caesar Lucius Septimius Severus , pius , Pertinax, 

augustus, arabicus, parthicus maximus, trib. jootestate IV, impera- 

tor XII, consul II L ), pater patriae, proconsul et (imperator Publius 

Septimius Geta Antoninus 2 ), vias et pontes restituerunt. A Cambo- 

duno 3 ) millia passuum XI. 

Auf einer Strassensaule , g-ef. 1701 , seitdem im Weinkeller der 
Abtei zu Isny, darauf zu Kempten befindlich und seit 1821 im Anti- 
quarium zu Augsburg aufbewahrt. 

v. Raiser bemerkt iiber den Fundort Folorendes: Dieses Milliare 
stand eilf rbm. Strassenstunden von Kempten gegen Isny, und muss 
folglich nach genauer Ausmessung enlwcder in derRichtung naeh Isny 
bei Holzleite zwischen Polsterlang und Hausina, oder in der Richtunor 
nach Gestraz bei Kleinweiler unter Altlreuchburg gestandcn haben. 
Bis nach Isny oder bis nach Wangen trifft die im Itinerar bezeichnete 



— 10 — 

Dislanz von XV rom. Meilen oder 615" we&iger als drei deutsche 
Meilen des Practoriums der Lngerstatten von Vernania nach Kempten 
nicht, wohl aher auf Gestraz ein. Der Utnstand, dass diese Siiule 
zuerst in die Abtei zu Isny gckommen, lasst ebenfalls vermuthen, dass 
sie zunachst bei Isny gefunden worden sei. a 

v. Raiser, Guntia Abbild. Taf. B. und Erklarung der Tafel am Schlusse 
des Werkes zu Taf. B. Derselbe I. 34 u, 61. II. u. III. Taf. B. Tsehudi, 
GalU com. p 274. Graevins, Thes. X. Wegelin, I. 439 IV. 423. 
Gruter, 158 8. Muratori, IV. p. 9. N. 1. Kantancsich, J. A. I., 
97. N. II. Karrer, S. 194. Intelligensblatt des Ulerkreises 1814, N. XXXII. 
S. 670. Lirabrunn, S. 110. Verhandl. des Regenkreises. Jahrg. II. S. 162. 
v. Stalin, w. Jahrb. 1835. I. S. 116. N. 107. Lexicon von Schwaben I. 5i93. 
Wieiandt, Beitrage. S. 99. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3 N. CXLVH. 

Anmerk. 1) 202 n. Chr. s. C. a, v. Inschriftdenkmale des Kaisers Severns 
und seiner Sohne. 2) Nach den Inschriften von Baisweil, N. 2460, Eggenthal, 
N. 2461 u. N. 2462, Rohrwang, N. 2463, Ichstatten, N. 2450, erganzt. Alle 
diese haben nach Inhalt und Form eine und dieselbe Fassung, weshalb ich bei 
der Erganzung auch den dort unrichtig gebrauchten Titel imperator hier beisetzte. 
s. die Aumerk. bei der Inschr. v. Baisweil, N. 2468. 8) Cambodunum, Hauptort. 
einer Civitas s. C. a. v, Strassensaulen u. a. v. Civitates. 



- 11 



Konigreich Bayern. 
Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg. 



L i n d a u. 



Stadt am Bodensee, wo das bekannte Receptaculum Tiberii zu 
finden ist, und rom. Alterthiimer, namentlich Bauubcrreste vor- 

handen sind, 

v. Raiser, 0. D. Kr. I. 19 s. 

2455. DIIS MAXIMIS. 

BACHO. ET SOMNO. 
HVMANAE. VITAE. 

SVAVISSIMIS. 

CONSERVATORIBVS. 

SACRVM. 

Diis maximis Bacho et Sommo, humanae vitae suavissimis 
conservatoribus sacrum, 

Nicht vorfindliche und unachte Inschrift. Gruter erhielt sie „ex 
schedis Achillis Gassari a . 



— 12 - 

Gruter, 67. 8. v. Raiser, 0. D. Kr. I. 29. Thomasius, p. 168. 
Spotorno, II. 7. v. Hefuer, rom. Bayern. Aufl. 3, XCIV. 



K e m p t e n. 

Stadt an der lller, mit vielen rom. Alterlhumern an einer rom. 
Hauptstrasse. Hier lag Cambodunum, Hauptort einer Civitas. 

Karrer, Beschr. der Stadt Kempten. 

2456. LVCIANO. EVGILIANO. 

FILIO. CARISSIMO. 

VIXIT. ANNOS. XIX. 

LVCIANVS. INGEN. 

PATER. FECIT. 

L. L. 

Luciano Eugiliano, filio carissimo. Vixit annos XIX. Lu- 
cianus Ingenuus pater fecit luhentissime. 

Diese Grabschrift befindet sich am Ecke des stadtischen Giiter- 
stadels eingrcmauert. Sie ist theilweise erloschen und kann nur noch 
mit Zuhulfenahme alterer Abschriften p;elesen werden. 

Peutinger, S. 136, ed. mog , S. 10. Apian, p. 423, d. 454. Gruter, 
993, 3. Welser, ed. 1590, f. 18. ed. 1594, 254. ed. 1682. p. 414. Wer- 
lich, S. 68. Wegelin, Vol. IV. p. 423. Gerbert, S. 127. Ed. lat. 142. 
Karrer, S. 192. Katancsich, I. p. 109. N. CXI. v. Raiser, 0. D. Kr. I. 
S. 116. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCXLII. 



Oberg-unzburg. 

Stadt bei Kempten. Auf dem nahegelegenen Nicolaiberge Ueberreste 
eines rom. Castrums, ehemaligen Haupttheils von Navoe. 

v. Raiser, 0. D. K. R. I. 61. 

2457. DEO. MERCVRIO. 

PRO. SALVTE. 
P. ARR. VICTORIS. 

R 

V S .... 



- 13 - 

Deo Merciaio, pro salttte Publii Arr(ii) Victoris . li 

votum solvit (lubens merito) 

Diese i. J. 1009 bei der hiesigen Pfarrkirche entdeckte Altar- 
inschrifl wurdo nach einer derselben i. J. 1700 beigcfugten lnschrift 
des Pflegers von Stuben in die Kirchhofsmauer , hierauf von da 
i. J. 1814 in die Wand der Pfarrkirche eingeselzt. Wegen Verwilte- 
rung des Steins sind die Sehriflzuge theilvveise nicht deullich zu er- 
kennen. Die Abschrilten variiren desshalb wie folgt: 

1. 
DEO MERCVRIO. 
AED SILVANO. 



2. 

DEO. MERCVRIO. 

PRO. SALVTE. 

VRBiS . . CTO . . 

R... VIS. 

3. 

DEO. MERCVRIO 

PRO. SALVTE. 

EXER. RAETICI 
RE . . . . V S . . . 

4. 
DEO. MERCVRIO. 

PRO. SALVTE 
P. ARR. VICTORIS 

RE 

V.S 

Ich habe die Copie 4, welche nach den ubereinstirnmenden Ab- 
schriften 2 und 3 hinsichtlich der Z. 1 und 2 die richtige ist, oben 
mitgetheilt. In der dritten 7. scheint VICTORIS nach dem Wortrest 
CTO (Abschr. 2), zusammengehalten mit Abschrift 4, ebenfalls richtig 
zu sein. Fur ARR, welchem gegeniiber weit auseinander gehende 
Varianten ("Cop. 2, 3) stehcn, spricht die Vermuthung theils wegen 
des bekannten Namens Arrius , theils hinsichtlich des Vertrauens auf 
den befahigten Autopten (v. Raiser) iiberhaupt, und wie er sich ins- 
besondere bei Abschrift 4 als solcher kund gibt. 



— 14 — 

IntelLBl. d. Illerkr. 1811. N. XXV. S. 581 v. Raiser, 0. D. Kr. I. Abth. 
S. 61. v. Hefner, riim. Bayern. Aufl. 3. LV. 



2458. D. I. . . 

P. OPP . . 
NDVS 
IR VI 

Deo invicto (Mithrae). Puhlius Opp(ius Secu)ndus ex visu l ). 
Auf einem an der Martinskirche eingemauerten Fragmente. 

v. Raiser, 0. D. Kr. II. Abtb. Forts. III. Abth. S. 23. Taf. 1. Fig. 41. 
v. Hefner, roni. Bayern. Aufl. 3. N. CCCXXIV. 

ADmerk. 1) Die Stelle IR VI zu verbessern EX VI und wie oben zu lesen. 
s. C. ex. visu. 



2459. CVPITVS. — IVLIVS. 

Topfernamen auf Gefassebruchstiicken. Stempel. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abtb. Forts. III. Abth. S. 24. v. Hefner, rom, 
Bayern. 3. Aufl. N. DXIV. und DXV. 



Baisweil. 

Dorf, L.G. Kaufbeuern an der Romerstrasse von 






Augsburg nach Kempten. 



2460. 



L. SEPTIMIVS. SEVERVS. PIVS. 
PERTINAX. AVG. ARABICVS. 
ADIAB. PARTHICVS. MAXIMVS. 
PONTIF. MAX. TRIB. POT. VIIII 
IMP. XII. COS.IL P.P.PROCOS. . . 
IMP. CAESAR. MARCVS. AVREL 
ANTONINVS. PIVS. AVG. TRIB. 

POT. IIII. PROCOS. ET 
IMP. P. SEPTIMIVS GETA ANT 
VIAS ET PONTES REST. 
AB. AVG. MP. 
XXXX. 



— 15 — 

(Imperator caesar) L. Septimius Severus, pius, Ptrtinu.r, 
augustus, arabicu8) adiabenicus, parthicus maximus, pontifex maxi- 
mus. trih. potestate IX, imperator XII f considlJ, pater patriae, 
proco7isul } (et) imperator caesar M. Aurelius Antoninus, pius, 
augustus , trih. pot. IV, proconsul et imperator P. Septimius Geta 
Antoninus vias et pontes restituerunt. Ab Augusta millia pas- 
suum XXXX. 

Auf der Romerstrasse von Kempten nach Augsburg standen zwi- 
schen den Dorfern Baisweil und Rohrwariff bis zum 16. Jahrhundert 
hin, in gleichen Distanzen nacheinander (eine merkwurdige Seltenheit 
hinsichtlich der Erhaltung bis zu dieser Zeit) vier romische Slrassen- 
saulen, und zwar: 1) ohige Saule bei Baisvveil mit der Meilen- 
zahl XXXX, 2) bei Eggenthal die andere mit der Zahl XXXXI, 
3)zwischen Eggenthal und Rohrwang die drilte mit der ZahlXXXXII, 
4) bei Rohrwang die vierte mit der Zahl XXXXIII. Bis auf diese 
Zahlenverschiedenheit waren ihre Aufschriften nach Form und Inhalt 
einander ganz gleich. Zu unbekannter Zeit kamen sie in das nahe 
gelegene Kloster Irrsee, welchem genannte drei, die Herrschaft Kem- 
nat bildende Dorfer gehort haben. Als diese Herrschaft kaufvveise 
(1551) an das Stift Kempten kam , vvurde der baisweiler Stein nach 
Kempten gebracht (nach einer andern Nachricht anfangs nach Isny, 
darauf nach Kempten) und mit der Saule von Isny, s. N. 2454, zuerst 
bei der Hildegardiscapelle zu Kempten aufgestellt , dann in einem 
Werkstadel daselbst aufhewahrt und hierauf 1821 durch Herrn 
von Stichaner in das Antiquarium zu Augsburg transferirt. Die ubri- 
gen drei in Irrsee zuriickgebliebenen Steine konnten daselbst alles 
Nachsuchens ungeachtet nicht aufgefunden werden. v. Hefner ver- 
zeichnet diese vier Inschriflen nach dem Aufbewahrungsorte Irrsee; 
Peutinger, zu dessen Zeit sie noch alle vorhanden waren, publicirte 
sie zum ersten Male. 

Peutiuger, f. 131. b. ed. mog. f. 11. Welser, ed. 1590. f. 20. b. ed. 
1594. p. 249. ed. 1682. p. 409 et 244. Werlicb, S. 62. Crusius, p. 38. 
Gruter, 137. N. 2, 3, 4. Laz, Cornm. ed. 1598. p. 163 et 780. Wegelin, 
I. 409. Apian, p. 431. Katancsich, I. 98. N. IV— VI. Graev, X. 57 et 
5L4. Intell.bl. des Illerkr. , 1814. N. XXXVII. 667. Limbrunn, S. 122. 
Buchner, Teufelsmauer. III. 67. Verhandl. d. Regenkr. II. 162. v. Raisen 
0. D. Kr. I. 45 u. 62. Desseu, rom. Alterth., Augsburgs. S. 42. Dessen Gun- 
tia Taf. 13. Zweiter Jahresber. der Pfalz. S. 53. Anm. 8. v. Hefner, 
rom. Bayern. Aufl. 3. N. CXLVIII 



— 16 — 

Anmerk. 1) Zu dieser und den nachfolgenden drei Inscbriften, welche in 
d. J. 202 nach Christi Gehurt gehoren, folgende Bemerkungen : 1) dass der Name 
des Geta unar.sgeloscht und vollkommen erhalten erscheint, 2) dass bei diesem 
Namen unrichtig der Titel imperator (statt caesar) steht, ein Febler des Steinmetzen 
oder des die gleicbe Inschriftfassung vorschreibenden Strassenbaubeamten, welcher 
anderweits auf gleich datirten Inschriften z. B. von Rain im Kr. Cilli und N. 2668, 
2745 nicht vorkommt. Erst seit dem J. 209 fiihrte Geta den Titel Imperator. 
3) Hinsichtlich der geographischen Lage der Civitas Augusta Vindelicorum und 
jener von Cambodunum geben diese und die folgenden drei Inschriften, in 
Verbindung mit jener von Isny N. 2454, die Gewissheit, dass beide Civitates auf 
der Route von Cambodunum nach Augusta aneinander grenzten, wo? etwa in der 
Gegend von Rohrwang, woselbst die Saule mit der Zahl XXXXIII stand, kann in 
Ermangelung einer auf dieser Route nach Cambodunum hinzeigenden Saule nicht 
genau bestimmt werden, wie z. B. bei Marmagen , N. 1002, und Nattenheim, 
N. 1843 u. 1844, hiusichtlich der zwischen beiden Orten durchziehenden Grenze 
der Civ. Agrippinensium und der Civ. Treverorum, und bei Paudex, N. 2297, und 
Gerolle, N. 2298, hinsichtlich der zwischen beiden Orten durchgehenden Grenze 
der Civ. Aventicensium und der Civ. Valensium, s. C. a. v. Strassensaulen. Th. III. 
S. 439. f. und N. 2686, wo eine Grenze zwischen Noricum uud Raetia auf gleiche 
Weise gefunden wurde. 



Eggenthal. 
Dorf, LG. Kaufbeuern. 

2461. IMP. CAESAR 

L. SEPTIMIVS SEVERVS. PIVS. 

PERTINAX AVG. ARABICVS. 

ADIAB. PARTHICVS. MAXIMVS. 

PONTIFEX. MAX: TRIB. POT. VIIIL 

IMP. XII. COS. II. P. P. PROCOS. 

IMP. CAESAR. MARCVS. AVREL. 

ANTONINVS. PIVS. AVG. TRIB. 

POT. IIII. PROCOS. ET 

1MP. P. SEPTIMIVS. GETA. ANT 

VIAS ET PONTES. REST 

AB. AVG. M. P. 

XXXXI. 

Litenitur wie zu N. 2460. 



— 17 — 

* 

Zwischen Eggenthal und Rohrwang 1 . 
2462. IMP. CAESAR. 

n nd so fort wi« boi N. 2461. 
Unten mit der Zahl : 

XXXXII. 

Literatnr wie bei N. 2460. 



Rohrwang. 

Dorf, LG. Kaufbeuern. 
2463. IMP. CAESAR 

und so fort, wie bei N 2461. 
Unten mit der Zahl: 

XXXXIIi. 

Literatur wie bei N. 2460. 



Bergheim. 

Pfarrdorf, LG. Goggingen, 2 St. von Augsburg gelegen. 

2364. D. M. 

M. BVCCINIO. 

TACITO. 

VIXIT. ANI XXX. 

P. E. H. F. C. 

ET. IVL. MA 

RINO. 0. 

Diis Manibus. Marco Buccinio Tacito. Vixit annis XXX l ). 
Pater et heres faciundum curavit. Et Julio Marino obito. 

Dieser Grabstein befand sich seit Menscheno-edenken in der hie- 
sigen Kirchhofsmauer und wurde 1822 in das Antiquarium zu Augs- 
burg gebracht. Auf beiden Seiten Fichten oder Cypressen. 

v. Raiser, Guntia S. 14. Taf. 1. N. 7. Dessen 0. D. K. II. Abth. Forts. 
III. Abtheil. S. 82, Taf. E. Fig. 7. v. Hefner, romisches Bayern. Aufl. 3 
N. CCXXXVIII. 

Anmerk. Die Abbildungen geben ANLXXX, welche Z;ihl mit Rucksicht 
auf die Lesung pater et heres hier nicht zu vermuthen ist, sondern eben nur 



- 18 — 

XXX, es miisste denn , steht die Abschrift richtig, Z. 5 das P ein F oder L 
gewesen und daher filius et heres oder libertus et heres zu lesen sein. 



Augsburg. 



Stadt am Lech, unvveit der Wertach, zurZeit der romischen Herr- 
schnft nnter den verschiedenen Namen: Augusta, Aelia Angusta, 
Augusta Vindelicorum (abgekiirzt Vindelicum) ein Municipium, ge- 
giiindet vom Kaiser Augustus und in der Folge zu einer Provinzial- 
hauptstadt erhoben, die zugleich Hauptort der Civitas Augusta war. 
Nach dieser Stadt, welche Tacitus „splenditissimam Rhaetiae colo- 
niam" nennt, zogen sechs Heer- und Handelsstrassen. 

Eine Gesellschaft hiesiger Altertliiimsfreunde, an deren Spitze der 
um rom. Alterlhumsforschung hochverdiente k. b. Regierungsdirector 
v. Raiser stand, (starb i. J. 1853, s. Jahresber. d. V. f. Schwaben 
und Neuburg 1853, vvo seine Biographie beiindlich), errichtete 
dahier seit dem Jahr 1819 ein rom. Antiquarium , welches viele 
merkvvlirdige Gegenstande von hier und Umgegend aufzuweisen 
hat. 

v Raiser, die rom. Alterthiimer von Augsburg u. a. seiner zahlreichen 
Schriften. 



2465. P. M. 0. P. 

Patri 1 ) optimo maximo positum. 

Auf einem langst nicht mehr vorhandenen, nach Welser's Be- 
schreibung grossen glatten Marmorstein, welcher sich zu seiner 
Zeit in dem Kloster St. Ulrich Qetzt Reitercaserne) dahier be- 
fand. — 

Nach v. Raisers Untersuchung lag auf der hochsten ostlichen 
Anhohe der Stadtgemarkung, vvo dieses Kloster stand, das dem Ju- 
piter, der Juno und der Minorva gewidmete Capitol, oder wenig- 
stens ein Jupitertempel. Obige schon ausgefLihrte Inschrift bezog 
sieh auf diesen Tempel und war entvveder als Gebaudeaufschrift an 
dem Fronlispiz der Aussenseite angebracht, oder stand iiber der 
unmiltelbar hinter dem Altare des Jupiters beiindlichen inneren 
Aeriicula. Ein mit Wasserfarbe ausgeflihrtes Nachbild dieser In- 
seription und der Tafel befindet sich im hiesigen Autiquarium. Vgl. 
nachfolcrende Inschrift. 

o 



— 19 — 

v. Raiser, rom. Alterlhum, AiigsbuTg, S. 19. DeiMB 0, D« K. II u. III. 
Dessen Guntia, S. 65, Taf. C. Welser, ed. 1594. p. 233, ed. 1(582, 393. 
Werlich, p. 41. Gruter, 192, 15. v. Hefner, rom. Bayern, Aufl. 3, 
N. XVII. 

Anmerk. 1. Patri (Jovi). 



2466. I, 0. M. 

M. TR. SECCO. 

Jovi optimo maximo Trebonius Secco. 

Auf einer Marmorplalte, nach Brucker i. J. 1606 wahrscheinlich 
bei Eroffnung eines Grabes in der St. Ulrichskirche gefunden, friiher 
Iinks am Thore der Reilercaserne (vorher Kloster Sl. Ulrich) ein- 
gemauert und von da in das Antiquarium dahier gebracht. 

v. Raiser, rom. Alterlh., A. T. 26, Taf. II, N. II. Dessen Guntia, S. 65, 
N. 13, Taf. C. Dessen 0. D. K., II u. III, S. 113, Taf. C. Brucker, Misc. 
p. 587. Wegelin, IV, 9. Bl ai n vi II e, I. 328. Gruter, I, 267. Wag- 
ner, S. 99. v. Hefner, rom. Bayern, N. 1. 



2467. 



0. M. 

ETERNO. 

SERVATORI 



. DEABVSQVE. 
. VS. LOCI. 



P. P. RETIE. 
0. CVM. SVIS. 
NIBVS. 

III. NONAS. 

(Jovi) optimo maximo (a)eterno (con)servatori (caeterisque 

diis) deabusque J ) (et Genio huj)us loci 2 ) (vir perfectissimus) 

praeses provinciae Retie 3 ) (vot)o cum suis omnibus (suscepto laetus 
lubens merito dedivavit) tertio ante nonas .... 

Dieses nicht uiehr vorhandene fragmentorische Denkmal befand 
sich nach Welser in der Nahe des ehemaligen Jesuilencollegs Qctzt 
Artilleriecaserne), nach VVerlich in einem demselben gegeniiber 
liegenden Garten. Der Ort seines urspriinglichen Slandpunktes 

2* 



— 20 - 

scheint das ehemalige Capitolium dahier gewesen zu sein. S. 
N. 2465. 

Welser, ed. 1790, f. 13, ed. 1594, f. 205, ed. 1682, p. 363, Werlich, 
S. 3. Gruter, p. 4, N. 5. v. Rai s er , rom. Alterth., S. 20. Dessen 0. D. K., 
II. Ablh., Forts. III. Abth. S. 68. Katancsich, J. A. t. 101. v. Hefner, 
rom. Bayern, Aufl. 3, N. XXXVI. 

Anmerk. 1) S. C. Dii deaeq. I, 288. 2) Nach Z. 6. folgt eine Defect- 
zeile, welche den Namen des Widmenden enthielt. Sie fehlt bei v. Hefner. 
3) Nach den zu N. 2450 angeftihrten Belegen zu erganzen (V. P.) PPRETIE, 
nnd wie dort zu lesen. Die Schreibung RETIE statt RAETIAE zu bemerken. 



2468. ETERIS DIIS 

DEABVSQVE 

OMNIBVS 

ADIVTORIVS 

ROMANVS. D. M. 

V. S. L. L. M. 

(Jovi optimo maximo ca(eteris(que) *) diis deabusqne omnibus 
Adjutorius IZomanus, decurio municipii votum solvit laetus lubens 
merito. 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Fragment, gefunden 1586 
in einem Garten bei dem Jesuitencolleg. s. den Fundort der In- 
schrift N. 2467. 

Welser, ed. 1590, f. 13, 27, ed. 1593, p. 212, ed. 1682, p. 372. Ka- 
tancsich, J. A. t. 101, N. XIX. v. Raiser, rom. Alterh. A. S. 21, 22. 
Dessen 0. D. Kr., Forts. II. Abth., III. Abth. S. 69. v. Hefner, rtim. Bayern, 
Aufl. 3. N. XXXIX. 

Anmerk. 1) Nach ETERIS folgt ein Zeichen, welches ich ftir den Ueber- 
rest eines diesem Worte angehangten Q, d. i. que, halte, und nicht ftir ein 
Herz oder Blatt, wie solche zuweilen vorkommen. s. C. a. v. dii deaeq. 
I. 388» 



2469. IOVI. IVNONI. MINER 

ANTONIA. M. LIB. 

APHRODISIA. SCYPHOS. II. 

VENEREVM. SPECVLVM 

DONVM. DEDIT. 



— 21 — 

Jovi, Junonif Minervae, Antonia, Marei libcrta, Aphrodiaia 
8cypho8 duos (et) venereum speculum donum dedit. 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Denkmale, vvelches Brucker, 
g-esllitzt auf eine mir nicht ZU Gesicht gekommene Schrifl „.Jacobo- 
nius in app. zur prisca gens Caesiorum p. 18 u mit diesem Autor 
der Sladt Augsburg zucignet, vvenn gleich daselbst nur von einer 
Stadt Augusta die Rede ist, und daher, da unler den vielen Slad- 
ten, die diesen Namen fiihrtcn, die naliere Bezeichnung fehlt, die- 
ser Anffabe kein Glauben zu schenken ist. 

v. Hefner, rbm. Bayern, Aufl. 3, N. XXIX. Gruter, p. 5 — 6. W e- 
gelin, IV, 9. Brucker, 567. Orelli, N. 1279. Katancsich, J. A I, 
106, LXVI. 

Anmerk. 1) Aphrodisia, bekannter Sclavenname von Aphrodyte, vvomit 
ein Patronatsvcrhiiltiiiss angczeigt ist. s C. Namen. 2) Spiegcl und Becher 
waren gevvohniiche Weihgeschenke, besonders unter den der Venus dargebrach- 
ten Gaben. Miiller, Handbuch, S. 402, 4, u. Gruter, p. 25, 2, vvo ein 
Scyphus als ein der Fortuna geweihtes Geschenk vorkommt. 



2470. PROSERPIN 

AE. FLAVIA. 

VENERIA. 

BESSA. EX. 

VISV. AEDEM. 

D. S. P. V. I. S. L. M. 

Plutoni et Proserpinae Flavia Veneria Bessa ex visu l ) aedem 2 ) 
de suo posuit votum illis 3 ) solvens lubens merito. 

Auf einer Sleinplalte, nach Peulinger hier gefunden, anfangs 
in dcssen Garten, spater in seincm Hause dahier aufbevvahrt und 
seit dern Jahre 1833 im hiesigen Antiquarium befindlich. 

Welser, ed. 1590, f. 9, 15, ed. 1594, p. 207. ed. 1682, p. 385. W r er- 
lich, S 6. Peutinger, f 129, 6. mog. f. 5, 6. Apian, p. 427. Gru- 
ter, 97, 3. Smetius, f. 148, 12. Blainville, S. 315. Gerken, I, 275. 
Tomasi, p. 159. Orelli, N. 1472 v. Pallhaussen, S. 268. Katancsich, 
4, A. I, 102, N. XXIV. v. Raiser, rom. Alterth., S. 22. Dessen, O. D. K., 
II. Abth., Forts. III. Abth. S. 69, T. E. f. 1. Dessen, Jahresber. v. Schwaben 
u. Neuburg, Jahrg. 1839, S. 102, T. E, f. 1 Dessen, Beitrfige f. K. u. A., 
Jahrg. 1833, S. 4. v. Hefner, rom. Bayern, Aufl. 3, N. XCI. 



— 22 — 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Ex visu. 2) S. C. a. v. Aedes. 3) illis, ungewtthn- 
licher Zusatz. 



2471. MERCVRIO. 

AVG. SACRVM. 

M. BASSIMVS. 

VITALIS. 

V. S. L. M. 

Mercurio augusto *) sacrum. Marcus Bassinius VitaVis votum 
solvit lubens merito. 

Nach Apian i. J. 1532 bei dem St. Gulluskirchlein dahier ge- 
funden, einige Zeit in dem Anbau zum Hause L. D. N. 273 (Lud- 
wigsplatz) eingemauert und seit 1821 im hiesigen Antiquarium be- 
findlich. 

Welser, ed. 1590, f. 12, 24, ed. 1596. p. 110, ed. 1682, p. 168. Wer- 
lich, S. 9. Gruter, 83, 14. Apian, p. 428 et 435. Laz, Comm. ed. 1598, 
p. 339. Muller, p. 468. Smet, f. 25, 9. Katancsich, J. A. I, 107, 
N. LXXVI. Jahresber. d. V. f. Mittelfr., X, S. XIX. Falkenstein, 
v. Fallhaussen, Top. S. 277. Kleinmayr, S. 60. Prugger, S. 63. 
v. Raiser, rom. Alterth. v. Augsb., S. 27. Dessen, Guntia, S. 63. Dessen, 
0. D. K., II. Abth., Forts. III., S. 71, T. B. N. 2. v. Hefner, rom. Bayern, 
3. Aufl. N. XLIII. 

Anmerk. 1) S. C. Augustus. 



2472. MERCVRIO. 

Auf einem nach Welser am Perlachberge dahier aufgestellt ge- 
wesenen und nicht mehr vorhandenen Fragmente. 

Welser, ed. 1590, f. 16, ed. 1594, p. 210, ed. 1682. p. 368. Werlich, 
S. 10. v. Raiser, Guntia, S. 63, T. 1. Dessen, rom. Alterth., S. 27 XII. 
Dessen, 0. D. K., III, S. 70, XII, T. 8. v. Hefner, rom. Bayern, Aufl. 3, 
N. XL. 



2473. 



MVNICIP!. AEL. AVG. NEGOTIATOR 
VI STIANIA? . N. ET MAR. AEDEM. 

CVM SVIS ORNAMENTIS SIBl. ET. PAT. 

C. ANTONIO AELIANO EQVITI. ROMANO. 
DECVRIONI .... AEL. AVG. . . PO. 



— 23 — 

(In honorem domus divinae, deo Mercurio ') L. Antonius 2 ) 
decurio) municipii 3 ) Aeliae Augustae, negotiator (artis) vestiariae*), 
(li)n(teariae) b ) et marmorariae 6 ) aedem cum suis ornamentis sibi 1 ) 
et pat(ri) Cajo 8 ) Antonio Aeliano equiti romano, decurioni (mi/ni- 
cipii *) Aeliae Augustae posuit. 

Fragment eines Gebaudeaufschriftsteines, 7' lang und 2' dick, 
an beiden Seiten tief geriflft , woraus zu schliessen, dass dieser 
Stein als Sturz auf gefalzten oder gefurchten Columnen iibcr dem 
Portal eines Tempels lag. Auf dem oberen Theile dieses Steiues 
stand ohne Zweifel der Name eincr Goltheit und der des Stilters 
dieses Tempels. Dieses merkwtirdige Denkmal befand sicli ehe- 
mals im peutingerschen Hause (jelzt D. 95 am Domplatze) wurde 
1822 im Hause G. 128 am Saumarkte, halb im Boden steckend, als 
Abweisstein gefunden und kam von da als Geschenk des Eigen- 
thiimers in das hiesigc Antiquarium. Diese Inschrift ist mit meh- 
reren Varianten edirl worden. 

Welser, ed. 1590, f. 144, 32, ed. 1593, p. 212, ed. 1682, p. 372 
Werlich, S. 12. G ru ter, 129, 4. Murat, H, 1099. Bl ai n v i II e, S. 316. 
Orelli, 493. v. Raiser, rom. Alterth., S. 33, T. 10, N. XIX. Dessen, 
0. D. K., II. Ahth., Forts. III. Abth. S. 69, T. X, f. XIX. Dessen, Guntia, 
S. 62, T. A. Katancsich, J. A. I, 109. v. Hefner, rom. Bayern, Aufl. 3, 
N. LXXXI. Mittheiluug des Herrn Studienlehrers, Biblioth. und Vereinssecr. 
Dr. Greiff zu Augsburg an Verf. d. W. 

Anmerk. 1) Nach dem Gebrauche und insbesondere ausweislich der 
augsburger lnsehriften 2467, 2468, 2470, 2480 steht der Name der Gottheit, 
welcher ein Tempel gewidmet ward , immer am Anfange der Gebaudeaufsehrift, 
zuweilen mit der dem Namen vorangesetzten Formel IN H. D. D. s. C. a. v. 
Gebaudeauschriften und N. 3595. Da der Stifter ein Negotiator (Grosshandler, 
verschieden Mercator, Kleinhandler) war, so nehme ich keinen Anstand, die Lesung 
Deo Mercurio vorzuschlagen und dabei auf N. 914 und 2595 d. Werkes hin zu 
weisen, nach welchen Kaufleute dem Mercur ebenfalls Tempel widmeri. 2) Nomen 
u. Cognomen nach jenen des Yaters; das Praen. kann auch ein anderes gcwesen 
sein. Die vorgeschlagene Standcsbezeichnung „decurio" deshalb, weil der Va- 
ter ein Decurio war , dem nach der bekannten gesetzlichen Bestimmung der 
Sohn in gleichem Stande folgen durfte, sobald er ein Alter von 25 Jahren er- 
reicht hatte und den Besitz von 25 Jugerer nachweisen konnte. Der in der Iu- 
schrift sehende Genitiv MVNICiPI d. i- municipii, fordert jedenfalls eine auf die 
Stadt Aelia Angusta Bezug habende offentliche Standesbezeichnung , und wcnn 
der Sohn nicht irgend ein anderes besonderes Amt beklcidetc. mindestens hier- 
nach grade die des Vatc.s. 3) MVNICIPI mit einem am Ende stehenden hoch- 
gestrichenen I zur Bezeichnung eines dopp. II. Uebrigens haben auch oftklein 
und mit anderen Buchstaben eines Wortes sleichsestrichene einfache I dieselbe 



- 24 — 

Geltung wie jene. s. C. a. v. Sprachliches, II, S, 405. 4) Alle Herausgeber, 
mit Ausnahme Muratori's, haben VISTINIA oder VISTIA. Herr Dr. Gre i If 
gibt in seiner Abschrift VISTIANA und bemerkt auf meine Anfrage, ob nicht 
VESTIARIAE zu erkennen ware? „Nicht so gliichlich waren Sie mit Erklarung 
der zweiten Zeile, wo ich unverkennbar lese VISTIANA. Aber darauf will ich 
aufmerksam machen, (was ich auch in der Abschrift angedeutet habe), dass 
zwischen dem I u. S ein verhaltnissmassig grosser Zwischenraum ist, der wohl 
darauf deutet, dass das I aus E entstanden ware". Muratori giebt VESTIA- 
RIAE, sei es als eine Verbesserung oder als eine wirkliche Mittheilung. Ich 
glaube Ersteres und trete ihm hierin bei. Nach dem Worte Negotiator muss, 
nach zahlreich vorliegenden Bcispielen, s. C. a. v. Negotiator , die Bezeich- 
nung irgend eines Handelsartikels folgen. Ist der angegebene Zwisclienraum 
zwischen I und S die Defectstelle von E, so haben wir den Anlaut VES und 
damit die Verbesserung der iibrigen undeutlichen Schriftziige, also VESTIARIAE. 
Ansprechend wird diese Erkliirung durch die Entdeckung eines anderen hiesigcn 
Negotiator vestiarius N. 2494. 5) v. Raiser giebt in den r. Alterth. Augsb., T. X, 
N. XIX , fiir VISTIANIA eine Defektstelle und lasst nach derselben ein N fol- 
gen. In s. 0. D. K., II. Abth., Forts. III. Abth. T. A steht VISTIANIA, aber an 
der darauf folgenden Stelle kein N. Herr Dr. Greiff giebt ebenfalls eine De- 
fektstelle. Muratori aber schreibt LINTEARIAE, ich glaube als eine Ergan- 
zung. Diese Erganzung vielleicht vom Anhaltspuukte N, den ich, wie oben 
steht, hiernach acceptire, ohne jedoch etwas Gewisses vorfiihren zu wollen, 
denn es kbnnte auch vinariae heissen. 6) Marmorarius heisst ein Steinmetze; 
wer mit dessen gefertigten Arbeiten handelt, z. B. mit Monumenten, bearbeite- 
ten Baustiicken, wurde negotiator artis marmorariae genannt. 7) v. Hefner 
u. A. geben MRI und lesen: matri. Herr Dr. Greiff, welchem ich , gestiitzt 
auf v. Raiser rom. Alterth. A. T. X, f. XIX, wo SIBI steht, (ohngeachtet der- 
selbe im 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth , T, A, MRl giebt) meine Ansicht 
mittheilte, dass hier SIBI stehen miisse, da die Wortfolge matri et patri so we- 
nig richtig sein kbnnc, als die Abkiirzung MRI neben der besseren Abkiirzung 
PAT(vielleicht doch PATRI), antwortet: „Sie sind vollkommen am Rechte, wenq 
Sie in der dritten Z. st. MRI SIBI lesen. Ich habe das B deutlich durch Be- 
fiihlung herausgefunden." 8) Bei v. Raiser a. a. 0. fehlt das C. Andere und 
Herr Dr. Greiff geben es deutlich. 9) Die Ergiinzung nach Note 2. 



MERCVRIO 
2474. CVIVS SEDES ATERGO 

SVNT 

APPIVS. CL. LATERANVS. 

XV. VIR. SACR. FAC. 

COS DESIGN 

LEG. AVG. PR PR. 

LEG III. ITAL. 

V. S. L. M. 



— 25 — 

Mercurio, cujus sedes a tergo sunt *), Appius Claudius Latera- 
nus , quidecim ivir sacris faciundts , consul designatus , legatus 
augusti propraetore, (legatus) legionis III italicae votum solvit 
lubens niento. 

Auf ciner Kalkslcinplatte nach Peutinger in dessen Hause belind- 
lich, und daselbst noch jetzt in der Hausflur, slark mil Kalk iiber- 
strichen , wodurch die Schrift fast unleserlich geworden ist , zu 
sehen. 

Peutinger, ed. 1505, t. 129 b, N. 10, ed. 1520, f. 56, N. 20. Apian, 
p. 423. Welser, ed. 1590, f. 5, 8, cd. 1594, p. 206, ed. 1682, p. 363. 
Werl ich, S. 7. Gruter, pag, 51, 1. Cr us sius, p. 89. Smet i u s, f. 23, 10. 
Laz, Comm., ed. 1598, p. 85, 97, 179, 327, 535. Katancsich, J. A. I, 103. 
N. XXXIII. Sprecher, ed. 1676, p. 38. Blainville, 1,318. Gerken, 
1,276. v. Raisach, 11,412. v. Pal I h a u sen , Top. S. 274. Fereken- 
stein, I, 38. Kleinmayern, S. 60. v. Raiser, rom. Alterth. S. 25. 
Dessen, 0. D. K„ II. Abth., Forts. III. Ahlh. S. 71. Dessen Beitrage 1833 
S. 25. Orelli, 1392. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3, N. XLVII. 

Anmerk. 1) Zu diesem Denkmale soll ein bei v. Raiser, 0. D. K., 
II. Abth., Forts. III. Abth. S. 71, T. B. N. 3, beschriebcnes und copirtes Mer- 
curbild gehort haben ; es werden darauf die Worte „cujus sedes a tergo sunt" 
bezogen. Arae und Signa erscheinen meist zusammengehorig gestellt, d. i. die 
Signa auf die Arae oder hinter dieselben auf besondere daneben stehende Ba- 
simente. Oft vertreten die Basimente die Stellen der Arae und sind init In- 
schriften versehen. In vorliegendem Falle dieser Stiflung waren beide von 
einander getrennt an zwei verschiedenen Beten des Tempels aufgestellt ; die 
Statue des Mercur da, wo man vom Haupteingang her bis zum Altare gehend, 
das Mercurbild ini Riicken hatte: der Altar in der Mitte oder in dem Hinter- 
theile des Tempels. Der Grund dieser Trennung scheint in einer daselbst be- 
standenen Ordnung, wonach, da wahrscheinlich noch mehre dergl. Bilder dahin 
gestiftet worden sind , alle diese an cinem besonderen Orte zusarnmengestellt 
werden mussten , auf welche Anorduung die Worte sedes — sunt anzudeuten 
scheinen. 2) App. Cl. Lateranus war nach den Fasten bei Almeloveen, p. 144, 
mit Marcus Mauritius Rufinus i. J. 197 n. Chr. Consul. Da er hier als „c. de- 
signator" vorkommt, so fallt die Errichtung dieses Denkmals in das Jahr 196, 
in welchem er als Legatus Augusti Propraetore die Provinz Raetia verwaltete 
und in der Stadt Augusta wohnte. 3) v. Raiser und mit ihm Andere lesen : 
Legatus augusti propraetor (propraetore) legionis III italicae. Nach dem Ge- 
brauche habe ich obige Lesung vorgeschlagen, und verglelche hierzu z. B. die 
lnschrift N. 1006 d. Cod., wo die beiden Amtstitel leg. aug. propraetore und 
legatus legiants getrennt erscheinen. Ohne Zweifel befand sich Z. 8 bei der 
Stelle LEG ein daneben stehendes L oder die Abkiirzung LEG, welche enlwe- 
der erloschen ist oder iibersehen wurde. 



— 26 - 

2475. IN. H. D. D. 

DEO. MARTI 

ET. VICTORIAE 

CONTVBERNI 

VM. MARTICV 

LTORVM. POSVE 

RVNT V. S. 

L L M 

In honorem domus divinae deo Marti et Victoriae contuber- 
nium marticultorum posuerunt votum solventes laeti lubentes 
merito. 

Vormals im peutinger'schen Hause Lit. D. N. 95. Peutinger 
kannte das Denkmal nieht und erst Welser sah es daselbst spater- 
hin. Seit 1833 im hiesigen Antiquarium befindlich. 

Welser, ed. 1590, f. 13, 29, ed. 1594, p. 211, ed. 1682, p. 374. Wer- 
lich, S. 11. Gruter, 55, 16. Falkenstein, I, 42. Blainville, S.316. 
Gerken, I, 277. v. Pallhaussen, Top., S. 282. Orelli, 397. v. Rai- 
ser, rom. Alterth., S. 23. Dessen, 0. D. K., II. Abth., Forls. III. Abth- 
S. 70. Derselbe im Jahresber. f. Schwaben u. Neuburg 1839, 1840, S. 102. 
T. 1, f. 4. Derselbe i. d. Beitr. f. K. u. W. im 0. D. K. 1833, 4. Ka- 
tancsich, J. A. I, 105, K. XLIX. v. Hefner, rom. Bayern , 3. Aufl., 
N. LXXXIV. 

Anmerk. 1) Contubernium, die Genossenschaft, der Yerein der Marsver- 
ehrer. In der Bedeutung eines Versammlungsortes erscheint dieses Wort 
N. 383 u. 878. s. C. a. v. Collesrium. 



2476. MARTI. 

CRIPSVS. RAE 
CI. FIL. V. S. L. M. 

Marti. Crispus, Raeci filius votum solvit lubens merito. 

Dieses Denkmal sah Peutinger i. J. 1505 im Hause des Leon- 
hard Renhinger dahier, welches nach Apian nachher 1520 G. Baum- 
gartner besass. Welser bemerkt i. J. 1590 blos „in domo quadam". 
Wo jenes Haus lag, hat man bis jelzt nicht ausfindig machen konnen. 

Peutinger, ed. 1505, f. 131, ed. 1409, f. 12. Apian, p. 430. Wel- 
ser, ed. 1590, f. 10, ed. 1594, p. 211, ed. 1682, p. 371. Werlich, S. 11. 
Gruter, p. 56. Smetius, f. 149, N. 1. Falkenstein, I, 42. Schop- 
perlin, S. 25. Katancsich, J. A. I, 107. v. Raiser, rom. Alterth. S.23. 



— 27 — 

Dessen, 0. D. K., II. Abth., Forts. III. Abth. S. 70. v. Hefner, r. Bayern, 
3. Aufl. N. LXXX. 



2477. . . . CVLI. STATVAM. 

, CVM. BASE. AVRELIVS. 

MVTIANVS. VPPPR. 

PROSALVTE. SVA. SVO 

RVMQVE. OMNIVM. 

. . SVIT. CVRANTE. 

.... GERONTIO. 

(Her)culi statuam cum base Aurelius Mutianus, vir perfectissi- 
mus, praeses provinciae Raetiae x ) pro salute sua suorumque om- 
nium (posuit) ourante 2 ) Gerontio. 

Nach Brucker befand sich dieses nicht mehr vorhandene Denk- 
mal in dem Garten Welser's, welcher es in seincn Werken nicht 
anfiihrt. 

Brucker, im Suppl. S. 589. Katancsich, I. 103. N XXXI. v. Rai- 
ser, rom. Alterth. S. 30. Dessen, 0. D K., II Abth., Forts. III. Abth. S. 72. 
v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3, N. CXV. 

Anmerk. 1) Alle Herausgeber lesen : vir perfectissimus, praeses pro- 
vinciae. Da aber das zuletzt stehende R in der Lesung von dem daneben 
stehenden P getrennt werden muss, und fur sich allein den Namen der Provinz 
(d. i. Raetien) andeutet, so schlage ich obige Lesung mit Hinweisung auf die 
bei N. 2450 angefiihrten entschcidenden Belege vor. 2) S. C. a. v. Jussu, ju- 
bente, cura &c. 



2478. . ISID. 

Isid(i). 

Auf einem vormals im welser'schcn Garlen befindlichen und 
jetzt im hiesigen Antiquarium aufbewahrten fragmetitarischen Steine. 

v. Raiser, rom. Alterth. S. 100. Dessen, 0. D. K. II. u. III. Abth. 
S. 73. Brucker, p. 593. 



2479. DEO. VOLIANO. 

1VL. MARCIA 
NVS. EX. VOTO. 
V. R. L. L. M. 



— 28 -- 

Deo Volkano 4 ) Julius Marcianus ex voto votum retulit laetus 
lubens merito. 

Nach Bianconi (k. sachs. res. Minister zu Miinchen) lag dieses 
Denkmal um das Jahr 1764 an einem hiesigen Backerhause zunachst 
beim goorlingrer Thor als Sitzstein benutzL und fand sich daselbst* 
spater nicht mehr vor, als Bianconi den Stein fiir den Kurprinzen von 
Sachsen kaufen sollte. Gruter und Donati bezeichnen Rhiusiana in 
Suevia d. i. Riss im Riessgau als Fundort. 

v. Raiser, 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 73. Bianconi, Briefe uber 
Munchen, 1764. S. 121 u. 149. Dessen, Lettere, p. 219 u. 252. Donati, 

I, 33. Gruter, 1074. N. 10. Orelli, 2074. Abhandl. der Ah. z. Munchen, 
philos. EI. II, 1846. S. 146. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. XCIII. 
de Wal. Myth. p, 202. 

Anmerk. 1) Gruter, Donati u. Orclli „Voliano tt als erscheine unter 
diesem Namen eine topische Gottheit. Man wollte zur Bestaligung und Richtig- 
lseit dieser Annahme eine gleichnamige Gottheit zu Nantes gefunden haben, was 
jedoch bis jetzt weder von daher noch von andern Orten bekannt ist. Ich 
halte daher mit Bianconi dafur, dass das I Ueberrest von K ist, und ver- 
gleiche mit dieser Inschrift eine andere N. 25 d. Cod., wo die Schreibung 
VOLKANO vorkommt. 2) Ueber die von v. Reiser beanstandete Formel 
VR L. L M, welcher das R in S verwandelt und solvit liest. s. C. a. v. Siglae 

II, 407. 



2480. IN. H. D. D. DEO. SILVANO. 

TEMPL. CVM. SIGNO. VE 

TVSTATE. CONLABSVM. 

SEXT. ATTONIVS. PRIVATVS. 

CIVES. TREVER. IIIIII VIR. 

AVGVSTALIS. PECVNIA. 

. SUA. RESTITVIT. 

In honorem domus divinae. Beo Silvano templum cum signo 
vetustate conlabsum Sextus Attonius Privatus, cives treverensis l ) 
sevir augustalis pecunia sua restituit. 

Diese mit Schopflin N. I712 d. W. irrigerweise nach Trier gesetzte 
und nicht mehr vorhandene Inschrift befand sich ehemals im peu- 
tingerschen Hause dahier , wie v. Raiser nach handschriftlichen 
Nachrichten berichtet und mehrere der unten allegirten Autoren an- 
geben. 



- 29 - 

Werlich, S. 5. Smet, f. 130. 17. Lai, Comm. ed. 1594, p. 318. 
Blninville, S. 315. Katancsich, J. A. I. p. 102. Peutinger, ed. mog. 
f. 6. ed. 1594. Apian, fol. 424. WeUer, ed. 1584, p. 7. ed. 1594, f. 107. 
ed. 1682, f. 365. Gmtcr, p. 61. N. 6. Schopflin, Als. I, 487. v. R a i- 
ser, rom. Alterth. S. 30. Dessen 0. D. K. II. u. III. Abtli. S. 72. v. Hef- 
ner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CXIII. 

Anmerk. 1) C. a. v. Civitates. 



2481. . ARCI 

SACR . . 
C . . . 
COSSITIVS 
PRIMVS. 
V. S. P. 
L. L. M. 

(P)arcis sacrum. Cajus Cossitius Primus votum solvit pie 
(publice?) l ) laetus lubens merito. 

Nach Peutinorer im Hause des Domprobstes M. v. Stein befind- 
befindlich. Dieses Haus ist das jetzig-e Privatgebaude D 57. Man 
hat die Inschrift daselbst bis jelzt noch nicht auffinden konnen. 

Peutingcr, ed. mog. f. 9. Apian, p. 420. Gruter, p. 97, N. 12. 
Smet, f. 32. Welser, ed. 1590, f. 9. ed. 1594, p. 213. ed. 1682, p. 373. 
Werlich, p, 161. Blainville, p. 318, Katancsich, I. A. I, 107. v.Rai- 
ser, rom. Alterth. S. 31. Dessen, 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 72. v. Hef- 
ner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. XCII. 

Anmerk, 1) C. a. v. Siglae II, 407. 



2482. MATID . . 

DIVAE. MATI . . . 

, VGV . . FIL . . DI . . 

MARCIANA 

. PTI . DIVI 

NI ABNE 

DIVAE. SAB 

SO . . . 



Matid{iae), divae Matiidiae a)ugu(stae) fil{iae\ di(vae) Marci- 
ana(e augustae ne(pti, divi (Traja)ni abne(pti) , divae Sab(inae 
Hadriani augusti uxoris) so(rori) 



— 30 - 

Dieses der jiingeren Matidia gewidmete Denkmal befand sich 
zu WelseVs Zeit in einem hiesigen nicht naher bezeichneten Privat- 
hause. Man hat es bis jetzt noch nicht aufgefunden. 

v. Raiser, rom. Alterth. S. 43. Dessen, 0. D. K. II. Abth., Forts. 
III. Abth. S. 76. Welser, ed. 1590. p. 16. N. 34. ed, 1594. f. 228. ed. 1682. 
f. 388. N. 35. Werlich, f. 33. v. Pallhausen, p. 285. Reinesius, 
p, 306. Blainville, p. 318. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CXXV. 

Anmerk. 1) Vergl. Orelli, 836, 837, wo diese jiingere Matidia ge- 
nannt wird: filia divae Matidiae augustae, neptis divae Marcianae augustae, 
soror divae Sabinae augustae, matertera imp. Antonini augusti pii. 



2483 

INCOLV . . 
III. IMP. V. CO 
TOTIVS QVE. 
BSOS. RESTITV 
. . VS . . SVRVS. 

Schriftreste auf einem Fragment, welches unter dem Frauenthore 
am Ecke rechts gegen die Windgasse eingemauert war, und i. J. 1821 
in das Antiquarium dahier gebracht wurde. Hier in die Wand einge- 
setzt , wurde der Schrift nach Welser's Lesung folgende Erganzung 
mit gelber Farbe beigeschrieben : 

(PRO. SALVTE.) 

(GLORIA ET) INCOLV (MITATE. IMP. C.) 

(L. SEPT. SEV. AVG. TR. POT. III. IMP. V. C(OS. II. PROCOS.P. P.) 

(FELICISS. PRINCIP.) TOTIVSQVE (DOMVS. DIVINAE.) 

(QVOD. COLLA)BSOS. RESTITVIT. (VIAS. PONTES.) 

(ET. MVROS. CLAVDI)VS. SVRVS. (F. C.) 

(Pro salute gloria et) incolu (mitate imperatoris caesaris L. 
Septimii Severi, augusti, tribunitia potestate) III. imperatoris V. l ) 
onsulis (Il.pro consulis, patris patriae, filicissimi principis) totius- 
que (domus divinae, quod conla) bsos restitu(it vias pontes et muros, 
Claudi(us Surus (faciundum curavit). 2 ) 

Diese nach den vorhandenen Resten sicher ohne Beiftiffunp; der 
Namen Caracalla's und Geta's abgefasste kurze Inschrift, lasst aller- 
dings nur einen Kaisernamen und blos den des Septimius Severus 
um so mehr vermuthen oder mit Welser grade zu sicher annehmen, 



— 31 — 

als die noch vorhandenen Zahlen III. I.\II\ V. aufkeinen andern Kaiser 

anp-ewcndel werden konnen; dazu koirunt, dass man ans vielen In- 
schriften weiss, welche bedeutende Unternehmungen zu Herstellung 
alter unfahrbar gewordcner Slrasscn, verfallener Briicken und ge- 
maueiicr Bosehungen unter diescm Kaiscr geschahen. s. C. a. v. In- 
schriftdenkmale des Kaisers Severus uud seiner Sohne. 

Peutinger, f. 129. ed. mog. f. 15. Apian, p. 431. Welser, cd. 
1590. f. 10. ed. 1594. p. 231. ed. 1682. p. 391. Werlich, S. 38. (iruter, 
p. 144. J\. 9. v. Raiser, rom. Alterth. S. 40, XXIX. Dessen Guntia. 
S. 61. Uessen, 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 75 T. A. 3. v. Hefner, roni- 
Bayern. 3. Aufl. N. XXIS. 

Anrnerk. 1) 195 n. Chr. 2) Da die Veranlassung zur Stiftung dieses 
Denkinals die war, dass Kaiser Severus grosse olfentliche Werke herstellen liess, 
so scheint der Errichter desselben ein hochgestellter Beamte, welchem die Aus- 
fiihrung des kaiserlichen Belehls iibertragen wurde , gewesen zu sein. Die 
Vermuthung spricht nach v. Raiser fiir einen Provinzialprases von Ratien. Hier- 
nach wiirde zurn Schlusse der Inschrift noch folgende Ergiinzung gehoren: Clau- 
dius Surus, vir perfectissimus, praeses provinciae Raetiae II dat dedicat. Vgl. 
N. 2485. Die Gens des Namens Surus oder Syrus erscheint nach Duelli Ex- 
cerpt. geneal. hist. f. 305. 7. vielfach verbreitet und eingesehen 



2484. SEPT. 

RABAD 
RCI ANT 
TICI NE 
5. EPOTI 
EPOTIDIVI 
TIET 
DNEPOTI 
INO PIO 
10. PROC 

Irriperatori caesari, Lucii) Sept(imii Severi augusti, a)rab(ici, 
ad(iabenici jilio, divi Ma)rci Ant{pnini, germanici sarma)tici ne- 
(potij divi ' Antonini pii pron)epoti, {divi Hadriani abn)epoti , divi 
(Trajani par)thici et (divi Nerva a)d nepoti, Aurelio Antonfino, 
jpio (felici, augusto, tribunitiae potestatis .... consuli, proconsuli 
patri patriae ). 

Auf dcm Fragmmt einer Kalksteinplalte. welehes auf der siid- 
lichen inwendigon Seite des Thurmes der h. Kreuzkirche dahier ver- 
kehrl cingcmauert ist. Es wurde i. J. 1837, uachdem man es bis da- 



— 32 — 

hin fiir verloren gehalten hatte, an der v. Welser bezeichneten Stelle 
gefunden. Die Buchstaben der ersten Zeile sind 5"hoch, die der 
ubrigen Zeilen nur 1*". Die Zeilen stehen grade und gleich unter- 
einander und die beiden fehlenden Schriftseiten wurden, zur Aptirung 
des Steins in das Mauerwerk, abgehauen. Aus der Lesung des Tex- 
tes nach einer i. J. 1837 gefertigten Copie, die ich oben mittheile, 
ergiebt es sich, dass v. Raiser (i. Jahresb. d. V. f. Schw. Jahrg. 1837, 
S. 2 u. 3) richtig 10 Zeilen (wie Welser) giebt, wahrend er irrthiim- 
lich den der Lesung voranstehenden Text nur mit 9 Zeilen darstellt, 
ein Irrthum, der sich auch bei v. Hefner im Texte findet und (abwei- 
chend von der richtigen Lesung v. Raiser's) in der Lesung desselben 
beibehalten wird. Nach Anleitung der welser'schen Copie, so wie 
nach dem Inhalte und Zusammenhange der Inschrift ergiebt es sich, 
dass v. Raiser u. v. Hefner die Zeile 5 EPOTI, jener im Texte (nicht 
aber in der Lesung) dieser in beiden ausgelassen haben. Wiirde 
Welsers Copie dieser 5ten Zeile u. v. Raisers Textlesung nicht vorlie- 
gen, so musste die Stelle des Textes Z. 8 (a)DNEPOTI allein darauf 
fiihren, so dass, da in der Generation bekanntlich aufeinander folgen : 
filius, nepos, pronepos, abnepos und adnepos, hier eine auf den im 
Texte fehlenden Abnepos Bezug habende Erganzung vorgenommen 
werden miisste. Da indessen nach Welser und v. Raiser auf angege- 
bene Art urkundliche Anhaltspunkte vorliegen , so konnte ich (wohl 
auch mit Riicksicht auf die Generationsfolge) jene fiinfte Zeile dem 
obigen Tcxle verbessernd beifiigen. 

Welser, ed. 1594. p. 232. ed. 1682. p. 392. Werlich, S. 39. Gru- 
ter, 270. 4. v. Raiser, rom. Alterth. S. 41. XXIV. Dessen, 0. D. Kr. 
II. u. III. Abth. S. 75. Dessen Beitr. f. Kunst des Alterlh. im O.D. K. 1831. 
Dessen Jahresber. im 0. D. K. 1837. S. 1. f. v. Pall haussen, Top. S. 285. 
Katancsieh, G. A. I. p« 99. IX. v. Hefner, romisches Bayern. Aufl. 3. 
N. CCCXXVII. 



- 33 - 

2485. PROVIDENTISSIMO. 

PRINOfPI. RECTORI. 
ORBIS. AC DOMINO. 
FVNDATORI. PACIS. 

AETERNAE. 

DIOCLETIANO. IMP. 

INVICTO. AVG. PONT. 

MAX. GER. MAX. PERS. 

MAX TRIB. POT. VII. 

COS. IIII. PATRI. PAT. 

PROCOS. SEPT. 

. . NTIO. VPPPR. 

. . . M. Q. EIVS. DD. 

Providentissimo principi, rectori orbis acdomino, fundatori pa- 
cis aeternae, Diocletiano imperatori, invicto, auyusto, pontifici maxi- 
mo, yermanico maximo, persico maximo, tribunitia potestate VII, ') 
consuli IV, patri patriae, proconsuli, Sept(imius Vale)ntio, vir per- 
fectissimus, praeses provinciae Raetiae (nurnini) m(ajestati) que 
ejus dat dedicat. 

Gefunden 1825 beim Abbruch des Barfiisserthorthurms und jetzt 
im Antiquarium dahier befindlich. 

v. Raiser, 0. D. K. I. Abth. S. 21. Dessen, 0. D. K II. Abth. Forts. 
III. Abth. S. 75. Taf. E. f. 5. Ders. im Jahresber. f. Schwaben u. Neuburg, 
1839 u. 1840. S. 102. Taf 1. f. 0. v. Hefner, romisches Bayern. 3. Aufl. 
N. CIXXIX. 

Anmerk. 1) 291 n. Chr. Diocletians damaliger Mitregent Aurelius Val. 
Maximianus wird hier nicht genannt. 2) Dieser Valentio kommt bei Orelli, 
1049, im Jahre 293 in folgender Stelle vor: SEPTIMIVS VALENTIO VC. AV. 
PRAEF. PRAET. C. C. V. V., d. i. Sept. Valentio, vir clarissimus agens vices 
(duorum) praefectorum praelorio clarissimorum virorum. 3) Bei v. Hefner 
unrichtig VPPR. Die Abbildung bei v. Raiser giebt deutlich VPPPR. Meine 
vorgesehlagene Lesung nach den bei N. 2450 Cod. angefiihrten entscheidenden 
Belegen. 



— 34 - 
2486. 

AEL. MONT. 

HAEDER. PRO. 

SALVTE. SVA. ET. P. 

HISP. CANAVILI. 
FILI. ET. AEL. MON. 

FESTINAE. CON 

IVGIS. V. S. L. L. M. 

DDD. VII. RAL. 

SEPT. GETA. II. 

PLAVTIANO 

II. COS. 

l ) Aelius Montanus Haeder(anus) pro salute sua et Publ. 
Hispani Ganavili filii et Aeliae Montanae 2 ) Festinae conjugis votum 
solvens laetus lubens merito. Dedicatum die VII ante ralendas 
septembris Geta iterum et Plautiano iterum consulibus.*) 

Von diesem gegenwartig im peutinger'schen Hause befindlichen 
Altargiebt Beck i. J. 1686 zuerst Nachricht, ohne jedoch hierbei den 
Fund- und damaligen Aufbewahrungsort anzugeben. Er ist vierseilig 
mit der Schrift auf der Vorderseite und den Bildern des Mars, des 
Mercur und der Victoria auf den drei anderen Seiten. 

Beck, S. 47. f. Brucker, p. 588. Wegelin, IV. p. 9, Blainville 
S. 317. Orelli, N. 1420. v. Raiser, rom. Alterth. S. 27 u. 29. Dessen, 
0. D. K. II. u. III. Abth. S. 71. Taf. VI. N. I, 2, 3. v. Hefner, r. Bayern. 
III. Aufl. N. LXXXVI- 

Anmerk. 1) Statt der Eingangsformel IVlarti Mercurio et Victoriae sacrum 
hier die Bilder dieser Gottheiten. 2) Bemerken^werth riicksichtlich dieser glei- 
chen Namen des Mannes und der Frau. 2) 203 nach Chr. Der obengenannle 
(ieta ist ein Bruder des Kaisers P. Sept. Severus und hiess P. Sept. Geta. 
Brucker verwechselt ihn unrichtig mit dem bekannten ungliicklichen von 
Caracalla ermordeten Sohne jenes Kaisers Severus. 



2487. CVRIONI. AL. III. L. ET. 

COS. ET. FL. DECORAT 
LEG. III. ITAL . . . 

VS. v. 

.... de curioni alae III (f)l(aviae singularium) l ) et {beneficia- 
rio) consulis et Flavio Decorato, l ) (iniliti) legionis III italicae . . . 
us v. 



— 35 — 

Auf cinem Bruchstiickc, welehes Peutinger kannle. Es befand 
sich zu St. Ulricli dahier und kam ven da m das Aulitiuarium. 

Pentinger, f. 128. I>. ed. mog. f.2. 1>. Apian, p. 418 (419). Wel- 
ler, ed. 1590. F. 3. I». ed. 1594. p. 239. ed. 1682. p. 390. Weil icfa , S. 32. 
Grnter, p. 497. 2. Laz, Comm. od. 1598, p. 535. Blainville, S. 328. 
Gerken, I. 267. v. Raiser, rom. Alterth. S*. 74. Dessen, Gnntia. S. 74. 
Dessen, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abih. S. 83. Katamcsich, .1. A. I. 
p. 104. N. XL. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCVI. 

Anmork. v. Hefner liost: Decurioni alae III Lucii. Die (jriinde, wes- 
hnll> ioli alae III Haviao zu losen vorschlage, s. C. Alae. 2) Decoratus und 
Decoratianus, bekannte Namen. s. Gruter, p. 33. 10 und Inscbrift v. Cilli 
v. Kaiser liest: ll(aniini) deoorato, d. i. mit der Priestervvurde eines Plamen 
gesehmuckt. 



2488. IVVENIAE. PRISC . . 

VXORI. CARISSIM . . 



DE. SE. MERIT . 

MALRINIVS. FE 

DEC. MVN. QV . 

SACERDOTALl . . 

HONORIB. IN . . 

SVA. FVNCT . . 



Juveniae Prisc(ae), uxori carissim(ae) .... l ) bene) de se me- 
rit(ae), Malrinius ' l ) Fe(stinus 3 ) decuria municipii, qui sacerdota- 
li(bu)s honoribus in (patria)*) sus funct(us est facimedum curavit). 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal, welches sich vormals in dem 
Garten des Domherrn Ulrieh v. Hundbis zu Augsburg befand. 

Brucker, p. 590. Wegelin, IV. 10. v. Raiser, 0. D. Kr. II. und 
III. Abth. S. 84. Dessen, rom. Alterth. S. 82. v. Hefner, rom. Bayern 
3. Aufl. N. CCLIV. 

Anmerk. 1) Diese Defektzeile fordert noch ein Wort des Lobes, etwa: 
et dulcissimae. 2) Der Name Malrinius ist zwar bekannt, aber seltener, als der 
Name Matrinius, welcher hier gestanden haben mag und worin man das T, des- 
sen Querstrich wahrscheinlich erloschen isl, sofort fiir ein L ansah. 3) Nicht 
fecit, wie bisher gelesen wurde. OlTenbar fiihrte der Stifter zwei Namen, und 
es ist im FE der Ueberrest des vorgesehlagenen Namens, oder eines andern, 
etwa: Felix, Felicianus, Festus zu erkennen. Ausserdem muss nach der ord- 

3* 



- 36 - 

nungsmassigen Fassung dieser Inschrift fecit oder fac. curavit arn Schlusse stehen. 
4) Eine Analogie bei Smetius, p. 41. 4. 



1489. DEC. MV. 

FRATRIS. EL 

FILIVS. 

HERES 

D. D. D. 

decurionis mu(nicipii) . . . fratris ejfus) filius (et) heres 

(loco) dato decurionum decreto. 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Fragmente, welches Welser 
sah. 

Welser, ed. 1590. f. 17. ed. 1594. p. 215. ed. 1582. p. 375. Gruter, 
497. N. 8. Werlich, S. 15. Reinesius, Synt. p. 807. Katancsich 
.. 104. v. Raiser, rom. Alterth. S. 72. Dessen, 0. D. K. II. u. III. Abth. 
S. 83. f. v. Hefner, rtim. Bayern. Aufl. 3. N. CLXXXIU, welcher diese 
Inschrift aus Versehen in derselben Auflage noch einmal sub N. CCCLVII giebt. 



2490. GENIO. CASSL 

SIGNIF. 

Genio Cassii signiferi. 

Auf einem hier gefundenen und nicht mehr vorhandenen silber- 
nen Ringe, vvelchen Welser besass. 

v. Raiser, rtim. Alterth. S. 94. Dessen, 0. D. K. III. S. 88. LXXXIX. 
Gruter, 535, 9. v. Hefer, rtim. Bayern. Aufl. 3. N. CCCLXXIII. 



2491. C. MANAGNIO. 

IVSTO. T. LEG. III. 
ITALIC. MANA 

GNIA. FABIANA. 
FILIA. ET. HLRES. 

FACIVNDVM. CV 
RAVIT. 1NSTANTE. 

MANAGNIO. NI 

CIATE. LIBERTO. 

EX. HS. N. XVI. 



- 37 — 

Cajo Managnio Justo, tribwiQ legionis III itcdicae Managnia 
Fabiana filia et heres faciundum curavit instante 1 ) Managnio Si- 
ciate liberto ex sestertiis numero sedecies centies. 2 ) 

Dieses vormals im Wohngebaude des adeligen Damenslifts 
St. Stephan dahier befindlirhe und von Peutinger gekannte Inschrift- 
denkmal kam 1821 von dorl in das hiesige Antiquarium, 

Peutinger, f. 130. cd. mog. f. 3. Apian, p. 429. Welser, ed. mog. 
f. 4. ed. 1594. p. 230. ed. 1682. p. 300. Werlich, p. 36, Smetins, 
f. 166. 23. (iruler, p. 551, 13. I a / , Coinin. ed. 15<)8. p. 53. B I a i n- 
ville,S. 288. r e 1 1 1 , 4616. K a t a n c s i c h , J. A. I. 106. v. R a i s e r, 
roin. A. A. S. 69. Dessen, Gunlia. S. 67. Dessen, O. D. K. II. Ahth., 
Forts. III. Ahth. S. 83. LIX. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CLXVHI. 

A n m e r k. 1) S. C. a. v. Jussu, instantia und a. v. Cura. Da im vor- 
liegenden Falle von einer Auctoritus die Rede ist , so hatte das Wort curante 
gebraucht werden iniissen. Das Wort instante gehort in die Reihe jener For- 
melworte, welche hci Auftragen nnd Bcfehlen zu Ausfiihrung offentlicher Bauten 
gebraucht wurde. 2) Da dieses Denkmal ein sehr einfaches war, so konnte 
die gewohnliche 1000 Zahl fsestertiis nummis (numero) sedecim rnillibus = 1056 
Gulden rh.) nicht angenommen werden , ebenso wenig die von 16 einfachen 
Sesterzen = 1 fl. 8 kr., weshalb obige iihrigens wenig iibliche Bezcichnnngs- 
art, welchc die Summe von 80 fl. rh. giebt, gewahlt wcrden diirfte. s. C. a. v. 
Lateinische Bezeichnung des (Jeldes nach Inschriften. 



2492. D. M. 

C. SENILIO. PERVINC. 

VETER. E.XSIGNIFERO. 

LEG. III. 1TALICAE . . . 

SENILIO. IMPETRAT . . 
AVRELIVS. SABINIANVS. 
INGENVI. HERES. FECIT. 

Diis Manibus. Cajo Senilio Pervinco, veterano, exsignifero, 
legionis III italicae (et) Senilio Impetrat(o) ') Aurelius Sabinianus, 
Ingenui 2 ) heres fecit. 

Dieses Denkmal, welches nach Gruter in der Wertach gefunden 
und in Welser's Garten aufbewahrt wurde, befindet sich jetzt im peu- 
tinger'schen Hause (D 95) als Grundstein der Schlussmauer arn Ein- 
fahrtthor benutzt. In einer Nische dieses Denkmals sind Vater und 
Sohn, jener in der Toga und eine Pergamentrolle in der Hand haltend, 



- 38 - 

dieser als Knabe dargestelll , auf dessen Schulter des Vatcrs rechte 
Hand liegt. 

v. Raiser, rom. A. A. S. 39. Dessen, 0. D. K. II. Abth. Fortsetzung 
III. Abtheil. S. 81 Taf. IX. f. 1. Beck, Mant, monum. p. 53. Gruter, 
f. 1189. N. 14. Brucker, p. 592. VV e g e I i n , IV. p. 1 1. Katancsich, 
J. A. I. 105. N. LIII. Orclli, N. 3484. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. 
N. CLXXI. 



2493. PERPETVAE. M. E. SECVRIT. TIB. 

CLEVPHAS. liHIIVIR. AYG. NEGOTIATOR. 

ARTIS. PVRPVRARIAE. QVI. VIXIT. 

ANNOS. LXXVl. SENILIAE. LASCIVAE. 

CONIVGI. ET. CLAVDIAE. FORTVNENSl. 

ET. EPIGONO. APRO. FILIIS. VIVIS. VIVOS. 

FECIT. 

(Diis Manibus) perpetuae m(emoriae) et securitati. Tiberius 
Cleuphas, sevir augustalis (et) negotiator artis purpurariae l ) qui 
vixit annos LXX VI Seniliae Lascivae conjugi et Claudiae Fortu- 
nensi et Epigono Apro jiliis vivis vivos 2 ) fecit. 

Gefunden i. J. 1467 im Schutte eines zusammengesliirzten alten 
Kirchthurms, langst verschwunden und wahrscheinlich zum neuen 
Thurmbau verwendet. Welser, welcher das Denkmal nicht sah, theilte 
dessen Inschrift nach einer ihm zugekommenen Copie mit. 

Welser, ed. 1594. f. 125, ed. 1682. p 294 u. 377. Werlich S. 18. 
Gruter, 649. N. 10. AVegelin, 10. 4. Katancsich, J. A. I. 104. 
Blainville, S, 328. v. Pa 1 1 h au s e n , Top. 277— 281. Orelli, 4150. 
Biichner, Dor. S. 82. v. Raiser, rom. Alterth. S. 72. Dessen, 0. D. K. 
II. u. III. Ahth. S. 84. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CLXXXIX. 

Anmerk. 1, C. a v. Negotiator. 2) Der emphatische Ausdruck „qui 
vixit annos LXXVI .... vivos (vivus) fecit," zu iihersetzen „der hei seinen 
Lehzeiten in einem Alter von 76 Jahren seinen lehenden Kindrrn dieses Denk- 
mal setzt u . C. a. v. Sprachliches. 



- 39 - 

'2494. !VL. VICTOR . . 

NEGOTIATOR . . 

QVONDAM. VESTIARI . . 

TESTAMENTO. EIV . . 

IVLIVS. CLEMKN . . 

. QVILIFER. LEG. III. ITAL. 

FRATER. EIVS. 

F. C. 

I). D. 

(Diis Manibus.) Julio Victor(i) nc(jotia.tor(i) *) qu&idem •) 
vcstiari(o) 3 ) testamento ejus. Julius Clemens, (a) quUifer le(jio)ds 
111 italicae frater ejus faciundum curavit (et) dat dedicat. 

Dieser Grabsleiu ist quer (die Schrifl nach aussen) iu die 
Unlerlatre romischer Quader des Glockenthurms im Kloster zum 
h. Kreuz Qetzt Caserne) dahier gegen den inneren Hof eingemaucrt. 
Auf der linken Seile sind von fiinf Zeilen die letzten Buchslaben 
hinweggemciseU. 

Peutinger, f. 130 ed. mog. f. 4. Apian, p. 424. Welser, eH 1590. 
I. 5. ed 1594. p. 218. ed 4682. p. 379. Wcrlich, S. 80. Gruter, 
p. 651. 3. Ltaius, Com. ed. 1598. p. 535. Smetius, f. 168. 21. K a- 
tancsich, J. k. I. 104. Blainville, p 329. Gerken, I. 269. r e 1 1 i, 
N. 4729. v. I»all hausen, Top. S. 277. v. Kaiser, rom. Alterth. S. 74. 
Dessen, 0. D. K. II. u. III. Ahth. S 84. v. Hefner, rom Bayern. 3. Aufl 
N. CXCIV. 

Anmerk. 1) Wegen der bei den fiinf Zeilenendigungen fehlenden Buch- 
staben entweder im Dativ (wie oben, w enn auf je einer Zeile ein Buchstaben 
fehlt) , odcr falls daselbst zw ei Buchstaben fchlen , im Genitiv zu lesen. Im 
letzteren Falle also : Diis Matiibus Julii Victoris negotiatoris quondam vestiarii 
tcstamento ejus. Julius Clemens &c. Andere Herausgeber lesen unrichtig im 
Nom. 2) quondam s. N. 2503. 3J C. a. v. Negotiator. 



2495. D. M. ET. 

PERPETVAE. SE 

. . RlTATl. VICTO 

. . 0. VICTOR. ANO 

. . GOTIATORI A. 

. . S. CRETARIA . . , 

. TVRARIAE. SI . 
. . CA. MAT . . . 

. . VIXIT. AN . . . 

..C. . 



- 40 — 

Diis Manibus et perpetuae securitati. Victorio Victor(i)ano, 
(ne)gotiatori a(rti)s cretaria(e et) turariae, l ) Si . . . . ca mater 
(ejus fecit). Vixit annos .... 

Gefunden 1591 bei Eroffnung eines Grabes in der St. Ulrichs- 
kirche dahier und wahrscheinlich dainals in dasselbe Grab ver- 
mauert. 

Welser, ed. 1594. p. 217. XVIII. ed. 1682. p. 377. Werlich, S. 19. 
Blainville, S. 328. Keissler, p. 2S2. Katanksich, I. 105. Leicht- 
len, S. 113. v. Raiser, rom. Alterth. 81. Dessen, 0. D. K. II. Abtheil. 
Forts. III. Abth. S. 88. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CXCV. 

Anmerk. 1) v. Hefner liest: (artis) cretariae (et sta)turariae si(gillari)ae. 
mater . .. vixit annos ... c^uravit faciundum) mit Bezug auf Gruter, p. 638. 
6, wo ein statuarius sigillariarius (Bildgiesser in Erz) vorkommt. Ich schlage obige 
Lesung vor. Der Wortrest SI weist sicher auf den Namen der Mutter. Da das 
Geschaft eines Turarius, Thurarius inschriftlich vorkommt, z. B. bei 0. Jahn 
spec. epigr. p. 27. N. 22. 61, und Mommsen, inscript. reg. Neap. N. 2885. 
3526. 6383, so haben wir fiir obige Lesung Belege genug, aber keine fiir die 
Lesung staturariae, weil bei Gruter 1. c. geschrieben steht: statuarius und 
nicht staturarius. s. C. a. v. Negotiator. 



2496. D. M. 

IVL. AMANDO. MIL. 

LEG. III. ITAL. LIBRARIO. COS. 

VIXIT. ANNIS. XXX. 

1VLIA. PATERNA. MATER. 

FECIT. SIBI. ET. FILIO. 

PIENTISSIMO. VIVA. EX 

PECVNIA. SVA. FECIT. 

Diis Manibus. Julio Amando , militi legionis 111 italicae, 
librario consulis x ). Vixit annos XXX. Julia Paterna mater fe- 
cit sibi et filio pientissimo viva. JEx pecunia sua fecit. 2 ) 

Dieses am Prioratsgebaude des ehemaligen Dominikanerklosters 
befindlich gewesene Denkmal wurde 1820 in das Antiquarium da- 
hier transferirt. Auf der einen Seite des Steins eine Ascia. s. C. 
a. v. Ascia. 

Peutinger, ed. mog. f. 4. Apian, p. 420. Welser, ed. 1590. f. 5. 
ed. 1594. p. 231. ed. 1682 p.351. Werlich, S. 87. Gruter, p. 544. N. 6. 
L apius, Com. ed. 1598. p. 535. Crusius, p. 39. S metius, f. 166. Blain- 



- 41 — 

villo, p. 318. Gerken, I. 2(59. v. Raiaer, rdm. Alterth. S. 73. Denen, 
0. I). Iv. II. u. III. Abth. S. 85. Katancsich, .1. A. I. 103. v. Uefner, 
rfiro. Bayern. 3. Aufl. N. CI.XX. 

Anmcrk. 1) Com. »• v. Librarii. 2) pecnnia lua viva fecit iibi et filio 
pientissimo nach der regelmassigen Fassung vieler andern Inschriflen, von wel- 
chen der Steinmetze abging. 



2497. JMATRI. PIENTISSIMAE. 

LVCRETIVS. CLEMENS. 
ET. FL. FORTVNATVS. FILI. 
FACIENDVM. CVRAVERVNT. 

.... matri pientissimae Lucretius Glemens et Flavius Fortu- 
natus fili(i) faciendum curaverunt. 

Auf einem schon zu Welser's Zeiten abhanden gekommenen 
fragmentarischen Grabsteine, welchen Peutinger kannte und der in 
dem Garten des Rairnund Fugger befindlich war. 

1'eutinger, ed. mog. f. 12, 28. Welser, ed. 1590. f. 10. ed. 1594. 
p # 222. ed. 1682. p. 381. Apian, p. 430. Werlich, p. 25. Gruter, 732, 
12. v. Raiser, rom. Allerth. S. 82. LIX. Dessen, 0. D. K. Abth. II, Forts. 
Abth. III. S. 86. N. LXXX. 4. v. Hefner, Denkm. Regensb. S. 65. Dessen, 
rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCIIl. 



2498. D. M. 

AVRELIVS. MVCIANVS. 
VETER. EX. N. SING. AVG. 
N. VIX. ANN. XXXXV 

DOMO. THRACIA. 

IVL VALENS. LEG. HE 

RES.AMICO.ET.MVNICIP. 

OPTIMO. R. M. F. C. 

Diis Manibus. Aurelius Mucianus, veteranus ex numero sin- 
gularium *) augusti nostri. Vixit annos XLV , domo Thracia. 
Julius ValenSy legatus, 2 ) heres amico et municipi optimo bene me- 
rito faciundum curavit. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal, welches nach Brucker in 
einem hiesigen Wirthshause befindlich war. 



- 42 - 

Brucker, S. 590. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCXII. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Singulares. 2) Vergl. N. 373, wo, wie hier, 
ein Municipallegat erscheint. s. C. u. v. Legatus. 



2499. SILVIAE. 1VL 

MATERNINAE 
SACERDOTAE. 

Silviae, Juli(i) filiae) J ) ; Materninae sacerdotae. 2 ) 

Schriftreste auf dem Fragmente eines Grabsteins? gefunden im 
Garten des Hauses Lit. F. N. 164, und seit 1822 im Anliquarium 
dahier belindlich. 

v. Raiser, Guntia. S. 71. Taf. 4. Dessen, D. K. II. u. III. Abth. 
Taf. E, Fig. 18 b. Orelli, 2184. v. Hefner, roin. Bayern. 3. Aufl. N. CC. 

Anmerk. 1) In v. Raiser's Guntia I. FIL, in dessen 0. D. K. 1. c. 
dagegen noch einer richtigen Zeichnung 1YL. Hinsichtlich des vorgesetzten Na- 
mens Silvia, weleher, wie zuweilcn vorkommt, ob er gleich ein Cognomen ist, 
hier die Stelle eines Praenomen vertntt (cognomen praescriptum) s. C. a. v. 
Namen. 2) lch schlage vor, dieses Wort als priesterl. Standesbezeichnung und 
nicht als Name zu fassen. Von sacerdos f. (indet man abgeleitet sac< rdotissa. 
S. Weismann, Lex. lat. germ. Heilbr. 1638, welcher sich auf Gellius be- 
ruft. Das Nahere hiervon C. a. v. Sprachliches. Ueber die Stelle JVL. und 
SACERDOTAE im Nachtrage Naheres nach einer neuesten Mittheilung des Hrn. 
Dr. Greiff zu Augsburg. 



2500. D. M. 

AELI. CRIS 
NI. IVL. MA 
Tl . . . CP 

Diis Manibus Aelii Crisni. Julia Mate(rna) c(onjugi) posuit. 

Auf einem i. J. 1505 in G. MiihliclVs und i. J. 1594 in Peu- 
tinger's Hause (wo er bis auf die neueste Zeit eingemauert war) 
befindlich gewesenen Grabsteine, welcher jetzt im Antiquarium da- 
hier aufbewahrt wird. Oberhalb der Inschrift in einer Nische die 
Brustbilder eines Mannes und einer Frau. Auf der Riickseite des 
Steins befindet sich nachfolgende Inschrift N. 2501. 

Peutinger, f. 132. ed. mog. f. 6. Apian, p. 423. Welser, ed. 1590. 
f. 6. ed. 1594. p. 223. ed. 1682. p. 383. Werlich, S. 26. Gruter, 526. 
N. 1. Katancsich, J. A. I. 106. N. LVll. Gerken, I. V82. v. Raiser, 



- 43 — 

rom. Alterth. S. 63. Desscn, 0. I). K. II u. III. Al>th. 8. 82. Taf. VIII. 
Fjg. 2. v. Ilefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCXIV. 

Anmerk. Ieh schlage obige Lesung vor. Die Hililcr und eine Defekt- 
stelle der lelzten Zeile fiihren darauf. Andere Herausgeber lesen: I). 31. Aelii 
Crisni. Julia inater euravit poncndum, und : D. !\l. Aelii Crisni. Julia Materna 
mater curavit ponenduin. Fiir mater linde ich keinen Raum, nur ftir Materna 

reicht die Defcctstellc aus. Dcr Ausdruck curavit ponendum st. pon. cur. isl 
gcgcn den (jebrauch. Das C vor V bedcutct obcn gclesencs Worl conjugi. 



2501. D. M. 

PERPETVAE. 
SECVRITATI. AVL 
SILVANO. YETERANO. 



IVL. PACON . . 
. STA. CLEME 
. .. V 



Auf der Riiokseite des Grabsteines N. 2500 nach v. H(;fner's Au- 
topsio. Peutinger und Welser geben folgende Abschrift aus der Zeit 
da der Stein, wie 1. c. bemerkl, noch nicht eingemauert war. 

D. M. 
PERPETVAE. 
SECVRITATI. AVL. 
SILVANO. VETERANO 
MIL. ITAL MVL VP 
IVL. PACON VCL CAT 
N STA CL CA. CLEMENS. 
POSVIT. 

Aus beiden Abschriften schlage ich folgende Erganzung und Ver- 
besserung vor: 

D. M. 

(ET) PERPETVAE. 

SECVRITATI. AVL. 

SILVANO. VETERANO. 

MIL. (LEG. III.) ITAL (ET) 

1VL. PACON(IO) CL. CAT 

0(N)IO. STAT. CL. CA(T) CLEMENS. 

POSVIT. 



— 44 - 

Diis Manibus et perpetuae securitati. Aulo Silvano, veterano 
militi (legionis III) italicae (et) Julio Pacon(io), Glaudio Gatonio, 
statori, Glaudius Gatonius Glemens posuit. ! ) 

Peutinger, f. 132. ed. mog. f. 6. Welser, ed. 1590. f. 6. ed. 1594. 
p. 323. ed. 1682. p. 383. Apian, p. 424. Werlich, S. 26. Katancsich, 
J. A. I. p. 106. v. Raiser, rom. Alterth. S. 61, Dessen, 0. D. K. II. u. 
III. Abth. S. 85. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCXX. 

Anmerk. 1) POSVIT der ed. pr. Peutinger's, wovon in der spaleren 
Abschrift v. Hefner's nur noch V iibrig ist, deutet auf cinen Stifter ; die an- 
deren Namen sind daher die der Verstorbenen. 



2502. D. M. 

. ARINI. MONTANI. 

EX. 7 VET. POMPEIVS- 

SALTVINVS. HERES. 

FACIVNDVM. CVRA. 

EX. SS. IIII. N. 

Diis Manibus (M)arini J ) Montani, (militis) ex centuria Ve- 
(turii). Pompejus Saltuinus keres faciundum curavit ex sestertiis 
quadringentis 2 ) nummis. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal aus der Umfangsmauer des 
Kirchhofs St. Johannes, und ehemals im peutinger'schen Hause auf- 
bewahrt. 

Welser, ed. 1590. 12. b. ed. 4594. p. 224. ed. 1682. p. 294. Wer- 
lich, S. 28. Apian, 424. Gruter, p. 559. II, und p. 330. N. 4. Sme- 
sius, f. 83. N. 8. Bucelinus, p. 85. Katancsich, I. p. 109. v. R a i- 
ter, rom. Alterth. S. 81. Dessen, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 86. 
v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCXVHI. 

Anmerk. 1) Gruter: AVR. Pighius und Smetius: ARITII. Wel- 
ser: ARINI. 2) Einige Herausgeber: Apian, Pighius, geben eine Defekt- 
stelle. EX. SS . . . N. Welser, Smetius und Gruter, EX. SS. IIII N. s. 
C. a. v. Lateinische Bezeichnung des Geldes nach Inschriften. 



- 45 - 

2503. I). M. 

IVL. MACRIANO. QVONDAM. 

VETERANO. M. II. M. EX. BF. COS. 

CONIVGI. CARISSIMO. 

SECVNDIA. SERVATA. ET. 

SIBl. ET. IVLIIS. 

ALPINO. ET. ALPINAE. FILIIS. 

BENEVALENTIBVS. F. C. 

Diis Manibus. Julio Macriano, quondam l ) veterano misso 

honesta missione, ex heneficiario consulis conjugi carissimo Hecundia 

Servata et sibi etJuliis, Alpino et Alpinae filiis 2 ) benevalentibus 3 ) 

faciundum curavit. 

Auf einer Steinplatte, welehe sich zu Peuting-er's Zeit in der 
St. Michaelscapelle hefancl, heim Bau der Cavalleriecaserne vermau- 
ert, i. J. 1821 in Bruchstucken aufgefunden und in das Antiquarium 
dahier iTchracht wurde. Die ausgeloschten Buchstaben wurden nach 
Welser's Copie mit Wasserfarbe erganzl. An den erhaltenen Buch- 
staben beiinden sich cursive Zusatze mit ungevvohnlichen schnorkel- 
haften Strichen. 

Peutinger, f. 130 ed. mog. f. 3. Welser, ed. 1590. f. 4. N. 4. ed. 
1594. p. 227. ed. 1682. p. 387. N. XXXI V. Werlich, p. 31. Apian, 
p. 420. Gruter, 546, 4. Crusius, p. 94. Katancsich, J. A. I. 104. 
N. XLIV. Gerken, I. 285. Blainville, S. 326. v. Raiser, rom. Alterth. 
S. 66. Dessen, Guntia. S. 67. N. 21. Dessen, 0. D. K. II. Abth., Forts. 
III. Abth. S. 85. Taf, X. N. 4. Orelli, N. 3578. 4729. Lersch, I. S. 41. 
v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCXIX. 

Anmerk. 1, 2, 3) S. C. a. v. Sprachliches. Quondam kornmt mehrmals 
vor, s. N. 2494. 2542. 

2504. D. M. E. P 

ERPETVE. SECVR 
ITATI. VALERI. 
CATVLINI. CO 
EXAR. DA 



QVI. VIXSIT. AN 
XXX. MES. IIII. D. VII. 
VAL. SENILIA. COIVXS. 
FECIV. TITVLVM. 
B. M. P. 



- 46 — 

Diis Manibus et perpetue securitati Valeri(i) Catulini, co(r- 
nicularii) l ) ex arc(ch\) 2 ) Da(lmatarum) .... qui vixsit*) annos XXX, 
menses IV, dies VII. Valeria Senilia conjuxs 4 ) fecit titulum (et) 
benemerenti^) posuit. 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Denkmale, welches sich zu 
Welser's Zeit in dessen Garten befand. 

Wegelin, IV. p. 4. Brucker, p. 592. v. Raiser, r. Alterth. S. 100. 
Dessen, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 86. N. LXXXII. 6. v. Hef- 
ner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCXXIX. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Cornicularius. 2) Die Abschriften geben ofFen- 
bar unrichtig EXAB. Mit v. Hefner zu verbessern: EXAR, und wie oben zu 
lesen. Bei Orelli, N. 3410 ein exarchus numeri Dalmatarum. Ein praeposi- 
tus equitum Dalmatarum zu Prutting in Oberbayern. 3) Die unrichtige Abschr. 
ist VISSIT; zu verbessern wie oben. 4) Die Abschrift ist COIVS, zu verbes- 
sern COIVXS. Beide nach C. a. v. Sprachliches, insbes. Diplasiasmus und 
Epenthesis. Th. II. S. 410 s. 5) Die Abschrift hat D M P nach vorliegenden 
vielen Beispielen wohl B M P. s. N. 2505. 



2505. ET. PERPETVAE. SE 

CVRITATI. TIB. AC 

VTIANO. VRSATIO. 

VETERAN :■ 

QTL VIXIT. ANNOS . . X 

VII. MENS. SEX. DIES 

VIII. HOC. FACIENDV 
M. CVRAVIT . . P . . 
LICIA. PIENTIA . . . 

CONIVGI. BE 

NEMERENTI. 

FECIT. 



SP ( VXS SF 




(Diis Manibus) et perpetuae securitati. Tiberio Acutiano 
Ursatio, veterano, qui vixit annos (L)XVII, l ) menses sex, dies 
VIII hoc faciendum curavit P(ub)licia Pientia(na) conjuyi bene- 



__ 47 - 

menti fecit Sunptu proprio sibi fecit. Testatnento uxsor monu- 
rnentum ordinaviU 

Diese Grabinschrifl befindet sich seil 1534 in der Hausflur des 
peutinger'schen Hauses eingemauert. 

Peutinger, ed. mog. f. 8. Apian, p. 126. Wclser, cd. 1590. f. 8,6. 
ed. 1594, p. 221. cd. 1682. p. 384. Wcrlich, S. 27. Gruter, p. 515, 20. 
Katancsich, J. \. I. p. 106. i\. LX. Blainville, p. 316. v. Raiser, rom. 
Altertl.. S. 79. Dessen, 0. D. K. II. Ablli., Korts. III. Ahth. S. 85. N. LXXII. 
v. Hefner, rOm. Bayern. Anfl. 3. N. CCXXI. 

Anincrk. 1) oder (LX)XVII. Die Zahl steht sonderbarer Weise auf zwei 
Zeilen getrennt, nnd ist statt VI SE\ geschrieben. Das Wort FECIT wnrde 
iiberfliissig zugesetzt. 2) Die Lesnng dieser Siglen nach v. Hefner. 



2506. CL. LVCANAE. 

EX. TEST. P. CL. 

MATERNI. PA 

TRIS. FI. SILVI 

NA. UXOR. ET. 

HERES. F. C. 

N I F L. 

(Diis Manibus) Glaudiae Lucanae ex testameuto Publii Glaudii 
Materni jjatris. Flavia *) Silvina uxor et heres faciundum cura- 
vit 1 ) Nemoin feratur. Felix lapis. 

Dieser Grabslein befindet sich in der hiesigen Domkirche, und 
kann vvegen davor gestellter Wandkasten nnd Betstiihle gegenwar- 
tig nicht p-esehen werden. 

Welser, ed. 1594. p. 227. ed. 1682. p. 387. Werlich, S. 34. Gru- 
ter, p. 676. N. 14. Brucker, p. 591. Orelli, N. 4655. Katancsich, 
J. A. I. 109. v. Raiser, rbm. Alterth. S. 79. N. LIII. Dessen, 0. D. K. 
II. u. III. Abth. S. 86. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCXVIII. 

Anmerk. 1) Andere Herausgeher beziehen die Buchstaben FI auf zwei 
Namen und lesen Flavia Julia. Da ich daffejjen das I fiir den Ueherrest eines 
L halte, zumal, da, wenn der Name Julia wirklich vorhanden ware, dieser nach 
dem Gebrauche hatte ausgeschrieben werden miissen, so schlage ich obige Lesu ng 
vor. 2) v. Hefn e r giebt Zeile 6 statt FC. — E. C. und bringt diese Buchstaben 
niit den darauf folgenden N I F L in Verhindung, also lesend „Exterum corpus 
nemini inferre licebit". Fiir meine oben vorgeschlagene Lesung beziehe ich 
mich auf eine Analogie bei Gruter p. 553. N. 3, wo folgende Stellen „NE. 






— 48 - 

OVI. EO. POSTEA. INFERANTVR. FELIX. LAPIS*. Das Wort felix auf pas- 
sende Weise hier angewendet. s. C. a. v. Spriiche. Die Lesung v. Hefner's 
nach Orelli's Erklarung des Siglen. Andere Lesungen als : Nummis illius 
factum quingentis , und: Nummis sestertiis quinquaginta (I F fiir HS als ganz 
unbekanntes Sesterzzeichen) halte ich fur unrichtig und den Siglen nicht ent- 
sprechend. 



2407. VITALIVS. VIGOR. 

SIBl. ET. VITALIO. 
VIRILI. FRATRI. 
VIVOS. FECIT. 

Vitalius Vigor sibi et Vitalio Yirili fratri vivos l ) fecit. 

Schon zu Peutingefs Zeit bekannt, nach Apian vornials in der 
Michaelscapelle und seit 1821 im hiesigen Antiquarium befindlich. 
Rechts und links der Inschrift beiue Bruder stehend , mannshohe 
ankerfbrmige Schilde vor sich hallend. 

Peutinger, f, 125. b. ed. mog. t. 2. 6. Apian, p. 415. Welser, 
ed. 1590. f. 3. ed. 1494. p. 220. ed. 1682. p. 350. Werlich, S. 22. Gru- 
ter, p. 853, 12. Katancsich, J. A. I. 1 10- Gerken, I. 266. Blainville, 
S. 327. v. Raiser, rom. A. A. S. 64. Dessen, Guntia. S. 63. Dessen, 
0. D. K. II. Abth., Forts. III. Ahth. S. 62. Taf. E, Fig. 9. v. Hefner, rom. 
Bayern. 3. Aufl. N. CCLI. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Sprachliches — Archaismus. 



2508. D. M. ET. 

PERPETVE. SECVRITATI. 

CL. CONSTANTINO. QVI. 

VIX. ANN. XXX. ET. ISPAN 

ILLE. CONIVGI. EIVS. 

QVE. VIXIT. ANN. XXVI. 

ET. RETICIO. FILIO. EORV 

M. QVI. VIX. ANN. IIII. 

CLAVDIA. CONSTANTI 

NA. SOROR. ET. HERENS. 

FRATRI. DVLCISSIMO. 

F. C. 



— 49 — 

J)iis Mauibus et perpetuae securitati. Claudio Constantino, 
qui vixit annos XXX et Ispanille conjugi ejus, que vixit annos XXIV 
et llaeticio, filio corum y qui vixit annos VI, Claudia Constantina 
soror et herens fratri dulcissimo faciundum curavit. 

Hier gefunden, karn in das Schloss Schmiehen, Ldg. Landsberg, 
nnd hierauf als Geschenk des Grafen Hironimus Fugger an Graf 
llrich v. Montfort nach Tattnang. Jetzt im Museum zu Stuttgart 
befmdlich. 

v. Hefner, oberb. Archiv. S. 428. N. III, im Nachtrag Taf. 3. Fig. 21. 
Dessen, rom. Bayern. N. CCLIII. v. Raiser, roin. Alterth. S. 81. iMon, 
LXXIX. Apian, p. 438. Welser, ed. 1594. ed. 1591. f. 233. ed. 1632. 
ed. 1632. p. 393. v. Stalin, Verz. S. 15. 



2509. D. M. ET 

PERPETVAE. SECVRITATI. 

CRASSICIO. 

CONSTANTINO. 

INFANTI . DVL 

CISSIMO . QVI. 

VIXIT. ANNOS. VII. 

AELIVS. AELIANVS. 

ET. CRASSICIA. VRSA. 

PARENTES. FACI 
ENDVM. CVRAVERVjVT. 

Diis Manibus et perpetuae securitali. Crassicio Constantino, 
infanti dulcissimo 7 qui vixit annos VII. Aelius Aelianus et Cras- 
sicla l ) Zlrsa parentes faciundum curaverunt. 

Auf einer im peutinger'schen Hause eingemauerten Steinplatte. 

Peutinger, f. 129. ed. mog. f. 7. Welser, ed. 1590. f. 8. ed, 1594. 
p. 210. ed. 1682. p. 380. Werlich, S. 22. Apian, p. 527. Smetius, 
f. 170. Gruter, p. 679. N. 7. Katancsich, J. A. I. 108. N. LXXIX. 
f. erken, I. 280. Blainville, S. 317. v. Raiser, rom. Alterth. S. 80. 
Dessen, 0. 6. K. II. u. III. Abth. S. 86. v. Hefner, rom. Bayern. 2. Aufl. 
N. CCXV. 

Anmerk. 1) Der Sohn fiihrt das Nom. gentile seiner Mutter. s. C. a. 
v. Namen. 



— 50 - 

2510. CLAVDIA . . . 

LAVIANA 
. F HERED 

.... Claudia .... Laviana . . et 1 ) heredes. 

Schriftreste auf einem nicht rnehr vorhandenen Fragmente, 
welches sich zu Peutingers Zeit in der Nahe des Gartens von Joh. 
Rochlinger dahier befand. 

Peutinger, f. 132. ed. mog. f. 10. Welser, ed. 1590. f. 9, 5. ed. 
1594. p. 226. ed. 1682. p. 386. Gruter, p. 865, 13. p. 898, 14. v. Rai- 
ser, romisches Alterth. S. 99. LXV. v. Hefner, romisches Bayern. Aufl. 3. 
N. CCLXXXII. 

Anmerk. 1) v. Hefner Iiest: Claudiae Lavianae fecerunt heredes. — 
Obiges F halte ich fiir den Ueberrest eines E, neben welchem das T erloschen. 
Da obige Worte Reste einer grosseren Inschrift sind , so glaube ich , dass hier 
nur die Namen der Stifter des Denhmals stehen, momit die Iuschrift schliesst. 



2511. aiVLI.SILANI.LIRI. 

LIBERTI. NATIONE. 

BITVRIX. ANNO 
RVM. XIIX. HSIST. 

Diis Manibus)*) Caji Julii Silani, Liri liberti, natione Bitu- 
rix, annorum XV 111. H(ic) s(itus) est. 2 ) 

Auf einem saulenformigen 9' hohen 2' breiten Steine, gefunden 
1648 zwischen dem Thore der Wertachbriicke und dem Fischer- 
thore, hierauf, nachdem er bei dem Bogen in der Capellgasse ge- 
standen, i. J. 1806 bei Erbauung der Cavalleriecaserne vermauert. 

Reinesius, Inecr. aug. Dessen, Syntagm. p. 833. LXXIII. Beck, 
p. 38. Gerbert, I. 268. Muratori, II. 1033. N. 6. v. Raiser, rom. 
Alterth. 81. Dessen, O.D. K. II. u. III. Abth. S. 81. Taf. 4. 2. Stetten, 
S. 865. Katancsich, J. A. I. 102. Jahrbiicher d. V. v. Alterthumsfr. 
lm Rheinlande. Heft XV. S. 100. v. Hefner, romisches Bayern 3. Auflage 
N. CCXCIV. 

Anmerk. 1) v. Raiser liest: Caji Juiii Silani Liri(nius) liberti(nus), 
natione Biturix, annorum XVIII, hic situs est. Die oben vorgeschlagene Lesung 
stiitzt sich auf die Voraussetzung , dass die Inschrift mit der Formel D. M., 
welchc oben in der Leiste des Frontons gestanden hat und erlosehen ist, an- 
fing; sodann rucksichtlich der Stelle natione Biturix auf die Ellypsc qui 



- 51 — 

erat. s. ('. A. v. Spraehliches — Ellypsis und die d.iselbst befindliche Zusam- 
menstellung analoger Inschriften. 2) IISIST , wahrscheinlioh IISEST, da das 
I als Ueberrest von E zu betrachten sein diirfte, womit /.u vergleichen N. 442 
dieses Werkes die Stelle H, S. EST. Wegen dieser zuiu (Jenitiv Zeile 1 nicht 
pnsscnden Schlussformel muss, wie sonsl noch oft vorkoinmt, unterstellt wer- 
den, dass die Inschrift in zwei Satze abfrctheilt wurde. Es liegt demnach so- 
wohl riicksichtlich der Stelle natione Biturix als der Schlussformel hier kein 
Solocismus vor. H(ic) SIST(it) zu lesen, womit ein Haltmachen auf der Lebensreisc 
am Rande des Grabes bezeichnet wiirde, oder H(ic) SIST(e) scil viator, nach 
dem bekannten Siste viator, dazu liegen meines Wissens keine epigraphische 
Analogien vor. 



2512. D. M. ET. 

PERPETVAE. SECVRITATl. 

OR. MEMORIAI. 

PVSINTI. ET. 

VICTORINAE. SOCRVS. 

ET. PVSINTAL. 

CONIVGI. DVLCIS 

SIMAE ^ — s^ TVS 




Diis Manibus et perpetuae securitati ob memoria(m) J ) Pusinti 

et Victorinae socrus 2 ) et Pusintae conjugi(s) dulcissimae tus 

(faciundum curavit). 

Auf einer Steinplatte mit Fronton , in dessen Giebelfelde die 
Rruslbilder des Pusintus, der Victorina und der Pusinta befindlich 
sind. Die lelzte Zeile ist in der Mitte durch Einhauen einer run- 
den Vertiefung theilweise erloschen* Diese Verletzung geschah 
nicht um dem Denkmale die Redeutung, dass, wie v. Raiser be- 
merkt „dem hinterlassenen Gatten seine Sonne, die ihm durch das 
Leben leuchtete, untergegangen sei und jetzt finstere Nacht (dar- 
gestellt durch die Nachtseite des GlobusJ umhulle", zu geben, son- 
dern ruhrt aus spaterer Zeit von einem Zufalle oder einer Verwen- 
dung des Denkmals zu irgend einem unbekannlen Zwecke her. Der 

4* 



— 52 - 

Stein wurde im Friedhofe der Domkirche gefunden, und kam von 
da in das peutinger'sche Haus, wo er gegenwartig noch befind- 
lich ist. 

Feutinger, f. 128. ed. mog. f. 2. Apian, p. 418. Welser, ed. 1594. 
p. 219. ed. 1682 p. 379. Werlich, S. 21. Gruter, p. 139. Blainviile, 
S. 307. Gerken, 1. 279. Katancsich, J. A. I. 108. v. Raiser, rom. 
Alterth. S. 68. Dessen, 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 82. Taf. VIII. v. Hef- 
ner, romisches Bayern. 3. Aufl. N. CCXLXXVIII. 

Anmerk. 1) Der nach A folgende Strich ist Ueberrest von M. 2) Die 
Schrift giebt SOCRs ohne V mit einem abkiirzcnd angehangten kleinen s. 



2513. SVCCESSVS 

ILVINI. F. EQ. AL 

AVG .... 

. . . STIP. XIIII. 

VIXIT. ANN. XL. 

Successus (S)ilvini filius, eques alae augustae l ) .... 

stipendiorum XIV. Vixit annos XL. 

Nicht rnehr vorhandenes Denkmal, welches sich in der Kiroh- 
hofsmauer bei der abgebrochenen Johanniskirche befand. 

Welser, ed. 1594. f. 2e5. ed. 1682. p. 385. Gruter, p. 562. N. 8. 
Werlich, S. 28. Katancsich, I. 105. N. LVI. v. Raiser, rom. Alterth. 
S. 80. Dessen, 0. I). K. \\. u. III. Abth. S. 86. v. Hefner, rom. Bayern. 
Autt. 3. N. CLXXX. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Alae. 



2514. L. VAL. RVSTICVS. 

LVGDVNENS . . . 
VIXIT. ANN. LXX. 
TESTAMENTO. F. I. 

Lucius Valerius Busticus Lugdunensis vixit annos LXX. 
Testamento ficri jussit. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal, welches sich nach Brucker 
(1745) in der Frauenvorstadt befand. 



- 53 - 

Brucker, S. 590. Wegelin, IV. 11. Katancsich, J. A. 110- 
N. XCIII. v. Kaiscr, rom. Altertli. S. 82. Dessen, 0. D. K III. Ahthci. 
S. 86. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCLXXVII. 



2515. • . . RIBV . . . 

... E ... . 
CONSVLARES. HO 

, ATINIAE. GEMINAE. 
PEREGRINVS. BELLI. 
. . HOMINIBVS. BONIS. 

(t)ribu(no legionis III italica)e consulares ho(nores 

adepto et) Atiniae Geminae Peregrinus Belli(cius) horninibus bonis 
(faciundum curavit). 

Auf einem vormals im peutinger'schen Hause befindlichen jetzt 
nicht mehr vorhandenen Fragmente. 

Peutinger, ed. mog. f. 7. Apian, p. 4e5. Welser, ed. 1594. f. 217. 
ed. 1682. p. 377. W er lich , S. 19. Gruter, p. 497. N. 4. Blainville, 
S. 316. Katancsich, J. A. I. 103. v. Raiser, rom. Alterth. S. 70. Des- 
sen 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 83. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Auflage 
N. DDDXLI. 



2516. D. M. 

SEROTINI. 

ET. PISTAVCI. 

ISAVRICAE. 

IVL. STATV 

TIANVS. ET. 

IVL. CONCESSI. 

F. C. 

Diis Manibus Serotini et Pistauci (cohortis) *) isauricae. Ju- 
lius Statutianus et Julius Concess(us) 2 ) faciuudum curaverunt. 

Dieses nicht mehr vorhandene Denkmal wurde im J. 1582 in 
der Wertach gefunden, und kam von da in den Garten des Marcus 
Fugger, gegenvvartig beim ?; Schlbssle a in der Jacoberstrasse. 



— 54 — 

Welser, ed. 1590. f. 12. ed. 1594. p. 225. ed. 1682. p. 355. Wer- 
lich, S. 28. Gruter, p. 561. N. 6. Katancsich, I. 102. v. Raiser, 
rom. Alterth. S. 75. D ess e n, 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 85. v. Hefner, 
rom. Bayern. 3. Aufl. N. BCVII. 

Anmerk. 1) oder alae (s. C. a. v. Cohortes und a. v. Alae) und hier- 
bsi zu suppliren: militum nach Com. a. v. Miles legicnis, II. S. 400. 2) In der 
Stelle GONCESSI fehlt am Ende das erloschene VS, wovon der Strich ubriff ist 



2517. D 

EGT 

VM 

IVS 

IN 

P. F 

Schriftreste auf einem verlorenen Grabsteinfragment in oinem 
hiesigen Privathause. 

Brucker, S. 593. Wegelin, IV. 12. Gruter, p. 132. 5. v. Raiser, 
rom, Alterth S. 99. Dessen, D. K. III. S. 89. 10. v. Hefner, rom. 
Bayern. Aufl. 3. N. CCCXLVIII. 



2518. C. . . 

EX 
L. L. 

Verlorenes Fragment, in einem hiesigen Privathause vormals be- 
findlich. 

Brucker, p. 583. Wegelin, IV. 12. v. Raiser, r. Alterth. S. 100. 3. 
Dessen, 0. D. K. III. Abth. S 89. v. Hefner, rom. Bayern. Auflage 3. 
N. CCCXXVI. 



2519 

. . VS OPTIO 

. . . RAETERI 

V. S. L. M. 

Nicht mehr vorhandenes Fracrment, nach Welser aus einem dem 
Jesuitencollegium gegeniiber liegenden Garten. 



- 55 - 

Welser, ed. 1594. p. 214. ed. 1682. p. 374. (irutcr, ,>. 331. 0- 
v. Raiser, rom. Alterth. S. 99. N. LXIX. v. Hclner, rom. Bayern. Aufl. 3. 
N. CCCXX. 



252 °- . . VRJ . . SC 

. . RIVI . . 
V. S. L. L. M. 

Nicht mehr vorhandenes Fragment, vormats im Haus e Welser's 
befindlich. 

VVelser, ed. 1590. f. 12. ed. 1594. p. 213. ed. 1682. p. 373. Gruter, 
p. 131, 5. v. Raiser, rom. Alterth. S. 99. N. LXVIH. Dessen, 0. 1). K. 
II. Abth., Forts. III. Abth. S. 85. 4. v. Hefner, rom. Bayern. Auflage 3. 
iV CCCXXl. 



2521. 0. ET. BASSO. COS. 

(Gentian)o et Basso consulibus. 

Auf dem Fragment einer 5' 11" langen, V 4" breiten Stein- 
platte, vormals am siidlichen Eingange des St. Ulrichsklosters Qetzt 
Kaserne) eintjemauert und seit 1821 im Antiquarium dahier befind- 
lich. Die schon ausgefiihrten Buchstaben sind 5" hoch. Diese 
Schriftreste und die Form des Fragments deuten entweder auf ein 
unter dem Consulat des Gentianus und des Bassus (211 n. Chr.) 
dahier errichtetes Ehren- und Devotionsdenkmal, oder auf ein Ge- 
baude, iiber dessen Eingange die Inschrift angebracht war. Die 
Grosse der Buchstaben spricht sehr fiir die letztere Vermulhung. 
Wenn einip;e Erklarer diese Inschrift auf ein den beiden Consuln 
gewidmetes Denkmal beziehen, so wurde hierbei iibersehen, in 
welch' ganz anderer Form und Vollstandigkeit Namen und Stand 
derselben alsdann hatten bezeichnet werden mussen, wie z. B. N. 1744 
und 1745. 

Welser, ed. 1590. f. 11. ed. 1594. p. 232. ed. 1682. p. 392. Wer- 
lich, S. 39. Gerken, I. 267. v. Raiser, rom. Alterth. S. 42. 43. Des- 
sen, Guntia. S. 61. D e s s e n , 0. D. K. II. u. III. Abth. S. 76. Taf. A. N. 1. 
v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCCXXXH. 



- 56 



2522. ISSII 

Auf einem Steinfragment, vormals bei St. Ulrich dahier und 
jetzt nicht mehr vorhanden. 

Wegelin, IV. 12. Brucker, p. 592. v. Raiser, 0. D. K. III. S. 73. 
XXII. Dessen, rom. Alterth. S. 100. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Auflage. 
N. CCCLXIX. 

Anmerk. 1) ISSI(di) zu lesen, wie v. Raiser vorschlagt, gestattet das 
doppelte S nicht; vielleicht (devoijissi(rnus) als Ueberrest der Inschrift eines 
Devotionsdenkmals ? Der letzte Strich I ware alsdann Ueberrest von M. 



2523. AI . . 

JLNIVS 
S. HERES EX HS. XI. 

. . . heres ex sestertiis mille centum l ) (fecit). 



Nicht mehr vorhandenes Fragment, vormals an einem Privat- 
hause. 

Welser, ed. 1594. p. 226. ed. 1682. p. 386. Gruter, p. 1398, 15. 
v. Raiser, rom. Alterth. S. 99. LXXI. Dessen, 0. D. K. III. S. 89. v. Hef- 
ner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCCLXVI. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Lateinische Bezeichnung des Geldes. 



5524. VEREN. HERE. 

Nicht mehr vorhandenes Frabment, vormals am Dome. 

Welser, ed. 1594. p. 226. N. XXXII. ed. 2682. p. 386. v. Raiser^ 
rom. Alterth. S. 99. LXXI. Dessen, 0. D. K. III. S. 89. 8. v. Hefner', 
rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCCLXVII. 



2525. SEXTO 

TINCI 
MODE 

Sexto . . Tincio Mode(sto), 



— 57 — 

Auf eirter Kalksteinplalte (Fragment) an der innern Seite drs 
Jacoberthores dahier. 

v. Raiscr, riim. Altcrth. S. 99. LXXIV. Dessen, 0. F). K. III. 89. 3. 
v. Hefner, riim. Bayern. Aufl. 3. N. CCCLX. 



2526. OSEC 

I R 
C SATVRN 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Fragment, vormals im 
Hause des Jos. Drexel dahier. 

Brucker, p. 592. Wegclin, IV. p. 12. v. Raiser, romische Allertli. 
S. 100, 2. Dessen, 0. D. K. III. S. 89, 11. v. Hefner, rom. Bayern. 
Aufl. 2. N. CCCLXIII. 



ATIMETI. — 2 ) APER. F. — 3) COMMYNIS. — 4 ) CRESCES. 
5 ) C. DESSI. - 6 ) FORTIS. - 7 ) IEGIDI. - 9 LVCIVS. F. — 
•) LVPI. — 10 ) L C A — ll ) NERI — 12 ) OGC - 13 ) OCTAVI. - 
u) PA — 15 ) SILVAN - 16 ) THALLI — ,7 ) VRSIO — lfe ) VIBIANI. 
— ,9 ) OPCAIV. 

Topfernamen (Slempel), von N. 1 bis N. 18 auf Lampcn, und 
N. 19 auf einer Libationsvase, gefunden 1845 und 1846 auf dem 
Rosenauberge bei Augsburg, als daselbst fiir die Eisenbahn Plani- 
rungen vorgenommen wurden. s. C. a. v. Topfernamen. Im Be- 
sitze des hiltorischen Vereins zu Augsburg. 

v. Raiser, in dem Jahresber. des hist. V. f. Schw. u. Neub. Jahrg. 1844 
u. 1845. S. S. 89 f. Jahrg. 1846. S. 15. Taf. III. Fig. 1 bis 18. v. Hefner 
rom. Bayern. Aufl 3. N. CDXXXI. 

Anmerk. Der Name CRESCES (I. Crescens) sechsmal und der Name, 
FORTIS dreimal. Bei dem Stempel N. 19 macht v. Raiser die Bemerkung: 
..Iniien ist der zweite Buchstabe etwas undeutlich , und konnte auch fiir ein F 
gelesen werden, wo dann OF(icina Cai(i)V. herausgebracht wurde". Dieses ist 
ganz richtig. Des Fall kommt oft vor, dass ein F durch schlechtcn Abdruck 
oder iin Brande die (iestalt eines P erhalt. Dic Bcmerkung des Herrn Bisehofs 
und Reichsrathes Richarz: zu lesen: OP(us) CA(i)V ... halte ich, da hier der 
Stempel auf einem kleinen Gefasse vorliegt, fiir unrichtig, denn es kommt der 
Stempel OP nur auf operibus doliaribus vor. s. r e 1 1 1 , 586 u. 3126. 



- 58 — 

Stadtbergen. 

Dorf bei Augsburg, an einer ehemaligen Romerstrasse. 

MEMORIAE. ET. PERP 
ETVAE. SECVRITATI. FLA 
BIA. CVNANIO. SERENO. 
NEGOT. QVI. VIXIT. ANNI 
S. XXXXV. ET. M. VII. D. VI. HOC. 
FACIVNDVM. CVRAV. Q. VTIAN 
VS. VRSATIVS. PIENTIS 
SIMO. FRATRI. ET. BENEMERENTI. 
FECIT. 

Memoriae et perpetuae securitati Flabiaino) *) Cunanio Se- 
reno negot{iatori) , 2 ) qui vixit annis XL V et menses Vll, dies 
VI hoc faciundum curavit Quintus Utianus 3 ) Ursatius pien- 
tissimo fratri et henemerenti fecit. 

Dieses Denkmal kannte schon Welser. Spater fand man es am 
Kirchthurme dahier mit folgenden Schriflresten : 1M .... FRATRl 
. . . ET. BENEMERENTI. FECIT. Im Antiquarium su Augsburg 
gegenwartig aufbewahrt. Die Schrift wurde hier nach Welser's 
Copie auf dem Steine mit Wasserfarhe erganzt. 

Welser, ed 1590. f. 25. ed. 1594. p. 351. ed. 1682. p. 411. Apian, 
p. 433. (iruter, p. 645. N. 9. Katancsich, I. p. 201. Blainville, 
S. 308. Buchner, Doc. S. 54. y. Raiser, Guntia. S. 68. De'ssen, Dru- 
somagus. S. 88. Taf. 111." D e s s e n, 0. D. K. III. S. 84. Taf. E. v. Hefner, 
rom. Bayern. 3. Aufl. N. CXCIII. 

Anmerk. 1) Flaviano, bekannte Yerwechslnng des B u. V. s. Motnm- 
sen, inscr. Neap. N. 7011, wo: Flabius. 2) C. a. v. Negotiator. 3) Wahr- 
scheinlich Mutianus. 4) Welser giebt PATRI. Mit diesem Denkmale bringt 
Welser ein anderes ebenfalls in der Kirche befindlich gewesenes und jetzt im 
Antiquarium zu Augsburg aufbewahrtes in Yerbindung, welches ohne Inschrift 
blos mit allegorischen Bildern (Lebensbaum in den verschiedenen Perioden sei- 
nes Wachsthums und Absterbens) versehen ist. 



— H - 

Oberhausen. 
Pfarrdorf bei Augsburg, jenseits der Wertach gelegen. 

2529. I). M. 

T. FL. PRIMANO. PATRI. ET. 
TRAIAN. CLEMENTINAE. 

MATRI FT. 

T. FL. CLEMENTI. FRATRI. 

MIL. LEG. III. 1TALIC. 

EXACTO. COS. 

QVJ. VIXIT. ANNIS. XXIUI. 

T. FL. MARTIALIS. SIBI. 

. ET. PARENTIBVS. SVIS. 

VIVOS. FECIT. 

Diis Manibus. Tito Flavio Primano patri k ) et Trajan(ae) 
(Jlementinae matri 2 ) et Tito Flavio Glementi fratri, militi legionis 
III italicae , exacto consulis 3 ), qui vixit annis XXIV. Titus 
Flavius Martialis sibi et parentibus sitis vivos 4 ) fecit. 

Dieses schone Grabdenkmal vvurde 1709 bei Grabung eines 
Hauskellers (Karpfenwirthshaus N. 202) 10' tief in funf Stucken 
gefunden und vor dem Hause N. 16t) dahier aufgestellt. Seit dem 
Jahre 1821 belindet es sich im Antiquarium zu Augsburg. Es ist 
14' 15" hoch und nach seinen vier Hauptbestandtheilen gut pro- 
portionirt. Diese sind: 1) das dreifache Postament mit dem Unter- 
lagestein, vvorauf eine Selzvvage, eine Ascia und ein Steinhauer- 
instrument abgebildet sind; 2) die Schrifttafel; 3) die Doppelnische 
mit den Reliefbildern der Verstorbenen und des Stifters in ganzen 
Figuren, von wetchen zvvei (Vater und Sohn) Schriftrollen in den 
Handen hatten; 4) das Giebelsluck mit aufgesetzter Pyramide. 
Auf der rechten Seite bei einer Nische an einem rauchen<Jen Altare 
opfernde Personen (wegen Verwitterung ungewiss, ob 3 oder 4), 
auf der linken Seite in einer andern Nische eine einzelne weibliche 
Figur mit rundem, verschlossenem Sacke (Arbeitssack) worin viel- 
leicht eine Acerra. Auf den Frontons sind abgebildet: Arabesken, 
zwei Tauben um eine Vase, ein Korb mit Fruchten, eine grosse 
Traube, an welcher ein knieendes Kind und ein Haase essen. 

v. Raiser, rom. Alterth. S. 53. D e s s e ti , Guntia. S. 69. Dessen. 
0. D. K. II. Abth., Forts. III. Ahth. S. 39. Taf. IV. N. 1. Taf VI. N. 4. Mu- 
ratori, IV. App. p. 5. Orelli, 3131 Zeitschrift des histor. Vercins zu 



- 60 — 

Mainz. I. 60. Katancsieh, I. 103. Metzger, p. 35. v. Hefner, rom. 
Bayern. 3. Aufl. N. CLXIX. 

Anmerk. 1, 2) Auf seltene Weise fehlt hier die Angabe der Lebenszeit 
beider Verstorbenen. 3) Vgl. 385 dieses Codex. 4) S. C. a v. Sprachlicbes. 



P f e r f e e. 



LG. Goggingen. 

2530. D. M. 

VICTORINI. 

LONGiNl. EQ. AL. II. 

FL. SING.CL.LATINVS. 

AEDITVVS. SINGVLA 

RIVM. H F. C. 

Diis Manibus Victorini Longini , equitis alae II jlaviae 
singularium. Glaudius Latinus , aedituus 2 ) singularium heres 
faciundum curavit. 

Gefunden 1731 an dein Ufer der Wertach bei Pforsee, stand 
lange vor der Stadlbibliothek, kam 1811 in die Sakristey der St. 
Catharinencapelle daselbst und 1821 in das Antiquarium zu Augs- 
burg. Der obere Theii des Denkmals ist wie ein Opferaltar ge- 
bildet. Auf seiner rechten Seite befindet sich ein nackter Blumen- 
stengel mit Blattern und Blumen an 4 Zweigen und einer Knospe 
am fiinften. 

Richter, Exeges, inscriptt, antiq. p. 26. Gerbert, Her. al. p. 187, wo 
eine unrichtige Abschrift. Katancsich, 1.103. Orelli, 810. v. Raiser, 
rom. Alterth. S. 61. Dessen, Guntia. S. 69. Dessen, 0. D. K. II. und III. 
Abth. S. 81. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CLXXXI. 

Anmerk. I) C. a. v. Alae. 2) C. a. v. Aedituus. 



- n - 

Bieberbach. 

Dorf, LG. Wertingen. 

2531. PERPitVAB. SECVRITATI. 

C. IVLIANVS. IVLIVS. DEC. MVN. 

IIII VIHALIS. SIBI. ET. 

SECVNDINAE. PERVINCAE. 

COIVGI. CARISSIMAE. 

ERGA. SE. MLIGEXTISSIMAE. 

FEMINAE. KARISSIMAE. 

SINGVLARIS. EXEMPLl. 

PVDICITIAE 

QVAE. VIXIT. ANNOS. XXXXV. 

MENSES. VII. DIES. XXI. ET. 

JVLIANIIS. IVLIO. IVNIORI. ET. 

IVCVNDO. ET. IVSTO. FILIIS. 

VIVIS. VIVOS. FECIT. 

(Diis Manibus et) pSrpetuae securitati Cajus Julianus Ju- 
lius , decurio municipii quatuor viralis , sibi et Secundinae Per- 
vincae, conjugi carissimae erga se diligentissimae, feminae karissi- 
mae singularis exempli (et) pudicitiae, quae vixit annos XXXXV, 
menses VII, dies XXI, et Julianiis, Julio Juniori 1 ) et Jucundo 
et Justo filiis vivis vivos (yivus) fecit. 

Auf einer Steinplatte, gefumlen bei Bieberbach, kam in das 
Kloster St Nicolaus zu Augsburor, darauf in das peutinger'sche Haus 
daselbst, wo es iai Hofe eiugemuuert ist. Sattler, vv. Gesch. giebt 
irrig den Marktflecken Brenz A. Heidenheim als Fundort an. 

Peutinger, f. 132. ed. mog. f. 12. Apian, p. 428. Smet, f. 170. 
iiruter, p. 426, 3. Welser, ed. II. ed. 1594. 215. ed. 1682. 375. Wer- 
lich, S. 19. Laz, Coinm. ed. 1595. 324. Dessen, Migr. p. 468. Crusius, 
p. e32. Katancsich, I. 100. Blainville, S. 315. Gerken, I. 278. 
Pnllhausen, Top. S. 286. Orelli, IV. 494 u. 3743. Maurer, S. 5. 
v. Raiser, r. Alterth. S. 71. Dessen, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Ahth. 
S. 83. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CLXXXVIII. Sattler, (»esch. 
v. Wirtemb. II. 206. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Municipalamter. 2) Er heisst Julius Juniur mit 
Riicksicht auf seinen gleichnamigen Vater, nicht, wie Andere meinen, auf scine 
Briider. Der gemeinschaftliche Gentilname ist Julianus, angezeigt durch die 
Stelle der dritten Zeile v. u. : JVLIAINIIS. 



— 62 - 

Westheim. 

Dorf im Schmutterthale. 

Im Jahre 1832 fand man in der Nahe des s. gen. Schmutter- 
hauschens auf einem daselbst sich massig erhebenden Hugel Ueber- 
reste einer romischen Topferei und eines Ziegelofens, bestehend 
aus vielen Fragmenten verschiedenartiger Gefasse, Lampen, For- 
men, Platten, Rohren, Hohlziegeln. Auf mehreren Plalten befinden 
sich Verzierungen und auf einem Hohlziegel cursive Zuge einer 
Griffeiinschrift. vvelche im Supplement dieses Werkes nachgetragen 
vvird. 

Greiff, i. d. Jahresber. des hist. V. f. Schwaben u. Neuburg. Jahrgang 
1851 auf 1852. S. 6. f. 

2532. COBNERTVS. 

Stempel auf einem Fragment v. terra sig., gefunden 1832 in 
der romischen Topferei am Schmutterhauschen und im Antiquarium 
zu Augsburg aufbewahrt. 

Greiff, a. a. 0. S. 8. 

Anmerk. S. N. 1484, wo CORNIIRT . F (verbessert COBNIIRT F.) d. i. 
Cobnertus fecit und N. 1647, wo COBNERDVS und COBENERDAS d. i. 
COBENERDVS, weil das V verkehrt eingesetzt ist; s. C. a. v. Stempelinschrif- 
und a. v. Topfernamen. 



2533. GNS — PROVINCIALIS. - PROVIN . . 

Stempel auf einigen Ziegelsteinen aus dem rom. Brennofen am 
Schmutterhauschen, aufbewahrt im Antiquarium zu Augsburg. 

Greiff, a. a. 0. S. 8. 

Anmerk. S. C. a. v. Stempelinschriften und a. v. Zieglernamen. 



2534. LVCRO. ACCIPIO. 

Auf einer runden Scheibe von Terra sig., mit zwei Brustbildern, 
einern mannlichen und einem weiblichen, (wahrscheinlich Ver- 
lobungsscene), gefunden am Schmutterhauschen und im Anttquarium 
zu Augrsburp; befindlich. 

Greiff, a. a. 0. S. 8. 

Anmerk. S. C. a. v. Spriiche. 



— 88 - 

Druisheim. 

Dorf am Lech mjt einer C astellstMtte und vielen daselbst gefundenen 
Anticaglien. Hier !ag das rom. Drusomagus. 

v. liaiscr. Drusomagus. 

2535. OPNIft. 

Oyviov. 

Auf dem Bruchstiicke eines Bechers vom t. S. mit der Abbildung 
eines Knaben, welcher einen fliegendcn Vogel an einem dunnen Fa- 
den halt 

v. Raiser, Drusornagus. S. 16. Derselbe, 0. D. K. S. 44. 



2536. FCN 

Fabrica C(aji) N . . . 

Stempel auf dem Bruchstueke eines dieken Gefasses oder Hohl- 
ziep;els. 

v. Raiser, Drusomagus. Tab. II. Fig. IV. Desen, 0. D. K. II. Abth. 
Forts. III. Abth. S. 45. 

Anmerk. C. a. v. Topfernamen. 



N e u b u r g>. 



Stadt am rechten Donauufer, deren oberer Theil auf der Statte 
eines rbmischen |Castrums liegt, welches zu einer Festungsgruppe 
gehbrte, die in der Notitia dignit. Ripa prima genannt wird. Als 
Statten dieser am rechten Donauufer befindlich gewesenen Gruppe 
werden bezeichnet: 1) der genannte obere Stadttheil am Brandl 
und Hexenthurm; 2) eine Statte zwischen hier und Feldkirchen; 
3) die Altenburg; 4) die Kaiserburg; 5) der Stett- oder Statte- 
berg, dem am linken Donauufer liegenden Dorfe Stettberg gegen- 
uber. Diese Grnppe umfasst ein Terrain von 1 Stunde in der 
Lange am Ufer hin. Sammlungen rbmischer Alterthumer von hier 
und Umgegend besitzen der Secretar des hist. Filialvereins Neu- 
burg, Kaufmann Grassegger, und der hist. Filialverein daselbst. 



— 64 — 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. S. 43 f., wo des riihm- 
lichst forschenden Vereinssecretars Grassegger zahlreiche Aufsatze uber Ncu- 
burg u. s. w. angefiihrt werden. 

2537. MERCVRIO. 

VNIVS. 

Altarformiges Monument im Schlossgarten dahier. MERCVRIO 
auf der Vorder-, VNIVS auf der Nebenseite desselben. Der Stein 
ist gut erhalten, nirgends findet man Spuren einer Schriftloschung. 
Es zeigt sich da hiernach entweder eine iibelgerathene Naehahmung 
alter anders wo gefundener Schriftreste (in welchem Falle uns eine 
Copie vorliegen wiirde), oder es liegt hier eine Erfindung falschender 
Hand vor. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. Taf. E. Fig. 10. Bucher, 

S. 39. 

Anmerk. Nach Buchner soll auf eineni Fragment von hier zu lesen 
sein : MERCVRIANA S. Da sich aber ein solches hier nicht vorfindet , so be- 
zeichnet v. Raiser diese buchnerische Mittheilung als eine unrichtige 
Copie obiger Inschrift. 






2538. SEX. NANT. SECVND 

VS. CIV. TREV. 
V. A. LXXXX. NANT. 
N. AMMAVOS. LIB. 
ET. HERES. F. C. 

Sextus Nant(ius) Secundus , civis treverensis l ) vixit annos 
LXXXX. Nantius Nummerius Ammavos 2 ) libertus et heres faci- 
undum curavit, 

Dieser Grabstein befand sich in der Mitte des vorigen Jahrhun- 
<l( j rts an der St. Martinscapelle dahier und kam 1769 in das Antiqua- 
rium zu Mannheim. Am Rande steht : RENOVATVM MDCCXXXI. 

v. Raiscr, 0. D. K. II. Ablh. Forts. III. Abth. S. 53. Graff, Antiq. 
N. 80. v. Reisach, II. 395. Buchner, Teufelsmauer. III. 33. Neuburg. 
Wochenblatt. 1819. N. 1. S. 2. Jahrg. 1822. N. 44. S. 189. v. Hefner, rom. 
Bayern. Aufl. 3. N. CXCIL. 



65 - 

Anmerk. I) Vergl. N, 1707 d. Werkes, 2) Einige Herausgebar habeo uo- 
richtig NAMMAVIVS. v.Hefner giebt: N . AMMAVOS. Gruff NAMMAVOS und 
Letzterer auf geschehene Anfrage brieflich: N. AMMAVOS imt der Bemerknng, 
dass dieses der richtige Typus sei, den auch v. Hefner mittheile, 



2539 ETVICTORl 

m SAVCO. FIL. QVL 
VIXIT. ANNOS. Vli. 

. . . et Victorino ') tiauco filio, qui vixit annos VII . . . 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Fragmenl. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 53. Buchner , III 
Seite 39. 

Annierk. MI Z. 2 wahrscheinlich NO. 



2540. D. M. 

Auf einem Fragment unter des Thiirmers Wohnung beim Thor- 
bogen. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 53. 



2542. D. M. 

TIB. CASSiO. CONSTANTINO. IVNIO 

Rl. MISERRIMO. QVI. VIXIT. ANNOS. III. M. 

IIII. D. XXII. FECIT. TIB. CL. CONSTANTINVS. 

PATER. FILIO. DVLCISSIMO. A. QVO, SIBI FACI 

ENDVM. OPTAVERAT. ET. CASSIAE. VERAE. 

MATRI. EIVS. ET. CLAVDIS. IANVARIO. 

VICTORl. ET. MARCELLINO. LIBERTIS. 

FIDELISSIMIS. VIVIS. FECIT. ITEM. FIDELI. Q 

ONDAM. ET. CAIO. MODESTO. SVIS. RA 

RISSIMIS. 

PERPETVAE. SECVRITATI. 

Diis Manibus. x ) Tiberio Cassio 2 ) Constantino juniori 
miserrimo, qui vixit annos III, menses IV, dies XXII, fecit Ti- 
berius Claudius Constantinus pater filio dulcissimo , a quo sibi 

5 



— 66 - 

faciendum optaverat 3 ) et Gassiae Verae, matri ejtcs et Claudiisf) 
Januario, Vietori et Marcellino, libertis fidelissimis vivis fecit 5 ) 
item Fideli quondam 6 ) et Cajo Modesto suis harissimis ') Perpe- 
tuae securitati. 

Dieser Grabstein, ein wurfelformiger Marmorblok, auf dessen 
linken Seite in einer Art Grotle eine nackte mannliche Figur vor 
einem Tische, auf welchem zwei Becher stehen, abgebildet ist, wurde 
nach Aventin auf einer der hiesigen Burgstatten gefunden und sofort 
an dem oberen Thore dahier eino-emauert. Im Jahre 1769 wurde er 
an das Antiquarium zu Mannheim , wo es sich noch befindel , ab- 
geliefert. 

Aventin, ed. 1522. f. 1, sodann die Ausgaben v. 1S54. p. 108, 1566. 
f. 152, 1580. p. 70. 1613. p. 61. 1710, sodann dessen Cod, 1560. f. 126 u, 
die f. bis 1714, f. 30. Apian, p. 414. P.eutinger, f 133. ed. mog. f. 11- 
Welser, ed. 1590 f. 12. ed. 1594. f. 226. Werlieh, S. 70. Gruter, 
p. 556. N. 1. Gewold, p. 35. Smet, f. 170. Blainville, I. 309. 
Crusius, p. 39. Aet. ac. pul. VI. sa. Katancsich, I. 109. v. Raisach 
II, 393. Hanselmann, Forts. S. 39. Schopperlin, S. 109. Dielhelm, 
I. 151. Schultes, S. 183. Graff, Antiq. I. 41. v. Hefner, r. b. Denkm. 
S. 168. Dessen, rSm. Bayern. 3. Aufl N. CCXXCIII. 

Anmerk. 1) Diis Manibus et perpetuae securitati. Die zwei letzten 
Worte sind hier nach einem zuweilen vorkoinmenden Gebrauche der spaleren 
Zeit obiger Schrift nachgesetzt. Man ffndet dieses auch manchmal hinsichtlich 
der Formel D. M. z. B. N. 1948. 2) Der jiingere Sohn fiihrt hier den Gentil- 
namen seiner Mutter, woriiber Naheres C. a. v. Namen — Fortsetzung im 4ten 
Theile. 3) C. a. v. Spriiche. 4) CLAVDIS, worin I doppelt fungirt. 5) Wie 
ln vorliegender Insehrift epigraphische Kiirze und Regelmassigkeit des Aus- 
drucks nach den Mustem der bliihenden alteren Zeit iiberhaupt fehlt, so findet 
man hier noch insbesondere den Plensmus: fecit, Dieses und das Note 2 Be- 
merkte sind Kennzeichen zur Annahme, dass obige Inschrift dem vierten Jahr- 
hundert angehort. 6) Vergleiche N. 2494 n. 2503, wo ebenfalls quondam d. i. 
bereits verlebt. 7) RARISSIMIS zu lesen wie oben. Das vorn stehend^ achein- 
bare R ist ein K mit etwas zu viel nach dem Fulcrum gebogenei. nundstriche. 



— <>7 — 

•2543. P. AEL. T. F. SATVRNINVS. 

ATILI. CV. ET. CIVIS. VET. 

VIXIT. ET.? AN. LXXV. 

SATVRNINVS, CRESCEJNS. 

1111 KLENDS. IAN. 

Publius Aelius, Titi filius, Saturninus, Abilia 1 ) curator 2 ) et 
civis vet\pnianensis) s ) vixit*) annos LXXV. Satuniinus Cres- 
cens quarto ante kalendas januarias (faciundum curavit). 

Nach Aventin auf der nahen Altenbun? gefunden, unrt iin kur- 
furstlichen Garten zu Neuburg aufgestellt , von wo dev Stein nach 
Diisseldorf, oder, wie Grasjegger angiebt, nach Mannheim gebracht 
worden sein soll. An beiden Orten iindet er sich nicht vor. 

Aventin, 1560. f. 127. Cod. 1587. f. 70. Cod. 1574. f. 50. ed. 1554. 
p. 109. ed. 1566. f. 152. ed. 1580. f. 70 u. den spateren Editionen. Gruter, 
p. 618. 3. Welser, ed. 1590. f. 26. ed. 1594, p. 255. ed. 1682. p. 413. 
Werlich, S. 70. Apian, p. 100. Crusiu s, p. 59. Gewald, del. p. 33. 
Katancsich, I. 108. Blainville, S. 306. Hanselmann, S 39. \. Rai- 
sach, II. 39. Schultes, I. 183. Dielhelm, 1. 154. Buchner, Teufelsm. 
II. 38. Leichtlen, I. 184. v. Ra i se r, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Ahth. 
S. 52. Neube, ball. Bl. II. Jahrg. S. 39 v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. 
N. CXCI. 

Anmerk. 1) Unbekannler Ort, weder bei den alten Geographeu ge- 
nannt, noch, soweit mir bekannt, inschriftlich vorkommend. 2) oder, wie 
v. Hefner liest: curator viarum. 3) Ungewiss, ob so zu lesen, wiewohl nuch 
der Tabula ein Vetonianae vorkommt, welches 12000 Schritte in westlicher 
Richtung von Germanicum liegend, iu die Gegend von Nassenfels fallt, aber in 
Ermangelung einer urkundlichen Nachricht (Inschnft) noch nicht als Name einer 
Civitas sicher geslellt ist. Uebrigens hat diese versuchte Lesung Analogien 
z. B. N. 2538: CIV. TREV ; CIVES BESTAESE . . N. 346 u. A. 4) ET 
sicher unrichtig: wahrscheinlich QVI VIXIT. 



Stettberg. 

Dorf, LG. Neuburo;. 

2544. OCILOIES. FCV 

MAR. P. F. E 

Schriftreste auf drei Fragmenten eines birnformigen Gewicht- 
sleines, auf welchem oben ein eisernor Ring mit Blei eingelassen ist, 

5* 



68 



gefunden im stattberger Hartl und in dev Sammlung <les hist. Vereins 
zu Neuburg aufbewahrt. 

Neuburger Coll.-BI. 9. Jahrg. 1843. S. 81. Taf. III. 22. v. Hefner, 
rom. Bayern. Aufl. 3. N. CDX. 

Anmerk. S. C a. v. Gewichtsteininschriften. 



2545. 



OM 

DI 

C 



(Jovi) optimo maximo 

Auf einem Fragment. gefunden 1841 in dem Hartl bei Stettberg 
und in der Samrnlung des hist. Filialvereins zu Neuburg befindlich. 

Jahresber. des hist. Vereins fiir Schwaben und Neuburg, fiir 1841 und 
1843. S. 105. 



2546. 



MAR 
CENA 



Auf einem Fragment, gefunden und aufbewahrt wie bei N. 2545 
bemerkt. 



2547. PRIMIT. F. 

Primitivus fecit. 

Stempel auf einem Gefasse, gefunden und aufbewahrt, wie 
N. 2545 bemerkt. 



Unterhause n. 

Dorf, LG. Neuburg. 



2548. 



CER.. 



SAC. 



ATI 



VETER 



Cer(evri) sac(ruin . . . Ati(lius) . . . veteranus. 



- 69 — 

Aufeiner in vier StUcke zerbrochenen Plalte , welche 1842 bei 
Aosffrabunflf eines RdmergebMudes nttchst der von Nassenfels nach 
(Jnterhausen ziehenden Rdmerstrasse bei letzterem Dorfe gefunden 
wurde und im Besitzo des hist. Vereins zu Neuburg ist . 

v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCXXV. 



Marxheim (Lechsgemund) 

Dorf, LG. Neuburg. 

2549. D l M 

IVL. IVSTV 

S. V. A. XXVI. 

AMABILI. 

S. MATER. 

F. C. 

Diis inferis l ) Manibus. Julius Justus vixit annos XXVI. 
Amahilis mater faciundum curavit. 

Auf einem Grabsteine, welcher in der Nahe des bei Lechsgemiind 
liegenden Klosters Schonefeld zu Aventin ; s Zeiten gefunden , von 
da nach Ingolstadt gebracht und auf dem Frauenfriedhofe daselbst 
als Grabstein einer dorligen Familie des Georg Wiirffel vervvendet, 
mit umgekehrter Schrift cingelegt wurde. 

Aventin, ed. 1554. p. 108. ed. 1566. 152, und in allen spateren Edittio- 
nen, sodann in dessen Cod. Bav. 1560. f. 125. Cod. 1587. f. 69, und den 
spateren Ausgaben wiederholt. Apian, p. 444. 446. Welser, ed. 1590. 
p. 26. Gruter, p. 689. Lingen, II. 118. Ertl, 1.225. DielheIm,I. 
142. Schultes, 1.171. v. Raisach, 11.404. Falkenstein, 1.182. 
v. Raiser, 0. D. K. II. Ahth. S. 89 v. Stalin. I. 52 N. 218. v. Hefner, 
oberb. Archiv. VII. S. 398. Dessen, rbm. Bayern. Aufl. 3. N. CCXXX. 

Anmerk. 1) v. Raiser vermuthet bei dem seltenen Vorkommeu D. I. 31. 
hier eine Interpolation dcs I an der Stelle eines wahrscheinlich da gestandenen 
und undeutlieh gewordenen Blattes. Vergl. eine Inschrift von Manls in Tirol 
wo: D. I. M. 



— 70 — 

Ickstatten, 
Hof, welcher zur Ruralgemeinde Bergen, LG. Neuburg gehort. 

2550. (IMP. CAE)SAR. 

(L. SEPTIMIVS) SEVERVS. PIVS. 

(PERTINAX. AV)G. ARAB(ICVS) 

(ADIAB. PAR(THICVS. MAXIMVS. 

(PONTIFEX. MAX.) TRIB. POT. VIIH. 

(IMP. XII. COS. II.) PP. PROCOS. ET. 

(IMP. CAESAR). MARCVS. AVREL. 

(ANTONTNVS. PIVS. AVG. TRIB.) 

(POT. IIII. PROCOS.) ET. 

(IMP. P. SEPTIMIVS. GETA. ANT.) 

(VIAS. ET. PONTES. REST). 

(AB. AVG. M. P.) 

(LVI.) 

(Imperator cae)sar (L. Septimius) Severus, pius (Pertinax 
au)gustus , arab(icus , adiabenicus , par(thicus maximus , (pon- 
tifex maximus) tribunitia potestate IX imperator XII, con- 
sul II,) pater patriae , proconsul, et (imperator caesar) Marcus 
Aurelius (Antoninus, pius, autjustus, trib., jjotest. IV, proconsttl) 
et (imperator l ) P. Septimius Geta Antoninus vias et pontes restau- 
raverunt. Ab. Aucjusta millia passuum L VI). 

Diese im Jahre 1631 im ickstalter Walde gefundene Strassen- 
saule wurde am Jtsuitencolleg, spaler im Schlossgarten zu Neu- 
burg aufgestellt, und kam von da im Jahr 1769 in das Antiquarium 
zu Mannheim, wo sie sich noch befindet. Der Jesuite Schwaiger 
nahm zur Zeit der Aufbewahrung des Stcins im Garten zu Neuburg 
eine dem obigen Inhalte nach wbrllich gleichlautende Abschrift mit 
einigen Defektstellen, beobarhtete aber hierbri nicht die Zeilenab- 
theilung. Auf dem Sleine betinden sich gegenwartig nur die oben 
nicht eingeklammerten Schriftreste. Schvvaiger's Abschrift mit 
ihren Defektstellen , milgetheilt nach dessen Zeilenablheilung bei 
v, Hefner am unten angefuhrten Ort, und die Zeilenendigungen obiger 
Schriftreste zeigen , dass diese inschrift nach Inhalt und Form (mit 
Ausnahme der Meilenzahl) den Aufschriften der Slrasscnsaulen von 
Isny N.2455, Baisweiler N.2460, Eggenthal N. 2461 und 2462, Rohr- 
wang N. 24<j3 und Burgmannsholen N. 2551 ganz gleich abgefasst 
war, so dass sie wie oben stehlt, erganzt wcrden konnle. 



- 71 — 

v. Kaisaeh, U. 385. Buchner, Teufelsm. III. 34. Nenb, (011. .:. 
Jahrg. V. S. 30. Dessen, Wochenbl. 1822. St. 27. s. 107, n. St. ti. s. 189. 
Prngger, S. 43. v. Raiser, 0. I). K. II. Abth. S. 94. Forts, Iil. Abth. S. 4. 
v. Stalin, Gesch. S. 52. Grilff, Art. S. 5. Jahreber. Regenkr, S. i l. 

Osann, in Ziiiiineiinann's A. Z. 1842. S. 320. v. Hefner, roinisches Baycrn. 
3. Aufl. N. CXLVI. 

Anmerk. 1) Hinsichtlich des Titels Imperator s. N. 2454, Anrn. 2. nnd 
N. 2460, Anineik. I. Von dem Namen des Geta giebt Schwaiger <\en Rest 
SEPT. Wahrscheinlich war auch auf diesem Steine , vvie auf noeh mehreren 
dort genannten , Geta's Name zufallig stehen gebliebeo; denn dieses SEPT 
scheint von einer spateren Verwitternng iibrio- zu sein , wie sie Schwaiger 
vorfand. 



Burgmannshofen, 

Dorf, LG. Monheim. 

2551. EPTIMIV 

PERTINAX. AVG . . . AB . . . 

ADIAB. PARTHICVS. MAXIMVS. 

PONTIF. MAX. TRIB. POT. VIIII. 

1MP. XII. COS. II. PP. PROCOS. ET. 

IMP, CAESAR. MARCVS. AVREL. 

ANTONINVS. AVG. TRIB. 

POT. IIIJ. PROCOS. 

(Imperator caesar L. S)eptimtu(s Severus) Petrinax, augustus, 
(ar)ab(icus), adiabenicus, pxrthicus maximus, pontifex maximus, 
tribunitia potestate IX, imperator XII, consul II, pater patriae, 
proconsul et imperator caesar, M. Aurelius Antoninus, augustus, 
trib. pot. IV, proconsut (et imperator l ) P. Septimius Geta Antoninus 
vias et pontes restauraverunt. Ab. Augusta millia possuum 
XXXXVll*). 

Gefunden 1811 auf dem hiesigen Kirchhofe, einige Zeit zu Greis- 
bach auf dem Gule des Grafen A. v. Reisach und seit 1826 im Anti- 
quarium zu Augsburg betindlich. Diese Schriftreste zeigen nach In- 
halt und Zeilenablheilung deullich, dass auf dieser Strassensaule eine 
ganz gleiche Inschrift (mit Ausnahme der Meilenzahl) stand, wie auf 
den Strassensaulen von Isny N. 2454, Baisweiler N. 2460, Eggenthal 
N. 2461 und 246'?, Rohrwang N. 2463, Ickstatten N. 2550, weshalb 
nach diesen obige Inschrift erganzt wurde. 



— 72 - 

v. Raiser, 0. D. Kr. II. Abth. S. 91. Taf. I, Fig. 29. Prugger, S. 51. 
Leichtlen, I. 4. Heft. S. 79. V. Jahresber. des Regenkr. S. 11. Ver- 
handl. des Regenkr. Jahrg. 2. S. 145. Neub. Cofl.-Bl. 11. Jahrg. S. 70. 
v. Stalin, Gesch. S. 52. Gok, II. 42. v. Hefner, rdm. Bajern 3. Aufl. 
N. CCIII. 

Annierk. lj Die Erganzung iniperator tatt eaesar wegen volliger 
Wort- und Zeilengleichheit am erhaltenen Theile der Inschrift nach deu Inschr. 
2454, 2160, 2461, 2462, 2463, 2550, mit Rucksicht auf N. 2460, Anmerk. 2. 
2) Mit Riicksicht auf die von Schwaiger mitgetheilte Zahl LVI des Steins 
N. 2550 von Ickstatten , schlagt v. Raiser wegen der Entfernung von Ick- 
statten bis nach dem der Stadt Augsburg naher liegenden Burgmannshofen 
(die Entfernung beider Orte von einander betragt 3V 2 St. = XII M. D.) mit 
Abzug dieser XII M. D. vor, die Zahl XXXXVII erganzend beizuzetzen. 



Hochstadt. 

Stadt an der Donau, LG. Hochstadl. 

2552 IN. H. I). D. 

TITVS. SILVANIVS. SATV 

In honorem domus divtnae. Titus Silvanius 8atur(ninus) 

Schriftreste auf einem Baudenksteine, 4' b" lang, \' 10 J" hoch, 
1' 5" dick, vonuals im Thurme der hiesigen Sehlosscapelle befind- 
lich und seit 1825 im Antiquanum zu Augshurg aufbewahrt. 

v. Raisach in dem neub. Prov.-Blatt II. 408. Falkenstein, Antiq. 
Nordg. II. 74. Stalin, Gesch. S. 51. N. 205. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. 
S, 54. Dessen, Lauingen. S. 47. Dessen, Drusomagus, Anhang. S. 105. 
Taf. III. Fig. 6. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3 N. CXXXI. 



Ober- und Unterliezheim. 
LG. Hochsladt. Zvvei Dorfer. 

2553. LEG. III. ITALICAE. M. — LEG. III. ITALICIANAE. M. 

Legionis 111 italicae milites l ) — legionis 111 italicianae 2 ) 
milites. 

Stempel auf mehreren nicht mehr vorhandenen gebrannten 
Steinen, gefunden i. ,J. 1585, ohne Bemerkung an welchem der bei- 



— 73 — 

I 

den obiMi genannten Orte uad blos unter dem Namen Liezheim; lie 
Zahl der Bxemplare ist nichl nngegeben. 

Welser, ed. 1590. f. 29 ed. 1594. p 253. ed. 1682. p. 415. Gruter, 
l>. 515. v. Stftlin, Gesch. S. 51. N. 206. Hanselmann. Q. 86. v. Rai- 
sach, in dem neub. Prov.-Bl. II. 409. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. S. 83. 
v. Hefner, r6m. Bayern. Aufl. 3. N. 287. 

Anmerk. 1) Nicht inilis, sondern wie oben naeh der Analogie der In- 
schriften N. 1375, 1 162, wo: EX. GERM. INK. und N. 1462, wo: MILIT. LEG. 
I. nach dein Begriffe der Vielheil in der Corporalion. Andere lesen unrichtig: 
Legionis italicae tertius munieipalus. 2) Vgl. N. 1504, wo: BRITANNICIANVS. 



Unter-Finningen oder Herren-Finningen. 

LG. Hochstadt, 

2554. APOLLINI. 

GRANNO. 

SABINIVS. 

POVINCIA 

LIS. EX. VOTO. 

L. L. M. 

Apollini Granno l ) Sahinius Provincialis 2 ) exvoto lubens 
laetus merito. 

Dieses am hiesigen Kirchthurme friiher eingemauerte Denkaial 
hefindet sich gegenwartig- itn Antiquarinm zu Augsburg, die Schrift 
ist mit schonen Capilalbuchstaben ausgeftihrt. 

Peutinger, f. 131. ed. mog. f. g. Apian, p. 429. Welser, ed. 1590. 
f. 20. ed. 1594. p. 247. ed 16S2. p. 407. Werlich, S. 59. Gruter, p. 37. 
N. 14. Gewold, p. 113. Smet, f. 148. N. 22. v. Pallhausen, Top. 
S. 360. v. Raisaeh, in dem neuh. Prov.-BI. II. 415. v. Raiser, 0. D. K. 
II Abth. S. 53. Dessen, Lauingen. S. 20. v. Stalin, Gesch. S. 51. N. 204. 
Orelii, N. 1999. de Wal, Wyth. p. 91. Gob, II. S. 38. Katancsich, 
J. A. I. 106. v. Hefner, rbm. Bayern. 3. Aufl N. LXXIV. 

Anmerk. 1) C. a. v. Apollo. 2J C. a. v. Namen. 



- 74 - 

G 1 6 t t. 



LG. Dilingen. 



2555. I. 0. M. 

IVNONI. ET. 

MINERVAE. 

PRO, SALVTE. IVVENIS. PFP. 

DAM. FORTVNATA. 

Jovi optimo maximo, Junoni et Minervae pro salute Juvenis, 
Publii filii posuit Dam(asia) Fortunata. 

Auf einer unten abgebroohenen Plalte, vormals am Choraltare 
der hiesigen Kirche nnd seit 1825 im Antiquarium zu Augsburg be- 
findlich. Oberhalb der Schrift ein leerer Raum, in welchem vermuth- 
lich die sichtlich hinweggemeisellen Bilder der obengenannten Gott- 
heiten angebracht waren. 

Buchner, Teufelsmauer. II. 38. v. Raiser, 0. D. K. H. Abth. S. 29" 
Taf. IX. F. 50. Allgem. Schulzeit. 1833. II. Abth. St. 121. v. Hefner, 
rom. Bayern. Aufl. 

Anmerk. 1) v. Relser liest: pro salute Juvenis, piissimi filii posuit. 
2). Die Zeichuung bei v. Raiser giebt deutlich DAM. FORTVNATA. Erliest: 
Dama(lea) Fortunata. Abweichend von dieser Abbildung giebt v. Hefner 
MAL. FORTVNAT. und liest: Mal(ius) Fortunat(us). 



Altenbaind. 
Dorf, LG. Dilingen. 

2556. FLAVIO. VlCTORl. 

CLAVDIA. MATTO. 
COIVX. F. CVRAVIT. 
VIXSIT. ANNIS. LXV. 

Flavio Victori Claudia Matto l ) conjux faciundum curavit. 
Vixit 3 ) annis LXV. 

Dieses Denkmal befand sich in der hiesigen Kirche zuersl neben 
dem Altare verkehrt , spater in der Salmstey mit aufrecht stehender 
Schrift eingemauert. Seit 1822 wird es im Antiquarium zu Augs- 
burg aufbewahrt. 



75 - 

Brucker, Misc. hist. IV. 595. Alterih. v. Augib. S. 8,34. Detaen, 0. 
I). K. II. Abih. Taf. I. Fig. 58. Wegelin, IV. 13. Katnncaich, I. 109. 
v. Hefner, roin. Bayern. 3. Aull. N. CCLVI. 

Aninerk. 1) Nach Analogie gallischer Praueonamen mit der Endigung 
aof 0, *■• B. Annavo, Caudo, s. N. 1991 n. 2002, fasse ich obiges Wort und 
schlage diese Lesung vor. v. Raiser liest: Flavio Viclori inarito (abgekiirzt 
matto?) coujux 1. curavit, und v.Hefner: Flavio Victori, claudia tnbu, Matto, 
conjux faciunduin curavit. Unrichtig giebt Brucker im Text: Marito, die Ab- 
bildung giebt deutlich MATTO. 2) S. C. a. v. Syneope II. 404. 3) S. C. a. v. 
Dlplasiasmus U. 110. 



Wittislingen. 

Dorf Edg. Dilingen. 

2557. MERCVRIO. 

Q. VITALIS. 

QVINTIONIS. 
V. S. L. M. 

Jfercurio Quintus Vitalis , Quintionis filius votum solvit 
lubens merito. 

Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 

Welser, ed. 1590. f. 27. ed. 1594. p. 248. ed. 1682. p. 408. W e r- 
lich, p. 61. Gewald, p. 214. v. Raisach, II. AbtK 417. v. Raiser, 
0. D. K. II. Abth. S. 50. Prugger, S. 62. Buchner, Teufelstnauer. 1.91. 
v. Stalin, Gesch. S. 50. N. 200. Gok, II. 37. v. Hefner, rbm. Bayern. 
Aufl. 3. N. XLI. 



Lauingen. 



Stadt am linken Donauufer, mit vielen rom. Alterthumern und 
den Anzeichen eines hier befindlich gewesenen rom. Badeorts. jVne 
Insehriften, welche sieh auf den Heilgott Apollo Grannus beziehen 
nnd theilweise bei dem naheo-clugenen Faiming-en angefuhrt wer- 
den, (s. d. N 2564 f.) gehoren wahrscheinlich ihiem eigenllichen 
Fundorte nach hierher, wo ein Ternpel des genannten Heilgoltes 
gestanden hat und manches Denkmal nach Zersoruug des Romer- 
orts in der Nachbarschaft zerstreul, zu Bauten verwendet wurde. 

v. Raiser, Gesch. der Stadt Lauingen. 



76 — 

2558 El. APOLLINIS. GRANNl. 

REL 

PP 

. . . . NYS1VS.LEG.AVG.PR.PR 
.... RAL. IVNIAS. 

Auf dem Fragment einer Steinplatte in der Nahe von Lauiugen 
gefunden, schon Peutinger bekannt und in der Pfarrkirche einge- 
mauert. Hochst wahrscheinlich sind dieses die Reste der Aufschrift 
eines fiir das Heil des Kaisers Caracalla von dem Provinzialprases 
in Raetien, Dionysius, gewidmeten Apollo-Grannus-Tempels. Ich 
schlage nach Analogie der Tempelaufschriften von Hechtsheim 
N. 574, Bonn N. 1008, Baden in der Schweiz N. 2085, Augsburg 
N. 2473, Lauingen N. 2564, folgenae Erganzung vor: 

(TEMPLVM. D)El. APOLLINIS. GRANNl. (PRO.) 

(SALVTE. IMP. M. AV)REL(IL ANTONlNl. P. F.) 

(AVG. GERM. TRIB. POT. . COS) P. P. (POS) 

( D10)NYS1VS. LEG. AVG. PR. PR. 

(PROV. RAETIAE. DEDIC ) KAL IVNIAS. 

(Templum l ) d)ei Apollinis Granni {pro salnte 2 ) imperatoris 
Marci Au(rel)ii Antonini, pii, felicis, augusti, gennanici, trib. 
pot . . . consulis patris patriae (posnit 8 ) . . . Dio)nysius , legatus 
augusti pro praetore (prov. Baetiae. Dedicatum die . . . ante) 
kalendas jimias. 

Peutinger, f. 131. ed. mog. t. 10, b. Apian, p. 416. Welser, ed. 
1590. f. 18, b. ed. 1594. p. 206. Werlich, S. 58. Gruter, 38, 3. Ge- 
wold, p. 112. Crusius, f. 90. Bainville, S. 308. Hanselmann, 
Forts. S 34. v. Ra is a ch, II. 410. v. Pa 1 1 h a u sen, Top. 358. Prugger 
v. Raiser, Lauingen. S. 16. Dessen, 0. D. K. H. S. 36. Schultes, I. 
131. Bayern u. Schwaben, Lauingen. v. Stalin, Geschichte. I. S. 50 
N. 195. Schoperlin, S. 102. de Wal, Wyth. p. 89. Katancsich, .1. 
A. I. 103. N. XXXIV. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl 3. N. LXVVII. 

Anmerk. 1) Vergl. N. 2085, wo am Anfang: DEAE ISIDI TEMPLVM. 
2) S. N. 100S: PRO SALVTE IMPP. N. 2564: PRO SALVTE SVO. 3) S. 
N. 574, wo POS(uit) dem Namen des Stifters vorangeht. Andere Herausgeber 
lesen: Dei Apolliuis Granni religioni? sacrum . , . Dionisius leg. aug. pro 
praetore . . . kalendas junias. 



- 77 - 

2559. APOLLINI. 

GRANNO. 

M. VLPIVS. 

SECVNDVS. 

T. LEG. III. ITAL. 

ARAM. CVM. SIGNO. 

ARGENTEO. 

V. S. L. L. M. 

Apollini Granno Marcus Ulpius Secundus, tribunus ligionis 
111 italicae uram cunt signo argeuteo votwu solvens laetus luhens 
merito. 



Flier oefunden und am Zehntstadel hinter der Kirche be- 



B 



Ondlich. 



Peutinger, f. 134. ed. mog. f. g Welser, ed. 1590. f. 20. ed. 1594. 
I 246. ed. 1592. p. 406. Werlich, S. 57. Apian, p. 416. Lapius, ed. 
1599. p. 335. Smet, f. 148. Gruter, p. 37, 13. Schopperlin, S. ~102. 
v. Reisach, II. 409. Hanselmann, Forts. S. 34. Bl ain v il le , S. 308 
Gewold, S. 112. P al 1 h a u s en, Top. S. 358. Schult es , I. 131. Lexi- 
kon von Schwaben S. 31. v. Raiser O. D. K. II. 36. Dessen, Lau- 
ingen S. 16. v. Stalin, Gesch. S. 50. Katancsich, I. 105. de Wal. 
Myth. p. 90. v. Hefner rom. Bayern. 2. AuH. N. LXXV. 

Anm. 1. C. a. v. Apollo Grannus. 



2560. IN. H. DD. 

MERC .... 

VTROC . . . 

VICTOR 

EX. VOT. POS. 

L. L. M. 

In honorem domuse divinae Mercurio Utroc(ius) Victor ex 
voto posuit laetus lubens merito. 

Dieses nicht mehr vorhandene Denkmal befand sich dahier vor 
der Donaubrticke an dem Thore eingemauert. Im J. 1784 sah 
man es auf dem Rathhause. 

Gruter, p. 55. 6. Welser, ed. 1594. f. 248 ed. 1682. p. 408. Wer- 
lich, S. 60. Gewold, p. 113. Hanselmann, Forts S. 35. v. Raisach, 



- 78 - 

11. 411. Lexikon v. Schwnben II. 31. Schnltes, I!. 131. v. Raiser, 
Lauingen. S. 17. v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. LVI. 



^ ol DEO. MERCVRIO. SIGN. 

EX. VOTO. IVL. GALLICVS. 
ET. AVR. SIBVLLA. P. L. L. 

Deo Mercurio signum ex voto Julius Oallicus et Aurelia 
Sihulla posuervnt luhentissime {laeti luhentes), 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von hier, vvelches sich vor- 
mals in dem Hause des Greifwirths befand. 

Peutinger, ed. mog. f. 9. Welser, ed. 1590. f. 20. ed. 1594 p. 247. 
ed. 1682. p. 407. Werlich, S 59. Apian, p. 416. Gruter, p. 54. 8. 
Smet, f. 149. Crusius, p. 89. Gewold, p. 113. Hanselmann, Forts. 
S. 34 Bl ainville, S. 309. Schopperl in, S. 102. v. Ra is ac h, II, 
411. v. Raiser, O. D. K. II. 37. v. Stalin, Gesch. S. 50. Katancsich, 
I[. 107. v. Hefner rom. Bayern. Aufl. 3. N. LIV. 



2562. D. M. 

PRENCIVS. A. VETER. LEG. 

CIVES. BRIVINES. 

VIXIT. ANNIS. LXX. 

MGNIMENTVM. FECIT. 

Diis Manihus. Prencius aquitifer veteranus l ) legionis (III 
italicae) cives hrivinens is 2 ) vixit annis LXX. (Heres^ monu- 
mentum fecit. 3 ) 

Denkmal von hier, unbekannt wo befindlich. 

Peutinger, f. 131. ed. mog. f. 10. Welser, 1590. f. 19. 1594. p. 254. 
Apian, p. 416. p. 558. 4. Laz, ed. 1598. p. 534. Gewold, p. 113. 
Katancsich, I. 102. Schopperlin, S. 102. Hanselmann, Eorts. 
S. 34. v. Raisach, II. 411. v. Raiser, Lauingen S. 19. Dessen, 0. D. 
K. II. 37. v. Stalin, Gesch. S. 50. v. Hefner romisches Bayem, Autl. 3. 
N. CLXXX. Gruter, p. 558. 4. 

Anmerk. 1) Man hat mehre Varianten : AV. F. III. LEG. AVE. III. 
LEG. — A. VETER. LEG. letztere als Verhesserung, weil allerdings richtig die 
Zalil III nicht vor LEG. stehen dnrf. OI> aher so ganz wie oben gelesen wer- 



— 79 - 

rien Kiiiin (wie bei v. Hefner) stehl noch in Frage. Et kann bier t*ui sweiter 
Name des Prenciua vorliegen und di<" Stelle III Ueberreil von VET sein. 
2) Unbekannter Name, vielleichl Brixinensis. 3) Ks muss unterstellt werden, 

dass ein Anderer, nicht Prencius, der Errichter ist. ln leuterem Falle wttrde 
keine Altersanjjabe. sondern etwa: sibi vivus zu lesen sein. 



Faiming-en, 

Dorf am linken Donanufer, Landger. Lauingen. Nach v. Rai- 
ser, 0. D. K. II. 35, befand sich hier eine Romerbriicke libpr die 
Donau. 

2563. . . . . DEI 

MITIT AV 
. , . VO SVM 
PTO INDVI 
CERVNT 

(Aedem)*) dei Mithrae 2 ) augusti 3 ) (s)uo sumpta induifecerunt. 

Auf einem am linkcn Ufer der Donau liegenden Steinfragmente. 
Obige Schriftreste sind nur bei niedrio-em Wasserstande lesbar. In 
der Nahe fand man Werkslucke mit alWorischen Bildern des 
Mithras. 

Welser, ed. 1594. p. 248. ed. 1682. p. 408. Gruter, p. 115. II. 

Gevvold, p. 114. v. Raisach, II. 416. v. Raiser, Lauingen. S. 19. 

Dessen, 0. D. K. II. 33. v. Stalin, Gesch. S. 50. v. Hefner, rom. Bay- 
ern. Aufl. 3. N. CCCXIX. 

Anmerk. lj Wahrscheinlich ein in die Ufererhohung grottenartig gebau- 
les Mithracum, angezeigt durch indui. 2) Obige Stelle zu verbessern M(I)T(I)IR. 
Der Strich I zwischen T T erscheint als Ueberrest von H und der letzte Strich 
r als solcher von R. 3) C. a. v. Augustus, 



2564. APOLLINI. GRANNO. ET. SANCTAE. HYGIAE .... 

. . . TIS. AEDIVM. IPSORVM. PRO. SALVTE. SVO . . . 

LVC. 

Appollini Granno et sanctae Hygiae (signa cum ornamenjfis 
aedium ipsorum pro salute suofrumj . . . Lu(c(iusj . . . 



— 80 - 

Auf einem in der Donau gefundenen fragmentarisohen Tempel- 
aufschriftsteine, einige Zeit im Besitze des Landrichters Grafen 
v. Reisach zu Monheim, seit 1826 im Antiquarium zu Augsburg 
befindlich. 

v. Reis ach, II. 416. v. Raiser, Lauingen. S. 16. Dess en, 0. D. K. 
II. 34. Fig. 62. v. Stalin, Gesch. S. 50. Mlg. Zeitung 1856. Beilage 
N. 331. v. Hefner, rom. Bayern. Auflage 3. N. LXXVIII. 



2565. APOLLINI. GRANNO. 

SIGNVM. CVM. BASE. MIRPA 

Apollini Granno signum cum ba.se mar(more) pa(rio) l ) 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal aus den Ruinen des hiesigen 
Schlosses, welches im Rathhause zu Lauingen einige Zeit aufbewahrl 
wurde. 

Welser, ed. 1594. p. 24. ed. 1682. p. 107. Werlich, S. 58. Gr,uU t r, 
p. 38. N. 1. Gewold, p. 113. Laccaria, p, 484. Hanselmann, Forts. 
S. 35. v. Raisach, II. 410. Pallhausen, Top. S. 359. Orelli, 1998. 
v. Raiser, Lauingen. S. 18. Dessen, 0. D K. II. S. 34. v Salin, Gesch. 
S. 50. de Wall, p. 88. Graeius, Th's XI praef. Katancsich, I. 106. 
v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CXCIII. 

Anmerk. 1) Nach Gruter im Proemium zu Graevii thecs. antiq. rom. 
T. XI. Nach d'0rville observ. 1741. 3. p. 107: marmoris parii. 



2566. IN H. D. D. 

APOLL. GRANNO. 
BAIENIVS. VICTOR. 
ET. BAIENIVS. VICTOR, 
ET. BAIEMVS. VICTO 

RINVS. FILI. EIVS.EX. 
VISSV. SiGNVM. CVM. 
BASE. 

In honorem domus divinae, Apollini Granno Bajenius Victor 
et Bajenius \ictor et Bajenius Victorinus filii ejus ex vissu 
signum cum base. 



— 81 — 

Gundelfingen. 
Siudt. Ldg. Lauingen. 

2567. 1N. H. D. D. 

1. 0. M 
M. AVRELIl 
I APV . . . 

In honorem domus divinae Jovi optimo *) maximo Marcus, 
Aurelii (f)i(lius), Apu(lus) 

Vormals an der hiesigen Stadtmauer, jetzt im Antiquarium zu 

Augsburg. 

v. Raiser, 0. D. K. II. 39. Tf. 60. v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. 
XIX. 

Anrnerk. 1) oder Apulejus, beide Namen sind bekannt. 



Gunzburg. 

Stadt am rechten Donauufer mit vielen rom. Alterthiimern und 
namenllich Miinzen. Es befand sich hier ein Castrum mit biirger- 
licher Ansiedlung Guntia genannt (Itinerar. Ant.) und ein Donau- 
iibergang nach welchem die Via claudia (s. u. Tyrol) zog. 

v. Raise r, Guntia. 

6568. NEPTV 

SACR 
MoLIN. 

Nejptuno sacrum Molin(us.) 

Auf einer Ara, gef. 1784 im Giinzfluss 1500 Schritte von der 
Giinzmiihle, bei der Hagenmiihle, einige Zeit in der Vorstadt dahier, 
spater im Schlossgarten zu Babenhausen aufgestellt und seit 1834 
im Antiquarium zu Augsburg befindlich. 

v. Raiser, Guntia S. 9. Tf. 1. Dessen, 0. D. K. II. 20. Pruggor, 
S. 71. Allgemeine Schulz. 1833. W. 121. 191. Orelli, 1329. v. Hef- 
ner, rom. B. 3. Aufl. N. LXXXIX. 

Anmerk. 1) v. Raiser bemerkt, dass molinarius oder molinator statt 
molendinarius gelesen werden konne und ubersetzt : Miiller, v. Hefner und 
Orelli halten dieses Wort fiir den Namen des Widmers, welcher Ansicht ieh 
beitrete. v. Raiser verwahrt sich zwar gegen die unlateinischen Worter moli- 
narius und molinator (st. molendinarius und wie ich zusetze molitor), welcher 
Grund ist aber vorhanden das Unlateinische einem Namen vorzuziehen, der viel 
naher liegt? 

6 



- 82 — 

Obergiinzburg. 

2568. a. DEO MERCVRIO 
PRO SALVTE 
P. . RRl . . CTO 
R . . . . 

V. s. . 

Deo Mercurio pro salute P(ublii) (A)rrii (Vi)ctor(is) 

votum solvit lubens merito. 

Auf einer Ara, welche i. J. 1699 auf der Strasse bei der 
Kirche gefunden, anfangs am Kirchhofe, spater 1814 an der Pfnrr- 
kirche eingemauert wurde. Der Pfleger v. Stuben fiigte i. J. 1700 
eine lat. Inschrift bei, worin er des Finders (Prior Pagen) gedenkt. 
Die Zeilen 3, 4, 5 sind verwittert; man erkennt nur obige 
Schriftreste. 

Intell. BI. d. Illerkr. 1814, N. XXV. S. 541. v. Raiser, 0, D. K. I. 
6!. v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. LV. 



2569. Dl 
POPP 

NDVS 
IRVI 

Deo invicto { Mithraef) P. Opp(ius) (Secii)ndus ext vi(su). 

Fragment, aus einem Pfeiler der hiesigen Martinskirche geho- 
ben. Der Aufbewahrungsort ist nicht angegeben. 

v. Raiser, 0. D. K. H. Abth. S. 23. Fig. 41. v. Ilefner, rom. B. 
3. Aufl. N. CCCXXIV. 



5270. CVPITVS. — IVLIVS 

Topfernamen auf zwei Geschirrresten gef. 1830 bei hiesigem 
Orte, unbekannt wo aufbewahrt. 

v. Raiser, 0. D K. II. Abth. S. 24. v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. 
N. DXIV. 



— 83 — 

Nassenfels. 

Markt. Ldg. Eichslfidt. Die hiestge RftmerstftUe, auf welcher 
viele rom. Alterthiimer gefunderi wurden, war nach v. Raiser der 
Mitterpunkt der in der peutinger'schen Tafel augcluhrlcn Castra 
vetoniana, eines durch Lagergruppen befestigten und geographisch 
abgcthnltcii Bezirks, welcher sich iiher die beutigen Gemarkunijen 
der Orte Oltenfeld, lckstatten, Unterstall, Joshofen, Wolkertshofen, 
Irgetsheirn und Dunzlau erstreckte. Eine Saminlung r. A. von hier be- 
sitzl Kiuifmann Grassegger zu Neuburg, welcher zu verschiedenen 
Zeiten hier Ausgrahungen veranstaltete. Ueber diese und andere 
Castra an der Donau als geographisch abgetheilte Militarbezirke 
fiir Schulz und innere Verwallunp; s. C. a. v. Civitates. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. S. 1 f. 

2571. I. 0. M. 

SACR 
IVLI. MOD 
ERATUS. 
V. S. L. L. M 

Jovi optimo maximo sacrum. Julius Moderatus votum solvit 
laetus lubens merito. 

Auf einer Ara, welche sich in der hiesigen Kirchhofsmauer be- 
fand und in das augsburger Antiquarium gebracbt wurde. Die 
aber der Inschrift befindliche Jahreszahi 1558 scheint die Zeit der 
Auffindung anzuzeigen. 

Grassegger, i. d. neub. Wochenbl. 1S22. N. 17. S. 67. v. Raiser, 
0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 7. v. Stalin, Gesch. S. 52. Jahresber. 
a. Mittelfr. S. XI. Gok, II. 43. v. Hefner, rom. B. 3 Aufl. N. IX. 



2572. 1. 0. M. 

DIS. DEA 

BVSQ. PVB. 

CONSTITV 

TIANUS. 

Jovi optimo maximo (dis) dea busque *) Publius Constitutianus 
(votum solvit lubens merito 2 ). 

6* 



— 84 - 

Auf einer schon Aventin bekannten Ara von hier, welche auf 
der Willibaldsburg zu Eichstadt um das Jahr 1751 aufbewahrt wurde, 
von da in den Besitz des Decans Redenbacher zu Pappenheim und 
nach dessen Tode in den des Antiquariums zu Augsburg kam, wo sie 
sich noch befindet. 

Aventin, Cod. 1560, f. 129, Cod. 1567, f. 706, ed. 1554, p. 109, ed. 
1566, f. 152, ed. 1550, p. 70, ed. 1615, p. 55, und die spateren Editionen. 
Apian, p. 415, 441. Gruter, p. 3, N. N. Gewold, p. 30. Schopper- 
lin, S. 100. Ilanselmann, Forts. S. 22. Strauss, S. 74. v. Raiser, 
0. D. K. II. Abth., Taf. I, Fig. 19, II. Abth., Forts. III. Abth., S. 5. Des- 
sen, r. Alterth. A. S. 22. v. Stalin, Gesch. I. S. 52, 222. Goch, II. 43. 
Katancsich, I. A. 106, N. LXH. v. Hefner, r. B. 3. Aufl. N. XXXVIII. 

Anmerk. 1) Dcr Stein giebt gegenwartig Z. I. DIA, die erste Abschrift 
Arentius dagegen DEA, weshalb bei I ein halberloschenes E anzunehmen ist. 
Nach DIS DEABVSQ. fehlt hier der Zusatz OMNIBVS oder sonst ein anderer, 
s. C. a. v. Dii deneque II. 388 u. vergl. N. 2468 d. W. 2) Wahrscheinlich 
atanden auf dem Sockel der Ara noch die Siglen V. S. L. M. 



2573. DEO. MERCVRIO 

CL. ROMANVS. 
DVPL. ALAE. AVR. 
V S L L M. 

Deo Mercurio. Claudius Bomanus, duplarius alae aureliae l ) 
votum solvit laetus lubens merito. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von hier, welches nach Eich- 
stadt oder auf die Wilibaldsburg gebraeht wurde. 

Aventin, Cod. 1560. f. 128 u. d. folg. 1567. f. 70. 1574. f 5. Des- 
sen, Edit. 1554. p. 109. 1566. p. 152. 1586. p. 70. 1580. p. 160. 1615. 
p. 55. 1622. p. 319. 1627. p. 53. 1710. p. 80. Apian, p. 415. 441. 
Lazius, Com. 1598. p. 17. Gerold, p. 29. Philippus, p. 554. Herold, 
Cop. 2. Ertl, Atl. p. 223. Hanselmann, Forts. S. 22. Schopperlin, 
S. 100. Mederer, Aur. p. 11. Gruter, p. 54. 7. v. Raisach, III. 567. 
Falkenstein, I. 181. Katancsich, I. 105. Verhandl. des Regenbr. 
I. 107. Zeitschr. v. Bayern. Jahrg. 11. 224. v. Stalin, Gesch. 52. Abh. 
der Ak. z. Miinchen 1838. S. 263. Gob, II. 43. v. Raiser, II. u. III. 
Abth. S. 7. Derselbe in Erseh/s Encycl. IV. 400, 407. Gratzer, Tutela 
ecles. Eichst. S. 80. v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. L. 

Anmerk. 1) C. a. v. Alae. Unrichtig beziehen Aventin u. A. die 
Stelle AVR auf den Namen einer rom. Ortschaft Aureatum der dortigen Gegend. 
Eine Inschrift von Emezheim N. 2579 giebt: EQ. AL. AVR. 



- 85 

•2574. IN. HO 

D I) 
MARTI. 

victoki 

LILI. F. 
V. S. L. M 

ln h&norem domus divinae Marti. Victorinus , Lili l )filius 
votum solvit lubens merito. 

Auf einem nicht ihehr vorhandenen Denkmale von hier, welches 

nach Hirschberg und von da in den Holzgarten zu Eichstadt gekom- 

men sein soll. 

Aventin, Cod. 1560. f. 128. 1567. f. 70. 1574. f. 31. Dessen, Ed. 

1554. p. 109. 1566. f. 152. 1580. Bos. p. 70. 1580 Fts. f 160. 1615. p. 

55. 1622. S. 314. 1627. p. 55. 1410. p. 84. Apian, p. 441. Gruter, 
p. 58, 7. Philippus, p. 558. Schopperlin, S. 100. Gewold, p. 29 

Uanselmann, Forts. S. 22. v. Stalin, Gesch. S. 52, 225. Jahresb. v. 

Mittelfr. XIV. S. XI. Katancsich, J. A. I. p. 107. N. LXIX. v. Hefner, 
rdm. B. 3. Aufl. N. LXXXIII. 

Anmerk. 1) Ein C. Lillius b. Schopflin I. 468. 2) Der Name Victorinus 
scheint in Bezug auf Mars ein Patronatsverlialtniss zu dieser Gottheit anzudeu- 
ten s. C. a. v. Namen. 



2575. MARTl. ET. VICTORIAE 

VIK. SC . . . CVR. AG. 
C IV. IMPETRATO. ET. FL 
GEMELL . NO. MPLM. P. 

Marti et Victoriae vik(ani) 2 ) So . . . cur(am) ag(entibus) *) 
Cajo Julio s ) Impetrat& l J et Flavio Gemell(i)no templum posuerunt. 
(Vorschlag des Herausgebers). 

Marti et Victoriae vikani Se . . . curam agente civitatis Im- 
peratore et Flavio Gemellino impensis civium municipii fecerunt. 
(v. Hefner). 

Tempelaufschrift in einer Tessera. Die Steinplatte, auf vvelcher 
sie mit vielen Ligaturen und eng zusammengestellten Buchstaben be- 
findlich ist, wurde nach ihrer, unbekannt wo? geschehenen Auffin- 
dung in die hiesige Kirchmauer eingesetzt ist. Sie ist 1' 4" hoch, 
3' lang. 



- 86 - 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Taf. I. Fig. 22. II. Abtli. Forts. III. Abth. 
S. 6. Meyer, i. d. Verh. des Regenkr. II. III. Biichner, Teufelsm. III. 32. 
v. Stalin, Gesch. S. 52. N. 2'25. Jahresber. des Hpt. V. f. Mittelfr. 
XII. Allgem. Schulz. 1833. N. 121. S. 962. v. Hefner, rom, B. 3. Aufl. 
N. LXXX. 

Anmerk. 1) VIK. Derselbe Typus N. 2085. 2) C. a. v. Jussu, in- 
stantia etc. 3 u. 4) s. N. 2571, wo Julius Jmpetratus von hier, wahrscheinlich 
derselbe welcher oben mit dem Praen. Cajus vorkommt, vergl. N. 2492- Die 
Stelle CIV kann also nicht civitatis gelesen werden. Der Name Impetratus 
(hier im Abl. wie der daneben stehende Name Gemellinus) ergiebt sich sehr 
deutlich, sowohl nach der gleichmassig ausgeschriebenen Ablativendigung , als 
auch dadurch, dass mit dem nach IMPE folgenden R sicher ein T ligirt war, 
welches jetzt iin Oberstrich erloschen ist. Die Abbildung des Steins giebt aber 
nicht wie v. Hefner mittheilt, IMPERATOR 1FL, sondern mit zum Theil ligirten 
Buchstaben und dem bei R fehlenden Oberstrich des Fulerum — IMPERATO 
ET FL. 6) Diese Stelle scheint Schwierigkeit fiir Lesung zu bieten. Er- 
wagt man hierbei zuviirderst , dass diese Inschrift auf einem Gebaudeauf- 
schriftsteine steht , welcher der Widmung nach einem Tempel angehort haben 
muss, so fiihrt dieses auf die Yermuthung, dass hierTEMPLYM steht. Aufschluss 
geben die noch erhaltenen Buchstaben und zwar die ligirten MP am Anfange 
und M am Ende des Wortes. Nach dern Charakter dieser vielfach ligirten 
und auf engen Raum zusammengedrangten Inschrift iiberhaupt und des Wortes 
TEMPLVM insbesondere, waren mit dem vorn stehenden M verbunden: T u. E 
voran und wie noch jetzt zu sehen, P nachfolgend. Der Typus war folgender 
£P. Das darauf folgende Zeichen ( ist verlesen , oder wegen Undeutlichkeit 
nicht mehr erkennbar. Es ist wegen des nachfolgenden M ein L. Der andere 
Typus war dennoch dieser : LY\. Das zuletzt stehende P wird fiir ein am 
Kopfe verletztes P gehalten werden miissen. An der Stelle jener beidcn zu 
einem Worte vereinigten Typen giebt v. llefner IMP. C. M. F und liest, wie 
oben steht. Hinsichtlich des Ausdruckes templum posuit ( posuerunt ) vergl. 
N. 574, 2085. 



2576. SVLEVIS. 

SAC. 

IVL. PATER 
NA. PATER 
PS ET S 
V. S. L L M 

Sulevis sacrum. Julius Paterna pater pi*o se et suis votum 
solvit laetus lubens merito. 



— 87 — 

Anl einer hier gefundenen Ara, welcheim Garten des Kaufmanns 
Grassegger zu Neuburg aufgestellt ist. 

v. Raiser, im II. Jahresb. des 0. I). K. S. H. Grassegger, im neuh. 
Collect. BI. 5. Jahrg. S. 1 , 21 , 25, 36. Schreiber, S. 53. de Wal, 
Mondnrg. p. 63. v. Hefner, rom. B. 3. Aull. N. CVII. 



2577. 



MIL 
IRATVS 
EXVIS 

L. L. M. 



.... (Deci) mil(lus) (Irnpe)tratust ex visu l ) votum solvit 
laetus lubens merito. 

Schriftreste auf einer Ara, gefunden an den „Mauerackern, und 
im Besitze des Kaufmanns Grasseggcr zu Neuburg. 

Grassegger, iin neub. Coll. Bl. 5. Jahrg. S. 2. v. Hefner, rom. B. 
3. Aufl. N. CCCXXIII. 

Anmerk. C. a. v. Ex visu , . 



2578. a. D. M. 

P. PRIMIT. 
MONTANUS. 

CIV. NEM. 
VIX. ANN . . 

Diis Manibus. P. Primit[ius) 1 ) Montanus, civis nem(etensis) 2 ) 
vixit annos . . . 

Auf einem Fragment, gef. 1822 an der Mauer des alten Schloss- 
thurms dahier und im Besitze des Kaufmanns Grassegger zu Neuburg. 
Ueber der Schrift der Kopf des Jupiter Ammon zwischen zwei 
Delphinen. 

v. Raiser, B. d. X. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 6. Verhandl. des 
Regenkr. I. 115. Neuburg. Wochenbl. 1522. S. 18, S. 76 Neuburg. 
Coll. IX. Jahrg S. 94. Buchner, Teufelsmauer, 111,31, Allgem. Schulz. 
1833. S. 962. v. StaJin, Gesch. 53. N. 226. Jahresb. des hist. V. von 
iVlittelfr. Xlll. S. XI. Gock, 11. 43. v. Hefner, r. b. 3. Aufl. N. CXCVIII. 

Anmerk. 1) oder Primitivus. 2) nach der Civitus Nemetum s. C. a. v. 
Civitates, oder civis nemausensis, nach der Civit. Nemausensium, deren Haupt- 



— 88 — 

stadt Nemausus, Colonia Nemausensium war; oder civis nemaviensis, nach der 
Civit, Nemaviensium. N. 185, kommt unter der Abkurzung NEM die Stadt 
Nemausus vor (welche zur Trib flavia gehorte) und ist nicht Nemausus, son- 
dern nach der Analogie anderer Inschriften Nemauso zu lesen. 



Wolkertshofen. 
Dorf LG. Eichstadt. 

2578. b. IMP. CAES. L. SEPT. SEVER . . 
PIO. PERT. ARABIC. ADIAB. PART 
BRIT. P. M. TRIB. POT. III. 1MP. VII. COS. II. 
ET. IMF. CAES. M. AVR. ANTON 
1NO. PIO. INVICT. AVG. PART. MA 
BRITT. M. P. M. TRIB. POTES. XVIII. 
IMP. 1111. COS. IIII. PROCOS. FORT. 
AVG. FEL. PRINC. DOM. IN . . V. G . 
AB. AVG. M. P. XLV. 
ALG. M. P. LIIII. 

Jmperatori caesari L. Septimio Severo, pio, Pertinaei, arabico, 
adiabenico, parthico, britannico,portifici maximo, tribunitia potestute 
III, imperatori VII, consuli II, *) et imperatori cacsari Marco 
Aurelio Antonino, pio, invicto augusto, parthico manimo, brittannico 
maximo, pontifici maximo , tribunitia potestate XVIII, imperatori 
IIII, consuli IIIl, 2 ) proconsuli, fortissimo augusto, felictssimo 
principi, domino indulgentissimo. Ab Augusta millia passuum 
XL V, a Lg millia passuum LIIII. 3 ) 

Gefunden in der Gemarkung Wolkertshofen ] / 2 St. von Nassen- 
fels. Gruter, welcher die lnschrift zuerst edirte (1603) giebt nicht 
an, zu welcher Zeit vor diesem Jahrg. die Auffindung geschehen ist. 
Das Denkmal war damals in dem Kloster Rebdorf bei Eichstadt auf- 
bewahrt und kam i. J. 1807 in das Antiquarium zu Miinchen. Gruter, 
Buchner, Leichtlen, v. Raiser, v. Stalin geben mehr oder weniger un- 
richtige Abschriften, welche im Einzelnen hier anzufiihren fiir iiber- 
fliissig gehalten werden muss, weil nach Otto v. Hefners correcten 
Abbildung und Prof. v. Hefners Mitlheilung auf eigenes Anschauen 
nunmehr eine, wie sie oben steht, richtige Abschrilt vorliegt. Eine 
Specification der Errata obengenannter Autoren giebt v. Ilefner im 
unten alleg. oberbayer. Archiv. Wiirde hicr von einer nicht mehr 
vorhandenen und der Autopsie entzogenen Inschrift die Rede sein, 



- 89 - 

so wiire es nothig, alle verschiedene Angaben zu priifen, um fiir Ver- 
besserung der Inschrift cin Gesamrntresultat zu gewinnen. 

Gruter, p. 1085. N. 8. Philippus, pj 559. Katancsich, 1. 99. 
Zcitschrift f. Bayern, II. Jahrg. 3, 6. S. 225. Aleyer, Fundort. S. 59. 
Buchner, Teufelsmauer. I. 87. Leichtlen, 1. 182. v. Kaiser, 0. D. K. 
S. 19. Verhandl. d. Regenkr. 2. Jahrg. S. 162. v. Stalin, (jiesch. 
S. 53. Neuburger Coll. Bl. 1543. S. 112. 1845. S. 55, 56. Bericht 
der Pfalz. II. S. 63. N. 23. v. Ilefner, Dcnkm. im oberb. Archiv. VI. 
S. 257. N. XLII. d. Abbdg. Taf. II. Fig. 41. Dessen, rom. Bayern. 3. Aufl. 
N. CLH. 

Anmerk. 1 und 2) zwei durch den Zwischenraum mehrerer Jahre ge- 
trennte Zeitangaben und zwar bei Sever 195 n. Chr., bei Caracalla 215 n. Chr., 
woriiber das Nahere C. a. v. Inschriftdenkmales des K. Severus und seiner 
Sohne. Dieselbe Erscheinung auf Denkmalen v. Cilli, Hemdorf und Kosching 
dieses Werkes. 3) Ueber den Grund dieser doppelten Angabe von Orten der 
Entfernung C. a. v. Strassensaulen. 111. Th. S. 442 f. Welcher Hauptort einer 
Civitas dieser mit ALG angezeigte gewesen, ist bis jetzt unbekannt. Wenn nach 
v. Ilefners Vorschlag ALG als Abkiirzung eines Wortes angesehen werden 
konnte, so ware zu lesen A(qui)l(c)g(ia). Es kann aber hier A als Praepos. 
vor LG gelten, woriiber das Nahere C. a. v. Civitates. 



Emezheim, 



Dorf llerrsch. Ger. Ellingen bci der Stadt Weissenburg mit 
vielen roni. Alterthiimern. 

2579. PRO. SAL .... 

TONINl. IMP . . 
MERCVRIO. SA 
CRUM. FL. RAE 
TICVS. OPTIO 
EQ. AL. AVR. 
V. S. L L. M 

Pro sal(ute Marci Aurelii Au)tonini l ) imperatoris (nostri) 
Mercurio sacrum. Flavius Raeticus optio, 2 ) eques alae aureliae 
votum solvit laetus lubens merito. 

Auf einer 2' 6 7/ hohen, 2' 5" breiten, V 2" dicken Steinplatte 
(Gebaudeaufschriftstein J, gefunden 1768 in den Triimmern eines 
Gebaudes, wahrscheinlich des Tempels, in welchem sich diese Tafel 
befand, und in der Sakristei der hiesigen Kirche eingemauert. 



— 90 - 

Preu, S. 12. Gerken, II. 309. Mederer, Aurcat. p. 19. Hansel- 
m a iiii, Forts. S. 23. Biichner, Teufelsm. I. S. 77 mit einer gnisstentheils 
unrichtigen Abschrift. Stieber, S. 1002. Zeitschr. f. Bayern. 2. Jahrg. 
III. S. 227. Verhandl. d. Regenkr. I. S. 108. Abhandl. der k. b 
Akademie zu Munchen. 1838. II. S. 98. v. Stalin, Gesch. II. 51. Gok, 
II. 65. v. Hefner, rom. Bay. 3. Aufl. N. LIX. 

Anmerk. 1) Vermuthlich mit Bezug auf die hier genannte Ala aurel. 
Der oben erganzend bezeichnete Kaiser reg. von 161 bis 180 n. Chr. 

2) v. Hefner liest: Flav. Raeticus, optio equitum alae aureliae, s, C. a.v. 
Optio und Alae. 



2580. SICCONl 

AE. PAV 

LINAE. AEL 

DECCIVS. CON 

IVGI. KA 

RISSIMAE 

Sicconiae Paulinae Aelius Deccius 1 ) conjugi harissimae. 

Ein von Falkenstein angefuhrtes , nicht mehr vorhandenes 
Denkmal von hier ; vormals im Jesuitencolleg zu Eichstadt befindlich. 

v. Raiser, O. D. K. II. Abth. S. 98. Falkenstein, nord. Altth. I. 
87 Tab. III. Fig. 2. Doderlin, Antiq. gent. S. 69- Anm. 3. Hanselmann, 
Forts. S. 23. Stieber, S. 1002. Buchner, Teufelsm. I. Hft. S. 76. Abh. 
der k. k. Akad. II. B. 1838. S. 269. v. Stalin, Gesch. S. 51. N. 223. Gok, 
II. S. 65. v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCLXX. 

Anmerk. 1) Deccius wie Aurellius C. a. v. Sprachliches. II. 410. 



— 91 — 

Weissenburg. 

Stadt in der Ntihe des Limes romanus mit vielen mm. Alter- 

thiimern. 

2581. MERCVRIO 

ARAM 

D. 1VL. PRIS 

CINVS EX V 

OTO SVSCEPTO 

S L L M 

Mercurio aram Decimus Julius Priscinus ex voto suscepto 
sucravit laetus, lubens, merito. 

Auf einer im Jahr 1778 in dem Thurm der St. Martinskirche 
entdeckten Ara, welche 1819 in die St. Andreaskirche dahier ge- 
bracht wurde. 

Freu, p. 7. Gerken, II. 299. Hanselmann, Forts. S. 25. Volz, 
S. 26. Taf. V. Abh. der k. Akad. II. 1838. S. 258. II. Jahresb. des h. 
V. f. den Rezatkr. S. 14. v. Raiser, 0. D. K. II. S. 99, 13. v. Stalin, 
Gesch. S. 52, 217. Gok, II. S. 64. v. Hefner, rom. Bayern. Auflage 3. 
N. XLIV. 

Anmerk. 1) oder wenn , wie zu vermuthen, auf der letzten Z. ein V 
erloschen, zu lesen : ex voto suscepto (votum) solvit laetus lubens merito. In 
diesem Falle wiirde statt Decimus zu lesen sein posuit. Das D in der dritten 
Z. ware alsdann ein halberloschenes P. 



258?. INHDD 

I M 

In honorem domus divinae. Jovi optimo maximo. 

Schriftreste, auf einer unweit Weissenburg gefundenen hinter 
dem Hochaltar der St. Andreaskirche dahier eingemauerten Ara. 

Voltz, S. 25. Tf. IV. II. Jahrb. d. Rezatkr. S. 14. Philosoph. 
Abh. der k. Akad. d. V. zu M. II. 1838. S. 258. Tf. 1,4. v. Stalin, 
Gesch. S. 51, 216. Gok, II. S. 65. v. Ilefner, rom. Bayern. Aufl. 3. 
N. XVIII. 



— 92 — 

2583. DMVICTO . 

CVRA . . . 
EXPE . . . 
MART. . . 

Diis Manibus, Victo(ri) Cura(tio) *) expedite a ) Mart(inus) 

• • • • 

Auf einer hier gefundenen Steinplatte, welche in die Ilaupt- 
mauer der St. Andreaskirche eingesetzt vvurde. 

Volz, S. 25. Abhandl. der k. Akad. zu Miinchen. 1838. S. 258. Tf. I. 
v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CCXXVII. 

Anmerk. 1) v. Hefner: curatori. Da zu unterstellen , dass der Ver- 
storbene wenigstens zwei Namen fiihrte , so lese ich wie oben : Curatius ein 
bek. Name. 2) s. C. a. v. Ex. 



S t einleinsf urt 

bei Weissenburg. 

2584. FORTVNAE 

SACRVM 



Fortunae sacrum 



Auf einem Altarfragmenl, in der hiesigen Gemarkung gefunden, 
jetzt in der St. Andreaskirche zu Weissenburg befindlich. 

Jahresb. v. Mittelfranken. S. 24. v. Ilefner, rom. Bayern. Aufl. 3» 
N. XCVI. 



Tr euchtlingen 
an der Altmiihl LG. Ileidenheim. 

2585. . . . AVRELIARVM 

EMERITAE CONIVGI 

SARINAE. FILIAE 

VERECVNDAE.MATRI. 

SABINEIVS. SABINVS. 

KARISSIMIS 

(Diis Manibus . . . . 1 ) Aureliarum, 2 ) Emeritae conjugiy 
Sabinae filiae, Verecundae matri. Sabinejus Sabinus harissimis 

(fecit). 



- 93 — 

Dieses hier gefundene Denkmal befindet sich am Portal des hie- 
sigen Schlosses eingemaucrt. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. S. 86. Buchncr, Teufelsm. I. 77. II an- 
selmann, II. 24. Dessen, Forts. S. 24. Mederer, Aur. p. 21. Do- 
derlin, Antlq. Gesch. S. 69. Stieber, S. 817. Eckhard, Com. p. 13. 
v. Stalin, S. 51, 240. Gok, II. S. 61. v. Ilefner, riim. Bayern. Aufl. 3. 
N. CCLV. 

Anmcrk. 1) Oder Pro salute. — In memoriam, wie v. Hcfner vorschlagt 
— Andcre: Coloniae, familiae (beide letzten unrichtig). 2) Gemeinschaftliches 
Gentile. 



Pappenheim. 

Stadt an der Altmuhl. 

2586. Vorderseite. Riickseite. 

RIAN CVI PRAEST FELICIS 

BASSVS ROMA ALCIDIS 

EGALE PROCVLI 

LI F. FRISIO DAPHNl 

INI FIL VXOR EIVS BAT AMPLIATI 
ELLINAE FIL EIUS 

.... (cohortis praeto)rian(ae) cvi praeest . . . Bassvs Roma 
(nus . . . gr)egale . . . . li filio Frisio . . . inifiliae uxor(i)ejus Bat- 
(avae et G)emellinae filiae ejus. Felicis , Aleidis, Proculi, Dapkni 
Ampliati. 

Auf dem Fragment einer Tabula honestae missionis (s. C. a. v. 
Tab. hon. miss.) gefunden 1 1 / 4 St. von Pappenheim in den Ruinen 
eines romischen Gebaudes und im k. Antiquarium zu Miinchen be- 
findlich. 

Erster Jahresb. der k. Akademie zu Miinchen S. 28. v. Hefner, 
Kl. rom.Denkm. S. 290. Derselbe, im oberb. Archiv VII. 290. Taf. I. Fig. 17. 
Dessen, rom. B. Aufl. 3. N. CLXIII. 



- 94 — 

2587 - I. 0. M. 

SACR. 

1VL. VI 

ATOR. 

V. S. L. L. M. 

Jovi optimo maximo sacrum. Julius Viator votum solvit 
laetuSy lubens, merito. 

Gefunden i. J. 1804 am Steinbrunnen bei Pappenheim und im 
Antiquarium zu Augsburg aufbewahrt. 

v. Ilefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. XII. v. Raiser, Ob. D. K. II. 
S. 97, 10. Zweiter Jahrb. d. Rezatkr. S. 14. Stalin, Gesch. I. 51, 
211, 213. v. Gok, II. 62. 



G e h r e n. 
Dorf, 1 Stunde von Pappenheim. 

2588. CERERl SACRVM 

Auf dem Fragment einer Schale von samischer Erde mit schwarz 
aufgetragenen Kornahren, gef. 1799 in den Ruinen rom. Gebaude 
am Sleinbrunnen. Unbekannt wo befindlich. 

v. Raiser, Ob. D. K. II. Abth. S. 97. v. Hefner rom. Bayern. Aufl. 3. 
N. DXVIII. 

Anmerk. Yergl. N. 1442. 



Ostendorf 

in der Grafschaft Pappenheim. 

2589. D. M. 

VESPA . IAE BA 

CADIE. VIXIT. 

AN. LXXX FE 

CERVNT. FILl 

VIVI. MATRl 

PIENTISSIMAE. 

Diis Manibus Vespasiae Bacadie. Vixit annos LXXX. Fe- 
cerunt filii vivi matri pientissimae* 



— 95 — 

In der Kirchwand eingcmauert. Man fand diesen Slein 200 
Schritle vom Orte an ciner dort vorbeizieheuden Rtfmerstrasse 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. S. 96. II. u. III. Jiihrcsb. d. Regenkr. 
S. II ii. S. 55. Stalin, Gesch. S. 52, 321. Gok, II. 8. 62. v. Hefner, 
rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCV. 



Dietfurt 

Bn der Altmiihl. 

259J. A EX REL . . . EORV 

DE SUO PRO SE ET S . . . 

. . . . a ex rel(igione) eoru(m) . . . de suo pro se et s(uis) .... 

Auf einein Fragment, gefunden in der Nahe des hiesigen Post- 
hauses und daselbst als steinerne Bank benutzt. Der auf demsel- 
ben befindliche Einschnitt zu einer eisernen Verbindungsklammer 
und dabei ein Loch zum Einsetzen eines aufrechtstehenden Steines, 
zeigen, d;»ss dieser Stein der Ueberrest des mil Inschrift versehenen 
Basiments einer Statue ist. 

v. Raiser, 0. D. K. II. 669, 95. Redenbacher, im III. Jahresb. des 
tiezatkr. S. 19. v. Stalin, Gesch. S. 54. Gok, II. 62. v. Hefner, rom. 
B. 3. Aufl. N. CCCXIV. 



Pietenfeld. 
LG. Eichstadt. 

2591. TCASTl FIL 

. . . Titi Casti filius .... 
Auf einem Fragment in der hiesigen Kirchhofsmauer. 

v. Raiser, 0. D. K. II Abth. Forts. III. Abth. S. 47. v. Hefner, rcm 
B. 3. Aufl. N. CCCLXV. 



- 96 - 

P f u n z. 

Ldg. Eichstadt mit Ueberresten eines romischen Tempels und 
rom. Befestigungen. 

2592. SEDATO 

SACRVM 

COHiBRET 

EXYSL. 

V S C A IVL 

MAXIM 

DEC 

Sedato l ) sacrum. Cohors Bret(onum) 2 ) ex voto suscepto 
laeti ( lubentes ) votum salverunt euram agente 9 J Julio Maximo 
decurione. 

Auf eincr Steintafel 3' hoch, V 7" breit, 2' 4" dick, ohne 
Gesims und Verzierung, an den vier Nebenseiten 3V 2 " tief behauen 
und im Uebrigen rauh, woraus hervorgeht, dass dieses Denkmal 
in eine Wand gesetzt war, aus welcher dasselbe, so weit die Seiten 
abgeschliffen sind, hervorragte. Herr v. Raiser bemerkt: „der Stein 
habe sich in dem Tempel befunden, dessen Grundmauern noch jetzt 
zu sehen seien, und aus dem Worte sacrum ware zu schliessen, 
dass hier ein dem Gotte Sedatus geweihter Tempel gestanden habe, 
bis zur Zeit des 30jahrigen Kriegs sei dieser Tempel zu einer 
Capelle des h. Nicolaus eingerichtet und benutzt, damals aber zer- 
stort worden." Zur Unterlage einer Stiege in der hiesigen Schmiede 
benutzt, kam dieser Stein von da in den Besitz des Grafen Maximi- 
lian von Thurn und Taxis und nach dessen Tode in das Antiquarium 
zu Augsburg. 

v. Raiser, Drusomagus uod Sedatum, S. 35 mit einer Abbilduiig. Des- 
sen, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 17, s. Taf. E. Fig. 3. Leicht- 
len, I. 4. S. 53. Orelli, N. 4972. Mayer. Fundort. S. 44. de Wal, Mythal 
p. 176. Gok, II. 63. Seebode^s, krit. bibl. 1825. N. 46. S. 366. v. Sta- 
lin, Gesch. S. 83. v. Hefner, Denk. im oberb. Archiv. I. 189. Dessen, 
rom. B. N. CXI 

Anmerk. 1) C. a. v. Topische Gottheiten. 2) C. a.v. Cohortes. v. Rai- 
ser giebt im Drucke den Typus BUE, die Abbildung zeigt aber ein mit E 
ligirtes T, weshalb ich oben BRET gegeben. v. Hefner hat nach v. Raisers 
Druck BRE und liest: Bre(tonum) oder Bre(ucorum?). Ich iibergehe die ver- 
fehlten Lesungen Anderer z. B. Coh. I. brittanica, Coh. I. Brittonum u, s. w. 
3) Die obenstehenden Siglen C A kommcn zuweilen statt der mehr gebrauch- 
lichen CVR AG z. B. N. 2575 vor C. a. v. Jussu u. a. v. Gussa. Unter allen 
Herausgebern liest v. Hefner allein richtig curam agente. 



97 



Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg. 



Regensburg. 

Stadt an der Donau rail vielen romischen Alterthumern, zur 
Zeit der rom. Horrschaft, Garnisons- und VVaffenplatz , Ilandelsort 
und Hauptstadt einer dein Namen nach noch nicht bekannten Civi- 
tas. Diese bedeutende Stadt, nach welcher mehrere Strassen zogen, 
vvurde Reginum (Itin.) genannt. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 35 f. 

2593. IN. H. D. D. DEO. M 

CENSVALI. ?R0. S 
N. N. AVGG. IMPP. S 
ANTONINI. PART 
LISSIMI. CAES. N 
RESTiTVERVNT 
CVM. SIGNIS. 
TIS. VETVS 
IVL. VERAT 
NEG. D. D. CI 
COSS. V. ID. SE 

In honorem domus divinae deo Miercurio) l ) censuali, pro 
s(alute dominorum) nostrorum augustorum imperatorum S(eptimii 
Severiet) Antonini part(hici et Oetae nobijlissimi caesaris n(ostri). 
Resti tuerunt 2 ) (templum % )cum) signis A ) (et ornameix)tis vetus- 
(tate conlapsurn) Julius Verat(ius et . . . . ) negotiatores. 5 ) Dedi- 
caverunt Ci(lone et Libone) consulibus 6 ) die quinto ante idus sep- 
tembres. 

7 



- 98 - 

Auf einer fragmentarischen 2' 3" hohen, 2' 6" langen Piatte, 
welche zu Welsers Zeit bei Erbauung des Jesuiteneollegs gefun- 
den wurde. lm Jahre 1811 kam dieses Denkmal in das Antiqua- 
rium zu Miinchen, nachdem es zuvor anfangs im Jesuitencolleg, 
darauf im grafl. sternbergischen Garten und zuletzt zu St. Emmeran 
dahier aufbewahrt gewesen. Neben der Schrift die Abbildung eines 
Jtinglings mit Fiillhorn, unlen eines, Genius. 

Welser, ed. B. p. 369. Gruter, p. 54. N. 3. Schopflin, Abs. I, 
490. Falkenstein, S. 35. Paritius, p. 224. Gmeiner, S. 17. Muchar, 
I. 388. II. 271. Juland, 1830. S. 435. Bayer. BI. S. 238.^ v. Raiser ? 
0. D. K. II. Abth., Forts. III. Abth. S. 38. G u mpe Izh eime r," Gesch. I. 14. 
29. Zirngibl, S. 232. Wagner, S. 537. Werl ich , S. 94. BI a in vi II e, 
S. 329. Katancsich, J. A. I. 99. Gok, II. 50. v. Hefner, im 0. B. 
Archiv VI. 221. N. XXXI. Taf. II. Fig. 27. Dessen, r. B. 3. Aufl. N. IX. 

Anmerk. 1) In der zweiten Z. fehit nach dem durch S am Ende der- 
selben und die Anfangshuchstaben NN der drilten Z. vorhandenen Anzeichen 
folgende Textstelle S(ALVTE. DD) — sieben Buchstaben. Gerade so viel 
miissen dem Raume nach am Ende der ersten Zeile fehlen, und zwar folgende 
M(ERCURIO). Dieses und die Zubenennung censuali , dabei die Standeseigen- 
schaft eines oder eines jeden der beiden Stifter dieses Tempels, welche 
Negotiatores waren, sind die Beweismittel der Richtigkeit obiger Erkliirung, 
s. C. a. v. Mercurius. 2) Mit Restituerunt in dieser Fassung beginnt nach der 
Regel ein neuer Satz, eben so mit D. D. Dedicaverunt. s. C. a. v. Devotions- 
denkmale s. N. 1462. d. Werkes. V^rgl. N. 239 u. N. 2456, wo jenes Wort 
anders gestellt erscheint. 3j Dern Raume nach TEMPLVM, wie bei Anmerk. 1, 
nicht AEDEM. 4) v. Hefner giebt SIGNI , die Abbildung zeigt SIGNIS. 5) S. 
C. a. v. Negotiutor 6, 204 v. Chr. vergl. N. 185. Mehrere Herausgeber be- 
ziehen diese Inschrift unrichtig auf den K. M. Aurelius, seinen Mitkaiser L. Verus 
und deu Caesar Commodus. v. Hefner widerlegt dieses und zeigt klar die 
Nothwendigkeit zur Annahme vorstehender Lesung, wonach mit dem angege- 
benen Consulat die Gleichzeitigkeit der damals regierenden K. Severus und 
Caravalla und des Caesars Geta ubereinstimmt. 



- 99 



2594. IN. H. D. D. I. 0. M ARAM. ALTAM. 

P0SV1T. EXIVSSV. NVMINIS. IPSIVS. 

AVR. PERVINCIANVS. EQ. LEG. III 

ITAL. DD. VIII. KL. AVG T. SABINO 

ET. VENVSTO. COSS. 

In honorem domus divinae, Jovi optimo maximo aram altam 1 ) 
posuit ex jussu 2 ) numinis ipsius Aurelius Pervincianus } eques 
legionis 111 italicae. Dedicata die octavo ante halendas augusti 
Tito Sabino et Venusto consulibus 3 ). 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von hier, welches sich nach 
Aventin „in Schwablens Haus in der lleyd" befand. 

Aventin, Cod. 156 f. 142. - ed, 1567 f. 76. ed. 1583 f. g. Oefle, 
p. 744. Colestin, Ratisb. pol. p. 13. Bayerische Blatter. S. 227. 
v. Raiser, 0. D. K. If. Abth., Forts. III. Abth. S. 35. v. Hefner, Denkm. 
Regensb. S. 40. Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. XXI. Gock, II. 50. 

Anmerk. 1) C. a. v. Altiire. 2) C a. v. Ex visu. 3) 240 n. Chr. 



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— toi — 

( ln honorem domus divvnae saluti, moolumitati ei gl)oriat 
(imperatoris M. Awrelii Severi AIe)xandri auguati (dant dedi- 
cant fn qui infrascripti sunt) J. Fabius et Julius Julianus 

q(uaestor) onius , Julius Tetricus, Germanus Victor 

. . . . (Ju)liauus, Julius Quurtns, Germanus CandidiAus, . . . 

Victor, Julius Modestus, Vexjnantius Marcellinus , Julius 

Florinus, Aurelius Sevei us, et mili(tes) Julius Auyusta 

nus, Claudius Profuturus, M ; . . Aureliue Gratus, Fla- 

vius Martinus de(curio) . . . , Valentinus, Claudius Ursulus, . . . 
Julius, Aurelius Secundanus, Septimus Victor, Aurelius Evander 
Aur. Firmanus, Septiinus Victor, Aurel. Augustinus, Aurelius 
Quartinus, Aurel. Patrejus, Aurel. Silvinus, Julius Janus vetera 
nus , Aurel Patri(cius), Claudius Felicianus , Julius Julianus 
Titus Just(inus) Julius Julianus questor , Aurelius Marcellinus 
Aurel. Per(tinaxf) Julius Victor, Aurelius Severinus, Perpe(tnus) 
Jul. Victorinus, Aurelius Pasinnio, Perv(inius) . . . ccius . . 

Jucundus, Cas(sius) Aurel. Victorinus, Aurel .... 

Aurel. Victorinus, Aurel .... 

Auf dem BiTichstiicke einer weissen Marmorplatte \ bis 1 \ 
hoch und 2 bis 3' breit, gefunden 1798 auf der Strasse nach Wein- 
ling, einige Zeit auf dem Rathhause zu Regensburg, spater in dem 
Kreuzgang des Doms und jetzt in der Sammlung des histor. Vereins 
daselbst aufbewahrt. 

Gemeiner, Chronik. I. Vorrede IX. v. Hefner, rom. Denkm. S. 203. 
Dessen, Denkmale v. Regensburg. S. 2. Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. 
CXXVII. 

Anmerk. 1) C. a. v. Devotionsdenkmale II. 387 u. N. 1045, 2483. 
Eine andere Erganzung desAnfanges dieser Inschrift ware folgende: (In hono- 
rem d. d. incolumitati et victjorine (imperatoris etc. Von den Namen der 
Stifter dieses Denkmals sind auf dem Fragment ihrer 40 vollstandig enthalten. 
Im Verhaltniss seiner Grosse zu dem mit Punkten angegebenen fehlenden Theile 
desselben befanden sich auf ihm beilaufig noch 20 andere. Die Stifter, 
deren Namen das Fragment giebt, waren theils Municipes, unter welchen zwei 
Quastoren und ein Decurio vorkommen, theils Milites, bei welchen sich ein 
Veteran befindet. Bemerkenswerth ist hier das sechzehnmal vorkommende 
Nomengent. Aurelius. 



- 102 — 

2596. DVLCISSI 

ME. FLAVIE. FLORINE 
. ARCELLINVS. MARCIA 
NVS. SIGF. LEG. CONIVCI. 
INCOMPARABILI. F. C. 

( Diis Manibus et memorie ) dtdcissime Flavie Florine 
(M)arcellinus Marcidnus y signifer J ) legionis (111 italicae) conjugi 
incomparabili faciundum curavit. 

Auf einer Sleinplatle, gefunden i, J. 1714 unter der St. Georgs- 
capelle dahier, an einen Steinsarg, bei welchcm sich noch mehrere 
dergleichen befanden , gelehnt (s. Steiner, Samml. u. Erklar. alt- 
christlicher Inschriften S. 41 f.). Anfangs auf dem „Bruderfreit- 
hofe a , nachher s. 1811 im Antikensaal zu St. Emmeran aufbewahrt, 
wurde dieses Denkmal zuletzt in den Kreuzgang des Doms trans- 
ferirt. 

Zirngibl, S. 218. Inland, Jahrg. 1830. S. 436. Bayerische Blat- 
ter, S. 236. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Fortsetzung III. Ablh. S. 41. 
v. Hefner, Denkm. v. Rebensburg. S, 15. Dessen, rom, B. 3. Aufl. N. 
CCLXVI. 

Anmerk. 1) Die geflissentliche Auslassung der Zahl und des Epithets 
der Legion lasst auf eine localbekannte schliessen : sie ist keiae andere, als 
die oben erganzend genannte Legion, welche bekanntlich in Ratien lange Zeit 
lag. Die Abkiirzung SIGF verleitete den Herausgeber Zirngibl das F als ein 
I dem LEG beizugeben und primae legionis zu lesen. Da aber jene Abkurzung 
eine bekannte ist, ferner die Zahlen dem Worte legio niemals vorausgestellt 
erscheinen und endlich eine Legio prima in Ratien niemals lag, so kann nicht 
anders als oben steht, gelesen vverden. Yergl, N. 2601. 



Q597. D. M. 

CL. VRSA. VIX. 

1T. ANNOS II. DIES. X. GES 

ATIA. LVCIA. VIXIT. AN 

NOS. IIII. FECIT. CL. DO 

NATVS. EQ. LEG. III. ITAL. 

ET. PEDANIA. PROFVTVR 

A. PARENTES. VIVI. FILIA 

BVS. SVIS. MEMORIA 

FECERVNT. 



103 

DiisManibus. Claudia Ursa vixit annos TLdies X. Gesatia 
Lucia \) vixit annos IV. Fecit Claudius Donatus, eques legionis 
111, italicae et Pedania Profutura. Parentes vivi filiabus suis 
memoria(m) 2 ) fecerunt, 

Auf einer Steinplalte, gefunden 1808 im Garteri des Fabrikan- 
ten Neumtiller dahicr und seit 1818 im Antiquarium zu Miinchcn 
befindlioh. Ueber der Schrifl die Bilder der Eltern und ihrer verst. 
Kinder. 

v. Jlefner, 01). B. Arch. M. S. 232, K. XXV. Abbild. Taf. II. Fig. 26- 
Dessen, rom. Denkm. N. 208. Dessen, rom. Bayern. AuH. 3. N. CCXLVIII. 
Taf. II. Fig. 20. Stark, uber den Meiienst. v. VVilten. 

Anmerk. 1) Wegen des hier nachgesetzten Namens Lucia s. C. a. v. 
Namen. 2) Memoria in der Bedentung „Grabmal u , nach Beispielen bei Gruter, 
S. 27, 8. Marini Att. p. 513, Ovelli N. 4467, 4512 Lersch, Centralm. I. 42. 
Augustinus de civ. dei ed. Venet, I. XXII. p. 668. Fabretti, p. 144, 164. 



2598. ... GI. EIVS. VIVAE. ET. SEPTIMIO- ET 

PRISCIANO. FILIS. VIVIS. EX 

MENTI. EIVS. FACIENDVM 

D. FLORLWS. FRATER. TVTOR. L I 
DONATVS. OPTIO. LEG. III. ITAL. GENER. 

. . . (conju)gi ejus vivae et Septimio et Prisciano filiis vivis. 
Ex (formula testa) menti x ) ejus faciendum (curaverunt) Decimus 
Florianus frater (et) tutor 2 ) et Lucius 3 ) Donatus, optio legionis 
111 italiae, gener. 

Auf dem Fragmente einer Sandsteinplatle , vormals um 1729 
am Thurme des Petersthores eingemauert, von wo es in den grafl. 
sternbergischen Garlen , darauf nach St. Emmcran und zuletzt in 
den Kreuzgang des alten Domes gebracht worden. Bei der Schrift 
die Abbildung einer Frau, welche in der Rechlen einen Korb, in 
der Linken einen Schleicr, womit sie bedeckt ist, halt. 

Zirngibl, S. 239. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. 
S. 41. Bayerische Bl. 1832. 8. 239, 230. Inland ; 1830. S. 108 und 
109. Paricius, Nachrichten. S. 225. Colestin, Ratisb pol. p. 132. 
v. Hefner, rom. Denkm. v. Kegensb. S. 25. Dessen, rom. B. 3. Aufl. 
N. CCXLV. 



— 104 - 

Anmerk. 1) Ex (formula testajmenti nach Analogie der Insch. N. 432. 
Nach der Regel sonst : ex testamento, testamenti formula, testamento s. C. a. v. 
Grabinschriften (heidnische). 2) Ein Fall , wonach der ohne Zweifel altere 
grossjahrige Bruder tutor seiner zwei minderjahrigcn Briider gewesen ist, und 
zwar, wie es scheint , ex testamenlo patris. 3) Die nach TYTOR folgenden 
Sbhriftzeichen sind Ueberreste von ET. L, Andere lesen: loeum institiut Donatus. 
Dieses ist unrichtig, theils wegen des auf Inschriften nirgends also vorkommen- 
den Ausdrucks, theils weil zu dem Namen Donatus die Voranstellung eines 
Praenomen gehort. Die Stelle faciendum (curavevunt) driickt die Besorgung 
des Auftrags und was dazu gehort, vollstandig aus und macht jeden Zusatz 
uberflussig. 



2599. PERPETVE. SECVRITATI. FL. 

MARCELLINVS. MIL. LEG. III. 1TAL. 
ST. XXIII. VIXIT. AN. XLV. IVL. 
VRSA. CONIVGI. INCOMPARABILI 
F. C. 

(Diis Manibus et) perpetue securitati. Flavius Marcellinus, 
miles legionis III italicae^ stipendiorum T ) XXII 1 , vixit annos 
XL V. Julia Ursa conjugi in comparabili 2 ) faciundum ouravit. 

Auf einom nicht mehr vorhandenon Sarkophage, welcher im J. 
1678 innerhalb des Domkreuzganges ausgegraben wurde. Zu bei- 
den Seiten der Schrift ein Genius als Halter ues lnschritlschildes. 
lm Sarge befanden sich Ueberreste menschlicher Gebeine. 

Zirngibl, S. 244. Taf. V. Gok, II. 51. Buchner, Doc. S. 42. 
v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth S 39. v. Hefner, rom. 
Denkm. v. Regensburg. S. 46. Dessen, rom. B. 3. Aufl. N, CLXXV. 

Anmerk. 1) Einige Herausgeber unrichlig STA niit der Lesung stationis 
XXIII. 2) Die bisherige Textmittheilung nach einer Abschrift des Grafen Al- 
bert Ernst v. Wartenberg war bei allen Herausgebern folgende : 

St. XXIII. VIXIT AJV. XLV. IVL 
VRSA. CONIVX. INCOMPARABILIS 
F. C. 

Aus Achtung vor dieser fiir richtig gehaltene Copie suchte man sich durch 
folgende Lesung zu helfen: Fl. Marcellinus, miles leg. III. itul. stipendiorum 
XXIII, \ixit annos XLV ; conjux incomparabilis (hic situs est) Julia Ursa faciun- 
dum curavit, wodurch die Textworte aus ihrer Reihefolge rnit der Nothwendig- 
keit dahei noch Worte suppliren zu miissen, gcbracht wurden. Nach der Ana- 
logie vieler ahnlichen Inschriften der hiesigen Stadt nnd Gegcnd und insbe- 



- 105 - 

sondere nvcicr von hier, N. 2596 urid 261 J dereo Fassung theilweifC mit der 
obigen fast gleicfa ist, bednrf es jenei Verfahrens gar nicht, sondcrn blos ciner 
nach dieser Voraussclzung von mir ohcn vorgeschlagene Verbesserung der BBCfa 
meiner Ueberzeugung unrichtigen Ahschrift COiMVX INCOVIPARABILIS. 



2600. D. M. 

SEP. IMPETRATO. VET. LEG. III. ITAL. 
M. H. M. EXTB C VI AN. LIII. ET VIVIS. 
TEREN. VlTALl. FRAT. ET MAIIOR. MAl 
IOR1NO. NEP. EIVS. TEREN. PERVINIA 
CONl. ET SEP. 1MPETRATA FILIA 
F. C. 




Diis Manibus. Septimo lmpetrato, veteraro legionis 111 italieae 
misso honesta missione, extubicine ') cohortis VI, annorum Llll 
et vivis Terentio Vitali fratri et Majjori Majjorino 2 ) nepoti ejus 
Pervinia conjux et Septimia lmpetrata filia faciundum curaverunt. 
Testamento leum sibi ordinavit. 3 ) 

Auf einer Sandsteintafel , gefunden 1822 bei Niederreissung 
des Thurmes atn St. Klarakloster und gegenwartig bruchstticklieh 
(der mittlere Theil fehlt) im Kreuzgang des alten Doms eingemauert. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CLXXIV. Dessen, r. B. Vhm. 
S. 20J. Dessen, Vhm. Regensburg. S. 12. 

Anmerk. 1) S. N. 2627 wo dieser Impetratus noch einmal vorkommt. 
Die Lesung extribuno entspricht nicht obigerNota, denn fiir das Wort tribunus 
geben die Inschriften die Abkiirzungen TR. oder TRIB z. B. N. 26, 39, 370, 
604, 2194, 2186, 2237, 2346, u. a. 2) MAIIOR , s. C. a. v. Sprachliches II. 
410. 3) C. v. Siglae II. 407. 



— 106 - 

2601. D. M 

FI. AMABIL. POLLIOM. LEG. 

III. V. AN. XL. FL. AMANDO. Fl. 

V. AN. 1111. ET. FL. COSTANTl 

VIVO. FL. MATERNINA 

CONIVX. F. C 

0. S. T. L. 

Diis Manibus, Flavio Amabili Pollioni legionis 111 l ), vixit 
annos XL, Flavio Amando filio , vixit annos IV et Flavio Con- 
stanti 2 ) vivo } Flavia Maternina conjux faciundum curavit. Ossi- 
bus sit tuis terra levis 3 ). 

Gefunden 1806 auf den Emmeranspraiten dahier, und seit 1826 
im Antiquarium zu Munchen befmdlich. Ueber der Schrift die 
Brustbilder der im Text genannten vier Personen und zwei unter- 
tauchende Delphine. 

v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 283. Dessen, Denkm. Regensb. S. 66. 
Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. CLXXIII. 

Anmerk. 1) Das Epithet der Legion (italicae) Eigenschaft und Zeit des 
Dienstes (militi? signifero ? stipendia) sind hier nicht angegeben. Bei der zu- 
weilen vorkommenden Hinweglassung der Diensteseigenschaft ist nach C. a. v. 
Miles legionis U. Theil S. 400 und Forts. im IV. Theil iniles zu verstehen, bei 
berittenen Corps eques, Die ebenfalls seltene Auslassung des Epithets beruht, 
wie zu N. 2596 bemerkt wurde, hier auf dem damaligen Bekanntsein im Pub- 
likum dieser Gegend, dass in Ratien die dritte italische Legion standig liege. 

2) COSTANTI s. C. a. v. Sprachliches — Syncope II. 404. 

3) s. C. a. v. Grabinschriften. Obige Formel kann sieh nur auf einen Ver- 
storbenen beziehen. Es sind aber deren zwei. Hierzu warc die Formel S. V. 
T. L sit vobis terra levis s. N. 1421 geeignet gewesen, oder bei obiger For- 
mel hatte 0. S V. T. L ossibus sit vestris terra levis (opto sit vobis terra levis) 
wie bei N. 1871 , geschrieben werdcn miisse. Indess kann diese Schreibung 
auch richtig sein, wenn man in Bezug auf die Fl. Maternina so liesst: Ordina- 
vit sibi testamento tumuli locum, mit doppelt anzeigendem T. 



— 107 — 

2602. IOVET. 

RXSIGNIF. LEG. III. IT. M. II. M 
IVL. IANVARIAE. VXORI. ET IV 

VENIS. 1AN 0. VICTORI. 

VICTORIAE. FILIS. VIVOS 

VIVIS. ET. OBITIS. PLACIDO PHL 

IVVENI ET CIVILI STATl R 

(Diis Manibus. Juvenius Quint)io, x ) veteranus exsignifer 
legionis III italicac , missus honesta missione Juliae Januariae 
uxori et Juveniis : JanQuari)o, Victori , Victoriae Jiliis vivos vivis 
et obitis: Placido, Phil(eo), 2 ) Juveni et Oivili, stat(ori.) j>r(ae- 
fecti 3 ) faciundum curavit) t Steiner. 

. . . io, veterano , exsignifero legionis III italicae, misso 
honesta missione, Juliae Januariae uxori et Juvenis , Januario, 
Victori et Victorinae filiis vivos vivis et obitis Placido, posito hoe 
loco, Juveni et Civili, stationario romano. v. Hefner. 

Auf einer 1812 beim Abbruche des Thurms am St. Clara- 
kloster gefundenen Steinplatte, welche von da in dcn Kreuzgang 
des Doms gebracht vvurde. 

Das Inland, 1830. N. 108 u. 109. S. 436. v. Raiser, 0. D. K. II. 
Abth. Forls. 111. Abth. S. 41. Ba y erische Blatter, 1832. 29 St. S. 229. 
Gok, II. 51. v. Hefner, rom. Denkm. S. 22. Dessen, rom. Bay. Aufl. 3. 
N. CLXXII. 

Anmerk. 1) Da diese Inschrift mit dem Namen des Stifters im Nom. an- 
fangt, weil die nachstehenden Namen alle im Dntiv stehen, wic z. B. N. 1934, 
1948, 1966, 1993, 2612, so schlage ich obige Les.ung vor. Wollte man an- 
nehmen, dass der Wortrest 10 der ersten Zeile nicht, wie oben gelesen, auf 
einen Namen mit der Nominativendigung 10 deute, sondern als Dativendigung 
auf einen andern mit der Endigung us, dass also vor diesem noch ein anderer 
und zwar der des Stifters mit der Nominativendigung gestanden habe, so wiirde 
hiergegen nichts zu erinnern sein , wenn dem Worte uxori beziehungsweise 
auf derenMaun: ejus beigefiigt worden vviire, wie es in solchem Falle die Re- 
gel fordert und auf hiernach richtig abgefassten Inschriften oft vorkommt. 

2) PHL Ueberrest eines mit Phil unlautenden Namens. 

3) v. Hefner halt ebenfalls STATI R fiir den Ueberrest vom STAT. PR. 
und liesst: stationario praefecti (s. die Note das.). Da aber bei Gruter p. 1031. 
N. 3. die Stelle STATORI PR. vorkommt ( abgekurzt noch einmal daselbst 
p. 546. N. 8. STAT. PR.) so schlage ich obige Lesung vor, s. C. a. v. Stator. 
und N. 2501. 



- 108 — 

2603. D. M. 

ET. PERPETVAE SECVRITATI 

1VLIO. AELIANO. LIBR. 

LEG. III. ITAL. QVI. VIX. A. 

XLV. GENERO ET IVL. 

V. DIDIO. BF. PRA . . . 

STR. QVI VIX. A . . . 

Diis Manibus et 'peryetuae securitati. Julio Aeliano, librario *) 
legionis III italicae, qui vixit annos XL V } genero, et Jul(iano) a ) 
Didio, beneficiario pra(ejecti) , stratori, s ) qui vixit annos .... 

Auf einer fragmentischen Platte, gefunden 1809 an der Mauer 
bei dem Kloster St. Clara dahier, kam 1811 in den Antikensaal, 
und ist jetzt im Krenzgang des alten Doms eingemauert. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CLXVII. Dessen, r. B. Dkm. 
S. 198. Dessen, Denkm. v. Regensburg. S. 29. Inland, 1830. N. 108 
u. 109. S. 436. B. Blatter, St. 29. S. 230. 13. v. Raiser, 0. D. K. 
11. Abth. Forts. 111, Abth. S. 41. 

Anmerk. 1) S. C, a. v. Librarius 

2) Das Zeile 6 vorn stehende V, welches Andere Valerio lesen , srheint, 
als Ueberrest von N, zu IYL der vorhergehenden Zeile zu gehbren , wonach 
obige Erganzung vorgeschlagen wird. 

3) C. a. v. Strator. 



2604. D. M 

IVL. PRIMITIVO. 

VETERANO. VI 

XIT. A. LX. MEMO 

R. EIIVS TITVL. E 

NIA. IVSTINA. C 

ONIVNX C. F 

Diis Manibus. Julio Primitivo veterano. Vixit annos LX *) 
Memoriae ejius a ) titulum Ennia 3 ) Justina conjux curavit faci- 
endum. 

Auf eincm gegenwartig am Steinvvege im Hause N. 238 zu 
Passau eingcmauerttn Grabstein (Marmorplatte) welcher nach Avcn- 



— 109 - 

tin zu St. Jucob in der Sehule zu Regensburg befindlich vvar und 
nach Paricius im Jalir 1753 nicht mehr unter den hiesigen Denk- 
malern angefuhrt vvird. Schnegraf beweist im „Courier an der 
Donau" d. d. 7. April 1821 , dass dasselbe von Regensburg nach 
Passau transferirt vvorden sei. 

Aventin, 1556 f. 156. e. 1580. Forts. f. 162. 6. e. 1580. bs f. 1862. 
b. e. 1622. p 324. Colestin. Ratisp. p S. 132. v. Raiser, 0. D K. 
II. Ablh. Forts. S. 42, 19 13. Bliitter, 1832. St. 29. S. 230, 19. Neub. 
Coll. Bl. 1835. S. 46. Biichner, Dr. S. 43, 15. Rudhart, Verg 
Passau Gel. A n z. 1847 N. 218, S. 715. v. Hefner, r. b. Denkm. S. 
175. Dessen, Denkm. Regensb. S. 68. Dessen, rom. Bayern. Aufl. 3. 
N. CCXlll. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Grabdenkmale. Forts. 4. Theil. 

2) S. C. a. v. Sprachliches — Verdoppelungen. 11. 410. 

3) S. C. a. v. Sprachliches — Abkurzungcn. II. 406. 



2605. D. M. 

. . IAE. PLAVTINO 

Diis Manibus (et memor)iae. Plautino, 

Auf einem Fragment im Kreuzgange , des alten Domes dahier. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl, 3. S. CCCLl. Dessen, Denkm. v. 
Regensburg. S. 39. 



2606. D. M. 

Auf einem Sargdeckel von Sandstein gefunden 1811 im alten 
Dome und im Kreuzgange desselben aufgestellt. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCCLXX. Dessen, r. B. Denkm. 
S. 189. Dessen, Denkm. Regensb. S. 46. Fig. V. 



- 110 — 

2607. IANV 

F ET CONl 

KARISSIMAE 
V. A. XXI. P C CL 
IVSTVS. CONIVX 

(Diis Manibus) Januiariae .....*) conjugi karissimae. 
Vixit annos XXI, Ponendum curavit Claudius Justus conjux. 

Auf einem nicht vorhandenen Denkmale, welches sich nach 
Aventin im Kloster Niedermiinster befand und die Brustbilder eines 
Mannes und einer Frau zeigte. Einige Ausgaben Aventins ver- 
binden diese Inschrift unrichtig mit der nachfolgenden N. 2008. 

Aventin, cod. 1560. f. 141. 1567. f. 76. 1574. f. 57. Dessen, edit. 
1554. p. 115. 1566. p. 155. 1580. p. 73. 1615. p. C7, 1622. p. 323- 
Apian, p. 446. Gruter, p. 770. 8. Gewold, del. p. 494. Paricius, 
S. 222. Colestin, Ratisk. S. 131. Buchner, Doc. S. 44. bayer. Bl. S. 
229. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. S. 40. v. Hefner, 
Denkm. Regensburg. S. 48. Dessen, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCCXXXVII. 

Anmerk. 1) Die StelleF. ET scheint eine unrichtige Copie zu sein uud nach 

diesen Typen gelesen ( Januarii filiae et . . . ) ganz andere Vor- 

aussetzungen (Raum fiir den Namen der Frau und eine Abbildung auf dem 
Steine fiir eine dritte Person) zu fordern. Ich vermuthe daher, dass hier blos 
der zweite Name der Gattin des Cl, Justus gestanden hat und das Denkmal 
nur ihr allein gewidmet war. 



2608. 

SIG. PRO. S. A. S 

V. S. L. L. M 

ALBINO ET AEMILIANO COS 

. • . . signum pro se ac suis votum solvens lubens merito 
Albino et Aemiliano cossuibus '). 

Auf einem nicht mehr vorhandenen Bruchstiick, welches sich 
vormals in der Wohnung des Stadtkammerers Glotzl befand. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCCXI. Dessen, Denkm. Re- 
gensburg. N. 49. Aventin, cod. 1560. f. 142. cod. 1567. f. 76. cod. 
1574. f. 57. ed. 1554. p. 113. ed. 1566. f. 158. ed. 1586. 1345. p. 73. 
ed. 1580. Forts. f. 162. ed. 1615. p. 57. ed. 1622. p. 323. ed. 1627. 
p. 57. ed. 1810. p. 83. Gewold, del. p. 194. Lazius, Comm. ed. 1598. 



- 111 - 

p. 679. Paricius, allern. Nachr. S. 222. Colestin, Ratisb. pol. S. 131. 
Oefelo, II. 744. V. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Fortsel/.. S. 40. N. 65. 
Buchuer, Doc. S. 41. Katancsieli, J. I. S. 117. N. XXXII. Gruter, 
115. 9. 

Anmerk. 1) 206 n. Chr. 



2609. ARCELLI 

VIXIT. ANN. 
MES. XI. DI 
AS. VI. 
CVNDl 
INO 
FECIT 

[Diis Manibus M)arcelli{ni } qui vixit anno{s . . . menses 4 ) 
XI, dies Se)cundi(nus . . . filid) inno(centissimo) fecit. 

Auf etner Sloinplalte hier gefunden und im Kreuzgang des 
alten Doines aufbevvahrt. 

v. Hefner, rom. Bayern. Anfl. 3. N. CCCXXXVI. Dessen, Denkm. 
Regensburg. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Sprachliches. Syncope II. 404. 



2610. AN STIP. XVI. VI 

XIT. AN. XXXV. IVL 
LVCILIANVS . . 
TRI. KARISSIM . . 

. . . . an . . . stipendiorum XVI. Vixit annos XXXV. 
Julius Lucilianus (^fr)atri harissimo l ) {fecit). 

Auf einer Steinplatte, welche itn Jahr 1839 auf dem Felde des 
Baumeisters Herbst gefunden wurde und in der Sammlung des 
historischen Vereins dahier befindlich ist. 

Verhandl. des V. f. Oberpfalz. IV. 528. v. Hefner, rom. Deukm. v. 
Regensburg. S. 37. Dessen, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCCXXXV. 
Amnerk. 1) v. Hefner: RARISSLMO. 



— 112 — 

2611. IN. B. M. 

SARM. ANNINE. 
QVIESCENTI. IN. PACE. 
MAR. TRIBVS. SOCIATAE 

In beatam memoriam. Sarm(iniae) Annine quiescenti in pace, 
maritis tribus sociatae. 

Auf einer fragmentarischen Steinplatte, gefunden 1839 auf dem 
zwischen der Kumpfmiihle und dem Jacobsthor gelegenen Felde des 
Baumeisters Herbst und in der Sammlung des hist. Vereins f. d. 
Oberpfalz befindlich. 

Zwischen IN und B. M. Zeile 1 das Christusmonogramm und 
die gr. Buchst. A Q. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. S. CCCL. Dessen, Denkm. Regens- 
burgs. S. 36. Verhandl. des V. f. d. Oberpf. Bd. V. S. 24. 

Anmerk. 1) Der Name Sarminius bei Murat. II, 834, 3. 



2612. D. M. 

SILVINVS. STAT. 

FLAVIE. LEPID. 

INE. ET. SILVINE. 

FILIE. ET. SVLPICIE 

SECVNDINE. CON 

IUGI. ET AE. 

Diis Manibus. Silvinus Stat(jus) Flavie Lepidine et Silvine 
filie et Suljricie Secundine conjugi et . . . . ae. 

Auf einer Sandsteinplalte , gefunden beim Abbruch des nachst 
dem St. Clarakloster gestandenen Thurmes und jetzt im Kreuzgange 
des alten Doms eingemauert. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCLXVN. l)essen,r. b. Denkm. 
S. 186. Dessen, Denkm. Regensburgs. S. 21. Inland, 1830. N 109. 
S. 436. Bayer. Bl. S. 230 16. v. Raiser, Abdkr. II. Abth. Forts. S 41. 
15 a. 

Anmerk. 1) Ueber den Ursprung der hier durchgangig beobachteten 
Dativendigung anf e. s. C. a. v. Sprachliches. 

2) Das F bei FLAVIE ist wie ein K gebildet. s. C. a. v. Sprachliehes. 



- 118 - 

2613. I). M. 

FL. CONCESSE. 

VIX. Ai\. XXX. SEPVLCR 

FECIT. AVR. 

STATIANUS. 

C. A. CONIVGl. 

KARISSIMAE. 

Diis Manibus Flariae Concesse. Vixit annos XXX. Sepu- 
leram fecit l ) Aurelius Statianus, c(ivis) a(ugustainis) *) conjugi 
h-arissimae. 

Gefunden 1809 bei Abtragung des Pelersthors dahier , in einer 
Seitenwolbung desselben, kam von da nach St. Emmeran und hie- 
rauf in das Antiquarium zu Miinchen. Unter der Schrift eine Ascia 
und eine Setzwaage Auf der rechten Seite ein Blumenkorb, auf 
der linken ein naktes Weib mit ausgebreiteten Armen. 

v. Hefner, im oberb. Archiv VI. S. 224. Dessen, rom. Denkm. Re- 
gensb. S. 57. Dessen, rom. Bay. 3. Aufl. N. CCLX. 

Anmerk. 1) Fecit bedeutet, wie fieri jussit im Allgemeinen nur die An- 
ordnung zur Errichtung, nicht die Fertigung des Denkmals mit eigener Hand, 
wie einige Herausgeber hinsichtlich der letzteren Bedeutung annehmen wollen. 
Zum Belege der andern Ansicht zu vergleichen N. 1931, 1934, 1946, 1948, 
1949, 1954, 1957, 1966, 1997, 2006, 2) oder civitatis architectus? wegen 
der auf dem Steine befindlichen Setzwaage. Die dabei stehende Ascia be- 
deutet die bekannte Bestattung sub ascia s. C. a. v. Ascia. Ob custos armorum 
zu lesen? 3) Zu bemerken der Wechsel der Genitivendigungen Concesse und 
karissimae C. a. v. Sprachliches. 



2614. 

D. ET. PERPETVAE. SECVRIATI. ET. MEMORIAE. DVLCISSIMAE. 

AVRELIAE. M. 
AVR. FILIAE. P. AEL. IVVIANVS. CONIVGl. INCOMPARABILI. 

Diis Manibus *) et perpetuae securitati et memoriae dulcissi- 
vnae Aureliae, Aurelii filiae, Publius Aelius Juvianus 2 ) conjugi 
incomparabili. 

Auf dem Deckel eines Sandsteinsarges schon zu Aventins be- 
kannt, vormals zu St. Emeran und jetzt im Kreuzgange des alten 

8 



— 114 — 

Doms befindlich. Viele Abschriften sind unrichtig. die deutliche 
Inschrift gebe ich nach v. Uefner. welcher die Fehler der Abschrif- 

ten in s. Denkmalen v. Regensburgr S. 7 anfiihrt. 

Aventin. ed. 1554 p. 113. ed. 15661. 155. ed. 1580 p. 73. ed. 1 
v. Fkft. f. 162. ed. 1615 p. 57. Apian, p. 145. hewold. p„ 193. 
Schedius, ed. 1728. p. 669. Gruter, 671. Hr. 12. Bader. II. 169. 
Katancsich. I. 107. >. LXUI. Ertl. Alt. S. 222. Paricius. Xachr. S. 
222. Colestin. Ratisb. pol. S. 130. Dessea, Ratisb. monrast. S. 222. 
Yerhandlungen des Regenkr.. I. 160. Inland. 1830. ffr. 108, 109. 
S. 438. Gumpelxheimcr, S. 179. v. Raiser, 0. D. h.. Forts. S. 39. 
Bayer. Bl. St. 29. S. 228. Orelli, 4148. Reinesiu>. 12. p. 14. Gok. 
II- 51. v. llefner, r. b. Denkm. S. 187. I af. I. Dcs.-en. rom. Ba\ern. 
Aufl. 3. H. CCLXI. 

Anmerk. \\ Die Siglen D VI stehen <'im Anfangr nad tnde der er>ten 
Zeile vertheilt. vergl. V 1825 d. \\ erke.v 2 lu\ianus. nicht Julianus vvie 
Orelli vorschlagt , auch nicht Jo\ianus: diese- deutlicb geschrieb^nr .Jii\unu- 
gehcirt der lwgua rustica hh und ist gleichbedeatead mit Jo\ianu-. 



2615. 

D. ET. PERPETVAE SECVRITATI. IVL. M. 

VRSAE. CONI. PIENT. VIX. AN. XLI. PRO MER1TI& 

PEMINAE REVERENTISSIMAE. ET. FILIIS. FILIAB 

OBITIS. ET. 1VL. NONNAE. MATRI. PffiNT. VIX AN 

LXXX ET. IVL. VICTORINAE. SOCR. VIX. AN LXXX 

ITEM. VIVI& AVR. FILIAE. AVR. MILITARI. FIL 

ET. AMICIS. QVORVM. IMAGINES. LATERIB. 

SCALPTAE. SVNT. ET POST DORITVM EO 

R. OSSA. REC. IX EO. SEPVLCIIR. PERMISIT. 

M. AVR. MILIT. 0. M. IL M. EXEQLEG. III ITAL V. F. C. 

Diis Manibus l ) et perpetuae securitati. Jidiae Ursae, con- 
jugi pientisstmae, vixti annos \L1 . pro meritis feminae reveren- 
tissimae et filiis 7 JUiabus obitis^) et Juliae Nonnae, mo.tri pit 
simae, mxti annos LXXX etJuliae Victorinae socrui, vixit o. 
LXXX, item vivis Aurelioe filio.e, Aurelio Militori filio et am 
quorum imagines lateribus scalptae sunt, 4 j et post hobitwm 5 i a 
ossa reeondt in eo $e/>vlchro permisit, Marcus Aurelius Militaris, 



115' - 

o(/)ffo,) missus honesta missione } exequite legionis 111 italicae 
vivus b ) faciundum curavit. 

Auf einer Kalksteinplatte, deren Leisteneinfassung roth bemalt 
isl (die Flache wie es scheint, griin oder gelb) schon Aven- 
tin bekannt und 1810 beim Abbruch des schwarzen Thunns an der 
steinerncn Briicke herausgenonuien. Von da kam der Stein in den 
Baustadel, hierauf nach St, Emmeran und 1816 in das k. Antiqua- 
rium zu Miinchen. 

Aventin, God. 1560 f. 138. 6. Cod. 1567 f. 746. Cod. 1574 f. 56. 6. 
Cod. 1583 f. 8. ed. 1551. p. Il2. ed. 1566. p. 154. 6. ed. 1580. Bos. f. 
73. ed 1580. Fkft. p. 161. 6. ed. 1615. f. 57. ed. 1622. f. 322. ed. 1627. 
f. 57. ed. 1710. 6. 83. Apian, p. 444. Luz, Com. ed. 1598. 539. Gm- 
ter, p. 527. 2. Paricius, Naehr. S. 217. Oefele, II. 743. Crusua, p. 
59. Katancsich, S. A. I. 101. i\. XX. Colestin, RaLsl). pol. S. 128. 
liewold, Nr. 195. v. Raiser, 0. I). !(., Korts. S. 44. 8. Z ir ng i bl, 225. 
Taf. 1. CJok, II. 50. 3. v.Hefner, Denkmal. v. Regensh. S. 61. Dessen, 
Denkm. im oberb. Archiv. VI. S. 227. Dessen, rom. Bayern. Aufl. 3- N. 
CCLIX. 

Anmerk. 1) Wir ubergehen die vielen Unrichtigkeiten der Editionen 
Aventins, Apians, Zirngibls und Anderer und halten uns an die neue , auf eine 
selir correkte Zeichnung gegriindete Edition v. Hefners, bei welchem die 
(muhevoll gesammelten) Unriehtigkeiten und Varianten zu sehen sind. 

2) Die Siglen D M stehen nach emcm auf Grabschnften der Frovinzen 
Germ. II. und Belgiae I. haufig vorkommenden Gebrauche hier am Anfange 
und Ende der ersten Zeile vertheiltt. 

3) Wir bemerken das seltener vorkommende Wort obitis st. mortuus s. C. 
a. v. Grabinschrift. 

4) Die Portratbiisten , welche an den Seiten als Hautrelifs angebracht 
waren und nun fehlen. 

5) S. C. a. v. Sprachliches. 

6) S. C. a. v. Grabinschriften. 

7) S. C. a. v. Exequite. 

8) Vivus fecit. S. C. a. v. Grabinschriften und a. v. Sprachliches — Emphasis. 



8* 



- 116 — 

2616. D M 

ET. PERPETVAE. SECVR. DEC. TI 

TANO. VIXIT AN XV 

IVL. POTITVS. FILIO. I 

MIGRITELVS. ET. FL. IANVARIA 

MATER. ET. IVL. VENVLANTA. 

VIVI. FE 

Diis Manibus et perpetuae securitati. Decimo Titano (qui) 
vixit annos XV. Julius Potitus filio , Julius Migritelus ! ) et 
Flavia Januaria mater et Julia Venulanta vivi fecerunt. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal, welches sich nach Aventin 
im passauer Garten befand; die Abschrift ist, wie von Hefner 
richtig bemerkt, theilweise verfehlt. 

Aventin, eod. 1560. f. 143. 1567. f. 77. 1574. f. 58. cd. 1554. p. 
113. ed. 1566. f. 155. ed. 1580. p. 73, ferner die Ed. von 1615. p. 57 v. 
1622. p. 324. v. 1627. p. 27. v. 1710. p. 670. Colestin, Ratisp. pol. p. 
131. Katancsich, I. p. 108. Dielhelm, S. 221. Ertl, Atl. S. 212. 
Buchner, Doc. S. 42. Bayerische Bl. S. 230. v. Raiser, 0. D. K. 
II. Abth. Forts. III. Abth. S. 45. Dcssen, rorn. B. Aufl. 3. N. CCXLIII. 

Anmerk. 1) Statt dieses, bis jetzt unbekannten Namens diirfte mit Be« 
zug auf filio und den Namen der Mutter, ein andercs Wort hier gestanden 
haben und etwa so zu lesen sein: Julius Potitus filio carissimo et Flavia Janua- 
ria mater etc. 



2617. D. M. 

MEMORIE FL 

AVI VIX. M. VIII 

INGENVINl. FILIO. 

Diis Manibus (ef) memoriae Flavi(i) *) qui vixit menses VIII 
Ingenuini filio. 

Auf einer Marmorplatte, gefunden 1832 auf einem Acker des 
Oeconomcn Ziegler dahier, und in die Sammlung des hist. Vereins 
f. d. Oberpfalz befindlich. Auf der vorderen Seite iiber der Schrifl 
die Reliefbilder eines Knaben und eines Madchens (Kinderbrust- 
bilder). Die Zeilen der Schrift sind oben und unten mit Linien 



- m - 

begranzt, Darauf folgen zwei leere Zwischenrftume ebenfalli in 
Linien, vrohin der Name umi das Alter des Madehens geschrieben 
werden sollte, (welehes aus dem Bildnisse zu schliessen) aber nus 
unbekanntem Grunde unterlassen wurde. Auf der Ruckseite des 
Denkmals die Brusibilder dor EJlem. Wahrscheinlich kam der 
Stein, weil er uiclil nach Wunsch und Auftrag dcs Bcstellers 
gefertigt vvurde , gar niehl iu Gebrauch uud blieb in dcr Werk- 
slattc des Steinmetzen zuriick. 

v. Ilefner, r. B. Autl. 3. N. CCXLIX. Dessen, Denkm. v. Hegens- 
burg. S. 34. Verhandl. 1. d. Kegenkreis, II. S. 119 — 121. Taf. I 
und 2. 

Aninerk. 1) Der Stein isl hier beschadigt. Die Textstelle kann sein: 
FLAVIQ oder FLAVIO, oder FL. AVI, Es konnen vor AVI Buchstaben ge- 
standen haben und verwittert sein. 



2618. D. M. 

CLEMENTIA 

NVS CLEMEN 

TIS VIXIT AN 

NOS XXVIII 

MACRINVS 

FRATRI BENE 

MERITO 

Diis Manibus. Clementianus, Clementis^ vixit annos XXV III. 
Macrinus fratri benemerito. 

Auf einer Steinplatte, gefunden in einer Kiesgrube an der 
Hauptstrasse von Regensburg nach St. Niclas und im alten Dome 
dahier aufgestellt. 

v. Hefner, riim. B. 3. Aufl. N. CCLII. Dessen, k. b. Denkm. S. 185. 
Dessen, Denkm. Regensburgs. S. 11. v. Raiser, 0. D. K. Forls. III. Ab. 
S. 41. Inland, 1820. N. 108, 109. S. 436. Bayer. B I. 1832. N. 29. 
S. 230, 17. 

Anmerk. Wohl servus (nicht filius) weil kein Pranomen dasteht, so wie 
wegen der Form anus nach bekanntem Gebrauche (s. c. a. v. Namen) bei 
Sclavennamen iiblich. 



— 118 — 
2619. 

D. M. 

ET. MEMORIE 

MISERRIMORVM. 

VINDELICIS. 

ERMOGENIANO. 

ET. VICTORIN 

ET. AVREL. FIL 

VINDEL. SVRINVS. 

INFELIX. PATER. 

F. C. 



Diis Manibus et memorie miserrimorum. Vindelicis Ermo- 
geniano et Victorino et Aurelio filiis, Vindelicus l ) Surinus, infelix 
pater faciundum curavit. 

Auf einer in der Mitte gespaltenen Steinplatte. ehemals in der 
alten Capelle aussen an der Kirche, seit 181 1 zu St. Emmeran und 
gegenwartig im Kreuzgang des alten Doins befindlich. 

Aventin, im Codex v. 1566. f. 139. v. 1567. f. 57. v. 1583. f. 4. in 
den Edit. v. 1554. p. 113. v. 1566. p. 154. v. 1580. p. 73. v. 1622. p. 322. 
v. 1716. p. 83. Apian, p. 445. Welser, ed. 1590. f. 30. ed. 1594. f.263. 
Werlich, S. 78. Oefele, Ii. 722. Crusius, p. 60. Paricius, Nachr. 
S. 219. Gewold, p. 193. Ertl, ate. S. 212. Dielhelm, S, 221. 
Zschokke, b. Gesch. I. 25. Inland, 1830. N. 108, 109. S. 436. Bayer. 
Bl., S. 229. Gumpelzheimer, I. 31. Buchner, Doc. S. 42. Katanc- 
sich, I. 100. v. Raiser, 0. D. K. Forts. III. Abth. S. 40. Schultes, 
I. 314. Gok, v. Regensb. S. 8. Dessen, rom. D. 3. Aufl. N. CCXLVH.j 

Anmerk. 1) Bei der Deutlichkeit des Typus deiser Inschrift ist es un- 
nothig, jene unrichtigen Textmittheilungen und Lesungen mehrerer der oben- 
genannten Schriftsteller hier anzufiihren , wie sie z. B. bei Aventin u. Buchner 
zu finden sind. v. Hefner gibt den richtigen Text und liest ihn wie oben steht. 
Er hemerkt zu dem Worte miserrimorum : ,,dieser Ausdruck scheint auf ein 
kriegeriches Ereigniss hinzudeuten, durch welches der Vater seinen Sohn verlor." 
2) Diesen Namen, weleher auf das Geburtsland hinweist s. N. 2663. 






- 119 - 

2690. I>. \l. 

TOGIO. ET. IVNGATO. 
ET. SEVERINO. FILIS. 
EIVS. TVLIA. MARI 
TO. ET. FILIS. PTENT 
ESSIMIS. MEMO. FEC. 

/hts Manibua. Togio et Jungato et Severino, Jiliis ejus, ') 
Tulia marito et jiliis pieatessimis 2 ) memo(riam) fecit. 3 ) 

Aul einer Sandsteinplatte, welche sich zu Aventins Zeit in 
der Kirche zur alteu Kapelle dahier befand, im Jahr 1809 nach 
St. Emmeran das. und 1816 in das Antiquarium zu Miinchen kam. 
Ueber der Schrifl die Brustbilder des Togios, seiner Sohne Jungatus 
und Severinus und seiner Gattin Tulia. 

Aventin, cod. 1560. f. 140. 1567. f. 76. 1574. f. 57, ed. 1554. p. 
142. 1568. p. 155. 1580. p. 162. 1615. p. 323. 1627. p. 57. Apian» 
p. 445. Gruter, p. 709. 9. Gewold, p. 194. Paricius, Nachr. S. 221* 
Colestin, Rat. pol. p. 130. G nm p el zheimer, I. 28. Bnchner, Doc. S. 
41 v. Hefncr, Dkm. 0. B. I. 225. Dessen, Denkm. Regensh. S. 53. 
Dessen, riim. B. 3. Autt. N. CCXLVI. 

Anmerk. !. Togius ist der Name des Vaters und deutlich genug he- 
zeichnet durch das nach den Namen der beiden Sohne folgende ejus, so wie 
durch die vier Brusthilder, welche die in der Schrift genannten vier Personen 
vorstellen und unter denselben insbesondere das des Togius. In einer vorlie- 
gender Uebersetzung, welche also lantet X Dem Togius Jungatus und Severinus, 
den kindlich gesinnten Sfthnen , so wie ihrem Gcmahl hat Tulia dieses Denk- 
mal errichtet, ist der Nanie des Vaters nicht hervorgehoben. Ich schlage fol- 
gende vor: ,,Tulia hat ihrem Gatten Togius, seinen und ihren kindlich gesinn- 
ten Sohnen Jungatus und Severinus dieses Denkmal errichtet", wodurch zugleich 
das zweimal vorkommende PILIS ausgedriickt ist. 2) S. C. a. v. Sprachliches, 
insbes. lingua rustica und romanisirende Latinitat. Hiernach gehort dieses Denk- 
mal einer spatern Zeit an , welche mit der des Erscheinens altchrHtlicher In- 
schriften am Rheine und an der Donau zusammentrifft, s. Sleiner, Samml. alt- 
christlicher Inschriften. 3) s. N. 1137. Note 3, 2597. 



— 120 - 

2621. D. M. 

CL. GEMELI 
CLAVDIAN 
PRAEF. ID. 

Diis Manibus Claudii Gemelli x ) Claudianus . . . praefectus 
juri dicundo .... 

Schriftreste auf einer Steinplalte, vormals im Garten des Gra- 
fen Sternberg, seit 1809 zu St. Emmeran und jetzt im Kreuzgang 
des alten Doms befindlich. 

Gok, II. 50. Zirngibl, S. 229. Inland, 1830. N. 108. p. 9. S. 436. 

v. Raiser, 0, D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. S. 41 Bayer. Bl., 1832. 

St. 29. S. 229. v. Ilefner, Denkm. Regensb. S. 33. Dessen, rom. Bay. 
3. Aufl. N. CCXXXVI. , 

Anmerk. 1) oder Gemellini; der letzte Strich ist Ueberrest von L. 



2622. D. M. PERP. SEC. M. 

AELIO. FESTINO 
EXEQ. M. H. M.EXL... 

Diis Manibus et perpetuae securitati. Marco Aelio Festino, 
exeauite misso honesta missione ex legione .... 

Schriftreste auf einer Steinplatte, gefunden an dem Thurme, 
welcher am Ende der Steinbriicke gegen Stadtamhof steht und im 
Kreuzgange des alten Domes eingemauert. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCXXVI. Dessen, Deukm. 
Regenburgs. S. 32. Inland, 1830. N. 108. 109. S. 436. 



121 - 

2623. SPERATOS M 

LEG. III. ITAL. 

Sperati/s, miles legionis III italicac. 

Stempel auf einem gehranntcn Sleiuc , init dem nacbfolgenden 
Stempel gefuuden bei der vom (Jrafen von Wartenberg unter- 
noniineiien Untersuchunff der in seineui Canonicalhofe befmdliehen 
unterirdischen Gruft zu Regensburg; beide Stempel sind nicht mehr 
vorhanden. 

v. Ilefner, rom. B. Aufl. 3. N. DLXIV. Dessen, Denkin. Regensb. 
S. 75. Gemeiner, Ursprung. S. 16. Dessen, Chronik. S. 17. Zirn- 
gibl. S 242 Taf. IV. Bayr. B 1. S. 228. v. Raiser, 0. D. K. Forts. 
S. 38, 3. (iok, II. 14. 



2624. ANTONINVS. M. 

LEG. 111. 1TAL 

Antoninus, miles legionis III italicae. 

Stempel auf einem gebrannten Steine. Fundort und Literatur 
wie zu Nr. 2623. 

Anmerk. Zirngibl und Einige, die ihm nachschrieben , lesen unrichtig 
LEG. IIII. ITAL. 



2625. . . 111 AIBVIDMANSTA 

. . ERIAOPATRIANIMA 
. . AM GALIGINEA 
. . VV SOC 

Auf einer hier gefundenen Steinplatte im Kreuzgange des 
alten Doms aufbewahrt. 

v. Hefner, rom. Bay. 3. Aufl. N. CCCXVII. Dessen, Denkm. Rgb. 
S. 39. 



— 122 — 

Anmerk. Z. 2. (Mat)erno patri. Tm Nachtrag zum vierten Theil folgt 
eine andere Abschrift 



2626. TALIER 

ONE. PERA. 
I. ET. P. 

( . . . leyionis III i)tal(icae 

Auf einem Fragment im Kreuzgange des alten Dorns befindlieh 

v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CCCXLVI. Dessen, Oenkm. Regensbg. 
S. 39. 



2627. PETRATB. C. VI. 

(lm)petrat(us) tubicen cohortis VI. 

Auf einem Fragment im Kreuzgange des allen Doms befindlich. 

v. Hefner, rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCCXLIX. Dessen, Denkm. 
Regensburg. 

Anmerk. Vergl. Insch. N. 2600, wo ein Impetratus veter. leg. III ital. 
extubicine coh. VI vorkommt und mit diesem identiseh zu sein scheint. 



2628. 



CEIA FlLl ET HEREDES 

PERFICIENDVM 

CVRAVERVNT 



ceja. Filii et heredes perficiendum curaverunt. 

Auf einem Fragment, vormals im Garten des Grafen Sternfeld, 
ind im Kreuzgange des alten Doms dahier betindlich. 



— 123 - 

v. Hefner, rom. Buyern. '.\. Aull. N. CCCXLV. Dessen, Drnkm. 
Regensb. T. 35. Zirngihl. S. 230. 



2629. NKRO QVART 

Nero. Quartarius. 
Auf einem Metallplattchen 1" im Quadrat, an den Ecken ab- 
geruudet. Ueber deni E die Abbildung eines Modius oder Oongius. 
Der Name Nero deutet auf Den , welcher auf Vorzeigung dieser 
Tessera eineti Quartarius d. i. Viertelmaass irgend eines trockenen 
oder fliissigen Gegenstandes in Empfang zu nehmen hatte. Der 
Sloff des Tafelchens zeigt, dass diese Marke zu wiederholtem Ge- 
brauche bestimmt war. Nach Mommsen de trib. p. 199. Henzen 
Tab. aliment. p. 8. Suit. Nero c. 19. Tacit. Annal. XV. c. 72 
wurden zum Zvvecke solcher Spenden an das Volk und an die 
Soldaten (congiarii genannt) Tafelchen (tesserae) ausgetheilt. 
Gefunden 1736 zu Regensburg und in die Sammlung des histor. 
Vereins das. befindlich. 

Zimgibl, S. 299. v. Hefner, Denkm. Regensb. S. 72. Dessen, rom. 
B. Aufl. 3. N. CCCXCVl. 



2630. SEVERINA 

Auf einem goldenen durchbroehenen Ringe, gefunden 1736 
in einem Grabe; er war bis zum Jahre 1811 auf der Stadtbibliothek 
dahier, seit diesem Jahre ist er im k. Munzkabinel zu Miinchen 
befindlich. 

v. Hefner, rom. li. 3. Aufl. N. CCCLXXII. G umpelzheim er , Gesh. 
S. 32. 51. 33. 



2631. AQVIS. FL. GEMEL . . 

(Ex)aquis Flavii Gemel(K) . . . 

Auf einem Broncestreifen 2" hoch, 6 W lang. Statt der Unter- 
scheidungszeichen sind Zierrathen in der Form eines C angebracht. 



— 124 — 

Am Anfange scheint ein Stuck zu fehlen. Diese Aufschrift wurde 
als Etiquette der Gefasse, worin man das Heilwasser versendete, 
gebraucht. 

v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CCCXCV. Dessen, Denkm. Regensb. 
S. 73. Verh. des V. v. 0. Ff. Bd. V. S. 19. 



2932. CL. VALERIO 

A D 111 K. FEB. 

Claudio Valerio ante diem III kalendas februarias. 

Mit Griffel auf einem Kriiglein, friiher in der Sammlung Steig- 
lehners dahier und jetzt im k. Antiquarium zu Miinchen befindlich. 

v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CDLXXXIV. Dessen, kleine Denkm. 
S. 293. 9. 



2633. MA. FVRl A D XVI 

K. N. 

Marci Furii ante diem XVI kalendas novembres. 

Mit Griffel auf einem Kriiglein. 
Fund- und Aufbewahrungsort, Literatur wie bei N. 2632. 



2634. a. b. 

L. AVR K — TRVl. 
XI. 
a) Lucii Aurelii halix XI. — b) Titi E . . . . vasculum I. 
Mit Griffel auf zwei Kriiglein. 

Fund- und Aufbewahrungsort, Literatur wie bei N. 2632. 
Anmerk. C. a. v. Abbreviaturen auf Gefassen. II. 376. 



— 126 — 

2635. 

ALBINVS — AVRELIVS - COCC. 

— COMITIALIS F. — COTTALVS FE. — 

GERMANVSR. — PRIMITIVOS. 

Stcmpcl auf Gefassen von hier und in die Sammlung des liist. 
V. f. d. Oberpfalz befindlich, s. C. a. v. Topfernamen. 

v. Hefner, roin. B. 3. Aufl. N. CDLXXXVIII — CDXCIV. Dessen, 
Dcnkni. v. Regensburg. S. 80. 



2636. a. ALBINVS. - FIRMVS. 

Stempel auf Gefassebruchstucken, hicr gefunden, ohne Angabe 
des Aufbewalirungsortes. 

v. Hefner, r. B. 3. Aufl. IV. DXVI. D. XVII. (i u mp elzheimer , 
Gesch. S. 32. 



2636. b. 

ATIMETI. - CRESCES. — FORTIS. - LIC - 
OCTAVI. - SEVERVS — VIBIANI. 

Stempel auf Larnpen, gefunden zum Theil bei Ausgrabungen 
dahier i. J. 1808, zum Theil vom Conservator Stark zu Munchen, 
in Regensburg acquirirt und im Antiq. zu Miinchen aufbewahrt. 

v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CDXXI — CDXXVII. Dessen, kl. 
Denkm. S. 239. 



2636. C 

CDESSI. - CRESCES. - FORTIS. - IANVARI. - 
LVPATI. — MALINVS. — LLC. — OCTAVI. - 
SEVERVS. — VIBIANI. 
Stempel auf Lampen von hier und in der Sammlung des hist. V. 
f. Oberpfalz. 

v. Hefner, r6m. B. Aufl. 3. N. CDXLIX CDLIV. Dessen, Denkm. 
v. Rebensburff. S. 69. 



— 126 -- 

Laimerstadt. 



Ldg. Riedenberg. 
2637. 



Erste Seite. 


Zweite Seite 


VI 


VIAR 


LAS 


VINC 


1VN 


SINP 


IN 


NOST 


ISHA 


vs 



Auf der ersten und zweiten Nebenseite eines wurfelformigen 
Steines, dessen vordere Seite ein Crucifix zeigt; gefunden auf dem 
Rucken des Pfahlrankens mehre hundert Schritte von Laimerstadt. 
Ueber die Frage, ob hier Ueberreste einer grosseren romischen ln- 
schrift, deren Mitte auf der vorderen Seite stand, wo jetzt das Crucihx 
befindlich ist, vorliege, s. Nachtrag zum vierten Theil. 

Mayer, in d. Verhandlg. des Regenkr. I. Lehre S. 88. Gok, 11. 66. 
v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CCCLXIV. 



- 127 — 



Regierungsbezirk Oberbayern. 






Ing-olstadt. 
Siadt un der Douau mit versch. rom. Alterthiimern. 

2638. MERCVRIO 

TEMPLVM 
EX VOTO SVS 
CEPTO. CL. AV 

GVSTANVS 
L. L. M. 

Mercurio templum ex voto sitscepto Glaudius Augustanus lae- 
tus lubens merito. 

Auf einer Platte (Gebaudeaufschriftsteine), vvelche zu Aventins 
Zeiten an dein Ufer (Jer Schutter in der Nahe von Ingolstadt gefunden 
wurde und gegenwartig irn Vorhausse der Kirche zu Diinzlau be- 
iindlich ist. Nach Buchner unter einem Wall bei Dunzlau gefunden. 
s. N. 2651. 

Aventin, Cod. 1560. f. 130, 6. 1567. f. 71, 6. 1571. f. 52. Ed. 
1554. p. 110. 1566. p. 153. 1580. Bos. p. 70. 1580. Fkft. p. 160. 1615. 
p. 55. 1622. S. 319. 1627. p. 55. 1710. p. 81. Apian, p. 441. Wel- 
ser, Ed. 1594. p. 260. 1682. p. 424. Werlich, S. 78. Smetius, f. 149, 
13. Philippus, f. 560. Gruter, p. 52, 5. Falkenstein, I, 37 u. 178. 
Ertl, Atl. S. 228. Dielhelm, I. 184. Hanselmann, Forts. S. 40. Schul- 
tes, I. 203. Neub. Wochenbl. 1822. N. 9. S. 35. Neub. Coll. Bl. 
1837. S. 30 pot. Buchner, Teufelsm. l.Hft. S. 86. 3. Hft. S. 28. Toma- 
sius, p. 139. Katancsich, I. 107. N. LXXIH. v. Raiser, 0. D. K. 
II. Abth. Forts. S. 15. v. Stalin, Gesch. S. 33. Nr. 231. v. Hefner, 
Denkm. 0. B. im ob. b. Arch. VII. S. 376. N. IV. T. III. Fig. 33. Des- 
sen, rom. Bay. Denk. S. 148. Dessen, lom. Bay. Aufl. 3. N. XI VI. 



— 128 — 

Pforring. 

Marktflecken an der Donau, LG. Ingolstadt, mit Ueberresten 
einer rom. Refestigung das. Man setzt hierher das rom. Celeusum 
der Reisetafel. In der Nahe Ueberreste eines grossen Romer- 
castells, jetzt genannt: Biburg, Pinoburg. 

v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. S. 28 f. 

2639. IMP. CAESARI. DIVL 

HADRIANl. FIL. DIV. TR 
NEP. TITO. AEL. HADRI 
ANO. ANTONINO. AVG. 
PIO. PONTIF. MAXIMO. 
P. P. CONSUL 111. TRIBVN. 
POT. 1111. ALA. 1. SINGVLAR. 
P. F. C. R. 

Imperatori caesari, divi Hadriani filio , divi Trajani nepoti, 
Tito Aelio Hadriano Antonino augusto , pio , pontifici maximo, 
patri patriae , consuli III, trib. potestate IV, ala 1 singularium, 
pia, fidelis civium romanorum. J ) 

Auf einer 2' 7" hohen, 3, 9 J /2" breiten Platte, von weissem 
Marmor, welche i. J. 1843 auf der Biburg, da, wo ehemals das 
Eingangsthor des Kastells lag, gefunden und im alten Friedhofe zu 
Pfbrring eingemauert wurde. 

v. Hefner, oberb. Arch. VII. 410. Tf. III. Fig. 27. Dessen, r. B. 
Aufl. 3. N. CXXIII. Der Bayer. Eilbote, Jahrg. 1848. N. 148. S. 1155 
u. N. 145. S. 1170. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Ala und a. v. Singulares, vergl. N, 2646. 






— laa - 

2640. CAMPBS. ET 

FPONAE. ALA. I 
SING. P. F C. B. CVI PRAE 
AEL. BASSIANVS. 
PRAEF. V. S. L. L. M. 

Campestrihus et ') Eponae 2 ) ala 7 singularium *) pia fidelis 
civium romanorum, 4 ) cui praeest Aelius Bassianus praefectus 
votum solvens laetus luhens merito. 

Nichl mehr vorhandfMjes Denkmal von der Biburg*. 

Aventin, ed. 1554. p. III. Nr. 4. 1566. f. 153. 1580 Bos. p. 71. ed. 
1580. Fkft. 1580. 1516. p. 56 1622. p. 320. 1627. p. 56. 1710. p. 81. 
Cod. bav. 1580. f. 133. 1567. f. 72. 1574. f. 53. Apian, p. 142. Ge- 
wold, del. p. 101. N. V. Gruter, 87. 6. Eckart. I. II. Falken- 
stein, I. 90. Lingen. II. 81—86. Keisler, ant. nord. p. 424. Dona- 
tus, p. 59. 5. Frickius, in act. soc. jen. V. 212. Schultes, S. 212. 
Hanselmann, Forts. S 19. Ertl, Atl. I. 147. Schopperlin, S. 393. 
Verh. d. Regensb. II. S. 265. Pallhausen, Garibald , S. 180. Leicht- 
len, I. 4. Hft. S. 189 — 191. Orelli, 1794. Katancsich, S. I. 105. 
N. LII v. Stalin, Gesch. 1. 53. v. Raiser, O. D. K. II. Abth. Forts. S. 
30. v. llefner, rom. Denkm. S. 258. Dessen, r. B. Aufl. 3. N. CXIV. 
Ders. , im oberb. Arch. VII. S. 11, 14. 

Aninerk. 1) C. a. v. Malres. 2) C. a. v. Epona. 3) C. a. v. Singu- 
lares und Alae. 4) Aventin giebt diese Stelle so : ALAl. SING. HP. CR. OVI 
ET. Mit Riicksicht auf die Inschrifl 2639 von hier , liegt obige Verbesserung 
dieser Stelle, namentlich der Siglen H. P d. i. P. F. sehr nahe und diirfle rich- 
tiger sein, als die vorgeschlagene Verbesserung ALAI. SING THR (hinsichtlich 
THR d.i. Thracum). Auch Henzen i. d. Jahresb. d. V. v. 0. F. XIII. 44 liest : 
SING. F. F. C. R. 



2641. D.M. 

PEMPTENA. 

DALMATA. VIX 

AN. XXV. 

Diis Manibus. Pemptena Dalmata vixit annos XXV. 
Nicht mehr vorhandenes Denkmal von der Biburo-. 

9 



— 130 — 

Aventin, die Edit. v. 1554. p. 40. v. 1566. f. 153. v. 1580. p. 71. 
v. 1615. p. 56. v. 1627. p. 56. Cod. bav. v 1560. f. 182. v. 1567. f. 72. 
Apian, p. 441. Gewold, p. 101. Ertl, Atl. I. 146. Jager, 465. Schul- 
tes, I. 24. Hanselmann, Forts. S. 19. v. Stalin, Gesch. I. 54. Ka- 
tancsich, I. 102. v. Hefner. im oberb. Archiv III. 259. VII. 412. Des- 
sen, rom. B. 3. Anfl N. CCLXXXV. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. 
III. Abth. S 31. 



2642. VALER. VALESIAE 

VAL. FLORVS. CON 
IVGI F. ITEM. SIBI. 
V. F. 

Valeriae Valesiae Valerius Florus conjugi fideli item sibi 
vivus fecit. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von der Biburg. 

Aventin, d. Edit. v. 1550 p. III. v. 1586 f. 155. v. 1580 f. 74. v. 
1615 p. 56. v. 1627 p. 56. v. 1710 p. 81. Cod b. v. 1560 f. 132. v. 
1567 f. 72. v. 1571 f. 53. Apian,p. 441. Ertl, Atl. I. 147. Hansel- 
mann, S. 19. Gewold, p. 101. Katancsich, I. 110. Yerhandl. d. 
Regenkr. II. 265. Schultes, I. 211. v. Raiser, 0. D. K. II. und III. 
S. 31. Gok, II. 46. v. Hefner, im oberb. Arch. III. 416. Dessen, rom. 
R. 3. Aufl. N. CCLXII. 



2643. D. M. 

L. OCEANEOLO. 

MAXIMILLO 

MIRIO 

CIVI. CA 

NAE. AN XX 

MARENIA CO 



Diis Manibus. Lucio Oceaneolo Maximillo l J Mirio a ) civi 
Canae s ) annorcum XX Marenia conjux (faciundum curavit). 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von der Biburg. 



- 131 - 

Aventin, d. Eclil. v. 1554 |> 11/0. V. 1566 f. 153. v. 1580 p. 71. 
v. 1615 p. 56. v. 1627 p. 56. v. 17 10 p. 81. Cod. bOY. 1580 f. 133. v. 
1567 f. 72. v. 1571 f. 53. Lazius. p 710. Apian, p. 441. Gruter, p. 
882. Krtl, Atl. S. 116. (ievvold, 1 101 Katancsieh, I. 110. Han- 
selntann, Korts. S. 19. Leichtlen, I. 6. Orelli, 1973. v. Stalin, 
Gesch. S. 51 Schultes, I. 24. v. Kaisev, 0. D. K. II. u. III. Korts. 31. 
Gok, II. 46. v. Ilefner, im oberb. Archiv VII. 413. Dessen, riim. Bay. 
3. Aufl. N. CXCIX. 

Anmerk. 1) Nach einer Varianta b. Apian MAXIMILIO. 2) Sowohl am 
Knde der Stelle MAXIMILLO oder MAXIMILIO als au.h in NIRIO liegt oflen- 
bar eine Unrichti^keit der Abschrift vor. v. Raiser macht den Vorschlag, hie- 
rin MIL. LK(J III ITAL zu suchen. Alsdann miisste der drittr Name bedeutend 
verkiirzt vverden. 3) Wenn CAINAE richtig steht , so vviire hier nach Leicht- 
len der roin. Name von Cannstadt ( s. I. Th. S. 6) vorhanden , oder vielmehr 
der Name einer in dortiger (Jegend befindlich gevvesenen Civitas, ( s. C. a. v. 
Civitates). Uebrigens lag im glucklichen Arabien am rothen Meere vor Zeiten 
die Handelsstadt Cana, und in der an Jonien griinzenden Landschaft Aeolis das 
Stadtchen und ein Seehafen mit Namen Cannae, welches zur Zeit des Plinius 
bereits untergegangen vvar. 



2644. IN HONOREM D. D DEO MERCVRIO 
TEMPLVM. VETVSTATE. CONLAPSVM. 
M. CORNELIVS. ROGATVS. PRAEF. 
COII. I. MIL. S . . 0. VER 
CONIVS. METEL REST. 

In honorem domus divinae deo Mercurio templum vetustate 
conlapsum M. Cornelius Royatus } praefectus cohortis I militum 
singularium l ) (et) Q. Verconius Metellus restituerunt. 

Nicht mehr vorhanrlenes Denkmal von der Biburg. Obige 
Inschrift ist als Verbesseruno; nach folgemlen Varianten gegeben , 

bei Aventin: 

IN IIONORDM D D 
TEMEA. VETVSTATE. 

CONLABSM COR 

NEL ROGATVS PRAEF 

COHIMLS VER 

CONI ME E REST 

9* 



— 132 - 

In den verschiedenen Editionen der Werke dieses Autors ist 
die Zeilenablheilung obiger lnschrift niemals ganz gleich , jedoch 
die Hauptstelle 

CORNELIVS. ROGATUS. PRAFF. COH. 
IMIL. S . . immer dieselbe. 
MERCVRIO fehlt iiberall. 

bei Apian und Lazius: 

IN HONOREM. DD. DEO. MERCVRIO. 

VETVSTATE. CONLAP S M 

CORNEU ROGATVS. PRAFF 

COII. I. ML S . . . SVIS R 

CON M F ET RFST 

Alle spateren Herausgeber bis ausschliesslich auf v. Hefner gaben 
hier zu mancherlei andere, aber nicht gelungene Verbesserungs- 
versuche, die wir Ubergehen diirfen. Zuletzt stellte v. Hefner die 
obige auf, welcher ich beitrete. 

Aventin, d. Edit. v. 1566 p. 153. v. 1586 f. 160. v. 1615 p. 56. v. 

1627 p. 320. Cod. bov. v. 1560 f. 133. v. 1567 f. 72. v. 1574 f. 53. 

Apian, p. 442. Lazius, p. 710. Gruter, 51. N. 6. Ertl, Atl. I. 147. 
Lingen, II. 114. Leichtlen, 4. Heft 194. Gewold, IV. IVl. Ilansel- 

mann, Forts. S. 20. Buchner, Teufelsmauer, I. 83. Schultes, II. 53. 

v. Raiser, 0. D. K. II. u. III, Abth. S. 31. v. Stalin, Gesch I. 58. Ka- 

tancsich, I. 105. v. Hefner, in oberb. Arch. III. 159. Ml. 418. Dessen, 
rom. B. 3. Aufl. N. LVUl. 

Anmerk. 1) C. a. v. Cohortes u. a. v. Singulares. 



2645. C. I. F. C. 

Cohors prima flovia civium (romanorum). 

Stempel auf gebrannten Ziegelplatten von der Biburg, unbekannt 
wo aufbewahrt. Die Zahl der Exemplare wird nicht angegeben. 

>. KHiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. !ll. Abth. S. 29. 






- 138 

K tt 8 c h i n g. 

\a\(t. Ingolstadt mil rom. Alterthlimern auf einer in der Nfthe 
bHindlirheu Rdmerst&tte. Ilicr lag das in den Itiuerarien getMuiate 
Germtmcum. 

. . I\ CAKS. DIVI. HA . . 

2646. . NI . FIL. DIVI. TRA .... 

NErOTI. DIVI NERV . . 

. RONEPOTl. T. AEL . . . 

. RIAXO. ANTON , . . 

. VG. PIO. P. P PON .... 

TRIB .... 1111 . . . 

III AL . . . . PF. C. 

Imperatori caesari, divi Ha(dria)ni jilio, clivi Tra(jani) nepoti, 
diri Ner(vae) pronepoti, Tito Aelio (H)adriano Antoni(no) augusto, 
pio, patri patria, ponftifici maximo), tribunitia (potestate) quartum 
(consuli)tertium ala ( 1. singularium ) pia fidelis civium ( roma- 

norum ). 

Dieses Denkmal, eine weisc Marmornlntte, wurde gegen dj 
Mitte des 16. JahrRimderts, aofeinem Acker bei Kosching gefun- 
den und beim Eingange in die St. Pelerscapello daselbst einge- 
setzt. liu J. 1808 katn es in das Antiquarium naeh Munchen. 

Aveutin, Cod. 1560 f. 131. 1567 f. 71. 6. 1574 f. 52. ed. 1554 p. 
110. 1566 f. 153. 1580 Bos. p. 71. 1580 Forts. f. 180. 1615 p. 55. 1622 
S. 320. 1629 p. 55. ed. 1710 p. 81. Gruter, p. 1022, 9. Gewold, p. 
73. Echart, Comni. I. p. 12. Schopflin, 1. p. 242. Katancsicb, J. 
A. I. p. 97. N. 1. Orelli, N. 843. Prugger, S. 48. Stork, Abhdl. 
v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. S. 25. Ertl, Atlas. S. 94. 
Dielhelm, S. 186. Leichtleu, I. B. 4. Ilft. S. XIII. n. 187. Hansel- 
mann, Forts. S. 22. Schultes, S. 203. v. Stalin, Arch. S. 54. N. 236. 
v. Uefner, im oberb. Arch. VI. S. 214. N. XV Taf. 1. Fig. 19. Des- 
sen, rom. Denkm. S. 255. Deseen, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CXXIV. 
Aschbach, Jahrb. d. V. v. 0. F. XX. S. 48 f. 

Anmerk. Mit Rucksicht auf das Denkmal v. Pforring, N. 2639, welches 
demselben Kaiser in demselben Jahre (141) errichtet wurde, ebenfalls , wie 
dieses, aus einer weisen Marmorplatte besteht und Z. 7 u. 8 den Typus ALA 
1 TINGVLAR || P. F. C. R. deutlich giebt, kann nach v. Hefner ( im oberb. 
Archiv VI. S. 410 zu N. XYXVI) , die letzte Zeile dieser koschinger Inschrift 
also erganzt werden: AL(A1S1NG3 PF. C (R) d i. ala prima singularium pia 
fidelis civium romanorum. v. Hefners spatere Erganzung N. CXXIV im Werke 
rftm. Bayern ist: AL 1 FL C. R. Er liest: ala 1 flavia ( pia fidelis?) civium 
romanorum und atellt demnach ^die Sigle FL in Frage. Uh \erbessere diese 



— 134 — 

wegen des nachfolgenden C und riicksichtlich des oben Angefiihrten mit PF 
um so mehr, als der Defektraum zwischen AL und dem angeblichen FL (ver- 
bessert PFJ mehr Typen als blos l fordert und hiernach daselbst noch SING 
gestanden haben muss. Vergl. Inschrift N. 2610, wo die ALA 1. SING. P. F. 
C R noch einmal vorkommt und die nachfolgende J\r. 2647, welche des Fund- 
orts wegen, nach dieser Inschrift erganzt wurde. Die beziiglich dieser Stelle 
verfehlten Lesungen Anderer der Iruheren Zeit und zuletzt Aschbachs ist: AL I. FL 
G d. i. ala 1 flavia germina. 



2647. 



DM 






IVL. GEiNIAN 


SENI 


LIS. C. M. 




M 


VET. A . . . 


L. 


. . . VIX 


ANLX 


. . 


ILLVS 


H 




C 



Diis Manibus» Julius Genianus Henilis^ civis m . . . . vetera- 

nus alae v ) vixit annos LX .... (Proc)illus heres faci- 

undum curavit. 

Zu Avenlins Zeit in der hiesigen Kirche zu Autbewahrung hei- 
liger Gebeine uud jetzt am Hochaltar der Peterscapelle als Altar- 
stein benutzt. 

Aventin, Ed. 1554 p. II V. 1566 f. 152. 1580 Bos. p. 71. Ed. 1580. 
Fkf. f. 160, 6. 1615 p. 55. 1622 p. 320. 1629 p. 55. 1710 p. 81. N. 11. 
Cod. 1560 f. 132. 1567 f. 72. 1574 f. 52. 6. Apian, p. 441. Gruter, 
p. 1031. 1. Gewold, p. 73. Katancsich, .). A. I. p. 106. Ertl, Atl. 
S. 94. Dielhelm, 1. 186. Schultes, I. 202. v. Stalin, Gesch. II. 54. 
Gok, II. 41. Hanselmann, Forts. S, 46. v. Raiser, 0. D. K. II. Abth. 
Forts. III. Abth. S. 26. v. Hefner, im oberb. Arch. VII. S. 402. Dessen, 
rom. Denk. S. 253. Dessen, rom. Bay Aufl. 3. N. CXCVII. 

Anmerk. 1) Nach der Autopsie des Kirchendieners zu Kosching vom J. 
1845 soll die vierte Zeilc folgende Schriflreste mit angegebenem Defektraume 
haben : VETA . . . . LX VIX. Die Reste LX sind jedenfalls unrichtig bemerkt, 
aber der angegebene Raum ist als ein sicherer beachtenswerth. Da dieses 
Denkmal wie dus vorhergehende N. 2646 obigen Fundort hat, so vermuthe ich, 
hier dieselbe Ala gefunden zu haben, deren Namen dort bezuglich auf N. 2639 
vorkornmt. Ich schlage daher sowohl wegen des Fundorts als auch das zu- 
reichenden Defektraumes folgende resp. Erganzung und Verbesserung vor: AL. 
I SING. P. F. C. R. d. i. alae 1 singularium piae lidelis civium romanorum. 



- 135 - 

2648. D. M. 

M. VARIVS 

MONTANI 

NVS. V. A. XXII. 

VAR. GEMI 

NA. MATER 

P. C 

Diis Manibus. Marcus Varins Montaminus vixit annos XXII. 
Varia Gemina mater ponendum curavit. 

Nach Aventin dahier gefunden und nicht mehr vorhanden. 

Aventin, Ed. 1554 p. 110. 1566 p. 153. 1580 Bos. p. 74. 1615 p. 
55. 1622 p. 326. 1687 p. 55. 1710 p. 81. Cod. 601. 1560 Ft. 81. 1587 
f. 71. 1574 f. 52. Apian, p. 441. Gewold, p. 73. Ertl, Atlas I. 94. 
Schaltes, I. 202. v. Raiser, 0. D. K. Forts. d. II. Abth. S. 26. v. Sta- 
Jin, Gesch I. 54. v. Hefner, rom. Denkm. S. 258. Dessen, rom. Bayern. 
3. Anfl. N. CCXXIV Derseibe, im oberb. Archiv VII. S. 401 



2649. . . . P . . . 

L. SEPTIM. . EVERO 

AVG. ARA . . ADIAB 

PONTIF. M. T . . POT. III. 

C0S. II. P . . . PROCOS. 

IMP. CAES. M. AVR 

ANTONINO 

INVICTO. AVG . . . 

N GERM. M. PONT . . . 

. . . XVIII. IMP. IHI. COS . 

. . . ORT. AVG. FEL. PRI 

. . MINO. INDVLG . . . 



(7m) p[eratori caesari) L . . Septimio (H)evero augusto, ara- 

bicOj adiabenico, pontifici maximo , trib. potestate 111, consuli II 

p(atri patriae) proconsuli (et) imperatori caesari M. Aurelio An- 

tonino, invicto augusto , (domino) n(ostro) , germanico maximo, 

pontifici (maximo , trib. potestate) XV 111 imperatori IV, consuli 



— 136 - 

(IV) fortissvmo augusto , felicissimo principi, domino indulgen- 
tissimo .... 

Nach dem hiesigen Pfrurbuche bufand sich diese Strassensaule, 

in deren Aufschrift unten die Meilenzahl erloschen ist, friiherhin 

auf deiri alten Begrabnissplatz als iiasis eines darauf gesetzten Cru- 

cifixes. lm Jahr 1766 wunie sie nach Miinchen gebracht, wo sie 

• sich gegenwartig im Antiquarium behndet. 

Mayer, Fundort. S. 29. Verhandl. d. Regenkr. Jahrg. II. 162. 
II. Ber. d. h. V. f. Oberpfalz, S. 63. v. Hefner, im oberb. Arch. VI 212. 
Dessen,rom. B. 3. Aufl. N. CXLII. Neuburger Coll. B 1. Jahrg. XI. 
S. 65. 

Anmerk. Vergl. JV. 2578 (Wolkershofen) eine Inschrift von demselben 
Jahre 2l5 n. Chr. mit der Zunickdatirung auf 195 n. Chr. und iiberhaupt Com. 
Inschriftdenkmale des K. Sept. Severus und seiner Sohne. 



Irgertsheim. 

Ldg. Ingolstadt. 

2650. I. M 

M. COCC 

ADIVTOR. 

V. S. L L. M. 

Jovi optimo maximo. Marcus Gocc(ejus) Adjutor votum 
solvit laetus lubens merito. 

Dieser Votivallar vvurde ehemals auf dem hiesigen Kirchhofe 
verkehrt in die Erde gesetzt, als VVeihbrunnenstein benuzt und be- 
findet sich jetzt im Besitze des Kaufmanns Grassegger zu Neuburg. 

Grassegger, III. 29. v. R aise r, 0. D. K. II. Abth. Forts. III. Abth. 
S. 14. v. Stalin, Gesch. S. 53. v. Hefner, im oberb. Arch. VII. S. 427. 
Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. IV. AUgem. Schulz. 1833. N. 121. S. 961 



- 137 - 

D ti n z 1 a u. 
Dorf. Ldff. Inirolsladt. 

2651. MERjCVWO 

AEDEM. FECIT. 

ET SIGNVM. 

POSVIT. 

C T0G10NIVS. 

CVPITVS. 

G. TOGII SVMVS 

FIL. REFECIT 

Mercurio aedem fecit et signum posuit Cajus Togiontus Cu- 
pitus. Cajus Togi(us) Sumus filius refecit. 

Auf der Anhohe, \vo gegenwartig die Kirche liegl , soll nnch 
Buchner ein Mercurtempel gestandcn haben. Er schliesst dieses 
aus einem unter dem nahegelegenen Walle gefundenen Mercurdenk- 
male (s. N. 2038) welches in der hiesigen Kirche eingemauert ist, 
sodann aus einem daselbsl ebenfalls eingemauerten Mercurbilde 
(wahrscheinlich Zugehor des oben beinerkten Denkmnls) und end- 
lich aus der obigen N. 2651, von welchem blos bemerkt wird, dass 
es hier gefunden und nach Salzburg gebracht worden sei, wo es 
sich jedoch nirgends vorfindet. 

Buchner, Teufelsmauer, III. Hefl. S. 29. v. Raiser, 0. D. K. II. Abih. 
Forts. III. Abth. S. 15. 

Anmerk. Wahrscheinlich Suinmus init doppelt feingerandem M ge- 
schrieben ? Die Namen Summins, Summia kommen oft vor. Ob vielleicht auch 
hier Summius gestanden hat und ein I iibersehen wurde '? 



— 138 — 

E t t 1 i n g. 
Dorf. Ldg. Ingolsladt. 

2652. D HERENN. 0. 

SECVNDO. DVPL 

. VIIO 

CS L S VIX E IV 

VA IAN VAGVS 

HIC 

Diis (Manibus) l ) Heremi(i)o Secundo, duplario 2 ) . . . . 
Qqui)vixit annos IV . . 3 ) VaQerius) Jan(uarius) Vayus l ) heres 
faciundum 5 ) curavit. 

Auf einer nicht mehr vorhandenen Sleinplatte, die ein an der 
linken Seite dcr Kirche aus Zicgelsteinen gebautes Giab deckte. 
Der auf dem Steine befindliche Name Herennius wurde fruher auf 
einen der sog. drei elenden ( ellenden di fremden ) Heiiigen He- 
rennius, Archus und Quartanius bezogen, welche in der hiesigen 
Gegend verehrt wurden. Gelegenheitlich der feierlichen Erhebung 
der Gebeine dieses angeblichen hier beerdigten heil. Horennius 
(24. Sept. 1627) wurde der Stein , dessen Inschrift damals nach 
Wurms Edition L. c. grosstentheils erloschen war, von den Wall- 
fahrern zerschlagen und zum Andenken stiickweise mitgenommen. 

Wurm, Legenden - Biichlein. S. 74. Verh. des Regenkr. I. 158. 
v. Raiser, 0. D. K. Forts. III. Abth. S. 22. v. Stalin, S. 54. v. Hef- 
ner, rom. Denkm. S. 252. Dessen, 0. B. Archiv VII. S. 285. Dessen, 
rom. B. 3. Aufl. N. CCXXVHI. 

Anmerk. 1) oder Decimo. Wenn D. M. so wird M am Ende der er- 
sten Z. gestanden haben. 

2) C. a. v. Duplarius. 

3) Mehr als vixit kann nicht gelesen werden. v. Hefner schlagt folgende 
Erganzung vor: 



- 139 - 

D. IIKRENNH). 

SECVNDO. DVPL 

VET. 

C. SEC VIX. AN . . . IV 

VAL. IAN. VAGVS 

HIC SIT. EST. 

welcher ich hinsichtlich der Z. 3 n. 4 (gelesen: veterano, optiom , centuria 
Secundi vixit annis . . . IV) nur in Bezug auf vixit annis beitrete. 

4) Der Name Vagia b. (miter S. 36. j\r. 5. 

5) Das I als Ueberrest v. F zu betrachten. Die anderer Herausgeber 
ganzlich oder grosstentheils verfehlte Lesungen konnen wir iibergehcn. 



Stepperg, 

Dorf. Ldg. fngolstadt. 

2653. FORTIS 

Stempel auf einer Lampe, gefunden iin nahegelegenen Antoni- 
berg und iin Besitze des Kaufmanns Grassegger zu Neuburg. 

v. Raiser, 0. D. K. II. u. III. Abth. Forts. S. 16. 



- 140 — 

E p f a c h. 

Ldg. Schongau am Lech , wo tlas rcim. Municipium Abodiacum 
(peut. Taf.) Abuzacum (Ilin.) lag, und zwar auf zwei Stellen, 
die man jetzt „alte Stadt" und „Hachlach u nennt. Auf dem nahen 
Lorenzberg befand sich ein zum Municipium gehbriges Castell auf 
gleiche Weise , wie z. B. bei Iledernheim I. S. 304 und Oberwiu- 
terlhur III. S. 195 Faile vorkommen. 

Im Mittelalter wurde um diesen Lorenzberg eine dicke Uin- 
fangsmauer gebaut, bei deren Abbruch i. J. 1830 u. f. neun rom. 
Inschriftdenkmale und fiinfzig architectonische Fragmente gefunden 
worden sind. 

v. Raiser, I. Jahresber. d. 0. D. K. 1835. S. 3. Taf. I, 
bis II. 

Zu den Inschriften 1654, 2655, 2656, 2658, 2659, 2660, 
ist Folgendes zu bemerken. 

Hier kommen zwei Cognomina und nach diesen zwei ver- 
schiedene Familien vor. Die eine Familie fiihrt das Cogn. Clemen- 
tianus, (N. 2654, 2655, 2656) die andere das Cogn. Clemens: (2658, 
2659, 2660). Da alle diese Inschriften fragmentarich sind und viele 
Defektstellen haben, so konnen sie nur durch Zusammenhalten er- 
ganzt und gelesen werden , vvobei, was friiher nicht geschah und 
wegen Aehnlichkeit der beiden Cognomina zu irrigen Erganzungen 
undLesungen fuhrte, nach diesen zweiHauptrucksichten im Erkennen 
und Unterscheiden der Cognomina zu verfahren ist. 

2654. CL INDVT 

CLEMENTI 

CL. PATERNV 

CLEMENTIAA 

PROC. AVG 

MATRI. 

Cl(audiae) IndutQae) Clementi(anae) Cl(audms) Paternu(s) 
Clementian(us) procurator augusti niatri. 

Auf dem Fragment einer Tufsteinplatte , gefunden in der Mauer 
des Lorenzberges und jetzt im Antiquarium zu Augsburg befindlich. 

v. Raiser, 0. D. K. 1835. S. 8. Tf. V. Fig. 58. Heozen, m. d. 
Jahrb. d. V. v. 0. F. Com. Xlll. 79. v. Hefner, oberb. Arch. Vll. 381. 



— 141 - 

Taf. III. Fl/. 2. Dessen, rom. Denkm. S. 2f>l. Dessen, r. B. & Aufl. 
i\. CXXXY, Tf. III. Fig. 3. 

Anmerk. 1) Mit Riicksicht auf N. 2655 Z. 1 und 2 



CL. PATER . . S 



CLEMENT 



zusammengehalten mit Z. 2 und 3 der ohigen Inschrifl 



Cl. PATERNY 



CLEME1\TIA> 



ergiebt Bich der Name, wie er oben gelesen wird. Diese Lesung nach Hen/en, 
welchem ich hierin beitrete. v. Hefner liest: (ilaudius Indulus Clementi el 
Claudius Paternus Clementiae, procuratoris augusti, matri. Diese Lesung stiit/t 
sich auf die Ansicht , dass der in den drei genannten Inschriften vorkommende 
Namen des Procurator augusti einfach Clemens und der Strich I in der Stelle 
CLEMENTIAA Ueberrest von E sei, da er doch als Schragstrich eines halber- 
loschenen N erscheint. 



2655. CL. PATER . . S 

CLEMENT 

PROC . . . G 
PROVINCIAR . . . 

IVD V?ASAP 

AFRICAE EI . . . 

PR. EF EQ . . . 

SI . . ANAE . . . 

TRIB. MILIT . . 

. . . XI . . . 

PR 

F . I . . . SS 

Cl(audius) Pater(nu)s Clement(ianus) *) proc(urator au)g(usti) 
provinciar(um) Iudacae, Sar(diniae), Africae, (Ra)et(iaell)' 1 ), prae- 
fectus eq(uitum alae) silianae (torquatae civium romanorum) 3 ) ? 
tribunus militum (legionis) XI (claudiae ) pr(aefectus ...../. 
I . . . ss. 

Auf dem Fragment einer nach oben sich conisch verjlingenden 
Tufsteinplatte, vvelche in dem Raume des in der lorenzbcrger Um- 



— 142 — 

fangsmauer gestandenen grosseren Thurmes verkehrt eingemauert 
war und in das Antiquarium nach Augsburg gebracht wurde. 

v. Raiser, im I. Jahresb. d. I). K. 183">. S. 5. Tf. V. Fig. 56. 
Dessen, 0. D. K. I S. 86, C. Boxler, S. 39. Inland, 1830. N. 295. 
S. 1233. Oberb. Arch. I. S. 132. Note 2. v. Hefner, un oberb. Archiv 
VII. S. 378. Tf. W. Fig. 7. Dessen, rom. Denkm. S. 250. Dessen, 
rom. B. 3. Aufl. N. CXXXUl. Taf. III. Fig. 7. Henzen, i. d. Jahrb. d. 
V. v. 0. F. z. B. XIII. S. 79. 

Anmerk. Ich habe die Abschrift nach den Abbildungen bei v. Hefner 
u. v. Raiser gegeben, und folge hierbei der oben dem Texte beigefiigten sehr 
ansprechenden Lesung, welche Henzen vorgeschlagen hat und wozu ich einige 
Zusatze gebe. Hiernach erscheint diese lnschrift als eine solche, welche auf 
einem von dem Proc. augusti Cl. Pat. Clementianus gestifteten Denkmale ( Vo- 
tiv - oder Devotionsdenkmale ) gestanden hat. Nach den Lesungen v. Rai- 
sers: Claudius Paternus, Clementi, legato proconsuli augusti provinciarum Lydiae, 
judeae . . . Sardiniae, Africae, . . . praefecto equitum alae Silianae trib. militum 

leg. XI geminae piae felicis, proprio sumtu fici jussit suis sestertiis, und 

v. Hefners: Claudius Paternus Clementi, legato, procuratori augusti provinciarum 
Lydiae ? Judeae . . Sardiniae Africae et praefeclo equitum alae silianae tribuno 
militum legionis XI. piae fidelis, pr . . . . erscheint es als ein dem Proc. aug. 
Clemens von Claudius Paternus gestiftetes Ehrendenkmal. Da aber nach der 
vorhergehenden Inschrift N. 2654 der Name Claudius Paternus Clementianus um 
so mehr ausser Zweifel steht, als ein romischer Biirger niemals, zumal auf 
offentlichen Denkmalen (daher solenne) nur einen Narucn , sondern nach dem 
Gebrauche drei (oft auch vier) fiihrte , so sind jene beide Lesungen in dieser 
Beziehuug wohl verfehlt. 

2) Die Schriftreste EI scheinen auf dieses Worl eher zu deuten als auf ET, 
weil noch eine Defektstelle folgt, die gerade fiir die Ausschreibung des Wortes 
und der Zahl RAETIAE II hinreichl. 

3) S. N. 2656 wo bei dem Titel dieses kaiserlichen Procurators die Stelle 
TORQVATAE. C. R. vorkommt, nach welcher obige Erganzung vollkommen 
gerechtfertigt erscheint. Ueber die Bedeutung dicses Wortes s. C. a. v. Ala, 
Diese und die Lesung zu Anmerk. 2 als Nachtrage und Erweiterung zu Henzens 
Erklarung. 



— 143 — 



2656. 



1. 
TERNV 
PROC 

3. 

PRAEFEQAL 
TORQV 



2. 

SCLEME 

AVG 

4. 

AE SILIA 
ATAE. C. R. 



5. 

TRIB 
LEG 

6. 

S SICCAT 
FFCIT. 

Schriftreste auf sechs Fragmenten verschiedener Grosse, von 
vvelchen Nr. 1 u. 2, 3 u. 4 zusammen grehoren. wahrend N. 5 u. 6. 
vereinzelt vorliegen. Die mit schonen 6" grossen Buchstaben aus- 
gefiihrte Schrift vvar auf Quaderslticken eines grossen Gebaudes so 
eingehauen (wie die Fragmenle 2, 3, 4, 5 zeigen) dass die Schrift- 
flache ein Tabula vorstellte. Die Annahme, dass diese Schrift der 
Lange nach in einer Friess gestanden habe, ist unrichtig und wird 
durch die Beschaffenheit der Ueberreste 1 , 2 , 3 und 4 vviderlegt. 
Ich habe sie oben so geordnet , als standen sie wie Ueber- 
reste auf einer noch vorhandenen Tabula. Auf diese Weise ist 
es auch mbglich eine entsprechende Erganzung vorzuschlagen, wie 
sie unlen vorkommen wird. 

Diese Schriftreste wurden i. J. 1830 in den Mauern des Lo- 
renzberges gefunden nnd befinden sich gegenwartig im Antiqua- 
rium zu Augsburg. 






144 



(CL. PA)TERNVS CLEME(NTIANVS) 

PROC. AVG. 

(PROVINCIARVM IVDEAE. SARDI 

NIAE. AFRICAE. RAETIAE II) 

PRAEF EO ALAE SILIA(NAE) 

TORQVATAE. C. R. 

TRIB(VNO MILITVM) 

LEG (XI CLAVDIAE) 

(PRAEFJ 

(VALERIV)S SICCAT(VS) 
FECIT. 

l ) (Claudius Pa)ternus Cleme(ntianus), pro- 

curator augusti (provinciarum * 2 ) Judeae } Sardiniae , Africae 
Raetiae II) praefecto equitum alae silia(nae) torquatae civium 
romanorum, trib(uno militum) legionis (XI claudiae) (praef)ectus 
fieri (poni) jussi jussit ( Valeriu)s Siccat(us) fecit. 

v. Raiser, 0. D. K. 1835. S. 9. Tf. IV. Fig. 51. v. Hefner, obb. 

Arch. VII. S. 382. Taf. IV. Fig. I u. X. Dessen, rom. B. AufL 3. N. 

CXXXIV. Dessen, rom. Denkm. S. 251. IV . 2. Henzen, i. d. Jahrb. d. 
V. A. F. Com. XIII. S. 78. 

Anmerk. Aus der Schlussstellc Siccatus fecit gehl hervor, dass hier von 
einem Gebaude die Rede ist , welches auf Befehl des Provinzialpraeses er- 
richtet wurde. Dem zu Folge kann die Erganzung fieri od. poni jussit der 
Schlussstelle vorausgehen s. C a. v. Jussu , instantia III. 433. Wahrscheinlich 
war dieses Gebaude kein Tempel, sondern irgend ein militarisches z. B. Arma- 
mentarium N. 1457, oder ein biirgerliches z. B. eine Basilica etwa wie N. 1100. 
Die Anzeige, was es fiir ein Gebaude gewesen , stand am Anfange der Schrift 
vor dem Namen dcs Provinzialpraeses. 

2) Diese Erganzuug provinciarum Judeae, Sardiniae, Africae , Raetiae nach 
N. 2655. Henzen liest: Cl. Paternus Clementianus, procurator augusti, praefec- 
tus alae silianae torquatae civium romanorum tribunus militum legionis XI clau- 
diae . . . . S Siccatus fecit. — v. Hefners Lesung ist folgende: Cl. Paternus 
Cleme(nti), trib(uno militum) prae(fecto) eq(uitum) alae silia(nae) procu(ratori) 
au(gusti) leg(ato et) Torquatae c(onjugi) k(arissimae) . s Siccatus fecit. 



- 145 — 

2657. 

IIIM 

VI I 

(KETl 

EQVIA 

CIRESP. N 
PVBLICE 

Auf dem Fragment einer Steinplalte, aus den Umfangsmauern 
des Lorenzberges, aufbewahrt irn Antiquarium zu Augsburg. 

v. Raiser, Jahresb. d. 0. D. K. 1835. S. 12. Tf. IV. Fig. 54. v. Hef- 
ner, im oberb. Archiv VII. S. 384. 17. III. Fig. 3. Dess'en, rom. Bay. 
Aufl. 3. N. CCCXXX. 

Anmerk. Nach den Stellen RESP N u. PVBLICE wurde dieses Denk- 
mal einein verdienten Manne auf offentliche Kosten der Kespublica NN errichtet. 
Das Wort Respublica erscheint hier gleichbedeutend init Civitas N. 850 u. C, a. 
v. Civitates. Der mit N anlautende Name dieser Civitas steht noch zu ermit- 
teln. Die Stelle RETI deutet auf Raetia ( hier geschrieben RET ) die Provinz. 
Ist dieses vielleicht ein Ueberrest des Titels , welcher N. 2655 u. 2656 also 
vorkommt: proe. aug. provinciarum Lydiae, Sardiniae, Afncae, Raetiae, und sich 
auf den in beiden Inschriften genannten Cl. Patern. Clementianus bezieht, wel- 
cher, wahrend er dort als Stifter otfentlicher Denkmale erscheint , hier als Be- 
ehrter vorkommen wiirde? 



2658. 

FL. CLEMEN 
TIS. FILIAE. 
ATERISSAE 



{Diis Manibus) .... Flavii 1 ) Glementis filiae (et)f 
Aterissae 2 ) . . . . 

Auf einer fragmentarischen Platte, geL in der Urnfangsmauer 
des Lorenzberges und seit 1830 irn Antiquarium zu Augsburg be- 
findlicb. 

v. Raiser, im Jahresb. d. 0. D 4 K. 1838. S. 8. Taf. V. Dessen, 
0. D. K. I. 86. Boxler, S. 38. Inland, 1830. N. 293. S. 1224. Bayer. 

10 



— 141) - 

Annalen, 1833. N. 137. S. 1020. v. Hefner, iin oberb. Arch. VII. 380. 
Derselbe, daselbst I. 132. Dessen, rom. Denkm. S. 254. Dessen, rom. 
Bayern. 3. Aufl. N. CCXLII. 

Anmerk. 1) v. Hefner: Flaviae , Clementis filiae. Mit v. Raiser Jese ich 
wie oben nach der Analogie v. N. 2659 wo TIB. CL« iVI FIL. vorkommt. 
2) Aterissae scheint kein naehgesetzter Naine der Verstorbenen , sondern der 
einer andern Person zu sein, welche mit der Tochter des Fl. Clemens ein 
gemeinschaftliches Grabdenkmal erhielt. 



2659. . SOLI . 

TIB. CL TIB. CL. M 
FIL. 

(Deo) 8oli(invicto) l ) Tiberius Cl(emens) 2 ) Tiberii Clem(entis) 
filius . , . 3 ) 

Schriftreste auf einem Bruchstiiche ms der Umfangsmauer des 
Lorenzberges und im Antiquarium zu Augsburg befindlich. 

v. Raiser, im Jahresb. des 0. D. K. v. 1835. S. 12. v. Hefner, 
im oberb. Arch. VII, S. 383. Desscn, rom. B. 3 Aufl. N. CCCXVl. 

Anmerk. 1) C. a. v. Mithrus. 2) v. Hefner: Tiberius Cl(audius), in 
welchem Falle zu unleistellen ware, dass derselbe nach der Anaiogie v. N. 2654, 
2655, 2656 auch noch das Cognomen Clemens gefiihrt habe. Da indessen diese 
Familie Clemens nach der Insrhrift 2658 n. 2660 neben diesem Cogn. nur noch 
einen Namen fiihrt, so schlage ich obige Lesung mit dem Bemerken vor. dass 
gleiche Praen. Nom. Cogn. bei Vatern und Sobnen nicht zu den seltenen ge- 
horen z. B N. 2566. 3) Am Scbfusse nodi einige unleserliche Buchstaben 
wahrschcinlich M. F. C. uionumentum faciundum curavit. 



- 147 — , 

k 2()(30. Tl CL . . . Tl . 
VETE .... 
. RIB. MIL 
GEM 

. . ' . . . SA 

Gl seda 

(Diis Manihus) , Ti(ber4o) a{emen)ti } l ) veterctno (t)ribuno 
mil(itum legionia 17//) geminae *) .... sa 3 ) (conju)gi 
Sedatia .... faciundum curavit. 

Auf einem in der siidlichen Wand der Lorenzcapelle dahier 
befindlich gewesenen Bruchstucke , vvelches bei dereu Erweiteruug 
herausgenommen wurde und spaterhiu verschwand. 

Lautner, S. 189. Boxler, S. 8. Westenrieder Beitrage VII. 52. 
Intelligenzbl. des Illerkr. 1814. St. XXVII. S. 770, 771. v. Raiser, 
0. D. K. I. 85. v. Hefner, ira oberb. Archiv VII. 384. Dessen, rora. B. 
3. Auil. N. CCCLIV. 

Anmerk. 1) Eine andere Lesuug ist : Tiberio, Cleraentis filio. Die obige 
Lesung als Vorschlag nach der Aualogie N. 2658 u. 2659. 2) Vergl. N. 712 
und 2682 , sodann C. a. v. Legio. 3) Wahrseheinlich unrichtige Abschrift v. 

CONIV beziiglich auf den Wortrest IV] Gl. 



2661. D. M. 

PERPET . . S 



SECVNDINIO 
SEROTINO SECVN 
DI. ORDINIS. Q. VI 
XIT. ANN LXXXX 
DIES. XV . . . 

Diis Manibus (et) perpeiuae sfecuritati) Secundinio Serotino 
secundi ordinis x ) qui vixit annos LXXXX dies XV . . . 

Auf einem an der Westseite der Lorenzcapelle eingemauerten 
Grabsteine , dessen unterer Theil , worauf der Name des Stifters 
stai d, (eh!(. 

10* 



— 148 — 

Boxler, S. 8. In telligenzb I. des Isarkr. 1814. S 771. Leutner, 
S. 190. v. Westenrieder, v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 196. Des- 
sen, rom. Denkm S. 261. Dessen, rom. B. Aufl. 3. N. CXC, welcher 
allein eine richtige Abschrift giebt. 

Anmerk. C. a. v. Decurio. 



2662. . . AT RV . . . 

. . TATRVF . . 

.... At{ilius) Ru(fus) .... T(itus) At(ilius) Ruf(us) . . . ? 

Schriftreste auf einem Fragment , gefunden auf dem Lorenz- 
berge und gegenwartig im Antiquarium zu Miinchen befindlioh. 
Die Schrift ist roth ausgemalt auf eine Gypslage geschnitten, welche 
die Schriftseite des sehr porosen Tufsteins deckt. 

v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 197. Dessen, rom. Bayern. 3. Autt. 
N. CCCLXI. 



- 149 - 



2663. . M 

.... AE. SECVRI 

. . . SERCIAL. AELIANO 

RJONI. MVNICIPI. FVBL 

IA. CEIONIA. VINDELICA. FILIA. 

ET HERES. PATRI. SIC 

VD. TESTAMENTO. PRAI 

CEPEKAT. SESTERTIS 

VI MILIBVS. FACIENDVM 

CVRAVIT. 

Diis Manibus {et per/jetu)ae securitati Serciali Aeliano, de- 
curioni municipii l ) Pubiia 2 ) Cejonia Vindelica, 3 ) filia et heres 
patri sicud 4 ) testamento praiceperat 5 ) sestertiis 6 ) sex milibus 
faciundum, curavit. 

Dieser aus tlrei Stiicken bestehende Grabstein von hier, wel- 
cher sich ini Antiquarium zu Augsburg befindet, ist in der Form 
einer langlichen Gebaudeinschrifttafel gefertigt und gehorte als 
Einsatz in ein grosseres, wahrscheinlich mit dem Bildnisse des 
Verstorbenen geziertes Monument, welches nach Inhalt der Schrift 
6000 Sesterzen (^300 fl.) gekostet hatte. 

v. Raiser, im Jahresb. d. 0. D. K. 1835. S. 6. v. Hefner, im oberb. 
Arch. VII. 379. Dessen, rbm. Denk. S. 251. Dessen, rom. B. 3. Aufl. 
N. CLXXXIV. 

Anmerk. 1) n. 6) Am Ende der beiden Worter das 1. doppelt geltend. 
2) v. Hefner liest Publilia trib., weil das LI als doppelt fungirend angesehen vver- 
den konne. Der Name Publia diirfte jedoch als ein bekannter hier vorgezogen 
werden. 3) Ein auf das Geburtsland hinweisender Name, wclcher noch mehr- 
mals vorkommt z. B. 2619 4. u. 5. C. Sprachliches. 6) C. a. v. Lat. Bez. 
des Geldes nach Inschriften. 



150 - 



2664 - HORVS OPTATI 

FiL. SEQVAN. ANI 
VSARIA DAPHNIS 

Horus, l ) Optati jilius, Sequanus , 2 ) an(norum L) *) Usaria 
Daphnis 4 ) 

Auf einer PJatte, (Bruchstiick), gef. in der Umfangsmauer des 
Lorenzberges und gegenwartig im Antiq. zu Augsburg befindlich. 
Ueber der Schrift die zwei undeutlich gewordenen Abbildungen 
der beiden Verstorbenen. 

v. Hefner, Oberb. Arch. VII. S. 380. N. VII. Abb. Tf. III. Fig. 8. 
v. Raiser, Jahresb. 1835. 0. D. K. S. 7, Taf. V. Fig. 57. Boxler, S. 46. 
Inland, 1830. N. 295. S. 1233. Obb. Arch. I. S. 132. Note. v. Hefner, 
rbm. Denkmal (Fs, III. B.) S. 251. Dessen, rom. Bayern. 3. Auflage. 
N. CCLXXXVIII. 

Anmerk. 1) u. 4) Ueber diese Namen s. C. a. v. Namen ad 6 des 
II. Thls. und N. 1131. 

2 und 3) aniensi(tribu) zu lesen , halte ich die Wortstellungen des 
Namens Horus und des Cogn. Sequanus, der das Land der Abkuntt zeigt, in 
welchem kein der trib. an. angehoriger Ort vorkommt, nicht fur zulassig 
und schlage ich obige Lesung vor, da ich vermuthe, dass das I Ueberrest 
v. L ist. Die Lesung Ani(a) Usaria Daphnis entspticht wegen der zwei 
Gentilnamen nicht, wiewohl zuweilen nach C. a. v. Namen zu 7. II. 402. dop- 
pelte Nom. gent., dopp, Cogn. vorkominen. Bei der Aufstellnng dieser Inschriff 
wurde unter das Fragment ein anderes von zufallig gleicher CJrosse, aber 
verschiedenem Schriftcharakter und anderrn Material des Steins beigesetzt, fol- 
gende Inhalts: 

VXOR VIX ANN 

LXIV 

Nach v. Raiser hatte der verstorbene Conservator Dr. Beischlag dieses, 
wie er glaubte zu obigem Denkmale gehrrige Fragment beisetzen lassen. Es 
ist 1' hoch uud wie der obere Theil des Grabsteins 3' 1" breit. Nach v. Hef- 
ner, rom. Bayern N. CCLXXXVIII erscheint daselbst der Text dieses Fragments 
also: 

OB ANN 

LXIV 






- m - 

2665. 1) P. ATTI. — 2) CILLI F. 8) ILVANT. - 4) L, 
THV. - 5) PONE. - 8) IVCVO. 

Stempel aul' Gefassebnichshieken von samischer Erde des 
feinslen Materials, gelumlen 1809 auf dem Lorenzberg. s. C. a. v. 
Topfernamen. 

v. Hefner, kl. Denkm S. 292. Dessen, rom. Bayrrn. Aiifl. 3. 
N. DVIII — DXUI. 

Anmerk. 1) Pnblii Atti (Attii) se offieina. 

2) Cilli fecit. Dieser Name auf die Endigung I ist r\\ vergleichen mit 
den Namen Boddi Capi u. a. s. Verz. der Topfernamen. 

3) (S)ilvani sc. officina. 

4) Lucii Thu .... Bruchstiick. 

5) Pone d. i. Ponae officina. — Der Name Pona zu vergleichen mit den 
Namen Fesa, Fida u. a. s. Verz. der Topfernamen. 

6) zu lesen Jucundus oder Jucundi. Das wahrscheinlich ein verlessenes 
oder undeutlich gewordenes l). 






Ludenhausen. 

Ldg. Landsberg. 

2666. DEO 

MERCVRIO 

CIMIACINO 

ARAM TVRARIAM 

M. PATERNIVS 

VITALIS QVI 

AEDEM FECIT ET 

SIGNVM POSVIT 

V. S. L L. M. 

DEDICAT 111 CAL OCTORR 

GENTIANO ET BASSO COS 

Deo Mercurio Cimiacino 1 ) aramturariam 2 ) M. Paternius Vitalis, 
qui aedem fecit et signum posuit votum solvens laetus luhens merito. 
Dedicat(um) tertio calendas octohres Oentiano et Basso consulihus. 9 ) 



152 - 



Dieses Denkmal befancl sich unter der Traufe der -hiesigen 
Kirche, wo es vom Artilleriemajor Weishaupt entdeckt wurde. 
Seit 1834 befindet es sich im Antiquarium zu Augsburg. 

v. Raiser, im Jahresb. d. 0. D. K. 1835. S. 2. Jahresb. des V. 
v. 0. F. im Rheinlande. Ueft XVII. 175. v. Ilefner, im oberb. Arch. VII. 
404. Dessen, rom. Denkm. S. 257. Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. LXVII. 



Anmerk. 1) C. a. v. Mercurius. 
geziindet wurde. 3) 21 1 n. Chr. 



2) AUar auf welchem Weihrauch an- 



V 



Weilheim. 



Landg. Weilheim. 



2667. 



M. ANTONIN IMP. AVG 



Marcus Antoninus imperator augustus. 

Nicht mehr vorhandene Schriftreste , welche sieh nach Aven- 
tin in einem Holze bei Weilheim auf einer Pyramide oder einem 
Thurme befunden haben. 

Aventin, Cod. 1580 f. 123. 1567 f. 68. 1574 f. 48. Dessen, edit. 
1566 f. 151. 1580 f. 159. 1622 f. 317. 1719 p. 79. Apian, p. 440. 
Gewold, p 46. Ertl, Atl. S. 282. v. Pallhausen, Top. S. 248. Co- 
lestin, Rat. pol. S. 134. v. Hefner, im oberb. Arch. VII. 426 Dessen, 
rom. B. 3. Aufl. N. CXXVI. 



- 153 — 

Giinzlhofen, 
Ldg. Dachau. 

2668. . MP. CAESAR MARC . . VREL. 

ANTONINVS PIVS. AVG. TRIB. 

POT. IIII. PROCOS 

. . . G . . NOB . . . CAESAR 
VIAS ET. PONTES. REST. 
AB. AVG. N. P. 
XXXI 

(Imperator caesar L. Septimius Severus , pius Pertinax, au- 
gustuSy arabicus, adiabenicus, parthicus maximus, pontifiex maxi- 
mu8j tribunitia potestate VIIII, imperator XII, consul 11, pater 
patriae, proconsul et) imperator caesar Marcus Aurelius, Antoninus 
pius, augustus, tribunitia potestate IV 2 ) proconsul (et Publius Septi- 
mius) G(eta) nohHissimus caesar vias et pontes restituerimt, Ab 
Augusta millia passuum XXXI 

Schriftreste auf einer hinler Schongeising ohngefahr bei Gil- 
ching gestandenen Strassensaule, deren oberer Theil abgesshlagen 
ist. Dieses Denkmal soll bei Hattenhofen gef. worden sein , von 
wo es nach Gunzelhofen kam und bereits 1792 als Eckstein des 
Schlosses das. diente. Im Jahr 1830 wurde es von da in das An- 
tiquarium zu Mtinchen abgeliefert. 

v. Hefner, rom. Dkm. S. 253. Dessen, rom. B. Aufl. 3. N. CXLIII. 
Ders. , im oberb Arch. VI. S. 198. JN. XIII. Steger, diss. p. 18. We- 
gelin, I. p. 432. Brucker, Misc. p. 595- Westen ried er, IV. 383. 
Mannert, Gesch. v. Bayern. S. 87. Bergier, I. 62. Buchner, Dok. I. 
S. 55. 

Anmerk. 1) Diese Erganzung nach gleichzeitigen Inschriften (202 n. 
Chr.) von Isny N. 2454, Baisweiler N. 2460. Eggenthal N. 2461 und 2462, 
Rohrwang N. 2463, Ickstatten 2550, Bu gmannshofen 2551, mit dem Unterschiede, 
dass hier der rechte Titel des Geta ('nobilissimus caesar) weil oben im Texte 
ausdriicklich angegeben, statt des in jenen Inschriften unrichtig gebrauchten 
Titels Imperator, steht. 

2) v. Hefner liest in einem neuen Satze: ,,Vias et pontes restituerunt ab. 
Aug. m. p. XXXI." Ich schlage dagegen mit Bezug auf C. a. v. Strassen- 
saulen obige Lesung vor. 



- 154 — 

V a 1 1 e y. 

Ldg. Miesbach. 

2669. 1MP. CAES 

L. SEPTJMIV SEVERV. 

PERTINAX. AVG. ARAB. 

ADIAB. PARTHICVS MAXIM 

PONTIF. MAX. TR POT. Vllll. 

IMP. XII. CO . . . 

IMP. CAES . . . 

ANTON .... 

TR POT. 1111. D . . . . 

PVBL. SEPTIM S 

VIAS ET PCN. REST 

AB. AVG. M. D. 

LX 

Imperator caesar L. Septimius Severus Pertinax , augustus, 
arabicus, adiabenicus, parthicus maximus, trib. potest. IX y impe- 
rator XII, consul (II et) imperator caesar (Marcus Aurelius) 
Antoninus, (pius, augustus) trib. pot. IV, p(roconsul et) Publius 
Septimus (Geta nobilissimus cae)s(ar) vias et pontes restituerunt. 
Ab Augusta millia passuum LX. 

Nach Stichaner soll cliese Strassensaule im hofoltinger Forst, 
nach Andern zu Feistenhaar, oder in einem der beiden Ilelfendorf 
gefunden worden sein. Auf jeden Fall isl der Fundort nahe an 
der von Augsburg na,ch Salzburg ziehenden Romerstrasse zwischen 
Goggenhofen und Grosshelfendorf zu suchen (s. C. Fundorte). Sie 
befand sich i. J. 1763 auf dem Schlosse Valley, wo sie noch jetzt 
in einem bretternen Hauschen auf dem Schlossberge aufbewahrt 
wird. 

Monumenta boica VI. praef. T. IV. Fig. 6. Bayer. Annalen 1833. 
W. 47. S. 318. v. Hefner, im oberb. Arch. VII. 425. Dessen, rom. Bay. 
inschr. Denkm. i. d. Abhdl. d. I. El. der Akad. IV. II. Abth. S. 210. Des- 
sen, rom. Bay. 3. Aufl. N. CXLI. Buchner, Doc S. 57. 

Anmerk. Vergl. die Anmerk zu N. 2668, sodann die Inschriften N. 
2451, 2460, 2461, 2462, 2463, 2550, 2551. 



165 

Sechtenau. 

Dorf. Lg. Aihlinpr. 

2670. . . . AES L S . . . 
SEVERVS. PIVS 
AX AVG ARAB. ADI 
MAX. PONTIF MAX TRIB. 
VIIII. IMP. XII. COS II. PP. PR 
MP. CAES. M. AVRELI ANTON 
VS. PIVS. AVG. TRIB. POT. IIII. 
OCVS. ET 

(lmperatore) aesar Lucius S(eptimius) Severus , pius , Per- 
tinax, augustusj arabicus) adi(abenicns parthims) maximus, pon- 
tife.r maximus, trib. potest. IX ') imperator \1I, consul II, pater 
patriae, proconsul (et) imperator caesar M. Aurelius 2 ) Antoninus 
piuSj augustus, trib. potest. \V, ^p)roconsul et [Publius Septimius 
Geta nobilissimus oaesar pontes et vias restituerunt. Ab Auyusta, 
millia passuum . . . . ) 

Auf dem Fragmcnt eirier Sfrassensaule, vonnals in dcr ausse- 
ren Wand der hiesigen Kir6he und seit 1810 im Anliquarium zu 
Miinchen befindlich. 

Buchner, Doc. S 62. Bayer. Annalen. 1838. S. 272. v. Stichaner, 
Samml. I. 30. v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 242. Dessen rom. Denkm. 
S. 262. Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. CXL. 

Anmerk. Vergl. W. 2454, 2460, 1462 2463, 2550, 2551, 2668, 2669. 
2) v. Hefner, giebt AVRELL , die Zeichnung dagegen AVRELI. VVurde der 
Strich I nach L Ueberrest von L sein, so ware dieses ein Diplasiasmus s. C. 
a. v. Verdoppelungen II. 410, wo Aurellius mitangefiihrt wird. 



— 156 — 

2671. . . V . . . 

. . NVS' . P 
. . ERA . . 

Schriftreste auf einer Strassensaule, welche als Unterlage einer 
Briicke iiber die Acher diente und i. J. 1807 in das Antiquarium 
zu Miinchen gebracht wurde. 

v. Hefner, i. oberb. Arch. VI. S. 244. Dessen, rom. Denkm. S. 282. 
Dessen, rom. Bay. Aufl. 3. N. CCCXXXI. Stichaner, Samml. I, S. 86. 
Bayer. Annal. 1833. S. 272. 

Anmerk. Diese Ueberreste deuten auf eine Jnschrift des K. Severus 
und seiner beiden Sohne. Es ergiebt sich dieses aus der Erganzung , wie sie 
nachst dieser vorgeschlagen werden kann : 

(IMP. CAES. MARC)V(S AVRELIVS 
(ANTONI)NVS. P(IVS. AVG. TRIB. 
(POT. IIII. PROCOS. ET. P.) 
(SEPTIMIVS G)ETA( NOB. CAESAR 
Die Stelle ERA ist zu verbessern in ETA und kann nicht erganzt werden 
mit IMPERATOR denn fiir dieses Wort erscheint stets die epigraphische Ab- 
kiirzung IMP. Mit dieser vorgesehlagenen Ergiinzung vergl. N. 2454, 2460, 
2462, 2550, 2551, 2668, 2639. 



Ellmosen. 

Ldg. Aibling. 

2672. D.M 

MARCELLO 

PRIMANIVr 

VIVA FECIT SIBl 

ET MAT. SECCIO 

H M. II. N. S 

Diis Manibus. Marcello Prima, x ) Nivii(filia^ viva 2 )fecit 
sibi et Matto^) Seccio. Hoc monumentum heredes non sequitur 4 ) 

Auf einem altarformigen Grabstein, weleher sich an der hie- 

sigen Kirchhofsmauer befand und gegenwartig im k. Antiquarium 

aufbewahrt wird. Auf jeder der beiden Seiten des Steines ein 
untertauchender Delphin s. C. a. v. Grabschriften. 



— 157 — 

Wiener Ifthrb. S. 290. v. Ilefnef, im oberb. Archtv. VI. S. 193. 

Desson, rotn. Dcnkm. S. 250. Dcsscn, rom. Bay. Anfl. 3. N. CCLXXX. 

Lnmerk. 1) Fflr die Lesung Prima , Nrvii filia <lio Bemerkung, dass bci 
Gruter 821, 5. der Name Nivta, oach welchem auf einen Namen Nivius eu 
sohliessen, vorkommt. Konnte auch herssen Prima Nivfa. 2) Dor Sinn ist: Prima 
Nivia viva fecil sibi el Mareollo oi Matto Seccio. 3) Der Nanaa Mattns N. 779. 
41 Obige Siglen bei Orelli 1389 mit Worten wie fpigt: HOC MONVMENTVM 
HEREDEM NON SEQVITVR. 



Prutling. 

Lrig. Rosenheim. 

2673. VICTORIAE. AVGVSTAE. 

. . . RVM. PRO. SALVTEM. 

. . IN. MAXIMINI. ET C 

. . STANTINI. ET LICIN! 

. . . PER. AVGG. AVR. SENECIO. 

DVX. TEMPLVM. NVMINI. 

. . IVS. EX VOTO. A NOVO. FIERl. 1VSSIT. 

PER. INSTANTIAM VAL SAM 

BARRAE. P. P. EQQ. DALM. AQ. 

VESIANIS, COMIT. L L. M 

OB. VICTORIA. FACTA. VK IVLIAS. 

ANDRONICO ET PROBO COS- 

Victoriae augustae x ) sacrum. Pro salutem 2 ) (pr)in(cipum) 
Maximini et Constantini et Licinii (sem)per augustorum. Aure- 
lius Senecio, dux, 3 ) templum numini ejus ex voto a novo fieri 
jussit per instantiam 4 ) Valerii Sam(ii) Barrae, praepositi equi- 
tibus dalmatis aquesianis comitatensibus 5 ) laetus lnbens nierito 
ob victoria facta 6 ) quinto kalendas julias Andronico et Probo 
considibus. 7 ) 

Auf einer bei Erweiteruno der hiesigen Pfarrkirche 1848 ge- 
fundenen Urne von weissrothem Marmor und daselbst dem Tauf- 
steine geacnuber aufoestellt. Beide Seiten des Denkmals sind mit 
Schildern, Schwertern , Lanzen und je einem gehfirnten Ilelme 
(Cornicularhelme) geziert, unter welchem ein menschliches Ohr 
abgebildet ist. 



- 158 — 

v. Hefner, Inseiiriften mit Bemerkungen. S. 186. Dessen, rom. Bay. 
1\. LXXXVIII. 

Antnerk. 1) C. a. v. Augustus. 2) u. 6) C. a. v. Sprachliches. 3) C. 
a. v. Castra, Militarverwaltungsbezirke. 4) C. a. v. Jussu, mstantia. 5) Notit. dign. 
6) Die Nanien dieser Consuln fehlen in den Fasten. v. Hefner bemerkt: aus 
der Geschichte der auf dem Denkmal genannten Kaiser ergiebt sich, dass die 
Errichtung desselben auf den 27. Juni 312 n. Chr. zu setzen ist. 



H o p p i n g. 

Ldor Rosenheim. 

2674. 

1VL. T. F SEPTIM 

AMANDVS. EQ. R. 

ET BASSVS. POS. 

[Diis Manibus . . . ) Julio *) Titi filio, Septijno, Amandus 1 ) 
eques romanus et Bassus posuerunt. 

Nicht mehr vprhandenes Denkmal von hier. 

Aventin, die Ausg. des Codex bav. v. J 566 f. 142. 1567 f. 81. 1574 

f. 83. Dessen, Edit. v. 1574, p. 155. 1830, p. 73. 1615, p. 59. 1627, 

p. 59. 1710, p. 85. Reinesius, p. 421. Buchner, Doc. S. 59. Bay. 

Annal. 1833. S. 295. v. Hefner, rom. Denkm. Oberb. II. S. 395. Des- 
sen, rom. Bayern. 3. Aufl. N. CCCXXXIV. Katancsich, 1. 110. 

Anmerk. 1) oder Julii , Titi filii , Septimi. Aventin giebt IVL ET 
SEPTIM, Reinesius dagegen wie oben. Die erste Zeile ist offenbar der Ueber- 
rest des Vordersatzes der Grabschrift, welche den Namen des Verstorbenen 
im Gen. oder Dat. enthalt und mit dem Cognomen Septimus oder Septimius 
schliesst. 2) Da der Name Bassus ohne Praenom. und Nom. gentil. steht, so 
muss der des Amandus in gleicher VVeise verstanden und von dem Namen 
Septimus getrennt werden. Indein ich diese Lesung vorschlagc, fiihre ich an, 
wie v. Ilefner liest: . . . Julius , Titi filius, Septimus Amandus, eques roma- 
nus el Bassus posuerunt. 



— iryj - 

•2075. I). M. 

SEfXIMIAE. 
TYCIIIv QVAE 
VIXIT. ANNIS. 

xxxv. l. ski» ri 

MIVS. IVLI.Y 

NVS. COMV 

Gl. ET. LIRERT 

KARISSIMAE. 

Diis Manibus. Septimiae T/jche ') quae vixit annis XXXV. 
Lucius 2 ) Septimius Julianus, conjugi et lihertae /.•arissimae. 

Auf einem altarformigen Grabstein ; vvelcher vormals in der 
i. J. 1802 abgebrochenen Dorfcapelle (sie lag in der Riclitung nach 
Aitincr liin) als Opferstock stand, daselbst einige Zeit unter freieni 
Hinnnel aufgestellt war und 1808 in das k. Antiquarium zu Miin- 
ehen kam. Oben eine Verliefung mit sich kreuzenden Rinnen und 
eisernen Klammern als Reste eines nichl mehr vorhandenen Deckel- 
verschlusses. 

Aventin, Cod. 1560 f. 152 155; l 8!. 1571 f. 62. Dessen, Edit. 
1554 p. 116. 1566 p. 157. 1580 p. 75. 1615 p. 39. 1622 p. 327. 1710 
p. 88. Apian, p. 118. Gcwold, del. p. 1. Reinesius, p. 780. Hei- 
necius, I. 295. JSrtl, Atl. 8, 222. Intell. 1806. VII. S. 105. Buchner, 
l)oc. S. 39. B. Annalen, 1833 S. 295. v. Hefner,Dkm. Ob. B. I. S. 208. 
Pessen, rom. B. :\. Aull. N. CCXCVIII. K a ta n cs ich , I. 110. 

Anmerk. 1) Bekannler Sclavenna-tneu von einigcn oben alleg irten Herain- 
gebern unrichtig TVCHAE geschrieben. 

2) Die Abbildung giebt unrichtig. Z 5 XXXVI. st. XXXVL. eben so un- 
richtig auch alle andere Herausgeber. v Hefner allein richtig XXXV L. 
Ueber die unrichtige Zeilenabthciiung und andere Fehler, welche durch v. Hef- 
ners Edition bestatigt erscheinen, s. dessen Berichtigungen. 



- 160 - 

L u e g. 

Ilof bei Marwang. Ldg\ Rosenberg. 

2676. CVPITO SECVNDI 

OBITO ANNLXXXI 

ET AVETONIAE 

ROMANE MATRI 

SECVNDVS F F 

Cupito, Secundi (Jilio) obito annorum LXXXl et Avetoniae 
Romane matri Secundus filius fecit. 

Nicht mehr vorhandene Grabschrift , gefunden 1724 in Sub- 
struktionen rom. Gebaude. 

v. llefner, im oberb. Arch. VII. S. 127 f. Dessen, rom. Bay. inschr. 
Denkm. IV. B. 11. Abth. d. Abh. d. k. Ak. 1. Classe. S. 224. Dessen, 
rom. Bayern. Aufl. 3. N. CCXl. 

Anmerk. Eine Avetonia Veneria bei Gruter 789 Nr. 9. 



— 161 — 

Westerndorf. 
Bri Rosenhcim, wo rnan in den Jaliren 1808 und 1815 cine 
rom, Tflpferei und grosse Vorralhe meistens zerbrochener Gefasse 
von samischer Erde fand. 

v. Slicbaner, Samml. rBm« IVnkm. II. 9 f. Taf. XJII. und 
XIV. 

2677. 

AGEISILVS FE: — AMK) FE. — APRICVS (oder AFRICVS) 

FECIT. - AVGVSTVS F. BELLVS FEC. — CALLO F. - 

CINGES F. — CLEMENS F. COMITIALIS. — CSSEROT — 

CSSBELATVLLVS F. - CSSELENIVS — CSSIANVS F. — 

CSSMAIANYS F. — CSSMARCELLIANL — CSSMARCELLINI. — 

CSSSEDATVS F. — CSSVDLVGESVS F. -~ ELENIVS F. — 

FIDANVS FCE (sic) - LILLVS FEC. - LIMA F. — LIVIVS F. 

LVCCEIVS F. — LVCCEVn F. — LVCCEVS F. — LVPPOF. — 

MANICIVS FECIT. — MARCELLIN F. — MARCIAN F. — 

MATERNIAN F. MATTO FC - MATVGE FIG 2 ) — 

MVSCELLA F. — NASSO. F. — NOCTVRNVS F. — 

PENTIVS FEC. — PRIMITIVS. — RIPANVS F. - SACERO F. 

- SECVNDINVS F. — SEVERiNVS - TARVAC F. — 

TERTVL F. — TERTVLLVS F. - TERTVLE 3 ) 

Topfernamen auf Gefassen, mit Stempel eingedriickt, gefunden 
auf der Slatte einer rom. Topferei dahicr und im Antiquarium zu 
Munchen aufbewahrt. 

v. Stiehaner, a. o. B. v. Hefner, im oberb. Archiv VII. 291. Dess«, 
r. Bayern. 3. Aufl. S. 279 f. 

Anmerk. I) Die vor den Namen Beliatulus, Elenius, Janus, Majanus, 
Marcellinianus, Marcellinus, Sedatus, Udlagesus stehenden -Siglen CSS zu lesen 
Cajus Sulpicius ? sigillator ( oder einen andern Namen des Sigillator mit dem 
Anfangshuchst. S) s. C. a. v. Tbpfernamen II. 454. 2) Matuge(ae) figulina. 
Die gewohnliche Bez. ist: officina oder fabrica. 3) Tertu)ej(us). 



tt 



— 162 — 

2678. VENERI 

Auf dem Bruchslucke einer Schale von t. s. aus der rom. 
Topfereistalte dahier und im Antiquarium zu Miinchen aufbewahrl. 

v. Stichaner, a. a. 0. v. Hefner, rom. B. 3. Anfl. S. 280. 

Anmerk. Wird an den bemerkten Orten unrichtig unter den Topfcrnamen 
aufgezahlt. Vergl. N. 2588 wo der Stempel: CERERI SACRUM auf einem 
Gefasse. Obiger Stempel auf gleiche Weise zu deuten. 



2679. AGESILVS FIG 

Agesilus figulus. 

Griffelinschrift auf dem Ringe einer gebrannten Thonrohre 
von conischer Form ; der Ring ist ablosbar und wird mit einem 
thonernen Stbpfel geschlossen. Gefunden dahier und in dem k. An- 
tiquarium zu Miinchen befindlich. 

v. Stichaner, Sammlung. 2. Heft. S. 11. Tf. XVI. v. Hefner, rom. 
Bayern. Aufl. 3. N. DLX 

Anmerk. S. C. a. v. Zieglerstempel. 



Rosenheim. 

Ldg. das. 

2680. LVPATI. 

Auf einem Steine, gefunden in der Nahe des Bades dahier und 
in dem Antiquarium zu Miinchen befindlich. 

Sammlung, rom. Denkm. 2. Heft. S. 8. Tab. XI. v. Hefner, riim. 
Bay. Aufl. 3. N. CDXX. 



-- I 63 - 

R o t t. 
LdgT. Wasserbwg. 
6281. D. M 

ET. PEKPKTVE S 
CORNELIO C . . 
7LEG. XX. MIL . 
PRETORIO. M . . 
AN. IIII. VIXIT. A 
CERVNT CO . 
NICEPHORV . . 
PRAEPES LIBE . 
PATRONO . B . . 
RENTI. MEM . . 
POSVERVNT. 




Diis Manibus et perpetue securitati. Gornelio G(eruntio), 
centurioni legionis XX mil(iti) pretorio. M(ilitavit) annos IV, 

vixit annos Qeruntius l ) Co . . . Nicepkorus Praepes li- 

berti patrono benemerenti memoriam posuerunt. Ossibus sit tuis 
terra levis. 2 ) 

Dieser Grabstein, eine Platte, auf deren rechten Sehriftseite in 
jeder Zeile Buchstaben weggemeisselt wurden, befand sich schon zu 
Aventins Zeit im hiesigen Kloster. Landrichter Klockl liess ihn 1808 
in seine Wohnung bringen, von wo er epater in das Antiquarium zu 
Miinchen kam. 

Avcntin, ed. 1554. p. 116 in den Editiouen von 1566, 1580, 1615, 
1622, 1627, 1710, ferner in Dessen, Cod. bav. v. 1580 f. 151 und den spat. 
Edit. v. 1567, 1574. Apian, p. 443. Gruter, p. 538, 6. Lazius, Com. 
p. 573. Gewold, p. 41. Sehedius, ed. 1728 p. 570. ed. 1648 p. 448. 
Ertl, S. 224. Buchner, Doc. S. 59. v. Weslenrie d er, B. I. 75. 
v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 239. Tf. II. Fig. 23. Dessen, rom. Dkm. 
S. 261. Dessen, r. Bay. Aufl. 3. S. 157. 

Anmerk. 1) Diese Stelle als Name zu fassen, scheint richtiger zu sein, 
als fecerunt Cornelius INicephorus etPraepes liberti zu lesen, weil durch memo- 

11* 



— 164- - 

riam posnerunt die Handlung der Stiftunc und Errichtung ffenuffsam anorezeigt 
und dieses Zeitwort in Verbindung mit memoriam d. i. monumentum , sepul- 
crum vergl. N. 1137, 2597, 2(320, an die rechte Stelle gesetzt ist, fecerunt da- 
gegen hier satzwidrig und iiberflussig vorkommen wurde. Der JName Geron- 
tius (hier Geruutius) kommt N. 2477 vor. 2) Vergl. N. 2601. 



K r a i b u r g. 

Marktfl. u, Schloss bei Wasserburg, in alteren Zeiten Kran- 
burg und Krainburg genannt. 

2682. , LOD. MARIANO. 

. RVMENTARIO 
. EG. VII. GEM 
LVCANIVS. 
LAVRENTIVS. 
FACENDVM. CUR. 

(C)lodiv Mariano, (f)rumentario legxonis VII geminae } Lu- 
canius Laurentius faciendum curav>it. 

Zu Aventins Zeit bei dem hiesigen Schlossc gefunden und im 
Kloster Attl aufbewahrt , von hier 1803 an die k. Akademie zu 
Munchen abgeliefert und spater in das Antiquarium daselbst trans- 
ferirt. 

Aventin, ed. 1554 p. 115 u. d. f. von 1566, 1580, 1615, 1622, 1627, 
1714. Dessen, Cod. bav. 1560 f. 150 n. d. f. 1567, 1574. Smet, f. 168. 
Gruter, 537, 8. Mon. hoic. I. 261. Apian, p. 446. Act. pal. IV. 50. 
Ertl, Attl. S. 228. Buchner, Doc. S. 60. v. Hefner, im oberb. Arch. 
VII. 179. Tfc I. Fig. 4. Dessen, rom. Denkm. S. 246. Dessen, r. B. 
3. Aufl. N. CLXXXVII. 

Anmerk. 1. C. a. v. Frumentarius. 2) Einige lesan FACEVNDVM, der 
Stein giebt aber deutlich FACENDVM mit Hgirten N und D und ausgelassenem 
oder vielleicht mit E ligirtem und an dessen Fulcrurn erloschenem I. 



- 163 - 

2683. FT. L. OASS. PO 

TENTIXVS. 

II VIR 

CILONE II ET 

LIBONE. COS. 

XV. KAL. NOV. 

. . . et Lucius Cassius Potentinus , duumvir Cilone iterumet 
Libone consulibus decimo quinto(ante) kalendas novembres. 

Anf einem Altare, dessen oberer Theil ybfjeschlagen isl. Nach 
Aventin soll er bei Kraiburg o-efunden nnd nach Attl gehrachl 
worden sein, wo man ihn i. J. 1830 an der Aussenseite i\ev Kirche 
eingemauert fand. Gegenwartig in der Vorhalle dieser Kirche. 

Aventin, im Cod. bav. v. 1560 f. 151. 1567 f. 80. 1574 f. 61. 
Dessen, Edit. v. 1554 p. 115. 1566 f. 152. 1580 f. 139. 1615 p. 59. 
1622 p. 326. Apian, p. 446. Gruter, 386, 1. u. p. 497. N. 13. Smet;, 
f. 161. Fuchs, II. 143. Lehne, I. 270. N. 56. Buchner. Doh. I. 60. 
Kiitaucsich, I. 102. v. Ilefner, im oberb. Archiv. !. 150. VII. 372. 
Dessen, rom. B. 3. Aufl. N. CCCXIIL 

Anmerk. Fuchs und Lehne setzen den Fundort unrichtig nach Kronberg 
am Taunus s. N. 659 d. Werkes. Da naeh einer Sage von Attl dieses und das 
vorhergehende Denkmal im nahe gelegenen Dorfe Kornberg ( nicht Kronbcrg 
wie b N. 659 steht) , gefunden worden sein soil, ( Aventin giebt Krainburg, 
jetzt Kraiburg) so entstand bei Fuchs und Lehne der Irrthum , zu dessen Be- 
seitigung diese Inschrift geflissentlich bei N. 659 angefiihrt worden ist , was 
ich hier als Verwahrung gegen Kleins Bemerkung „diese Inschrift sei zwar 
dem rechten Fundort z.ugewiesen, aber dennoch unter den nass. Iuschriften nume- 
rirt worden" (Annal. d. nass. V. IV. Ilft. 2. S. 330*') anfiihre. 



— 166 — 

Tittlmoos. 



Ldor. Wasserburar 



*■ 



2684. LI 

ET. L. VIR. MAXIMIA 

NVS. DEC. IVR. DIC. CIV 

IVV. ET. VIR. MODERA 

TA ET SIBI VIVI FECE 

RVNT 

. ♦ li . . . obito et Lucius Vir(ius) Maximianus, decurio 
juri dicundo *) civitatis Juv(avensiuni) 2 ) et Viria Moderatd et 
sibi vivi fecerunt. 

Auf einem altarformigen Grabstein, welcher sich in der Tumba 
eines der Seitenaltare der Filialkirche dahier befand und 1845 von 
da herausgenommen und ausserhalb der Kirche aufgestcllt wurde. 

v. Hefner, rom. Denkm. S. 221. Dessen, Uenkm. Oberb. II. S. 429. 

Tf. III. 31. Dessen, rom. Bayern Aufl. 3. N. CLXXXM. 

Anmerk. 1) C. a. v. Municipalamler 2) C. a. v. Civitates insb. K. 2714. 
wo IVVAVENSIVM. 



Partenkirchen. 

Ldg. Werdenfels. 

2685. IMP 

L. SEPTIM .... 
PERTINAX .... 

ADIAB 

PONTIF 

IMP. XII 

IMP. CA . . . . • 
TO 

Imperator caesar L. Septimius Severus , Pertinax (arabicus) 
adiabenicus , (parthicus) pontifex (maximus trib. pot. VIIII) 
imperator Xll (consul II et) imperator caiesar M. Aurel. An)to 
(ninus, pius, felix, augustus , parthicus , britannicus germanicus 
■max. pontif. maximus, trib. pot. X VIII , pater patriae, proconsul 
vias et pontes restituerunt. 2 ) Ab Auyusta m. p. CX 2 ). 



- 1(17 - 

Nicht inehr vorhandenes Denkmal , welches sich zu Apians 
und Aventins Zeiten dahier befand. 

Aventin, Cod. bav. v. 1560 f. 149. v. 1567 f. 80. Dessen, Edit. v. 
1566 f. 157. v. 1580 f. 163. v. 1622 f. 325. Apian, p. 448. Welser, 
v. 1594 p. 269. v. 1682 p. 420. Werlieh, S. 75. Grnter, p. 158. 1. 
Gewold, del. p. 179. Ertl, Atl. S. 226. Limbrunn, S. 123. v. Pall- 
hausen, Top. S. 226. Resch, An. Sab. I. 654. Wegelin, I. 436. 
v. Hefner, Denkm. Ob. B. 11. 409. Derselbe, im oberb. Archiv VII. 409. 
Dessen, r. B. Aufl. 3. N. CXLIV. 

Anmerk. Die Erganzung nach dem Steine von Mittenwald N. 2686. 
v. Hefner erganzt iin oberb. Archiv VII. 409 nach dem Steine von Yalley N. 
2669. Riicksichtlich der Tribunatbestiminung s. C. a. v. Inschriftdenkm. des 
K. Severus u. s. Sohne. 2) Nach Welsers Vorschlag AB AVg. M. P CX, nach 
dem Aventins dagegen A. T. M. P. IJII d. i. a Teurnia (Lurnfeld in Karnthen) 
millia pussuum LIII. Denselben Zusatz giebt er auch bei der nachf, lnschrift 
N. 2686; diese Zahl (5300 Schritte) passt aber auf keinen dieser beiden Steine. 
v. Hefner schlagt daher vor, bei obigem Steine nur nach Welser. Ab Aug. M. 
P. CX und dagegen bei dem nachf Steine A Tenrnia M. P. LXXX (nicht LIII) 
anzunehmen. Hiernach wiirde bei diesen zwei Fundorten Fartenkirch<m und 
Mittenwald eine Scheiduug der Grenzen zweier Civitates anzunehmen sein, wo- 
nach der partenkircher Stein zur Civ. Augusta (Augustanorum) inithin zur 
Prov. Raetia II und der mittenwalder zur Civ. der Hauptst. Teurnia, uiitliin zur 
Provinz Noricum gehort hatten, womit zu vergl. Anm. I. zu N. 2460. 



- 168 — 

Mittenwald, 

Ldg, Werdenfels. 

2686. IMP. CAESAR. 

L. SEPTIMIVS. SEVERVS. 

PERTINAX. AVG. ARAB. 

ADIAB. PARTHICVS. MAX 

PONTIF. MAX. TRIB. POT. VIIII 

IMP. XII COS. II 

ET IMP. CAES. 

M. AVR. ANTONINVS. PIVS. AVG. 

FELIX PARTH. BRIT GERM. MAX^ 

PONT. MAX. TR!B. POT . . . P. P 

PROCOS. 

Imperator caesar L. Sept. Severus Pertinax augustus. arab. 
adiab. parth. max. pontifex max. trib. pot. VlIIl, xmp. XII con- 
sul II et imperator caesar M. Aurelius Antoninus, pius, augustus, 
felix, parth. hrit, germ,. max, pontifex max. trib. pot. (XVIll) 
pater patriae, proconsul (vius et pontes restituerunt. ') A Teurnia 
m. passuum LIII 2 ). 

Nicht mehr vorh. Denkm. , welches nach Aventin dahier ge- 
funden und auf K. Maxirnilians I. Befehl nach Innsbruck ge- 
gracht worden ist. 

Aventin, C. bav. v. 1560 f. 6. v. 1567 f. 79. Die Edit. v. 1566 f. 1 56. 
v. 1580 f. 163. v. 1622 p, 325. v. Pallhnusen, Top. S. 220. v. Hef- 
ner, im ober. Arch. VII. 406. Dessen, v. Denkm. S. 258. Dessen, rom. 
B. Aufl. 3. N. CLIV. 

Anmerk. 1) S. N. 2685 Anmerk. 1. 2) Aventin selzt hinzu A. T. M. 
P. LIII. v. Hefner schlagt vor, etwa A. T. M P LXXX zu notiren, s. Anm. 
2 zu N. 2685. Wegen rler Tribunatsbst. s. C. a. v. Inschriften des K. Severus 
u, s. Sohne, 



- 109 — 

Tittmanning. 
Ldg. Tittmanning. 

2687. \YMPH1S 

C. L. H. 
V. S L. M 

Nymphis C. L, H. x ) votum solvit lubeyis merito. 

Gciundcn 1815 im ,,Steinbruchanger'f bei Tittmanning und im 
Ratbhaussaale daselbst befindlich 

v. Koch Sternfeld. Zur bayr. Fiirjst. (Jeseh S. 74. Sei d el meier, 

Verz. antiq. Ftinde im oberb. Arch. I. 198. Tf, II. Fig. 4. v. Hefner, im 

oberb. Areh. II. 265. VII. 423. Tf. III. Fig. 18. Dessen, rom. D. Salzb. 
S. 11. Dessen, rom. Bay. Antt. 3. N. C. 

Anmcrk. 1) Ver.gl. N. 881 und 1280, wo ebenfalls nur die Anfangs- 
buehstaben der Namen weihender Personen vorkommen. Da in der Nahe; zu 
Salzburg, Seeon, St. (leorgen der Name Honoratus und zu Feldkirchen N. 2708 
eine Lollia Hononita vorkommt, s. schlagt v Hefner vor Cajus Lollius Hono- 
ratus zu lesen. 



- 170 — 

Freitmoos. 

Ldg. Titmanning. 

2688. Q. SABINIO 

CONSTITVTO 
ANN. LXXX 
CONSTANTI F 
ANN XXXET 
SEP ~~~ NDA FIL 
AN IX VET 



SABINIA OPTV 
LIBERTA ET HERES 
VIVAFECIT ET SIBI 

Quieto Sabinio Constituto , obito nnorum LXXX , Constomti 
filio y obito annorum XXX et Sep(timiae Sec\i)nda{e) filiae , 
obitae annorum XX, Veturia Sabinia Optuma liberta et heres 
viva fecit et sibi. 

Vormals in der Tumba des Hochaltars der hiesigen Kirche, 
gegenwartig am Eingange zum Begrabnissplatze. Zu irgend einem 
unbekannten Zwecke spaterer christl. Zeit ; wurde auf der Schrift- 
seite eine Hohlung und in derselben eine zweite etwas kleinere 
tiefere einoremeiselt. 

v. Koch Sternfeld, Z. Furst. Gesch. S. 73. Oberb. Arch. I. 275. 
Tf. III. IV. 143, 424. v. Hefner, r. B. Denkm. S. 158. Tf. I. 3. Des- 
sen, r. D. im oberb. Archiv II. 391. Tf. 111. 11. Dessen, r. D. Salzburgs. 
S. 43. Dessen, r. B. 3. Aufl. N. CCLXXXIll. 



- 171 - 

F a 1 t i n g. 
Ldg. Tittmanning. 

2689. 

. . . AFRI. F 

ANN. LXX. 
, . . QVENS. ET 
. . . 1A . FILI 

IANVARIA 

.... NIVGI 

V. p. 

. . . Afrifilius .... annorum LXX. (Obse~)quens et . . . . 
ia filii .... Januariae conjugi vivus posuit. (v. Hefner). 

Schriftreste auf einer Ara, welche sich am Baekofen des hie- 
sigen ,,Jagerbauers" befindet. 

v. Hefner, im oberb. Arch. II. 437 u. VII. 367. Dessen, rom. Dcnkm. 
S. 252. Dessen, r. B. Aufl. 3. N. CCCLV. 

Anmerk. Ieli schlage folgende Lesung vor: .... Afri filio, . . . an- 

norum LXX. (Obse)quens et . . . (Januar)ia filii et Januaria conjugi 

(et sibi) vivi posuerunt. 



F r i d o r f i n g. 
Ldg. Tittmanning. 

2690. D. 

MATVRA 

P. OB. AN . . . 
PRISC . ; . 
SEVER. 
VIV ET . . 

Diis (Manibus) Matura(ti) p(atrts) obiti annorum . . . . 
Prisc(us et) Sever(us filii) vivi et (sibi fecerunt). 

Vormals in der [<mfangsroauer des Kirchhofs der St. Johannis- 
kirche, gegenwartig in der Vorhalle derselben befindlich. Auf der 
Seite des Denkmals ein Krieger in Reliefabbildung, welcher in der 
linken Hand einen Staab (Pfeil o<ler Schwert?) halt, die rechte 



— 172 — 

unter die Brust legt und am linken Fus.se oberhalb des Knochols 
einen deutlich bemerkbaren Ring- tragt. 

v. Koch Stemfeld. zur Fiirstengesch. S. 71. v. Hefner, im oberb. 
Arch. 111. 258. VII. 393. Dessen, rom. I). Salzb. S. 39. Dessen, rom. B. 
3. Aufl. N. CCll. 



Surrheim. 



Ldg. Laufen. 

269!. IMP. D. N. C. VAL 

DIOCLETIANO 

. . VAL. MAXI 

MIANO P F 

. . . N . 
INVIC . . . 

. P. L . . 

Imperatoribus dominis nostris , ] ) Cajo Valerio Diocletiano 
(et) Valerio Maximiano, * 2 ) piis /(elicibus elementissimis n(ostris) 
inmc(tis) aug(ustis.) (A millia) p(assuum) L . . 

Gefunden 1805 auf dem hiesigen Kirchhofo und im Schlosse 
zu Laufen aufbevvahrt. 

Weilmeier, Lex. 11. 283 (mit unrichtiger Abschrift). v. Hefner, im 
oberb. Archiv 111. 265. VII. 421 in d. Abhdl. der k. Akad. zu Miinchen IV. 
2. Abth. 208. Dessen, rom. D. Salzb. S. 24. Dessen, rom. B. 3. Aufl. 
N. CLVIIl. 

Anmerk. 1) Die hier unterlassene Verdoppelung der Sieglen 1MP. D. 
N kommt auf Denkmalen der diocletianischen und auch schon in fniherer Zeit 
vor. 2) Da hier weder das Jahr der tribunicischen Gewalt angegeben ist, 
noch die beiden Caesares Val. Constantius und Val. Maximianus (minor) vor- 
kommen, so setzt v. Hefner die Errichlung dieses Denkmals mit Vermuthung 
in die Zeit zwischen 286, wo Diokletian den Maximian als Mitregent annahm 
und 292, als die genannten Casaren erwahlt wurden. 






— 173 

8 a a 1 d o r f 

Ldg. Laufcn. 

2692. 

D. M. 1VL. QVIETVS. VIV. FEC 

SIBI ET VERATIAE 

SEROTINAE. CONIVGI. ET 

VERATK). PKIMIONI. FILIO 

OBI ANN. XXX 

POSTERIS Q. SVIS. H. M. H. N. S. 

Diis Manibus. Julius Quietus vivus fecit sibi et Veratiae 
Serotiniae conjugi et Veratio Primioni filio obito annorum XXX 
posteris que suis. lioc monumentum heredem non sequitur. 

Auf einer vveissen Marmorplatte, vurmals um (1793) an der 
hiesigen Filialkirche eingemauert, i. J. 1844 auf das Universitats- 
gebaude zu Salzburg gebracht und seit 1807 im Anlikenkabinet zu 
VVien befimJlich. 

Vierthaler, Wanderungen I. 271. Arneth, Antikenkabinet zu Wien. 
S. 31. v. Hefner, im oberb. Archiv III. 261. VII. 419. Dessen, rom. D. 
Salzb. S. 32. Dessen, rotn. B. 3. Aufl. CCLXlll. 

Anmerk. Der Sohn Veratius fiihrt den Gentilnamen seiner iMutter. C. 
a. v. Namen. 



Tettelham. 

Ldg. Laufen. 

2693. . . . ONIS. LIB. DOMITIA . . . 
... AN. LXX. ET. MVRRAN . . 

ONI. TI. LIB. AVLA. ROMVL . 
. . . CO. ET . . . VNDA F. P. SS. 

. . . . onis liberto Domitiano annorum LXX et Murrano 

. . . oni Tiiberii) liberto, Aula JRomula . . . co(njux) et (8ec)u?i- 
da fiilia) posuerunt sestertiis . . . 



— 174 — 

An der ausseren sudlichen Wand der hiesigen Kirche seit un- 
bekannter Zeit verkehrt eingemauert , nach einer Abschrift des 
Pfarrers Pruckmeier zu Oettinp;. 

Weishaupt, im ober. Archiv HI. 92. 265. v. Hefner, im oberb. 
Arch. VII. 422. Dessen, rom. B. Aufl. 3. N. CCCLXI. 



Teisendorf. 



Ldg. Laufen. 

2694. Q. SEPTVLEIVS 

FAVSTVS ET 

ATTICA PLACIDl 

F. VXOR VIV FEC. SIBI 

ET. Q. SEPT. MARINO F. A. XIII. 

OBITO 

Quintus Septuleius l ) Faustus et Attica, Placidi filia uxor, 
vivi fecerunt sibi et Q. Se^jtulcio 2 ) filio annorum XIII obito. 

Vormals in der Mauer eines Pferdestalls im Dechanthof, seit 
1803 auf dem Universitatsgebaude zu Salzburg und jetzt im stadti- 
schen Museum das. befindlich. 

Kleinmayern, S. 67. Wiener Jahrb., 1829. Bd. 26. Anz. Bl. 91. 
S. 49. Schumann, Juvavia S. 282. Buchner, Doc. I. 64. Bayer. An- 
nale, 1833. N. 38. S. 246. DerFremde, in Salzb. S. 30. v. Hef- 
ner, im oberb. Archiv VII 422. Dessen, rom. B. N. 315. Dessen, rom. 
B. 3. Aufl. N. CCXXII. Dessen, rom. Denkm. Salzb. S. 33. 

Anmerk. 1 u 2) Bei mehreren Herausgebern unrichtig Septucius, Sep- 
tucus, Septulus. 



- 175 - 

L a u f e n. 

Ldor. Lauten. 

2695. IN MEMOR 

M. PROCVL 

STINI. M. PR 

CVL. MARTIAL 

DEC. M. II VIR 

ET. CAVIA IVS 

TINA PARENTES 

In memor(iam) Marci Proculi (Jus^tini, Marcus Proculus 
Mnrtialis, decurio municipii, duumoir et Cavia Justina parentes. 

Auf einem altarformigen Grabslein (Fragmcnt) gef. 1807 beim 
Bau des hiesigen Schosses und in einem Gewolbe desselben auf- 
bewahrt. 

Weilmeier, I. 402. v. Hefner, ini oberb. Arch. VII 403. Dessen, 
riim. D S. 167. Dessen, Denkm. Salzb. S. 30. Dessen, rom. B. Aufl. 3. 
N. CLXXXV. 



S 1 6 t t h a m. 

Ldg. Traunstein. 

2696. IN. H. D. D. I. 0. M. 

ARVB. ET SANCTO 

BED. VIND. VER'S 

BF. COS. LEG. II. ITAL. 

P. F. SEVER. EX VOTO 

POS. ID. MAIS. 

IMP. D. N. SEVE 

RO ALEXANDRO 

AVG. II. ET. MARCEL 

LO. II. COS 

In honorem domus divinae Jovi optimo maximo Arubiano et 
sancto Bedaio. ] ) Vindius Verus 2 ), beneficiarius consularis le- 
gionis II italicae 3 ) piae, fidelis, severianae ex voto posuit idibus 
mais imperatore domino nostro Severo Alexandro augusto iterum 
et Marcello iterum considibus. 4 ) 



- 170 - 

Auf einer Sandsteinplatle vormals in <\vr hiesi^en Johannis- 
capelle und seit 1818 im Antiquarium zu Munehen befindlieh. 

de Wal, Myth. S. 2 18. ]3 a yerisc he A n n a 1. 1838. S. 272. v. II ef- 
ner, irn oberb. Areh. VI. 254. Dessen, rom. Denkm. 8. 264. Dessen, 
Denkm. v. Salzburg. S. 3. Dessen, rom. B. Aufl. 3. N. XXIV. 

Anmerk. Vergl. N. 2703 u. 2689. C. a. v. Jupiter und u. a. Bedaius. 
2) Das wahrscheinlich aus Versehen des Steinmetzen hier weggelassene V ist 
durch einen Strich angedeutet. 3) C. a. v. Legio 4, 15. Mai 226 n. Chr. 



C h i e m i n 



Ldo\ Traunslein. 

2697. BEDAIO AVG 

SACR. ALOVN 

AR. SETONI 

VS. MAXIM 

IANVS. ET 

FIR. FIRMI 

NIANVS. II. VIR. 

PERPETVO. ET CORNEL. COS. 

Bedajo augusto J ) sacrum Aloun{is) 2 ) Ar(ius) Setonius Maxi- 
mianus et Fir(mius) 3 ) Firminianus duumvir Perpetuo et Cornelio 
consulibus. 4 ) 

Gefunden 1813 beim Ahbruche der Peterscapelle und seit 1816 
im Antiquarium zu Miinchen. 

v. Hefner, rom. Denkm. S. 248. Dessen, Denkm. Salzburgs. S. 12. 
Derselbe, im oberb. Arch. VI. 182. Dessen, rom. Bay. Aufl. 3. N. XCVIII. 
de Wal, Myth. p. 230. Jahrb. des V. v. A. F. im Rheinlande XI. 150. 

Anmerk. 1) C. a. v. Augustus u. a. v. Bedaius s. N. 2711. 2) (et) 
Alounis. Diese Gottheilen waren nach Mayer Verh. d. Regenkr. III. 131 Be- 
schiitzer der Salzquellen. 3) Ich schlage Firminius vor , denn die Namens- 
distraktionen sind folgende: Firmus, Firmius, Firminus, Firminius , Firminianus. 
Der vorgeschlagene Name steht dem letzten zunachst. 4) 237 n. -€hr. 



- 177 - 

Geiselbrechting. 
Weiler, 4 /a St. von der Stadt Traunstein. 
2698. Vorderseite. 

TAXAT. SINGVLI. SING 

A. D. XVII. K. IVLIAS. 

C. LAECANIO. BASSO COS 

M. LICINIO CRASSO FRVGI 

PAG II KAP. XVI 

ALAE. GEMELLIANAE. CVI. PRAEST 

Q. POMPONIVS. 0- F COL. RVFVS 

GREGALIBVS 

CATTAO BARDI F IIELVETIO 

ET. SABINAE. GAMMI. F VXORl EIVS IIELVETIAE 

ET. VINDELICO F EIVS 

Ef. MATERIONAE FiLIAE EIVS 

DESCRIPT.ET.RECOGNIT.EX.TABVLA.AENEAQVAEFIXAEST 

ROMAE 1N CAPITOLIO POST. AEDEM IOVIS 0. M. IN 

BASI. Q. MARCI REGIS PR 

Riickseite. 

L. LVCILI PROCVLI 

C. PACILI PRISCI 

Q. LVSI SATVRNINl 

L. RENNI ORIENTIS 

CN. CORNELI IONICI 

L. POMPONI HYGINI 

T. SEXTI PRIMI 

L. LVCILI ARISTONIS 

L IVCILI CHRESIMI 

(Nero Claudius, divi Claudii filius, trib. pot. X, consul IV, 
imperator 111 equitibus etc. dum)taxat singuli singulas , ante diem 
XV II. kal. julias C Laecanio Basso et M. Licinio Crasso Frugi 
consuhbus i) pagina 11, lcapite XVI, alae gemellianae, 2 ) cui prae 
est s ) Q. Pomponius, Q. fil. collina(tribu) , Rufus , gregolibus, +) 
Cattao, Bardi filio, Helvetio et Sabinae, Gammi filiae, uxori ejus, 
Helvetiae et Vindelico 5 ) plio ejus et Materionae , filiae ejus. 

12 



- 178 -- 

Descriptum et recognitum extabula aenea, quae Jixa est Romae in 
cajritolio post aedem Jovis optimi maximi in basi Q. Marci Regis 
pro(consulis). 

L. Lucilii Proculi, C. Pacilii Prisci, Q. Lusii Saturnini, L. 
Bennii Orientis, Cn- Cornelii Jonici, L. Pomponii Hygini, T. Sex- 
tii Primi, L. Lucilii Aristonis, L. Lucilii Chresimi. 

Dieses im Antiquarium zu Miinchen befindliche Bruchstiick 
einer Tabula honestae missionis (s. C. a. v. Tab. hon. m.) wurde 
i. J. 1842 von dem Besilzer des sog. Baumannsguthes bei Abtra- 
gung eines nachst dess^n Hoftrebauden lieg-enden Hugels gefunden. 
Zu dieser 6" 4"' hohen. l a 4'" breiten Erztafel gehorte eine 
zweite noch nicht aufgefundene, welche entweder oberhalb der 
vorliegenden befindlich , oder, was wahrscheinlicher ist, seitwarts 
derselben so angebracht war, dass beide Platten nach Innen zusam- 
mengeschlagen werden konnten. In diesem Falle lag, wenn beide 
Platten aufgeschlagen wurden , die vorgefundene mit obiger In- 
schrift, rechts. Von dem Worte DVMTAXAT stand die Anfangs- 
sylbe DVM am Ende der noch nicht aufgef. Platte. 

Foringer, im oberb. Archiv IV. 6. VI. 448. Bocking, in d. Jnhrb. 
d. V. v. 0. F. im Rheinl. III. 163. v. Hefner, rom. B. 3. Aufl. N. CLXII. 

Anmerk. 1) 15. Juni 64 n. Chr. im llten Regierungsjahre des K. Nero. 
2) C. a. v. Alae. 3) PRAEST s. C. Sprachliches II. 406. 4) Nach Bocking : 
die Angehorigen eines gemeinen Soldaten, ihn selbst mitgerechnet. 5) C. a. 
v. Namen. 



— 179 - 

Egerndach, 

Ldg. Traunstein. 

2699. V. F 

ACVTVS. L 

MARI NOBIL 

I. ET AMANDA 

DAMETAE. LIB. 

Vivi fecerunt l ) Acutus L. Mari{p) Nobili et Amanda Da- 
metae Ubertae. 

Vormals an der Kirche dahier , wohin es von dem auf dem 
„Hochgern" gestandenen Schlosse gekommen sein soll, gegenwailig 
im Antiquarium zu Mtinchen beiindlich. Ueber der Schrift die 
Brustbilder des Nobilis und der Dameta. 

v. Hefner, im oberb. Archiv VI. J 84. Dessen, rom. Denkm. S. 250. 
Dessen, rom. B. 3 Aufl. N. CCXCIX. 

Anmerk. 1) v. Uefner: Vivas fecit, s. C. a. v. Grabschrift. II. 396. 



Grabenstatt. 

Ldg. Traunstein. 

2700. 

BELLICVS SE 

CVNDI. F. V. F. S. 

IBI. ET. PAVLINAE 

CON. OB. AN. L. ET 

SECVNDINO. F. 

Bellicus, Secundi Jilius, vivus fecit sibi et Paulinae conjugi 
obitae annorum L et Secundino filio. 

Auf einer Platte, gefunden 1848 an der hiesigen Johannis- 
kirche. 

v. Hefner, im oberb. Arch. X. 284. Dessen, rom. Beyern. Aufl. 3. 
CCLXXUI. 



12* 



- 180 — 

I r s i n g. 
Ldg. Traunstein. 

2701. APOLLINI 

GRANNO 

. . . NA . . 

NI . . . . 

N . . . . 

II . . . 101 
V. S. L. L. M. 

Apollini Granno (et Siro^na^e 1 ) votum solvit 

laetus lubens merito. 

Aufein^m im Kloster Baumburg befiridlich gewesenen, von da 
auf den „Freithof" zu Irsing (vvo er als Weihwasserstein benutzt 
wurde) gebrachten und jetzt im Antiquarium zu Miinchen aufbe- 
wahrten Aitare. Auf der rechten Seite Apollo mit Lcier und Plekt- 
rum, auf der linken eine weibliche Figur mit einer Traube in der 
Rechten und drei Aehren in der Linken. 

v. Hefner, im oberb. Arch. VII. 399. Dessen, rom. Bayern. 3. Aufl. 
N. LXXIX. Bayerisehe Annal. 1833. S. 808. Becker, in d. Jalirb. des 
V. v. 0. Fr. im Rheinl. XX. 107 f. 

Anmerk. 1) v. Hefner: Pomonae, jedoch mit der Bemerkung, ich dachte 
an SIRONAE. Becker schlagt Sironae vor. Obgleich bis jetzt keine plastische 
Darstellung dieser Gottheit vorliegt , so sind es doch zwei von ihm hervorge- 
hobene Griindc, nach welchen diese Erganzung gerechtfertigt erscheint. Er 
bemerkt: 1J mit Apolio Grannus werden nur entweder Nymphae oder Hygia 
verbunden oder am haufigsten Sirona; sie war nach dicser Zusammenstellung 
mit Gewissheit eine keltische Heilgbttin Dieses schliesst jedoch nicht aus, in 
der weiblichen Figur mit Traube und Aehren, bei der Dunkelheit, welche auf 
vielen mytholog. Punkten des vermischten romisch-keltischen Gbttercultus ruht, 
die Sirona zu sehen. 2) Die Attribute der mutterlichen Elementargeister waren 
bekanntlich Friichte und Aehrenbiindel. Bei der Nothwendigkeit die Sirona 
nach Satz 1 dem AppoIIo beigesellen zu miissen, wiirde sie hiernach in dieser 
Auffassung mit den genannten Attributen ausgestattet, auf dem Steine abgebildet 
erscheinen. 



— 181 — 

H 3 g 1 w 5 r t h. 
Ld<r. Reichenhall. 
2702. I). I. M 

PRO. SALVTE. 

M. LOL. PRISCI 

FR. P. AVR. 

LVPERCVS 

L. L. P. 

Deo invicto Mithrae *) Pro salute Marci Lollii Prisci , fru- 
mentartiy 2 ) Publius Aurelius Lupercus laetus lubens posuit. 

Dieses Denkmal war im ehemaligen hiesiffen Kloster einge- 
mauert und wurde von da 'in die Ilausflur des Eigenlhuiiiers die- 
ses Klosters, Herrn Wienniger in Verwahrung- gebracht. 

v. Koch-Sternfeld, i. d. Bayer. Annalen. 1834. N. 144. S. 2074. 

Abh. der k. b. Akadem. , philop. Classe. IV. 1846. S. 163. v. Hefner, 

im oherb. Arch. VII. 396. Dessen, Denkm. Salzbnrgs. S. 10. Dessen, 
rom. Bay. Aufl. 3. N. CIX. 

Anmerk. I) v. Hefner: deo invicto Mithrae (deae Isidi matri). Icb gebe 
der ersten Lesung aus dem (irunde den Vorzug, vveil die dem Mithras gevvid- 
nieton Denkmale haufiger vorkommen. 2) S. c. a. v. JXegotiator. 



Piedenhart. 

Ldg. Trostberg, in dessen Nahe das rom. Bedajum auf der 
Slrasse von Juvavum nach Pons Oeni lajr. 

v. Stichaner, Samml. r. I). I. 25. 

2703. I. 0. M. ARVBIANO. 

ET. BEDAI0. SANCTO. 

TVL. IVVENIS. 

BF. COS. LEG. II. 

ITAL. ANTONINIAN 

V. S. L. L. M. 

IDIB. MAIS .... 

II. ET. SACERDOTE. COS. 



— 182 — 

Jovi optimo maximo Aruliano l ) et Bedaio 2 ) sancto Tullius 
Juvenis, benoficiarius consulis legionis 11 italicae, antoninianae 
votum solvit laetus lubens merito idibus maiis (imperatore Anto- 
nino) iterum et Sacerdote consulibus. 3 ) 

Dieses Denkmal befand sich in der ausseren Wand der hiesi- 
gen Kirche, wurde i. J. 1808 in die Wobnung des Landrichlers 
v. Klokl zu Rosenheim und von da 1816 in das Antiquarium zu 
Miinchen gebracht. 

v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 218. 29. Dessen, rom. B. Denkm. 
S. 247. Dessen, r. B. 3. Aufl. S. 39. Dessen, r. D. Salzburgs. S. 3. 
Stichaner, Samml. r. Denkm I. 25. Intell. B I. d. Unter D. Kr. 1809. 
S. 91. Buchner, Doc. S. 61. B. Annalen, 1833, S. 272. B. Natio- 
nalz. 1809. S. 957. de WaJ, Myth. P. 21. 

Anmerk. 1) Aruhium (Tab.) Arrubium (Itin) , Stadt in Mocsia inf. an 
den Miindunjjen der Oonau. 2) C. a. v. Bedaius. 3) Yergl. N. 2711 zu Seeon, 
wo der Name dieses Kaisers nicht ausgeloscht erscheint, beide Denkmale ge- 
horen in d. J. 219 n. Chr. 4) Verschicdene fehlerhafte Textschrcibungen meh- 
rerer Herausgeber fiir ANTONIAE u. a. sind durch v. Ilefners Mittheilung einer 
geteuen Abbildung beseitigt. 



Rabenden. 



Ldg. Trostberg-. 

2704. IMP. DOMINO. N. 

SEVERO. ALEXA 

NDRO. AVG. III. 

ET. CASSIO. DIONE 

1T. COS. 

L. POMPONIVS. 

CONSTANS ET. 

M. VRSINIVS. V 

RVS II VIRI. 

DICAVERVNT. 

Imperatore domino nostro Severo Alexandro augusto tertium 
et Cassio Dione iterum consulibus l ) Lucius Pomponius Constans 
et Marcus Ursinius Urus duumviri dicaverunU 



— 183 — 

Auf einem 3' 6" hol^n, V 3" breiten und 1' 3" dicken Ge- 
bSudeaufschriftsteine , welcher ehemals am Eustachfusaltar der lii< 4 - 

siffen Kirche nls Antritl diente und jetzl neben dcmselben in die 
Wand cingemaucrt ist. 

Bnehner und Zierl, neue Beitr. I. 11. Bayerische Annal, 1833. 
S. 221, 272. v. Hefner, im oherb. Arch III. 5fi0. VII. 417. Dessen, 
rom. B. 3. Aufl. IN. CXXVlll. 

Anmerk. I) Vergl. ahnliche Inschr. N. 850 u. 2368, sodann C. a. v. 
Aufschriften rni off. Geb II. 379 f. Das Wort dicaverunt scheint nach dem 
bekannten Ausdrucke ,,deo aliquid dicare" auf einen Tempel zu deuten, nach 
v. Hefner auch auf ein Staatsgebaude. 2) 229 n. Chr. 



Frauen Chiemsee. 

Ldg. Trostberg. 

2705. L. ATTONIO 

ADNAMATO 

AEDILI. C TEVRN 

ET. SECVNDAE 

. . TL VX. 

Lucio Attonio Adnamato , aedili civitatis Teurniensium*) et 
Secundae . . . ti(ae) uxori. 

Diesen im Antiquarium zu Munchen befindlicheu Grabstein 
entdeckte Landrichter v. Klokl 1812 an dem Kirchthurme des Klo- 
sters Chiemsee. 

Bayer. Annal., 1833. S. 225. v. Hefner, im oberb. Arch. III. 78. 
VII. 389. Dessen, rom. Denkm. IV. 249. Dessen, rom. Bayern. 3. Aufl. 
K. CLXXXM. 

Anmerk. 1) Nicht Teurniae s. C. a. v. Civitates und N. 2714, wo eine 
trcffende Analogie und N. 2716, \vo ebenfalls, wie oben, TEVRN steht. 



— 184 - 

O b i n g\ 

Ldg. Trostberg. 

2706. - 

MAXIMIANO 

PR. I. D. MAXIM. F. 

OBI.AN.XXXIVL. MV 

TIA. MATER. F. C. 

. . . Maximiano, praefecto juri dicundo, Maximi filio, obito 
annorum XXX. Julia Mutia mater faciundum curavit. 

Dieser Grabstein befand sich auf dem hiesigen „Freithofe" 
als Weihbrunnenkessel aufgestellt und kam 1845 in das Antiquar. 
zu Mtinchen. Ueber der Inschrift vvar ein Brustbild befindlich, 
welches weggehauen ist, wodurch auch Buchstaben am Anfange der 
Inschrift vertoren gingen. 

Bayerische AnnaL, 1838. N. 4. S. 272. Buchner u. Zierl n. Beitr. 
I. 42. v. Hefner, im oberb. Arch. VII. 408. Dessen, rbrn. B. Aufl. 3. 
N. CCXXXIII. 



E u d o r f . 



Ldg. Trostberg. 

2707. . . LO 



1VVAVO. ET. VE . . 

AE. VERAE. MET . . 

MARCIANA MA 

RITO. ET. FILIAE 

ET. SILI. VIVA 

FECIT. 

C(lo)dio Juvavo J ) et Ve(rati)ae Verae Metielld) 

Marciana marito et filiae et sibi viva fecit. 

Hier gef. 1808 (vom Landrichter v. Klokl) an der ausseren 
Kirchenwand ; gegenwartig im Antiquarium zu Miinchen befindlich. 

v. Hefner, itn oberb, Arch. VI. S. 194. Dessen, rom. Bay. Aufl. 3. 
N. CCLVII. Dessen, rom. Denkm. S. 350. 

Anmerk. 1) Ueber die Schreibung dieses Namens s. Salzburg. 



- 185 — 

Feldkirchen. 

Ldg. Trostberg. 

2708. D. M. 

PLACIDVS TINC 

LOL. HONORA 

SERVI SIBI. ET. 

PRIME. CONIVGI. 

ET. PLACIDIANO. 

FIL.ET.SVISO OMNIB. 

Diis Manibus. 1 ) Placidus Tincius Lolliae Honoratae Serviae 
et sibi et Prime conjugi et Placidiano jilio et suisque omnibusP-) 

Araformiger Grabstein , ehemals auf dern hiesigen Begrabniss- 
platze als Weihwasserbecken benutzt und i. J. 1800 in das Uni- 
versitatsgebaude, von da 1834 in das stadtische Museum zu Salz- 
burg gebracht. Zwiscben D M ein Medusenhaupt als Wachter des 
Denkmals, auf beiden Seiten ein Schvvan mit gehobenem Halse und 
ausgespannten Fliigeln, als Bild der letzten Fahrt auf der Erde, 
iiber dern Capital ein Dach mit Schuppen eines Pinienapfels, als 
Symbol der Trauer. 

Vierthaler, Reisen. S. 341. Kleinmayrn, Juvavin. S. 67. Buch- 
ner, Doc. I. 65. Wiener, Jahrb. 1829. B. 46. Anz. Bl. XLVIJ. S. 49. 
Weilmeyr, Salzburg. S. 35. Piitter, rom. Heerstr. im Eds. 1826. N. 
122. S. 487. Der Fremde in Salzburg. S. 81. v. Hefner, irn oberb. 
Arch. VII. 388. Dessen, r. Denkm. Salzb. S. 28. Dessen, rdm. bayer. 
Denkm. in IV. 6. II. Abth. der I. Classe der k. Ak. S. 152. Dessen, rdm. 
Bayern. 3. Aufh S. 224. 

Anmerk. 1) Wenn die Stelle COlMVGI nicht Bedenken machen wiirde, 
so kbnnte folgende Lesung vorgeschlagen werden: Diis Manibus. Placidus, 
Tincii Lollii Honorati servus, vivus sibi et Prirne conjugi (statt contubernali) et 
Placidiano filio et suisque omnibus. — Zur Unterstiitzung obiger Lesung wird 
rucksichtlich des Nanieos Lollia Honorata Servia angefiihrt, dass in der Nahe 
Salzburgs eine Terentia Honorata Servia vorkommt. 2) C. a. v. Sprachl. — 
Polysyndeton. 



- 186 



S e e o n. 



Ldg. Trostberp- 



2709. 

. F. DAGOD 

. NAD?AN XX 

. ILLVS CON 

. ICIF. AN XC 

Schriflreste auf einer Marmorplatte von hier, welche Landrich- 
ter von Klokl 1808 in einem Stalle eingemauert fan<J und jetzt im 
Antiquarium zu Munchen beiindlich ist. 

v. Stichaner, Samml. I 26. Piitter, S. 491. v. Hefner, im oberb. 
Arch. VI. 254. Dessen. r. B. 3. Aufl. S. 262. 



2710. FVSCIA. PRO 

CVLI. FILIA. SE 

CVNDA. 0B1T. 

ANN XXX. H. S. E. 

IIEREDES. PVDENT. MATR. 

FECERVNT. 

Fuscia, Proculi filia, Secunda, obita annorum XXX, hic sita 
est. Heredes pudentt rnatr{onae) x ) fecerunt. 

Dieser Grabstein befand sich in einem bei Salzburg gelegenen 
Burgstalle des Klosters Seeon, kam von dort in das Kloster, spater 
durch Landrichler v. Klohl nach Rosenheim und befindet sich jetzt 
im Antiq. zu Miinchen. 

Aveniin, edit. v. 1554 p. 120. v. 1566 f. 160. v. 1580 p. 78. v. 
1615 p. 62. v. 1710 p. 88. Dessen, Cod. v. 1580 f. 162. v. 1567 f. 85. 
v. 1574 f. 64. Mon, boic. II. 122. Stengel, p. 13. Hund, III 236. 
Reines, p. 707. Buch ner , Doc. S. 61. Bay er. Annal. 1833. N. 44. 271. 
Putter, S. 491 v. Hefner, Dkm. 0. B. I. 248. Desscn, Dkm. Salzb. 
S. 45. Dessen, r. B. 3. Aufl. N. CCLXXXI. 

Anmerk. 1) Die correkte Zeichnung bei v. Hefner giebt deutlich MATR, 
nicht wie bei Aventin , Hund , Buchner, Stengel u. A. MATRI. Nach Keller- 
mann und v. Hefner erfordert der Sinn dieser Stelle nicht matri , sondern 
matronae zu lesen. 



- 187 - 

2711. BEDAIO. AVG. 

ET. ALOVNIS. 

SACR. 

C. CATIVS. 

SECVNDIA 

NVS. IIVIR. 

IMP. ANTONIN 

II. ET. SACERDOTE. COS. 

Bedajo augusto et Alounis ') sacrum. G. Catius Secundionus, 
duumvir. tmp. Antonino iterum et Sacerdote consulibus 2 ). 

Auf einer Steinplatte als Aufschrift an einem Tcmpel oder an 
der Basis eines Monuments eingeinauert gefunden in eiuem dem 
Klosler Seeon gehorigen Burgslalle bei Salzburg, hierauf in dieses 
Kloster, von da nach Rosenheim (durch Landrichler v. Klokl) ge- 
bracht und seit 1816 im Anliq. zu Munchen befindlich. Nach einer 
missverstandenen Stelle bei Aventin soll diese Inschrift sowie die 
vorhergehende N. '2710 und die nachfolgendcn 2712 und 2713 
wie Resch und Rosihmann berichten. im 16. Jahrh. zu It/nichen 
in Tyrol (s. das. im Nachtrage zum 4. Theil) befindlich gewesen 
sein. 

Aventin, cod. v. 156 f. 157. v. 1567 f. 83. v. 1574 f. 69. Dessen, 
Edit. v. 1554 p. 120. v. 1566 f. 159. v. 1580 p. 78. v. 1580 f. 165. v. 
1615 p 62. v. 1627 p. 62. v. 1710 p. 83. Stengel, p. 8. Reines. , 
p. 174. Resch, Suppl. p. 67. Dessen, Annal. Sab. p. 670. Mon. boic. 
II. 122. Keyssler, p. 470. Hund, III. 236. Wesseling, p. 256. Orelli, 
N. 1969. Falkenstein, I. 127. Kleinmnyrn, S. 35 u. 64. v. Sticha- 
ner, Samml. I. 23. Buchner, Doc. S. 63. Bayer. Annal. 1833. S. 271. 
Verh. d. Regenkr. III. 134. Muchar, Noric I. 255. II. 267. v. Pall- 
hausen, Top. 361. v. Raiser, 0. D. K. II. Forts. III. S. 18. Dessen, 
Sedatum. S. 56. Schumann, Juv. S. 276. Fiitter, S. 494. Jahrb. d. V. 
v. A. F. im Rheinl. XI. S. 149. de Wal, p. 80. v. Hefner, im oberb. 
Arch. VI. 246. Dessen, Dkm. Salzb. S. 11. D essen, i . B. 3. Aufl. JV.XCIX. 

Anmerk. 1) Vergl. K. 2697. 2) Vergl. N. 2703. Bei vorl. getreuen 
Abbildung dieser Inschr. nach v. Hefner ist es iiberfliissig einige Fehler anderer 
Herausgeber anzugeben. z. B. statt BEDAIO — GADALO oder CADOLO und 
statt ALOVINIS - ALOVVIS, ACOVINIS. Falkenstein, welcher richtig ALOVIKIS 
giebt, liest unrichtig : Alvunis oder Alorunis. 



— 188 — 



2712. CN. TREBONIO. FIR 

MO ET. VAL. IANTVMARAE. 

C. TREBONIVS. FAVSTVS. II. 

VIRVM ET. PRAEF. I. D. CIVITATIS. 

AGOVNT. PARENTIB. OPTIM. ET. SIBI. 

ET. TREBONIAE. MAXIMI. F. EXORATAE 

CONIVGI. FEC. 

Cnaco Trebonio Firmo et Valeriae Jantumarae *) C Trebo- 
nius Faustus, duumvirum 2 ) et praefectus juri dicundo civitatis 
Agountinensium 3 J parentibus optimis et sibi et Treboniae, Maximi 
filiae, Exoratae conjugi fecit. 

Fund- und Aufbewahrungsort derselben , wie bei N. 2711 an- 
gegeben. 

Aventin, Cod. b. v. 1560 f. 162. v. 1567 f. 85. Dessen, Edit. v. 
1572 f. 68. v. 1566 f. 169. v 1580 f. 75. v. 1615 p. 62. v. 1710 p. 58. 
Hund, Ilil. 236. Mon. boic. II. 122. Stengel, p. 9. Resch, Suppl. p. 
67. Agunt, S. 42. Piitter, S. 491. Buchner, Doc. S. 61. B. Annal. 
1833. N. 41. S. 271. Orelli, N. 3871. v. Hefner, Dkm. 0. B. I. 259. 
Dessen, Salzb. S. 26. Dessen, r. B. 3 Aufl. N. CCXXXIU. 

Anmerk. 1) Ein Jantumarus bei Arneth Tab. h. m. S. 18 — 28. Gruter, 
p. 880. v. Hefner bemerkt: Der Vater der Val. Jantumara mit dem Beinamen 
Jantumarus war kein Romer. Er hatte zu seinem barbarischen Narnen das 
Gentile semes Patrons Valerius angenommen, welches auch seine Tochter fiihrt. 
2) (Unus) duumvirum d. i. abgek. von duumvirorum. Orelli unrichlig IIVIR 
1TERVM. 3) Riicksichtlich der Lesung Agountinensium s. C. a. v. Civitates. 
Nach Ptolomaus und den Itin. Aguntum s. Innichen in Tyrol irn Nachtrag zum 
vierten Theile. 



189 - 



2713. I. 0. M. D. D. 

C. RESTITVTIVS. 

RESTITVTIANVS. 

GIGEl 1VL1A. 

H0N0RATA. 

CONIVX. EIVS. 

V. S. L. L. M. 

Jovi optimo maximo delicatum. C. Restitutius Restitutianus 
Gigei ') et Julia Honorata } conjux cius votum solverunt laeti 
lubentes merito. 

Fund- und Aufbewahrungsort wie bei N. 2711 angegeben. 

Aventin, Cod. hnv. 1569 f. 163. v. 1567 f. 85. Dessen, edit. 1554. 
p. 229 und die folgenden Editionen. v. 1566, 1580, 1615, 1622, 1627, 1710. 
Muchar, IXorie II. 10. Dcsscn, Steiermark I. 441. Sten ge 1 , p. 11. Mon. 
boica. II. 1-2. Reinesius, p. 30. Resch, Suppl. Hausitx, p. 91. 
Hund, Metr. III. 236. Megiser, l. 144. Lingen, II. 120. Agunt, S. 43. 
Buclmer, Doc. S. 64. Putter, S. 244. Orelli, N. 1211. v. Hefner, 
Denkm. 0. B. I. 244. VI. 244. Dessen, r. Denkm. Salzburg S. 5. Des- 
sen, roin. B. 3. Aufl. S. 34. 

Anmerk. Gigei filius, nicht: civis Augunti et, oder centurio legionis wie 
einige Herausgeber lesen. 2) Aventin, Reinesius, Orelli, Putter, Buchner geben 
im Texte verschiedene unrichtige Stellen, welche nach der neuesten getreuen 
Abbildung dieser Inschrift bei v. Hefner beseitigt erscheinen und daher hier im 
Einzeln keiner besonderen berichtigenden Aufzahlung bediirfen. 



- 190 — 

Trostberg. 

Ldg. Trostberg. 

2714. L. BELLICIO. L. F. QVAR 

TlONl. DECVRIONI 
IVVAVENSlVM. II. VIRO 
IVRIS. DICVNDI. VIXIT AN. LVlll. 

SAPLIAE. BELATVMARAE. 

CONIVGI. AN. LXll. BELLICIVS 

SECCIO. ET. BELLICIVS.ACIIILLES 

CVM CONiVGIBVS EX TESTAM 
ENTO FACIENDVM CVRAVERVNT. 

Lucio Bellicio, Luciifilio, Quartioni, decurioni Juvavensium 1 ) 
duumviro juris dicundi , vixit annos LVIU , Sapliae Belatuma- 
rae conjugi, annorum LXll. Bellicius Seccio et Bellicius Acliil- 
lescum conjugibus ex testameuto faciendum curaverunt. 

Nach Aventin wurde dieser Stein zu Trostberg bei Baumburg 
in der Erde gefunden und nach Burghausen in das Schloss ge- 
bracht, wo es eingemauert war. Als es von hier aus um 1764 
nach Miinchen in das k. Antiquarium geliefert wurde , setzte man 
an dessen Stelle vor dem Eingange in das Schloss zu Burghausen 
ein in Stein gehauenes Fac Simile. 

Aventin, Cod. 1560 f. 165. v. 1567 f. 86. v. 1574 f. 70. Dessen, 
Edit. 1554 p. 121. 1566 f. 160. 1680 Forts. f. 166. v. 1615 p. 83. v. 1622. 
p. 330 v. 1710 p. 189. Apian, p. 448. Gruter, p. 372, 2. Smetius, 
p. 161, 15. Gewold, p. 45. Kleinmayr, S. 43. Laz, Comm. Ed. 1598 
p. 297, 10, 56. Ertl, Atl. p. 50 u. 225. Orelli, 497. Vierthaler, I. 
271, Buchner, Doc. I. 62. Jahresb. v. Mittelfr. S. XXXIV. 0. B. 
Arch. IL 119. Schumann, S. 270. Limbrunn. S. 111. v. Hefner, im 
oberb. Arch. VII. S. 255. Dessen, Denkm. Salzburgs. S. 15. Dessen, 
rom. B. Aufl. 3. N. CLXXXII. 

Anmerk. 1) (civitatis) Juvavensium. C. a. v. Civit. 2) Hinsichtlich 
mehrer unrichtig copirten Stellen bei einigen Herausgebern, dieselbe Bemerkung, 
wie zu N. 2713. 



— 101 

Mauerkirchen. 

Herrschafts Ger. Hohenaschau. 

2715. D. M. 

1VL. VICTOR. MARTIAL. F. 

OB. AN. LV. 

BESSA. IVVENIS. F. VX. 0. ANN. XLV. 

NOVELLA. ESSEBENI. F. OB. A. XVIII. 

VICTORINVS. FARENTIB. 

ET CONIVGI. ET. VICTORINAE. 

FIL FECIT. 

H. QVI. PEU. LUEM. VITA. FINCTI. SUST. MA.MERTINO ET. RVFO. COS. 

ET. AVR. 1VSTIN0. FRATRl. MIL. 
LEG. 11. 1TAL. STIPEND. X. 0. A. XXX. 

Diis Manibus. Julius Victor, Martialis jilius, obiit annorum 
L V. Bessa, Juvenis Jilia uxor obiit annorum XL V. Novella, 
Essebeni filia, obiit annorum XV 111. Victorinus parentibus et 
conjugi et Victorinae filiae fecit (hi qui per luem vita functi sunt 
Mamertino et Rufo consulibus i) et Aurelio Justino fratxi , militi 
legionis II italicae, stipendiorum X annorum XXX. 

Nach einer Mittheilung- des Herrn v. Stichaner an Herrn 
v. Hefner hier gefunden. Zcit und specieller Ort des Fundes ist 
nicht angegeben. Im Antiquarium zu Miinchen. 

v. Hefncr, im oberb. Arch. VI. 215. Dessen, roin. Bayern. Aufl. 3. 
N. CLXIV. 

Anmerk. 1) 182 nach Chr. Der Steinmetze hat diese Zeile mitkleinerer 
Schrift nachtraglich eingemeiselt. 



— 192 - 

B e r n a u. 
Herrsch. Ger. Hohenaschau. 

2716. L. TERENTIO VERO 

11 VIRO. TEVRN 

PR. 1VR. Dl 

OBIT. AN.LX. ET 

SEPPIAE. C. F. PRAESENTIAE. 

L. TEREN. VERINVS. ET 

C TERENTIVS. PRAESENTINVS. 

PARENTIBVS OPTVMIS. 

FECERVNT. 

Lucio Terentio Vero, duumviro Teurniensium *), praefecto 
juri dicundo, obito annorum LX et Seppiae, Caji filiae, Praesen- 
tiae, Lucius Terentius Verinus et Gaius Terentius Praesentinus 
parentibus optumis fecerunt. 

Nichl mehr vorhandenes Denkmal nach Aventin dahier ge- 
funden. 

Aventin, Cod. bav. 1560 f. 161 und die f. Expl. v. 1567,1574, sodann 
die Ausg. v. 1554, 1580, 1615, 1622, 1627,1710. Apian, p. 445. 
Gruter, p. 473 N. 6. Gewold, Del. p. 232. Erll, Atl. S. 227. Smet, 
f. 181. Hausitx, p. 74. Kleinmayern, S. 51. Westenrieder, Keue 
Beitr. I. 148. Piitter, S. 491. Buchner, Doc. S 60. B. Annal. 1833. 
S. 225. Orelli, N. 498. v. Hefner, Denkm. B. B. II. 374. Dessen, 
r. B. 3. Aufl. S. 195. 

Anmerk. t) scil: civitatis s. c. a. v. Civitates Teurnia St. in Noricum 
auf dem Lurnfelde bei Spital in Karnthen. Vergl. N. 2705, \vo ebenfalls 
TEVRN steht. 



193 



Regierungsbezirk Niederbayern. 



Pfaffenmunster. 

Ldg. Straubing. 

2717. M. AVR. AMANDO 

CORN. TRIB. LEG. III. 1TAL. 

STIP. XXIlll. VIX. AN. XL. ET 

VAL. GEMELLINAE. SOCR. 

EIVS. 1VSSV. 1RS1VS. ET. CL 

MACRINO. SOCRO. EIVS. 

ET. VAL. VALERIANO. SVECE 

RIONI. VAL. MACRINILLA V 

XOR. ET AMANDINVS ET AM 

ANDINA. FILl. ET HEREDES EX. H S. 

N. IIII. MIL. PARENTIBVS FAC. C. SS . . 

Marco Aurelio Amando , corniculario tribuni legionis III 
italicae, stipendiorum XXIV, vixit annos XL et Valeriae Gemel- 
linae, soorui ejus, jussu ibsius ') et Claudio Macrino, socro 2 ) ejus 
et Valerio Valeriano Sueceroni, Valeria Macrinilla uxor et Aman- 
dinus et Amandus filii 3 ) et heredes ex sestertiis numum IV milli- 
bus parentibus ^) faciundum curaverunt sibi suisque. 

Auf einer in dor Tumba eines Alfars der Pfarrkirche 1846 
entdeckten und daselbst noch befmdlichen Grabsteinplatte von weis- 
setn Marnior. 

13 



— 194 — 

Gel, Anz. 1847. IV. 219. S. 727, v. Hefner, rom. Bayern. 3. Aufl. 
CLXVI. 

Anmerk. 1) S. C. a. v. Sprachliches. 2) s. N. 2732. 3) Sprachl. — 
Abkiirz. 4) C. a. v. Lat. Bez. des Geldes. 



Straubing. 

Ldg. Straubing. 



2718. LICHEN 

SALUTE 

IN VETE 

ICAMA 



III. IDVS. APRIL 
LES LELIA 
NO COS QVI 
BVS PR 



(Jovi optimo maximo Do)lichen{o pr)o salute 111 

idus apriles Leliano consule Qui(ntus VtJMus? praefectus . . . 

Auf zvvei Seiten einer fragmentar. Ara gef. 1812 auf dein 
Osterfelde bei Straubing, einige Zeit im Ralhhause das. aufbevvahrt 
und 1819 an dem nordlichen Widerlap;er der Donaubriicke ver- 
vvendet. 

Zschokke, Misz. 1812. S. 331. Straubinger Wochenbl. 1820. S. 108. 
1822. S. 188. Muqchner Beob. 1830. N. 228. S. 918. Lory, Gesch. 
S. 7. v. Hefn.er, r. B. Aufl. 3. N. CCCXV. 



— 195 — 

Untersaal. 

Bei Abbach Ldg. Kellheim. 

2719. I. 0. M. STATOHl. 

1 L. VETVLENVS. 7 

LEG, III. ITAL. REVER 

SVS. AB. EXPED 

1T. BVRICA 

EX. VOTO 

POSVIT. 

Jovi optimo maximo statori y ) Flavius Vetulenus ; centurio 
leqionis 111 italicae reversus ab expeditione burica 2 ) ex voto posuit. 

Nach Aventin in der Nahe von Abbach am Ufer der Donau 
u-efunden, nach Gewold an der Saalbriicke bei Untersaal. Daselbst 
fand man auch die nachf. zvvei Steine N. 2720 und 2721. Lange 
Zeit in dem Garten des Leonhard v. Eck zu Kellheirn aufbevvahrt, 
kamen sie ini J. 1816 von da in das Antiquarium zu Miinchen. 

Aventin, im Cod. bav. der Exempl. v. 1560 f. 135. v. 1567 f. 23. 
v. 1574 f. 55. Dessen, Edit. v. 1566 f. 154. v. 1580 f. 72. v. 1615. p. 
56. v. 1627. p. 56. v. 1710 p. 52. Apian, p. 444. Welser, ed. 1590 
f. 39. ed. 1594 p. 273. Werlich, S. 94. Gruter, P. 23. Laz, Comm. 
p. 540. Katancsich, 1. 102. Gewold, p. 3 et. 292. Colestin, Bat. 
pol. p. 127. Dielheim, I. 198. Ertl. Atl. S. 34. Schultes, I. 245. 
Riedl, Reiseatl. 8. 41. Bayer. Bl. S. 226. Buchner, Doc. S. 43. Volz, 
S. 19. Reichard, S. 115. v. Raiser, 0. D. K. I. 86. Forts. II. u. III. 
S. 36. Verh. d. Reg. Kr. 1. Jahrg. S. 230. Verhdl. d. Oberpf. B. 10. 
S. 194 u. 218. Goh, II. 49. v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 165. Des- 
sen, r. B. 3. Aufl. N. XXVI. 

Anmerk. 1) C a. v. Jupiter stator. 2) Buri, ein suevischer Volksstamm 
an der Weichsel und Odcr, welcher in Verbindung mit den Dakern und Mar- 
comanncn v. 98 bis 193 n. Chr. unter Trajan , Marc. Aurel. und Commodus 
Krieg gegen die Romer fuhrte. 3) Alle Herausgeber dieser und der nachfolg. 
Inschr. theilen bis auf v. Hefner, welcher zum ersten Male nach Autopsie und 
Kennerblick eine unzweifelhaft richtige Abschnft giebt, viele falsch gelesene 
Textstellen mit, die wir durch obige Principaledition (im Sinne der Befahigung 
im (jiegensatze zu der blos nach Zeit und Alter) fiir beseitigt halten diirfen. 



13 



196 



2720. D. M. 

CL. MATERNINA 

MATRI. VIXIT. AN. LX 

HILARIN. SAMMOT 

CONIVGI. VIVAE. C 

Diis Manibus. Claudiae Maternina(e) rnatri, vixit annos LX l ) 
(et) Hilarin(aeJ Samniot(ae) conjugi vivae C(laudius Matemus 
faciundum curavit.) 2 ). 

Auf einer fragm. Steinplalte , gefunden und aufbewahrt, vvie 
zu N. 2719 bemerkt. 

Aventin, im Cod. v. 1569 f. I36. v. 1567 f, 738. v. 1574 f. 55. 
Dessen, Edif. v. 1554 f. 112 v. 1580 f. 161. v. 1615 f. 56. v. 1710 p. 82. 
Apian, p. 442. Gewold, p. 2 et 202. Gruter, p. 726. Colestin, Rot. 
p. 128. Katancsich, I. 109. Verhandl. d. Pfalz, 10. 6. S. 221. Ertl, 
Atl. S. 31. Dielhelm, I. 999. Riedl, S. 41. Buchner, Doc. S. 43. 
Schultes, L 248. Gok, II. 59. B. Bl. S. 226. v. Hefner, im oberb. 
Arch. 14, 175. Dessen, r. B. 3. Aufl. N, CCIV. 

Anmerk. 1) v. Hefner in der Abschr. XL. nach der Zeichnung LX. 
2) v. Hefner: c(uravit faciundum). I)a der Schriftinhalt den JVamen des Stifters 
fordert, so habe ich das iiberrestliche C den als Anfangsbuchstaben eines Namens 
augesehen und die Erganzung nach dem der Multer vorgeschlagen. 



2721 IN. II. I). I). 

DEO. MERC\ 

RIO. FORTVN, RE 

DV SACR. M. VIR 

MARCELLVS. DE 

CIALI. F. S. A. SIIVG. 

COS. P, P. T.IIL D.S.L 

L.M. DE. X. K. 1VN. LV 

Iii honorern domus divinae deo Mercurio{et) Fortunae reduci 
sacrum. M. Virius Marcellus, Deciali l ) filius, signifer alae 2 ) 
singularium consulis } praepositus turmae 3 ) 111 de suo laetus 
lubens merito dedit decimo halendas junias Lu(poet Maximo con- 
sulibus) *). 

Fund- und Aufbewahrungsorl wie bei N. 2719 angegeben. 

Avcntin. Cod. v. 1560 f. 126. Dcssen, Edit. v. 1522 f. I. v. 1580 
1. 161. V. 1622 p. 322. Gruter, p. 50. Gewold, p. 4 et 201. Toma- 
sius, p. 117. Colestin, Ratisp. p. 228. Dielhelm, S. 199. Schultes, 
I.-246. v. Ratser, 0. D. K. II. Abth. Forls. S. 37. B. Blatt. S. 226. 
Verh. d. Oberpf. X. 219. Goh, II. 42. Schramm, S. 178. Riedl, S. 
41. Buchner, Doc I. 43. v. Ilefner, im oberb. Arch. II. 171. Dessen, 
r. B. 3. Aufl. N. LXI. 

Aumerk. 1) Bei Grutcr 50, 8 ein Dccialus. 2) Wicht sabatina (tribu); 
in diesem Falle hatte geschricben werden miissen : Marcus Virius Deciali filius, 
sabatina, Marcellus, oder, was seltener geschieht , Marcellus, sabatina mit Bei- 
fiigung des Heimathsortes. Auch dic Alae hatten ihre Signiferi z. B. N. 596 
d. W. Gruter p. 574, 9. Kellermann p. 63 u. 65, wo drei signiferi equitum 
singul. vorkommen, 3} v. Hefner : praepositus coh. III. Nach Olto v. Hef- 
ners Abbildung. Tafel I. Figur 2 steht hier kein K , sondern ein T. Die 
Lesung coh. 111 scheint wegcn mangelndcr naheren Bezeicbnung anstossig. 
Der Stifter war zuerst Signif. bei dieser Ala , spiitcr Befehlshabcr ihrer dritlen 
Turma. 4) Das am Ende stehende LV (die darauf folgende Zeile fehlt) ist 
wegen der dabei geschrieb. Tagesbezeichnung, auf welche nach der Regel die 
Angabe des Consulats gleich nachfolgt , auf den Namen eines Consuls , hochst- 
wahrsch. den obengenannten , dessen College Maximus war, (236 n. Chr.) zu 
beziehen. 



— 198 — 

2722. LEG. III. ITAL. 

Legio III italica. 

Stempel auf einem gebrannten Steine, hier gefunden, unbekannt 
wo aufbewahrt. 

Verhandl. des hist. V. f. Niederbayern. I. Heft. S. 86. N. 40. v. Hei- 
ner, rom. Bay. 3. Aufl. N. DLXIII. 



Hohengebraching. 

Ldg. Kellheim. 

2723. OCTIT. 

Schriftreste auf einer Steinplatte mit drei Brustbildern iiber der 
Schrift, hier gefunden und im Kreuzgange des alten Doms zu 
Regensburg eingemauert. 

Inland, 1830. St. 109 u. 110. S. 435. v. Hefner, Denkm. Regens- 
burgs. Dessen, rom. Bay. Aufl. 3. N. CCCLII. 



Abensberg, 

Ldg. das. Diese Oertlichkeit gehorte in rom. Zeit zum Militar- 
verwaltungsbezirk (s. C. a. v. Castra) der Castra Abusina. 

2724. 

D. M. 

IVL. DVBITATVS CRVT ? 

VIX. AN. LXX 

INGEN VA. INGEN. VI. AN. LXX. 

1VLIANA VIX. AN. III. 

FILI. F. C. 



100 — 

Diu Manibits. Julius Duhitatm ....») vixit annos LXX. 
TngemMf Lngm{u\ filAa) rl<\> annos LXX. Juliflna vixit annos 
11/. FiUi faciundum curaverunt. 

Nicht mehr vorhanden. 

Aventin, Cod. v. 1560 f. 135. v. 1567 f. 28. v. 1574 f. 54. I)cs- 
sen, Edit. v. 1566 ,». 156. v. 1580 p. 72. v. 1622 p. 325. v. 1710 p. 82. 
Apian, p. 442. Gruter, p. 731. Gewold, p. 5. Ertl, Atl. S. 223. 
Lingen, II. 118. Buchner, Teufelsmauer. 3. Hft'. S. 14. v. Raiscr. 
0. D. K. II. Abth. Forts. III. Ahth. S. 35. Katancsich, I. 109. v. Hef- 
nor, r. B. Aull. 3. N. CCC. 

Anincrk. 1) Oh c(ivis) R . . eine andere Ahschrift ist CRVST. Beide 
seheinen unrichtig zu sein. 



E i n i n g. 

Ldg. Abcnsberg. 

2725. AVG . . . 

AVG. MATRI. ET. KAST. 1. O. M. 

ET. 1VN. RE. ET. MINER. SAC. GENIO. 

COII. III. BRIT. ARAM. T. FL FELIX. 

PRAEF. EX. VOTO. POSVIT. L. M. 

DEDICAVIT. KAL. DEC. 

GENTIANO. ET. BASSO. COS. 

(In honorem domus divinae Juliae Domnae) augustae, l ) augus- 
torum matri 2 ) et kastrorum, 3 ) Jovi opiimo maximo et Junoni re- 
ginae et Minervae sacrum. Genio 4 ) co/iortis 111 Britonum 5 ) 
aram T. Flavius Felix, praefectus ex voto posuit lubens merito. 
Dedicavit kalendis decembribus Oentiano et Basso consulibus •). 

Auf einem wiirfelformicren Steine, dessen Vorsprung oder Dach 
abgeschlagen ist, zu Aventins Zeit in einem Burgstalle dahier be- 
findlich, spater 1619 nach Gewold in der hiesigen Kirche einge- 
mauert, von wo das Denkmal 1784 in das Antiq. der konigl. Akad. 
zu Miinchen und 1814 in das konigl. Antiq. das. kam. Auf der 
Vorderseite unter der Schrift die Vorstellung einer Opferhandluno; 
an einem Altar, um welchen sechs Personen stehen: der Opfer- 



- 200 - 

pricster mit verschleiertem Ilaupte ein Trankopfer auf die lodernde 
Flamme des Altars giessend, ihm zunachst rechts sein Camillus mit 
der Accrra, links der Popa victimarius mit dem Opferstier, in der 
Rechten den Schlaghammer haltend, am Oberleibe blos, am Unter- 
leibe mit einem Schiirze bedeckt, im Hintergrunde der Tibicen mit 
der Doppelflote und zwei Personen im vveitem Kleide, vvahrschein- 
lich der Stifter des Denkmals und sein Begleiter. Auf der Iinken 
Nebenseite die Fortuna mit Steuerruder und Flillhorn (vvahrschein- 
lich die Jul. Doman vorstellend) auf der rechten ein Genius, welcher 
mit der Rechten eine Libation darbringt. 

Aventin, Cod. v. 1560 f. 134. v. 1467 f. 22. v. 1574 f. 54. Des- 
sen, Edit. v. 1522 f. 2. v. 1554 p. III. v. 1566 f. 153. v. 1580 f. 72. 
v. 1615 p. 56. v. 1622 p. 324. v. 1710 p. 81. Apian, p. 442. Gruter, 
p. 24. Gewold, p. 79. Tomasini, p. 19. Laz, Comm. p. 605. Smet, 
f. 1475. v. We stenrieder, Gesch. d. Ak. II. 138. Hanselmann, Forts. 
S. 41. v. Raiser, Alterth. S. 43. Dessen, O. D. K. II. Abth. Forts. III. 
Abth. S. 34. Ertl, Atl. S. 225. Prugger, S. 35. Sehultes, I. 223 
Mayer, Artobriga. S. 91. Nagel, p. 26. Lehne, I. 339. Buchner, 
Teufelsm, I. Heft. S. 31. Lersch, i. d. Jahrbiicher d. V. v. A. F. im Rheinl. 
v. Hefner, im oberb. Arch. VI. 185. Dessen, r. B. 3. Aufl. N. XXXIV. 

Anmerk. 1 u. 2) Nach von Hefner ist das zweite G in AYGG ganz deut- 
lich getilgt, es scheint sogar, als habe man versucht, ein N daraus zu machen, 
wodurch mit Hindeutung auf Caracalla AVG(usti) Nfostri) zu lesen war, Hie- 
raus gelit hervor, dass am Anfange der Inschrift vvahrscheinlich auch die Na- 
men des Caracalla und seines Bruders Geta vor dem ihrer Multer geslanden 
haben und die Loschung des G aus bekanntem Grunde geschehen ist. Ich 
schlage demnach folgende Erganzung vor: (I. h. d. d. M. Aurel. Antonino et 
P. Sept. Getae Antonino , piis) aug(ustis et Jul. domnae augustae) augustorum 
matri et castrorum. Vergl. hierzu die Jnschriften N. 618 und 1453 d. W, ins- 
besondere riicksichtlich des geschichtlichen Zusammenhanges dieser drei In- 
schriften durch Vermehrung mit der obigen. 3) C. a. v. Mater castrorum, 
4) Das G ist durch Verwitterung einem C ahnlich. Uebrigens erscheint zu- 
weilen das G wie C geschrieben. 5) C. a. v. Cohortes. 6) 211 n. Chr. 



201 

Ebranzhausen. 
Ldg. Abensberg. 
2726. IN DD 

IVN 
REG 

lv honorem domus divinae. Junoni reginae .... 
Fragment cines Altars seit 1700 in der Kirche bei St. Peter 
dahier als Weihbrunnenstein bcnutzt. 

Wening, Top. I. S. 147. v. Hefner, rom. Bay. Aufl. 3. N. XXX. 



K ii n z i n g. 
Ldg. Osterhofen. 

2727. CAES. IARSAE. VIX. ANN. L. 

P. IVLIA. SVCCESSA 
CONIVGI. B. M. 

(Diis Manibus). Caesio Jarsae l ) vixit annos L. Publia 2 ) 
Successa conjugi benemerenti (fecit). 

Nach Reinesius ein hier gef. , jelzt nicht mehr vorhaudenes 
Denkmal. 

Reinesius, p. 751. Laz, Comm. ed. 1598 p. 1080. v. Hefner, r. B. 
Aufl. 3. N. CCLXXI. 

Annierk. 1) Der keltische Name Jarsa ist zu vcrgl. mit den Namcn Fida, 
Tocca ; s. Verz. der Topfernamen im Regisler. 2) v. Hefner: publilia (tribu) 
mit der Bemerkung, „wenn man nicht annehmen will (wie ich oben lese) dass 
auch Frauenzimmer Vornamen hatten". Bemerkenswerth isl diese Ehe einer 
Romerin mit einem Landeseingebornen, welcher bei seinein keltischen Namen 
Jarsa den rom. Caesius fiihrte , aus dem Grunde, weil Ehen romischer Manner 
mit landeseingebornen Frauen dcr Donau - und Rheinprovinzen haufiger vor- 
koramen, als im umgekehrten Falle. 



— 202 — 

Weihijidrting, 

Ldg. Rotthaltmunster. 

2728. NOREIAE . . . 

SACRVM . . . 
TIMIVS . .' . 
DIANVS . . . 
NVS CO • . . 
BREVC. P. F. 
. . AN. PROS 
V. R. L. L. 

Norejae l ) (augustae) sacrum. (Puhliusf 8ep)timius (Clau)- 
dianus, (deca)nus co(hortis) Breucorum 2 ), piae,fidelis (dedic)an(s)*) 
pro se (suis que) votum retulit 4 ) laetus lubens (merito). 

Dieses und das nachfolgende Denkmal wurden 1808 beim Ab- 
bruche der Martinskirche bei Weihmorting gefunden und von dem 
Reg. Dir. v. Stichaner in das Regierungsgebaude nach Passau ge- 
bracht. Sie befinden sich gegenwartig in der Sammlung des hist. 
Vereins zu Landshut. 

Intell. Bl. , d. Unt. D. Kr. 1809. N. 35. S. 90. Augsb. Ord. Postz. 
1808. N. 187. Bayer. Nat. v. 1809. N. 226. S. 975. Inland, 1830. 
N. 109. S. 411. v. Raiser, Drusonagus. S. 56. 4. Oeslr. Archiv, 1831. 
N. 54. S. 213. Verh. des h. V. f. Niederb. 1. Hft. S. 61. Abh. der 
Ak., phil. B. IV. S. 221. Gel. Anz., 1847. N. 219. S. 724. de Wal, 
Myth. p. 239. v. Hefner, rom. Bay. Aufl. 3. N. CXVIIF. 

Anmerk. 1) Ueber die Lage von Noreja , nach welchcm hier der Name 
einer Stadtgottheit vorhommt s. das Nahere bei den Inschrilten von Neumarkt, 
St. Georgen u. St. Marein in Steiermark. 2) C. a. v. Cohortes. 3) Die Stelle 
AN vielleicht unrichtig. Ich vermuthe AV, also dedicavit. 4) retulil s. C. a. v. 
Siglac II. 408. 



203 - 

'2729. VETTIO. VITA. 

MILITI. LEGIO 

. . S. II. ITALICE. 

. . DIO. RVF . . . 

. . . P . . 

(Diis Manibua). Vettio Yita(li) , militi legionis II italicae. 
{Secun)dio Rufus . . . posuit. (ponendum curavlt). 

Ueber den Fund und Aufbewahrungsort s. N. 2728. 

Intell. Bl. d. Unt. D. Kr. 1809. N. 35. Note. Augsb. Postz. 1808. N. 
187. Bayer. Nate. 1800. N. 126. S. 957. Inland, 1830. St. 103. S. 44. 
v. Raiser, Drusomagus et Sedatuni S. 56. Not. 5. Verh. d. h. V. f. Nie- 
derbayern. 1. Hft. 60. Oestr. Arch. 1831. St. 54. S. 213. v. Hefner, 
rbm. Bay. 3. Aufl. N. CCCLIII. 



Baumgarten. 

Ldg. Pfarrkirchen. 

2730. I. M. 

M. CLAVDI . . 
CRESCENS 
EX VOTO. 

Jovi optinto maximo Marcus Claudius Crescens ex voto. 

Gefunden 1734 an der vvestlichen Seite des Hiigels, auf welchem 
das Schloss Baumg-arten erbaut ist. Der Eigenthiimer liess es 1762 
in das Antiquarium zu Miinchen abliefern. Auf der rechten Seite 
Jupiters Blitz, auf der linken ein in grossen Tropfen herabfallen- 
der Regen mit Hagel, bezuglich auf Jupiter fulminans und impluvius. 

Limbrun, i. d. Abh. der konigl. Akad. II. 186. Lipowsky, das. X. 
377. Inland, 1830. S. 412. v. Hefner , rom. Bay. Aufl. 3. N.V. Der- 
selbe, im oberb. Arch. VI. 181. 



204 



R o t t h o f . 

Ldg. Griesbach. 

2731. VICTORIAE 

AVG 

L, VEDIVS 

OPIMIVS 

V. S. L. M 

Victoriae augnstae. L. Vedius Opimius votum solvit lubens 
merito. 

Auf einem an dem Porlale der hiesigen Kirche eingemauerteu 
Denkmale. 

Mon. Boica. IV. 9. Inland, 1830. N. 103. S. 411. Buchner, Doc. 
S. 47. Verh. f. Niederb. I. Bd. I. Ilft. S. 59. Gelehrt. Anz., 1847. 
N. 219. S. 722, 723. Rudhart, Verz. des Unt. D. Kr. Ldg. Griesbach. 
v. Hefner, rom. Bayern, Aufl. 3. N. LXXXVII. 



2732. D. M. 

FLORA VILICA. 

VRSO. ACTORl 

MARITO. CARIS 
SIMO. 0. AN XLV 

ET. IVCVNDO. 

SOCRO. ET SVCC 

ESSE. SOCRE. PIE 

NTISSIMIS. ET. 

SIBI. VIVA. FECIT. 

ET SVCCESSVS PARENTIBV PIENTISSIMIS. 

Diis Manibus. Flora *), vilica 2 ) Urso actori 3 ), marito caris- 
simo, obito annorum XL V et Jucundo socro 4 ) et Successe socre 5 ) 
pientissimis et sibi viva fecit et Successus 6 ) parentibus pientis- 
simis. 



205 



Aufeincmseil 1765 am Portal der hiesigen Kirche eingemauer- 
ten altarfdrmigen Grabsteine. 

Mon. boic. IV. 9. Inland, 1830. N. 103. S. 10. Bnchner, Doc. 



S. is. GeL An/. 1847, N. 219. 
N. CXCVI. 



S. 722. v. Hcfner, riim. B. 3. Aull. 



Anmcrk. 1) Der Name Flora und die Einfachheit dcr Namen aller an- 
deren hier genannten Personen liisst auf eine Sclavenfamilie deuten. 2 und 3) 
Diese Flora wnr serva villica (vergl. N. 558 wo Donatus servus villicus vor- 
konimt). Sie besorgto die Landwirthschaft auf dem Gute ihres hier nicht ge- 
nannten Herrn ; ihr Ehemann hatte als Actor (C. a. v. Actor) die iibrigen auf 
Benutzung des Gutes Bczug habenden (Jeschafte zu verrichten. Zu bemerken 
die Scbrcibung VILICA wie N. 558 VILICVS mit einem L. Vergl. hierzu nachf. 
loschr. 2733. 4 u. 5) Diese Schreibungen: S0CR0 und SOCRE(ae) er- 
scheinen als Abkiirzungen, wie LATERCLI, EDICLA n. a. s. C. Sprachliches 
II. 404. 6) Successus fiihrte nach dem (lebrauche spaterer Zeit den Namen 
seiner Mutter. 



2733. 



1) Vorderseite. 

D. M. 

TREBONIAE 

VL. CANI. LIBER. 

3) linke Nebenseite. 

DONAT 

. . ANVS 
LIBERTVS. 



2) rechte Nebenseite. 



ATTIANVS. 

4) Hinterseite. 
DONATA. ANCILA. 



Diis Manibus. Triboniae l ) vilicae 2 ), Cani libertae 

Attiayius, Donatus . . . anus libertus, Donata ancila (posuerunt). 

Auf vier Seiten eines viereckigen Basiments des darauf be- 
Qndlichen runden Saulenschaftes von rothlichem Marmor, in der 
hiesigen Kirche als Weihwasserbehalter aufgestellt, zu welchem 



— 206 — 

Zwecke es oben ansgehohlt wurde. Die rechte Seile zeigt das 
Brustbild eines Mannes, die linke das Bild eines Mannes mit einem 
Facher , die Hinterseite das Bild einer Frau, die ein Kastchen 
tragt. 

Mon. boic. IV. 9. Inland, 1830. St. 103. S. 411. Verlimndl. f. 
Niederb. I. 58. Gel. Anz. 1847. N. 218. S. 720. v. Hefner, rom. B. 
3. Aufl. N. CCXCV. 

Anmerk. 1) Nicht C0PP0N1A nach Inland i. c. u. Verhandl. 1. c. 2) VL 
Abkiirz. v. YILICA s. N. 2732. 



P a s s a u. 

Stadt an der Donau. 

2734. D. M. 

SECCIVS. SECVNDINVS. VET. LEG. II ITAL 

P. F. ET. IVLIA. SEVERIA. CONIVX. EIVS. SIBI. ET. 

SECCIAE. SECVNDINAE. FIL. ET. MARIIS. 

MAXIMO. ET. SECVNDO. NEPOTIBVS. SVIS. 

VIVI. FECERVNT. ET. IVLIO APRICIO. F!L 

MIL LEG. SS. BF. PRAEF. STIP. V. 

ANNO XXV. 

Diis Manibus. Seccius Secundinus, veteranus legionis II 
italicae, piae fidelis, et Julia *) Severia, coujux ejus sibi et Secciae 
Secundinae filiae et Mariis 2 ) 7 Maximo et Secundo nepotibus suis 
vivi fecerunt et Julio Apricio filio ? militi legionis supra scriptae 
beneficiario praefecti stipendiorum V, obito annorum XXV. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal , welches nach Apian im 
Jahre 1300 bei Grabung des Fundaments zu der St. Stephanskirche 
gefunden worden ist. Nach Lazius befand es sich zu dessen Zeit 
,,supra portam interioris burgi". 



— 207 — 

Apian, p. 445. Laa, ed 1598. p. 536. Gruter, p. 550. N. 6. 
Muchar, Steiermark. S. 355. Katancsich, I. 318. Gdttinger, (Jel. Anz. 
1845. III. S. 1108. Seidl, i. d. w. Jahrb. Bd. 116. Anas. Bl. S. 13. .V 61. 
v. Hefner, r. B. 3. Aull. S. 144. 

Anmerk. 1) Binige Herausgeber haben PBTEIVIA SEVERIA, v. Hefner 
COrrigirt P. F. ETIVLIA. 

2) MARllS richtiger, als MARCO MAXIMO ET SECVNDO. Jenes Wort 
erscheinl als gemeinschaftlicher Gentilname. 

3J Bei einigen Herausgebern fehlt die Stelle ET IVL. AFRICIO. MIL LEG. 

SS. u. s. \v. 



2735. D- M. . 

FAVSTINI 

ANO. VECT. 

ILLYR. VIL 

1NGENVS 

FIL. ET. FELIX. 

LSC. EXVIK. 

EIVS. BM. PP. 

Diis Manibus. Faustiniano vect(igulium) illyr(icoruni) vil- 
lico) Ingenius Jilius et Felix, centurio servorum caesaris exvikario 
ejus benemerenti posuerunt. 

Ein schon zu Aventins Zeit in der hiesigen St. Severinskirche 
befindlich gewesenes und jetzt aui Eingange derselben als Weih- 
wassergefass benutztes Denkmal. 

Aventin, Cod. v. 1560 f. 145. v. 1567 f. 28. v. 1574 f. 50. v. 1583 
f. 4. Dessen, Ed. v. 1554 p. 154. v. 1566 f- 156. v. 1580 f. 162. v. 
324. v. 1627 p. 58. v. 1710 p. 84. Apian, p. 446. Gruter, p. 541, 8. 
Laa, Comm. ed. 1598 p. 1060 et 1084. Lenz, 11. 136 Intell. Bl. d. U. D. 
Kr. 1822. St. 28. S. 289. Rudhart, d. U. D, Kr. St. Passau. v. Buch- 
ner, Teufelsmauer. 3. Heft. S. 9. Verhandl. fiir N. B. 1. Heft. S. 64. 
Gel. Anz. 1847. N. 219. S. 724. v. Hefner, rom. B. Denkm. S. 177. 
Dessen, rom. B. 3. Aufl. i\. CCXCVl. 



- 208 — 

Anmerk. S. eine Inschrift von Pettan in Steiermark , wo ein Tabularius 
vectigalium illyricorum vorkommt. Die illyrischen Bcrgwerke wurden zur Zeit 
der Errichtung dieses Denkmals durch kaiserliche Sclaven (servi caesaris) be- 
arbeitet. Faustinianus bekleidete nach dieser Inschrift die Stelle eines Villicus 
vectigahum (Verwalters der Bergwerkseinkiinfte) und Felix, welcher dessen 
Stelle vertrat, Vicarius villici war, wurde nach deren Niederlegung (daher hier 
exvicario [s. C. a. v. Ex. etc.] genannt) Centurio iiber 100 in den Bergwerken 
arbeitende Sclaven. 



- 209 — 



Kaiserthum Oesterreich. 

Tirol. 



B r e g e n z. 

Stadt am Bodensee, wo das romische Brigantium, Brigantia lag. 
Deyks, i. d. Jahrb. d. V. v. A. F. im Rheinl. XIX. S. 25 f. 



2736. 



IN. H. D. D. 

DEO. MERCVRIO. 

ARCECIO. EX VO 

TO. ARAM. POSVIT 

SEVERIVS. SEVE 

RIANVS. SVB COS 

LEG. III ITAL. F 

GORDIAN 

BE COS 

S L 



Diese theilweise unrichtig copirte Inschrift mit mehreren 
Defektstellen diirfte beztiglich bisheriger Lesefehler und vorhande- 
ner Defektstellen resp. verbessert und ergUnzt werden, wie folgt : 

14 



- 210 - 

IN. H. D. D. 

DEO. MERCVRIO. 

ARCECIO. EX. VO 

TO. ARAM. POSVIT. 

SEVERVS. SEVE 

RIANVS EXB. COS 

LEG. III. ITAL. P (F) 

GORDIAN(O). 

(AV)G. E(T. AVIOLA.) COS. 

(V.) S L. (M) 

In lionorem domus divinae deo Mercurio Arcecio Y ) ex voto 
aram posuit Severus Severianus, exbeneficiarius 2 ) consulis legionis 
III italicae piae (jidelis) Qordiano (au)g(usto) e(t Aviola) consu- 
libus *) votum solvens laetus merito. 

Gefunden i. J. 1590 am ,,Oelrain" dahier, wo man in neuerer 
Zeit viele romische Alterthiimer entdeckte. Der Stein kam von 
hier nach Lindau und befand sich i. J. 1698 im Hause des dama- 
ligen Biirgermeisters Bartel. Unter Kaiser Joseph II. soll er nach 
Wien gebracht vvorden sein, findet sich aber in keiner der 
dortigen Sammlungen vor, und ist vielleicht noch in Lindau irgend- 
wo versteckt befindlich. 

Welser, p. 271. Gruter, p. 53. N. 19. Schwab, Bodensee S. 412. 
Orelli, N. 1414. v. Raiser, 0. D. K. I. S. 27. Deyks, i. d. Jahrb. des 
V. v. A. F. XIX. 27. Bergmann, i. d. Sitzungsber. d. k. Akad. z. Wien. 
VII. B. II. Hft. S. 229. V. 

Anmerk. 1) C. a. v. Mercurius. 2) SVB ein Lesefehler, an dessen 
Stelle ich EXB oder EXB(F) vorschlage, s. N. 2503. 

Bergmann denkt ebenfalls an einen Beneficiarius, findet ihn aber an einer 
Stelle, wohin die Funktionsbezeichnung, weil gegen die Regel dem Namen der 
Legion nachgesetzt, nicht gehbrt. Er liest: 

SVB COS(ulari sc. legato) 
LEG(ionis) III ITAL(icae) F(idelis) 
BE(neficiarius) Co(nsularis) 
dazu kommt: 1) dass fiir das W. Beneficiarius iiberall die Abh. BF nicht BE, 
zuweilen auch B allein epigraphisch im Gebrauche ist , 2) dass hinsichtlich der 
Lesung sub consulari (sc. legato) in dieser Stellung, zumal da kein Name des 
angebl. Consularis beigesetzt ist, analoge Falle nirgends vorkommen. v. Rai- 
sers erganzende Lesnng : sub (optio) consularis , richtig gesetzt zwischen dem 
Namen des Widmenden und dem der Legion, ist ansprechend , jedoch in 
Bezug auf Consula noch nicht analog constatirt s. C. a. v. Optio. Reinesius 
bei Gruter schlagt vor: SVB(centurio) COH(ortis) und Forcellini a. v. subcen- 



. 



- 211 — 

turio niit Bezug auf Livius III. 8, \vn Suhccnlurioncs vorkommen: SVBCEN- 
(turio) LE6. III. Bei diesen uorichtigen Vorschlfigen hat man zu viel auf dai 
unrichiig copirtc SVB gebaut. 3) Diese Lesung halte lch fiir dierichtige, theili 
wogen der Defektstelle zwischen BR und COS, theili wegen iblgcnder awei 
analogen Fallc. 

N. 739: GORDIANO. 

AVG. ET. AVIOLA 

coss 

N. 947: 

IMP. I). N. «0RDIAN0. AVG. ET. AVIOLA. COS. 
naeh welcher leicht zu crmessen ist, dass BE theilweise unrichtig copirt und 
B verlcsen fur G erscheint. Deyks liest: legionis III italicae practor Gordiano 
llerum consule , und crganzt hiernach das F dnrch Verbcsserung in P mit prae- 
tor, eine Funktionsbezeichnung, welche an dicse Stelle nichl gehort. Das F heisst 
vielmehr durch Correktur in P, wie oben gelesen : piae. Fiir Gordiano iterum 
consule findet sich kein analojrer Fall vor. 



2737. D. N. P. LICINIO COR 

NELIO. SALONI 

NO. VALERIANO 

NOBILISSIMO CAESARl ORDO BRIG 

Domino nostro Puhlio Licinio Cornelio Salonino Valeriano 
nobilissimo caesari ordo Brig(antinorum). 

Nicht mehr vorhandene Inschrift von hier. 
Murntori, 255. 1. Orelli, N. 1012. 



2738. FORTIS. 

Topfernamen. Stempel auf einer Lampe, gefunden am Oelrain 
und in der Sammlung des hiesip;en Fabrikanten Schwarzler be- 
findlich. 

Bergmann, i. d. Sitzungsber. der Ak. zu Wien. VII. Hft. 2. S. 229. 



14 



— 212 - 

T h o 1 1. 

I ei Meran und dem allen Schlosse Tirol. 

2739. TIT. CLAVDIVS. CAESAR. 

AVGVSTVS. GERMANICVS. 

PONT. MAX. TRIB. POT. VI. 

COS. DESIG. IIII. IMP. XI. P. P 

VIAM. GLAVDIAM AVGVSTAM. 

QVAM. DRVSVS. PATER. ALPIBVS. 

BELLO. PATEFACTIS. DEREXERAT 

MVNIT. A. FLVMINE PADO AT(sic) 

FLVMEN. DANVVIVM PER 

P CC 

Titus Glaudius, caesar augustus, germanicus, pontifex maxi- 
mus, trih. potestate VI, consul designatus IV. imperator XI, pa- 
ter patriae, viam claudiam augustam, quam jD?*usus pater, alpibus 
bello patefactis, derexerat, munit l ) a fumine Pado ad 2 ) flumen 
Danuvium per 3 ) (millia) passuum CG 

Auf einer L J. 1592 an der Tholl gefundenen Strassensaule, 
welche im Hofe des Schlosses Maretsch bei Botzen aufgestellt isL 

Wahrend obige Inschrift eine Strassendirection vom Padus bis 
zum Danuvius angiebt, finden wir auf einer zu Cesio Maggiore 
im Feltrinischen entdeckten Strassensaule (s. tiroler Almanach v. 
J. 1805. S. 134), eine andere Direction nach der Donau von der 
Stadt Altinum in Venelia angezeigt. Die Inschrift datirt wie die 
obige vom Jahre 47 n. Chr. und lautet, wie folgt: 

TI. CLAVDiVS. DRVSI F. 

CAESAR. AVG. GERMA. 

NICVS. PONTIFEX. MAXI 

MVS. TRIBVNITIA. POTESTA 

TE VI COS. HII. IMP. XII. P. P 

CENSOR. VIAM. CLAVDIAM. AVGVS 

TAM. QVAM. DRVSVS PATER 

ALPIBVS BELLO PATEFACTIS. 

DERIVAVIT. MVNIT AB ALTINO 

VSQVE AD FLVMEN DANVVIVM 

M P. CCCI 



I 



- 213 - 

Die Allin - Donaustrasse ging ttber Padua, Vizenza, Verona, 
Trient durch Ratien, <lic Po-Donau*trasse erreichte in einer kiir- 
zeren Strecke, als die des Strassenstttckes von Allinum nach Trient, 
dnrcfa das Valsucrau an der Brenta <Iic Allin-Donauslrasse noch 
vor ihrem Einlritl in das Land Riilien. I. J. 1745 fand man in 
der Nahe dieser kiirzeren Seitenstrasse beim Pass al Mater einen 
fragmentarischen Inschriftstein , mitgetheill im tiroler Almanach 
S. 158, nach welchem diese genannt wird: secunda claudia soror 
pia. casta sospes proba via sacra. 

v. Pallhauscn, Bojar. top. I. 85 f. mit ciner unrichligen Abschrift. 
Tiroler Almanach, 1805. S. 133. v. Hormayr, Geschichte v. Tyrol. 
S. 186 mit unrichtiger Absclirift. v. Giovanelli, Zeitschr. f. Tyrol u. Voral- 
herg I. 1825. S. 29 f. Derselbe, Ara Dianae S. 110 f., vvo eine Absciir. 
nach dessen Autopsie. Buchner, Doc. I. 33 mit unrichtiger Abschnft. 

\nmerk. 1) Dicses YVort be/.icht sich auf die Befestiguug dieser Strasse, 
s. Steincv, das Maingebict unter den Roraern, wo die Strassenwehren , als : 
Castelle, Signalthiirme , Griibcn , Schlage , eiserne Thore beschrieben sind. 
2) Bei AT scheint das T cin Ueberrest v. D mit crloschenem Rundstrich zu 
sein. Die andere oben mitgcthciitc gleichzcitige Inschrift giebt AD. 3) PER, 
wenn richtig copirt, kann nicht im Zusammeahange mit dem nachf. P C C durch 
die Lesung per mille passus oder millia possuum stehen, sondern dieses Wort 
ist, getrennt davon; auf das Vorhergehcnde zu beziehen und vielleicht ein 
Ueberrest von perfecit, wenn man so lesen wiirde: munit(iones) a flumine Pado 
ad flumen Danuvium perfecit, s. C. im III. Th. S. 434. Wie bei der In- 
schrift von Cesio Maggiore wird auch bei der andern v. ThoII angegeben, wie 
weit es vom Padus bis an die Stelle ist, wo der Stein stand. Es waren dem- 
nach auf dieser Strasse von Meile zu Meile Saulen mit fortlaufenden a Pado 
zahlenden Entfernungsangaben aufgestellt. s. C. a. v. Strassensaulen. III. Thl. 
S. 440. 



— 214 — 
2740. 

IN. H. D. D. 

SANCT. DIA 

NAE. ARAM 

CVM. SIGNO. AE 

TETVS. AVGG. 

NN. LIB. PP/ STAT. M. 

IENS. XXXX. GALL. DE. 

DIC. ID. AVG. PRAESENT. C 

In honorem domus divinae l ) sanctae Dianae aram cum signo 
ae(neo) Tetus, augustorum nostrorum 2 ) libertus , praepositus sta- 
tionis ma/jensis quadragesimae Qall(iarum) 3 ) dedicavit idibus 
augusti 4 ) Praesente consule. 3 ) 

Auf einer Ara , hier gefunden (in der Mitte des vor. Jahrh.) 
einige Zeit auf dem Gute Knillenberg zu Obermais und jetzt in 
der k. Bibliothek zu Innsbruck befindlich. Die an ihrem oberen 
Theile sichtbaren Ueberreste eines Aufsatzes, vvelcher zu Opfer- 
verrichtungen aptirt war, zeigen , dass er auch als Basis des nicht 
mehr vorhandenen Erzbildes der Diana diente. Die hintere Seite 
ist rauh bearbeitet und war demnach in die Wand einer Nische 
oder Acdicula mit hervorstehenden Nebenseiten , auf welchen sich 
die Abbildungen eines Opferkruges und einer Opferschale be- 
finden, gesetzt. 

Roschmann. Vita S. Valentini p. 12. Giovanelli, in der tyroler Zeit- 
schrift v. 18^5—26. S. 30. v. Pallhausen, Top. I. 88. Buchner, Doc. 
I. 34. 

Anmerk. 1) Giovanelli bezieht die Worte domus divinae unrichtig auf 
einen Tempel der Diana. 2) M. Aurelius u. Gommodus. 3) S. N. 2118, wo 
ein praepositus stationis turicensis XL Gulliarum. Dort ist qundragesimae un- 
richtig mit ( ) eingeschlossen , als ob diese Stelle erloschen sei. Dieses ist 
aber nicht der Fall ; der Stein giebt deutlich XL und in obiger Inschrift in dcr 
Form XXXX. Die adj. Benennung majensis deutet auf einen Ort Maja j. Mais, 
wie dort turicensis auf Turicum j. Ziirch. Aus der Stelle Galliarum geht her- 
vor, dass die beiden ratischen Provinzen zu den gallischen gezahlt wurden. 
4) Tag des Dianafestes s. N. 708 und 709. 5) 180 n. Chr. 



— 215 - 

Ain Fusse des Brennergebirgcs boim Sillfluss in der Gegend 
von Matrei. 

2741. IMP. CAES. 

C. 1. VEKO. 3V1AXI 

MI . . . PIO FELICI. 

INVICTO. AVG. P. M. 

TRIB. POTEST. COS. 

PP. GERMAN. MAX. 

ET. C. IVL. VERO. 

WAXIMO. NOBILIS 

SIMO. CAES. 

AB. AVG. M. P. CXXX. 

litiperatori caesari G. Julio Vero Maximi(no) pio, felici, 
invicto augusto, pont. max. tribunitia potestate *), consuli, patri 
patriae, germanico maximo et G. Julio Vero Maximo, nobilissimo 
caesari. Ab Augusta millia passuum GXXX. 

Auf einer in obengenannter Gegend beim sog. „Lueg c * ge- 
fundenen Slrassensaule, deren Aufbcvvahrungsort unbekannt ist. 

Tyroler Almanacli, 1808. S. 143. v. Pallhausen, Top. S. 185. 
Buchner, Doc. S. 36. r 

Anmerk. 1) Diese Inschrift gehort in das erste Jahr der Reg. Maxi- 
minins (v. Marz 235 his Marz 236) und zwar in die zweite Halfte desselben 
nachdem der germanische Feldzug beendigt war, vergl. die*Anmerk. zuN. 51, 
151, 181, 585. 



Z i r 1. 
Dorf am Jnn. 

2742. IMP. CAES. 

CA. MESS. Q. TRA 

DECIO. PF. INV. 

AVG.PM.TR.POT.COS 

PP. ET. MESSIIS. FIL 

DECIO. ET. QVIN 

TO. NOBILISSI 

MIS. CAESS. AVG. C. 

DN. AB. MP. 

XCIIX. 



- 216 — 

Imperatori caesari Cajo *) Messio Quinto Trajano Decio, pio 
felici invicto augusto, pontijici maximo, trib. pot. 2 ) consuli, patri 
patriae et Messiis jiliis 3 ) Decio et Quinto, nobilissimis caesarihus 
augusti caesaris domini nostri. Ab 4 ) m. pass. LXXXXVIII. 

Auf einer i. J. 1835 an der Strasse von Zirl nach Seefeld 
nachst dem alten Schlosse Fragenstein am „Platele" gefundenen 
Strassensaule von nicht ganz vollkommener Cylinderform , deren 
starke Abplattung dem Umstande beizumessen ist, dass eine vorhe r 
darauf befindlich gewesene Inschrift, zu Aptirung des Steins fiir 
Aufnahme der obigen, abgemeisselt wurde , wie diess auch schon 
anderwarts vorgekommen ist s. C. a. v. Strassensaulen III 449. In 
der Sammlung des Ferdinandeums zu Innsbruck befindlich. 

Stark, iiber einen bei Zirl gef. zum And. des K. Decius u. s b, Sohne 
erricht. Meilenstein mit einer Abbildung nach des Verf. Autopsie. Neue 
Zeitsckrift des Ferdinandeums V. 23 f. 

Anmerk. 1) Wegen der Abk. CA s. N. 2743. 2) Die alleg. Zeitschrift 
giebt unrichtig TR. PI. IMP. der Stein giebt nach der Abbild. wie oben. Nach 
dem Gebrauche steht das erste Jahr der trib. pot. ohne Zahlzeichen. Das 
Denkmal gehort in das Jahr 249 n. Chr., das nachf. in das J. 250. 3) Ueber 
die Stellung des Wortes filiis hier her, statt wie N. 2743 nach caesanbus 
vergl. letztere lnschrift. 4) Nach AB folgt , wie die Zeichnung Starks giebt, 
keine Defektstelle. Die Zeitschrift deutet eine solche an. Dieses allein stehende 
AB erklart Stark so: es sei wahrscheinl. Ueberrest der verher auf dem Sleine 
befindlich gewesenen und abgemeiselten Inschrift, fur welchen Fall anzunehmen 
ware, dass der Steinmetze vergessen habe, den Namen des Ausgangspunktes 
neu beizuschreiben, oder auch vergessen, das AB ebenfalls hinwegzumeisseln, 
weil er, wie auf dem nachf. Steine JN. 3744 geschah, blos die Zaht der Ent- 
fernung einhauen wollte. Dieser Stein zeigte,* wie der nachf. auf Augusta 
Vindelicorum. 



— ?17 — 

W i 1 t e n. 
Dorf bei Innsbnick, in dessen Nfihe das rttmtsche Veldidena 
lag. 

A. lioschmann, Veldidena urbs antiquissima etc. 
2743. JMP.. CAES. CA. 

MESSIO. Q. TR. 

DECI. PF. INV. 

AVG. P. M. TR. P. II. 

PP. ET. MESS. DECl 

AVG. ET. QVINTO 

NOBILISSI. CAES. 

..IIS.AVG.CAES.D.N 

M. P. CXII. 

Imperatori caesari Cajo *) Messio Quinto Irajano Decio, pio 
felici invicto augusto, pontifici maximo, trib. pot. 11 2 ) patri patriae 
et Messiis Decio augusto et Quinto nobilissimo caesari, [fjiliis 3 ) 
augusti caesaris domini nostri. Millia p ssuum CXIl. 4 J 

Auf einer im Stifte Wilten aufbewahrten Strassensaule, welche 
in der Mitte des 18. Jahrh. in der Nahe gef. wurde. Sie stand an 
der aus Italien in der Richtung uber Schonberg durch die Gemar- 
kungen Wilten und Zirl iiber das Gebirge von Seefeld nach Augs- 
burg ziehenden Romerstrasse und zwar nach der auf ihr befind- 
lichen Zahl CXII, 14 rom Meilen sudlich von der Saule bei Zirl, 
welche die Zahl XCIIX tragt ; nach welchen Anhaltpunkten sich als 
ehemaliger Standort der Fuss des Schbnberges (wo jetzt eine Ka- 
pelle und ein Wirthshaus stehen) ergeben wurde, bis wohin die 
Grenze des Dorfes Wilten reicht. Nach Starks Abbildung ist die 
Inschrift vollstandig erhalten bis auf den Anfang der Z. 8, wo eine 
kleine Defektstelle. Bemerkenswerth sind die unten rund o-estriclie- 
nen V, ferner ein L mit cursivem Unterstrich. 

Stark. Ueber einen zum And. des K. Decius und s. b. Sohne erriohteten 
im Stifte Wilten aufbewahrten Meilenstein mit einer Abbild. Neue Zei tsc hr, 
des Ferd. V. 23. 

Anmerk. 1) Zu bemerken die ungewohnliche Abk. CA. DECI. NOBI- 
LISSI. 2) Der Steinmetze hat hier COSII beizusetzen vergessen Vergl. eine 
Inschr. von Desenzano wo TR. P. II. COS. II. Maffei, Ver. ill p. 363. 
Dessen, Mus. Ver. p. 612. Stark ergiinzt hiernach die obige. Wir unter- 
lassen dieses zur Erhaltung der Sinreritat dieser hiernach blos auf Rechnung 
des Steinmetzen bezuglich dieser Stelle mangelhaften Inschrift. 3) Der 



- 218 - 

Schriftrest ist IIS d. i. (FIL)IIS oder, wenn das eine I Ueberrest von L (FI)LIS 
mit doppelt fungirendem I. 4) Die Auslassung des Ausgangspunktes kommt 
zuweilen vor s. C. a. v. Strassensaulen. In dieser Inschrift welche in das Jahr 
250 n. Chr. gehort, erscheint der eine Sohn als Augustus und der andere als 
Caesar , wahrend beide in der in das Jahr 249 n. Chr. gehorigen Inschrift 
v. Zirl 2742 Caesares genannt werden. 



2744. 1MP. CAES. L. SEPTIMIVS 

SEVERVS. PIVS. PERTINAX. 

AVG. ARABIC. ADIABEN. PARTIIIC. 

PONT. MAX. TRIB. POT. VlIIl. 

IMP. XII. COS. 11. P. P. PROCOS. ET !MP. 

CAES. M. AVRELIVS. ANTONINVS. 

PIVS. AVG. TRIB. POT. IIII. PROCOS. 

ET. 1MP. P. SEPTIMIVS. GETA. 

ANTONINVS. VIAS. ET. PONTES 

REST. ABAVG. MP. CX. 

Imperator caesar L. Septirnius Severus , pius, Pertinax au- 
gustus, arabicus, adiabenicus, parihicus, pontifex maximus, trib. 
pot. IX, imp. XI 2, consul II, pater patriae, proconsul et imp. 
caesar M. Aurelius Antoninus, pius augustus, trib. pot. IV jpro- 
consul et imp. P. Septimius Geta Antoninus vias et pontes resti- 
tuerunt. Ab Augusta m. p. GX. 

Auf einer irn Garten des Stiftes Wilten befindlich gewesenen 
und von da in die Sammlung des Schlosses Ambras transferirten 
Strassensaule. 

Welser, f. 29. Gruter, p. 157. 5. v. Pallhausen, Top. S. 194. 
Buchner, Doc. S. 37. 

Anmerk. 1) Vergl. N. 2460, 2461, 2462, 2463, 2550 und die Anmerli. 
hinsichtlich de$ Titels imperator bei Geta. 



- 219 — 

M a i s. 
Ober- und Untermais bei der St. Mcran in dcrcn Niihc das 
rom. Maja, Majae, ad Majas, dic Slalio majensis (s. N. 2740) lag. 

2745. D 

RVFIN 

CONIVG 

CHRYSSON .... 
. . . MVCIAN . . 
ET RVFINV .... 
CHRYSIS. M 
. . . SSIM . . . 

Diis (Manibus) Rufinae . . . conjug(i carissimae) Chrgsson- 

(ius maritus et) , . . Mucianus ♦ . . . et Rufinus . . . 

(et) Chrysis (filia) m(atri cari)ssimae (faciundum curaverunt). 

Auf einem nachst der Pfarrkirche aufgestelltem Fragment. 

Giovanelli. Ueber die Ara Dianae p. 156. 



Partschins. 

2746. D M 

Q. CAECILI 

EVTROPI 

M. VLPIVS PRI 

MIGENIVS 

FILIO 

V. A. XXI. M. XI. 

Diis Manibus Quinti Caeeilii Eutropii Marcus Ulpius Primi- 
genius jilio. Vixit annos XXI, menses XI. 

Auf einem an der altenMauer des„Hochbuebauhofes" befindlichen 
Grabstein. Da wo Punkte stehen, hat der Steinmetze Baumblatter an- 
gebracht, Zu bemerken die in den Namen CAECILI und EVTROPI 
befindlichen doppeltfungirenden I. 

Giovanelli. Ueber die Ara Dianae S. 157. 



— /20 — 

M a u 1 s. 

Dorf an der alten Romerstrasse. 

2747. D. I. M. 

AVRELIAE. RVFINAE. MATRl 
AELIVS. QVARTINVS. 

Diis inferis Manibus. Aureliae Rufinae niatri , Aeltus 
Quartinus. 

Ohne nShere Angabe des speciellen Fnndorts dahier und wo 
aufbewahrt. 

v. Pallhausen, Top. S. 160. Buchner, Doc. S. 35. 









R o m e n. 

Am Nonsberge. 

2748. D DN CAV AV 

IOC CE EX. VOT 
P. L. L. M 

Deo domino CauQtopati ?) *) augusto 2 ). Joc . . . ex voto 
posuit laetus lubens nierito. 

Auf einem an der hiesigen Kirchhofsmauer eingesetzlen 
Steine. 

Tyroler Almanach, 1805. S. 185. 

Anmerk. 1 u. 2) C. a. v. Cautopates u. a. v. Augustus. 



— 221 — 

S e b e n. 

Kloster auf dem Berge bei dem Stadtchen Clauscn an der Ei- 
gack, tfee Bistmus Brixen altcster Ort seiner Grttndung im vicrten 

Jalirh. Hier lag das rom. Castell Sabio oder Savio genanril; uri- 
ten am Berge befand sich dcr rorn. Ort Sublavio (Itiner) d. i. 
Subsavio an der grossen Hauptstrasse. An einem der beiden Orte, 
nach Resch vvahrscheinlich auf dem Berge, standen ein Tempel 
der Isis und ein Mithraeuin. 

Resch, Annal. Sabionenses I. sect. IV. 

2749. D I M 

ET. SOLl. SOCIO. 

SAC. VALENTINVS. 

SECVNDIANVS. 

V S L M 

D(e)o invicto Miihrae et Soli socio sacrum. Valentinus 
Secundianus votum solvit lubens merito. 

Dieses hier gefundene Denkmal, wann es geschehen, ist nicht 
angegeben, befindet sich nach v. Hormayr im Schlosse Trostberg 
ob Collmann aufbewahrt. 

v. Hormayr, im tyroler Almanach 1805. S. 136. Buchner, Doc. I. 
35 v. Pallhausen, Bojoar. top. I. 149 mit einer unrichtigen Abschrift, 
namentlich einer nach v. Hormayr nicht vorfindlichen Defektzeile vor der unter- 
sten Zeile. 

Anmerk. 1) Buchner u. Pallhausen lesen unrichtig deae gentium Isidi 
myrionimae. Wenn zwischen D u. kein E erloschen , wie zu vermuthen ist, 
so ware zu lesen: deo optimo invicto Mithrae. 



— 222 — 

2750. ISIDL 

MYRIONIMAE. 

SACRVM. 

FESTINVS. T. IVLI 

SATVRNINI. C. PP AE 

RARL POSVIT. 

FORTVNATVS. EIVSDEM 

SERVVS. 

FACIVNDVM. C. 

lsidi myrionimae sacrum. Festinus, Titi Julii Saturnini, 
curatoris pecuniae publicae acrarii {libertus) posuit. Fortunatus 
ejusdem servus faciundum curavit. 

Nicht mehr vorhandenes Denkmal von hier, nach Gruter ,,apud 
Isaram fluvium Bavariae" soll heissen: ,,Isacam" d. i. Eisack, wie 
aus Resch Annal. Sab. I. 214 s. N. hervorgeht. Das nachfolgende 
Isisdenkmal, welches der obengenannte Freigelassene Festinus eben- 
falls stiftete und bei welchem Gruter dieselbe irrthumliche Bemer- 
kung „apud Isaram in Bavaria" macht , gehort dem Fundorte nach 
sicher hierher, folglich bei dem Zusammentreffen dieser Umstande 
und nach einer hieriiber zn Resch's Zeiten gehenden Sage auch 
das obige Denkmal. 

Apian, p. 100. Gruter, p. S3. N. 11. Resch, a. a. 0. Buchner, 
Doc. I. 34. Pallhausen, Boj. top. I. 150. 

Anmerk. 1) C. a. v. Isis. 2) Apian und Gruter geben : 
SATVRNINI G PP SE 
RARl 

Obige Yerbesserung dieser unrichtigen Abschrift , nach Analogie folgender 
Inschriften bei Gruter: p. 355 N. 3. CVR. P. P. p. 428 N. 6. CVR, PEC. 
PVBL. p. 490 N. 8. CVR. AER. p. 43 N. 12 CVRATOR AERARI. Zu den 
sahlreichen an das Wort curator sich schliessenden Funktionsbezeichnungen 
kommt nun auch noch die obige: pecuniae publicae aerarii. Buchncr's und 
v. Pallhausen's Lesungen gehen von dieser Erklarung zum Theil weit ab , als- 
Saturnini gener proc. provinciae Serrarii! und: curatoris pecuniae publicae 
Serrarii libertus. 3) v. Pallhausen giebt unrichtig : SERVVS LXXVl FC und 
liest: Servus LXXV annorum f. c. 



— 223 - 

2751. ISIDI. AVG. 

FESTINVS. 
T. IVLI SA 
TVRNINL 
C ?P AERA 
RI. L. EX. 
VOTO. 

IsicU augustae Festinus, Titi Jidii Saturnini, curatoris pecu- 
niae publicae aerarii libertus ex voto. 

Auf einer Steintafel, hier gcfunden uncl iin Schlosse Maretsch 
bei Botzen aufbewahrt. 

Apian, p. 400. Gruter, p. 83. N 7. Resch, o. a. 0. I. 214. Ty- 
roler Almanach, 1805. S. 135. Buchner, Doc. I. 35. v. Pallhausen, 
Boj. top. I. 83. 

Aninerk. 1) Auch hier geben Apian , Gruter und deren Nachfolger iin- 
richtig: G PP SERARI, welehe Stelle nach Anmerk. 2 der Nummer 2750 ver- 
bessert wiirde, wie oben steht. 



C 1 a u s e n. 

Stadtchen an der Eisack. 

2752. MAVRIT. AVG 

CONSERVATORI. 
CORPORIS. SVl. 
MERCVRIALIS, AVG . . - 
NV . . EX. IVSSV NV 
MINIS IPSIVS SI 
GILLVM MARM0 
REVM. POSVIT. 

Maurit(o) l ) augusto, conservatori corporis sui Mercurialis 
Aug[usti)nus ex jussu numinis ipsius sigillum marmorcum 
posuit. 



- 224 — 

Gefunden bei Clausen. Der Aufbewahrungsort ist nicht an- 
gegeben. 

Tyroler Almanach, 1805. 8. 144. v. Pallhausen, Top. S. 156. 

Anmerk. 1) Mauritio ? vielleicht MARTI. AVG ? 

Der i. J. 1760 verstorbene Professor und Bibliothekar A. Rosch- 
mann zu Innsbruck hinterliess ein handschriftliches Werk unter 
folgendem Titel: Inscriptiones et alia diversi generis romana per 
ornnem Tirolim monumenta maxima parte adhuc exstaniia ac potis- 
simum inedita collegit et illustravit Antonius Roschmann 1756. Es 
besteht aus 316 Folioblattern , enthalt 69 rom. Tnschriften und be- 
findet sich gegenwartig im Besitze der k. k. Akademie der Wissen- 
schaften zu Wien, welche es demnachst im Drucke erscheinen las- 
sen wird. Der bestehenden akadem. Geschaftsordnung zufolge 
konnte meinem Nachsuchen um Benutzung dieses Werkes fiir meine 
Sammlung, wie ich erst spater erfahren habe , nicht entsprochen 
worden. Nach dem, wie zu hoffen, baldigen Erscheinen desselben, 
werde ich die iibrigen tiroler Inschriften daraus nachtragen. 



* 



. 



Inscriptiones 

Norici et Pannoniae 
liriinae. 



Kaiscrtliiim Ocstcrrcicli. 

Herzoglhum Salzburg. 



S a 1 z b u r g. 

Stadt an der Salza mit vielen rom. Alterthiimern auf dem 
,,BirgeIsteine", zur Zeit roin. Herrschaft unter dem Namen 
Juvavum (nicht Juvavia und Juvavium , wie aus der Form 
IVVAVO Nro. 2707 hervorgeht) und Colonia Hadriana Juvavum 
Nr. 27G1, Hauptstadt der Civitas Juvavensium Nro. 2684, 2714, 
2803. Sammlung im stadtischen Museum. 

S c h u m a n n Juvavia, K 1 e i n m a y e r n Juvavia, S c h i 1- 
1 i n g der Birgelstein. 

2753. I. O. M. 

ARVBINO 

L. CAMIVS. CELER. SACER DOS. 

VRBIS. ROMAE. AETERNAE. ET. 

IVLIA. HONORATA. CON 

PRO. SE. ET. SVIS. V. S. L. M. 

Jovi optimo maximo Arubi(a)no x ) L, Camins Celer , sacerdos 

urbis Romae acternae el Jnlia Honorata con(jnges) 2 ) pro se 

et snis vafum salrerunt lubentes merito. 

Nicht mehr vorhanden , zu Avcntius Zeit an der Kirche 
der hiesigen Vorstadt „Mulln". Aventin bcmerkt, derHistorio- 

15* 



-228 - 

graph Andr. von Chilmburg (Kuenburg) habe ihm diesen Stein 
angezeigt. 

Avent., C. b. ed. 1560 f. 173., n. 1567 f. S. 9. Dess. Chr. von 1560 f. 
1626, n. 1622 f. 333. In den andern Edit. fehlt die Inschr. Kleinmayern, 
Juv., S. 65. Orelli, 1221. Bu chner, Doc., 1.69. Schu mann, Juv., S. 278. 
de Wal, I. 216. v. Ilefner, i. oberb. Archiv. VI. 219. Dess. r. b. D. in den 
Abhandl. der Ak. zu Munchen, phil. philos. Cl. IV. 2., S. 228. Dess. r. D., 
Salzb. Nr. 1. 

Anmerk. I. Gelesen nach Nro. 2703, wo ARVBIANO. Zu unterstellen 
ist hiernach die bei der Abschrift iibersehene oder undeutlieh gewordene 
Ligatu